Ur. 2(6 Erstes Blatt 179. Jahrgang Samstag, 14. September 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschliisse unterSammelnummcr2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: firanlfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: vrühl'fche Univerfitüts-Buch- und Steinömderei R. Lange in Stehen. Zchristlettung und Geschäftsstelle: Schulstrahe L Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschcin und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. England und Amerika in der Geeabrüstung einig. Das angelsächsische Programm für die nächste Abrüstungskonferenz der Seemächte. Macdonald fährt nach Amerika. Nationale Opposition. Der „Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren". in dem Geheimrat Hugenbcrg, der Vorsitzende der Deutschnationalen Dolkspartei, mit nicht geringem organisatorischem Geschick eine Reihe von Parteien und Verbänden der Rechten, politischen Gruppen und unpolitischen Vereinen zusammen- gefaht hat, ist nach vielen Monaten des Debattierens und Rätselratens nun endlich mit den „grundsätzlichen außenpolitischen Förderungen" an die Oeffentlichkeit getreten, die er seinem Volksbegehren gegen Kriegsschuldlüge und Voong- plan zugrunde legen toill. Von dem ursprünglich vom Stahlhelm geplanten Volksbegehren, das im wesentlichen die Erreichung innerpolitischer Ziele, wie Erweiterung der Macht des Reichspräsidenten und Renderung des Verhältnisses zwischen Rcichsregicrung und Parlament onstre- ben sollte, ist so gut wie nichts übrig geblieben. Augenberg hat die Front nach außen gekehrt, das ist propagandistisch in den Tagefl zwischen Haager Konferenz und Beratung der Boung- aesehe im Reichstag zweifellos erheblich wirkungsvoller, Icibcr aber für die Lage Gesamtdeutschlands, um dessen Wohl und Wehe cs doch auch dem Reichsausschuß und feinen Führern geht, nicht ungefährlicher. Rach alledem, was man im vorbereitenden Stadium über dieses Volksbegehren zu hören bekam, find im Grunde genommen sowohl der Gesetzentwurf selber, den zu begehren das Volk aufgefordert wird, wie auch die erläuternde Erklärung, die der Reichsaus- schuh seinem Dokument mit auf den Weg gegeben hat, nach Form und Inhalt eine Enttäuschung. Don den starken Worten, die man noch vor wenigen Tagen im Teutoburger Wald unter dem Schwert Hermanns des Eheruskers gefunden hatte, kaum eine Spur. Die selbst auferlegte Mäßigung wird mit der Unzulänglichkeit der Derfassungsbestimmungen über das Volksbegehren und den dort gegebenen Möglichkeiten zur Verfälschung des Volkswillens entschuldigt, auch die augenblickliche völkerrechtliche Lage Deutschlands hätte berücksichtigt werden müssen. Der Reichsausschuh hätte. gut daran getan, hier gleich einzufügen, daß auch die machtpolitische Lage Deutschlands als eines Voltes, das vor zehn Jahren den größten Krieg der Weltgeschichte verloren hat und waffenlos zwischen bis an die -Zähne gerüsteten Rachbarn steht, durch dieses Volksbegehren zu unserem eigenen aufrichtigen Bedauern keine Rendcrung erfahren kann. Es ist notwendig, über diese Grundtatfachen, an denen die Väter des Volksbegehrens leider nicht einen Deut zu ändern vermögen, völlige Klarheit zu schaffen, bevor wir uns der Betrachtung der Einzelheiten dieses Gesetzentwurfs zuwenden, von dessen Annahme sich der Rcichsausschuh eine völlige Umstellung der deutschen Außenpolitik 'verspricht. Da wird einmal der Reichsregierung die Verpflichtung auferlegt, den auswärtigen Mächten den Widerruf des erzwungenen Kriegs- schuldanerkenntnifses zu notifizieren. Man darf die Verfasser dieses § 1 des „Gesetzes gegen die Versklavung des deutschen Volkes" daran erinnern, daß vom Vorbehalt der Weimarer Nationalversammlung bei Annahme des Versailler Vertrages 1919 über den Vorbehalt bei Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, über die deutsche Note an die Locarnomächte, über die Tannenbergrede Hindenburgs bis zu dem Erlaß des Reichspräsidenten und der Reichsregierung aus Anlaß der zehnten Wiederkehr des Tages von Versailles eine gerade Linie des Kampfes gegen die Lüge von Deutschlands Allein- schuld am Kriege und damit gegen den berüchtigten Artikel 231 des Versailler Diktats geht, begleitet von Kundgebungen aller Parteien, unterstützt von den Forschungsergebnissen der deutschen und ausländischen Geschichtswissenschaft. Also von einem neuen Mittel für die deutsche Außenpolitik kann hier keine Rede sein. Und wenn es das wäre, so gehören ja leider nun einmal, auch in der Politik, immer zwei dazu; mit der Notifizierung unseres Widerrufs ist es allein nicht geschehen, die Gegenseite muß auch gezwungen werden können, daraus die Folgerungen zu ziehen. Der Reichsausschuß sagt in seiner Erläuterung zwar, die Anerkennung von Deutschlands Nichtschuld am Kriege „kann und wird erreicht werden", er perrät aber leider nicht, worauf er seine vertrauensvolle Auffassung zu gründen vermag. Solange n?ir keine Machtmittel haben, unsere Forderungen durchzusetzen, wird Frankreich nicht einen Zentimeter der erzwungenen Rechte aus dem Versailler Vertrage aufgeben. Also auch die Herren des Reichsausschusses wurden auf den dornigen und steilen Weg der Verhandlungen angewiesen sein, um fiir Deutschland Erleichterungen der ihm im Versailler Diktat aufgezwungenen Lasten zu erlangen. Wie wenig die vom Reichsausschuß — leider nur allzu andeutungsweise — empfohlene Politik von der Linie abweicht, die Stresemanns Außenpolitik mit dem Ziele der Wiederherstellung der deutschen Souveränität bisher verfolgt hat, erhellt aus dem §2 des Gesetzentwurfs für das Volksbegehren. Die Reichsregierung wird darin ersucht, „daraus- h i n z u w i r k e n", daß neben dem Artikel 231, von dem oben schon die Rede war, auch die Artikel 429 unb 430 außer Kraft gesetzt werden. Natürlich trifft auch auf diese Forderung das zu, was über den Wert einseitiger Willenserklärungen schon gesagt wurde. Die Artikel 429 und 430 handeln von den Räumungsfristen und dem Recht der Alliierten auf Wiederbesetzung des Rheinlandes, wenn die Repa- rotionskommission feststellt, daß Deutschland sich weigere, seine Verpachtungen zu erfüllen. Man sieht, wie weit gerade in diesen Punkten der Versailler Vertrag teils schon revidiert ist, teils auf dem Amerikas Antwort in London überreicht. Macdonald reist in 14 Tagen nach Washington. London, 13. Sept (WB.) Wie der amtliche englische Funkdienst meldet, hat der amerikanische Botschafter General Dawes gestern abend Premierminister Macdonald in Downing Street ausgesucht, um ihm die amerikanische Antwort auf die englischen Vorschläge z u r Kreuzerfrage zu überreichen. Der Inhalt der Antwortnote wurde nicht bekanntgegeben. Er bildete den Gegenstand einer unmittelbar an die Aeberreichung sich anschließenden Unterredung zwischen Macdonald und dem Ersten Lord der Admiralität Alexander. 3m verlaufe der Nacht wurde dann amtlich bekanntgegeben, daß der Premierminister, feinem ursprünglichen plan entsprechend, am 2 8. d. M. nach den-vereinigten Staaten reisen wird, wobei ihn feine Tochter begleitet. Auf Grund dieser Ankündigung nimmt man an, Macdonald habe angesichts der amerikanischen Antwort auf die englischen Vorschläge die Ueberzeugung gewonnen, daß er und Präsident Hoover bei persönlicher Fühlungnahme imstande sein werden, die noch übrig gebliebenen Differenzen zu überbrücken. Die Auffassung in Washington. Tatsächliche Herabsetzung der Rüstungen. Starke Ersparnisse. Washington, 13. Sept. (WB.) Staatssekretär S t i m f o n sprach bei dem heutigen presse- -empsaug-sLins. Bes^ediquvg-aus, daß die H-r o ße Arbeit nunmehr glücklich beendet und eine Einigung mit England über das der nächsten Seekonseren; vorzulegende Programm erzielt fei. Er betonte, daß bei einer Gesamttonnage von 1 200 000 t, die Amerika besitze, ein kleiner Unterschied von wenigen tausend Tonnen, der zurzeit noch bestehe, ziemlich unwichtig fei. Es Han- Wege dazu ist, einer Revision unterzogen tzu werden, und zwar eben, weil die Politik Stresemanns „darauf hingewirkt" hat, daß sowohl Räumungs- wie Zahlungsbestimmungen eine vernünftigere Regelung finden sollten, als im Versailler Diktat. Das gleiche gilt von der Forderung nach unverzüglicher und bedingungsloser Räumung unter Ausschluß jeder Kontrolle und unabhängig von Annahme oder Ablehnung der Haager Abkommen. Dasselbe Ziel hatte auch die deutsche Delegation im Haag, und wenn sie es nicht in dem Umfange erreicht hat, wie auch wir es gewünscht und erwartet hatten, so schweigt doch der Gesetzentwurf des Reichsausschusses sich völlig darüber aus, wie sie es hätte besser machen sollen. Mit der Aufstellung eines Wunschzettels, der noch dazu keineswegs Originalität verrät, dessen einzelne Forderungen vielmehr Forderungen des ganzen Deutschlands sind, kann man keine Außenpolitik machen, wenn man nicht mit dem Rezept herausrückt, wie man diese Forderungen auch durchzusetzen gedenkt. Mit dem umschreibenden Ersuchen „dahin zu wirken", und dem nichtssagenden „kann und wird erreicht werden", ist es unmöglich getan. Eine uns unverständliche Auffassung spricht aus dem nächsten Paragraphen 3 des Gesetzentwurfs, der die Llcbcrnahme neuer Lasten und Verpflichtungen auf Grund des Schulb- anerkenntnisses verbietet und dazu auch den Voungplan rechnet. Wir sind keineswegs Verteidiger des Voungplans und halten insbesondere die Verschlechterungen, die das Gutachten der Pariser Sachverständigen imr Haag fraglos erfahren hat, für sehr bedenklich, aber soviel steht doch fest, daß der Voungplan gegenüber seinem Vorgänger, dem Dawesabkommen, eine wenn auch nur geringfügige Erleichterung bedeutet. Der Reichsausschuß will also, daß das Dawesabkommen mit seinen alten Lasten und Verpflichtungen, die bekanntlich höher sind, als die des Voungplanes in Kraft bleibt? Oder was soll nach Annahme dieses Gesetzes gegen die Versklavung des deutschen Volkes in der Reparationsfrage geschehen? Der Gesetzentwurf enthält kein Wort von Verweigerung der Reparationszahlungen, von der früher gelegentlich gesprochen wurde, man muß also an* nehmen, daß seine Verfasser bereit wären, nach dem Dawesplan weiterzuzahlen, da nur „neue Lasten und Verpflichtungen" abgelehnt werden. Wenn schließlich das Volksbegehren Zuwiderhandelnden Ministern mit dem Strafrichter droht, so ist das eine in der hier gewählten verschleierten Form nicht minder ungehörige Verdächtigung der deutschen Delegierten, die auf der Haager Konferenz nach bestem Wissen und Gewissen sich mühten, für Deutschland das denkbar günstigste Ergebnis herauszuholen. Der hier angezogene Paragraph 92 des Strafgesetzbuches droht Zuchthaus dem an, der vorsätzlich ein ihm aufgetragenes Staatsgeschäft mit einer anderen Regierung zum 2k ach teil dessen führt, dele sich eventuell sogar nur um Gröhe und Kaliber der Geschütze, die in dieser strittigen Tonnage von etwa 30 000 t verwandt werden sollen. Diese Frage lasse man bis zur Konferenz der fünf Mächte unentschieden, da es ja doch von den Wünschen der drei anderen Seemächte abhänge, welches endgültige Bauprogramm jedem Staat zufalle. Sollte eine von England und Amerika erzielte Einigung, von den drei übrigen Mächten angenommen werden, so würde nicht nur eine Beschränkung, sondern eine tatsächliche Herabsetzung erzielt worden fein, besonders bezüglich der teuersten Klasse der Schlachtschiffe. Diese Verständigung zwischen Großbritannien und den vereinigten Staaten, die jetzt durch den Besuch des britischen Premierministers beim Präsidenten der vereinigten Staaten feierlichst bekräftigt werde, schaffe eine ganz neue Atmosphäre gegenseitigen vertrauens und stoppe der ihm den Auftrag erteilt hat. Was soll also dieser Hinweis? Glauben die Herren des Reichsausschusses wirklich, deutsche Minister könnten unter dem Druck des Strafgesetzbuches in Verhandlungen mit auswärtigen Mächten zu besseren Ergebnissen gelangen, als in dem vollen Bewußtsein der schweren Verantwortung für das Schicksal ihres Volkes? Wenn man schon einen außenpolitischen Wunschzettel auf« stellt, wie es das Volksbegehren des Reichs- ausschusses in sehr vorsichtigen und allgemeinen Wendungen tut, dann wissen wir nicht, warum darin nichts vom polnischen Korridor, nichts von Danzig, nichts von Oberschlesien, nichts vom Anschluß Oesterreichs, nichts von Eupen-Mal- medy, nichts von Kolonien gesagt ist. Gerade mit Bezug auf den deutschen Osten hätte man der deutschen Außenpolitik, die bislang vielleicht allzu ausschließlich auf die Wiedergewinnung der deutschen Souveränität am Rhein gerichtet war, neue Wege weisen und lohnende Ziele zeigen können. Das Volksbegehren verzichtet darauf, es beschränkt seine Wünsche auf den Westen, ohne allerdings hier, wie im einzelnen schon gezeigt, auch nur in einem Punkt neue Gedanken für die verlangte „völlige Umstellung" der deutschen Außenpolitik zu bringen. Die Wirkungen dieses Volksbegehrens halten wir in jedem Falle außen- wie innerpolitisch für äußerst verhängnisvoll. Hat der Reichsausschuß sich eigentlich gar nicht klar gemacht, daß er mit der Verbindung von Kriegsschuldlüge und Voung-Plan in seinem Volksbegehren eine Frage zur Abstimmung stellt, über die bisher das deutsche Volk nur einer Meinung war? Millionen deutscher Staatsbürger werden sich aus begreiflichen Gründen einem von Hugenbcrg eingeleiteten Volksbegehren versagen. Sie werden damit gezwungen, durch ihre Stimmenthaltung sich gegen den Widerruf der Kriegsschuldlüge auszusprechen, was in Wahrheit keineswegs ihren Absichten entspricht. Das Ausland könnte bann frohlockend feststellen, daß das deutsche Volk in der Ablehnung der Alleinschuld Deutschlands am Weltkrieg nicht mehr einig ist, ja, daß 2TliI- lionen des deutschen Volkes die Kriegsschuldlüge stillschweigend anerkennen. Sollte der Entwurf des Reichsausschusses, sei es durch Abstimmung im Reichstag, fei es durch Volksentscheid, Gesetz werden — wozu die Aussichten allerdings sehr gering sind, da int Reichstag die hinter dem Reichsausschuß stehenden Parteien nur über knapp hundert Sitze verfügen und zur Annahme des Gesetzes durch Volksentscheid mehr als 20 Millionen Stimmen notwendig sind —, bann mühte bie Reichs- regicrung also von vorne anfangen mit ben Gegnern über bie Revision bes Dawes- Abkommens unb bie Räumung zu verhanbeln. Wir würben also bie erhöhten Lasten bes Dawes- Plans vorläufig weiter zu tragen haben, unh automatisch jedes Wettrüsten. Auch sei dies von großem Vorteil für die amerikanische Admiralität, die, sobald ein internationales Abkommen erzielt und vom Senat ratifiziert sei, endlich e i n festes Programm erhalte, mit dem sie arbeiten könne, anstatt wie bisher von der jeweiligen Stimmung des Kongresses über die Zahl der zu bewilligenden Schiffe abhängig zu fein. Last not least wurden dem amerikanischen Volke gewaltige Ausgaben für Rüstungszwecke erspart. Jin Weißen Hause wurde Staatssekretär Stirn- sons Mitteilung über die mit England erzielte Einigung in der Flottenabrüstungsfrage b e ff ä f i g t und dahin erläutert, daß man sich entschieden habe, der nächsten Seekonserenz folgende starke Reduzierung beider Flotten vorzuschlagen, in der Erwartung, daß auch die anderen drei Seemächte entsprechende Abstriche vornehmen: Erzie- bas Rheinlanb würbe zu ben im Haag festgesetzten Fristen nicht geräumt werben: ein teurer Preis für bie nur sehr geringe Möglichkeit, in neuen Verhanblungen für Deutschland mehr herauszuholen. Hat ber Hugenbergsche Volksentscheib bagegen, was anzunehmen ist, keinen Erfolg, so steht es bem Auslanbe frei, baraus herauszulesen, bah bie Mehrheit bes beutschen Volkes nicht nur Deutschlanbs Kriegs- schulb anerkennt, sonbern auch ben Voung-Plan für bas non plus ultra hält unb auf jebc weitere Revision bes Versailler Vertrages freiwillig verzichtet. Fortführung ber Verhanblungen über eine Revision bes Voung-Plans, über ben deutschen Osten, über bie Rückgabe bes Saargebiets unb Eupen-Malmedhs wären auf bas äußerste erschwert. Es ist bie Tragik dieser Aktion, baß sie selbst am stärksten bem im Wege steht, was sie anstreben will, unb diejenigen, die zum Voungplan wie zum Haager Abkommen durchaus kritisch eingestellt waren, zur Verteidigung dessen zwingt, was sie selber als mangelhaft und verbesserungsbedürftig empfanden. So entsteht eine völlig schiefe Situation unb wieberum bie fal - s ch e Front, bie wir schon so oft bedauernd feststellen mußten. Wir konnten in früheren Tagen leider häufig genug dem Leiter ber beutschen Außenpolitik ben Vorwurf mangclnber Zusammenarbeit mit ber nationalen Opposition nicht ersparen, bie wohl in übergroßer persönlicher Empfindlichkeit und nicht immer unverständlicher Verärgerung ihren Grund hatte. Aber dies Hugenbergsche Volksbegehren mit seinen in jedem Falle verhängnisvollen Auswirkungen für die deutsche Volksgesamtheit ist ganz gewiß kein taugliches Mittel einer fruchtbaren nationalen Opposition, wie sie uns vorschwcbt. Politik und gar noch die Außenpolitik eines entwaffneten, auch wirtschaftlich schwer ringenden Deutschlands ist immer noch bic Kunst des Möglichen, das muß auch die Ovposition anerkennen, wenn man sie ernst nehmen soll. Und wenn sie glaubt, neue unb bessere Wege zeigen zu können, bann bürfen biese nicht auf ein Abenteuer hinauslaufen. dessen Kosten das deutsche Volk nicht zu bezahlen vermag. Eine nationale Opposition, wie wir sie uns wünschen, muß jeder Zeit in der Lage und gewillt fein, die von ihr in der Opposition vertretene Politik von ber Regierungsbank aus in bic Ta t umzusehen. Die Opposition war früher recht zurückhaltenb in außenpolitischen Dingen — man entsinne sich nur bes Dawesabkommens —, wir fürchten, auch der Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren geriete in einige Verlegenheit, sollte er auf Grund des Gesetzes gegen die Versklavung des deutschen Volkes p r a 11 i schc Außenpolitik treiben, bie grundsätzlich anbers aussähe als bie gegenwärtige. Schwere Explosion in einer Dynamiifabrik. - Fünf Todesopfer. Grevenbrück, 13. Sept. (WB.) In der Fabrik Förde der Aktiengesellschaft Siegener Dynaniil- sabrik Köln ereignete sich heute vormittag eine Explosion, welcher der stellvertretende Betriebsdirektor, der Betriebschemiker, ein Meister und zwei bewährte Arbeiter zum Opfer fielen. Das Explosionsunglück entstand in einem unterirdisch gelegenen Scheidehaus des Werkes, wo ein Behälter mit Rylroglyzerinöt explodierte. Mit gewaltiger Detonation flog das ganze Gebäude in die Luft. Die Romen der fünf Toten find: Betriebsingenieur Evers, Ehemiker Dr. Ernst Müller, Werkmeister Cingemann, Arbeiter Atsch, Arbeiter Drücke. Ein plaharbeiter ist leicht verletzt. Die Leichen dec Getöteten wurden weit fortgeschteudert und furchtbar verstümmelt. Ein im Scheidehaus beschäftigter Arbeiter hatte bereits gegen 10.30 Uhr bemerkt, daß der Oelab- fluß ins Stocken geraten war und der Behälter infolgedessen überfloß. Er erkannte die ungeheure Gefahr und alarmierte unverzüglich den Kollegen aus dem Rachbarstollen und die Werksleitung. Man versuchte, das drohende Unglück zu verhüten, jedoch eine Sekunde später ereignete sich die furchtbare Explosion. Der Arbeiter im Scheidehaus entging dem Tode wie durch ein Wunder, da er im Augenblick der Explosion gerade einen Behälter ins Freie brachte. Die Unglücksstätte bietet ein wüstes Bild. Die in einem Seitental unweit Förde gelegene Dynamitfabrik gehört der Rheinisch-Westfälischen Sprengstosfwerken A.-G., die im Jahre 1926 mit der J.-G.-Farbenindustrie verschmolzen wurde. Bereits zweimal, im Jahre 1903 und während des Krieges, wurde das Werk von schweren Explosionen heimgesucht. Die Explosion im Jahre 1903 machte es dem Erdboden gleich. lung der Parität zwischen den vereinigten Staaken und England im 3ahre 1936 in der Kreuzerklasse, indem England durch Richtersah veralteter Schiffe seine Kreuzertonnage auf 3 4 0 0 0 0 Tonnen herabsehl und Amerika von dem.in diesem Jahre beschlossenen Bauprogramm von 15 Kreuzern nur 12 baut; ferner eine Verringerung der Ausgaben für Schlachtschiffe, indem man deren Ersah verzögert. Schließlich Reduzierung der 5er- slörerklasse um etwa 200 000 Tonnen, so daß England und Amerika nur je zwischen 125 000 und 150 000 Tonnen Zerstörer im Jahre 1936 besitzen. Eine weitere Verringerung der Schlachtschifstonnage ist für die zweit- nächste Konferenz in Aussicht genommen, mit der man für 1936 rechnet. Der bevorstehende Plan bedarf natürlich, besonders da er eine A e n d e - rung des Washingtoner Abkommens zur Folge haben würde, der Zustimmung der übrigen drei Seemächte, und insofern handele es sich bei der Einigung zwischen England und Amerika zunächst nur um ein Programm, das man der Seekonferenz Vorschlägen wolle. Völkerbund und Abrüstung. Die finanzielle Unterstützung angegriffener Staaten. Genf, 13. Sept. (WD.) Die Arbeiten der sechs Versammlungsausschüsse sind nun in vollem Gange. Reben den Verhandlungen über die Wirtschaftsprobleme gehört das Hauptinteresse dem Abrüstungsausschuß, dem seit heute nachmittag eine Reihe von Abänderungsanträgen zu dein Konventionsentwurf über die finanzielle Unterstützung angegriffener Staaten vorliegen. Man einigte sich darüber, daß die Möglichkeit der finanziellen Llnterslühung im Falle einer Kriegsbedrohung wegen der dagegen bestehenden und auch von deutscher Seite geltend gemachten Bedenken ausgeschaltet und dafür eine Transaktionsformel gesetzt werden muß, durch die der Rat die finanzielle Unterstützung nur dem Staa t gewähren könnte, der während feiner Vermittlertätigkeit und selbst bei ihrem Scheitern den vom Rat ausgesprochenen Empfehlungen faktisch nachkommt. Damit hätte der Rat ein stärkeres Druckmittel im Falle der Richtachtung seiner Maßnahmen in der Hand. Ein dänischer, von Deutschland unterstützter Antrag schließt jede finanzielle Unterstützung eines Staates aus, der die Annahme der Vermittlertätigkeit des Rates oder die richterliche bzw. schiedsrichterliche Regelung des Konfliktes abgelehnt hat. Dänemark, Schweden und Deutschland treten außerdem dafür ein, dah nur solche Staaten, die der Ab üstungskonvention bei getreten sind, der finanziellen Unterstützung teilhaftig werden können. Sämtliche Abänderungsanträge wurden schließlich einem Unterausschuß überwiesen. Angesichts der zahlreichen juristischen und politischen Bedenken und Forderungen ist kaum mehr damit zu rechnen, daß der Konventionsentwurf während dieser Tagung endgültig angenommen und zur Unterzeichnung aufgelegt werden kann. Man denkt vielmehr bereits daran, die letzte De- 'arbeitung der Konvention einem neuen Studienkomitee und dem Finanzkomitee des Völkerbundes zu übergeben und während des Winters eine Staatenkonferenz zur endgültigen Annahme einzuberufen. Die Räumungsdaien der zweiten Zone. Berlin, 13. Sept. (Priv.-Tel- Die genauen Daten für die Räumung der zweiten Zone liegen nunmehr endgültig vor. Am 16. d. M. wird Kö - nig stein frei, am 17. Bad Schwalbach. Am 29. d. M. beginnt die Räumung von Wiesbaden, wobei das 1. Bataillon der dortigen Truppen zurückgezogen wird. Am 9. Oktober soll dann ein weiteres Bataillon von dort zurückgezogen werden, am 14. Rovember das 3. Bataillon, am 31. Rovember werden die Rach- richtentruppcn zurückgenommen und am • 7. Dezember beginnt der Rückzug der letzten Truppen, der bis zum 13. Dezember dauern wird, an welchem Tage dann die gesamte zweite Zone von der Besatzung endgültig befreit fein wird. Oer britische Kriegsminister an die britische Meinarmee. 1 London, 13. Sept. (WB.) Der Staatssekre- tär für Kriegswesen, Shaw, hat an den Oberstkommandierenden der britischen Rheinarmee ein Schreiben gerichtet, worin er den Armeeangehörigen aller Dienstgrade t i e f st e n Dank für die Art zum Ausdruck bringt, in der sie sämtlich Englands Ruf der Ritterlichkeit, Höflichkeit und des fair Platz während der ganzen Zeit aufrechterhalten hätten, in der das Rheinland von britischen Truppen beseht war. Weiterhin bringt der Brief tiefe Genugtuung darüber zum Ausdruck, daß es den englischen Truppen vergönnt sei, vom Rhein zurückzukehren, begleitet von der Achtung des Volkes, in dessen Mitte sie so lange einquartiert gewesen seien. Achtzehn Todesopfer eines Hauseinsturzes. E^Plosionsunftlttck in Parma. Parma, 13. Sepl. (7D23.) Infolge einer E r - p l o fi o n stürzte ein Wohnhaus ein. Zahlreiche Personen wurden unter den Trümmern begraben. 3n dem hause befanden sich Geschäfte und Wohnungen. Die Aufräumungsarbeiten, zu denen auch Militär hinzugezogen wurde, dauerten den ganzen Rachmiltag und die Rächt hindurch an. Vis jetzt sind 18 Tote geborgen worden, doch liegen bestimmt drei bis vier Tote noch unter den Trümmern, verletzt wurden 25 Personen, einige von ihnen lebensgefährlich. Die Ursache der Explo- sionskatastrophe wurde zuerst darin gesehen, daß die Benzinbehälter einer Drogerie explodierten, aber nach dem „Messagero" hat sich diese Ansicht als fatsch h e r a u s g e st e l l t, da die Benzinbchälter intakt sind. Die Ursache der Explosion ist daher noch vollständig unbekannt. Rach Mfriebe und internationales Kohlenabkommen. Englands wirtschaftspolitische Offensive im Völkerbund. Genf, 13. Sept. (WTD.) Die bisherige Besprechung zwischen der französischen und der englischen Delegation über ihre wirtschaftlichen Anträge hat unter Mitwirkung von Vertretern des Ständigen Wirtschaftskomitees des Völkerbundes und /be8 Berichterstatters Dr. Breit- scheid dazu geführt, daß für die Herbeiführung eines zweijährigen Zollfriedens und die in dieser Zeit vorzubereitende Organisierung eines allgemeinen Wirtschaftsfriedens folgendes Verfahren eingeschlagen werden soll: Zwischen Mitgliedern und Richt- Mitgliedern des Völkerbundes, die sich an diesen Arbeiten beteiligen wollen, sollen möglichst schon zu Anfang nächsten Iahres Verhandblngen ausgenommen werden, um durch den Völkerbundsrat ei ne Zusammenkunft einberufen lassen zu können, die das Ziel hätte, einen ersten Kollektivvertrag zur Verringerung der Handelshindernisse und zur Verstärkung und Erleichterung der Wirtschaftsbeziehungen aufzustellen. Die Teilnehmerstaaten sollen sich dahin verständigen, daß sie zwei Jahre lang auf die Erhöhung ihres Schutzzolltarife s über den gegenwärtigen Stand, ferner auf die Erhebung neuer Schutzzölle oder auf die Schaffung neuer Handelshin- dernifse verzichten. Gleichzeitig sollen in diesen beiden Jahren die Regierungen, soweit irgend möglich, durch autonomes Vorgehen oder durch zweiseitige Handelsverträge diese Zollsätze herabsehen. Die Völkerbundsversammlung wird ihre Mitglieder wie auch die Richtmitgliedsstaaten auffordern, nqch vor dem 30. Rovember d. 3. Mitteilung zu machen über ihre Bereitschaft zur Teilnahme an einer Prä - liminarkonferenz von Regierungs- v e r t re t e r n zum . Abschluß des vorgesehenen S-eijährigen Zollfriedens. Das Ständige Wirt- aftskomitee des Völkerbundes soll bereits in seiner Oktobertagung einen Dorentwurf ausarbeiten, der als Verhandlunasgrundlage für diese Präliminarkoüferenz, die Anfang nächsten Jahres stattfinden soll, zu dienen hätte. Ein entsprechender von Frankreich und England gemeinsam ausgearbeiteter Entschließungsantrag ist heute vormittag den Dölkerbunds- delegationen zugegangen. Ein weiterer Cntschlie- ßungsantrag legt die große Dringlichkeit einer sofortigen internationa-len Lösung der Kohlenfrage dar. Die Vollversammlung soll das internationale Arbeitsamt auffordern, die bisherigen Untersuchungen auf dem Gebiet der Arbeitszeit, des Arbeiterlohnes und der allgemeinen Arbeitsbedingungen im Kohlenbergbau mit größter Beschleunigung fortzusetzen. Ferner soll die Vollversammlung den Wunsch aussprechen, daß der Verwaltungsrat des internationalen Arbeitsamtes die Möglichkeit der Einberufung einer technischen Konferenz zu einem nahen Zeitpunkt prüfen solle, an der Vertreter der Regierungen, der Arbeitnehmer und Arbeitgeber der hauptsächlichsten Kohle herstellenden Länder teilzunehmen hätten. Auf dieser vorbereitenden Konferenz sollen die Vorbedingungen für ein internationales Abkommen, das das Internationale Arbeitsamt auszuarbeiten hätte, erörtert werden. Der Rat soll sodann die Einberufung einer Regierungsko.nferenz in Erwägung ziehen, in der die Frage der internationalen Kohlenkrise, vor allem Dingen die Preisschwankungen und das gegenwärtige Mißverhältnis zwischen Kohlenförderung und Koylenverbrauch zur Sprache gelangen soll. Änterstaatssekretär Dalton wies darauf hin, dah in England die öffentliche Meinung den Vorschlag, einen Zollwaffenstillstand für zwei 3ahre zu schaffen, voll unterstütze. Auch Schatzkanzler Snowden lehne einen derartigen Vorschlag nicht ab. neunstündigen Aufräumungsarbeiten wurde ein Kind noch lebend aus den Trümmern geborgen. Oie Llniersuchung der Bombenaiieniaie. Die Ermittlungen der Berliner Polizei. Berlin, 13. Sept. (WB.) lieber die Untersuchung der Bombenattentate weiß eine Berliner Korrespondenz zu berichten, daß der gestern sestge- nommene Mitarbeiter des Kapitäns Ehrhardt, P l a a s , nach wie vor jede Beteiligung an den Bombenattentaten befreitet. Die ihn hauptsächlich belastende Auffindung einer Sprengkapsel Nr. 8 in seiner Wohnung erklärt er damit, daß er die Kapsel noch vom Kriege besitze. Die Sprengkapsel Nr. 8 wurde im Kriege bekanntlich bei Stielhandgranaten verwendet und ist in vielen Millionen von Eremplaren hergestellt worden. Nach dem Gutachten der Chemisch-Technischen Reichsanstalt ist allerdings eine derartige Sprengkapsel auch bei der Bombe am Neichstagsgebäude benutzt worden. Die bei ihm gefundene 8-Munition will Plaas für (einen zu einem Jagdgewehr um gearbeiteten Karabiner M o d. 98 gebraucht haben. Kapitän a. D. E hr h a r d t ist im Verlaufe des heutigen Tages in Berlin gewesen, um sich bei den zuständigen Strafverfolgungsbehörden zu informieren, ob gegen ihn etwas vorliege. Er soll den Bescheid erhalten Haden, daß dies nicht der Fall ist. Die zuständigen Stellen der politischen Polizei erklären, daß in der Wohnung Wilskes in Neu- kölln beschlagnahmten Chemikalien sich entgegen der ersten Annahme nach dem Gutachten der Sachverständigen nicht zur Herstellung von Sprengstoff eignen. Man habe bei Wilske aber verhältnismäßig beträchtliche Mengen von Chemikalien gefunden, u. a. 500 Gramm Quecksilber, so daß zuerst nicht ersichtlich gewesen sei, wie Wilske, der als Kriegsbeschädigter in sehr bescheidenen Verhältnissen lebt, zu diesen chemischen Stoffen gekommen sei, und welchen Zwecken sie dienen sollten. Wie der „Berliner Lokalanzeiger" meldet, fanden im Berliner Polizeipräsidium am Freitagvormittag Besprechungen beim Polizeivizepräsidenten Dr. Weiß und beim Regierungsdirektor Dr. W ü n d i s ch statt, an denen außer den mit den Ermittlungen in Berlin beteiligten Kriminalkommissaren auch Vertreter der Staatsanwaltschaft und der Generalstaatsanwalt teilnahmen. 3n diesen Besprechungen wurde das bisher in Berlin zusammengetragene Material überprüft. Das Ergebnis kann dahin zusammengefaßt werden, daß ein Teil der in Berlin festgenommenen Personen wieder freigelassen werden wird. Um wen es sich dabei handelt, steht zur Zeit noch nicht fest, läßt sich auch solange noch nicht übersehen, bis von Altona aus weiteres Material in Berlin eingetroffen ist. Die politische Polizei hat den Kreis der festzunehmenden Personen von Anfang an sehr weit gezogen. Der Schwiegervater des festgenommenen Dr. Solinger, bekanntlich ein Reichsgerichtsrat, war heute morgen bei verschiedenen maßgebenden Persönlichkeiten des Polizeipräsidiums, um sich für die Freilassung seines Schwiegersohnes zu verwenden. Ob und wann diese erfolgen wird, steht noch nicht fest. Die Polizei will wissen, daß vor dem Haus, in dem Salinger wohnte, mehrfach c in Hamburger Kraftwagen hielt, aus dem Pakete in die Wohnung Solingers getragen wurden. Sie konnte Salinger bisher aber nicht nachweisen, daß er mit den Bombenanschlägen in Beziehung steht. Diesen Rachweis zu führen soll nach dem „Lokalanz." bisher auch bei den anderen Verhafteten noch nicht gelungen fein. Sie werden solange von der Polizei sestgehalten werden, bis keine Verdunkelungsgefahr mehr besteht, d. h. bis in Altona einwandfrei festgestellt wird, daß die in Berlin Verhafteten, nicht direkt mit den Bombenanschlägen zu tun hatten. Drei Nationalsozialisten wieder freigelaffen. Hamburg. 14. Sept. lWTB. Funkspruch.) Gestern nachmittag wurden die Rationalfozialisten Redakteur Willi Ehlers von der „Schleswig- Holsteinischen Tageszeitung". Gaugeschäftsführer der Rationalsozialistrschen Arbeiterpartei Drix und der Kaufmann Ren sch aus Itzehoe vom Altonaer Polizeipräsidium wie der auf freien Fuß gefetzt. Der Hauptschriftleiter llhse wurde in Haft behalten, da die Sichtung der ihm gehörigen beschlagnahmten Schriftstücke noch nicht abgeschlossen ist. Die Vauernsührer an denReichsernchrungsminister Berlin, 13. Sept. (TU.) Die Bauernführer Fehr, Brandes, Hermes und S ch i e l e geben als Antwort auf die Entgegnung des Reichsernährungsmini ft ers, die die Eingabe vom 8. September behandelte, eine gemeinsame Erklärung ab. Sie kritisieren zunächst die ungewöhnliche Form der Erwiderung des Ministers durch die Presse sowie auch sonst die unsachliche Art der Erwiderung und bedauern, daß der Minister nicht auf die vorgeschlagenen neuen sofort wirksamen Maßnahmen zur Entlastung des Roggenmarktes eingehe. Insbesondere fehle jede Stellungnahme zur Kernfrage der Erhöhung der Fut- tergetreidezölle. Hinsichtlich des V e r m a h - lungszwanges wird darauf verwiesen, daß der Minister verpflichtet, sei, die Sätze zu ändern, wenn die Entwicklung des Getreide- oder Brotpreises cs erfordere. Dieser zwingenden Vorschrift liege keineswegs die Voraussetzung zugrunde, daß zunächst der Ausfall der Jnlandernte zu übersehen sein müsse. Der Auffassung, daß die bisherige Entwicklung des Weizenpreises eine Erhöhung der Ausmahlungs- Quote nicht rechtfertigen könne, wird nachdrücklich widersprochen. Die Ausführungen des Ministers bestärkten die Auffassung, daß das Ministerium für die Durchführung des Gesetzes über den Vermah- lungszwang nicht die erforderliche Vorsorge getroffen habe. Hinsichtlich der 40pro- zentigen Ausmahlung sei es richtia, daß das Gesetz die Quote für den einzelnen Monat nicht vorschreibe, es schließe sie aber auch nicht aus. Sinn und Zweck des Gesetzes sei, die Nachfrage der inländischen Mühlen möglichst bald nach der Ernte dauernd auf den deutschen Weizen zu lenken. Die Forderung auf Aussetzung aller im Gesetz gegebenen Möglichkeiten wird daher wiederholt und namentlich eine ft r a f fe Durchführung der Kontrolle verlangt. Die Darstellung des Ministers, die Landwirtschaft hätte ein Kapital von 35 Millionen für Zwecke der Kartoffelwirtschaft gefordert, wird als insofern unzutreffend bezeichnet, als eine Jahresquote von 7 Millionen gefordert worden fei. Hinsichtlich der jährlichen Gesamtbeschickung des deutschen Marktes mit dänischem Vieh bestehe entgegen der amtlichen Darstellung bisher auch nicht das geringste Zugeständnis von dänischer Seite. Die Verhandlungen mit Finnland über den Butterzoll werden ungünstig beurteilt, eine Fortsetzung der Verhandlungen nur als ungerechtfertigte Verschleppung des Jn- I frafttretens der für die deutsche Milchwirtschaft fo nötigen Schutzmaßnahmen angesehen. Es wird davon Kenntnis genommen, daß der Minister bereit fei, sich für die Beseitigung der Belastung der Landwirtschaft durch die Rentknbankgrundfchuldzinsen nachdrücklich einzufetzen. Von einem Eingehen auf die politische Schlußbemerkung des Ministers wird abgesehen, da, wie in der Vergangenheit, so auch jetzt eine Verquickung der sachlichen Fragen mit politischen Erwägungen grundsätzlich abzulehnen sei.. Vom achtenDeulschenRichtertag. Richter und Justizreform. Köln, 13. Sept. (WTD.) Im Großen Saale des Metzgebäudes sand die große Festsitzung statt, die den Auftakt zu den ^Beratungen des Achten Deutschen Richtertages bildet. Senats- Präsident Dr. Reichert vom Reichsgericht in Leipzig betonte in seinen Degrüßungsworten, der Richterstand habe in den letzten zehn Iahren noch zu wenig Platz an der Sonne gehabt. Gegenüber der Kritik könne man Ruhe und Gelassenheit im Richterstande feststellen. In diesem Rahmen hätten sich auch die Verhandlungen des Achten Deutschen Richtertages zu bewegen. Dann ergriff Reichsjustizminister von Guärard das Wort zu einer längeren De- grüßungsansprache. Rach ihm sprach der preußische Iustizminister Dr. Schmidt. Den zahlreichen Begrüßungsrednern dankte Senatsprä- sident Dr. Reichert, wobei er einen Rückblick aus die vergangenen 50 Iahre deutschen Gerichts- verfassungsgefehes gab. Die fachlichen ^Beratungen wurden mit einem Keferat über das Thema: „Dedarf es einer grundlegenden Iustizreform?" eingcIeUet, zu dem Landgerichtspräsident H e r m f e n, Koblenz, u. a. ausführte: Das heutige Iustizwesen bedarf einer grundlegenden Reform in den unteren Instanzen und gerade in den Richterpersönlichkeiten. Wenn man den Richterstand und die Rechtslage vor einem allmählichen, aber sicheren Abfinken bewahren will, muß man d i e Richter st elfen vermindern. Die sog. „kleine Iustizreform", die weniger wichtige Geschäfte auf mittlere Iustizbeamte ü b c r t r u g, habe sich im wesentlichen bewährt. Wünschenswert sei eine Aufhebung der kleinsten Gerichte und unbedingt erforderlich eine anderweitige Einteilung und Abgrenzung der Gerichtsbezirke. Den künftigen Richtern werde nur die eigentliche Spruchtätigkeit vorzubehalten sein, alle übrigen Richtergeschäfte, z. B. Güteverhandlungen, könnten von Richtergehilfen bearbeitet werden. Das Gegenreferat erstattete Reichsgerichtsrat Linz (Leipzig). Er betonte, der Hauptmißstand bestehe in der Vertrauenskrise. Die Kluft sei jedoch nicht die Schuld des Richters, sondern der Gesehgevung. Unbedingt abgelehnt werden müsse die Praxis des Staatsgerichtshofes zum Schutze der Republik, der das Richteramt zu einer Parlamcntsjustiz durch Besetzung der Rich- terstellen nach politischen Grundsätzen herabwürdige. Es sei nicht möglich, daß die Rechchtsprechung jedesmal mit einer Regierungsänderung ebenfalls neue Grundlagen erhalte. Der Redner nahm ferner Stellung gegen die Entziehung des Passiven Wahlrechts, die eine Degradierung deS Richterstandes bedeute, und verlangte auch für die Gesetzgebung die Heranziehung des Richterstandes. Rach längerer Aussprache über die beiden Referate nahm die Versammlung eine Entschließung an, in der es heißt: Die Frage, ob eine grundlegende Iustizreform in Deutschland notwendig erscheint, muß bejaht werden. In erster Linie muß hierzu ein für die neuen Erfordernisse hinreichend vor - gebildeter Richter st and in allen Instanzen vorhanden fein. Richt minder aber ist in der Vereinhe i t l i ch u n g des Rechtsweges fortzufahren. Der Deutsche Richterbund bietet biepu seine Mitarbeit an und ist bereit, Hand in Hand mit dem Deutschen Anwaltsverein und dem Deutschen Rotarsverein zu gehen. Bei der Aufstellung von Richtlinien müssen aber auch die übrigen Berufsstände herangezogen werden. Gegen dieGchulgelderhöhung indessen Darmstadt, 14. Sept. (Priv.-Tel.) Die Fraktion der Deutschen Volkspartei hat int hessischen Landtage folgenden Antrag, daS Schulgeld an höheren Schulen betreffend, eingebracht: Wir beantragen: der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, die Verfügung des hessischen Kultusministers unter Rr< K. M. III 10852 vom 26. August 1929, die Schulgelderhöhungen bis über 5 0 n,'o, fordert, zurückzuziehen, da sie nicht der Auffassung des Landtags entspricht. Berliner Börse. Berlin, 14. Sept. DedccM, ® woikiq • oedeckt eirrfftn * Sehnet c Graupeln. s Nebel K Ocwiti£r,(g)uintistille..Q. sehr «icnte» Osi massiger Südsüdwest, q stürmischer Nordwest oic freue wegen mit dem winde. Die oeiden Stationen stehenden Zahr len gehen die Temperatur an. Die Linien verhinden Orte mit gleiche® •»1 Meeresniveau umoertctmelen Luftdruck Wettervoraussage. Die flache Störung über Deutschland hat einen Witterungsumschlag verursacht, der neben Bewölkung und Nebelbildung auch stellenweise Niederschläge, jedoch nicht in großen Mengen, gebracht hat. Eine weiter zu Niederschlägen neigende Witterung ist zunächst nicht zu erwarten, denn von Südwesten der breitet sich ein Zwischenhoch aus. Es wird wieder zu aufheiterndem Wetter führen, wenn auch zunächst noch durch die Reste der Störung Bewölkung auftritt. Die Luftwärme erfährt dabei keine große Schwankung, jedoch dürften sich später zwischen Tag und Nacht wieder stärkere Temperatur gegensätze herausbilden. Wettervoraussage fürSonntag: Stet« lenweise Frühnebel, tagsüber wolkig mit Aufheiterung, ohne wesentliche Temperaturänderung, trocken« Wettervoraussage für Montag: Zeitweise aufheiternd, wieder stärkere Temperaturgegend sähe zwischen Tag und Nacht, durchweg trocken. 20.30 Uhr. Lichtspielhaus Abwege" und »Das Vagabun- zogen, echt von Futter reichte nicht hin, die Opfer vor GEATRON“ iguft 1929, die is über 50n,b , da sie nicht der richt. fe. EH'* HERBST »ER ae. o GIESSEN Telephon 2169 Seltersweg 91 7560D Neue, schöne WI! Sie M-.W-Werkstätte oh« oohfloeii? 7584D Kraft Gerichtsvollzieher io Ttidda. ein Zu- eine hört germeisterei Ober-Mockstadt. Ddda, den 13. September 1929. Dunkelbraun Rindbox Derbyschnitt, Wulstrahmen WmHeffen ■•Sei.) Die Frak- Elegante Lackschuhe moderne Form neuartiger Sohlenrand Monatsversammlung, 20.45 Uhr, — Kavallerie-Verein: Monats- - D.f.V.: Vereinsheim.. Versammlung, Bahnhofstraße denliebchen". diese Puppen mit den echten Trachten ange-- der Kopfbedeckung über die ** Landstrahensperre. Wegen Ausführung von Drückenbauarbeiten ist die Provinzial- strotze Lauter—Laubach bis auf weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung des Verkehrs erfolgt über Wetterfeld. ** Die neue Rodelbahn a u f dem Trieb. Den Freunden des Wintersports — Rodlern und Skiläufern — hat die Stadtverwaltung für den kommenden Winter eine neue Rodelbahn als Betätigungsfeld geschaffen. Auf dem Trieb, bei den „Drei Birken", wurde in den letzten Wochen die schon vor langer Zeit beschlossene Rodelbahn fertiggestellt und mit Gras eingesät. Die Bahn hat ein6 Breite von etwa sieben Meter und eine voraussichtliche gerade Rodellänge von etwa 400 Meter. Der Jeder Schuh ein Schlager Jeder Schuh mehr wert als er kostet jct. Hrantsurter et. Qln Kursen Z.-T.'Tarben 209 fort man London 7, London gegen erlin 4,2010, Lon- Sersteigeruligsanzeige. Am Dienstag, dem 17. September 1929, dorm. 8 Uhr, versteigere ich zu Ober- Alrckftadt zwangsweise gegenDarzahlung 1 Eßzimmer (bestehend aus Düfett, Kredenz, Ausziehtisch und 6 Rohrstühlen), 1 Klavier (Andrae), 1 Bücherschrank, 1 Kaffenschrank, 1 Klubsessel, 1 Opel-Limusine (10/40). Aersteigerung der Möbel voraussichtlich bestimmt. - Zusammenkunft bei der Dür- Lackbesatxstlefel moderne, sdilanke Form mit dem neuen, breiten Rand, Original Goodyearwelt^ Verhungern zu bewahren. Es gibt nur Mittel, das obendrein nichts kostet, um in kunft unseren Vögeln in der Winterszeit ergiebige Futterquelle zu sichern. Heber oll . man jetzt in den Dörfern den Gesang der Dreschmaschinen. Bei dem Dreschen gibt es Abfälle, Funlspriich.) Die 4 bei großer Zu- j ieftefrt Die Wog« I — Tageskalender f ü r Sonntag. Iah- resfest des Dekanats Gießen für Innere Mission in Allendorf a. d. Lda., 14 Uhr. — Sp. Vgg. 1900: Iugendklubkampf, 9.15 Uhr vorm. —i M. T. D.: Vereinswettkämpfe, 14 Hhr auf dem Spielplatz am Schiffenberger Weg. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Abwege" und „Vagabundenliebchen". — Astoria-Lichtspiele: „Der Scharf-» schühen-Bob" und »Zerbrochene Che". — Die Iungdeutsche Schwestern- schaft Gießen veranstaltet in den nächsten Tagen im (Safe Leib eine Trachte npup- pe nausst el lu ng, die die Aufmerksamkeit verdient von allen, die unsere alten, schönen Volkstrachten lieben. Die Ausstellung zeigt — wie man uns schreibt — die hessische Abteilung des großen Trachtenpuppenmuseums der Ordensgemeinschaft IungdeutscherSchwesternschaften. Das ganze Museum umfaßt weit über 200 Puppen in den schönsten Trachten aus allen Gegenden unseres deutschen Vaterlandes. In der Erkenntnis, daß mit diesen Trachten ein wertvolles Gut unseres Volkes im Aussterben begriffen ist. haben Frauen und Mädchen der Schwesternschaften in unermüdlicher, mühsamster Kleinarbeit Mahnung. Die für den Monat August 1929 zu unserer Kaffe fälligen Krankenkaffen- und Arbeitslosenversicherungs'Beiträge können noch bis zum 20. d.M. ohne Kosten an die bekannten Zahlstellen gezahlt werden. Rach diesem Tage eingehende Zahlungen können nur unter Berechnung der Mahngebühren angenommen werden; außerdem sehen sich die Rückständigen der Zwangsbeitreibung aus. Besondere Mahnung ergeht nicht. Gießen, den 15. September 1929. 7547D Allgemeine Ortskrankenkaffe des Landkreises Dietzen. ** Vorbereitung der Dogelfütte- rung im Winter. Ein Leser vom Lande schreibt uns: Der vergangene Winter hat unter unseren Standvögeln stark aufgeräumt. Alles ------ - • dem von Schnee befreit würden, und ich glaub^ daß sie es im Interesse der guten Sach« gern tun würde. Run höre ich Bedenken wegen der Mäuse und Raubvögel. Katzen würden nachts schon unter ersteren aufräumen, und, da die Haufen in der Rähe der Häuser, vielleicht auch an einer verkehrsreichen Straße abgeladen würden, könnten auch die letzteren, die derartige Orte meiden, keinen Schaden anrichten. Also versucht es einmal, und der Gewinn wird auf eurer Seite fein! K. Welkere Lokalnachrichten im 2. Blatt. Bei Kopf- und Nervenschmerzen sowie bei Rheuma, Gicht, Ischias und Erkältungskrankheiten, haben sich Togal-Tableiten hervorragend bewährt. Togal kann mit vollem Vertrauen genommen werden. Mehrere hundert Ärzte betonen neben prompter Wirkung besonders die Unschädlichkeit deS Togal und über 5000 Ärzte haben sich It. notarieller Bestätigung anerkennend über Togal geäußert! Ein Versuch überzeugtFragen Sie Ihren Arzt.Jn allen Apotheken. Preis NM. 1.40. 0.46 Chln. 12,6 Llth. 74,3 Acld. acet sal. ad 100 Amyl. (135 Haartracht bis herunter zu den Strumpfbändern und Schuhen. Etwa fünfzig dieser Puppen, und zwar in Schwälmer. Rabenauer, Hüttenberger und anderen hessischen Trachten, werden für zwei Tage zu sehen sein. — Anläßlich dieser Ausstellung findet am Mittwoch, 18. September, im Cafe Leib ein öffentlicher Heimatabend statt. Angehörige des Iungdeutschen Ordens und der Iungdeutschen Schwesternschaft tanzen Volkstänze in echten Trachten. Volkslieder und Vorträge in Mundart umrahmen die Festansprache der Hochmeisterin der Ordensgemeinschaft Jung- deutscher Schwesternschaften, Fräulein Hanna Klostermüller (Berlin). Sie spricht über die Aufgaben der deutschen Frau in Volk und Staat. Räheres in der heutigen Anzeige. Ein in feiner Branche an führender Stelle stehendes solides, kapitalkräftiges Unternehmen hat für den dortigen Bezirk WMiinii gegen Provision u. Spesen zu vergeben. Wir führen erstklassige Svezialartikel für Großverbraucher (Industrie, Behörden, Ladengeschäfte, Hotels) und zahlen Proo. prompt bei Eingang der Aufträge. Gutberufene, fleißige Herren bitten wir um Bewerbung unter E. D. 5341 (7540V) an die Geschäftsstelle des Gieß. Anzeigers. IMMteHMSSMMtMMHC Mk- । €incn tet nev, " engVOitelun LLnn aM der L „ade' {ein MlchlveS weaaeqossen werden. , . . Unser Hauptobst ist der Apfel, nicht nur seinerlangen Haltbarkeit wegen, sondern auch weil er am bekömmlichsten ist. Soll man das Obst vor dem Genuß schälen oder nicht? Ich mochte sagen, das ist eine Geschmackssache. Notwendig ist es für ben I nicht der ein gutes Berdauungsvermogen besitzt, - andernfalls stellen die Schalen eine unnötige Be- II lastung des Darmes dar und stören das Wohl- i| befinden. Auf jeden Fall sollte man vor dem Obst- oenusse Hände und Schale gründlich reinigen. Die Ü Schale ist nämlich mit Hefezellen, und anderen Krankheitskeimen (Bakterien) sowie Schmutz be- ' v /ta r >)i Htrn rt nm rn- i “iS fe M: jtfiÄ iebes. ebenfoll- ^edner nahm des baf. de» * auch für in9 des Aichig. die beiden eine 6nt- K- Die Fra^, urzreform in 1 bejaht dserzu ein für lchend vor« Lin «u<« l'cht minder aber >g desRechtS- tsche Aichierbunh n und ist bereit, ’n 2lntvaltsderein n zu gehen. Bei en müssen aber • berangezogen Start ist etwas erhöht: zu diesem Zweck war die Bewegung erheblicher Erdmassen erforderlich. Zu hoffen ist nun, daß — natürlich zur richtigen Zeit — auch der Schneefall in genügender Menge einfetzt, damit die Rodelbahn ihren Zweck erfüllen kann. ** Bauliche Veränderungen im Bereiche der Reuen Kaserne. Dor einigen Monaten wurde mit dem Dau der neuen Waffenmeisterei auf dem Hinteren Teil des Kasemeichofes begonnen. Der Reubau, dessen Front nach dem Kugelberg zeigt, ist jetzt fertiggestellt und verputzt, so daß mit der Inneneinrichtung begonnen werden kann. Die ebenfalls auf dem Hinteren Kasernenhof (vor der Kaserne der Maschinengewehrkompagnie) befindliche Reitbahn wird zur Zeit vergrößert und nach Südosten, dem Kugelberg zu. verlegt. Die Arbeiten erforderten an dieser Stelle ein Riederlegen der mehrere Meter hohen Kasernenmaner in beträchtlicher Länge. Rach Erledigung der Arbeiten aus dem Kasernenhof wird die Mauer weiter südöstlich, in der Rühe der neuangelegten Straße, die westlich von der Straße „Am Kugelberg" abzweigt, neu aufgeführt werden, so daß die Mauer alsdann auch die Reubauten mit umfaßt. ” Diehmar kt in Gießen. Am kommenden Dienstag findet hier Rindvieh- (Rutzvieh-) Markt statt. ** E i n letzter öffentlicher Impfter- m i n findet am Mittwoch nächster Woche in der Turnhalle der Goetheschule statt. Man beachte die heutige Bekanntmachung. ** Die Ausschußmitgliederwahl zur Jnnungskrankenkasse der Gastwirts- Innung betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil, auf die wir besonders aufmerksam machen. ** Der Friedberger Herbstpferde- markt findet am 22. Oktober statt. Interessenten feien auf die heutige Anzeige hingewiesen. ** Der Landesverband hessischer Bürgermeister hält am 30. September in Frankfurt a. M. seine 22. Hauptversammlung ab. Neben dem Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden, der Rechnungsablage für 1927 und 1928 und den Voranschlägen für 1928 und 1929 steht ein Vortrag des Oberbürgermeisters a. D. Dr. H e r r f u r t h (Berlin) über das Thema „Der Landbürgermeister einst und jetzt" auf der Tagesordnung. Außerdem soll über die Frage des Beitritts zum Deutschen Bürgermeisterbund Beschluß gefaßt werden. Wer es sich möglich machen kann, soll sich in Jahren guter Apfelernten Süßmoste Herstellen. Ganz mit Recht werden sie neuerdings als flüssiges Obst bezeichnet und eignen sich besonders zum Genuß in der obstarmen Zeit. Wer sich einmal als Gesunder, Kranker oder Genesender an dem Labetrunk des Süßmostes dessen erquickende und gesundheitsfördernde Wirkung verspürt hat, macht ihn zum beständigen Haustrunk. B. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Reichsbund der Zivildienstberechtigten: Monatsversammlung, 20.30 Uhr, in der „Stadt Lich". ein Wobu- oder Geschäftshaus kaufen? oder eine bochverzinsltche Hypothek durch eine billige ablöien oder haben Sie 1932 eine AufwertungShyvolhek auszuzahlen, dann wenden Sie sich wegen Finanzierung dieser Angelegenheit an 0'896 Karl Seibert, Gießen, Stepbanftr.l7ll. Bestimmt zu treffen Mittwochs von vormittags 8 bis abends 7 Uhr. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 14. September 1929. Oer gesundheitliche Wert des frischen Obstes. Immer mehr lernt die Bevölkerung den Wert des |i Obstes als Rahrungs- und Genußynttel schätzen. Wahrend man früher den Hauptwert bei einem Nah. I rungsmittel auf feinen Gehalt an Eiweiß legte, ist ist man durch die Forschungen auf dem Gebiete der I Nahrungsmittellehre von diesen alten Anschauungen abgekommen. Eine Menge Stoffwechselkrankheiten I (Krebs Rheumatismus, Gicht, Nervenschwache u. ' a.) hatte die einseitige Bevorzugung eiweißhaltiger I Nahrungsstoffe im Gefolge, bedingt durch im Kor- ' per sich bildenden Säureüberschuß. Unsere Obstsrüchte enthalten nun neben den verschiedenen Zuckerarten (Trauben-, frucht- und 5 Rohrzucker) noch Säuren und Salze. Die mannigfachen Säuren unserer Obsorten sind es die das | Obst zum besten unserer Erfrischungsmittel machen I und die die Darmiatigkeit in ungünstiger Weste J beeinflussen. Krankenkost ist ja jetzt ohne Obst nicht mehr denkbar. Mehr als seither sollte man den I Kindern statt Süßigkeiten frisches Obst geben. Km- ' dern mit schwächlicher Knochenblldung gebe man i viel Birnen und Erdbeeren zu essen, die beide sehr I viel Kalk enthalten. Daneben sind Erdbeeren wie I Aepfel reich an Eisen und Phosphorsäure. Gerade der Eisengehalt ist es, der zur Blutbildung im hohen Maße beiträgt. Süßkirschen sagt man blut- reinigende Wirkung nach, wie ihr Genuß auch l bei nervösen Herzleiden beruhigend wirkt. Altbekannt ist ja das Ergebnis der neuesten I Forschungen, daß sämtliches Obst reich ist an Vtta- I minen. Wohl sind sie nicht chemisch nachweisbar, aber ihrer Wirkung nach sind sie vorhanden. Da I nun durch Kochen, Dämpfen und Abbruhen viele i Vitamine geschädigt oder auch in Wasser aufgelöst I werden, sollte das Obst möglichst frisch verzehrt werden, oder wenn, wie bei einzelnen Gemche- I arten das Kochen sich nicht umgehen laßt, das | Brühwasser in der Küche weiterverwendet werden I und nicht, wie man es noch vielfach wahrmmml. Preußen. Kreis Marburg. j) Fronyausen (Lahn), 13. Sept. Am Mitt« woch hielt der hiesige Verkehrs- und 23er- schönerungs verein unter der Leitung seines Vorsitzenden, Zahnarzt Dr. W i tz e l, in der Gast, wirtschaft von Ruth seine Monatsversammlung ab. Der Verkehrsverband Hessen-Nassau in Kassel hat den hiesigen Verein zum Beitritt auf« gefordert. Einstimmig wurde beschlossen, zunächst an Hand der Satzungen des Verkehrsverbandes zu prüfen, ob für unseren Verein der Beitritt zu dem Verbände zweckmäßig ist. Man beschäftigte sich hierauf mit dem schon seit einiger Zeil bestehenden Wunsche nach Einrichtung von Märkten in unserem Orte. Aus dem am Bahnhof gelegenen Marktplatz, der durch die Feldbereinigung vergrößert wurde, könnten in jedem Jahre verschiedene Schweine-, Rindvieh- und Krämermärkte abgehalten werden. Unser Ort erscheint für derartige Märkte sehr geeignet, da er zwischen dem Ebsdorfer Grund, der Grenze von Oberhessen und dem Kreise Wetzlar der Mittelpunkt ist. Käufern und Verkäufern wäre hier zur Abwickelung ihrer Marktgeschäfte bessere Gelegenheit geboten, als in dem entfernteren Marburg. Die Angelegenheit wird weiter verfolgt werden. Kreis Biedenkopf. (D Aus dem oberen Ahrtal, 13. Sept. Die Grummeternte ist hier in wenigen Tagen beendet worden. Sie gilt als eine lehr minimale. Nur die tiefer gelegenen und nassen Wiesen lieferten einen guten Durchschnittsertrag. Die Aussichten auf Kartoffeln sind nicht besonders. Die Ansätze derselben sind zwar gut, doch fehlte der nötige Regen. Die Gemüseernte scheint eine schlechte zu werden. Kohlraben gibt es so gut wie keine. Das Kraut ist wochenlang in feinem Wachstum stehen geblieben. Der Mangel an ©rünfuttcr macht sich überall bemerkbar. Der Raps ist durchweg ausgeblieben, und wo er kommt, ist er nur wenige Zentimeter hoch und blüht. Die Dreschmaschinen sind noch in Tätigkeit. Der Körnerertrag ist gut, während das Stroh nicht die Länge des vorigen Jahres erreicht. die zu nichts zu gebrauchen sind: man nennt sie allgemein Maschinendreck. Dieser enthält neben minderwertigen Getreidekörnern viel älnkraut- samen. Wohin man ihn bringt, taugt er nichts, er verunkrautet Aecker und Wiesen. In neuerer Zeit fährt man ihn deshalb auf die Aecker und verbrennt ihn. Wie wäre es nun, Landwirte, wenn ihr euch einigtet, und ihn in die Rähe des Dorfes auf einige Haufen fahren würdet. Wüste Stellen zu diesem Zwecke gibt es überall. Hier fänden bann im Winter die Vögel für lange Zeit einen gedeckten Tisch. Die Schuljugend könnte dafür sorgen, daß diese Haufen von Zeit zu Zeit durcheinander gearbeitet und porte i hat int —, juuiiiucu9wihki> v....., ,- - - - . Antrag, daS » deckt, welche dem Gesundheitszustand Abtrag tun betreffend, ein« fönnen. Auch von den immer mehr durchgefuhrten Landtag wolle M Spritzungen mit Nosprcsten oder Kupferkalkbruhe suchen, die Der« ■ fönnen noch Reste auf der Fruchtschale sitzen. Em nsters unter Ar. W kräftiges Abreiben mit einem sauberen Tuch ge- ./ ......e nügt, besser ist es, die Schale unter einem frafti» über 50no Qen Wasserstrahl gründlich zu waschen. ...... i Niemals sollte man den Obstgenuß, so wenig wie den Genuß irgend eines anderen Nahrungs- oder Erfrischungsmittels übertreiben. Empfehlenswert I ist es, zum Obst Brot zu verzehren, oder z. B. Erdbeeren mit frischer Milch zu genießen, wie es in ländlichen Haushaltungen als bekömmliches Mahl bei großer Hitze gereicht wird. Ein Apfel, vor dem Schlafengehen genossen, sichert bei den meisten Menschen einen erquickenden Schlaf. Jedermann sollte es sich zum Gebot machen, allabendlich nach der Zahnpflege einen oder zwei Aepsel zu verzehren. zweistöckig, 240 qm Arbeitsraum, für jeden Beirieb geeignet zu vermieten. 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Außenpolitische Umschau. Von Or. Otto Hoehfch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Berlin, M. d. "K Noch den Haager Kämpfen um höchst konkrete Fragen plätschern die Auseinandersetzungen in Gens in zunächst jedenfalls sehr akademischen Erörterungen dahin. Ost sind es lediglich Gedanken- und Stilübungen, mit denen höchstgeschulte Redner die Bälle einander zuwerfen. Aber cs ist immer dasselbe, was uns doch zwingt, diese Gespräche genau zu verfolgen: daß in und hinter ihnen große und größte Machtbeziehungen undMachl- gegensätze miteinander ringen. Wie klar wurde das ohne weiteres an der Rede Macdonalds und der Gegenrede Briands! Tatsächlich machte der Völkerbund einen Schritt vorwärts, da Großbritannien und Frankreich nunmehr — bisher war ja Deutschland die einzige Großmacht, die das (1927) getan hatte — die Annahme der sog. Fakul- 1 a t i v k l a u s e l erklärten, dazu noch einige andere Staaten. Briand ging noch einen Schritt weiter als England, indem er auch die Ratifikation der sog. G^e neralakte für die obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit von 1928 bei seiner Kammer beantragen will. So drängt — der Weg vom Haager Statut von 1920 bis heute ist unverkennbar — der Gedanke des sog. Obligatoriums in der Schiedsgerichtsbarkeit immer mehr vorwärts. Und der amerikanische Staatssekretär Stimson erklärte am 6. September, was auch in diesen Zusammenhang gehört, daß die Vereinigten Staaten nunmehr, nach Erledigung der bekannten Senatsvorbehalte, dem Internationalen Gerichtshof endgültig b e i t r e t e n würden. Man nahm nun an, daß die neue englische Regierung das Genfer Protokoll von 1924, das derselbe Macdonald damals angenommen hatte und über das er zum Teil dann auch stürzte, wieder aufnehmen würde. Macdonald hat das in seiner Genfer Rede jetzt nicht getan, und Henderson ist danach in der gleichen neuen Spur gegangen. In welcher? Die Arbeiterregierung Englands läßt sich diesmal nicht auf die französische Sanktions- und Sanktionskriegsforderung ein. Sie lehnt dies ab (was die vorige Regierung durch Chamberlain auch tat), bekennt sich aber zum Gedanken obligatorischer Schiedsgerichtsbarkeit (was die Vorgängerin nicht tat) und verlangt (ein neuer Gedanke, den die Vorgängerin auch nicht hatte), daß der Völkerbund und jein Statut dem Kelloggpakt „a n g e p a ß t" werden müsse, der „für die weitere Entwicklung der Beziehungen unter den Völkern von grundlegender Bedeutung sei und dem der Völkerbund solide Fundamente verleihen müsse". Das heißt: der Kellogg- pakt erklärt den unbedingten Verzicht aus den Angriffskrieg als Mittel der nationalen Politik. Die Labour-Regierung verlangt nun, daß die Völkerbundsaktc das auch tue, indem sie ihre Artikel 12 und 15 so umgestaltet, daß auch darin auf den Krieg grundsätzlich verzichtet werde. Bekanntlich läßt Artikel 15 die Tür zum Krieg noch offen — für den Fall, daß eine Vermittlung des Rates in einem Konfliktsfall gescheitert ist. Die heutige englische Regierung sagt, daß das in offenkundigem Gegensatz zu den im Kelloggpakt von allen Unterzeichnern übernommenen Verpflichtungen stehe und daß das Völkerbundsstatut dementsprechend geändert werden solle. Es wäre die erste Aen- derung dieses Statuts, die in Angriff genommen würde. Briand, der sich gern als geistigen Vater des Kelloggpakts bezeichnen läßt — in Frankreich wird dieser ja auch „pacte de Paris" genannt — konnte sich dieser Forderung nicht widersetzen. In seiner so entstandenen heiklen Lage setzte er aber dem englischen Programm die alte Forderung und Leier entgegen: erst die S i ch c r h c i t als Vorbedingung der (von Macdonald und Henderson auch verlangten) Abrüstung und diese Sicherheit durch Sank- tionsmöglichkciten für den Völkerbund, der, um einen Krieg zu verhindern, seinerseits das Recht und Berliner Premieren. Berlin, Mitte September. Im Theater am Rollendorfplah, dem Reich Erwin Piscators, tobt allabendlich die Orgie der Maschinen in unbeschreiblichem Tanz. Stahlgalcricn heben und senken sich, Ver- scnkungen tauchen auf, die Drehbühne rotiert, Segmente kreisen, ein Hexentanzplah der Technik. In diesem Ehaos wirbelt ein zweites: Mehrings „Kaufmann von Berlin", ein „historisches Schauspiel aus der deutschen Inflation". Mehring will nicht „das" Drama der Inflation geben, er zeigt nur an einigen wenigen Gestalten, vor einem Hintergrund von hundert Personen, wie in dieser Zeit die Lebensläufe sich aufblähten, cmporstiegen, als der Dollar stieg, und wieder abstürzten. Ein begabtes Theaterstück mit einigen wirklich erschütternden Episoden und vielen klischeehaften Figuren. Pis- cator erweitert es, er läßt die Filme laufen, die Spruchreihen vorüberziehen, er vergleicht, er blickt in die Weltgeschichte, er verallgemeinert die eine Episode zu einem Anklagestück gegen das fluchwürdige System des Kapitalismus (dessen Smokings wieder in seinem Parkett sitzen) und endet — wie denn anders? — mit einem Bekenntnis zum Kommunismus. Es ist gewißlich wahr, Piscator ist einer der begabtesten Theatermänner unter der Sonne, und wie er seine Maschinerie beherrscht, wie er aus den Mechanismen Einfälle herausholt und in sie hineinlegt, ist manchmal grandios. Qlbcr auch das ist nun schon Manie, und wir kennen seine Weise: einem Bühnenreißer die kommunistische Weltanschauung anzukleben und die Maschinen tanzen zu lassen. Es ist sehr einförmig, es ist sehr seelenlos. Aber für die Seele hat man in diesem Theater nichts mehr übrig. Die Maschinen rotieren und erwecken die Sehnsucht nach einem natürlichen Menschen. Die Volksbühne tritt unter Karlheinz Martin in einen neuen Abschnitt, der ehrgeizig und außerordentlich eingelcitet wird. „Dantons Tod" von Georg Büchner in den düstergraucn, mit Trikoloren durchwirkten Bühnenbildern von Edward Suhr füllt unter der Regie des neuen Leiters einen ganz außerordentlichen Abend in einer bewegten, aufgepeitschten Darstellung, die — das Drama wurde vor Jahren von Reinhardt neu entdeckt — im wesentlichen sehr original bleibt und an starken Szenen überaus reich ist. Gegen Piscator gehalten, wirkt diese Art zu inszenieren reichlich die Autorität haben müsse, selber — einen Krieg, eben als Sanktionskrieg, zu führen. Denn: was geschieht, wenn trotz aller feierlichen Verzichte auf den Krieg auf allen Seiten ein Staat trotzdem zum Krieg schreitet und die Sicherheit der Nachbarn bedroht? England meint, ein solcher Staat wäre bann so völlig isoliert, daß seine Sache und sein Versuch von vornherein hoffnungslos verloren wäre. Frankreich aber erklärt sich dadurch nicht beruhigt und verlangt eben Sicherheit, d. h. Sanktionen, d. h. Kriegsmöglichkeit trotzdem — (und den entsprechenden Beschluß des Völkerbundes dazu). Damit ist man glücklich wieder im Kreise herum am alten Fleck. Aber richtig ist: wer das verschuldet und jede weitere Entwicklung — wie die Abrüstung bzw. Nichtabrüstung auch an diesem im Kreisherumreden hängt, sieht man ja ohne weiteres — hemmt, mit Formeln und Vorbehalten, die jedermann nicht nur geläufig, sondern über sind, das ist Frankreich. Und in Genf spricht Briand genau so wie Poincars auch sprechen würde. Das mag für ersteren zu Hause, wo ihm ja auch die Rechte zujubelt, vorteilhaft sein. Sein internationales Prestige aber verwirtschaftet er damit mehr und mehr. Und damit hat er auch seine Ausführungen über die „Vereinigten Staaten von E u - top a", die zudem höchst unbestimmt und wenig greifbar waren, aller Resonanz und Wirkung beraubt. Dagegen versucht die neue englische Regierung den Völkerbund vor neue konkrete Aufgaben zu stellen und ihn vorwärts zu treiben. Macdonald hat darum auch von dem Minderheitenschutz und der Minderheitenfrage gesprochen, hat, obwohl die Sache innerhalb des britischen Weltreichs im ganzen noch nicht völlig geklärt war, die Annahme der Fakul- tatioklausel erklärt, noch mehr: den Vorstoß mit der Abrüstung und dieser „Anpassung" des Völkerbundes an den Kelloggpakt im Sinne der Erklärung gegen den Krieg schlechthin gemacht. Die Gegensätzlichkeit zwischen England und Frankreich in alledem ist ja nun gar nicht zu verhüllen. Was im Haag begann, treibt in Gens weiter! Frankreich, in der Defensive, kämpft natürlich für seinen Standpunkt weiter und findet bei einer ganzen Reihe der kontinentaleuropäischen Staaten Unterstützung. Dagegen findet es die n i ch t b e i Amerika! Das feine Spiel, das Briand 1927 und 1928 spielen wollte: in Genf die Sanktionspolitik, mit England das Rüstungsabkommen, mit Amerika den (dann nichts mehr kostenden, aber psychologisch wichtigen) amerikanisch-französischen Kriegsverzichtspakt, dies Spiel ist verloren! Es ging verloren an Kellogg. Es ging bann verloren an den englischen Wahlen. Und jetzt treibt derselbe Macdonald, der aussichtsvolle Seeabrüstungsverhandlungen mit Nordamerika führt, die Genfer Zentralfragen via Kelloggpakt auch auf die Vereinigten Staaten zu, Frankreich so immer mehr in die Defensive drän- ged und es isolierend. Er aber — wir wiederholen es — kann die Spannung mit Frankreich, die Lockerung der Entente mit ihm riskieren, weil diesem der Weg zu den Vereinigten Staaten blockiert ist und ihm auch eine Verbindung mit Italien, die ja auch erst gelingen müßte, in diesem großen weltpolitischen Spiel wenig oder gar nichts nützt. Wir haben vorausgesagt, baß bem Kelloggpakt schon logisch eine berartige Wirkung innewohnen müsse, unb diesen Vorhalt von vornherein nicht gering eingeschätzt. Diese Entwicklung ist, von der neuen englischen Regierung aufgenommen, in Gang, und sie ist nicht zum Nachteil Deutschlands! In dieser Genfer Verhandlung schlug auch die Mandatsfrage herein, mit O st a f r i k a und dem Hilton-Poung-Bericht und Deutschlands sehr notwendiger, bestimmter Stellungnahme dazu, und mit P a l ä ft i n a und seinen inneren Unruhen und blutigen Kämpfen zwischen Juden und 'Arabern seit dem 17. August. In Genf hat Henderson angegeben als Opfer: getötet 109 Juden, 83 Mohammedaner, 4 Christen, unb verwunbet 183 Juben, 102 Moham- mebaner, 10 Christen. Die Unruhen gingen von ber sog. „Klagemauer" aus, bereu Orunbfteine zum Teil wohl aus ber Zeit Salomos stammen, — sie ist ben „unmodern": trotzdem: sie ist die, in der die Maschine dient unb nicht als Selbstzweck verherrlicht wirb. Eine ausgezeichnete Truppe: R e h- mann als Danton an der Spitze, Walter Franck als Robesspierre, Peter Lor re als St. Just, Erwin Faber als Desmoulins, Lotte Lenja als Lucile, dahinter eine wohldiszipli- nierte Revolutionsmasse. Bert Brecht unb Weill, die mit der „Dreigroschenoper" ein exzellentes Geschäft getätigt haben, und das mit Recht, kopieren sich jetzt selbst, unb zwar sehr platt und seicht. „Happy end" (im Theater am Schiffbauerdamm) nennt sich — um das Ganze als Parodie ausgeben zu können — eine Maga- zingeschichte: ein Titel aus Verlegenheit, ein Stück mit größter Sorglosigkeit und Saloppheit gefertigt. Der Stoff stammt angeblich von einer gewissen Dorothy Lane, deren Dasein man Wohl bezweifeln muß, denn diese Geschichte gleicht der Dreigroschenoper wie ein Ei dem anderen. Sie spielt jetzt nicht mehr in London, sondern in Amerika, unb für ben Bettlerkönig Pcachum hat Brecht den Verbrecherkreis um Bill gestellt. Im Verfolg dieses Spiels kann man sehen, wie aus Verbrechern Heilsarmeesoldaten werden, bekehrt durch die wackere Halleluja-Lilian. Sie und Bill werden natürlich am glücklichen Ende ein Pärchen. Damit jeder etwas erhalte, ist allerlei durcheinander getan, Kriminalroman, Sozialkritit, Satire, etwas alte Operette, etwas Kommunismus — alles wie damals unb alles für s gute Geschäft. Die Songs, in deren Musik sich Weill auch nur wiederholt, wirken hier als Einschiebsel, vielleicht wird aber einer von ihnen, der Suravaya-Ionny. ein Schlager. Andere ersetzten die mangelnde Erfindungskraft des Autors durch Unflätigkeiten. Ein ganz belangloser Abend, dem nur die Aufführung unter Erich Engel bis ins Kleinste durstgefeilt, mit H o - molk a. Carola Reher. Helene Weigel, Kurt ©ertön einiges Gewicht verlieh. Als sich Brecht zum Schluß mit einem schwächlichen Speech gegen den Kapitalismus wendet, erhebt sich Zischen unb Pfeifen, — Das neue Dolksstück Georg Kaisers im Berliner Theater heißt „Zwei Krawatten" und ist ein anber Ding Kaiser hat sich einmal wirklich volkstümlich gegeben, er sieht die Welt beinahe' so. wie sie einmal von Raimund gesehen würbe, nur, baß es keine Geister und Zauberer mehr gibt, dafür aber Dollars und Amerika, wo bas Geld bekanntlich auf ber Straße liegt. Im Märchenton — Zauberwelt in einer wirklichen — erzählt er diese Ereignisse, Juden darum heilig, aber auch den Mohammedanern im Verfolg einer durch eine Karanstelle geheiligten legendarischen Erinnerung. Den Kennern der orientalischen Frage ist solcher „Streit um die heiligen Stätten" nichts Neues. Aber in ihm sind neue und große und für England fast unlösbare Gegensätze aufeinandergeprallt. Denn es stoßen da zusammen ber arabische Nationalismus (554 000 Mohammebaner wohnen in Palästina) unb ber jübifdjc Zionismus (160000 Juden wohnen bort; Christen zählt man in biesem Lande 78 000), bie cinanber bas von ber Türkei losgelöste Lanb nicht gönnen unb schon prinzipiell genommen nicht gönnen können. Beide roenben sich an eine englische Mandatspolitik, bie in sich denk- bar wiberspruchsooll ist. Sie soll bas Manbat im Völkerbundssinne ausüben. Sie hat ben Juben (Balfour-Deklaration vom 2. November 1917), bie Erfüllung ihrer zionistischen Wünsche versprochen. Sie kann zugleich bie Araber um ber Moham- mebaner in Jnbien willen nicht gegen sich aufbringen. Sie muß Rücksicht auf bie Vereinigten Staaten nehmen, beren einflußreiches Jubentum für ben Zionismus in Palästina sehr in bie Wage fällt. Unb sie sieht im Grunbe (unb hanbelt auch banach) in Palästina ein für ben englischen Imperialismus sehr wesentliches Stück vom Erbe ber Türkei, ein Stück bes englischen Kolonialreiches im Sinne von Lorb Curzon. Aus bieten Widersprächen kann Weber eine klare unb einheitliche Linie noch eine wirkliche Manbatspolitik herauskommen! Sie ist auch nicht herausgekommen, unb bas Ergebnis finb biefe blutigen Kämpfe zwischen Juden und Arabern, die die ganze widerspruchsvolle Situation des neuen Palästina so grell beleuchten. Was Macdonald und Henderson in Genf dazu sagten, war auch kein mirklickjes Programm. Die Ruhe kann England selbstverständlich wieder Herstellen, leichter als es Frankreich in Syrien konnte. Das englische Mandatsgebiet ist kleiner und hat eine bessere Grenze als Syrien: England steht ja auch militärisch in dieser Ecke ganz anders da als Frankreich. Aber Ruhe und Ordnung ist noch kein Reformprogramm, und noch weniger eine reformatorische Losung dieses schwierigen politischen Problems. Christen, Juden und Mohammedaner hin über die Welt, Völkerbund und Amerika sind daran interessiert. Vor allem aber ein britischer Kolonialimperialismus, für dessen Ziele hier der Weltkrieg von England geführt wurde, der trotz seiner glänzenden Erfolge doch gegenüber dem Islam zur Rüste geht, ben bie heutige englische Regierung grundsätzlich ablehnt, aus bem sie aber aus vielen Gründen selber nicht, sicher nicht von heut auf morgen, herauskann. Unb bie innere Unwahrheit, bie nicht im Manbatsgebanken an sich, wohl aber in seiner Gebunbenheit, Anwenbung unb Durchführung liegt, macht es ja bem Völkerbund ganz unmöglich, etwas zu einer positiven Reform beizutragen. In ber gleichen Zeit meldet sich ein auch aus ber „Kriegsliquibation" ,unb ihren Ungerechtigkeiten, Unsicherheiten unb Unmöglichkeiten entstandenes Problem roieber zu Wort: bas Problem Deutsch- Oesterreich. In ihm haben bie inneren Spannungen unb Gegensätze auch einen so hohen Grab erreicht, baß ihr Austrag bie Existenz bieses in sich, trotz aller Genfer Hilfen ja unmöglichen Staatswesens in Frage stellen kann. Was' würbe baraus folgen? Nach unserer Meinung nicht bas, was man gemeinhin die „D o n a u f ö de ra t i o n" nennt. Wenn politische Kreise in ihm Konzeptionen im letzten an dergleichen, eventuell noch mit dem Zusatz: „habsburgisch" noch denken sollten, so hieße das, meinen mir, einem Phantom nachjagen. Denn wir . sehen nicht, daß irgendwo Bedingungen und Voraussetzungen in wesentlicher und realer Art da finb, — was je vorhanden war, hat sich recht sehr verflüchtigt, — unb baß sehr reale G^cnsätzc unb Hemmungen in ber Politik Italiens, wr Tschechoslowakei unb auch Jugoslawiens bagegen leben- big finb. Mit Italien unb Frankreich, mit ber Tsche- , choslowakei unb Ungarn unb Jugoslawien eine „Donauföderation" auf bie Beine zu stellen unb am Leben zu halten, ist eine Quabratur bes Zirkels, unb gegen biefe Faktoren geht es überhaupt nicht. Die Existenz bieses Staatswesens in Frage stellen, würbe unserer Meinung nach bebeuten, was 1922 brohte unb bamals von Seipel in Prag, Verona unb Genf abgewandt wurde: Auseinanderfall unb Verstänbigung ber Anrainer über bie einzelnen Teile. Die ist benfbar unb möglich! Aber ein groß- deutsches Ziel unb ein großbeutscher Gebanke unb 'Ausgang wäre bas wahrhaftig nicht! Die große Bewegung auf V e r f a\ f u n g 5 r e o i f i o n schöpft aus ber heutigen ganzen Verfaffungslage des österreichischen Staates ihre elementare unb immer stärker werdende Gewalt unb wirb beshalb auf bie Dauer schwerlich aufzuhalten sein. Dabei ist ber Wunsch ber unsere, den die großdeutsche Volkspartei Oesterreichs in ihrem entschiedenen Beschluß für die von den Heimwehren und dem Landbund geforderte Verfassungsrevision aussprach, baß bei die- ser Reform, wie bie Entschließung sagte, „bas unverrückbare Ziel ber Gedanke bleiben müsse, daß bie Neuorbnung ber Verfassung eine Erleichterung für bie zukünftige staatsrechtliche Anglieberung Oesterreichs an bas Deutsche Reich herbeiführt! MnnerimDunkel - Totengräber derAbrüstung! Oie amerikanische Rüstungsindustrie. — Sir Basil Zaharoffs Kolonialkriege. 4 Millionen Tonnen Kriegsschifftonnage. — Oer französische Kanonenkönig. Eine fromme Gemeinbe von Herrnhuter Brübern grünbctc vor mehr als einem Säkulum in Amerika bas Stäbtchen Bethlehem, bas nach ber Absicht ber ersten Siebler zu einer Stätte bes Heils werben sollte. Inzwischen ist aus biesem Ort eine Stabt ber Fabriken geworben, mit rauchen- ben Schloten, ftampfenben Maschinen, langen Ar- beiterfolonnen; in ben riesigen Werstütten werben gewaltige Panzerplatten geschmiedet, Granaten gedreht, Patronen hergestellt, neue Kanonen erprobt, beim Bethlehem ist ber S i tz bes m ä ch t i g st e n amerikanischen Rüstungsunterneh- mens, bas früher Kriegsmaterial aller Art nach Rußlanb unb Sübamerika verkaufte, aber während des Weltkrieges auch die Heere Englands, Frankreichs, der Vereinigten Staaten und der vielen kleinen Alliierten mit Munition und Geschützen versehen hat. Charles M. Schwab, ber amerikanische Kanonenkönig, ber in Bethlehem refibiert, ist ein friedlicher Mensch, bei allen seinen Schwächen gutmütig, musikliebend, ein Kunstkenner unb ein guter Gesellschafter. In seinem Schloß in Neuyork gibt es eine Orgel, bie ben Eintretenden mit vollen Klängen begrüßt. Bei bem Stahlmagnaten verkehren Sängerinnen, Komponisten unb Pianisten, beim bas Getöse ber Stahlwerke hat ihn gegen bie zarteren Klänge ber Musik nicht unempfindlich gemacht. Aber bei Charles M. Schwab war manchmal auch ein Herr Shear er zu Gast, der jetzt einen Prozeß um 250 000 Dollars gegen die drei größten amerikanischen Kriegsschiffwerften führt, deren mächtigste dem Stahlmagnaten gehört. Präsident Hoover hat soeben in einer aufsehenerregenden Rede darauf hingewiesen, daß dieser Propagandist im Auftrag der Werften und besonders der Bethlehemer Stahlgesellschaft unter amerikanischen Politikern und in Genf gegen die Abrüstung (Stimmung 3 u machen versucht hat. Eine Verminderung ber Kriegsflotten würde bas Geschäft der Rüstungsinbustrie empfinblich schäbigen: es war unvorsichtig von ben Werftleitungen, dem Genfer Stimmungsmacher bisher nur etwas über 50 000 wie der arme Kellner Jean von einem Hochstapler, ber flüchten will, feine weiße Frackkra- toatte unb fein Tombolalos erhält, wie netzt ber Kellner ein Herr wirb unb eine Fahrk über n Ozean gewinnt, wo ihm bas große Glück ganz nahe kommt: er wirb beinahe schon Miß Mabel ehelichen unb die Millionengefchäfte machen, ba fällt ihm, so ist bas Dolksstück, so ist bie Seele bas Volkes, ein, baß feine arme verlassene Trübe zu Haufe auf ihn wartet, unb er findet plötzlich, daß bas Glück bes Herzens mehr wert ist als alle Transaktionen ber Welt. Aber — damit solche Entsagung auch belohnt werbe — hat auch Trübe inzwischen einige Millionen geerbt, sie ist natürlich ihrem Jean nachgefahren unb sie treffen sich auf dem Dampfer unb werben sich von nun an nicht mehr verlassen. Das alles ist ganz simpel, schwarz unb weiß, ohne Komplikationen unb höhere Psychologie gemacht: Volksstück. Um biefe Handlung ber Aufwand einer ziemlich großen Revue: Tanz, Artisten, Girls, Songs. Wunderhübsche Musik von Mischa Spoliansky, der seine Originalität schon in ber kleinen Revue „Es liegt in ber Luft" bewies, sehr gute Darstellung (Regie: Forster- Cartinaga) mit Albers als Kellner, Marlene Dietrich als Mabel, Margarete K 0 p p k e als arme Trübe unb Rosa Daletti als Millionentante aus Amerika. Das Staatstheater eröffnet mit Rene Schickeles Kriegsstück „Hans im Schnaken loch", bas einstmals verboten wurde, weil es, bei Kriegsbeginn entftanben, 1916 wohl noch des Defaitismus verdächtig war. Das Schnakenloch ist ein Gutshof im Elsaß nahe ber französischen Grenze, unb man kann wohl annehmen, baß er Schickeies unb ber Elsässer symbolische Heimat bebcutet, in ber sich Deutsches unb Französisches eng verknüpft unb verwirrt. Da wir heute zu ben Stimmungen bes Krieges boch schon in einer zeitlichen unb gemüthaften Entfernung stehen, wirkt bas seelisch stark funbierte unb fein gestaltete Drama Schickeies boch wohl nicht mehr in seiner ganzen Ursprünglichkeit: bie Menschen, die an biefer Grenzmark ausharren ober von toiberftreitenben Gefühlen zerrissen werben, bie Ehe. bie bei Kriegsausbruch an diesem Konflikt zwischen Deutsch unb Französisch scheitert, existieren boch unter ganz bc- sonberen Verhältnissen, bie zu wenig Allgemeinheit haben. Aber Schickeies Menschen leben noch alle, unb besonbers wachsen sie in bet Aufführung des Staatstheaters, die Walter G y n t leitet, zu beträchtlicher Höhe. Vor allem gilt bas von Lothar M ü t h e l, bem untreu» zerrissenen Hans im Schnakenloch, von Annemarie Holtz, die seine Frau spielt unb bie sich als eine versprechenbe Erscheinung an biefer Bühne ausweist, von Fritz Obe mar, Alexander G r a n a ch unb Paul Bilbt. Ein Abenb ber erfreulichsten Theaterkultur.— Auch bas bem Staatstheater angeschlossene Schillertheatcr beginnt mit einem alten Erfolg. Er heißt: „Zweimal zwei, gleich fünf" unb ist das Satyrspiel des verstorbenen Dänen Gustav Wied, das vor dem Kriege einmal einen ausgedehnten Siegeszug über sämtliche deutschen Bühnen unternehmen konnte. Cs erscheint jetzt, soweit man sich erinnert, im wesentlichen in ganz unveränderter Gestalt, höchstens daß ihm der Regisseur Emil A a m e a u an Steile nicht mehr zeitgemäßer, einige aktuellere Spitzen angeseht hat. Aber seine lächelnde Moral zeigt immer noch ihr Gesicht in alter Jugend: daß die graben Wege im Leben nicht immer gangbar finb, baß man bisweilen von allen Grundsätzen abweichen unb zweimal zwei fünf sein lassen muh. Das wird an einer Lustspielhandlung von immer noch erstaunlicher Frische und Reu- heit ohne Schärfe und Herbheit bewiesen: die Personen, jede in ihrer Art typisch ohne klische- hast zu sein, haben noch immer ihr lustiges Leben von einst, und die Mitwirkenden fühlen sich in diesen bühnengerechten Rollen augenscheinlich sehr behaglich. Zu nennen sind Veit Harlan mit Renate Müller, Aribert Wäscher mit Margarete Schon, Heinrich Schnitzler unb Elsa Wagner. Ein überaus heiterer Abenb, ber mit herzlichstem Beifall belohnt würbe. G. B. Hochschulnachrichten. In der katholisch-theologischen Fakultät der üninerfität Breslau ist der außerordentliche Professor Dr. theol. Berthold Altaner zum ordentlichen Professor der Kirchengeschichte als Rachfolger von Professor F. Dolger ernannt worden. Der Gelehrte ist Mitherausgebern der Breslauer Studien für historische Theologie. Seine Sondergebiete sind Missions- und Ordensgeschichte: Geschichte der Theologie. — Der Privatdozent Dr. rer. pol. Albert von Mühlenfels in Königsberg i. P r. ist beauftragt worden, in ber rechts- unb staatswissenschaftlichen Fakultät der dortigen Universität im Wintersemester 1929/30 bie Vertretung ber durch ben Weggang bes Professors H. Teschemacher freigeworbenen Professur für Staatswissenschaften zu übernehmen. Dollars auszuzahlen und sich auf den Rest von 250 000 Dollars verklagen zu lassen; denn dadurch ist der eifrige Senator Borah und schließlich der Präsident der Vereinigten Staaten selbst auf das Treiben der Kononenkönige aufmerksam geworden, die es sonst aus guten Gründen vorgezogen hätten, im Dunkeln zu bleiben. Schon vor einem Jahrzehnt hat ein amerikanischer Präsident die Moral der Rüstungsindustrie nicht sehr hoch eingeschätzt. Mitten im Krieg, im Juli 1918, beschloß der amerikanische Senat unter dem Einfluß Wilsons, im Entwurf eines zukünftigen Völkerbundstatutes das Verbot der gesamten privaten Rüstungsindustrie vorzusehen. Im ersten offiziellen Vorschlag Wilsons Ende 1918 war diese Klausel noch zu finden. Dann wurde das Verbot gestrichen, und es blieben nur „schwere Bedenken gegen die private Herstellung von Munition oder Kriegsgerät" bestehen. Unter dem Vorwand, daß kleinere Mitglieder des Völkerbundes ohne eigene Rüstungsindustrie ihr Kriegsgerät von privaten ausländischen Firmen weiter einkaufen müssen, genehmigte man gmu allgemein den Fortbestand der privaten Geschütz- und Munitionsfabriken. Im Juli 1921 fühlte sich eine Unterkommission des Völkerbundes immerhin genötigt, einige einschränkende Maßnahmen zu empfehlen. Danach sollten die privaten Munitionsfabriken zur regelmäßigen Veröffentlichung genauer Abrechnungen über ihre Geschäfte verpflichtet sein; eine Klausel wollte die internationale Verflechtung der privaten Rüstungsindustrie verhindern, und schließlich sollten die Kononenkönige darauf verzichten, Zeitungen in ihren Besitz zu bringen, sie zu kontrollieren oder auf sie irgendwelchen Einfluß auszuüben. Die Erfahrungen, die man überall mit der kriegsfreundlichen Gesinnung der Kanonenkönige gemacht hatte, zwangen zu dieser mißtrauischen Stellungnahme. Die Verstaatlichung der privaten Rüstungsindustrie, die unmittelbar nach dem Krieg möglich war, ist heute kaum noch durchzuführen. Der Mißerfolg der Abrüstungsbestrebungen wird erschreckend deutlich, wenn man Wilsons Forderungen mit Hoovers Protest gegen die den Weltfrieden gefährdenden Ueber- grisfe der amerikanischen Kriegsschiffswerften vergleicht. Wie nachhaltig die Rüstungspropaganda in Amerika gewirkt hat, beweist übrigens soeben ein Aufsatz des berühmten amerikanischen Publizisten und Pazifisten Mencken, der nur noch ein einziges Mittel zur dauernden Erhaltung des Weltfriedens sieht: eine so gewaltige Aufrüstung der Vereinigten Staaten und den Bau einer so übermächtigen amerikanischen Kriegsflotte, daß kein Land der Erde mehr wagen kann, irgendwo einen Krieg zu entfesseln, da es sonst von den Amerikanern in kurzer Zeit zerschmettert werden würde. Das also ist das Ergebnis eines zehnjährigen Kampfes für Abrüstung! Die fünf Seemächte England, Amerika, Japan, Frankreich und Italien besitzen zusammen zur Zeit 1270 kriegsbereite Linienschiffe, Schlachtkreuzer, Kreuzer, Zerstörer und Unterseeboote. Die große Zahl der Küstenverteidiger, Minenleger, Torpedoboote, Kanonenboote, Minensuchboote und andere kleine Einheiten sind dabei nicht berücksichtigt. Insgesamt haben diese Kriegsschiffe eine Verdrängung von 4 Millionen Tonnen. Im Bau befinden sich 201 Schiffe mit 650 000 Inhalt. Es steht außer Frage, daß die Herstellung von Panzerplatten, Geschützen, Minen und anderem Kriegsmaterial für diese Fahrzeuge den Kanonenkönigen größte Ver- dienstmöglichkeiten bietet. Warum sollten diese Männer also nicht bereit sein, zur Sicherung ihres Geschäftes einigen Propagandisten große Provisionen zu zahlen? In Deutschland besteht diese Gefahr freilich nicht, da die Rüstungsbetriebe sich auf die Herstellung friedlichen Materials umstellen mußten. Krupp baut z. B. Landmaschinen, Lokomotiven, Lieferwagen, Bierfässer aus rostfreiem Stahl, Registrierkassen, also tausend Dinge, die für das friedliche Alltagsleben des Volkes notwendig sind. Während also die deutsche Rüstungsindustrie durch die Bestimmungen des Friedensvertraaes und durch die erzwungene deutsche Abrüstung schwer geschädigt worden ist, haben sich die französischen und englischen Kanonenkönige nicht zu beklagen. In England ist der führende Rüstungsindustrielle Sir Basil Zaharosf, gewöhnlich „der Mann im Dunkeln" genannt. Von dieser Persönlichkeit wußte früher die Öffentlichkeit kaum den Namen; inzwischen ist über Sir Basil Zaharoff freilich mehr geschrieben worden, als ihm lieb ist. Ihm gehört der englische Rüstungskonzern Vickers, dem er im Dezember 1927 die Werke von Arm st rong angliederte. Die englische Admiralität halt für den ungefähr achtzigjährigen Mann, der ein ruheloses Wanderleben führt, ständig ein Kriegsschiff zur Verfügung. Es gelang Sir Basil Zarahoff, der zu den reichsten Männern der Welt gehört, auch Zeitungen in seinen Besitz zu bringen; so gehörte ihm z. B. der Pariser „Exeelsior". Es wird als sicher angenommen, daß er als Waffenlieferant den Aufstand der Drusen finanziert hat, bei der Erhebung von Ab del Krim beteiligt gewesen ist und auch sonst nicht zögerte, von Zeit zu Zeit zur Belebung des Geschäftes wenigstens ein paar Kolonialkriege zu inszenieren. Ebensowenig wie Sir Basil Zaharosf hält die französische Dynastie Schneider von der Abrüstung. Von ihrer deutschen Abstammung hat sich diese Familie, die Frankreich seit mehr als hundert Jahren mit Waffen versorgt, kaum mehr als den Namen bewahrt. Die Schneiders sind mit der französischen Aristokratie versippt, und mit ihren in Creuzot hergestellten Geschützen wurde der Krieg gegen Deutschland geführt. Um die Jahrhundertwende gliederte sich das Unternehmen unter dem jungen Eugen Schneider Stahlwerke in allen Teilen Frankreichs an, und während des Krieges verzehnfachte es feinen Stahloerbrauch, der auf 300 000 Tonnen im Jahr stieg. Der Friedensschluß störte den Ausdehnungsdrang des französischen Kanonenkönigs nicht. In Elfaß-Lothringen übernahm er schwerindustrielle Unternehmen, die er zum Teil mit langfristigen und durch die französische Inflation auf ein Sechstel ihres Wertes verminderten Krediten bezahlte. Noch bevor die Friedensverträge unterzeichnet waren, sicherte sich Schnei- der-Creuzot einen maßgebenden Einfluß auf die Skoda-Werke in Pilsen und kaufte überhaupt in den Nachfolgestaaten der österreichisch-ungarischen Monarchie alles auf, was nur entfernt mit der Rüstungsindustrie etwas zu tun hatte. Nach der Beendigung des Ruhrkampfes und mit der beginnenden Befriedung Europas begann allerdings auch für den französischen Trust eine schwere Zeit. Döl- kerfrieden bringt nun einmal den Kanonenkönigen keinen Nutzen! Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Geschichten aus aller Welt. Der Kuß im Unterhaus (f) London. Eine Interpellation, wie sie bisher nicht gerade landesüblich war, verursachte bem bedauernswürdigen Präsidenten des englischen Unterhauses kein geringes Kopfzerbrechen. Er sollte entscheiden, ob es statthaft sei, daß sich zwei Mitglieder des Parlaments öffentlich küssen! Der Kuß — wohl der erste seit der Einführung des parlamentarischen Systems in Albion — ist vorige Woche „gefallen". Als Absender zeichnete der Abgeordnete Dolton. Als Empfänger, beziehungsweise Empfängerin wurde Frau Dolton ertappt Die rechtsmäßige Gattin des zärtlichen Volksvertreters. Ihres Zeichens ebenfalls Volksvertreterin. Dolton ließ es sich nicht nehmen, sich mit einer jovialen Umarmung und mit einem Kuß von seiner treuen Ehehälfte zu verabschieden. Daß die „intime" Szene von den übrigen Kollegen beobachtet wurde, kümmerte ihn ganz und gar nicht Aus der „sittlichen Empörung" der Abgeordneten macht er sich auch nichts. Böse Zungen behaupten aber, die denkwürdige Interpellation sei nicht so sehr auf Empörung als vielmehr auf — Neid zurückzuführen: Frau Dolton ist nämlich eine verteufelt nette kleine Frau. Wie es dem auch sei, hat es der Präsident des Unterhauses glatt abgelehnt, die peinliche Angelegenheit selbst zu erledigen: das Plenum wird die Entscheidung treffen müssen, ob sich zwei miteinander verheiratete Parlamentarier in den geheiligten Hallen küssen dürfen. Ter tier- imb kindcrfreuudUche Fürstprimas. (g) Mad r'i d. Der Fürstprimas von Spanien, über dessen schlechthin grenzenlose Wohltätigkeit wahre Legenden im ganzen Lande im Umlauf sind, erbrachte kürzlich auf eine bisher kaum dagewesene Weise den Beweis seiner außergewöhnlich großen Kinder- und Tierfreundlichkeit. In seinem Palais zu Toledo werden seit drei Monaten sämtliche unbemittelten Kinder der Stadt Tag für Tag gespeist. Es handelt sich naturgemäß um viele Hunderte von armen Kleinen, die es lediglich dieser großzügigen Einrichtung ihres Kirchenvaters ver- danken, nicht der Unterernährung zum Opfer zu fallen. Der Fürstprimas ging in seiner Güte sogar fo weit, daß er den Kindern, die zur Mittagsstunde in langen Doppelreihen vor dem Palast auf das den Beginn der Speisung ankündigende Gongzeichen warten, erlaubte, ihre Lieblingstiere zum Diner mitzubringen. Die Kleinen bringen denn auch ihren Hund, ihre Katzen und mitunter auch andere Haustiere mit; neulid) erschien ein sechsjähriger Knirps zum lebhaften Gaudium des Bedienungspersonals mit einer ausgewachsenen Ziege. Der mildtätige Kirchenfürst von Spanien läßt es sich, einigen Zeitungsmeldungen zufolge, nicht nehmen, jeden Tag an der fröhlichen Kindertafel zu residieren. Die strahlenden Gesichter der Kinder werden ihm ja der schönste Lohn fein. Das Bein als Versteck. (r) Wien. Der Kriegsinvalide Johannes Windhauer (er hatte 1917 sein linkes Dein eingebüßt) wurde nach Friedensschluß bei der Zollbehörde in Linz angestellt und versah seinen Dienst bis vor kurzem zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten. In letzter Zeit kamen jedoch unliebsame Zwischenfälle vor: so manche Sendung verschwand anläßlich der Zollrevision auf Nimmerwiedersehen und irgendwie fiel der Verdacht auf Windhauer. Man konnte ihm aber nichts nachweisen, die Durchsuchung seiner Privatwohnung verlief ergebnislos und die Pakete verschwanden wie zuvor weiter. Nachdem die Arbeit der Detektive monatelang keine Ergebnisse zeitigte, kam endlich ein kleiner Sherlock Holmes auf eine eigenartige Idee: er ließ den verdächtigen Zollbeamten von zwei Kollegen festhalten und schraubte dessen — künstliches Bein ab. Die Erwartungen des pfiffigen Kriminalgenies wurden vollauf erfüllt. Man fand in der Prothese nicht weniger als drei,zehn Herrenanzüge, drei Mäntel, einen Damenpelz, mehrere Ballen Stoff und sonstige Wertgegenstände, natürlich alles in der Form von genau zweiunddreißig Pfandscheinen. Der erste Mann, der sein künstliches Bein als Pfandhaus-Filiale benutzte, wurde natürlich sofort hinter Schloß und Riegel gefetzt. Die ReichMendweMmpse 1929 in Gießen. Seit Jahren war es in Gießen Gepflogenheit, daß sämtliche Gießener Schulen — Volksschulen, höhere Lehranstalten, Knaben- und Mädchenschulen, Handelslehranstalten sowie Privatschulen — gemeinsam die Reichsjugendwettkämpfe austrugen. Leider ist dieses Jahr erstmalig der sehr lobenswerte Brauch durchbrochen worden. So war denn auch die ganze 23er. .ftaltung, die deutlich den Stempel der Zerrissenheit trug, nicht auf der gewohnten Höhe. Dies gilt in erster Linie für die Zahl der Beteiligung. Gewiß gibt es Gründe, die geringe Teil- nehmerzqhl erklärlich erscheinen lassen. Man kann verstehen, daß Eltern ihren Kindern wegen der tropischen Hitze die Teilnahme an den Wettkämpfen untersagten. Man kann aber auch der Auffassung sein, daß der Jugend zur Zeit ein Uebermaß an Wettkämpfen geboten wird, so daß das Interesse an den Reichsjugendwettkämpfen sich verringern muß, zumal die Bestreitung dieser Kämpfe vornehmlich von der Jugend erfolgt, die auch schon in Vereinen, Jugendbünden usw. sich mit Leibesübungen systematisch beschäftigt. Immerhin waren aus folgenden Schulen: Pesialozzischule, Goetheschule, Gymnasium, Realgymnasium, Oberrealschule, Studienanstalt, Schillerschule, Oeffentliche Handelsschule, Vogtsche Handelsschule über 350 Schüler und Schülerinnen zum Wettkampf angetreten. Die Geräteübungen wurden, wie immer, von Turnern der Gießener Turnerschaft in dankenswerter Weise bewertet, während die volkstümlichen Hebungen, zu denen der Hniversitätssport- platz zur Verfügung stand, durch die Lehrerschaft ihre Bewertung fanden. Folgende Ergebnisse wurden festgestellt. Die Abkürzungen bedeuten: Pestalozzischule = P., Goetheschule = G.-Sch., Gymnasium = G., Realgymnasium = R., Oberrealschule = O„ Studienanstalt = St., Schillerschule = Sch., Oeffentliche Handelsschule = H., Vogtsche Handelsschule = V. H. Oberstufe (Jahrgänge 1911 und 1912): Fünfkampf, bestehend aus je einer Hebung an Reck und Barren, Kugelstoßen, Hochsprung und 100-Meter-Lauf: 1. Sieger Heinz Rothermel, O., 100 Punkte; 2. Ernst Stengel, O., 98 P.; 3. Werner Lotz, G., 96 P.; 4. O. Lindenstruth, R., 95 P.; 5. Ferdi Strernrnel, O., 92 P.; 6. Fritz Spuck, O., 87 P.; 7. Fritz Schlarb, ©., 85 P.; 8. O. Feiling, R., 83 P.; 9. Karl Jung, O., 78 P.; 10. O. Jüngst, R., O. Rühl, O., je 77 P.; 11. Fritz Arnold, R., Hans Hartmann, R., je 74 P.; 12. Klaus Wachsen, O., 69 P.; 13. Ernst Oßwald, R., 68 P.; 14. Gg. Körner, O., Kurt Zeiger, O., je 67 P. Mittelstufe (Jahrgänge 1913 und 1914): Fünfkampf, bestehend aus je einer Hebung an Reck und Barren, Weitsprung, Ballweitwurf und 100-Meter-Laus: 1. Sieger Wilhelm (9 r ä f „ 108 Punkte; 2. O. Kern, H., 105 P.; 3. Heinz Kirch- höfer, G., Ernst Lippert, O., O. Rodriguez, G., je 95 P.; 4. Klaus Hildebrandt, G., 93 P.; 5. K. E. Waldschmidt, O., 90 P.; 6. Kurt Strack, R., 88 P.; 7. Hans Gg. Steuerwald, O., 87 P.; 8. Fr. W. Müller, O., 84 P.; 9. Gg. Hörr, O., K. Völker, je 83 P.; 10. Günther Hollmann, O., 82 P.; 11. August Otterbein, O., 81 P.; 12. Fr. W. Köhler, G., Viktor Schlarb, G., je 80 P.; 13. Gust. Seibert, O., 78 P.; 14. Walter Fritzges, O., Walter Leuth, G., K. Ruhl, O., je 76 P.; 15. Walter Günther, £)., Wilh. Lechens, £)., Aug. Habrich, G., je 75 P. , 16. K. Jäger, O., K. Viehmann, O., je 73 P.: 17. Wolfg. Brehm, O., K. Waldschmidt, O., je 72 P.; 18. L. Lötzbeyer, O., Hans Schenk, R., Kurt Schmidt, O., je 71 P.; 19. Erwin Rothschild, O., 69 P.; 20. Werner Dreyfuß, R., 67 P. Nntcrstufc (Jahrgänge 1915 und 1916): Fünfkampf aus denselben Hebungen wie die Mittelstufe: 1. Sieger Kurt Faber, R., 100 Punkte; 2. Siegfried Metz, O., 99 P.; 3. K. Weigand, R., 95 P.; 4. Willi Ellermeier, O., Ernst Feiling, 23. Sy, je 94 P.; 5. Fr. Lotz, O., Hch. Schorge, O., je 90 P; 6. Max Weiler, P., 89 P.; 7. Walter Buß, O., Fritz Hammerschlag, R., je 87 P.; 8. Hans Herrmann, R., 86 P.; 9. Willi Weimar, £)., Rudolf Lang, R., je 85 P.; 10. Christ. Möbus, O., Ernst Weeg, £)., Willi Habicht, G.-Sch., Hans Bambey, O., je 84 P.; 11. Willi Groß, O., 81 P.; 12. Paul Wagner, O., Walter Dörr, O., je 79 P.; 13. Karl Schütz, G.-Sch., Hans Happel, R., je 78 P.; 14. Hans Watz, G., Ernst Pruste, G.-Sch., Günther Marx, O., Alfr. Jäger, 23., Willi Hupke, P., je 77 P.; 15. Walter Ranft, R., Fritz Happ, R., K. Thron, G., je 76 P.; K. Heinz Schellenberg, O., Walter Loos, G., Aug. Lamm, O., Gg. Veith, O., Erich Kinkel, £>., Reinhold Blaß, R., je 75 P.; 17. Helmut Müller, O., K. Nordmann, G., Helmut Hudel, R., Konrad Elmshäuser, V. H., je 74 P.; 18. Wilh. Schmelz, O., Werner Stohr, R., Adolf Bausch, G., je 73 P.; 19. Willi Fourrier, G.- Sch., O. Rohrbach, G.-Sch., je 72 P.; 20. HeinzFuchs, R., 7123.; 21. K. Schlaudraff, G., 70 P.; 22. Joachim Storck, G., L. Herbert, O., Heini Gebauer, G.-Sch., Herrn. Schütze, O., je 69 P.; 23. Reinhard Grönert, 23., L. Baum, G., Willi Jakob, P., je 68 P.; 24. Alfred Harbauer, G.-Sch., Walter Müller, O., je 67 Punkte. Die Sieger verteilen sich auf die einzelnen Schulen wie folgt: Goetheschule 7 Sieger, Gymnasium 17, Oberrealschule 51, Oeffentliche Handelslehranstalt 1, Pesta- lozzifchule 5, Realgymnasium 20, Vogtsche Handelsschule 2 Sieger. Oberstufe Mädchen: 1. Erna A11haus, H., 94 Punkte; 2. Martha Seiferth, Sy, 78 P.; 3. Leni Schmidt, Sy, 73 P.; 4. Mariechen Kurz, 23.Sy, Christel Holstein, St., je 86 P.; 5. Hedwia Staubach, St., 66 P.; 6. Sessi Oppenheim, St., 55 23. Mittelstufe Mädchen . 1. Mathilde Koch, St., 87 Punkte; 2. Ria Philipp, St, 85 P.; 3. Else Leinweber, Sy, 6623.; 4. Lina Simmermacher, St, Liselotte Lösch, St, Gertrud Schuchard, St, je 64 P.; 5. Ilse Mangold, St, 62 P.; 6. Hilde Nöll, St, Maria Meyer, St, je 61 23.; 7. Anneliese Krug, St., Auguste Theis, 23. Sy, je 60 P.; 8. Ingrid v. Haschke, St, Margot Katz, 23. Sy, Kätchen Schneller, 23. Sy, Emmi Helf, St., je 59 23.; 9. Herta Graulich, G.-Sch, 58 P.; 10. Marie Kull mann, 23. H, Meta Schmelz, 23. Sy, Elli Jmmel, St, je 56 23.; 11. Else Schüßler, St, Elfriede Feyh, St, je 55 P.; 12. Luise Schlaudraff, St, Elisabeth Merz, je 54 P. Unterstufe Mädchen: 1. Erika Röhmig, G.-Sch, 80 Punkte; 2. Agnes Schneider, Sch, 74 P.; 3. Marie Fischer, Sch, 68 23.; 4. Margarete Lösch, Sch, 66 P.; 5. Karola Simon, St, 62 P.; 6. Margot Jakobsohn, St, Urfula Gravert, St, je 60 P.; 7. Margret Lenz, St, Christine Schmidt, G.-Sch, je 59 P.; 8. Irmgard Schön, St, Margarete Mel, St, je 58 P.; 9. Liselotte Fink, St, Else Schmidt, Sy, je 57 P.; 10. Liselotte Schmalz, St, 56 P.; 11. Ruth Göbel, St, Hannemarie Döhn, St, Liselotte Hamm, St, Käte Peppet, Sch, je 55 R.; 12. Lisel Keil, G.-Sch, 13. Hildegard Kreuzburg, St, Elisabeth Knapp, St, je 53 23.; 14. Helma Schmieder, Sch, Lotte Krüger, Sch, Elfriede Runzheimer, G.-Sch, Else Wagner, St, Annelise Lotz, St, Käte Pfeffer, St, je 51 P.; 15. Erika Hönig, Sch, Gertrud Lepper, G.-Sch, je 50 23.; 16. Luise Weiß, Sy, Gerda Lorey, G.-Sch, Anni Heß, G.-Sch, Lotte Liste, St, Else Datz, St, je 49 P.; 17. Therese Staubach, G.-Sch, Dora Sparr, G.-Sch, Ilse Ewald, St., Hedwig Lehnhardt, St, je 48 23.; 18. Doris Speck, St, Margarete Guth, St, Else Heller, St, je 47 P.; 19. Marie Hamel, St, Hella Kleinhans, St, Minna Nikolai, G.-Sch, Else Frank, G.-Sch, je 46 P.; 20. Luise Orth, St, Ilse Pelka Stidjtcnot, St, je 45 P.; 21. Luitgard Volkhart, G.-Sch, 44 P.; 22. Lina Engelhardt, G.-Sch. 43 23-; 23. Lotte Hoffmann, Sch, Auguste Bock, St, je 42 P.; Edith Guckes, Sch., Hanna Hübner, Sch, Bina Ortner, G.-Sch, Wilhelmine Brömer, St, je 41 P.; 25. Addy Darmstädter, St, Irene Duill, St, Gerda Hüter, St, Liselotte Gaß, St, Lucie Haas, G.-Sch, Emmi Größer, G.-Sch, Berta Itter, G.-Sch, je 40 P. Ein Turnerveteran. 5 Lauterbach, 13. Sept. Seinen 75. Geburtstag feierte unter zahlreichen Ehrungen einer der bekanntesten Tumveteranen des Gaues Hessen, „Turnvater" Theodor Helfenbein, Ehrenvorsitzender des hiesigen Turnvereins, dem sein ganzes Schaffen gehört hat. Jahrzehntelang stand er an der Spitze des aufstrebenden Vereins. Der Turnverein brachte seinem verdienten und verehrten Führer zu feinem 75. Ge- butstag einen imposanten Fackelzug dar. Aus 6er provinzialhaupistadt. Gießen, den 14. September 1929. *' Oie Krastomnibuslinie Gießen - Erumbach - Frankenbach. Mit der Frage der Weiterführung oder Stil- legung der Walldorfschen Kraftomnibuslinie Gießen — Fellingshausen — Crumbach — Frankenbach, über die am Freitag voriger Woche bereits in Crumbach eingehend beraten worden war, beschäftigte sich eine neue Versammlung am gestrigen Freitagabend in der Gastwirtschaft von Sick in der Hamm- straße. Die interessierten Landgemeinden waren durch ihre Bürgermeister bzw. einige Gemeinderäte vertreten, für die Stadt Gießen war Verwaltungssekretär Maus vom Städtischen Verkehrsamt, als Vertreter des Gießener Der- kehrsvereins dessen Vorsitzender Stadtratsmitglied S ch w i eöer zugegen, ferner waren Vertreter der Presse und der Nutobusunternehmer Walldorf anivesend. Es wurde mitgeteilt, daß die Besprechung der am vorigen Freitag bestimmten Kommission mit dem Landrat des Kreises Biedenkopf wegen einer Zusch uhlei st ung des Kreises negativ verlausen ist, da der Biedenkopfer Landrat nicht nur einen Zuschuß des Kreises ab- lehnt, sondern auch etwaigen Garantiev-rträgen nicht sympathisch gegenübersteht. In mehrstündiger eingehender Aussprache wurden dann die verschiedensten Möglichkeiten erwogen, die zur Weiterführung des Betriebes dienen könnten. Schließlich ergab sich aus der Aussprache der Vorschlag, daß der Betrieb der Linie nicht am 18. August stillgelegt, sondern vorläufig bis zum 31. Dezember d. I. f o r t g e f ü h r t werden solle, wenn die beteiligten Landgemeinden sich zu einer Zu - schußleiftung bereit erklären. Zur Entscheidung über diese Frage werden die Bürgermeister die Gemeindevertretungen der Orte auf Mitte nächster Woche zu einer Sitzung einladen, in der dann das endgültige Wort über das Schicksal der Linie gefällt werden wird. Mehrfach wurde von den Landvertretern auch der Wunsch ausgedrückt, daß die Stadt Gießen sich ebenfalls zu einer gewissen Zu sch uhlei st u n g für diese Linie bereit erklären möge, da ja auch Gießen von diesem Zubringerdienst wirtschaftliche Vorteile habe. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Käse 10 Stück 60 bis 1,40; Butter Pfund 2,00 bis 2,10; Matte 30 bis 35; Wirsing 20 bis 25; Weißkraut 15 bis 20; Rotkraut 20 bis 25; gelbe Rüben 10 bis 15; rote Rüben 10 bis 15; Spinat 20 bis 30; Römischkohl 10 bis 15; Bohnen grüne und gelbe 25 bis 30; Feldsalat 1,50; Tomaten 20 bis 25; Zwiebeln 10 bis 20; Meerrettich 70 bis 1,50; Kürbis 5 bis 8; Pilze 40 bis 45; Kartoffeln 5; Falläpfel 4 bis 5; Aepfel 10 bis 20; Birnen 10 bis 20; Preiselbeeren 35 bis 40; Pfirsiche 45 bis 70; Brombeeren 60 bis 65; Zwetschen 10 bis 15; Mirabellen 15 bis 20; Reineclauden 15 bis 20; junge Hähne 1,20 bis 1,30; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Tauben Stück 70 bis 90; Eier 15; Blumenkohl 30 bis 80; Salat 15 bis 20; Salat- gurfen 10 bis 25; Einmachgurken 2 bis 4; Endivien 10 bis 20; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Laucb 5 bis 10; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40; Kartoffeln Zentner 4,00 bis 4,50. ** Personalien. Aus dem hessischen Staatsdienst entlassen wurde der ordentliche Professor für alttestamentliche Wissenschaft in der Theologischen Fakultät der Landesuniversität Gießen D. Dr. Baumgartner in Gießen mit Wirkung vorn 1. Oktober ab. — Ernannt wurden der Vermessungs-Oberinspektor Karl Engel beim Feldbereinigungsamt zu Friedberg, Abteilung Müller, zum Bureaudirektor, der Der- messungsinspektor Karl Philipp W e i t h beim Feldbereinigungsamt zu Gießen, Abteilung Mayer, zum Vermessungs-Oberinspektor, beide mit Wirkung vom 1. September ab. ** Die Evangelisd)cn und die kommenden Wahlen. Dieser Tage sand hier — wie man uns berichtet — eine vom politischen Ausschuß des Evangelischen Zweckverbandes einberufene und zahlreid; besuchte Versammlung von Vorständen der evangelisch-kirchlichen Vereine in den Dekanaten Gießen und Grünberg statt, um über die Vertretung der evangelischen Belange bei den bevorstehenden Kommunal-, Kreistags- und Provinzialtagswahlen zu beraten. Man war allgemein der Ansicht, daß die Anwesenden ihren ganzen persönlichen Einfluß bet den in Betracht kommenden Parteien aufwenden möchten, um möglichst viel evangelisch gesinnte Vertreter in die betreffenden Körperschaften zu bekommen. " Eine Ovel-Sondcrschau veranstaltet die hiesige Opelvertretung P. I ä g c r am Sonntag und Montag in der Volkshalle. Näheres in der heutigen Anzeige. •* Werbewoche der Freien Schneider-Innung. Vom 14. bis 21. September veranstaltet die Freie Schneider-Innung des Kreises Gießen eine Werbewochc, deren Zweck es ist, das kaufende Publikum auf die Maßarbeit in der Bekleidung hinzuweisen. In einer Anzeige in unserem heutigen Blatte wird diese Werbewoche von einer Anzahl Firmen des Gewerbes angekündigt. führenden Geschäfte LUX raten Ihnen : „Waschen Sie Leinen-, Seiden- und Woll- sachen ohne Reiben im mildreinigenden Schaum der Lux Seifenflocken, dann bleiben sie so schön wie am ersten Tage.16 SEIFENFLOCKEN 9 SUNLI£HT GESELLSCHAFT A.G. MANNHEIM S^ieStimmeseinesHerrn. POLYDQR Schutzma rk fll Schutzmarke für das Ausland Bedingungen tm Septemberheft der illustrierten Monatsschrift »Die Stimme seines Herrn« mit der Sonderbeilage: »Klassische und moderne Orchester-Werke«. Dieses Heft ist zu haben in allen offiziellen Verkaufsstellen, kenntlich durch nebenstehende Schutzmarken. „Gramola- ■ . Instrumente, smd unerreicht! DEUTSCHE GRAMMOPHON-AKTIEN GES ELL5 CHA FT IcfSflRrPBr 10.000.-M. Preisausschreiben für jedermann „Cafe Astoria“ Sonntag, den 15. September, 8% Uhr: Abschieds- und Ehrenabend für die scheidenden Mitglieder der Kapelle L. Husemeyer vom S.-D. Cap Polonio Herrn W. Meineke und Herrn W. Krüger Saxophon Klavier 05879 Jungdeutsche Schwesternschaft, Gießen Hessisches Trachtenpuppenmuseum Ausstellung von etwa 50 Puppen in alten, echten Hüttenberger, Rabenauer.Scfiwälmer und anderen hessischen Trachten im Caf6 Leib,Walltorstraße Mittwoch,den 18.September,von nachmittags 4 Uhr ab, und Donnerstag,den 19. 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Schmidt Vermählte Gießen (Grabenstr. 3), im September 1929 05870 Für die überaus zahlreichen Beweise freundlichen Gedenkens anläßlich unserer goldenen Hochzeit sagen wir allen auf diesem Dege unseren herzlichsten Dank Zacob Häuser und Frau Gießen (Ludwigstraße 36), den 14. September 1929 05883 Für die uns erwiesenen Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Vermählung danken wir herzlichst W. Schneider u. Frau Betty geb.Rau Bürstadt (Kr. Bensheim), September 1929 05875 Das Kind gedeiht - die Mutter lacht. Köstritzer Schwarzbier hat's gemacht. Wolfstraße 21/Ecke Lieber Straße / Fernspr. 3835 Tanz-Unterricht Mein diesjähriger Kursus beginnt am Dienstag, 8. Okt., abends 8 Uhr. Vorherige Anmeldungen Wetzsteingasse 31 erwünscht / Achtungsvoll: SCHMIDT, TANZLEHRER 7549V tacWieiioveMlicli Schlafzimmern, Wohnzimmern, Arbeitszimmern, Küchen, Einzelmöbeln aller Art, Siedlungs- Typenmöbel nach May, Sdhuster und Kramer. 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Oktober beginnenden Kursen: Weißnähen, Schneidern nach, mittags (halbjährig), Bügeln und Kochen (vierteljährig), werden noch Schülerinnen angenommen. 7545D Baldige Anmeldung erbeten. Alice-Echule, Steinstr. 10. Sprechstunde täglich von 12-1 Uhr und 14-15 Uhr außer Samstag. Rundfunkprogramm. Sonntag, 15. September. 7: Don Hamburg: Hafenkonzert. 8.15 bis 9.15: Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche Frankfurt a. M.10.15: Don Dingen: Akademische Feier anläßlich des 750. Todestages der Heiligen Hildegard. 11.30: Elternstundc: „Ein Dater kommt in die Sprechstunde," Gespräch zwischen Ober-Ingenieur Waldemar Scheyrer, Wies- baden-Diebrich, und Rektor K. Wehrhan. 12: Von Kassel: Konzert des Rundfunkorchesters. 14: Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Märchenborn. Für Kinder vom 4. Jahre ab. 15: Stunde des Landes. 16: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Liebeslieder vom Mississippi bis zum Hoang-Ho. Dortrag mit Schallplattenbeispielen von Dr. Wilhelm Heinih. 18.45: Stunde des Vhein-Mainischen Derbandes für Dolksbildung: „Aus der Welt des Allerkleinsten", Dortrag von Dr. Robert Kahn, Edenkoben. 19.15: „Das Frankfurter Opernhaus vom 16. bis 21. September", Wochenübersicht von Oberspielleiter Dr. Graf. 19.30: Sportnachrichten. 20: Die Gemeinschaftsehe. Ein parodistischer Funkakt von Kurt Reiß. 20: Aus dem Kleinen Theater in Daden-Daden: Kammermusik. 21.45 bis 23: Don Stuttgart: Volkstümlicher Abend. 23.15 bis 0.30: Tanzmusik. Montag. 16. September. 12.15: Schallvlattenkonzert: Aus Opern. 13.15 bis 13.30: Werbekonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: Aus Svort und Spiel: „Reichs- jugendabzeichcn, Sportabzeichen und andere Auszeichnungen". 16.15 bis 18: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10: „Indianische Fantasie" von Dr. Wilhelm Heinih. 18.50: Von Kassel: Dichtung der Arbeit von Dr. Fritz Michel, mit eigenen und anderen Gedichten. 19.20: Englische Literaturproben. 19.35: Englischer Sprachunterricht. 20: Rach Stuttgart: Woyzeck, Drama von Georg Vüchner. 21.30 bis 22.30: Von Kassel: Kammermusikkonzert. 22.45 bis 24: Von Stuttgart: Unterhaltungskonzert. Dienstag, 17. September. 8 bis 9: Von Vad Homburg: Frühkonzert des Kurorchesters. 13.15 bis 13.30: Werbckonzert. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Reuest es. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: Die schöne Umgebung von Frankfurt a. M. bzw. Kassel. Für Kinder vom 10. Jahre ab. 16.15 bis 18: Rach Stuttgart: Konzert. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.40: Von Kassel: Zehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund, von Garteningenieur Karl Hinze. 19: Zehn Minuten Wanderratschläge des Taunusklubs. 19.20: Schachstunde. 19.40: „Das Wesen und Wollen der christlichen Gewerkschaften". Vortrag von Bernhard Otte, Vorsitzender des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften Deutschlands. 20: Von Stuttgart: Russische Lieder und Arien. 21.35 bis 22.30: Von Stuttgart: Es geht dich an. Bilder aus unserer Zeit. 22.45 bis 24: Von Kassel: Vom Meer. Mittwoch, 18. September. 8 bis 9: Don Bad Homburg: Frühkonzert des Kurorchesters. 10.40 bis 11.10: Schulfunk: Französisch. 13.15: Werbekonzert. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Buntes Programm. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: Aus dem Buche der Sage und Geschichte: „Der Glockenguß zu Breslau" und andere Sagen und Balladen — Rektor K. Wehrhan. Für Kinder vom 10. Jahre ab. 16.15 bis 18: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10: Dücherstunde. 18.30: Dortragszyklus: „Reuzeitliche Technik", Dortragender: Dipl.-Jng. Erich Laßwih. 18.45: „Mit dem Mikrophon auf Auslandsreportage", Vortrag von Dr. Paul Laven. 19.05: Französische Literaturvroben. 19.20: Französischer Sprachunterricht. 19.45: Senckenberg-Diertelstunde: „Wanderungen der Tierwelt", Dortrag von Prof. Dr. G. Wülker. 20: Rach Stuttgart: Kammermusik. 20.45 bis 22: Don und nach Stuttgart: Spanischer Abend. 22.15: Funkstille. Donnerstag, 19. September. 8 bis 9: Don Bad Homburg: Frühkonzert des Kurorchesters. 12.15: Schallplattenkonzert: Mär- sche und Walzer: 13.15: Werbekonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Don Frankfurts Macht und Größe". Was cmal c Alt-Frankforter Rachtwächter hat erlerne misse. In Frankfurter Mundart. vorgetragen von Rektor E. Pabst. 16.15 bis 18: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkfunkorchesters. 18.10: Lesestunde. 18.30: Die Kulturpolitik Rußlands. Dortrag von Dr. Bernhard Reich. 18.50: „Die Arbeit der Kirchen für den Weltfrieden". 1. Dortrag von Pfarrer Dr. Rone H. Wallau. 19.10: Stenographischer Fortbildungskursus (Diktat von 60 Silben an aufwärts). 20 bis 22.15: Dom Frankfurter Opernhaus: Or° vheus und Eurydike. Oper in drei Aufzügen von Ramino da Ealzabigi. Musik von Christoph Willibald Ritter von Gluck. 22.30 bis 24: Tanzmusik. Freitag, 20. September. 8 bis 9: Don Bad Homburg: Frühkonzert des Kurorchesters. 12.15: Schallvlattenkonzert: Reuestes. 13.15: Werbekonzert (Schallplatten). 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Der Automat". Dortrag von Mittelschullehrer Hans Rößler. Für Kinder vom 10. Jahre ab. 16.15 bis 18: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10: Hausfrauen-Rachmittag. veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauenverein. 18.40: Dortrags- zhklus des Frauenverbandes Hessen-Rassau und Waldeck. 19.10: Don Kassel: „Kassel von 1820 im Urteil eines Engländers". Dortrag von Karl Walter. 19.30: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 19.50: Filmwochenschau. 20: Don Stuttgart: Zeitgenössischer Abend. 21 bis 22.15: Der ungetreue Eckehart. Ein Schwank in drei Akten von Hans Sturm. 22.30 bis 23.30: Don Stuttgart: Lieder zur Laute. Samstag, 21. September. 8 bis 9: Don Bad Homburg: Frühkonzert. 10.40 bis 11.10: Schulfunk: „1S>ai ich von der deutschen Gerichtspflege wissen muß", vorgetragen von Gerichtsreferendar Albert Beil. 13.15: Werbekonzert. 13.30 bis 14.30: Schallvlatten- konzert: Schlager aus Operetten und Revuen.. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Liederkranz. Liedervorträge der Für- stenberger Mittelschule. 16.15 bis 18: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Don der Pcterskirche: 25. Frankfurter Motette. 18.50: Don Kalsel: „Die Begegnung Goethes mit Herder in Straßburg". Dortrag von Karl Walter. 19.10: Stunde des Arbeiters. 19.30: Stunde des Frankfurter Bundes für Dolksbildung: „Die ältere und die jüngere Generation", Dortrag von Frau zur Hellen-Pfleiderer. 20: Don Stuttgart: Reuerc Lyrik aus Schwaben. 21: Don Stuttgart: Blasmusik des Tromveterkorps der 5. Rachrichtenabteilung. 22 bis 23: Don Freiburg: Unterhaltungsabend der Kavelle Enoda. 23.15 bis 0.30: Don Berlin: Tanzmusik. Muslrie- und Handelskammer Friedberg. WSR. Friedberg, 12. Sept. In der vierten Dollversammlung der Industrie-und Handelskammer Friedberg berichtete Syndikus Dr. Göbel über die Tätigkeit der Geschäftsführung. 2m Anschluß an diese Ausführungen behandelte der Redner die aktuellen Fragen auf den Gebieten der Steuer-, Finanz-, Sozial- und Innenpolitik. Der Dortragende erstattete sodann Bericht über die letzte Sitzung des Südwestdeutschen Handelskammer-Ausschusses für Hotelgewerbe und Fremdenverkehr in Ueber- lingen. Zur Frage der Arbeitslosenversicherung stellte sich die Kammer einmütig auf den Standpunkt, daß es unmöglich sei, der schwerringenden Wirtschaft höhere Beiträge zuzumuten. Die Reform der Arbeitslosenversicherung müsse unter allen Umständen beschleunigt durchgeführt werden. Weiterhin beschäftigte sich die Dersammlung mit der Handwerkernovelle, über die Syndikus Dr. Göbel erläuternd sprach. Er gab ferner Kenntnis davon, daß die hessischen und hessen-nassauischen Industrie- und Handelskammern die Herausgabe einer Denkschrift über das rhein-mainische Wirtschaftsgebiet beabsichtigen, in der die wirtschaftliche Derflech- tung dieses Gebiets dargelegt werden soll. Die Dersammlung nahm alsdann einen Bericht des Syndikus über die letzte Dertreterbesprechung der hessischen Kammern entgegen, die am 14. August in Frankfurt a. M. stattfand. Die Kammer sagte schließlich ihre Unterstützung zur Schaffung einer Reliefkarte für Oberhessen zu. Spielplan -er Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag. 15. Sept.: Gastspiel der javanischen Sängerin Iovita Fuentes: Madame Butterfly. Don 20 Uhr bis nach 22.30. 16. Sept.: Anläßlich des 12. Kongresses der christlichen Gewerkschaften: Fidelio. Don 19.30 Uhr bis 22.15. 17. Sept.: Schwanda. der Dudelsackpfeifer. Don 20 Uhr bis 22.30. 18. Sept.: Die Zauberflöte. Don 19.30 Uhr bis gegen 23. 19. Sept.: Orpheus und Eurydike. Don 20 Uhr bis nach 22. 20. Sept.: Cavalleria rusticana. Hierauf: Der Bajazzo. Don 19.30 Uhr bis 22.15. 21. Sept.: Schwanda, der Dudelsackpfeifer. Don 20 Uhr bis 22.30. 22. Sept.: Die Meistersinger von Rürnberg. Don 17.30 Uhr bis 22.45. 23. Sept.: Tosea. Don 20 Uhr bis gegen 22.30. Schauspielhaus. Sonntag, 15. Sept.: Pariser Leben. Don 20 Uhr bis 22.30. 16. Sept.: Das Gerücht. Don 20 Uhr bis 22.15. 17. Sept.: Die andere Seite. Don 20 Uhr bis gegen 22.45. 18. Sept.: Die andere Seite. Don 20 Uhr bis gegen 22.45. 19. Sept.: Das Gerücht. Don 20 Uhr bis 22.15. 20. Sept.: Das Gerücht. Don 20 . Uhr bis 22.15. 21. Sept.: Frau Didal hat einen Geliebten. Don 20 Uhr bis gegen 22.30. 22. Sept.: Pariser Leben. Don 20 Uhr bis gegen 22.30. 23. Sept.: Pariser Leben. Don 20 Uhr bis 22.30. Taten für Sonntag, 15. September. 1612: der französische Schriftsteller Francois v. Larochefoucauld in Paris geb. (gest. 1680). — 1834: der Geschichtsschreiber Heinrich v. Treitschke in Dresden geb. (gest. 1896). — 1926: der Philosoph Rudolf Cucken in Jena gest. (geb. 1846). Daten für Montag. 16. September. 1858: der englische Politiker. Donar Law in Reu-Braunschweig geb. (gest. 1923). Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 66 vom 13. September enthält: Straßensperre. — Die Gemeindewahlen. — Reichssteuerüberweisungen. — Hauptversammlung des Hessischen Lehrerturnvereins. — Beihilfe an die Dolks- bibliotheken. — Aufhebung einer Polizeiverordnung. — Feldbereinigung Lindenstruth und Großen-Linden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 15. September. 16. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker: zugleich Chri- stenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinbe; 9.30: Pfarrassistent Schlaudraff: 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrassistent Schlaudraff. — Iohanneskirche. 8: Pfarrer Ausfeld: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde, 9.30: Missionar Walther: 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bech- tolsheimer: 8: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfarrer Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Ausfeld: 11: Kinderkirche. — Pelrusgemeinde. 9.45: Waldgottesdienst im Bcrg- werkswald. — Diefeck. 9.30; 10.45: Kinderkirche. — Alten-Duseck. 10: Alten-Buseck: 1: Trohe. — Kirchberg. 10: Kirchberg: Pfarrer Hickel (Darmstadt); Mädchenchor und Konfirmandenchor: Kollekte. — Hausen-Garbenteich. 10: Garbenteich, hl. Abendmahl; 1: Haufen. — Wahenborn-Sleinberg. (Kirchweihtag.) 10: Hauptgottesdienst: Pfarrer Dörr (Heuchelheim): 11: Kinderkirche. — Lich. 9.30: Stiftsdcchant Kahn; Christenlehre für die männliche Jugend: 12.45: Kindergottesdienst. — Rieder-Bessingen. 10.45: Pfarrer Köhler (Billingen). — Klein-Linden. 9: Hauptgottes- dienst: Abendmahl für die Jungverheirateten. Katholische Gemeinden. Samstag, den 14. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 15. September. 17. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jünglinge: 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt: 14: sakramentalische Bruderschaftsandacht. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Messe mit Predigt. — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Lich. Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. SonntnaSdientt d.Aerztc u.Avotiieken am 15.9.29 Dr. Neumann-Svenael. Dr. Schäffer. Pelikan» avotbeke. .iabnnrzt: Dr. Metz. 'D ÄftNÄUÖ ihr Männer vom Schraubstock und Amboß! Was Mutter im Haushalt zum Putzen und Scheuern gebraucht, macht auch die Hände tadellos sauber. Ata schäumt gut und ist angenehm für die Haut. Nur 20 Pf kostet die sparsame Streuflasche. Reine Hände durch Henkels Putz-und Scheuerpulver putzt-und scheuert alles. Nur in Originalpackung-niemals lose. Hergestellt in den Persil-Werken GietzenerAnzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 2(6 Drittes Blatt Oer Freiheit entgegen! Don Or. Paul Moldenhauer, o. ö. Professor der Dersicherungswissenfchast an der Universität Köln, M. d. X Ser bekannte Reichstagsabgeordnete g3tof. Dr. Molüenhauer, den toir als Vertreter des DHeinlandes um eine Meinungsäußerung zur Haager Kon- fe'renz gebeten hatten, stellt uns die nachstehende Betrachtung zur Verfügung. Dio Haager Konferenz hat die Räumung des besetzten Gebietes festgelegt. Spätestens am 15. Dezember wird die zweite, spätestens am 30. Juni nächsten Jahres die dritte Zone frei. Heute erscheint manchem dieser Erfolg fast selbstverständlich. Nachdem im Dawes-Plan die finanziellen Verpflichtungen Deutschlands geregelt, nachdem im Vertrag von Locarno das französische Sicherheitsbedürfnis befriedigt war, hatte Deutschland nicht nur einen moralischen Anspruch, sondern ein Recht auf die Räumung. Aber zäh widersetzte sich Frankreich allen diesen Wünschen. Zu sehr war man noch befangen in den Vorstellungen, daß Frankreichs traditionelle Rheinlandpolitik die Loslösung des linken Rheinufers von Deutschland verlange. Seit dem 17. Jahrhundert hat dieser Gedanke der französischen Politik vorgeschwebt. Er war in den Zeiten der französischen Revolution vorübergehend verwirklicht worden. Er tauchte in den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wieder auf, um im Weltkrieg fast zum Glaubensbekenntnis Frankreichs zu werden. Zäh hat Elemenceau bei den Verhandlungen der Friedenskonferenz um diese Forderung Frankreichs gerungen und, als er damit unterlag, wenigstens eine langfristige Besetzung durchgeseht und sich damals wohl in der Hoffnung gewiegt, daß Deutschland die Bedingungen für die Räumung niemals erfüllen werde. Gleichzeitig versuchte man, durch schärfsten Druck auf die Rheinländer und gedungene Elemente die Loslösung vom Rheinland selbst aus zu erreichen. Alle diese Versuche scheiterten an • der Entschlossenheit des rheinischen Volkes. Dieser Politik Frankreichs gegenüber versuchte seit 1923 der deutsche Außenminister Dr. Stresemann die Freiheit des besetzten Gebietes zu erringen. Als er ans Ruder kam, standen die Franzosen bei Dortmund. Keinerlei Waffen, keinerlei Macht standen Stresemann zur Verfügung. Er muhte die öffentliche Meinung der Welt geschickt ausnuhen, er muhte sie davon überzeugen, daß ein verständiges Zusammenarbeiten der Völker Europas für sie wertvoller ist als eine Hegemonie Frankreichs und eine Vergewaltigung Deutschlands, die nur die Ursache neuer kriegerischer Verwicklungen sein konnte. So gelang es ihm, denRückzug der Franzosen von der Ruhr durchzusehen, so gelang ihm die Befreiung der nördlichen Zone. Bereits damals hofften viele, hoffte er auch wohl selbst, dah die Räumung des ganzen besetzten Gebietes bald folgen werde. Aber die Stimmung schlug um. Auf das Kabinett H e r r i o t folgte nach einigen Zwischenspielen das Kabinett P o i n c a r e. Eisiger Wind wehte aus Frankreich allen Derständigungsversuchen entgegen. Wieder bedurfte es jahrelanger zäher Arbeit, um den Boden für neue Verhandlungen vorzubereiten. Wir trafen im Haag auf keine uns günstige Atmosphäre. Driand hatte sich schon in Genf zu gehässigen Aeuherungen gegenüber Deutschland hinreihen lassen. Er propagierte seit langem die Idee, dah, selbst wenn Frankreich räume, ein Lleberwachungsausschuh zurückbleiben müsse, d. h. dah Frankreichs Macht sichtbar am Rhein weiter die Wacht halten Dämonen der Zeit. Vornan von Arthur Drausewetter. 30 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Aber, Väterchen," unterbrach ihn das junge Mädchen, das voll ungeduldiger Verlegenheit bis dahin zugehört hatte, „du wirst dem fremden Herrn doch nicht unsere ganze Lebensgeschichte erzählen. Dazu hat er wirklich keine Zeit, und das interessiert ihn auch sehr wenig." „Lah nur, mein Kind, er muh doch wissen, wem er seine Freundlichkeit erweist, und weshalb wir sie von ihm erbitten." Lind unbeirrt durch den Unmut seiner Tochter, setzte er seine Rede fort: „Das Mädchen ist noch nie in Berlin gewesen. Deshalb lieh ich sie nicht allein reisen, sondern begleitete sie. Ich hatte mir von unserem Superintendenten, der oft in Berlin ist, ein ganzes Verzeichnis von Fremdenheimen und christlichen Hospizen geben lassen. Aber überall wies man uns ab. Run versuchten wir es hier, und wieder war es vergeblich." „Ist denn kein einziges Zimmer verfügbar? Oder wenigstens zwei Badestuben?" wandte sich Klaus, nachdem der Abte mit einem tiefen Seufzer geschlossen hatte, an den Portier. „Die Herrschaften würden ja gern für eine Dacht vorlieb- nehmen." „Cs ist alles besetzt: auch die Badestuben find belegt," erwiderte Herr Georgi mit kurzer Bestimmtheit und begrüßte andere Gäste, die eben mit einem Berg von Gepäck vorgefahren waren und vor acht Tagen bestellt hatten. „Du siehst, Väterchen, dah es nicht geht. Wir wollen nun nicht länger zur Last fallen." Aber Klaus, dessen Mitleid mit den beiden immer mehr gestiegen war, nahm dem jungen Mädchen den Koffer, den es bereits ergriffen hatte, aus der Hand. „Ich möchte Ihnen empfehlen, noch ein wenig zu verweilen, es gießt augenblicklich, als hätte der Himmel seine sämtlichen Schleusen geöffnet. Sie können Ihre Sachen erst trocken werden lassen, auch eine Tasse Tee zu sich nehmen. Vielleicht findet sich doch noch auf irgendeine Weise Rat. Ich werde mein möglichstes tun.“ Er war ihr. die widerstrebend und nur auf das Zureden ihres Vaters folgte, beim Ablegen des Mantels behilflich. Tannenschlank, ein wenig zu schlank vielleicht, doch mit entzückender Anmut gebaut, stand sie vor ihm. Etwas fast noch Kindliches war in ihr, aber aus den Augen, die jetzt schon freundlicher und freier blickten, leuchtete eine reife Weiblichkeit. »2lch darf Ihnen den Tee wohl in dem Empfangsraum reichen lassen. Lind dann bitte ich, müsse. Er muhte fürchten, daß der wiedergenesene Poincare ihm Verrat an der französischen Sache vorwerfen und ihn, wie damals nach Cannes, stürzen würde. Er stieß in den finanziellen Frage auf den Widerstand Snowdens, und der Kampf um die Verteilung der deutschen Zahlungen unter die Verbündeten nahm so sehr den Raum der Erörterungen ein, dah für die Lebensfrage des deutschen Volkes kaum noch Platz blueb. Um so mehr wird das rheinische und mit ihm das ganze deutsche Volk es unseren Llnterhänd- lern, an ihrer Spitze dem Auhenminister, danken, dah sie trotz aller Versuche Briands, einer Entscheidung auszuweichen, trotz allen Drucks der andern darauf bestanden haben, nicht eher ihre Llnberschrift zu geben, als bis die Räumung gesichert war. Gewiß, auch dieses Ziel ist nur unter Opfern erkauft worden. Wir haben uns verpflichten müssen, über den 1. September hinaus 30 Millionen Mark für De - satzungskosten zu zahlen. Hätten wir daran die Freiheit scheitern lassen sollen? Wohl gelang es uns, den Lleberwachungsausschutz zu beseitigen, aber wir mußten darin einwilligen, daß die im Vertrage von Locarno vorgesehenen Schieds- ausschüsse auch für die Frage der entmili- tavisierten Zone zuständig wurden. Damit ist kein ständiger Lleberwachungsausschuh eingerichtet. Aber Wenn Frankreich wenigstens auf dieser Form bestand, so wollte es sich die Möglichkeit Vorbehalten, seine Beschwerden in einem anderen Gremium als dem Dölkerbundsrat vorzubringen. Wir hätten in Deutschland lieber gesehen, daß auch diese Bestimmungen gefallen wären. Aber nachdem die Ge ahr des Lleberwachungs- ausschusses beseitigt war, werden wir uns mit der Schiedsinstanz ab inden müssen. Cs bleibt für alle schweren Fälle der Appell an den Rat des Völkerbundes, der an sich nach dem Vertrag von Versailles zuständig ist. Wir haben vernichten müssen, die Frage des Saargebiets jetzt zu klären. Die Frage Eupen-Mal medy konnten wir nicht einmal anschneiden. Aber es wäre falsch, das Erreichte nicht anzuerkennen, weil nicht alle Dlütenträume auf einmal reiften. Durch das rheinische Volk geht ein Aufatmen. Die schwere Last der Besatzung wird ihm genommen, genommen auch, was noch wichtiger ist, die Sorge, daß Frankreichs Politik, dieses kerndeutsche Land von Deutschland zu trennen, zum Erfolg führen könnte. Wer sich in die Zeiten von 1919 und 1923 zurückversetzt, wer jene schweren Jahre am Rhein miterlebt hat, der weiß zu toürbigen, weih auch zu danken, was in zähem, unablässigem Ringen, nicht mit großem Geschrei und Worten, aber mit festentschlossenem Willen an Positionen erreicht wurde. Wir gehen der Freiheit entgegen. Rur Monate noch trennen uns von dem Tag, an dem auch wir am Rhein wie im übrigen Deutschland die Luft der Freiheit atmen können. Tagung der deuischen Geschichts- und MerLumsvererne. In der Llniversitätsaula zu Marburg fand in den letzten Tagen die 7 7. Hauptversammlung des Gesamtverbandes der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine statt, die durch den Vorsitzenden, L^niversitätsprofessor Dr. h. c. Dr. Wolfram, Frankfurt a. M., eröffnet wurde. Dem Verband, der 100 000 Mitglieder zählt, wurden durch Vertreter die herzlichsten Grüße der preußischen Staatsregierung, des Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Rassau, des Regierungspräsidenten, der Stadt, der Llniversität, der Archivvereine, des österreichischen Bundeskanzlers, der Hessischen Landeskirche und des Hessischen Geschichtsvereins übermittelt. Der Vorsitzende gab bann bekannt, daß die nächste Tagung in Wien stattfinden werde. In einem großzügigen Referat sprach Diblio- thekdirektor Dr. Hopf, Kassel, über „Hessen und Reich". Der Redner ging in seinen Darlegungen vom frühen Mittelaller aus, legte besonderen Rachdruck auf die Zeit der Reformation und setzte sich ausführlich mit der Stellungnahme der einzelnen Landgrafen auseinander, deren Politik späterhin durch das Streben nach der Kurwürde gekennzeichnet war. Dr. Hopf schloß mit einem kurzen Hinweis auf die Ereignisse des 19. Jahrhunderts, die dem jungen Kurhessen ein Ende bereiteten. Am Nachmittag des ersten Tages fanden u. a. sehr interessante Vorträge von Museumskustos Dr. Wölke, Frankfurt a. M. und Professor Dr. Gundel, Frankfurt a. M. über die Forschungen und Befestigungen in Heddernheim statt, die Anlaß zu ganz neuen Deutungen und Datierungen geben. Professor Dr. v. Künzberg, Heidelberg, und Studiendirektor S ch o o f, Hersfeld, gaben Liebersichten über die Flurnamenforschung, die noch sehr im argen liege. Eine Sammlung der Flurnamen in Buchform sei leider durch den Krieg verzögert worden. Besonders lehrreich waren Lichtbildvortrüge von Prof. Dr. Behn über die Ausgrabungen in Alzey und die karolingische Klosterkirche in Lorsch. Ein trefflich klares Bild der Sprachräume und Sprachschranken im Hessischen zeichnete Privatdozent Prof. Dr. F. Maurer, Gießen. Am Abend fand ein großer Empfang durch die Stadt Marburg statt. In der Abteilung VI der Hauptversammlung sprach Geheimrat Prof. Dr. Sommer, Gießen, über das Thema: klinische Studien über hereditäre Belastung. Der Vortragende zeigte im Anschluß an sein Buch über Familienforschung, Vererbungs- und Rassenlehre eine Reihe von Tafeln, auf denen in bestimmten, genau untersuchten Fällen die Tatsachen der Heredität bei der gleichzeitigen Darstellung der Ahnen und der Sippschaft hervortreten. Dabei ist besonders ersichtlich 1. die Häufung von Fällen psychischer und nervöser Erkrankung gleicher Art in einzelnen Familien, z. B. von Epilepsie: 2. die Abschwächung bestimmter hereditärer Krankheiten in Formen, die im Grad geringer, aber der Art nach verwandt sind, z. B. epileptoider Fälle bei im übrigen hervortretender ausgeprägter Epilepsie: 3. der verhängnisvolle Einfluß, den die Kreuzung von Familien mit verschiedenartigen, oder teilweise ^nlichen Krankheitsformen, z. B. Epilepsie und Alkoholismus, auf die Nachkommen hat: 4. die eigenartige Transformation, die sich bei den hereditären Psychosen in bezug auf die Art der Krankheit, z. D. Epilepsie und Paranoia, zeigt: 5. die engen Beziehungen zwischen psychiatrischer Heredität und Kriminalität. Die Grundtatsachen der Vererbung gelten bei aller An- mich zu entschuldigen. Die Mäntel werde ich zum Trocknen in die Küche geben.“ Er begab sich in sein Geschäftszimmer zurück, um seine Arbeit fortzusetzen, indes die beiden es sich in dem warm und vornehm eingerichteten Saale behaglich machten, die Tochter mit selbstverständlicher Gelassenheit, der alte Herr nicht ohne Bedenken, die schmutzigen Stiefel auf einen so üppigen Teppich zu sehen. Herr Georgi hatte inzwischen seinen Fremden, die er, nach seinem mit feinster Sorgsamkeit für die verschiedensten Grade abgetönten Verhalten zu schließen, hoch einschätzen mußte, die Wohnung gewiesen und stand jetzt wieder hinter seinem Tische, um den Haufen der vor ihm liegenden Briefe in die Nummernfächer zu reihen, als Klaus zu ihm trat: „Ich sehe eben, daß Zimmer 104 und 105 frei sind." „Bankdirektor Reißner aus Gera hat sie für sich und seine Frau Schwester bestellt," erwiderte Herr Georgi in seiner kurz abweisenden Art. „Er schreibt, man möchte ihm die bestellten beiden Zimmer nur bis 7 Llhr abends Vorbehalten, wenn er dann nicht eingetroffen wäre, ständen sie zu unserer Verfügung. Da es bereits gegen 8 Llhr ist, können sie also dem Herrn Pfarrer und seiner Tochter überlassen werden." Herr Georgi erhob zwar keinen Widerspruch, aber er zuckte die Achseln und kniff die Mundwinkel. Jedes für sich war ein Zeichen seines LInwillens, beides zusammen aber deutete auf die höchste Mißstimmung. Klaus beachtete es nicht. „Ich bin in der glücklichen Lage, Ihnen nun doch noch zwei Zimmer geben zu können," wandte er sich an die beiden, „und zwar zwei fehr gute, die wir durch einen vorher übersehenen Zusatz bei einer Bestellung freibekommen haben. Wenn es den Herrschaften beliebt, so können Sie sich gleich mit dem Fahrstuhl in Ihre Räume begeben.“ Ein heller Fredenschimmer glitt über das breite Gesicht des alten Pfarrers, mit ausgestreckten Händen ging er auf Klaus zu: „Oh, wie gut und freundlich ist das von Ihnen I Lind welch eine ungeahnte Fügung. Siehst du, Lotte, ich habe es dir so oft gesagt: Der da oben verläßt einen nicht so leicht ... und gerade, wenn es einem am schlechtesten geht —“ „Auch ich danke Ihnen vielmals, mein Herr," sagte das junge Mädchen mit kindlicher Freundlichkeit. Lind doch war etwas Gemessenes in ihren Worten. Am nächsten Morgen trat Herr Eltermann an das Pult seines Direktors: „Der Portier hat sich über Sie beklagt. Sie hätten, ohne ihn zu fragen, über zwei Zimmer Verfügung getroffen.“ Klaus, der auf eine solche Beschwerde gefaßt war, erzählte kurz und sachlich den Hergang. „Sie haben in der Sache vollständig richtig gehandelt," entschied Herr Eltermann. „Was die Form betrifft, so hatten Sie diesem Manne gegenüber noch nicht die richtige Erfahrung. Er ist es gewohnt, bei der Verteilung der Zimmer ausschlaggebend zu sein, und betrachtet dies als sein verbrieftes Vorrecht. Sie hätten die Angelegenheit nicht über seinen Kopf hinweg ordnen sollen. Im übrigen werde ich mich auf Ihre Seite stellen." Von diesem Tage an war Herr Georgi Klaus Körbers erbitterter und unversöhnlicher Feind. Alles kann man Menschen seiner Art antun, und sie werden es schließlich vergessen und vergeben. Wer ihnen aber an ihren Geldbeutel rührt, der hat die untiergebbare Sünde wider sie begangen. Das sichere Geschäft, das er mit den beiden Zimmern hätte machen können, hatte ihm der menschenduselige Direktor verdorben, um eines Pastors und feiner Tochter halber. Natürlich hatte es ihm das hübsche, schlanke Mädchen mit den blitzenden Augen angetan. Aber er wollte es dem Herrn Direktor schon anstreichen, dah ihm die Lust vergehen sollte, sich noch einmal in seine geschäftlichen Angelegen- he'.ten zu mischen. - Lind Herr Georgi eröffnete seinen wohldurchdachten und rücksichtslos ausgeführten Feldzugsplan. Er horte alle Anordnungen, die Klaus ihm gab, mit halbem Ohr und behauptete, wenn die Ausführung unterblieb, mit der freiesten Stirn: etwas Derartiges hätte ihm der Herr Direktor niemals gesagt: er schloß ein Schutz- und Truh- bündnis mit dem zweiten und dritten Portier, mit denen er bis dahin auf gespanntem Fuße gelebt, die er jetzt aber durch eine plötzliche Großzügigkeit in der Trinkgelderangelegenheit gewann. Er besorgte dem Sekretär, der ein Theaternarr war, Eintrittskarten zu Kammerspielen und zum Großen Schauspielhaus, die er durch seinen schwunghaften Kartenverkauf und feine guten Beziehungen umsonst bekam: er legte dem Schreibfräulein, das ein unersättliches Leckermaul war, die schönsten Schokoladentafeln auf den Maschinentisch, kurz, er suchte alle Angestellten, die mit dem Direktor mehr oder minder zu tun hatten, zu sich herüberzuziehen. Klaus hielt alt diesem widrigen Geplänkel gegenüber mannhaft stand und war, obwohl er ganz allein stand, fest entschlossen, einem so kleinlichen Gegner nicht das Feld zu überlassen. Aber seine fein organisierte Natur litt unter diesen Ränken und Anfeindungen. Niemals in seinem Leben hatte er eine so schwere Zeit durchgemacht, war er durch soviel Häßlichkeit und Dunkel gr- gangen. Samstag, U. September 1929 ertennung der exogenen und sozialen Momente auch im Gebiet der Kriminalpsychologie. Im übrigen erörterte der Vortragende die großen Schwierigkeiten, die bei der Prüfung auf hereditäre Belastung im einzelnen Falle sich dem medizinisch-psychologischen Diagnostiker entgegenstellen. Er warnte besonders vor der rein statistischen Zählung von psychopathischen Krankheitsfällen in einzelnen Familien und verlangte kritische Llnterscheidung der endogenen und exogenen Momente bei der Beurteilung von Fällen von Geisteskrankheit innerhalb der Blutsverwandtschaft. Grundsätzlich vertritt der Vortragende eine methodische Verbindung der Familienforschung mit der Psychiatrie, Psychologie und Naturwissenschaft. Am zweiten Tag sprach zunächst Prof. Dr. Huy- skens (Aachen) über das Thema „Die heilige Landgräfin Elisabeth von Thüringen." Nachdem er die Versammlung mit einer Reihe von Biographien der heiligen Elisabeth älteren und jüngeren Datums bekannt gemacht hatte, gab er Einzelheiten über ihren Lebenslauf bekannt und ging dann auf ihre christliche Bedeutung ein, die vor allem in ihrer Heiligsprechung begründet liege. lieber »Notwendigkeit und Form eines deutschen Attas" referierte Prof. Dr. Wagner (Marburg). Er betonte die außerordenttict-e Wichtigkeit eines Reichs- Atlasses, in den Oesterreich und die Schweiz ausgenommen werden müßten. Dabei solle nicht nur der heutige Zustand festgestellt, sondern weitgehend auch die allgemeine Entwicklung berücksichtigt werden. Bon der Verwirklichung dieses Planes seien wir noch weit entfernt, doch könnte man wertvolle Vorarbeit leisten. Professor Dr. G o e ß l e r (Stuttgart) griff in seinem Vortrag über den Namen „Württemberg" eine alte Streitfrage auf. Er führte den Namen auf das alte keltische Wort „Virodunum" zurück. Er schloß aus vielen Anzeichen, daß Württemberg vor 400 bis 200 Jahren v. Ehr. von Kelten besiedelt gewesen sei. Der Name habe sich als Flurname für das heutige Württemberg bis ins Mittelalter gehalten, sei allmählich über „Virodum" zu „Virtun" gelangt und dann im 11. Jahrhundert von Konrad zur Bezeichnung seiner Burg auf Wirtenberc als Geschlechtsname neu ausgenommen worden. Hieran schlossen sich weitere Vorträge, die sich mit Kunst und Geschichte befaßten. Direktor i. R. Müller (Darmstadt) berichtete eingehend über die mühevolle Erkundung und Erforschung der vor- und früh- geschichtlichen Straßen Oberhessens. An Hand von Lichtbildern und Kartenmaterial begrenzte der Redner die zu besprechenden Gebiete auf Hessen-Darmstadt, die Wetterau und Kurhessen bis in die Gegend von Hersfeld. Schon in früh- alterlicher Zeit bestand hier ein wohlausgebautes Straßennetz, das von Mainz aus sich nach Nordosten ausbreitete und zum Teil von den Römern ausgebaut wurde. Anschließend sprach Dr. Erich Schmitt (Mainz) über die baugeschichtlichen Probleme am Aachener Münster. Nach weiteren Vorträgen, in denen Stadtarchivrat Dr. Schultze (Berlin), Professor Dr. W r e d e, Professor Dr. Erben und Professor Dr. Wagner zu Wort kamen, war diese Versammlung beendet. Am dritten und letzten Tage sprach zuerst Prälat D. Dr. Diehl, Darmstadt über die Bedeutung des Marburger Religionsgesprächs für die hessische Evangelische Landeskirche. Er legte dar, daß ein Brief, den Zwingli an den Landgrafen Philipp sandte, nicht ohne Cin- Oftmals mußte er an den alten Pastor denken, der jetzt, gewiß von der Welt und ihrer Tücke abgefchlossen, im schönsten Gottesfrieden auf seiner stillen Pfarre im Hannoverschen sah, und an seine Tochter, die auf irgendeiner kleinen Bude im Norden Berlins Nationalökonomie im letzten Semester studierte. Wenn die beiden ahnten, welch einen Sturm und welches Leid sie ohye ihren Willen auf fein Leben herabbeschworen hatten! Dann aber kam der Tag, wo feine Widerstandskraft erschöpft und fein anständiger Sinn bei aller Tapferkeit einer Taktik, die zu immer niedrigeren Mitteln griff, nicht mehr gewachsen war. So trat er eines Mittags nach der gemeinsamen Mahlzeit an Herrn Eltermann mit der Bitte heran, in feine Entlassung zu willigen. Noch einmal versuchte dieser, ihn umzustimmen. Als Klaus aber bei seinem Entschluß beharrte, blieb ihm nichts anderes übrig, als seine Zustimmung zu geben. Er dürfte jedoch sein Haus nicht eher verlassen, als es ihm gelungen wäre, ihm eine neue Stellung zu verschaffen. „Ich glaube, etwas Passendes für Sie gefunden zu haben," sagte eines Morgens Herr Cltermann beim Lesen der Post zu seinem Direktor. „Ich hatte mich an einen Bekannten, Herrn Dettmiller, den Inhaber großer und feiner Weinstuben Linier den Linden gewandt, aber keine Antwort von ihm erhalten. Eben schreibt er mir, daß er von seiner Geschäftsreise vom Rhein zurückgekehrt sei und Ihre sofortige Vorstellung erbitte, da er einen guten Direktor gerade such«. Es wird das beste sein, Sie machen sich gleich auf den Weg." Obwohl es erst im Anfang des November war, so hatte eine starke Kälte eingesetzt und Klaus atmete voller Entzücken die würzige, glashelle Luft, indes er die Friedrichstraße hinunter zu den Linden schritt. Es war die Hauptgeschäftsstunde, und auf dem Fahrdamm wie auf den Bürgersteigen war ein so starkes Getriebe von Menschen aller Art und Nationalität, von elektrischen Bahnen, Kraftwagen und Autobussen, daß es selbst für einen in diesem Straßenbetrieb Geübten nicht leicht war, ungehemmt vorwärtszukommen. Wohl drang in dem Gewirr und Geschwirr des unaufhaltsamen Vorbeihastens noch mancher fremde Laut an fein Ohr, wohl geisterte unsichtbar und doch fühlbar durch die fast maschinenmäßig fortwirbelnde Masse der Dämon der Zeit, hetzte, peitschte. Aber doch war ihm, als ginge ein neues Morgenwehen über dieses ©ehrieoe und Gewoge, als erwachte langsam aus Schlaf und Banden das Berlin, das ihm stets das verkörperte Sinnbild deutscher Kraft und deutschen Fleißes erschienen. (Fortsetzung folgt.) ,Iuß auf Len Landgrafen geblieben fei, der Zwinglianer und Lutheraner zwang, über 50 Jahre lang neben- und miteinander zu arbeiten. Sodann ergriff Professor Dr. Mommsen, Marburg, das Wort zu seinem Vortrag über „Geschichtswissenschaft und Kriegsschuldfrage". Er stellte fest, daß die Lage Deutschlands zur Kriegsschuldfrage heute eine außerordentlich günstige sei. Die Schlagworte des Tages seien vom In- und Ausland zurückgestellt worden, um einer sachlichen und geschichtlichen Heberprüfung Platz zu machen. Zusammenfassend betonte er, daß er es für unklug halte, jetzt Maßnahmen zu ergreifen, durch die wir nur unseren Gewinn preisgeben würden. Wir würden auf dem Voden der sachlichen geschichtlichen Erforschung weiterkommen als durch begeisterte Reden, die uns im Ausland nur schaden könnten. Aufgabe der Historiker sei es, durch Aufklärung und sachliche Arbeit die Führung im Kampf gegen die Kriegsschuldlüge zu übernehmen. Alle anderen, auch amtlichen Schritte halte er für grundfalsch. Aach weiteren interessanten Vorträgen fand eine verlrelersihung statt. Dem Geschäftsbericht entnehmen wir, daß der Gesamtverein laut Abrechnung vom 1. Aug. d. 3. über ein Vermögen von rund 6150 Mark verfügt und sein Mitgliederbestand im Verhältnis zum Vorjahr sich vergrößert hat. Die Hauptversammlung, auf der über 50 Vorträge und Referate neben zahlreichen Sitzungen zur Klärung vieler schwebender wissenschaftlicher Fragen beigetragen haben, nahm damit ihr Ende. Besuch in Lich. )( Lich, 12. Sept. Heute vormittag erhielt unsere altehrwürdige St. Marien st ifts- kirche bedeutsamen Besuch. Der Verband deutscher Geschichtsvereine, der seine Haupttagung in Marburg abgehalten hatte, kam auf einer Besichtigungsfahrt durch das oberhessische Land auch hierher. Die Teilnehmer trafen in fünf Postautos vormittags hier ein. An Stelle des durch plötzliche Erkrankung verhinderten Bibliothekars Dr. Ahlhorn (Marburg), der zur Zeit die Geschichte des Hauses Solms bearbeitet, und den ersten Band dieser Geschichte soweit fertiggestellt hat, begrüßte Ar- chivdirektor Dr. Knet sch (Marburg) die Teilnehmer in der Kirche und gab die notigen Erklärungen über die Dauges chichte der Ma- rienstiftskirche, die noch von Professor D r o n n e r ergänzt wurden. Die Redner wiesen besonders auf die in unserer Kirche vorhandene Kombination von Hallenkirche und Basilika hin, und verlegten die Bauzeit in die 3ahre 1490 bis 1500. Auffallend ist in unserer Kirche das Fehlen des Lettners, der wohl aus Holz gebaut war und später abgerissen wurde. Besonderen Eindruck machten auf die Teilnehmer die vielen sehr gut erhaltenen und kunstgeschichtlich sehr bedeutenden Grabdenkmäler, von denen besonders die Grabsteine Kunos von Falkenstein und seiner Gemahlin aus dem 14. Jahrhundert und diejenigen der Herzogin Anna von Mecklen-- burg aus dem 16. Jahrhundert eingehend besichtigt wurden. Allgemeinem Interesse begegnete auch der heute noch im Treppaufgang zur Orgelempore erhaltene Sitz des „Henkers", der nur getrennt von der Gemeinde dem Gottesdienst beiwohnen durfte. Es wurde allseits dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß es in absehbarer Zeit gelingen möge, unsere Kirche so zu renovieren, wie es ihrer baugeschichtlichen Bedeutung zukommt. Am 11.45 Ahr verabschiedeten sich die Ausflügler, um nach Kloster Arnsburg weiterzufahren. Sofort in die Weiterau. Begünstigt von dem klaren Himmel des letzten Sommertages machte der Oberhessische Geschichtsverein am 12. September seinen diesjährigen Ausflug in die Wetterau. Am gleichen Morgen hatten etwa 150 Teilnehmer der Tagung des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine in Marburg eine Fahrt über Amöneburg, Homberg a. d. O., Grünberg und Lich nach Arnsburg angetreten. Dort, an der Stelle des vor beinahe 800 Jahren begründeten Zisterzienserklosters, trafen die (Siebener Qiit dem Gesamtverein zusammen, um von nun an die Fahrt über Münzenberg, Butzbach und Grohen-Linden nach Gießen gemeinsam auszuführen. Aach einer leiblichen Stärkung in dem geschmückten Kapitelsaal, zu der Graf Wilhelm Eolms-Laubach eingeladen hatte, begrüßte Ani- versitäts-Bibliotheks-Direktor, Prof. Dr. Ebel, die Teilnehmer der Marburger Tagung im Aamen des Oberhessischen Geschichtsvereins auf dem Boden dessen Arbeitsgebietes. Daran schloß er einen kurzen Aeberblick über die Geschichte des Klosters, die er in den Kunstdenkmälern des Freistaates Hessen (Kreis Gießen II) ausführlich behandelt hat. Er erwähnte zunächst die Bedeutung der Wetterau in der vorgeschichtlichen und der Römerzeit, sowie ihren Anteil an der deutschen Geschichte, und stellte dann den Gründungshergang des Klosters dar, das Kunol. von Münzenberg 1174 am Ort seiner väterlichen Burg Arnsburg stiftete, nachdem er selber sich das neue gewaltige Schloß Münzenberg erbaut hatte. Ihrem Beruf hingegeben, mancher durch Gelehrsamkeit hervorragend, verbrachten die Mönche ihr Leben, das nur dann und wann von Fehden, und Kriegen gestört wurde, bis im Jahre 1803 das Kloster aufgehoben wurde. Geheimrat Wolfram, der Vorsitzende des Gesamtvereins, dankte Direktor Ebel für seine Degrüßungsworte und seine Ausführungen über Arnsburg, dann aber auch dem Besitzer des Klosters, dem Grafen Laubach, für die liebenswürdige Aufnahme. Er wies dabei auch, ebenso wie Prof. Ebel, auf die große kulturelle Bedeutung der alten deutschen Dynastenhöfe hin. — Sodann unternahm der bewährte kunstgeschichtliche Führer des Oberhessischen Geschichtsvereins, Pros. Dr. Rauch , einen Rundgang durch die Klosteranlagen, während Professor Dronner (Mainz) die Führung einer zweiten Abteilung übernahm. Vor der Weiterfahrt nach Münzenberg wurde eine im Auftrag des Vereins von Dr. Carl Walbrach (Gießen) verfaßte Schrift über diese, selbst die Wartburg noch an Bedeutung übertreffenden Burg verteilt. Im Münzenberger Schloß führten wiederum Pros. Rauch und der Bearbeiter der Münzenberger Kunstgeschichte, Prof. Dronner (Mainz). Aach kurzem Aufenthalt in Butzbach ging es nach Grohen- Linden, wo Prof. Rauch zum drittenmal das Wort zu kunsthistorischen Erläuterungen, des bekannten, aber noch immer umstrittenen Kirchenportals ergriff. Aach der Rückkehr nach Gießen fand ein Essen im »Hindenburg" statt. Beigeordneter Dr. Hamm überbrachte die Grüße der Stadt, der Provinz und des Kreises. Professor Dr. R o l o f f betonte als Vertreter des Rektors die herzlichen wechselseitigen Beziehungen zwischen Aniversität und Geschichtsvereinen. Für den Gesamtverein der Geschichtsvereine dankte Museumsdirektor L a u f f e r, Professor für germ. Altertumskunde in Hamburg in geistvoller und herzlichster Weise für die Degrü- ungen und für die Ausnahme durch den Oberhessischen Geschichtsverein. Er drückte die hohe Befriedigung aller Teilnehmer über das in der Wetterau Gesehene und in Gießen Gebotene aus und schloß nach einer Stunde angeregter Unterhaltung die diesjährige Tagung des Gesamtvereins. Oberheffen. Landkreis Gießen. X Klein-Linden, 13.Sept. Das Gießener Elektrizitätswerk, welches unseren Ort mit elektrischen Strom versorgt, läßt jetzt auf dem Schildberg eine neue Transformatoren ft ation errichten. Die Maurerarbeiten werden von der hiesigen Firma Gebr. Bernhard ausgeführt. Das erforderliche Gelände wurde von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. — Um die vielen Auto- und Motorradunfälle an der Ecke Wetzlarer Straße und Frankfurter Straße herabzumindern, hat die Straßenbauverwaltung in einigen hundert Meter Entfernung von der Gefahrenstelle Warnungskreuze anbringen lassen. Diese befinden sich in der Mitte der Straße und find in etwa 4 bis 5 Meter Höhe weithin sichtbar. Hoffentlich finden sie die nötige Beachtung! 4= 21 u 5 der Rabenau, 13. Sept. Das anhaltende trockene Sommerwetter ermöglichte unseren Landwirten in den letzten Tagen die Beendigung der Grummeternte. Die feuchten Wiesengründe brachten einigermaßen befriedigende Erträge, deren Qualität natürlich nicht besonders zu bewerten ist. Auf trocken gelegenen Graspflanzungen war das Grummetgras im Stand dürr geworden, so daß es sich kaum lohnte, es zu mähen. Die Futtermittel- not ist infolge der wochenlangen Trockenheit geradezu katastrophal geworden. Der weitaus größte Teil unserer Landwirte hat keinen Halm Klee mehr zur Fütterung des Viehes. Wo noch Klee aus zweitem Schnitt im Abmachen zurückgehalten und aufgespart wurde, ist er mittlerweile völlig dürr geworden und wird stehen gelassen, um für das kommende Jahr den notigen Rotkleesamen daraus zu gewinnen. Die Dickwurzblätter, die infolge der Hitze überall welk herunterhängen, bilden einen notdürftigen Futterersatz und können nun als Zugabe zum Heu, das auch schon in recht starkem Maße verfüttert wird, angesehen werden. Die Milcherzeugung ist ungeheuer zurückgegangen, ebenso die Preise für Zuchtvieh. Dagegen zeigen die Ferkelpreise überall noch fast die bisherige Tendenz, mit einer kleinen Schwankung nach unten, die in den allerletzten Tagen zu beobachten ist. Für 6 bis 7 Wochen alte Jungtiere werden immer noch 32 bis 37 Mk., für 7- bis 8wöchige 37 bis 42 Mk. bezahlt. Die Preise für F e 11 s ch w e i n e sind noch die gleichen wie bisher geblieben. Händler und Metzger bezahlen gegenwärtig je nach Qualität 84 bis 86 Pf. pro Pfund Lebendgewicht. Die O b st- ernte kommt ungewöhnlich rasch heran. Manche Sorten, die besonders unter Trockenheit leiden, lassen sehr stark die Früchte fallen, so daß man hier und da bereits zum Pflücken schreitet. Der Behang der Bäume ist durchweg als gut zu bezeichnen, allerdings sind die Früchte infolge der langanhaltenden Trockenheit in der Entwicklung sehr zurückgeblieben. U Rodheim a. d. Horloff, 11. Sept. Der hiesige Kleinkaliberschühenverein veranstaltete ein Preisschießen, das am vergangenen Sonntag seinen Abschluß fand. Das Schießen, das stehend aufgelegt erfolgte, brachte sehr gute Resultate. Es konnten folgende Schützen Preise erringen: 1. Heinrich Becker, Echzell, 35 Ringe: 2. Georg Zimmer, Villingen, 34 R.: 3. Wilhelm Meier, Rodheim, 34 R.: 4. Otto Momberger, Rodheim, 34 R.; 5. Wilhelm Rühl, Villingen, 34 R.: 6. Wilhelm Momberger, Rodheim, 34 Ringe.: 7. Herbert Kröll, Rodheim, 34 R.: 8. Georg Kröll, Dodheim, 33 R.: 9. A Müller, Anter-Schmitten, 33 R.: 10. Polizeiwachtmeister Momberger, Darmstadt, 33 R.: 11. Adolf Hofmann, Rodheim, 33 R.: 12. K. L. Ahl, Rodheim, 33 R.: 13. Arthur Hofmann, Steinheim, 32 R.: 14. Rudolf Zoll, Rodheim, 32 R.: 15. Erich Hofmann, Rodheim, 31 R.; 16. Hugo Kröll, Rodheim, 31 R.: 17. W. Aicklas, Rodheim, 31 R.: 18. A. Schäfer, Rodheim, 31 R.: 19. R. Wacker, Rodheim, 30 R.: 20. Ferdinand Schmidt, Dteinheim, 30 R. — Aachdem unser Schützen- verein vor kurzem auf dem Bundesschiehen des Hessischen Landjugendbundes in Echzell den 2. Preis im Gruppenschießen erringen konnte, wurde ihm nun auch nach dem Kreisschiehen in Giehen die Kreismeisterschaft in Klaffe II zugestellt, die er auch im vorigen Jahre innehatte. Die diesjährige Mannschaft setzte sich zusammen aus Hugo Kröll, Otto Walther, Erich Hofmann, Wilhelm Aicklas und Wilhelm Meier, und erzielte 326 Ringe. s. Aus dem Horlosstal, 11.Sept. Seit etwa einer Woche hat endlich die Erdfloh - plage nachgelassen. 'Man sieht auf den Kohlfeldern wieder grüne Herzen ausschlagen. Wenn nun heuer der Winter nicht allzu früh einseht, kann man immer noch auf Spätkraut rechnen, zumal wenn noch Niederschläge dazu kommen. Da dies sehr ungewih ist, haben allerorts landwirtschaftliche Genossenschaften Rot- und Weißkraut, sowie Wirsing in Waggons bestellt, um den Winterbedarf sicherzustellen. Trotz dieses Grohbezuges wird sich der Zentner immer noch auf 10 bis 12 Mk. stellen. Zur Zeit wird von fahrenden Händlern Frühkraut für 18 bis 25 Pf. das Pfund in unserer Gegend angeboten und viel gekauft. — Die Aussichten auf Winter- gemüfe sind gleichfalls sehr trübe, da Spinat, Feld- und Wintersalat sehr schlecht keimen. Auch spätere Saaten von Erbsen sind in den Gärten nicht mehr zur Entwicklung gekommen. Die Stangenbohnen wachsen infolge Wassermangels ganz verkrüppelt und sterben, obwohl sie noch viel Fruchtansatz aufweisen, vorzeitig ab. Da die Wasserleitungen fast aller Dörfer über Wassermangel zu flogen haben, kommt auch ein Besprengen der Gärten nicht in Frage. Kreis Friedberg. $ Friedberg, 13. Sevt. Der Vorbereitung der VvlkShochschularbeit im kommenden Winter galt eine Besprechung, die unter dem Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 229. Don T. Tavemer. 7 6 5 2 8 1 2 g h 8 7 Ö 5 4 3 2 1 Schwarz, d e a b Weiß. Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt. Weih: 8 Steine. Ka3; Ddl; Te5, g7; Lai: Sd8; Bd3, e7. Schwarz: 8 Steine. Kf6; Th6: Lf8; Sh4, h7, Bc6, f7, h5. Nachstehend zwei Partien aus der 18. Runde des Karlsbader Schachmeisterturniers. Partie Nr. 154. Damenindisch. Weiß: Colle. Schwarz: Capablanca. 1. d4, Sf6. 2. Sf3, b6. 3. e3, Lb7. 4. Sbd2, e6. 5. Ld3, c5. 6. 0-0, Sc6. 7. c3, Le7. 8. e4, cxd4. 9. Sxd4, 0-0. 10. De2, Se5. 11. Lc2, Dc8. 12. f4, Lab. 13. Ddl, Seb. 14. Tf3, gb. 15. S2b3, Sxd4. 1b. Sxd4, Lb7. 17. De2, Lc5. 18. Th3, Dcb. 19. e5, Sd5. 20. Df2, Lxd4. 21. cxd4, Tac8. 22. Ldl, fb. 23. Dh4, Tf7. 24. Lf3. Dc4. 25. Le3, Sxe3. 2b. U< b7, Sf5. 27. Del, Tc7. 28. Le4, Dxd4+. 29. Khl, fxe5. 30. Lxf5, exf5. 31. fxe5, Te7. 32. Te3, Dxb2, 33. eb, dxeb. 34. Txeb, Kf7 aufgegeben. Partie Nr. 155. Sizilianisch. Weiß: Dogvljubow. Schwarz: Canal. 1. e4, c5. 2. Sf3, db. 3. Sc3, Sfb. 4. d4, cxd4. 5. Sxd4, ab. 6. g3, Lg4. 7. f3, Ld7. 8. Sd5, Sx d5. 9. exd5, Da5 + . 10. b4, Dxd5. 11. Lb2, fb. 12. Ld3, Seb. 13. c4, Df7. 14. 0-0, Sxd4. 15. Lx d4, e5. 1b. Lbb, Le7. 17. De2, Ld8. 18. Lf2, Leb. 19. f4, 0-0. 20. f5, Ld7. 21. a4, Kh8. 22. b5, ax b5. 23. axb5, Txal. 24. Txal, d5. 25. cxd5, Dxd5. 2b. Le4, Dxb5. 27. Dxb5, Lxb5. 28. Lc5, Te8. 29. Lxb7, Le7. 30. Le3, g5. 31. Ld5, Td8. 32. Leb, Ld7. 33. Lbb, Tb8. 34. Lxd7, Txbb. 35. Ta2, g4. 36. Kg2, Lc5. 37. Leb, e4. 38. Ta8+, Kg7. 39. Tg8 + , Khb. 40. Txg4, Tb2+. 41. Kh3, e3. 42. Lc4, Tf2. 43. Tf4 Remis. Lösung des Problems Nr. 225. Don S>. Ionsson. l.Tf6—e6l usw. Das Ergebnis des Karlsbader Turniers. Aimzowitsch Sieger. Das Karlsbader Riesenschachturnier hat mit dem glänzenden Siege des baltischen Großmeisters Aimzowitsch geendet. Er hat durch ideenreiches Spiel diesen großen Erfolg vollauf verdient. In hervorragenden Partien hat er die Großmeister Spielmann, Bogoljubow, Didmar und Tartakower geschlagen, und nur eine einzige Niederlage, und zwar gegen Iates, erlitten. Nimzowitsch ist am 7. November 1886 zu Riga geboren. Seine bedeutendsten Erfolge fallen in die Nachkriegszeit: doch ist der jetzige Sieg der größte Erfolg seines Lebens. Spielmann hat in der ersten Hälfte eine Kraftleistung vollbracht indem er 9 Punkte aus zehn Partien herausholte, später erlag er Ermüdungserscheinungen, nur am Schlüsse raffte er sich noch einmal auf und schlug Capablanca in einem fein geführten Endspiel. Rubinstein, der wissenschaftlichste Meister von allen, hat am Ende des Turniers enttäuscht, er hätte höher landen sollen. Dr. Diedmar und Euwe fielen gegen Schluß des Turniers völlig ab, im Gegensätze zu Becker, der sich in den letzten Runden mächtig emporarbeitete. Aeberrascht hat das Versagen des Weltmeisterkandidaten, doch ist sein Mißerfolg offenbar in der Anterschähung seiner Gegner zu suchen. Bogoljubow erklärte zu Beginn, daß er das Turnier mit 8 Punkten Vorsprung gewinnen wollte, er blieb jedoch mehr als 3 Punkte hinter dem Sieger zurück. Grünfeld, der gute Aussichten auf einen Preis hatte, lieh gegen Ende merklich nach. Canal und Mattison spielten ungenau. Dr. Tartakower kämpfte in diesem Turnier ohne Initiative, das beweisen seine 16 Remisen. Maroczy, dessen Alter sich langsam bemerkbar macht, hat einige sehr schöne Partien geliefert. Colle spielte ungleichmäßig. Treybal hat einige sehr gute Einzelleistungen geliefert, besonders seine Partie gegen Vidmar ist vortrefflich. Iates legte sich erst ins Zeug, nachdem es zu spät war. Sämisch verbrauchte nutzlos bei den ersten Zügen bereits seine Bedenkzeit und geriet hierdurch in tragische Situationen. Marshall und Iohner zeigten sich in einigen Spielen als gute Angriffsmeister, Gila und Thomas konnten nicht viel ausrichten und Miß Menchik war für das riesenhafte Männerturnier zu schwach. Schlußstand: Nimzowitsch 15, 1. Preis: Capablanca und Spielmann je 14Vr. 2. bis 3. Preis geteilt; Rubinstein IS1/». 4. Preis; Decker, Euwe und Vidmar je 12, 5. bis 7. Preis, geteilt; Bogoljubow 8. Preis; es folgen: Grünfeld 11; Canal und Mattison je 10Vz; Colle, Maroczh, Tartakower und Trehbal je 10; Sämisch und Iates je 9V2; Iohner und Marshall 9; Gilg 8* Thomas 6 und Miß Menchik 3. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonStisch. Prophezeiungen. Als Arthur Schopenhauer, der weiland große Philosoph seiner Mutter Johanna seine Dissertation „Philosophische Abhandlung über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde" gab, sagte die schöngeistige und geistreiche Frau, die ihrem überheblichen Sohn eins auswischen wollte: „Die vierfache Wurzel — das ist wohl etwas für Apotheker." Gekränkt erwiderte der Sohn, man werde seine Arbeiten noch lesen, wenn von ihren Schriften kaum noch etwas in einer Rumpelkammer zu finden sein werde, worauf die Mutter schlagfertig erwiderte: „Von den deinigen wird noch die ganze Auflage zu haben sein." Diese im Spott ausgesprochenen Prophezeiungen sind merkwürdig genau eingetroffen. Die Romane und Erzählungen der Johanna Schopenhauer, die einst so viel gelesen wurden, sind verschollen. Die Werke Arthur Schopenhauers, der damals noch kein berühmter Philosoph, sondern höchstens „der Sohn seiner Mutter" war, werden heute aus der ganzen Welt gelesen. Aber fein Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung" konnte, als die Schriften seiner Mutter in aller Hände waren, nicht verkauft werden, und die erste Auflage wurde eingestampft, während das Werk erst viel später die ihm gebührende Schätzung fand. Vorsitz des Leiters der Gießener Volkshochschule, H e g a r, hier stattfand. Der Vorsitzende machte einleitend wichtige Ausführungen über Zweck und Ziel der Dolkshochschularbeit, dabei betonend, daß die ganze Provinz von der Tätigkeit erfaßt werden müsse. Notwendig sei eine Arbeitsgemeinschaft der Dolkshoch- schullehrer in der Provinz Ober* Hessen. Für den kommenden Winter sei eine Arbeitsgemeinschaft der Städte Friedberg und Bad-Nauheim geplant. An der regen Aussprache beteiligten sich in der Hauptsache Kreisdirektor Rechthien, Professor Keller, Rektor Meyer und Geschäftsführer Grünewald. Gin Arbeitsausschuß wird die Vorbereitungen für die Winterarbeit in unserer Stadt treffen. Kreis Büdingen. nb. Nidda, 11. Sept. Gestern wurden hier auf der Gänswiese die diesjährigen Reichsjugendwettkämpfe der hiesigen Real« und Volksschule gemeinschaftlich ausgetragen. Die Knaben und Mädchen beider Schulen waren in je eine Oberklasse und eine Vorklasse nach den Jahrgängen eingeteilt. Die Hebungen bestanden in Wettlauf, Weitsprung, Weitwurf und für die oberste Knabengruppe noch aus je einer Hebung am Reck und Darren. Das Ergebnis war wie folgt: I. Knabengruppe, Fünfkampf: 1. Preis Helmut Althen, 113 Punkte; 2. Pr. Christoph Danse, 102 P.; 3. Ernst Rollberg, 91 P.; 4. Hermann Dafenau, 86 P.; 5. Albert Schaumburg, 85 P.; 6. Robert Vitt, 82 P.; 7. Fritz Orth, 78 P.; 8. Mbert Hofmann, 75 P.; 9. Herrn. Rettberg, 73 Punkte; 10. Erwin Eimer, 71 Punkte; 11. Fritz Reuning, 69 P.: 12. Otto 3immer, 68 P. II. Knabenvorklafse, Dreikampf: 1. Preis August Petermann, 60 Punkte: 2. Siegfried Grauer. 56 P.: 3. Willi Kötter, 53 P.; 4. Friedrich Jahn, 53 P.: 5. Hugo Düringer 50 P.: 6. Willi Kaiser, 48 P.: 7. Herbert Schwöbei, 48P.: 8. H. Schneider, 46 P.; 9. Wilh. Langlih, 45 P.: 10. Karl Schneider, 45 P.: 11. Fritz Wolf, 45 P.; 12. Franz Rieh, 44 P.: 13. Max Pflug, 43 P.: 14. Alfred Jörg, 43 P.; 15. Paul Rellmann, 43 P.: 16. Mbert Keller, 42 P.; 17. Heinrich Gvntrom, 42 P.; 18. Robert Alpert, 41 P.; 19. Eugen Berg, 40 P.; 20. Walter Bäcker, 40 P. III. Mädchengruppe, Dreikampf: 1. Preis Gertrud Kessel, 57 Punkte: 2. Hedwig Jäger, 48 P.; 3. Wilma Heller. 47 P.: 4. Elfriede Börmel, 43 P.: 5. Milli Döcher, 43 P.: 6. Minna Repp, 42 P. IV. Mädchenvorklasse, Dreikampf: 1. Preis Elfriede Junker, 54 P.; 2. Lieselotte Ging, 54 P.; 3. Marie Orth, 52 P.; 4. Frieda Werner, 42 P.; 5. Gertrud Dieter, 42 Punkte. * Dorsdorf, 12. Sept. Hnter außerordentlich starker Beteiligung wurde gestern unser früherer Lehrer i. R. Peter Henrich zu Grabe getragen. Aus unserer Gemeinde, aus seinen früheren Wirkungsorten Schweickartshausen. Kefenrod und Hnter-Widdersheim, aus Nidda und anderen Orten erwiesen ihm Verwandte, Freunde und Kollegen aus den Kreisen Büdingen und Gießen die letzte Ehre. Heberall, wo ihn die Pflicht hinrief, hat er während seiner 46- jährigen Dienstzeit mit Treue, Gewissenhaftigkeit und unermüdlichem Eifer gewirkt, zuletzt 23 Jahre lang in Dorsdorf. Hnvergehlich wird er der jetzigen Generation bleiben, Der er während des Krieges als Wirtschaftskartenführer und später als Vertrauensmann der Kriegsfürsorge mit Rat und Tat beigestanden hat. Gewissenhaft versah er fein Amt, bis ihn seine geschwächte Gesundheit vor zwei Jahren zwang, in den Ruhestand zu treten. Leider konnte er sich seines Ruhestandes nicht lange erfreuen. Sein Leiden verschlimmerte sich so, daß ihn der Tod am 9. d. M. abrief. Die Schulkinder und der Gesangverein von hier fangen ihm die Sterbe- lieber, Dekan Scriba (Nidda) schllderte den Verstorbenen als treuen Hausvater und gläubig- gewissenhaften Erzieher und Lehrer. Kreisschul- rat Göckel (Büdingen) widmete dem hochverehrten Lehrer im Auftrage des Kreisschulamts einen warmen Nachruf, Lehrer Ganz (Ober- Widdersheim) rief dem hochgeschätzten Kollegen im Namen des Dezirkslehrervereins Nidda Abschiedsworte nach. Bürgermeister Widders- heim von hier dankte dem verehrten Lehrer für fein treues Wirken in der Gemeinde. Der Kriegerverein, der Gesang- und Turnverein, der Schul- und Kirchenvorstand und der Dienenzüchterverein Nidda und Hmgebung ließen durch ihre Vorsitzenden dem Verstorbenen [ür die Dienste, die er ihnen als Vorstandsmitglied stets bereitwillig und selbstlos erwiesen, herzliche Dankesworte ins Grab nachrufen. Der Kriegerverein feuerte als letzten Gruß drei Ehrensalven über das Grab. Alle Redner legten prachtvolle Kränze nieder. _l_Stockheim,12. Sept. Der Evangelische ZweckverbandjurHeffen hatte dieser Tage die Geistlichen und Vertreter sämtlicher evangelisch- kirchlicher Vereine der Dekanate Büdingen, Nidda und Schotten zu einer Besprechung in den Gasthof Hartmann, hierselbst, eingeladen. Auf der Tagesordnung stand die Vertretung der evangelischen Belange bei den bevorstehenden kommunal», Kreis- und Prooinzialtags- wahlen. Neben den drei Dekanen der Dekanate Büdingen, Nidda und Schotten waren eine Anzahl Geistliche und Vertreter kirchlicher Vereine erschienen. Dekan Bär (Lindheim) eröffnete nach Begrüßung der Erschienenen die Versammlung, worauf Pfarrer Heß (Darmstadt) das Referat erstattete und erklärte, die Evangelischen müßten mehr Berücksichtigung ihrer berechtigten Ansprüche im öffentlichen Leben verlangen. Das könne nur geschehen, wenn dafür gesorgt werde, daß in den Parteien evangelische Persönlichkeiten sind, die zu gegebener Zeit im Gemeinderat, dem Kreistag und Provinzialtag, natürlich erst recht im Landtag und Reichstag, dik evangelischen Belange vertreten. In der Aussprache betonte Pfarrer Weidner (Oberlais), nur die evan- aelische Liste gebe die Möglichkeit einer wirksamen Vertretung der evangelischen Belange in den öffentlichen Körperschaften. Nachdem noch die Dekane S c r i b a (Nidda) und Widmann (Gedern) das Wort ergriffen hatten, fand mit einem Schlußwort des Referenten die Versammlung ihr Ende. Kreis 'Schotten. (D Aus dem Kreise Schotten, 13. Sept. Die diesjährige Haselnußernte verspricht einen sehr reichen Ertrag. Bis hinauf In den Oberwald haben die Haselnußhecken einen starken Behang. 2n wenigen Tagen dürfte die Vollreife erfolgen. □ Laubach, 13. Sept. Sn der gestrigen Sitzung des Gc meinderats wurde zunächst die Eingabe des Baugeschäfts Johann Friedrich Rühl zwecks Anlegung eines Steinbruchs im Eulengraben eingehend besprochen. Es handelt sich um die Gewinnung von Pflastersteinen und von Steingruß. Man beschloß, am kommenden Sonntag einen Augenscheintermin abzuhalten, wozu der Inhaber der Firma eingeladen werden soll. Betreffs der Anlage der Badeanstalt macht die gräfliche Rentkammer einen neuen Borschlag hinsichtlich des Tauschgeländes. Dieser Dorschlag wurde angenommen und es wurden 200 Mk. bewilligt zur älrbarmachung des Geländes an der Heegbrücke mit gleichzeitiger Llebernahme der Lleberschreibungskosten. Behufs Regelung der Anlage des Lard enbacher Wegs wurde vom Ankauf des angebotenen Geländes abgesehen. Die Gemeinde ist jedoch der gräflichen Rentkammer gegenüber ßu einem Revers bereit gegen Zahlung einer jährlichen Gebühr. äleber die Gemeindewohnungen wurde beschlossen, daß die Mietverträge unverändert bleiben. wg. Gedern, 13. Sept. Die Arbeiten am Erweiterungsbau des hiesigen Kreisbezirkskrankenhauses sind so fortgeschritten, daß mit der baldigen Beendigung gerechnet werden kann. Am 1. September trat ein Wechsel des Pflegepersonals ein. Die bisherigen freien Schwestern wurden durch Schwestern vom Roten Kreuz abgelöst. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 13. Sept. Aehnlich wie vor einigen Tagen in Hungen drangen in einer der letzten Rächte in Sickendorf Einbrecher in die Gastwirtschaft von Rothlein. Die Spitzbuben nahmen ein Quantum Zigaretten und drei Mark Kleingeld, ferner eine Schublade mit Pa« Pieren mit sich. Die Schublade wurde später aufgefunden. Die Rachforschungen nach den Einbrechern sind eifrig im Gange. Maßarbeit in der Bekleidung. Der Laie ist stets versucht anzunehmen, daß der Zuschnitt eines Kleidungsstückes allein dessen Eleganz bedingt. Weit gefehlt! Gewiß ist die Kunst oes individuellen Zuschneidens ein wesentlicher Faktor, aber durchaus nickt der einige. Das Geschick und die Sorgfalt oessen, der die Radel und das Bügeleisen führt, müssen mit der Kunst dessen, der mit Schere und Kreid« seine- Amtes waltet, Hand in Hand gehen, um Vollendetes zu schaffen. Beide aber verschwenden ihre Arbeit imi> Mühe, wenn sie sich •an ein Material wenden müssen, das sich nicht formen läßt. Rur der mit dem ganzen Der- arbeitungsprozeh vertraute Maßschneider und die Maßschneiderin sind berufen, die Der- arbeitungsfähigkeit des Stoffes, die die wahre Eleganz, das, was man das vornehme Gesicht der Kleidung nennt, ausmacht, zu beurteilen. Die Maßschneiderei verwendet nur hochwertigste Stoffe und Zutaten und legt besonderen Wert auf den Vertrieb der Edelerzeugnisse unserer alt- erprobten, erstklassigen deutschen Tuchfabriken. Fachmännische Beratung und Bedienung ist auf dem Gebiete der Kleidung heute noch von erheblich größerer Bedeutung, als früher. Die Rot- wendigkeit sparsamsten Haushaltens verlangt, daß der Tragfähigkeit der Kleidung, die gleichermaßen von der Qualität der Arbeit wie der des Materials abhängt, die größte Aufmerksamkeit gewidmet wird. Roch ist die alte Wahrheit nicht ganz vergessen, daß Preiswürdigkeit der Ware für den Käufer maßgebend sein muh. Für kaum etwas anderes aber gilt so sehr daS Paradoxon tote für die Kleidung, daß das Beste gerade das Billigste ist. Maßarbeit ist das Beste. 7507 ij trumpfe [256V Abt. Engel-Apotheke. 05852 Die heimischen C. Stöver Abendstemer 7548D Uhren / Gold- und Silberwaren / Reparaturen Dachziegel Bettbarchent, .per Meter Mk. 3.80, 2.75, 1.95 per Pfund Mk. 5.80, 3.75, 1.50 Federn 497) REX 7a8ZA Marktstraße 29 75557 PF EILRINGEhnolin SEIFE Drell.. Kapok 1 Deckbett zu reinigen 1 Plumeau zu reinigen 1 Kissen zu reinigen .. sind die besten und billigsten, sind kalkfrei u.wetterbeständig lieber 109 Millionen RM. für Eigenheime SYNTHETISCHES BENZIN DER LG. 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Gerüchte über neue Insolvenzen im Reiche beeinflußten in erster Linie die Tendenz nachteilig Das Vertrauen der Kulisse war auch stark ins Schwanken geraten, so daß das Geschäft zeitweise fast völlig stagnierte. Orders kamen auch nur in spärlichem .Umfange an den Markt, da die Vorfälle bei der Frankfurter Allgemeinen Dersichcrungs AG., wovon besonders das Ausland deprimiert wurde, immer noch peinlich empfunden wurden. Aber auch das immer stärker werdende Angebot in Glanzstoffaktien liest keine Besserung der allgemeinen Lage zu. Die Kulisse war so verstimmt, zumal auch von austenstehenden Kreisen Material an den Markt kaim, dost sie Blankoabgaben vornahm, so dast Kurseinbrüche von größere in Ausmaße unvermeidlich blieben. Hinzu kamen noch die Vorfälle bei der Vaterländischen und Rhenania Versicherungs AG., obwohl besondere Schwierigkeiten hier nicht befürchtet wurden, aber trotzdem waren dies alles Momente, die immer wieder von neuem auf die Stimmung drückten. Dies war aber noch nicht alles: cs war in dieser Woche das reinste Verhängnis, daß gerade auf einmal alles zusammenkam, wodurch die Lage immer trostloser wurde. Die starke Anspannung des Ultimoausweises der Reichsbank, die Arbeiterentlassungen bei der I.-G.-Farbenindustrie, die unsicheren Verhältnisse an der Reuhorker Börse, sowie der angespanntere Geldmarkt am dortigen Platze führten zu einem Pessimismus, der noch nie so stark ausgeprägt war, wie gerade in dieser Woche. Die erste Samstagsbörse nach der Unterbrechung durch die Sommermonate war hierfür bezeich- nerkb. Zur ersten Rotiz waren kaum Umsätze zustandcgekommen: dies war aber vielleicht auch auf die Unkenntnis des Publikums zurückzuführen, da scheinbar nicht bekannt war, daß die Börse wieder Samstags stattfindet. Aber je weiter die Zeit fortschritt, um so schlimmer war die Stimmung an der Börse. Auch traten zwischendurch wieder Sorgen einer evtl. Erhöhung der Londoner Diskontrate auf. Doch ließen die Abgaben später zumeist nach, so daß auf dem stark ermäßigten Riveau eine gewisse Widerstandsfähigkeit zu bemerken war. Aber die Um» sahtätigkeit blieb eng begrenzt. Rur Montanwerte und Kalipapiere waren zeitweise etwas lebhafter gehandelt. Gegen Ende der Woche schlug die Stimmung jedoch um, und man konnte eine allgemeine Beruhigung feststellen. Zuv Klärung der Lage trugen vor allem die feste Reuhorker Börse, sowie die wieder günstigeren Geldmarktverhältnisse am dortigen Platze bei. Aber auch eine Erklärung von Verwaltungsseite der I.-G.-Farbenindustrie, wonach die Beschäftigung gut, ja sogar noch besser wie im vergangenen Jahre sei, stimmte zuversichtlich, und die anfangs stark vernachlässigte Farbenaktie fand wieder mehr Beachtung. Einen guten Eindruck machten noch der unverändert belassene Diskontsatz der Bank von England und die ruhigere Beurteilung im Benzinkampf, der durch Preisunterbietungen einzelner Dlnterneh- mungen anfangs der Woche die Gesamttendenz der Börse mit nach unten bestimmte und besonders maßgebend für den starken Kurseinbruch am Farbenmarlt war. Vorteilhaft verbucht wurde noch, daß die Abgaben nachgelassen haben und logar die Banken Stützungskäufe vornahmen. Das Geschäft war in Spezialwerten recht lebhaft. Rur Orders waren wenig vorhanden, auch das Ausland scheint sich nicht geneigt zu zeigen, . Aufträge an den Markt zu geben, nachdem es so stark enttäuscht wurde. Aber dessen ungeachtet konnte man vielerseits Meinunaskäuse beobachten. Besonders von rheinischer Seite wurde Ware aus dem Markte genommen. Die größten Gewinne hatten Kaliwerte zu verzeichnen. Erstens spielten höhere Absahzifsern und der bevorstehende Saisonbeginn in diesem Industriezweig eine große Rolle. Es traten hier am letzten Tage Gewinne von 6 bis l2 Prozent ein. Auch am Glanzstoffmarkt machte die Beruhigung Fortschritte. Material war hier wieder gesucht bei anziehendem Kurs. Interesse bestand noch für einige Elektropaviere. Die Rebenmärkte lagen still, aber zumeist gebessert. Bei einem Vergleich der Kurse gegenüber der vergangenen Woche waren aber zumeist immer noch beträchtliche Rückgänge zu verzeichnen. Chade lagen 11 Mark, Deutsche Linoleum 6 Prozent, Licht & Kraft 7 Prozent, J.-G.-Farben 11 Prozent, Glanzstoff 15 Prozent, die übrigen Märkte von 2 bis 6 Prozent schwächer. Rur Kaliwerte gewannen bis 7 Prozent. Geld war mit 6,5 Prozent leicht. Renten still, Devisen wenig verändert. Wochenbericht vom frankfurter Produktenmarkt. Die schlechte Geschäftslage dehnte sich in der neuen Woche eher noch weiter aus. Die Kauflust war äußerst ciifl begrenzt, da Ware zu Genüge an den Markt kam. Die zumeist schwächeren Auslandnotierungen drückten ebenfalls auf die Stimmung, so daß sich das Ge- fchäft in kleinstem Rahmen bewegte. Infolge der trostlosen Lage beschloß der Börsenvorstand, nach Rücksprache mit den Landwirtschaftskammern Wiesbaden und Darmstadt, bis auf weiteres die amtlichen Rotierungen Dienstags, Donnerstags und Freitags ausfallen zu lassen. An den Hauptbörsentagen, Montags und Mittwochs, werden noch amtliche Rotierungen ausgegeben, da an den übrigen Markttagen die Umsätze so bescheiden waren, daß zumeist nur nominelle Rotierungen festgesetzt wurden. Das Geschäft war am M e hl- rn a r k t wieder äußerst schleppend bei allgemeinen Rückgängen, besonders stark gedrückt war Roggenmehl. Auch Brotgetreide war im Preise rückläufig, nur für Roggen bestand vereinzeltes Interesse. Sommergerste für Brau- zwecke war von Brauereiseite gesucht und etwas fester. Am Futtermittelmarkt war bei geringem Umsatz Mais für Futterzwecke vernachlässigt. Weizen- und Roggenkleie hatten dagegen auf Rachfrage von Landwirtschaftsseite etwas lebhaftes Geschäft zu verzeichnen bei Besserungen bis zu 0,50 Mark. Die Woche schloß in lustloser Haltung bei f a st völlig stagnierendem Geschäft. Im Vergleich mit den Rotierungen der vergangenen Woche war Weizen 0,25 Mk.. Weizenkleie ebenfalls 0,25 Mark, Mais für Futterzwecke 0,50 Mark schwächer, Roggen geringer Qualität gab leicht nach, während beste Sorte gut behauptet blieb. Sommergerste lag 0,50 Mark höher, ebenso Roggenkleie, Weizenkleie konnte sich um 0,40 Mk. bessern. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 25,10 bis 25,25; Roggen 20 bis 20,15; Sommergerste für Brauzwecke 21 bis 21,50; Hafer, inländischer, 18,75 bis 19; Mais 20,50 bis 20,75; Weizenmehl, südd.. 38.10 bis 38,75; Weizenmehl, nieöerrhein., 38.10 bis 38.75; Roggenmehl 28,50 bis 30; Weizenkleie 11,25 bis 11,50; Roggenkleie 11 bis 11,25. Wochenbericht vom frankfurter Schlachtviehmarkt. Die Geschäftstätigkeit am Frankfurter Schlachtviehmarkt war in dieser Woche wenig verändert; nur in einzelnen Gattungen war etwas regeres Geschäft festzustellen, so bei Kälbern und Schweinen. In Schweinen war der Handel wohl reger, aber eher uneinheitlich, da nur zu Anfang des Marktes die Umsahtätigkeit stärker war. um dann zum Schluß des Marktes merklich abzuflauen. Der Austrieb war erheblich geringer, als in der Vorwoche. Die Preise blieben unverändert, nur ausgesuchte Ware erzielte Preise über Rotiz. Kälber hatten bei kaum verändertem Auftrieb reges Geschäft aufzuweisen, wobei namentlich mittlere und geringe Kälber im Preise stärker anziehen konnten, während beste Mastkälber wenig verändert lagen. Rach regem Handel wurde der Markt geräumt. In Rindern war das Geschäft bei etwas größerem Auftrieb nach wie vor sehr klein. Auch diesmal verblieb wieder größerer Ueberstand, obwohl der Export sehr stark in das Geschäft eingriff. Das angetriebene Vieh war von mittlerer Qualität. Die Preise waren kaum verändert. In Schafen ist das Geschäft weiter unbefriedigend. Die Preise gaben hier wieder etwas nach. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1736 Rindern, darunter befanden sich 324 Ochsen, 112 Bullen, 727 Kühe und 498 Färsen; ferner aus 1673 Kälbern, 363 Schafen und 4708 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 119 Rinder und 85 Schafe mehr angetrieben. während 427 Schweine und 15 Kälber weniger zum Verkauf standen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mart: Ochsen A I 58 bis 62 Mk.. A II 54 bis 57, B I 48 bis 53; Bullen A 53 bis 56, B 48 bis 52; Kühe A 46 bis 49, B 41 bis 45. C 35 bis 40. D 30 bis 34; Färsen A 58 bis 61. B 54 bis 57, C 48 bis 53; Kälber B 79 bis 81, C 74 bis 78, xU 66 dis 73; Schafe A I 48 bis 53, B 40 bis 47, C 34 bis 39; Schweine B 88 bis 90, C 88 bis 90, D 88 bis 90, E 84 bis 87 Mk. 3m Vergleich mit den Preisen der letzten Woche konnten Ochsen 1 Mk. und Kälber bis zu 4 Mk. änziehcn, während Bullen, Färsen und Schafe je 1 Mk. nach- gaben. Kühe und Schweine blieben gut behauptet. * ’ D i e Zeichnung auf die achtprozentige S ch a tz a n w e i s u n g der Stadt Berlin. Don der Berliner Stadtanleihe (achtprozentige Schahanweisung) sind bis zum Ablauf der Zeichnungsfrist 25 Millionen Reichsmark sest gezeichnet worden. Da die Rachfrage gerade in den letzten Tagen sehr lebhaft war, wird die Anleihe zu denselben Zeichnungsbedingungen durch das Konsortium weiter freihändig verkauft. * Langsame Zunahme der Arbeitslosigkeit. 'Nach den endgültigen Berichten der Landesarbeitsämtcr hat die Zahl der Unterstützungsempfänger in der 'Arbeitslosenversicherung, die in der Zeit vom 1. bis 15. August zum erstenmal wieder eine Steigerung aufwies, in der zweiten Monatshälfte in geringem Umfange weiter zugenommcn, und zwar von rund 716 000 auf 726 000, d. h. um 9800 Personen oder 1,4 v. ch. Die Zunahme entfällt ausschließlich auf die Männer, während bei den Frauen auch diesmal noch ein Rückgang zu verzeichnen ist. Die Zahl der männlichen Hauptunterstützungsempfänger betrug am 31 August 529 500, die der weiblichen 196 000. Auch die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Krisenunter ft ützung ist in der Berichtszeit in geringem Maße, nämlich um rund 3000 Personen oder 1,9 v. H., gestiegen. Die prozentuale Zunahme ist hier bei den männlichen und weiblichen Haupt- unterstützungsempfängern gleich. Die Gesamtzahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Krisenunterstützung betrug am 31. August 125 000 männliche und 32 000 weibliche, zusammen 157 000 Personen. Frankfurter Börse. Frankfurt, 14. Sept. (Eigener Drahtbericht des „Gieß. Anz.") Tendenz: beruhigt. — Zum Wochenschluß machte sich eine allgemeine B e - r u h i g u n g bemerkbar. Obwohl immer noch einige ungünstige Nachrichten Vorlagen, war die Tendenz freundlich. Auch die noch gestern stark verstimmenden Momente traten in den Hintergrund. Die zum Schluß erholte Neuyorker Börse von gestern und das billigere Tagesgeld am dortigen Platze fanden ebenfalls eine günstige Aufnahme. Das geringe Ansteigen der Arbeitslosenziffer fand kaum Beachtung. Die Spekulation und andere interessierte. Kreise nahmen Rückkäufe vor. Orders waren wieder kaum eingetroffen, so daß das Geschäft nur zeitweise und auch nur in einigen Werten etwas lebhafter war. Aber trotzdem ergaben sich gegen gestern Abend zumeist ganz ansehnliche Gewinne. Besonders in den Vordergrund traten die gestern so stark vernachlässigten Kaliwerte, von denen Aschersleben 5 v. H. und Westeregeln 4,5 o. H. gewannen. Auch Montanwerte lagen teilweise etwas bevorzugter und bis 1,5 v. H. gebessert. Am Eelektromarkt waren A.E.G. 1,5 v. H. und Siemens 2,5 v. H. fester. Gessürel dagegen gaben 1 v. H. nach. Sonst waren hier die Umsätze gering. J.-G.-Farben leicht erholt. Zellstoffwerte bis 2,5 v. H. fester. Banken uneinheitlich. Barmer Bank 1,5 v. H. und Dresdner Bank 1 v. H. schwächer, dagegen zogen Commerz- Bank und Deutsche Bank an. In Reichsbankanteilen wurden Deckungen oorgenommen, so daß eine Besserung von zirka 7,5 v. H. eintrat. Renten still, aber etwas freundlicher. Im Verlaufe war das Geschäft recht still. Die Kurse zogen aber weiter 1 v. H. an. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7,5 v. H. angespannter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Pfund 20,363, gegen Paris 123,90, London gegen Kabel 4,8468, gegen Mailand 92,70, gegen Madrid 32,86, gegen Holland 12,0913. Berliner Börse Berlin, 14. Sept. (Eigener Drahtbericht des "Gieß. Anz.") Wie man schon im Vormittagsverkehr feststellen konnte, war.heute eine etwas beruhigtere Stimmung vorherrschend. An der Vorbörse war die Kursgestaltung zwar noch eher etwas schwächer. Umsätze kamen nicht zustande, doch schritt die Spekulation zum Wochenschluß zu Deckungen, zumal man an einigen Märkten Interventionen von Großbankseite beobachten wollte. Das Geschäft war aber im allgemeinen noch sehr gering, und Somstag, 14. September 1929 schon geringe 'Nachfrage bewirkte eine Kurserholung. Die ersten Notierungen zeigten kein einheitliches Bild, meist waren aber ein- bis zweiprozentige Besserungen festzustellen. Eine Anregung brachten der gestrige feste Schluß der Neuyorker Börse^und die Erleichterung am dortigen Tagesgeldmarkt. Sonst waren 'Nachrichten von Belang nicht vorhanden. Die Arbeitslosenziffer hat eine weitere geringfügige Steigerung erfahren, und im Moment sind keine weiteren Benzinpreisermäßigungen in Westdeutschland beabsichtigt. J.-G.-Farben lagen noch unter Druckend schwächten sich um 1 v H. ab. Deutsche Linoleum, Schubert & Salzer, Feldmühle und Da- natbant befestigten sich um zirka 2,5 v. H. Elektro- werte waren bis auf einige Ausnahmen überwiegend fester. Transradio und Lahmeyer weiter bei kleinstem Angebot 2 bis 4 v. H. schwächer. Auch Bayrische Hypothekenbank verloren fast 3 v. H., Beinberg sogar 7 v. H. Deutsche Anleihen leicht gebelfert. Ausländer fast geschästslos. Pfandbriefe sehr ruhig und nicht einheitlich. Am Geldmarkt setzte sich die Versteifung fort. Tagesgeld 7 bis 9,5 v. H und gesucht, Monatsgeld 9 bis 10,5 v. H., Warenwechsel 7,60 v. H. Nach den ersten Kursen machte die Aufwärtsbewegung weitere Fortschritte; die Spekulation nahm erneut Deckungen vor, und es ergaben sich ein-, vereinzelt zweiprozentige Besserungen. Später wurde das Geschäft nach vorübergehender Belebung wieder ruhiger, und die erhöhten Kurse konnten sich überall voll behaupten. Sehr fest lagen Tietz, die säst 4 v. H. anzogen. Berliner ^'r^l»uttenbörs. Berlin, 13. Sept. Die Lagervcrhältnisse am hiesigen Platze gestalten sich immer schwieriger und zwar sowohl bei den Speichern als auch bei den Mühlen, die an sich schon nicht große Unternehmungslust wird hierdurch noch mehr beeinträchtigt. Zu den gestiegenen Preisen ist das Angebot von Inlandweizen wieder etwas stärker geworden, nach der in den gestrigen Rachmittagstunden auf Grund der festen Auslandmeldungen noch eine weitere Befestigung um zwei Mark gegenüber Dörsenschluß eingetreten war, sind heute angesichts des schleppenden Mehlabsahes und der enttäuschenden Liverpooler Rotierungen nur etwa zwei Mark niedrigere Preise als gestern mittag zu erzielen. Für Roggen macht sich nur wenig Kaufneigung bemerkbar; die Preise werden gleichfalls etwa zwei Mark niedriger als gestern genannt. Auch von neuen Stühungskäufen war bisher nichts zu bemerken. Die Lieferungspreise für Weizen und Roggen wiesen Rückgänge von 1 bis 2,50 Mark auf. Weizenmehl hatte in den gestrigen Rachmittagstunden auch noch ziemlich lebhaften Umsatz. Heute herrscht jedoch ebenso wie für Roggenmehl wiederum Geschäftsstille. Hafer bei ziemlich geringem Angebot auf anhaltende Deckungsnachfrage der Exporteure weiterhin befestigt. Gerste auch in geringen Sorten heute besser beachtet. Vermischtes. Schwere Gewillerfchäden im Mittelrhcingebiek. Ein schweres Gewitter, verbunden mit wolkenbruchartigem Regen, hat im Mittelrheingebiet, insbesondere in der Gegend von Boppard schweren Schaden angerichtet. Die herabstürzenden Fluten rissen in die Wernberge tiefe Furchen und schwemmten Erde und Rebstöcke fort. An fünf Stellen liegt der Schutt 1,50 Meter hoch und in einer Länge von mehreren hundert Metern auf dem Berggleis der Strecke Koblenz — Bingerbrück. Der Durchgangsverkehr auf dem zum Rhein führenden Gleis konnte nur notdürftig eingleisig aufrechterhalten werden. Lin dankbarer Franzose. Ein im September 1914 als Schwerverwundeter in Gefangenschaft geratener Franzose aus Marseille, der in Zweibrücken in ein Lazarett eingeliefert worden war, besuchte dieser Tage mit seiner Familie Zweibrücken, um sich bei zwei Qllit gliedern der Freiwilligen (Sanität^- folonne, die ihn seinerzeit gepflegt hatten, für die liebevolle Pflege und Behandlung herzlich zu bedanken, die ihm 16 Monate lang bis zu seiner völligen Wiederherstellung hier zuteil wurde. Der Franzose, der jetzt in Paris ansässig ist. war hocherfreut, die beiden Männer vom Roten Kreuz, obwohl er nur noch den Vornamen des einen in Erinnerung hatte, nach 15 Jahren ausfindig zu machen und ihnen fernen Dank abftatten zu können. Kurszettel der Berliner und Franksurier Börse Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. 2,2c i 5 139,5 140 213 113,5 112 7 105,13 122 114,75 16’., 15 Banknoten. 209,5 .09 79,13 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. 228 234 233 238,5 149 72 79,5 122 214 113,5 126 ixraulfurt a | Berlin 72,5 79,75 123 140 139 14c 118. 214 13,5 । 126 i 110,65 136 j 112,25 139 140 146 6Vi 10 . 6 136,75 79,75 202 105 266 122 |Q4,5 264 i 122 114 59,25 233 240 392 209 135,' 80 101.7 104,75 265 122.5 130 LL3 c 9,75 232 239 .90,1 210 99 . 8 . O 6 V, jo 12 6 , 9 o o , 8 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. ................. Deutsche Erdöl .... Enener Steinkohle . . . Geilenkirchener ...» Zarpener....... Hoeick Eijen...... Ilie Bergbau..... Klöcknerwerke..... Köln Ncuessea..... Mannesmann..... ManSselder...... Lberich'-ei. Eiienb. Dedars cberichlei. Koksw*eke . . Phönix Bergbau.... flifjrtniidie Braunkohlen. Rhcinstah!..... Rlebeck Monian .... Vereinigte Stahl». . . Olavi Minen ..... Kali Aschersleben . . . Kali Westeregeln.... Kaliwerk Salzdersurth . Z. ®. Farben-Industrie . Dynamit Nobel .... Echeideanstall..... Goldschmidt..... RütgerSwerke ..... Meiallgeselischast. ... .rranlsun a Berlin 5(1)1116- Kurs 'Uhr Kurs Schlnhr Kurs Ansang, Knr Datum 13.9. 14.9. 13.9. 14 9- Pgmpp Ho„mann ....... Heidelberger Eement .... 10 licment Karlstadt.....1° Wayg 4 Freitag.......8 Schultheis Patzenhoser ... 15 Cfnoede.........12 Ber. Glan,stoss......18 Bcmbecg.........11 Mellftflfi Waldhos .... 13’i Zellstoss Aschassenbury . . Charlottenburger Waner . . . x Dessauer Gar........9 Daimler Motoren......> Deutichc Maichinen-Fabrik . . Vlblcrrovtle Klever......0 Ludw. Loew;.......U Nat. Automobil.......r Lrenstein & Koppel.....6 Leonhard Tiey......10 Bamag Meguin.......o Franks. Maschinen......4 Heyllyensiaedt.......1 Iunghans..........6 Lechwerle. ........ t Mamtrastwerls.......8 M,ag...........io Nekarsulmer........8 Peters Union........8 Gebr. Roeder.......lf Voigt 4 Haessner......9 Südd Zucker.......10 100 128 183 100 327 232 150,5 45,5 39,' €2,75 59 8,7 59 105,75 106,25 122.5 110 222 128 99 325 233,5 153 - 159 100 100 .85,5 220 326 252 234 152 104 186.9 47,75 53,5 40,75 198,5 22,65 85.75 194,25 53 58,75 59,9 121,5 222 159 286 220.5 325 245 234,25 152 187 46,75 53 41 197 85.4 194,25 — 122.5 - Berlin, 13- September Geld Bries Hran;osische Jlotcn..... Holländische Noten ..... 16.412 16.472 167.81 163.49 Italienische 'J’otcn...... 22,03 22,11 Norwegische Noten...... 111,43 59.01 111,87 Deutsch Lcstcrr,5100 Kronen '9.25 Rumänische Noten...... 2.48 2,50 Schwedische 'Noten...... 112.08 112.52 Schweizer Noten ....... 80,72 81.04 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 61,63 61,87 12.37 12.43 Ungarische Noten..... 73,04 73,34 ,'raiihurt a M. Berlin 2(1)1116- Kurs i-Ubt Knr.> Schi uh- Ansang. Kurs Datum 13.9. 14.9. 13.9. 1 14. 9. Bergmann.........- Elekir. Liesernngen.....1" Licht und Kraft...... Hellen L Guilleaume. ... >vi oki. s Elektr. tlniecn.....io Hamb. Elekir. Werke .... U" Rhein. Elektr.........» Schlei- Elektr........1" Schuckcri........ ", Siemens L Halske ..... lv Transradio..... • • • ® Lahmeyer L .........10 191 >04 137 .'05 = 219/ 377,5 192,25 169 206,5 204 2 380 191,75 220,5 169 204,75 138 205,2t 143,5 145,75 184 220,5 377,5 141.75 169 192 223,5 170 206 137.5 205 142 146 185.5 221.25 373.4 139.25 165 Schluß Kurs 1 i-Uht Kur- Lchiux. Kur- 1 Ansang. Kur Datum 13 9. 14 9. 13 9. i 14.9. 6% Dt. Reichsanlcihc n. 1927 . Dl. Anl -Ablös.-Schukd mit Au? 87,4 — 87,5 — los.-Rcchlen......... -3,65 53,7 53,65 — Tesgl. ohne Auslos.Rechte . . . 7% Franks Hyp.-BI ivoldps. uw 10 10 10,1 10.1 lünobat ble 1932...... 85,5 —— — — 4h% Rheinische Hyp.-Bank fiiqu Goldps............ A.E.G. abg. Vorlriegi-Lbligation. ■ 78,4 — - - rückzahlbar 1932 . . 88,5 — - 4% Schweiz. Bundcrb.-Anl.. . 99 — - - 4% Lesterreichische Goldrte.. . . 28,5 — 28,65 — 4,20% Lclterr. Silberrlc. . . . 2,25 — 2.4 —— 4% Lcslerreich. einheitl. Rte . — — 4% Ungarische Goldrle...... 22,25 — ■2,4 — 4% Un»ari>che Claarsr. o. 1910 . — — 19.9 — 4V;% deSgl. von 1913..... — — 21,9 — Ungarische Kronenrle.. - . 1,675 — 1,65 — 4% Turk. Zollanleibe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn-Aul.. 1,25 — 7,35 1- Serie 1........... 7,2 — 7,3 — 4% deegl. Serie 11...... 7,2 — /,35 — 4% Rumänen convert. Rte . . ■ 4y,% Rumänen Gokdant. von 1913 7,4 7,5 — 14,9 14,9 — Allg. DeuIsche Eisenbahn . . 4% - — - - Hamburg-Amerika Paket ... 7 Vamb.-Südam. Dampssch. - - 8 115,75 181 115,5 Hansa Dampsjchiss.....1° — — 155,25 155 Norddeutscher Lloyd.....8 108,75 108,25 109 108,,5 Allg. Deutsche Creditanst. . - 10 123,75 — 124 124,13 Barmer Bankverein .... 10 — 124 i25,5 124 Berliner Handelsgesellsch. . . 12 — — 200 199 E am merz- und Privat-Bank . 11 173,5 174 173.9 174,25 Tarins,, u. Ralionalbanl . . 12 264,5 — 263 265,5 Deutsche Bank......10 163 163,5 163 163.5 Tirkonto-Gesellschast Sttnt.. . 10 150,25 — 150 150.5 Dresdner Bank......10 155 154 155 154 Metallbau k.........8 — — Reich-bant........12 284,5 — 290 290.5 13- September 14. September Amtliche Notierung lycld Briet Amtliche Notierung (iöcld Bries Amst.-Nott. 168,1b 168,50 168.10 163.53 Buen. Aires 1.759 1.763 1,758 1,762 Brss.-Ankw- .8.315 58,435 58,305 53.425 Christiania - >11,71 111,93 ' 111.69 111,91 Kopenhagen 111,72 111.94 111,72 111.94 Stockholm - 112,36 112.58 112.36 112.58 Helsingfors. 10,541 10.561 10.541 10.561 Italien. . . 21,945 21.985 21,95 21.99 London. . . 20,341 20.381 20,337 20.377 Neunork . . 4,197 4.205 4.1965 4.2045 Paris.... 16,21 16,45 16.41 16.45 Schwei; .. 80.81 80.97 80.835 80.895 Spanien. . 61.87 61.99 61.87 61,99 Japan . - - 1.962 1.966 1.970 1.974 Rio de Jan. Wien in D-- '.4965 0,4985 0,4965 0,4985 Oesi- abgcil 59.071 39.19'. 59,07 59.19 Prag . . . . 12,419 12,433 12,419 12.439 Belgrad . . 7,373 7,392 7,379 7.393 Budapest. . 73.21 73,35 73,21 73,35 Bulgarien . 3,035 3.041 3,035 3,038 Lissabon 18,76 18.80 18,76 18,80 Danzig. . . 81,29 81,45 81,31 81,47 KonstantM. 2,012 2.016 2,012 2.016 Athen. . . 5,425 5.435 5,42 5.43 Canada 4,168 4.176 4.166 4.174 Uru.-.uat). . 4,096 4.104 • 4.066 4.074 Cairo - - - 20,866 20,906 20,86 20.90 Berlin, 13- September Geld Bries Amcrikanllche Noten..... 4,177 4,197 Belgische Noten ...... 58,15 58.39 Dänische Noten ........ 111,43 ,11,87 Englische Noten........ 20.30 20,38 Bei Nieren', Blasen' und Frauen' leiden, Harnsäure, Eiweih und Zucker / 1928: 22000 Badegäste Wdunoa AelmenquM Bekanntmachung Betr.: Die Wahl der Ausschußmitglieder der Jnnungskrankenkasse der Freien Innung der Gastwirte von Gießen und Umgegend. Nachdem das Hessische Oberversicherungsamt die Errichtung einer „Innungskrankenkasse der Freien Innung der Gastwirte von Gießen und Umgegend" mit dem Sitz in Gießen ab 1. Oktober 1929 genehmigt hat, wird Termin zur Vor- nähme der Wahl der Mitglieder zum Ausschuß für Versicherte auf Mittwoch, den 30. Oktober 1929 von 9 bis 12 Uhr, für Arbeitgeber auf 7570D Mittwoch, den 30. Oktober 1929 von 14 bis 17 Uhr in das Stadthaus, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 16, anberaumt. Die Wahl wird gemäß § 1 der Wahl- orndung vom Versicherungsamt der Stadt Gießen geleitet. Es sind sechs Vertreter und zwölf Ersatzmänner zu wählen, und zwar auf Seite der Arbeitgeb-"-: drei Vertreter, sechs Ersatzmänner, auf Seite der De. sicherten: drei Vertreter, sechs Ersatzmänner. Die Vertreter der Unternehmer oder anderen Arbeitgeber und der Versicherten werden auf Grund von Vorschlagslisten wirtschaftlicher Vereinigungen von Arbeitgebern oder von Arbeitnehmern oder von Verbänden solcher Vereinigungen nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt. Diesen Vorschlagslisten stehen solche Vorschlagslisten von Versicherten gleich, die mindestens zehn Unterschriften Wahlberechtigter tragen und von Arbeitgebern, die von den Vertretern von mindestens zehn Stimmen unterzeichnet lind. Wahlberechtigt sind die volljährigen, der Freien Innung der Gastwirte von Gießen und Umgegend angehörenden Mitglieder, soweit sie Beiträge an die Innungskrankenkasse zu zahlen haben, sowie die bei diesen' im Gastwirtsgewerbe beschäftigten volljährigen Versicherten. wählbar sind nur volljährige Deutsche. Nicht wählbar ist: 1. wer infolge strafgerichtlicher Verurteilung die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter verloren hat oder wegen eines Verbrechens oder Vergehens, das den Verlust dieser Fähigkeit zur Folge haben kann, verfolgt wird, falls gegen ihn das Hauptoer - . fahren eröffnet ist, 2. wer infolge gerichtlicher Anordnung in der Verfügung über sein Vermögen beschränkt ist. Wählbar als Vertreter der Unternehmer oder anderer Arbeitgeber ist, wer regelmäßig mindestens einen Versicherungspflichtigen beschäftigt, der bei der Innungskrankenkasse zu versichern ist. Wählbar als Vertreter der Versicherten ist nur, wer bei der Innungkrankenkasse versichert ist. Den Arbeitgebern werden solche Versicherte zugerechnet, die regelmäßig mehr als zwei Versicherungspflichtige beschäftigen. Die Beteiligten werden hiermit zur Einreichung von Wahloorschlägen (Vorschlagslisten) aufgefordert. Es werden nur solche Wahlvorschläge berücksichtigt, d spätestens am 2. Oktober 1929 hier eingereicht sind. Die Stimmabgabe ist an die Wahlvorschläge gebunden. Die Wahlvorschläge sind gesondert für die beteiligten Arbeitgeber und Versicherten aufzustellen; sie müssen von mindestens zehn Wahlberechtigten der betreffenden Gruppe unterzeichnet sein. Unterzeichnet ein Wähler mehr als einen Wahlvorschlag, so wird sein Name nur auf den zuerst eingereichten Wahlvorschlag gezählt und auf den übrigen Vorschlägen gestrichen. Jeder Wahlvorschlag darf höchstens drei- soviel Bewerber benennen, als Vertreter zu wählen sind. Die einzelnen Bewerber sind unter fortlaufender Nummer aufzuführen, welche die Reihenfolge ihrer Benennung ausdrückt, und nach Familien- unb Dor- (Ruf-) Namen, Beruf Wohnort und Wohnung zu bezeichnen. Bei Versicherten ist auch der Arbeitgeber, bei dem sie beschäftigt sind, anzugeben. Mit den Vorschlägen für Versicherte ist von jedem Bewerber eine Erklärung darüber vorzulegen, daß er zur Annahme der Wahl bereit ist. In jedem Wahlvorschlag ist ferner ein Vertreter des Wahlvorschlags und ein Stellvertreter für ihn aus der Mitte der Unterzeichner zu bestimmen. Ist dies unterblieben, so gilt der erste Unterzeichner als Vertreter, der zweite als Stellvertreter. Nach Zulassung können die Wahlvor schlage von den Wahlberechtigten während drei Tagen, vom Tage der Bekanntgabe der Wahlvorschläge an gerechnet, beim Versicherungsamt, Lonystraße 2, Zimmer Nr. 5, eingesehen werden. Dort liegen auch das Arbeitgeber- und Mitgliederverzeichnis zur Einsicht offen. Einsprüche gegen die Richtigkeit irr sich aus dem Arbeitgeber- und Mitgliederverzeichnis ergebenden Wahl- und Stimmberechtigung sind bei Vermeidung des Ausschlusses'spätestens bis zum 2. Oktober 1929 unter Beifügung von Beweismitteln bei dem unterzeichneten Wahlleiter einzulegen. Der Wahlausschuß ist befugt, die Wahl- und Stimmberechtigung jedes Wählers bei der Wahlhandlung zu prüfen. E- empfiehlt sich daher, einen Ausweis hierüber zur Wahlhandlung mitzubringen Gießen, den 14. September 1929. Dersicherungsamt der Stadt Gießen. I. D.: Keitzer. Ka rosse wimgen Minuten | umzuwamtein / A. u. O.-Karosse auf OPEL-Chassis finden Sie auf der OPEL-Sonderschau am 15. und 16. September 1929 in der VOLKSHALLE P. Jäger ■ Opel-Automobile Bin mit neuesten Körpertormen sowie sämtliche Ersatz - Teile mit d. bekannt. Sack-Gütezeichen, tt. SchielersteiB Fernspr.17 LICH Fernspr.17 Unübertroffen sind noch immer Ori^inal-S Drillmaschinen mit Ober- und Unterauslauf und Entleerung direkt in den Sack. — Unbegrenzte Lebensdauer. 68580 Pfluge aller Art Kalk Grau-und Weiß-Stück von bester Qualität und größter Ergiebigkeit zu billigstemPreis C. Rübsamen, Gießen Fernsprecher 3659. 2303D Wie M Wetter am Sonntag wird fein, Stellt sich am Freitag schon ein. 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September 1929, findet Rindvieh- (Ruhvieh-) Markt statt, sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpst. Auftriebszeit am Markttage von 7 bis %9 Uhr vormittags. Der nächste Schweinemarkt findet am 2. Oktober 1929 statt. 7543C Gießen, den 14. September 1929. Der Oberbürgermeister. I. V.: Klingspoh Obstversteigerung. Dienstag, den 17. September 1929, von vormittags 9% Uhr ab, soll das der Gemeinde Annerod gehörige Obst, bestehend aus Aepfeln, Birnen und Zwetschen, öffentlich meistbietend versteigert werden. Zusammenkunft bei der Kirche. (75340, Annerod, am 12. September 1929. Hessische Bürgermeisterei Annerod. ___________Horn.__________— Bekanntmachung Der Friedberger herbstpferdemarkt 1929 findet am Dienstag, dem 22. Oktober, statt. Mit dem Markte soll eine Prämiierung verbunden sein. Zur Prämiierung, die unter Mitwirkung des Landwirtschaftskammerausschusses für Oberhessen, des Landespferdezuchtvereins, des Verbandes der Warmblutzüchter Hessens und des Wetterauer Neiteroereins e. V. stattfinden soll, werden Tiere des Wagenschlags unb des Arbeitsschlags im Besitz von Landwirten, Gewerbetreibenden und Händlern aus Hessen und den anliegenden preußischen Kreisen, und zwar Zuchtstuten sowie zwei- und dreijährige Fohlen zugelassen. Für diesen Zweck stehen wertvolle Preise zur Verfügung. 75780 Prämiierungsplan und Anmeldeformulare si. d vom 20. September ab auf der Bürgermeisterei erhältlich. Anmeldungen zur Prämiierung ersuche ich, bis zum 20. Oktober vorzunehmen. Anmeldungen zur Ausstellung von landwirtschaftlichen Geräten gelegentlich des Marktes haben während der gleichen Frist zu geschehen. Friedberg, den 13. September 1929. Der Bürgermeister. I. V.: Dr. Leuchtgens.