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Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vn,S unb Derlei«: Srbhl'sche UniversttSlr-vuch- und Steinbruderei B. Lanze In Sieben. Schristlettong und Seschäst,stelle: SljalftraMJ- Annahme von Anzeigen für die Tagernummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20°-. mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Polstik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Äurl Hillmann, sämtlich m Gießen. ^Befreiung und Freude ... am Bahnhof schwere werden verladen, sammeln sich würdige Mittlerweile Schrankkofser Herren um ein noch würdigeres Oberhaupt, schütteln mit betonter Ewigkeit oder auch mit der weit ausholenden Geste des Dolksmanns etwelche Handschuhe gelber Couleur und tun sich in dieser Stunde des Abschiedes von der nun wieder zärtlich werdenden Stadt der Iungmädchenpensionate so wichtig, wie cs sich wohl Vertretern der „gro= ßen Politik" geziemt. Der Volkerbunds- rat hat seine Sitzungen abgeschlossen. und seine Teilnehmer von allen Enden der Welt reisen nun mit dem Schwarm ihrer ‘Begleiter ab. Das geht immer so schichtweise vor sich, und ein boshaftes Gemüt könnte wohl auf den Vergleich kommen, dah es daran erinnere, wie die Arbeiter noch vor kurzem mit großen Schippen und gutem Schwung den schmutzig gewordenen Schnee in einem großen und fast eleganten Bogen in den See schaufelten. Aber boshafte Gemüter gibt e- beim Völkerbundsrat nicht. Man muh das wenigstens voraussehen, denn wenn auch gerade bei den letzten Themen, die im hohen Saal zur Beratung standen, bei der Behandlung der Minderheitenfrage, und ganz besonders bei der Aussprache über den Fall 11 l i ö, für die Deutschen zum mindesten allerlei Anlaß zur Boshaftigkeit und sogar zum Zorne gewesen wäre, so gingen doch die Unterhaltungen so sanft, so ruhig, so gemessen dahin, daß einer, der keine dieser europäischen Sprachen verstand, wohl hätte glauben können, er fei in einem Refektorium der ehrwürdigen Schwestern von sacre coeur Immer wieder bei diesen internationalen Tagungen ist es schlechthin ein Grund zur Bewunderung, wie es der „Regie" gelingt, Schärsen ab- zufchleifen, Gesechte abzubrechen und Gegensätze, wenn sie noch so tief sind, nicht zur Explosion kommen zu lassen. Hier ist das Kompromiß wirklich zum Kunstwerk erhoben! Eine bessere Charakterisierung für das Ergebnis der Minderheitsdebatte, wie sie von der „Reuen Züricher Zeitung", die mir gerade hier auf der Terrasse zur Hand liegt, gezeichnet wird, kann wohl kaum gegeben werden. „Die Lust der Großmächte", so heißt es da, „am Minderheitenschutz etwas zu ändern, ist außerordentlich gering, darüber muß man sich klar sein . . . Aber es handelt sich ja gar nicht um eine Erfindung neuer Rechte oder um eine Erweiterung alter Verträge, sondern lediglich darum, den Verfall der geltenden Rechtsbestimmungen zu verhindern und den Völkerbund zu mahnen, daß er nicht zu einem Werkzeug ähnlicher Tendenzen werde, wie sie Mello-Franko mit seiner Assimilationstheorie vor einigen Jahren widerspruchslos vor dem Rat vertreten konnte." Selbst wenn man dem neutralen Beobachter — wie man gestehen muh mit einiger Beklemmung — beipflichtet, daß „hierüber wenigstens" die Beratung „bereits eine erfreuliche Abklärung in gutem Sinne gebracht" habe, so muß man doch um so stärker betonen, daß im Fall Ullh das Exempel darauf keineswegs gemacht worden ist, sondern daß man diese in das Geschick der deutschen Minderheiten in Polen so lebenswichtig eingreifende Angelegen- heil in einer Weise behandelt hat, gegenüber der selbst im hohen Ratssaal nicht Boshaftigkeit, sondern Zorn am Platz gewesen wäre. Man begreift auch in Kreisen, die der offiziellen deutschen Delegation und ihren Führern nahestehen, nicht recht, wie und auf welche Weise es gelungen ist, Dr. Stresemann von Temperamentsäußerungen. wie sie noch in Lugano in die etwas stickige Luft mit einem Blitz hinemfuhren, zurückzuhalten. Der deutsche Außenminister macht durchaus keinen abgekämpften Eindruck, undes ist demnach doch eher Zügelung als Matti g k e i t gewesen, dah er sich damit begnügte, die Ertlärungen Zaleskis als ungenügend zu bezeich- nen und sich bei dem Vorschlag Matsch^, der za im großen und ganzen den polnischen Wünschen entsprach, der Stimme zu enthalten. Lange genug hat man ja auch von Volkerbundsseite auf ben deutschen Außenminister einzuwirken vcriucht. uno man hat denn auch den für die Tradition dieser Sitzungen und in diesem Falle besonders für die Polen so schönen Erfolg erzielt, daß es nicht zu einem ,Mihklang" gekom - men ist. Wie weit gewisse Hoffnungen, die eigentlich Voraussetzungen sein sollten, sich erfüllen werden, dah illifc wenigstens auf eine provisorische Haftentlassung rechnen darf, muß abgekartet bleiben. Man hat nur schon allzu oft vergebens abgewartet. Das deutsche Austreten in diesem Falle hatte keine überzeugende Kraft. Man ging unter Zügel und man fragte sich erstaunt, welche Kandare eigentlich so spürbar sei. Die ‘Befürchtung, daß von Seiten der Polen im Lauf der Debatte die Forderung aufaetreten wäre, daß sie auch die deutschen Gerichte für alle Zeiten dahin fest- Abschied von Gens. Von unserem s-Ic.-Sonderberichterstatter. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Gens, Mitte März 1929. Frühlingswinde wehen über dem großen See und weiße Rebelschwaden ziehen mit tragischer Gebärde ins Gebirge hinaus, um sich dort hinter Eiswällen zu sammeln. Es wird nicht mehr- lange dauern, dann hat die Stadt Rousseaus ihre schönsten Tage mit silbernem Mädchenlachen, frohen Scherzworten aus jungem Männermunde, mit weißen Segeln auf der blauen Flut und mit abendlichen Liebesmelodien unter jung- grünendem Gezweig. Es liegt schon etwas wie eine Lenzvision in der Lust, voll Zärtlichkeit, Die polnische Denkschrift über Danzig. Minister Strasburger über Wege und Z eie der polnischen polistl gegenüber Danzig- Danzig, 13. März. (IU.) Der polnische btplo- matische Vertreter in Danzig, Minister Strasburger, hatte einen Vertreter der „Danziger Zeitung" zu sich gebeten und ihm längere Erklärungen über die von der Telegraphen-Vnion veröffentlichte polnische geheime Denkschrift abgegeben. Strasburger glaubt, die amtliche Erklärung abgeben zu können, dah die Denkschrift weder von ihm, noch von einem feiner jetzigen oder früheren Mitarbeiter, noch auch sonst von einem Beamten des polnischen Ministeriums des Aeuheren stamme. Er gibt aber zu, dah verschiedene Grundgedanken in der Denkschrift den Grundlinien der polnischen Politik Danzig gegenüber entsprechen. Auch verschiedene Ideen der Denkschrift von mehr „untergeordneter Bedeutung" entsprächen dieser Politik, wie z. B. Uebertragung von Konsulats-Ehrenämtern an prominente Führer der Danziger Mirtschast oder Entziehung des postaustrags in Polen für Zeitungen, die gegen die Unantastbarkeit des polnischen Staates gerichtete Artikel veröffentlichen. Andere Gedanken der Denkschrift wiederum, deren Veröffentlichung der polnischen Politik besonders peinlich zu sein scheinen, wie ;. B. das ins Auge gefaßte Tauschgeschäft: Einführung der polnischen Währung gegen Räumung der Westernplatte, den Ersah deutscher Kredite in Danzig durch Geldgewährung seitens der polnischen Banken und ähnliche wirtschaftliche Mittel, streitet Strasburger ab. Lr wiederholt dann die bereits von der polnischen lele- graphen-Agentur ausgesprochenen Verdächtigungen über den Zweck der Veröffentlichung und schlieht: „Echt oder gefälscht, ist die Denkschrift ein neuer Beweis dafür, dah die polnische Regierung bestrebt ist, in Danzig eine Politik zu führen, die auf Achtung der Danziger Rechte und der Danziger Kultur und auf Förderung der Danziger wirtschaft beruht, und dah diese Tatsache von den ärgsten Feinden der polnischen Danziger Verständigungspolitik nunmehr ausdrücklich a n e r f a n n ; worden ist." — Man kann nicht umhin, in den, wenn auch polemischen Erklärungen des polnischen diplomatischen Vertreters in Danzig ein sachliches Eingeständnis dafür zu erblicken, dah die polnische Politik in genauer Befolgung der in der polnischen Denkschrift niedergelegten Richtlinien die wirtschaftliche — und auf diesem Wege auch die politische Eroberung Danzigs bezweckt. polnische Wirtschaft. Berlin, 14. März. (Priv.-Tel.) Pilsudski hatte vor einigen Wochen schwere Anklagen gegen frühere Kriegsminister erhoben, denen er vor- wars, daß sie Staatsgelder für persönliche Zwecke verausgabt hätten. Inzwischen ist nun sein Finanzmini st er zurückgetreten, weil er dem Sejm Rechenschaft über die Ausgaben des Staates ablegen wollte, von Pilsudski aber daran gehindert wurde. Der Rücktritt erregte sensationelles Aussehen, man witterte wieder allerlei dunkle Affären, die verheimlicht werden sollten, die aber doch jetzt herausgekommen sind. Es hat sich herausgestellt, daß diesmal einer der Getreuen Pilsudskis, der Ministerpräsident Bartels, den ihm zur Verfügung stehenden Fonds nicht nur für Wahl- zwecke restlos aufgebraucht, sondern darüber hinaus noch viele Millionen Zloty für Wahlbeeinflussungsversuche zugunsten des Pilsudski-Dlockes aus gegeben hat. Aber nicht genug damit, das Kabinett Bartels hat noch weiter den Etat um viele hundert Millionen Zloty überschritten, waS Pilsudski vertuschen wollte. Jetzt haben seine Gegner wieder guten Grund, gegen ihn zu Felde zu ziehen, hat sich doch herausgestellt, dah auch unter Pilsudskis Herrschaft mit ben Geldmitteln des Staates recht leichtfertig umgesprungen wird und sie ebenso wie unter früheren Regierungen in den Wahldienst einzelner Parteien gestellt werden. Nie Schlagfertigkeit der polnischen Armee. Scharfe Kritik General Le RondS. Berlin, 14. März. Unter dieser Überschrift teilt die Berliner kommunistische „Rote Fahne" mit: Wir sind in der Lage, die Oeffentlichkeit über ein militärisches Geheimdokument zu unterrichten. Es handelt sich um einen Bericht des französischen Generals Le R ond über die polnische Armee, der sich zum Teil auf seine eigenen Beobachtungen stützt, zum Teil aus Informationen jener französischen OkfitziSflr, dir d N pob'lsHen Manövern im Jahre 192t beiwohnte'!. General Le Rond übt an der Schlagfertigkeit der polnischen Armee scharfe Kritik. Er führt in dem Abschnitt „Allgemeines" unter anderem aus: Die polnische Armee in ihrer gegenwärtigen Verfassung ist nicht fähig, in einem Krieg gegen Truppen von der Kraft der russischen oder der deutschen Reichswehr ihren Mann zu stellen, obwohl letztere zahlenmäßig durchaus unterlegen ist. Jede offensive Bewegung, die die polnische Armee auf russischem Gebiet unternehmen wird, könnte mit einer Katastrophe enden. legen würden, Verhaftete polnischen Stammes freizulassen, ist doch wohl nicht stichhaltig. Denn zwischen Verhaftung und Verhaftung ist doch schließlich noch und gegebenenfalls ein himmelweiter Unterschied. Wäre ein Vorstoß aller Minderheiten noch in letzter Minute auf dem Völkerbundsrat unternommen worden, und hätte sich Deutschland dann an die Spitze stellen können, so wäre wohl auch der Eindruck des Falles Ulitz etwas verwischt worden. Da aber dieser Vorstoß nicht kam, so bleibt nichts als eine Schlappe, die auch nicht durch das allzu deutliche Lavieren der deutschen Delegation ut der Frage der Saarkredite ausgeglichen worden ist. Es ist verständlich, daß unter diesen Umständen die deutsche Delegation nicht gerade mit Sang und Klang von Genf abreift. Sie verschwindet ziemlich unbemerkt, und Dr. Stresemann flüchtete in die schon wärmeren Gefilde der Riviera. Gern denkt er bestimmt nicht an diese Ratstagung zurück, die doch, alles in allem gesehen, auch ihm mehr Enttäuschungen, Enttäuschungen sowohl sachlicher Ratur, als auch in persönlicher Beziehung, denn Befriedigungen brachte. — Der Dölkerbundsrat ist abgereist. Der See steckt wieder fein strahlendes Mädchenlächeln auf. England alsMndaiarOftasrikas Mandatsdebatte im Oberhaus. London, 13. März. (WTD.) 3m Oberhaus brachte Lord L u g a r d den Bericht der Hilton- Voung-Kommission zur Sprache, der für eine engere Verbindung zwischen den bri- tischenDebieten in Ost - und Zentralafrika eintritt. Lord Lugard gab der Ansicht Ausdruck, daß die einzig dauernde Lösung des Problems in Ostafrika die Schaffung einer abgesonderten weißen Riederlassung sei, die schließlich autonom werden könne, während die übrigen Gebiete getrennt nach dem Vorbild des südafrikanischen Protektorats verwaltet werden könnten. 3m Ausland, so fuhr der Redner fort, sei der Verdacht laut geworden, dah in diesen Vorschlägen der heimliche Wunsch verborgen sein könnte, Mandatsgebiete zu annektieren. Wenn diese Frage von der Mandatskommission erörtert werden würde, deren Mitglied er sei, so würden alle ihre Mitglieder sich bemühen, ohne nationale Voreingenommenheit an sie heranzutreten. Die Permanenz des Mandats sei jedenfalls nicht in Frage gestellt und im Vertrag von Versailles fest- gelegt. Das Mitglied der Arbeiterpartei, Lord Olivier, betonte, dah die Zeit gekommen sei für eine sorgfältige neue Darlegung der Grundsätze, die bei der Verwaltung des britischen Mandats als Treuhänder befolgt werden sollten. Klare Definitionen seien erforderlich. Soviel er wisse, beabsichtige die Regierung, eine Kommission nach Afrika zu senden, um die Fragen mit der Bevölkerung an Ort und Stelle zu erörtern und ihre Ansichten zu hören. Die Arbeiterpartei könne jedoch unmöglich durch irgendwelche Abmachungen gebunden werden, die von einer solchen Kommission getroffen würden. Der konservative Lord Eranwern bemerkte, in Tanganhika seien die offiziellen Kreise gegen den Bericht. Die britischen Ansiedler begrüßten ihn, aber die deutsche Bevölkerung befürchte, dah, wenn dieser Bericht je angenommen würde, ihre wenn auch noch so geringen Aussichten, je wieder eine gesonderte Gemeinschaft unter dec deutschen Regierung zu werden, schwinden toürben. — Der Liberale, Lord Duckmaster, erklärte, die drei Gebiete boten ganz verschiedenartige Derwaltungsprobleme. Aber ihre künftige Entwickelung könne sich kaum unabhängig voneinander vollziehen. Für die Regierung gab Lord Plymouth eine Erklärung ab, in Der es u. a. heiht: Der Bericht enthalte eine ganze Reihe von konstruktiven Anregungen, die insbesondere die Frage eines engeren Zusammenschlusses der drei Gebiete Kenya, Tanganyika und Uganda berührten. Die Regierung habe keine Absicht, irgendeine endgültige Aktion auf die Empfehlungen des Berichts hin zu unternehmen, bevor man Gelegenheit gehabt habe, die Fragen in England ausreichend zu erörtern und die Ansichten der Leute festzustellen, die am nächsten beteiligt seien, nämlich die verschiedenen Gemeinschaf- te n in O ft a f r i ta. Die Regierung prüfe zur Zeit eingehend die Frage, wie die Gemeinschaften in Ostafrika am besten zu Rate gezogen werden konnten. Es sei klar, dah das Ergebnis Derartiger Beratungen nicht innerhalb der Lebensdauer des augenblicklichen Parlaments bekannt werden könne, und er glaube, dah es unter diesen Umstänoen der Regierung verfrüht erscheinen würde, einen gemeinsamen Sonder- ausschuh zu schaffen, wie dies in der Aussprache angeregt worden fei. Ein echter belgischer Mobil- machungsplan gefunden. Bei der Sekretärin eines flämischen Aktivistenführers. Berlin, 14. März. Der „Vorwärts" meldet aus Brüssel: Der Dokumentenfälscher Frank-Heine wurde am Mittwoch von der Staatsanwaltschaft nochmals vernommen. Außerdem wurden ein General und ein Oberst der belgischen Armee verhört. Die Kriminalpolizei schrill kurz nach dem Verhör zu einer Haussuchung in der Wohnung der Sekretärin des flämischen Journalisten Hermans. Sie beschlagnahmte verschiedene Dokumente, darunter einen Mobi l i sierungsplan des belgischen Heeres, der, wie mitgeteilt wird, aus dem dritten Bureau des Generalstabes stammt. Wie und durch wessen Mithilfe dieses geheime Dokument in den Besitz Hermans gelangt ist, bleibt zunächst rätselhaft. Nach einer anderen Blättermeldung sollen die Dokumente, wie von der belgischen Polizei mit- geteill werde, durch Diebstahl aus dem Kriegsmini st erium entfernt und in den Besitz Hermans gekommen sein. Wie dem „Journal" aus Brüsiel gemeldet wird, sollen tatsächlich bei einer Haussuchung bei einer Sekretärin einer aktivistischen Vereinigung mit Namen Peters in j)enft op den Berg Dokumente, die sich auf die Mobilisation des Eisenbahnmaterials und der Eisenbahner im Kriegsfälle beziehen, entdeckt worden fein. Es handelt sich um offizielle Dokumente, die aus dem Kriegsministerium gestohlen worden [eien, um Pläne mit Kartenskizzen und Angaben über die Materialdepots. Frl. Peters habe bei der Vernehmung erklärt, diese Dokumente seien ihr von dem Journalisten Hermans a n - ue r traut worden. Oie Reparationskonferenz. Die Arbeit der Unterausschüsse. Paris, 13. März. (WTB.) 3n der heutigen DettsiAlng der Reparationskonferenz, an der der aus Berlin zurückgekehrte Reichsbank- präsidcnt Dr. Schacht teilnahm und die eine halbe Stunde dauerte, wurde zunächst ein kurzer schristlicher Bericht des Unterausschusses für Sachlieferungen vorgelegt. Die beiden anderen Unterausschüsse haben ihre Berichte noch nicht fertiggestellt. Lord Revel st o k e hat über die Arbeiten des von ihm geleiteten Unterausschusses, der sich mit Der Frage der Kapitalbeschaffung für die Zentralbank, mit den Beziehungen des 3n- stituts, mit den Rotenbanken und mit der Kreditorganisation beschäftigt, referiert. Sir 3osiah S t a m p ist gewissermaßen Generalberichterstatter für den ganzen Fragenkomplex und hat als solcher die Aufgabe, die Berichte der einzelnen Unterausschüsse zusammenzufassen. Es wurde in Konlerenzkreisen zu der heutigen Sitzung erflätt, daß die Befürchtungen, dah innerhalb der Zentralbank irgendein Land eine führende Stellung einnehmen könne, grundlos feien. Was die Bemerkungen amerikanischer Blätter betreffe, als ob innerhalb bei Revelftoke-Komitees Meinungsverschiedenheiten über Die Kapitalbeschaffung beständen, so träfen diese nicht zu. Alle Delegierten seien vielmehr der Auffassung, daß die Bank ein sehr großes Kapital besitzen müsse. Für die Beschaffung seien verschiedene Möglichkeiten gegeben, z. B. die Ausgabe von Aktien, aber auch dadurch, daß einzelne Länder oder Privatbankiers Anteile übernehmen. Auch konnten Telle der deutschen Annuität hierfür abgezweigt werden, wobei es sich im Vergleich zu Den anderen Teilen allerdings nut um geringe Beträge handeln könnte. Schachts Berliner Reife. Keine neuen Instruktionen. Berlin, 14. März. (Priv.-Tel.) Den Despre chungen, die Reichsbankpräsident Dr. Schacht gestern in Berlin hatte, kommt, wie die „B. Z. a.M." barlegt, mehr als rein informatorische Bedeutung zu, doch wäre es nach Meinung des Blattes falsch, wenn man sich in Paris der Hoffnung hin» gäbe, daß Berlin zur Akzeptierung der von den Franzosen angemeldeten Forderungen auch nur entfernt bereit wäre. Die Reichsregierung habe von Anfang an den Standpunkt eingenommen, daß in die Substanz der deutschen Wirtschaft nicht eingegriffen werden dürfe und jede Endregelung der Reparationsfrage ihre naturgemäße Grenze an der deutschen Leistungr - fähigkeit finden müsse. „Instruktionen" habe Dr. Schacht jetzt ebensowenig erhalten wie ehedem, zumal da gerade von deutscher Seite ' stets großer Wert auf die Unabhängigteit der Sachverständigen gelegt worden sei. Wohl aber hatte die Fühlungnahme Schachts den Zweck, noch einmal die praktische Seite der Pariser Konferenz zu erörtern. Etat und Parteien. Pressestimmen zum Beginn der Etatsberatungen im Reichstag. Berlin, 13. März. (TU.) Zu den Etatsberatungen im Reichstag, die am Donnerstag beginnen, schreibt der „Vorwärts" u. a.: Mit der Etats- fraae stehe bi e Regierungsfrage im engsten Zusammenhang. Eine Mehrheit sei notwendig. Selbst wenn die zur Zeit im Kabinett vertretenen Parteien sich einigen würden, wäre diese Mehrheit solange nicht gegeben, als bas Zentrum sich nicht anschlösse. Gelinge es aber nicht, ein Einverständnis zwischen der Sozialdemokratie und der Volkspartei zu erzielen, so bliebe nichts übrig, als das Bemühen, eine Plattform zu suchen, auf die die Sozialdemokratie gemeinsam mit dem der Sozialdemokratie stehenden Zentrum und den übrigen republikanischen Gruppen treten könnten. Die „DAZ/ sagt: Hilfe r d i n g müsse als derjenige, der gegenwärtig für die Reichsfinanzen verantwortlich sei, zur Regie- rungsfrage Stellung nehmen, die im allerengsten Zusammenhang mit den Steuerfragen stehe. Das Blatt meint weiter, ein verantwortungsbewußter Kanzler würde den Reichstag angesichts der Opposition, der die Politik seines Finanz« Ministers in so einschneidenden Dingeri, wie den Steuerfragen begegne, vor die Entscheidung der Dertrauenssrage stellen. Oie Einschränkung des Eides. Beschlüsse des Strafrechts-Ausschusses. Berlin. 14.März. Der Strafrechtsausschuh des Reichstags nahm den Bericht des Llnteraus- schusses über die Eidesre,orm entgegen. Rach dem Bericht des Qlbg. Emminger (Dayr.Bp.) wird der Cid zwar nicht abgeschafft, aber nirgend- w o mehr zwingend vorgeschrieben. Heber die Frage Parteieid oder eidliche Ver- nehmung der Parteien im Zivilprozeh ist Entscheidung bis zum Einführungsgel eh Vorbehalten. 3m Strafprozeh kann das Gericht zwar die Beeidigung des Zeugen beschliehen. aber nur, wenn es der Aussage ausschlaggebende Bedeutung über die Llrteilsfindung beimiht und wenn es der Auffassung ist. dah bei Würdigung der Sachlage die Beeidigung als äußerstes Mittel der Wahrheitsforschung nicht entbehrt werden kann. Sie Vereidigung hat nicht nur zu unterbleiben bei Leuten unter 16 3ahren ober wegen Derstandesfchwäche oder mangelnder Berstandesreife bei Personen, die als Täter, Teilnehmer, Begünstiger ober Hehler verdächtigt sind ober bereits überführt sind, sondern auch, wenn Gericht und Beteiligte darauf verzichten. Die Versicherung hat auch zu unterbleiben, wenn die Aussage nach der Lieberzeugung aller Mitglieder des Gerichts unerheblich ist: die Versicherung kann unterbleiben in einem Strafverfahren, das ausschließlich eine Hebertretung betrifft oder in einem anderen Verfahren, wenn die Aussage nach der Lieberzeugung aller Mitglieder des Gerichts offenbar unglaubwürdig ist. Fahrlässigkeit und dolus eventualis sind abgeschafft. Sie Mindeststrase für vorsätzlich falsche Versicherung ist drei Monate, vorbehaltlich vorhandener besonderer Milderung ^gründe des allgemeinen Teils, die Höchststrafe in besonders schweren Fällen Zuchthausstrafe bis zu fünf Jahren. Ist die Angabe nur in einem bedeutungslosen Punkte unrichtig ober unvollständig, so kann das Gericht die Strafe nach freiem Ermessen mildern oder von Strafe absehen. Soweit eine D"'^ge beeidigt wird, ist sie wörtlich in ta Proioko a Lu ehwe.r. Sie Strafe für toi?» senlliche.. -teineio ist Zuchthaus bis zu fünf Jahren, in besonders schweren Fällen Zuchthaus bis zu zehn Jahren. Ser Unterausschuß hat diese Anträge mit wechselnden Mehrheiten angenommen. Re ichsjust izmini st er Koch-Weser erklärte, er fei bereit, sich auf die Grundlage des Antrags zu stellen. Einzelheiten wolle er im 3ntereffe der Einigung gern zurückstellen, weil er in der Gesamtheit der Vorschläge einen sehr wesentlichen Fortschritt gegenüber dem geltenden Recht erblicke. Unter Ablehnung aller Anträge wurde nach längerer Aussprache § 183a (falsche Versicherung) in der Fassung des Unterausschusses mit 17 Stimmen bei sieben Enthaltungen gegen drei Stimmen genehmigt. Es folgt § 184 (Meineid). Er wird mit 23 gegen 3 Stimmen angenommen; desgleichen § 185 (Verleitung zur falschen Versicherung ober zum Meineid) mit 19 gegen 3 Stimmen bei Stimmenthaltung der übrigen Mitglieder des Ausschusses. Mit derselben Mehrheit werben die Paragraphen 186 (Herbeiführung einer falschen Versicherung ober eines falschen Eibes) unb 186a (Verlegung ber Er- kundigungspfticht) genehmigt. Die Paragraphen 187 unb 188 fallen fort. § 189 wirb mit bem aleichen Stimmenverhältnis wie bie letzten Paragraphen genehm gt; er behanbelt bie Zulässigkeit ber Versicherung unb des Eibes. Auch ber Rest bes Abschnittes wirb im wesentlichen nach ben Vorschlägen oes Unterausschusses angenommen. Aus aller Welt. Oer Mittelmeerslug -es »-Graf Zeppelin". Rach Erkundigungen in Friedrichshofen ist bie Flugstrecke für bie Mittelmeerreise im großen unb ganzen jetzt festgelegt. Voraussichtlich wirb bie Fahrt am 24. März angetreten. Die Fahrt wirb vier Tage dauern, so daß mit ber Rückkehr bes Fluaschiffes nach Deulschlanb am Karfreitag zu rechnen ist. Die Reise geht über Frankreich hinweg, bas Rhonetal entlang zur italienischenKüste, um gegebenenfalls Rom unb Neapel einen Besuch abftatten zu können. Wahrscheinlich werben Korsika und Sardinien überflogen werden. Dann soll bie Fahrt über Sizilien hinweg nach Afrikas Küste gehen. Kreuzfahrten über bas Mittelländische Meer bringen bas Schiff dann nach Kreta und Palästina, weiter nach Konstan - t i n o p e l unb möglicherweise Bukarest, Saloniki, Athen, Nisck unb Belgrad. Bu - da pest und Wien werden bestimmt überflogen. Die Liste ber Fahrgäste steht noch nicht endgültig fest, doch dürften folgende Persönlichkeiten daran tellnehmen. Dem Reichstagspräsibenten wurden drei Plätze zur Verfügung gestellt; wahrscheinlich werden außer L ö b e unb zwei Herren bes Reichstages ber preußische Ministerpräsident Dr. Braun, die Ministerialdirektoren Babt unb Küsgen, vielleicht Der R e i ch s p ostm i n i st e r selber unb bei Luftfahrlreferent, Ministerialrat Knipser, teilnehmen. Ebenfalls sind ber roürttem- bergische Staatspräsident Bolz, ßanbtagspräfibent Dr. Pflüger unb Ministerialrat Steiger für bie Fahrt aemeldet. Ferner wollen brei Damen mitreifen. Die Reichstagsabgeorbnete Frau Sen der, Gräfin Branden st ein-Zeppelin unb Lady Drummonb Hay, die englische Journalistin. 75 Köpfe wird der Zeppelin an Bord haben. Diese Mittelmeerreise soll ber Auftakt zu vielen weiteren Fahrten des Sommers werden. So oft als möglich will Eckener bas Luftschiff aufsteigen lasten, um mit ber allen Mannschaft zu tränieren unb neue Kräfte auszubilden. Zwei Amerikafahr- t e n stehen bereits fest. Der erste DmerNastart die- jes Jahres findet am 10. Mai statt. Des öfteren wird Oie Todesfälle bei der französischen Uheinlandarmee. Das Ergebnis -er Enquete. — Oie Sozialisten fordern painlevSS Rücktritt. Paris, 13. März. (WB.) Der Heeresaus- schuß der Kammer hat fein Mitglied, den Armeehygieneinfpektor 21bgeorbneter Dr. Pechin von der Fraktion Marin mit einer Enquete über die sanitären Verhältnisse bei der Sefafcungsarmee im Rheinland beauftragt Dr. Pechin war von dem Dorfitzenden des Heeresausschusses, Oberst Picot, begleitet worden. Heute erstatteten beide vor dem Heeresausschuß der Kammer über bie Ereignisse der Untersuchung Bericht. Danach sind feit dem Eintreten ber Fro st Periode bei den französischen Besatzungstruppen 2 7 3 I o be s [ä l le zu verzeichnen gewesen, bie jeboch, wie erklärt wird, teilweise auf bie auch unter der Zivilbevölkerung herrschenden Grippe zurückzuführen seien. Im übrigen betont sowohl Dr. Pechin als auch Oberst Picot, daß von ben vorgesetzten Stellen alle Maßnahmen erariffen worben seien, und daß auch General Guillaumat bie Sanitätskorps vollkommen decke. Abgesehen von sehr vereinzelten Verstößen gegen die getroffenen Anordnungen könnte die Militärbehörde insgesamt für die Todesfälle nicht verantwortlich gemacht werden. Die erkrankten Soldaten hätten jede nur erbenllidje Fürsorge genossen. Oberft Picot stellte bei seinem Bericht die seltsame Beyauptung auf, daß feiner Ansicht nach der Gesundheitszustand der Rheinlandarmee zu politischen Zwecken ausgebeutet worden sei, die in Zusammenhang zu stehen scheinen mit der Kampagne, bie im Auslande unternommen werde, um eine vorzeitige Rhein- lanbräumung zu erreichen. Morgen wird vor bem Heeresausschuß ber Kammer Kriegsminister Pain 1 svö erscheinen, ber, wie man annimmt, bereits in ber Lage sein wirb, über bie Ergebnisse ber offiziellen Untersuchung der unter Marschall P61 ain stehenden Enquetekommission Bericht zu erstatten. Der Generalsekretär der sozialistischen Partei, Faure, fordert im „Populaire" in scharfem Ton ben Rücktritt bes Kriegs- m i n i ft e r s. Er schreibt: Bis zur Stunbe sind nach glaubroürbigen Nachrichten mehr als 350 französische Soldaten im Rheinlands der Kälte zumOpfer gefallen. Eine Pressecampagne unb die Einbringung einer Interpellation über bie beträchtliche Erregung ber öffentlichen Meinung burch bisse Vorgänge waren nötig, damit dieser republikanische Minister sich entschloß, ftotternb und wehklagend zu erklären: „Ich werde Auskünfteein. holen und werde eine Untersuchung anstellen!" Die erste Sanktion, die ergriffen werden muß, ist, einen unheilvollen Mann aus bem Kriegsministerium zu entfernen, der dort wütet. SieRäumungderKoblenzerZone Eine gewundene Erklärung Chamberlains. London, 13.März. (WTD.) 3m Unterhaus wurde Chamberlain von dem konservativen Abg. Bellair gefragt, ob mit Rücksicht auf die Verpflichtung zur Zurückziehung der fremden Truppen aus Koblenz im Jahre 1930 bereits ein Zeitpunkt festgesetzt oder mit Frankreich in Verhandlungen über die Festsetzung eines Zeitpunktes eingetreten worden sei, damit vermieden werde, dah die fremden Truppen das deutsche Gebiet über das vertragliche Datumhinaus besetzt halten. — Chamberlain erklärte: Rach Artikel 429 des Versailler Vertrages ist die Räumung der Koblenzer Zone am 10.Januar 1930 fällig, wenn die Voraussetzungen dieses Artikels von Deutschland pünktlich erfüllt werden. Rach meinen bisherigen Informationen habe ich keinen Grund zu der Annahme, dah Deutschland diese Erfordernisse nicht erfüllen wird. Unter diesen Umständen besteht kein Bedürfnis, in Verhandlungen über die Festsetzung des Zeitpunktes der Räumung dieser Zone des besetzten Gebietes einzutreten. — Oberst Wedgwood fragte, ob Chamberlain davon Kenntnis nehmen wolle, dah die Frage von einem Mitglied seiner Partei gestellt worden fei. Chamberlain gab hierauf keine Antwort. Minister Korell zum Zusammenschluß Opel-General Motors. General-ebatte im Hessischen Lan-tag. Darmstadt, 13. März. Vizepräsident Blank eröffnet die schwach besuchte Sitzung um 103/4 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die Weiterberatung des Etats für 1929. Auf Ausführungen in der bisherigen Debatte erllärt Ministerialdirektor Schwarz, dah die Antwort der Regierung auf den Befischen Antrag bezüglich des Rotariates im Laufe dieser Woche dem Landtag zugchen werde. Er sei jedoch der Ansicht, diese schwierigen Materien zunächst im Gesehgebungsausichuh eingehend durchzuberaten. Die Regierung sei im Begriff, die Einkommensverhältnisse der Gerichtsvollzieher nach preußischem Muster ne-uzu- ordnen; jedoch werde die Stellung des Gerichtsvollziehers als Gebührenbeamter beibehallen. Wenn eine Verstaatlichung eintreten würde, könnte Hessen mit den 59 Gerichtsvollziehern nicht mehr auskommen. Hessen habe bisher jährlich rund 39 000 Mark Reineinnahme aus dem Gerichtsvollziehcrwesen bezogen. Preußen zahle für sein Gerichtsvollzieherwesen einschließlich Pensionen dagegen einen jährlichen Zuschuß von 3360 000 Mk. Die Berechnung der Reisekosten der Gerichtsvollzieher sei änderungsbedürftig, könne aber nur von Reichs wegen erfolgen. Abg. Eberle (D.) kritisiert die Rede des Volksparteilers Dr. Scholz in Mainz über die Symbole des Staates. Der Unterschied zwischen dem Burschenscha,ter Dr. Stresemann, der Schtoarz-Rot-Gold trage, und dem Ostelbier Scholz liege klar auf der Hand. Dadurch werde den Demokraten, die stets die Drohe Koalition forderten, ihre Stellung auherordentlich erschwert. Die Demokraten lehnten eine Aufhebung des Altersgrenzengefetzes ftrilte ab. Sine Reform der Wahlgesetzgebung in Hessen und eine Verringerung der Landtagssähe halte er für wünschenswert. Abg. Böhm (Sn.) erklärt: Unsere wirtschaftliche und finanzielle Lage sei nicht trostlos, sondern katastrophal. Der Ausverkauf der deutschen Industrie an das Ausland gehe täglich weiter, während die Landwirtschaft zu dauernden Eingriffen in die Substanz gezwungen fei. Der Einheitsstaat werde nicht auf parlamentarischem Wege, sondern nur durch diktatorische Mahnah- men zu errichten möglich fein; die Haltung der hessischen Rechtspartelen sei hier sehr verschieden. Er fragt, ob es richtig sei, dah die letzte hessische Anleihe zu 93,8 Prozent bei einer Doni- sikationsgebühr von 3,25 Prozent und einem Ruck^ahlungskurs von 102 Prozent gegeben worden sei. Das würde einen Verlust von 580 000 Mark für den Staat bedeuten. Er wünscht, dah der Wirtschaftsminister, wenn irgendwie möglich, bei dem Verkauf der Opelwerke an das Ausland zur Wahrung hessischer Interessen intervenieren möge. Für den Schutz der Landwirtschaft und des Mittelstandes, die Einführung der Warenhaus st euer, werde er sich stets einsetzen. Minister für Arbeitun-Wirtschaft Korett erklärt, dah die meisten in der Dresse erschienenen Rachrichten über den Zusammenschluß Opel und General Motors jedenfalls den Ereignissen vorausellen. Der Chef der Firma Opel habe von sich aus in anerkennenswerter Weise die Minister auf dem Saufenden gehalten, wie weit die Dinge ständen. Bis jetzt sei über Einzelheiten des Zusammenschlusses überhaupt nichts ausgemacht. Allerdings sei es wahrscheinlich, dah in irgendeiner Form eine Zusammenarbeit der General Motors mit der Firma Opel zustandekommen werde. Don der Firma Opel sei wiederholt erklärt worden, dah bei irgendwelcher Vereinigung das Werk in seiner Gröhe erhalten bleiben werde; Rüsselsheim werde unter allen Umständen im Interesse der hessischen Wirtschaft ein Industrieplatz mindestens von der heutigen Gröhe bleiben, wahrscheinlich aber einer der größten Industrieplätze Deutschlands werden. Abg. Blank (Zentr.) polemisiert gegen die Ausführungen des Abgeordneten Böhm, der von einer katastrophalen Lage ber hessischen Finanzen gesprochen habe. Die Entwicklung zum Einheitsstaat einem Diktator zu überlassen, fei doch zu bequem. Die heute noch ausstehenben landwirtschaftlichen und Mainzer Kredite seien in obsehoarer Heft nicht zurückzuzahlen. Statt des erwarteten guten Weinherbstes sei nur ein mittelmäßiger Herbst bei sehr schlechten Preisen eingetreten. Der Redner beklagt ben schärfer in die Erscheinung tretenden Klassen ka mvf in Deutschland; alle Volksschichten stünden doch in einer gemeinsamen Schicksals- Verbundenheit. Ministerlaldirektor Schäfer erwidert auf eine Anfrage wegen ber Reform des hessischen Vermessungswesens, daß die eingebrachten Vorschläge geprüft worben seien. Da aber im Zusammenhang mit bem bevorstehenden Spargutachten diese Frage erneut durchgesprochen werden müsse, werde bie Regierung nochmals auf die Frage zu- rückkommen, um sie dann zusammen mit bem Parlament endgültig zu klären. — Auf die Frage des Abgeordneten Böhm wegen der letzten hessischen Anleihe stellt er fest, baß die Anleibebedingungen dem entsprachen, was in der letzten Zeit erreichbar war, und daß anders Länder und Kommunen ungünstigere Bedingungen akzeptieren mußten. Auch der in Option gegebene Betrag sei voll gezeichnet worden. — Donnerstag Beginn der Einzelberatung zum Staatshaushalt. der Zeppelin auch Berlin ansteuern, wird Grönland und Island besuchen und im Spätsommer die große Weltreise antreten, die von Friedrichshafen zunächst nach Japan, bann nach Kalifornien, weiter nach Lake hur st und bann roieber nach Friedrichshafen durchgeführt wird. Robile verschwindet. Das Amtsblatt des italienischen Lustschiffahrt- ministeriums veröffentlicht einen Erlaß vom 7. März 1929, durch den das Rücktrittsgesuch des Geniegenerals z. D. Umberto Ro- bilc angenommen wird. In einer Llnter- redung mit einem Vertreter der , Associated Preß" über seine Verabschiedung wies General Robile u. a. daraus hin, dah ihm keine Gelegenheit gegeben worden fei. von der amtlichen LlntersuchungSkommission über das .Italia"-Llnglück gehört zu werden und die Beschuldigung w.gen f.hlerhafi.n Manövrierens der „Italia", oder die fehlerhafte Zusammensetzung der Mannschaft zu widerlegen. Wenn ihn die Kommission über diese Fragen vernommen hätte, hätte er die Anschuldigungen richtig- Mllen können. Die Angelegenheit fei noch nicht abgeschlossen. In dem Buch, an dem er arbeite, werde er „die ganze Wahrheit über die Expedition" erzählen. Er habe viele Gründe, die zu einem Zweifel an der Llnpartei- lichkeit der Mitglleder des Llntersuchungsaus- schusfes berechtigen. Reue Der Handlung im Mordprozeh Halsmann Der Oberste Gerichtshof in Wien hat der Rich- tigkeitsbefchwerde im Prozeß Halsmann Folge gegeben, den Wahrspruch der Geschworenen auf- ?eyoben und eine neuerliche Derhand» ung in Innsbruck angeorDnct Maßgebend für die Entscheidung deS Gerichtshofes war im wesentlichen das Sachverständigengutachten, das. wie einzeln auSgesübrt wird, einige durrlle Stellen enthalte, dessen Lleberprüsung notwendig sei. Der Gerichtshof sah sich nicht ver- aniaht, die Sache an ein anderes Geschworenengericht zu überweisen, da hierfür nicht die entsprechenden Voraussetzungen gegeben feien, insbesondere auch nicht aus den von dem Angeklagten geltend gemachten Erwägungen. Der Dresdener Student Halsmann ist, wie er inner fab. im Dezember 1928 unter der Beschuldigung, seinen Da ter in den Zillertaler Alpen durch Hin- abwerfen getötet zu haben, zu zehn Jahren schweren Kerkers verurtellt worden. Mysteriöse Ermordung eines französischen Zugführers. Als abends 19,30 Llhr der Pariser Schnellzug auf dem Bahnhof Epernah eintraf, wurde der Zugführer Perrin im Packwagen von vier Revolverschüssen durchbohrt tot aufgefunden. Da Perrin um 18,15 Llhr noch eine Eintragung in das dienstliche Tagebuch vorgenommen hat, ist anzunehmen, dah er erst zwischen den Stationen Doudy und Epernah ermordet worden ist. Verluste an Gepäckstücken find nicht fest- gestellt worden. Im Packwagen wurden fünf Patronen gefunden. Der Zug nimmt bis Epernah, den ersten Haltepunkt nach seiner Abfahrt von Paris, nur Reisende erster und zweiter Klasse auf. Don der Gendarmerie von Epernah unter dem Verdacht der Ermordung des Zugführers wurde ein Mann namens Stessens festgenommen. Steffens, der über den Zweck seiner Reise nach Epernah keine befriedigende Auskunft geben konnte, hatte sich gleich nach der Ankunft des Pariser Zuges in Epernah nach der Möglichkeit erkundigt, wie er noch am gleichen Abend nach Paris zurückkehren könne. Sein Taschentuch und das Futter seiner Kleider zeigen Blut- spuren. Der Revolver, mit dem der Zugführer getötet wurde, ist an der Bahnstrecke bei La Serie auf gefunden worden. Sei feinem Rekordversuch tödlich verunglückt. In Dayton Beach (Florida) verlor bei dem Versuch, den von Major Seagrave dieser Tage aufgestellten Schnelligkeitsrekord zu überbieten, Der amerikanische Automobilfahrer Lee Bibel, als er eine Stunden geschwindig- keit von 325 Stundenkilometern erreicht hatte, die Herrschaft über seinen Rennwagen und rannte in eine Stranddüne. Der Wagen überschlug sich und Bibel wurde sofort getötet Bei Dem Unfall wurde auch ein Photograph der Pathe-Filmgesellschaft von dem Automobil Bibels angefahren und getötet. Bibel unternahm seinen Rekordversuch in einem 36-Zhlinder- Triplex-Rennwagen und geriet am Rordende der Strandrennbahn zu nahe an das Wasser. Bei Dem Versuch, nach Der Innenseite der Rennbahn zu steuern, verlor er Die Gewalt über Den Wagen urtD fuhr mit gewaltiger Wucht in eine Sanddüne. Dom Tanzbären zerfleischt Ein arbeitsloser Handwerksbursche hatte sich auf Dem Eichsf eld einer Därensührer- ?ruppe als Gehilfe angeschlossen. Als er auf em Wege von Obernfeld nach Wingerode war, wollte er einem schnell daherkommenden Auto ausweichen und zog dabei Den Bären außer» ordentlich heftig am Rasenring. Dadurch wurde das sonst zahme Tier plötzlich wütend und schlug mit seinen Tatzen Den Handwerksburschen nieder. Das Tier richtete ihn so furchtbar zu, dah er in hoffnungslosem Zustande Dem Krankenhaus Angeführt werden mußte. Ein Rachspiel zum Jmmerlreu-Prozeh. Der Vorstand DerDerlinerAnwaltS- lammer macht eine Mitteilung, Die Durch ihren außergewöhnlichen Inhalt geeignet ist, toeit- gehendstes Aussehen zu erregen. Es toirD nämlich angekünDigt, daß zur Aufklärung gewisser Vorgänge, Die Anwaltskammer eine ünterfu* chung über das Verhalten einiger Rechtsanwälte eingeleitet habe. Es handelt sich um die Teilnahme einiger Verteidiger des 3m- mertreu-Prozesses an einem Ball, Den eine Dem berüchtigten Verein angeschlossene Gruppe kürzlich veranstaltet hatte. Weiter fDielt eine Veröffentlichung, nach der sich Drei .berühmte" Rechtsanwälte in etwas seltsamer Art um Die Ver teiDigung Der Drei Brü- D e r Saß, Denen Der sensationelle Tresoreinbruch zur Last gelegt toirD, bemüht haben, eine Rolle. Oie Wetterlage. !«■ s 6i 2 Mittv/och, d.13. MHrz 1929.7* at)ds. gwnwwei oumei. en»® »töten ® »ent»» e • lehnte a »retroein. e neötl K 6ew>tter^)u>*eH|,,t-*O* «irwtrv On na»igt» tüdiMwen Q ;ic,mar»t> -oräwtsl 0« »ftnt mtgtn mn atm wmdc. Pie oodtn Simonen HtntMtn Ze* en gotn die Temperatur en. Pit Linien Phili-p-Platz 5 wohnhaft, seinen achtzigsten Geburtstag begehen. Der alte Herr ist Veteran von 1870/71. * Befitzwechsel. Herr Heinrich Appel. Reparaturanstalt für Autos und Fahrräder, Inhaber der Gießener Fahrschule, erwarb das Anwesen der Firma Aßmann & Schneider, Kaiferallee 45. * 'S) i e Kundgebung gegen die Kriegsschuldlüge am heutigen Donnerstagabend 81/* Uhr im Saale des Caf6 Leib, veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine unserer Stadt, sei unseren Mitbürgern noch einmal in Erinnerung gebracht. Oberst a. D. Klein hanS wird über „Die neuesten Forschungen auf dem Gebiete der Kriegsschuldlüge" sprechen. Zu der Kundgebung sind nicht nur die Mitglieder der Vereine der Arbeitsgemeinschaft, sondern alle Mitbürger eingeladen. • • Der Derkehrsverein Gießen hält am nächsten Dienstagabend im Hotel Schütz seine diesjährige Hauptversammlung ab. Rach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten wird Redakteur B l u m s ch e i n einen Vortrag über „Zeitfragen der Gießener Derkehrsförderung" halten, im Anschluß daran sollen Vorschläge für Veranstaltungen im 3ahre 1929 und Wünsche und Anregungen über kommunale und VerkehrS- fragen entgegengenommen und besprochen werden. Man beachte die gestrige Anzeige. • • Auftrieb auf dem heutigen Front« furter Schlachtoehmarkt: 1135 Kälber, 350 Schafe, 921 Schweine. Lprechstunden der '.Neöaftion 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bl» 17 Uhr. Somstag nachm klag geschlossen Jur unoerlangt eingesandte Manuskripte ohne belgefügle» Rückporto wird kein« Gewähr übernommen. ■ -'&1 j I - - 7 s M M tfr.625 2296D Gießen, den 14. März 1929. 2318D Lang Göns, am 13. März 1929. if 23370 Beteiligung bittet 01300 banden. 2314D Seine Kameraden Heuchelheim, den 14. März 1929. 2322V Stellengesuche) 0)316 2053V Wieseck. den 13. März 1929. 2000D Wieseck, den 14. März 1929. OHM Mietqesuche Lang-Göns, den 13. März 1929. 01311 gemcht. ,841V Putzfrau 01302 nefucbt Balinbofltr. 39 I. Dlao, foloxt zu venu. ©roßet 23051' Gien. Anz. MW Zimmer 01247 gesucht. Lager. 6785D CarlSchunck l'reto nach liebet- cintuuit. Wo? sag tue Geidiänsuelle d. für tagsüber gesucht. Erstmädchen vor« Restaurant Bogt Sonnenstraste. B ö Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Job. Kreiling, Rangiermeister i. R der Vorstand. 2320D Konfirmanden- Hüte Heute nachmittag um 2 Uhr entschlief sanft nach kurzer Krankheit meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester an erwetbStäi, sol. Dame a. 1. Avril ob sväter a. vrin. 01309 Bismarrkftr. 30 I. Asbest- Platten, 1,2,3.4 und 5 mm wieder am Die Beerdigung findet Samstag, den 16. März, nach mittags IVe Uhr, in Lang-Göns statt Nächsten LamStag» abendS 8 Ubt. findet l „SchutzeuhauS^etn Familien- abend statt. Alle Partei- Mitglieder und deren Angebör. sind hierzu berAltchstemgeladen. »«D Der Borttaud. Wertstatt oder Laden in. elektr. 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Steuernagel Am 12. März entschlief in Darmstadt nach langem Kampfe gegen eine schwere Krankheit Frau Oberreallehrerin Auguste von Kreß Seit 1900 wirkte die Verstorbene an unserer Anstalt, an deren Entwicklung sie regsten Anteil genommen bat Die Schule verliert in ihr eine treue Lehrerin von vorbildlicher Gewissenhaftigkeit, die stets mit dem Einsatz ihrer ganzer. Kratt ihre Schülerinnen zu fördern suchte. Ihr stilles, bescheidenes, immer freundliches Wesen wird ihren Schülerinnen und uns unvergeßlich bleiben. Im Namen des Lehrkörpers der Studienanstalt Dr. Kalbfleisch, Oberstudiendirektor. Haarausfall heilt das medizin Haarwasser Pretoria. [n hiesigen Spe zialgeschflften er hältlich. ****¥ Fabrikanten: Liebe A.-6., Hameln. zum AuStragen von Hüten gesucht. 01315 Mathilde Möbl Keplerstrabe 9p. Danksagung. Für die überaus vielen Beweise herrlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben, unvergeßlichen Entschlafenen, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Stadttheater Freitag. 15. März, 23. Zreilag'Mll.-vrff. von 19' 4 b. 22'/, Uhr Zum ersten Male: MforonöUleoDalra Hlitorifche Komödie von Bernard Shaw Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer Heben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Job. Ludwig Weller Wieseck, den 14. März 1929. Cale Erusl Ludwig Neuen Baue. iwteiler m. guter Handschrift für bte 2 beiden Seiten und das Gel bar war, kai Nur ein Dai verletzt Word« dens, des D der ÄebeHen daß gerade j« Ku.tur noch tot linie Saltillv- ift eine Dersv Gegenden bur< schwerlich. Da die Hauptstadt Veracruz und dadurch einen dischen, die si und verprovi Der von t hahte Mann, Portes Sil g Sierungslrupr tärische Schul aum Kriegsmi '^liehlich po Leistungen we M sich näm Mcht nach eui ‘c Je der 0 Am 12. März 1929 entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit unerwartet unser Heber Kollege und treuer Freund Herr Kreiskassßliachhalter Robert Rinn Heuchelheim. Sein lauterer Charakter, seine Gewissenhaftigkeit und sein Gere: htigkeiisgefühl machten uns den leider so früh Vers orbenen zu einem liebenswerten Menschen und Mitarbeiter. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Das Personal der Krelskasee Gießen. 2336D im 71. Lebensjahr. Im Namen der Hinterbliebenen: Christian Diemer, Lehrer i. R MM oder Bov als Verkäuferin im KaffeehauSvetrleb Eir 3« fi den "Flumen vm rettete unt S an uner deill9 ein Zie 22an hat fr J? «klte 6( L"° Itatoeee St“»»« klle »1» fe®ant an“ tj.? 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Mrz 1929 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 62 Zweites Blatt VEREINIG iCgahül] VOH-- 0. ff- —IPrefkqeographie N- 251 verordneter Sanitätsrat Dr. Voller widmeic anschließend als ältestes Mitglied dem Verstorbenen einen herzlichen Vachruf. Serail gebiet. -- — s----- 0— 200—400 Es ist das Schicksal Mexikos, von Bürgerkriegen und Revolutionen zerwühlt zu werden. Seit die spanischen Konquistadoren Solis und Pinzon Vukotan entdeckten und Cortez dos Reich der Azteken zerstörte, ist in Mexiko mit kurzen Unterbrechungen immer CBhit geflossen. Vur der strammen Diktatur von Porfirio Diaz an der Jahrhundertwende gelang es, dem geplagten Lande eine Ruhepause von etwa 33 Jahren zu schenken. Aber schon sein Vachfolger auf dem Präsi- dentenses^el, M a d e r o , wurde erschossen. und unter der Präsidentschaft von Carranza, Obregon und Calles waren Bürgerkrieg oder Revolution wieder zum Dauerzustand geworden. Man hatte auf den jetzigen Präsidenten Portes-Gil, der als Gouverneur von Tampico und als Innenminister sich den Ruf eines klugen und gemäßigten Mannes erworben hatte, die Hoffnung gesetzt, daß es ihm gelingen werde, die tobenden Leidenschaften zu beruhigen, den Kirchenstreit beizulegen und dem Banditenwesen ein Ende zu machen, ptei ------ Emil von Behring. Au seinem 75. Geburtstage. Ein Wohltäter der Menschheit, ein Wissenschaftler, dessen Erkenntnisse in kurzer Zett Millionen von Menschen der ganzen Welt das Leben rettete und dessen Lebensarbert heute wie ehemals unter uns wirksam ist, könnte am 15 März 1929 den Z5. Geburtstag feiern, wenn nicht ein unerbtttliches Geschick seinem Leben vorzeitig ein Ziel gesetzt hätte. Wan hat die Medlin nicht mit Unrecht darum die edelste der Wissenschaften genannt wett sie »bnc Umwege darauf ausgeht, den Schmerz die Äot mw den Stummer der Menschen ju hnöern. Wenn sie dies Ziel erreicht hat, so gebührt ihr der Dank aller. Diesen Dank gilt es heute einem Manne abzustcttten, der wie kaum ein anderer vor ihm unsägliches Leid von Tausenden von Familien abw?ndete durch die Entdeckung des Diphtherie-Heilserums, mit ßcm der Dame Emil von Behring in der Geschichte der Menschheit für alle Zeit verbunden ist. Vur schwer kann sich die heutige Generation, die die Früchte der Lebensarbeit dieses genialen Mannes^aeitteht. ein Bild von den Verheugen machen, die die Diphtherie unter den Klnd^i aller Völker anrichtete. Wenn beit eine erprobte Waffe im Kampfe Diphtherie besitzt und dieDiphchcrieihreSchrecken für die Völker verloren hat, so ist das dem^Ver dienste des deutschen Forschers Emtt von Behring zu danken. Sohn einer kinderreichen Familie — der Vater war Lehrer in Honsdorf bei Deutsch-Eylau Westpreußen — lernte er frühzeitig den Ernst oer Arbeit kennen. Bei elf Geschwistern schien es dem Vater unmöglich, den hochbegabten jungen, v föon frühzeitig lebjafte L-igung zur W°di»m letünbete, studieren zu lassen. Infolge seiner Be gabung erregte er jedoch so das 3ntereffe ferner Lehrer daß sie Stipendien zum Besuche höherer Lehranstalten und zum Stud.um für iHn eiLirkten. Wtt 20 Jahren konnte er die nnlitärarztliche Btt- dungsanstcttt In Berlin (König!. Friedrich-Wil- belm-Jnstitut) beziehen, die er als 26iahriger nach sbestandenem Examen als Doktor der Meoi^in verließ ^um als Militärarzt in das Hem: ein- zutre^n. Ein starker Hang zu wissenschaftlichen schen Generäle waren kein endgültiger Sieg der Revolution. General A g u i r r e mußte mit einem Häuflein seiner Anhänger sich aus Veracruz zurückziehen und auch General Escobar räumte, nachdem er die Bundestruppen bei Wontera geschlagen, reiche Beute gemacht und die Bestände der S.aatsbankfiliale eingezogen, wieder die Stadt. Bei Juarez schlug er die Dundestruppen, die sich unter dem der Regierung treu gebliebenen General Ramos auf das Gebiet der Vereinigten Staaten nach El Paso zurückziehen und dort internieren lassen muhten. Jedoch wäre es verfrüht, über den Ausgang dec Revolution orakeln zu wollen, da die Siege oder Vieder- logen, von denen die Telegramme reden, an sich kaum eine strategische Bedeutung haben. Im Kampf bei Juarez z. D. hat es, trotzdem auf beiden Seiten Kanonen ins Feld geführt wurden und das Geschühfeuer jenseits der Grenze hörbar war, kaum Tote und Verwundete gegeben. Vur ein Darmann soll gefallen und Veugierige verletzt worden fein. Wenn sich Teile des Vordens, des Westens und Südens in den Händen der Rebellen befinden, so muß man bedenken, daß gerade jene Gebiete dem Verkehr und der Kultur noch wenig erschlossen sind. Da die Bahnlinie Saltillo—Torreon zerstört worden ist, so ist eine Verfolgung der Aufständischen in jene Gegenden durch die Regierunastruppen sehr beschwerlich. Da die Regierung die Herrschaft über die Hauptstadt und über die Bahnlinien, die nach Veracruz und Tampico führen, besitzt, fo hat sie dadurch einen großen Vorteil vor den Aufständischen, die sich in unwegsamen Gegenden halten und verproviantieren müssen. Der von den Aufständischen am meisten gehaßte Mann, Expräsident Calles wurde von Portes Gil zum Oberkommandierenden der Re- vierungstruppen ernannt. Calles hat keine müi- lärische Schule durchgemacht, seine Ernennung zum Kriegsminister und Feldherrn hat eine ausschließlich politische Bedeutung, militärische Leistungen werden von ihm nicht erwartet. Man darf sich nämlich einen Bürgerkrieg in Mexiko nicht nach europäischem Muster vorstellen In- fc'ge der Gelände- und Verkehrsverhältnisse Protestkundgebung gegen dieBiersteuer- erhöhung. WSN. Darmstadt, 12.März. Der Rhein Mainische Gastwirte • Verband (Hess' scher Landesverband) hielt heute eine aus aller. Tellen des Landes stark besuchte Versammlung ab. um zu der von der Reichsrcgierung geplanten Biersteuererhöhung Stellung zu nehmen Nach eingehenden Referaten von Rechtsanwalt Dr. Mattern Darmstadt) und Ingenieur Brand' (Frankfurt a.M.), wurde einstimmig folgendePro testkundgebung angenommen: „Die am 12. März 1929 in Darmstadt versammelten Dertre ter des hessischen G a st w i r t s g e w e r b e- sprechen einmütig ihre höchste Entrüstun darüber aus, daß der Fehlbetrag des Rcichsham Holts wiederum durch eine Steuer gedeckt werde soll, die einseitig auf die Schultern eines einzelner. Gewerbes gelegt wird. Wenn die Aufbringung der deutschen Kriegsschuld die Erhebung weiterer Steuern notwendig macht, so ist es ein Gebot der Gerechtigkeit, daß diese Steuern gleichmäßig auf alle Schultern verteilt werden. Die Erhöhung der Bier st euer würde nicht nur eine ungerechtfertigte einseitigeHeranziehung eines einzelnen Gewerbes zur Deckung der öffentlichen Lasten bedeuten, sondern es wurde auch das Gastwirtsgewerbe, das ohnedies schon schwer unter dem Druck von Sondersteuern steht, von denen andere Gewerbe verschont sind, zum Erliegen bringen. Die Erhöhung der Biersteuer müßte auch eine derartige Verteuerung des Biers zur Folge haben, daß das Bier zum Luxusgetränk wohlhabender Schichten werden würde. Die geplante Erhöhung der Biersteuer ,ft deshalb eine Ungerechtigkeit gegenüber dem Ga st wirtsgewerbe; sie gefährdet besten Existenz und ist außerdem im höchsten Grade unsozial. Die Vertreter des Hessischen Gastwirtsgewerbes fordern deshalb, daß lebe weitere einseitige Belastung des Gewerbes, die dieses dem Ruin zuführt, unterbleibt, und daß ein erhöhter Finanzbedarf des Reichs, der Länder und Gemeinden in erster Linie durch eine gleichmäßige B ela st u n g aller Berufs st ände gedeckt wird. Das hessische Gastwirtsgewerbe erhebt ferner Ei n - spruch gegen die Pläne des Deutschen Städte tag s, die die Wiedereinführung der gemeindlichen Getränkesteuer zum Gegenstand haben. Bei der jetzt schon bestehenden Belastung der Getränke ist eine weitere Belafiung durch gemeindliche Getränkesteuer völlig untragbar. Turnen, Sport und Spiel. Turnverein von 1846 Gießen. Schwimmabteilung Am nächsten Sonntaa, nachmittags 3 älhr, tritt die Schwimmaoteilung des T.V. 1 8 4 6 im Städt. Schwimmbad mtt einem Werbe- und Schauschwimmen an die Öffentlichkeit. Außer den Schwimmerinnen und Schwimmern der Abteilung werden — wie man uns schreibt — bedeutende Kräfte auf Dem Gebiete des Turnerschwimmens mitwirlen. So weist das Schauspringen eine erstklassige Besetzung auf, da es gelungen ist, die Frankfurter Riege für Kunstspringen, der die D. T.-Meisterin A n n i Kapp, sowie der Meister der Aelteren, Hemmer, und Sieger auf großen D.T.-Schwimm- festen und Meisterschaften, wie Wilhelmine Der- be ul, Hermann Stork, Demhold und andere angehören, für diese Veranstaltung zu gewinnen. Außerdem haben Heinrich Schmidt T-G. Offenbach, 3. Sieger im Turmspringen für Turner in Köln, sowie die 1. Wasserballmannschaft des Turn- und Fechtklubs Hanau (Gauverbands- meifter 1928) ihr Erscheinen zugesagt. Die Darbietungen der Abteilung, wie Reigenschwimmen. Figurenlegen, Springen usw. sind durchsetzt mit Staffelweltkämpfen der Turner gegen den Turn- Ehrenpreis und der Verleihung der Denicker-We- daille anschlvh. Die Preußische Akademie der Wissenschaften und viele bedeutende Körperschaften wählten ihn zum Korrespondierenden oder Ehrenmitglied. Die Stadt Marburg, in der er fo lange gewirkt hatte, ehrte ihn durch das Ehrenbürgerrecht; Fürsten und Landesherren des Deutschen Reiches überreichten ihm Orden und Ehrenzeichen. Der Kaifer erhob ihn 1901 in den erblichen Adelsstand. Im Jahre 1903 erfolgte von Behrings Ernennung zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat „Exzellenz". Zu früh für die Wenschhett starb er am 31. März 1917. Seine irdische Hülle ruht im Mausoleum in Warburg a. 6. L.. unweit der von ihm begründeten Behrmgwerke, im tiefen Frieden der Vatur. lieber fein Grab hinaus lebt weiter fein Werk. Vicht zu heilen, sondern vorzubeugen schien ihm von jeher die vornehmste Aufgabe des Arztes. Er löste sie für feinen Teil. 3n feinem Diphtherie-Schutzmittel hinterlieb er eine Waffe — stärker selbst als die der Bekämpfung der Diphtherie. Diese letzte und genialste Schöpfung Behrings, das Auftreten der Diphtherie durch Impfung unmöglich zu machen, beschäftigt gerade in unseren Tagen in stärkstem Maße die gesamte Aerzteschast und die Oessenllichkett. Entscheidungskdmpf in Mexiko. von AMERIKA können größere Truppenansammlungen nicht ma- növerieren, die Marschbewegungen sind beschwerlich, und ein Teil der Soldaten begeistert sich weniger für die Sache, für die er kämpft, als für die Vorteile, die sich ihm bieten. Der General, der den besseren Sold und die bessere Verpflegung zu geben vermag, kann auch mit dem größeren Anhang rechnen. Defertationen sind an der Tagesordnung. Bataillone, die heute unter den Rebellen kämpfen, gehen morgen zur Regierung über, sind aber vielleicht übermorgen wieder im Lager der Aufständischen, oder sie gehen in die Berge, vereinigen sich mit den Desperados und widmen sich dem lukrativen Danditenhandwerk und dem Plündern von Eisenbahnzügen. Mexiko zählt ungefähr 15 Millionen Einwohner, wovon aber nur etwa 10 vH. reine Weiße find. Die übrigen sind Mischlinge oder Indianer, die im entfernten Westen, in QJufatan, noch sehr wenig mit der Kultur in Berührung gekommen sind. Ein großer Tell der Indios befand sich bis vor kurzem noch in einem Hörigkeitsverhältnis zu den großen Grundbesitzern. Die radikale Regierung von Calles wollte nicht nur mit allen Mitteln die Herrschaft der katholischen Kirche brchen mit Mitteln, die schließlich in blutige Verfolgungen ausarteten, sondern sie versuchte auch die Macht der Großgrundbesitzer zu vernichten und die Indios zu emanzipieren. In den Jndustrie- distrikten, namentlich im Petroleumgebiet von Tampico, setzte mit Unterstützung des Arbetts- Ministers Morones, eine halb syndikalistische, halb bolschewistische Propaganda ein. Die verschiedensten Elemente, deren Interessen durch die Regierung verletzt worden waren, sammelten sich auf dem Boden einer unversöhnlichen Feindschaft gegen die Zentralregierung in Mexiko, namentlich gegen Calles, und der Ausbruch der Revolution wurde unvermeidlich. Wenige Sage vor dem Pronunciamento der Generäle hatten sich die Parteien der Opposition in Queretaro — in Queretaro wurde der unglückliche Kaiser Maximilian von Meriko, der Bruder des Habsburgers Franz Joseph, er- schossen — versammelt und dort mag auch das Programm der Revolutionäre festgesetzt worden sein. Die Glaubensfreiheit und der Religionsfriede sollen demnach in Mexiko wiederhergestellt werden. Da der größte Teil der Indios und der Landbevölkerung streng katholisch gesinnt ist, so findet dieses Versprechen die Zustimmung der meisten Mexikaner. Es erscheint aber wahrschein- Studien und ein überraschendes Devbachtungs- vermögen machten sich schon damals bei ihm be- lich, daß überhaupt mit dem radikalen KurS der letzten Regierungen aufgeräumt und die Herr- schäft der ,Hidalgos" und der großen Grund- befitzer erneuert werden soll. Die Aufständischen sind gut bewaffnet und verfügen über aus- reicheiche Geldmittel- Wenn die Regierung in Wafhing ton sich auch streng neutral verhält und dem Präsidenten Portes GU ihre Sympathie aussprechen lleß, so mögen die reichen Oelinaanaten der Vereinigten Staaten, denen die meisten Petroleumquellen in Mexiko gehören, doch ihre eigenen Ziele verfolgen, wie sie das häufig genug in Mittel- und Südamerika getan haben, und mögen die Revolution finanzieren. Expräf ident General Huerta, der wiederholt fein Land mit Bürgerkrieg überzog, lebt in den Vereinigten Staaten unv hat dort viele Freunde. Wie immer der Aufstand auch enden mag, ob nun die Regierung oder die Generäle siegen, so wird er nicht den Abschluß der Wirren bringen, sondern nur eine Epoche im Jahrzehnte dauernden Kampfes bedeuten. Man wollte in Mexiko,! das in einigen Teilen noch in Gedankengängen wie vor 300 Jahren lebt, die Errungenschaften der modernsten Demokratie einführen. Der Versuch mußte mit revo- lutionären Explosionen und Blutvergießen bezahlt werden. Oie Beisetzung des Darmstädter Oberbürgermeisters. WSV. Darmstadt, 13. März. Unter ^ahl- reicher Te.eiligung der Bevölkerung fand heute vormittag auf dem Waldfriedhof die Beisetzung des am Sonntag verstorbenen Oberbürgermeisters der S.adt Darmstadt, Dr. Gläs- sing, statt. Gemäß einem Wunsche des Verstorbenen war von einer größeren Trauerkund- gebung abgesehen worden. Als gegen 11 Uhr der Sarg mit der sterblichen Hülle Dr. Glässings vor der Halle aufgebahrt wurde, versammelten sich um ihn neben den Farnttienangehörigen die Spitzen des Staates und der Stadt, Staatspräsident Adelung, die Minister Leu sch- ner und Kirnberger. Landtaaspräsidentund Bürgermeister Delp. Bürgermeister Müller, Ritsert und Buxbaum (Darmstadt). Oberbürgermeister G r a n z i e n (Offenbach) als Vertreter des Hessischen Städtetages, Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Ritzel (Michelbach) für den Hessischen Landgemeindetag, die Oberbürgermeister von Gießen, Frankfurt und Mainz, Dr. Keller, Dr. Landmann und Dr. Külb, inmitten der in Wichs erschienenen Studentenschaft die Spitzen der Technischen Hochschule. außerdem Vertreter zahlreicher Korporationen, die Stadtverordneten und Zahlreiche Land- tagsabgeordneie. Vach der Rede des Stadt- Pfarrers Lautenschläger legte Bürgermeister Müller (Darmstadt) für feine Kollegen und die Stadtbeamten einen Lorbeerkranz am Sarge des verstorbenen Oberbürgermeisters nieder. Ihm schloß sich eine Reihe von Kranzniederleg'mgen von Vereinen und Verbanden an. Die Einsegnung war von musttalischen und Chorvorträgen des Vereinten Sängerbundes umrahmt, Vach einem Choral am offenen Grabe schloß sich über der sterblichen Hülle eines Mannes die Erde, der sich in jahrzehntelanger Arbeit große Verdienste um die S adt Darmstadt und ihre Bürgerschaft erworben hat. Anläßlich des Ablebens des Oberbürgermeisters Dr. Gl äs sing versammelten sich gestern mittag die Stadtverwaltung und Stadtverordneten, sowie Vertreter der städtischen Beamten, Angestellten und Arbeiter zu einer außerordentlichen Stadtverordnetenfit- zung. Der verwaiste Platz des Oberbürgermeisters war pietätvoll mit einem schlichten Kranz geschmückt, übet den die goldene Amtskette der Stadt Darmstadt gelegt war. Mit tiefem Ernst folgte die Trauerversammlung der Gedächtnisansprache. die Bürgermeister Müller hielt, und die nach einer formellen Inkenntnissetzung der Stadtvertretung von dem plötzlichen Ableben des Stadtoberhauptes eine warme Würdigung der Verdienste des Toten enthielt. Stadi- heit dem Diphtherie-Heilserum ebenbürtig zur Seite steht. Darüber hinaus widmete der große Gelehrte sein ganzes Leben der Tuberkuloseforschung. Die Fülle der ihn beherrschenden Probleme drängte zur Schaffung von Arbeitsstätten. in denen der Forscher jederzeit seine Gedanken und Pläne in die Wirklichkeit umsehen konnte. In M a r b u r g an öer Lahn gründete Behring im Jahre 1904 vorbildliche eigene Forschungsinstitute und Laboratorien zur Serumgewinnung, die er später unter dem *21 am en „B ehring- werke" zusammenfaßte. Dis zu seinem Tode leitete er selbst das heute in de; ganzen Welt bekannte Werk, dessen Sera überall gebraucht werden. Emil von Behring gehört zu den seltenen Erscheinungen in der Wttt großer Geister, die trotz heftiger Kämpfe die volle Anerkennung ihres Werkes erleben durften. Zahllos waren die Ehrungen, die ihm bereitet wurden. Das Institut de France und die Pariser Academie de Mediane überreichten ihm schon 1890 Ehrenpreise von 50 000 und 25 000 Franken, denen der französische Staat die Ernennung zum Offizier der Ehrenlegion folgen lieh. England ehrte ihn durch die Ehrenrnttgliedschaft des Royal Institute of Public Health, das ihm die große goldene Harben-We» daille verlieh. In Anerkennung feiner Leistungen überreichte ihm der König von Italien das Kommandeur-Kreuz der Italienischen Krone. 2n den Vereinigten Staaten von Vordamerika wurde er Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Science und der New-York Academy of Mediane Oesterreich-Ungarn, Rußland, die Türkei, Rumänien, Schweden, Belgien und andere Staaten erhoben ihn zum Ehrenmitglied ihrer bedeutendsten wissenschaftlichen Gesellschaften. Als im Jahre 1901 zum ersten Male der Nobelpreis verteilt wurde, fiel die Wahl auf Behring als den bedeutendsten Forscher der Welt auf medizinischem Gebiete. Es war nur selbstverständlich, daß in Deutsch' land Wissenschaft und öffentliches Leben nicht zurückstanden, ihn nach Gebühr zu ehren. Bereits 1893 erhielt er den Titel Professor, 1895 wurde er Geheimer Medizinalrat. Im gleichen Jahre verlieh ihm die Senckenbergisdie Vaturforschende Gesellschaft in Frankfurt a. W. die Tiedemann- Medaille mit einem Ehrenpreis, der sich 1897 die Würzburger Medizinische Fakultät mit einem JMäfa moros aber der Pistolenschuß, mit dem der jetzt Hingerichtete Fanatiker Jose Toral den erwähllen Präsidenten Obregon ermordete, hatte jede Vermittlung unmöglich gemacht. Die auf gefeit fe au h ro dem Kr 'sseuer ehrinspellor anerkannt, '^ie Waku deZ Vo., .ors ergab die Wiederwahl de' seitherigen Vorstandes, nur tritt für den ausscheidenden Zeugwart Feuerwehrmann Otto Rein ein. 51m die Wehr noch besser aus- zurüstcn, soll bei der Gemeinde die Anschaffung von 10 Uniformen, einer fahrbaren Leiter, zwei Feuerlöschern (fürVenzinbrände) und einigen Gas- marken beantragt werden. Den Uebungsplan für 1929 soll der erste Kommandant aufstellen: alle Hebungen sind Montag 5 abends abzuhalten. Die erste Hebung, Reueintellung der Wehr, findet Dienstag, 19. März, im Saal der Bürgermeisterei statt. Auch soll einem Wunsche älterer Orts- einwohner, der dahin ge^t, sofort passive! Mitglied der Freiw. Feuerwehr zu werden, insofern Rechnung getragen werden, daß solche, die das 35. Lebensjahr überschritten haben, ausgenommen werden können. * Wieseck, 13. März. Der Turn-Verein e. V. W i e s e ck errang bei dem am Sonntag in Lo.lac abgehaltenen Gerätewertungsturnen des Turngaues Lahn-Düns- b e r g durch die Turner Hch. Römer den 3., Hermann Röhl den 4., Otto Reh den 5., Adolf Hildebrand den 9. und Kall Weller den 12. Steg. Dieses Ergebnis ist sehr befriedigend ur' war nur möglich infolge der eifrigen Winterarbeit, die innerhalb des Vereins trotz der lang- ar altenden st 'engen Kälte geleistet worden ist. 4- Alten-Buseck, 13. März. In den Frei» he^r v. O^wemsucrgichen ^paloungen fand eine Drennholzversteigerung statt, die von einer großen Zahl Holzkäufer aus den benachbarten Dörfern Beuern, Großen-Duseck, Daubrin- gen, Treis und von hier besucht war. Die Preise waren etwa 10 bis 20 Prozent höher als im Vorjahre. Rund 300 Raummeter Hartholz und 250 Raummeter Reisig kamen zum Ausgebot. Es wurden bezahlt für je 2 Raummeter Buchen- schetter 24 bis 23 Mk., Duchenknüppel 20 bis 25 Mk., Buchenrcisig 18 bis 22 Ult, Eichen- knüppelreiser 10 bis 14 Mk. je 10 Raummeter. Eichen- und Duchenstöcke waren sehr gesucht: sie erreichten hohe Preise: je 2 Raummeter Buchenstöcke 15 bis 20 Mk., Eichenstöcke durchschnittlich 12 bis 16 Mk. Eine in den v. Rabenauschen Forstrevieren abgehaltene Drennholzversteigerung hatte höhere Preise zu verzeichnen. ES kosteten Duchenknüppel je 2 Raummeter 20 bis 22 Mk., Duchcnscheiterholz 26 bis 30 Mk., erstklassiges Kiefernrundholz 16 bis 20 Mk. V Mainzlar, 13. März. 3n der jüngsten Sitzung des Gemeinderates wurde der von der vorhergehenden Sitzung zurückgestellte Antrag der Holzhauer auf älebernahme der sozialen Lasten auf die Gemeindekassx abgelehnt. Eine längere Aussprache entspann sich über den Antrag der Anlieger der Bahnhof- und Lollarer Straße, die ersuchten, die Kosten der Kanalanschlüsse bei der Kanalisierung vom Hauptkanal bis xitr Grundstücksgrenze etwa zur Hälfte aus die Gemeindekasse zu übernehmen. Der Antrag fand nicht die Mehrheit: es wurde die Zahlung in vier Raten — erstmalig zum 1. April 1929 fällig — festgesetzt. Bei nicht rechtzeitiger Zahlung sollen außerdem die üblichen Verzugszinsen berechnet werden. Z Mainzlar, 13.März. Am Sonntagnachmit» tag veranstaltete die zu Ostern zur Entlastung kommende Klasse der Mädchenfortbildungsschule Staufenberg-Mainzlar im Mül» lerschen Saale dahier eine Abschiedsfeier, zu der Gemeinderat und Schulvorstand beider Gemeinden, owie die Eltern der Fortbildungsschülerinnen er» chienen waren. Lehrer Weisel begrüßte als Dor» itzender des Schulvorstands Mainzlar die Anwesen» )en und gab sodann einen Ueberblick über die Einrichtung und Entwicklung der Mädchenfortbildungsschule. Hiermit verband er den Dank an Kreisschulamt, Gemeindebehörden und die Lehrkräfte, technische Lehrerin Fräulein Großer (Gießen) und Berufsschullehrer Eberle (Lollar). Dekan G u ß - mann (Kirchberg), Mitglied der Kreisschullommission, richtete beherzigenswerte Worte an die jungen Mädchen, in denen er sie ermahnte, ihre erworbenen Kenntniste nicht rosten zu lasten, sondern rechten Gebrauch davon zu machen. Berufsschullehrer Eberle betonte den großen Wert der Fortbildungsschule und dankte den Bürgermeistern, Schulvorständen und Gemeinderäten ter beiten Gemeinden für das Verständnis und Entgegenkommen, das sie stets für die Fortbildungsschule gezeigt haben. Bei Kaffee und Kuchen, womit die Klasse ihre Gäste bewirtete, Musik-, (Lehrer Rabenau und S o - m e r l a d), Gesang, und Gedichtvorträgen verging rasch die Zeit. In der Schulküche waren die im Unterricht unter Leitung von Fräulein Großer an» gefertigten Erzeugnisse der Kochkunst und Hand» arbeiten ter Schülerinnen auegestellt, die gebührende Bewunderung fanden. -r Grunoerg, 13. März. 3n der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde das zur Papierherstellung dienende Fichtenholz, etwa 40 Raummeter, an die hiesige Holzhandlung Fr. D a h m e r zum Preise von 15 Mk. pro Raummeter abgegeben. — Da gegen Ende dieses Monats die Umschaltung unseres Ortsnetzes von 125 auf 220 Volt Spannung vorgenommen werden soll, müssen die vor langer Zeit angelegten Hausleitungen, sofern sie aus Zinllcitungen bestehen, wegen der erhöhten Spannung öutu) Kupfcrleitungen ersetzt werden. Soweit dies in den städtischen Gebäuden nötig ist, erllärte sich der Gemeinderat hiermit einverstanden und wlll die Arbeiten durch öffenlliche Ausschreibung vergeben. t3. Steinbach, 13. März. Landwirtschaftsrat Dr. Schneider vom Landwirtschaft5amt Lich sprach in einer gutbesuchten Versammlung über das Thema ^Sortensrage im Getreide-, Kartoffel- und Rübenbau". 3n llar verständlicher Weise sprach der Redner nach den au"geprobten Versuchen tes Amtes Lich über die einzelnen Sorten und deren wirtschaftlichen Anbauwert, über die Anpassung der Sorten an die hiesigen Bvdenverhwtnisse, um vor schlechten Ernten bewahrt zu bleiben. Anschließend wurden aus der Versammlung praktische Erfahrungen beim Anbau verschietener Sorten mitaeteilt und von Dr. Schneider weitere Ratschläge gegeben. Bürgermeister Krämer dank.e dem Redner mit Recht für seine lehrreichen Ausführungen. Kreis Büdingen. * Büdingen, 13. März. Am Sonntag fand hier eine gutbesuchte Versammlung der B ü - Wie entsteht ein Schlager? Don Rudolph Aelson. 3a, wie entsteht ein Schlager? Worin siegt das Geheimnis des Komponisten, aus einer Melodie den Funlen springen zu lassen, der die Welt entzündet, aus einer Reihenfolge von Tönen jene Melodie zusammenzustellen, die einschmeichelnd in Millionen Ohren bringt, die von Millionen Lippen gepfiffen, gesummt und geträllert wird, jene Melodie, die die Beine zum Zucken und das Herz zum schnelleren Schlag bringt. Wie alle Schöpfungen, so umweht auch die Entstehung des Schlagers der Schauer des Geheimnisses. Wer etwa ein Rezept herausgeben wollte, wie man einen Schlager komponiert, oder wer eine Schule für Schlagerwmponisten gründen wollte, den würde ich unbedingt für einen Schwindler erllären. Es gehört ein gut Teil Arbeit, viel musikalisches Empfinden und ein feines Verständnis für den Pulsschlag der Zeit dazu, einen Schlager zu komponieren. Daneben aber auch das, was zu jedem Erfolg gehört — Glück. Wenn ich erlläre, daß ernste Arbeit und feines musikalisches Empfinden die Voraussetzungen für die Geburt eines Schlagers sind, so will ich damit keineswegs behaupten, daß etwa nur der zünftige Komponist in der Lage ist, einen Schlager zu schreiben. Auch dem Dilettanten gelingt manchmal der große Wurf, vielleicht nur einmal m Leben, vielleicht als Beginn einer großen Laufbahn. Das Publikum stellt sich die Kom- rosition eines Schlagers vielfach als eine ein« ache, zum mindesten recht amüsante Angelegenheit vor. Man denkt vielleicht an die Redak- .ion eines Witzblattes und meint, es bedürfe nur der rechten Stimmung, um so etwas Prickelndes, Zündendes zu komponieren. Diese Auffassung ist durchaus irrig. Es ist nicht immer die große Stimmung, die einen Schlager schafft, nicht Sekt und schöne Frauen oder ein opulentes Diner. 3d) habe einen meiner bekanntesten Schlager „Die Peruanerin" aus einer sehr gedrückten seelischen Stimmung heraus geschrieben, aus einer Stimmung, in der meine Zukunft dunkel und trübe vor mir lag. Datürlich gibt es gewisse Vorbedingungen für den Erfolg eines Schlagers. Eine der wichtigsten Vorbedingungen ist ein guter Text. 3st der Text nicht schmissig, leicht einprägsam, originell und sozusagen international im Ausdruck, so wird et nie den Siegeslauf um die Welt antreten ßn- nen. Ich setze Zweidrittel deS Erfolges eines Schlagers auf den Text, habe ich es doch oft genug in meinem eigenen Theater erleben müssen, daß eine Melodie erst zum Schlager wurde, wenn ihr der rechte Text zugrunde lag. Hierbei treten oft die eigenartigsten Erfahrungen auf. Man läuft herum, um einen Schlagertext zu finden, zerbricht sich den Kopf und martert fein Hirn ab. Wochen vergehen, man findet nichts. Plötzlich überhört man vielleicht irgendein Gespräch auf der Straße, beobachtet eine komische Situation, die sich bühnenwirksam ausmünzen läßt und blitzschnell ist der Schlager gesunden. Schlagerkomponist und Textdichter müssen anders durch die Straßen gehen als die meisten ihrer Mitmenschen. Sie müssen das Gefühl für daS Volkstümliche und den Blick für das Humoristische haben. Eine weitere wichtige Vorbedingung ist natürlich die geeignete Vertonung. Sie muß genau auf den Text abgestimmt sein und im Rhythmus der Zeit schwingen. So hat z. 2. die Jazzmusik, deren Eindringen durch den argentinischen synkopierten Tangotanz vorbereitet war, den Charakter der heutigen Schlagermusik stark beeinflußt. Mit der Veränderung des Rhythmus verband sich auch eine Wandlung der Instrumentierung durch die Aufnahme bisher kaum gebrauchter Instrumente, wie des Saxophons unb der gestopften Blechinstrumente, sowie die neuartige Behandlung der bisherigen Instrumente, namentlich der zur rhythmischen Verstärkung her- angezogenen Schlag nstrumente. Hierdurch erhielt auch bte moderne Schlagermusik eine neue komplizierte Kornpcs.tionstechnik. Diese KompositionS- technii verlangt die unruhig bewegte Steigerung und Spannung in der Melodie, die unsere moderne Tanzmusik auszeichnet. Ich spreche hier natürlich nur von dem übermütigen, lustigen Schlager, während eS ja auch einen sentimentalen, ja ich möchte fast tagen, einen klassischen Schlager gibt. Strauß z. B. hatte in seinem Rosenkavalierwalzer einen Schlager geschaffen, der die ganze Saison beherrschte. Bilden Text und Vertonung die beiden wichtigsten Vorbedingungen für das Zünden eines Schlagers, so ist die richtige Placierung falls es sich um einen Operetten- ober Revueschlager handelt, eine weitere wichtige Voraussetzung. Roch heute summt vielleicht mancher, der diese Zeilen liest, meinen bekannten Schlager von der Tante: Wenn du meine Xante siehst, ich lall' sie grüßen, Heute komme ich nicht nach Hau-;... hinget Ortsgruppe der Deutschnationalen Dolkspartei statt. Der Provinz- vorsitzenbe der Panel, ©tubienrat Dr. Lenz (Gießen), hielt einen Dortrag über die verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Röte unseres Vaterlandes. Er behandelte dabei die Fragen der Außenpolitik, ferner die innenpolitischen Schwierigkeiten, die wirtschaftlichen Röte und die kulturelle Rot unseres Volkes vom Standpunkte der deutschnationalen Politik aus. Der Vortrag, dessen Grundzüge bereits in Berichten auS anderen Orten unserer Provinz wiederholt gekennzeichnet wurden, fand den lebhaften Beifall der Versammlung. — Ebenfalls am Sonntag veranstaltete der Landesverband Hessen für Ha ndel, Handwerk und Gewerbe im Hotel „Zum Ölern“ eine Versammlung seiner hiesigen Mitglieder. Syndikus Quil lin g sprach über die Rvtlage des gewerblichen deutschen Mittelstandes und forderte nach eingehender Darlegung des schweren Existenzkampfes der Wittel- ftandsschichten den Zusammenschluß und Zusam- menhall des gesamten Handwerkerstandes, der kleinen Landwirte und der Handel» und Gewerbetreibenden. Weiter sprach F. W. Pröll (Allenstadt) über Zeitfragen auS der Praxis der Mittelstandsberuse. Die Vorträge fanden lebhaften Beifall. Die junge Ortsgruppe Büdingen des Verbandes zähll etwa 70 Mitglieder. D Ridda, 13. März. 3n der jüngsten Gern e i n d e r a t s s i h u n g wurden u. a. folgende Beschlüsse gefaßt: Die Verpachtung der auf die Dauer von 9 Jahren an die Riddaer Jagdgesellschaft verpachteten Gemeindejagd wird genehmigt. Der jährliche Pachtpreis beträgt 1255 Mark, gegen 600 Mk. seither. — Gelegentlich der Bachschau im Jahre 1928 ist vom Kulturbauamt der Vorschlag gemacht worden, zum Zwecke der Beseitigung, ober hoch wesentlichen Herabminderung der Hochwassergefahr daS Durch- laßprofil der alten Drücke zu erweitern. Die Angelegenheit wird nicht allein wegen der ungünstigen Finanzlage der Stadt, sondern auch deshalb zurückgestellt, weil bei dem nächsten Hochwasser Beobachtungen darüber angestellt werden sollen, ob die Erweiterung der alten Drücke zur Abwendung der Gefahr der Ueberfhitung der Stadt wesentlich beitragen wird. — Der ©e- meinderat nimmt Kenntnis davon, daß durch das Gesetz vom 14. Dezember 1928 über die öffentlichen Unterrichtsanstalten die Stadt ab 1. April 1928 Träger der Gewerbeschule Ridda ist und von diesem Zeitpunkt ab bedeutend höhere Zuschüsse wie seither zu den persönlichen und sachlichen Kosten der Gewerbeschule zu leisten hat. Sin Deschluß ist in dieser Sache vorerst nicht zu fassen, sondern es muh abgewartet werden, wie sich die gesetzliche Regelung für die Gemeinde finanziell auswirkt. 3n diesem Zusammenhang wird die Anregung des Aufsichtsrats der Schule begrüßt, wonach zum Zwecke der Befreiung des Scyulgebäudes von der Sondergebäudesteuer die Lieberschreibung des Gebäudes auf den Ramen der Stadt geplant ist. — Die Ausführung des Beschlusses vom 10. Juni 1927 über die Erweiterung der „Reuen Brücke" wird ausgesetzt und beschlossen, wegen der Pflasterung der Fahrbahn dieser Drücke bei der Provinz Schritte zu unternehmen. 0 Ridda, 13. März. 2m hiesigen Rathaus tagte der Ausschuß des Zweckverbandes Ridda-Ulfa. Gegenstand der Beratung war in der Hauptsache bie Vorlage der Bilanz für bas zweite Geschäftsjahr, Kj. 1928. Aus der Bilanz geht hervor, baß troß der verhältnismäßig guten Frequenz unter Berücksichtigung der erforderlichen Abschreibungen zu Lasten der Zweckverb attbsgemeinden Äibda und Ulfa ein Fehlbetrag von 2765 Mk. verbleibt. Der von den Garantiegemeinden Wallernhausen, Fauerbach, Schwickartshausen, Ober-Lais, Michelnau, Bad-Salzhausen unb Geih-Ribba auszubringende Fehlbetrag (Differenz zwischen bem Garantiebetrag unb Oer Fahrgelbeinnahme) beläuft sich auf 1919 Mark. Die Unterbilanz ist in der Hauptsache darauf zurückzuführen, bah im Jahre 1928 während der Hauptsaison die Straße Ridda —Bad-Salzhausen zum Teil gesperrt war. Die Straßensperre hat nicht allein den regelmäßigen Dieser Schlager, der alle Tanten der Welt grüßte, wurde deshalb ein Riesenerfolg, weil ihm ein zündender Text und eine schmissige Musik zugrunde^lag unb weil bie Placierung an richtiger Stelle, nämlich hn Finale des zweiten Aktes erfolgte. Rur wenn die Steigerung bewußt zum Schlager hinaufführt und die anderen Melodien den Uebergang zum Schlager schaffen, dann zündet der Funke. Gewaltig ist daher die Spannung am Tage der Urau,führung. Wenn der Vorhang aufg:ht und die neue Revue, die eine unbändige Arbeit erforderte, auf das Publikum niederprasselt. Fiebernd erfühlt der Komponist die Wirkung seiner Melodien, er ist glücklich über jeden Applaus, jedes Dacapo: auch er wartet, bis die große Rümmer, der Schlager, kommt. Lind die Rümmer kommt. Belustigt hört das Publikum zu, wird warm, gerät in Stimmung unb verlangt immer unb immer toieber bie neue Melobie zu hören. Der Funke hat gezündet, der Schlager ist geboren! Unb wenn bann bie Theatergäste bas Theater verlassen, empfängt sie im Theatercasä bereits die neue Melo te, um schnell ihren Weg durch die Welt zu machen. Letzten Endes entscheidet allo das Publikum, ob ein Musikstück zum Schlager wird, Unb das Publikum ist unergründlich, unberechenbar und launisch. Es lehnt Melodien ab, die der zünftige Komponist vorher als Schlager ansah und nimmt andere Melodien gutwillig an. Daher sei es mit vollem Bewußtsein wiederholt: zu einem Schlager gehört auch etwas Glück. Dem heutigen raschen Lebenstemvo entsprechend ist aber die Lebensdauer eines Schlagers siirz. Schnell tritt er auf, plötzlich ist er da, bas Publikum singt und summt ikjn, die ganze Welt, die Tanzkapellen spielen ihn immer und immer wieder, das Radio verbreitet ihn, die Kabaretts und Darietäs, und in den Kaffeehäusern verlangt man ihn da capo. Er beherrscht die Welt und sonnt sich in einem Glück, das — bereits zu schwinden beginnt. Rur aus der Zeitstimmung heraus wird der Schlager geboren, in dieser Stimmung vom Publisiim ausgenommen und hat nur Geltung, solange feine Zeit nicht abgclauien ist. So schnell, wie er die Welt fa sinterte, erlischt sein Glanz und ein neuer Stern taucht auf. Roch lebt er zwar in unzähligen Rotenbänden, auf den Schallvlatten unb im Leierkasten, aber er läßt die Welt kühl und damit ist sein Schicksal besiegelt. Verkehr wochenlang unterbunden, sondern auch wesentlich dazu beigetragen, daß von Bad-Salzhausen aus verhältnismäßig wenig Gesellschaftsfahrten zustande kamen. Die an den Linien Ridda —Ober-Lais und Ridda—Geiß-Ridda intereffter- ten Gemeinden haben sich im Prinzip für den Zusammenschluß sämtlicher Gemeinden zu einem Zweckverbanb ausgesprochen, so daß damit zu rechnen ist, daß der „Gemeindeverband Ridda und Umgebung" noch Im Laufe des Monats März zustande kommt. — Die Vorarbeiten für das Fest des 90jährigen Bestehens des Gesangvereins „Sängerkranz 1839 Ridd a, verbunden mit einem Gesang'Wettstreit, sink) in vollem Gange. Die Ausschüsse haben sämtlich ihre Tätigkeit ausgenommen. Der Iuxplatz ist bereits vergeben, die Platzgeldeinnahme beträgt 1500 Mark. Wegen der Vergebung der Festwirtschaft schweben Verhandlungen mit den einheimischen Wirteip Es besteht auch bei einigen Vereinen, insbesondere bei dem Reiterverein, die Absicht, bis zum Fest eine feststehende Halle auf der Gänsweid zu errichten. Kreis Schotten. V Gedern, 13. März. Wie das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft auf eine Anfrage unserer Bürgermeisterei mitteilte, ist die gesamte Gemarkung Gedern für die ilmftcl- lungsarbeit im Vogelsberg vorgesehen. Bisher wurde hier angenommen, daß nur bie Hälfte der Gemarkung für bie Umstellung in Betracht käme. Kreis Alsfeld. r. Ober-Ohmen, 13. März. Die Landwirtschaftliche Kredit - unb Dez ugs- genossenschaf t Ober-Ohmen unb Umgebung hielt dieser Sage ihre Jahreshauptversammlung ab. Rechner Schott kennzeichnete die Bewegung deä Waren- unb Geldgeschäftes. Aus seinen Ausführungen ging hervor, daß sich die Organisation tm abgelaufe- nen Geschäftsjahre gut entwickelte. 2n der Zusammensetzung von Aufsichtsrat und Vorstand traten Neuerungen nicht ein. Da Richtmitglieber bei bem Unternehmen interessiert finb, ist die Genossenschaft zur Zahlung bet Körperfchafts- steuer verpflichtet. Als Mittelpunkt der bies- jährigen Arbeiten wurde von dem Vortragenden bie Gründung einer DiehverwertungS- abteilung unb einer Eierabsahstelle bezeichnet. 2n kurzen Ausführungen wieS er bann auf eine demnächst stattfindende Versammlung zwecks Organisation dieser Einrichtungen hin. Preußen. Karl Hirschhorn-Wetzlar t» WER. Wetzlar, 13. März. Am Mittwoch früh verstarb im Alter von 70 3obren bet langjährige erste Schriftleiter deS »W e tz - later Anzeigers" unb Geschäftsleiter bet Schnihlerschen Duchbruckerei unb Buchhandlung, Redakteur Karl Hirschhorn. Der Verstorbene konnte auf eine fast 57jährige Berufstätigkeit im Dienste des Hauses Schnitzler zurückblicken. Unter seiner Führung entwickelte sich Zeitungs- unb ®c|amtbetrieb zu. der heutigen angesehenen Stellung. Darüber hinaus war der Verstorbene in reichem Maße gemeinnützig tätig, so baß die Trauer um ihn allgemein unb herzlich ist. Kreis Biedenkopf. ♦ Bieber, 13. März. Die hiesige G r Eleonore“, die zu bem Stummschen Gru konzern gehört und seit 1351 im "Betriebe ftu ist mit Wirkung vom 12. März ab völti. stillgelegt worden. Diese Maßnahme ist einerseits auf oie allgemeinen Schwierigkeiten der heutigen Wirtschaftslage zurückzusührcn, zum andern hat sie ihren Grund in bet Untoirt- schaftlichkeit des Betriebes. Die mangelnde Rentabilität des Grundbetriebcs wurde verursacht durch den mengenmäßigen Rückgang der Mächtigkeit der Erzlager unb Verminderung der Grzqualität in dieser Grube, wodurch der Absatz der geförderten Erzmengen geradezu unmöglich wurde. Von der Belegschaft von 46 Mann, die bis jetzt in dem Betriebe noch Arbeit Das Spielzeug. Don Max Zungnickel. Drei junge Damen waren da, als der kleine Junge Geburtstag halte. Frische Mädchen mit schwebender Anmut. Der Reine 3unge hatte auf seinem Lichtertisch ein einfältiges, buntes Spiel gefunden: ein rundes, flaches, glasüberdachtes Gehäuse. 3n diesem Gefängnis fing, wenn man es rüttelte, eine Maus an zu laufen. War man geduldig unb ein wenig geschickt, so konnte man bie Maus in eine winzige Falle führen. Jedenfalls ein seltsames Spiel. Man wurde dabei von seiner Jugend angehaucht, so mit Zauber- atem. Man bekam dabei die Sehnsucht nach etwas längst Verwehtem. Die drei Damen umstanden den Reinen achtjährigen Kerl, der die Maus im Gehäuse hin und her schob. Aber er war viel zu unruhig dabei. Er schaffte es nicht. Die Maus rutschte immer wieder an der Falle vorüber. Auf einmal sprang er auf, als hätte er sich besonnen. Ein seltsames Lächeln war in seinen Augen, und er fragte: „Was schenkt ihr mir, wenn ich die Maus in die Falle kriege?" - Die erste Dame versprach ihm eine Tafel Schokolade. Die zweite einen Groschen. Die dritte sagte nichts. Sie lächelte nur ein bißchen rätselhaft, ein bißchen spitzbübisch, beugte sich zu bem Jungen herunter, brückte seine Reinen Hände fest um das gläserne Gehäuse und führte so, mit der Ruhe ihrer Hände, immer die Maus zögernd im Kreis herum. Es lag so viel mütterliche Wonne in ihrem Helfen. Unb da, auf einmal, war die Maus gefangen! Der kleine Junge sprang glückselig hoch: „6o, nun will ich die Belohnung!" Und er bekam die Tafel Schokolade, bekam den Groschen. Und da griff ihn das dritte Mädchen beim Kopf und küßte ihn herzhaft dreimal ab. Der 3unge stand vor ihr, etwas fassungslos und verlegen. Er brach geschwind bie Schokoladentafel in zwei Hälften unb reichte ihr eine hin: »Du hast mir ja auch geholfen. — Hier hast bu auch den Groschen!" DaS Spiel war aus. Vielleicht war es gar kein Spiel mehr. Vielleicht war es ein Reines Symbol: Gut unb Gelb und Liebe. Alte brei drängten sich auf einmal, für einen Augenblick, in bas Reine Leben des 3ungen. Wan kann aber auch anders denken: Wer Liebe gibt, hat Gut unb Geld. Jedenfalls war das Spiel mehr als ein Spiel. Es lag da schon eine tiefe Lebensweisheit darin, die sich dem Jungen offenbarte. M«im linier Zugnind gungsorbnung |o «.sährten Aidei Ldbachlosenwohn 1. Erd-, Mc 2. Zimmern 3. Spengler, 4. Dachdecker Die Unterlag, fcueau, Asterwc miliare sind öasc &bote finb oer/ch. titlputynber 2lut Gicffnungstermin Donnerstag, Dotmi b1' uns einmeid Zuschlagsfrist d ®te&en, den 13 rtüdtisches ho Wp Aus verschied« 010 werden ci Dlenjtag, öen i 15 ßr ab, im 0C ii Äor-dors: lL>l] hn: Sfäi A Mazie K '"St, 24; Kl. - 2 Zt, 1,15. __ 2JiLi7(; •J Kfajie 2 ‘tötittbaume S 190; 3. Kl 197 hS-ansst; stürr) 21 &*** nn; z 9; (t Sg» 1; Sief ■ S-u«u ?, s. Mnoe Aft** I,tNch- 10 N: A Xi 17 ’J'- kW N2a i o 7? 1 Nil 8 6t, sch l-M KZ Rn»-«; 'Ljjcitc klch , Ltd) Derstchcn 8n« fes Wltrogc" Ott B Sie §arbi ää Ä« ifjerk^n laßt m Pbcn den d.c V Die ©enter hing gemäß d I nbuftrtebc.ajtUT $ hieb ansieht V Myige Emrichü ifrringt, sondern Erhebung komm feit noch nicht verhaftet werden konnten. Amtsgericht Gießen weil NiÄhluhe |ean Weisel, G leben, Sonnens trabe 6, Telephon Nr.M 1. Erd-, Maurer, und Betonarbeiten. Dachdeckerarbeiten. 4. Wege schriftlichen Angebots 19 Fichtenstämme Ib-Klasie, 1 Fichtenstamm 4a» 30 Kiefernftämme 1b» N 2a i? Creme O, Apotheker E. 6uth, 262V llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll 2. Zimmerarbeiten. 3. Spenglerarbeiten. 180 128 14 5 2 17 12 122 72 10 5 2 24 11 3 2 52 2a» 2b. 3a. 3b. 2a. 2b. 3a. 3b. 4a. N 3a 1 St., 2,14; A 3a 4 St., 2,59 A 3b 4 St., 3,29; A 4a 2 St., 2,25 A 4b 1 St., 233. Bckantttttinclinng. | Unter Zugrundelegung der Rcichsoerdin- 160 Fichtenstämme 160 13 1 Fichtenstamm 3 Kiefernstämme Holzsnbmifsion. Die Gemeinde Kesselbach verkauft im Cchlar f. lärz. 2m Ailüocch von 70 Jahren der riter des.Weh- Geschäslsieiier ta und Buchhandlung, orn. Der Dersto? jährige Derusstätig' chnihler zurMickn. iidte sich ZeitungS- ... 14,91 km ... 48 rm ... 45,16fm ... 51 rm .. 178,54 fm ... 233 ©L ... 218 „ ... 285 „ auf dem (Se- lO Uhr vor» 2225 D 22990 4,80 km 11,58 „ 9,01 „ 3,47 „ 4,42 „ 2,77 ,, 11,31 „ 78,24 „ 69,01 „ 13,74 „ 8,55 „ 2,89 ,, 42,74 7,23 0,59 0,48 49,53 55,69 14,39 3,74 0,43 3,69 4,74 Mtzige Einrichtung, die keine Ueberfchüfse fängt, sondern die Gemeinde muh. da daZ zur trHebung kommende Wassergeld für die laufenfahrene Delästiarmg beschwerte, befiel ihn schlleh- sich ein« derartig« Wut, daß er. nach den Leuten gewendet, um sich stach and dabei feinen In der Rähe befindlichen Freund traf. Er bereute nachher, wie hinzugekommene Pollzeibeamte bekundeten, aufrichtig seine Tat. Das Gericht nahm vorsätzliche Körperverletzung an, da der Angeklagte durch einen derartigen Gebrauch eine- Messers fraglos den Willen kundgab, mit ihm auch ein« Person zu verletzen. Auf seinen Freund hatte er es selbstverständlich nicht abgesehen. Unter Annahme mildernder Umstände erhielt der Angeklagte eine Geldstrafe von 200 M L Ein Elternpaar war beschuldigt, die Durchführung der von dem Gericht angeordneten Für- sorgemaßnahrnen seiner ungeratenen Tochter gegenüber, die aus der Klinik in eine Erziehungsanstalt gebracht werden sollte, aber auS ersterer entsprungen war, vereitelt zu haben und ihr bei der Flucht sowie bei ihrem späteren Fortkommen behilflich gewesen zu sein. Dor dem Zugendamt, das mit Recht eine streng« Bestrafung des Clternpaares wünscht«, da ohne eine solche seine ganze Fürsorgetätigkeit in derartigen und ähnlichen Fällen in Frage gestellt sei, hatte der Ehemann schon Zugeständnisse gemacht, die «r aber vor Gericht unter dem Einfluß seiner Frau widerrief, so daß die Vertagung der Derhandlung notwendig wurde. heutigen angesehenen Dar der Verstorbene fch hobemlf Obermeyeri MedlifnaP JCerba-tfeifo 6ei meine» Dm ßelandlellswiller iSii Herren Förster. Hessisches Forstamt Nidda. MAGGI5 Fleisch brü h wü rrel -verwertungi- rabsahsiellebe. vngen wies er bann dende Versammlung Einrichtungen hin. ll. Nutzholzversteigerung Die Gemeinde Frankenbach verkauft Lamstag, den 16. März, nachstehendes Eichen-, Fichten- und Kiefern-Nutzholz, sowie Stangen I., II. und III. Kl.: Gute/chuhepflEgtman mit «tsprcchender Aufschrift versehen bis zum sböfsnungstermin _ 23280 Donnerstag, den 21. IRär) 1929 lllittwoch. den 20. März, im Gasthaus ,Ji:i Krone" (Rullmann) in Nidda, von lb= 2a- 2b- la« lb« 2a- 2b. 3a. Hotzfuvuiiffion. Die Gemeinde Vanbringen verkauft im tiaen und erhalten Auskunft bei Förster Klingelhöfer, Frankenbach. Wack, Bürgermeister. Lärchenstämme lb- Erlenstämme 1. „ 2. Freiwillige teleigerog. Freitag, den 15. März. 2 Ahr nach«., versteigere ich wegen Aufgabe der Landwirtschaft in Oppenrod, Hauptstraße Nr. 10 folgende landwirtschaftlichen Geräte: 2218D zwei fast neue Dagen, eine Egge, zwei pflüge, ein Fauchefaß, eine Häckselmaschine, eine Oickwurzmühle, eine Zentrifuge, eine Buttermaschine, einen Futterdämpfer und noch andere landwirtschaftliche Geräte. Bedingungen werden vor der Dersteigerung bekanntgegeben. Becker, Förster. Wege schriftlichen Angebots: 23070 " " la-Klasse, 23,09 km Sin junger Dachdecker stand vor Gericht, er auf der S.'raße feinem Freund mit einem Messer eine nicht ungefährliche Wunde beigebracht hatte. Beide befanden sich eines Abends mit der Braut des ersteren in einer Wirtschaft. Das Mädchen verlieh diese etwas früher wie ihre Begleiter und wurde draußen von einem Dor- übergehenden durch gemeine Redensarten schwer gekränkt. Dem dann erschienenen Bräutigam erzählte sie den Hergang, und dieser geriet darüber, zumal er angetrunken war. In maßlos« Erregung. Gr glaubte cmch, andere Leute, die auf der S.raße standen, seien an dem Vorfall nicht unbeteiligt, und stellte diese zur Rede. ES kam schließlich zu Auseinandersetzungen, und der Angeklagte erhielt einen heftigen Faustschlag inS Gesicht. Als die Braut sich noch fortgesetzt über di« üjr wider- 18 St., 13,06 ; N 2b St., 6,60 Zwangsversteigerung 47^28 , Freitag, den 22. März 1929, vormittags 9 Uhr, roa im hiesigen Amtsgerichts- gebäude, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen dem Wilhelm Jakob in Gießen zugeschriebene Anwesen 3n den Lichgärken Nr. 37 9170 Der werten Einwohnerschaft von Gießen u.Umgegend zur gefälligen Kenntnisnahme, daß ich ab heute Frankfurter Stre-e 36 Ecke Friedrichstraße, eln Schreib-,Aauch-iuid Tabaiwarengeschäst eröffnet habe. Es wird mein Bestreben fein, meine Kundschaft reell und zu« friedenstellend zu bedienen. Erna Echmandt 0I1JB elzeug. ngniäel. da. als der Veii» fische Mchen W- 1 Eichenstämme Kl. 1—3..... Eichennutzscheit, 2 m lang .. Kiefernstämme ÄL 1b—3b . Siesernnutzscheit, 2 m lang.. Fichtenstämme Kl. la—3b . Fichtenstangen I. Kl....... „ II. „ ...... » Hl- n -..... Die Versteigerung ftndet meindehaus statt. Anfang mittags. Kaufliebhaber können das Holz besich- EreMeuzr Zwecks Uebernnbme der ftabrifatton eines vercttö emnefübrten ArltketS der Lobens- mitielbroncuc, weicher seither im Ausland« hergeiteUt wurde, suche lüchugen. jungen Kaufmann als Dlitnrbeit. mit Jmeressen- einiane von ca. 8-10000 Mk. Schititl. Angebote unter 01310 an den Gieß. Anzeiger. vtammholzauszuge sind gegen Entricht, ng von 50 Pf. auf dem Forstamt Flur 3, Nr. 225 = 277 qm Hofrelte, Flur 3, Nr. 2246/te = 795 qm Grabgarten, geschätzt auf 5855 RM. versteigert. Die omtsperichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 28. Januar 1929. 3. A. des Hess. Amtsgericht-^ Gießen: 5 e o, Ortsgerichtsoorsteher. Holzsnbmissiou. Die Gemeinde Reinhardshain verkauft auf dem Wege schriftlichen Angebots nachstehendes Holz: 22830 52 Kiefernstämme Ib-Klasse, 18,96 km 46 „ 2a- „ 27,99 „ 26 2b- „ 23,12 „ 3 ,, 3a- „ 3,62 „ 1 Kiefernstamm 3b- „ 1,91 ,u Sämtliches Holz ist mit Rinde gemeßen. Angebote sind getrennt nach Klassen bis spätestens Dienstag, den 19. März, nachmittags 2 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, wo auch die Derkaufsbedingungen eingesehen werden können. _ Reinhardshain, den 12. März 1929. Hessische Bürgermeisterei. Gieß. M d-n M hr !auS untuil1 L auf ttiv [le voruU ■Sss i Mne J AterlvhE, t jti «f,in” ft ! und J' ,n Groschens M Ruhhotzversteigerung. Die Freiherrlich Schencksche Oberförsterei Schweinsberg verkauft am 20. d. M., von vormittags 10 Ubr ab, in der Gastwirt, schäft Straft in Schweinsberg, im Anschluß an die Submission, zirka 300 km Eichen- Abschnitte 4. bis 8. Klasie und zirka 200 fm Kiefern-Abschnitte 2. bis 5. Klasse. Bedingungen und Nummernoerzeichnisie durch die Oberförsterei. 22630 Krei- Rnlbtr. DSN. Fulda, 13. März. Aus der Schau- fensterauslag« eines hiesigen Gold- und Silberwarengeschäftes wurden auf bisher noch unaufgeklötte Weise am Hellen Tage 22 Damen-Brillantringe im Werte von etwa 6000 Mark gestohlen. Der Diebstahl wurde anscheinend von durchreisenden „Spezialisten* ausge- fuhrt. Don den Tätern fehlt noch jede Spur. Starkenburg. WSW Darmstadt, 13. März. Wie die Kriminalpolizei bestätigt, sind auf Grund der bisherigen Feststellungen die T ä t e r des s ch te eren Wohnungseinbr u ch e s In der Wil- helminenstraße, wobei den Dieben Schmuck- und Kleidungsstücke tm Werte von 14003 Mk. in die Hände fielen, ermittelt worden. SS handelt sich um zwei junge Darmstädter Burschen und ein auswärtiges Dienstmädchen, die aber Begehung der Tat flüchtig sind und fc 5W ®r tMmschen ®ru 'm D>irievr \v. Mrz ab vUU. Schwierigläte« der d in m ilntettt- triebe«. Die man- ImiWieH W jenmäbiflcn W und fotmintewj Grube, vodurch w mengen geradezu w Jelcglchast ^triebe noch W V ithr ab: Mctzhol) km: Stamme: Erle A 3 1 St-, Id,«5; Fichte A 3a 22 St., 17,21; A 3b 145 St., 52; N 3b 1 St, 2,44; A 4a KJ St., 17,68 ; A 4b 3 St., 5,86; A 5b 1 St., 1,72; Kiefer A 2b 1 St., 0,57; A 3a 17 St 10,81; A 3b 19 St., 17,19; A 4a 2 St., 2,15; A 4b 2 St, 3,03; lSn;mouthskiefcr N 3a 1 St., 1,48; N 4b 1 St., 1,39; A 5b 1 St-, 2,60; Lärche N la 7 St., 1,22 N 1b 8 St., 3,12; auch Fran B.Hac1.WieibadcD. indee m «chreOrt.- 28 Jahre litt Uh an einem bläichenartiien Geekhleaee- «ebbg. Ich wandte die venchiedcnaten Mittel «ergeV lieh an. Durch Schaumaullage mit Obenneier'e Mew* tinal-H c r ba - Seif e eraiehe ich reiche Heilung. SL RM - .65. 30»/. »eretirkt Prip. RM Zw Kack- behandluog ist Herba-Crewe beeondera ce empfehle» Zu haben m allen Apoüu Drogerko e. Parttaeriw. hlten. werden 40 Wann entlassen, der Rest wirb pch mit Aufräumungsarbeiten beschäfttgt Kreis Wetzlar. DSM. Wetzlar. 13. März. (WTB.) 3n der Ginnerei und Weberei Wetzlar A. G. i H heute früh in der Wifchhalle Feuer auS, iS rasch großen Umfang annahm und die Feuer- thr mit sämtlichen Löschzügen auf den Plan ttL Die Wifchhalle war mit leicht ent- / -ndlichen Stoffen angefüllt Es ent- 1 delle fich ein großer Rauch, so dah die nierwehr mit Rauchmasken arbeiten mußte. Es lang nach vierstündiger, angestrengter Arbeit, iS Feuer auf die Halle selbst zu beschränken, rc Schaden ist noch nicht zu übersehen, jedoch irdj Versicherung gedeckt 5 Krofdorf, 12.März. Der Turnverein rofdorf Deranfta.Lt: am Sonntag in seiner umwalle einen öffentlichen Unterhaltung^- w«b, bestehend aus Gefangsvortragen feiner cffingsabteilung, unter Leitung ihres bewähr- n Dirigenten Wilhelm Reeh (Krofdorf), Mu- ilmträgen der Wanderabteilung des DereinS, ■in Wanderklub „Edelweiß", und einem Theater- jd. Die Darbietungen wurden mit lebhaftem eilall ausgenommen. CO Krofdorf-Gleiberg. 12. März. Aus »r jüngsten Sitzung der Gemeindevertre- tuTg ist u. a. zu berichten: Der Gemeinde ent- fc^n zur Zeit durch Ausbesserungvleler Frostschäden an der Wasserleitung Lärche 2; Weymouthskiefer 12; Fichte I H, II 15. — Knüppelreisig.- Kiefer 7, Weymouthskiefer 14. — Stammreisig: ilipe 7; Linde 14. — Astreisig: Buche 318; Hainbuche 37; Eiche 197; Ahorn 8; 'ZÜaue 3. — Stöcke: Buche 127; Hainbuche 8; Eiche I 14, II 4; Kiefer I 6, eSä OK Io das, $1 s'neni Qule bei lerkraV. ‘item 183g '.ÖS sfSF en. 'N'rr SSWs ' ^Mlunj in cld. Warum quälen Sie sichmitlhrenNerven? Weshalb gebrauchen Sie nicht mit Ver. trauen das gute, bewflnrte Doppelherz, das schon Tausenden geholfen hat? Eine Probe’lasche kostet nur 2.Z0 Mk., sicher ein bll Iger Versuch, wenn Sie bedenken, daß Sie dadurch ihre Ner> ven wieder zur Rcho bringen, also wieder gesund werden; bekanntlich sind die Grundursachen der meisten Krankheiten auf ein zerOttetes Nerven- System zurückzuführen. Eine gründliche Krflftigungskur mit Doppelnerz wirkt Wunder bei den verschiedensten Schwächezustfinden, Nourastnenle, Kopfschmerzen, Blu armut, Appetitlosigkeit, Herzklopfen, Mattigkeit In fast allen Apotheken und Drogerien Ist Doppelherz erhältlich, bestimmt In der Haus Hindenburg, Medizinal-Drogerie H. Elges, Seltersweg 68a; Drog. EKam, Schulsti.;Löwen-DrogerieW.Kilbinger Nachf., Seltersweg; Drog. 6ebr. Michel, Walltorstraße 29; Drogerie Hani Noll, Ludwigsplatz und Neustadt; Kaiser- D ogerie Ernst Noll, Lindenplatz 5; Kreuz-DrogerieA. Noll, Bahnhofstr .51; Drogerie C.Seibel, FrankfurterStraße; Drogerie 0. Winterhoff, Kreuzpl. 9/10; Viktoria - Drogerie Gießen • Lollar, bett LnterhalluttgSlostett tticht auSreichi. alffähr- sich Zuschüsse leisten. Es soll daher gegen die Veranlagung Einspruch erhoben werden. — Für eine im Weg« deS schriftlichen Angebotes erfolgte Ruhholzve rsteigerung wird der Zuschlag zu folgenden Preisen erteilt: Eichenstammholz: 1. Klasse 20.35 Mk. je Zestrneter, 2. Kl. 20.35 je Festmeter, 3. und 4. Klasse soll nur dann zugeschlagen werden, wenn Käufer für 3. KL 26.20 Mk.. für 4. Kl. 33.20 Mk. zahlt. Fichtenstammholz: Klasse 1 a 20.05 Mk, lb 19.50 ML. 2 a 23 50 ML, 2 b 26.50 Mk., 3 a 26^0 ML, 4 a 2750 Mk Kiefernstammholz, Kl. 1 b 18.20 ML, 2 a 18.50 ML. Lärchen: Klasse 1 b 21.15 ML. 2 a 21.15 ML. 2 b 27.20 ML. alles je Festmeter. dl Dehberg. 12. März. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer jüngsten Sitzung u. a.: Der Strompreis für Kraftbetrieb wird neu festgesetzt. Die Anschluhkosten für Kraftanlagen übernimmt zur Hälfte die Gemeinde unter Vorbehalt des Eigentumsrechts an der Leitung. Die andere Hälfte solcher Anschluß- kosten fällt dem Stromabnehmer zur LasL Das Holzgeld für den diesjährigen Berkaus aus dem Gemeindewald ist in drei Raten: 1. Suni, 1. September und 1. Rovember 1929, zu zahlen. Für Wasserleitungsschäden im Innern von Gebäuden muß der Gebäudebefiher selbst aufkommen. Der Handarbeitslehrerin Frau D a u - bertshäuser soll aus Anlaß ihres bevorstehenden 30jährigen Dienstjubiläums ein Andenken seitens der Gemeinde überreicht werden. < Salzböden, 12. März. Die hiesige Gemeindevertretung genehmigte in ihrer letzten Sitzung die Holzversteigerung vom 16. Februar und faßte u. a. noch folgende Beschlüsse: Die I a g d v e r p a ch t u n g soll am 23. März erfolgen. Für Grund st ücksvermessungen will die Gemeinde zwölf Maßstäbe und zwei Meßlatten anschaffen und wegen Beschaffung von Grenzsteinen für denselben Zweck zunächst Preise einfordern. Img von 50 Pf. auf dem Forstamt er- Mlich. Das Brennholz sitzt nur im Harb isudb und ist mit dem Hammer „DersL" l'fbocrz geschlagen. Es -mpsiehll sich, das ;Z!l; vorher anzusehen; nachträgliche Re- iSanationen werden nicht angenommen, lllihere Auskunft durch das Forstamt und Zar FriWssaai empfehle ich Fachs verbesserte Pfälzer Berste.. ll. Abs. Helfs Frankencerste..........I. Abs. Heseler Hafer Nr. 2..........I. Abs. H. Brückmann, Neuhof bei Leihgestern. Saalbausteile der Landwirtschalts- kammer. Moderne SeMunLsaulaLe 23z4d Die Angebote sind, getrennt nach Sortiment und Klaffen mit der Aufschrift ,^Holz- fubmission" bis spätestens Montag, den 20. Mär; d. 3„ nachmittags 4 Uhr. bei der unterzeichneten Stelle einzureichen, woselbst die Eröffnung erfolgt. Das Holz ist mit Rinde gerne, en und lagert an guten Abfuhrwegen. Nähere Auskunft durch die unterzeichnete Stelle. Daubringen, den 12. März 1929. Hessische Bürgermeisterei. Preis. gungsorbnung sollen die nachstehend auf- «sährten Arbeiten zur Errichtung von öhdochlosenwohnungen vergeben werden. _ ■!_ Grau-und U ZW Weiß-Stück fiT® 9 99 von bester Quali ■ MM 9 9* tat und frröüter M MWWWVM Ergiebigkeit zu billlfzstemPreie C. Rübsamen, Gießen Femsorecher 1659. 2303D '6. Dicvnholz rm: Scheit: Buche I 312, II 66; Hainbuche 9; Eiche I 14, II 23; Ahorn 2; Alazie 1; Kiefer (rund) 60; Lärche 1; siichte II (rund) 24,9. — Knüppel: Luche I 116; Eiche I 52; II 18; Hainbuche 10; Ahorn 3; Aspe 3; Linde 3; kiche 8; Akazie 4; Kiefer I 46, II 5; Die Angebote sind, getrennt nach Sortiment und Klasien, mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens Montag, den 18. b. 2H„ nachmittags 2J0 Uhr, bei der unterzeichneten Stelle einzureichen, woselbst die Eröffnung erfolgt. Kesselbach, den 12. März 1929. Hessische Bürgermeisterei. Weber. Krawatten-Seide salö m o n zur Selbstanfertigung schöner Geschenk Krawatten für den Herrn Giaöen, Schulstraße vormittags 10 Uhr fei uns einzureichen. Zufchlagsfrist drei Wochen. I Dießen, den 13. März 1929. Städtisches Hochöauamt: ©raoert. letzte Holzversteigerung. 121ns verschiedenen Distrikten des Staats« »i des werden versteigert: 2326D ienslag, den 19. März, von vormittags j( ll^r ab, im Gasthaus „Zur Eisenbahn" in öorsdorf. Xiüolj fm: Stämme: Esche Kl. 2 2 St., i:i7; Akazie Kl. 1 3 St., 0,31: Birke HL 4 1 St., 0,58; Fichte (Bauholz) Kl. la IM St., 24; Kl. lb 34 St., 10,38; Kl. 2a St., 1,15. — Derbstangen (Deichseln): Lfthe 2. Kl. 17 St.; 3. KL 2; Eiche 2. Kl. ' 3 St.; Akazie 2. KL 7; 3. KL 1: Fichte l&iterbäume, Sparren) 1. KL 182; 2. Kl. 190; 3. KL 197. — Reisslängen: Fichte 's KL 2015 SL; 5.KL 3418; 6.KL 59; 7. Kl. (dürr) 2979. — Ruhscheit rm: buche 34; Hainbuche 1^; Eiche 4; Lärche iig tätig, so daß die Die Unterlagen liegen auf unserem ö herzlich ist. lurcau, Asterweg 9, offen. Angebotsfor. f miliare sind daselbst zu haben. Die An- •u'rb giDote sind oerschlofsen, versiegelt und mit k-sprechender Aufschrift versehe rheblich« Ausgaben, deren Hö)e sich noch nicht versehen läßt und die als unvorhergesehene Aus- "arz. Dix Land. llfKn öen d-e jährigen Etat ungünstig beeinflus- 'rUa^ ugi, sm. Die Gemeinde ist für ihre Wasserlei - ÖjnenunöUnj, hmg gemäß dem Gesetz zur Aufbringung der ihre Jahres- Ladustriebefaftung besteuert worden, well das • Rechner Lchott !inanzamt die Wasserleitung all werbenden Be- bti Dam» trieb an sieh L Die Wafferleilung ist eine gemein- mm ajon 'un Ee. 3n der 3rat uni Totlanb ®a Aichtmitoliedn ekliert find, tft die drr Lirperilhaftz. ttelpunlt der diej. : dm Lortragenden .Thurlngia*. Nächste io. HAMBURG 1 / Westphalia Thurlnßla” Cleveland' Westphalia '. Mal !. Mai GleBen, Reisebüro Loel Seitenweg 93, Ecke Südanlage ’U Mantel 1i)M IZ/Mk. 29®° modern nur 345? Qualität nur 39” gefüttert. nur 2264A ■ ... Z ■uiiimniiiuiiunipnuiutiinniranaDnmuniulHiinL'iuinainiiimpfHUJiiiiiHiuiiiniiiiiiiüiiui Mantel englische Art, hoch- Mantel aus Herrenstoff, ganz flott gearbeitet.....nur Mantel aus Herrenstoff, prima Mantel Mstg wundervoll verarbeitet ZÄ B ganz gefüttert.....nur L ad Mk. 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Schmalz, deutsches. Kokosfett in Tafeln Salatöl, feinstes Backöl, feinstes Margarine..... Suppen einlagen Im Paket Hörnchen im Paket....... Figuren Nudeln Im Paket. Faden-Nudeln Im Paket... Faden Nudeln lose........ Schleifchen lose........... Pfd. 1.10,100 .....0.65, 0 68 .. V» Liter 0.56 .. */, Liter 0.52 .........V, Pfund .........*/, Pfund .........‘/, Pfund */, Pfund 0 70 und */, Pfund 0.36 und .........*/, Pfund .........*/, Pfund .........V, Pfund .........V, Pfund ......... Vt Pfund ..........‘/t Pfund .........l/, Pfund .........*/i Pfund .........Vt Pfund .........Vt Pfund .........Vt Pfund .........*/] Pfund .........V, Pfund Vt Pfund 0.68 und 0.66 0.36 0.54 0.60 033 0.45 0.40 035 0.40 060 0.76 036 0.48 0.96 0 36 1.20 1.20 0.96 0.72 Weizenmehl, Spezial o.....Pfd. 0 22 Weizenmehl, Auszug......Pfd. 0.24 Weizenmehl, fst Kuch.-Mehl, Pfd. 0 26 Weizenmehl in s-Pfd.-Sädc 1.50-1.30 Weizenmehl 1. io-Pfd^Säck. 2.90-2.55 2217C Bitte eueechnelden und in der nächsten Cubana-Fillale einlösen. Cigarren-Vertriebs- Gesellschaft Verkaufsstelle Gießen: Marktplatz 1 Diese Worte werden Sie in den letzten Tagen öfter gelesen haben und Sie werden ihnen immer wieder begegnen. „Aber das geht doch nicht“, werden Sie sagen, „Sparen kann man doch nur, wenn man Geld zurücklegt0. Wir wollen Ihnen zeigen, daß es auch anders geht! 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De Zewilligui wie des I sowie gege lungsappai Quinbuijaa lchuftMeni lei und wie Parteien d selbst aus schallende 1 suhle längs nicht mehr glaube, da komme, ein lausig sei Mer dara 6er» c°pyrigi)i b 6 öortsetzu Perhalter »errten feir und mit fas ..»Tut, He, N en Sie. •Minget d ,>ser ui 'chdeigend . Der alte betn Qn fei .»Pater! ^it seiner ängstigt. .Hollerino aber nicht < Düster st ^urch die war. hi«1- 'EAamem 1 ■4\?fue Ä* L.Das V* Dr frne^v ''4 aus . Drück tJ °°Än Tiit t Nr. 62 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für ©berufen) Donnerstag.März 1929 Deutschnationale Vertretertagung in Gießen. Man berichtet uns: 2lm Gamstag tagte in Gießen die KreiSvertreter-Versamm- lung des Kreises (Sieben, sowie der erweiterte Dor st and der Provinz Oberhessen der Deutschnationalen Dolkspartei. Als Vast war Landtagsabgeordneter Böhm (Rheinhessen) anwesend. Dach Begrüßung der Anwesenden durch den ersten Kreis- und Provinvorsitzenden, Studienrat Dr. Lenz, Gießen, wurden zunächst einige organisatorische Fragen durchgesprochen. Anschließend fand die sahungsmäßige Deuwahl der Borstände >ür den Kreis und die Provinz statt. Mit kleinen Blenderungen wurde in beiden Fällen der alte Dorstand wiedergewählt. Sodann trat man in eine längere Besprechung über die Stellung der Partei bei den komm enden Ko m munal-Wahlen in Hessen ein, welche durch ein Referat des ersten Provinz-Vorsitzenden über die letzte Wahl und die augenblickliche Lage in den kommunalen Körperschaften eingeleitet wurde. Ein endgültiger Beschluß über die Stellungnahme der Partei soll in der nächsten Sitzung gefaßt werden. Nachdem dann noch verschiedene Anfragen aus der Dersammlung heraus erledigt waren, ergriff Amtsgerichtsrat Böhm das Wort zu einem längeren Dortrag über die hessische Politik. Ausgehend von der zur ^cit immer schlechter werdenden politischen und wirtschaftlichen Lage Deutschlands wies er auf die katastrophale Finanzlage in Hessen hin, welche teils durch die Allgemeinlage Deutschlands, teils durch die Fehler der sozialistisch beeinslußten hessischen Regierung bedingt sei. Trotzdem dieses Finanzelend im Reich wie in Hessen dauernd zunehme, bezeichneten unsere Finanzminister, darunter auch der hessische, die Lage immer noch als nicht ungünstig. Selbst wenn dies wahr wäre, sei eine solche Erklärung im Hinblick auf die gerade in Paris tagende Finanzkommission zur Abänderung der Reparationslasten äußerst unklug, da natürlich die gegnerischen Sachverständigen auf diese Erklärungen aus amtlichem Munde zurückgriffen. Aber unsere hessische Regierung jedenfalls glaube selbst gar nicht an die von ihrem Finanzminister behauptete erträgliche Finanzlage, sonst würden nicht gerade hessische Minister, besonders die sozialdemokratischen, so laut nach dem Einheitsstaate bzw. nach einem Zusammenschluß Hessens mit Teilen Preußens zu einem rhein-mainischen Wirtschaftsgebiete rufen. Die Sozialdemokraten und auch unsere bürgerlichen Linksparteien glaubten nämlich, durch ein Aufgehen Hessens im Einheitsstaate oder durch Vergrößerung durch preußische Teile werde die Fmanzbasis für Hessen breiter und besser. Dabei sei aber Dar, daß Preußen solche Pläne niemals ernst nehmen könne. Der Redner wandte sich dann gegen die Bewilligungsfreude der Parlamente überhaupt, wie des hessischen Parlamentes im besonderen, sowie gegen die starke Aufblähung des Dcrwal- iungsapparates: beide Tatsachen seien mit die Grundursachen für die Zerrüttung unseres Wirtschaftslebens. Wie groß diese Zerrüttung schon sei und wie ratlos die herrschenden marxistischen Parteien derselben gegenüberständen, zeige der selbst aus den Kreisen der Arbeiterschaft erschallende Ruf nach einer Diktatur. Denn das fühle langsam der einfachste Mann: So kann cs nicht mehr lange wcitcrgehen. Er persönlich glaube, daß die Diktatur, wenn sie überhaupt komme, eine Wirtschaftsdiktatur sein werde. Dorläufig sei aber die Zeit dafür noch nicht reif. Aber darauf warten und die Hände in den Schoß Nachdruck verboten. 6 Fortsetzung Oie Liebe derBrigiita Hollermann Zfioman von Elisabeth Aey. Copyright by Martin Feuchtwanger. Halle (Saale). Derhaltene Wut und ohnmächtiger Grimm verzerrten sein an und für sich brutales Gesicht, und mit fast erstickter Stimme schrie er: „Gut, Herr Geheimrat. ich gehe. Das Weitere wissen Sie. Auf morgen!" Damit schlug Fritz Bellinger die Tür hinter sich ins Schloß. Dater und Tochter standen sich eine Weile schweigend gegenüber. Der alte Mann lehnte jetzt mit erschlafften Gliedern an seinem Schreibtisch. „Dater! Was — was meinte Deilinger soeben mit seiner Bemerkung?" fragte Brigitta ver- än§DlIennann zuckte zusammen, antwortete ihr aber nicht. , , , .. Düster starrte er noch immer auf die Tur, durch die sein Peiniger soeben verschwunden toa(S8 ist auS!" murmelte er dann plötzlich mit seltsamem Lächeln, und trat rasch zum Fenster. Brigitta schluchzte leise auf. Geh' zu Bett, Kind," bat ihr Dater sanft. „Gott helfe dir, denn ich kann mir selbst nicht mehr helfen." ., Da eilte Brigitta zu rhm, und umschlang ihn zärtlich. „Pa, lieber, süßer Pa, flüsterte sie fast tonlos. „Was ist dir? Sch ängistige mich so grenzenlos um dich. Komm, nenne mir dem Seid. Was meinte Bellinger vorhin? Es klang wie eine Drohung." , . D Da brach es wild und gehetzt von des alten Mannes Lippen, das Geständnis seiner großen Schuld, aus Menschenliebe getötet zu haben. Brigitta aber lauschte seinen Worten mit fliegendem Atem, und ab und zu stöhnte sie schmerzlich auf. Aber sie wich nicht von ihrem Vater zurück, sondern umschlang ihn nur noch fester, ■n vollem Derstehen seiner reinen, nwnschlich großen Tat. Sie, das unschuldige Mädchen, konnte des Daters Handlungsweise vollauf begreifen. . . „Du tatest recht," stammelte sie dann, von. feinem Geständnis bis ins Innerste aufgewühlt und ergriffen. „Diemand wird dich verdammen! Habe Dank für dein großes Dertrauen, mein Dater. Bei dieser Antwort rlh der alte Mann sein Kind fest an seine Drust und küßte dem Mädchen andächtig die Stirn. .Meine Brigitta, mein Kind," flüsterte er erschüttert. „So finde ich doch noch einen Menschen, der mich versteht. Wie glücklich mich das macht. legen, könnten wir nicht. Wir müßten inzwischen weiterarbeiten und zu erreichen versuchen, was zu erreichen sei, und das sei in erster Linie: Vereinfachung unseres Derwaltungsapparates und Bildung einer Zweiten Kammer zur Kontrolle der Ausgabewirtschaft der Ersten. Mit Erreichung dieser Forderungen sei der erste Schritt zur Besserung getan. Damit schloß der Redner unter großem Beifall seine Ausführungen, welche in der anschließenden Aussprache von vielen Anwesenden noch ergänzt und unterstrichen wurden. Oberhessischer Kunstverein. Der Oberhessische Kun st verein hielt am Montag im Stadthause seine ordentliche Mitglieder-Dersammlung ab. Der von dem Dorsihenden erstattete IahreS- geschäftsbericht ergibt, daß im Laufe deS Iahres 1928 wieder sieben Ausstellungen stattfanden, deren erste den graphischen Werken von Käthe Kollwitz gewidmet war, die kurz vorher ihr 60. Lebensjahr vollendet hatte. Dr. L. Reundörfer, Offenbach, hatte aus mehreren Sammlungen eine interessante Kollektion ihrer Werke zusammengestellt und gab bei der Eröffnung an der Hand dieses Materials eine Einführung in die Hauptelemente des Schaffens der Künstlerin. Die Ausstellung umfaßte weiter Oelgemälde des verstorbenen Malers Adolf Lins, Düsseldorf, sowie ein Porträt von der Hand Carl Ban Hers, Marburg. Ihr folgte im Februar-März eine Kollektiv-Ausstellung von 57 Oelgemälden des Malers Rudolf Hell- Wag, Berlin, die insbesondere englische Park- und Küstenlandschaften zum Gegenstand hatten', ein kleines Gemälde, „Kinder im Hydepark", erwarb der Derein für seine ständige Sammlung. Reben Hellwag stellte 2 o s e f S t e i b, Düsseldorf, eine größere Zahl von Radierungen aus. Hiernach folgte im April eine Kollektiv-Ausstellung des westfälischen Bauernmalers P. A. B ö ck- st i e g e l, Dresden, bestehend aus Aquarellen, Radierungen und Steinzeichnungen. 2m Mai brachten 33 Münchener Künstler eine Kollektion von 62 Oelgemälden zur Schau, von denen einige Käufer fanden. Den Schluß der Ausstellungen vor der Ferienpause machte eine mit dem Kunstwissenschaftlichen 2nstitut der Landesuniversität veranstaltete Albrechk-Dürer- Gedächtnis'-Ausstellung, die mit einem einführenden Vortrag des Universttätsprosessors Dr. Rauch eröffnet wurde. Sie enthielt nur Reproduktionen und setzte sich aus den Beständen deS Kunstwissenschaftlichen 2nstituts und Drucken angesehener Verlage zusammen. Der Besuch war sehr rege, namentlich seitens der Schulen. Rach den Ferien stellte von Mitte Oktober bis Mitte Rovember eine größere Anzahl von Künstlern Oelgemälde, Aquarelle und Zeichnungen aus, von denen insbesondere P. A. Böck stieget, Dresden; Alfred Kiehl, Lang-Göns; Heinrich Küchel, Gießen; Lothar Toller, Willi Hofferbert und Ulrich Haller- st e d e, Darmstadt, genannt seien. Der Monat Dezember brachte wieder eine auf Veranlassung des hessischen Kultusministeriums für hessische, insbesondere obcrhessische, Künstler eingerichtete Weihnachts-Ausstellung „Künstlerhilfe 1 9 2 8“, mit welcher wie in den voraus- gegangenen 2ahren eine Ausspielung verbunden war. Das Ergebnis war ein unter Berücksichtigung der derzeitigen Wirtschaftslage befriedigendes. Der Umsatz betrug insgesamt 5892 Wk. (gegenüber 4759 Mc. in 1927). Erstaunlicherweise hatte sich auch das Privat-Publikum in größerem Maße als früher an den Ankäufen beteiligt. Verlost wurden 16 Einzelgewinne und 300 Serienblatter; von 33 aussiellenden Künstlern blieben nur fünf ohne Absatz. Die Kosten der Veranstaltung konnten gedeckt werden. Bei den übrigen sechs Ausstellungen belief sich der Umsatz auf nur 1694 Ml.; sie brachten alle ein mehr oder weniger großes Defizit, wobei zu beachten ist, daß es Aufgabe des Vereins ist, durch seine Mittel den Künstlern die Ausstellung ihrer Werke zu ermöglichen. Die 2ahresverlosung unter d i e Mitglieder fand am 11.Dezember 1928 statt. Verlost wurden neun Anrechtscheine im Gesamtbetrag von 500 Mk. und 19 in den Ausstellungen angekaufte Kunstgegenstände, die Bilder sämtlich gerahmt. Gesamtwert der Gewinne etwa 1000 Mk. Den Mitgliedern konnte der Piperdruck von RubenS reizendem Bild „Änabc mit Zeisig" und Carl WoermannS zweibändiges Werk „Lebenserinnerungen eine« Achtzigjährigen" zu sehr billigem Preise zur Verfügung gestellt werden. DieMitgliederzahl betrug EndeIanuar 1928 noch 419. Die von dem Schatzmeister, Dank- direktor Grießbauer gestellte, von den Revisoren Professor Dr. D e l t e und Geheimerat Dr. O l t geprüfte Iahresrechnung 1928 wurde richtig befunden. Dem Schatzmeister wurde unter Danksagung für seine Mühewaltung Entlastung erteilt. Die bisherigen Ausschußmitg lieber wurden wiedergewählt, desgleichen die seitherigen Vorstandsmitglieder in der nach Schluß der Mitgliederversammlung abgehaltenen Aus- schuhsihung. Eine räumliche Erweiterung der stan- digen Gemäldesammlung in Reuen Schloß ist in Aussicht genommen. Die derzeitigen Räume sind insbesondere nach Aufnahme der zum Spruckschen Vermächtnis gehörende Bilder völlig unzulänglich, eine Anzahl neu erworbener Gemälde konnte noch nicht der Sammlung ein- gereiht werden. Es ist zu hoffen, daß die dem- nächstige Reuordnung das Interesse an unserer schönen, durch die G u st a v - B o ck s ch e n Stiftungen begründeten Gemäldesammlung neu beleben wird. Möge es auch dem Oberhessi - schon Kunst verein im neubegonnenen Iahr in steigendem Maße zuteil werden, er vermag feine für Kunst und Künstler wichtige, durch die derzeitigen wirtschaftlichen Verhältnisse und die herabgesetzten Iahresbeiträge so sehr erschwerte Aufgabe nur zu erfüllen, wenn er von einer größeren, nicht wie bisher abnehmenden, sondern wachsenden Mitgliedcrzahl getragen wird. Am Schlüsse der Versammlung gab der Vorsitzende bekannt, daß anläßlich der am 29. und 30. Iuni stattfindenden Feier des vor 50 Iahren erfolgten Ueberganges des Eigentums der Burg Gleiberg an den G l e i.b e r g v e r e i n die Veranstaltung einer Ausstellung im Turmhaus am Drandplah geplant ist, in deren Mittelpunkt der Gleiberg steht. Die Ausstellung soll am 16. 3uni eröffnet werden, vier Wochen dauern und Bilder aller Art — auch ältere aus Privat- besitz — umfassen, welche die Burg von außen oder innen darstellen. Anmeldungen find bis 15. Mai an den Oberhessischen Kunstverein zu richten. Cs ist zu hoffen, daß auch dieser Plan bei Künstlerschaft und Publikum das zu seiner befriedigenden Verwirklichung erforderliche Interesse finden wird. Brigitta weinte leise vor sich hin. Do standen sie lange Zeit in inniger Umarmung beisammen; dann aber schob der Vater Brigitta leicht von sich: „Geh'," sagte er müde. „Geh', meine liebe kleine Gitta, und mache mir das Herz nicht unnütz schwer. Versprich mir, stark zu bleiben, was auch kommen mag. Vielleicht lebt Hans-Iörg Eggenbrecht. Roch ist ja der gefundene Tote nicht zu identifizieren gewesen. Nimm das als Trost, Gott fei mit dir!" Roch einmal küßte er seinen Liebling auf die bleichen, zuckenden Lippen, dann schob er sie sanft zur Tür hinaus. Draußen stand die alte Hanna, die die völlig Gebrochene zu Bett brachte. Geheimrat Hollermann war wieder ans Fenster zurückgekehrt. Lange starrte er noch hinaus auf die Trümmer- stätte. Dann warf er entschlossen den Kopf zurück. und murmelte vor sich hin: „Verloren, alles, alles verloren, selbst Evelyn und Isa. Rur eine ist mir geblieben, Brigitta, so will ich ihr wenigstens den ehrlichen Ramen retten!" Festen Schrittes trat er zum Schreibtisch und schloß ein Seitenfach auf, dem er eine Deine Schachtel entnahm. Lange hielt er sie in der Hand und starrte daraus nieder. Roch einmal war es, als würge ihn ein hartes Schluchzen in der Kehle; dann aber lachte er bitter auf und sagte: „Veronal! — Auge um Auge, Zahn um Zahn. So heißt es in der Bibel. Wohlan, Erich Blessen, alter, sterbender Wann, den mich das Mitleid töten hieß. Die Welt verdammt mich darob. Man sagt: du sollst nicht töten! Run gut, so folge ich dir in die Ewigkeit nach." Ohne zu zittern nahm Geheimrat Hollermann das Gift. Still lächelnd erwartete er dann, in einem Sessel sitzend, fein Ende. Als man vier Tage später Geheimrat Hollermann zur letzten Ruhe bettete, schritten außer den zahlreichen Teilnehmern, die dem in weitesten Kreisen geachteten und hochverehrten Arzt das Ehrengeleit gaben, nur die Geheimrätin, Isa Hollermann und Doktor Fritz Beilinger hinter dem Sarg her. Fritz Bellinger galt nach wie vor in aller Rügen als der Verlobte Brigitta Hollermanns, und man brachte gerade ihm besonders warme Teilnahme entgegen. Niemand wußte ja, was sich in jener Rächt zugetragen hatte. Rur Brigitta allein hätte es sagen können, doch diese lag. von einem schweren Nervenzusammenbruch gepackt, todkrank darnieder. Die Krankheit hatte sie noch in der gleichen Nacht, in der sie mit ihrem Vater die Aussprache gehabt hatte, befallen. Sie ahnte nicht, daß dies das letzte Zusammensein mit ihrem über alles geliebten Vater gewesen war, und wußte nichts von feinem Tod und von dem furchtbaren Verlust, der sie damit aufs neue betroffen hatte. Somit vermochte sie es auch nicht zu verhindern, daß derjenige Mensch, der ihren Vater in den Tod getrieben hatte, als erster hinter dem Sarge herschritt, und sogar die Heuchelei soweit trieb, hochtönende Worte an der Gruft zu sprechen. Für die Welt war Geheimrat Hollermann an einem Herzschlag verschieden, den man als Folge des Schrecks über das Explosionsunglück erklärte. Doktor Fritz Bellinger hatte so den Totenschein ausgestellt, während er Frau Evelyn und deren Tochter Isa reinen Wein über den wahren Sachverhalt einschenkte. Der Geheimrätin ging der Tod ihre« Gatten nicht nahe. Erst dann begann ihr Wehklagen, als es ihr Dar wurde, daß der Tote außer der Klinik und der Villa, die leider mit Hypotheken überlastet waren, nur ein geringes Darvermögen von nicht ganz 32 000 Mk. hinterlassen hatte. Bei dieser Erkenntnis war Frau Evelyn in hysterische Weinkrämpfe verfallen, und seither erging sie sich in sinnlosen Schmähreden und Oliv klagen gegen den Toten. Nur mit Mühe vermochte sie Fritz Deilinger zu bewegen, an der Trauerfeierlichkeit selbst teilzunehmen. Den letzten Entschluß dazu gab wohl erst das elegante, gutgekleidete Trauerkoftüm, das ihr die Schneiderin brachte. Isa vergoß an der Dahre des Daters keine Träne. Sie wußte ja aus dem erlauschten Gespräch, daß der Tote eigentlich gar nicht ihr Vater war, und empfand somit keine Veranlassung zu einer schmerzlichen Bewegung. Sie ging mit blassem Gesicht umher, in dem sich ein fataler Ausdruck der Sorge um die Zukunft mischte. Vorläufig fand sie die ganze Handlungsweise dieses ManneS, zu dem sie Vater gesagt hatte, unverantwortlich, und stellte es als eine persönliche Beleidigung gegen sich selbst hin. „Gott ja, man ist doch verwöhnt," seufzte sic ein über das andere Mal und erwog die ungeheuerlichsten Pläne, die ihr gestatten sollten, in dem altgewohnten Luxus weiterleben zu können. Um die todkranke Schwester kümmerte sie sich absolut nicht. Dafür führte die Geheimrätin an Brigittas Krankenlager wahre Szenen auf, fo daß der alte Sanitätsrat Lührmann, der sich um die Schwerkranke nach Kräften bemühte, Frau Evelyn eines Tages den Eintritt ins Krankenzimmer ein für allemal untersagte. Oie Entwicklung des deutschen Rundfunks. In diesem Monat blicken zahlreiche deutsche Rundfunksender auf ein fünfjährige« Bestehen zurück. AuS diesem Anlaß ist ein Ueberblick über die rapide Entwicklung, die das deutsche Rundfunkwesen in dieser kurzen Zeitspanne genommen hat, interessant. Es hält schwer, der Entwicklung deS deutschen Rundfunks, seinem Eilschritt, ein Gegenstück in Deutschland zur Seite zu stellen. Deutschland verfügt augenblicklich über 29 Haupt- und Nebensender. In den ersten Monaten nach der Einführung deS Rundfunks durch die Reichspost, Anfang 1923, war die Entwicklung außer - ordentlich geringfügig. Erst am Schlüsse des IahreS 1923 setzte daS große Interesse des Publikums ein. Im Dezember 1923 betrug die Zahl der Rundfunkteilnehmer 1500, Ende März 1924 betrug die Zahl der zahlenden Hörer bereits 8000. Der nächstfolgende Monat brachte eine Verdoppelung, im Mai verdoppelte sich diese Zahl abermals. Dann setzte, nachdem die Reichspost das Rundfunkwesen durchorganisiert und die nötige Werbung in die Wege geleitet hatte, geradezu ein Ansturm ein. Am 1. Iuli 1924 waren die ersten 100 000, am 1. Oktober die erste Viertelmillion erreicht, um die IahreSwendc sprachen die damals 12 deutschen Sender zu einer halben Million Hörer. Seit jener Zeit schreitet der Zuwachs in ruhiger Weise, im Winter kräftig, im Sommer langsam fort. Ende des Iahres 1927 waren rund 2 Millionen Rundfunkteilnehmer vorhanden, während am 1. 3 a- nuar 1 929 die Zahl der Teilnehmer 2 635 567 betrug. Die Hauptzahlen liefern die großen Städte, in denen ein Sender steht. An der Spitze marschiert die Reichshauptstadt mit einer Zahl von mehr als 700 000 Teilnehmern, eine Zahl, die erkennen läßt, daß dort schon jetzt durchschnittlich jede dritte Familie Radiohörer ist. Der KreiS der Teilnehmer umfaßt alle Schichten der Bevölkerung. Beispielsweise ist in Berlin festgestellt, daß der Norden und Osten, d. h. die Stad! teile, die hauptsächlich von der weniger begüterter Bevölkerung bewohnt werden, sich sogar in stärkerem Maße dem Rundfunk angeschlossen haben als der mehr begüterte Berliner Westen. ®ai flache Land ist weniger stark beteiligt, was da mit zu erklären ist, daß dort zum großen Teil nur mit Röhrengerät, das noch immer relativ kostspielig ist, empfangen werden kann. Mit den erwähnten Zahlen hat jedoch der deutsche Rundfunk seinen Sättigungspunkt noch lange nicht erreicht. Die Zahlen sind vielmehr von Monat zu Monat im Steigen begriffen. Zentralgenoffenschafi für Obst- und Gemüseverweriung. WSN. Die seit langem angestrebte $en- tralgenossen schäft für Obst- und Gern ü s e v e r w e r tu n g ist gestern mit dem Mh In Frankfurt a. M. gegründet worden. In den Vorstand wurden Direktor F l e i m e t von der Raiffeisen-Genossenschaft Frankfurt a. M„ Direktor Straßburger von der Zentralgenossenschaft Darmstadt und Obstbauinspektor Lange in Frankfurt a. M. gewählt. Die Genossenschaft wird alle Obstbauvereine in Nassau und Hessen umfassen. ES sollen weniger, aber gute Obstsorten gebaut werden, in allen obstbauenden Gegenden sollen Sammel- und Packerstellen gegründet werden, wo das Obst fortiert und fachmännisch verpackt wird, und ein Ausgleich bei der Obstversorgung herbeigeführt werden. „Wenn sie stirbt, mein Gott! Herr SanitätS- rat, retten Sie das Kind!" jammerte Frau Evelyn täglich aufs neue. Ihr Schmerz entsprang der Angst, daß mit einem etwaigen Tod Brigittas sich Doktor Deilinger nicht mehr der Familie verpflichtet fühlen könnte. Ihr einziger Trost war es ja, daß (Brigitta mit Deilinger verlobt war und fle dadurch bald wieder das alte Leben führen konnte. Daß die Hochzeit der beiden so bald wie möglich stattfinden sollte, stand bei ihr fest, und Deilinger, mit dem sie einmal darüber gesprochen hatte, war ganz ihrer Meinung. Er spielte den verängstigten Dräuttgam, und lieh sich getreulich von seinem Kollegen, dem alten Sanitätsrat, Bericht erstatten. Fritz Bellinger kam die Erkrankung Brigitta Hollermanns nur allzu gelegen. Die kleine, giftige Kröte, wie er sie.in Gedanken benannte, hätte ihm einen eiligen Strich durch seine feindurchdachte Rechnung machen können. Gut also, daß sie einstweilen kaltgestellt war. Dis zu ihrer Genesung würde es noch gute Weile haben, und inzwischen war seine Positton hier so gefestigt, daß sie keinen Widerstand mehr leisten würde. Doktor Fritz Deilinger begehrte Brigitta mit brutaler Glut und wünschte um jeden Preis, dieses widerspenstige, stolze Mädchen zu besitzen. Gerade ihre Zurückhaltung reizte ihn, und stachelte seine Sinne immer mehr an. Die nach dem Begräbnis erfolgte Testamentseröffnung brachte nichts Neues. Geheimrat Hollermann hatte feine Hinterlassenschaft in drei Teile geteilt. Nach dem Stand des Vermögens an seinem Todestage erhielten Frau Evelyn, Brigitta und Isa je ein Drittel. So war es für ihre Verhältnisse eine kärgliche, lächerliche Summe, die ihnen blieb. Doktor Fritz Deilinger nützte die gute Gelegenheit gründlich aus und trat als Retter und Wohltäter auf. Er erklärte sich der Geheimrätin gegenüber bereit, die Klinik in Pacht zu übernehmen und weiterzuführen, und an die Erben jährlich eine Pachtsumme zu zahlen. Daß diese Summe nicht sehr hoch bemessen war, läßt sich denken. Frau Evelyn aber griff in ihrer Angst mit beiden Händen zu und überschüttete den berechnenden Schurken unter Tränen mit überschwänglichen Dankesbezeugungen. Und nicht nur im Geheimratshaufe, sondern auch in den weitesten Kreisen Hamburgs war man des Lobes voll über den tüchtigen und auf» opfernden Schwiegersohn des verstorbenen Arztes. Ganz im geheimen aber sorgte Deilinger dafür, daß langsam ein heimliches Raunen über den Verstorbenen entstand, das sich schließlich zu häßlichen unwahren Gerüchten aufbauschte. (Fortsetzung folgt) Das Wrack -er „Gießen" gesunken. tfa» Schanghai, 13. Marz, meldet IDIB: Da» Wrack de» Lloyddampfer» „Gießen", der, wie gemeldet, in der Nähe der Zon^tse-Münduag auf einen Helsen gelaufen und in zwei Teile gc- brachen ist, ist von den Klippen in» tiefe wasser abgeglitten und gesunken. Bergungsfahrzeuge streifen noch die Umgebung der Strandungsstelle ob, obgleich man zu wissen glaubt, daß sämtliche Personen an Bord der „G eßen" sich rechtzeitig retten konnten. Der Vergungsdampser „Saucg“ hat drahtlos gemeldet. dah er bei schwerem Seegang die 49 Mann von der Besatzung der „G eßen" an Bord genommen hat, die sich auf das Helseneiland Ballon Rock geflüchtet halten und dort ohne alle Lebensmittel ausharren mutzten. Line Bergung der Ladung der „Gießen" wird von der Leitung des Vergungsdampfers als unmöglich bezeichnet. Wirtschaft. Besihwechjei in der Lrcher Brauindustrie Die Kommanditgesellschaft Ihr Ing- Welch i o r in L i ch hat die dortige Brauerei von Heinrich Heller käuflich erworben. Die Brauerei Heller war fu)on seit einigen Jahren rundum von Hhringschcm Besitztum eing:s.hlossen, und sie bildete in.oigedesien ein fühlbares Hindernis für die ständig toau sende Ausdehnung der Brauerei Jhring-Melchlor. Derlius von Sc. So imann A.-L.-Aetzlai. Wie wir von zuständiger Seite erfahren, sind > die Präztsions - 5 | schlossen, der Generalversammlung oorzuschlagen, von dem sich einschließlich des Vortrages ergebenden Reingewinn von 16 710 349 20Mk. (i.V. 16 270 553,08 Mark) eine Dividende von 12 v. S) (i. D. 12 v. ch.) zu verteilen, dem Pensionsfonds für Beamte 1000 000 Mk (i. 23. 1 000 000 Mk.), der besonderen Reserve 5 000 000 Mk. (i. 23. 5 000 000 Mk.) zuzuführen und 3 030 349,20 Mk (i. 23. 2 590 553,08 Mk.) auf neue Rechnung vorzutragen. Die Reserven erhöhen sich damit nach Genehmigung dieser Vorschläge auf 60 000 000 Mk., Kapital und Reserven auf 120 000 000 Mk.; der Pensions- fonds für Beamte auf 5 000 000 Mk., der Vortrag auf 3 030 349.20 Mark. DieEinnahmen ausProvisionen (alles InMiU.Mk.) find um fast eine von 40,16 auf 41,02 gestiegen. Die Zmserträgnisse erfuhren ebenfalls eine Erhöhung um rund eine, von 33,35 auf 34 32. Effekten- und Konsortialgewinne betrugen unverändert 5,00. Die Gesamteinnahmen stellen sich somit auf 80,34 gegen 78,50 im Vorjahre. Verrvaltungskosten erforderten 56,18 (55,13) rund 1,00 mehr als im Vorjahre. An Steuern mußten 10,04 (9,39) oder 0,65 mehr gezahlt werden. Einschließlich 2,59 (2,28) Vortrag ergibt sich ein um rund 0,44 gegenüber dem Vorjahr erhöhter Reingewinn von 16,71 (16,27). Bayerische Notenbank, München. Aach dem Bericht blieb die fortschreitende Abschwächung der Konjunktur im Jahre 1928 ohne Auswirkung auf die Dank. Der Aotenumlauf bewegte sich dauernd nahe der Höchstgrenze, die während des Berichtsjahres auf 70 Mill. Mk. festgesetzt war. Die Bank hat von den Abwlckc- iungSdarlehen der Deutschen Rentenbank-Kredit- anstalt einen Teilbetrag von 353 000 Mk. zurückbezahlt. Der Reingewinn beträgt 2254 610 Mk. und weist gegenüber dem Vorjahre eine Steigerung um 411 788 Mk. auf. Davon sollen 50 000 Mark für Abschreibungen verwendet, 50 000 Mk. dem Delkrederekonto zugewiesen. 13 000 Mk. für die GrundcrwerbSsteucr^rsatzabgabe zurückgest.Ut. 54 772 Mk. als Verzinsung und Ergänzung der Spar- und Sterbekasse aufgewendet, 12 (10) Proz. Dividende verteilt und die restlichen 286 836 Mk. vorgetragen werden. Ford in Bayern? Umlaufenden Gerüchten zufolge, die auch in der Presse Eingang gesunden haben, soll Ford mit einem Makler wegen Verkaufs des alten Werkes l der Vereinigten Fabriken landwirtschaftlicher Maschinen, vorm. Epple & Duchaum in Augsburg, dessen Abstoßung bekanntlich im Rahmen des Rationalisieruigsprogramm« äugest .eb. wird, vechandeln. Ford soll beabsichtigen, in oem Werk eine Süddeutsche Zentral- fabril für A u t o e r s a tz t e i le einzurichlen. Liese Kausablichlen gewinnen durch den Umstand an Wahrscheinlichkeit, daß die Deutsche Ford Company A.G. ihr Kapital von 3 auf 12 Mill. Mark erhöhen will, was auf starke Expansion-- brstrebungen schließen lasse. Wie die Verwaltung der Augsburger Firma dem WT.D.-Han- deis ienst auf Anfrage erklärt, ist die Umstellung ihres Betriebes auf cas Werk II weitgehend vorgenommen worden. Die Produktion ist dort be- rei s ausgenommen, und der Betrieb wird nunmehr ohne Unterbrechung weitergeführt, so daß die volle Jahreserzeugung sichergeftellt ist. Bezüglich der Verwertung oder des Verkaufs von Werk I sehe sich die Verwaltung mit Rücksicht auf die schwebenden Verhandlungen gegenwärtig zu lei..er Miltei ung veranlaßt. Schluß i)er ieiM fltr Srü&kDrsmeffe. Die Leipziger Frühja'r'messe hat gestern ihren Abschluß ge,unöen. Mit 10 V3J Ausstellerfirmen ge enüoer 10 106 zur Frühja,r messe 1923 und 193 30^ Rechnung meter A sltellnngsgelande gegenüber 126 933 im Früh a r 1923 war sie die größte Messe der Welt. Sie hatte zwar unter der ungünstigen Wirtschaft konjunktur Lentsch'ands zu toi Den, so bah das Jnland- geschäft nicht in allen Branchen befriedigte , dagegen tra. auf dieser Mrsse das Exportgeschäft sehr stark in denVor- dergrund. Liefe Beobachtung, die von fast allen Ausstellern der auf der Messe vertretenen Branchen gemacht wurde, ist von ausschlaggebender Bedeutung für die Beurteilung de3 wirtschaftlichen Werte der Leipz g?r Messe. Tiesem starken Ausländerbesuch ist das trotz der widrigen Umstände verlältniSm ßig güni.ige Ergebnis der Leipziger Frühiahrsmes.e zu uich eiben. Man beurteilt In den Aullstellerkreisen das Geschäft fast durchweg als befriedigend. Die Messe brachte ,üt einze.ne Branchen besonder3 gute, für andere Branchen wieder weniger befriedigende Ergebnisse. * * Frankfurter Börse. Am Gründonnerstag, 28. März, fällt die 'llbendbörse aus. Ferner bleiben am Samstag vor Ostern, 31. März, die Börsenräume für jeden Verkehr geschlossen. * Goldpfandbriefe der Frankfurter Hypothekenbank. 15 Millionen Goldmark 8-o. H.-Goldpfandbriefe Reihe X, sind zur Beleihung bei der Reichsbank in Klasse A zugelassen worden. Damit sind nunmehr alle von der Frankfurter Hypothekenbank ausgegebenen Reihen von Goldpsand- briefen zur Beleihung in der höchsten Klasse bei der Rcichsbank zugclassen mit Ausnahme der vier im Jahre 1928 und 1929 begebenen Auslandreihen IX, XI, XII und XIV, deren Notierung nicht im In- lande, sondern an den Auslandbörsen Amsterdam und Rotterdam erfolgt. * Vertrag Raiffeisen-Bank — Preuße n k a s s e genehmigt. Die G.V. der Deutschen Raiffeisen-Bank genehmigte mit 218160 gegen 1393 Summen den Ve.trag mit der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse über die Vorbereitung der Liquidation der 'Deutschen Raiffeisenbank. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 14. März. Tendenz: fest. — Der feste gestrige Schluß der Äeuyvrker Börse und die anhaltend günstigeren Geldmarktverhältnisse lösten heute zu Beginn der Börse eine Beruhigung aus. Auch die wieder zuversichtlichere Beurteilung der Reparationsverhandlungen, sowie die in den Hintergrund getretenen Befürchtungen einer Erhöhung der Diskontrate an verschiedenen internationalen Plätzen, hatten eine allgemeine Entspannung des in den letzten Tagen gedrückten und kleinen Börsengeschäftes zur Folge. Hiervon angeregt erfuhr die Tendenz eine Befestigung, und die Spekulation sah sich veranlaßt, aus diesem Grunde in erheblicherem Maße zu Önleressenkäufen zu schreiten. Das Geschäft nahm zeitweise lebhaftere Formen an, doch konnte sich dies nur in Spezialwerten auswirken, da die Beteiligung des privaten Publikums und des Auslandes am Börsengeschäft immer noch ziemlich gering blieb. Lebhafter gefragt und im Vordergruno stanken am Kalimarkt Westeregeln mit plus 5 Prozent und Aschersleben mit plus 3 Prvz. Für Eleitrowerte bestand regere’ Interesse. So konnten Siemens und Gesfürel je 5 Prozent gewinnen. Ehemie- toerte waren bei mäßiger Nachfrage nur bis 1.75 Prozent höher. Deutsche Linoleum waren lebhafter gefragt und 5 Prozent höher. Bei kleinsten Umsätzen konnten sich Montanwerte der allgemeinen Belebung nicht anschließen. Die Besserungen blieben verhältni mäßig gering. Auch Kupferaktien waren eher vernachlässigt und bis 1 Prozent fester. Hier dürsten vor allem Gewinn- sicherungen diesen Umstand bewirkt haben. Banken ohne besondere? Geschäft, nur Reichsbank mit plus 2,5 Prozent machten hier eine Ausnahme. Am Devisenmarkt konnte man für Spanien eine leichte Erholung bemerken. 2m Freiverkehr waren von amerikanischen Kunstseidenaktien American Glanzstoff mit 61, Bemberg mit 71 Dollar weiter etwa! höher. Renten still. Deutsche Anleihen gut gehalten. Da) Geschäft wurde im Verlaufe wieder stiller, die Kurse blieben gut behauptet. Die Stimmung blieb jedoch zuversichtlich. Am Geldmarkt war TageLgeld mit 6,5 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.215220, gegen Pfund 20.452, London-Kabel 4.8535, gegen Paris 124.2750, gegen Mailand 92.60, gegen Madrid 32.25, gegen Holland 12.12. Berliner Börse. Berlin, 14. März. Die schon im heutigen Dormittagsverkehr zu erkennende freundlichere Grundstimmung über.rüg sich auch auf die Börse. Schon vorbörslich bekundete die Spekulation stärkere Deckungsneigung, da die vorliegenden Momente etwas günstigere Beurteilung fanden. Eine gewisse Hemmung ging jedoch von der für heute zu erwartenden Hilferding-Rede aus. Polyphon und die Elektrowerte profitierten von der gestern erfolgten Gründung des großen europäis^en Lonbildkon'.erns. Die ersten offiziellen Rollerungen waren zwar nicht immer so fest wie vorbörsllch erwartet, lagen aber doch 1 bis 2 Prozent über gestern. Das Geschäft war nicht allzu lebhaft und beschränkte sich auf die bereits genannten Spezialwerte, besonders auf solche Papiere, für die seitens des Auslandes limillertes Kaufinteresse bestand. Oberbedarf notierten he'lle ex- klussive Dividende. Salzdetfurth, Chade- Aktien, Gesfürel, Siemens. Schul- kert. Glanz st off, Bemberg, Bayrische Motorenwerke und Polyphon lagen bis 10 Proz. höher. Auch Dessauer Gas. Chemische Heyden, Leonhard Tietz, Deutsche Linoleum und Otavl fielen durch Fe st. gkeit auf. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer wenig verändert. Pfandbriefe still, eher schwächer. Geld war weiter etwas gesuchter. TageSgeld 6,5 bis 8,5 Proz., Monatsgeld 7,5 bis 8.5 Proz., Warenwechsel etwa 6,5 Proz. Auch nach den ersten Kursen blieb die Stimmung freundlich, und es setzten sich zunächst weiter 1« bis 2vrozentige Gewinne durch. Später ließ die Umsatztätigkeit aber wieder nach, anscheinend auf Befürchtungen von einer erneuten Heraufsetzung des Privatdiskonts. Anderseits rückt der Zeitpunkt näher, an dem die Londoner Diskontrate bekannt zu werden pflegt. Zu diesen beiden Punkten kam die Beruhigung, daß das Angebot am Privatdiskontmarkt im Gegensatz zu gestern (es waren' 16 Millionen) wesentlich nachgelassen hat und daß auch für London, nach der Pfundbewegung zu urteilen, kaum eine Erhöhung zu erwarten ist. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 14. März. Am heutigen Produkienmarkt war die Umsatztätigleit minimal. Es kam nur in Brotgetreide zu vereinzelten Abschlüssen, bei unveränderten Preisen. Das Mehlgeschäft lag vollkommen still. Preisveränderungen waren nicht zu verzeichnen. Es wurden notiert: Weizen 24 bis 24,50; Roggen 23,75 bis 23,50; Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 21,25; inl. Hafer 24,50 bis 24,75; Mais 21,50; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 33,50 bis 34,50; Roggenmehl 30,75 bis 31,75; Weizenkleie 14,25 bis 14,35; Roggenkleie 15,50 Mk. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 14. März. Auftrieb: 113 Rinder, 1135 Kälber, 411 Schafe, 921 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 73 bis 76 Ml.; mittlere Mast- und Saugkälber 68 bis 72; geringe Kälber 60 bis 67. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masti hämmel (Weidemast) 56 bis 61; mittlere QKaft- lämmer. ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 50 bis 55. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebend- 29. Xicbunjtetag 13. März 1929 In der yeutiaen Zieduna wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 öetolnn« jt> lOOOO M 107UUI 309987 4 Gewinne au 5000 M. 234904 373643 10 Gewinn« |u 2000 W. 13182 21512 71992 152298 381167 38 i’etDlnna >u 1000 «1. 9330 15086 3061' 53196 135076 151334 152715 166014 203254 226528 236078 236202 246107 285102 319542 347843 7723 ff o? >nn« au 300 M 33724 58295 75793 103203 42232 45529 58415 59886 77153 86988 222 33480 67604 67679 98041 17917 55325 62618 96072 0998 307931 364623 117122 164373 180066 207879 234168 245518 263422 27tz339 294314 321533 339311 359831 387229 118125 171828 312621 370797 125164 210838 319430 379434 7980 53927 62484 87604 120838 184378 312900 376233 105625 126673 166747 200693 216914 243241 254343 266226 289143 312209 336219 351592 375851 391889 119513 164494 189989 210194 235522 246396 264123 279678 297450 333290 345682 360180 390235 103642 125794 165147 199616 212341 239806 248771 264599 288410 301706 334918 346702 366423 391740 161812 306432 345720 130126 169343 202499 226483 243820 260398 269803 290845 315781 338934 352585 376672 392086 160500 270363 343353 31252 57583 65113 96147 115872 136139 178231 205236 230757 245138 263256 271034 293615 315900 337862 356742 377070 392874 383725 389686 397409 64 Vrwmn« AU 500 QP. 17236 19509 19623 34148 39790 69098 69976 86442 95022 113280 115987 - "" ------ ------ ------ ------ 169656 394582 398230 Fm Geminnrode verblieben 2 Prnm en zu 5OOOOÖ 2 Gewinne zu 10 000, 4 zu 3000, 10 zu 2000, 14 zu 1000, 46 zu 500, 118 zu 300 flJIL gewicht 78 bis 81; von etwa 200 bis 240 Pfund 79 bis 82; von etwa 160 bis 200 Pfund 78 bis 81; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 76 bis 80 Mk. — M a r 11 ö e r I a u f : Schweine schleppend, geringer äleberstand. Kälber und Schafe mäßig-rege, aiüüerfauft. Zeitschriften. — .Das 5 nselschlss" Eine Zeitschrift für die Freunde des Jnfcl-Derlags. Früh.ahr 1923. Preis 75 Pfennig. — Aus dem ebenso sorgsam zusammengestellten wie abwechselungsreihen Inhalt des gediegen ausgestatteten Heftes sei hier nur Einiges notiert. 3um 60. Geburtslage Karl Schefflers findet man einen Leitaussah von Curt Glaser und einen Abschnitt aus Schefflers „Jungem Tobias'. Kulturhistorisch bemerkenswert sind die Auszeichnungen aus den Denkwürdigkeiten von Latude, der als ein Opfer der Pompadour 35 Jahre lang in französieren Kerkern zubringei mußte. Ein feines Prosastuck: „Die Pseiferstudc von Paul Alverdes; für alle Freunde Albrec! Schaefiers: die Schilderung „Sernela" (aus seine Neugestaltung der griechis.)en Sagen); auäJrüc lich verwiesen sei noch auf eine Prooe aus de. in Kürze erscheinenden englischen Kriegsroma „Der spanische Pachthof'' von Ralph Ha. Mottram. — Die gegenwärtigen Wirren in Asghanista: gewinnen auf dem weltpolitischen Wintergrün des eng.isch-russischen Gegensatzes auch für Eu ropa tiefe.e Bedeutung. Die jowjetrussftche Zen tralasien-Politil erscheint so als ein besonder wesentlicher Faktor dieser großen Weltspannung Ihren geschichllichen Voraussetzungen und ihrci Perspektiven spürt im Februarhefl der Europäischen Gespräche (Verlag Dr. Walthc Rothschild, Berlin - Grünewald) Georg Cleinov. in einem sehr aufschlußreichen Au sah über „Ruß land in Zentralasien" nach, der aus sorgsamste Verwertung der historischen Quellen und eigenen Reisebeobachtungen in Kirgisien und Kasakstan entstanden ist. — Einen beachtenswerten Beitrag zur Anschlußsrage stellen die Ausführungen dar, die der österreichische Bundeskanzler Dr. Seipel in München über den „Föderalismus in Oesterreich ' gemacht hat. — In den „Bekenntnissen und Begebenheiten" klärt der Herausgeber der Zeitschrift u. a. auf Grund der Memoiren Lord Haldanes den Anteil dieses liberalen Imperialisten an der Schaffung der englischen Kriegsbereitschaft. — „Westermanns Monatshefte" vermitteln auch in ihrem Märzheft die Bekanntschaft mit literarischen, künstlerischen und wissenschasllichen Ereignissen aus unserem Kulturbereich. Im bunten Wechsel erzählt das Heft von: „Bachs Kunst der Fuge, Bildern aus dem Tessin, Möglichkeiten der Weltraumfahrt, Chinesischen Delikatessen, Das Ruhrland in der Kunst unserer Zelt, Auslands- 1 deutfchtum und Frauenschaffen, „Faust" auf der i Bühne, dem Maschinenmenschen, und anderen Dingen.________________________________________ Gewinnauszug 6. Klasse 32. Dreußisch-Lüddeuifche (258. Prcuß.) Klassen LoUcrie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hebe Gewinne gefallen, und zwar je einet auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Ab-cilungen I und II Kurszettel her Berliner und Franksurler Börse. Oie hinter den Papieren angesühnen Ziffern neben die Höhe der zuletzt befchlosfenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6.5 Prozent. Lombardzinskuh 7,5 Prozent. Rtanlfuti a M. Berlin Atantfuna M. Benin Eckilub- fluro 1 Uhr ftur« Schluh ft ute Ansang flure Schlub- tiur« > Uhr flute Echtub- fiute 81n|anp flute Datum 13.3. | 14-3. 13.3. 14-3. Tamm 13.3. 14.3. 13.3. 14.3. a% Dr NllcheoiNribc >. u»-< b7,2 — 87.5 — Vl.Vr.W. ..... r 162,25 164.25 TST 163,9 Dl. «nl.-Wblöf.-Sdjult» m(l »u« Bergmann ....... 0 200.75 200.4 203.75 lo|.-Wed)trn 53,85 — 54 54 Elekit. yieferungen ..... 10 162,5 161,5 201,75 162 Teflfll. ohne Vlu6lo).-fH«d)tt 11,95 12 12 11,9 ridit unv ft ras I ..... 10 204 205.5 7% nrarttf. Onp.-iBI OlolbDl. an gelten A (Suilleauine ..... 6 137 — 137,25 138 kündbar bi« 1082 so — ■ f3c|. |. (Hellt. Untern.. ... 10 222 227 222 226,25 41i% Shclnifdif Hyp.-Vank 8tou •ulbpf. Hamb. Gleltr. Werke .... 10 146 — 81,1 —• — ;Hhdit. Itleftr.......0 — — — 160.5 e.ti.W. abfl. ’3ortrtco6*Cbltflntion 5di!ei. (Sicht. ..... io — — 198.75 199,4 rückzahlbar 1032 88 — • — Sdiudert ........ 8 216,75 213.25 217 4% todnvty. Bunbe«d..«M.. 4% CfltentidiHrtic fflulbrtt. 98 — — _ Siemen« A HalSke ..... 12 165,5 370,5 365,25 150 370,5 31,4 -- 11,25 — Ttanorabio ....... 8 — — 150 4,20% Celtrrt. Silberne. 2,9 * 3.1 — Vabmener ft Go...... . 10 163 — 162,25 •— 4% Ceftetrtid). «intjdtl. töte — — 76,5 — 76,5 77,25 4% UngarW öolbite. 4% Ungatiw $taat«t. 6. l»10 25 21.6 — 21,7 25 Deutsche (Stoöl.......c Essener Steinkohle......8 119 118.75 120.25 119 120,5 4y*% belfll. von 1919 4% ÜnoatifdK Kronen««. 22,5 .05 22.65 2,05 Gelsenkirchener ... f. V* 3- < Hatvener. ...... 6 126,5 135 _ 126.5 134,25 135.5 4% lud. Bollanlett)« v. 1011 4% iilrtlfef Bagdabbahn-Anl. Serie 1 10,9 10,65 — 11 10,75 10,6 Hoesch Silen.........8 3>se Bergbau ........ 8 — 119 12 104 212 104,6 4% OMfll. Serie II 10.56 10,8 10.8 Küln.Nruelsen........ 0 118.5 119.13 4% Rumänen ronvr«. Rte. 414% Rumänen «olbanl von ISIS 8.975 19 — 19 — Mannermann...... . 8 >l’?ano|clbct .......7 118 123 118.6 124 117,25 123.25 118.13 123.75 Cberidilci. Eisend. Vedats... 6 — 90.5 85,5 eilig. Deunche ENenbahn 4h — Cberichlei. ftokSwerke . . 6 —V — 100,25 101 Aambura-Vlnterlfo Haiti f Aamb.'Sflbam. tamplid). 8 '.6.75 — 26.4 192 127.25 ■tibontr Bergbau S'/r Nbeinische Braunkohlen IC 93,5 86,5 — 93 .85,5 93.25 287,9 —» 167,5 .Nhelnftahl 1. »/«Iaht lK liiebeck Montan ... 7,i 123 124 123 123,25 Horbbrulickitr Uloyb - 8 24,5 — 24.5 125 d 137 »U,. Deuylde Urrdiianll. 10 Varmer Bankverein u 39,5 140 _ 140 >40,5 140.2. .''ereininte Stahlw......' Olavi Minen . . . . . 2 sl i2,5 — 92.9 67.75 92.25 68,4 Berliner HanbelegrlkUIck,. tommerz-und Prioai-Banr H Tannft. n. Watümalbanl lü 19 195 76,25 196 J8 • 95 .73 219 196 276 Roll Aichervleben ..... V ftafi il'flteregeln ..... V «tallrocrf Ealzdetfurth ... tr 207 210 310 210 215 207.5 210,25 308.65 206 214 313,75 Deuyche Bank 170 — 170.13 170,5 3 Warben«3nbuftrte ... 1» 43.5 245,25 43,5 245,25 ®Wonta-®t|ell1(ba11 ÄnL . 10 62,75 163,75 62.6' 163 Dynamit Nobel ....... 1 Drevbner Bank - • *° ■68 d 168 168,75 3dh'toeanftaU ...... V — 169 _ flJHtlelbtutldir UttbUbanl . • ■ • — d d- Äolvschmibt ....... b 88 87.9 _ ................. • • • ,27 127,25 — iHüiflcteiürrte .••••*. 8 91,5 90,9 91,75 ................« <01.5 304 302 303,5 Metallaeielllchaft. ..... 11 84,5 — Banknoten irtanlfurt a. M. Betiin Schlub- 1 Um Scklust- Anjana flute Hur Rum flute Datum 13.3. 143. 13.3. 14 3. '■btji.WP yuijiihxnn..... 121,5 123 121,75 123 Heibelberger Eemenl .... Id 135 136 — — Gement Karlstavt ..... . 8 173,5 — — SBattß ft Freitag...... 10 124,5 —- 125,5 — Lchullhei» Papenhoser . . . lf — — 273 276 Ostwerke . ..... 12 — — 228,75 230,5 Bet. GlanzsU'ss...... 18 — — 417 421,25 Bemberg......... 14 — — 349 359 Bellftofl Walbbo,..... 12 •^9 255 256 Bellftoll Aschassenbttrg . . . 12 —• — 182 181,5 ilbarlottenburget Wasser . . • 1 — 115,5 116,75 Zcllauet GaS....... . 8 — — 209 111,75 Daimler Motoren ..... . 0 53,25 — 53,5 Demag ....... . 0 •w — 50.4 Ädletwecke fllever..... . 6 52,5 53,25 53,5 52,6 13ubn>. Uocroc....... 10 — * 207 — 9lat. Automobil ...... . 0 — — 34 32,5 Lrenstein & floppet .... . 6 — — 86,13 87 Leonhard lieft ..... . 6 — — 265 267 BamagMeguin...... . 0 — .rranls. Maschinen..... . 6 64,25 — 64 — 'ftttynet . ...... 11 95.5 — 95 Pevligenstaedl ...... . 0 15 —- — 3unfl6and. ....... . 4 72,25 — 71,9 — Lechwerie. . ....... . 8 113,75 114 —- Mainkraltwetle ...... . 8 119 —M — Mtag. ....... 10 141 141 141 Bekatiulmer....... . 8 25 — 25 '1-etero Union....... . 8 102,5 — 102,5 _ tftebr. Roeder ...... 10 116,5 — _ Boigt ft »aelsuer ..... . 8 213 213 _ Oübb. Jucket....... . 8 143.5 144,5 142.75 — Berlin, 13 Marz t'iclb tief .in. v äimaif 'Jlotn..... 4.203 4,223 uelchschr Noten ...... 58,35 58,59 Tätiiicbe Noten ....... 112.08 112,52 LugUsche Roten........ 20,40 20,48 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Berlin, 13. Mar, (üelö oner >Vtaii3Ö)tiaje Noten..... 16,46 16,52 " volländtlche yZoren...... .'k lieniiche Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Oesterr,4 UX> Kronen 168,26 22,10 168,94 22.18 112,13 112.57 59,03 59,17 Nttmäntsche Noten...... 2.485 2,505 Schwedische Noten...... 112,23 112,67 Schweiler Noten ...... 80,93 81,30 Spanische Noten....... 62.61 62,89 Tschechotlowaktsche Noten . . 12,435 12,495 Ungansche Violen ... 73,18 73,48 Telegraphische Auszahlung. 13. 371 m 14. März Ämtlichc Notierung Lmtitche Notierung (Slclb Brie' C’nelö Brie' rann. 'Hott. 168,60 168.94 168,63 168,97 Buen-AircS 1.771 1,775 1.769 1.773 Brss.-Antw 58.45 58,57 112,51 58,47 58,59 Christiania- 112,29 112.24 112,46 .'lop.-nbaflcn 112,24 112,46 112,20 112,rr Stört()Olm - 112.46 112,68 112.40 212.6t HelsiugsorS- Italien. . 10,592 22,05 10.61'2 22.09 10.593 22.07a 10,631 22,11! L'onbott - . . 20,439 20,479 20,437 20,477 'Jteunorf . . 4.2105 4,2185 4,211 4.21' Ports... 16,44 16,48 16,445 16,48 Schweiz .. 80,97 81,13 80,985 81,14 Spa ün . 62,46 62,58 73.29 63.41 Japan . . . 1,876 1,880 1.875 1,87t •Hio b£ Jan WieiinnD- 0.4995 59,135 0.5015 0,499 0,501 Ccit. abgcit 59,255 59,25 59.27 Prag - - - 12,47 12.49 12.47 12,49 ^elir«b - 7,391 7,405 7.393 7.40/ Budav-st ■ • 73,36 73.50 73,37 73.51 Bus arten 3,039 3,043 3.041 3.047 Lissabon 18,83 18,87 18,80 18,8-, Tanva-• • flonft ntin. -1.68 81,84 2.079 81,67 81,83 2.075 2,073 2,077 iitbtit. . - 3.44'2 5,452 5.445 5,455 Lanada 4,183 4 191 4,175 4,183 Um tut) . 4,276 4.284 4.276 4,284 Loiro . . - 20,958 20,998 20,96 21,00 der BEGEH. WIND U. SCHNEE 3316V Zur Konfirmation Goethestr. 9zlt Frankfurt a M 219 335934 589 3920» Dfiil 4 Prozent Rückvergütung! MIT 18«. GOfrUtSTf^JS! 14. 'Diö« W?M?W 1!S?PJ1Ü1, Afltomobi!« «nd Flarreagban. TELE FUN KEN Liter Liter Liter übbtollit Loliene 5lüd)bnjd Mtboftti Fernruf: 1235 293516 816900 337862 377070 392874 I6L* UJj II ti Hi.fl 81,30 62.89 I ,495 73.48 düng 8 D. gegen Füchse ablehnt, so tocntg kann seiner bei der KrähcnbekMnpfung enkroten. •93 202499 314 226483 241 243820 343 260398 .68.26 22,10 112-13 59,03 2.465 H2- 80,8 62.6! 12.482 73Jf Weifeweine: Weißer Tiscbwein 26er Edesheimer 27er Liebfraumilch 26er Rüdesheimer Rotweine: Ä II,,1 !'ik Ä n« a l'iil p */i Fl. o GL 1.15 Wx Wlft, F* .ft H&tlRnb Verkauf durch: Willi Letsch. Gießen. Krofdorfer Straße 16 Tafel-Rotwein Montagne 26er Roussillon 25er Medoc (Bordeaux) Südweine: Tarragona, Flasche 0 70 Samos Malaga, dunkel Malaga, golden Weine vom Fafe: Weißer Tischwein Tafel-Rotwein. Tarragona, rot 1.20 110 130 1,60 2.10 2.60 1.00 130 1.50 2.10 1.25 1.60 1.10 1.75 200 2tim L'-tz 1.769 18,47 112.24 112,2» 112.4» 10.993 22-07 10,43/ 4,21 80,985 73-29 1-875 0,499 sind zvti gleit jn>dr it tii«t m btt bdbtt II _________ |Z, Mj ISA tbto $tWM 309981 Sam 162298 Anläßlich unseres 50jährigen Geschäftsbestehens veranstalten wir io allen Abteilungen unseres Hauses vom 2. bis 16. Märi einen großen Jubiläums - V erkauf. GEGEN SPRÖDE HAUT SCHÜTZT 5 / £ 59.25 7.39, 73.3' g 12,4» 73.4° »-|f ,. an. .Saüst- »= ®6rto j ton) ,iini ß ““Mi Uiobe aug fce n W Ha. }J* Aghanlsto- ^'.ngrun S .Qu$ tüt JWlpt k ®ln besonder 'n ^^Ipannunt ur^n und der Euro. «a ®r. Aolthc , Tevrg CleiM ubajki - Mn unb eigener. und Äafatftan Werten Mittag lussührungen dar, Wer Di. Schei Ilsmus in Ocher. in ..Delenntnissen Herausgeber der : Memoiren Lord iberaien Imperia- englischen AriegS° loirhefte* ver. i die Bckaantlchasl ib wissensäpstlichrn Bereich. 9m bunten „Bachs Kunst der Möglichleiten der Delikatessen, Das r Zeit, Auslands- „Faust" aus der en, unb anderen Wir wollen unseren geschätzten Kunden eine denkwürdige Gelegenheit geben, zu Beginn der Frühjahr-Saison besonders vorteilhaft einzukaufen und gewähren während dieser Zeit einen Jubiläums-Nachlaß von 10% 3000,10 p> M u 300 3J1L 14 02 319542 347844 $3 306432 307931 153 345720 364623 ,°L0 17917 31252 S 65328 67683 ffl 96147 7.60^Ä H5872 5 VS 136139 ! S 178231 empfehlen wir unsere in eigener 23I3C Weinkellerei bestgepflegten Weife- und Rotweine gebenenfallS Besprechungen steht der Verein gern zur Verfügung. Berliner Börse. Berlin. 14. März. (WTB. Funkspruch) Dor heutige Frühverkchr lag zwar wieder ruhig, ober stimmungsmäßig etwas freundlicher. Das feste Neu york mit dem verhältnismäßig leichten Geldsatz von 6 v. S). und vor allem der überraschend oute Abschluß der Danatbonk machten einen guten Eindruck. Don Kursen taxierte man Farben zirka 244, Siemens zirka 366 bis 367 und Danatbank zirka 276,50. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 124,20, London gegen Mailand 92,68, London gegen Spanien 32,40, London gegen Kobel 485,40, Kabel gegen Berlin 4,2145. Daten für Freitag, 15. März. Sonnenaufgang 6.16 Uhr, Sonnenüntergong 18.04 Uhr. — Mondoufgang 7.59 Uhr, Monduntcrgang 23.31 Uhr. 1830: der Dichter Paul cheyse in Berlin geboren (gestorben 1914). Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanloge). Samstag, den 16. März. Dorabend: 6.15 Uhr: morgens: 9; abends: 6.40 und 7.20 Uhr. Israelitische Religionsgesellschast. Sabbatseier den 16. März 1929. Freitag abend 6.05 Uhr, Samstag vormittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 7.20. Wochengottesdienst morgens 7; abends 6 Uhr. Krähe. Vermag auch ein Schwarm Dinterrrähen manchem ausgewachsenen Hasen durch Frechheit und Masse daS Lebenslicht auSzublasen. oder eine Kette hungriger Hühner zu zehnten, so beginnt die eigentliche jagdseindliche Tätigkeit erst im Frühjahr. Wenn Im März die ersten Junghosen gesetzt werden, wenn die Ente in günstigen Jahren ihr Gelege beginnt, wenn im April die Hühner paaren und die Fasanenhenne ihr Gelege macht, dann zeigt sich, welche Geißel die schwarze Schar für dn Riederwild- revier sein kann. Ihrem scharfen Auge entgeht wenig, was sich im Gelände obspiclt. besonders da, wo der Mensch den letzten Sttauch, die letzte Hecke entfernte. Die Riederjagd ist der volkswirtschaftlich wichtigste TeU der Jagd, der die größten Wildmcngen zur Dolksernährung liefert. Ss kann nicht gleichgültig sein, ob die Krähe durch ihre Tätigkeit Den Ertrag in der stärlsten Weife herabmindert. Manches Sung- b.i^d-cn mag noch jetzt den Kcähenschwärmen vor ihrem Wegzug zum Opfer fallen. Die Haupt- gesahr beginnt, wenn „untere" Äräfcn. die zum großen Teil den Winter weiter im Süden verbrachten, wlederlommen, zur Q3mt schreiten und dabei planmäßig alltäglich ihr Iagdgebict paarweise absuchen Die Gefährlichkeit eines solchen Paares erheUt die Beobachtung in einem Revier, wo unter dem Horstbaum eines Paares 93 Fasaneneier gefunden wurden, die alle in der Umgebung zusammengestohfen und aufgefressen worden waren. Jedem Raturbeobachter und jedem Jäger, der zu allen Zeiten sein Revier besucht, sind derartige Beobachtungen zu bekannt, als daß es nötig wäre, sie weiter zu erörtern Das Wich- tigste ist die Frage, ob man dem Treiben tatenlos zusehcn darf. AlleS Raub',eug kann man mit Pulver und Blei oder Fallen kurz halten, nur die Krähe nicht. Dazu ist sie viel zu schlau und viel zu mißtrauisch. Sie vermag sich außerordentlich rasch neuen Gefahren anzupassen Deswegen bleibt ein jeder Versuch dieser Art der Bekämpfung ,auf die Dauer zur Erfolglosigkeit verurteilt. So sehr der Weidmann das Gift in seinem Revier haßt und so sehr er seine Anwen- Krayenplage unb Krähenbekämpfung. Don Studienrai Holzel, Schriftführer des Vereins „Huberius", Gießen. Während schon In der Vorkriegszeit der Jäger in der Krähe einen der größten Schädlinge der Riederwildreviere sah, stand ihr der Landwirt ziemlich gleichgält g gegenüber. Diese Einstellung hat sich in der Kriegs- und Rachkriegszeit völlig geändert. Denn alle Krähenarten haben sich in einer Weise vermehrt, daß man heute von einer Krähenplage sprechen kann, zu deren Abwehr bereits vielerorts von Staats wegen gc- lchriiten werden mußte. Die Wiet cha ts rise der ^andw.rlscha t zwingt den Landw rt und zwingt die mit der Schädlingsbekämpfung beauftragten Stellen, den schwarzen Gesellen schörfer auf die Finger zu sehen. Gerade die W i n t e r k r ä h e n, die in diesem kalten Winter sich auch dem Stadtbewohner in ihrer Masse aufdrängten, fügen Dem Feldbau schwersten Schaden zu. Das trifft für alle drei Arten, unsere Rabenkrähe, die Saatkrähe und die graue oder Rebelkrähe, zu. Zweimal im Hahr, im Herbst bei ihrem Kommen und im Frühjahr bei ihrem Gehen, befallen sie die frischgesäten Aecker und ziehen die Keimlinge auS der Erde. Besonders schwere Schädigungen konnte Dr. Pustet, der Zoologe der Bayer. LandcSanstalt für Pflanzenbau und Pflanzenschutz, da feststellcn, wo Mais gebaut wurde. Hier wurde das Saatgut mitunter bis zum letzten Korn aus den Drillreihen herouS- geholt. Sind die Winterlrähen wieder in ihre nördlichen Brutgebi t? zurü g k hct, so üben die Etandkrähen als Ge,lüg:ldiebe oder Liebhaber von reifendem und reifem Getreide ihre unerwünschte Tätigkeit aus. Es soll nicht verkannt werden, daß auch mancher Schädling im Magen der wenig wählerischen Vögel verschwindet. Der Landwirt hat jeden falls in den Winterlrähen seine Hauvtscinde zu sehen. Ganz unumstritten ist schon stets die Stellung des 35ger8 zur Gesangbücher KonfinDalions-Geschenk-Biieber Osterbilderbncher in reicher Auswahl HesWtailtag Walltorstraße 21 Fernruf 1342 2306D ^nuli®e । iW, rtellL-J—MSI s § H Zu dieser Auffassung haben sich heute alle Jäger durchringen müssen, wenn sie nicht im Kampf mit den Galgenvögeln die Waffen strecken und zu- fehen wollen, wie sie ihr Revier plündern und mühsam herangehegte Werte zerstören. Diese Krähenplage sollte daher Landwirt und Säger in einet Einheitsfront finden, um zu allen Zeiten die Krähe zu bekämpfen. Sie sterben deswegen nicht auS. Keine Angst I DaS will auch niemand. Sn Revieren, In denen man schon lange planmäßig z. D. wegen vorhandener Fasanerien die Krähe bekämpst, ist der gleiche Kamps jedes Sahr nötig. Die Lücken werden alljährlich wieder im Herbst durch Zuzug aus anderen Drutgebieten ausgesüllt. Sn gleicher Weise wie andere deutsche Länder, ich nenne Bayern und Thüringen, mit Hilfe der landwirtschaftlichen Organisationen und der Sagdverbände die Krähenplage im großen bekämpfen, war eS für Hessen auch geplant; zum zweiten Male ist aber bei uns nichts daraus geworden. Eine solche Sache muß richtig organisiert fein. Run stehen wir vor der Tatsache, daß wir entweder die Hände in den Schoß legen und sehen, wie unsere Wildbahnen weiter geplündert werden, oder daß wir uns selbst Helsen, tote es das Hess. Ministerium in einem Ausschreiben auch anregt. Es ist wenig damit getan, wenn der Kampf nur in einzelnen Revieren geführt wird. Se größer daS Gebiet, um so größer der Erfolg. Der Zweck dieser Zeilen soll eS fein, alle Snteressenten auf die Rotwendigkeit von Ab- wehrmaßnahmen hinzuweisen. Der Verein weidgerechter Säger .Hubertus" in Gießen hat sich im vorigen Sahre um die Organisation bemüht und wird sich auch dieses Mal zur Verfügung stellen, wenn es gewünscht wird. Seine Mitglieder erhalten in den nächsten Tagen aufllä- rendeS Material über die Dekämpfungstmüfe. Auch Richtmitgliedern wird eS gern zugänglich gemacht. Die Sache eilt! Die wichtigste BekämpfungSart ist vom 15. März bis 15. A P r i L Zu weiteren Auskünften und ge- JÄHRE «NEMMCTEL wie aus heute eintreffender Zufuhr in erstklassiger Qualität: ff. Schellfisch i. Ausschn. Pfd. 75 f> Pa. Cabliau t. AuSlchn. Md. 45 4 Seelachs, pa. Nordsee. Psd. 40 4 Cabliau-Filels . Pfd. so 4 o. Haut u. Grälen, bratfertig. Cab liau-Koleletts Pfd. so 4 Goldbarsch 0. K. Ia Qualität Psd. 45 4 Bratichellfiich Psd. 50 4 (Stinte Heringe Psd. «5 4 Bücklinge ....Pfd. »s u. 50 4 Käse Feinster Emmentaler im Ausschn. v.Letb Pfd. vt 2,40 Edamer, vollfett Chester, Camembert,Roane» fort, Gervaick, Lauterbacher, Fürttenboi, Strolch und Silberstern. Allgäuer Romadur ff. Limburger Psd. Jt l/~u.6O^ Emmentaler 0. 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