Mittwoch, 13. November 1929 179. Jahrgang Itr. 267 Erstes Blatt Wann tritt die zweite Haager Konferenz zusammen? n. n> da die Caf6 Leib Gießen SMD Der Sih -er Reparaiionsbank er- ht ein der fam eine 2lrt Erziehungszoll, vornehmen zu wollen. Allein Anschein nach ist das Reichsernährunas- minifieriunt aber nach wie vor nicht geneigt, die Getreidefrage durch einfache Zollerhöhungen bei Roggen, Weizen und Futtergerste zu lösen, sondern man wird versuchen, hier einen anderen Weg zu finden. Keine Einigung über die Zoll- erhöhung für Kuttergerste. Berlin, 13. Noo. (prio.-Iel) Beim Reichs- ernährungsrninisler Dietrich fanden am Dienstag inkerfrakticnelle Besprechungen der Regierungsparteien über die Agrarzolle statt, die jedoch z u k e i n e r Verständigung geführt haben und daher in einigen Tagen wiederholt werden mühten. Sozialdemokraten und Demokraten haben sich ent,chieden gegen die geplante Erhöhung des Fultergerstezolles ausgesprochen. Ob es gelingen wird, die Regierungsparteien zu einigen Oie Arbeit der Ausschüffe. Berlin, 13. Non. (Priv.-Tel.) Seit Wochen s.chlrn unS nun die amtlichen Stellen^ dah die Beratungen der Unterausschüsse un- rittclbar vor dem Abschluß ständen, immer wie- rr aber wird eine neue Kun st pause ein* erschien, Hai man mit Rücksicht auf die Rivalität zwischen Belgien und Holland abgesehen. 3n der Schweiz ist man schließlich auf Basel über- eingekommen, vermutlich deshalb, weil von den übrigen Großstädten Genf bereits durch den Sitz des Völkerbundes mit internationalen Körperschaften stark belastet ist und weil Zürich das innerschweizerische Wirtschaftszentrum ist. Man darf die Wahl Basels aber bedingungslos billigen und als die denkbar günstigste Lösung bezeichnen. Denn erstens ist Basel finanziell ein äußerst wichtiger Platz und hat von alters- her große Banktraditionen. Die Häuser der Burclhardt, der Dreyfus usw. haben von dort aus Weltruf und große internationale Beziehungen nach Frankfurt, Berlin und Paris gewonnen. Die außerordentlich bequeme Lage am Knotenpunkt der großen Berkehrslinien von Deutschland nach Italien, von Frankreich nach dem Osten, sogar von England nach dem Süden, erleichtert den persönlichen Kontakt der Führer dieser künftigen Bank mit den hauptsächlichen Finanzplähen. Die stets stabil gebliebene Schweizer Währung und die vertraglich gewährleistete Neutralität der Schweiz kommen hinzu. Und schließlich ist für uns die enge Wirtschaftsver- slechtung Basels mit seinem deutschen Hinterland, der rege Grenzverkehr und die Tatsache, daß es in dieser Stadt des Nachbarlandes sogar noch einen deütschen Bahnhof gibt, von praktischer und symbolischer Bedeutung für das überragende Interesse, das die deutschen Wirtschaftssragen für die künftige B. I. Z. spielen werden. Wir dürfen also, ohne über die noch unbekannten Einzelheiten des Bankstatuts im voraus zu urteilen, in diesem Punkte mit der gefundenen Lösung einverstanden sein. Sachverständigen beauftragt, alles zu tun, um die Sache zu einem baldigen Abschluß zu bringe; Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- "lrlameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvarschrist 20° , mehr. Chefredakteur; Dr. Friedr Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. zuhalten, daß Deutschland zunächst politische Nernunft und Nuhe bewahren muß, daß es das Geschwür entleeren muß, ehe es von einer internationalen Konferenz verlangen kann, in vollem Vertrauen und in voller Sicherheit die deutsche Zahlungsfähigkeit zu studieren. Oer Räümungsiermin. Wird der 30. Juni cinqehaltcn werden ? Paris, 12. Roo. (IU.) Wie der Vertreter der „Tclegraph-Union" erfährt, gitb man sich in Pariser unterrichteten deutschen Kreisen nach wie vor der bestimmten Hoffnung hin, dah die Räumung der dritten Rheinlandzone bis zum 3 0. Juni erfolgen werde. Gerade die Befürchtung, dah technische und politische Schwierigkeiten eine Hinauszögerung der Rheinlandräumung mit sich bringen könnten, habe seinerzeit im Haag den Anlaß dazu gegeben, den Räumungstermin des 30. Juni eindeutig seftzulegen. Wenn man mit einer glatten Abwicklung der vorbereitenden Arbeiten zur Jnkrastsehung des Zoungplanes gerechnet hätte, wäre es nicht notwendig gewesen, einen b e - stimmten Endtermin auszuwählen. 3m übrigen wird betont, dah man sowohl auf deutscher, wie auch auf französischer Seite der Auffassung sei, es werde gelingen, den Termin vom 30. Juni einzuhalten. Gegenüber den Behauptungen der französischen presse wird auch von deutscher Seite festgestellt, dah das Volksbegehren eine innerdeutsche Angelegenheit sei, die dem Zusammentritt der 2. Haager Konferenz in keiner Weise im Wege stehe. Der Stand der Ausschuharbeiten mache es andererseits wahrscheinlich, daß alle Vorbereitungen für die 2. Haager Konferenz bis Weihna.chten beendet sein dürften. Die Ausschüsse würden bereits in kürzester Zeit in der Lage sein, ihre Berichte dem Juristen-Ausschuh vorzulegen, dem die Aufgabe zufällt, das endgültige vertragsinstru- m e n t für die 2. Haager Konferenz fertigzustellen. Sollten die Ausgaben des Ost - Reparationsausschusses nicht gelöst t erben können, so ist man deutscherseits der Ansicht, dah dieser Fragenkomplex ausgeschieden werden soll. Dies sei möglich, da diese Frage nicht unbedingt zum Thema der 2. Haager Konseren; gehöre. was den Beginn der Saarbesprechungen anbelangt, so erwarte man deutscherseits, daß diese gleich salls in kürze st cr Zeit beginnen würden, da bereits in den nächsten Tagen eine freundschaftliche Uebereinflimmung zwischen der französischen und der deutschen Regierung in Aus- sicht stehe. Obwohl man sich dessen bewußt fei, dah sich die Saarverhandlungen schwierig gestalten können, so habe man doch die Aeberzeugung, dah sie aus keine unüberwindbaren Hindernisse st o h e n würden. Oer Räumungsplan für die Koblenzer Zone. Koblenz, 12. Roo. (DB.) heute wurde von den französischen Besahungsbehörden die frühere Garnisonkirche, die Karmeliter-Kirche, der Reichs- oetrpcgensöerroaltung übergeben, ferner das frühere Proviantamt des 8. Armeekorps, einige Befestigungsanlagen und das frühere Bezirkskommando sowie die letzten RäumUchkeiten des preußischen Rcgierungsgebäudes. Am 20. Rovember rücken die Gendarmeriestationen ab aus Diez, Montabaur, Oberlahnstein und Bad Ems; am 21. Rovember aus Reuwied, Ahrweiler und Andernach, am 22.Rovember aus Cochem und Mayen, am 23.Rovember aus Boppard. Am 29. Rovember wird die Koblenzer Zone geräumt fein. Siudentenkrawatte in Berlin. Demonstrationen gegen den Rektor. Polizei im Universitätegebäude. Berlin, 12. Nov. (WTB.) Der Polizeipräsident teilt mit, daß gegen x, 211 ilfrt ein II n i - versitätsrat im Aus trage des Nektars der Universität das zuständige Polizeirevier von der für 11 Uhr auf dem! Hegelplah geplanten Studentendemo n- stra tivn benachrichtigt und unter Hinweis auf die Möglichkeit von Ausschreitungen um polizeiliche Vorkehrungen gebeten halte. Der Polizeipräsident ordnete daraufhin die Bereitstellung der notwendigen Polizc-ikräfte sowie eine Beobachtung der Demonstration an. Rach Schluß der Versammlung am Hegelplatz begaben sich die demonstriereirden Eiudenten singend in das Universitätsgebäude. Als der Polizeipräsident, der zusammen mit dem Kommandeur der Schutzpolizei persönlich erschienen war, den Hegelplatz verlassen wollte, eilten mehrere Personen herbei und berichteten, daß es im Vestibül der Universität zu schweren Zusammenstößen gekommen sei. Der Polizeipräsident entsandte daraufhin in der Annahme, daß das Ersuchen des Universitätsrates um polizeiliches Eingreifen tatsächli ch im Namen des Rek tors ergangen fei, ein Aufgebot von Schuhpolizeibeamten in das Vestibül der Universität. Hier war es unterdes zwischen den Studenten zu heftigen Schlägereien und zu schweren Ruhestörungen gekommen. Die Polizei brachte die Streitenden auseinander und sorgte für Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung. Moldenhauers Programm. Förderung der Ausfuhr. — Llärkung des inneren Marktes. Berlin. 12. Ndd. (Priv.-Tel.) Reichswirtschaftsminister Dr. Moldenhauer erklärte Pressevertretern u. a.: Das Reichswirtschasts- minifterium hat die vornehme Aufgabe, die Wirtschaft zu fördern, vor Störungen zu schützen und ihre Lasten zu erleichtern. So hat Dr. Curtius die Aufgabe auf gefaxt, und l'o will auch ich sie auffassen. Förderung der Wirtschaft heißt aber unter den gegebenen Verhältnissen auch Förderung derjenigen Ausfuhr, auf die Deutschland angewiesen ist. Förderung der Wirtschaft und des Absatzes heißt aber auch Erhaltung und Stärkung des inne« renMarktes, in erster Linie die Stärkung und Gesundung unserer notleidenden Landwirtschaft. Alle Maßnahmen, die mit durchgreifender Wirksamkeit auf diesem Gebiete ergriffen werden können und nicht andere wirtschaftliche Interessen gefährden, werden von mir mit aller Energie unterstützt werden. Oie Ziele der Christlich-Nationalen Bauern- und Landvolkpartei. Berlin, 12. Nov. (WTB.) Für die Ehrist- nvch weiter quälen, mit der angenehmen Aus- ftijl, daß wichtige Fragen wie der Sih der peuen foult nur eine provisorische Lösung gefunden hwcn; jedenfalls insoweit als die Belgier noch ei>mal verzweifelte Anstrengungen machen wer- K'it, auf der Schlußkonferenz ihre Lieblingsidee ^rLssel durchzusehen. Sie rechnen sich sehr gut «j5, welche Vorteile finanzieller und prestige- rcfiigct Art sie daraus ableiten können, wenn le Dank in Brüssel sitzt. Sie haben sich aber t iierlct Mühe gegeben, die psychologischen Borer Ziehungen zu schaffen, die für eine solche Wahl Ni scheidend waren. Jedenfalls können sie ver- f.j.crt sein, daß Deutschland nicht daran denkt, «uZgerechnet den Belgiern den Vorteil zuzu- stanzen, der aus der Bank erwachsen kann. Für in; kommen nur neutrale Länder in Betracht, Amerikaner darin mit uns einig öilien, kann es nicht zweifelhaft fein, wie der t eit auslausen wird. I Don den anderen Ausschüssen hört man erheblich weniger. Es wird nur davon geflüstert, Llj ihre Arbeiten günstig fortschreiten. Wenn fii nun glücklich alle fertig sind, dann müssen noch tf Juristen her Konferenz st aalen sich zusam- ncrtfinben, um die verschiedenen Texte auf einen einheitlichen Nenner zu bringen. Erst dann kann fr-rhaupt von der Schlußkonferenz die Rede str. Aber es darf nicht vergessen werden, daß tir immer noch auf den Beginn der Saar- de »Handlungen warten, die nach Briands versprechen am lö. September beginnen sollten uni» jetzt vielleicht Mitte November ihren Anfang iihüten werden. Ihr Ausgang wird aber be- | rtmenb für den Gang der parlamentarischen Irrigniflc in Deutschland sein. Wir wollen we- rcflend wissen, wie die Franzosen zu dem 6aar» brotlem überhaupt stehen, und Herr Tardieu hn sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, die Richtlinien des Interministeriellen Ausschusses, fre noch unter dem Kabinett Briand ausgearbei- Itl waren, zur Kenntnis zu nehmen. Auch jetzt »6 ist also lediglich zu sagen, daß der Boung- fr.ir mit allem, was drum und dran ist, außen- Holitisch wie innenpolitisch i n d e r L u f t h ä n g t daß jede Berechnung über die weitere Ent- tiiflung nur mit unsicheren Faktoren arbeiten kr.n Reparationskonferenz und Volksbegehren. Pariser Berschleppunqsvorwände. Berlin, 12. Nov. (Priv.-Tel.) Der Kampf um die Gestaltung der Agrarzölle, der durch die notwendige Verlängerung der alten Zollnovelle entbrannt ist, wird zur Zeit mit aller Schärfe geführt. Es geht vor allem um die Gesta11ung des R v g g e n z o l l s, der bei Vertragsländern 6 Mark, sonst 7 Mark beträgt, und um die Frage der Zoll- erhöhung bei derFuttergerste. Keine allzu großen Schwierigkeiten dürfte dagegen die Angleichung der L e b e n d v i e h z ö 11 e an die Fleischzölle bereiten. Für Schweine würde dies eine Erhöhung von 16 Mark auf etwa 24, bei Rindern von 16 Mark auf rund 22,50 Mark bedeuten. Andere Zollerhöhungen sind voraussichtlich bei solchen Einfuhrwaren zu erwarten, bei denen in Deutschland zur Zeit der Versuch einer besseren Organisation der Produktion gemacht wird, und wobei die Konkurrenz des Auslandes hemmend und störend wirkt. Für Gemüse und Obst ist ähnlich wie bei Butter, wo die Zollerhöhung ja schon beschlossen ist, eine Heraufsetzung der Zölle zu erwarten. Allerdings scheint man auf diesen Gebieten nur eine befristete Zollerhöhung, gleich- «SS- [ohie" Oie Wahl Basels. Während man über die Einzelheiten des großen Bankprojekts, die in mehr als vierwöchigen Verhandlungen in Baden-Baden formuliert wurden und ziemlich zum Abschluß gekommen zu sein scheinen, bisher wenig orientiert ist — denn ihre Zerlegung in Einzel-Kommuniqpös hat die schwierige Materie nicht leichter verdaulich gemacht, — steht nunmehr die sehr entscheidende Beschlußfassung über den künf t igen Sih der Dank fest. Man hat Basel gewählt. Diese Wahl ist nicht ohne Schwierigkeiten vor sich gegangen. London hatte von vemherein Ambitionen, als Sih der Weltbank gewählt zu werden. Denn das hätte eine Stärkung der in den Nachkriegsjahren an Amerika abgetretenen Rolle der City- als des Finanzzentrums der Welt bedeuten können. Paris hat, schon aus Rivalitätsgründen, den gleichen Ehrgeiz bekundet; und die vorübergehende Unterbrechung der Verhandlungen, während deren die französischen Delegierten ihre Hauptstadt ausgesucht haben, hängt wohl mit der Frage zusammen, wie man am besten den Verlust dieses Anspruches auf anderem Gebiete, dem einer Verkoppelung der finanziellen und der reparationstechnischen Aufgaben der Bank wieder wettmachen kann. Brüssel hat seinerseits, und schließlich mit Unterstützung der Franzosen, den Danksiy reklamiert; aber hiergegen sprachen valutarische neben den politischen Bedenken, die Hauptstadt eines an den Reparationen als Gläubiger beteiligten Landes zum Sitz der Dank zu machen. Es blieben also die beiden neutralen ßänber, Holland und die Schweiz. Von Amsterdam, das an sich geschäftlich und geographisch geeignet erscheint täglich,außer ronntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte öießener Famllienblätler Heimat im Bild Die Scholle BUnati-Bejugsprets: 120 Reichsmark und 30 »ieichspsennig für Tröger, rhn, auch bei Richter- keinen einzelnerRummern folge höherer Gewalt. Hernsprechanschllisse iderSammelnummer2251. Inschrift für Drahtnach- ichten: Anzeiger Siehe«. Der Kampf um die AgrarMe p?[iiionen für die Inkraftsetzung des Poungplanes u beenden hat, ihre Arbeiten beginnen kann. Die |rpumente, die geltend gemacht werden, um den jjeginn der Haager Konferenz auf den Monat Ia- «ar zu verschieben, trägt der „Te m p s" in fei» nir heutigen Leitartikel zusammen. Er schreibt: i Oder hat das größte Interesse daran, dafür p sorgen, daß man möglichst bald zu einer ■ffbgültigen Einigung kommt; die Deutschen, weil n diesem Fall die Räumung der dritten <»ne normal innerhalb der vorgesehenen Fri- i.n erfolgen kann, und bie Gläubigermächte, teil die Kommerzialisierung ihres tg tätlichen Reparationsan'.eiles verwirklicht tcafcen könnte was die wirkliche Liquidierung Mellen würde. Bestehe nun die Möglichkeit, h endgültige Konferenz vor der Dolksabstim- uiLig in Deutschland zusammentreten zu lassen? ?icn dürfe sich nicht verhehlen, dah ernste, : wichtige Gründe dem entgegen» ihn öen. Der Reichstag werde Ende dieses ' ionats zusammentreten; selbst wenn er sich be- e, sich gegen den Entwurf HugenbergS aus- ^Hrechen. werde die Volksabstimmung nicht io r dem 22. Dezember stattsinden lön- K'n. Dieser Zeitpunkt sei übrigens auch in 2u_ssicht genommen. — Auch der „Intran- sigeant plädiert für Hinausschiebung des ,^Punktes des Zusammentritts der zweiten nger 'Konferenz: „Wenn Herr von Hoesch," fo schreibt das Blatt, erklärt, daß das Plebiszit Hugenbergs überhaupt keine lebe u t u n g hat. und daß Frankreich ohne Rücksicht daraus schleunigst die zweite Haager lorferenz cinbcrufen müsse, so ist dem entgegen» Woniin. Deuber. •' Drutsck ■> 's 14.30- Sriebti* DM s« täte A lei l0n &itl S?1 Gin ■ M*r 6«i ,jrko 330 qm W«' eben. Kostenanschlag u °- snteneichnelen eingesehen MenbisDannerM ^bendr^hr, beiden, r ein reicht jein, 931® Die Kundgebungen der Studentenschaft vor und ui der Universität sind auf andere Ursachen zu- rüclzuführen, als man zunächst angenommen hatte. Die Allgemeine Deutsche Studentenschaft hatte in der Universität als Einladungen zu ihrem bevorstehenden Ball Plakate angebracht. Dec neue Rektor. Prof. Ehrhardt Schmidt, hatte diese Plakate entfernen lassen, was große Erregung hrr- vorrief. Kurz nach 11 Uhr versammelten sich etwa 800 Studenten hinter dem Universitätsgebäude auf dem Hegelplah, wo der Vorsitzende der QL D. St., cand. jur. Hoppe, eine Qln- sprache gegen daS "Verhalten des jetzigen Rektors hielt und auf dessen Vorgänger ein dreifaches Hoch ausbrachte, in das die Studenten stürmisch einfielen. Eine Polizei- bereit schäft rückte an, beschränkte sich aber zunächst auf Olusrechterhaltung des Verkehrs. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der die Studentenschaft u. a. Rechte in dem Amt für Leibesübungen verlangt. Rach dem Olbsingen des Liedes ^.Burschen heraus" zogen die Studenten durch die Universität nach dem Vestibül, wobei sie, da ein Flügel des Universitätstores geschlossen war, ihren Weg zum Teil auch über das Gitter des Vorhofes nahmen. 3m Universitätsgebäude selbst kam es dann zu den oben bereits geschilderten Zusammen st ößen mit anders eingestellten Studenten, wobei die Polizei sechs Sistierungen vornahm. Die festgenommenen Studenten wurden aber durch den inzwischen erschienenen Polizeipräsidenten Zörgiebel wieder entlassen. Der Rektor, Professor Schmidt, hat dem Kultusminister Decker einen schriftlichen Bericht über die Vorgänge an der Berliner Universität übermittelt. Kultusminister Decker billigt in jeder Hinsicht die Haltung des Rektors, die Profcssorenschaft der Universität steht hinter dem Rektor und lehnt derartige „Kundgebungen" ab. Der Fall Lampel. Wer hat den tödlichen Lchutz abgegeben? Liegn itz, 12. Noo. (WB.) Der Liegnitzer Untersuchungsrichter hat den in Spandau unter dem Verdacht der Beteiligung an dem Mord bei Neustadt verhafteten Studenten Ullrich von Bollwitz eingehend vernommen. Das Der- hör konnte aber nach stundenlanger Dauer noch nicht zum Abschluß gebracht werden, weil v. Bollwitz erklärte, daß er sich die ganzen Einzelheiten der frag- lichen Vorgänge doch noch einmal ins Gedächtnis zurückrufen und deshalb über diese Fragen im Laufe des heutigen Dienstags schriftlich äußern wolle. Schon nach seinen bisherigen Erklärungen scheint aber festzustehen, daß v. Pöllwitz, der sowohl von Lampel wie von Schwenninger schwer belastet wird, seine Beteiligung an der Ermordung des Baltikumers Fritz Köhler nicht bestreiten will. Ungeklärt ist vorläufig nur die Frage, ob er oder Lampel den tödlichen Schuß abgegeben hat. Gewisse Aeußerungen, die v. Bollwitz bei seiner dann später abgebrochenen Vernehmung getan hat, könnten daraus schließen lassen, daß er tatsächlich der eigentliche Mörder ist, so daß die anderen, darunter also auch Peter Martin Lampel, nur der Beihilfe veroächtig sein würden. Die Untersuchung der Gklarekaffäre. Berlin, 12.Rov. (WB.) Das Ergebnis der neuen Ermittelungen in der Sklarekangelegenheit läßt cs wahrscheinlich erscheinen, daß Stadtrat G a e b c l durch den zusammen mit ihm verhafteten Stadtrat Degner zu der Verlängerung des Eklarekschen Monopolvertrages bis 1935 an gestiftet worden ist. Stadtrat Degner scheint zuerst den Eklarekschen Beeinflussungen «erlegen zu sein, und dann seinerseits seinen Parteigenossen Gaebel für die von der K. V. G. gewünschten "Bertragsverlängcrung gewonnen zu haben. Die Ermittelungen des Disziplinaruntersu- chungskommissars, Oberrcgierungsrat Kapolski, in dem Disziplinarverfahren gegen den Stadtamtsrat Sakolofskh, dem Oberrechnungsrevisor in der Hauptprüfungsstelle des Magistrats, haben jetzt dazu geführt, daß durch den Oberpräsidenten die Amtssuspension dieses Magistratsbeamten verfügt worden ist. Sako- lofsky wird zum Vorwurf gemacht, daß er bei der Prüfung der Belege zugunsten der SklarekS sein Amt nachlässig ausgeübt haben soll, und zwar nicht ohne entsprechende Vergünstigungen. Die Regierungsbildung in Baden. Berlin, 13. Rov. 3n Baden war bisher die Weimarer Koalition am Ruder. Wie es auss.eht, scheint das Zent rum. jetzt keine große Lust mehr zu haben, in dieser Re- gierungsgemeinschaft zu bleiben. Das Zentrum hat bei den jüngsten Wahlen gut aufgeholt, kann also jetzt viel energischer als früher austrumpfen und Bedingungen stellen, die eine wesentlich größere Aussicht auf Qlnnaljmc haben. Cs hat nun das Innenmini st erium verlangt, stieß dabei auf den Widerstand der Sozialdemokraten; dann wollte es das Kultusministerium, wogegen ebenfalls Widerspruch erhoben wurde. Daraus hat das Zentrum die Konsequenzen gezogen und den Sozialdemokraten auseinandergesetzt, daß jetzt die Deutsche V o l k s p a r t e i in die Regierung hinein- fienom men und die Große Koalition geschaf- en werden müßte. Damit ist aber die Sozialdemokratie nicht einverstanden, so daß es wohl noch größerer Anstrengungen bedarf, um einen arbeitsfähigen Regierungsblock zu bilden. Koalitionskrisis in Bayern. München, 12. Rov. (WTD.) Seit der Einbringung eines deutschnationalen Antrages im Landtage, der mit einem nationalsozialistischen Antrag konform geht und die bayerische Staats- regieruna in bezug auf den Voungplan auf die außenpolitische Auffassung der Deutschnationalen und Rationalsozialisten festlegen will, hat sich das Verhältnis zwischen derDeutsch- nationalen DolkSpartei und der Bayrischen DolkSpartei sehr zuge- spitzt. Die offizielle Korrespondenz der Bay- rischen Vollspartci nimmt heute mit scharf formulierten Auslassungen gegen die deutschnationale Auffassung Stellung und erklärt u. a., daß durch Die Nobelpreise für 1929. Thomas Mann erhält den Liieraturpreis. — Oer Chemiepreis 1929 wird geteilt. Zwei Deutsche, zwei Engländer und ein Franzose preisgekrönt. Stockholm, 12. Roo. (wTv.) Der Litera- tur-Robelpreis ist dem deutschen Schriftsteller Thomas Mann zucrkannt worden. Die schwedische Akademie der Wissenschaften hat weiter beschlossen, den Nobelpreis für Physik für das Iahr 1929 dem Herzog Louis Victor de vroglle in Paris für seine Entdeckung der Wellennatur der Elektronen zu verleihen. Der Physik- Preis für 1928 wurde dem Professor Owen w. Richardson in London für seine Arbeit über das Termjon-Phänomen und besonders für das nach ihm genannte Gesetz zu verleihen. Die Akademie hat endlich beschlossen, den Nobelpreis für Ehe- m i e für das Jahr 1929 zu gleichen Teilen an den deutschen Professor an der Stockholmer Universität Hans von Euler-Chelpin und den Londoner Universilalsprosessor Arthur Harden zu vergeben, und zwar für ihre Untersuchungen über die Gärung der Zuckcrarten und die dabei wirksamen Enzymen. Thomas Mann als Nobelpreisträger. Derlin, 12. Rov. (Funkspruch.) Die Verleihung Les Rvbelprei'es für Citeralur anTho - mas Mann wird von den Berliner Morgen- blättern an hervorragender Stelle gemeldet. Thomas Mann ist der fünfte keutfche Preisträger für Literatur. Ihm gingen voraus Theodor M o m m- fen im Jahre 1902, Prof. Rudolf (Süden 1908. Paul Heyse 1910, und Cerhart Hauptmann 1912. Der 01 ante Thomas Mann wurde als Kandidatur für den diesjährigen Robel-Preis für Literatur zusammen mit Hugo von Hofmannsthal und Amo Holz, die beide erst vor kurzem starben, und mit Ricarda Huch genannt. Deutschland war also diesmal besonders an dem Wettbewerb beteiligt. Das „'Berliner Tageblatt" erklärt, daß durch die "Dahl Thomas Manns nicht nur der Dichter selbst, sondern auch das geistige Deutschland eine für die ganze QDelt repräsentative Ehrung empfange. Rach einem Münchener Tericht des Blattes meinte Thomas Mann selbst, er sei an das ungeheure Schein- wrrferlicht, in daß er nun so plötzlich geraten sei, noch nicht völlig gewöhnt. Es freue ihn aber besonders, daß diele Ehrung gerade vom Rorden zu ihm komme. Unter Hinweis auf den verstorbenen Amo Holz fühle er sich verpflichtet, als erster Trauer darüber zu empfinden, daß er nun gleichsam an dessen Stelle habe nachrücken müssen. Der „Vossischen Zeitung" zufolge hat Thomas Mann bereits zuge'agt, daß er bei der Lieber - gabedesPreisesam 10. Dezember in Stockholm persönlich erscheinen werde. Das Blatt unterstreicht, daß mit einer Brieftasche, die in diesem Jahre besonders opulent mit 1 90 000 Mart gefüllt ist, aufs neue ein deutscher Dichter die Bestätigung internationaler Geltung und Anerkennung erhalte. • Der zweite deutsche Preisträger, Prozessor Dr. Hans von Euler-Chelpin in Stockholm, wurde am 15. Februar 1873 in Augsburg geboren, doziert f:it 1899 an der Llniver.it >t Stockholm, wurde 1906 zum Ordinarius und Direktor des allgemeinen Chemischen Laboratoriums daselbst ernannt und ist seit 1914 Mitglied der Königlich Schwedischen Mademie der Wissenschaften. Um die Freigabe des deutschen Eigentums in England. London, 12.Rov. (TLl.) Der liberale Ab» geordnete Macpherson hat in seinem eigenen Rainen und in dem des konservativen Abgeordneten Lord Hughes Cecil, des Abgeordneten Wedgewood und des liberalen Sir Robert Hutchison an die Mitglieder des Llnterhauses ein Schreiben gerichtet, in dem um Llnterstützung einer an den Ministerpräsidenten, den Schahkanzler und den Handelsminister zu richtenden Anfrage wegen der verweigerten Freigabe des beschlagnahmten deutschen Eigentums gebeten wird. Das Ersuchen wird wie folgt begründet: „3m Hinblick auf die Tatsache, daß durch den höchsten Gerichtshof des Landes erneut bestätigt wurde, daß auf Grund des in Großbritannien bestehenden Rechts das Privateigentum von Bürgern nicht zur Bezahlung von Staatsreparationen beschlagnahmt werden kann, hoffe ich, daß Sie eine Möglichkeit sehen werden, mich auf der bei- gelegten Postkarte von Ihrer Bereitwilligkeit zu verständigen, Ihren Ramen unter den Antrag zu sehen." Der Antrag, der am Mittwoch eingebracht werden soll und für den Unterschriften eines großen Teiles der Llnterhausmitglieder, unter ihnen hervorragende Pers önlichkei- ten aller drei Parteien bereits gesichert sind, hat folgenden Wortlaut: „Wir schlagen . ergebenft vor: 3) daß alles deutsche Privateigentum, das noch nicht liquidiert ist, vorbehaltlich der durch den 'Bertrag von Versailles auferleglen Kosten an dieBesiherzurück- gegeben werden soll in -Uebereinftimmung mit den Empfehlungen des Voungplanes; b) daß die Erlöse und der Lleberschuß aus dem bereits liquidierten deutschen Privateigentum bis auf den Betrag, der zur vollen Kapitalsbefriedigung bezüglich Zinsen aller britischen Privatansprüche gegen Deutschland oder deutsche Staatsangehörige unter Artikel 296 und 297 des Vertrages von "Versailles notwendig ist, zur Verteilung unter den früherenDe- sihern des Eigentums freigegeben werden soll." Wie der Qkrtreter der Telegraphen-Llnion hört, wird auch von deutscher Seite und zwar sowohl amtlich Wie von der Seite der geschädigten Organisationen nichts versäumt, um gleichzeitig mit dem neuen englischen Vorstoß eine Aenderung der bisherigen, ablehnenden Haltung der englischen Regierung zu erreichen. Sehr bestimmte neue Schritte sind im Gange, in denen nicht nur die moralische, sondern auch die rechtliche Auffassung der deutschen Qtegierung zum Ausdrucke kommt. Es besteht ferner guter Grund zu der Annahme, daß die englische Qtegicrung, wenn sie ihren grundsätzlich ablehnenden Siändpu)ikt aufgibt," auch auf deutscher Seite hinsichtlich der Form der Zurückgabe der Lieberschüsse, die bekanntlich zum allergrößten Teil bereits verbraucht sind, auf ein gewisses Entgegenkommen rechnen kann. den deutschnationalen und nationalsozialistischen Antrag eine koalitionspolitisch unmögliche Situation geschaffen worden sei. Das Bündnis Hugenbergs mit Hitler sei immer mehr zu einer politischenKampfgemein- schäft geworden, wobei aber nicht etwa die Deutschnationalen, sondern die Rationalsozialisten die Führung hätten. Diese nationalsozialistische Führung mache fein Hehl daraus, daß ihre Ziele und ihre Methoden durchaus revolutionär seien. Die Deutsch- nationalen in Bayern müßten sich entscheiden, ob sie den Weg, den ihnen Hitler vorschreibe, mitgehen wollten. Die Erfahrungen der letzten Monate hätten gelehrt, daß die Politik der Deulsch» nationalen lediglich den "Nationalsozialisten zugutekomme. Es sei für eine Regierungskoalition ein unmöglicher Zustand, daß eine Koalitionspartei faktisch zugunsten der Opposition arbeite. Das Programm der österreichischen Heimwehren. Wien, 12. Nov. (WB.) Nach den aus Graz und Innsbruck über die heutigen Heimwehraufmärsche vorliegenden Berichten fanden diese in Gegenwart der Landeshauptleute von Steiermark bzw. Tirol und der Vertreter anderer Behörden statt. In Graz hielt der Bundesführer P f r i m e r eine Ansprache, in der er u. a. erklärte: die von den Sozialdemokraten jetzt erhobene Forderung nach allgemeiner Entwaffnung der Selbstschutzverbände in Oesterreich würde nur eine garce fein, da die Sozialdemokratische Partei genau wisse, daß sie durch ihre in den Gewerkschaften und in den Werkstätten gedrängt fitzenden Anhänger dann wieder in der Lage wäre, leoerzeit einen ausschlaggebenden Einfluß zu behalten. Die Heimwehr werde d i c Waffen nicht eher aus der Hand legen, bis ihr Ziel, der wahre deutsche Volks- staat auf ständischer Grundlage, erreicht sei. Die gegenwärtige Verfassungsresorm sei nur der erste Schritt zur Erfüllung dessen, was sie verlange. — Die Rede des ersten Bundesführers Dr. S t e i d l e in Innsbruck bewegte sich in den gleichen Gedanken- gängen. Steidle wies darauf hin, daß die sich ihrer Schwäche bewußte österreichische Sozialdemokratie jetzt Hilfe beim Ausland suche und nicht nur bei der Internationale fände, die nur dann funktioniere, wenn es gc^en Deutsche gehe, sondern auch in demokratischen Kreisen, welche sich zehn Jahre lang um Oesterreich n i ch t g e k ü m - wert hätten, als die Sozialdemokraten die Gesinnungsfreiheit vergewaltigten und durch Streiks zu Parteizwecken den Verkehr stillegten und die Wirtschaft schädigten. Indem er zu rücksichtslosem Kampf bis zur Erreichung des Ziels ohne Ang st vor der Legalität aufforderte, fragte Steidle zum Schluß: Was ist denn legal? War denn die Revolution von 1918 legal, mit der dieser Staat gegründet wurde, dessen Geburtstag heute von Amts wegen legal gefeiert wird? Genau so legal, beantwortete Steidle die Frage, wird das Vaterland sein, welches w i r mit unserer Kraft und unserem eigenen Willen aufbauen wollen. Aus aller Well. Die geheimnisvollen Mordtaten in Düffeldorf. Düsseldorf, 12. Noo. (TU.) Die Montag von Düsseldorfer und Berliner Blättern gebrachte Meldung, wonach der Mörder an die Düsseldorfer kom- munistische „Freiheit" in- einem Brief den Fundort der Leiche dec kleinen Gertrud Albermann vorher mitteilte, wird von der Kriminalpolizei bestätigt. Der Mörder hat also am Freitag an das Blatt einen Brief abgesandt, der bei diesem am Samstagmorgen vor der tatsächlichen Auffindung der Leiche eingetroffen ist. Weiter wird erst jetzt bekannt, daß vor ungefähr drei Wochen bei der Düsseldorfer Kriminalpolizei schon einmal ein Brief eingegangen ist, der auf gleichem Papier und ebenfalls mit Blaustift genau, wie der jetzige geschrieben ist. Er stellte genau, wie der letzte Brief lediglich eine Skizze mit kurzen Beschriftungen dar. Nach ihm will der Mörder hinter Gerresheim östlich anschließend an die Mordplätze im Flingern und im Torfbruch in der Nähe eines Bauernhofes eineinhalb Meter tief eine Leiche verscharrt haben. Dieser Brief wurde damals von der Kriminalpolizei als eine Vortäuschung betrachtet undihmkeineweitereBedeutung beigemessen, zumal man mit der Aufklärung des zur Zeit letzten Mordes zu sehr beschäftigt war. Heute gewinqt dieser Brief erhöhte Bedeutung, und man hat schon mit Nachgrabungen auf dem betreffenden Gelände begonnen. Im übrigen durchschwirren seit Montag nachmittag die tollsten Gerüchte die Stadt, die von neuen UeberfäQen und von neuen Morden wissen wollen. Wie die Kriminalpolizei hierzu mitteilt, bestätigen sich diese Gerüchte glücklicherweise nicht. Der Berliner Kindermord. In seiner Laube bei Rummelsburg ist der 40jäh- rige frühere Bauwächter Richard Schulz fest genommen worden, der beschuldigt wird, Blutschande getrieben zu haben. Schulz hat bei der Kriminalpolizei ein umfassendes Geständnis abgelegt. Dieses Geständnis ist nicht nur wichtig für den vorliegenden Fall, sondern wird wahrscheinlich auch den furchtbaren Mord aufklären, der an der lljäh- rigen Schülerin Hildegard Zäpernick an einem Augustabend auf dem Neubauge 18nde Im Westend verübt wurde. Auf diesem Neubau wat der jetzt wegen Blutschande verhaftete Richard Schulz Bauwächter. Er war der einzige Mann, der in den Abendstunden auf dem Bau weilte und war deshalb so schwer verdächtig, weil die Leich, der kleinen Schülerin an einem Ort vergraben war den ein Fremder in der Dunkelheit bestimmt nicht hätte finden können. Auch die Herrichtung der Grub« deutete daraufhin, daß es sich hier nur um einen Täter handeln konnte, der auf dem Bau genau Bescheid wußte. Schulz wurde von der Krimi- nalpolizei verhaftet. Sechs Wochen lang ging di, Untersuchung gegen den bisher unbescholtenen Mann, dem von allen Familienmitgliedern das denkbar beste Zeugnis als Gatte und Vater ausgestellt wurde, worauf er aus der Untersuchungshast wie- der entlassen wurde. Schwierige Rettung aus Seenot. Bei dem Sturm, der an der englischen Küste und im Kanal herrschte, ist der italienisch« Dampfer „Rimbo" in der Räh: von Brighton gestrandet. Die Rettung der Mannschaft ge- staltete sich sehr schwierig. Infolge der schweren See konnten Rettungsboote nicht an den Dampfer herankommen. Rach einem mißglückten Versuch, gelang es schließlich, durch eine Rakete ein Tau auf den Dampfer hinüberzuschießen und mit Hilfe von Hosenbojen nacheinander 20 Mann der Besatzung an Land zu bringen. Der Kapitän und neun Mann blieben an Bord, um die Pumpen zu bedienen. Da eine Verschlecht terung der Wetterlage eintrat, wurden auch sie mit Hilfe von Raketengerät an Land gebracht. Riesenunterschlagung in den Bereinigten Staaten. In Flint (Michigan) haben zehn Angestellte der Union Industrial Bank eingestanden, der Bank gehörige Gelder in Höhe von 3 5 9 2 0.0 0 Dob lar zu Spekulationen an der Fonds-Börse benutzt zu haben. Der Nettoverlust dürfte 2 Millionen Dost lar betragen, doch dürfte sich dieser Verlust durch die Versicherung wahrscheinlich erheblich vermindern. Dieser Fall wird als die größte Unterschlagun- in der Geschichte der amerikanischen Banken be» zeichnet. Drückeneinsturz auf Java. Wie aus Madjalengka (Mitteljava) gemeldet wird, ist etwa 30 Kilometer von dort eine Hängebrücke infolge von Lleberlastung ein- gestürzt, als sich etwa 200 Einwohner eine- Dorfes auf ihr befanden, die einigen Mekka- Pilgern bei ihrer Abreise nach Arabien dal Ehrengeleit gaben. Sämtliche Teilnehmer an dein Auszug stürzten etwa zehn Meter tief in bäum diese Zeit ausgetrocknete Flußbett. Fünf Männer waren sofort tot: fünf weitere wurden schwer verletzt, während 70 Männer, Frauen unb Kinder leichtere Verletzungen davontrugen« Hindenburg Protektor der „Jagdausstellung Derlin 1930". Reichspräsident von Hindenburg hat soeben das Protektorat über die kommende große Berliner Iagdauöstellung, die im Rahmen der 5.Grünen Woche Berlin 1930 in der Zeit vom 1. bis 9. Februar in einer der großen Ausstellungshallen stattsindcn wird, übernommen. Das Programm dieser Ausstellung mit dem Thema „Der deutsche Jägerim Ausland" weicht wesentlich von den früheren Veranstaltungen dieser Art ab. Das interessante Gebiet der Iagdexpedition in unzivilisierten Erdteilen soll durch das Zur- schaustellen von Jagdtrophäen, Ausrüstungs- und Erinnerungsstücken eine naturgetreue und lebendige Gestaltung finden. aibt Loö Sgiä ZK PE Sä Oft * einmal »«nidt Mchbar W lbihchen ■vor W aber doch sehr «ut in , Mort Dcha! "alS Lacher Dom Lache einmal gdPrc feine einem faN iitf erfreuen, ^essentlichleli merlein. Ich bin ein Diel davon, toc Ijaat Hebung« frisch durch & gisse dabei bo SÄ dir Zehensp^ Lust wirst un allein sind - oibl cs eine beiisrcichen t Und vor uni mit gutem G< fallen und man da nicht tigtiit spreche. Ich habe fd sie gähnen, ur Äaqmittagssci reibt sich die "Welt. Dann 1 Körperchen, t p. dah wir die gähnt, gähnt 3ajagt ir ttn Äund l struppigen 1 tuinen sieht, Li Die Wetterlage. Dlenstaa -SS- -r /, O c -----------In ©womenioj. o ntnei Qnalb DtotcKt. G woixig. H Pcdtm * Schnee a Graupeln, s «evec K Gewitter @wmd$,iiie.«O' 'd* «ithte- Ost massige» Südsuawesi q stwmocncf nord-tsl Sie »lene fliegen mit dem winde Die se, den Stationen stenenoen Za» icn gehen die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit gicidtty •Ml «eertsniveau umacreenneten Luftdruck Wettervoraussage. Am Südrande des nördlichen Fallgebietes hcll sich eine Teilstörung gebildet, die heute morgen über Frankreich lag. Sie dürfte jedoch leinet stärkeren Einfluß bis in unser Gebiet getoinner, so daß bei der weiteren Abflachung der nördlichen Störung und dem Zufliehen kühler Lufi- mafsen zwar noch Bewölkung auftritt, aber auä zeitweise Aufheiterung herrscht. Dabei dürftet Vie nächtlichen Temperaturen durch nächtlich^ | Aufklaren den Gefrierpunkt erreichen und auS etwas darunter zu liegen kommen. Wettervoraussage für Donnerstag Wolkig mit Aufheiterung, kühl, bei nächtlichem Au'- klaren leichter Nachtfrost, nur Neigung zu Dereu-1 zelten Schauern. Witterungsaussichten für Freitas- Im allgemeinen wenig Aenderung der Wetterlage-, Lufttemperaturen am 12. November: mittags 9® Grad Celsius, abends 3,3 Grad, am 13. November: morgens 3,1 Grad. Maximum 10 Grad, Minimum ’ 3,1 Grad. — Erdiernperaturen in 10 an Tiefe an 12. November: abends 5,2 Grad: am IZ.Nooemb«: morgens 4,2 Grad Celsius. — Niederschlag 2,1 wru Berliner Börse. nicht zu hören. ßettertaqe. ens rotß [XRBfl So sc^aflt <5en, posilwen- Qeniiss CIGARETTEN iifiitoiiiiiimumlUlliinilflM London gegen gegen Mailand 34,68, London London gegen M 1929 7” MS: positiven, enuss Iniy Taimen, and^erren, erfüllet er d ruck: Die FREUDE dei KURMARK-RAUCHER $, ausgegrabenen Kirche ein dem bloßen Äuge schon ausfallendes planiertes Gebiet von 160 Meter Länge und 60 Meter Breite binzieht, an dessen Westseite Dr. Bader einen alten Wassergraben feststellte. Bestrebungen, noch weitere Ausgrabungen vorzunehmen, scheitern vorerst an der sonstigen Inanspruchnahme des Konservators, sowie an der weiten Entfernung und an dem Fehlen der Mittel. Gießen und Wiesbaden als Orte, an denen gleichfalls Fachleute wohnen, liegen doch nicht weit von der interessanten AuSgra- bungsstelle entfernt, so daß vielleicht von dieser Seite — die Zustimmung des Rheinischen Oberpräsidiums vorausgesetzt — schneller Aufklärung kommen könnte. flt Äepri*a*-U4to»ip«dtBng fit Gt.chtokt end FttU^-d« B«»cU'b<4 ScbrtiblUcb fardtea SU *KURMAfcK-PKlVATPACKJlHG« (phat Frtuau/^bUg^ o tl RW4 4 M» Ä Woche/?" bcr Rril 'bher unbeiä9 Bin# \ und Ä /9 btnüi kr "•"«„‘g-ti- ltan9 ou» Seenot. t "n d». 6 .der Aäh' EM tonn Mied ^Mn. enen- cin?ÄL' e emtrat ' l"n ^«Igleti sie MrE 2 . ? dieser Verlust durch d üerm'nbe" \vr..0°lt ^nter chiaM QmenMd)en tinVS Ni aus Saba. Nflla (Miteljavas geM 'L??tlo(lunn 1200 Einwohner ei'» inten, die einigen M Lom e nach Aralien t< umtuche Teilnehmer an te i zehn Meter tief in h Kfnxfnde Flußbett gin toi; fünf weitere tourte während 70 Männer, Staue, Verletzungen davon trugen, denburg auSstellung Dnlin M it von tzindenbur tltorat über die lonuntti Msieliung, die im Aas ’n Woche ‘Berlin 1930 i i 9. Februar in einer k Killen statisinden wird, übe amm dieser Ausstellung z rutsche JägcrimAui ilich von den früheren An Art ab. Das intetdlati ■pebition in unziv. 'len soll durch das Fr rophäen, Qluftüfiungfr m t naiurgeirrue und W n. Preußen. Kreis Biedenkopf. • Robheim a. d. Bieber, 11. Rov. Das höhere Staatsexamen zum Regierungsbaumei st er bestand der Regierungsbausührer Dipl.-Ing. Ludwig K r a u s k o p f aus Rodheim a. d. Bieker vor dem Technischen Oberprüfungsamt Berlin im Eisenbahn- und Straßenbaus ache mit „Auszeichnung". T Bieber, 12. Nov. Die diesjährigen Treibjagden in den Gemarkungen Königsberg und Fellingshausen fanden in den letzten Tagen statt. Das schlechte, nebelige Wetter an den beiden ersten Tagen wirkte sich auch im Erfolge der Jagd aus. So wurden am ersten Tag nur 3 und am zweiten Tage 7 Hasen geschossen. Don diesen sieben Stück wurden den Pächtern auch noch drei Stück gestohlen. Günstiger war das Wetter am Samstag, als das Waldtreiben am Dünsberg vorgenommen wurde. An diesem Tage wurden 23 Hasen zur Strecke gebracht. ch Riederweidbach, 11.Rov. Hier sind sieben Wahlvorsch'äge zur Gemeindevertreterwahl einaegangen. Die Ramen der Lrstenfuhrer sind folgende: Liste 1: Jakob Herrmann VIII.. Schre'.nerrneister; Liste 2: H. 3. Herrmann, Landwirt: Liste 3: Louis Jüngst, Schlosser- Liste 4: Karl Lang, Schroeinehändler; Liste 5: H. Roth I., Landwirt: Liste 6: S. Stern, Handelsmann: Liste?: W. Halbrecht, Landwirt. gerufene und berufene Gäste in kontinentalen Großstädten — allein nach Frankfurt kommen sie all- jährlich und zuweilen sogar zweimal — haben sie sich auch auf ihrer vorjährigen Reise durch die Vereinigten Staaten von Nord-Amerika überall einmütige Anerkennung erworben: so waren beispielsweise die großen Räume der Steinway Hall in Ncuyork zweimal ausverkaust, und in Chikago spielten sie vor einer Zuhörerschar, wie sie der dortige Berichterstatter in 40 Jahren Konzertbesuchs nie gesehen hat. Das klassische Programm des Abends lautet: Mozarts Streichquartett in F-Dur (Köchel Nr. 590), Beethovens Opus 59, Razumoo- sky-Ouartett Nr. 1 und Handns Lerchenquartctt: das find gerade die Komponisten, deren Forderungen österreichische Künstler, wie das Ross-Quartett, am besten erfüllen. Ausnahmetarif für Di eh aus- f u h r. Auf Anregung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft hat die Deutsche Rcichsbahngesellschaft einen Ausnahmetarif bewilligt, der die Ausfuhr deutschen BiehcS über die trockene Grenze mit 30 Prozent in solchen Fällen begünstigt, wo diese Ausfuhr zwecks Entlastung des deutschen Diehmarktes erfolgt. Dieser Tarif kann nur beansprucht werden, wenn das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf dem Frachtbrief das Borliegen dieser Voraussetzung bescheinigt. Der Tarif ist bis zum 30. Rovcmbcr gültig, und zwar für Rindvieh, Kälber, Schweine, Ferkel, Schafe und Schaflämmer. •* Halte st ellen-Derlegung bei der Kraftpost Gießen — Krofdorf. Mit Ablauf des 16. Rovember wird die Haltestelle Oswaldsgarten der Kraftpostlinie Gießen— Krofdorf für die Wagen in der Richtung nach Krofdorf von der Hammstraße nach der West- anlage/Ccke Reustadt verlegt werden. Für den Kraftpostverkchr in der Richtung Gießen Bahnhof tritt vorläufig keine Aenberung ein. ♦♦ Die Gewerbe- und Maschinenbausch u l e G i e ß e n hat am 1. November in den Räu- men der Alten Klinik ihr Wintersemester begonnen. Erfreulicherweise konnte auch diesmal eine Zunahme der Schlllerzahl festgestellt werden, so daß die Abteilungen Maschinenbauschule mit Ingenieurkursus, Baugewerbe, Schreinerfachschule, Malerfachschule, Schuhnracherfachschule, sowie die Abteilung für Kunst- Handwerker von insgesamt 430 Vollschülern besucht werden. Hierzu kommen noch Hospitanten und Teilnehmer aus Sonderklassen. . ** Von der alten Kirche im Rau- borner Wald im Wehbachtal. Auf Anfragen zu dem Aufsatz in Rr.45 unserer Beilage „Heimat im Bild" teilt der Verfasser Pfarrer Schieserstein mit, daß bei einer Besichtigung durch den Beauftragten des Konservators der Baudenkmäler im Rheinland, Dr. Bader vom Landesmuseum in Bonn, die Annahme des Verfassers, daß es sich bei den Ausgrabungen um die Basilika der Teutbirg von ZZZ handle, vollauf bestätigt wurde. Dr. Bader schließt aus dem vorhandenen reichen Steinmaterial, daß es sich nicht um eine Holzkirche, sondern um eine Stein- kirche handelt, was dem Gotteshaus aus der ersten karolingischen Zeit noch eine besondere Bedeutung verleihe, wie sie sonst bischöflichen Kirchen eigen sei. Jedenfalls aber muß die Besitzerin sehr reich gewesen sein. Als bedeutsam stellte ferner Dr. Bader fest, daß sich neben der Paris 123,85 zu 123,87, London 93,15, London gegen Spanien gegen Kabel 4,8765 zu 4,8770, Berlin 20,3975, Kabel gegen Berlin 4,1825. v ^5u4',olm5t1i.o"'nSl,ni"2is i"/Klachung A fr eiteren E • ) austritt. tung 6er ' dur-h J o S *eSonnd bei runö. M ^eigunS i tsr^ nu uh sichten fu6rr W' U 'M Ä 11,10 12 910^1'3 gwä das vielleicht schön? Run, alles hat zwei Seiten, heißt es, und so ist es auch beim Gähnen. Aber schön, oder nicht schön! Gesund ist es auf jeden Fall. E- Daten für Donnerstag, 14. November Sonnenaufgang 7.15 Uhr, Sonnenuntergang 16.13 Uhr. — Mondaufgang 15.15 Uhr, Monduntergang 3.38 Uhr. 354: der Kirchenlehrer Aurelius Augustinus in Tagaste geboren, — 1716: der Philosoph Gottfried Wilhelm von Leibniz in Hannover gestorben: — 1775: der Kriminalist Anselm Ritter von Feuerbach in Hainichen bei Jena geboren: — 1825: der Schriftsteller Jean Paul (Friedrich Ritter) in Bayreuth gestorben: — 1831: der Philosoph G. W. Fr. Hegel in Berlin gestorben: — 1840: der Bildhauer Auguste Rodin in Paris geboren. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: „Hochzeitsreise", 20 bis 22.15 Uhr. — Deutsch« Demokratische Partei xmb Volksrechtpartei: Wählerversammlung, 20.15 Ahr im Cafe Leib. — Z. d. A.: Vortrag: „Die Absahfinan- zierung im Einzelhandel", 20.30 Ahr im Ge- werkschaftshaus. — Verein der Einzelhändler: Vortrag „Kunde und Verkäufer", 20 Alfrr tm Kath. Dereinshaus. — Paddler-Gilde Gießen e.D.: Jahreshauptversammlung, 20.15 Ahr in der Pulvermühle. — Lichtspielhaus Bahnhvf- straste: „Rarkose". — Astoria-Lichtspiele: .Der Rächer der Grenze" und »Das Findelkind von S.ngapore". — Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Me heutige Vorstellung .Hochzeitsreise" beginnt um 20 Ahr. — Freitag, 15. Rovember, letzte Wiederholung von Gerhart Hauptmanns „Der arme Heinrich". Als Sonntagsfremdenvorstellung ist Hirschfelds »Die Frau, die jeder sucht" vorgesehen. Die Reuheit der kommenden Woche ist die südwestdeutsche Erstaufführung des Lustspiels „Scribbhs Suppen sind die besten". Der Autor des Stückes ist Julius Berstl, der bekannte Verfasser von „Dover — Calais". Die Erstausführung findet Dienstag, 19. Rovember, statt. — Der D. H.D. lädt im heutigen Anzeigenteil zu einer Veranstaltung „3m Reiche des Humors" auf den morgigen Donnerstag, 14. Rovember, abends in das Katholische Bereins- haus ein. Dr. Erich F o r t n e r wird eine Aus- . wähl der lustigsten Geschichten und Schwänke deutscher und österreichischer Humoristen und Dichter bringen. Während der Künstler — so schreibt man iu.ns — bei seinem letzten Abend in Gießen, der noch in bester Erinnerung steht, hauptsächlich Humor aus alter Zeit seit Hans Sachs vermittelte, soll die Dortragssolge diesmal Reueres und Reuestes umfassen. Man beachte die heutige Anzeige. — Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Das nächste, am Sonntag, 17. November, nachmittags in der Universitäts-Aula stattsindende Kon- zert bringt uns hervorragende Wiener Gäste: das hier noch nicht erschienene, seit langem begehrte und trotz vieler Bemühungen bisher unerreichbare, weltberühmte Rosö-Ouartett. Professor Arnold R o s 6 - mit seinen Quartettgenossen, den Professoren Paul Fischer, Anton Ruzit- ska und Anton Walter hat seit Jahrzehnten das Erbe Joachims als Sachverwalter des klassischen Streichquartettsspiels bewahrt. Als immer wieder Berlin, 13.Rov. (WTD. Funkspruch.) Auch der heutige Frühverkehr lag lustlos ohne jede Anregungen, Kurse waren noch Am Devisenmarkt nannte man Aus der provinzialßauptstadt j Giesten, den 13. Rovember 1929. Vom Gähnen. tzs gibt doch eine ausgleichende Gerechtigkeit, onst wären wir bei langweiligen Vortragen, bei iden Ges« lisch aftsabenden und ähnlichen Veran- 1. 8. HouonoenL MW« I. BtüifdiennfU leöenöe Sotpfee. . Sthleien IrlslUk BOflllnge ger. smeiififUe fflminoöen. C. G. Kleinbenn Babnbofftr. 59 Tel. 3866. 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November 1929, nachmittags 21/, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 93540 Todesanzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe, unvergeßliche, herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Margarete Klotz Wwe, geh. Donell nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden heute nacht 127* Uhr, im Alter von 67 Jahren, zu sich In die Ewigkeit zu rufen. 9349D ® Für die trauernden Hinterbliebenen: Emmi Weber geb. Heberer. Frankfurt-Niederrad (Breubergstr. 28), 12. Nov. 1929. 07317 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Mutter Frau Luise Heberer Witwe geb. Sack sowie für die vielen Kranz- und Blumen spenden sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Nach Gottes unerforschliehern Ratschluß ist unser liebes Töchterchen Maria im Alter von 2 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit sanft entschlafen. Familie Bürgermeister Mich eh Treis a. d. Lumda, den 13. November 1929. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 14. November 1929, nachmittags 8/<4 Uhr statt. 16xj Schellfische Kabeljau Seelachs 8olk>baejch Schollen er au Noogeni jinffi JNmm w w mW «IStotÄi UIOIlMlft. U total Labnboilir.58 Tel. 3886. [91460 JW cbe- iok, tnd tend udb i Sie Flnr, igten stell dsd) agtr RolMtzt« hechle lebende Schleie« emvüehli mit la Qualität IW* Mänsburg 15, Tel. 3612, *. KiletS 91450 £ werben auf üfiinli öa. au4 fttttu €o\\tn flM W"*111- Garten M leiht oO tV* 38 $f- |M 44 «• ,320* IN am Nabiimgsbm nu vervachien, j (k 8L «eifer, ftepUv snake 91. M W auf 1 Huoo'btk r> leihen geluchi. SH Angeb, unter 0/ C «gSS in o. *“‘n lHn i# ■Ar rein und LUM» m 1 *mA btfieie 'M weif -iW.58. üflt- _ W ssrSs j ttb °s anUntet' ■r tö2|, nute ”7 pi* loiett n nttb Jede cd ab- 07319 ider Vereine Mittwoch, [Z. November 1929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 267 Zweites Blatt Windhuk von heute. Don unserem Südwester Berichterstatter. Windhuk. August 1929. Ende vorigen Jahres betrug die Bevölkerung des Mandatlandes Südwestafrika schähunü^yeise 28 OOO Weihe und 250 000 Eingeborene: von diesen wohnen allerdings mehr als 100 000 außerhalb des besiedelten und von der Polizei durchrittenen „weihen" Gebiets. An Weihen dürfte die Beö^-erung damit im vorigen Jahre um 2000 Kopse zugenommen haben. Bon diesen 2000 waren ziemlich genau e i n D r i t t e l Deutsche, die übrigen Südafrikaner oder andere britische Untertanen, wobei wir der Einfachheit halber auch die 960 Angolaleute mit- gerechnet haben, die man im vorigen Jahre über den Kunene mit Frachtautos ins Land geholt hat. Sie werden in der Statistik als „Portugiesen" geführt; es handelt sich um die sehr rückständigen und teilweise auch körperlich zurückgelommenen Rachkommen von trans- valschen Auswanderern der 70er Jahre. Die genannte Statistik für 1928 erweist auch, dah der 3m- und Abfluh von Reisenden recht lebhaft gewesen ist und dah — wenn man von jenen Angolatreckern absieht, die mit reichlichen Regierungsmitteln hier im Lande hochgepäppelt werden sollen — von denen jeweils als „Einwanderer" gebuchten nur die Hälfte im Lande bleibt. Solch lebhafter Hin- und Her-Reiseverkehr zwischen Südwest auf der einen und Deutschland, sowie dSr Union auf der anderen Seite, wird natürlich in der Hauptstadt Windhuk am deutlichsten spürbar. Erfreulicherweise ist es gar nichts seltenes mehr, dah aus der Heimat Familien- oder Studienbesuch „mal eben" herüberkommt; die Seereise ist sc angenehm und glatt und das trockene Hochgebirgsklima des Landes in den meisten Monaten so zuträglich, dah neuerdings nicht selten auch wirklich alte Leute die Reise hierher unternommen haben, um mit eigenen Augen zu sehen, wie es den Kindern ergeht oder wie das Land sich weiter entwickelt. Die Gelandeten bringt ein ziemlich bequemer Zug binnen 18 Stunden nach Windhuk hinauf und während über den Eros- bergen im Listen die Sonne ihre ersten Anstalten macht, sich zu erheben, rollt das Gasthausauto den Ankömmling bequem seiner ersten Unterkunft entgegen. Will er nach einiger Umschau in der Stadt, die sich zwischen Hügelketten eine gute halbe Wanderstunde weithin dehnt, tiefer ins noch unberührtere Südwester Land hinein, so findet er auch dafür reichlich Fahrgelegenheiten mit Kraftwagen. Ich glaube, es trifft zu, was behauptet wird: dah Windhuk im Vergleich zu seiner Devölkerungszahl eine der autoreich st enStädte der Erdeist. Ci i ebenso erfreuliches Schaubild wie der starke Autoverkehr bietet die lebhafte Bautätigkeit. Seit zwei bis drei Jahren werden mit einem Eifer uiO oft such mit einer Schnelligkeit neue Ei»- bis Zweifamilienhäuser, Läden, Gasthöfe usw. gebaut, dah man dem Wirtschaft ichen Aufschwung des Mandatsgebiets, und feiner Hauptstadt im besonderen, nur das günstigste Zeugnis ousstcllen möchte. Aber auch hier klingt für den Rachforschenden der Boden hohl, auf dem solch scheinbarer Wohlstand ruht. Die meisten dieser Häuser sind mit audtoärttgrem Leihgeld gebaut. Wenige große Kapstadter Geldgeber hoben die Mittel hrrgeliehen. Ihre ersten Hypotheken werden in 12 bis 18 Monaten fällig sein, und wer Weitz, ob dann nicht manches Haus weit billiger zu haben sein wird, als man nach seinem Mietsahe heute annehmen sollte. Die Mieten sind fast durchweg teuer; wo es nicht ganz sn Kindern fehlt, da reicht ein Fünftel des Einkommens kaum je zur Begleichung der Miete aus. Einkommensteuern gelten als rückständig, sonst müßten ja auch die gutbezah t:n kapländischen Beamten bluten, und dafür find sie doch wirklich nicht in das trockene Südwest gekommen! So werden die Steuern in erster Linie den Grund- und Hausbesitzern auferlegt, die sie natürlich an die Mieter weitergeben. Ganz neuerdings hat übrigens ein deutscher Bauunternehmer mit dem Versuch begonnen, in die Miete für kleinere Wohnungseinheiten auch Abzahlungen einzubeziehen, die einen langjährigen Mieter in absehbarer Zeit zum Besitzer machen. Da hier in Windhuk Deutsche, Südafrikaner, Engländer ihre besonderen Kreise haben, ist das gesellschaftliche Leben dem von 1914 nicht mehr vergleichbar. Die oberen und obersten südafrikanischen Beamten sparen und haben auch sonst wohl kaum das Zeug und die Frauen dazu, um nette Geselligkeit zu schaffen. Der gediegene Vorkriegswohlftand in deutschen Häusern ist, wenn man von einem vereinzelten Grohkaufmann oder Arzt usw. absieht, meist verschwunden, und damit bis auf „schöne Reste" die feinere Geselligkeit in geschmackvollen Wohnungen, die sich vor 1914 so glücklich angebahnt hatte. Bei den neuen Reichen ist man, was die Hauseinrichtung betrifft, ebenso wie bei der Masse mittlerer Verdiener immer ein wenig auf Wanderschaft: einzelne gute Schränke, Tische oder Stühle, wie sie Hausrat-Versteigerungen von versetzten Beamten oder anderen Abbauenden ins Haus gebracht haben, stehen zwischen selbstgefertigten Kommoden oder gar Schreibtischen, an deren Seitenwänden die braune Beize nur oberflächlich verhüllt, daß sie aus Benzin- oder Petro- leumtijten mehr oder weniger geschickt zusammengehauen sind. Wer einen der unverwüstlichen Tische oder Schränke sein eigen nennt, die vor dem Kriege in den Dienstwohnungen der deutschen Beamten standen, ist solchen Besitzes froh; viel davon ist schon nach Südafrika abgcwandert (die prachtvolle eichene Anrichte aus dem alten hiesigen Gouverneurshause schmückt jetzt das Kap- städter Heim des vorigen Administrators Hof- meyr), und was dagegen an Möbeln aus der Union geliefert wird, ist vielfach ebenso windig wie geschmacklos. Sich aber von den tüchtigen deutschen Handwerkern, die es hier noch gibt, Hausrat bauen zu lassen, dazu reicht bei den meisten das Gehalt nicht, denn diese gediegenen Sachen sind teuer. Findige Zwischenhändler haben sich das allerdings längst zunuhegemacht, indem sie von farbigen Handwerkern solche Möbel nach guten Vorbildern Herstellen lassen. Sie werden unter irgendeiner Deckmarke verkauft, denn natürlich wehrt sich das weiße Handwerkertum gegen solchen Wettbewerb. Man kann kaum sagen: mit Erfolg. Vielmehr dringen die dunklen und helleren Kapfarbigen hier in allerhand Berufen und Unternehmungen immer mehr vor: ihre Weiber bemühen sich, die gleichen Kleider und kunstseidenen Strümpfe zu tragen, wie die weißen Frauen, und stehen als Gleichbehandelte zwischen diesen, wenn der Marktmeister dreimal wöchentlich frisches Gemüse und Obst aus dem Lande und aus der Union versteigert. Sv sind seit Jahren Kräfte am Werke, die schöne deutsche Kolonialstadt Windhuk von innen her zu verwandeln. Verband evangelisch-kirchlicher Zrauenvereine in Hessen. h. Darmstadt, 9. Rov. Dieser Tage fand im großen Saal des Rummelbräu die besonders von ländlichen Vereinen gut besuchte Herbft- versammlung des Verbandes evang.- kirchlicher F r a u e n v e r e i n e in Hessen statt. Rach kurzer Begrüßung durch die Vorsitzende, die Fürstin Elisabeth zu Erbach- Schönberg, hielt Pfarrer L a n g e , Frankfurt (Main), einen Vortrag über „Gemeinschaft und Verantwortung". Davon ausgehend, dah in unserem Volke leider keine Gemeinschaft, sondern Zerrissenheit auf allen Gebieten besteht, gaben ausführliche Antwort auf die Frage, wie man zu einer rechten Gemeinschaft in Familie, Gemeinde, Kirche und Volk kommen kann, und wie man dieser Verantwortung sich bewußt werden muh. Der mit vielen Beispielen aus bet, seelsorgerischen Praxis belegte, sehr volkstümlich gehaltene und besonders auf die Pflichten der Frau eingehende Vortrag hinterließ bei allen Anwesenden einen tiefen Eindruck. Während der Kafseepause machte die Vorsitzende noch wichtige Mitteilungen über das erscheinende neue Lie - derbuch des Verbandes, sowie über die staatlich genehmigte ösfentliche Wohlfahrtsverlosung des Verbandes zum Besten des Frauenerholungsheimes in Rieder- Ramstadt. Da der Verband heute 85 000 Mitglieder zählt, muh diese Verlosung eine öffentlich« fein und unterliegt der staatlichen Besteuerung. Gerade wegen dieser beträchtlichen Unkosten toi’.L» cs gelten, die Lose, die zu 50 Pf. pro Stuck ausgegcben werden, restlos a zu setzen. Sie werden in diesen Tagen in die Hände der Vereine: und der öffentlichen Verlaufsstellen gelangen. Die Verlosung selbst wird im Dezember so rechtzeitig erfolgen, dah die Gewinngegenstände (nützliche Haushaltungsgcgenstände) noch vor dem Weihnachlsfcste in die Hände der glücklichen Gewinner gelangen werden. Volksparteiliche Kommunalpolitik. Eine gut besuchte öffentliche Wählerversamm- lung unter der Leitung des Gießener Parteivorsitzenden der Deutschen Vollspartei, Oberreallehrers Appel, sand gestern abend im Cafe Leib statt. Gegenstand der Aussprache waren die Grundsätze der Deutschen Volkspartei in der Kommunalpolitik. Als erster Redner sprach in etwa einstündigen Ausführungen der Landtagsabgeordnete Bürgermeister Lr. Niepoth-Lchlitz. Er zog zunächst eine kurze Parallele zwischen der heutigen Zeit und der Zeit des Freiherrm vom Stein. Dieser große preußische Staatsmann gab dem Volke für die Durchführung seiner schweren Wiederaufbauarbeit nach dem damaligen fürchterlichen Zusammenbruch die Selbstverwaltung, durch deren Segnungen der Aufstieg der Gemeinden im vorigen Jahrhundert erfolgte. Die Deutsche Volkspartei als liberale Partei sei nicht nur theoretisch, sondern auch in der Praxis Freund der Selbstverwaltung. Die Deutsche Volkspartei wolle das Einspruchsrecht des Staates gegen die Selbstverwaltung grundsätzlich beschränkt wissen auf Gesetzesverletzungen und Vermögensverschwendung durch die Selbstverwaltungskörper, sowie auf eine Anwendung der Steuergesehe, die einer Enteignung gleichkomme. 3m übrigen aber müsse die Selbstverwaltung uneingeschränkt sein. Hinsichtlich» der Finanzpolitik stehe die Deutsche Dolkspartei auf dem Standpunkt, daß auch in der Kommunalwirtschaft strengste Sparsamkeit im öffentlichen Haushalt walten müsse. Die Deutsche Volkspartei sei für einen gesunden Fortschritt, aber sie übersehe auch nicht, daß wir einen Krieg verloren und Hunderttausende von Volksgenossen durch Krieg und Inflation ihren Besitz eingebüßt haben. 3n vielen Städten, Kreisen usw. aber herrsche heute eine Bewilligungsfreudigkeit, die nicht im Einklang stehe mit den finanziellen Leistungsmöglichkeiten. Die öffentliche Belastung sei heute zu hoch, sie könne in Zukunft in diesem Umfange nicht mehr getragen werden. Deshalb fordere die Deutsche Vollspartei, dah die Verringerung der Reporationsausgaben durch den Boung-Plan nicht anderweitig verpulvert, sondern der Wirtschaft durch Steuersenkung vollständig zugute komme. Die Deutsche Volkspartei fordere weiter eine Reform der Steuerverteilung, deshalb habe sie auch im Hessischen Landtag schon immer Anträge eingebracht, die verlangen, dah die Objektsteuern (Grund- und Gewerbesteuer) vom Staate auf die Gemeinden übertragen werden. Diese Steuern seien keine Steuern für den Staat, sondern nur die Gemeinden dürften sie erheben, aber auch nicht in dem Ausmaß wie heute. Vom Reiche verlange die Volkspartei endlich die Vorlage cs Steuervcreinheitlichungsgesetzes. Schließlich habe in Zukunft überall der Grundsatz zu gelten: Keine Ausgabe ohne vorherige Deckung! Auf dem Geb.ete er Wirtschaftspolitik wolle die Deutsche Dolkspartei den Gemeinden die Versorgungsbetriebe (Gas, Elektrizität, Wasser) und die Verkehrsbetriebe (Straßenbahn) in eigener Regie überlassen. Darüber hinaus aber fordere sie entschiedene Abkehr von dem gegenwärtig vielfach gebräuchlichen System, die Finger in allen möglichen Wirtschaftsbetrieben zu haben. Durch eine derartige Ausdehnung der städtischen Detriebswirtschast mache die Stadt doch nur den eigenen Steuerzahlern, die ohnehin schon sehr schwer zu ringen haben, Konkurrenz. Die Deutsche Volkspartei spreche den Gemeinden das Recht ab, Betriebe übet den obenbezeichneten Rahmen der öffentlichen Dersorgungswirtschaft hinaus zu führen, zumal auch die Beamten den kaufmännischen Anforderungen an solche Betriebe nicht gewachsen seien. Die Deutsche Dolkspartei erhebe Einspruch gegen die uferlose wirtschaftliche Ausdehnung, die man heute in vielen Städten sehe. Weiter fordere die Deutsche Volkspartei steuerliche Gleichstellung der ortsansässigen Geschäftswelt mit den Filialbetrieben und Konsumvereinen, denn Gerechtigkeit müffe auch hier für alle bestehen. 3n der Sozialpolitik wolle die Deutsche Dolkspartei überall da Hilfe bringen, wo wirklich Rot vorhanden sei. Sie wolle aber keine schematische, sondern eine individuelle Fürsorge. Sie wende sich gegen alle Auswüchse in deo Sozialpolitik, auch gegen die Auswüchse in der Arbeitslosenversicherung. Hinsichtlich der K r e i s t a g s - und P r o v i n- zialtagswahlen erklärte der Redner u. a., die Deutsche Dolkspartei wende sich gegen alle Bestrebungen, die den Kreisen in ihrer heutigen staatlichen und verwaltungsmäßigen Fun'.tion Abbruch tun wollten. Die Kreise dürsten als Selbstverwattungskörper nicht ausgeschalt.t werden. Bei den Wahlen zum Provinzialtag solle sich die Wählerschaft der großen wirtschaftlichen Aufgaben bewußt fein, die der nächste Provinzialtag zu lösen haben werde: die Elektrizität If rage und die Gasfernversorgung. Der Betrieb des Heber» landwärts Oberhessen müsse gemeinnützig nach wirtschaftlichen Grundsätzen geführt werden; es fei für größere Beweglichkeit und kaufmännische Anpassung in der Verwaltung zu sorgen. Bei der künftigen Reuregelung der Elektrizit tswirt- fchaft, die durch das Eindringen der Preuß. Elek- trizitäts-A.-G. in Frankfurt und durch die Um« fchnürung Oberhessens durch die großen Elek- trizitätsgesell'chasten unabweisbar sein wer.e, müsse nach rein wirtschaftlichen Erwägungen ert- schieden werden. Auch bei der Frage der Gasfernversorgung müßten rein wirtschaft iche Gesichtspunkte maßgebend fein, nicht aber politische Betrachtungen. Die Deutsche Volksbartei habe für die Wahlen zu den Selbstverwaltungskörpem in 6tat t, Kreis und Provinz Rdänner vorgeschlagen, die mit Sachkenntnis und bestem Willen an die Arbeit zum Wohle der Gesamtheit gehen wollen. Diesen Männern möge die Wählerschaft ihr Vertrauen schenken. Stadtratsmitglied Kaufmann Will). Horn-Gietzcn sprach hierauf als Vorsitzender der deutsch-volksparteilichen Fraktion im Gießener Stadtrat über die Gießener Kommunalpolitik der letzten Jahre. Er wies zunächst auf die große finanzielle Be- Gießener Gtavtthsater. |„9lobert Guiskard". — „Demetrius". „Ein Kaiser findet stets fein Kaisertum." Hebbel. Schillers 170. Geburtstag war der äußere Anlaß, den „Demetriu>" aufzuführen. Neben diesem Fragment erschien der Kleists che Torso von. Herzog GuisLard. Das geschah hier nicht aus Siner bei jeder Fragment-Inszenierung naheliegenden Verlegenheit, wie der Abend zu füllen sei. Sondern aus der Er- kcnmnis einer Gemeinsamkeit beider Werke, die tiefer liegt als eben darin, daß sie unvollendet auf uns gekommen sind, und dah sie jeweils einen welthistorischen Stoss abzuwandeln unternommen haben. Das heißt also: aus der Einsicht, wie das Bruchstückhafte hier und dort, bei Schiller und bei Kleist, eine tragische Unvollkommenheit bedeutet; wie beide Werke für alle Zeiten — Nachahmern und kraftlosen Vollendern trotzend — vom Schatten des Todes dunkel gezeichnet sind. „Der Himmel weiß, meine theuerste Ulrike, (und ich will umtonunen, wenn es nicht wörtlich wahr ist) wie gern ich einen Blutstropfen aus meinem Herzen für jeden Buchstaben eines Briefes gäbe, der so anfangen könnte: „mein Gedicht ist fertig." Aber, du weißt, wer, nach dem Sprüchwort, mehr thut, als er kann. Ich habe nun ein Halbtausend hinterein- anba folgender Tage, die Nächte der meisten mit eingerechnet, an den Versuch gesetzt, zu so vielen Kränzen noch einen auf unsere Familie herabzu- ringen: jetzt ruft mir unsere heilige Schutzgöttin zu, daß es genug sei. Sie küßt mir gerührt den Schweiß von der Stirne und tröstet mich „wenn Jeder ihrer lieben Söhne nur eben so viel thäte, so würde un- ferm Namen ein Platz in den Sternen nicht fehlen" ... „... Was ich dir schreiben werde, kann dir vielleicht das Leben kosten; aber ich muß, ich muß, ich m u ß cs vollbringen. Ich habe in Paris mein Werk, so weit es fertig war, durchlesen, verworfen, und verbrannt: und nun ist es aus Der Himmel versagt mir den Ruhm, das größte der Güter der Erde; ich werfe ihm, wie ein eigensinniges Kind, alle übrigen hin. Ich kann mich deiner' Freundschaft nicht würdig zeigen, ich kann ohne diese Freundschaft doch nicht leben: ich stürze mich in den Tod" ... ♦ , Die beiden auf den „Guiskard" bezüglichen Briefe Kleists an feine Schwester vom Oktober 1803 atmen die Untergangsftimmung und Todesnähe, die uns aus dem vernichteten, später aufs neue begonnenen und abermals unvollendeten Drama entgegen weht. Wohl keines der Kleiftfchen Dramen ist so sehr symbolischer Ausdruck, so sehr Spiegelung seines dämonisch besessenen Schöpfers geworden. Keines ist so kennzeichnend für die gigantische Spannung seines gestaltenden Willens und die unerbittliche Maßlosigkeit seiner Kritik wider sich selbst. * Auf zwanzig Buchseiten zusammengepreßt zehn knappe Auftritte, welche aber wie die mächtig an» schwellende Akkordfolge einer dichterischen Eroika da- stchcn. Wie Kleist am „Guiskard" so scheitert Guiskard der Herzog, gleichsam im Hafen noch, das mit aller Leidenschaft ersehnte Ziel, die Krönung seines Herrschertums dicht vor Augen, fast greifbar als winkende Erfüllung. Und statt einen siegreichen Kampf als Eroberer führen zu können, muß er gegen die schleichend verheerende Gewalt der in sein Feldheer einbrechenden, ihn selbst niederwerfenden Pestseuche unterliegen — muß er, schon tödlich ins Mark getroffen, mit übermenschlicher Beherrschung zusammengerafft, aufrecht und lächelnd wie ein Gesunder, seinem Heere entgegentreten, das stürittisch die Heimkehr verlangt. „Führ' uns zurück, zurück, ins Vaterland!" — mit diesem Sehnsuchtsruf der Abgesandten bricht die Tragödie jählings ab. Niemand vermag zu sagen, wie sie hätte enden sollen. — * Die Ausführung des Intendanten Dr. P r a s ch verwirklichte jene klassische Stilisierung, die herbe und strenge Linienführung großer dramatischer Kunst, die allein dem Torso angemessen ist. Das Motiv der Todesfurcht und drohenden Todesnähe wurde zum Leitgedanken seiner Bühnengestaltung, die zwei große Aufgaben glücklich bemeiftert: die chorische Gliederung der Volksmasse, von der sich die Reden der Führer gleichsam als Oberstimmen antiphonisch abheben; und die dynamische Steigerung der szenischen Symphonie zum mächtig aufbrandenden Sehnsuchtsschrei der Krieger im Finale. * Peter Fassott ist der Herzog; er betont in seiner Gestattung anfangs mehr die patriarchalische Güte des Volksfürsten als die unbeugsame Willenskraft des Heerführers- seine Stimme ist manchmal zu weich und ohne den heldischen Klang, den sie haben muß. Aber stark ist er im erschütternden Zusammenbruch und der verzweifelt erzwungenen Abwehr der beschwörenden Stimmen zuletzt. Zingel als ehrwürdiger, greiser Sprecher des Heeres, Tannert (Abälard), Fuhrmann (Helena), Heitzig (als Prinz Robert dem schweren Kleistvers nicht immer gewachsen) sind ferner zu nennen. — II. Als Schiller starb, lag der „Demetrius", abbrechend mit dem Monolog der Marfa im zweiten Alt, auf dem Tisch. Aus dem Fragment ist ebenso wie aus dem unverarbeitet hinterlassenen Material, aus dem slizzierten Szenarium des Ganzen schmerzlich zu erkennen, in welcher Kraft und Reise des Schaffens der 45jährige vom Tode abberufen worden ist, — wie dieses Schauspiel, vollendet, ein Meister- S:ück großer historischer Dramatik geworden wäre, Goethe hat die Fortführung geplant und wieder auf gegeben; die nach ihm, nicht wenige, sich an das Werk toaglen, sind an der Riefenaufgabe gescheitert, (älnd auch Hebbel, der einen eigenen „Demetrius" schrieb, ist über dem Werk, kurz vor der Vollendung, gestorben.) Don den mancherlei Fragmenten und Entwürfen in Schillers Rachlab ist der „Demetrius" das reifste und mächtigste. Er hatte ihn sehr entschieden einem ganz ähnlichen Stoff zuletzt vorgezogen: der merkwürdigen Geschichte des betrügerischen englischen Kronprätendenten War- beck. Darin eben, dah Demetrius nicht als bewußter Fälscher gedacht war, vielmehr im guten Glauben handelte, von der Rechtmäßigkeit seiner Ansprüche auf die Zarenkrone innerlich st überzeugt, — darin liegt die entscheidende Begründung dafür, daß Schiller im letzten Lebensjahre vom Warbeck zum Demetrius sich wandte, in dem er einen echten und würdigen, klassischer Ausfassung entsprechenden Helden gefunden hatte — und in dessen Schicksal den innern Konflikt, den sein Drama brauchte: Demetrius i Günther zu. gesund." Elnlritlii abends Sekretär über dem, Streich Mozart \ W: 1. Zt L Ei 3. Li 4. Di, Un ^art< ist krank! Fieber —" flocht er bedauernd „den trägst du bis zur Station." Am 8.2. Hcbamr Kinder sie in' ihnen dass s; einer i such ' Kinder sind di das Mä> 8 Zähnt grossen Man vtrl Depol gerie H. I platz 5, I Wlnterht fliii' von Aufträgen abzusehen und selbst die dringendsten Arbeiten nicht durchzuführen. Dadurch würde natürlich auch dem Handwerk und Gewerbe ein starker Einnahmeaur-fall entstanden sein. Hm das zu verhüten, habe man, wenn auch schweren Herzens, dem Steuerkompromiß zugestimmt. Trotzdem stehe Gießen mit seinen Steuersätzen noch unter den Sähen der anderen großen hessischen Städte. Cs müsse anerkannt werden, daß die Stadtverwaltung eine klare und gewissenhafte Finanzwirtschaft betrieben habe, und es sei mit Dank festzustellen, daß sich der Oberbürgermeister mit al'cm Nachdruck dagegen wehre, daß Ausgaben ohne vorherige Deckung gemacht würden. Auch die Volkspartei-Fraktion werde in Zukunft entschieden dafür eintreten, ohne Deckung leine Ausgaben zu bewilligen, sie werde weiter mit allem Nachdruck darauf hinarbeiten, daß weitgehendste Sparsamkeit auch im Kleinen in der Verwaltung herrsche und endlich das Ziel der Steuersenkung erreicht werde. Cs sei jetzt das letztemal gewe en, daß die Volkspartei-Fraktion einer Sleuererhö- hung, auch nur im Kleinen, zugestimmt habe. Schmeckt dir's?" Er nahm eine große Konservenbüchse und machte den Deckel davon los. Die Augen des Ausgehungerten weiteten sich. Die Gier, mit welcher er das kalte Fleisch ver Wenn kein« anderen Einnahmequellen erschlossen werben tö.....en. müßten eben die Pflöcke zurückgesteckt wer.en. D'.e Sparanträge der Volkspartei, die bisher ieine Annahme gefunden hätten, würden im nächsten Jahre wieoer vorgelegt werden. Die Dolkspartei wol e selbstverständlich die Entwickelung der Stadt nicht unnötig hemmen, sie werde auch weiter auf eine geordnete und gute Finanzwirtschaft sehen, bei allem Willen zur Sparsamkeit und bei der ernsten Absicht der Steuer e thtng. Die Wäh ercha't möge Vertrauen ’ur Deutschen Volksvartei haben, sie werde von ihr nicht enttäuscht werden. Im Anschluß an die mit lebhaftem Beifall auf» genommenen Vorträge fand eine Aussprache statt, in der Herr Scheel Kritik an der Stadtratsarbeit, auch an der Deutschen Volkspartei und den Demokraten übte. Ihm erwiderten die Stadtratsmitglieder Loeb er. Horn und Fischer und im Schlußwort Abg. Dr. N i e p o t h , der noch einmal um das Vertrauen der Wähler für die Volkspartei bat. „Wenn wir erst dort wären!" Baron Günther hatte begonnen, Toilette zu machen und ließ etwas Nosenöl aus Mirrapur auf seine Finger träufeln, um damit durch das dunkle Haar zu fahren, das nun strichweise aufglänzte. „NinM die Karte heraus, Stefan," befahl er, und^ als diese über das Lager gebreitet war, kniet^Würz davor hin und begann mit den Fingerspitzen Richtung und Wegstrecke abzufahren. (Fortsetzung folgt.) Wochen kühler Temperatur reichten nicht aus, sie in Indien heimisch werden zu lassen. „Akab!" flüsterte neben ihm eine Stimme. Der Hindu wandte ohne Eile das Gesicht nach der Richtung, aus welcher der Laut gekommen war. „Akab!" erklang es wieder. Diesmal etwas lauter. „Bei alle.i Buddhas und Mohammeds, den Gott der Rechtgläubigen mit eingeschlossen, seit ich den Mutterleib verlassen habe, bin ich noch in kein so dreckiges ßanö verschlagen worden, wie dieses Indien! Erst geröstet und gebraten, wie St. Laurentius! Jetzt ersäuft, wie weiland Nepomuk, der Schweiger! Herr, was kann mir noch Böses Widerfahrer, nach dem allen?" Der Anfang der dre ßiger Jahre stehende Europäer, welcher die Stoßseufzer von sich gab, saß rittlings auf einer Kiste und mühte sich ab, im Scheine eines herabgebrannten Kcr-enstümpf- chens einen Riß in seiner Hose auszubessern. Der Hindu ließ kein Auge von ihm: „Morgen abend wird es zu regnen aufgehört haben. Dann sind wir in Dardschiling", tröstete er. Drin Englisch war im Cegrnsatz zu dem des Europäers ein Labsal für die Ohren. Das einzige Wort: „Dardschiling" zauberte Glanz und Leuchten auf das weiße Gesicht. Nicht etwa, daß Stefan Würz, der Stockösterreicher, sich etwas Besonderes darunter vorstellte. Bewahre! Es würde sein, wie alles andere in Indien auch: dreckig, geheimnisvoll und fieber- und choleraverdächtig. Aber Dardschiling bedeutete doch wenigstens ein paar Wochen Ruhe, ein ordentliches Bett und endlich auch wieder etwas anderes, als diese ewige Konservenfresserei, bei welcher auf die Dauer jei er Magen kaputt ging. Kein Wunder, daß Baron Peter das Fieber bekommen hat von all dem Dreck und Morast, in dem man seit fünf Wochen eingesudelt lag. Das stank zuweilen w'e Höllenpfuhl und sodo- mitische Pest und rann und gluckste aus tausend Rillen und Ritzen, daß man Stelzen brauchte, um hindurchzukommen. Dann lieber noch in der Sonne rösten, wie eine spanische Kastanie. Nur dieser gottverdammte Schnürlregen mußte endlich aufhören, sonst tat er irgend etwas Unsinniges. Der Hindu saß ergeben auf seinem Lager, horchte und ließ den Körper nach der Seite gleiten. Er war von wohlgestalteter Schlankheit und mehr geschmeidig als muskulös. Seine Hände zeigten eine braune Tönung, aber sie waren von einer Zartheit, welche mit denen einer Frau wohl zu wette: ern vermochten. Er drehte das Gesicht mit den dunklen Augen, die matt und schmachtend aus dem Oval der Wangen sahen, Stefan Würz zu und legte den Finger an die Lippen. Am 23. Mai d. I. waren 35 Jahre verflossen, seit unter der Leitung des damaligen Vorsitzenden des Eoangetischen Arbeitervereins, Professor Stamm, die Gründungs e.sammlung der „Baugenossenschaft des Evangelischen Arbeiervereins zu Gießen, e. G. m. b. H.", sm.lsand. Mit dem Amt des ersten Vorsitzen.en wurde Sparlassenrendant Doering, cer auch die umfangre chen Vorarbeiten zur Gründung der Bauzenofsen chast geleite: hatte, betraut: weitere Dorftands.nitg.ie- dcr waren Spar^assenbeamter Haas, Rechner, Gewerbe.ehrer Traber, Architekt Hamann. Dem Au sich srat gehören ai: Kon nerzienrat Hehligenstaedt, Q. tsri-ch er Dor ns cif, Werk.uhr r o l m, K i an.: Wolf,, Lack e- rer Ritsert. Zweck u;xv Ael der jungen Ge- nossenscha,t war die Errichtung von billigen Wohnhäusern für Mn erbemitte ie. De.ei.s im Jahre 1894 stellte die Stadt Gießen Gelände (jetzige Landmcnrnstraße) zum Preise vor 2 Mark je Quadratme.er zur Verfügung, und hier wurden 16 Einze.wvhnungen (sechs Einzel- und fünf Doppelhäuser) errich ei. 2m Jahre 1897 wurde von der S.adt Gießen Gelände auf dem Selters- bcrg, in den S.raßen Mittelweg, Hillebrand-' straste, 6"re m:rstrahe und Wetz arer Weg (4030 qm von dem Rabenauschen Grundstück) für 4 Mark je Quadratmeter erworben und darauf zwei größere Miethäuser, zwei Einzel- und sechs Doppelhäuser mit zusammen 26 Wohnungen erbaut. Die Stadt Gießen stellte 1901 erneut 3000 qm (4,50 Mark je Quadratmeter) zur Verfügung: darauf wurden ein Einzelhaus, drei Doppelhäuser, drei große Miethtiuser und ein Miethaus mit den Räumen für eine Kleinkinderschute, insgesamt 33 Wohnungen, errichtet. Damit war die bauliche Tätigkeit dieser Genossenschaft leider beendet: denn obwohl die Zeiten damals ruhige und Geld- und Biaterialbeschaf- fung viel leichter waren als heute, schlugen alle Bestrebungen, die auf eine Belebung der Bautätigkeit hinzielten, fehl. Erst der vereinigten Bauge.'.ofsen.chaft 1391 blieb es Vorbehalten, den beschrittenen Weg der Wohnungsbeschaffung mit Erfolg weiter zu verfolgen. Aber auch in anderen Kreisen der Bevölkerung faßte der Gedanke des Genossenschaftswesens tiefe Wurzeln, und es traten auch hier Bestrebungen zutage, die auf die Erbauung von Wohnungen auf genossenschaftlicher Grundlage hinzielten. Alle Versuche, die Baugenossenschaft des Evangelischen Arbeitervereins auf die Basis des reinen Genossenschastswe ens hinüberzusüh- ren, (ohne daß die Zugehörigkeit zum Evange- führer H. Fourier, 2. Vorsitzender: Rendant Haas, Rechner und Schriftführer: Kassenbeamter H. Wölfer, 2. Rechner und Schrittführer; Architekt Hamann, Bauführer: < es.^ä ts üh.cr Kirchner, Lackierermeister Ritsert, Beisitzer. Der Aufsichtsrat setzte sich zu ammen aus: Iustizrat Dr. Rosenberg, 1. Vorsitzender: Landgerichtsrat Schudt, August Braun, Schriftsetzer, Oberbauinspektor S. Müller, Prokurist Kuhl, Oberstudienrat Pro efsor Dr. Krausmüller, Fabrikdirek or Bergen, Bauobcrins ellor P a i r a n, Telegraph«, a sistent Becker, Werkmeister S ch u f L Ohne Zaudern wurden die geplanten Projekte in Angriff genommen. Finarzchrung, Platzsrage und Beschaffung von Daumaterialien waren Die schwierigsten Aufgaben. Von letzteren mußten v.e'e Ersatzstoffe mit in Kauf genommen werben. Das Gelände an der Licher Straße zoischen dem Wald und der Eisenbahnstrecke Gieren—Fulba (18 702 Quadratmeter, je 2 Mk.: Verzinsung 4 v. H, Tilgung 1 v. H.) wurde von der Stadt Gießen erworben, und in den Jahren 1919 bis 192b. wurde die Siedlung (im Votksmund „Plattenhaussn") mit 54 Einfamilienhäusern (3, 4 uni) 5 Zimmer) errichtet. Jedes Einzelhaus ertzielt einen etwa 180 Quadratmeter großen Garten. In dankenswerter Weise wurden von der Dezirls.parkajfe Gießen unt> von t e; Allgemeinen Or.s.raulenias!« Gießen in ter damaligen kritischen Zeit größere Darlehen zur Verfügung gestellt Ebenso entgegenkommend zeigte sich Präsident Dr. Neumann für die Landesve.sicherungsanstalt Hessen. 1922/23 wurden in der Straße „Am Kugelberg" 20 Einfamilienhäuser mit drei, vier und fünf Zimmern errichtet. Infolge der durch die Stabilisierung der Mark eingeire'.enen neuen Verhältnisse wurde" 5 021/25 in der.elben Straße nur vier Cinfamil.enhä ser mit v er und fünf Zimmern gebaut. An.^ng 1929 wurden daselbst vier große Häuser mit 16 Wohnungen und im Herbst desselben Jahres in der heutigen FriedenÄstraße acht Häuser mit zusammen 32 Wohnungen begonnen, oie alte 19bezogen wurven. D.e Hauber haben nur zwei Stockwerke und vier Dier- zimmerwohnungLn. 1927 tour' e r in der Karl- Dogt-Strahe 14 Einfamilienhäuser erstellt und bezogen, zu gleicher Zeit wurden in der Lievig- straße 15 Wohnungen in der gleichen Bauweise wie in der Friedensstrahe begonnen und im Juli 1928 bezogen. 1928 wurden in der Liebig- stratze und am Aulweg 20 Wohnungen gleichen Typs begonnen und im Juli 1929 bergen. Auf dem gleichen Gelände werden z. Z. weitere 42 Wohnungen errichtet, ferner ist in der Liebig- strahe ein größeres Haus mit drei Läden und sechs Wohnungen im Bau begrif en, so daß Mit!« 1930 in diesem Stadtteil 48 Wohnungen bezogen werden können. Alle diese Daulich.eiten wurden nach Entwürfen und Plänen von Architekt Hamann, der auch die Bauleitung innehatte, ausgeführt. In der Vorkriegszeit wurden folgende Wohnungen errichtet: 3 Zweizimmerwohnungen, 71 Dreizimmerwohnun^e r, eine Vierzimmerwohnung, ein Laden und Räume für eine Kleinkinderschule. In der Nachkriegszeit wurden folgende Wohnungen erbaut: 3 Zwe zimmerwohnungen, 98 Dre:zimmerwohnungen. 91 Vierzimmerwohnun- gen, 26 Fünfzimmerwohnungen (der größte Teil der Wohnungen besitzt einen Bodenraum). Zusammen wurden gebaut: 6 Zweizimmerwohnungen, 169 Dreizimmerwohnungen, 95 Dierzimmerwohnungen, 26 Fünfzimmerwoh- nungen; insgesamt also 296 Wohnungen. Einen tieferen Einblick in die Tätigkeit der Genossenschaft gewährt ein Vergleich der Bilanzen in den für die Baugenossenschaft so überaus wichtigen Tereinsjahre: Die Bilanz für das Jahr 1914 schließt bei einem Gewinnsaldo von 1326,14 Mk. mit 387 072,42 Mk. in Aktiva und Passiva. Die Goldmark-Eroffnungsbilanz für 1924 weist in Aktiva und Passiva 204 766.65 Mk. Biel Sonntag, cher er erst einen Zausen Kleidungsstücke räumen mußte. „Du brauchst gar nicht die Hand vor den Wund zu halten," gebot er, „und schnauf auch, wie sich's gehört, und schau mir ins Gesicht. Ich bin kein Hindu, der unrein wird davon. Jawohl! Vor dem Präsidenten zog man den Hut etwas tiefer als vor einem Straßenfeger. 2Der ein Mensch bl'eb der deswegen doch. Gnade Gott, wenn einer ihn, den Stefan Würz, die Achseln anzu'etzen wagte. Das könnte der es probierte, schlecht bekommen. Als der Morgen fahlgrau über den Steppenrand heraufstieg, erhob er sich, ging nach dem großen Zelt hinüber und berührte Günther von Anstettens Schulter: „Herr Bacon, es ist Zeit." Günther von Anstetten hob sich in den Ellenbogen hoch, stellte dann mit einem Schwung die Füße zu Boden und sah nach Hans Peter hinüber. Würz ging auf den Zehenspitzen zum Kopfende und neigte sich über den Schlafenden, betastete das weiße Nachthemd und die Hände, welche über den Rand des Lagers herabhingen. Sein erst so besorgtes Gesicht strahlte dabei auf: „Der schlang, ließ erkennen, wie lange er schon ohne Nahrung gewesen sein mochte. Würz lachte, nahm einen Decher und goß aus einer Flasche etwas Rum in denselben. „Trink! Dann bekommt dir's besser! Wie weit ist es noch nach Dardschiling?" Der Paria schluckte mit herabgefallenen Lidern und hob zugleich sechs Finger. „Stunden?" entsetzte sich 'IBüix Ein rasches Nicken mit dem Kopfe bestätigte die Richtigkeit. „Bei Eurem Buddha! — Sechs Stunden durch den Morast! Ich danke!" „Ich werde dich tragen, Sahib!" „Mich?" Der Oesterreicher sah an sich herunter und schmunzelte. „Ein Zentner sechzig! Da knickst du zusammen wie ein Kienspan! Mer, wenn du dich nützlich machen willst. Der Sahib Gebieter brängnis mancher anderer Städte hin und konnte demgegenüber betonen, daß unsere Stadt fich erfreulicherweise nicht in so schwieriger Lage vesinde, wenn auch gegenwärtig, wie bei allen Städten, ein Mangel an flüssigen Mitteln sich bemerkbar mache. Der immer stärkeren Wohnungsnot habe die Stadt in den Jahren 1922, 1923 und 1924 wirksam entgegentreten wollen, sie habe dafür erhebliche Mittel aufgewendet und auch die Baugenossenschaften und das private Baugewerbe daran beteiligt. Hierdurch habe das Handwerk zu tun gehabt, und habe dadurch Arbeit bis in die jüngste Zeit hinein gefunden. Die wachsenden Schwierigkeiten durch Materialpreis- und Lohnsteigerungen im Bauwesen hätten die Stadt als solche aber allmählich veranlaßt, sich von der eigenen Bautätigkeit zurückzuziehen und diese mehr unbjnefjr ber privaten Initiative zu überlassen. Die etabt habe ja auch noch andere Ausgaben zu erfüllen. Eine ruhige und stetige Entwickelung im Wohnungsbau müsse aber gewährleistet sein, und damit decke sich auch das Interesse der Bürgerschaft. Der Redner erinnerte weiter an den Bau der Bolkshalle, an die Schaffung des Flughafens und an die Durchführung des Straßenbauprogramms. Alle diese Arbeiten, die im wohlverstandenen Interesse einer guten Fortentwicklung unserer Stadt lägen, seien von der Zustimmung des größten Teiles der Bürgerschaft getragen worden. Dem Schulhaus - bau habe man sich gleichfalls nicht entziehen können, da er eben eine dringende Notwendigkeit gewesen sei. Durch die Einwirkung der Deutschen Dolkspartei seien weitergehende Projekte (Errichtung von drei Schulhäusern) im Hinblick auf die Finanzkraft ber Stadt zurückgestellt worden. Zunächst müsse es bei dem einen Schulhausbau in den Eichgärten bleiben. Bei einer kritischen Betrachtung der W o h l- fahrtspflege müsse man sich doch vergegenwärtigen, daß man heute Kriegsopferfürsorge, Rentnerfürsorge usw. tragen müsse, Dinge, die erst durch Krieg und Inflation entstanden seien und die man vor dem Kriege nicht gehabt habe. Ferner sei daran zu erinnern, daß es sich hier um Aufgaben handele, die die Stadt ganz zwangsläuf g durchführen müsse, weil sie durch reichsgcsetzlici/e Bestimmungen festgelegt seien. Die Polizeilast fei durch die Verstaatlichung ber Polizei für die Stadt auch viel größer geworden: vor Dem Kriege hätten wir hier 17 ober 18 Polizeibeamte gehabt, heute seien es über 70. Der Staat schreibe aber den Anteil der Stadt an diesen Lasten vor. Infolgedessen müsse man mit ganz anderen Beträgen rechnen als früher, lediglich durch die staatliche Gesetzgebung. Der Redner erinnerte dann an die Aufwendungen für die Verzinsung und Tilgung d.e r städtischen Schulden und kam anschließend auf die Etatberatungen 1927 28 und 1929 zu sprechen. Er wies dabei darauf hin, baß ber Stadtrat unter dem starken Einfluß der Deutschen Volkspartei die letzten zwei Jahre hintereinander jede Steuererhöhung abgelehnt habe, das Ergebnis fei aber schließlich gewesen, daß für das vorige Haushaltsjahr ein Fehlbetrag von über 100 000 Mk. entstanden fei. Unter diesen Umständen habe man bei der Beratung des diesjährigen Haushalts vor einer schwierigen Situation gestanden. In außerordentlich mühevollen Beratungen habe man nach Möglichkeiten zu Streichungen am Haushalt gesucht, es sei getan worden, was möglich war, aber trotzdem habe man sich der bitteren Notwendigkeit einer Steuererhöhung nicht verschließen können, wenn man nicht die städtische W rt chaft sich festfahren lassen wollte. Man habe aber nicht die weitergehenden Vorschläge der Verwaltung gutgeheißen, sondern fei ein Kompromiß eingegangen, bei dem der Steuerzahler erheblich niedriger belastet wurde, als von der Verwaltung vorgesehen worden sei. Daß auch die Dolkspartei-Fraktion der 20prozen- tigen Realsteuererhöhung zugcstimmt habe (die Verwaltung hatte 50 Prozent vorgeschlagen), sei unter dem Drucke der zwingendsten Notwendigkeit geschehen. Wäre diese Steuererhöhung nicht genehmigt worden, so wäre die Stadt schon im Sommer gezwungen gewesen, von der Erteilung auseinander und zeigte auf ein mittelgroßes Geviert, das ebenfalls von grauem Leinen überdacht und mit Gepäck vollgeschachtelt stand. „Schlaf! — Ich weck dich schon, wenn's Zeit ist!" Der Paria küßte den Saum seines Rockärmels und stammelte einen Dank. Dann fiel die nasse Leinwand wieder übereinander. Der Paria nickte zustimmend und hielt Arme etwas von sich gespreizt: „So!" „Schon recht! Mach dir's jetzt nebenan _ quem!" Er schob die Zeltwand nach rückwärts Das Erbe desHermvonAnsietten. Vornan von 3« Schneider-Foerstl. Llrheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. Nachdruck verboten. Regenzeit in Indien! Llnaufhörlich trommelt es auf das graue Zeltdach! Von dort träufelte das Nah auf den morastigen Grund und blieb in schmutzig-braunen Pfützen steh em Trostlos eintönig lag die Ebene, auf welche der Hymalaja seinen Fuß gesetzt hatte. Halb Steppe, halb Wüstenstrich, war sie jetzt in der Regenzeit ein einziger großer Sumpf, von dem des Nachts gefährliche Dämpfe in die Höhe stiegen. Von derselben stumpfen Gedrücktheit wie das Gelände ringsum war auch die Stimmung der beiden Mäni er, die unter dem grauen Zeltdach auf ihren primitiven Lagern ausgestreckt ruhten. Ab und zu verirrte sich ein Tropfen durch eine Ritze und sprang auf Gesicht und Hände der Liegenden, die ihn gelassen von sich schüttelten. Don einem der Rohhaarkissen hob sich ein Kopf: „Hans Peter — schläfst du?" Günther von Anstetten neigte sich etwas zu dem anderen hinüber, horchte auf das zusammenhanglose Stammeln, welches aus dessen Mund kam, sowie auf den etwas raschen Atem, welcher der schmalen Brust entströmte. Da keine Antwort kam, legte er den Körper wiederum weit zurück und lieh die Lider über die Augen sinken. Zuweilen wurde eine schmale Lücke in der Zeltwand aufgetan. Ein bartloses Gesicht neigte sich herein, lauschte, spähte mit offenen Augen ins Dunkel, dann ließen die gelbweißen Finger die stci en Vorhänge wieder übereinanderfallen. Nichts war hörbar als das Trommeln des Regens, der leise Atem der Dchlummernden und ab und zu der Schrei eines Tieres, das durch Nebel und Finsternis über die Steppe irrte. Der Hindu, der vor dem Zelt gesessen hatte, verkroch sich in das kleinere, welches daneben stand und saß dort unbeweglich, bis ihn ein Hüsteln aufschreckte: „Der Sahib!" — Wußte er, wie es um ihn bestellt war? Immer toie er madj» ten die Europäer die Erfahrung, dah sie bad Klima schlecht vertrugen. Aber keiner ließ es sich zur Warnung sein. In der heißen Zeit verkrochen sie sich bis zum Abend in ihre Bungalows, oder flüchteten in die Berge. Der Regen machte sie traurig und fieberkrank und die paar Der Oesterreicher verstand sofort, zog den Atem ein und horchte. Das Horchen war etwas, was man hier in diesem Indien bis ins ff lernte. Irgend jemand schlich da draußen die Zeltwand entlang, tappte und tastete im Dunkeln und rannte zeitweilig ungeschickt dagegen. „Wenn's brüllen möchte," flüsterte Würz dem Hindu zu, „dann vühte man doch wenigstens, wieviel es geschlagen hätte, 's wird doch nicht ausgerechnet ein Fluhpferd sein. — Das Schrecklichste wäre solch ein Biest noch immer nicht! Schlangen sind mir viel grauslicher! Die hört man nicht mal kommen. In Benares ist nachts eine in mein Zimmer ce'rochen und hat mich am Morgen von der Decke herab angeblinzelt. Prost Mahlzeit — ich bin doch nicht in die'es Dreck- land gekommen, um von Otterngezücht verspeist zu werden!" Er machte dem Hindu ein Zeichen und ging auf den Zehe rspitzen nach dem Eingang. Dicht vor sich hörte er ein Schnaufen. Seine Hand fuhr hinaus und zerrte einen Menschen herein, dem das Wasser in Strömen vom ganzen Körper rann. ..Dieb?" sagte der Oesterreicher und sah dabei nach dem Hindu hinüber, der das Gesicht zur Seite wandle und den schwarzbraunen Mantel ganz enge um sich zog. „Was willst du?" fauchte er den halbnackten Schwarzen an. Der Kerl klapperte vor Frost und zeigte nach dem Mund und von Meern weg nach dem Holz- teller, auf weichem die Reste einer Spei'e lagen. Die Gebär, e war deutlich. „Iß!" befahl Würz. „Warum bleibst du nicht?" wandte er sich an den Hindu, der nach der Türe ging und die Vorhänge tzurückschob. „Er ist ein Paria," kam es wegwerfend. Die Leinwand fiel herab und der Oesterreicher stand mit dem Geächteten allein. Ein Paria! Würz hatte während seines langen Aufenthaltes in Inst en schon so viele Erfahrung gesammelt, dah er wußte, um wen es sich da handelte. Wie die Menschen hier komisch waren! Zu Hause in Oesterreich gab's auch älnterfchiede! lischen Arbeiterverein Vorbedingung war), scheiterten, und so fand am 11. Juli 1911 eine öffentliche Versammlung statt, in der Landes-Woh- nungsinspel or G r e h s ch e l über Ziele und Bestrebungen der Tau e>rofsenscha,tcn sprach. Anschließend wurde e ne neue Baugcnosß:nscha,t unter dem Namen „Gemeinnützige Baugenoffens^afl 1911 zu Gießen e. G. m. b. £).“ gegründet. In der von 82 Mitgliedern aus allen Devölkerungskreisen besuchten Versamm.ung am 29. Juli 1911 wurden die Satzung beschlossen und Vorstand und Aufsichtsrat bestimmt. Als Vor- stan smitg i.der wurden gewähl.: Geschäftsführer H. Fourier, 1. Vorsitzender: Psar er Tech» tolsh ' er, 2. Vor,itzen er: S a'tfekre'är M o s i g , Shristsülr r; Kran e.i ajenre ,r.er T13. Lenh, Zechner: Spenger..eitler Zahmer, Beisitzer. Dem Aufsichtsrat gehörten an: Fabrikant Klingspor, Gärtner Koch, Professor Dr. Klein, G.afermeifter Bier au, August Braun, Schriftsetzer, Kaufmann Bräutigam, Sekretär Scherff, Dr. med. Schäffer, G.aser Maier. Die Erwerbung von Baugelände zur Verwirklichung des gesteckten Zie'es gestal ete sich anfänglich recht schwierig. Erst nach .en Ausscheiden des früheren Oberbürgermeisters Mecum wurde dies besser. Der neue Oberbürgermeister Dr. Keller hatte schon als Beigeordneter die Bestrebungen der Genossenschaft tatfrä.tig unterstützt. Durch den Ausbruch des Weltkriegs wurde alle Bautätigkeit auf dem Gebiete des Wohnungsbaues unterbunden. Nach Beendigung des Krieges ging die Gemeinnützige Baugenossenschaft 1911 sofort ans Werk, dem sich recht fühlbaren Wohnungs- mangd zu steuern, und wandte sich an die Stadtverwaltung zwecks äleberlassung von Baugelände. Oberbürgermeister Dr. Keller war bereit, die Baugenossenschaft in jeder Weise zu unterstützen, da nur Baugenossenschaften und Städte in Zusammenarbeit imstande seien, die Wohnungsnot etwas zu lindem. Er trat jedoch einer Zersplitterung der Baugenossenschaften entgegen und machte seine äln'erstützung von der Vereinigung beider Baugenossenschaften anhängig. Die darauf eingeleiteten Verhandlungen zur Verschmelzung der beiden genannten Baugenossenschaften führten denn auch zum gewünschten Ziel, und die neue Genossenschaft erhielt den Namen „Baugenossenschaft 1894 zu Gießen e. G. m. b. h." Am 21. Januar 1919 wurden Vorstand und Aufsichtsrat gewählt. Denv Vorstand gehörten an- Prokurist Wolff, 1. Vorsitzender: Geschäfts- .Hie 3- ^äirdiges kontoU s® ResevM MdslZto 3271 $2 111E ^'[enöuiiS g.iwmmen. fdirif1 J Derichtu ** ist lorgej^ 1 i'i ’%v; s-er t8 uk; * l^ntüt Dr?uUer Mre! v^° «Ilvr Dr. *}• ^elegtQut^flen, $-uft ÄjM ^wge unÄLfle* baten öie u3!N- lu6-en v:,eTe giften erüen. S)aa «T Q5”ofie (18702b£j*et Jung 4 h a uuabrat. Habt ^lgung ? ff “W ' 1«?Ä Hl 4 uns s q; n > mi s erM »- i Guten, -Ä eltoa >n beC ^^?ankn&. B$S .Ln Kugelberg- 5e1' vier unb fünf durch öießfnS enen neuen Ber-ö//. ^elöen Straße nur v cc ‘ttA uni Simmern daselbst vier gto;^ J unb un Sjerb^t des- ■Ä2üte:ttQfe « Wohnungen begon. n Arbeit Die Mjer »te und mer M. tour en m der Karl, uieMuser erstellt und wurden in der Liebig, oer gleichen 2aude.se ave begonnen und un wurden in der Liebig. Wchnungen gleichen Juli 1929 bczegen. Aus ?rö«n j. Z. weitere 42 wer ist in der Liebig, s mit drei Läden unb ■ brgrisen, fo daß Mir 48 Wohnungen bezogen se Baulicheren wurden men von Architekt ha- Bauleitung innehatte, zeit wurden soigende ZwriMmerwchnungen, i, eine Bierzimmerwoh« Räume für eine Klein- szeit wurden soigende Swezimmerwchnungen, , 9! Äerzimmerwohnun. ungen (Der größte Teil neu Bodenraums. aut: 6 Zivchimmer- immemohnungen, 95 26 ZünsMmerwvh. io 296 Dohnungen. i in die Tätigte t der ein Vergleich der Bi« )'.e Vaugenosienlchast Jo .ndjfl^te: Die Tilaiu üt bei einem Eewinnsaldo 87 072,42 Mk- in Aktiva .ark-Erössnungsbilanz Jur ^Passiva 204766,63 M- mochte. nW Becher und goß aus m in dcnlelbcn .Tnn^ esser! Die tncit tu » t herabgefallenen Lidern Nager. klopfe bestätigi- „ Sechs Stunden durch '/^niich^x wwer W ^,nn du .en panl Mr, gespreizt- ° n^nan fc- dirs 1J J rüdDärli ^^mittcW?' aus «n ® jSnfli über' )n graupelt WÄ a Dollgel^ - „ lßr ö3Un Ä öie nafR >ant Dann V» einander- «;,rÄ AS «ZS ■ (#'*> ’* *w 9 Sunve J Arft» si'W* 1Ä** / auS. Die Ti lau- für das Jahr 1927 gibt ein voll- ständiges Bild über den Denn ögeussl and der Baugenossenschaft im Berichtsjahr. Aktiva: An 3mmob:.lienlonto 1 204 829,71 Ml.. Hypotheie?.- konto 3930,00 Mk., Kafsakonto 361,04 Mk., zusam- men 1 209 150,75 Mk. Passiva: Per Geschäfts- anteilkonto 57 703 85 Mk., Anleihenkonto 1 035 320 31 Mk., Spareinlagenkonto 1019,35 Mk., Refervefondskonto 2705,00 Mk, Spezialre erve. fondslonto 43 764,80 Mk-, Auftoertungskonto 32 719,67 Mk.. Straßenkosten-beitragskonto 11 148^68 Mk., Düvgersteigbeitragskonto 6400 Mk., Häuserunterhaltungskonto 15 387,23 Mk., Eewinn- saldo 2981,86 Mk., zusammen 1 209 150,75 Mk. Die Mitgliederzahl betrug Ende 1914: 102. 1924: 699, 1927: 766. Der Vorstand und Aussichtsrat haben die Vollendung des 35. Deveinsjahres zum Anlaß genommen, in einer 36 Seiten (4°) starken Denkschrift den Mitgliedern einen ausführlichen Dericht über die seitherige Tätigkeit der Oe» nossenschast vor Augen zu führen. Die Denkschrift ist „den eifrigen Förderern der Wohnungssür- sorge, insbeson ere unserer gemeinnützigen Bau- genossenschaft, Herrn Dr. Keller, Oberbürgermeister ter Stadt (Ziehen, Herrn Dr.-3ng. Hamm, Beigeordneter der Siadt Giehen, und Herrn Dr. Reumann. Präsident der Landes- Versicherungsanstalt Hessen in Darmstadt, in Anerkennung ihrer Verdienste zugeeignet". Außer den eben genannten drei Herren- die sich um das Wohnungsbauwrsen in ter Stadt (Ziehen und im besondere,i um die Baugenossenschaft 1894 grohe Verdienste erworben haben, nennt die Denkschrift noch folgende Hamen, deren Trägern herzlichster Dank für ihre arbeitsreiche Tätigkeit aus» gesprochen wird. Es sind dies die leider zu früh verstorbenen Herren: Bürgermeister Krenzien, Rendant Doering (nach ihm wurde die Dce- ringstrahe benannt). Prokurist Wolff, Rendant Haas, Grmnosiallehrer Dr. Klein, Rechner Albert Lenh, Bauolerinsveltor Gg. Pai» ran, Pros. Dr. Krausmüller. Die Oe- nossenschast w rd diesen Förderern der Bewegung allezeit ein ehrendes Andenken bewahren. Zum Schluß des Berichts wird noch einiger Herren dankend gedacht, denen die Leitung der Baugenossenschaft 1894 obliegt. Es sind dies die Herren H. Fourier, 1. Vorsitzender, H. Wölfer, Rechner, und der Bauführer Airchilelt Hamann, deren tatkräftiger und umsichtiger Führung die Genos enschast viel verdankt. Möge es ihnen noch recht lange vergönnt sein, an der Spitze der Cenosienschast mit Erfolg zu wirken Der Vorstand seht sich zur Zeit zusammen aus den Herren: H. Fourier, H. Wölfer. Hamann, E. Müller, A. Mann, Allendörser und Tenk. Der A u f s i ch t s r a t besteht aus den Herren: O. Bergen, Kuhl, S. Müller, Schneider, Th. Schwieder, A. Braun, Th. Ruhl, 3. Maier, Zanger. Außer dem geschichtlichen Ausschnitt usw. bringt die Denkschrift auf 13 Seiten Abbildungen von den Häusern der Baugenossenschaft in den verschiedensten Stadtteilen. Auch sind Lagepläne und Grundrisse hinzugefügt, die einen übersichtlichen Einblick in das 3nncre der Bauten gestatten. Runvsunkprogramm. Donnerstag, 14. November. 12.15: Schallplattenkonzert: Schallp.atten-Kaba» rett. 15.15 bis 15.45: Stunde der 3ugend: Von Maschinen und Menschen. 16 bis 17.45: Von Wiesbaden: Kon ert. 18: Don Kassel: „Die Organisation der modernen Polizei", Dortrag von Regierungspräsident Dr. Friedensburg. 18.20: Don Kassel: „Siedlungspolitik in Kassei", Vortrag von Prof. Sautter. 18.40: Stenographischer Fortbildungslursus (Diktat von 60 Silben aufwärts). 19.30: Von Stuttgart: Lothringer-Abend. 20.15: Von Mannheim: Erstes Konzert der Bläscr- Dereinigung des Mannheimer Rationaltheater- Orchesters. Den Ausgangspunkt schwerer Gesundheitsstörungen bilden sehr häufig die chämorrhoiden. Man wußte bis vor kurzer Zeit nicht, daß diese schmerzhaften Hcimorrhoidalentzündungen, die den Kranken oft zwingen, das Bett zu hüten, durch die Darmbakterien verursacht werden. Jeder, der an Hämorrhoi- den leidet, sollte sich diese Forschungsergebnisse zunutze machen und das spezifisch wirkende Posterisan anwenden, welches die Schutz- und Heilstoffe gegen die Darinbakterien enthält. Aufklärende wissenschaftliche Broschüre ist in ollen Apotheken kostenlos erhältlich. — Originalpackung Posterisan-Salbe: 1,75 Mk.: — Posterison-Zäpfchen 2,65 Mk. 8772v .0 Unterstützt das Handwerk Bei Neuanfertigung und Aufarbeiten von Polstermöbeln und Matratzen aller Art wollen Sie das selbständige Handwerk berücksichtigen! Fachgemäße und preiswerte Bedienung sind ihnen hier am besten gewährleistet! Die Polsterer-,Tapezierer- u.Sattler-Innung „,3,0 für Stadt und Kreis Gießen Besonders preiswert: | Feinkost-Käse ohne Rinde, ar/o Fett, Schachtel Mk. 0.20 0.40 3 Stück Mk. -.Pfund Mk. Stück Mk. 0.18 Scham Magnetmehl allerfeinstes Konfektmehl-.. Pfund Mk. 0.28 Vorverkauf: S&F-Kaffee billiger I | Pfund Mk 4.40, 3.80, 3,40, 3.00, 2.60 5% Rückvergütung! v . V 0.90 0.90 0.44 i. 2. 3. 4. 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Hebamme und Arzt gaben mir wenig Hoffnung, die Kinder am Leben zu erhalten. 10 Wochen lang lagen sie in Watte und zwischen Wärmkrügen. — Ich habe ihnen verschiedene Kräftigungsmittel gegeben, ohne dass sie nennenswert zugenommen haben, bis mich einer auf „Scott’s Emulsion“ hinwies, die ich natürlich auch versuchte. — Zu aller Erstaunen wurden die Kinder zusehends kräftiger, wie das Bild zeigt. — Heute sind die Kinder 13 Monate alt; der Junge läuft schon, das Mädel ist auch bald so weit, und beide haben schon 8 Zähne. — Ich bin Ihnen wirklich dankbar für den grossen Erfolg. Frau Fischer, Bonn a. Rh., Luisenstr.68. Man verlange nur Original Scott in allen Apotheken u. Drogerien. Depots: Engel-Apotheke,Hirsch-Apotheke, Pelikan-Apotheke, Drogerie H. Noll, Ludwigsplatz und Neustadt, Kaiser-Drogerie Noll, Lindenplatz 5, Löwen-Drogerie Klidinger Nacht., Seltersweg 79a, Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz 9/10. 8j57V Karten 1.— bis 2 - Mark. Die guten S Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L. 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Rübsamen, Gießen 978D Fernsprecher 3059. Gleichzeitig wird in diesem Termin ein abgängiger Ziegenbock versteigert. Allendorf a. d. Lda., 1.. November 1929. Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. Rein. und -Unterhaltung)........... Erwcrbsloienfürsorge Wohnungswesen............ Sonstige Ausgaben der Kämmereiverwal- tungen ................ Außergewöhnliche Zuschüsse und Neumvestie- rungen für Unternehmungen und Betriebe und Vermögensverwaltung....... Ausgaben insgesamt Mithin: Mehrausgabe . . bzw. Mehreinnahme . . Unsere Hauptpreislagen (38) (5T) @ Donnerstag,14. November, abends 8 Uhr, Cafe Leib 9353D Mittelstands-Vereinigung (Wirtschaftspartei) «tu das am ejg wnflen sind deutlichsten Sw un ®el*eble, in Zeichnet i tunbene ui werden vo ebenersijlli M Aus Dem Boriahr KiuBÄ-t,}au’ bcn ™onaten IV-,X- 29....... Ergibt Bestand am Schlüsse des Berrchtsvierteljahres Gießen, den 9. November 1929 Der Oberbürgermeister. Keller. genäht, nur 9339V 1 Mark SÄ Offenbacher Lederwaren-Dertrieb (T tRnhor Kirchenplatz Nr. 9 U.. Jtuuer Telephon Nr. 3750. Irische Seefische Grüne Heringe. Bratkchellfiich. Seclachc«, Goldbarsch. Kabeljau, «chellstsch. Secbccht, Makrelen, Zlarbonade, Schollen groß und klein, Zungen, Stciubutt. Fisch-Kilcts! von verschiedenen Sorten Flußfische! 07323 Brcsem, Plöttcu. Zander, Hechte, Salm, lebende Schleien. Alles in bester Qualität! Fischhaus Cuxhaven Marktstraße 14 Gießen Telephon 2417. Gepflücktes, haltbares Taiel und WirtichaflSoblt unter DurchschnttlSgröße zu Mk. 7.50 per Zentner ab hier abzugeben. Bei größerem Ankauf Pieiie nach Ueberelnkunft. 9212D Tutcuboicner Qbstknlturcn A. Pascoe Dutenhofen, Sir. Wetzlar. .5 ■ i Dulle und Ziegenbock. Dienstag, den 19. November l. 3.» vormittags 10Vi Uhr. wird ein schwerer, abgängiger Gemeindebulle unter den in dem Termin festzusetzenden Bedingungen im Submissionswege verkauft. Angebote sind verschlossen, mit Aufschrift versehen, pro Zentner Lebendgewicht bis zu obigem Termin bei hiesiger Bürgermeisterei ein- Vierteljahrs-Ausweis über die Einnahmen u. Ausgaben der Gemeinde Gießen, U.Viertelst Juli—Sept. 1929 des Rechnungsjahres 1929. (Beträge in tausend Reichsmark.) Au- dem Boriahr, und sn,at: A C,hcnl,id'cr «««»»•»• a) Bestand zur Deckung restlicher Verpflichtungen..... — b) Ueberichuß (4-), Fehlbetrag (—) des Vorjahres — Aufgaben und Ziele der Volksrecht-partei Frau Dv. med. Mavx Wohnungsnot und Volksgesundheit unter besonderer Äerücksichti- gung der Verhältniffe in Gießen Giadischulvat bischer Bedeutung der Stadtratswahl — Rückblick und Ausblick Deutsche Demokratische Partei u. Volksrecht Partei Billiges Obst Stadtkoffer Aus dem Vorjahr, und zwar: B .lutzerordenttich-r Hanaha.n a) Bestand zur Deckung restlicher Verpflichtungen . . . b) Ueberschuß (-st), Fehlbetrag (—) des Vorjahres . . . Bekanntmachung. Eine große Anzahl Pächter von Grasnutzungen an den Provinzstrahen im Kreise Gießen ist mit Entrichtung der Pachtgelder für 1929 noch im Rückstand. Es erfolgt hiermit öffentliche ahnung zur Zahlung innerhalb acht Togen. Nach Ablauf dieser Frist wird da^ Pfändungsverfahren auf Kosten der rückständigen Zahlungspflichtigen ohne nochr.alioe Anmahnung durch- geführt. " 93430 Gießen, den 12. November 1929. Der Provinzialdirektor der Provinz _______________Ob erheb en.______________ BullenverkM. Die Gemeinde Wieseck beabsichtigt einen Simmentaler Dullen auf dem Str&mif- sionswege zu verkauf.n. Offerten pro Zentner Lebendgewicht sind bis Freitag. de'Ks 15.Hooember, vormillags 11 Uhr. auf hie-, figer Bürgermeisterei einzureichen. Wieseck, den 12. November 1929. Hessische Bürgermeisterei Wieseck. S ch o m b e r, 9342D I ■ M Jahressoll (Haushalt- iol!-stRech- nungssoll der Vor- lahrsreste» Ist-Einnahme oder Jst-Ausgabe leit Beginn des Rj. bis einichl. des Vorviertel- iahres Im Berichts- Vierteljahr Zusammen 1 2 3 4 l. Einnahmen: 1. Steuern................ 2. Von den Unternehmungen und - Betrieben 2237 141 484 625 und der Vermögensverwaltung abgelieferte Überschüsse............. 723 — 138 138 2960 141 622 763 Davon ab: An Unternehmungen und Betriebe und die Vermögensverwaltung geleistete Zuschüsse 324 5 62 98 Verbleiben . . 2636 136 560 665 3. Sonstige Einnahmen: Allgemeine Verwaltung......... 87 1 11 12 Schulwesen.............. 11 2 3 5 Tiefbaumesen............. 45 — 8 8 Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen (ausichl. Arbeitslosenfürsorge und Woh- nungswe.en)............. 1 — — — Arbeitsloiensüriorge (Krisensüriorge) . . . — — — — Wohklungsweien............ Besondere gemeinnützige Anstalten u. Ein» 5 — 1 1 Achtungen .............. 956 110 219 329 Uebrige Kämmereiverwaltungen..... 671 80 143 223 Einnahmen insgesamt . . 4412 329 945 1243 (abzüglich der Zuschüsse an Unternehmungen, Betriebe und Vermögensverwaltung) II. Ausgaben: 1. Allgemeine Verwaltung ......... 914 225 206 431 2. Schulwesen: a) Volksschulen............. 131 12 19 31 b) Sonstige Schulen.......... 3. Tiefbauwesen i Wege-, Straßen-, Brückenbau 380 109 99 208 und -Unterhaltung)........... 4. Wohlfahrtspflege u. Gesundheitswesen (aus- 252 30 88 118 schließlich Arbeitslosenfürsorge und Woh- nungsweien).............. 899 194 189 383 5. Arbeitsloiensüriorge (Krisensürsorge) . . . 10 1 4 5 6. Wohnungswesen............ 7. Besondere gemeinnützige Anstalten u. Ein- 13 3 3 6 richtungen............... 8. Uebrige Kämmereiverwaltungen (soweit nicht 1223 203 241 444 unter 1—7 aufgesührts......... 9. Umlagen an den übergeordneten Gemeinde- ,590 47 78 125 verband ............... — — — — Ausgaben insgesamt . 4412 824 927 1751 Mithin: Mehrausgabe . . — - 494 + 18 -477 bezw. Mehreinnahme . . — — — — 2066 64 533 597 — — — — 265 20 488 508 2331 84 1021 1105 405 12 156 168 — — — — 1028 20 476 496 898 163 334 497 — — — — 2331 195 966 1161 — — 111 — — 56 — — + 55 — Mittwoch, 15. November 1929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 267 Drittes Blatt Für den Büchertisch Politik und Geschichte »37A eis lagen 18" ander Reue Kriegsbücher »weg 28 iigiing itoiig Serü^ mit der Ausdauer des Welterrbummlers Hot ton? tsparen, ln9 Mäntel und Gunther Plüschow, der „Flieger von Tsingtau", fast zwei Jahre lang Meer und Luft durchsegelt. Auf seinem Kutter „Feuerland" hat er zuerst mit seinen vier Fahrtgenossen und Schnauf, dem Huno, den Atlantik überkreuzt. Denn dieses Mal hat er den Kiel der neuen Welt zugekehrt. Brasilien wird angesteuert, um die letzten Dotokudea ion? errenkt>nfekti0n 6rnen Anzügen kommens Wandlung vollziehen, wenn er vor einer objektiven Kritik bestehen will. Eine starke Talentprobe ist dieser Roman, die verheißungs- voll auf Iahre der Entwicklung und Reife weist. A. B. — Der Hof im Ried. Bon Gust. Schröer. Roman. 10. bis 13. Tausend. Gebunden Mk. 3. Dcrlag Quelle & Meyer, Leipzig. (443) Der Thüringer Daucrndichter schildert die Geschichte einer entsagungsvollen Liebe zweier Menschen, in denen ein schwerer Kampf zwischen gesunder Sinnlichkeit und der Ehrfurcht vor sich selbst zu ernsten Konflikten führt. Die bewegte Handlung, meisterhaft aufgebaut und spannend bis zum Acustersten. wirkt erschütternd in herber Knappheit. Mit feiner psychologischer Kunst wer- den Land und Leute und ihr tragisches Schicksal geschildert. Aus fremden Literaturen. — Marie Hamsun: O l a Langerud in der Stadt. Erzählung. 218 Seiten 8n. Berechtigte Uebersetzung aus dem Rorwegischen von 2. Sandmcier und S. Angermann. Einbandzeichnung von Olaf Gulbransson. Leinen 7 Mark. Berlag von Albert Langen in München. (523). Marie Hamsun hat nach ihren „Langcrudkindern" und den „Langerudkindern im Winter" in ihrem neuesten Buch wieder von den nun Heranwachsenden Langerudkindern und deren Gespielen erzählt, besonders von dem Ael- testcn, Ola, dem tapfersten und nobelsten kleinen Mann, den man sich vorzustellen vermag. Da ist er aus der Dcrgheimat in die große, fremde Stadt verseht, um sich Schulbildung zu erwerben, er kommt sich bäuerlich und gering vor unter der Spottlust der Schulgefährten, er lebt bei fremden Leuten, wo der Herr des Hauses sogar „die Tür auf eine sparsame Weise öffnet", und erobert sich — o, durchaus nicht als Musterknabe, aber als echter, ehrlicher Bub — Umwelt und Leben. Das liebenswürdige, mit einem seinen Humor und weiblich-mütterlicher Lleberlegenheit geschriebene Buch verdient'-, viele Freunde zu finden. — Henry de Montherlant: Die Tiermenschen. Roman. Aus dem Französischen übertragen. Bon Hairs Kauders. 291 Seiten 8n. Leinen 7 Mk. Im Insel-Derlag zu Leipzig, 1929. (416). — Dieser hinreißend geschriebene Roman handelt in Spanien und in der Provence, handelt von Kampf und Liebe. Die Tiermenschen von Henry de Montherlant, das sind die Stierkämpfer Spaniens und Eüd- frankreichs: Montherlant, der französische Aristokrat, beschreibt ihr Leben nicht als Zuschauer aus der Loge, sondern er ist selbst als Torero mit dem Degen und dem roten Tuch in die Arena getreten. 6: ine Prosa vereinigt alle Kräfte vom Erdhaft-Volkstümlichen und Animalischen । bis zu der brokatenen Pracht der Spätantike in sich und erhebt sich zu Hinreistender Gewalt. einmal aus. man must auch Gelegenheit den spielenden Figuren der Zeit in die zu sehen und selber zu Gewinn und mitzuspielen. Anton Tetzner, der in seinem Erstlingswerk, dem Roman Antäus. wirkliches Talent zu erkennen gibt, wünsche ich, dast er aus drückender Enge bald in befreiende Weite gelangt. Phantastisch gesteigerte Bilder gleiten in dem Roman an uns vorüber, denen vielfach noch die Verfeinerung, die Verinnerlichung fehlt. Llebcrkultur wird wach, die, was schön angcsponnen ist. oft wieder zerreistt. Liebe will Klüfte überblühen, aber es sind nur kurze Träume, die rasch verwehen! DaS Buch zeigt vortrefflich exponierte Abschnitte auf. in seiner Totalität bleibt es im Problematischen stecken, man vermistt die künstlerische Rundung. Auch in der Stilistik muh sich bei Betzner eine voll- 16. Jahrhunderts. der Kof Ph'.-rpps II. biLm tcn Hintergrund, auf dem sich die spannende Handlung des Romans ao.eichr.et. Da erschienen die unS vertrauten Gestalten Philipps und des Don Carlos, doch dieser nicht in der Schillerschen Idealisierung, sondern, toie rijn die überliesert, bösartig und verkommen. Da erscheint der blutbefleckte Alba. Wir hören von dem rit.er- lichen Egmont. Roch einmal entbrennt der Kamps um die Riederlande. In den Vordergrund aber treten die scharfumrissenen Phantasiegestalten des Dichters, der n'ederländische ^reiheitsheld Mon- tigny. der shylockartig verkrampfte Goldschmied von Segovia, des en Hast und Selbstzerfleischung ihn zu entsetzlicher Gröhe emporheben und die rührende Gestalt seiner Tochter, die das Opfer ihrer hingehenden Liebe wird. — Anton Dehner: Antaus, vornan Merlin-Verlag. Baden-Baden. (511). - ES ist nicht genug, dast man Talent habe, spricht SA ngeschlossenl 9en naril^.< verwirrte. Für den Vater bedeuteten die Iahre der Liebe zu Sidonie heimliches.^ erfüllendes Glück: für Sidonie waren sie Glück und Leid zugleich, da sie dem Vater zugefallen ist, im Grunde aber stets den Sohn liebte. Dem Sohn hat die Erkenntnis des Verhältnisses zwischen seinem Vater und der Iugendgespielin zede Fähigkeit zur Liebe genommen. ES ist interessant, wie ohne jede Prätention Und ganz selbswer- ständlich die Ergebnisse Freudscher Seelenana- lyse im Roman künstlerisch gestaltet werden. Am besten ist die Deichte des Vaters gelungen: das ist eine Gestalt, wie sie der französische Roman meisterhaft schildert: nomme ä femmes, Künstler politischen Geschichte. Man darf im ganzen — durch politisch-historische Belletristen wie Ludwig und Eulenburg mihtrauisch gemacht — Stefan Zweigs Ausflug als gelungen bezeichnen, wenn es auch dem zünftigen Historiker nicht schwer fallen wird, dem Proträtisten manch falsch gesehene Farbe im Hintergrund, manch verkannte Züge, verdrehte Auffassungen nachzuweisen. Aber von Einzelheiten abgesehen wird uns aus der Zweigschen Darstellung — äußerst subtil, äuherst erregend, wie bei Zweig selbstverständlich — das Porträt dieses Großen der Devolution, dieses Einzigen, den der große Kaiser unter seinen Mitarbeitern zwar verachtete aber auch fürchtete, dieses Mannes, dessen einzige große Stärke die absolute und unbedingte Charakterlosigkeit war, wieder ganz nahegerückt. Ein erstaunlicher Aufstieg, eine unerhörte aber in seiner politischen Ratur tief begründete und ihr selbstverständliche Wandlung vom Priester zum Revolutionär, vom Girondisten zum Iacobiner, vom Schlächter von Lyon zum Minister des Direktoriums, vom Parteigänger des Barras zu dem Rapoleons, des neuen Sterns, vom kaiserlichen Minister zu dem der Bourbonen — die „hundert Tage" zieht den Konjunkturpolitiker natürlich wieder ins Lager Rapoleons, doch er ist sofort zum Verrat seines Herrn und Meisters entschlossen, als bei Waterloo die Sache schief geht. Den Gipfel an Spannung, künstlerischer Gestaltung und historischer wie psychologischer Glaubwürdigkeit erreicht > ----- . r:ch miÄ Sn wird. N<ü>°le°n f<&nt uns 6a- 1 M>Mteton d gegen in recht wesentlichen Momenten falsch beurteilt. Das Zweigsche Buch, dieses Porträt einer Rachtgestalt der Geschichte, gehört zweifellos zur interessantesten Lektüre dieses Iahres. Mm Dee non? ,el und Anzüge 1 Fabr'kat und Fähigkeit sind? — Marcel Prevost: Der jungfräuliche Mann. Roman. Ins Deutsch« übertragen von Franz Blei. Deutsches VerlaashauS Dong & Co.. Berlin W 57, Leipzig. (488). — Dieser Roman von Prevost ist gute französische Tradition: wenig Handlung, Seelenzergliederung. elegant geschrieben, gut lesbar und infolge seiner tiefen Kenntnis menschlicher Leidenschaften niemals oberflächlich. Drei Menschen, Mann, Frau und Sohn, geben ihre LebenS- ... - - ■ - -- -r ’ das Deutsche Erzähler. IWs — Gustav Frenssen: Iörn Uhl. G. Drvtcsche Verlagsbuchhandlung, Berlin. Preis Verlust 3.50 Ml. (557)— Der bekannte Verlag, der die Pflege und Verbreitung wertvoller deut cher Erzählungs-Literatur se t vielen Jahrzehnten zu seiner Hauptaufgabe gemacht hat, legt eine Volksau gäbe von Gustav Frensfcns berühmtestem Roman vor, der bei seinem Erscheinen einen einzig dastehenden Ersolg erzielt hatte. Das Buch hat seitdem immer weit re Kreise gezogen und wie jedes echte Kunstwerk von seiner Wirkung und seiner Leuchtkraft noch nicht; ein- gebüßt. Die Volksau gäbe enthält den Text ungekürzt. Die Ausstattung ist durchaus gediegen: holzfreies Papier und ein schöner Leinenband bei billigem Preis. — Joseph von Laufs, Volk ohne Ehre. Ein niederrheinischer Roman. Leipzig. K. F. Koehler, G. m. b. H., Verlag. Ganzleinen 7 Mk. (499)— Laufss neuer großer Roman verseht das Romco-und-Julia-Motiv in die Ze.t nach dem Weltkrieg, wo es infolge der neuen I Earl Grimberg, Weltgeschichte. Anschauungen und unter dem Druck der Infla- Leben und Kultur derVölker. 1. Bund: tion auch in den kleinsten Orten zu partermaßl- Anfänge der Kultur. Die Aegypter. Die Assyrier gen Spaltungen, ja zu blutigen Auseinander- un& Babylonier. Jsraelilen und Phönizier. Die sehungen kam. Durch den Streit der Vater wird Meder und Perser. Die ägäische Kultur. 2. Band: die Liebe zweier junger Menschen den schwersten $-e Ganzleinen Subskriptionspreis Erschütterungen ausgesetzt, und erst als es zu - sch 'm Meisterwerke, die Würdigung der künstlerischen Wasser." Diese Worte des Zungen Soldaten Leistungen gibt uns ein Spiegelbild von der dem die „Zärtliche Seele , mmittm des Grauens Weltanschauung der alten Völker. Daß aller des über Tirol hereinbrechenden Krieges, ihre wissenschaftliche Dallast, alle Zersplitterung durch letzte Liebe schenkt, Seben die Deutung vom Streitfragen vermieden worden sind, erhöht den Sinne chres Lebens Ihr Schicksal verwachst mit f Grimbergschen Weltgeschichte als der Legende vom Konigskind, das die höchste Volksbuch. Gabe der Erde besitzt: Leid in Schöpferkraft zu 6 tef % Rheinische Vvv.-Bank Üiqn. woldpse........ 8% Pr. LandeoplandbrleianNalt 80,95 — — — Pfandbriefe R. 17..... 8% Pr. Lonbe»psandbrteianNaU, 98 — 98 — Komm.-Lbi. R. Ui..... 95 _ 95 7% Pr. yanDeipfanobdcfanflalt, Planvbriese R. 10 . CI.l t». aou. vutmea»*Obltgatton rückzahlbar 1932 ... 89 — 89 — 4% crsterretchtiche «Soibtte. 24,65 4,20% Crtterr Gilbert-- 4% OclterreichilLe Einheitliche — 3 — Rente.......... 1,8 — 1,8 4% Unnariidje Soibtte. . . . 21,25 — 21,25 21 4% Ungarische Staaiür. v. 1910 19,13 — 19,25 4^% brtgl. von 1913 .... 4% Ungarische Kronenrte.. . . — —- 1,9 — 1,9 1,85 4% lürk. Zollanleihe v. 1911 . 4% Türkt,che Bagdabbahn-Anl 8,45 — 8,4 Serie 1......... 8,5 — 8,4 _ 4% br»nl. Serie II . 6% Rumänische vereinh. Rente 8,5 8,55 8,4 — von 1903 . . . . 4y,% Mnmänilche vereinh. Rente — — 9,3 — von 1913 ....... 15 — 14,9 _ 4% Rumänische vereinh. Rente . 7,6 — 7,55 — ran nun a w Berli. •rdhufr Ul' Schlug tiuiang- (bi re Hur Kur Kur Datum 12- 1 13 1 12 11. 13. 11. HamburgAmerila Pake- 106,5 104,75 106,75 105 Hamb. Südam. Damplich. . fr - — — 162,5 Hanla Dam, fschiss..... 11 — — 148,75 146 Norddeuncher Lloyd .... . t 101 100,25 101,65 100,5 Vlllfl. Icui|d)cöreüitan(L . . 11 117,25 — 117,25 116.75 Barmer Bankverein ... 11 119 119 119.25 119 Berliner Hanveldgelellsch. . . 1-. 181 182,5 180 Commerz- und Privat-Bank . 1 163,25 160,25 163,25 160.5 Darmst. u. Nationalvanl . > 239 — 239,13 237 Deutiche Bank ...... 1' 154,5 154 154,75 154 Dlrcouto-Melellschast, Ant. . 1( 154.5 151 154,75 154 Dresdner Bank...... 1< 150 149,25 150 148.5 Reichebani ...... 1 266 260 266.5 258,5 0.(1.®.......... 167,25 165.6 167,75 165.4 Bergmann . . . — 201,5 200,25 Eicttr. Lieferung SgelelNchast 1 — — 165,5 164 Licht und Krall 1' 167,75 167,5 167,5 169 sielten 4 Guilleaume.... IV, 117,5 —— 116,75 116 Gei. I Clektr. Untern..... 10 169 — 169,75 167 Hamb Eiekir -Werke .... 1 — — 131 130,13 Bibeln Clektr........ 149,5 — 150,5 149,5 Schlei. (Eiefr ...... 10 — - 158,25 155 11 — 184,5 186,5 184,75 Siemens & oaiske..... 16 302 297 299,13 297 Transradio........ . 8 — 126,5 125 Lahmeyer 4 do..... . 10 162,5 — 162,25 161 Buderus......... . 6 64 — 63,9 Deutiche Erdöl ...... . 6 97,9 97 97,75 96,75 Stiener Steinkohle..... _ > — — — — Geilenkirchener ...... . 8 126 125,5 127 126 Harpener......... . 0 133,25 — 134 132,75 Hoelch Eilen........ 6 V, — — 117,25 117 Ille Bergbau....... 10 209 — — Rlödnetrocrte ...... 95 —— 95,5 95 fiöin-gicucfien . . . . 7 — — 115,25 114,25 Mannesmann .Mhren . . . . 7 97 96,75 98 96.75 Manslelbcl Bergbau . . . . • e 108,5 104,75 108,5 105 Lbcnch'ei- Suen^eoari . . . — — 70,75 Oberichlel. Kolüwerke.... . 7 — — 96,4 95,25 Phönix Bergbau...... ey. 103,5 — 103,75 103,25 Rhrtniiche Braunkohlen. . . 10 248 — 248 248,5 . 6 103 102 103.5 102,25 Riebeck Montan...... 7,2 — — 102,25 — Frankfurt a M öerllr on mann ... 7 88 86.75 88 87,25 Lernen werk Heidelberg ... 10 119,5 120 —- — Eemeniwerk Karlstadt . . . io — — — — ilBaos £ ,vi 0 aa .... 8 84,5 83,25 85 — Schultheis Patze nhofer ... 15 — — 276,5 275.5 OÜwerke....... . 12 — — 215,5 214 Ber. Glanzstosf...... 18 —— — 132,25 — Bemberg........ " 201 —- 201 198,25 ijeliilos. Waldhof ... 13% 197 196,5 197,75 196,13 ßellftoil Al-Hass, nbura . . z 141,75 — 142 140,5 Eharlot/nburgec Malier ... 8 — — 93,75 93,25 Deuautzr Gao .....V — — 165 164,25 Da'mier Motoren ......i 40,25 — 41.5 40,13 Deutiche Linoleum..... -'44,5 244 244,25 244 Malchinenbau A.-G......O — — 46,25 46,13 A rro ri' Äl t) ‘ .....v — — — — uuow. Vor io .... lt‘ — — — — Rat Automobi........< — — 21,13 — Crrnflrtn 4 Koppel.....6 —- — 74.75 72,5 V-onharo Tietz......10 — — SvenSka . ...... — — 322 314,5 .Zranki. Mmchtnen......4 46 46 _ Griyner .........6 50 — 50 Hepllaenstaevt .......u Junghan». ......6 4 _ _ 47,5 — 47 Lechwerie. . 8 Mainkraiuverte Höchs! a. TL 8 103.75 110 — 'Bliafl. ... 10 121 * 120 119 Gebr. Roeder . ......10 104,5 —_ Boigt 4 taefjna ......9 222 _ 222 _ Südd. Zucker ....... 10 156,5 156 — Banknoten. Berlin, 12. November Geld Bries Amerikanische Roten . . . Belgilche Noten ...... Dänische Noten ....... Englische Noten . ....... französische Noten....... Holländische Noten..... . Italienische Noten........ Norwegische Noten..... . Dcutsch-Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten....... Schweizer Noten . . ...... Spanische Noten........ T'chechojlowakische Noten..... Ungarilche Noten ..... 4,bl 58,25 111,68 20,347 16,42 168,36 21,835 111,63 58,58 2,475 <11,93 80,86 58,63 12,335 72,80 4,191 58,45 112.12 20,427 16,48 169,04 21.915 112.07 58,82 2.495 112,37 81.18 58.87 12.395 73.10 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 12 Novemdei 13- November Amtliche Notierung Am'.iiche Nonerung td Brtel Geld «riel Am't.-Nott 168,68 169,02 168.65 168.99 Buen.-AireS 1.732 1,736 1,721 1,725 Brfl.-Antw 58,46 58,58 58.45 58.57 Christiania 111,93 112,15 111.91 112 13 fiDpenbaQ.’n 111.98 112,20 111.95 112,17 Stockholm - 112,24 112.46 112.26 112,48 HelsingforS 10,503 10,523 10,50 10.52 stallen. . 21,875 21,915 21,88 21,92 London. . . 20.38 20,42 20,375 20.415 Neuhork . . 4,1790 4,1870 4,1780 4,1860 Paris. . . 16,45 16,49 16,45 16,49 Scbweß .. 80,985 81,145 80,965 81,125 ©Da” len . 58,61 58.73 58,61 58,73 Japan . . . 'Hlo de Jan 2,041 2,045 2.036 2,040 0.491 0.493 0.491 0 493 Wien in D-- Cefl. abfltfi 58,74 58.86 58.73 58,85 Prag . 12,379 12,399 12.379 12.399 Pelirad - 7,391 7,405 7.390 7.404 vudapekt. 73,03 73.17 73,01 73,15 Bul arten 3,012 3,018 3,012 3.018 Lissabon Danzig. . . .Ponft..ntin. Athen. . 18,80 18.84 18.80 18.84 81,47 81,63 81,47 81.63 1,973 1,977 1,973 1.977 5,425 5,435 5,425 5,435 Tanada 4,101 4,109 4,096 4,104 Uru uat) . 4,056 4,064 20,935 4,066 4.074 t-atro . . - 20,895 20,885 20,935