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Juli 1929 Gietzener Anzeiger es auch nicht eine Verminderung unserer Rechts» garanticn anstreben, die doch fünftigen Schikanen, Mißbräuchen und Bedrückungen gegen uns Tür und Tor öffnen würden, ohne die Sicherheit Frankreichs im geringsten zu verbessern. Wir halten fest an der Verbindung des Völkerbundes mit den Aufgaben der Friedenssicherung im allgemeinen und denen in bezug auf die entmilitarisierte Zone am Rhein im besonderen. Die bestehenden Dauer» regelungen in bezug auf die entmilitarisierte Zone weisen eine Verbindung mit dem Völkerbünde auf, die wir nicht lockern können. Die dauernde Reuschaffung von Sonderorganismen ist eine Verwässerung und Schwächung des völkerkundlichen Grundgedankens. Die Feftstellungs- und Vergleichskommission, die die französische Presse propagiert, wäre als ständige Einrichtung ein stärkster Einbruch in die moralische Autorität des Völkerbundes in der Aufgabe der Friedenssicherung. 3a, die Erfüllung dieser Aufgabe könnte dadurch gefährdet werden. Das abgerüstete Deutschland kann un- möglich diesen Sprung von dem sicheren Boden der Rechtsordnung des Völkerbundes in den unsicheren Strudel von Regelungen machen, die in schwierigen Zeiten, da der innere Ausgleich fehlt, die Belastungsprobe nicht bestehen würden. Deutschland kann nicht zu seiner Wehrlosigkeit noch seine Rechtlosigkeit hinzufügen. Zum Schluß heißt es in dem Schreiben: Eine D a u e r k om m i ss i o n über die Rhein- Ian d e wäre, wenngleich vielleicht in gleißender Verbrämung, ein Schlag gegen Deutsch- la n d s Recht, der mit dem Ruhreinbruch verglichen werden könnte, und ein Rückschritt in der ganzen friedlichen Entwicklung. Daß überdies eine solche französische Forderung zu den von Frankreich zu bietenden Gegenleistungen im grotesken Mißverhältnis stehen würde, springt in die Augen. Alm des Rechtes und des Friedens willen muh eine Sonderkommission, die eine Dauertontrolle im Rheinland bezweckt, unsere allerschärfste Ablehnung finden. werde es niemals geben. Die „D. A. Z." begrüßt, daß sich das Zentrum noch einmal mit so starker Autorität gegen die französischen Pläne auf Errichtung einer ständigen Kontrollkommission festgelegt habe. Das Dlatt verweist dann auf die Reden Dr. Strese- m a n n s am 24.3uni im Reichstag und stellt fest, — “ " “ ' ' "' und Kabinett in daß Volk, Reichstag der Kontrollfrage vollkommen einig Kundgebung -es Evang. Oberkirchenrats. B e r 11 n , 12. Juli. (WTB.) Der evangelische Oberkirchenrat, die oberste Kirchenbehörde der evangelischen Kirche der altpreußischen Union, veröffentlicht eine Kundgebung an die Gemeinden, in der der Umstand, daß das Konkordat ohne gleichzeitige Verabschiedung eines Vertrages mit der evangelisch e n K i r ch e angenommen worden ist, als eine Verletzung der Parität und eine Gefährdung des konfessionellen Friedens bezeichnet wird. Der Oberkirchenrat weist sodann auf den Beschluß des Landtags hin, wonach unverzüglich in Verhandlungen mit der evangelischen Kirche einzutreten sei, und auf die feierliche Erklärung, mit der das Staatsministerium auf den Boden dieses Beschlusses getreten ist. Die Verhandlungen seien c r • öffnet, und der evangelische Volksteil erwarte, daß sie der Bedrückung der evangelischen Kirchen Rechnung tragen, aber eine wirkliche Sicherheit für Fortgang und Ergebnis der Verhandlungen sei nicht geschaffen. Die Kundgebung schließt: „Die evangelische Kirche muß ihr Recht behalten! keine Staatsregierung kann sie als Kirche minderen Rechts behandeln. Wir vertrauen darauf, daß die evangelischen Gemeinden, ohne sich in wohlbegreiflicher Erbitterung zu verlieren, in Einmütigkeit und Entschlossenheit . den verantwortlichen kirchlichen Stellen zur Seite i treten." Berliner preffestimmen. Berlin, 13. Juli. (SU. Funkspruch.) Rur ein Teil der Berliner Morgenpresse nimmt bereits zu dem Briefwechsel zwischen Kaas und Wirth Stellung. Die „Germania" ist erfreut darüber, daß der Briefwechsel so schnell der Oeffentlichkeit bekanntgegeben wurde. Der Briefwechsel sei geeignet, einen der Kernpunkte der kommenden Verhandlungen scharf hcrauszustellen und klare Entscheidungen vorzubereiten. Er werde bet den noch mit der sachlichen Vorbereitung der Konferenz beschäftigten beteiligten ausländischen Regierungen eine nützliche Klarheit schaffen. Kaas und Wirth stimmten in ihren Auffassungen völlig überein. Das „Berliner Tageblatt" hält es für eine Selbstverständlichkeit, daß keinerlei Dauerkommissionen für das Rheinland zugestanden werden. Don dieser Unmöglichkeit sollte sich auch die französische Presse inzwischen überzeugt haben. Formal jei der Briefwechsel etwas ausfällig. Eigenartig fet auch die konditionelle Oppofitionsankündigung „denn eine Regierung, die auf den Gedanken einer ständigen Kontrollkommission eingehe^ gebe es nicht und Wichtige Erklärungen Macdonalds in Gicht. London, 12. 3uli. (WB.) Line Abordnung der völkerbundsunion, darunter Lord Robert L e c i l und Professor Gilbert Murray, sprach heule nachmittag beim Staatssekretär des Aeuhern Henderson im Foreign Office vor. hender- s o n erklärte der Abordnung, Premierminister Macdonald werde auf der Völkerbunds- oersammlung für Großbritannien und ganz Europa wichtige Erklärungen abgeben. Henderson sagte, er hoffe vor der nächsten Sitzung des Völkerbundsrats möglichst vollständige Informationen über die Minderheitenfrage zu erhalten, und bat die Völ- kerbundsunion, ihm alle Informationen zu senden, die von ihr besonders wichttg erachtet werden. Oie Markverhandlungen mit Belgien. Brüssel, 12. Juli. (WTB.) Im heutigen Kab inettsrat machte der Minister des Aeußeren Hymans Mitteilungen über die verschiedenen Phasen der Verhandlungen mit Deutschland in der Markfrage. Die Belgische Telegraphenagentur glaubt, daß der Vertrag morgen unterzeichnet werden wird. poincare droht mit dem Rücktritt. Oer Kampf mit der Kammer um die vorbehaltlose Ratifizierung der Schuldenabkommen. erhalten, nämlich den, wenn es auf die schon vor mehreren Jahren erfolgte, ihm seinerzeit durch einen vielbeachteten Artikel des amerikanischen Generals Allen, des früheren Befehlshabers der amerikanischen Truppen im Rheinlande, vermittelte Anregung eingeht: ernsthaft abzurüsten! Die französische Abrüstung würde alsbald die w i r k l i ch e Abrüstung Europas nach sich ziehen, und daraus würden sich, wie General Allen ganz offen sagte, für Amerika so große wirtschaftliche und moralische Vorteile ergeben, daß ein Schuldennach- l a ß erfolgen könnte. Daran aber ist, wie nicht weiter erläutert zu werden braucht, bei der jetzigen französischen Mentalllät nicht zu denken. Einschränkung des britischen Flottenbauprogramms? London, 13. 3uli. (WTB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" berichtet: WichtigeAenderungen in der F l o t t e n p o l i t i k der Regierung werden jetzt klar angekündigt. Die Regierung hat, wie verlautet, aus Gründen sowohl der hohen Politik, als auch nationaler Ersparnisse beschlossen, eine Revision des Schiffsbauprogramms der letzten Regierung durchzuführen, vielleicht findet sogar eine volle Aufhebung des Baupro- g r a m m s für das laufende Jahr statt, das u. a. den Bau von 3 Kreuzern, 9 Zerstörern und 6 U-Booten vorsah. GchärssteAbtehnung einerOauerkontrotte am Rhein Volk, Reichstag und Kabinett einig. Ein Brief des Zentrumsvorsitzenden. Berlin, 12. Juli. (WTB.) Der Vorsitzende der Deutschen Zentrumspartei, Professor Dr. Kaas, hat an Reichsminister Dr. Wirth ein Schreiben gerichtet, in dem er seine Des orgnisse mitteilt über die neuer» öingS in einem Teil der französischen Presse aufgetauchten Bestrebungen, den Gedanken der sogenannten „Feststellungs- und Vergleichskommission" ungeachtet der deutscherseits mit Einmüttgkeit erfolgten Ablehnung als eine französische Forderung auf der kommenden politischen Konferenz weiter zu vertreten. Die deutsche Zentrumspartei werde zu jeder Reichsregierung, die auf den Gedanken einer permanenten Kontrollkommission eingehen würde, in schärfste Opposition treten. Dr. Kaas seht in die politische Umsicht der Reichsregierung und in ihre Energie das Vertrauen, daß jedem Versuch entgegengetreten wird, die Souveränität des Reiches in der entmilitarisierten Zone noch weiter zu schmälern, und bittet Dr. Wirth — zusammen mit den übrigen Mitgliedern — nichts unversucht zu lassen, um alle, die guten Willens sind, von dem aussichtslosen Versuch abzuhalten, das beabsichtigte Werk der Befriedigung mit einer vertraglich unberechtigten und sachlich sinnlosen Demütigung des deutschen, insbesondere des rheinischen Volkes, zu belasten. . Oie Antwort des Ministers. Reichsminister Dr. Wirth bestätigt in seinem Antwortschreiben, daß in der Tat die französische Presse die Forderung einer dauernden seststel- lungs- und Vergleichskommission für die entmilitarisierte Zone am Rhein propagiere. Frankreich sei aber schon jetzt, d. h. nach dem in Krast befindlichen Vertragsrecht, mit einem doppelten Ringwall von Sicherungen umgeben. .Die erste vertragsrechtliche Sicherung genießt Frankreich", so führt Dr. Wirth aus, „auf Grund des Artikels 213 des Versailler Vertrages über die Abrüstungskontrolle, die der Völker b u n d über Deutschland ausübt. Diese Kon- , trolle bezieht sich auch aus die entmilitarisierte Zone als Teil des deutschen Gesamtgebietes. Andererseits hat der Locarnopakt von 1925 die Bestimmungen des Versailler Vertrages über die entmilitarisierte Zone einem eingehend organisierten Schlichtungs- und Garantie- s y st e m unterstellt, daß unter gewissen Voraussetzungen die Waffen Großbritanniens und Italiens Frankreich zur Verfügung stehen. Durch sorgfältigste Ausbildung von Organismen (Inve- stigationskommifsion, Dergleichskommissionen) und Verfahrensregelungen unter der Obhut des Völkerbundes ist jede denkbare Gewähr dafür gegeben, daß diese Sicherheiten im Ernstfälle auch wirklich funktionieren. Allerdings haben diese Regelungen auch für Deutschland den Vorteil gewisser Rech t s g ar an t ien. Ich wage zu sagen, daß jeder neue Organismus, der auf eine Dauerkontrolle der entmilitarisierten Zone gerichtet ist, Frankreich keine höheren Sicherheiten geben kann, als die bisherige Regelung. Der Unterschied könnte deshalb nur der sein, daß unsere Rechtsgarantien vermin- ! d e r t würden. Da Frankreich auch bei Geltendmachung seiner Sicherheit von uns doch nichts verlangen kann, was nicht recht und billig ist, so kann Auch würde das Gericht die von Frankreich durchgeführte Finanzsanierung gegen Frankreich aus« legen. „Der Poung - Pla n," so fuhr PoincarL fort, „wird in Amerika als Erfolg für Frankreich betrachtet. Die Amerikaner sagen, daß wir ohne ihr Eingreifen in die Verhandlungen niemals von unserem Schuldner die festen und durchaus geschäftlichen Verpflichtungen erlangt hätten, die der Poung-Plan auferlegt. Nach einer kurzen Unterbrechung der Sitzung wandte sich PoincarL der Schuldenregelung mit England zu. Er ging in großen Zügen auf die Verhandlungen ein, die zum Abschluß des C a i fr laug - Churchill - Abkommens führten, und erklärte, daß Frankreich nicht eine eigentliche Schutzklausel, sondern nur das Recht erlangt habe, im Falle der Einstellung der deutschen Zahlungen eine Revision zu verlangen. Das britische Schatzamt habe erklärt, daß Frankreich, wenn es die zehn Milliarden an Amerika zahle, die gleiche Summe an Großbritannien zahlen müßte. Poincare bezeichnete es als sind. . Für den „Lokal-Anzeiger" ist der Zweck des ganzen Wortwechsels nicht ganz klar. Er könne nur dann verständlich erscheinen, wenn er sich gegen Meinungsverschiedenheiten richtet, die nicht beim Volke, sondern vielleicht bei anderen Stellen zu finden find. 2n diesem Falle sei ein solches festes Wort Dr. Kaas' zu begrüßen. Paris, 12.Juli. (WTB.) In der Vormittagssitzung der Kammer fetzte Ministerpräsident Poincarö das ExpofS über die Schulden- frage fort. Er erwähnte die vergeblichen Bemühungen um Erlangung einer Schutzklausel gegenüber Amerika und erklärte, Frankreich hätte seine Schuld loyal bezahlt, solange es Zahlungen Deutschlands erhalten hätte. Aber diese Lösung habe sich als unmöglich erwiesen. Vergeblich habe man in Washington Verhandlungen aufzunehmen versucht. Die Regierung habe sich dann mit den anderen Staaten dahin verständigt, daß das Sachver- ständigenkomitee einen Plan ausarbeiten solle, der eine tatsächliche Verbindung zwischen den Zahlungen der Schuldner und der Gläubiger herstellt. Frankreich habe kein Interesse daran, ein verfahren vor einem Schiedsgericht einzuleiten, da dieses Gericht die Menschenopfer und alle anderen Kriegsverluste nicht in Betracht ziehen würde. Amerika und Frankreich. Don Dr. Paul Rohrbach. Als der Weltkrieg zu Ende war, in dem A m e - I nika der von Frankreich angezettelden Ein- llreifung Deutschlands schließlich jum Siege ver- hoffen hatte, erfolgte von französischer Seite auf amerikanischem Boden eine genial erdachte Grün- hung: die der „American Legion". Es war bies eine Dereingung amerikanischer Teilnehmer ,:m Weltkriege, hauptsächlich solcher, die in Frankreich gekämpft hatten, doch konnte sich im Grunde fiebermann cmschließcn, der seinen patriotischen Zusammenhang mit dem „Rettungswerk" dokumentieren wollte, das Amerika an der europäischen Kul- itur im Allgemeinen und an Frankreich im Beson- , deren vollbracht hatte. Viele behaupten, daß für I idie Gründung und die Pflege des „Legionsgedan- klens" auch große französische Geldmittel aufgewen- I >det worden sind. Auf jeden Fall wurde eine Unmasse von Propaganda hineingesteckt. Wie klug «diese Propaganda war, geht schon daraus hervor, Qaß die Franzosen sofort die Verbindung mtt dem »mgelsächsischen Nationalismus in Amerika, den fo- .«nannten Hundertprozentigen, den Feinden des •6inaxmberertum5, fanden. Auf diesem Gebiet wa- -ren keine französischen Interessen zu verteidigen, Iben es gibt aus dem menschenarmen Frankreich kleine Ausroanderung mehr, am wenigsten nach 'Amerika. Zweck der Legion war die Pflege der »Erinnerung an den Krieg, vor allem aber die pflege der amerikanisch-französischen •"Sünbnisibec, der ewigen Freundschaft zwischen beiden Völkern. Die amerikanifche öffentliche Meinung, auf die jede amerikanische Regierung Rücksicht nehmen muß, sollte dauernd bei der Eindellung erhalten bleiben, daß es zu ihren 2Iufga= Iben gehöre, Frankreich, dessen Name nach französischer Auffassung ja schon „ein Synonym für Menschheit" bedeutet, in Europa ungehindert schalten und walten zu lassen. Die Spitze •gegen Deutschland und alles Deutsche war Anbei ebenso gewollt wie offenbar. In den ersten Jahren nach dem Kriege funkt,o- -nierte die Legion in der Tat ausgezeichnet. Nach sranzösischer Absicht gehörte es auch zu ihren Aus- gaben, den Erlaß aller französlschenSchul- Len an Amerika vorzubereiten. „Die von xiranfreid) ausgegebene und von der Legion auf- I genommene Parole hieß: Im gemeinsamen Kamps jur Rettung der menschlichen Kultur vor dem barbarischen Deutschland hat Frankreich das Blut von "Millionen seiner Söhne hergegeben, Amerika aber in der Hauptsache bloß Geld; Blut bedeutet viel mehr als Geld, daher ist es das einzig Anständige, Denn Amerika sein schäbiges Geld gegen das edle französische Blut aufrechnet!" Hier sicht man, wieviel darauf ankommt, weiche Meinung in Amerika über den Ursprung des Krieges, die K r i e g s s ch u l d f r a g e, die Alleinschuld Deutschlands usw. herrschend ist. Wäre es der fran- 'ösischen Politik und ihrem Instrument, der „American Legion" geglückt, die öffentliche Meinung m Jlmerita unerschüttert bei der Ueberzeugung von Deutschlands Alleinschuld zu erhalten, so wäre das fraglos ein kräftiger Vorspann für die Propaganda mr vollständigen oder weitgehenden Streichung der französischen Schulden gewesen. So aber kam es Ächt, vielmehr verbanden sich gegen die französische ' Absicht drei entgegenwirkende Faktoren: 1. wach- fende Zweifel an der A l i e i n v e r a n t - vortlichkeit Deutschlands; 2. Besorgnis der regierenden republikanischen Partei, von den I gegnerischen Demokraten dafür verantwortlich gemacht zu werden, daß der amerikanische Steuer- Zahler die ganzen Lasten der Kriegsbonds auf sich behielt; 3. endlich die Einsicht, daß die Franzo- fen, die ihre Schulden nicht bezahlen roolUcn, dabei unentwegte Ausgaben für chren Militarismus machten, und daß die damit zusammenhängenden sonstigen europäischen Dlilitärlaftcn die Kaufkraft Europas für amerikanische Waren unzweifelhaft schwächten. So kam es zu dem sog. Mellon-Beranger-Ab- kommen, so genannt nach dem damaligen amerikanischen Schatzsekretär und dem französischen Bot- Ichaftcr, in dem den Franzosen zwar Erleichterungen zugestanden wurden, aber doch noch erhebliche Zah- lungslaften verblieben. Dazu trat noch der Leichtsinn des dem letzten französischen Kriegskabinett angehörigen Finanzministers Klotz, der ohne Nötigung das gesamte in Frankreich lagernde amerikanische Kriegsmaterial gegen die Verpflichtung übernahm, am 1. August 1 929 dafür 400 Millionen Dollars zu bezahlen. Natürlich hatte 51lotz darauf gerechnet, daß auch diese Schuld vor dem Termin gestrichen werden würde. Tr täuschte sich aber, denn je weiter in Amerika die Ernüchterung gegenüber s rankreich fortging, desto weniger war von Verzicht auf reguläre amerikanische Forderungen die Rede. In den breiten Schichten der französischen öffentlichen Meinung versteht man den Umschwung »esamerikanischenEmpfindensgegen- über Frankreich noch heute nicht. Man ist und bleibt eingefponnen in den alten Mythus von französischem Blut und amerikanischem ®elb, von Frankreichs heldenmütiger Rolle als Retter der europäischen Kultur und von der mora- üschen Pflicht Amerikas, auf feine Schuldforderung zu verzichten. Darum hat auch Poincars so lange mit der Ratifizierung des Mellon-Beranger- llbkommens gezögert, und so erklärt sich der verzweifelte Ausbruch in der Deputiertentammer in Paris, als den Abgeordneten deutlich wurde, daß es keine Rettung mehr vor der Ratifizierung gibt. Die Erbitterung der Franzosen gegen den „Shylock" Amerika ist ungeheuer, und entsprechend die Verlegenheit der verantwortlichen Negierungsleute. Es gibt für Frankreich allerdings immer noch eine Möglichkeit, einen bedeutenden Schuldennachlaß zu sicher, daß England und die Vereinigten Staaten. falls die Kammer in den Text der Ratifi- zierungsgesehes irgendeinen Vorbehalt ausnehmen sollte, sich für berechtigt halten würden, die Abkommen als nicht ratifiziert anzusehen und die in ihrem Besitz befindlichen französischen Schahscheine im Betrage von 653 Millionen Pfund in Umlauf zu sehen, anstatt diese Schuld auf 62 Jahre zu verteilen. Poincare ging darauf zur Reparationsfrage über. Er erinnerte daran, unter welchen Almständen die Londoner Konferenz die deutsche Reparationsschuld abgeschätzt habe. Er kam auf die Zeiten zurück, die der Besetzung des Ruhrgebiets vorausgingen. und bemerkt, daß Frankreich mit der Besetzung des Ruhrgebiets nur den von Lloyd George zum Ausdruck gebrachten Willen d u r ch g e - führt habe. Frankreich habe Deutschland 1921 darauf aufmerksam gemacht, daß die Alliierten das Ruhrgebiet besehen würden. Poincare ging dann dazu über, festzustellen, daß die französische Regierung im Dezember 1922 den Entschluß gefaßt habe, in das Ruhrgebiet ein- zvmarschieren. Diese Operation habe nicht nur anderthalb Milliarden für Frankreich erbracht, sondern auch Geld für Amerika und Belgien. Rach einer Unterbrechung der Sitzung führte Poincare weiter aus. daß Frankreich nach der Ruhrbesetzung ausnahmsweise günstige Bedingungen hätte erlangen können, daß es aber aus Loyalität nichts habe erreichen wollen, woran nicht auch seine Alliierten teilgenommen hätten. Der D a w e s p l a n sei als Folge derRuhr- besehung zu bezeichnen. Er habe sofort greifbare Ergebnisse gezeitigt. Da der Dawesplan keine zeitliche Begrenzung enthalten habe, habe Frankreich geglaubt, sich einer neuen Verhandlung über das Reparationsproblem nicht widersetzen zu können. Mit dieser Bemerkung kam Poincare nun auf die Verhandlungen des S a ch - verständigenau sschusses zu sprechen. Poincare führte über die Folgen der Nicht- ratifizierung der Schuldenabkommen ober Ratifizierung unter Vorbehalten noch aus: Es versteht sich von selbst, daß England und Amerika eine Gefährdung des Poung-Planes darin erblicken würden, wenn wir die Schuldenabkommen nicht ratifizieren. Die Ratifizierung ist eine Notwendigkeit. Amerika und England nehmen unsere Vorbehalte unter der Bedingung an, daß sie nicht in den Text des Ratifizierungsgesetzes eingefügt werden. Wenn die Kammer Vorbehalte beschließt, die für die Gläubigerstaaten unannehmbar sind, so geht sie unüberwindlichen Schwierigkeiten entgegen. Auf Grund des ihr vorliegenden Materials sieht sich die Regierung veranlaßt, die Kammer zu warnen und die Ueberzeugung auszusprechen, daß weder England noch die Vereinigten Staaten mit dem vom Ausschuß mit einer Stimme Mehrheit beschlossenen Text einverstanden wären. Poincare kündigt an, daß der Außenminister selbst auf diese Frage zurückkommen werde und fuhr fort: Wenn trotzdem der Ausfchuhanlrag von der Kammer angenommen würde, müßte das Kabinett, das sich bald darauf bilden würde, aus der neuen Mehrheit genommen werden. Es müßte versuchen, den Text vom Senat verabschieden zu lassen und zu erreichen, daß die Vereinigten Staaten und England dies als genügende .Ratifizierung anerkennen. Wenn dem neuen Kabinett das nicht gelingt, wovon ich leider überzeugt bin, so muß es entweder sich selbst widersprechen und sich vor dem 31. Juli wieder an die Kammer wenden, oder die von ihm bekämpfte Ratifizierung durch ein Dekret vornehmen lassen, oder die zehn Milliarden für Heeresvorräte in Devisen bezahlen, dadurch unsere Kassen schädigen und sich gleichzeitig der Erhöhung der amerikanischen Ansprüche aussetzen, sowie von England Forderungen paralleler Leistungen gewärtigen. Wenn ich zu einer machiavellistischen Politik neigte, würde ich denjenigen, die mich stürzen wollen, die Verwirklichung ihrer Absichten erleichtern; aber ich frage: Was würde das Land von einer Parlamentskrise denken, deren Ergebnis nur wäre, daß das neue Kabinett sich gezwungen sieht, genau die Maßnahmen zu ergreifen, die es vorher verurteilt hat. PoincarL hat feine Rede heute nicht beendet. Um 19 Uhr vertagte sich die Kammer auf Dienstag vormittag. Iunctim. Der französische Ministerpräsident P o i n - car^. der gegen seine frühere Einstellung jetzt vor der französischen Kammer für die Ratifizierung der Schuldenabkommen plädieren muß, hatte ursprünglich anders disponieren wollen. Er hoffte nämlich, daß der P oung- planvorher vonDeutschland ratifiziert werde, so daß er auf diese Weise seiner Kammer gegenüber mit einem Gegenpräsent hätte aufwarten können. Diese Dispositionen sind mißglückt, wobei festgestellt werden muß, daß die Umstände, die dazu geführt haben, nicht nur in der Tatsache begründet sind, daß Amerika eine Abänderung des Schuldenabkom- mens abgelehnt hat. Poincar6 war aber trotzdem gezwungen, die Verbindung der Schulden mit den Reparationen aufrechtzuerhalten. Er hat sich dabei einer Konstruktion bedient, die darauf hinausging, daß man schon im Interesse des Boungplanes das Schuldenabkommen ratifizieren müsse da ja sonst Deutschland kommen könnte, die Annahme des Boungplanes abzulehnen. Denn der Zeitraum der Annuitäten wäre doch im Ver- . ,8U jährlichen Schuldenzahlungen Frankreichs bestimmt worden. Poincare hatte diese Feststellung dazu noch mit der Aufforderung eingeleitet, daß man sich jetzt auf den Boden bet Satfocben stellen solle, an denen man nicht mehr vorbeikommen könnte Die diplomatische Sprache hat unserem Wörterschah ein Wort einverleibt, das nicht besonders schön ist. Von einem „3unctim“ war zum ersten Male die Rede, als im September vorigen Jahres der deutsche Reichskanzler in Genf mit den Vertretern der wichtigsten Gläubigerstaaten eine grundsätzliche Vereinbarung über verschiedene Probleme traf, die alsbald geregelt werden sollten. Der erste Dünkt der internationalen Tagesordnung war die Reparationssraae der zweite die Frage der Rheinlandräumung' und endlich wurde als dritter Punkt noch die von Frankreich geforderte »Feststellungs- und DersöhmmgSkommission" zur Debatte gestellt. 1 Briand war damals im Auftrage des französischen Ministerpräsidenten darauf aus, eine u n - mittelbare und ursächliche Verbindung zwischen Rheinlandräumung und Reparationsfrage herzustellen, und das wäre ein „3unctim“ gewesen. Man wird die jetzigen Aeuherungen des französischen Ministerpräsidenten mit besonderem Interesse aufnehmen müssen. Zeigen sie doch, daß P o incare in diesem Falle wenigstens einmal selbst das Opfer seiner eigenen Dispositionen geworden ist. Er hat das Iunctim jetzt mit einer unverkennbaren Eindeutigkeit hergestellt, und aus diesem Grunde wird es für Deutsch- Ianl> auch in der Zukunft wichtig sein, immer auch mit der größten Aufmerksamkeit die Entwicklung des anderen Faktors dieses Iunctim zu verfolgen. Deutschland hat zum Voungplan ein anderes Iunctim hergestellt, und dieses Iunctim besteht in bet untrennbaren Cßer. £1 m “ n 9 Stoischen den Reparationen und der Rau m u rt g. Somit existiert jetzt in der gesamten politischen Situation ein symmetrisches Paar derartiger Iunctims, die in ihrer Wechselbeziehung gewiß nicht zur Vereinfachung der Lage beitragen, andererseits aber jetzt um so konsequenter aufrechterhalten werden müssen, als es wenigstens dadurch möglich wird, einen Druck nach mehreren Seiten auszuüben. Wenn P o i n - rar6 auch in bezug auf das andere Iunctim sich der größten Sachlichkeit befleißigen würde, so durfte es an sich nicht schwer sein, zur End- r JU1\9 *LU fomtme,L Der französische Ministerprä- sldent, der aber mit bestimmter Betonung auf Den® gorsmusderanderenDölker hin- welst, um die Unschuld seines Landes zu verteidi- gen, wird nach der Erfahrung aber kaum so vbiektrv kein, in diesem Falle seine» Oer Giinnes-Prozeß. Alle Angeklagten werden vom Staatsanwalt als schuldig bezeichnet. Berlin, 12. Juli. (WTB.) In der heutigen Verhandlung im Stinnes-Prozeß nahm Staatsanwaltschaftsrat Dr. Berliner das Wort zu feinem Plädoyer. Er erklärte u. a., wenn man, wie er selbst zu der Ansicht komme, daß sich S t i n n e s im Sinne der Anklage schuldig gemacht habe, so frage man sich nach dem Grunde für diese Tat. Die Beweisaufnahme habe ergeben, daß Stinnes eine starke antifiskalifche Einstellung besitze, die ihn keine Bedenken tragen lasse, sich auf Kosten des Staates zu bereichern. Aus dieser antifiskalischen Einstellung heraus habe er mehrfach Steuerhinterziehungen begangen, und aus dieser Einstellung heraus fei auch die in diesem Prozeß dem Angeklagten Stinnes zur Last gelegte Tat zu erklären. Ls stehe fest, daß alle Angeklagten an dem betrügerischen Geschäft mitgewirkt hätten. Der Nachweis dafür sei der Staatsanwaltschaft insofern leicht gemacht worden, als sie sich auf die eigenen Angaben der Angeklagten in der Voruntersuchung habe stützen können, die bei mehreren Angeklagten als völlige Ueberführung anzusehen seien. Eugen und Lea pirsch, Groß und S ch n e i d t hätten von vornherein gewußt, daß das Anleihe- geschäft auf betrügerischer Grundlage aufgebaut gewesen sei, während man beiStinnes, Nothmann und v. Waldow nicht mit Bestimmtheit nachweisen könne, daß sie von Anfang bösgläubig gewesen seien. Fest stehe aber, daß sie im Verlaufe des Geschäftes dessen betrügerischen Cha- ratter erkannt und es, anstatt davon zurückzutreten, weiter durchgeführt hätten. Heber die Schuldfrage im Falle des Angeklagten v. W a l d o w erklärte der Staatsanwalt, es seien bei der Feststellung des Sachverhalts diejenigen Tatsachen zugrunde zu legen, die sich aus den Geständnissen des Angeklagten v. Waldow vorn 10. und 28. August 1928 ergeben hätten und die auch durch die Aussagen der Zeugen, sowie durch die Briefe des Angeklagten an die Zeugin Grosch ihre absolute Bestätigung gefunden hätten. Danach sei der Angeklagte v. Waldow des versuchten Betruges überführt. Es sei erwiesen, daß er spätestens im Rovernber 1927 von Schrandt darüber aufgeklärt worden sei, daß er in einen Betrug verwickelt war, und es sei ferner erwiesen, daß er das als betrügerisch erkannte Geschäft mit allen Mitteln gefördert habe. Sich dem Angeklagten Stinnes zuwendend, legte der Staatsanwalt im einzelnen dar, wie er zu der Ansicht gekommen sei. daß das in der Voruntersuchung von Stinnes abgelegte und in der Hauptverhandlung widerrufene Geständnis der Wahrheit entspreche. Es fehle jeder vernünftige Grund dafür, daß sich Stinnes zu Lin- recht belastet habe. Der Staatsanwalt erklärte, es fei für ihn klar, daß von Waldow Stinnes über den wahren Charakter des Geschäfts unterrichtet habe, und es fei wahrscheinlich, daß von Waldow das Geschäft nur weitergeführt hibe, weil dos Stinnes' Wunsch gewesen sei. Ein deutliches Schuldbewuhtsein des Angeklagten Stinnes ergebe sich auch daraus, daß er mit allen Mitteln bestrebt gewesen sei, den unbequemen Mitwisser v. Waldow loszuwerden, und daß er ferner versucht habe, belastende Schriftstücke beiseitezubringen und die Sache so zu verdunkeln, daß eine Schuld nicht mehr erweisbar war. Begründet sei diese Ansicht in einem Geständnis des Angeklagten v. Waldow und in der Tatsache, daß Stinnes v. Waldow geraten habe, sich nach dem Ausland zu wenden. Am liebsten hätte Stinnes v. Waldow, wie dieser dem Kriminalkommissar Rassow erklärt habe, nach Guatemala geschickt. Rach alledem sei der Angeklagte Stinnes des versuchten Betruges überführt. Die Angeklagten Nothmann, Eugen Hirsch, Bela Grosz, Leo Hirsch und S ch n e i d t wurden von dem Vertreter der Anklage in seinen siebenstündigen Ausführungen ebenfalls als schuldig bezeichnet. Ihnen allen habe es klar fein müssen, daß es sich bei den Anleihegeschäften um betrügerische Manipulationen handele. Die Verhandlung wurde dann vertagt. Das größte Flugzeug der Welt. Erfolgreiche Startversuche des neuen Flugschiffeö „Do X" auf dem Bodensee. Rorschach, 12. Juli. (TAI.) Das zwölf- motorige Flugschiff „Do X“ der Dornier-Metallbauten-A. -G. ist heute früh in Altenrhein zum erstenmal zu Wasser gebracht worden. Die riesige, in der großen Montagehalle über Eck liegende Maschine war von den Trägern, auf denen sie bisher ruhte, ein Stück in die Höhe gewunden worden, und nach Entfernung der Stützen wurde eine auf Schienen laufende Fahrbühne unter die Mitte des 4 2 Meter langen S ch i f f s r u m p f e s geschoben, auf der „Do X“ dann zunächst seitlich aus der Montagehalle hinaus auf das angrenzende Flugfeld und von hier nach entsprechender Drehung auf Schienen zum Alfer gebracht wurde. Alnter allgemeiner Spannung der Werftleitung und der Belegschaft glitt dann in den frühen Morgenstunden das größte Flugzeug der Welt langsam, aber sicher ins Wasser. Mit der an Bord befindlichen Kompressor-Anlage wurden dann nacheinander die 12 Motoren mit ihrer Gesamtleistung von 6300 P. S. angeworfen, und unter dem Winken der Werstangestellten und der sich rasch an den Alfern von Ältenrhein und Rorschach angesammelten Schaulustigen begann die „Do X“ zunächst mit Rollvers uchen auf dem Bodensee, wobei auch verschiedene Manöver auf dem Wasser durchgeführt wurden, die sich hauptsächlich auf die Feststellung der Wendigkeit des Flugschiffes bezogen. Dr. Dornier hatte bereits am Donnerstag die Anweisung erteilt, am Freitagfrüh mit den ersten Probeflügen zu beginnen. Er selbst war am Morgen mit einem Stab von Mitarbeitern nach Altenrhein gefahren und beobachtete von einem Motorboot aus den Stapellauf der „Do X". Bei herrlichstem Sonnenschein gingen die Rollversuche von statten, die die außerordentlich gute Manövrierfähigkeit des Dor- nierflugzeuges vor Augen führte. Die Kurven, die „Do X“ zog, waren enger als man es selbst bei dem sehr gut manövrierenden Dornier-Wal gewohnt ist. Manchmal hatte es den Eindruck, als ob „Do X" buchstäblich auf der Stelle drehte. Dann begann um 9.40 Alhr der erste Start Alnter dem Donner seiner zwölf Motoren raste das Flugschiff mit riesiger Bugwelle über das Wasser dahin, gespannt verfolgt von den Konstrukteuren und der Werftleitung, die mit Stoppuhren das Abheben von der Wasserfläche registrierten. In der erstaunlich kurzen Zeit von 30 Se künden hob sich der im Sonnenschein silbern glänzende Riesenvogel unter dem Iubel- ruf der an den Alfern Stehenden ein Stück i n die Luft, um dann nach kurzer Zeit wieder glatt auf das Wasser hinabzugehen. In wenigen Minuten folgte hintereinander noch ein z w e i - t e r und dann ein dritter Start, der jedesmal das gleiche Ergebnis hatte. Auf ausdrückliche Anweisung von Dr. Dornier sollte zunächst nur das Abheben des Flugschiffes vom Wasser versucht, aber noch nicht ein eigentlicher Flug durchgeführt werden, da vorerst die Motoren sich einlaufen und die Steuerorgane usw. sich einspielen sollten. Als nach Beendigung der drei Startversuche die „Do. X“ von einem Motorboot gezogen, wieder in die kleine Ducht an der Werft von Altenrhein einlief, wurde sie von den Tausenden, die sich inzwischen an den Alfern angesammelt hatten, und von den Insassen der das Flugschiff umgreifenden Motorboote mit stürmischen Hochrufen begrüßt. Auch in Friedrichshafen, wo sich die Stammwerft der Dornier-Werke befindet, herrscht Helle Begeisterung. Ausgezeichnete Ergebnisse. Friedrichshafen, 12. Juli. (WB.) Die Alntersuchung der Motoren und der Instrumente der „Do. X“, die nach 5er Rückkehr des Flugschiffes in der Werfthalle vorgenommen wurde, hatte außerordentlich zufriedenstellende Ergebnisse. Das Flugschiff hat bei diesen ersten Versuchen den Erwartungen „voll entsprochen. Chefpilot Wagner äußerte sich begeistert über die Eigenschaften der Maschine, mit der sich trotz ihrer riesigen Ausmaße ausgezeichnet manöberieren lasse. Am Montag sollen die Versuche mit der „Do. X" erneut aufgenommen werden. Standpunkt auf Deutschland ju übertragen. Die schwache Position, in der er sich, obwohl er in Frankreich im Augenblick wenigstens auf eine starke Mehrheit rechnen kann, gefamt- polltisch gesehen, befindet, läßt seine Haltung wohl begreifen. Deutschland darf aber verlangen, daß es in feinen Forderungen ebenfalls einer sachlichen Beurteilung gegenübersteht. Reparationen und Schulden auf der einen Seite und auf oer anderen Seite Reparationen und Räumung, das sind die beiden Identitätsgleichungen, die unbedingt im gleichen Sinne gelöst werden müssen. Bittere Wahrheiten fiirpoincarö. Paris, 13. Juli. (WTB. Funkspruch.) P o i n- c a r e hat in der gestrigen Kammersihung seine Zwangspvlitik gegenüber Deutschland zu rechtfertigen versucht. Gegen ihn wendet sich nicht nur „E r e Rovelle" , die den Bankrott dieser Politik feststellt, sondern auch die radikale „D o l o n t Das Blatt schreibt: „Der Ministerpräsident, der mehr hartnäckig als geschickt ist, findet darin Gefallen, einen Streit zu entfachen, in dem ihm kein Republikaner, der guten Willens ist, unterstützen wird. Wenn Frankreich nach dem Kriege nicht eine völlig nationalistische Politik befolgt hätte und anstatt übertriebene Forderungen zu stellen, durch die Deutschland erdrückt worden wäre, damals schon verlangt hätte, daß Deutschland seinen Gläubigern die Summe von 38 Millionen Goldmark zahle, auf die man jetzt seine Schuld fest- gesetzt hat, wäre ohne Zweifel die Reparations- ftage bereit» feit Jahren geregelt. Auch die Schuldenfrage wäre geregelt, unb <5tanh reich und Europa würden nicht dort stehen, wo sie heute sind. Wir hatten keineswegs von Poincare erwartet, daß er sich für schuldig erklären würde, aber wir hatten gehofft, daß er eine Debatte vermeiden würde, von der seine Freunde und er nur eine Verurteilung erwarten können." Klotz zu Gefängnis verurteilt. Paris, 12. Juli. (WB.) Die Strafkammer hat den ehemaligen Finanzminister und Senator Klotz wegen Ausgabe ungedeckter Schecks, Untreue und Betrugs zu zwei Jahren Gefängnis und 50 Francs Geldstrafe verurteilt. Kommunen und Arbeitslosenversicherung. Kommt eine Neuabgrenzung? Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers*. Berlin, 13. Juli. In der außerordentlich schwierigen Frage der Beziehungen zwischen der Reichsan st alt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung und der Wohlfahrtspflege der Gemeinden machen jetzt die Sozialdemokraten einen neuen Vorstoß. Der Gedanke, neben der eigentlichen Arbeitslosenversicherung für den Dereich der kommunalen Wohlfahrtspflege eine sogenannte Reichs - Arbeitslosenfürsorge zu schaffen, ist fein neuer Vorschlag der Sozialdemokraten, aber anscheinend hält man die Diskussion um die Reform der Reichsanstalt für geeignet, von neuem einen sehr weitgehenden Plan zu lancieren. Es handelt sich im wesentlichen um eine Fürsorge durch das Reich für diejenigen Arbeitslosen, die aus der Versicherung ausgefleuerl find und deren Betreuung nun den Gemeinden obliegt, Rach einer Erhebung des Deutschen Städtetages für Gemeinden über 50 000 Einwohner beträgt die Zahl der unterstützten Personen — ohne die Angehörigen — weit mehr als 150 000, die nun in den Bereich der Reichsarbeitslosenfürsorge kommen sollen. Wie wir von unterrichteter Seite hören, ist man sich bei den zuständigen Stellen des Reiches durchaus darüber klar, daß in der Abgrenzung zwischen Versicherung und kommunaler Wohlfahrtspflege eine Reihe außerordentlich schwieriger Probleme stecken, und es verlautet auch, daß man die Lösung dieser Fragen auf einer ganz prinzipiellen Grundlage vorbereitet. Mer- Dings geht es hier auch um Probleme des Finanzausgleiches, und schließlich muß das Reichsarbeitsministerium zunächst einmal mit den Innenministerien der Länder in Fühlung treten. Bei diesen Plänen handelt es sich aber keineswegs um den sozialdemokratischen Vorschlag einer Reichsarbeitslosenfürsorge. MerfchwemmunMtaflrophe in der Türkei. London, 13. Juli. (WTB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" berichtet aus Konstantinopel: 4 0 0 Menschen verloren das Leben iu -en furchtbaren lleberfchwernmungen und Erdrutschen in den Bezirken Pazardzik und Surmene nach einem der schwersten Unwetter, das sich je in der Türkei ereignet hat. Tausende von Menschen eilen, von den rasch vordringenden Fluten verfolgt, höher gelegenen Gebieten zu. Alle Flüsse in der Gegend sind über ihre Ufer getreten. Ret- tungsarbeit ist so gut wie unmöglich. Aus aller Wett. Start zum Transozeanflug. Paris, 13. Juli. (WTB. Funkspruch.) heute früh um 5.30 Uhr sind die französischen Flieger Lostes und Bettonte an Bord des mit einem 500-P8.-Motor versehenen Flugzeugs „Point d’inter- rogation“ in Le Bourget nach Reuyork ge- ft a r t e t. Auch die polnischen Flieger I d z l k o w s k l und Kuba la, deren Transozeanflug im vorigen Jahre wahrscheinlich tragisch geendet hätte, wenn nicht ein deutscher Dampfer sie ausgenommen hätte, wiederholen ihren versuch. Sie haben mit einem 600-P8.-Flug;eug um 5.45 Uhr den Flughafen Le Bourget mit Ziel Reuyork verlassen. 246 Stunden in der Lust. Lulver LUy, 12. Juli. (WTB.) Das Flugzeug „Angelano" landete heute nachmittag, nachdem es über 246 Stunden in der Luft gewesen war, glatt auf dem hiesigen Flugplatz. Die Flieger sahen sich nur deshalb zum Abbruch ihres Dauerrekordfluges genötigt, weil es heute nicht gelang, die Verbindung zwischen der „Angelano" und dem Flugzeug, das die „Angelano" mit neuem Brennstoff versorgen sollte, herzustellen. Köhl Flugdirektor der „Mioa". Der Amercka-Flieger Hauptmann Köhl hat laut „Germania" eine Stellung als Flugdirektor der katholischen Missionsgesellschaft „Miva" angenommen. Die „Miva" ist die erste Missions- gesellschaft der Welt, die Flugzeuge bei ihrem Werk in Afrika verwendet. Hauptmann Köhl wird die Organisation des Flugwesens der Missionsgesellschaft übernehmen und im nächsten Februar auch Südwestafrika bereisen. Er wird ein Gebiet von mehreren tausend Quadratmeilen zu bearbeiten haben. Die „Miva" wird von Franziskanermönchen geleitet. Der Direktor ist Pfarrer Schulte von Köln, ein früherer Fliegerkamerad von Hauptmann Köhl. 15 Todesopfer der Brandkatastrophe von Gillingham. London, 13. Juli. (WTB. Funkspruch.) Rach einer Meldung aus Gillingham ist heute vormittag ein weiteres Opfer der gestern gemeldeten Brandkatastrophe gestorben. Die Zahl der Toten erhöht sich damit auf 1 5. 50 000-Tonnen-Schiff „Bremen". Die vor der Ablieferung des Schnelldampfer« „Bremen" des Norddeutichen Lloyd oorgenom- mene amtliche Vermessung hat nach einer Blättermeldung aus Bremen für das Schiff einen Raumgehalt von 49 694 Bruttoregistertonnen, also nahezu 50 000 Bruttoregiftertonnett ergeben. 1 -Ion Jpei in der & ist alles Me oi nachgK irgendein warmen leise M Tag W lich t°T m» l£ Lag. iygr8 am rleuchtete' die «H» lingW Litern, dar dah uns sehnsM G o i Wohl mancher erzählen, haben w Ersatz. 3 taufenömc überfüllte! Alnb wen si'Zugen scheu Ged Brunnen, stellen sol Ja, es fahren! 1 am Fenske tischchen, 1 auf die b erinnert, unser leib die Acht Dersügun- machen, t sen. Ma ousgescho man sich was hak Krieg ui V-Zügen Kellner u nicht romc Ich hab wie mit. sich ausdr lung vor einigen £ herum, o gestern t auSgeres S Nein' •nunen fe*”W ^^grenzulig- ^SLr °7 ’ÄS *5Ä -sZS- t Nm* «-• 1 ^«Herling auegeffeuerl S---L MÄSÄ _et.^fen Personen - ohn? Ar als 150000, bk .Ae'chsarbeitslosenfürsor« r?on unterrichteter Seite bnr-VUlanbi9en stellen i* nat’ bS m der -dechcherung und komm» ;e eme Reihe auherordent. M stecken, und es verlautet ung dieser Fragen aus einer und.age vorbereitet. Mer. auch um Probleme des •a und schließlich muh lsterium zunächst einmal mit '-der Länder in Fühlung Clanen handelt es sich aber en sozialdemokratischen Tor- chsarbeitslosensür. «gMtaslrvphe ;r Mklei. (IDIB. Junffpradj.) „Daily aus fionffanfinopel: 'oren bas Ceben üben imungen und Lrdru^chen^ und Sutmene nach einem r, das sich se in der Türkei de von Menschen eilen, ringenden Fluten versalz!, Gebieten zu. Alle FW aber ihre User getreten. M> wie unmöglich. iller Dell. ?ransozeanflug. MV. Funkspruch.) heule nb die französischen Flieger nle an Borb des mit einem >en Flugzeugs „Point d^tey eget nach Neuyvrl g ; ischenFlieger JdZikow Iransozeanslug im vorg ragisch geendet hatte, n» npser sie ausgenommen ^ klulb Sie haben mit einem M5 Uhr den 3* * verlassen. SW- weil t6 2fln0“\nb de» len BtenP lngelono mit neu herzustellen. reflor der,Ma - , di- S^Stmcmn «g tss** kS^ Magham fet bec S >M. 11 ikN-SM^ Sch^gene-' Lloyd °° Kalter' S?ÄS,"r "LS''"" Aus der Provinzialhaupistadi. Gießen, den 13. Juli 1929. Dorbeifahrende V Züge. Don meinem Schlafzimmerfenster aus kann ich Va der Ferne die Eisenbahnschienen sehen. Jeden ^bend, zwischen zehn und elf. wenn ich mich zur Ruhe begeben will, und am offenen Fenster roch die kühle Rachtluft einatme, fahren kurz Hintereinander zwei Schnellzüge vorbei. Ich höre as rauschen in der stillen Dacht, warte und 16alb erscheint ein Lichtkegel, dann die leuchtenden -Dogen. Einzelne Köpfe sind erkennbar schon M alles vorüber. Wie eine feurige Schlange verschwindet der Zug im Dunkel. Wie oft schon habe ich diesen nächtlichen Zugen --.achgeschaut, ohne an Desondereszu denken, ohne irgendein bestimmtes Gefühl. Wenn über die Därmen Sommernächte kommen, steigt doch eine Helfe Unruhe in mir auf, die sich von L,ag zu Tag steigert. Reisesehnsucht, stelle ich ziern- I!ich sachlich fest, als ob ich Arzt Ware und unich soeben untersucht hätte. Ja, und mein Ur- Diub beginnt doch erst in fünf Wochen! Also zunächst ins Bett. Morzen ist auch noch ein -Xag. Aber ich höre das Rauschen des Schnellzuges auch am Tage, sehe im Geiste die hell- ar^uchteten Wagen, in jeder Pause, die mir Sic Arbeit läßt. Ich greife zu meinen Lieb- Ulngsbüchern. Komme ich erst zu den Romantikern, dann wird es schlimm. Oder glaubt jemand, Daß uns die Verse von Eichendorff die Reile- sfrhnsucht vertreiben? Es schienen so golden die Sterne, am Fenster ich einsam stand und hörte aus weiter Ferne ein Posthorn im stillen Land. Tas Herz mir im Leib entbrennte, da hab ich mir heimlich gedacht: Ach, wer da mitreisen könnte, in der prächtigen Sommernacht! ' Wohl gibt es kein Posthorn mehr, wohl ist mancher Zauber, von dem uns die Romantiker erzählen, verschwunden, für immer; aber heute laben wir doch für vieles einen sehr schonen Ersah. Ich denke mir das Reisen im O-Zug tausendmal angenehmer als das Fahren in einer »berfüllten Postkutsche über holperige Straßen. "Ind wenn ich Lichter wäre, würde ich dem M-Zug einen Gesang widmen, der die Eichendorfs- ßhen Gedichte vom Posthorn, von verschlafenen Brunnen, Marmorbildern usw. in den Schatten ^teilen sollte. . 3a, es ist eine Lust, mit solchen Zugen zu fahren! Wenn man Glück hat und irgendwo um Fenster ankommen kann, hat man sein Lese- »ischchen, kann von Zeit zu Zeit hinausschauen auf die deutschen Lande, wird mehrmals daran erinnert, daß wir im Speisewagen auch für Einser leibliches Wohl sorgen können, und wenn fric Rächt kommt, stehen uns weiche Betten zur Verfügung. Will man keinen Gebrauch davon machen, tarnt man auch in seinem Abteil schla- ßen. Man wird selten gestört. Das Licht kann »msgeschaltet werden. Am Morgen aber kann man sich wieder vorschriftsmäßig waschen — Mas haben wir doch für schlimme Zeiten im Hrieg und in der Rachkriegszeit in unseren L-Zügen mitgemacht! — dann kommt schon der Kellner und fragt, was wir wünschen. Ist das «icht romantisch? Wie im Schlaraffenland? Ich habe einen Freund, dem geht es ebenso fcie mir. Wenn er den „Reisekoller", wie er ^ich ausdrückt hat, nimmt er seine Aufgabensammlung vor (er ist Mathematiker) und rechnet an einigen Gleichungen mit recht viel Unbekannten Return, oder geht an ein Kreuzworträtsel, das er gestern nicht lösen konnte. Reulich hat er sogar ausgerechnet, welchen Gewinn seine Lebensversicherungsgesellschaft hätte, wenn er hundert Jahre alt würde. Rach einigen Stunden hätte er Ruhe, sagt er. Aber am andern Tag wirds wieder kommen. Ich kenne das. Am schlimmsten aber war mein Heimweh nach den Bergen oder der rauschenden See, als ich dieser Tage zufällig am Bahnhof Zeuge ward, wie eine Schar Kinder nach einem Erholungsheim an der Ostsee abreiste. Die Ansammlung von Menschen lockte mich an, und als ich hinzutrat, sah ich die Eltern und die Kinder mit Rucksäcken. Schliehkörben usw. Aus den Augen der Kleinen leuchtete ein hoffender, freudiger Glanz. Was werden wir alles erleben! Für manche mag es die erste größere Bahnfahrt gewesen fein. Tief bedrückt standen einige Mütter da. Gaben sie doch ihr einziges für sechs Wochen hini All die Gedanken, die sie sich in den letzten Tagen gemacht hatten, sie stürmten noch einmal auf sie ein. besonders auch, weil etliche redselige Damen es nicht lassen konnten, so ein wenig wehleidig zu tun. Werden sie auch glücklich ankommen? Wird keins herausfallen oder beim Oeffnen der Türen gequetscht werden? Ach Gott, und in Berlin? Dann waren wieder einige, me die begleitenden Pflegerinnen mit Fragen bestürmten, andere hörten hin, und die Unruhe ward immer größer . . . Da lief der Zug ein. Ein besonderer Wagen — ein ganz neuer O-Zugwagen — war für die Kinder vorgesehen. Auf beiden Seiten verschlossen. Die Mütter atmeten auf. Es konnte keins verloren gehen. Hinein stürmten die Kinder. Sie hingen am Fenster, jubelten, einige guckten scheu, sie waren vom Lande. Dann sangen sie. Die Pflegerinnen gingen von einem Abteil zum anderen. Sie waren alle glänzend untergebracht. Dann fuhr der Zug ab. Tränen in den Augen der Mütter, Freude in den Gesichtern der Kinder. Mit Hurra und Hallo zogen Knaben und Mädchen in die Weite .... Ich wäre am liebsten mitgefahren, ilnfc an diesem Abend half mir kein Buch, keine Zeitschrift. Die Unruhe, die Reisesehnsucht hatte sich so fest eingekrallt, daß ich immer wieder an diese jubelnden Kinder denken muhte. Ach, wer da mitreifen konnte in der prächtigen Sommernacht! Doch Geduld muß man haben, der Sommer ist noch nicht zu Ende, und warten können!, hat einst einer an dieser Stelle geschrieben. Ich will es ihm nachtun. Ich. will die paar Wochen noch warten und will jeden Abend die vor- beifährenden Züge betrachten und denken: In dreißig Tagen ... in zehn Tagen . . . in drei Tagen habt ihr mich als Fahrgast I R. K. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Schützenfest: Rheinisch-humoristischer Abend, 20 Uhr. — B. s. B. Monatsversammlung 20.30 Uhr im Vereinshaus. — Kavallerie-Verein: Monatsversammlung 20.30 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Hotelgeheimnisse", „Von Hessens Hauptstadt ins Weserland (Kulturfilm)', „Die Helden an der Spritze". — Tageslalender für Sonntag. Missionsfest, 9.30 Uhr: Gottesdienst in der alten Friedhofskapelle. — Schützenfest: nachmittags Konzert, Luftballon-Aufstieg, abends: Großes Militärkonzert, Feuerwerk, Zapfenstreich, Tanz. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Hotelgeheimnisse", „Von Hessens Hauptstadt ins Weserland , „Die Helden an der Spritze". — StadttheaterGießen. Am Dienstag, 16. Juli, wird nach längerer Pause, wie uns aus dem Stadttheaterbureau geschrieben wird, eines der bekanntesten Lustspiele von Roderich Bene» dix, „Die zärtlichen Verwandten", wieder aufgeführt werden. Benedix, der selbst Schauspieler war, ist einer der produktivsten Dramatiker gewesen. Seine Stücke bildeten früher den Stamm des Luftspielrepertoires und sind zum Teil in 13 Sprachen überseht worden. • •• Fertigstellung weiterer Rvt- wohnungen bei der Margarethenhütte. In den nächsten Tagen werden bei der Margarethenhütte weitere zweiunddreißig Rotwohnungen so weit fertiggestellt fein, daß sie in Kürze bezogen werden können. Insgesamt sind dort in den letzten Jahren, mit den jetzt zu beziehenden, dreiundneunzig Rotwohnungen entstanden. Wie man von maßgebender Stelle hört, reicht aber diese Zahl noch nicht aus, und man beabsichtigt, weitere Rotwohnungen zu errichten. ** Die Museen sind am morgigen Sonntag von 11 bis 13 41hr geöffnet. ** Oberhessischer Kun st Verein. Die Gleiberg-Ausstellung ist morgen Sonntag, 14. Juli, von 11 bis 13 Ähr zum letztenmal geöffnet. ** Born Schützenfest. Die Festleitung veranstaltet heute abend in der Valkshalle einen rheini- schen Abend. Der Stimmungsfänger Carl chauth, vom Mainzer Karneval her bekannt, wird mit rheinischem Sang und Humor einen großen Teil des Programms bestreiten. Am Sonntag findet als Abschluß des sportlichen Teils zwischen zwei ausge- wahlten Konzerten die Preisverteilung des 30. Verbandsschießens statt. Nachmittags wird Elvira Wil- fon, mit den Füßen am Ballon hängend, auf dem Festplatz einen Freiflug unternehmen. Die Füllung des Ballons fängt um 3 Uhr an. Die Musik wird nicht, wie irrtümlich in der Anzeige vom Freitag mitgeteilt wurde, von der Kapelle des hiesigen Bataillons ausgeführt, sondern von der Kapelle Topp. Den Zapfenstreich bestreiten die Kapellen Weller, Topp und Krengel unter Leitung des Dirigenten Weller. Ein Brillant-Feuerwerk leitet zum Tanz über. Der Juxplatz bietet Gelegenheit zur Unterhaltung. (Siehe heutige Anzeige.) "DieSchußzeit fürCnten inHessen. Der hessische Minister des Innern hat auf Grund des Artikels 29 des Iagdstrafgesehes den Beginn der Schuhzeit für Enten für das laufende Iagd- jahr auf den 15. Juli festgesetzt. Die ehern. Angehörigen des Ins.- R e g. 2 5 (von Lühow), sowie von dessen Kriegsformationen (Res. 25, Landwehr 25 und 6. Ulanen: beabsichtigen, sich zu einer Gießener Ortsgruppe zusammenzuschließen. Eine morgen, Sonntag. nachmittag zu diesem Zweck 'stattfindende Besprechung soll sich auch mit der Teilnahme am Lützow-Appell in Rastatt Anfang August beschäftigen. (Räheres in der heutigen Anzeige.) " DieBerufsaussichten für Chemiker. Der Verein Deutscher Chemiker hat sich, wie er mitteilt, kürzlich eingehend mit der Frage der Berufsaussichten für Chemiker beschäftigt. 2m Zusammenhang mit den Erörterungen über die Ueberfüllung in den akademischen Berufen ist mehrfach davon die Rede gewesen, daß die Zukunftsaussichten für den Chemiestudenten recht erfolgreich seien. In der Mitteilung des Vereins Deutscher Chemiker heißt es zu dieser Frage u. a.: Eine aus Hochschullehrern, Leitern chemischer Werke und angestellten Chemikern zusammengesetzte und hierfür berufene Kommission kam nach eingehender Beratung zu der Feststellung, daß zur Zeit noch eine starke Berufsüberfüllung besteht. Es ist zu erwarten, daß diese in den nächsten Jahren zurückgehen wird, sofern die allgemeine wirtschaftliche Lage Deutschlands sich befriedigend gestaltet. Insgesamt bietet bei diesen Verhältnissen die Chemie interessierten jungen Leuten voraussichtlich befriedigendere Aussichten, als es in den letzten Jahren der Fall war. Das erhebliche Mittel erfordernde Studium der Chemie sollte indessen nur dann gewählt werden, wenn eine solche besondere Eignung vorhanden ist. Eine Abwanderung der Chemiestudiercnden von den großen, oft überfüllten Hochschulen nach den kleineren wird nicht nur als im Interesse gleichmäßiger Verteilung der Studierenden, sondern auch im Interesse der Studierenden liegend erachtet, da der kleinere Kreis von Schülern eine mehr persönliche Ausbildung erleichtert. DJelfere Lokalnach richten im 2. Blatt Die Wetterlage. in gt ■JanMayei tStL SeydlSf iDerdeei *160 La Lorun«2^ 27$ W < Y rreitag. S d.12. Juli 1929, 7h aDds. ™ ° -r •>u ffranKI öWoOtenfos.® neuer. ®nafö oedeext. »wolkig. ODedecm •Ueoeiv * Schnee «graupeln = ncdcl K Gewitter.(§)wmdstiMe. «O seht leichter Ost massiger Südsüdwest Q stürmischer «ordwesl Die Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeiden Stationen stehenden Zahlen gehen die Temperatur an. Die Umen verDinden Orte mit gleichen® auf MeeresniVeau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die herrschende Druckverteilung — tiefer Druck im Rvrden und Osten, hoher Druck im Westen — hat in Deutschland eine Zufuhr kühler Luft herbeigeführt. Sie verursacht bei ihrem Aufgleiten auf die kontinentale Warmluft allenthalben Bewölkung. Auch wird vielfach Neigung zu Gewitterstörungen dabei bestehen. Die Temperaturen erfahren einen geringen Rückgang. Das westliche Hoch greift jedoch immer mehr nach dem Festlande über und wird später wieder mehr Aufheiterung bringen. Wettervoraussage für Sonntag: Zunächst noch wolkiges Wetter, später wieder mehr aufheiternd, vorübergehend leichte Abkühlung, Reigung zu Gewitterstörungen. Wettervoraussage für Montag: Meist heiteres, wolkiges und meist trockenes Wetter. Lufttemperaturen am 12. Juli: mittags 25 Grad Celsius, abends 18,8 Grad; am 13. Juli: morgens 18,7 Grad. Maximum 25,6 Grad, Minimum 12,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Juli: abends 24,8 Grad; am 13. Juli: morgens 18,2 Grad Celsius. Verantwortlich für Politik: i.V. Ernst Blumschein. .rfllih A.KU6CH6 Nochmals- Es gißt nach wie vor lit. B Quo 6065V Gießen / Seltersweg l zahlung. 6007D O446C Gießen, Frankfurter Straße 150. 1. 2. 6062D und 19. Juli d. I. aus. 3. 60620 31.März jedes Jahres). »r auszukaufen. 6040 L) I 6058D V Gießen, den 13. Juli 1929. 6068b (Sttti 1100 RM., vergeben werden. 60540 6038D V müll" fallen. 6052C gesucht 6016D Cdirurlllslve filinit. mieten 6064 D 04438 Linden. kaust 04434 tz Die Beerdigung findet Montag, den 15. Juli 1929, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Aenderungen sowie Neuanfertigungen werden billig und sofort erledigt. befinden. Gießen, den 12. Juli 1929. Konservenfabrik S. Kröck, Gießen, Wcierstraße 19. | Vermietungen | Schöne 4-Zim.-Wohng. 2. St., tn bess. Hause, Südviertel, an ruh. Mieter mit Dringl.- Sdrein zum Herbst z. verut.Schr.Angeb. u. 04411 a. d.Gß.Anz. Günstige Kauf-- gelegenheit in Soeifeiimmetn solideste Arbeit, in Eiche mattiert, in Eiche mit Nutzbaumeinlagen, sowie in Nußbaum poliert. 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I. dann folgende: Dienstag, Donnerstag, Freitag, vormittags 8 bis 12 Uhr, nach- im zarten Alter von 14 Monaten in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen. Bekanntmachung. Das Finanzamt Gießen verlegt seine Diensträume ab 17. Juli d. I. nach Ecke Goethe- und Lessingstraße. Deshalb fällt jeder Verkehr für 17., 18. WWiissesl am 14. Juli. 1. Gottesdienst vorm. */2io Ubr tnderaltcu Friedbofökavcllc. 2. Gottesdienst nachmittags 3l/< Ubr auf der Waldbühne. Festprediger: Misstonsinsrekt.a.D. Pir. Michel,Dresden Weitere Redner: Pfarrer Lic. WaaS, Pfarrer Lenz. 6010D 3üuerl.HWii t. Hausarb. erfahr^ das kochen kann und im Garten mitßilft, bei gutem Lohn für sof. od. bald ges. =«* Aulweg 60. Tel. 1184. Einige Bienenwobnungcn Normalmaß, zu ver- Direktion der Städtischen Elektrizitätswerke und Ueberlandanlage Gießen. St ölte. Gießen, den 12. Juli 1929. Beerdigung Montag, 15. Juli, nachm. 3 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus. U4465| Bekanntmachung. Wir machen hiermit darauf aufmerksam, daß unsere Gelderheber sowie das Monteurpersonal mit neuen Ausweisen, welche mit Lichtbild versehen, ausgerüstet sind. Stromgeldzahlungen sowie Zutritt zu den Räumen, in welchen sich elektrische Leitungen befinden, haben daher nur an olche Personen zu erfolgen, welche sich im Besitz eines dementsprechenden Ausweises Danksagung. Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die vielen Kranz- und Blumenspenden, die so trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, den ehrenvollen Nachruf der ßamag Meguin A.-G. am Grabe unseres lieben unvergeßl. Entschlafenen Hermann Uhl, Kaufmann spreche ich hiermit meinen tiefgefühltesten, innigsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johanna Lhl Wwe. Auf telephonischen Anruf 101 stehen Auswahlsendungen sofort zur Verfügung. 4ooaa Der bargeldlose Verkehr wird dringend empfohlen. Postscheckkonto der Finanzkasse Nr. 2005 Frankfurt a. M. Jedoch genau bezeichnen, wofür Zahlung erfolgt mit Steuerart und Steuernummer. 5. Die Abfertigung der Kraftfahrzeugsteuerkarten kann auf Zimmer 65 nur während der Kassenstunden erfolgen. Ebenso die der Straßensteuerpflichtigen Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die Kranzniederlegung des hiesigen Frauenvereins u. die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers bei dem Hinscheiden unserer Heben Entschlafenen, sagen wir allen unseren innigsten Dank. Friedrich Knorr, Beigeordneter und Kinder. Birklar, den 12. Juli 1929. Oelpreffe bydraulich, tn gutem Zustand, preiswert zu verkaufen. H. Schäfer Dam mstr. 39. [04448 Warnung Warne hiermit jedermann. meinem Sohne Otto etwas zu leihen oder zu borgen, da ich für nichts hafte. 04459 Hch. Becker V. Rödgen (Str. Stehen) Schönes Haus 2x8 Zimmer, reich- lichNebenränme, gr. Garten, t. Südviert. zu verkauf. 20OOOMk. Anzahlung. Wohng. wirdbeiBerkausfrei. Schr. Ang. u. 6067D an den Gieß. 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Beschluß in dem Vergleichsverfahren über das Vermögen des Händler: Hermann Rothschild in Großen-Vuseck: 6043D 1. Der in dem Vergleichstermin vom 28. Juni 1929 angenommene Vergleich wird hierdurch bestätigt. 2. Infolge der Betätigung des Vergleichs wird das Verfahren ausgehoben; das allgemeine Veräußerungsverbot tritt außer Kraft. Gießen, den 2. Juli 1929. Hessisches Amtsgericht, gez.: König. Donnerstagmorgen ll1,', Uhr verschied sanft nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere gute treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharine Weil geb. Mandler. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Weil Familie Karl Leib nebst allen Angehörigen. Krofdorf, Amtmannsmühle b. Rodheim, Rodheim a. d. Bieber, den 12. Juli 1929. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 14. Juli, nachmittags um 3 Uhr, statt 6J48D SamStag, d. 13.7.29k 8.30 Uhr MonatS- Versammlung.Vollzähliges Erscheinen ermünfdit. 6042D Der Vorstand des Kav. Vereins. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unser innigstgeliebtes, herzensgutes, unvergeßliches Kind, unseren Bruder, Neffen und Vetter Rudi Günther . 3d)? Ke sich übrigen um Sie, öe nicht abetgl Leichtigkeit Brief, desse cen, nimmt trug. Ich daß er ffa eine befoni dem stand das bedeut es genau i ..Chance“ ettoaä von "^changse" Diese „C v'el interesl kn der L Dheateröirei hallen sich i ,e®- einen T [nutungen, 5 neun verschiedene mu6te diese; unö der -y; hm,r besond Zaube. Östlichen ' •rn großes' ober, s, S-- |«a- gen, jA^t i unschuLder e’nen Qb< und mffjp hindert Sinb 6i?atl Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, um sere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau EliseKirchner Wwe. geb. Graulich im Alter von 83 Jahren nach schwerem Leiden zu sich zu nehmen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Kirchner Familie Hermann Kirchner. Soziale «MM der Aufgeber t>. Stellenangeboten ein* gegangen ^öewerbungö« unterlagen (3tugn(|je, Zeugnisabschrift., Licht« bllderu.dgl.) schnellsten« »urückzus.DIr Stellung« suchenden stnd dankbar Dafür, wenn man ihre Bemühungen zur Gr« languna ein. geeigneten Tätigkeit auf diese Welse unterstützt und stnd auf diele selbstverständliche pflicht auch angewiesen. GLetzenerr Anzeiger Von onv Dei Stipek Wales au und müg- die deutle haben, krieg E der Seda" schöne um» Thronfolge würdigen- nun 6* sog- gangen tmi Ein zähe alle mit । politischen Ter neue c sich für - fchcidung i chen. Keir in allen > hat unter Räumung die mögli zeitige Ac darauf Yi formuliert, im Jntere mung ausc da zum er fällt, das aufgenomn Hende gegebenenf rigkeiten ' seine Ti ziehen tvür derson dak isolierte en rung vielli französische gleichzeitig werden". 5 wüßten nid wenn Eng hieße es, r gerung vor gung bloßk Wohl aber cs herausg sächlich an Tann wür gelegentlich schränken, i müsse. Der Standpunkt sche, bcfgi aicifaei. nochmals di tischen ^art Meinung \\ Konferenz. Darüber, renz, geht England, : Sache auf i hinauszuzie sehen zu kör Penweise 1 Jnkraftsehu auch sogar tionssumme TrimnpMWotorrad gebraucht, gut erhallen, zu verkauf, oua Wieicck Rabenauerstrabe 13 Sarolda - Motorrad wegen Wegzugs sehr billig zu verk. Ntodcll 1928, 350ccm, kovfge- steuert, Boschzündl., Sozius, s. g. erhalt. W. Strick, o. Adresse Otto Rudolph, Gr.- Bett sehr gut erhalt., 2-fl. Gasherd nut Tisch, wegen Platzm. billig zu verkaufen. 04410 Wilbelmstr. 36L. 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Juli, nachmittags 4 Uhr, soll ein 20 Monate alter, zur Zucht untauglicher Bulle im Wege schriftlichen Angebots verkauft werben. Angebote sind bis zu diesem Zeitpunkt bei uns einzureichen. Die Eröffnung erfolgt in Gegenwart etwa erschienener Bieter. 6030D Bürgermeisterei Muschenheim. ____________Becker._____________ Wir suchen zur Unterstützung bes Ber- kauföstellenleit. einen routfn., gewanbten Wer als QMseota. Samstag, 13. M1929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 162 Zweites Blatt 'ersweg Wunsch fauirfHu.tauh.8utn je und das Bad unbenutzt aus. Am nächsten Mor 60160 nur sooo abergläubisch sein! — Oie „Straße der zwei Väter". das mich ein gütiges nicht mit einem Außerdem ist schick. Ich habe LL *sssn u Ä le,Sen-WlLtln. 9i । Gebote u. 9ir. löst an Whteih. Ö ™ Darüber, über Ort, Zeit, Anlage der Konferenz, geht der Streit zwischen Frankreich und England, und man sieht, wie Frankreich die Suche auf das äußerste komplizieren will, um fic brnauszuziehen und so seinen Standpunkt durchsetzen zu können: Dreiteilung der Konferenz, etappenweise Räumung des Rheinlandes bis nach Inkraftsetzung des Voungplanes, wozu man dann and> sogar die Kommerzialisierung der Acpara- A tlonssumme rechnen will usw. Aufs äußerste wahr, Sie wissen genau so wie ich, daß das alles auch ohne den Brief gekommen wäre, aber ich weiß nicht, ob Sie nach meiner Erzählung nicht doch lieber den mystischen Text neunmal abschreiben sollten, wenn zufällig eine gute und verflossene Freundin auf die reizende Idee käme, Ihnen eine „Chaine de Chance“ zuzusenden. aus ihrer ersten Ehe hatte, friedlich zusammen mit denen, die sie ihrem zweiten Manne schenkte. Run ist der erste Gatte aus Rußland zurückgekehrt. Er war in deutsche Gefangenschaft geraten, dann mit russischen Gefangenen nach derer? Heimat geflohen, war während der Revolution als Franzose gesangengeseht worden, hatte jahrelang in den verschiedensten Gefängnissen gesessen und war schließlich von einem Mitgefangenen, einem französischen Ingenieur, befreit worden. Run war er also wieder da. Die Frau konnte nicht wegen Bigamie angeklagt werden, da ja ihr Mann für tot erklärt worden war. Der Heimgekehrte verlangte auch gar nicht die Gattin für sich allein, sondern er begnügte sich mit einem Platz am häuslichen Herd neben dem andern Mann. Der zweite Gatte, ein praktischer Dauer, sah in dem Reuankömmling eine wertvolle Ar- bcitshilfe und war mit seinem Bleiben durchaus einverstanden. So lebt also die Frau mit ihren beiden Männern in Frieden und Freundschaft; beide werden von allen Kindern ohne Unterschied „Papa“ angeredet, und um diesem Zusammenleben gleichsam ein offizielles Siegel aufzudrücken, hat der zweite Mann an dem Fußsteg, der von dem Hause nach der Scheuer führt, eine Tafel angebracht mit der Aufschrift „Straße der zwei Bäter". Die papierepaul von Schwabachs Die Zusammenhänge zwischen der Hochfinanz und der deutschen auswärtigen Politik seit der Reichsgründung, blieben infolge ihres diskreten Charakters trotz der Oeffnung der Archive des Auswärtigen Amtes mit einem geradezu mystischen Dunkel umhüllt, das geeignet war, immer wieder den irrigsten Ansichten Rahrung zu geben. Gelegentliche Diskussionen in der Presse vermochten keine größere Klarheit zu bringen. Anders steht es hierin mit der großen deutschen Aktenpublikation: sie enthält in ihrer riesigen Fülle auch zu diesem Problem wichtiges Material, das allerdings bisher noch nicht ausgewertet worden ist. Aber sie konnte natürlich nur diejenigen Dokumente ans Licht bringen, die im Archiv des Auswärtigen Amtes ihren Platz gefunden hatten, für gewisse übergreifende Zusammenhänge blieb sie notwendigerweise unvollständig, weil sie stimmungsgemäß nur ein Archiv ausschöpfen konnte. Wie etwa über die militärpolitischen Hintergründe der deutschen Außenpolitik erst dann ein abschließendes Urteil Ein wenig auf den Spuren Shackletons fuhren I wir, d. h. eine Anzahl Gelehrter und ich, nach Süd-Georgien, um eine gründliche wissenschaftliche Beobachtung des Meeres in der Umgebung der Insel und insbesondere der Lebensbedingungen der Walfische dort durchzuführen. Auf unserer Fahrt vom Kap der Guten Hoffnung ab berührten wir zunächst Tristan d'Acunha, eine vorgeschobene, einsame Insel, deren nackte Klippen sich steil aus der See erheben. Die Insel hat keinen eigentlichen Hafen; ein sie umgebendes Riff ermöglicht aber die Landung kleiner Boote. Erst in der zweiten Hälfte des vergangenen Iahrhunderts siedelten sich dort Menschen an; gegenwärtig zählt die Bevölkerung 140 Köpfe, meist Mischlinge, da früher zahlreiche Eingeborene aus St. Helena einwanderten. Die Bewohner sind fleißig und anspruchslos: ihr Brennholz wächst dreihundert Meter über ihren Wohnsitzen, und sie müssen lange in ihren Booten aus Latten und buntbemalter Haut herumfahren, um junge Möven für ihre tägliche Mahlzeit zu fangen. Ihre Unwissenheit geht so weit, daß sie nicht einmal stricken können; obgleich sie Schafe halten, sind sie nicht imstande, Tuch aus der Wolle zu weben. „abergläubisch“ wieder ziemlich eine Bekannte, die genau weih, und die in allen Fragen des In Bouvet Island machten wir zum zweitenmal Station. Auf unserem Wege dorthin mußten wir schon einige Eisfelder und -berge passieren. Bouvet Island ist bestimmt die einsamste Insel der Welt und ist gerade deshalb sehr interessant. Der nächste bekannte Fleck Erde liegt buchstäblich 1500 Kilometer von ihr entfernt — nichts als Wasser, anderthalbtausend Kilometer in der Runde! Die Insel wurde zuerst bei einer Kreuzfahrt in der Antarktis im Iahre 1739 von dem französischen Reisenden Bouvet entdeckt, von dem sie ihren Ramen herleitet. Später begaben sich Cook und Roß vergeblich auf die Suche nach ihr; erst 1825 wurde der verlassene Landzipfel von Kapitän Rorris wiederentdeckt, der sie für Großbritannien annektierte. Darauf fand man die Insel trotz wiederholter Versuche lange Zeit nicht wieder, bis das deutsche Schiff „Bal- divia“ sie im Iahre 1898 wieder ansteuerte. 1927 kam ein norwegischer Dampfer dorthin und hißte die norwegische Flagge, worauf Großbritannien seine Rechte an dem Inselchen geltend machte. lieber Süd-Georgien tobt häufig ein Sturm von überraschender Stärke. Ganze Wellblechplatten werden fortgetragen und zerschneiden Schiffsmaste oder durchschlagen die Wände der Wal- Beispiel Poincarss hat in der Vergangenheit oft genug gezeigt, daß man auch in verhältnismäßig einfachen Fragen nicht vorwärts kommt, wenn man nicht will. Poincarö und damit das von ihm vertretene und beherrschte Frankreich sind so immer mehr in die Rolle der Macht in Europa gekommen, die den Frieden und die Verständigung nicht will. Gewiß ist die endgültige Liquidierung der finanziellen Kriegsfolgen eine schwierige und verwickelte Sache. Aber wer sie unbefangen studiert, kommt bald zu der Erkenntnis, daß sie schließlich und in den entscheidenden Fragen verzweifelt einfach liegt! Ganz Westeuropa geht im Sommer und Herbst 1929 in Entscheidungen hinein, die sehr weithin wirken werden. Die Entscheidung hängt dabei ganz überwiegend nun von Frankreich ab. Aber auch die englische Politik, d. h. die Arbeiterpartei, muß zeigen, ob sie die Fähigkeit und Kraft hat, dann das durchzusetzen, was sie jetzt in allen ihren Richtungen übereinstimmend für notwendig hält! Mneld. Annoncen- tooebition Mhen. wE- cb. A was sich gehört .... ... „ „ letzten Tones sehr maßgebend ist. Wenn sie im verflossenen Winter von einem Ball oder einem Diner kam, und der Vollmond am Himmel stand, verweilte sie einen Augenblick, ehe sie in ihren Hispano stieg, raffte den Brokatmantel zusammen und verbeugte sich drei Male tief knicksend vor dem Mond. Zu beachten ist dabei, daß das Gesicht dem Mond voll zugewandt werden muß und daß man etwas zu murmeln hat und unter gar keinen Umständen lachen darf. Leider habe ich vergessen, mir den Text von meiner Bekannten sagen zu lassen, denn damals fand ich das Ganze ein bißchen lächerlich. Heute bin ich anderer Meinung, ich finde es sehr schick, und wenn man es nächste Saison noch trägt, muß Das Motiv des „heimkehrenden Gatten“, seit Homers Odyssee in der Dichtung eine so große Rolle spielt, hat bei uns durch die Erlebnisse des Weltkrieges neue Anregung erfahren, und immer wieder wird uns im Drama und Film, im Roman und in der Erzählung das Schicksal des Heimkehrers vorgeführt, der seine Frau mit einem andern verheiratet sinket. Die Poesie hat darin stets einen tragischen Konflikt gesehen, ober das Leben ist oft phantasiereicher als die Dichtung und gestaltet ihn wohl ainh einmal in glücklich-idyllischer Form. Eine solche Geschichte wird in der „Comoedia“ -erzählt. Eine Bäuerin aus dem französischen Departement Eure-et-Loir, deren Gatte während des Krieges als vermißt gemeldet worden war, hatte sich, als auch nach dem Friedensschluh nichts mehr von ihrem Manne zu hören war und dieser offiziell für tot erklärt wurde, mit einem anderen verheiratet und erzog die Kinder, die sie gen jedoch rief ich Ida herein und fragte sie ziemlich gänsehäutig, ob die große Spinne noch am Seifenhalter sitze. „Rein," sagte Ida. „aber über dem Handwaschbecken!". „Fegen Sie sie sofort herunter und machen Sie sie tot!“, rief ich erleichtert und murmelte vor mich hin: „Spinne am Morgen — bringt Kummer und Sorgen“. Sagen Sie selbst, war das nicht ein guter Ausweg mit der Spinne? — Ich? — Rein wirklich nicht, Sie sehen es selbst! Aber Sie? Ich bin wirklich neugierig, was Sie alles für Unsinn anstellen! Wie kann man aber dUfCItflC*' SS Was mich betrifft, so werden Sie es mir jedenfalls nicht Übelnehmen, wenn ich es, da ich es einmal mit dem Zerreißen hatte, das nächstemal mit dem Schreiben versuche, — vorausgesetzt, daß Geschick nach so viel Prüfungen neuen Brief verschonen sollte. sie es mir genau beibringen. Daß man, wenn man sich darüber unterhält, wie gesund und kräftig die kleine Tochter ist, dreimal gegen das Holz klopft, können Sie unmöglich als Aberglauben bezeichnen. Holz ist schließlich immer in der Rähe und klopfen macht keine Mühe, aber bitte achten Sie darauf, daß Sie von unten nach oben an ein Holz zu klopfen kommen, von der Seite ist es zwar bequemer, aber nicht so sicher. Das mit dem Streichholz, an dem Sie nicht drei Zigaretten hintereinander anzünden dürfen, ist natürlich ein lächerlicher Unsinn, und von irgendwelchen Produzenten erfunden, um den Konsum zu steigern. Ich halte mich nie daran, — nur wenn Edgar gerade der dritte ist, blase ich ihm das Streichholz vor der Rase aus. Es ist meistens dann schon so heruntergebrannt, daß die Zigarette nicht mehr schmeckt. Und außerdem soll Edgar froh fein, daß er den Krieg überstanden hat, und neulich das mit der Grippe war auch schon unangenehm genug. H0Ö0.-1 alSl.HhvoibckM «rtvathandaufgröh. SÄ ^av.-verSL- Oer Löwe in der Gastwirtschaft. In einer Kölner Gastwirtschaft sah neulich ein harmlos aussehender ruhiger Herr, der einsam sein Eisbein mit Sauerkraut verzehrte und nur noch auf sein Bier wartete, das ihm der Kellner eben anbrachte. Kaum hatte der das Glas auf den Tisch gesetzt, als der Gast mit einer ungeheuren Stimme, die man seinem schmächtigen Körper niemals zugetraut hätte, ein sürchterliches Gebrüll ausstieb. Der Kellner ließ zwei Gläser fallen, einige Gäste, die mal im Zoo gewesen waren und wußten, daß nur ein Tier auf der Welt so brüllen kann, flüchteten vor dem vermutlich ausgebrochenen Löwen ins Freie. Andere krochen unter den Tisch. Rur der Wirt beherrschte sich, trat auf den Gast zu und fragte, was dieser Unsinn zu bedeuten habe. Doch der aß ruhig sein Eisbein weiter und deutete wortlos auf einen alten fast vergilbten Wandspruch im Gemäuer. Da stand zu lesen: „Brülle, wie der Löwe brüllt, wenn dein Glas nicht ganz gefüllt.“ Ein Pech für den Wirt, daß der einzige Gast, der das Schild überhaupt gelesen hatt^ ausgerechnet ein Tierstimmenimitator war! Am Rande -er Welt. Ein Besuch im verlassensten Erdenwinkel. - Meine Expedition in die Antarktis. Don Or. W. Kemp. sJ^rten 0 30 Beniner, f“® * -icwbottlißg. m i VS191?98 '"i. । .»rankiurlrr Hoi ^°dengassc2.^ "anoe sucht w erschwert Poinc ar6 die Vorbereitung der Konferenz. Herr io t tritt ihm entgegen mit dem richtigen Hinweis, daß heute Ratifikation des Schuldenabkommens, Voungplan, Rheinlandräumung nicht mehr voneinander getrennt werden können, daß sie zusammen behandelt und erledigt werden müßten. Er hat begriffen, wie sehr jetzt von Europa und von Amerika aus gleichzeitig die großen Probleme der Weltpolitik miteinander verwachsen und sich miteinander verschlingen. Dementsprechend verlangt die Linke in der französischen Kammer, daß Poincare mit der Ratifikation der Schuldenabkommen und dem Voungplan zusammen eine entschlossene Friedenspolitik treiben soll. So ist in Frankreich eine schwierige Lage entstanden, die an Verwirrung ihresgleichen sucht und Poin- car6 selbst bedroht. In diese Lage hat P o i n c a r 6 sich und hat sich das Parlament seinerseits hinein- manöveriert. Poincarö begreift, daß die Schuldenabkommen ratifiziert werden müssen, nachdem er jahrelang die Auffassung gefördert hat, Amerika würde eines Tages diese ganzen Schuldscheine zerreißen. Poncars weiß, daß es keine Vorbehalte mehr gibt. Die Opposition, die ihm das erschwert, hat er selbst geschaffen; er erntet heute, was er selbst gesät hat, und seine Schwierigkeiten, die Gefahren für seine ganze Position sind seine eigene Schuld. Frankreich selbst kommt damit in die Situation eines unglaublichen Widerspruchs. Es verlangt als Gläubiger das Aeußerste von DeutschlandundwillsichalsSchuldner seinen Verpflichtungen entziehen! Die Linke sieht das auch und erkennt, daß der Weg heraus ins Freie nur möglich ist durch die Annahme der Schuldenabkommen und damit zusammenhängend die Liquidation des Krieges, also vor allem die Räumung des Rheinlandes. Darum geht der Streit und die große Auseinandersetzung, die wohl nicht sobald zu Ende kommen wird, weil es sich um die Grundprobleme und eine große Entscheidung für Frankreich handelt. Wir notieren weiter: Dr. Stresemann hat in einem Interview an Sauerwein das Entscheidende der bevorstehenden Konferenz hervorgehoben: den Anspruch Deutschlands auf endliche Befreiung seines Staatsgebietes und volle Wiederherstellung seiner Souveränität, und unterstreicht, daß auf die Formalien schon reichlich viel Zeit verwendet ist. Der sozialdemokratische Fraktionsführer Br e i t s ch e i d hat im „Temps" ausgesprochen, daß sich keine Mehrheit im Reichstag für den Young-Plan finden würde, wenn er nicht mit der Räumung des Rheinlandes verbunden ist. Wenigstens zu diesem Punkte hat er somit die größte Reichstagspartei entscheidend festgelegt. Dann wäre darin jedenfalls der Reichstag e i n i g. Das gleiche hat auch Dr. S ch a ch t in seiner Münchener Rede gefordert. Die Konferenz, von der heute noch nichts feststeht, hat eine ungeheure Aufgabe und Tagesordnung: Poung-Plan und Organisationskomitees zu seiner Anpassung, Rheinlandräumung, die Kontrollfrage in der bekannten Kommission und mit der ebenso bekannten Ablehnung Deutschlands, und die Saarfrage. Das kann weiter kompliziert werden, wenn die anderen Reparationsgläubiger, die in Paris nicht beteiligt wurden, jetzt herangezogen werden, und wenn Frankreich das Verlangen Polens, bei der politischen Erörterung gleichfalls gehört zu werden, unterstützt. Ein Recht darauf hätte Polen nicht. Aber rechnen müssen wir damit, daß Polen das wünscht und Frankreich ihm darin hilft. Eine ungeheure Verantwortung liegt jetzt bei Frankreich, genauer gesagt bei Poincare. Denn von ihm hängt es ja schließlich ab. Seine Autorität ist trotz aller Kämpfe und Opposition schließlich groß genug, das eine oder das andere durchzusetzen. Das Beispiel England-Amerika, nach Hoovers und Macdonalds Amtsantritt, zeigt, daß man auch in schwierigsten und verwickelten Verhältnissen vorwärts kommen Fann, wenn man wirklich will. Das gefällt werden kann, wenn auch die einschlägigen Akten des Großen Generalstabs der Oesfentlich- teit zugeführt sein werden, so wird die Forschung erst dann ein vollständiges Bild von den Beziehungen und Einflüssen der. Hochfinanz im außenpolitischen Bereich schassen können, wenn ihr die Privatarchive erschlossen werden. Ein erster Ansang ist jetzt gemacht: Paul von Schwabach, der Chef des Hauses Dleichröder, hat aus seinen politischen Papieren einen umsangreichen Band zusammengestellt, der in Schwabachs langjährige verdienstvolle Arbeit für die auswärtige Politik des Deutschen Reiches Einblick gewährt. Da Paul von Schwabach sich in vornehmer Bescheidenheit darauf beschränkt hat, diesen dokumentarischen Rechenschaftsbericht über seine politische Wirksamkeit nur in der Form eines Privatdrucks zu erstatten, unternimmt es der Mitherausgeber der deutschen Aktenpublikation, Friedrich Thimme, im Iuli-Heft der „Europäischen Gespräche“ (Verlag Dr. Walther Rothschild, Derlin-Grunewald), eine Analyse dieses bedeutenden, der großen Oesfentlichkeit bisher nicht zugänglichen Quellenwerks zu geben und in charakteristischen Auszügen die sehr wesentliche Rolle darzustellen, die Paul von Schwabach als vertrauliche Mittelsperson des Auswärtigen Amtes vor allem durch seine Verbindungen in London und Paris gespielt hat. Besonders für die Geschichte der deutschenglischen Beziehungen seit 1900 ist die ausgedehnte englische Korrespondenz Paul von Schwabachs von größtem Wert. Geradezu tragische Bedeutung gewinnen seine Briefe an den bei Kriegsausbruch infolge einer tiefgehenden Antipathie gegen Deutschland so verhängnisvoll maßgebenden Beamten des Foreign Office, Sir Cyre Crowe, mit dem er persönlich befreundet war. Ebenso wichtig für die Erkenntnis entscheidender Phasen der Vorkriegspolitik sind die Aufzeichnungen über seine Unterredungen mit Caillaux während der Marokkokrise 1911. Als eindeutiges Motiv Schwabachs in seinem Wirken erweist sich der bewußte Wille, seine weitreichenden internationalen Beziehungen im Sinne einer Verständigung für die friedlichen Ziele der deutschen Außenpolitik sruchtbar zu machen. jnmen k-ruvn- 6M0D ib.tSieöen raye 9. Waggons •ass tauf- ieit ■en beit, iett in ibaum- - rote in > altert. ( Raten» ' Mtz :ttet, netiter, ee 15, _ Bstbesoi. Efibel n. -der Ar, e Raten» ünitigen n a.ohne i.Annh. Quälst Breiten. Berood: on Pen» en und Sind Sie abergläubisch? Don Polly Tieck. Ich? Keine Spur! Aber Sie? — Es handelt I si H übrigens doch hier gar nicht um mich, sondern u m Sie, denn ich habe Sie ja gefragt! Daß ich n cht abergläubisch bin, kann ich Ihnen ja mit Nichtigkeit beweisen. Ich bekam neulich einen Brief, dessen Kuvert die Schriftzüge einer frühe» tmn England jetzt allein herausginge. Was hieße es, wenn dann Frankreich bei einer Weigerung vor aller Welt als Feind der Verständi- gung blohgestellt wäre? Das bedeutet nicht viel. Wohl aber bedeutet es viel, ob England, wenn ’ ces herausgegangen ist, dann vollständig und tatsächlich an der Räumungsfrage desinteressiert ist. Dann würde es sich bestenfalls auf nutzlose, gelegentliche Aeußerungen seiner Meinung beschränken, daß das Rheinland geräumt werden müsse. Dem deutschen Interesse entspricht der Standpunkt Hendersons, daß englische, französi- |lx, belgische Truppen gemeinsam und g leichzeitig herausgehen! Wir unterstreichen nochmals die absolute Einheitlichkeit der eng- liffchen Parteien und der englischen össentlichen Meinung in dieser Zentralfrage der kommenden sammenhängen kann, daß ich drei Wochen später I Dreizehn bei Tisch? Auf solchen Gedanken eine Blinddarmentzündung bekam, und daß in der I komme ich gar nicht. Ich labe eben elf oöer Schule meiner Tochter Scharlach ausbrach? Richt | fünfzehn ein, dann kann es nicht passieren, daß •' ‘ ' ausgerechnet Alice dazukommt, und man sich mit bitterem Herzklopfen denkt, es hätte doch auch Elfriede sein können, denn Alice, wirklich, Alice steht unserem Herzen besonders nah. Den besten Beweis, daß ich nicht abergläubisch bin, kann ich Ihnen geben, wenn ich Ihnen von der Spinne neulich erzähle. Denken Sie, ich komme spät abends ins Badezimmer und gerade über der Wanne, gefüllt mit verlockendem Fichten- nadelnaß, gerade über dem Seifenhalter sitzt eine große, fette, braune Spinne. Es ist unmöglich, zu schildern, wie mir vor Spinnen graut. Ungefähr so, wie Ihnen vor Mäusen, — nun können Sie sich's vorstellen! Trotzdem habe ich der Spinne nichts getan. Ich sagte mir das Berschen auf: „Spinne am Abend — erquickend und labend.'* Darauf lieh ich die Spinne sitzen ke bublaben Md zu Nah. bei lein ! 5. 04444 iofen fL (neu), der billig in in der eOe. ufoörroö, ad,5chm. benilug, Vcibe 500 bis 1000 Ä zinslos aus gegen tätige Beteiligung gleich welcher Art.SchrA Angeb. uni. 01449 m den Gieh, Anz. erb, feüetataei abhanden gekommen Wiederbringer erb. Belohnung. 04461 Hotel Prinz Carl Televhon 44. Dasnary-l4d Flaggenbilder innmet fr.i.b.&eitbft.hß.ä. aiier ... g-tiMll öo/.10 Ubr in der alte» Friedbofskavelle. 2. GotieSdientt nachmittags 31h Ubr au! der Waldbuhne. Fesiorediger: Mifiwnsinfreli.a-r. Pir.l'lichelKesd» Wettere Redner , Pfarrer Ltc. W Pfarrer Lenz. 6010D ------t Warne hiermit ie- Konferenz. 5m-* sAe/p fängerstationen. 3m Mittelpunkt der 3nsel erhebt sich der Mount Paget zu einer Höhe von 2700 Meter; er ist bisher noch nicht erstiegen worden. Obgleich Süd-Georgien nicht über zwanzig bis dreißig Kilometer breit ist. wurde es nur einmal durchquert. Shackleton landete an der Südseite auf seiner beschwerlichen Rückreise von seiner Antarktis-Expedition und brachte es mit seinen Leuten fertig, die Walstation im Rorden der 3nsel zu Fuß zu erreichen. Bisher hat noch niemand Lust verspürt, ihm dos nachzutun. Der Walfang wird in Süd-Georgien von mehreren Stationen an der Küste aus betrieben; die Walfänger bringen ihre Deute täglich zur Verarbeitung dorthin. Die 3agd auf Walfische kann nur unter drei Voraussetzungen erfolgreich sein: Zunächst muß die Mannschaft vollkommen eingearbeitet und durchorganisiert sein, damit keine Gelegenheiten versäumt werden. Das zweite Erfordernis ist äußerst geschicktes Manöverieren. Dabei muß berücksichtigt werden, daß der Wal nur alle zehn oder fünfzehn Minuten auftaucht und- dann zwei- bis dreimal einen starken Wasserstrahl ausbläst. Rur ein kleines Stückchen des Tieres ist an der Oberfläche zu sehen, und der Harpunierer hat nur drei, höchstens vier Sekunden zum Zielen. Es ist beinahe unheimlich, zu sehen, wie genau einige Harpunierer fast instinktiv bestimmen können, wo der Wal das nächste Mal auftauchen wird. Drittens, noch am wenigsten bedeutsam ist Zielsicherheit beim Abschießen der Harpune. 3n der Harpunenspihe befindet sich eine starke Sprengstoffladung. Explodiert sie im Körper des Wals, so wird das Tier in der Regel sofort getötet. Manchmal geht jedoch der Schutz schräg durch den Rücken, so dah die Ladung außerhalb des Körpers explodiert; in solchen Fällen wird das Schiff oft lange durch das Wasser geschleift, bevor sich eine Gelegenheit ergibt, dem Wal- Usch mit einer oder mehr Harpunen den Gnaden- oh zu geben. Wenn der Walfisch getötet ist, wird er am Bug des Schiffes befestigt und, um sein Sinken zu verhindern, mit komprimierter Luft durch eine ..Injektionsnadel" in der Größe einer Lanze aufgepumpt. Die oberste Hautschicht wird abgeschabt; in den Schwanz werden Einschnitte gemacht, um die Speckaufschneider in der Station davon zu unterrichten, wieviel Harpunen zur Tötung des Wals gebraucht wurden. Dann wird der riesige Körper durch eine Boje mit der Flagge des Walfängers kenntlich gemacht und freischwimmend verlassen. Der Walfänger geht weiter auf die Jagd und sucht am Ende des Tages die schwimmende Deute zusammen, die dann in die Station geschleppt wird. Aus der Pwvinzialhaupistadt. Gießen, den 13. Juli 1929. Turn- undSporiabend in derVolkshatle Bereits am Sonntag, gelegentlich des Festzuges, gaben die Gießener Turn- und Sportvereine durch ihre zahlreiche Beteiligung ein gutes Zeichen enger Verbundenheit zwischen Schützen, Turner und Sportsleuten. Einen neuen Beweis enger Zusammengehörigkeit gab der gestrige Abend in der Volkshalle, mit dem die Gießener Turn- und Sportvereine innerhalb des Schützenfestes zum Gelingen der ganzen Veranstaltung beitrugen. Cs war ein glückliches Unterfangen der Leitung, einen solchen Abend in die Festfolge des Schützenfestes einzufügen. Legte doch der überaus gute Besuch beredtes Zeugnis davon ab, daß man in weiten Kreisen der Bevölkerung Veranstaltungen in diesem Rahmen zu würdigen weiß. Die Ctabübungen der Turnerinnen der Gießener Turnerschast (Männerturnverein und Tv. 1846) erwiesen sich in ihrer wundervollen Darbietung als eine sehr gute Einleitung des Abends. Sie gaben in ihrer Dreiteilung als flüssige, zügige und sprunghafte Bewegungen ein harmonisches Ganzes, das ungeteilten Beifall fand. Das Reck- turnen, eine Glanznummer des Programmes, bildete durch eine Kette vorzüglicher Leistungen eine Darbietung, auf welche die beiden Vereine der. Gießener Turnerschaft mit Recht stolz sein können. Vor allem gefiel der erste Zwölfkampfsieger des 14. Deutschen Turnfestes, Karl Reuter, der durch seine schwierigen, exakt ausgeführten -Hebungen vor breiter Öffentlichkeit Proben seines großen Könnens ablegte. Dennoch fielen auch die übrigen Turner durchaus nicht aus dem Rahmen. Durch Hebungen am Sprungtisch war der Turnerjugend der Gießener Turnerschaft willkommene Gelegenheit geboten, zur Bereicherung der Festfolge beizutragen. Daß die Fechtriegen der beiden Turnvereine willig in die durch Ausfall eines Programmpunktes entstandene Lücke einsprangen, ist hoch anzuerkennen und macht ihnen alle Ehre. Die dargebotenen Gefechte (Säbel, Degen und Florett) fanden allgemeine Anerkennung und Beifall. Vorführungen in nahezu höchster Vollendung waren die sehr schwierigen zweier und dreier Kunstfahren des Radklubs „Germania 1899". Ebenso wie diese radsportlichen Darbietungen wurde der flott durchgeführte 16er Schmuckreigen des Radfahrervereins von 1885 durch überaus herzlichen Beifall ausgezeichnet. Ein Gymnastisches Bilderbuch", dargestellt von der Damenabteilung des V.f.D. 08 Gießen mit einer Bewegungsharlekinade von R. Fischer beschloß den Reigen der Darbietungen. Ohne voll zu überzeugen, konnten sich die Darstellerinnen sowie der Tänzer der Zustimmung des Publikums erfreuen. Die Kapelle Topp umrahmte in gefälliger Art die turnsportlichen Darbietungen mit ansprechenden Musikstücken; auch in der Begleitung der Vorführungen konnte sie durchaus gefallen. Da der Besuch als sehr gut zu bezeichnen war, dürften alle — Schützen verein, Zuschauer und Milwirkende — vollkommen auf ihre Rechnung gekommen fein. Erfolgreiche Stenographen. Dei dem anläßlich der 49. Verbandstagung des Hessen-Rassauischen Kurzschriftverbandes (Verband für Einheitskurzschrift) in Wiesbaden veranstalteten stenographischem Wettkampfe, an dem sich 1184 Kurzschriftler Beteiligten, gelangten 84 wertvolleEhren- preise zur Verteilung. Besonders erfolgreich ging aus diesem Wettkampf die I. Reichs- kurxsch riftgese llschaft „Gabelsberger' und Damenabteilung Gieß en hervor. Allein zwölf von den zur Verfügung stehenden Ehrenpreisen entfielen auf die Gießener Gesellschaft. Don den Gießener Vereinen konnten folgende Leilnehmer mit Preisen Der Neubau der pesialozzischule. Richtfest. Gestern konnten die Dauleitung und die Arbeiterschaft an dem Neubau der Pesta- lvzzischule in den Eichgärten das Richtfest begehen. Aus diesem Anlaß war der Dau mit dem Richtkranz und Fahnen in den Reichsfarben und den hessischen Landesfarben geschmückt. Das Städtische Hochbauamt hatte aus diesem Grunde die Mitglieder des städtischen Dau- ausschusses, die leitenden Schulmänner unserer Stadt und die Presse zu einer Besichtigung des Baues eingeladen. Hierbei konnte man die Feststellung machen, dah das große Dauwerk rasch vorangekommen ist. Die Erdbauten wurden Ende Ro- vember begonnen, am 5. April wurden die Maurerarbeiten in Angriff genommen, und heute steht das große Haus bereits in seiner imponierenden Gestaltung vor dem Deschauer. In dem neuen Schulhaus werden 2 4 Klass e n geschaffen, ferner ein Physiksaal, ein Saal für Werkunterricht, ein Hortsaal, eine Milchküche, ein Zimmer für den Rektor, ein Konferenzzimmer, ein Singfaal, ein Saal für den Religionsunterricht, ein Arztzimmer mit Warteraum, eine 13x24 Meter große und 7,15 Meter hohe Turnhalle (die auch als Aula benutzt werden kann) mit Dühne und Galerie, ein Raum zur Bekämpfung von Ungeziefer an Kindern, ferner ein Aufenthaltsraum für die Kinder an Regentagen, eine Hausmeisterwohnung — bestehend aus 4 Zimmern und Küche —, ferner die erforderlichen Wasch- und Aborträume. In dem Vorhof der Schule soll ein Standbild Pestalozzis aufgestellt werden, damit diesem großen Pädagogen in dem neuen Schulhaus ein würdiges Denkmal gesetzt wird. Der große Dau hat Huf- eisenform, er ist aus Klinkersteinen gemauert und —wie bei der Desichtigung übereinstimmend fest- gestellt wurde — sehr, zweckmäßig gegliedert und mit hohen luftigen Räumen ausgestaltet. Die Fenster der Klassenräume gehen nach Süden, so dah den Kindern der Aufenthalt in den Räumen so angenehm wie möglich gemacht wird. Del dem anschließenden Dei dem anschließenden Richlfestschmaus in Gemeinschaft mit der an dem Reubau beschäftigten Arbeiterschaft teilte Stadtbaurat ©rattert, dem als Vorstand des Städtischen Hochbauamtes die oberste Dauleitung obliegt, mit, daß der Dau 22 000 Kubikmeter umbauten Raum umfaßt. In diesen Dau seien 1,1 Millionen Steine, ferner 34 000 Stück Deckensteine, 72 500 Kilogramm Rundeifen und 5500 Sack Zement verarbeitet ttorden. Der Dau fei in 100 Arbeitstagen erstanden. An Tagewerken seien 6397 geleistet, so daß eine durchschnittliche Arbeiterbelegschaft von 64 Mann von Anfang bis heute an dem Dau tätig gewesen sei. Wenn man das verarbeitete Rundeisen meterweise berechnen und aneinanderfügen wollte, so käme eine Strecke von Gießen bis Frankfurt a. M. heraus; die gesamten Ziegelsteine aneinander» gereiht ergäben eine Strecke von Frankfurt a. M. bis Freiburg i. Dr. Zur Herbeischaffung des Rundeisens sei ein Cisenbahnzug von 58 Waggons zu je 15 Tonnen notwendig. Dieser Dau sei der größte, den unsere Stadt seit vielen Jahren errichtet habe. Besonders erfreulich sei es, daß bei dem Dau bisher keinerlei Unfälle zu verzeichnen waren. Er wünsche, daß auch die weitere Dauarbeit ohne jeden Unfall verlaufen und nach jeder Richtung hin zu einem guten Ende kommen möge. Zum Schluß gab der Redner dem Wunsche Ausdruck, daß die gemeinsame Arbeit zwischen Baumeister und allen an dem Bau beschäftigten Personen ein W^rk zustandebringe, das Anerkennung finde und der Jugend zum Segen gereiche. Genugtuung und Freude über das bis jetzt wohlgelungene Werk, aufrichtige Anerkennung für die Arbeit aller Männer vom Bau, von der obersten Spitze bis zum letzten Lehrling, brachten in Ansprachen zum Ausdruck: Kreisschulrat Loos, der bisher Rektor der Pestalozzischule war und jetzt in Groß-Umstadt amtiert. Stadtratsmitglied Mann, Stadtratsmitglied Fischer, Stadtratsmitglied Schmidt. Gleichzeitig sagten die Herren auch der Stadtverwaltung und dem Stadtrat für ihre Großzügigkeit bei der grundlegenden Beschlußfassung für diesen Bau herzlichen Dank. Oberpolier Balser brachte den Dank der Arbeiterschaft für die Herrichtung des Richtfestes zum Ausdruck, Polier Schwalb feierte den Bauleiter Wieth, Herr Freitag als Vertreter der Firma Aber mann brachte ein Hoch auf Stadtbaurat ©rattert und den Bauleiter Wieth aus; der Statiker des Baues, Ingenieur Roth aus Frankfurt, ein Ausland- schweizer, gedachte mit Worten der Genugtuung der Tatsache, dah seinem großen Landsmann Pestalozzi in dieser Schule ein Denkmal errichtet werden wird. Die Feier der geistigen Schaffer und der Werkleute an diesem Dau nahm bei Wurst und Brot und einem guten Glase Bier sowie guten Zigarren in allen Teilen einen Verlaus, mit dem die Telnehmer recht zufrieden waren. ausgezeichnet werden. (R.G. — I. Reichskurz- schriftgesellfchaft „Gabelsberger" und Damenabteilung e. V. Gießen- D. 61 = Kurzschriftverein von 1861; D.V. = Damenverein „Gabelsberger"): Abteilung 240 Silben: Kurt Moosdorf, R.G., 1. und Ehrenpreis. Abteilung 200 Silben: Georg Wahl, R.G., 1. und Ehrenpreis; Ottilie Treser, R.G., 1. und Ehrenpreis; Bruno Schneider, R.G., 1. Preis. Abteilung 1 80 Silben : Hildegard Kuhl, R.G., Emmi Schüler, R.G., erste Preise. Abteilung 160 Silben: Heinr. Preu- ßer, R.G., 1. und Ehrenpreis; August Hirsch, R.G., Johanna Flamme, R.G., erste Preise. Abteilung 140 Sil den: Dora Rickel, R.G., Dora Heß, R.G., erste und Ehrenpreise; Elisabeth Gladigow, D.V., Kurt Leipold, 03.61, erste Preise; Wilhelm Rieß, 2.61, Luise Schade, D.V., zweite Preise; Erna Franz,' R.G., 3. Preis. Abteilung 120 Silben: Liselotte Jockel, D.V., 1. und Ehrenpeis; Alfred Bormuth, R.G., Fritz Dörfner, R©., Elly Volland, R.G., Fritz Möller, R.G., Irma Büxler, R.G., Berta Eisenbach, R.G., ©g. Hanitsch, 2.61, Olga Pfeiffer, D.V., Ewald Wagner, 2.61, August Becker, 2.61, erste Preise; Erich Wagner, R.©., 2. Preis. Abteilung 10 0 Silben: Max Katz, R.G., 1. und Ehrenpreis; Rich. Hainbach, R.G., 1. und Ehrenpreis; Ludw. Schwinn, R.G., Erich Hock, R.G., Herm. Buchner, R.G., Hch. Mosbach, 2.61, Lilli Pietz, 9.2., Anni Lanio, 9.2, Agnes Sack, D.V, Elly Rieh, D.V., Otti Jung, 9.2, Fritz Reh, 2.61, Walter Schmitz, 2.61, erste Preise; Rich. Hock, R.G., Herta Krehe, R.G., Adam Carl, RG., Johanna Bohl, R.G., Minna ©erbig, RG., Hanni Iacobsohn, D.2., Friedr. Gorges, 2.61, Erwin Sack, 2.61, zweite Preise. Abteilung 80 Silben: Alwin ©erbig, R.G., Erna Philipp, R.G., Otto Rühl, R.G., Kathi Keller, R.©., erste und Ehrenpreise; Hch. Dörr, R.G., Erwin Weber, R.G., H. Kröcker, R.G., Karl Balser, R.G., Christel Stinn, R.G., Lina Kreutzer, R.©., Luise Reinhardt, R.G., Albert ©ötz, R.G., Hch. Schmieder, R.©., Heinrich Ochs, R.G., Minni Schmitz, R.©., Marianne Schreiner, R©„ Walter Bolpert, R.G., Daniel Bodenbender, 2.61, Ilse Schmal!, D.2., Wilh. Honig, 2.61, Arthur Willershäuser, 2.61, Kurt Horeyseck, 2.61, Elisabeth Müller, D.2., Else Pauly, D.2., erste Preise; Kurt Steber, R.G., Emmy Overbeck, RG., Phil. Remy, R.G., Arthur Michel, 2.61, Käthe Kern, 9.2., Rob. Rieß, 2.61, Ludw. Schön, 2.61, zweite Preise. Von der Kriegsgräberfürsorge. Auf dem Gebiet der ersten Marneschlacht, die Anfang September 1914 von der 2. Armee unter Generaloberst v. Bülow und der 3. Armee unter Generaloberst Freiherrn v. Hausen geschlagen wurde, liegt der Ort Connantre. Rur kurze Zeit haben sich unsere Truppen in dieser Gegend ausgehalten und haben sie auch später nicht wieder erreicht. Auf dem Friedhof von Connantre liegen daher, aus den Feldgräbern der Hmgegend zusammengetragen, vor allem Gefallene aus Der großen Schlacht an der Marne. Der Sammelfriedhof birgt 558 namentlich bekannte Soldaten in Einzelgräbern und 8369 einzeln nicht feststellbare Tote in zwei Sammelgräbern. Der Bolksbund Deutsche Kriegs- gräberfürsorgc hat diesen Friedhof mit eigenen Mitteln ausgebaut und jetzt nahezu fertiggestellt. Im Iuliheft der Zeitschrift „Kriegsgräberfür- sorge" berichtet er darüber in einem Aufsatz mit guten Bildern. Wir finden die Orte angegeben, aus deren Bereich die jetzt in Connantre ruhenden Toten zusammengebettet worden sind, und eine Aufzählung der hauptsächlichsten Truppenteile, denen die Gefallenen angehörten. Die ein* gefügten Dllder veranschaulichen den früheren Zustand des Friedhofes und die Arbeit, die der Bolksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hier geleistet hat. Ein Ausgestaltungsplan gibt uns einen Gesamtüberblick über die ausgeführten Arbeiten, ein weiteres Bild zeigt den stimmungsvollen Zugang zum Friedhof, das Titelbild ist ausgenommen zwischen den beiden mit 2000 Lavendelpflanzen besetzten Sammelgräbern in Richtung nach dem Eingang, während das letzte Bild den Blick vom Eingang über den mit Stein» fließen ausgelegten Ehrenraum zwischen^ den Sammelgräbern hindurch nach den Einzelgräbern darstellt. Da der Krieg dieses Gebiet nur wenig berührt hat, stehen heute noch sowohl am Eingang des Friedhofes die ihn so stimmungsvoll einfassenden Fichten, als auch in der weiteren Hingebung die stattlichen, Schatten spendenden Laubbäume, die das landschaftliche Bild beleben. Dieser eigenartige, im ausgesprochenen Frontgebiet nicht zu findende Rahmen der ganzen Anlage und die idyllische Lage des Friedhofes gaben Veranlassung und die Möglichkeit, diesen Friedhof, der die sterblichen Heberreste vieler deutschen Brüder birgt, die für uns schon in den ersten Kriegsmonaten in den Tod gegangen sind, besonders schön auszugestalten. Oer Hauptgewinn in der preußisch- Süddeutschen Klaffentotierie. Wie die „B. Z." meldet, brachte die am Freitag begonnene Ziehung zur vierten Klasse der 33./259. Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie gleich in den ersten Stunden die von allen Losinhabern erwartete Sensation: Der Hauptgewinn in Höhe von 100 000 Mk. wurde gezogen und fiel auf die Rümmer 1 6 2 8 3 4. Das siegreiche Los wird in der ersten Abteilung in Schwerin in Mecklenburg, in der zweiten in Magdeburg, beide in Achteln, gespielt. Gießener Wochenmarktpreise. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 190 bis 200, Matte 30 bis 35, Wirsing 30 bis 35, Weißkraut 30 bis 35, gelbe Rüben 20 bis 25, rote Rüben 25 bis 30, Römischkohl 15 bis 20, grüne Dohnen 35 bis 60, gelbe Dohnen 50 bis 65, dicke Dohnen 20 bis 25, Erbsen 25 bis 30, Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 30 bis 80, Zwiebeln 10 bis 25, Rhabarber 10 bis 15, alte Kartoffeln 5,5, neue Kartoffeln 9 bis 10, ausländische Aepsel 45 bis 70, Dörrobst 35 bis 40, Kirschen 40 bis 60, Sauerkirschen 45 bis 50, Heidelbeeren 35 bis 40, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 25 bis 35, Erdbeeren 60 bis 90, Himbeeren 80 bis 90, Aprikosen 55 bis 60, Pfirsiche 75 bis 80, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund; Walderdbeeren 50 bis 55 Pf. der Schoppen; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.; Tauben 70 bis 90, Eier 13 bis 14, Blumenkohl 30 bis 80, Salat 7 bis 10, Salatgurken 25 bis 50, Gin» machqurken 8 bis 15, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Lauch 10 bis 15, Rettich 15 bis 25, Sellerie 10 bis 15 Pf. das Stück; Radieschen 10 bis 15 Pf. das Bund; alte Kartoffeln 4,50, neue Kartoffeln 8 Mark der Zentner. * Oeffen11iche Bausparkassen. 2on der Dezirkssparkasse Gießen wird uns mitgeteilt: Entsprechend den vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband aufgestellten Richtlinien werden auch im Dolksstaat Hessen und der Provinz Hessen» Rassau öffentliche Bausparkassen errichtet, und zwar werden sie als besondere Abteilungen den öffentlichen Bankanstalten ungegliedert: für den Dolksstaat Hessen der Hessischen Girozentrale in Darmstadt, für den Regierungsbezirk Wiesbaden der Rassauischen Landesbank in Wiesbaden, für den Regierungsbezirk Kassel der Landeskreditkasse in Kassel. Hm in dem gesamten Wirtschafts- Lchiet folg Organilutifiü untz Werbetätigkeit einheitlich zu gestalten, ist in Frankfurt a. M. ein» gemeinsame Geschäftsstelle dieser drei öffentlichen Bausparkassen geschaffen. Die ganze Organisation wird in Kürze durchgeführt, so daß sich Bau- lustige schon im Laufe des Juli an die örtlichen Sparkassen wenden können. ** Der Polizeibericht meldet: In der Nacht zum 5. b. M. wurde aus dem Wandschrank eines Sludentenoerbindungshauses mittels Nachschlüssels eine braune Stahlkassette mit Einsatz und 48,27 Mk., eine Zigarettenpappschachtel mit 40 Mk, und eine weiße Blechschachtel mit 8,80 Mk. entwendet. — Am 7. b. M. gegen 5 Uhr würben an einer Aufbruchstelle im Teufelslustgärtchen zwei Sturmlaternen entwenbet, von bencn eine in zertrümmertem Zustande in der Löwengasse gefunben wurde. — Am 10. b. M. gelang es der Kriminal- Polizei, in ber hiesigen Stabt einen schon lange gesuchten Sittlichkeitsvcrbrechcr festzunehmen und seiner Schanbtaten zu überführen. Der Rohling, ein 43 Jahre alter, verheirateter, hier wohnhafter Schlosser, hatte es besonders auf Knaben im Alter von 5 bis 8 Jahren abgesehen. Unter allerlei Lockmitteln nahm er diese auf seinem Fahrrab mit sich und verging sich bann in ber gemeinsten Weise an ihnen. Einen Jungen lockte er sogar in den Berg- werkswalb, wobei er allerdings bas Pech hatte, von erwachsenen Personen erkannt zu werden. Er wurde der Staatsanwaltschaft vorgeführt unb in Untersuchungshaft genomen. Damit finden eine ganze Reihe ber vorstehend geschilderten Straftaten ihre Aufklärung. — An die Eltern unb Erzieher sei hiermit nochmals die ernste Mahnung gerichtet, ihre Kinder bavor zu warnen, sich sremben Menschen anzuvertraucn. ** Verlegung ber Dien st räume bes Finanzamtes. Das Finanzamt Gießen verlegt seine Diensträume ab 17. b. M. nach Ecke Goethe- unb Lessingstraße. Deshalb fällt jeder Verkehr am 17., 18. und 19. b. M. aus. Näheres wolle man ber heutigen Bekanntmachung entnehmen. ** Gehaltserhöhung im Versiche- rungsgewerbe. Wie uns der Deutschnatio- nale Handlungsgehilfen-Derband mitteilt, ist der Schiedsspruch vom 14. Juni 1929, der eine Erhöhung der bisherigen Gehälter für die Angestellten im Dersicherungsgetterbe mit 3 v. H. bringt, vom Reichsarbeitsminister für allgemeinverbindlich erklärt worden. ** Arbeits-Jubiläum. Der Magazinarbeiter Justus Hofmann aus Alten-Buseck beging heute bei ber Firma H. Schafsstaedt ©. m. b. H. in Gießen sein 25jähriges Arbeitsjubiläum. Aus diesem Anlaß wurde er seitens der ©eschäftsleitung, der Beamten unb der Arbeiterschaft gebührend geehrt. ** Von ber oberhessischen Schafzucht. Man schreibt uns: In Oberhessen war bis vor wenigen Jahren das veredelte oberheffischc Lanbschas, entstanden aus Kreuzung bes Lanbschafes mit englischen Schafen, zu Hause. Dieses Schaf genügte wohl hinsichtlich Fleischleistung und Wuchs, befriedigte aber nicht völlig in ber Wolle. Da außerbem sich bas Zuchtziel nur auf bie Provinz Oberhessen beschränkte, Zuchttiere also weber auswärts angekauft, noch nach bort abgefetzt werden konnten, entschloß sich der mit ber oberhessischen Schafzucht betraute Lanbwirtschastskammer-Ausschuß in Gießen unter Zustimmung ber oberhessischen Schäfer dazu, Gewinnauszug 4. Klaffe 33. Prcußisck-Südbeutfche (259. Preuß.) Klasjen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Rümmer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lofe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 1. Ziehungstag 12. Juli 1929 3n der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinn« gu 100000 M. 162834 2 Gewinne zu 3000 Q1L 4768 2 Gewinne zu 2000 M. 64626 8 Gewinne zu 1000 M. 49224 173016 219799 333791 10 Gewinne zu 600 M. 99016 195589 269862 361856 376582 34 Gewinne zu 500 M. 8100 13940 66072 57298 67589 60207 91179 115597 118099 176950 179319 182446 197404 215057 318930 351844 393282 102 Gewinne zu 400 M, 18457 28808 31639 34285 36787 40755 66148 73642 83346 85134 85955 94204 106019 116955 118819 123636 143259 154189 155077 156397 159276 178270 179818 191707 199577 204271 216746 218833 221225 226111 229940 232383 249201 254127 254448 289385 289301 310481 312176 320127 323969 347385 349595 357942 366408 371982 374979 377962 381972 383185 398798 252 Gewinne >.u 300 M. 1627 4028 6618 9933 10880 13078 13284 19665 20573 21669 21952 22776 27034 27709 27867 28557 35304 35880 37722 39527 39993 41042 44054 44094 45616 48153 48301 49472 59806 63043 63975 76756 77259 79131 83928 85404 87083 90847 93318 94892 93785 99041 1*02234 108911 109972 112134 117796 118349 122303 125871 126350 126404 127195 138749 139870 140439 147549 148595 149067 154487 161166 174533 175399 176138 180270 192829 200113 207973 209297 211328 212476 212806 212924 219887 223249 227560 229917 242257 244816 245212 250083 253762 255601 262232 262285 268298 272013 279053 280241 281485 282555 282979 283480 233612 284235 2 18964 299788 301763 303437 306269 303130 308881 314668 319878 322863 328082 329794 335906 337853 340088 342439 343581 347005 349614 349993 356249 373182 374430 381156 382458 384723 387647 388972 389090 393456 398189 Die in der heutigen Vormittagsziehung gezogenen beiden Hauptgewinne von je 100000 M. fielen auf Nr. 162834 in Abteilung I nach Schwerin (Mecklenburg) in Abteilung II nach Magdeburg, 8n der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne,u 6000 M. 2844 2 Gewinne gu 3000 M. 72033 100589 101460 300 M. 3346 3976 6902 6966 8408 86260 89003 91133 95341 99516 168471 199330 235279 288145 343566 386685 169401 205004 237052 297439 356600 387102 117734 181477 224045 273796 323812 359609 132555 182934 226221 275247 329339 360316 147359 186617 229410 279805 336272 382372 107602 134348 165944 180300 207698 230810 241057 268037 279133 290846 303215 328982 840340 357815 881040 65979 85042 105445 123100 148739 177140 204630 219106 238726 264980 278241 289140 302538 310833 339916 355779 869486 113369 137888 165867 183449 213189 232012 245266 269675 282148 291709 303999 330132 347579 359634 882667 178770 223791 272443 304645 357089 396251 115270 143281 166314 188272 217690 232752 247728 271116 284053 297927 304785 330219 348765 361706 888121 116200 144388 169118 193795 218765 234994 251073 273745 287505 299008 310108 332462 354501 363768 99592 116353 144791 173534 198984 218890 236034 255650 277889 288326 300761 310578 335982 355760 8ß7US 19978 26367 33598 35138 46449 47991 67683 67730 68552 59401 63010 81753 228 Gewinne zu 17921 ----- 4 Gewinne gu 1000 M. 301538 368146 6 Gewinne gu 800 M. 105293 235833 353433 14 Gewinns ,u 500 M. 134190 176003 190511 211902 274230 326968 376816 100 Gewinne gu 400 M. 639 5087 13503 34287 48510 65443 71019 74032 75388 75956 77846 OOOD? rtnearx fremden Meiv Traume be« ff Äcn "«legt Goethe. jj& $er^r M 3er 5 wolle man entnehmen. ™ D°r,ich«. b°° Mtatw ^9. der eint Er. er für die Anges -rbe. mit 31>.§, er für allgemein- ?er Wagazin. W Alten-Luseck §■ Echassstaedt >ges Arbeitsjubis )e er seitens der mö der Arbeite» cn Schafzucht. : war bis vor we- hessische Landschaf, mdschajes mit eng- Lchas genügte wohl Wuchs, befriedigte Da außerdem sich ünz Oberhessen beer auswärts ange- oerden konnten, entaschen Schafzucht be- 'lusschuß in Gießen ischcn Schäfer dazu, Mutscht Mtrit Nachdruck verdaten sind zwei gltid) d zroar je einer rcr in den beiden nd ll 12. Juli 1929 wurden Emme zogen 834 88 49 47 4 173016 219799 ; 195589 259862 3940 66072 57298 •099 175950 an 351844 3932ÖZ >0308 31639 34285 äug 85134 OS- o 193686 1482o9 ZSZ ni 954127 254448 1 320 27 323959 S 371982 374979 752 728 116 55 927 ,782 na l nack Schwan euM®«* zogen 28 66189933 '^0 88» SS ‘ ffi & s . M., abends 7.15 iU>r, fin- det im großen Bühnensaal des Bad-Rauhermer Kurhauses eine Aufführung von Richard Wag- ners großer romantischer Oper „Tannhauser statt Für die unter Leitung von Generalmusikdirektor Dong ar h stehende Vorstellung wurden namhafte Solisten verpflichtet. (Raheres in der heutigen Anzeige.) Oer Offenbacher Haushaltsplan genehmigt. WSA. Offenbach a. M., 12. 3uli. Der Offenbacher Haushaltspla n. der mit einem Fehlbetrag von 2 Millionen Mark ab- geschlossen hatte und nach Rücksprache mit der Aufsichtsbehörde in Darmstadt in einer eingehenden Beratung des Finanzausschusses auf 128 000 Mark Fehlbetrag reduziert worden war, ist in der gestrigen Stadtratssihung mit allen Stimmen gegen die der Kommunisten a n g e - n 0 m m e n worden. Die Parteien (mit SluS- nahme der Kommunisten) erklärten, daß sie unter dem Zwang der Verhältnisse gehandelt hätten und deshalb bereit seren, dem Haushaltsplan zuzustimmen: unter normalen Verhältnissen hätten sie sich aber nicht dazu entschließen können, sich mit dem Plan einverstanden zu erklären. Rur um eine finanzielle Katastrophe abzuwenden und um endlich den Voranschlag zustande zu bringen, seien sie bereit, den vorgelegten Etat gutzuheißen. Oberheffen. Landkreis Gießen. ♦ Lang-Göns. 12.3uli. Alles rüstet sich zum Empfang der Festgäste die zur 3 0 j ä h r i - gen Jubelfeier des Turnvereins morgen hier erscheinen. Reben etwa 20 Turnvereinen, die ihre Mitwirkung zugesagt haben, beteiligen sich an dem Jubiläum die beiden hiesigen Gesangvereine. Cs wird somit Turn- und Gesangs- sreunden Rechnung getragen. Preußen. Kreis Wetzlar. ~ Krofdorf, 11. Juli. Die Gemeindevertretung von Krofdorf-Gleiberg hat in ihrer jüngsten Sitzung folgendes beschlossen: Die angeregte Erhebung eines Zuschlages auf das Wassergeld für Ladeeinrichtungen fand nicht die Zustimmung der Vertretermehrheit: dagegen soll die schon früher beschlossene Anschaffung von 25 Wassermessern nun durchgeführt und die Messer für Haushaltungen mit starkem Wasserverbrauch eingebaut werden. — Sn Krofdorf wird die Kreisverwaltung die Pflasterung der Haupt st ratze fortsetzen und ist auch die Gietzener Strahe von der Abzweigung an der Hauptstraße bis an die Einmündung der Wiesen- strahe für diese Verbesserung vorgesehen. Die Gemeinde soll diesen Teil der Gießener Strahe vor der Pslasterung auch kanalisieren lassen, was die Vertretung aber ablehnte, da andere, dringende Wegevcrbesserungen der Erledigung harren. So soll in Gleiberg die schon oft zurückgestellte Straßenpflasterung in diesem Jahre durchgesührt werden. — Infolge Abbaus des bisherigen Rachtwächters für Krofdorf ist diese Stelle frei geworden. Die Vertretung hält einen Rachtwächter nicht für erforderlich und lehnt es ab, einen neuen einzustellen. — Der Haushaltsplan für 1929 wurde durchbe- raten und festgesetzt. Als Gemeindeumlage au die Grundvermögens- und die Gewerbesteuer kommen 360 Proz. zur Erhebung. Es ist dies gegen 1928 eine Erhöhung von 10 Proz., welche durch Bereitstellung größerer Mittel für Wegebauzwecke einschließlich der erwähnten Strahen- pflasterung in Gleiberg bedingt ist.____________ F"Naunheim,12. Juli. Wie aus der Deffnung der Offerten für unsere Wasserleitung hervor- aeht — die Quellen sind gefaßt —, bewegten sich die Angebote für den Hochbehälter zwischen 15 000 und 20 000 Mark, für das Ortsnetz zwischen 63 000 und 78 000 Mark. Kreis Biedenkopf. T Waldgirmes, 12. Juli. Da die Gemeinde Dorlar täglich über 30 Kubikmeter Wasser mehr verbraucht, als erst vorgesehen war, reicht bei der bestehenden großen Trockenheit im Erdreich die eine Quelle für die gemeinsame Wasserleitung nicht aus. Die Gemeindevorstände von Dorlar und hier beschlossen daher in ihrer letzten gemeinsamen Sitzung eine zweite ergiebige Quelle nahe bei der ersten hinzuzuleiten. Die Arbeiten sollen in drei Wochen beendet sein. # Holzhausen b. Gladenbach, 11. Juli. Die hiesige Textileinkaufsgenossenschaft hat ihr 4. Geschäftsjahr abgeschlossen. Die Bilanz, die dieser Tage der Generalversammlung vorgelegt werden wird, weist ein günstiges Ergebnis des vergangenen Geschäftsjahres aus. Aus dem Geschäftsbericht ist ersichtlich, daß, obwohl die Mitgliederzahl dieselbe geblieben ist, sich der Umsatz auf allen Konten bedeutend erhöht hat. Trotz erheblicher Abschreibungen verbleibt noch ein namhafter Reingewinn, der wohl dem Reservefonds zugeschrieben werden wird, und der damit die Höhe von fast 5000 Mark erreicht. Das eigene Kapital der Genossenschaft Geschichten aus aller Welt. „Wir wollen so tun, als ob wir Stradivari wären.. (v) Budapest. Michael Krausz ist heute ein ziemlich bekannter Operettenkomponist, dem vor einiger Zeit die große Ehre zuteil wurde, für_ Frau Mas - art) eine Operette schreiben zu dürfen. Da war auch der recht volkstümlich gewordene Tango „Wir woll'n so tun, als ob wir Freunde wären", der seinem glücklichen Komponisten ansehnliche Tantiemen einbrachte. Vor elf Jahren war das anders: Michael Krausz, den jungen Titanen, kannte kein Mensch. Er absolvierte seine musikalischen Studien in Budapest und hatte sich bereits im Alter von zweiundzwanzig Jahren in den Kopf gesetzt, zumindest ein Beethoven der Operette zu werden. Zu diesem Zwecke muhte er erst einmal vor die Oeffentlichkeit treten, also einen Autoren-Abend veranstalten. Hierzu gehörte aber Geld. Das war es eben, was der junge Mann nicht besah. Dafür aber eine recht wertvolle Stradivarius. Rach langwierigen Verhandlungen gelang es ihm denn auch, die Meistergeige der Konzertagentur zu verpfänden. Das Konzert fand statt. Allerdings vor einem halbleeren Hause, Endete mit einem einmütigen Fiasko. Sowohl für den Veranstalter als auch ür den später doch bekannt gewordenen Komponisten. Das Defizit betrug rund sechs Millionen Kronen. Krausz hatte so viel Geld noch nie im Leben gesehen. Da behielt die Agentur die Stradivari zurück. Rach elf Jahren unternahm jetzt Krausz Schritte, um sein Kleinod wieder zu erlangen. War nicht abgeneigt, die sechs Millionen zurückzuerstatten. Allerdings nicht aufgewertet. Lind da kam es dazu, dah die Behörde die Llntersuchung des Faustpfandes, der wertvollen Stradivari-Geige anordnete, um ihren vermutlich schier unermeßlichen Wert doch zu ermessen. Die Sachverständigen kamen, untersuchten, schüttelten die Köpfe und stellten fest, dah die auf etwa 30 000 Pengö taxierte Stradivari eine — allerdings gelungene — Kopie sei, die höchstens einen Wert von vielleicht vierzig Pengö darstelle. Lind auch das nur inklusive Bogen und Kasten. Das reicht natürlich nicht einmal für die inflatier- ten sechs Millionen. „Wir woll'n so tun, als ob wir Stradivari wären", singt jetzt die herein- gefallene Agentur mit einiger Resignation, ist aber keineswegs gewillt, der liebenswürdigen Aufforderung des Komponisten entsprechend so zu tun, als ob sie Freunde wären. Sie will sehen, zu ihrem Gelde zu kommen. Abenteuer tut Orient-Expreß. (v) Belgrad. Der Kaufmann Jaco Toledo aus Konstantinopel bestieg in seiner Heimatstadt den Orientexpreß, um über Sofia, Belgrad, Budapest und Wien nach Paris zu fahren. Von da aus sollte die Geschäfts- reise über Le Havre nach Neuyork führen. Bis Serbien verlief auch alles sehr schön: die Insassen des Luxuszuges träumten süß von den Freuden, die ihrer in der Seinestadt warteten. Ein gellender Schrei schreckte sie plötzlich auf: er kam aus dem Schlafwagenabteil Toledos. Personal und Mitreisende rannten herbei und fanden den Kaufmann leichenblaß, am ganzen Körper zitternd vor. Die kalte Winterluft strömte durch das zerschlagene Fenster ein und der alte Herr stammelte außer sich vor Erregung nur die Worte: „Dort, dort die Hand!" Einige Kognaks ermunterten dann seine Lebensgeister wieder und er berichtete über sein geradezu phantastisches Erlebnis. Wie in den Detektivromanen erblickte er plötzlich im Halbschlaf eine schwarze Hand. Nur eine schwarze Hand, die sich selbständig bewegte: vom Inhaber dieser Hand war nichts zu sehen. Vorsichtig drückte die Geisterhand die Fensterscheibe ein und entfernte nach und nach sämtliche Gepäckstücke aus dem Abteil. Zunächst wollte man der Erzählung keinen Glauben schenken, nachdem aber die Notbremse gezogen wurde, endeckte man einen am Dache des Wagens befestigten Strick, und so wurde es klar, daß ein zumindest für europäische Begriffe noch kaum dage- wescnes Gaunerstück versucht und auch erfolgreich ausgeführt worden war. Die Räuber konnten bis heute noch nicht ermittelt werden. Toledo hat wohl fein gesamtes Gepäck und seine Schmuckstücke ringe» büßt, durch einen glücklichen Zufall blieb ihm aber sein Bargeld erhalten, das er gewohnheitsmäßig in einer Ledertasche auf dem Körper trug. Er erstattete wohl in Belgrad beim Stationsvorsteher Anzeige, fuhr jedoch mit demselben Zuge weiter. Sein Budapester Geschäftsfreund wurde benachrichtigt und erwartete ihn bann am dortigen Bahnhof mit einem Anzug, und nur auf diese Weise gelang es dem bemitleidenswerten Helden des eigenartigen Abenteuers, seinen Dampfer in Havre noch rechtzeitig zu erreichen. Es ist anzunehmen, daß der von „Geisterhand" so sehr erschreckte Kaufmann Jaco Toledo dieses merkwürdige Erlebnis im Orient-Expreß Zeit seines Lebens nicht vergessen wird. Mit dem U-Boot nach dem Nordpol. Den gigantischen Plänen der Untertunnelung des Kanals, der Einrichtung einer Bahnlinie durch die Sahara und anderen tritt jetzt ein neuer zur Seite, der des englischen Ingenieurs Lake, der die Handelsschiffahrt zwischen Europa und Asien über den Nordpol hinwegführen will. Es sind in den letzten Jahren verschiedene derartige Pläne aufgetaucht, jedoch immer wieder wegen ihrer Undurchfuhrbar- feit verworfen worden. Erst als die Luftfahrt immer mehr an Bedeutung gewann, tauchte das Problem einer verkehrstechnischen Verbindung zwischen Europa und A 111 e n über den Nordpol wieder auf und es schweben verschiedene Projekte, beide Erdteile mit Flugzeugen und Luftschiffen zu verbinden. Lake hat nun den Plan, eine regelmäßige 25er- binbung mit Unterseebooten herzustellen, um die gewaltigen Reichtümer Norbrußlanbs dem Welthandel zu erschließen. Dieser Versuch erscheint sehr aussichtsreich, da die nordrussischen Handelsprodukte bisher wegen der schlechten Verbindungen dem Welthandel nicht zugänglich gemacht werden konnten. Lakes Pläne beruhen zum Teil auf den Erfahrungen, die deutsche Ll - Boote während des Krieges gemacht haben. Wie erinnerlich haben die beiden deutschen Llnterseeboots - Handelsschiffe „Bremen" und „Deutschland" bereits den Beweis langer Linker- Wasserfahrten erbracht, und sie haben sich für die englischen Pläne erfolgreich bewährt. Eine wichtige Frage bei der praktischen Durchführung sind allerdings noch die Gefahren des Polare-ifes, da das Meer der Polargegend an einigen Stellen nur zum Teil, und anderen überhaupt noch nicht erforscht worden ist, so dah eine Fahrt ein Wagnis allerersten Ranges bedeuten würde. Es darf auch nicht vergessen werden, welche Katastrophen den Ll-Booten unter Wasser durch die Eisberge drohen, die bekanntlich sehr tief unter dem Ozean schwimmen. Lake will eine kleine Llnterseebootflotte eigens für die Polarfahrten Herstellen lassen, und zwar soll jedes Ll—Doot ein Fassungsvermögen von 10 000 Tonnen haben. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich die phantastischen Pläne des eng- ischen Ingenieurs verwirklichen lassen werden. Che es nicht gelingt, einwandfrei die Wasser- und Meerestiefen-Verhältnifse sowie die Cisverhältnisse genau festzulegen, wird die Verwirklichung der Ideen Lakes jedenfalls ein recht zweifelhaftes Wagnis sein. beträgt bereits 25 000 Mark. Der ganze Geschäftsbetrieb ist feit s/4 Jahren in einem eigenen Gebäude untergebracht. Da die Strickerei wieder vollauf beschäftigt ist, ist auch in diesem Sahr mit einem guten Geschäftsergebnis zu rechnen. — Wer den hiesigen Ort von früher her kennt, und ihn längere Zeit nicht gesehen hat, wird ihn heute kaum wiedererkennen. Der Bach, der längs durch fast alle Straßen floß, diese ein- engte und eine stete Gefahr für Menschen und Vieh bedeutete, ist überbrückt. Die Straßen sind sämtlich neu gemacht und verbreitert, so daß — auch durch die vielen neuen Häuser — das D 0 rfbi 1 d einen ganz anderen, biet freundlicheren Anblick bietet. Eine Echwesternstation wurde eingerichtet, ein Jugend- und Wohlfahrtsheim mit Kleinkinderschule wird baldigst gebaut, so daß unsere Gemeinde dann wohl vorbildlich für viele andere Gemeinden sein kann: insbesondere da die Arbeiten unter tätiger Mithilfe der Einwohner vollendet wurden. Sie Mallversicherung in -en Gemeinden und Gemeindeverdänden. Durch das dritte Gesetz über Änderungen in der Llnfallversicherung vom 20. Dezember 1928 sind verschiedene Betriebe und Tätigkeiten der Llnfallversicherung neu unterstellt worden, so der Betrieb der Feuerwehren und Betriebe zur Hilfeleistung bei Lln- glücksfällen, Krankenhäuser, Heil- und Pflegeanstalten, Entbindungsheime und Anstalten der Wohlfahrtspfege, und im Gesundheitsdienste Bei triebe von Schauspielunternehmungen, Schaustes Iungen, Vorführungen, Lichtspielbetriebe, Rund^ funksendebetriebe, Laboratorien für Wissenschaft* liche, technische und medizinische Untersuchungen, Betriebe mit Röntgeneinrichtungen, Betriebe zur Bewachung von Betriebs- und Wohnstätten usw. Aus Grund der neuen Vorschriften des erwähnten Geiehes kann die oberste Verwalkungs* behörde eines Landes Gemeinden bzw. Gemeinde* verbände von wenigstens 250 000 Einwohnern, die sie zur Durchführung der Llnfallversicherung ür leistungsfähig hält, auf ihren Antrag zum Versicherungsträger für bestimmte Betriebe der oben aufgeführten Arten erklären. In Aus- ührung dieser Bestimmung hat der hessische Minister für Arbeit und Wirtschaft durch eine Verordnung vom 21. Juni 1929 bestimmt, dah die hessischen Städte, die der Städteordnung unterstehen, zu einem Versicherung s- verband vereinigt werden, welcher die Stellung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts erhält. Dieser Verband übernimmt die Llnfallversicherung, soweit dies im Rahmen der Art. 1 und 14 des dritten Abänderungsgesehes vom 20. Dezember 1928 zulässig ist, für diejenigen- Detriebe und Tätigkeiten, die durch das eben erwähnte Abänderungsgesetz der Llnfallversicherung neu unterstellt worden sind, mit Wirkung vorn 1. Juli 1928 ab, für diejenigen Betriebe, für die bereits eine eigene Llnfallversicherung einzelner Derbandsrnitglieder bestanden hat, mit Wirkung vom 1. Juli 1929 ab, für die übrigen in seine Zuständigkeit fallenden Betriebe und Tätigkeiten zum 1. Januar 1930, soweit nicht ein früherer Zeitpunkt unter den Beteiligten vereinbart wird. Der neue Verband ist auch Träger der Llnfallversicherung für Bauarbeiten und Tätigkeiten bei nicht gewerbsmäßigem Halten von Reittieren oder Fahrzeugen in anderen als Eisenbahnbetrieben. ° Gleichzeitig sind durch eine weitere Verordnung des hessischen Ministers für Arbeit und Wirtschaft vom 26. Juni 1929 die hessischen Kreise und Provinzen zu einem Llnfallversiche- rungsverband der hessischen Kreise und Provinzen vereinigt worden. Dieser Verband übernimmt in demselben Umfange wie der Versicherungsverband der hessischen Städte die Llnfallversicherung für die in Betracht kommenden Betriebe und Tätigkeiten seiner Mitglieder. Als Ausführungsbehörde dieses Verbandes ist die Provinzialdirektion Starkenburg bestimmt worden. Die beiden Verbände unterstehen der Aussicht des hessischen Ministers für . Arbeit und Wirtschaft. Dücheriisch. — Aldous Huxleh: Parallelen bet Liebe, Roman. Insel-Verlag, Leipzig (192). — Wir bekennen uns oft als heftigen Feind der heute bei unseren deutschen Verlegern in geradezu bedenklichem Maße grassierenden lieber- sehungswut. Aber dieser bislang noch unbekannte Huxley ist eine Akquisition. Es wird nicht leicht fein, einen Schriftsteller mit ähnlich überlegenem Humor, Witz und Ironie ausfindig zu machen. Das ganze umfangreiche und in manchen Passagen vielleicht allzu breit geratene Buch ist eine sehr feine Satire auf die Schalheit der Empfindungen und Gefühle einer Generation, die wir zu den vergangenen zählen möchten, ob mit Recht? — Grundzüge der deutschen Volkskunde. Von Prof. Hans Raumann. 2. Auflage. Gebunden 1.80 Mk. (Sammlung Wissenschaft und Bildung.) Verlag Quelle & Meyer, Leipzig. (288) — Raumann stellt ein klares und einheitliches System einer wissenschaftlichen Volkskunde auf. Er führt uns all die ideellen und materiellen Dinge und Zustände vor Augen, in denen sich die Seele des Dolles spiegelt. Volkspoesie und Volksglaube, Sitte und Drauch. die Volksfeste, Hausbau und Dorf-Anlage, Lied und Tracht — fie alle formen sich unmerkbar nach dem Geist, der sie beseelt und immer wieder neuformend umgestaltet. Wir sehen anschaulich geschildert das Entstehen der Dolksbräuche und Gewohnheiten vor uns. wie sie sich langsam aus dem Geiste der Gemeinschaft bilden, oder wie fie von oben her. von der führenden Oberschicht der Herren und Städte, ins Volk bringen und dort aufgenommen und verändert werden. Die Schrift ist reich an mannigfachen Anregungen, ergeht sich aber nirgends in blassen Theorien, sondern läßt überall die unendliche Reichhaltigkeit und Fülle des Wirklichen zu ihrem Recht kommen. — Das Turnen in der Grundschule. Von Turn- und Sportlehrer Alfred Gröger. 100 Seiten mit Abbildungen. Kartoniert 2,80 Mk. 3n Leinenband 3,60 Mk.. (Sammlung Bücherei für Leibesübungen.) Verlag Quelle & Meyer in in Leipzig. (284)__________________________ Bei Rheuma, Gicht,Ischias sowie b. Nerven- unb Kopfschmerzen, Erkältungskrankheiten u. Grippe haben sich Togal-Tabletten bervorranenb bewahrt, über 5000 noiorteU beglaubigte ärztliche Gutachten! Davon mehrere br.nbert Berichte in denen neben vromoter Wirkung besonders die Unschädlichkeit des Togal hervorgeboben wird. Togal scheidet die Harnsäure auS! EinBersuchüberzeual! Fragen SieJhren Arzt. In allen Apotheken. Preis NM. 1.40. 0.46 Chin. 12,6 Llth. 74.3 Add. acet sal. ad 100 AmyL )35 1 /.'V-VA KX-33O-13. Für alle die feinen Sachen, die Sie selbst waschend LUX] SEIFENFLOCKEN J Bedeutende Zigaretten-Fabrtk sucht Reisende« für den Gießener Bezirk, gegen Gehalt, Proolsion und Tagesspesen. Schristl. Bewerbungen unter 04428 an den Gieß. 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Die hessischen: reichsrechtliche D m^ Sielapn9, Fuhbob» TW 1 ! ruchve? ^^untei I n,etn, bV\^m a°ben^>sen das B sKrs '•«fei h Si?0' ®" ’ e,nanber9erfnr 8.uWfe ^Äna ?te r i drahte LA die ' Bonden ?chlvh. . «to«;\öa« «ich , «r-Ks ÖS®* ausgesprochen n neue hessische Anforderungen eine reichsrcchil schiedenartigsten Derschscchterunge Ma\ Vornan Fortsetzung. Ä"?11*! JQD ülucht auf die yarte keinen Stuhl ffv1,* kc ! 3 dreses entsii l hi^o^^le wische Licht M^ dachte an mit erhol SjL“ bie TlÜhl ÜarHn ^dcüät Lm f?l.n/ Dar l L V-Hen 6 Ä Sern Ged. e;' Mntliche 2 ! M»' I von h« an der An Lüber e h ergriff di°?^ensö, ! dÄUni* 6i | Lat^^ert ^ie>ana Für jede Feier Wein v. Carl Küchel NchfJ(aiserallee1 573601 Kurhaus BadNauheim (Gr.Bühnensaal) Besonderes Entzücken ruft 3. 4. und 5. August in Rastatt. 04452 der LMvi. 04436 Während der Reisezeit 5628A Bezirkssparkasse Gießen 5256D Bauermanns Boston hervor. Er geht — gespielt, gehört — sofort ins Ohr! Nur zu haben In der Löwen-Drogerie Wilh. 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Mond» Nachdruck verboten. 26 Fortsetzung. hat Die den Zu Pe- Beginn Gerichtsvollziehern sich als eine Notwendigkeit herausaestellt. Handelskammern werden trotz der ablehnen- Antwort des Justizministeriums in ihren 3n Stellungnahme zu den Dorschlägen des Ministers für Arbeit und Wirtschaft über die Lockerung der Wohnungszwangswirlschafl hat sich die Kammer für eine völlige Herausnahme der Wohnungen von fünf _ Zimmern und mehr, sowie der gewerblichen Räume aus der Zwangswirtschaft ausgesprochen. Der dem vorläufigen Reichswirtschaftsrat geleitete Entwurf einer Novelle zur Reichsgewerbeordnung Bemühungen zur Erreichung dieses Zieles fortfahren. In Stellungnahme zu der Aenderung der Dorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches über die Anlage von Mündelgeldern haben sich die hessischen Handelskammern dahin ausgesprochen, daß grundsätzlich an der gebundenen Anlegung des Mündelgeldes festgehalten werden sollte, daß aber eine Vereinheitlichung und Zusammenfassung der Bestimmungen über die Mündelsicherheit durch Reichsgesetz anzustreben sei. Zur Anlegung von Mündelgeld seien auch Banken zuzulassen. Die hessischen Handelskammern haben sich für eine wesentliche Herabsetzung der Rokarialsgebühren bei der Anmeldung von Eintragungen ins Handelsregister ausgesprochen. Die seit langem von den hessischen Handelskammern angestrebte Derringerung der Reisekosten der Gerichtsvollzieher wird in Zukunft automatisch dadurch eintreten, daß die Bezirke der einzelnen Beamten verkleinert werden und daher größere Reisen nicht mehr notwendig sind. Auf eine Eingabe der hessischen Kammern hat der hessische Justizminister die zuständigen Be- untergang 23.43 Uhr. 1602: der Staatsmann Jules Mazarin soina in den Abruzzen geboren. — 1789: der französischen Revolution. Daten für Montag 15. Juli. und wartete in der Mitte des Zimmers. Da öffnete sich die Tür. „Da bin ich wieder, Puppe." Ihr Atem kam stoßweise, als sie hörte, wie sich die Tür von innen schloß. „Ich bin also nich hübsch jenuch für dich?" Er wußte nicht, daß das Licht aus war. Eine Zeitlang machte er keinen Versuch, sich ihr zu nähern. Die Llmrisse seiner riesigen Gestalt waren kaum in dem schwachen Lichte, das durch das schmale Fenster drang, sichtbar. „Tony hat danebengeschosten", teilte er ihr mit. „Danebengeschossen! “ knurrte er verächtlich. „Wenn ich bloß sehen könnte, hätte ich den Hund gekricht. Blind, wie ich bin, würde ich ihn mit dem kleenen Schießprügel hier treffen, wenn ich ihn bloß bewegen hörte. Aber wir wern den kleenen Holty noch fassen, Mächen. Rur keene Bange. Wir wern fassen und reißen ihm die Kaldaunen raus. Cs wird ihm leid tun, daß er überhaupt geborn is." . . Seine Stimme wurde leiser, und er sagte einige Worte, die dem jungen Mädchen unverständlich blieben. Dann schien ihm der eigentliche Zweck seines Kommens einzufallen. „Komm zu deinem ollen Jake, PüppchenI" kicherte er und ging langsam mit ausgebreiteten Armen auf sie zu. „Komm zu deinem lieben, ollen Mann, Kleene!" Er war flink wie eine Katze, und bevor sie sich noch Rechenschaft geben konnte, was geschah, hatte er sie schon an der Schulter gepackt und riß ihr die Bluse vom Leibe. Sie warf sich zurück. Seine andere Hand schoß vor und — berührte die ausgefransten Drahtenden. Mit einem Schrei, halb Kreischen, halb Gebrüll, sprang er zurück. „Wat haste gemacht?" schrie er wild. „Wat haste gemacht, kleene Hexe? Haste mich gestochen wie tret verdammte Schwein?" Augenscheinlich befühlte er sich selbst, um nach einer Derletzung zu suchen, und dann sprang er wieder auf sie ein. Jetzt trafen die Polenden sein Gesicht, und wie ein Holzklotz stürzte er zu Boden. Sie hörte, wie er sich bewegte. „Wat is denn das? Wat is denn das bloß?" flüsterte er. „Ich kann nischt sehn! ’n ollen, blinden Mann so zu behandeln! Du verdammte —" Seine Hand packte sie am Fußgelenk und riß sie zu Boden. Aber wieder berührte sein Gesicht die elektrischen Drähte mit 200 Volt Spannung. Er kreischte wie ein wildes Tier und rollte sich auf dem Boden. Er war jetzt wahnsinnig vor Wut und Angst — ein wimmernder Tollhäusler. Wieder und wieder fiel er sie an, wieder und wieder kam seine Hand, sein Gesicht, sein Hals mit dem Strom in Berührung. Plötzlich brach er zusammen, und das junge Mädchen hielt die grausamen Enden des todbringenden Drahtes an seine Kehle Sie fühlte sich als Mörderin mit dem zuckenden Körper unter sich. Aber sie mußte Larry mußte sich klar machen, daß fein Wild entwischt war, und ging zu Diana zurück. Er fand sie im Bureau des Dorstehers und Harvey verdächtig nahe bei ihr, was das junge Mädchen lachend erklärte, indem sie einen ihrer Arme hochhob. Harvey hatte ihr Handgelenk mit Handfesseln an das seine geschlossen — er wollte kein neues Risiko mehr laufen. „Außerordentlich vernünftig," sagte Larry lächelnd und schloß die Handschellen auf. „Und jetzt, Mr. Dearborn, möchte ich von Ihnen einige Aufklärungen über die merkwürdigen Dorkommnisse in Ihrem Hause haben." „Ich kann nicht finden, daß sich irgend etwas Merkwürdiges und Geheimnisvolles in diesem Hause ereignet hat," sagte Mr. Dearborn ruhig. „Sie können mich doch nicht für Verbrechen verantwortlich machen wollen, die im nächsten Hause begangen wurden. Man hat mir erzählt, daß Verbindungstüren zwischen den beiden Gebäuden gefunden wurden, aber davon hatte ich nicht die geringste Ahnung. Wenn wirklich jemand im Rebenhause gewohnt —“ „Sechs Menschen wohnten nebenan," unterbrach Larry. „Wir haben ihre Betten und einige ihrer Kleidungsgegenstände gefunden, lind die Tatsache, daß wir Bücher fanden, einige noch geöffnet, beweist sehr klar, daß die Insassen nicht blind waren." Mr. Dearborn zuckte mit den Achseln. „Was kann ich denn machen?" fragte er. „Wir sind in unserem Hause gänzlich von der Zuverlässigkeit unserer Insassen abhängig. Auch wenn es zeitweise möglich ist, die Gegenwart eines Fremden an dem ungewohnten Fußtritt, der Stimme, am Husten zu erkennen, ist es gar nicht ausgeschlossen, daß diese Männer sich frei und ungehindert dieses Hauses bedienten, um ihre verbrecherischen Pläne zur Ausführung zu bringen, ohne daß wir auch nur den geringsten Verdacht haben konnten." Seine Worte waren von so unbestreitbarer Logik, daß Larry nichts darauf entgegnen konnte. Diese gerissenen Männer, aus denen sich die Bande zusammensehte, konnten das Haus möglicherweise völlig unbehindert benutzt haben, wenn sie nur in ihren Bewegungen außerordentlich vorsichtig waren und striktes Schweigen bewahrten. Ganz offen gab er auch die Berechtigung von Mr. Dearborns Worten zu. „Ich muß ohne weiteres diese Möglichkeit zugeben," sagte er. „Es ist natürlich sehr bedauernswert für Sie und auch für mich. Die Sache hätte ja noch viel schlechter ablaufen können." Wie entsetzlich sie aber in Wirklichkeit gewesen war und hätte endigen können, erfuhr er erst, als ihm das junge Mädchen ihre Erlebnisse wahrend der Fahrt nach Scotland QJarö mitteilt«» (Fortsetzung folgt) hat den hessischen Kammern Veranlassung geben, eine Reihe von Wünschen vorzutragen, an deren Reuregelung ihnen besonders gelegen ist: diese Wünsche betreffen vor allem den Bahnhof- und Straßenhandel, den Geschäftsbetrieb der Versteigerer, das Feilbieten bestimmter Waren im Amherziehen, das Fernhalten unlauterer Ele- hörden angewiesen, bei geringfügigen Verseh- lungen, welche unverhältnismäßig hohe polizeislrafen nach sich ziehen, größtes Entgegenkommen walten zu lassen. Die Bemühungen der amtlichen Derufsvertre- tungen von Handel und Industrie haben die Reichspostverwaltung veranlaßt, die im vorigen Jahre angeordnete vereinfachte Behandlung der Einschreibebriefe durch neue Maßnahmen zu ersetzen, um den sich mehrenden Verlusten wirksam zu begegnen. Einem von dem Berg- und Hüttenmännischen Verein zu Wetzlar bet der Oberpostdirektton gestellten und von der Kammer unterstützten Antrag auf früheren Beginn der Aernsprechdienslslunden bei den Qlemtem Hungen, Mücke und Lau - bach hat zu dem Teilergebnis geführt, daß der llnfallmeldedienst bei diesen Qlemtem unter allen Umständen gesichert ist. Den durch die Kammer vorgebrachten Klagen der Kaufmannschaft über die dem heutigen Verkehr nicht mehr entsprechenden Einrichtungen bei dem Sonnenaufgang 3.59 Uhr, Sonnenuntergang 20.12 Uhr. — Mondaufgang 13.26 Uhr, Sonnenaufgang 4.01 Uhr, Sonnenuntergang 20.11 Uhr. — Mondaufgang 14.39, Mondunter- gang 23.59. 1606: der Maler Rembrandt Harmensz van Ryn in Leiden geboren. Herrn Ludwig Rinn. Unter seiner Führung besichtigten die Mitglieder das Rohtabaklager in Gießen, die Zweigniederlassung in Staufenberg und die Hauptfabrik in Heuchelheim. Die Teilnehmer erhielten in diesen vorbildlich eingerichteten Fabrikanlagen einen Einblick in den Herst ellungsprozeß der Zigarre vom Rohprodukt bis zum versandfertigen Fabrikat, von dessen hervorragender Güte sie sich auch persönlich überzeugen konnten. Der Vorsitzende, Herr Kommerzienrat Schirmer, ergriff denn auch unten dem lebhaften Beifall der Versammlung sowohl in der Sitzung selbst, wie auch später bei Tisch das Wort, um Herrn Rinn für die dargebotene lehr- und nicht minder genußreiche Gastfreundschaft in seinem H^use wärmsten Dank zu sagen. Die Handelskammer könne es sich zur Ehre anrechnen, einen Mann in ihren Reihen zu zählen, welcher vermöge seiner persönlichen Befähigung sein Unternehmen in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum zu einer ganz außerordentlichen Entwicklung gebracht und damit zu einer führenden Stellung innerhalb der gesamten deutschen Zigarrenindustrie emporgehoben habe. Mitt« MM «MdR Vornan von Edgar Wallace. Sie untersuchte die Tür, wenn sie auch wußte, daß Flucht auf diesem Wege unmöglich war. Sie hatte keinen Stuhl, mit dessen Hilfe fie an das Fenster reichen konnte, und würde auch nicht durch dieses entsliehen können, ohne die Aufmerksamkeit ihrer Peiniger zu erwecken. Richts war in dem kahlen Raum, nichts als das elektrische Licht. Sie dachte an Larrys Erzählung, wie dieser Mensch mit erhobenen Händen auf ihn zukam, wie er die Glühlampe in seinen riesenkräfttgen Händen zerdrückt hatte. Er mutzte unmenschlich stark sein! War denn keine Gefahr für ihn, von dem elektrischen Strom getroffen zu werden? Bei diesem Gedanken blickte sie plötzlich in die Höhe. Die Beleuchtung war ohne jede Rücksicht auf ordentliche Ausführung angelegt worden. Ein langer Draht lief von einer Ecke des Zimmers, lose an der Decke befestigt, bis zur Mitte, von wo er über einen Haken nach unten hing. An feinem Ende war ein kleiner Metallreflektor über der birnenförmigen Lampe befestigt. Sie ergriff diese und drehte sie herum. „Zweihundert Volt", las sie auf dem Hals der Lampe. Sie schwang und schleuderte den Draht hm unu her, bis es ihr nach einigen vergeblichen Versuchen gelang, ihn von dem Haken freizubekom- men. Die Lampe hing nun tief bis beinahe zum Fußboden herunter. Dann zog sie vorsichtig und ruckweise an dem Draht, bis die dünnen Klammern die diesen an der Decke festhielten, nach- gaben und der ganze Draht frei wurde. Sie ging nach dem Schalter an der Tür und löschte das Licht aus. Jetzt setzte sie einen Fuß auf die Leitungsschnur dicht in der Rähe der Lampe und zerrte aus Leibeskräften, bis diese ritz und die beiden Enden frei wurden. Sie war im Dunkeln, aber mit ihren geschickten Fingern zupfte sie die seidene Isolation auseinander, kratzte mit den Rägeln die Gummiumhüllung ab, die die vielen haarfeinen Kupfer- drähte einschloh. Bald hielt sie etwas m den Händen, das sich wie ein struppiger Pinsel an- sühlte; sie war mit ihrem Werk zufrieden. Jetzt glaubte sie ein Geräusch im Gang zu hören, eilte nach der Tür und schaltete den Strom ein. In dem Halbdunkel suchte sie nach ihrer Handtasche, nahm ihre Lederhandschuhe heraus, zog sie an und tastete vorsichtig nach den herabhängenden Drahtenden. Sie nahm sie in die Hand und hielt den „Drahtpinsel" vor sich, ängstlich bemüht, nicht bie beiden freien Polenden zu berühren. Mit dem Fuß stieß sie Reflektor und Lampe beiseite ■ Die Industrie- und Handelskammer für die Kr eise (Sieben, Alsfeld und Lauterbach hielt vor einigen Tagen auf Einladung ihres Mitgliedes, Herrn Fabrikanten Rinn (Heuchelheim) eine Sitzung in Heuchelheim ab, über deren Verhandlungen folgendes zu berichten ist: Schon seit längerer Zeit wird es als eine Lücke in der Einteilung des Kammerbezirks empfunden, daß die Kaufmannschaft des jetzt zum engeren Wahlbezirke Lauterbach gehörigen Schliher Landes keine eigene Vertretung in der Kammer selbst besitzt. Um diese Lücke nunmehr auszufüllen, wird einstimmig beschlossen, bei dem Herrn Minister für Arbeit und Wirtschaft die Errichtung eines Wahlbezirks Schlitz, umfassend die Orte des Amtsgerichtsbezirks Schlitz, • mit einem Mitglied und die Erhöhung der Gesamtzahl der Kammermitglieder von 18 aus 20 zu beantragen. Die Kammer stimmt der vom Verbände der hessen-nassauischen Industrie- und Handelskammern und dem hessischen Industrie- und Handelskammertage geplanten Herausgabe einer gemeinsamen Denkschrift über das rhein mainische Wirtschaftsgebiet grundsätzlich zu. Die Denkschrift soll das Ziel verfolgen, die wirtschaftliche Struktur und innere Verflechtung des rhein-mainischen Wirtschaftsgebiets klarzulegen und nachzuweisen, dah eine usammenfassung des Wirtschaftsbezirks bei den künftigen Verwaltungsreformen im Interesse aller beteiligten Kreise liegt. Um den starken Anforderungen finanzieller Art, welche in der allernächsten Zeit an die Handelskammer als Trägerin der Handelslehranstalt berantreten, begegnen zu können, wird einstimmig beschlossen, das Schulgeld für die zweijährige Handelsschule von 15 Mk. auf 17,50 Mk. mit Wirkung vom 1. August d. I. ab zu erhöhen. — Aus dem Tätigkeitsbericht der Kammer seit der letzten Vollversammlung ist folgendes hervorzuheben: Der Einspruch der Kammer gegen die Erhöhung der Gewerbesteuer in Gießen für 1929 ist insofern von Erfolg begleitet gewesen, als die vorgesehenen Ausschlagssätze eine Herabsetzung erfahren haben, und zwar bei dem Gewerbe- kapital von 63 auf 55 Pf. und beim Ertrag von 270 auf 220 Pf. In Unterstützung einer Eingabe der Gießener Banfenbereinigung an den Stadtrat der Stadt Gießen hat die Kammer die nachträgliche Herausnahme der Bank- und Versicherungsunternehmungen aus der bereits beschlossenen Orts- satzung über die Erhebung einer städtischen FAialsleuer befürwortet. Leider ist der Eingabe ein Erfolg versagt geblieben. Die hessischen Kammern haben sich gegen eine reichsrechtliche Regelung der Kirchensteuer ausgesprochen mit der Begründung, daß das neue hessische Kirchensteuergeseh den gestellten Anforderungen größtenteils entspricht, während eine reichsrechil.che Regelung, welche die verschiedenartigsten Verhältnisse berücksichtigen mühte, Verschlechterungen mit sich bringen könne. ihn töten; sie wußte: nur sein Tod würde ihr Leben retten. Endlich nahm sie den Draht von seinem Halse weg. Er lag regungslos, und mit zitternden Händen durchsuchte sie seine Taschen. Sie fand den Schlüssel und einen Revolver. Dann, suchte und fand sie das Schlüsselloch. Die Tür öffnete sich, und sie befand sich in einem Gang, der nach rechts und in ein helleres Zimmer mit zwei Fenstern führte. Aber immer noch war fie in Todesangst: jetzt hatte sie ihr bestes Verteidi- gungsmittel verloren. Die Tür war leicht zu finden. Wie außerordentlich geschickt auch die Tür im Schlafsaal von Todds Heim verborgen war, hier lag sie sichtbar vor Augen. Sie zog an einem Handgriff, das ganze schwere steinerne Tor schwang zurück, und sie ging durch die Oeffnung. Ein Mann stand in der Mitte des Schlafsaales und fuhr, Revolver in der Hand, bei dem Geräusch herum. „Mein Gott! Miß Ward," rief er. „Wo kommen Sie denn her?" 25. Ein unbeschreibliches Gefühl von Sicherheit, Frieden und tiefem Glück durchströmte sie, als sie in Larrys Armen lag. Endlich machte sie sich langsam frei und stieß wenige hastige Worte hervor, die ein kleines Regiment von Detektiven veranlaßten, nach dem Schlafsaal und durch die Ziegelsteintür zu stürzen, die sie halb offen gelassen hatte. Larry vertraute das junge Mädchen der Obhut Harveys an und eilte hinterher. Das Zimmer, in dem Diana eingeschlossen war, war leer; er hielt sich nur einen Augenblick auf, um den Strom auszuschalten, und folgte bann den anderen nach. Es stellte sich ohne jeden Zweifel heraus, dah der ganze Teil dieses Gebäudes trotz seiner anscheinenden Unbewohntheit regelmäßig benutzt worden war. Sie fanden Zimmer, die innerhalb der ursprünglichen Räume durch Errichten einer schwachen Wand gebildet wurden, die nur wenige Fuh von jedem Fenster entfernt war. So konnte das Haus bei Rächt beleuchtet werden, ohne daß irgend jemand von außen das geringste wahrnahm. Jake der Blinde hatte die reine Wahrheit gesagt, als er dem jungen Mädchen von den vielen Ausgängen des Hauses sprach. Einen fanden sie im Keller, der zu einem aufgegebenen Abzugs- lanal von Regenwasser führte, und dort gaben sie weitere Nachforschungen auf. Keiner von ihnen allen mit Ausnahme Larrys, der stets eine elektrische Taschenlampe bei sich hatte, war für eine Verfolgung durch die Dunkelheit ausgerüstet. Ein zweiter Ausgang führte direkt in den Hof, wo Larry die Garage gefunden hatte, und ein dritter führte nach der Küche in Todds Heim. Sladkpostamt Gießen begegnete die Postdirektion mit der Zusicherung, dah alles für eine möglichst schnelle Abfertigung des Publikums getan werden solle. Die Kammer befürwortete eine Eingabe der Bürgermeisterei Großen-Linden an das Hessische Finanzministerium, in welcher zur Behebung der auf dem Bahnhof Großen-Linden bestehenden Verkehrsschwierigkeiten der Dau einer Unterführung angeregt wird. Die hessischen Kammern haben den Deutschen Industrie- und Handelstag gebeten, sich für eine Verminderung der Post- und Lisenbahnreklame einzusehen, da diese so sehr überhand genommen hat, dah sie immer häufiger zur Ursache für alle möglichen Verwechslungen und Unzuträglich- keiten wird. Die Bemühungen um eine Verlängerung der Aufbrauchsfrisken für Vollgummireifen sind erfolglos geblieben; doch wurde vom Reichstag eine Entschließung angenommen, wonach die Reichsregierung ermächtigt wird, auf die Länder- regierpngen dahin einzuwirken, dah die Anträge auf Verlängerung der Aufbrauchsfrist beim Vorliegen einer wirtschaftlichen Notlage entgegenkommend behandelt werden sollen. Die Kammer hat sich gegen die weitere Aufrechterhaltung des Gesetzes über den verkehr mit unedlen Metallen bzw. gegen die Aufnahme diesbezüglicher Vorschriften in die Gewerbeordnung mit der Begründung ausgesprochen, dah ein dringendes Bedürfnis hierfür nicht mehr anerkannt werden könne. Die Klagen des Handels über die von landwirtschaftlichen Genossenschaften und auch von Landwirtschaftskammern selbst betriebenen Handelsgeschäfte aller Art haben zur Errichtung einer Verbindungsstelle bei der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau geführt mit dem Ziele einer engen Zusammenarbeit von Landwirtschafts- und Handelskammern in allen gemeinsamen Fragen. Mit der Sitzung in Heuchelheim folgte die Kammer einer Einladung ihres Mitgliedes, des mente im Warenhandel. Das Hessische Justizministerium hat den Antrag der hessischen Kammern auf Erlaß einer Verfügung, nach welcher, gleich wie in Bayern, Baden und Sachsen, Verstöße gegen das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb ohne weiteres von der Staatsanwaltschaft zu verfolgen sind, wenn der Strafantrag seitens eines gewerblichen Schuhverbandes oder dergleichen gestellt wird, abgelehnt, dafür aber die Staatsanwaltschaften angewiesen, in solchen Fällen die zuständige Handelskammer gutachtlich anzuhören. Seit dem 1. April 6.3. sind bei den hessischen Gerichten Gerichlskostenmarken eingeführt worden; die dahingehenden Bestrebungen der hessischen Kammern sind also erfolgreich gewesen. Die Haftung des Staates bei Verfehlungen von Oie Patronatsfrage in Hessen. Kürzlich fanden Verhandlungen über dieP a - tronatsfrage in Hesse n statt, wozu Prälat D. Dr. Diehl vom hessischen Landeskirchenamt ein Referat erstattete. Der Vortragende ging davon aus, daß durch Artikel 63 der Verfassung des Dolksstaates Hessen und durch das Gesetz vom 22. Juni 1923 die Aufhebung der Standesvorrechte betr. eine neue Rechtslage, gleichzeitig aber auch erhebliche Schwierigkeiten entstanden seien. Auch durch die Aufhebung von Fideikommissen ist die Lage der Kirche insofern schwierig geworden, als dadurch vielfach die Sicherungen Wegfällen, die feit altersher für die Kirchen bestanden. Bei der Neuregelung muß davon ausgegangen werden, ob ein Patronat grundherrlich oder ftan- desherrlich ist. Auch das Präsentationsrecht. muh neu geregelt werden. Dabei erscheint notwendig die Beteiligung der Kirchengemeinden bei den Stellenbesetzungen. Cs muh geprüft werden, inwieweit dies möglich ist, ohne die Präsentation ihres Wesens zu entkleiden. Ebenso scheint eine Neuregelung des Kirchengebets notwendig im Hinblick auf die bestehende Vielartigkeit. Es wird dabei die Frage zu prüfen fein, ob man die bestehenden Rechte ablösen soll und in welcher Weise. In der an das Referat sich an* schließenden Aussprache wurde von verschiedenen Seiten betont, dah alles geschehen müsse, um die Kirchenvor stände aktiv zu beteiligen. Allerdings dürfe man nicht so weit gehen, dah die Ausübung des Patronatrechts nur noch eine leere Form würde. Die Aussprache führte dahin, dah der Vorschlag angenommen wurde, eine Kommission zu ernennen, die alle einschlägigen Fragen prüfen und Vorschläge ausarbeiten soll. Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen Wasser hervorsprudelt, möcht einst auch bestattet sein!" ha gewünscht, also daß man bei keine Steuern mehr bauen ließen! es umgaben, de schen Musensöhi allerdings Höch' Besuchen Sie 4864 D 416dD BAD TOLZ Bevorzugen Sie deutsche Bädern.Sommer (rischen! 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Ausk, Verkehrs-Bureau. 2629D Sanatorium Hohenwaldau Degerloch-Stuttgart C <4® 1 f t iw eia mittelalterliches Biirfieastädlchen die ideale Sommer frische für Ruhebedürftige welche fernab vom Treiben und Hasten der Großstadt Erholung und Stärkung suchen. Herrliche Wälder, reine Luft, unvergleichlich schön im Frühjahr und Sommer Billige and gute Verpflegung ♦ Prospekt dordi denVerkehrsverein Dalmatien nach wenigen Tagen verleidet wäre. (Gottseidank, daß Kollege Shaw diese Insel Ko- locep nicht auch noch entdeckte! Das Hotel Imperial in Ragusa überlasse ich ihm gern — schon wegen des Preisunterschiedes.) Wenn hier ein nicht allzu großes deutsches Hotel stände... sozusagen diese kleine Pension ausbaute... Ach, wie viele Deutsche würden überglücklich sein! Der Platz an der Sonne wäre gerettet: und die Tschechen und Polen nebenan auf den anderen Inseln ärgerten sich bannig, daß sie nicht so gut untergebracht und verpflegt würden. Aus meiner kleinen Pension — was wäre da zu machen! Schließlich ist der Herr Major ja eigentlich Maler, würde ich als Generaldirektor des deutschen Hotel-Konsortiums sagen: unb bie knappe Diertelmillion, bie vielleicht für unseren Bau unb Betrieb notwendig wäre, hat er auch nicht, um in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstr. 6 Telephon 88 und durch die Kurverwaltung Bad Wildungen. 446ov allerdings höchstens noch dem Solbad B affe l s b e r g und dem in seiner Bähe gelegenen Rheinstädtchen Kaiserswerth, dem Stammsitz der bekannten Diakonissen, den Ehrennamen eines Luftkurortes verleihen dürfen. Anrecht etwas aus der Mode gekommene Badestädtchen nennen. Mit seiner berühmten Schwanenburg, von der man, als die französische Besatzung Cleve verließ, zur Feier des Tages Richard Wagners „Lohengrin" als an seiner geschichtlichen Stätte ausführte, und mit seinem nahen Reichswald und den traulichen alten Parkanlagen, die seine Stahlquelle einrahmen. Aber auch die Ruhr bietet noch manchen Erholungspunkt. Blankenstein, auf dessen alter Burg hoch über den Fluß zuweilen Witekind geweilt haben soll, kann als guter Luftkurort gelten. 2a selbst Werden, dessen grün getürmte Münsterkirche zu den besten Bauten dieser Grenzgegend zwischen Rheinland und Westfalen gehört, und noch das von der Industrie kaum entstellte Kettwig an der lieblich durch die Wiesen einherströmenden Ruhr, dürfen sich wegen ihrer friedlichen Stimmung und ihrer guten Luft als Ruhestätten für nervenschwache oder überreizte Menschen empfehlen. Machte doch vor hundert Iahren noch das heut von der Gewerbstätigkeit ganz eroberte Duisburg, als es fich um die Wiederherstellung seiner unter Ra- poleon aufgehobenen alten Aniversität bewarb, hier das ragusäische Brioni schleunigst zu schaffen! Steine zum Häuserbau brauchte man noch nicht einmal herzukarren. Die liegen überall in Hülle und Fülle herum und stammen noch aus der Zeit, da noch nicht die Dampfschiffahrt die Segelschiffe abgelöst hatte und da die Insel noch über 6000 Einwohner (heute kaum 200!) bet- Heimathäfen abeinfach abdeckten Rur Staub, Rauch und Ruh! So malt fich in der Vorstellung des draußen Lebenden, der die Gegend um den Rhein, die Ruhr und Wupper nur von flüchtigen Durchreisen mit der Eisenbahn kennt, die Landschaft zwischen Donn-Sieg- burg und Wesel, zwischen Aachen unb Hagen. Allerbings hat die Industrie der natürlichen Schönheit dieses meist flachen, oder doch nur leicht welligen Landes hart zugesetzt. And man hätte die Stimmen der Raturfreunde viel stärker beachten sollen in diesen letzten Iahrzehnten, da Werk um Werk, Schlot um Schlot hier erstand. Es gab schon verschiedene Möglichkeiten, die neuen Fabrikanlagen oder Hochöfen oder Kohlengruben mit der Landschaft in einen gewissen Einklang zu bringen. Schon der belgische Bildhauer Meunier sagte dem alten Thyssen, daß seine Landsleute an der Maas ihre Industrie besser in die Landschaft hereinkomponiert hätten, als dies an der Ruhr geschehen fei. Auch im heutigen Amerika beginnt man die Schönheit unb ben Reiz einer Landschaft zu beachten und die Architektur der Fabriken, soweit es möglich ist, ben Formationen ber Ratur anzupassen. Wenn auch manches an unb um ben Rieberrhein burch allzu unbedenkliche, grobe Bauleute verschandelt worden ist, so gibt es doch noch manche Perle in dem Kranz der Kohlenessen, die das Land an unb um ben Rieberrhein wie ein glühender Gürtel umflammen und um» rauchen. Don dem ganz im Grünen ruhenden Cleve angefangen, dem schönsten Schlüssel zu Deutschland, wie die Holländer dies stille, zu ^jod.'Ulifdungen, fc/TUece u. 33£aoe Badeschriften: durch die Niederlage sters zu Aachen beigesetzt hat. Erst sitzend auf einem Marmorthron, dann unter Barbarossa liegend, in einem römischen Sarkophag, auf dessen Seitenwand der Raub der Proserpina dar- gestellt ist. Mit Recht läßt die Stadt Aachen bei all ihren Festen und Werbeschriften das Bild dieses ersten römisch-deutschen Kaisers aufleben, der zum Lobe seiner Stadt festgestellt hat:„Der Lousberg bei Aachen ist mir lieber als der Palatin in Rom." Auch das benachbarte Burtscheid verdient um seiner heißen Quellen, die an Wärme Aachen oft noch übertreffen, rühmend erwähnt zu werden. Reuerdings haben von allen mittel-und nieder- rheinischen Badeorten, die an der Ahr am meisten von sich reden gemacht. Reuenahr insbesondere, das beste Bad für Nierenkranke, wie es seit der Erbohrung seiner sehr ergiebigem Quellen um die Mitte des vorigen Iahrhun- derts schon genannt worden ist. Die köstlichen Ausflüge, bie man von biesern Babeort ins Ahrtal nach bem waldigen Altenahr ober nach bem burch seinen süffigen Rotwein berühmten Walporzheim unternehmen kann, locken auch manchen nur Erholungsbebürftigen in bieses Dab mit bem besten Ratronwasser. Wer es ganz still unb einsam haben will, mag sich auch nach Bad Tönn isst ein, unfern des abgelegenen frommen Laacher Sees, zurückziehen. Man sieht, überall sprudelt unb rauscht es und braust es heilspendend aus der. Erde in diesem Land, über das bei Tag und Rächt die Arbeit aus tausend Essen ihr schwarzes Banner schwingt. Die Wunden und Leiden, die eine allzu starke Aeberanstrengung der Kräfte in den Menschen angerichtet hat, oder auch die allmächtige zerstörerische Zeit, alle diese Schäden, diese Minuskoeffizienten, wie sie der Statistiker nennt, können durch die Bäder dieses Landes wieder ausgeglichen werden. And darum kann man auch in der Gegenwart nur vom Riederrhein und seinen Rebenflüssen urteilen, wie es in der Biedermeierzeit der Dichter Wolfgang Müller von Königswinter getan hat, als er schrieb: Anser Rhein läßt sich in seiner Romantik nie ganz umbringen. And sollten auch noch mehr Schisse mit schwarzwehenden Rauchfahnen ihn befahren. Sollten auch noch mehr Stinkfabriken ihre mehr ober minder trüben Wässer in ihn einlaufen lassen, wie diplomatische Dunkelmänner einem Großen ihre unsauberen Gerüchts zufragen. Der Rhein läßt seiner nicht spotten. Wie der Speer des Königs Amfortas heilt er die Wunden, die er beigebracht hat, auch wieder und läßt Heilquellen hervorkommen, für alle, bie ihrer bedürfen, oder er läßt feine frische, humorige Luft wehen, die seit alters her den größten Vorzug hat, den ein Klima haben kann, nämlich ben: Heiter zu machen. Das Land der tausend Cffen Don Herbert Eulenberg. Für die Stadt Aachen als Dadeplatz hat Kaiser Karl der Große am meisten geworben, der bis zu seinem Tode die warmen Quellen dieses seines Lieblingsaufenthaltes vor allen anderen deutschen Bädern gepriesen hat. „3n bem Boden aus dem solch ein heilbringendes 0er Alatz an der Gönne. Don Alfred Richard Meyer. Kolocep bei Ragusa, Iuli 1929. Feststellung vorweg: die Deutschen merken gewöhnlich etwas von einem Platz an der Sonne, wenn er bereits vergeben ist. Dann schreien sie danach — aber immer zu spät. Ich weih von einem neuen Platz an der Sonne zu berichten. Vielleicht daß nun doch einmal, bevor es zu spät ist, die Deutschen — 2Iber da komme ich schon ins Stocken. Deutschland und Italien — vor dem Krieg ein selbstverständliches und geliebtes Kapitel — hat sich definitiv für viele Iahre erledigt. Wer in diesen schönen Iunitagen kurz in Venedig Zwi- schenstation machte, fühlte sich in schauerlicher Einsamkeit. Don den Gründen braucht hier nicht mehr gesprochen zu werden. Italien hat es so gewollt: und wenn es heute nicht mehr ganz so unfreundlich zu uns wie vor ein paar Iahren war, so ist es immerhin teuer geblieben. Es hat seine Beliebtheit bei rund an Jugoslawien abtreten müssen, an bie herrliche balmatinische Küste von Crikvenica bis nach Ragusa. Run hat in biesen Tagen ber große Dichter Shaw, bem ich im Hotel Imperial zu Ragusa begegnete, seine gewichtige Stimme als Propaganda-Megaphon für Süddalmatien hergegeben: an alle Angehörigen der zivilisierten Dölker, daß sie in Millionen kommen möchten, und zwar bald — „öenn es sei zu schön, als daß es lange dauern werde". Ich bin ausnahmsweise einmal „voll und ganz" ber Ansicht meines größeren Kollegen in Apoll und den neun Musen: aber — nein, »voll unb ganz" doch nicht. Ich habe Mitleid um mich und meine Freunde und ganz Dalmatien, wenn der Heroldsruf des großen Iren Gehör fände. 5000 Einw. (Strecke Gießen- nSdlUlU Fulda), die Heimstätte hervorragend schöner altertüml. Bauten (darunter das einzigartige Rathaus, eine Perle gotischer Baukunst) u. eines hochinteressanten Heimat- Museums. — Anmutige Umgebung, gute Verpflegungsgelegenheit en. Prospekte durch den Verkehrs- und Verschönerungsverein. 4642D fügte, die dann in die neuen wanderten und ihre Häuser unb verfallen liehen, um ke. dafür zahlen zu müfsen. Phantastisch leicht, wie sich hier aus alten Häusern schnellstens neue ss anmutig gelegen aui einem südlichen Ausläufer des Rothaargebirges. Prächtiger Schloß- und Stadtpark. Hochwaldreiche herrliche Umgebung. Sitz des Fürsten zu Sayn-Wlttgensteln- Berleburg. Mächtiges sehenswertes Schloß. Beste Unterkunft und Verpflegung in guten Hotels, Gasthäusern und Privat. Mäßige Preise. Nähere Auskunft durch den Verkehrsverein, Telephon 61. Prospekt auf Wunsch gratis. düngen und Anterkunftsm _ , digen, empfing ich ben tröstlichen Bescheid: „Da hätten Sie drei Wochen vorher bestellen müssen! Cs ist dort unten alles überfüllt!" Wenn ich trotzdem hier alles nach Wunsch fand und dem Ansturm der stärksten Reisegesellschaften aus dem Wege gehen konnte, so verdanke ich das vielleicht meinem alten Reisegeschick, aber auch einem gewissen Dusel, mit dem nicht jeder rechnen kann. Ich weiß: Dalmatien hat schon heute viel zu wenig Anterkunftsmi-glichkeiten und wird es im nächsten Iahr noch weniger haben, wenn Engländer, Iren, Schotten, Amerikaner nach Shaws Pfeife karawanenweise angetanzt kommen. Aber auch sonst kann die Lage hier politisch werden: sie hat vielleicht schon damit begonnen. Cs geht um den Platz an der Sonne! And die kriegt man hier ab Mai bis Oktober garantiert ohne Regen unb wolkenfrei, dazu das Meer von einer Bläue und ewigen Babelust wie nirgenbs. Schon haben sich tschechische unb polnische Kolonien gebildet. Schleunigst müßte deutsches HotelALS FELD/Oberhessen Hotel Deutsches Haus Inh. Hermann Schmall Wochenende. Erstkl. Verpflegung Großer u. kleiner Saal für Vereine Mäßige Preise Kapital her, sich in jeder Beziehung gewinnbringend hier anzulegen! Wenn ich Generaldirektor eines solchen Konsortiums wäre — ich sicherte mir die Insel Kolocep, die in 25 Minuten von Ragusas Hafen Gravosa im Motorboot zu erreichen, all die Annehmlichkeiten bietet, mit denen Ragusa, Süddalmatiens schönste Stadt, heute leider nicht mehr aufwarten kann: kein Stau, kein Auto, nicht Pferd noch Wagen, dafür aber versehen mit ben üppigsten Hainen blühenden Lorbeers, blühender Myrthe und Olive unb reifenben Iohannisbrotwälbern, von benen wir als Kinder nur zu träumen wagten. And hier gibt es noch kein Hotel! Wo der schönste, mückenfreieste Sandstrand ist, wie ihn Ragusa nie gehabt hat, wo man sich allenfalls auf Felsen .sonnen kann unb wo bie Richtschwimmer übel dran sind. Zwar — und nun verrate ich ein Geheimnis, das ich lieber für mich unb meine allernächsten Freunde bewahren sollte! — hat hier ein österreichischer Major, dessen Bataillon im Weltkriege als erstes ben Lovcen, Montenegros schwarzen Berg, nahm, bie kleine Pension Kalamota, in ber durchweg Reichsdeutsche und Oesterreicher wohnen und ein Idyll an gesellschaftlicher Angezwungenheit und freundschaftlicher Heiterkeit genießen und — „auf ber Insel ist das Tageskleid für Herren und Damen der Pyjama, daher kein großes Gepäck notwendig", heißt es verheißungsvoll im Prospekt, der nur durch einen lächerlichen Zufall in meine Hände kam und ohne den mir vielleicht ganz Was würde geschehen? Was jetzt schon vielfach geschieht, daß nämlich hier alles überfüllt ist, baß dieses Land nicht im entferntesten auf einen großen Fremdenstrom unb absolut nicht auf einen anspruchsvollen Frembenstrom eingerichtet ist. Als ich Anfang Mai in Berlin zu dem speziell auf Jugoslawien eingestellten Reisebureau Ilf (besonders zu empfehlen die Geschäftsstelle: Hohenzollemdamm 11) ging, mich über Derbin- erkun- Som merfrische Bamäne Schifteten) auf waldiger Höhe gelegene histor. Stätte aus 1129, mit herrl. Fernsicht. Angenehmer Ausflugs- und Erholungsort. Pensionspr. RM. 6.-. Eisenbahn-Station Schiffenberg,a. d.Strecke Gießen-Gelnhausen. Autobustäglich ab Rheingold, Ludwigstraße 6 um 3.30 Uhr nachmittags. Fernsprech-Anschluß: Gießen Nr. 183 Ulllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Klestsr Austen Eine Perle des Hessenlandes. Beliebter Ausflugsort mit historischen Baudenkmälern u.idyllischerUingebung 1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII1IIII1IIIIIIIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Bad Vilbel 6000 E. (Strecke Frankfurt-Gießen, 7 km nördlich von Frankfurt (gute Omnibusverbindung), 700 Morgen Laub- u. 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Kommen Sie, Sie werden sich freuen und evl)olcii.^ro(t).b.B9r,T»rmelsierel Herba teln 4430D W Niederlage Dnnenstr. 6 und rauscht es ^aus der Erde in ^9 und Aocht die r schwarzes Banner Leiden, die eine ig der Kräsk in at. oder auch die t, alle diese Lchä« wie sic der 6la« die Bäder dieses . werden. ) in der Gegenwart seinen Nebenflüssen Biedermeierzeit der >n Königswinter ge« in seiner Romantik sollten auch noch henden Bauchsahnen ) noch mehr ötinl« inder trüben Wässer diplomatische Dunkel- unsauberen Gerüchte seiner nicht spotten. s 2lmfortas heilt er rächt M auch wie- ^tborfommen, für »der er lätzt leine i?3, die seit alters hat, den ein Klima geiler zu machen. Diesen nn .3n S8rg*i te er ul ,rmal. 'n auch^-^tmalz Olt 'eine g». SO ZS? 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Heber 88 Bäder an der Ostseeküste von Schleswig-Holstein bis Memel- land und über 5 Ostseestädte berichtet der Fuh- rer und gibt somit jedem Reiselustigen Unterlagen sür die Auswahl seines Reisezrel^ Der Preis des Führers (272 Seiten) ist 1 IM. St toirb durch den Berband Deutscher Ostseebader (E. B), Berlin NW 7, herausgegeben. — 196. — — Dadnerland — Schwarzwald. Wegweiser und Hotelführer 1929. Herausgegeben vom Badischen Derkehrsverband e. 03., Karlsruhe i. B., 1929/30. — In neuer Auflage liegt der reich- illustrierte, 128 Seiten starke praktische Wegweiser des Badnerlandes für 1929 vor. Heber 200 Frem- denplähe, Bade- und Kurorte in den verschiedenen Höhenlagen bis 1500 Meter, ü. M. sind hinsichtlich der Sehenswürdigkeiten, Heilanzeigen, Veranstaltungen usw. erschöpfend behandelt, so bah bic Auswahl eines Erholungsaufenthaltes in ben klimatisch unb lanbschaftlich bevorzugten Gebieten im Schwarzwald unb Odenwald, am Neckar, Oberrhein unb Bodensee wesentlich erleichtert wirb. Die Angabe der genauen Pensionspreise von über 1300 Gaststätten und der Nachweis von guter und billiger Reiseliteratur erhöhen den Wert dieses praktischen Ratgebers. — Hotels unb Pensionen in Wien unb N iederöstcrreich. Herausgegeben von der Fremdenverkehrskommission der Bundesländer 'Wien und Niederösterreich, Wien VII, Messepalast. — Der gut ausgestattetc Führer dürste allen Besuchern Wiens unb den Reisenden in Oesterreich als zuverlässiges Auskunftsmittel willkommen sein. Wanderfahrten. Giehen — Dutenhofen — Stoppelberg — Wetzlar. Um die von Autos belebte Landstraße über Klein- Linden nach Dutenhofen zu vermeiden, geht man zweckmäßig an der Klärbeckenanlage vorbei durch den sog. Heßler, ein großes Stück an der Lahn und später am Bahnkörper entlang unb erreicht beim Jagdschlößchen Dutenhofen. Gegenüber bem Bahn- hofsgebäube beginnt ber schwarze Strich, bem wir auf der ganzen Strecke folgen. Das Zeichen führt uns zunächst nach Münchholzhausen unb später durch Feld unb schöne Wölbung nach bem 400 Meter hohen Stoppelberg, von besten neuerrichtetem steinernen Turm man eine weite unb herrliche Rundschau genießt. Das Zeichen leitet uns über bas Kirschen- wälbchen, bas namentlich zur Zeit ber Blüte einen reizvollen Anblick gewährt (gute Einkehr) nach unserem Enbziel Wetzlar. Dauer ber Wanberung 4% Stunben. Saasen — Reinhardshain — Kesselbach — Lumda. Zu bieser Wanberung burch ben schönsten Teil ber Rabenau ist, ba sie wenig markiert ist, bie Mitnahme einer Karte erforberlich. Wir fahren bis Saasen, am Fuße bes Beitsbergs, bekannt burch bie Erzählung von O. Glaubrecht.- „Der Kalendermann vom Beitz- berg". Nun wandern wir auf abwechslungsreichen Wegen an Bollnbach vorüber, am Fuße des Wir- bergs her durch Wald unb über freie Höhen nach Reinharbshain. Am hübsch gelegenen Wasserwerk vorbei geht es weiter burch ein Walbtälchen unb über Hohen nach Geilshausen. Run find wir im Lumdatal und in ber Rabenau. Die früher so hübsche Rabenauer Volkstracht ist leider last ganz verschwunden. Bemerkenswert ist bie alte Kirche mit bem charakteristischen Turmhelm. Auch schöne Fachwerkbauten finben wir hier. Heber das am Berghang gelegene Obenhausen mit stattlichem neuen Schulhaus unb alter Dorfkirche gelangen mit, bie Lumba über- schreitend, durch ben Liebchesbrunn mit schönem Blick auf Lonborf, Burg Norbeck unb ben Totenberg nach Kesselbach (gute Einkehr). Nun. auf guter Straße leicht anfteigenb giun Walb unb an Hofgut Appenborn vorüber hinaü^ zum Hohen Noll (363 Meter). Dann zum Walbausgang unb hinab nach unserem Enbziel Lumba. Dauer der Wanderung fünf Stunden. ______ Rundfunkprogramm. Sonntag, 14. Juli. 7 bis 8 Uhr: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8 bis 9: Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche: anschließend: Glockengeläute von der St. Peterskirche. 11.30 bis 12: Elternstunde. Mittelschullehrer Ludwig Mohnike, Wiesbaden: »Das Geld, ein Segen oder ein Fluch für unsere Kinder?" 12 bis 13: Don Kassel: Unterhaltungskonzert. 14 bis 15: Konzert des Gesangvereins Sängerkranz, Dietzenbach bei Offenbach. 15 bis 16: Stunde der Jugend. Kas- perlstunde der Kasperltante, Frau Liefe! Simon: „Kasperl auf Reisen", ein Märchen von Leonie Meyerhof-Hildeck — für Kinder vom 4. Jahre ab. 16 bis 17: Konzert des Rundfunkorchesters. 17 bis 18.45: Vom Stadion Nürnberg: Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft. 18.45 bis 19.45: Stunde des Landes. 19.45 bis 20.15: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung. 20.15 bis 20.30: Sportnachrichten. 20.30 bis 22.30: Konzert des Rundfunkorchesters. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Montag, 15. Juli. 6.30: Morgengymnastik. 12.30: Schallplattenkonzert: Unterhaltungsmusik. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Aus Sport und Spiel, vorgetragen von Stadtturnrat Echternach: „Was wissen wir von den Leibesübungen der Griechen?" — für Kinder vom 10. Jahre ab. 16.15 bis 18: Von Stuttgart: Konzert des Rund- sunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.40: Von Kassel: Zehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund, Vortrag von Garteningenieur Karl Hintze. 18.40 bis 19: „ Fortschritte und Pläne im Luftverkehr", Vortrag von Walter Luft. 19 bis 19.20: Vortrag. 19.20 bts 19 40: „Die Wiener Genesis und ihre Wirkung auf die kunsthistorische Forschung: 2. Die kunstge- schichtliche Forschung von Winckelmann bis Durckardt, Vortrag von Alfred Conradt. 19.40 bis 19.50: Englische Literaturproben. 19.50 bis 20.15: Englischer Sprachunterricht. 20.15 bis ungefähr 22: „360 Frauen", Lustspiel in 3 Auszügen von Hans und Johanna von Wentzel. Anschließend (etwa 22): Schallplattenkonzert. Klassische und andere Tänze. Dienstag, 16. Juli. 6.30: Morgengymnastik. 13.30: Schallplattenkonzert: Blasmusik. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. Die schöne Umgebung von Frankfurt a. M. bzw. Kassel. 16.15 bis 17: Nach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 17 bis 18: Von Bremen: Ausfahrt des Dampfers „Bremen", Feierlichkeiten anläßlich der ersten Ausfahrt des Schnelldampfers. 18 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Viertelstunde der Deut- schen Reichspost: „Mit der Kraftpost durch den Taunus nach dem Rhein". Vortrag von Post- inspektor Dender. 18.45 bis 19.05: Don Kassel: Vortrag. 19.05 bis 19.25: Vortrag. 19.25 bis 19.55: Zeitberichte IV. Die englische Thronrede vom 2. Juli d. I. und die Adreßdebatte im englischen Unterhaus, eingeleitet und übersetzt von Actuales. 19.55 bis 20.15: Schachstunde. 20.15 bis 21.30: Von Stuttgart: Volkstümliches Konzert des Rundfunkorchesters. 21.30 bis 22.30: Von Kassel: Bläser-Kammermusik. Mittwoch, 17. Juli. 6.30: Morgengymnastik. 13.15: Schallplattenkonzert. Buntes Programm. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. Lustige Bilder und Geschichten, vorgetragen von Frau Meerwarth- Sebold, Darmstadt. 16.15 bis 18: Konzert des Rundfuntorchesters. 18.10 bis 18.30: Bücherstunde. 18.30 bis 19.05: Don Darmstadt: Führung durch die Ausstellung „Der schöne Mensch in der neuen Kunst". 19.05 bis 19.25: Das Gespenst der Sorge in Goethes Faust II., 5. Akt, 4 Szene. Dortrag von Pfarrer Clemens Taesler. 19.25 bis 19.45: Dortrag. 19.45 bis 19.55; Französische Literaturproben. 19.55 bis 20.15: Französischer Sprachunterricht. 20.15 bis 20.30: Senckenbergviertelstunde. „Mtuelle Naturwissenschaft", Vortrag von Prof. Dr. R. Richter. 20.30 bis 21.30: Nach Stuttgart: Sinfoniekonzert. 21.30 bis 22.15: Literarische Veranstaltung. Donnerstag, 18. Juli. 6.30: Morgengymnastik. 12.30: Schallplattenkonzert : Orchesterkonzert. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Märchen und Geschichten, borgetragen von Frau Meerwarth-Eebold, Darmstadt. 16.15 bis 18: Nach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.55: Von Kassel: Vortrag. 18.55 bis 19.15: Vortrag. 19.15 bis 19.45: „Kritik am Gedicht- vortrag" (unter Mitwirkung des Hörers), Dortrag von Universitätslektor Roedemeyec. 20.15 bis 22.15: „Die Magd als Herrin", Intermezzo in zwei Teilen von G. A. Federico, Musik von Giov. Batt. Pergolesi. Darauf: „Bastien und Bastienne", Singspiel in einem Auszug (nach dem Französischen) von Friedr. Wilhelm Qcis- kern, Musik von W. A. Mozart. Zum Schluß: „Die verwandelte Katze", Komische Oper in einem Aufzug von Sribe und Melesville. Musik von Jacques Offenbach. 22.15: Kammermusik: Johann Sebastian Dach. Freilag, 19. Juli. 6.30: Morgengymnastik. 10: Dom großen Rathaussaal Nürnberg: Eröffnung des zweiten Dun- desfestes des Arbeiter-Tum- und Sportbundes. 12.15: Schallvlattenkonzert: Prominente Instrumentalisten. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Aus der Technik des Alltags, vvrgetragen von Mittelschullehrer Hans Rößler: „Wie die Herrschaft des Menschen über die Früchte der Natur gewachsen ist". — Für Kinder vom zehnten Jahre ab. 16.15 bis 17.25: Hausfrauen-Nach- mittag, veranstaltet vorn Frankfurter Hausfrauen- verein e. D. 17.25 bis 18: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.50: Stunde des Südwest- deutschen Radioklubs. 18.50 bis 19.10: „Alt- Florentiner Strafjustiz" von Rechtsanwalt Dr. Hölscher in Rom. 19.10 bis 19.30: „Wo uns der Schuh drückt", Interviews mit jedermann: II. Kellner — Frager: Dr. Paul Laven. 19.30 bis 19.50: Stenographischer Fortbildungskursus (Diktat von 60 Silben aufwärts). 19.50 bis 20.10: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 20.10 bis 20.30: Film-Wochenschau. 20.30 bis 21.30: Wiener Operettenabend, vom „Bruder Straubinger" bis zur „Goldenen Meisterin". 21.30: Don (Stuttgart: Gottfried-Keller-Feier. Samstag, 20. Juli. 6.30: Morgengymnastik. 13.15: Schallplattenkonzert : Aus Kälmänschen Operetten. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: „Es war einmal.". Ein Märchen von Irma Nippel; mit Liedereinlagen, vorgetragen von Irma Nippel, Darmstadt. 16.30 bis 18: Aus der Alt-Heidelberger Stadthalle: Festakt zur Eröffnung der Heidelberger Festspiele. 18.30 bis 18.45: Briefkasten. 18.45 bis 19.05: Esperanto»Tlnterricht. 19.05 bis 19.25: Dortrag. 19.25 bis 19.45: Die Stunde des Arbeiters:. 19.45 bis 20.15: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Hansjakob und der Schwarzwald", Vortrag von Alfred Auerbach. 20.15 bis 22.45: „Die Luftkutsche". Funk-Kabarett, Pro- gramm u. a.: „Dasselbe in Mann". Scherz von Friedrich Karinthy. 22.45 bis 23.45: Nelson- Kabarett. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 8. Juli. Ein Herr und eine Dame, Rekonvaleszentin nach schwerer Krankheit, unternahmen im nahen Walde in einem Auto eine Spazier- bzw. Erholungssahrt. Ersterer, der Halter des Kraftfahrzeugs, war im Besitze eines Führerscheins, nicht dagegen seine Begleiterin, die aber trotzdem mit seiner Ermächtigung zeitweise die Führung des Fahrzeugs übernommen haben soll. Beide erhielten auf Grund des § 24 des Krastfahrzeuggesetzes Strafbefehle auf zusammen 80 Mk., gegen die sie Einspruch erhoben. Der anzeigende Polizeibeamte, der fraglos ein außerordentlich geübtes Auge besitzt, wlll auf der Landstraße aus einer Entfernung von etwa 65 Meter die bestimmte Beobachtung gemacht haben, daß eine Frau das Auto steuerte. Er stellte dann das Auto und fand seine Beobachtung insofern bestätigt, als tatsächlich eine Dame auf dem Führersitz saß und neben ihr der Halter des Fahrzeugs. Beide gaben dies zu; sie wissen aber den Platzwechsel in nicht widerlegbarer Weise zu begründen, und, ein sicherer Beweis dafür, daß die Dame tatsächlich auch das Auto „geführt" hat, konnte nicht als erbracht angesehen werden, auch nicht durch die Einnahme eines richterlichen Augenscheins, währenddessen die in Rede stehende Fahrt im Beisein des Polizeibeamten möglichst unter gleichen Umständen wiederholt wurde. Cs blieb immerhin die Möglichkeit bestehen, daß das Auto von dem Oleben- itze aus durch den Halter des Fahrzeugs „gc- ührt" worden ist, zumal es nicht ausgeschlossen erscheint, daß seine angeblich des Fahrens völlig unkundige Begleiterin infolge ihres körperlichen Zustandes zur Führung des Autos gar nicht in der Lage war. Es erfolgte deshalb F r e i - pruch wegen mangelnden Beweises. Daß der Halter des Fahrzeugs schon infolge der Zulassung des Platzwechsels leichtsinnig gehandelt hat, steht außer Frage. Leider fehlt es aber an einer gesetzlichen Bestimmung, nach welcher er allein deshalb zur Verantwortung gezogen werden konnte. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Voranzeige: Ab 26. Juli: „Die schöne Helena", Operette von Offenbach. Ensemblegastspiel von Mitgliedern des Berliner Metropol-Theaters. Leitung: Karl Fischer und Kurt Lerch. Szenische und tostümliche Ausgestaltung: Professor Ludwig Kainer. Schauspielhaus. Von Sonntag. 14. Juli, bis einschl. Donnerstag, 18. Juli, jeweils von 20 bis nach 22.30 Uhr: „Pariser Leben". — Freitag, 19., 20 bis 22.15: „Das Gerücht". — Samstag, 20., 20 bis nach 22.30: „Pariser Leben". — Sonntag. 21., 15 bis gegen 17.15: „Kater Lampe". 20 bis nach 22.30: „Pariser Leben". — Montag 22., 20 bis nach 22.15: „Das Gerücht". Kirchliche Nachrichten. Evangellfche Gemeinden. Sonntag, den 14. Juli. 7. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Mahr; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- aemeinde; 9.30: Pfarrer Lecker; Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. — Johanneskirche. 8: Pfarrer Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukas- gemeinde; 9.30: Pf irrer Ausfeld; zugleich Militär« gottesdienft; 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde; Pfarrer Ausfeld; 8: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfarrer Tic. Waas. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Missionsinspektor a. D. Pfarrer Michel; Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde. — Llisabelh-Kleinkinderfchulc. 9.45: Pfarrer Lic. 2ßaas; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde. — Klein-Linden. 9: Hauptgottes« dienst; 10: Kindergottesdienst. — Wiefeck. 9.30: Pfarrer Dörr, Heuchelheim. — Kirchberg. 11: Christenlehre für die weibliche konfirmierte Jugend. — Alten- Vuseck. 10: Alten-Buseck; 1: Trohe. — hausen-Gar- benteich. 10: Hausen; Christenlehre; 1: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 1.30: Hauptgottesdienst. — Lich. 9.30: Plärrer Staubach, Watzenborn; 1: Festgottesdienst anläßlich des Jugendfestes; Stiftsdechant Kahn. (In beiden Gottesdiensten Kollekte für die evangelischen Gemeinden Oesterreichs.) — Nie- ber-Beffingen. 9.30: Stiftsdechant Kahn. katholische Gemeinden. Samstag, den 13. Juli. Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte. Sonntag, den 14. Juli. 8. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 2: Andacht; 3: Versammlung der Jungfrauenkongregation. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. EonntnaSdienst d. Ucrztcu.Apotbeken am 14.7.29 Dr. Ploch. Dr. Steinreich. Pelikanapotheke Zahnarzt: Dr. Kockerbeck. ‘D iüsisiigüreilüü repariert Kleidungsstücke, Seidenstrümpfe und Teppiche in 3—4 Tagen / Arbeit konkurrenzlos! U44Z4 BAD OEYNHAUSEN DIE STADT OHNE STUFEN — DAS GANZE JAHR GEÖFFNET HERZ*NERVEN-UND GELEHKLEIDEN.LÄHMUNGiN. RHEUMA- O -Z UO S STATION: BE PLIN-KOLN / DQ £ SDEN^Afrlgr^gOAM-^-AUSKW^DUPGjJ^E-BADE^PWALTUNG.^^ D8LLENBURG 6300 Einwohner, beliebter WM-.' Luftkurort u. Sommerfrische, Wochenendaufenthalt u. Ausflugsort, im waldreichen Bergland rwisch. Westerwald u. Sauerland. 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Zull 1929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Ur. 162 viertes Blatt Preise blieben zum größten Teil gut behauptet. Wirtschaft Sprechstunden der Redaktion 11.30 bls 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Wochenbericht vom Sranffurfcr Gchlachiviehmarki. Das Geschäft am Frankfurter Schlacht- Vie hm a r k t war in dieser Woche wieder etwas ruhiger. Der größere Auftrieb in fast allen Viehgattungen ist für die jetzige Jahreszeit für hiesige Verhältnisse etwas zu groß, daher auch die immer stärker werdende Zurückhaltung der Aiehgcr. Auch die Exportbeteiligung läßt in der letzten Zeit sehr zu wünschen übrig. Am Rindermarkt war.der Auftrieb etwas größer als in der vergangenen Woche. Aach ruhigem Handel wurde fast ausverkauft. Die Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Nachdem sich zum Schluß der vergangenen Woche eine freundlichere und festere Stimmung durchsetzen konnte, war die neue Woche wieder von einer großen Zurückhaltung u n d Lustlosigkeit beherrscht. Die Stimmung war aber nicht unfreundlich, da doch einige Momente Vorlagen, die einen vorteilhafteren Eindruck er- weckten Das Geschäft blieb jedoch tm allgemeinen ziemlich eng begrenzt und beschränkte sich nur auf vereinzelte Spezialmärkte. So konnten vor allem Elektro- und Montanwerte etwas stärker hervortreten. Besondere Beachtung fanden diesmal die fortschreitenden besseren G e l d m a r k t v e r h ä l t n i s s e und die in den Hintergrund getretenen Diskonterhöhungsbefürchtungen. Aber auch günstige Konjunkturberichte, das plötzliche Sinken des Tagesgeldsahes von 15 auf 6 Prozent an der Aeuhorker Börse, das Aach- lassen der Goldabflüsse bei der Bank von England, wodurch in erster Linie die Gefahr einer Diskonterhöhung auf dieser Seite vorläufig be- seitigt sein dürfte, sowie einige günstige Geschäftsberichte, blieben nicht ohne Einfluß. Aber dessenungeachtet konnte das Geschäft keine lebhafteren Formen annehmen, da auf der anderen Seite auch nachteilige Aachrichten wieder einen Ausgleich schufen, und zur Zurückhaltung mahn- ten. Besonders erwähnenswert waren hier die zumeist schwächeren Auslandbörsen, die lange Laufzeit der I.-G.-Farben- Bezüge, die Aengstlichkeit der Spekulation, was vor allem am Warenhaus- und Glanz st vffmarkt stark zum Ausdruck kam. Verschiedentlich wurden hier Daissevorstöße unternommen, so daß gerade diese Märkte stark unter .Kursdruck standen, was sich nachteilig auf die übrigen Gebiete auswirkte. Denn vor allem fehlten wieder Aufträge, sowohl von feiten des Auslandes als auch von der Dankkundschaft, und die Börse zeichnete sich in Verbindung hiermit zeitweise durch eine fast völlige Stagnation aus. Aber trotzdem zeigte der Markt eine nicht zu verkennende Widerstandskraft, da die Lage durch die wieder in Erscheinung tretenden günstigen Aachrichten nicht allzu trostlos empfunden wurde. Zur Stützung trugen die höheren K a l i a b s a h z i f f e r n, die Kohlenpreiserhöhung in Belgien, die Auslassungen und das vorgeschlagene Dezugsrecht bei Rheinbraun, das starke Interesse für Kuxen werte und hauptsächlich der Reichsbankausweis, der eine überraschend starke Entlastung aufwies. Die wieder gebesserte Deckungsquvte von 43 auf 51,3 Prozent fand hierbei regere Beachtung. Die Stimmung war daher wieder freundlich und zuversichtlich, aber doch trat, mit Ausnahme einiger Spezialbewegungen, keine fühlbare Geschäfts- fteigerung ein. Wurden verschiedentlich Gewinne erzielt, so schritt im nächsten Moment die sehr vorsichtig gewordene Spekulation zu Gewinn- mitnahmen, was nur durch Abgaben erzielt werden tonnte. Dies gab der Baissepartei einen Ansporn für einen neuen Vorstoß, und die eingetretenen Besserungen gingen zumeist wieder verloren. Am Danken markt war die Um- sahtätigkeit nicht besonders groß, doch blieben hier immerhin Gewinne bis zu 2 Prozent übrig. Reichsbankanteile büßten 3,5 Prozent ein, doch wäre der Verlust größer gewesen, wenn nicht zeitweise für ^ausländische Rechnung Ware aus dem Markt genommen worden wäre, was fast einen Ausgleich schaffen konnte. Gleich zu Beginn der neuen Woche bestand für Montan w e r t e aus den schon zum Teil erwähnten Gründen lebhaftes Interesse. Buderus lagen 4 Prozent, Gelsenkirchen 3 Prozent, Phönix 2 Prozent fester. Aur Harpener lagen 1,5 Prozent abgeschwächt. Rhein st ahl (plus 6 Prozent) waren aber führend und traten besonders hervor, und zwar regten die günstigen Auslassungen im Geschäftsbericht an. Stahlverein gewannen 3 Prozent, der Quartalsausweis dieses Unternehmens, der eine Mehrausgabe und einen bedeutenden Mehrumsah aufwies, blieben für dieses Papier anfangs ohne Einfluß und konnte sich erst im Laufe der Woche auswirken. Aber die Allaemeintendenz profitierte sofort hiervon. Zur lebhafteren Geschäftstätigkeit trug auch hier das Auslandinteresse und die Käufe aus dem Rheinlande bei. Mansfelder vernachlässigt und 4 Prozent schwächer. Rhein. Braunkohlen gewannen 3 Prozent. Elektro- ^‘icucu Oum xaai Uu2 tions-A.-G., Frankfurt a. M.-Höchst (Aktienkapital Am Schweinemarkt war die Beschickung 384000 Mark) genehmigte den Abschluß mit 52238 ----- ---- ------- - Mark Verlust und beschloß einstimmig die Fusion mit der Hessen-Nassauischen Gas-A.-G. in der ange« * Fusion Preußische Hypothe ken- Aetienbank — Preuh. Pfandbrief- bank. In den Generalversammlungen derPreuß. Hypotheken-Actienbank und der Preuß. Pfandbriefbank wurde die Fusion einstimmig genehmigt I und die Erhöhung des Aktienkapitals der Pfandbriefbank um 4 auf 25 Mill. M"k. beschlossen. Die frühere schwedische Großaktionärsgruppe (Schwedentrust) wird in Zukunft über etwa 25 Prozent des Aktienkapitals der Pfandbriefbank verfügen; sie hat sich bereit erklärt, den über die 25 Proz. hinausgehenden Betrag an Aktien wieder zur Verfügung zu stellen, wofür sie 7proz. steuerfreie Goldpfandbriefe zum Kurse von 96 Proz. erhält, wobei für die Hypothekenbankaktien ein Kurs von 180 Proz. zugrundegelegt ist. Aus Wunsch können auch die Aktionäre von diesem Angebot Gebrauch machen. Die Verwaltung bezeichnete dies als nicht besonders vorteilhaft, da man beim börsemnäßigen Umtausch Pfandbriefe mit höherer Rendite erhalten könnte. Außer dem Schwedentrust haben auch andere Großaktionäre Aktien zur Verfügung gestellt, so daß es möglich gewesen ist, eine Kapitalerhöhung um nur 4 Mill, anstatt um 9 Mill. | Mark vorzunehmen. Die Fusion erfolge nicht nur aus Rationalisierungsbestrebungen heraus, | sondern auch aus volkswirtschaftlichen Gründen. Auch sei das Kapital der Hypothekenbank im Verhältnis zum Umlauf an Schuldverschreibungen zu groß, und es fei ungewiß, ob man auch in Zukunft die Dividende in der bisherigen Form aufrechterhalten könne, da die Unkosten weiter steigende Tendenz auftoiefen. * Hessen - Nassauische G a s - A. - G., F r a n k f u r t a. M. - H ö ch st. Die Generalversammlung dieser gemischtwirtschaftlichen Gesellschaft, deren Aktienmehrheit sich in Händen der Thüringischen Gasgesellschaft befindet, während die Stadt Frankfurt a. M. eine Minderheitsbeteiligung besitzt, genehmigte den Abschluß mit wieder 7 v. H. Dividende. Ferner wurde die vorgeschlagene Fusion mit der Hessen-Nassauischen Jnstallations-A.-G., Frankfurt a. M.-Höchst (Aktienmehrheit im Besitz der Stadt Frankfurt a.M.) in der Weise beschlossen, daß das Vermögen der Jnstallations-A.-G. unter Ausschluß der Liquidation als Ganzes auf die Hessen- Gas übergeht und für je 1000 Mark Aktien der auf- zunehmenden Gesellschaft mit Dividendenschein für 1929 1000 Mark neue Hessen-Gas-Aktien mit Dividendenberechtigung ab l.Iuli 1929 gewährt werden. Außerdem können die Aktionäre der aufzunehmenden Gesellschaft neue Aktien der Hessen-Gas mit Dividendenberechtigung ab 1. Januar 1929 im Verhältnis 2:1 zu 50 v. H. zuzüglich Kosten beziehen. Die Generalversammlung genehmigte sodann die vorgeschlagene Kapitalerhöhung um 880 000 Mark auf" 6 Millionen Mark, also um einen höheren Sc- trag als zur Durchführung der Fusion notwendig, damit die Aktienmajorität im Besitz der Thüringischen Gasgesellschaft bleibe. In der Generalversammlung vertraten 12 Aktionäre 4,36 Millionen Mark Aktien mit 218 015 Stimmen. — Die Generalversammlung der Hessen-Nassauischen Jnstalla- teerte lagen aber später zumeist vernachlässigt, bei durchschnittlichen Einbußen bis zu 3 Prozent. Felten gewannen dagegen 5,5 Prozent, und Siemens 2 Prozent. Gegen Ende der Woche gab eine Sonderbewegung in Siemens dem Markt ein freundlicheres Aussehen. Die schon bekannte Tatsache am Glanz st offmarkt, wo und wodurch sich die Baissespekulation auch stärker hervorwagte, führten hier zu einem Rückgang von wieder 12 Prozent. Auch die Einführung einer Warenhaussteuer wirkte bei Karstadt ungünstig nach bei einem Verlust von 6 Prozent. Renten lagen still, aber wenig verändert. Am Geldmarkt war Tagesgeld reichlich vorhanden; der Satz wurde aber zum Wochenschluh wieder auf 8 Prozent erhöht. Am Devisenmarkt war die Mark wieder fester. Auch das Pfund lag international, was in der Hauptsache durch eine Stützungsaktion und das Einstellen der Goldverkäufe der Dank von England, hervorgerufen wurde. Zum Wochenschluh neigte die Tendenz wieder eher zur Schwäche, und es ergaben sich mit Ausnahme einiger Sonderbewegungen zumeist Rückgänge bis zu 2 Prozent. Rur für Montanwer te machte sich von rheinischer Seite wieder stärkeres Interesse geltend. Hier traten weitere Erholungen bis zu 2 Prozent ein. Reichsbank lagen angeboten und 5 Prozent schwächer. Doch schloß die Dürfe, angeregt durch die Festigkeit des Montanmarktes, die sich teilweise auf die anderen Märkte etwas abfärbte, doch wieder in etwas freundlicherer Stimmung. Die anfangs eingetretenen Verluste konnten verschiedentlich aufgeholt werden. Wochenbericht vom Frankfurter produktenmarkt. 3n dieser Woche machte sich am Frankfurter Produktenmarkt eine stärkere Reaktion bemerkbar. Die nicht mehr so feste Haltung der überseeischen Märkte verstimmte zeitweise, und das Geschäft schränkte sich wieder wesentlich ein. Die anfangs hohen Forderungen wurden nur schwer bewilligt. Doch als schwächere Auslandnotierungen eintrafen, kam genug Ware an den Markt, auch die Forderungen lauteten niedriger, so daß die Höchstkurse dieser Woche nicht immer behauptet werden konnten. Aber der Markt zeigte sich recht widerstandsfähig, so daß immerhin noch ganz beträchtliche Gewinne gegenüber der Vorwoche erzielt werden konnten. Die Deteiligung der außenstehenden Interessenten war auch geringer. Interesse bestand immer noch für Weizen, inländ. Hafer, und am Mehlmarkt für Weizenmehl. Roggenmehl war dagegen schleppend und angeboten, was aber auf die schwache Veranlagung von Roggen zurückzuführen war und dies wurde wieder gegenteilig begründet. Am Futtermittelmarkt lagen Mais und W e i z e n k l e i e ebenfalls etwas schwächer. Doch wurde zum Wochenschluh die Haltung wieder etwas besser, da höhere Auslandmeldungen eingetroffen waren. Das Geschäft erfuhr aber trotzdem keine Delebung. Rur Weizenmehl, inländischer Hafer und Weizen konnten bei vorübergehender Rachfrage etwas anziehen. Verglichen mit den Rotierungen der vergangenen Woche gewannen Weizen eine halbe und inländ. Hafer eine viertel Mark, Weizenmehl, beide Sorten. lagen sogar je eine weitere Mark fester. Roggenmehl gab dagegen eine Mark nach. Roggen büßte eine viertel Mark, Weizenkleie dreiviertel und Mais eine viertel Mark ein. Behauptet blieb Roggenkleie. Die Woche schloh zu folgenden Dotierungen: Weizen 26.50, Roggen 23.25 bis 23.50, inländ. Hafer 23.50, Mais für Futterzwecke 21.75, Weizenmehl 38.50 bis 38.75, niederrhein. Weizenmehl 38.50 bis 38.75, Roggenmehl 31.25 bis 32, Weizenkleie 12, Roggen- fleie 13. Frankfurt a. M., 12. Juli. An der Abendbörse war die Stimmung bei im allgemeinen nicht umfangreichem Geschäft freundlich. Für Montan, werte waren wieder einige Orders eingetroffen, und die Nachfrage hielt einer namentlich nach Stahlver« ein an, die weiter etwas anziehen konnten. Höher lagen ferner Mannesmann und Phönix während Gelsenkirchen und Rheinstahl nur knapp behauptet blieben. J.-G.-Farben waren weiter stark vernach- lässigt und im Shirfe unverändert. Leicht anziehen konnten noch Schuckert und Wayß & Freytag. Ren- ten ohne Geschäft. Abl. Schuld 10,10, Barmer Bank 129,50, Danatbank 282, Reichsbank 318, Buderus 78,25, Gelsenkirchen 141,50, Harpener 150, Aschers- leben 244, Westeregeln 250, Mannesmann 126,50, Phönix 107, Rheinische Braunkohlen 302,50, Rhein- stahl 131, Stahlverein 114, AEG. 195, Chade 431, Daimler 57, Deutsche Linoleum 313,50, J.-G.-Farben 232, Gesfürel 216, Holzmann »111,50, Schuckert 236,75, Siemens 396,50, Glanzstoff 416, Zellstoff Aschaffenburg 161,50, Hapag 123,75. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 10. Juli. Der Leiter einer örtlichen Verwaltungsstelle einer Ersahkrankenkasfe hatte längere Zeit hindurch die von Kassenmitgliedern empfangenen Beträge oft erst einige Monate später an die Kasse abgeführt, aber er hatte, was auch sehr häufig vorkam, die einkassierten Gelder gar nicht oder nur in geringerer Höhe abgeliefert und dementsprechend verbucht, wie denn auch seine ganze Buchführung sehr lässig war. Er bestritt zwar, daß er die bei der unvermutet vorgenommenen Revision sestgestellten Fehlbeträge für sich verbraucht habe, mutzte aber zugeben, in der gleichen Woche noch wäh- i rend der Anwesenheit des Revisionsbeamten den größten Teil des Fehlbetrags aus eigenen Mitteln ersetzt zu haben. Auf Grund der eingehenden Beweisaufnahme kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß der Angeklagte einen Betrag von mindestens einigen hundert Mark für sich verbraucht hat, und verurteilte ihn wegen fortgesetzter Unterschlagung zu 2 Monaten Gefängnis. Um die Entdeckung dieser Unterschlagung zu verhindern, fälschte er in drei Fällen noch auf einigen Belegen die Quittung, wes- 1 halb er auch wegen Urkundenfälschung zu je 3 Wochen Gefängnis verurteilt wurde. Aus diesen Einzelstrafen wurde eine Gesamtstrafe von 3 Monaten Gefängnis gebildet. Wegen fahrlässiger Tötung hatte sich ein Kraftwagenführer zu verantworten, der in Dorn-Asfenheim mit feinem unbeladenen Lastwagen einen alten Mann derart angefahren hatte, daß dieser mehrere Rippenbrüche davon- trug, an deren Folgen er einige Zeit später verstarb. Der Angeklagte hatte insofern recht fahrlässig gehandelt, als er beim Ueberholen des alten Mannes, der infolge Taubheit kein Signal I hörte, an ihm so nahe vorbeifuhr, daß dieser von dem Lastwagen angestotzen und zu Boden geschleudert wurde. Gegen den Angeklagten I wurde auf eine Strafe von 2 Monaten Ge - I fängnis erkannt, wobei ausdrücklich betont wurde, daß in derartigen Fällen der <5traf« I zweck durch Verhängung einer Geldstrafe nicht erreicht werden könne. Ein Strafgefangener hatte versucht, mit einem anderen Gefangenen gewaltsam auszubrechen, doch I wurden sie in ihrem Vorhaben durch das plötzliche Erscheinen von Gefängnisbeamten gestört. Wegen Meuterei wurde er jetzt dafür zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. erheblich stärker. Infolge der starken Preissteige rung in der vorigen Woche kam von Provinz ................. - feite sehr viel Material an den Markt in der I gebenen Weise. Die Fusion wurde damit begründet. Hoffnung, von den höheren Preisen auch etwas daß sie die zweckmäßigste Form der Zusammen- zu gewinnen, was jedoch nicht eintrat, da durch I arbeit beider Gesellschaften in der Gesamtwirtschaft die starke Beschickung eine Reaktion die Folge barftcUc. Die Interessen der Aktionäre hoffe man in war. Rach schleppendem Geschäft verblieb Ueber- ausreichendem Maße gewahrt zu haben. stand. Kälber erfreuten sich in dieser Woche * Betriebseinschränkung ber der infolge des schwächeren Auftriebs einer regeren Lokomotivfabrik Krauß. Wie die Vev- Rachfrage. Bei regem Handel wurde der Markt waltung der Lokomotivfabrik Krauß der „Bayern- geräumt. Schafe durch den wieder schwächeren schen Staatszeitung" mitteilt, ist die Tempergutz- Auftrieb nicht notiert. Der Ges amtaustrieb Abteilung der Stahlgießerei stillgelegt worden: bestand aus 1651 Rindern, darunter 371 Ochsen, dagegen wird der Betrieb der Elektrostahlgietzeret 85 Dullen, 588 Kühen und 440 Färsen, ferner aus normal weilergeführt. 1294 Kälbern, 169 Schafen und 5622 Schweinen. frankfurter Abcndbörfe. Verglichen mit dem Auftrieb der letzten Derichts- - - 1 — ~ . Woche waren 249 Kälber und 39 Schafe weniger angetrieben, während 56 Rinder und 1105 Schweine mehr zum Verkauf standen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen: Klasse A1 60 bis 63, All 55 bis 59, 81 50 bis 54. Dullen A 55 bis 59, B 50 bis 54. Kühe A 49 bis 53, B 43 bis 48, C 36 bis 42, D 25 bis 35. Färsen A 60 bis 63, B 55 bis 59, C 50 bis 54. Kälber B 78 bis 82. C 72 bis 77, D 65 bis 71. Schafe nicht notiert. Schweine B 84 bis 86, C 84 bis 87, D 85 bis 88, E82 bis 85. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche lagen Ochsen und Färsen je 1 Mark, und Schweine bis 4 Mark niedriger, während Kälber bis 2 Mark anziehen konnten und Dullen und Kühe gut behauptet blieben. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse 123,75 124,25 Banknoten. 325,25 317 318 die Höhe der zul-ht beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfutz 8,5 Prozent. Die hinter den Papieren Bettln Rranffurt a.M. 127 129,5 124 195 167,5 116,13 127,13 129,5 217,5 185,75 279,25 173,5 158,75 162,75 i¥-. . b . f io 8 Io io 12 11 12 10 10 10 . 9 . 8 12 187 282 174,75 159,25 163,25 124 194 168,5 116,13 127 129,5 217,5 187,25 281,5 174,9 159 163,65 116 126,75 130 218 185,75 278,75 173,5 158,75 162,75 euig. Deutsche Eilenbahn . Camburg-91merifa Patel . Camb^Gübam. Sampfld). Hansa Dampfschiff Norddeutscher Lloyd 21110. Deutsche GrebhanfL . Barmer Bankverein Berliner HandelSgesellsch. - Lomme^. und Pttval-Ban! Darmst. u. Nationolbant Deutsche Bank Di-konto-Geiellschaft SünL. Dresdner Bank . . Mitteldeutsche EredttbsU . IRetaffbanl ....... Rtlätoanl ...... Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. *2H. Telegraphische Auszahlung. ÄIMt.-Notl. Buen-AireS Bris.-Antw- GL’riftiairia. Kop-nhagrn Stockholm . Heliingsors. Italien. . . London. . . 9?eut)or! . . Paris.... Schweiz .. Spanien. . yavan .. . Mo dc Jan- Dien in D-- Qest. abgeft Prag . . . . Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . Konstantin. Alben. . . Kanada .. UrocnnU). . Tatro h< Berlin, 12. Juli Geld Bries Französische 'Jioteit..... 16,395 167753 Holländische Noren...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... 168,11 22.01 168,79 22,09 111.43 111.87 Deutsch-Oesterr., a 100 Kronen 59.07 59.31 Rumänische Noten...... 2,489 2,509 Schwedische Noten ...... 112.13 112,57 Schweizer Noten....... 80.64 80,96 Spanische Noten....... 60.60 60.84 Tschechoslowakische Noten .. 12,39 12,45 Ungarische Noten....... 72,95 73,25 Frankfurt a. M. | Berlin Schluß» flure Schluß!. Abend- börie Schluß- Kure Schluß!. Mittag- hörte Darum 11.7. 12.7. 11.7. | 12.7. ......... . v 196,75 195 196,5 195,4 Bergmann...... . 9 226,75 — 226,5 225,5 Elekrr. 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