Nr. 61 Erstes Blatt 179. Jahrgang Mittwoch, 15. März 1929 Erscheint täglich,außer Bonntags pnd Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener FamiltenblLtter Heimat im Bild Die Scholle Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: granlfurtam Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrnck und Verlag: vrShl'Iche Unlverfitätt-Viich. vnd SieinörncTcrei R. Lange in Sieben. Schriftleitnn, und Selchästrftelle: Lchnlsttaße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag oorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen oon 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzoorfchrist 20°,o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Deranttoortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Wie steht Hessen zur Reichsreform? Eine Erklärung des Staatspräsidenten Dr. Adelung im Landtag: Länder mit wirklichem Eigenleben und weitgehendster Selbstverwaltung in einem starken Reich. — Berücksichtigung der wirtfchasttichen Verflechtung des Rhein-Main-Gebiets. Gegen eine differenzierte Endlösung. Darmstadt, 12. März. Präsident Delp eröffnet die Sitzung um 10,30 Ufjr. Die Minister sind vollzählig erschienen, die Tribünen dagegen nur schwach besetzt. Zinanzminister Kirnberger nimmt zu den einzelnen in der bisherigen^ Debatte behandelten Fragen Stellung Seit der Stabilisierung, erklärt der Minister, haben wir ein ungedecktes Defizit von 11 Millionen Mark. Entgegen dem von dem Abg. Leuchtgens (Bbd.) behaupteten Defizit 1928 in Höhe von 11 Millionen Mark halte er seine auf festen Unterlagen beruhende Schätzung von 5,5 bis 6 Millionen aufrecht. Das ungedeckte Gesamtdefizit betrage also mit 1928 1 7 Millionen Mark. Der augenblickliche Besoldungsaufwand betrage 9,3 Millionen Mark; wenn sie noch durch die Ausschußbeschlüsse bestehenden Llnhaberstellen beseitigt feien, werde im Rormalfall die Besoldungsausgabe 8,5 Millionen, wie seinerzeit geschätzt, betragen. Seine Erklärungen zum De- amtenabbau seien noch durchaus aktuell gewesen, denn nach den bestehenden Beschlüssen werde z. D. jede dritte Stelle, von gewissen Spar- ten abgesehen, nicht neu beseht und über weitere Maßnahmen werde noch mit dem Parlament beraten werden müssen. Bei dem geschätzten Defizit für 1929 von 11 Millionen Mark seien die absinkende Konjunktur und dementsprechend geringere Einnahmeziffern im Etat bereits berücksichtigt. Der Minister verwahrt sich gegen die Unterstellung, als ob die Regierung etwa ihr unangenehme Feststellungen des Reichssparkom- rnifsars verschwinden lassen könnte. Sn den Akten seien die Feststellungen der Unterkommissare fest- gelegt, zu denen die Erklärungen der Regierungen ausgearbeitet würden. Dann erst werde der Reichssparkommissar völlig souverän sein Gutachten abgeben. Abg. Widmann (Soz.) sieht e8 als einen Schaden für den Parlamentarismus an, Wenn bei irgendwelchen Zufällen, Hagel oder Frostschäden, von Parteien oder Snteressentengruppen sofort Anträge an den Staat gestellt würden, die nur halb oder gar nicht erfüllt werden könnten, was dann die Unzufriedenheit der sich in Hoffnung wiegenden Kreise Hervorrufe. Die Rationalisierung sei zu einem Fluch für die arbeitenden Klassen geworden. Weil der frühere Staat so knickerig gewesen sei, habe die neue Regierung für die hessischen Kultur- und Wohlfahrtseinrichtungen um so größere Mittel auswerfen Müssen. Beim Landestheater werde eine gründliche Reorganisation zusammen mit den Künstlern gefordert werden, um das Snstitut wirklich zu einem Landestheater auszugestalten. Abg. Dr. Best (Dolksrechtspartei) legt seine von der Ansicht der Regierung abweichende Auffassungen über die hessische Finanzforderung an das Reich bar und wendet sich gegen das Alters- grenzengesetz für die Staatsbeamten. Staatspräsident Dr. Adelung gibt dann folgende Erklärung ab: Sn der Debatte ist wiederholt auf den Artikel meines Kollegen Leuschner Bezug genommen worben. Sch bin ermächtigt, hierzu folgendes zu sagen: Der Artikel Leuschners ist dem Wunsche entsprungen, auch für seine Person an dem Problem der Reichsreform mitzuarbeiten und Lurch Herausstellen eines konkreten Vorschlages für unser Gebiet auch andere Kreise zu konkreterer Stellungnahme zu veranlassen. Die Regierung begrüßt es, daß die von der Regierung vertretene Auffassung von der großen Mehrheit grundsätzlich gebilligt wird. Die Regierung glaubt, insbesondere seststellen zu dürfen, daß die Mehrheit des Haufes mit ihr der Auffassung ist, daß am Ende jeder Reichsreform nur ein starkes Reich stehen darf, ausgestattet mit allen Befugnissen zur wirksamen Vertretung der deutschen Snteressen nach innen und außen. Weiter aber auch, daß neben ihm Länder mit wirklichem Eigenleben erhalten und gebildet werden müssen. Damit wird jede Lösung abgelehnt, die unter Zurückstellung des Reichsgedankens barhtulanftt- schen Tendenzen Vorschub leisten würde, ebenso eher auch jede Entwicklung zu einem zentralistisch regierten Reich verneint. . Es besteht wohl auch Nebereinstimmung öarin, daß bei der anzustrebenden Gesamllösung und insbesondere auch bei der Frage der territorialen Umgliederung die enge wirtschaftli ch e Verflechtung im rhein-rnainischen Gebiet ihre Berücksichtigung finden muß. Dabei darf jedoch noch einmal darauf hingewiesen werden, daß es nicht im Willen der hessischen Regierung allein steht, ob und wann es hier zu praktischen Ergebnissen kommt. Ich möchte weiter als fast einmütige Zluffaffung des Hauses heroorheben, daß ein Ausgehen Hessens in Preußen oder der Anschluß an ein irgendwie zentralistisch zusammen- gefaßtes Norddeutschland nicht in Frage kommt. Es wird vielmehr für das hessische Gebiet nur eine solche Regelung in Betracht zu ziehen sein, die der Bevölkerung weite st gehende Selbst» Verwaltung und damit die Möglichkeit gibt, diejenigen Ausgaben, die nicht zentral erledigt werden müssen, selbständig zu regeln und zu verwalten. Sch darf in diesem Zusammenhang auch mit wenigen Worten auf das soeben in der Presse erschienene gemeinsame Referat der Herren Ministerialdirektor Dr. Brecht, Ministerialdirektor Dr. Poetsch-Heffter, Staatspräsident Volz und Bürgermeister Petersen, das sich mit der künftigen Länderorganisation beschäftigt, zu sprechen kommen. Es handelt sich hierbei um eine so gedankenreiche und schwierige Arbeit, daß es nicht möglich ist, schon jetzt irgendwie abschließend zu ihren Vorschlägen Stellung zu nehmen. Auch bei flüchtigem Durchsehen besteht freilich der Eindruck, daß das Referat „lutherisch" getauft ist oder doch die Patenschaft des „Cmeue- rungöbundes" nicht verleugnen kann. Das Referat macht konkrete Vorschläge nur für die sogenannten großen Länder, worunter wohl Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden verstanden werden, und weiter für die bisherigen preußischen Provinzen, die Länder neuer Art werden sollen. Aber eine Reichsreform, die in ihrer Endlösung so stark differenziert, wie es nach den Vorschlägen des Referates der Fall zu sein scheint, muß vom gesamtdeutschen Standpunkt aus starken Bedenken begegnen. Die Aussprache hat in erfreulicher Weise bestätigt, daß die verschiedene Grundeinstellung der Parteien des Landtages sie nicht zu hindern braucht, sich zu praktischer Arbeit zusammenzufinden. Es ist durchaus möglich, daß Unitarier, die einen wahrhaft dezentralisierten Einheitsstaat anstreben, und Föderalisten, die eine starke Reichsgewalt nicht verneinen, ein gutes Stück Wegs gemeinsam gehen können. Die Regierung hat deshalb die Ueberzeugung, daß auf den oon ihr eingeschlagenen Wegen sich im Rahmen der Reichsreform für Hessen eine Lösung inden ließe, die von der großen Mehrheit des hessi- chen Volkes gebilligt werden könnte. Sie ist bereit, ich in ihrem ganzen Handeln oon den gesamtdeut- chen Interessen leiten zu lassen. Dabei betrachtet sie es aber auch als ihre selbstverständliche Pflicht, orgsam darüber zu wachen, daß eine Regelung ge- unden wird, die das ihr anvertraute Gebiet und eine wirtschaftlichen und kulturellen Interessen nicht zu Schaden kommen läßt. Damit wird sie auch dem gesamtdeutschen Interesse dienen. Abg. Glaser (Bbd.) wendet sich gegen die erheblichen Ausgaben für Hochschulen, Landes- tHeater und Beamtenbesoldung. Das Maß der sozialen Fürsorge dürfe nicht überspannt werden. Der Redner wendet sich gegen die Bier-, Erb- schasts- und Dermögenssteuererhöhung und die Grundsteuerbewertung durch die erhöhten Einheitswerte. Eine Rentabilität der Landwirtschaft durch genossenschaftlichen Absatz könne ohne Zollerhöhung nicht ermöglicht werden. Die Gegner der Landwirtschaft hätten stets ProduktionSsteige- rung der Landwirtschaft verlangt. Das habe diese getan, säße aber nun auf ihrer Ware. Reichsdankpläfidknl Schacht in Berlin. Dr. Schacht berichtet dem Reichspräsidenten. Keine neuen Instruktionen. Berlin, 12.Blärj. (prlö.-Iel.) Reichspräsident v. Hindenburg empfing heule den Präsidenten der Reichsbank, Dr. S ch a ch t, der ihm über den Stand der Pariser Reparationsverhandlungen berichtete. — Dr. Schacht, der sich zur Teilnahme an einer Hochzeit nach Deutschland begeben hat, wird selbstverständlich auch die Gelegenheit benutzen, am sich bei den zuständigen Experten übet das weiter zur Verfügung stehende Material zu unterrichten. Man geht wohl in der Annahme nicht seht, daß der Reichsbankpräsident dabei auch Veranlassung finden wird, einiges Inhaltliche über die Pariser Konferenz zu berichten. Die Rachrichten, die behaupten, Dr. Schacht wurde sich neue Direktiven der Relchsregierung einholen, entbehren, wie wir von bester Quelle erfahren, jeder Grundlage. Die Sachverständigen der Konferenz sind doch bekanntlich völlig unabhängig und die Regierungen der beteiligten Länder können erst dann elngreifen, wenn die Pariser Konferenz abgeschlossen ist und ihre Vorschläge oorliegen. Immerhin wird es den zuständigen Stellen nunmehr besser möglich sein, sich ein klareres Bild über den derzeitigen Stand der Pariser Beratungen zu machen. In diesem Zusammenhänge glauben wir zu wissen, daß die Kommentare der Pariser Zeitungen zum großen Teil aus bloßen Kombinationen beruhen, und mehr persönliche Ansichten der dort anwesenden Iourna- listen darstellen. Die Konferenz ist nämlich auch bis heute noch nicht soweit vorangekommen, daß man bereits von dem Entwurf eines klaren Programms sprechen könnte. Auch heute bewegen sich die Beratungen noch in der Form von Vorschlägen und Ansichten. Zwischen Illusion und Wirklichkeit. Berlin, 13. März. (Priv.-Tel.) Es wird in der letzten Zeit beinahe zuviel über das Repara- tionsprvblem geschrieben, zuviel schon um deswillen, als sich die Verfasser der verschiedenen Kommentare meist mit sehr mageren Gach- angaben begnügen müssen und deshalb, um ihre Zeilen zu füllen, der Kombinationslust freien Lauf lassen. Trotzdem gibt es aber nachgerade für Deutschland noch immer zu diesem Problem so viel zu sagen, daß es beinahe als Pflicht erscheint, um dem fast krankhaften Sllusionismus der Gegenseite vorzubeugen, unabänderlich die Auszählung der tatsächlichen Zustände in Deutschland fortzusetzen. Herr Parker Gilbert hat in seinem Rechenschaftsbericht zwar festgestellt, daß die Lage Deutschlands im Grunde genommen optimistisch zu betrachten sei. Es scheint aber, daß er dabei sich viel zu sehr von dem rein mechanischen Funktionieren des Reparationsapparates gegenüber den wirtschaftlichen Erfolgen der Reparationen an sich hat täuschen lassen. Schon ein Vergleich mit den Wirtschaftsoilanzen Deutschlands vor dem Kriege und mit denen nach dem Kriege zeigt, bah ein geradezu katastrophaler Rückgang der deutschen Wirtschaft eingetreten ist. Das Saldo der Zahlungsbilanz von 1913 war mit 1,4 Milliarden aktiv, dasjenige von 1928 ist mit rund 4,35 Milliarden nach dem Bericht der Reichskreditgesellschast passiv, und man kann damit rechnen, daß dieser Stand sich in den nächsten Sahren zumindest auf der gleichen Höhe halten wird. Diese Derschuldungsziffer beweist zudem, daß wir an der Grenze des deutschen Kredits angelangt sind. Man muß sich wundern, daß der Generalagent trotzdem zu einer so optimistischen Auffassung gelangt ist. Hinzu kommt aber noch, daß in Deutschland heute so gut wie gar keine Möglichkeit vorhanden ist, aus eigener Kraft das Kapital heranzubilden, das nötig ist, um darauf eine Gesundung der Wirtschaft aufzubauen. Denn jede Reparationsmilliarde, die Deutschland leistet, bedeutet eine Milliarde Verlust am deutschen Sparv er möge n. Da nun aber auf der einen Seite die Kapitalbildung unmöglich ist, andererseits aber die Grenze des Kredits erreicht ist, kann eine befriedigende Losung des Reparationsproblems nut dann gefunden werden, wenn man sowohl eine Aenderung der Annuitäten herbeiführt, als auch eine erträgliche Gesamtsumme festseht, und wenn man vor allen Dingen auf der anderen Seite Möglichkeiten schasst, die die deutsche Wirtschaft in die Lage versehen, überhaupt derartige Reparationen leisten zu können. Auch eine Llnterbilanz. Der Geburtenrückgang in Deutschland. Berlin, 13. März. (Priv.-Tel.) Die amtlichen Statistiken ergeben trotz des großen Rückganges immer noch einen Geburtenüberschuß, der im Sahre 1927 6,42 pro Mille, das find rund 400 000, betrug. Sn der Vorkriegszeit wurde allerdings ein jährlicher Geburtenüberschuß von rund 800 000 errechnet, so daß ein Rückgang um fast die Hälfte zu verzeichnen ist. Diese Ziffern täuschen aber. Ueber die wahre bevölkerungspolitische Lage geben sie solange keinen genügenden Aufschluß, als sie nicht mit der Eigenart unseres gegenwärtigen Altersaufbaues in Beziehung gesetzt sind. Der Bevolkerungsstatistiker des Statistischen Reichsamtes hat sich mit diesem Problem beschäftigt und kommt dabei zu dem unheimlichen Ergebnis, daß wir bei bereinigten Ziffern statt eines Geburtenüberschusses von 6.4 pro Mille ein Minus von 1,5 pro Mille der Bevölkerung zu verzeichnen haben. Das bedeutet, daß die bereinigte Geburtenziffer im Durchschnitt Deutschlands schon jetzt um rund 10 Prozent hinter dem zur Erhaltung des Bevölkerungsstandes notwendigen «Solls" zurück- bleibt. Auf sehr komplizierten und interessanten Wegen kommt der Fachmann des Statistischen Reichsamtes zu dem Ergebnis, daß die Sterbeziffer nicht, wie sie bei der üblichen rohen Berechnung angegeben wird, 12 pro Mille sondern 17,4 pro Mille beträgt, und daß die Geburtenziffer sich von 18,3 auf nur 15,9 pro Mille gesenkt hat. Nach den Ermittlungen des bekannten Beoölke- rungsstatistikers, Oberregierungsrat Burgdörfer, beträgt das Geburtendefizit m Berlin bereits b7 v. H. und im Durchschnitt der übrigen deutschen Großstädte rund 42 o. H. Diese erschreckenden Zahlen bedeuten, daß die deutschen Großstädte ihren Bevölkerungsstand nicht mehr aus eigener Kraft auf der gleichen Höhe erhalten können. Selbst für die Mittel, und Kleinstädte wird im Gesamtdurch- schnitt ein Geburtendefizit berechnet, das annähernd ein Drittel beträgt. Einen Ueberschuh bringt nur di e Landbevölkerung, der aber auch nicht groß genug ist, um das Minus der Städte auszugleichen. Peralichen mit den Zahlen der anderen Länder stellt Burgdörfer fest, daß Deutschland st ä r k e r als alle anderen Länder Europas heute seine Fortpflan- zung einschränkt. Wir sind auch nicht mehr wie vor dem Kriege in der Lage, warnend und herablassend auf Frankreich hinzuweisen, das heute mit uns zumindest in einer Linie steht. Interessant ist aber auch, daß in keinem Lande Europas der Geburtenrückgang einen stärkeren Abstieg aufzuweisen hat, als in Deutschland. Diese Feststellungen eines erstklassigen Fachmanns dürften auch für die ausländischen Sachverständigen zur Regelung der Re- parationsfrage oon Interesse sein, denn zweifellos drückt sich in ihnen zum guten Teil die wirt- sch a f tl i ch e N o t der deutschen Bevölkerung in der Nachkriegszeit ganz eindeutig aus. Deutschlands innere Politik von außen gesehen. Paris. 12. März. (TU.) Der „TempS" nimmt in einem längeren Leitartikel zu der poli- ttschen Krise in Deutschland Stellung, deren offenen Ausbruch er im Laufe der nächsten Woche für unvermeidlich hält. Durch die Macht der Dinge würde sich die Krise bei ihrem Ausbruch gegen den Einfluß derLinksParteien wenden. Weder die innen- noch die außenpolitische Seite der Krise scheine geeignet, baS Vertrauen zur demokratischen Relchsregierung zu stärken. Das Blatt stellt fest, daß die öffentliche Meinung In Deutschland jetzt viel weniger Vertrauen zur EntspannungSpolitik habe als zur Zelt des Kabinetts Mar?. Da ihr Ergebnis bisher nicht dem entsprochen habe, was man in Deutschland von ihr erwartet habe. Die gemäßigte Mitte fände sich nicht für ihre Uebertoinbung belohnt, die sie durch ihr Zusammengehen mit den Sozialdemokraten glaube bewiesen zu haben, und die Sozialdemokraten empfänden eine lebhafte Enttäuschung darüber, daß die Internationale öffentliche Meinung ihnen nicht mehr Vertrauen entgegenbringe, als den gemäßigten oder reaktionären Parteien. Der gesunde Menschenverstand sage aber, daß eS Forderungen gebe, die auf keinen Fall erfüllt werden könnten, ob sie nun von einer republikanischen und demokratischen oder einer konservativen Regierung erhoben würden. Wenn Dr. Stresemann wirklich die Leitung der Wilhelmstraße a u f g e b e, gebe es nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa eine Veränderung. Das Blatt erklärt zum Schluß, man sehe nicht, wie eine so erschütterte Regierung, wie das Kabinett Müller, die Verantwortung für die Tributregelung gemäß den etwaigen Schlußfolgerungen des Sachverständigen-Ausschusses werde übernehmen können. Gerechtigkeit fürOberschlesien! Ein unparteiisches Urteil über Polnische Minderheitenpolitik. London, 13. März. (TU.) Der Verfasser des aufsehenerregenden Buches .Die zweite Schlesienreisc“, der britische Oberst Hutchinson, der seinerzeit dem alliierten Minder- heitenausschuß angehorte und auf Grund seiner zweiten Schlesienreise ein vernichtendes Urteil über die polnische Haltung gegenüber der deutschen Minderheit fällte, richtet eine Zuschrift an den -Manchester Guardian". Darin heißt es, daß kein gerecht urteilender Mann bestreiten könne, daß die große deutsche Minderheit in Oberichlesien gegenwärtig unter schlechter Behandlung leide. Für diese Tatsache beständen überwältigende Beweise. Der ober* schlesische Sejm, der die erste Grundlage für ein autonomes Schlesien darstelle, sei zu Unrecht aufgelöst worden. Das stelle eine Verletzung des elementaren Grundsatzes der Selbstbestimmung und des Völkerbundes selbst dar. Man nehme den Schlesiern ihre politischen Rechte. Die Politik der polnischen Wojewoden und der polnischen Verwaltung habe Elar zum Ziel, die deutsche Minderheit durch Zwangsmaßnahmen zu entdeutschen. Auch hierfür seien reichliche Beweise vorhanden. Da der Völkerbund noch nicht genüge, empfiehlt Hutchinson einen ständigen Ausschuß zur Behandlung aller Minderheitenfragen einzusetzen. Drei Schritte seien sofort notwendig, um die Rechte der Minderheiten zu schützen: 1. die Bildung eines ständigen Ausschusses. 2. botleOeffent- lichkeit, 3. die Anhörung de- Be- Oer Sparfeldzug des Hanfabundes Don unserer Berliner Redaktion. Berlin. 13. März. Der Antrag der Deut- schen Dolkspartei, den Haushalt für 1929 ohne Steuererhöhungen abzugleichen, hat im ganzen deutschen Bolte Berständnis und lebhafte Zustimmung gefunden. Als vor etwa drei Jahren uie Spitzenverbände der Wirtschaft einen allgemeinen Abbau der Derwaltungskosten im Reich, in den Ländern und Gemeinden forderten. wurde diese Forderung wegen der fehlenden sachlichen Unterlagen abgelehnt. Run hat der Versuch, die Ausgabenwirtschaft weiter ins Ungemessene steigen zu lassen, die Spitzender- bände abermals auf den Plan gerufen. Das ist eine wirksame Unterstützung des Antrages der Deutschen Dolkspartei. wobei sich ruhig in den Kauf nehmen läßt, auf die fehlenden tatsächlichen Unterlagen für diesen Antrag zu verweisen. Sind die Kritiker dieses Antrages so wirklichkeitsfremd, daß sie nicht wissen oder nicht wissen wollen, wie der Entwurf des Reichshaushalts zustande kommt? Wenn sich im Reichstag eine entschlossene Mehrheit findet, die von der Reichsregierung verlangt, einen Haushaltsentwurf vorzulegen, der nicht nur keine Steigerungen gegen das Vorjahr aufweist, sondern wirkliche Steuersenkungen, so werden wir es auch erleben, daß die Finanzbureaukratie diese scheinbar unmögliche Leistung fertig bringt. Wo es an Verständnis hierfür fehlt, dem leistet die ausgezeichnete Denkschrift des Hansabundes über EinsparungSoorschläge im Reichshaushaltsplan 1929 gute Dienste. Selbst wenn diesen Vorschlägen nicht Punkt für Punkt zugestimmt werden kann, nicht deshalb, weil sie zu hoch gegriffen sind, sondern im Gegenteil, weil vielfach ein höherer Ansatz für Senkungen möglich ist. so bleibt doch das Ergebnis übrig, dah auf der Grundlage der Ausgabenentwicklung für 1928 sich eine Steuersenkung erreichen läßt. Hilferdings Voranschlag rechnet mit einem höheren Steueraufkommen von fast 700 Millionen Mark, von denen etwa 370 Millionen Mark auf Grund von Steuererhöhungen hereinkommen sollen, während der Rest von der Steigerung der Produktionscrast der Wirtschaft erwartet wird. Dah diese Erwartung einen sehr problematischen Wert hat, bedarf angesichts des Stillstands der Konjunktur um so weniger einer Begründung, als eine Erhöhung der Steuerlast erst recht zum Rückgang der Konjunktur führen must. Die Denkschrift desHansa-Dundes hall es für möglich, 500Mill.Mk. einzusparen, also über 100Mill.Mk. mehr als der Reichshaushallsplan für 1929 als neuen Bedarf angemeldet hat. Es spricht für die Unpartei- lichkeit und Sachlichkeit der Denkschrift des Hansa- Bundes, daß sie Einsparungsmoglichkeiten bei allen Reichsämtern, also auch bei der allgemeinen Finanzverwaltung, gesucht und gefunden hat. Dabei ist die Denkschrift noch sehr rücksichtsvoll mit gewissen Einrichtungen verfahren, die, wie sog. Pressestellen der Ministerien im Reiche und in Den Ländern, ein sehr kostspieliges aber sonst sehr fragwürdiges Dasein führen. Alle Einsparungsvor- schlage, die durchweg nur die sachlichen Ausgaben erfaßen, richten sich nicht geaen die Beamten, nicht einmal gegen die Behördeninflation, sondern fordern nur die unbedingt notwendige Sparsamkeit. Es ist möglich, das sog. Loch im Reichshaushalt zu topfen, ohne daß zu so verzweifelten Mitteln gegriffen wird, wie die Erhöhung der Dermögens- teuer. Eine Erhöhung der Dermögenssteuersätze st schon deshalb von verhängnisvoller Tragweite, weil die völlige Hemmung des Kapitalbildungs- prozesies den Auslandkredit gefährdet. Das deutsche Volk muß die Gefahr kennen, die chm von jeder Erhöhung der Steuerlast droht, dann wird es auch Mittel und Wege finden, um den Reichstag an seine Pflicht zu erinnern. Es darf nicht einen Kampf um einzelne Steuererhöhungen geben, es muß oiclmt*- der Wille, keine Steuererhöhungen zuzulassen, pch bei den Parteien durchsetzen. Wir kommen so eher über die Notlage hinweg, wenn wir in Reich, Ändern und Gemeinden sparen, sparen und nochmals sparen. Wenn wir diesen Mut nicht aufbringen, wenn wir energielos die bisher übliche Ausgabenwirtschaft weiter forlsetzen, so wird der Zusammenbruch der Reichsfinanzen in absehbarer Zeit unvermeidlich sein. Das ist keine Schwarzmalerei, das ist furchtbare Wirklichkeit. Dor der Etatdebatte. Berlin, 13. Marn. (Priv.-Tel.) Reichsfinanzminister Dr. Hilfe roing wird bei der Ginbrin- gung des Etats vor dem Reichstag eine groß angelegte finanz-politische Rede halten und dabei, wie man uns mitteilt, auch die verschiedenen Abänderungsvorschläge seine» Haushaltsvoranschlages behandeln. Es steht zu erwarten, daß sich sofort ein Ausschuß konstituieren wird, der unter dem Nomen Etatsausschuß versuchen soll, die endgültige Gestalt des neuen Etats herzustellen, wobei wahrscheinlich einer ganzen Reihe von Kürzungswünschen Rechnung getragen werden wird. schwerbeführenden durch den ständigen AuSschutz. Die britische Oesfentlichkeit besitze die Macht, einen Ausgleich der Dinge herbeizusühren und als unparteiischer Beobachter der Vorgänge richtet Oberst Hutchinson an sie seinen Appell. Konkordat und evangelische Kirche. Berlin, 13. März. (Priv.-Tel.) Als die Konkordatsoerhandlungen mit der katholischen Kirche in Gang kamen, wurde von zahlreichen politischen Parteien bekanntlich die Forderung aufgestellt, daß gleichzeitig Verhandlungen mit der evangelischen Kirche geführt und zum Abschluß gebracht werden sollten, durch die die Rechtsverhältnisse zwischen dem Staat und der Kirche abschließend und befriedigend geregelt würden. Nunmehr hat sich der evangelische Oberkirchenrat in einem Schreiben an den preußischen Ministerpräsidenten Braun gewandt und dagegen Einspruch erhoben, daß die Verhandlungen mit der Kurie fortgeführt worden wären, während die Verhandlungen mit der evangelischen Kirche e i n geschlafen seien. Es ist dringend zu wünschen, daß gleichzeitig mit dem eventuellen Abschluß mit der katholischen Kirche auch eine Vereinbarung mit der evangelischen Kirche zu- standekommt. Wie wir hören, machen mehrere Parteien chre Zustimmung zu jedem Konkordat von einer solchen Regelung mit der evangelischen Kirche abhängig. Oie Landwirtschaft schließt sich zusammen. Berlin. 13. März. (Priv.-Lel.) InRhein - land und Westfalen macht sich jetzt eine Bewegung geltend, die von unten herauf den Zusammenschluß der Landwirtschaft erzwingen will. Bauernvereine und Landbünde der beiden Provinzen hoben den Beschluß gefaßt, daß sich beide in Rheinland und Westfalen sofort zu einer provinziellen Einheitsorganisation zusammenschließen. Außerdem werden die Spihenverbände in Berlin ausgefordert, sich alsbald zu einer Einheitsorganisation zu verschmelzen. Falls dieser Zusammenschluß in den Spihen- organisationen bis zum 1. Oktober dieses Jahres nicht vollendet feih sollte, dann würden die rheinischen und westfälischen Organisationen von sich aus die Initiative bei allen anderen ograrpolitischen Vereinigungen Deutschlands ergreifen, um mit ihnen über eine einheitliche Reichsorganisation zu verhandeln. Dieser Beschluß der westlichen landwirtschaftlichen Vereinigungen muh dahin gedeutet werden, daß durch die Rot der Landwirtschaft der Zwang zur organisatorischen Vereinigung sich geradezu gebieterisch aufdrängt. Man muß abwarten, welches Echo dieses Vorangehen der Landbünde und Bauernvereine des Westens im übrigen Deutsch- land findet. ffm Dietrichs Agrarpolitik. Berlin, 13. März. (Priv.-Tel.) Nachdem gestern sich das Reichskabinett erneut mit den Plänen des ReichsernShrungsministers zur Linderung der landwirtschaftlichen Not beschäftigt hat, zeigt sich, daß in verschiedenen Punkten doch noch recht große Gegensätze zwischen den in Der Regierung vertretenen Parteien herrschen. Dor allem wird von sozialdemokratischer Seite auf die Minister dieser Partei dahingehend eingewirkt, daß man gegen d i e Zollpläne Dietrichs opponiere. Obgleich Der Reichsernahrungsminifter geradezu erschütternde Zahlen über die Bedeutung 6er Einfuhr von Lebendvieh über die See- grenzschlochthöfe mitgeteilt hat — in Berlin sind es allem 55 v. H. der Jnlandbeschaffung und in Westfalen gar 89 o. H. —, wird gegen eine Erhöhung der Rindviehzölle Stimmung gemacht. Da aber trotz gewisser Meinungsunterschiede Zentrum und Demokraten hinter den Thesen Dietrichs stehen, so Dürfte in wesentlichen Punkten die sozialdemokratische Opposition im Reichskabinett in Den Zollfragen nicht durchdringen. Die französische LlniersuchungS- kommission in Landau. Landau, 12. März. 3n ztre' Sonderwagen, die dem von Germersheim kommenden Zug angegliedert waren, traf die von dem französischen Kriegsminister bestimmte Untersuchengskommis- flon für den Gesundheitszustand der Rheinlandbefatzung ein. Sie ist zusammengesetzt aus dem Marschall P 6 tain. Generalinspektor der französischen Armee, Zten Generalärzten Dr. Dovter und Dr. S a s q u e - v 6 c, dem Professor Feissier von der medizinischen Fakultät der Universität Paris, dem Chefarzt Dr. R e n a u l d und dem Generaldirektor Simon. Die Kommission wird die Landauer Kaserne und Hospitäler besichtigen und dann über Hagenau und Bitsch nach Paris zu- rücNehren. Das Achtstundenabkommen. Ablehnung der englischen Revisionsantrage. Genf, 12. März. (WB.) Bei der Fortsetzung der aUgemeinen Aussprache des Derwaltungsrats des Internationalen Arbeitsamts über den englischen Reoisionsantrag zum Achtstundentag»Abkommen sprach sich der italienische Regierungsvertreter sehr bestimmt gegen jede Revision und für Anwendung des Washingtoner Abkommens in Jeiner jetzigen Form aus. Der schwedische Regierungsvertreter Dagegen gab die Notwendigkeit einer teil- weisen Revision zu, was auch die Auffastung der übrigen skandinavischen Regierungen sei. Die Aus- nähme des Londoner Abkommens in das allgemeine Abkommen sei jedoch nicht zulässig. Der spanische Regierungsverireter unterstützte das vom Reichsarbeitsminister Wissell vorgeschlagene Verfahren zur Beschleunigung der noch ausstehenden Ratifikation Englands, während die Gewerk- fchaftsführer P o n 11 o n (England) und Iouhaux (Frankreich) nochmals erklärten, daß das Washing- toner Abkommen ein Minimum darstellt, und daß die Arbeiterschaft den Antrag auf Revision in einschränkendem Sinne gegebenenfalls mit dem Antrag auf allgemeine Erweiterung seiner Besttmmmi- gen beantworten werde. Die englischen Vorschläge zur Revision des Washingtoner Abkommen 3 wurden vo n Derwal- tungsrat des Snternatioiunen Arbeitsamtes in der Weise abgelehnt, dah sich für keinen der vier vorliegenden Anträge über die Bergung der Entscheidung oder Die Einleitung des Revisionsverfahrens eine Mehrheit fand. Die Arbeitergruppe lehnte alle vier Anträge geschlossen ab. Der italienische und der belgische Regierungsvertreter lehnten gleichfalls alle vier Vorschläge ab. Die übrigen Regierungsvertreter stimmten zwar gegen die von der Änternehmergruppe beantragte Einleitung des Revisionsverfahrens, konnten aber andererseits wegen der Stimmenthaltung der Tlnternehmergruppe auch ihre eigenen Anträge auf Vertagung der Entscheidung und Vorprüfung durch ein Unterkomitee des Ver- waltung^rats nicht dnrchbringen. Albert Thomas, der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, hatte vor der Schluhabstimmung vergebens versucht. die Arbeitergruppe für dieses Kompromiß zu gewinnen. Oie Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in England. London, 12. MärZ. (TL.) Auf einer gemeinsamen Zusammenkunft der Arbeitgeber- Vertreter und des Generalrates der Gewerkschaften unter Vorsitz von Lord M e l - che 11 wurde der vorläufige Plan eines Arbeitslosenprogramms angenommen. Der Plan, an dem ein Ausschuß mehrere Monate arbeitete, verlangt von der Regierung die Durchführung einer umfassenden Untersuchung und die Bereitstellung von Geldern für Pen- sions- und Versicherungszwecke. Für Die Auswanderung werden besondere Mittel verlangt, die von einer gemeinsamen Körperschaft der Arbeitgeber und Arbeitnehmer und Regierungsvertretern auf Grund bestimmter Regeln zu verwalten wären. Weiter wird verlangt die Dlldung eines Ausschusses zum Studium der Entwickelungsmöglichkeiten der britischen Kronkolonien, Ausdehnung der Ausfuhrkredite, Gewährung von Pensionen aus dem Rationalversicherungs- und Pensionsfonds für Arbeiter über 65 Jahre. Bereitstellung eines Fonds zur Finanzierung wichtiger nationaler Pläne, Rationalisierung auf breitester Basis, enge Verbindung zwischen Industrie und Landwirtschaft und Erhöhung des Schulentlassungsalters. Läßt Trotzki sich in Frankreich nieder? Paris 13. März. (WTB. Funkspr.) Rach einer Meldung deS .Petit Parisien" aus dem „Petit Marseillais" soll Trotzki im Departement Hörault, und zwar In Tarassac, ein Haus gekauft haben und gleichzeitig um die Einreisegenehmigung nach Frankreich habe nachsuchen lassen. Er werde zwischen dem 17. und 20. März mit seiner Frau und seinem Sohne sich nach Montana in der Schweiz begeben, wo er die Entscheidung über die Einreisegenehmigung nach Frankreich abwarten werde. Im Falle Der Bewilligung werde er zunächst sich nach Montpellier begeben und dort eine Operation vornehmen lassen. Den Aprll und Mai werde er in Dizza in einem Hotel, in dem bereits Zimmer für ihn reserviert seien, verbringen und alsdann tn sein HauS nach Tarassac übersiedeln. Latein die offizielle Sprache des Vatikans. Rom. 12. März. (WB.) Die Blätter melden, daß nach Einführung der lateinischen Sprache als offizielle Sprache des Vatikans diese nicht als eine tote Sprache mehr betrachtet werden könne, sondern dah sie unter die Sprachen der verschiedenen Staaten auf genommen werden müsse. Als Umgangssprache werde das Italienische gebraucht werden, während daS Französische oder das Italienische in den diplomatischen Schrift st ücken des vatikanischen Staates weiter Verwendung finden werde. Ungefähr 80 Familien, die mit dem vatikanischen Staat in keiner Beziehung stehen. haben das vatikanische Gebiet verlassen müssen. Der Gouverneur von Rom hat ihnen neue Wohnungen zugewiesen. OieTlie-erwerfungdermexika- nischen Revolution. Calleö rückt gegen Lorreon vor. Neuyork, 12.März. (WTB.) Associated Preß berichtet aus Mexiko, daß Die Vorhut Der unter Dem Oberbefehl des vormaligen Präsidenten Calles stehenden Truppen die Stadt Camacho erreicht habe. Zwischen Camacho und Torreon liegt eine wasser- lose Wüste. Wie Die Aufständischen melden, sind sämtliche Eisenbahnbrücken zwischen Camacho und Torreon z e r ft ö r t worden. Aus Monterey wird berichtet, daß General Almazan mit 10 000 Mann auf Saltillo vorrückte, um Die dort flehenden Streitkräfte Der Aufständischen nach Tor- r e o n z u r ü ckzu t r e i b e n. 2m Staate Sinaloa marschiert Der Rebellenführer 21 u r b e mit 5000 Mann auf Mazatlan, das von einer Garnison von 2000 Mann Dundestruppen gehalten wird. Die mexikanische Regierung gibt bekannt, daß sie das in Der Stadt Mexiko befindliche Privateigentum mehrerer Rebellenführer im Werte von einigen hunderttausend Dollar beschlagnahmt habe und öffentlich versteigern werde. Der Erlös soll zur Deckung eines Teiles Der Kosten Dienen, Die Die UnterDrürfung des Aufstandes verursacht. Der mexikanische General O l a ch e a, Den Die Leiter Der Aufständischenbewegung mit Der Führung von 2000 Mann Truppen Der Sonora-Indianer betraut hatten. Die er zur Verstärkung Der Besatzung nach Torreon führen sollte, hat die Der amerikanischen Grenzstadt Naco gegenüberliegende Stadt im Staate Sonora, die von den Aufitändi- schen besetzt war, im Namen Der Bundesregierung kampflos eingenommen. General Olacheo erklärte, daß er Die revolutionäre Bewegung nur scheinbar begünstigt habe, in Wahrheit jedoch Der Bundesregierung treugeblieben fei. Ein Versuch, größere Mengen von Waffen und Munition, Die offenbar für die Aufständischen bestimmt waren, über Die mexikanische Grenze zu schmug- geln, ist durch Die amerikanische Grenzwache Der- eitelt worden. Es kam zu einem Feuergefecht zwischen Der Grenzwache und Den Schmugglern, bei Dem zwei amerikanische Grenzwächter verwundet wurden. Das Washingtoner Kriegsamt hat zur Verstärkung Der Grenzwache eine Abteilung Kavallerie nach Naco im Staate Arizona entsandt. Aus aller Welt. Schwere Zeuersbrirnst in Hagen. Zwei Mädchen verbrannt. 3n Hagen entstand ein Grotzsener Dienstag nacht in dem Doppelwohnhaus Marienstraße 17. Als Die Bewohner sich zur Ruhe begeben wollten, bemerkte einer von ihnen beim zufälligen Oeffnen der Aim- mertik im Treppenhaus Feuerschein. Für die Be- wohner Des ersten und des zweiten Stockwerks war cs bereits zu spät, das Haus über Die Treppen zu verlassen. So mußte Die Feuerwehr sechs Personen mittete eines Sprungtuchs retten. Besonders schwierig gestaltete sich die Rettung eines etwa 20 Iahre alten völlig gelähmten Mädchens. Der Brand hat zwei Todesopfer gefordert. Die 24 und 26 Jahre allen Töchter des Bäckermeisters Bernhörster wurden Mittwoch früh völlig verkohlt auf der Brandstätte aufgefunden. Das Wohnhaus ist von oben bis unten vollkommen ausgebrannt vier Opfer des Starkstromes. In der ungarischen Gemeinde Enying wollte der Kaufmann Josef Reumann mit dem Handlungsgehilfen Horde auf einem Dache eine Antenne montieren. Dabei kamen sie mit der Hochspannungsleitung i» Berührung. Auf ihre Hilferufe eilten die Mutter und die Schwester Hördes zur Hilfe, doch gerieten sie ebenfalls unter die Wirkung des Starkstromes und konnten sich nicht mehr los- reihen. Schließlich wurden die Unglücklichen nach mehreren mißlungenen Versuchen von einem Arzte aus ihrer schrecklichen Lage befreit Reumann war bereits tot, während die anderen drei Personen mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Vier Personen von einet Eisspalte getötet Als bei Der holländischen Ortschaft Darik eine Anzahl Personen Der Tätigkeit eines Eisbrechers, Der mit Der Zerstörung Der auf Dem Waal zufammengepreßten Eismassen beschäftigt war, zusah, wurde plötzlich eine mächtige Eisscholle auf einen in den Fluß yineinragenden Landungssteg geworfen, auf dem sich fünf Personen befanden. Von diesen konnte sich ein Mann durch schnelles Zurückspringen in Sicherheit bringen. Die vier anderen, zwei Männer und zwei Frauen, wurden von Der Eisscholle förmlich zerschmettert und won den sich fortberoegenDen Eismassen m i t g e r i f f e n. Drei Leichen konnten bereits geborgen werden. Von einer Lawine verschüttet Eine am Fuß der Karpathen niedergegangene Schneelawine verschüttete vier Männer. Als man sie nach großer Mühe ausgegraben hatte, waren zwei bereits tot Einer ist lebensgefährlich verletzt Mode und Schule in Italien. Der italienische Llnierrichtsminister erinnert in einem Rundschreiben daran, daß die Vorschriften für die Kleidung der Lehrerinnen und der Schülerinnen genau eingehalten werden müssen. Diese Bestimmungen besagen, daß Lehrerinnen und Schülerinnen Kittel tragen müssen, die über die Knie herunterreichen, ferner daß die Kleider bis zum Halse geschlossen und daß die Aermel bis zum Handgelenk reichen müssen. Bei den Lehrerinnen und Schülerinnen der höheren Klassen sollen die Kleider dunkel fein. Der LlnterrichtZminister verlangt daß die Schulvorstände über die Durchführung dieser Bestimmungen Bericht erstatten. Jünf Jahre Zuchthaus für einen AlkoholsSlscher. In dem umfangreichen Wethylalkoholprozeß vor dem in Emmendingen tagenden Offenburger Schöffengericht wurde das Urteil gesprochen: Der Angeklagte Kaufmann Julius Bruchsaler aus Offenburg wurde wegen Derbrechens gegen daS RahrungSmittel- aesetz zu fünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt — Bruchsaler hatte den gefährlichen Methylalkohol als hochprozentigen Sprit an Branntweinbrenner verkauft und dadurch zwei Todesfälle und eine Erblindung herbeige- führt. — Der Staatsanwalt hatte zehn Jahre Zuchthaus beantragt Eine berühmte Münzensammlung gestohlen. In Laderneau (Frankreich) haben Einbrecher die in der ganzen Welt als Sammlung ErneS Gregoire betannte außerordentlich wertvolle Münzensammlung geraubt. EL handelt sich vor allem um 500 Gold-, Silber- und Bronze- Münzen und Medaillen au» Syrien, Ly- bien und Judäa aus der Zeit von 300 bis 500 vor Christi mit dem Siegel deS Königs Krösus und anderer. Oie Wetterlage. ■Jin Mayen- Dlenstaq. d.12.narz1929,7'aDds ^vonemes 0SCTtt?owei»eeaeu>zeh legenden Offen« t wurde das Ar« zte Kaufmann Jamburg wurde we- $ DahrungSmittel- Zuchthaus und »teilt. - Druch- Äthylalkohol all ! an Dranntvein- zwei Todes« 0 Gießen. 12. Marz. Im Sommer lernte Frau St. von hier bei dem Fachlehrer QL das Autofahren. Am 27. August 1926 fuhren beide durch die Wilhelmstrahe. Als aus der in diese einmundenden Rodhohl ein Radfahrer in unvorschriftsmähiger Weise einbog, fuhr Frau St. etwas nach der linken Straßenseite zu. Sie wollte so den noch zu erwartenden weiteren Radfahrern Platz machen, stieß aber dadurch mit einem zweiten, vorschriftsmäßig einbiegenden Radfahrer zusammen. Run lieh sie das Steuer los und A. ergriff es. Dos Auto fuhr auf das Trottoir und ein dort an einem Geländer ar- Die heitere Stimmung, die das herrliche Wetter bei der Wanderschar ausgelöst hatte, hielt auch während der Schiuhrast bei Ansprachen, Sang Klang bis zur Heimfahrt an. litt * — Sin Hessengrutz auS Ostpreußen. AuS Königsberg L Pr. übermittelten und die im .Hessenabend" in Königsberg i. Pr. zusammen- gcschlossenen Hessen eine Postkarte, auf der sie aus Anlah ihres heimatlichen Trachtenfestes allen hessischen Landsleuten landsmannscha t.iche Grütze aussprechen. Die Postkarte weist eine grotze An« zahl von Unterschriften, zum Teil mit Angabe des hessischen Heimatortes, auf. Indem wir diese Grütze an unsere Leser weitergeben, versichern wir zugleich die hessische Landsmannschaft im deutschen Osten des herzlichen und treuen Gedenkens der Oberhessen. *• Eine Geburtstagsfeier in der Kleinkinderbewahranstalt. Die Kinder, die in der Kleinkinderbewahranstalt verwahrt werden, hatten Montag einen guten Tag. Bankier MorihHerz, der stets mit der Anstalt freundnachbarliche Beziehungen unterhalten hat, hatte auS Anlah seines 50. Geburtstages den Kindern Schokolade. Brötchen und Brezeln gespendet. Es war eine fröhliche Tafelrunde, als die Kinder — ungefähr 100 an der Zahl — an den kleinen Tischen sahen und sich an den Gaben ihres Wohltäters freuten. Die, denen die Schwestern zuerst eingegossen hatten, waren mit ihrer Tasse schon fertig, als die übrigen an die Reihe kamen. Ueberall sah man zufriedene Mienen und braun gefärbte Mundwinkel. Rach dem festlichen Mahle riefen die kleinen Zweijährigen „Adda", sie wollten hinaus in den Hof, um in der Frühlingssonne zu spielen. Als am Abend die Mütter ihre Kin- oer abholten, wurden die Brezeln auSgeteilt und mit nach Hause genommen. RDB. Besuch der Schlachtfelder in Frankreich. In diesem Jahre veranstaltet dos Mitteleuropäische Reiscbureau (MER) zum ersten Male auch G.uppenreisen nach den Schlachtfeldern von D e r d u n und Arras. Diese Reisen, von denen die erste am 2. Mai vorgesehen ist, dauern 4 Tage und beginnen in Köln bzw. Frankfurt a. M. Für die Reisen wird ein Pauschalpreis erhoben (ab 106 Mk.), der die Eisenbahnfahrt, Unterkunft, volle Verpflegung. Autofahrten und Kosten für den Führer, sowie Steuern und Trinkgelder einschlieht. Auch die Gruvpen- reisen zu den deutschen KriegSgräbern in Frankreich und Belgien werden ab 25. April wieder ausgenommen. Das MER hat eine größere Zahl solcher Reisen vorgesehen, die nach den Friedhöfen um St. Quentin, Lille, Roulers, Arras. Laon, Verdun, Reim« und Vpern führen. Außerdem können zu jeder Zeit Einzelreifen für einen Pauschalprets von jedem Orte Deutschlands auS nach den Kriegsgräbern in Frankreich und Belgien durchgeführt werden. •• V. H. E. Gietzen. Ein prächtiger Vorfrühlingstag vereinigte am Sonntag über siebzig V. H. E.-Schwestern und -Brüder des D. H. C. Gießen zu einer fröhlichen Wanderfahrt. Die ursprünglich geplante Wanderung: Marburg- Homberg mutzte umständehalber geändert werden, und so hatte man die nähere Umgebung Dietzens als Ziel erkoren. Auf tadelloser Stratze ging es zunächst zur Frühstücksrast auf die Ganseburg. Leider war die Fernsicht stark „benebelt", so dah der sonst so schöne Blick vom Wasserbehälter über das Lahntal nach den Burgen nicht frei war, ebenso waren die sonst sichtbaren Höhen des Vogelsberges nicht erkennbar. Dagegen meinte es die liebe Sonne an diesem Tage recht gut, als wollte sie nach der langen Winterhaft manches Versäumte nachholen; und gar manchem beleibten Herrn soch man sich den Schweiß von der mehr oder weniger hohen Stirne abpuhen. Der Weitermarsch führte an Reiskirchen und dem idyllisch gelegenen Winnerod vorüber zu ausgiebiger Ruhe nach Bersrod. An rauschende Bachlein entlang, die durch die rapide Schneeschmelze über ihre Ufer traten und in ihrem Uebermut die Landstrahe an manchen Stellen, die man durchwaten mutzte, überschwemmten, ging es hierauf unter frohem Sang an Beuern vorbei zum Endziel Grotzen-Duseck. e&mnt&faftädmadito. DaS Gericht sprach Stau 6t. frei An sich hätte sie vor der Rodhohl halten müssen, als zu erwarten war, datz dem ersten Radfahrer noch weitere folgen würden. Da aber ihre Angabe, A. habe ihr gesagt, zweiter fahren", nicht zu widerlegen sei, treffe sie kein Verschulden, da sie als Fahrschülerin ihrem Fahrlehrer folgen zu müssen hätte annehmen dürfen. 3m übrigen habe sie dann daS Steuer losgelassen und A. eS ergriffen und damit sei der Zusammenhang zwischen ihrem Tun und dem Tod des fraglichen ManneS unterbrochen. A wurde an Schiffbruch des LloyddampferS „Gießen". Ein DTD.-Funkspruch aus Schanghai meldet: Der nach Schanghai, hankau, Tsingsu und japanischen Häsen bestimmte 7000 Tonnen Frachl- dampfet „Giehen" de» Norddeutschen Lloyd ist 25 Seemeilen südlich de» Iairrvay- Lenchlschifses vor der Janglsemündung in der Rühe der Saddleinseln bei dem Aelseneiland Button Rock gestrandet. Der britische Dampfer „khyber" hal den grötzlen Teil der Besatzung und die drei an Bord befindlichen Passagiere geborgen, er wird mit ihnen voraussichtlich heule abend in Schanghai ein- treffen. Der Rest der Besatzung hat sich aus Button Rock geflüchtet. Da» Schiff ist auselnanbec- gebrochen und dürfte vollständig Verloren sein. Der Dampfer „Gießen" ist am 4 Dezember 1907 vom Stapel gelaufen. Don der Taufe dieses Schiffes auf den Rainen „Gießen" hat unsere Stadt erst nach dem Stapellaus Kenntnis erhalten, so datz bei der Feier deS Stapel- laufes keine Gießener Vertretung zugegen war. Ein Bild des SchiffeS ist ebenfalls später vom Rorddeutschen Lloyd der Stadtverwaltung zu- gestellt worden. 3m Weltkriege war der Dampfer „Gießen" als Hilfskreuzer im Dienste der Marine. Für die damalige Besatzung des Schiffes stiftete unsere Stadt Im März 1918 den Betrag von 1000 Mark. Hang zwi' sramichen --------- --------------- . Stelle 1 Monat Gefängnis zu 300 W k. Geld Oer neue Wetzlarer Landrat. WSR. Wetzlar, 12. März. Der zum kommissarischen Landrat des Kreise« Wetzlar ernannte Dezirkssekretär Konrad Miß (Köln) weilte am Sonntag zu einem informatorischen Besuch in Wetzlar. Wie der »Wetzlarer Anzeiger" erfährt, ist Mitz, der jetzt im 48. Lebensjahre steht, al« Waisenkind ausgewachsen; seine Ettern stammen auS dem Kreise Biedenkopf und verzogen nach München-Gladbach, wo Miß geboren wurde. Er lernte in einem deinen Dorfe an der holländischen Grenze das Müllerhandwerk und ging dann zur See. Er. war bei der Handels- und der Kriegsmarine und hat mehrere größere Auslandreifen unternommen. 1905 trat Mitz in das gewerkschaftliche Leben ein und wurde Angestellter des Deutschen Seemannsverbandes tn Stettin und Flensburg. 1910 trat et in das organisatorische Gefüge der rheinischen Sozialdemokratie ein und wurde später Bezirlssekretär der Gruppe Oberrhein der Sozialdemokratischen Partei, Sitz Köln. Miß ist Kriegsteilnehmer und war schwer verwundet in russische Gefangenschaft geraten. 3m Ruhrkamps wirkte er führend in den zur Organisation des passiven Widerstande« gebildeten Ausschüssen, wodurch er sich einen Ausweisungsbefehl der Franzosen zuzog. den die Engländer indessen nicht vollstreckten. xSttz-S sSq i lei#* Aus Oer Provinzialbauptstadt. Gießen, den 13. März 1929. Oie letzten Schultage. Zu zählen sind sie. Was man acht ober neun Jahre hindurch ersehnt, herbeigewünscht: jetzt steht eS zum Greifen nahe bevor. Die Schule entläßt ihren letzten Jahrgang, die Volksschule Dreizehn- oder Vierzehnjährige, die höhere Schule Achtzehn-, Reunzehn- oder Zwanzigjährige. Auf tut sich da« Leben. Die Brust von tausend Hoffnungen geschwelll. das Herz von vielen Wünschen erfüllt, verlangend, erwartend; so greift die Jugend danach. Lebt wohl. Schule, Lehrer, Zwang und Dor- schrisil Freiheit soll auf dem Meilenstein des Lebensweges stehen; so wünschen es der Junge, das Mädchen, die jeden Morgen jetzt, wenn sie zur Schule gehen, sprechen: „Rur noch . . . Tage!" Die Lehrer beschwichtigen, mahnen, toamen. Sie sprechen von dem Leben al« einem viel strengeren Zuchtmeister, als es diese Schule sei. Seine Lehren seien bittere, Schaden mache in ihm klug, die guten Zensuren erteile es spärlicher, als der strengste Lehrer; es strafe ost, ohne den Grund erkennen zu lassen. Die Jugend hört es sich an. Einige bewahren es in ihrem Herzen, und denken: vielleicht hat der Lehrer doch recht. Die anderen aber wollen eS nicht hören. 3hnen malt sich das Leben vor ihren Augen in rosigsten Farben; närrisches Zeug dünkt ihnen des Lehrers Wort . . - So treten sie ein paar Tage später In die Welt, in 'Seruf und Werktag. Unb erfahren, der eine früh, bet anbete spat: Der Lehrer hatte doch recht, das Leben ist ein gestrenger Zuchtmeister. Gaswettkamps am Kochherd. Rachdem man in Deutschland und auch in zahlreichen anderen Ländern schon seit einigen 3ohren Schönheitsköniginnen erkoren hat, soll jetzt im deutschen Vater lande eine neue Königin ausgeknobelt werden: nämlich die Kochköni- gin, die Herrscherin mit Kochtopf und Kochlöffel. Diese Klniginnenwahl geht im Bereiche des Gases vor sich. 3n allen Teilen Deutschlands veranstalten nämlich die Gaswerke örtliche Wettkochen, deren Siegerinnen dann in Bezirken das Wettrennen am Kochtopf machen sollen, um schließlich als Ringen der besten Meisterinnen am Kochtopf ein Reichswettkochen durchzufühten, dessen erste Siegerin zur Kochkönigin ausgerufen werden soll. 3n unserer 6;abt nahm der örtliche Koch - Wettkampf am Gasherd, der vorn städtischen Gaswerk unter Mitwirkung der Gießener Frauenveteine veranstaltet wird, gestern nachmittag seinen Anfang. Schauplatz: Saal des (fcafe Leib. 3n der Mitte des Saales die Kampf - arena in Gestalt eines großen, hufeisenförmigen Tischaufbaues, auf dem zwölf Gasherde mit zwölf Gasmessern aufgestellt sind. 3n der Witte eine langgestreckte Tafel, auf der sich das Kochmaterial in recht appetitlicher Weise Präsentiert. An einem Quertisch das hohe Preisgericht. das sich nach beendigtem Welllauf am Kochtopf dem lukullischen Wahle widmen darf. Rundherum im Saale und auf der Galerie eine ganz auße rgew öhnlich große Zuschauerschaft, gedrängt Kopf an Kopf, unter der natürlich die Damen das weitaus stärkste Kontingent stellen, dazwischen auch eine Anzahl „Herren bet Schöpfung". die sich wenigsten« den Duft vom Kochherd in die Rasen steigen lassen wollen. Ferner zur Unterhaltung Musik, sogar auch eine Sängerin, die zwei Gaslieber zum Vortrag bringt, und rundherum vielfältige Hinweise auf bie Vorteile des Gasverbrauches in Küche und Haus. Da« ist bet Schauplatz dieses Gaskriege« von heute. Kurz nach 4 Ahr marschieren die Wettstrellerinnen mit dem Kochlöffel in der Hand in die K a m p f a r e n a ein. Sebe nimmt an ihrem Gasherd Aufstellung. Dann eine kurze Mitteilung über die Bedingungen des friedlichen Kampfes, und endlich kommt das Kommando: Achtung — fertig — los! An 12 Stellen blitzen die Deinen Flärmnchen der Feueranzünder-„Pistolen" auf. DaS Rennen hat begonnen. An 11 Standen geben sich 11 Kämpferinnen in weihen Kitteln mit großem Eifer dem Kochgeschäft hin, am 12. Stand „kocht" eine weitere „Dame", die in Wirklichkeit ein tüchtig zigarrenrauchender junger Mann ist, als humoristische Kochnum- m e r, bei deren Anblick es allerlei zu lachen gibt. Die Musik spielt, die Besucherinnen tun sich an Kaffee und Kuchen gut, man beobachtet die Vorgänge in der Arena, und bie Kämpferinnen sink» gar geschäftig an ihren Kampfplätzen tätig in der Hoffnung, sieggekrönt aus dem ^Kennen hervorzugehen. Endlich ist die Kochzeit abge» laufen. Der Gasverbrauch an jedem einzelnen Herde wird ausgenommen. Das Preisgericht, bestehend aus sechs hiesigen Damen, tritt in Aktion und wandert von Kochherd zu Kochherd, Teller Da« Schöffengericht Dießen hatte Frau St. und A von der Anklage d-r fahrlässigen Tötung sreigesvrochen und bie Strafkammer das Urteil beftätiat. Reichsgericht hob aber dieses Urteil auf. Die heutige Beweisaufnahme ergab den oben batgcftclltcn Sachverhalt. Der Vertreter der Staatsanwalttchast beantragte die Verurteilung des A. und stellte die Entscheidung bezüglich der Frau St. in bas Ermessen des Gerichts. Die Verteidiger beantragten bie Freisprechung beider Angeklagten. strafe verurteilt. 3hm müsse als verantwortlichem Fahrlehrer zur Last fallen, daß nicht gehalten worden, dah dann später das Auto auf da« Trottoir gefahren sei und den Mann erfaßt habe, den er bei genügender Aufmerksamkeit hätte sehen müssen. und Löffel in bet Hand, probierend und schmunzelnd, Wertungsergebnisse notierend und Köpfe beratend zusammcnsteckend. Während so das Preisgericht vor aller Augen fein Amt versieht, beregnen in einem jtebenraume die Gassachver- tändigen den Gasverbrauch an jedem einzelnen Herde. Vorher hatte auch das Publikum Gelegenheit, in einem Preisraten feine Mutmaßungen über die wahrscheinlichen Siegerinnen zu Papier zu bringen und im glücklichen Falle des richtigen Ratens einen Vorteil in Gestalt von Gasmengengutschriften durch das Gaswerk zu erlangen. Während der Arbeit des Gasberechnungs- ausfchuffes wurde ein Film vorgeführt, der die Vorteile des Gasverbrauchs in Bild und Wort childerte. Gegen 6.30 Uhr endlich war alles zur Der« kündigung der Siegerinnen geklärt. Und dann kam der mit Spannung erwartete Augenblick, in dem die Ergebnisse des e r ft e n Kampftages am Kochherd verkündet wurden: Im Wettkoch e n des gestrigen Tages errang Frau Gold« ch m i d t den ersten Sieg, Frau Plank den zweiten Sieg und Frau Euler den dritten Platz. Dom Preisraten wurden folgende Sicger-Er- gebnisfe verkündet: 1. A. Zippert, Liebigftraße; 2. S ch ö n a u , Bahnhofstraße; 3. Magdalene Han- feit, Senckenbergstraße: 4. Großhans, Aster- weg; 5. Lydia Stohr, Weferstraße; 6. M. Goldschmidt, Bahnhofstraße. Damit janb der gestrige crr‘ Wettkampftao feinen Abschluß. Das Publikum unterhielt sich bei diesem neuartigen Wettrennen ganz vortrefflich, es folgte allen ^Darbietungen bis zum Schluffe mit großer Aufmerksamkeit. Am heutigen Mittwochnachmittag, ab 4 Uhr, wird der Kampf fortgesetzt und zum end- gültigen Abschluß gebracht. Dann wird auch ver- kündet werden, wer den ersten Sieg in dem Wettbewerb in Gießen davongetragen hat und nun an dem Wettkochen im Bezirk teilnehmen wird. Daten für Donnerstag, 14 März. Sonnenaufgang 6,28 Ahr, Sonnenuntergang 18,02 Llhr. — Mondaufgang 7,41 Ahr, Monduntergang 22,06 Uhr. 1804: der Komponist Johann Strauß in Wien geboren; — 1835: der Astronom Giovanni Vir- ginio Schiaparelli in Savigliano geboren; — 1883: der Sozialist Karl Marx in London gestorben. Boruotizen. — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater: »Der Mikado", 19Vt bis 22 Ahr, — Verein für Luftschiffahrt: Hauptversammlung, 8 Uhr, im Hotel Hindenburg. — Gießener Frauenverein und Städt. Gas- und Wasserwerk: Gaskochwettstreit, 4 Ahr, Cafe Leib. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Waterloo". — Astc- ria-Lichtspiele: „Der Kampf unter dem Sternenbanner". — Stabttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wirb uns geschrieben: Die heutige Vorstellung „Der Mikado" beginnt 19,30 Ahr. Die Operette ist auf besonderen Wunsch das zweitemal auf den Gießener Spielplan gesetzt. Die Vorstellung hat bei der Gießener Presse mit den größten Erfolg von allen Gastspielen des Frankfurter Reuen Operetten-Theaters gehabt. — 3n der Erstausführung von Shaws „Cäsar und Cleopatra" spielt Inge Scherer die Cleopatra und Edelbert G a r e i s die Rolle des Cäsar. Es wirken ferner mit die Damen: Brack, Jahn. Jüngling, und die Herren: Dasts, de Castro, Ebert-Grassow, Gehre, Goll, Haeser, Knur, Linkmann, Ritter, Schubert, Tannert, Volck. Wesen er. — Das 3. volkstümliche Shmphonie- konzert des Orchestervereins Gießen am morgigen Donnerstagabend in der Reuen Aula sei unseren Musikfreunden noch einmal in Erinnerung gebracht. Die Leitung des Konzerts hat Prozessor Oskar Brückner aus Wiesbaden als Gastdirigent inne, der in Wiesbaden bei seinem Wirken im Kurhaufe bisher stets großen Beifall ernten konnte. 3m übrigen sei auf die heutige Anzeige verwiesen. — Mär ch en auf f ühr un g im Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Wie aus dem heutigen Anzeigenteile ersichtlich ist. hat daS Lichtspielhaus Bahnhofstraße die Frankfurter Märchenbühne zu einem einmaligen Gastspiel für Samstag. 16. März, nachmittags, verpflichtet. Zur Aufführung gelangt das Grimmsche Märchen: „Schneewittchen und die sieben Zwerge", wobei die Solotänzerin Sri Hedy Orlitt- Frankfurt a. M. als Gast mitwirkt. Räheres in der Anzeige. LU. Don der La ndes - Universität Gießen. Der Herr Minister für Kultus und Bildungswesen hat dem praktischen Seminar für neuere Sprachen an unserer Landesuniversität, Fräulein Dr. Emma Sola aus Mailand, als Volontär- Assistentin für die italienische Sprache oom Sommer» semester 1929 ab zugeteitt. »«««• e#oa»e*221 e°- X 2T oX gün- AnzUge nttntel 01270 Slarktstraße 22 01288 Gießen, den 12. März 1929. 01221 DKW II. 120 M III. 73 Fichtenstämme Kl. la—3b .... 178,54 fm 30 Güteklasse A 2,40 fm MOTORRÄDER v. 16 •> 82 GIESSEN mittags. 2225 D n 1661D ff Die sucht. 22660 werden. 2262C tragen haben. 2227 D o mit mit 2a = 141,52 2244 D ff Waldgirmes, den 11. März 1929. Der Bürgermeister. Schmidt. • 8234D Die Versteigerung findet auf dem Gemeindehaus statt. Anfang 10 Uhr vor- Gastwirt Vetzberg II. III. N N N M. 43.00. 57.00 M. 20.00. 36.U0, M. 65.00. 88.0 ) M. 72.00, 88.00, 48.00 96.00 73,77 17,59 1,54 4,07 2,49 99 52 A A A N N N N N 233 St. 218 „ 285 „ 2a. 2b- 3a- werden die Preise sicher sehr stig finden. Es kosten: 1,48 1,96 1,90 1,45 4,91 4,80 3,22 2,09 14,91 fm 48 rm 45,16 fm 51 rm 0,80 fm 0,67 „ Schneider. Frant'urier Str. 29. M. 96.00.11600 M. 110.00, 120,00, 132.00 Probieren Sie einiee an, auch wenn Sie nichts kaufen,werden Sie mit der gle chenLiebenswürdigkeit bedient bei Tluhholzversteigerung Die Gemeinde Waldgirmes versteigert am Freitag, dem 15. März 1929, öffentlich meistbietend aus den Distrikten Pfingst« 30 Stück 70 ,, 253 „ Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Watzenborn-Steinberg, 9. März 29. Ter Gemarkungsvorsteher. Röthges, den 11. März 1929. Bürgermeisterei. Metzger. Kausliebhaber können das Holz besichtigen und erhalten Auskunft bei Förster Klingelhöfer, Frankenbach. Wack, Bürgermeister. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Feldgemarkung Obersteinberg für das Rj. 1929 liegt vom 14. bie cinschl. 21. bö. Mts. auf dem Bureau der Bürgermeisterei Watzenborn- Steinberg offen. Es wird eine Umlage erhoben, wozu auch die Ausmärker beizu- Angebote, nach Klassen und Sortiment getrennt, sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 20. März 1929 bei uns einzureichen, woselbst auch die Bedingungen, mit denen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, eingesehen werden können. Es empfiehlt sich, das Holz vorher anzusehcn, da spätere Reklamationen nicht berücksichtigt werden. Blau unterstrichene Nummern kommen nicht zum Verkauf. Nähere Auskunft erteilt Förster Butteron in Röthges, Fernruf Amt Laubach Nr. 64. Nadelholz: 880 St. Stä. u. Abschn. mit 437,00 fm, davon ca. 305 fm Fichte la—4a - Kl. und ca. 130 fm Kiefer la—3a-Kl. 119 St. Fichtenstangen I. Kl. Darmstadt, 12. März 1929. Die Beerdigung findet in Darmstadt am Freitag, 15. März, um 12 Uhr, auf dem Alten Friedhof an der Nieder-Ramstädter Straße statt 2285D Bekanntmachung. Mit dem Einbauen der Garten-Wassermesser wird in Kürze begonnen. Gartenbesitzer und Pächter, deren Gärten Wasseranschluß haben, werden ersucht, die An- Meldung bis zum 25.März b.3. in unserem Verwaltungsgebäude, Zimmer 3, oorzu- nehmen. Bei Versäumung der Anmeldung zum genannten Termin kann der Messer nur unter erheblichen Mehrkosten gefetzt Gießen, den 12. März 1929. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Steding. Siebener Hoöet- GeseMlMM?e.v Samstag, 16. d. M. abends 9 Uhr: General-Versamiiilinii ""1-Der Vorstand weide, Gaubskopf, Eisengrube usw.: Eichen: 74 St. Stä. u. Abschn. 55,00 fm 2.-5. Kl. 1 rm Nutzscheit (gespalten). Buchen: 83 St. Stä. u. Abschn. 64,00 fm 3.-5. Kl. Anfang 10 Uhr. Zusammenkunft an der Etzbach, oberhalb der Schwalbenmühle. Nutzholz-Verkauf. Durch Cchriftgebot soll im Jnteressenten- walde zu Leidenhofen folgendes Nutzholz verkauft werden: 2226 D Los I. 29 St Eichenstämme 3. u. 4. Kl. 32 275 241 79 14 1 14 2 42 70 4,91 fm 84,86 „ 0,80 fm 3,47 „ 9,51 „ 7,16 „ 1,72 „ 7,30 fm 7,74 „ 9,47 „ 2,34 „ kanntgegeben. Leidenhofen Post Ebsdorf b. Marburg a. d. Lahn, den 11. März 1929. Der Waldvorstand. Preiß. Ist das Maßarbeit oder Konfektion? So wird Herr Bäuchling oft gefragt. Seine Antwort lautet stets: Maßkonfektion vom Herren- u. Knaben- Spezialgeschaft Theodor Köhler. Sie können »Iso bei mir jeden Anzug nach Ihrem Mais bekommen ohne Preisaufschlag oder aus den hunderten fertigen Stücken des Vorrats. Sie werden es als Freude empfinden. die neuen Fr. hjahrsein gänge durchsehen zu können und Becker aus dem Gemeindewald nachstehendes Holz zum Verkauf: Distrikt I. Wtr machen nochmals auf die Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft am 14 d. abends 8 Uhr tm (£nf6 Leib aufmerksam und bitter um rege Teilnahme Konkurs Versteigerung Zm Auftrag des Konkursverwalters versteigere ich am Donnerstag, dem 14.3., ob 2 H hr, im „Löwen", Neuenweg 28, meistbietend, gegen Barzahlung aus der Masse einer Tabakgroßhandlung: 25 Mille Zigarren, ü Mille Zigaretten, 3 Zentner Tabak, 100 Karton Kautabak sowie 1 Schreibtisch (Diplomat), Schreibtischsessel, ein Rollschränkchen, Schreibmaschinentisch, Tischlampen, Rohrsessel, Bücherregale, 5-türig. Warenschrank, 1 Personenauto (Limousine), 4-sihig, 6/25 PS, 4 Zylinder, Ärennabor (Baujahr 1928), fast neu. Ferner: 1 Treibriemen, 10 m lang, 25 cm breit. Versteigerung bestimmt. Ludwig Harimetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28 / Tel. 1414 2288D Achtung I Zud. am 6. n.7.Juli b.3. statt» findenden SA»g,rt«»s finbnotbzdueubube Schlagbiumu.einigi Zuckeritande a. oerg Ang find zu richt, an Hrn.Va terLenaire» Lollar, Hauvtstr. Sänger-Verelnlg. Lollaj 3b-Klasse 4a- „ 4b- „ 5. „ 2a- „ 2b- „ 3a- „ 3b- „ 4a- „ Nutzholz-Submission. Die Gemeinde RöthgeS, Kreis Gießen, verkauft im Wege des schriftlichen Angebots Aiefern-Abschnitte. nIV. «VI. iVür erftklasfigeS Lebensmittel • Svc- zialgeschäitwirdzum 1. Avril ein Mäiieio nicht unter 18 3- gesucht. Schrtstl. Angebote unter 21’21 D an den toiegener Anzeiger. Am 12. März verschied nach langem, mit großer Geduld getragenem Leiden mein lieber Vater, unser guter Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Konrad Welker im Alter von 65 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Krug, Metzgermeister. Gießen, den 12. März 1929. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 15. März, nachm. 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. ,, 2b = » " 3a — ,, » 3b Abschnitte Kl. 2a, 2b, 3a = Eichenstämme Kl. 1—3.... Eichennutzscheit, 2 m lang Kiefernstämme Kl. 1b—3b Kiefernnutzscheit, 2 m lang 1. Klasse 2. „ 3. „ mit 23,78 fm Inhalt. Fichtenstämme 14—19 cm Durchm. m. 32,43 fm Inh. Fichtenstämme 20—24 cm Durchm. m. 38,23 fm Inh. Fichtenstämme 25—29 cm Durchm. m. 23,51 fm Inh. Fichtenstämme 30—51 cm Durchm. m. 25,46 fm Inh. Kiefernstämme 14—27 cm Durchm. m. 36,28 fm Inh. Zum Eintritt für 1. 4. lehiicta mit guten Schulkennmissen gesucht. Schrtstl. Angeb. unter 22721) an den Gieß. Anz. Fichtenstangen I. Kl. II. „ III. „ Nächsten Lamsiag, dcu 16. März 1929, nachmittags 2 Uhr, kommt bei Statt besonderer Anzeige. Heute mittag '/.! Uhr wurde unsere liebe Schwester, Schwägerin, Tante und Großtante Auguste von Kress Oberreallehrerin an der Studienanstalt zu Gießen durch einen sanften Tod von ihrem langen, schweren Leiden erlöst Clotilde Kalimann geb. von Kress Anna Becker geb. von Kress Emilie von Kress Gustav Kalimann and Tochter Pfarrer Becker and Kinder. Angebote sind getrennt für vorstehende Lose je Festmeter verschlossen mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens Montag, den 18. März d. I., nachmittags 1 Uhr, bei dem unterzeichneten Waldvorftonde einzureichen, wo alsdann die Eröffnung der Offerten erfolgt. Bedingungen werden im Termin be- Danksagung. Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres Heben Entschlafenen Herrn Victor Pechtold sagen wir allen unseren tiefempfundenen Dank. Frau Margarethe Pechtold und Kinder Schnittstämme Kl. 3b,4a Stangen 1.—III. Klasse, rm Nadelholz (Nutzscheit und Knüppel). im 64. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Nadelholzstämme Kl. la = H ii 1b — Bekanntmachung die Wahl eines Vertrauensmanns (Dahlmanns) für die Wahl zur Landwirtschaftskammer betr. (§ 21 der Wahlordnung.) Am 17. März 1929, von 11 Uhr vor- mittags bi» 2 Uhr nachmittags, findet die Wahl eines Vertrauensmanns (Wahl- manns) für den Vertrauensmännerkreis Gießen-Wieseck in der Gemeinde Gießen Im Stadthaus. Bergstraße 20 — Zimmer Nr. 12 — statt. 2276C Wahlberechtigt ist nur, wer in die fest- gestellte Wählerliste eingetragen ist. Zur persönlichen Teilnahme an der Wahl inb solche Verbandsangehörige berechtigt, die zur Zeit der Wahl deutsche Reichsangehörige sind und das 20. Lebensjahr vollendet haben. Das Wahlrecht von Verbandsangehöri- gen, die unter Vormundschaft oder Pfleg' chaft stehen oder nicht natürliche Personen inb, ist von ihren gesetzlichen Vertretern auszuüben. Gesetzliche Vertreter können sich durch Bevollmächtigte vertreten lassen. Ein Bevollmächtigter muh denselben Er- ordernissen entsprechen, wie ein persönlich Wahlberechtigter, braucht jedoch nicht Verbandsangehöriger zu jein. Er darf nicht mehr als eine Vollmacht übernehmen. Die Vollmacht bedarf der schriftlichen Form und ist von der Bürgermeisterei des Betriebssitzes des Verbandsangehörigen kosten- und stempelfrei zu beurkunden. Der Wahlvorstand l csteht aus dem Herrn Heinrich Gottmann. Oekonom, als Vorsitzendem, Herrn Karl Friedrich Schwan, Landwirt, als dessen Stellvertreter, und den Beisitzern Herrn Heinrich Heister, Landwirt, und Herrn Karl Uhl, Landwirt, in Gießen. Gießen, den 13. März 1929. Der Oberbürgermeister. Dr. Keller. Am 11. März 1929, 2 Uhr nachmittags, entschlief sanft nach sehr schwerem Leiden meine liebe, gute Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elise Tremer aus Speyer Kiefern-Langholz. Güteklasse N lb-Klasse . . Am 11. März 1929 entschlief sanft mein Heber Mann, unser jruter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager, Onkel und Vetter Herr Heinrich Demuth Schreinermeister, Veteran 1870/71 im 81. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ellae Demuth geb. Buch Carl Demuth Anna Demuth Kttthe Demuth Augue e Demuth geb. Krleb Karlrudi und Paul Demuth. Gießen (Ludwigsplatz 3 I), den 11. März 1929. Die Beerdijzunff findet am Freitag, dem 15. März 1929. nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. I265 Vetzberg, den 11. März 1929. Der Gemeindevorsteher: Schmidt. 2228D N 3b-..... Fichten-Abschnitte. Güteklasse N 2b-Klasse . . . „ N 3b» „ ... Fichten-Langholz. Güteklasse N 1 s-Klasse . . . „ N 1b. „ ... „ N 2a- „ ... „ N 2b-..... Fichten-Terbstangcrr. Nuhholzversteigerung > sc hi hing Tie Gemeinde Frankenbach verkauft, Samstag, den 16. März, nachstehendes Eichen-, Fichten- und Kiefern-Nutzholz, sowie Stangen I., II. und III- Kl.: Gießen, den 13. März 1929. Die Trauerfeier findet Donnerstagnachmittag 1'/, Uhr in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. Kranz- und Blumenspenden dankend abgelehnt. 01256 Solides, ehrliches Mädchen für tagsüber »um 15. März nefuchk. 3u erfr.in d.GeichaiiSst. d. Gieß. Anz. 01251 Suche für Saison- stelle ein sauberes, fleißiges 2280D MlliMcn bei bohem Lohn. Nord-Hotel Bad • Nauheim, Burg-Allee 22. 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Denselven Standpunkt vertritt auch der Reichefinanzhof in seinem Urteil vom 12. Februar 1926 V.A. 57,26. (Dgl. Sammlung der Entscheidungen und Gutachten des Reichsfinanzhofs, Band 18, S. 201.) Wie bereits oben ausgeführt, find gemäß § 2 Ziff. 4 des Umsatzsteuergesetzes befreit von der Umsatzsteuer Berechtigungen nur unter der Voraussetzung, dah auf sie die Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke Anwendung finden. Der Reichsfinanzhof vertritt nun in der angeführten Entscheidung den Standpunkt, daß diese Voraussetzung für das Jagdrecht nicht zuttifft. Die Befreiungsvorschrift des ß 2 Ziffer 4 verfolge lediglich die bürgerlich^recht- liche Gleichstellung der grandstücksähnlichen Rechte mit den Grundstücken auch für das Umsatzsteuer' recht. Darüber hinaus ist nach der Auffassung des Reichsfinanzhofs die Ueoerlaffung von Grundstücksnutzungen nur in dem Falle nach §2 Ziff. 4 a. a. O. umsansteuerfrei, wenn nicht, wie bei der Jagd, allein die Ausübung des Nutzungsrechtes den Gegenstand des Pachtvertrages bildet, sondern, wie z. B. bei den Ausbeuteverträgen und bei der Grasnutzung, das die Nutzung abwerfende Grundstück selbst. (Dgl. auch Entscheidungen des Reichsfinanzhofs, Band6, S.123.) Im vorliegenden Falle kann nun die 3ogbberedp tigung der Gemeinden nicht als ein grundstückähnliches Recht angesehen werden, da die Gemeinden keine Möglichkeit haben, das ihnen zustehende Jagd- Die „Kölnische Zeitung" schreibt: Am 12. Februar brannte das Rathaus in Leiden nieder. Mit Schrecken hörte die ganze zivilisierte Welt von der Zerstörung dieses mittelalterlichen architektonischen Kleinods. Die Welt ist wieder um einen Kunstschah ärmer. Ist es nun stets eine Geschmacklosigkeit, ein Unglück zu Reklamezwecken auszubeuten, so kann eine Art der Reklame, wie sie die amerikanische Schreibmaschinenfabrik Remington für zweckmäßig hält, im „Algemeen Handelsblad" vom Sonntag, dem 24. Februar, zu veröffentlichen, nicht scharf genug verurteilt werden. Es geht vielleicht noch an, toenn diese Firma, die neben Schreibmaschinen auch feuerfeste SafeS herstellt, darauf hinweist, daß der Schade an verbrannten Akten nicht so groß gewesen wäre, hätte man ihre Erzeugnisse in Gebrauch gehabt; wenn sie sich aber bemüßigt fühlt, alte, längst widerlegte Kriegsgreuelmärchen aus der Versenkung hervorzuholen, um ihre Ware anzu- preisen, so kann dieses Verfahren nicht genug gegeißelt werden. Der in großer Aufmachung gegebene Reklametext, der mit einem Bild des Rathauses geschmückt ist, beginnt nämlich mit dem geschmacklosen Hinweis: Richt mehr seit den Tagen des großen Krieges, wo ein mordbrennender Feind seine schändende Hand an die schönsten Denkmäler mittelalterlicher Architektur in Belgien und Frankreich legte, mußten wir mit so viel Wehmut machtlos zusehen, daß ein so unschätzbarer Desitz uns und den kommenden Geschlechtern entrissen wurde. Men not Measures. Mit einer geradezu ausfallenden Gleichzeitigkeit taucht in den verschiedensten politischen Lagern Deutschlands gerade in diesen Tagen der Ruf nach dem Führer auf, ein Ruf, der manchmal schon recht ähnlich dem Schrei des Ertrinkenden nach dem rettenden Strohhalm wird. Diese Gleichzeitigkeit wird noch auffälliger in den Kommentaren und Artikeln der Sonntag.blätter, wo politische Köpfe in der Wochenbilanz sozusagen als Endergebnis die Auseinandersetzung um das Führerprinzip finden. Und dabei lag e3 ja recht nahe, gewissermaßen als Prototyp den deutschen Reichsauhenminister hinzustellen, der auf der einen Seite der Führer des deutschen Minderheitenvorstohes ist und auf der anderen Seite als Führer seiner Partei in seiner so hervorragenden Rede vor dem Zentralvorstande recht gute Worte über die Führerpersönlichkeit zu sagen wußte. Run wäre es ja falsch, daraus den Schluß zu ziehen, als wenn man von allen Seiten daraus hinarbeiten würde, gleichsam Dr. Stresemann zum Primus i n t e r Pares zu ernennen. Das würde ihm selbst nicht liegen und vor allem auch ihn in seiner Tätigkeit selber hemmen. Andererseits gibt es ja auch gewisse Kreise, die z. B. durch die Kreuz-Zeitung eine andere Ansicht verlautbaren lassen und unter Anlehnung an altpreuhische Begriffe in neu» saszistischer Färbung ba$ Führerprinzip von eben dieser Seite her gelöst sehen wollen. Aus all diesen Kommentaren spricht aber gemeinsam der eine Gedanke, daß gehandelt werden mutz. Da man nun sehr leicht von der Handlung auf den Handelnden schließen kann, so hat sich in der deutschen Innenpolitik gerade in diesen Tagen so etwas wie ein Führer- Wirrwarr entwickelt. Unb hier muß die Kritik einsetzen, bie bie beseitige Entwicklung eben konkreter verstanden wissen will. Am Donnerstag tritt der Reichstag zusammen und zwar in einer" Form, bie nicht gerade sehr esmutigenb ist. Er hat nämlich im Grunde genommen gar kein Zusammengehörigkeitsgefühl, sondern muh sich, gewollt oder ungewollt, den Manövern der innenpoffiischen Auscinanderseyungen mehr oder weniger anpassen. Hoffentlich wird er Mut genug finden, seine eigene Kraft durchzu- sehen. Mit bloßen Osterferien ist es nicht getan, denn biese Vogelstrauß-Politik löst niemals eine Krise. Gewiß verbleibt bie letzte Initiative bem Reichskanzler. Unb boch fällt in biesem Zusammenhänge einer anberen Persönlichkeit eine viel größere Bebeu- tung in der Lösung der Krise zu, und das ist eben bet deutsche Aeichsaußenminister, der sich zwar jetzt nach feinet so anstrengenden Arbeit zur Erholung nach der Riviera begeben hat, der sich aber zu gleicher 3eit zu entscheiden hat, ob er je nach der Haltung Seiner Partei z u einer eigenen Initiative griffen muß. Und hier liegt auch der Grund, weshalo Dr. Stresemann in den allgemeinen Auseinandersetzungen um das Führerprinzip eine solche große und ausschlaggebende Rolle spielt. Die Kommentare der Sonntagsblätter sprechen in diesem Zusammenhänge viel davon, daß sich Dr. Etrese- mann "sehr leicht von feiner Partei trennen könnte. Das scheint vielleicht doch zu weit gegriffen zu fein. Trotzdem liegt der Schlüssel zur Lösung eben in der Klärung des Verhältnisses der Volkspartei zu Dr. Stresemann, bie Diese Frage ist neuerdings dadurch aktuell geworden, daß von den Finanzämtern anläßlich der in diesem Winter vielfach erfolgten Neuverpach- tungen der Gemcindejagden die Gemeinden zur Abgabe einer Umsatz st euererklärung über ihre Einnahmen aus ben Iagdpachten aufgefordert worden sind. Es fragt sich nun, ob der Erlös aus der Ge- meindejagd tatsächlich umsatzsteuerpflichtig ist oder nicht. Hierzu wäre folgendes zu bemerken: Die Gemeinden nehmen Befreiung von der Umsatzsteuerpflicht in Anspruch auf Grund des §2 Ziff. 4 des Umsatzsteuergesetzes. (Reichsgefetzbl. 1926 Teil I S. 218.) Darnach find von der Besteuerung ausgenommen Verpachtungen und Vermietungen von Grundstücken und Berechtigungen, auf welche die Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke Anwendung finden. Es ist die Frage zu prüfen, ob die Jagdpacht eine Berechtigung ist, auf welche die Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke Anwendung finden. Das Hess. Jagdrecht beruht auf dem Gesetz die Ausübung der Jagd in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen bett, vom 26. Juli 1848 und auf einer Verordnung vom 21. September 1815 über das Jagdrecht der Provinz Rheinhessen, welch' letztere allerdings teilweise aufgehoben ift Insoweit die rheinhessische Verordnung keine Sonderbestimmung enthält, wird das in den beiden anderen Provinzen geltende Recht analog angewandt. (Dgl. Conradi, Das Hessische Jagdrecht, S. 51.) Auf Grund dieser Gesetzesvorschriften ergibt sich für die rechtliche Beurteilung des Hess. Jagdrechts das Grundprinzip: Das Jagd recht steht an sich dem Grundeigentümer zu, er kann es aber selbst nicht ausüben, sondern das Iagdaus - uvu!'. gsrecht wird durch die polittsche Gemeinde, in? hierbei als Vertreter der Grundbesitzer anzuschen ih verpachtet. Der Pachtzins wird nicht an die Grundbesitzer verteilt, sondern ist Einnahme der Gemeinde, (Vgl. Dr. Wolf: Hess. Landes- privatrecht § 145, S. 403; Conradi a. a.O. S. 6.) Das Reichsgericht hat nun wiederholt ausgesprochen, daß den Gegenstand der Jagdpacht nicht die Grundstücke bilden, auf denen die Jagd ausgeübt wird, sondern die Jagdberechtigung, daß es sich allo nicht Bahnsteige, in Wartesäle ober in bie Schalterräume der Postanstalten. Es ist so Überaus reizvoll zu sehen, wie sich Menschen beim Abschied benehmen, toie sie sich langweilen oder Briese empfangen, aufgeben, frankieren und in den Kasten werfen. Am schönsten ist es vor dem Schalter für postlagernde Sendungen. Richt, wenn Reisende kommen und auf Grand ihres Ausweises das telegraphisch nicht übertoiefene Geld verlangen, nein, toenn sich jene nahen, etwas verschämt und bang-erwartungsvoll, die „unerlaubte Beziehungen" unterhalten, die üjre Liebe chiffrieren, die leise dem lächelnden Beamten zuflüstern: „Ist etwas unter QI. 'S. 100 da? Ober unter Ping Pang Pong 4711?" Unb toenn der Beamte verneint, weil er der Mittler ist, ein Menschenkind glücklich ober unglücklich zu machen, bann stehen sie einige Sekunden toie betäubt, fassungslos, begreifen die Enttäuschung nicht: „Qlber es muh doch etwas da fein! Ditte, bitte, sehen Sie doch noch ein- Die Vereinigten Staaten aber sind auf dem besten Wege, die gegenwärtig noch vorhandene englische Ueberlegcn.jcit einzuholen unb zu ü b c r- holen. Rach den bisherigen Bauplänen wirb Amerika 1934 verfügen über 15 Kreuzer, die alle in Washington für 10 000-To.-Standard- Kreuzer zugebilligten Möglichkeiten ausnuhen. über 8 weitere Kreuzer zu 10 000 To. aus dem Bauplan von 1924 unb 10 Kreuzer zu 7500 To.. Bauplan 1916. Die geringste Geschwindigkeit dieser 33 Kreuzer wird 33 Knoten betragen. Unb ihre Seetüchtigkeit unb Kampfkraft wird man als unerreicht ansehen müssen. England wirb 1934 verfügen über 14 Kreuzer von 10 000 To., die zum erstenmal im vorigen Jahr in Dienst gestellt wurden, 6 ganz moderne Kreuzer der ■um Sä® Ä* e®SS vttNg «.'braucht M u verlaust». 01268 Silben ßrnuer, Motion, ßfr. 81 abrrad baadlau- M MU« MMW w verlausen. 01261 uandgralensir.«. -SSK boie unter 0121/ an Den -HuHboltene MnMe 1U taufen aeluchl- jdmitl.wboiea E^d.GtekM »ür 6CtS. Ml M t w»* fvÄrsclWenJj WZ SleWm. Mot T P.S.44OMLW kaufen. Otadrre» rankt, Ltrairevr. fine guiertmliene laben-« Einrichtung als. für RonntüitB der Sonbuotel zu erkaufen. Merei öthlv.SilhSMäü Siinszedn Ira-iiO» n,fll8naDtt8rbeiU SL-Ä $ flbOTC,!) auf Mrmann ?tnm'lilQnbw-3r. IflCb, m Aut,!. bW SsS ssS •«HM« Wen !" 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Heute sind es in den Lohnstufen 7 bis 10 Wk. nur noch 1127, und dies, obwohl wir heute durchschnittlich 2000 Mitglieder mehr haben wie 1914. Hierdurch ist doch wohl der Aachweis geführt, dah die O3t5t Giehen dadurch, dah die Löhne in Gießen nicht in dem Mähe gestiegen sind, wie man allgemein annimmt, schwerer zu kämpfen hat, als die Kassen großer Industriebezirk« mit hohem Löhnen. Diese Kassen nehmen pro Jahr durchschnittlich für ein Mitglied 105 bis 110 MI., also ein Mehr gegenüber Giehen um 30 bis 35 MI. pro Mitgtted ein, obwohl die Sachleistungen der Kassen (Arzt, Apotheke, Krankenhaus usw.), die ungefähr die Hälfte der Gesamtausgaben ausmachen, sich in ein und demselben Aah- men bewegen. Ds liehe sich zu diesem Thema noch recht vieles sagen und mühte noch sehr viel gesagt werden, um viele zur Zeit bestehende Dorurteile aus dem Wege zu räumen, sowie das ganze derzeitige Arbeitsgebiet einer Ortskrankenkasse klarzulegen. Wir werden hierauf evtl, später noch zurückkommen. AU g. Ortskrankenkasse Siesten. 13 gegen 11 Stimmen an genommen. Kreis Wetzlar. ~ Odenhausen, 12. März. In der letzten Sitzung des hiesigen Gerneinderals wurden der Schulvorstand für die Doilksschule und der für die ländliche Fortbildungsschule ergänzt. Es wurden gewählt: für die Volksschule: Ludw. Speier Haus Ar. 28, als Ersatzmann für den jetzt durch fein Amt als GemBndevor- steher kraft gesetzlicher Vorschrift dem Dorstand angehörenden, bisher gewählten Ferd^ Pfaff. Dem Dorstand der länoL Fortbildungsschule ge- Lassen /L „ _ ;• „ Sje Ihre A H Z U C| 6 bei uns chemisch reinigen. Sie.sind dann stets gut gekleidet, die Grundbedingung zu einem erfolgreichen Geschäftsieben. Färberei Braubach 8 Fischer Ihr Husten quält fie immer noch, daher nehmen Sie alle 4 Stund n Eßlöffel voll lyoonötn. Bon der hervorragenden Wirkung dieses SpeualpräparaieS tverden Sie ffch schnell überzeug' haben. aauvin ist in Avotbeken eo- hältltch. Bestandteile stnd aus der Packung anaegebett. la SGhelllischB o. K. n Kabeljau o. K. „ Rotzaugen Portionsschellflsä FlsMlet Piscbkotelett Bäacherroaren lebende Karpfen and Sdlelen wiod Grüne Beringe Cltoten Bahnhofstr. 59 Telephon 66. Schellfische o. K. Wetzlar, 12. März. Der Kreistag des Kreises Wetzlar beriet in seiner heutigen Sitzung über den vor einigen Tagen von der Kreistags!raktion der Sozialdemokratischen Partei eingebrachten Drinalichkeitsantrag auf sofortige Bereitstellung von 50 000 Mark zur Gewährung einmaliger Winte pbe i - hilfen für langfristig Erwerbslose, Sozial- und Kriegsrentner, sowie für die übrigen in der öffentlichen Fürsorge stehenden Personen. Zu- nächst begründete der Stecher der SPD. den Antrag eingehend. Aamens der Arbeitsv-mein- fchaft sprach der Gemeindevorsteher a.D. Droh (Katzenfurt) gegen die Annahme des Aqtrages. Del der Dotlage der Landwirtschaft sei eine De° lastung, wie sie sich aus der Annahme des Antrags ergebe, nicht tragbar. Aus diesem GrunQe müsse sich die Arbeitsgemeinschaft gegen eine generelle Annahme deS Antrages aussprechen. 'Bei der Abstimmung wurde der Antrag der SPD. mit Der sparsame Kleinwagen für jedermann! Günstige Teilzahlungen Lieterbar offen und Limousine Verlangen Sie Vorführung 2>72v 0. Falier / Fahrzeuge Mühlstrafte 22 Telephon 1096 Singesanvt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Krankenkassen-Veilräge. Wir sind dem Herrn Arbeitgeber äußerst dankbar, daß er durch sein „Eingesandt" die Beitrags- frage der Allg. Ortskrankenkasse Gießen angeschnitten hat. Rur tut es uns leid, daß mir seine Ausführungen und Berechnungsweise nicht anerkennen können, do dieselben von ganz falschen Voraussetzungen ausgehen. Daß die Lebensunterhaltskosten nach dem amtlichen Index nur um 53 o. H. gestiegen sein sollen, mag sich auf dem Papier sehr gut ausnehmen. Wie dieser Index zusammengerechnet wurde, ist wohl dem Herrn Einsender, als auch uns nicht bekannt. Aber die Wirklichkeit spricht doch eine ganz andere Sprache, und lassen wir zu dieser Berechnung der Hausfrau das Wort. Run zu der Berechnungsweise des Herrn Einsenders. Er bezweifelt unsere Feststellung, daß die Beiträge der Ortskrankenkasse nur um 75 o. H. gestiegen seien, und gibt ein Beispiel an, nach welchem ein Versicherter, der vor dem Kriege 4 Mark pro Tag verdiente, bei 4 v. H. 16 Pf. Beitrag bezahlte, und jetzt, wo er 7 RM. pro Tag verdiene, 49 Pf. bezahlen müsse. Es fei dies eine Beitragserhöhung von 200 v. H. Dieser Zustand bestand schon vor dem Kriege. Wenn ein Versicherter mit 4 Mk. angemeldet war und erhielt später 6 Mk. MlW! MM! MW! Site die -Konfirmation: Spinat. Kopfsalat, bndivien, Gurken. Rosenkohl. S-bwarzwurz. Meerrettich Wcinkraut. Rotkraut, arünen Wirsing Sellerie. Lauck. Blumenkohl. Aepiel. Apfelsinen. Bananen. Tomaten. Rote Rüben, Karotten. Zwiebeln, forote alles andere Cbit, töcmü.e und Südfrüchte. Täglich Irisch zu haben rkeau Frosch OI36U SelterSweg 3 (Ladc u) Telephon 1051 IW- Lieferung frei Haus! "MR A____1 hilft b.Rheuma, Ischia«,Hexenschuß, BMA! Nerven- und ErkällungSschmerzen.— I IVyfl Karmelitergeist Amol ist in allen BESEBBO Apoiheken und Drogerien erhältlich. pro Tag, so hatte er vom Beginn der Lohnerhöhung an nicht 16 Pf., sondern 24 PI. pro Taa zu zahlen. Aber auch die Auffassung des Herrn Einsenders über die sogenannte 200 v.-H^Beitragssteigerung ist nicht richtig. Man kann doch nur von einer Steigerung nach Ansicht des Herrn Einsenders sprechen, wenn der Preis in die Höhe geht und das Quantum Ware aber dasselbe bleibt. Z.. B. wenn °/»° Bier vor dem Kriege 15 Pfennig kosteten, dasselbe Quantum aber heute 35 Pfennig, dann ist eine Steigerung von 133 o. H. eingetreten; ober ein Anzug, der vor dem Kriege 70 Mark gekostet hat, und heut« in gleicher Qualität 160 RM., so bedeutet das ebenfalls eine Steigerung von 133 o. H. Wenn aber ein Derficherter vor dem Kriege mit 4 Mk. Drundlohn anaemeldet war. dann hat er, wenn er heute 7 Alk. verdient, selbstverständlich von den 7 Mk. den sahungSmäßigen Beitrag zu zahlen, der früher 28 Pf. und heute 49 Pf. beträgt. Gr erhält aber auch nicht auS 4 Wk. das Krankengeld mit 2,20 Wk., sondern aus 7 Mk. mit 4,53 Wk. pro Tag. Wie gesagt, dieser Zustand bestand vor dem Kriege, bei gesteigerten Löhnen, gesteigertem Beitrag und Leistungen. Dafür ist es eine Versicherung. 3e höher die Versicherungssumme bzw. Prämie, desto höher die Barleistung. Daß aber unsere Berechnung richtig ist, geht schon daraus hervor, bah die Kasse in 1914 pro Kopf der Versicherten 43 Mk. Beitrag pro Jahr erhoben hat, während dies z. Z. 75,09 Wk. sind. Aber noch ein Weiteres. Aach den Ausführungen des Herrn Ginsenders muh man unwillkürlich annehmen, dah ein Versicherter, der vor dem Kriege 4 Mk. verdiente, fcirt« 7 Mk. pro Tag verdiene. Diese Annahme ist um so mehr berechtigt, als er auch von einer Lohnsteigerung von 75 v. H. spricht. Wie verhält sich die Sache nun tatsäch- _ e 1111 IIIIMiMum«»''»»’'’ „ HHffH?mmnH7H??7ÜHtiHHHHIHHHniniHllllllll!llllllllllllllllllllll!IUIIlUllllllllliHlllHIHinilllllllllllllHIIIIIIIJIIIIIIIIIinillHlllllllllltlllllllllllllfE ■ ------------------------ I iPtftunnrtihb itriirfuinfiprcsserei flicht für ture Artikel Fruchtsäste u. Fruchtffruve 22ITC 19. u. 20. März 1929 ^berechtig bestem 228ID LichlsoielhäusBahnh6lslr.34 2268V Fisch-Werbetage bis» Samstag! 01386 Eintrittskarten - RM. 4. Kreuzplatz 4 ✓ Telephon 1649 01373 0'278 Verkäufe Wahl, 7. Verschiedenes. 2273V MM billig ikgy# die ich 2ln. zehntousenl Goldwyi Mn hc Samstag, 16. März abends 8'/, Uhr, im Cafe Leib Bahnhofs- Restaurant Kreuzplatz 6 Bruder Meinard..... 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März Stirn 1. Hauptmann tinzureichen. Llnlform: Arbeitsausrüstung, Helm. Der Vorstand. 2lls ich n: zusammen r gegründet spielerin ui besonderen bcehalb alt den Engag' deutlich, dc sel an ihr yiiiiiiiiiiiiiimiiiiiimiiitiiiiiiiiiiiiiiviiiiiiiiiminmiiimmitHimmiiiiiiHiiiiiiiMwiinniu | Myrtenkränze | OrangenkränAe | BrautbukettS werden jedegi Wunsche entsprechend gebunden | Blumengeschäft klüger i Nach dem Theaterstück von Ohorn: .Die Brüder von St. Bernhard** in 6 Akten Hauptdarsteller: Die Medop härm' (Gesundheitswesen) ,Reise, Verk ehr u Wochenende" .Kraftwager*- Reparatur ufrd Zubehör* Challier (Tel.671) und abends an der Kasse. 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Mittelungen. 2271D Oe» Oo»sta«d. MOe IM 5mnersfag-Markt .. 304 Gr.Hertnae3Vs. 604 Ä. 354 Kabeljau o,#.*» ® 4 .. 354 Seeaal 404 rätenlo eS «Ztschstettchl.- 604 staroonaoe-e ...........••• •«*** 59^ Bücklinge 45U Kiste 2’/4 Wb. Inhalt.. «4 Alles andere u*aBT zu den bfllhgstmögltchen Tagespreisen MOSflesms WesernOnde-Jischereihafen. Astoria-Liditspiele Ab Donnerstag, den 14. März, bis elnschl. Sonntag, den 17. März: Im S(hatten des Harems Orientalischer Ausstattungsfilm von fabelhatter Pracht und Schönheit in 6 Akten. — Ferner: Das brennende Meer Ein Sensation»- and Abenteurerfilm in 7 spannenden Akten In b. NäbeGiekenö (Bahnstation) tft Wohnhaus (6.8tmmer, 2 Küchen, zwei ©inten) zu ca. 7500 AM. au verk. An(ahlg.nur^500^, Rest aus Hypothek. Schr. Ansr. u. 01255 an den Gtetz.An^etg. Hamen- 0. Herren- Friseorgesehäll In nutet Vofle tn Fulda zu verlaufen. Auichr. an [*225oD F. Haarbeseh, Filde, Am Rosengarten 3. 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Mein Ehrgeiz, die größten Talente der Schauspieltunst, die Damen von bestem Klang in der Künstlerwelt für den Film zu gewinnen, war die Ursache der größten Rückschläge in meiner Verufslaufbahn. Als ich noch in der Lafky-Gesellschaft — die ich zusammen mit meinem Schwager Jesse L. Las ky gegründet habe — arbeitete, genoß die Schauspielerin und Sängerin Mary Garden einen besonderen Ruf in der Dühnenwelt Ich gab mir deshalb alle Mühe, sie für uns zu gewinnen. Vei den Engagementsverhandlungen zeigte es sich sehr deutlich, daß Fräulein Garden zwar Line Zweifel an ihrem Talent zum Filmen hatte, wohl aber, offen gesprochen, Zweifel daran, ob ich ihr ?l«nug dafür bezahlen könnte. Ich muh schon agen, daß ich diese Zweifel lange selbst hegte: sie bestand nämlich auf 153 000 Dollar Gage für 10 Wochen Arbeit. Alle meine Kollegen waren trotzdem der Ansicht, daß man sie engagieren müsse, so daß ich schließlich in dem erhebenden Bewußtsein, Fräulein Garden allen anderen sie umwerbenden Filmdarstellern weggeschnappt zu haben, meinen Äamen unter den Kontrakt setzte. Ihre erste Dolle sollte »Thais" sein, eine Figur, mit der sie ihre größten Bühnenerfolge errungen hatte. Wenn auch das Stück in Amerika noch nicht veröffentlicht worden war, so mußten doch ausländische Derlagsrechte erworben werden, sür die ich Anatole France, dem Verfasser, runde zehntausend Dollar zahlte. Mich tröstete nur die Annahme, daß allein schon die französischen Vorführungen des Films mich überreichlich entschädigen würden: eine Annahme, die, wie sich später herausstellte, leider wenig gerechtfertigt war. Also begannen wir. »Thais" zu drehen. Ich durchlebte damals so ziemlich die unangenehmsten Tage meines Lebens. Außer den finanziellen Scherereien, den technischen Schwierigkeiten und den ewigen Klagen der Drehbuchautoren, der Regisseure und der mehr oder weniger temperamentvollen Schauspieler hatte ich nun auch die schwere Sorge, ob sich das kostspielige Experiment mit Mary Garden bezahlt machen würde. Beständig mußte ich zwischen der Primadonna und ihrem Regisseur vermitteln. Ratürlich kämpfte sie erbittert gegen jede Abweichung des Drehbuchs vom Originaltext, besonders in der Sterbeszene. Die Filmauffassung, die das Weib Thais über die Heilige Thais triumphieren lieh, schien ihr eine unerträgliche Verfälschung zu sein, und sie konnte sich kaum entschließen, überhaupt die Rolle zu übernehmen. Äoch größer wurde aber ihre Wut und ihr Schmerz, als wir zu den effektvollen Schlußszenen kamen: sie fühlte sich in ihrem Künstlertum auf das tiefste verletzt. „Ich wußte es ja!" rief sie. „Ich. die große Thais, soll wie ein Schlangenmensch sterben!" — Rach vielen so stürmischen Auftritten wurden wir schließlich doch mit dem Film fertig. Obgleich ich seine Mängel genau kannte, hoffte ich doch noch, Mary Gardens Dame würde einen durchschlagenden Erfolg herbeisühren. Meine Hoffnung wurde schmählich enttäuscht. So unglücklich auch mein erster Versuch aus- ge allen war. die Vühnenhandlung dem Film anzupafsen. so war das doch noch ein Kinder- spiel im Vergleich mit dem Kontrakt — 250 000 Dollar Gage! —. den die Laskv Famous Players« Gesellschaft mit Caruso abschloß. Ich war bei der Uraufführung eines der beiden auf Grund dieses Vertrages hergestellten Filme in Grau- manns Theater in Los Ange'es. Die Ausnahme des Films war noch viel schlimmer als die der unglückseligen „Thais"! Rach zwei Tagen mußte er vom Spielplan abgesetzt werden, und genau denselben „Erfolg" hatte er in allen anderen He mlehr aus Dem Almparadies. Conrad Deidts erstes Interview in seiner Heimatstadt. Don Siegfried Ascher. Berlin, Anfang März. Einem ausgestöberten Ameisenhaufen gleicht das sonst so ruhige Luxushotel. Pagen schwirren durch die große Halle, und selbst die würdig beherrschten Empfangsherren scheinen ein wenig außer Fassung zu geraten. Erwarten sie doch alle einen Gast, dessen Damen die Welt kennt: Conrad Veidt. Unaufhörlich schrillt das Telephon. Dlumenspenden werden herangeschleppt. Endlich ruft ein Alarmzeichen durch das Haus, denn „Conny" ist da. Mager, gebräunt und von dem stürmischen Empfang etwas mitgenommen, geht er durch die Halle, und selbst dem mitleids- fofen Journalisten wird es nicht leicht, den An- kömmling im Fahrstuhl 3u überfallen, um ein Interview zu verabreden. Bald ist die Mertelstunde verstrichen, die dem ermüdeten Künstler »um Ausruhen bewilligt worden ist, und das erste Interview, das Conrad Veidt nach lahrelanger Abwesenheit in seiner Heimatstadt gibt, nimmt seinen Anfang. . . , „Ihr Erscheinen beweist mir. daß amerikanisches Tempo auch in Deutschland zu inöen ist. so begrüßt der Filmstar seinen hartnäckigen 45.r- folger. „Lange habe ich mich nacy dem -tag gesehnt. an dem ich Deutschland Wiedersehen wurde. Mehr als zweieinhalb Jahre lebte ich fast ununterbrochen in Amerika, gute Freunde, wie 3 a n n i n g 6 und Lubitsch, haben mich vor dem Heimweh bewahrt. Aber In der letzten Zeit spürte ich, daß ich nach Europa, vor allem nach Deutschland reisen müsse. Ich sage es offen, daß ich hierher gekommen bin, um neue Anregungen uni) neue Energien zu sammeln. Hollywood ist ein Paradies, in das jeder gern öurückkehren wird, der längere Zeit dort gelebt hat. Aber es fehlt der Kampf, das Ringen um neue Ideen. Da alle bekannten Filmschauspieler in Holly' tooob beträchtliche Summen verdienen, macht sich Konkurrenzneid wenig bemerkbar. Gewiß verdienen Künstler mit durchschnittlich bekannten Städten. Uebrigens fiel auch ein Versuch unserer Konkurrenz mit der schönen Lina V a v a l e r i nicht viel besser auS. Das alles überzeugte uns natürlich nicht von der Richtigkeit der Theorie, daß erstklassige Schauspieler immer erstklassige Filmschauspieler sind. Trotz meinet schon reichlich kostspieligen Erfahrungen mit Mary Garden sollte ich doch noch traurigere mit einer anderen Dühnengröhe machen — mit Maxime Elliott. Lange, aufreibende Verhandlungen waren nötig, um sie für uns zu gewinnen, und mit größter Sorgfalt gingen wir an die Herstellung des Films. Irvin C o b b und Roi Cooper Megrue. anerkannte Autoritäten auf diesem Gebiet, schrieben daö Drehbuch: Alan D w a n, unser begabtester und erfolgreichster Regisseur, übernahm die Spielleitung: Hugo D a l l i n. der bekannte Maler, besorgte d'e künstlerische Ausstattung: und trotz alledem wurde der „Gegen die Uebermacht" getaufte Film ein unerhörter Mißerfolg. Riemals wurde ein Gold- Wyn-Film so von der Kritik heruntergerissen. Wir verloren dadurch nicht nur Unsummen an dem Film selbst, sondern muhten als Folge der Renommeeschädigung eine solche „ Flaute" durchmachen, daß wir andere, bereits angefangene Filme nicht mehr fertigzustellen wagten. Je beliebter der Star ist, um so heftiger tobt der Kampf um „sein" Drehbuch, und um so mehr Kapital muß der Unternehmer daransehen. Zunächst muß er — den Ratschlägen seiner Fachleute folgend — ein Manuskript für einen bestimmten Star erwerben: es ist aber hundert zu eins zu wetten, daß der Star dann seine Dolle ablolut nicht spielen will, nachdem et sich das Manuskript durchgesehen bat Um die schöne Heldin dann doch umzustimmen muß man oft nicht nur unendlich viel Takt aufwenden, sondern auch viel kostbare Zeit und — viel Geld! Größte Schwierigkeiten hatte ich in dieser Hinsicht mit Pauline Frederick, mit der ich sonst allerdings nur die besten Erfahrungen gemacht habe. Wenn ich mit erheblicher Mühe ein Filmmanuskript ausfindig gemacht hatte, das mir für sie besonders geeignet schien, sagte sie nach dem Durchblättern regelmäßig: „Das mag ich nicht!" Auf meine in aller Unschuld und in Möglichst harmlosem Ton herausgebrachte Frage: „Was mögen Sie denn daran nicht?" hatte sie stets einen Grund zur Hand: aber allmählich kam ich doch dahinter — der Star hatte nämlich eine merkwürdig tiefe Abneigung gegen alle Manuskripte. die nicht von ihrem Gatten Willard Mack, Vern Leiter unserer Manufkriptabteilung, stammten. An sich ist das ja wohl begreiflich nur fürchte ich, daß ich für die Komik der Sache nicht recht empfänglich war. Gerade damals hatte ich nämlich mit einer großen, produktiven Arbeit anfangen können, nachdem ich lange Wochen hindurch mit ansehen mußte, wie mein Unkostenkonto infolge der sehr materiell begründeten Launen meines StarS immer erschreckendere Ziffern erreichte: ich fühlte mich so unbehaglich wie jemand, der im Taxi auf der Straße wartend hält und die Taxameteruhr ständig steigen sehen muh. Ueber alle diese Mißerfolge ist aber reichlich Zeit vergangen, und ich habe es gelernt, in philosophischer Ruhe und lächelnd der Unsummen zu gedenken, die ich beim Filmen verlor. Mine Wmiansbch» als Serbredjerbarfleller. Don ton Chaney. Oft richten die Leute, die mich im Atelier in Hollywood besuchen, die Frage an mich, wie und weshalb ich dazu kam, mich auf die mimische Darstellung von Verbrechertypen zu spezialisieren und meinen Damen mit allem, was bizarr, geheimnisvoll und grotesk im Menschen ist. zu verbinden. Es scheint mir manchmal, als wären diese Leute in Sorge, ich könnte meine schauspielerischen Fähigkeiten auch einmal im praktischen Leben anwenden, wenn ich ihnen auf ihre besorgte Frage, ob ich den scheinbar abschüssigen Pfad, auf dem ich wandle, weiter zu verfolgen gedenke, die ihnen schamlos erscheinende Antwort gebe: »Selbstverständlich, weshalb nicht?" Ich habe meinen Ruf mit der Eigenart meiner Filmkunst begründet und beabsichtige auch, diesen Ruf aufrechtzuerhalten und womöglich noch zu vertiefen. Das Publikum muh in Spannung gehalten werden: es muß sich bei jedem neuen Fi m fragen, was wird Lon Chaney jetzt wieder bringen? Tatsächlich ist das Spannungsmoment eine der wichtigsten Voraussetzungen meines Erfolges. Wie ich zu meiner FUmlaufbahn kam? Ich habe einfach viel gelesen, besonders Do- vellen und Kurzgeschichten, das Material der internationalen Magazine, die heute auch in Deutschland so beliebt geworden sind. Dabei stellte ich fest, daß diese Publikationen Erzählungen enthielten, die spannende und mit dem Schleier des Geheimnisvollen umwobene Vor- §änge schildern. Wenn — so sagte ich mir — die Zerleger der Magazine, die doch die Psyche des Publikums genau kennen, herausgefundcn haben, daß abenteuerliche Erzählung beliebt ist, so wird das Filmpublikum wahrscheinlich einen ähnlichen Geschmack haben. Der Autor oder der Darsteller in einem Verbrecher- oder Detektiv-Film befindet sich dazu noch dem Romanschriftsteller oder Dovellisten gegenüber in einer ungleich günstigeren Lage. Der Leser kann nämlich die Tatsache, daß das Buch sich in seinem Besitz befindet, dazu aus- nutzen, die letzten Seiten des Buches zuerst zu lesen, die ersten Kapitel nur zu überfliegen. Er nimmt also den Schluß vorweg. Ich be- haupte natürlich nicht, daß alle Leser von spannenden. fesselnden Geschichten so verfahren; der wirklich raffinierte Leser wird es sicherlich vorziehen, die Spannung sich zu erhalten und abzuwarten, wie die Geschichte ausgeht. Die Möglichkeit. den Ausgang vorweg zu nehmen, besteht indessen fraglos für den Buchleser, während sie beim Filmtheaterbesucher nicht gegeben ist. Das Publikum bleibt bis zum Schluß im unklaren und daher in der Spannung; es weiß nie, welche Ueberraschung der Fabel eine neue Wendung gibt Dachdem ich also zu der Ueberzeugung gekommen war, daß das große Publikum einen so unersättlichen Hunger nach dem Abenteuerlichen. Bizarren und Ungewöhnlichen, nach der Dachtseite des menschlichen Lebens hat, und daß es sich weitgehend für die Motive und Handlungen von Verbrechern und Sonderlingen interessiert, entschloß ich mich, der Darstellung der außergewöhnlichen und geheimnisvollen Seite deS menschlichen LebenS meine filmschauspielerische Karriere zu widmen. Von jeher besah ich starkes Interesse für Äri- minalpsychvlogie. Dieses Interesse habe ich auch bekundet durch ein gründliches Studium der großstädtischen Unterwelt, in der der Abschaum und AuSwurs der Metropolen in Schlupfwinkeln, verfallenen Baracken und unter Brückenbogen haust. Meine Beobachtungen waren nur dazu angetan, den außergewöhnlichen Anreiz, den dieser eigentümliche Ausschnitt des menschlichen LebenS auf mich ausübte, zu vergrößern. Man hat mich oft gefragt, tote ich es möglich mache, mich sozusagen in wenigen Augenblicken zu verwandeln und mich bis zur Unkenntlichkeit zu verunstalten. Dun, das ist keineswegs so einfach, wie es manchmal erscheinen mag. Meine Charakterisierungen verlangen vielfach eine ganz verschiedene Technik nicht nur im Spiel, in der Bewegung und Haltung, sondern auch in der mimischen Geste. Kaleidoskopartig muh ich meine Dolle oft wechseln, ohne mich etwa besonderer Tricks bedienen zu dürfen. Ich erschien einmal als Buckliger, bann als geheimnisvoller Chinese, einmal als brutaler Marinesergeant, Damen nur Summen, die gegenüber den ungeheueren Einkünften der weltberühmten Film- größen nicht sehr hoch erscheinen. Trotzdem herrscht aber in Hollywood keine erbitterte Rivalität — und dadurch fehlt leider jene gespannte Atmosphäre. die den Künstler zwingt, fein Bestes herzugeben, um feinen Platz an der Sonne zu behaupten." Vorsichtig und zögernd geht Conrad Veidt auf dio Frage ein, ob die amerikanischen Regisseure es verstanden hätten, seine eigenartige Persönlichkeit zu erfassen. Er gibt zu, daß ihm vielleicht größere und dankbarere Aufgaben hätten gestellt werden können, wenn es in den Filmateliers von Hollywood andere Autoren gegeben hätte. Wenn man bedenkt, daß fein amerikanisches Debüt gerade in einem Kostümsilm erfolgte, und daß Conrad Veidt während seines Aufenthaltes in Amerika nur in drei Filmen gespielt hat, muß man zu der Ueberzeugung kommen. daß die Amerikaner es nicht verstanden haben, die besonderen künstlerischen Fähigkeiten dieses Schauspielers zu entwickeln. „Ich muh gestehen, daß ich mit Spannung der deutschen Uraufführung des Films „Der Mann, der lacht" entgegensetze. Seit dem Mai vorigen Jahres ist dieser Film in Amerika mit großem Erfolg gespielt worden, und auch in England hat man ihn gut aufgenommen. Daß dieser Film erst jetzt nach Deutschland kommt, mag seine Ursache darin haben, daß Filme, die mit besonders großen Kosten hergestellt werden, in Amerika erst einige Wochen in soa. Uraufführungstheatern zu erhöhten Preisen laufen, bevor sie in den Durchschnittskinos gespielt werden. Selbstverständlich verzögert sich dadurch der Verleih nach Europa. Mein dritter Film, der den Titel „Erich der Große" führen wird, ist erst vor kurzer Zeit fertiggestellt worden. Ich spiele darin einen berühmten Varietekünstler. Äeser Film ist — im Gegensatz zu den Filmen, in denen ich bisher mitwirkte — nicht stumm: er ist als S p r e ch f i l m aufgenommen worden, und das sogar zweimal, in englischer und in deutscher Sprache." Wenn Conrad Veidt immer wieder die Großzügigkeit der amerikanischen Produzenten betont, so spricht das mehr für feinen Charakter als für die Persönlichkeiten, die er verteidigt. Gewiß ist es großzügig, wenn ein Filmproduzent seinen Star lieber fünf Monate unbeschäftigt bezahlt, als daß er ihn zwingt, eine Rolle zu spielen, die dem Künstler nicht liegt. Jeder Freund der Filmkunst aber wird bedauern, daß man eine solche Kraft überhaupt fünsMonate brach liegen läßt, statt dem Künstler geeignete Aufgaben zuzuweifen. Ehrlich begeistert ist der temperamentvolle Schauspieler. wenn er von den großen Erfolgen ber ruf- fischen Filme spricht. Zwar stimmt er der politischen Tendenz, die all diesen {filmen innewohnt, nicht zu; doch erkennt er neidlos den Fortschritt an, den die Kunst durch die Werke russischer Filmregisseure erfahren hat. Es bedarf vieler Fragen, um aus dem Künstler endlich ein Geständnis herauszulocken. „Wenn mich in meinen sechs Urlaubs- monoton, die ich in Europa verbringen will, ein sehr befähigter russischer Regisseur auffordern würde, eine dankbare Rolle unter seiner Leitung zu spielen, und wenn ich die Gewähr hätte, daß dieser Fllm auch in den Nebenrollen mit guten Kräften besetzt würde, bann würde ich mich dieser Aufforderung nicht verschließen," erklärt Conny endlich. „Wunderbar wäre es, wenn sehr kapitalkräftige amerikanische Produktionsfirmen russische Regisseure nach Hollywood verpflichten und ihnen große Summen zur Ausführung künstlerisch wertvoller Filme zur Verfügung stellen würden. Trotz bolschewistischen Tendenzen haben die russischen Filme in einem großen Teil der Neuyorker Presse begeisterten Widerhall gefunden, so daß die Erfüllung meines Wunsches vielleicht nicht sehr fern liegt." Daß Hollywood ein Paradies ist, in dem es sich leben läßt, wenn man über größere Einkünfte ver- fügt, ist bekannt. Trotz allen Lobesworten. die Conrad Veidt über die Filmstadt äußert, kommt man aber zu der Ansicht, daß sich die prominenten Filmstars dort ein wenig langweilen, wenn sie nicht gerade in ihren Ateliers arbeiten. Gewiß ist es schön, ein großes Haus, einen herrlichen Garten, einen Tennisplatz und ein Schwimmbad zu besitzen. Man kann aber nicht ständig Tennis spielen ober schwim- men. Wie sehr muß ber frühere Reinhcirbtschüler bas Theater in Hollywoob vermißt haben! Es mag für ihn nur ein gelinder $roft. gewesen fein, daß dann als Zirkuskünstler ober als russischer Revolutionär usw. Manche meiner Doppelrollen stellten mich vor sehr schwierige Aufgaben. In einem Stück hatte ich zunächst einen armen, verkrüppelten Geistlichen oarzustellen, ber In selbstloser Hingabe in einer armen Gemeinde Im Eastend von London tätig ist, und bann wieder die Verwandlung in einen vierschrötigen brutalen Vertreter der Londoner Verbrecherwelt. In dieser Vielseitigkeit meiner Rollen liegt meint Stärke. Im Anfang meiner Laufbahn habe ich jahrelang vergebens darauf gewartet, diese meine DerwandlungSkunst zeigen zu dürfen. Hätte mich damals ein Regisseur darum ersucht, zur besseren Durchführung meiner Rolle mit irgendein Glied meines Körper« abzuhacken, ich glaube beinahe, ich hätte eS getan. Der Ehrgeiz hatte mich an ber Gurgel. So lernte ich alle Kniffe, um mich außerordentlich schnell auS einem respektablen Menschen in ein menschliches Scheusal verwandeln zu können. Mit heißem Eifer, denn e* erfordert lange und mühsame Vorarbeit, einen Verbrecher oder einen mysteriösen Sonderling überzeugend darzustellen, habe ich mit Mühe gegeben, mich fo zu benehmen, wie lein auf sich haltendes Mitglied der menschlichen Gesellschaft eS tun würde. Ich habe jede Art von Gewalt gegen die göttliche Form im Menschen unternommen, den menschliche Raffiniertheit sich nur auSdenken kann. Innerlich bin ich oft für meine Sünden gestorben. AIS Lohn für meine Selbstopferung wage ich nur zu hoffen, daß mein wahres Ich sich durch die überzeugende Darstellung solcher Typen ein Plätzchen in ber Gunst des PubllsiunS verschaffte. Meine starke mimische AuSdtuckSsähigkeit verdanke ich In einem besonderen Sinne meinen Eltern. Beide waren nämlich taubstumm. Dieser älmftanb zwang unS als Kinder, alle unsere Gemütsbewegungen durch daS Spiel ber Hände und durch eindringliche Mimik auSzudrücken. Die Kunst der Zeichensprache, die ich schon als Knabe virtuos beherrschte, bedeutete für mich späteichin eine große Hilfe in meiner Filmlaufbahn. 3m „Glöckner von Rotte Dame" z. B. muhte ich mich während mehrerer hundert Meter Film nur auf die Ausdrucksfähigkeit meinet Hände 6e- schränken. In allen meinen Darstellungen habe ich mich stets bemüht, hier und da eine Rote menschlicher Gröhe einzufügen, selbst bei ben abscheulichste» Beispielen menschlicher Gestaltung. Der „Glöckner von Dotre Same* ist äußerlich zweifellos ein Scheusal in Menschengestalt, häßlich und anstoßend, aber er besitzt bte Seele eines liebenswerten KindeS. In dem Film „Der Mann dar die Backpfeifen bekam" war die von mir gespielte Hauptrolle, ber Clown, ein innerlich gebrochener Mann, aber ihn umgab ein rührende*, entwaffnendes Pathos. Diese Rote habe ich erst durch mein Spiel hereingebracht. Trotz ber moralischen und geistigen Beschränktheit, wÄche meine Filmcharaktere meist zeigen, suche ich doch immer die Sympathie der Zuschauer zu gewinnen, indem ich irgendeinen versöhnenden Zug oder eine heroische Rote in die Rolle hineindichte, wrr selbst den größten Schurken d-m Zuschauer wenigstens für Augenblicke sympathisch zu machen. Dur wenn echt menschliche Gefühle in der Da»- ftellung zum Ausdruck kommen, wird — so meint ich — der Film auch den Zuschauer menschlich packen. Berliner Filmprennären. „Der Adjutant deSZaren".—„Die Stator Berlin, Anfang März. Der Mensch will sich nach des Tages Last und Mühe unterhalten, wenn er zum Film geht. Das Auge will etwas sehen, das Herz sich freuen; ein wenig aufregend darf es auch fein, also trägt Spannung zur Schaulust bei, und da» Ganze wird interessant. Sind bann noch schöne Menschen im Spiel, unb ist es umrahmt von Glanz, Fülle und Reichtum, bann ist alles erfüllt. Strichewski hat mit feinem Fllm „Der Adjutant des Zaren" noch mehr gegeben als bic- man vom Filmparadie« in einigen Stunden mit dem Flugzeug San Franzisko erreichen kann. Mit Segcifterung spricht Conrad Veidt von der einzigen geistigen Anregung, die die Prominenten in Hollywood besitzen; von der riesigen Arena, die als Musikhalle bient. 25000 Zuhörer können in diesem Amphitheater ber Musik lauschen. Eine besondere Freude wurde ben brutschen Künstlern zuteil, als Bruno Walter bas Orchester dirigierte, bem 120 Künstler angehören. Dreimal wöchentlich finden große Konzerte statt; sonst bietet Hollywood aber wenig Abwechslung, denn die anftrengenbe Arbeit nimmt alle Kräfte in Anspruch. „Erst in den Filmateliers von Hollywoob habe ich gelernt, was intensive Arbeit bebrütet", erzählt Tonrad Veidt. „Selbst ber berühmteste Star muß pünkttich zur angesetzten Stunde geschminkt und im Kostüm ber Rolle im Aufnahmeraum erscheinen. Unpünktlichkeit wird nicht gebulbet! Es kommt bisweilen vor, baß sich Filmkünstler 24 Stunden keine längere Ruhepause ?onnen„ Wenn man dann nach Hause kommt, ist man reilid) völlig zerschlagen; man hat keinen Eimr mehr für die Schönheit seines Heims unb verzichtet gern auf gesellschaftliche Veranstaltungen." Selbstverständlich wird in Hollywoob viel Sport getrieben, und Conrad Veidt wird feinen deutschen Freunden ein Ballspiel vorführen, bas er von i)ou= glas Falrbanks gelernt hat, mit dem er sehr befreunbet ist. Nach dem erfinderischen Schauspieler wirb bieses Ballspiel „Doug" genannt 3n diesen ersten Stunden seines Berliner Aufent- hattes geht ein Hagel von Telephonanrufen auf den Künstler nieder; Freunde und Bekannte warten in ber Hotelhalle unb lassen sich melden, so daß die Unterredung ost unterbrochen wird. Filmdirektoren, Journalisten, Photographen unb Zeichner harren mit Sehnsucht bes Augenblicks, in dem Conny fein Zimmer verläßt, um bis Hotelhalle aufzufuchen. Aber auch bann kann er sich nicht in Ruhe photographieren lassen, benn unten wartet schon ein bekannter Theaterbirektor, der Conrad Veidt für die Sprechbühne gewinnen will. Jede Minute bes Künstlers ist besetzt, selbst bie späten Nachtstunden müssen für wichtige Besprechungen heranaezogen werden. Mit leisem Schuldbewußtsein verläßt mars dos Zimmer des Dielgeplagten, bem die geopferten Stunden vielleicht empfindlich fehlen werde». ses. Vom ersten Akt an baut sich eine flüssige, geschickt durchgeführte Handlung auf,, die mehrere glanzvolle Höhepunkte umfaßt und geschmackvoll mit einem Ausgang endet, der weniger „happy" im eigentlichen Sinn ist, als glücklich in seiner Idee, weil er überzeugend und richtig wirkt. Iwan M o s j u k i n als Fürst Kurlski, gewandt und vielgestaltig im Ausdruck, lebendig und frisch, hat eine gleich liebenswürdige und gewandte, wenn auch nicht immer gleich vielseitige Partnerin in Car- inen Boni. Das Zusammenspiel dieser beiden Menschen erfreut durch Geschmack und Dezenz. Ausgezeichnet Fritz Alberti als General Timnoff in prachtvoller Maske. Serow und Burg, beide gut in unterstützenden Nollen. Granach als Nihilist ein wenig reichlich düster. „Die K o s a k e n", „nach einer Novelle von Leo Tolstoi", wie das Programm sagt, brachte der Ufa-Palast am Zoo. Der Film ist amerikanisch, Tolstoi durch Hollywood gesehen. Amerikanisch nach Tempo, Schmijsigkeit und geschickter Behandlung der Massen. Nach dem Kosakenwort: „Die Männer müssen kämpfen, die Frauen arbeiten und über allem ist Gott" spielt sich das Dasein dieser martialischen Männer lieblich-allzulieblichen Frauen ab. Was wunder, daß der entartete Sprößlina des Hetmans, Lukaschka, der von Kämpfen nichts wissen will und gar den Weibern bei der Arbeit hilft, die Sorge seines Vaters und der Spott des Dorfes ist. Aber das Blättchen wendet sich: Lukaschka wird ein ebenso kühner Sirieger wie er Reittünstler ist und führt zur Belohnung denn auch nicht nur die gegen die Ungläubigen sieghaften Kosaken, sondern auch die Braut heim. John Gilbert, ein noch jüngerer, noch schlankerer noch sportlicherer Fairbanks mit noch schöneren Zähnen ist Lukaschka. Er macht von all diesen Vorzügen den ausgiebigsten Gebrauch und träumt, zecht und kämpft sich scharmant durch die Handlung. Marianka, die erst ihren Lukaschka liebt, dann nicht mehr und zuguterletzt wieder liebt, ist RenL A d o r s e e. Sie trägt kleidsame Kostüme, ist aber sonst nicht bemerkenswert. Ernst Torre n c e gab den Helman so martialisch wie es ihm gebührt. Nils A st h e r ist Zarengesandter und Fürst, trotzdem aber unbedeutend. Georg Hill hat für den Metro-Goldwyn-Mayer-Film der Parufamet die Novelle Tolstois bearbeitet und zeichnet für die Regie. Der Himmel ist hoch und Tolstoi ist weit — aber eine frisch-fröhliche Sache ist draus geworden mit zum Teil sehr schönen Bildern. A. Wirtschaft. Also doch Opel-General Motors! Die Opelwerke. die bekanntlich vor einiger Zeit ihre gesamten Betriebsanlageü in eine neu- gebildete A.-G. mit einem Kapital von 60 Millionen Mark eingebracht haben, sind bisher gegenüber allen über eine Verbindung mit der General Motors gebrachten Meldungen nicht nur zurückhaltend gewesen, sondern haben sie bisher auch immer vollinhaltlich dementiert. Trotzdem erhielten sich die Gerüchte von einem Liebergang der Opelattien an den größten Automobilkonzern der Welt hartnäckig und verdichteten sich immer mehr. Jetzt endlich gibt die Opel-Verwaltung zum ersten Male zu, daß tatsächlich Verhandlungen gepflogen werden, die den Abschluß eines Verkaufsvertrages zum Ziele haben. Andererseits sind in Amerika in den Fachblättern schon seit einigen Tagen seitens der General Motors Corporation Meldungen herausgekommen, die von einem günstigen Verlauf der Verhandlungen mit den Opelwerken sprechen und darüber hinaus berichten, daß die O P e l w e r k e nach dem Liebergang an die General Motors bedeutend ausgebaut werden sollen, um die Produktion für den gesamten europäischen Kontinent zu decken. Man sicht in amerikanischen Kreisen den Wert dieser Transaktion vor allem darin, daß Jburd) den Erwerb der Aktienmehrheit der höhten und erfolgreichsten deutschen Automobilfabrik und zugleich der größten Fahrradfabrik die General Motors Corporation in der Lage ist, von einer denkbar günstigen Produktionsbasis aus ihr europäisches Geschäft ins Große auszubauen. Die Opelwerke sind bereits heute in der Lage, 300 bis 500 Automobile pro Tag zu bauen: sie sind ein nach amerikanischen Methoden eingerichtetes Werk, und der Vorteil für die General Motors ist der, daß sie durch den Erwerb der Opelwerke nicht wie Ford gezwungen sind, sich eine besondere kostspielige neue Produktionsbasis und Organisation für ihre europäische Produktion zu schaffen. Es muß auch berücksichtigt werden, daß gerade für die Massenproduktion die Opelwerke mehr geeignet sind, als alle anderen deutschen Automobilfabriken, und gerade des Kleinwagens, der den europäischen Einkommensverhältnissen der weiteren Käuferschichten für Automobile entspricht. Es läßt sich natürlich denken, daß an sich die Opelwerke nach ihrem Liebergang an die General Motors eine weit höhere Beschäftigung bekommen werden, die aber nicht zum Besten verdeutschen Automobilindustrie ist, der der Kampf um die Versorgung der osteuropäischen Länder und auch der anderen Aachbar- staaten ungeheuer erschwert werden wird. Zweifellos bedeutet die Transaktion Opel-General Motors eine schwere Gefährdung der E x p or t-S n t er e s s en der deutschen Automobilindustrie. Eine Erklärung von Opel. Zu der gestrigen Meldung über den Abschluß eines notariellen Vertrages der O p e l w e r k e mit der General Motors Corp. wird dem WTB.-Handelsdienst auf Anfrage mitgeteilt, daß sich am Stand der Verhandlungen nichts gändert hat. Die Entscheidung über den Abschluß des Vertrages wird erst fallen, wenn die Verhandlungen mit dem erwarteten Präsidenten Sloan von General Motors zu einem Ergebnis gekommen sind, preußische Vereinigte Elektrizitäten- und Bergwerks-A.-G. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, wurde in Berlin die Preußische Vereinigte Clcktrizitäts- und Dergwerks-A.-G. vom Han- dclsminister und vom Finanzminister gegründet. Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb und die Verwaltung von Beteiligungen an Elek- trizitäts-, Bergwerks- und anderen Llnterneh- mungen, insbesondere die Finanzierung dieser Llnternehmungen. Das Grundkapital beträgt 180 Mill. Mk. Auf das Grundkapital bringt der preußische Staat sämtliche Aktien der Preußischen Elektrizitäts-A.-G., der Preußischen Dergwerks- und Hütten-A.-G. und der Bergwerks-A.-G. Recklinghausen ein, sowie sämtliche Vorzugsaktien und rund 99 Prozent der Stammaktien der Derg- werksgcsellschaft Hibernia zu Herne. Als Auf- fichtsratsvorsitzender wurde gewählt Staatssekretär v. Seefeld im preußischen Handelsministerium. Gebr. Himmelsbach A.-G. Sn der Gläubigerversammlung, deren Ergebnis bereits mitgcteilt wurde, berichtete der Konkursverwalter über die weitere Entwicklung. Sn der Masse liegen endgültig für die nichtbevorrcchtig- ten Gläubiger einschl. der beim Zwangsvergleich zu berücksichtigenden nichtangemeldeten und gestrichenen Forderungen 32,33 Prozent. Dieses Ergebnis entspricht den früheren Schätzungen unter Berücksichtigung der bereits bekannt gewordenen Verringerung des Wertes der Warenbestände um eine halbe Million Mark. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß nach dem im Frühjahr 1928 ergangenen Gesetz über die Liquidations- schädenschluhentschädigung von der Schlußentschädigung nur ein Betrag von 240 000 Mark von den Konkursgläubigern in Anspruch genommen werden kann, weil Wiederausbauzuschläge an Firmen im Konkurs nicht gewährt werden. Es waren daher von der früheren Schätzung von 400 000 Mark 160 000 Mark abzusetzen. Aus dem Verkauf der Warenbestände und der Betriebs- Übergabe an die neugegründete Smpreva, Holz- imprägnierungs- und Holzverwertungs-A.-G.. Charlottenburg, haben sich Differenzen ergeben, die durch einen Vergleich derart geschlichtet worden sind, daß der Smpreva 350 000 Mk. auf den Kaufpreis nachgelassen wurden. DieGrohgläubiger (Dresdner Dank u. Gelsenkirch. Dergwerlsverein) haben sich jedoch bereit erklärt, beim Zustandekommen des. Zwangsvergleichs 250 000 Mk. an die Konkursmasse zurückzuerstatten, so daß die Konkursdividende durch diesen Vergleich nur um 1 Proz. geschmälert wird. Die Durchführung einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit der Smpreva würde den Konkurs auf unabsehbare Zeit verlängert haben. Außerdem hat die Hauptgläubigerin. die Gelsenkirchener Bergwerks A.-G., sich bereit erklärt, bei Zustandekommen des Zwangsvergleichs von ihrer Forderung den Betrag von 2,3 Millionen Mark abzusetzen, den sie aus der Mologa-Liquidation erhalten hat. Aus diesem Entgegenkommen der Großgläubiger ergibt sich eine Verbesserung der Vergleichsquoten der übrigen Gläubiger von 9 Droz. Der Konkursverwalter empfahl schließlich die Annahme des Vergleiches. Aachdem die Schwierigkeiten für die Annahme des Zwangsvergleichs beseitigt waren, erfolgte die Abstimmung. Die Entscheidung des Gerichts über die Beendigung deS Zwangsvergleichs soll in einer Woche verkündet werden. * * Glanzstoff im Frankfurter Terminhandel. Etz ist beabsichtigt, die Aktien der Vereinigten Glanzstosfabriken-A.-G. in Elberfeld in den Terminhandel an der Frankfurter Börse einzubeziehen. * Rheinische Creditbank, Mannheim. Das Jahr 1928 erbrachte einen Reingewinn von 2 610 730 (2 565 481) Mark. Der Aufsichtsrat schlägt der auf den 21. März einberufenen Generalversammlung vor, hieraus 8 v. H. Dividende (wie im Vorjahre) zu verteilen, für Abschreibungen aus Liegenschaften wieder 150 000 Mark zu verwenden, der Delkredere-Reserve wieder 175 000 Mark, der Beamtenpensionskasse 75 000 Mark zu überweisen, 137 580 (124 050) Mark Tantiemen auszuschütten und 153153 (121431) Mark vorzutragen. • Karstadt A.-G. Sn der Aufsichtsrats, sihung der R. Karstadt A.°G. wurde beschlossen, der Generalversammlung die Fusion mit der Lindemann & Co. A.-G. vorzuschlagen. Das Karstadt-Kapital soll um 10 Millionen Mark auf 80 Millionen Mark erhöht werden. Rund 9,1 Millionen Mark dienen zum Llmtausch der 6,8 Millionen Mark Lindemann-Aktien. Ferner ist ein Austausch von Derwaltungsmitgliedern vorgesehen. 'Die Sanierung derMannesmann- M u l a g. Die außerordentliche Generalversammlung genehmigte den Sanierungsvorschlag, der eine Zusammenlegung des 3,5 Millionen Mark betragenden Aktienkapitals im Verhältnis 70:1 und Wiedererhöhung um 2,45 auf 2,5 Millionen Mark vorsieht. Rach Mitteilung der Verwaltung handelt es sich zunächst um eine vorbereitende Maßnahme. Die Verhandlungen, von denen die Entschließung über die praktische Durchführung der Kapitalerhöhung abhängt, sind noch nicht zum Abschluß gebracht worden. * Oberschlesische Eisenbahn - Be- d a r f s - A. - G., G l e i w i h. Sn der G.-D. waren rund 18 Mill. Mk. Aktien vertreten. Lieber den Geschäftsbericht entspann sich eine lebhafte Debatte. Die Opposition (Bankhaus Sarkslowski & Co.) beantragte Erhöhung der Dividende von 5 auf 7 Prozent. Die Verwaltung begründete ihre Bewertungspolitik mit der derzeitigen kritischen Wirtschaftslage und den möglichen Auswirkungen bei einem Zustandekommen des deutsch- polnischen Handelsvertrages. Der Abschluß für 1927/28 wurde gegen die Opposition (1270000 Mk.) unter Protest genehmigt. Von der Zuwahl eines von der Opposition in Vorschlag gebrachten neuen Aufsichtsratsmitglieds wurde Abstand genommen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 13. März. Tendenz: etwas freundlicher. — Die Tatsache, daß die Diskontrate von Amsterdam unverändert belassen wurde, obwohl die Befürchtung einer Erhöhung weiter bestehen blieb, hatte eine allgemeine Beruht- g u n g zu Beginn der heutigen Börse zur Folge. Auch der feste Schluß der gestrigen Neuyorker Börse, sowie die gebesserten Geldmarktverhältnisse am dortigen Platze hinterließen einen günstigen Eindruck. Das Geschäft blieb aber immer noch sehr gering, da sich das Publikum und das 'Ausland vom Börsengeschäft fast vollkommen zurückgezogen hatten. Im Grundton blieb eine gewisse Zurückhaltung vorherrschend, da man mit Spannung der heutigen Entscheidung in Paris über die neue Zentralbank entgegensieht. Die Tendenz war aber etwas freundlicher, und es traten auf den meisten Marktgebieten gegenüber der gestrigen Abendbörse, mit Ausnahme einzelner Papiere, Gewinne bis zu 1,25 o. H. ein. Im Vordergründe standen von Montanwerten Phönix mit 1,5 v.H., Rheinische Braunkohlen und Rheinstahl mit je zirka 1 v. H., und vor allem Kupferwerte auf die gesteigerten internationalen Kupferpreise. Mansselder plus 2,25 v. H. Auch Harpener waren 1,75 o. H. erhöht. J.-G.-Farben etwas lebhafter gesucht, doch blieb zur ersten Notierung der Kurs gegenüber der gestrigen Abendbörse unverändert. Elektrowerte standen heute ziemlich im Hintergründe. Nur A. E. G. l o.H. und Siemens 0,5 v. H. höher. Bankwerte zumeist gut behauptet. Hapag gehalten, Norddeutscher Lloyd lagen etwas niedriger. Kaliwerte, die bis 1 v. H. niedriger eröffneten, und Deutsche Linoleum, die 2 v. H. einbüßten, waren weiter angeboten. Auch Soenska in Reaktion der Steigerung an der gestrigen Abendbörse auf Realisationen 1 Mark niedriger. Auto- werte etwas höher. Renten ohne Geschäft. Deutsche Anleihen waren auf dem erhöhten Niveau behauptet. Im Freiverkehr waren von amerikanischen Kunstseidenwerten Shares Bemberg mit 67 und Amerikan Glanzstoff mit 57,50 Dollar angeboten und weiter abgeschwächt. Im Verlaufe wurde das Geschäft wieder still, und der Markt lag sehr ruhig. Kleinste Nachfrage bewirkte ein weiteres Ansteigen der Kurse, die Besserungen überschritten aber selten 1 v. H. Die Stimmung blieb freundlich. Soenska waren jetzt lebhafter gefragt und konnten 3 Mark gewinnen. Auch Renten ohne Optionsschein waren gesucht. Materialknappheit bewirkte ein Anziehen dieses Kurses um 0,45 v. H. • Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6,5 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt wjir London gegen Kabel mit 4,8540 fest. Sonst nannte man Mark gegen Dollar 4,2138, gegen Pfund 20,456, gegen Paris 124,30, gegen Malland 92,72, gegen Madrid 32,6750, gegen Holland 12,1190. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 13. März. Der Produktenmarkt verkehrte in ruhiger Haltung. Abschlüsse kamen kaum zustande, obwohl höhere Auslandnotierungen Vorlagen. Das Angebot von Sn- landware war immer noch verhältnismäßig gering, so daß hier eine Abschwächung eintrat. Sonst sind Llmsähe ni&t zu verzeichnen. Es wurden notiert: Weizen 24 bis 24,50; Roggen 23,75 bis 23,50; Sommergerste für Drauzwecke 24 bis 24,äu; Hafer, inländischer 24,50 bis 24,75; Mais (gelb) für andere Zwecke 24,50; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 33,50 bis 34,50; Roggen- mehl 30,75 bis 31,75; Weizenkleie 14,25 bis 14,35; Roggenkleie 15,50. Tendenz: ruhig. Kirchliche Nachrichten^ Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 13. März. Lladlkirche. 6 Uhr: Passionsandacht; Pfarrer Becker. Freitag, den 15. März. Kapelle des Alten Friedhofs. 6 Uhr: Passionsandacht; Pfarrer Lenz. Samstag, den 16. März. Johannesklrche. 2 Uhr: Beichte für die Konfirmanden und deren Angehörige aus der Johannes-, Petrus- und Militärgemeinde. Gewinnavszug 5. Klasse 32. Preußisch^Svbbeutsch» (258. Preuß.) Klasfen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gcsallen, und zwar je einet auf die Lose gleichet Nummer in den beiden _____________Ableilungen I und II 28, Ziehungstag 12. März 1929 3n der Dormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 6 ®«toinne ,u 5000 M. 60677 183754 262277 6 ©etotnn« jn 3000 M. 76098 130426 306171 18 ©ewinne »u 2000 M. 52728 90428 113980 130323 160833 168743 178544 278080 362187 44 Gewinn« »u 1000 M. 30328 51743 65591 69412 85067 87371 146672 153781 159812 187333 196555 201666 212022 215690 217483 217859 224385 228396 300041 305115 360826 362373 84 Gewinn« zu 500 M. 14356 20837 35163 36784 42176 47687 48042 64215 62292 69231 95449 126559 137868 141368 165200 178369 209487 210729 222167 222791 226948 235718 236524 239933 240152 241903 249995 262740 268424 270129 280761 287878 300200 302978 306346 309620 321559 351823 364021 377863 390053 399742 238 Gewinn« ,u 300 OT. 2525 4997 6832 16689 18924 31144 31981 35625 39962 43713 44892 46877 62333 52715 56767 59694 60163 62150 71918 73563 80815 87071 88900 95727 100866 101846 102926 103661 115988 119038 126285 132889 135664 138637 • 138893 140358 141871 149434 152429 155357 157041 157242 161187 161724 164593 167056 167078 167238 171244 174661 175419 177190 187393 190021 193882 194866 195493 198992 197659 197955 199001 208959 209284 211881 218394 220953 222211 228132 228926 229502 232046 233412 235894 236159 238586 239114 239565 239827 252480 256393 263596 273205 273439 274974 279834 280175 280453 283708 284155 284990 287335 289415 291047 293659 306931 307220 310007 312126 320236 326231 328062 328495 335818 339379 340499 347517 348414 348437 351057 353175 358367 358858 364466 372747 384071 388607 394804 395623 398936 ön der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinn« gu 50000 M. 132635 2 Gewinn« en 10000 M. 138655 4 Gewinne >a 5000 M. 269073 371683 6 Gewinn« |u 3000 M. 199188 273111 309536 10 Gewinn« ju 2000 M. 2000 26741 62021 207772 275978 22 Gewinn« »u 1000 M. 8835 48677 84352 101847 154813 178363 256090 262047 297837 365774 381130 70 Gewinne500 r V: Nieder! Montmt......7,2 Bereinigte Stahlw. ..... t OtavlMinen...... 2 .-li ft'flli Aschersleben • • • • • 10 9aN Westeregeln......10 Kaliwerk Salzdetfurth . . . 15 G. Färben-Industrie . . . 12 Dynamit Rodel.......1 ^cheldeanstalt........E Goldschmidt ........ b RütgcrSwerke........6 Metallgesellschaft. • • . . . H ■j% Ungarl'chc Ltaater. v. 1010 . 4',2% bctfll. bon 1918..... 4'o Ungarisa.e Slumentte..... 4% Türk. Zelianieihe v. VU1 . 4°o Türkische Bngtodvahn-An> Serie I........... 4% ve«gl. Serie II....... 4% Rumänen conocrt. 3i:r. . . 4'/,% Rumänen Goldant. von 191? Ailg. Deutsche Eisenbalm . . 4' Hamburg Amerika Paket . . . e Hamb.-Südam. Tampsjch. . . >- Hansa Dampfschiff.....lf Norddeutscher Lloud.....t Lllg. Deutsche Lreditanst. . • « Barmer Bankverein .... 1* Berliner HandeUgeseUsch. . . 12 l ommcrz- und Privot-Bank . 1' Tarrn», u. Nattonalbank . . 1 Deutsche Bank.....- J( Tiskonio-Gesellschast Ank.. . 1< T«ebnet Bank......1* Mitteldeutsche Creditbanl . . . e Netallbank.....• • • • f Reichebank........** 2 * 4 * 6 nmsi.-rnotr. Buen.-Airek Brff.-Antw, Cbristiania. Kopinhagin Stockholm . HelsingforS. Italien. . . London. . . Neunork . . Pari«.... Schwei, .. Spanien. • Japan .. . Nto de Fan. Wien in D.« Ceft. abgest Prag . . - Belirad . - Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . Konstantin- Athen. . . Canada . . Uruguay. . Cairo . . . 1,769 58,44 112,24 112,20 112,44 10,59 22,04 20,43 4,2105 16,445 80,98. 62,46 1,878 0,499 59,14 12,47 7,392 73,33 3,041 18,76 81,65 2,071 5,44 4,183 4,276 20,958 1,773 58,56 112,46 112,42 112,66 10,61 l22,08 20,47 4,2185 16,485 81,14 62,58 1,882 0,501 59,26 12,49 7.406 73,52 3,047 18,80 81,81 2,075 5,45 4,193 4,284 20,998 1,771 58,45 112,29 112,24 112,46 10,592 22,05 20,439 4,2105 16,44 80,97 62,46 1,876 0,4995 59,135 12,47 7,391 73,36 3.039 18,83 81,68 2,075 5,442 4,183 4,276 20,958 166.34 1,775 58,57 112,51 112,46 112,68 10,612 22,09 20,479 4,2185 16,48 81,13 62,58 1,880 0,5015 59,255 12,49 7,405 73,50 3,045 18,87 81,84 2,079 5,452 4,191 4,284 20,998 Berlin, 12- Mär; Geld Brief Amerikanische Noten..... Belgische Noten........ Darmche Noten ....... Englische Noten........ 4,202 58,35 111,98 20,40 4,222 58,59 112,42 20,48