Dienstag, 12. November 1929 179. Jahrgang Nr. 266 Erstes Blatt ionellen Teil,.) JerMumungMmmsilrdiedMeRhemIandzone ;ernb er hießbauer 5eb, Baler r bringt Wohlbestnden. m in der Minderheit, |o den ein. Lecilerrin reckendes Präparat und im Mähe blutbildend zu 9271v Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Ne« Klameanzcigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20" , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Polrtik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton lOr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, fämtlich in Diesten. Erscheint täglich,auster Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Di« Scholl«. Monotr-Vezugspretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlusse unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: ZrantfuNom Main 11686. die programmatische Einigung über die Art der wünschenswerten Lösung, und trotz der prekären außenpolitischen Situation ist es selbst dem persön- lidjcn Eingreifen Dr. Stresemanns bei seinen Leb' zelten nicht mehr gelungen, ein neues Fundament für fruchtbare und nützliche weitere Zusammenarbeit der jetzigen Regierungsgemeinschaft zu legen. Wenn so der Eintritt Moldenhauers in das Kabinett einen politischen Sinn haben soll, dann kann es nur der sein, an seinem Teile dazu beizutragen, daß aus einer losen Parteiengemein- schäft, die im wesentlichen von einem geschlossen eingesetzten und geschickt geführten sozialdemokratischen Willen geleitet wird, sich allmählich wieder ein festes K oa l i t i o n s v e r h ä l t » n i s herausbildet, mit dessen Hilfe es allein möglich ist, die wichtigen Fragen der inneren, der Wirtschafts- und Sozialpolitik in den nächsten Monaten zu meistern. Moldenhauer muh den Punkt des entschlossenen Widerstandes in der Regierung selbst gegen die Eigenwilligkeit eines Wissell, gegen die Verschleppungspolitik eines Hilferding bilden. Rur so wird er auch der Aufgabe in seinem engeren Arbeitsgebiet gerecht werden können. Er findet unzweifelhaft schlechte Verhältnisse bei seinem Start Berlin , 11.Koo. (D3IB.) Der Reichsprä- ident hat, wie schon kur; gemeldet, auf Vorschlag des Reich-lcmzlers Dr. Lurkius unter Entbindung von dem Amte als Reichs- wirtfchaftsminister ; u m Rcichsminister des Auswärtigen und den Univerfilälsprofeffor Dr. Woldcnhauer (W.d.R.) zum Reichs- wirtfchaftsminifter ernannt. Zeitspanne erfüllt werden könnten. Leon Blum erklärt, daß es weder notwendig noch opportun gewesen sei, diese unwahrscheinliche Hypothese ins Auge zu fassen. Aber das Wesentliche sei doch, daß Tardieu den Worten Briands Zuge- st i m m t und energisch betont habe, daß die Regierung die Absicht habe, wenn die Bedingungen erfüllt seien, die Sache nicht in die Länge zu ziehen, sondern im Gegenteil die Räumung noch z u beschleunigen. Also sei die Verschiedenheit in der Auffassung Briands und Tardieus nur scheinbar. Hoesch ersucht um Aufklärung. Beschleunigung der zweiten Hanger Konferenz. p a r i s, 12. Koo. (WTB. Funkspruch.) Heber eine Unterredung des deutschen Botschafters mit Briand berichtet der „Watin": Wan kann annehmen, daß der deutsche Botschafter auf Grund der Erklärungen Tardieus und Briands in der Kammer über die Räumungsfrage beauftragt worden ist, die französischen Winister um gemeinsame Aufklä- rung zu bitten. In Berlin hat may den Sinn der Rebe Tardieus bekanntlich oerkannt. Ein Teil der preffe hat vor allem geglaubt, ihn dahin verstehen zu sollen, daß nach Ansicht des IHinifter- präfibenten ber Zeitpunkt bes 30. Juni 1 9 3 0, ber im Haag für das Ende bet Besetzung ber briffen Zone vorgesehen war, nicht mehr in Frage kommen könne. Brianb hat Herrn von hoesch barauf hingewiesen — wofür ja auch die im „Journal Officiel“ erschienenen Berichte sprechen — baß Tarbieu keine von ber (einigen ab - weichenben Ansicht habe. In ben Interpretationen hätten der Winisterpräsident und dcr Auhenminister flat und überein ft immenb zum Ausdruck gebracht, bah b i e Räumung er ft nach Ingangsetzung bes poungplans beginnen könne, unb der Winisterpräsident habe hinzugesügt, bah man, wenn bie Bebingun- g e n erfüllt feien, räumen werbe, ohne bie Räumung in bie Länge z u ziehen. Der deutsche Botschafter hat erwidert, bah es in biefem Falle von Interesse wäre, bie Formalitäten bes Verfahrens ; u beschleunigen unb an bie schnelle Einberufung ber ;roei- ten Haager Konferenz zu benken, bamit bie Inkraftsetzung bes TJoungplanes nicht verzögert werbe. Oie richtige Lesart. Nach dem amtlichen Text dcr Tardieu-Rcdc. Paris, 11. Roo. (prio.-Iel.) Das „Journal officiel" oeröffenllicht ben authentischen unb nachträglich korrigierten Text ber Rebe des Winister- präsidenten Tardieu in der Kammer. Rach diesem Text heiht es über die Rheinlandräumung folgendermaßen: „Ls ist klar, daß in ber gegenwärtigen Situation, wo noch keine Ratifikation unb noch keine Ingangsetzung ftatlgefunben hat, a fortiori nichts erfolgt i ft unb nichts begonnen hat. Wenn man bagegen, wie Briand es gesagt hat, nach Erfüllung der Bedingungen räumt, fo besteht kein Interesse, die Dinge in die Länge zu ziehen. Daraus geht heroor, bah bie französische Regierung keineswegs barauf besteht, a ch t Wonate für die Räumung ber brüten Zone 3 u r Verfügung z u haben, fonbern, bah sie im Gegenteil biese militärische Operation nach Kräften beschleunigen wirb." Das ist also so ziemlich bas Gegenteil oon dem, was man aus der ursprünglichen Fassung der Kammerrebe herausinterpreiieren muhte, bah nämlich Frankreich bas Recht habe, oon ber Ingangsetzung bes poungplans an acht Wonate für bie Räumung der dritten Zone zu beanspruchen, ganz abgesehen von dem im Haag festgesetzten Enddatum bes 30. Juni. Darauf allein bezog sich auch ber bei biefer Stelle besonbers starke Beifall der Rechten. In ftanzösischen politischen Kreisen ist man ber Auffassung, bah Tardieu im Laufe einer ber kommenden Kammerfitzungen von ber Rechten ber Kammer interpelliert werben bürste, um ihn zu einer nochmaligen Aeuherung über den Endtermin ber Rfjeinlanbräumung zu bewegen. Der sozialistische Abgeordnete Leon Blum schreibt im „poputaire“, er habe einen einzigen Wibers pruch zwischen den Aeußerungen T a r b i e u s unb benen B r i a n b s feststellen können, unb biefer beziehe sich auf bas Räu- mungsbatum bes 3 0. Juni. Tarbieu habe erklärt, dieses Datum fei nicht absolut festgesetzt, weil ja in demselben Dokument die Räumung auch an Bedingungen wie die Annahme ber Gesetze zur Einführung bes poungplanes burch ben Reichstag gebunden fei, Bedingungen, die möglicherweise nicht in ber vorgesehenen vor. Die Anzeichen einer schweren Wirtschaftsdepression sind nirgends mehr zu leugnen, und wenn nicht bald Durchgreifendes geschieht, bann sehen wir auch die letzten bescheidenen Möglichkeiten aus der eigenen Kraft der Ration heraus mit wirtschaftlichen Mitteln den Weg zur Freiheit wieder zu erkämpfen, schwinden. So hoffen wir, daß der neue Mann in der Reichs- rcgierung sich nicht nur als Zähler, sondern auch als politischer Renner von eigenem Wert erweisen wird. Nie neuen Männer. Berlin, 11. Rvv. (Funlspruch.) Zur Ernennung der neuen Minister schreibt die „Rationalliberale Korrespondenz" u. a.: Die Ernennungen sind einmal eine Gewähr für die Fortführung dcr bisherigen politischen Linie des Reichslabinetts durch eine einfache Ergänzung der freigewordenen Ministersitze, zum anderen liegt darin der Verzicht aus ein allgemeines Revirement, gegen das sich unter den obwaltenden Llmständen ja auch sehr vieles hätte anführen lassen. Mit der Berufung Dr. Curt ins’ zum Leiter des Außenministeriums, daß er schon interministisch verwaltet. wahrscheinlich. Um diese Farbenspiele geht auch bereits die Diskussion vor und hinter den Kulissen. Eire überaus schwierige und verantwortungsvolle Aufgabe &at die fudetendeutschePo- litik zu bewältigen. Großzügige Zusammenarbeit müßte die Parole des Tages sein. Freilich hat sich bisher die deutsche Sozialdemokratie aus seiner überspitzten Klasfenkampsideologie heraus geweigert, mit deutschen „bürgerlichen" Parteien zusammenzuarbei'en. 3m Wahlkampfe hat sie aber gerade die Erfolglosigkeit der deutsch- bürgerlichen Aktivisten in grundsätzlichen nationalen Dingen einer scharfen Kritik unterzogen. Wenn sie dadurch im Sinne einer nationalpolitischen Zusammenarbeit festgelegt erscheint, ist das ein sehr erfreuliches Ergebnis der Wahlschlacht, dix im übrigen auf deutscher Seite eine begrü- ßenswerte Tendenz zur Sachlichkeit und Vornehmheit gezeigt hat. Die Ergänzung des Reichskabinetts. Dr. Enriius als Rachfolger Stresemanns zum Reichsminister des Auswärtigen ernannt 0er Volksparteiler Moldenhauer übernimmt das Wirtschastsministerium. •■ei bei Rheuma, Illi • Ischias, heM> Huß, Nerven« unb Erkal» mgsfchmerzen. In Apo- jekrn u. Drogerien erhälll. *•* ZU. den. daß es nicht zuletzt B e n e s ch war. der durch Forcierung des Prozesses gegen den Slo- wakensührer Tuka die letzte allbürgerliche Koalition torpedierte und die entscheidende Krise herausbeschwor. die zur plötzlichen Auflösung des Parlaments in den letzten Septembertagen führte. Benesch, der ehrgeizige Anwärter auf die Rachfolgeschaft Masaryks, sieht seine Zeit auch in der Innenpolitik gekommen. Kleber Rächt gewissermaßen ist ihm die Führung der tschechischen Rationalsozialisten zugefallen. Dadurch schwindet allerdings auch für Benesch die Möglichkeit, einer künftigen Rcgierung wie in den letzten Jahren als ..Fachminister" anzugehören. Ein Moment mehr für die Teilnahme der Partei Beneschs an der Regierung. Damit wird eine „rotgrüne" Koalition (agrarische und sozialistische unter Zuziehung der bürgerlichen Splitterparteien), die zur „grün-rvt-schwar- zen" für den Fall der Teilnahme der Parteien des politischen Katholizismus werden würde, sehr zurück, die von den Wählermassen eher gebilligt erscheint. Richt uninteressant ist der weitere Vormarsch der deutschen Rational sozia listen, wie die Zunahme der deutschen Stimmen in Prag. Die tschechoslowakische Innenpolitik bleibt weiterhin notwendig Kompromihpolitik. Als Herrin der Situation erscheint abermals die Partei des totkranlen Expremiers S ch w e h l a . d'.e nach neuerlichem Zuwachs mit 46 Mandaten die ftärfftc Partei des neuen Parlaments bleibt. Die Möglichkeit einer neuerlichen allbürgerlichen Koalition wurde bereits aufgezeigt. Ein tschechischer Block, wie er bis zum Jahre 1926 regierte und den nichttschechischen Rationalitäten in unangenehmster Erinnerung ist, erscheint nicht ausgeschlossen. Tie scharfen Gegensätze imierhalb der tschechischen Parteien dürsten ihn aber verhindern. In dieser Richtung wirken auch die Versuche dcr tschechischen Sozialdemokraten und De- neschs für die Bildung eines sozialistischen Blocks. Es muß hier übrigens verzeichnet wer- Der neue Reichswirtschaftsminister, unseren Lesern durch eine Reihe von Zeitungsaufsätzen im „G. 21." kein Unbekannter mehr, ist 1876 in Köln geboren, wo er feit 1901 erst an der Handelshochschule, bann an der Universität Versicherungswissenfchaft lehrt. Studienreisen führten ihn nach England, Holland, Schweden, an das Mittelmeer, nach dem Orient, nach Ostafrika und in bie Vereinigten Staaten. Den Krieg machte er als Landwehroffizier mit. Molden- hauer ist seit 1920 als Angehöriger der Deutschen Volkspartei Mitglied des Reichstags. 0as renovierte Kabinett. Aufgaben und Hoffnungen. Mit der endgültigen Ernennung vckki Dr. E u r - t i u s zum Außenminister und der Berufung des Kölner Universitätsprofessors Ri olden Hauer in das Wirtschaftsministerium ist parteipolitisch alles beim Alten geblieben. Die Deutsche Volkspartei hat die beiden Ministerien, die sie seit Jahr und Tag verwaltet, trotz aller erdenklichen Intrigen und persönlicher Quertreibereien zu behaupten vermocht: auch das Stimmenverhältnis gegenüber den anderen Koalitionspartnern ist gewahrt, so daß jeder, der entsprechend unleidlichem parlamentarischem Brauch in Deutschland gewohnt ist, Regierungsbeteiligung und Regierungsverantwortung nach der Elle zu messen, durchaus zufrieden fein kann. Don dieser Perspektive aus besteht denn auch nicht der geringste Anlaß, sich besonders vertieft mit der Konsolidierung des Kabinetts Müller-Franken zu beschäftigen. Die Bedeutung der Ernennung Moldenhauers zum Wirtschaftsminister — Curtius führte die Geschäfte des Auswärtigen Amtes ja schon seit dem Tode Dr. ©trefemanns — ist politisch aber doch wohl weitreichender. Man muß so etwas heute ja schon feftfteUen: Trotz zehnjähriger parlamentarischer Laufbahn hat Moldenhauer bisher noch niemals im Vordergrund gestanden, er gehörte bisher nicht zu den „miniftrablen" Persönlichkeiten, die mit peinlicher Regelmäßigkeit bei jeder Regierungskrisis und bei allen Neuwahlen für die Kabinettsbildung genannt werden. So ist er, weniger den Jahren nach als politisch gesehen, eine unverbrauchte Kraft, und da er seine umfassenden Kenntnisse auf wirtschaftlichem und sozialpolitischem Gebiet bisher fast ausschließlich der Kleinarbeit in den Parlamentsausschüssen zugewandt hat, ist er auch durch keinen Richtungsstreit vorbelastet. Er kann somit seine ganze Energie ungebrochen den mannigfaltigen Aufgaben zuwenden, die gerade er in dem Kabinett vorfindet. Er kann sich ungehemmt seiner politischen 2lufgabc widmen, die unserer Meinung nach darin besteht, vor dem Reichstag und der Nation den Nachweis zu führen, daß die Regierung nicht nur durch einen Parteipolitiker ziffernmäßig ergänzt, sondern auch durch eine neue politische Persönlichkeit von eigener Prägung von innen heraus renoviert worden ist. Praktisch gesprochen heißt das, daß er durch seinen Eintritt in das Kabinett dessen Existenzberechtigung erst einmal wieder nachweisen muß. Wir wissen ja nur zu gut, daß die Regierungsgemeinschaft gegenwärtig im Grunde nur davon lebt, daß keine gesammelte Opposition da ist, die sie zu sprengen vermag. Ihren sachlichen Aufgaben hat sie sich während der letzten Monate in ständig geringerem Grade gewachsen gezeigt: feit dem Tode Dr. Stresemanns fehlt ihr auch die Persönlichkeit, die ihr das politische Gepräge gab. Seit dem Sommer dic- fer. Jahres, seit der Verabschiedung eines mühsam zurechtgeflickten Etats, dessen Endziffern durch einen Nachtragshaushalt um mehr als eine halbe Milliarde erhöht werden, kann ja von einer Regierungs koolition im eigentlichen Sinne überhaupt nicht mehr gesprochen werden. Sachliche Aufgaben sind freilich in Hülle und Fülle vorhanden. Was aber fehlt, ist r X-cA ach gewinn'. Di- Sri, Vernehmung^ die Ji Wochen verhafteten derart erweitern ^nbruchegeklärt vurden. Ton dem be- das auf dem Polizei- r, ist der größte Teil eslhern teflamietf und ;urückgcblieben ist und ^um lagert, sind Dinge, Dert haben und lvohl >ern reflamiert werden Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'fche Univerfilätr-Vuch' und Zleindruckerei TL Lange in Gießen. Zchrkstiettnng und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Remis in Prag. Don unserem ns-Derichterstatter. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Prag, Rovember 1929. Die tschechoslowakischeWahl sch lacht ist geschlagen, die endgültigen Verlustlisten liegen vor. Das Ergebnis kommt nicht unerwartet und bestätigt nur einen Sachverhalt, der seit den im Rovember des Vorjahres in die Landesvertretungen stattgesundenen Wahlen bekannt ist. Die bisherige allbürgerliche Regierungskoalition (tschechische Agrarpartei, tschechische und deutsche Gewerbepartei, die Parteien des politischen Katholizismus — tschechische und slowakische Doltspartei, deutsche Christlich- soziale Volkspartei, tschechische Rationaldemokratische Partei und Bund der deutschen Landwirte) hat ihre knappe Mehrheit verloren und versügt nur mehr über 143 non 300 Ab- acordnetenmandaten statt der bisherigen 157, Die Leidtragenden sind in erster Linie bie tschechische und die slowakische Partei des politischen Katholizismus, denen Die Mitwirkung an den sogenannten sozialreaktionären Gesetzen, unter denen die Sozialgesehe an erster Stelle stehen, sichtlich geschadet hat. Ueberraschend kommt trotzdem der Mißerfolg dcr slowakischen D o l k s p a r t e i, die durch die noch während des Wahlkampfes erfolgte Verurteilung ihres Führers Tuka zu fünfzehn Jahren schweren Kerkers wegen angeblicher Spionage und Vorbereitung eines militärischen Putsches zwecks Losreihung der Slowakei ein glänzendes Agitationsmittel erhalten hatte. Es scheint, daß innerhalb des slowakischen Landproletariats, bisher unter priesterlicher Führung stark gebunden, die Agitation der auch in die Slowakei vorstoßenden tschechischen sozialistischenParteicn nicht wirkungslos geblieben ist. Richt angängig ist es jedoch, schlechthin von einem Ruck nach links zu sprechen. Wohl sind die sozialistischen Parteien erheblich erstarkt und haben ihre katastrophalen Verluste von 1925 nahezu aufgeljoIL Die tschechischen Sozialdemokraten gewinnen über 388 000 Stimmen, das sind fast fünfzig Prozent des bisherigen Be- sihstandes. Stark zurück bleiben die ausgesprochen chauvinistisch eingestellten tschechischen Rational- svzialisten Dr. Beneschs mit einem Gewinn von nur 60 000 Stimmen. Vom Standpunkt der Sudetendeutschen aus ein nicht unerfreuliches Ergebnis. Die deutschen Sozialdemokraten erhöhen mit rund 94 000' Stimmen ihren Besitzstand um 25 Prozent. Doch alle diese Erfolge wurden in erster Linie aufKosten derKommunisten erzielt, die übrigens noch immer 750 030 Stimmen von den abgegebenen 7 368 000 Stimmen an sich reihen konnten. Für den angeblich konsoli- diertesten unter den Rachfolgestaaten reichlich viel. Daneben haben die sozialistischen Parteien sicherlich auch bisher bürgerliche Stimmen an sich gezogen. Doch kommt der Großteil der verlorenen Stimmen dcr bisherigen bürgerlichen Koalitionsparteien jenen bürgerlichen Gruppen zugute, die neuerdings hzw. erstmalig in die Wahlschlacht gezogen sind: der tschechischen „Liga gegen die gebundenen Listen", einer Firma, unter der sich Beneschs heftigste Gegner verbergen, der ehemalige tschechisch-nationalloziali- stische Minister S t r i b r n y . der von Benesch als Korruptionist im Jahre 1926 unter viel Lärm aus der Partei hinausgebissen worden war, der bisherige tschechoslowakische Gesandte in Tokio, Dr. P e r g l e r . ein intimer Mitarbeiter und Mitwisser Beneschs aus der Zeit der Revolutionsjahre und der wegen angeblicher Spionage degradierte Generalstabschef. Kondot- tiere und Faszistenführcr G a j d a ; ferner gewann die im letzten Parlament nicht vertretene deutsch-demokratische Partei, die mit den deutsch- nationalen Dissidenten um Dr. Rosche als Deutsche Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft in Listengemeinschaft mit den deutschen Agrariern aufgetreten war. Eine rein sozialistische Regierung bleibt auch weiterhin unmöglich, während andererseits ein neuer allbürgerlicher Block unter Zuziehung der neuen bürgerlichen Gruppen mit 154 Mandaten nicht ausgeschlossen erscheint. Die sozialistischen Parteien sind also insofern regierungsfähiger geworden, als sie den Kommunisten gegenüber wieder etwas Bewegungsfreiheit gewonnen haben. Doch an der parlamentarisch-technischen Situation. an der feit Jahren unheimlichen innerpolitischen Lins ich cwheit hat sich nichts geändert. Aus deutscher Seite lassen sich unter Zugrundelegung per erreichten Stimmenan-ahl schwer Vergleiche ziehen, da die Wahlgruppierungen wieder wesentlich andere waren als im Jahre 1925. So ging die Deutsche Gewerbe- Partei, im Jahre 1925 mit denLlngarisch- Rationalen und dem Bund der Landwirte, diesmal mit den Ehristlichsvzialen vor. Mit dem Bunde dew Landwirte wiederum bildete die Arbeits- unb W i r t s ch a f t s g c m c i n - schäft eine Listengemeinschaft. Eine deutliche Sprache sprechen lediglich die von der selbständig vorgehenden Rationalpartei erreichten Ziffern. Die Wahlhilfe des Sudetendeutschen Landbundes vermochte den Verlust von 52 000 Stimmen und drei Mandaten nicht aufzuhalten, zweifellos eine empfindliche Riederlage der Partei der unentwegten Irredenta. Die Kerntrup- pen der sogenannten aktivistischen Parteien, Bund der Landwirte und deutsche Christlichsoziale, dürften gleichfalls verloren haben, doch haben die Verluste bei weitem nicht das vorausgesagte Ausmaß erreicht und gehen keinesfalls auf «ine Ablehnung der aktivistischen Taktik TW "Nch *' bi, » nde zu . We fr K ungen. Ä' und en iqiA , ötu|. • büddeutschsfr 'N 'es toabrS • M ^hlele'n aus W. ^frische Leich.. Mdjen Reichzauz. ei'Ä'ber &nöer' e Empfang ab. Zum ?°fu.ra von der ja. ’ JU ""er Ansprache 'lch-Wanijchen Sport.' wird ein Wunsch des verstorbenen Reichsaußen- ministers Dr. Stresemann erfüllt. Stresemann sah in seinem persönlichen Freund und engen politischen Geiinnungsgenossen Dr. Curtius schon seit langem einen geeigneten Nachfolger. Besonders imponierte ihm die Schnellig.eit und Sicherheit, mit der Dr. Curtius i m H a a g sich in dem Milieu und dem großen Spiel d.r Weltdiplomatie zurechtsand. Wiederholt hat S.rescrnann die sichere und feste Haltung des damaligen Reichs- wirtschastsministers auf der Kon erenz gerühmt und die Unterstützung anerkannt, die ihm Curtius in den zur Verhandlung stehenden entscheidenden politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Fragen zuteil werden lieh. Der Name teä neuen * Reichswirtschaftsmini- sters Universitätsprofessor Dr. Paul Molden- Hauer gehört au den vier Kandidaten, die von der Fraktion für das Amt eines Reichswirtschaftsministers vorgeschlagen wurden, ohne dah für die Benennung irgendeines einzelnen der Kandidaten wirtschaftspolitische Erwägungen interessierter Sondergruppen auch nur die bescheidenste Rolle gespielt hätten. Die Fraktion ist im Gegenteil überzeugt, dah jeder der vorgeschlagenen Kandidaten die Bedingungen erfüllt, die heute an einen Reichswirtschaftsminister in theoretischer und praktischer Hinsicht gestellt werden müssen. Prof. Dr. Moldenhauer ist im Reichstag und noch mehr in seiner Fraktion a l s Bearbeiter wirtschaftlicher und sozialer Fragen hervorgetreten. Er weih, dah Wirtschaft und Sozialpolitik eine unzertrennbare Einheit bilden. Ebenso sehr, wie die Entwicklung der Wirtschaft die Betonung des sozialen Gedankens notwendig macht, hängt die Durchführung und Sicherung aller sozialen Maßnahmen von derPro- sperität der Wirtschaft ab. 3m Spiegel der presse. Berlin, 11. Nov. (Wolsf.) Die „Germania" begrüßt es, dah im Hinblick auf die in Kürze beginnende Winiertagung des Reichstages und angesichts der außenpolitischen Verhandlungen das Reichskabinett wieder vollzählig beisammen ist. Die langjährige Zusammenarbeit mit Dr. Stresemann in der Reichsregierung und die Teilnahme an der Haager Konferenz haben ^Dr. Curtius mit den schwebenden außenpolitischen Fragen, „wie man annehmen darf, in weitem Umfange vertraut gemacht." Den neuen Wirtschaftsminister weist das Blatt darauf hin, dah eine sachlich orientierte und auf das Gefamtinteresfe der Wirtschaft ab- zielende Tätigkeit ihn allein zum erfolgreichen und gerechten Sachwalter der deutschen Wirtschaft machen könne. — Die „Vossische Zeitung" erklärt: Curtius wird im Haag sicherlich aus eigenem Wollen und eigener Ueberzeu- gung der Ä>llstrecker des politischen Erbes Strese- manns sein, das zwar nicht niedergeschrieben, aber seinem Nachfolger genau bekannt ist. Für Dr. Moldenhauer ist anzuführen, daß er innerhalb der Deutschen Dolkspartei zu den besonnenen Vertretern der Realpolitik gehört, die ein stark ausgeprägtes Gefühl für das Staats» interesse haben. Die „Deutsche Ta g e sze i tung" sagt: Die Landwirtschaft wird diesen doppelten Ministerwechsel mit einigermaßen gemischten Gefühlen betrachten müssen. Sie hat den Wirt- schaflsminister Dr. Curtius sehr häufig und in kritischen Momenten sehr entschieden auf der gegnerischen Seite gesehen. Wenn jetzt -der Leiter dieses Ministeriums das Auswärtige Amt übernimmt, und gleichzeitig ein Rdann seiner Richtung und Einstellung ihm in seinem alten Ministerium folgt, so ergibt sich daraus eine Gleichrichtung in der Haltung der beiden für die Gestaltung der Handelspolitik ausschlaggebenden Ministerien. 3n einer Zeit, in der so schwerwiegende und folgenschwangere E.eig- nisse im Werden sind, wie der polnische Handelsvertrag, wirken daher diese Personalveränderungen doppelt skeptisch. — Zu der Ernennung Modenhauers erklärt die „K r e uzz e i t u n g": Wir wollen hoffen, daß der nunmehr ernannte Reichswirtschaftsminister sein Ressort unbeschwert von den Zufälligkeiten parteipolitischer oder koalitionsbedingter Taktik nach den weilen Gesichtspunkten der deutschen Wirtschaft und mit Festigkeit gegenüberallen Aspirationen eines überspannten Erfüllungswillens auf sozial- und reparationspoli tischem Gebiet vertritt. Kardorff zur politischen Lage. Die inncrpolitirchen Aufgaben der bürgerlichen Mitte. Dortmund, 10. Nov. (TU.) Der Vizepräsident des Reichstags, Äbg. v. K a r d o r f f (D. 23p.) sprach über die allgemeine politische Lage, die seit zehn Jahren nicht so ernst gewesen sei wie heute. Kampf aller gegen alle und wirtschaftliche Zusammenbrüche auf allen Seiten kennzeichneten sie. Hier wirtschaftliche Skandale, dort steigende Arbeitslosigkeit, daneben ein Zustand, den man als latenten Bürgerkrieg bezeichnen könnte. Das Volksbegehren habe erneut eine bürgerliche Zersplitterung gebracht: aber der Linken müsse gesagt werden, daß gerade sie uns mit dem Volksbegehrparagraphen beglückt habe und daß sie sich nicht beschweren könne, wenn nun andere Parteien diesen Paragraphen ausgiebig in Anspruch nähmen. Dann geißelte der Redner scharf die Haltung der Reichsregierung, die schwere politische Fehler gemacht habe. Der Redner bedauerte, daß der Stahlhelm sich politisch betätige. Das Stahlhelmverbot für Rheinland- Westfalen sei ein großer politischer Fehler wie die Bevormundung der Beamten in der Angelegenheit des Volksbegehrens. Die Wirtschaft müsse ersticken an der Steuer- und Zinsenlast. In Gemeinde, Staat und Reich müsse mehr gespart werden. Der Eingriff der öffentlichen Hand in die Wirtschaft führe zur Korruption. Die Forderung müsse deshalb heute lauten: Hände weg von der Privatwirtschaft. Die Deutsche Volkspartei als Mittelstandspartei müsse Koalitionen nach rechtsund links eingchen. Die Auslandpolitik sei mit der Räumung des Rheinlandes zu einem gewissen Abschluß gekommen, so daß die Deutsche Volkspartei sich jetzt in er st er Linie wieder innerpolitisch betätigen müsse. Ein geschlossenes Bürgertum müsse sich jetzt der Sozialdemokratie gegenüberstellen. Eine durchgreifende Fi- nanzres'orm, die Herabsetzung der Real- steuern, die Erhöhung der indirekten Steuern, müsse erfolgen. Das Steuerproblem müsse so gelöst werden, daß bei Erhöhung einer Steuer alle Kreise des Volkes an dieser beteiligt seien. Heute sei es so, daß nichtwtrtschaftliche Kreise * durch Mehrheit ihrer Stimmen der Wirtschaft die Steuern auferlegen könnten. Der Redner forderte dann den deutschen Einheitsstaat und die Vereinheitlichung der verwaltungsbehördlichen Instanzen. Severing dementiert. Warum nicht früher? — Das Einzeichnungsrecht der Veamien. Stettin, 11. Nov. (WTB.) Reichsinnenminister Severing hielt hier einen Vortrag, in dem er auch auf das Volksbegehren zu sprechen kam. Er dementierte die Behauptung, daß er Anweisung gegeben habe, daß gegen Beamte, die sich eingezeichnet hätten, ein D i s z i p l i - narverfahren eingeleitet würde. Er denke nicht daran, diesen Beamten irgendein Haar zu krümmen. Etwas anderes es, wenn höhere Beamte in öffentlichen Versammlungen Reichsministern den Vorwurf des Landesverratesgemacht hätten. Gegen solche Beamte müsse disziplinarisch eingeschritten werden. Oie Kolonisation des Ostens. Minister Lchiele über die nationale Gefahr im deutschen Osten. Genthin, 10. Nov. (TU.) Hier sprach der Präsident des R.ichllandbundrs, Rrichs.mnister a. D. Dr. h. c. Schiele, vor etwa 3000 Landwirten über Heimat und Bauernpol t k. Die gesamte Nation st:he an einem Wendepunkt nationaler Entwicklung. Der natürliche Menschen- übcrschuß des agrarischen Ostens habe vor dem Kriege nicht ausg:reicht, den Bedarf an Arbe.t> krästen in den industriellen Großstädten zu decken. Obwohl die Landflucht gefähr iche Lücken in die agrarischen Landesteile Deutschlands gerissen habe, sei die Zahl der ausländischen Industriearbeiter im Westen Deu schlands von Jahr zu Jahr gestiegen. Die stürmische Industrieent- wicklung Deutschlands habe ihr Ende durch Versailles und seine Folgen gefunden. Die Arbeitslosigkeit in den Großstädten werde damit zur Dauererscheinung. Auf dem Lande wachse die wirtschaftliche Not und die Landabwanderer vermehrten das Heer der Arbeitslosen, die heute den Reichshaushalt mit l1/* Milliarden im Jahr belasten. — Uns fehlten leider politische Machlm t el und Kapital für den industriellen Kampf auf dem Weltmarkt. Daher müsse das Ziel deutscher Politik h uh d ie Kolonisation des Ostens, die Uebersührung des Menschenüberschusscs aus den Großstädten auf das Land sein. Wenn es uns nicht gelinge, diese grundsätzliche Umstellung unserer Wirt- schastspolitik nach der agrarischen S.it: hin zu erreichen, dann werde steifende Arbeitslosigkeit, wirtschaftlicher und mor. l scher Niedergang und die Ueberflutung des Ostens durch die Polen die Folge sein. Die Gefahr der polnischen HandelSv rtragsverhan. langen fordere gebieterisch, auch die anderen Schichten des Volkes für eine wahrhafte deutsche Agrarpolitik zu gewinnen. Oer Soll Lampel. Lampel gesteht bei der Mordtat zugegen gewesen zu fein. Liegnitz, 11. Nov. (Tel.-Un.) Die Justiz- Pressestelle teilt in der zur Zeit von dem Lieg- nitzer Untersuchungsrichter bearbeiteten Feme- anaelegenheit Folgendes mit: Die Leiche des Köhler ist bisher noch nicht gefunden worden. Die Grabungen mußten aus technischen Gründen einstweilen ausgesetzt werden, sollen aber nach einigen Tagen ihren Fortgang nehmen. Die Verhafteten, Lampel und der Diplomingenieur Schweninger -Bochum, haben zu - ge geben, daß im Jahre 1921 Fritz Köhler in Wacherau bei Neustadt erschossen worden ist, und daß sie bei Ausführung der Tat zugegen gewesen sind. Lieber ihre aktive Beteiligung an der Tat haben sie widersprechende Angaben gemacht, die noch der Klärung bedürfen. Beide haben einen gewissen Ulrich von Bolwitz aus Spandau erheblich belastet, die übrigen Angeschuldigten hingegen entlastet. Dolwih ist bereits verhaftet und in Liegnitz eingcliefert worden. Der verhaftete Müller ist am Samstag aus der Haft entlassen worden. Er hatte sich seinerzeit unter anderem dadurch verdächtig gemacht, dah er über im wesentlichen feststehende Tatsachen wechselnde Angaben machte und nach und nach zugab, was er zunächst bestritten hatte. Diese Widersprüche konnten jedoch inzwischen aufgeklärt werden. Oer Sklarekskandal. Auch die Steuerbehörde inlercfficrt sich. Berlin, 11. Nov. (WB.) Wie eine hiesige Korrespondenz zu den im Zusammenhang mit der Sklarekange.egenheit vorgenommenen Haussuchungen erfährt, erstrecken sich diese z.T. auch auf ein neues Un'.ersuchungsgebiet. Die Staats- anwaltschaft hat sich mit der S t e u e r Verwaltung in Verbindung gesetzt, um von dieser d-ie Steuererklärunge n der Sklareks aus den einzelnen Jahren zu erhalten. Ferner werden alle diejenigen, die bei der Firma Anzüge oder andere Kle.dungsgegenftände gekauft, aber entweder gar nicht oder doch nur sehr geringe Beträge bezahlt haben, jetzt von der Steuerbehörde vorgeladen, um nachzuweisen, ob sie in ihren eigenenSteuer- e r k l ä r u n g e n die Zahlungen an die K.D.G. richtig oder etwa zu hoch eingesetzt haben, Im letzteren Falle würden die Betroffenen sich einer Steuerhinterziehung schuldig gemacht haben und müßten ein entsprechendes Verfahren gegen sich erwarten. Das trifft besonders auf diejenigen Personen zu, die von den Sklareks finanzielle Zuwendungen erhalten haben, ohne die Summen in der Steuererklärung anzugeben. Oie neue Beamtenbank. Die durch die Insolvenzfalle der letzten Zeit in der Deamtengeldwir.schaft in Fluß gekommene Umschichtung wird ein erstes abschließendes Ergebnis zeitigen. Die von der Dresdner Dank seit einigen Tagen geführten Verhandlungen mit den verschiedenen Deamtenorganisationen sind soweit gediehen, dah zur Gründung des neuen Beamte nbankinstitutes ge- i schritten werden kann. Das Unternehmen, das voraussichtlich „Spar- und Kreditbank für deutsche Beamte und Angestellte A.-G." firmieren wird, soll mit einem Aktienkapital von einer Million Mark, das zunächst voll von der Dresdner Dank übernommen werden wird, ausgestattet werden. Es ist aber vorgesehen, dah Aktien auch an einzelne Deamte abgegeben werden können. Das neue Institut wird zunächst ohne Uebernahme einer der bestehenden De- amtenbanken ins Leben gerufen werden. Das Institut soll lediglich das reine Beamlengeschäft pflegen, d. h. sich auf die Hereinnahme der De» amtengelder, vor allem durch Gehaltsüberweisungen und auf der anderen Seite auf Deamtendar- lehen beschränken. Oie Reform der Krankenversicherung. Noch weitgehende Meinungsverschiedenheiten. Derlin, 12. Nov. (TU.) Wie der „Vorwärts" berichtet, fanden am Montag im Reichsarbeitsministerium bei zahlreicher Beteiligung von Vertretern der Reichs- und Länderministerien der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorgani- sationen die ersten Verhandlungen über die Vorschläge des Reichsarbeitsministeriums zu einer Reform der Kranlenversicherung statt. Drei grohe Fragenkreise seien besprochen worden: Kreis der Versicherten Personen, Aenderungen in den Leistungen und die Organisation der Krankenr ecsicherung. Wie der „Vorwärts" weiter berichtet, hätten die freien Gewerkschaften für die Angestellten die Anpassung der Krankenversicherungspflichtgrenze an die Ange- stelltenrersicherungspflichtgrenz«, also Festsetzung einerIahresverdien st grenze von 8400 Mark gefordert. Den Vorschlag des Reichsarbeitsministeriums, die freiwillige Wei terr ecsicherung nach oben durch Festsetzung einer Ei n k o m m en s g r e n ze zu beschränken, lehnten sie ab. Den vom Ministerium in Vorschlag gebrachten Aenderungen in den Leistungen stimmten die Vertreter der freien Gewerkschaften nur teilweise zu. Hinsichtlich der Organisation der Krankenversicherung traten die freien Cewerkschaften für eine weitere Veeschar- fung der geplanten Vorschriften über die Neuer r i ch t u n g von Krankenkassen ein. Für die Arbeitgeber habe Präsident Drauweiler auf die Steigerung der Aufwendungen für die Krankenversicherung hingewiefen und eine De- schränkung auf den schutzbedürftigen Kreis gefordert. Präsident Drauweiler habe alle grundlegenden Aenderungen im organisatorischen Aufbau der Krankenversicherung abge- lehnt und sich zum berufs ständischen Gedanken in der Krankenversicherung bekannt. Die Aussprache habe gezeigt, w e tiefgehend die Meinungsverschiedenheiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in den Grundfragen seien. Gegen die Hungerblockade. Ein Vorschlag des Präsidenten Hoover am Wasfcnstillstandstag. Washington, 11. Nov. (WTB. Funkspruch.) Präsident Hoover hielt am Waffenstillstanostage vor der American-Legion eine eindrucksvolle Friedensrede, in der er ausführte, leider starre auch heute noch die Welt von Waffen. Furcht und Mißtrauen herrschten noch immer zwischen den Völkern. Die Ursachen des Mißtrauens und der Eifersucht müßten durch Abschaffung des Wettrüstens beseitigt werden, das dem Nationalvermögen Gelder für Aufgaben entziehe, die das Leben lebenswerter machen würden. Deshalb habe er Verhandlungen über die Beschränkung der Seerüstungen eingeleitet und vertraue fest auf den Erfolg der Januar-Konferenz. Inzwischen aber stelle er folgenden Vorschlag zur Debatte: Schiffe mit Nahrungsmitteln sollten, genau wie Lazarettschiffe, in Kriegs- zeiten unbelästigt verkehren dürfen. Das würde das Aushungern von Frauen und Kindern als Kampfmittel beseitigen und die Kriege stark beschränken, wenn nicht ganz verhüten. Gleichzeitig würde es die Unterhaltung einer großen Flotte zur Sicherung der Nahrungsmittelbeförderung unnötig machen. 2'ue aller Welt. Die Schuldfrage an dem Dessauer Eisenbahn-Unglück. Wie die Ciscnbahndireltion Halle berichtet, haben der Lokomotivführer des verunglückten Personenzugcs Magdeburg—Leipzig und sein Begleiter die Kenntnisnahme der ausführlichen Dienstanweisung am 7. November bescheinigt. Am 8. November sind sie nochmals vom Vorsteher ihres Betriebswerkes gefragt worden, ob sie Kenntnis aller Dienst- besehle hätten. Die Frage ist bejaht worden. Der Befund nach dem Unfall lieferte den Beweis, daß der Lokomotivführer mit nahezu unverminderter, unzulässiger Geschwindigkeit in die ablenkende Weichen st raße gefahren ist und so den Unfall herbeigesührt hat. Er mußte laut Dienstvorschrift die Geschwindigkeit auf 45 Kilometer verlangsamen. Der Lokomotivführer hatte am Tage vor dem Unfall vollständige Ruhe. Er war bei Eintritt des Unfalls erst eine Stunde im Fahrdienst. Das Gleis, in das der Zug 402 einfahren sollte, war vollständig frei. Die beschädigten Güterwagen standen auf einem Nachbargleis. Sie sind durch die entgleiste Lokomotive des Personenzuges erfaßt worden. 35 Kinder vermißt. In Prag wurde dieser Tage die Masseuse Rosa Novh verhaftet, da sie der Kinder- fürsorgcanslalt fci..c befriedigende Auskunft über denVerbleib von dr e i M ä dch en geben konnte, die ihr zur. Erziehung übergeben worden waren. Im Lause der Untersuchung hat sich herausgestellt, daß der Novh im Lause dec letzten elf Jahre mehr als 35 Kinder anvertraut wurden, die sämtlich unauffindbar sind. Tie Novh pflegte sich, wenn sie jährlich einmal die Kinder der Obervormundschaft vorführen mußte, fremde Kinder auszuborgen. Man nimmt an, dah die vermißten Kinder von der Novh an fremde Pflegeeltern weite r v e r k a u f t und unter falschem Namen in die Register eingetragen worden sind. Die Oef- fentlichkeit ist besonders darüber empört, daß der Novh Kinder anvertraut wurden, obwohl sie wegen Kindesentführung, Meineides und Erpressung mehrfach vorbestraft ist. Sechzehn Personen mit Fallschirmen aus einem Flugzeug abgesprungen. In Rooseveltfieldt sprangen sechzehn Personen, darunter eine Frau, aus einem großen Sikorskh- Flutzzeug in Höhe von etwa 650 Metern mit Fallschirmen ab. Sie landeten alle wohlbehalten auf dem Boden. Die sechzehn waren so schnell hintereinander aus der Kabinentür herausgesprungen, daß sie nach dem Oeffnen der Fallschirme in der Luft eine fast ununterbrochene, senkrechte Linie bildeten. Mil einem gestohlenen Kraftwagen auf den Bürgersteig. In Hannover verlor ein Kraftwagendieb mit einem gestohlenen Kraftwagen an der Markus- Kirche Die Gewalt über seinen Wagen und fuhr auf den Bürgersteig. Dabei wurde ein Mann schwer verletzt. Eine Frau wurde einige hundert Meter mitgeschleift. Der Unglück- lichen wurde ein Drin förmlich -ausgerissen. Außerdem erlitt sie mehrere Schädelbrüche. Sie starb nach kurzer Zeit. Schweres Derkehr^unglück. Auf der Straße zwischen Königsbrunn und Lager-Lechseld stießen zwei junge Augsburger, die auf dem Motorrad in Richtung Augsburg fuhren, mit einem aus entgegrngese t:r Richtung kommenden Radfahrer fo hestig zusammen, daß sie alle drei tot am Platze blieben. Geplanter Einbruch in die Diener Kapuziner-Gruft. In Wien verhaftete Burschen, die in einem Auto einen Raubüberfall auf einen Kassen- boten verübt hatten, legten in einem Verhör auch das aufsehenerregende Geständnis ab, daß sie die Absicht gehabt hätten, in die K a p u z i n e r - G r u f t, in der sich die Gröber der habsburgischen Kaiser befinden, einzudringen und dort den Leichnam des Herzogs von Reichstädt, des Sohnes Napoleons !., zu stehlen, um ihn an die Fran- zosen zu verkaufen. Nur durch die Verhaftung der Banditen, die noch andere Verbrechen geplant hatten, wurde der Einbruch in die Kapuziner- Gruft vereitelt. Lin neuer Vulkanausbruch in Guatemala. Ein neuer heftiger Ausbruch des VulkanS Santa Maria ist erfolgt. Man befürchtet keinen großen Verlust an Menschenleben, da die De- völkerung in einem meilenweiten Umkreis um den Gipfel geflohen ist, jedoch ist die Stadt El Palmar bedroht. Die Lava fließt zwei Flußbetten entlang. Große Pulverexplosion in louL In der französischen Festung Toul ereignete sich in einem Pulvermagazin, in dein 5 0 Tonnen Pulver lagerten, eine starke Explosion. Die ganze Stadt war plötzlich hellerleuchtet und eine Rauchwolke lagerte über ihr. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Um Mitternacht war das Feuer noch nicht gelöscht. Ein hundert Meter entfernt gelegenes PulvsrmagaAin scheint nicht in Gefahr zu sein. Es ist noch nicht geklärt, ob es sich um einen Anschlag handelt. Oie Wetterlaae. Montag, .If.NoVemb. 1929 7h äbds.: 16. Wien o ms? CiiynaDt < ör la CorZnjz? =TranKt 5 r er Owoixenios 0neuer. QnaiD DedetM.0 woixig. © oeaecxt entgeh * Schnee a Graupeln e NeDei K Gewiiier,(g)wino$!iiie.«0^ sehr «icnte» Os» massige» Sudsuowesi Q stürmischer nordwesl Oie »feile fliegen mit dem Winde Die oeiden Stationen dienenden Zahlen gehen die Temperatur an Die Limen eeroinden Orte mit gleichen} •nf necresmveau umoerecnneien Luftdruck Lvclt.rvürauosage. Das schnelle Vorgreifen des nördlichen Sturmwirbels hat einen raschen Abbau des hohen Druckes herbeigesührt. Nur im südöstlichen und östlichen Deutschland verursachte heute morgen der hohe Druck noch vielfach heiteres Wetter mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Dagegen macht im übrigen Deutschland die Störung ihren Einfluß geltend und unbeständiges, sowie stürmisches Wetter mit Niederschlägen herrscht vor. Die mitgeführte wärmere Luft hat bereits unseren Bezirk überquert und der Zustrom kühlerer Luftmassen hat begonnen. Unter dem Einfluß der Rückseite fließt weiter Kaltluft nach dem Festlande, so daß die Temperaturen wieder zurück- gehen und der Witterungscharakter weiter unbeständig bleibt, wenn auch zeitweise Aufheiterung eintritt. Auch treten zunächst noch Schauer auf, die in höheren Lagen in Schnee und Graupeln übergehen dürften. • Wettervorauss age für Mittwoch. Unbeständiges, wechselnd wolliges und kühleres Wetter, vorübergehend auch aufheiternd, zeitweise Regenschauer, um West drehende Winde. Wi 11 e r u n gs a u s s i ch t en für Donnerstag. Nachtsrostgesahr, ruhigeres, teils aufheiterndes Wetter wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 11. November: mittags 8,5 Grad Celsius, abends 3,8 Grad; am 12. November: morgens 4,7 Grad. Maximum 8,6 Grad, Minimum 3,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. November: abends 4 Grad; am 12. November: morgens 4 Grad. — Niederschlag 2 mm. — Sonnenscheindauer 5X Stunden. rW •KW« OSRAM RAM OSRAM Bg Inin «Z-7ZZZZC EÄLß <(ZZZZZ/, V trlaat ofion in louL tftung Soul ereignete jin, in dem 50 Ton« eine starke Cspivfion. ichhellerieuchtet :te starr ihr. Personen nmen. Um Mitternacht . gelöscht. Ein hundert Vulvrrmagoün scheint s ist noch nicht geklärt, »lag handelt. 5 K-K '"den. Ltzohl. .^°usLWhn ie nach !f ^ine fQftm ^Hnen dreien. UW nen Da^ ™artu^ 9. h,Un? fu^r L Ei^urde ein Meist. Ä.^tbe rc SchädoZGnssen. ^ ^wkuche. Sie ^nglüf mSE?» I|ener ^Pü5lner.®nift M*in einem Auto V e.inen RQHen, ■"«'nem Verhör auch s-N S’Ä E durch die Verhaf. 'andere verbrechen ae. °euch in die Kapuziner« 'uch in Gualemala. Kruch des Vulkan- Man hrsürchtet feinen Weben, da die Ve« ■ntoeilen Umkreis um döch ist die Stadt El ava flieht zvei Fluß- rftll Q .»n(iiä!n StfSf-......* jlltrv“ Äen Sturm' t des nerdlchen Abbausi)°b östlichen ',e,nPSip^“\Tn >e"Äß'se^'^ lsS-L? milflff" t und der 3“ f llbcrflner' - r ^m äSS-i-S ‘fir «''SA ■&* mittags 8.5 Jloe<5 ®«srs 10,»-!; SÄ*^»** Gietzener Wochenmarktpreise. ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220 Pfennig das Pfund, Matte 30 bis 35, Wirsing 12 bis 15, Weihkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 35, > Römischkohl 10 bis 12, Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 30 bis 50, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 80, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kürbis 5 bis 8, Kartoffeln 4,5 bis stauration (Stuhlkonzert), Rauchverbot, volksbil- dendcs Programm, reine 'T?e ' i ibung mit Theater, Tanz dl er Couplets. Die Eint. ittspre.se du.- fen bis zu 1 Mark in den fünf größten Städten (Darmstadt, Mainz, Worms, Gießen und Offenbach) jedoch bis zu 2 Mark. 3n allen Fällen können jedoch 10 Prozent der vorhandenen Saalplätze teuerer sein. Bei dem Eteuerbesreiungsantrag muß unbedingt ein Programm beigesügt werden (es kann dies auch handschriftlich angefertigt sein). Das Gesuch gebe man zweckmäßig in zweifacher Ausfertigung an die Geschäftsstelle des Hessischen Sängerbundes. Hm Ablehnung des Gesuches zu vermeiden, ist daraus zu sehen, daß bei den Gesuchen alle vorstehenden Bedingungen erfüllt sind. Es empfiehlt sich noch, die zuständige Steuerstelle von der Einreichung des Gesuches in Kenntnis zu sehen. ’• Englische Sprachkurse. Der Fremd- sprachllub Gießen beginnt am Mittwoch im Kaufmännischen D.reinshaus, Rcrdanlcge, seine englischen Sprachturse unter Leitung des englischen Gymnasiallehrers Mr. E. F. Jones von der Universität London. Anmeldungen bei Herrn M a ck im Haus Schwarz (©5X21.) sind noch möglich. (Siehe heutige Anzeige.) ♦* Musikalische Unterhaltung in der Heil- und Pflegeanstalt. In anerkennenswerter Weise hatten am Sonntag die Herren Kam- Wenn Ihre Empfehöungsanzeige in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerslags in der Geschäftsstelle auf Anzeige. . — Der Zentralverband der Angestellten veranstaltet am Mittwoch, 13. Rov., 20,30 Uhr im GewertschaftshauS einen Vortrag des Herrn Motteck, Frankfurt a. M. über „Ste Absahsinanzierung im Einzelhandel". (Siehe heutige Anzeige.) •• Eine neue O r t s b a u s a h u n g für das Gebiet zwischen Marburger Straße und Wie- secker Weg wird von der Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil veröffentlicht. Interessenten seien auf diese Bekanntmachung besonders hingewiesen. *• Steuerbefreiung bei Stuh Ikon- zerten. Rach Mitteilung des Kultusministeriums müssen die Gesuche um Steuerbefreiung für Stuhlkorzerte mindestens vier Wochen vorher eingereicht sein. Steuerfreiheit wird gewährt bei folgenden Voraussetzungen: Konzerte ohne Re- 1. Ferd. Keil Ettingshausen für Schwarzloh» Ehrenpreis PH. Raumann, Großen-Linden für Marburger Feh, 2. G. Harig, Gießen für Lux, 2. und 3. W. Cidmann, Mar, für Kastorex, 3. Hch. Decker, Gießen, für Havanna. B. Geflügel. Den Dundcsehrenprers für beste Gesamtleistung erhielt hier Wilh. Keil II., Ettingshausen. 1. und 2. Ioh Rikolai, Dreßen, für Rodeländer, Ehrenpreis und 2. W. Keil 1L, Ettingshausen, für Orpington, 1. und 3. L. Kreiling, Gießen, für Zwerg-Wyandottes und Silber-Brackcl, 1. und 3., K. Starck, Ettingshausen, für Hamburger, 2. W. Keil II., Ettingshausen, für Weiße Leghorn, 3. Ferd. KerL Ettingshausen, für Rheinländer, 1. Rud. Vock, Stangenrod, für Brieftauben. Große Strafkammer Gießen. • Gießen. 5. Rov. Ein Maschinenarbeiter und ein Händler waren in erster Instanz vom Bezirksschöffcn^ericht wegen Rückfallsdicb- st a h l s bzw. Begünstigung hierzu zu einem Jahr Gefängnis bzw. 50 Mark Geldstrafe verurteilt worden: eine wegen Beihilfe mitangeklagte Ehefrau war dagegen mangels ausreichenden Beweises frcigefprochen worden. Wegen dieser Freisprechung verfolgte die Staatsanwaltschaft Berufung. In der Berufungsinstanz gestaltete sich die Beweisaufnahme höchst belastend für die Angeklagte, so daß der Staatsanwalt Verurteilung zu 5 Wochen Gefängnis beantragte, dabei das Leugnen der Angeklagten als strafschärfend Hervorhebend. Rach dem Plädoyer des Anklagevertreters legte die Angeklagte auf Vorhalt des Gerichts ein Geständnis ab. Rur wegen dieses Geständnisses sah das Gericht noch einmal bei der allerdings seither unbestraften Angeklagten von einer Freiheitsstrafe ab und erkannte auf eine Geldstrafe von 50 Mark eventuell 10 Tage Gefängnis. Ein ausländischer Arbeiter hat einen Förster, der sich im Dienst befand, in der unflätigsten Weise beschimpft. Das Amtsgericht hatte ihn zu 60 Mark Geldstrafe verurteilt. Seine um Herabsetzung der Strafe bezweckende Berufung wurde verworfen, dem Beleidigten auch die Publikationsbefugnis hinsichtlich des Urteils 5, AepfÄ 10 bis 15, Birnen 10 bis 15. Dörrobst 1 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 100 bis 120, Rüsse 40 bis 50 Pfennig das Pfund: Käse (zehn Stück) 60 bis 140, Tauben 70 bis 90 Pf. das Stück, Eier 17 bis 18, Blumen- 1 kohl 30 bis 100, Endivien 10 bis 20, Ober- Kohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pfennig das Stück: Radieschen 15 bis 20 Pfennig das Bund: Kartoffeln 3,50 bis 4 Mark der Zentner, Wirsing 10 bis 12, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 10 brs 12. Aepfel 8 bis 12, Birnen 8 bis 10 Mark der Zentner. Säten für Mittwoch, 13 November Sonnenaufgang 7.13 Uhr, Sonnenuntergang 16.15 Uhr. - Mondaufgang 15.02 Uhr, Monduntergang 2.22 Uhr. 1848: der Musikschriftsteller Hans v. Wc/zogen in Potsdam geboren: — 1862: der Dichter Ludwig Uhland gestorben: — 1868: der italienische Komponist Gioachino Rossini in Passy gestorben (geboren 1792). Llnser neuer Roman. In der heutigen Rümmer des „Gießener Anzeigers" bringen wir den Abdruck des Romans „Liebe in Ketten" von Hans Mitteweider zu Ende. 2n der morgigen Ausgabe unseres Blattes beginnen wir mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerles. Es kommt diesmal wieder eine Autorin zu Worte, die den Lesern und Leserinnen unseres Blattes seit einiger Zeit nicht mehr unbekannt, sondern, wie wir annehmen dürfen, in der besten Erinnerung ist. Der Roman heißt „Das Erbe des Herrn von Anstetten" von 3- Schneider-Foerstl und behandelt, mit wechselnden Schauplätzen unter der Glutsonne Indiens und auf heimatlicher Scholle, auf einem deutschen Rittergut und Herrensitz spielend, das abenteuerliche Schicksal einer Familie, die Geschichte einer zu jedem Opfer bereiten Männerfreundschaft und einer großen, leidenschaftlichen Liebe. 5>ie Verfasserin diefes neuen Romanwerkes, Frau Schncider-Fvrrstl, hat mit ihren früheren Veröffentlichungen im „Gießener Anzeiger", ganz besonders mit dem hier vor einiger Zeit erschienenen großen Roman „Lache Bajazzo!", e.nen so starken Anklang in den weitesten Leserkreisen unseres Blattes ge'unden. daß wir uns mit Recht der Erwartung hingeben dürfen, auch d:ese neueste Erzählung aus ihrer Feder, mit deren Abdruck wir jetzt beginnen, und die an Spannung, Phantasie und fesselnder Handiung ihren Vorgängern nichts nachgibt, werde eine recht große und dankbare Lesergemeinde finden. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadlt.xatcr: „Robert Guiölard" und „Scme- trius", 19.30 bis 22 Uhr. — Volkshochschule: (Beginn der Vortragsreihe über „Höchstleistung", 20 Uhr, Hörsaal 44. — Deutsche Dolkspartei: Wählcrversammlung. 20.15 Uhr, im Cafe Leib. - Mieterverein Gießen: Mieterversammlung, 20 Uhr, im Kath. Dercinshaus. - Spielvereim» gung 1900: Außarordentl. Generalversammlung, 21 Uhr, im Vereinshaus Doller. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Rarkose". — Astoria- Lichtspiele: „Der Rächer der Grenze" und „Das Findelkind von Singapore". — Aus dem Stadltheaterbureau wird uns geschrieben: Dir h.utige Vorstellung „Robert Guiskard" von Kleist und „Drmetriu " von Schiller beginnt 19»/r Uhr. — Morgen, Mittwoch, geht der erfolgreich.' amerikanisch? Schwank „Hochzeitsreise" von Math.wii und Richols das erste Mal durch das Abonnement. — Al> nächste Premiöre ist Derstls neues Lustspiel „Scribbys Suppen find die besten" in Vorbereitung. Das Stal ttfeatcr Gießen hat die füdwestdeutfche Erstaufführung diefes Lust,Piels erwerben. Das ^ertück ist bereits an allen größeren Bühnen zur Aufführung angenommen. Spielleitung hat Pet.r F a f s o t. — EineWahlversammlungderS. P. D. findet am Freitag im Eaf6 Leib statt. Redner: Minister des Innern Leuschner. Näheres siehe mer-Konzertmeister Willy Kruse (Kassel), Musiklehrer Georg Kruse (Gießen) und Pianist Jean Dürr (Gießen) ihre bewährte musikalische Kunst der Heil- und Pflegcanstalt zur Verfügung gestellt. Im Solo- und Ensemblespiel (W. Kruse Solo- und 1. Violine, Gg. Kruse 2. Violine, Jean Dürr Klavier) bei bester Auswahl und Spielfolge haben sie einer großen Zahl andächtig und ergriffen lauschender Kranken zu einem hohen und reinen, fürwahr nicht alltäglichen Genuß vc^ halfen, für den sie einmütig- bewundernden und danlbar-herzlichen Beifall fanden. Den Künstlern sei auch an dieser Stelle herzlich gedankt. 6. Kreisverbands Kaninchen- und Geflügel-Ausstettunq. -.- Gießen, 10. Rov. Eine gut beschickte Kaninchen- und Geflüaelaus stell un g veranstaltete der Kreis Gießen Oberhessischer Kaninchenzüchter im Hessischen Landesverband gestern und heute hier bei Gastwirt Sieck. Am Samstagabend ging ein Familienabend im dortigen Saale voraus, bei dem der Kreisverbands- vorsihende -Ludwig Kreiling, Gießen, und der Vorsitzende des hiesigen Vereins, W. Ulrich, Ansprachen hielten. Als Preisrichter für das vorzügliche Zuchtmaterial hatte man für die Abteilung Kaninchen Röhler, Kassel, für Geflügel Södler, Rieder-Gemünden, gewonnen. Die Ausstellung wies einen guten Besuch auf. Die Prämiierung hatte folgendes Ergebnis: Für beste Gesamtleistung in den beiden Abteilungen erhielt L. Kreiling, Gießen, einen Vun'cesehrenpreis. A. Abteilung Kaninchen: Für beste Gesamtleistung in dieser Ao.eilung wurde dem Züchter Gg. Schellhaas, Gießen, ein Bundesehrenpreis z'.erkannt. 1. Belgische Riesen: 1. und 2. Preis Wilh. Opper, Saubringen, 3.Pr. Heinr. Decker, Gießen. 2. Weiße Riesen: Ehrenpreis, 1. und 3. Pr. Gg. Schellhaas, Gießen, 1. und 2. W. Eidmann, Maar, 2. H. H. Seipel, Maar. 3. Französische Silber: 1. und 3. I. L. Wilhelm, Homberg. 4. Deutsche Großsilber: 3. R. Bock, Stangenrod. 5. Chinchilla: 1. O. Queckbörner, Stangenrod, 1., 2. und 3. L. Kreiling, Gießen, 2. G. Schellhaas, Gießen, 3. Ioh. Merlau, Alsfeld. 6. Blaue Wiener: 1. und 3. G. Schellhaas, Gießen. 7. Weiße Wiener: 1., 2. und 3. K. Kirchner, Gießen, 2. Ioh. Merlau, Alsfeld. 8. Rhein. Schecken: 1. und 3. W. Ulrich, Gießen. 9. Kleinsilber: Ehrenpreis, 2. und3. Otto Steih, Gießen, 2. H. George, Großen- Linden, 2. und 3. Ph. Zimmermann, Großen- Linden. 10. Hermelin: Ehrenpreis und 2. O. Steih, Gießen, 1., 2. und 3. W. Fuchs, Daubringen, 3. Ph. Raumann, Großen-Linden, H. Preis, Daubringen. 11. Sonstige Rassen: Aus der provinzialhaupistadi. Gießen, den 12. Rovember 1929. Autolinie Gießen - Launsbach - Wißmar. Aus Wißmar wird uns geschrieben: Nördlich von Gießen liegen die beiden preußischen Dörfer Wißmar und Launsbach mit 3000 Einwohnern, deren wirtschaftliche Interessen vollständig zu der 5 bzw. 6 Kilometer entfern- ten hessischen Provmzialhauptstadt Gießen gehen. Eng damit zusammen hängt die Tatsache, daß aus beiden Dörfern die Gießener Krankenanstalten und die Gießener Kultureinrichtungen (Theater, Schulen, Lichtspielhäuser, Vorträge) in starkem Maße in Anspruch genommen werden. Das sollten Gründe genug fein, daß sich die Gießener Geschäftswelt und Stadtbehörde endlich damit befassen würden, den Bewohnern von Wißmar und Launsbach die Möglichkeit zu geben, zu gelegener Zeit nach und von Gießen zu kommen. Zwischen Lollar und Wetzlar verkehrt wohl die sog. Kanonenbahn, die auch in den beiden Dörfern Haltestellen hat. Wer aber weih, daß man bei Benutzung dieser Bahn „die Kirche ums Dors herumträgt", d. h. von Wißmar 11 Kilometer und von Launsbach 13 Kilometer nach Gießen fährt, dazu in Lollar umsteigen und dabei Marschmarschtempo anfchlagen muß, der wird diese Verkehrseinrichtung nicht als eine ideale Lösung ansehen können, um nach und von ®ie- fjen zu kommen. Diese Tatjache wäre noch nicht so schlimm, wenn man wenigstens diese Umfahrt nach Gießen benutzen könnte, sobald man sie braucht. Die Züge auf der Strecke Lollar- Gießen sind aber nur auf den Arbeiterverkehr eingestellt uno ermöglichen nur einen Verkehr nach Gießen morgens um 7 Uhr und abends um 18 Uhr und von Gießen mittags um 13 Uhr, um 18.30 und um 19.30. In der Hauptgeschäftszeit fehlen die Verbindungen, die zu schaffen ja auch nicht im Intereise der Bahn liegt, da nur zwei Dörfer dafür be» sondere Verwendung haben. Zu dieser schlechten Zugverbindung fornmt noch, daß einem die Bahn erst ans äußerste Westend Gießens bringt, und daß man heimwärts auch wieder erst dorthin muß. Die einzige Lösung in dieser Verkehrsnot bildet der Autoverkehr, der bereits zwei Jahre für die Strecke Wißmar—Gießen notöüifhg eingerichtet war, aber trotzdem gezeigt hat, wie stark allein in diesem Dorf das Bedürfnis dafür ist. Nachdem der Omnibusverkehr feit August d. I. ruht, haben wir wieder die trostlosen Verkehrsoerhällnisse von ehedem. Es hat sich schon gezeigt, daß sich das kaufende Publikum nach Lollar und Wetzlar hinzieht, weil man dahin wenigstens noch eingerrnaßen gelegen hinkommen kann. Alle Reklametätigkeit der Gießener Geschäftswelt und Kulturunternehmen verfehlt ihren Zweck, solange nicht die regelmäßige undgünstigeAutooerbindung — die eine Lebensnotwendigkeit geworden ist — geschaffen ist. «, „ , .. Run ist bekannt geworden, daß sich die Reichspost der Sache annehmen will. Hand in Hand damit soll die Vertrustung der Post in den beiden Gemeinden gehen. Beides wird hier als die beste Lösung angesehen und freudig begrüßt. (Die praktische Gestaltung des Fahrplanes soll hier vorerst unerortert bleiben. Sie wird sich schon in der Praxis ergeben.) Wichtig aber ist, daß sich nun das größere Gemeinwesen Gießen, dazu die Gießener Geschäftswelt aktiv an der Förderung des Planes der Reichspost beteiligen. Es ist doch so, daß diese beiden Interessenten sich ganz besonders dafür erwärmen müßten, haben sie doch den größten Vorteil davon. Es ist auch so, daß in den Dörfern immer ein Prozentsatz Bewohner vorhanden ist, der jeder Reueinrichtung wenn nicht ablehnend, so doch abwartend gegenübersteht und zu finanziellen Opfern nicht zu haben ist. Die Benutzung der Autoverkehrseinrichtung ist trotzdem gesichert und wird sich immer mehr steigern, je mehr Zutrauen man in das Unternehmen haben kann, was ja von vornherein bei der Post als Unternehmer gegeben ist. Es wird sicher in allernächster Zelt zu Verhandlungen zwischen Post und den beteiligten Gemeinden kommen. Da ist es unbedingt erforderlich, daß S t a d t v e r w a l t u n g G i e ß c n und Verkehrsverein einschl. Gießener Geschäftswelt sich beteiligen und helfen, kleinliche finanzielle Bedenken durch eigene Beteiligung aus dem Wege zu raumen, damit recht bald das Werk zustande kommt. So wie bisher kann es nicht weiter gehen! —n—. zugesprochen. Ein seither unbestrafter Unternehmer wurde in erster Instanz vom Amtsgericht wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung, Widerstands gegen die Staatsgewalt und Beleidigung in eine Gesamtgefängnisstrafe von 14 Tagen genommen. Er legte Berufung ein und begehrte heute Verwandlung der Freiheits- in eine Geldstrafe. Rachdem der Staatsanwalt mit Rücksicht auf die Unbestraftheit und die erwiesene Trunkenheit des Angeklagten sich mit nicht zu niedrigen Geldstrafen einverstanden erklärt hatte, erkennt das Derufunosgericht auf 20, 20, 30 und 30 Mark Geldstrafe. 5>em Beleidigten wird die Befugnis zuerkannt, das Urteil auf Kosten des Verurteilten zu veröffentlichen, außerdem treffen den Angeklagten die gesamten Kosten des Verfahrens. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Reiskirchen. Der Bruder der Frau des Bürgermeisters iit als Gemeinvevertreter wählbar, da nur solche Personen nicht wählbar sind, die mit dem Bürgermeister (oder dem Beigeordneten) in gerader Linie verwandt oder verschwägert, oder im zweiten Grade der Seitenlinie verwandt sind. In Ihrem Falle liegt nur eine Schwägerschaft zweiten Grades vor. Wilrugi. 1. Eine gesetzliche Verpflichtung für einen ! Arzt, Praxis auszuuoen, besteyt nicht. Er kann I auch nach Belieben die Behandlung eines Kranken ablehnen. Ob und inwieweit er hierdurch etwa gegen die ärztliche Standesehre verstoßt, ist eine andere Sache. Strafbar macht sich jedoch jeder, also auch der Arzt, der, bei Unglücksfällen oder gerneinerGefahr oder Rot von der Polizeibehörde zur Hilfe aufgefordert, keine Folge leistet, obwohl er der Aufforderung ohne erhebliche eigene Gefahr genügen konnte. Straf höhe: Geldstrafe bis 150 Mk. oder Haft, § 360,10 Strafgesetzbuch. — 2. Wer ein offenes Geschäft betreibt, ist nach herrschender Auffassung verpflichteL seine Waren zu verkaufen. 5>er Kunstliebhaber hat das Recht, das Verkaufsangebot des anderen anzunehmen. Berliner Börse. Berlin, 12.Rov. (WTD. Funkspruch.) Der heutige Frühverkehr zeigte das schon gewohnte geschäftslose Bild. Eine Tendenz ist noch nicht I erkennbar, doch rechnet man unter dem Eindruck der gestrigen schwachen Reuhorker Börse eher mit weiteren kleineren Kursrückgängen. Am 5>evisen- I markt nannte man London gegen Paris 123,89, London gegen Mailand 93,1550, London gegen Spanien 34,60 zu 34,67, London gegen Kabel 4,8775 zu 4,8780, London gegen Berlin 20,40, I Kabel gegen Berlin 4,1825.__ Sprechstunden der Redaktion. 1 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag Kleider- und Seidenstoffe bringen wir in großer Auswahl und außergewöhnlicher Billigkeit Konzern-Einkauf durch Verschiedenes Kleider-Karos, in schönen Mustern, 70 cm 0.98 1.50 .Mk. 1.35, 1.20, breit, Meter. Waschsamt, gute Qualitäten, in großem Kleider-Karos, reine Wolle, 70 cm breit, 2.50 1.75 Farbensortiment, Meter Mk. 2.50, Mk. 3.25, Meter Kunstseidener Molr6, SO cm breit, in vielen Crftpe-Caid, 70 und 90 cm breit, in vielen 2.25 2.95 Farben, Meter Mk. 4.90, Farben, Meter, Mk. 3.75, Kunstseidener Moirö, mit schönen Blumen- Woll-Natiö, 70 und 95 cm breit, in großen 2.95 3.95 Mk. 4.90, mustern, Meter Mk. 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Kunstse/de GRIFF. FARBEu GLANZ Mittwoch, d. 13. Nov. abends 8W Uhr im GewerkschaflsbauS Sovivas des Kollegen Motteck Frankfurt a.M^über „Die Absatzfinanzierung im E>n;el- bandel" wozu wir unsere Mitglieder nebit Angehörtgcn nochmals entladen. o,«oe Der Vorstand. 10 tragende Erstlings- und ältere Sauen Vorstehende Ortsbausatzung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft. Fleischkutter (Nr. 17, Fleischschneidemaschine (B. Schreibmaschine (Orga Nr.91047), Sofa-, Schreibtische, drei Büfetts, zwei Kredenzen, zwei Zimmerteppichc, eine größere Partie Obst- und Gemüsekonserven, drei Ladentheken, ein Warenregal, zwei Ausstellungskasten, zwei Eisschränke, zwei Nationalkassen, eine eichene Truhe mit Umbau, zwei Bücherschränke, einen Zkerschrank, zwei Trumeauspiegel, einen alten Schrank, 15 Bozener Mäntel, Nähmaschinen, Diwane, zwei Standuhren, zwei Blumenkrippen, ein Halbverdeck für Doppelspänner, ein Nachtschränkchen, sechs Lederstühle, einen Regulator, eine Kaffeemaschine, zehn Tennisschläger, 65 Tennisbälle, 24 Paar Tennisschuhe, ein Damenfahrrad, drei Kleiderschränke, 24 Paar Turnschuhe, ein Schrankgrammophon mit 55 Platten, einen Schreibtischsessel. —- Bestimmt: eine gut erhaltene Schreibmaschine (Rheinmetall Nr. 15282). Junker, Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383. Gleichzeitig wird in diesem Termin ein abgängiger Ziegenbock versteigert. Allendorf a. d. Ldo.., 11. November 1929. Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. Rein. 27/4? g/anz end begu/ach/e/e | . urd bestens bewahr fe Nur echt md dem — go/denen Pre/eck — Gelegenheitskaul. ©nie Geige Ladenpreis Mk. 140, für Mk 85.— Qb\u= 8MSM. Beteln II. B. 000 1873. Wir verweisen un* sereMiigliederund deren Angestellte auf den am Mitt« woch, d.13.d.M., abends 8 Uhr, im Katholischen 23er« einshauS stattfin« denden Vortrag des Vereins der erstklassig in jed. Beziehung. Zahlbar monatl nur Rm. 10.— trotz bill. Preise. Lieferung erfolgt fran ko Haus. Langjähr. Garantie. Fragen Sie d. Postk. an Rich. Lanfienliacii. Bnrbadi (Kr. Siegen) Gestimmt und repariert wird Ihr Piano, FW od. 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November L 3., vormittags Ahr. wird ein schwerer, abgängiger Gemeindebulle unter den in dem Termin festzusetzenben Bedingungen im Submissionswege verkauft. Angebote sind verschlossen, mit Aufschrift versehen, pro Zentner Lebendgewicht bis zu obigem Termin bei hiesiger Bürgermeisterei ein- erster Firmen _____________________I Spezial- w.eö'.*»Ä Hwatur-Werkstatt von 20 RM. an auch auf Raten. 9159 l) AEGSchreibmasihinen Gießen Selterswes 89 Rnf 4391 Reparatur-Werkstatt für Schreibmaschinen aller Systeme Seelacks, feinste Nordseeware. rm Ausschnitt, Piund 50 Pfg. Feinste PortionS ° Schc llfifcbc prima Siordsee, Pfund 45 Pf. Grüne Heringe, 3 Psd. 1.— Alk. Goldbarsch o. Kopf, Psd. 50 Pf. Nordsce-Sckollcn, Pfund 50 Pf. FrischcFischkotelctts, Pkd. 60Ps ff. holl, vollhevinse grotzsallend, pure Milcher und gennschte, 3 Stück . 50 Pf. Fste. englische INatjeS-Heringe Stück 25 PL 3 Siück 70 Pf. Llerres Sauevkvaui NencErbsen, Linien u. Bohnen MWANMt»» Babnbolttr. 27 Fernivr. 3631 y 121 a § 5. Zu Art. 54 Allgemeine Bauordnung und § 78 Ausführungsverordnung. Die Gebäude müssen allseitig gut durchgebildet sein und ein gefälliges architek- tonisch's Aeußere erhalten. _ § 6- pfll Zuviel Anzahlung und Wochenraten von ca Mk. 7.-. [9298D Schilling Gießen. unter der C Ter junge berechnete, dvch bebe Anfänger der Erfir fobrl 20 ten, ert7 MeAk Mittwoch und Donnerstag früh 9 Uhr etnrreffend: Filets von Schellfisch, Kabeljau und Seelachs ff. Schellfisch, 2' --4psiindia o. K, oltt «teei? ein Wohn- oder Geschäftshaus kaufen? ober eine hochverzinsltche Hypothek durch eine billige aDlöien oder haben Sie 1932 eine AuiwertungShypoihek auszuzahlen, dann wenden Sie sich wegen ütnanziernng dieser Angelegenheit an 07289 Karl Teibert, Gießen, Etevbanstr.17 8. Bestimmt zu treffen Mittwochs von vor- ______mittags 8 bis abends 7 Uhr.______ Kaufmann 22 Jahre, zuverlässig, ehrlick), als 2. 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Juli 1911 in der Fassung des Gesetzes vom 15. April 1919 wird auf Beschluß der Stadtverordneten-Bersammlung vom 22. März 1929 nach Begutachtung durch den Oberbürgermeister unb ben Kreisausschuß mit Genehmigung bes Ministers bes Innern vom 21. Oktober 1929 zu Nr. M. d. I. 41 764 zu bem Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Marburger Straße und dem Wiesecker Weg folgende Ortsbau- satzung erlassen: § 1. Zu Art. 29. Allgemeine Bauordnung. Gewerbebetriebe, die unter § 16 der RGO. fallen oder die durch Staub, Rauch, Dünste und üble Gerüche, Geräusche oder Erschütterungen Nachteile, Gefahren oder Belästigungen für die Anwohner herbei führen, sind grundsätzlich verboten. Gewerbebetriebe, die über das Maß der üblichen Kleinhandwerksbetriebe hinausgehen und nicht unter vorbenannte Bestimmungen fallen, können auf den Grundstücken entlang der Marburger Straße und des Wiesecker Wegs zugelassen werden. Für die übrigen Gebiete werden nur Gewerbebetriebe zugelassen, die nicht unter die in Abs. 1 ausgesührten Betriebe fallen und nicht über das Maß eines Kleinhandwerksbetriebes hinausgehen. Der Baublock IX bleibt für öffentliche Bauten wie Schule ober Kirche vorbehalten. § 2. Zu Arl. 29 und 59 Allgem. Bauordnung. Der Wiesecker Weg und die Marburger Straße sind dreigeschossig auszubauen. Für das übrige Gebiet wird die zweigeschossige Bauweise voraeschrieben. Die Anzahl der Geschosse ist hierbei zwischen Oberkante- Kellergeschoß unb bem Dachgesims zu rechnen. Bei Gebäuben mit flachem Dach können Dachaufbauten zur Unterbringung von Dobenkammern gestattet werben, jeboch müssen sie ebenfalls stach abgebeckt fein und ihre Dachvorberkanten so weit zurückliegen, daß sie ein vom Hauptgesims zur Horizontale angenommener Steigungswinkel von 60 Grab nicht überschreitet. § 3. Zu Art. 37, 59 Allgemeine Bauordnung ond 8 78 Ausf.-Derordnung zur Allgem. Bauordnung. Die Grunbstücksbreite in ber Straßenflucht bei Einzelhäusern an ber Marburger Straße und dem Wiesecker Weg muß mindestens 16 Meter und für das übrige Gebiet 14 Meter betragen. Bei eingebauten Häusern muß diese Grunbstücksbreite mindestens 8 Meter unb bei Doppelhäusern unb Eckhäusern von Gebäubegruppen mindestens 12 Meter betragen. Die Errichtung von Seiten- ober Hintergebäuden bedarf der besonderen Genehmigung. Stallungen ober Krastwagenschup- Sen, sofern sie dem eignen Bedarf der Zohnungsinhaber dienen, dürfen erbaut werden; deren Ausführung muß jedoch in der Bauweise des Hauptgebäudes erfolgen. Die Grundstücke entlang des Wiesecker Wegs und der Marburger Straße dürfen nur bis % und die Grundstücke des übrigen Gebietes bis auf % ihrer Gesamtfläche bebaut werden. § 4. Zu Art. 37, 44, 59 Allgemeine Bauordnung unb §§66 unb 78 Ausführungsverorbnung zur Allgemeinen Bauordnung. Die Andauung an den Wiesecker Weg und Marburger Straße hat geschlossen oder in größeren Gruppen zu erfolgen. Für das übrige Gebiet wird die offene Bauweise vorgeschrieben, jedoch können hier auch Doppelhäuser und Gebäudegruppen mit Frontlängen bis zu 40 Meter errichtet werden. Die Errichtung selbständiger Wohnungen im Dachgeschoß ist bei Gebäuden mit drei Geschossen verboten. Dagegen können selbständige Dachgeschoßwohnungen bei Bauten mit zwei Geschossen zugelassen werden. Hierbei ist jedoch Bedingung, daß alle Räume gegen Witterungseinflüsse gut isoliert werden. Die Entfernung der Gebäude bei der offenen Bauweise und den Eckhäusern bei Gebäubegruppen von ben Nachbargrenzen muß minbestens vier Meter betragen. Dieser Zwischenraum barf burch Balkone, Treppen, Erker unb begleichen nicht ver- @MtN tabel'oS erhalten m. Warmwafferver- sornung billig abzugeben. 07302 Erziehungsheim Burg Mordeck bei fliehen Photo- Apparat, 9x1L Vogtländer Anaitigmat, fast neu, komvl., mit Leder- tasche und Stativ billigst zu verk. Wo? sagt die GeschäftSst. d. Gieß. An,. 07292 W. Weiß Hof Graß b. Hung. Tel. 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[07290 Stadttheater Mittwoch, I3.92ov. 7.mittroo®'llö.'Bo[fL von 20 bts 22l/< Uhr öodueltBrelfe Schwank in 3 Akten von Adele MathewS unb Ann NicholS von 9324 J. H. Fuhr Sonnenstraße Nr. 25 Dienstag, 12. November 1920 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Nr. 266 Zweites Blatt Wohltat Plage Patent wird tinfinn Geheimrat Zuerst ist eine sestgesormte Ton» anfaßt. durch 15 greift zuerst etwa einem <1 Nachdenken anregendes Beispiel für die moderne Entwicklung der führenden Produktion: er ist, außerdem, recht geeignet, den Beschauer auch wieder auf das Buch Hinweisen, und es kommt wenig darauf an, ob er das Buch zum Vergleich oder zum reinen Genuß der Lektüre allein in die chand nimmt. — r — yian'üutia.'ÜLübet .DwAbiatznnanrie' runa im iSiiuel- handel" wozu wir uniere Milglieder nebit Angehörigen nochmals einlaoen. E Ter «Vorstand. Rodin modelliert G. B. Shaw 2m Frühjahr 1906 war Rainer Maria Rilke als Sekretär und Freund des Hauses bei dem französischen Bildhauer Auguste Rodin in Paris, zu der Zeit, als dieser gerade den damals noch nicht sehr berühmten Dernard Shaw modellierte. 2n dem Band der Briefe aus den Jahren 1 902 bis 1906, die der 2nsel°BerIag soeben herausgebracht hat*, beschreibt nun Rilke, wie diese Porträtbüste entstanden ist, und wie sich die beteiligten Personen dabei benommen haben. Rilke schildert diese künstlerisch und menschlich fesselnden Vorgänge also: Tweeds sind hier für zwei Tage und wohnen in Fernands Zimmer an ihrem alten Platze. Rodin vermeidet es möglichst, nach Paris zu gehen, und hat hier braufym im großen Atelier im Hause ein sehr schönes Porträt von Bernard Shaw begonnen. Bernard Shaw kommt täglich mit seiner Frau heraus, wir sehen uns öfter, und ich wohnte den ersten Seancen bei, und sah zum ersten Male, wie Rodin so eine Arbeit • Rainer Maria Rilke: Briefe aus den Jahren 1902 bis 1906. Herausgegeben von Ruth Eieber-Rilke und Carl Sieber. 322 Seiten 8°. 2m 2nsel-Derlag zu Leipzig, 1929. (491J H im Wgfien c>le repariert ■jtcinüt. 78 k puppe da, die aus nichts als aus einer Kugel, auf e twas schulterähnlich Tragendes ausgesetzt, rutschen, vielerlei Arten von Kragen- und Man» schettencrsah, und natürlich auch v e r st e l l b a r e Stehumlegekragen, die für alle Halsweiten passen. Ein Kölner ließ sich, vielleicht für den Karneval, ein Damen st rumpfband mit Glühbirne patentieren, das er Wohl für besonders reizvoll hielt: die Birne kann sowohl durch die Gehbcwegung als auch durch einen Druck auf eine Feder zum Leuchten gebracht werden. Man hat auch Strümpfe erfunden, durch die O- und X°Bcinc verdeckt werden sollen: sie sind mit Längsstreisen und anderen Mustern versehen und haben eine Mittelnaht, die die Linie des normalen Beines vortäuschen soll: für den 2uristcn ergibt sich dabei das eigenartige Problem, ob der auf diese Weise hereingelegte Ehemann vielleicht die Ehe wegen Täuschung anfechten könnte. Schutzvorrichtungen, meist aus Gummi, sollen das Zerreißen der Strümpfe hindern: zwei Bände des Patentamtes sind mit Patenten von Strumpfhaltern angesü.lt, und es gibt sogar ein System, den Strumpf durch am Schuh angebrachte, ausrechte Stäbchen gerade zu erhalten. Bor vierzig 2ahren patentierte man noch Krinolinen, 1912 einen Reifrock, 1927 ein Krinolinengestcll für historische Kostüme. Die vielen Zeichnungen, in denen patentierte Schnürleiber dargestellt werden, zeigen komplizierte Maschinerien zur Bändigung der Fülle: trotz der Wandlung der Mode wurden in den letzten Zähren durchschnittlich noch immer je fünf Patente auf solche Zwangsvorrichtungen erteilt. Büstenhalter erfand man schon im vorigen 2ahrhundert, patentierte aber noch in diesem 2ahr neun neue Formen: noch im 2uni 1926 glaubte ein Erfinder, sein Glück mit der Herstellung bestimmter Ber- steisungsstäbe für Korsetts zu machen. Sehr praktisch sind wahrscheinlich elektrisch g eheizte Kleidungsstücke, die besonders Luftfahrern, aber auch Autoführern empfohlen werden. Die Bekleidung der Füße scheint dem Laien schon längst sinnvoll gelöst zu sein. Aber er irrt sich, denn die Erfinder belehren ihn, daß man Schuhe aus Holz, Blech, Aluminium, aus anderen Metallen, aus Papier oder aus alten Gummireifen weit besser Herstellen würde. Es gibt Gummischuhe zum Anschrauben, Stiefel, die elektrisch oder durch glühende Kohlen geheizt werden, ja, sogar Schuhzeug, das durch Druckwärme der Luft die Füße vor Erkältung schützt, indem die Luft beim Gehen durch einen zusammenpretzbaren Absatz verdichtet wird: wer sich so kleidet, geht angenehm wie auf einem Blasebalg. Absätze kann man übrigens auch mit Spiralfedern versehen, und sehr nützlich ist es, sie drehbar zu gestalten, da sie dann nicht mehr wie bisher nur auf einer Seite schief getreten werden. — Die Vorläufer der modernen, in einer Handtasche unterzubringende Regenschirme findet man schon lange in zahlreichen Patenten: die Regenschirme lassen sich auch automatisch aufspannen oder einknicken, und man hat sogar einen Schirm konstruiert, der als Tisch zu benutzen ist. Schließlich gibt es Schirme mit zusammenlegbaren Gefäßen, Trinkbechern zu vergleichen, die dazu dienen, das von den Schirmen abfließende Wasser auf* zusangen, das ja wegen seiner Weichheit besonders gut zum Waschen zu verwenden ist. Man hat auch viel darüber nachgedacht, wie den Haarkünstlern ihre schwere Arbeit erleichtert werden kann. Ein Patent beschreibt einen Atem- a Men ter für Barbiere, um die Kunden vor Belästigung zu schützen: zum Scheitelziehen kann man eine bestimmte Schiene benutzen, an manchen Kämmen sind Behälter für Haarwasser ange* „Narkose" — ein $itm. „Brief einer Unbekannte n", die stärkste Novelle in dem Bande „Amok" von Stefan Zweig, bot die Grundlage für den Film „Nar - k o s e", welchen Alfred Abel nach dem Manuskript von Böla B a l a f z inszeniert hat. Dieser Film ist sehr kennzeichnend für die durchaus problematische Lage der gegenwärtigen großen Produktion: er steht nämlich gewissermaßen in der Mitte zwischen dem alten traditionellen Stil und dem neuen, der sich, vorerst noch sehr vereinzelt, durchzusetzen beginnt, und dem, wie wir glauben, abseits von den Bestrebungen des Tonfilms, die Zukunft gehören wird. Alt (und ein Mangel zugleich) ist die Anteil)« bei der Literatur, hinter der der Film fast stets zurückbleibt, wenn sie wertvoll ist wie hier. Die größte, die aussichtsvollste und, offenbar, die schwerste Aufgabe des neuen Films: sich freizumachen von der Literatur und aus eigenstem Geist und eigensten Gesetzen schöpferisch zu sein. Das geschieht hier nur bedingt, nur zum Teil, gewissermaßen aus zweiter Hand. Denn das Manuskript klebt an der literarischen Vorlage. Wo es abweicht, wirkt es nicht glücklich: ja, di« einzige angreifbare Stelle in der Erzählung — daß nämlich der Empfänger des Briefes die Geliebte mehrfach nicht wiedererkennt — wird in der bildhaften Fassung noch fragwürdiger. (Auch andere Einzelheiten, vor allem der Schluß, sind wenig vorteilhaft umgebogen.) Hingegen kündigt sich in einer einzigen Umwandlung, die mit sehr feinem und sicheren Griff geschah, der neue Stil an, öffnet sich der Weg zu den selbst- schöpferischen Möglichkeiten der Kamera. Die Briefeinkleidung der Novelle wird nämlich in ein optisches und also filmisch überaus dankbares Motiv verwandelt: wie eine Patientin im Aetherrausch vor der Operation Teile ihres früheren Daseins wiedererlebt. Hier gelangt der Film über die epischen Grenzen des Buches hinaus, hier schafft die Regie mit ausgezeichnetem Können und den reichen Mitteln einer hochentwickelten Technik Bilder von prachtvoller Eindringlichkeit. Hier liegen die positiven Werte eines an sich noch nicht ausbalancierten Werkes. — In der großen Rolls der Unbekannten lernt man eine neue Schauspielerin kennen: Ren6e Häribel: sehr sympathisch und von starker Ausdruckskraft. Jack Trevor, der Gegenspieler, ist gut, obwohl er vielleicht nicht ganz dem Bilde entspricht, das einem nach der Erzählung vorschwebt. Abel selbst, der Regisseur, erscheint angenehm diskret in der Charge des Dieners. — Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus; man sollte ihn I sich ansehen, denn er ist ein interessantes und zum Stimmt und rePariert hl wir jährlich vielleicht 50 000 Mark kcstn. Glaube:' Sie, ich hätte soviel G-ld dafür übrig, daß sich meine Kapitäne auf See „Guten Morgen" sagen können?" „Tas ist freilich nicht der Zweck der C'.n- richtung", erwiderte Bredow, „sie soll vielmehr die Sicherheit auf dem Meere erhöhen und den Reeder in die Lage sehen, mit feinen Schiffen während der älcberfahrt ständig Rachrichtcn austauschen zu können". Das war Karl Wörmann aber zu viel, und ärgerlich rief er: „Ach was, ich bin froh, wenn ich von meinen Schiffen nichts mehr höre, wenn sie den Hafen verlassen haben." Run, Karl Woermann hat nicht recht behalten. Die „Bremen" hat z. B. auf ihrer letzten Reise nach Amerika 50 000 Worte gfunlt, davon allein 270 Telegramme während der letzten fünf Stunden ihrer Fahrt. Allein 1725 Handelet le- gramme wurden gegeben. 1200 Worte empfing das Schiff täglich im Rachrichtendienst von Berlin und ebensovicle aus Reuhork. Die Funkanlage an Bord der „Bremen" hat nicht weniger als fünf Sender und neun Empfänger. Sämtliche Sender können mit Hilfe eines Maschinengebers im Schnellbetrieb bis zu 150 Worten in der Minute senden, hauptsächlich zum Verkehr mit Rorddeich in Deutschland und Chatham in Amerika. Während des Sendens kann auch empfangen werden. Daß diese Möglichkeiten ausgenuht worden sind, zeigen die angeführten Derlehrszahlen. Will MU W01M- $ Weifen un- stteMliederund wen Angestellte auf den am W tvoch.d.^.d.N, abends 8 llhs'lm Katholisch« Al' einühaus Ibenben Ertrag Vereine W W!Ä i ä* 0erN^' des Strafvol z igsbeamten. 2n seinem Schlußwort besprach Sommer, Gießen, die historische Entwicklung der Psychiatrie, ihren Aufstieg zu Zeiten Philipps des Großmütigen und ihren Wiederabstieg im 17. 2ahrhundert, ferner die Frage der Cc- meingesährlichkeit und das wünschenswer c Für- sorgegefeh, das den Kranken rafchestens der geeigneten Behandlung zuführen müsse. Am Rachmittage felgte ei e geschlossene Sitzung im Schwurgerichtssaale. Die nächste Dersamm- Dieser Tage fand in Berlin die 2nter- I nationale Pa tentanwalts-Tagung statt, deren Ziel es ist, den Erfindern die Erteilung von Patenten in den verschiedenen Ländern zu erleichtern. Das Schlagwort vom „Leidensweg der Erfinder" ist nur zum Teil berechtigt. Es ist wahr, daß viele Erfinder um den Lohn ihrer jahrelangen Bemühungen gebracht worden sind, und es trifft auch zu, daß die Erteilung eines Patentes und dessen wirtschastliche Ausnutzung zuweilen allzu groß« Schwierigkeiten bereiten. 2m 2ahre 1928 wurden in Deutschland rund 71 000 neue Ers indungen beim Reichspatentamt angemeldet: aber schon beim ersten Schritt zur Verwirklichung wurden die Hoffnungen vieler taufend Menschen vernichtet, da nur ungefähr 15 600 Patente erteilt worden find. Run darf man nicht glauben, daß die patentierten Erfindungen auch nur in ihrer Mehrzahl wirklich ausgenüht werden; die meisten gelangen niemals zur praktischen Ausführung, sei es, daß der Erfinder kein Kapital auf treiben kann, sei es, daß fick) sein Geisteswerk später als praktisch undurchführbar oder als zu teuer oder als wirtschaftlich unbrauchbar herausstellt. Don der halben Million Patente, die es in Deutschland gibt, ist der größte Teil äußeren Hindernissen zum Opser gefallen, oder die biederen Erfinder sind — mit Recht — ausgelacht worden, als sie ihre Erzeugnisse an den Mann bringen wollten. Wenn nun jetzt die Patentanwälte aller Länder auf ihrer internationalen Tagung in Berlin fich bemühen, durch überstaatliche Vereinbarungen den Erfindern ihre Ausgabe noch zu erleichtern, dann ist eine neue Hochflut verfehlter 2 deen zu befürchten, an denen es auch bisher nicht gemangelt hat, wie die Archive der Patentämter enthüllen. Unausrottbar ist auch heute noch der Ersinderglaube an das Perpetuum mobile, das als technisch unmöglich erkannt worden ist, aber immer wieder in verschiedenen Formen zum Patent angemeldet wird. Dor einigen 2ahren konstruierte hier ein Franzose einen solchen Apparat, der unter der Bezeichnung „Exp.ofionsmotor" segelte. Ter junge Gehil e eines Berliner Patentanwaltes berechnete, daß die Maschine nicht gehen könne, doch bedeutete ihm sein Chef, er solle als Anfänger nicht allzu vorwitzig sein. Rachdem der Erfinder und eine bedeutende Maschinenfabrik 20 000 Mark für Versuche geopfert hatten, erkannten sie, daß der junge Mann und das Patentamt mit ihren Ablehnungen im Recht waren. Auf technischem und chemischem Gebiet sind für alle Erfindungen doch so große Vorkenntnisse nötig, daß nicht barer Unsinn zum Patent angemeldet wird. Anders steht es mit den Verbesserungen, die tüchtige Leute an allen täglichen Gebrauchsgegenständen anzubringen bemüht sind, dem Grundsatz folgend, daß man auch d i e einfachsten Dinge um stündlich g e ft alten kann. Die Möglichkeiten, die sich für solche Verbesserungen bieten, scheinen leider noch immer nicht erschöpft zu sein, denn cs laufen täglich neue entsprechende Erfindungen ein. Man versucht dabei, die widersprechendsten Zwecke in einem Gegenstand zu vereinen, also etwa Federhalter, Zahnstocher und Zahnbürste zu kombinieren. Kein Gebiet des menschlichen Lebens ist vor solchen Erfindungen sicher. Es gibt besonders konstruierte Rachtkleider, Oberhemden, Samenunter- wäfche, Windeln und Bettunterlagen, Vorhemden und Einrichtungen, solche großväterlichen Dinge zu befestigen, damit sie nicht am Hals empor- btiträge Pünktlicher Einzug von Monats, und Äerteiiabrsbeiirük. M vertrauenswürdigen Herrn Holen. i Sicherheit vorhanden.» Lchr.Angeb.u.W8v an d, Gien. An,.erb, Entlaufenl Hellbraune am Sonntag zwlsch. Mktrchen u. Berk- rod. Äelobouna'. »lachrichlen erbei.an Samt, Frankfurt a.M.,Ronmacktl2 Tel. HanfaM | Vereine ständige den Richter, den er verdient", „der physikalische Satz der Addition gilt nicht für Gehirne." Der Laie bringt aber dem 2rrenarzt grundsätzlich Mißtrauen entgegen. „Auch das Wort .Krisis d e r 2 u ft i ist ein Schlagwort, an dem sich ein gebildeter Mensch n i ch t beteiligen sollte." Bei gelegentlichen Differenzen zwischen ärztlichen Gutachten handelt es sich um Grenzsälle. Die Einschließung Gesurcher in Staaisirrenanstalten ist ausgesch os en. Gemeingefährlichkeit verlangt die 2ntcmicrung. Zu spät 2nternierte richten größtes cklnheil an. Wieder gesund Gewordene erkennen gerne das geübte Verfahren an. Rotwendiger Gesichtspunkt ist die Heilungsfrage. Ein 2rrengesch muß die Richtverzögerung der Aufnahme m den Vordergrund stellen. Alle polizeilichen Belästigungen müssen Wegfällen. Ter Beschwerdeweg ist zu regeln im 2nteresse der Allgemeinheit. Das badische 2rrengesetz. das sich seit zwanzig 2ahren bewährt habe, wird vom Redner eingehend besprochen. Es gibt 5 bis 7 v. H. freiwillige Eintritte. Das im 2ahre 1923 geplante Reichsirren ge seh sei ein Tolument der Westfremdheit gewesen. 2n den Maßnahmen der Länder ruhe die Hoffnung gegen ein schlechtes Reichsirrengesetz. Professor Dr. Dannernann, Heppenheim a. d.B., schilderte die Vorzüge des alten hessische n Regulativs von 1 865 un er Hervorhebung der Verdienste Ludwigs bei seinem Zustandekommen, sodann die des jetzt gelten- denRegulattvsvom 9. Dezember 1911, das die Zweckbestimmungen der Anstalt, die Staas Aufsicht, die Aufnahme in die Anstalten, die Verpflegung und Beschädigung usw. regelt, und verlangt lediglich die Beseitigung kleiner Schönheitsfehler. 2n der eingehenden Diskussion besprachen Di ek- tor Oßwald, Gießen, die Einrichtung des sog. FestenHauseS in Gießen und Privatd zmt von Heutig das Erfordernis einer gesetzlosen Regelung des2rrenrech'.s aus: Prof. Raecke, Frankfurt a. M., sprach sich für die beschleunig'e Rettung Kranker aus. Geh. Rat Dr. B a l s e r, Darmstadt, besprach die Frage der Verwahrlosunggeist ig Erkrankter. Von b'sondecem 2n eresse waren zum Schlüsse die Ausführungen von Pros. Dr. G m e I i n, Gießen, über die Frage der formalen Behandlung des 2rcenwesens. AlsS'.aats- rechtlec vevneint er die Gültigkeit aller irrenrechtlichen Bestimmungen, die sich nicht auf ein Ge - s e h gründen, da eine Einwirkung auf die gesetzlich gewährleistete Freiheit einer Person nur im Wege der Gesetzgebung geregelt werden könne, durch den freiwilligen oder erzwungenen Eintritt in eine Anstalt stets aber ein Gewaltverhältnis begründet werde. Bü ge meister Dr. Aull. Of e bad) a. M., Verne in'e den Wert des ärzili ,en Zeugnis es s g. „Kass nlöwen" für Li2 ® n_ ei . ng in eine Anstalt auf Grund seiner praktischen Erfahrung, fordert amtsärztliche Atteste, sowie entsprechend der neugei lid;en 2dee des Rechtsstaates eine Beschwer^einstanz, die in die Hand des unabhängigen Richters der Freiwilligen Ge- richtsbarleit z i legen ist. der Erkundungen anzustellen und den Psychiater 31 hören hat. Direktor Stumpf, Butzbach, sprach vom Standpunkt bracht, der Seifenschaum wird besser mit der Maschine als mit der Hand geschlagen, Rasierpinseln kann die Seife von innen durch den Griff zugeführt werden: beim Selbstrasieren empfiehlt sich ein Apparat aus zwei federnden Backen, die die Gefichtshaut spannen: wer beim Haarschneiden für seine Ohren fürchtet, kann sie in Zukunft durch einen patentierten Apparat schützen, und ein Gummischwamm, um die Stirn gelegt, fängt das Wasser beim Kopfwäschen auf. Pudern und Schminken besorgt ein Apparat mit Uhrwerk. Cs gibt Rageipoliermaschinen, ein in der Tasche zu tragendes Reinigungsgerät mit Bimsstein und Wasser, das den Waschtisch erspart, ein Wasserglas mit Hohlräumen für 2HuntPflegegeräte und einen Behälter zur Aufbewahrung künstlicher Gebisse, die beim Oeff- nen des Deckels griffbereit aus dem Wasser gehoben werden. Die seltsamsten Blüten treibt der Erfindergeist auf dem Gebiet der Körperreinigung. Wer auf der Höhe der Zeit steht, wäscht sich auf Reisen die Hände in einem flaschenartigen Gummibeutel. Ein Spanier hat eine Sitzgelegenheit konstruiert, die nebenbei als Waschtisch sowie als Kinder-, Brause- und Sitzbad dient. Schwer erreidjbare Körperteile — sagen wir: den Rücken — reinigt man durch Walzenbürsten mit Kurbel- und Hebelübertragungen; das ist übrigens die harmloseste Art, die die Ersinder zur Reinigung der verschiedensten Körperteile erdacht haben. Es gibt einen Schuhring, der das Waschwasser hindert, am Arm hinunterzurinnen. Beim Baden seht man komplizierte Vorrichtungen in gewöhnliche Wannen, um Wellen zu erzeugen. Rach dem Bad sindet man vorgewärmte Wäsche in einem Schrank, der dadurch geheizt wird, daß man ungelöschten Kalk mit Wasser begießt. Ob es viele Käufer für Nachtgeschirre gibt, die mit Leuchtfarbe bestrichen sind? Zehn Bände des Patentamtes befassen sich mit der Verbesserung der unvollkommenen, auf diesem Gebiet bisher bestehenden Vorrichtungen — ein schönes Zeichen menschlichen Erfindergeistes, der auch gern die kleinen cklnannehmlichkeiten des Lebens erleichtern Willi verschiedene Zeichnungen an der Tonkugel senkrecht auseinander anbräch'.e, fügte dann zwischen diese Konturen Zwischenprosile ein u w. Gestern, in der dritten Seance, setzte er Shaw (was alles diesem 2roniker und übrigens nicht unsympathischen Spötter ein ausgesuchtes Vergnügen bereitet) in einen niedlichen Kindersessel und schnitt der Büste mit einem Draht den Kopf ab (Shaw, dem die Büste schon , ganz merkwürdig, gleichsam überlegen ähnlich sah, erlebte diese Enthauptung mit unbeschreiblicher Freude) und arbeitete am liegenden, von zwei Keilen etwas unterstützten Kops, ihn von oben sehend, etwa in derselben Ansicht, wie das einen Schritt entfernt tief sitzende Modell. Dann ward der Kopf wieder aufgesetzt, und die Arbeit geht nun in derselben Weise weiter. Am Anfang stand Shaw oft ganz neben dem seile, so daß er etwas höher war aL die Büste. Run sitzt er unmittelbar daneben, genau so hoch wie die Arbeit, parallel mit ihr. 2n einiger Entfernung ist eine dunkle Decke aufgehängt, so daß die Profile sich immer klar abzeichnen. Der Meister arbeitet rasch, Stunden, wie mir scheint, in Minuten zusammenpresfend, Griff um Griff ausführend in ganz kurzen Pausen, in denen er unbeschreiblich ausnimmt, sich ansüllt mit Form. Man fühlt gleichsam, wie sein rascher, raubvogelartiger Griff immer nur eines t 0 . den Ce ich.cn aus ü^rt die in i^n e n römen, und man begreift seine Arbeiten aus Erinnerung nach Ablauf der Seance... Rodin genießt das alles mit der Hingabe eines Menschen, der weiß, was daZ alles zu bedeuten hat: meistens aber ist er jetzt ganz in seiner Arbeit versunken, die an Ausdruck und Gelingen seine so vollendeten Bildnisse noch zu übertreffen scheint. Shaw ist ein unbeschreibliches Modell, der an das Modell- fein eine Energie wendet und die Fähigkeit hat, in seine Büste, die doch den ganzen Shaw sozusagen wird darzustellen haben, sein gan'.es 2d), gewissermaßen seine Deine, und alles übrige mit einzubeziehen, so daß Rodin etwas ganz ungewöhnlich Konzentriertes vor sich findet und (Sie können sich denken, mit welchem Eifer) in sich und fein Ding übernimmt.“ Dieser ersten Sammlung von Rilkes Briefen liegen über 500 an Clara Westhoff, die Gattin des Dichters, Auguste Rodin, Paula Becker- Modersohn, Ellen Key, Arthur Höllischer, Lou Andreas-Salomß. Karl und Elisabeth von der Heydt gerichtete Briefe zugrunde. Rodins Gestalt ist ihr unsichtbarer Mittelpunkt: zsA- UL i iflt® besteht. Diese Tonpuppe ist für ihn vorbereitet und enthält gar keine Armatur; nur “ " festes Kneten hält sie zusammen. - Er seine Arbeit an, indem er das Modell in ganz geringer Entfernung aufstellt, einen halben Schritt vom seile. Mit großen Cisenzirkel nahm er das Maß vom Scheitel zur Bartspitze und stellte dieses Der« hältnis an der Tonpuppe durch Anfügen von Ton sofort her. Dann nahm er im Verlaufe der Arbeit nt>d> zweimal Maß: Rase bis Hinterkopf und Ohr bis Ohr von hinten. Rachdem er noch die Augenbogen ganz schnell ausgeschnitten halte, so daß etwas wie eine Rase sich formte, und die Stelle des Mundes durch einen Einschnitt, wie Kinder an einem Schneemann tun, festgelegt hatte, begann er, bei ganz nahem, stehendem Modell, erst' vier Profile zu formen, dann acht, bann sechzehn, das Modell immer nach etwa drei Minuten wieder drehen lassend. Er fing bei Dordcr- und Rückansicht und den beiden vollen Seitenprosilen an, als ob er Pier lung wird in Darmstadt stattfinden.____________ Sprechstunden der NedaMon. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen Anzeigenaufträge find lediglich an die Geschäfts st eite zu richten. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Die Gesellschaft für Erd - und Völker- künde eröffnete ihr reichhaltiges Winterprogramm mit einem Vortrag des aus Bremen gebürtigen Forschungsreisenden D r. Eanil Trink le r, der in den Jahren 1927/28 eine der wenigen rein deutschen großen Forschungsexpeditionen der Nachkriegszeit unternahm. Er durchreiste in Begleitung von Dr. De Terra (München) und Dr. Boßhardt (Zürich) Chinesisch-Türkistan, das von mächtigen Hochgebirgen auf drei Seiten eingerahmte Herz Asiens, das Hochland von Nord- w e st - T i b e t, das selbst in seinen Talungen nur selten unter 5000 Meter herunterreicht. Die anschaulichen und höchst fesselnden Schilderungen Dr. Trink- lers waren von prächtigen Lichtbildern begleitet. Die eigentliche Expedition begann in Srinagar, der Hauptstadt von Kaschmir, und führte zunächst auf einem verhältnismäßig häufig begangenen Karawanenweg über die Hauptwasserscheide des Himalaya und durch das schon buddhistische obere Jndus- tal nach Leh. Der Vortragende schilderte die Tschor- ten, die buddhistischen Grabmäler, in denen die Gebeine der Verstorbenen zu Staub zermahlen und mit Ton verknetet beigesetzt sind, die buddhistischen Klöster, die hoch über dem Jndustal thronen, mit ihren Götterbildern vor denen Butterlampen brennen, und die meist nicht Gautama Buddha, den Stifter dieser Weltreligion, sondern Tschampa, den zukünftigen Buddha, darstellen, die auf Muschelhörnern zum Frühgebet blasenden buddhistischen Priester, die im Winde flatternden Gebetswimpel und Gebetsfahnen. In Tankse hinter Leh wurde die für die Durchquerung Nordwest-Tibets bestimmte Karawane zusammengestellt, die aus einer Anzahl Kulis, 8 Pferden, einigen 30 Jaks und 70 Packschafen bestand. Die letzteren sollten die Rettung der Karawane bedeuten, denn die Jaks starben großenteils an einer Magenseuche, und die Pferde entliefen, so daß Dr. Trinkler sich dazu entschließen mußte, einen großen Teil seines Gepäcks auf der Aksai-tschin-Hochfläche zurückzulossen. Dasselbe wurde nach dem Eintreffen der Expedition in Chinesisch- Türkistan noch im gleichen Sommer von einer Hilfskarawane nachgeholt. 62 Tage lang durchzog die Expedition die oft völlig vegetationslosen, aber im Spätsommer meist schneefreien Hochflächen Nordwest-Tibets, ohne menschliche Ansiedlungen zu treffen. Dr. Trinkler fand die Spuren einer intensiven diluvialen Vereisung. Die zahlreichen abflußlosen Seen zeigen durch übereinander angeordnete Tonterrassen den Prozeß der ruckweisen Einschrumpfung; sie sind die durch diese Einschrumpfung salzig gewordenen Reste großer postglazialer Süßwasserseen. Von Kaschgar, der Hauptstadt Chinesisch-Türkistans, aus begann Dr. Trinkler den zweiten Teil seiner Expedition, der dem Südwesten der die Mitte des Landes einnehmenden Wüste Takla- makan galt. Er widmete sich hier archäologischen Forschungen und dem eng damit zusammenhängenden Problem der Austrocknung in historischer Zeit. Er traf am Südwestrand der Takla-makan abgestorbene, sandüberwehte Pappelwälder und schätzt das Gesamtareal dieser toten Pappelwälder auf 4500 Quadratkilometer. Bis weit in die Wüste hinein findet man zwischen den Dünensanden Seetonschichten mit Sllßwasserschneckenschalen. Solche Seetonschichten überlagern sogar noch die von Kulturdokumenten des 4. bis 7. Jahrhunderts n. Chr. erfüllten Schichten. Die weit in die heutige Wüste hineinrcichenden Spuren alter Stätten der hohen grökobuddhistischen Kultur, von denen Dr. Trinkler reiche Funde ausgrub, scheinen sie danach, in Ueber- 'cinstimmung mit der Auffassung von Marc Aurel Stein und Huntington, durch den Nachweis einer bis vor 1000 Jahren bestehenden, wasserreicheren Zeit zu erklären, zu der das Bereich der Wüste wesentlich kleiner war als heute. Liebe in Keiien. Vornan von Hans Mitteweider. Copyright by Martin F uchtwanger, Halle (Saale). (Schluß.) „Schurke!" schrie er diesem entgegen. „Elender Schurke!" „Herr von Turnau!" Da aber hob dieser den rechten 2lrm. um Klausen niederzuschlagen. Er konnte den Schlag nicht füHren, denn eine Hand umklammerte seinen Arm. „Turnau!" mahnte eine bekannte Stimme. . Als er sich umschaute, sah er neben sich Herrn von Bodenstein, hörte hinter sich eine andere Stimme und sah, wie Berty Altberg sich über Käthe beugte. Da wäre er beinahe zufamrnen- geb rochen. „Dodenstein, e? war fürchterlich!" murmelte er. Dieser lächelte ihm zu. „Wir hätten uns nicht trennen sollen, Turnau," sagte er leise. „Wie meinen Sie das?" „Ich wollte verhüten, was nun doch geschehen ist." „Sie wußten ...?" „Lassen wir das jetzt, Turnau! 3d) will nur einige Worte zu diesem da sprechen!" Er umklammerte mit festem Griff das rechte Handgelenk des Freundes. Dann wandte er sich Berndt Klausen zu, der in höchster Derwirtung dastand, auf dessen Gesicht sich Wut und Bestürzung zugleich malten. „Herr Klausen," sagte Bodenstein nur halblaut, aber in schärfster Drohung, „Sie werden sofort dieses Haus verlassen und niemals wieder wagen, sich Herrn von Turnau oder dessen Gattin zu nahen oder einem von Ihnen zu schreiben!" „Dessen Gattin!" wiederholte Klausen voll Hohn. „Die ist es ja gar nicht!" „Sie ist es! älnb zwar rechtmäßig!" Da lachte Klausen chm ins Gesicht. „Wo ich hier den Trauschein habe, der bestätigt, daß Käthe Fernau in London mir gesetzmäßig angetraut wurde?" „Stimmt!" erwiderte Dodenstein gelassen. „Rie- mand bestreitet die Echtheit des Scheines." „Ra also! Aber wenn Sie jetzt etwa mit mir unterhandeln wollen, damit ich aus meine /Rechte verzichte, dann geben Sie sich keine Mühe. Ich fordere nur, was ich fordern darf, und das ist, daß meine Frau mich begleitet, wenn ich dieses Haus verlasse!" „Ihre Frau? Sie haben keine Frau, Klausen!" Dieser schaute den Sprecher verblüfft an. „Sie haben doch eben zugegeben, daß ..." „Daß Käthe Fernau Ihre Frau wurde, jawohl, aber sie ist es schon feit Jahren nicht mehr!" erklärte Dodenstein. Hnb da er merkte, daß ec doch nicht verstanden werden würde, die Szene aber so rasch wie möglich beenden wollte, sagte et: „Die /Rechnung, die Sie machten, als Sie erfuhren, daß jene Käthe Fernau, die Sie in Lon- Dr. Boßhardt kehrte mit den Sammlungen von Kajchgar über Rußland in die Heimat zurück. Monatelang wurde jedoch zuvor das wertvolle Gepäck von den chinesischen Behörden zurückgehalten. Dr. Trinkler nahm mit Dr. De Terra den Rückweg auf der Route über den 5600 Meter hohen Karakorumpaß und gelangte so wieder nach Srinagar, nachdem er 4200 Kilometer zurückgelegt hatte. Dr. L. Schauspieler-Tagung in Darmstadt. Man berichtet uns: Die Genossenschaft Deutscher Düh- nenangehöriger, Dezirksverband Hessen, Hessen-Aassa u, hat dieser Tage in Darmstadt getagt. Im Stadtverordnetensaale waren etwa 30 Delegierte (darunter auch der Vertreter des Ortsverbandes Gießen) und Gäste anwesend. Der Vorsitzende, Dezirksobmann /Herting (Frankfurt), berührte in seiner Eröffnungsansprache sogleich die zur Debatte stehende brennendste Frage: die der Existenz des deutschen Theaters und seiner Mitglieder. Die Organisation wolle sich selbst gern mit den finanziellen Schwierigkeiten beschäftigen, die heute die Erhaltung des Theaters bedrohen. Aber die vielleicht notwendige /Reform dürfe nicht auf dem /Rücken der Dühnenangehörigen ausgetragen werden. Ole r fing stellte die Forderung auf: Gleichstellung des Theaters mit Kirche und Schule. Staatsrat Balsers Ausführungen waren voll Sorge, aber doch auch voll Zuversicht. Der diesjährige Fehlbetrag habe 1,5 Millionen überschritten, (ilnb welch geringe Summe bekommt das Stadttheater Gießen vom Staate! — Der /Ref.) Es sei selbstverständliche Pflicht, zu erhalten, was an Kulturgut übernommen worden. Ebenso selbstverständliche Pflicht sei es, soziale Härten für Künstler und Angestellte zu vermeiden. Oberbürgermeister Mueller sprach in ähnlichem Sinne. Es sei schwer, andere Kreise, vor allem die Parlamente, von der Gleichstellung von Kirche, Schule und Theater zu überzeugen. /Rach kurzer Pause erstattete der Dezirks- obmann den Geschäftsbericht, aus dem als wichtig hervor gerufen sei, daß er sich scharf gegen Zusammenlegungsabsichten von Theatern ausspricht, ebenso scharf gegen /Rationalisierung in der Form von Verminderung des Personals, /Riederhaltung der (Sagen, Herabsetzung der Spielzeit, weil alle diese Bestrebungen untragbar seien. Er fordert weiter Konzessionierung des Ausbildungswesens für Schauspieler und Sänger. In der Aussprache über die Lage der einzelnen Theater des Bezirks wurden namentlich interne Fragen der Anstellung, Dertragsregelung, der Arbeitszeit (Probezeiten usw.) behandelt. Man müsse bestrebt fein, das bestehende Ensemble aufrechtzuerhallen, allzu starken und öfteren Wechsel zu beseitigen. Auch fei für ältere Mitglieder eine Vertrags Verlängerung (über ein Jahr) zu erstreben. Erfurt, Opernhaus Frankfurt a. M., Slaatstheater Kassel und Wiesbaden, Schauspielhaus Frankfurt a. M. usw. kamen mit internen Angelegenheilen — hierbei auch Gießen mit seinem Konflikt mit dem Frankfurter Künstlertheater (Wanderthoaler Rhein und Main). Es wurde auch hier ausdrücklich betont und später vom Präsidenten Wal lauer nochmals bekräftigt, daß eine Wanderbühne nicht in den Bezirk eines stehenden Theaters hineinkommen dürfe. Am zweiten Terhandlungstage Fortsetzung der Behandlung in ter er Belange und Reuwahl des Bezirksausschusses, die die Wiederwahl 21 e r» kings und Pfeils (Frankfurt a. M.), dazu Reuwahl von Baumeister (Darmstadt) ergab. — /Bef. Turnen, Sport und Spiel. Frauenturnen im Turngau Hessen ö. T. — o— Die planmäßige Tlebungsstunde der Frauenabteilungen aus dem Gau Hessen kam am Sonntagvormiitag in Gießen bei reger Beteiligung von Avteilungsleit rn und Vorturnerinnen zur Durchführung. /Unter der Leitung des zuständigen Gauwarles, Rudolf Paul (Gießen), hat sich die Zahl der Abteilungen in wenigen Jahren mehr als verdoppelt; im letzten Jahre haben zehn Turnvereine dieses Fachgebiet dem Gau angegliedert, und zwar Burgsolms, Dorheim, Echzell, Gambach, Griedel, Groß-Eichen, Hartenrod, Leihgostem, Rauborn und Schotten, so daß zur Zeit insgesamt 59 Abteilungen zu verzeichnen sind, die mehr als 1/3 aller Gauvereine nach dieser Richtung beschäftigen. Im Hinblick auf diese starke Zunahme wurde es begrüßt, daß die ©auleitung einen besonderen Lehrgang zur Ausbildung von Leitern und Leiterinnen für Vereinsabt Hungen zu Anfang nächsten Jahres in bestimmte Aussicht genommen hat. Der Gau-Fraucnturnwart nahm zunächst die neuen allgemeinen Freiübungen in eingehende /Behandlung; sie bestehen aus vier Uebungs- gruppen zu je drei Teilen, und jeder Teil vereinigt in seinem Bewegungsablauf Lockcrungs- und Spannungsübungen aus dem Gebiet der 1 Körperschule, ferner rhythmische Bestandteile mit I Schrittbewegungen und schließlich fließend-zügige Dewegungsteile. Tie Geräteübungen am Darren, Reck und Pferd leitete und erläuterte für die verschiedenen Stufen Heinrich Schneider (Tv. Wetzlar). Die allgemeinen Freiübun^n sowohl, wie die Geräteübungen sind vom Miltelrheinkreis für das nächste Kreis turnfest zu Hanau zu- sammengestellt und vom Gau Hessen übernommen worden für sein Frauenwetturnen zu Lauterbach. Fechten imTumMHeffen(D.T.) Reue Altmannen. Unter Leitung von Gaufechtwart Kühn (Friedberg) trug die Fechterschaft des Turngaues Hessen hier ein Ausscheidungsfechten für Jung- mannen in beiden Waffen aus. Die einzelnen Fechterriegen des Gaues hatten dazu durchweg Leute mit gutem Können entsandt. Es wurde recht schön gefochten, und besonders in den Endrunden boten sich dem Zuschauer äußerst spannende Kämpfe. Die. vier ersten Sieger jeder Waffe konnten zur Altmannenklasse überschrieben werden. Nachstehend die Ergebnisse: Florett (13 Bewerber): 1. Brack, Tgm. Friedberg, 2. Ludwig, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 3. Hans Bürck, Mto. Gießen, 4. Elmshäuser, To. Wetzlar, 5. Gerth, To. 1860 Bad-Nauheim, 6. Leonhardt, Tv. 1 8 4 6 Gießen, 7. Fink, T. u. Spv. Marburg, 8. Prümmer, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 8. Maletzke, T. u. Spo. Butzbach. - don heirateten, die Frau des Barons von Turnau geworden war, hatte verschiedene Fehler. Ich hätte nicht nötig, Sie auf diese aufmerksam zu machen. Ich könnte es getrost darauf ankommen lassen, daß Sie Ihre vermeintlichen Ansprüche vor Gericht anhängig machten, aber ich sehe keinen Grund, den 2t am en meines Freundes in eine Skandalaffäre verwickeln zu lassen ..." „Was Sie doch nicht verhindern können!" unterbrach Klausen ihn voll Hohn. „Geduld! Zugleich rate ich Ihnen, die unsere nicht auf eine zu harte Probe zu stellen. Es könnte Ihnen schlimmer bekommen, als Sie jetzt zu ahnen scheinen ..." „Sie drohen mir?“ „Ich sage die Wahrheit, und wenn Sie mich noch einmal zu unterbrechen wagen, werden Sie Turnau nur als Gefangener verlassen." Berndt Klausen wich zurück. „Sie haben die Polizei benachrichtigt? Desto besser! Ich habe sie nicht zu fürchten, wohl aber die Dame dort, die sich der Bigamie schuldig machte ..." „Run ist's genug!“ rief Dodenstein. „Sie stützen sich auf diesen Trauschein, den Sie immer noch in der Hand halten! Her damit!" Und ehe Klausen wußte, wie ihm geschah, hatte Dodenstein ihm das Dokument entrissen. Mit einem wilden Schrei wollte er sich auf ihn werfen, da erschien in der noch ofsenstehenden Tür ein Herr, in dessen Hand zwei dünne stählerne Kellen flirrten — Handschellen. Klausen erblaßte. Er knirschte mit den Zähnen, aber er wagte nicht mehr, Dodenstein zu unterbrechen, als dieser nun erklärte: „Der Trauschein hier und die dadurch bestätigte Che zwischen Berndt Klausen und Käthe Fernau ist in doppelter Hinsicht ungültig. Zunächst, weil nach englischem Gesetz der Ehemann, dec seine Frau länger als ein halbes Jahr verläßt, die geschlossene Ehe aufhebt und nach dem gleichen Gesetz auf Antrag der verlassenen Frau zu mindestens einem Jahr Tretmühle verurteilt werden kann — Die kennen sicher die englische ,hard labour', Klausen? —, und bann, weil die'e Ehe nicht den wahren Ramen der Frau zur Grundlage hatte, wodurch sie ohne weiteres von vornherein ungültig war. Wollen Sie nun noch Ihre vermeintlichen Ansprüche geltend machen, Herr Klausen?" „Sie wollen mich übertölpeln!" schrie dieser außer sich. „Wenn Sie das glauben, können wir uns ja vor Gericht weiter unterhalten. — Wie entscheiden Sie sich?" 25ern6t Klausen stand unentschlossen da. Ec kannte die englischen Gesetze nicht, wußte nicht, ob Dodenstein mit seiner ersten Behauptung recht hatte, aber die zweite stimmte. Er hätte sie vielleicht anfechten fönnen. Doch dort, der Mann mit den Handschellen! „Hol' euch alle der Teufel!" schrie er auf. Dann stürmte er zur Tür. Der Herr dort — Herr von Friedenau — vertrat ihm den 25kg. „Roch einen Augenblick!" sagte er. „Falls Sie die Absicht hegen sollten, nunmehr das Bündnis mit Fräulein von Kletten einzugehen, das Sie heute nachmittag abgekchnt haben, so möchte ich Ihnen sagen, daß Sie sich umsonst bemühen würden. Fräulein von Kletten, mit der ich soeben eine kleine, rette Unterredung hatte, ist in diesem Augenblick bereits auf dem Wege nach der Schweiz, wo es ihr voraussichtlich so gut gefallen wird, daß sie nie wieder deutschen Boden betreten wird." Rachdem er das gesagt hatte, gab er den 25kg frei. Und Berndt Klausen stürmte an ihm bor- bet Run erst wandte sich Turnau an Bodenstein. „Ich verstehe noch immer nicht ..." Da rief Berty Altberg von der Ottomane her: „Darauf kommt es jetzt auch gar nicht an, Turnau, sondern daraus, daß Sie Ihre Frau zu Bett bringen lassen müssen. Lange genug hat es gedauert ..." „Käthe!" stieß Felix hervor, und wollte sich über seine Frau werfen; aber die entschlossene Gräfin hinderte ihn, büdle sich über die Bewußtlose und hob sie auf ihre Arme. „Gott sei Dank, daß unsereins noch ein bißchen Kraft in den Knochen hat!" sagte sie lachend. „Ich werde sie in ihr Zimmer tragen. Sie aber lassen sich mal inzwischen etwas erzählen, was Ihnen freilich nicht immer gefallen wird, Turnau!" Dieser war so verblüfft und noch so safsungs» los, daß er Berty nicht hinderte, als sie aus dem Zimmer schritt. Aber als Dodenstein ihn mit sich zog, da ließ er es geschehen. Rachdem die beiden Männer im Arbeitszimmer Turnaus angekommen waren, erfuhr er alles. Es war eine furchtbare halbe Stunde, die furchtbarste, die Felix Turnau in seinem Leben ausgestanden hatte. Er war außer sich. „Dieser Elende!" knirschte er. „Er soll nicht ungestraft entkommen!" „Wollen Sie Ihre Frau zur Verzweiflung treiben, indem Sie sie zwingen, vor Gericht zu erscheinen? Wollen Sie Ihren Ramen ..." „Rein, nein! Sie haben recht, Dodenstein! 2lch, wie soll ich Ihnen nur danken! Dieser Mensch hätte uns voneinander gerissen, wären Sie nicht gewesen ..." „Ich war aber!" entgegnete Dodenstein lächelnd. „Und nun gehen Sie zu Käthe," fuhr er fort, „wenn Frau Derty es Ihnen gestattet ...“ Käthe Turnau war unter den Händen der Freundin erwacht, als diese ihr die Stirn mit Kölnischem Wasser einrieb. Erst schaute sie noch verständnislos auf Berty. Plötzlich aber kam ihr die Erinnerung. Jäh fuhr sie empor und umklammerte die treue Freundin. „Berty, was ist nun geworden? Hat Felix ...“ „Das wird er dir wohl selber am besten sagen können, Herzel," lautete die Antwort. „Ich bin sicher, daß er nicht lange auf sich warten lassen wird. 2lber jetzt wollen wir mal nicht von ihm Leichter Säbel (7 Bewerber): 1. Chateau, T. u. Spv. Marburg, 2. Maletzke, T. u. Spv. Butz- buch, 3. Fink, T. u. Spv. Marburg, 4. Hans Bürck, M t v. Gießen. Schwimmen im Gau Hessen (O.T.) 21m ©onntarg fand in Gießen im städtischen Dolksbad die 13. Gauvorfchw.mmerstunde unter Leitung des Gauschwimmwarts Franz Sauer, Gießen, statt. 2Jon den Vereinen waren vertreten: T.V. 1846 Gießen. M.T.V. (Sie'-en, TV. Wetzlar, Tgm. Friedberg, T.V. Lauterbach, T.V. Butzbach, T.V. Hungen, T.V. Dutenhofen, T.V. 1860 Bad-Rauheim, T. u. Sp. 1860 Marburg. Es erfolgte zunächst die Einteilung in Riegen, und zwar für Fortgeschrittene, Anfänger und Turnerinnen. Die Riege der Anfänger unter Leitung des Turners Götz (Wetzlar), wurde in den Schwimmarten und Tauchen unterrichtet. Die fortgeschrittenen Turner unkt Führung von Turner F ö l s ch (Wetzlar), sowie die Riege der Turnerinnen wurden eingehend in Startsprung und Wenden unterrichtet. Anschließend wurden von Turner Balzer (Fr'edberg) /Das erspiele gezeigt. Rach dieser Hebung folgte Springen der Turner, wobei es diesmal in der Hauptsache auf die Wertung' der Teilnehmer ankam und die neue Sprungtabelle der D. T. angewandt wurde. Eine von Turner Balzer (Friedberg) neu konstruierte Wertungstafel zur schnelleren Angabe der Wertung tour? e ausprobiert und für gut befunden. Zum Schluß der Schwimmstunde wurden die Anfcrngsgründe des Wassevballes vorgeführt. Epielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die Blauweißen bereiteten ihren Anhängern im Ligaspiel gegen den Wetzlarer Sportverein eine herbe Enttäuschung. Durch taktisch falsches Spiel verloren sie in der letzten halben Stunde das Spiel, in dem sie bis dahin mit 2:0 Toren in Führung lagen. Beim Schlußpfiff hatte Wetzlar einen knappen 3:2-Sieg errungen, obwohl das umgekehrte Resultat wohl gerechter gewesen wäre. Die Gegner lieferten sich eine ausgeglichene Dartie. Den Vorteil der besseren Technik glich der Gast durch großen Eifer aus. Man hat die Wetzlarer selten so forsch spielen sehen, wie in dieser Begegnung. Die Hauptlast am Spiel tragen in dieser Mannschaft die beiden Verteidiger, Gebrüder Benner, wozu sich noch das solide Spiel des Torwarts und Mittelläufers gesellen. Bei 1900 war die Verteidigung der schwächste Mannschaftsteil. Die Aufstellung des linken Verteidigers scheint vollständig verfehlt, da er in seinen Leistungen von Spiel zu Spiel schlechter wird. Der Torwart hatte keinen glücklichen Tag. Die Läuferreihe war recht gut, trieb jedoch Ueberkombination und brachte den Ball nicht schnell genug in den Sturm. Letzterer hatte in den beiden Flügelleuten Versager und ließ auffallend viele der sichersten Torgelegenheiten aus. Der Spielleiter, ein Herr von „Hessen-Preußen". Kassel, leitete einwandfrei. Beide Mannschaften zeigten ein grundverschiedenes System. 1900 bevorzugte die flache Kombination und verschaffte sich dadurch ein kleines Ueberge- wicht. Wetzlar wurde jedoch mit seinem Lauf- und Schlagspiel auch des öfteren vor dem Gießener Tor gefährlich. In der 16. Minute schoß der Gießener dJiittelftürmer nach schönem Zusammenspiel mit dein Halbrechten das Führungstor. Mit 1:0 für 1900 wurden die Seiten gewechselt. Der Platzverein stellte ohne ersichtlichen Grund um und erzielte auch sieben Minuten nach Wiederbeginn durch Halblinks den zweiten Treffer. Man wiegte sich dann anscheinend bei dem Gastgeber in allzugroher Siegessicherheit und vergaß das rechtzeitige Abdecken der schnellen Wetzlarer Außenstürmer, die einige Male durchkommen und dabei drei Gegentore und damit den Sieg reden, fon/ern von d.r. Ich möchte dir eine Standrede halten deswegen, weil du so wenig Vertrauen zu deinen Freunden hast." „2lch, Berty, ich ..." ..... ich war zu feig!" unterbrach Gräfin Altberg. „Unb wenn nun all dein Glück in Scherben gebrochen wäre infolge deiner Feigheit?" Tränen brachen aus Kättzes blauen Augen. „Ich hätte es nicht überlebt!" schluchzte sie. „Dann danke Gott, daß deine Freunde für dich gehandelt habe t, vor allem Herr von Boden- ftein. — Aber da höre ich meinen Grasen unten hupen! Ich muß ihn abfangen, ehe er herauf- lommt. Ich fürchte, er könnte nicht schweigen, deswegen will ich ihn lieber gleich wieder mit heimnehmen. Ihr beide werdet sowieso froh sein, wenn ihr heute abend allein bleibt. — Also, Schahei, Kopf hoch! Run ist die Operation überstanden ..." „Felix ..." wollte Käthe fragen. „Da klopft er schon!" unterbrach /Berty abermals, und eilte zur Tür. „Da ist sie!" rief sie Felix zu, und schob ihn gegen das Bett. Sie selber eilte die Treppe hinunter und atmete auf, als sie dort ihren Gatten schon mit Bodenstein im Gespräch sah. „Sie haben ihm ge'agt, daß wir wieder heimfahren müssen?" fragte sie, und schaute ihren /Verbündeten an. „Ach, /Berty, es ist doch nichts Schlimmes mit deiner Freundin? Herr von Bodenstein sagte, es sei nur ein leichtes älnwohlsein .. „Jawohl, jawohl! älnd damit er für das ihm entgangene Diner hier entschädigt wird, wollen wir ihn mit zu uns nehmen, nicht wahr?" Graf Altberg war erfreut,, und die drei fuhren heim. Oben aber kniete Felix Turnau am Lager seiner Frau. Sie hatte es auf seinem Gesicht gelesen, als er hereineilte, daß sie nichts mehr zu fürchten brauchte. Als et ihr nun beichten wollte, als er ihre Hände flehend ergriff, da zog sie ihn zu sich empor, schaute ihm tief in die Augen und sagte: „Felix, einst sprachst du zu mir Worte, die ich dir jetzt wiederholen will. Sie lauteten: Fürchte nicht, daß meine Liebe zu dir je erkalten könnte! Mein Herz schlägt nur für dich! Dieser Schwur wird gelten, bis einst mein Leben zu Ende geht. Mein letzter Herzschlag wird noch dir gelten — du weißt ja, wie glücklich du mich durch deine Liebe gemacht hast! — 23efinnft du dich, Felix?" „Ja, Käthe, ja. Und was ich damals sprach, gilt heute noch. Ich liebe dich ...“ „Wie ich dich, Felix. Immer habe ich nur eine Liebe gekannt — die Liebe zu dir. 2Cber es war eine Liebe in Ketten, Felix, in Ketten, die mir das Herz wund drücken wollten. Run sind diese Ketten gesprengt, nun ist meine Liebe ganz frei geworden — Felix!" Da sank er an ihre Brust. Und sie preßte ihn an sich, während sie aus tiesstem Herzen dem dankte, der die Ketten ihrer Liebe gebrochen hatte. der ö. Berlin -Tranlhirt a M Sd)iuB I dlniang* flnre | Ruto 11. 11- i 12- 11. Dorum 201,9 180 I 176,75 177,18 115 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. IN. 87 illainttaitnKTti HSchv o. SR. ver- noch 66,5 74,25 115 88 119,5 120 83,25 105,9 58,5 204,75 323,13 105,25 57,5 195.5 201 318,75 66,25 73.25 114,9 88,5 - 0 l 11 ( 6 10 6 u c> 6 8 6 0 6 18 14 13% 12 . 8 . » 1" J< 9 10 16*/, 1 . 10 15 66,9 74,5 116 89 hindern, baß der Gegner nach der Pause weitere fünf Tore erzielte. Turngau Lahn-OünSberg. Mag. . . Sebr. Roeder . . 8otgt 4 Haeisrra LLdo. Bud« . . • Bleistif tf abrik vvrm. Johann Faber 21.-®.. Nürnberg. Wie der WTB.- Handelsdienst von maßgebender Seite erfährt, ist das Ergebnis der ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres bei der Dleistiftfabrik Dom. Johann Faber 21.-®. in Nürnberg bei leigenden Umsätzen befriedigend. Die Wiederein- ührung der Aktien zur offiziellen Notiz an der Börse soll nach Abschluß der Jahresbilanz baldigst beantragt werden. Frankfurter Börse. Frankfurt, 12. Nov. Tendenz: schwächer. — Die schon seit längerer Zeit bestehende L u st l o f i g - feit zog immer weitere Kreise, zumal auch heut« wieder kaum Orders Vorgelegen haben dürften. Die Lage wurde noch durch die schwache Haltung der gestrigen Neuyorker Börse stärker beeinflußt. Die Tendenz neigte nach unten. Es ergaben sich gegenüber der gestrigen Abendborse, obwohl das Angebot nicht wesentlich groß war, Verluste bis zu 5 v. S). Anregungen lagen nicht vor. Am Elektromarkt nahmen die Rückschläge infolge des int Verlaufe etwas mehr zunehmenden Angebotes ein ziemlich empfindliches Ausmaß an. Besonders Siemens mit minus 6,5 v. 5). lagen an erster Stelle. Licht und Kraft büßten 6 v. t). ein, AEG. eröffneten 2,5 d. $)., Gesfürel 2,75 o. H. und Schuckert 3,25 u. S). niedriger. Ehade-Akticn verloren 2,50 Mk. Am Ehemiemarkt betrugen die Rückgänge bis zu 3 d. S). Kaliwerke lagen ebenfalls bei minimalem Geschäft bis zu 3 v. H. abgeschwächt. Von Montan- werten gaben Rheinstahl 2 v. $)., Mannesmann 1,75 v. S). und Phönix 1,25 v. S). nach. Sonst kamen hier Werte zur ersten amtlichen Notiz nicht zur Notierung. Banken bis zu 1,75 d.$)■ niedriger. Schifffahrtswerte gaben bis 2 v. S). nach. Am Kunstseidenmarkt büßten Aku, die weiter angeboten waren, 3 v. S). ein. Deutsche Linoleum minus 3,5 v f). Am Rentenmarkt war das Geschäft immer noch etwas lebhafter, doch wurden heute hier Glattstellungen vorgenommen: besonders Türken waren etwas gedrückt. Deutsche Anleihen waren bei der allgemein schlechteren Verfassung ebenfalls nachgcbend. Im Verlaufe besserte sich die Tendenz ein klein wenig, ohne daß jedoch das Geschäft lebhafter geworden wäre. Die Besserungen betrugen auch dementsprechend nur Bruchteile eines Prozentes. Die gestrig« internationale Geldmarktverfassung fand vorteilhaften Anklang, konnte aber trotzdem nicht als ge< schäftsbelebender Faktor wirken. Die Erholungen gingen bis zu 1 v. H. Am Devisenmarkt war bi« Mark gegen den Dollar weiter etwas schwächer. Mair nannte Mark gegen Dollar 4.1832, gegen Pfund 20,398, London gegen Kabel 4.8770, gegen Paris 123,88, gegen Mailand 93,15, gegen Madrid mit 34,70 schwächer, gegen Holland 12,0825. Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld mit 7 v. $). weiter erleichtert. Berliner Börse. Berlin, 12. 2loh. Wie schon gestern vermutet. hatte Reuyorl wirklich den Selbstmord des Bankiers James Riordan von der County Trust Gomfcanie, obwohl er angeblich gesundheitliche Gründe hatte, mit einer erneuten Baisse beantwortet. Dies hatte schon an der Franlsurter 2lbrndbörse von gestern zu einigen kleinen Kursrückgängen geführt und Q afl Schuliheil Payenhoser . Ostwede....... Bet. ölanjftoff . . . . Bcmbetg Bellftojr Salbfioi . . . fleUftoil Bschaiienbura . Ebarlottenburger SBaflee Dessauer öaä Daimler Sivtoren . . . Deutsche Linoleum . . $lafdjlnenbau A.-B. . < A-l turtle ttl y.r . . < xiuoro. Loew . . . Not. automobil . . . < Oren stein 4 floppet . < V'onbnto Tie- . . . . £ Benda . . . . • • Franst. Maschine» . . . Sriyner....... tzeyligenssaebi . . . IunghanS. .... Leckwede. hart auf die Probe. Doch war die Harmonie in der 1900er Fünferreihe nur von kurzer Dauer, und als man noch kurz nach Halbzeit auf den Torwächter verzichten mußte, war die notwendige Stoßkraft nicht mehr vorhanden. Immerhin kann man sagen, daß sich die Spielvereinigungsleute aus diesmal gegen den schweren Gegner gut aus der Affäre gezogen haben. D. f. B.-Handbatt. Die Handballmannfchaft spielte nicht, wie ursprünglich vorgesehen, auf dem hiesigen Platz gegen die zweite des D. f. L. Wetzlar, sondern fuhr nach dort. Sie hatte sich Wohl doch etwas zuviel zugemutet, und verlor reichlich hoch mit 1:9. Allerdings muß man berücksichtigen, daß D. f. D. mit einigem Ersah, 23. f. L. dagegen verstärkt antrat. Dis zur Halbzeit (1:3) konnte sich Gießen noch einigermaßen halten, mußte dann aber durch sechs weitere Tore die Lleberlegenheit der in guter Form befindlichen Wetzlarer anerkennen. „uv. ftur 12 .1- V. f. B. Die Ligamannschaft gewann das letzte Spiel der Vorrunde gegen Breidenbach sicher mit 5:3 und setzte sich mit diesem Sieg an die Spitze der Tabelle. Sie war ihrem Gegner während des ganzen Spiels technisch und taktisch überlegen und hat die beiden wertvollen Punkte verdient errungen. Daß der Tarunterschied nicht allzu hoch fein wurde, war in Anbetracht des bekannten Kampfgeistes Breidenbachs, das auf seinem ungewöhnlich kleinen und schlechten Platz ein besonders gefährlicher Gegner ist, varauszusehen. Was den Einheimischen an spiele- rischem Können fehlte, vermochten sie durch restlosen Einsatz von Kraft und Energie annähernd wieder auszugleichen, ohne dabei die Grenzen des (Erlaubten zu überschreiten. Das Spiel wurde von beiden Mannschaften von Anfang bis zu Ende sehr fair und ruhig durchgeführt. Die D. f. B.-Mannschaft fand sich überraschend schnell und konnte schon nach wenigen Minuten in Führung gehen. Angefeuert durch diesen Erfolg, verschärfte sie das Tempo und lag auch weiterhin im Angriff. Breidenbachs Verteidigung arbeitete aufopfernd, konnte aber nicht verhindern, daß Gießen auf 2:0 erhöhte. Erft dann kam die Platzelf etwas mehr auf und gestaltete das Spiel verteilter. Während cs ihr bis zur Halbzeit gelang, insgesamt drei Tore, darunter eins durch Verwandlung eines Elfmeters, zu erzielen, konnte Gießen in dieser Zeit seinen beiden Erfolgen nur noch einen hinzufügen, so daß das Resultat bei der Pause 3:3 stand. Nach dem Wechsel diktierte Gießen wieder das Spiel und zeigte sich, trotzdem es nun „bergauf" zu spielen hatte, zeitweise stark feldüberlegen. Seine An- griffe waren systemooll und durchdacht und brachten das Tor des Gegners ständig in Gefahr. Breidenbach konzentrierte sich ganz auf die Abwehr, mußte sich jedoch trotzdem zwei weitere Tore gefallen lassen. Kurz vor dem Schlußpfiff verhinderte die Torlatte einen sechsten Erfolg Gießens. Das Endergebnis von 5:3 entspricht nicht ganz dem Spielverlauf, dem ein klarer Sieg der V.f.B.er eher entsprochen hätte. Eine unerwartete Niederlage mußte die 2. Mannschaft in Wetter hinnehmen. Sie verlor gegen die dortige Erste unverdient mit 1:4, obgleich sie längere Zeit im Angriff lag. Der Schiedsrichter war Mitglied des Platzvereins und traf eine Menae zweifelhafter Entscheidungen, die die V. f. B.-Elf stark benachteiligten. Die 1. Jugend verlor gegen die gleiche des Wetzlarer Sportvereins nur knapp mit 0:1. Das Resultat ist in Anbetracht der Spielstärke des bis jetzt ungeschlagenen Gegners als recht gut zu bezeichnen, zumal V. f. B. stark ersatzgeschwächt war und Wetzlar das einzige Tor nur durch einen Elfmeter erzielen konnte. V. f. B. hatte dieselbe Gelegenheit, verpaßte diese aber, indem der zugespro- ebene Elfmeter verschossen wurde. Das Spiel konnte nicht befriedigen. Sportverein zeigte die bessere Tech, nik und das genauere Zuspiel. Die Zweite machte ihre Sache wesentlich besser und schlug nach flottem Kampf Wetzlars Zweite mit 3:1. Die Platzmannschaft spielte einen ansprechenden Fußball und gewann verdient gegen den körperlich größtenteils stärkeren Gegner. — Daß die 3. Jugend gegen die Erste L i ch s kaum Siegesaussichten haben würde, war vorauszusehen, da Lich einer ihrer schwersten Gegner im Pflichtspiel ist. Sie hielt sich trotzdem recht tapfer und verlor verhältnismäßig knapp mit 1:3. — Einen ungleichen Gegner hatte die 2. S ch ü l e r m a n n s ch a f t in der 1. Schülerelf von Nieder-Girmes. Trotz aufopferndem Spiel mußte sie sich mit 2:5 Toren geschlagen bekennen. r. Ich möchte dir eine »gen, weil du |o tnenig ceunien hast." unterbrach Gräfin Ät- all dein Glücks Scher- folge deiner fäti-es blauen AuM erlebt!" ^luchzte sie. v.6 deine Freunde sur , allem Herr von Dvden- chLLGrasen untzm -OH tiS**’ FM f. »l i6n VSkS« --sSstf Unwohl" 6 3 ihm /damit er Rollen MN, .j ^ci fuhren freut,..und m Saget Turnnu a auf leEtsmehr & MM Delrnn'l ^als IP ) tpa» .X nut * S-'S'S^ nun lN preßt« '!“ n Knd 2? ^er;e" 1900 (Sieben. St*« Anhängern ölater Spott« ft' ?Utd> tallisch L Wen halben j,e °rs dahm mit 2:0 Schlubpsiss haile "3 «rungen, obwohl srrechler gewesen R eme ausgeglichene eueren Technik glich der >us. Man hat die Wetz, en sthen, wie in dieser lm Spiel tragen in tiefer cibiger, Gebrüder Ben. rfibe Spiel des Torwarlr Bei 1900 war die Bertei. 'nfchaftsteil. Die Aufstel- s fcheint DoU[tänbig wr- igen von Spiel zu Spiel t hatte feinen glücklichen recht aut, trieb jedoch ile den Lall nicht schnell rer hatte in den beiden ließ ausfallend viele der ms. Der Spielleiter, ein Lasset, leitete einwand, eigten ein grundverschie- jUgte die flache Sombina» burd) ein kleines Ueberge« ch mit seinem Laus- und n vor dem Gießener Tor nute schoß der Gießener Zusammenspiel mit dem .toi. Mit 1:0 für 1900 lt. Der Wßoerein (teilte unb erhielte auch sieben ,n durch ßatbMs den ,te sich dann anscheinend rngroher Siegessicherheit Mecken der schnellen iie einige Male durchkom- itore und damit den Sieg -chiust. Kurs 11 II. TÖT 200 205 322 180 Der 22. ordentliche Gauturntag fand am Sonntag in Lollar statt. Aus den Berichten der Funktionäre ging hervor, daß die aktive Beteiligung in Turnen. Sport und Spiel gegenüber dem Dorjahre erhebliche Fortschritte gemacht hat. Die sehr reichhaltige Tagesordnung sand einen flotten CD erlauf. Durch die Zuteilung des Depbandsfestes des Südtvesldeutschen Turneäundes an den ®au- verein Steinbach fällt das Gaufest im nächsten Jahre aus. Die Abhaltung des Bergfestes wurde dem Turnverein Mainzlar zugesprochen. Die Dorstandswahl ergab außer einigen Deränderungen bei der Wahl der Sport- und Spielausschutzmitglieder einstimmige Wiederwahl. Der Dorsihcnde, Ludwig Daupert (Wieseck). Ehrenturnwart Wilhelm Schmidt (Launsbachi und Turnausschutzmitglied August Lotz (Wieseck), die seit der Gründung des Gaues ihr Amt im Vorstand bekleiden, können demzufolge im nächsten Jahre auf eine 25jährige Tätigkeit zurück- blicken. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Reu-Isenburg I — Gießen I 4:2. Gießen war am Sonntag in Isenburg zum fälligen Sericnspiel. Isenburg begann das Spiel mit nur zehn Mann. Die Gäste schufen verschiedene ge» fährliche Momente vor dem Tor der Einheimischen. Nachdem der elfte Spieler Isenburgs eintraf, trat bei ihnen allmählich eine kleine Ueberlegenheit ein. Isenburg kam zum Führungstor, bann war Gießen wieder öfters im Angriff, konnte jedoch nichts Zählbares erreichen. Eine zweifelhafte Entscheidung brachte Isenburg das zweite Tor. Rach Seitenwechsel kam'Gießen überraschend zu seinem ersten Tor, worauf der Hüter der Einheimischen das Tor verließ. Isenburg spielte mit 10 Mann weiter und tarn zum dritten Tor, während Dietzen ein Tor aufholen konnte. Dann kam Isenburg durch Strasstotz, der vom Derteidiger ins eigene Tor gelenkt wurde, -um vierten Tor. Veilstein I — Wieseck II 6:3. Ein überraschendes Resultat kam von Bilstein. Wiesecks 2. Mannschaft war zu ihrem letzten Serien- spiel in Beilstein. Der bestellte Unparteiische blieb aus, der dafür eingesprungene Ersatzschiri konnte keinesfalls befriedigen. Unter den denkbar schlechte- ften Witterungsoerhältnissen kam ein Spiel zum Austrag, welches manchen Wunsch offen ließ. Bei Halbzeit führte Wieseck 2:0. Nacb Seitenwechsel blieben die Gälte weiter überlegen. Allmählich begannen dann die Einheimischen ein körperliches Spiel, in denen es keine Grenzen gab. Sechsmal mußte der Hüter Wiesecks das Leder aus den Maschen holen, während Wieseck nur noch einen Erfolg buchen konnte. Kurszeiiel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 o. H., Lombardzinsfuß 8 v. H. rafchend hoch. Der Sieger fand sich sofort gut ?Zusammen und schotz bereits in der 5. Minute ein erstes Tor, dem bis zur Pause acht weitere folgten. Deuem wehrte sich verzweifelt gegen eine hohe Riederlage, konnte aber nicht Wirtschaft. * D i e Abwicklung bei der Favag. Lt. „cjranlf. Ztg." wird augenblicklich zwischen der Favag und dem Allianz-Konzern über den Kaufpreis für das von der Favag auf die Allianz übergegangene direkte Derficherungsgeschäft verhandelt, darüber hinaus aber auch darüber, unter welchen Doraussetzungen das indirekte Geschäft der Favag (Rückversicherungsverträge) von der Allianzgruppe übernommen bzw. abgewickelt werden kann. Lieber die dafür von der Favag zu leistenden hohen Zuschüsse find die beiden Parteien noch um einige Millionen auseinander. Don dem rechnerischen Ergebnis der Dersiche- rungsübertragungen wird der Status der Favag abhängen. Wie nicht anders zu erwarten stand, waren auch die Siegener beim Rückspiel die überlegene Mannschaft und behielten mit demselben Torunterschied wie am Vorsonntag die Oberhand. Anfangs schien es allerdings, als ob diesmal das Endresultat für die Gießener günstiger lauten solle, denn die Hintermannschaft war gut auf dem Damm, und der Sturm stellte den Sportfreundehüter verschiedentlich Banknoten. Berlin, 11. Novenibcr tUmcrUanifdie Sloten ... Belgische Noten Dänische Noten ........ Englische Noten . ....... ffranzvlische Noten ....... Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten....... Deutsch-Lesterreich, A 100 Schilling Rumänische Noten ....... Lchwediscke Noten....... Schweizer Noten........ Spanische Noten ........ Tschechoslowakische Noten Ungarische Noten . ...... .'iranlfuri a M Berlin Frankfurt a NI Betlir cchiuh. i-Ut)i Schluss Anfang- aog. ^ourregs-ObUgaÜon rückzahlbar 1932 ...... 95 ■■ — Schlei. Elekn...... . 1< — 160 157,25 89 Schuckert & Co. . • . . . 11 — 184,75 188 186,5 — 89 — Siemen» 4 Haleke .... . 16 305,5 299 305 300 Iranerablo..... « . . 8 — — — — — — — — Lahmeyer 4 Co...... . 10 164,5 — 164 — 4% OeNerreichisch« Galdrte.. . 4.20% Ceftm Sllberrt- — 24,4 Buberu»...... . . . 5 64,5 — 64,75 63,4 3 — — — Deutsche Erb dl..... . . 6 — 96,25 98 97,13 4% Oeslerreichische Einheitliche 1,85 Essener Steinkohle . . . . • . t — — — — Rente.......... — —» — Gelsenkirchener..... . . 8 127,5 127,13 126,5 «% Ungarische Goldrie..... 21,6 — 21,5 19.3 21,25 Harpener........ . . 0 135 135 — 4% Ungarische Siaatsr. v. 1910 19,5 — 19,13 Hoesch Eisen...... . — 119,5 117,25 desgl. von 1913 .... — — — — Ille Bergbau...... . io 209 — — 4% Ungarische Krönende.. . . 1,95 —— 1,95 — Rldcknerwerie...... 96 — 96,4 95,5 4% Süd. Zollanleihe v. 1911 . 4% Düdssche Bagdabbahn-Lnl. 8,5 8,35 8.6 — ildin-Neuessen - . . . . — — 117 115,25 Manne-rman- .Röhren . . 98,5 96,75 98,75 97,5 Serie 1......... 8,4 8,5 8,6 8,5 Planesclve, Bergbau . . . • • ' 113,5 — 113 110,5 4% VeLgl. S»rie U . . . 8,6 8,5 8.5 8,3 Lverich'es. Eueu,eb ft c nun glüdlid lic Iuristet nenfrnöcn, um «nheitlichen I I i barhaupt Do: feix Aber es tir immer nod t erhandlur I Versprechen an -1 uni) jetit ükCdd nehmen werden j t mmenb jüt i ereigniffc in 5 »igslens wissen p bl em übers | pot sich noch n ^1 Richtlinien de * c noch unter | kl waren, zu 1 »och ist also I I ylnn mit aller | politisch wie in , ^>nd daß jede I Wicklung nur fcnn. Kepara M,öMNMii(Sesseii) Tclepbon Mücke 65. •Sui 3/ft^aS, Kheumajensit! IWamW uiijil Xfteuma.öenfit D.Xp.Är.433025 wird vieNausend- fach celobt und ürztlich empfohlen. Die Tube koste! 80 pf„ die Doppeltube 7M. 1,50. Rheuma-Sensit ist in allen Avoiheken und Drogerien erhältlich. Machen Sie einen Versuch. 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Verschönt wurden diese noch durch zwei Choräle des Gesangvereins unter Leitung feines Dirigenten, Lehrer O t t. Die Gemeinde ist erfreut, daß wieder ein Geistlicher die seelsorgerische Pflege übernehmen durfte. Dem neuen Psarrherrn konnte ein schönes Heim in dem neu hergestellten Pfarrhaus geboten werden. Die Kosten für die baulichen Umänderungen trugen je zur Hälfte die Gemeinden Ober-Dessingen und Münster. -n- Ober-Dessingen, 10. Nov. Heute am Geburtstage des Reformators Luther wurde unser neuer Pfarrer Strack durch den Dekan des Dekanats Grünberg in sein Amt eingeführt und der Gemeinde vorgestellt. Um 13 älhr fand in der mit herrlichen Herbstblumen geschmückten Kirche der Fe stg o t te sdi e nst statt. Der Kirchenvorstand begleitete den neuen Pfarrherrn in die Kirche und nahm dann um den Altar Platz. Nach einleitendem Orgelspiel trug ein aus Schülern und Erwachsener zusammengestcllter Rundfunkprogramm. Mittwoch, 13. November. 11.15 bis 11.45: Schulfunk: Deutsch — Friedrich Hebbel als Lyriker. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Aus Operelten. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Don Berggeistern und andere Sagen", Vortrag von Nektar K. Wehrhan. — Für Kinder vom 10. Jahre ab. 16 bis 17.45: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Von Mannheim: „Die berufstätige Frau", Vortrag von Frau Dr. Maria Bernays, Mannheim. 18.30: Dücherstunde. 19: Senckenberg-Viertelstunde. Vortrag. 19.15: Zeitberichte XIII: Aus dem „obersten Volkswirtschaftsrat" der Sowjet- Union. Diskussion über die Planwirtschaft und die Hebung der Rentabilität der Industrie. 20: Lied er-Abend von Louis Graveure, 21: Von Stuttgart: Die Entdeckung des Nordpols. Ein phantastisches Sendespiel von C-arl Struve. Vergebung von Arbeiten Die Gemeinde Wißmar hat innerhalb des Ortsbezirks zirka 330 qm pflaffer- arbeiten zu vergeben. Kostenanschlag usw. kann bei dem Unterzeichneten eingesehen werden. Angebote müssen bis Donnerstag, den 14. November, abends 7 Uhr, bei dem Gemeindevorsteher ein reicht sein. Der Gemeindevorsteher. Drucksachen aller Art Me BrübHcbe Universitäts-Druck rel. R. tonae. Kietzen, Sdinlftr. 7 EinUUM 500 cem, mit cleftr. Licht und Tachometer, Modell rote neu Mr.E.F. Jones,engl. Gymnasiallehrer der Universität von London, die englischen Kurse im Kaufm. Vereinshaus, Nordanlage 15 jeweils 372, 6*/4, 8'/< Unr. Fremdsprachklub Gießen. Sterns Gaalbau-Lith Morgen Mittwoch, 13. Aovu Gastspiel der m. Liliputaner Abends 8.30 llhr: ,^Heiratsfieber" Nachm. 5 Llhr: „Der kleine Prinz" Beginn der Winter-Tanzkurse für Studenten am Dienstag, 19. November Gefällige Anmeldungen werden in meiner Wohnung Löberstr. 12 5 »Nd dem englisch Zweit« j ^"treten k W" Stanbpunft iMtimmunq in nu Ktei'{n dieser ? !&ehnt'MöXinl HP beschleui ■ die Haager ' fPcfitionen für Kf beenden tja Ä^menie, M, S'8,nn der h° versch «ff’’’“' ■2* »* FttrdenWinterbedarl la Sueise- und Salalkartoifeln Zwiebeln haltbare Ware, zum billigsten 'Utero W. Hantel Ww. Neuen Baue 7, lelevb 2ii,2 Das rtrDtiftc ober- hessische 07278 Landbrol erhältlich KräntcrbausJung Schnlstratze. MM Ä Margarine _ _ |)l i ■ Rama im Blau band doppelf so gut : Heimat im Die Schc N-eichbw° Frdr.Teipel Bahnhofstraße 45 Markt 16 Hillebrandstraße 2 S^tilay" ouonujtr 6. Fantasie über ein deutsches Volkslied .’s kommt ein Vogel geflogen", im Stile älterer u. neuerer Meister. Ochs 9 Rosen a. d. Süden, Walzer... Strauß 10. Walzer-Intermezzoa „Naila",Delibes 11. Impromptu Nr. 4, As-Dur, Schubert '•k'3 Reizende J. H. Fuhr Sonnenstra&e Nr. 25 _____________________ 9324