Montag, 12. August 1929 179. Jahrgang Hl 187 Erstes Blatt vn,ck und verlas: SrühNche Uni°erfiläl--Vuch- und L.-lndnxi-rel R. rang- in Sietzen. Schris.lcltung und s-schäst-st-ll-! Schulftratze 7. Am Äerfaffungstage in der Michshauptstadi Oie Abendseiern. Söhne seien. A aus; nnsioci foH fein ein nationaler 5efttag, pn oem Siresemann spricht aus derBersaffungsseier im SW > bildet die 's Birken- Haarausfall. üseld»'* len. ederl strömt Das Farbenchaos bildete sich sodann zu einem 'Stern aus allen deutschen Landesfarben. Sie eilten den Werkleuten des Deiches zu Hckfe und vollendeten das Werk des symbolischen Brückenbaues. Neue Gruppen der Iugend in Schwarzrotgold strömten herein Aus der -öe* tocgung entwickelte sich hierbei das Bild einer lebendigen Deichsfahne. Dietrich, Deichstagspräsident Löbe. zahlreiche Mitglieder der preußischen Staatsregierung, des Reichsrates, beider Parlamente und der Deichsund Staatsbehörden, der Reichswehr und der Deichsmarine befanden, wurde auf der Fesnoge die Standarte des Deiches aufgezogen. Ein Chor von 7000 Schulkindern sang unter Leitung von Musikdirektor Wiedemann das Gelübde: „Ich hab' mich ergeben". Hierauf hielt Deichsminister v. Guerard eine Ansprache. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Man konzediert der Republik und dem neuen Deutschland höchstens, daß die Demokratie von Weimar das Land vor den Bolschewrsten nächster Zukunft deut an die immer noch Zögernden und im Wider- - • — * sprach Verharrenden, sich auf diesem Boden zu- sammenfinden. Anderer Bekenntnisse und Gefuh^ ollten nicht verletzt werden, aber man dürfe auch nicht Spott und Hohn auf die Farben und den Staat von heute häufen. Es gelte im demokratischen Staatswesen für jeden, freudia mitzu- arbeiten. Hier biete die Weimarer Verfassung die Möglichkeiten, alle Kräfte auf ein Ziel zu lenken. Darmstadt, 11. Aug. Die Verfassungsfeier in Darmstadt wurde am Samstagabend durch einen Fackelzug eingeleitet, an dem etwa 2000 Fackelträger teilnahmen. Am Sonntag vormittag fand ein F e st a k t im Städtischen Saalbau statt. Unter den Ehrengästen bemerkte man neben dem Staatspräsidenten D r. Adelung die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden, der Industrie, des Handels, der Gewerkschaften sowie der Kirchen. Nach der Oberon-Ouvertüre von Weber und einem Chor von Gluck hielt Staatspräsident Or. Adelung bauen..." kam von ------- - - mit bunten Kleidern in die Arena hereinge^ Es war ein gut konservativer ostpreuhischer Mann, der verbunden vielleicht heute noch mit den Gefühlswerten der Vergangenheit, aber objektiv genug, anerkannt hat, daß auch in diesen Kämpfen Deutschlands ärmste Söhne gezeigt hätten, daß sie in den Stunden der Gefahr auch Deutschlands t r e u e st e Oer Reichspräsident beim Festgottesdienst. Berlin. 11. Aug. (WTB.) Reichs Prä- lident von Hindenburg nahm in Deglei» hing des Staatssekretärs Dr. Meißner und dcS Berliner Stadtkommandanten Generalmajor Freiherr von Schleinitz an dem Gottesdienst in der Dreisaltigkeitskirche teil, der aus Anlaß der zehnjährigen Wiederkehr des Ver- fasfungstages von einer besonderen Feierlichkeit erfüllt war. Unter den zahlreichen geladenen Persönlichkeiten sah man auch die Staats- Minister Dr. Decker und H ö p k e r - W a- mit die Völker Ruhe und Frieden, die Wirtschaft der Welt Stetigkeit bekommt, daß Wohlstand und Glück allen Böllern erblühen mögen. Dieser Tag ist ein Tag der Freude, die notwendig ist, wenn wir den schweren Weg mit der Hoffnung cuf eine bessere Zukunft zurücklegen wollen; denn die Freude ist es, die die Seelen adelt. Hin Tag der Freude soll nicht geschmälert werden Deshalb werden Sie von mir nicht erwarten, daß ich in einer Betrachtung dessen, was ge- fchaffen ist, die alte Zeit, die Dergangen- Heit schmähe. Es ist auch an sich unrichtig, daß das neue Deutschland etwa die Verbindung mit der Vergangenheit ablehnen könne. Auch in der ver- aangenheit, auch unter dec alten Staatsform haben wir Großes erlebt, und die Demokratie von Weimar ist nicht erst in Weimar entsprungen, sondern langsam herangereist, schon in der Vergangenheit unter der allen Staalssorm. Das Werk des Freiherrn vom Stein, die Kämpfe der 48er, die Geschichte tret Paulskirche, das allgemeine, geheime und direkte Wahlrecht, die Selbsterziehung der Arbeiterschaft in den sozialpolitischen Körperschaften, alles das sind Meilensteine aus dem Wege zur Demokratie. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Herr Reichspräsident, hebe Volksgenossen! Es ist nicht das erste Mal, daß die Verfgssungs- feier der deutschen Republik in eine Zeit fallt, in der Schicksalsfragenderde utschen Ration, Schicksalsfragen der ganzen Welt zur Entscheidung stehen. Deshalb richten sich heute auch bei dieser Feier unsere Blicke nach de m Haag, wo die Vertreter der deutschen Regie- rung mit den Vertretern der Regierungen Europas und der Welt sich mühen, aus den Fiuedens. anfängen des Jahres 1919 nun d e n w i r k 11 - chen Fried'- ‘.....""""" "idnuk Das Fe st spiel, das unter der Leitung von Reichskunstwart Dr. Redslob stand und von Josef von Fielih entworfen worden war, wurde mit dem Erscheinen der 500 Werkleute des Reiches eröffnet, die einzelne goldene Spangen auf den Platz trugen und versuchten, dieselben zu einer Einheit zusammenzufügen. Der Männer- sprechchor des Deutschen Arbeitersängerbundes sprach dabei eine chorische Sprechmelodie. Unter dem Gesang „Wir wollen eine goldene Drucke ner Entstehung bewußt sind, sondern weil wir den Krieg verloren haben. Das Jahr, in dem wir leben, muß auch das letzte sein, in dem noch fremde Truppen auf deutschem Doden stehen dürfen, deren Zurückziehung mehr die Ehre derjenigen Mächte, die die Besetzung aufrechterhalten haben, als die der unfrigen ist. Möge man eine Frage der Ethik des Völker- lebens nicht zu einem Geschäft machen! Ich bin fest überzeugt, daß die Geschichtschreibung einmal den Wiederaufstieg unseres Landes nach einem Sturz ohnegleichen in die Geschichte der Völker einreihen wird als eine der größten Taten aller Zeiten. Das Deutschland, das im Jahre 1919 kein Schiff über 1200 Tonnen mehr hatte, hat in dem kurzen ^Zeitraum von zehn Jahren, der im Leben eines Volkes wenig bedeutet. einen deutschen Dampfer das Dlaue Land des Ozeans gewinnen sehen. Wir sind kein Volk des Reichtums, wir haben keinen fundierten Besitz mehr; wir haben nur ein Vorwärtsstreben der Persönlichkeiten. Aber vielleicht ist auch dies gegenüber dem Quietismus der Völker mit eroberten Vermögen ein Vorteil. Ist es nicht etwas Großes, durch nichts anderes als den eisernen Willen sich und fein Volk vorwärtszutreiben? Lassen Sie uns, wie wir auch immer zu den Ereignissen stehen, die wir miterlebt haben, das was groß war in dem Alten, ehren und achten und mit allen Kräften leben für die Gegenwart und glauben an die deutsche Zukunft! Siresemann an den Reichspräsidenten. Haag, 11. Aug. (WTB.) Anläßlich der heutigen Verfaffungsfeier hat Reichsminister Dr. Siresemann im Namen der deutschen Delegation folgendes Telegramm an den Reichspräsidenten gerichtet: Durch die Verfassung von Weimar hat das deutsche Volk sich ein neues Fundament seines Wiederaufbaues geschaffen. Zur zehnjäh- AWMMZWMMMZ rl«$a^iK:r an^ diese Feststes- und Freiheit" appellierte dann der ®taatsPr1_ai1: lui!^ dürfen1 ^morgen unb hi > h^t nn hie immer noch Zögernden und im 2ßiöer= eTn SagVer deutschen Ration. (Lang anhaltender stürmischer Beifall.) Das Berliner Sinfonieorchester spielte hierauf die Ouvertüre „Namensfeier" von Beethoven. In Vertretung des erkrankten Reichskanzlers Hermann Müller sprach dann iß 6ielW H1 6457A . h. H- r«s> 15-1 Worten Ausdruck gegeben habe. Hindenburg, der erste Soldat des alten deutschen monarchistischen Reiches, ist heute- als Reichspräsident d e r er ft e Bürger des neuen demokratische n Staates, ein Sinnbild für unwandelbare Ns.ichttreue, der sich die Ehrerbietung der ganzen Welt erzwingt. Der Redner verlangte dann Achtung vor der ehrlichen Ueberzeugung des politisch Andersdenkenden. Wenn auch die Symbole des Staates von heute, die Färb en Schwarz- Rot-Gold, noch heftig umstritten feien, so habe aerobe der oolksparteiliche Reichstagsabgeordnete v. Kardorff jm Reichstag erklärt, daß trotz feiner hohen Liebe, 3ie er für die Farben Schwarz-Weiß- Not gehabt hätte, nun Schwarz-Rot-Gsld die fest- gelegten Farben des Reiches feien, die Achtung erforderten, wenn man die Achtung der Welt beanspruchen wolle. Zum Schluß erklärte Staatspräsident Dr. Adelung: „Es gibt aber keine innere Freiheit ohne die äußere. Bei der Feier des 23er* faffungstages dürfen wir in Hessens Hauptstadt nicht übersehen, daß große Teile unseres Staatsgebietes immer noch von fremden Truppen besetz t s i n d , daß seine Bevölkerung immer noch unfrei ist, unter fremder Gerichtsbarkeit steht. Die deutsche Republik hat seit ihrem Bestehen bekundet, daß sie gewillt ist, in Frieden und Eintracht mit allen Völkern zu leben. Wir müssen deshalb mit Nachdruck immer wieder die Forderung in die Welt hinausrufen, endlich von dem unerhörten Druck der fremden Besatzung befreit zu werden, von dem fremden Militär, das eine Provokation und eine ständige G e - fährdung des Friedens barftellt. Wir haben die Hoffnung, baß biefe Erkenntnis auch jenseits ber Grenze gehört und unfern Landsleuten nach fast elfjähriger Bedrückung endlich die vollkommene staatsbürgerliche Freiheit wird." bewahrt habe. Wäre das auch nur das einzige Verdienst, es wöge schwer genug. Aber die Republik, die Verfassung von Weimar, hat Größeres geleistet: Sie h< .t die Reichsein- heil erhalten, und was mir als Vertreter der deutschen Arbeiterschaft zu betonen beson- ders am Herzen liegt, die Demokratie von Weimar hat die Arbeiterschaft zum Staat geführt, hat der Arbeiterschaft das Gefühl beigebracht, daß dieser neue Staat ihr Staat fei. Die Freude am neuen Staat hat sich gleich zu Beginn in der Abwehr feindlicher Angriffe auf Deutschlands Grenzen und Deutschlands Boden, auf Deutschlands Tlnabhängigkeck gezeigt. Als die Kämpfe in der Vor d m a r k zu bestehen waren, haben trotz aller Lockungen von dänischer Seite alle Schichten der nord- märkischen Bevölkerung mit dem Stimmzettel in der Hand diese umstrittenen Landesteile für Deutschland erhalten. Als in Oft freu Ben an den Abstimmungstagen die Frage zur Entscheidung stand, ob ostpreuhisches Land polnisch werden oder deutsch bleiben sollte, da haben auch die ostpreuhischen Arbeiter, und gerade sie, mit dem Stimmzettel in der Hand sich für Deutsch- Lange bevor die Feier im Reichstage ihren iant> entschieden. Anfang nahm, strömten bereits viele taufende - * * ' “ mm Platz der Republik, so daß gegen Mittag eine unübersehbare Menschenmenge den nefigen Platz füllte. Pünktlich um 12 ilfjr fuhr Reichspräsident von Hindenburg vor dem Reichstage vor. Zur selben Minute marschierte die 9. Kompagnie des Jnfanterie-Reglments 7 aus Breslau im Paradeschritt unter klingendem Spiel an und nahm vor dem Reichstage Auf- Heilung. Inzwischen hatte sich der große Sitzungssaal des Reichstages bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Saal bot im reichen Schmuck von Blumen und fchwarz-rot-goldenen Fahnen ein festliches Bild. Die große Wandelhalle war mit den Fahnen der Länder und des Reiches und | den Düsten der Reichspräsidenten Ebert und von Hindeiiburg geschmückt. In der Vorhalle des Hauptportals war die Düste des Schöpfers der Weimarer Verfassung. Dr. Hugo Preuh, aus» gestellt. 3n der Diplomatenloge hatte sich unter Führung des Nuntius Pa^elli das diplomatische Korps eingefunden. Aus der Regierungs- cstrade sah man die in Berlin anwesenden Reichs- Minister und preußischen Minister, ferner Staatssekretäre des Reichs und Preußens, eme große Anzahl hoher Reichsbeamter, den Chef der Ma- rineteitung. QIDmirat ®r. «°-der. und Der. t re ter der Heeresleitung. Ebenso stark war die Estrade der Landesvertreter beseht. Wenige Minuten nach 12 Ahr betrat Reichspräsident von Hindenburg, begleitet von dem Vertreter des erkrankten Reichskanzlers. Reichswehr- minifter Oroener, und dem Reichstagsp^isi- denken Löbe, die Ehrenloge. Der seinem Eintritt begrüßten die Anwesenden den Reichspräsidenten, indem sie sich von den Sitzen erhoben. Nachdem das Derliner Sinfonieorchester das Concerto Gro'.io in D-Moll von Handel zum Vortrag gebracht hatte, sprach Reichömmister Severmg: S"9 Äfolt (, pttt, toj. habe . '° cinlad- b'r unier Arft fchÄ- nicht i*Ä 5 Ntt hortete Dr ’\®c‘ ;?h Ä*» bet kJMr, ein Nein» ,®r. 3u fft. ¥ »°d bet ™ ®l(* M 2Ci.tam herein und - I Ouvertüre Nr. 3. R-ichswehrminister Sroenen d°nn =n di°un- Das deutsche Volk begeht heute zum zehnten Verdienste des ersten deutschen Male die Feier des Tages, an dem die republika- Neichspräsibenten Friedrich Ebert uni die nische Verfassung Rechtskraft erlangt hat Wir be5 deutschen Volkes in den Zeiten gedenken pietätvoll der Vergangenheit, wir geben innen; und außenpolitischer Kampfe, Ver- uns Rechenschaft über tue letzten ^hn Jahre und benen im Vorjahr der volkspartelliche Ab- geloben, füc die Gestaltung der ^uhmft unfer 'bnetc 0 Kardorff im Reichstag in beredten Bestes einzufetzen. Einigkeit und Recht , » und Freiheit waren die Zauberworte, die uns über das Schwerste hinweggebracht haben, fie mögen auch der W e g w e i s e r i n e i ne bessere Zukunft fein. In dem fchichalschwe- ren Ringen um den Lebensraum des deutschen n QIu (WTB.) Der Verfaffungstag Volkes, um den wir gerade in diesen Wochen h^ute Haag von der deutschen Dele-- kämpfen. schweige der Streit der Memungem feierlich begangen. Die Reichsminister. Kriea endaül- I Dankbarkeit und Pflicht gemahnen uns^ an dem Staatssekretäre und die übrigen Mitglieder ben berzustellen ^n Krieg endg zehnjährigen Gedenktag der'Weimarer Dnfafsung Delegation nahmen an den Festgottesdiensten Keren. And rch glaube, wir können st e n P r ä s i d e n t e n der deutschen Re- deutschen Gemeinden im Haag teil, nickt besser emleite . I publik Friedrich Ebert zu gedenken Wir QIm Albend fand in der deutschen Gesandtschaft beugen uns in Ehrfurcht vor der hehren Gestalt ^QQg cine Verfaffungsfeier statt, an der unseres jetzigen Reichspräfidenten o^r famtc Delegation sowie die im Haag uns in Deutschlands schwerster Zeit Führer _toar, antoefenöen deutschen Pressevertreter und die und dessen Leben und .Arbeit auch kunsUMn Äolonie beteiligtem Rach Begrüßungs- unser Symbol ist. Das m der Republik geeinte toortcn des deutschen Gesandten Grasen v. Zech deutsche Volk, es lebe hoch! Burkersroda hielt Die Versammlung erhob sich und stimmte in , —, . das Hoch ein. Der gemeinsame De^g der ersten MlNlster Or. StreseMUNN ‘ Slnlpradic. in Der er u. a.. tagte: ®enn beendete me o , < Reicksvrä- I wir uns vergangener Zeiten erinnern, so war . , tages. Nach der Feier begab sich ^eichspra- wir uns =0 9 zweiten Punischen Kriege | s ident von §^i n&enb urg jum Platz der oer^eo^ " Versailles. ^^^'mi^stürEchm Hochrufen prüfet. -Unter Unzweifelhaft stehen wir hier in den Derhand- LE7än^7'§A^rmnM-Z J^t^ Dar iungen^m «A^°^^7^gr^^t,che^n. Reichspräsident die Fr o n^ ^^Piah zwei einander, der Gedanke der Souveränität und der p a g n i e ab wahrend über de V V & Gedanke der völkerverbindenden internationalen Ve7der"Lichspräfident gemeinsamen Arbeit. seinen Kraftwagen und fuhr langsain unter et- zlber eine freudige Zusammenarbeit der Na- neuten Hochrufen und Tücher- undt Huteschwen- fionen j» nur möglich, wenn eine die andere len des Publikums zum Reichsprasidentenpalais nur mit 2Bortcn, sondern in Wirklichkeit zurück. als gleichberechtigt anerkennt und (?in im Gtamon. ihr diejenige freie Souveränität zu« ' ir ., gesteht, die die Grundlage ist für jede Entwick- Derlin, ll.Aug. (002*5.) 3mlung eines Volkes und eines Staates. SJen"6 Saffung^g“^ DaÄ D« Mas notoenhie ist. um Dt- Dasts ,u «affen Reichsregierung, der preußischen Staatsregierung für eine solche Zusammenarbeit das ist von und der Stadt Berlin veranstaltete Festspiel Deutschland geschehe n. Bei dem, was Wit statt zu dem ein außerordentlich zahlreiches finanziell zu leisten haben sind wir zum Nilnde- Publikum erschienen war. Beim Erscheinen der sten bis an die Grenze dessen gegangen, was Ehrengäste unte! denen sich die Reichsminister einem Volke überhaupt xugemutet werden kann, । ©rnner Gering, v.GuLard. Wissell und Dicht weck Wit uns schulöig am Kriege oder sei-. W eifM teste --Wei VW» EM rigen Wiederkehr dieses denkwürdigen Tages gedenken die im Haag anwesenden Reichsministet mit der gesamten deutschen Delegation in dankbarer Ehrerbietung des Oberhauptes des DeutschenReiches. 3m Ringen um Deutschlands Freiheit und Aufstieg wird uns und dem gesamten deutschen Volke die treue und aufopferungsbereite Hingabe unseres Reichspräsidenten Vorbild und Ansporn sein. Oie Rückkehr -es „Graf Zeppelin". Glatte Landung im Heimathafen. Friedrichshafen. 10. 2lug. (IDB.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist um 12.35 Uhr vom Werftgelände aus gesichtet worden. Zehn Minuten später überflog das Luftschiff noch einer Fahrl- dauer von 55 Stunden, aus westlicher Richtung kommend, in rascher Fahrt und ganz niedrig slic- gend die Verwaltungsgebäude des Luftschiffbaues. Das Luftschiff wurde bei seiner Ankunft von den aus dem Platz wartenden Zuschauern jubelnd begrüßt. Rach der Ueberfliegung der Werft wandte sich „Graf Zeppelin" dem Bodensee zu, über dem er zunächst eine große Schleife zog und sich dar- auf wieder nach Rorden wandte. Bei dem regnerischen Wetter waren bei der Fahrt über dem See nur die Umrisse des Luftschiffes zu erkennen. Das Luftschiff ist um 1.02 gelandet. Das Landungsmanöver war eines der schönsten und besten, die man bisher gesehen hatte. Als der Bug des Schiffes in die Halle eingebracht wurde, brach die den Transport begleitende Menschenmenge spontan in begeisterte Jubelrufe aus. Die Passagiere dankten durch Winken mit hüten und Tüchern. Um 1.24 Uhr befand sich „Gras Zeppelin" wieder in seiner heimathalle. wo er verankert wurde. Nachdem das Schiff festgemacht war, bestiegen die Polizei- und Zollbeamten die Gondel. Rasch sind, wie gewohnt, Pah- und Zollformalitäten erledigt, und die Fahrgäste können das Schiff verlassen. Dr. Eckener, der sich unsichtbar gemacht hatte, bekam man erst wieder zu Gesicht, als er in seinem Kraftwagen die Werft verlieh, um sich nach Hause zu begeben. Er wurde beim verlassen des Geländes von der auf ihn wartenden Menge lebhaft begrüht. Oie Reform der Arbeitslosenversicherung. Das Reichskabinett tritt die Initiative an die Parteien ab. Berlin, 11. QIug. (Priv.-Tel.) Samstagvor- mittag ist entgegen den bisherigen Erwartungen das Reichskabinett doch noch zusammen- getreten, um zur Frage der Arbeitslosenversicherung Stellung zu nehmen. Die Beratungen haben ergeben, dah es nicht möglich ist, ohne Hinzuziehung der im Haag weilenden Reichsminister zu einer Erledigung dieser Frage im Kabinett zu kommen. Da dies aber bis zum 14. d. Oll. der Fall sein muh, hat man in Aussicht genommen, dah Reichsarbeitsminister Wissell in den ersten Tagen der kommenden Woche nach dem Haag reisen soll, um vor allem mit Dt. Hilferding und Dr. C u r t i u s die Sachlage eingehend zu erörtern. Dor allem muß ja der Reichswirtschaftsminister gefragt werden, ob er sich mit der Beitragserhöhung einverstanden erklären will. Wahrscheinlich wird Dr. C u r t i us, wenn er seine bisherige Haltung auch weiterhin verfolgt, kaum dem Plane des Reichsarbeitsministers eine Zustimmung erteilen können. Gewiß weih man noch nicht, auf wie lange Zeit der Reichsarbeitsminister die höheren Beitragssätze beizubehalten beabsichtigt. 3n politischen Kreisen glaubt man, dah das Reichskabinett den Gesetzentwurf an den Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstags, der am 15. d. M. zusammentritt. zurückverweist, mit der Maßgabe, daß die Parteien von sich a us die Initiative ergreifen sollen, um, ähnlich wie im Falle der Balancierung des letzten Etats, eine Losung zu erzielen, die einer parlamentarischen Mehrheit sicher sein könnte. Dis zum 14. August wird also über die weitere Taktik in der Behandlung dieses so umstrittenen Gesetzentwurfes Klarheit erzielt werden müssen. Eröffnung des Weltreklamekongreffes. Berlin, 11. Qlug. (WB.) 3n dem mit Flaggen aller Länder der Welt geschmückten riesigen Kongrehsaal der Funkhalle wurde heute abend der Weltreklamekongreh feierlich eröffnet. Zahlreiche diplomatische Vertreter des Auslandes und viele (Vertreter von Reichs- und Staatsbehörden sahen unter den Ehrengästen. Als Ehrenpräsident des Kongresses begrüßte der frühere Reichskanzler Dr. Luther die Dersammlung mit einer Ansprache, in der er ausführte: Die Rationen hatten wahrend des Krieges die trennenden Wände mit einer Belsazar-Schrift des Dölkerhasses beschrieben, und immer noch wurden diese dunklen Wände durch die umfangreichste Reklame aller Zeiten grell beleuchtet. 3n der Blendung dieser Flammenschrift vermochten die Doller sich nicht zu sehen. Allmählich aber versanken die trennenden Wände und endlich wieder sieht Dolk auf Dolk, Mensch sieht wieder Mensch. Die ungeheure Suggestiv k r a f t der modernen Werbung über die Grenzen der Dotter hinaus muh und wird von _ jetzt ab auf das allgemeinmenschlich Verständliche, auf das den Rationen Gemeinsame und auf die Verdichtung der wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen hingewandt sein. 3m Qlamen der Reichsregierung begrüßte dann Reichspostminister Dr. Schätzet den Kongreß. Er erklärte, Reichspräsident von Hindenburg habe ihn beauftragt, dem Kongreß feine Grüße und besten Wünsche zu übermitteln. Wir wollen, so sagte er, die Tatsache, daß sich heute hier so zahlreiche Vertreter der Wirtschaft aus den verschiedensten Ländern zu friedlicher Zusammenarbeit versammeln, als ein gutes Vorzeichen dafür nehmen, daß auch die Verhandlungen im Haag zu einem günstigen Abschluß kommen und einen weiteren Schritt in Richtung einer wirklichen Befriedung der Well bedeuten werden. Die enOsch-sranzösische kontroverse im Haag. persönlicheZusammenstößezwischenSnowdenundCh^roninderZinanzkommission Haag, 10. Qlug. (WB.) 3n der Finanzkommission sprach zunächst Popowici (Rumänien), der die schwierige Finanzlage Rumäniens schilderte und darauf hinwies, daß die gerechten Forderungen Rumäniens nicht befriedigt und die interalliierten Schulden Rumäniens nicht gedeckt seien. Er forderte Teilnahme an den Organisationskomitees des Voung-Planes und der internationalen Dank, sowie Beteiligung an den ungeschützten Teilen der Annuitäten. Dann kam der englische Handelsminister Graham noch einmal auf die drei bekannten englischen Forderungen zurück. Er beschäftigte sich insbesondere mit den Sachlieferungen, die für die heutige Tagesordnung vorgesehen waren. Graham verwies zunächst auf die Rotwendigkeiten des britischen Exporthandels, auf die starke Arbeitslosigkeit in England, das zur Zeit l1/« Million Arbeitslose zähle, und bezeichnete das Exportproblem als das wichtigste Englands. Besonders hätten die Stahl-, Eisen-, Kohlen- und Baumwollindustrie zu leiden. Die Sachlieferungen, die ein künstliches und unnatürliches Clement in den Außenhandel brächten, seien zwar auf weitere zehn 3ahre befristet. Aber über diese zehn 3ahre hinaus gäbe es überdies auf Grund des Poung-Planes gewisse Möglichkeiten, durch die dieser unnatürliche Faktor noch weiter störend für den Welthandel wirksam gemacht werde. Auch der Reexport von Sachlieferungen sei besonders bedenklich, weil dieser Deutschland den Zugang zu den Märkten ermögliche, die ihm sonst verschlossen seien. Indirekt genieße Deutschland auf Grund der Bestimmungen des Dersailler Qkr» träges obendrein noch Tarifermäßigungen für die Reparationssachleistungen. Diese Wiederausfuhr würde auf diese Weise im Gegensatz zu den englischen Handelsverträgen stehen und die englischen Waren zu ihrem Rachteil diskriminieren. Frankreich decke ein großes Quantum seines Kohlenbedarfs durch die Reparationsleistungen, Italien den seinen sogar sämtlich. England müsse darauf bestehen, daß die deutsche Reparativ n s k o h l e auch nach Qlblauf der Freiklausel des Dersailler Qkrtraged nicht billiger geliefert werden dürfe als die englische Kohle. Bezüglich des Reparation Recoverh Act forderte Graham, dah diese unmittelbare Steuer auf die deutsche Ausfuhr nicht, wie dies der Voung-Plan vorsehe, durch die (Verminderung der französischen Beteiligung an der Recoverh-Belastung für Frankreich eine tatsächliche Befreiung von dieser Beschränkung ergäbe. Cher on (Frankreich) antwortete darauf, daß er auf die Sachlieserungen jetzt nicht näher e i n g e h e n wolle, da er die Erörterung dieser Frage einer besonderen Sitzung Vorbehalten wissen wolle. Die französische "Regierung sei durchaus bereit, Garantien und Präzisionen zu geben, durch die eine Schädigung des englischen Handels vermieden werden könne. Er versuchte, die drei englischen Thesen zu widerlegen, wobei er sehr eingehend anhand der englisch-französischen offiziellen diplomatischen Unterhandlungen, namentlich unter Zitierung der Balfour-Rote und eines Memorandums von Churchill, feststettte dah die englischen Interessen mit bezug auf den Spa- Schlüssel usw. vollauf gewahrt seien. Die Abdeckung der auswärtigen englischen Kriegsschulden sei durchaus von den Experten erreicht worden. Zum Schluß betonte er in Anerkennung der berechtigten englischen Interessen, daß man doch wegen einiger Millionen Reichsmark die Konferenz nicht ergebnislos verlaufen lassen dürfe. Snowden beschwerte sich darüber, dah heute nicht allein von Sachlieferungen gesprochen worden sei, wie dies vereinbart worden sei. Er bestritt die Richtigkeit der französischen Olrgu- mente unter Wiederholung der Behauptung, dah die Experten nicht in Uebereinftimmung mit der englischen Regierung gehandelt hätten. Offenbar durch die geschäftsmäßige Konferenz etwas verstimmt, machte er sodann einige mißmutige Bemerkungen. Er habe keine Lust, bis zu seinem Lebensende im Haag zu sitzen. Auch er erhvffe die Erzielung einer befriedigenden Regelung, aber er muffe am englischen Standpunkte festhalten. Macdonald billigt Snowdens Haltung. Ein Glückwunschtelegramm des britischen Premiers. Haag, 12. Qlug. (TU. Funkspruch.) Schatzkanzler Snowden hat, wie von der englischen Abordnung auf der Konferenz am Spimtagabend mitgeteilt wird, soeben ein Telegramm von Ministerpräsident Macdonald erhalten, in dem dieser ihn zu seiner bisherigen Haltung auf 3er Konferenz beglückwünscht e. Die Bekanntgabe dieses Telegramms hat in allen Konferenzkreisen stärksten Eindru ck hervorgerufen. Don gut unterrichteter Seite wird hierzu mitgeteilt: Ursprünglich hat die Olbsicht bestanden, dah der englische Premierminister Macdonald anfangs dieser Woche nach demHaag zur Teilnachme an den Konferenzarbeiten kommen wollte. Dieser Plan stieß jedoch auf den energischen Widerstand des Schahkanzlers, der darin eine Schädigung seiner bisherigen Stellung auf der Konferenz zu erblicken glaubte. Es soll nun auf den Ministerpräsidenten eingewirkt worden sein, seine Reise vorläufig aufzugeben. Auf Grund einer längeren Unterredung zwischen Macdonald und dem amerikanischen Sachverständigen Lamont soll beschlossen worden sein, Snowden ein Telegramm zu senden, das den Eindruck wolliger Uebereinftimmung zwischen dem Ministerpräsidenten und dem Schahkanzler ergibt. Rach- träglich wird jedoch in Konferenzkreisen die Bedeutung dieses Telegramms dann gesehen, daß man auf englischer Seite den Schahkanzler Snowden durch die betonte Unter- stützung seines Standpunktes durch den englischen Ministerpräsidenten die Möglichkeit geben wollte, in den weiteren (Verhandlungen der Konferenz in einigen Punkten von seiner bisherigen starren Haltung abzugehen. Macdonald selbst erklärte dem „Daily Expreß": Angesichts der auf dem Kontinent weit verbreiteten Ansicht, dah Snowden blufft, wollte ich es vollkommen klar machen, dah der von ihm eingenommene Standpunkt, dah Großbritannien zeht die Grenze des Ertragens ungerechter Lasten erreicht hat, die Unter ft ütjung von uns allen erhält. Ich erklärte, dah dies ohne Rücksicht auf die Parteien so ist. Entspannung. Eine sonntägliche Aussprache der einladenden Mächte. Haag, ll.Aug. (Priv.-Tel.) Nachdem heute vormittag auf Grund der gestrigen Vorfälle, die sich in dem französischen (Kommunique über die Auseinandersetzung Snowdens mit Eheron und über die Zurückziehung einiger beanstandeter Redewendungen Snowdens aus dem Protokoll spiegelten, die Lage zunächst als unmittelbar bedrohlich für die Fortsetzung der Konferenz angesehen worden war, hat die improvisierte persönliche Aussprache der Delegierten der sechs einladenden Mächte zu einer Entspannung geführt. Die weit sich diese auf die materiellen Verhandlungen selbst auswirkt, kann erst der verlaus der morgigen Sitzung des Finanzkomitees zeigen. Jedenfalls ist aber über die Wiederher st ellung eines versöhnlichen, freundschaftlichen Verhältnisses — der entente cordiale, wie es in der Besprechung genannt wurde, — hinaus auch der sachliche Gegensatz wenigstens etwas geklärt worden; man dürfte sich gegenseitig nachgewiesen haben, woher die diametrale Verschiedenheit der beiderseitigen Auffassungen auf die Innehaltung vorher bestehender Vereinbarungen zwischen England und Frankreich sowie Englands und Italiens in bezug auf die Preisgabe von Vorbelastungen und auf die Anwendung des Spa-Schlüssels gekommen ist. Der schon seit Tagen vorliegende Antrag Snowden auf Einsetzung eines U n t e r k o m i t e e s zur Behandlung der Einwendungen gegen den Poung-Plan wird vielleicht gar nicht mehr zur Abstimmung gelangen, da man praktisch schon im Flnanzkomiteeselbstrnit dem morgen weiter vorkommenden Sachlieferungsfragen und mit bcr Debatte über den Verteilungsschlüssel in die (Erörterung dieses Antrages eingetreten ist. Jedenfalls hat der Sonnlagsfriede nicht unerheblich auf die Stimmung der Delegationen abgefärbt, so daß eine unmittelbare Krise der Konferenz zweifellos vermieden wird. Deutschland kann das von seinem Standpunkt aus nur begrüßen, denn wenn es auch im Grunde unbeteiligt an dieser Auseinandersetzung ist, ist es wenigstens im gleichen Maße wie die Gläubigermächte an einer planmäßigen Fortführung der Konferenz in allen ihren Teilen und an der Verhütung von Konflikten interessiert, die notwendig bedenkliche Rückwirkungen nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Politik ganz Europas haben müßten. Reichskanzler a. D. Dr. Luther sprach auch noch vor Dertretern der Presse über den Re- klamekongreh. Wie wichtig ein Rellamekongreß fei, gehe daraus hervor, dah die Anzeigenaufträge in den Zeitungen nach dem Reklamekongreß in England vor fünf Jahren um 22 v. H. gestiegen feien. Dabei müsse beachtet werden, daß die Teilnahme am Reklamekongreß in England lange nicht so groß gewesen sei, wie die diesjährige in Berlin. Olllein 1500 amerikanische Fachleute würden in Berlin erwartet oder seien schon eingetroffen. In Amerika spiele die Reklame eine ungeheure Rolle, während man in Deutschland in vielen Handelskreisen unter dem (Begriff Reklame immer noch Marktschreierei verstehe. Diese Stimmung müsse überwunden werden. Cs komme darauf an, den Erzeuger und Derbraucher in nähere Beziehungen zu bringen als bisher. Das könne vor allem "durch die Reklame erreicht werden. Man denke nur an die außerordentlich große Reklame der ausländischen Parfümfirmen. Die ausländischen Erzeugnisse seien bestimmt nicht besser als die deutschen, und die Riesenerfolge der Ausländer feien nur durch die bessere Reklame zu erklären. Die deutschen Erzeuger hätten eben immer noch gewisse Hemmungen bei ihrer Reklamevergebung zu überwinden. Olllerdings solle damit nicht gesagt werden, dah die Arbeit der deutschen Reklame nicht schon voll im Gange sei. Deutschlands Erfindungen auf diesem Gebiet seien in der ganzen Welt übernommen worden Aber es sei noch viel Arbeit zu leisten. Das wichtigste sei, dah die deutsche Mentalität in dieser Beziehung unbedingt eine andere werde. Aus aller Welt. Die Luropa-Rundflieger in Berlin und Hamburg. Nachdem in Tempelhof im Laufe des Sonntagnachmittags vier Teilnehmer am Curopa- runöflug auf ihrem Wege von Budapest über Wien, Prag und Breslau nach Berlin gelandet waren, nämlich B r o a d, seine Landsmännin Miß S p o o n e r, der für Deutschland fliegende Kanadier Carberry und der Deutsche Kirsch, dem von dem ausgesetzten Derfassungs- gedächtnispreis von 10000 Mk. 2500 Mk. zuerkannt wurden, ist dem Deutschen O f f e r - mann, der eine M 23 b der Bayerischen Flugzeugwerke fliegt und um 16,29 Uhr als fünfter Teilnehmer gelandet ist, eine Prämie von 2500 Mark zuerkannt worden. Als letzter traf dann der Tscheche K l e p s auf „Avia" ein. Als erster der deutschen Teilnehmer am Europarundflug ist am Montag um 8.56 Uhr der Flieger Kirsch, der um 7 Uhr in Berlin-Tempelhof gestartet war, im Hamburger Flughafen eingetroffen. Der zweite Schüler-Rede-Dettbewerb. In der Deutschen Hochschule für Politik wurde der zweite deutsche Schülerredewettbewerb ausgetragen. Es nahmen insgesamt fünf Bewerber teil, die aus den Ausscheidungskämpfen in den einzelnen höheren Schulen des Reiches hervorgegangen waren. Das Thema der Wettbewerbsrede lautete: „Welche Aufgaben stellt die Reichsverfassung der deutschen Jugend?" Der Dizepräsident der Deut* scheu Hochschule für Politik, Dr. Theodor Heuß, gab die Entscheidung des Preisgerichtes bekannt, wonach der erste Preis, der in einer Amerikareise besteht, dem Schüler Schaumann, 3n> fier bürg, zu erkannt wurde. Den zweiten Preis in Gestalt einer Stiftung in Höhe von 200 Mark erhielt der Schüler Lange aus Essen. Vierzehn Tote bei einem Autounglück. 30 Kilometer östlich von Dallas (Texas) überfuhr ein Exprehzug der Texas- und Pacifikeisen- bahn an einem Bahnübergang ein Lastau to- mobil, in dem zwei Familien von einem Ausflüge zurückkehrten. Don den Insassen des Automobils wurden 14 auf der Stelle getötet, während ein Kind, das als einziges mit dem Leben davonkam, mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht wurde. Das Unglück ereignete sich nur etwa 120 Meter von dem Heim einer der beiden Familien entfernt. Der Vater, der nicht an dem Ausfluge teilgenommen hatte, sah von dem Hause aus mit an, wie seine Frau und seine sie- b e n Kinder den Tod fanden. Schwerer Autozusammenstoß in Berlin. Am Samstagabend stießen im WestenBer- lins ein Privatauto und eine Kraftdroschke mit solcher Gewalt zusammen, daß beide Fahrzeuge um stürzten. Von den Insassen, deren Ramen noch nicht festehen, wurden zwei Per- Ionen getötet und vier schwer verletzt. Der Zusammenstoß soll dadurch erfolgt sein, dah sich ein Mann vor das Privatauto zu werfen versuchte, um sich durch Ueberfahren das Le- ben zu nehmen. Der Cauffeur wollte das Unglück verhüten und ist bei der Aenderung der Fahrtrichtung mit der Kraftdroschke zusammen- gestoßen. Line jugendliche Räuberbande im Grünewald festgenommen. Der Kriminalpolizei ist es gelungen, eine mehr« töpfige Einbrecherbande festzunehmen. Die Beamten entdeckten in den Schonungen in der Nähe des Jagdschlosses Grünewald ein Zelt, in dem fünf Burschen im Alter von 17 bis 23 Iah. ren zusammen mit sechs Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren ein regelrechtes Banditenleben führten. Alle elf wurden festgenommen. Es stellte sich heraus, daß die Bande an die 40 Geschaftseinbrüche auf dem Kerbholz hat. Bon der Beute ist nichts mehr vorhanden. Die Aeberschwemmung im Jndus-Tal. Nach amtlichen Schätzungen beläuft sich der von den Uederschwemmungen des vorigen Monats im Jndus-Tal verursachte Schaden auf 400 000 Pfund Sterling. Allein in der Stadt Heiderabad mürben 2000 Häuser zerstört. Die Getreideernt. sowie das in den. Speichern gelagerte Getreide mürben an vielen Orten vernichtet. Durch eine Choleraepidemie im oberen Jndus-Tal mürbe die Sage noch verschärft. Die Ueberschrnemmungen vor ursachten 20 Todesopfer. (Ein neues Ford-Großflugzeug. Auf feinem Europaflug traf, von Paris kommend, das neue Ford-Großflugzeug im Kölner Flug. Hafen ein. Es rnurde gesteuert von dem bekannten amerikanischen Piloten Wenzel, der seinerzeit den deutschen Ozeanfliegern auf Greenly Island die erste Hilfe brachte. Das Fahrzeug, von drei Motoren an- getrieben, fällt besonders beim Landen durch seine Wendigkeit auf. Ein drehbar gesteuerter Sporn am Schmanzende und hydraulisch gebremste Laufräber ermöglichen ber Maschine bei großer Fahrt zu Ian- den unb roieber aufzusteigen. Die Flügelspannmeite des neuen Großflugzeuges, einem Einbecker, beträgt 23,72 Meter. Die Maschine besitzt eine Höchstgeschwindigkeit von 217 Stundenkilometer. Die Kabine bietet bequem Platz für 14 Fluggäste. Das Flugzeug wird nach Berlin fliegen, von dort nach Moskau unb bann zurück nach Berlin unb später durch alle Hauptstädte Europas. Ws-erP Ucifungsvorsc £ für "Anhan ? Geltung gc Lig bemessen ?: eine g-»' 8k.m hie W ^-stänSnis aller IS mordens X Dirlscha £ ft Messt Iftötung rn e hefte vcraniwv WS? line schwere » io(jci noch Ar terungen der ttsihes durch o fr'äütterunger - hinzukomme Mel bet Kr kn Zwecken kneben noch < erhebliche Kost itc für Ausbe! Straften vertoi Master der < Lüoreismacher Sereisu" Sie Grund der L-LÄ Hs» K? i” Aschen jten jchängerw^ Sniieif^ ve Verden. In Anbetrack Smenminif/er i fjen Industrie, gebeten, QDünfd k: Hebergangs nden, leine Hr DirtschaslSsteis' skllung, soweit -rrchgeführt w schon jetzt bart Anhüngewager lungsfrift am Anknüpfend Jom 17. Juni Aufbrauchssris Vvhltoollend u Hal jedoch bet her angeregt i Bcftimmungen Ausführung di 3tmenmini(lcr tnsLnachmdet lassen. Än W sofortigen üw besonders schü Oie Wetterlage. •Mxrdtet namt V0% \z öonntaa dl 1. Aua-1929.8mqs. o---- -----Jan '■■lyetr Owolkenlos. O heiter q nriv oede<*L ® woimg. •oedeckt «Regen * Schnee es Graupeln ■ Nebel K Gewitter ©Windstille. •<>. sehr leichter Ost massiger Südsüdwest q stürmischer «ordwest Die Pfeile fliegen mit dem winde Die oeioen Stationen stenerwtn Zahlen geoen die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichem auf rteeresmveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. lieber Deutschland ist der Luftdruck seit gestern gefallen, so daß sich der Hochdruckrücken gespalten hat unb eine Rinne lieferen Drucks entstauben ist Die somit aus bem westlichen fiodj ausfliefjenben kühleren ozeanischen Luftmassen haben heute morgen vielfach stärkere Bewölkung aufkommen lassen, bie jeboch auf erneuten kräftigen Druckanstieg von Westen her wieder nach und nach zurückgehen wirb. Wettervorhersage für Dienstag; Teils heiter, teils wolkig, Temperaturen schwankenb, trocken. Witterungsaussichten sürMittwoch Wieber mehr sommerliches Wetter. Lufttemperaturen am 11. August: mittags 24,5 Grab Celsius, abenbs 17,3 Grab: am 12. August: morgens 15,2 Grab. Maximum 25,2 Grad, Minimum 11,7 Grad. — (Erbtemperaturen in 10 cm liefe am 10. August: abenbs 24,6 Grad: am 11. August: mor- gens 18,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer zehn Stunden. sYf <*- ,l 1\ ", ■ -Ä-:WÖ>' >DWW^W l'--.-...._.ti'-iümiinÄililhllli; ■ ■ V .v-^fc fahrer unb dessen Beifahrer kamen mit Hautabschür- lierlagr. Sie Hessische Amtliche Pressestelle teilt mit: Qhl Grund der Reichsverordnung vom 16. März 1928 müssen alle Lastkraftwagen, deren betriebs- ®toWlugyag. rat von Poris kommend, ig im Kölner Flug, euer« von dem befannltn nzel, der seinerzeit bei Treenly Island die erste g, von drei Motoren an. beim Landen durch seine ar gesteuerter Sporn am isch gebremste Lausräder >ei großer Fahrt zu Ion- n. Sie Sliigelfpannmili einem ßinbetfer, betraf fät eine fjöd)(tge(djtwn- netcr. Die Kabine dielet ißt. Das Flugzeug roiri t nach Moskau und dann irr durch alle Hauptstädte &e neuß/mta^uM^. Nus der provinzialhauptfiadt. Gießen, den 12. August 1929. Bereisung der Lastkraftwagen. Nornotizen. — Tageskalender für Montag. Licht- pielhaus, Bahnhofstraße: „Ihr dunkler Punkt" und „Die Todeskurve". _ ,, — Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: In der morgigen Erstausführung der Komödie D 6 s i r 6" von Sacha Guitry, die in Kiel und Wiesbaden bei der Tournee des Wiener Burgtheaterensembles mit starkem Lacherfolg ausgenommen wurde, hat Oberspielleiter Hans Tannert die Spielleitung. Er spielt gleichzeitig die Titelrolle Es wirken außerdem mit die Damen Fuhrmann, Jahn, Jüngling, Koch und die Herren üais und Hub. In- pektion: Anton Wahlen. fungen davon. _ ,. Reue Weideanlagen m Hessen. Wie die Ackerbau- und Grünlandabteilung der Landwirtschaftskammer, die Geschäftsstelle des Vereins zur Förderung der Grünlandwirtschast in Hessen mitteilt, wurden im Laufe dieses Jahres über 1000 Wiesen- und Weideneuanlagen ausgeführt. Die jetzt vorgenommenen Besichtigungen der Reuanlagen ergaben, daß, abgesehen von ganz trockenen Feldern, die Reuanlagen trotz der großen Trockenheit verhältnismäßig gut aufgelaufen sind. •• Gräberbesuch in Frankreich und Belgien. 3n den letzten Wochen haben sich die Fälle gehäuft, daß Angehörige unserer Ge- allenen zum Gräberbesuch nach Frankreich und Belgien reisen, ohne sich vor der Reise wegen Feststellung der genauen Grablage und Grab- nummer mit der „Deutschen Kriegsgräberfür- orge" in Derbindung gesetzt zu haben. Die Folge ist. daß viele Angehörige unverrichteter Dinge wieder abreisen müssen, da ihnen selbst an Ort und Stelle des früheren Grabortes keine Aus- fünft erteilt werden kann. Es wird vielfach angenommen, daß die ehemals von unfern Truppen angelegten Kriegerfriedhöfe, besonders in Frankreich, noch vorhanden sind. Das trifft nur in wenigen Fällen zu. Wer Geld, Zeit und Aufregung ersparen will, wende sich wegen Auskunftserteilung an die Geschäftsstelle der Kriegs- gräberfürsorge in Frankfurt a. M. ’• Gutgläubige Arbeitsverweigerung und fristlose Entlassung. Das Reichsarbeitsgericht hat schon mehrfach in Urteilen und auch jetzt wieder einer entgegengesetzten Auffassung des Landesarbeitsgerrch^ in Münster gegenüber zum Ausdruck gebracht, daß der Arbeitnehmer die Folgen auf sich nehmen muh. die sich daraus ergeben, daß die von ihm gewählte Meinung sich hinterher als unrichtig erweist. Der gute Glaube, zu einer bestimmten, ihm ausgetragenen Arbeit nicht verpflichtet zu sein, macht den Arbeitnehmer noch nicht schuldlos und schließt die Berechtigung des Arbeitgebers, ihn wegen beharrlicher Arbeitsverweigerung fristlos zu entlassen, nicht aus, vorausgesetzt, daß die Beauftragung des Ar- beitnehmers mit einer bestimmten Arbeit (Mehr- arbeit usw.- zu Recht erfolgt ist. •• „Ich schnitt e s gern in alle Rin- Öen ein ...“ Der Verschönerungsverein einer kleinen rheinischen Stadt fand eine Safet an einer herrlichen Buche mit Ramensunterschriften, Herzen mit den Ramenszügcn verliebter Pärchen und dergleichen. Kurzerhand lieh der Verein die Tafel wieder abnehmen und stellte sie in einem (Schaufenster eines Geschäfts öffentlich aus. Hier steht nun so mancher Rame am Pranger, denn die Ausflügler und Pärchen, die sich dort verewigten, sind meist Bewohner der Stadt. So mancher Familienvater fand den Ra- men seines Spröhlings oder seines Töchterleins in sinniger Umrahmung. (Zur Rachahmung empfohlen!) , , **LagungdeshesfifchenTierschutz- Vereins. Die 48. Hauptversammlung des Tierschutzvereins für Hessen findet am 17. September im Saale der „Zwölf Apostel" zu Worms statt. Die Tagesordnung sieht neben den geschäftlichen Angelegenheiten einen Vortrag von Lehrer ; Brauer (Ibersheim) über den großen Tier- forscher Vrehm vor. ‘ Berliner Börse. Berlin, 12. Aug. (WTD. Funkspruch.) 3m , heutigen Frühverkehr ist die Tendenz sehr richig und abwartend. Reue Verkauf sauf träge sind bis- • - SÄ nbtn. 1 "< lit’ U- 5^* :n Cln regelrechlez $Qn, > M Bonde an die 4n ! tobMj hat. Bon der Händen. ‘ n9 im 3nbu9.Ia(. J«n beläuft sich der van es vorigen Monats iin lben auf 400 000 Pstnd 't.Heiderabad mm. ö,e Getreideern, gelagerte Getreide wur> >let. Durch eine Cho n Indus-Tal wurde k eberschwemmungen ve. In Anbetracht dieser Umstände hat derHesslsche Lnnenminister in einem Schreiben an den Hessischen Industrie- und Handelskammertag darum gebeten, Wünschen, die auf eine Verlängerung der Uebergangsfristen für Vollgummireifen abzielen, keine Unterstützung zu leihen und in den Dirtschaftskreisen dafür zu wirken, daß die Umstellung, soweit noch nicht geschehen, beschleunigt burchgeführt wird. Dabei wäre es zweckdienlich, schon jetzt daraus hinzuweisen, daß auch für die Anhängewagen und Anhängeachsen die Umstellungsfrist am 1. 3anuar 1930 abläuft. Anknüpfend an eine Reichstagsentschliehung dvm 17. Juni, Anträge auf Verlängerung der Aufbrauchssrist infolge wirtschaftlicher Rotlage wohlwollend und entgegenkommend zu behandeln, hoi jedoch der Reichsverkehrsminister die Länder angeregt, in der Anfangszeit die gesetzlichen Destimmungen nicht au streng zu handhaben In Ausführung dieser Anregung hat der Hessische Innenminister die Kreisämter ermächtigt, ein vorübergehendes Entgegenkommen eintreten zu lassen. In Fällen, in denen die Forderung einer sofortigen Umbereifung nachweislich eine ganz besonders schwere unbillige Härte und eine Exi- stenzgefährdung bedeuten würde, soll vorläufig von einer strengen Handhabung der gesetzlichen Bestimmungen noch für die Dauer von drei Monaten, ö. h. bis zum 1. Rovember 1929 abgesehen werden. Eine solche Rachgabe ist aber nur in solchen Fällen zulässig, in denen es glaubhaft erscheint, daß der Lastkraftwagenbesiher, obwohl ihm die Bestimmungen seit 5/i 3obren bekannt sein müssen, nicht in der Lage war, ohne Gefährdung seiner Existenz die Umbereifung durchzuführen. 3n den Fällen, in denen vorläufig von einer strengen Handhabung der gesetzlichen Bestimmungen Abstand genommen wird, werden die Unternehmer außerdem ausdrücklich darauf hin- gewiesen, daß über den genannten Termin hinaus auf eine weitere Rücksichtnahme nicht gerechnet werden tonn. 3n allen übrigen Fällen ist mit Strafanzeige vorzugehen. — Hierbei ist vor allem an Fälle im besetzten Gebiet gedacht, wo es als besondere Härte empfunden werden muh, wenn ein schwer um seine Existenz ringendes Unternehmen die volle Strenge des Gesetzes ertragen mühte, während gleichzeitig noch die Desatzungsbehörden die Dereifungsvorschriften der deutschen Gesetze außer acht lassen. 3n dieser Beziehung sind übrigens bereits Schritte bei der Rheinlandkommission unternommen. Bemerkt sei aber, daß in Preußen die Polizeibehörden angewiesen sind, die Einhaltung der am 1. 3uli in Kraft getretenen Bestimmungen streng zu überwachen, so dah auch mit Beanstandungen auf außerhessischem Gebiet gerechnet werden muh. Blumenschmuck-Wettbewerb und Berschönerungsverein. Tom Vorstand des Derschönerungsvereins erhalten wir folgende Zuschrift: 3m ersten Blatte von Rr. 184 des Giehencr Anzeigers vorn 8. August findet sich unter obiger Lieberschrift die Angabe, vorn Gießener Verkehrs- verein sei an den Vorstand des Derschöne- rungsvereins das Ersuchen zur tätigen Mitarbeit an dem für dieses 3ahr geplanten Blumenschmuck-Wettbewerb gerichtet worden. Dieses Ersuchen sei aber abgelehnt worden, so dah in diesem 3ahre eine Prämiierung nicht möglich sei. Diese Angabe ist unrichtig. Der Verschönerungsverein hat keinerlei Anregung zur Mitarbeit am Blumenschmuck-Wettbewerb erhalten, also auch nicht ablehnen können. Hätte der Verkehrsverein, der vor langen 3ahren den Blumenschmuck-Wettbewerb in dankenswerter Weise in kein Tätigkeitsgebiet aufgertommen und seitdem durchgeführt hat, die Anregung zu einer solchen Mitarbeit des Derschönerungsvereins gegeben, so würde ihr aller Wahrscheinlichkeit nach gerne entsprochen worden sein. Auch die übrigen von dem Einsender gegen den VerschönerungSverein erhobenen Vorwürfe sind unbegründet: Die Ruhebänke im und am Walde sind noch vor kurzer Zeit durch die Oberförstcrei Gießen erneuert und vermehrt worden, wobei sie sich mit dem Derfchönerungsverein in Verbindung setzte. Die Unterhaltung der städtischen Anlagen aber gehört doch wohl zu den eigensten Ausgaben der Stadtverwaltung. 3hre besondere Betreuung hat sich zudem der Der» kehrsverein Vorbehalten. Dah unsere Anlagen „fast nur noch aus Unkräutern bestehen", dürfte mit den Tatsachen und dem von weiten Devölie- rungslreisen gehegten Urteil über die ersprießliche Tätigkeit des Stadtgärtners nicht im Einklang zu bringen sein. Der Derschönerungs- verein legt Wert auf die Feststellung, daß die irreführende Einsendung nicht vom Verkehrsverein, mit dem er jederzeit gerne zusammen- , arbeiten wird, sondern von privater Seite her- 1 rührt.__ h Beilin. Ndakautv fahren •» Derfassungsfeiern fanden gestern in ast allen größeren Orten der Umgebung statt. Es würde zu weit führen, im einzelnen davon zu berichten. Wie aus den eingelaufenen Berichten hervorgeht, find die Feiern, in denen auf die Bedeutung und den Sinn des Tages m 2m- sprachen hingewiesen wurde, überall bei zahlreichem Besuch reibungslos und würdig verlaufen. *♦ Schulpersonalien. Ernannt wurden: der Schulamtsanwärter Heinrich Räuber aus Stockhausen, Kreis Lauterbach, zum Lehrer an der Volksschule zu Pfordt, Kreis Lauterbach, der Schub amtsanroärter Heinrich ® ort aus Nieder-rzlor- ftadt, Kreis Friedberg, zum Lehrer an der Volksschule zu Ober-Ofleiden, Kreis Alsfeld; beide mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an. ** Veränderungen bei der hessischen Polizei. Es wurden ernannt: die Polizeioer- roaltungsoberaffiftenten Hermann Breckheimer zu Friedberg und Wilhelm Trommershäu- ser zu Friedberg; die Polizeiverwaltungsassistenten Georg Bormuth zu Bad-Rauheim, Robert Brückner zu Friedberg, Eberhard Hertkorn zu Friedberg, Johannes Keil zu Bad-Rauheim, Karl Schädel zu Friedberg und Georg Schock zu Gießen, zu Derwaltungssekretären; der Polizeihauptwachtmeister auf Probe Wilhelm Reinhei - mer zu Bad-Rauheim zum Polizeiwachtmeister, mit Wirkung vom 1. August an. *• Dienstjubiläum bei der Reichsbahn. Der Leitungsmeister Louis Heun, Ebel- straste 32, begeht heute in voller Frische sein 40jähriges Dienstjubiläum bei der Reichsbahn. Am 12. August 1889 trat der 3ubilar bei der damaligen Telegraphenmeisterei 10 in Gießen als Telegraphenarbeiter ein. 3nfolge Aufhebung der Telegraphenmeisterei im 3ahre 1905 wurde Heun der Bahnmeisterei I Gießen, und nach Olbtren- nung der Sicherungs- und Fernmeldeanlagen von dieser im 3ahre 1914 der Bahnmeisterei II Gießen zugeteilt. Der 3ubilar war in den vierzig Dienstjahren in der Unterhaltung der Sicherungs- und Fernmeldeanlagen im Bahnhof Gießen beschäftigt. Er hat diese Anlagen von den kleinsten Anfängen bis zu den heutigen neuzeitlich eingerichteten, sehr umfangreichen Einrichtungen mitbauen helfen. Für seine treuen Dienste wurden dem 3ubi(ar heute vom Vorstand des Tetriebsamts I Gießen, Oberbaurat Wilke, die Dank- und Anerkennungsschreiben des Reichspräsidenten, des Generaldirektors der Reichsbahn und des Präsidenten der Reichsbahndirek- tion Frankfurt a. M. in feierlicher Weise überreicht. Seine Kollegen hatten den Arbeitsplatz des im 65. Lebensjahre stehenden 3ubilars mit Blumen und Grün geschmückt und ihm ein kleines Geschenk als Andenken überreicht. Ein Zusammenstoß zwischen einem Radfahrer und einem Motorrad ereignete sich an der Kurve der Eisenbahnbrücke in der Klinikstraße nach der Margaretenhütte. Der Radfahrer wurde dabei an der Hand und in der Seite verletzt. Das Fahrrad wurde vollständig zertrümmert. Der Motorrad- deinen Ölnsweg. seine fasste lUW §cM ewüMjw ----- ulld'u“ raussa^, htr ßuftörurf lel JJpflitfn Mi*: nb ° stag. Don oyQUt0. Lc ________________________ .Qmi? u ein?U?» Tises" Eigengewicht 3 Tonnen' nicht übersteigt, >QU8 unb dreiachsige Kraftfahrzeuge, deren betriebs- nilr Fracht itjtigeg Gewicht im beladenen oder unbelaöenen - Z,,tand 9 Tonnen übersteigt, mit Luftreifen verstau fein. Alle übrigen Kraftfahrzeuge müssen not Luftreifen oder hochelastischen Vollgumini- ct.ien versehen fein. Desgleichen müssen auch Anhänger mit Luftreifen oder hochelastischen Voll- gmmiieifen versehen sein. Zur Vermeidung von ftirtcu waren in einer Liebergangsverordnung fit Kraftfahrzeuge, die vor dem 1. 3uli 1928 5n Verkehr zugelassen waren, die früheren reifungsvorschriften noch bis zum 1. 3uli 1929 d für Anhänger noch bis zum 1. 3anuar 1930 lil Geltung gelassen worden. Trotz uiefer aus« gtbig bemessenen Uebergangsfrist von l1/» 3ayren g(t eine gewisse Anzahl von Lastkraftwagenbe- rijern die vorgeschriebene Umstellung bis heute nid) nicht vollzogen. 'Die Handhabung der strengen Durchführung Str neuen Bcreifungsvorschriften, die mit Ein- vtrständnis aller beteiligten Wirtschaftskreise er- lafien worden sind, liegt im 3ntereffe der gesauten Wirtschaft. Durch zahlreiche Untersuchun- gen ist sestgestellt worden, daß für die ©traßen- yrflorung in erster Linie die vertikalen Stoßkräfte verantwortlich zu machen sind, wie sie von Fahrzeugen ausgehen, die nicht genügend elastisch kreist und nicht sorgfältig abgefedert oder überladen sind. Die weitere Duldung von gummi- ttreiften Lastwagen und Anhängern bedeutet tine schwere Schädigung der gesamten Wirtschaft, lobei noch zu beachten ist, daß zu den 3er» iförungen der Straße Schädigungen des Haus- ksihes durch die von solchen Lastwagen erzeugten Erschütterungen — besonders der älteren Häuser — hinzukommen. Außerdem ist bekannt, daß die Dittel der Kraftfahrzeugsteuer in Hessen restlos Itn Zwecken des Straßenbaues zugeführt und laneben noch aus Staats- und Provinzialmitteln erhebliche Kosten aüfgetoenbet werden. DieMittel, lie für Ausbesserung derart vorzeitig abgenutzter Ctraßcn verwandt werden müssen, könnten vor- tkilhafter der alle .ncinen Verbesserung und dem Autoreifmachen von Straßenzügen zugewandt her bei den Danken kaum zu bemerken und man ist der Ansicht, daß sich die Stimmung, nachdem auch am Samstag in Reuyork Erholungen eingetreten sind, wieder beruhigen wird. Kurse sind aber bisher noch nicht zu hören. QIm Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123.96, London gegen Mailand 92.75, London gegen Spanien 33.16, London gegen Kabel 4,8480, London gegen Berlin 20.3590, Kabel gegen Berlin 4.201750. Oberhessen. Landkreis Gießen. s. Beuern, 11. Qlug. Sn dem heutigen Hauptgottesdienst fand die Amtseinführung unseres neuen Geistlichen Pfarrer Schmidt statt. Das Gotteshaus, das von den Konfirmanden prachtvoll mit Blumen und Grün geschmückt war, war bis zum letzten Platz gefüllt. Aach dem von dem neuen Pfarrer gewählten Eingangslied: „Tut mir auf die schöne Pforte", sangen die Schüler unter Leitung von Lehrer Edelmann den Chor: „Herr, der du Herzenskenner bist." Mit eindrucksvollen Worten führte Dekan G u ß m a n n (Kirchberg) den neuen Geistlichen ein. worauf der gemischte Kirchenge-- sangvercin sehr stimmungsvoll den Chor: „O Gott, du frommer Gott" gleichfalls unter Leitung von Lehrer Edelmann vortrug. Aach dem Gesang der Gemeinde hielt Pfarrer Schmidt seine Antrittspredigt, der er den Text „Sesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit" zugrunde legte. Er stellte dar, wie er sich ein rechtes, segensreiches Verhältnis zwischen Seelsorger und Gemeinde denke und betonte besonders die Notwendigkeit gegenseitigen Der- trauens. Die ganze Feier nahm einen sehr eindrucksvollen Verlauf. Die hiesige Pfarrstelle war seit März verwaist, wurde also im Gegensatz zu vielen anderen verhältnismäßig rasch wiederbe- seht. Pfarrer Schmidt war seither zehn Sahre lang in Udenhausen (Kreis Alsfeld) als Seelsorger tätig. — Durch Kirchenvorstandsbeschluh wurde der Beginn des Hauptgottesdienstes früher gelegt, da der Geistliche im Gegensatz zu seither in einem neuzugeteilten Filial zu predigen hat. s. Bersrod, 11. Qlug. Aach langen Verhandlungen ist unsere Kirchengemeinde, die seither zur selbständigen Pfarrei Winnerod gehörte als Filial der Pfarrei Beuern zugeteilt worden, die seither ohne Filialen war. Es findet allsonntäglich ein Gottesdienst durch den Geistlichen von Beuern in der hiesigen Kirche statt. ^Obbornhofen, 11. Qlug. Dieser Tage traf ein ehemaliger französischer Kriegs- gefangener mit seiner Frau bei seinem früheren Arbeitgeber, dem Beigeordneten K. Hen - ze l, ein. Er hatte während des Krieges längere Zeit bei diesem die landwirtschaftlichen Arbeiten verrichtet. Das freundschaftliche Verhältnis, das sich zwischen beiden entwickelt hatte, bestand auch nach Kriegsschluß noch fort, und so kam es, daß Herr Henzel im vergangenen Sahre seinem früheren Arbertsgehilfen in Frankreich einen Besuch abstattete und längere -Zeit bei ihm verweilte. Aun hat der ehemalige Gefangene auch seine Frau mitgebracht, um ihr zu zeigen, wo er während des Krieges in bester Weise aufgehoben war. # Aus dem mittleren Horlofftal, 11. Qlug. Die Getreideernte geht ihrem Ende zu. Bei der anhaltenden Trockenheit und der schnell nachreifenden Frucht war es in der Erntezeit nicht möglich, die Stoppeln zu stürzen. Die geringen letzten Riederschläge haben nun die oberste Bodenschicht soweit durchfeuchtet, daß diese wichtige Arbeit nun ausgeführt werden kann. Die günstigen Erfahrungen der letzten Sahre veranlassen die Landwirte, Erbsen und Wicken zur Gründüngung zu säen. Bei knappen Grün- suttermitteln im Herbst sind sie dann sehr willkommen. Don der Aussaat von Stoppelrüben ist man seit Durchführung der Feldbereinigungsverfahren ganz abgekommen. Der Ausfall der Ernte muh als gut bezeichnet werden, höchstens der Hafer läßt in seiner Körnerbildung hin und wieder zu wünschen übrig. Snfolge der trockenen Witterung haben sich die S ch ä d l i n g e im Gemüsebau stark vermehrt. Smmer noch sehr stark treten die Erdflöhe auf, die an den an sich schon nicht sonderlich stark entwickelten Kohlpflanzen, vor allem dem Blumenkohl, großen Schaden anrichten. Die Blätter sehen fast schwarz aus, so dicht sind sie mit den Schädlingen besetzt, und wenn man in die Aähe kommt, so ver. ursacht ihr Forthüpfen ein Geräusch, als ob es regnete. Das Auftreten der Kohlweih- linge, deren Raupen vereinzelt nur noch die Dlattrippen übrigliehen, hat nachgelassen. Ausfallen viele Raupen findet man unter den Pflanzen liegen, und bei näherem Zusehen kann man feststellen, dah sie der Koblraupen- schlupfwesPe zum Opfer gefallen sind. Die Hausfrauen haben jetzt mit der Ernte der Gurken und Bohnen zu schaffen. Trotz der Trockenheit ist der Ertrag gut, besonders da, wo fleihig gegossen wird. Die Ob st bäume werfen einen Teil ihrer Früchte auS Mangel an Feuchtigkeit ab. Diele davon sind auch von der Obstmade be. fallen und dadurch zur Aotreife gelangt. Da, wo im Frühjahr die allgemeinen Spritzungen mit Aosprasit durchgesührt wurden, sind so gut wie keine wurmigen Früchte zu finden. Den S m k e r n bringt das trockene Sommerwetter teilweise eine Enttäuschung. Obwohl in diesem Sahr ausnahmsweise der Rotklee honigt, kann doch nicht von einem guten Eommerertrag ge. sprvchen werden. Qlb und zu fallen jetzt noch Schwärme. Die Preise für F e 11 s ch w e i n c scheinen nun den höchsten Stand erreicht zu haben. Kreis Friedberg. —. — Oppershofen, 11. Qlug. Das 100. jährige Kirchweihfest, verbunden mittem Feste des Kirchenpatrons St. Laurentius tonnte heute die katholische Gemeinde feiern. 1826 wurde das alte kleine Gotteshaus abgebrochen, und so. fort begannen unter Landrat Trapp (Butzbach) die Arbeiten zur neuen Kirche. Rachdem am 27. September 1827 die Grundsteinlegung erfolgt war, konnte am 16. August 1829. also vor hundert Sahren, die Einweihung erfolgen. Die Gesamtbaukosten beliefen sich auf 21368 Gulden. Verantwortlich für Lokales: LV. Dr. Thyriot ÄarmetUetgclQ AMOL 7 M-liff.-, mdt-.egiti.-, 6 B'mt- und tRocn“. 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Die bereits fälligen Stromgelder im Stadt- und Ueberlandgebiet für den Monat Juni 1929 können noch bis zum 20. d. 2TL ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Stromsperre auf Kosten des Stromabnehmers. 6717D Eine schriftliche Mahnung ergeht nicht mehr. Gießen, den 10. August 1929. Direktion der Elektrizitätswerke, Ueberlandanlage und Straßenbahn der Stadt Gießen. I. B.: K u n tz e m ü l l e r. Ehemalige LUavsavinevevtvetev oder Bückevmerftev zur Vertretung einer leistungsfähigen Speiseöle- und ^ettgrosthandlung gesucht. Off. unter C. 451 an Annoncen- Einheirat Fleischer-Vcscllc, 20y„ wünscht hübsche Dame zwecks Heirat kennenzulernen. Meisterstochter oder Berkäuferin bevorz. AiiSfübrl-Bildoffert. u. II. W. 235 haupt- vostlag. (Hellen. 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Dann kam die strenge Wissenschaft und verwies derartige Verknüpfungen in das Reich des Aberglaubens und mystischen Ansinns. ..... .. , Uni) nun kommt jetzt das British Medical Journal und stellt eine durchaus ernsthafte Rundfrage unter den Aerzten an. ob sie irgendwelchen Einfluh des Mondlichts auf die Gesundheit feststellen konnten. Die Antworten fallen durchaus voneinander abweichend aus. Die einen sagen: Ausgeschlossen! Die anderen: n M anzuzeigen 6691U . iM tat Scielle, tjübiiti6 ; Heirat itn- lerobet uetiotJ- iboffet; ;t>our"' in. festgeklemmt hatte: rechts. — Und so weiter, und so weiter.-- ... Rach stundenlanger Arbeit hatte sich zu seiner Rechten ein Urgebirge von erschrecklichen Dimensionen aufgetürmt, quoll auseinander und drohte, das Maulwurfshäuflein zur Linken, dem es sich mit der Basis immer mehr näherte, zu verschlingen. Daher unterzog der Musternde das Häuflein einer neuen Durchsicht. „Das rosa Band! Eigentlich doch eine ganz nette Erinnerung!" Und es wanderte nach rechts. Aus der Zigarrenspitze hatte er bei dem Souper geraucht, das für seine Karriere so entscheidend war. Und es flog auf den Chimborasso zur Rechten. War nicht die Gans auf dem Bilderbuchblatt die stille Liebe seiner Kindheit? Zurück nach rechts! — Die alten Zeitungen! Weshalb hatte er die ausbewahrt? Er muhte sie doch noch einmal durchsehen. Marsch nach rechts! Das Häuflein zur Linken war fast zu mikroskopischem Dasein zerkrümelt, nicht mehr teert, weggeworfen zu werden. So scharrte er alles toieöer zusammen und stopfte es schließlich neuerdings in die Lade zu dem Rest, der sich noch darin befand. Stieß sie dann mit Elan zu, was ausnahmsweise gelang, und zündete sich höchstbefriedigt eine Pfeife an. Es verschlug ihm auch weiter nichts, dah die Lade, als er nochmals hineinschauen wollte, sich diesmal nicht mehr öffnen lieh. Dis zur nächsten Musterung war ja noch lange hin! p aller W •parate. eit lär bohleesthlil!™ Werk. Solingen, in Zahlung beim Kaule hmiedeten und hohlem >n Wulcuto BoMsfAdiU he den stärksten Barl ne Schleifen brauchbar eratis und Iranko. artete M, dem Monde sind, wie neuerdings Im Mount Wilson-Observatorium festgestellt wurde, recht unerfreulich, übersteigen all das bei weitem, was uns Polar- und Tropenfahrten zumuten. Schwankungen zwischen mehr als 10 0 Grad Wärme und — bei einer unbedeutenden Mondfinsternis — unter 1 00 Grad Kälte scheinen nach den amerikanischen Messungen dort nichts Auher- gewöhnliches zu sein. Das Uebergewicht an mitzunehmenden Kleidungsstücken kann in bescheidenem Umfange durch eine gewisse Einschränkung in der Auswahl der mitzunehmenden Toilette-Gegenstände ausge- Musterung. Don Eberhard von Weittenhiller. Als er die Tischlade wieder zuschieben wollte, staute sich der Wust des Eingeschlossenen wie Magma, das aus einer Erdspalte quillt und zu einem Gebirgskamm erstarrt. Er brachte die Lade nicht mehr zu. So beschloß er dann, fürchterliche Musterung zu halten. Er zog die Lade ganz heraus, und hunderterlei kollerte über feine Knie auf den Boden. Er kam mit sich überein, das, was er behalten wollte, rechts, den überflüssigen Kram links auf den Tisch zu legen. Erst befreite er seine Knie von dem Heraus- gequollenen, hob das auf dem Boden Liegende auf und stopfte es wieder in die Lade. Dann begann er systematisch vorzugehen. Ein Zahnstocher aus Elfenbein: rechts. Ein Briet Lizzys: rechts. Ein gestickter Tabaksbeutel: rechts. Eine Photographie von ihm selbst: rechts. Ein rosa Band: — hm? — links. Ein paar Stahlfedern: rechts. Ein Zehnpfennigstück: rechts. Eine gebrauchte Zigarrenspitze aus Papier: links. Zwei Reißnägel: rechts. Eine Briefmarke: rechts. Siegellack: rechts. Ein Wust alter Zeitungen: links. Packpapier: rechts. Ein Lineal: rechts. Das herausgerissene Blatt eines unzerreißbaren Bilderbuches mit einer . Gans auf grüner Wiese: links. Ein Staubtuch, das sich bei der letzten Musterung in der Lade Hochschulnachrichten. — Der 23. (£., der Verband der Turner- schaften auf deutschen Hochschulen, veranstaltete Anfang August auf Rittergut Januschau (Streis Rosenberg, Westpreußen) eine O st s ch u • lungswoche. Diese Tagung war vom Verband Alter Turnerschafter unter Leitung des Hochschulpolitischen Amtes des 23. C. veranstaltet. Vorträge sollten die Teilnehmer in die Fragen des deutschen Ostens einführen. So behandelte u. a. Privatdozent Dr. M a s ch k e (Königsberg) „Die historische Ent- Wicklung der deutschen Nordostmark". Die politische Seite wurde durch einen Vortrag von Kandidat Friedrich G l o m b o w s k i (Danzig) über .Korridor, Danzig und Memel in ihrer Bedeutung für die deutsche Ostpolitik" beleuchtet. Den Abschluß bildeten zwei Vorträge allgemeiner Art. G l o m b o w s k i behandelte „Die Stellung des Akademikers im Grenz- lanb"; Referendar Koffke (Berlin) sprach über „Die deutsche Wehrbewegung"» glichen werden. . Sollte der erste dorthin entsandte Spezial- berichterstatter mit einem unzuverlässigen Füllfederhalter gesegnet sein, so findet er Bimsstein zur Reinigung seiner Finger oben mehr als reichlich vor. Er braucht nur an den nächsten der reichlich vorhandenen Berge zu gehen, um wieder blütenweiße Finger zu erhalten. Die Gesteinsmassen des Mondes bestehen nämlich aus Bimsstein oder einer bimssteinähnlichen Materie. Auch diese Feststellung, ebenfalls ein Ergebnis der Temperaturmessungen, verdanken wir einem amerikanischen Gelehrten, der fand, daß Abkühlungsstärke und -Schnelligkeit der Mondgesteine bei ausbleibender Sonnenbestrahlung, d. h. bei einer Mondfinsternis, eine auffällige Ähnlichkeit mit dem Verlauf der 2lbkühlung beim Bimsstein, und zwar nur bei diesem, haben. Bimsstein ist stets das Produkt vulkanischer Tätigkeit. Sein reichliches Vorhandensein auf, dem Monde durfte dafür sprechen, dah dessen zahlreiche Krater, heute stumm und starr, früher einmal eine hafte Tätigkeit entfaltet haben. Wenn nun die neuen Erkenntnisse über Eigenschaften des Mondes keineswegs dazu tragen, einen Besuch dort oben besonders lockend erscheinen zu lassen, so sieht es nun beinahe so aus. als ob seine Strahlung uns Erdenmenschen nicht immer nur eine reine im Staate des Deutschen Volkes nach Prägung und Verwirklichung verlangen? Das ist die entscheidende Frage unserer Reichsverfassung gegenüber. Mit klarstem Bewußtsein knüpft ihr Einleitungs^ah an die geschichtliche Tradition unseres deutschen Volkes an: „Das deutsche Volk, einig in seinen Stämmen und von dem Willen beseelt, sein Reich in Freiheit und Gerechtigkeit zu erneuen und zu festigen, dem inneren und dem äußeren Frieden zu dienen und den gesellschaftlichen Fortschritt zu fördern, hat sich diese Verfassung gegeben." Es entspricht dem großen Gedanken unserer größten S.aats. enker, dah in diesem Reiche jebet Stamm sein Eigenrecht bewahren soll zugleich mit seiner Einorbnung in das Ganze der deutschen Reichseinheit. Was geschaffen war: das Deutsche Reich, es soll bleiben, es soll ausgebaut werden zu wirklicher Gemeinschaft der deutschen Stämme. 3n Treue fest zum Deutschen Reich — vom Rhein bis zur Ostmark, von der Donau bis zum Strande des deutschen Meeres, und in diesem Reiche ein mannigfaltiges Eigenleben der deutschen Länder — das ist der Reichsgedanke unserer Verfassung. „3n Freiheit und Gerechtigkeit" soll das Deutsche Reich erneut und befestigt werden. Richt historische Tradition allein greift die Verfassung auf, sie gründet den Staats- und Reichs- Willen des deutschen Volkes in die Tiefe sittlichen Menschheitsempfindens. Freiheit und Gerechtigkeit — gerade das deutsche Staatsempfindens hat diese sittlichen Gemeinschaftswerte als Grundeigenschaften echten Staatslebens stark erlebt und stets betont. Freiheit ergänzt sich unmittelbar durch die „Gerechtigkeit". Denn was will die Gerechtigkeit anders als jedes Menschen und jedes Standes Freiheit achten, schützen und positiv fördern! Achtung vor der Menschenwürde eines jeden, wes Standes er fei, Achtung vor der Bedeutung eines jeden Standes im Rahmen des Ganzen — das ist das deutsche Gerechtigkeitsideal, wie es wiederum die Staatslehre des deutschen 3dealismus mit tiefem sittlichen Pathos Der- kündet hat. E i n Recht für alle, ein Rech t, das der Eigenart jedes Standes gerecht wird, das zugleich jedem Stande den Dienst an der Ganzheit des Volkskörpcrs als Pflicht auferlegt und ihn zu ihrer Erfüllung beruft — das ist die alte germanische Rechtsidee, die den einzelnen nur kennt als Glied des Ganzen, den Stand nur getragen Keineswegs ausgeschlossen, obgleich ... ilnb die Dritten bejahen die Frage. So Will z. B. ein englischer Arzt, der in 3ndien praktiziert, festgestellt haben, dah der Schläfern und besonders Schläferinnen direkt ins Gesicht scheinende Mond eine Art von Dämmerzustand, geradezu einen „Mondstich" , hervorbringen kann. Die gleiche Anschauung ist bei den mittelafrikanischen Siedlern verbreitet, die in mondhellen Rächten, um sich vor unangenehmen Kopfschmerzen zu schützen, ihr Haupt stets durch den Tropenhelm vor allzustarker Mondbestrahlung schützen. Da sich diese vollkommen mit den 3ahr- tausende alten Anschauungen derjenigen Völker deckt, die Erfahrung und ileberlieferung über alle graue Theorie stellen, muh man schon annehmen, dah an der Sache etwas Wahres ist. Woraus man weiterhin folgern muh, dah der Mond zwar der Freund aller Liebenden, aber nicht auch gleichzeitig aller zu Kopfschmerzen Neigenden ist. ll|llluis'Ubr: Ä vÄ Guter Mond? Don Dr. Th. A. Maaß. Es ist eine liebe Gewohnheit, vom Monde mit einem wohlwollenden, sogar etwas mitleidigen Unterton zu sprechen. Ganz anders als von der Sonne, die man immer nur mit ausgesprochener Hochachtung und ein klein bißchen Angst erwähnt. Das liegt daran, dah man von ihr in hohem "Rah abhängig ist. Wenn sie eines Tages nicht । ehr will, dann adieu liebe Menschheit, dann s aus. Dann können uns alle unsere Errungenschaften und Fortschritte nicht einmal den bescheidensten Bruchteil der aus unendlicher Raum- ferne zu uns dringenden Sonnenwärme ersehen. Zudem gestattet sich die Sonne auch, im De- wuhtsein ihrer Macht, allerlei Launenhaftigkeiten, scheint mal zu viel, mal zu wenig (was nebenbei nicht ihre Schuld ist, sondern die der irdischen Atmosphäre) und kann schliehlich mit Blendung, Sonnenbrand, Hihschlag und Sonnen- stich ausgesprochen unfreundliche und feindselige Handlungen begehen. Da ist der Mond, unser alter, ehrlicher Trabant, doch viel gemütlicher. Er tut uns, wie man wenigstens bisher annahm, nur Gutes. Abgesehen von seiner überragenden Bedeutung für alle lyrische Dichtung sorgt er etwas für Ebbe und Flut und erhellt hier und da in bescheidenen Grenzen unsere Rächte. Wenn auch, trotz der Entfernung von nur 400 000 Kilometern, die Reise nach dem Monde bisher nur in Romanen und Filmen zurückgelegt wurde, wissen wir dort doch, durch die Leistungsfähigkeit unserer astronomischen und physikalischen 3nstrumente, so genau Bescheid, als ob wir schon dagewosen wären. Cs geht uns da, wie jedem besseren Bremer oder Hamburger Kaufmannssohn der schliehlich. wenn er auch niemals „brühen“' war, in Heberfee mindestens so gut zu Hause ist, wie in der nächsten Umgebung des Alster- ba^)ad’tounöert man sich ordentlich, toertn man über eine so genau bekannte Gegend wie den Mond doch hier und da noch etwas Reues er- Zunachst einmal einige beherzigenswerte Winke für zukünftige, mondbesuchende Raumfahrer: neben vielen anderen nützlichen Dingen, besonders einem recht reichlichen Luftvorrat, müssen sie auch eine sehr abwechslungsreiche und den extremsten Bedingungen gewachsene Garderobe bei sich haben. Denn die Temperaturverhaltnisse aut zucken die Deutschen noch die Achseln und wollen nicht mit der Sprache heraus. Während die Engländer dafür sorgen, dah jedes einzelne Wort, das Herr Snowden spricht, möglichst genau und möglichst weit bekannt wird, hört man von den Stresemannschen Ausführungen in den Geheimsitzungen nur eine farblose, amtlich zurechtgemachte Wiedergabe. Das ist nicht gerade günstig für die deutsche Sache, die ohnedies nicht sonderlich gut steht. Denn darüber muh man sich klar sein, diese nervöse Spannung , die hier im Haag eingetreten ist, dieses Aufgeregtsein, das durch die Anwesenheit so vieler Vertreter kleinerer Mächte noch künstlich gesteigert wird, ist der politischen Aussprache, um die es Deutschland geht, außerordentlich abträglich. So gut die Atmosphäre des Ortes ist, an der die Konferenz abgehalten wird, so peinigend wirkt diese Span- nung auf alle Nerven, die schon zu revoltieren anfangen und so eine allgemeine Stimmung der ilnluft schaffen. 3n diesem aufgeregten Hin und Her, in dieser Anzahl gegenseitiger Besuche, die sich die Koryphäen der Konferenz abstatten, in diesem wilden Trubel unkontrollierbarer Gerüchte und durchsichtigster Stimmungsmache, ist für eine wirklich ernsthafte und ersprietz- Zur Feier der Verfassung hatten am gestrigen Sonntag, der uns schönes, warmes Sommerwetter bescherte, die staatlichen und städtischen Gebäude, sowie eine Anzahl von Privathäusem Flaggenschmuck angelegt. Am Vormittag veranstaltete die Reichswehrkapelle in der Südanlage ein Platzkonzert, das zahlreiche Zuhörer angelockt hatte. Von 13 Ahr ab liehen die Kirchenglocken zur Feier des Tages ihre eherne Stimme über die Stadt erschallen. Pünktlich 15.15 Ahr begann am Nachmittag in der mit Fahnen in den Reichs- und Landesfarben geschmückten, vollbesetzten Volkshalte die offizielle V e r f a s s u n g s f e i e r für die Stadt und denKreis Gießen. Die Feier wurde von der Reichswehrkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Gober mit dem „Auszug der Meistersinger" (Richard Wagner) eröffnet. Hierauf folgte ein von den vereinigten Gießener Gesangvereinen unter der bewährten Stabführung des Dirigenten Kasten klangschön vorgetragener Massenchor „O Schutzgeist alles Schönen" von Mozart. Dann betrat ihnverftfäteprofeffor Dr. Steinbüchel die geschmückte Rednertribüne, um die Festrede zu halten, worin er u. a. folgendes aus- ^Am 10.3ahrestag der Rechtsgültigkeitserklärung der „Verfassung des Deutschen Reiches schweift der besinnliche Blick zurück in jene dunklen Tage, da die Verfassung dem Volle gegeben und die neue Staatsform in ihren Grundgesetzen festgelegt wurde. Es waren dunkle Tage jene Monate, in denen die Weimarer Verfassung beraten und schließlich als Recht formuliert wurde: die Tage des Versailler Vertrages, der das aufs tiefste getroffene deutsche Volksleben zu vernichten drohte, und die Tage schwerster innerer Kämpfe. Die Lebensform des Volkes ist der Staat. Staat ist nicht selbst das Volk, aber* Staat ist die rechtliche Form, in die ein Volk die 3nha!le seines Gemeinschaftslebens hineing eßt. 3m Staate lebt daher immer etwas von der „Seele" eines Volkes. Dieses Volk selbst ist die Quelle, aus der sein Staatsleben sich lebendig erhält. Das Volk ist ursprünglicher als sein Staat. Die Verfassung muh daher den Geist des Volkes bergen und zum Ausdruck bringen, soll sie als Grundgesetz staatlich-volklichen Lebens diesem Geben selbst Gepräge geben. Gebt wirklich der „Geist der 3ahrhunderte in ihr, und leben in ihr tiefste sittliche 3deen, die liebe Aussprache wenig Raum. Man hat so den Eindruck, als würden alle Dinge zu glet- cher Zeit angesaht, als fehle es an jeder wirklichen Systematik und als suchten alle alles )U machen, ohne wirklich etwas zu tun. Es ist der englich-französische Gegensatz, der geradezu jede fruchtbare Arbeit verhindert und der es allen Teilnehmern fast gleichgültig macht, was in den einzelnen Kommissionen besprochen und behandelt wird. Riemand aber vermag sich irgendein Bild zu machen, wie dieser Gegensatz beseitigt und ausgeglichen werden folL 3e länger jedoch diese Mauer besteht, um so höher brandet an ihr die Nervosität und Die ilnluft an der ganzen Konferenz empor. Sollte es doch gelingen, zu einem Kompromiß zu kommen, so tritt nach der Spannung die Abspannung ein und dann wird man erst recht versuchen, verlorene Zeit einzuholen, und so schnell wie möglich zu einem Ende zu kommen, ohne sich viel Gedanken darüber zu machen, wie dieses Ende aussieht und wie es sich schließlich vor der Geschichte bewährt. — Draußen aber auf der Düne von Scheveningen braust in ewig gleichen Gezeiten mit Ebbe und Flut das weite Meer... Oie Aufgeregten. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Den Haag, 11. August 1929. 's Gravenhage ist nicht die Hauptstadt des Königreiches der Niederlande, sondern seine Residenz. Hauptstädte sind die großen Hafen Amsterdam und Rotterdam, Amschlagplahe des Welthandels, wo das wirtschaftliche Geben Pul- liert und immer mehr schon die Industrie den Charakter der Städte bestimmt. Der Haag ist die stille, vornehme Stadt, die Stadt des Hofes und die Stadt der alten Kultur, die in ihrem Mauritshuis eine der köstlichsten Kunstsammlung gen Europas birgt. Wenn man sagt, dah der Haag eine Residenz fei und daß der Hof hier cveile, so würde man dem besonderen Charakter der Stadt doch Anrecht tun, wenn man sich unter ihr einen Rokokotraum vorstellt oder eine Manifestation des Barock. Olein, höfisch ist der Haag im eigentlichen Sinne nicht. Das niederländische Königtum ist — man muß es schon tagen — ein Dürgerkönigtum, und so trägt auch die Residenz einen bürgerlichen Cha- ratter, allerdings einen Charakter, erstklassigsten gefestigsten Bürgertums. Selbst auf den Hauptstraßen fehlt das Hasten und Garmen, das die Straßen moderner Städte bestimmt, und die Rebenstraßen sind erst recht erfüllt von einer stillen und vornehmen Ruhe, Zurückhaltung und Dediegenheit. Mit einer wunderschönen breiten Allee ist der Haag mit dem größten holländischen Seebad, mit Scheveningen, verbunden. Früher lag ein stiller Wald dazwischen, der wohl königlicher Besitz war, aber heute hat die Stadt sich doch immer mehr an das Meer herangebaut, und o verspürt man als Fremder nicht sogleich den Uebergang, der einen aus der Geschlossenheit der Residenz hinein in das mondäne Geben eines icr größten Seebäder der Rordseeküste führt. M o n d ä n? Run ja, Scheveningen hat durchaus en Ehrgeiz, es Ostende gleichzutun, und es hat diesen Ehrgeiz auch vor zwanzig 3ahren schon gehabt, wo es eine Art Gründerzeit durch- machte, deren Spuren heute noch zu sehen sind und die im grellen Gegensatz zu dem Patina stehen, das über dem eigentlichen Haag liegt. Aber wirklich ein mondänes Seebad in dem Sinne des Wortes, wie man es heute anwendet, t nun Scheveningen darum doch nicht geworden id wird es wohl auch niemals werden. Die olländische Solidität bestimmt auch hier den Untergrund, und wenn die Kurverwaltung, dem ug der Zeit folgend, auch alle die Beranstal- .tngen trifft, die nun einmal geboten sind, so ebt sich doch der ganze Gebenszuschnitt dieses olländischen Bades von allen anderen Nordsee- ädern, insbesondere denen der belgischen Küste, ehr deutlich ab. 3n diese Atmosphäre hinein hat man nun dieKonferenz gestellt. Der Haag ist ja bereits ein historischer Konferenzort, aber der Anter- schied zwischen den Konferenzen der Vorkriegszeit und den großen politischen Zusammenkünften unserer Tage fällt hier gerade wegen des eigenen Rahmens ganz besonders in die Augen. Damals, als man auf Anregung des Zaren zur ersten Abrüstungskonferenz vor nun schon 30 Jahren zusammentrat, waren es ebenso gemessene und im eigentlichen Sinne solide Geute, die hier zu Verhandlungen zusammenkamen, und wenn mich die ganze Welt auf diese Zusammenkunft schaute, so war es doch so, daß die Teilnehmer in keiner Weise aus der Umgebung1 herausfielen und daß das geruhsame Geben auch während dieser weltbewegenden Verhandlungen unverändert dahinfloß. Wie anders ist das beute. Heute rücken ganze Generalstäbe an und führen mit sich einen Troß von Sekretären, von Presseleuten, von Photographen und von Menschen, von denen man nicht weiß, ob sie Schlachtenbummler der Weltpolitik sind oder ob sie vielleicht sogar irgendwelche Schiebergeschäfte zu machen hoffen. Die Ruhe von 's Gravenhage ist plötzlich zerrissen: es ist, als wäre ein Bienenschwarm in einen Garten gefallen und als brächte dieser durch sein ewiges Summen und Surren die ganze Umgebung in Aufregung. Es ist in der Tat eine Konferenz der Aufgeregten. die sich hier abspielt. Von Gemessenheit ist keine Rede und von Solidität wird kein Hauch verspürt. Richt einmal die Eng 1 ä n- der, die sonst in dem Rufe stehen, mit der Ruhe an alle Dinge heranzugehen, werden diesem Rufe ganz gerecht. Zwar heben sie sich un Au^ treten und in ihrem ganzen Benehmen deutlich von den anderen Teilnehmern ab, zeigen nach außen eine Unbekümmertheit, die nun einmal ihre Rationaleigenschaft zu sein scheint und die sie den noch unbekümmerteren und noch ruhigeren Gastgebern eigentlich besonders sympathisch macht, aber auch ihnen merkt man es an, daß sie doch irgendwie gehetzt sind, dah sie nur mühsam eine Karte Nervosität unterdrücken. Herr Snowden, der ja doch eigentlich derjenige ist, dem man die Hauptaufregung ner- dankt und der sozusagen das Wasser zum Kochen gebracht hat, wahrt noch am allerbesten das Gesicht. Man erzählt sich, dah er mitten in den wichtigsten Unterredungen und in dem ganzen Tohuwabohu, den sein Protest gegen den Pariser Verteilungsschlüssel hervorgerufen hat, anstatt zur Stelle zu fein, ganz urplötzlich gemütlich einen Autoausflug irgendwo nach dem Zuidersee hin, vielleicht zur Stadt des roten Käses, zur 3nsel Marken oder nach Delft unternommen habe. Nächst ihm ist es doch D r ia n d, der den Manen des Ortes einigermaßen Rechnung trägt, aber was um ihn ist, zeigt darum um so weniger Contenance. Doch Herr Driand ist ja auch heute nicht mehr der alte Feuergeist. Er trägt auch nicht mehr den breitkrämpigen schwarzen Hut des Kabarettisten vom Montmartre, sondern er sieht eher aus wie ein würdiger, alter Kaufmann, der viele 3ahrzehnte seines Gebens mit Pfeffer und Nelken gehandelt, und sich nun zur Ruhe gesetzt hat und der weiter keinen Ehrgeiz mehr kennt, als auf gute Weise einmal ein Bändchen ins Knopfloch zu erhalten. Man weih, dah Herr Briand durchaus n i ch t ein Mann dieser Art ist. Er hat es auch diesmal wieder bewiesen, er ist immer noch der schlaue Fuchs, der auf das schärfste, unter halb geschlossenen Bibern hervor, auf die Schwächen seiner Gegner achtet und sofort und mitleidslos zustöht, wenn er irgendwo eine verwundbare Stelle entdeckt. Aber wenn man ihn so daherkommen sieht, ein wenig breitbeinig, in einem etwas zu weiten Rock, vornübergebeugt, sich doch merklich auf den Stock stützend, dann würde man nie von ihm denken, dah er der Mann sei, der plötzlich in Rede und Geste ein geradezu überstürzendes Temperament zu entfalten vermag. Von den Deutschen sieht man eigentlich wenig. Der grohe Trotz, der die Delegation begleitet, fügt sich ziemlich harmonisch dem Durchschnittsaussehen der angestammten Bevölkerung ein. Die führenden Delegationsmitglieder selbst halten sich, wie auf eine gemeinsame Parole hin, in der Öffentlichkeit stark zurück und dieser betonten Zurückhaltung entspricht es denn auch, dah die deutsche Delegation die unergiebigste 3nf orm at ionsquelle ist, die es hier gibt. Während die Franzosen schon Einzelheiten über ein Saar-Memorandum erzählen, das von deutscher Seite vorgelegt worden sein soll, Äte Ju ’ lt°dene subtil d «fcSS! en < '«»berg. •Hefe« tar c ust I8 9 nUnS «K %S-.- E. hie jüu. htt n 13, Augm't 1929, nnt iittturf 2 llbt j, im Neu" .inen ’ 1 ScbrelbmaW n^gcbvcibuidie. 1 M verlasse, 1W*c gfe «Äs Pferde. —mölbiean »kl' privatem ;n mut«stfW " itiliebmen- U «ft Ubr an d- Erste Eindrücke aus dem Haag Drahtbericht unseres s-Sonderberichterstatters. »om Ganzen und sich bestimmend zur Arbeit am Ganzen der Gemeinschaft. Die Staatsidee unserer deutschen Reichsverfassung kann, im Ethos der Freiheit und Gerechtigkeit verwurzelt, nur die des sozialen Staates sein. „Gesellschaftlicher Fortschritt" — so bestimmt die Verfassung das -Ziel des Staats- lebens. Dieser „Fortschritt" kann und soll meinen die verantwortungsbewußte Arbeit an einem Staate, der wirklich die Lebensform echter Volksgemeinschaft sein will: Staat des ganzen Volkes, Dienst aller an allen, Dienst der Wirtschaft und der Wissenschaft an der geeinten Gemeinschaft aller Dolksglieder und Volksstände — das soll der deutsche Staat werden. Einigkeit in Recht und Freiheit — das ist der deutsche Staatsgedanke. Vom „inneren Frieden" spricht die Verfassung. Was ist er anders als wirkliches Leben in Gemeinschaft? Gesichert ist er nur, wenn alle sich als Glied des einen Volkes wissen, und wenn der Staat selbst jedem Stande und jeder Arbeit sein Recht im Rahmen der Ganzheit des Volkes gewährt. So erzieht der Staat seine Glieder selbst zu Gemeinschafts- und Rcchtsbewuhtsein. Der „Geist des deutschen Volkstums und der Völkerversöhnung", von dem die deutsche Verfassung spricht, gehören unzertrennlich zusammen. Ein Volk, das selbst in Rechtsgemeinschaft geeint ist, darf sein Recht verlangen und wird jeder Ration i h r Recht gewähren in einer des sittlichen Volkstums wahrhaft würdigen Arbeit am Frieden auf der Erde. Was dürfte in dieser Stunde der Besinnung mehr angebracht sein, als in uns selbst den Willen zur Arbeit am deutschen Sozialstaat in Gerechtigkeit und Freiheit zu erwecken? Zwei deutsche Männer, so verschieden in ihrer Vergangenheit und ihrer Einstellung, haben den Eid auf die eine Verfassung geleistet: Friedrich Ebert und Paul von Hindenburg. Unö sie haben beide der deutschen Republik in deutscher Treue und in tiefer sittlicher Verantwortlichkeit für ihr deutsches Volk ihre beste Kraft geweiht. Diesem Pflichtbewuhtsein und diesem Willen, dem Volk und feinem neuen Staat zu dienen, geben wir Ausdruck in einem dreifachen Hoch auf Heimat und Volk, auf das Deutsche Reich, die deutsche Republik und die deutsche Reichsverfassung. Hierauf sang die Festversammlung stehend die drei Strophen des Deutschlcnrdliedes. Nachdem die Reichswehrkapelle die Hymne und den Triumphmarsch aus „Ai'da" zum Vortrag gebracht hatte, beschlossen zwei Massenchöre — „Wie s daheim war" und „Wo gen Himmel Eichen ragen" — vorgetragen von den vereinigten Gießener Gesangvereinen, unter Leitung des Herrn K a st e n, den ersten Teil des Festprogramms. Sämtliche musikalischen Darbietungen fanden verdientermaßen lebhaften Beifall. Der zweite Teil brachte eine Anzahl von Musikvorträgen umrahmte Darbietungen der Gießener Turn- und Sportvereine auf der geräumigen Bühne der Volkshalle. Mit lebhaftem Beifall wurden zunächst die eleganten turnerischen Klebungen am Barren bedacht, die von einer Riege der Gießener Turnerschaft (Tv. 1846 und Mtv.) exakt vorgeführt wurden. Ebenso fanden die Körperghmnastik der Damenabteilung des B. f. B., die gymnastischen Freiübungen der Freien Turnerschaft, sowie ein korrekt gefahrener Sechser- Schmuckreigen des Radfahrervereins Fortuna viel Anklang beim Publikum. Den letzten Teil des Programms bestritt die Kapelle des I. Datl. 15. Inicmterie-Regt. unter der umsichtigen Leitung des Obermusikmeisters L ö b e r mit einem Konzert, das u. a. die Ouvertüre zu Webers „Oberün", Szenen aus „Lohengrin", sowie zwei Armeemarsche umfaßte und verdienten Applaus fand. Damit hatte die harmonisch und würdig verlaufene Gießener Verfassungsfeier ihr Ende gefunden. Zur Eröffnung der Berliner Reklameschau. Es ist noch gar nicht so lange her, da war die Reklame in Deutschland eine Sache, die niemand recht ernst nahm, der auf keinen Fall irgendwelches Vertrauen geschenkt werden durfte. Reklame schien identisch mit grobem Schwindel, nur die gerissenen Kaufleute benutzten sie, angeblich um den Käufer ziemlich ungeniert übers Ohr zu hauen. In dieser Ansicht, die nur zum kleinen Teil berechtigt war, ist in den letzten Jahren eine gründliche Wandlung ein* getreten. Die Reklame ist in alle Zweige der Industrie und des Handels gedrungen, selbst die Landwirtschaft verschließt sich ihr nicht mehr. Rarnhafte Firmen, die noch in der Vorkriegszeit mit sichtlichem Stolz verkündeten, sie hätten es nicht nötig, ihre Erzeugnisse anzupreisen, änderten unter dem Einfluß eines ständig wachsenden, sich übersteigernden Konkurrenzkampfes gründlich ihre Meinung, auch sie gingen zu durchdachter Werbung über. Und heute? Da ist die Reklame eine Weltmacht geworden, weder Produzent noch Konsument können sich ihr entziehen, die Wissenschaft, die Kunst fanden nach einigem Zögern den Weg zu ihr, um dann freudig und gründlich zugleich mitzuarbeiten, jeder erkennt den Wert der Reklame an — sie ist arriviert und ein wichtiger Teil des Dienstes am Kunden geworden. Es soll nicht bestritten werden, daß das Mißtrauen der Allgemeinheit bei uns gegenüber der Werbung in den Anfängen berechtigt war. Deutschland hat einiges zu lernen gehabt, als es seine Propaganda aufbaute. Es übernahm den Reklamemann von einst, den Marktschreier, vergrößerte und vergröberte ihn, so daß der also beglückte Konsument zu der Ansicht gelangte, man wolle ihm mit einem bis dahin unerhörten Aufwand von Worten reichlich unerwünschte Dinge aufreden. Hier setzte aber bald die notwendige Korrekturarbeit ein, und es ist insbesondere der Wissenschaft zu danken, daß sie auf dem Gebiet der Reklame neue Wege wies. Mit der psycho- technischen Durchdringung des gesamten tausendfältigen Wesens der Propaganda schuf sie ein wertvolles Rüstzeug für die Arbeit, sie wurde von der wissenschaftlichen Basis aus durchdrungen und lieferte nun Erfolge, die in jeder Hinsicht beachtenswert waren. Die Wirtschaft konnte den so geschaffenen Apparat übernehmen und auswerten. Es hat sich die Lieberzeugung durchgesetzt, daß die Reklame produktionsfördernd ist, daher verbilligend wirkt, die Kaufkraft der Massen erhöht und so in ständigem Kreislauf die Volkswirtschaft befruchtet. Lehrmeister auf diesem Gebiete sind bis auf den heutigen Tag allerdings die Amerikaner geblieben, die von sich aus immer neue Formen der Anpreisung fanden und verbreiteten. Ihre besten Köpfe haben sie jetzt nach Deutschland entsandt, um an der Reklame- schau 19 2 9 in Berlin teilzunehmen. Die Fachleute aller Länder der Erde treffen sich in diesen Tagen bei uns: daß sie gerade nach Deutschland kommen, beweist in überzeugender Weise, wie sehr sie die Aufbauarbeit unserer nahezu zerstörten Wirtschaft in > einem halben Jahrzehnt anerkennen. Wir dürfen für uxrs in Anspruch nehmen, daß die Anspannung aller Kräfte des Geistes nicht vergeblich war, die zu Ehren gekommene Reklame hat dem ausgepoverten Deutschland einen moralischen Erfolg gesichert. Dämomn der Zeri. Vornan von Arthur Brausewetter. 1. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Run saß man in dem getäfelten Eßsaal. Dunkelgrüne Tannengewinde, von einer Unzahl kleiner Glühkörper in den verschiedensten Farben durchflammt, umwanden die Tafelaufsätze aus getriebenem Silber und die geschliffenen Karaffen. Der alte und der junge Diener gingen mit lautlosen Schritten von Platz zu Platz und schänkten den Cherry. Und gleich war alles in lebhafter Unterhaltung. „Das muß man dem Körber lassen, Gesellschaften weiß er zu geben," buchstabierte Herr Ame- lung, der neu ernannte Kammergerichtspräsident, der zu Hause sehr knapp gehalten wurde und doch keine größere Freude auf der Welt kannte, als einen guten Tafelgenuß, seiner Rachbarin, der Exzellenz Röhte, in ihr Hörrohr. Die legte dies neben ihr Gedeck und antwortete in der Absicht. dem Präsidenten etwas in das mißge- formte Ohr zu tuscheln, wiederum so laut, daß es die ganze Längsseite des Tisches vernehmen mußte: „Du meine Güte . . . wenn man in der Wolle sitzt, ist es kein Kunststück, zu spinnen." „Rur daß der eine grob spinnt und der andere fein," sckmetterte die entzückende Studnih, die Tochter des Oberpräsidialrates, mit der schnippischen Unverfrorenheit ihrer achtzehn Jahre und der Hellen, wohlklingenden Stimme in das be- reitgehaltene Hörrohr. Denn sie saß zur Linken des Hausherrn, der, in ein eifriges Gespräch mit Elli Tenerissen, seiner eigentlichen Dame, verwickelt, die taktlose Anmerkung nicht gehört hatte, und freute sich, der alten Röhte, eins ausgewischt zu haben, die sie auf den Tod nicht ausftehen konnte. „Er soll allerlei große Unternehmungen Vorhaben, mit Tenerissen und Markenthin zusammen," meinte auf der gegenüberliegenden Seite der trotz seiner Klugheit und geistigen Tätigkeit dem gesellschaftlichen Klatsch zugängliche Ober- fhit>ienöirehor Ahlfeld zur Terlinden, die man ipm nach Klaus Korbers Grundsatz, die Gegensätze möglichst zusammenzutun, zur Tischdame ge- ?;eben hatte. „Du meine Güte, wenn man sein ärgliches Einkommen hat und höchstens einmal nach dem Abendessen zu einer Tasse Tee einladen kann —“ „Was sagen Sie?" Zum Tee und Mandelessen laden sie ein? Schmeckt das gut zusammen? Und wer gibt es?" fragte die alte Erzellenz hinüber, die die Gewohnheit hatte, sich in jedes Gespräch, das sie nur halb vernahm, mit irgendeiner nichtssagenden Bemerkung zu mischen. Klirr . . . Klirr . . . Herr Tenerissen klopfte an das Glas. Kurz und würdevoll sprach er, ganz in dem Bewußtsein seiner Stellung und seines Ansehens. Er nannte Klaus Körber, dem seine Worte galten, nicht nur ein Geburtstags-, sondern ein Schoßkind des Glückes, dem das in die Wiege gelegt war, um das andere ein ganzes Leben voller Mühe und Schweiß opfern mußten. Freilich — es gäbe nichts Schwereres in dieser Welt, als von dem Glücke auf so weiche Arme genommen zu werden. Richts Schwereres und nichts Gefährlicheres. Es war eine etwas seltsame Rede für eine Geburtstagsfeier. Etwas wie väterliches Mahnen klang aus ihr. Aber daß er, der Wortkarge und jede Silbe Wägende, heute überhaupt sprach, galt schon als Auszeichnung, und daß er es in dieser Weise tat, durfte nicht wundernehmen. War er doch der nächste Freund des alten Körber gewesen und hatte seines einzigen Sohnes Aufwachsen von seinen ersten Anfängen an bis zu dem heutigen Tage auf jeder Stufe seiner Entwickelung begleitet. Man erhob sich von den Plätzen, trank dem jungen Hausherrn zu. Manches scherzende und auch manches herzliche Wort flog zu ihm hinüber, ein förmlicher Wall von Zuneigung und Liebe umschloß ihn weich und warm. Der alte Lafitte hatte der Fröhlichkeit alle Schleusen geöffnet. Und mitten in dem neckenden und tändelnden Wirrwarr der Worte und Blicke, dem blitzenden Lachen und Leuchten von rechts und links, von hüben und drüben saß Klaus Körber, unterhielt sich leicht und angeregt mit Lilly Studnitz, die ihm wegen ihres natürlich- frischen Wesens von jeher die angenehmste und liebste unter den jungen Mädchen seines Verkehrs gewesen, vernachlässigte dabei aber nicht eine Sekunde die ältere, aber noch immer leidlich aussehende Elli Tenerissen, erwiderte mit wohlgesehten Worten ihrem Vater auf feinen freundlichen Trinkspruch und leerte das Glas auf das Wohl feiner Gäste. Aber das alles tat er doch nur im Unter- bewuhtsein, tat es wie in einem tiefen, schweren Traum. Denn unaufhörlich hämmerte und brauste ihm die Frage durch den Kopf: Was sein würde, wenn dies rauschende Fest sein Ende erreichte und bleiern und trübe der graue Novembermorgen über feinem Kontor aufbämmerle — ihn als Bettler zu wecken? Das Bild eines früheren Kameraden stand vor seinem Geiste. Er war der Sohn eines Kaufmannes, dessen Reichtum märchenhaft war. Aber Ehrenschulden, Weiber, allerlei häßliche Geschichten — eines Morgens, gerade als er zum Obersten befohlen war, fand ihn sein Bursche in voller Uniform erschossen auf feinem Schreibsessel. Plötzlich stieg inmitten allen Ernstes ein Lä- Turnen, Sport und Spiel. Oie Dolksturnmeisterschasten der O.T. Acht Entscheidungen am Tamstag. Bei den Meisterschaften der Deutschen Turnerschaft in den volkstümlichen Wettkämpfen gab es bereits am Samstag acht Entscheidungen. Die Kämpfe auf der Hessenkampfbahn in Kassel waren sehr gut organisiert. Lieber« ragende Leistungen gab es am Samstag noch nicht, wenn auch der Durchschnitt ganz annehmbar war. Im 800-Meter-Lauf war der Titelverteidiger Wichmann- Karlshorst nicht am Start, in seiner Abwesenheit siegte Vach, Barmen, in echt guter Zeit, obwohl er keine Konkurrenz hatte. Die Ergebnisse des Samstags: Herren: 200 Met.: 1. Märlein. Mainz, 22,4: 2. Nobel, Hamburg, 22,6; 3. Schürle, Stuttgart, 23,1. 800 Met.: 1. Vach, Barmen, 1:57,7; 2. Dunster, Hamburg, 2:01,5; 3. Kohler, Oberhausen. Stein stoßen, bestarmig: 1. Lignau, Dortmund, 10,17 Meter: 2. Langbein, Charlottenburg, 9,96; 3. Rabe, Leipzig, 9,52; beidarmig: 1. Lignau, Dortmund, 17,26; 2. Regener, Dortmund, 16,495; 3. Kraft, Buchholz. Kugelstoßen, beidarmig: 1. Lignau, Dortmund, 25,66 Meter; 2. Krause, Chemnitz, 25,04; 3. Wengenroth, Frankfurt a. M., 24,88. Damen: Weitsprung: 1. Wittkowskh, Charlottenburg, 5,29; 2. Wilkening, Mörs, 5,15; 3. Junkers, Kassel, 5,10. Diskuswerfen: 1. Diesendahl, Berlin, 34,20; 2. Wittkohslh, Charlottenburg, 34,12; 3. Hermann, Köln, 33,68. Schlagball-Weitwerfen: 1. Willrath, Berlin, 70,92; 2. Böhme, Frankfurt a. O., 70,01; 3. Stockhorst, Duisburg, 69,32. Die Ergebnisse des zweiten Tages. Herren. 110-Meter Hürden: 1. Winkler, Remscheid, 15,5; 2. Thymm, Leipzig, 15,5; 3. Schlie, Karlshorst, 15,7. — 4 00 Meter: 1. Danz, Kastel, 49,5; 2. Helbig, Mainz, 50,5; 3. Merten, Leverkusen, 50,6. — 100 Meter: 1. Lammers, Oldenburg, 10,5; 2. Nobel, Hamburg, 10,8; 3. Märlein, Mainz, 10,9. — 15 0 0 Meter: 1. Pesch, Barmen, 4:09,2; 2. Scherer, Nürnberg, 4:10,3; 3. Baumann, Minden, 4:17,5. — 5000 Meter: 1. Sühring, Wittenberge, 15:42,3; 2. Friedrich, Werden, 16:04; 3. Krowattke, Frankfurt a.O., 16:06. — 10 0 0 0 Meter: 1. Behm, Wünsdorf, 33:25,8; 2. Krake, Apolda, 33:33,5; 3. Köpp, Pfronten, 34:13,3. — 4X 1 00 Meter: 1. TFC. Ludwigshafen 42,9 (Rekord); 2. Turnerschaft Saarbrücken 43; 3. Turngemeinde in Berlin 43. — Kugelstoßen, b est arm ig: 1. Lignau, Dortmund, 14,05 Meter; 2. Langbein, Charlottenburg, 13,55 Meter; 3. Schwald, Kottern, 13,34 Meter. — Diskuswerfen: 1. Lignau, Dortmund, 42,295 Meter; 2. Tönissen, Spandau, 41,295 Meter: beidarmig: 1. Lignau 75,81 Meter: 2. Heinen, Westenstede 68,82 Meter: 3. Vogt, Groß-Lichterfelde, 66,61 Meter. — Speerwerfen, bestarmig: 1. Stoschek Breslau, 60,46 Meter; 2. Macke, Bockenem 59,77 Meter; bei darmig: 1. Stoschek 99,32 Meter; 2. Großwitz, Emmerich, 92,96 Meter. — Hoch - sprung: 1. Haag, Göppingen, 1,83 Meter; 2. Dornhöft, Limbach, 1,78 Meter; 3. Illhardt, Lüdenscheid, 1,78 Meter. — Stabhochsprung: 1. Ritter, Amswalde 3,72 Meter; 2. Beusch, Braunschweig, 3,70 Meter; 3. Braun, Sulzbach, 3,45 Meter. — Weitsprung: 1. Illhardt, Lüdenscheid, 6,92 Meier; 2. Kaspar, Leipzig, 6,87 Meter. — 4x4 00 Meter: 1.CT. 54 Kassel 3:25,8 (Rekord); 2. T.u.S. Schöneberg 326; 3. VfL. Charlottenburg 3:33. — 3x1000 Meter: 1. Barmer Tv. 46 8:01,8; 2. TG. Koblenz 8:06,4; 3. ATV. Berlin 8:07,2. —Kreisstaffel: 1. Kreis 3 b (Brandenburg) 4:57,5; 2. Mittelrheinkreis 4:59,8; 3. Brandenburg 2.Mannschaft. — Schleuderball: 1. Heinen, Westerstede 62 Meter. — Olympische Staffel: 1. Tv 1846 Barmen 3:36,4 (Rekord); 2. Schöneberger TSC. 3:36,8. — Marathonlauf: 1. Tietz, Berlin, 2:52,57 Stunden; 2. Sehr, Dülken, 2:54,38; 3. Theuerkauf, Berlin, 3:00,20; 4. Ziethen, Spandau, 3:03,40. Damen. 100 Meter: 1. Gericke, Tiefwerder, 12,8; 2. Albus, Barmen, 13. — Speerwerfen: 1. Schumann, Essen, 38,585 Meter (Rekord); 2. Wittkowskh, Berlin, 35,39 Meter. — Kugel- stohe n: 1. Sinsheimer, Würzburg, 11,83 Meter: 2. Hermann, Köln, 11,81 Meter. — 4X100 Meter: 1. Turnklub Hannover 51 (Rekord): 2. TSV. Schöneberg 51,3. — Hochsprung: 1. Rotte, Düsseldorf, 1,48 Meter: 2. Bickelhaupt, Gießen, 1,48 Meter. Meisterschaften der Turnersechter im Mittetrheinlreis. 3n der Turnhalle Goethestraße zu Offenbach nahmen am Samstag die M e i st e r s ch a f t e n der Turnerfechter aus dem Miitelrhein freie der D.T. ihren Anfang. Angetretcn waren im Florett 27 Damen und 35 Herren aus Frankfurt, Offenbach, Bürgel, Mainz, Darmstadt, Höchst, Biebrich, Saarbrücken, Wetzlar und Hanau. Die Vor- und Zwischenrunden nahmen viel Zeit in Anspruch. Die Entscheidung bei den Herren dürfte sich zwischen I. Thomson und E. Heim vorn Tv. Offenbach und den Frankfurtern B ü d i n g c r und Schenk vom Tv. 60 abspielen, die mit ihren Klubkameraden Elbert und Sachs, sowie Horn, Höchst, im Finale sind, durch Stichkämpß erst zwischen Glück, Eintracht Frankfurt, Ott, Bockenheim, Ludwig und Wenzel, Bürg:!, Haun, Darmstadt, und Diehl, Mainz, drei weitere Teilnehmer für die Schlußrunden ermittelt werden müssen. Für die Endrunde der Da men haben sich qualifiziert: Frl. Eisenecker, Eintracht Frankfurt, Frau Mutschler, Tv. 60 Frankfurt, Frau Deiters, Frl. Iüngst, Ja - cob, Leonhardt, Turnverein Offenbach, Frl. Schlitt und Roemer, Biebrich, Frl. Schnepper, Darmstadt, Frl. Eisenschreiber, Höchst, und Frl. E b e r s k i r ch, St. Johann. Deutscher Echwimmersieg. Schweden mit 22«: 140 Punkten geschlagen Wie zu erwarten war, ließen sich die deutschen Vertreter in dem Schwimm länderkampf zwischen Deutschland und Schweden der in Halber st adt durchgefuhrt wurde, den Sieg nicht entreißen. Auch der dritte und abschließende Tag dieser Veranstaltung sah Deutsch land stark überlegen, so daß der verhältnismäßig hohe Punktsieg von 220:140 vollauf verdient ist Ergebnisse: 100 Meter Freistil: 1 Arne Borg, Schweden, 1:00,5 Min.; 2. Schweizer Deutschland, 1:05,1 Min.; 3. Ahrend, Deutschland, 1:05,2 Min.; 4. Petterson, Schweden, 1:08,1 Min. 100 Meter Freistilschwimmen der Damen: 1. Reni Erkens, Deutschland, 1:15 Min 2. Eliasson, Schweden, 1:18,3 Min.: 3. Wunder Deutschland, 1:20 Minuten; 4. Töpel, Schweden,' 1:20,8 Minuten. 100 Meter Rückenschwimmen: 1. Küppers, Deutschland, 1:11,5 Min.; 2. Schumburg, Deutschland, Lundahl und Johansson, Schweden, je 1:17,8 Minuten. Turmspringen: 1. Riebschläger, Deutschland, 11 Platzziffern, 96,02 Punkte; 2. Oeberg, Schweden, 13—93,76 P.; 3. Sjöberg, Schweden, 13 — 92,58 P.; 4. Plumanns Deutschland, 13 — 90,74 P. 4 mal 200 Meter' Freistilstaffel: 1. Deutschland (Schrader, cheln in ihm auf. Es mußte doch etwas Komisches haben, diese Menschen so veränderten Verhältnissen gegenüber zu sehen. Wie sie sich zu ihnen stellen, mit* welcher Fassung sie ihnen begegnen würden? Was wohl die reizende Studnitz sagen würde, mit der er so manchen unvergeßlichen Abend vertändelt hatte, und die auch heute jeden seiner mühsam erzwungenen Scherze mit dem zwitschernden Lachen begleitete, das er immer so gerne an ihr gehabt hatte? Und die Terlinden, der er heute morgen erst den schmalen Goldreif geschenkt, dessen kostbare Perle mit ihrem matten Feuer um ihren elfenbeinernen Arm spielte, die zu ihm hinüber winkte, lockte? Und gar die hochmütige Elli Tenerissen, die sich seinen redlichen Bemühungen gegenüber heute mit ihrer ganzen Unnahbarkeit wappnete, weil sie auf die Studnitz eifersüchtig war? Ab« er wußte, daß es nur Schein war, wußte, daß sie so manchen Bewerber abgewiesen, auf ihn gewartet hatte, Jahr für Jahr, über diesem Warten ihre Blüte und ihre wenigen Reize eingebüßt hatte — und im stillen immer noch harrte und hoffte. Mit einemmal kam ihm ein Gedanke: Wenn dies die Rettung bedeutete?! Wenn er durch alles, was gewesen, was ihn heute noch mit süßen Banden hielt, einen Strich machte?! Aber nein, der bankerotte Klaus Körber würde in dem Hause Tenerissen einen schlechten Bewerber spielen. Lind zum Sklaven war er nicht geschaffen. Dazu lebte zu viel Herrenbewuhtsein und Herrenkraft in ihm. „Was ist Ihnen heute nur, alter Freund und Gönner?" Markenthin, der immer, wenn die Tafel zu Ende ging, in Weinseligkeit schwamm, rief es mit der öligen Stimme zu ihm hinüber. „Schon dreimal versuche ich, auf Ihr Wohl zu trinken. Aber Sie sahen immer über mich hinweg." Er erschrak ein wenig. Sollte er sich doch nicht so in der Gewalt haben, wie er dachte? Sollten die anderen eine Ahnung von dem haben, was in ihm vorging? Aber nein, das war nicht möglich. Der einzige, der über seine Lage unterrichtet fein konnte, war Gomprecht. Lind auf den konnte er sich verlassen. Das wußte er. Lind nun stand auch der Weg vor ihm, der einzige, der chm blieb, der ihn morgen in der Frühe zuerst zu dem Geldprotz da drüben und dann zu Tenerissen führen sollte. Markenthin hatte es ihm eben erst versichert, daß er der beste, der einzige Freund wäre, den er in der ganzen Stadt hätte, und der jeder Gefühlsäußerung abholde Tenerissen hatte ihm unmittelbar nach feiner Rede die Hand auf die Schulter gelegt und ihm gesagt, daß er sich in jeder Lebenslage auf ihn verlassen könnte. Die Tafel war auf gehoben. Ein Trio spielte in dem klang wirksamen Festsaale mit einem so prickelnden Rhythmus, daß es eine Lust war, nach dieser Musik zu tanzen. Klaus Körber, den fein wohlgebauter Körper, die Leichtigkeit feiner Bewegung und Führung zu einem begehrten Tänzer machten, gönnte sich nicht eine Sekunde Ruhe, tanzte mit den jungen und jüngsten der Damen mit möglichster Gewissenhaftigkeit der Reihenfolge, führte auch die älteren, die sich in einer von Klugheit gebotenen Entsagung in die Rebengemächer zurückgezogen hatten und doch auf einen Tanz mit ihm brannten, in den Dallsaal und schien sich vor Fröhlichkeit und immer neuen luftigen Einfällen kaum lassen zu können. Als vor dem Beginn des Viertanzes eine wohlverdiente Pause eintrat, nahm er in übermütiger Eingebung dem Violinisten die Geige aus der Hand und spielte, um den alten Mann nicht zu kränken, eine von diesem vertonte Serenade mit solcher Meisterschaft, daß den alten Musiker nur die Ehrfurcht zurückhielt, ihn angesichts der ganzen ihm zujubelnden Gesellschaft zu umarmen. Lind als dann die Diener römischen Punsch reichten und seinem Leibdiener Moritz, der auf diesem Gebiete weniger geübt war, als der in ihm grau gewordene Jochem, das Unglück zustieß, einem kaum entpuppten Backfische, der wohl ein wenig Hastig nach der köstlichen Erfrischung griff, den hochgefüllten Kelch über das funkelnagelneue rosa Tüllkleid zu gießen, nahm er dem erschreckten Jungen die große Silberplatte aus der Hand und reichte sie mit einem Geschicke und einer Sicherheit herum, um die ihn der Oberkellner des vornehmsten Gasthauses hätte beneiden können. .Können Sie das auch, Herr Körber?" fragte eine mit niedlichem Stumpfnäschen. Die Musik begann zu spielen, einen der aller- neuesten Tänze. Lilly von Studnitz lehnte ab, weil fie den Tanz nicht kannte. „Ich wußte, daß Sie mir einen Korb geben würden", sagte Klaus. „Lind deshalb forderten Sie mich auf?“ „Sie haben es erraten. Man kann doch nicht den ganzen Abend tanzen und fades Zeug faseln. Schließlich ist man doch noch ein wenig Mensch." Run sprachen fie nichts mehr miteinander. Um fie her erhoben sich die jungen Mädchen und reichten ihren Tänzern den Arm. Sie blieben allein. „Was ist Ihnen heute abend, Herr Körber?" Etwas Besorgtes war in ihrer Sprache. Er sah fie an. Cs war das erstemal, daß fie den zwischen ihnen gewohnten tändelnden ®e- fellschaftston verlassen hatte. „Was soll mir fein?“ gab er gleichmütig zurück, nahm aber den freigewordenen Platz neben ihr ein. (Fortsetzung folgt.) »er. • 8:079 I«. -«Z: ®*: ' ’• oie. ’ 12,8; Meter 2?M; 2 s? h®f. ;RWr M -KÄ 131 MÄffi L^rA fr'te" Ms, sowie *?£r*®*i* Ä Frankfurt, Dl .Wenzel, $üra-;’ äh 6 Schlußrunden ermli- e ßnbrunbe der La Frl. Eisenecker, schler, Id. Cü Frl- Angst, Jg, erem O,s-nbach, Sr[. ürlch, Frl. Sdjnep. schreibe!, Höchst, Mann, immerfieg. intten geschlalscn en sich die deutschen nmläade.r'lamsi und Tchweben, chgcsührt wurde, den der dritte und ob: Haltung sah Deutsche I der oerhältniLmößig vollauf verdient ist. ter Freistil: 1. 5 Hin.; 2. Schweizer Ahrend, Deutschland, ichweden, 1:08,1 Hin. schwimmen der eutfdjlanb, 1:15 Win., ' 3)1 in.; 3. Wunber, I. Iöpc(, Schweden, Nückenschwim- nd, 1:11,5 Wn.-, 2. dahl und Johansson, Turmspringen- 11 Platzzissern, 96,02 en, 13—93,76 P.; 3. 58 P.; 4. Wmanns, 4 mal 200 Rete, leutfchland sSchrader, 3 es eine Lust toar t wohlgebauter Körper, egung und» Führung machten, gönnte sich nute mit den jungen möglichster GetvM- hrte auch die alteren, ficit gebotenen ®nl» r zurückgezogen W 4 mit chm br°nn>en, sich vor Frohl M iinfAlen taum lassen ü nahm a m ub<* Msten dieErigeA rgä ■st**»* ääs ffS* er oe»' Hand ta# ®! S Sner Stlln« K" aller- Ae aU^ nicht Ilan ^Zeug soA und.sa^z Mnsch- ch ein lves-lS 'n t A,-r Körber' 6PrAie Nachdruck verboten Ohne Gewähr 9. August 1929 2. Ziehvngstag 220 ©etoinne mi 300 M. 29378 29816 50787 51463 54512 75045 71881 69732 86257 93259 93947 Frl. 9:7, 6:2. 198788 229143 230373 234190 249338 Prämien zu se Nachdruck verboten Ohne Gewähr 10. August 1929 3. Ziehungstag 383928 8574 129780 l 47962 109519 147324 254099 294760 332092 392021 23703 42293 68871 81834 98661 135403 166678 193066 209758 239234 261934 276576 291860 305070 334036 362181 384516 194081 256827 329031 99451 131383 143495 167095 166516 185029 193409 211839 253263 277900 303164 321838 367914 69479 98369 142044 209668 281604 311361 113104 148120 178012 189563 216284 231254 243429 268940 287958 298458 319101 337076 351856 380598 391661 74227 ‘ 125476 141605 153401 178455 197013 235986 253529 274709 306276 328407 342614 357328 369916 258722 332581 371779 104006 164271 233570 294537 320151 116841 149824 178506 190814 217342 233544 257259 271450 289211 302365 326833 337227 357182 382762 394727 126840 145064 163602 181011 205321 236834 255303 280305 316335 328696 347149 359248 374633 105341 132651 144928 161055 175845 186368 196996 217902 267967 279476 314922 346356 375868 120418 154685 180160 194245 220233 235271 262366 272427 289372 306292 329974 339033 361978 383017 397816 127437 145196 154397 181576 219623 238945 258407 284717 318971 329970 347444 362205 383305 123350 180487 246973 308993 334258 48312 188791 328216 173101 182838 194833 229977 237068 262911 276770 290589 306544 332076 340896 362338 383037 398799 145289 155334 186796 222675 240701 261476 289202 321865 331593 349853 363374 389065 115928 136722 148054 163805 179393 188307 200145 249103 271698 284999 316673 357811 395482 195746 195872 257780 277646 309343 309830 340923 381081 18185 36313 64677 77162 96329 177176 184931 195434 230109 238307 265037 278161 291434 309063 333481 342064 377100 387196 43806 79094 191806 376169 249384 288227 319730 389681 19408 40781 66440 79294 97273 134867 165529 186310 206311 233726 256844 273512 290919 302506 328427 359510 381245 391393 137680 161450 164564 179920 192428 209491 261992 272209 301610 320485 367638 397840 256779 18408 151630 379682 142228 177922 189126 198862 230591 241407 267024 282897 292610 310237 334364 342839 377678 387899 109389 119668 235928 388486 109419 194093 274668 11133 58606 69911 120301 131356 161639 169097 195992 225761 253503 265478 298538 324384 341422 356719 367044 118780 171957 244242 30H530 330244 106256 135511 146620 162715 176127 188125 198685 225699 269637 283849 316570 354308 376918 4457 34591 55948 76412 94927 107213 152762 170019 194406 212782 242863 267380 288274 297772 309158 341621 364851 384835 1217 31092 115005 158690 181487 196352 213798 246759 269916 289013 299181 314659 356845 372320 390323 134330 226141 289987 305735 366690 148047 164902 188990 223558 243185 261913 294409 323062 338948 351304 366570 394746 128685 220554 263022 303670 344917 112105 192400 254332 297622 343562 397995 134405 248066 275663 315668 389407 126959 160258 184012 198796 219110 248451 272458 290393 301809 316903 357751 377359 390926 8 Gewinn, ju 2000 M. 248562 100466 132464 143937 158836 174449 185553 194791 214044 259485 278588 309276 333336 369234 106092 148277 167155 193924 210213 241824 262590 283734 296554 308722 340689 363270 384709 $rau v. Reznicek Deutsche Tennismeisterm. 167813 296830 298794 312949 390287 12 Gewinn. mi 2000 M. 54172 148199 277281 310687 346348 _ „onn 40 Gewinn, ,n 1000 M. 960 3219 7883 27491 42046 42607 61869 100784 130478 238237 314317 336144 346455 348666 Original die charakteristischen Merkmale aufweisen. Künstlern Anregungen zu geben, zu zeigen, was auf einzelnen Gebieten in früheren Zeiten geleistet worden ist, oder gar nur, die Schaulust der Menge zu befriedigen, dazu genügen gute Reproduktionen, deren Herstellung jedenfalls weit billiger ist als die Schutzmaßnahmen der Ausstellungsleitungen. Für die Bibliotheken ergibt sich daraus die Lehre, ihre Schätze solchen Maßnahmen zu verweigern. Die älniversitäts-Dibliothek Gießen hat es seit Jahren grundsätzlich abgelehnt, Handschriften oder seltene Drucke außerhalb ihres Hauses zu zeigen, sie hat weder die Jahrtausendausstellung in Köln noch auch die „Pressa" trotz dringender Aufforderungen beschickt. An diesem Grundsatz wird sie festhalten, selbst auf die Gefahr hin, der Derständnislosig- keit gegenüber vaterländischen Zwecken geziehen zu werden. Daten für Dienstag, 13. August. Sonnenaufgang 4.42 Uhr, Sonnenuntergang 19.27 Uhr. — Mondaufgang 14.51 Uhr, Monduntergang 22.47 Uhr. 1802: der Dichter Nikolaus Lenau (Niembsch Edler von Strehlenau) in Csatad geboren (gestorben 1850); — 1913: der Sozialist August Bebel in Passug bei Chur gestorben (geboren 1840). ' Gewinnauszug 5. Klasse 33. Preußisch-Süddeutsch« (259. Preuß.) Klasien-Lotterie Sn der Dormlttagszlebung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 12 ®«totnn« mi 3000 OT. 221097 254358 287181 288225 324493 348663 22 ®ttolnn, mi 2000 M. 15009 65562 96040 170718 184658 245735 265597 277695 291482 385097 393751 40 Gewinn, gu 1000 OT. 35891 36694 42584 81800 85105 98771 99433 121085 133555 136072 155130 170168 182341 242203 284015 299345 301451 Gewlnnauszug 5. Klasse 33. Preußisch-Süddeutsch« (259. Preuß.) Klassen-Lotterie Plätzen Sprechtage eingerichtet. Don der Kriegerkameradschaft »Hassia selbst wurden die Jugendpflege und das Kleinkaliberschießen besonders gefördert. So wurde ein Derbandsschießmeister bestellt, während in den einzelnen Bezirken und Dereinen Schiehwarte die Obliegenheiten zu übernehmen haben. Die „Hassia" umfaßte 1928 in 38 Bezirken und 756 Dereinen (Oberhessen 18 Bezirke und 347 Dereine) 53000Mitglieder. Eine starke Zunahme in der Mitgliederzahl weist Rheinhessen auf, wo die Tätigkeit in den Vereinen 263110 267809 275082 316541 344107 344444 344901 350864 380761 Sn der Nachmittagsziebung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 ®«tofan« >o 10000 M. 215425 6 «etnlnn, mi 5000 M. 43991 75049 211079 4 Gewinn, mi 3000 M. 80981 334679 18 Gewinn, Mi 2000 M. 61350 157141 161561 194521 200784 265305 270308 311902 331547 34 Gewinn, mi 1000 M. 10591 12680 33771 65801 82265 113449 150279 153542 176573 195477 233744 271434 273519 285735 316912 367845 398998 64 Gewinn, »u 500 M. 25511 33317 34022 58084 66007 66869 73900 108755 122766 129745 151134 Sn der Nachmittagsziebung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Sn der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinn« zu 10000 M. 123868 4 Gewinn, in 5000 M. 120516 227633 ______ 18 Gewinn, mi 3000 M. 1884 72920 139876 184961 6:1, 6:1. Im Damendoppel find die Engländerinnen in der Schlußrunde unter sich. Frl. Fry - Frl. Colyer gewannen gegen Frau S ch o m b u r g k - Frau Fritsch 6:1, 6:2. Besonderen Beifall erntete hi^r Frl. Colyer durch ihre fabelhaften Schmetterbälle am Reh. Frl. Chamberlain -Fr. Haylock schlugen nach ausgeglichenem Kampf Fr. v. R e z n i c e k - Frl. Thomas 6:2, 6:4. Das Gemischte Doppel ist noch sehr zurück. Für die Vorschlußrunde stehen erst drei Paare fest. Frl. Rost- Moldenhauer hatten Mühe, um über Frl. W e i h e-H e y de n re i ch 7:5, 4:6, 6:2 zu siegen, überraschten aber dann durch einen glatten Sieg über die Engländer Fr. Hahlvck-Ro- aers 6:2, 6:3. Frl. Colyer-Lee schlugen die Franzosen Fr. Holzschuh-de Buzelet 359601 ______ ______ 224 Grwinn, mi 300 M. 1747 1749 4660 6689 9151 9888 10440 12415 14875 22319 31811 34951 49394 2 ©«total« zu 25000 M. 229802 2 ©«total« zu 10000 M. 249257 2 ®,totnn, zu 3000 M. 38745 - " ' ----- 35897 324412 342943 343672 86 G«totnn« zu 500 M. 20801 21991 27038 33485 - - 48143 65968 82356 83012 86999 93882 ...... ..... 144224 3G3923 398149 398427 242 ©etolnn« mi 300 M. 469 1989 8735 9887 10094 16265 16637 22157 23971 25577 28887 31619 32116 33341 36440 36826 38943 50906 64349 64440 57659 60142 60180 66112 69667 71889 72086 75962 85712 88348 89653 102478 111768 ------ ------ ------ 126289 136888 38188 ©etrtnnfju 6008911.1325535 39040 45404 63018 ----- 72627 73303 73897 74401 79608 80357 - ------ ------ 128221 128893 Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II _________ Handschriften und Cimelien auf Ausstellungen. Don Professor Or. Karl Ebel, Direktor der Universitätsbibliothek Gießen. Dieser Tage ging durch die Tagesblätter die Nachricht, daß der Stadtbibliothek Mainz wertvolle Handschriften, die sie der „Pressa" zur Ausstellung überlassen hatte, abhanden gekommen und nur durch einen glücklichen Zufall, der sie vor dem Einstampfen (!) behütete, gerettet worden seien. Dieses Vorkommnis gibt Veranlassung. einmal Gedanken auszusprechen, die bei der Ankündigung derartiger Ausstellungen immer wieder auftauchen. In erster Linie steht die Frage der Sicherheit der ausgestellten Schätze. Die Ausstellungsleitungen versprachen den denkbar größten Schuh I durch ständige Bewachung bei Tag und Dacht, I denkbar höchste Versicherung gegen Feuer- und Diebstahlsgefahr. Der Mainzer Fall zeigt auf das schlagendste, daß schlechterdings keine Maßnahme ausreichend ist, alle Zufälligkeiten abzuwenden. Schon der Transport durch Eisenbahn, .Schiff oder gar Auto setzt die Gegenstände all den Gefahren aus, von denen man tagtäglich in den Zeitungen liest, die man aber bei Verleihung der Handschriften von Bibliothek zu Bibliothek im Interesse wissenschaftlicher Forschung auf sich nehmen muß. Im Ausstellungsgebäude ist dec Gegenstand ebenfalls keineswegs sicher, er kann du«h Feuer und Wasser zerstört oder beschädigt, durch Diebe entwendet werden, ohne daß dies irgendwie verhindert werden kann, und die Gefahr ist um so größer, je größer die Häufung der Ausstellungsgegenstände und je stärker der Besuch der Ausstellung ist. Was nützt dagegen eine hohe Versicherungssumme? Der Verlust des Gegenstandes, dessen Wert auf ganz anderem, auf idellem Gebiet liegt, kann durch keine noch so hohe Geldsumme ausgewogen werden. Die Handschrift, oder was es sonst ist, bleibt der Wissenschaft für immer verloren. Fragt man nun nach dem Zweck, zu dem man | Len Gegenstand diesen Gefahren aussetzt, so sieht man, daß der Duhen solcher Ausstellungen für die Wissenschaft äußerst gering ist, jedenfalls zu dem Wert der Kostbarkeiten in gar keinem Verhältnis steht. Gewöhnlich hört man zur Decht- fertigung, daß es für den Gelehrten von Wert sei, einmal eine größere Anzahl gleichartiger Gegenstände miteinander vergleichen zu können. Wie schwach dieser Grund ist, zeigt der Erfolg der Rundfrage, die die Direktion der Mainzer Stadtbibliothek hatte ausgehen lassen, um Zeugen dafür zu finden, daß die Handschriften in Köln tatsächlich ausgestellt waren: „Bei der ungeheueren Fülle des Materials der ganzen Ausstellung konnten sich s e l b st Fachleute nicht mehr entsinnen; schließlich aber wurden doch einige Zeugen gefunden, die angaben, sich zu erinnern ..." Also war die Hau» funa der Stücke so ungeheuer groß, daß das Einzelne selbst Fachleuten keinen besonderen Ein- druck machte, und sich nur „einige" erinnern konnten. Diese wenigen, offenbar besonders interessierten Gelehrten hätten die Handschriften in größerer Ruhe und mit mehr Sorgfalt in ihrer Heimatbibliothek in Mainz studieren kon- nen, als das in Köln, wo sie nicht berührt werden durften und nur eine oder zwei Seiten zu sehen waren, der Fall gewesen sein konnte. Sur Vergleichung mit anderen Stücken hätten dann Photographien genügt, die bei dem hohen Stand dieser Reprodultionskunst ost schärfer als Das Im Gewinnrade verblieben: 2 . 600000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu Je 800000, 2 zu je 200000, 2 zu je 100000, 4 zu je 75000, 8 zu je 50000, 14 zu je 25000, 82 zu je 10000, 156 zu je 5000, 428 zu je 8000, 734 zu je 2000, 1960 zu je 1000, 4328 zu je 500, 11122 zu je 300 M. Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 800000, 2 zu je 200000, 2 zu je 100000, 4 zu je 75000, 6 zu je 50000, 12 zu je 25000, 78 zu je 10000, 162 zu je 6000, 408 zu je 8000, 714 zu je 2000, 1890 zu je 1000, 4200 zu se 500, 10662 zu je MO M. 30 ®ttofnn« mi 1000 Dk. 157752 172294 178628 257579 290449 297297 40 Grlotnn« mi 500 M 7282 17385 41260 129273 152798 165186 191401 192289 200953 202506 234125 264599 274088 285872 320176 320177 359514 218 ®«toinn« ju 300 «m. 6429 7093 .......— 18796 21261 21738 27217 33204 35877 41478 47244 47810 49570 53614 54453 56727 62589 62596 62968 63968 64873 67421 ----- 75709 77844 82141 107729 111069 ------ ------ ------ 130629 Die Arbeitsmarttlage in Oberheffen Aus dem ZulüBericht des Arbeitsamtes (Ziehen. Im Berichtsmonat war die Fluktuation des Arbeitsmarktes wieder sehr groß; dabei hat sich aber der Umfang der Arbeitslosigkeit nur wenig verändert. Die in diesem Sommer allzufrüh begonnene Verschlechterung des Arbeitsmarktes und die seit einem Monat anhaltende Stagnation läßt vermuten, daß sich die Wirtschaft eine gewisse Zurückhaltung auf- erlegt hat. Der vorjährige Höchststand des Beschäftigungsgrades dürfte im Laufe des Sommers, falls nicht besonders günstige Umstände eintreten, wohl nicht mehr erreicht werden, obwohl in einzelnen Derufsgruppen die Antriebe zum Aufstieg etwas stärker waren. In der Zahl der Arbeitsuchenden vom 31. Juli d. I. sind 981 Hauptunterstützungsempfänger und 279 Rotstandsarbeiter enthalten. Aus einzelnen Berufsgruppen ist folgendes zu berichten: Die lebhafte Dachfrage der Landwirt - schäft nach Crntearbeitem konnte Aum größten Teil gedeckt werden. Die Zahl der Arbeitsuchen- den senkte sich von 34 auf 29 Personen. In der Industrie der Steine und Erden dürste der saisonmätzige Höhepunkt der Beschäftigung erreicht, wenn nicht bereits überschritten sein. Die Verschlechterung des Marktes im letzten Monat ist hauptsächlich auf Entlassun- gen wegen Arbeitsmangel, Stillegung einer Da» saltgrube wegen llnfallgefahr und Brand eine« Tonwerkes zurückzuführen. Die Deubelastung des Arbeitsmarttes durch den Brand wird erst im kommenden Monat stärker zum Ausdruck kommen. Die Zahl der Arbeitsuchenden stieg von 104 auf 141 Personen. In der M e t a l l w i r t s ch a f t besteht die Deigung zur Verschlechterung der Marktlage weiterhin fort. Es wurden 144 arbeitsuchende Personen gegen 145 im Vormonat gezählt. In der Lederindustrie kann die Lage auch weiterhin als ungünstig bezeichnet werden. Die Zahl der Arbeitsuchenden fiel von 18 auf j 17 Personen. Im Holz- und Schnitz st offge werbe hat sich die Arbeitsmarktlage wenig geändert. Die erste Entscheidung in den Deutschen Tennismeisterschaften in Hamburg fiel am Dachmittag des Sonntags im Dameneinzel. Für den Schlußkampf hatten sich Frau v.Rez- nicet und die Engländerin Frl. Chamberlain qualifiert. Es entwickelte sich ein interessanter Kampf, in dem die Deutsche durch ihre größere Sicherheit leicht im Vorteil war. Besonders hat umkämpft war der zweite Satz. Frau v. Reznieek ging 2:1 in Führung, dann 4: 3, mußte aber schließlich doch der Engländerin den Sah mit 5:7 überlassen. Der entscheidende dritte Sah sah dann Frau v. Reznieek in großer Form, die kein Spiel abgab und mit 6:0 Sah und Sieg errang. Die Engländerin war nach der Pause erschreckend unsicher, verschlug zahlreiche Bälle, so daß sie die Berlinerin niemals gefährden konnte. 6:2, 5:7, 6:0 lautete das Ergebnis. Die erste Meisterschaft war damit entschieden und fiel erfreulicherweise an eine Deutsche. Auf ftbt gezogene Nnmmer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einet auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Der noch anhaltende Gießener Schreinerstreik hat die Lage ungünstig beeinflußt. Es wurden 65 Arbeitsuchende gegen 69 im Vormonat gezählt. Im Dahrungs- und Genußmittel- g e w e r b e war die Tabakindustrie vereinzelt gut beschäftigt, so daß hauptsächlich weibliche Arbeitskräfte Beschäftigung finden konnten. Die Zahl der Arbeitsuchenden senkte sich von 69 auf 41 Personen. Im Bekleidungsgewerbe ist eine weitere Verschlechterung der Arbeitsmarktlage eingetreten, wenn auch Schneiderinnen und Arbeiterinnen in Schuhfabriken vereinzelt unter- | gebracht werden konnten. Die Zahl der Arbeitsuchenden stieg von 72 auf 77. Die wenig günstige Lage im Baugewerbe hat sich im Laufe des Monats durch Ausführung einiger Bauvorhaben schwach verbessert. Es waren 159 gegen 230 Arbeitsuchende im Vormonat zu verzeichnen. Im V e r k e h r s g e w e r b e hat sich die Beschäftigungslage durch Personaleinstellung seitens der Reichsbahn etwas gebessert. Die Zahl der Arbeitsuchenden sank von 54 auf 41 im Vormonat. „ „ , Die Aufnahmefähigkeit des Marktes für L o h n- arbei t wechselnder Art gegenüber dem Vormonat hat sich nicht wesentlich gebessert. Die Vermittlungstätigkeit mußte sich auf kurzfristige Arbeitsverhältnisse beschränken. Die Zahl der Arbeitsuchenden ging von 555 im Vormonat auf 531 zurück. Die Abteilung Berufsberatung hatte im Monat Juli naturgemäß einen starken Rückgang der Beratungen und Vermittlungen zu verzeichnen. Die Ostern dieses Jahres zur Schulentlassung gekommenen Knaben und Mädchmi haben zum größten Teil bereits eine Lehrstelle gefunden oder sie reflektieren erst zum Herbst oder nächsten Frühjahr auf eine solche. Von den Ratsuchenden hatten nur ganz wenige erst Ostern 1929 die Schule verlassen, die meisten waren bereits ein ober noch mehr Jahre aus der Schule. Sie suchten nun Rat und Hilfe bei der Derufs- beratungsstelle wegen eines Lehrstellenwechsels. Baff, Gebert, Heinrich) 9:48 Min.; 2. Schweden 10:23,6 Minuten. Wasserball: Deutschland gegen Schweben 6:3 (Halbzeit 3:0). Gesamtergebnis: 220:140 Punkte für Deutschland. Deutsche Tennismeisterschaften. Wie in den Einzelspielen, so wurden auch im Herren- und Damendoppel am Samstag die Teilnehmer an bet Schlußrunde ermittelt. Lediglich daS Gemischte Doppel ist noch ziemlich im Rückstand. Leider wurden die deutschen Teilnehmer in den beiden Doppel in der Vorschlußrunde ausgeschaltet, so daß hier die Ausländ^ unter sich sind. Bei den Herren lieferten sich Spence-Landry und Dr. Defsart- Frenz einen aufregenden Kampf von 2'^stün- biger Dauer, den die Ausländer in fünf Sätzen 6:3, 7:5, 4:6, 3:6, 6:3 gewannen. Spence-Landry konzentrierten ihr Spiel hauptsächlich auf den etwas schwächeren Frenz, Landry leitete die Angriffe ein und Spence sammelte die Punkte. Auf der anderen Seite überraschten die Franzosen Boufsus-Brugnon durch einen glatten Sieg über die Tschechen Menzel-Klein mit 6:3, immer mehr ausgenommen werden tonnte. Den chwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung tragend, wurden auch im Berichtsjahr für notleidende Mitglieder durch den Verband, nachdem die Vereine in allen Fällen sahungs- gemäh Vorunter st ühungen gewährt hatten, größere Geldbeträge gezahlt, so 8490 Mk. für allgemeine Unterstützungen, 4225 Mk. an Veteranenzulage und -Weihnachtsspende, zu Ostern 1928 an 338 Waisenkinder, darunter an 157 Kinder, deren Väter im Kriege gefallen waren, Konfirmandenbeihilfen von je 10 Mk. Der Hassia kalender erschien in einer Auflage von 55 000 Stück. Das Versicherungswesen mit den Vertragsgesellschaften für Feuer, Unfall, Haftpflicht, Einbruch, Diebstahl, Lebensversicherung, Krankenversicherung usw. wurde weiterhin ausgebaut, da es den einzelnen Mitgliedern wesentliche Vorteile bietet, wie auch die Rückvergütungen an den Verband und anteilmäßig an die Vereine je zur Hälfte eine starke finanzielle Stühe barstellen. Für die bestehenden Derbandsstiftungen ist die Aufwertung im wesentlichen beendet, wobei für alle Stiftungen die Wohlfahrtsrente genehmigt wurde. Die Jahresrechnung zeigt fast bei sämtlichen Konten in Einnahme und Ausgabe größere Beträge | als im Vorjahre, was erkennen läßt, daß der Verband nicht nur gewachsen, sondern daß auch die Tätigkeit auf allen Gebieten eine größere getootben ist. Die Jahresberichte lagen den zum Der- bandstage entsandten Mitgliedervertretem vor und sollten im Verein mit den zahlreich zu dieser Tagung gestellten Anträgen die Wege zeigen, die eine weitere Förderung der »Hassia" ermöglichen. Der Verbandstag, die Jahreshauptver- fammlung der Kriegerkameradschaft »Hassia", fand kürzlich in Worms statt. Zahlreich waren die Vertreter erschienen. Am Vortage fanden mehrere Sitzungen des Präsidiums statt, denen sich ein Rundgang durch die Stadt anschloh, wobei Kränze an den Gräbern der 1870,71 verstorbenen Kameraden am Kriegerdenkmal nieder* gelegt wurden. Für den Abend hatten die Wormser Kriegervereine zu einer Begrüßungsfeier ein- gelaben, die bei dichtbesehtem Saale einen überaus harmonischen und würdigen Verlauf nahm. Der Verbandstag brachte nach der Begrüßung der Teilnehmer, des Regierungsvertreters und der Abgeordneetn benachbarter Verbände zunächst die Wahl des neuen Präsidenten der Hassia, Exz. von Oibtmann, Darmstadt. Anschließend berichteten die einzelnen Referenten ergänzend zum vorliegenden Jahresbericht über das abgelaufene Derbandsjahr. Einen weiten Raum nahm alsdann die Beratung der vorliegenden Anträge ein. Die wichtigsten Beschlüsse betrafen: die Erhöhung des von den Vereinen an den Verband abzuführenden Beitrages von jährlich 30 Pfennig für das Mitglied, um die Arbeitsgebiete der Hassia weiter zu fördern und auszubauen. Annahme sanden ferner die Anträge wegen Ausbau des Kleinkaliberschiehsports und der Jugendpflege, und damit im Zusammenhang stehend eine Reihe Satzungsänderungen. Ein von einem Verein gestellter Antrag, den Verbandstag nur alle zwei Jahre abzuhalten, wurde im Interesse der ersprießlichen Arbeit der Hassia mit großer Mehrheit abgelehnt. Bei der Vorst andswahl wurden die ausscheidenden Mitglieder wieder, für das verstorbene Vorstandsmitglied Schade- Alsfeld Major a. D. P o h 1 - Büdingen neugewählt. Als Ort des nächstjährigen Verbandstages, der turnusgemäh in Oberhessen stattzufinden hat, und um den sich Alsfeld, Büdingen und Ridda bewarben, wird durch Mehrheitswahl Alsfeld bestimmt. Von der Kriegerkameradschast „Hassia" Heber d ie Tätigkeit der Kriegerkameradschaft »Hassi a", Landesverband Hessen des Deutschen Reichskriegerbundes „Kysfhäuser", gibt der jetzt vorliegende, sorgfältig ausgearbeitete, 40 Druckseiten umfassende Jahresbericht Aufschluß. Die segensreiche Arbeit für die Kriegsopfer wird von dem Verband der Kriegsbeschädigten und der Kriegerhinterbliebenen der Kriegerkameradschaft »Hassia" in einer besonderen Schrift festgehalten. Aus dem umfangreichen Inhalt sei folgendes mitgcteilt: Die schweren Jahre der Rachkriegszeit haben es mit sich gebracht, daß die verantwortlichen Leiter des Verbandes ihr wichtigstes Augenmerk auf den Ausbau der Wohlfahrtseinrichtungen gelegt haben. Insbesondere galt es, alle, die durch den großen Krieg geschädigt worden sind, mit Rat und Tat zu unterstützen. So erstreckte sich die Fürsorge auf die Alt- vetercmen, Altrentner, Kriegsopfer, Unfall- und Jnvalidenrentner und deren Witwen und Waisen. Die große Zahl von Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen, die in die »Hassia" eintraten, machte es notwendig, die bereits früher geschaffene Sonderorganisation im Verbände wesentlich zu verstärken. Reben dem hauptamtlichen Geschäftsführer mit dem Sitze in Darmstadt wurden in den Hauptstädten der drei hessischen Provinzen Fürsorgestellen unterhalten, die mit je einem hauptamtlichen Fürsorgeleiter und den erforderlichen Hilfskräften beseht sind. Die Leiter der Provinzstellen find die Vertreter vor dem Hessischen Versorgungsgericht. Die Zahl der zu Betreuenden belief sich auf 14 436 Personen. Einige Zahlen zeigen den Umfang der geleisteten Arbeit. Es wurden vorbereitet und vertreten beim Hessischen Versorgungsgericht und 06er- I Versicherungsamt Darmstadt 1543 oder monatlich 130 Fälle, beim Reichsversorgungsgericht und Reichsversicherungsamt in Berlin 251 Fälle, oder monatlich etwa 21 Fälle. Mit Hilfe der Wohnungsfürsorgegesellschaft, der die Landesgruppe als Gesellschafter angehört, tonnten für 50 Mitglieder Reuwohnungen errichtet werden. Aus den Reihen der Dersorgungsberechtigten wirken Vertreter als Beisitzer bei allen für die Belange der Kriegsbeschädigten tätigen Behörden, Qlemtem und Gerichten. Eingedenk des Grundsatzes „Einer für alle, alle für einen“, trug die Kriegerkameradschaft „Hassia" sämtliche Kosten, die die Fürsorgetätigkeit der Landes- I gruppe benötigte. Die Beratung, die Bearbeitung und Vertretung aller auf kommenden Angelegenheiten erfolgt für die Mitglieder der »Hassia' kostenlos. Zur Erleichterung des Verkehrs mit den Fürsorgeleitern werden an allen größeren 51689 54183 65350 61814 63266 66048 68240 74244 77010 78002 78550 84185 84526 86129 86247 89528 90164 92582 94489 95208 97876 ----- ------ ------ ------ ------ 121837 Kunst und Wissenschaft. Earl Zuckmayer und Adam Antes Träger des Büchnerpreises. WSN. Darmstadt, 11. Aug. Mit einer kleinen Feierlichkeit wurde heute vormittag der hessische Georg.Büchner-Preis durch Staatspräsident und Kultusminister Dr. Adelung an die diesjährigen Preisträger überreicht. Es sind der Dichter Carl Zuckrnayer, der „lebensvolle dramatische Gestalter heimatlichen Volkstums", und der Bildhauer Adam Antes, dem die Ehrung „in An- erkennung des gereiften und von klaren Formgedanken getragenen Schaffens" verliehen wurde. Staatspräsident Adelung verwies auf den Sinn der Ehrung, die von der hessischen Volksvertretung seinerzeit beschlossen wurde, für Vertreter der Kunst, die auf ihrem Gebiete Hervorragendes leisten. Der Preis ist materiell bescheiden, aber sein Wert liegt darin, daß er vom Volke verliehen wird. Mit herzlichen Wünschen für ihr weiteres Schaffen übergab Dr. Adelung dann die Urkunden den beiden diesjährigen Preisträgern. Carl Zuckrnayer dankte und gab der Freude darüber Ausdruck, die ihm die Ehrung bereitet habe. Es fei eine tiefgefühlte Freude für ihn, den Preis seiner Heimat zu erhalten, den Preis, dessen Name gerade der Jugend ein flammendes Symbol bedeute. Er betrachte ihn zugleich als eine Ermunterung, denn auch er fühle sich noch als Anfänger in seinem Schaffen. Ein glücklicher äußerer Erfolg habe ihm nicht nur den Lebensunterhalt, sondern auch die Freiheit seiner Arbeit gesichert. Aber er glaube, daß es ganz im Sinne des Preises und seiner Absicht liege, wenn der materielle Teil dieser Auszeichnung einem ringenden Talente zugute komme. Deshalb habe er sich entschlossen, die mit der Ehrung ver- bundene Geldsumme (5000 Mark) dem in Oberhessen lebenden jungen Dichter Anton Betzner weiterzugeben. Diese schöne Tat des Dichters fand volles Verständnis und Einverständnis, dem Staatspräsident Adelung noch einmal Ausdruck gab. Wirtschaft. Oie landwirtschaftliche Schuldenlast. Die Entwicklung der Kreditverhältnisse der deutschen Landwirtschaft ist seit der Währungsstabilisierung einen so bedrohlichen Weg gegangen, daß dieses Kapitel der deutschen Kreditpolitik auch bei vorher uninteressierten Stellen immer stärkere Beachtung findet. Die Verflechtung der landwirtschaftlichen Betriebe mit der gesamten Volkswirtschaft ist so stark, daß eine ungesunde Entwicklung dieses einen Wirtschaftszweiges nicht ohne verderbliche Folgen auf anderen Gebieten bleiben kann. Man hat zwar in den letzten Iahren oft von der landwirtschaftlichen Verschuldung gesprochen, aber allgemeingültige Unterlagen waren bei der Vielzahl der Betriebe nur recht schwer zu erlangen. Die Untersuchungen des Enquete-Ausschusses haben ein Bild über die Lage des Wirtschaftsjahres 1925/26 gegeben, für 1926/27 liegen sie noch nicht einmal ausgewertet vor. Auch das Institut für Konjunkturforschung hat mit seiner Kreditquelle n st a t i st i k recht beachtenswerte Arbeit geleistet, die aber doch noch in mancher Beziehung ergänzt werden muh, um ein vollständiges Bild zu gewinnen. So ist es erfreulich, daß das Material und die Erfahrungen der Enquete-Arbeit zu einer neuen Erhebung ausgenuht worden sind, die von nun an jährlich fortgesetzt werden soll. Die Detriebsstelle beim Deutschen Landwirtschaftsrat, die zusammen mit den landwirtschaftlichen Duchstellen schon für den En- queteausschuh die meisten Untersuchungen durchgeführt hat, und über die größte Erfahrung auf diesem Gebiet verfügt, hat zusammen mit der Deutschen Ventenbank - Kreditanstal t für 1927/28 eine Untersuchung in etwa dreitausend aus dem ganzen Reich und allen Größenklassen ausgewählten typischen Betrieben angestellt, deren Ergebnisse in einer Veröffentlichung „Die Kreditlage der deutschen Landwirtschaft im Wirtschaftsjahr 1 9 2 7/28" vorliegen, und ausgezeichnete Aufschlüsse über die Höhe, Entwicklung und Gliederung der landwirtschaftlichen Verschuldung geben. Bei späteren Erhebungen wird es sicherlich möglich sein, die Ergebnisse noch schneller auszuwerten und zu veröffentlichen, als es jetzt schon geschehen ist. In sachlicher Beziehung ist an der Untersuchung von Interesse, daß die landwirtschaftliche Verschuldung in den einzelnen Wirtschaftsgebieten bei allen Größenklassen ein z i e m- lich gleichmäßiges Anwachsen zeigt, wobei die absoluten Derschuldungszahlen in Ostdeutschland zwar geringer sind als westlich der Elbe, aber durchschnittlich eine Verschuldung von 6 0 P rozeNt des steuerlichen Einheits- Werts kennzeichnen, während die westdeutschen Betriebe nur durchschnittlich mit 3 2 Pro- z e n t des Einheitswertes verschuldet sind. De- merkenswerterweise hat sich das Verhältnis der einzelnen Schuldenarten nur wenig verschoben. Durch Ablösung zurückgegangen find die Aufwertungsschulden, innerhalb der realen Verschuldung ist infolge der allgemeinen Maßnahmen der organisierte Realkredit gestiegen. Die weitere Fortführung der Erhebung wird für die praktische Kreditpolitik zweifellos noch mancherlei Anregungen und eine einwandfreie Grundlage zur Beurteilung der von staatlicher Seite erforderlichen Maßnahmen bilden können. * D i e amtliche Großhandelsindex. Ziffer. Die auf den Stichtag des 7. August berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichs- amts ist mit 138,1 gegenüber der Vorwoche (138,4) leicht zurückgegangen. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,8 o. H. auf 132,6 (133,7) gesunken. Die Indexziffer für Kolonialwaren war mit 129,1 unverändert. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat sich leicht auf 131,7 (131,5) erhöht, während diejenige für industrielle Fertigwaren mit 157,5 keine Veränderung aufweist. • Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Rach vorläufigen Berechnungen wurden in der Zeit vom 28. Iuli bis 3. August im Ruhrgebiet in sechs Arbeitstagen 2 432 461 Tonnen Kohle gefördert gegen 2 429 610 Tonnen in der vorhergehenden Woche bei ebenfalls sechs Arbeitstagen Die Kokserzeugung stellte sich in den sieben Tagen der Berichtswoche (in den Kokereien wird auch Sonntags gearbeitet) aus 648 984 Tonnen gegen 638 224 Tonnen in der vorhergehenden Woche, die Prehkohlenherstellung auf 71 827 Tonnen bei sechs Arbeitstagen gegen 72 883 Tonnen in der vorhergehenden Woche. Die arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 28. Iuli bis 3. August 405 410 Tonnen gegen 404 935 Tonnen in der vorhergehenden Woche, die tägliche Kokserzeugung stellte sich auf 92 712 (91 175) Tonnen, die arbeitstägliche Preßkohlenherstellung auf 11 971 (12 147) Tonnen. * Kaliabsatz. Nach dem Wochenbericht der Gebr. Dammann Bank lautet die vorläufige Schätzung des Kaliabsatzes für August wieder auf 1 Mill, az (vorjähriger Augustabsatz 1 086 800 dz). Trotz des Absatzrückganges in den letzten beiden Monaten, der in der Hauptsache auf die Trans- portschwierigkeiten, hervorgerufen durch den niedrigen Wasserstand von Weser und Elbe, zurückzu- führen ist, ergibt sich für die ersten sieben Monate d. I. noch ein Mehr von 135 000 dz gegen 1928. Man darf hoffen, daß sich dieser Vorsprung in den nächsten Monaten wieder erhöht. Die Aussichten für das Herbstgeschäft, das gewöhnlich im September seinen Höhepunkt erreicht, werden jedenfalls günstig beurteilt. * Zur Kontingentierungsfrage in der Fahrradindustrie. Die schwierige Lage, in der sich die deutsche Fabrradindustrie seit dem vorigen Iahre befindet und die sich auch in dieser Saison keineswegs gebessert, sondern allgemein noch weiter verschlechtert hat, macht die Rotwendigkeit, der bestehenden Ueberproduk- tion entgegenzutreten und eine Vereinbarung über die Höhe der Erzeugung der Fahrradindustrie zu treffen, immer dringender. Vor kurzem ist bereits in Dresden vom Verein deutscher Fahrradindustrieller e. V. zusammen mit einigen Außenseiterfirmen eine Versammlung ab- gehalten worden, in der die Rotwendigkeiteiner Kontingentierung erörtert und der Plan einer solchen aufgestellt wurde. Der Vorschlag, die Fahrradindustrie in einem Kartell oder Syndikat fest zusammenzuschließen, wurde von der Mehrheit der Versammlung abgelehnt. Run- mehr war auf den 13. August nach Frankfurt am Main eine neue Versammlung des Vereins einberufen worden, die sich weiter mit der Frage der Kontingentierung befassen sollte. Diese Sitzung ist jedoch bis auf weiteres verschoben worden, da erst mit den Fahrradteilfabrikanten besondere Verhandlungen geführt werden sollen. * Londoner Zinnsyndikat. Infolge des Beitritts der Ropp-Tin zum Zinnshndikat erhöht dieses sein Kapital von 600 000 auf 1 Million Pfund durch Schaffung von 400 000 Aktien über je ein Pfund. 140 000 Aktien werden den Aktionären der Ropp-Tin angeboten. * DTe Arbeitslosigkeit in England. Die Zahl der Arbeitslosen in Großbritannien betrug am 29. Iuli d. I. 1 154 100, das waren 31 457 mehr als die Woche zuvor und 150 871 weniger als zur gleichen Zeit im Iahre 1928. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 12. Aug. Tendenz freundlicher. — Zum Wochenbeginn war die Stimmung allgemein etwas freundlicher. Qkrf auf Saufträge lagen kaum vor, es bestand eher einiges Deckungsbedürfnis, zumal das Ausland wieder für einige Spezialpapiere stärkeres Interesse bekundete. Anregend wirkte heute vor allem die sehr feste ReuhorkerBör se vom Samstag trotz der Diskonterhöhung, so daß das Geschäft lebhafter war als in letzter Zeit. Stimulierend wirkte eine geringe Entspannung im Haag. Das Geschäft nahm aber am hiesigen Platze fein größeres Ausmaß an, nur einige Werte traten vorübergehend etwas in den Vordergrund. So konnten Glanz- st o f s a k t i e n ihre Aufwärtsbewegung mit plus 7 Prozent weiter fortsetzen. Am Elektro- markt gewannen AEG. 2 Prozent, Schurke r t 2,5 Prozent und Siemens 1,5 Prozent Farben eröffneten etwa 1 Prozent fester. Montanwerte waren vernachlässigt. Zur ersten Rotiz kam nur in Phönix mit plus 0,75 Prozent eine Rotierung zustande. Die besseren Beschäftigungsziffern und die Umsahsteige- rung des Kohlen-, sowie Eisenreviers wurden kaum beachtet. Erwähnenswert sind noch Zellstoff Waldhof und Deutsche Linoleum mit plus 1,5 Prozent. Bankwerte waren bis 1 Prozent schwächer. Im übrigen waren die Umsätze sehr bescheiden, doch überwogen gegenüber den Schlußkursen von Freitag die Besserungen. Renten still und zumeist etwas gebessert. Im Verlause litt die Börse wieder unter Auftragsmangel und die Urnsahtätigkeit schrumpfte aus ein Minimum zusammen. Es traten zumeist Rückgänge um Bruchteile eines Prozentes ein. Rur Glanz st offaktren konnten erneut 2 Prozent gewinnen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6,5 Prozent notiert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2020, gegen London 20,365, London gegen Kabel 4,8480, gegen Paris 123,97, gegen Madrid 33,10, gegen Mailand 92,75, gegen Holland 12,1040. Berliner Börse. Berlin, 12. Aug. Zu Beginn der neuen Woche konnte man an den Effektenrnärk- t e n eine wesentliche Beruhigung feststellen. Die Erhöhung der Londoner Diskontrate war ausgeblieben und die Erholung an der Reuhorker Börse vom Samstag fand ebenfalls Beachtung. Heute blieben Derkaufsausträge der Kundschaft ebenfalls aus» und obwohl anderseits keine große Kaufneigung bestand, wurden doch verschiedentlich Deckungen vorgenommen. Das Geschäft war zu Beginn der Börse außerordentlich ruhig. Im Grundton war die Tendenz aber allgemein freundlicher. Einiges Interesse, angeblich auch des Auslandes, bestand für E l e k t r o w e r t e. Aber auch bei einigen anderen Spezialpapieren betrugen die Erholungen bis zu 2,5 Proz. Stärker erhöht eröffneten Kunstseidenaktien, von denen Bemberg 6 Proz. und Glanz stoff 11,5 Prozent gewannen. In den drei erstmalig variabel gehandelten Papieren (Brown, Boveri & C o.. Rordseehochfischerei und Zell» stoffverein) war die Urnsahtätigkeit bei geringen Umsätzen klein. Deutsche Anleihen lagen etwas fester. Ausländer behauptet. Pfandbriefe sehr ruhig und fast unverändert. Der Geldmarkt war in sich leichter, die Sätze blieben aber unverändert. Tagesgeld 6,5 bis 8.5 Prozent, Monatsgeld 9 bis 10,25 Proz., Warenwechsel etwa 7,75 Prozent. Auch nach den ersten Kursen war das Geschäft ruhig und die Stimmung zunächst weiter freundlich, lieber den Stand der Haager Konferenz und den Grad der Spannung zwischen England und Frankreich lauteten die Pressenachrichten ganz verschieden und riefen eine gewisse Beunruhigung hervor: da die Spekulation im Geschäft auf sich angewiesen war, schwankten die Kurse hin und her, und schon die kleinsten Gewinne wurden von hier mitgenommen. Frankfurter Getreidebörse. Franks u rt a. M., 12. Aug. Trotzdem von den Auslandmärkten etwas höhere Kurse gemeldet wurden, war die Tendenz zu Beginn der neuen Woche am hiesigen Produktenmarkt zurückhaltend, da zum ersten Male in größerer Menge Weizen und Roggen neuer Ernte an den Markt gebracht wurde. Die erste Ro^z für Weizrn stellte sich auf 25,75 bis 26,60 Riss. Roggen neuer Ernte gab gegen die Vorwoche etwas nach. Etwas schwächer lagen ferner Futtermittel, während am Mehlmarkt die Preise behauptet blieben. Es wurden notiert: Weizen, neue Ernte, 26,75 bis 26,60; Roggen, neue Ernte, 21,25; Hafer, inländischer, 21,50 bis 21,75; Mais (gelb) für Futterzwecke 21,50 bis 21,75; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0 38,50 bis 41,25; Roggen- mehl 30 bis 31; Weizenkleie 10,50; Roggenkleie, 11,75; Erbsen 33 bis 50; Linsen 40 bis 110; Heu, süddeutsches, 10,50; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 5, gebündelt 4,50; Treber, getrocknet. 18 bis 19 Mk. Tendenz: Ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a, M., 12. Aug. Auftrieb: 1462 Rinder (darunter 290 Ochsen, 106 Dullen, 633 Kühe, 422 Färsen), 516 Kälber, 57 Schafe, 3870 Schweine.. Es wurden notiert: Rinder (Ochsen): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 60 bis 63 Mk., (ältere) 55 bis 59; sonstige vollfleischige (jüngere) 50 bis 54; (Dullen): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 54 bis 58; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 49 bis 53; (Kühe): jüngere, vollsleischige. höchsten Schlachtwerts 48 bis 51; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43 bis 47; fleischige 35 bis 42; gering genährte 30 bis 34; (Färsen — Kalbinnen, Iungrinder —): vollfleischige. ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 60 bis 63; vollfleischige 55 bis 59; fleischige 50 bis 54. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 76 bis 80; mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 75; geringe Kälber 62 bis 69. — Schweine: voll- fleischige Schweine von etwa 160 bis 300 Pfund Lebendgewicht 90 bis 93; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 88 bis 91 Mk. — Marktverkauf: Rinder ruhig, nahezu ausverkaust. Schweine rege, ausverkauft. Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt, 10. Aug. Die Tendenz war stetig. Die Preise verstehen sich unverzollt ab Station bzw. Grenzstation in Pfennigen und pro Stück: Bulgarische 10 bis 10,50; Italienische 11,50 bis 11,75; Holländische 11,25 bis 13,25; Südslawische 10,25 bis 10,50; Polnische 9 bis 9,25; Russisch. 10,50 bis 11,50; Dänische 11,50 bis 13,50; Bel gische 11,75 bis 12; Rumänische 10,25 bis 10,50; Schlesische 11 bis 11,50; Bayerische 10,75 bis 11; Norddeutsche 11 bis 12. Letzte Nachrichten. Macdonald fordert Revision des Houng-plans. Haag, 12. Aug. (TU. Eigner Drahlbericht.) D? Telegramm, das der englische Premierminister Macdonald an den Schahkanzler Snowden gesandt hat, besagt, daß die Finanzkommissiii einen sehr ernsten Fehler machte, und daß die Aussichten für eine baldige Lösung sofort Schiffbruch er leiden mühten, wenn man sich nicht endlich dazu versiehe, den Bericht der Sachverständigen zu revidieren und den rechtmähigen Forderungen Englands entgegenzukommen. „Alle Parteien und Gruppen des Landes ohne Ausnahme unterstützen die Sache, die Sie führen, jede Zeitung steht hinter Ihnen, und alle Parteien im Unterhause unterstützen Sie ebenfalls. Ich hoffe sehr ernstlich, dah Ihre Kollegen in der Finanzkommission erkennen werden, daß sie die Lage in dem Sinne auszulegen haben, daß die elementarsten Erwägungen des fair play zwischen den beteiligten Ländern eine Revision gewisser Empfehlungen des Berichtes erfordern. Unsere bisherige Aktion für das Zustandekommen einer Regelung der europäischen Verhältnisse auf der Grundlage guten Willens beweist, daß wir wünschen, dah die Konferenz Erfolg hat, und zwar sowohl aus politischem wie auf finanziellem Gebiete, aber wir haben die Grenze der u n- gerechten Lastenverteilung erreicht." Reichspräsident von Hindenburg in München. München, 12. Aug. (WTD. Funkspruch.) Reichspräsident von Hindenburg, der auch In diesem Iahre seinen Urlaub in Bayern verbringt, traf heute vormittag 9.44 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Schnellzug i n München ein. Auf Wunsch des Reichspräsidenten war von einem offiziellen Empfang abgesehen worden. Der Reichspräsident wurde in seinem Salonwagen von General Hemmer und dem Vertreter der Reichsregierung in München, Gesandten von H a n i e l, begrüßt. Beim Verlassen des Bahnhofes wurde der Reichspräsident von einer zahlreichen Menschenmenge jubelnd begrüßt. In Begleitung seines Adjutanten Oberstleutnant von Hindenburg, begab sich der Herr Reichsprä ident nach herzlicher Verabschiedung von den Erschienenen im Kraftwagen nach Dietramszell. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. frranlnnt a M. Berlin Cchlub- KurS l-Uhr Kurs Schluß-s Anfang- Kurs | Kurs Datum 9.8. 12.8. 9 8. 12.8. 6% $t. iHeldjeanldhe o. iyz, . . Di. Anl.-Ablös.-Schuld mit Au»- 87,5 — 87,5 — los..Rechlcn......... 52 52 51,7 51,8 Te»gl. ohne Auilos.-Rechte . . . 7% Franks. Hyp.-Bt. Goldps. un- 10,4 11 10,65 11 kündbar bU 1932....... 4Yi% Rheinische Hyp.-Bant Liqu.- — — — — Goldpf............ A-E.G- dbg. Sorfdegfr Obligation., — — — — rückzahlbar 1932 ....... — — — — 4% Schweiz. BundeSb -AnI.. . . 4% Oeslerreichische Goldrte.. . . — — — — — — —— _ 4,20% Qeslerr. Eilbcrrtc..... 2,4 — 2,5 — 4% Oesterreich, cinheitl. Rte. . . 1,925 — 4% Ungarische Goldrte...... 22,55 — 22,75 22,5 4% Ungarische StaatSr. v. 1910 . 19,75 — 4'/,% deSgl. von 1913..... 21,9 — —» _ 4% Ungarische Kronentie..... 4% Türk. Zollanlcihe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl., 1,85 — 1,85 1,8 7,6 — 7,7 Gerte 1........... 7,525 — 7,85 _ 4% desgl. Serie 11....... 7,525 — 7,85 _ 4% Rumänen amtiert. Rte. . . . 4'/,% Rumänen Soldanl. von 1913 — _ — — — — Allg. Deutsche Eisenbahn . . Hamburg-Amerika Patel ... 8 Harnb.-Südam. Dampfsch. . . 8 Hansa Dampfschiff.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 Ölig. Deutsche Ereditanfk. . . io Barmer Bankverein .... 10 Berliner HandelSgeseNsch. . . 12 Commerz- und Privat-Bant. 11 Darmst. u. Nattonalbant . . 12 Deutsche Bant......10 DUtonto-Gescllschafl BnL. . 10 Dresdner Bant......10 Melallban l........ d «eichtbant........12 — — _ 122,5 — 122,25 121,25 — — _ 114 — 114,4 113,5 126,5 —— 126,5 126.5 128,25 — 128,25 128,25 210,5 — 211 207,5 184 182,5 184 182,5 277 — 277 274,5 169 — 169 167,5 154 — 153,75 153 160 158,75 160 159 306 — 306 301,5 Frankfurt a M. Berlin £d)lu6-| i-Uhr Schluss Anfang. Kur? | Kurs Kurs | Kurs Datum 9.8. 12-8. 98. 12-8. A.E.G.......... . . 8 205,75 203,6 205 203 Bergmann..... • . . 9 231 — 231,75 228 Elektr. Lieferungen.... . 10 — — 170 169 Licht und Kraft ..... . 10 212,5 208 212,25 207,25 Felten L Guilleaume. » . Ges. f. Elektr. Untern.. • • . . 6 143 — 143,5 141,6 . 10 215 — 215 210 Hamb. Elektr. Werte . . . . 10 — 143,25 Rhein. Elektr....... . . 9 — 153,5 _ Schics. Elektr..... • . 10 — — 181,5 Schuckert........ . . 8 231,5 228,25 231,5 227,25 Siemen» 4 Halste .... . 12 388 383 388 383,5 Transradio ....... . . 8 146 Lahmeher & (So...... . 10 172 — 172 — Buderu»........ . . 6 76 — 75,75 73,25 Deutsche Erdöl..... . . 6 — 112,13 113,5 112,5 Essener Steintohle .... . . 8 — — 137,25 138,5 Gelsenkirchener ... s. H I 4 136,5 — 136,25 134,5 Larpener ...... . . 6 145 — 144 144 Hoesck Eilen....... . . 8 — — 130,75 127,75 §l|e Bergbau...... . . 8 218 — Klöcknerwerke...... . . 7 111,5 — 112,75 110,5 Köln-Neuessea...... . . 9 — — 127 125 Mannesmann...... . . 8 118,5 — 118,75 117,25 Manöselder....... . . 7 _ 140,75 138,5 Lberschles. Eisenb. Bedarf. . . 5 _ Lberschles. KokSwerke . . . . . 6 — 107,4 106,4 Phönix Bergbau..... . »y, 104 102,75 104 102,7., Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl ... f. % Jahr 4% Riedeck Montan......7.2 288 288,5 285,5 124,75 — 124,75 123,13 Bereinigte Stahlw . . . Ctatil Minen...... . . I . 2 sh 112,5 — 112,5 65,9 232 238 395 111,5 65,13 232 237 Kali Aschersleben . . . Kali Westeregeln..... Kaliwerk Salzdetfurth . . . 10 . 10 . 15 732,5 238 394 — I ®. Farben.Industrie . . Dynamit Nobel..... . 12 • . 5 226,13 223,5 226,5 223,25 Scheideanstalt...... . . 9 156 75 107 — Goldschmidt ...... . . b — Rütger-werke...... Metallgesellschaft..... . . 6 . 11 85 126,25 82,75 84,75 126 83,5 — Banknoten Frantsuri a Du Berlin Schlug-! Kur« 1 i-Uhr Kurs Schluh-I Ansang. Kurs | fiur: Datum 98. 128. 9-8. 12 8. Philipp Hotzmann .... _ / — 106 108 — Heidelberger Gement .... Gement Karlstadt..... 10 . 8 133,5 132,5 — — Wayb & Freitag...... 10 — 100,75 — — Schultheis Payenhoser . . . 15 — —- 302,5 299 Cftroettc......... 12 — — 235,75 232,5 Ver. Glanz stoss...... 18 416,5 409,5 421 418 Bemberg......... Zellstoss Waldhos..... Zellstoff Ajchasscnburg . . . 14 — — 325 318 12 236,5 235 239,5 — 12 — 154,5 156 —- Charlottenburger Wasser . . 7 — — 108,5 106 Dessauer Ga»....... . 8 — — 194,13 191,4 Daimler Motoren..... . 0 51,75 — 53,5 — Deutsche Maschinen-Fabrik . . 0 — — 56,5 53,75 Adlerwerke Kleoer..... . 6 49 50 50 — Ludw. tioeroe....... 10 — — 203,5 — Rat. Automobil...... . 0 -- — 22,75 23 Drenftctn & Koppel .... . 5 — — 91 — Leonhard Tietz...... . 6 — — 206,75 — Bamag-Meguin...... . 0 —— — — — Franks. Maschinen..... Grttzner......... . 6 11 — — 56 64 — Heyligenstaedt ...... . 0 64,13 —- — — Iunghan»......... . 4 106 — 64,25 — Lechwerte........ . 8 106,25 — — — Mainkrastwerte...... . 8 — —- — — Miag........... 10 — — 125,5 124,5 ’Jtelarlulmer....... . 8 —- — — — Peter« Union....... . 8 — — 120 _ Gebr. Roeder....... 10 — — — Voigt 4 Haeffner..... . 8 — 221 222 — Südd Zucker....... . 8 152,9 152,5 152 — Berlin, 9. August Geld Brief Amerikanische Noten..... 4,174 4,194 Belgische Noten ....... 58,23 58,47 Dänische Noten ....... 111,48 Englische Noten........ 20,315 20,395 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Berlin, 9- August Geld Brief Französische Noten..... 167435 167,68 21,96 16,495 168,36 22,04 Italienische Toten...... 111,48 59,11 111,92 59,35 Deutsch-Ocstrrr., 5100 Kronen Rumänische Noten...... Ahipbifmt1 2,48 112,10 80,64 2,50 112,54 80,96 Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 61,12 61,36 12,42 12,48 Ungarische Noten ...... 73,00 73,30 9. August 12- August Amtliche 'Notierung Amtliche Notierung Geld Briet Geld Brief Amst.-Rott. 167,94 168,28 168,12 168,46 Buen.-AireS 1,758 1,762 1,760 1,764 Brss.'Antw. 58,29 58,41 58,35 58,47 Christiania. 111,70 111,92 111,76 111,98 Kopenhagen 111,71 112,33 111,93 111,76 111,98 Stockholm ■ HMngfors. 112,55 112,39 112,61 10,536 10,556 10,543 10,563 Italien. . . 21,92 21,96 21,95 21,99 London. . . 20,344 20.384 20,35 20,39 Neuyork . . 4,1945 4,2025 4,1975 4,2055 Pari« Schweiz .. 16,41 16,45 16,41 16,45 80,67 80,83 80,725 80,885 Spanien . . 61,30 61,42 61,49 61,61 Japan . . . 1,970 1,974 1,964 1,968 Rio de Jan. Wien in D-« 0,4975 0.4995 0,4975 0,4995 Oest. abgeft 59,08 59,20 59,11 59,23 Prag . . . . 12,408 12,428 12,419 12,439 Bclzrad . . /, 363 /,377 7,366 7,380 Budapest. . 73,19 73,39 73,20 73,34 Bulgarien . 3,034 3,040 3,034 3,040 Lissabon ■ . 18,78 18,82 81,51 18,78 18,82 Danzig.- 81,35 81,36 81,52 Konstantin. 2,013 2,017 2,005 2,009 Athen. . 5,42 5,43 1,188 4,134 5,425 5,435 Canada 4,180 4,176 4,184 Urujnatj . - 4,126 4.126 4,134 Cairo . . • 20,865 20,905 20,87 20,91