Ä an ikn $u? «ss?tt ?Cr Ech!i»^Schz. ?? lur te S.M 11 OTt ußen. Wetzlar. Er. 161 Erstes Blatt 179. Jahrgang Zreitag, 12. Juli (929 tr scheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte lishener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugspreir: 22() Reichsmark und 30 kichspfennig für Träger- hhil, auch bei Richter- Ke meneinzelnerRummern Holge höherer Gewalt. |e cnsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. mißhrist für Drahtnach- kch'ien: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: fraiitffurtam Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vllch- und Zteindräckerei R. Lange in Gietzen. Schriftlettung und Geschästrftelle: Zchulstrahe Z. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für de« Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Giehen. Die Regierungskonferenz sich Irlands plan-erVekeiniglenSiaaienvonLiiwpa zu lehren haben, ob der französische Außenminister damit wirklich eine Fortführung der Locarnopläne beabsichtigt. Es wäre zu begrüßen, wenn das der Fall wäre, es sieht aber noch nicht so aus, als ob Driand tatsächlich die alten Fäden wieder anknüpfen will. Der Gedanke der Bereinigung von Europa ist schon in mancherlei Gestalt gefördert worden. Auf wirtschaftlichem Gebiete läßt es sich im besonderen die Europäische Zoll-Union angelegen sein, Pionierarbeit für die Verwirklichung dieser so vernünftigen 2dee zu leisten. Paneuropa ist das Ziel, das Eoudenhove-Kalergi vorschlägt, wobei allerdings die Einschränkung gemacht werden muß, daß dieses Paneuropa noch sehr auf einem bloßen Illusionismus beruht. Bereits in Paris hat Driand Dr. Stresemann von seinem Plan berichtet, den er in der Zwischenzeit auch noch einer großen Anzahl weiterer Mächte mügetellt hat. Er soll dem Vernehmen Tagungsort der nächsten internationalen Konferenz aufzugeben, zumal keine andere Regierung dagegen sei. Die Konferenz werde wahrscheinlich am 6. 2t u g u ft zusammentreten und, wie man annehme, einen Monat dauern. 7Ngn hoffe, ’öaß einige Tage r.uirj belik Zusammentritt der Kon- feren; die Mitteilung werde erfolgen können, daß die drei 2llliierten möglichst schnell an die Räumung des Rhelnlandes gehen werden. In politischen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß die britische Regierung in keiner Weise zu der starren Politik des Belassens britischer Truppen im Rheinlande, solange die militärischen Kontingente der anderen Mächte Die Nachricht, daß der französische Außenminister Driand schon in Kürze einen Appell an die europäischen Völker richten wolle, in dem er sie auffordert, an die Gründung der VereinigtenStaaten vonEuropa heranzutreten, kommt zwar überraschend, doch ist sie eingeweihten Kreisen schon seit langem bekannt. Daß Driand gerade im gegenwärtigen Augenblick mit seinem Plane hervortritt, mag zunächst innerpolitisch begründet fein. Er wird ohne Frage auf diese Weise eine Stützung der Linksparteien in Frankreich erwarten, wobei es natürlich noch offen bleibt, wie diese seine kommende Politik aussehen wird. Denn bis jetzt ist die französische Außenpolitik ausschließlich von Poincarö geführt worden, der in ausgesprochenem Sinne eine hegemonistische Tendenz verfolgte. Der Plan Driands, wie er jetzt bekannt wird, knüpft ohne -Frage an Locarno an, doch wird die Zukunft Paris, 11. Juli. (WB.) Der vertagungs- antrag, den die sozialistische Kammerfraktion bei Eröffnung der Aussprache über die Schuldenratifizierung stellen wird, lautet: „Die Kammer beschließt, die Debatte zu verschieben, bis sie ihre Entschlossenheit bekundet hat, die Liquidierung der Kriegsprobleme als Beginn einer wirklichen Pazifizierung zu betrachten, wobei die Beseitigung der militärischen Besetzung sogleich nach der Annahme des Young-Planes die erste Aeuherung dieser Politik, sowie der Ausgangspunkt eines nachdrücklichen und beschleunigten Bestrebens nach der Organisierung der Schiedsgerichtsbarkeit und der allgemeinen Abrüstung und die Grundlage einer europäischen Verständigung, die die Vorbereitung der Revision der Abkommen mit Amerika ermöglicht, sein muß." Oie französische Delegation für die Regierungskonferenz. Paris, 11. Juli. (WTD.) Die französische Delegation für die ‘Regierung 8* konferenz wird, dem „Temps" zufolge, bestehen aus Ministerpräsident P o i n c a r e , Außenminister Driand, Finanzminister C h 6 - r o n und dem Gouverneur der Dank von Frankreich, Moreau, sowie dem Generalsekretär des Außenministeriums Philippe Derthelot. dort befänden, verpflichtet ist. Das sozialistische Räumungsverlangen poincares Kampf mit der Kammer. int die vorbehaltlose Ratifizierung -es Gchuldenabkommens mit Amerika und England Auf die deutsche Note, die vor einigen Tagen 1 den Gläubigerregierungen überreicht worden ist und die einige interessante Anregungen für die Abwicklung der Reparationskonserenz enthält, ist bisher eine Antwort noch nicht erteilt worden. £)ie ^Ursache hierfür. Jicat .in. kM. c na Ij s.ch - srak:zöstfchen Differenzen über den Konferenz ort und den Arbeitsplan selbst. Man ist zwar insofern einen Schritt vor- wärtsgekommen, als über den Termin der Konferenz keine Meinungsverschiedenheiten mehr bestehen. Dagegen hält P o i n c a r e unerbittlich an einem neutralen Verhandlung s- o r t fest, weil er den Engländern den Vorsitz nicht gönnt. Er fürchtet, daß Macdonald als Verhandlungsführer die Konferenz auf ein Gleis schieben könnte, das nicht den französischen Wünschen entspricht. Inzwischen wollte nun die Reparationskonferenz die Mitglieder für die beiden Organisationskomitees — Ausschuß für die Reparationsbank und Ausschuß für die Anpassung der deutschen Gesetzgebung an den neuen Zahlungsplan — ernennen, sie muhte aber von diesem Vorhaben Abstand nehmen, weil der Voung-Plan verlangt, daß erst die interessierten Regierungen sich mit dem Gutachten einverstanden erklären müssen, bevor die Komitees in Tätigkeit gesetzt werden England hat die Zustimmung bis heute nicht erteilt, weil es mit dem Verteilungsschlüssel für die deutschen Zahlungen nicht einverstanden ist. Durch dieses Hin und Her zwischen London und Paris sind bereits empfindliche Verzögerungen eingetreten, so daß es fraglich erscheint, ob überhaupt in der ersten Augustwoche die entscheidenden Beratungen zwischen den Mächten ihren Anfang nehmen können. General Dawes bei Mcdonald. London, 11. Juli. (WTD.) Der Premierminister empfing heute nachmittag den amerikanischen Botschafter General Dawes in seinem Privatkabinett im Hinterhaus. Die älnterredung, die eine Fortsetzung der Besprechungen in Lossie- mouth war, dauerte mehrere Stunden. Neuer Appell Englands an Frankreich. London, 11. Juli. (WB.) Wie Reuter erfährt, hat die Regierung befchlosfen, einen neuen Appell an Frankreich zu richten, seinen Wider st and gegen die Wahl Londons als iV Unter ^reicher auÄ. unserer ^fe|t e unh m c baU Äett N dn Fssigotlesd2^ Stea ‘">4 Dorten begrüßte AI? -4 sodann Pfarrer das ©eneraltfcmQ- Ansprch Ü) ^tatfcn Ein. ^tischen Verbände auf ^^lur öie Betätigung erg KocV, der das aaiw ;nJ*m Aufruf: .Jugend, U i Dao ugten Mnnerchvre unter Wert Kuhl e Ertrage der Posaunen« g von Iohames Kuhl l^en die Ansprachen feit» A-it dem Schluhgebet von r sGrvh.Aechtrnbachs und -fmg des Liedes .Dir rei< ie" fand die Veranstaltung :e wurde für die Jünglings- )en, 10.Juli, Bei der die- Versteigerung unfern ohl nur verhältnismäßig min- n zum Verlauf kamen, töt tachfrage recht hoch. Für Poo va 1500 Quadratmeter mürbe? »boten, während im Dorjah« s Preises bei besserem Era- Haufen, 10. Juli. Für um baß Äriegtv irden folgende Mlglie^ ceins mit dem Krvegev rsse ausgeMnei: der Lu iener Wehlmann, besitzende Landwirt Äontab mträger Peter Söhnger. wurden in einer Versb reinsmitglieder durch Aef gerverbandes Wetzlar über. X "SÄ Teppicte' ftoraW1#1 fJfltiCÄ INH- TH.WEINiW liessen, ßrandpkfi (ALTES SCHLOSS) * die Deutschen wären berechtigt, zu sagen, daß eine neue Lage geschaffen sei. Wenn wir uns weigern, langfristige Berpflichtungen einzugehen, werden sich die Deutschen berechtigt glauben, ebenso zu handeln. Poincare erklärte alsdann, er könne nicht zulassen, daß Vorbehalte in die Ratlfizierungsakte eingefügt werden. Wenn man die Regierung stürzen wolle, müsse man einen anderen Anlaß suchen. Selbst wenn man am 1. August die amerikanischen Kriegsläger bezahlen würde, würde die Regierung in eine Sackgasse geraten, und in welcher Stellung würde sich die Regierung dann auf der Regierungskonferenz befinden? Poincare trat deshalb für die g l a 11 e R a t i f i z i e r u n g ein und ging auf die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten ein. Rach 5 Llhr wird die Sitzung unterbrochen, um es Poincars zu ermöglichen, sich etwas zu erholen. Rach Wiederaufnahme der Sitzung setzte Ministerpräsident P o i n c a r e seine Rede mit einer nochmaligen Darlegung der Washingtoner Verhandlungen und einer Erläuterung der technischen Fragen, wie Zinsberechnung, Tilgungsmodus, Annuitäten usw. fort. Seine Ausführungen, deren Fortsetzung um 19 Tlhr auf morgen vormittag vertagt wurde, werden sich, wie er ankündigte. auch auf die Stellung Frankreichs zum Dawes-Plan und Voung-Plan erstrecken. Man kann gewiß erklären, daß diese Abkommen nicht vorteilhaft genug sind, und man kann vor allem bedauern, daß sie keine Schutzklausel enthalten. Man steht aber vor einer Tatsache, angesichts deren Ausdrücke des Bedauerns zwecklos sind. Seit drei Jahren sucht man Erleichterungen zu erzielen, namentlich was die Schutzklausel anbelangt. Man ist auf ein nachdrückliches Nein gestoßen, ja die Gläubiger Frankreichs haben im Gegenteil Erschwerungen geschaffen. Außerdem ist bekannt, daß die französische Regierung Schuldenanerkenntnisse unterzeichnet hat. In der Zinsfrage ist Frankreich tatsächlich am meisten begünstigt worden, und die Schutzklausel ist keiner Schuldnernation gewährt worden. Nun hat sich aber in der letzten Zeit etwas Neues ereignet. Es ist eine tatsächliche, wenn auch keine rechtliche Verbindung zwischen den Reparationszahlungen und den interalliierten Schulden her- gestellt worden. Beide können jetzt nicht mehr voneinander getrennt werden. „Ich hoffe, daß der Voung-Plan unter Mitwirkung Amerikas zur Anwendung gelangt Die Weigerung der Ratifizierung würde eine große äleberrafd)ung auch in England Hervorrufen, denn Schatzkanzler S n o w d e n hat uns erklärt, welche Forderungen seine Regierung stelle. Die Alliierten würden es nicht verstehen, wenn wir unsere Schulden nicht ratifizieren, und SerAusschuß verlangt We&alte "Varis, 11. 3uli. (WTD.) Der heute ver- Nevtlichte Dericht, den der Abgeordnete Stern stü den auswärtigen Ausschuß der Jbirmer über die Frage der Ratifizierung 8’8 Gchuldenabkommens erstattet hat wrb der zu dem gleichen Ergebnis kommt, wie 8cr Bericht des Abgeordneten Chappele- Ici ne, enthält in mehrfacher Hinsicht eine Jtr 11 i I ber bisherigen Haltung derfranzösi- Iqen Regierung in der Schulden- Ifra ge. Ausgehend von der Tatsache, daß die Jtlr^e der zur Verfügung stehenden Zeit gegen» toirlig jede neue Verhandlung mit den Gläu- trijCTrt unmöglich macht, erklärt der Dericht- eflatter, daß sich in diesem 3ahre zweimal eine Vüegenheit hierzu geboten hätte, die die Re- flknmg offenbar nicht wahrgenommen habe. Als Der zwei Monaten die Ergebnisse der Sach- virständigenkonferenz gefährdet er« Kienen, habe die amerikanische Regierung Ver- fcnMungen über die Diskontierung der im Wa- ffrngtoner Abkommen vorgesehenen in weiterer 4junft liegenden Annuitäten einleiten wollen. Michzeitig habe der englische Schatzkanzler im Anblick auf die bevorstehende Zahlung der zehn Billiarden Franken an Amerika erklärt, daß England entsprechend dem Geiste der Abkommen pari passu mit Frankreich Zahlungen an Ame- rila befriedigt sein wolle. Der Finanzminister Hobe zwar damals mit Recht darauf hingegen, daß es sich bei dem Geist der Abkom- KKit nur um die politischen und nicht um die lommerziellen Schulden Frankreichs handeln Ernte. Es werde aber Sache der Regierung lein, nach Ratifizierung der Abkommen durch Parlament das Problem unter diesem neuen «Mchtspunkt zu prüfen. Eine Lösung werde vor der Ingangsetzung des Young-Planes' nicht mdgllch sein. $?r Derichterstatter bemängelt ferner die Um» flinle, unter denen die Schulden seinerzeit an» eilaimt wurden, ohne daß man dabei irgendwie bi? übermäßigen Gewinne, die sowohl in den Vereinigten Staaten wie in Cnglanö durch die K r i e g s l ie f e r u n g e n und die Desteuerung derselben erzielt worden sind, berücksichtigt habe. Er übt auch in diesem Zn'cimmenhang Kritik an den Erklärungen Mel- biS im Finanzausschuß des Repräsentantenhauses und erklärt, daß Amerika nicht in zwei- irdsechzig 3ahren, sondern auf Grund des Til- Mssmodus der amerikanischen inneren Schuld iiteitä in einigen zwanzig Jahren von allen lenen Verpflichtungen befreit sein werde. Rach Äifzählung der Argumente, die trotz alledem für 8i? Ratifizierung sprechen, begründet der Be- Ähterstatter die Einfügung von Vorbehalten folendermaßen: Die Schlußfolgerungen des Young-Berichtes Fällen keinerlei Wert mehr für uns, wenn wir barauf verzichteten, sie in den Ratisizierungs- dcßchluß implicite aufzunehmen. Ohne formelle Vorbehalte stürzt alles zusammen: Ser Aufbau des Annuitätenproblems, der enge Jiiammenhang der Bestimmungen über den Zah° llüiUöaufschub. die logische Einteilung in geschützte uirb ungeschützte Annuitäten, die Zahlung der sur»päischen Schulden, die alle auf die Abkommen "Den Washington und London zugeschnitten sind. 1 Biglanö ist an den deutschen Zahlungen ebenso nicreffiert wie wir; denn durch sie mutz es ^wenigstens zum Teil gegen das Risiko geschützt : werden, das es in dem Baldwin-Mellon-Ab- : Tonnen eingegangen ist. Wenn wir die Llnklug- l£ie;t begehen sollten, uns vorbehaltlos zu ivspflichten, so würden wir uns der Gefahr aus- r't|en, dah die Regierung der Vereinigten Staa- -a künftig bei heiklen Verhandlungen, zu denen :nfc durch die Haltung unseres Schuldners ge» .HöuTigen sein könnten, über unsere wirtschaft- ' Joe und finanzielle Anabhängigkeit, ja sogar " üfcr unsere internationale Politik eine unerträg» I llhe Kontrolle ausüben könnte, wenn es sich I&irum handeln würde, von neuem den Umfang mietet Verpflichtungen zu prüfen. Jtoimare gegen den Ausschuß. -Laris, 11. Juli. (WTB.) In der heutigen ‘Sijwng der Kammer, zu deren Beratung über i Di' Ratifikation der Schuldenabkom- icneoi mit Amerika undGrotzbritan- illle ir sich ein außerordentlich zahlreiches Publikum i!*itg>« Schuldenabkommen protestiert haben, so zeigt ou|btr iwits, daß sie ungenügend unterrichtet sind. Man . o ,mj& die Dinge mit Kaltblütigkeit beurteilen. Sie Schulden find tatsächlich feit längerer Zeit 31 SiS «nerkannt, und so gewissermaßen im voraus 3 Ofe.nl 11 ratifiziert worden. tnftirAn man jetzt annehmen muß, sind nicht die Ver- lhi^ ivschlungen, die niemand ableugnet, sondern die 0 H :utlommen, die Frankreich gewisse Zahlungserleich- i btungen versprachen und die Zinsen ermäßigten. nach dabei nicht ohne Zustimmung geblieben sein, und Dr. Stresemann hat ja in seiner letzten Reichstagsrede wenigstens indirekt von seiner Kenntnis Mitteilung gemacht, indem er an die eur opäis che S ch i ck s a 1 s g e m e i n s ch a f t appellierte. Wenn Driand in diesem Zusammenhänge erklären läßt, daß aus der Anschluß- frage sein Projekt entstanden sei, so wird man zugeben müssen, daß die Anschlußfrage, sowie das Minderheitenproblem dadurch wesentlich vereinfacht werden. Man wird allerdings nicht umhin können, hier einen S ch a ch z u g Driands zu wittern, der bei dieser Gelegenheit auf eine günstige Weise das Frankreich so schrek- kende Anschluhproblem beseitigen will. Man darf nun aber dazu nur sagen, dah der Anschlutz durch sein Problem derart gefördert wird, daß er damit ohne Schwierigkeiten vollzogen werden könnte. Ob Driand bei seiner jetzigen Bekanntmachung auch nach der anderen Seite des O z e a n s geblickt hat, mag dahingestellt bleiben. Die amerikanischen Zollmaßnahmen geben jedenfalls der Driandschen Aktion eine sehr günstige Motivierung. Selbstverständlich werden die Vereinigten Staaten von Europa nicht von heute auf morgen zu schaffen sein. 3a, es wäre völlig verfehlt, wollte man hier schon auf baldige konkrete Ergebnisse warten. Der Zusammenschluß des Wirtschaftseuropas ist aber eine Aufgabe, die tatsächlich zu verwirklichen ifc vorausgesetzt, daß man auch fähig ist, die Rotwendigkeit von der europäischen Schicksalsverbundenheit in seiner Wirtschaft anzuerkennen. Ganz abgesehen also von den Begleitumständen, unter denen ohne Frage die Bekanntmachung des Briandschen Planes erfolgt ist und die sich mit ihm auch gar nicht so ohne weiteres vereinbarem lassen, ist es doch als eine erfreuliche Tatsache festzustellen, daß diese Pläne, die gar nicht das Rationale aufheben wollen, immer breiteren Do-< den gewinnen. Weitere Einzelheiten. Paris, 11.Juli. (WTv.) „Oeuvre" will be^ richten können — und seine Ausführungen scheinen durch das hiergegen polemisierende „Echo de Paris" j epäligf jU -vetudi.—“W?, BT iuad hoffe, Ende des Jahres eine Konferenz einberufen zu können, auf der die Grundlage für den Föderalismus Europas gelegt werden solle. Damals, als Briand Oesterreich davor warnte, daß es sich nicht Deutschland, sondern Europa eingliedern müsse, sei sein Plan bereits fertig gewesen. Er sei so logisch, ergebe sich harmonisch aus dem Abkommen von Locarno und dem Beispiel, das die vereinigten Staaten von Amerika geben, ferner aus den wirtschaftlichen Notwendigkeiten Europas, sowie aus der Wirtschaftspolitik der vereinigten Staaten und endlich, und zwar vor allem, aus dem Wunsche der Völker, Europa zuerst vielleicht wirtschaftlich und alsdann politisch zusammenzuschließen, es dahin bringen, sich seiner selbst bewußt zu werden, und zwar für sich selbst und nicht etwa gegen irgend jemand, das sei ein schon alter Traum Briands, den er nun sich anschicke zu verwirklichen. Reiflich überlegt sei das große Projekt, das viele dringende Probleme: Anschluß, Minderheiten und weniger dringliche beseitigen solle, und in Besprechungen und Beratungen erprobt worden. Briand habe von den im Völkerbund vertretenen Mächten über diese Frage eine große Anzahl günffiger Gutachten erhalten. Briand hoffe, die Grundzüge des Planes bereits bei der Vollversammlung des Völkerbundes im September skizzieren und Ende des Jahres eine Konferenz einberufen zu können, die die ersten Grundsteine für eine europäische Organisation legen würde. „M a t i n“ bemerkt zu dem Plane: Der Gedanke an eine europäische Föderation, der so oft in der Vergangenheit zum Ausdruck gekommen ist, ist in den letzten Jahren durch eine Reihe von Vereinigungen propagiert worden, von größter Wichtigkeit ist, daß die Regierungen selbst sich damit befassen wollen und dah, wenn die Rach» kriegsprobleme in diesem Sommer gründ- t i ch geregelt werden, das Studium einer Föderation in den letzten Monaten des Jahres in Angriff genommen werden könnte. Auf wirtschaftlichem Gebiete würde in Frage kommen, die europäischen Märkte sowohl für die Erzeugung, als auch für den verbrauch ; u- sammenzusassen: in finanzieller Hinsicht würde man die Hilfsquellen des europäischen Kontinents zusammenfassen müssen, um sie für Kredite, die als nützlich erkannt seien, zu verwenden; politisch endlich werde es sich darum handeln, die Sicherheit durch die Organisation einer internationalen Wehrmacht zu gewährleisten. Oeutsch-betgische Einigung in der Markfrage? Paris, ll.Jull. (TU.) Einer Brüsseler Sondermeldung des „Oeuvre" zufolge rechnet man in Brüssel damit, dah. falls es nicht zu unvorhergesehenen Zwischenfällen kommt, die Markfrage entweder am Freitag nach dem Kabinettsrat, oder am Samstag geregelt sein wird» Im großen und ganzen sei zwischen Deutsch- lgnd und Belgien bereits eine Einigung erzleN. Die deutsch, belgischen Verhandlungen über das beschlagnahmte deutsche Eigentum dürften noch etwas längere Zeit in Anspruch nehmen. Wiederaufnahme der englisch- russischen Beziehungen. London, 11.2uli. (ID23.) Reuter. Die Regie- rung wird, wie verlautet, noch in dieser Woche die ersten Maßregeln zur Ingangsetzung des gesamten Apparates normaler Beziehungen ergreifen, der sich aus der Anerkennung Sowjetrußlands ergibt, indem sie der russischen Regierung eine entsprechende Benachrichtigung zukommen läßt. Man hofft, daß bereits gegen Ende des Monats sich schon ein Vertreter Rußlands in London befinden wird, um mit dem Staatssekretär des Auswärtigen die zwischen beiden Ländern schwebenden Fragen ln direktem Gedankenaustausch zu erörtern, und man hofft ferner, daß bei diefem Gedankenaustausch eine zufriedenstellende Einigung erzielt wird. England weist Trotzki ab. London, 11. 3uIL (WD.) Der Staatssekretär des Aeuhern gab im Unterhaus bekannt, daß die Regierung beschlossen habe, Trotzki die Einreiseerlaubnis nach England nicht zu gewähren. Die Mitteilung des Staatssekretärs, der u. a. noch erklärte, daß der Entschluß der Regierung nach sorgfältiger Prüfung aller Umstände erfolgt sei, wurde von der konservativen Opposition mit Händeklatschen begrüßt, während der Abgeordnete Wedgwood an den Staatssekretär die Frage richtete, ob ihm bekannt sei, daß seinerzeit auch Garibaldi, Mazzinc und Karl Marx die Erlaubnis erhalten hätten, nach England zu kommen. Gleich darauf warf auch der Abgeordnete Harris die Frage auf, ob es nicht eine allgemein gültige englische Tradition sei, daß man das Asylrecht als eines der heiligsten Güter Englands ansehe. Der Sprecher lehnte es ab, weitere Fragen dieser Art zuzulassen. Ausgewiesen. Berlin, 12.3uli. (Priv.-Tel.) Gestern vormittag wurde der Korrespondent des „Berliner Tageblatt" in Belgrad zum Chef der politischen Polizei gerufen, wo ihm mitgeteilt wurde, er hätte in einem Zeitraum von drei Tagen das Land zu verlassen. Als er nach den Gründen fragte, wurde ihm gesagt, seine Ausweisung erfolge wegen des Artikels im Morgenblatt des „B. T." vom 5. Juli 1929 mit der Ueberschrift „Die Massenverschiebungen auf dem Balkan". Rähere Angaben wurden abgelehnt. Abgelehnte Mißtrauensanträge im preußenparlament. Berlin, 11. Iuli. (DDZ.) Der preußische Landtag stimmte heute in seiner letzten Setzung vor den bis zum 15. Oktober dauernden Sommerferien über die verschiedenen Miß trauerns- a n t r ä g e wegen des Kundgebungsver- b o ts am Tage der zehnjährigen Wiederkehr des Versailler Diktats und wegen der Frankfurter Rede des Innenministers ab. Die Mißtrauensanträge der Deutschnationalen, der Kommunisten, der Wirtschaftspartei, Deutschen Fraktion und der Rationalsozialisten gegen das Staatsministerium wurden mit 214 Stimmen der Regierungsparteien gegen 187 Stimmen aller übrigen Fraktionen unter Beifall der Regierungsparteien abgelehnt. Bei der Abstimmung über das besondere Mißtrauensvotum gegen den Kultusmini st er, das von der Deutschen Fraktion, Wirtschaftspartei und den Rational- AuslänMerKliegsfloüenbesuchindeuIscheiiMm Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 12.Juli. Die Sommermonate dienen seit jeher den Kriegsflotten der Mächte zu umfangreichen Manöoern, aber auch zu Besuchsfahrten zu befreundeten Nationen. Dieser letzte Brauch, der vor dem Kriege sehr ausgiebig gepflegt wurde, während des Krieges indessen so gut wie aufgegeben werden mußte, hat sich inzwischen wieder stark belebt, und auch Deutschland, das in den ersten Jahren nach dem Kriege vom Besuch fremder Kriegsschiffe ausgeschlossen war, wird in seinen Häfen wieder viel von ausländischen Kriegsschiffen besucht. Auch Deutschland seinerseits schickt Teile seiner Flotte in befreundete Länder und nimmt damit wieder den gewohnten Anteil an den Gepflogenheiten der internationalen Höflichkeit. Erinnert sei nur an die Auslandreisen der Kreuzer „Emden" und „Berlin", die um die ganze Welt führten, und die für das deutsche Ansehen im Auslande manche Lanze gebrochen haben. In diesem Iahre, und zwar in den nächsten Monaten, werden die deutschen Häfen nun ihrerseits den Besuch von Kriegsschiffen anderer Rationen in einem Umfange erhalten, wie dies seit Kriegsende noch niemals der Fall war. Erst kürzlich sind drei lettische Kriegsschiffe in den deutschen Häfen erschienen und haben dem Deutschen Reich ihre Aufwartung gemacht. Dor einigen Tagen passierte eine englische Kreuzerdivision den Rordostseekanal und hielt sich aus diesem Anlaß in einem deutschen Hafen auf. Am 10. August wird abermals ein ausländisches Kriegsschiff in Hamburg eintreffen. Es ist dies das amerikanische Flaggschiff der Europadivision „Ra- leigh", das sich nach den getroffenen Dispositionen neun Tage in dem deutschen Rordseehafen aufhalten wird. Einige Tage später, und zwar am 19. August, erwartet Kiel den Besuch zweier italienischer Panzerkreuzer und zweier italienischer Schulschiffe der Marine, die bis zum 24. August sich in Kiel aufzuhalten gedenken. Die beiden italienischen Panzerkreuzer „Pisa" und „Berzucclio" werden gleichfalls einige Tage in Kiel Aufenthalt nehmen und bei dieser Gelegenheit ebenso wie die anderen ausländisch^» Gäste offiziell durch die Vertreter der Reichsmarine und des Deutschen Reiches begrüßt und bewillkommnet werden. Aus Spanien wird Mitte August der Besuch von vier spanischen Zerstörern erwartet. Diese Kriegsschiffe werden zunächst Swinemünde besuchen und von dort aus auch den anderen deutschen Kriegshäfen ihren Besuch abstatten. Schließlich wird Ende Iuli noch der Besuch eines schwedischen U-Bootes und zweier schwedischer Segelschulschiffe erwartet. Während das U-Boot Kiel anlaufen wird, werden die Segelschulschiffe in Pillau erwartet. Ein früherer französischer Finanzminister als Betrüger vor Gericht. Paris, 11. Iuli. (WB.) Die Verhandlung gegen den früheren Finanzminister und Senator Klotz, die heute vor der Strafkammer begann, ist, da der Angeklagte in vollem Umfange geständig ist, bereits beendet. Das Gericht hat sich Vorbehalten, das Urteil morgen zu verkünden. Die Anklage lautete auf Unterschlagung und Betrug, der darin besteht, daß Klotz zur Begleichung von Käufen und zur Sicherung von Darlehen Schecks ausgestellt hat, für die keine Deckung auf seiner Bank vorhanden war. Ursprünglich war er auch der Urkundenfälschung beschuldigt, doch haben die Firmen, deren Unterschriften gefälscht wurden, die Beschuldigung zurückgenommen. In der heutigen Sitzung erklärte Klotz, er selbst habe die Aufhebung der parlamentarischen Immunität gegen sich beantragt. Er habe sich in einer außerordentlich prekären Lage befunden: man habe ihm den Kredit beschnitten, doch habe er den festen Willen gehabt, sämtliche eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen, was ihm aber dadurch unmöglich gemacht worden sei, daß inzwischen die Strafverfolgung eingeleitet wurde, und er sich deshalb nicht aus feiner peinlichen Situation befreien konnte. Er habe sich in dieser Periode seines Lebens in geistiger Verwirrung befunden. Der einzige Zeuge, der vernommen wurde, belastete Klotz nicht, sondern suchte im Gegenteil psychologisch nachzuweisen, warum Klotz so tief gesunken sei. Der Zeuge erklärte, diejenigen, , die von K^oh Wechsel mft seiner :— des' Zeugen — Unterschrift erhalten hätten, hätten gewußt, worum es sich handelt. Sie hätten gewußt, daß man Klotz persönlich einen Dienst habe leisten wollen. Der Staatsanwalt erklärte, daß er nur mit großer Bewegung das Wort ergreifen könne, um den Zusammenbruch eines Mannes festzustellen, der Minister, Senator und Advokat gewesen sei. Er forderte vom Gericht eine den Straftaten entsprechende Verurteilung. Der Verteidiger des Angeklagten, Torres, erklärte, Klotz habe sich infolge der Schwierigkeiten, in die er geraten war, in einer verzweifelten Lage befunden. Torres sprach auch von Klotz' politischer Karriere, von seiner Tätigkeit als Finanzmini st er im Kabinett Clömenceau, von der gewissermaßen sein Zusammenbruch datiere. Der Verteidiger suchte zu beweisen, daß er nicht das historische Wort gesprochen habe: „Deutschland wird alles bezahlen", sondern daß die Vaterschaft für dieses Wort Lloyd George zukomme. Für den Ankauf der amerikanischen Kriegsvorräte sei auch nicht Klotz verantwortlich, sondern ein anderer Minister. 1924 sei seine Karriere zu Ende gegangen, und von da an habe der Abstieg begonnen. Das Gericht müsse alle Angeklagten in gleicher Weise beurteilen, aber man könne nicht behaupten, daß die Zivilehre von Klotz angetastet worden sei. Klotz erhob sich und dankte seinem Verteidiger, worauf das Gericht die Urteilsverkündung auf morgen verschoo. Die Sitzung ist ohne jeden Zwischetzfall verkaufen. sozialisten vorgelegt war, gaben die Kommunisten keine Karten ab. Auch von der sozialdemokratischen Fraktion beteiligten sich zwölf Abgeordnete, die für die Richtung König eintreten, nicht an der Abstimmung, so -daß in diesem Falle die Regierungsparteien nur 202 Sllmmen hatten, mit denen gegen 146 Stimmen der übrigen Gruppen die Ablehnung vollzogen wurde. Schließlich wurde noch der Mißtrauensantrag gegen den Innenminister wegen seines Verbots für Beamten, sich an Versailles-Kundgebungen zu beteiligen, mit 203 gegen 195 Stimmen ab» gelehnt. Verhandlungen mit den evangelischen Kirchen. Berlin, 11. Iuli. (DDZ.) Wie das Rachrichtenbureau des DDZ. meldet, empfingen der preußische Kultusminister Dr. Decker und der Staatssekretär im Kultusministerium Lammers heute in den Mittagsstunden den Präsidenten des evangelischen Oberkirchenrates, K a p l e r, den Vorsitzenden der Generalshnode Dr. Winkler und den Geheimen Konsistorialrat K a r n a tz zu Vorbesprechungen für die Aufnahme der Verhandlungen zwischen den evangelischen Gommerbekanntschasten. Don Wilhelm Lichtenberg. Man fährt natürlich in Urlaub, um ein bißchen Sonne, Luft, Wasser, zu haben. Aber man sagt auch, wenn man die ersten Entschlüsse zur Sommerreise trifft: „Und vielleicht lernen wir auch ein paar nette Menschen kennen..." Ja also, die „netten" Menschen, die man kennenlernen will, gehören schon mit zur sommerlichen Erholung. Man rechnet mit ihnen, wie mit dem schönen Wetter. Merkwürdig, in der Stadt gibt es nämlich keine „netten" Menschen. Jedenfalls nicht die Spezies, die man mit „nett" bezeichnet. Deshalb kann man sie auch wintersüber nicht gut kennenlernen. In der Stadt trifft man nur Menschen, die mit ein Teilchen jenes großen Mechanismus sind, den man Alltag, Geschäft, gesellschaftlichen Verkehr nennt. Man trifft also mit Leuten zusammen, denen man selbst was schuldig ist, oder die die Absicht haben, uns anzupumpen: oder mit Leuten, die man irgendwie brauchen tonn; oder mit solchen, welche sich einbilden, daß wir ihnen nützen können. Man trifft Geschäftsfreunde und Berufskollegen, schon oder zukünftige Verwandte, Mitbewohner und Stammgäste. Ja, aber „nette " Leut« sind das nicht. Sie sind Maschinenteilchen. Geht man aber aufs Land, dann ist das plötzlich anders. Der Mechanismus steht für eine Weile still und bewegt uns nur mehr — ganz unsichtbar — aus der Ferne. Geschäftsfreunde, Verwandte, Gläubiger, Schuldner, einflußreiche Persönlichkeiten, verflüchtigen sich nebelhaft in die Ferne, und man Hot es erfreulicherweise nur mehr mit Passagieren, Kurgästen, Sommerparteien und Touristen zu tun. Eben — mit „netten" Menschen. Das heißt, ob sie vom September bis zum Mai nett sind, weiß ich nicht. In den Monaten ohne „R" sind sic es. Das netteste an ihnen ist aber, daß sie neuen Bekanntschaften nicht ausweichen, sondern einen geradezu unstillbaren Menschenhunger an den Tag legen. Am liebsten würden sie schon am ersten Tag des Sommeraufenthaltes sämtliche Gäste zu sich nehmen. Warum? Weil sie eben — wie wir selbst — erpicht sind auf „nette" Menschen. Sehr nett ist es freilich auch von ihnen, daß sie sich meist in unbekleidetem Zustand zeigen. Kleider haben nämlich eine merkwürdige distanzierende Eigenschaft. Ich alaube der Mann — oder wahrscheinlicher noch die Frau —, welche vor grauen Zeiten den Lendenschurz zuerst vorbanden, haben zualeich das soziale Problem unserer Tage ausge- rollt. Badetrikots hingegen haben die wunderbare Eigenschaft, das Geschlecht der Meulchen gleichsam zu neutralisieren. Vielleicht kann man auch sagen: Im Badetrikot ist jeder Mensch „nett". Oder sieht wenigstens so aus. Wirkt so. Man muß auch bedenken, worüber man im Sommeraufenthalt spricht. Meist übers Wetter. Man politisiert nicht, redet nicht von Geschäften, disputiert nicht über moderne Literatur und stellt der Börse keine Prognosen. Also — das Wetter! Noch niemals habe ich gehört, daß zwei Menschen über das Wetter gestritten hätten. Denn das Wetter ist schön, oder garstig. Und immer trifft man sich auf einer mittleren Linie. Und mit dem bekannten „Wetter" fängt im Urlaub jedes Gespräch an. Endet auch damit. Kein Wunder, wenn die Menschen nachher auseinandergehen und wechselseitig konstatieren: „Ein netter Mensch!" „Ein reizender Mensch!" Und die Freundschaft ist geschlossen. Fürs Leben? Nein. Für die Sommerfrische. Was entschieden länger dauert. Und bann — was lernt man auch für Leute kennen! Die Titel der Herrschaften schwirren einem nur so um den Kopf — wie ungefähr die Mücken, an denen ja gewöhnlich auch kein Mangel ist. Ader die Titel der Sommermenschen hinterlassen keinen schmerzhaften Stich. Im Gegenteil! Es ist eine Ehre, vom „Herrn Generaldirektor" gestochen zu werden. Also — Generaldirektor ist im Sommer ein jeder. Zumindest. Aber die meisten Leute sind noch viel mehr. Im Urlaub machen die Menschen, eins, zwei, drei, die verblüffendsten Karrieren. Die Dame im himmelblauen Badecape ist sogar eine berühmte Filmdiva! In der ganzen Welt kennt man sie. Nur gerade in unserer Sommerfrische nicht. Aber was ist unsere Sommerfrische schon gegen die ganze Welt...? Und der Herr im rotge- säumten Schwimmtrikot ist sogar ein Dichter! Einer der berühmtesten in Europa. Ich habe mir nur leider seinen Namen nicht gemerkt. Kurz, Zelebritä- ten, wohin man schaut. Tut nichts, daß man sich selbst ein wenig klein vorkommt neben diesen be- deutendsten Zeiterscheinungen. Denn es ist eine große Ehre, sich in ihrem Schatten braun brennen zu lassen. Aber im nächsten Herbst soll das anders werden! Man gelobt sich'sü Der Herr Generaldirektor hat schon gesagt, man müsse sich auch in der Stadt regelmäßig treffen, denn so „nette" Menschen findet man nicht so leicht. Recht hat er, der Herr Generaldirektor! Dreimal recht. Und die Film- diva wird uns auch mal zu einer Aufnahme mit- nehmen: und meine Frau hätte doch einen so prachtvollen Kopf — und wie wär's selbst mit ein bißchen Filmen? Meine Frau senkt bescheiden den prachtvollen Kopf und sagt: „Na, siehst du! In der Stadt käme kein Mensch daraus, daß ich filmen sollte. Man muß eben mir unter Menschen gehen...!" Und der berühmte Schriftsteller kennt natürlich alle Verleger. Alle hören sie auf ihn. Und er will doch mal sehen... Und es wäre doch zu lächerlich... Und verlassen Sie sich nur auf mich.. .1 „Siehst du," sagt man zu seiner Frau, „da hockt man jahrelang in einer Stadt herum und trifft nicht einen netten Menschen, der einem ein bißchen helfen möchte.., Man muß nur aus dieser greulichen Umgebung herauskommen, und du sollst sehen, im nächsten Jahre bin ich schon ein berühmter Mann.. .u Kurz, im Sommer, auf Urlaub, bietet sich einem das Leben in den reizvollsten Formen dar. Alles wird einem an den Strand geliefert. Wie in der Stadt die frischen Semmeln oder die Staubsauger. Freilich, det Herbst bringt bann eine kleine Enttäuschung. Man klingelt den Herrn Generaldirektor an, und er hat kein Telephon... Die Filmdiva muß rein aus dem Eskimoland gewesen fein, denn es kennt sie weit und breit fein Mensch in fünf bewohnten Erdteilen. Und der berühmteste Dichter gibt auch keine Antwort. Tut nichts. „Nette" Menschen waren es ja doch! Woran auch die Tatsache nichts ändert, daß der Herr Generaldirektor in den Wintermonaten nur ein einfacher Buchhalter ist... Auch ein Buchhalter kann schließlich „nett" sein. Wahrscheinlich war die Filmdiva auch keine Filmdiva. Auch Kontoristinnen haben ihre Vorzüge. Nur an den berühmten Dichter glaubt man, auch wenn die Blätter schon fallen. Denn Menschen, die überhaupt keine Antwort geben, sind in der Regel tatsächlich berühmte Dichter... Hochschulnachnchien. Zum Rektor der Rupprecht-Karls-Universität in H e i d e l b e r g ist für das Studienjahr 1929/30 der Professor der Hygiene und Mikrobiologie Dr. med. Emil Gotschlich gewählt worden. Dr. Gotschlich, gebürtig aus Beuthen, bekleidete nach Absolvierung seiner Studien eine Assisten- tenstelle am Breslauer Hygienischen Institut, leitete später das städtische Gesundheitsamt in Alexandrien (Aegypten), übernahm dann die Leitung des Preußischen Hygienischen Institutes in Saarbrücken und 1917 das Ordinariat der Hygiene an der Universität Gießen. 1926 kam der Gelehrte nach Heidelberg als Rachfolger von Hermann Kosse!. — Prof. Dr. Ernst Robert Curtius in Heidelberg hat den an ihn vor einiger Zeit ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der romanischen Philologie an der Universität Dona als Dachfolger des Geh. Rats Kirchen und dem preußis chen Staats- Ministerium, die das Ziel verfolgen, nach Erledigung des Konkordats zu paritätischen Vereinbarungen mit den evangelischen Kirchen zu gelangen. Es wurden demnächst nur technische Fragen besprochen und insbesondere festgelegt, daß die vorgenannten Herren Berhandlungssüßrer der evangelischen Kirchen sein sollten. Aus Grund der Parallelverhandlungen mit der katholischen Kirche wie das DDZ.-Dureau hört, zu erwarten, daß nunmehr von evangelischer Seite zunächst in der Art die Wünsche der Kirchen borgetragen_ werden, wie es seinerzeit durch die Bischöfe für die katholische Kirche geschehen war. Darauf wird das preußische Kabinett, das am 13. August, wie bereits gemeldet, zur Unterzeichnung des Konkordates zum ersten Male wieder voll zusammentritt, zu den Wünschen der evangelischen Kirchen Stellung nehmen und Richtlinien entwerfen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß unverbindliche Sachbesprechungen kleinerer Art schon in der Zwischenzeit stattfinden, doch wird erst nach dem 13. August in den HauptverHandlun- g e n fortgefahren. preußisches Geschenk an den Papst. Berlin, 11. Iuli. (WB.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Gesandte beim Vatikan am 11. Iuli dem Papst aus Anlaß seines 50jährigen Priesterjubiläums im Ramen der preußischen Staatsregierung ein Exemplar der in Heidelberg befindlichen ManessischenHank- schrift der deutschen Minnesänger überreicht. Hessen und die Reichsreform. Die Hessische Amtliche Pressestelle verbreitet unter der Ueberschrift „Die Zuständigkeiten der künftigen deutschen Länder" einen Bericht über das Ergebnis der jüngsten Tagung der Länderkonferenz, die am 5. und 6.Juli in Berlin stattfand. Nach einer eingehenden Schilde- rung der verschiedenen Vorschläge, die gegenwärtig allerdings noch stark im Stadium der ersten Vorbereitung stehen, kommt der Bericht der amtlichen Pressestelle zu folgender, für unser Hessenland grundlegender Feststellung: Der Hessische Landtag hat sich in seiner März- tagung mit der Frage der Reichsreform und ihren Auswirkungen für das hessische Gebiet eingehend beschäftigt. Als Ergebnis der Aussprache konnte . Staatspräsident Dr. Adelung als die Auffassung der weitaus überwiegenden Mehrheit des Landtags feststellen, daß weder ein Aufgehen Hessens in Preußen, noch der Anschluß an ein irgendwie zentralistisch zu- sammengefaßles Rorddeutfchland in Frage komme: für das hessische Gebiet werde vielmehr eine solche Regelung als tragbar anzusehen fein, die der Bevölkerung weitestgehende Selstver- waltung und damit die Möglichkeit gibt, diejenigen Aufgaben, die nicht zentral erledigt zu werden brauchen, selbständig zu regeln und zu verwalten. Es darf hiernach als ausgeschlossen angesehen werden, daß die hessische Bevölkerung es als annehmbar betrachten könnte, wenn das im r J; e i firn a i n i f cf) e n Gebiet zu schaffende neue Land in feinen Zuständigkeiten auf den Stand einer preußischen Provinz herabgedrückt werden sollte. Insbesondere erscheint es ausgeschlossen, daß Hessen sich damit zufriedengeben könnte, wenn etwa die Absichten beständen, die Kulturoerwaltung und die gesamte innere Verwaltung der Zuständigkeit des Landes zu entziehen und durch eine zentralistische Verwaltung, wie sie für die preußischen Provinzen beibehalten werden soll, zu ersetzen. Der amerikanische Botschafter im Schwarzwald. Freudenstadt, 11. Iuli. (WTD.) Der amerikanische Botschafter in Berlin, Shurm an und Frau, sind heute zu 14tägigem W. Meyer-Lübke angenommen. Dr. Curtius, dec besonders auf dem Gebiete der neueren französischen Literatur fachliterarisch tätige Romanist, ein geborener Elsässer, war bereits früher an der Bonner Uniberfität tätig, zunächst als Privatdozent, später als Extraordinarius. 1919 wurde er Ordinarius in Marburg und ftijif Iahre später Fritz Reumanns Rachfolaer in Heidelberg. — Prof. Dr. phil., Dr. theol. h.c. Enno Littmann in Tübingen hat den Rus j auf den Lehrstuhl der orientalischen Philologie in Göttingen als Rachfolger des verstorbenen Geheimrats M. Lidzbarski abgelehnt. Der nichtbeamtete außerordentliche Professor Dr. Hans Mortensen in Göttingen ist beauftragt worden, vom 1. Oktober 1929 bis 30. September 1930 in der philosophischen Fakultät der Universität Marburg für den beurlaubten Professor Dr. Schultze (Iena) die Geographie in Vorlesungen und Uebungen zu vertreten. Pros. Mortensen, dessen Spezialgebiet Ostpreußen-Litauen und Südamerika (insbesondere Chile) ist, studierte Geographie unter A. Penck (Berlin) und M. Friederichsen (Königsberg) und habilitierte sich 1922 irr der Königsberger Philosophischen Fakultät, wo er zugleich eine Assistentenstelle am Geographischen Institut bei M. Friederichsen belleidete. Bald darauf erhielt Mortensen einen Lehrauftrag für Kartographie. 1923 fiedelte er nach Göttingen über, wo ihm ein Lehrauftrag für Wirtschaftsgeographie übertragen wurde. Vier Iahre später erhielt er die Ernennung zum nichtbeamteten a. o. Professor in Göttingen. — Für das Fach der Physiologie erhielten von der medizinischen Fakultät der । Universität Frankfurt a. M. die venia legendi Dr. med. Hans Ioachim Deuticke und Dr. med. Emil Lehnarzt. Privatdozent Dr. Deo- tike sprach in der öffentlichen AntrittsvorlesM über das Thema „Die Bedeutung des _5)cry Lungenpräparates für die Physiologie", während Dr. Lehnarh das Thema „Der Wirkungsmecha^ nismus des Insulins" behandelte. — Der durch die Uebersiedelung von Prof. Herbert Koch nach Leipzig an der Universität Iena erledigte Lehrstuhl der Archäologie ist dem ordentlichen Professor Dr. Camillo P r a s ch n i k e r an der deutschen Universität in Prag angeboten worden. Dr. Praschniker, der aus Wien gebürtige Archäologe, absolvierte seine Studien in Innsbruck, Berlin und Wien als Schüler von Hans Schrader, Fr. Winter, E. Reisch und R. Kekule von Stradonitz. M Dtn "'1 letlvn.' tSeW/tet $ Äufnet Tun «nb ® Schluß des v< SerfiN pÄ fanden W kndern auch- d Sftierprasi iu ermordet «s ,'ch wn « 3ommunftn jhanilatot de tzrambarv noch die. y,chr bewaffn tuen, während Revolvern am A Die „Tvech । |fa bestimm ,;5oetlge“ ist wo len Nachricht1 5 cif auf (Bron Kleine Beschii Neuyork, 1 u go Tribüne" n irr „U n f i n B c n sgebesferl wert itKirfig damit b ooin Jlugjeug f( f!c re re Detter lä erfolgt. Flug des 3 Stettin,!! Seddiner Ä ist heute morge: aufgestiegen. Es reicht und bat । km ein Wnierma, eAeichsttsornl Bj! verbreitet uns Zuständigkeiten bt- 'eJ 2,?nbet" einen & 5 ®er lungsten Tagung bc '?ie am 5. und 6.3uliii Schild vor chloge, bie gegenwärtig Stadium der ersten $01' °.er Bericht der amtliche, sur unser hessenlanl !st siellung: 1 bat sich in seiner Mäy der Ncichzresorm und ihm hessische Gebiet eingehert ris der Aussprache (ony delung als die Aufsassu,: 'den Mehrheit des Landtag lngeiL 1 m Archen ‘r. technisch- g. Än be. I^ngsf^ °°b die bot, urch die Kgen Zeichnung be, 'lPÖer v°Uzu,^"r!°r. ?MlischenK^entrith Wird erst '■■Aaft den pM *M®nV** iÄ8™ Aä Hessens in Preußen, noch irgendwie zeutrolistisch ja- rddeulschland in Frage che Gebiet werde vielmehr als tragbar anjusehen fein, I weitestgehende Selffoer- die Möglichkeit gibt Meie nicht zentral erledigt ja bsländig ja regeln und jo rwallen. usgeschlossen angesete '•je ßeoolferung es als a, üc, wenn bas im rifein t ju schassende neue w ,en aus den Stand eine iinj herabgedrückt wette cheint es ausgeschlossen, W riedengeben könnte, Mv landen, die KuliuroerwM • e Verwaltung der Zustant- ntjiehen und durch eine z» , wie sie für die preußis^ werden soll, zu ersetzen. inifdjc Ättschöster htvafztvalo. 11. M MW » Botschafter in Dem *«»« *«© ä^FSm '"SÄ«*1** OM WW betoi^HMa fit i.J? Iahte IP1** «rort lurt^uilde A- ^iiDü5m^Ä ösfevtliAutung ÄeiBsri Aufenthalt hier angekvmmen und im Hotel Wald- Kst abgestiegen. ^erfaffungsseier an »en preußischen Hochschulen. Berlin. 12. 3uIL (Priv.-Tel.) Nach einer Daldung der „D. Z. a. M." ist bei der gestrigen -oiiferen- der Hochschulrektoren im Preu, lchen Kultusmini st erium vereinbart r»den, in diesem Jahre an allen Universi- j 1 e n und an allen Technischen und anderen r chschulen offizielle Derfassungs. •Sern abzuhalten. Da aber der 11. August i He Hochschulserien fällt, sei beschlossen worden, <|e Verfassungsseiern in die letzten Tage vor ch-iuh des Sommersemesters zu verlegen. Verschwörung in Bulgarien. Sofia, 11. Juli. (WTB.) Die Untersuchung s Attentats, das auf der Straße von ri lschin nach Philippopel auf ein Regie- ngßauto verübt wurde, hat, wie die Bul- rasche Telegraphenagentur meldet, zu dem Er- lmis geführt, daß fünf unter dem Verdacht ■r Beteiligung an dem Ueberfall verhaftete -iuern aus dem Dorfe Bairene nicht nur . flanden haben, an der Tat beteiligt zu sein, ftntern auch, daß die Absicht bestand, den Mimst erpräsidenten und den Arbeits- -»i m i st e r, die man in dem Auto vermutete, Hsrmorden. Alles läßt darauf schließen, daß 't. sich um eine Verschwörung agrar» ßmimunistischer Kreise handelt. Als Or- em isator des Ueberfalls wurde Ranguel Trambaroff festgestellt, der allerdings auch jejt noch die Tat leugnet. Er hat mit einem Ge- lrchr bewaffnet an dem Lieberfall teilgenom- Hit, während die übrigen Verschworenen mit Äevolvern ausgerüstet waren. Aus aller Welt. Sie „Sverige" auf Grönland gelandet. 5 lockholrn, 11. 3uli. (WTB.) Das nach 5lme- elf« bestimmte schwedische Flugzeug „Stetige14 ist nach einer hier eingegangenen prl- «Icei Rachricht heute früh 6 Uhr mitteleuropäischer Jrif auf Grönland gelandet. Älciite Beschädigung der „Itirtin Bowler". N euyork, 12. Jul«. (IDIB. Funkspruch.) „Chicago Tribüne" meldet, daß eine kleine Beschädigung bet ,,U n t i n Bowler" über der Wasserlinie leicht cnsgebessert werden konnte. Die Eskimos sind gegen- teiefig damit beschäftigt, größere Eis stücke Dem Flugzeug fernzuhalten. Das wärmere und Höre re Wetter läßt hoffen, daß der Abflug heute «folgt f lug des Leddiner Kleinluftschiffes. e ie 11 i n , 12. Juli. (WTD. Funkspruch.) Das Seddiner K I e i n l u f t sch if f D.P.N. 28 iß heute morgen zu dem Fluge nach Berlin cuisgestiegen. Es hat um 7.30 Tlhr Stettin erreicht und hat auf dem Flughafengelände, auf dem ein Ankermast errichtet wurde, eine Zwischenlandung vorgenommen. Der Weiterflug nach Berlin soll in den Rachmittagsstunden erfolgen, die genaue Zeit steht im Augenblick jedoch noch nicht fest. 221 Stunden in der Luft. Aus C u l o e r City (Kalifornien) wird von gestern gemeldet: Das Flugzeug „Angelano" befand sich heute 12.30 Uhr 221Stundeninder Luft. Es fliegt weiter. Neun Todesopfer einer Brandkatastrophe. London, 12. Juli. (IDIB. Funkspruch.) Gestern abend ereignete sich bei Gillingham (Kent) ein furchtbares Unglück, bei dem neun Seekabel- tendenlodfanden. Für eine Vorführung der Feuerwehr war aus Holz und Leinewand ein Gerüst aufgerichtet worden, das ein hau» darstellte. An diesem künstlichen Haus sollten verschiedene Bettungsmethoden gezeigt werden. 3m 3nnern des Hauses befanden sich neun Seekadettcn, die die zu rettenden Bewohner des Hauses darstellten. Plötzlich geriet der Bau in Brand und stü rz te in Flammen gehüllt zusammen. Alle neun Kadetten kamen in den Flammen um. Hunderte von Zuschauern wohnten der Tragödie bei. Bisher wurden acht Leichen geborgen. Dos Bootsunglück auf der Ostsee. Zu dem gestern gemeldeten spurlosen Verschwinden von fünf Kurgästen, die von dem Ostseebad Koserow auf der Insel Tlsedom aus einen Segelbootsausflug in der Richtung nach der Insel Rügen gemacht hatten und von denen man ohne jede Nachricht blieb, wird heute weiter gemeldet, daß das Segelboot von einem auf der Suche befindlichen Flugzeuge umgekippt auf dem Meere treibend gesichtet wurde. Das Segelboot gehört dem Gastwirt Schlachter auf Koserow. Es besteht demnach kein Zweifel mehr, daß alle fünf Badegäste, die sich in dem Doot befanden, den Tod in der Ostsee gefunden haben. Der Libsee soll amerikanisch werden. Wie die „D. 21. Z." aus Garmisch meldet, soll der Eibsee für uns verloren gehen. Das am See liegende Eibsee-Hotel ist Privatbesitz der Gebrüder lerne, und Direktor lerne steht bereits seit einiger Zeit mit einer ameritani|d)en Privatgesellschaft in Verkaufsverhandlungen, die nunmehr vor dem Abschluß stehen. Käme der Verkauf tatsächlich zustande, so wird das Hotel und der See aus- schließlicher Besitz der Amerikaner, die dort ein mondänes Klubheim zu errichten gedenken. Der See würde somit für die Oeffentlichkeit gesperrt werden. Verhaftung eines Baugenossenschafts-Geschäftsführers. Der Geschäftsführer der Baugenossenschaft des Mietervereins München, H u g o R a a b, ist nach einer Meldung der „Bayerischen Staatszeitung" wegen dringenden Verdachts der Unterschlagung verhaftet worden. Das Defizit bei der Baugenossenschaft soll 400 000 Mk. betragen. Der bisherige erste Vorsitzende des Mietervereins, Stadtrat H u f e l a n d, hat seinen Posten niedergelegt. Eisenbahnunglück in Amerika. Aus N e u y o r t wird gemeldet: Der Expreßzug nach Cleveland der Erie-Eisenbahn erlitt in der Nähe von East Corning im Staate Neuyork einen Unfall dadurcy, daß ein Wagen aus dem dem Ex- 1 preßzug auf dem Nebengleis entgegenkommenden Güterzug entgleiste, so daß der Expreßzug in den entgleisten Wagen hineinfuhr. Die Frachtwagen und der Gepäckwagen des Expreßzuges gerieten in Brand. Vier Beamte vom Personal des Expreßzuges, sowie ein blinder Passagier, der sich auf dem Güterzug befunden hatte, wurden getötet. Sämtliche Passagiere blieben unverletzt. Oie Wetterlage. Q Conina •Jan 25 HonJoji O 6* /6 fand Va Ponnerstag, d.ff. Juli 1929,-TaWS. O Wolkenlos. 0 neuer 0 naiv gedeckt ® woixtg. © gedeckt, e Regen * Schnee Graupein ■ iteoet K GeWiuer.(§)Wind$tiiie.O' sehr leichter Ost massiger Südsüdwest <5 stürmischer «ordwesl öle Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen stenenden Zahlen gehen die Temperatur an. Die Linien verhindert Orte nut gleichet» auf rteeresnlVeau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Beim Weiterzug des nördlichen Druckfallgebietes haben seine Randstörungen Einfluß auf die Witterung Deutschlands gewonnen. So kam es in den heutigen Morgenstunden außer stärkerer Bewölkung im westlichen Deutschland zu strichweisen Niederschlägen. Das Fallgebiet dürfte durch die folgenden etwas kühleren Luftmassen bei uns noch zu Bewölkung fuhren, die von gewitterdrohenden Erscheinungen begleitet sein wird. Lieber Irland scheint erneut hoher Luftdruck zur Entwicklung zu kommen, so daß die vorübergehend sich auswirkenden Randstörungen wieder durch ansteigenden Luftdruck ausgeglichen werden. Die Temperaturen erfahren zwar leichte Schwankungen, jedoch bleibt es im ganzen warm. Wettervoraussage für Samstag: Weiterhin teils wolkiges, teils aufheiterndes Wetter, aufkommende Gewittsrneiaung, warm. Wettervoraussage für Sonntag: Wolkiges Wetter, zeitweise bewölkt, in der Hauptsache trocken. Lufttemperaturen am 11. Juli: mittag» 24,5 Graß Celsius, abends 17,9 Grad, am 12. Juli: morgens 19,8 Grad. Maximum 26,4 Grad, Minimum 11,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 11. Juli: abends 24,3 Grad: am 12. Juli: morgens 18,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 8 Stunden. Belsewelterdienst der amtlichen Wetterdienststelle Oberheffe«. Bayern (Garmisch - Partenkirchen): Gestern warmer Taa, meist heiter: heute morgen 14 Grad, Südwestwind, heiter bis halb bedeckt. — (Berchtesgaden): Gestern warmer Tag, meist heiter: heute morgen 14 Grad, Westwind, halb bis ganz bedeckt. Baden (Baden-Baden): Gestern der Jahreszeit angemessene Temperatur, meist heiter: heute morgen 16 Grad, Ostwind, heiter bis halb bedeckt. — (Freiburg): Gestern der Jahreszeit angemessene Temperatur, meist heiter: heute morgen 20 Grad, Westwind, heiter bis halb bedeckt. Borkum: Gestern warmer Tag, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 19 Grad, Südwind, halb bis ganz bedeckt. — St ü ft e (Westerland a. Sylt): Gestern warmer Tag, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 17 Grad, Südwestwind, halb bis ganz be- deckt. — (Swinemünde): Gestern der Jahreszeit angemessene Temperatur, meist heiter: heute morgen 13 Grad, Nordwestwind, heiter bis halb bedeckt. Bücheriisch. — Griechische Heldensagen. Neu erzählt nach den alten Quellen von Albrecht Schaeffer. Erste Folge. Insel-Verlag, Leipzig. Preis in Leinen 6 Mk. (162) — Albrecht Schaeffer, dec tief in den Vorstellungen der Antike lebende Dichter, durfte es wagen, die Gestalten der griechischen Sage neu zu beschwören. Drohten sie doch unserer Zeit zu entschwinden, da die pathetische Form, die ihnen Schwab vor bald hundert Jahren gab, wohl damals ihren Zweck erfüllte, unfern heutigen Ansprüchen aber nicht mehr genügt. Außerdem ist das Bild, das Schwab von der antiken Welt gibt, dadurch verschoben, daß er sich ziemlich eng an Quellen gehalten hat, die zum großen Teil nicht aus der alten, sondern aus sehr viel späterer, oft römischer Zeit stammen« wodurch das Ganze eine etwas rokokohafte Färbung bekam und das spezifisch Griechische verlor. In der neuen Fassung von Albrecht Schaeffer wird die ursprüngliche Reinheit und fiar lebendige Einfachheit der Atmosphäre wieder her- gestellt. Dieser erste Band, dem im nächsten Jahre noch ein zweiter folgen soll, enthält die folgenden Sagenkreise: Sishsos und die Sisy- fiden — Herakles — Theseus — Meleagros und Atalante (die kalydonische Jagd). Berliner Börse. Berlin, 12. Juli. (WTB. Funkspruch.) Auch heute zum Wochenschluß war das Geschäft im Früh- verkehr wieder derartig gering, daß man sich noch kein zuverlässiges Bild über die Tendenz machen konnte. Da man auch international mit einer Erleichterung des Geldmarktes rechnet — in Neuyork war gestern davon allerdings noch nichts zu spüren — ist der Grundton als freundlich anzusprechen. Besonders für Montan- und Schiffahrtswerte besteht wieder etwas Interesse. Man taxiert Farben 233,5 zu 234, Phönix 105, Stahlverein 110,75, Man- nesmann 126,5, Lloyd 116 und Paketfahrt 125. Ihrer Gar Leinen, Sonne QJie Erg5",un9 toöh?--1 da‘ lndanthren;Bikenro.d< •n Stoff aus Bour?w- uer Wäsche, =*ten.L_D„e,n"br'niSl. behält euch . .. Ähnliche Be- I SS.-SSest-SsSr--1 “ d°”" ""““vT i ' e^spartbleiben. 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(Sin Mann von der mittelmäßigen staatsmännischen i Begabung Chamberlains unterlag dem Ein» |lu§ des sehr viel geschickteren Briand, dem es c genllich niemals Mühe machte, die englische Poli» tüf ins französische Geleise zu schieben. War doch C7id) der einflußreichste Minister des Kabinetts Äaldwin, Churchill, ein ausgesprochener Fran- ?, isenfreund und krasser Deutschenfeind. Die Politik Chamberlains, dem man in England I gpnz offen seine Abhängigkeit von Frankreich oor- urarf, hat zur Niederlage seiner Partei und Regie» r ung sehr viel beigetragen. Sogar in England beleckte man das Wort, das Chamberlain beim Ab» ! schluß des Flottenabkommens aussprach: „Ich ilebeFrankreich wie eine schöneFra u". Cer Erfolg hat es ja bestätigt, daß die Einbe» j Eichung dieser außenpolitischen Fragen in den Wahlkampf ein geschickter Schachzug der Arbeiter- ptirtei war, und es sind in der Zeit des Wahlkamp- fc5 für englische Verhältnisse außerordentlich harte Worte über die „englische Außenpolitik zu Frank- i r-lichs Gunsten" gefallen. Nun sind Wahlparolen, zumal außenpolitische, 4 g ewiß nicht bindend für die Regierungspolitik c.mer Partei. Man soll sich deshalb in Deutsch- I Icinb nicht zu viel von dem Wechsel in England I v irsprechen. Fest steht nur, daß die Arbeiterregie- rning den ernstlichen Versuch gemacht hat und weiter imachen wird, aus der französischen Abhängigkeit herauszukommen. Das weiß u ii) das fürchtet man in Frankreich, und deshalb hort die französische Presse nicht auf, dem Kabinett Qlacdonald vorzuwerfen, es sei deutschfreundlich. Davon ist natürlich keine Rede: die neue englische Regierung ist weder deutschfreundlich noch fron» z«senfeindlich, sie will nur eine unabhängige I Politik treiben, die von gewissen Prinzipien u ad auch von einigen im Wahlkampf übernom- menen Verpflichtungen der Arbeiterpartei diktiert t ifL Denn so einfach, wie das auf dem europäischen | Festlands geschieht, wirft eine zur Macht gelangte englische Partei ihr Programm nicht über Bord. Schon heute ist zu spüren, daß die derzeitige englische Regierung die Absicht hat, die Entente öU liquidieren, ohne deshalb auf die französische Freundschaft verzichten zu wollen. Ob ihr dies gelingt, ist natürlich eine andere Frage. Jede englische Regierung, von welcher Partei sie auch gebildet sein mag, hat nämlich scharf zu unterscheiden zwischen den Fragen, die das britische Weltreich direkt oder wenigstens indirekt an- gehen und denen, die keine Berührung mit ihm haben. Sn jenen Fragen ist jede Regierung streng an die Tradition und an die Entscheidung der Aemter gebunden, in diesen hat sie volle Handlungsfreiheit. Man macht sich kaum eine Bor- slellung von der Allmacht des Foreign Office und der englischen Admiralität. Ohne diese beiden Stellen darf auch der mächtigste Premierminister nichts unternehmen. Roch vor kurzem haben wir ja das bezeichnende Beispiel erlebt, daß eine diskrete Mißbilligung der amerikanischen Reisepläne Macdonalds durch das Foreign Office ihn auf diese Sdee verzichten lieh. Sn britischen Lebensfragen ist dieses Kabinett wie alle seine Borgänger völlig ohnmächtig, und weder bei der Abrüstung zur See, noch in der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Sowjetruhland kann Macdonald ohne Admiralität oder Auswärtiges Amt etwas anfangen. Aber all die anderen vielen Probleme, die die britische Weltmacht nicht sonderlich berühren, stehen Herrn Macdonald offen. Zu diesen gehört, so seltsam es auch klingen mag, die „Entente cordiale“ und die „Freundschaftliche Zusammenarbeit“ mit Frankreich. Dazu gehört auch die Rheinlandräumung, die Minorilätenfrage, ein Teil der Balkanpolitik, die polnische Frage und an sich auch die Abrüstung zu Lande. Gerade dies waren ja die Probleme, in denen Herr Chamberlain so gern auf Briands Spuren wan- düte. Es ist z. D. kein Geheimnis, daß das Projekt der famosen Versöhnungskom- mission im Rheinland, d. h. natürlich der Kontrollkommission, von Chamberlain ausgearbeitet worden ist. Andererseits läßt sich auch nicht verheimlichen, daß die neue englische Regierung gerade zu diesem Punkte in Paris die Erklärung abgab, sie fühle sich an diesen Plan des früheren englischen Außenministers nicht gebunden und halte eine Kontrollkommission über das Sahr 1935 hinaus für nicht notwendig. Eine Tatsache, die man in Deutschland beachten sollte. Ebenso macht das „Foreign Office“ Herrn Macdonald keine Vorschriften in der Frage der vorzeitigen und schleunigen Gesamt- räumung des Rheinlandes, für die mitunter ja auch die Regierung Baldwin eingetreten war, die sie aber stets nur gemeinsam mit Frankreich vornehmen wollte. Macdonald hat erklären lassen, er werde räumen, auch wenn die Franzosen zu bleiben wünschten ... Sn der Minderheitenfrage kann Frankreich, das hat sich schon in Madrid gezeigt, nicht mehr wie bisher auf eine englische Unterstützung für seine eigene Gefolgschaft, für Polen und die Kleine Entente, rechnen. Ob freilich diese veränderte Haltung Englands nach der einmal gefallenen Entscheidung von Madrid irgendeinen Vorteil für die Wahrung der Rechte der Minderheiten wirklich bringen wird, bleibe dahingestellt. Seden- falls ist England nicht mehr wie zu Chamberlains Zeiten der Vorkämpfer des Gedankens einer Aufsaugung der Minderheiten. Die diplomatischen Vertreter Englands auf dem Balkan werden in Zukunft nicht mehr die diplomatischen Aktionen ihrer französischen Kollegen zu unterstützen brauchen. Die Kleine Entente ist in den Kreisen der neuen englischen Regierung nicht beliebt. Ebenso freie Hand hat Macdonald in allen Problemen der deutsch- polnischen Grenze. Dies ist umso wichtiger, als die öffentliche Meinung Englands in der polnischen Frage schon immer Verständnis für deutsche Argumente gezeigt hat. Rur .in der A b r ü st u n g s f r a g e ist die Situation komplizierter. Die englische Admiralität hat sich nun einmal dazu entschlossen, die französische Landabrüstungsthese zu unterstützen gegen eine vorbehaltlose Anerkennung der englischen Flottentheorie durch Frankreich. Daran ist nichts zu ändern. Wenigstens vorläufig nicht. Rur wenn England mit den Vereinigten Staaten zu einer Übereinkunft in der Flottenfrage gelangt. fällt die Rotwendigkeit einer Rücksichtnahme auf Frankreich in der Frage der ausgebildeten Reserven' und des lagernden Kriegs- inaterials fort. Wird ein Marine-Abkommen mit den U.S.A abgeschlossen, dann kann es allerdings geschehen, daß der Vertreter Englands in der vorbereitenden Abrüstungskommission von neuem auch die Verminderung ausgebildeter Reserven und lagernden Kriegsmaterials fordert Smmerhin hat hierüber zunächst noch die Admiralität zu entscheiden. Aber man sieht, daß es viele europäische Fragen gibt, in denen die Abkühlung der englisch-französischen Freundschaft zutage treten kann. Und wenn die Arbeiterregierung zwei Sahre am Ruder bleibt, dann ist es sehr wohl möglich, daß die Agonie der Entente cordiale deren Tod herbeigeführt hat. Erhebung eines Kirchnotgeldes in Hessen. WER. Der letzte evangelische Landeskirchentag hat, um den neuen Voranschlag der Kirche wenigstens teilweise zu decken, die Erhebung eines Kirchnotgcldes beschlossen. Es handelt sich dabei um einen festen Betrag von jährlich 2 Mark, der von jedem Kirchenmitglied über 25 Sahre ohne Unterschied erhoben werden soll. Die Erhebung tarm nicht einheitlich erfolgen, vielmehr sind hierfür folgende Bestimmungen getroffen: Alle diejenigen, die auch ohne Rotgeld kirchensteuerpflichtig sind, da diese Einkommensteuer bezahlen, erhalten das Rotgeld mit der übrigen Kirchensteuer in einem Betrage angefordert. d. h. also: Die Kirchensteuer ist um 50 Pfennige (bei Verheirateten um 1 Mk.) für das Ziel erhöht. Die nicht kirchensteuerpflichtigen 25 Sahre alten Evangelischen und ferner die in Mischehe mit Andersgläubigen oder Ausgetretenen lebenden Ehefrauen erhalten das Rotgeld durch einen besonderen Zettel angefordert. Hm Härten zu vermeiden, haben die Kirchensteuerkommissionen das Recht, Rachlässe des Rotgeldes eintreten zu lassen. Befreit sind alle diejenigen, die in öffentlicher Fürsorge stehen. Durch das Kirchnotgeld werden etwa 400 000 Mk. aufgebracht, so daß der evangelischen Landeskirche weiterhin immer noch eine beträchtliche Schuldenlast verbleibt. Darf man zu Obst Wasser trinken? Von Dr. med. W. Schweishelmer. Die Volksmeinung sagt: es ist nicht gut, zu rohem Obst Wasser zu trinken. Solche Ansichten sind stets wert, genauer untersucht zu werden. Volksansichten sind oft mit Aberglauben und merkwürdigem Beiwerk verbrämt, aber meistens steckt irgendein reeller Kern, ein Erfahrungswissen dahinter. Von A e r z t e n wird die Frage nicht einheitlich beantwortet. Grundsätzlich ist es wohl so; bei nicht zu großen Obstmengen und nicht zu großen Wassermengen — wenn man an beide Mengen gewöhnt ist —, bringt der gemeinsame Genuß im allgemeinen keinen Schaden. Es ist an und für sich nicht gut, wenn zuviel O bst auf einmal genossen wird, ohne daß sich der Körper allmählich daran gewöhnt hat. Der Magen kann dadurch eine Ueberdeh- nung erfahren, die Tätigkeit des Darmes überlastet werden. Schon die normale Menge Obst regt ja die Darmtätigkeit an, ein Hauptvorteil seiner Wirkung. Obstgewöhnte Menschen, zumal in Obstgegenden, können sehr große Mengen ohne den geringsten Schaden genießen. Es werden hier aber zuweilen Fehler begangen, wenn eine neue Obstart wieder auf den Markt kommt. Zahlreiche Verdauungsstörungen nach Obstgenuß, namentlich bei Kindern, beruhen denn auch nicht auf verdorbenem oder unreifem Obst, sondern auf einem Uebermaß. Wird nun dazu noch Wasser genossen, so steigt die Ueberdehnung des Magens. Das ist aber bei den einzelnen Obstsorten recht verschieden. Gerade Versuche der neuesten Zeit haben erkennen lassen, daß Ob st bei Wasser- zusah eine hohe Quellfähigkeit besitzt, also das Wasser aufsaugt und dabei noch an Umfang zunimmt. Der Würzburger Pharmakologe Walther Gros hat das in interessanten Untersuchungen festgestellt. Es wurden beispielsweise Aepsel, Kirschen, Pflaumen, Stachelbeeren, Erdbeeren in grob verkleinertem Zustand bei Zimmertemperatur und bei einer Brutschrank- Wärme von 37 Grad Celsius mit Wasser versetzt und die Quellungsverhältnisse beobachtet. Es zeigte sich, daß dabei Kirschen am stärksten auf quollen, ihr Volumen nahm um 60 bis 100 Prozent zu. Dunkelrote Herzkirschen hatten nach einstündigem Stehen mit Wasser um 100 Proz. ihres Volumens zugenommen. Sauerkirchen, kleine schwarze Kirschen, um 60 bis 90 Proz. Auch Stachelbeeren quollen in starkem Matze auf, während die übrigen genannten Fruchtarten wenig Wasser aufnahmen, Aepfel beispielsweise nur 10 bis 20 Proz. Als praktische Folgerung ergibt sich: man wird zu Kirschen und Stachelbeeren keine gröheren Wassermengen geniehen. Denn dasselbe, was im Laboratoriumsversuch auftritt, ist auch im Magen und Darm zu erwarten. Die Früchte quellen auf, bewirken einen abnorm großen FüllungSzustand des Magens, Magenbeschwerden stellen sich ein. daS Zwerchfell wird hochgedrängt und daraus können unangenehme Atmungs- und Herzbeschwerden entstehen. Auch der Darm wird zu allzu rascher Tätigkeit angeregt, es kommt zu Durchfällen. Schlecht verträgt sich auch Wasser mit unreifem Obst. Unreifes Obst ist ja nicht unmittelbar giftig, manche Kinder vertragen eS sogar ganz gut, aber es enthält Stoffe, die zur Reizung der Derdauungsorgane führen und auf diefem Wege Krankheit Hervorrufen. Vermutlich find die Fasern des unreifen Obstes für den Darm besonders wenig verdaulich. Eine häufigere Ursache von Verdauungsstörungen ist verdorbenes Obst; es kommt, unter dem Einfluß der am verdorbenen Obst angesiedelten Pilze, zu abnormen Gärungsvorgängen im Körper und von da ausgehend zu Darmstörungen und wohl auch zu allgemeinen Dergiftungserschei- nungen. Die Erfahrung hat gelehrt, daß Bier und O b st sich im allgemeinen schlecht vertragen; instinktiv merkt das der Körper, d. h. es ästeht kein Appetit auf diese Zusammenstellung. Ob die Hesebestandteile des Bieres sich mit dem Obst nicht vertragen, oder was sonst die Ursache des Richtzusammenstimmens ist, ist noch nicht geklärt. Die Frage, ob man zu Obst Wasser ohne Schaden trinken darf, ist also nicht einheitlich zu beantworten. Vor übermäßigem Trinken von Wasser nach Obstgenutz wird man sich hüten, namentlich bei Kirschen und Stachelbeeren. Dagegen kann es nicht schaden, wenn Wasser einige Zeit vor dem Obst genossen wird: es hat dann den Magen schon wieder verlassen, bis die Früchte kom- i Marburg ,en Lufthelden geseh „Art Freiballonaufsfc s Lose für Frei* Pferde-Wettremi w t SisS .sr-ieM ' wStt. Anaeb. A 5 morg- den ®!eB' K-^t 'ubr l SOA/ilbr- Kon® [nielcher Agios- Mbne. j. Juli* „ I die""Äteöl mderaUen SB NachhUf Unterrill ftrntUÖf. U-C* at und Er- is- WMJ ung iterhaus Istrate 5 91t MBWM MD. Roman von Edgar Wallace. 25 Fortsetzung Nachdruck verboten. Er schlenderte zum Zimmer hinaus und durch ben Gang nach dem gemeinsamen Wohnraum. Diese armen Menschen hatten Anrecht auf eine Erklärung, und er gab ihnen diese, indem er ben Fall genau und einfach auseinandersetzte. Alle, auch diejenigen, die sich am lautesten beschwert hatten, stimmten ihm bei. Larry hatte seine kurze Ansprache beendigt und lehnte in tiefen Gedanken versunken an der Wand des Korridors, als er eine Treppe höher Lärmen und einen Schrei hörte. Sn wenigen Sähen flog er die Treppe hinauf. Als erster erreichte er den Treppenabsatz, und was er sah, lieh sein Herz ungestüm schlagen. Langsam, Stufe für Stufe, schritt Diana Ward ouf ihn zu. Sh re Bluse hing in Fetzen und lieh eine schneeweiße Schulter sehen. Sn einer Hand hielt sie einen schweren Smith-Wesson- Revolver, und auf ihrem blassen Gesicht lag ein triumphierendes Lächeln. Einen kurzen Augenblick lang starrte Larry sie an, dann sprang er ihr entgegen und ritz sie in seine Arme. „Mein Liebling!" sagte er mit gebrochener Stimme. „Wein Liebling! Gott sei Dank, dah Sie wieder da sind!" 24. Diana war nach dem anderen Ende des Saales geschlendert und prüfte die Leinwand der rauhen 2aken zwischen ihren Fingern. Das Gefühl der Hausfrau war in ihr sehr stark entwickelt, und .auch ihren früheren Beruf als Krankenschwester 'rette s'-- noch ein besonderes Snteresse an der ■art und Weise, wie diesen armen, blinden ‘Bettlern — denn es waren ja fast nur Bettler — ein l»enig Bequemlichkeit verschafft wurde. Sie hatte gehört, wie der Vorsteher Larry bat, das Fen- (tcr zu offnen, und blickte gedankenlos dorthin, els sich die Tür des Schrankes hinter ihr geräuschlos öffnete und ein barfüßiger Mann leise heraustrat. . Das erste, was Diana zu Bewußtsein kam, i»at, daß ein feuchtes, weiches Leder sich über ihr Gesicht legte und daß sie emporgehoben wurde. Der Schreck raubte ihr einen Augenblick lang die Besinnung, und in diesem Augenblick wurde sie in den Schrank hinein- und durch die dahinterliegende Mauer hindurchgezogen. Beide Türen — denn die Rückseite des Schrankes war, wie Larry zuerst angenommen hatte, eine bewegliche Tür — öffneten sich nach außen. Larry konnte nicht wissen, datz diese zweite Geheimtür aus Steinen bestand und durch einfaches Beklopfen nicht als solche zu erkennen war. Sie hörte oas leichte Schnappen der Tür, als diese sich schloh, befreite ihr Gesicht von dem nassen Leder und schrie, Unb wieder legte sich eine Hand, groß genug, um ihr ganzes Gesicht zu bedecken, auf ihren Mund, und sie wurde weiter durch die Dunkelheit gezerrt. Eine andere Tür öffnete sich — man stieß sie vorwärts — das elektrische Licht wurde eingeschaltet, und zum erstenmal erblickte sie ihren Entführer. Sprachlos vor Schreck wich sie in die äußerste Ecke zurück. Er war außergewöhnlich groß, großer als irgend jemand, den sie je gesehen hatte. Er- war mindestens sieben Fuß hoch, wie sie annahm, und von entsprechender Breite. Seine Kleidung bestand aus Hemd und Hose. Füße und Arme waren nackt, und seine behaarten muskulösen Oberarme verrieten enorme Kraft. Sein rotes, rundes Gesicht war eigenartig nichtssagend. Wasserblau waren die Augen, die bewegungslos blieben, wenn er sprach; eine graue Mähne fiel unordentlich nach hinten über feinen Kopf, der dicklippige, große Mund war von einem struppigen Bart bedeckt, dessen Farbe eine schmutzige Mischung von Grau und Gelb war, die riesenhaften Ohren standen beinahe im rechten Winkel vom Kopf ab — entsetzt starrte sie ihn an, diese Schrecken erregende Kreatur, die kaum noch etwas Menschliches an sich hatte. „Sieh mich mal gut an, Kleene, datz du mich ooch wiedererkennst", meckerte er. (Kein anderes Wort konnte sein schrilles Lachen besser beschreiben.) „Wo is denn nu dein Schietzeisen?'' höhnte er. „Warum schießt du denn nicht auf den ollen, armen Säte — ich wette, er hat dir doch alles von mir erzählt?" Sie wußte, er meinte Larry, gab aber keine Antwort. Shre Augen durchsuchten den Raum nach irgendeiner Wafte, aber die getünchten Wände waren kahl, und nicht ein einziges Möbelstück befand sich in dem Zimmer. Das einzige Fenster war ein schmaler, langer Streifen aus dickem Glas in der Rähe der Decke, und an jeder Seite war ein Wandventilator angebracht. Sie durchsuchte ihre Handtasche, fand aber auch dort nichts. Sie hatte nicht einmal Hutnadeln, die ja auch diesem Scheusal gegenüber nutzlos gewesen wären. „Du suchst wohl was, womit du mich umbringen kannst, was?" kicherte er wieder. „Sch höre doch, was du machst. Ru, seh dich jeduldig hin, kleenes Frauenzimmer! Für dich kommt noch 'ne feine Zeit, und feen Mensch will dir was tun.“ Zu ihrer Erleichterung machte er keine Anstalten, sich ihr zu näHern, aber schon seine nächsten Worte sagten ihr, dah die wirkliche Gefahr nur aufgeschoben war. „Du sollst ja ganz hübsch sein,“ gluckste er. „Unb wer was für ’n hübsches Gesicht übrig hat. würde ’n ganze Masse für dich jeben. Es wundert mich eegentlich, daß — SSE dich nich für sich jenommen haben, aber weeste, Kleene, für Frauen und Heiraten und so was haben — SSE leenen Sinn, darum hat ooch der olle Sale dich jekriecht." Er meckerte wieder, und bei diesem Ton lief es dem jungen Mädchen eiskalt über den Rücken. Er hatte die Angewohnheit, vor dem Wort „sie“ anzuhalten und das Wort so zu betonen, als ob es in feinem Snnem mit großen Buchstaben geschrieben stünde. „Sch kann dich nich sehn, und so macht's mir nischt aus, ob du hübsch bist, Kleene. Und wenn du ooch ’n Gesichte hättest wie die da oben —" er wies mit dem Daumen nach der Decke — „det würde mir nischt ausmachen." „Sie werden niemals aus dem Haus herauskommen." Sie hatte sich klargemacht, dah es besser war, sich unerschrocken zu zeigen. „Mr. Holt ist im Rebenhaus, und in der Zwischenzeit ist das ganze Grundstück schon umzingelt worden." Sein Kichern wurde lauter. „Es gibt hier mehr als zehn Ausgange," sagte er verächtlich. „Aus dem Grunde haben — SSE's ja gekooft. Da gibt's 'ne Höhle unterm Keller, da kannste Meilenlang Inofen. Keen Mensch kann dich uffhalten, bloß Ratten gibt's. Ratten haben Lauseangst vor Blinden." Sn all feinen ordinären Worten lag eine Art merkwürdiger, kindlicher Einfachheit, die schlecht zu seinem abschreckenden, riesenhaften Aeuhern paßte. „Früher oder später wird man Sie doch fassen," sage sie ruhig und fügte dann, einer plötzlichen Eingebung Folge leistend, hinzu: „Lew ist schon festgenommen worden." Er war im Begriff, den Raum zu verlassen, aber bei diesen Worten fuhr er mit verzerrtem Gesicht herum. „Lew!" brüllte er. „Er hat Lew geschnappt!" Dann blieb er eine Zeitlang still, bis er in ein dröhnendes Gelächter ausbrach, das die Wände zu erschüttert schien. „Lew wird ihnen ’ne Masse erzählen können! Wie kann er denn Lew was fragen, wenn Lew nich weeh, wo er is ober mit wem er spricht? Er kann ja nich lesen unb nich schreiben. Sie würben ihn ja kalt gemacht haben für ben gemeinen Streich, ben er ihnen jeschpielt hat. Er war ja doch bas Cuber, bet bas Stück Papier in die Tasche von dem Kerl gesteckt hat, den sie um die Ecke jebracht Ham." „Das wissen wir sehr gut," sagte sie furchtlos, und ihre^ Worte schienen auf Sake Eindruck zu machen. „Das habt ihr doch raudgefunben?“ sagte er. „Aber Lew hat nischt verklappt. Er würde schon längst kalt und steif sein, bloß — Sie wollten keene toten Kerls rumlieg'n haben. Sch und Lew haben ihn die Stufen runtergeschleppt bis ans Wasser," sagte er und nickte mit seinem riesigen Kopf. „Sch kann dir das ruhig erzählen, denn ich kenne das Gesetz. Sch kenne es ganz genau. Old Sake kannst du nischt lehren." Sie wunderte sich, was er wohl mit seiner Prahlerei, das Gesetz zu kennen, meinte. „'ne Frau kann nid) gegen ihren Mann aussagen," fuhr er boshaft lächelnd fort. „Darum .kann ich dir ja ooch alles erzählen, kleenes Mädchen." „Eine Frau!" stammelte sie verstört. Die Vorstellung einer solchen entsetzlichen Möglichkeit Uetz ihr Herz stillstehen. „Mrs. Sale Bradford," grunzte er. „Sa, Kleene, Bradford heeß ich, und Ehrwürden wird uns gut und richtig verheiraten." „Sie Rarr!" brach sie in Wut und Angst los. „Denken Sie denn wirklich, dah irgend jemand mich mit einem Grausen wie Sie verheiraten könnte? Glauben Sie denn wirklich, ich würde still und ruhig an Shrer Seite stehen und nicht in alle Welt hinausschreien, was ich von euch allen weih? Sie müssen wahnsinnig sein." Er schob seinen unförmigen Kopf nach vorn, und mit jedem Wort wurde seine Stimme leiser unb leiser, bis sie in einem heiseren Flüstern erstarb: „Es gibt noch Schlimmre als ich im Haus, unb vielleicht wirste nischt mehr gegen mich haben, kleene Frau, wenn be mich nich mehr sehn kannst. Vielleicht biste blind wie ich und doof wie Lew." Er hielt inne, und sie schrak weiter zurück, hielt sich mit zitternden Händen an der Wand. „Unb stumm dazu, wenn de uns verpfeifen willst!" brüllte er in plötzlicher Wut. „Es gibt nischt, was ich nich tue, wenn — Sie mir das sagen." Die Tür öffnete und fchloh sich. Sie hörte, wie ein Schlüssel herumgedreht wurde, wie ein Riegel sich vorschob, und blickte auf. Er war gegangen. Halb ohnmächtig sank sie auf den Boden. Sie rief all ihre Energie zu Hilfe, senkte den Kopf ganz tief, bis sie allmählich das Blut zurückströmen fühlte, unb kam mühsam toieber auf bie Fühe. Aber all ihre Willenskraft war nicht imftanbe, bas Zittern ihrer Hänbe zu besiegen, unb mehr wie zehn Minuten, in benen sie sich zwang, in bem Raum auf unb ab zu laufen, vergingen, bis sie sich etwas beruhigt hatte. Sie wußte, es war keine leere Drohung, bie biefer Mensch ausgestohen hatte. Er würde ohne Gnade sein, wenn sein unbekannter Führer dies befehlen würde. Wenn sie es wünschten, würde er erbarmungslos Sagend und ihre Schölcheit zertreten, ohne Zögern und Gewissensbisse den letzten Lebenshauch ersticken. Unbarmherzig würde er verstümmeln, foltern. Sie muhte ihre Gedanken zusammenreißen, klar denken — schnell denken, (Fortsetzung folgt). Turnen, Sport und Spiel LL n i mm Bullrich-Salz Kugelstotz Alter (3 bis 6 Meter). Lahn-Dünsberg-Gau. Turnverein Londorf Gau-Handballmeister. Tv. Garbenleich I — To. Londorf I 3:4 (3:3; 1:2) nach Verlängerung. Am Sonntag trafen auf dem Wiesecker Platz Garbenteich und Londorf im Entscheidungsspiel um die Handballmeisterschaft des Lahn-Dünsberg- Gaues zusammen, in dem Londorf durch dre hervorragenden -Leistungen des Torwarts zum erstenmal die Handballmeisterschaft erringen konnte. Das Spiel, das in der ersten Hälfte von Garbentcich leicht überlegen durchgeführt wurde, sah in den ersten Minuten bereits Londorf durch einen schnellen Vorstoß mit schönem Torschuh in Führung gehen. Der Ausgleich von Garbenteich lieh nicht lange auf sich warten, worauf aber Londorf durch ein weiteres Tor bis zur Pause mit 2:1 die Führung wieder an sich rih. Aach Wiederbeginn erzielte Garbenteich bald den Ausgleich, nach dem Londorf kurz darauf durch cm weiteres Tor die 3:2-Führung wieder übernahm. Garbenteich kämpfte nun mit aller Macht um den Ausgleich, der chm auch kurz vor Schluß der regulären Spielzeit durch einen scharfen Schutz des Halblinken gelang. 3n der folgenden Verlängerung spielte Londorf meist überlegen, und konnte bereits in der ersten Hälfte der Verlängerung das Siegestor erzielen: Dei dem Sieger gefiel die ganze Mannschaft durch ihr äußerst aufopferndes Spiel. Besonders hervorzuheben ist die Leistung des Torwarts, der die unglaublichsten Sachen hielt. Der Sieg Londorfs ist um so höher einzuschätzen, als die Mannschaft in den letzten Wochen nicht gespielt hat, während Garbenteich an den letzten Sonntagen dauernd spielen konnte. Dei Garbenteich war der sonst so gute Sturm vor dem Tore zu unentschlossen, dazu kam noch, daß der gefährliche Halbrechte stark abgedeckt und die linke Sturmseite zu wenig bedient wurde. Die Läuferreihe war der beste Mannschaftsteil Garbenteichs neben dem linken Verteidiger, während die Leistungen des Torwarts nie überzeugen konnten. Der Gaumeister muß am nächsten Sonntag schon, zur Ermittlung des Verbandsmeisters, in Dorheim bei Friedberg spielen. Turn- und Sportabzeichen. Am Sonntag. 14. Juli, ist Gelegenheit zur Prüfung in Gruppe V Radfahren zwecks Erlangung des Deutschen Turn- und Sportabzeichens gegeben. Rähres siehe heutige Anzeige. Eine Prüfung für das Turn- und Sportabzeichen im Schwimmen findet am Montag, 15. 3uR, 18 Uhr, in der Müllerschen Badeanstalt statt. D. f. B. Am kommenden Sonntag finden auf dem Waldsportplatz auf Anordnung und unter Leitung der Schiedsrichter-Vereinigung Gießen zwei De- lehrungsspiele statt, die einer Anzahl junger Spielleiter Gelegenheit geben sollen, ihre Regelkenntnisse zu erweitern und bei entsprechender Leistung sich die Bestätigung als Schiedsrichter zu erwerben. 3m ersten Spiel stehen sich die QL H. des V.f.D. und die erste aktive Mannschaft des Sportvereins Braunfels gegenüber. Dor einigen Wochen mußten sich die Alten Herren auf dortigem Platz eine 2:6-Riederlage gefallen lassen. 3n stärkster Aufstellung sollte es ihnen diesmal möglich sein, mit umgekehrtem Resultat zu gewinnen. Das zweite Treffen sieht eine Paarung der dritten Mannschaft des V.f.B. mit ter ersten Elf des F.C. Grohen-Buseck vor. Die Gäste haben in letzter Zeit chre Spielstärke bedeutend gehoben und werden der Platzmannschaft aller Voraussicht nach das Rachsehen geben. B.f.B. Leichtathletik. V.f.D. entsendet zu dem am kommenden Sonntag stattfindenden 3ugendspvrtfest ter Turn- und Sportgemeinde Eintracht Frankfurt acht jugendliche Leichtathleten. Rübi amen hat für 1500m und Gruber für Hochsprung und Speerwerfen der Klasse A gemeldet. Die 4xl00-m-Staffel mit Steuerwald. Hellmeher. Stroh und Kirchheimer könnte unter Um ft ernten in der B-Klasse einen Achtungserfolg erringen. Außerdem beteiligen sich Steuerwald, Stroh und Kirchheimer an ter 100- und Hellmeher an der 300-m-Konkurrenz. 3n Klasse B stößt Luh noch die Kugel; Happ bestreitet das 50- m-Laufen der Klasse C. Arbeiter-Turn- und Sport-und. Zum letzten Spiel ter Frühjahrsrunde hat am kommenden Sonntag Wieseck I Heuchelheims I. zu Gast. Die Gäste, die in letzter Zeit eine starke Formverbesserung zu verzeichnen haben, werden alles aufbieten, das kommende Spiel für sich zu entscheiden. Wieseck. das am vergangenen Sonntag eine mäßige Leistung vollbrachte, wird schon einen festen Siegeswillen mitbringen müssen, wenn es den Erfolg an seine Fahne heften und sich so mit seinem Partner Raunheim mit gleicher Punktzahl an die Spitze der Tabelle setzen will. Vor diesem Spiel treffen sich die Zugendmannschaften beider Vereine. Auch dieses Spiel dürfte interessant werten, da sich zwei gleichwertige Gegner gegenüberstehen. 40 3ah re; - ,. - - - . . . stehend au.. 75°Meter°Lauf (14 bis 10 Sek.). Weitsprung (3,20 bis 5,20 Meter). Steinstvßen ausgetragen: Oberstufe (3ahrgang 1910 und alter): Vierkampf, bestehend aus 100-Meter-Lauf (16 bis 12 Sek.). Kugelstoßen, 10 Kg. mit Anlauf (5,50 bis 9,50 Meter), Weitsprung (4 bis 6 Meter), Hochsprung (1,10 bis 1,60 Meter). Einzelkämpfe: Weitspringen und Steinstoßen. Unterstufe (3ahrgang 1911 und jünger): Dreit'ampf, bestehend aus 100-Meter-Lauf (17 bis 13 Sek.), Hochsprung (0,90 bis 1,40 Meter), Kugelstoßen 5 Kg. (7 bis 10 Meter.) Einzelkämpfe : Weitspringen und Kugelstoßen. , Knaben (3ahrgang 1915 und junger): Dreikampf, bestehend aus 75-Meter-Lauf (10 bis 14 Sek), Hochsprung (0,70 bis 1,20 Meter); "" - 5 Pfund (5 bis 9 Meter). rnen in zwei Klassen (35 bis c 40 3ahre): Dreikampf, be- ** Umgruppierung in der hessischen Polizei. Am 1. Juli ist der Leiter der hessischen Schutzpolizei, Kommandeur und Polizeioberst von Carraciola, in den Ruhestand getreten. Zu seinem Nachfolger wurde Polizeioberstleutnant Schröder unter Beförderung zum Polizeioberst Wasserball im Gau Hessen D. T. Mtv. I. Gießen — TV. 1846 II Gießen. -o- 3m Rahmen ter Vorrunden um die Gaumeisterschaft ter B-Klasse trafen sich die beiden Gießener Turnvereine am Mittwochnachmittag in ter Müllerschen Badeanstalt als Spielgegner. Veite Mannschaften besetzten das Spielfell», das unter Leitung des Gauwarts für das Wasserballspiel, Christian Weeg, Tv. 1846 Gießen, stand, vollzählig, doch war damit zu rechnen, daß die Spieler des Männerturnvereins gegen die spielerfahrenere zweite Mannschaft^ des Turnvereins einen schweren Stand haben wurden. 3n ter Tat mußten die Männerturner die erste Halbzeit ohne Tor abschließen, während die 46er zwei Tore vorlegten. Auch das erste Tor der zweiten Halbzeit gehörte ihnen; durch auflebendes gutes Zusammenspiel gelang es indessen den Unterlegenen, mit stolzem Wurf In das Tor des Gegners zu treffen. Mit dem letzten Tor machte Tv. 1846 seinen Sieg 4:1 vollständig. 3m ganzen hatte ter Ablauf des Spieles lebhafter sein dürfen, was allerdings leichter gesagt, als bei der niedrigen Wassertemperatur getan war. 3e- tenfalls konnten die Männerturner auch aas diesem unter ihren ersten Wettkämpfen aussichtsreich an Land gehen. Als Schiedsrichter leitete Ferdinand Goh vom Tv. Wetzlar sehr gut. Die zweite Mannschaft des Tv. 1846 wird nunmehr den Endkampf um die Gaumeisterschaft ter B-Klasse mit ter zweiten Mannschaft vom Tv. Wetzlar auszutragen haben und dort einen ebenbürtigen Gegner vorsinden. 3n der A-Klasse vollzieht sich ter End kam Pf zwischen der ersten Mannschaft des Tv. Wetzlar und derjenigen des Tv. 1846 Gießen, so daß also beiden Städten Gelegenheit gegeben ist, die Gaumeisterschaft in beiden Klassen an chre Farben zu heften. Rhöniurnfest. = Das 2 3. Rhonturnfest, eines ter beliebtesten Bergfeste der Deutschen Turnerschaft, das auch aus unserer Gegend von jeher gern besucht wird, findet am 14.3uli auf der Masse r- kuppe statt. Es werden folgende Wettkämpfe men. Und auch gegen Wassertrinken zum Obst- essen läßt sich bei m ä 6 i g e m Genuß von Wasser und Obst grundsätzlich nichts einwenden; gesunde Verdauungsorgane, namentlich wenn sie daran gewöhnt sind, werden keinen Schaden davontragen. Aus der Provinzialhaupistadt Gießen, den 12. 3uli 1929. Ratschläge für Wanderer und Sportler im Sommer. Don Dr. med. Mosbacher, Äerlin. Der Sommer ist vornehmlich die Zeit des Sportes im Freien. Vor allem wird von Alt und 3ung dem Wandersport gehuldigt, dem immer noch besondere Reize eigen sind. Auch beim Sport gibt es allerhand gesundheitliche Regeln, deren 3nnehaltung erst den vollen Genuß und die Fernhaltung störender Zufälle gewährleistet. Ein wichtiges Problem ist z. D. der Durst, der während der Bewegung im allgemeinen nicht durch hemmungsloses Trinken gestillt werden sollte, da durch die oft erheblichen Flüssigkeits- mengen sonst leicht eine Abnahme^ der Leistungsfähigkeit hervorgerufen wird. Spülen des Mundes mit kaltem Wasser, Saugen an einer Zitronenscheibe sind bewährte Mittel, um auf der Wanderung und während der sportlichen Betätigung die quälendsten Durstgefühle zu lindern. Erst nach Beendigung der „Bewegung" dürfen langsam, in mäßigen Mengen alkoholfreie, nicht zu kalte Flüssigkeiten getrunken werden. Auch die Auswahl der Kost ist für Wanderer und Sportler nicht gleichgültig. Mit Recht hebt Medizinalrat Professor Dr. Müller von der preußischen Hochschule für Leibesübungen hervor, oah während des Sportes und auf der Wanderung schwerverdauliche Speisen gemieden werden ollen, die den Verdauungsapparat, zum Rachteil jer Muskulatur, unnötigerweise beanspruchen. Vor allem ist es wichtig, daß die festen Speisen gut durchgekaut werden, und daß die Kost wenigstens zum Teil aus gut verdaulichen, nahrhaften Suppen besteht. Was die Kleidung angeht, so erfreuen sich leichte, poröse, gut schweißaufsaugente und zugleich gut waschbare, Helle Stoffe ter größten Beliebtheit. Man sollte es nach Möglichkeit vermeiden, schon einmal durchgeschwihte Kleidungsstücke wieder anzulegen, ohne sie vorher gewaschen oder zum mindesten gründlich durchgelüftet zu haben. Auf der Wanderung wird dem erhitzten Körper ein Luftbad hinter der geschützten Hecke oder ein Freibad, aus dem Sportplatz wird ein Brausebad die ersehnte Kühlung und Erfrischung bringen; zugleich haben auch die im Schatten aufgehängten Kleider Gelegenheit, auszukühlen und den Schweiß verdunsten zu lassen. Ein ausgezeichnetes Mittel, um die von der Hitze ermatteten Sportler und Wanderer wieder zu erfrischen, ist auch das Eintauchen der Hände, vornehmlick der Handgelenke, in kaltes Wasser; auch das Auflagen eines wassergetränkten Tuches auf den Racken bringt angenehme, wohltuende Erfrischung und Abkühlung mit sich. Sobald sich jedoch zu den Durstgefühlen und zu ter Abspannung, zumal an heißen, schwülen Tagen. Kopfdruck, Flimmern vor den Augen. Ohnmachtsanwandlungen, also Anzeichen von drohendem Hihschlag, zugesellen, muh unbedingt mit dem Sport bzw. Wandern ausgesetzt werten. Man lagere sich im Schatten, öffne alle beengenden Kleidungsstücke und trinke schluckweise kühlende Flüssigkeiten gegen die Wärmest auung im Körper. Richts ist der ganzen Sportbewegung schädlicher als falscher Ehrgeiz mit seinen oft recht bedenklichen Folgen. Hindenburg an die Schützen. Der Herr Reichspräsident vop Hindenburg hat folgendes Danktelegratnm an den Verband gesandt: „Sehr geehrte Herren I Für die mir vom XXX. Verbandsschießen des Badischen, Mittelrheinischen und Pfälzischen Schützenbundes übermittelten treuen Grüße spreche ich meinen Dank aus und erwidere sie herzlich. von Hindenburg." Daten für Samstag, 13. Juli. Sonnenaufgang 3.58 Uhr, Sonnenuntergang 20.13 Uhr. — Mondaufgang 12.12 Uhr, Monduntergang 23.29 Uhr. 1816: der Dichter Gustav Freytag zu Kreuzburg in Schlesien geboren. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. Schützenfest: Turnerische und sportliche Darbietungen Gießener Vereine. Konzert. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Hotelgeheimnisse", „Die Helden an der Spritze" und „Von Hessens Hauptstadt ins Weserland" (Kulturfilm). und Kommandeur der Schutzpolizei ernannt. Sein bisheriger Arbeitsbereich wurde aufgeteiÜ und an die Polizeimajore Geppert (Leitung des Bereitschaftsdienstes) und F r e y e r (Leitung des Polizei- dienstes) abgegeben. Polizeihauptmann Brendel wurde zum Polizeioberft ernannt, Polizeioberleut, nant Bellos zum Polizeihauptmann, Polizei- meister Gr umbach zum Polizeileutnant. Versetzt wurden Polizeimajor Wagner von Offenbach nach Darmstadt zur Landespolizeischule, Polizeihauptmann Bornscheuer von Friedberg nach Darmstadt, Polizeioberleutnant Schmidt von Darmstadt nach Offenbach und Polizeioberleutnant Rük - tert von Darmstadt nach Friedberg. Schulpersonalien. Der Schulamtsanwärter Ludwig Fuhr aus Beuern wurde zum Lehrer ar. der Volksschule zu Rudingshain, Kreis Schotten, mit Wirkung vom Tage des Dienst- Sott 100 Jahren unübertroffen geg. alle Verdauungsstörungen, Magenbeschwerden, Sodbrennen etc. 250 g 0.60, Tabletten 0.25 u. 1.50. Nur echt m. d. Bilde des Erfinders. Berlin W 57. antritts an ernannt. — 3n den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Volksschule zu Ober-Secmen, Kreis Schotten, 3ohannes Keller, auf sein Rachsuchen vom 1. August an. ** Vom Schützenfest. Das Programm tes Festes sieht für heute, Freitag abend 8 Uhr in der Volkshalle turnerische und sportliche Darbietungen von Gießener Vereinen mit Konzert vor; der Besuch sei auch an dieser Stelle empfohlen. Morgen nachmittag 3 Uhr findet ter 3ugend- sestzug statt, abends 8 Uhr in der Volkshalle: „Rheinischer Abend", Konzert der Kapelle Topp. (Räheres ist aus den heute und morgen erscheinenden Anzeigen zu ersehen.) •* Klubwirt Stein scheidet vom Hoherodskopf. Der bei allen Vogelsberg- Wanderern bestens bekannte Gastwirt 3ohs. Stein, der die Bewirtschaftung der Klubhäuser auf dem Hoherodskopf schon seit über 40 Jahren kn brr Hand hat, hat den Pachtvertrag auf den 1. Oktober d. 3. gekündigt. Dem künftigen Pächter soll auch die Vermietung des 3ägerheims übertragen werden. ** Kein Geld in gewöhnliche oder eingeschriebene Briese! Von der Ober- postdirektion Darmstadt wird mitgeteilt: Immer wieder läßt sich das Publikum dazu verleiten, bares Geld oder Wertsachen in gewöhnlichen ober eingeschriebenen Briesen zu versenden. Es bietet hierdurch ungetreuen Elementen innerhalb und außerhalb der Postbeamtenschaft Anreiz und Gelegenheit, sich auf eine verhältnismäßig bequeme und leichte Weise Geld zu versäjaffen. Den Scho den trägt in der Regel der Absender; denn wird der Geldinhalt ter Briefe entwendet, so erhält er bei gewöhnlichen Briefen überhaupt keinen und bei eingeschriebenen Briefen nur dann Ersatz, wenn ter ganze Brief, also ter Brief mitsamt dem Geld- inhalt, in Verlust geraten ist. Wird der Einschreibbrief dagegen nur seines Wertinhalts beraubt, so zahlt die Deutsche Reichspost nach den Bestim- mungen tes Postgesetzes keinen Ersatz. Darum versende kein Geld in gewöhnlichen oder eingeschriebenen Briefen! Die einzige richtige Ard, Geld zu verschicken, ist die mit Postanweisung, Zahltarte ober Gelbbrief. * Eine Hochschulgruppe des Stahlhelm. Am Mittwochabend wurde in einer Versammlung von geladenen Personen im Gasthaus Hindenburg die Gründung einer Hochschulgruppe des Stahlhelm, Bund ter Frontsoldaten, an unserer Uniberfität beschlossen, wie solche bereits in den meisten deutschen und österreichischen Universitäten und technischen Hochschuten bestehen. Man hofft, daß die neue Hochschulgruppe deS Stahlhelm bis zum Winter schon Kompagniestärke erreichen wird. •* Ein Missivnsfest am letzten Tage beschützen festes zu halten, mag als ein Wagnis erscheinen. Trotztem will ter Kirchenvorstand der Luthergemeinte ein solches Fest stlller und geistlicher Art veranstalten. Man hofft besonders für den Waldgottesdienst am Rachmittag um 3.15 Uhr auf der Waldbühne auf den Besuch der Missionsfreunde aus ter ganzen Stadt. Der Festprediger. Missionsinfpektor a. D. Pfarrer Michel, Dresden, hat selbst im Dienst ter Leipziger Mission draußen in ter Arbeit gestanden und wird demnächst auch wieder als Missionar hinausgehen. (Siehe heutige Anzeige!) ** Vorsicht beim Obsternten in der Rähe von Starkstromleitungen! 'Bei Beginn ter Obsterntezeit sei auf die Gefahren aufmerksam gemacht, die beim Ernten von Obst in unmittelbarer Rähe von Starkstromleitungen entstehen Es ist hierbei mit größter Vorsicht zu verfahren. Das Berühren der Leitungen und herabhängenden Drähte mit Leitern, Stangen, Stricken, Seilen usw., direkt oder indirekt, ist mit Lebensgefahr verbunden. Stehen Bäume in unmittelbarer Rähe von Freileitungen, so ist der Bürgermeisterei von der beabsichtigten Ernte Mitteilung zu machen, die bei ter zuständigen ElektrizitatSgesellschaft entsprechende Mitteilung macht. •' Eine Schwindlerin. 3n den letzten Tagen trat in Frankfurt a. M. eine Betrügerin mit folgendem Trick auf: Sie gibt sich als Beauftragte eines bekannten Frankfurter Schirmgeschäftes aus und erbittet, von Haus zu Haus gehend, Schirme zur Reparatur. 3n den meisten Fällen sind ihr auch reparaturbrd-tef- tige Schirme übergeben Worten, ohne daß sie diese wieder zurückgeliefert hat. Rachfragen bei ter genannten Firma ergaben, daß die Aagai^n unwahr waren. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Mülleimer. Es gibt mehr oder weniger dringliche Ausgaben. Für eine der dringlichsten halte ich die Beschaffung von vorschriftsmäßigen Mülleimern. Es wird dauernd über die Notwendigkeit hygienischer Maßnahmen geredet und geschrieben. Wenn die Stadtverwaltung dieser berechtigten Forderung nachkommt durch staubfreie Müllabfuhr, sollte ihr die restlose Durchführung — nur diese gewährt die Beseitigung der lästigen üblen Gerüche und Staubentwicklung — nicht erschwert, sondern von jedem Haushallsvorstand bereitwillig erleichtert werden. Mit mir werden viele, denen auch beim Passieren der zeitgemäßen Müllwagen immer noch an vielen Stellen Staubwolken entgegenschlagen, die Festsetzung des Endtermins begrüßen. Lieber einen vorschriftsmäßigen Mülleimer beschaffen als unnötiger Gelegenheit zur Vermehrung von Krankheiten Vorschub leisten. _________L- Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Dlumschein, I ÄH Dr. (XNcr'i Binmadte-Rezepte trhaUtn Ste koatentoei* den mc Sie ebendaselbst Dr. Oetkers f«rt>. fltastr. ÄescpfbeA, Sdiuikochtrudi (Preis 30 Pfg.). Sie schöpfen darav» .«in» Fälle von Ahr» Kodier Wo sucht dis Äfcfcr gw» Bäevo&a* btMm «jw. haltbar zu madien. Gebrauchs-finxvefsung ist Jedem P&dkchen auf gedruckt. Dr. August Oetker, Bielefe Verfangen OöSscTj tu mit 2)r. Oetker*s Einmadie-Hülfe einmacht. Et ist das einfachste, billigste und trotzdem ausgezeichnete Verfahren. - 1 Päckchen von Dr. Oetker's Einmache-Hßlfe für 7 Pfg. genügt, um IO Pfund eingemachte Früchte, Gelee, Marmeiade, Enuhtsäfte, Gurken »•««’S Durch ?! A *“2 wo Höhe.verlc ÄnhewA die senberg i“ die M" bürget sm! , Die fx* 0rtc Sta Lollar vor räumliche? bereite eins schengelE dungsstrah' Braun a ein rund stück von i den, um do der freie diese 6ntt in Mhbc spruchreif berg mit mit der soll, wo! Äektvr £ kranlheits getreten, chens der wird. Ml AektoraH auftragt. 4- ©rü angesagten nur sichen nicht besch räumte ein Tagesordir jung toarei nteur Jei Plan vor, grundstö siraße stößt die Stadt erwerben m den könnte, der fatijoli1 werden, um außunehine entfernt tot an der doi Gießener St beseitigt toi teils vertrau ,W Jtennfniö näfatuttttcii nehrner Dock tenhäuser aus eigene ' nötigten Den ten Dedingw bat die Un zugesagten 1 schloß: Unk nehmet Bo bezahlen un’ wird seitens Kanalisation weit es diesi Dege geleite ? Aidöa nnderschu Ae Äubiläum -lenst eingeki, D'alonissenhau Sender, fpt r und ein D'eAachseier 'Avnzerische! Aurich |Qng b= Konto flu 1 am 11 Nanni Mi,«* torshHn »le,*9-5« «tb auf?“* - ben UH die 9L «m fiOnpr,ebi( ^llischez 12. Ld7-e8 12. Ddl-e2 6 5 auf; jedenfalls für eine I. Heilwirkend /Aineralwsser NtiUrtiches Jean Weisel, Giefaen, Sonnenstrabe 6, Telephon Nr. 88 I 6008v strikt 15, Gaulskopf, Or. Oetkers 04419 JMflBen Weih zieht und Weih: 10 Steine. I I e7-e6 Lf8-d6 23. Sf6xh7 an 24. Dxb4 +• 24. Ta8Xd8 25. c3-c2 26. Lc6-e4 27. Le4-d3 28 Sh7 —f8 29. Sf8-e6 30. Ld3-f5 d7-d5 c7 —c6 c6xd5 Sb8 - c6 Sg8-f6 Weih. setzt in zwei Zügen matt. Kf8; De7; Ta3; La8, e5; Sg7; 1. Sgl-fc 2. c2-c4 3. c4Xd5 4. d2 —d4 5. Sbl-c3 6. Lei — f4 Drucksachen aller Art liefert In jeder gewünschten Ausstattung stilrein und > ■ Lohholz-Versteigerung Montag, den 15. Juli, vormittags 9 Uhr, werden im Gemeindewald Cleeberg, Di» 8; nachmittags 4; Sabbatausoang 9.30. — Wochen gottesdienft morgens 6.15; abends 7.15 Uhr. 225 rm Lohholzknüppel öffentlich versteigert. — Im Anschluß daran kommen noch 800 Fichtenstangen 3. und 4. Klasse aus Distrikt Strichberg an der Straße nach Oberkleen zum Ausgebot. Cleeberg, den 10. Juli 1929. Der Bürgermeister: Höhe, 16. 17. d4xe5 18. Sd2-f3 19. De2xf3 20. Df3-h3 21. Tdl —d2 22. Dh3 —h4! Ein hübscher Schach-Ecke. 'Bearbeitet von W Orbach Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 13. Juli. Vorabend 7.45 Uhr; morgens 8.30; abends 8.50 und 9.30. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 13. Juli. Freitag abend 7.45 Uhr; Samstagvormittag e^%aund irnk" Angebracht war hier 12.....e5. 13. Sc3-b5 13. Ddö-b8 14. Tfl-dl 14. a7-a6 15. Sb5 —c3 15. Db8-d6 16. Sf3-d2! . Gut gespielt: einerseits mit der Idee Sd2—b3 c5, andererseits f2—f4 und Sd2—f3—e5. „ Sie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Religlonsskunde. „Was sagte Gott der Herr zur Schlange im Paradiese?" Mariechen: „Oluf dem Bauche sollst du kriechen und Staub wischen dein Leben lang." (1. Mos. 3,14.) Unter Dorbehall. „Ist das echtes Elfenbein?" „Wenn der Elefant keine falschen Zähne hatte, bestimmt!" Die Fliege. „Ober, in diesen Eierkuchen ist eine Fliege eingebacken." „Das ist eine Rosine. mein Herr. „Muntere kleine Rosine. Jetzt ist sie in den Salat geflogen." 3n Frage kommt 6. Da4. 6. ..., 6. 7. e2-e3 7. 16. e6-e5 17. Sc6xe5 18. Se5xf34- 19. Le8 - c6 20 Dd6-b4 21. d5 —d4 22 d4xc3 Gedanke, der jedoch durch die 1. 2. 3. 4. 5. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen ufw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 220. Don G. W. Schandler. 2. Preis, Western Daily Mercury, 1909. Schwarz. Und Schwarz gab ... Dame eine recht beachtenswerte Leistung. Bd2, d4, d5, g2. Schwarz: 11 Steine. Kc4; TH3, h4; La2, b4; Sbl, fl; Bc5, d7, g5, hö. Eine sehr hübsche Aufgabe. Partie Nr. 142. Im Osterturnier zu Ramsgate 1929 gespielt. Anregelmäßig. Weiß: Dera Menchik. Schwarz: R. P. Michell. In seiner bekannten Turnierpartie gegen Capa- blanca zu Äeuhork spielte Lasker hier 7.....Le7 und nach beiderseitiger Rochade Sh5. 8. Lf4xd6 8. Dd8Xd6 9. Lfl-d3 9. 0-0 10. 0-0 10. Tf8-d8 11. Tal-cl 11. Lc8-7d ist folgendes zu berichten: Der Haushalts- plan für das Rechnungsjahr 1929 wurde von dem Gemeindevorsteher vorgetragen, in seinen einzelnen Positionen durchberaten und dem Voranschlag entsprechend festgesetzt. Infolge des Baues der Wasserleitung mußte die Gemeindeumlage auf die Grundvermögens- und Gewerbesteuer um 30 Prozent erhöht werden, so daß für 1929 300 Prozent zur Erhebung kommen. — Gegenwärtig wird für den Gemeindewald ein neues Forstbetriebswerk durch Forstassessor Schmidt aus Wetzlar aufgestellt. Die Vertretung erklärt sich damit einverstanden, daß in diesem Betriebswerk die Umwandlung alter Riederwaldbestände in Radelholz in verschiedenen Walddistrikten, insgesamt rund 9 Hektar, vorgesehen und dem Plan entsprechend in den nächsten Jahren durchgesührt wird. — Ein Antrag des Schulvorstandes um Ausführung von Jnstandsetzungsarbeiten a n den Schulgebäuden wird zwecks Besichtigung durch die Gemeindevertretung zurückgestellt. feine Antwort öet Führerin der weihen Steine widerlegt wird. Schwarz hoffte nach 23. Dxb4, cxd2 24. Dxd2. Lb5 35. Tc3 mit 35.....Se4 zu gewinnen; am besten geschah 22.....Td6 und auf gesandt. U aller unter dieser Subnt nimmt die Redaktion Den (einerlei Seranfmortung.) Mülleimer. Beniner dringliche Au-gM rte'TH ■säfS&t hmert, •itroillifl ^A^Passie:" denen and) beim ,Q9en,mnSaae 4bie 8* eti9e-9Äber einen o« ' be9?(*afien als unnötige mer ernntbeiten $°r' chrung von «w fc eVerd° einen (Erinb0? besinn, hnlichenL «r. c-ÄL ^uppe dez gt.r, Personen im -L^lchulA am lehirn Tage bei «IS ein DaM ? toi?« ^kchenvorstanl filier uni Wh Mon. W am Nachmittag 3aO5u$ne auf den Besuch » der ganzen Stadt. Der 'nspektor a. D. Pfarrer it selbst im Dienst der len in der Arbeit gestan- st auch wieder als Misi lebe heutige Anzeige!) Obsternten in bet roinleitungen! 'bei ?it sei aus die Gefahren ie beim Ernten von Obst von Starkstrmleitungen bet mit größter Vorsicht cühren der Leitungen unb te mit Leitern, Stangen, direkt oder indirekt, ist lunben. Stehen Säume in n Freileitungen, so ist der r beabsichtigten Ernte Mit- die bei der zuständigen entsprechende Mitteilung hierin. In den letzten kfurt a. X eine Detrü- Trick auf: Sie gibt sich 3 bekannten Frantfurln 03* US-* s* ev E = * . - '■'■P'Q El « E E , E u ’s u\2-J »g ,5 ^5 3'^ 3 l = u q ~ c; 5 E, o" 3 ,0 E J 0— E =2 1 dl*iA$>A*tAt» CAttttlionMoHOY