Nr. 85 Erstes Blatt 179. Jahrgang Zrettag, 12. April 1929 MetzemrAnzeiger General-Anzeiger für Gberheflen Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20°/„ mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. richten: Sinelaer Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 1IS86. Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfilStS'Vuch- und Ztelndruckerel R. Lange in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Erscheint täglich,auher Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. 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Die Verhandlung gegen ihn hat seinerzeit viel Staub aufgewirbelt, bas Urteil ist von hervorragenden Sachverständigen angefochten worden, und auch der Zeitgenosse, der Die Dinge nur aus der Zeitung verfolgt, hatte damals den Eindruck, daß der Indizienbeweis zum mindesten sehr lückenhaft war. Traurig genug, daß dieselben Parteien, die sonst immer für die größtmöglichste Milde sind, gerade hier eine Ausnahme machen, nur aus politischen Gründen. Denn endlich müssen wir Doch einmal mit diesem traurigen Kapitel der Fememordprozesse zum Abschluß kommen. Niemand wird bestreiten wollen, daß damals unerhörte Dinge vorgekommen sind, Dinge auch, die uns heute mit Entsetzen erfüllen. Aber was damals geschah, muß eben auch aus der damaligen Zeit heraus verstanden werden. Die Angehörigen der Schwarzen Reichswehr haben zum mindesten subjektiv in dem Glauben gelebt, daß sie Soldaten waren. Sie haben sich in den Traum hineingesponnen, daß es ihre Verpflichtung wäre, ihre Organisation geheim zu halten. Deshalb konnten und durften sie sich an Die Gerichte nicht wenden, um der Ententekommission keine Handhabe zum Einschreiten zu bieten. Sie haben deshalb zur Selbsthilfe gegriffen und Verräter „um die Ecke" gebracht. Das ist sicher nicht zu entschuldigen. Aber ein Menschenleben stand damals niedrig im Kurs, und selbst grausame Rohheiten werden wenigstens erklärlich aus der geheimnisvollen Umgebung heraus, in die leider die Existenz der Schwarzen Reichswehr gerückt wurde. Läge ^s nun nicht im allseitigen Interesse, darunter endlich einmal einen Strich zu machen? Wer gefehlt hat, wird mit seinem Gewissen schwer genug darum zu kämpfen haben. Der Staat aber sollte eine allgemeine Amnestie ausschreiben, schon um zu verhindern, daß die öffentliche Meinung durch immer neue Prozesse vergiftet wird. Statt dessen ist jetzt ein neuer Inkulpant aus Amerika ausgeliefert, der in nicht weniger als sieben Mordverfahren verwickelt fein soll. Die Angeklagten ?toben auf ihn, als den Abwesenden, die Haupt- chuld geschoben. Wahrscheinlich wird er sich zu entlasten suchen, wahrscheinlich aber werden alle Verurteilten Wiederaufnahme des Verfahrens beantragen, und so stehen wir vor einer ganzen Serie von neuen Prozessen, die nur dazu dienen können, alte Wunden wieder aufzureißen. Das sollte im Interesse aller Parteien vermieden werden. Es wäre deshalb die erträglichste Lösung, wenn sämtliche Verfahren niedergeschlagen und auch Schulz aus der Haft befreit würde, dem auch die Sozialdemokraten, selbst wenn sie ihn für schuldig halten sollten, nicht absprechen können, daß er geglaubt hat, in Erfüllung seiner Pflicht zu handeln. Ein Grenzlandministenum." Wirths Unwrganisationspläne. Berlin, 12. April. (Priv.-Tel.) Es ist schon jetzt fest damit zu rechnen, daß G u e r a r d, Stegerwald und Wirth in das Reichskabinett eintreten werden. Damit rückt auch jener Plan in den Vordergrund, den Dr. Wirth bereits früher schon einmal geäußert hat, und nach dem das jetzige Ministerium für die besetzten Gebiete zu einem Ministerium aller Grenz- lande ausgebaut werden soll. Dr. Wirth, der das Ministerium ja nunmehr übernehmen soll, hat dabei Die Absicht, eine völlige Umorganisation dieses Ministeriums vorzunehmen, wobei allerdings abgewartet werden muh. ob er schon jetzt zur Verwirklichung dieses seines Planes, für den auch Stegerwald eintritt, schreiten wird. Diese Umorganisation soll nach den seinerzeitigen Dispositionen an Stelle einer regionalen Gliederung des Ministeriums eine solche nach Sachgebieten vorsehen, so daß Sonderabteilungen für kulturelle Fragen, für Minderheitenfragen, für Rechtsfragen usw. entstehen würden. Auf diese Weise würde naturgemäß eine Entlastung des Auswärtigen Amtes von diesen die Außenpolitik natürlich immer erschwerenden Fragen geschaffen werden, so daß das Auswärtige Amt in seinen Handlungen einen freieren Spielraum erhielte. Andererseits hofft Dr. Wirth, dadurch das Ausspielen des Westens gegen den Osten zu beseitigen, womit, da es sich bet der Grenzlandfrage um ein Problem handelt, das sicher noch mehrere Menschenalter akut sein wird, die politische Atmosphäre ebenfalls eine Entspannung erfahren würde. Man wird also abzuwarten haben, wann und wie all diese Pläne verwirklicht werden. In diesem Zusammenhänge wird uns bestätigt, daß bis jetzt wenigstens die Frage über das weitere Verbleiben des Staatssekretärs Schmidt in seinem Amte noch nicht geklärt ist. Die ermäßigten Jordenmgen der Reparalionsgläubiger. Grundsätzliche Einigung der Gläubigersachverständigen. — Oie künftigen Lahreszahlungen sollen angeblich zwischen 1,7 und 2,3 Milliarden betragen. Paris, 12. April. (wTv. Funkspruch.) Die Morgenpresse berichtet übereinstimmend, daß die Delegierten der reparationsberechtigten Staaten sich im großen und ganzen auf einen Vorschlag geeinigt haben, den sie im Laufe des heutigen oder morgigen Tages der deutschen Delegation unterbreiten wollen. Rach dem„Malin" besteht nur noch zwischen den Delegierten und dem Vorsitzenden der Reparalionskonferen; e i n e D i f - feren; von 200 Millionen Mark, die man eventuell dadurch ausgleichen will, daß man die eigentlichen Reparationszahlungen über 37 Jahrehinausausgedehnt und die reinen Schuldenzahlungen, also diejenigen, die nach Ansicht der Delegierten 58 Jahre andauern sollen, später beginnen läßt. Hebet die angeflelllen Berechnungen glaubt „Mattn" berichten zu können, daß sich der kapitalswert der eigentlichen Reparationsforderungen auf etwa 19 Milliarden belaufen hätte. Das hätte einschließlich der 80 Millionen für den Zinsendienst und die Tilgung der Dawesanleihe bei einem Zinsfuß von 5 v. h. eine Jahreszahlung von etwa 1,5 Milliarden eigentliche Reparationen ergeben. Zuzüglich der veränderlichen Jahreszahlungen für die Schulden, die sich schon im ersten Jahre auf 870 Milliorten belaufen, hätten die deutschen Gesamtjahreszahlun- gen m i f 2 3 0 0 Millionen beginnen müssen, um nach zehn Jahren aus mehr als drei Milliarden zu steigen und nach 37 Jahren auf 1700 Millionen, also den Betrag der Schuldenzahlungen, zurückzugehen. Die Ansicht der amerikanischen Sachverständigen scheine zu sein, daß man niemals die 2,5 Milliarden Ro rmal- annulkät des Dawesplanes überschreiten dürfe. Sie hätten infolgedessen Ermäßigungen gefordert. Jedes Land habe solche bewilligt und zwar in einem sehr weiten Ausmaße. Die genannte Kapitalsumme von 19 Milliarden sei auf etwa 13 Milliarden gesunken. Jetzt seien noch die Annuitäten zu errechnen. Hebet die Nachlässe, die die einzelnen Staaten bewilligt haben sollen, berichtet „Petit parisien": Frankreich habe seine Forderungen auf Rückerstattung der Wiederaufbaukosten von vornherein auf die Hälfte herabgesetzt, aber auch diese Ziffer nicht aufrechterhalten können; die gemachten Zugeständnisse dürsten jedoch 20 bis 25 Prozent nicht übersteigen. Die anderen Delegierten, die bis auf den letzten Augenblick mit ihren Zugeständnissen zurückhielten, hätten verhältnismäßig größere Nachlässe bewilligen müssen. So begnüge sich Belgien mit 1400 Millionen für die Reparationen und für die Rückerstattung des Wertes der in Belgien während des Krieges ansgegebenen Marknoten. England, dessen Ansprüche sich anfänglich auf 4 Milliarden belaufen hätten, werde nur noch drei Viertel dieser Summe fordern. Auch Italien habe auf eine Ermäßigung seiner Forderung von angeblich 600 Millionen eingewllligt und die kleinen Mächte hätten sich ebenfalls zu einigen Opfern bereit erklärt. Das Blatt gibt dann als vermutliche Anfangsannuität die Gesamtsumme von 1700 Millionen, und als höchst- a n n u i t ä l 2300 Millionen Goldmark an. . havas erklärt: In unterrichteten Kreisen sei man heute abend der Ansicht gewesen, daß ein merklicher Forlschritl auf dem Wege der Verständigung zwifchen den Delegierten der repara- Kommunistenkrawalle in Berlin. Schwere Ausschreitungen gegen Polizeibeamte. Berlin, 11. April. (WTB.) Trotz des Verbotes von Umzügen, das das Polizeipräsidium vor einiger Zeit erlassen hatte, versuchten die Kommunisten heute die Polizei durch Veranstaltung von Umzügen zu überrumpeln. Gegen 19.30 Uhr hotte sich aus einzelnen kleineren Trupps am Moritzplatz plötzlich ein großer Zug von etwa 4 0 0 Personen gebildet, die mit Fahnen und Abzeichen der KPD. nach dem Kottbuser Damm Zu ziehen versuchten. Als Polizeibeamte versuchten, den Demonstrationszug aufzulösen, kam es zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf einer der Polizeibeamten am Kopfe verletzt wurde. Der Zug konnte gesprengt werden, wobei einer der lautesten Schreier sistiert wurde. Bald formierte sich ein neuer Zug, der inzwischen bis zum Kottbuser Damm gelangt war. Auch hier trat die Polizei den Demonstranten entgegen. Dabei wurden zwei der Teilnehmer fe ft genommen und einer der Beamten verletzt. Ein d r i t te r Z u g , der aus einer 'Nebenstraße tarn, tauchte plötzlich am hohenstaufen- plotz im Zuge des Kottbuser Dammes auf und erhielt von aßen Seiten Zuzug. Als hier Polizeibeamte einschritten, wurde ein Wachtmeister von Demonstranten niedergeschlagen und ebenfalls am Kopse verletzt. Schließlich erschien das Uebersallkommando und brachte den tionsberechtigten Länder erzielt worden fei. Man erwarte, daß die Diskussion mit der deutschen Delegation morgen oder spätestens übermorgen wieder aufgenommen werden könne, heroorzuheben sei, daß diese Verständigung, die erzielt worden zu sein scheine, in keiner Weise gegen die deutsche Delegation gerichtet sei und nicht in einer A r t H l l i m a t u m zum Ausdruck kommen werde, das die deutschen Vertreter anzunehmen oder abzulehnen hätten. Der Meinungsaustausch unter den Delegierten der ehemals alliierten Länder habe lediglich bezweckt, die Modalitäten festzusehen, noch denen der A n n u i t ä t e n t e i l, der zur Deckung der eigentlichen Reparationen dienen werde, an die Repara- tionsberechtiglen verteilt werden könne. Der allgemeine Eindruck sei, daß man etwa Mitte nächster Woche über die Ergebnisse der Konferenz Klarheit haben könne. Die Umbildung der Reichsregierung. Reichskanzler Müller berichtet dem Reichspräsidenten. ReichsjustizministerKoch-Wesermachtemem Zentrumsmann Platz. Berlin, 11. April. (WB.) Reichspräsident von Hindenburg empfing heute den Reichskanzler zum Vortrag. Der Reichskanzler berichtete über die innerpolitifche Lage und schlug die Entbindung des Reichsmini st ers K o ch - W e f e r von seinem Amte als Reichsmini- sler der Justiz gemäß seinem Anträge sowie die Erweiterung der Re i ch s r e g i e r u n g durch drei dem Zentrum zugehörige Reichsmini st er vor. Der Reichspräsident erklärte sein Einverständnis zu den Vorschlägen des Kanzlers. Die formelle Entlassung des Reichsministers der Justiz und die Ernennung der neuen Reichsminister ist im Lause des morgigen Tages zu erwarten. Der Reichspräsident ist ovßer- ordentlich darüber befriedigt, daß die Krise überwunden und daß es gelungen ist, eine trag- fähige Basis für die Regierung zu schaffen. Es war sein dringendster Wunsch, daß jetzt m i t dem hin und her Schluß gemacht würde, und daß die Parteien, die in diesem Reichstag zur Regierungsverantwortung berufen sind, sich endlich zusammenfänden, hiervon sind gestern die Fraktionen unterrichtet worden. Das Reichskabinett tagte heute nachmittag zum letzten Male in seiner bisherigen Zusammensetzung. Rach Erledigung der Tagesordnung, die nur lausenden Angelegenheiten galt, wandte sich Reichskanzler Müller mit herzlichen Worten an den nunmehr ausscheidenden Reichsminister der Justiz K o ch - W e s e r. Im Ramen der Reichsregierung und in seinem eigenen Ramen dankte der Reichskanzler dem scheidenden Reichsminister für feine umfassende und wertvolle Mitarbeit im Reichskabinetl im Laufe des vergangenen Jahres sowie für fein verdienstvolles wirken als Reichs- minifter der Justiz zum Besten des deutschen Rechtslebens. Der Reichskanzler gab der Erwartung Ausdruck, daß das reiche Können des Reichs- minifters Koch-weser unserem Vaterlande noch für lange Zeit erhalten bleibe. Oie Mehrheit für den Panzerkreuzer. Wie stimmt die Sozialdemokratie. Berlin, 12. April. (Priv.-Tel.) Wie wir schon vor Tagen ankündigen konnten, wird sich bei der Abstimmung über den Panzerkreuzer A für die neue Regierungsmehrheit eine große Schwierigkeit ergeben. Bekanntlich hat die Sozialdemokratie beschlossen, auch die zweite Rate für den Panzerkreuzer A abzulehnen. Wenn diese Rate also bewilligt werden soll, wäre die Regierungskoalition auf die Tlnterstühung der Rechtsparteien, insbesondere der Deutschnationalen, angewiesen. Rach einer Mitteilung der deutschnationalen Pressestelle sind die Deutschnationalen nicht gesonnen, den So- zialdemokraten auch diesmal die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Stimmen also die Sozialdemokraten dagegen, dann wäre eine Mehrheit für die zweite Daurate nicht vorhanden. Die übrige Koalitionspresse redet schon jetzt den Sozialdemokraten gut zu, es doch ja nicht zum Aeußersten kommen zu lassen und sich von den Deutschnationalen das Gesetz des Handelns vorschreiben zu lassen. Man wird abwarten müssen, wie sich die S. P. D. aus dieser Zwickmühle befreit, zumal sie noch soeben mit großer Mehrheit beschlossen hat, auch diesmal die Miitel für den Panzerkreuzer abzulehnen, weil sie die kommunistische Agitation in dieser Frage nicht aushalten zu können glaubt. Man wird sich später dieser Vorgänge erinnern müssen, wenn die Dinge nach den sächsischen Landtagswahlen und dem sozialdemokratischen Parteitag anders liegen sollen. Die Preußenfrage kommt wieder. Volkspartei und Regierungsumbildung. Berlin, 11. April. Die Zustimmung der Deutschen Volkspartei zu der Regierungsbildung im Reich hat insofern eine gewisse äleberraschung erregt, als bislang die politische Kardinalforderung der Deutschen Volks- Partei, nämlich die gleichzeitige Um- Bildung der Regierungen im Reiche und in Preußen nicht erfüllt worden ist. Wie wir dazu aus parlamentarischen Kreisen erfahren, denkt die Vclkspartei gar nicht daran, ihre Forderung nach einer Umbildung der preußischen Regierung fallen zu lassen. Man übersieht vielfach, daß es sich bei der jetzigen Erweiterung der Reichsregierung nicht etwa um eine feste Koalition handelt, sondern lediglich um eine Arbeitsgemeinschaft zur Verabschiedung des Haushalts. Ist aber dieses Ziel einmal erreicht, dann ergibt sich alsbald eine neue Situation, bei der die Deutsche Volkspartei ihre völlige Handlungsfreiheit wiedergewonnen hat und zweifellos auch gebrauchen wird. Schon aus diesen Erwägungen heraus wäre es verfehlt, angesichts der vorgesehenen Ernennung der drei Zentrumsminister von einer Lösung der politischen Krise im Reich zu sprechen. verletzten Beamten zur Neuköllner Rettungswache und dann, da sich sein Zustand als e r n ft erwies, nach dem Polizeikrankenhaus. Einer der Demonstranten, der von verschiedenen Zeugen als Täter bezeichnet worden war, wurde f e ft g e n o m- men, außerdem noch fünf weitere Kommunisten. Insgesamt wurden neun Personen festgenommen. Regierungskrisis in Gtrelih. Rücktritt des Staatsministers Freiherrn von Reibnitz. Reustrelih, 11. April.. (WB.) In der Rachmittagsfitzung des mecklenburgisch-strelitzschen Landtages wurde der Staatshaushaltsplan für 1929 in der Schluhabstimrnung mit 18 gegen 16 Stimmen abgelehnt. Für den Etat stimmten die Sozialdemokraten und die Ar- beitsgemeinschaft der Mitte (Deutsche Volkspartei, Volksrechtspartei und Bauernbund), alle übrigen Abgeordneten stimmten gegen den Etat. Rach kurzer ülnterbrechung der Sitzung verlas Landtagspräsident Dr. Foth ein Schreiben des Staatsministers Dr. Freiherrn von Reib- n i tz (Soz.), in dem dieser seinen Rücktritt als Staats mini st er erklärte, da der von ihm borgelegte Etat van der Mehrheit des Landtages abgelehnt sei. Abg. Bartvsch (Soz.) verlas alsdann einen Urantrag der sozialdemokratischen Fraktion, wonach der Staatsminister Dr. Freiherr von Reibnitz auf Grund des § 27 des Landes grundgesehes von der Weiterführung der Geschäfte entbunden wird. In der Begründung dieses ülrantrages heißt es: Die sozialdemokratische Fraktion ist aus staatspolitischen Gründen bei den Verhandlungen b is an die äußerst e Grenze des Möglichen gegangen, glaubt aber nunmehr für die Konsequenzen, die sich aus der Ablehnung des Haushaltsplanes zwang - läufig für das Land ergeben, d i e Verantwortung ablehnen zu müssen. Sie stellt diesen Urantrag, um der Opposition, bestehend aus den Deutschnationalen und der Wirtschaftlichen Arbeitsgemeinschaft, die nach den parlamentarischen Grundsätzen nunmehr eine Regierung zu bilden haben, den Weg frei zu machen. Präsident Dr. Foth teilte mit, daß er den sozialdemokratischen Urantrag aus die Tagesordnung der morgigen Sitzung sehen werde. Oie Heiratsabsichten des Königs Boris Paris, 11. April. (WTB.) Das „Echo de Paris" glaubt berichten zu können, daß der Plan einer Heirat zwischen dem König Doris von Bulgarien und der Prinzessin Giovanna von Italien nunmehr endgültig als unmöglich aufgegeben worden ist, da der Papst Ehen zwischen einer Katholikin und einem Andersgläubigen nur dann zu billigen gewillt ist, wenn zumindest die Kinder männlichen Geschlechts in der katholischen Religion erzogen werden. Die bulgarische Verfassung schreibt jedoch vor, daß der Kronprinz dem orthodoxen Glauben angehören muß. Das Wahlprogramm der Arbeiterpartei. London. 11. QlbriL (WB.) Der Sekretär der Arbeiterpartei, Henderson, entwickelte in einer großen durch Rundfunk verbreiteten Wahlrede das Programm der Arbeiterpartei. Die Ar- beiterpartÄ halte für das dringendste Problem die Lösung der Arbeitslosenfrage. Als De standteile der von der Partei vertretenen großen Pläne sozialer und industrieller Reu- organtsation nannte er u. a. die Errichtung einer großen Zahl von Arbeiterwohnungen zu billigen Mietsätzen, die Riederreißung solcher Ar- Kellerwohnungen, die lediglich elende Daracken darstellen, der Dau von Straßen. Häfen, DockS und Werftanlagen und die Modernisierung der vorhandenen, die Wieder-Zn- standsetzung der Wasserstraßen, die Aufforstung deS Landes und die Förderung der Elektrifizierung. Die Partei beabsichtige, durch einen Ausbau deS Systems der Exportförderung und Begünstigung daran mitzuwirken, daß die verlorengegangenen Ausland- Märkte dem englischen Handel wiedergewvnnen werden. Sie beabsichtige weiter, fall- eine sozialistische Regierung ans Ruder komme, Maßnahmen zu ergreifen, um die diplomatischen DeziehunaenmitDußland sofortwieder- herzustellen. Zum Schluß stellte Henderson fest, daß die Arbeiterpartei keine allgemeine Rationalisierung der Industrie beabsichtige. Die Politik der Partei baue sich in dieser Beziehung auf der Grundlage des gesunden Menschenverstandes auf. Oie Regierungsumbildung in polen. Fünf Militärs Mitglieder deS neuen Kabinetts. Warschau, 11. April. (LU.) Am Mittwochabend hatte Ministerpräsident Bartel eine längere Besprechung mit dem Staatspräsidenten. Der „Expreß Porcmnh" weiß zu berichten, baß diese Besprechung bereits zu entscheidenden Beschlüssen in der Frage der Kabinettsbildung geführt habe. Die amtliche Ernennung durch den Staatspräsidenten sei spätestens am Freitag ober Samstag zu erwarten. DaS Kabinett werde sich vermutlich folgendermaßen zusammensetzen: Ministerpräsident: Dr. S w i t a l s k i; Innenminister: General Skabkowskt: Außenminister: Zale- ski: Kriegsminister: Marschall Pilsudski; Äustizminister: 6 a r ; Finanzminister: General Gorecki; Arbeitsminister: Oberst Szred- nicki: Postminister: Major Polakiewicz; Berkeyrsminister: Kühn' Agrarreform: Przed VerkehrSminister: Kühn: Landwirtschaftsminister: Rudows ki: Agrarreform: Przedpelski. Heber die Cd hing deS Kultusministeriums und deS Handelsministeriums fei noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Aus aller Wett. DUliam Voolh zum 100. Geburtstag. Anläßlich deS 100. Geburtstages des Gründers der Heilsarmee, WilliamBooth, fand am Mittwochabend in der Londoner Albert- Halle eine große Kundgebung der Hells- armee statt. Den Dorsitz führte Minister- präsioent Baldwin. Baldwin leitete feine Festrede mit der Bemerkung ein, daS Gefühl zu haben, daß der Ministerpräsident Großbritanniens verpflichtet sei, den Dank d e S Landes bei dieser Gelegenheit auszusprechen. Baldwin wieS ferner auf die letzte Rede W. Doochs vor 17 Jahren in der Londoner Alberthalle hin. Damals habe Dooth von den verschiedenen Lebensaufgaben gesprochen, die er in seiner Jugend gelöst haben könnte. Er habe gesagt, daß er ebensogut hätte Politiker werden und eine neue Partei bilden können. Es gibt viele Formen des geistigen Llnternehmungs- geistes, es gibt zahlreiche und verschiedene Begabungen in der Welt. Gott enthülle sich selbst in vielen Wesen und seine Liebe sei weit größer als unsere Fassungskraft. Heute aber danken wir Gott für William Bovth, als für einen Mann, den die ganze Christenheit anerkenne als einen der größten religiösen Führer der Welt. Ein 17jähr. Unterprimaner besteht die Reifeprüfung. Der Fall, in dem ein Gießener Llnter- primaner wegen seiner hervorragenden Leistungen auf botanischem Gebiete kürzlich von der Ablegung der Abiturientenprüfung befreit wurde, hat jetzt in T r i e r ein Gegenstück gefunden. Dort ist dem 17jährigen Unterprimaner Manfred Altmann, dem Sohne des Trierischen Oberrabbiners, wegen seiner hervorragenden Begabung i n sämtlichen Fächern gestattet worden, eine Klasse zu überspringen. Gr wurde im Rovember vorigen Jahres aus der Unterprima nach Oberprima verseht und hat dort vor einigen Tagen sein Abiturientenexamen mit dem Prädikat gut abgelegt. Internationale Duchdruckereiausstellung in London. In der Olympia Hall wurde eine internationale Duchdruckereiausstellung eröffnet, an der zum ersten Male nach dem Kriege Vertreter des Duch- druckergewerbes aller Rationen, darunter eine deutsche Gruppe nach einer Abwesenheit von 15 Jahren teilnehmen. Die Ausstellung ist die größte, die das Duchdruckergewerbe bisher veranstaltet bat. An der Spihe der deutschen Abordnung steht Dr. Rudolf Ullstein, der ein Referat über die „Internationale Organisation des Duchdruckergewerbes" halten wird. Zu Ehren der Teilnehmer an der Ausstellung fand ein großer Empfang In der Guild Hall statt an dem Botschaftsrat Dieckhoff und Frau Dieckhoff teilnahmen. Schwerer Aerztekonfliki an einem Berliner Krankenhaus. Ein Konflikt am Krankenhause Lichterfelde, wo der bisherige Leiter der Inneren Abteilung, Prof. Rautenberg, der seit 19 Jahren dort amtiert, oom Kreisausschuß unter den verletzendsten Begleitumständen fr i st l o s entlassen wurde, hat nach der Darstellung einer Berliner Korrespondenz folgende Vorgeschichte: Im Stubenrauch - Krankenhaus ist seit zwei Jahren Prof. Dönitz als Chirurg tätig, der früher in der Charitee angestellt war. Prof. Dönitz hatte im vorigen Jahre zwei Spezialoveratio- n e n durchgeführt, die beide mit betn lobe der Patienten endeten, wodurch sich Professor Dönitz veranlaßt sah, zu erklären, daß er diese spezielle Operation nicht mehr vornehmen Oie Streichungen am Lustfahrtetat. Zusammenarbeit der deutschen Luftfahrtindustrie. — Einigung auf einheitliche Richtlinien. — Ein deutsches Lustfahrtprogramm. Berlin, 11. April, (privat.) Die gesamte deutsche Luftfahrtindustrie Hot vor Monatsfrist einen Ausschuß bestellt, bestehend aus Vertretern der Firmen Bayerische Motorenwerke, Dornier, heinkel, Junker» Flugzeugwerk und Motorenbau, Rohrbach, Siemens & Halske Flugmolorenwerk, mit der Aufgabe, einen engen Zusammenschluß sämt- licher Werke des Flugzeug- und Motorenbaues herbeizuführen. Diese Arbeiten haben zu einer vollen Einigung geführt. 3n seiner gestrigen Sitzung hat dieser Ausschuß nunmehr auch zu den oou der Reichstagsmehrheit vorgeschlagenen Streichung am Luftfahrtetat Stellung genommen und folgende einmütige Auffassung aller deutschen Flugzeuge und Motore herstellenden Werke sestgestellt.- Vie schwierige Lage Deutschlands, insbesondere die durch die Reparationslasten hervorgerufkne Notlage der Reichsflnanzeu, erfordert Opfer von allen. 3m Bewußtsein ihrer vaterländischen pflicht wird die deutsche Luftfahrtindustrie sich jeder Rotwendigkeit grundsätzlich nicht verschließen. Die Rot der Zeit hat aber schon bisher wirtschaftlich und politisch gerade auf ihr besonders schwer gelastet: die neuen Reichstagsoorschläge richte« sich wiederum im besonderen Ausmaße gerade gegen sie. Die Zukunft der deutschen Luftfahrt hängt in erster Linie von der unmittelbaren vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Luftfahrt und Ration ab. 3m Sinne dieser Zusammenarbeit hat sich die deutsche Luftfahrtindustrie auf einheitliche Richtlinien geeinigt, welche, den Schwierigkeiten der finan- ziellen Lage des Reiches Rechnung tragend, doch die Möglichkeiten einer den deutschen 3nteresten gerecht werdenden Luftpolltik darlegea. Diese Richtlinien werden in Form eines Programmes in kürze den gesetzgebenden Körperschaften und der Oeffentlichkeit unterbreitet werden. Die Zukunft des ZeppelinbauS. Dr. Eckener gegen die Abstriche am Etat für Friedrichshafen. Stuttgart, 11. April. (Privatmeldung.) 3n einer Konferenz der staatlichen Pressestelle nahm Dr. Eckener Gelegenhell, die Vertreter der Presse über die offizielle Auffassung deS Luftschiffbaues Zeppelin in Friedrichshafen zu informieren. Dr. Eckener erklärte u. a., die Rachricht, daß von dem Luftfahrtetat von 50 Millionen insgesamt '20 Milllonen a e st r i ch e n werden sollten, habe ihn schwer erschüttert. da eine Streichung in diesem Umfang eine Katastrophe für btt ganze deutsche Luftfahrt bedeut«, inzwischen habe er erfahren, daß wenigstens die Rachricht, daß in den abgestrichenen 20 Millionen Mark die ganzen 4 Millionen enthalten seien, die den Luftschiffbau Zeppelin zum Dau einer neuen Halle gegeben werden sollen, auf einem Orr- tum beruhe. Es wurden lediglich 20 Millionen Mark gestrichen, die er st noch auf die verschiedenen Positionen verteilt werden sollen. Dr. Eckener erklärte hierzu, daß ein auch noch so geringer Abstrich von den vier Millionen Mark vorn Luftschiffbau nicht ertragen werden könne, da dieser die vier Millionen des Reiches und die weiteren zwei Millionen Mark von Württemberg zur Fortsetzung des Werkes des Grafen Zeppellu unbedingt benötigt. Die Situation sei heute so, daß man jetzt in die Lage aebracht werden müsse, das mooernste Luftschiff zu bauen, um mit Sicherheit einen Verkehr über den Ozean ausführen zu formen. Der „Graf Zeppelin" genüge hierzu keineswegs. Mit diesem Schiff könne ein Wettbewerb mit England und Amerika nicht auf genommen werden. Man müsse nun eine große Bau- Halle haben, von genügender Höh«, um den Dau eines Schiffes von genügender Leistungsfähigkeit und ausreichenden Maschinsnkräften fertigzustellen. Zur Finanzierung dieses Luftschiffbaues fei an die Gründung einer transatlantischen Derkehrsaesellschaft gedacht, an der sich der Zeppelinbau mit zwei Dritteln beteiligen will. Die Vorbedingung sei aber, daß der Lustschisf- bau vom Reiche die Mittel bekomme, eine neue Halle zu bauen, und zwar eine geräumige Doppelhalle, die nicht nur Platz für ein großes Schift, sondern die Möglichkeit zum Ausfahren bietet. Am Schluß seiner Ausführungen WieS Dr. Eckener auf das moralische Anrecht hin, daS der Luftschiffbau Zeppelin auf Grund seiner gezeigten Leistungen und seiner Enttoicklungsmöglichkell habe, weiter gefördert zu werden, ferner auf die nationale Pflicht, den Vorsprung, den Deutschland im Luftschiffbau gegenüber England und Amerika hat, auch für di e Zukunft auf» recht-verhalten. Staatsrat Rau machte dann noch nähere Mitteilungen über den Standpunkt derwüri- tembergischen Regierung. Die tofirt* tembergische Regierung glaubt danach, die im Etat für 1929 für den Luftschiffbau eingesetzten 2 Millionen Mark in dieser Höhe verantworten zu können, und sie wolle sich dafür einsehen, daß bei der großen Bedeutung, die der Zeppelinbau für acmz Deutschland hat, die im Reichsetat vorgesehenen Gelder für i>en Luftschiffbau Zeppelin ganz gerettet werden können. Sie Lohnbewegung bei der Reichsbahn. Oie Gpihengewerkschasten erklären sich zur Vermittlung bereit. Berlin, 11. April. (WB.) Das Schreiben der gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen bei der Reichsbahn, des A.D.G.D., des D.G.B. und deS Gewerkschaftsringes, an die Deutsche ReichS- bahngesellschaft hat folgenden Wortlaut: Die unterzeichneten Spitzenorganisationen der Gewerkschaften haben durch die ihnen ange- schlossenen Eisenbahngewerkschaften Kenntnis erhalten von der Stellungnahme der Reichsbahn- hauplverwaltung, die jede Lohnerhöhung für das nichtbeamtete Reichsbahnpersonal ablehnt. Die daraus entstandene Situation war Gegenstand eingehender Beratung im Kreise der Vorstandsvertreter der drei anerkannten Spitzen- verbände, die nach Prüfung aller Umstände, die mit der Lohnbewegung in Beziehung stehen, einmütig zu der Auffassung gelangten, daß aus einem etwaigen Lvhnkampf der Eisenbahner dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenwirken in Deutschland außerordentlicher Schaden erwachsen würde, der in gar keinem Verhältnis zu einer Lohnerhöhung stehen würde. Die wirtschaftliche Lage der Eisenbahnarbeiter ist im Vergleich zu den Bezügen anderer Arbeitergruppen in der Privatwirtschaft als ungünstig zu bezeichnen, insbesondere ist es die hohe Spanne zwischen Gisenbahnarbeiter- lohn und den vergleichsweisen Löhnen der Eisenbahnbeamten für nahezu völlig gleiche Leistungen, die als ungerechtfertigt beanstandet und daher bekämpft wird. Die Spitzenorganisationen haben den ernsten Willen, den Arbeitsfrieden in dem für die gesamte deutsche Wirtschaft so überaus bedeutsamen Eisenbahnbetriebe nicht ohne zwingend st eR o t gefährden zu lassen. Das setzt jedoch voraus, daß Reichsregierung und Reichsbahnhauptverwaltung den Weg der Verständigung beschreiten, denn sie verhindern damit die Arbeitsniederlegung, die in ernste Rähe gerückt ist. Die Möglichkeit einer Verständigung mit dem Ziele der Lohnerhöhung erblicken die Spitzengewerkschaften in neuen Verh and - lungen, bei denen mitzuwirken die Vertreter der unterzeichneten Organisationen eventuell bereit wären. Für die Hinterlassung jedergewerkschaftlichenKampfhand- l u n g innerhalb der Eisenbahnbetriebe haben sich die Vertreter dieser Verbände bei den Eisen- bahngewerkschasten bis zum Abschluß der neuen Verhandlungen bisher mit Erfolg eingesetzt. Zur Aussprache über etwa zu beschreitende Wege, die zu aussichtsreichen Verhandlungen führen können, hallen sich die Unterzeichneten jederzeit bereit. Die Reichsbahnhauptverwaltung wirb auf das Schreiben hin sich zunächst mtt den beteiligten Aeichsressorts in Verbindung setzen und eine gemeinsame Besprechung der zur Zeit gegebenen Lage anregen. Mahnung zur Disziplin. Berlin, 11. April. (WB.) Der Leiter der Tarifabteilung im Hauptvorstand des Einheitsverbandes der Eisenbahner, Apitsch, sprach gestern abend in einer stark, besuchten Versammlung des Werkstattpersonals in Berlin. Er kam auch auf den Lohnkonflikt bei der Reichsbahn und die Eingabe der Spitzenorganisationen an die Hauptverwaltung zu sprechen und gab dazu folgende Erklärung ab: Sowohl die Spitzenorganisationen als die Eisenbahnergewerkschaften sind sich darüber llar, daß eine ablehnende Stellungnahme der Reichsbahn zu den neuen Vorschlägen den Streik der Eisenbahnarbeiter zur Folge haben wird. Die Organisationen haben mit der Eingabe an die Reichsbahn bewiesen, daß sie sich ihrer großen Verantwortung gegenüber der Oeffentlichkeit bewußt sind und einen Kampf nicht leichtfertig vom Zaune brechen wollen. Rach wie vor sibd die Gewerkschaften zur friedlichen Verständigung bereit. Sie sind aber ebenso fest entschlossen, die Bewegung nicht im Sande verlaufen zu lassen und werden, wenn die Reichsbahn dazu treibt, auch das letzte gewerkschaftliche Kampfmittel zur Durchsetzung der berechtigten Forderungen der Eisenbahner anwenden. Die Eisenbahner haben keinen Grund, nervös zu werden, sondern müssen der weiteren Entwicklung im Vertrauen auf ihre Organisation ruhig entgegensehen und sichnicht durch Parolen außenstehender und unverantwortlicher Elementekopfscheumachen lassen. — Die Versammelten brachten ihr Vertrauen zur Organisation durch die einstimmige Annahme einer Entschließung zum Ausdruck, in der diese Erklärung gebilligt wurde. werde. Vor einigen'Wochen wurde nun ein Patient eingeliefert, bei dem eine Operation gleicher Art sich als unbedingt notwendig erwies. Der Patient erfuhr im Krankenhause, daß zwei Operationen dieser Art tödlich verlaufen waren, und weigerte sich, eine Operation durch Professor Dönitz vornehmen zu lassen. Der Kranke fragte dann Prof. Rautenberg um Rat und Prof. Rautenberg empfahl ihm, sich in das Rittberg- Krankenhaus zu begeben, dessen Leiter Prof. Brüning Spezialist für derartige Operationen sei, die ihm bisher noch immer geglückt seien. Diese Unterredung tarn Prof. Dönitz zu Ohren, der sich daraufhin beschwerdeführend an den Kreisausschuß wandte und erklärte, er könne mit Prof. Rautenberg nicht mehr zusammen arbeiten, ba dieser durch Herabsetzung eines Kollegen die ärztliche Standeswürde in schwerster Form verletzt habe. Prof. Rautenberg wurde vom Kreisausschuß vorgeladen und erklärte u. a., da Prof. Dönitz derartige Operationen nicht mehr habe durchfuhren wollen, sei es nur eine Pflicht der Menschlichkeit gewesen, den Patienten an einen bekannten Spezialisten zu verweisen. Der Kreisausschuß teilte darauf dem verdienten lebenslänglich angestellten Arzt schriftlich mit, daß er seines Postens enthoben sei und sofort das Krankenhaus zu verlassen habe. Als Prof. Rautenberg den Versuch machte, die Krankenjournale und sonstigen Papiere zur Uebergabe in Ordnung zu bringen, rief gegen Abend der Kreisst kretär bei ihm an und drohte mit gemalt- famer Entfernung, falls Prof. Rautenberg nicht sofort das Haus verlasse. Unter den Berliner Aerzten hat der Vorfall große Erregung ausge- löst. Es soll beabsichtigt sein, eine Protestoer- sammln na einzuberufen, bte sich mtt btw tfo» gängen befassen soll. vergleich Im LohnkonflUt der mitteldeutschen Landwirtschaft. Der LohnstveU In der mitteldeutschen landwirtschaftlichen Tarifaemeinschaft, au der die Gebiet» Anhalt, Braunschweig, Kurhessen, Freistaat Sachsen, Provinz Sachsen, Südhannooer und Thüringen gehören, ist dadurch beendet worden, daß in einer Verhandlung im Reicksarbettsministerium über den am 25. Februar 1929 gefällten SMeds- spruch mit einigen Abänderungen ein Vergleich zustandegekommen ist. Zu der Lohnerhöhung der Schiedsspruchs von einem Pfennig kommt ein weiterer Pfennigab 1. Juli hinzu. Dafür sind verschiedene die Arbeitgeber enttastende Abänderungen des Schiedsspruchs tn den Vergleich aufgenommen worden. „3hren Ausweis, bitte" — der vergeßliche RLi^sanßenminifier. Am vergangenen Mttttvoch fand die Trauung des österreichischen Gesandten in Berlin Dr. Frank, mit der Wiener Pianistin Wit statt, bei der der deutsche Reichsaußenminister Dr. Stresemann und der Generaloberst von Seeckt als Trauzeugen vor dem Standesbeamten fungierten. Die bei der standesamtlichen Trauung notwendigen Formalitäten sehen u. a. auch die Bestimmung vor, daß sich jeder der Trauungen vor der Eheschllehung über seine Personalren legitrmieren mutz. So auch Dr. Stresemann und General von Seeckt. Das ging aber am Mittwoch nicht ganz ohne Schwierigkeiten vonstatten, denn pkötzlich stellte sich h«aus, daß Dr. Stresemann, der sonst an alles zu danken pflegt, keine Legitimations- Papiere bei sich hatte. Der Standesbeamte, offenbar durch schlechte Erfahrungen aewitzigt. bestand anfänglich darauf, daß der ReicySautzm- minister sich erst seine Legitimations- Papiere besorgen müßte. Rur dem guten Zureden deS Generals von Seeckt hatte jener es dann zu verdanken, daß der Standesbeamte Gnade vor Recht ergehen lieh und dem Reichs- auhenminister wohl auf sein ehrliche« Gesicht hin auch ohne Legitimation die angegebenen Personalien glaubte. So konnte also die Trauung, wenn auch mit Hindernissen, doch noch vollzogen werden. Das vermisste Flugzeug „Southern Lrotz" wieder aafgefunben. Don dem Flugzeug „Lamberra", das an den Nachforschungen nach dem am 31. März mit 4 Passagieren zu einem Fernflug Australien —E Ugland gestarteten und bald darauf vermißten Flugzeug „Southern Eroß" beteiligt war, ist folgende Lob schäft eingegangen: „Wir haben „Southern (Sroft* gefunden. Alkefinda m Leben und wohl. Wir haben Lebensmittel abgeworfen.- Vrandfliflungen in Westeregeln. Jin der Rächt zum Donnerstag brach — inner- hallb 14 Tagen der vierte Brand — in unmittelbarer Rähe deS Rathauses Feuer aus. Diesmal brannte ein hinter dem Rach aus gelegener Schuppen völlig ab. Auch in dem hinter dem Rathaufe gelegenen Feuerwehr- depvt war Feuer angelegt worden, daS aber noch rechtzeitig gelöscht werden konnte. ES liegt unzweifelhaft amh diesmal Brandstiftung vor. Der Bürgermeister von Westeregeln ist vor einigen Tagen im Anschluß an die drei letzten Brände wegen deS Verdachts der Brand- stistung und Veruntreuung verhaftet wordcn. Dce Landeskriminalpolizei ist mit der Untersuchung des letzten BrandeS beschäftigt. Die Er- mittlunacn zu den drei vorherigen Brandstiftungen sind abgeschlossen, und die Angelegenheit ist nunmehr der Staatsanwaltschaft in Ha^ t übergeben worden. Oie Wetterlage. La (oruna THE. Zö ff Jan fMyei»- iDerdeen- 6 <•) int o Wien Al* r p 42 kSqü O Donnerstag, dH April 1929. 7" abdS. rTnörsfiZ H O wolkenlos 0 netter. O naiD oeoeekL ® wolkig. < Gedeckt. elTegei> Schnee cs Oraupetn. * NeDet K Gewit'-r.© Windstille. O-. sehr leichte' Ost massiger sodsudwesu q stormischei «ordwesl Ole Piene fliegen mit dem Winde. Pie Deigen Stationen stenencen Zahlen geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mu.gleichem, auf neeresmveau umoerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die südliche Störung ist stationär geblieben und verursacht immer noch unfreundliches Aprilwetter. Fast in ganz Deutschland ist noch starke Bewölkung, nur an der Ostseeküste, wo das Hochdruckgebiet sich weiter südwärts vorgedrängt hat, ist Aufheiterung erngetreten. Da die Störung den Einfluß des Hochdruckgebietes nicht zur Geltung kommen laßt, so bleibt bei uns bas trübe Wetter fortbestehen. Die kontinentale Kaltlustzufuhr hält weiter an, so daß auch die Temperaturen verhäUnismäßig niedrig zu liegen kommen. Wettervoraussage für Samstag: Noch vielfach trübes Wetter mit Niederschlagsneigung, verhältnismäßig kühl. Wettervoraussage für Sonntag: Wenig Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 11. April: mittags 5,6 Grad Celsius, abends 4,7 Grad: am 12. April: morgens 2,9 Grad. Maximum 6,1 Grad, Minimum 2 Grad. — Erdtemperoturen in 10 cm Tiefe am 11. April: abends 5,2 Grad: am 12. April: morgens 3,9 Grad. — Niederschlag 2,2 nun. Aus öer Pwvinzialhauptstadt. I Atzx Theaierverirag Gießen - Bad-Nauheim Gieren den 12. Qtbril 1929. z _ l K K ll. WH ***' m , . . . . ______ icl s.-_ r.x. t.f.. ifi in h»m -Txsrtrr weisen im Zrühling. legend sein wird. f . < Zur GesimMhinä ** Das neue Schuljahr der Fortbildungsschule beginnt am Montag, dem 15. April. Heber die Anmeldung der neu eintretenden Schüler und Schülerinnen enthält eine Bekanntmachung des Stadtschulamts im heutigen Anzeigenteil die näheren Amtsgrricht Gießen. * Gießen, 9. April. 'Sin Kra,twagenführer fuhr an einem an einer Haltestelle stillstehenden Straßenbahnwagen auf der Seite, an der ein- und ausgestiegen wird, in scharfem Tempo vorüber. Dies darf im Interesse des Publikums nicht sein. Er hätte aus naheliegenden Gründen ein langsames Tempo einschlagen müssen und hat sich deshalb strafbar gemacht. Auf der Straße Heuchelheim—Gießen vor der Lindenburg kollidierte eines Abends ein Krast- radführcr mit einem Radfahrer. der neben zwei anderen Radfahrern von Heuchelheim nach Gießen QH. Don der Landes»Univ ersität Hießen. Der außerordentliche Professor an der Universität Tübingen D. Dr. Schumann hat den an ihn ergangenen Ruf an unsere Alni- versität an Stelle des nach Marburg gehenden ordentlichen Professors D. Dr. Frick angc- Angaben. ,,. , ** Anmeldung versicherungspflrch- tiger Betriebe und Tätigkeiten. Dos Versicherungsamt der Stadt Gießen veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil nochmals eine Bekanntmachung über kne Anmeldung versicherungspflichtiger Betriebe und Tätigkeiten. Es wird erneut darauf verwiesen, daß die Anmeldung spätestens bis zum 15. April erfolgt sein muß. Räheres über diese wichtige gesetzliche Vorschrift ist aus der Bekanntmachung zu ersehen. nommen. — Der außerplanmäßige auherordent- liehe Professor für semitische Philologie Dr. Julius Lewy wurde zum planmäßigen außerordentlichen Professor ernannt. zu bewirken. •* Die Feueralarmsirenen werden am morgigen Samstagnachmittag um 3 Uhr ertönen. Es handelt sich habet nur um einen Probealarm, so -ebenso guft- mehr alsdie Hälfte billiger1 toPfd.50Pfq.) und so sparsam imjße brauch auf Herz und Nerven, die viele Menschen beim Bohnenkaffeegenuß empfinden, fallen weg, wenn Sie Kaffee Hag trinken. Kaffee Hag ist coffeinfrei und völlig unschädlich. Aroma und Geschmack sind von unübertrefflicher Güte, denn Kaffee Hag ist eine Mischung feinster central - und südamerikanischer Kaffeesorten. Es gibt keinen besseren Bohnenkaffee als Kaffee Hag. Machen Sie einen Versuch. Kunst und Wissenschaft. Enrico Jetti t- Wie aus Rom gemeldet wird, ist dort bet frühere Führer der Sozialistischen Partei und bo kannte Strafrechtslehrer an der römischen Universität, Prof. Enrico Ferri, nach kurzer Krankheit im Alter von 73 Jahren geftorben. Ferri mar mit Lombroso Begründer der Kriminalanthropologie. Nein" nur noch Gießenund BaV-Rauheim zustande gekommen. Rach diesem Vertrag verpflichtet sich die Stadt Gießen, in der Zeit von etwa 15. Mai bis etwa 15. September wöchentlich abwechselnd ie zwei oder se drei Schau- oder Lust- spielaufführungen im Dad-Rauheimer Kurhaus zu veranstalten. Die Vorstellungen sind durch das Schauspielenfemble der Stadt Gießen zu geben, ausnahmsweise können aber auch im Einverständnis mit der Bad-Rauheimer KurdireMon Gnsemble-Dastsptele veranstaltet werden. Die Bade - und Kurverwaltung hat sich Vorbehalten, während der Spielzeit des Gießener Stadttheaters eigen eT heateraufführun- gen (Opern- und Operetten», aber nicht mehr al» 12 im ganzen, herauSzubringen. Dad-Rau- heim wird, wie bisher, die Aufführungen de« Gießener Ensembles im Rauheimer Kurhause hin- •• Der Hess. Landesverband für das Dekorateur-, Sattler- und Tapeziere rgewerbe hält, wie schon kurz gemeldet, am nächsten Samstag und Sonntag in Gießen auf der Liebigshöhe feinen 7. LandeSverbands- tag ab. Am Samstagnachmittag Wird zunächst durch den Derbandsvorsitzenden. Fr. Schütz (Darmstadt), eine Ausstellung eröffnet, anschließend findet eine Obermeistertagung für sämtliche Innungen Hessens statt. Am Abend veranstaltet die hiesige Sattler- und Tapezierer-Zwangs- Jnnung einen Degrüßungsabend auf der Lre- bigshöhe. Der Sonntagvormittag ist für die Verhandlungen vorgesehen. Hierbei wird nach der Eröffnung des Landesverbandstages u. a. der Jahresbericht des Vorstandes erstattet. Ferner wird der Vorsitzende des Reichsfachverbandes deutscher Sattler- und Tapezierermeister, P. Scholz (Berlin), einen Dortrag halten über das Schema „Praktische Organisattonsarbeiten im Sattler- und Tapeziererhandwerk". Hierauf folgt ein Vortrag des Syndikus R ö h r von der Hand- Werkskammer-Reben stelle Gießen über ..Die neue Handwerkernovelle und deren Auswirkung au) das Handwerk". Weiter wird man sich mit Statutenänderungen, eingelaufenen Anträgen, der Vorstandswahl und der Wahl des nächstiährigen Tagungsortes beschäftigen. . •• Der Alpen- Film im Llchtspiel- haus Bahnhofstraße. Seit gestern wird im Lichtspielhaus Bahnhofstraße em Film über die Alpen und damit eine bildhafte Berichterstattung vom Schweizer Volk und seinen Bergen gezeigt. Wenn jemals die Bezeichnung ^Kulturfilm im besten Sinne des Wortes" am Platze war, so ist es bei diesem Film der Fall. Dwser Alpen-Film gehört unstreitig zu den wertvollsten und zugleich spannendsten Stücken, die das Lichtspielhaus bisher geboten hat. In seinem ersten Teile zeigt der Film die vielfachen landschaftlichen und städtebaulichen Schönheiten des von der Ratur in so überaus reichem Maße begünstigten Schweizerlandes, eine Anzahl Bilder aus der schicksalsrcichen Geschichte der Schweizer Daten für Samstag, 13. April. Sonnenaufgang 5.10 Uhr, Sonnenuntergang 18.52 Uhr. — Mondaufgang 6.54 Uhr. 1598: Heinrich IV. von Frankreich gewährt im Edikt von Nantes den Protestanten Religionsfreiheit; — 1695: der französische Dichter Jean I de Lafontaine in Paris gestorben; — 1872: der Schriftsteller Roda Roda in Pußta-Zdenci geboren. Bornotizeu. — TageSkalender für Freitag. Stadttheater: „Der Mikado", 19.30 bis 22.15 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Alpen-. — Astoria-Lichtspiele: „3ft Eddy Polo schuldig?". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Sonntag, 14. April, wird zum letztenmal „Der Mustergatte von Avery Hopwood gegeben. Dieses kleine, harmlose Lustspiel hat sich in Gießen mit einem ehrlichen Erfolg das Publikum gewonnen. (Spielleitung Karl Dolck.) Die Intendanz hat daher an Stelle des Marcell-Salzer-Abends, der wegen Erkrankung aus« fallen muß, dieses englische Stück als Fremdenvor- flellung festgesetzt. Ermäßigte Preise. — Der starke Erfolg von Georg Kaisers ,£ftobertag ist für das Abonnenten-Publikum von großem Interesse. Das Schauspiel wird am Dienstag, 16. April, das erste- rnat wiederholt. — Intendant Dr. Prasch bereitet feine nächste Inszenierung vor: Das Schauspiel .Thomas Paine" von Hanns Johst, die Erstauf- pchrung findet am Mittwoch, 17. Aprll, statt. — Hallo Theater! Man schreibt uns: dlnter diesem Titel mit dem Untertitel „Ein Mi- inennachtspuk" geben die Mitglieder des Stadttheaters am Samstag, 20. April, einen bunten Vorstellungsabend, an dem schmissige Sketche, Em- «kter, Dialoge, Tänze aufgeführt werden. Die Veranstaltung findet als Äachtvorstellung tm Htadttheater statt und beginnt um 20,30 Uhr. Jazzmusik und Conference sollen für das nötige Tempo sorgen. sehr bedeutsame Tatsache ist in dem Vertragsabschluß für die Dommerspielzett 1929 die Verpflichtung der Rauheimer Bade- und Kurverwaltung zum Mittrag en eines etwaigen Defizits der Gießener Spielzeit in Bad-Rauheim zu vermerken: während in den letzten Jahren das gesamte Risiko der Rauhetmer Theaterspielzeit von Gießen allein getragen werden mutzte, hat sich nunmehr die Bade- und Kurverwaltung verpflichtet, ein etwaiges Defizit zur Hälfte zu übernehmen; jedoch hat diese Abmachung nach oben hin eine Begrenzung erfahren, die aber immerhin eine Zahlungsverpflichtung Bad-Rauheims in Hohe von etlichen Tausend Mark Vorsicht. Diese neue Vereinbarung ist als ein begrüßenswerter Fortschritt bei dem jetzigen Vertragsabschluß anzusehen, da er nunmehr sicherstellt, daß auch die wirtschaftlichen Belange der Stadt Gießen bei dem Theatervertrag mit Rauheim in gebührender Weise berücksichtigt werden. Der Vertrag ist zunächst nur für die diesjährige Sommerspielzeit abgeschlossen worden, man darf aber wohl annehmen, daß er auch für die weiteren Abschlüsse in der Zukunft grund- 3n unserem Zeitalter der Technik, des Sportes md der Hygiene ist so manch alter Brauch als iberflüssig fallen gelassen. Für den modernen Ztäbter bedeutet der Winter nicht mehr — tote rüher — eine Zeit der Trägheit und Ruhe eine Periode des Hockens hinter dem Ofen und der Acheu vor frischer Luft. Wir wissen letzt, daß inch in der kalten Jahreszeit der „bewegte Aufenthalt im Freien der Gesundheit und körperlichen Ertüchtigung sehr zuträglich ist; ja, datz ogat zahlreichen Kranken Winterkuren im Ge- 6irgc Besserung und Genesung von ihren Leiden bringen. Demgemäß haben auch in unserer Zeit die ehedem so beliebten Frühjahrskuren itart an Kredit verloren. Damals unterzogen sich die Menschen, wenn der Lenz die Macht des rauhen Winters brach, Aderlässen und Schröpfkuren; sie nahmen Schwitzbäder und trän- ________________ . , fen abführende TeeS und Wässer, um den trügen sichtlich der Bühnenausstattung unterstützen, so- Körper von den angesammelten Schlacken der | txrr Otaubeimer FunduS dteS gestattet; ander- kalten Monate zu befreien. Heutzutage bedeutet der llebergang zur wärmeren Jahreszeit keinen ttefgreifenden Wechsel in den LebenSgewohn- heiten mehr, und solche einschneidenden Prozeduren erübrigen sich von selbst. Doch auch heute noch besteht bei dielen Menschen der Wunsch, die neu erwachenden Lebenskräfte im Frühjahr zu fördern. Vielleicht mit einer gewissen Berechtigung wird Umschau gehalten nach solchen Kur- mittelN, mit deren Hilfe die mehr oder weniger eingerosteten Muskeln und Gelenke wieder geschmeidig, die Ermattung und Erschlaffung beschleunigt ausgetrieben wurden. WaS liegt naher, als im Frühjahr ausgiebige Wanderungen durch Gottes erwachende Ratur zu unternehmen! Dank den verstärkten Muskelanstrengungen wird die Verbrennung jeder ermüdungbringenden Schlacken und Stoffwechselprodukte erhöht, zumal wenn zugleich eine gewisse Mäßigkeit im Essen und Trinken Platz greift. Sicherlich wird es auch eine nicht geringe Zahl von Menschen geben, bei denen her Arzt im Frühjahr den Gebrauch leichter ab- । ------— - m v Ehrender Wässer zur Entlastung des Ver- I daß zu Beunruhigungen kein Grund vorhanden ist. dauungskanalS und der Leber für angebracht -- * - x.. halten wird. Wenn der Besuch etneS Kurortes r Durchführung einer Trinkkur in Frage kommt. ist es zu empfehlen, möglichst nicht m der Hochsaison, sondern eher im Frühjahr diese Bader aufzusuchen. Denn in dieser Oahreszett durften Sie Rachteile der lleberfüllung, wie sie der Hochsaison nun einmal trotz allem eigen sind, im allgemeinen fortfallen, was dem Heilerfolg der Trinkkur nur zuträglich sein kann. Dr. M. Nach langwierigen Verhandlungen ist in den letz- ten Tagen der endgültige Abschluß des neuen Theatervertrage« zwischen wett der Rauheimer FunduS dteS gestattet; anderseits wird das Gießener Theater mit seinem Ausstattungsmaterial erforderlichenfalls die von der Kurdirektton veranstalteten Opern- und Operet- ten-Aufführungen fördern helfen. Als neue und ** Aufhebung einer polizeilichen Meldestelle. Das Polizeiamt teilt mit: Vom 15. April ab wirb die Meldestelle des III. Polizei- Reviers, Kirchstraße 11, aufgehoben. Alle zum lII. Polizei-Revier gehörenden Einwohner haben von diesem Tage ab ihre An-, Ab- und 11m- meldungen beim Einwohner-Meldeamt Im neuen Polizeiamtsgebäude, Landgraf Philipp-Platz 1, Eidgenossenschaft und eine Reihe von eindrucksvollen Bildern über Volkssitten, deren starker Reiz in der Ursprünglichkeit echten bodenständi- gen DvlkstumS liegt. Der zweite Teil des Film« zeigt die Schweiz als Land des großen Fremden- vmehrs. der alljährlich viele Tausende aus allen Teilen der Welt in das wunderbare Bergland bringt. Man kann bei öem Besuche dieser Filmvorstellung im Geiste eine außerordentlich genußreiche Rundreise durch die verschiedensten Gebiete des Schweizerlandes und zu jeder Jahreszeit machen und kommt dabei in vollem Maße auf seine Rechnung. Denn nicht nur aus dem Hochgebirge, sondern auch aus den Doralpen, aus den Städten und von dem Leben und Treiben auf dem Lande kann man sehr gute und mit sicherem Blick für das Feine in der Landschaft aufgenommene Bilder an seinem Auge vorübet- aieSen lassen. Auf Einzelheiten in diesem Zusammenhänge einzugehen, ist nicht möglich, da die Hervorhebung irgendeines Abschnittes unbedingt eine llngerechtigkeit gegenüber den übrigen Teilen des Fnlmwerkes bedeuten würde. Man kann hier nur eins tun: nämlich dem Film al« Gesamtwerk eine warme Empfehlung für seine hiesigen Aufführungen mitgeben und den Mitbürgern anraten, sich diese Vorführungen nicht entgehen zu lassen. Das Schuhplattler- und Gefangstrio der Familie Schneider bringt im Rahmen der Filmvorführung eine Anzahl Gesänge und Tanzdarbietungen aus dem Bereiche des Alpenlandes, während das Lichtspielhausorchester in recht anerkennenswerter Weise für eine reichhaltige musikalische Umrahmung des Filmes sorgt. •• Fer nwettschreiben in Einheits- kurz f ch r i s t. Dom Deutschen Stenographen- bund, der die Einheitskurzschrift vertritt, ist am 10. März in ganz Deutschland ein Fernwettschreiben abgehallen worden. Rach dem nunmehr festgestelllen Ergebnis hat die Veranstaltung einen glänzenden Verlauf genommen. Der Wettbewerb bestand in einem Richtigschreiben und einem Schnellschreiben. Die Teilnehmer am Dich- tigschreiben hatten unter Aufsicht einen Te?t von 600 Silben in korrekte stenographische Derkehrs- schrift im Zeittaum von 30 Minuten zu übertragen. Beim Schnellschreiben betrugen die Spitzenleistungen 340 Silben in der Minute. Es beteiligten sich rund 30 000 Personen, die 17 000 Arbeiten im Richtigschreiben und 24 000 Arbeiten im Schnellschreiben, also zusammen 41 000 Arbeiten ablieferten. Die große Beteiligung und die erzielten vorzüglichen Leistungen erbrachten erneut den Beweis für die außerordentliche Verbreitung und die unübertreffliche praktische Brauchbarkeit der Einheitskurzschrift, die von den Reichs- und Länderregierungen vor einigen Zähren unter Ausschluß aller anderen Systeme im Schulunterricht eingeführt und für die Anwendung im Dehördenbetriebe vorgeschrieben worden ist. NdlUrliches fuhr; ersterer tarn zu Fall und verletzte stch schwer. Tatzeugen, die erschöpfend den Vorfall schildern konnten, waren nicht vorhanden. Beide Fahrer wurden wegen Verletzung von Verkehrs- Vorschriften angenagt. Der Radfahrer wurde freigesprochen. Bezüglich des anderen Angeklagten, der hinter den Radfahrern fuhr, nahm das Gericht an, datz er die Radfahrer überholen wollte und dabei die äleberholungsvvrschriften nicht einhisll. Er fuhr offensichtlich zu eng an bi« Radfahrer, bzw. den Mitangeklagten, heran und stieß an dessen Rad, wodurch der Fall veranlaht wurde. Die nebeneinander fahrenden Radfahrer nahmen höchstens die Hälfte der Fahrstraße ein. so daß der Angeklagte hinreichend Gelegenheit hatte, reibungslos an den Radfahrern vorbeizufahren. Ein Landwirt hatte eine ausländische Arbeiterin angenommen und dabei nicht die für Derartige Einstellungen bestehenden strengen Vorschriften eingehalten. Er befand sich in einer gewissen Rottage. Diese lieh seine Verfehlung -war in einem milderen Lichte erscheinen, konnte aber seine Freisprechung nicht bewirten. Ein Viehhändler hatte di« rechtzeitige Einttagung von erhandeltem Vieh in das Haupttontrollbuch schuldhaft versäumt und sich deshalb strafbar gemacht. Sämtlich« Angellagten. die für schuldig be» funden wurden, erhielten Geldstrafen je nach der Schwere ihrer Verfehlungen. jetn Weisel, Giefoen, Soanenstrafte 6, Telephon Nr. 8S Berliner Börse. Berlin, 12. April (WTD. Funtspruch.) Auf leichtere internationale Geldoerhällnisse (in Reu- york war Tagesgeld gegen Schlutz der Börse 3 Proz. Brief) fanden die gestern im Vordergrund stehenden hiesigen Diskontbetrachtungen heute früh eine beruhigtere Beurteilung, und die Stimmung war allgemein freundlicher. Auch positionstechnttch ist die Situation als günstig anzusprechen, da geltem seitens der Spekulation Blankoabgaben erfolgt waren. Kurse sind bisher noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man: London gegen Spornen 32,55, London gegen Berlin 20.4675, London gegen Kabel 4,8542, Kabel gegen Berlin 4.2165.__ Sprechstunden der Redaktion 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Jür unverlangt eingesandte UlanuffripK ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. i i < l l l ( i i i r r 5 Etwas besonders Modehaus 25» Salomon Preiswertes für die 1.60 JugendZ“ Schule: Gießen Schulstraße 4$ Für Knaben: Knaben-Weaten, -Pullovers und -Sweaters, alles reine Wolle........................... Knaben-Sporthemden, Flanell oder Zephir, für bis 10jährige...................... Knaben-Hemden, offen und geschlossen zu tragen, für 6jährige.................... Knaben-Schulstrümpfe, gute Strapazierqual., n nn beige u. grau meliert, für das Alter v. 6 J. U.ÖU Knaben-Hosenträger aus gutem Gummigurt fl *7E mit Lederpatte....................U. I 0 Für Mädchen: Westen ond Pullovers, reine Wolle, offen und E f|A geschlossen zu tragen, für bis 6jährige ... 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Gießen (Johannesstraße 15), den 12. April 1929. Die Einäscherung findet in der Stille statt. Unsere liebe Mutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Johanna Schäffer geb. Schmidtborn Witwe des Geh. Kanzleirats i. P. Fritz Schäffer ist am 11. April 1929 nach kurzer Krankheit im fast vollendeten 81. Lebensjahr verschieden. Heute morgen entschlief sanft und unerwartet unser lieber Vater, Großvater und Urgroßvater Herr Kaspar Koch Straßenwärter i. R., Altersveteran von 1870/71 im Alter von beinahe 80 Jahren. In tiefer Trauer: Die trauernden Hinterbliebenen. Oppenrod, Annerod, Beuern, Rodheim, den 11. April 1929. Die Beerdigung findet Sonntag, 14. April, nachm. 31/, Uhr, statt. 3310V |Stellenangebote|| Hetmarb. vergibt JI p- Kolfter, Breslau Hb. für HauSarbett f. fo- gesucht 3299D für Hausarbeit f. sofort oder 15. Avril Bekanntmachung. Die Stadtverordnetenversammlung hat Ortsbausatzungen zu den Bebauungs- § fönen für das Gebiet zwischen Wiesecker Zeg und Marburger Straße und das Eichgärtengebiet beschlossen. 3300C Die vorbezeicyneten Ortsbausatzungen liegen in der Zeit vom 15. bis 30. April 1929 bei dem Städtischen Hochbauamt, Asterweg 9, während der üblichen Dienststunden zur Einsicht offen. Einwendungen hiergegen sind bet Vermeidung des Ausschlusses innerhalb der vorbezeichneten Frist bei dem Städtischen Hochbauamt anzubringen. Gießen, den 10. April 1929. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. Bekanntmachung. Das neue Schuljahr beginnt für die hiesige Fortbildungsschule am Montag, dem 15. April 1929. 33000 Die Anmeldung der in die Fortbildungsschule neu eintretenden Schüler und Schülerinnen hat an diesem Tage, vormittags 9 Uhr, zu erfolgen, und zwar 1. für die kaufmännische und die allgemeine Abteilung In der Allen Klinik; 2- für die gewerbliche Abteilung in dem Behelfsschulbau, Rodheimer Str. 35; 3. für die Mädchenabteilung im Schulhaus in der Neustadt. Fortbildungsschulpflichtig werden mit Beginn des neuen Schuljahres alle Schüler und Schülerinnen, die an Ostern 1929 aus der Volksschule entlassen worden, sowie die- jenigen, die aus höheren Schulen nach acht- jährtoem und mehr als achtjährigem Schulbesuch, aber vor vollendetem zehnten Schuljahr ausgetreten sind. Gießen, den 11. April 1929. Stadtschulamt. I. D.: Fischer. Bekanntmachung. Die Stadtverordnetenversammlung hat einen Bebauungsplan über das Gebiet zwischen Freiligrath-, Uhland-, Friedrich- und Frankfurter Straße, Am Rtegelpfad und Aulweg nebst Ortsbausatzung geneh- miat. 8300C Der Bebauungsplan und der Entwurf der Orisbaulatzung liegt in der Zeit vom 15. bis 30. April 1929 bei dem Städtischen Hochbauamt, Asterweg 9 in den üblichen Dienststunden zur Einsicht offen. Einwendungen hiergegen sind bei Vermeidung des Ausschlusses innerhalb der vorbezeichneten Frist bet dem Städtischen Hochbauamt oorzubringen. Gießen, den 10. April 1929. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. Wilbelmstk. 10 p. [Stellengesuche) feilerer Hl» übernimmt f. einige Tage tn der Woche Vertrauensposten Schr. Ang. u. 02155 a. d. Gieß. Anz. erb. i9|06r. Wagner- geselle , lucht Daucrstel- luna. Anfragen bitte zu richten an Georg ÄcLlnUlto Braver, anständiger Junge, Sohn acht« barer Eltern, als Lehrling für Kontor u. 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Betriebe und Tätigkeiten zur Bewachung von Betriebs- und Wohn- stätten. 3290D Die Unternehmer werden hiermit zur Anmeldung bis spätestens 15. April 1929 aufaefordert. Nicht anzumelden sind Betriebe und Tätigkeiten der unter 1—7 genannten Art, wenn ste für Rechnung des Reichs oder eines Landes gehen. Don der Anmeldepflicht befreit bleiben ferner Betriebe und Tätigkeiten vorgenannter Art, in denen der Unternehmer allein ohne Gehilfen, Lehrlinge oder sonstige Arbeiter tätig ist. Als Arbeiter gelten auch Familienangehörige des Unterneh- mers, die in dem Betrieb beschäftigt wer- den, mit Ausnahme der Ehegatten. Für die Anmeldung ist die Benutzung eines vorgefchriebenen Formulars, das beim Dersicherungsamt (Lonyftraße 2) erhältlich, voraeschrieben. Säumige Unternehmer können zur An- Meldung durch Geldstrafen bis zu 1000 Reichsmark angehalten werden. Gießen den 4. März 1929. Dersicherungsamt der Stadt Gießen. Dr. Selb. 8est- wirtfchaft! Kann als Besitzer vonelgeuerFestballe von 3000 Sitzplätzen für Monat Juli und August noch einige Feste übernehmen. (SotM.Mniitt Ulffl 33J8D Tel. Nidda 220. Silberne Damen- Armbandnbr zwischen Stevhan- straheiGoetbestraße verloren. Abznaeb. Fundbüro. Wiederbringer erhält Belohnung. [02163 Bekanntmachung. Anmeldung unfallversicherung-pflichtiger Betriebe und Tätigkeiten. Rach Artikel 40 Abs. 1 des Dritten Gesetzes über Aenderungen in der Unfallversicherung vom 20. Dezember 1928 in Der- bindung mit Artikel 49 des Einführungs- gejetzes zur Reichsversicherungsordnung und der zu deren Ausführung ergangenen Dorfchristen ist die reichsgesetzliche Unfallversicherung auch aus folgende Betriebe und Tätigkeiten erstreckt worden: 1. Krankenhäuser, Heil- und Pflegeanstalten, Entbindungsheime und sonstige Anstalten, die Personen zur Kur- und Pflege auf nehmen; 2. Laboratorien für Naturwissenschaft- liche, medizinische und technische Unter- suchungen und Versuche; 3. Betriebe, die Röntgeneinrichtungen verwenden; Bullenverkauf. Die Gemeinde Rodheim a. d. Bieber verkauft auf dem Wege der Submission einen oollfleischigen, schlachtreifen 3291D Vogelsberger Bullen. Angebote auf pro Zentner Lebendgewicht sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift, bis zum 16. April 1929, vormittags 11 Uhr, bei der Bürgermeisterei Rodheim a. d. Bieber abzugeben, woselbst im Anschluß daran das Oeffnen der Gebote erfolgt. 3öüetl6fi. Ulann verheiratet, von Beruf HandwerkSmstr- sucht f. alSbald eine toMSSiellwg auch als Hausmeister, wenn mögt, mit Wohnung in Gießen ob. Umgeg. Näheres i. d.Geschst. d.Gieh. An». 3064D Nehme alle Gartenarbeiten an. Brauer.Neuen- Schwellen-, Gruben- und Suchestammholzvettaus der Stadt Gießen. Auf dem Wege des schriftlichen Angebots soll folgendes Stammholz aus den Wal- düngen der Stadt Gießen verkauft werden: Los 1. 87 St. Eichenschwellenholz 1. Klasse (2,6 m und vielfaches lang) = 41,74 fm. Los 2. 43 St. Kiefernschwellenholz 1. Klasse (2,6 m und vielfaches lang) = 19,67 km. Los 3. 150 St. Eichen-Langgrubenholz = 51,83 fm. Los 4. 276 St. Kiefern-Langgrubenholz ■ 67,28 fm (aus der Försterei Rödgen). Los 5. 301 St. Kiefern-Langgrubenholz = 90,67 fm (aus der Försterei Gießen). Los 6. 314 St. Kiefern-Langgrubenholz = 103,38 fm (aus der Försterei Gießen). Los 7. 7 Buchenabschnitte 3. Kl. (A, 3Ö bis 89 cm Mittendurchmesser) = 5,82 fm. 26 Buchenabschnitte 4. Kl. (A, 40 bis 49 cm Mittendurchmesser) = 25,15 fm. Los 8. 30 Buchenabschnitte 5. Kl. (A, 50 bis 59 cm Mittendurchmesser) = 44,59 fm. Los 9. 4 Buchenabschnitte 6. Kl. (A, 60 bis 67 cm Mittendurchmesser) = 6,09 fm. Los 10. 60 Buchenabschnitte 3. Kl. (N) = 44,83 fm. Los 11. 48 Buchenabschnitte 4. Kl. (N) = 51,64 fm. Los 12. 6 Duchenabschnitte 5. Kl. (N) = 7,02 fm; 1 Buchenabschnitt 6. Kl. (N) = 1,98 fm. Das Radelbolz ist entrindet und ohne Rinde gemessen, das Laubholz ist mit Rinde gemessen. Für den Verkauf sind die in der hessischen Staatsforstverwallung gültigen allgemeinen Bedingungen maßgebend (u.a. kann Stundung des Kaufgeldes bis 11. November 1929 gewährt werden). Zuschlagsfrist zehn Tage. Schriftlich Angebote find verschlossen mit der Aufschrift „Stammholzverkauf" bis 25. April 1929, 12 Uhr, an den Herrn Oberbürgermeister der Stadt Gießen einzureichen. 3300C Nähere Auskunft erteilt das Hessische Forstamt Gießen in Gießen, Wilhelmstraße Nr. 56 (Fernruf Amt Gießen Nr. 936). Gießen, den 11. Slprit 1929. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Rosenberg. 4. der Betrieb der Echauspielunterneh- mungen, Schaustellungen und Vorführungen; 6. Unternehmen, die Musikauffübrung, Gesangs- und deklamatorische Di. träge veranstalten, zu 4 und 5 ohne Rücksicht auf den Kunstwert der Stiftungen; 6. Lichtspielbetriebe (Herstellung, Vertrieb und Vorführung von Lichtspiel- 7. kunbfunffenbebetriebe; | Verkäufe | 1 Wurf 02149 Mtl zu verkaufen. >»r»r,I,t»a»n»lrnth la Ferkel deutsch. Edelschwein, Schlappohren, breit- buckelig, zu verkauf. Justus Weber, Notb, Station Niederwalgern, o,,,. Preiswerte Geschäfts-, Etagen- und Landhäuser m.beziehbar.Wobng. totuie Gärten und iyauvtätze unt. sehr grinst. Bedingungen zu verk. durch 02147 0. L«1s, I-nawigLtr.Ui Bauplatz am Professoreneck zu günsttgen Beding, zu verkaufen. Schr. Angebote unt. 02137 o. d. Gieß. Anzeiger. Ein 02141 Bauplatz 560qm leingezäunter Gartens am Zollstock zu verkauf. Näheres Neustadt 1911.- | Verschiedenes} Zwangsversteigerung. Die nachstehenden Grundstücke, die zur Zeit der Eintragung des Versteigerungs- Vermerks auf den Namen von: 3306D 1. Tertor, Johann Konrad III., 2. a) Textor, Johann Konrad III., Brauer, b) Textor, Margarete geb. Graf, dessen Ehefrau, im Grundbuch eingetragen waren, sollen Freitag, ben 7. Juni 1929 vormittags 9 Uhr durch das unterzeichnete Gericht in dessen Sitzungssaal, Zimmer Nr. 1, versteigert werden. Die Versteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvollstreckung auf Betreiben der Bezirkssparkasse Gießen. Der Versteigerungsvermerk ist am 29. Ja- nuar 1929 in das Grundbuch eingetragen worden, bezüglich des Grundstücks IX/329 am 26. Februar 1929. Insoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks aus dem Grundbucye nicht ersichtlich waren, sind sie spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten Gericht an- Eumelden und, wenn der Gläubiger wider- pricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls ie bei der Feststellung des geringsten Ge- bots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht haben, werden aufgeforbert, vor der Erteilung des Zu- fchlags die Aufhebung ober einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht des Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt. Lich, den 8. April 1929. Hessisches Amtsgericht. Bezeichnung der Grundstücke. Grundbuch für Lich Band VIII, Blatt 766 und 767: 1. Flur IX, Nr. 326, Grabgarten, 303 qm, Grasgarten, 368 qm, am Langsdorfer Weg, Betrag der Schätzung 1800 Mark. 2. Flur IX, Nr. 328, Hosreite daselbst, vlS^gm, Betrag der Schätzung 12 000 8. Flur IX, Nr. 329, Grasgarten daselbst, 161 qm, Betrag der Schätzung 400 M'. la Schlacken- sand leicht, mittelschwer, liefert prompt und billigst 2908V Sm. Schlierbach Bieber. Verein öisaß-lolhrirgsr Hauptversammlung SamStag, 13. SU-rrl, abends 8*/4 Uhr, i n HotelKöhler. Wegen wichtiger Tagesordnung werden förntl. Mitglieder gebeten, zu erscheinen. 02041 Der Vorstand. Vereine ""] Börgergesellschall. SamStag, 20. April, 8VrUhr,tmVeretnsh. Jahreshauptversammlung 1. Jahresbericht 2. Kassenbericht und Emlanung 3. Vorstandswahl 4. Sommerveranst. 6. Verschiedenes. 8304D Der Vorhand. siebener üaöfahr- verein 1885 e. v. ,o Lonntag, 14.b.9Jl. Anfahren. AbfabrtLUHrpünktl. „Oeff. Hof". Anschl. (4 Uhr, FamHIen- laiaaunenknnn im SchützenhauS.. I^D Der Vorstand. Deutscher Vauschulbund Ortsgruppe Gießen Monats- Versammlung Freitag. 1«.Avril, 20" Uhr im Hotel Köhler, Westanlaae. [02158 Der Vorstand. Band der Kolonialfreande e. V. SamStag, 13. Avril, abends 9 Uhr Nonais-Versammlung im Kaufmännischen VereinShauS, Nordanlage. — Wichtige Tagesordnung. •B1,D Sp.-Vg. 1900 LelchtalhUAbteilg. BeginndeS IMD Bahntrainings Dienstag, den 16. Avril 1929. TrainlngSt.: DicnSi tag u. DovnerSt. abbUbr, Sonntag vormtt. ab 10 Uhr Nächsten Sonntag, ben 14. April 1929: Frühjahrs-Waldlaal in Lollar. Gleichzeit, findet dorthin ein Ausflug d. Gefamt- letchlathletikabttilg. statt. iBeieiUfl. aller erford. Abf. 12" Uhr Der Lelchlalhl. JusschuS. Rottweiler Sonntag, den 14. Apr»l, 3 Ubr: Versammlung der Bezirksgruppe Gießen-Wetzlar bet Gust. Müller, Bahn- hofstr.Freund.. Zücht, u. Liebhaber d: Rasse sind frdl. eingeladen. »wiD Der Vorstand. Bißnenzüchterverein Gleßenu. Umgegend Zur 3302 D Versammlung d. Bienenzüchlerver- eine Gießen u. Um?, u. Wetzlar-Valm am Sonntag, 14. ö. tUL. nachm.3Uhr,t.Ho cl „Hmdenburg^Gie . werd.hierin.die- fllteberbcr lanöroti ;• schaftl. Vereine und Schulew der Obst- u. Garlenbauveretn.,d. Amkeru. alle sonstig. Interess.,auch unsere Frauen, frdl. etngel. Tagesordnung. Vortrag deö Herrn Dr. Frendenstetn v. Zoolog. Znftitut der Untverfit. Marburg- Lahn über: „Bienenzucht und Landwirtschaft". Leihgestern, 12. 4. 29. Buh. a tot mc Ka lva 6n be' tn« Ei 19 A li< 21 ni fr bc ve vc 3i P! bei bei un be' bb in w a g £ a. § <1 m« gik fi X A straßk Pech U 1 ( Nr, 211 U Echli Zahl teilt (i 2 num orbr N ordii »r b( i'errn die A Ar Wach! 0er vc Le Um? Uin 8 . 3- NN § rnarh wie t üleisci aiiberi »ein j 0 t) Rr. 85 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zreitag, 12. April 1929 Sie SteinWensök-enmg der Mim Ähre 1928 FRANKR^R’ A >S i e n WänT =k\lANTr A f r i ka § 'Australien1 \Prelfegeogr<3phie 27 über 1927: Tonnen 1928: [4- 0,5 BR.L_ p l NI DI in Millionen Tonnen 1928: 15 13 12 12 11 — 25 — 9 — 3 — 0,5 ;+. 2^ :+ 2 in der Außenpolitik sucht. Sehr wichtig und bemerkenswert ist in dieser Hinsicht auch der Vertrag mit Italien, der im Mai 1928 abgeschlossen wurde. Auch er ist als ein Erfolg der türkischen Diplomatie zu werten, die die französisch-italienische Rivalität im Mittelmeer zu dem eigenen Sicherheitszweck der neuen Türkei wohl auszunutzcn verstand. Um die Freundschaftsbeziehungen zu Italien gewissermaßen auch persönlich zu unterstreichen, wird der Leiter der türkischen Außenpolitik, Ruschdi-Veh, nach neuesten Pressenachrichten in nächster Zeit Rom besuchen und sich von dort aus übrigens auch nach Deutschland begeben. Steinkohlen- förderung 1928. Vereinigte Staaten von Amerika Groß-Britannien Deutschland Frankreich Polen Sowjet-Union Japan Belgien Britisch-Indien 1 |B. =B£L6ien^ Lin Gedenktag ans der heMchen SKulgeWchte. Don Prof. Dr. Dr. Karl Esselborn, Darmstadt. Totenwart. ferner die Mehrzahl der Darmstädter Geistlichen, die fünf Lehrer und zwölf Gymnasiasten. Der Gesang des Veni, veni sancte Spiritus (Komm heilger Geist) eröffnete die Feier, nachdem der Landgraf, feine Gemahlin Sophie Eleonore und sein Bruder Johannes in den Saal getreten waren und die Mitte der sich im Halbkreis um sie reihenden Versammlung eingenommen hatten. Zunächst sprach nun der Hofprediger Dr. Simon L e i s r i n g ein Gebet, dann gab der Landgraf dem Kanzler v. Totenwart das Zeichen, seine Rede zu beginnen. Diese wies in deutscher Sprache eingehend auf die Bedeutung der noch von dem verstorbenen Landgrafen angeordneten Gründung „der feinen Trivialschul, die dem paedagogio in Marburg ähnlich oder gleich sei", hin und lieft sich dann von den Lehrern unverbrüchliche Pflichttreue in die Hand geloben. Darauf setzte der Kanzler seine Bede fort, die nun von dem durch gewissenhafte Lehrer gestifteten Segen handelte und in den Dank an Gott ausklang. Die sich hieran anschließende lateinische Bede des Rektors K l i n k e r f u ft war ein Gelöbnis treuer Pflichterfüllung. Ihm antwortete der Kanzler v. Totenwart in einer lateinischen Rede, die mit den Wünschen für das Vaterland und das Fürstenhaus schloß. Run setzte wiederum die Musik ein; unter Vorantritt der Fürstlichkeiten begab sich die Versammlung in die Schl oft kirche; der Rektor des Pädagogiums und die übrigen Lehrer wurden zuvor in der geheimen Ratsstube auf die von dem Landgra'en an dem nämlichen Tage, dem 12. April 1629, erlassenen Schulgesetze von dem Kanzler v. Totenwart und dem Präsidenten Ludwig Wolf zu Karspach vereidigt. Dann hörten sie in der Echloßkirche die Predigt des Superintendenten Tobias P l a u st r a r i u s , die das erste Kapitel Daniels zugrunde gelegt hatte und von der Schule Rebukadnezars handelte. Mit dem Gottesdienste endete die Feier. Die geistlichen und weltlichen Räte behielt der Landgraf zur Mittagstafel. Am folgenden Tage, Montag, dem 13. April 1629, begann der Llnterricht in dem neueröffneten Pädagog. Sein dreihundertjähriges Bestehen wird das Darmstädter Gymnasium, dem bei seinem zweihundertfünfzigjährigen Jubiläum nach seinen beiden Gründern der Rame „Ludwig-Georgs-Ghm- nasium" verliehen worden war, in diesem Jahre feierlich begehen. Doch wurde die Feier mit Rücksicht auf die zahlreichen auswärtigen Teilnehmer auf Anfang September verlegt. Um so mehr ist es aber Pflicht, den wirklichen Iubiläumstag nicht unerwähnt zu lassen. Landgraf Ludwig V., der Getreue, von Hessen- Darmstadt, ein Enkel Philipps des Großmütigen, ist der Gründer des Gymnasiums und der Universität in Gießen, die 1605 und 1607 ins Leben traten. Daß er nicht auch der Gründer des Darmstädter Gymnasiums wurde, daran hinderte ihn der Tod, der diesen tatkräftigen Fürsten vor Vollendung seines neunundvierzigsten Lebensjahres hinwegraffte. Er mochte Wohl geahnt haben, daß es ihm nicht beschieden fein werde, diesen Gründungsplan auszuführen, denn er ordnete letztwillig an: „Zu Darmbstatt soll Unser Sohn der künftige Landes Regent (wo fern wir es beh Unserm Leben nicht selbst thun) eine feine trivial schuel, die dem paedaaogio zu Marpurgk allerdings ähnlich und gleich sehe, an- ordnen, damit die Knaben, wenn sie zu Darmbstatt durch die clasfes kommen, mit ehren und nutz zu Marpurgk — die Universität Gießen war nach dem Anfall von Marburg an Hessen- Darmstadt im Jahre 1624 aufgehoben worden — publicas lectiones hören können. Solche trivial schuel zu Darmbstatt soll nicht nur eifferig angeordnet, sondern auch fort und fort, steif, fest und vätterlich darüber also gehalten werden, damit auch Adeliche und andere Vornehme Leuth ihre Kinder dahin schicken, und der Bürger Rah- rung etwas hieraus wachsten, auch man in den Kirchen eine feine Vocal music haben möge." Am 27. Juli 1626 war Ludwig V. gestorben; ein halbes Jahr sväter, am 1. Januar 1627, ordnete sein Sohn und Nachfolger Landgraf Georg II., der Gelehrte, die Errichtung der Schule und eines Gebäudes für sie an. Daraufhin wurde der Dau des alten Pädagoggebäudes in der nach ihm benannten Straße, des „Piu", wie es im Volksmunde hieß, alsbald in Angriff genommen. Im Frühjahr 1629 war der für seine Zeit stattliche Bau mit einem Turm, der das Gymnasium bis Ende 1831 und von Herbst 1896 bis Ostern 1912 dessen Vorschule beherbergte, vollendet und konnte bezogen werden. Zum Rektor der zu eröffnenden Schule hatte der Landgraf den aus Aliendorf an der Werra gebürtigen M. Balthasar Klinkerfuh berufen und zu Lehrern die Konrektor M. Heinrich Wormser, M. Heinrich Wick, M. Jakob Walther und M. Johannes Matern ernannt, die alle bis auf Matern in den Jahren 1632 und 1635 der Pest zum Opfer fielen. Der Weihetag war der Sonntag nach Ostern (Quasimcdogeniti) 1629. Morgens zwischen sechs und sieben Uhr versammelten sich in dem großen Saale des 1715 durch Feuersbrunst zerstörten Kanzleibaues des Schlosses der Darmstädter Adel und die Mitglieder der Kollegien, darunter vor allem der um die Gründung der Anstalt sehr verdiente Kanzler Dr. Anton Wolff von Die musikalischen Veransialiungen deS2.HesflschenSängerbuni>rssestesmDarmfladi vom 12. bis 14. Juli Don Friedrich Tloack, Darmstadt. Solange Sängerbünde bestehen, also seit un- fiefähr 100 Jahren, pflegen diese auch Bundeseste abzuhalten, Veranstaltungen, die dem gemeinsamen Streben, den idealen Zielen dienen sollen, die das gesangliche Können der BundeS- vereine einer breiteren Allgemeinheit zeigen wollen, und die durch die Begeisterung, die mit solchen großzügigen Massenveranstaltungen Hand in Hand zu gehen pflegt, das Ansehen des Bundes noch vergrößern sollen, denen man also mit Recht eine große Werbekraft zuschreibt. Sah der Anspruchsvollere jedoch mit kritischen Blicken das an, was künstlerisch auf solchen Festen geleistet lourde, so muhte er häufig genug erkennen, daß sie nur selten wertvolle Kunst zu fördern imstande waren, ja, daß oft fast ausschließlich Mittelgut volkstümlicher Art als besonders geeignet für solche Anlässe angesehen wurde. Ist dies in dem letzten Jahrzehnt, in dem der Eborgesang in steigendem Maße als hoch- bedeutsam für die gesamte Volksbildung angesehen wird, schon allgemein anders geworden, zeigen Veranstaltungen wie die der Nürnberger Sänaerwochen des Deutschen Sängerbundes deutlich das Streben nach Qualität des Kunstwerkes und der Ausführung, so dürfte das Programm des diesjährigen Hessischen Sängerbünde s f e st e s als Ganzes auf einer Höhe stehen, die Wohl kaum je bei einer solch großen Massenveranstaltung innerhalb des Deutschen Sängerbundes erreicht wurde. Den Auftakt bildet am Abend des 12. Juli ein Konzert der 1400 SängerdesGauesDarmstadt-Stadt, das in seinem ersten Teil als Ehrung für unseren Meister Arnold Mendelssohn gedacht ist; es erklingen zwei Chöre aus feiner Pandora und sein Festgesang mit Orchester. Der zweite Teil wendet sich dem Volkslied zu. Weitere Gaukonzerte folgen am Samstag und Sonntag teils in der Festhalle, teils unter freiem Simmet Hierbei wirken mit 1200 Sänger des kümling- und Gersprenzgaues, 600 Sänger aus Worms, 1500 Sänger aus Mainz und Umgebung, etwa ebensoviele aus dem Main-Spessartgau, 500 Sänger des Gaues Bingen, und je ebensoviele der Gaue Dingen, Dergstraße, Neckartal, Oppenheim, Wetterau und L ahnt al. Dei diesen Veranstaltungen kommt selbstverständlich das Lied, Und das Volkslied in erster Linie, zu seinem Rechte; jedoch wurde bei der Auswahl peinlich daraus geachtet, daß werllose Kompositionen ausgeschaltet blieben. Die größte Veranstaltung wird die Kundgebung am Sonntag* vormittag im Orangeriegarten sein, bei der ein Dundesmassenchor unter Leitung des Bundeschormeisters Otto Naumann (Mainz) singen wird, dessen Teilnehmerzahl auf 2 0000 Sanger geschaht wird. Konzerte unter freiem Himmel finden am Samstag auf dem Schloßhof, auf dem Riegerplah, auf dem Schulhof neben der Dessunger Kirche, dem Kapellplatz und im Herrngarten statt. Don besonderer künstlerischer Dedeutung sind endlich die Programme all der Sonderkon- zerte von Vereinen und Vereinsgruppen, die alle am Samstagabend in den verschiedensten Sälen Darmstadts abgehalten werden. Dieser Tag wird zum eigentlichen Musiziertag. und da man damit rechnet, daß Wohl mindestens 40 000 Auswärtige in Darmstadt anwesend sein werden, un6 daß auch von den Einwohnern Darmstadts und der näheren Umgebung diesen Konzerten reges Interesse entgegengebracht wird, so glaubt man, daß die 17 Sonderkonzerte, die auf je eine Stunde Dauer berechnet sind, genügend Zuspruch finden werden. Zweierlei dürfte für diese Sonderkonzerte besonders interessieren, vor allem der Umstand, daß jedes Programm einen geschlossenen Gedankengang auf weist, und daß — eine Neuerung in der Organisation des Deutschen und des Hessischen Sängerbundes — auch einige gemischte Chöre sich an den Konzerten beteiligen. Don interessanten Programmen seien nur einige angedeutet: Die Chöre der Städtischen Musikhochschule Mainz stellen alte deutsche Kompositionen des 16. Jahrhunderts in Gegensatz zu Schumannschen und ganz modernen Werken von Hindemith. Auch der Lehrergesangverein Mainz- Wiesbaden singt nach vier alten kontrapunktischen Werken moderne Satze in linear-polyphonem Sah. Ter Männerg^sangve.ein^iederlai el Mairz W.i- fenau widmet fein ganzes Konzert unter Zuziehung eines Knabenchors und von Instrumenten dem „Deutschen Lustgarten" von Hans Leo Hasler aus dem Jahre 1601, und auch die Madrigal- Vereinigung Darmstadt singt historische Lieder. Wird die ältere Männerchorliteratur naturgemäß in den Gaukonzerten stark bevorzugt, so hören wir auch bei den Sonderkonzerten ein ganzes Silcher-Konzert (Frohsinn Neu-Isenburg und eines, das nur Kompositionen von Schubert, Schumann und Mendelssohn bringt, Union-Club Wetzlar). Wesentlich aus Chorballaden haben sich eingestellt Liederkranz Michelstadt und Sänger- lüft Dieburg. Don besonderer Dedeutung dürften dann die Konzerte sein, die sich ganz in den Dienst Neuer Kunst stellen, so das Hugo-Kaun-Konzert, das Turnverein Offenbach gemeinsam mit Harmonie Mainz-Kostheim geben, das Konzert des Landerkranz' Darmstadt, die Veranstaltung des Dauerschen Gesangvereins Gießen, der Volkslieder in neueren ^Bearbeitungen auf- weisen wird. Auch der Orthsche Männerchor Darmstadt ist in diesem Zusammenhang zu nennen mit seinem Programm, das Hugo Kaun und W. Rinkens gewidmet ist, ebenso die unter W. Etzold stehenden Vereine, die außer einem Gesang von K. Kämpf die Uraufführung von acht Männerchoren von Paul Ottenheimer übernommen haben. Neuere Volkslieder in Bearbeitung von Neumann, Orthegraven und Moldenhauer singen die unter G. Jäger vereinten Vereine von Groß-Zimmern und Urberach. Auch die Darbietung von typisch Wienerischen Mannerchören bon Niemeyer und R. Heuberger durch drei Darmstädter Vereine mit Liederkranz Hergers- housen unter G. Adam wird eine besondere Note haben. Dazu kommen noch zwei Programme gemischten Inhalts, die von „Heiterkeit" Gießen und „Sängerbund" Neckarsteinach vorgetragen werden. Auf diese Weise gibt das Darmstädter Dundes- feft einen recht umfangreichen Einblick in das deutsche Schaffen für Männerchöre, vernachlässigt öa&ei nicht die alte klassische Entwicklung der Chormusik vor 1600 und vermag auf diese Weise für die Weiterarbeit der Vere ne, und zwar ganz besonders der Heineren Landvereine, eine fast übergroße Fülle von Anregungen zu bieten. Nehmen wir z. D. an, daß ein Verein seine erteils- fähigen Musikalischen Mitglieder in verschiedenem Gruppen ‘an mehreren der genannten Konzerte teilnehmen läßt, so können zahlreiche fruchtbringende Erfahrungen verschiedenster Art gesammelt und für den Verein nutzbar gemacht werden. Möge darum auch bei Sängern und Musikfreunden das nötige Interesse und der Ernst vorhanden sein, damit die riesenhafte Mühe der Organisation des Festes, der Zusammenstellung so vielseitiger Programme, der sorgfältigen Einstudierung des Gebotenen Früchte trage, die das Sängerfest zu einem Markstein in der Entwicklung des hessischen, wie des deutschen Chorge- sanges werden lassen. Der vorbildliche Ernst, mit dem die Vorbereitungen getroffen werden, die künstlerische Höhe der Au wähl des Gebotenen wird zweifellos auch weit über Hessens Grenzen hinaus das Darmstädter Sängerfeft als eine Veranstaltung von ganz besonders tiefer Bedeutung für Gesang und Kultur erscheinen lassen. Der neue Oberbürgermeister von Darmstadt. WSN. Darmstadt, 11. April. Der Stadtrat der hessischen Landeshauptstadt wählte heute in geheimer Abstimmung den seitherigen zweiten Bürgermeister Rudolf Mueller zum Ober- bürgermeister der S;adt. Der neue Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, der bisher als zweiter (juristischer) Bürgermeister gleichzeitig der geschäftliche Vertreter des Oberbürgermeisters war, wurde am 4. August 1869 in Gießen als Sohn des Ministerialrats im Finanzministerium Mueller geboren. Im Jahre 1886 siedelte die Familie nach Hannover über, wo der Vater Aeichsbevollmächtigter für Zölle und Steuern war. Im Jahre 1895 bestand Mueller fein Referendarexamen in Gießen mit der Note „gut“ und legte im Jahre 1899 fein Assesforenexamen mit der gleichen Prüfungsr.ote ab. Noch im gleichen Jahre wurde er zum Regierungsassessor im Staatsministerium ernannt. Im Jahre 1901 erfolgte feine definitive Anstellung bei der Regierung. Vorher war er in der Abteilung für Handel und Gewerbe tätig, als Oberregierungsrat Dr. Wagner zum Weltausstellungs-Kommissar für St. Louis ernannt wurde. Aus dieser Zeit stammt eine Anzahl vvn handelspolitischen Publikationen Muellers. Im Jahre 1904 wurde der jetzige Oberbürgermeister zum Minifterialsekretär im Ministerium ernannt, und im Jahre 1908 auf seinen Wunsch nach Heppenheim an das Kreisamt verseht. Am 11. September 1909 trat Mueller als juristischer Beigeordneter in den Dienst der Stadt Darmstadt ein, nachdem seine Wahl einstimmig erfolgt war. Am 1. Januar 1911 erhielt er ben Titel Bürgermeister. Im Jahre 1921 wurde er .auf weitere zwölf Jahre gewählt. Der neue Oberbürgermeister war von Anfang bis Ende 1915 als Oberleutnant und Tataillonsadjutant im Hessischen Landsturmbataillon 3 an der Ostfront, wo er für persönliche Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet wurde. Ende 1915 wurde er auf dringendes Ersuchen der Stadtverwaltung Darmstadt freigegeben und nahm dann seine Derwallungstätigkeit sofort wieder auf. Oberheffen. Landkreis Giessen. e Alten-Buseck, 10. April. (Eingesandt.) Von den Anwohnern des Großen- Dufecker Weges wird es schon seit längerer Zeit unangenehm empfunden, daß ihnen bei starken Regenfällen oder nach den Wintermonaten bei Tauwetter erheb liche Wassermengen, die vom sog. Gäßchen oder von der Holz- gaffe herströmen, In die Hausgrundstücke eindringen, weil die zwei Sinkkästen der Kanalisation allein nicht ausreichen zur Aufnahme der Wassermassen und außerdem auch immer sehr schnell von dem durch das Wasser angetriebenen Geröll zugeschwemmt sind. Der Schaden, der in den Höfen, Scheunen und Gärten der Grundstücke im Grohen-Dusecker Weg auf diese Weise angerichtet wird, ist mitunter recht erheblich. Auch ncvch betn Tauwetter der letzten Wochen war dieser Uebelftanb wieder zu verzeichnen. Die Anwohner des Grohen-Busecker Weges, die schon seit langer Zeit vergeblich auf die Beseitigung dieses Mißstandes hoffen, geben sich der Erwartung hin, daß nun endlich dem Hebel gründlich gesteuert wird und sie in Zukunft vor derartigen Schäden und Beeinträchtigungen ihres Besitztums bewahrt bleiben. ist Lollar, 11. April. Kommenden Sonntag, 14. April, können in körperlicher und geistiger Frische die Eheleute Weiftbindermeifter Franz Säubert ihre goldene Hochzeit feiern. Gleichzeitig werden es 50 Jahre, daß der Jubilar fein Geschäft hier selbständig betreibt. — Eine Hühnerfarm ist jetzt auch hier im Entstehen. Auf dem Gelände der Villa „Lahnperle" sind zur Zeit die Arbeiten hierzu von R. Ar- helger und H. . 5- Geißler im Gange. * Trais-Horloff, 11. April. Die Gewerkschaft Friedrich in Trais-Horloff war durch den starken Frost gezwungen, Mitte Febrüar ihr S ch w e 1 w e r k vorübergehend stillzulegen. Die Zeit dier Stilllegung wurde dazu benutzt, das Werk zu überholen und einige technische Verbesserungen durch- znsühren. Gleichzeitig wird während des Stillstandes des Schwelwerks der Sagebau* o e t r i e b, der durch den starken Frost ebenfalls zurückgekommen war, forciert. Zur Unterstützung des Kabelbaggers wurden noch zwei Löffelbagger mit dem nötigen Fuhrpark in Betrieb genommen. Die durch die Stillegung der Schwelerei frei gewordenen Arbeiter werden, soweit es möglich ist, anderweitig beschäftigt, ein Seil wird vorübergehend entlassen werden. Der Schwelbetrieb wird voraussichtlich Mitte Mai wieder ausgenommen werden. Kreis Friedberg. 00 Aus der mittleren We11erau, 11. April. Nachdem in der vorigen Woche etwas Sommerweizen und Gerste gesät worden war, hat die Aussaat von Hafer jetzt erst begonnen. Damit ist gegen das vorige Jahr ein R ü ck st a n d von etwa vier Wochen zu verzeichnen. Auch in den Gärten wird noch sehr wenig gearbeitet, da der Boden noch nicht genügend' trocken ist. Wintergemüse, Rosen- und Krausekohl sind vollständig erfroren, ebenso der Wintersalat, und auch der Spinat ist noch sehr zurück, so daß das Gemüse für den Haushalt von auswärtigen Händlern gekauft werden muh. — Durch den strengen Winter haben sich sehr viel Rehe und einige Hirsche in unsere Wälder gezogen. Gegen Abend kann man Rudel bis zu 30 Stück auf den Roggenfeldern beobachten. OO Nieder-Flor st adt, 11. April. In der letzten Sitzung wurde vom Gemeinderat der Voranschlag für 1 9 29 beraten. Er schließt in Einnahme und Ausgabe mit 214 000 Mk. ab, gegen 198 350 Mk. im vorigen Jahre. Die Umlage beträgt 26 000 Mk., sie ist etwas über 2000 Mark geringer als im Jahre 1928. Der Gemeinderat änderte an den vom Bürgermeister eingesetzten Zahlen nur wenig und stimmte dann dem Voranschlag zu. Der Betrieb des Steinbruchs bringt mit 103000 Mk. Einnahme und 89 000 Mk. Ausgabe die größten Zahlen im Voranschlag. Ein größeres Projekt, der Umbau des „Heiligen Hauses", wird nun mit einem voranschlagsmäßigen Kostenaufwand von 35 000 Mk. durchgeführt. Damit sollen die acht vorhandenen Wohnungen neü instandgesetzt und sieben weitere Wohnungen gewonnen werden. Kreis Büdingen. **■ Aus dem Niddatal, 11. April. Die 11 m • scha 1 tung der bereits im Vorjahre instandgesetz- ten Ortsnetze auf höhere Spannung geht nur langsam vor sich. Bisher find nur die größeren Plätze umgeschaltet bzw. in Angriff genommen. Die Verzögerung wäre an sich nicht zu bedaüern, zumal sich herausgestellt, daß bei dem hochgespannten Strom die Lebensdauer der Lichtbirnen sich verkürzt hat, ohne daß eine größere Helligkeit zn verzeichnen ist. Dagegen herrscht bei den Stromabnehmern der noch nicht umgeschalteten Ortsnetze eine gewisse Unsicherheit in der Neubeschaf. sung von Anschlußgeraten. Das lieber- lcmdwerk läßt nur die schon im Vorjahre an^etnel- deten Gerate auf feine Kosten umatbeiten. Für die in der Zwischenzeit angeschafften übernimmt es keinerlei Verpflichtungen. Deshalb Unterbleibt jede weitere Beschaffung. £jm Hinblick auf den neuen S t r o m t a r i f, der nur dem vermehrten Stromverbrauch finanzielle Erleichterung gewährt, wäre es erwünscht, wenn das lleberlandwerk, in eigenstem Interesse, die Umschaltung der Ortsnetze mit größerer Beschleunigung durchführen würde. Kreis Schotten. □ Laubach, 11. April. In der gestrigen Sitzung des Gemeinderats wurde zunächst die Besetzung der Stelle des Kontrolleurs der Gemeinde erörtert. Schmiedemeister Kopp, Mitglied des Gemeinderats, wurde hiermit betraut. — Weiter wurde die Anschaffung von Geräten für die Kanalisation in der Höhe von 600 Mark beschlossen. — Die Zufahrt hinter der Wetterbrücke zum B ä h n h o f bietet den mit Langholz beladenen Wagen besondere Schwierigkeiten. Schon seit längerer Zeit ist man auf Abhilfe bedacht. Die Gemeinde ist bereit, auf Verbesserung der Hungener Strafte eiNzügShen und mit der Reichseisenbahngesellschaft einen Geländetaufch zu diesem Zwecke vorzunehmen. Die Provinz soll als Gegenleistung die Kosten der Verbreiterung der Wetterbrücke tragen. — Die Bewohner des ^H ä 11 e n b e r g «“ (an der Hungener Straße) leiden sehr unter s chl echter Wasserversorgung. Die Gemeinde will Abhilfe schaffen. Es soll hierfür ein Kosten- Voranschlag eingeholt werden. — Dem Bäckermeister Wilhelm D ö 11 wird die Genehmigung zu elftem Wohnungsumbau, dem Wilhelm Seltner i. wird die Genehmigung zu Einern Neubau an der Sicher Strafte (im Schmidtschen Garten) erteilt. Eichelsdorf, 11. April. Zu Ostern 1926 wurden an der hiesigen, wie an der benachbarten Schule zu Obet-Schmitten je eine S ch ulst e 11 e abgebaut. Da in der Zwischenzeit die Schülerzahl in beiden Orten stark angestiegen ist, werden mit dem neuen Schuljahre beide Stellen wieder errichtet. Bis zur Beschaffung eines dritten Schulsaales wird die neue Klasse hier provisorisch in dem Saale eines Gasthauses untergebracht. Kreis Alsfeld. *1* Ruppertenrod, 10. April. Heute fand unser diesjähriger Frühjahrsmarkt statt. Bei gutem Wetter konnte er glatt voftstatten gehen. Auf dem Schweine markt wurden 168 Ferkel -um Verkauf angeboten. Die Preise waren hoch. Die geringste Sorte bezahlte man mit 40 bis 45 Mark, mittlere Qualität kam auf 50 und die beste gar auf 60 Mk. pro Stück. Gegenüber diesen hohen Preisen war die Kauflust nur gering. Immerhin ging das Geschäft gut. Der Krämermarkt zeigte gegenüber den bisherigen Jahren einen Rückgang für jedes Geschäft. Starkenburg. WSN. Pfungstadt, 11.April. Zwischen hier vor dem Ortseingang lagernden Landfahrern und S ch i r m f l i ck e r n kam es zu einem schweren Zusammenstoß. Dabei schoß ein junger Mann einer Frau mit dem Revolver in di e 58 ruft, so daß sie schwerverletzt in dos Darmstädter Krankenhaus verbracht werden wußte. Der Täter machte sich mit seinem Wöhnwagen ans dem Staube, doch ist ihm die Gendarmerie bereits auf den Fersen. Preußen. Kreis Wetzlar. O Dornholzhausen, 11. April. Die Fischerei in den öffentlichen Gewässern der hiesigen Gemarkung wurde auf einen sechsjährigen Zeitraum neu verpachtet. Höchstbietender blieb mit einem Gebot von 150 Mark jährlich Fritz Geißler, Gießen. Det Gemeinderat hat auf das Höchstgebot den Zuschlag erteilt; die bisherige Pacht betrug 76 Mark jährlich. ^ Groft°Rechtenbach, 11. April. Bei der dieser Sage hier stattgehabten gemeinsamen Nuhholzversteigerung der Gemeinden Vollnkirchen, Weidenhausen, Reiskirchen, Groh- Rechtenbach, Hörnsheim, Lützellinden, Münchholzhausen, Volpertshausen und Hochelheim wurden folgende Preise erzielte Eichenstämme 1. bis 3. Klasse 10-25 Mk., 4. bis 6. Klasse 45 bis 60 Mk., gutes Fournierholz bis zu 100 Mk. je Festmeter. Die Gemeinde Vollnkirchen erlöste für elften erstklassigen Eichenfournierstamm 400 Mark. Weiter wurden folgende Preise erzielt: Eichennutzscheit (1,25 Meter lang) 25 bis 40 Mk. je Raummeter, Fichtenstämme lä» bis 2b- Klasse 15—20 Mk.. 3a- bis 3b-Klasse 20—24 Mk. je Festmeier, Fichtenstaftgen 1. Klasse 1.50 Mk. je Stück, Kiefernstämme. 12—15 Mark, Larchen- stamme 13—15 Mark, Buchenstämme 25—30 Mk. je Festmeter. Aus aller Wett. Ein schweizerischer Hauptmann von Köpenick. 3n Dilleneuve (Genfer See) wurde ein Betrüger namens Suter verhaftet, nach dem die Polizei des Kantons Freiburg seit Mitte März fahndet. Suter hatte damals in dem Städtchen Bulle des betreffenden Kantons, wo gegenwärtig ein Zeughaus gebaut wird, den Behörden sich als Delegierter des eidgenössischen Militärdepärtements vorgestellt. Er lebt ewährend zweier Wochen in Bulle und hatte während dieser Zeit mit den Gemeindebehörden und der Eisenbahndirektiön häufig Besprechungen über seine angeblichen Aufträge. Schleihlich verschwand er unter Zurücklassung einer u n b e z a h l t e n - H o t e l r e ch - n u n g nach Dilleneuve. Dort stellte er sich unter dem Ramen eines bekannten Berner Hoteldirek- torS und Majors vor und machte Wein- und Fleischwarenbestellungen. Man schöpfte schließlich Derdacht und nahm ihn fest. Sinclair muh seine Gefängnisstrafe ankrelen. Der Oberste Gerichtshof hat die Berufung des Petroleummagnaten Sinclair gegen seine Verurteilung zu 3 Monaten Gefängnis verworfen. Sinclair hat seinerzeit bei der Unter- suchung des Teapot-Dome-Skandals sich geweigert, mehrere an ihn gerichtete Fragen zu beantworten und war dafür wegen Ungebühr Hot Gericht zu der erwähnten Gefängnisstrafe verurteilt worden. Line amerikanische Chiropraktikerin vor Gericht. Dor der dritten Zivilkammer des Berliner Landgerichts 111 unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Püschel stand am Montag erneut Termin in dem Prozeß an, den die Erben des verstorbenen Photographen Alexander Binder gegen die amerikanische Ehiropraktikerin Frau Arnold angestrengt hat. Frau Arnold, die persönlich anwesend war, wurde durch Rechtsanwalt Dr. Kersten verteidigt. Der Vertreter der Kläger, Rechtsanwalt Ganz, betonte in Begründung seiner Schadenersahklcge, daß ohne Zweifel der Tod Binders durch die falsche und vollkommen unwissenschaftliche De- handlungsweise Frau Arnolds verursacht worden sei. Sie habe eine grundlegende Aenderung der Ernährung angeordnet und an Stelle der bisherigen gemischten Kost feien Zwiebeln und Erdnüsse getreten. Die medizinischen Sachverständigen erklärten im Gutachten, daß Binder durch die Behandlung an den Rand des Todes gebracht worden sei. Rechtsanwalt Ganz berief sich dann weiter auf mehrere Schriften des bekannten Generalarztes Dr. Reuburger, der die Chiro-Praxis als eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit u nd Moral bezeichnet. Die Diplome, die sich die Chirv-Praktiker zulegten, hätten gar keinen Wert und würden von besonderen „Doktocfabri- ken" in Amerika versandt. Der Verteidiger stellte sich auf den Standpunkt, daß man unmöglich Dertreter der Schulmedizin als Sachverständige über die Chirvpraxis hören könne. Es bestehe nämlich ein außerordentlich großer, auf Weltan- fchauungsfragen beruhender Gegensatz zwischen der Raturheilkunde, zu der die Chirvpraxis zähle, und der Allopathie und sonstigen Schulmedizin. Sogar Anhänger der Schulmedizin hätten sich in der letzten Zeit zu der Lieberzeugung bekehrt, daß die Heilkunde am Anfang einer neuen Epoche stehe, und daß der Arzt nicht mehr wie früher nur der Rezeptschreiber und der Helfer der Arzneimittelindustrie sein dürfe, sondern der heilenden Ratur dienstbar sein müsse. Frau Arnold erklärte: Bei Binder habe sich eine Säurevergiftung bemerkbar gemacht, weil er einige Aepfel und Apfelsinen gegessen habe. 3m übrigen verwahrte sich Frau Arnold gegen den Vorwurf der Kurpfuscherei und gab an, daß Binders Befinden sich nach ihrer Behandlung zunächst sehr gebessert habe. Binder habe selbst erklärt, daß er von den anderen Aerzten nichts mehr willen wolle. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob sie der Ansicht, daß die Leukämie die krankhafte Vermehrung der weißen Blutkörperchen durch ihre Behandlungsmethode heilbar sei, antwortete Frau Arnold in bejahendem Sinne. Allerdings habe sie bei Beginn der De- Schach,Ecke. Bearbeitet von W Orbach. Alle für di« Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 207. Do» H. D. Stixe». 8 6 5 7 3 2 4 Schwarz. 8 7 6 5 4 3 k g Weiß. Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt. Weiß: 6 Steine. Ka4; Dgl; Lai, e4; Sf3, 15. Schwarz: 7 Steine. Kc4; Dh6; Lh2; Sfl; Bc6, c7, es. Partie Nr. 134. 3m Kissinger Schachturnier gespielt. Indische Partie. Weiß: Dr. Tartakower. Schwarz: Marshall. L 62-64 1. Sg8-16 2. c2-c4 2. b7-b6 3. Sbl — c3 3. Lc8-b7 4. D61-c2 Ilm e4 unbedingt durchzusetzeu. 4..... 4. c7-e6 5. e2-e4 5. 67-65 Diese Einlenkung in das reguläre Damengambit ist hier nicht angebracht. Geboten ist entweder 5..... Lb4 oder bet passive Aufbau durch 66. 6. c4x65! Um die Bewegungsfreiheit des Damenläufers zu hemmen. 6..... 6. e6xd5 7. Sf6-e4 Zwischenschach! 8. c7 —c6 9. Lf8-b4 7. e4-is5 8. Lfl-b5+! Ein Wichtiges 8..... 9. Lb5-63 10. Sgl — e2 Mit Recht läßt sich hier Weiß noch nicht aus den Dauernraub 10. Lxe4. 6xe4 11. Dxe4 ein, da Schwarz durch 11. .. .. D6Z nebst c5 ein gutes Gegenspiel erlangt. 10. .... 10. H-f5 11. 12-13 11. 0-0 Weitz mußte bei seinem vorhergegangenen Zuge, hauptsächlich auf 11..... Dh4+ sein Augenmerk richten. Rach Tartakvwer hätte der Anziehende hierauf durch folgende Spielweise eine überlegene Angriffsstellung erlangt: 12. g2—g3, Sxg3 13. Sxg3, 14 14. Dg2!, fXg 15. Le3!, gXh+ 16. K62! usw. 12. 0-0 12. c6-c5 Da der schwarze Springer nicht gut wegen Lxf5 ziehen kann, läßt sich Marshall auf dieses gewagte Unternehmen ein. J3. 13X64 13. 15xe4 14. Tflxf8+ 14. 1)68x18 15. Sc3xe4! 15. 65xe4 16. L63xe4 17 Dr2xe4 16 Lb7Xe4 Weiß hat nun durch seine ausgezeichnete Spielführung eine glatte Gewinnstellung erlangt. 17..... 17. Sb8-67 18. a2-a3 Weih erledigt nun die Partie durch einige einfache und klare Züge. 18..... 18. Lb4-a5 19. De4-65+ 19. Kg8-h8 20. D65x67 20. Ta8-68 21. D67-g4 21. c5x64 22 Lei —g5! 22. 64-63 Schwarz macht nur noch einige belanglose Züge. 23 Lg5xd8 23. La5-d2 Oder 23..... 0x68 24. T61I usw.; falls 23.....de 24. Lei!, De8 25. b4 usw. 24. L68-C7! 24. L62-e3 + 25. Kgl-hl 25. Df8-e8 26. Se2-g3 Schwarz gab auf« Lösung deS Problems Ar. 204. Don K. Grlin. 1. Sa6-b4! (droht 2. Sc6 matt). 1....., 64. 2. Sc64-, Dxcö. 3 Lxf6 matt. 1..... Dc3. 2. L16+, Dxf6. 3. Scö matt. 1..... Ke7. 2. Scö4-» Kf7. 3. Le6 matt. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStifch. fiarujfeU. In Baden bei Wien steht ein Karussell. Das Karussell gehört Direktor Hugelmann. Auf einem Pferd des Karussells sitzt Bloch. Und fährt und fährt und fährt eine Tour nach her andern. Bloch ist schon schlecht. Bloch ist noch schlechter. Dloch sieht käfeweih aus. Die Augen treten Ihm heraus. Der Magen kommt bald nach. „Iessas, ist wir übel," wimmert er einem Freund zu. „Was fährst du auch wie toll? Steig' doch ab." „Ich kann nicht," weint Dloch verzweifelt, „Hugelmann ist mir seit zwei Jahren Geld schuldig, und das ist die einzige Art, wie ich wieder zu meinem Geld komme." P. P. Kaviar fürs Volk. Was dem einen sin Uhl, ist bekanntlich dem andern sin Rachtigall, und was der Dauer nicht kennt, das ißt er nicht. An diese Sprichwörter erinnert eine Geschichte, bk der Leiter der englischen Militärmission in Rußland, Sir Herbert Holman, erzählt. Gr befand sich 1919 mit seiner Truppe zu Ezarihin, im Mittelpunkt der Ka- diarerzeugung, und oas einzige Rahrungsmittel, das billig war, war Kaviar. Dieser so sehr begehrte und so hoch bezahlte Leckerbissen wurde daher in die Ration bet englischen Soldaten eingeführt, aber die Wirkung war anders, als man erwartet hatte. Mehrere Soldaten kamen sofort aufgeregt zu ihrem Offizier und beschwerten sich. „Was haben wir denn heut für Marmelade bekommen?" fragten sie vorwurfsvoll. „Die können wir nicht essen. Die schmeckt ja nach F i s ch." D. Handlung wenig Hoffnung gehabt, da Binder infolge mehrfacher Röntgenbehandlungen erhebliche Hautentzündungen hatte und auch durch eine frühere Salvarsanbehandlung Schäden zurückgeblieben sein könnten. Der Zustand Binders habe sich aber zusehends gebessert, und die Mutter des Patienten habe sich bei ihr unter K ü s - sen für die Rettung ihres Sohnes bedankt. Frau Arnold legt dann dem Gericht mehrere amerikanische und englische Zeitschriften vor, in der ihre Biographie als der Führerin der Ehiropraktischen Heilmethoden erschienen seien. Aus die Frage des Rechtsanwalt Dr. Gans, ob sie hur den Doktörtitel der Chiropräxis habe, erklärte Frau Arnold: „Ich habe auch dtzn Doktortitel einer Medizinischen Fakultät Amerikas, ich bin aber das größte Licht der Chiropraxis in Amerika und deshalb führe ich diesen Titel nicht." Frau Arnold tieftritt die Behauptungen der Gegenseite, daß sie scharfe Massage wreenontThen und Haitz« Bäder verordnet hak». Rechtsanwalt Dr. Ävns btahträgfe, Sachverständige des amerikanischen Instituts in Berlin und amerikanischer Acrzteorganisationen über den Wert der Chirapraktischen Heilmethoden als Zeu- gen zu hören und besonders Beweis über die Frage zu erheben, ob Frau Arnold auf Grund ihres Wissens Leukämie behandeln dürfte und ob ihre Behandlungsmethoden dafür geeignet waren. Das Gericht beschloß, diese Beweisausnahme *UJU‘ lassen. Frau Arnold erklärte, daß sich ihr Professor Klein von der Universität Jena als Sach- verständiger zur Verfügung gestellt habe, den sk gleichfalls als Zeugen benannte wie eine Reihe von Anhängern ihrer Behandlungsmethoden. Büchertisch. — Der Roman „Sie Liebe der Brigitta H o l l e r m a n n" von Elisabeth R e y, welcher im Gießener Anzeiger erschien und allgemein mit großem Interesse gelesen wurde, ist im Verlag Martin Feuchtwanger, Halle a. d. Saale, in Buchform erschienen. — Aus dem Inhalt des Aprilheftes vom „K u n st w a r t" (Georg D. W. Callwey in München) seien eine Erzählung „Der verlorene Kreuzer" von Regina UUmann, sowie die von Hans Böhm neu übersetzte chinesische Lyrik besonders hervorgehoben. Bemerkenswert ist ferner, was Ernst Michel über „Goethes Raturanschauung im Blickfeld unserer Zeit", und Emmy von Egidy über Dachofen zu sagen hat. Höchst anfechtbar dagegen die von Wilhelm Michel an Zuckmahers Dramen und ©eöidjten geübte Kritik. In einer Gegenüberstellung wird Riebergalls „Datterich" denn doch erheblich überschätzt. Außerdem vermißt man eine Erwähnung der Rovellen Zuckmahers, die ja wohl einen wesentlichen Teil seines Werkes ausmachen. — Seit den Tagen, da Terxes seine Perserheere über den Hellespont führte und die griechische Kullurwelt bedrohte, sind die Meerengen an der Grenze von Europa und Asien und die ihnen vorgelagerte DalkanhalbInsel durch die Jahrhunderte Ausgangspunkt für kriegerische Verwicklungen gewesen. Desonders seit dem Rückgang der Türkei und dem Erstarken des russischen Zarenreiches im vorigen Jahrhundert hat diese verhängnisvolle Dedeutung jener Gebiete immer mehr zugenvmmen, und die neuere europäische Geschichte ist ohne eine gründliche Kenntnis der „Orientalischen Frage" nicht zu verstehen. Eine vorzügliche Einführung in das Meerengen- und Dalkanproblem bietet das soeben erschienene Aprilheft der „Verl in er Monatshefte", in dem eine bisher unbekannt gebliebene Denkschrift des Chefs der Operationsabteilung des russischen Admiralstabes für das Schwarze Meer über die Meerengenfrage erstmalig in deutscher Uebersetzung veröffentlicht wird. — Marie Delloc-Lownbes: Frau Ivys Geschichte. Aus dem Englischen übertragen von Elisabeth Wacker (Romane der Well). Th. Knaur Rachf. Verlag, Berlin W 50. Ganzleinen 2,85 Mk. Umfang 320 Seiten 8° (54). — Hermann Gottschalk: Deutschland neutral. Dachau, Kanal-Verlag. Biegsam kartoniert 3,50 Mk. (134). M isl IlllWs! RL M'Äff U zuverlässiger Heiser bet dieser selbstverständlichen Gesundheitspflege? Naumanns weiße Hernfelle „Erstrasetne Qualität" leistet alles, was Sie von einer Seife vernllnsltgerweise nur eben ermatten dürfen. — Und schont die Wäsche. 3593V liegt g d) (Haarglanz bekommt und behält Ihr Haar, wenn Sie es jede CREME MOUSONttÄ^CREMEMOUSOH r V Damenfrisieren Shampoonierenmit prima Ondulation Bubikopf-Schneiden (vollendete Ausführung) sowie Maniküre und Vibrationsmassage 2-ud Bernh. Dosch Damen- und Herren-Friseurgeschäft Neuen Bäue 12, Ecke der Weidengasse Achtung! Hausfrauen Achtung! Bringe morgen auf den Wochenmarkt einen großen Posten schneeweißen Vlumenkobl per Sick, von 50 Pf. an. Ferner einen großen Posten spanische Vlutovanssn Iä Auslese, 8, 10,12 und 15 Stück Mk. 1- Bananen goldgelb und vollretf pro Psund 60 Pf. Blnfs Bamenfhmö gegenüö.O. Keitfiolle NB. 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Will, Die gegen Heinrich WiehnerauS Annerod in der Gast- wirtschaft Karl Will tn Annerod ansge- sptocheite [02162 Seleidigung neh,ne ich mit dem Ausdruck deS Bedauerns zurück. Annerod, den 12. Avrll 1929. Ludwig Schmitt. Dr. Stuhl praktiziert wieder 3312V BnsBBMnuuMBnynBnaHBiCKZKKiin Bitte merken Sie freundlichst vor: 1325 lautet meine jetzige Telephon-blr. Paul Schüler, Papier a. Kordel en gros, GieSen (Gemeinsamer Anschluß mit der von mir übernommenen Fa W. Strauch.) Verein ehem. 116er. SamSiNgabend S'/Jlbr Generalversammlung im Postkeller. Um all- setligcö n. pünktliches Er- scheinen bittet S. VorstsuS. Kindergarien Frankfurter Strafte 13 02146 BeÖHnet: 9—12 vorn, und 2—5 Uhr nachm. Ausuabme jederzeit. Hartha Büttner. Das populäre Bier-Restaurant Zu 11 Löwen befindet sich Neuenweg 28! Samstag, den 13. April, ab 8 Uhr abends Bier-Konzert Sonntag, den 14. April, ab 11 Uhr vorm. Frühschoppen-Konzert Ab 5 Uhr nachmittags 3295D Familien-Konzert «iUMeWüsM von Hosavorh. 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Die Wettkämpfe werden in derselben Weise wie im vorigen Jahre durchgeführt; so turnt die Oberstufe wieder ihren Aeun- und Zwölfkampf, die Mittelstufe Zwölfkampf, die Zlnterstufe Neunkampf und die Altersstufe Siebenkampf. Die Altersstufe turnt die Pflicht- Schwungübungen der Mittelstufe und die zweite Hebung der allgemeinen Freiübungen, sowie an jedem Gerät eine Kürübung. Als volkstümliche Hebungen sind ein 100 Meterlauf, Weitsprung und Kugelstoßen festgelegt worden, für Dolks- turner tommt noch eine Pflichtfreiübung der allgemeinen Freiübungen hinzu. Die Musterriegen werden in zwei Stufen (aktiv und jugendlich) fieturnt. Der von den Vereinen selbst zu wäh- ende Hebungsstosf ist in doppelter Ausferti- Smg dem Gauturnwart einzureichen. Die ebungen für das Schülerwetturnen werden in der S. T.-Zeitung noch bekanntgegeben. Für das D e r g f e st fetzte man folgende Hebungen fest: 50 Meterlauf, Stabhochsprung, Weitsprung und Kugelstohen. Eine an die Aus- schubsttzung angeschlossene Gauvorturnerstunde war recht gut besucht. 3m Beisein des Turnausschusses turnte man die allgemeinen Freiübungen, sowie die Geräteübungen aller Stufen durch. Die von den Turnwarten aufgebauten Hebungen fanden volle Zustimmung und werden in der S. T.-Zeitung noch ver- dffentlicht. le. Gemeinsame Deutsche Meisterschaft im Zechten für D. T. und D. $. B. Nachdem die Absicht des Deutschen Fechterbundes unb der Fechterschaft der Deutschen Turnerschaft, die deutschen Meisterschaften gemeinsam auszutragen, im vergangenen Jahre an der satzungswidrigen Zulassung ausländischer Teilnehmer durch den D.F.B. ?escheitert ist, wollen die beiden im deutschen Fechtport tonangebenden Verbände in diesem Jahre nochmals den Versuch einer gemeinsamen Ermittlung der besten deutschen Fechter und Fechterinnen unternehmen. Die Meisterschaften werden vom 10. bis 12. Mai in Stuttgart ausgetragen, und zwar im Florett für Damen und Herren, sowie im Degen und Säbel für Herren. Gefochten wird noch den Wettkampfbestimmunaen der FL.E. Der erste Sieger feder Waffe erhält die Goldene Medaille des D.F.B., der zweite Sieger die silberne Medaille, und jeder Teilnehmer an der Schlußrunde die bron- -en- Medaille. Handball im Lahn-Oünöberg.Gau. Tv. Kinzenbach I. — Tv. Londorf L 0:1. Tv. Wieseck l. — Tv. Allendvrf (ßbo.) I. Id. 3m ersten Spiel konnte Londorf auf völlig un- besvielbarem Platz« einen überaus glücllichen Sieg erzielen. Bei Londorf spielten zwei Spieler von Kessellmch mit. Wieseck und Allendvrf teilten sich die Punkte, WaS den beiderseitigen Mannschaften entsprach. Handball in Großen-Linden. TV. Grvhen-Linden Jgd. — Tb. Wehlar-Nieder- girmes II. Mannschaft 10:3 (7:0). Mit dieser hohen Niederlage muhte sich die II. Mannschaft des Tv. Wehlar-Niedergirmes in Grvhen-Linden am Sonntag geschlagen bekennen. Die Gäste hatten nur 10 Mann zur Stelle, während Grohen-Linden Ersah für den Halblinken stellen muhte. Niedergirmes war der Platzmannschaft körperlich überlegen, jedoch stellte Grohen- Linden die flinkere Mannschaft, die zu jeder Zeit das Spiel in der Hand hatte. Oer Sport am nächsten Sonntag. Frankfurter Stüdte-Weittamps im Geräte-Kunfttumen. Am kommenden Sonntag findet in Frankfurt am Main ein großer Städte-Wettkampf im Geräte-Kun st turnen statt. Drei der stärksten Kreise der Deutschen Turnerschaft mit ihren drei besten süddeutschen Mannschaften treffen sich bei dieser Gelegenheit, um ihre Kräfte am Reck, Darren und Pferd, sowie einer Freiübung zu messen. Dor allem gilt es, bei dieser Gelegenheit zu zeigen, daß das „Geräte-Turnen" der Deutschen Turnerschaft noch immer blüht, dah man den altübernommenen Hebungsstoff durch neue Formen vermehrt und aus dem unerschöpflichen Hebungsschah immer neue Ausbaumöglichkeiten herausgeholt hat. Die bekannten Wettkampf-Mannschaften der Tgm. „Eintracht b. 1861“ Frankfurt, des Tv. 1 8 46 Mannheim und des Tv. Göggingen (bei Augsburg) treten an. Alle drei Mannschaften gehören zu den ersten Vertretern des deutschen Geräte-Tumens. Die Mannschaft aus Göggingen hat sogar als die beste D. T.-Mannschaft zu gelten, denn sie ging dis jeht aus allen Kämpfen ungeschlagen als Sieger hervor. H. a. erfocht sie Siege über den Mtv. Stuttgart, den Tv. 1860 München, die Tgm. Würzburg, den A. T. V. Leipzig, die ^Berliner Turnerschaft und den Schweizer Bürger-Turnverein in Bern. Die Gögginger Turner sind er* wiesenermahen Leute von größtem Können und werden selbst sehr schwierige Hebungen formvollendet vorführen. Die Mannschaften der Frankfurter Eintracht und des Tv. 1846 Mannheim mit feiner besten Dereinsmannschaft Badens werden demnach ihr Bestes berget)en müssen, um gegen den bayerischen Meister zu bestehen. Die turnerischen Vorführungen werden umrahmt durch einen von Mitgliedern der „Eintracht" erstmalig öffentlich aufgesührten Sprech- und Dewegungs- chor, betitelt „Arbeit und Freude" und einem von Dr. Wilhelm Schöndube, Frankfurt, gehaltenen Vortrag über den „Wert des Geräte- TurnenS". Handballabieilung des Turnvereins Großen-Linden. Kommenden Sonntag fährt die Jugend des Tv. Groß-n-Linden nach Butzbach, um mit der Jugend des dortigen Turn- und Sportvereins ein Freundschaftssviel auszutragen. Den Spielaus- gang muß man offen lasten. Handball-Rückspiel 2. Kompagnie — M. T. V. Gießen. Am kommenden Sonntag kommt auf dem Universitäts-Sportplatz das Handball-Lokal- treffen zwischen der 2. Kompagnie des hiesigen Bataillons und der 1. Mannschaft des Männerturnvereins zum Austrag. Das Vorspiel konnten die Männerturner als alücklichere Sieger auf eigenem Platze für sich entscheiden, doch'werden die Soldaten in stärkster Aufstellung antreten und wohl alles daransetzen, um die Scharte wieder auszuwetzen. Der Ausgang des Spieles steht also vollkommen offen. Handball i. Tv. 1899 Großen-Buseck. Zum zweiten Aufstiegspiel fährt der Turnverein zum Tv. Hüttengesäß bei Hanau, dem Meister des Kinziggaues. Nach der Schlappe des Dorsonntags wird die Mannschaft mit ganz anderem Ernst an den Gegner herantreten. Dieser spielt nicht zum ersten Male um die Gruppen-Meisterschaft mit, und zeigte am Dorsonntag gegen den Offenbacher Meister beachtliche Spielstärke. Der Spielausgang ist durchaus offen, doch wird der Sieger die Punkte nur mit knappem Torunterschied erringen. Die Zweite spielt in Treis gegen die Erste des dortigen Turnvereins. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Der kommende Sonntag bringt für Gießen und die Spielvereinigung 1900 die letzten Meisterschaftsspiele der Spielsaison 1928/29. Gegner der Dlauweihen in diesem Schluhspiel ist der Sport-Club Wetzlar- Niedergirmes, der sich in letzter Zeit, gestützt auf gute Spieler (ehemalige Wetzlarer Sportvereinler), zu einer beachtenswerten Kampfmannschaft emporgearbeitet hat. Der Platzverein 1900 weiß, daß er diese Begegnung nicht auf die leichte Schulter nehmen darf, insbesondere da der Ausgang dieses Treffens auf die endgültige Placierung in der Spielwertungstabelle von größter Wichtigkeit ist. Die Hintermannschaft der Vereinigten steht in der bewährten Aufstellung von den Osterfeiertagen. Am Sturm, dem Schmerzenskind der Dlauweihen, hat man wieder mehrfach herumgedoktert; er wird gegen Ostern drei neue Leute zeigen. Sollte sich die Dorderreihe der Einheimischen nur einigermaßen ihrer Aufgabe (Tore schießen) bewußt sein, so braucht man um einen Sieg des Platzvereins nicht zu bangen, da man den Gießenern unbedingt die größere technische Fertigkeit zurechnen kann. Die Spielleitung hat Herr Grünewald vom D. f. D., Gießen. Bei dem vorher stattfindenden Spiel der Reservemannschaften werden beide ziemlich gleichwertig fein, wenn man nicht sogar den ISOOern bet ihrer guten Hintermannschaft ein kleines PluS zurechnet. 3m Vorspiel in Niedergirmes trennte man sich mit einem Hnentschieden (1:1). Nach dem Ligaspiel tritt 1900’8 3. Elf der ersten Mannschaft Steinbergs entgegen. Der I Ausgang ist ungewiß. Die Dlauweihen Höften Roman einer Nacht Von Paul Rofenhayn. 1. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Sie sah mit einer schnellen Bewegung auf ihre rechte Hand, an der ein goldener Trauring blitzte; mit einem leisen Seufzer drehte sie den Kopf. 3n ihre dunklen Augen trat ein Ausdruck wie ein huschender Schatten — es schien, als ob sich in Diesem Moment der Kontakt zwischen den beiden Menschen lockere. Aber von neuem fühlte sie den Druck seiner Hand, den heißen und werbenden Blick seiner Augen. Hnschlüssig sah sie auf die dunklen Bäume, die draußen vorüberrasten. Am Horizont tauchten die fernen Türme der Stadt auf — wie eine Mahnung, dah diese Fahrt, diese Stunde, dieser Rausch bald zu Ende fein würde; sie fühlte, wie ihr Herz zu pochen begann; auS dem Takt der Räder hörte sie ein Flüstern; in einer beklommenen Ahnung mochte sie fühlen, dah eS das Rauschen ihres eigenen Blutes war. Sie schloß die Augen; er Preßte sie an sich; zärtlich schmiegte sie ihre Wange an die seine. „Ich Hebe Sie!" flüsterte er leise, fast unhörbar; nur mit dem Gefühl begriff sie den Sinn seiner Worte. Noch immer hielt sie ihre Auaen geschlossen. „3 werde in Kopenhagen bleiben, solange Sie es mir erlauben. Och muh Sie Wiedersehen!" Sie antwortete nicht, mit keinem Wort, mit keiner Bewegung. Aber ihre stumme Regungslosigkeit dünkte ihm eine zärtliche Bejahung. Er preßte ihr Gesicht in seine Hände und küßte sie; mit einem leisen Seufzer lieh sie es geschehen. Während er zärtliche und irre Liebesworte stammelte, schmiegte sie sich cm ihn; sie legte schweigend die Arme um seinen Hals, schweigend sah sie ihm in die Augen. Der tiefe und widenschaftliche Emst seines Blickes verwirrte sie vollends; sie fühlte die heiße Flamme, die auf sie überschlug, die sie einhüllte und die ihren Körper und ihre Sinne verzehrte. Wie in einer stummen Antwort auf eine leidenschaftliche Frage nickte sie; sie schloß die Augen, und während sie stockenden Atems zärtliche Worte flüsterte, küßte sie ihn Wieden • Die Glocke der Blockstation dreiundvierzig häm-' merte viermal durch den Abend: bimbam, bim* 5am, bimbam, bimbam; das Hhrwerk schnarrte auf; zum zweiten Male ging es: bimbam, bim* bam, bimbam. Der Wärter lief aus dem Hause. Rasselnd zog er das Hhrwerk auf. Dann löste er den Sperrhaken der Seiltrommel; drüben an der Kreuzung der Ehaussee ging der Schlagbaum nieder. Ein klingendes Geräusch kam von drüben, von den Flügeln des Semaphors. Erstaunt blickte der Wärter hinüber; vor seinen Augen stellte sich der Arm auf „Halt"; das rote Licht flammte auf. Der Wärter blickte ratlos den Schienenstrang hinunter, schon kam aus der Feme das leise Geräusch des sich nähernden Kontinental-Zuges. Er wandte den Kopf nach rechts; nirgends war etwas zu sehen, was das Haltesignal erklärte. Die Hupe eines Autos gellte durch den Abend. Auf der Landstraße von Kopenhagen tauchten die Lichtbündel zweier Scheinwerfer auf; der Wagen sauste bis hart an die geschlossene Schranke heran. Es war ein offenes Auto mit dunkelgrün lackierter Karosserie; vom am Führersitz wehte die Staatsflagge. Drei Herren stiegen aus; sie blickten dem herannahenden Zuge entgegen, der seine Geschwindigkeit angesichts des kategorischen „Halts I" zusehends verminderte; einer von ihnen ging an die Seiltrommel und begann den Schlagbaum aufzuwinden. Der Blockwärter trat hinzu; der Herr sagte, ohne sich in seiner Arbeit stören zu lassen: „Polizei!“ Die Köpfe der Passagiere tauchten an den Fenstern auf; der Zug hielt. Eine Tür ging auf; in ihrem Rahmen stand die breitschultrige Ge- staltd es Zugführers. Die Drei stiegen ein. 3hr Chef zog eine Legitimation; salutierend legte der Zugführer die Hand an die Mütze. „Pahrevision!" sagte bet Chef der Drei; und während ihm der Dahnbeamte verständnislos ins Gesicht sah, setzte er hinzu: „Politische Polizei. Wir suchen einen Russen. Vielfacher Mörder.“ Der kleine Trupp setzte sich in Bewegung. Der Dlockwärter gab irgendeine Meldung ins Telephon; fast augenblicklich erschien bas grüne Licht am Signalmast; bet Schlagbaum begann langsam vorüberzugleiten. Leises Rollen fetzte ein: ber Zug hatte die Fahrt wieder ausgenommen.-- „Hnd hier", sagte der Zugführer, indem er auf die verhängten Fenster eines Abteils beutete — „und hier: hier sitzt ein Herr mit einer Dame, die beiden fallen mir schon seit Gjedfer merkwürdig auf.“ Er wies auf den schimmernden Seidenvorhang und wandte sein entrüstetes Gesicht den Dreien zu: auf der Seite zeichnete sich die Silhouette von zwei Köpfen ab, die sich küßten. Es steht viel auf dem Spiel. Der Führer der Drei schob krachend die Tür zurück und riß die Vorhänge auseinander. „Die Pässe, bitte!“ Die Dame, bie ber Tür am nächsten sah, knipste das Handtäschchen auf. Der Kontrollbeamte war einen Schritt ins Coup6 getreten; bie beiden andern unb ber Zugführer sahen neugierig hinein. Die Dame reichte bas Pahbüchel* chen herüber. Während der Beamte die Blätter durch die Finger gleiten ließ, kamen fremdartige Stempel zum Vorschein: der Beweis einer langen internationalen Reise. Er drehte das Heft hemm und schlug das Titelblatt auf. Er las den Namen der Besitzerin... 3n diesem Augenblick erlebten bie Drei, bie draußen standen, ein seltsames Schauspiel: vor ihren leibhaftigen Augen verwandelte sich ein schnaubender, fährtewitternder Büttel in einen lächelnden Hntertan. Ein Jagdhund, der hachelnd vor dem Bau des gehetzten Wildes stand, wurde in einer einzigen Minute zu einem kleinen weihen zärtlichen Lamm. Er llappte das Buch zu, gab es mit einer tiefen Verbeugung zurück, trat auf den Korridor hinaus unb rollte mit einer behutsamen unb schonenden Gebärde bie Tür langsam in bas Schloß zurück, in bas sie schnappenb einllinkte. „Nanu“, sagte ber Zugführer. Jener winkte nur kurz mit dem Zeigefinger unb ging den Korridor hinunter; gehorsam folgten ihm die Drei. Am Ende des Wagens, in der Ausbuchtung der Tür, blieb ber Führer stehen. „Wißt ihr, wer bas war?" Er warf einen furchtsamen Blick auf das Coups am Ende des Wagens. „Der Polizeipräfekt von Kopenhagen mit seiner Frau!" Einer seiner Untergebenen erlaubte sich zu erwidern: „Aber Sie haben doch bloß ihren Pah gesehenI“ Ungeduldig antwortete der andere: „Sie werden nie schlußfolgern lernen, Sörensen i Der Paß lautete auf dien Polizeipräfekten und seine grau." „Aber wer sagt Ihnen,“ beharrte Sörensen eigensinnig auf seinem Gedankengang, „daß dieser Herr nun unbedingt ber Polizeipräfekt sein muh?" „Mein Gott!" stöhnte ber Chef. „Mein Gott! Sie haben boch selbst gesehen, bah bie beiben sich geküßt haben! Glauben Sie, bie Frau bes Polizeipräfekten küßt sich mit einem fremben Manne? Noch dazu in der Eisenbahn?" „Tja,“ sagte Sörensen, „das verstehen Sie natürlich besser. Ich meine nur: es soll auch Frauen geben, bie auch mal mit einem fremben Manne...“ „Aber keine Frauen von PolizeibeamtenI" belehrte ihn ber Vorgesetzte. „Wo ist die drahtlose Station, Zugführer?" DaS Telephon klingelte. Der Minister nahm selbst den Hörer ab. „Anruf von L-Zug 7: kurz vor Kopenhagen. Mit Voranmeldung: der Herr Minister persönlich.“ „Am Apparat." „Ich gebe Bericht über bie Durchsuchung des Zuges." auf glückliche Revanche für die im Vorspiel erlittene 4:7-Niederlage. 1900'8 II. und Illb Jugend tragen gegen den V. f. D. Kurhessen in Marburg Freundschaftsspiele aus. D. f. B. Am kommenden Sonntag fahren Liga, Liga* referve und dritte Mannschaft nach Marburg, um mit den gleichen Mannschaften des D. f. D. „Kurhesse n“ im Gesellschaftsspiel die Kräfte zu messen. Die Liga des Gastgebers gehört zur 1. Bezirksklasse und hat in ber verflossenen Verbanbsspielserie zum Teil sehr gute Resultate erzielt. Sie steht vor „Germania" Marburg unb „Sport" Kassel an britter Stelle ber Tabelle ber Südgruppe. Da nach bem neuen Spielshstem bie zwei letzten Vereine abfteigen, hätte also V. f. B. „Kurhessen" als britter sein Verbleiben in ber ersten Klasse gesichert, wenn nicht bie sich aus bem Fall Trebing („Sport" Kassel) ergebenben Weiterungen bazu geführt hätten, bah nunmehr wahrscheinlich bas letzte Verbandsspiel zwischen V. f. D. „Kurhessen" unb „Sport" wiederholt werben wirb. Der Ausgang dieses Treffens entscheidet dann, welcher von beiden Vereinen abfteigen muh. Marburg wird am kommenden Sonntag die Gelegenheit benutzen, um einerseits seine Mannschaft, die Wohl in stärkster Aufstellung stehen sollte, für den bevorstehenden großen Kampf vorzubereiten, andererseits aber auch seine Zugehörigkeit zur ersten Klasse durch ein günstiges Resultat, wenn möglich durch einen eindrucksvollen Sieg über den zweitklassigen Gießener Namensvetter zu unterstreichen. Die Stärke der aus fast nur jungen Kräften bestehenden Elf liegt in ihrem Sturm. Die V. f. B. - L i g a hat am vergangenen Sonntag im Gastspiel bewiesen, daß sie selbst gegen eine Kombination ber besten Spieler bes Marburger Gaues zu bestehen vermag. Marburg ist nach „Borussia" Fulba ber zweite Gegner aus ber höheren Spielklasse, gegen ben bie V. f. B.-Elf in biesem Jahre antritt. Nach ihren bisherigen Leistungen zu schließen, sollte sie, vorausgesetzt, dah sie nicht ganz unter Form spielt und sich einigermaßen auf dem fremden Platz zurechtfindet, mindestens ebensogut abschneiden wie gegen die Fuldaer Borussen. Bei etwas Glück könnte man ihr sogar einen knappen Sieg zutrauen. Die Voraussicht, daß die Ligamannschaft in stärkster Aufstellung steht, läßt dasselbe auch von der Ligareserve annehmen. Ob sie gewinnen wird, ist eine offene Frage. Jedenfalls wird sich in ihrem Spiel bemerkbar machen, daß sie einige Zeit pausiert hat. Einen glatten Sieg kann man der Dritten über bie gleiche Marburgs Voraussagen, wenn sie den Geist unb ben Elan aufbringt, wie in ihren Verbandsspielen. Allerdings darf sie das Steffen nicht von vornherein als gewonnen be- trachten, da auch ihr Gegner als recht spielstark gilt. Am nächsten Sonntag tritt auch die A-H* Mannschaft zum ersten Male nach der langen Winterpause wieder auf den Plan. Sie fährt nach Wetzlar, um der A.-H. des Sportvereins ein fälliges Rückspiel zu liefern. Ob sie den 3:1- Sieg vom Vorspiel wiederholen kann, erscheint etwas zweifelhaft. Fußball Heuchelheim — Oaubringen. Zu ihrem letzten Verbandsspiel fährt die erste Mannschaft des Sportvereins Heuchelheim am kommenden Sonntag nach Daubringen. Gewinnt _ „Haben Sie ihn gefunden?“ „Olein, Herr Minister. Wir haben alle Pässe revidiert — er war nicht im Zuge." „Sie sind ein...", wütend knallte der Minister ben Hörer auf bie Gabel. „Er ist ein Esel!" vollendete er, indem er sich zu bem Herrn herurnwanbte, ber neben seinem Schreibtisch stand. „Jawohl, Herr Minister", sagte der. „Herr Präfekt!" der Wütende richtete sich auf und stützte sich mit beiden Händen auf die Kante des helleichenen Schreibtisches. „Herr Polizeipräfekt!" „Jawohl, Herr Minister." „Es ist keine Frage: mit diesem Zuge ist er gekommen. Das bedeutet, daß wir in dieser Nacht mit einem neuen Verbrechen zu rechnen haben. Alles steht für ihn auf bem Spiel; wahrscheinlich werben wir in biefen sieben Stunden etwas erleben, bas Kopenhagen noch nicht gesehen hat. Sie haben es für richtig gehalten, Ihre unfähigsten Beamten auf bie wichtigste Mission zu ent- senden, bie es in diesem Augenblick gibt. Ich danke Ihnen aufrichtig, Herr Präfekt." «Ich habe drei Beamte an ben Zug beorbert", sagte ber Beamte. «... bie alle drei nichts entdeckt haben." „Allerdings." „Wenn in dieser Nacht etwas passiert, Herr Präfekt — unb es wirb etwas passieren, so wahr ich Minister bin — ich sage: wenn in biefer Nacht etwas passiert: ein Verbrechen — ein Attentat — ein Befreiungsversuch — so finb wir beibe er* lebigt. Sie unb ich, Herr Präfekt. Wissen Sie, was das bedeutet?" „Ich weih es, Herr Minister", sagte der Präfekt. „Das freut mich. Ich wünsche Ihnen eine angenehme Nacht." „Warum —", die Dame wandte sich lächelnd zu ihrem Begleiter herum, der neben ihr den Bahnsteig entlangschritt, „warum bleiben Sie einen halben Schritt hinter mir?" Der dunkle Herr warf einen schnellen Blick auf ben livrierten Chauffeur, ber, brei helle Leberkoffer balancierend, vor ihnen herschritt. „Nun?" Der Hauptbahnhof war erfüllt von Menschen, von Lärm, von Geschrei. Eben ging ber Chauffeur burch bie Sperre; ber Schaffner, ber bie Hni- form kennen mochte, grüßte kollegial unb toanbte ben Kopf erwartungsvoll bem Perron zu; er legte bie Hand an die Mühe. „Werben Sie von Ihrem Gatten erwartet?" Die junge Dame zuckte Me Achseln. „Es ist möglich. Mein Mann hat viel zu tun." „Ich habe," begann der Herr zögernd, „Ich hab» eine Verabredung...“ »Ich nehme Eie im Auto mit in bie Stadt." (Fortsetzung folgt.) tj V irronlfun a. M. | Berlin 11.4. | 124. 31,2 2,1 2,1 10,6 121,5 121,6 115 Banknoten. 12 25'2.13 251,5 252 91,5 12 317,5 306,25 228,75 201,25 159,75 165 54 12,5 87,9 54 12,4 115,4 132,25 145 228 202 276 169 160,25 165 54 12,4 121,25 197,13 157,75 115,4 132 145 227,5 201,5 275,5 169 161 173,75 137,5 318 115,5 132,5 144,5 227 201,5 277 169 161,75 174 137 10,25 8,6 17,6 3.5 95 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. W. Telegraphisch eAus zahl u n g. . 8 . 8 10 . 6 10 10 12 11 12 10 LO 10 . 9 . 6 8 = BS* “’S c 252,251 113,5 90,5 | 95,4 27715" 54 12,55 89 80,5 88,65 100 31,75 2,9 1,95 24,9 C u~ Letzte Nachrichten. Eine Ausnahmeverordnung des DizelönigS von Indien. Neu -Delhi, 12.AprN. (IDIB. Junkspruch.) 3n der heutigen gemeinsamen Sitzung der Gesetz- gebenden Versammlung und des Staatsrates teilte der Vizekönig mit, dah er im Hinblick auf den Be« schlutz der Versammlung, den Gesehentwurß über die öffentliche Sicherheit nicht weiter zu beraten, eine Verordnung erlassen habe, durch die zur Verhinderung ähnlicher störenderLingriffe derPrä» sidenten beider Kammern in die Ver- w altun g s angelegen heiten des Landes die bestehenden Bestimmungen obgeändert werden. 1,95 10,6 25 21,25 22,2 2 10,7 10,13 10,4 17,9 HnütTsTöü. Burn.-Aires Brff.-?inlw Lhrrstiania. Äopenbaaen Stockholm - Seisingsors Italien - - - London. . . R euyork .. Daris. . . Schweiz .. Svanten. Japan . - - 'Hio de Jan Wien in D-' £eft. abgest Prag . . . • Bciirad . - Subapeft . • Bulgarien Lissabon - T autifl - -- Konstuntm. Stilen. . ■ Lanada . llru uah. . Cairo . • Gdilufc-1 l»Uor- ffure I Kurs 65 " 4 o:0 «■ ©«5 C “ S = « .-Ä8 c «s KOC 3 = Ö c O - 5- >2 to *» ~ CO es Sd)!iifc-|2lniang Kurz ÄurS 11. 4. | 12 4. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbanldiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuh 7.5 Prozent. Am kommenden Sonntag findet in ©roßen* Linden der Frühjahrswaldlauf statt. Der Lauf ist als Trainingslauf gedacht und nimmt feinen Anfang am dortigen Vereinslokal, von wo es nach dem Wald« geht. Anschließend findet eine Besprechung über das leichtahletische Jahresprogramm statt. Frühjahrswaldlauf in Lollar. Wie in den Vorjahren so bildet auch diesmal der Frühjahrswaldlauf den Auftakt für die kommende Leichtathletiksaison. Als Ausrichter deS Laufs der Gruppe Giehen-Dutzbach des Gaues Dietzen-Wetzlar ist der Sport verein Lollar bestimmt worden. Für die Aktiven ist die Strecke auf 5 Kilometer, für die Fugend- klassen A und B auf 2,5 Kilometer und für die Schüler auf 1,5 Kilometer festgesetzt worden. Die Spielveremigrmg 1900 geht in allen Klassen mit Mannschaften und Einzelläufern an den Start, in der Klasse der Aktiven werden sich allein zehn 1900er beteiligen. Bis auf den nicht abkömmlichen, vorzüglichen Langstreckler Heise (früher Düsseldorf) werden alle Leute von der langen und mittleren Strecke am Start fein. Es wird interessant fein, festzustellen, welche von den beiden Kategorien — die Langstreckenvertreter sind Paul, Schäfer, Fehn,. Schwöbel usw., als Mittelstreckler sind zu betrachten Peters, Bepperling, Tönges u. a. — die Oberhand behält. Auf Grund intensiven Trainings sollte die Mehrzahl der Genannten auf den ersten Plätzen zu finden fein. In der Fugend- flaffe A werden von den 1900em zwar auch einige talentierte Leute gestellt, doch haben sich die einzelnen noch zu keiner konstanten Form durchgerungen. Immerhin ist mit einem guten Abschnei- öen zu rechnen. Mit weit größerer Zuversicht kann man auf die Vertreter der Klasse B blicken. Die Läufer sind nicht nur individuell auf der Höhe, sondern auch recht gut aufeinander eingespielt. Lieber das Abschneiden der Schüler läßt sich kaum etwas Voraussagen, zudem kommt bei ihnen dem Waldlauf auch entfernt nicht die Bedeutung zu. wie bei den älteren Jahrgängen oder den Aktiven. 3 u. S).; Aschersleben und Westeregeln waren knavp behauptet. Autowerte weiter eine Kleinigkeit anxte- hend. Stupf er roerte trotz der eHer höheren Kupferpreise angeboten und 1,75 v. H. niedriger. Danken meist bis 1,75 o. H nachgebend. Nur Berliner Han- delsc^sellschast bei einigem Umsatz 1,5 v.H. fester. Bon internationalen Werten bestand nach für Svenska mit plus 3 Mark lebhaftere Nachfrage. Renten fast ohne Umsatz. Deutsche Anleihen uneinheitlich. Im Verlaufe kam weiter Angebot heraus, und die vorübergehend kleinen Besserungen wurden bis zu 1,5 gegen Anfang unterschritten. Ungünstige Meldungen bzw. Gerüchte über die Reparationsoerhandlungen beeinflußten die Stimmung, und die Tendenz war unsicher und schwach. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6L o. H. leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2168, gegen Pfund 20,462, London gegen Kabel 4,8545, gegen Pari» 124,22, gegen Mailand 92,85, gegen Madrid 32,65, gegen Holland 12,0950. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 12. April. Ium Wochen- schlutz war die Haltung des Produktenmarktss lustlos. Obwohl höhere Auslandnotierungen Vorlagen, blieb das Geschäft klein. Umsätze kamen kaum zustande. Die Preise blieben unverändert. Es wurden notiert: Weizen 23.75 bis 24, Roggen 23, Sommergerste für Brauzwecke 24, Hafer, inländ. 24,25, Mais (gelb- für Futterzwecke 23. Weizenmehl, südd. Spezial 0 33 bis 33,50, Rvg» gemnehl 30 bis 31, Weizenkleie 16,65 bis 16,75, Aoggenkleie 14,75. Tendenz geschäftslos. mitgeteilten Kurses, zur Zeit 217,52, ohne weitere Spesen. Der Verkehr wird sofort aufgenommen. * Deutsche Vereinsbank K.-G. a. A., F r a n k f u r t a. M. In der gestrigen Aufsichts« ratssihung wurde beschlossen, der auf den 15. Mai einzuberufenden Generalversammlung vorzuschlagen, aus dem für das Geschäftsjahr 1928 sieh er« ' gebenden Reingewinn von 689 119 (im Vorjahre 670 262) Mark eine Dividende von wieder 5 Prozent zu verteilen, 100 000 Mk. dem Reservefonds zuzuweisen und 124119 (100 022) Mk. vor- & Q n r A -G., Frankfurt a. M. Die G.-D. genehmigte den bekannten Abschluß mit wieder 6 Prozent Dividende. Wie ausgeführt wurde, hätten sich die Bankgeschäfte im allgemeinen nicht im gewünschten Matze entwickeln können infolge der unsicheren internationalen Geldlage und der Höbe der Zinssätze, deren Abbau im 2n- teresse der deutschen Volkswirtschaft sehr zu wünschen sei. Das Börsengeschäft liege darnieder, während sich das Kontokorrentgeschäft weiter planmäßig entwickle. Die Umsätze hätten sich weiter etwas vergrötzert. * Ablerwerke, vvrm. Heinr. Kleyer, A. - G., Frankfurt a. M. Die G.-V., die über die bekannten Danierungsvorschläae Beschluß fassen soll, ist auf den 1. Mai einberufen. Beben der Wiedererhöhung des Stammaktienkapitals von 9.625 auf 25 Mill. Mk. soll das Dor- zugsccktienkapital nach der Zusammenlegung 2:1 von 10 500 Mk. auf 21 000 Mk. wieder erhöht werden. • Thüringer Gasgesellschaft. Der Aufsichtsrat beschloß, nach Abschreibungen in Hohe von 1,7 (im Vorjahre 1,2) Millionen Mart eine Dividende von wieder 9 Prozent dor- zuschlagen. • Polyphon werke, A. - G. , Wahren bet Leipzig. Der Aufsichtsrat beschloß, für das abgelaufene Geschäftsjahr aus 3.18 (i. V. 2.05) Mill. Mk. Reingewinn eine Dividende von 20 (14) Prozent auf 12,5 (10) Mill. Mk. Kapital vorzuschtagen. Das Exportgeschäft ist in fortlaufender Steigerung begriffen. * Stillegungsantrag der Vereinigten Stahlwerke A.-G. Die Vereinigten Stahlwerke A.-G.-Westsälische Union, Hamm haben bei der Regierung in Arnsberg um Genehmigung zur Stillegung der Walzenstrahe 5 nachgesucht. Diese Maßnahme erwies sich als notwendig wegen Auftragmangels in Walzdraht, hervorgerufen durch die infolge der ungünstigen Witterung schlechte Beschäftigung der Draht- Verfeinerungsbetriebe einerseits und das Fehlen von Auslandsaufträgen in Walzdraht anderseits. Die Stillegunasderhanölunaen find von der Regierung auf den 13. April angefetzt worden. * Henkel L Cie. A.-G., Düsseldorf. Die Handelsgesellschaft der Henkel & Cie. G. m. b. H., Düsseldorf schließt daS Geschäftsjahr 1928 mit einem Rohgewinn von 5 645 303 Mk. Rach Abzug der Handlungsunkosten von 4 929 693 Mk. und der Steuern von 306 063 Mk. verbleibt einschl. 238 306 Mark Vortrag ein Reingewinn von 647 853 Mk. 3n der Bilanz stehen 10,727 Kreditoren, demgegenüber 11,359 Debitoren und 2216 Mill. Mk. Wechsel. Aktienkapital 1 Mill. Mk. Frankfurter Börse. Fra nkfurt a. M., 12. Aprll. Tendenz: lustlos. — Im heutigen Bormittagsverkehr machte sich infolge günstiger Nachrichten einige Beruhigung bemerkbar. Die Tendenz zeigte ein freundlicheres Aussehen, da der etwas gespannte internationale Geldmarkt, die festere Neuyorker Börse von gestern und die in den Hintergrund getretenen Diskonterhöhungsbesürchtungen der Bank von England und der Reichsbank mit Befriedigung aufgenommen wurden. Die Situation der Pariser Reparationsverhandlungen mahnte aber auf der anderen Seite zur Zurückhaltung. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs machte sich wieder eine größere Lustlosigkeit bemerkbar, zumal auch kaum Orders vorlagen. Die Spekulation schritt zu Abgaben, und es traten gegen gestern abend zumeist Verluste bis zu 2v.H. ein. Das Geschäft bewegte sich in den allerengsten Grenzen und wickelte sich meist in der Schranke ab. Ausländische Kaufaufträge waren ebenfalls kaum vorhanden, so daß die Anregungen von dieser Seite, wovon die Börse in der letzten Zeit eine starke Stütze erfahren hatte, wegsielen. Don einer gewissenWiderstands- sahigkeit, die von einigen Spezialbewegungen heroorgerufen wurde, ging jedoch später eine Beruhigung aus, so daß sich das Kurs- niocau nach den ersten Kursen leicht heben konnte. Elektrowerte büßten bis 1,75 v.H. ein. Auch Zellstoff Waldhof und Svenska mit minus je IHv.H. bzw. 1,50 Mark schwach. J.-G.-Farben waren mit minus 0,5 v. H. knapp gehalten. Etwas vermehrtes Interesse bestand für Mannesmann plus 2,5 v. H., Gelsenkirchen und Harpener plus 1,5 o. H. und vor allem von Kaliwerten für Salzdetfurth mit plus llllg. Deuyche Eisenbahn . yamburfl-'Hmcnta Palet . Hamb. Ltibam. Damvllch. Hauja Damvklch'll • . •Jkrö6tut)6et Lloyd . . . 2111g. Zeuhaif tirröitanft. . öermet Bankverein . . Berliner Handell'gcscllsch. . ^.voimerz- und Prioat-Ban! EarinlL u. Nation alb-mk Tculschc Bank . - Liitun:o^ätiellidiaft Ant.. Trennet Bank - . i'h:tdbcutid)e ttrebitbanl . ’jiefallbanl ...... Jirirfidbanf 15t)i:iyp Pvizmann .... Heidelberger Gement ... ISemcnt Karlstadt .... Dayh ä Freitag Schultheis Patzenhofer . . Ostwerle Bor. Glanz stoss Beniberg........ Hellstoss Waldhos .... Hellftosi Ajchafsenburg . . Sharlonenburger Liasser . Tcssauer Daimler Motoren .... Teullche Maschinen-Fabrik Adlcrwerte Llever .... Ludw. Loewe Nat. Automobil . . . . . Ctenftctn * Kopvel . • . Leonhard Tietz . • • Bainag-Meguin . . . • • grants. Maschine» . . . . Griyuer Henliqcnstaedt . . . • • Iunghans. ...... Lechwerke. ..«•••• Malnkrastwerke . • • • • Mag • . • . Nekarsulmer ..... Perers Union ..... Gebr. Roeder ..... Boigl & fyietiwc . . . . Südd. Zucker...... Wirtschaft. Diskonterhöhung? Die Börse hat gestern auf das Gerücht hin, dah eine Zentralausschußsitzuna der Reichsbank einberufen sei, in der man sich mit der Diskonterhöhung befassen wurde, einen schwachen Verlauf genommen. Dieses Gerücht hat sich nicht bewahrheitet, eine Zentralausschuß- sitzung ist vorläufig nicht einberufen worden; allerdings betrachtet die Reichsbank die Ent- wiillung der gespannten Devisen! age mit wachsender Besorgnis, und in den Kreisen des Reichsbankdirektoriums ist die Frage einer Diskonterhöhung in das Stadium lebhafterer Erörterungen eingetreten. Es wird davon ausgegangen, daß nach der 'Abwicklung des Quartalsultimo März am Devisenmarkt die erwartete Entspannung nicht eingetreten ist, so daß gegenwärtig die Entscheidung darin liegt, ob es zweckmäßig ist, die weitere Entwicllung am Devisenmarkt zunächst noch auf einige, aber beschränkte Zeit abzuwarten, oder aber bereits jetjt einem weiteren starken Verlust an Gold und Devisen durch eine Diskonterhöhung vor- jubeugen. Bei der Betrachtung des letzten ReichsbankauS- weises für die erste Aprilwoche war darauf hingewiesen worden, daß an sich sachliche Gründe für die Möglichkeit einer bevorstehenden Erhöhung des Reichsbankdiskonts durchaus vorhanden sind. Diese Gründe sind durch die Entwicklung am Devisenmarkt in den letzten Tagen und die starken Devisenanforderungen noch bestätigt und verstärkt worden. Die Reichsbant braucht aber, wenn man von ihrem gegenwärtigen Status und dem Deckungsverhältnis, welches et aufzuweisen hat, ausgeht, eine sofortige Diskonterhöhung nicht vorzunehmen. Die Deckung der Reichs- banknoten durch Gold und Devisen stellte sich .Ultimo Januar auf 64,7 Prozent, Ultimo Februar auf 61,9 Prozent, Ultimo März auf 56,4 Prozent und war am Ende der ersten Aprilwoche wie üblich auf 58,8 Prozent gestiegen. Die Deckung hat also seit 3anuar eine Verringerung von rund 9 Prozent erfahren. Das gesetzliche Rotendeckungsverhältnis beträgt bekanntlich 40 Prozent. Die Reichsbank zählt bei dem Rotenumlauf auch die Rentenbankscheine hinzu, obwohl sie gesetzlich dazu nicht verpflichtet ist. Bei oiefer Berechnung würde die Deckung Ultimo März nicht 56,4 Prozent, sondern etwa 51 Prozent betragen haben. Entscheidend für die Beurteilung der Diskontfrage wird für die Reichsbank die Entwicklung in Den nächsten acht bis vierzehn Tagen fein, die zeigen mutz, ob der Höhepunkt der Devisenansprüche überwunden ist und die gleichzeitig ein Urteil über die voraussichtliche Anspannung der Reichsbank zum Ultimo April zulassen wird. Ausschlaggebend für eine Entspannung der De- visenlage bleibt Reuvork. Die Lage ist für die Reichsbank insofern schwierig, als sie bei einer Diskontmaßnahme auf die gegenwärtige Kon- iunlturtaae Rücksicht zu nehmen hat, die an sich eine Diskonterhöhung verbietet. Ein Faktor darf in diesem Zusammenhänge nicht unerwähnt bleiben, nämlich der Ausgang der Pariser Reparationssachverständigenkonferenz. Bei einem einigermaßen günstigen Ausgang wäre mit einem neuen starken Zufluß von Auslandgeldern zu rechnen, der natürlich die Anfpannung auf dem Valutenmarkt mit einem Schlage beseitigen würde. 3m andern Falle, d. h. bei für Deutschland ungünstigem Ausgang der Besprechungen der Sachverständigen, würde eine Diskonterhöhung nicht mehr aufzufchieben sein. sie dieses Spiel, so ist sie von Lollar, das in der Tabelle mit zwei Punkten hinter Heuchelheim liegt, nicht mehr zu erreichen. Damit wäre Heu- chelheim dann diesjähriger Meister der Gau- klasse I. Gruppe Gießen. Ein sehr schöner Erfolg wurde dann die mühevolle Arbeit eines Jahres zum Abschluß bringen, denn außer einem Spiel in Lollar wurden sämtliche Spiele von Heuchelheim gewonnen. Auch das letzte Spiel sollte normalerweise die Heuchelheimer als Sieger sehen. Arbeiier-Turn- und Sporibund. Der zweite Sonntag der Frühjahrsrunde bringt folgende Gegner zusammen: Aus dem Trieb hat Gießen! zum Pslichtspiel Heuchelheim I zu Gast. Hier wird es ein Treffen geben, das die Platzbesitzer infolge ihrer größeren Spielerfahrung als Sieger sehen wird. Lollar I wird die Reise nach Alsfeld antreten und im Spiel gegen die Dortige erste Mann- schäft wohl glücklicher Sieger bleiben. Naunheim l hat Giehen ld zu Gast und wird sich wohl die Punkte nicht streitig machen lassen. Wetzlar! wird sich im Spiel gegen ©roßen» Linden ! in Großen-Linden wohl die ersten Punkte holen. ... . In der zweiten Klasse hat R o d h e i m I Wiesecks zweite Mannschaft bei sich. Der Ausgang dieses Spieles ist offen zu lassen. Gießen II geht nach Wetzlar-Nieder- ©irmes und wird die Punkte wohl dein Platzbesitzer überlassen müssen. Klein-Linden I wird bei Watzenborn I weilen. Zwei Gleichwertige ringen hier um die Punkte, von denen her Glücklichere Sieger bleiben wird. , v Leun I geht nach Steinbach und wird sich im Spiel gegen die dortige erste Mannschaft die Punkte holen. Hachborn I hat Grünberg !zu Gast und wird auf eigenem Platze Sieger bleiben. Daubringen geht nach Treis und wird die Punkte mit nach Hause nehmen. Hungen I spielt gegen Birklar I und wird auf eigenem Platz Sieger bleiben. Beuern I geht nach Oppenrod und wird sich im Spiel dem Platzbesitzer beugen müssen. Burkhardsfelden hat Odenhausen zu Gast und wird sich die Punkte nicht nehmen lassen. Zn der Jugendklasse treffen Naunheim — Wieseck, Gießen — Heuchelheim, Wißmar —Großen- Linden, Treis — Rodheim und Klein-Linden — Watzenborn jeweils auf dem Platze des erstgenannten Vereins zusammen. * Ausdehnung des Ausland-Giro- scheckverkehrs der Reichsbank auf 6 i e H.S.S.R. Die Reichsbank hat mit der Staatsbank der 11.S.S.R. in Moskau ein Abkommen getroffen, auf Grund dessen die Girokunden der Reichsbank llebertoeifungen nach Rußland durch Einreichung von Ausland-Giroschecks vornehmen können. Die Schecks können in russischer oder deutscher Währung ausgestellt werden, wobei die Adresse des Zahlungsempfängers genau angegeben werden muß. Die Auszahlung erfolgt in russischer Währung. Die russischen Zahlungsmittel find: 1 Tscherwonez — 10 Rubel, 1 Rubel = 100 Kopeken. Die Umrechnung der russischen Währung in Reichsmark erfolgt unter Zugrundelegung des Von der Staatsbank der 11. S. S. R. Die Leichtathletir-Abteilnng des B. f. B beteiligt sich an dem am Sonntag in Lollar statt- indenden Frühjahrswaldlauf mit etwa 40 Lauern (Aktive, Jugendliche und Schüler), deren bisheriges eifriges Training auf einige Erfolge hoffen läßt. ft. 9. fiarbenran;omcye Holen..... Hollandkiche Noren ..... Jkalieniscbe Violen ..... ^iorwcqjsche Noten 'ZeuTi(t)-£?cftcrr.,äioo Kronen Rumänische Noten Schwedische Noten ..... Schweiler Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten .« Ungarische Noten - Wettrennen zwischen Eisenbshnzu^ und Tornado. Ciftle Korf, 12.April. (WIB. Znnkfpruch.) Die Gesamtzahl der Opfer des Doppeltornados im nordöstlichen Arkansas wird auf über fünfzig Tote und 200 verletzte geschützt. E-n k-isenbahnzug derMissouri-Pacifik-Bahn entging n ad) einem atemberaubenden Wettrennen mit dem Tornado mit knapper 31 ot der Zerstörung. Der Lokomotivführer erblickte den heranbrausenden Tornado und scch bereits entwurzelte Bäume durch die Luft fliegen, doch gelang es ihm, innerhalb weniger Minuten die Geschwindigkeit des Zuges mif 70 Meilen (= 112 km) zu steigern, worauf es ihm innerhalb einer halben Stunde glückte, dem Tornado zu entkommen. Oie Vorzüge eines pstanztichen Abführmittels. Bon Dr. med. Griebel, Frankfurt a. M. Wer unter trägem Stuhlgang, Verstopfung. Hart- leibigfeit und ihren Begleiterscheinungen wie Druckschmerzen in der Magengegend, Beklon.menhÄt, Blähungen und Appetitlosigkeit zu leiden h't. gebraucht am zweckmäßigsten ein unschädliches, c >e- sckließlich aus pflanzlichen Bestandteilen hergestell^s Abführmittel. Dieses unterstützt die Verdauung in doppelter Hinsicht. Es steigert nicht nur die Absonderung der Verdauungssafte, sondern bewirkt , daß der Sarin zur Weiterbeförderung rn scheidung der Schlacken des Stofswechs.'ls, die sch durch dieDerstopsung angchammelt haben, genüg"-b angeregt wird. Die Anw . eines solchen Mittels empfiehlt sich ferner deshalb besonders, weil es weder die Darmschleimhaut angreift noch Schmerzen oder sonstige unerwünschte Nebenerscheinungen verursacht. Alle diese wichtigen Eigenschaften besitzen die bewährten Apotheker Richard Brandt's Schweizcr- pillen. Sie bestehen lediglich aus pflanzlichen Auszügen und Stoffen, beseitigen die Derstopfung mild und angenehm und regeln die Darmtätigkeit. Wegen ihrer stets gleichmäßigen und zuverlässigen Wirkung erfreuen sie sich größter Beliebtheit. 1083v Datum 5% Dt. Reichsanlethe o. rt»? . DU Anl.-Ablöt.-Schuld mit AuS ios.-Rechtcn .... DeSal. ohne AuLlch.-Rechte . . . 7% Fran«. HhP.-Bl. Goldpf. un kündbar bis 1932. . . - 4>/,% Rheinische tzyp^B-mk Ltqu Goidps. A.E.G. aba. VortriegS-Obligatton. rückzahlbar 1932 4% Schweiz. Bundeev^Aat» . 4% Leslerreichische Goldrte.. . • 4,20% Oeslerr. Sllberrie 4% Oesterreich, einheitl. Rte. . . 4% Ungarische Goldrte...... 4% Ungarische StaatSr, V. 1910 V/t% BcJgi. von 1913..... 4% Ungarische Kronenrte 1% Turl. HoUanieihe v. 1911 . - 4% Türkische Bagüadbahn-Anl. Serie I ....... 4% dejgl. Serie 11...... z% Ruwanen converi. Rte. . . . 4'/,% Rumänen Goldanl. von 1913 3 Geld Brief 16,43 1673 163,76 169,44 22,06 22,14 112.08 112,52 59.03 59,27 2.495 2,515 112,20 112,64 81,13 81,45 63,21 63,49 12,42 12,48 73,19 73,49 \ Uranlfuri a 9JL | Berlin Sriiiub- (lure I 11-N Ruro Schluft'iAniang. Rurs ! s uts li 11.4. | 12-4- 11-4. 12 4. 126,5 — 126.75 —— 16 151,5 151 — — . 8 — — —— ■ — 10 135 134,13 135,5 — 15 — — 311 312 12 — — 258,25 259,5 18 462 — 461 462 14 — — 352,5 355,5 12 — 274 275,5 274,5 12 — — 195 —— . ( — — 117,25 117 . ?, — — 216,25. 216,5 . u 61 61,25 61 61,5 . 0 — — 56 56,5 . 5 52,25 52,5 53 52,25 10 — — 221 121,25 . O — •— 32,25 . 5 — — 96,75 96 . « — — 300 300 . O -- - — —— —— . 6 64,5 — 65 —■ 11 89 — 86 — , C —— — — —— . 4 71 — _ *_ . « 115,25 — — — . t — ■ ■ —- 10 131,5 — 131,5 130.5 . 8 18.45 — 18,5 — . 8 121,5 — 119,5 — 10 114 — — — . 8 213 — 213 — . 8 155,25 155 — zranksur a M. Ber.in Schlug. > Uhr Schluss iAnsang Kure । Kurs fiurit | Kurs Datum 11-4- 1 12.4. 11.4. ; 12.4. ................ 8 178 | 177,25 1>7,5 178 9 229,25 —— 229,5 229,5 vlektr. Liefcnmgen. . » . 10 170,25 —— 169 170,75 Licht und Kcajl ..... 10 221 220,75 220,5 221,25 Felten & Guilleaume... 6 143 ' — 142,75 143,4 Ges. f. ElcNr. Untern.. . . 10 235 . —— 234,25 234,5 Hamb. Eleklr. Werke ... 10 — — 148,4. 148 Rhein. Gleite....... . 9 - —— 171 —— Echtes, (ileltt..... • 10 — 214 — Schlickert ........ . 8 247,5 246,5 246,25 248 Siemens & Halske .... 12 398 396,25 397,25 396,75 . 8 —• — 157,25 157 Lahmeyer & Go..... . 10 176 — 175,5 — Buderus........ . 5 — 79 78,5 78 Deutsche Erdöl..... . r, 126,5 — 126,9 126,25 Essener Steinkohle .... . 8 — — 126,5 Geljenkircheirer ... s. ’A I- < 133 134,25 134 134,5 Harpener ...... . 6 137 138,25 136,75 139 Hoesch Eisen. ...... . 8 — — 126,75 126 Ilse Bergbau ...... . .8 217 — 215,5 215 ftliidnetrocrte ...... . 7 109,5 109 108,65 108,25 Übin-Neuesscn. ..... . 9 — 126 125,5 Mannesmann...... . b 117,65 120,5 118,25 120,75 ManSfelder....... 7 138,5 136,75 137,25 138 Oberschles. Eisenb. Bedars. . 5 89,25 —- Oberschles. Kok-werle . . . . 6 — 106,5 107 Phönix Bergbau..... 51. 95,25 __ 96 96 ikheinijche Braunkohlen. . 1< 292,5 — 291,75 291,5 Meinktobl f. % Jahr 4% 126,5 126,25 126,5 126 Niebcck Montan..... / . 147 Bereinigte Stahlw. . . . . 1 . — 93,13 93,4 Ctact Minen ..... 2 sh — j - 68,65 68,75 Kali Aschersleben .... 1( 248 — 246,25 247 Kali Westeregeln..... 1( 254 — 249,75 252 Kaliwerk Salzdetfurth . . L- 380 s 383 379,75 384 11. prt( 12. April Lmrliche Notierung Wcit> 1 Briet Amtliche Noticruno 6)eld | Arier 133,07 i 169,41 169,06 169,40 1,772 1,776 1,773 1,777 58,505 58,625 58,49 58,61 112,29 112,51 112,31 112,53 112,30 112,52 112,29 112,51 112,44 112,66 112,41 112,63 10,593 10,613 10,538 10,608 22,05 22,09 22,045 22,085 20,45 20,49 20,443 20,483 4,2125 4,2205 4,2150 4,2195 16,45 16,49 16,453 16,495 81,09 81,25 81,08 81,24 62,59 62,71 62,81 62,93 1,878 1,882 1,874 1,878 0,498 0,500 0,497 0,499 59,145 59,265 59,14 59,26 12,466 12,486 12,463 12,483 7,404 7,418 7,403 7,417 73,37 73,51 73,34 73,48 3,047 3,053 3,042 3,048 18,85 18,89 18,85 81,86 81,73 81,99 81,70 18,89 2.076 2,080 2,097 2,101 5,47 5,48 5,465 5,475 4,184 4,192 4,186 4,194 4,166 4,194 4,196 4,204 20,977 21,017 20,97 21,01 Berlin, 11. April Geld Bries Awcrttannche Noten..... 4,24 Belgische Noten........ 58,40 58,64 Dänische Noten ........ 112,08 112,52 Englische Noten........ 20,445 20,525