Dienstag, 12. Mrz 1929 179. Jahrgang vr. 6V Erstes vlatt Ö r OieDerfaffungsreformvo,-schlage fterLänfterkonferenz L 1 Die neuen Sieuervorlagen Hilferdings = 5 0 s 5 s 7 3-er = 2." 153 sr® ff ^o*nGlo - 3®ff?58 5 S£5l?~i 3 -k-z -/2 p fhi ^.p SAZ- gif-i » sä©3 «•5?« Amiahme von Anzeigen für die lagetnummer oi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/. mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. DerantwoNlich fürPolttik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.llchyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. W Mm w ,w Mff- sa ‘"5 p IthZsi z o 5 ’ 2 o o A §S2? 2,'so r- < Tvl ' to ” S = X o » »52.fi2.nT- 2 Zahl der Reichsministerien erhöht. Für die preußischen Länder werden zwei Wege der zentralen Gesetzgebung zur Entscheidung gestellt: Vorschlag A. (für den Poetsch-Heffter, »oh, Petersen, bei Ablehnung des Vorschlages B. auch Brecht zeichnen) ist für die Vereinigung des Preußischen Landtags mit dem Reichstag; Dorschlaa B. (Brecht) will, daß die gemeinschaftlichen Gesetze für die preußischen Länder «in aus ihnen gewählter gemeinschaftlicher Landtag mit Zustimmung der Reichsregierung beschließt, oder, wenn keine Uebereinstim- mung erzielt wird, der Reichstag mit qua- lifiztertrr Mehrheit, wenn er angerufen wird. Einfluß auf die Berufung ober Entlassung der Reichsregierung soll dem gemeinschaftlichen Landtag nicht zustehen. w rjL „ Rach den weiteren Ausführungen des Ausschusses ist der Reichs rat beizubehalten. Dr. Brecht macht dazu den Sondervorschlag, daß ein Drittel der Stimmen der preußischen Länder der Reichsregierung zufallen sollen. Die Denkschrift führt ferner aus, daß ein« Vermehrung der Abgeordnetenzahl de sReichstageszu erwägen ist, und zwar mit Rücksicht auf die ihm neu zufallenden Aufgaben, namentlich wenn ihm im Falle der Aufhebung des Preußischen Landtages (Vorschlag A) des Kapitels 4 die gesamte zusätzliche Gesetzgebung für die Länder neuer Art übertragen werde. Eine solche Vermehrung würde es im Ergebnis ermöglichen, daß der Preußische Landtag z.T. mit dem Reichstag verschmolzen wird. 8?Be3h -^7 P js hier von Gelehrten gesagt ist, gilt auch von manchem hohen Beamten, Staatssekretär, Ministe- tlalbircftor, Oberpräsidenten usw. Es müßte deshalb im dem oben bezeichneten doppelten Interesse die Möglichkeit geschaffen werden, besonders verdiente 1 Männer der Öffentlichkeit, ihre eigene Zustimmung oerausgefefot und vielleicht im Wege eines befon- beren Verfahrens, bei dem den beteiligten Körperhaften ein Vorschlags-, den Regierungen ein Ent- icheidungsrecht zustünde, in Ausnahmefällen auch erheblich über die schematische Altersgrenze hin- .i»s ihrer verdienstlichen Wirksamkeit zu erhalten. Reparation und Etatdefizit. Keine falschen Spekulationen. töln, 11. März. (TU.) In einem mit „Notjahr 1529" betitelten Leitartikel beschäftigt sich die „Kol- niiche Zeitung' mit der Denkschrift des Hansabundes - Ersparnisvorschläge für ben sachlichen Teil des ordentlichen Haushalts 1929 —. Man fanni ben Parteien nicht genug bie Gefahren vorfuhren, Mlche bie ständig wachsenden Belastungen in materieller wie aber auch in psychologischer Hinsicht im sich bergen. Wir haben schon mehrmals davor gewarnt, sich mit Deckungsberechnungen, geftugt auf Aufkommen aus früheren, befse- j< rin Wirtschaftsjahren einen Ausgleich vor- jimadjen, hoben auf die Schwierigkeiten verwiesen, oäi bei Steuererhebungen in größerem Umfange entstehen müßen, wir hoben auch schon unsere Zweifel geäußert — und dos trifft bie psychologische ’ecite — ob die von ollen erhoffte Senkung der Repara- tiLnslasten wirklich nun auch eine Steuersenkung harbeisühren wird. Angesichts des Leichtsinns, mit dem manche Kreise an das Problem unserer öffentlichen Lasten Herangehen und angesichts der Aiisgabefreudigkeit der vergangenen Jahre, ausgeübt von allen politischen Kreisen, muß man l !i,sachlich befürchten, daß eine solche Senkung \ f pur los im Rausch neuer Wünsche verloren geht. Dazu darf es aber nicht kommen. Dafür müssen ganz bestimmte Sicherheiten ge- ichasfen werden. Aber auch jetzt schon gilt es, ein hörbares „Halt" zu gebieten, damit der Schlen- ' ft Ha n nicht weiter geht. Oie Aufiragsverwaltung. Im dritten Kapitel werden Richtlinien für die Organisation der AustragSverwal- tung zwischen Reich und Ländern auf gestellt; danach kann die Reichsregierung in Auftragsangelegenheiten Anweisungen aus dem Gesichtspunkt der Zweckmäßigkeit geben. Die ATrweisun- gen dürfen sich im wesentlichen nur an die oberste Landesbehörde und nur mit ihrer Zustimmung an eine ihr untergeordnete Stelle richten. Damit ist also das sogenannte »springende" Auftragsrecht ausgeschaltet worden, das die oberste Stelle umgehen wann. In Angelegenheiten der Auftragsverwaltung hat die Reichsregierung ein unbegrenztes Recht auf Erteilung von Auskünften, daS Recht zu Besichtigungen an Ort und Stelle und auf QOten- einsicht. Die Organisation der zentralen Regiermg und Gesetzgebung. Das vierte Kapitel sieht vor: 1. eine gesonderte preußische Zentralregierung fällt fort; 2. die preußischen Ministerien werden, soweit nicht bestimmte Aufgaben durch llebertragung an die bisherigen Provinzen als Länder fortfallen, mit den R e i ch s rn r n l st e - rien vereinigt. Soweit erforderlich, wird die 3 n C c o o 3 WAM?? » ’s; ul l2.;3 3 813.5 2 7* rv* ■7 i C J. 3 «P " £ C: hn2a^| 1Ä i M D-— o n 7 •'Z-a s - o*- 2 c: > P 2.1 5 • ' Erich«lNtiögUL,außer ÄÄHF • 6b jfct, @ Gietzenn Anzeiger lehn, auch bei Richter- Mk scheinen einzelnerRummern ’ kZWk General-Anzeiger für Gberheffen richten: Anzeiger Oietzea. $r«nnPurt«mK0ii6S6. vniS -nd Verlag: vrLHI'jche UniverfiUla-vuch. »nd StelndruSerei rr. lange in Sieben. Lchristleitung -ad Seschästrftell-: Schukstratzr 7. teflebxWt Dek tot Lszembettvahken 19-24 braute es die Wendische Volkspartei nur auf 5585 Stimmen, während die Polen. damals immerhin über BO 000 Stimmen erzielen konnten. Neue Niederlagen der mexikanischen Rebellen. ttera (£ru j wieder i« Händen der Regiei ung. Mexiko. 11. März. (WB.) Die Dorhut der von General Calles befchligten Regierungsarmee hat den Truppen der Aufständischen unter General Llrbalejv bei Camitas eine Rieder- l a g e zugesügt, die in hiesigen Regierungskreisen mit großer Freude begrüßt wurde. Offiziös wird dazu noch mitgeteilt, daß die Truppen Llrbalejos selbst gegen ihren Führer Partei ergriffen hätten, sobald sie erfuhren, daß 11 r» balejv nicht auf Seiten dec Regierung, sondern für die Sache der Aufständischen kämpfte. Der größte Teil der Truppen ist zur Regierungsarmee übergegangen, während Urbalejo mit einer persönlichen Bedeckung von kaum dreißig Mann entflohen ist. Die Regierung ist nicht geneigt, den Führern des Aufstandes etwas anderes zuzugestehen als den Prozeß vor dem Kriegsgericht. Der einzige Umstand zugunsten der Sache der Aufständischen ist, daß sich der südliche Teil von Rieder-Kalifornien neuerdings den Rebellen angeschlossen hat. Wie weiter amtlich gemeldet wird, ist auch der Aus st and in Dera Cruz endgültig unterdrückt worden. Die letzten Truppen des Rebellenführers Agu- irre, die aus lleberresten von zwei Regimentern und einem Bataillon Baqui-Indianer bestanden. haben sich bedingungslos ergeben. Aguirre selbst ist mit seinem Bruder Simon und einer Handvoll von Anhängern i n s Gebirge geflüchtet und wird von Regie- rungstruppen verfolgt. 3m nördlichen Texas ist die Lage unverändert. Das Hauptquartier Calles' befindet sich noch immer in Canitas. Rach Ausbesserungen der zerstörten Eisenbohngeleise wird Calles seinen Dormarsch auf Durango und Torreon wieder aufnehmen. Amerikanische Waffenlieferungen für Mexiko. Paris, 11. März. (WLB.) Der „RewBork Heralb" meldet aus Washington, die Regierung habe beschlossen, der mexikanischen Regierung 10 000 Gewehre mit 10 Millionen Patronen zu liefern. Es handle sich dabei um Munition, die aus dem Kriege übrig geblieben sei. Sollten die mexikanischen Bundestruppen noch weitere Waffen benötigen, so könnten die Vereinigten Staaten eine nahezu unbegrenzte Menge dieser Gewehre liefern, denn es lägen in den amerikanischen Arsenalen noch vier Millionen Stück. Die Washingtoner Regierung würde nichts dagegen einzuwenden haben, wenn die mexikanischen Bundestruppen einen Tell amerikanischen Gebiets überquerten, falls es nötig sein sollte, um die Aufständischen anzugreifen. Die Ausfuhr von Flugzeugen, die für die Aufständischen bestimmt waren, sei von Washington verboten worden. Oie Krankheit König Georgs. London. 11. März. (WTB.) Der König verbrachte heute zum erstenmal seit vier Monaten kurze Zeit im Freiem Er wurde bei schönstem Wetter und völliger Windstllle in einem Rollstuhl in den Park von Craig- toeil House in Bognor gefahren und verweilte dort geraume Zeit in Begleitung der Königin und seines Leibarztes. Das Kabinett prüft zur Zeit die Frage, ob der R e g e n t s ch a f t s r a t, der seit der Erkrankung des Königs die Funktionen des Monarchen ausübt, durch den Prinzen von Wales als persönlichem Regenten erseht werden soll. Diese Umwand- kung tot Regentschaft werde einerseits befürwortet, weil die Aerzte die v öl l i g e S ch o - nun g des König-auf ein halbes Sahr verlangen und andererseits, well der Regentschaftsrat in der Person deS Premierministers ein politisches Mitglied enthalte, das durch Wahlen und Regierungsniederlage außer Funktion treten könne. Oie Auslandreise des Zaren Boris. Belgrad, 11. März. (Telun.) Zar Doris von Bulgarien traf am Montag mit dem Simplon-Expretz in Belgrad ein, von wo er kurz darauf seine Reise nach Rom fort» setzte. Wie die ,Politika" meldet, wird mit dem Zaren zugleich der bulgarische Metropolit Stephan in Rom eintrcffen. Der Zweck der Reise sei die Verlobung des Zaren mit der italienischen Prinzessin G i o v a n n a , der noch Glaubensschwierigkeiten im Wege ständen, da die Prinzessin zum orthodoxen Glauben übertreten müßte. Das Blatt meint, der bulgarisch« Metropolit habe einen Weg gefunden, um die Verlobung des bulgarischen Königs zu ermöglichen. Rach anderen Meldungen begibt sich der Zar zuerst nach Wien und Berlin. um verschiedene Spezialisten für Ohren- teißert auszusuchen. Anschließend daran wird tot König eine Erholungsreise antreten, die in mehrere europäische Staaten führen wird. Zar Doris reist wie üblich unter dem "21 amen Graf Boris Rilski. Sein Paß enthält Visa für die Einreise nach Oesterreich, der Schweiz, Statten, Frankreich und Deutschland. Der Metropolit von Sofia, Stephan, reist am Montag in besonderer Mission nach Paris. An diese Auslandreise wurde das Gerücht geknüpft, daß sie mit der Verlobung des Zaren in Zusammenhang stehe. Metropolit Stephan hat der Presse erllärt, daß er nicht nach Rom, sondern nur nach Paris, Genf und Mailand reise. Sn Paris wird der Metropolit mit dem bulgarischen Außenminister Duroff zusammentreffen. Er beabsichtigt, die Pariser Kreise für die bulgarischen Minderheiten in Mazedonien zu interessieren, deren bekannter Vorkämpfer Stephan ist. päpstliche Orden für Mussolini und Viktor Emanuel. Rom, 11. März. (WTB. Funkspruch.) Eine Kommission von Rittern des Ordensoom Heiligen G r a b e, zu der auch ein Neffe des Papstes gehörte, Das Washingtoner Arbeitszeitabkonimen. England verlangt Revision. Genf, 11.März. (WTB.) Die Revision des Washingtoner Abkommens über den Achtstundentag, die seit Anfang vorigen Jahres auf englische Initiative wiederholt dcn Derwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes befaßt hat, bildete in seiner heute vormittag begonnenen 43. Tagung wieder den Hauptgegenstand der Tagesordnung. Die Sitzung begann sofort mit der Begründung der englischen Revisionsvorschläge durch den englischen Arbeitsminister Sir Steel Maitland, der, wie auch Reichsarbeitsministcr Dr. Wissel! und der französische Arbeitsminister L o u ch e u r, persönlich an dieser Tagung teil» nimmt Steel Maitland führte verschiedene Lücken an, die nach englischer Auffassung im Washingtoner Abkommen vorhanden seien und den Grund für die bisherige Nichtratifizierung durch England bildeten. Insbesondere beanstandete er die mangelnde Definierung von Arbeitszeit, Arbeitsstunde, Arbeitswoche, ferner der Fälle höherer Gewalt, in denen die 48-Stunden-Woche ausnahmsweise überschritten werden könne, der Ueberstunden- und Ausnahmefälle. Eine nach den jetzigen englischen Anregungen revidierte Washingtoner Konvention könnte von England alsdann sofort ratifiziert werden. Der englische Gewerkschaftsführer Po ul ton bedauerte, daß die englische Regierung mehr als neun Sahre gebraucht habe, um die heutigen Anträge zu stellen. Er habe sehr stark den Eindruck, daß die Haltung des englischen Regierungsvertreters unter dem Einfluß der Llnternehmerkreise stehe. — Der englische Unternehmet Wa11son erinnerte daran, daß bis jetzt nur neun Staaten die Washingtoner Konvention bedingungslos ratifizierten. 32 überhaupt noch nicht und der Rest nur bedingungsweise. — Der französische Arbeitsminister L o u- ch e u v wies auf den gefährlichen Eindruck hin. den ein Weiterleiten der englischen Anregungen auf die gesamte Arbeiterschaft machen mühte. — Der französische Gewerkschaftsführer Sou- haux wies darauf hin. daß schon seinerzeit das Washingtoner Abkommen über den Achtstundentag in der vorliegenden Form von der gesamten Arbeiterschaft als ein Minimum betrachtet und nur in der Hoffnung und Aussicht einer Erweiterung angenommen worden war. Das Washingtoner Abkommen sei eine Lebens- Notwendigkeit für den Bestand der internationalen Arbeitsorganisation in Genf. Reichsarbeitsminister Dr. Wisfell erklärte: Auch Deutschland ist daran interessiert, daß das Abkommen in allen ratifizierenden Ländern gleichartig ausgelegt und mit dergleichen Strenge durchgeführt wird. Fast alle Fragen, die die englische Regierung aufgeworfen hat, sind bereits Gegenstand der Londoner Besprechungen im Jahre 1926 gewesen, und in fast allen diesen Fragen ist es damals gelungen, eine übereinstimmende Meinung festzulegen. Deutschland ist der Ansicht, daß die dadurch erzielte praktische Sicherheit einer einheitlichen Auslegung eine ausreichende Grundlage für die Ratifizierung ab geb en könnte. Wäre es nicht zweckmäßig, zunächst einmal das Uebereinfommen in seiner bisherigen Fassung zu ratifizieren und die sicher erstrebenswerte weitere Derbesserung der Zukunft anheimzu- stellen? Der deutsche Unternehmeroertreter, Geheimrat Bogel, teilte mit, daß die gesamten im Berwal- tungsrat des Internationalen Arbeitsamtes vertretenen Unternehmergruppen die englische Anregung insgesamt unterstützen. • Die Washingtoner Vereinbarung kam im Anschluß an die Unterzeichnung des Friedensver- tcages zustande. Sie sollte ein Geschenk an die toerhätigen Kreise aller Völker für. die während den Krieges gebrachten Opfer darstellen. Tatsächlich war sie aber nur eine Beruhigungspille: an die praktische Durchführung des Vertrages ist bis heute keiner der Unterzeichner herangegangen, weil sich sämtliche Regierungen sagten, daß keine Wirtschaft ohne nachhaltige Schäden eine Schematisierung der Arbeitszeit ertragen könne. Deutschland dagegen. das in Washington nicht vertreten war, hat sich die Grundsätze des Abkommens zu eigen gemacht, hat allerdings Ende 1923 die Arbeitszeit wieder lockern müssen, steht jedoch heute aufs neue unmittelbar vor der restlosen Einführung der achtstündigen Arbeitszeit. Sn den letzten Sahren haben nun verschiedentlich Verhandlungen über die Ratifizierung des. Washingtoner Vertrages stattgefunden. Dabei wurden von allen Regierungen mit Ausnahme der deutschen Bedenken mancherlei Art in den Vordergrund geschoben. Ramenllich die Engländer lehnten es ab, ihrer Wirtschaft auf dem Gebiete der Arbeitszeit Bindungen und Einschränkungen zuzumuten. Sie haben im vorigen Herbst eine Revision des Vertrages gefordert und haben jetzt ihrem Antrag eine eingehende Begründung nachgeschickt, die darauf hinausläuft, die Schematisierung der Arbeitszeit gänzlich fallen zu lassen, dafür aber in den Vertrag Bestimmungen hineinzumauern, die eine Anpassung der Arbeitszeit an die Bedürfnisse der Wirtschaft zulassen. Musik in Schlössern. Monbijou-Münchm-Würzburg-Bruchsal. Von Dr. Augusta v. Oerhen. Sn dem „Lustschloß der Hohenzollern", Monbijou genannt, finden jeden Winter Konzerte statt, veranstaltet von der ..gemeinnützigen Vereinigung zur Pflege deutscher Kunst". Konzerte, welche im historischen Rahmen historische Musik bringen, ja, daL Stllgefühl geht sogar soweit, daß Hunderte von Kerzen entzündet werden, um Mozart und Schubert zu illuminieren; in diesem melden Kerzenschein verwischt sich der kalte, museale Eindruck, den das heutige Hohenzollern- museum im harten Tageslicht dem Besucher macht, die Räume werden sozusagen ..menschlich". Warm und weich fließt auS den kleinen, flackernden Zlämmchen verklärender Schimmer über die Festräume des Rokoko, spiegelt sich in den hohen verglasten Spiegeln, flammt in den Dronzebe- ichlägen der Möbel auf, gleitet sanft über die strengen Züge der brandenburg scheu Kurfürsten und preußischen Könige, und über die hoch- frisierten, gepuderten Gesichter der fürstlichen Damen. Eingehüllt in die schwingenden Rhythmen der heiteren Musil des Dix-huitieme, erlebt der Zuschauer noch einmal die Glanzzeit des Lustschlößchens, als die geistreiche Mutter deS großen Friedrich dort Hof hielt: hier wurde Musik getrieben, Literatur gepflegt. Kunst gesammelt; im Gegensatz zu den weihgetünchten Wänden, zu den Fichtenmöbeln, zu den einfachen 'llbernen Geschirren, die als höchsten Luxus auf die Tafel des Soldatenlönigs tarnen, lebte man in Monbijou in goldenen Kabinetten, ah von goldenen Tellern und umgab sich mit Kuriositäten und künstlerischen Spielereien des 18. Sahrhun- derts; hier war der Boden, auf dem die hohe Kultur von Preußens größtem König er» wachten ist. Wenn in dem historischen Musiksaal sich heute Berlins Gesellschaft versammelt, um bei Kcrzen- schimmer Rololomusll zu genießen, so erscheint dem historisch Wissenden wie eine zauberische Vision der junge Kronprinz von Preußen, wie er vor denselben Säulen, welche heute noch diesen prächtigen Saal mnschließen, die Flöte an die Lippen setzte, um in denselben Klängen, die uns entzücken. Trost und Ausgleich zu finden. Eingesponnen in den Zauber von Kerzenschimmer und Rokokomusll verläßt man das „Lustschloß" und empfindet beglückt, was Friedrich der Erste sagen wollte, als er bei der Schenkung von Monbiiou feinem Günstling und allmäch» Hgen Minister, dem Grafen von Wartenberg, schrieb: „et möge fein Gemüth, welches von vielen ] und großen Geschäften fatigieret sei, daselbst I etwas ausruhen." * Auch in München bleibt man im Stil, man gibt Kammermusik des Barock im schönsten, prächtigsten Barocksaal der Residenz, im Herkulessaal; vor den mächtigen Herkulesfiguren. die diesen Saal beherrschen, in Plastik und Malerei, als Wandgemälde und als Kaminschmuck, wirken die düsteren, ernsten Stimmen aus dem 1Z. Sah» hundert, von Caccini bis Dach, mit eigentümlicher Wucht... dieser Saal, einst der Schauplatz pompöser Feste, welche die lebenslustige Stalienerin Henriette Adelaide von Savoyen zum Entsetzen ihrer strengen Schwiegermutter, der langweiligen Anna von Habsburg, ihrem jungen Gatten, dem Kurfürsten Ferdinand Maria, veranstaltete, hat zwar viel von seinem reinen Barockstil eingebüht, aber trotz einiger Hebertünchungen des 19. Sah» hunderts wirkt er doch noch mit der ganzen Pracht des Barock. Auch hier, wie in Monbijou, sind bildende Kunst und Musik in Einklang; wenn das Kammermusikorchester inmitten des Saales Platz genommen hat, und die Rhythmen der großen Italiener erklingen, dann erscheint aller Pomp, alle ilebigleit des 1Z. Jahrhunderts lebendig geworden, und man meint die Hofgesellschaft Henriettens AdelaidenS sich im Takte der Sarabanden wiegen zu sehen... .biet tanzt man ganz anders als bei uns", schrieb die junge Kurfürstin nach Turin, „man läuft so schnell, daß man Mühe hat, nicht zu fallen!" Stumm und ehrn schauen die gewaltigen Herkulesse auf die kleinen Menschlein herab, nur die Musik entspricht ihren übermenschlichen Dimensionen. Sn der heitersten, der fröhlichsten Stadt am Main wird im Sommer Mozart gespielt, im weißen Saale der Würzburger Residenz flammen Kerzen aus, und wenn aus dem verträumten Schlohpark die abendlichen Düfte des Sommers zu den geöffneten Fenstern des Schlosses emporsteigen, dann wird es in der ehemaligen fürstbischöflichen Residenz lebendig ... hier residierten im 18. Sahrhundert die Grafen von Schönborn, das feudalste, verschwenderischste Fürstengeschlecht Süddeutschlands, eine Dynastie der Fürstbischöfe tn Würzburg und Bamberg, die unter Ausbietung enormer persönlicher Geldmittel den großen '2Irc6iteftcn ihrer Epoche zu tun gaben; einer der glänzendsten Aufträge war der Dau der Würzburger Residenz in den Jahren 1720 bis 1744. Soh. Balthasar Neumann, dem genialsten Baumeister des Rokoko, übertragen. Von den Wänden des schimmernden Saales blicken noch heute die lebenslustigen Physiognomien der Schönborns herab, wie eine Ovation steigt zu diesen Gönnern der Kunst Mozart- Musik empor... * Seit 1922 veranstaltet im Fürstenfaal deS Druchsaler Schlosses die „Ortsgruppe Bruchsal der badischen Landesvereine" historische Konzerte; dieser Prunlraum im zierlichsten Rokokostil mit FreSken der Brüder Zick ist der glücklichste Rahmen für Musik; hier geht man sogar so weit, daß man die Musikanten in die heiteren Gewänder des fröhlichsten Sahrhunderts kleidet. Der junge Fritz mit seinen reizenden Schwestern erscheint im Dienste der Musen, und auch die anderen so hochkultivierten Höfe des damaligen Deutschland liefern Statisten. Wer Bruchsal kennt und Hebt, weiß von dem unbeschreiblichen Charme dieses Schlößchens, das wie ein schimmerndes Sutoel inmitten eines gepflegten Gartens ruht; Sommer. Rosen und Rokokomusik, das ist eine Kombination von Genüssen, die jedem unvergeßlich bleiben wird, der so begnadet war, sie zu erleben. Ein Hauch von dem Charme echten „Dixhuttteme“ fdjtoebt um diese Musikanten, bestrahlt von Kerzen, umweht von dem Dufte hunderter von Rosen... Waterloo-Kilm. Der feit gestern im Lichts piclhaus Bahn- h o f st r a ß e laufende, von Karl Grüne inszenierte Emelka-Film „Waterloo- erwies sich als eine arge Enttäuschung. Aus der Zettmode der Historien- filme als Nachläufer auftauchend, offenbar auch vom „Fridericus"-Erfolg angeregt und beeinflußt, läßt das Werk vor allem reyiemäßig die aus geistiger Beherrschung und umfassendem geschichtlichen Blick heroorgcbende, große Linienführung peinlich vcr- misten. Gerade von dem befähigten Filmregisseur Grüne, der bereits tüchtige Proben eines gediegenen Könnens abgelegt hat. war eine erheblich bessere, ftraffere, innerlichere Leistung durchaus zu erwarten. Seine Inszenierung ergeht sich in allerlei wenig glücklich wirkenden, technischen Mätzchen mit über- blendeten und synoptischen Bildern, ist viel zu breü, bleibt im Episodischen, Anekdotischen und Idyllischen, in Kostümparaden, pathetischen Gesten und gestellten Kampstzenen. die noch dazu allenthalben in Änzesi heilen aufgelöst sind, vollkommen stecken. Er schwelgt selbftvergesten im nebensächlichen Beiwerk, in der Ausmalung und — bestenfalls — im effektvollen Schaubild. Streckenweise muß man vermuten, daß die Schlacht bet Waterloo über den Liebesabenteuern des Leutnants Reutlingen, Blüchers Adju- überreichte Mussolini die Insignien des Großkreuzes des Ordens vom Heiligen Grabe Die gleiche Kommission hatte vorher dieselbe Ordensauszeichnung König Viktor Emanuel überreicht. -----—— Gewerkschaften und Kartellreform. Berlin, 12. März. (Priv.-Lel.- Schon seit einiger Zeit wird in verschiedenen gewerkschaftlichen Kreisen der Gedanke propagiert, ein großes einheitliches Programm zur Kartellreform aufzustellen, doö dann von allen wichtigen und in Frage koimnenden Gewerkschaften sowohl der demokratischen tote der christlichen und der freigewerkschaftlichen Richtung angenommen und unterstützt wird. Rachdem man anfangs große Hoffnungen hegte, hat sich inzwischen gezeigt, daß diesem Plan die größten Schwierigkeiten entgegen« stehen und daß es nicht so « leicht sein wird, in dieser Frage die gewünschte Einheitsfront der Arbeitnehmer herzustellen. Wie wir von gut unterrichteter Seite hören, beschäftigt man sich in den verschiedenen Gewerkschaftslagern zur Zeit sehr intensiv mit diesem Prcchlem, muß aber zunächst erst einmal in den eigenen Reihen Klarheit schaffen. Es zeigt sich, daß vor allem zwischen den christlichen Gewerkschaften, die nach der großen Eisenaussperrung im vergangenen Rovember sehr lebhaft mit SozialisierungS- plänen beschäftigt waren, und den anderen gewerkschaftlichen Gruppen heute noch erheb * liche Meinungs unterschiede bestehen, die erst noch längerer Zeit zur Klärung bedürfen. Fest steht aber jedenfalls, daß verschiedene Gewerkschaftsführer aller Richtungen für eine Einheitsfront zu einem Kartellvvrstoh werben. Oie gewerbliche Beschäftigung von Schulkindern. ** Berlin, 12. März. (Priv.-Tel.) Eine vom Berliner Magistrat in den Schulen angestellte Untersuchung über die gewerbliche Beschäftigung von Schulkindern Hal bas Ergebnis gehabt, daß Z895 gewerblich tätige Schulkinder in einem Sahr festgestellt wurden. Davon waren im Widerspruch mit den Bestimmungen deS Kinders ch u tzge» s e tz e s 394 Kinder vor Schulanfang, 633 Kinder über vier Stunden täglich, 119 über sechs Stunden täglich und 1133 mit Sonntagsarbeit befdjäftigt. Alle diese gewerblich tätigen Kinder wurden ärztlich untersucht, dabei wurden bei 134Z Kindern nachteilige Folgen ihrer gewerblichen Arbeit festgestellt. Der Magistrat hat nun beschlossen, durch die Fürsorge dahin zu wirken, daß Schulkinder eine gewerbliche Tätigkeit überhaupt nicht mehr ausüben. Aus aller Wett. Präsident Dr. Schmidt-Ott Ehrendoktor von Budapest Der Reichsverweser hat auf Antrag des Kultus- und des Unterrichtsministers seine Zustimmung erteilt, daß der frühere preußische Staatsminister und Präsident der Notgemeinschaft verdeutschen Wissenschaft, Dr. Franz Schmidt-Ott, zum Ehrendoktor der Medizin an der Budapester Universität ernannt werde. Revolte im Erziehung-Hans. Snt Erziehungsheim Lindenhof bei Beritt', brach ' abends gegen 22 übr eine Revolte aus. 16 Zöglinge hatten sich in ihrem Saale einge- schlossen, an den Türen Barrikaden aufgebaut, sämtliche Einrichtungsgegenftände und Fensterscheiben zertrümmert und durch die Fensteröffnungen auf den Hof geworfen. Erst dem herbeigerufenen üebcrfaUfommanbo war es möglich, die Ruhe wiederherzustellen. Fünf Zögllnge, die als Haupttäter in Frage kommen, wurden ins Polizeipräsidium abgeführt. Die Llntersuchung hat ergeben, daß die Jungen auch nicht die geringste Klage über Behandlung, Essen und Arbeit angeben konnten, daß eS sich vielmehr um ei« tanten (historisch: Rostitz) von der Regie ganz vergessen wurde. Anderes, wie die ausführlichen Liebes- und Spionagefzenen im preußischen Hauptquartier zwischen Ligny und Waterloo, wirkt geradezu unmöglich und zeugt von einer mehr als primitiven Geschichtsauffassung der Bearbeiter. Weder der große historische Rahmen der Ereignisse noch die gewaltige strategische Leistung der Entscheidungsschlacht ist in einer annähernd befriedigenden Form bewältigt. Don geschichtlichen Unrichtigkeiten (Anmarsch der Preußen im hellen Sonnenschein) soll nid)t weiter die Rede sein. Es bleiben etliche brauchbare Einzelszenen vom Wiener Kongreß und nach der Landung Napoleons in Frankreich. Dazu einige Hauptdarsteller, vor allen, -.der populäre Otto Gebühr, der allerdings ale Fridericus eine ungleich wertvollere Leistung bot, während er hier fast überall in feinem eigenen Schatten steht, was außerdem durch eine kurze Doppelrollen-Episode noch betont wird; yut, obwohl nicht ganz ähnlich, der aus der „Stämgin Luise" schon bekannte Napoleon des Charles B a n e l, Wera Malinowskaja (Gräfin Tanwwska), de Doot (Ney), Marion (Reullingen), Auguste P r a s ch - Grevenberg (Blüchers Frau) und 11 (m er (Gneisenau). Sehr schwach — auch in der Maske — Kaysers Friedrich Wilhelm, farblos der Wek- lington des Herrn Wright. Das Manuskript stammt von Mar Ferner und und B. E. L ü t h g e. —7— £urie Höflich im frankfurter Schauspielhaus. Gerhart Hauptmann- »Biberpelz" erweist sich auch heute noch als eine Komödie, die ihre Wirkung auf daS Publikum nicht verfehlt, zumal wenn eine Schauspielerin wie Sude Höflich mit ihrer urwüchsigen und doch souveränen Kunst sich dasür einsetzt. Shr erstes Gastspiel am Frankfurter Schauspielhaus alS die schlaue, diebische Waschfrau Wolffen gestaltete sich zu einem vollen Erfolg. Und es läßt sich augenblicklich auch wohl kaum eine deutsche Schauspielerin denken, die besser als die Höflich geeignet wäre, diese Rolle mit sprühender Vitalität zu erfüllen und so überlegen zu gestalten, toic , cs hier im Schauspielhaus geschah. Das Publikum war dankbar und quittierte die wirklich große Leistung mit reichern Beifall, der wohl zum Teil i auch den anderen Darstellern gatt, die meist befried'gen tonnen. Erwöhrtt feien W r erH v kl- rn a nn als Amtsvorsteher Wehrhahn, Otto Weber als der bestohlene und cholerische Herv Krüger und Eva Brock als Adelheid. • - 11J As*** Ä««' MÄ LS Ä MW M feneni»*;, cröherung o landeten Vie-rW Hal London, 12. «Mr Konest' mhgcbenden br w Frag« °er v qevvcoen w Jit 3dt unnot lann ungefähr len: Srvhbrüc oünkig gelm Jünfarn. Vie » diese Sachl>e,er Teil der De nen Äussuh krs die Koh „ales llagt lackt durch von außen f)ine Don einigen trai die anderen üb« schielten sich hoch Durch den im tretenen Eisgang über zwei Meter an einzelnen stet wirkt sich bagegei len aus. Snfolg derart gestiegen, uni) dos gelbe 2 Der Wasserspieg den tiefer gelegt fronen aus den tenheim in d lehr durch das Dörfern in ber f dis in bit fallt mieten an aerfch Schn . 3n Obecherg! ein schwerer Äv lüifltr machte m >°hrt. In der' 2uto ein bet gegen, der tta rn-wich. Ui neiden, bog da mit voller Dm den sieben In Mülhausen tööl tonen lchiver v« «ot Schrecken ^ndtg zertrünil L .Die Lustdruckt Horden und H ^eich hohen ^arometeranftic. M littet l AS Ä’ä M«nd^ wranderung, “Ms r^c-d. Marin isyen- ranitl rtenf 41 L Montag, d.11,März1929.7,aMs. Die Organisation der Reparationsbank tenheim kehr durch Dörfern in bis in die mußten an von außen hineingetragene Unruhe handele, die, von einigen tranlhc-f.en Zungen ausgenommen, auf die anderen Übergriff. Die 230 übrigen Zöglinge verhielten sich durchaus ruhig. Hochwasser in Rheinhessen. Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 11. März: abends —0,3 Grad: am 12. März: morgens —0,2 Grad Celsius. — Sonnenfcheindauer 3% Stunden. Kohle nach Italien zerstört worden HL Freilich ist die Kohlenindustrie nur ein einzelner Zweig der Industrie, und Großbritannien hat deshalb nicht die Absicht, nur um eine Abänderung der bestehenden Verhältnisse auf dem Gebiet der Sachlieserungen zu erreichen, eine Haltung einzuuehmen, durch die Dorschlage, über die sonst im Sachverständigenausschuh Einigkett herrscht, zum Scheitern verurteilt würden. auch sonst tun? Uird so sah ich in den vergangenen Wochen Hunderte von Landleuten, die sich ihr Wasser mit großen Milchkannen, die auf Schlitten standen, in dem Dache holten. Schimpften sie über die Arbeit, über die Hnannehmlichkeit? Hein! Sie taten daS, als ob es immer so gewesen ^Diese gelassene Ruhe ist keine Gleichgültigkeit. Sie zeigt nur, daß der Mensch innerlich gefestigt ist. Rur solche Menschen sind in gefährlichen Augenblicken geistesgegenwärtig, tonnen sich und andern helfen. Wie sollten öic Losch- arbeiten bei einem Brande ausgesührt werden, wenn der Führer die Aerven verlöre? Und wer in seinem Leben als Führer an irgendeiner Stelle steht, dessen erste Pflicht ist es. Ruhe zu besitzen und diese Ruhe zu zeigen. Damit erst rettet er die ganze Lage. Dielen Menschen kommt die innere Ruhe erst ni ihrem Alter, wenn sie sich von der Arwtt zurückgezogen haben. Sie können lächeln über die Hast und das Tempo der Jungen. Sie können aber auch den Kindern einen Rat geben und dann immer wieder sagen: „Ruhe! Rur ^^-peter Rosegger erzählt in seinem Buch „AIS ich noch der Waldbauernbub war" eine Geschichte, die mir unvergeßlich bleiben wird. Es wird da von einem tüchtigen Holzhauer berichtet, der mit Fleiß und Ausdauer, durch Arbeit und größte Sparsamkeit zu einem eigenen Häuschen, das er sich selbst erbaute, gekommen war. Der Blitz schlägt hineiii. und das Feuer vernichtet alles bis auf die Grundmauern. Entsetzt stehen die Rachbarn und getrauen sich nicht zu dem kleinen Maxel, wie er genannt wurde. Er sitzt auf einem Steinhaufen und sieht in die Glut. Alle erwarten, daß er jetzt aufspringt und einen fürchterlichen Fluch zum Himmel schickt. Aber nichts von dem geschieht. Als alles niedergebrannt ist, geht der kleine Maxel hin zur Glut, hebt die Kohle aus und zündet sich seine Pfeife an. Rosegger sagt dann: „Ich war damals noch Nein . . - aber ich fühlte, wie mächtig der Mensch ist, um wieviel größer als sein Schicksal!" Und wir fügen hin- zu: „Wenn er die Ruhe bewahrt!" Der kleine Maxel hat dann später aus der Asche sein Handbeil hervorgezogen, einen Stiel hineingeschastet und von neuem begonnen. Heute erhebt sich dort ein schönes Anwesen, und junge Leute beleben es. Der kleine Maxel lehrt die Söhne das Arbeiten und erlaubt ihnen auch das Tobalrauchen. „Richt gar viel — aber ein Pfeifchen zu rechter Zeit. Solche Beispiele aus dem ßeten sollten wie Mahner vor uns stehen, wenn wir in Aufregung geraten und Hebereiltes tun wollen. Und wie leicht kommen wir Menschen in solche Lagen. Schon beim Kragenknopschen, das uns am Morgen unter den Schrank rollt, fängt eS an. Mussen dann gleich solche Ausbrüche erfolgen, daß, wie ich einst hörte, die Ehefrau ihrem Dienst- mädchen zurief: „Geschwind. Emilie, bringen Sie den Papagei in das Eßzimmer, mein Mann sucht sein Kragenknöpfchen!?" _ ,o Hilft das Fluchen, das Lärmschlogen etwas? Heberlegen wir doch lieber einen Augenblick! Findet sich das Knöpfchen nicht, dann nehmen wir in Gottes Ramen ein anderes. (Dersteht sich, daß ruhige Menschen immer zwei haben!) Wirken aufgeregte Menschen nicht lächerlich? Wie oft begegnen wir ihnen in der Eisenbahn, in der Elektrischen, auf der Straße, im Arbetts- raum. Auf jedem (Bureau sitzen sie. Sie sollten sich an dem kleinen Maxel ein Dorbild nehmen und an die Wand ein großes Schild hängen mit der Aufschrift: Ruhe!, dieses Wort aber nicht | aus die andern beziehen, sondern auf sich I Mfift L. Oie Wetterlage. Die Luftdructverteilung zeigte ferner Tiefen im Horben und Rordwest- und Mitteleuropa im Bereich hohen Druckes. Allgemeiner weiterer Darometeranstieg hat im Hochdruckgebiet eingesetzt. Heber den britischen Inseln, namentlich über Schottland, herrschen Barometerstände von Z7ö Millimeter. Da die Wetterlage durch das stabile Hoch noch keiner Hmgestaltung entgegengeht, so bauernt der herrschende WitterungS- charakter fort Wettervoraussage für Mittwoch. Fortdauer des vielfach nebligen, wolkigen, auch aufheiternden Wetters, ohne stärkere Temperaturänderung. trocken. Lufllemperaturen am 11. März: mittags 8,3 Grad Celsius, abends 2,3 Grad: arn^ 12. Tlar^ morgens Schwerer Automobilunfall. 3n Oberhergheim (Ober-Elfah) ereignete sich ein schwerer Autounfall. Der Bäckermeister Dissinger machte mit mehreren Freunden eine Autofahrt. In der Rähe von Oberhergheim kam dem Auto ein betrunkener Radfahrer entgegen. der trotz aller Warnungssignale nicht aus wich. Hm einen Zusammenprall zu vermeiden. bog das Auto nach rechts ab und rannte mit voller Wucht gegen einen Daum. Don den sieben Insassen wurden Albert Diehl aus Mülhausen tödlich verletzt, sowie drei andere Per- fynen schwer verwundet. Die übrigen kamen mit dem Schrecken davon. Das Auto wurde boll» ständig zertrümmert. w Durch den im Laufe des Montag plötzlich eingetretenen Eisgang nuf dem Neckar ist der Fluß über zwei Meter gestiegen. Die Ufer wurden nur an einzelnen Stellen überschwemmt. Etwas schwerer wirkt sich dagegen das Hochwasser in Rheinhes - s e n aus. Infolge der Schneeschmelze sind die Bäche derart gestiegen, daß sie über bie Ufer traten und das gelbe Wasser über Aecker und Felder jagte. Der Wasierspiegel ist habet teilweise so hoch, daß in den tiefer gelegenen Obstanlagen nur noch bie Baumkronen aus den Fluten ragen. In dem Dorfe K e t - in der Nähe von Alzey wurde jeder Ber- das Master gesperrt. Auch iy einigen der Nähe von Worms trat das Master Keller hinein. Polizei und Feuerwehr verschiedenen Stellen helfend eingreifen. Berliner Börse. Berlin, 12. Marz. (WTD. Funkspruch.) Da die Auslandbörsen gestern allgemein sehr im- sichere Tendenz hatten, konnte von dieser Seite auch für den heutigen Frühverkehr keine Anregung ausgehen. Das Geschäft ist wieder 'ehr ruhig, die Spekulation verhält sich abwartend, obwohl der Geldmarkt eher Zeichen einer Erleichterung ausweist. Kurse werden noch nicht genannt. Am Devisenmarkt nennt man London gegen Paris 124,22, London gegen Mailand 92 69. London gegen Spanien 32,65, London-Kabel U fcne dm Neu angefteOt« erbliche Lendern hnt bÄ gewerblich tött» "gestellt toutbtn ruch mit den nderschuhge. ulanfang, 633 -n täglich, 11» glich und 1153 lüftigL All« diese en ärztlich unter« Kindern nach- »erblichen Arbeit nun beschlossen, 'irien, daß Schul- eit überhaupt Aus der pwvinzialhaupistadi. [ Gießen, den 12. März 1929. Ruhe. Wu: hatten in diesem Winter des öfteren Gelegenheit, unsere Rachbarn und uns selbst zu beobachten, wenn z. B. die Wasserleitung eingefroren war. Wir konnten Redensarten und Wünsche hören, daß wir erstaunt aushorchten. Warum nur? War beim das so schlimm? Konnte man sich nicht einmal einige Tage einschränken, einem Mitbewohner gute Worte gehen? ümmer wieder mußte ich feststellen, wie wenige Menschen Ruhe bewahren können bei Gelegenheiten, die unerwartet cintreten. . , ., „3a, ich bin nun einmal so. ich fahre gleich aus der Haut!" sagt mancher und vergißt dabei, daß diese Redensart eine Gedankenlosigkeit ist. Ruhe zeigen ist nicht nur eine Raturanlage, sondern ein gut Teil Selbstzucht. Wer sich in der Gewalt hat. dem geht, wie man sagt, der Gaul nicht durch. Dor allem überstürzt er dann nichts, wenn Raturgewalten in unser Leben ern- greisen. und wir nur zuschauen können. 3ch denke da immer an die Ruhe unserer Bauern, wenn ein Gewitter kommt. Da blicken sie nach dem Himmel, beenden die nötigsten Arbeiten. lassen sich auch gründlich nah regnen und traben gelassen nach Hause. Was sollen sie ewjntefwtn O eern. 3 efi» Dtüteirt ® voitig. e otaem eitcgew V Sehnte atreuptln. • Mthei K ■n ge>en die Tcmperetuf «a v>t Limen teremdt» Orit Bi» aUltMÄ e,f RÄt/tMWt«» umatr«hMU* uwurwh giertet, n ^, '^rvhrr ZK .eigen«! N wi vergab ^Valilierung-. «n anderen Qt. "heb. ^ede bestehen ur Älätu^T' :6a6 verschieden für ein« 'M lverben Wwng w« GriPP«? .öl-?» Dorrfiieptnch WMW WMwirkendemTuiaHv «ietzever Wschemaarttprekse Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 170 bi« 180; Kochbutter von 140 an: Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 biß 140; Wirsing 40 bis 45; Weißkraut 30; Rotkraut 30 bis 40; gelbe Rüben 25 biß 30; rote Ruben 20 bis 25; Spinat 80 bis 90; Hnter-Kohlrabi 10 bis 15 Grünkohl 45 bis 50; Rosenkohl 75 bis 80; Feldsalat 250 bis 300; Endivien 150; Tomaten 80 bis 90; Zwiebeln 25; Meerrettich 50 bis 120; Schwarzwurzeln 90; Kartoffeln 7, Aepsel 30 bis 40, Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50; unge Hähne 100 bis 110; Suppenhühner 100 bis 120; Tauben 80 bis 85; Rüsie 70 bis 80; das Stück: Eier 18 bis 20: Blumenkohl 80 bis 160; Salat 40 bis 45; Lauch 25 bis 50; Rettich 20 biß 30; Sellerie 20 bis 100; das Bund. Radieschen 40 Pfennig, der Zentner: Kartoffeln 6,50 Mark ' Vornotizen. — TageskalenderfürDienstag. Stadttheater: Hoffnung auf Segen", 19.30 bis gegen 22 Uhr. — Gießener Frauenverein-Städtifches Gas- und Wasserwerk: Gaskochwettstreit, 4 Uhr nachmittags im Cafe Leib. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Waterloo". — Astoria-Lichtspiele: „Der Kampf unter Bett. »hot oon Llldllptsl Antrag bei Kol« ters seine Zustü" preußische Ctaoti» rAotgemei»' ssenschaft, St. cendoktor btt *r Universität Paris, 11. März. (WTB.) Heute vormittag fanb eine Vollsitzung des Reparationssachoerftän- l'genausschusses statt. Man hat sich vor allem über Vie Frage der Kapitalbeschaffung der Dank für internationale Zahlungen' eschäftigr sowie mit dem Zusammenhang, der zwi- chen der neuen Bank und den Zentralnotenbanken rt Hinblick auf K r e d i t o p e r a t i o n e n bestehen all. Es besteht im übrigell Einverständnis darüber, ah die Bank ein ziemlich großes St a pi t al rauchen wird. sämtliche drei Unterausschüße oben unter Leitung Sir Josiah etamp5 jetzt bie Aufgabe, alle ihre Pläne so ineinander zu arbeiten, daß sie sich in den Organismus der Zentralbank ein- fügen An der Schaffung des Instituts selbst soll fein Zweifel mehr bestehen, falls sich die Delegierten über die Reparationsschuld' Ziffer einigen. Die Beteiligung an der zu schaffenden Bank soll nicht nur den Notenbanken ofsenstehen, sondern eventuell auch dem privaten Kapital zugänglich fein. Die Bank soll, jo wird erklärt, keiner bestehenden Bankorganifation Kon- lurrenz machen, zumal ihr Kundenkreis ganz beschränkt fein wird. Sie bezweckt vor allem, die Vergrößerung des Volumens des Welthandels zu erreichen. Oie britische Abneigung gegen Gachliesemngen. London, 12. März. (WTB. Funkspruch) Der Pariser Korrespondent der „Times" meldet: In inaßgebenden britischen Kreisen hört man, daß die Frage der Sachlieserungen noch nicht akut geworden ist und daß deshalb alle Erregung zur Zeit unnötig ist. Der britische Standpunkt kann ungefähr folgendermaßen umschrieben werden: Großbritannien ist Sachlieserungen ungünstig gesinnt, sogar Sachlieserungen in dem Umfang, wie er zur Zeit bestehe, da es auf diese Sachlieserungen einen erheblichen Te i! der Verminderung seines eigenen Ausfuhrhandels zurückführt. Besonders die Kvhlenindustrie von Süd- Wales klagt darüber, daß ihr ausländischer Markt durch Lieferungen deutscher Freilich aber würde die britische Regierung mit größerem Rachdruck dagegen Einspruch erheben, daß das System der Sachlieserungen eine Erweiterung ersährt; sie betrachtet dies als eine etwas künstliche Konstruktion, die geeignet ist, den normalen Handelsverkehr zu beeinträch^ tigen. Zur gleichen Zeit erkennt sie an, daß wohl schwerlich von Deutschland- zu erwarten toärc, daß es. um feine Verpflichtungen $u erfüllen. mit einem Schlage eine so vorterlhafte Methode aufgibt. Die britische Regierung würde sehr nachdrücklich dagegen Einspruch erheben, ihrerseits Sachlieferun- gen füreinen Teil der Reparativ ns - zahl un gen zu akzeptieren. Dielleicht würde sie bereit sein, einen gewissen Bruchteil der Reparationsleistungen in Gestalt von Sachlieferungen anzunehmen, aber sie wird dann auf angemessene Schutzmaßnahmen für ihre eigene Industrie bringen. 3m allgemeinen ist ihr Einwand gegen derartige Lieferungen, daß Deutschland die Art der Güler nicht liefern kann, die Großbritannien braucht und somit nur britischen Erzeugnissen Konkurrenz machen könnte. Der Pariser Korrespondent der „Morning- Post" schreibt, hinsichtlich der Reparationssachlieferungen sei in Kreisen, die in Fühlung mit dem englischen Schatzamt stehen, die Reigung bemerkbar, den nachteiligen Einfluß, den sie aus die britische Industrie haben könnte, als nicht so gefährlich hinzustellen, dies werde damit bc- gründet, daß Industrie und Handel wie Wasser sich immer von selber regulieren, und daß Rachtelle in der einen Richtung von Dorteilen in einer anderen ausgeglichen werden. ihaos. f bei Jerii'l tM M U Fräulein selbständig im HauS- halt, sucht -. 15.Avril Stellung in einem .Zrtseurgeschäst, wo e» sich morgenS im Haushalt und nachmittags im Geschäft betätigen kann. Schr. Angeb. unt. 01219 au den Gteb Anz. erb. Suche für m. 20jähr. Tochter Stellung im Haushalt geg. Taschengeld und Zamiltenanschlub. am liebst, bei älterer Lebrerfamille ieogl.l Schr. Angebote unt. 22 >7Va. d.Gteb.Anz. Bajr. 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Struktur bedeutend o ^ic ©tunoli es jetzt der giieder der so an der 2 W Du« Stalin in wurde. M' würsnisle m gegeben hm die in der - sich gut uni schung die spannt, als Strich buti gleich war ÄH8' bie^öiniDei Aä'ft ,t0WL8 b LS er djÄ'ffsa losori^ Qu< nA*» «IHeir zü,ej 6°m Atlantj unb ba es si T w all^ ?ame kam t ^9 mit b VW «ärsr hS * e 5 2hn I» n te; eie^.31 ®=F $tof, M deine 'ägerln er Ewig. en: xrer. oach- vollen. 2232D RESTE iders billig i Porten Grode le 19 9lämi;tber(Mti, Elmmmcrtilt, Lervieriiich. Hai- monium, Ctai> ivicßti vretrw. iiiiitlrolro Tammitr. 881 Lin Paar ** Sportei lefel Handarb. f. neiL®i 41 preiswert abM Päb. AichäiiSll.d6 GehenerAnreiM ificlbflelldiiet Kaufgesuche oni ) i. fl 2 (en. iltP W ent au» eri reS !üe 21) Öttn -I MU> ww Zchr.«ng.um-^ Wto aus guiemH«1 faulen gewA ... p. B- V* TU Vtraui'A LL *SS;S A’,bt VnM -KW 8-4 -- ns Speise- Kessele z„ Derfauleit 2?4ir Hermann Vereine Nr. 60 Zweites Blatt Eichener Anzeiger tGeneral-Anzeiger für Oberhessen)Dienstag, 2. März 1929 Stalins Zweifrontenkrieg. Hm Kulakentum und Bauernkurs. — Kaserne und Dorf.—Oer Skalp Bucharins. Don unserem p.-Berichterstatter. Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verbotenI Riga, März 1929. Hinter den festaeschlossenen Vorhängen der Partei im Kreml herrscht Hochspannung. Kaum Lar Trotzki „erledigt", kaum waren die 1600 seiner Anhänger den weiten Weg nach Sibirien gewandert, den viele, sehr viele von ihnen schon von früher her kannten, als er noch „ein Ehrenweg für jeden aufrechten Revolutionär" war. da tauchte eine neue „Gefahr" auf. Dicht etwa für den Staat, der vor der Hand noch von den agitatorischen Früchten des Litwinowproto- kolls zehrt, sondern für die Partei. Dei der Struktur des Sowjetstaates ist das aber gleichbedeutend auch mit der stärksten Einwirkung auf die Grundlagen des Staates, zumal, wenn, wie es jetzt der Fall ist, fast alle prominenten Mitglieder der Regierung des Sowjetstaates so oder so an der Auseinandersetzung beteiligt sind. Als B u ch a r i n vor Wochen unerwartet von Stalin in einen dringenden Urlaub geschickt wurde, wurde gemunkelt, es sollte ernste Zerwürfnisse mit dem allmächtigen Diktator Stalin gegeben haben. Man war in Kreisen der Partei, die in der Regel über die Stimmungen im Kreml sich gut unterrichtet gezeigt haben, auf die Fortsetzung dieser „Diskussion" außerordentlich gespannt, als die Aktion gegen die Trotzkisten einen Strich durch die Rechnung zu machen schien. Zugleich war aber auch der Presse und den Dach- riebtenträgern in Moskau ein neues Betätigungsfeld gegeben. daS eine Zeitlang von diesem Gebiete ablenkte, da alle Welt sich nur noch mit der Verbannung Trotzkis befaßte. 06 der eiskalte Fanatiker mit dem Asiatengesicht, der Kaukasier Tschungaschwili-Stakin. aber gleich ganze Arbeit zu machen beabsichtigt, ob der Vorsitzende der Komintern ihm neuen Grund zur Unzufriedenheit gegeben bat oder ob die inneren Mißerfolge so katastrophal sind, daß eine neue Ablenkung der Aufmerksamkeit für die ständig wachsende Zahl der Unzufriedenen im eigenen Lager notwendig ist? Man kann bei der Undurchsichtigkeit der inneren Parteiverhältnisse, bei der straffen Zusammenfassung des Dachrichtenapparates und der Presse, bei der Gleichzeitigkeit der zunehmenden Parteikrise und der wachsenden Verschlechterung der inneren Lage im Staat nur schwer Ursache und Wirkung auseinanderhalten. Man kann dies um so weniger, als es noch keinem gelungen ist. bei diesem Kampf, der sich mit wachsender Zähigkeit in dem Jahrfünft seit der Thronbesteigung Stalins abspielt, in der Seele dieses ehemaligen Priesterschülers Josef Wissarionowitsch Dschun- gaschwili zu lesen, der heute von der ganzen Welt gekannt, gehaßt und gefürchtet, aber von keinem geliebt wird. Man kann nur Tatsachen mitteilen, die von Mund zu Mund weiter- gegeben werden, die sogar gelegentlich der Feier der Roten Armee und der Tagung der Kommpartei Moskaus, des wichtigsten bolschewistischen DayonS, auch Eingang in die große Parteipresfe gefunden haben. Anläßlich des Kongresses schrieb das parteiamt- l'chc Blatt, die „Prawda", daß die »Hydra der FraktionsbUbllNg", die viele schon für endgültig beseitigt hielten, in Wahrheit noch längst nicht tot fei, daß sie im Gegenteil in der letzten Zeit wieder fredjer ihr Haupt erhebe und daß selbst in den leitenden Kreisen der Partei Abweichungen von dem Kurs des wahren Leninismus festgestellt worden seien. Das Blatt bekannte offen, daß neue Versuche der rechtsopportunistischen und friedliebenden Elemente unternommen worden sind, den Kampf gegen die Kulaken einzustellen, die Industrialisierung zu hemmen und damit in den Zentralkurs der Partei Verwirrung hineinzubringen. Der Verlauf des Parteitages brachte dann auch eine volle Bestätigung für den neuen Kampf, den Stalin feinen Gegnern von rechts angekündigt hat. Da einem Bucharin von dem Lecker des Kongresses, Molotow, der rechten Hand Stalins, das Wort nicht gegeben wurde, als er feine Dorfpolitik rechtfertigen wollte, da mit ebenso eindringlichen wie unmißverständlich drohenden Worten die b e r ü ch t i g t e G P U an die Wand §imalt wurde, da man es geschickt verstand, das ubiläum der Roten Armee propagandistisch auszuschlachten und das Recht einer Auslegung — und der richtigen Auslegung! — des Leninismus für sich in Anspruch zu nehmen, wurde zum mindesten die Blamage einer öffentlichen Spaltung auf einer Parteikonferenz vermieden. Ohne Zweifel hat Stalin damit den ersten erfolgreichen Schritt in der Bekämpfung der neuen Richtung unternommen. Aber ebenso unzweifelhaft ist die Gefahr, die für ihn, und in erster Linie für ihn persönlich, besteht, noch längst nicht beseitigt worden. Der anertannte Theoretiker des Kommunismus, Bucharin, operiert mit dem Einwand, daß cs zu Lebzeiten eines Lenin nicht zu einer so katastrophalen Zuspitzung der inneren Lage gekommen wäre. Darin erblickt er den besten Beweis für das Versagen der Stalinschen Politik, die die Sowjetunion in eine Lage gebracht hat, aus der sie nur noch durch rechtzeitiges und enticheiden- des Herumwerfen des Steuers retten könne. Er fordert deshalb Einsteellung der kulakenfeindlichen Politik, Aussöhnung mit dem Dorfe, und zwar mit allen Schichten des Bauerntums, entscheidendes Bremsen der kostspieligen und bisher^fo gut wie ergebnislosen Industrialisierung und Selbstbesinnung der Sowjetunion auf die Grundlagen ihrer Staats- und Volkswirtschaft, die landwirtschaftliche Produktion. Es handelt sich hier in der Tat um „Abweichungen von der Generallinie der Partei", aber, zumal für den Außenstehenden, nur um geringfügige Abweichungen, die ihren Kern eigentlich nur in der Methode haben. Ilm mehr allerdings, um weit mehr handelt es sich für den Selbstherrscher im Kreml, für den Diktator Dschungaschwili-Stalin. Für ihn ist es ein Kampf um das Prestige, ein Machtkampf, der durch keinen Kompromiß beigelegt werden, bei dein es nur Vernichtung ober vollkommene eigene Niederlage geben kann. Die Mittel, mit denen auch dieser Kampf ausgefochten wird, sind auf beiden Seiten die gleichen: unterirdische Wühlereien und Intrigen, d. h. das, was man hier in dem Sanzmelwort „Propaganda" zusammenfaßt, bis zu persönlicher Beschimpfung und Verleumd ing. So wurde dieser Tage ein Brief Stalins an Bucharin verbreitet, in dem cs heißt, daß sie beiden die eigentlichen Spitzen der Partei seien, während die anderen Mitglieder des Politbüroa nur von ihnen „mitge- schleift" würden. Als Stalin von dieser Veröffentlichung seiner vertraulich gemachten Sleufcerung erfuhr, ließ er seinerseits eine Unterredung zwischen Bucharin und Kamenew zirkulieren, die sehr wenig schmeichelhafte Aeußerungen über ihn — otafin — enthielt. Diese Preisgabe vertraulicher und intimer Aeußerungen sieht man in Moskau zwar als ein zulässiges Kampfmittel an; sie vermag aber nirgends den Eindruck zu verwischen, daß es d e r todkranke Körper der Sowjetuni on ist, auf dem dieser Kampf der Parteigrößen ausgetragen wird. Gerade die ernste innere Lage, die Bucharin weitgehend auszunuhen versteht, hat ihm, verschiedenen Anzeichen zufolge, bereits eine Gefolgschaft gesichert, deren Größe für den Entschluß Stalins, endlich zuzuschlagen. maßgebend gewesen ist. Denn in der Tat hat die „Zentralrichtung" den Einwänden Bucharins bisher nur den Hinweis enkgegenhalken können, daß die neue Medizinisches Kolleg 1940. Von Or. V. Hermann. „Meine Damen und Herren! Vor zwei Minuten bin ich durch Funkspruch vom Allantischen Ozean her konsultiert worden, und da es sich um einen recht interessanten Fall handelt, mochte ich Ihnen Gelegenheit geben, ihn in allen Einzelheiten kennenzulernen. Die Dame kam vor kurzem wegen Herzbeutelentzündung mit beginnenden Verwachsungen zu mir, und ich riet ihr zur sofortigen Lösung der Verwachsungen durch Iontophorese. Ehe sie sich jedoch zu diesem Eingriff entschloß, wollte sie noch die Maho-Heart-Association konsultieren und nahm gegen meinen ärztlichen Rat das Frühflugboot nach Deuyork. Wie mir der Bootsarzt funkt, hat ein Sturm über der Atlantik die Patientin so mitgenommen, daß der Eingriff kaum mehr hinausgeschoben werden kann. Der Kollege vom Flugboot „F 87" ist gerade dabei, den augenblicklichen Zustand der Patientin drahtlos zu registrieren." Der Professor drückt auf einen Knopf. „Sie sehen auf Leinwand I das Funkblld unserer Patientin. Ihr Gesicht ist blaß und eingefallen, und der schlechte Allgemeineindruck läßt einen schweren Kollaps vermuten. In der Gegend der Herzspitze sehen Sie, dem Herzschlag entsprechend, die Vorwölbungen und Einziehungen der Brustwand, die auf Herzbeutelverwachsungen Hinweisen. Tafel H zeigt Ihnen graphisch die Pulsübermittlung. Wenn Sie sich einen Augenblick still verhalten oder sich Ihres Mikrophons bedienen wollen — für die Herren, die es vergessen haben, stelle ich den Lautsprecher ein — so können Sie genau alle akustischen Phänomene des Herzens wahrnehmen, die Ihnen bei dieser Krankheit bekannt sind. Beobachten Sie bitte auf Leinwand i die Herzgegend, während Sie die Herzgeräusche anhören. Die Fernm^ssung zeigt 35,7 Grad, also eine Kollapstemperatur, infolge Versagens der Herz- kraft. Auch ich bin darum der Meinung, daß nur ein rascher Eingriff lebensrettend wirken kann. Der Schiffsarzt gab mir aber zu verstehen, daß er die Herzoperation — und das ist begreiflich — noch nie ausgeführt hat. Ich habe ihm darum sofort den betreffenden Operationslehrfilm funken lassen — Sie können ihn auf der Projektionsflache an Ihren Plätzen verfolgen — um ihn noch einmal genau zu orientieren. Außerdem habe ich dem Kollegen zugesagt, den Eingriff von hier aus zu leiten. Sie sehen, die Operationsvorbereitungen sind schon beendet, und die Darkosetablette wirkt bereits. Die Großeinstellung des Farbenfunk 5 auf die Herzgegend wird uns die Beobachtung und Regie der Herzbeuteloperation erleichtern." Der Professor begibt sich an seinen Sender und leitet, das Operationsfeld auf der Leinwand beobachtend, jeden Handgriff, jeden Schnitt. Ligatur und Daht, während der Pulsregistrator ihm die Kontrolle über den Allgemeinzustand der Pallentin ermöglicht. In der letzten Bank des Hör'aals aber stellt eine gelangweilte Studentin auf Welle 715 Paris ein und hört — sich leise in den Hüsten wiegend — den neuesten Schlager vom „Lapin agile . Laßt hören, Mister! Don Friedrich Koch-Wawra. .chall!" rief eine Stimme aus dem Gebüsch, und ein Gewehrlauf im Blätterwerk gebot nochmals und einbr.ngl.ch: Halt! Ein ftachsbärtiger Mann trat auf mia) zu, ein sogenannter Oid-timer, w,e es in Texas noch Diele gibt. „Ich bin der Shells John Rosamund. Yes, Sir, Shells von Boxville." „3u dienen, Mister Rosamund!"' „Landstreicher, was?" „Rein, Tourist!" „Anyhow, Tourist, kommt nur mit! Diese Stadt braucht Arbeiter für ihre Basaltbrüche. Acht Tage Arrest werden Euch gut tun, Master! Acht Tage — das ist die Taxe für Touristen Eurer All." Ich stand vor dem Friedensrichter von Boxville. „Euer Name, Mister?" „Fred Koch." „(Euer Berus?" Ja, welchen Beruf hat man so als Bindestrich- Tourist? Die berühmte innere Stimm: hieß mich sagen: „Pianist." „Wollt Ihr das Auge des Gesetzes anlügen, Mister? Dann gibt's hoppelten finnftr „Keineswegs, Euer Ehren. Es stimmt: Pianist." Seine Ehren stand auf und ging voran. Hinterher der Sheris mit dem Karabiner. Der Richter führte mich in seine Wohnung, schloß die gute Stube auf und zeigte aufs Klavier. „Laßt hören, Mister!" In dem Zimmer tickte eine Wanduhr. Aus einem Serviertisch lagen goldene Drangen und flammend- rot. Aepsel. Es roch nach Frieden und Recht und Wohlbehagen. Ich legte meine Hutruine unter den Serviertisch und setzte mich ans Klavier. Und ehe Opposition gegen die von der Parteimehrheit al- richtig anerfdnnte Richtung verstößt. Die M i ß- erfolge, die Bucharin ihr aber zum Vorwurf macht, können indessen nicht abgeleugnet werden. Und diese Mißerfolge haben bis in die Reihen der Arbeiterschaft und der Partei hinein eine Unzufriedenheit geschaffen, von der man sich im Ausland nur deshalb vielfach einen falschen Eindruck macht, weil die politische Indifferenz des russischen Dauern eben alle Begriffe übersteigt. Der Kampf gegen den sogenannten Wulaken, der in Wahrheit nicht mehr eine öestimmte Dauernschicht darstellt, sondern als Degriss für alle der gegenwärtigen Richtung unfreundlich Gesinnten gilt und deshalb propagandistisch so weitgehend Verwendung findet, ist soweit Mode geworden, daß unter seiner Flagge auch die unsinnigsten Maßnahmen durchgeführt werden. So notorisch auf der einen Seite allerdings die Sowjetfeindlichkeit der oberen Dauernschicht ist, so fest steht es aber auch auf der anderen Seite, daß die Zwangsmaßnahmen gegen das Dors, die unsinnige Getreideerfassung auf dem GPU-Wege und nicht zuletzt die als stärkste Gefährdung jeder eigenbäuerlichen Produktion drohende neue Landwirtschafts st euer den Dauern so erbittert gemacht haben, daß er heute ganz allgemein von dem Kommunismus nichts mehr wissen will. Lediglich der Unorganisiertheit der bewußteren Dauern- schichten dürfte es Stalin zu verdanken haben, daß ihm von dieser Seite nicht schon mehr Schwierigkeiten bereitet wurden als dies tatsächlich der Fall ist. Aus der anderen Seite haben es die leitenden Parieikreise aber auch verstanden, sich nicht nur endgültig die Reste der Intelligenz zu entfremden, sondern auch in den Kreisen der Arbeiterschaft und des städtischen Fabrikproletariats eine (Stimmung zu erzeugen, die die Gefahr einer Explosion schon längst in den Bereich der realen Möglichkeit gerückt hat. Die radikale und alles bisher an Stalin Gewohnte übertreffende „Säuberung", die gegenwärtig durchgeführt wird, hat eine Erbitterung ausgelöft, die als ein ernstes Symptom angesehen werden muß. Nach einer Mitteilung Molotows auf dem Kongreß der Moskauer Partei sind in einzelnen Gouvernements 16, 21, ja bis zu 25 v. H. aller Angestellten entlassen worden. Bei der Verstaatlichung särnllicher Betriebe in der Sowjetunion bedeutet das eine unabsehbare Vermehrung der Beschäftigungslosen, der von der Partei Verfehmten, der Menschen und Bürger zweiten Grades. Auch auf die Hochschulen und Universitäten hat sich diese Säuberungswut erstreckt. So sind allein in den Leningrader Hochschulen einige hundert Studenten entlassen worden, die ihrer Abstammuna nach nicht „einwandfreie Proletarier sind. Alles, was aud) nur Verbindung mit „Besitzern" aufrechterhält, verfällt unweigerlich der Verdammung und vermehrt damit das Heer der Rechtlosen, aber auch das der Unzufriedenen. Dies im Zusammenhang mit der katastrophalen Wirtschaftskrise und der zunehmenden Inflation stellt eine Gefahr dar, die zwar erkannt wird, die man aber — durch die Bekämpfung der neuen Rechten allem Anschein nach zu bannen hofft. Dabei glimmt es aud; in der Roten Armee, dem bisherigen .Hart der Weltrevoluticm". Es ist offenes Geheimnis, daß der Kampf innerhalb des Kommandos um den richtigen Bauernkurs an Schärfe und Ausdehnung jeden Tag zunimmt, daß ein einflußreicher Kreis die bäuerliche Entfremdungspolitik Stalins nicht mehr milmachen will, ja, daß Woroschilow selbst mit den Grundsätzen Bucharins sympathisiert. Verliert Stalin aber erst die Stütze in der zu über 70 v. H. mit Bauernsöhnen durchsetzten Armee, dann entsteht für ihn eine Lage, die außerordentlich kritisd) werden muß. Ohnehin wird die Säuberung, die sich auch auf die Notarmisten erstreckt, mit sehr scheelen Blicken verfolgt. Es scheint demnach, daß alle Voraussetzungen für ein Gelingen des Bucharinschcn Unternehmens gegeben sind. Es hieße aber, nicht mit den gegebenen Tatsachen rechnen, wenn man etwa einen Sturz meine Hände noch wußten, was sie taten, hallte der polnische Tanz Inner Scharwenkas durch das stille R.chterhaus. Ich spielte die Rhapsodie und den Pil- gerdjor, das Lied von Fräulein Hase und den Ra- detzkimarsch von Vater Strauß. Seine Ehren saß auf dem Sofa und klatschte dem Sheris den Takt auf die Schenkel. Als ich geendet hatte, gaben mir die Behörden von Boxville die Hand. Der Richter hieß mich zum Abendbrot dableiben und zeigte mir das Badezimmer. Ich spielte die Rhapsodie vierhändig mit der Dame des Hauses, schnitt Papiermännchen für das Kind, erzählte dem Sheris deutsche Witze und der alten Schwiegermutter die Wunderkuren von Schäfer Ast. Als die' richterliche Whiskyflasche gegen Mitternacht geleert war, schenkte mir Seine Ehren einen Dollar. »Ihr seid allright, Mister. Der Sheris wird Euch den Weg zum Bahnhof zeigen. Wie Ihr weiterkommt, ist Eure Sache. Um zwei Uhr kommt der Güterzug nach dem Osten hier durch. Jedenfalls laßt Euch hier nicht wieder blicken! Good bye, Mister!" Mit dem Erzgüterzug aus Arizona fuhr ich in derselben Nacht „back East“. Und während der Erz- güterzug von 200 Achsen fein eifernes Lied über die Steppe klirrte, faß ich fröstelnd in einer Ecke und sah den blauen Tag dämmern. Und ich dachte: Die guten Eltern daheim haben doch Recht gehabt, als sie mich immer wieder ans Klavier zerrten und einen dicken Musiklehrer daneben stellten. „Wer weiß, wozu du's noch brauchen kannst! Es kann einmal dein Brot sein." Das Libretto ist schuld! Das letzte Heft der bei Oesterheld & Co., Berlin W15, erscheinenden Zeitschrift „Die Szene" beschäftigt sich mit der gegenwärtig vielfach diskutierten Krisis der Operette. In einer Umfrage wurden die folgenden Punkte zur Dis- kussion gestellt: Ist die Operette als Gattung noch gültig? — Ist ihre Krisis au ihre musikalische Form zurückzuführen? — Ist das übliche Operettenlibretto unbrauchbar geworden? — Ist der Darstellungsstil. selbst in seinen modernisierenden Varianten, den gegenwärtigen Forderungen nicht mehr entsprechend? Ans die Umfrage haben zahlreiche Fachleute — Komponisten, Schaus-ie'e.-. Theaterdirektoren und Kritiker — geantwortet. Die folgende, temperamentvolle Meinungsäußerung ist den Darlegungen des bekannten Komponisten Jean Gilbert entnommen: Stalins von einem lag Aum anderen erwarten sollte, Bucharin soll zwar die Unterstützung nicht nur R y • kows, des Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare, sondern aud), was weit wesentlicher ist, die Tomskis, des Vorsitzenden der roten Gewerkschaften, genießen. Bisher haben diese beiden Fül)rer aber unbedingte Zurückhaltung geübt. Es ist nicht von der Hand zu weisen, daß sie in dem vorläufigen Ab warten das bessere Teil erblicken werden. Denn gegenüber einem Stalin exponieren sich selbst so unbedingte Führer nur bann, wenn sie ihrer Sache absolut sicher sind. Und Stalin ist unzweifelhaft der Härtere und der Stärkere. Zudem hat er — wenigstens vorläufig — die GPU noch fest in der Hand. Gelingt es also Bucharin nicht, noch rechtzeitig Hilfskräfte zu mobilisieren, so dürfte Stalin — wenn auch der unterirdische Zweifrontenkrieg gegen ihn fortgesetzt werden wird — auch hier wieder Sieger bleiben. Und er wird neben dem Skalp Trotzkis und so vieler anderer auch den eines Bucharin zu seinen Trophäen zählen, während bas Land hungert, und cs im Gebälk des Sowjetstaates immer vernehmlicher kracht ... _______________ Hessische evangelische Fürsorgetagung in Frankfurt. § Frankfurt a. M., 11. März. Heute fand in Frankfurt a. M. im Bahnhofsheim (Gutleutstraße) die diesjährige Hauptversammlung des Hessischen Verbandes evangelischer Vereine und Anstalten für Fürsorgeerziehung statt. Eine stattliche Anzahl von Geistlichen, Richtern, Vertretern städtischer Jugendämter, einzelner Fürsorgeanstalten, sowie mehrere Schwestern nahmen an der gut besuchten Versammlung teil. Auch der evangelische Reichserziehungsverband hatte von Berlin eine Vertreterin entsandt, ebenso war das Hessische Landeskirchenamt vertreten. Der langjährige Vorsitzende, Dekan a. D. Röschen, begrüßte die Anwesenden und gab einen Lieberblick über die Entwicklung des Fürsorgeverbandes in der Zeit von 1925 bis 1929. Als besonders verdientes Mitglied wurde Kreisdirektor Wolff, Worms, einstimmig zum Ehrenmitglied deS Vorstands ernannt. In trefflicher Weise, oft mit Humor gewürzt, erstattete Dekan Mahr, Eppelsheim, den Jahresbericht über das abgelaufene Jahr, der von der im Verband geleisteten angespannten Arbeit ein beredtes Zeugnis ablegte. Dach kurzer Aussprache ergriff Oberstaatsanwalt Dr. May, Darmstadt, das Wort zu seinem mit lebhaftem Interesse aufgenommenen Vortrag über „Iugendgerichtsgeseh und Iugendfürsorg e“. In eindringlicher Weise setzte der Redner auseinander, wie wichtig es fei, daß die Justiz feit Jahren die Dotwendig- feit besonderer Behandlung von Straftaten Jugendlicher erkannte, und daß dieser Erkenntnis im Iugendgerichtsgesetz Ausdruck gegeben wurde, dessen Schaffung man nicht dankbar genug begrüßen tonne. Für die praktische Arbeit ergaben sich viele wertvolle Hinweise, vor allem wurde betont, wie sehr es bei der Iugend- gerichtsbarkeit sowohl, wie Jugendfürsorge auf die Persönlichkeit des Richters und Fürsorgers und ihr Verständnis für den Jugendlichen ankomme. Persönlichkeiten sind hier alles. Der Vorsitzende stattete dem Vortragenden den herzlichen Dank der Versammlung ab, die mit lebhaftem Beifall quittiert hatte. Dach einigen geschäftlichen Erörterungen fand die Veranstaltung ihr Ende. Daten für Mittwoch, 13. Marz. Sonnenaufgang 6.20 Uhr, Sonnenuntergang 18 Uhr. — Mondaufgang 7.25 Uhr, Monduntergang 20.44 Uhr. 1781: der Architekt Karl Friedrich Schinkel in Neuruppin geboren; — 1860: der Komponist Hugo Wolff in Windischgrätz geboren. „Jawohl! — es gibt eine Operettenkrise. — Und warum? — Dicht weil schlechte Zeiten sind, nicht Kinokonkurrenz oder Theatermüdigkeit! — Dein — nur weil wir Komponisten seit 10 Jahren immer denselben Quatsch komponieren müssen! — Immer wieder die umgedrehte Lustige Witwe, die 100 mal veränderte keusche Susanne, die Situationen der Polnischen Wirtschaft!... Weich' ein Blödsinn wird in den heutigen Operetten oft geredet, wie dumm, wie einfallsarmI — Wie oft habe ich gepredigt: Kinder, schafft Deues — andere Situationen, andere Sprache, andereWihe! — Wir Komponisten sind machtlos! Wir müssen dieses Zeug nun mal komponieren, weil wir vom Komponieren leben und nichts besseres zum Komponieren bekommen... Merlen Sie. daß ich eine Wut habe und mich freue, einmal so öffentlich meinem Komvonistenherzen Luft machen zu können? Der alte 15jährige Schlendrian muß auf» hören. Dor der Lustigen Witwe, die bahnbrechend war, gab es schon einmal so eine operettenfaule Zeit. Auch da wartete man auf Deues! Jetzt ist es wieder so! Ich warte, warte schon so lange —! Wenn Sie wüßten, was ich so in jedem Jahr alles an Textbüchern zu lesen bekomme — wenigstens 100 Stücke — und wie bin ich oft empört über diesen Unsinn und über die geistige Armut durch die ich mich hindurchlesen muh! — Weich' ein Unterschied klafft heute in der Sprache allein zwischen den modernen Lustspielen und der Operette! — Das Publikum will das eben nicht mehr, und deshalb die Krisis! —. Es gibt noch einige hervorragende Librettisten, ich nenne sie aber nicht mit Damen — ich werde mich hüten —. Es soll jeder Librettist, der dieses lieft, glauben, ich hätte gemeint, er gehört mit zu den hervorragenden. Es sind aber zu wenig — um der Krisis ab&uljelfen — darum neue Leute heraus! — Junge Talente her — schreibt Operetten. — damit könnt ihr soviel Geld verdienen, daß ihr euch bald sorgenlos höheren Aufgaben zuwenden könnt! Ich will gerne wie bisher weiter alles lesen — hoffentlich finde ich dann bald etwas, was die Operette wieder in die Höhe bringt." Hochschulnachrichten. Die Ernennung des außerordentlichen Professors Dr. Theodor K a l u z a von der Universität Königsberg zum ordentlichen Professor der Mathematik an der Universität Kiel als Dachsvlger des verstorbenen Professors E. Steinitz ist erfolgt. Oberhessen. Landkreis Gießen. • Leihgestern, 11. März. 2lm Samstag abend hielt die 3 reife. Feuerwehr in dem Lokal von Wilh. Arnold ihre Hauptversammlung ab. Zunächst erstattete der erste Kommandant &q. Held den Jahresbericht. Daraus war zu ersehen, baß sich die Wehr in gedeihlicher Entwicklung befindet. Die im vergangenen Jahre vorgesehenen Klebungen des Uebungsplanes wurden bei guter Beteiligung ausgeführt. Durch den Rücktritt des ersten Kommandanten Held wurde die Reufeahl eines ersten Kommandanten notwendig. Es wurde einstimmig der seitherige zweite Kommandant Hrch. Otto Wagner gewählt. Als zweiter Kommandant fungiert Karl Belten. Der Geschäftsführer dankte dem scheidenden, ersten Kommandant en für seine treuen Dienste, die er stets der Wehr geleistet hat. Weiter Dankte er den übrigen Vorstandsmitgliedern, dah sie ihr Amt wieder übernommen haben. Im Anschluß an die geschäftlichen Verhandlungen fand ein gemütliches Beisammensein statt. K Saasen, 11.März. Die ziemlich rasch verlaufene Schneeschmelze hot wieder die Wie- sock übertreten lasten und den Wiesengrund weithin überschwemmt. Auch ging das Wasser wieder über die Kreisstraße nach Bollnboch. Grünberg, 11. März. Am Samstagabend hielt der hiesige Mannergesangverein in der Wirtschaft A. Repp feine Hauptversammlung ab. Das Andenken an zwei im verflossenen Jahr verstorbene Sangesbrüder wurde in der üblichen Weise geehrt. Aus dem Jahresbericht ist hervorzuheben, dah der Derem. der im Jahre 1834 gegründet wurde, zur Zett 50 aktive Sänger zählt und etwa die gleiche Zahl passiver Mitglieder besitzt. Als Mitglied des Lahntalsängerbundes beteiligte er sich am Bundessest in Kirchhain, ebenso wurde ein Sän- gerfest in Göbelnrod besucht. An Veranstaltungen des Vereins sind zu nennen: eine Weihnachtsfeier für die Mitglieder und das Winterfest in Gestalt eines Theaterabends in der hiesigen Turnhalle, öle beide gut besucht waren. Der Verein wirkte mit beim 30jährigen Organisten- jublläum seines Ehrendirigenten, des Lehrers t R. Lauber, sowie gelegentlich der Konfir- mativn und am Hettigabend. Die Rechnungsablage ergab einen Üeberschuß; die Jahresrechnung hat die Höhe von über 1000 Mark erreicht. Der Beitrag der Sänger beträgt 50 Pf. im Monat. In diesem Jahr wird sich der Verein an dem vom Lahntalsängerbund geplanten Wertungssin- aen, das in Weilburg aus Anlaß des 100jährigen Bestehens des dortigen Bundesvereins stattfiu- den soll, beteiligen. Am Himmelfahrtstage soll ein Famllienausilug nach Homberg (Ohm) unternommen werden. Beschlossen wurde, die Singstunden auch im Sommer durchzuführen, wenn nicht anders möglich mit einem kleineren Chor. Da der Vorstand drei Jahre im Amt ist. war dieses Jahr keine Dorstandswahl erforderlich. Dorsiheirder des Vereins ist Rechner Karl Möller. Chormeister: Fortbildungsschullehrer Fr. Gengnagel. — Bei der letzten Hvlzversteiaerung im hiesigen Stadttoalde bewegten sich die Preise etwa auf derselben Höhe, wie bei den voraus- gegangenen Versteigerungen. Daß die Preise hier nicht in die Höhe gingen, wie dies vielfach bei Versteigerungen an andern Orten in Erscheinung trat, lag vielleicht daran, dah die meisten Käufer bei den drei vorausgegangenen Versteigerungen sich schon genügend mtt Brennmaterial eingedeckt hatten. Es kosteten je 2 Rm. Buchen- schert 28 bis 32 Mk., -knüppel 24 bis 28 Mk.. Kiefernscheit 18 bis 22 Mk.. -knüppel 16 bis 18 Wk.. -stocke 12 bis 15 Mk., Fichtenscheit 18 bis 20 Wk., -knüppel 14 bis 16 Mk.. -stöcke 6 bis 7 Mk. Don Buchenholz kamen nur etwa 90 Rm. hartes Holz zur Versteigerung, der weitaus größere Tett bestand diesmal auS Kiefer und Fichte. Unter dem verkauften Ruhholz befanden sich 12 Fichtenstämme der Klassen IVa, IVb, V und VI mit einem Inhalt von 35 Festmeier. Der Durch- sthnittspreis betrug hier für dos Festmeter 37.50 Wk. ° Ettingshausen. 11. März. Am Wttt- feoch lief in unserer Kirche der „B e t h e l f i l m". der von Angestellten der Dodelfchfeingschen Anstalt vorgefuhrt wurde. Das Gotteshaus war dicht gefüllt von Besuchern, die zum Teil auch aus den Rachbardörfern gekommen waren. Die Vorstellung hinterließ einen tiefgehenden Eindruck von dem einzigartigen Liebeswerk. — Gestern fand durch den Superintendenten der Provinz Oberhefsen, Oberkirchenrat Wagner, die vr- dentllche K i r ch e n v i f i t a t i o n in den Gemeinden Ettingshausen und Hattenrod statt. Der Visitator, früherer langjähriger Pfarrer unseres Kirchspiels, hielt eine Ansprache über Lukas. Koh. 11, Vers 23. Die Predigt behandelte das Evangelium des Sonntags. Zum Schlüsse des Gottesdienstes fand noch in beiden Gemeinden dm Prüfung b« SHuVuv« mG 6er fcM«» muslchrpfllchtigen Jugend statt. > Aus der nördlichen Wetterau. 11. März. In Kreisen der Landwirtschaft hegte man zur Zeit deS strengen Frostes große Bedenken hinsichtlich der Gefahren, hielten Win- terbeständen drohten. Soviel man aber bis jetzt feststellen kann, haben die jungen Ge- treidepflänzchen unter !der schützenden Schneedecke durch die Kälte nur wenig gelitten. Allerdings finden sich hier und da an den äußeren Blättchen erfrorene Spitzen, die aber für den Fortbestand der Pflänzchen keine Gefahr bedeuten. Dasselbe Bild zeigt sich auch bei den jungen Kleebeständen. Sie Hauptgefahr steht noch in den Frühjahrsfrösten bevor. Wenn aikrölngS das gegenwärtig langsam fortschrei- tende Tauwetter weiter anhält und keine allzuharten Fröste mit wechselndem Laufeetter folgen, dann dürften die Winterbestände diesen hart- nackigen Winter überdauert haben, ohne allzu- großen Schaden erlitten zu haben. Allerorts haben die Wintervorräte an Kartoffeln und Dickwurz große Verluste erlitten. Die erheblichsten Frostschäden zeigen ftch bei den Vorräten in flachen, feeniger tiefen Kellern, wahrend in den Feldmieten und tiefen Kellern nur eine Keine Oberschicht in Mttleidenschaft gezogen wurde. ! Hungen. 11. März. Endlich sind auch die auf dem Dache unseres Schlosses beheimateten Störche wieder von ihrer Südlandreise zu- rückgekehrt. Mit lautem Kinderjubel wurden diese Frühlingsboten begrüßt. U Rodheim a. d.Horloff. 11.März. Das Laufeetter der letzten Tage brachte unserem Ort eine starke Ueberschfeemmung. 3n einer Länge von etfea 50 Meter stand die Hauptstraße fuhyoch unter Wasser. 2lls die Wassermengen in die tief gelegenen Gehöfte eindrangen, sahen sich deren Besitzer genötigt, das Vieh schnellstens ans den Ställen zu bringen. Erst als man die .Weedstegbrücke", deren Durchführungsrohr die Wassermassen nicht alle aufnehmen konnte, aufriß. senkte sich der Wasserstand auf der Straße. — Am 9. März feierte der älteste Einwohner unseres Dorfes. Georg Momberger. im Kreise seiner Familie seinen 86.Geburtstag. Geistig und körperlich recht rege, nimmt er mit Interesse noch 2lnteil an den Geschehnissen des öffentlichen Lebens. Mit Stolz berichtet er Immer wieder gerne von seinen Erlebnissen in den Kriegen 1866 und 1870/71, die er beide mitrnachte. Er, der heute hier noch alleiniger Veteran dieser Kriege ist, war lange Jahre Präsident unseres Kriegervereins, dem er heute noch als Ehrenpräsident angehört. Außer ihm sind in unserer Gemeinde noch zwei Einwohner vorhanden, die ihr 80. Lebensjahr überschritten haben: es sind dies Hch. Kröll VI. (81 Jahre) und Otto Hofmann (81 Jahre). Letzterer, der ganz besondere Regsamkeit zeigt, amtiert heute noch als Gemeinde- und Kirchenrechner. DaS dritte Rechneramt, die Verwaltung unserer Spar- und Darlehenskasse, war bis zum vorigen Jahre auch noch in seinen Händen und ging dann auf seinen Sohn Über. — Am gestrigen Sonntagabend hielt unser Ortsgeistlicher, Pfarrer Kornmann, im Schulsaal vor einer stattlichen Zuhörerschaft einen Lichtbilderabend ab. In einer großen Anzahl klarer Bllder älterer und neuerer Meister lieh er die Leidensgeschichte des Heilandes an unseren Augen vorüberziehen. Die gespannte Aufmerksamkeit der Anwesenden bewies, daß die Stunde einen recht tiefen Eindruck bei allen hinterließ. f Steinheim, 11. März. Der hiesige Männergesangverein „Sr ofjf inn* hielt Samstagabend im Saale der Gastfeirtschaft Hch. Döpser seinen diesjährigen Familienabend ab. Rach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Adolf Oberheim, folgten in bunter Reihenfolge Gedichtvorträge ernsten uni) heiteren Inhalts, Einzelgesänge und meisterhaft vorgetragene Mannerchöre unter Leitung des vorzüglichen Dirigenten Lehrer Dietrich von Rodheim. — In der vergangenen Woche wurde in der hiesigen Metzgerei Eckel ein Einbruchsversuch unternommen. Durch das Arbeiten an den Türen des Ladens und deS Schlachthauses wurde der Besitzer wach, so daß die Eindringlinge flüchtig gingen. Rach einer knappem Stunde erschienen sie wieder, wurden jedoch abermals bemerkt und mußten wieder unverrichteter Dinge abziehen. Don den lichtscheuen Gesellen fehlt bis jetzt jede Spur. — Die Holzhauerarbeiten wurden in diesen Tagen beendet. Es wurde in zwei Rotten zu je sechs Wann gearbeitet. Der harte Frost und der hohe Schnee hatte die Arbeiten mehrere Wochen unterbrochen. Im ganzen wurden über 200 Festmeter Holz geschlagen, wovon vorweg an 140 Ortsbürger je 3 Raummeter Hartholz und 2 Raummeter Reiser unentgeltlich und ohne Anrechnung von Holzhauerlohn zur Dertellung kommen. kreiS Friedkerg. Pb. B U h b a ch, 11. März. Im „Hessischen Hof" sand am Sonntagnachmittag die Hauptversammlung der DereinSbank für Butzbach und Umgegend unter Leitung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Landwirt Jäger. Ober-Hör- gem, statt. Anwesend waren über 200 Mitglieder. Bankvorsteher Steinhaus er erstattete den Geschäftsbericht. Aus diesem ist zu entnehmen: Die Zahl der Mitglieder erhöhte sich von 403 auf 462, die Zahl der übernommenen Antelle von 462 auf 522, die Gesamthaftsumme beträgt am 31. Dezember 1928 522 000 Mk. Die Geschäfts- guthaben sind von 84 347,90 auf 114 962,90 Mk. gestiegen. Der Jahresumsatz betrug 53 610 000 gegen 52 713 000 Mk. in 1927. Dementsprechend erhöhte sich der Reingewinn auf 27 425,75 Mk. Die Einlagen in laufender Rechnung und auf Sparkonto betrugen 953 464,26 gegen 701 796hl Wark in 1927. Die Bilanzsumme erhöhte sich von 939 471,29 auf 1 209 259,30 Wk. Die sahungs- gemäh ausscheidenden Aufsichtsräte, Molkerei- direktor Bill. Rieder-Weisel: Landwirt Georg Wichelm Vissel. Griedel: Heinr. Bayer 3., Oppershofen, und Kaufmann Dr. Rern, Butzbach, wurden wiedergewählt. CO Aus der Wetterau, 11. März. Die warme Witterung brachte den Schnee schnell zum Schmelzen. In den gefrorenen Grund konnte das Wasser nicht eindringen, die Ackerfurchen wurden zu Bächen, und an tiefen Stellen entstanden Seen, in denen die Saat verdirbt. Da die Durchlässe an Wegen und Straßen verstopft sind, staut sich das Wasser und sucht seinen Weg über den Fahrdamm. Die W i e s e n t ä l e r sind überschwemmt und die Bäche stark a n g e s ch w o l l e n. So ist die Ufa zu einem reißenden Fluh geworden, die Wetter übet ihre Ufer getreten, und auch Horloff und Ridda führen Hochwasser. Durch die umfangreichen Fluhregulierungen fließt das Wasser schnell ab, so daß keine gefahrvolle lieber» schwemmung droht. Das Getreide auf den nun schneefreien Aeckern hat sich gut erholt und zeigt besonders an höhergelegenen Stellen üppiges Grün. CO Nieder-Florstadt, 11. März. In den letzten Wochen kommen hier sehr vielTodes- fälle an Grippe und sonstigen Erkältungskrankheiten vor. Alle Lebensalter, Kinder, Erwachsene im besten Alter und betagte Leute werden betroffen. Fast täglich findet eine Beerdigung statt, am letzten Sonntag sogar zwei. Der Witterungswechsel beim Scheiden des strengen Winters scheint die Krankheiten zu verschlimmern. Kreis Büdingen. # Echzell. 11.März. In seltener Rüstigkeit feierten gestern Heinrich GrothlV. und seine Ehefrau Christine geb. Werner das Fest der goldenen Hochzeit. Vor vielen Jahren waren beide nach dem deutschen Osten ausge- toanbert, um sich in der Rühe der Stadt Brom- berg eine neue Heimat zu gründen. Rach dem Kriege wurden sie von der polnischen Regierung ausgewiesen und fanden dann in der alten Heimat wieder ein Unterkommen. An dem Familien« feste nahmen sämtliche noch lebenden zwölf Kinder und eine große Zahl Enkel teil. △ Blofeld, 11. März. Gestern abend gegen 9 Uhr brannte ein Stall mit Heuboden des Karl Stede II. vollständig nieder. Das Vieh konnte gerettet werden. Da der Brand- teich in unmittelbarer Rühe der Brandstätte liegt, konnte aus zwei Schlauchleitungen genügend Wasser auf das Feuer gebracht werden und die Ortsfeuertoehr ohne fremde Hilfe nach einstündiger, angestrengter Arbeit den Brand löschen. Durch den Frost konnte die Wasserleitung nicht in Anspruch genommen werden, da der nächstliegende Hydrant noch zugefroren war. Eine Rachbarscheuer wurde stark mit Wasser besprengt und blieb so vom Feuer verschont. — Seit 1891 führte unser Dorfgraben nicht solche Wasser- mengen zur Horloff, als gerade jetzt bei der Schneeschmelze, besonders in den Mittagsstunden. Diele Grundstücke in tieferen Lagen sind ganz vom Wasser überflutet. Da die Robre an Wegübergängen noch zugefroren sind und oas Wasser überschietzt, das genau der Dichtung der früheren Gräben folgt, die vor der Feldbereinigung tiefer lagen und Dere&net wurden. Die mit Winterfrucht bestellten Grundstücke nehmen merklichen Schaden. Kreis Schotten. |~i Laubach. 11. März. Die Preise waren auf der jüngsten Holzversteigerungder Gemeinde aus den Forstorten Duchwald, Senges, Zfelllingssette und Gaulskopf wieder recht hoch. Es galten im Durchschnitt der Raummeter Scheit 16 bis 17 Wk., Knüppel 12 bis 13 Mk., Stockholz 11 bis 12 Wk., 4 Meter Reiferknüppel 8 bis 10 Mk. — In den letzten Wochen hat sich die Grippe hier stark verbreitet. Jedoch tritt die Krankheit nicht gefährllch auf. — Der Frost scheint den Obstbäumen wenig Schaden getan zu haben. Die Apfelbäume sind unbeschädigt. Einzelne Zwetschen-, Mirabellen- und Reine- claudebäume haben etwas gelitten. Y Gedern. 11. März. Wie überall, so wächst die Zahl der Erwerbslosen auch in unserer Stadt von Woche zu Woche. Zur Zeit sind es 86 Personen, die sich jeden Morgen auf der Bürgermeisterei wegen Erwerbslosigkeit melden müssen, eine für unsere Stadt recht hohe Zahl. — Ein frecher Diebstahl wurde am hellen Samstagnachmittag bei dem Möbelhändler Gebhard ausgeführt. Ein Bettler schlich sich in den Laden und stahl einen Stuhl, Den er in einer nicht weit davon liegenden Wirtschaft an einen Landwirt aus Burkhards zum Preise von 2,50 Mk. verkaufte. Da dem Dieb dieser Streich einmal so gut gelungen war, versuchte er ihn zu wiederholen, wurde aber Dabei erwischt und konnte f e ft g e n o m ni n e n werden. Es handelt sich um den flellenlosen Schreiner Wilhelm W e l l e n d o r f aus Oberlahnstein. Starkenburg. Schweres Autounglück an der Bergstraße. WSR. Bensheim a. d. B., 11. März. Gestern abend gegen 10 Uhr fuhr ein Kraftwagen mit vier Insassen, von Weinheim kommend, kurz vor der Einfahrt in die Stadt in einen mit Schlamm gefüllten Graben. Das Auto übeschlug slch und die Insassen wurden herausgeschleudert. Dabei kam einer der Insassen, ein junger Mann von hier, unter dem Wagen in den Schlamm zu liegen. Als es nach vielen Bemühungen gelang, ihn zu bergen, konnte man nur seinen Tod feststellen. Ob dieser durch Genickbruch, ober durch Ersticken im Schlamm erfolgt ist, steht noch nicht fest. Bei den Bergungsarbeiten fuhr ein Motorrad in die helfende Menge und verletzte einen Mann und eine Frau schwer. Wie es heißt, verlor der Führer des verunglückten Autos Die lleberfidjt über Die Straße, weil ein entge- genf ommenDer Kraftwagen nicht ab* geblenDet hatte. Letzterer ist unerfannt entkommen. Wie durch ein Wunder wurden die übrigen Insassen des Wagens nur leicht verletzt. Preußen. Maingau. WSR. Frankfurt q. M-, 11. März. Der neue Frankfurter Polizeipräsident Steinberg ist heute vvrmlltag vom Regierungspräsidenten Ehrler in sein Amt ein- geführt worden. Regierungspräsident Ehrler gedachte in seiner Ansprache des verstorbenen Polizeipräsidenten Zimmermann und begrüßte den neuen Polizeipräsidenten, der sich in seinen bisherigen Wirkungskreisen stets das Vertrauen Der Bevölkerung erworben habe. Prä- fiDent Steinberg Dankte für Die 'Worte des AegierungspräsiDenten unD gelobte, Daß er sich dieses Dertrauen auch in Der Frankfurter Bürgerschaft zu erwerben hoffe. Ramens Der Beamtenschaft wurde Der neue Chef vom Regie- rungsrat Dr. Fohr begrüßt. — Der langjährige Vorsteher Der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung, Heinrich Hopf, ist an Den Folgen einer Darmoperation gestorben. Hopf, Der Der svzialDemokratischen Partei angehörte, erfreute sich in weiten Kreisen Der Bürgerschaft allgemeiner Wertschätzung. — Die Grippeerkrankungen sind in Frankfurt ganx erheblichzu- rüdgegangen. Infolgedessen ist es möglich Gewesen, die In Schulen eingerichteten Hilfsrankenhäuser zu schließen. Sprechstunden der stiedakiion 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachm ttag geschlossen. O SCHMERZLOSES RASIEREN DURCH VORHERIGES EINREIBEN MIT lNIVEa Lcrkm i \PRE!SE RM. 0,20-1,20 K: Wer hat sich Fastnacht nicht erkältet? — S: Komische Frage: Wer nicht da war! K: Immerhin, es hat sich auch noch mancher hinter» her erkället. 5: Na, also haben die einen die Grippe und die andern — K: Haben sie! Wer wie wieder los werden? S: Nichts einfacher als das: Nehmen Sie K und S » KS-Karls-Sprudel. Sie bekommen ihn überall, iw Fernsprechbuch hängt eine Dcstellkarte, notfalls rufeit Sie Biskirchen Nr. 1 an. 2068D Holzsubmission. Die Gemeinde Geilshausen verkauft im Wege schriftlichen Angebots: 2114D Los 1. 12 Fichtenstämme Id-Klafse 3,81 im 31 „ 2a. „ 19,75 „ 36 „ 2d- „ 35,35 „ 17 „ 3a- „ 26,08 „ 9 „ 3b- „ 18,47 „ 6 „ 4a- „ 17,19 „ 2 „ 4b- „ 7,84 „ 14 Kiesernstiimme lb- „ 4,98 „ 61 „ 2a. „ 35,85 „ 41 „ 2b- „ 37,40 „ 11 „ 3a« „ 14,60 „ 1 „ 3b- „ 1,83 „ Los 2. 10 Fichtenstämme la-Klasse 1,87 fm 23 1b- „ 8,47 „ 12 „ 2a° „ 8,35 „ 2 „ 2b- „ 2,44 „ 1 „ 3a- „ 1,59 „ 25 Kiefernstämme Id- „ 8,23 „ 45 „ 2a- 24,69 „ 16 „ 2b- „ 13,18 „ 6 „ 3a- „ 6,65 „ Sie Angebote sind getrennt nach Losen, Sortiment und Klassen mit der Aufschrift .Holzsubmission" bis spätestens Donners- tag, den 14. März D. 3., nachmittags 2.30 Uhr, bei der unterzeichneten Stelle einzureichen, woselbst die Eröffnung erfolgt. Nähere Auskunft erteilt die unterzeichnete Stelle. Geilshausen, den 7. März 1929 Hessische Bürgermeisterei Geilshausen. Wagner. Langholz N. Fichte Los n Kiefer Abschnitte N. la-ftl. 46 St. Ib-ftl. 35 „ 2a°Kl. 8 „ 2d-Kl. 1 „ la-Stl. 1 „ Ib-ÄL 20 „ 2a-Kl. 29 „ 2a-$tl. 26 „ 2d-Kl. 19 „ 2b-Kl. 25 „ 3a-Kl. 5 ,, 3b*ÄL 1 „ 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. = 6,18 fm = 8,53 „ ■ 4^8 „ =■ 0,80 „ = 0,17 „ - 5,83' „ = 14,82 „ --- 12,69 „ = 15,68 „ = 18,68 „ -- 0,05 „ --- 1,57 „ Holzsubmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Annerod Abt. 26, 22, 6, 5, 4, vorwiegend an der Grünberger Straße lagernd, soll auf dem Submissionswege folgendes Holz verlauft werden: 2199 a D Los 13. Fichte la-jtL 1 St. °- 0,13 fm 14. Kiefer Id-Kl. 4 „ -- 0,90 „ 15. 2MH. 5 „ = 1,63 „ „ 16. ,. 2b.ftl. 7 „ = 3,01 „ „ 17. „ 3a-JM. 3 „ ~ 1,60 „ „ 18. „ 3b-Ll. 1 ---- 0,58 Tas Holz ist an die Abfuhrwege gerückt, entrindet und ohne Ninde gemessen. Die Angebote sind nach Losen, verschlossen, mit der Aufschrift „I. Submission" bis Freitag, den 15. März 1929, nachmittags Sy2 nbr» auf hiesiger Bürgermeisterei emzureichen. Erösinung erfolgt in Gegenwart etwa erschienener Bieter. Annerod, am 9. März 1929. Hessische Bürgermeisterei Annerod. Horn. Holzsubmission. AuS den Waldungen der Gemeinde Annerod soll auü dem Nachsommer 1928 stammerrdeS Windfallholz auf dem Submissionsweg vergeben werden. 2199 D Langholz N. LoS I. Fichte la-Kl. 6 St. - 9,97 fm „ 2. „ lb-Kl. 18 „ 5,52 „ „ 5. „ 3a-Kl. 1 „ - 1,70 „ „ 6. Kiefer 2a-Kl. 8 „ •= 4,58 w p 7. „ 2b-Kl. 6 „ <= 5,94 „ p 8. „ 3a-ÄL 1 „ « 0,64 „ „ 9. ,Weiß-lb-Kl. 2 „ - 0,35 „ „ 10. Vanne 2a-Kl. 2 „ = 1,23 ,, Abschnitte N. LoS 11. Kiefer 2b-Kl. 2 St. •= 0,46 fm „ 12. Fichte 2a-SL 3 „ 0,80 „ Da« Holz ist entrindet und ohne Rinde gemessen. Die Angebote sind nach Losen, verschlossen, mit der Aufschrift „II. Submission" bis Freitag, den 15. März 1929, nachmittags 3% Uhr, auf hiesiger Bürger- meiftetei einzureichen. Eröffnung erfolgt in Gegenwart etwa erschienener Bieter. Annerod, den 8. März 1929. Hess. Bürgermeisterer Annerod. Horn. Ruhholz-Dersteigenmg Dfcerförflerei Strupbach. Die Versteigerung findet nicht am 20.3. er. statt, sondern wird auf den 21. März verschoben. Anfang 12 Uhr. Besichtigung für auswärtige Käufer am Bornrittag möglich. 2236 D M N.WMolMsMgeMg | Ruhholzversteigerung Freitag, den 15. d. M , nm 14 Uhr, werden auS den Freiherrlich von Nordea zur Rabenauschen Forstorten HöringSteich, Odenkopf und Wasserschaft an Ort und Stelle versteigett: 2235 D Eichen-Ltammholz, Gütell. N. 8 St. -- 5,10 fm Klasse 3, Aus den Waldungen der Stadt Allen- dorf a. d. Lnmda kommen am Donnerstag, dem 14. März 1929, au5 dem Forstort Hölleirberg, Abt. 8, und Langebruch, Abt. 6, nachstehende Holzsortimente zur Versteigerung : 2229 D 1. Nutzholz. Stämme: Buche N 3. Kl. 3 St ----- 2,05 fm; 5. Kl. 1 St. = 1,19 fm. Buche A 3. Kl. 5 St-- 4,26 fm; 5. Kl. 7 St. --- 10,88 fm. Esche N 1. Kl. 1 (5t = 0,28 fm. Derbstangen: Fichte 1. Kl. =■ 11 St = 0,99 fm; Erche 2. Kl. 8 St. •= 0,4 8 fm. Nutzknüppel: Eiche 2. Kl. (2 m lange Weideirpfähle) — 9 rm. 2. Brennholz. Scheit: Buche = 80,5 rm; Fichte ----- 4 rm. Knüppel: Buche ---- 377,5 rm; Eiche — 8,5 rm; Linde 0,5 rm; Fichte =» 30,5 rm. Reisig: Buche -- 288 rm. Stöcke: Buche ----- 13 rm. Die Zusammenkunft ist vormittags 9 Uhr im Forstort Langebruch, Abt 6. Allendors a. d. Lumda, 11. März 1929. Hess. Bürgermeisterei Allendors a. d. Lda. Rein. 1 St. = 1,11 fm Klasse 4. Bnchen-Stammholz, GStell. N. 20 ©t = 18,91 fm Klasse 3, 9 St. -- l l,30fm Klasse 4. Zusammenkunft aus der KrerSstraß» Odenhausen—Rüddingshausen km 2. Londorf, den 11. März 1929. Hessischer Forstamt Rabenau. Nuhholzversteigerung Die Gemeinde Waldgirmes versteigert am Freitag, dem 15. März 1929, öffentlich meistbietend auS den Distrikten Pfingstweide, Gaubskopf, Eisengrube usw.: Eichen: 74 St Stä. u. Abschn. mb 55,00 fm 2.—5. Kl. 1 rm Rutzscheit (gespalten). Buchen: 83 St. Stä. u. Abschn. mit 64,00 fm 3 —5. Kl. Nadelholz: 880 St. Stä. u. Abschn. mti 437,00 fm, davon ca. 305 fm Fichte la—4a- Kl und ca. 130 fm Kiefer la—3a-Kl. 119 St Fichtenstangen L ÄL 99 ., „ II. „ 2244 D 52 „ .. III. w Anfang 10 Uhr. Zusammenkunft an bei Etzbach, oberhalb der Schwalbenmühle. Waldgirmes, den 11. März 1929. Der Bürgermeister. Schmidt. Gardinen 224/A Ullitein-Schnitte Qinfritt frei. Die gesamte Bürgerschaft ist freundlichst eingelaben. 2.28D Gießen Herborn l66,A Seehecht. Jiir den Koniinnanden- Diverse Putz- und Gebrauchsmittel Fensterleder, la Quak, von 165 bis 220 953A nur bet Warenabgabe nur an Mitglieder! 19Ö3A 35 50 50 30 15 35 15 20 25 und weiß, mit wirkungsvollen Hand- filet-Motiven,-Einsätzen und-Füßen reich ausgestattet, mod. und solide Ausführung, ebenso eine Anzahl mod. Tüll-Stores, p. Stück Mk.9.50 u. Paket Dose jöflüion ■ [l Uhi. 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Äünit für psychische und nervöse' Krankheiten vergeben werden. Für die unter 1. und 3. genannten Kliniken ist außerdem die Abgabe des Ge-! spüis, und für die Kliniken unter 2 und 3. die Entleerung der Müllgruben zu ver- geben. Die Lieferungsbedingungen und die Bedarfslisten können an Werktagen bei der Verwaltung jeder Klinik von 15 bis 17 Uhr (außer Samstags) eingesehen und die Bedarfslisten gegen Erstattung der Selbstkosten daselbst bezogen werden. Angebote und Mutter sind getrennt voneinander, verschlossen und mit ent- jprechender Aufschrift versehen, an die zuständigen Verwaltungen bis Montag, den 18. Marz 1929, 10 Uhr, einzureichen. Erösfnungsstunde der Angebote für die: a) Augenklinik und Kinderklinik 10 Uhr ; b) Chirurgische Klinik und Ohrenklinik 11 Uhr. Medizinische KUnik, Frauenriinik und chautklinik 12 Uhr; d) Klinik für psychische und nervöse Krankheiten 15 Uhr. Zuschlagsfrist bis zum 25. März 1929. Mittwoch, d. 13. Marz 1929, nachmittags 2 Gr -ersteigere ich dohier, Neuenweg 28 (im zwangsweise gegen Barzahlung: 1. ein Büfett, eine Kredenz, einen Auszieh' tisch, lechs Lederstühle, einen Regulator, eine Kaffeemaschine, eine Waschkommode, 3 Zimmerteppiche, einen Weißzeugschrank, zwei (Zisschränke, drei Pianinos, einen Küchenherd, einen Lebensmittelschrank, eine pfaffnähmafchlne, eine Schnellwaage, sechs Kisten Melin, zwei Schreibmaschinen, eine Ladentheke, einen Darenschrank, einen Kastenwagen, 10 Fensterleder, einen Testa- apparai, 24 paar Gamaschen, 15 Dutzend Hosenträger, Holzstifte, Hanfgam, Sohl- nagel, Lesuchs1aschen,Herrenleisten,Schuh. chäfte, Schuhbürsten, vier Kroupons Sohl- eher, zehn Schaffelle, zwei Aktentaschen, ttpei Koffer, einen Spiegel, zwei Kleider- chränke, zwei Ladentheken, zwei Laden- regale, vier Ausstellungsgefäße, 20 Flaschen Sekt, einen Bücherschrank, einen Küchen- -chrank, 11 Meter Moleskin, 14.20 Meter Kammgarn, einen Räucherschrank, einen Gasherd, einen Ofen, einen Dauerbrenner, einen parallelschraubstock, einen elektrischen Bohner, fünf große Daschtöpse, 9 emaill. 'iochtöpfe, zwei Kaffenfchränke, einen Tru- mcauspiegel, ein Oelgemälde, eine Mignon- Schreibmaschine. Ferner an Ort u. Stelle; eine Hobelbank, drei Kiefernstämme zu Brettern geschnitten. 22390 2 Bestimm-: 1 e ettrisches Musikinstrument (Supfeld) mit 28 Tloteu 3nnlet,®?iiiliisualljielier.6ieten Siefeder W-, 1« %el«»bon 1383. Gießener Pferdemarkt-Lose ä 1 RM. sind in Stadt und Land bei allen bekannten Lose-Verkäufern zu haben und bei Lotterie-Einnehmer BuehacLer, Neues Bäue 11. Daselbst 11 Lose für j 10 RM.. 28 Lose für 25 RM. solange ge ' nügend Voi-rat. — Ziehung am 21. Mürz. fiomnilsloIleX f Hygienische ArilkelX sbllicheCummiwareD luroßerie WlnterholiJ \ Kreuzplatz 10 / Hfyjleae V £. Äosenzweis Leltersweg58. i Tr. Kein Laden. Etng.^Ecke ^olksbad Mineralwasser Bringe mein reichhaltiges Lager tn allen medizlu. 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März. 2 Uhr nachm, versteigere ich wegen Aufgabe der Landwirtschaft in Oppenrod, Hauptstraß: 7!r. 10 fol- gende landwirtschaftlichen Geräte: 22180 zwei fast neue Wagen, eine Ggge, zwei pflüge, ein Iauchefaß, eine Häckselmaschine, eine Oickwurzmühle, eine Zentrifuge, eine Äuttermaschlne, einen Futterdämpfer und noch andere landwirtschaftliche Geräte. Bedingungen werden vor der Versteigerung bekanntgegeben. Becker, Förster. 6tmei WDhiW Bttim Wegen Realisierung werde ich am Mittwoch, dem 13., nnb TouncrStag, den 14. März, jedesmal von 'vormittag- 1> Uhr bis auends 7 Uhr, im Katholischen Vereinshaus, Liebrgstrabe20 ausgestellte 240 Oelgemälde Werke bester und bekann eiter Künstler, darunter ca. 100 Werke u. n. von Prolestor Mar Gaister. Hugo rinwmann. Ad. Schrcuer, W. Vebling. HanS Andreas Dadl, W. Lrandeö, Walter MoraS, Adam Kunz Hans Dahl- Hasteibach. A.Binder, Ebrinlan Draht- wann. I. Willroider, P. 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Der - dessen Dop sprechende ( Leitung chri L 4- W und b( Mi ft Copyright by 4 5ort|eßur Dan schrj ^rigitta o litt « ^Eanz bes ^flcn, und Sil6?" Menoen u»d fie rJ konnte „®ie lai. ' let)t I Sfi elbendä DQ® benAS Sinft e Nr. 60 Drittes Blatt_________________Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)____________Dienstag, 12. Mürz (929 Goldenes Feuerwehr-Jubiläum in Schotten. • Schotten, 11. März. Am 9. März 1879 wurde auf dem Rathaus zu Schotten unter Mitwirkung der Stadt und des damaligen Bürgermeisters Fendt die Freiwillige FeuerwehrSchotten gegründet, der alsbald 107 Mitglieder beitraten. Immer hat in der obgclaufcncn Zelt die Wehr, getreu ihren hohen Idealen, im Kamps gegen feindliche Elemente ihre vollste Schuldigkeit getan, immer hat in der Wehr ein guter kameradschaftlicher Geist und wahrer Büraersinn geherrscht. Schotten ist stolzauf ferne Freiwillige Feuerweh r. Diese allgemeine Wertschätzung kam bei dem goldenen Jubiläum, das die Wehr am Samstag und Sonntag feierte, glänzend zur Geltung. Die Stadt war reich geflaggt, die ganze Bürgerschaft nahm aufrichtigen Anteil an dein Ehrentag. Samstag mittag sand Empfang der von auswärts cintresfenden Kameraden statt. Der Abend vereinigte die Kameraden in der festlich geschmückten Turnhalle. Aach einleitenden Musikstücken und einem gut gesprochenen Barspruch von Sri: Aullmann begrüßte der erste Kommandant Stang alle Gäste und Vertreter der Behörden: sein besonderer Gruß galt den noch lebenden fünf Gründern der Wehr (Ad. Hau. 2oh. H. A ü h l, Ioh. H. K r o m in . Konr. S ch l ö r b und H. Weih IV.). Ein ..Gut Wehr!" auf ein frohes Gelingen des Jubiläums beschloß die Ansprache. Der neue Kreisdirektor des Kreises Schotten. Dr. Sonn, überbrachte die Glückwünsche der Hess. Staatsregierung und des Kreises. Er sand treffliche Worte aus das Vaterland. Reg - Aat Dr. Helm reich nahm die Verteilung der ,Feuerwehrabzeichen und Auszeichnungen an die Gründer. 40- und 25jährige Mitglieder der Wehr vor. Der Männerchor de§ Gesangvereins, sowie dessen Doppelquartett trugen mehrere sehr ansprechende Chöre vor, die Feuerwehrkapelle unter Leitung ihres tüchtigen Dirigenten Groth spielte gefällige Weisen. Die inhaltvolle Festrede hielt Bürgermeister M e n g c l, der der Wehr die Glückwünsche und den Dank der Stadtverwaltung oussprach. Den Gründern der Wehr überreichte er schöne Bilder des Rathauses. Gin besonderes Gedenken wurde den Heimgegangenen Mitgliedern und den Gefallenen geweiht, wehmutsvoll klang das Lied vom guten Kameraden. Passende lebende Bilder aus der ernsten Arbeit der Feuerwehr wurden vorgesührt. Eine Reihe Ansprachen folgten. die sämtlich Glückwünsche dem Jubilar überbrachten. so der frühere Kreisdirektor, Geh. Reg - Rat D o e ck m a n n , der Vorsitzende des Turnvereins. Zeschky. der einen silbernen Pokal überreichte. Branddirektor Braubach. Gießen, namens des Provinzial-Feuerwehrverbandes. Kommandanten Wenzel. G eßen, für den Freiw. Feuerwehrverband des Kreises Gießen. K n i e - r i m für Kreis Alsfeld, die Gailsche Feuerwehr, Gießen, die Vereine Butzbach, Gießen, Aidda, Echzell, alle beglückwünschten aufs herzlichste die Wehr. Der Kommandant sprach für alle Ehrungen aufrichtigsten Dank aus. Gemeinsame Lieder wechselten mit Vorführungen des Turnvereins und sonstigen humoristischen Vorträgen. Alles in allem: eine sehr stimmungsvolle, würdige Feier. Am Sonntagvormittaa trasen zahlreiche auswärtige Vereine mit ihren Musikkapellen ein. Ilm 11 Ahr fanden auf dem Platz vor der Kirche Paradeausstellung, eine Reihe von Vorführungen, sowie ein interessanter großer Brandangriff statt. Die neue Motorspritze der Stadt bewährte sich besonders gut. Branddirektor Braubach, Gießen, hielt die Kritik ab, Kreisdircktor Dr. Iann sprach ermahnende Worte an die versammelten Wehren. Ein großer F e st z u p mit 5 Musikkapellen bewegte sich durch die geschmückte Stadt bi- zur Turnhalle. Hier fanden sich die vielen Feuerwehrleute zu gemütlichem Beisammensein ein. Konzert von 4 Kapellen, besonders der starken Schottencr Feuerwehrkapelle, unterhielt die Gäste bestens. Rach Begrüßung durch Kgmerad E e l l a r i u S überbrachte Oberrcgierungsrat Dr. Heß. Gießen, die Glückwünsche der Provinzialdirektion und des Provinzialdirektors und endete mit einem freudigst aufgenommenen Hoch auf daS deutsche Vaterland. Echte Feuerweyrstimmung beherrschte die Festteilnehmer. Abends vereinigte sich die Bürgerschaft, besonders die Jugend, zu einem schön verlaufenen Ball. Die Geschichte der Feuerwehr ist in einer für daS Jubiläum befondexs herauSgegebe- nen Festschrift festgchaltcn worden, die drei interessante Abschnitte enthält: ..Die Feuerwehr der Stadt Schotten in alten Zeiten" (Bürgermeister Menget. Schotten). „Die Schottener Feuerwehr im ersten, zweiten und dritten Viertel de« vorigen Jahrhunderts" (Earl L i n ck . Schotten) und „'Sie Freiwillige Feuerwehr Schotten von 1879—1929" (Ad. S p a m e r). Auf da« Jubiläum. daS in jeder Hinsicht glanzvoll verlief. kann die Wehr mit berechtigtem Stolz zurückblickcn. Möge ihr eine glückliche Weiterentwicklung beschieden seinl Stirnen, Sport und Spiel. 97. Gautumtag Hessen D.T. -o- Am Sonntagvormittag eröffnete der Erste Gauvertreter Arthur Pfeiffer (Wetzlar) zu Gießen den Gauturntag, die höchste entscheidende Verwaltungsstelle im Gau Hessen. Die Tagung sand in der Turnhalle des Tv. 1846 statt und wurde von dem Vertreter deS gastlichen Vrudervereins. Anil>ersitätsbureaudirektor Erle (Gießen), mit herzlichen Worten begrüßt. Mit einem begeistert aufgenommenen Gut Heil auf daS Vaterland und den deutschen Turngedanken, der die Welt durchzieht, leitete der (Saubertreter die Tagesordnung ein. Zunächst ehrte die Versammlung daS Andenken an die Verstorbenen, Pros. Dr. S ch m i d t (Bonn), der in jahrelanger Forscherarbeit den Betrieb der Leibesübungen auf wissenschaftliche Grundlagen zurückgesührt hat, den ausgezeichneten mittelrheinischen Turner Fritz Engel (Wiesbaden) und auS dem Gau Hessen die verdienten Turner Heinrich Franke vom Tv. 1860 Bad-Aauheim und Karl Hermann Iöckel vom Tv. Grünberg. Die Jahresberichte der Gauleitung und der verschiedenen Fachwarte lagen im Druck vor und standen zu allgemeiner Aussprache. Wir geben daraus einige Mitteilungen und Anregungen wieder. An neuen Vereinen sind, hinzugekommen: Akad. Tv. Rheinsranken (Gie-' ßen), die Tve. zu Echzell i. d. Wetterau, Gr.- Buseck, Kaichen, Wölfersheim, Crainfeld, Ufingen und T.- und Spv. der Christtan-Wirth- Schulc daselbst, Anspach und Fauerbach v. d. Höhe. Die Zahl aller Mitglieder ist auf 16 000, die der beitragspflichtigen auf 13 000 gestiegen. Im Gaubereich haben 27 Vereine eigene Turnhallen und ebensoviele Vereine eigene Sp!el- und Turnplätze. Der Jahresbeitrag für die übergeordneten Verbände beträgt für jedes Mitglied über 14 Jahre 1,75 Mark, wovon die Deutsche Turnerschaft 85 Pf., der Mitlelrheinkreis 65 Pf. und der Gau 25 Pf. erhalten. Durch Vergleich mit anderen Gauen wird festgestellt, daß der Gau Hessen die niedrigste Umlage erhebt. In eingehender Weise erläuterte der Gander t re t e r die mannigfachen Leistungen der Verbände und fördert zu eifriger Benutzung der für den einzelnen kostenlosen Lehrgänge, insbesondere auch an der neuen Deutschen Turnschule in Berlin auf. Der T v. 18 59 Aidda regte unter Zustimmung an, die Bestandserhebung der Gauvereine den Jahresberichten bei der Drucklegung anzuglievern. Für den Wettkampfbetrieb will der Tv. Wetzlar eine weitere Ausgestaltung der Ausbildungsgelegenheiten für Kampfrichter. Oberturnwart Will gab eine umfassende Uebersicht Über die gegenwärtigen Maßnahmen in den Bezirken, dem Gau und KreiS, und betonte, daß die Heranbildung geeigneter Turner zu sachkundigen und gerechten Kampf- und Schiedsrichtern eine der vornehmsten Ausgaben der technischen Leitung bleiben werde. Die Daurechnung war von der Marburger Turnerschast geprüft worden und brachte dem Gaurechner W. Oertel (Aleder-Wölistadt) die beantragte Entlastung und den Dank der Versammlung. AlS Rechnungsprüfer für da« nächste Jahr wurden die Turnvereine Heuchelheim und Treis a. d. Lda. gewählt. Aach der Genehmigung der Jahresberichte hatten die fällig gewordenen Wahlen folgendes Ergebnis: Die seitherigen Mitglieder des Gauvorstandes, nämlich der 2. Gauvertreter K. Schneider (Butzbach), der Gauoberinrnwart W. Will (Dießen) und der Gauschriftführer K. Wenzel (Gießen) wurden unter lebhaftem Beifall wiedergewählt, ebenso vom Gautnrnaus- schuß der Gauwart für das Männerturnen, Martin T e r t o r (Marburg): als Gausechtwart wurde neugewählt Karl Kühn, Turngemeinde Friedberg, alS Gauivart für daS Volkstunien Karl K l i m m e r , Kloster Haina. Don der Wahl eines Gaujugendturn- und WanderwarteS wurde zunächst abgesehen, dafür aber daS Amt eines GauwarteS für da« Kinderturnen (bis aum 14. Lebensjahr) im Lause des JahreS in Aussicht genommen. Dazu gab Dr. med. Fritz Koch, Vorsitzender des Tv. 1859 Aidda, unter dankbarem Beifall der Versammlung wertvolle Anregungen, die er auS seiner Tätigkeit als Kin- deriurnwart seines Vereins in Verbindung mit der ärztlichen Durchdringung deS gesamten Stoffgebiet« gewonnen hat: insbesondere bedarf das Verhältnis des jugendlichen Körpers zum Turngerät der größten Aufmerksamkeit. Das Gaufest für 1 930 wurde dem Turnverein Kirchhain übertragen, das Wetturnen der Frauenabteilungen findet in diesem Jahre in Lich, im nächsten Jahre in Lauterbach statt. An Stelle des Dergturnen« tritt dieses Jahr eine Gauwanderung am zweiten Psingstfeiertag nach K l o st e r Haina zur Weihe deS dortigen neuen, selbstgeschaffenen Turn- und Spielplatzes. Als Abgeordnete zum Deutschen Turn- t a g anfangs Oktober zu Berlin wurden auS dem Gauvorstand bestimmt K. Schneider (Butzbach) und W. Will (Gießen), alS Stellvertreter F. Bach (Grohen-Linden) und W. Oertel (Aieder-Wöllstadt). Unter ehrenden Worten überreichte der Gau- tiertreter den Gau-Ehre nbrief an die bewährten Friedberger Turnersührer Georg Thierolf und Karl Schuchmann, an Otto Kornder, Tv. Wetzlar, und Karl Reinhardt. Tv. 1860 Bad-Aauheim. Zum Schluß gab der Oberturnwart de fannt, daß an volkstümlichen Hebungen für die Bezirkswettkämpfe Stabhochsprung. Kugelstoßen. Weitsprung und Lauf, für da« Gausest Kugelstoßen. Weitsprung und Hangeln bestimmt wor- den sind. Ferner wird ein Wettkamps im Kunstturnen zwischen dem (Sau Hessen und dem Gau Frankfurt zum AuStraa kommen. Mit dem Dank des Turner« Philipp Weiß, Vorfitzender deS Tv. 1860 Bad-Aauheim. und einem kräftigen Gut-Heil der Versammlung für die (Bauleitung fand die arbeitsreiche Tagung am Aachmittag ihr Ende. V. f.». Infolge de« plötzlich einsetzenden Tauwetter« war der Waldsportplatz am Sonntag nicht benutzbar. Die Spiele der Liga- und Liga- reserve Mannschaften mußten deshalb auf einem provisorisch hergerichteten Spielfeld auf dem Trieb au«getragen werden. Der Verlaus de« von Anfang bis Ende spannenden Tressen« brachte insofern eine große Ueberraschung, al« Burg während längerer Zeit überlegen war und sogar mit 3:1 in Führung lag. Aeben dem außerordentlich sorschen Tempo waren e« die fortgesetzt wechselnden Situationen, sowie die beiderseits zahlreich herausgearbeiteten Torchancen und nicht zuletzt die vielen Tore selbst, die dem Spiel einen besonderen Reiz verliehen. Anfang« war die Platzmannschaft auf Grund ihrer liesseren Technik leicht überlegen, und sie nahm den (Segnet anscheinend nicht gang ernst. Aachdem Gießen ein Tor erzielt hatte, glich Burg bald darauf au« und vermochte bl« zur Halbzeit eine mindesten« gleichwertige Partie zu erreichen. Aach der Pause, bei der da« Resultat 1:1 lautete, lieferte Burg ein Spiel, wie man e« von ihm nicht erwartet hatte. Es vereinigte Wucht und Dckznelligkeit mit recht gutem StellungSspiel, den Gießen wohl seine reifere Technik entgegenzustellen wußte, jedoch nicht verhindern konnte, daß Burg bald mit 2:1, wenig später sogar 3:1 im Vorteil war. Aur ganz langsam kam auch die V.f.B.-Mannschaft auf und versuchte nun mit etwas mehr Eifer alS vorher, da« Versäumte nachzuholen, waS ihm vorerst bei der aufmerksamen und sicheren Verteidigung der Gäste nicht so ohne weiteres gelang. Allmählich zeigte e« sich jedoch, daß die Gäste-Gls dem präziseren Kombinationsspiel DießenS, zumal sie sich anfangs zu stark verausgabt hatte, nicht mehr gewachsen war. V.s.B. bewies, daß er mit feinen Kräften besser hausgehalten hatte und ging in bewundernswertem Endspurt zum Generalangriff über. So wenig man sich mit seiner anfänglich lauen Spielweise befreunden konnte, fo sehr imponierte die Mannschaft jetzt mit ihrer planvollen und erfolgreichen Zusammenarbeit. In einer knappen halben Stunde brachte sie e« fertig, fünf prächtige Tore zu erzielen, dem Burg nur noch ein« entgegensetzen konnte. Da« Dchlußergebni- lautete somit 6:4 für D.f.D. Auch die Ligareserve brauchte längere Zeit, bis sie sich zurechtgefunden hatte. Dann aber zeigte fle sich dem Gegner weit überlegen und gewann verdient mit 8:2. Die Dritte stand In Laubach auf völlig aufgeweichtem Platz der dortigen Zweiten Im letzten DerbandSsPiel gegenüber. Sie beendete die DerbandSspielserie ungeschlagen und schlug Laubach mit 4:2. Somit ist sie Meister der 1. Gruppe der Gauklasse 2. TeuioniaLaubachl — B.f.R.LichlL:r. Am Sonntag trugen diese Mannschasten ihr Punktspiel auS. Man konnte dabei in Laubach ein Spiel sehen, daS sich trotz der schlechten Nachdruck verboten. 4. Fortsetzung. Oie Liebe derBrigitta Hollermann Vornan von Elisabeth 7ley. Copyrigl)t by Martin Feuchlwanger, Halle (Saale). Man schritt zur Tafel. Brigitta am Arm Doktor Fritz Bellmger«. Sie litt es, daß er sich liebenswürdig zu ihr neigte und achtete nicht auf feine kleinen unerlaubten Zärtlichkeiten. Sie dachte ja immer nur an ihn, Hans-Jörg, der ihr fchräg gegenüber faß und dessen zärtliche Blicke sie mit unbeschreiblichem GlückSgefühl erfüllten. Wie glücklich sie war, von diesem stattlichen, schönen Mann geliebt zu werden! Ganz beseligt schloß Brigitta Hollermann die Augen, und hörte kaum die Worte, die Bellinger zu ihr sprach. Sie vermochte ja kaum noch die Zeit zu erwarten, da ihr Vater allen Anwesenden ihr großes Glück verkünden wurde und sie sich offen zu dem Geliebten bekennen konnte. „ ,r _ , . Sie sah wie Isa mit allen ihr zu Gebote stehenden Reizen Hans-Jörg ^bestricken suchte, und sah dessen abfällige«, spöttisches Lm durch Strafstoß in Führung gehen Lollar hatte sehr oft Gelegenheit zum Ausgleich, doch der Sturm versagte. Bis zur Pause war Heuchelheim noch zweimal erfolgreich. Nach der Pause kam Heuchelheim mehr und mehr auf, wahrend Lollar dem scharfen Tempo zum Opfer siel. Mtt drei wei- teren Toren stellte Heuchelheim den <->ieg sicher. Kurz vor Schluß gelang Lollar das längst verdiente Ehrentor. Schiedsrichter Busch (Bußbach) war dem Spiel ein strenger und gerechter Leiter. Arbeiter-Tuni und Sporrbund. Zum zweiten Rufstiegspiele war die e r st e Mannschaft Wiesecks am Sonntag m Frankfurt - Preungesheim zu Gast. Trotzdem die Pia-Verhältnisse die denkbar schlechtesten waren, einigle man sich, zu spielen, Anstoß Wiesecks folgte ein etwas scharfes Spiel. Preunge heim drückte vorerst etwas und konnte zwei Ecken erzielen, die aber nichts em- brachten. Ieht fand sich auch Wieseck besser Ein für Wieseck gegebener Elfmeter wurde verschossen auch ein Eckball brachte nichts ein. In der 40 ' Minute konnte Preungesheim in Futzrung gehen. Halbzeit 1:0 für Preungesheim. „ Rach Halbzeit wurden die Gäste besser und drangien beängstigend. Allmäh ich wurde das Spiel aus- geglichener. Auch die Einheimischen verschossen einen Elfmeter. Kurz darauf kam Preunge heim zu seinem zweiten Erfolg. Wenige Minuten später setzte Wieseck sein erste 3 Tor. Auf beiden Seiten wurden dann noch einige Ecken erzielt. Wieseck muhte unverdient die beiden Punkte den Einheimischen mit dem knappen 2:1-Resultat ollars erste Mannschaft weilte in g e n zu einem Freundschaftsspiel. Man hatfe einer Niederlage der Gaste gerechnet, doch gab eine Lleberraschung. Auch hier waren bu Plahverhältnisse die denkbar schlechtesten, trotzdem gelang es Lollar, nach flottem Spiel die Einheimischen mit 4:1 zu schlagen und so als Sieger die Heimreise anzutreten. Auf dem Wiesecker Sportplatz trafen sich nach 12 gerer Winterpause die Jugend Wiesecks ur") Gießens zu einem Freundschafls'piel. Hier v e der Meister der Jugendklasse, Gießen, sich u. ?chnischer und körperlicher Stärke überlegen um. fertigte die Nachbarjugend Wiesecks mit 4:1 ab. ___________________________ Wirtschaft. Befriedigende Entlastung der Aeichsvank. Angesichts der ange'pannten Geldmarktlage in der ersten Woche des März mußte man einen gc -ngeren Rückfluß bei der Reichsbank erwarten. De. Ausweis der Reichsbank vom 7.3. zeigt eine verhältnismäßig befriedigende Entlastung, d e sich sowohl in der Verminderung dec Wechselanlage, als auch in der Höhe der Zahlungsmit e eingänge au?drückt. Allerdings ist das Lombardkonto noch immer mit 154 Mill. Mark belastet, was mit eine der 5-aupturfachen für die knavpe Geld.nark.lage ist. Der gesamte Gold- und Devisenrerlust der Re'.chs- bank in der ersten Märzwoche beträgt rund 9 । Mill. Mark, seit Jahresbeginn der Verlust an Devisen 300 Mill. Mark. r kiasdekOvelwrNeanG-neraMviorS? Rach Meldungen aus Frankfurt a. M. wurde gestern der notarielle Vertrag über den Verkauf von 80 Prozent des 60 Millionen Mark betragenden Aktienkapitals *er Opelwerke A. G. in Rüsselsheim a. M. an die General Motors abgeschlossen. Der Preis für die e 80 Pro- zent ist 125 Millionen Mark. Es ist ein Vertrag auf 8 Jahre geschlossen, welcher, wenn er nicht 2 Jahre zuvor von einer Seite gekündigt wird, sich auromatisch um je 8 Jahre verlängert. Bei Kündigung des Vertrages haben die Opelwerle die 80 Prozent des Vertrage» zurückzunehmen und den jetzt ausbedungenen Preis zuzüglich 25 Prozent zu erlegen. Im Direktorium bleiben Wilhelm v. Opel und Dr. Fritz v. Opel, die beiden persönlichen Gründer der Opelwerke A. G. Außerdem wird die Familie Opel durch mehrere Mitglieder im Aufsichtsrat vertreten sein. * Die Genossenschaften im Februar. Der Februar hat den Bestand der deutschen Genossenschaften weiter erhöhen tonnen. Bei 130 Neugründungen von Einzelgenossenschasten und zwei Zentralgenossenschaften sowie 93 Auflösungen ergab sich ein Reinzuwachs von 32 Genossenschal tcn. Damit ist der Gesamtbestand der Genossenschaften Ende Februar 1929 auf 52 481 gestiegen. In den Auslösungen waren nur drei Nichtigkeitserklärungen enthalten, und die Konkurse sind erfreulicherweise auf zwei im Berichtsmonat zurückgegangen. ° Stahl- und Walzwerk Henningsdorf A.-G. Der Abschluß für 1927/28 weist einen äleberschuß von 770160 Mk. aus, von dem 759 820 Mt. zu Abschreibungen Verwendung finden und 10 340 Mk. vorgetragen werden sollen. Eine Dividende kommt wie im Vorjahre nicht zur Verteilung. In der AufsichtZratsfihung wurde vom Vorstand berichtet, daß sich die in den ersten Monaten des Geschäftsjahres eingetretene Besserung der Marktlage von Anfang 1928 ab insvesondere in Feinblechen dauernd verschlechtert habe und daß auch das neue Geschäftsjahr vorläufig keine günstigeren Ansätze zeige. • Gebrüder Himmelsbach A. -G. in L i q u. In Sachen des Konkurses der Gebrüder Himmelsbach A-G. in Liqu. in Freiburg i. Br. fand gestern bei dem dortigen Amtsgericht eine Gläubigerversammlung statt, die nach mehrstündiger Verhandlung mit 23 Kopfstimmen gegen drei Stimmen bei zwei Enthaltungen den Zwangs- verg'üch annahm. Hinter den 23 Kopfstimmen steht die überwiegende Majorität der Forderungen. Ter Zwang.'vergleich hat folgeride Grundlage. Auf die ersten 500 Reichsmark wird eine Quote von 103 Prozent verteilt: auf die zweiten 500 Reichsmark eine solche von 25 Prozent und auf den Restbetrag eine Quote von 31 Prozent. Die Konkursmasse beträgt 32.33 Prozent. Es wurde mitgeteilt, daß zwischen der bayrischen Regierung und der Gemeinschuldnerin ein Vergleich zustande gekommen ist, wonach letztere auf die Fortführung des Prozesses verzichtet, während die bayrische Regierung alle weiteren Ansprüche auf die Konkursmasse bzw. an die Gemeinschuldnerin fallen läßt. Auch in dem Presseprozeß Fernbach-Endriß ist es zu einem Vergleich gekommen. * Bayerische Gemeindebank (Girozentrale) München. Das Unternehmen konnte auch im Jahre 1928 einen kräftigen Aufschwung nehmen. Der Umsatz stieg von 3,7 Milliarden Mk. 1927 auf 4,5 Milliarden Mark, die Bilanzsumme von 188,9 auf 305,8 Mill. Mark. Der Reingewinn hat sich um rund 250 000 Mark a"f 803 000 Mark erhöht. An über 200 bayerische Städte, Gemeinden und Bezirke sind 39,5 Mill. Mark langfristige Dar- lehen gegeben worden, die in der Hauptsache (33 Mill.) durch die Ausgabe und den sofortigen Verkauf einer 8prozentigen bayerischen Kommunal- Goldanleihe gedeckt wurden. Die Summe, die das Institut seit drei Jahren an öffentliche bayerische Körperschaften langfristig ausgelieben hot, hat eine Erhöhung auf insgesamt rund 209 Millionen er- fahren. Die Ausgabe der Bayerischen Kommunal- Sammelablösungsanleihe mit Auslosungsscheinen mi--'» im Frühjahr 1929 abgeschlossen werden. Am 31. Dez. 1928 waren Stücke im Gesamtnennwert von 7,47 Mill. Mark (Rückzahlungswert 48 9 Mill.) im Umlauf. Der Abschluß der Ausgabe der Bayerischen Kommunal-Sammelablösungsanleihe ohne Auslosungsschein wird im Jahre 1929 möglich fein. Der ursprünglich in Aussicht genommene Betrag von nominell 5 Millionen wird nicht erreicht werden. Aus dem Reingewinn wird das Betriebskapital mit 5 v. H. verzinst, der Sicherheitsrücklage werden 150 000 Mk., dem Fürsorgefonds 10 000Mk. überwiesen und 48 783 TH. vorgetragen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. TL, 12. März. Tendenz: weiter nachgebend. — Zu Beginn der heut gen Börse machte sich im Grundton eine Beruhigung bemerkbar. Anlaß dazu bot eine gewisse Erleichterung der internationalen Ge l d m arktverhält n i s s e. Die Spekulation blieb aber sehr vorsichtig und zurückhaltend, da die unsichere Tendenz der gestrigen Neuyorker Börse auf die St mmung drückte. Kaufaufträge lagen wieder kaum vor, und das Geschäft bewegte sich in den allerengsten Grenzen. Hierauf schritt die S p e k u 1 a t i o n , entmutigt durch die überwiegend ungünstigen Nachrichten, zu A b > gaben, und es traten gegenüber der gestrigen Abendbörse bei der wieder zunehmenden Unsicherheit Verluste bis zu 1,5 v. H. ein. Im allgemeinen biteben die Abgaben verkältnismäßig gering, so daß nur einzelne Werte die Verlustgrenze überschritten. So waren am Elektromarkt Bergmann minus 2 v. H. und Licht & Kraft minus 1,75 v. H. stärker gedrückt. Für Siemens bestand aber nur bei ganz geringem Umsätze einige Nachfrage. Stärker unter dem Druck der allgemeinen Lage hatten Deutsche Linoleum mit minus 2,5 v. H. zu leiden. J.-G.-Farben knapp gehal- ten. Montanwerte mit- Ausnahme von Rheinische Braunkohlen und Mannesmann (je minus 1 v. H.) ohne nennenswerte Veränderungen. Don Autowerten waren Kleyer gut gehalten. Einiges Interesse bestand für Zement Heidelberg, die etwas höher eröffneten. Bankwerte meist unverändert. Nur Dresdner Bank mit minus 1,5 o. H. etwas stärker ver- nachlässigt Hapag gut behauptet. Norddeutscher Lloyd etwas niedriger. Renten ohne besonderes Geschäft. Don deutschen Anleihen Ablösung ohne Option auf die Reparationsverhandlungen stärker gedrückt; zur ersten Notiz war hier ein Verlust von 0,5 o. H., der sich aber im Verlause noch vergrößerte, zu verzeichnen. Von Ausländern Anatolier gut behauptet. Auch im Verlaufe blieb die Tendenz unsicher, und es traten bei kleinstem Geschäft erneute Rückgänge bis zu 1,5 v. H. ein. J.-G.-Farben waren jetzt ebenfalls stärker gedrückt und büßten gegen den Anfang 2 v. H. ein. Nur für Svenska bestand mit plus 1,50 Mark einiges Interesse. Deutsche Anleihen waren auf angebliche Münchener Exekutionen weiter angeboten und erneut etwas schwächer. Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld mit 6,5 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2154, gegen Pfund 20,454, London gegen Kabel 4,8522, gegen Paris 124,54, gegen Mailand 92,6750, gegen Madrid 32,90, gegen Holland 12,1160. Berliner Börse. Berlin, 12. März. Obwohl für die heutige Börse Einzelheiten über den Plan der Reparationsbank vorlagen, die im allgemeinen nicht ungünstig kommentiert wurden, und obwohl die Erleichterungen, die seitens der Liquidations- kasse vorgenommen worden sind, eher zu einer Geschaftsbelebung und einer freundlicheren Stimmung hätten führen müssen, eröffnete auch der heutige Verkehr völlig lustlos. Ausschlaggebend waren auch weiterhin die Geldmarktverhältnisse. Bei der geringen llmsahtätig- feit, die momentan an der Börse herrscht, benutzte die Baissespekulation die ihr gebotene Gelegenheit, um nach unten zu operieren. ,3m allgemeinen waren aber die Kursrückgänge gegen gestern nicht erheblich und betrugen nur ganz vereinzelt mehr als 1 Prozent. Berliner Handelsgesellschaft wurden heute exklusive Dividende notiert. Als fest waren Miag, plus 1 Prozent, Salzdetfurth plus 2,5 Prozent, Telefon Berliner plus 2 Prozent und Eisenbahn- Verkehrsmittel plus 6,5 Prozent zu nennen. Deutsche Anleihen weiter rückgängig. Ausländer gc- schästslos. Bosnier bis 0,5 Prozent niedriger. Pfandbriefe sehr ruhig. Der Geldmarkt war eher leichter. Lagesgeld 6.5—8 5 Proz. Nach den ersten Notierungen zunächst eher etwas freundlicher, wurde es im allgemeinen etwas unsicher, und vom Anleihenmarkt ausgehend, überwiegend schwächer. Anleihen für Neubesih wurden mit 11,25 nach 12,20 lebhafter gehandelt. Polyphon, die v^übergehend 4 Prozent gewonnen hatten, verloren 2 Prozent. B. M. W. lagen 2,5 Prozent, Salzdetfurth und Glanzstoff je 3 Prozent niedriger. Sonst betrugen die Verluste bis zu 1 Proz. Frankfurter Getreidebörse. F r a n k f u r t a. M.. 12. März. DerProdukten- markt verkehrte heute i. * gels jeglicher Anregungen in äußerst stiller u.u geschäftsloser Haltung. Die Tendenz war ruhig, Geschäfte wurden kaum abgeschlossen. Die Händler üben weiter große Zurückhaltung. Das Jnlandangebot ist nach wie vor ziemlich gering. Die Preisgestaltung erfuhr keine Veränderung. Es wurden notiert: Weizen 24 bis 24,50; Roggen 23,75; Sommergerste für Drauzwecke 24 bis 24,25; inl. Hafer 24,50 bis 24,15; Mais (gelb) für Futterzwecke 24,50; Weizenmehl, suddeuts^es Spezial 0, 33,50 bis 34,50; Roggenmehl 30,75 bis 31,75; Weizenkleie 14,25 bis 14,35; Roggenkleie 15,50 Mk. Tendenz, ruhig. Franks or Pferdemarkt. Frankfurt a. M., 11. März. Zu dem auf dem Gelände des landwirtschaftlichen Vereins heute abgehaltenen Pserdemarkt waren rund jdO Pferde angetrieben. Es befanden sich darunter einige Transporte besonders schwerer Arbeitspferde belgischer Rasse und Oldenburger, sowie Hannoveraner Wagenpferde. Besonders gefragt waren mittelschwere und leichte Arbeitspferde in der Preislage von 500 bis 700 Mk. Auswärtige Händler waren zahlreich vertreten, und auch seitens der Landwirtschaft waren viele Käufer zugegen. Die Gesamttendenz war gut, es wurde ein zufriedenstellender Absatz erzielt. Lebhafter Handel war in Schlachrpserden; erste Qualität wurde mit 39,50 Mk. je 50 Kilo, zweite Qualität mit 34 Mk- bezahlt. Nächster Pferdemarkt am 15. April. Kunst und Wissenschaft. Professor Dr. Heinrich Meisner t Kurz vor Vollendung seines 80. Lebensjahres ifi der langjährige Direktor der preußischen Staatsbibliothek in B r 1 in, Professor Dr. Heinrich Meisner, e ft o r b e n. Meisner wurde am 4. August 1849 zu Jauer geboren und trat nach dem Abschluß feiner germanistischen, historischen und geographischen Studien in den Dienst der damals königlichen Bibliothek, bereu Beamtenkörper er seit 47 Jahren angehört hat; 20 Jahre lang hat der Verstorbene an der Spitze des Instituts gestanden. Von Meisners zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen seien hier genannt: „Erfindung der Buch druckerkunst" (1900, und „E. M. Arndt" (12); auch als Herausgeber (Werke und Briefe von Eichendorff, Arndt, Schleiermacher, Humboldt) hat sich der Verstorbene verdient gemacht. Eine Ehrengabe für Agnes Wiegel. Die Stadt Königsberg hat der Dichterin Agnes Miegel aus Anlaß ihres 50.Geburtstages eine Wohnung zum Geschenk gemacht, die sie unentgeltlich bis an ihr Lebensende bewohnen kann. Gewlbnanszug Nachdruck oerboten vhne Gewähr 11. März 1929 27. Ziehungstag 339422 389178 216686 167095 3624 3670 7294 20556 21660 8n der Narbmillogsziekung wurden Gewinne 23683 72190 161463 1000 M. 116178 235628 137129 170072 201225 227380 272288 302117 330719 364624 382687 246309 290011 320027 381389 48109 73446 i 121447 194107 248350 292598 320924 181392 209623 232868 274992 307860 338006 368393 389396 120298 191276 221720 313983 357762 398947 138236 221601 248873 295850 36.3398 39.3268 146224 222413 249834 296902 368069 396506 91195 179438 214896 260601 339244 116398 169893 190906 22 1264 267472 288320 315026 353739 374253 393481 108691 126057 142781 167779 198202 216102 231007 246790 271791 295085 320573 328523 359083 368848 390663 134967 170070 195948 226876 266478 294367 329222 360964 376709 33381 72143 91877 2635 74654 159768 199430 261714 335961 381089 104633 125065 131272 164292 195670 211884 230932 244569 271787 294986 313929 327402 347618 364601 383020 149621 244600 253908 311312 371807 397105 18774 27107 64888 91366 246232 273746 313520 377630 397314 126316 144605 169950 204859 220522 236117 256296 276573 306437 321053 332496 360455 372802 392399 121628 131027 163268 192264 211733 228694 242140 268512 287306 313071 327302 344845 364544 382651 34061 81712 93292 114649 128990 146440 181708 209560 227254 236668 258142 279000 310545 323238 334761 362196 373383 396604 123181 169917 193447 225371 264863 292786 325673 354725 374693 397410 11165 23208 36438 84433 98209 116372 129706 149018 I89064 210851 227766 238124 264326 281326 312886 324107 342692 382493 378397 107634 157226 188760 2I0864 234175 283744 313930 347468 37i373 392.373 1 11835 185295 219277 290443 343388 389993 14886 24966 62318 86410 113903 188130 220908 308487 353480 392463 689 9653 68368 130616 162254 349747 363516 1 5333 25712 58719 89061 299791 22 ®e»hntt »u 2000 M. 98076 158008 394005 30 »etoinne jn 94020 116211 201888 202466 23638 39470 86246 100626 41856 79650 81819 96928 ------ ------ 889868 5. Klasse 32. Preußijcd-Eltddevstchr (25b. Preutz.) Klassen-Lotierie 246913 247078 247494 291443 316276 76 »eto tine >u 600 inn< av 300 -öl 3916 20335 23010 _ 25064 27009 29542 30049 35346 39693 45655 47826 61073 63805 69059 71638 76875 81005 82657 86082 96023 97804 100854 101223 102384 ------- ------ 142690 3n der Dormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer In den beiden Abteilungen I und II über 150 M. gezogen 4 Gewinn. |U 3000 «Bi 63500 164782 — 8 Sewmn« .u 2000 W. 111976 120845 833633 380338 34 setolnn. m 1000 M. 21026 43994 46341 48308 66270 81458 137657 149007 171466 194532 230591 246913 247078 24749a 291443 316276 338288 106 ®tromn. tu 600 Q1L 1929 13686 21235 40422 48141 48196 51419 66502 66772 69727 89483 94639 104849 111563 120581 121046 ----- ----- ------ 162169 167025 386814 ------- ------ -- 246 ©etoinne »u 300 'M 235 2375^ Im Gen>tnnrnde verblieben- 2 Prämien zu 500000 2 Gewinne zu 50000, 8 zu 10000, 14 ,n 5000, 16 ,u HHM). 48 zu 2000, 118 zu 1000. 264 zu 500, 7/0 zu 300 Mk. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdislont 6,5 Prozent, Aranlfuri a. M Berlin Schluß kure i-U.it Rur: GdllUR». Sure jlnlonfl kure Damm 11.3. 12.3. 11.3. 12.3. B% Dl. R.ichsanleihe >. Uiz. — 87.5 | — $i. Änl.-Äblvs.-Lrliulv mti «uü o>.-Rechten 53,85 — 54 54 Le gl. ohne Auelos.-Rechte 12,45 12 12,5 12,2 7" .tnin!|. Hup.'Bi Koldvi un 'bar bis 1932 90 _ — — 4' „ Rheinische Hnv.-Banl ßtmi -> lopf. 81,5 _ — ® .(». abg. Borkriegs-Obligation ad-iabloar 1932 87 — — schwecz. Bunvesd.-Äni.. — — — — 4% iLesterrcichische Ololotte. — — 31,65 — 4,20% teilen, sstibenie. 3 — — —• 4% Cefteneldj. einlffltl. Rte — — — 4% Ungarische ®oione. — 25,2 <5,13 — 4% Ungarische Siaarer. o 1910 21,6 — — — *Vi% ocefll. von 1913 '2,5 — — — 4°o Ungarische Rtunemie. — 2,1 2,1 2,1 4° , lud. ftollonlcibe v. 1911 — — H.13 — 4- Dürkiicde Bagdadbabn.Änl strie 1 — — 10,5 —- 4°o oeogl. Serie II — — 10,5 — 4% Rumänen convert. Rte. — — —— 4H% Rumänen Aoldanl von 1919 — — 19.25 — LNg. Deunche Eilenbahn *y« — — - - Hamburg-Amerika Paket b Hamb.-Lüdam. Dampsich. t Hanja Damvlichill .27,75 127,75 128 127,4 — — 90,5 69,25 167,75 Rorvdeulscher llloyd ® 125 125,5 125,5 Mg. Deutsche ltreditanst. 39,75 — 140 >40,25 «armer Bankverein 141 — .40,9 — Berliner pandelsgclclllch. Commerz und Privai-Bank n 229 — 229,5 217,25 95,5 95 '95,25 195 Darmsl. u. Naitonalbani JZ -76,5 — 275,5 275,. Deutsche Bank — 170 70,65 170,25 Diskonlo-ÄeseMchosi ilnt. 163,5 163 63,9 163 Dresdner Bank ■ • 69,25 io1,75 169 168 Mitteldeutsche lLreditbank . . v — — — 127 127 127 126,5 ..................18 <03,5 1 303/ 304,25 302.75 ^ronffuu a M | Berlin Schluß- Sure i Uür Sur Schluß lAnsang Sur« flut; Tatum 1 11.3. 12.3. 11.3. 12-3- 4.e.<4>. .... 164 163,25 163 Bergmann ...... o 202,5 200,5 201,75 201,5 Eleln. »:ieserungen .... 10 161,5 —— 160.5 160 Vicht und ftiaft ..... 10 205,5 203,75 205,75 203,5 .Helten & Guilleaume.... • 6 137.5 —— 137,5 137 Aes. |. (Sicht. Untern.. . . . 10 226.5 — 226,25 224.5 vamb. Elel.r. Werte .... 10 — — 147 146,75 Rhein. (Slettt. ..... fi — —— 161 160 Lchles. ............. 101 — — 200 199,5 5d)udett ....... e| 216,4 216 2)6,13 215.5 12 367 367 367,25 366,75 Transravio ...... . b — — 150 150,25 Labmener L Lo.. ..... lol 163 — 162 — Buveruo ..... . 5 — — 77 76,5 Deutsche Erdöl ...... . 6 — — 120 119,5 Eliener Steinkohle..... . 8 — — 119,5 — (Sellenlirdicnci . . L Vi U- * 127,25 127 i27,7o 127 Haroener ...... 6 136.5 — 136 134 Hoesch Eilen........ . 8 — — 119,25 — 213 — — — .................... — — 105,25 05 nöln-Neuesten..... • . ti — — 119,5 119,5 Mannesmann ...... . V 120 119 119,25 119,4 Biansselder ...... 121 120,25 21,25 120,6 Cberidilci. Eisend. Bedars. . . b — — 91,5 91,75 cberichlei. Soköwerke . . . 6 — — 102 101,5 Phönii Bergbau bVi 94,25 — 94,65 94 Bheinijche Braunkohlen U 287,5 86,5 286,25 286 «heinstabl t. % Jahr 124,5 124 124,5 123,5 ■Hlcbcd Montan . . . 7,1 — —- — — Bereinigte Eiahlw..... 1 —- — 93 93 — — 67 66,75 lall AicherSIeben..... 1> 207 — . 207 207.5 tkaki Westeregeln...... 11 212 —- 212,5 211,5 stallwert Salzdetkurtb . . . 15 309 — 309,5 312 3- G «varben-InduiMe . . . ll 44,4 243.75 '43.5 243.5 Dynamit Nobel . . . . . t — — 114 — schcloeanstal« ...... c 70 _ — choloschmibi ...... . 5 88 — 89 88.75 . f 92,25 —— 92 91,5 Meiallaelellschakt. . • • • • 11 — Datum iiuump yu^uiann ..... Heidelberger Eemenr ... 10 Cemeni Karlstadt ..... 6 ®at)6 4 Freitag ..... 10 LchuUhciS Payenhoser ... ll Ostwerte . . 12 Bei. Glanzstoll......15 Bcmbcrg - • • ......U strllsloss Waldbes.....12 Zellstoss Aschai.cnbura ... 12 Charlottenburger Wasser . . . 7 Dclsauer 0a» 8 Daimler Motoren......0 Demag ........0 Sdlerwerte «lcver......6 Ludw. Loewe.......10 Hat. Automobil.......0 CrtnRein 4 Koppel . .... 5 Leonhard Tiey ...... 6 Bamag-Meguin.......0 Tranis. Maschinen......6 «Yritzner ...... 11 Heyliaenstaedt ....... o ^unghanS. ........ 4 Lechwerke. • ....... .3 Mainkrastwerke ....... f Miag ....... 10 Aelcüiulmer ...... 3 Beter» Union........8 Gebr. Roe ver.......10 Boigl & Haessner......8 Südd. stucker........8 Hranksuri a M '■Benin Schlub- «ure 1 llbr Sure Cchiub- Sure Ansang Kurs 11.3. | 12-3. 11.3. 12 3 122 — — 122 136 136,5 — — — — — 126,5 125,75 — — — 278 276,5 — — 231.5 230,25 •*— — 418 420 — — 358 356 — 257 258,5 257,5 83 183 183,5 — — — 116,75 115 — —- 211,25 210,5 56 — 56.75 52,6 — 50,25 50,13 54,5 54,5 55,25 54,25 -— — 209,5 208,5 •— 34,4 — — —- 87,5 87,9 — 265 264 —— — — 67.75 — 66,5 95 — 95,5 — 15 — — 72,5 — 72 — 113.75 — — 119,75 — — — — — 142,5 142 25,75 24,75 25,25 — —- 102,5 128 — — — 212 — 213 — '44 — 144 — Banknoten Berlin. 11 • Mar; i'.elb rief ..ui.niunuajf Jiottn..... 4.203 4.223 Belgische Noten ....... Dänische Noren ....... 58,35 111,93 58,59 H2.37 Englische Roten........ 20,40 20,48 Lombardzinsfuß 7,5 Prozent. Devi.enmarkt Berlin - Frankfurt a. M. Telegraphische Ausza hlung. Berlin, 11. Mär; | Geld | Brief $fanjoiutne '.'toten. ■ . 16,47 TÖ753 pollandlsche Noten...... 168,31 168,99 Jt lieniiche.Noten...... 22,055 22.135 Dtorwegilche Noten...... 111,98 112,42 Deulsch-Lcllerr,4100 Kronen 59,05 59,29 Rumänische Noten...... 2,49 2.51 Schwedische Noten...... 112,16 112,60 Tchweiccr Noten....... 81,04 81.36 Spanische Noten....... 62,66 62,94 Tlchechoiloivakischc Notar . . 12,43 12,41 Ungarische Noten 73,18 73,4> 11. M r; 12. März Am.liche Notierung Amtliche Notierung Geld Brie (Selb Brief 'Hon. 168,62 >68.96 168,63 168.97 Bu n Aires 1,770 1,774 1,769 1.773 Brll- Antw Christimia - 58,42 ।12,24 112,4. 58,54 112,46 112,64 58,44 112,24 112,20 58,56 112,46 112,42 .llop.'i!!>ag:n Stoelllolm . H2,43 112.65 112,44 112.66 Helüngiors. Italien. . 10,592 22,04 10.611 22,08 10,59 22,04 10,61 22.08 London. . . 20.427 20,467 20.43 20.47 Neunork . . 1,211b 4,219 4,2105 4,2185 B.rtL - . . 16.44 16.48 16,445 16,485 Schwei; .. 80,975 81,135 80,98 81,14 Sva I:n. 62.19 62,31 62,46 62.58 Japan • • • 1,872 1,876 1.878 1,882 0.50! Hio de Jan .4995 0,5015 0.499 Wien in D-> Ctft. nbgefl 59,15 59.27 59,14 59,26 Prag - - . - 2,448 2,468 12.47 12,49 Belirad - • 7,390 7,404 7,392 7,406 Dudav.'t. - 73,36 73.50 73,33 73,52 Bul arten »,047 3,053 3,041 3,047 L'llabon 18,80 18.84 18,76 18,80 Tonya.. . Konst ntin- .1,65 81,81 81,65 81.61 2,073 2,077 2,071 2,075 Athen. . . ',445 5,455 5.44 5.45 Canada 4,185 4.893 4.183 4.193 Uru uav 1,291 4,299 4.276 4,284 Hatto 20,955 20,995 20,958 20.998