Nr. 36 «krst-5 Blatt <79. Jahrgang Dienstag, l2. Februar <929 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen L«ughme H* Snzei-ett für di« lagtsnummer bi« zum Nachmittag vorher. Prtis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm 'Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm 'Breite 35 Reichspsennig, Platzvorlchrist 20°mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh Lang«. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr. H.THyriott für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in ©regen. richten Lnzeiaer Oiehe», popfchecklonto: Frantsurtom Main 11688. Vrvtk vnd verleg: VrLhl'sche Univerfitütt-Vuch. und StemdruSerei TL Lanze in Sietzen. Schriftlettunz und GeschZstrttelle: ZchnNtratze 7. Eriche int täglich, außer Sonntage und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener FamUiendlattei Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 200^«: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter, scheinen einzelnerRummern infolge höherer ©ecalt Fernsprechanfchlüfser 51, 54 und 112. Anschrift für Droh Mach- Der Friedensschluß zwischen Italien und dem Vatikan. SieLlnterzeichnungdesVertrages DiellnierfchriftenGasparriHundMuifolmiS Rom, 11. Febr. (tBB.) Lin von vallkanischer Seite ausgegebenes Kommunique Hot folgenden Dortlovl: Heute 12 Uhr mittags wurde im Papfifaale bei apostolischen Lateran Palastes eluvertrag zwischen dem heiligen Stuhl und Italien unterzeichnet, mit dem die römische Frage belgelegl wird und ein Konkordat zur Regelung der religiösen und kirchlichen Der« hällnisse in Italien abgeschlossen wird. Mil dem Vertrag zugleich wurde auch unterfertigt eine Finanz- Konvention. Bevollmächtigt waren Sardinal- staatksekretär G a s p a r r i und Ministerpräsident Mussolini. Bei dem feierlichen Akt waren Mon- lgnore Borgongini. ferner Duca. der Sekretär der Kongregation für kirchliche Angelegenheiten, owie der Unterffaatssekretär im Stoatssekrekariat vizza rdo zugegen, ferner Advokat Po celli ■il« Rechtsbeistand des heiligen Stuhles. Für Italien ■varen der Iustlzminister Rocco, der Staat« fette- kär für Aeutzeres, G r a n d i. und Unterstaatsfekre- •är im IMniflerralsprSstdmm, Giuhta, zugegen. Das Kriedeusfest in Rom. Rom, 12. Febr. (WTV. Funkfpruch.) Das Regenwetter, das gestern in Rom herrschte, machte die Veranstaltung von Freudenkundgebun- gen aus Anlaß des Vertragsabschlusses zwischen Vatikan und Quirinal zunichte. Es war kaum eine Fahne -u sehen Für den heutigen Tag aber hat die f a s z i st i s ch e Partei ihre sämtlichen Mitglieder aufgeboten. Die werden vor- nittag um 11 Uhr auf dem Petersplah erscheinen. Nachmittags wird dem König eine zrohe Huldigung auf dem Quirinalplah darge- .>racht werden. Zur Mitwirkung bei dieser Der- mstaltung sind auch sämtliche Frvntteilnrhmer- verbände aufgefordert worden. Der G o u v e r - ieur von Rom hat eine Proklamation erlassen, in der er auf die Bedeutung des gestrigen Tages hmwrist. Heute abend wird ein grober Teil von Rom. besonders das am Vatikan ge» egene Stadtviertel, festlich beleuchtet sein. 9te Straßenbahnen und sonstigen Fahrgetegen- Seiten tragen heute Flaggen schmuck. Die privat-erfonen sind von den Behörden ersucht ■pprben, ihre Wohnungsfenster und Geschäfte Wenfalls mit Flaggen zu versehen. Am Rach- riittag werden von sämtlichen in Rom befind- 1 ichen Musikkapellen Platzkonzerte veranstaltet. öer Inhalt des Vertrages. Rom. 11. Febr. (WB- Funkfpruch.) 2Iach privaten ^Informationen besteht der Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und Italien aus einem Vorwort und 27 Artikeln. Diese Artikel bestimmen, daß die katholische Religion gemäß der Verfassung wtaatsreligion ist. Der HeMge Stuhl erhält die volle und absolute Souveränität im Vatikan in seinem fetzigen Llmfang. Der neue vatikanische Staat wird ausschließlich vom Heiligen Stuhl ohne Einmischung der italienischen Regierung verwaltet. Die Grenzen dieses Staates sind zu ersehen aus der anliegenden Karte. Die italienische Regierung g-ündet in der vatiianischen Stadt alle öffentlichen Dertehrseinrichtungen. darunter eine Eisenbahnstation, sowie direkte Verkehrsverbindungen mit der übrigen Welt durch Telegraph. Radio. Telephon und Post. Ein besonderes Abkommen wird abgeschlossen über die vatikanischen Verkehrsmittel zu Lande und in der Luft, über italienisches Gebiet. Heber die in der vatikanischen Stadt wohnenden Personen übt der heilige Stuhl die vollen hoheitsrechte aus. Besondere Ackrrcchte werden allenkirchlichen Würdenträgern gewährt, auch wenn sie nicht in der vatikanischen Stabt wohnen, ebenfo den Mitgliedern des päpstlichen Hofes und denjenigen Beamten, die der heilige Stuhl für unabkömmlich ectlärL Die Exlerritorioli- lat wird den patrlachalifchen Basiliken verliehen, sowie einigen Gebäuden und Palästen außerhalb bet natikanifchen Stabt, in denen der heilige Stuhl die päpstlicher» Aemter und erforderlichen Bureaus für feine Verwaltung unterhält. Italien errichtet beim Heiligest Stuhl eine Botschaft und der Heilige Stuhl beim ita* ltemschen Hofe eine Runciatur. Dieser Run- ländischer Seite an seiner Haltung im dieser Frage geübt worden sei. Diese Kritik, so erklärta er. richte fick gegen fehv Person, dem: e r allein fei für das Geschehene verantwortlich. Zuerst sei gefragt worden, ob der Papst nun b i e anderen Mächte bitten werde, ihre Zustimmung zu erteilen, oder Garantien für dis neue Lage zu geben. Hierzu erüLre er. daß er den befreundeten Machten zwarMitteilung von dem Geschehen gemacht habe, doch ohne eine Zustimmung und ohne Garantien zu verlangen. Diese Gerantteu könnte^', dem Heiligen Stuhl eher durch den göttlichen Beistand und durch die loyale Haltung das italienischen Volkes zuteil werden. Di: heutige graphische Karte bewÄse, tote wenig die Garantien irdischer Mächte zu bedeuten Zjätter Weiter besprach der Papst den (Sottoutf, daß er zu viel oder zu wenig verlangt hätte, und fagtf. er habe absichtlich s o wenig vertan gl, um dadurch zu zeigen, dah der Vater mit seinen Kindern unterhandele, und um jenen die Prüfung leicht zu machen. Ferner habe er die Besorgnisse wegen einer größeren Gebietsabtretung und Klagen gegen diese Abkommen von vornherein entkräften wollen. Dadurch habe er auch bewieseit, daß ihn fein weltlicher Herr- schaf tsruhm geleitet habe, sondern daß er sich mit dem erforderlichen Mindestmaß für feine ge i st liche rinabhängtgkeit begnüge. Zudem müßte man sich bewußt sein, daß dieses kleine Gebiet uneirdliche Kunstschätze bewahre und besonder- auch den Leib des Eiligen Petrus, wodurch das Gebiet überaus kostba ' werde. Gegenüber den Kritiken wegen der 511 zahlenden Geldentschädigung sei zu be-* merken, daß auch die gastliche Mission zu ihre,- Erhaltung des Geldes bedürfe. fei daher ganz am Platze, dah er auch bei dieser Gelegenheit dte Spenden zum Peters Pfennig entgegennehmo. Berliner Bläiierstimmen. Deutschland und die Lösnng der römischen Frage. Die Dladjridjt von der Unterzeichnung des Vertrages zwischen dem Vatikan und Italien wird von den meisten Blättern an erster Stelle gebracht, aber in Erwartung näherer Einzecheiten nicht oder nur kurz besprochen. Die „Germania" führt unter der Ueberschrist: „Das Weltereignis der Christenheit' aus: Mit der Unterzeichnung der Verträge zwischen dem Baitfan und der italienischen Steffis rung hat sich ein Ereignis von weltumspannender Bedeutung vollzogen: Der fast 60jährige geistige Kampf zwischen den geistlicycn und welüichen Spitzen Roms hat durch eine Regelung ihr Ende gesunden, welches ein alles Unrecht am Papsttum wieder gurmacht und auch Italien bedeutende Vor- teile gewährt. Die deutschen Katholiken begrüßen in Gemeinschaft mit der gesamten fatfje- Aschen Well dieses Weltsrsignis mit inniger Genugtuung. Es wird dem Heiligen Vater seine volle Souveränität zurückgegeben und dadurch seinen Handlungen und Kundmachungen eine noch höhere Bedeutung verliehen. Sie erkennen zugleich das große Entgegenkommen und d i e staatsmännische Kunst des italieni« Ichen Staatsoberhauptes an, dem es gelungen ist, eine Frage, die zu lösen eine Generation llalienischer Politiker umsonst versucht hat, einer auch das itallenische Volk befriedigenden Klärung zuzufuhren. Möge auch das abgeschlossene Konkordat dem Interesse der Kirche wie Italiens gleichermaßen diene«, die in de« k«tztvergange«p ErsteSAngdesSachverflcmdigenkomiiees Montag, d. ss.fev.iS29 ,7» avcv. Die MerzeiKnmg des Litwmow-NwtokM Die Wetterlage. au verpflichtet hatte, lebte Äenderimaen ter *®er» fofsung vorzunehmen. Stunden betragen. Erfroren. Berlin. 12. Febr. (WLB:-Funkspruch.) Am Montag früh wurden in einer Feldscheune in Schkeudiz bei Leipzig 4Persvn«ir. und zwar zwei Frauen und zwei Männer erfroren aufgefunden. 3n Hamburg tourte ein Mrähriger Schuhmacher, in Altona ein Seemann, in Dalse st bei Magdeburg ein Iljähri- ger Handwerlsbursche erfroren ausaciundcu. 3n Leipzig fand man einen 57jährigen Oberkellner und in Sch übben in Pommern einen 81 Jahre alten Rentenempfänger erfroren auf. 3n den Wäldern Thüringens ist Hochwild rudelweise bis zu 20 Stück tot auf- gesunden worden. Der Wildbestand leidet überall grossen Schaden. Schwächere Tiere werden von den zahlreich aufttelenden F ü ch s e n. die sich bis in die Dörfer wagen, zerrissen. Diele Handwerksburschen melden sich mit erfrorenen Jähen und Händen. Verschiedene Dörfer der Reumari sind ohne Wasser, da die Brunnen gefroren sind. Die Fische in den Dorfteichen sind erstickt. Der erfrorene Kriegsblinde und sein Sund. 3n Duisburg wurde in der Röhe der Acker- söhre ein etwa bOiähriger Mei IC Oev.tter^v-wtrfi--^ eime. O* ed ww-ge- ö_ w Hfeoen *« dem w«. OW ooeen S&uonen st ♦CT »«Xr, tfie Tenperatwr an. vx t.»n.rn «rwMn Ort* mit -VtKne* m? " nfMrrecfce#**« leftaew«* Wettervoraussage, Voraussage für Mittwoch' Zeittv^ etwas bewölkt unk) strenger Frost. Ausfichtav für Don ne rstag: 5ter'' wesentliche Asuderung der HkilCT-lxige. Lufttemperaturen, am. U SsbcuOJ- mittags — 1L2 ©rat) ° (Kältet i»ei entdeckte '« amer 6$aufiee bi 'rten Äenln* c lieft tim ' Höhlende' f® Io milgenom« ehr spreche, koiZSamer Ätan» ilit 38 Jahre oller ' bis jum April wohnte und sich nderschast p r. Venn er nicht erfroren. i für flntnml. igt. beabsichtigt A»- tages, die Otffent eckung bekannt jb ne krautartige i brauchbaren Die Mon-e tur es ist fedsch nlchi auszufäm. da bff Leben bleibt i Kaoshavse. h in der Abtrilm »im Snftone« ng Infolge W» ilampt Mer er, ttriolitn unb iftrr na, io dab (rat' iW p^n- btt ®ron; luäjtnttobfhinp f fehl ttelerig- ®« die Stachbargni-d n dritten €tod w Dohmms die M len. trog ckr sollte iÄ retten, wurde c* cnät tlt*y «t - «*M* ’ -^8 *Ilt* (Ä Sürs der Vrovm^alhauptstadk. Drehen. drn 12. Februar 1929. Gedanken zum Karneval. Wir tA^rbefsen werden Wohl manchmal als etwas langsam- bezeichnet. Wir können unS nun einmal nicht so schnell für etwas begeistern. Auch nicht für bas Fastnachtstreiben. „Es liegt uns nicht." Vielleicht sind wir zu schwerblütig, und bloße Nachahmer wollen wir auch nicht sein. Denn einen ..echten" Karneval kann man eigentlich nur am Rhein erleben. Wer sich einmal in Köln, Mainz ober auch München daS narrische Treiben ansehen wollte, der wurde unwiderstehlich mit in den Strudel gerissen. Es geht eine große tuggLstive Kraft von ihm aus. Wir können schon oer stehen, daß all die. die gewissermaßen mit 'fcr Muttermilch die Freude am Karneval in sich 'uinehmen, sich in diesen Tagen nichts Schöneres 7nlen können, als einen richtigen Fasching. Es gt unS also völlig fern, das Fastuachtstreiben i verurteilen. ES gibt ja auch große Gegner. ' da behaupten, die Menschenwürde könnte richt werden usw. 2ch glaube das nicht. Daß daS närrische Treiben hauptsächlich in den iteen blüht, ist ganz natürlich. Die Mehr- mI tec Menschen ist nun einmal nicht für das rl.üchmatz. sondern für die Abwechsiung. Der vlnfcr wahrt lange, vom Morgen bis zum ''lbend stehen wir in der Arbeit. Wollen wir uns erholen, einen Dang machen, ist eS — wie in den meisten Wintern — so schlechtes Wetter, i'ah man nicht vor die Türe kann. So schaffen lich die Menschen eine Abwechslung. in gewissem Maße sogar eine Erholung, wenigstens für den, ter noch gesunde Nerven hat. Auf Fasnacht sind wir ausgelassen. Das Wort sagt eigentlich alles. Schlimm wird'S natürlich. wenn die Sache zügellos wird, wenn wir hören, daß von einigen ganz Tollen daS letzte Schmuckstück versetzt wird, nur damit sie den Faschingüball mitmachen können. Das ist wohl eine unerfreuliche Kehrseite der närrischen Tage, wird aber nicht die Regel darstellen. jedenfalls wirkt in dem Fastuachtstreiben die große Freiheit in allen Dingen erlösend. Daß Lachen gesund ist. weiß jeder, und wie oft müssen wir lachen, wenn wir sehen, wie öffentliche und staatliche Einrichtungen — mitunter sehr treffend — mit Witz „durch den Kakao gezogen" werden. Daß das Finanzamt fast regelmäßig dabei ist, versteht sich. Aber auch Per- sönllchkellen, die im Vorterarunde des öffentlichen Lebens stehen, müssen sich manchen „Hieb" gefallen lassen, Hst auch die Kritik stets negativ, so macht das gar nichts. Ein Körnchen Wahrheit kann jeder darin finden. Das zeigen uns auch die Kinder, Ahnen sollte man die paar lustigen RachmittagSstunden gönnen. Denn nun können sie sich einmal richtig auf den Kopf stellen. In den meisten Fällen werden sie Erwachsene nachahmen. Die Kinder sind ja wunderbare Zauberkünstler. Man schaue sich deshalb ihr Spiel an. und lerne daraus für die Zukunft! Wirken ihre Späße nicht wie ein großer Hohlspiegel, in dem man alles vergröbert sieht? Hat nicht auch daS große Raten — wer mag eigentlich hinter der MaSke stecken? — feinen Reiz? Man kann seinem Freunde, aber st das Entleerungsventil sorgfältig wieder zu schließen. Besondere Aufmerksamkeit ist dem Frostschuh von Wasfermesiern zu widmen, da alle älnterhaltungs- und Erneuerungskosten der Messer, welche nicht durch ordnungsmäßige Llbnutzung veranlaßt worden sind, dem Abnehmer zur Last lallen und ihm in Rechnung gestellt werden. Der Zrost behindert den Eisenbahn»Verkehr. Der Frankfurter WSR.-Dienst verbreitet heute früh folgende, zweifellos von ter Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. inspirierte Mitteilung: Die überaus starke Kälte bereitet ter planmäßigen Abwicklung des Eisenbahnverkehrs große Schwierigkeiten. Besonders sind eS die eingetretenen Vereisungen ter Signal- und Weichenanlagen, die große Verspätungen herbeiführen. Verspätungen bis zu einer Ginnte kamen gestern auf allen Strecken sowohl bei ten Schnellzügen, wie bei ten Personenzügen vor. Ein Schnellzug von Berlin hatte eine Verspätung von zwei Stunden, und ein Schnellzug von München sogar eine solche von vier 6tunten. Ein Zug von Hanau konnte nur bis Frankfurt-Süd, je ein Zug von Friedberg, von Bad Homburg und von Cronberg nur bis Frankfurt-West gefahren werden. Die Reisenden mußten in direkt nachfolgende Züge umsteigen. Dei Verspätungen in einem so großen Ausmaß treten naturgemäß starke Verschiebungen km Fahrplan etrt Die Reisenden werten gebeten, auf die außergewähnlich.n Verhältnis ie Rücksicht zu nehmen und bei eintretenten Schwierigkeiten ihren Unmut nicht an dem Bahn- Personal auszulassen, das auch infolge ter vielen Erkrankungen jetzt bis zum äußersten angestrengt tätig sein muh. Von ter Eilenbahnverwaltung wird alle- getan, was sich unter den obwaltenden Umständen nur irgendwie tun läßt. Der Zugverkehr auf dem Bahnhof Gießen wickelte sich im Lause teS gestrigen Tages und heute früh, abgesehen von einigen Ausnahmen, im Nahverkehr im großen und ganzen planmäßig ab. wenn es auch bei einer Anzahl von Zügen naturgemäß Heinere Verspätungen gab. Dagegen ist der v - Zugverkehr aus beiten Richtungen auch heute noch sehr empfindlich gestört: Verspätungen ter v-Züge von !>/- DU 2 ©hinten sind gegenwärtig an ter Tagesordnung und müssen natürlich in Kauf genommen werten. Daß ter Eisenbahndienst dadurch sehr erschwert wird, liegt auf ter Hand. Eine weitere Erschwerung des Dienstes auf unserem Bahnhof ist ater auch darauf zurückzuführen, daß von dem Dahnpersonal etwa ein Viertel an Grippe und anderen Erkältungskrankheiten bat* niederliegt und ter Dienst dieser Beamten von ten anderen Eisenbahnern mit versehen werten muh. Gießener Wochcnrnarttpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochcmmarkt das Pfund: Butter 140 bis 170; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 25 biS 30; Weißkraut 20 bis 25; Rotkraut 25 bis 30; gelbe Rüben 20 bis 25; rote Rüben 15 bis 20; Spinat 50 bis 60; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 30 bis 35; Rosenkohl 60 biS 65; Feldsalat 200; Tomaten 80 bis 90; Zwiebeln 20 bis 25; Meerrettich 50 bis 120; Schwarzwurzeln 50 biS 70; Kartoffeln ö’,? bis 6; Aepfec 20 bis 40; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 100 bis HO; Suppenhühner 100 bis 120; Tauben 80 bis 85; Rüsse 70 bis 80; das Stück: Eier 18 bis 20; Blumenkohl 70 bis 140; Salat 40 bis 45; Endivien 40 bis 60; Lauch 15 bis 25; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 50 Pfemrig; ter Zentner: Kartoffeln 5 Mark. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: „Olympia", 20 bis 22 Vhr. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Stolzenfels am Rhein". — Astoria-Llchtspiele: „Wespennest". — Maslenbälle ter Vereine: Große Gießener Karneval-Gesellschaft. 8 .Uhr. Cafe Leib. — V.f.D., 8.11 ilfjr, Liebigshöhe. — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Aufführung von Molnars „Olympia" beginnt um 20 Uhr. Gräfin Enge nie: Auguste Prasch-Grevenverg als Gast. Olympia: Maria Koch. Der Autor dürfte durch sein hier auf geführtes Lustspiel »Spiel im Schloß" noch allen Theaterfreunden in Erinnerung sein. Die Intendanz teilt Weiler mit, daß am Sonntag, 17. Februar, das Frankfurter Reue Operettentheater mit ter Premiere „Der Mikado", Operette in 2 Akten (14 Bildern) von W. S. Gilbert, Musik von Arthur Sullivan, gastieren wird. — Missionsvortrag. Missionar Simon von der Brütergemeinte will heute. Dienstag, abends 8 Uhr, in der Kapelle des Alten Friedhofs über die Missionsarbeit der Brüdergemeinde in Labrador sprechen. Der Redner ist über dreißig Zähre in Labrador tätig gewesen. Das Kirchlein ist gut geheizt. Siehe heutige Anzeige. 2. U. Von der Landesuniversität Gießen. Dem Dr. Fritz Heichelheim wurde die venia legendi bet der Philosophischen Fakultät, 1. Qlbtcilung, für das Fach ter alten Geschichte erteilt. ” Die Kälte am heutigen Tage steht etwas hinter ter Temperatur von gestern zurück. Heute vormittag wurden etwa 19 Grad Celsius gemessen, gegen 22 Grad am gestrigen Vormittag. Allerdings bewegte sich der Barometerstand auch heute in den frühesten Morgenstunden um 21 Grad herum. ' e> Görungen im Zecnsprechbetrieb infolge Frostes. Die starke Kälte der letzten Tage hat auch ten Fernsprechverkehr erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Zahlreiche Fernleitungen zwischen unserer Stadt und tem Rord- osten Oterhesfens. ferner in Richtung Marburg usw. sind durch Zerreißen ter Telephondrähte gestört. Auch im OrtS-Fernsprechnetz ist bei einer ganzen Reihe von Leitungen Drahtbruch elnge» treten, jedoch sind diese Störunasfälle erfreulicherweise nicht so zahlreich, wie die Schäden an den Fernleitungen. Die Telegraphenarbeit>rr-Ko- lonnen sind mit ter Beseitigung ter Störungen eifrig beschäftigt, wobei die Leute unter tem starken Frost natürlich ebenfalls empfindlich zu leiten haben. Miwtad Ich biete: geräumige ivier- Zimmer - Wodun . von beitem Zunand und luhtner. schöner Vage, Balkon, (Härten, nteötlne Miete. Zch tz che gegen Per- gütunn sür flprd ob. fpäicr: Elegante LechS- bis Acht- Zimmer - Wodns.. mit '< ab. Zentrap hei ung an »eueiim. Schr. ä’.ngeb. u. O57Ö an den Gien. Anz. * Vermietungen) Pens. Brand! bÄ Sonn. mlbl. Zimmer, eeteXme, TeL19R6 SWes Simmet m. el. V. u. Zentral!,, tn EtniannUenbaiiS Au oerm. Steinitr. 80, Ecke Mord, Str. 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Ernannt wurden ter ßebrer Fritz Mach zu Eich, Kreis Worms, zum Lehrer an der Volksschule zu Gießen; die Lehrerin Emilie Spitz an ter höheren Bürgerschule zu Alsfeld, zurzeit kommissarisch an der Dollsschule zu Gießen, zur Lehrerin an dieser Schule, beide mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts. *• Auf dem Maskenball in Brand geraten. Bei einem am Samstagabend in Alten-Buseck abgehaltenrn Maskenball kam es zu einem aufregenden Zwischenfall, ter glücklicherweise noch ziemlich glimpflich verlief. Ein als „alter Schäfer" maskierter junger Mann von Wieseck beabsichtigte, sich eine Zigarette anzuzünden. wobei ihm ein Bekannter ein brennendes Streichholz zurelchle. Durch eine Unachtsamkeit geriet dabei ter lange Bart in Brand, der auch sofort die Lockenperücke erfaßte, so daß im Ru der ganze Kops teS „alten Schäfers' in Hellen Flammen stand. Obgleich ihn die Rächst- stehenten sofort von seiner ,warmen Umhüllung^ befreiten, waren die in Gesicht und Racken entstandenen Brandwunden doch so erheblich, daß der junge Mann von einem Arzt verbunden werden mußte. Welkere Lokalnachrichten im zweiten Blatt Oer Mainzer Rosenmontagszug. WSA. Mainz. 11. Febr. Trotz ter grimmigen Kälte waren die reich beflaggten Straßen von einer nach Tausenden zählenden Zuschauermenge ungefüllt, die mit Spannung ten Vorbeimarsch des Rosenmontagszuges erwartete. Der Vmzug stand unter tem Motto „Die närrische Olympiade" und umfaßte unter seinen 111 Rummern etwa 30 große Gruppen, die neben den verschiedensten „Sportarten" die Ereignisse des letzten Zahres zum Gegenstand hatten. Man sah ein Ligaspiel Mars — Sonne, Radiofimmel, den vierten Eisheiligen Robilo, Olympiaruterer. „Rix wie Sport", ten „besten Schützen". Drachenflieger. Rekord im Halbebloose, Paris—Berlin (ter Eiserne Gustav) usw. Daneben begutachteten die sachverständigen Zuschauer das Portal teS neuen Finanzamtes, eine städtische Dewilligungsmaschine, ten von ten Steuern bedrückten Michel und einen hohen Olympiatebesuch aus Aff-gar-nir-dran. Schallende Heiterkeit erregte eine überlebensgroße Figur vor einer mit Geldsäcken gefüllten Truhe mit ter Aufschrift: „Meenz, was kost' dein Humor?". Der unvermeidliche Aschermittwochkater beschloß hinter tem närrischen Ministerium die gut gelungene Parade. Berliner Börse. Berlin, 12. gebr. (WTD. Funkspruch.) Auch im heutigen Frühverkehr ist das Geschäft noch sehr ruhig. Trotzdem ist, nachdem Reuhork gestern entgegen den allgemeinen Befürchtungen seinen Diskont nicht erhöht hat, die Stimmung etwas zuversichtlicher und eher freundlicher und man erwartet allgemein Deckungen ter Baissespekulation. Bisher werten die Kurse etwa 2 Prozent über gestrigem Schluß gesprochen. Farben 250 Geld und Siemens 372 Geld. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 13. Februar. JohanneLkirchc. Abends 6 Uhr: Passionsandacht; Pfarrer Dechtolsheimer. Freitag, den 15. Februar. Kapelle des Allen Ariedhof». Abends 6 Uhr: Passionsandacht; Pfarrer Lenz. Wohnungstausch Wey siebt nach Hannhelm? '+» biete in Mannheim eht Gest, «ngeboie unt (674 a. b. Gie r. 81 n,. LüchttgeS. gut empfohlenes Mädchen für Küche und HauS Inserieren bringt Gewinn Soziale Pflicht txr Mufgrttf t>. €trflen# ongttctm Ist H, die rin» 3tugnt*il|<6nft, Och!« ftlbtr ttbM.) fÄicnfltni lvrüchus.vIrLteNuns- suchenden sind dantbar bflrur. wenn man Ihre 3enütnn«tn M Qr» tatguM em. 4 cd gn den XSngtelf ote unter 0586 an j Schr. Angebote unt. den Gießener Anzeiger erbeten. tv<" * “ *al-u 1931,31 16,94 1040,95 600,00 3461,30 8810,81 3909,61 2801,52 968,63 ✓douislßlls \ pygiembe »lithe GQfflmiwai’RD 1 Drogerie WiolerhoftJ \ Krctuplatz 10 / A.bt Hygiene / « Labor-fac » dav 'bollerrounber für alle Möbel und lieber au haben bet Edgar Bomnaon. EisenhandlDüd Zirka 17 rm Rundschetr. Alles Nähere (auch die Zahlungsbedingungen) geht aus dem Holzoerzeichnis, welches von der unterzeichnten Stelle kostenlos bezogen werden kann, hervor. Gebote find unter schriftlicher Anerkennung der Berkaufsbedingungen verschlossen mit der Aufschrift „Submissionsholzverkauf aus Staotswald" bis spätestens 1. Mär;, vorw. fl Uhr, bei dem Finanzamt Homberg lOberhesien) Bollstreckungsstelle einzureichen. Später einlaufcnde Gebote finden keine Berücksichtigung. Das Oeffnen der Gebote erfolgt am gleichen Tage, vormittags 11 Uhr. Genehmigung bleibt Vorbehalten. Nähere Auskunft erteilt das Forstamt Homberg. Noch vorheriger rechtzettt- ger Anmeldung zeioen die Herren Förster Christ, Homberg, Bagerer in Ganters- hausen, Schoos in Büßfeld und Höres in Schadenbach das Holz vor. Homberg (Oberheffen), 9. Februar 1929. W.DMWM Aschermittwoch Prima triwehe Nceliache Feinste FlMcL-Fhe.e ose? Fisch-Spez'alhaus Cuxhaven «leiten. Markt »traBe 14.Tel.2417 hslzversteitzerung. Die FürstliSolmsische Oberförsterei hoheusoims versteigert am Samstag, dem 16. Fevruor, im Saale des Gastwirts Führer in Hohensolms: a) Nutzholz aus dem Distrikt Lichelsberg Eichenftommholz 1. und 2. Klasse 44 Stück mit 11,12 fm (Wagnerholz), Nutzrollen (2 m lang) 4 rm; Fichtenstammholz la und lb-Klasse 21 Stuck mit 2,83 fm, Derbstangen 1. Klasse 10 Stuck, 2. Klasse 238 Stück, 3. Klasse 550 Stück, Reisstangen 4. Klasse 350 Stück, 5. Klasse 190 Stück; aus dem Distrikt Anne- wald Äbt. 4 (am Bubcnroder Feld) Eichenstammholz 2. Kl. 34 Stück mit 7,76 fm (Wagnerhoti), Nutzrollen (2 m lang) 10 rm. b) Brennholz aus den Distrikten Eichelsberg, Scheuerwald, Annewald und Grund- waid: Scheitholz: Buche 100 rm, Eic.;e 25 rm, Fichte 4 rm; Prügelholz: Buche 246 rm, Eiche 98 rm, Kiefer 26 rm, Fichte 23 rm; Stockholz: Eiche 25 rm (Anne- wald); Reisholz Hundert Wellen: Buche 69,30, Eiche 38,60, Kiefer 2,30, Fichte 3,60; aus dem D »strikt Altenberg zirka 20,00 Hundert Schlagwellen. 1270D Anfang .1 Uhr. 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DaS Diadem des Königs war verblaßt, der traditionelle 2iuf. mit dem die Römer das Erscheinen des Papstes bei kirchlichen Gelegenhe.ten begrüßen: „Evviva il papa re — el lebe der Papst-König", der Anklang war mehr an große Erinnerungen als m den tatsächlichen Verhältnissen begründet. Nun wird der königliche Schmuel der Papstkrone neuen Glanz erhalten, das Oberhauvt der katholischen Kirche wird wieder Papst-König sein, ausgestattet nicht nur mit der aus seiner geistlichen Würde resultierenden, sondern auch mit der an den Besitz eines Staatsgebiets geknüpften wirklichen Souveränität. Lautes Echo aus aller Welt antwortet auf die Versöhnung zwischen Quirinal und Vatikan und beweist die Dedeu- tung dieses Ereignisses. Beide Parteien müssen sich Außerordentliches von dem Pakt versprechen, denn die materiellen Vorteile, die der Vatikan '"'obet erntet: das winzig kleine Gebiet des fünf» itgcn Kirchenftaaats kann ebensowenig gelockt ',oLen wie eine noch so hohe Entschädigung, nachdem die Päpste sechzig Sahre lang auf die ihnen im Garantiegeseh zugesicherte jährliche Ent- ''chädigungSsumme von 3l/< Millionen GoldfrankS verzichtet habem Wie gewallig der Umschwung der Gesinnungen ist, kann man erst dann recht ermessen, wenn man ich in Erinnerung zurückruft, mit welcher unerbittlichen Grundsätzlichkeit die Päpste immer wieder auf der Unantastbarkeit ihreS weltlichen Besitzes und, als dieser endgültig verloren gegangen war. aus seiner Wiederherstellung bestanden haben. Als Pius I X., der bei seiner Thronbesteigung als nationaler Re- ormpapst mit Subei begrüßt wurde und in den Anfängen seines Pontifikats als eine Hoffnung des jungen Stallens galt, durch den itallenischen Krieg von 1859 die Romagna, die Marken und Umbrien verlor und das Patrimonium Petri auf ein Drittel des früheren Kirchenstaats zusammengeschrumpft sah, wies er mit dem berühmten „N o n possumus“ jede Verständigung mit dem Königreich zurück und weigerte sich, trotz seinen Geldnöten auch nur die geringste Entschädigung anzunehmen. Vach der Ein- acchme Roms durch die italienischen Truppen belegte er sogar die Usurpatoren mit dem Bann- tluch und blieb bis zuletzt der unversöhnliche Gegner des neuen Königreichs. Es blieb nicht bei theoretischem Protest: die Gegnerschaft der Kirche gegen das neue Staatswesen ging so well, daß den Katholllen Enthaltung von den Parlamentswahlen und anderer öffenllicher Betätigung auferlegt wurde. Leo XIII., der Nachfolger PiuS IX.. im übrigen ein konzilianter Diplomat, blieb eben» alls bei der grundsätzlichen Ablehnung, und am Tag seiner Wahl segnete er urbem et orbem, die Stadt und den Erdkreis, nicht, wie dies ttüher der Brauch gewesen war. von der äußeren Loggia von St. Peter, sondern, zum Zeichen des Protestes, von der inneren. Gleich bei seinem ersten Konsistorium verlangte der Papst in einer außerordentlich scharfen Ansprache an die Kar- dinäle volle Freiheit und Unabhängigkeit des päpstlichen Stuhles Zurück. Roch drastischer kam dieser Wunsch in einer ersten Enzyklika „Snfcutabiti“ zum Ausdruck, wo er feierlich erklärte, nimmermehr auf die weltliche Herrschaft verzichten zu wollen, und >en Bannfluch Pius IX. gegen die Usurpatoren ausdrücklich wiederholte. Die italienische Regierung revanchierte sich, indem sie der Kurie eröffnete, daß sie für die offizielle Krönungs- feier des Papstes die Aufrechterhaltung der Ordnung nicht verbürgen könne. So muhte die Inthronisation in bescheidenem Rahmen in der Sixtinischen Kapelle vor sich gehen. Unter dem Pontifikat Leos XIII. nahm der Kampf zwischen der Kirche und dem modernen laaaHMHHaBaMUMBaanBBMaa Mmhener KanievMiinfiler. Erinnerungen von Karl Wolfskehl. Der geschichtliche Ausgangspuntt. man kairn jagen, der Urahn des Münchener Kunstlerkarne- mls, ist jenes berühmte „Dürerfest" von 184s, dessen lebensvoller Beschreibung eines der schönsten Kapllel in Gottfried Kellers ^Grünem Heinrich" gewidmet ist. Zwar der feit Dezennien verstorbene alte Schweizer Maler W e g e f f e r oen ich auf meiner e iten Romreise im vergan- Snen Sahrhundcrt kennen lernte, war anderer etnung bezüglich Kellers Leistung: er warf Meister Gottfried allen Ernstes vor. daß er bei crem Fest ja gar nicht Persönlich tef(genommen habe und somit nur vom Hörensagen berichte! Er aber, Wegesser, sei wirklich da bei gewesen und 's sei allerdings seine schönste Künstlererinne- mng. Er strahlle förmlich bei diesen Worten, Die ein fünfzig Sahre zurückliegendes Erlebnis widerspiegellen. Diesem glanz- und rauschvvtten Auftakt. bei Dem damals schon trotz lebhaftester aktiver Be- icUigung des königlichen Mäcens Ludwig I. und seines Hofes, die Künstlergilde dominierte und den Ausschlag gab. sind viele ähnliche Feier- ichkeiten gefolgt, meist dem Geschmack entfvrechend munkhafte, in historischer Gewairdung und Aus- chmückung: in antikem, mittelalterlichem oder Re- mifsancecharaöter. Smmer waren die Künstler bemüht, in der Ausgestaltung der Räume, der Zusammenstellung des nie fehlenden Festzuges, ton sich meist ein Festspiel angliederte. Einhell- ichkett und Stilechtheit durchzuführen. Diese Ber- mstaltuirgen waren oft sehr prunkvoll, manchmal. Die das berühmte klassische Fest im Hoftheater Sn de des vorigen Sahrhunderts, unter Franz otuckS ideenreicher Leitung, geradezu ein letztes ;rohes 5?ebenszeichen des schon dem Etcüe llch ’ äHemden künstlerischen Historismus. Cs fiel in •oft symbolisch brdrutsaEr Weise ziemlich genau msammen mit der Geburt des „Simplicissimus". dieser int besten Sinne tradit.onslosen, ganz auf • ich selber gestellten, durchaus von Gegenwart mb Augenblick bestimmten Kunst- und Kampf - °evue. die well über München, ja über Deutschland hinaus, bestimmend geworden und geblieben 'ft Und zur selben Frist, wurde er geboren, in 'essen Zeichen der Münchener Winter noch heute iehlt: der richtige Künstlerkarneval. Wie sehr er, Stallen geradezu erbitterte Formen an. Sn der Dacht zum 15. Suli 1881, als die Leiche Pius IX. von 6t. Peter nach 6t Lorenzo überführt wurde, kam es zu einem antiklerikalen Putsch, wobei der Versuch gemacht wurde, den Sarg des toten Papstes in den Tiber zu werfen. Der Gegensatz verstärkte sich immer mehr; Stallen antwortete mit antillrchlichen Gesetzen, wie über die Verstaatlichung der frommen Stiftungen. Abschaffung des Religionsunterrichts in den Schulen, Einführung des Kanzelparagraphen usw., wogegen sich der Papst lediglich mit Enzykliken. Ansprachen an die Kardinäle und diplomatischen Roten zur Wehr sehen konnte. Die namenllich von Crispi geleitete antiklerikale Bewegung erreichte mit der Gedenkfeier für Gior- dano Bruno ihren Höhepunkt. durch die sich der Papst so beleidigt fühlte, daß er mll der Abreise aus Rom drohte. Es kam jedoch nicht dazu, denn die gegen die Kirche gerichtete Bewegung ließ schnell nach; es entstand sogar eine dem Papst günstig gefilmte Gegenströmung, namentlich in Norditalten. so daß die Regierung in Rom mildere Saiten aufzuziehen genötigt war. Auch in den kirchllchgesinnten Kreisen hatte sich inzwischen ein bedeutsamer Wandel vollzogen. Das „non expedit“ der Kurie, durch das die Katholiken jedweder politischen Betätigung fern- gehalten werden sollten, erwies sich mehr und mehr als schwerer Fehler. Daher machten, besonders bei den Wahlen zu den Provinzialverwaltungen und Gemeinderäten, die Katholiken unbeanstandet mit den konservativen Gruppen gemeinsame Sache, so daß das antikirchliche Regime durch ein gemäßigtes ersetzt wurde. Don da an besserten sich die Beziehungen zwischen Kirche und Staat immer mehr. Wohl erneuerte nach dem Tode Leos XIII. das in Rom versammelte Kardinalskollegium einstimmig den Protest gegen die Annexion des Kirchenstaates und die von der Regierung erlassenen kirchenfeindlichen Gesetze, aber der neue Papst, Pius X., galt von vornherein als friedlich gesinnter Mann, was er auch im Laufe seines weniger politisch als religös betonten Pontifikats bewiesen Hot. Er überließ es den Bischöfen, die Tellnahme der Katholiken an den Parlamentswahlen Ku gestatten, ohne jedoch soweit zu gehen, die Bildung einer katholischen Fraktion im Parlament gutzuheihen. Dazu kam es erst unter seinem Nachfolger, Benedikt XV., der für Friede und Versöhttung nicht nur unter den kämpfenden Nationen, sondern auch für einen Ausgleich mit Ställen wirkte. Er hob das „non expedit" auf, wodurch sich die große Partei der P o p o l a r i bllden konnte, die lange Zeit in der italienischen Politik eine dem deutschen Zentrum vergleichbare Rolle spielte. Unter Pius X. und Benedllt XV. begannen sich Vatikan und Quiri- nal der Vermittlung hervorragender Persönttch- kellen Au bedienen, um miteinander in Fühlung zu bleiben, und feit der Thronbesteigung des Papstes Pius XI. ist die Erörterung einer möglichen Aussöhnung nicht wieder verstummt. Man hat nach den Gründen gefragt, die diesen Llmschwung hervorgerufen haben. Der Vatikan konnte warten, feine Position war nie so stark wie im letzten Sahrzehnt, und die Einbuße an äußerer Macht hat seinem wirklichen Einfluß im Leben der Völker keinen Eintrag getan. Tie llrchenfreundliche Politik Mussolinis, der vor allem dem Unterricht wieder seinen i religiösen Charakter zurückgegeben hat, wird eine - der Haupttriebkräfte zur Versöhnung gewesen sein, und schließlich darf nicht vergessen werden, daß die Päpste Söhne ihres Vaterlandes sind, die den unnatürlichen Zustand, wie ihn das Verhältnis zwischen Vatikan und Quiri- nal seit 1870 dar stellt, je eher je besser zu beenden wünschen. Mussolini weiß genau, was es bedeutet, die Kirche auf seiner Seite zu hoben, sowohl innen- wie außenpolitisch. Cs ist davon die Rede gewesen, daß der Duce hofft, Frankreichs Nachfolger als Schutzherr der katholischen Snteressen im Orient zu werden. Frankreich übt ja feit Sahrhunderten das Protektorat über die Christen in der Levante aus, und zwar früher auf Grund zahlreicher Kapi- befruchtend und befruchtet, mll unferem gesamten Kunstleben verflochten ist, läßt sich heute noch gar nicht recht abschätzen. Von der Graphik bis zur Monumentalkunst hat gerade die Beteiligung an unseren Künstlerfesten eine Anzahl Talente entdecken lassen und erziehen helfen. Wemt man heute in öffentlichen Sammlungen ober manchem Privatbcfitz die Ankündigungsund Einladungskarten oder Maueranschläge zu all den verschiedenen, tells von den Künstlern selbst ausgehenden, tells von ihnen geleiteten Faschings Veranstaltungen durchblättert — sie machen heute schon viele Hunderte von Blättern aus — so erstaunt man nicht nur über die Fülle von Witz, ßaunc und künstlerischem Geschmack, sondern erkennt vor allem, wie eminent stil- bildend, über sich hinauSgreifend. diese Zufalls- und Augenblicksschöpfungen geworden sind. Sa diese bunten unb grellen uns doch im Grunde so wohl bedachten, gar nicht bloß schnurretchosten Flugblätter lassen oft schon Kommendes ahnen, fühlen vor. Dies Stück Kunstgeschichte wird noch einmal geschrieben werden und dann wird man staunen, eine wie wichtige Angelegenheit dieser unser Münchener Karneval stets gewesen ist, und wie bedeutend er ans dem öffentlichen in das Privat- und Einzelleben übergeht. Denn die großen allgemeinen Künstlerfeste sind ja stets von einem, manchmal sehr lebendigen Kranze geschlossener Veranstaltungen umrahmt und um- wirbelt, jenen vielberufenen Atellerfesten. in denen sich die Faschingslust im einzelnen ausschwrngt. Noch im letzten Winter haben die Einladungskarten zu dem schönen Sublläumsfeste der sagenumwobenen Penfton Führmann einem unserer geistreichsten und sublllsten Schwarzweiß-Künstler. dem leider, wie so viele, fortgezogenen „Schattenschneider"" Haru Sngert. Gelegenhell zu einer seiner übermütigsten Schöpfungen gegeben, dem gettiatischen Teufel. bet recht erfolgreich der nur scheinbar entwischenden Karnevallnr nachstürmt. Sehr begreiflich, daß sich in den Bllderzeit- schriften. vorab im ,Simplicissimus". unier Karnevaltreiben sehr viel weniger niederschlug, als in solchen Einzelblättern Äußer Rezniczccks be- tannten und trotz allen Wechsels der Kunstmode trefflichen, auch kulturgeschichtlich wichigen Re- doutenblättern mit ihrer fekthaft spritzigen, eleganten Frivolität und den verwand.'en. freilich viel schwerfälligeren, umständlicheren Zeichnungen tulationen mit der Türckei, deren letzte im Sahre 186S unterzeichnet wurde. Roch in den Akten des Berliner Kongresses wurde angedeutet, daß Frankreich eine singuläre Stellung hinsichtlich des Protektorats der Christen in der Türkei habe, und zwar ausdrücklich durch Konzession des apo stolischen Stuhls. Frankreich hat also ein ausdrückliches Mandat feilend des Papstes, was gelegentlich dazu geführt hat, daß die für die Missionen zuständige oberste Kuriolbehörde, die Kongregation der Propaganda, Mifsionore ausdrücklich rügte, die sich beispielsweise im Heiligen Land statt an den französischen, an den englischen Konsul gewandt hatten. Außer über die Türkei besitzt Frankreich auch das Protektorat über die Christen in China und zwar auf Grund des Vertrages von Tientsir im Sahre 1858. Run ist diese Schutzherrschaft durch die Praxis natürlich häufig durchbrochen worden, aber auch die Trennung von Kirche unk Staat in Frankreich und die zeitweilige Abküh- lung der Beziehungen zwischen Paris und Rom haben an der Tatsache nichts zu ändern vermocht, daß Frankreich wenn auch nicht de jure, so doch tatsächlich an diesem Vorrang festhäll. Die Missionen aber spielen eine so wichtige Rolle und üben in den Ländern ihres Wirkens so nachhal- tigen kulturellen Einfluß aus, daß man schon glauben darf, der Smperialist Mussolini hoffe, auf diesem Weg wichtige Ziele zu erreichen Der harte Winter 1929 Don Prof. Dr. Franz Linke, Direktor des llniversitais-Znstituts für Meteorologie und Geophysik Frankfurt am Main. Wir haben den bctannlen Frankfurter Meteorologen Prof. Dr. Linke gebeten, sich über das seit Wochen anormale Win- ierwelter und feine Ursachen zu äußern: der Gelehrte hat in bereitwilligster Weise unserer Bitte entsprochen. Sn den letzten Sahren konnte man vielfach die Meinung vertreten hören, daß die Sommer der letzten Sahrzehnte kü.ler und die Winter milder geworden feien als fie vor etwa 33 bis 53 Sahren gewesen sind: und in der Tat wurde wenigstens der zweite Teil der Behauptung, der die mllden Winter betrifft, durch die langjährigen Beobachtungen der meteorologischen Stationen bestätigt. Man konnte allerdings nur eine Erhöhung der Temperatur der Wintermonate von 1 bis höchstens 2° feststellen, aber immerhin war die Temperaturschwankung zwischen Sanuar und Suli in ganz Westeuropa geringer geworden. Man sagte in meteorologischen Fachkreisen, daß unser Klima maritimer geworden fei, was nur durch häufigeren Zutritt maritimer Lust erklärt werden kann. Der Winter 1928/29 wirst alle diese Hypothesen einer Klimaänderung gründlich über den Haufen. Solange in unserer Frankfurter meteorologischen Station Temperaturbeobachtungen gemacht worden sind, also seit etwa 150 Sahren, sicherlich aber seit etwas mehr als 103 Sahren. hat im Februar kein so starker Frost geherrscht wie in diesem Sahre. Selbst in dem kalten Februar 18.95 find Temperaturen, wie wir sie in den letzten Tagen gehabt haben, nicht aufgetreten. Das Minimum war 1895 — 19,4°. während am Montag, den 11. Februar, d'e Temperatur in Frankfurt a. M. auf — 20,8° siel, eine Extrem- temperatur. die vielleicht von der nächsten Nacht noch übertroffen wird. Llußerhalb der Großstädte werden noch tiefere Temperaturen gemessen fein. (Sn Gießen am Montag —22°. D. Red.) Aber in ganz Mittel- und Osteuropa haben wir diesen starken Frost, Ostpreußen meldet am Montag selbst in der Stadt Königsberg — 34°. Sicher- llch sind auf dem freien "Land noch tiefere Temperaturen eingetreten. Das würde auch für diese kälteste Gegend Deutschlands einen Rekord bedeuten. Die Frage nach der Ursache dieses extremen Winterwetters wird natürlich überall aufgeworfen, und die Erklärung liegt zunächst an der Hand der Wetterkarten deutlich vor: Ueber Rußland liegt ein großes Hochdruckgebiet mit heiterem Wetter und tcockner Luft, durch die die Warme des Erdbodens fast ungehindert in den Weltenraum aus- strahlt. Diese Luft ist polaren Ursprungs, was wohl die Trockenhell und Klarheit, aber nicht die tiefen Temperaturen erklärt: denn die Beobachtungen bei Polarexpeditionen zeigen, daß im Polarmeer nur selten so kalte Luft herrscht und bann auch nur in den untersten hundert Metern, während darüber die Luft selten unter —20 Grad abgekühlt wird. Diele tiefen Temperaturen entstehen also erst, wenn fie sich auf dem Kontinent verlagern. Bekannllich liegt ja auch der Kältepol nicht im Polarmeer, sondern in Ostsibirien. Zn diesem Jahre scheint er sich sogar nach Westsibirien verlagert zu haben. Aus diesem falten russischen Hochdruckgebiet stößt die Luft nun dauernd nach Westen vor und läßt sich auch nicht durch die immer aufs neue vom wärmeren Ozean heranströmende Lust zurückdrängen. Mehrmals sah cs in dieser Kälteperiode so aus, als ob die Stabilität des kalten Hochdruckgebietes gebrochen wäre und die sich an der Grenze der falten und warmen Luft bildenden Tiefdruckgebiete gegen den Kontinent vörrücken würden. Tatsächlich ist auch einige Male die warme Luft bis fast zum Rhein vorgedrungen, und sogar diesseits des Rheins ragten die höheren deutschen Mittelgebirge in die ozeanische Luft hinein, so daß der Fcldberg im Schwarzwald imd auch der Feldberg im Taunus Temperaturen über Rull Grad meldeten. Aber stets drängte die kalte kontinentale Luft wieder aufs neue vor. Natürlich ist damit das anormale Winter- Wetter noch nicht auf feine letzten Ursachen zurückgefuhrt, denn es muß die Frage aufge-* rufen werden: Warum denn gerade in diesem Sahre sich ein fo stabiles Hochdruck gebiet über Rußland gebildet hat, obgleich sich doch äußerlich dieses Sahr von den anderen in keiner Weise unterscheidet. Das Sonnenflecken- maximmn, aus das man gern extreme Witte- rungsVerhältnisse zurückführt, ist überwunden und kann mll dem besten Willen nicht mehr zur Erklärung herangeholl werden. Astrologische Er- llärungsmethoden entbehren noch vollständig jeder wifsetzschaftlichen Begründung und auch der Bestätigung durch die Erfahrung. Es läßt sich auch schwer verstehen, daß die entfernten und kleinen Planeten unser Wetter beeinflussen sollten, wo schon die viel größere Wirksainkell der Sonne nicht ausreicht, die Witterungsvorgänge restlos auszullären. Unsere Atmosphäre muß als em Organismus mit eigenen Gesetzen angesehen werden, ja sogar als ein launisches Sndividuum, das sich an die meteorologischen Grundgesetze, soweit fie Menschengeist aufgedeckt hat, nicht einmal hält. Der Zufall spielt in atmosphä^ rischen Vorgängen eine große Rolle, und Wctler- katastrvphen lassen sich stets auf eine Häufung geringfügiger Zufälligkeiten zurückführen, die sich gegenseitig in ihrer Wirkung gesteigert haben. Wenn z. D. — wie in diesem Winter — die verbreiteten Niederschläge im Frühwinter bei Temperaturen um 0 Grad heruntergekommen und weite Gegenden mit lockerem Schnee bedeckt sind, und wenn dann kurz nach diesen auägebrciieten Schneefällen heiteres Wetter eintritt, so daß die oberste Schneedecke, der vom Erdboden nur in sehr geringem Maße Wävne nachgeführr werden kann, gewaltige Wärmemengen ausstrahlt und sich so bis zu tiefen Temperaturen abkühlt, so bildet sich über diesen Schneefeldern infolge der schweren Kaltluft ein barometrisches Hoch^ druckgebiet aus, dessen (Stabilität sich ständig steigert und dadurch den westlichen und südlichen Luftströmungen Widerstand bietet. Die primäre Ernst Hei le man ns. hat sich ein eigeilllicher Kamevalstil in den Zeiffchristen nicht ausgebildet. Stimmungsvoll, manchmal geradezu großartig, sind dagegen eine Anzahl Aschermittwochsblätter im „Simplicissimus", in denen sich „das Ende des Festes", mit Conrad Ferdinand Meyer zu reden, in allen Tonarten deS Siinplieissimuswitzes ausspricht. Es sind meist Blätter von großer Rauurwirkung. wo in früher Morgenstunde irgendwo auf Stadtplähen, an Kirchentveppen ober in feuchtkalter Schnee!andschaft die Maskenlust in sich selber zusammensintt, hinweltt oder von der bösen eigentlichen Welt und ihren geistlich- weltlichen Vorkämpfern verfolgt und vertrieben wirb — bis zum nächsten Faschitrg! Prächtige Blätter vom größten aller Dimplicissimuszeichner, dem so früh verstorbenen Rudolf Wilke, sind darunter, herrlich boshafte und dabei enrment künstlerische von Thomas Theodor Heine, Olaf Gulbranfsvn und manchen anderen. Noch toller, noch genialischer, noch übermütiger — weil noch spurloser verrauschend, — entfaltet sich der Münchener Kamevalkünstler beim Feste selbst, beim Entwerfen und Ausgestalten der phantastischen, der spuk- ober boshaften, der \ Liebes- und Sekt rausch erzeugenden Festräume, und bei ter karnevalistischen Sei bst Verkörperung, t bei dem, was er kostümlich, plastisch und farbig i oft mit einem Nichts von Kosten, stets aber mit einer ilnfummc von Witz und guter Laune aus sich selber und Freunden und Freundinnen zu machen verstand und versteht. Einzeln und in Gruppen mit einer führenden Sbee zusammen- komponiert. enthalten solche Derlleidungsspiele. die eigentlich Karnevalskunft. Und sie ist gottlob nicht festzuhalten. Sie ist, wenn auch gelegentlich einer Konkurrenz mit einem Kuß". Schampus- oder komischen Ordenspreis belohnt, wirklich und wahrhaftig zwecklos, ha' keinen anderen 6hm als die kurzlebige aber tiefgründige, brausende Freude ihres Schöpfers unb derjenigen, die sie unb ihn verstehen — höchstens rwch den erhabenen, den Gesamtgehalt tes jeweiligen Abends zu verschönern und bunter zu machen. Naturgemäß scheinen alle Versuche, dies huschende Leben irgendwie festzuhalten, schal und tot, geben durchaus fein Bild dessen, was war und wie es sich auswirkte. Photographische Aufnahmen unb rohe Wiedergaben in Zeitschriften lassen natürlich das Beste vermissen, die Bewegung, die Zusammenstimmung ober Kontrastwirkung mit allem übrigen, und ob es je einmal einen echten Münchner Karnevalfilm geben wird, ja ob matt einen wünschen soll, steht dahin. Aber er lebt, der Münchener Karnevalskünftler, unb wenn ich über die Sahrzehnte meiner hiesigen FaschingSerinnerungen zurücDlickend. mich frage, ob hier irgendetwas zu- oder abgeuommen Hobe, fo muß ich unbeschadet der vielen köstlichen, tief ins Gedächtngis eingegrabenen vergangenen Feste wieder sagen, was ich noch an jedem Fa^ schingsschluh gesagt habe: dieser letzte war der schönste, der erfüttteftel Hochschulnachnchien. Der durch die Berufung von Prof. E. &ttig nach Tübingen an der Unioerfität Königs» berg erledigte Lehrstuhl der vergleichenden Sprachwissenschaft ist dem außerordentlichen Professor Dr. Wolfgang Krause in Göttingen angeboten worden. — Der durch die ileberfieb» lung des Prof. O. Strauß nach Kiel an der Universität Breslau fteigewordene Lehrstuhl für vergleichende Sprachwissenschaft ist dem ordenllichen Professor Dr. Wilhelm Hävers in Würzburg angeboten worden. — Zur Wiederbesetzung des germanistischen Ordinariats an der älniversität Kiel (an Stelle des Geh. Rats Friedr. Kauffmann) ist ein Ruf an Professor Dr. Karl Wesle in Sena ergangen. ~ .Der ordentliche Professor der neueren Kunstgeschichte an der Heidelberger üniberfitäf. Geh. Hofrat Dr. phil., Dr. theo! h. c. Carl Reumann ist von seinen Amtspflichten enthoben worden. Zwei neue Privatbozenten haben sich in bar nredizinischen Fakultät der Hnioerfität Frankfurt für das Fach der Chirurgie habilitiert: Dr. mrd. Hermann Fischer unb Dr. med. Walter Sebening. — Tlmtlich wird die Ernennung des ord. Professors Dr. Friedrich O e r t e l von der Llniversität Graz zum ordentlichen Professor der alten Geschichte an der Donner Llniversität als Nachfolger des Geh, Rais Cichorius bestätigt. — Zum Nachfolger des verstorbenen Geh. Rats Prof. Th. Paul auf dem Lehrstuhl der Pharmazie unb angewandte Chemie an der Llniversität München ist Professor Dr. 'Benno Dl eher vor: bar Hochschule für Landwirtschaft und Brauerei ut Weihenstepha« io Aussicht genommen, Ursache «Last* ich öfH in hem schneich«r Frühwinter suchen zu müssen. Daß Mr tiefsten Temperaturen anal* am Oft- und Südrande dkses russischen Hochdruckgebietes auftreten, entspricht den meteorologi- >chen Gesehen, welche sagen, daß die 2uft ein Hochdruckgebiet in rechtsdrehendem Wirbel um- | Ließt So finden wir bann im Westen und Norden des Hochdruc^ebietes in diesem Winter anormal hohe Temperaturen. Selbst Spitzbergen und die Dären-Jnseln in 80 bzw. 75 Grad nördlicher Breite haben Temperaturen um Null, während im Balkan unter 45 Grad Breite mehr als 20 Grad Kälte herrschen. England und Westsrankreich haben dauernd mildes Weicker mit Temperaturen zwischen -ft 4 und 8 OrdV) gehabt, aber Südsrankreich und Nordil allen leiden schwer unter der Kälte. Hierhin ergießt sich beiderseits entlang der Alpen der falte Luftstrom, der sich nur langsam und zögernd über den: schneefreien Erdboden erwärmt. Aber von Tag zu Tag werden die Stabilitätsbedingungen des russischen Hochdruckgebiets ungünstiger. Die Sonne steigt täglich um '/, Grad höher hinauf, und nod) schneller nimmt die 3n» tensität der erwärmenden Sonnenstrahlen zu. Schon Ende Februar pflegen in unserem Klima heitere Tage wärmer zu sein als trübe, während im Winter bekanntlich das Umgekehrte der Fall ist. So werden Die Aussichten auf wärmeres Wetter von Tag zu Tag günstiger. Die Hoffnung ist berechtigt, daß noch mit diese r W o ch e das Frostwetter zu Ende geht. Aus der Provinzialhauptstadt. Giessen, den 12. Februar 1929. Kälte-Erinnerungen eines alten Gießeners. Zu dem in der gestrigen Nummer veröftent- lichteu Aussatz mit vorstehender Ueber'chrift schreibt uns ein Mitglied des damaligen Woyl- tatigkeits-AusschusseS: Der Winter 1879/80 war einer der kältesten, die ich vor- und nachher erlebt habe. Dah die Lahn sowie streckenweise der Main zugefro- ren waren, wiederholte sich öfters: aber dah der Rhein sich in eine jede Belastung aushaltende Eisdecke verwandelte, daS haben nur wenige Generationen erlebt. So zwischen den Jahren, wie man sagt, machte ich mich auf den Weg nach Mainz, uni mir dos Schauspiel des zugefrorene v Aheins anzusehen. Ich landete in Kastel, da« damals nur durch eine Schiffbrücke mit Mainz verbunden war. Der Mainzer Bahnhof befand sich noch hart am linken Rhein- ufcr, gegenüber stand der Bahnhof 'von Kastel. Der Der kehr zwischen den beiden Bahnhöfen war auf dem zugefrore- nen Nh ein ein recht lebhafter, nicht nur der Einheimischen, sondern auch der aus der nahen und weiten Umgebung Herbeigekommenen. Man hatte Gelegenheit, den Rhein zu Fuh und auch im Schlitten zu überqueren, auch Lastfuhrwerke bewegten sich auf der durch Auffüllung von Kohlenschlacken hergestellten „Strohe" von einem zum andern Ufer. Weiter fanden Konzerte und sonstige Veranstaltungen für die ..Weenzer" mitten auf dem Rheine statt. In Gesellschaft eines Freunde- unternahm ich eine Fußpartie nach Biebrich, die sich aber dadurch etwas Dcrtongerte, dah sich gerade vor Biebrich eine eisfreie Fahrrinne befand, so dah wir weiter abwärts wandern muhten, ehe wir das Ufer erreichen konnten. Der durch das nachfolgende Tauwetter eintretende S i S g a n g bedrohte die Ufergemeinden besonders stark, wenn sich daS Gis „gestellt" hatte. Bei Caub muhten Sprengungen durch Pioniere vorgenommen werden, um dem Eis Abgang zu verschaffen und Ueberschwemmungen vorzubeugen. Die von dein älteven Leser in der gestern ge- machten Mitteilung über bedauerliche Neben- Erscheinungen des Frostes kann ich um einiges ergänzen. Ende des Jahves 1879 trat eine Epidemie. dos sog. Rekurrensfieber, auf, das besonders die wandernden Hendwel-lsburschen befiel. Bis Ende März 1880 wurden insgesamt rd. 200 Zaschingsdienstag in Fmscati. 23on Margarete Schuch-Mankiewicz, Rom Ein strahlender Dorsrühlingstag liegt über der Campagna. Unzählige Züge und Autos bringen die Gäste aus Rom, welche das Schauspiel des w'.cdererweckten Karnevals in Frascati genießen wollen. Schon in der Elektrischen spielen eine Violine und eine Gitarre lustige Weisen, dann kommt ein Frühstück im Freien auf dem großen Platz, der gairz mit Fahnen, die Pierrot- Bilbcv zeigen, mit Moskcnteppichen geschmückt ist, und schon packt der erste Coriondoliverkäufer 'eine Waren ans. Coriandoli. aus alten Tram- waykarten gemocht, Papierschlangen, Staubwedel aus Papier, und das fröhlich-ausgelassene Treft ben beginnt. Da speit eine Tram die erste Musikkapelle aus, eine zweite erscheint, eine dritte. Luftballoirö fliegen aus. fünfzig, hundert, es ist Karneval! Und schwerfällig, von den breitgehörnten Stieren der Campagna gezogen, lammen die Karren. Der Wagen der Blumen voran, Rosen, Mohnblumen. und die größten blühten um reizende Mädchenköpfe, die zwischen Moos und Felsen gclagcii waren, während auf dem Gipfel _ des FelsenS eine junge Römerin eine rolenbekränzte Säule umschlingend. Bonbons unter die Menge warf. Ein Wagen des Charleston folgt, ein lustiges Flugzeug, eine goldene Rokokokarosse VON einem Schweinchen gezogen, von einer Nkond- lavalkade begleitet. „Die Hochzeitsbräuche in Xcu-Guinea" heißt ein Mohrenzug mit bem Hochzeilsstrauh aus Mohrrüben und Buchs. Ein riesiger Teufel aus einem Karren, mit Vertretern aller Nationen, ein Schiff mit Matrosen, die mit Besen rudern so geht der Karnevals- zug vorüber Es liegt ein Hauch von ..Gschnas" über allem, aber es ist ein künstlerisches GschnaS, wie bei den Festen im Knnstlerhans in Wien Und seift fliegen auch Gipskonfetti in Form von Ctemftfcn iMtrd) dse Luft. Heiterkeit, überströmende, aber nirgends ein Betrunkener, obwohl wir in Fras- .ati find, in der Stadt des besten Wein-e- Unb mitten durch den Trubel geht chic Schar tun Straßenarbeitern mit ihren Geräten, fir kommen müde von der Arbeit, aber sie lassen den Lärm und das Treiben über sich ergeben, ohne Neid oder Scheelsucht. Die Kinder sind natürlich so recht in ihrem Element, aber auch die Großen, auch diejenigen, welche schwere und wvt der Krankheft Vefavene fit 6eit KVrckken, fette in besonder- eingerichteten SsoUerbauten und in dem vom damaligen Hofgericht geräumten Gebäude am Drandvlatz. jetzt Turmhaus. veiPflegt. Bon den Erkrankten starben 20 beiderlei Geschlechts. — Da man die Ursache dieser Krankheit in der mangelhaften Ernährung der davon Betroffenen erblickte, griff die Stadt, unterstützt durch die Bürgerschaft, zu entsprechenden Maßnahmen. Eine sofort einderufene Dürgerverfamm- lung im Cafe Leib beschloh die Errichtung einer Volksküche und setzte einen aus 51 Damen und Herren bestehenden Ausschuß ein. Der Erfolg der Tätigkeit dieses Ausschusses war recht erfreulich. und die Unterstützung, die er bei der Einwohnerschaft Gießens fand, erst recht. So gingen an barem Gelds über 7000 Mark ein. davon 2000 ML. die in der Geschäftsstelle des „GießenerAnzeigers" meist In kleineren Beträgen abgeliefert wurden. Die im Schloß am Kanzleiberg eingerichtete Küche gab täglich bte zu 1100 Portionen Suppe aus. zum größten Teil ohne Bezahlung oder gegen gespendete Freikarten, zum kleinen Teil an beschäftigte Arbeiter, denen die Erlangung eines warmen Mittagessens nicht möglich war. für 10 Pf. je Portton (V2 Liter). Die Einrichtung der Küche,' Kessel. Geschirr, Söffet, Tische und Stühle hatten Private und Wirte leihweise zur Verfügung gestellt, zum Teil auch geschenkt. WaS weiter gelpenbet wurde, ist ersichtlich aus den ab und zu im »Gieß. AiH." veröffentlichten Aufstellungen. Hier nur ein Beispiel: Metzger G. Euler 20 Pfund Dörrfleisch. Meyer- seld und Werter 200 Pfund Reis, Metzger Metzger 18 Pfund Ochsenfleisch. Fuhrmann Euler 1 Korb Kartoffeln und 1 Korb gelbe Rüben, 3. W. Kurz 50 Pfund Reis. A. Stern 150 Pfund Kartoffeln, Grünebaum 8 Handtücher, DebuS Sellerie und Fleischzwiebeln. Schmücker 6 Handtücher, Haßler 25 Pfund Nudeln. F. H. 10 Pfund Reis. M. Engel 25 Pfund Erbsen. Auch ein großer Teil des Brennmaterials für die Kochkessel und die Befeuerung der Aufenthalts- bzw. Speiseräume wurde gespendet. Eifrig beteiligten ftch auch "die ßanbTcute an der Hergabe der von ihnen erzeugten Naturalien. Durch all diese Naturalienspenden war es möglich, eine derbe, gut schmeckende Suppe zu kochen, und trotzdem gab es, zum Glück, nur vereinzelt, Nörgler, die aber ein für allemal aus der „Gemüsebrühanstalt", wie sie die Küche bezeichneten. auSgeschieden tourten. Der stille Dank für das Gebotene und die unbezahlte Arbeit der im Dienste ter Küche stehenden Damen und Herren sand Ausdruck besonders in den befriedigten Gesichtern ter Schulkinder nach eingenommener Mahlzeit. Die Ausschußmitgliedschast verdankte ich einem der in der vorbereitenden Versammlung im w6af6 Leib- anwesenden Herrn, der mich wegen meiner Eigenschaft als Gewerkschaftler und ehemaliger „Äunte“ (Handwerksbilrfche) als berufen vorschlug, den Belangen der Handwercksbur- schen, soweit deren Appetit in Frage kam, gerecht zu werben. Das habe ich redlich getan und manchem .Kunden" zu einer zweiten, wenn nicht gar dritten Portion verholfen. Da die Suppe erst nach einer eingehenden Kostprobe durch die diensttuenden Ausschußmitglieder verteilt wurde, gelangte ich nach und nach zu einem gewissen „Suppenverstand", von dem auch mehre Pflegebefohlenen profitierten. Mein Stellvertreter in ter durchschnittlich 30 bis 40 Köpfe umfassenden »Kundenabteilung'' war nicht ehrenamtlich tätig, sondern wurde für seine Arbeit, die in Ofenbebicnung, Geschirrspülen, Reinigen der Räume und Im »Servieren" bestand, bezahlt. Es war ein zugereister Oesterreicher, dessen .Willst noch a Suppen?" ich heute noch zu Horen vermeine. Nach Einstellung deS Küchenbetriebs leb'«? er noch einige Jahre als Gelegenheitsarbeiter in Gießen und ist dann wahrscheinlich wieder in dem großen Kundenkreis untergetaucht. — Daß es bei alledem nicht an Humor fehlte, dafür sorgten eines Sonntags mehrere Studenten. Nach reichlichem Frühschoppen stellten sie sich in ter Küche ein. Nach ihrem Begehr gefragt, erflarten sie. sie wollten einmal die jungen Damen bei der Kocherei sehen. .Sunt Poussiere hawe mereve ka Seit",erllär.e der dieAb.ich-t der verantwortungsreiche Arbeit in Rom, zurückge- lassen haben, geben sich sorglos dem Augenblick hin. Und die Frauen schmücken sich mit Veilchen und Mimosen, wir sind ja im Süden, und alles blüht schon. Auch von den Autos Winken Pfirsich- und Schlehdomzweige. Und am Abend entzünden sich die hundert und aber hundert elektrischen Lampen, die zwischen Lorbeergirlanden versteckt ruhig ihre Seif abgewartet haben, solange die Sowie ihr goldenes Zepter schwang, und ter Maskenball ter Eleganz führt alle Tanzlustigen zusammen. Auch die Maske, durch viele Jahre eifern* streng verboten, kommt im Kanreval wieder zu ihrem Recht. Unb all, dies hat das „Dapolaooro" vollbracht, das Feierabendwerk, das berufen ist, im künstlerischen Leben Italiens eine große Rolle zu spielen, im Theater, wo cs Wettbewerbe veranstaltet. die viele neue Talente and Licht bringen, in kunstgewerblichen Ausstellungen und in allen Dingen, die geistiges Volksgut sind. Dor ter schönen Barockkirche SraScatt?, werden schlanke, weiße Kerzen vertäust, «Moccoletti, die im Dunkeln angezündet und tu der Hand getragen, von Freunden und Unbetaitnten aus- gelöscht und wieder entzündet werten. Schon Goethe war begeistert von diesem lllloeeollspiel. bas jetzt auch wieder ausgenommen wird. Denn, wenn Rom. die ccnfte Stadt teS Papstes und des Studiums ist, so wollen die kleinen Städte um Rom wie Albano, FraScati. Marino, wo ich eine Hochzeit mit Masken sah. Statten ter Heiterkeit fein, wo man baS Qebcn auf bunte Weise genießt und nicht an die Sorgen deS Morgen denkt. Ozeansahrien in Konservenbüchsen und auf Holzflößen. Der neuerdings wieder beliebte Sport, auf kleinen Seesahrzeugen — Segelbooten, ^ohbclbnoten. Flößen — große Seereisen zurückzulegen mth wo» möglich Meere zu durchqueren, ist keine Erfindung unserer sportbetonten Seit, sondern hat schon einmal, vor nunmehr achtzig fahren, geblüht ruft» ba» bei allerdings recht eigenartige Duften getrieben. Den Anstoß zu diesen ausgefallenen Unternehmungen gab ter englische ftqpttnn Notzier, der im Jahre 1849 in einer chinesischen Dschunke von China nach London fuhr, wozu er anderthalb Jahre brauchte. Rößler wurde damit plötzlich ein berühmter Mann. Natürlich sanden sich — wie immer — Ctibetert afhwnte, fite Aufsicht ftlhvenve.Supp- bireZtor“. .ater Supp fbnne se hawe". Prompt legte jeder der Studenten ein Sehnpfennigstück auf den Tisch und bald begann an einem etwas abseits stehenden Tisch das Auslöffeln der von zarter Hand eilige löffelten Suppe. Höchst befriedigt zogen di2 Studenten nach dem .Distanzflirt mit Kartofselfuppe" ab. — Mitte März 1880 konnte die Küche ihren Betrieb einstellen. H <$. Daten für Mittwoch. 13. Februar Sonnenaufgang 7.19 Uhr; Sonnenuntergang 17.11 Uhr. — Mondaufgang 9.50 Uhr; Monduntergang 21-37 Uhr. 1419: Stiftung der Universität Rostock; — 1572: der Goldschmied und Bildhauer Benvenuto Cellini in Florenz gestorben; — 1754: der Diplomat Fürst Talleyrand in Paris geboren; — 1883: Richard Wagner in Venedig gestorben. * *• Schützt die Pferde! Bei strenoer Kölle müssen die Pferde, wenn sie auf der Strotze hallen, gut zugedeckt werden, damit sie nicht zu sehr frieren, ftiif werden unb sich erkälten. Die Decken fallen sorgsam übergelegt und an den Sellen gut befestigt sein. Flüchtiges Uebermerfen nutzt nicht viel. Da- aegen ist es sehr unvernünftig, die Arbeitstiere schon während des Dienstes mit einer Decke einher- gehen zu lassen. Darunter schwitzt die Haut, und das Tier wird empfindlich. Nur geschorene Pferde müssen im Winter eine Decke haben. Ein sorgsamer Kutscher darf nicht vergessen, über Nacht das Gebiß der Pferde im Stalle aufzubewahren und vor dem Gebrauch in warmes Wasser zu tauchen, ober mit einem wollenen Tuche warm zu reiben, weil sonst das kalte Eisen an Zunge, Lippen unb Gaumen des Tieres kleben bleibt unb sehr schmerzhafte Beschädigungen der Schleimhaut verursacht, so daß die Tiere ihr hartes, stechendes Futter scheuen. Auf roitterung.gcmäjjen Hufbeschlag muß jetzt auch ge> achtet werden. Bei unebenem Boden, ter mit Eis, ober Schnee bedeckt ist, gehören an die Hufeisen Stollen, von denen die cinschroubbaren H- und Z- Stollen die empfehlenswertesten sind. Ist die Fahrbahn glatt (Zement, Beton, Alphalt), so verhindern Hufeisen mit Strickeinlagen das Rutschen noch am i besten. Um Pferde, die auf glatten Straßen gestürzt : sind, leichter auszurichtcn, führe man stets Torfmull 1 oder Sand zum Bestreuen des Bodens mit. " Der Hofhund im Winter. Dieser treue Wächter an der Kette ist durch ein wohlverwahrtes, gut gedecktes Häuschen vor Kälte und Schnee zu schützen. Seine Lagerstätte werbe öfters mit frifdjem Stroh, Decken usw. versorgt und stets warm und reinlich gehalten. Ueber den Eingang hänge man einen dicken Sack ober begL, ter dem Hund das Durchfchlüpsen gestattet, aber der Zugluft den Eintrftt wehrt. Man laste den armen Gefangenen jeden Tag einige Stunden los, damit er sich frei bewegen unb freuen kann. An Futter, bas warm fein muß, bedarf das Tier jetzt ebenfalls mehr als im Sommer. Sein Trinkgefäß werde täglich gereinigt und wiederholt mit lauwarmem Wasser gefüllt. Auch die Umgebung ter Hütte hatte man sauber. @ i e o e r e i n Gießen. Bei dem am Sams- tagnachmittag auf der Eisbahn an der Mollkeftraße veranstalteten Preislaufen wurden folgende Ergebnisse festgestellt: Kunstlauf: Gruppe C, über 18 Jahre: Herren: 1. ft. Rust, 136 P., 2. G. Cante mann, 133, 3. Heinz Loh, 124, 4 Erwin Beuchert, 122. 5. Walter Loh 119 Punkte; Samen: 1. Frl. Will, 133 Punkte. Gruppe B, 11 bis 18 Jahre: Herren: 1. Heinz Fischer, 46 P„ 2. Ferd. Küsters, 44, 3. Rudi Knauß, 43, 4. Otto ftnäufc 41 Punkte: Damen: L Ette Dickelhaupt, 50 Punkte, 2. Dertties Hornberger, 40 Punkte. Gruppe A, bis 10 Jahre: 1. Margot Kübel, 2. Annelene Rauch, 3. Ernst Geiger, A. Wolfgang Habrich, 5. Willi Jakob. Paarlauf: Damen-Herren: 1. Frl- Will-Herr Beuchert. Herrendoppel: 1. Rust-Seipp, 2. H. Loh°W. Loh. Schnell- lauf: GruppeC, über 18Jahre: 1.Seipp, 2.Heinz Loh, 3. W. Loh, 4. Beuchert. Gruppe B, 15 bis 18 Jahre: 1. Rinn, 2. Mewes, 3. Schuhmacher. Gruppe A, 10 bis 14 Jahre: 1. Habrich, 2. Vetter, 3. Koch, 4. Weith: Gruppe A 1, bis 10 Jahre: A. 1. Ingrid Müller, 2. Hilde König; B. 1. Brömer, 2. Habrich, 3. Döpfer. -CETEtx. eonmn■ i■ r«—i———t— bald Nachahmer solcher sensationeller Extratouren, aber da mit einer bloßen Nachahmung wenig Sensation zu machen war, strebte der Amerikaner 21r» chibalb Blascar danach, in einem in jeder Weise ungewöhnlichen Fahrzeug den O^ean zu durchqueren. 2lus leeren Konservenbüchsen fabrizierte er ein eisörnftges Schiff, intern die Dosen in zwei Lagen zusammengelötet unb die Zwischenräume mit Pech und leer verbunden unb wasserdicht gemacht wurden. Sehr bezeichnenderweise wurde dieses ungewöhnliche Fahrzeug „Amerika" getauft unb, nachdem die Probefahrt zur Zufriedenheit ausgefallen war, am 10. April 1851 in See gelosten. Blascor beabsichtigte mit seinem Begleiter, dem Steuermann Wilkiens, auf unb in diesem Ei über den Ozean nach Europa zu fahren unb an einem eng lischen Hafen anzulegen. Man hotte die Reise auf sieben Monate berechnet unb sich mit entsprechendem Proviant versehen. Nach anfänglich guten Tagen bei günstigem Wind würbe die „ilinerifa" bereits nach einer Woa'ie von einem fürchterlichen Sturm heimgcsucht, ter beinahe sechzehn Tage tobte unb das BleäM weit nördlich abtrieb. Dloscars Begleiter wurde so schwer von ter Seekrankheit heimgesucht, baß er cm Herzschwäche starb. Daraus stellte sich eine Windstille ein, die dem nunmehr einsamen Dla- fcar ebensowenig willkommen war. da sie fast einen Ntonat dauerte. Ein neuer Sturm trieb oic „Amerika" gegen die Insel Island, wo sie beinahe an ten Klippen zerschellt wäre. Dann scl-aukette dos ungefüge Fahrzeug zwei Monate lang ouf dem Ozean umher, ohne auf Land ober ein Schiss zu stoßen. Gegen Enbe des fünften Monats landete es auf ter kleinen, unbewohnten, völlig unbewachsenen Insel Nockall, westlich von Schottland, wo sich der abenteuerliche Seefahrer robmsonhost acht Wochen auf- hielt und von dem in der Sonne gedörrten Fleisch ter Seevögel unb Regenwasser lebte. Als er wieder in See ging, in der Hoffnung, auf zivilisiertes Land zu stoßen, verschluaen ihn heftige Stürm« an die norwegische Küste, bis er endlich, nach elf monatiger Odyssee auf offener See non Hcrinasfischcm auf- gegriffen und nach ter kleinen dänische«: ftasenstabi Sontervig gebracht wurde, wo er infolge ter Entbehrungen und ausneftanbenen Schrecken mehr tot als lebendig unb mehr trr als bet Verstaute ankvm Merkwürdigerweise hatte die .^Imarita* alle diese Abenteuer bester überftonten; sie diente den Sonder- olger Heringsfischern noch lange als schwbnmender Netzbehälter, nachdem sie ihnen von Balscar geschenkt worden war. Der Seefahrer erhielt durch eine in Neuyork eingeleitete öffentliche Sammlung ein Ehrengeschenk von 30000 Dollar, ferner schrieb er ein Buch über feine abenteuerliche Reise in der Konservenbüchse, das chm weitere 20 000 Dollar einbrachte. So taufte er sich ein „richtiges" Schiff und starb 1876 als wohlhabender Mam. Ohne sich durch Dlascars schreckliche Erlebniste obschrccken zu foucr-, unternahm bereits 1853 ter Holländer von Förlingen mit zwei Begleitern eine Ozeanfahrt auf einem dreißig Meter langen Holzsloß mit eingebauter Kajüte. Sein Ziel tna- Amerika, er hat es nie erreicht und man hat nie von ihm gehört; nur Bruchstücke des Fahrzeuges wurden ein Jahr später on ter schottischen Stufte angeschwemmt. 1854 mieterhcllre ein Norweger allein den Versuch, in einem Floß nach Amerika zu gelangen, was chm ebenfalls mißglückte; mitten im Atlantischen Ozean wurde er von seinem, bedenklichen Fahrzeug auf einen deutschen Dampfer übernommen. Stott sich von solchen Unternehmungen abschrecken zu lassen, spornten die bisherigen Mißerfolge eine Menge Wagemutiger an, sich ten Er- folg zu holen, im Floß ten Ozcan überquert zu ljaben. Eine ganze Reihe von Berfuchen wurden in den nächsten fahren, teils von Amerika, teils mit Europa aus, unternommen, und tatsää)l!ch bticb ter Erfolg nicht aus. Cm echt englisches Unternehmen war eine Wette, bei ter es sich um nicht weniger als um eine halbe Million Mark handeltr. Der Engländer Lord Baltroup fuhr mit zehn Dc- glcifcrn in einem Wftinoerschiif, einer getreuen Kopie eines alten Holzschiffes, von Werdccn nad) Neuyork, n>o er, begünstigt vom Wetter, wohlbe' hatten nach vier Monoton anfam. Sofort kam bte Modo ter Segelbootscchrten über ben Ozean mit. ober erst im Q.ohre 1872 gelang tem Francs«« Ma rvikle die Fahrt über den Ozean. T. F- Welche SUtte erträgt -er Mensch? Nansen berichtet von Temperaturen von 30 bis 40 Grad und einmal verzeichnet, er, daß er unb feine Begleiter sich her Minus 50 Grad (^Isius .sehr wohl befanden-. Aber auch bei. un# bc' man anläßlich hon Ballonaussttegmr sehr nto ilrige Tenweraturen _ gut über ft anben» Es übrigens rächt die. Kälte, bte zum Tod des frierens, führt, eS spi^an andere Umstände einc wichtigere- Rolle babev ErschöpfiL Menschen oder solche, dto unter der Einwirkung teS Attobo»- stehen- können bei niedrigen Temperaturen erfrieren, während gesunde auch durch sehr tteft Temperaturen kernen Schaden erleiden. Daß Waffensterben der großen Armee auf dem Rückmarsch von Moskau ist hauptsächlich auf die Erschöpfung der Soldaten zurückzuführen getoefen. Oberhessen. LanvkreiS Gietzeie. CO Klein-Linden, 11.Febr. Mit einem erlesenen Programm wartete am Samstagabend im ©aale des Gasthauses .Lur Deutschen Eiche- die hiesige Freiwillige Feuerwehr ihren Mitgliedern und Freunden auf. Seit Jahren bas erste berartige Wmtervergnügen ter Feuerwehr, erfreute es sich eines recht guten Besuches. Nach Eröffnung ter Feier durch eine gute Musikkapelle begrüßte ter erste Jtomanbant der Wehr, Fritz Müller, die Erschienenen, besonders auch die Abordnungen ter benachbarten Gießener städtischen Freiwrlligen unb Gotischen Freiwilligen Feuerwehr. Aus ter Geschichte ter hiesigen Wehr, über die ter erste Kommandant einen Rückblick gab, ist ersichtlich, daß die Wehr im Jahr 1895 mit 17 Mitgliedern gegründet wurde. Vier ter Gründer sind noch am Leben unb heute noch treue Glieder der Wehr. Es sind dies Ehrenkommandant Karl Jung. Friedr.' S p e i e r, Ludwig Schaum unb Heinrich User. Die Dor tragsfolge brachte neben einem gut gefDielten ernsten Dreiakter unb einem heiteren Einakter aus den: Berufsleben der Feuerwehr, ter, ebenso wie des erste Stück großen Beifall fand, gute Musikstücke einer erstklassigen Musikkapelle. Eine Verlosung schöner Geoenstante unb ter übliche Tanz schlossen die wohlgelungene Feier. • Allendorf (Lahn), 11. Febr. Am Samstagabend hatte der hiesige Turner-Ve.rein e.V. (D. T.) £u feinem diesjährigen Unterhalt tungSabcnb eingeladen. Der Saal der Gastwirtschaft „Zur Linde" war gut besetzt. feiner Begrüßungsansprache Hieß der 1. Dor- sitzende Faber die Erschienenen herzllch willkommen. Sein zum Schluß ausgebrachtes ..Gut Heil" galt bet D. T.. dem Gau Hessen und dem T. V. Allendorf (Lahn). Zwei gutgespielte Einakter wechselten mit turnerischen Vorführungen und humoristischen Vorträgen ab, die von den Zuhörern mit großem Beifall ausgenommen wurden. Der anschließende Tanz hielt die Anwesenden noch lange zusammen. Vollbefriedigt verließen die Besucher den Saal. : Beuern, 11. Febr. Auf der hiesigen Rodelbahn ereigneten sich in den letzten Tagen zwei UnglückSsälle. Gin verheirateter Mann und ein Schüler kamen mit ihren Schlitten zum Stur- und trugen dabei schwere Beinbrüche davon. Ein anderer Mann wurde von einem Schlitten angerannt und am Fuße gequetscht. ° Steinberg, 11. Febr. Am Samstagabend feierte bet Gesangverein „Jugendfreund" Steinberg unter der Leitung seines Dirigenten Heinrich Köhler sein 41. Stiftungsfest. Zu Gehör kamen verschiedene gift votge- tragene Chöre, u. a. „Sabbatfrühs" und „Der DoUSgesang" von Rempler. Der zweite Teil des Programms begann mit einem dreiaktigen Lustspiels anschlietzsrd folgte ein Lustspiel ht einem Aufzug. Hervorragende Leistungen tourbc-i hierbei vollbracht. D e Musik wurde von bet Kapelle Heß, Watzenborn, auSaeführt, die ftch nxr- toiegenb aus jungen Musikern zufanunensetzt und gerate in letzter Zett überall Anklang gefunden hat. Der Abend fesselte die Besucher derart, daß man erst in vorgerückter Stunde an ben Heimgang dachte. Der Verein kann mit dem Erfolg feiner Veranstaltung zufrieden fein. D Sich. 11. Febr. Infolge Les starken Frostes war der heuttge Diehmarkt (Schweine- und Schafniarkt) nur schwach befahren. Schafe wurden nicht gehantelt. £ür Ferkel bis zu acht Wochen alt wurden 30 biS 38 Mk.. für solche über acht biS -wöls Wochen 50 bis 62 Tiarf bezahlt. ES verblieb geringer lieber ft anb. X Lich, 11. Febr. 3n Vertretung deS Superintendenten von Oberheffen nahm Dekan G u h m a n n (Kirchberg) Einsicht in den R e - ligivnSunterticht der hiesigen Volls- schule. ES wurden acht Klassen besucht. Selon Gußmann sprach sich am Schlüsse der Einscht- nahme dem Leiter der Schule gegenüber sehr befriedigt über bte gewonnenen Eindrücke aut. • Ebetstadt bei Lich, 11. Febr. Gestern beging als älteste Einwohnerin unseres OrteS, die Witwe des früheren Gemeiilbercchners Gg. Dender L, Frau Marie Bender, geb. ■-ÄE« AM LS eitert 20000^ -in »rW 5 \W Ä, in bereits 1853 l01.. —m jWtiW1 .'Ä? *®b tis L'E "Sfesi M SS« ®* * *w»K" »«? ^°L- S§s 'Ä »r-Ltz &W en Ma"- e*. wg* ’&Ä ZH LS5 Ä.Ä "'er. Ute £n- ebenso wie bn< ftVWfc rf/'y 5ktlo[uti(i ** N schloßen Mit. 2m 61mg, ^9tn Unterhai. ZZl. SW* 3n H »er 1. Ufa. ^bMrS „Tut wkn nti) km WM «fe, *Src msgenommv, wiu' li£Ü bic 2nHen- Äfrirtlg} ixt. N bet hiejiM lÄ bcn letzten Jo» Sin verheirateter mit ihren Schiit« d-rbei schwere tret Dann wurde -t und am Fuhc Im Samstagabend in «Jugend« der Leitung seiner sein 41. Stiftung^* irdene gut vorg-> ifrühe" und „Sa >rr zweite Teil bä i drriaktigen Lck- Lustspiel ht ein-A ngen wurde,, hier- de von der Kapellr ct, die sich ixr- Smsetzt imb g gesunde- Sucher derart, nde an den Heiw m mit dem 6tfol( fein. es Karten Awslit t iSchlvcüw' uii reit. Schale w M M zu c. Ä M, für sch i 50 bli 60 TM et lieber stand, kttidunn des t» ssen nahm Sdt M in den 7t- t hiesigen W ssen besucht. 2Äc hlusse der W; itc gegrnüber g n£1t Sinbrudc m il * «S n SemeinderechM ie 2-nder.^ Zimmer, ht Drverlicher tmS geifHflef Frische ihren 85. Geburtstag. ds. LangSdorf. 11. F^r. Am SamStag hatte der Turnverein m der Wirtschaft von Heinrich Ä.ämer Witwe seine ordentliche Generalversammlung. Aach der Begrüßung der Erschienenen durch den ersten Sprecher. Bürgermeister Kneipp erstattete Oberturnwart Reitz Bericht über die Leistungen deS Vereins. Wo die Turner des Vereins antraten, errangen sie auch Siege. Besonders hervorgehoben sei dir ausopserungsfreudige Arbeit deS Iugendturn- warts. Oberprimaner Ernst Krämer. 3m Laufe deS r-erfchssenen Jahres machte er mehrevr Wanderungen mit seinen Zöglingen. Alsdann erstattete der Rechner. Lehrer G l ü ;r Vortragende erläuterte sodann noch den Begriff der Sportverletzungen. Ein enges Zusammenarbeiten zwischen ärztlicher Tätigleit und dem Sport fei notwendig. Zum Schlüsse des sehr lehrreichen und anregenden Vortrages zeigte Prof. Huntemüller eine Anzahl von guten Lichtbildern, in welchen die hauptsächlichsten Arten der Sportbetätigung vorgeführt wurden. Die dankbaren Zuhörer spendeten dem Redner reichen Beifall. AreiS Lauterbach. WER. Lauterbach, 11. Febr. 3m Sommer vorigen 3ahres wurde hier bei Erdarbeiten zu einem Reubau ein irdener Topf gefunden, der bis zum Rande mit wertvollen Silbermünzen und einzelnen Goldmünzen aus dem fpäten Mittelalter bis zum 17. Jahrhundert gefüllt war. Die Bezirkssparkasse Lauterbach hat nun den großen Münzenfund für eine bedeutende Summe an einen holländischen Altertumshändler aus Amsterdam verkauft. Das große Grauen. ZRoman von H. A. von Byern. Urheber-Rechtsschutz d rch Verlag Oskar Meister. Werdau. 5 Fortsetzung. Nachdruck verboten „3a, Sic mögen recht haben, Hochwürden, „quieta non movere'", mein Freund ist ohnehin ein Träumer..." „®r sucht Gott auf ferne Weife.. .Ganz recht, und eben deshalb meine ich, auch von ihm gilt das Wort: Wer immer strebend sich bemüht, den tarnten wir erlösen...“ 3ch stand auf, denn vom Schloß herüber klang der dumpfe, dröhnende Hall eines Gongs: ,21m Abend sehen wir uns wohl nicht, mein Freund und ich wollen in der Jagdhütte an der Rheiderspitz übernachten." „Dann Weidmannsheil!" Kaplan Innermoser drückte mir die Hand, mit raschen Schritten ging ich den Mittelweg hinunter und trat in die dämmerknhle Halle. „■3ett lassen. Allerlei" mahnte mein Freund: „Se trennen ka ma d Gams und d' Hirsch net, wenn d' in dem Temvo wellersteiqst, kannst in a'r falben S und nimmer schnaufen!" Ich stützte mich auf meinen Bergstock, schob den voll bepackten Schnerfer höher und trocknete mir die Stirn, auf der der Schweiß in kleinen Perlen stand. -Ruh'n ma erst amal a bissel." Der Vinzenz hob den Rucksack von den Schlütern und setzte 'ich auf einen Stein, der grau und massig am Tande des Steilhangs lag. Dann brannte er den kurzen Ulmer Rasenwärmer an. Die kleine Rast rar mir ganz willkommen: denn Waden und ^veuz schmerzten noch von der Frühbirsch her. md die dvppelle Last der Büchse sowie des öchnerfers war ich auch nicht gewohnt. Mein >neund blickte sinnend den Rauchwölkchen nach: ..In q paar Täg birsch i in die Karpathen, ffreu ml schon, d raus, an braven Hirsch hab i rufung eingelegt mit dem Antrag, den Angv- klagten auch wegen fahrlässiger Körperverletzung zu verurteilen. Nach längerer Beweisaufnahme gelangte das Berufungsgericht zur Freisprechung. da dem Angeklagten auch hinsichtlich der LIebertretung ein Verschulden nicht nachgewiesen werden könne. In einem weiteren, ähnlich liegenden Falle, in dem ein Autofahrer wegen fahrlässiger Körper- perlehung — Verletzung beim Zusammenstoß zweier Autos — in erster Instanz zu einer Geldstrafe von 100 Mk. verurteilt wurde, erging nach Vernehmung des Hauptzeugen und Anhörung der Sachverständigen Gertchtsbeschlutz, durch welchen zunächst ein Augenschein an Ort und Stelle des Zusammenstoßes und die Besichtigung des beschädigten Autos angeordnet wurde. DrS Schicksal des Sallons -Darmstadt". Frankfurt a. M., 11. Febr. Wie von der Insel Schiermonnigkoog (Holland) gemeldet wird, bat man dort gestern vormittag einen Luftballon wahrgenommen, der sich, von Osten kommend, in schneller Fahrt näherte und in westlicher Richtung über die Nordsee verschwand. Da zu dieser Zeit heftiger Sturm herrschte, kann der Ballon als verloren betrachtet werden. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um den gestern vormittag in DaiMistadt abgetriebenen Ballon „Darmstadt" der Technischen Hochschule. Wirtschaft. Der Jahresabschluß der preuß. Staatsbank Der Derwaltungsbericht. den die Preuß. Staatsbank (Seehanblung) für das Geschäftsjahr 1923 vor.egt, läßt erkennen, daß es dem Institut 1928 ebenso wie in den letzten Jahren gelungen ist, geschäftlich befriedigende Ergebnisse zu erzielen. Der Reingewinn beträgt trotz reichlicher Abschreibungen 5114 871 Mk.. gegen 5139 076 Mk. in 1927. Im einzelnen wurden an Zinsen 9 376 474 Mark verdient, gegen 9 273 953 Mk. im Jahre vorher, aus Provisionen 859 431 Mk. (i. V. 753 655 Mk.), aus Gemeinschaftsgeschäften und Wertpapieren 76 032 Mk. (61 528 Mk. im Vor- jähre). Zu dieser letzgenannten Zahl wird im Geschästsbericht bemerkt, daß ein Teil des auf dem Konto ^Eigene Wertpapiere" erzielten Nutzens zu Abschreibungen auf die Bestände benutzt wurde. Insgesamt betrugen die Einnahmen einschließlich des Vortrages 10,5 Mill. Mark gegen 10,1 Mill, im Vorjahr. Aus der Ausgabenseite stehen 4 870 456 Mark Verwaltungskosten (im Vorjahre 4 400 186 Mk.). Es ist gelungen. mit einer weiteren Verringerung Der Zinsspanne auszukommen. Sie betrug im Durchschnitt des Jahres 1928 0,98 v. H. gegen 1,05 v. H. im Vorjahre und 1,14 v. H. im Durchschnitt des Jahres 1926. Von dem erzielten Reingewinn werden, wie im Vorjahre. 1 Million Mark entsprechend der Vestintmung des Staatshaushalts an die Ge- neralstaatskas e abgeführt. Weitere 3 Mill. Mark werden dem Grundkapital. 1 Million Mark den Reserven überwiesen und restliche 114 871 Mark (L V. 139 077 Mark) auf neue Rechnung vorgetragen. Das Grundkapital erreicht alsdann die Ziffer von 15 Millionen Mark, während die Reserven auf 7 Millionen anwachsen. Die Bilanz ist nach dem neuen Schema aufgestellt, welches Anfang 1928 für die Zwischenbilanzen eingeführt wurde. Arif der Wtiv-Seite hat sich der Bestand an Schecks. Wechseln und unverzinslichen Schahanweisungen von 161 Millionen auf 109 Millionen verringert. Dagegen sind die Dostroguthaben bei Danken und Vank- firmen von 66 auf 88 Millionen, die Debitoren in laufender Rechnung von 651 auf 699 Millionen angewachsen. In der Verringerung des Wechfelbestandes kommt nicht nur die allmähliche Erleichterung der Geldmarktlage, sondern auch die verstärkte Inanspruchnahme der Staatsbank für die Interessen der öftentlichen Hand zum Ausdruck. Zum Lombardgeschäft ist bemerkenswert, daß als Unterpfand immer noch die Aktie vorherrscht, während festverzinsliche Werte ganz im Gegensatz zur Vorkriegszeit zu diesem Zweck noch immer nur in geringem Umfang benutzt werden. Der Bestand an eigenen Wertpapieren ist um eine Kleinigkeit zurückgegangen, nämlich von 32.3 auf 30.6 Mill. Mark. Konsortialbeteiligungen stehen mit 6,8 gegen 7.0 Millionen im Vorjahre, dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Vankfirmen mit 4,3 gegen 4,5 Mill. Mark zu Buch. Auf der Passivseite find die Kreditoren mit 1026 Millionen gegen 1025 Millionen im Vorjahre ausgewiesen. Darunter befinden sich 243 Millionen Einlagen von deutschen Banken, Bank- firmen, Sparkassen usw. (L D. 190 Mill. Mark). Hier ist auf die Einrichtung der Sonderkonten hinzuweisen, von der in steigendem Maße Gebrauch gemocht worden ist. Die Bilanzsumme ist weiter etwas gestiegen, nämlich von 1046 auf 1053 Mill. Mark. Dazu ist besonders hervorzuheben, daß die Staatsbank voa der Möglichkeit. kurzfristige Gelder aus dem Auslande heranzuziehen, aus grundsätzlichen Erwägungen heraus auch im abgelaufenen Jahre so gut wie gar nicht Gebrauch gemacht hat. Lieber das Emissionsgeschäft der Staatsbank werden ausführliche Mitteilungen gemacht. Insgesamt wurden 22 Emissionen abgewickelt. gegen 11 im Jahre 1927, und zwar alle unter Führung der Staatsbank, mit Ausnahme der Reichsbahn-Vorzugsaktien, bei denen die Reichsbank führte. Der Bericht enthält im übrigen längere Darlegungen über die Lage des Kapitalmarktes und über die Beanspruchung desselben durch die öffentliche Hand. Er kommt zu dem Ergebnis, daß die Aufnahmefähigkeit des Marktes in der zweiten Hälfte des Jahres 1928 und noch mehr zu Anfang 1929 stark enttäuscht hat, und daß die Leistungsfähigkeit des deutschen Kapitalmarktes unter dem Druck der Reparationslasten abgenommen hat. • Die neue Auslandanleihe der Frankfurter Hypothekenbank. Die Zeichnungen, die auf die in Holland im Betrage von 2.9 Mill. Mk. aufgelegten kprozentigen Goldpfandbriefe der Frankfurter Hypothekenbank abgegeben wurden, werden, wie aus Dankkreisen verlautet, in ötrflem Umfange zu gewiesen. • 3. P. Beinberg, 01.=©.. Barmen. Die Generalversammlung setzte die Dividende auf 14 Prozent fest und beschloß. Das Kapital der Gete lschaft um 12 auf 40 Millionen Mark zu erhöhen. Die neuen Aktien werden den ulten Aktionären im Verhältnis 7:3 zu 160 Prozent angeboten. In Ergänzung des Geschäftsberichtes wurde zur Begrün düng der Kapitalerhöhung u. a. mitgereilt: Der Absatz von Kunstseidengarnen fei um rund 20 Prozent gestiegen. Die Aussichten für die Kunstseide seien weiter günstig. Der Herabsetzung der Gestehmigskoften werde Dvz größte Ausmeck.amkeit zugewandt. Die aus der letz'.en Kapitalerhöhung he.e'.ngelommer.en Mittel hätten zum größten Teil der Erreichung solcher Ziele unter gleichzeitiger Produktionserhöhung gedient. Bei Errichtung der Anlagen in Siegburg würden alle Erfahrungen der letzten Jahre verwertet, so daß Siegburg das rationellste Werk der Gesellschaft sein wird. Die Auslandunternehmungen machten gute Fortschritte, besonders das amerikanische Werk. Die Bauarbeiten bei der British Demberg Ltd. dürsten in allernächster Zeit beginnen. Es sei natürlich, daß Die mannigfachen neuen Aufgaben und Projekte Mittel erforderten, für die Die letzte Kapitalerhöhung keine ausreichende Deckung mehr übrig gelaßen habe. Durch die neue Kapitalerhöhung werde Die Gesellschaft Beträge hereinbekommen, dte sie zur Durchführung der vorliegenden Aufgaben nötig habe. frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 12. Febr. Tendenz: zurückhaltend. — Entgegen den allgemeinen De- fürchMngen blieben Die Diskontsätze von Neuyork und Amsterdam unverändert, und im Vormittagsverkehr konnte daraufhin eine Besserung festgestellt werden. Auch der feste Verlauf Der gestrigen Reich orker Börse tour De günstig beurteilt, so daß Die Tendenz ein freundliches Aussehen annehmen toimte. Die hierbei erzielten Kursgewinne gingen jedoch schon beim Beginn des offiziellen Dörsenbeginns zumeist wieder verloren, Da Die nach tote vor bestehende OrDer* lofigkeit auf Die Stimmung drückte und allgemein zur Vorsicht mahnte. Die Spekulation verharrte rn ihrer Reserviertheit und schritt nur selten zu Deckungen. Die günstigen Momente wurden kaum noch beachtet, doch zeigte die Tendenz im Grundton infolge des leichten Geldmarktes und Der etwas freundlicheren Beurteilung Der gestern begonnenen Reparationsverhandlungen eine gewisse Widerstandsfähigkeit. Bei der großen Jn- tevesselosigkeit blieb das Geschäft jedoch äußerst klein unD beschränkte sich meist mir auf Spezialwerte, die auch gegenüber der gestrigen Abendbörse Erhöhungen bis zu 2 Prozent zu verzeichnen hatten. Im Dorder- grunde standen am Elektromarkt Gesfürel mit pluS 2,5 Prozent, auch Licht und Kraft waren mit 3 Prozent etwas lebhafter begehrt. Schuckert und Siemens lagen um je 2 Prozent erholt. Schon kleinste Aufträge führten hier zu diesen Erholungen, A.C.G. waren nur knapp behauptet. Am Ehemiernarkt waren Scheideanstalt 1 Prozent und J.--G.-Farben, bei nur kleinen älmfätzen, 0,25 Prozent höher notiert. Die wenigen Dosterungen, die am Montanmarkt zustande kamen, zeigten ebenfalls Besserungen bis zu 2 Prozent. Einiges Interesse bestand sür Phönix und Rheinstahl. Kaliaktien waren aus die letzten starken Kurseinbrüche auf Rückkäufe wieder etwas gebessert. In Schiffahrtswerten war das Angebot nur klein, es bestand eher Kaufneigung, so daß besonders Nordd. Lloyd 1,25 Prozent anziehen konnten. Don Bankwerten waren Reichsbank stärker gesucht und 6 Prozent höher. Autowerke uneinheitlich, doch blieben die Verluste und Gewinne minimal. Zellstoff Waldhof vernachlässigt und 1,25 Prozent nachgebend. Renten fast ohne Umsatz. Schutzgebiete etwas höher. Späterhin wurde die Grundstimmung freundlich, doch waren Umsätze in nur sehr seltenen Fällen zu verzeichnen. Bei den bevorzugten Werten traten weiter kleine Besserungen bis zu zirka 1 Prozent ein. Siemens plus 1.25 Prozent, Schuckert plus 0,5 Prozent, Farben plus 0,75 Prozent und Daimler plus 0,5 Prozent etwas gefragt. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 4 Prozent unverändert. Am Devisenmartt nannte man Mark gegen Dollar 4.2148, gegen Pfund 20.460, London-Kabel 4.8548, gegen Paris 124.35, gegen Madrid 31.00, gegen Mailand 92.75, gegen Holland 12.12. Berliner Börse. D e rlin, 12. Febr. Im Gegensatz zu der Festigkeit des hsuttgen Vormittagsve-kehrS er- öffne.e Die offizielle Börse in uns icherer Haltung. Die Spekulation hatte am Telephon zu decken versucht. Da Die Befürchtungen über Diskonterhöhungen in Amsterdam und Reu- york nicht Wirklichkeit geworden sind und Die Deuyorker Börse selbst einen sehr festen Verlauf genommen hatte. Ferner stimulierten Der Erfolg der Harpener Anleihe, eine leichte Steigerung des Ruhrkohienabsatzes und die gestrigen Prognosen Der Demberg-Generalversammlung. Auch der Reichsöankaustrels von gestern wirkte nach. Der Abfch.uh dec Seehandlung war Dagegen weniger günstig, hatte aber kernen starken Einfluß auf Die Tendenz. Daß Die ersten Kurse Dann überwiegend schwächer wurden, war nur so zu erklären: Die Spekulation wurde, als sie Die Order- losigkett bei Den Danken sah (es waren sogar eher kleine Verkaufsorders festzustellen) totiDer zurückhaltender und nahm zunächst von weiteren Deckungen Abstand. (Sintge Spezialwerte wiesen immerhin noch kleine Besserungen auf. Allgemeine Lokal- und Kraft gewannen 4 Prozent, Reichsöank 4,5 Prozent, Bemberg 5 Prozent. Allg. Wests. Elektrizität 3 Prozent Chade-Aktien 3 Mk. usw. Dagegen verloren Deutsche Kabel und Feldmühle, Die durch bc^ sondere Schwäche auffielen, je 4 Prozent. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer geschäftslos. Mexikaner schwächer. Der Pfandbriesmarkt war noch unentwickelt. Der Geldmarkt blieb unverändert leicht. TageSgeld 4 bis 6 Prozent, Wonatsgeld 7 bis 8 Prozent, Warenwechsel etwa 6.12 Proz. Nach Den_ ersten Kursen setzten angeblich kleme Auslandkaufe ein, Die sich anscheinend besonders auf Den Slektromarkt erstreckten. Das Geschäft wurde aber auch allgemein etwas lebhafter. Kurserholungen bis 1 Prozent waren Der Durchschnitt. Danatbank und Reichsbank, Licht und Kraft, Bergmann, Schlesische D.-Gas. Salzdet- surth gewannen etwa 3 Prozent. Glanzstoff lagen 5 Prozent über Anfang. Auch Die Deckungen Der Spekulation traten wieder stärker hervor. Im weiteren Verlaufe konnten sich Die Höchstkurse nicht immer behaupten, das Geschäft wurde ruhiger, und die Tendenz bröckelte eher toieDtr etwas ab. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. Febr. Der heutige Produktenmarkt verkehrte in ruhiger Haltung Das weiter starke Frostwetter und die festeren Auslandnotierungen hatte eine etwas freundlichere Stimmung zur Folge, doch blieb das Geschäft äußerst gering, da Die Händler starke Zurückhaltung übten und nur im Bedarfsfälle zu Deckungen schritten. Die Preise blieben int allgemeinen unverändert. Rur für Weizen bestand einiges Interesse bei einer Erhöhung für geringere Qualitäten. Auch Roggen geringerer Qualität erfuhr eine geringe Steigerung. Es wurden notiert: Weizen 1, gut. gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs, 23.75; Roggen 23.50; Sommergerste für Vrauzwccke 24.50 bis 24.75; Hafer, inländischer, 24.00—24.50, Mais (gelb) für Futterzwecke 23.50—24.00; Weizem mehl, süddeutsches Spezial 0, 33.25—34.25: Rog- gemnehl 30.75—31.25; Weizenkleie 14.25; Rog^ genHcie 15.00. Tendenz: ruhig Kunst und Wissenschaft. Albert Steinrück 7. Der bekannte Schauspieler Albert Stein rück ist, einer Berliner Meldung zufolge gestern nacht nach zweitägiger Krankheit in seiner Zehlendorfer Wohnung gestorben. 0 Mit Steinrück, Der früher in München spielte, zuletzt vorwiegend in Berlin unter verschiedenen Direktoren, wie Reinhardt. Robert, Varnowskv beschäftigt war, ist ein ausgezeichneter Eharaktcr- spieler der älteren Generation und eine vielseitige Künstlerperfönlichkeit — Steinrück war „tm Nebenberuf" und aus Liebhaberei auch ein Maler und Zeichner von beachtlichem Können —. aus dem Leben geschieden. Dem Provinzpublikum Dürfte sein Name vor allem vom „Fridericus"-Film her geläufig sein, wo er mit Der Gestaltung des Königs Friedrich Wilhelm I. eine große. Den ersten Teil entschieden beherrschende Leistung vollbrachte. Wer Steinrück einmal im Schauspiel gesehen hat, wird ihn nicht sp leicht vergessen. Sein Wehrhahn im „Biberpelz" (mit der Höflich), sein Kanzler Göran Persfon in Strindbergs „Erich XIV/', sein Crofts in „Frau Warrens Gewerbe" von Shaw — um nur einiges heraus^ zugreifen — sind Höhepunkte seines Schaffens gewesen. Steinrück hat übrigens auch, wie manchen noch erinnerlich sein dürfte, vor einer Reihe von Jahren am Gießener Stadttheater gaftiert Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse. Oie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt befchlosienen Dividende cm. — Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuß 7,3 Prozent. FrailAsun a. M V-rli» greikfxri a. M Berlin Schluß-! flnre 1 Uhr- Nur» Schutz Rurc Lchlutz- Mur* l-UDt- Rer» Aut» Änjang Aar» Datum 11 2. । 12.2. 11.2. 12.2. Datum: 11. L 12. X IL 2. | 12.3. WX Bdd>*•««, tu 20M 208,6 304,25 2»6 rltitee « »irifletniee. • • • • 8 ®d. 1. SBtftt niueie- • • o io 1W^ 140 (40,6 141 Muobai bti 19M Älxt*W fitau.. • olDpf. ‘JO —— ***- 331 234,5 233 233.3 81,5 — ea $>«■>. «rtn. ftate > • • « » ckyrt,. Bern. ... 8 * 146,5 162 146.6 M.» ab» . cüdHMkn IW 86,26 — ................. • » Sd>i4m . ..... k — 233 334 206 220,75 370,25 150.6 16u,76 204.25 222.75 *% fedlBtü Cenw«>.-«el.. . . 4% ütftmriMdx »olMM.. . . 4,60% Orten Ltlderrie. ... 97.SS <1.5 3,13 31,0 etewti 4 «Nä* . • • • • U IxartteMc . . ..... » ßäteeen 4fr - •••»• 20 371 106 373 - 372,25 150,5 4% Crteart» etnbeiU Ätt — — — **> 6u»ctxi 6 — 83,75 82,4 4% Unflartidx Ootbrtt. • - • 25 Drmlchr Mi — 125 124,5 124.75 4% Ungarwb, Srnallr. e. 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