Lw 101140 oh m eitwkM ightöoiin u. MW ■ $üfiung Sollt, < und Daunen, n von 18 Mk. an. tn in Mer Zettas me prsi^uhW' uR Be»'^ n elbestecke Zum großen i esen meinen । aussprechen .0 ll-gl5 ilitsieit „der Nr. 290 Erstes Blatt 179. Zahrgang Mittwoch, U. Dezember 1929 Eriche in« lüglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugrprelr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. 8ernfvr«chanschlüste nnterSammcInummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Krankfurt am Main 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Dntrf und Verlag: vrühl'sche UnlverfitSlr-vuch- und Steindruckerek B. Lange in Stehen. 5chrtstleitung und Geschäftsstelle: §chulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mtn Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr Fnedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil (Emft Blurnfchein und für den Anzeigenteil Mar Filler, sämtlich in Gießen. Das Finanzsamerungsprogramm der Aeichsregierung Eine Kompromißvorlage. — Die Steuersenkungen erst nach der Haager Konferenz, Lastenerhöhungen sofort. Berlin, 10. Dez. (Prio.-Rkeld.) Das Steuer- s e n k u n g a p r o g t a m tn der Reichsregie- r u n g, auf dessen Vorlage sich das Kabinett heute nacht nach langwierigen Verhandlungen während des ganzen gestrigen Tages geeinigt hat, sicht, wie mir zu wissen glauben, eine Verminderung der direkten Steuerlasten um etwa 8 0 0 Millionen Mark jährlich vor. Dieser Betrog seht sich zusammen aus einer Befreiung der Landwirtschaft von den Grundschuld- zinsen für die Rentenbauk in höhe von 86 Millionen, aus einer Verminderung der 3 n - duskriebelastung uin vorläufig 40 v. h.; das sind etwa 130 von insgesamt 300 Millionen, von deiren die verbleibenden 170 Millionen jährlich stufenweise später abgebaut werden sollen. Die Senkung der Einkommen st euer durch hinaufrücken des steuerfreien Minimums und Auseinanderziehen der Sleuerstufen sollen 200 Millionen für da» nächste Rechnungsjahr betragen, aber in den folgenden Jahren weiter gesenkt werden, so doh die Gesamtentlaslung im verlaufe der noch festzusehenden Jriff eine Milliarde ausmacht. Endlich sollen die verschiedenen Grundbesitz steuern um 350 Millionen gesenkt werden. Die Deckung soll durch Bier- und Tobak st euer mit zusammen etwa 500 Millionen, die restlichen 300 Millionen aus den Ersparnissen des Poung - planes aufgebracht werden. Das Finanzprogramm, das die Regierung am Dienstagnochmittag den Parteiführern überreicht hat, enthält im einzelnen folgende Vorschläge: Die E i n k o m m e n st e u e r soll gesenkt werden durch Heraufsetzung de» steuerfreien Lohnbelrages, durch den Ausbau der Kinder- ermätzigungen und durch Herabsetzung und anderer Staffelung des Steuerlarif». Die Senkung soll in drei Zeitabschnitten erfolgen, und zwar am 1.3uli 1930, am 1. Januar 1932 und am 1. Juli 1933. 3n diesen Zeitabschnitten soll bei der Lohnsteuer do» steuerfreie Existenzminimum für den ledigen Arbeiter von 1200 aus 1440, 1560 und zuletzt 1800 Mark jährlich erhöht werden. Die Senkung de» Tarifs bei der veranlagten Einkommenssteuer soll in den gleichen Zeitabschnitten durchschnittlich 12, 20 und 25 Prozent betrogen. Der h ö ch st s a h der Einkommensteuer soll von bisher 40 auf 3 3,3 v.h. ermäßigt werden. Die Kapitalertrags st euer soll künftig fortfallen, und zwar aus Zinsen öffentlicher festverzinslicher Anleihen, die nach dem 31. Dezember d. 3. aufgelegt werden. Jur Versicherungsprämien soll die Ab- slufmöglichkeit von der Einkommenssteuer erhöht werden. Bei der v e r m ö g e n s st e u e r ist vorgesehen, daß künftig Betrage bis zu 20 000 Mark steuerfrei bleiben. Bei den Real steuern soll die Gewerbesteuer um 20 und die Grundoermögens- ft e u e r 15 v. h. herabgesetzt werden. Eine weitere Senkung der Realsteuern ist beabsichtigt, sobald die Steueroereinheillichung durchgeführt ist. Länder und Gemeinden werden verpflichtet, in den nächsten fünf 3 ahren die Realsteuern nicht zu erhöhen. Die 3 n d u st r i e b e 1 a st u n g soll in mehreren Zeitabschnitten abgebaut und bis zum 3ahre 1 9 3 5 re ft los beseitigt sein. Die Belastungen ans den Rentenbankzin- f e n sind beseitigt. Ferner sind vorgesehen eine Herabsetzung der Gesellschaft» st euer und der Wert pap ierfteuer um 50 v. h., der Börse n u m s o h st e u e r um ein Drittel. Endlich soll die Z u ck e r st e n e r vollkommen Wegfällen. Diesem Sleuersenkungsprogramm stehen folgende Stenererhöhungen gegenüber: Die Bier fl euer wird ab 1. April 1930 u m 50 v. h. erhöht. Für Tabak find folgende Steuererhöhungen vorgesehen: Für Zigaretten wird die Banderolensteuer von 30 auf 35 v. h. erhöht, für Rohtobak die Mate- tialffeuer von 400 auf 500 Mark für den Doppelzentner, ferner die Steuer für Rauchtabak von 45 auf 60, für Pfeifentabak von 20 auf 35 Mark für den Doppelzentner. Die erhöhte Tabaksteuer soll am 1. 3onuac 1930 in Kraft treten. Bei Zigaretten ist outzerdem eine Kontingentierung vorgesehen. 3n den houshollsplau sollen fünf Millionen Mark fürdie Förderung des Tabakbaues eingesetzt werden. Als Ausgleich für die Senkung der Realstenern fall den Gemeinden die Erhebung einer Kopfsteuer zugebilligt werden, zu der alle wahlberechtigten Gemeindebürger hcrangezogen werden sollen. Heber ihre höhe ist noch nichts bekannt. Die Beiträge zur Ar- beitslofenverficherung sollen v rn 4 o. h. erhöht werden. Bei der Neuregelung des Finanzausgleichs zwischen Reich und Ländern soll die Einbeziehung der Bier ft euer und der Erträge ans dem Spiritusmonopol in öie Hebet- weisungs steuern unter entsprechender Senkung der Einkommen- und Hmsahsieuerüberweisun- gen vorgesehen werden. Der Ausfall der Gemeinden bei den Realsteuern wird im 3ahre 1930 vom Reiche vollständig übernommen. Für die 3ahre 1931 bis 1934 wird das Reich ein Fünftel des Ausfalls den Gemeinden ersehen. Das Finanzprogramm der Reichsregierung sieht nach Mitteilungen der Blätter anher den gemeldeten Steuerheraufsehungen und Steuermilderungen die schnelle Verabschiedung des Steuer- vereinheitlichungsgesehes vor. Ferner soll die FinanzaufsichtüberdieGemein- d e n durch Vorschriften über die Genehmigung von Anleihen und Krediten und durch eine obligatorische Rechnungsprüfung, die eine von den Gemeinden unabhängige Stelle ausüben soll, verstärkt werden. Schiiehlich wird in dem Programm noch die Abrechnung zwischen Reich und Ländern über die schwebende Entschädigung»- und Aufwer- lungsansprüche lLisenbahnen, IDaffer[tragen, Post- abfindungen ufro.) und die Vorlegung eine» Gesetze» zur Regelung der Tilgung der Reichsschulden erwähnt. Die Reformvorschläge der Regierung enthalten, so berichtet die „Voss. Ztg.", ein Sofort- und ein Späterprogram nu Das Sofortprogramm umfaßt dieLrhöhungderTabaksteuer und die Erhöhung des Beitrage» zur Arbeitslosenversicherung um ein halbes Prozent. Diese beiden Gesetzentwürfe sollen, wenn das Gesamtprogramm der Regierung von der Mehrheit gutgeheihen und durch ein Vertrauensvotum sanktioniert worden sind, noch im Dezember dem Reichstag zur Verabschiedung vorgelegt werden. Alle anderen Gesetzentwürfe sollen erst nach der Haager Schluhkonferenz eingebracht werden. Bedenken der Parteien. Die Bayerische Volkspartei gegen das Finanzprogramm. Tic Erhöhung der Biersteuer. Berlin, 10.Dez. (VDZ.) Die Reichstags- fraftion der Bayerischen Volkspartei kam zu folgender Auffassung: Die Fraktion ist bereit, der Reichsregierung für die Verhandlungen im Haag dos Vertrauen zu votieren. Sie ist weiter bereit, die Erledigung eine« Sofortprogramms, das sich auf eine Erhöhung der Tabak st euer und auf eine Erhöhung der Arbei tslosenversicherungs- beitrage erstreckt, zu unterstützen. Dem von der Reichsregierung vorgelegten Finanzprogramm zuzustimmen, ist der Fraktion der Bayerischen Volkspartei nicht möglich. Wie das „Berliner Tageblatt" zu wissen glaubt, beabsichtigt der Reichsfinanzminister den sehr starken Widerstand der Bayerischen Dolkspartei gegen die Erhöhung der Bierstcuer dadurch zu überwinden, das) von dem Auskommen der Bier st euer 70 Prozent den Ländern überwiesen werden. Oer Reichsstcidiebund zur Reichs- finanzreform. Berlin, II. Dez. (Funkspruch.) Don einer Einigung zwischen den Parteien über da« Finanzprogramm der Regierung scheint man nach den Besprechungen der Fraktionen zu urteilen, noch weit entfernt zu sein. Der „Vorwärts" stellt fest, dah in der Sitzung dcr sozialdemokratischen Reichstagssraktion eine Einigung, sich auf das Finanzprogramm der Regierung festzulegen, nicht au bemerken gewesen sei. Das sei zu begreifen. Zur Ausführung des Programms seien etwa 17 Gesetzentwürfe, zum Teil sehr umfangreiche, notwendig. Alle diese Gesetzentwürfe seien nur in wenigen Sähen angedeutet. Dabei fei jeder von ihnen wirtschaftlich von größter Tragweite. Man könne vom Reichstag nicht ernstlich erwarten, das) er sich zur Annahme von 17 Gesetzesvorlagen verpflichte, die er noch nicht kenne. Zum Teil sei die Formulierung im Regierungsprogramm s o unklar, dah man den Eindruck habe, daß sich die Regierung nicht fest legen wolle. Auf was solle sich nun der Reichstag festlegen? Der „Vorwärts" kommt zu dem Schluß, dah man für die notwendige Einigung eine andere Grundlage suchen müsse. Der „Vorwärts" ist im übrigen nur dafür, der Regierung die Möglichkeit zu geben, mit einem Vertrauensvotum in der Tasche zur zweiten Haager Konferenz zu fahren. — Wie die „Börsenzeitung" über die Fraktionssitzung der Deutschen Volkspar- t e i erfährt, hat namentlich die Teilung der Regierungsoorfchläge in ein Sofort-Programm und in ein später erst zu erledigendes Hauptprogramm erhebliche Mißstimmung ausgelöst. Man habe festgestellt, daß das Sofort-Programm lediglich aus Maßnahmen bestehe, die auf eine weitere Belastung der Wirtschaft Hinausliesen, während die versprochenen Steuersenkungen alle in dem „Später-Pro- gramm" enthalten seien, das erst nach der Annahme des Poungplanes verabschiedet werden solle. Man sei sich darüber im klaren, daß die Sozialdemokraten wohl an der raschen Erledigung des Sofort-Programms, das ja einzig und allein den Besitz treffe, ein 3nterefse Hütten, nicht aber an dem Hauptprogramm, dessen Aufgabe e» sein solle, Besitz und Wirsichaft zu entlasten. Infolgedessen befürchtet die Deutsche Volkspartei, die Sozialdemokraten könnten, wenn die Deutsche Dolkspartei jetzt einmal dem Sofort-Programm zugestimmt hätte, die Gelegenheit wahrnehmen und die Verabschiedung des Hauptprogramms verschleppen und gar völlig sabotieren. Den zahlreichen und berechtigten Bedenken, die in dieser Beziehung in der volksparteilichen Fraktion laut geworden seien, sei von Seiten der volksparteilichen Kabinettsmitglieder entgegm- gehalten worden, man könne jeder Gefahr des „Geprelltwerdens" dadurch vorbauen, indem man die ausdrückliche Bindung sämtlicher übrigen Regierungsparteien auf den zweite n Teil des Regierungsprogramms zur unerläßlichen Voraussetzung für die Zustimmung zum ersten Teil des Programms mache. Ein Teil der Fraktion habe aber auch gegenüber diesem Vorschlag Zweifel an dem ehrlichen Willen der Sozialdemokratie geäußert, einmal die verlangten Garantien zu geben und zum anderen sich auch an die eingegangenen Verpflichtungen wirklich zu halten. Da ferner nicht unerhebliche Kräs!e d"r Fraktion die Erhöhung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge als überhaupt untragbar bezeichnet, sei man zu keinemDe- s ch l u s s e gekommen. — Das „Berliner Tageblatt" stellt fest, daß am ausfälligsten und bedenklichsten in der Lage, die sich nach der Parleiführerdesprechung ergeben habe, die sichtbare Scheu mehr oder minder aller Parteien gewesen sei. ihrer eigenen Regierung in Verbindung mit der Finanzreform eine Vollmacht ausznstellen, die weiter reiche, als die sehr bedingte, die in der bisherigen losen Verbindung der Regierungsparteien untereinander und mit der Regierung vorhanden sei. Das fei ein weiteres Zeichen dafür, daß es sich jetzt nicht mehr um eine Zweckmäßigkeit oder Prestigefrage, sondern um die Existenzfrage für die Regierung handele. -- Die „Dossische Zeitung" hegt keinen Zweifel, daß die Regierung bei einiger geschickter Taktik ein Vertrauensvotum für ihre Gesamtpolitik und das Einverständnis der Mehrheitsparteien erreiche, die Finanzreform durchzuführen, auf der Basis des Regierungsprogramms, das im Kabinett einstimmig gutgeheißen worden sei. Cs werde natürlich noch manches hin und her zwischen Regierung und Parteien geben und es sei auch jetzt noch nicht gewiß, ob der Reichskanzler schon am Donnerstag die angekündigte programmatische Rede werde halten können. Berlin. 10. Dez. (WB.) Der Gesamtvori stand des Reichsstädtebundes nahm einstimmig eine Entschließung an, in der auf die dauernde Verschlechterung der Finanzlage der mittleren und kleinen Städte durch Steigerung ihrer Pflichtausgaben und Aushöhlung ihrer Einnahmen hingewiesen und eine angemessene Berücksichtigung dieser Tatsache bei der Reichsfinanzreform gefordert wird. Der Anteil der Städte und Gemeinden ander Einkommensteuer muh, so heißt es in der Entschließung, mindestens in bisheriger Höhe aufrechterhalten bleiben. Die gemeindliche Getränke st euer ist, wie die Vergnügungssteuer, in bestimmter Mindesthöhe den Gemeinden reichsgesetzlich zur Pflicht zu madjen unter Billigung eines freien Z u - s ch l a g r e ch t s. Ein Lastenausgleich für Volksschulen, mittlere und höhere Schulen ist für die mittleren und kleinen Städte unaufschiebbar. Der Reichstag beschließt ^7Lthr Laden- schtuß am Heiligabend. Berlin, 10. Dez. Vor Eintritt in die Tagesordnung gibt Abg. Treviranus (bnl. Arbgem.) folgende Erklärung ab: (Die Abgeordneten der D.N. V.P find nicht im Saale): 3m Namen der Deutsch- nationalen Arbeitsgemeinschaft habe ich zu erklären: Wir siiid aus der dcutschnationalen Reichstagsfraktion ausgetreten, weil wir die Politik des äugen- blicklichen Führers der Deutschnationalen Volkspartei ablehnen und weil uns d i e Freiheit des Handelns nach unserem Gewissen, so wie es die verfassungsmäßige Verantwortung vor unserem Volke fordert, in der deutschnationalen Reichstagsfraktion a b g e l e h n t wurde. (Hört! Hört!) Wir fühlen uns als die Träger des Gedankengutes, das in dem deutschnationalen Parteiprogramm und als nationales Manifest vorlicgt. Wir wollen wahrhaft konservative Gedankengänge in praktische Politik umsetze n und so dem Vaterlande dienen. Unser gro- ßes Ziel ist die Errichtung einer echten Volksgemeinschaft, die sich die Ausgabe stellt, unter Hintansetzung parteipolitischer Gedanken das Vaterland aus dem Elend herauszuführen. (Beifall bei der deutschnationalen Arbeitsgemeinschaft) Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung der Vorlage über den 1I-!lhr-Ladenschluß am 24. Dezember 2Ibg. Sollmann (S.) betont, der sozialdemokratische Antrag auf 17-Uhr-Ladenschluß am 24. Dezember habe auch in nmnchen Arbeitgederkrcisen Zustimmung gefunden. Der Mittelstand werde durch den früheren Ladenschluß an diesem einen Tage nicht geschädigt. Abg. Riese berg (Dnl.) toenbet sich gegen Die Vorlage. Die Verkaufszeit von 17 bis 19 41hr sei für den Ladeninhaber die beste Einnahmezeit. Gerade die Arbeiter und Angestellten hätten nur diese Stunden für ihre Einkäufe zur Verfügung. Sm Interesse des Mittelstandes sei die Hast zu bedauern, mit der diese Borlage durchgepeitscht worden sei. Angesichts der vielen Ausnahmen sei von einer wirklichen Abendruhe am 24. Dezember doch keine Rede. Die Deutschnationalen würden einer grundsätzlichen Regelung im Sinne des 17-Uhr-Laden° schlusses am 24. Dezember zustimmen. Sie könnten aber nicht jetzt 5 Minuten vor 12 Llhr die mittelstandsfeindliche Vorlage des Ausschusses annehmen. Esser (Z.) erklärt, das Zentrum sei grundsätzlich mit einem früheren Ladenschluß am Weihnachtsabend einverstanden. Bedenklich sei aber eine Gelegenheitsgesetzgebung, mit der ein Teil der Arbeitsschutzgesetzgebung vorweggenommen werde. Diese Vorwegnahme bedeute eine große Härte nicht nur für den Einzelhandel, sondern auch für große Teile der Konsumenten. Ein Teil der Zentrumsfraktion könne aus diesen Gründen der Vorlage nicht zustimmen. Abg. Dr. Pfeffer (D.V.) erklärt, die Mehrheit seiner Fraktion sehe in der Vorlage nicht eine befriedigende Lösung. Die Rückwirkung einer fo plötzlichen Aenderung der Verkaufszeit werde nicht nur für den Handel, sondern auch für sehr viele Arbeitnehmer schädlich sein. Eine grundsätzliche Regelung im Sinne des 17-llhr-Ladenschlusses wäre zu rechtfertigen; aber sie müßte sorgfältig vorbereitet sein und mühte dem Einzelhandel einen gewissen Ausgleich bieten. Sn der Form eines Gelegenheitsgesetzes sei die Frage nicht zu entscheiden. Abg. P e h o l d (Wp.) wendet sich gegen die Vorlage und verlangt die Vertagung der Angelegenheit bis zur Erledigung des Arbeits- schuhgesehes. Beim Weihnachtsgeschäft bedeute der Wegfall eines Geschäftes infolge der Verkürzung der Verkaufszeit den vollständigen Verlust einer Einnahme für den Ladeninhaber. Abg. Büll (Dem.) bezeichnet den Fünfuhr. Ladenschluß am 24. Dezember an sich als wünschenswert; aber vor einer solchen Teillösung des Arbeitsschuhproblems müßten verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden im Sntereffc des Einzelhandels. Eine der wichtigsten Voraussetzungen sei der allgemeine frühere Arbeitsschluß, damit die Arbeit- neymer noch die Möglichkeit zu Einkäufen haben. Cs müsse auch aufgeräumt werden mit den vielen Ausnahmen vom allgemeinen Ladenschluß. Abg. Dr. M u m m (Dnl. Arbgem.) betrachtet nach dem Ergebnis der Ausschuhberatung die Annahme der Vorlage als gesichert. Cs komme jetzt Darauf an, die Durchführung reibungslos zu gestalten. Der frühere Ladenschluh solle nicht nur den Angestellten, sondern auch Demge- bLlc6cn Mittelstand Segen bringen Vorlage wird in dec Ausschuhsassmig in Ä^irltc.r Beratung und dann in der namentlichen Schlußabltimmung mit 283 Stimmen gegen 104 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen. ^(ftMct) beftdjt am 24. Dezember für offene Der- kauisstellen, in Denen überwiegend Lebensmittel, Genuhmittel oder Blumen verkauft werden, der 6-Uhr-, für alle übrigen der 5-Ufjr-2a- 0611^111(3. Ausgenommen sind Apotheken, der Marktverkehr und der Handel mit Weihnachts- bäumen Der Hessische Landtag billigt den Vertrag mit der Evangelischen Kirche. Darmstadt, 10. Dez. Präsident Delp eröffnet die Sitzung bei schwach be'etztem Haus. Debattelos Mrd das Gesetz über die Derläng:- rung der Amtödauer der im Jahre 1925 cewöhl- ten Beigeordneten auf neun Jahre in zweiter Lesung gebilligt. — Ohne Aussprache genehmigt werden ebenso die Beschaffung von Badewäsche und bauliche Herst llungen in Bad- Nauheim und Bad Salzhausen, eine Aenderung des Llrfundmstcm e gefetzes (Erm hi- gung der Wassmh nd lsg bü'r n) und der Cu- sammensch^uß der Kommunalen Landesbanr und der Hessischen Girozentrale. — Der Bau rnbund- Antrag, betr. Einschlepvung von Viehseuchen durch auh rh ssische Viehh rden auf fiskalischen Wiesen wird für erledigt er.lärt. doch soll die Regierung größte Zurückhaltung bei der Zulassung solcher Herden beobachten und entsprechend auf die Gemeinden einwirien. Zu einer Großen Anfrage des Abg. Dr. Werner stellt b't Arbeit ^Minister Korell fest, daß in der Frage der Verunreinigung der Horloff schon gew'sse Drb ss rangen cr o gi seien. — Abg. Fenchel (Dbd.) und 2lbg. Dr. Werner (fraktionslos) fordere erneut dringend Abhilfe. da sich die Zustände kaum gebessert hätten. — Arbeitsminister Korell sagt das zu, doch dürfe anderseits eine Beeinträchtigung des Betriebes der Jndustriewerke mit ihrer g.otzen Arbeiterschaft nicht eintreten. Die Verhältnisse würden auch wegen der Verpestung der Luft dauernd kontrolliert. Es wird dann das Steuervorauszahlung s g e s e h in der Ausschußessung ohne Debatte verabschiedet. Die Regierungsvorlage über die Aenderung der Gebührenordnung für die hessischen Notare und des hessischen Gerichts- kostengesehes (Eintragungen in die Register der freiwilligen Gerichtsbarkeit) wird mit den Abänderungsbeschlüssen des Ausschusses verabschiedet. Das Haus genehmigt noch die Gobührenfreiheit für die Eintragung von S-icher- heitshypotheken des Staates bei der Umstellung der Landwirtschaft im Hohen Vogelsberg. — Wegen der Aufhebung des Finanzamtes Homberg (Oberhessen) erklärt die Regierung, in dieser Angelegenheit sei seit anderthalb Jahren vom Reichsfinanzminister nichts mehr geschehen, und es dürfe angenommen werden, daß sie aufgeschoben worden ist. — Der Arbeitsminister erklärt, ihm sei von Absichten der Reichsregierung auf Erhöhung der Mieten für Altwohnungen über 120 Prozent hinaus nichts bekannt. Es folgt dann in einer Abendsitzung die Beratung der Regierungsvorlage über die Vereinbarung mit der Evangelischen Landeskirche Abg. Dr. Keller (DVP.) spricht im Namen seiner Fraktion dem Kultusminister den Dank dafür aus, daß das Verhältnis zwischen Staat und Kirche endlich der Lösung nähergebracht werde. Mit dem gleichen Wohlwollen werde seine Fraktion auch der demnächstigen Vorlage über die Auseinandersetzung mit der katholischen Ki rche ge- aenüberstehen. In anderen Ländern sei für die Kirche bisher mehr geleistet worden als in Hessen. Seine Fraktion stimme der Vorlage trotz mancher Bedenken zu einzelnen Punkten im vorliegenden Wortlaut zu. Staatspräsident Dr. Adelung erklärt, die Regierung habe sich bei ihrer Vorlage nur von rein realpolitischen Gesichtspunkten leiten lassen. Die Frage der bisher den Kirchen zugeführten Darlehen und Zuschüsse habe dringend einmal der Nachprüfung bedurft. Die Staats- Zuschüsse betragen für die evangelische Kirche seityer jährlich 483 720 Mark, die Staatsdar - lehen 388970 Mark. Damit glaube der Staat, alle Ansprüche der Kirche erfüllt zu haben, die aus Artikel 173 der Reichsverfassung gestellt werden könnten. Wenn die evangelische Kirche geglaubt habe, höhere Ansprüche vertreten zu können, hätte sie die ordentlichen Gerichte anrufen können. Man habe sich jedoch gütlich auf eine zwischenzeitliche schiedsgerichtliche Behandlung der Frage geeinigt. Der Staatspräsident legt dann nochmals eingehend die rechtliche Seite der Verhandlungen dar, wie sie in der Vorlage schon kurz enthalten ist. Oie Abgeordneten Koch und Neichert treten aus. Im Einvernehmen mit ihrem Wahlkreis Düsseldorf-Ost. Düsseldorf. 10. Dez. (WB.) Der Parteitag der Deutschnationalen Volkspartei, Landesverband Düsseldorf-Ost, beschäftigte sich mit den Austritten aus der Fraktion und der Partei und erklärte, er stehe fest zu den Abgeordneten seines Wahlkreises. Die beiden Abgeordneten, denen der Parteivorstand sein Vertrauen aussprach, sind Minister a. D. Dr. Koch und Dr. Reichert, die aus derFrak- tion austraten. Der Deutschnationale Arbeiterbund im Wahlkreis Düsseldorf-Ost faßte eine Entschließung, in der es u. a. heißt: Wenn es noch eine Möglichkeit geben sollte, im Rahmen und im Sinne des deutschnationalen Parteiprogramms die Kräfte erneut zu einer großen Bewegung zusammenzu- fassen, so hat der Versuch nur Zweck, wenn 1. der gegenwärtige Parteivorsihende sofort von seinem Amt zurücktritt, 2. die Parteileitung neugestaltet wird, 3. die Partei auf der ganzen Linie zurückkehrt zu ihrer alten Grundlage: für Vaterland, für Christentum und für gesunde Sozialreform!, und 4. die Bedeutung der Arbeitnehmerschaft als eines in jeder Beziehung gleichberechtigten Teiles der Volksgemeinschaft grundsätzlich und praktisch anerkennt. Protestkundgebung der Zentner. Berlin, 10. Dez. (WTB.) In der Philharmonie fand eine stark besuchte Protestkundgebung des Deutschen Rentnerbundes statt. Im Anschluß an eine Reihe von Reden wurde eine Entschließung gefaßt, in der schärfster Protest gegen die Maßnahmen der Reichsregierung, die ihre Gläubiger noch weiter- Abg. Schreiber (Dem.) stimmt der Vorlage zu, wenn er auch zahlreiche Bedenken gegen einzelne Bestimmungen geltend macht. Er bedauert das Versagen der Rechtsfakultät der Llniversität Gießen bei der Erstattung des an- geforderten Rechtsgutachtens. Er fordert außerdem. daß die Erstattung । von Anwaltskosten ausgeschlossen sei. Ministerialrat Dr. Hesse weist die Angriffe gegen die Gießener Llniversität zurück. Die Frage der Rückzahlung der echten Darlehen an die Kirchen könne nur durch eine Entscheidung gelöst werden. Hier könne ein Gutachten nicht weiterhelfen. Abg. Dr. Müller (Bauernbund) bedauert, daß es nicht möglich sei, die Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche gleichzeitig zu behandeln. Er polemisiert dann gegen einzelne Behauptungen des demokratischen Redners und stimmt schließlich der Vorlage zu. Auch der Abg. Axt (Vrp.) und Heräus (Dntl.) stimmten der Vorlage zu. Abg. Kaul (Soz.) erklärt, daß die Mehrheit seiner Fraktion sich für den Vertragsentwurf bereiterklärt habe in der Lieberzeugung, daß ein Schiedsgerichtsverfahren für den Staat immer noch günstiger fei als eine Entscheidung des Reichsgerichts. Abg. Dr. Werner (wild) nimmt Anstoß daran, daß für die Demokraten ein Katholik gesprochen habe. 216g.Dr.Reiber (Dem.) bedauert das wenig geschmackvolle Aovum, daß die konfessionelle Zugehörigkeit eines Fraktionsredners hervorgehoben wird. Er als Protestant mache sich die Ausführungen des Abg. Schreiber ausdrücklich zu eigen. Abg. Heinstadt (Zentr.) erklärt, weil er von dem Abg. Werner zitiert worden sei, das Zentrum habe es nie daran fehlen lassen, konfessionelle Parität zu wahren, was in den Kreisen um Dr. Werner nicht immer der Fall sei. Selbstverständlich trete das Zentrum auch für die Rechte der evangelischen Kirche ein. In der Abstimmung wird die Vorlage in der Fassung der Regierung unter Ablehnung aller Abänderungsanträge auch mit den Stimmen der noch anwesenden Sozialdemokraten angenommen. Annahme fand auch ein demokratischer Antrag, daß anfallende Anwaltskosten zu Lasten der bestellenden Parteien gehen sollen. Um 20,30 Llhr entläßt Präsident Delp die Abgeordneten und die Presse mit den besten Wünschen für froh« Festtage. Der Prozeß gegen den Grafen Gio'Herg- Wernigerode. Oie Vernehmung der Schießsachverständ gen. — Oie Gutachten der Psychiater. Hirschberg, 10. Dez. (WTB.) In der heutigen Sitzung wurden die Polizei- und Kriminalbeamten vernommen, die die Ermittlungen über die Todesursache des Grafen Eberhard vorgenommen haben. Der Jannowiher Oberlandjäger Beier, der sofort am Tatabend zu der Leiche gerufen wurde, kam zu der Auffassung, daß nur Graf Christian die Hand im Spiel haben konnte. Er habe nie etwas gemerkt^ daß ein gespann es Verhältnis zwischen Vater und Sohn bestand. Der nächste Zeuge, Kriminalrat Hoppe, Berlin, schilderte, wie der Angeklagte zu dem Geständnis kam. Er habe endlich auf die klare Frage, er solle doch nun endlich sagen, ob er den Schuß abgegeben hätte, offen erklärt: ,,Ja!" Auf die Frage, warum er die Wahrheit nicht schon längst gesagt habe, erwiderte er: Man hat mich falsch behandelt. Auf die Frage: War es nicht ein Mord? antwortete er: Das kommt nicht in Frage. Erst bei seiner zweiten Vernehmung durch die Berliner Kriminacholizisten habe er seine Aussage ergänzt, und zwar im wesentlichen in der Form seiner jetzigen Darstellung. Kriminal- rat Hoppe hatte nicht den Eindruck, daß der Angeklagte absichtlich log, sondern daß diese Ab- weichungen in seiner Ratur lagen. Der Berliner Krimina.tommissar Braschwitz schilderte den Angeklagten als einen sprunghaften Menschen, der, je mehr er redet, sich um so mehr vom Kern der Sache und damit von der Wahrheit entfernt, aber nicht bewußt lügt. Der Zeuge hielt den Angeklagten auch für fähig, einen Mord zu begehen, zumal sich keine Motive dafür finden. Auch für eine Affekthandlung habe sich kein Anhaltspunkt ergeben. Schießsachverständiger P r e u fj, Leiter der waffenlechnischen Llntersuchungsanstalt in Bad Saarow, führte sodann aus: Die Handhabung des Gewehrs durch den Angeklagten ist faselig. Der Angeklagte muß entweder an den Abzug gekommen sein oder das Gewehr war gestochen. Auf die Frage des beisihenden Richters erklärt der Sachverständige, er sehe nicht Fahrlässigkeit, sondern Llngeschicklichkeit. Ingenieur Schmutz er er, der zweite Schietzsachverständige, wies auf eine weitere Möglichkeit hin, nämlich, daß das ungestochene Gewehr durch einen Schlag von rückwärts gegen den Stecher losgeht. Er betonte ferner, daß beim ersten Lokaltermin dem Angeklagten mehrmals die Lösung des Schusses durch einfachen Schlag auf das Gewehr gelungen sei. Ein gezielter Schuh würde nach Ansicht des Sachverständigen tiefer gegangen sein. Die tatsächliche Schußverletzung sei aber beinahe nur ein hoher Streifschuß geworden. Da sich keine Verbrennung und keine Pulverspuren gefunden haben, kamen beide Sachverständige zu dem Ergebnis, daß es sich nicht um einen Nahschuß handele. Es kamen dann die psychiatrischen Sachverständigen zu Wort. Llniversitätsprofessor Dr. Schultze (Göttingen), der den Angeklagten etwa ICO Tage bei sich hatte, führte u. a. aus: In der Familie ist eine Reihe Geisteskrankheiten festzustcllen. Dem Mangel anSchul- kenntnissen steht beim Angeklagten ein verhältnismäßig großes praktisches Wissen gegenüber. Im Wesen ist er höflich, liebenswürdig, zuvorkommend und bescheiden. Von der Anwendbarkeit des Paragraphen 51 kann gar keine Rede sein. Man ist auch nicht berechtigt, ihn auch nur für berminfcert zurechnungsfähig zu halten. Der Angeklagte istsürseine Tatverantwort- l i ch. Ein schwacher und infantiler Mensch wie er muhte die Besinnung nach dieser Tat verlieren. Infantile Menschen neigen auch dazu, sich selbst von Schultz freizusprechen und andere zu beschuldigen. Berücksichtigt man, daß der Ange- klagte etwas ganz Ungewöhnliches erlebte, so ist es Wohl verständlich, dah ihn die genaue Erinnerung in die Vorgänge bei der Tat verlieh. Es ist mir übrigens auch noch nie vorgekommen, dah sich ein Angeschuldigter selbst so belastet hätte. Er sagte: Ich habe gekämpft wie ein wildes Sier! War es gegen einen Entschlich zum Morde? Er selbst sagt, es sei der Heberfall gewesen, gegen den er sich wie ein wildes Tier hätte wehren müssen. Vielleicht war es ein Kampf, in dem er sich wehrte gegen die eigene Einbildung. Ich halte ihn nicht für fähig, dah er alles das geschwindelt haben könnte, was er sagte. Sanitätsrat Dr. Colla hat den Angeklagten nach der Tat lange Zeit beobachtet. Er bekundet u. a.: 2m Anfänge meiner Llntersuchung des Angeschuldigten siel mir mitunter ein momentanes, aber auch minutenlanges Versagen der geistigen Kräfte auf. Er war für alles sehr interessiert. Seine Aufnahmefähigkeit belferte sich von Tag zu Tag: doch ennüdete er immer noch bei längeren Besprechungen. Ich habe den Angeklagten nur als streng wahrheitsliebend kennengelernt. Es kommt oft auf die Persönlichkeit an, die plötzlich ein Geständnis herausholt. In diesem Falle ist das vielleicht Kriminalrat Hoppe oder die Art seiner Fragestellung gewesen. Zu dem langen Leugnen gehört also feine besondere Energie. hin im Gegensatz zu Grundsätzen von Recht und Gerechtigkeit als Almosenempfänger behandeln wolle, erhoben wird. Es wird sch'.e lste Anerk.nnung des Rechtsanspruchs an Stelle der jedes wahren Mitleides baren Fürsorge gefordert. Die Versammlung müsse vom Reichskanzler fordern, daß er sein vor dem Reichstag abg g b:nes Verspreche r einlöfe. Insbesondere mühten in erster Linie die bedürftigen, alten oder erwerbsunfäh gen Gläubiger berücksichtigt werden. Dies habe zu geschehen durch die schleunigste Schaffung eines Rentnerversorgungsgesetzes. Das neue Kabinett in Prag. Nach ungefähr sechswöchigen Bemühungen ist es dem früheren Ministerpräsidenten LIdrzal gelungen, eine Regierung auf die Beine zu stellen. Aus bet grünroten Front ist allerdings nichts geworden. Lldrzal hat eine ganze Reihe bürgerlicher Parteien heranziehen müssen, hat aber auch auf die Sozialisten nicht verzichten können. Infolgedessen ist eine bürgerlich-sozialistische Konzentrationsregierung zustande gekommen, hinter der 46 tschechische uno 16 deutsche Agrarier, 25 klerikale Volksparteiler, 14 Nationaldemokraten, 12 Gewerbeparteiler, 43 tschechische und 21 deutsche Sozialdemokraten, 32 tschechische Nationalsozialisten, zusammen also 113 bürgerliche und 96 sozialistische Abgeordnete stehen. Nicht herein genommen sind die deutschen Ch r i st l i ch s oz i a le n, die im vorigen Kabinett waren und die slowakische Volks- Partei, die in der früheren Regierung eine maßgebende Rolle spielte. Wie das Kabinett, das an Buntscheckigkeit nichts zu wünschen übrig läßt, praktisch arbeiten will, läßt sich im Augenblick noch nicht übersehen. Das Deutschtum wird auch diesmal so gut wie gar nichts von der Regierung Lldrzal zu erwarten haben. Der Agrarier S v i n a erhält das Gesundheitsministerium, der Sozialdemokrat Czech das Sozialministerium, zwei Ressorts die für das Deutschtum selbstverständlich von nicht allzu- großer Bedeutung sind. Aus aller Wett. Die feierliche Uebecreichung der Nobelpreise. Im Großen Saal des Konzerthauses in Stockholm fand in Anwesenheit des Königs, des Kronprinzenpaares und anderer Mitglieder der -königlichen Familie, der Mitglieder des Nobelinstituts, der Akademie der Wissenschaften und anderer wissenschaftlicher Körperschaf en sowie der Spitzen der Behörden die feierliche Lieberreichung der Nobelpreise für 1929 statt. Die sechs Nobelpreisträger Louis Dietor.de Broglie, A. Harden, H. von Euler-Chelpin, F. G. Hopkins und Thomas Mann waren erschienen. Der ehemalige Ministerpräsident Hammerskjoeld hielt, ass Vorsitzender des Verwaltung l-rates ter Nobelstiftung, die Begrüßungsansprache. Hieraus richtete Llniversitätsprofessor O s e e n aus Llpsala eine Ansprache an die Träger des Physikpreises, die sodann aus der Hand des Königs das Diplom, die Medaille und den Preis empfingen. In gleicher Weise wurden nach Ansprachen des Sekretärs der Akademie der Wissenschaften, Professor Soederbaum und von Professor L i l j e st r a n d die Preise für Chemie und Physiologie überreicht. Hierauf hielt der schwedische Literaturhistoriker Pros. Dr. D 5 ö k, Mitglied der Schwedischen Academie, in deutscher Sprache eine Rete, in der cr öie Verdienste des deutschen Trägers des ßiteratur- preifes Thomas Mann eingehend würdigte. Den Abschluß der Feier bildete der Gesang der schwedischen Nationalhymne „Du gam(a, fria". Der König unterhielt sich noch längere Zeit mit den Preisträgern und den Mitgliedern der Nobelstiftung. Später fand das traditionelle F e st b a n k e 11 statt. Den Toast auf die neuen Nobelpreisträger brachte Professor I. G. Johansson aus, der u.a. sagte, er sei davon überzeugt, daß sich Thomas Mann in dem Lande, das seiner eigenen Heimat so nahe liegt, wie zu Hause fühle. Brandkalastrophe in einem Neuyorker Jilmafelier. In dem dreistöckigen Backsteinatelier der Manhattan Studios Company und der Paths- Filmverleihgesellschaft in Neuyork brach ein Brand aus, der mit großer Schnelligkeit um sich griff und das Gebäude zum größten Teil zerstörte. Das Ateliergebäude liegt inmitten mehrerer Mietskasernen am Harlemfluß in dem dicht bevölkerten, größtenteils von Negern bewohnten Stadtteil Harlem. Zurzeit des Brandes befanden sich etwa 75 Personen in dem Gebäude. Etwa 50 Schauspieler und Schauspielerinnen waren um 10 Uhr vormittags mit den Aufnahmen zu einem Tonfilm beschäftigt, als plötzlich aus einem Samtvorhang im hinteren Teile der Bühne Flammen schlugen. Das Feuer, das in dem Filmmateriab.reiche Nahrung fand, breitete sich mit größter Schnelligkeit aus. In kurzer Zeit waren alle Ausgänge durch die Flammen zerstört. Zahlreiche Personen retteten sich mit knapper Not durch einen Sprung aus dem Fen st er, wobei mehrere von ihnen Verletzungen erlitten. Neun Personen kamen bei dem Brand um. Der Bxand wird darauf zurückgeführt, daß einer der bei den Aufnahmen beschäftigten Darsteller heimlich eine Zigarette zurauchen versucht hat. Die Sicherungseinrichtungen entsprachen nicht den Anforderungen der Bau- und Feuerpolizei. Das Unglück wurde noch dadurch verschlimmert, daß bei Ausbruch des Brandes „alles heraus" gerufen wurde. Da dies die Übliche Formel ist, mit der die Schauspieler täglich auf die Szene gerufen werden, hielten die meisten Darsteller die Wiederholung des Rufes für einen Scherz und beeilten sich nicht, ihre Ankleidezimmer zu verlassen. Umfangreiche Unterschlagungen beim kreis VII des Deutschen Schwimmverbandes. Der erste Vorsitzende des Kreises VII des Deutschen Schwimmverbandes, Dr. LI n n e r, Dresden, hat umfangreiche Llnterschfagungen begangen. Dr. Linner lieh sich bei der sächsischen Wohlfahrtshilfe Kredite in Höhe von 250 000 Mark für Vereine geben, die überhaupt nicht existieren. Das auf diese Weise erlangte Geld verwandte Dr. Linner für s i ch. Außerdem hat er sich schwerer Llr- kundenfätschung schuldig gemacht. Die von Dr. Linner unterschlagenen Beträge lassen sich heute noch nicht übersehen, jedoch werden Summen bis zu einer halben Million genannt Das unter großen Opfern geschaffene Schwimmerheim des Kreises VII in Dresden ^irö dem Kreis nun wahrscheinlich verloren gehen. Oie Wetterlage. •thorshavirrgry w | Dienstaa, 10,De2emt>. 19297" abds.; - - - y'-—\ za v ■ /lr ;V Oslo 5 X 56 b'v’VCy« ©woiKemos. oneuer <>na:ö oedecm.® woixiq. O ordern eRegen * Schnee Ck Graupeln, e ncdci KGf*nner @winastme.«o. sehr cirntcf O$i ^5 massige' Südsüdwest S stürmischer nordwesl Oie »teile fliegen mit dem winde Pie oei oen Stationen dienenden Zar» ■en geben die Temperatur an Oie Linien cerOindeo Orte mit gleichen Etwa so Li!^io. " um io SjMlheler ^mlooSM l ML ZM »fr* u!£8euerpo[iiei "Jft Dcrijlimmert, dgß ,'L"" heraus" J f b*e Szene qe, m9ften Darsteller-je seinen Scherze MMmer zu verlassen, 'gen beim Kretz Vll mmverbandes. Kreises VII öeS Deut. «• Hnner, Dresden. Wgen begangen. Dr. "chNschen Wohl- :c 'n Hohe von "eine geben, bie 'st'eren. Jas auf verwandte Di. Unner t er sich schwerer 11t« Macht. Die von Ir. -trüge lassen sich heute doch werden Summen n Million genannt geschaffene Schtvlm. 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Aber sie sind auch so schon voll von der rechten Winterheimlichkeit. Wir haben eben die fröhlichste, seligste Zeit im Jahr, den Kleinen viel herrlicher als Sommer und Herbst! Sind die Tage auch kurz und dunkel, der Weihnachtsstern durchstrahlt sie, ihm eilt die Sehnsucht der Menschen entgegen. Das macht die Zeit zur schönsten und trautesten des ganzen Jahres. Kann man ermessen, was in den nächsten Wochen Liebe alles schafft und bildet? Kurze Tage haben lange Abende! Früh schon brennt das Licht und wandelt die Stube zum gemütlichen Versammlungsraum der Familie. Während fleißige Hände geheimnisvoll tätig sind, gehen die Gedanken ihre eigenen Wege, zurück in vergangene Tage, In Jugend und Kindheit, als man noch selbst bebte vor Freude in diesen Wochen vor dem Feste. Und heute nun sitzt man inmitten der eignen Familie und singt mit ihr die schönen alten Lieder und wird selbst wieder zum Kind. Wohl dem Haus, das eine sangesfrohe Menschenschar umschließt! Wo sind in diesen Abendstunden Sorgen des Alltags, Aerger des 2(mtes, Hasten und Drängen von Geschäft und Betrieb, Streit um Politik und Meinungen? Bei uns schlüpfen sie nicht in die Stühe, wenn die Lampe brennt und wir um den großen Tisch sitzen! Alle Gedanken sind bei den Arbeiten, di« wir vor uns haben. Die kleine Grete macht an den bewußten Topflappen ihr erstes Meisterstück, Hans klebt eine neue Krippe und Lotte hat eine feine Handarbeit. Mutter häkelt an einer großen Sache, die Vater nicht recht betrachten darf. Und der eifrige Herr des Hauses schafft mit der Laubsäge an feiner üblichen Weihnachtsarbeit. Gerade sägt er heuer das fünfzehnte Ge- duldspiel aus! Alle Schwestern. Schwägerinnen, Nichten und Neffen hat er früher schon damit beschenkt. Dieses Jahr soll der neue Schwager mit seiner Spezialgabe beglückt werden. Und was macht Vater? Ein schönes Bildchen hat er auf ein geeignetes Brettchen geklebt und zersägt es nun in kühnster Linienführung in viele, viele zierliche Teile mit allen möglichen Duchten, Nasen, Haken und Winkeln. Zum Schlüsse kommt alles in ein schön beklebtes Pappschachtelchen und erfreut sicher den Empfänger an Weihnachten. Dis es aber fo weit ist, muß noch mancher Sägestrich getan, manches frische Sägeblatt eingeschraubt werden. Geduld und Deharrlichkeit sind später auch zum Zusammensügen des Bildchens nötig; es ist eben ein Geduldspiel. Aus aller Kinder Gesicht strahlen liebevoUer Eifer und Freude, das macht ja auch die kleinsten und bescheidensten Werke, die da entstehen, zu rechten Gaben der Liebe. Besondere Umstände machen die Arbeiten für die allernächsten Anverwandten, die diese doch nicht schon während des Entstehens selben sollen. Denn das ist ein festes Gesetz: Erst am Weihnachtsabend tauscht man die Geschenke aus! All die Freude des Gebens häuft sich so auf diesen schönsten aller Abende, aber die Vorfreude des Schenkens haben wir alle schon jetzt, wenn wir an den kleinen Gaben arbeiten. Was für Heimlichkeiten durchziehen die ganze Adventszeit! Es ist ein dauerndes Dersteckspielen In unserem kleinen Kreise, das eben zu den Vorbereitungen für Weihnachten gehört. Kein« Zeit eignete sich besser dazu, als diese Wochen mit den kurzen Tagen und den wunderschönen langen Abenden. 3. Hekoga-Erklärungen vor der presse. Gestern nachmittag fand in Darmstadt auf Einladung des Vorstandes der Hekoga eine sehr zahlreich besuchte Pressekonferenz statt, in der di e Vertragsentwürfe der Hekoga mit derRuhrgas A.-G. undSaargas A.-G. zur Ferngasversorgung Hessens Gegenstand der Erörterungen waren. An der Konferenz nahm auch ein Mitglied der Redaktion des „Gießener Anzeigers" teil, lieber das Ergebnis der mehrstündigen Sitzung werden wir noch näher berichten. Heute fei nur heroorgehoben, daß nach den Erklärungen des Vorsitzenden des Hekoga-Dorftandes, Bürgermeister R i tz e r t - Darmstadt, die Inangriffnahme der Verlegung des Rohrnetzes zur Heranfchaffung des Ruhrgafes sofort nach Abschluß der Verträge erfolgen wird. Dies dürfte wohl voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres der Fall sein. Gießen würde dann das Gas als unmittelbarer Konsument aus der Hauptleitung vom Ruhrgebiet her erhalten. Damit könnten wir die Frage der Errichtung eines neuen Gaswerkes, die schon lange Gegenstand ernster Sorge der verantwortlichen Männer unserer Stadt ist, als erledigt ansehen, lieber den Zeitpunkt, w a n n die Gasversorgung von der Ruhr aus erfolgen kann, vermag man natürlich heute noch nichts zu sagen. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: „Das tapfere Schneiderlein" und „Die Troerinnen". 15.30 bis 18 Uhr bzw. 20 bis 22 Uhr. — Christliche Versammlung Gießen: Oesfentlicher Vortrag über „Der Weg zum wahren Glück", 2.15 Uhr, Lindenplah 1. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der Fafchingsprinz" und „Das Geheimnis der Carlton-Bank". — Astoria-Lichtspiele: „Silberkönigs letzter Sieg" und „Kaltes Blut". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Fr.it g. 13. Dez., findet im Stadttheater die Erstaufführung des neu- einstudierten Lustspiels in vier Akten „Der Deil- chenfresser" von G. v. Moser statt. Das Lustspiel gehörte früher zum festen Repertoir jeder größeren Bühne, und da es den Schauspielern durchweg gute Rollen bietet, wird es auch heut« noch sein dankbares Publikum finden. Spielleitung: Oberspielleiter Hans Tanner t. — 3n dem Märchen „Das tapfere Schneiderlein" wird der beliebte Tänzer Däulke mit seiner Partnerin einen Solotanz tanzen. — Kein Geld in Briefe. Die bevorstehend« Weihnachtszeit bietet Anlaß, darauf hinzuweisen, daß es sich nicht empfiehlt, Geld in gewöhnlichen oder eingeschriebenen Briefen zu versenden. Die Deutsch« Reichspost und die ausländischen Postverwaltungen übernehmen auf Grund der Bestimmungen des Postgesetzes und des Weltpostvertrages feine Haft- und Ersah- pflicht bei Verlust oder Beraubung von gewöhnlichen Briesen, ebenso nicht bei Beraubung eingeschriebener Briese; nur für Verlust eingeschriebener Briefe wird Ersatz bis zur Höhe von 40 Mark im Cinzelfall geleistet. Man bediene sich daher zum Versand von Geldbeträgen der volle Sicherheit bietenden Einrichtungen der Postanweisung und des Wertbriefes. •• „D i e neuzeitliche Kleinwoh- nun g.“ Die von der Hess. Gemeinnützigen A.-G. für kleine Wohnungen in dem Hause Am Kugelberg 4 veranstaltete Ausstellung „Die Wenn Ihre Empffehiungsanzeige in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstaltung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf neuzeitlich« Kleinwohnung" ist bis zum 15. Dezember verlängert worden. Man beachte die heutige Anzeige. ** Berufswettkampf Im DHV. Am Samstag hat im Heim des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Derbandes die Preisverteilung für die Sieger aus dem Derufswettkampf am 10. November stattgefunden. 3n der Gruppe der Iunggehilsen erhielten erste Preise Georg Herbert, Gießen, Jakob Pfeiffer, Allen- dorf, und Fr. Koch, Gießern Der zweite Preis wurde gegeben an Heinrich Schmieder, Gießen, Eugen Tröster, Griedel, und Heinrich Bommersheim, Butzbach. 3n der Lehrlingsgruppe erhielten einen 1. Preis H. Zschunke und Albert Götz, Gießen. Zweite Preis« wurden an Wilhelm Honig und Heinrich M o s - b a ch in Gießen gegeben. Nach einleitenden Worten des Iugendsührers Seibert und einem Vorspruch des Lehrlings Zolzer vom Bund der Kaufmannsjugend im DHD. nahm der Kreisgeschäftsiührer Rudolf Drzezinski das Wort zu seinem Vortrage „Der Wert der Berufsausbildung". 3n dem Vortrage ging der Redner auf die Bedeutung des Berufswettkampfes ein und schilderte den Verlauf des Kampfes am 10. November. 3n der Aussprache war starkes Interesse der Versammlungsteilnehmer an Dildungsaufgaben und Aufstiegsmöglichkeiten im Berufsstand erkennbar. Nach Ueberreichung der Diplome und Preise auS dem erwähnten Wettkampf wurde an Otto Erb. Rieder-Ohmen der zweite Preis vom DerufS- wettkamps in Danzig ausgehändigt. Nach dem Singen des Dcrbandsliedes wurde die Versammlung geschlossen. weitere Lokalnachrichten Im 2. Blatt. Ein zweites Todesopfer des Auto« Unfalls in Lauterbach. Lauterbach, 10. Dez. Der gestern gemeldete schwere Vcrkehrsunsall in der Vogelsbergstraße zu Lauterbach hat noch ein zweites Todesopfer gefordert. Der Verstorbene ist der 2ljährige Emil Günther auS Eichenzell bei Fulö.i. Er ist in der vergangenen Nacht verstorben, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Bei dem anderen tödlich Verunglückten handelt cs sich um den 32jährigen Landwirt Franz Grain aus Eichenzell, der als Leiter der Iugendobteilung die Fcchrt mit» machte. Der Fall ist um so tragischer, alS des tödlich Verunglückte verheiratet und Vater von fünf Kindern ist. Im Lauterbacher Krankenhaus befinden sich zur Zeit noch fünf Verletzte. Ihr Zustand ist zuiriedenstellend. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 12. Dezember. 11 bis 12: Schallplattenkonzert. 12.15: Schallplattenkonzert: Aus „Götterdämmerung". 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Welche Bücher wünsche ich mir zu Weihnachten?" 3. Arbeits- und Beschäftigungsbucher. 16 bis 17.45: Aus dem Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Städt. Kurorchesters Wiesbaden. 18.05: Stunde des Arbeiters: Unterricht in der Berufsschule 2. 18.35 bis 19: Französischer Sprachunterricht. 19.05: Wo uns der Schuh drückt — „Kriegsbeschädigte". 19.30: Schallplattenkonzert, leichte Unterhaltung^* musik. 20: Aus dem Festsaal der Liederhalle Stuttgart: Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22 bis 23: Don Stuttgart: „Und so verbringst du deinen Abend". LUfrSEIFENFLOCKEN WASCHEN . BILLIGER// I Esslöffel voll tX g reinigt 2 Paar n - Strümpfe MANNHEIM. Länder^ und Städtewappen aller Erdteile in Gold- und SilberdrucK: Die FREUDE des KURMARK-RAUCH E R $, vom, oiissem. W CIGARETTEN „Es ist leichter, Cigaretten zu rauchen, als ein Cigaret- fenraucher zu sein? Man mass mit diesem kleinen Affribuf der Eleganz umzugehen versieben und man muss in persönlicher Eigenart seine Wahl treffen, die immer wieder zu den Cigaretten ausgeglichener Geschmackswirkung führt. So schafft den, posttwen, (jenuss *1$ Repr iien-rationspecKuag fa# Gexchrakt end Fe/lt* dx» ttaack» »fl d SchreOtUxl fordern Sie »KUR MARK - PRIVAT? ACK UNG • (phae frtisa aftchla&\ Sonder-Verkauf! und Onkel 10I59A Linoleum in großer Auswahl 99I4A 07935 Telepli. 2417 narkt*traßeH 9714V von Linoleum-Teppiche mit kleinen Fehlern, weit unter Preis Hedwig Frensdorf TeleMensiü Gießen, den 11. Dezember 1929. 10143D in reicherAuswahl SAMNe iflpetenöans gerd.Hennftiel Frosch. Telephon 2674. I. A. d. C. Lenz von b.5O Mk. an 9523 U 6785 D Lager. 9870V Schlüpfer, Wolle mit Seide. beste Qual , alle Großen, 42,48 dazu den pass. Rock, Wolle A mit Seide, alle Größen, 42/48 jtevJXr DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühl'sche Druci.erei der preiswerte 3'Röhren' Netzempfänger für Gleich' ström, erhältlich im Für die große Anteilnahme und das Hebevolle Ge- . denken zu dem überaus schweren Verluste meines unvergeßlichen Mannes spreche ich allen hiermit meinen innigsten Dank aus. 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Montagnachmittag entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit meine liebe Frau, unsre gute Mutter und Schwiegermutter Anna Marie Zecher geb. Will im Alter von 57 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Gastwirt Ludwig Zecher V. und Kinder. Staufenberg, den 9. Dezember 1929. Beerdigung: Donnerstag,den 12. Dez, 2 Uhr nachmittags. ,01480 Mreitascir« I Rundfankiians Bans Högel von 20 RM. an auch in Raten. 9?6D SellersweS 50, ElnSani Wotofiasse iEG-Schreitrniasihinen Teiephon 2900. io.»a Gießen 1 H--- Seltersweg 89 Ruf 4291 Separator Werkstatt för Sdireibmaschinen aller Systeme Weilinachtshäume frische ' endung in allen Größen zu billigen Preisen eingetroften. Verkauf im Hofe Cak Ernst Ludwig, Neuen Bäue, und Selterstor im Bote gegenüber Cat6 Bettler. U7J40 fml-inlo übernimmt für die Gteh. Geschäftswelt die Erledigung von KommissiODen im Vnnbtr Gienen. Schrif l. Angeb. unt. 07943 a. d. Gien. An i. mildert Tanne» Zu haben in Apotheken, Drogerien und wo Plakate sichtbar. 8488V NWMk Ml! 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Nordaul. 21. kaut! 5250 5450 rode ter Strafte 19 ■um /Läufer swahl aus mstiel 14 -ckM )i39A I.M. ireü' eich' iA. erb- SS w»srÄ rAss I»--> JS^olW- iSiASS pni lU f«"“ ' L «gtt KÄ üh'! °'KI HW n, denen icknßves e über einige Lar- für unsere »«v Äivaase für einige Äezick eichneie Mrr>i<5 nenerMdiidung bsieMMng MüMeMW ^unb» unter richten nn .nen0.m-6.fi. tt Siche til. iur d'e sti iöfl Gienen- fltb.»111. $8 . inyari“ & * J!< Gestio”“* rePafieft ’"lä<±* piaß°ba Schönau lii-K, Ur. 290 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Mittwoch, N. Dezember (929 Oie Untersuchung -es Gklarekskandals. Notwendige Folgerungen. Don unserer Berliner Redaktion. Der Llntersuchungsausschuh des preußischen Abgeordnetenhauses bemüht sich seit einigen Wochen, in die Zusammenhänge der großen Skandalaffäre, die für die Acichshauptstadt so kompromittierlich geworden ist, einiges Licht au bringen. Nicht mit allzu großem Erfolge. Gerade wenn es interessant wird, meldet sich die Staatsanwaltschaft und fürchtet Schaden für den Gang des gerichtlichen Verfahrens. Das Nebeneinander der parlamentarischen und der gerichtlichen Untersuchung läßt sich nun einmal nicht durchführen, und das Parlament täte gut daran, deshalb grundsätzlich auf solch« kostspieligen Ausschüsse zu verzich - t c n. Immerhin, einiges Interessante ist doch schon klargestellt. Es hat sich gezeigt, daß, was wir schon längst wußten, der schwer f ällige bureaukratische Apparat von jedem gewiegten Geschäftsmann über den Haufen gerannt wird: es hat sich aber auch gezeigt, daß eine Kommunalverwaltung, deren Spitzen nicht nach ihrer persönlichen Eignung, sondern nur nach dem politischen Glaubensbekenntnis ausgenuht werden, ihren schwierigen Aufgaben nicht gewachsen ist. Der halbe Magistrat ist durch dieses Disziplinarverfahren kalt gestellt. Noch weih niemand, wieweit der Kreis der Beschuldigten ausgedehnt werden kann. Unbegreiflich genug, daß der Oberbürgermeister Böß auf seine Rehabilitation hofft, obwohl er doch zum mindesten das Gefühl haben mühte, dah er bei allen Parteien die Dertrauensgrund- läge verloren hat. Niemand kann ihm einen Dor- wurs machen, dah er etwa irgendwie an den Schiebungen selbst beteiligt wäre. Davon ist gar keine Rede. Aber die Rolle, die er vor bcm Untersuchungsausschuß spielte, war kläglich. Der Oberbürgermeister einer Diermillionenstadt kann sich nicht damit entschuldigen, dah alles hinter seinem Rucken geschieht, damit beweist er eben, dah er das Format nicht hat, das für seinen Platz verlangt wird. Er hat Schönheitsköniginnen gekrönt, er hat mit den Hotels Krieg geführt, weil sie die schwarzrotgoldene Fahne nicht zeigen wollten, er hat sogar mit einer jungen Schülerin, der Offenbacherin Helene Mayer, ein Duell ausgefochten, weil sie bei den olympischen Spielen die schwarzweihrote Fahne — ihr Bcreinszeichen — gezeigt hatte. So hatte er natürlich keine Zeit, sich um seine eigentliche Berwaltungsarbeit zu kümmern, und das Ende der Aera Böß ist nicht nur, dah Berlin, gelind« gesagt, mit dem Fluch der Lächerlichkeit beladen wurde, sondern auch, dah es in Finanzschwierigkeiten ist, die denen des Reiches nicht nachstehen. Allein an kurzfristigen Schulden hat Berlin über 400 Millionen Verpflichtungen, genau so viel wie das Aktienkapital des größten Verkehrsunternehmens ausmacht. Wenn die Danken darauf drücken, könnten sie die Auslieferung dieses Unternehmens erzwingen. Ein unmöglicher Zustand, der durch rücksichtslose Sparsamkeit beseitigt werden muß. Gerade deshalb aber ist es doppelt notwendig, dah der Oberbürgermeister nicht nur politisch den Parteien angenehm ist, sondern auch arbeiten kann und von der Verwaltung etwas versteht. Daten für Donnerstag. 12. Dezember. Sonnenaufgang 7.56 Uhr, Sonnenuntergang 15.51 Uhr. — Mondaufgang 13.33 Uhr, Mond- Untergang 2.30 Uhr. 1766: der Dichter Johann Christoph Gottsched in Leipzig gestorben: 1821: der französische Dichter Gustave Flaubert in Rouen geboren. Oer Bruder des Todes. Von Gustav W. Ebenem. Ein seltsames Abenteuer hat der Güterzug Nr. 5251 zwischen Albino und Orbetello erlebt. In einer dunklen Nacht stieh er an einem Bahnübergang mit irgendeinem unvorschriftsmähigen Gegenstand zusammen. Der Lokomotivführer Guido und der Heizer Donato hielten die Fuhre an, stiegen ab und leuchteten mit der Laterne herum. Run, da war nicht mehr viel zu machen. Auf zwanzig, dreihig, fünfzig Meter Strecke klebten die Schienen vor Blut, gottlob nur Traubenblut. mit elenden Korbresten war der Bahnkörper besät, und die Holztrümmer lagen herum, als hätte eine Bombe eingeschlagen. 2m Graben stießen sie auf ein Pferd, das durch den Anprall des stärkeren Cisenrosses in die ewigen Hafer- gründe befördert worden war. Vxn Maschinisten stiegen die Haar« zu Berge — was machte mit dem Fuhrmann geschehen (ein? Sie rieben sich die Augen, sie rieben der Laterne die Augen — wo tag er nur? Gleisauf, gleisab ging die Suche, Damm und Uebergang wurden noch einmal abgeleuchtet, sogar die anliegenden Felder. Umsonst. Der Mann blieb verschwunden. Das heiht: hatte ihn denn überhaupt jemand gesehen? Konnte es nicht so gewesen fein, wie es in der Umgebung Roms immer zu sein pflegt? Alle Kärrner schlafen. TagS oder nachts, das ist gleich. Mag sich der Gaul wie das Goe- thische Maultier im Nebel und Verkehr feinen Weg suchen. Die Signori Automobilisti sollen gefälligst ausweichen. Die Dahn auch — Man weih das gar nicht anders. Und da ist eben der Kerl im Schlaf vom Fuhrwerk heruntergefallen und schnarcht nun Gott weih wo im Straßengraben weiter. Soll er. Erleichtert fuhren Guido und Donato davon. Unterwegs, als der Heizer nach der Schaufel griff, bemerkte er auf dem Tender schon wieder etwas Unvorschriftsmäßiges, ein unförmiges Dün- del, das vorher nicht dagewesen war. Blaß vor ahnungsvollem Schreck zog er es vorsichtig herunter, und in der Tat, das Dündel röchelte! Der Kärrner — denn er war es, würde die Courths-Mahler sagen — lag in den letzten Zügen, er war schwerverletzt, vielleicht schon tot. Offenbar ist er durch die Wucht des Anpralls auf den Tender geschleudert worden. LandwirWastliches Genossenschaftswesen Zweier Kursus be'm Landwirtschaftlichen Institut der Landesuniversität Gießen. Dritter (letzter) Tag. Als erster Redner des dritten Tages des diesjährigen landwirtschaftlichen Genossenschaftskursus sprach Professor Dr. Sessous (Gießen) über: „D i e Degutacytung landwirtschaftlicher Sämereien“. Er wies einleitend auf die Bedeutung der Kenntnisse der technischen Vorschriften hin, welche für gewissenhafte Probenahme durch den Empfänger einer Samensendung in Frage kommt. Dor allen Dingen ist dabei auf die Herstellung eines dem Durchschnitt der Ware entsprechenden Musters zu achten, sodann spielt die Art der Verpackung je nach dem Zweck, den die Untersuchung erfüllen soll, ob auf Feuchtigkeit oder Keimfähigkeit zu untersuchen ist, eine Rolle. An der Hand von Lichtbildern wurden in einleuchtender Weise die einzelnen Unterfuchungsmethoden vorgeführt. Hierbei erfuhren die Zuhörer, welche Bedeutung bei der Ermittelung der Keimfähigkeit der Keim» schnelligkcit beizumessen ist und wie diese bei etwaiger Verzögerung auf Mängel im Saatgut hinweist. Die Mängel können, wie der Redner schilderte, und in Tabellen, sowie Abbildungen zeigte, in mangelnder Keimreife, aber auch in pathologischen Zuständen des Samens zu suchen sein. Der Vortragende zeigte, inwieweit es möglich ist, am Samen Herkunft und Sortenechtheit nachzuweifen. Auch auf die nur bedingte Bedeutung für die Bewertung von Handelsgetreiden durch die Bestimmung des Volumens (Hektolitergewicht) wies Prof. Dr. Ees s 0 us hin. Denn das Volumengewicht ist außerordentlich abhängig von der Kornform und vom FeuchtigkeitsgehUt. Für die Ermittlung hat es feine Bedeutung. Cs ist leider heute noch ein Maßstab zur Bewertung von Handelsware, der höchstens noch eine Berechtigung hat beim Vergleich von Lieferungen derselben Ernte und derselben Sorte, ja auch derselben Gegend. 3m ganzen zeigten die sehr interessanten Ausführungen des Vortragenden, wie wichtig es ist, sich namentlich bei genossenschaftlichem Bezug von Sämereien der amtlichen Unterfuchungsstellen zu bedienen, um vor etwaigen Schäden bewahrt zu bleiben. Professor Dr. hillringhaus (Berlin) schilderte als nä bster Redner den „Genossen- fchaftlichen Geld umlau f“. Er zeig e. ausgehend von der Gründung der Kreditgenossenschaften in Stadt und Land, wie diese dem genossenschaftlichen Geldumlauf nutzbar gemacht, wie geno.senschaftliche Zentral assen in der F lgezeit gegründet wurden und wie, als Krönung gewissermaßen, die Preußische Zentralgenossen- schaftskasse in Berlin entstand, die heute das Geld- und Kreditinstitut für das gesamte deutsche Genossen'cha tswcsen ist. R Öner b sprach weiter das Zusammenar eiten der Kredilg nessenschaslen mit den Waren- und den Delriebsgenossen- schaften, die auch zur Besserung des genossen- schädlichen Geldumlau s beitragen. Insbesondere wurde bargelegt, dah die Kreditgenossenschaften die Pflege des Spargedankens nicht erst in neuerer Zeit ausgenommen, sondern feit 3ahrzehnten den Kleinsparversehr in der mannigfachsten Weise angeregt und gefördert haben. Weiterhin wurden die Institute des Zweck-Sparens, besonders die des Bau-Sparens und die Hypotheken-Entschul- dungsinstitute, besprochen. Redner richtete zum Schluß einen Appell an die Teilnehmer, an ihrem Teil alles zu tun, um die durch den Kursus empfangenen Anregungen in die Tat umzusehen, um den genossenschaftlichen Geldumlauf weiter auszubauen, um auch dadurch mitzuwirken, die Krise der Landwirtschaft mit lösen zu helfen. verbandsdireklor Berg (Darmstadt) sprach dann über das Thema: ,A npassung der landwirtschaftlichen Genossenschaften an die Erfordernisse der Zeit." Bei der Stärkung des Bauern spielt die Genossenschaft eine große Rolle, zoar nicht durch ihre Form, sondern durch ihre Geschmeidigkeit, Anpassungs, ähigk.it und ihre Zusammenfassung kleiner und kleinster Betr.eöe zu einer einzigen großen wirtschaftlichen Stoßkraft. Die Zusammenfasfung muh aber ganz durchgeführt werden: die einzelnen Genossenschaften müssen ihrerseits restlos in Hauptverbänden und diese wieder in einer Zentrale zusammengeschlossen fein. Der Redner besprach sodann die einzelnen Arten von Genossenschaften, deren Tätigkeit und die Möglichkeit, ihre Leistungen za steigern. Bei allen Genossenschaften muß mögäa) gemacht werden, daß sie sich aus eigener Kraft heraus Be- triebsrcserven schaf.en. De zu tritt noch das Erfordernis, den jungen Nachwuchs zum genossenschaftlichen Eedan.ea zu erziehen, aber auch Stärkung der genossenschaftlichen Treue bei den Alten zu erreichen. Zur Genossenschaft darf niemand gedrängt werden: genossenschaftliche „Mitläufer" müssen unbedingt beseitigt werden. Genossenschaftliche Arbeit fordert ganze Männer und alte erfahrene Fachleute. Der Redner wies ferner darauf hin, dah nicht Dezentralisation, sondern Vereinheitlichung im Genossenschaftswesen heute das Gebot der Stunde ist. Nach langen Kämpfen und Verhandlungen ist denn nun auch dieser Weg mit Erfolg beschritten worden. Unter diesen Gesichtspunkten wurden die Spar- und Dar- lehnskassen, Tez igs- und Ab.ahgenossenschaften, insbesondere die Milchabfatz-, Viehverwertungs-, Eier-, Obst- und Geinüse-Genos.enschaften besprochen. Zum Schluffe wurde darauf hingewie- sen, dah das Haupterfordernis stets bleibe, daß auch der letzte Mann von dem genossenschaftlichen Gedanken erfüllt werde. An Stelle des erkrankten Präsidenten der Preuh. Zentralgenosfenschaftskasse Berlin, Dr. Klepper, berichtete Berbandsdireklor Berg kurz über „die Rationalisierung im ländlichen Genossenschaftswesen". Er childerte die Entwicklung der Vereinigung der Der- chiedenen Genossenschaftsoerbände: des Reichsver- janbes landwirtschaftlicher Genossenschaften, des Raiffeisenoerbandes und der anderen genossenschaftlichen Vereinigungen, und zeigte, daß, bevor rationalisiert werden kann, zuerst eine gründliche Bereinigung im Genossenschaftswesen statthaben müsse. Nachdem die Einigung der Spitzenverbände im Reich heute fast vollzogen ist, würden immer noch Korrekturen nötig sein, die vor allem in einer gewissen finanziellen Schwäche ihren Grund haben. Für die Zukunft wird noch eine gründliche Revision nicht nur der einzelnen Genossenschaften, die bekanntlich ja bisher schon gehandhabt wurde, notwendig sein, sondern vor allem auch eine solche der Verbände und selbst der Zentrale. Nur dann wird man über die Schwächen Hinwegkommen, die der jetzt voll- zöge ne n Vereinigung noch anhaften. Nicht bloß Selbsthilfe und SelbftDeranlroortung, sondern auch Selbstverwaltung sind Grundbedingung für ein gedeihliches Bestehen der Genossenschaften. Wenn das alles vorhanden ist, wird die Vereinheitlichung in Erfüllung gehen. Generalsekretär Griesar (Frankfurt) betonte zum Schluß, daß durch weiteren Ausbau innerhalb der Genossenschaften sowohl wie auch durch Förderung des Genossenschaftswesens durch die Wissenschaft die Möglichkeit bestehe, Wirtschaftskrisen zum guten Teil zu lindern. Darum gebühre dem Landwirtschaftlichen Institut ganz besonderer Dank, daß es wieder zu einem Genossenschaftskursus Gelegenheit geboten habe, bei dem Theoretiker und Praktiker in gleicher Weise zu Wort tarnen. Namens der drei Verbände Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden sprach er der Hessischen Landesuniversität und insbesondere dem Landwirtschaftlichen Institut für die Veranstaltung feinen Dank aus und gab der Hoffnung Ausdruck, daß alle Teilnehmer befriedigt Zitternd horchte Donato auf die allerletzten schweren Seufzer, verwundert meinte Guido, es komme ihm vor, als fei das fein Röcheln, sondern ein Schnarchen. Der Mann, um die Sache kurz zu machen, der Wann, perbacco, schlief! Hatte auf seinem Karren geschlafen, hatte während des unfreiwilligen Uebergang« auf den Tender geschlafen und schlief und schnarchte immer noch. Es war keine Kleinigkeit, ihn wach zu kriegen, und wer das nicht glaubt, der ist eben noch nicht auf einer römischen Landstraße im Auto gefahren. Verletzt war er gar nicht. Gleich nach dem Ausbruch gestern abend, erzählte er, als er von seinem Abenteuer vernahm, fei er eingenickt und habe gehofft, bis zum Morgen dösen zu können. Nun müsse er ja wohl leider von der nächsten Station aus zu Fuß zurücklaufen. Immerhin wolle er unterwegs der Madonna eine Kerze stiften, das glückbringende Widderhorn unter 'seinem Karren habe sich halt doch wieder einmal bewährt. Eine Mutter spricht mit ihrem Sohn. Tief unten in der Antarktis, inmitten des großen weißen Schweigens, eine Ewigkeit entfernt vom Broedway und allem Lärm der Zivilisation, hat der Commander Byrd mit einem Häuflein harter Männer sein Quartier ausgeschlagen. Das Geheimnis des Abenteuers breitet sich über die kleine Schar, aber es kommen Stimmen zu ihnen, hinweg über die Unendlichkeit des Raums, es braucht nur einer in das Mikrophon zu sprechen, und schon geschieht ein Wunder. Ein« Mutter hatte Sehnsucht. Und nach Verabredung des Zeitpunktes trat die Mutter des Commanders Richard Byrd vor das Mikrophon und sprach diese Worte: „Guten Tag, mein Junge. Bist du da? Wenn ich daran denke, daß Tausende von Meilen zwischen dir und mir liegen, und dah du jetzt in diesem Augenblick, meine Stimme hörst, schüttelt es mich doch ein wenig. Und du, was wirst du fühlen? Ich versuche, es mir auszu- malen, mein Junge. Ich bin heute nachmittag von Winchester nach Richmond gefahren, ganz allein im Automobil, um mit dir sprechen zu können — allerhand für eine alte Frau von 67 Jahren, nicht wahr? Ich lebe nämlich wieder in Winchester. Wie das kommt? In Richmond ist es gewiß schön, und ich mag sehr gern do« sein, aber bei Tom und Margarete ist es doch noch schöner. Die ganze Familie ist wohlauf, deine Kinder, Mary und wir alle, du brauchst dich nicht zu sorgen. Oft träume ich von dir. Wie unsagbar glücklich werde ich sein, wenn du in Neuyork wieder an Land gehst, mein herrlicher Junge! Mein Glaube, daß du mit allen deinen Begleitern zurückkehrst, ist unerschütterlich. Jeden Tag bete ich für euch alle. Sehr ängstlich bin ich wegen deiner geplanten Flüge. Aber auch die wirst du machen, mein Junge, ich glaube an dich! Ich weih auch, daß du und ihr alle immer, immer in Gedanken zu Hause weilt. Grüße deine Männer von mir, Richard. Ich werde jedem einzelnen di« Hand drücken, wenn ihr wiederkommt: es sind prachtvolle Leute! Seit du weg bist, hat sich hier wenig verändert .,. aber nun ist die Zeit um, ich muh aufhören. Alle Liebe für dich, mein Junge! Leb Wohl!" So sprach die Mutter des Commanders Richard Byrd über eine Ewigkeit hinweg, und die Eisbären wischten eine stille Träne aus den Augen. Anderen Tages erhob sich ein Flug «ug in die Luft, und in dem Flugzeug s ah ein Mann, der gestern die Stimm« seiner Mutter gehört hatte, iubel war in seinem Herzen, und der Südpol lag ihm zu Füßen. V. K. Wilde schreiben Romane. Die Zivilisation schreitet schnell und ist in ihrem Siegeslauf um die Erd« schon zu den entferntesten Völkerstämmen gedrungen, lieber all auf den Inseln der Südfee findet man heutzutage Grammophone, Rundfunk und Aehnlv» ches, und aus Neu-Guinea, das solange eine Hochburg menschlicher Wildheit war, kommt jetzt fogar die Nachricht, dah die Eingeborenen eine eigene Zeitung herausgeben! Daß es einem solchen „Wilden-Blatt" nicht an Stoff fehlen werde, sondern di« Beiträge reichlich eingehen dürften, behauptet der Forschungsreisende Jack McLaren, der ein ausgezeichneter Kenner dieser Gegenden ist. Er hat auf feinen Reisen verschiedene Wilde getroffen, die sich als Schriftsteller versuchten. „Ein bißchen Erziehung in einer Missivnsanstall oder einer Schule veranlaßt die Eingeborenen nicht selten dazu, ihre Schreibkünste zu verwerten und ihrer Phantasie freien Sauf zu lassen," erzählt er. „So zeigte mir von Gießen scheiden und recht viel« segensreiche Anregungen mit hinaus in die Praxis und ihre Tätigkeit nehmen mögen. Der außerordentlich zahlreiche Besuch und das große Interesse, das von den Teilnehmern ein den Tag gelegt wurde, beweist, dos; die Veranstaltung derartiger Kurse in der heutigen Zeit, die den ein- zelnen Landwirt und seine Organisationen vor eine Reihe schwerwiegender Fragen stellt, eine Notwendigkeit geworden ist. Aus der provinzralhauptstadt. Gießen, den 11. Dezember 1929. iionaleSpvosllion und Volksentscheid" In einer gut besuchten öffentlichen Versammlung, die am Montagabend aus Einladung des Ausschusses für den Volksentscheid in der Turnhalle am Oß> waldsgarten stattsand, sprach Dr. Stabiler (Ber lin) vom Bundesamt des Stahlhelms über das Thema: „Nationale Opposition und Volksentscheid". Der Redner beschäftigte sich einleitend in kritischer Weise mit der Demokratie und der daraus erftanbe-- nen Regierungsform, er besprach fobann bi« verfassungsrechtlichen Bestimmungen für das Volks begehren und für den Volksentscheid und erläuterte hierauf unter Anwendung scharfer Kritik gegen die Regierung und das Parlament den Inhalt des Volksbegehrens. Durch das vorgeschlagcne Gesetz solle die deutsche Regierung nach der Forderung des § 1 zur Widerrufung der Kriegsschuldlüge durch offizielle Noten an sämtliche Unterzeichner des Versailler Vertrages gezwungen werden. Weiter werde die Aufhebung der §§ 429 und 430 des Versailler Vertrages gefordert (Besetzung der Rheinland«) und im §3 die Zustimmung zu dem ^oungplan entschieden abgelehnt. Damit nicht Abkommen unterschrieben würden, die dem Parlament Vorgriffen und für das deutsche Volk schädlich seien, sei ber § 4 in das „Freiheitsgesctz" ausgenommen worden. Di« in diesem Paragraphen vorgesehene Strafbestimmung bezeichnete der Redner als unbedingt notwendig, da ooch ein Abschreckungsmittel gegen etwaige Neigungen zu Handlungen nach der bisherigen Art der internationalen Abmachungen vorhanden fein müsse. Der Redner beschäftigte sich weiter u.a. mit der Frage der Kommerzialisierung der deutschen Kriegsschuld, polemisierte gegen Severing und Braun, wie überhaupt gegen die Regierung, besprach die Abbröckelung in Der Deutschnationalen Volkspartei und erklärte schließlich, die im Reichsausschuß vereinigten Parteien und Bünde lehnten das bisherige Regierungssystem als ganzes ab. Sie wollten eine radikale Acnderung des politischen Kurses durch die Abschaffung dieses Systems. Wenn sie erklärten, sie wünschten einen anderen Staat, so bedeute das, daß sie andere Menschen in der Staatsführung, an di« Stelle der Etappe den Frontsoldaten, anstatt Herrschaft der Minderwertigkeit Herrschaft ber - hochwertigen Menschen setzen wollten. Eine andere Führcrauslese fei erforderlich, ebenso auch eine andere Fahne, für die Menschen wieder sterben könnten. Alle Gruppen im Reichs- ausschuh seien einig in der Bekämpfung des heutigen Systems und in der Entschlossenheit, mit diesem System endgültig aufzuräumen. Die nationale völkische Opposition, die dem deutschen Volke zurufe, den Tributplan nicht zu unterschreiben, habe den Glauben einer Minderheit, daß sie mit der Mehrheit fertig werden könne. Sie werde Severing und Braun herunterholen von ihrer Machthöhe, sie werde dem parlamentarischen System d.en Garaus machen und es durch eine andere Staatsordnung zu ersehen wissen, sie werde dem Klasfenkampfsystem ein Ende machen und einem neuen System freie Bahn bereiten. Sie werde bei dieser Säuberung auch Galgen bereitstellen, damit in Deutschland die Anständigkeit, die Tüchtigkeit, der Fleiß und die Bravheit wieder den Schutz des Staates genießen könnten. Damit es dazu komme, müsse sich jeder einreihen in die kämpfende Front der na- tionalen Opposition, opfern und nur das Ziel im Auge haben: „Nicht ich, sondern das Vaterland!" 3m Anschluß an den mit lebhaftem Beifall ausgenommenen Vortrag wurde eine Aus- ein Eingeborener auf einer Südseeinsel eine Geschichte, di« er geschrieben hatte und di« einen recht wunderlichen Inhalt aufwies. Sie begann mit einem Streit zwischen zwei Eingeborenen um den Besitz einer Frau, schilderte dann, wie die Dorfbewohner Partei ergreifen und es zu einem wilden Kampfgemenge kommt, bei dem Keulen und Speere eine große Rolle spielen. Dies« Geschichte endete damit, daß die Frau beide Bewerber verschmähte und mit einem dritten davvnlief. Das alles war in einem höchst wunderlichen Englisch geschrieben: aber der Verfasser war sehr stolz darauf und verlangte von mir, ich solle das Werk „im Lande des weißen Mannes" veröffentlichen. Ein anderer primitiver Schriftsteller lebte auf den Karolinen: er hatte eine Art Parabel versaßt, in der er die japanische Regierung, die die Karolinengruppe als Mandat verwaltet, wütend angrisf, weil sie die alten Sitten und Bräuche der Eingeborenen vernicht«. Er bat mich, ihm feinen Stil zu verbessern, aber nachdem dies geschehen war, blieb von seiner Arbeit kaum noch etwas übrig. Ein anderer dieser wilden Dichter, der auf den Salomo-Inseln heimisch war, hatte den Versuch gemacht, einen ganzen Roman zu schreiben. Er war auf einer Missionsanstalt unterrichtet worden und zeichnete seine Dichtung auf allen möglichen Papierfetzen, di« er sich zusammengesucht hatte, mit Stücken gespitzter Holzkohle auf. Das merkwürdig« Manuskript bestand in einem großen Hausen solcher Papiere, die in einer Ecke feiner Grashütte aufgebäuft waren. Er riß einzelne Stücke daraus hervor und las sie mir Dor; ich entnahm daraus, daß es sich um eine Geschichte von Eingeborenen handelte, die von einem Schurken, eenem weißen Mann, betrogen wurden. Er war sehr stolz auf sein Werk, und wie er so auf einer Matte auf dem rohen Fußboden seines Hauses faft und in gebrochenem Pidgin-Englisch einzelne Stellen mit lauter Stimme deklamierte, schien mir dies Erlebnis eins der merkwürdigsten, die ich in meinem Leben gehabt habe. Er wurde aber im Dorf mit größtem Mißtrauen betrachtet, denn man glaubte, daß seine seltsame Schreibarbeit irgend etwas mit Zauberei zu tun Hobe, und schließlich wurde fein Haus auf geheimnisvolle Weise angesteckt, wobei das ganze Manuskript verbrannt«. Ich habe guten Grund, anzunehmen, daß die Brandstiftung zu diesem Zwecke geschehen war." spräche von der Versammlung nicht beliebt. Vach einem kurzen Schlußwort des Versammlungsleiters klang der Abend mit dem Gesang „Deutschland, Deutschland über alles" aus. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. In der letzten vorweihnachtlichen Veranstaltung berichtete Dr. Rathjens (Hamburg) sehr anschaulich und lebendig über seine Reise nach dem Königreich Iemen in Südarabien, die er im vorigen Jahre gemeinsam mit Dr. v. Widmann und der Arabistin Frl. v. A p i tz unternommen hat. Am Ufer des Roten Meeres zieht sich in rund 50 Kilometer Breite die von äolischen Ablagerungen bedeckte, glühendheiße Ebene Tihamma hin. An der Küste ist sie Wollwüste oder Wüstensteppe, gegen den hinter ihr aussteigenden, fast 4000 Meter hohen Abfall des südarabischen Hochlandes wird sie feuchter und bietet dem Ackerbau Raum. Der dem Abfall nahe Teil des Hochlandes besteht aus einer Reihe aufeinanderfolgender geologischer Horste und Gräben, die teils dem Einbruch des Roten Meeres, teils dem von Aden parallel laufen. Die so erzeugten steilen Hänge entblößen den Gesteinsausbau des Hochlandes: Auf einer Grundlage von Granit und Gneis liegen mehr oder weniger horizontal jurassische Kalksteine und gelb, violett und orange gefärbte kretazische Sandsteine, die ihrerseits wieder in 1000 und mehr Meter Mächtigkeit von Basalten, Tuffen und Trachyten bedeckt sind, während schließlich die Vertiefungen des Geländes bis zu 50 und 70 Meter Dicke nachdiluviale äolische Ablagerungen tragen. Die niederschlagsreichen Gebirgshänge sind von der dicht siedelnden Bevölkerung in sorgfältig angelegte Terrassen aufgelöst und bringen überaus reiche Ernten (Getreide, Wein, Gemüse jeder Art, Südfrüchte, Indigo, ab 1700 Meter aufwärts Kaffee). Die älnterschicht der etwa 6 Millionen zählenden Bevölkerung Jemens, die leidenschaftlich die frischen Blätter des Katstrauches zur Äervenanregung kaut, ist dunkel und hat hamitischen Einschlag. In der Tihamma macht sich außerdem ein südasiatischer Einschlag bemerkbar. Den semitischen Typ vertreten nicht nur die 15 000 jemenitischen Juden, von denen allein 8000 in der Hauptstadt ©ana'a leben, sondern auch die vornehme Oberschicht der Eingeborenen. Die Jemeniten wohnen in kastenartigen, vielstöckigen, zur Verteidigung gut geeigneten Kastenhäusern, die mit Vorliebe auf schwer zugänglichen Vorsprüngen und Gipfeln angelegt werden. Auch das Bild der 50 000 Einwohner zählenden Hauptstadt wird von solchen Hochhäusern beherrscht, die jedoch aus kunstvoll in Mustern, vorragenden braunroten Ziegelsteinen mit weißer Gipsstuckverzierung errichtet sind. Die von Lehmmauern umwehrte Stadt besteht aus einer eng gebauten Altstadt mit prachtvollen Moscheen und Minarets, sowie der weitläufig gebauten Gartenstadt. Zwischen beiden liegt der Palast des Königs. Dr. L. Kirchenmusikalische Advenifeier. Als die MarkuOgemeinde vor einigen Jahren als erste hier eine k.rch:nmusitalische Fe'.e.stunde veranstaltete, betrachtete s.e das als einen Versuch, ob solche Veranstaltung auch den nötigen Besuch fände, der zur Wiederholung berechtige und ermutige. Heber das Bedürsnis uni) die willige Ausnahme di ser Abendfeiern ist wohl jetzt kein Zweifel mehr. Das sah und spürte man auch wieder in der kirchenmusikalischen Adventfeier, die am borg:n Son tag in der Stadtkirche von der Mar.usgemeinde veranstaltet wurde und von allen Gemeinden gut besucht war. Ein gutes Programm, von unserem Stadikirchorganisteu Lehrer Simon int seinem musikalischen und kirch ichen Verständnis zufam- mengestcllt, bot Adv:nt5hofsnung und Advents- bereitschast. Fräul in Käthe Gärtner, Giehen- Klcin-Linden, w lche die Sololiedrr — meist Bach und Reger — sang, zeigte sich als eine reich- Düs Erbe des Herrn von Anfieiien. Vornan von J. Schneider-Foerstl. Hrheber-Rechtsschuh durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 23 Fortsetzung. Nachdruck verboten Es war erst zwölf Hhr mittags, aber sie war zu Tod ermüdet. Vielleicht machte es auch das Alleinsein. Bernd befand sich mit Bekannten auf einer großen Autotour, es konnte Abend werden, bis er zurückkam. Der General hatte die Einladung des Amerikaners Selthon angenommen, einen Tag auf dessen Privatjacht zu verbringen und war nicht vor Einbruch der Rächt zu erwarten. Sie lieh sich auf ihrem Zimmer servieren und nahm dann ein Schlafpulver. Es war das einzige, die Länge des Tages erträglich zu machen. Erst gegen sechs Hhr erwachte sie, und fühlte sich etwas gestärkt. Sie empfand sogar Lust, einen kleinen Bummel zu machen und sich das Treiben aus der Ferne anzusehen. Sie bog eben in die Strandpromenade ein, als sich ihre Augen in ungläubigem Staunen weiteten. Keine zehn Schritte vor ihr ging Gertraude Holmseid und an ihrer Seite Oertzen. Er trug einen dunklen Anzug und hielt den Rücken etwas nach vorne geneigt, während die Frau auf ihn einsprach. Zufällig wandte diese das Gesicht nach rückwärts und richtete eine Frage an den Grafen. Run sah auch er zurück, lüftete den Hut und verhielt für einen Moment den Schritt, um dann plötzlich ein so rasches Tempo anzuschlagen, daß beide rasch außer Sichtweite waren. Wie tölpelhaft! Das lag doch nicht in Oertzens Charakter, daß er feige auskniff. Vielleicht tat er es nur deshalb, um ein Zusammentreffen zwischen ihr und seiner Gattin zu verhindern. Der Spaziergang war ihr gründlich verleidet. Sie machte kehrt und ging nach dem Hotel zurück. Spät nach zehn Hhr kam Bernd und brachte Lachen und sprühende Laune mit. Der Tag wäre herrlich gewesen, die Fahrt unvergleichlich schön. „Wie schade, daß du nicht mit dabei sein konntest, Mama," bedauerte er, während sie mit Freude konstatierte, wie prächtig er sich in den zehn Tagen erholt hatte. Sie schob ihm einen Teller Keks zu und nickte ermunternd: „Ich habe sie extra für dich heraufholen lassen, mein Bub. Oder willst du noch nachserviert haben?" Er lehnte mit allen Zeichen des Schreckens ab: „Ich bin satt. Was manche Leute essen können, geht an das Unglaubliche. Es war die reinste begabte Altistin, deren prachtvolles St'-mmate- rial, überraschend nach Hiniang und Fülle, durch zähes, vorzüglich geleitetes Studium zu einer wirklichen Reife geführt worden ist. Dabei berührte es überaus angenehm, daß der Vortrag frei war von allem Wirkenwol.en und Effekt- Haschen: die seelenvolle, selbstlos dienende Hingabe an Dichtung und Komposition läßt die Sängerin als eine verheißungsvolle Interpretin gerade der Dachschen Lieder erscheinen. Wie der Gesang, so war auch das Violinspiel eine große Freude. Mufiklhrcr Franz Bauer jun. ist bei unseren kirchmmusikal.schen Feiern längst kein Unbekannter m hr, und wir sind über eugt. daß er gern dabei sein feines Können in den Dienst der Gemeinde stellt. Sein Spiel ist kein sentimentales Geigen, sondern natürlich-edle Tongebung von weihevoll.r, die Herzen packender und erhebender Wirkung. Auch hier kein Glänzenwo^len als Solist, sondern ernsthafte Bereitwilligkeit, zusammen mit der begleitenden Orgel das Werk des Meisters lebendig werden zu lassen. Die Orgel spielte Lehrer Simon, in dessen Händen auch die ganze, mühevolle Vorbereitung des Abends lag. Sowohl in den selbständigen Choralvorspielen von Reger, wie in der B'gleitung der Singstimme und der Violine verstand er es meisterhaft, die reiche Registrierung der Orzel und ihre Klangfülle so wirken zu lassen, daß die dynamischen äln.terschi de deutsch chirakterisiert wurden und die besondere Schöeh.it der einzelnen Kompositionen ausgezeichnet hervortrat. Alles in allem: eine rechte Feierstunde, die wohl das Herz für Adventssreude aufschloß und für deren Geschenk die andäch'.ige große Gemeinde allen Mitwirk'nden sich in herzlicher Dankbark.it verbunden weiß. •• Man achte auf Abmeldung von Kraftfahrzeugen. In den von Steuer- shndikus Hermann Will, Gießen, herausgege- benen „Aktuellen Steuersragen" lesen wir folgenden wichtigen Hinweis: Beim Hebergang eines Krafiwagens in andere Hände hak der Bo besiyer der zuständigen Verwaltungsbehörde umgehend unter Benennung von Rame und Anschrift des neuen Eigentümers Meldung zu machen. Dem Käufer kann man neben der Zulassungsdefcheini- gung auch die Steuerkarte aushändigen, da diese für die Weilerversteuerung für die ganze Lauszeit angerechnet wird. Wird die Steuerkarte nicht übergeben, so muh das Fahrzeug auch bei dem zuständigen Finanzamt abgemeldet werden. Damit kann ein Antrag auf Erstattung oder Erlaß der gezahlten oder noch zu zahlenden Steuern gestellt werden, da nur auf Antrag Erstattung stattfindet. Bei Außerbetriebsetzung für kürzere oder längere Zeit ist der Verwaltungsbehörde! Meldung zu machen. Die Zulassungsbescheinigung ist einzureichen, ebenso das Kennzeichen, um den Dienst,tempel zu entfernen. Voraussetzung sür die Befreiung von weiterer Steuerzahlung ist die Abmeldung bei der Zulassungsbrhörde, erst danach kann Antrag an das Finanzamt auf Rück- vergeltung oder Befreiung von der Steuer gestellt werden. Der Käufer eines Kraftwagens aus Privathand muh das Fahrzeug wie ein neues anmelden. Er hat die bisherige Zulassung einzureichen und die Zulassung auf seinen Ramen zu beantragen. Etenso ist die ihm übergebene Steuerkarte einzureichen. Eine neue Abnahme muh erfolgen. ** Gießener Eisverein. In der Versammlung, die im Beisein zweier Herren des Deutschen Eislaufverbandes stattfand, ist der Gießener Eisverein Mitglied dieses Verbandes geworden. Es waren eine beträchtliche Anzahl Damen und Herren anwesend (wie ein altes Vorstandsmitglied äußerte: die seit Iahren bestbesuchte Versammlung), die den Wunsch aussprachen, in Zukunft mehr das rein Sportliche auf der Eisbahn zu pflegen. Der Kunstlauf wird in verstärktem Maße betrieben werden, und es ist in Aussicht genommen, an einigen Tagen Mastkur heute. — Von Vater ist wohl nichts eingetroffen?“ „Rein, mein Iunge. Aber ich habe ihm einen Brief geschrieben." „Vergiß nicht, die Photos beizulegen, Mama, und ihn zu bitten, daß er mich zu Schulbeginn holt." „Ich habe alles besorgt. Bist du sehr müde?" Er streckte die Arme und unterdrückte ein Gähnen. „Die Lust hier macht mich zuweilen völlig schlapp. Erlaubst du, daß ich zu Bett gehe? Ich bleibe aber auch gerne wach, wenn ich dir Gesellschaft leisten soll." Sie wehrte freundlich und lieh sich auf Mund und Wangen küssen. Gleich darauf hörte sie ihn drüben in seinem Schlafzimmer eines der Fenster schließen. Run war es eigentlich Zeit, sich ebenfalls zurückzuziehen. Der Vater lieh über Gebühr auf sich warten. Erst eine halbe Stunde später horte sie seinen Schritt nebenan. Ein Spalt in der hohen Flügeltüre lieh einen schmalen Lichtstreifen über die Decke des Zimmers Hinspielen. Wie ein leuchtender Pfeil bohrte er sich in die gegenüberliegende Ecke. Run knarrte eine Schranktüre. Ein Gegenstand fiel Sie lächelte im Halbschlaf. Er muhte sehr müde fein, da er sonst auf peinlichste Stille hielt Als sie nach unruhigem Schlaf gegen zwei Hhr morgens erwachte, rann noch immer der Helle Schein als dünnflüssiger Goldstreifen über das Weihe des Plafonds. Hatte er vergessen, das Licht zu löschen? Oder war er am Ende krank? Sie richtete sich auf und horchte hinüber. Als es ganz stille blieb, warf sie ihren Schlafrock über und drückte geräuschlos die Klinke herab. Sie fühlte, wie ihr Herzschlag stockte. In dem großen Klubsessel, an dem weitoffenen Fenster faß Lötzen und richtete seine dunkelgeröteten Augen auf sie. Mit ein paar Schritten war sie bei ihm. „Bist du krank, Papa?" Er hob die Hand und machte eine müde Bewegung. „Der heutige Tag war etwas aufregend. Viel Gäste auf der Jacht — immer in Anspruch genommen. Ich bin nicht mehr dreißig, Drun- hilde." Sie lauschte mit doppeltem Gehör. Das war doch sonst nicht seine Art, die Sähe so stoßweise abgehackt hervorzubringen. „Soll ich dir irgendein Pulver holen, Papa, ich habe welche drüben liegen. Wenn du ein paar Stunden geschlafen hast, wird alles wieder gut sein." Er wandte das Gesicht von ihr ab und lehnte den Kopf zurück. „Hast du an deinen Wann ge- schrieben?" „Ja! Ich habe mich entschlossen, den Brief mit der Flugpost Weggehen zu lassen. So geht es rascher. In spätestens zwei Tagen kann er ihn 1 haben." einen Kunstlauf-Lehrer zu verpflichten. Die Eishockey-Mannschaft des Tv. 184o ist völlig zu dem Verein übergetreten, um im Eisverein das Spiel auf eine größere Grundlage stellen zu können. Da für dieses Spiel eine gründliche Vorbereitung in der Halle nötig ist, wird in Zukunft an zwei Tagen eine Hebungsstunde abgehalten. Großen Anklang fand das Eisschießen. Einige gebürtige Bayern, deren Rationalsport das Eisschießen ist, haben sich bereit erklärt, dieses für jung und alt, Damen und Herren gleichgeeignete Spiel einzu- führen. Es wäre für die Gießener Keglervereine eine dankbare Aufgabe, sich hierbei zu beteiligen. Hm nicht in allen diesen Sportarten auf sich selbst angewiesen zu sein, sondern um Anregung zu empfangen und an Wettkämpfen teilnehmen zu können, hat die Versammlung beschlossen, in den D. E. V. einzutreten. Jetzt fehlt nur noch das Cis, damit alle diese Pläne nicht ins Wasser fallen. •* Zwecksparkasse der Selbsthilfe der Arbeit. Die Selbsthilfe der Arbeit hatte auf Freitagabend zu einem Vortrag im Cafö Leib eingeladen, zu dem sich eine größere Anzahl Interessenten eingefunden hatte. Apotheker Schäfer (Gießen) begrüßte die Erschienenen. Darauf sprach Volkswirt Otto Lautenbach (Frankfurt a. M.) in etwa eineinhalbstündigem Vortrag über das Thema: „Zu Eigenheim und Eigentum durch Selbsthilfe der Arbeit". Der Redner erklärte u. a.: Ohne Kapitalbildung sei an eine Gesundung der Wirtschaft nicht zu denken, und darum seien die Sparbestrebungen freudig zu begrüßen und zu fördern. In Amerika sei schon vor langer Zeit der Gedanke des sog. Jndex- dollars in die Praxis umgeseht worden, wonach der eingezahlte Sparbetrag nach dcm Stande des Index zurückge'.ahlt werde. Seit 1927 werde diese Idee auch in Deutschland verbreitet, um der großen Wohnungsnot abzuhelfen. Zur Zeit beständen 70 Kaufkraftsparkassen, von denen die Zahl der Mitglieder im Bezirk Gießen etwa 503 betrage. Die eingezahlten Beträge würden nicht nach Reichsmark, sondern nach Festmark gewertet. Die Festmarkanlage sei stets gleichbleibend auf Grund der Jndexbasis. Bei der Bausparkasse lauteten alle Verträge auf den jeweiligen Index. Die Sparer seien nach jeder Seite gesichert, einmal durch Festmark, zum andern durch Anlage der Gelder in ersten Hypotheken. Besonderes Erfordernis sei die absolute Gegenseitigkeit. Die Bank der Arbeit in Frankfurt a. M. sehe folgende Sähe vor: 4 v. H. Vergütung, 5 v. H. Belastung und 2,5 v. H. Verwaltungskosten für die Dauer des ganzen Vertrages. Die Möglichkeit zur Erlangung eines Baukapitals fei auf Grund eines Tarifes festgelegt, der neun Klassen, die Sähe für monatliche Sparzahlung vom Beginn der Vertragsdauer bis zum Bezug des Hauses, die monatlichen Abzahlungen vom Bezug des Hauses bis Beendigung der Dertragsdauer, die Vertragsdauer selbst und die Wartefrist vorsehe. Finanziell sei es für jedes Mitglied gleich, wann es zum Bauen komme. Die besonderen Bedingungen würden nach den monatlichen Verträgen auf Grund der besonders errechneten Punktzahl festgelegt. Die Wartefrist sei in der Praxis gegenüber der vertraglich festgelegten Zeit bedeutend herabgemindert. Alle Verträge lauteten auf Festmark. Die Grundleihkasse löse Hypotheken ab. Alle diese Zweck,pareinrichtungen, wie Bausparkasse auf Jndexgrundlage, Grundleihkasse und Erblandkasse, seien ein festes organisches Gefüge, das den neuen praktischen Weg zeige, um zu einem Eigenheim zu kommen. — In der folgenden Aussprache wurden noch Fragen vom Redner beantwortet. ” Die Rationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, Ortsgruppe Gießen, hielt am Freitag im „Postkeller" eine cut besuchte öffentliche Versammlung ab. Der Redner Geh - s e r - F e 11 sprach über das Thema: „Das Volk erwacht". Er kritisierte u. a. das parlamentarische System, wies auf die außerordentliche Rot unseres Volkes hin und betonte, daß in der heutigen Zeit die Besserung der Lage eines Berufsstandes nur auf Kosten des anderen Standes möglich fei. Er erläuterte sodann den Gewinn und Verlust der politischen Parteien seit der Reichstagswahk im Mai 1928, bemängelte die Koalition des Zentrums mit Der Sozialdemokratie und vertrat Die Auffassung, daß die Verhältnisse in der Vorkriegszeit das Proletariat dem Marxismus überantwortet hätten. Der Redner kam bann auf die Bestrebungen hinsichtlich eines dauernden Friedens zu sprechen und wies in diesem Zusammenhang auf das Raturgesetz der Hngleichheit hin, das einen dauernden Frieden verhindere. Dir Verschiedenartigkeit der Meinungen führe zu Streitigkeiten zwischen Menschen und zwischen Völkern. Auch die Ausdehnungsnotwendigkeit vieler Völker führe oftmals zum Krieg. Der Redner sprach sodann von den Hrsachen des Weltkrieges und von dessen Ausgang und betonte, daß Deutschland als ehemaliger Agrarstaat nur auf dem Wege des Erwerbs von Grund und Boden wieder hochkommen könne. Die vor dem Kriege bemerkte Abwanderung der Landbevölkerung in die Stadt zur Industrie sei ein Trugschluß gewesen. Heute habe das Ausland das deutsche Volk in der Hand. Dec Redner sprach dann von der Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von der Hochfinanz und wies auf Den Einfluß des Auslandes in Deutschland in Industrie, Grundbesitz usw. hin. Er erwähnte Die Austrittsbewegung in Der Deutschnationalen Volkspartei unD kam zum Schluß noch auf Den DolksentscheiD zu sprechen. In Der anschließenden Aussprache äußerte sich ein Redner in zustimmendem Sinne, während ein zweiter Redner zu den Ausführungen des Referenten übet Die Austrittsbewegung in Der Deutschnationalen Volkspartei Stellung nahm unD Die Jugend zur Mitarbeit im vaterländischen Sinne ausforderte. 2n seinem Schlußwort beschäftigte sich der Referent noch in längeren Ausführungen mit Dem Boung-Plan unD feiner Auswirkung. Er besprach weiter Die Frage: „Welche Folgen treten bei Der Ablehnung Des Voung-Planes ein?“ Bezüglich Der zukünftigen außenpolitischen Verhältnisse vertritt Der Redner Die Auffassung, Daß England, das seine Vormachtstellung in finanzieller und wirtschaftlicher Hinsicht eingebüßt habe, gezwungen fei, sich Deutschland zu nähern, während Frankreichs Soldaten Amerika beschützen würden. ** Der Gewerkfchastsbund der Angestellten (GDA), Ortsgruppe Gießen, veranstaltete am Samstagabend im Casö Leib eine gut besuchte Weihnachtsfeier. Das reichhaltige Programm enthielt vor allem eine Reihe guter musikalischer Darbietungen der Kapelle ehemal. Militärmusiker, die reichen Beifall fanden. Ein von Frl. L. Diehl vorgetragener Prolog würdigte die Aufgäben des Bundes in treffender Weise. Der Vorsitzende Der Ortsgruppe, L. Zech e r. wies nach kurzer Begrüßung auf Die wirtschaftliche Rot und Die beDauernstocrte Lage der zahlreichen Arbeitslosen unD ihrer Familienangehörigen hin unD forDerte zu tatkräftiger Mitarbeit im Sinne Des Eewerkschaftsbundes Der Angestellten auf. Seine weiteren Ausführungen bezogen sich auf Den Charakter des Weihnachtsfestes und (langen in Dem gemeinsamen Lied „Stille Rächt" aus. Der Gesangverein „Heiterkeit" (Leitung: Musik.ehrer Schätller) trug durch eine Reihe gesanglicher Darbietungen wesentlich zur Verschönerung des Abends bei. Auch ein nettes Theaterstück, ein wirkungsvolles Duett, sowie ein schöner Reigen Der Jugendgruppe verfehlten ihre Wirkung nicht. Dem Geschäftsleiter F. Mack wurde in Anerkennung seiner Verdienste um Die Dundessache eine besondere Ehrung zuteil, Die von Dem guten Einvernehmen zwischen Vorstand und Geschästsleitung Zeugnis ab» legte. Den Schluß der Veranstaltung bildete ein Ball. „Ich — weißt Du, HilDe — ich bin zu Der Heberzeugung gekommen, daß es vielleicht Doch besser wäre, wenn du nach Hause fährst und die Sache persönlich in Ordnung bringst. Briefe sind oft so nichtssagend und erfüllen so feiten ihren Zweck." „Der meine macht eine Ausnahme," sagte sie lachend. „Oder hast du spezielle Gründe, Die es dir nötig erscheinen lassen, daß ich zurückkehre?" Sie sah Den forschenDen Blick, mit Dem er sie streifte. Ein Frösteln lief ihr plötzlich über Den Rücken und machte sie zufammenschauem. „Ist irgend etwas vvrgefallen, Papa?" Sie muhte Die Hände ineinanderkrampfen, um ihre Ruhe zu bewahren. Er vermied es, sie anzusehen. „Hast Du irgendwelche Rachricht von Hans Peter bekommen, seit du hier bist?" „Keine!" „Auch Bernd nicht?" „Soviel ich weiß, nein! Er hätte mir - sicher davon gesagt." Ihre Zähne schlugen aufeinander. Sie mußte näher an den Tisch treten, um eine Stühe zu finden. Der General rückte in seinem Stuhle, der ihm so unerträglich enge wurde. „Brunhilde — ich — du weißt, als Soldat ist es mir nicht gegeben, Hinwege zu machen. Immer gerade los, wo der. Feind steht, heißt meine Parole. Ich hoffe, day du wenigstens darin etwas von mir geerbt hast, Tatsachen, die sich nicht mehr ändern lassen, gefaßt ins Auge zu sehen." „Papa!" „So geht das nicht, Kind!" Er war aufgestanden und hatte die Schwankende mit behutsamen Armen in seinen Stuhl gedrückt. „Wenn du Dich so schwach zeigst, machst Du es mir unmöglich, meine Mission zu Ende zu führen. — Dann —“ „Papa, warum quälst Du mich so unsagbar?" „KinD — ich wollte, es hätten meine siebzig Iahre Daran glauben müssen unD nicht seine ReununDDreißig." Ihre Knie zitterten und Die großen, blauen Augen starrten glanzlos in Die seinen. „Hans Peter?" „3a! — HilDe, ich kann Dir nicht einmal mit Der Wahrheit Dienen. Kann nur sagen, was anDere wissen unD mir berichtet haben: Er soll aus Der Jagd verunglückt fein.“ Ihr ganzer Körpxr befanD sich in einem Derartigen Aufruhr, daß es ihr nicht einmal möglich war, Die Hand zu heben. Lötzen verstand nicht, was ihr Mund lallte, er ahnte es nur. „Die Ansichten sind geteilt,“ erklärte er. „Einige sprechen von Selbstmord, während die anderen behaupten, er wäre im Duell gefallen. Die letztere Ansicht dürfte wohl der Wahrheit am nächsten kommen." „Papa!" Lötzen sprang herzu und hielt ihren seitwärts gleitenden Kopf gegen seine Brust gedrückt. ,€tar( sein, mein Armes I Ganz stark fein jetzt! — Denke an Bernd!" „Bernd!" Der schlanke Frauenkörper wurde von Krämpfen geschüttelt. Der General eilte nach seinem Bett und hüllte sie in die seidene Decke. „Soll Der Junge beide Eltern verlieren, ÄinD?‘ „Bernd!" Die verzweifelte Frau schrie es heiser in das Schweigen des Raumes. „Du darfst ihn jetzt nicht rufen,“ mahnte er. „Jetzt nicht! Laß ihm Die Paar Stunden noch, wo ihm das Entsetzliche verheimlicht werden kann. Es muß ertragen werden, Brunhilde." Sie hatte plötzlich Die Decke von sich geworfen und brach vor seinen Füßen zusammen. „Es kann ja nicht sein, Vater! — Es kann ja nicht fein! Verwundet vielleicht! — Aber nicht tot! — Rein, nicht tot! Auf Den Knien will ich «zu ihm hinkriechen und bitten, daß er verzeiht." „HilDe! — Du machst es mir unmöglich, dir auch noch das Letzte zu sagen." „Es gibt ja nichts mehr sonst! — Was soll es denn noch geben?" Ihre Stimme war am Erlöschen. -v—«fiöhyi bnb sie mit starkem Arm empor und trug '"nach seinem Bett: „Wenn Du ganz c-uUa-^.^^^W -du.es wissen. Mußt es wissen. Brunhilde!" Die Finger in Das Tuch seines Rockes gekrallt, starrte sie ihn an. Lötzen fühlte Schweiß auf der Stirne perlen. Aber man Durfte ihr Die entsetzliche Wahrheit nicht tropfenweise bei- bringen. Er sah neben ihr auf Dem DeltranD und hielt ihren Körper fest gegen sich gepreßt. „Iw brauche Dir Oertzens Rainen nicht zu nennen. Er ließ es nicht einmal bei einer Kugel bewenden — er soll den Toten auch noch beifeite- geschafft haben. Die Polizei fahndet bereits nach ihm." Lötzen vermochte kein Glied mehr zu rühren. Er hielt eine Ohnmächtige in den Armen um) hob die eifigtalten Finger der Tochter, um sie nick Dem Hauch seines Mundes zu wärmen. Rach Minuten erwachte sie und lächelte ihn an. „Ich habe so furchtbar geträumt, Papa." — In jagsm Erstarren erkannte sie, daß es nicht ihr, sondern fein Zimmer war, in Dem sie sich befand und wurde in die Wirklichkeit zurückgerissen. „Hast du Beweise?" Die Zunge klebte ihr am Gaumen. .Kind, ich würde dir gern von allem sprechen, wenn Du gefaßter wärest." Sie strich sich das Haar zurück unD sah ihn an. „Jetzt!" (Fortsetzung folgt.) XusterL 5 bet Aeil?, haS«Äa“ L^L unes ö?u?t$au'^ ‘ 'N dici^ n K Sen 3 #e,t k Aein,.« ^'Ndere. §., len^en9unh^te v 'als ium ftnbl8kii !°n benDn ilen Aus2^ dr; 1 ehemalig,'^,be- 1 Mette'3tai!iaat -LZ «rM Engigkeit d^de^L ?"N4 und Wies aus II hi^And 'n 3n. ; erwähnte hi» n ßAHU1^nationakn "M noch Quf £ ■„5? anschließenden 2?neLlnNtimmm. itoeüet Redner jU den SUbc?bie Austritt )nationa!en Rvl^rtei ö"r MilM aufforderte. 3n feinem h der Deferent nich in kJ? >* 7 bGrach weiter die 'rten bei der Ablehnung ^Mlich der zukunfti« eMitmile vertritt der bah England, das leine 'Weller und wirtschai!. t habe, gezwungen sei, rn, wahrend Frankreichs chen würden. aftsbund der An« ^gruppe Siehcn, »erbend im Cafe Leib eine -feier Das reichhaltig: allem eine Reihe gute ?n der Kapelle eher.-.' en Deisall sanden, fin getragener Prolog tw i Rundes in trete »er Ortsgruppe, L. 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November 1929 den im Volksbegehren verlangten, aus der Anlage ersichtlichen Entwurf eines „Gesetzes gegen die Versklavung des deutschen Volkes" abgelehnt hat, wird dieser Gesetzentwurf zum Volksentscheid gestellt. Gegenstand des Volksentscheids ist die Frage, ob der im Volksbegehren verlangte, vom Reichstag abgelehnte Entwurf eines „Gesetzes gegen die Versklavung des deutschen Volkes" Gesetz werden soll. § 2. „ deutsches Kokosfett ...... „ l/2 Pfund 35 H 50 H, 50 35 H Die nachbezeichneten Verordnung zur Durchführung des zweiten Volksentscheids. Auf Grund des § 4 des Gesetzes über den Volksentscheid vom 27. Juni 1921 — RGBl. S. 790 — und des § 18 der Reichsstimmordnung vom 14. März 1924 — RGBl. 1 1924 S. 173 — wird auf Beschluß der Reichsregierung hiermit verordnet: 9876C Barrabatt von Mitglied kann jede Verbraucherfamilie werden. Beitritt 50 Pfennig. Der Konsum*Verein bietet seinen Mitgliedern: Niedrigste Tagespreise. Nettogewicht und gute Waren. Ab l.Juli 1929: 5% Rückvergütung! Ab 1. Januar 1930 im Sterbefall eine Unterstützung bis zu 100—RN. Deshalb werdet Mitglied im Abstimmung findet am Sonntag, Dezember 1929 statt. § 3. Stimmzettel erhält folgenden Auf- Donnerstag, den 12. Dezember 1929 nachmittags 2 Uhr versteigere ich im „Löwen". Neuenweg, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: zwei Rauchtische, zwei Nähmaschinen, zwei Klaviere, ein Vertiko, sechs Büfetts, zwei Sofas, zwei Bücherschränke, drei Kassenschränke, zwei Schreibmaschinen, fünf Schreibtische, drei Chaiselongues, drei Kredenzen, einen Teppich, drei Tische mit 19 Stühlen, eine Standuhr, einep Bücherschrank, einen Küchenschrank, eine Kommode, einen Serviertisch, eine Korbmöbel-Garnitur, einen Regulator, einen Spiegel, vier Photographen-Apparate, acht Bilder, zehn Kartons Schokolade, 150 Flaschen Likör, zwei Motorräder, eine Bohrmaschine, zwei Grammophone, eine Ladentheke, sechs Warenschränke, zwei Ladeneinrichtungen, ein Eisenbett, einen Kleiderschrank. Bestimmt: sieben weiße Knabenjacken, 26 Schlupfhosen, ,ieben Hemdhosen, 15 Damen- Unterröcke, eine Damenweste, 14 Her- renwämse, sechs Herrenpullover, 14 Damenjacken, ein kg Sportwolle, 85 Paar Kindersöckchen, fünf Schals fünf Kindermützen, einen gestrickten Unter Die Stimmabgabe erfolgt zweckmäßig in der Weise, daß der Stimmberechtigte, der die zur Abstimmung gestellte Frage bejahen will, das mit „3a". der Stimmberechtigte, der sie verneinen will, das mit .Nein" bezeichnete Viereck durchkreuzt, möglichst in der Weise, daß er ein Kreuz in den vorgeschriebenen Kreisen setzt. § 4. Die Stimmlisten und Stimmkarteien find auszulegen vom 8. bis einschließlich 15 Dezember 1929, in Bayern und Thüringen vom 12. bis einschließlich 15. Dezember 1929. Die Gemeindebehörde kann die Auslegung schon früher beginnen lassen. Berlin, den 30. November 1929. Der Reichsminister des 3nnern. Severing. 3 Tafeln Schokolade Süßes Kleeblatt 80 Schlager Kleeblatt 77 Rekord-Schlager 75 imcntfleltl. nm.i^V Fr. Löw, Walldorf P.25(H.) •V) -9, Pralinen........ Blockschokolade.. .< WM Feinkost, Kolonialwaren Bobnuoffit 27,3erBfDte®et3631 EhrWaum- Schmuck Glaökuacln in 12er und «er Lortimentkaüen Perlen. Ketten. 51 roncn. Sterne («laövögcl, gcivonn. Glaettmar Schneebälle, Natur- und Glaö- ravfcn Girlanden Lichthalter Balance und mit Kugelgelenk Baumkerzen weiß und bunt, gedrehte. Station mit 24 Stück 0.50 Baumkerzen aus exira prima Stearin. Kasten mul5odel20Stck. 0.75 Baumkerzen ans Eeresin, Kasten nut 24 Stück 0.95 Schokolade. Baumbebang. Nüsse, Seinen. Datteln. Trauben und Rosinen. Wiederverkäufer erhalten auf Glasschmuck hohen Lebkuchen-Herzen............... Weihnachtsmänner (Schokolade) Weihnachtsfiguren (Div.)......... Oern Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 13 — Telephon 4101. Margarine, Rama, % Pfd. 50 -Ä „ Vera u. Alma „ 43 H „ Spezial Pfd. 65 H „ Cleverstolz, lose „ 95 H Weizenmehl Spezial O Pfund 24 H Auszug 00 „ 26 H „ in 5-Pfd.-Säckchen 1.30 V* Pfund 23 H „ 20 H „ H-9) „ 18 H „ 17 3>J Teppichhaus Hochstätter _________________9577A Ehr Kind? Jetzt ist es Zeit, mit der Lebertrankur zu beginnen! Mildschmeckenden Lebertran und Lebertran-Euston in besten Qualitäten! Drogerie Winterhoö Kreuzplatz 10 Creme Katzenzungen ... .. Paket 65 H, /4 Pfund . 500 Gramm 1.05, 250 Gramm Schokolade, Sahne .... „ Vollmilch MM M »Läufer MUUDM-Teppicke Gubmissionsholzverkaus| Aus hessischen Staats- und Gemcinde- waldungen der Forstbezirksgruppe Alsfeld kommen zum Submissionsverkauf: Siarnmholz: Fichte 6 040 km. Stammholz: Kiefer 10 871km. Das Nähere geht aus dem Holzverzeich- nis hervor, das ebenso wie die Zahlungsbedingungen und Angebotsoordrucke auf Anfordern kostenlos von unserem Sekretariat bezogen werden kann. 10145D Gebote sind verschlossen mit der Aufschrift „Submii,ions-Hol,verkauf aus Staats- und Gemeindewald am 7. Januar 1930“ bis spätestens Dienstag, den 7. Januar 1930, vormittags 10 Uhr, an das Torffamt Alsfeld zu Alsfeld einzureichen. Gebote, die nach diesem Termin einlaufen, werden nicht berücksichtigt. 3n den Geboten ist ausdrücklich anzugeben, ob der gebotene Preis f ir geschältes oder nicht geschältes Holz gilt. Falls nichts bemerkt ist, gelten die Gebote für nicht geschältes Holz. 3n diesem Falle ist bei bereits geschältem Holz der Käufer verpflichtet, den Schälerlohn zu ersetzen. Für jedes Forstaml b;w. jede Gemeinde, jede Holzart und jedes Los ist ein besonderer Angebolsvordruck zu benutzen. Oeffnen und Sortieren der Gebote: Dienstag, den 7. Januar 1930, vormittags 10*4 Uhr, in Alsfeld, Hotel „Deutsches Haus". Daran anschließend Verlosen der hauptsächlichsten Gebote. Darmstadt, den 3. Dezember 1929. Hessisches Ministerium der Finanzen. Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung. Zitronat */4Pt.50-S), Mandeln '/4Pf.50-5?. Orangeat7«Pt.353?, Kokosschnitzel Pfund 54H, Eier Stück 17V2,16 und 15H, Haselnufokern V< Pfund 50 H Puderzucker Pfund 48 H Streuzucker Pfund 1.20 Backessenzen Fläschchen 10 -£*> Schuhhaus Meyer Gießen, Bahnhofstraße 30. 1211A Für die Braut, für die Mutter, den Vater, die Schwester, den Bruder ein Paar Wenige Geschenke werden gleich nützlich und so willkommen sein. Da zum Weihnachtsfest die Auswahl In Damen- und Herren - Schuhen besonders reichhaltig ist, finden Sie für Jeden Zweck bestimmt den passenden W OLK O-SC HUH. Konsum-Verein Gielen n.M e. G. m. b. H. Schuhgeschäfte gewähren ab heute in ihrem Weihnachtsverkauf Eine Entschließung des Raiffeisen- Verbandes Frankfurt. ♦ Frankfurt a. W.. 4. Dez. Gelegentlich des am 28. November unter Leitung des Verbands- Vorsitzenden Dr. V o l d e n im Volksbildungs- Heim Hierselbst abgehaltenen außerordentlichen Verbandstages des Raiffeisen-Verbandes zu Frankfurt a.M., an dem ungefähr 800 Vertreter aus über 300 Genossenschaften teilnahmen, wurde einmütig folgende Entschließung gefaßt: „1. Der Raiffeisen-Verband e. V. Frankfurt a. M. erklärt sich getreu seinem bereits auf dem letzten Verbandstag im Februar dieses wahres eingenommenen Etandpunkt bereit, zunächst mit dem Wiesbadener Verband eine genossenschaftliche Einigung innerhalb des Dezirkes Rassau und Kreis Wetzlar unter Einbeziehung der o b e r h e s s i s ch e n Raiffeisengenossenschaften zu vollziehen. 2. Er heißt im übrigen die Bestrebungen gut. welche auf der Grundlage einer solchen Zwischenlösung und auf Grund systematischer Genossenschaftsarbeit mit dem Darmstädter Verbände die Bildung eines r h e i n - mainischen G e n o s s e n s ch a f t s Verbandes mit einer Geld- und einer Warenanstalt zum Ziele haben." Da auch die Beschlüsse des VerbanbstageS der nassauischen landwirtschaftlichen Genossenschaften vom 1. Dezember d. 2. sich auf derselben Linie bewegen, werden alsbald die von den wirtschaftlichen Instituten der beiden Verbände Frankfurt a. M. und Wiesbaden gewählten Kommissionen unter Mitwirkung der Preußischen Zentralgenossenschafts, lasse in Frankfurt a. M. zusammentreten, um eine Beratung der Einzelheiten vor allem darüber zu pflegen, wie die Belange der genossenschaftlichen Geld- und Warenwirtschaft im nassauischen ländlichen Genossenschaftswesen in Zukunft ge- regelt werden sollen. Berliner Börse. Berlin, 11. Dez. (WTD. Funkspruch.) Dec heutige Frühverkehr lag geschästslos und abwartend, Kurse waren noch nicht zu hören. 2lm Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 124.02, London gegen Mailand 93.27, London gegen Spanien 35.12. Farbige Oberhemden... Mk. 7.50, 9.50,11.50 Weibe Oberhemden Mk. 6.50,7.50,9.50 Unterzeuge in Wolle und Baumwolle Einsatzhemden Mk. 3 50, 4.50. 5.50 Schlafanzüge, Nachthemden, Taschentücher Grobe Auswahl! Möbel-LEISLER Fernruf 3573 Gegr. 1886 Neuenweg 23 DP4A AUSSTELLUNG Auskunft Ja die Jren «UOTl Hessische Gemeinnützige Aktiengesellschaft 10132 L> Q zumneuen Jfleid zugelassen. Ein schönes Weihnachtsbuch Neu erschienen! Pfaff ^••Jternard Gegründet 1879-Fernruf 3297 Verlas Emil Roth« Gießen. H. Kraft, Neuenweg46 IJ144D Plockstraße 16 Stoffspezialhaus 10064A Waschgarnituren Ludwigstraße 27 ti64UL Bahnhofs-Gaststätten finden Sie im Fachgeschäft Lang & Wiederstein Gießen Mäusburg 2 große Weihnachts-Geldlotterien Ziehung 10. u. 11. 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Stiftungsfest mit Kinderbescherung und Weihnachtsfeier gemeinsam veranstaltet mit Rb.-Turn- und Sport- und Rb.-Stenographen-Verein Gießen am 14. Dezember 1929, um 20 Ubr pünktlich in sämtlichen Räumen des Kathol. Vereins- bauses, Liebigstraße 20. Zutritt haben nur Mitglieder, auch die Im Ruhestand und die Rentenempfänger. Eintritt frei! Kinderbescherung: Um 15 Uhr pünktlich bis 18Uhr Abends sind Kinder wegen Raummangels nicht lade Inge nie ur- Schul e uT,. Heschineeöae Eiet fr». itcnaiLMoch-amettie, Tonmaustria * Eg.TN — ‘ rfll; wtn* £ -s B® 2 Wohlfahrts- Geld-Lotterie 8817 Geldgewinne und 1 Prämie Mark 150000 Höchst- u. Hauptgew. 75000 Clar Deuisc ein gi Roina kleinen der„g Deason Matche LZ ^btar yui w J Ne starke tertall Lettges Äi honjh b°n h toniQn viele - Erntet SMem da- tz die $ mit aparten Papiersorten u. modern. 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In den Hauptrollen: Karl Auen, Julius Falkenstein, Corry Bell Ferner: Das rote Brandmal Ein Drama aus dem Leben in 6 Akten M I ( 5 Nr. 290 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Mittwoch, st. Dezember 1929 Bücher unter -em Weihnachtsbaum. Deutsche Erzähler. — Manfred Hausmann: Salut gen Himmel. Abenteuer eines Wanderers. Roman. 329 Seiten 8°. Geh. 5 Mark, Ganzleinen 7 Mark. S. Fischer Verlag, Berlin. (633) — Hausmann hat mit seinen früheren Arbeiten, aus die wir seinerzeit eindringlich hingewiesen haben, bereits den klaren Beweis erbracht, daß er — vor allem als Lnriker und als Erzähler — zu den stärksten und selostän- digsten Begabungen der jungen Generation gehört. Auch der neue Roman (schon durch sein Erscheinen bei Fischer In gewissem Sinne qualifiziert) bestätigt das wieder. Die Bezeichnung „Roman" trifft übrigens für das Buch „Salut gen Himmel" nicht eigentlich zu: es erweist sich vielmehr — eng anschließend an den „ßampioon" und aus der gleichen Quelle gespeist wie dieser — als eine lockere Folge von Novellen, Gesprächen, Erlebnissen und Eindrücken auf einer Wanderung vom Süden Deutschlands über viele Landstraßen, durch viele Dörfer und Städte, an vielen Menschen vorüber nach Norden, — dies alles zusammengehalten durch nichts anderes als die starke Persönlichkeit dessen, der das Buch schrieb, und durch die ganz unliterarische Wirklichkeitsfülle und Lebensnähe, die aus jedem Kapitel auf den Leser eindringt. Hier ist nichts gemacht und am Schreibtisch erdacht, sondern alles aus Anschauung, Gefühl und einer wilden Leidenschaft heraus gestaltet, — aus einer inbrünstigen Verbundenheit mit allem Geschöpf, gleichviel ob Mensch, Tier oder Baum. Das ist das Schöne an dem Buch, das macht den Leser zuversichtlich, befreit ihn vom Mißtrauen gegen literarische Mache und literarischen Betrieb. Hier findet man auch wieder den ganz eigentümlichen und unverwechselbaren Stil, der Hausmann auszeichnet, eine gesunde und sehr ursprüngliche, nicht immer besonders feine, aber stets aus dem Vollen geschöpfte Sprache, die seiner Schilderung allenthalben etwas durchaus Unmittelbares und eine natürliche Frischs verleiht. (Man sollte nicht die Nase darüber rümpfen.) Es kann hier nicht im einzelnen erzählt werden, was in dem Buch zu finden ist; wir möchten, daß cs gelesen werde; für manche mag als äußerer Anreiz dienen, daß mehrere Kapitel landschaftlich in unserer nächsten Näh«, im Hessischen sich aospielen. Aber auch der, den das nicht lockt, wird sich belohnt finden durch die Begegnung mit einem Menschen, welchem die Zartheit seines männlichen Herzens und die gestaltende Kraft seiner Phantasie die wirkliche Welt und das tägliche Leben zum tiefen Erlebnis und zu einer Schaubühne menlch. licher Abenteuer macht. (Man ist übrigens nach der Lektüre voller Erwartung, was Hausmann jetzt un- ternehmen wird; gerade die innere Verwandtschaft dieses Buches mit dem „Lampioon" läßt einen wünschen, er möchte nun einmal etwas ganz anderes angreifen und vielleicht einmal einen richtigen und leibhaftigen Roman schreiben; man traut ihm zu, daß er die Kraft und die schöpferische Eenergie yat, sich auch vor einem großen, in sich geschlossenen, objektiv gegebenen Stoff zu bewähren.) — Richard Friedenthal: Der Eroberer. Insel-Verlag zu Leipzig. (588) — Die Raubzüge der spanischen Konquistadoren find kein Ruhmesblatt in der Geschickte der europäischen Kultur. Eine wüste Horde goldgieriger Beutemacher, der man mit der Bezeichnung Soldaten zuviel Ehre antut, wird auf ein großes, auf hoher Kulturstufe stehendes Volk losgelassen unter der Führung eines Mannes, der nicht viel besser ist als seine Solda- teska. Der Zusammenstoß ist furchtbar, die Schamröte tritt uns beute nach vierhundert Jahren noch ins Gesicht, wenn wir in dem fesselnden, auf genauen yistorischen Forschungen basierenden Roman Friedenthals von der Eroberung Mexikos durch Cortez und dem Untergang Montezumas und seines Volkes le en. — Das Paradeis. Roman von Vcktor von Kohlencgg. Ganzleinenband 6,80 Mk. Verlag der 3. G. Cottaschen Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart. (501) - Dieses Dach erzählt von dem merkwürdigen Kauz Guido Slebelrnd und seinem erdenfesten Freund Willem Puls im „Paradcis" zu Basekow in der Mark. Grebe- lind, Leutnant a. D., Regicrungsrat a D. und Doktor der Philosophie, erlebt dort draußen em robinsonhaftes Glück der Abseitigk.it und Natur» Verbundenheit. Er sucht dabei sich selbst: das innere „Paradeis" der Persönlichkeit urldBeslnn- lichkeit — und wird mitten in dem Abenteuer von Frau Dorothee ins stürm.schr Leben zurückgezogen und zu neuer fruchtbarer Lebens emem- schaft willig gemacht. 3n dem humorgcsegneten Buch findet die urewige menschliche Sehnsucht nach umfriedetem und umwehrtem Eigenleben und nach den unzerstörbaren Wanderkräfien und Herrlichkeiten der Natur köstlichen Ausdruck. Ein Buch, das beglücken kann. — Das Spiel um Jolande. Nom an von Clara Nahka. 3n Leinen gebunden 7 Mark. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart. (520) — Ein großes $cit- und Kulturgemälde gibt diesem Noman den Hintergrunds das Lebensbild der kleinen deutschen L1niv:rs't'lt5stadt und das Leben der „guten Gesellschaft" Englands, die Londoner Season, das Highlife auf Rennplätzen, Kricket- Matches, auf der Themse und bei Hofe und auf den alten puritanischen Schlössern des schotti- schen Hochlandes in einer einsamen und heroischen Landschaft. 3n dieser Umgebung entwickelt sich das wechselvolle Schicksal der schönen Jolande: Liebe und Intrige, Erfüllung und Enttäuschung umbranden sie, Feinde und Freunde erstehen chr, und ihr Leben wird hineingezogen in einen machtvollen Strom fesselnder Er:ign s.e. Geken zrchnet ist dies Geschehen durch große Lckrndrgkert und starke Spannung: das Buch ist ein echter Unterhaltungsroman. Er gibt aber mehr als nur Unterhaltung, mehr auch noch als nur wertvolle zeitgeschichtliche und kulturgeschichtnche Schilderung. Der Lebensweg Jolandes ist eine ernste Auseinandersetzung mit der inneren Lebenss.tua- tion des reichen und dazu noch schonen Mädchens von heute. Alles in allem: ein Unterhaltungsroman im besten Sinn, der viele Dorzüge und viele Werte vereint. , - „Wetzenähre, Rebenblatt und Tannenzapfen" von Heinrich Bechtols- heimer, Stadtpfarrer in Gießen. Broschiert 4 Mk. in Ganzleinen gebunden 5 Mk. Verlag Emil Roth, Gießen. (647) - Der Schauplatz der in diesem Buche vereinigten acht Erzählungen ist das Gebiet, wo die preußische Rheinprovli^, die Provinz Rheinhessen und die bayerische Rheinpfalz aneinandergrenzen. Wie in den früher erschienenen Erzählungen des Verfassers „Zwischen Rhein und Donncrsberg" und..Das Hungerjahr" so wird auch hier vom dörflichen Leben, zumeist im Spiegel der großen Weltbegeben- hriten, erzählt. Dem Verfasser war es mehr darum zu tun. in spannender Weise zu erzählen, als zu schildern und xu beschreiben. Aue- dem Leben schlichter Menschen werden ergreifende Vorgänge mitgetetlt, aber auch der Humor kommt zu seinem Rechte. Das Buch eignet sich recht zur Volks- und Iugendlektüre, wird aber wie Die früher erschienenen Erzählungen des Verfassers auch gern von solcken zur Hand genommen werden, die literarisch nicht unerfahren sind und in einer Zeit, da durch das tägliche Hasten und Treiben die Nerven aufgepeitscht werden, gern einmal ruhige Zustände und ruhige Menschen auf sich wirken lassen. — Siegfried von Vegesack: Liebe am laufenden Band. Roman. Universitas Deutsch« Verlags-Aktiengesellschaft, Berlin. (586) — Das Buch beginnt verheißungsvoll und eigenartig. Ein Künstler, der sich in der Großstadt vergeblich mit dem Eheproblem auseinanderzusetzen versucht hat, gerät — durch eine Kette von Zufällen scheinbar, in Wahrheit aber durch die führende Hand des Schicksals, das man ahnend und mächtig hinter ihnen spürt — in «ine Kolonie von Menschen, welche die Eh« auf neue Art ausprobieren. Nach einer eingehenden Prüfung wird er in den Kreis ausgenommen und versucht nun selbst mit: Liebe am laufenden Band. „Liebe" ist schon falsch gesagt dazu jedes Gefühl, die Seele wird bewußt ausgeschaltet. Man verbindet sich und geht auseinander nach dem Bedürfnis des Körpers, man experimentiert, welche Haarfarbe, welches Temperament die besten Kinder erlieft. Eine Kollektioehe: jede ist mit jedem verheiratet und darum keine mit keinem. Bis zu dem Augenblick, wo der Held in den Wirbel der Kollektivehe gerät, hält sich der Roman auf ber Höhe, bleibt das schwebende Geheimnis von Wirklichkeit oder unterbewußtem Geschehen. Dann gleitet er ab auf das Niveau eines guten Unterhaltungsromans. Der Held erlebt an zwei Frauen, die gut gegeneinander abgewogen sind: — die eine ganz Frau und Mutter, die andere Girl und Sportsmöd.'l, — daß „Liebe" ohne Liebe für ihn nicht möglich ist, bah bei jeher Frau ein Teil seiner Seele bleibt, baß diese beiben Erlebnisse bas ganz groß« Gefühl für die Frau, vor der er in die Wintereinsamkeit flüchtete, nicht ersticken konnten. Er kehrt, zwar mit innerem Vorbehalt und durchaus immer bereit, wieder auszubrechen, zu der geliebten Frau zurück, um mit ihr die Ehe, das größte Abenteuer, zu wagen. Vegesack schneidet alte Eheprobleme an: Ehe zu dritt, freie Lieb«, russische Ehe, amerikanische Ehe, alles in flüssigem Geplauder, ganz untheoretisch; jede Theorie ist Gestalt geworden. Hinter allem steht der gute und reine Willen eines Mannes, der aus den Wirrnissen der Zeit heraushelfen möchte. Es ist schade, daß ber Roman nicht ganz hält, was er anfangs verspricht. G.Th. Goeihe-Liieraiur. — Der junge Goethe. Von Professor Dr. Karl Distor. 165 Seiten. Geb. 1.80 Mk. (Sammlung Wissenschaft und Bildung.) Verlag Quelle & Meyer, Leipzig. (552) — Don einem Buch über den jungen Goethe aus der Feder von Diötor darf man von vornhrreitt tocit mehr erwarten als eine Biographie im landläufigen Sinne. Der äußere 03erlauf von Goethes Leben, eine Kenntnis seiner Iugendwrrke ist vielmehr hier Voraussetzung. Das Biographische wird nur nach Maßgabe der D Deutung- h rangezogen, die es für das Derständnis des dichterischen "Werkes hat. Dem Gießener Literarhistoriker kommt es in erster Linie darauf an, die seelische und künstle- rtsche Entfaltung Go:th:s, sein HerauSwachsen aus dem Kreis seiner Zeitgenossen, sein inneres Werden und Erleben bis zur Uebersiedlung nach Weimar zur Darstellung zu bring :n. Was hier geboten wird, ist eine wahrhaft künstlerische Leistung, die an Schärfe des Ausdrucks, an Ideenreichtum und Gestaltungsvermögen kaum ihresgleichen hat. Mit wenigen Strichen zeichnet Vistor die geistesgeschichtliche Lage der Generation des Sturm. und Drangs, die siegreiche Ueberwindung der Aufklärung, deren starres System erst gelockert werden mußte, um die schöpferischen Kräfte der anstürmenden Jugend freizusehen. Das Selbstgefühl des jungen Goethe, der hinter sich eine erstarrte Dildungswe.t und vor sich die ungetanen erlösenden Taten einer neuen deutschen Poesie sah, sehen wir an der modernen Denkart Herders zu eigener Größe wachsen. Seine Erstlingswerke und seine frühen dramatischen Dichtungen stellt der Dersasser vor den Hintergrund geistesgeschichtlicher E t.vick- lung, in deren Strom der junge Goethe mitge» rissen wurde. Jede dieser knappen Besprechungen ist ein Kabinettstück meisterlicher Charait risie- rungskunst, die unter Verzicht auf alle Details nur den Wcsenskern einer Dichtung in den Brennpunkt der Betrachtung rückt. Ein umfangreiches Kapitel stellt das Weltbild des jungen Dichters und seine Zusammenhänge mit verwandten Weltanschauungen, vor allem mit Spinoza und Leibniz, dar. Den Beschluß bildet eine ausführliche Behandlung des „Werther" und des „Faust. Der eigenartig knappe, bündige Stil des Qkr- fassers und der Schwung der Darstellung machen die Lektüre des Buches zu einem Genuß, dem sich auch der Kenner Goethes gern und mit vielfältigem Gewinn hingeben wird. — Zwei Goethe-Studien. Don Ernst Vincent. 104 Seiten. Kart. 3,50 Mk. Verlag der Frommannschen Buchhandlung Walt. Biedermann, Jena. (719.) — Die beiden Aufsätze bedeuten eine wesentliche Förderung unserer Kenntnis von Goethes ersten Weimarer Jahren. Eine neue Deutung des Gedichts „Harzreise" beleuchtet des Dichters Ablösung vom Sturm und Drang der Jugend, die er selber im Alter durch seinen eigenen Kommentar verdunkelt hat. Goethes Beziehungen zum jungen Herzog Karl August werden aus dem tiefsten Grunde der beiden Individualitäten mit feinem Verständnis dargestellt. — Hellmuth Freiherr v. Maltzahn: Karl Ludwig von Knebel, Goethes Freund. 258 Seiten 8° mit 21 Abb. Drosch. 5,80, geb. 7,80 Mk. Verlag der Frommannschen Buchhandlung Walter Biedermann, Jena 1929. (720.) — Der Verfasser hat auf Grund deS reichen handschriftlichen Materia.s in den Berliner und Weimarer Archiven das Lebensbild von Goethes Freund neu gezeichnet. Nach den hier geschilderten Beziehungen Knebels zur deutschen Literatur während seiner Jugendzeit wird es deutlich, warum die Herzogin Anna Amalie ihn zur Erziehung ihres Sohnes nach Weimar rief. Knebel vermittelte die Bekanntschaft Karl Augusts mit Goethe und blieb über ein halbes Jahrhundert der vertraute Freund des Dichters und Der Übrigen bedeutenden Männer des Kreises in Weimar und Jena. Seine Kenntnisse der modernen und antiken Literatur — er ist der von Goethe gelobte Uebersetzer des Properz und Cucres — machten ihn zum kundigen Berater und verständnisvollen Freund des Dichters. Sein eigenes Leben war an wechselvollen Schicksalen reich, so daß die Darstellung ein gutes Stück Kulturgeschichte des deutschen Lebens um 1800 gibt. Kinderbücher und Zugendschristen — Das Neu« Universum. 50. (Jubiläums-) Band. Die interessantesten Erfindungen und Entdeckungen auf allen Gebieten sowie Reiseschilberun- gen, Erzählungen, Jagden und Abenteuer. Ein Jahrbuch für Haus und Familie, besonders für die reifere Jugend. Mit einem Anhang zur Selbstbeschäftigung: „Häusliche Werkstatt". 840 Seiten mit 400 Abb Übungen im Text und 13 Bilbbeilagen. Seinen 8,50 Mark. Union Deutsche Derlagsgesellschaft Stuttgart. (690) — Wieberum berücksichtigt „Das Neue Universum" bie letzten Fortschritte ber Technik, unb mit ber Belehrung weiß «s fesselnd« Unterhaltung in seinen volks- unb länberkunblich interessanten Erzählungen, Anregung zu eigener Hanbfertigkeit zu verbinben. Auch ben Erwachsenen, bcm Vater unb ber ganzen Familie ist es eine unerschihsliche Quelle für alles mögliche zeitgemäße Wissen. Im Verhältnis zu bieten Vorzügen ist sein Preis außerorbentlich billig. — Jungmäbchenroelt. 3. Band. Ein Jahrbuch für Mädchen von 12 bis 15 Jahren. Erzählun- gen ernsten unb heiteren Inhalts, Plaubereien über Kunst und Wissenschaft, Natur- und Kunstgeschichte, Länder unb Völker, Beruf, Sport Haus, Hof und Garten. Mit 115 Abbildungen im Tert unb 4 mehrfarbigen Kunstbeilagen. Seinen 7,80 Mark. Union Deutsche Derlagsgesellschaft Stuttgart. (689) — Was für bie brutsch« Knaben weit „Das Neue Universum" seit Jahrzehnten schon ist, soll bie jetzt im 3. Jahrgang vorliegende „Jungmäbchenroelt" für bie heran- wachsenben Töchter bis zu etwa 15 Jahren sein: ein Jahrbuch, bas alles in sich vereint, was Gemüt unb Verstand unserer heutigen Jugend an Anregungen sich wünschen. Es ift sehr hübsch ausgestattet, mit vielen unb guten Illustrationen geschmückt. Der Inhalt ist reichhaltig und interessant für bie jungen Leserinnen, im besten Sinn mobern unb von ge- sunber Aktualität. — Edmunb Kiß: Der Freund des Rebellen. Mit 26 Bildern von Ernst Liebenauer unb einer Karte. Seinen 4 Mark. (Kamerad-Bibliothek Band 40.) Union Deutsche Derlagsgesellschaft Stuttgart. (687) — In den unwirtlichen Bergen Ma- zedonlens schwelt das Feuer des Freiheitskampfes einer zähen Minderheit gegen bie Macht eines starken Eroberers noch heute ungeminbert fort Im Elend leben zahlreiche Gemeinden ber Grenzgebiete dahin, unb ihre Blicke richten sich hilfesuchenb auf ben namenlosen Rebellen, der des Sandes Hoffnung ist. Beim Ausbruch einer schweren Seuche ruft der Rebell seinen Freund, einen deutschen Arzt, zu Hilfe. Wie dieser durch einen wunderbaren Marsch in die Felswüsten des Prisats die Bevölkerung einer Stadt vom Hungertode rettet, wie er schließlich ben Verfolgern entrinnt, wird hier anschaulich geschildert. — Paul Jordan: Die Meute. Aus dem Seben einer Jungengruppe. Mit einem farbigen Titelbild, einem mehrfarbigen Umschlag unb 3 ganzseitigen Textzeichnungen von A. Seckelmann. Seinen 2,50 Mark. Union Deutsch« Derlagsgesellschaft Stuttgart. (688) — Erlebnisse einer Jungengruppe. Fahrtabenteucr, Sonnenwende, Nestabenb unb Zeltnacht sind ber Inhalt; bie Jungen des Buches find nicht erdichtet, sie haben Fleisch und Blut und Seben. Darin liegt ber bejonbere Reiz und Wert des Buches, daß es mitten hineingreift in bie Wirklichkeit der neuen Jugenb. — Grete Töbich-Fink: Sonnenprin- zeßchen. Ein« Mäbchenerzühlung. Mit einem farbigen Titelbild, 3 ganzseitigen Textzeichnungen und einem mehrfarbigen Umschlag von H. Schultze- Görlitz. Seinen 3,80 Mark. Union Deutsche Derlagsgesellschaft Stuttgart. (686) — Es ist eine Som- mergeichichle, in deren Mittelpunkt ein blondes Wiener Mädchen steht, bas im Backfischübermut au einem Mustergut viel Heil unb Unheil stiftet. Wie sich unter dem Einfluß einer eblen Frau das Harm- los lustige Wesen ber sonnigen Klari zur vertieften Herzensheiterkeil läutert, berichtet bie Erzählung. — Armin Snab: Neue Kinberlieder für Gesang und Klavier. Kart. 2 Mark. Tanz- lieber aus den Neuen Kinderliedern für Gesang und Klavier. Mit Vorschlägen für Tanz und Spiel von Paula Poonne Herrmann. Kart. 1,40 Mark. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig unb Berlin, 1929. (622) — Die „Neuen Kinberlieder" umfassen Scherz, Tanz unb Spiel, Jahreskreislieber und Lieder ernsteren Inhaltes unter ausschließlicher Verwendung alter Volks- und Volkskinderreime. Der größere Teil der Lieber eignet sich gleichzeitig zum Tanzen und Spielen. — Onkel Antons Kinberkalenber. 10. Jahrgang. Kartoniert 1,25 Mark. Verlag A. Anton & Co., Leipzig. (691) — Belehrendes und Unterhaltendes für Knaben und Mädchen, Märchen, Erzählungen, Gedichte, Schnurren, buntfarbige Spiel- beilage. Reich illustriert. Aus fremden Literaturen. — Francois M auriac: Schicksale. Roman, liebertragen von ©.Gramer. 230 Seiten 8°. Im Insel-Verlag zu Leipzig, 1929. (589) — In der Reihe „Romane des heutigen Frankreich", die der Insel-Verlag herausgiot, erscheint als neuester Mauriacs „Schicksale". Don den bisher erschienenen sind drei wirklich wert, daß ie uns durch die Uebersetzung vermittelt Werren: sie geben uns Einblicke in die Seelenver- assung junger französischer Menschen oder sie ind charakteristisch für die ausgezeichnete Schul« ber französischen Romankunst, die von Zola und Flaubert herkommt. Mauriacs neuer Roman gibt weder das eine noch das andere. Wohl hat auch er die Vorzüge französischer Kunst: eingehend« Seelenschilderung, gute Komposition und klaren, einfachen Stil. Aber er erhebt sich nirgends über das, was bei uns guter Durchschnitt ist, gibt nichts Einmaliges, was die Uebersetzung recht- ertigen würde. Er führt uns in die Provinz, in das tätige, von Sensation unbehelligte Leben einer Dame vom Lande. Diese ländliche, erdge- bundene Stille wird unterbrochen von einem kurzen Erlebnis; der alternden Frau entzündet ich an einem schönen jungen Menschen, den Paris lereits verdorben hat, eine plötzliche Leiden- chast. Sie kommt langsam, unmerklich und wird ihr erst bewußt als ihr ein jäher Tod den Geliebten entreißt. Sie flammt auf in heftigem Schmerz und bleibt leer zurück, ausgebrannt, lebendig tot. Gut ist die gedämpfte Haltung des ganzen Buches» es tönt kein Schrei, alles ist zart, nur angedeutet. Aber das Schicksal ist nicht eben sehr interessant die einzelnen Gestalten: bleiben uns fremd und gleichgültig. Dazu ist di« Uebersetzung vielfach nicht geglückt; kleine Unebenheiten lassen immer wieder das Original anklingen: j.Ä haben wir eine Waschschüssel und keine Wanne auf dein Waschtisch, und das französische „eile restait son esclave“ wird besser „sie war (nicht: sie blieb) seine Sklavin" übersetzt. G.Th. — Romain Rolland: Das Leben des Ramakrishna. Rotapfel-Derlag, Leipzig. Gebunden 8,50. (653) — Hier wird In wundervoll beherrschender Fülle eine von niemandem geahnte Welt geschildert; nicht mehr ein Randgebiet, sondern des heutigen wie des ewigen Indien eigentlichstes Schöpfertum: seine Metaphysik, seine religiöse Erfahrung und Tat. Der Meister der heroischen Biographie hat sowohl in den imagi- nierten Lebensläusen wie im „Beethoven", im „Michelangelo", im „Tolstoi" stets ein von religiösem Fluidum durchdrungenes Menschentum au8 einem verwandten Blute nachgeschaffen. Diesmal endlich ist der Akzent ganz nach dem Religiösen hin verlegt, ohne daß dieser Held aus anscheinend fernster Welt seine Blutsverwandtschaft mit Rollands anderen Heroen verleugnet. Politik und Geschichte. — Propyläen-Weltgeschickte. Heraus- aegeben von Professor Walter Goetz, Leipzig. Band VII: Die französische Revolution, Napoleon unb bie Restauration 1789 bis 1848. Bearbeitet von Alfred Stern, Fritz Schnabel, Oskar Walzel, Heinrich Herck- ner unb Friebrich Luckwaldt. Vorzugspreis bei Subskription pro Band in Seinen 30 Mark, Halbleber 34 Mark. Propyläen-Verlag, Berlin. (640) — Eine auf zehn Bände angelegte Weltgeschichte ist heute trotz des großen Interesses auch breiter Laienschichten für historische "Dinge ein Unternehmen, zu dem Mut gehört, Mut der Herausgeber und noch mehr Mut des Verlegers. Die Zeiten scheinen endgültig vorüber, wo noch ein Einzelner es unternahm, eine Universalgeschichte zu schreiben, unb wenn wir uns schon mit einem Sammelwerk abfinden müssen, das naturgemäß an Einheitlichkeit der Auffassung, an der Geschlossenheit des großen Wurfs nicht das Letzte bieten kann, lo wollen wir dankbar fein, wenn sich wie hier die besten Kenner ihres speziellen Fachgebietes zusammengefunden haben zu einer Gesamtleistung, bie ihresgleichen sucht. Der Herausgeber Walter Goetz, des unvergessenen Karl Lamprecht Nachfolger in Leipzig, hat es außerbem oerftanben, durch grundlegende Betrachtungen, die als Einleitung zu jedem Bande gedacht sind, die großen Zusammenhänge herzustellen. Es kann ja keinem Zweifel unterliegen, daß der Weltkrieg mit seinen politischen und namentlich sozialen Folgen für bie historische Betrachtung neue Gesichtspunkte ergeben hat unb von ihnen aus eine Überprüfung unserer Einstellung zu den großen Geschehnisien der Weltgeschichte wünschenswert erscheinen läßt. So begrüßen wir es besonders, daß in dieser neuen Weltgeschichte bie früher boch oft recht stiefmütterlich behandelt« Sozialgeschichte mehr zu ihrem Recht kommt. In bem uorüegenben Banbe, ber bie Geburtsstunde des modernen Europa behandelt, schreibt Heinrich H e r ck n e r über bie großen wirtschaftlichen Umwälzungen sehr fesselnd, Alfred Stern, der berühmt« Züricher Historiker, Schnabel und Luckwalbt haben bie Darstellung ber politischen Geschichte übernommen, Oskar Walzel, der bekannte Bonner Literarhistoriker handelt über die geistigen Störungen um die Jahrhundertwende: Klassizismus und Romantik. Gradezu pompös ist die Aus» ftattung des auch buchtechnisch schönen Werks mit Bilder-, Dokumenten- und Kartenmaterial. Auch hier wieder besonders interessant und in seltener Reick- Halligkeit die Bebilderung des sozialhistorischen Abschnitts. Der Verlag setzt mit diesem Werk die Tradition seiner „Kunstgeschichte" erfolgreich fort. — A. Kutschbach: Der Brandherd Europas. 50 Jahre Balkan-Erinnerungen mit 56 Illustrationen, in Ganzleinen geb. 10 Mark. Verlag E. Hoberland, Leipzig. (651) — Kutschbach hat sich den rauhen Balkanwind tüchtig um die Ohren wehen lassen, und das schon in einer Zeit, wo bie christlichen Balkanvölker noch um ihre nationale Unabhängigkeit gegen bie Türken im Kampfe lagen. Er hat bie vezwickten Vorgänge im europäischen Wetterwinkel mit offenen Augen geschaut unb weih heute auf Grund oefter, an Ort unb Stelle erworbener Sachkenntnis von Land unb Leuten nicht Alltägliches fesselnd zu berichten. — Zwölf Jahre Ruhrbergbau. Aus seiner Geschichte vom Kriegsanfang bis zum Franzosenabmarsch 1914 bis 1S25, von Privatdozent Dr. Hans Spethmcrnn, Band 3: der Ruhrkampf 1923 bis 1925. Verlag Reimar Hob- bing, Berlin SW 61. (425). — Auf dieses Stan- dardwerk für die Geschichte der rheinisch-west- Li- 'V ? f-,; H' fälifchen Wirtschaft unserer Tage wurde hier schon mehrfach hingewieien. Der soeben erschienene 3. Band behandelt den Höhepunkt der schweren Krisis des Ruhrbergbaus, die Abwehr des Franzosen-Einmarsches. Heute, wo wir hoffen dürfen, in absehbarer Zeit das ganze Rheinland vom Feinde frei zu sehen, haben wir ja fast schon vergessen, welch schwere Erschütterungen die westdeutsche Wirtschaft und namentlich der Ruhrbergbau in dem furchtbaren Iahr 1923 hat aushalten müssen. Spethmanns außerordentlich lebendige Schilderung, die alle nur möglichen Quellen benutzt hat und sehr viel Interessantes, der breiten Oessentlichkcit bis dahin unbekanntes Dokumentenmaterial zum Teil verarbeitet, z. T. im Abdruck oder faksimiliert wiedergegeben hat, ruft die -Zeit des Fcanzoseneinmarsches, des passiven Widerstandes, der Verhandlungen mit der Micum und des schließlichen Abbaus der Besetzung wieder in die Erinnerung zurück. Wir sehen heute im Rückblick auf diese Iahre stärksten nationalen Aufschwungs und furchtbarster wirtschaftlicher Zermürbung vieles anders und kritischer ^ils damals; aber vergessen wir nicht, daß auch die Politik des passiven Widerstandes trotz ihres schließlichen Zusammenbruches notwendig und nützlich war. Denn bevor den Franzosen nicht bewiesen war, dah sie mit Gewalt nichts zu erreichen vermochten, war der Weg der Verständigung, der Luther und Stresemann über die Daweskonferenz nach Locarno führte, ungangbar. So ist das Werk von Spethmann für die Geschichte der Rheinlandbesatzung und der Reparationen unentbehrlich. — Joachim Kühn: Das Eirde einer Dynastie. Kurhessische Hofgeschichten 1821 bis 1866 nach ungedruckten Dokumenten, Brückenverlag Berlin w 10. (664) — Der Verfasser schildert eines der trübsten Kapitel deutscher Geschichte im 19. Jahrhundert, die kurhessischen Familienwirren, die in ihren Auswirkungen den vorzeitigen Zusammenbruch einer der ältesten deutschen Dynastien und eines der ältesten deutschen Staatsgebilde zur Folge hatten. Der romanhafte Aufstieg zweier bürgerlicher Frauen, die den beiden letzten hessischen Kurfürsten zum Schicksal wurden, ist ein Stoff, dessen fesselnde Darstellung, auf Grund neuen Aktenmaterials auch heute noch außerordentlich interessiert. Dem Buch sind eine Reihe Porträts-Wiedergaben beigefügt. Verschiedenes. — Carl Hagenbecks Reich. Don Ludwig Z u k o w s k y. Mit 39 Illustrationen und einem Geleitwort von Heinr. und Lorenz Hagen- beck. lVolksverband der Bücherfreunde. Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Ter^n-Charlottenburg. Halbleder gcvunden 4,60 Ml.). (667) — Ludwig ZukowskY, seit 16 Iahren wissenschaftlicher Leiter des Hagenbeckschen Tierpar es, veröffentlicht in diesem köstlich und farbenprächtig geschriebenen Buche die reichen Erlebnisse und Erfahrungen seiner langen Schaffenszeit. So zu- sammenfassend wie hier sind die von den Hagenbeckschen Reisenden ausgeübten Fangarten noch in keinem Werke geschildert. Wir begleiten^ die verschiedenartigsten Fangexpeditionen in die Tier- gegenden aller Erdteile und erleben durch die einfache, aber um so plastischere Crzählungsweise das mühevolle und dramatische Schauspiel des Tierfanges und des Tiertransportes so lebendig in allen seinen Phasen, als seien wir selbst Expeditionsteilnehmer. Eine andere Reihe von Kapiteln vermittelt eine Vorstellung der vielgestaltigen Arbeit, die sich, dem Besucher unvorstellbar, hinter den Kulissen des Tierparkes abspielt. Der reiche Bildschmuck erhöht die Freude am Besitz dieses interessanten Buches, das namentlich als ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk für unsere verständigere Jugend empfohlen werden kann. — Erziehung zum Skilaufen. Ein Iahresarbeitsbuch von H. Uhlig. Kart. Mark 4,20. In Leinenband Mark 5. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig. (446) Da für den Geländelauf im Winter nur wenig Wochen zur Verfügung stehen, sollten die vielen tausend Schneeschuhläufer schon vor Wintersanfang ihren Körper auf den Skisport trainieren, um beim ersten Schnee mit den Brettern losziehen zu können. Zu diesem Zweck hat der Verfasser eine ausgeprobte Skighm- nastik mit Lockerungs-, Gelenkigkeits- und Ge- schicklichteitsübungen zusammengestellt, die dem Körper die notwendige Elastizität geben. Daran schließen sich Vorbereitungsübungen mit den Brettern an und endlich ein gut durchgearbeiteter Geländelehrganq, der bis zu den schwierigsten Hebungen führt. Wirtschaft. Normale Entlastung -er Reichsbank. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. Dezember hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten in der ersten Dezember- Woche um 227,5 Millionen auf 2439,5 Millionen verrinaert. Im einzelnen haben die Bestände an Reichsschatzwechseln um 15 Millionen auf 26,8 Millionen Reichsmark, die Bestände an sonstigen Wechseln und Schecks um 104,9 Millionen auf 2263 Millionen Reichsmark und die Lombardbestände um 107,6 Millionen auf 57,1 Millionen Reichsmark abgenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 257,8 Millionen Reichsmark in die Kassen der Bank zurückgeflossen. Der Umlauf an Reichsbanknoten hat sich um 232,4 Millionen auf 4684 Millionen Reichsmark, derjenige an Rentenbankscheincn um 25,4 Millionen auf 368,7 Millionen Reichsmark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Renten- bankscheincn auf 41,5 Millionen Reichsmark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 438,7 Millionen Reichsmark eine Abnahme um 6,6 Millionen Reichsmark. Die B estände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 5,9 Millionen auf 2643,4 Millionen Reichsmark erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 4,3 Millionen auf 2244,6 Millionen Reichsmark, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 1,6 Mill, auf 398,8 Millionen Reichsmark zugenommen. Die Deckung der Noten durch Gold allein besserte sich von 45,6 v. H. in der Vorwoche auf 47,9 v. H., diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 53,6 auf 56,4 o. H. Der Ausweis der Reichsbank vom 7. Dezember zeigt eine durchaus als normal anzusprechende Entlastung. Rach dem schweren Novemberultimo find bereits rund 38 Prozent der Inanspruchnahme durch diesen ausgeglichen. Die Valutalage hat sich durch das weitere Anhalten des Gold- und Devisenzuflusses wiederum verbessert. Die Entlastung auf dem Lombardkonto ist besonders stark gewesen, da eine Abnahme der Lombardverpflichtungen um mehr als 100 Mill. Mk. eingetreten ist, eine Tatsache, die das verhältnismäßig feste Aussehen des Geldmärkte s in der vergangenen Woche erklärt. Infolgedessen hat auch der Zahlungsmittelumlauf einen beträchtlichen Rückgang erfahren, er liegt nur noch unbeträchtlich über den zur gleichen Zeit des Vorjahres. Damit ist die seit Ende Oktober erkennbare Ausdehnung des Zahlungsmittelumlaufs anscheinend beendet, wenngleich durch den bevorstehenden Iahres- ultimo immer noch die Gefahr einer Ausweitung besteht. Die verhältnismäßig geringen Wechseleinreichungen der Danken lassen den Schluß zu, dah von diesen stärkere Rückgriffe auf ausländisches kurzfristiges Geld vorgenommen sind, welches sich bei der bestehenden Zinsspanne infolge der unterlassenen Ermäßigung des deutschen Diskontsatzes billig stellt und reichlich angeboten wird. Der vorliegende Ausweis berechtigt, die Frage einer Diskont- ermäßigung im positiven Sinne zu entscheiden, wenn nicht die Kassenschwierigkeiten des Reiches und der unverändert anhaltende erhebliche Geldbedarf der öffentlichen Hand nach wie vor stark auf den Geldmarkt und damit auch auf die Hebertoinöung des Iahresultimos drücken würden. Selbstverständlich hat eine Diskontermäßigung für den Dezember keinen Sinn mehr, aber sie wird unmittelbar nach Heberwindung des Hltimos aktuell werden, um so mehr, als sich die Kreditansprüche der Wirtschaft, wie nach dem Verlauf der Konjunktur nicht anders zu erwarten, in durchaus normalen Grenzen bewegen. Selbst der Bargeldbedarf für das Weihnachtsgeschäft scheint nach der bisherigen Entwicklung nicht übermäßig groß zu fein. Internationale Zusammenarbeit der Automobilproduzenten. Brüssel, 10.Dez. (WTD.) 3m Laufe des heutigen Tages fand eine Zus ammenkunf t europäischer und amerikanischer Automobilproduzenten statt, bei der Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland und Amerika vertreten waren, während England und Italien an der Konferenz nicht teilnahmen. Cs handelt sich um eine unverbindliche Fühlungnahme zur Besprechung vonMah- nahmen zum Schuhe der Produktion im eigenen Lande und dementsprechend zur Kontingentierung der amerikanischen Automobileinfuhr. Irgendwelche Beschlüsse wurden vorläufig nicht gefaßt. Es ist vorgesehen, die Besprechungen weiter fort- zuführen mit dem Ziele der Einberufung einer allgemeinen Automobillonferenz. Frankfurter Gasgesellschast,Frankfurt a.M. Die gestrige G.-D. genehmigte den bekannten Abschluß (1,73 Mill. Mk. Derlust, der aus der Reserve gedeckt wird) gegen 8 Stimmen »einer Opposition. Die Entlastung des Aufsichtsrates erfolgte gegen 4 Stimmen. Die Beschlußfassung über die Entlastung des Dorstandes wurde ausgesetzt, da noch nicht feststehe, ob gegen den Dorstand Ersatzansprüche geltend gemacht werden können. Die Aufsichts- ratswahlen wurden ebenfalls zurückgestellt bis zu einer baldigen a. o. G.-D., um den öffentlich- rechilichen Organen Zeit zur Ernennung ihrer ‘Vertreter zu iahen. In der Diskussion bemängelte die Opposition die Höhe des Gaspreises, die angeblich zu niedrige Koksausbeute, die Höhe der Kosten für Reklame und die Belastung der Gasgesellschaft durch die Rossenraher Kohlenfelder. Auch müsse die Derwaltung den Dorschlägen der Prüfungsgesellschaft Price Waterhouse & Co., die Verluste bei der Abstoßung der Gewerkschaft Friedrich bereits in der Bilanz für 1928 auszuweisen usw., folgen, sonst werde die Bilanz nicht genehmigt. Stadtrat A s ch (Frankfurt) wies demgegenüber darauf hin, daß Vorstand und Aufsichtsrat nach reiflicher Heberlegung zu dem Entschluß gekommen sei, den Vorschlägen von Price Waterhouse nicht zu entsprechen und dah die Gründe hierfür hinreichend klargelegt seien. Die Bemängelung der Höhe des Gaspreises wies er als unberechtigt zurück, da in verschiedenen Städten der Tarif höher fei. Die Kohlenfelder könnten naturgemäß noch keinen Ruhen abwerfen, da sie noch nicht erschlossen seien. Auch der Aufsichtsrat halte eine Einschränkung der Reklamekosten für notwendig. Im übrigen stehe fest, daß der Verkauf der Gewerkschaft Friedrich an die Preag ein vorteilhafte s Geschäft gewesen sei. * Verfehlungen bei der Dcknkf irrna Fiorino & Sichel in Kassel. Zu der Angelegenheit der Bankfirma Fiorino & Sichel in Kassel teilt die Iustizpressestelle mit: Die Inhaber der Firma' haben in dem staatsanwalt- schaftlichen Ermittlungsverfahren bei ihrer verantwortlichen Vernehmung vor dem hiesigen Amtsgericht zugegeben, daß Depots in erheblichem Umfange verpfändet worden sind. Sie behaupten indes, daß sie zu diesen Verpfändungen in den meisten Fällen berechtigt gewesen seien, und sie erkennen nur für einzelne Fälle die Unzulässigkeit der Verpfändung an. * Basalt- A.°G. Linz a.Rhein. Wie die Verwaltung mitteilt, ist, soweit heute übersehbar, für das laufende Geschäftsjahr ein ähnliches Ergebnis zu erwarten, wie im vergangenen Iahre. Außer Unkosten und Zinsen dürften Abschreibungen annähernd in der gleichen Höhe wie im vergangenen Iahre (1,15 Millionen Mk.) verdient sein. Die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung kommt demnach nicht in Frage. Die heutige Geschäftslage sei der Iahreszeit entsprechend befriedigend, ebenso der Auftragsbestand für 1930. * Rheinische A.--G. für Braunko hlen- bergbau und Brikettfabrikation, Köln. In der Aufsichtsratssitzung der Rheinischen A.-G. für Braunkohlenbergbau und Drikett- fabrifation, Köln, wurde die Halbjahresbilanz vorgelegt, die ein befriedigendes Ergebnis ausweift. Auch für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 1929/30 kann, wenn der Absatz gut bleibt, mit einem entsprechenden Gewinn gerechnet werden. Im übrigen wurden größere Ergänzungsund Ausbauten auf einzelnen Werken der Gesellschaft beschlossen und laufende Angelegenheiten erledigt. * Ostwerke A.-G. ----- Schultheis- Pahenhofer Brauerei A.-G., Berlin. In den Aufsichtsratssitzungen der Ostwerke A.-G. und der Schultheis-Patzenhofer Brauerei A.-G. wurde beschlossen, den auf den 6. Ianuar ein» zuberufenden Generalversammlungen eine Dividende von wieder 15 Proz. auf die Schultheis- Pahenhofer-Stammaktien, sowie wieder 12 Proz. auf die Ostwerke-Stammaktien und die sahungs- gemäße Dividende von 6 Proz. auf die Vorzugsaktien vorzuschlagen. Der Geschäftsgang der Brauereien in den ersten vier Monaten des' neuen Geschäftsjahres wurde bei steigendem Bierabsatz als günstig bezeichnet. Auch bei den Hnternehmungen, an denen die Ostwerke als Holding-Gesellschaft beteiligt sind, befriedigt der Geschäftsgang allgemein, und die Hmsätze entwickeln sich steigend. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 11.Dez. Tendenz: zurückhaltend. — Zu Beginn der heutigen Börse war Geschäft fast wieder nicht zu verzeichnen. Es fehlten Anregungen und vor allem Aufträge. Die wenigen Kurse, die zur Erstnotiz zustande kamen, lagen gegen die gestrige Abendbörse zumeist etwas niedriger. Material kam aber nicht an den Markt, so dah der Grundton der Börse trotz der Hnsicherheit. an der gestrigen Reuhorker Börse recht widerstandsfähig war. Eine Ausnahme machte der Kunstseide- markt, auf die Festigkeit der internationalen Plätze. Die Tendenz wurde, hiervon ausgehend, etwas reger, so dah der heutige Markt vor größeren Abschlägen bewahrt blieb. AKH. konnten zur Erstnotiz 3 Prozent, Bemberg 5 Prozent gewinnen. Die Rachfrage war etwas reger. I.-G.-Farben lagen leicht gedrückt. Dagegen konnten am Chemiemarkt Deutsche Erdöl leicht anziehen, und Goldschmidt gewannen 0,75 Prozent. Elektrowerte waren weiter gut behauptet. Am Montanmarkt ergaben sich zumeist Abschwächungen bis zu 0,5 Prozent. Von Dauunternehmun- gen lagen Holzmann 1,75 Prozent niedriger. Von Bankwerten waren Barmer Bank etwas höher, Dresdner und Commerz-Bank etwas nachgebend. Am Rentenmarkt war die Hmsatztätigkeit gering, die Kurse waren rückgängig. Im Verlaufe war die Stimmung eher etwas freundlicher, das Geschäft konnte sich nur in einigen Spezialwerten etwas lebhafter gestalten. AKH. traten weiter etwas hervor und gewannen erneut etwa 3,5 Prozent. Die übrigen Werte konnten sich ebenfalls allgemein etwas bessern. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 Prozent flüssig. Am Devisenmarkt war die Lage unverändert. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1755, gegen Pfund 20,393, London gegen Kabel 4,8842, gegen Paris 123,89, gegen Mailand 93,27, gegen Madrid 35,05, gegen Amsterdam 12,0925. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 11.Dez. Am Produkten- marft war die Haltung ruhig. Geschäft war kaum zu verzeichnen, trotz der festeren Auslandmeldungen. Die Stimmung war jedoch etwas zuversichtlicher; das Angebot nahm im Verlaufe etwas zu, so daß Weizen und Roggen etwas nachgeben mußten. Im Einklang hiermit unterlagen auch Weizenmehl und Roggenmehl einem geringfügigen Verlust. Es wurden notiert: Weizen 26,25; Roggen 19,25; Sommergerste für Brauzwecke 19,50 bis 20; Hafer, inländischer 18; Mais, gelb, für Futlerzwecke 18,25; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0 38,75 bis 39,50; Roggenmehl 28,50 bis 29,50; Weizenkleie 10 bis 10,15; Roggenkleie 10,50 Mark. Tendenz: sehr ruhig. Letzte Nachrichten. Oie Reichstagsabgeor-neten Koch uub Reichertnicht aus -er -eutschnationalen Fraktion ausgeschieden. Berlin, 11.De;. (WTB. Funkfpmch.) Zu der IHelbung aus Düsseldorf über die Stellungnahme des Landesverbandes Düsseldorf-Ost der Deutschnationalen Volkspartei zu den Austritten aus der Fraktion hören wir von unterrichteter deutschnationaler Seite, dah die beiden Abgeordneten des Wahlkreises, Minister a. D. Dr. koch und Dr. Reichert nicht aus der deutschnationalen Reichstagssrak- tion ausgetreten sind. Strafantrag gegen -en Grafen Stolberg. Hirschberg, 11.De;. (WTB. Funkspruch.) 3m Prozeß gegen den Grasen Christian Fried- rich zu Stolberg-Wernigerode beantragte nach l^stündigem Plädoyer der Vertreter der Anklage gegen den Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung eine Gefängnis st rase von einem 3 ahr dr e i Monaten, unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die höhe der zuletzt beschlossesten Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 v. h., Lombardzinsfuß 8 o. h. itrantfurt a M Berlin «chluß»! Kn re | I-Uhr Kure Schlug Kure Anfang. ftur> Datum 10-12- 11.12 10 12- 11 12. 6% 2 eu lche titcKDeamciQe on 1^7 ........ —• 87,5 — ?% Deutsche ReichSanleihe von 1929 ......... Dl. Am.-Ablös.-Lchuld mit AuL 99 — 99 — los.-Rcchlen........ 50,1 50 50.1 —- TeM nbn* An«1oi. Rechte 8% Hess. Volköstaat von 1929 8 7,7 7,85 7,75 (ruckzahlb. 102%) ... Oberhelsen Provinz-Anleihe mit 89,5 — 89 — Ausloj.-Nechten...... 46 — —■ Deutsche Komm. Sammclabl. Anleihe Serie 1 .... B% Franks. Hnp.-Bank Goldpfe. 46,1 — 46,3 — XIII unkündbar bis 1934 . . f% Rranlf. Hnp.-Bank Goldpfc. unkündbar dis 1932 ..... 96,5 — — — 85 —— — — 139 — — — Goldschmidt 63 63,5 63,5 64,5 Rütgerswerke ......6 69 69 69,25 69 Metällgeiellichaft. ...... 8 114 — 114,25 113,9 Philipp Hofmann . .... 7 Semen werk Heidelberg ... 10 83 81,251 82 81,25 117,5 — Eemeniwerk Karlstadt ... 10 —— —» Wayg 4 ,rrey ag......8 82,5 86 | 83 — Schultheis Patzenhoser ... 15 — - 275 272,5 Ostwerke.........12 — — 213,25 210,75 Ber. Glanzstosf......18 118 121 117,75 122,5 Bemberg..... 14 145 150 146,25 147 yelKlofi Waldhos .... 1 — 176,75 175,5 Zellsloj, Aichassrnbnra ... Ehartolienburger Wager ... 8 136 — 135,75 134,5 — — 91,5 91 Desiauer Gar....... 9 — — 153,5 153,25 Daimler Motoren ...... u 37,5 — 37,5 37,5 Deutsche Linoleum ..... 235,5 235,25 236 235,5 -- — 39,4 39,25 Obirrrom .- ttl pr ...... 0 — — — — uuow. Loew ......io — — 156,75 154,5 Not. Automobll ....... O *• — 19,13 Crenftein & Koppel ..... 6 — 68.25 — L-wndard Tieg ...... 10 — 147,5 146,25 SvenSko ...••••••• — — 325 325 yrankf. Malchtnea ...... 4 Grtyner..........8 — 42 42 — 47 49 Heyltaeastaedt.......0 6,25 — — aungrjani..........6 Lechwerke. . 8 45,5 103 — 45,25 Malntraftwerke HOchsk a. flJt . 8 106 105,5 — - Miag. . . .10 — 120 119 Gebr. Roeder.......10 Botgt 4 Haeffner ...... . 9 109 —- 222 — 222 — Südd. Zucker ••••••• 10 161,5 — 161,5 1 - Banknoten. Berlin, 10- Dezember Geld Bries Amerikanische Noten ..... 4,1645 4,1845 Belgische Noten. ...... 58,28 58,52 Dänische Roten ........ 111,73 112.17 Englische Roten . ....... 20,348 20,428 Französische Noten ....... 16,395 16,455 Holländische Noten ....... 168,15 168,83 Italienische Noten........ 21,71 21,79 Norwegische Noten....... 111,71 112,15 Deutich-Oesterreich, 4 100 Schilling 58,56 58,80 Rumänische Noten....... 2,47 2,49 Schwedische Noten ....... 112.26 112,70 Schweizer Roten . ....... 81,19 81,51 Svanische Noten ........ Tschechoslowakische Roten..... 57,98 12,33 58,22 12,39 Ungarische Noten ....... 72,80 73,10 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 10 Dezember 11. Dezember Amtliche Notierung Amtliche Notiening Geld Bries Geld Bre 168,42 168.76 168,44 168,78 Bucn.-Aires 1,726 1,730 1,728 1,732 Brsf.-Antw- 58,395 58,515 58,395 58,515 Cbristiania. 111,85 112,07 111,87 112,09 .Kopenhagen 111,99 112,21 112,0) 112,23 Stockholm . 112,51 112,73 112,57 112,79 HelüngforS. 10,483 10,503 10,485 10,505 Italien. . . 21,83 21,87 21,835 21,875 London. . . 20,368 20.408 20,368 20,408 Neuyork . . 4,1705 4,1785 4,1715 4,1795 Parts.... 16,42 16,46 16,425 16.465 Schweiz . . 81,04 81,20 81,005 81,225 Spanien. 58,15 58,27 57,94 58.06 Japan . . . Wo de Jan 2,045 2,049 2,043 2.047 0,482 0,484 0,477 0,479 Wien in D-° Ceft abgest 58,705 58,825 57,94 58,06 12,377 12,397 12,381 12,401 7,403 7,417 7,402 7,416 Budapest. . 73,035 73,17 j 73,06 73.20 Bulgarien 3,017 3,023 3,017 3.023 L'ffabon 18,80 18,84 18,80 18,84 Danzig. . . .»pnltantto. 81,40 81,56 81,38 81,54 1,920 1,924 1,963 1,967 Athen. . 5,435 5,445 5,43 5,44 Tanada . 4,131 4,139 4.131 4,139 Uru uatj. 3.996 4.004 3,966 4,979 Sairo . . 20,89 20,93 20,89 20,93 Oos 6 nr. 291 Die Gieb-n-r heimel Die £ Ulonats^' 2.20 Aelchrf *■ “ll scheinen eE infolge ScrnlP^ txnterSammf yn|d)rifl zranlst-rt-ir Berlin, mitgetelll: 3r kabinclls rou bei ergab M bet ihr den Ml. g k 2 ni in eine Reichstage Vas Heichski voll oornhcrei zuhallen, dah i llnoerä nde und daß sie flehe und j Lnlfcheidung. fie nicht nur t Programms, j ausdrückli Inges für schließlich bett Die Heg Jinanjprogran lag abgeben. B im Reichstag sen. Die Sitzu sprochen Hal, c Samstag wir! A b st i m m u i Rach der Bei lionen )u|amn bevorstehender Tie 9)(öglii Berlin, 1 Regierung, dic lUxcn ISnt die den Regü ter berichten, Regierung a fprcchungen Rkög 1 ichke 1u n g zu gel Ergänzung i> Darauf hi», tchloffene rungspar "nt abfinben unö die von dein A g ollem müsse werden, daß »onnte, wenn hung der ^ofenverf Die Dollspa ^ntholtsa onttoertung t> M ihrer wie Wode fcä Kr d-mr je ''.den ,'er #>ntn ei? 1 Nc Jn, h ,un8-^.btin tn8«Ä(t tlQtu