Nr. 2(3 Erstes Blatt U9. Jahrgang Mittwoch, U- September <929 Eriche,ni täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monat;Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichler» scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Hernfprechanfchlüfse unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zranlfnrt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Dnid und Verlag: Brühl'sche Univerfitäls-Buch- und Steinöruderei R. Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe Z. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mra Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°', mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Auf der Spur der Bombenatteniäter. Sensationelle Verhaftungen in Berlin unn Holstein. — Oie Holls der Organisation Konsul. — Oer verdächtige Fordwagen. Berlin, 11. SepL (Priv.Tcl.) Nach Bläffermdbungen aus Itzehoe wurde gestern nadjmitfag im benachbarten Krempe ein angeblicher früherer Polizeihaupfmann im Zusammenhang mit den Bombenanschlägen verhaftet, lieber die Personalien wird strengstes Stillschweigen beobachtet. Der verhaftete wurde schon längere Zeit verfolgt und gesucht. Er kam am Dienstag mit seinem Auto nach Krempe und stieg im „kremper Hof" ab, um mit dem Zuge nach Heide weiterzu- sahren. kurz nach seiner Ankunft wurde er verhaftet. Die „DAZ." meldet hierzu aus Hamburg: TD.e wir erfahren, soll es sich bei dem in Krempe verhafteten um den etwa 40 Jahre alten angeblichen früheren Polizeihauptmann Nickel handeln, "'n feinem Besitz soll eine Bombe von der gleiten Beschaffenheit gefunden worden fein, wie fie bei den Anschlägen zur Verwendung gelangt sind. Noch im Laufe der fpäten Abendstunden fanden die er st en Vernehmungen im Landratsamt Itzehoe, wohin der verhaftete zunächst gebracht worden ist, statt. Zwei höhere Beamte des Altonaer Polizeipräsidiums haben sich sofort nach Itzehoe begeben, um die Ueberfüfjrung des verhafteten nach dem Altonaer Polizeipräsidium in die Wege zu leiten. Wit Rücksicht auf die Tragweite des Falles wird ihn wahrscheinlich die Staatsanwaltschaft in Altona direkt bearbeiten. Es verlautet, daß man glaubt, im Anschluß an die Verhaftung noch eine Reihe weiterer Spuren aufdecken zu können. So wurden, wie die „Voss. Ztg."aus Hamburg berichtet, am Dienstag in Hamburg ein Bankbeam- ter verhaftet, der in Verbindung mit dem in Krempe verhafteten Polizeihaupfmann a. D. Nickel stand und von diesem eine Höllenmaschine erhol- ten haben soll. Die Höllenmaschine, die in eine Zigarrenkiste eingebaut war, mit einem Zeitzünder versehen ist, und sich in völlig gebrauchs- fertigem Z u st a n d befand, wurde in der hiesigen Wohnung des Kaufmannes im Bücherschrank vorgefunden und beschlagnahmt. Die Persönlichkeit des polizeihcmptmanns a. D. Mel. Itzehoe, 11. Sept. (WTB. Funkspruch.) Der in der Bombenaffäre verhaftete „Polizeihaupfmann a. D. Nickel" ist der Leiter der Wach- und Schließgefellschaft in Heide. Den Titel eines Polizeihauplmanns a. D. hat er s i ch selbst 3 u g e l e g f. Er hafte in der Zeit der oberschlesischen Wirren dorlselbsf eine Abwehrkompagnie auf- gestellt und sich als deren Führer mit dem haupt- mannstitel ausgeffaftet. Bei der Haussuchung in Heide fand man in der Wohnung Nickels die lleber- refte von verbrannten Papieren, die verdächtiges Waferial enthielten und im Augenblick einer genauen Untersuchung unterworfen werden. Nach der amtlichen Darstellung des Landratsamtes in Itzehoe, wurde die Verhaftung Nickels dadurch möglich, daß man dem in Hamburg verhafteten Kaufmann auf die Spur gekommen ist. Es wurde fcffgeffellt, daß der Kaufmann die Höllenmaschine von Nickel erhalten hafte. Nickel kommt demnach in der Hauptsache als Heberbringer der Bombe in Frage. Nickel war in Krempe ausgestiegen und Haffe sich dann zur Redaktion der Zeitung „Das Landvolk" begeben. Nach seiner Rückkehr nach Krempe wurde er dort verhaftet. Die Zeitung „Das Landvolk" war durch den Besuch Nickels in der Redaktion verdächtig, so daß die Verhaftungen beim Landvolk erfolgten. Ob sich diese ausrechferhalten lassen, muß die weitere Untersuchung ergeben. Die Zeitung ist das Organ der bäuerlichen schleswig-holsteinischen sog. Landvolkbewegung, deren Kampf sich, wie aus vielen Prozessen crsich^.ch, vornehmlich gegen den „heutigen Verwaltungsapparat" richtet, zur nationalsozialistischen Bewegung aber wiederum in Gegnerschaft steht. Verhaftungen in Ftzehve. Itzehoe, 11. Sept. (WTB. Funkspruch.) Ein riesiges Aufgebot von Kriminalbeamten und Landespolizei befehle das Landratsamt, gegen das ein Anschlag geplant gewesen sein soll. Der gesamte Redaktionsstob, sowie das sonstige Personal der hiesigen Zeitung „Das Landvolk" wurden verhaftet. Ferner wurde der frühere Oberleutnant Wefchke, der Geschäftsführer der Land- uolfberoegung, in Haff genommen. Auch in Berlin eine Reihe von Verhaftungen. Salomon und Techow verhaftet. B erlin, 11. Sept. (WTB. Funkfpmch.) Wie der Polizeipräsident mitteilt, sind am Morgen des 11. September mehrere Personen unter dem dringenden Verdacht der Teilnahme an den Spreng st ossanschlägen vorläufig feftgenommen worden: (Ern ff von Salomon, der sich unangemeldet in Berlin aufhält, Dr. Solinger, bei dem Salomon gewohnt hat, Werner Laß und Hans Gert Techow. (Zus. der Red.: Ein Bruder des an der Ermordung Ra- fhenaus beteiligten Werner Techow.) Die Fesige- nommenen stehen in eng ff en Beziehungen 3 u dem Kreis, der in Hamburg und Schleswig- Holstein feffgenommenen Personen. Weitere Ermittlungen. Noch der D.Z. haben die bisherigen Vernehmungen der verhafteten ergeben, daß es sich bei den Bombenlegern um eine anarchistische Terrorgruppe handelt, die sich a u s d e n Re st en der ehemaligen Organisation „K o n s u l“ und der Organisation „E" 3ufammen- seht, die feinerseif 3um ersten Wale bei der Ermordung Eibergers auffauchten. Unter den Leuten, die in Holstein verhaftet worden sind, befindet sich auch der Uhrmacher P l e n, der verdächtig ist, die Uhrwerke für die Höllenmaschine angeferfigf 3u haben. Außerdem ist in Itzehoe ein Bruno von Salomon verhaftet worden, der Bruder des in Berlin verhafteten Ernst von Salomon. Bruno ist Redakteur der Landvolk3eitung in Itzehoe, Weschke ist Herausgeber dieses Blattes. Bei den Verhaftungen in Holstein spielte ein Fordwagen eine erhebliche Rolle, der der Po- lisei verdächtig vorgekommen war. Die Polizei war sich nämlich darüber klar, daß die Lüneburger Anschläge nicht von dortigen Einwohnern verübt sein konnten, sondern nur von Leuten, die mit einem Auto herübergekommen waren. Ihr Sih muhte in Ostholstein liegen, und deshalb wurden dort mit Hilfe der lokalen Poli3eibehörden und der Feldjägerei alle Straßen nach und nach beobachtet. Der verdächtige Fordwagen, der bei allen Weldungen immer wieder auftauchfe, wurde besonders beobachtet, und so gelang es, sestzustellen» daß er nach ham- Ge n f, 10. Sept. (WTB.) Die heutige Vor- mittagssihung der Dölkerbundsversammlung wurde mit einer großen Rede des ungarischen Delegierten Graf Apponyi eröffnet, der trotz seines hohen Greisenalters wieder mit unveränderter geistiger Frische und älnabhängigkeit des älrteils die Hauptarbeitsgebiete des Völkerbundes unter allgemeiner Aufmerksamkeit des Hauses umrih. Er betonte zunächst die grundlegende Bedeutung der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit, mit deren Annahme Deutschland den übrigen Großmächten vorangegangen fei. Der Kellogg- pakt und vor allem die Generalakte der letzten diesjährigen Völkerbundsversammlung, der Graf Apponyi wegen ihres Verzichtes auf den Sanktionsgedanken und wegen Anpassung des Vergleichs- und Schlichtungsversahrens an die Methoden der Schiedsgerichtsbarkeit den Vorzug gibt, hätten neue Wege für die Anwendung der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit eröffnet. Bedenklich bleibe freilich das „fatale Kapitel" der Vorbehalte vor allem in bezug auf den Ausschluß jener Konflikte, die sich aus den Friedensverträgen ergeben. Die Abrüstungsverpfltchtung ergebe sich nicht nur aus dem Artikel 8 des Völkerbunds- Paktes, sondern ganz wesentlich aus den Friedensverträgen, in denen die Abrüstung der besiegten Staaten als der Weg zur Vorbereitung der allgemeinen Abrüstung bezeichnet wird. Dies formelle Versprechen müsse erfüllt werden. Die Ungleichheit im Rüstungsstand sei nicht nur ein Element des Weiterbestehens der Unsicherheit, sondern überdies eine Demütigung der besiegten Staaten. Driand stimme er durchaus bei, daß in der Äugend nicht Haßgefühl und Rachegedanken großgezogen werden dürsten. Auch könne er Dr. Stresemanns Bemerkung beipflichten, daß unter den heutigen technischen Bedingungen der Heroismus auf dem Schlachtfelde keine Bedeutung mehr habe. Man müsse aber unterscheiden zwischen der Äugend, die im Glanze der Vormachtstellung ihres Landes aufwachse und jener anderen, die ..im Schatten der Traurigkeit über ein zerstückeltes Land" lebe. So sei es schwer, der ungarischen Äugend nachzuweisen, auf Grund welcher Prinzipien weite Gebiete mit einer komvakten magyarischen Bevölkerung fremder Staatshoheit unterstellt worden sind. Wer vorbehaltlos in der bürg fuhr, wo man auch sein Ziel herausbekam. In Hamburg führten die Nachforschungen der Po- lijei in die Wohnung des bereits in den früheren Weldungen erwähnten Kaufmanns, dessen Name jetzt mit £ reget angegeben wird. Aus die Landvolkzeilung kam die Polizei nach dieser Darstellung auch dadurch, daß das Auto weiter verfolgt und dabei fcffgeffellt wurde, daß fein Jnsaffe Nickel dort eine Hnferrebung hatte. Unter den in Holstein verhafteten befinden sich drei weitere Leute: Kühl, Dammann und Johnsen, die mit dem Bombenlegen in Beziehungen standen. Zwei weitere Personen sind in den letzten Tagen geflüchtet, einer von ihnen nach Italien. Seine Adresse ist aber bekannt, so daß er bereits weiter verfolgt wird. Zu den Verhaftungen in Berlin meldet das Blaff noch, daß Werner Laß früher R o h b a ch nahe- sland. Er ist Führer der Freischar Schift, deren tätiger Mitarbeiter Hans Gert Techow ist. Die Aktion der Berliner Polizei, die zusammen mit den in Altona tätigen Beamten den Ring um die Bombenleger zog, geht noch weiter. Deshalb ist die Polizei mit ihren Aeußerungen sehr zurückhaltend. Es ist nicht ausgeschlossen, daß noch weitere Waßnahmen erfolgen, zumal die Spuren noch auf andere Personen Hinweisen. Zur Zeit findet eine Haussuchung im Bureau Ehrhardts in der Lühowstrahe statt, das von ehemaligen Angehörigen der Organisation „Konsul" geleitet wird. Wieweit Kapitän Ehrhardt selbst belastet ist, kann noch nicht gesagt werden. Es wird behauptet, daß bei den Sprengffoffattenfafen dieses Jahres nicht wie früher eine Auslosung vorgenommen wurde, vielmehr sollen sich die Witgliedcr freiwillig angeboten haben, die Bombenanschläge zu übernehmen. Das Attentat in Lüneburg. Lüneburg, 11. Sept. (WTB. Funkspruch.) Das in Lüneburg zur Llntersuchung der Bombenanschläge eingerichtete Landeskriminalamt arbeitet Richtung auf die friedliche Regelung aller Kon- fliktsmöglichkeiten mitarbeite, sei berechtigt, die Gerechtigkeit und die Achtung der grundlegenden Lebensbedingungen der nationalen Existenz zu verlangen. Oer österreichische Bundeskanzler Streeruwih begrüßte ebenfalls die Fortschritte, welche die Ädee der Schiedsgerichtsbarkeit im Laufe dieser Tagung gemacht hat. Es wäre indessen zwecklos, zu übersehen, daß die langsamen und von Schwierigkeiten gehemmten Fortschritte des Abrüstungsproblems viel dazu beigetragen haben, die Reste der Dorkriegsmentcklität zu erhalten, und daß dieser Standpunkt bis zum gegenwärtigen Augenblick Volker, Parteien und einzelne Menschen daran gehindert hat, endgültig auf den Gedanken der Machtanwendung zu verzichten. Die Annäherung der Volker auf der Grundlage des Vertrauens und das Minderheiten Problem gehören zu den aktuellsten Fragen des internationalen Lebens, zu den Fragen. deren billige Regelung sich von Jahr zu Jahr nachdrücklicher auswirkt. An einer gerechten Regelung der Minderheitenfrage in einer ganz besonderen Weise interessiert sind Staaten, die. wie der unsrige. sich in der Rähe von Gebieten nationaler Erregung befinden und im Falle von unliebsamen Ereignissen in diesen Gebieten auf eine unausbleibliche Rückwirkung im eigenen Territorium gefaßt sein müssen. Rach den Ausführungen von Dr. Strceruwih mußte die Sitzung unterbrochen werden, da keiner der eingeschriebenen Redner anwesend war. Rach Wiederaufnahme der Sitzung erklärte der australische Delegierte Rarr, daß er seine Ausführungen erst morgen machen werde. Rach weiteren Absagen gelang cs schließlich dem Präsidenten, den letzten eingeschriebenen Redner, den chinesischen Delx- gationsführer Ehao Ehu-wu zu finden, der der Sitzung durch einen Antrag auf Einsetzung eines Studienkomitees zur Prüfung der MittelundWegefürdie Anwendung des Art. 19 des Völkerbundspaktes noch einen recht interessanten Abschluß gab. Art. 19 betrifft die Nachprüfung der unanwendbar gewordenen Verträge und solcher internationalen Verhältnisse, deren Aufrechterhaltung den Weltfrieden gefährden konnte. Der chinesische Delegationsführer bemerkte, es handele sich dabei nicht um eine Aenderung des PakTag und Rächt. Linker den zahlreichen Spuren wird auch eine Spur verfolgt, die in den Kreis Llelzen führt. Hier wurde ein Autorücken - schild gefunden, dessen Rümmer auf Fälschung deutet. Das Schild trug keinen polizeilichen Zulassungs stempel. Es ist nicht während der Fahrt verloren, sondern sorgsam versteckt im Straßengraben gesunden worden. Än der Rächt vom Sonntag ist ein Fenster der Wohnung des Lüneburger Kriminalassistenten Mink von Dubenhänden zertrümmert worden. Dieser Beamte wirkt an den örtlichen Nachforschungen mit. Regierungspräsident Dr. Herbst erklärte, man sei der Ansicht, daß die an dem! Bombenanschlag Beteiligten ihre Taktik geändert hätten. Während es ihnen früher vielleicht nur auf Sachschäden angekommen sei, gingen sie anscheinend jetzt daraus aus, bestimmte leitende Persönlichkeiten zu treffen. Hinzu komme, daß der in Lüneburg verwandte Sprengstoff weit stärkere Brisanzwirkung gehabt habe, als der bei den früheren Attentaten zur Verwendung gelangte Sprengstoff. Ein geheimnisvolles Telephongespräch. Kiel, 10. Sept. (WB.) Den Kieler „Neuesten! Nachrichten" zufolge ist die hiesige Polizei mit der Aufklärung eines geheimnisvollen Telephongesprächs beschäftigt. Gestern nachmittag, kurz nach 2.30 Uhr, hörte eine Fernsprechbeamtin bei einem Gespräch, das von dem Anschluß des Cafehauses Nielsen am Knooperweg geführt wurde, die Worte: „J-n den nächsten Tagen gibt c s hier ein Attenta t." Der Sprecher, der nach diesem Satz sofort anhängte, war anscheinend sehr aufgeregt. Auf Grund der polizeilichen Ermittlungen vermutet man, daß in dem Caf6 ein etwa 30jähriger Ma n das Gespräch -geführt-IhTt, der Inh cnalD ocdecKL» woixig. • oedeext V Schnee g Graupeln, e MeDei K Gewiller.(§)windstiiie-O-« sehr «ejcnter Ost massiger Südsüdwest stürmischer nordwesS Oie Pfeile fliegen mit dem Winde. Pie oeiden Stationen stenenden Zat^ len gehen die Temperatur an. Pie Linien verpmdco Orte mit gleichcg etf Metrcsniveau umgerexancleo Luftdruck Wettervoraussage. Das neue Hochdruckgebiet hat sich über Zentraleuropa ausgebreitet. Deutschland, das in seinem Kerngebiet liegt, weist Barometerstände von über 770 Millimeter auf. Durch den. fast wolkenlosen Himmel werden durch die tägliche Einstrahlung und nächtliche Ausstrahlung wieder stärkere Temperaturschwankungen hervorgerufen. Der herrschende Witterungscharakter hält zunächst noch an, jedoch wird mit der Verlagerung des hohen Druckes ein Drehen der Winde nach Süden und Südwesten stattfinden, die bald wärmere Luft nach dem Kontinent bringen werden. Dabei seht Barometerfall ein und Bewölkung kommt auf. Wettervoraussage für Donnerstag: Rachts kühl, tagsüber warm, meist heiter, trocken. Wettervoraussage für Freitag: Stellenweise Frühnebel und tagsüber aufkommende ^Bewölkung, auch nachts leichter Temperaturanstieg. Lufttemperaturen am 10. September: mittags 23 Grad Celsius, abends 14 Grad; am 11. September; morgens 10,1 Grad. Maximum 23,2 Grad, Minimum 8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. September, abends 22,1 Grad; am 11. September: moraens 14,4 Grad Celsius. — Sonnen* fcheindarrer 8i Stunden. Aus der provinzialhaupistadi. Gießen, den II. September 1929. Oie Heffenlumer in Chikago. Aus einer uns vorliegenden Nummer der „Sonntagspost" in Chikago vom 18. August geht hervor, daß die beiden Hessenturner, Buchdruckerei- besitzer Schneider (Butzbach) und Karl Reuter (Gießen), der Sieger des Deutschen Turnfestes in Siöln, bei ihrem Besuch in Chikago eine äußerst herzliche Aufnahme gefunden haben. 3m Turner-Camp des Illinois-Turnbezirks wurden sie von dem Borsitzenden des Turnbezirks Leopold S a l t i c l im Namen der Chikagocr Turner herzlich willkommen geheißen. Er dankte ihnen für ihren Besuch, den sie als Gegenleistung für die vielen Besuche amerikanischer Turner in Deutschland unternommen haben. Arm in Arm wie beim Kölner Turnfest, als st? gemeinsam den Sieg errangen, standen die Turner Emil Preiß von Chikago und Karl Reuter von Gießen dabei, und jubelnde „Gut-Heil"-Rufe schallten ihnen entgegen. Schneider (Butzbach) dankte für die überaus herzliche Begrüßung und versprach den amerikanischen Turnern, in der alten Heimat von dem wunderbaren Geist, der unter den Chikagoer Turnern herrsche, und von der überaus herzlichen Begrüßung, die ihnen zuteil wurde, getreulich berichten zu wollen. Im Auftrage der Deutschen Turnerschaft überreichte dann Schneider dem ersten Vorsitzenden Saltiel die goldene Ehrennadel der Deutschen Turnerschaft, gleichzeitig als Zeichen des treuen Bündnisses der deutschen Turner in der alten Heimat und in Amerika. Der Onkel des ersten Vorsitzenden der Chikagoer Turngemeinde, Charles E i ch i n , gehörte dem Turnverein Gießen vom Jahre 1860 bis zum Jahre 1870 an, und Turner E i ch i n konnte den deutschen Gästen noch mit Stolz die Mitgliedskarte vorzeigen. Schneider (Butzbach) überreichte dem Turner Eich in aus dieser Veranlassung ebenfalls die goldene Ehrennadel des Turnvereins Gießen. Eine besondere Freude wurde auch den Chikagoer Turnern und Turnerinnen zuteil, die sich anläßlich der Deutschlandreise an dem Gautürnjtst in Oberstem beteiligten. Im Auftrage des Turnvereins Oberstein überreichte Schneider den siegreichen Teilnehmern Ehrenurkunden. Am 12. September treten Schneider und Reuter die Rückreise nach Deutschland auf dem neuen Dampfer „Breme n" an. Circus Kapitän Schneider. Gestern abend eröffnete der Zirkus Kapitän Alfred Schneider sein auf drei Tage festgesetztes Gastspiel auf Oswaldsgarten in Gießen. Die Eröffnungsvorstellung war ein gewaltiger Erfolg des wohl einzigartig dastehenden Unternehmens. Eine riesige Menschenmenge füllte das große Zelt in so weitem Ausmaße, daß nur verhältnismäßig wenige Plätze unbesetzt blieben. Daß die Besucher ihre Erwartungen in vollem Umfange erfüllt sahen, bekundeten die immer wieder einsetzenden starken Beifallskundgebungen, mit denen die Artisten in reichlichstem Maße ausgezeichnet wurden. Zunächst ein Aeußerliches: Wenn in den Ankündigungen von einem Groß-Zirkus gesprochen wurde, so ist nach all dem, was man bei diesem Unternehmen zu sehen bekommt, mit der erwähnten Bezeichnung nicht zu viel gesagt. Denn ein Apparat tritt hier in Tätigkeit und Leistungen der zirzensischen Kunst werden gezeigt, wie man sie in dieser Großartigkeit bisher noch bei keinem Zirkusbesuch in unserer Stadt zu sehen bekam. Bei der großen Fülle des Gebotenen ist es ein Ding der Unmöglichkeit, auf jede einzelne der ausgezeichneten Darbietungen näher einzugehen-, man muß sich wohl oder übel mit einer Gesamtbewertung begnügen und kann darüber hinaus uns noch auf die impo- nierendsten Leistungen besonders Hinweisen. Zunächst ist zu sagen, daß die Tierdressuren an Vollendung und Präzision der Ausführung nichts zu wünschen übrig lassen. Weiter ist hervorzuheben, daß sowohl die „Sinfonie der Beine" als reizende Ballettdarbietung, wie auch die vielseitigen humoristischen Einlagen volle Anerkennung verdienen. Mit dem Ausdruck besonderen Lobes verdienen die akrobatischen Künste der „5 Repton s" heroorge- hoben zu werden, die mit ihren „Pyramiden aus Menschenleibern" und dann mit den turnerischen Künsten von dreien ihrer Mitglieder hoch oben in der Zirkuskuppel die Besucher in atemlose Spannung versetzten; daß diesen Künstlern andauernde starke Beifallssalven als Ausdruck des Dankes und und der Anerkennung der Zuschauer zuteil wurden, war nur gerecht. Einen besonderen Höhepunkt des Abends mit staunenerregenden Leistungen bot Kapitän Schneider inmitten feiner großen Löwenschar. Zunächst zeigte er seinen Gasten allerliebste Szenen der Löwenkinderstube, wobei es an Drolligkeit der Tiere viel zu belachen gab. Dann ließ Herr Schneider eine imponierende männliche Stirnen« gruppe von etwa 25 Stück in die umgitterte Arena hereinspazieren, mit denen er geradezu bewundernswerte Dressurarbeit vorführte. Als drittes Bild aus der Löwenfamilie sah man hierauf die große Löwen« gruppe in Stärke von etwa 40 dieser Tiere in der Manege, und auch hier wieder war es einfach fabelhaft, wie Schneider als Tierbändiger und zugleich Freund der Tiere sich in dieser Gesellschaft bewegte, ohne dabei nach sonst üblicher Dompteurart mit Eisen, Peitsche und Revolver zu hantieren. Alles, was man in diesem Abschnitt der Vorstellung zu sehen bekam, muß einfach als Spitzenleistung von kaum zu überbietender Größe bezeichnet werden, und der ständige stürmische Beifall für diese wohl einzig dastehenden Dressuren sind die beste Anerkennung für die mühevolle und gefahrenreiche Arbeit, die dieser Tierfreund mit der großen Schar der Wüstenabkömmlinge hat. Als Abschluß des Abends konnte man ein Zirkusschauspiel von in Gießen noch nie gesehener Art bewundern. Der „Zirkus unter Wasser" wurde insofern buchstäblich wahr, als die Manege unter Wasser gesetzt wurde und darin sich nun eine köstliche humoristische Darbietung unter dem Motto „Tünnes im Strandbad" abspielte, nachdem vorher ein „Karneval im Harem" schon allerlei Reiz auf die Lachmuskeln der Besucher ausgeübt hatte. Was bei diesem Teile des Abends an Technik und menschlicher Erfindungskunst auf zirzensischem Gebiete zu sehen war, konnte man Einfach nur mit größtem Staunen vermerken. Daß auch hierbei der Beifall orkanartige Form annahm, ist nicht verwunderlich. Alles in allem kann man nach der gestrigen Eröffnungsvorstellung sagen, daß die Besucher in den ctma dreieinhalbstündigen Vorstellungen selbst ihre höchsten Erwartungen in vollem Ausmaße erfüllt sehen, und daß ein Besuch dieser Darbietungen wirklich und mit Recht aufs beste empfohlen werden kann. Daten für Donnerstag, 12. September. Sonnenaufgang 5.29 Uhr, Sonnenuntergang 18.23 Uhr. — Mondaufgang 15.51 Uhr, Monduntergang 22.42 Uhr. 1829: der Maler Anselm Feuerbach in Speyer geboren (gestorben 1880). Bornotizcn. — Tageskalender für Mittwoch. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Was eine schöne Frau begehrt" und „Lockruf des Goldes". — Astoria-Lichtspiele: „Männer ohne Beruf". — Zirkus Kapitän Schneider: nachm. 15 Uhr und abends 8 Tlhr. — Die von Fräulein Minna Körner geleitete Schule für elementares und höheres Klavierspiel und Theorie der Musik veranstaltet am Sonntag, 22. d. M., 15i Uhr im Saale der Musikschule West-Anlage 48 ein Konzert zum Besten der beiden Schwesternhäuser. (Siehe heutige Anzeige.) ** „Graf Zeppelin" soll über Gießen fliegen! Die Stadtverwaltung hat, wie sie uns mitteilt, in einem Telegramm mit Rückantwort an die Zeppelin-Werft in Friedrichshafen die Geschäftsleitung ersucht, daß der „Graf Zeppelin" auf seinem in der kommenden Rächt beginnenden Fernflug auch die Stadt Gießen überfliegen möchte. '* Zur Berhütung von Waldbrän- d e n hat das Kreisamt Gießen mit sofortiger Wirkung auf die Dauer von vier Wochen folgendes bestimmt: „Das Rauchen und Feueranmachen in Waldungen und auf Heiden, sowie im Umkreise von zwanzig Metern von solchen ist auf die Dauer von vorläufig vier Wochen verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 300 Mark bestraft." Dieses Borgehen der Behörde zum Schuhe unserer Wälder ist nur zu begrüßen. Alle Ausflügler mögen dieses Verbot beherzigen! •• Wichtiger Sri ft ablauf für Kriegsbeschädigte. Die Kriegerkameradschaft Hassia teilt mit: Der Reichsarbeitsminister hat durch einen im Reichsversorgungsblatt veröffentlichten Erlaß eine bereits vor einiger Zeit angetünbigte Sparmaßnahme verfügt. Seit Fe- bruar 1928 konnten früher abgefundene Kriegsbeschädigte mit einer Erwerbsminderung von 20 v. H. ohne den sonst erforderlichen Rachweis einer Verschlimmerung ihres Rentenleidens auf Antrag dann wieder Rente erhalten,' wenn ihre Erwerbsfähigkeit um mindestens 25 v. H. gemindert war. Diese Vergünstigung wird mit dem 1. Oktober d. 3. außer Kraft gesetzt. Der Verband der Kriegsbeschädigten und Krieger- Hinterbliebenen des Deutschen Reichskriegerbundes „Kyffhäuser" weist darauf hin, daß alle abgefundenen Kriegsbeschädigten etwa beabsichtigte entsprechende Anträge bis spätestens zum 30. September d. 3. an das zuständige Dersor- gungsamt gestellt haben müssen. Später gestellte Anträge können nach den gesetzlichen Bestimmungen nur dann berücksichtigt werden, wenn eine Verschlimmerung des Dienstbeschädigungsleidens glaubhaft gemacht und festgestellt wird. *• Planausstellung. Die Stadtverwaltung teilt mit: Zurzeit hat Architekt Fritz Stück in Kassel eine große Planausstellung in vier Abteilungen (150 Pläne) in der Staatlichen Baugewerkschule in Kassel, Kölnische Straße 22, eröffnet. 3n diesen Plänen sind die Gedanken des Herrn Stück zum Generalbebauungsplan von Kassel, der Landesplanung Hessen—Kassel und einer Reichsplanung niedergelegt. Da die Pläne auch für Oberhessen von aktueller Bedeutung sind, sei darauf hingewiesen, daß die Ausstellung auf vielfachen Wunsch bis zum 13. September verlängert wird. ** Zu dem Sprengkörperunglück bei Grüningen, über das wir am Montag berichteten, erfahren wir von zuständiger Seite, daß es sich bei dem durch die Spielerei der Jungen explodierten Sprengkörper nicht um einen Gegenstand ber Ausrüstung unserer Gießener Garnison handelt, sondern, wie ein zweiter gefundener gleichartiger Sprengkörper beweist, um einen alten, bereits stark verrosteten Sprengkörper nichtmilitärischer Herkunft. Unser Bataillon hat also mit jenem bedauerlichen Vorfall nichts zu tun. ** Goldene Hochzeit. Gestern, Dienstag, 10. September, feierten die Eheleute Rentier 3a- kob Häuser und Frau, Ludwigstraße 36, im engsten Familienkreise ihre goldene Hochzeit. Das 3ubelpaar erfreut sich noch geistiger und körperlicher Frische. ** Familientag der Lukasge- m e i n d e. Der Familientag, den die Lukas- gemeinde am Sonntag veranstaltete, hatte so viele Teilnehmer herbeigeführt, daß die weiten Räume der „Liebigshöhe" dicht gefüllt waren. Rach einem Musikvortrage der Gießener Posaunenbläser begrüßte Krrchenvorsteh^r 3uwe- lier Roll die Versammlung, indem er betonte, daß ein Familientag die Aufgabe habe, die Gemeindeglieder enger aneinanderzuschlietzen und in jedem das Gefühl zu erwecken, daß die ganze Gemeinde hinter ihm stehe, namentlich in Zeiten, da er vom Schicksale getroffen sei. Eine lebendige Gemeinde herbeizuführen, sei somit das Ziel dieser Versammlungen. Die Hauptansprache hielt Pfarrer Lic. Heep von Wetzlar. Der Redner hatte sich die Aufgabe gestellt, von der rechten Gestaltung des evangelischen Gemeindelebens zu sprechen. Rach einigen geistvollen, allgemeinen Bemerkungen gab er Schilderungen aus seinen Erlebnissen im Pfarramte. Zuerst wurden die Zuhörer nach Madrid geführt, wo der Redner im Beginn seiner Dienstzeit Prediger bei der deutschen Gesandtschaft war. Von dem Grabe Philipps II. ging die, Schilderung zu der kleinen evangelischen Gemeinde in der spanischen Hauptstadt; diese Gemeinde ist bekanntlich durch den unermüdlichen Fritz Fliedner ins Leben gerufen worden. Hierauf gab der Vortragende Bilder aus einer Berliner Kirchengemeinde, deren Pfarrer er mehrere 3ahre lang gewesen war; er führte in eine Kellerwohnung zu einem ganz verbitterten Manne, in dem das Gemütsleben gewissermaßen verschüttet war, der sich hinterher aber als ein Mensch von charaktervoller Gesinnung und ethischer Lebensführung erwies. Von Berlin ging die Schilderung nach der 3nsel Rügen, auf der Berliner Arbeiterjugend, die das Meer noch niemals gesehen hatte, von der Gröhe und Schönheit der Ratur so ergriffen wurde, daß sie, ohne ein Wort zu sagen, die ganze Herrlichkeit auf sich wirken ließ und in schweigendem Staunen auf die Kreidefelsen und die blauen Wogen der Ostsee blickte. Dann wurden die Zuhörer nach der nordischen Stadt Hammerfest geführt, wo evangelische Schwestern seit 3ahrzehnten in einem deutschen Krankenhause arbeiten und in dem Lande, in dem neun Monate das Winterdunkel herrscht, deutsch-evangelisches Leben unter den dort landenden kranken Seeleuten pflegen. Die farbenreiche Schilderung schloß mit dem Bericht über ein Erntedankfest, das bei Wetzlar auf freiem Felde gehalten wurde, nachdem die letzten Garben nach Hause gebracht worden waren. Dieser Feier wohnte ein Zigeunerehepaar, Das sich im nahen Gebüsch versteckt hatte, in tiefer Ergriffenheit bei. Mit Andeutungen über die rechte Gestaltung des evangelischen Gemeindelebens schloß die Ansprache, der die große Versammlung mit ungeteilter Spannung zugehört hatte. 3n einer kurzen Ansprache dankte Pfarrer De ch- tolsheimer allen, die zur Veranstaltung beigetragen hatten, und regte die Gründung eines Männer- und F r a u e n v e r e i n s der Lukasgemeinde an; viele Glieder der Gemeinde erklärten durch Einzeichnung in die aufgelegten Listen sich bereit, diesem zu gründenden Verein beizutreten. Frau Lehrer Heß hatte mit dem Mädchenbund der Lukasgemeinde, den sie seit zwei 3ahren mit erfreulichem Erfolg leitet, ein_ Märchenspiel eingeübt, zu dem sie einige Erläuterungen gab, sowie mehrere Volkstänze, darunter einen Schnitterinnenreigen. Diese Darbietungen begegneten besonderem 3ntereffe der Anwesenden. Gemeinsame Gesänge wechselten außerdem mit Vorträgen der Gießener Po- faunenbläfer. Mit dem Gesang des Abendliedes „Run ruhen alle Wälder" schloß die Versammlung. ** Keine Maul- und Klauenseuche in Hessen. Den streng durchgeführten veterinär- und seuchenpolizeilichen Vorschriften, namentlich auch bei der Durchfuhr von Vieh durch Hessen, ist es zu verdanken, daß Hessen weiterhin von der Maul- und Klauenseuche freigeblicben ist. Rach den amtlichen Ziffern vom 1. September war in keinem Kreis des Dolksstaates die Seuche zu verzeichnen. ** Weltkrieg-Erinnerungen. Am Mitt» wochabend hielt Herr W. B e ck e r, Marburg (Lahn) im Saale des Katholischen Vereinshauses einen inter- essanten Vortrag über seine Erlebnisse im Feld. Der Vortragende, der während des Krieges als Stabsphotograph beim Generalstab des 26. (Res.-) Armee- korps tätig war und dadurch im besonderen Maße Gelegenheit hatte, die Verhältnisse an der Front zu studieren und im Bild festzuhalten, schilderte zunächst den Ausbruch des Krieges, den Ausmarsch unserer Truppen und den Durchmarsch durch Belgien, ropbet er die Haltung der belgischen Bewohner und der in Zivilkleidern steckenden belgischen Soldaten veranschaulichte. Erschütternd waren die Schilderungen der Grausamkeiten, die an unseren Feldgrauen wäh« renb jenes Durchmarsches verübt wurden. Der Redner wies dann auf die schweren Verluste hin, die unsere Truppen in den ersten Tagen besonders auch durch englische Scharfschützen erlitten, während auf der anderen Seite unsere schweren Geschütze wertvolle Arbeit leisteten. Intcressant waren die durch Vorführung von Lichtbildern gezeigten Wirkungen der einzelnen Geschütze. Der Redner schilderte weiter den Beginn und die Entwicklung der Gaskämpfe und zeigte die verheerenden Auswirkungen von Gas- angriffen. Er veranschaulichte ferner die Stellungskämpfe östlich der Pser, die Kämpfe an der Somme, in der Champagne und im Argonnerwald, besonders aber um Ypern, und zeigte das Leben und Treiben unserer Feldgrauen ganz nahe vor dem Feind, das Schlachtfeld nach beendetem Kampf, die Maßnahmen zur Versorgung und Unterstützung der Frontkämpfer u. a. Bemerkenswert war auch die Feststellung, daß unsere Truppen bei Beschießungen wertvolle Kunst- denkmäler im Feindeslande nach Möglichkeit geschont haben. Der Redner schilderte dan noch in sehr interessanter Weise den Rückmarsch unserer Truppen nach dem Zusammenbruch. Zum Schluß zeigte der Redner eine Reihe von Bildern aus dem Leben unseres 116er-Regiments im Frieden, die für manchen Besucher schöne Erinnerungen an vergangene Zeiten wachriefen. 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Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten, was man hat, muß scheiden Gestern nachmittag starb plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, mein lieber Sohn, Schwiegersohn, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege innigen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Schmidt geb. Hoppe Die Beerdigung findet Donnerstag, den 12. September 1929. nachmittags 3l/t Uhr statt- •5789 Stellenangebote) Wagnergeselle und Lehrling Heinr. Pcvvler, Nodbeim a.d. B. Kräinger, braver Zunge ber bte Brot- unb Feinbäckerei erlern, wlll, gesucht 7468D Bäckerei Ad. Dcichert, Liebigstr. 69. Äuuges, ehrliches, nettes Mädchen z. baldig. (Sintiitt in angenehme Stellung bet Familienanfchl. Kleiner Seal zu vermieten <5806 Pulvern« üble. | Mietgesuche | 5—6=3immcr= Wohnung gesucht. Schr. Angeb. unter 73961) an ben Gieß. AnA. erbeten. Jung. 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September 1929. Heinrich Launspach im Alter von 33 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Lina Laanspach and Kinder sowie alle Angehörigen. Gießen (Löwengasse 13), Burkhardsfelden, Lollar, 10. Sept. 1929. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 12. September, nachmittags 2 Uhr, aut dem Neuen Friedhof statt. Angestellten - Versicherung zu tun haben, besuchen im eigensten Interesse am Donnerstag, dem 12. Sep- tember, abends8‘/< Uhr, im Cafe Leib den hochinteressanten Vortrag des Stadtverordneten A.Gessner, Frankfurt am Main über: Die Leistungen und die neuen Denkschriften überdieLageund den Ausbau der Angestellten-Versicherung 163 Schmücker Ardie Sport,750cc,42 P.S., m.elekir. Licht, Horn, Soziussitz u. Sport- Scitenw., wie neu, läuft gar. 125 km. 990 Mk. 105803 Aatz.Ml-SVllM Telephon Mücke 65. Komplettes Schlafzimmer zu verkaufen. [05807 Zu erfragen in der GeschäflSit. b. G, A. Bon unserem Umbau haben wir noch zweikMMen sowie 1 Glasschrank billig au verk. ,4WD J. Schmücker Nachf. 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Die Sorbe I gegen Fran! dn Land, ar Mit Zrankre realer wie s ist klein nn: Dieviele Cut reich gesucht, fein Hinderns Französische t teilweise auf । Lusemburger slenntnis der mir zwischen b sowohl mit 5 und wollen ke Luxemburg v< erdräumlichen Mittel- und deutlichste E Dies ist die Unabhängig! trifft sehr of zehnte in Fi Aufenthalt i ist nicht feite nen nur wen der natürlich ff art öadurcf) W empfunte wizähligen Lein Kriege her irr die gefalle walsanlaqe sü röfischen Äriei «n Cinheimi puthie gepfle Ätschen Sjee alebrigens tr Unteroffuicr t origen Jahr kit germanif, Südens: die in bie ft °us denen ich °'>ne jedes @c c6t™ Wtffak und ®>« Aufnahn 'M menschlich ^"tnis feines de ÄS* Satfatiie u Denn DD ronetfe d‘i9Ut< W etn < * «*46 £k' ObÄhl lP^li& Qtc fening J4I8O en auf der IU Zusehen! bile iÄw irdie Z8L SyhK K-»kt ,7' 'M !.AchM -vdonZückeW. gynüicttw ’ wimmer zerraufen, [üöso? .erJ.r^en in her diaiiSit, b. 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Dies liegt am französischen Sprachfirnis der Dahnbeamten und auch am Typ der Menschen. Das einzige Erlebnis, wo diese Fremdheit gegenüber dem Reichsdeutschen unangenehm betont wurde, hatte ich schon in der ersten Stunde. Beim Mittagessen in Ettelbrück unterhielt ich mich mit der Wirtsfrau und fragte, wie sich die Leute mit den öfters durchkommenden Hunsrücker Dauern verständigten. Die Frau erklärte scharf: „Wir sind feine Deutschen; wir sprechen kein Deutsch." Sie meinte, ihre Landsleute hätten eine eigene Sprache: .Deutsch" bedeutet Hochdeutsch und wohl jede ihm untergeordnete Mundart. „Luxemburgisch" ist also etwas Besonderes. Tatsächlich ist Hochdeutsch dort in viel stärkerem Maße eine Fremdsprache, als bei uns auf dem Lande: es ist nicht die Kultur-, sondern nur eine Verkehrssprache. Zur Kultursprache dagegen hat sich ja seit den Tagen der französischen geistigen Vorherrschaft (17./18. Jahrhundert) das Französische erhoben. Bei uns ist dieses geistige Joch in den schweren Tagen der napoleonischen Bedrückung abgeschüttelt worden. Luxemburg hat wie auch das Elsaß, Lothringen und Flandern die deutschen Tiefen seiner Seele nicht mehr gefunden, geblendet von der Bähe des französischen Kulturherdes. Das Mit- erleben der deutschen Geschicke von 1815 bis 1867 weckte zwar starkes deutsches Bewußtsein, aber die Geschichte hat zugunsten Frankreichs entschieden. Seitdem hat sich das Bewußtsein seiner Son- Verstellung im Kopse des Luxemburgers befestigt und macht ihn darum heute zu einer eigenen Erscheinung. Die Vorbedingung dazu bildet die Grenzlage gegen Frankreich. Deutschland ist für wenige ein Land, an das sich besondere Gefühle heften. Mit Frankreich dagegen sind die Verbindungen realer wie seelischer Art sehr stark. Das Land ist klein und in feiner Rordhälfte sehr arm. Wieviele Luxemburger haben ihr Brot in Frankreich gesucht. Ihre Deutschsprachigkeit ist dabei kein Hindernis gewesen. Sie lernen ja das Französische vom 2. Schuljahre an. Dies beruht teilweise auf Gründen der Sympathie: aber der Luxemburger sagt auch: warum sollen wir die Kenntnis der französischen Sprache aufgeben, wo wir zwischen beiden Ländern liegen? Wir handeln sowohl mit Frankreich als auch mit Deutschland und wollen keinen Vorteil verlieren. Auch hat es Luxemburg verstanden, aus seiner völkischen und erdräumlichen Grenzlage für sich eine bevorzugte Mittel- und Durchgangslage zu schaffen. — Der deutlichste Gegensatz ist vielleicht die Eifel. — Dies ist die begreifliche reale Grundlage für den Unabhängigkeitswillen der Luxemburger. Man trifft sehr oft die alten Luxemburger, die Iahr- zehyte in Frankreich zugebracht haben: auch ein Aufenthalt in den anderen romanischen Ländern ist nicht selten. Den Erwerb in Deutschland scheinen nur wenige gesucht zu haben. Frankreich ist ter natürliche, größere Wirtschaftsbereich. Wie stark dadurch Frankreich als das größere Vaterland empfunden wird, geht aus der Tatsache der unzähligen Legionäre unter Frankreichs Fahnen im Kriege hervor. Luxemburg zeigt ein Denkmal für die gefallenen Luxemburger, sowie eine Denk- malsanlage für die im Lande verstorbenen französischen Kriegsgefangenen: die letztere wird von Den Einheimischen mit allen Zeichen der Sympathie gepflegt. Ob auch nur e i n Soldat im deutschen Heere gedient hat, ist mir sehr fraglich. Uebrigens traf ich auch einen zum belgischen Unteroffizier emporgestiegenen Veteranen des vorigen Jahrhunderts. Es ist wie so vielfach bei den germanischen Randländern des Westens und Südens: die Freude am Kriegshandwerk führt sie in die fremden Heere. Die Einzelschicksale, aus denen ich diese Tatsache ablas, wurden mir ohne jedes Gefühl für ihre Unangenehmheit für deutsche Ohren erzählt. Man hat seine eigenen Schicksale und man teilt sie gerne mit. Die Aufnahme bei den Leuten des Volkes ist sehr menschlich. Der Luxemburger hat eine gute Kenntnis seines eigenen Landes und eine leidlich Gießener Giavitheater. Marcel Pagnol: „Das große ABC". „Richt für die Schule, sondern für das Leben lernen wir." Das Merkwürdigste an diesem Stück ist seine Spannweite, die Geräumigkeit seines dramaturgischen Bezirkes, die (überaus theatergerechte) Mischung, aus der cs sich zusammenseht. Mischung aus flacher Posse und Charakter- lomödie, Kreuzung aus Reißer und bitterster Zeitsatire. Robert Reumann, der Deutsche, schrieb, von beklemmenden Visionen heimgesucht, weitaus- holend und filmhast rajenb zugleich, die posthume Chronik einer infernalischen Aachlriegszeit, das phantastisch-düstere Epos der Inflation. Marcel Pagnol, der Franzose, sah das gleiche grandiose Motiv, lockend und abschreckend ^gleich, vor sich ... griff aber nur mit spitzen girgecn in den Hexenkessel hinein und fischte sch ein einziges, winziges Figürchen heraus aus der endlosen Revue jener von allen guten Geistern verlassenen Welt. Dies Figürchen, lächerlich gering, eine Maro nette, ein Schicksal im Duodezformat heißt: Topaze. Topaze ist Lehrer. An einem Internat. Er lehrt das ABC, das kleine und das große, und iranches andere noch dazu. Seine Lebensphilo- Ivphie ist in Sprichwörtern an die Wand geschrieben und lautet etwa: Geld macht nicht glücklich. Oder: Müßiggang ist aller Laster Anfang. Cter: Ueb immer Treu und Redlichkeit. Dies lehrt er und daran glaubt er. Aber siehe: eines Tages kommt es über ihn . .. seine Zeit, sein Schicksal, der Zufall — wie soll ■man es nennen? — über diesen herzensguten, biedern, einfältigen, hilflosen Mann, der ans ideale" glaubt, an Ethos und sittliche Ordnung Itiner kleinen Welt. • Er wird gewahr, daß das, was er bisher llchrte und woran er glaubte, ein Nichts war, Flachrennen (Wanderpreis von Dr. Schmidt), a) Leichte Pferde: Herbert Schneider, Utphe; b) Schwere Pferde: Karl Weck, Hungen. -o- Ober-Bessingen, 10. Sept. Unsere Gemeinde kann auf einen erhebenden Festtag zurückblicken, der den Beweis erbrachte, daß auch kirchliche Feste eine starke Zugkraft ausüben können, wenn sie volkstümlich gehalten werden. Schon am Morgen des vergangenen Sonntags zeigte es sich, daß die Dorfkirche nicht die Erschienenen alle aufnehmen konnte, weshalb man sich neben die Kirche auf den für den Rachmittag vorbereiteten Festplatz begab. Andächtig lauschte die Gemeinde dem Festredner, Pfarrer Petermann aus Leipzig, früher Missionar in Indien. An Hand des Bibelwortes Römer 10, 11 bis 13 begeisterte er für das große Werk der Mission. Da mit dem Misst o n s f e st auch eine Zusammenkunft der Siebzigjährigen verbunden war, folgte nun eine Ansprache an diese durch den Superintendenten der Provinz Oberhessen, Oberkirchen- rat Wagner aus Gießen, der die Worte: „Herr, nun läfsest du deinen Diener in Frieden schnell entschlossen den ersten sonnigen Morgen benutzt und die Wagen auf die Wiese gejagt. Aber es war wieder einmal vergeblich gewesen. Die Sonne hatte sich sehr bald hinter schwer und drohend aufziehende Wollenberge verkrochen, die bald den ganzen Himmel in ein undurchdringliches Grau gehüllt hatten. Ieht fiel der erste Regen, zuerst leicht sprühend und langsam, dann schneller und in dichten Strähnen« Die Knechte und Mägde, die am frühen Morgen gesungen und mit Heller Lust ihre Arbeit getan hatten, beeilten sich, so sehr sie nur konnten; die Staken flogen unter ihren wuchtigen Händen nur so auf die Wagen. Aber der frohe Sinn war nicht mehr in ihrem Tun, und ihr Gesang war verstummt. Mißmutig ließen die schlecht genährten Gäule Kopf und Ohren hängen, manche standen stumpf und ergeben in ihr Schicksal, als fchliefen sie, andere schüttelten sich, wenn der Regen auf ihr Fell niederrieselte. Alles umher war in graue Rebel gehüllt; dunkle Krähen- schwärme strichen über die Wiese. 3m aufgerafften Kleide schritt Barbara neben mir her, kein Ton der Klage ober des Mißbehagens kam über ihre Lippen. Mit einem Male blieb sie stehen und sah mich aus leise umschleierten Augen an: „Denken Sie noch manchmal an unser Gespräch damals, als wir im Hellen Rachmittagssonnenschein zur selben Iahreszeit hier durch die Felder fuhren?" „Ob ich daran denke!" „Und wissen Sie auch," fuhr sie fort, indem sie mit einer leichten Handbewegung über die immer trüber und dunkler sich breitenden Aecker und Felder wies, „was das hier ist? Die Rache des Landes! 3a, sagen Eie, was Sie wollen! Das so lange verachtete Land nimmt seine Rache. Cs sind die Dämonen der Zeit, die sich wider uns erheben. Haben Sie noch nichts von ihnen verspürt? Ich treffe sie überall. Die bösen Geister sind es, die diese unheilvolle Zeit hervorgebracht. Bei dem einen heißen sie Trunk, bei dem andern Geldgier, bei dem dritten —" „Ob ich etwas von ihnen gespürt habe!" sagte ich und mußte an den alten Obersten denken. Auch ihres Daters Bild mit seiner unersättlichen Habsucht stand vor meiner Seele. „Run scheinen Sie von diesen Dämonen verschont geblieben," setzte sie nach einer längeren Pause hinzu. ..Sie irren. Auch ich habe ihnen meinen Zoll zahlen müssen. Sie sagten ja schon, daß sie bei jedem in anderer Gestalt erschienen. Bei mir heißen sie Wandertrieb, eine innere Unruhe, die mich nie in gegebenen Verhältnissen Rast und Befriedigung finden läßt, mich immer zu neuen Lebensmöglichkeiten, neuen Menschen treibt —" (Fortsetzung folgt.) waren * Herzen t riesige"' den ort-' >l'-n auf erklc Aännera Heue >- Geschichte den M- meister * kirchcM grüßte. 1 jährigen. Heinrich 73 2°hre verstand z.Wvses Mise du WW die 2oll -/.stündig die Häuf Kuchen fr malerisch aus Scfangvcn von §hr. ■ äußerst in Petcrm Liefe ton' beendet, i i englische Avch eim ein hrrzlu stelle. PI schlossen -t Sri den auf Äeichsj §4 beteili tershain. Reinhards Dor Degi, drei Trup die Hläbd Gruppen gen Wurfe hing von tampj toa stehend aus Wurf für Stufen best und 8. Sch 6. vchuljast und 4. 6t ersten Dal solche von hardshain) folgende nehmet, 2> nehmet, 4 nehmerinn stufe 33 2 Liege bei LeberpunI Punktzahl In der R des 4. Sa 3. ttyuljat) 8u erreiche/ I. Knabe, chior, Deicli ©rünbttg, 67 P.; 4. $ Diehner. S berg. 53 P 8 Audvls Lumda, je Cluedbörne hardshain. gentod un tl. Georg front und 13. Karl K Göbelnrod ^Punkte • Sieg M Emma 6 ©rünbetg, 5 und Emn Jrunini, @ri ^chardzha UL finabt mann Dolf KW .EeiäartShai t 61 m. ^alUr 5 und § Wntid; Web und e !.0tto Deik £y s°» “Mo, 5i c Sumb.'V; HQU' n,Qngi L» Hard -CT ®rün6^/ FÄ l 3.'? Ar Me «hi fron! " ^<2 "SV ’■ ir i M Än j°bnct S' um fhti L"'u. ^eldiaen « b,e W Ffsg 1 ri2S*«n. .12 §inbernil|e i ufi frcincn $7 ^Idete daz tmi ?ch"udt, Kseht foQren: *)7 die Prejz. gebnisse brachte- M 2. $reii: -Dressurreiten. unF; L ^-eis b«'s H'.ch! ötibett fm, tetim nele, AeichrlS. ".UW-.I.Pr. L?1, 4°mann r £ ” S* £ Ehrenpr,: chch. RobertSchmidt. 8.' Z,Pr. Sv. Schneider, "scrnung 600 >. ’{7V; ^ngtn; Iv. Toloppreiten. “«ter. Ehrenpreis! n a. b. ßorloss; -'m: 2. Pr. Gustav lr- M Deith, 2' es. Heuchel« 'n g, Echzell, b) kctcr. Ehrenpreis^ )r. Karl Deck, hrenpreis: Erich .; 1. Preis Erich hch. Schäfer, M« er, Reichelsheim! iheim. VI, Flach- Lr. Schmidts, a) r eider, Utphe; d, Hungen. 10. Sept. Unsere ’" chebenden Festtag is erbrachte, dah ic starte Zugkast ltstümlich gehalten des verganqeilen ah die Dorskirche lufnehmen konnte, kirche auf den für K-ltplah begab. \ ’ dem Festredner, Leipzig, früher x , des Melwvrles * teile er sür das l mit dem Mil« “ nmenlunstdn inten war, folgte durch den Super- •hellen, Oberkircher' ( der die Dort! Diener in Friete it sonnigen Aorga ie Diese gejagt mal vergeblich S'' ch sehr bald hmlei ?ente Dolkenber?. Himmel n m M hatten. WI« sprühend undlang- / dichten Strähnen am frühen WorS" t ihre »t r sie nur lonA ■cn wucht'^7 & »>- □ Laubach, 9. Sept. Gestern führte ber Zweigverein Laubach des Vogels, berger Höhenklubs eine sehr gen-streiche Wanderung unter Führung von Kaufmann K. Stotz in das obere Seental aus; 21 5?ilnehmer hatten sich eingefunden. Man buref^rit^ das reizvolle Tal an den idyllisch gelegecstündige Tagung, die überaus anregend verli" Preußen. Neue Hoielpläne in Wetzlar. WSR. Wetzlar, 10. Sept. Nach dem verunglückten städtischen Millionenprojekt zur Erbauung eines Hotels ist zur Verbesserung der Wetzlarer Hotelverhältnisse, die außerordentlich dringlich erscheint, bis jetzt nichts getan worden. Die Stadtverwaltung stellte sich auf den Standpunkt, der privaten Initiative das weitere zu überlassen. Der derzeitige Pächter des Hotels „Herzogliches Haus", eines historischen, her Stadt gehörigen Gebäudes, ist mit der Stadt in Unterhandlungen wegen eines langfristigen Mietvertrages getreten. Er erklärte sich bereit, Kapitalien für den Ausbau des „Herzoglichen Hauses" aufzubringen, wenn ihm die verlangte Sicherheit gegeben werde. Die Stadt Wetzlar hat dem Unternehmer einen langfristigen Mietvertrag in Aussicht gestellt und ihm jede Förderung bei der Kapitalaufnahme sowohl wie bezüglich Gewährung von Hypotheken zuteil werden zu lassen. Cs ist beabsichtigt, das „Herzogliche Haus" um zwei Flügelbauten zu vergrößern und zu modernisieren. Die zur Erweiterung in Frage kommenden Gebäude find ebenfalls städtisches Eigentum. Kreis Wetzlar. Niederkleen, 9. Sept. Der säst vollständige Umbau des Schulhauses der hiesigen Gemeinde geht nunmehr seinem Ende entgegen. Nachdem das Gebäude in den letzten Tagen einen geschmackvollen Außenverpuh erhalten hat, sind im Inneren nur noch Jnstand- setzungsarbeiten an der Lehrerdienstwohnung auszuführen. Durch den Umbau ist ein großer geräumiger Schulsaal geschaffen worden, welcher einem neuerbauten Saale nicht nachsteht. Auch die Beschaffung neuer Schulbänke ist vorn Gemeinderat beschlossen. Die Gesamtkosten des Schulumbaues belaufen sich auf rund 13 000 Mark. Etwa 1/s dieses Betrages hat die Gemeinde als staatlichen Baubeitrag zu erwarten; die restliche Summe muß sie aus eigenen Mitteln auf bringen. Kreis Biedenkopf. Y Hartenrod, 10. Sept. Durch die Ehrlichkeit einer Frau wurde der hiesige Ortsschäfer vor einem großen Verlust bewahrt. Auf dem Wege von seiner Wohnung ins Dorf verlor er den Erlös verkaufter Junafchafe im Betrage von 1400 Mark, welche Summe er den Verkäufern ausbezahlen wollte. Zu feiner grüßten Bestürzung stellte er nach kurzer Zeit feinen Verlust fest und trat hoffnungslos suchend den zurückgelegten Weg wieder an. Dieser ist bei Tage sehr befehl und Don Kassel! Circus s Schneider Bahnhofs-igstanrant Gießen, Oswaldsgarten 7422D bis einschiießiich Sonntag das große Doppelprogramm: Ab morgen Cafe Amemd DA Bremen Bochum Zhre Vermählung geben bekannt Frankfurt a.M., September 1929 74MC Ein Gesellschaftsdrama in 6 Akten. In der Hauptrolle: ELGA BRINK. Heuchelheim, den 11. September 1929 7464U W? laFÄtattiii ION M Gen'chtsaffessor Karl Trinkaus und Frau Mariha geb. Michaelis Ein entzückendes Lustspiel in 6 Akten mit reizenden Einfällen. Ein sprudelnder, glitzernder Film. Imogene Robertson verfügt über eine außerordentlich ausdrucksstarke, mimische Begabung. Die Selbstverständlichkeit, mit der sie auftritt, schaffen ihr von Film zu Film mehr Freunde. durch schöne Lieder den Festgottesdienst und die Dachversammlung bereichert hatte. Er schloß mit dem Wunsch, daß das schöne Fest rechten Segen bringen möge. Durch die Kollekte, die Sammlung in ixr Dach Versammlung und den Verkauf von Gustav-Adolf-Schristen in der Dachversammlung konnte eine ansehnliche Summe dem Gustav- Adolf-Derein überwiesen werden. Ein Teil der Gaben kommt Olmütz zugute. 1'1! gut geformt und gebrannt, gibt billig ab C. ßiibsameiL Fernspredier 1659 werden prompt und billig geliefert 7t57D Kittenfabrik Rudolf Inna, Biskirchen. Tel. 30 retten. 15.15 brs 15.45: Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Liederkranze, Mädchen-Bürger- schule Kassel-Dettenhausen. 16.15 bis 18: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10: Lesestunde. 18.30: Briefkasten. 18.40: „Bauarbeiterschuh", Dortrag von Dezirkssekretär Gröhner. 19: Stunde des REGINALD DENMY -iJMOGENE Robertjon la süßes, unberegnetes Wiesenheu sowie Haferstroh Sonderkonzerte finden jeden Mittwoch statt ____ 74430 Mk. 3000.— fos.kurzirtstig gesucht (jenen 12°, o Zinsen, Rückzahl. nach Ber- elnb. Schr. Ang. imt. 05799 a. d.Giev. Anz. hat laufend waggonladungs- und fuhrenweise abzugeben ?47ud Julius Paul Elly Paul geb. Neumann Vermählte Für die uns zu unserer Hochzeit in so reichem Maße zuteil gewordenen Aufmerksamkeiten sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank Ernst Benner und Frau Erna geb. Neuschlmg Donnerstag, 12. September: Kalbshaxe Mk. 1.50 ---------------------- 72/8(1 Turnen, Sport und Spiel. Weitkämpfe im Lahn-Oünsberg-Gau. * Launsbach, 10. Sept. Am letzten Sonntag starteten die Turnerinnen und Turner des Tv. Launsbach (ADT.) in Odenhausen zu den Wettkämpfen des Derbandes für Leibesübungen im Kreise Wetzlar. Bezirk Krofdorf. Zum Wettkampf traten an die Turnvereine: Ahbast, Dutenhofen, Kinzenbach, Krofdorf, Launsbach, Odenhausen und Wißmar. Es entspann sich, vom schönsten Wetter begünstigt, ein interessanter Kampf, aus dem die Teilnehmer des Turnvereins Launsbach, dank des intensiven Trainings, alle siegesgekrönt hervorgingen: in fast allen Stufen belegten sie die ersten Plätze. Ergebnis: Aktive Turner: Reinhard Schieferstein 1., Karl Winter 2. Sieg. Zugendturner. Jahrgang 1911/12: Emil Winter 1., 1913/14: Hugo Winter 1., 1915/16: Hans Dolk und Franz Pfaff 1. Turnerin - neu. Jahrgang 1913/14: Gertrud Müller 2. Außerdem belegten in der 4xl00-Meter-Staffel die aktive Mannschaft den 2. und die Zugendmannschaft den 1. Platz. Somit reihen sich die Siege des letzten Sonntags würdig an die der nun bald zu Ende gehenden Saison an. Satuala. Oper in drei Akten von Rolf Lauckncr. Musik von E. D. v. Reznicek. 22 bis 0.30: Tanzmusik. Kirche und Schule. J_ Hirzenhain, 10. Sept. Der Zweig- Deretn Didda der Gustav-Adolf- Stiftung Mette am letzten Sonntag sein diesjähriges Gustav-Adolf-Fest in unserer Gemeinde. Zn gutbesuchtem Gottesdienst hielt Pfarrer Müller (Alzey), der längere Zeit Diaspora- psarrer in Olmütz (Tschechoslowakei) war, die Festpredigt im Anschluß an Ruth 1,16. Zn bester Weise verstand er es, aus seinen Erfahrungen heraus, die von großer evangelischer Glaubensnot berichteten, die Dotwendigkeit und den Segen der Arbeit des Gustav-Adolf-Dereins darzulegen. Der Rechner des Zweigvereins Didda, Pfarrer Müller (Eichelsdorf), erstattete den Jahresbericht. Dach dem Gottesdienst fand um 5 Ähr im geräumigen Saal der Kantine der Eisenwerke Buderus eine Dachversammlung statt. Sie wurde durch den Ortsgeistlichen, Pfarrer Ehrhardt, eröffnet, mit herzlichen Worten begrüßte er zugleich auch die von Didda und Gedern zahlreich erschienenen Gäste. Er sprach von dem gerade in unseren Tagen so notwendigen Zusammenschluß der Evangelischen in einer starken Kirche. Der Vorsitzende des Zweigvereins Didda, Pfarrer Laut (Didda), berichtete in interessanter Weise von der 86. Zahresversamm- lung des Hessischen Hauptvereins der Gustav- Adolf-Stistung in Worms im Zuli. Der Festprediger wies in kurzer Ansprache auf die Bedeutung des Gustav-Adolf-Dereins für die Erhaltung des Deutschtums im Auslande hin. Das Schlußwort sprach Dekan Scriba (Didda). Er banffce allen Rednern, sowie Bürgermeister Hensel, dem Leiter des Mädchenchores, der N lM \ auf in ifjnt $ Klage durch titels Zwar Zvan rers nicht sührt, Sie. len öes ner ir- ftünmle zahl he nähme tressen! 'Schuld' bigers Ossenb Schul! er au Weit des O einer nicht c hast m friedig ist der verpsli vorzuli hat, di Fvrdei borun( daß er gen ro imftmi) Mm Schuldn Mtsge Drutschi einen r. hat, de mini z und t streck» denen Leistui brauch Eriche leistet biger Weil Schuld Aachvi 8u Der ner in , bestimm! Leistung Erztvinc des 0L Die ziehune in toel Strasg, des S Vollziel des ®( absthri Dauer Ablauf von Ä kann ar nur iai wahren angehalt glaubhaf t«r Dein 'ann der Michl d Eid abg Mh ohn drrCchr der Has d:rd ooi gesetzt. Degen Matth 3? ® vrhungi einem r Kes ir Kren, u lchaft un Sestelllen Sehen fei Zten,e estent'.ich^ Hetzer qi S tQ Letzte destzh, °u-h fi etwangz ^re mu 4a SUngsko daraus» "ers W mj K-stet ?.lä zum s? fc«* h Sr uben^ N °^chnis [ Frankfurter Bundes für Dolksbildung: „Gerhart Hauptmann und Hermann Stehr, zwei schlesische Gegenwartsdichter", Dortrag von Pfarrer Clemens Taesler. 19.30 bis 20.45: Femer\ Die neuesten Tages-Berichte aus aller Welt Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Heute letzter Tag: Was eine schöne Frau begehrt und: Lockruf des Goldes Gießen (Bahnhofstraße 54), den 11. Sept. 1929 „ ____ 05790 CAFE LEIB Reichhaltige Speisekarte Gut gepflegte Getränke Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt D r. 6 5 vom 10. September enthält: Verhütung von Waldbränden. — Die Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben. — Dienstn ach richten. Donnerstag, den 12. September 1929, nachmittags r Uhr, versteigere ich im Löwen, Aeuenweg, dahier, zwangsweise gegen dar- rahlung: 3 Bufetts, 3 Kassenschränke, 1 Elektrisierapparat, 1 Nähmaschine, 4 Vertikos 1 Kuchenschrank, 6 Schreibtische, 8 Bücherschränke, 2 Schreibmaschinen, 2 Sofas 1 Registrierkasse, 1 Herd, 8 Waren- !?/anke, 1 Schreibmaschinentisch, 3 Chaiselongues, 2 Aktenschränke, 2 Tep- p'che, 1 Radioapparat, 1 elektrische Steh- ?lIrine' 1 Kredenz, 5 Tische, ? Stuhle 2 Diwans, 3 Sessel, 1 Bilder- • ranof,J ?ouchtisch, 2 Spiegel, 1 Kla- mer, 8 Korbwagen, 1 Veroielsältigungs- 8 verschiedene grofce B.lder, 20 Velourmatten, 4 Photoapparate, 150 Flaschen Likör, 2 ^nW?0™^1'50 Meter Mantelstoff, 51,50 Meter Wattierleinen, 51 Meter Futterstoff, 48,40 Meter Anzugstoff Voraussichtlich bestimmt: 1 Flurgarderobe, 1 Vertiko, 1 kleinen Teppich Bestimmt: 1 Wanduhr. Der» Gericht^-^llzieher in Gießen Steinstraße 13 — Fernruf 4101. Rundfunkprogramm Donnerstag, 12. September. 8 bis 9: Von Bad Homburg: Frühkonzert des Kurorchesters. 12.15 bis 13.15: Schallplatten- Konzert: Zeitgenössische Musik. 13.15 bis 13.30: Werbekonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Zu- gend: Liesel Simon liest allerlei lustige Geschichten. 16.15 bis 18: Dach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10: Lesestunde: „Aus Feuerbachs Briefen an seine Mutter" anläßlich des 100. Geburtstages von Feuerbach. 18.30: Don Kassel: „Städtisches und ländliches Siedeln", Dortrag von Stadtbaurat Gerhard Zobst. 18.50: „Dom schottischen Land und schottischen Leuten", Dortrag von Dr. Heinrich Haenel. 19.10: „Was ist ein Holzschnitt?", Vortrag von Dr. Walter Schürmeher. 20.45: Dach Stuttgart: Liederabend. 21.45 bis 22.45: Don Kassel: Konzert des Rundfunkorchesters. 23 bis 24: Dach Stuttgart: Tanzmusik. Freitag, 13. September. 8 bis 9: Don Bad Homburg: Frühkonzert. 12.15: Schallplattenkonzert: Militärkonzert. 13.15 bis 13.30: Werbekonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Zugend: „Der Motorflug", Vortrag von Mittelschullehrer Hans Rößler. 16.15: Hausfrauennachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauen-Derein. Vortrag: „Was Müttern und Kindern Freude macht". 17.25 bis 18: Don Stuttgart: Konzert. 18.10: Lesestunde. 18.30: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs. 18.50: Espe- ranto-llnterricht. 19.10: Stenographischer Fortbildungskursus. 20: Von Stuttgart: Rationale Tanzweisen. 21: Von Stuttgart: Mystik und Magie. 22 bis 23: Don Stuttgart: Kammermusik. 23.15: Unterhaltungskonzert. Samstag, 14. September. 8 bis 9: Don Bad Homburg: Frühkonzert des Kurorchesters. 10.40 bis 11.10: Schulfunk. Auslanddeutschtum, vorgetragen von Stadtverordn. Henni Pleimes: „Die deutsche Zugend und das Auslanddeutschtum". 13.15: Werbekonzert. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Aus alten Opelleuts Mittwoch, 3 Uhr nachmittags und 8 Uhr abends: Zwei grofce Vorstellungen mit dem Riesen-Programm von unerhörter Mannigfaltigkeit, Tollkühnheit und Farbenpracht. Nachm. zahlen Kinder unter 12 Jahren nur halbe Preise Morgen Donnerstag, 8 Uhr abends: Abschieds-Vorstellung mit allen großen Sensationsnummern. Täglich ab 10 Uhr: Oeftentl. Proben, Tierschau, Löwenfarm, Raubtierfütterung, Konzerte Vorverkauf: Zigarrenhaus L. Loeb, Bahnhofstraße 52a, Fernruf 4196 und Hapag- Reisebüro, Seltersweg 93, Fernruf 4197. Circuskassen ununterbrochen ab 10 Uhr. Auto- und Fahrradpark am Circus eine Zurückerstattung des Geldes war recht zweifelhaft. Bor einem Hause traf er eine Frau aus Endbach, die einer Bekannten von ihrem Geldfunde erzählte, den sie auf die Bürgermeisterei zu bringen im Begriffe war. So kam der Schäfer wieder in den Besitz der beträchtlichen Summe, die er andernfalls hätte ersetzen müssen. Die ehrliche Finderin erhielt eine Belohnung. Schellfische ohne Kabeljau ohne dfcofcf Rotzungen, Seehecht Fischfilet lebende Darrofen fvifche Bütkliuge tzw neue LNarrirraden usw. <£♦ G. Meinheim Babubosltraße 59 Telephon 3866 Ein GeselLhaftsdrama in 7 Akten. Der bekannten unc beliebten jungen Darstellerin Brigitte Hem wird in diesem Film Gelegenheit gege^n, ihre große Kunst zu zeigen. Der Film^ehandelt das vielerörterte Thema des vielb^chäftigten Mannes und der dadurch angebltR zurückgesetzten Frau. Heute abend SonMiuzert mit verstärkter Hauskapelle Berliner Börse. Berlin, 11. Sept. (WTB. Funkspruch.) Bei uölliger Umsatzlosigkeit ist die Tendenz im heutigen Vormittagsverkehr zurückhaltend und nicht einheitlich. Das schwache Neuyork und das Neue Anziehen des dortigen Tagesgeldsatzes wirkt eher oerstim- menb. Die gestrigen Frankfurter Abendkurse scheinen behauptet zu sein. Man taxiert Farben 217 und Siemens zirka 388. An Devisen hörte man: London gegen Kabel 4,8470 bis 4,8472. London gegen Madrid 32,85, London gegen Paris 123,90, London gegen Berlin 20,3650, Kabel gegen Berlin 4,2010. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Anzeigenauftrage sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Ledev Slvzt wivd es bestätigen, daß Kuhmilch allein für Säuglinge keine ge- eigneteRahrung ist. Erst der Zusah von „Rufefe* macht die Milch zu einer vollwertigen und bekömmlichen Säuglingsnahrung. Auch Ihr Kind wird bei Kniese und «er Mkkrh prächtig gedeihen. Vornehme Räum^^Eiten modernster GesdiLq^g. richtung / Geschlossaer Raum für Gesellschaun — ■ ■■ tzeg. hypothekarische, 1 - ------ — nclb$^efUtS2d'r Sttiillßt? Anaeb. unter 05780 an den Gieß. Anz. i Telephon 3571, Bahnhofstraße 35 Verlangen Jie stets ausdrücklich MAGGFWürze und achten Jie auf den Namen MAGGI, die _ gelb-roten Etiketten und die typische Form der Raschen. vorteilhafteste Große : Plombierte Flasche Mr. 6 zu RM 6.50 2. Schlager: Zerbrochene Ehe Astoria-Lichtspiele Ab heute bis einschließlich Sonntag das große Doppelprogramm: 1. Schlager: Der Scharfschützen - Bob Großer Wildwest- und Cowboyfilm in 5 spannenden Akten. In der Hauptrolle: Bob Custer. 1AGGI"ist nicht eine allgemeine Bezeichnung für Suppenwürzen, sondern die gesetzlich geschützte Fabrikmarke für alle MAGGI- Produkte f 05742 Nr. 21.3 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, N. September 1929 Das Recht im täglichen Leben. Oer Offenbarungsei-. Von Or. jur. Lehmann. Hat jemand gegen einen anderen eine Forderung und er kann den geschuldeten Betrag nicht auf friedlichem Wege hereinbekommen, dann steht ihm der Weg des Zahlungsbefehls und der Klage offen, in dessen Verlauf ihm vom Gericht durch Liebergabe eines vollstreckbaren Schuldtitels Las Recht gegeben wird, den Betrag durch Zwangsmaßnahmen einzutreiben. Die erste dieser Zwangsmaßnahmen ist die Pfändung des Schuldners und, wenn diese fruchtlos ausfällt oder nicht zur vollen Befriedigung des Gläubigers führt, die Ladung des Schuldners zum Offenbarungseide. Die Zivilprozeßordnung unterscheidet zwei Arten des Offenbarungseides. Hat z. B. ein Schuldner irgendeine bewegliche Sache, oder von be- ftimmten beweglichen Sachen eine festgesetzte Anzahl herauszugeben und wird von dem die Wegnahme ausführenden Gerichtsvollzieher die betreffende Sache nicht vorgefunden, so ist der Schuldner verpflichtet, auf den Antrag des Gläubigers den Osfenbarungseid zu leisten. Dieser Offenbarungseid bringt zum Ausdruck, daß der Schuldner die betreffende Sache nicht besitze und er auch nicht wisse, wo sich die Sache befinde. Weit häufiger vortommend ist die andere Form des Offenbarungseides. Wenn die Pfändung zu einer vollständigen Befriedigung des Gläubigers nicht geführt hat, oder wenn der letztere glaubhaft macht, daß er durch eine Pfändung seine Befriedigung nicht vollständig erlangen könne, dann ist der Schuldner auf Antrag des Gläubigers verpflichtet, ein Verzeichnis seines Vermögens vorzulegen, wenn er ausstehende Forderungen hat, den Grund und die Beweismittel für diese Forderungen zu bezeichnen, sowie den Offenbarungseid zu leisten, der zum Ausdruck bringt, Laß er nach seinem besten Wissen sein Vermögen so vollständig angegeben habe, als er dazu imstande sei. Wenn der Gläubiger diesen Eid von dem Schuldner erlangen will, dann muß er bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk der Schuldner im Deutschen Reiche seinen Wohnsitz oder, wenn er einen Wohnsitz nicht hat, seinen Aufenthaltsort hat, den Antrag auf Anberaumung eines Termins zur Leistung des Offenbarungseides stellen und dem Antrag den obengenannten Dollstreckungstitel und die sonstigen Llrkunden, aus denen sich die Verpflichtung des Schuldners zur Leistung des Eides ergibt, beifügen. 2m Termin braucht der Gläubiger nicht anwesend zu sein. Erscheint der Schuldner zu diesem Termin und leistet den ihm auferlegten Eid, so hat der Gläubiger für die nächsten fünf Jahre keine Möglichkeit, irgendeine Zwangsmaßnahme gegen den Schuldner zu ergreifen, es sei denn, er könne den Rachweis liefern, daß der Schuldner inzwischen zu Vermögen gekommen sei. Erscheint der Schuldner in dem zur Leistung des Offenbarungseides bestimmten Termine nicht, oder verweigert er die Leistung des Eides, dann hat das Gericht zur Erzwingung der Eidesleistung auf den Antrag des Gläubigers die Haft anzuordnen. Die Haft besteht in einfacher Freiheitsentziehung und wird in einem Raume vollstreckt, in welchem nicht zugleich Lintersuchungs- und Strafgefangene sich befinden. Die Verhaftung des Schuldners geschieht durch einen Gerichtsvollzieher, der dem Schuldner den Haftbefehl des Gerichts vorzuzeigen und ihm auf Begehren abschriftlich mitzuteilen hat. Die Haft darf die Dauer von sechs Monaten nicht übersteigen, nach Ablauf der sechs Monate wird der Schuldner von Amts wegen aus der Haft entlassen. Er kann auch auf Antrag eines anderen Gläubigers nur dann wieder — auf die Dauer von fünf Jahren — durch Haft zur Leistung des Eides angehalten werden, wenn von dem Antragsteller glaubhaft gemacht wird, daß der Schuldner spater Vermögen erworben habe. Während der Haft kann der Schuldner zu jeder Zeit bei dem Amtsgericht des Haftortes beantragen, daß ihm der Eid abgenommen werde, und diesem Anträge muh ohne Verzug stattgegeben werden. Hat dann der Schuldner den Eid geleistet, so muß er aus der Haft entlassen werden, und der Gläubiger wird von der Ableistung des Eides in Kenntnis gesetzt. Gegen eine Reihe von Personen ist die Haft unstatthaft, z. D. gegen Mitglieder einer deutschen gesetzgebenden Versammlung während der Sitzungsperiode, gegen Militärpersonen, die zu einem mobilen Truppenteil oder zur Besatzung eines in Dienst gestellten Kriegsfahrzeuges gehören, und gegen den Schiffer, die Schifssmann- schast und alle übrigen auf einem Seeschiffe angestellten Personen, wenn das Schiff zum Abgehen fertig ist. Dor der Verhaftung eines Beamten, eines Geistlichen oder eines Lehrers an öffentlichen LInterrichtsanstalten muß der vorgesetzten Dienstbehörde von dem Gerichtsvollzieher Anzeige gemacht, werden, und die Verhaftung darf erst dann erfolgen, toenn die vorgesetzte Behörde für die dienstliche Vertretung des Schuldners gesorgt hat. Aber nicht nur für den Schuldner, sondern auch für den Gläubiger ist dieser Abschluß der Zwangsvollstreckung keine Freude, denn der letztere muß zunächst die Kosten tragen, welche durch die Haft entstehen, einschließlich der Derpfle- gungskosten. Diese Kosten sind Monat für Monat vorauszuzahlen, und die Aufnahme des Schuldners in das Gefängnis ist unstatthaft, wenn nicht mindestens für einen Monat die Zahlung geleistet ist. Wenn die Zahlung nicht spätestens bis zum Mittag des letzten Tages erneuert wird, für welchen sie geleistet ist, dann wird der Schuldner von Amts wegen aus der Haft entlaßen, und es findet gegen ihn eine Erneuerung dec Haft auf Antrag desselben Gläubigers nicht statt. Dies sind die Hauptbestimmungen der Zivilprozeßordnung über den Offenbarungseid. Man ersieht aus ihnen, daß der Gläubiger sich wohl überlegen soll, ob er von dieser Zwangsmaßnahme Gebrauch machen will oder nicht. Dringt sie ihm doch oft neben dem Verlust seines Geldes noch erhebliche Kosten. Um den Gläubiger möglichst vor Schaden zu bewahren, bestimmt das Gesetz, daß das Vollstreckungsgericht ein Verzeichnis derjenigen Personen zu führen hat, welche I vor ihm den Offenbarungseid geleistet haben, oder gegen welche wegen Verweigerung des Eides die Haft angeordnet worden ist. Auch ist die Vollstreckung einer Haft in dem Verzeichnisse zu vermerken, wenn sie sechs Monate gedauert hat. Wenn seit dem Schlüsse des Jahres, in welchem die Eintragung in das Derzeichnis bewirkt worden ist, fünf Fahre verstrichen sind, dann wird die Eintragung durch Llnkenntlichmachung des Ramens gelöscht oder das Derzeichnis vernichtet. Die Einsicht in das Derzeichnis ist jedem gestattet: auch hat der Gerichtsschreiber auf Antrag über das Bestehen oder Richtbestehen einer Eintragung Auskunft zu erteilen. DieZahrgeschvindlglelt des Kraftfahrers. Um Gefahren durch den Kraftfahrverkehr nach Möglichkeit auszuschalten, bestimmt die Kraftfahrzeugverkehrsordnung, daß überall da, wo der Ueberblick über die Fahrbahn behindert, Für den Derlust von Reisegepäck, das zur Beförderung aufgegeben ist, sog. Passagiergut, haftet die Bahn nur dann, wenn das Gepäck binnen 14 Tagen nach Ankunft des Zuges, zu welchem es aufgegeben ist, auf der Bestimmungsstation abgeforöert wird. Aufgegeben ist das Gepäck, wenn cs bei der Gepäckabfcrtigungsstelle gegen Empfangsschein (Gepäckschein) besonders aufgeliefert ist. Das Gepäck gilt als verloren, wenn es drei Tage nach der Ankunft des Zuges, zu dem es aufgegeben ist, noch fehlt. Die vierzehntägige Frist ist eine Ausschluhfrist, d. h. wenn der Geschädigte binnen dieser Frist seinen Koffer bei dem Bestimmungsbahnhof nicht abfordert, erlöschen alle seine Ersatzansprüche (§ 35 Abs. 4 Eis.-D.-O.). Während früher nur solche Gegenstände zur Beförderung als Reisegepäck zugelasfen wurden, welche der Reisende zur Reise auch benötigte, kann jetzt der Reisende Gegenstände als Reisegepäck oufgeben, die in Reisekoffern, Reisekörben, Reisetaschen, Rucksäcken, Hutschachteln verwahrt sind. Außer Koffer, die Kleider und Wäsche enthalten, kann man auch einen Koffer mit Schmucksachen als Reisegepäck aufgeben. Wenn der Koffer, welcher Kostbarkeiten enthält, verloren geht, haftet die Bahn nur, wenn das Gepäckstück fest verschlossen und die Beschaffenheit oder der Wert bei der Liebergabe des Gutes der Dahn angegeben worden war. Statt der Wertangabe genügt auch die Erklärung, daß das Gepäckstück Kostbarkeiten enthalte und die Gegenstände einen besonders hohen Wert haben. Don der Befugnis, die Entschädigung für den Derlust der Kostbarkeiten auf einen Höchstbetrag zu beschränken, hat die Eisenbahn Gebrauch gemacht, indem sie ihre Haftung auf höchstens 300 Mark für alle in der Sendung enthaltenen Kostbarkeiten begrenzte. Ist aber der Schaden durch Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit der Dahn her- beioeführt, so haftet sie für den vollen Schaden. Geht der als Passagiergut aufgegebene Koffer mit Kleidern und Wäsche verloren, und wurde er binnen zwei Wochen auf der Bestimmungsstation abgefordert, so muh die Bahn den durch den Derlust entstandenen Schaden ersehen, und zwar, wenn ein anderer Wert nicht nachgewiesen werden kann, den gemeinen Wert des Gepäckstückes zur Zeit der Aufgabe desselben. D e w e i s p f l i ch t i g ist der Geschädigte, der die Art und den Llmfang des Schadens nachweisen muß. Er verpflichtet sich, vor der Abreise den Inhalt des Koffers aufzuschreiben und nachher durch Zeugen festzustellen, ob der Kofferinhalt stimmt. Ist dies nicht der Fall, so wäre die Gepäckabfertigungsstelle sofort zu benachrichtigen. Das nicht zur Beförderung aufgegebene Gepäck, das sog. Handgepäck, darf in den Personenwagen mitgenommen werden, wenn die Mitreisenden dadurch nicht belästigt werden. Das Gepäck gilt als „nicht aufgegeben", wenn es von Die Erfahrung, daß Erbteilungen nur zu leicht Veranlassung zu Zank und Streit geben, läßt vielfach in dem Erblasser den Wunsch aufkommen, hier vorsorglich einzugreifen, um solch unwürdiges Schauspiel zu unterbinden. Seinen Wünschen entgegenzukommen, hat das Gesetz eine besondere Einrichtung getroffen, die Stellung eines Testamentsvollstreckers geschaffen. Cs handelt sich hier um ein von dem Testamentsvollstrecker wahrzunehmendes Amt, das er ähnlich, wie z. D. ein Konkurs- oder Zwangsverwalter im Interesse oller Beteiligten wahrzunehmen hat, und das einen ganz bestimmten Kreis von Rechten und Pflichten umfaßt. Die Ernennung des Testamentsvollstreckers steht dem Erblasser völlig frei, sie kann sowohl testamentarisch, wie auch innerhalb eines Erbvertrages erfolgen. Ihr Widerruf ist jederzeit zulässig. Der Erblasser kann die Ernennung des Testamentsvollstreckers auch dritten Personen oder dem Rachlahgericht überlassen, auch kann er für den Fall des Todes oder sonstigen Fortfalls des zuerst Ernannten einen Ersatzmann bestimmen. Ebenso ist es angängig, mehrere Testamentsvollstrecker zu ernennen, die dann ihr Amt gemeinschaftlich wahrzunehmen haben, bei Meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen entscheidet das Rachlahgericht. Als Voraussetzungen in der Person des Testamentsvollstreckers fordert das Gesetz nur, daß dieser zur Zeit des Antritts seines Amtes voll geschäftsfähig ist (also das 21. Lebensjahr erreicht hat und geistig gesund ist) und nicht etwa selbst wegen körperlicher oder geistiger Gebrechen schon zur Besorgung seiner eigenen Vermögensangelegenheiten eines Pflegers bedarf. Will der Testamentsvollstrecker das ihm angetragene Amt wahrnehmen, dann muh er die Sicherheit des Fahrens durch die Beschaffenheit des Weges beeinträchtigt wird oder lebhafter Verkehr herrscht, der Kraftfahrer so langsam fahren muh, dah er sein Fahrzeug in kurzer Entfernung zum Stehen bringen kann. 2m Zusammenhang mit dieser Bestimmung ist vielfach die Ansicht verbreitet, dah als solche zur Verminderung der Fahrgeschwindigkeit verpflichtende Gefahrstelle grundsätzlich jede Straßenkreuzung oder Kurve angesehen werden muh. Diese Ansicht ist irrig. Ist der Lieberblick über die Fahrbahn frei und herrscht kein lebhafter Verkehr, so kann selbst eine verhältnis- mähig scharfe Kurve nicht als Gefahrstelle betrachtet werden. Es kommt immer darauf an, ob man möglicherweise annehmen kann, dah der Kraftfahrer bei sicherer Führung seines Fahrzeuges in der Lage bleibt, auch in der Kurve die rechte Straßenseite einzuhalten und feinen Wagen nicht aus der Gewalt zu verlieren. (Reichsgericht 2. Sen. 2 D 1119/28.) dem Reisenden in dem Wagen ohne Gepäckschein mitgeführt und selbst beaufsichtigt wird. Aus der Selbstbeaufsichtigungpflicht des Reisenden erklärt sich zum Teil auch, daß die Bahn für den Derlust oder die Beschädigung des Handgepäcks nur dann haftet, wenn ihr ein „Verschulden" zur Last fällt, also z. B. nicht ohne weiteres für Diebstähle durch Mitreisende, wohl aber für den Diebstahl durch Schaffner, weil die Dahn grundsätzlich für ihre Leute und für andere Personen haftet, deren sie sich bei der Ausführung der Beförderung bedient. Der Schaffner gilt als Beförderungsgehilfe. Wenn den Geschädigten ein Mitverschulden trifft, so kann sich der Ersatz mindern oder Wegfällen, wenn der Schaden vorwiegend ihm zur Last fällt. Werden Gepäckstücke im Abteil liegen gelassen, so haftet die Dahn nach dem De- förderungsvertrag nicht, weil die Personenbeförderung schon zu Ende ist. Das im Wagen zurückgelassene Gepäck ist von den Angestellten für die Dahn in Verwahrung zu nehmen: wird es von einem Dritten gefunden, dann muh dieser es an die Bahn abliefern. Eine beschränkte Haftung der Bahn ist aber gegeben nach § 978 (DGB.) (Fund in öffentlichen Räumen und Ablieferungspflicht). Die Bahn haftet aber in solchem Fall nur für die Sorgfalt, die sie in eigenen Angelegenheiten anzuwenden pflegt, also nur für grobe Fahrlässigkeit. Wer sein Abteil verläht und aussteigt, kann sein Gepäck einem von der Dahn angestell'en Gepäckträger anvertrauen. Hier haftet die Bahn wie für das ihr zur Beförderung übergebene Reisegepäck (Passagiergut). Daraus folgt, daß der Reisende den Träger auf die Kostbarkeiten, die das Gepäck enthält, aufmerksam machen muh. Die Haftung greift aber nur Platz für Beförderungen innerhalb des Stationsbereichs. Für die Beförderung von und nach der außerhalb des Stationsbereichs liegenden Wohnung der Reisenden haftet die Bahn nicht, sondern nur der Träger als selbständiger Frachtführer. Für Rebenlerstungen, z. B. Belegen eines Platzes, Aufbewahren des Gepäcks, haftet nur der Gepäckträger, selbst wenn die Dahn diese Tätigkeit der Träger organisiert hat. Wichtig ist noch die Derwahrung des Handgepäcks, die vorübergehende Aufbewahrung auf der Station. Die Dahn ist Der- wahrer solchen Gepäcks. Cs gelten also die Grundsätze über den Verwahrungsver- t r a g. Die Bahn hat ober in zulässiger Weise ihre Haftpflicht auf 100 Mk. für das Stück beschränkt. Selbstverständlich haftet sie auch für ihre Angestellten in der Derwahrungsstelle, die ihre Erfüllungsgehilfen sind. Verletzt die Bahn oder deren Angestellte ihre Derwahrungspflicht, so fällt die Beschränkung auf 100 Mk. weg, sie muh in solchem Fall den vollen Schaden ersehen. dieses durch ausdrückliche, unwiderrufliche Erklärung, die gegenüber dem Rachlahgericht abzugeben ist, a n n e h m e n. Lieber die Tatsache der Ernennung kann er ein sogenanntes Testa- mentsvollstreckungszeugnis vom Rachlahgericht verlangen. Linabhängig von den Wünschen der Erben, jedoch unter allgemeiner Wahrung ihrer Interessen hat der Testamentsvollstrecker die letzt- willigen Verfügungen des Erblassers zur Ausführung zu bringen, insbesondere obliegt ihm die Auseinandersetzung unter mehreren Erben. Das geschieht in erster Linie gemäß den testainen» t arischen Bestimmungen des Erblassers, beim Fehlen solcher nach den allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen. Dor der Durchprüfung der Auseinandersetzung sind die Erben dazu zu hören. Im übrigen hat der Testamentsvollstrecker den Rachlah zu verwalten, ihm steht das Verfügungsrecht über die Rachlaßgegenstände zu. Diese allgemeinen Befugnisse des Testamentsvollstreckers kann der Erblasser durch lehtwillige Verfügung beliebig beschränken, aber auch erweitern. Die Beschränkung kann sich darauf erstrecken, dah dem Testamentsvollstrecker lediglich die Verwaltung, nicht die Erbauseinander- sehung übertragen wird, azich kann die Verwaltung oder Auseinandersetzung auf einzelne Teile der Erbschaft beschränkt werden. Eine Erweiterung der Befugnisse kann z. D. dergestalt erfolgen, dah dem Testamentsvollstrecker die Verwaltung bis zu seinem Tode oder bis zum Tode des Erben obliegt. Verbindlichkeiten für den Rachlaß, d. h. solche Geschäfte, die eine Verpflichtung mit sich bringen, darf der Testamentsvollstrecker nur soweit eingehen, als sie zur ordnungsmäßigen Verwaltung erforderlich sind, oder als ihm das freie Haftung der Eisenbahn für das Reisegepäck. Von Amtsgerichtsrat i. X Franz. Die RechisstelliW des LestamenissMefters. Or. jur. James Weese. Derfügungsrecht übertragen ist. So darf er z. D. Wertpapiere verkaufen, um Rachlahschulden zu bezahlen, oder einen Vertrag zwecks Reparatur des Hauses, das zur Erbschaft gehört, ab- schließen u. ä. Rechtsstreitigkeiten über den Rachlah hat der Testamentsvollstrecker im eigenen Ramen zu führen, — er ist Partei in einem solchen Prozeß!. Prozesse bezüglich solcher Rechte, die seiner Verwaltung unterliegen, hat e r anzustrengen, nicht aber der Erbe. Prozesse, die gegen den Rachlah gerichtet sind, können dagegen sowohl gegen den Erben, als auch gegen den! Testamentsvollstrecker angestrengt werden. Steht dem Testamentsvollstrecker die Verwaltung nicht zu, so darf überhaupt nur gegen den Erbcm geklagt werden, Pflichtteilansprüche können in jedem Falle, — gleichgültig, ob dem Testamentsvollstrecker die Verwaltung obliegt oder nicht, — nur gegen den Erben angestrengt werden. Soll aus einem gegen den Erben ergangenen Llrteil allerdings die Zwangsvollstreckung erfolgen, dann ist erforderlich, dah der Testamentsvollstrecker, soweit ihm die Verwaltung zusteht, gleichzeitig zur Duldung der Zwangsvollstreckung verurteilt wird. Die Klage ist in jedem Falle dementsprechend zu erweitern. Hat der Testamentsvollstrecker das ihm angetragene Amt angenommen, dann hat er es auch pe.rsönlich wahrzunehmen. Er hat nach der Annahme des Amtes ein Derzeichnis der seiner Verwaltung unterliegenden Rachlaßgegenstände aufzunehmen und dieses nebst den chm bekannten Rachlaßverbindlichkeiten dem Erben mitzuteilem auch diesem die zur Aufnahme eines Inventars erforderliche Beihilfe zu leisten. Der Erbe kann verlangen, dah er bei der Aufnahme des Verzeichnisses der Rachlaßgegenstände zugezogen wird, oder daß die Aufnahme durch einen Rotar oder zuständigen Beamten auf Kosten des Rachlasses erfolgt. Rach Beendigung der Verwaltung ist dem Erben Rechnung zu legen und ist ihm der gesamte Rachlaß auszuhändigen. Für Verschulden bei der Wahrnehmung seines Amtes ist der Testamentsvollstrecker schadensersahpflichtig. Für gemachte Aufwendungen kann der Testamentsvollstrecker Ersatz verlangen, ebenso eine angemessene Vergütung für seine Tätigkeit. Die Höhe der Vergütung kann auch durch den Erblasser festgesetzt werden. Das Amt des Testamentsvollstreckers erlischt natürlich mit seinem Tode, bei Einschränkung seiner Geschäftsfähigkeit oder für den Fall, daß er selbst zur Wahrung seiner eigenen Angelegenheiten einen Pfleger erhält. Ferner kann der Testamentsvollstrecker sein Amt durch demgemäße Erklärung gegenüber dem Rachlahgericht kündigen, auch kann er vom Rachlahgericht auf Antrag eines Beteiligten, z. D. eines Erben, entlassen werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Selbstverständlich erlischt das Amt mit Erledigung der Aufgaben des Testamentsvollstreckers. Das Testamentsvollstreckungszeugnis wird damit kraftlos, das Verwaltungsrecht geht auf den Erben über. Eheleute als Mieter. Von Or. jur. Karl Klein. Daß ein Ehepaar in die erfreuliche Lage kommt, einmal eine Wohnung mieten zu können, ist selbst in der Zeit unserer heutigen Wohnungsnot der Fall. Kommen die Leute dann zum Hauswirt, so legt dieser oft entscheidenden Wert darauf, daß der Mietvertrag nicht nur vom Ehemann, sondern auch von der Ehefrau unterschrieben wird. DaS tur der Hauswirt zu seiner berechtigten eigenen Sicherheit, um vor allen Dingen sein gesetzliches Pfandrecht für Forderungen an den eingebrach- tcn Möbeln der Eheleute notfalls ausüben zu können. Hat nur der Ehemann den Mietvertrag unterzeichnet, so ist es oft schon vorgekommen, daß bei Zahlungsschwierigkeiten des Ehemanns,wenn der Hauswirt zur Pfändung der eingebrachten Möbel schreiten wollte, sich herausstellte, daß diese der Ehefrau gehörten, und ihm somit die Möglichkeit genommen wurde, seine Rechtsansprüche zu verwirklichen. Aus der Tatsache, daß bei einem Ehepaar beide Teile den Mietvertrag unterschrieben haben, wird aber nun weiter vielfach der Schluß gezogen, daß nunmehr auch jede Erklärung, die dem HauS- wirv gegenüber abgegeben wird, von beiden Ehegatten gemeinschaftlich abgegeben werden muh, vor allem für den Fall einer evtl. Kündigung. Es könnte in der Folge davon dann dazu kommen, daß der Ehemann sich zur Räumung der Wohnung verpflichtet, die Ehefrau sich aber weigert, dasselbe zu tun, und der Hauswirt in eine schwierige Lage gerät. Diese Ansicht, dah Erklärungen gegenüber dem Hauswirt von beiden den Mietvertrag unterschreibenden Ehegatten abgegeben werden müssen, ist aber irrig. Rach der Rechtsprechung des Kammergerichts (17, ZS. 17 LI 11 002/26) (Jur. Wochenschr. 32/27) ist es dabei gleichgültig, ob die Ehefrau den Mietvertrag als selbständige Mieterin neben ihrem Gatten abge- schlossen, oder ob sie diesen Vertrag nur zum Zwecke der Mithaftung für den Mietzins mitunterschrieben hat. In diesem Falle hätte die Ehefrau selbständige Rechte aus dem Mietvertrag überhaupt nicht erlangt. Aber auch für den galt, dah die Ehefrau als selbständige Mieterin neben ihrem Ehemann Gesamtgläubigerin der Rechte aus dem Mietvertrag geworden ist, famt sie aus dem Mietvertrag kein Recht auf Lieberlassung der Wohnung geltend machen, wenn der Ehemann sich zur Räumung der Wohnung — und das geschieht ja auch durch eine Kündigung — verpflichtet. In solchem Falle spricht bei der zwischen den Eheleuten bestehenden ungeteilten ehelichen Gemeinschaft ohne weiteres eine Vermutung für die Vollmacht des Ehemannes zum Handeln für die Ehefrau. Es kann nach allgemeiner Lebenserfahrung nicht angenommen werden, dah bei einer bestehenden Ehe ein Ehegatte allein in der Wohnung zurückbleiben will und soll. Es farjn vielmehr mit rechtlicher Wirksamkeit angenommen werden, dah, wenn E^leute Räume al^ gemeinschaftliche Wohnung mieten, nach dem übereinstimmenden Willen der Vertragsparteien hinsichtlich der gemeinschaftlichen Rechte der Eheleute während der Dauer der Che auch Erklärungen des Ehemannes allein dem Vermieter gegenüber maßgebend sein sollen. Der hier vom Kammergericht eingenommene Rechtsstandpunkt entspricht auch der Stellung, die das Gesetz allgemein dem Ehemann innerhalb der ehelichen Gemeinschaft gibt. Dem Ehemann steht die Entscheidung über alle das gemeinschaftliche eheliche Leben betreffenden Angelegenheiten zu. Als Ausfluh dieser Entschcidungsge- walt bestimmt er Wohnort und Wohnung der Ehefrau. Sollte im Einzelfall von Eheleuten ein anderer Standpunkt eingenommen werden, so kctnn der Vermieter dem Anspruch der Ehefrau die Einrede der Arglist entgegensetzen. Will der Ehemann, das; seine Kündigung oder Einwilligung zur Räumung nur für ihn gelten soll, dagegen nicht für seine Frau, so muh er das dem Vermieter mitteilen, oder er handelt, den Grundsätzen von Treu und Glauben zuwider, arglistig. Diesen Einwand der Arglist ihres Mannes muh aber auch die Ehefrau gegen sich gelten lassen. Vesonders liegt der Fall nun, wenn die Ehegatten nicht mehr zusammen leben, sondern wenn die Ehe geschieden ist. 3n diesem Falle hat der Ehemann nicht mehr die DertretungzSbefugnis der Frau in häuslichen Angelegenheiten, da eine eheliche häusliche Gemeinschaft ja nicht mehr vorhanden ist. Auch der Hauswirt kann dann, wenn ihm nur von einem der Ehegatten gekündigt wird, die ftillschweigende Dertretungsdefug- nis für den anderen Ehegatten durch diesen nicht mehr annehmen. Soll also ihm gegenüber die Kündiglmg rechtliche Wirksamkeit erlangen, so muß sie von beiden geschiedenen Ehegatten gemeinschaftlich ausgesprochen werden. Will einer der geschiedenen Ehegatten allein kündigen und verweigert der andere dazu seine Zustimmung, so bleibt nichts weiter übrig, als diesen auf Erteilung der Zustimmung zur gemeinschaftlichen Kündigung gegenüber dem Vermieter zu verklagen. Die Klage ist von dem kündigenden Ehegatten einzureichen.Das gilt auch, wenn der eine der geschiedenen Ehegatten gar nicht mehr in der Wohnung wohnt, vielleicht diese während des Verlaufes des Entscheidungsprozesses oder auch schon vorher verlassen hat. Aus solchem Verhalten des einen der Ehegatten ist nicht etwa der Schluß zu ziehen, daß dieser auf feine Rechte an der Wohnung verzichtet. 3n der Praxis kommt es nun vielfach vor. daß ein Verzicht auf die Wohnung von dem einen der geschiedenen Ehegatten dem anderen gegenüber ausgesprochen wird, und daß beide darin Übereinkommen, daß nur einem von timen die Wohnung allein verbleiben soll. 3ft der Hauswirt damit einverstanden, so ist gegen eine solche vergleichsweise Regelung nichts einzuwenden. Erzwungen kann aber die Einverständniserklärung des Hauswirts nicht werden. Roch der Rechtsprechung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main (Jur. Wochenschr. 32/1927; ist der Vermieter, der an beide Eheleute gemeinschaftlich vermietet hat, nicht verpflichtet, nach Scheidung der Ehe einen der beiden als Alleinmieter zu behalten. Zu Lasten der geschiedenen Eheleute geht dann die unerwünschte Folge, daß die Wohnung, falls der Vermieter nicht bereit ist, sie einem von beiden zu überlassen, beiden verloren geht. So bedauerlich vielfach im Interesse der Geschiedenen diese Folge ist. läßt sie sich vom Standpunkt des geltenden Rechts aus nicht vermeiden, da unser Wohnungsnotrecht diese in der Praxis nicht unwichtige Frage keiner besonderen Regelung unterzogen hat. Wirtschaft. Weitere Entlastung der Reichsbanl. Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. S e p t e m b e r hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Reichsschahwechseln, Lombards und Effekten in der ersten Septemberwoche um 263,8 Millionen auf 2663,2 Millionen Mark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 161,9 Millionen auf 2472,6 Millionen Mark und die Lombardbestände um 109,9 Millionen auf 52,2 Millionen Mark abgenommen, während die Bestände an Reichsschahwechseln eine Zunahme um 8,0 Millionen auf 45,7 Millionen Mark erfahren haben. Die Anlage in Effekten ist mit 92,8 Millionen Mark unverändert geblieben. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen sind 321,3 Millionen Mark aus dem Verkehr zurückgeflossen. Der Umlauf an Reichsbanknoten hat sich um 294,6 Millionen Mark auf 4602,6 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 26,7 Millionen auf 405,0 Millionen Mark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 35,4 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 471,6 Millionen Mark eine Zunahme um 37,7 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähige Devisen zusammen haben sich um 12,1 Millionen auf 2503,6 Millionen Mark erhöht, und zwar haben die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 12,2 Millionen auf 320,3 Millionen Mark zugenommen, während die Goldbestände sich geringfügig um 97 000 Mk. auf 2183,3 Millionen Mark vermindert haben. Die Deckung derRoten durch Gold allein besserte sich von 44,6 Prozent in der Vorwoche auf 47,4 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 50,9 auf 54,4 Prozent. Die Entlastung, die auf den hohen Stand der Konten zum August-Ultimo eingetreten ist, ist also ziemlich erheblich. Besonders die starke Lombardentlastung beweist erneut, daß es sich bei der starken Anspannung zum Ultimo August hauptsächlich um Zahlungsansprüche von stark saisonmäßigem Charakter gehandelt hat. Der Rotenumlauf hat sich auf rund fünf Milliarden ermäßigt und bewegt sich damit auf der Höhe des Vorjahres, wie überhaupt der gesamte Zahlungsmittelumlauf, der jetzt nur noch 70 Millionen Reichsmark (Ultimo August noch 100 Millionen RM.) größer ist als in der Septemberwoche des Vorjahres, die Tendenz aufweist, wieder auf die Vorjahreshöhe zurückzugehen. Außer der Bewegung des Wechsel- und Lombardkontos ist für die größere Entlastung gegenüber der entsprechenden Vorjahrswoche auch die starke Vermehrung der Giroguthaben von Bedeutung, die zu etwa gleichen Teilen aus den Generalagenten und die private Wirtschaft entfallen dürsten. Die Rotendeckung ist infolge einer Vermehrung der Devisenkonten erheblich höher. * • Westbank — SüdwestdeutscheBank. Wie bereits gemeldet, hat die Westbank A.-G., Frankfurt a. M., der Südwestdeutschen Bank A.-G., Frankfurt a. M., mitgeteilt, daß sie, wenn ihre bekannten Forderungen nicht erfüllt werden, evtl. Antrag auf Konkurseröffnung stellen werde. An diesem Vorgehen war jedoch nicht eine ganze Gruppe Frankfurter Dankgläubiger beteiligt, wie verschiedentlich irrtümlich angenommen wird, sondern lediglich die Westbarck allein hat diesen Schritt unternommen. Die Verwaltung der Süd- westdeutschen Bank A.-G. hat nunmehr die Westbank in einem Schreiben gebeten, von der Stellung des Konkursantrages zunächst Abstand zu nehmen, und das Institut zu einer Besprechung eingeladen, deren Ergebnis voraussichtlich für das weitere Verhalten der Westbank richtunggebend fein dürfte. Die Südwestdeutsche Dank plant ferner, am 18. September eine erste Gläu- bigerversämmlung abzuhalten. * Weitere Arbeiterentlassungen b e i der I. - G. - F ar b e n. Aus allgemeinen wirtschaftlichen Gründen hat das Werk Höchst der 3.-G.-Farben in den letzten Wochen gruppenweise nach Genehmigung durch den Regierungspräsidenten insgesamt 500 Arbeiter entlassen. Wie der WSR.-Dienst von zuständiger Stelle erfährt, werden nach neuerlicher Verständigung zwischen den Tarifparteien und nach Genehmigung durch den Regierungspräsidenten in den kommenden Wochen weitere Entlassungen in ungefähr gleichem Umfange vorgenommen werden. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 11. Sept. Tendenz: lustlos. — 3n Rachwirkung der Unsicherheitsfaktoren der letzten Tage konnte auch heute zu Beginn der Börse keine Beruhigung eintreten. Die Tendenz neigte bei der großen Verstimmung der Spekulation zur Schwäche. Bei kleinsten Umsätzen und Abgaben traten gegenüber der gestrigen Abendbörse Rückgängebis zu 2 Proz. ein. Das Anziehen des Tagesgeldsatzes in Reu- york und die recht unsicheren Geldmarktverhältnisse am dortigen Platze waren ebenfalls von nachteiliger Wirkung. Der Preiskampf des Benzolverbandes und die Arbeiter- entlassungen bei der 3.-G.-Farben- i n d u st r i e wirkten sich besonders für dieses Papier ungünstig aus. Bei größerem Angebot trat hier zur Erstnotiz ein Verlust bis zu 2,5 Prozent ein. Stärker gedrückt tagen noch Schuckert minus 3 Prozent, Siemens minus 2,5 Prozent und Deutsche Linoleum minus 4 Prozent. Auch am Glanzstoffmarkt fetzten die Abgaben wieder ein, so daß auch hiervon ausgehend der Markt einen Rückschlag erhielt. Glanzstoff minus 6 Proz. Von Kaliwerken waren Westeregeln gut behauptet. Montanwerte bis zu 1,5 Prozent schwächer. Sonst waren die Umsätze bescheiden. Zumeist konnte man Rückgänge über den erwähnten Umfang feststellen. Renten still. Schutzgebiete etwas höher. 3m Verlaufe schritt die Kulisse weiter zu Abgaben und die Kurse bröckelten zum Teil um weitere 1,5 Prozent ab. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6,5 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt war die Lage wenig verändert. Man nannte Mark gegen Dollar: 2,2002, gegen Pfund 20,369, London gegen Kabel 4,8472, gegen Paris 123,8950, gegen Mailand 92,75, gegen Madrid 32,87, gegen Holland 12,0950. Berliner Börse. Berlin, 11. Sept. Wie am Vormittag und an der Vorbörfe war auch zu Beginn des offiziellen Verkehrs die Tendenz schwächer. Das Geschäft war weiter außerordentlich klein: Kauflust war so gut wie nicht vorhanden und die zum Teil herauskommende Ware fand nur schwer Unterkunft. Verstimmend wirkte das schwache R e u y o r k und das Anziehen des dortigen Tagesgeldmarktes auf 10 Prozent, zumal auch Befürchtungen von neuen Maßnahmen der Federai-Rescrve-Bank zur Einschränkung der Dörsenkredite auf tauchten. Das die Börse aber am stärksten beunruhigende Moment war das feit einigen Tagen andauernde starke Angebot am Farben-Markt. Auch Farbenbezüge waren stark angeboten. Rach einem Kurs von 4,95 Prozent hörte man später 4,82 Prozent. Hiervon wurde natürlich die gesamte Börse beeinflußt und die ersten Kurse wiesen ein- bis zwei-, zum Teil dreiprozentige Verluste auf. Außer den erwähnten Momenten verwies man auf die weitere Denzinpreisermähi- gung in Westdeutschland und auch jetzt in den Vereinigten Staaten. Die Zunahme des Goldbedarfs der Dank von England verstärkte die Hoffnung auf eine unveränderte Diskontrate. Schwach lagen besonders Glanzstoff mit einem Verlust von 8 Prozent. Man besprach hier die Zahlungsschwierigleiten in der Berliner Kunstfeideindustrie. Montanwerte waren verschiedentlich gut behauptet. Essener Steinkohlen und Hohenlohe konnten sich sogar befestigen. Deutsche Anleihen waren schwächer. Ausländer knapp gehalten. Pfandbriefe nicht einheitlich und eher niedriger. Am Geldmarkt setzte sich die Erleichterung fort. Tagesgeld war mit 6 bis 8,5 Prozent erhältlich, Monatsgeld 9 bis 10,5 Prozent und Warenwechsel 7,60 Prozent. Es besteht die Möglichkeit, daß der Privatdiskont heute eine Ermäßigung erfahren wird. Rach den ersten Kursen blieb das Geschäft ruhig und die Kurse bröckelten weiter ab. Glanzstoff verloren erneut 4 Prozent, Draubank, Polyphon und Schultheis etwa 2 Prozent, die anderen Werte bis ein Prozent. Farben blieben weiter angeboten. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 11. Sept. Der heutige Hauptmarkt verkehrte in lustloser Haltung. Umsätze waren kaum zu verzeichnen, doch blieben die schwächeren Auslandnotierungen fast ohne Einfluß. Nur Mehle wauen angeboten und bis zu 0,25 Mark niedriger. Roggenmehl mußte sogar bis 0,50 Mark nachgeben. Einiges Interesse machte sich am Futtermittelmarkt für Weizen- und Roggenkleie bei leicht gebesserten Preisen bemerkbar. Es notierten: Weizen 25,10 bis 25,25 Mark, Roggen 20 bis 20,15, Sommergerste für Brauzwecke 21 bis 21,50, Hafer (inländischer) 18,75 bis 19, Mais (gelb) 20,50 bis 20,75, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 31,10 bis. 31,75, Roggenmehl 28,50 bis 30, Weizenkleie 11,25 bis 11,50, Roggenkleie 11 bi 11,25 Mk. Tendenz: geschäftslos. BrrLiner Broduktcnbör,. Berlin, 10. Sept. Der Produktenmartt zeigte heute wieder recht schwache Veranlagung. Das Hauptinteresse beanspruchte der Roggen- marft und man bezeichnete die Bildung eines Deports von September auf Oktober angesichts der großen Roggenbestände als ein Kuriosum. Das Exportgeschäft wiU weder in Weizen noch in Roggen in Gang kommen, und auch das Mehl- geschäft beschränkt sich dauernd auf kleine De- darfskäufe, so daß es dem Markte an jeglicher Anregung fehlt. Don stark verstimmendem Einfluß waren die flauen Meldungen aus Liverpool, die auf die neu ermäßigten Offerten für Plataweizen zurückgeführt werden. Von den argentinischen Abladern liegen Kabel vor, nach denen in verschiedenen Distrikten der Platastaaten Regen eingetreten ist. Das inländische Angebot von Weizen hat sich verstärkt. Die Preise für effektive Ware liegen etwa 2 Mark, die am Lieferungsmarkt 1 bis 1,50 Mark niedriger. Sev- tember-Roggen war auf Grund von Stühungs- fäufen gehalten, die späteren Sichten gaben dagegen um 2 bis 3 Mark im Preise nach. Prompt verladbare Ware und Kahnroggen ist zu den Stühungspreisen reichlich offeriert; Gebote der Mühlen liegen etwa 8 bis 9 Mark unter diesem Rivean, und da bei der Intervention nicht das ganze Angebot ausgenommen werden kann, erfolgen auch zu diesen niedrigeren Preisen vereinzelt Umsätze. Weizen- und Roggenmehle sind in den Offerten um etwa 25 Pfennig niedriger gehalten. Hafer infolge weiterer Rachfrage ber Exporteure stetig. Gerste still. Es notierten (1000kg): Weizen, märkischer. 226 bis 230 (matt), September 245,50 bis 246, Oktober 250 (Brief). Dezember 257,25 bis 258; Roggen, märkischer, 188 bis 192 (ruhig), September 204 bis 203, Oktober 202,50 bis 203, Dezember 210 bis 210,50. Bücheriisch. — Adreßbuch der Kraftfahrzeug- besitzer im Volks st aat Hessen (Auto- adreßbu ch), Nachtrag Kreis Mainz, enthält die Meldungen des Kreises Mainz,^vie wegen Bereinigung der Listen und der besonders schwierig gelagerten Verhältnisse erst jetzt fertiggestellt werden konnten. Er geht allen bisherigen Beziehern der Hauptausgabe kostenlos zu. (Verlag L. E. Wittich, Darmstadt.) — Das Septemberheft der „Zeitwende" (C. H. Decksche Verlagsbuchhandlung, München) wird eröffnet mit einem Aufsatz „Der Sozialismus als Antithese" von Professor Dr. Eugen Rosenstvck. Außerdem bringt das Hest nod> u. a. folgende Beiträge: Hans Tietze, „Der Klitsch". — Karl Fischer, Dom Sinn und Aufbau des Evangelischen Gottesdienstes. — Richard Eckstein, Der. zweite lutherische Weltkonvent in Kopenhagen. — Zwei Bildbeilagen von Mayrhofer, Passau, schmücken das Heft. Ueber diesen jungen Künstler berichtet eine der anziehenden „Randbemerkungen". — Unsere junge Dichtergeneration, ihr Schassen und ihre Ziele schildert Willi Fehse in der Rr. 4408 der 3llustrierten Zeitung. (Verlag 3. 3. Weber, Leipzig). Einen Beweis deutscher künstlerischer Leistung gibt ein Beitrag von Dr. Rudolf Schmidt, der uns die Genialität des Bildhauers Richard Kuöhl vor Augen führt. Ueber die Reuerungcn im Filmwesen durch die Einführung des Tonfilms, die technischen Schwierigkeiten und ihre Lösung berichtet Dr. Hermann Treuner in einem interessanten, durch gute Aufnahmen belebten Aufsatz „Ruhe, Tonfilm!"' Von großem Reiz ist ein humoristisch aufgezogener Beitrag „Reuyorker Lokale" von Franz Friedrich Oberhäuser, der in Wort und Bild von den Eindrücken einer Streife durch die bekanntesten und originellsten Lokale der Wolken- kraherstadt plaudert. — 3nteressant und künstlerisch wertvoll sind auch die verschiedenen Dil- derbeiträge dieser Rümmer, von denen wir besonders eine Reihe von Gemälden, dem Gedächtnis Anselms Feuerbachs gewidmet, erwähnen. Ebenso werden auch das farbige Modetablau und die in gutem Bildern ausführlich behan- dselte Tagesgeschichte allgemein interessieren. Ecwinaauszug 5. Klasse 33. Preußisch-Süddeutsche (259. Preuß.) Klassen-Lolterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gesallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer tu den beiden Abteilungen I und H 29. Ziehungstag 10. September 1929 3n der heutigen Ziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 ©etoinne ju 10000 M. 15665 94322 2 ©etoinae ju 3000 M. 62136 6 ©ersinne ,u 2000 M. 44568 280033 399476 30 ©tiDtnne iu 1000 M. 1021 76283 107072 117514 123039 168450 195557 203778 206114 248095 322947 357283 359699 372872 384295 104 Oetotnne ge 600 <0. 2677 14739 26914 27480 28696 29243 30858 34500 35469 36687 38184 47134 47614 52622 63290 72519 78952 86495 93953 105393 113236 131399 133938 156363 162290 170480 182024 182898 200284 210913 224831 233084 236160 256744 264498 284638 288169 301305 302258 308573 308831 310650 327400 328087 339696 351778 353511 360862 366143 383358 388663 396316 158 ©etolnne tu 300 TL 13845 16543 23931 26427 28502 28705 31822 33905 39562 61400 62591 64785 61227 61254 68928 75020 83551 86227 92042 92600 99050 102219 102833 119705 121173 126803 127821 130262 130495 131953 136029 136599 142984 149817 161496 164225 166012 168300 169160 169624 171636 174202 182108 195246 204763 206037 215138 217613 226312 230997 238319 240253 240587 246646 259584 260685 284447 292461 295996 296086 301889 306431 309126 814856 329492 332899 337483 352650 352778 376612 378391 384803 384868 385298 390290 893102 393201 393438 395191 Im Gewtnnrade verblieben: 2 Drämien zu te 600000, 2 zu je 10000, 4 zu je 8000, 4 zu ,e 2000, 6 zu je 1000, 64 zu je 500, 78 zu je 300 M. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. ^lanlfurt a M. Berlin Frankfurt a M. Berlin tturü | 1-Uhr Rur? Schlust-I An sang. Kur« | K irrt- Schlnb- fiiir# i-Uhr SlrrS Schlutz- Jhirc Anfang. Kurs Datum 10.9. 1 11.9. 10 9. 11.9. Tatuni 10.9. 11-9. 10-9. 11.9. b% Dt. iHeidjMnleibe v. 1927 . . DI. Anl.-AblSI.-Schuld mit Hut- los.-Rechte»........ SciflL ohne ÄuSloi. Rechte . . . 7% Fiankf. Hüt' -Bk. BoldPs. unkündbar bi« 1932...... 4Yi% Rheinische Hyp.-Bank Liga • Oolbpf............ 81.6 m. abg. Borh.iCQi'Cbllgation. rückzahlbar 1932 . ... 4% Schweiz. Bundelb.-Rnl.. . . <% Oesterreichiiche Golbrte.. . . 4,20% Lesterr. Silbern?..... 87.5 •j3,2 10,6 85.5 78,25 88,5 99,25 2,35 1.65 22.6 1,65 7,4 7,35 7.35 7,4 15 i 18 110,65 125 203,5 1/7 271 164,5 151,25 156 291,25 1 H 1 1 1 1 1 1 1 1 । । 1 । Ul' 2-I2IIIIH IJI“. 87,5 53,5 10,7 22,7 20 22 1.65 7,5 7,5 7,5 15 118.5 183 158,25 III 124,75 126 203,5 176.9 270.5 165,13 151,25 156,5 291 53.25 10,5 22.6 73 158 110,5 124.5 126 203,5 176.9 270 165 151.25 156.5 | 290.75 AEG............ö Bergmann.........9 Elektr. Lieferungen.....10 Licht und Kraft.....10 freiten » Guilleaume. ... 71- Gei. s. lAektr. Untern.....10 Hamb. Elektr. Werke .... 10 Rhein. Sieht.........« Schlei, eicht........io Schlickert.........11 Siemens & Halske ..... 16 Tranöradio...... . . . e Lahmener 10 BnveruS..........5 Deutsch» Erdöl.......6 wiener Steinkohle......f Geilenkirchener ....... 8 Harpener..........<> Hoejch Eilen........6 V. ;1i|e Bergbau.......10 Klöcknerwerke........ Köln-Reueflen........7 Mannesmann........7 ManSfrlder.........7 Sberfch'ei. Eiienb. Bedarf... Obcrlchlei. Kokswerte.....7 Phönix Bergbau......6 V, g.hemijche Braunkohlen. . .* ic Nheinstaul.........e Ricbeck Montan......7.r Bereinigte Srahlw ..... Ltavi Minen......16' Kali Llchercuebrn ..... r Sa« Weste regel»......10 Kaliwerk Salzdetfurth . . . 16 8. G. $tar6enon 1913..... 4"n Ungorildi'? Shoueittlf.. . . 4% Türk. ZoNanletde v. 1911 . . 4% Türkische Bagdobdahn-Anl., Serie I........... 4% vetgl. Serie II....... 4% Rumänen ronvert. Rte. . . . apan . . . Rio de 9an. Wien in D-» £tft. abgest Prag . . . . Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . Danzig. . Konstantin. Athen. . Canada . Uruguay. Cairo . » 168,17 1,759 58,305 111,71 111,69 112,38 10.542 21,935 20,344 4,197 16,405 80,86 61.89 1.962 0,597 59,09 12.423 7,371 73,225 3,034 18,77 81,32 2,025 5,425 4.173 4,076 20,865 168,51 1,763 58,425 111,93 111,91 112,60 10,562 21,975 20,384 4,205 16,445 81,02 62,09 1,966 0,499 59,21 12,443 7,385 73,365 3,040 18,81 81,48 2,029 5,435 4,181 4,084 20,905 168,20 ' 1.760 58,32 111,72 111,72 112,39 ’ 10,539 21,945 20,346 4,197 16,415 80,825 61,83 1,962 0,4965 59,08 12,42 7,379 73,21 3,035 18,76 81,30 2,021 5,425 4,172 4,096 20,866 168,54 1.764 58,44 111,94 111,94 112,61 10,559 21,985 20,386 4,205 16,455 80,985 62,00 1,966 0,4985 59,20 12,44 7,393 73,35 3,041 18,80 81,46 2,025 5,435 4,180 4,104 20,906 Berlin, 10. September (Selo Brief Amerikantiche Mieten ..... belgische 'JZotcn ....... Tkinitche Nöten..... . , (tnaÜStbe Raten........ 4.176 58,18 111,43 20,302 4.196 58.42 111.87 20,382 nr. $r|d Sonn Sieh' vl 2.20 'M loh". info'5 anler- M-Hr riM firanf 0er Sie Herste Ha ersten gege kreii naus ring t Spreit: fönen Perser Land Einmü ständis beinah Wagei schrieb! vorübe nicht, t Tempo, teuren, betannt Waste: renben gen, l( wurde, man ( flleid irgend der bc tete si hau, Berl sestg däch ii ßin I Verfolg. Blicken an der Am 1 * * die Mel Krem Mj bi Als 3n hauptm den. N hatte i Nachfoi den d Hamb Bankbe hotte. Diep und fc fertige lehlen ®ei feint verhaf W-! fleben zu baren, 0 Wohnsitz geprüft ter in § verhaftet lehr oft volk" , Nun teilt, di! schriftlei! kus @ui Mästet Wn P S d-v Attentats Men a Ufjt un Ion lehr g( gründe $ln gen ^haße Mit, jtch QUs] tznt. ( .§onne Jenen 5 ?e>m < & So »fe. S '-nm f( »tf (D^din ^Qnflfel;