Nr. 134 Erstes Blatt 179. Jahrgang Dienstag, 11. Juni (929 Erschein» täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnxk iind Verlag: vrLHI'iche UniversitätsGuch- und Sleinörudetei R. Lang- In Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schul,tratze 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Der Anleihe-Mißerfolg. Don unserer Berliner Redaktion. Die vom Reichsfinanzminister Hilferding aufgelegte Drcihundertmillionenanleihe hat nicht einmal die bescheidenen Hoffnungen erfüllt; insgesamt sind nur 1 77,7 Millionen gezeich- n e t worden, ein Betrag also, der gerade ausreicht. um die Kassennöte des Reiches einen Monat hindurch aus der Welt zu schassen. Fragt man sich nach den Gründen dieses Mißerfolgs, dann gibt es darauf verschiedene Antworten. Richtig ist unzweifelhaft, daß diejenigen Kreise bei uns, die noch über ein Bankguthaben verfügen, kein Zutrauen zum Leiter unserer Reichsfinanzen haben. Ein gewichtigerer Grund ist aber das absolute Fehlen größerer Kapitalien in Deutschland. Wäre Geld im Lande vorhanden, dann wäre auch die Anleihe voll gezeichnet worden, zumal sie mit zahlreichen Borzügen ausgestattet worden ist, die doch einen starken Anreiz abgegeben hätten. Die Steuerbefreiungen haben jedoch nichts genützt. Dieses Anleiheergebms ist aber auch ein schlagender Beweis dafür, daß die deutsche Wirtschaft in den Rachkriegsjahren keine Lieber sch üsse abgeworfen hat, daß vor allem auch die Reparationen entweder aus der Substanz oder mit Hilfe von ausländischen Anleihen geleistet wurden. Es entsteht nun die Frage, wie sich die Kassenlage des Reiches in der nächsten Zeit gestalten wird. Bekanntlich hat der Reichsfinanzminister vom Dankenkonsortium auf die neue Anleihe einen Dorschuß von 120 Millionen Mark genommen. Die erste am 12. Suni fällige Rate der Anleihe aber beträgt 40 Prozent des Gesamtaufkommeirs, das macht etwas mehr als 70 Millionen Mark. Somit ist die Reichsfinanzverwaltung nicht in der Lage, den sogenannten Lieberbrückungskredit zurückzu- z ah len. Schon diese Feststellung genügt, um zu erweisen, daß die Hilferdingsche 500-Millionen- Anleihe ein Fehlschlag war, ganz abgesehen von den schweren Schädigungen, die dem Kremt des Reiches, der Länder und Gemeinden sowie schließlich der gesamten Wirtschaft zugeführt worden sind. Der Reichsfinanzminister hat auf dem Magdeburger Parteitag der Sozialdemokratie gesagt, daß die 500-Millionen-Anleihe nur eine ganz vorübergehend eR otmahn ahme sei und daß er die Reichsfinanzen schon wieder in Ordnung bringen werde. Bei der jetzigen ßuge der Dinge sieht das nicht so aus. Die nächste Folge ist doch wahrscheinlich die, daß Hilfermng sich wieder mit den Danken um irgendeine Kreditverlängerung in Verbindung sehen muh. Man weiß, daß die Danken einem solchen Wunsche keine gesteigerte Sympathie entgegenbringen werden. Es sieht also so aus, als ob ein Ende dieser finanzpolitischen Schwierigkeiten noch nicht ab» zusehen ist. . . Deshalb erscheint es dringend geboten, daß der Reichstag sich mit dieser Angelegenheit vor seinem Auseinandergehen nochmals ausgiebig be- schästigt. Die jetzigen Haushaltsberatungen haben ohnehin einen recht fragmentarischen Charakter denn das ganze vielberusene Gleichgewicht steht doch bestenfalls auf dem Papier und kann nur mit Hilfe des sicherlich zu erwartenden Rachtragshaushalts hergestellt werden. Angesichts der jetzigen Schwierigkeiten der Kassenlage und der Mehranforderungen durch die Erwerbslosenve^ sicherung sowie angesichts der Tatsache daß auch im ordentlichen Haushalt, der augenblicklich zur Beratung steht, die Einnahmen allzu optimistisch, die Ausgaben aber häufig allzu knapp angeseht sind, muß man mit der Möglichkeit rechnen, daß im Herbst der Finanzminister mit Rachforderungen, wahrscheinlich sogar mit Steuererho- Hungen kommt. Auch ist vor der Illusion zu warnen als ob die etwa durch die Inkraftsetzung des Boungplanes ersparten 400 Millionen Mark in diesem Finanzjahr für den Ausgleich des Haushalts ernsthaft in Frage kamen, von den fo dringend notwendigen Steuersenkungen ganz zu schweigen. Wahrscheinlich wird diese Summe restlos im Kassendefizit ver ^D^r Äsparteiliche Fraktionsführer, Dr. Scholz hat in einer Rede beweglich darüber Klage geführt, daß die Sparabslchten der Deutschen Dolkspartei nur auf geringen WiderhaU bei den übrigen Parteien gestoßen sind. Sicherlich ist das Sparprogramm, das das berühmte Streich- quintett des Reichstages aufgestellt hat, keine ideale Lösung, vor allem schon deshalb nicht, weil man sich dabei nur an da s nächstliegende gehalten hat und allen irgendwie grundsätzlichen Entscheidungen peinlich aus dem Wege gegangen ist. Schließlich aber lassen sich solche Entscheidungen nicht umgehen, denn es wird sich sehr bald zeigen, daß ein Forlwursteln im bisherigen Stile ein Ding der Llnmog- l i ch k e i t ist, wenn man nicht von vornherein die wirtschaftliche Durchführung des Dvungplanes in Frage stellen will. Diejenigen Parteien, die sich jetzt für dessen Annahme einsetzen, haben vor allem die Verpflichtung, der Werte schaffenden deutschen Wirtschaft die Freiheit der Schaffensmöglichkeit wieder zu geben. Die Erkenntnis dieser Rotwendigkeit aber ist offenbar bisher noch nicht in die Reihen aller Reichstagsfraktionen eingedrungen. Industrie und ^oungplan. Die Einsetzung eines Reichskommissars gefordert. Berlin, 10. Juni. (Priv.-Tel.) Ein Berliner Mittagsblatt brachte die Nachricht, daß in den Der König von Aegypten besucht die Äeichshauptstadi. Berlin in Erwartung des Königsbesuchs. Festlicher Schmuck vom Lehrter Bahnhof bis zum Prinz-Albrecht-Palais. Berlin, 10. Juni. (WB.) Der Besuch König Fuads von Aegypten bedeutete für die Berliner eine Sensation, die für manche noch dadurch erhöht wurde, daß sie mit dem König auch den Reichspräsidenten zu sehen bekamen. Schon in den frühen Morgenstunden setzte der Z u - stromderSchaulustigen nach den St.. h:n» zügen ein, über die Kön-g Fuad seinen Einzug in die Reichshauptstadt ha..en sollte. Dom Lehrter Bahnhof vis zum Prinz-Albrecht-Palais in der Wilhelmstrahe hatte man eine Banner- st r a ß e geschaffen. Don rund 160 hohen Masten, die über die ganze Strecke verteilt sind, und die im Halbkreis den Vorplatz des Lehrter Bahnhofs, das Brandenburger Tor und den Pariseir Platz schmücken, wehen die Farben des Reichs mit einem stilisierten Reichsadler und die grüne Fahne Aegyptens mit dem weihen Halbmond und drei weihen Sternen. Das Brandenburger Tor selbst zeigt die schwarzrotgoldenen und die schwarzweihen Farben des Reichs und Preuhens. Alle öffentlichen Gebäude Berlins haben die Flaggen ge- hiht, ebenso in der Llinaebung des Platzes der Republik und der Wilhelmstrahe, die Palais der ausländischen Vertretungen, die großen Hotels usw. Schon von 9 Llhr ab begann, während sich die Reihen der Zuschauer auf den Bürgersteigen immer mehr vergrößerten, die Aufstellung der Reichswehrformationen zum Spalier vom Brandenburger Tor bis zum Prinz- Albrecht-Palais. Starke Kommandos der Schutzpolizei hielten die Zehntausende zurück, die namentlich am Brandenburger Tor und am Pariser Platz der Ankunft des Königs harrten. Am Lehrter Bahnhof, dessen Umgebung in weitem Umkreis abgesperrt war, marschierte bald nach 9 Uhr d i e Ehrenkompagnie der Wachttruppe, eine badische Kompagnie mit Musik, auf und nahm mit der Front zum Bahnhof Aufstellung, während etwas seitwärts eine Schwadron des Reiter-Regiments 4 sich postierte. Gleichzeitig fuhr an der tiesgelegenen Rampe des Kronprinzenufers eine Batterie des Artillerie-Regiments 3 auf. Die Bahnhofshalle selbst war reich mit schwarzrotgoldenen und ägytischen Fahnen geschmückt und an der Stirnseite an dem nach dem Mittelbahnsteig zu gelegenen Portal waren Bahnsteig und Treppen reich mit Blumen und Lorbeerbäumen dekoriert. Oie Ankunst Königs Fuads. Der Reichspräsident begrüßt den König am Lehrter Bahnhof. Gegen 10 Uhr traf im Sonderzug in Begleitung des Reichsministers a. D. Dr. Rosen, des deutschen Gesandten in Kairo v. S to hrer sowie seines Ehrendienstes und seines Gefolges auf dem mit den ägyptischen und deutschen Reichsfarben festlich geschmückten Lehrter Bahnhof ein. Kurz vorher hatte sich der R e i ch s - Präsident in Begleitung des Staatssekretärs Dr. Meißner und -feinet persönlichen Adjutanten, Oberstleutnant v. Hindenburg, auf dem Bahnhöfe eingefunden, wobei die vor dem Bahnhof aufgestellte Militärkapelle das Deutschlandlied spielte, während die Ehrenkompagnie präsentierte. Ferner hatten sich zur Begrüßung des ägyptischen Königs sämtliche Mitglieder der königlich ägyptischen Gesandtschaft sowie deutscherseits Reichskanzler Müller, Reichstagspräsident Löbe, der preußische Ministerpräsident Braun und eine Reihe von Reichsministern, weiter der Ehef der Heeresleitung und der Chef der Marineleitung, Oberbürgermeister Dr. Böß und Herren des Auswärtigen Amtes eingefunden. Als erster entstieg dem Zuge der König, der sogleich vom Reichspräsidenten begrüßt wurde. Rach dem Verlassen des Bahnhofes wurde der König von den Mitgliedern der ägyptischen Kolonie begrüßt, worauf er mit dem Reichspräsidenten die Front der Ehrenkompagnie abschritt, während die Musik die ägyptische Königshymne । spielte und eine Batterie der Reichswehr 21 | Salutschüsse abfeuerte. Hierauf bestieg der König mit dem Reichspräsidenten den bereitstehenden Wagen und fuhr, von Kavallerie eskortiert, durch die geschmückten Feststratzen zum Prinz-Albrecht - P a l a i s, wo er vom Chef des Protokolls, Vortragenden Legationsrat Graf Tatten- bach, begrüßt wurde. BesuchbeimReichspräsidenien Berlin, 10. Juni. (WB.) Der König von Aegypten stattete heute um 15,30 Uhr dem Herrn Reichspräsidenten einen Gegenbesuch ab. Reichspräsident v. Hindenburg begrüßte in der Vorhalle des Hauses den König und geleitete ihn in den Gartensaal, wo die Umgebung des Reichspräsidenten Aufstellung genommen hatte. Rach Vorstellung der Begleitung führte der Herr Reichspräsident den König in sein Arbeitszimmer und verweilte hier mit ihm in längerer Unterhaltung. Gegen 16,30 Uhr verabschiedete sich der König, vom Reichspräsidenten wieder bis an die Schwelle des Hauses begleitet. Ein zahlreiches Publikum begrüßte den König in herzlichster Weise. Anschließend begab sich der Reichskanzler in das Palais Prinz Albrecht, um dem König seinen Besuch abzustatten. Der König und der Reichskanzler, verweilten in längerem Gespräch. Um 17 Uhr empfing der König das Diplomatische Korps unter Führung feines Doyens Runtius P a c e l l i. Oas Festessen. Trinksprüche der Staatsoberhäupter. Berlin, 10. Juni. (WTB.) Der Herr Reichspräsident gab heute zu Ehren des Königs von Aegypten ein E s s e n, zu dem u. a. die Chefs der in Berlin beglaubigten diplomatischen Missionen, der Reichskanzler, der Reichstagspräsident, die Reichsminister sowie der preußische Ministerpräsident mit ihren Damen geladen waren. Der König führte Frau o. Hindenburg zu Tisch; zu seiner Linken saß der Herr Reichspräsident. Bei der Tafel brachte der Herr Reichspräsident einen Trinkspruch aus, in dem er u. a. ausführte: Aegypten gehört zu den ältesten Kulturländern der Erde, und die deutsche Geisteswissenschaft hat es daher für eine ihrer vornehmsten Auf- gaben gehalten, durch Erforschung der ägyptischen Kultur und Vergangenheit zur Vertiefung der Kenntnisse über die Entwicklung der Menschheitsgeschichte beizutragen. Bei diesen Bestrebungen hat die deutsche Wissenschaft in Aegypten ständig verständnisvolle Förderung und Unterstützung gefunden. Gerade diese Tatsache hat wesentlich dazu beigetragen, die stets ungetrübten Beziehungen zwischen den beiden Völkern besonders freundschaftlich und herzlich auszugestalten. — Zu der Verbundenheit der gemeinsamen Interessen auf dem Gebiete der Geisteswissenschaften gesellt sich der glückliche Umstand, daß beide Völker auch auf dem wirtschaftlichen Gebiete einander ergänzen. Mit Genugtuung stelle ich fest, daß der deutsche Kaufmann in Aegypten dank der ihm dort gewährten Gastfreundschaft an dem bemerkenswerten wirt- fchaftlichen Aufschwung des Landes, der in erster Linie dem Fleiß und der Arbeit des ägyptischen Volkes zu verdanken ist, tätigen Anteil nimmt Nachdem der Reichspräsident auf das Wohl Aegyptens und feines Herrschers getrunken hatte, antwortete König Fuad in französischer Sprache mit Worten des Dankes für den ihm bereiteten Empfang und fuhr fort: Der warme Empfang, den Ihre schöne Hauptstadt mir bereitet, bewegt mich um so mehr, als ich hierin ein neues Zeichen der Freundschaft erblicke, welche unsere beiden Länder so glücklich verbindet. Nichts ist mir angenehmer, Exzellenz, als bei dieser Gelegenheit Deutschland in der Person seines erhabenen Staatsoberhauptes auszudrücken, wie sehr mein Volk und ich selbst von den Gefühlen der Dankbarkeit durchdrungen sind für die Bemühungen, welche Ihre Gelehrten ständig dem Studium und der Erforschung der mehrere Jahrtausend alten Geheimnisse der ägyptischen Kultur gewidmet haben, und wie gern wir ihre weise und wertvolle Mitarbeit in den verschiedenen anderen Zweigen der Kunst und Wissenschaft begrüßen. Mit Vergnügen stelle ich fett, daß der im Wiederaufschwung begriffene deutsche Handel zu der geistigen Verbindung zwischen Aegypten und Deutschland ein willkommenes wirtschaftliches Band hinzufügt. Venezolanische Vanden überfallen Lurarao Willemstad ((Euracao), 10. Juni. (WTB.) (Eine bewaffnete Bande, die, wie man annimmt, aus venezolanischen Rationalisten bestand, landete Samstag abend am fiai von Willemstad. (Es kam zu einem Kampf, bei dem mehrere Polizei- beamte getötet wurden. Die Angreifer bemächtigten sich sodann des amerikanischen Dampfers „2H a r a c a i 6 o“ und brachten den holländischen Gouverneur von (Euracao und den Stadtkommandanten von Willemstad a l s Geisel an Bord. Sodann fuhren sie mit dem Dampfer ab und landeten an der venezolanischen Lüste. Die holländischen Beamten wurden dort w i e- der freigelassen und sind gestern abend mit dem Dampfer „Maracaibo" wohlbehalten wieder in Willemstad eingetroffen. Der L o l o n l e r a t von (Euracao, der gestern noch im Hinblick auf den Ueber- sall auf Willemstad zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentrat, ein telegraphisches Ersuchen an die niederländische Regierung um unverzügliche Entsendung von militärischer Hilfe gerichtet. Auch der amerikanische Konsul in Willemstad sandte sofort ein dringendes Telegramm nach Washington, in dem die unmittelbare Absendung amerikanischer Kriegsschiffe gefordert wird, von denen sich einige in der Panama-Kanalzone im Karaibischen Meer befinden. Was tut Holland? Keine politischen Folgerungen. Haag, 10. Juni. (WTB.) Der holländische Minister des Aeuhern, Beelaerts van B l o k l a n d , hatte heute eine Besprechung mit dem Kolonialminister über den Lieberfall auf Willemstad und die politischen Folgerungen. Auf Fragen von Pressevertretern erklärte der Außenminister, daß man es hier mit einem Putsch von unverantwortlichen Elementen zu tun habe, weshalb die niederländische Regierung nicht beabsichtige, die Regierung von Venezuela für den Lieberfall und seine Folgen verantwortlich zu machen. Es verlautet jedoch in amtlichen Kreisen, daß die niederländische Regierung von der Regierung Venezuelas die Best r a f u n g der an dem Lieberfall beteiligten venezuelanischen Banden verlangen werde. Entsprechende politische Schritte seien eingeleitet worden. Der venezuelische Gesandte im Haag stattete heute dem Außenministerium einen Besuch ab, wo er mit einem höheren Beamten des Ministeriums eine eingehende Aussprache hatte. Niederländische Kreuzer gehen in See. Amsterdam, 10. Juni. (WTB.) Der holländische Panzerkreuzer „Hertog Hendrik", der im Zusammenhang mit dem Besuch der königlichen Familie in Amsterdam im hiesigen Hafen eingetroffen war, hat heute plötzlich und unerwartet Amsterdam verlassen. Wie verlautet, haben die Marinebehörden Vorbereitungen getroffen, um den „Hertog Hendrik" für den Fall eines Ersuchens des Kolonialministeriums unverzüglich nach Riederländisch- W e st i n d i e n in See gehen zu lassen. Heute abend noch wird der holländische Kreuzer „K a r t e n a e r" von Rotterdam aus mit einer Abteilung Marineinfanterie in See gehen, um sich so schnell wie möglich nach Cura^ao zu begeben. Kreisen der rheinisch-westfälischen Industrie die Anregung aufgetaucht sei, die Reichsregierung möge die Einsetzung eines besonderen Reichskommissars zur Reparationsfrage in Erwägung ziehen und ihn mit diktatorischen Befugnissen für die Gesundung der öffentlichen Finanzen und der öffentlichen Wirtschaft aus- statten. Dieser Kommissar solle die Möglichkeit haben, diejenigen steuerpolitischen und sozialpolitischen Maßnahmen zu veranlassen, die als notwendig anerkannt werden und die im Parlament keine Mehrheit finden. Wie wir aus parlamentarischen Kreisen erfahren, ist diese Rachricht in ihrem Kerne richtig. Die Industrie stellt sich damit grundsätzlich auf den Standpunkt einer Mitwirkung an der Ausführung des Voung- planes, falls dieser in Kraft gesetzt wird. Sie ist aber anderseits der Auffassung, daß es zu diesem Zweck dringend starker Reformen auf Wirtschafts- und sozialpolitischen Gebiet bedürfe. Auf der anderen Seite geht man wohl nicht fehl in der Annahme, daß Reichs- regierung und Paralment sich mit allen Kräften gegen eine solche diktatorische Regelung von Wirtschaftsfragen zur Wehr sehen werden. Oer Giinnes-Prozeß. Die Vernehmung des Privatsckretars von Waldow. Berlin, 10 .Juni. (WTB.) Im Stinnes- Prozetz hielt der Vorsitzende dem Angeklagten von Waldow Widersprüche zwischen seinen jetzigen und früheren Aussagen vor, insbesondere in bezug auf Stinnes' Beteiligung bei dem Anleihegeschäft. Der Angeklagte hatte während seiner LIntersuchungshaft Stinnes schwer belastet. Der Angeklagte widerruft nun die diesbezüglichen früheren Aussagen und erklärt, der ihn vernehmende LIntersuchungsrichter habe ihm während der Llntersuchungshaft mitgeteilt, Stinnes habe für ihn, den Angeklagten von Waldow, schwer belastende Aussagen gemacht. Cs sei ihm sogar gesagt worden, Stinnes wolle ihn vergiften. Er habe also unter dem Eindruck gestanden, daß Stinnes ihn vernichten wollte, und unter diesem Eindruck hab« er auch die Stinnes belastenden Aussagen gemacht. Rachdem er aber erfahren habe, daß Stinnes in Wirklichkeit ihn gar nicht belastet habe, habe er, der Angeklagte von Waldow, seine damaligen, vom Haß gegen Stinnes diktierten Aussagen zurückgenommen. — Rechtsanwalt Dr. Alsberg erklärt, daß der Angeklagte von Waldow in einer systematischen Weise vom LIntersuchungsrichter gegen die anderen Angeklagten verhetzt worden sei. Angeklagter von Waldow bekundet, Kriminalkommissar R a s s o w haben auf belastende Aussagen für Stinnes gedrungen und wiederholt gesagt: „Wissen Sie nicht noch was Belastendes für Herrn Stinnes; es reicht noch nicht zur Verhaftung." Staatsanwaltschaftsrat Berliner bittet, diese Vorwürfe gegen abwesende Beamte bis zu ihrer Zeugenvernehmung zurückzuftellen. Zufam» menfassend erklärt der Angeklagte von Waldow. daß er sich nicht für schuldig halte. Er sei der Ansicht, daß S ch r a n d t, von dem er sich aufs schwerste betrogen fühle, an feiner Stelle auf die Anklagebank gehöre. Oer Zapfenstreich. Berlin, 10. 3uni. (WB.) Der Abschluß des Festessens, das der Reichspräsident heute abend zu Ehren des ägyptischen Königs Fuad gab, bildete ein großer Zapfenstreich, der unter der Leitung des Armeemusikinspizienten Professor Hackenberger stand, und an dem drei Spielmannszüge sowie elf Musikkorps teilnahmen. Schon lange, bevor die Militärkapellen anrückten, umsäumte die Wilhelmstraße eine dichte Menschenmenge. Unter den Klängen des Vork- schen Marsches rückten die Musikkorps heran, begleitet von zahlreichen Fackelträgern, die ein imposantes Bild boten. Die Kapellen nahmen in dem Garten des Reichspräfidenten-Palais Aufstellung, während Reichspräsident von Hindenburg mit König Fuad von dem Balkon des Hauses dem Zapfenstreich zuhörte. Zunächst spielten die Kapellen eine von Professor Hackenberger komponierte Zusammenstellung historischer Märsche, die einen Ueberblick des deutschen Militärmarsches vom Mittelalter bis zur Gegenwart gaben. Darauf intonierten sie die ägyptische Königshymne, woraufhin die Spielleute den Auftakt zum großen Zapfenstreich gaben. Rach dem Deutschland-Lied erfolgte der Abmarsch der Truppen. Volkspariei und Konkordat. Braun bietet der Bolkspartei den Eintritt in das Kabinett an. Berlin, 11. Juni. (Priv.-Tel.) Der preußische Ministerpräsident Braun scheint doch wohl um das Zustandebringen einer Mehrheit für sein Konkordat besorgt zu sein, da er damit rechnen muß, daß eine Reihe von Demokraten ausbrechen werden und daß vor allem auch eine ganze Anzahl, seiner eigenen Parteifreunde ihm einen Korb geben werden. In seiner Verzweiflung hat er der Fraktion der Deutschen Bolkspartei den Eintritt in die Preußenregierung angebvten, wollte allerdings dabei über seinen alten Vorschlag nicht hinausgehen, wonach der Volkspartei das Handelsministerium zufallen soll, während gleichzeitig der Reichswirtschaftsminister Curtius als Minister ohne Portefeuille in die Erscheinung zu treten hätte. Auf diesen Vorschlag hat die D. Dp. mit einem glatten Rein geantwortet. lind das war gut so, da Herr Braun ja doch nichts anderes im Sinn hatte, als sich auf dem llmwege über die Regierungsbeteiligung die Zu - st i m m u n g der volksparteilichen Landtagsfraktion zum Konkordat zu erkaufen. Für Herrn Braun ist diese Ablehnung natürlich ein empfindlicher Schlag, da er bisher den Anschein zu erwecken versuchte, als hätte es die Weimarer Koalition in Preußen nicht nötig, sich der Mitarbeit der Volkspartei zu bedienen. Jetzt ist sie in großer Bedrängnis: man kann aber nicht behauchten, daß der Ministerpräsident sonderlich geschickt zu Werte gegangen ist. Obendrein ist ihm noch von fetten der Volkspartei schriftlich bestätigt worden, daß sie diesem Konkordat ihre Zustimmung nicht erteilen kann, bevor sie nicht den Wortlaut des Vertrages kennenlernt und bevor nicht Sicherheiten für ein ähnliches Abkommen mit der evangelischen Kirche gegeben sind. Jestgottesdienst am Verfassungstage. Eisenach, 10. Juni. (WTB.) Der Deutsche Evangelische Kirchenausschuß beschloß, den 28 evangelischen Landeskirchen in Deutschland die feierliche Begehung des Tages des zehnjährigen Bestehens der Weimarer Verfassung am 11. August zu empfehlen. Das Ausschußmitglied Dr. D. Kahl, M. d. R., hat diesen Beschluß angeregt. Er bezieht sich damit auf die vom letzten Deutschen Evangelischen Kirchentag in Königsberg beschlossene Kundgebung, die nach einem Referat von Professor Dr. Kahl über Staat und Kirche gefaßt worden war. Oer Prozeß Roos. Paris, 10. Juni. (WB.) Heute vormittag hat in Besan^on der Prozeß Roos, also die Wiederaufnahme des Kontumazverfahrens, in dem der 50 Jahre alte Professor Roos zu 15 Jahren 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden war, begonnen. Zu Beginn der Sitzung fragte der Vorsitzende Professor Roos, ob er sich der französischen oder der deutschen Sprache bedienen wolle. Professor Roos erwiderte: Grundsätzlich würde er lieber öie deutsche Sprache gebrauchen. Als der Vorsitzende Danion zusammenfassend erklärte, Professor Roos stehe unter der Anklage, mit den im Colmarer Prozeß An- geschuldigten eine separatistische Bewegung verabredet und vorbereitet zu haben, wand Rechtsanwalt Berthon ein, da die Mehrzahl der Angeklagten des Colmarer Prozesses freigesprochen seien, könne Prof. Roos nicht der Mittäterschaft mit diesen Frei- gesprochenen beschuldigt werden. Oberstaatsanwalt Mettas erklärte, das Ziel der Verschwörung sei der Separatismus in den wiedergewonnenen Provinzen und in Frankreich gewesen. Er werde den Beweis dafür erbringen, und zwar werde er sich dabei mehr auf beschlagnahmte Dokumente als auf Zeugenaussagen stützen. Professor Roos sei einer der Hauptführer der Bewegung gewesen. Kunst und Wissenschaft. Professor Erwin Zschokke f. 2m Alter von 74 Jahren ist Professor Erwin Zschokke gestorben. Don 1877 bis 1925 war er Lehrer an der tierärztlichen Schule bzw. veterinär-medizinischen Fakultät der Universität Z ü ■ rich. Professor Zschokke nahm in der tierärztlichen Wissenschaft eine sehr maßgebende Stellung ein und erhielt auch zahlreiche Ehrungen, so den Ehrendoktor der medizinischen Fakultät der Uniberfität Zürich, der veterinärmedizinischen Fakultät von Budapest und Gießen. Eine hindemilh-Uraufführung in Berlin. 2lm Sonntag fand in Berlin im Rahmen der Berliner Fe st spiele unter der musikalischen Leitung von Otto Klemperer die Uraufführung von Paul Hindemiths „R e u e s vom Tage" statt. Die Hauptrollen waren besetzt von Grete Stückgold, Fritz Krenn und Erik Wirk. Die Aufführung — eine lustige Oper der Gegenwart — wurde von dem vollbesetzten Hause nach dem ersten Teil mit lebhaftem Beifall ausgenommen, der sich am Schluß der Dor- stellung wiederholte. Kulturpolitische Kritik im Reichstag. Schulgesetz und Konkordat. — Oie Aotgemeinschast der deutschen Wissenschaft. Berlin, 10. 3uni. Die zweite Beratung des Haushalts des Reichsinnenministeriums wird fortgesetzt. Damit wird verbunden die erste Beratung der Vorlage, durch die die Geltungsdauer des Gesetzes zum Schutze der Republik um drei 3ahre verlängert werden soll. Abg. Dr. Hellpach (Dem.) bezeichnet es als notwendig, die Gegensätze zwischen Katholiken, Evangelischen und Freidenkern zu schließen. Diese tragische Zerreißung des deutschen Volkes habe andererseits auch eine große Bereicherung des deutschen Kulturlebens herbeigeführt. Das Scheitern des Schulgesetzes ist zum großen Teil auf die fehlerhafte Anlage zurückzuführen, die ihm vom Zentrum in Verbindung mit den Deutschnationalen gegeben wurde. Eine ähnliche Fehlrechnung wie beim Schulgesetz scheint in der Konkordatsfrage gemacht zu werden. Bedenklich ist hierbei, daß das Konkordat von Cin- zelländern abgeschlossen wird, statt vom Reiche. Diese Länderkonkordate sind ein schweres Hindernis für die ünitarifierung des Reiches. Bedenklich genug ist schon die Verschiedenartigkeit der Lehrerbildung in den verschiedenen Ländern. Unsere 3ugend fühlt sich heute mehr deutsch als bayerisch, preußisch oder badisch. Dieses Gefühl sollte gefördert werden. Das Schulwesen muß zur Sache des Reiches werden. Bedauerlich ist der neuerdings geführte Kampf gegen die Rotgemeinschaft der deutschen Wissenschaft. Der Ersatz dieser Organisation durch die Ministerialbureau- fratie der Länder würde ein Rückschritt sein. Abg. Dr. Löwenstein (S.) dankt dem Minister dafür, daß er für die Erziehungs- beihilfen eingetreten sei. Die soziale Frage dürfe bei den Schulfragen nicht vergessen werden. Das Bildungsprivileg des Besitzes müsse verschwinden, auch in seinen Wirkungen beim Berechtigungswesen. Abg. Dr. Spahn (Dn.) bedauert das Scheitern des Reichsschulgesetzes. Ohne ein solches Gesetz sei eine erfolgreiche Kulturpolitik nicht möglich. Die marxistische Auffassung veranlasse den Minister, sein Augenmerk mehr auf die Verfassung als auf die Kultur zu richten. Don dem .sozialdemokratischen Parteimann sei das Bekenntnis zum Weltbürgertum zu verstehen, nicht aber vom deutschen Innenminister. Dolksgedenktag werde in diesem 3ahre nur der 28.3uni sein, der 3ahrestag des Versailler Diktats, nicht der 3ahrestag der Weimarer Verfassung. Abg. Dr. Moses (Soz.) verteidigt den Abstrich von einer Million bei der Unterstützung der Rotgemeinschaft der deutschen Wissenschaft. Ein großer Teil der Mittel sei von dieser Rotgemeinschaft zur Herausgabe von Schrif- ten verwandt worden, die für das Volksganze bedeutungslos waren, während bessere Arbeiten vernachlässigt wurden. Warum soll aus Mitteln der Allgemeinheit die Herausgabe von Werken ermöglicht werden, wie „Die Kirchenfürsten aus dem Hause Schweinsburg" und so viele ähnliche Spezialismen? Warum muß einem Gießener Professor aus diesen Mitteln eine Studienreise nach Wien bewilligt werden zur Untersuchung der Röntgeneinwirkung auf Ratten? Das konnte man auch in Gießen untersuchen. Die Soziologie wird dagegen von dieser Rotgemeinschaft vernachlässigt zugunsten spezialistischer Spielereien. Unter den 200 Professoren der Rotgemeinschaft ist in den Fachausschüssen nicht ein einziger Sozialdemokrat. Unsere Kritik soll nur sein ein Signal zur Selbstbesinnung in diesen Kreisen. Wir haben zu viele wissenschaftliche Organisationen und Universitäten. Hier wäre Rationalisierung angebracht. Weiterberatung Dienstag. DieMdriderLagungdesVölkerbundsrats Oie Eröffnungssitzung. Madrid, 10.3uni. (WTB.) Die 55. Tagung des Volkerbundsrates ist unter dem neuen Ratspräsidenten Adatschi (3apan) mit der üblichen vertraulichen Sitzung eröffnet worden. Der Eröffnung ging eine Begrüßung durch den spanischen Ministerpräsidenten Primo de Rivera voraus, der die Ratsmitglieder persönlich begrüßte und für die Annahme der Einladung der spanischen Regierung dankte. Rachdem die Sitzung als öffentlich erklärt worden war dankte Adatschi als Ratspräsident der spanischen Regierung und sprach für König Alfons XIII. die Ehrerbietung des Rates aus. Die Tagesordnung weist nur zwei Punkte^ auf, nämlich die Optantenverhandlungen Rumäniens mit Ungarn und 3ugoslawien, von denen die ersten vom Ratspräsidenten mit Rücksicht auf die schwebenden Verhandlungen auf September vertagt wurden, während die zweiten in der Weise erledigt wurden, daß die südslawische Regierung auf Grund einer Vereinbarung mit Ungarn sich nunmehr bereit erklärt hat, wieder einen Richter in das gemischte Schiedsgericht zu entsenden. Das Minderhsitenproblem. Keine Aussicht auf zufriedenstellende Regelung. Madrid, 10. Juni. (WTB.) In der morgen stattfindenden voraussichtlich letzten Sitzung des Ratskomitees wird wahrscheinlich die Entscheidung darüber fallen, ob und in welcher Form vom Ratskomitee ein Bericht über die Minderheitenfrage an den Rat gerichtet werden soll. In der Sitzung dürste Adatschi einen Berichtsentwurf vorlegen, und es wird sich bann zeigen müssen, ob irgendeine Ueber- cmftimmung in bezug auf diesen Entwurf erzielt werden kann. Die bisherige Aussprache im Ratskomitee läßt bekanntlich die Erörterung der grundsätzlichen Fragen des Minderheitenproblems, vor allem die Jnitiativgarantie des Völkerbundes zum Schutze der Rechte der Minderheiten, vollkommen vermissen, während andererseits in der Verfahrensfrage selbst wichtige grund- ätzliche Anregungen der Reichsregierung zum Teil ohne Debatte a b g e l e h n t worden find. Es er- chcint ungewiß, ob in dieser Frage noch eine andere Auffassung des Ratskomitees zu erzielen sein wird. Wenn nicht noch eine grundsätzliche Aende- rung der Auffassungen einzelner Vertreter im Ratskomitee eintreten sollte, bestehen nur geringe Erwartungen für die Möglichkeit einer Einigung. Die Entscheidung über die Gesamtheit der Fragen steht bekanntlich aber nicht dem Ratskomitee, sondern einzig und allein dem Völkerbundsrat selbst zu. Daher kann auch die Entscheidung über die Vertagung der Frage auf September erst vom Völkerbundsrat selbst getroffen werden. Ein deutscher Antrag. Die Enteignung deutschen Grundbesitzes durchPolen auf derTagesordnungdesRats. Madrid, 10. Juni. (TU.) Reichsaußenminister Dr. Skrefemann hat am Montag an den Generalsekretär des Völkerbundes das amtliche Er- suchen gerichtet, die von den deutschen Abgeordneten im polnischen Sejm, Graefe und llaumann, unterzeichnete Beschwerde wegen der Verletzung des Minderheitenvertrages durch die polnische Regierung durch Enteignung des deutschen Grundbesitzes in Polen auf die Tagesordnung der gegenwärtigen Ratstagung zu sehen. Dr. Sfrefemann hat auf Grund des geltenden Minderheitenverfahrens sich die Beschwerde zu tfgen gemacht und sie als Mitglied des Völkerbund srates vor den Rat gebracht. Um eine Erörterung der Beschwerde noch auf dieser Ratstagung zu ermöglichen, hat Dr. Sfrefemann das Dringlichkeitsverfahren beantragt. Dem Antrag Dr. Stresemanns ist vom Völkerbundsrat entsprochen worden. Die Erklärungen des polnischen Außenministers Zaleski in der spanischen Presse, die einen stark gegen Deutschland gerichteten Charakter tragen, haben hier allgemein einen wenig günstigen Eindruck hervorgerufen. Man empfindet es als Mangel an politischem Takt und Mißbrauch der Gastfreundschaft, die Einladung der spanischen Regierung nach Madrid zu Angriffen gegen ein Rachbarland in der spanischen Presse zu benutzen. Es versteht sich von selbst, daß von deutscher Seife aus Gründen der infernationalen Höflichkeit Zaleski auf dem weg der Prefsepropaganda in einem fremden Land nicht erwidert werden wird. Briand über die RheinLandräunmng. Paris, 11. Juni. (WTB. Funkspruch.) Die „Chicago Tribüne" meldet, der französische Außenminister B r i a n d habe Reichsaußenminister Dr. Sfrefemann wissen lassen, daß er mit ihm eine private Begegnung verabreden wolle unter zwei Bedingungen, nämlich erstens, daß keinerlei Entscheidung über die Zurückziehung der alliierten Truppen aus dem Rheinlande in Abwesenheit eines für derartige Verhandlungen besonders beglaubigten Vertreters der neuen englischen Regierung ge- ührt werde. Der englische Botschafter Sir George Graham sei lediglich nominell der Vertreter der englischen Regierung. Briand wolle, daß man eine Zu- ammentunfl der Vertreter der englischen und der belgischen Regierung abroarte, bevor man Entscheidungen treffe. Zweitens empfehle er, eine internationale Konferenz im Juli oder August, ohne einen Verhandlungsort vorzuschlagen. Frankreich würde mit London einoerffanben sein, wenn )ie englische Regierung diesen Vorschlag machen ollte. Außer Deutschland, Frankreich, Belgien, fallen und Japan würden folgende Länder Delegierte entsenden: Polen, Rumänien, Südslawien und Ungarn, da Fragen, die die Rachfolgestaaten betreffen, zu regeln seien. Die amerikanische Regierung würde ebenfalls eingeladen werden, und mit Rücksicht auf sie scheine die Wahl Londons als verhandlungsorf besonders günstig. In der Zwischenzeit würden Pläne für die Zurückziehung *>€C attWeüen Bejahung struppen vorbereitet werden. so daß das deutsche Gebiet, entsprechend dem Poung-Plan, falls er angenommen werde, am 1. September von fremden Truppen befreit sein könnte. Es scheint, daß der in Madrid weilende Auhen- polififer des „Matin" die Möglichkeit für eine Verhandlung auch über die Saarfrage offen lassen will, denn er zählt die Schwierigkeiten einer solchen Verhandlung nur auf, um anzudeufen, daß Frankreich, falls diese Schwierigkeiten befriedigend gelöst würden, einer Behandlung auch der Saarfrage nichts mehr entgegenstellen würde. Er schreibt: Könne man, ohne bis 1935 zu warten, es Deutschland ermöglichen, hie Saarbergwerke zurückzukaufen? Diese wäre vielleicht möglich, wenn es sich nur um Zahlen handeln würde. Aber würde man, wenn man Deutschland für die kommenden 6 Jahre bereits die restlose wirtschaftliche Oberhoheit über das Saargebiet wiedergegeben würde, nicht den Grundsatz der Volksabstimmung verfälschen. Die französische Industrie und der französische handel erzielten aus ihren Geschäftsbeziehungen mit dem Saargebiet große Gewinne. Könne man von ihnen verlangen, daß sie ohne Entschädigungen 6 Jahre früher darauf verzichteten? Dis Schwierigkeiten seien so groß und so augenscheinlich, daß Dr. Strefemann es ohne Zweifel vorzieheu werde, mit Briand nicht einen Gesprächsgegenstand in Angriff zu nehmen, über den Briand ihn mit dem besten willen kaum eine nützliche Antwort geben tönna - v . . . . w „ Aus aller Welt. Schweres Bootsunglück auf der (Elbe. während der Ueberfahrt über die (Elbe wurde das Fährboot „Forelle" bei Meißen gestern mittag von dem Lilfrachtdampfer ,Pirna" der Bereinigten (Elbe - Schiffahrtsgesellschaften gerammt und überrannt. Es dürften nach Zeugenaussagen 8 bis 10 Person en im Augenblick der Katastrophe auf dem Fährboot gewesen sein. Gerettet wurden der Fährmann, der schwimmend das Ufer erreichen konnte, sowie 4 Fahrgäste. (Eine 55 Jahre alte Frau verstarb, nachdem sie aus dem Wasser gefischt war, im Krankenhaus. Bestimmt vermißt werden weiter ein Steinsetzer aus Gollma bei Leipzig und ein Kaufmann aus Meißen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß das Unglück noch ein ober Zwei weitere Opfer gefordert hat, deren Persönlichkeit noch nicht feststeht. Rach dem Bericht von Augenzeugen wurde durch den Stoß des stromabwärts fahrenden Dampfers die Bordwand des Fährbootes vollkommen eingedrückt. Alle an Bord befindlichen Personen fielen oder sprangen unter Schreckensrufen ins Wasser, von allen Seiten eilten sofort Boote zur Hilfeleistung herbei, so daß die verunglückten, soweit sie nicht sofort untergegangen waren, geborgen werden tonnten. Das Fährboot „Forelle" wurde später durch Meißener Fischer gehoben und geborgen. Die Versuche, die vermißten Insassen oder deren Leichen zu bergen, wurden bis in die späten Abendstunden ergebnislos fortgesetzt. Die „Soerige“ unversehrt in Reykjavik. Reykjavik, 10.Juni. (WB.) Das schwedische Flugzeug „Soerige", das auf dem Fluge von Schweden nach Amerika vor der Küste von Island niedergehen mußte, ist vollkommen unversehrt 19.48 Uhr wohlbehalten im Schlepptau des Jnspektions- schiffes „Odin" eingetroffen. Zwei Todesopfer eines Bootsunfalles. In der Südostecke des in der Umgebung Brant benburgs liegenden Plauer Sees kam gestern infolge des stürmischen Wetters ein mit drei Dran- benburgern besetztes Pabbelboot zum Kentern. Zwei von den Paddlern fanben den Tob in be n Wellen, währenb ber brüte Insasse sich an das treibende Boot klammerte und einige Zeit später an Land getrieben wurde. Oie Wetterlage. 1t Montag, lO.Jiinl 1929, Q woixtnios. 0 neuer. q nait> DtdecKt. ® woutig, ® otdeciti eiregtix * Schnee a Graupeln. - Medel K Gew sehr reichtet Ost massiger Südsüdwest Q stürmischer Mordwest Oie Pfeue fliegen mit dem Winde. Pie Beiden Stationen stehenden Zah» len gehen die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gleichen} •ul Meeresniveau umocrechneleo Luftdruck Wettervoraussage. Der hohe Luftdruck hat sich weiter nach dem Kontinent ausgebreitet, und unter Druckanstieg weist er in seinem Kern Barometerstände von 770 Millimeter auf. Das Kerngebiet erstreckt sich heute morgen über den größten Teil Deutschlands hinweg. Infolgedessen hat sich die Bewölkung weiter aufgelöst, und vielfach herrscht heiteres Wetter. Die Wetterlage erfährt zunächst keine Aenderung, jedoch dürfte später das neue isländische Tiefdruckgebiet mit seinen Randstörungen Anlaß zu Gewitterbildungen geben. Wettervoraussage für Mittwochs Meist heiter, weitere Erwärmung, trocken. Wettervoraussage für Donnerstag." Aufkommende Bewölkung, warm, Neigung zu Ge- witterstörungen. Lufttemperaturen am 10.3uni: mittags 20,1 Grad Celsius, abends 14 Grad: am 11.3uni: morgens 13 Grad. Maximum 20,2 Grad, Minimum 6,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 10.3uni: abends 19,9 Grad; am 11.3uni: morgens 14,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer: 6x/< Stunden. Amtlicher Reisewetterdienst der öffentlichen Wetterdienststelle Gießen. Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Gestern warmer Tag, veränderlich mit Schauern: heute morgen 13 Grad, Eüdwestwind, Regen. Küste (Westerland a. Sylt): Gestern kühle Rächt, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 12 Grad, Westwind, heiter. (Swinemünde): Gestern vorherrschend kühl. Wetter besser geworden: heute morgen 13 Grad, Rordwestwind, heiter. (Borkum): Gestern kühle Rächt, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 15 Grad, Südwestwind, heiter. Baden (Baden-Baden): Gestern kühle Nacht, meist trübe: heute morgen 14 Grad, Ostwind, heiter. — Freiburg: Gestern der 3ahreszeit angemessene Temperatur, meist trübe: heute morgen 15 Grad, Rordwestwind, wolkig. Rheingebiet (Köln): Gestern rasche Erwarmung, meist heiter: heute morgen 13 Grad. Windstille, heiter. Schlesien (Schveiberhau): Gestern kühle Rächt, meist trübe; heute morgen 10 Grad. Wind- tiüe, wolkig. ' " v" v v r v-** MANNHEI S UNLICHT Reykjavik. fchweüischi E ginge oon " t>on gslanb 'versehrt 19.48 5 9n|pe(tions« un^atito. MngBrani «s tarn gestern mit drei Dran» t zum Sentern. ? lob in ben !°s!« sich an bas |c Zeit später an ft Tlbe. Sw* ra? Ute! ’ 6lnc 55 3Q re 15 dem IDafter 7°--mt bei Cip. Z®’'W iedach In V'n "der 2 Nönlld,. W oon Hugea. I'tomabroätb ’roanb bes ln9eörü(f t ' fielen ober Bon lr Hilfeleistung ltll s>e nicht |o. ! "»den kann, de 'Palet burch °'gcn. Die Bet- 'eren Leichen )U Abendstunden et- gc. .nach dem.SvN' ute« qn o aebclte" SÄ t a- Bguns $u ®e' M 199 5 'S* - rchen)- heute Schauern > ■’lh* * v iern^op^ 0rd?- an- ÄfiÄ f# Äszp/tl 0 Ä'l lf 6fl»^T «l i/t*. 'j Af. T SSÄj Sä BEMBERG Seidenerzeuger HERMANN METZGER Strumpffabrikant in Chemnitz BRINITZER das grosse Hamburger StrumpfhayS STRUMPF-EULITZ FM das grosse Leipziger Kaufhaus ^ Neue Straßenbahnwagen viele „Fliegende Blätter- findet. Unser Straßenbild würde entschieden gewinnen. ** Dienstjub iläum. Der Wagenmeister Karl Stammel, Grabenstraße 6 wohnhaft, kann am Donnerstag, 13.5uni, auf eine 25jährige Tätigkeit beim Bahnbetriebswerk Gießen zurückblicken. •• Autobrand in der Marburger Straße. Gestern um 20.20 Uhr wurde die städtische Feuerwache nach der oberen Marburger Straße (Stadtausgang nach LoNar zu) gerufen. Dort war das Auto des Viehhändlers Iakob Simons aus Eltville a. Rh. in Brand geraten. Es handelte sich um eine Limousine, die mit drei Personen beseht war. Den Insassen gelang es glücklicherweise, sich noch rechtzeitig aus dem lichterloh brennenden Wagen zu retten und ihre Habe dabei in Sicherheit zu bringen. Beim Eintreffen der Feuerwehr waren bereits Arbeiter der Firma Reils & Kraft mit dem Löschen der Flammen beschäftigt, was ihnen jedoch nicht wirksain genug gelang. Dem Eingreifen der Feuerwehr war es dann möglich, den Brand rasch zu unterdrücken, so daß die Wehr bereits um 20.40 ahr wieder abrücken konnte. Der Kraftwagen wurde durch die Flammen im Inneren vollständig zerstört, ebenso wurde der Vorderbau des Wagens verwüstet. Als Ursache des Unglücks wird ein Dergaserbrand angenommen. Die Ueberreste des Wagens wurden nach der De- paraturwerkstätte Reils & Kraft verbracht, während die Insassen mit einem geliehenen Kraftwagen ihre Fahrt nach dem Zielpunkt Treis an der Lumda fortsetzten. Der Brandschaden ist durch Versicherung gedeckt. "HoheAuszeichnungoberhessischer Markenmilchbetriebe. Die Bestrebungen zur Versorgung unserer Bevölkerung mit einer den modernen Anforderungen entsprechenden Qualitätsmilch haben bereits zu beachtenswerten Erfolgen geführt. Auf der diesjährigen großen Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft vom 4. bis 9. Juni in München wurden für ihre Markenmilch mit ersten Preisen ausgezeichnet: Dampfmolkerei Gebrüder Grieb, Gießen (außerdem noch mit dem Siegerehrenpreis), Hofgut Friedelhausen bei Lollar und das Unioersitätsverfuchsgut Mahagoniholz, zwischen denen ein breiter Mittelgang gute Dewegungsmöglichkeit der Fahrgäste gestattet. Die Fensterscheiben bestehen auch hier aus großen Glasflächen, die als Schutz gegen grelle Sonne bequem auf- und abschiebbare wachstuchartige Borhänge aufweifen. Die Fenster selbst sind feststehend, jedoch wird durch kleine aufklappbare Fensterscheiben über den Fenstern und durch eine bequeme Hebelanlage das Oeffnen der kleinen Fenster am Deckenbau des Wagens ermöglicht. Für Frischluftzufuhr in das Wageninnere sorgt außerdem noch ein beim Fahren selbsttätig durch den Luftzug in Bewegung gesetzter Flettner-Ventilator. Die Beleuchtung der Wagen erfolgt auf jeder Längsseite durch drei über den Sitzreihen angebrachte Lampen, deren jede etwa 40 Kerzen stark ist; die Helligkeit in den Wagen wird dadurch völlig ausreichend zum Lesen. Im Innern der Wagen sind unter den Sihbänken Vorkehrungen getroffen, die das Aufstellen von Heizkörpern im Winter und den Anschluß dieser Apparate an die Stromleitungen im Führerstand ohne weitere Umstände ermöglichen. Die Fahrgestelle der Wagen bestehen je aus zwei einachsigen Drehgestellen, durch die ein absolut sicheres Durchfahren scharfer Kurven ermöglicht wird und außerdem infolge eines größeren Abstandes der Achsen ein ruhigeres Fahren der Wagen gewährleistet ist. Ein neuartiges Brems- system, bei dem die Bremsen nicht mehr auf die Räder, sondern auf eine auf der Achse angebrachte Dremsscheibe wirken, garantiert eine vollkommen sichere Bremswirkung unter weitgehender Herabminderung des Materialverschleißes. Die Motorleistung bei den neuen Wagen ist weit stärker als bei den bisherigen, so daß auch große Steigungen bei voller Wagenbelastung mit Anhängewagen glatt bewältigt werden können. Sämtliche Motor- und Achslager sind als Rollenlager ausgebildet, wodurch ein leichter Gang der Wagen und geringerer Stromverbrauch erzielt wird. Das Schlußlicht an den Wagen, das bei den jetzigen Fahrzeugen durch Dvrstecken einer roten Scheibe an der rückwärtigen Lampe erzielt wird, ist bei dem neuen Wagenthp fest installiert und wird durch einen Schalthebel im »Führerstand in Wirksamkeit gesetzt. Ieder Wagen enthält Raum für 38 Personen, von denen 18 im Wageninnern Platz nehmen, während je 10 sich auf der vorderen oder Hinteren Plattform aufstellen können. Für den Wagenpark unserer Elektrischen werden die neuen sieben Wagen eine vorteilhafte: Bereicherung sein, mit deren Hilfe es möglich werden dürste, auch den stärksten Ver- kehrsandrang glatt zu bewältigen. Außerdem wird das Erscheinen dieser Wagen unser Stadtbild in guter Weise beeinflussen, und schließlich werden auch die Fahrgäste den Aufenthalt in diesen modern eingerichteten Fahrzeugen angenehm empfinden. Aus all diesen Gründen ist die Anschaffung dieser Wagen nur zu begrüßen. Aus der provinziathauptffadt. Gießen, den 11. Iuni 1929. Saubere Früchte. Haben Sie, verehrter Leser, svch schon einmal überlegt, durch wieviel Hände das rohe O b st gegangen ist, bis Sie es taufe»? and haben Äe schon einmal darüber nachgedacht, daß notwendigerweise von diesen vielen Händen zahlreiche Bakterien aus die Früchte übertragen werten? Kurz gesagt: an allem Obst, das Sie tau- len, hängen Keime, die — wenn die rohen 1yrüd)te ungesäubert verzehrt werden — in den Körper gelangen. Zwar lehrt die Erfahrung, daß sicherlich die überwiegende Mehrzahl dieser Bakterien harmloser Ratur ist; aber immerhin ist roch mit der Möglichkeit zu rechnen, daß sich larunter auch das eine oder andere Mal Krank- teitdarreger befinden. Die Frage-, wie hoch jeweils bei den einzelnen Früchten der Grad der Verunreinigung ist, wird mit Hilfe der modernen hygienischen antersuchungsmethoden im La- loratorium entschieden. 2e höher die Zahl der leftgefteüten Keime, desto stärker die Derunrei- rtgung. Run brauchen Sie, verehrte Leser, sich hierdurch aber nicht den Appetit verderben zu lassen. Denn wär besitzen seit alters her ein ebenso ein- siches, wie überaus wirksames Verfahren, um die überwiegende Mehrzahl der am Obst hastenden Keime zu entfernen. Sie brauchen nämlich die Früchte nur einmal gründlich mit reinem Tr inkwasser abzuw aschen, und Sie können, wie die Laboratoriumsversuche ergeben haben, sicher sein, daß damit die meisten Steimc abgespült werden. Wenn sie aber ein ganz besonders hoch entwickeltes Sauberkeitsbedürfnis haben, so können Sie diese Prozedur iirtt frischem Wasser nochmals wiederholen; daun werden die so gesäuberten Früchte ohne Zweifel den größten Reinlichkeitsansprüchen vollkommen gerecht werden. Roch einen guten Rat. Rach dem Abspülen empfiehlt es sich dringend, die Früchte baldmöglichst zu verzehren, weil fte sonst sehr schnell faulig werden. Äebrigens: die Annahme, daß das Abreiben der Früchte, z. B. von Pflaumen oder Kirschen, mit ter bloßen Hand, irgendwie das Abwaschen er- schen könne, oörr auch nur einen Akt primitiver Reinigung darstellt, beruht auf einem großen Irrtum. Selbst die zarteste, gepflegteste Hand vermag hier das klare Wasser nicht zu ersetzen. Dr. M., Berlin. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter Pfund 2,00; Matte 30 bis 35; Käse 10 Stück 60 bis 1.40", Wirsing (neuer) 40 bis 50; gelbe Rüben (neue) Bund 20 bis 25; Spinat 25 bis 30; Römischkopl 15 bis 20; Dohnen 50 bis 60; Svargel 45 bis 1,10; Erbsen (grüne) 40 bis 50; Mischgemüse 15 bi'§ 20; Tomaten 70 bis 1,20; Zwiebeln 15 bis 20; Rhabarber 15 bis 20; Kartoffeln, alte 6, neue 20' bis 25; Aepsel (aus!.) 45 bis 70; Dörrobst 35 bis 40; Kirschen 60 bis 80; Stachelbeeren (unreife) 35 bis 40; Erdbeeren 1,50 bis 2,00; Honig 40 bis 50; junge Hähne 1,20 bis 1,30; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Hüffe 70 bis 80; Tauben Stück 70 bis 90; Eier 12 bis 13; Blumenkohl 70 bis 1,20; Salat 10 bis 15; CSalatgurfen 50 bis 90; Ober-Kohlrabi 20 bis 25; Lauch 10 bis 15; Rettich (neue) 10 bis 25; Sellerie 20 bis 1,00; Radieschen Bund 10 bis 15; Aprikosen Pfund 80 bis 1,00; Kartoffeln Zentner 5 Mk. Bornotizen. — TageskalenderfürDie'Nstag. Stadt- tljeater: „Die Frau des Andern", 2d bis 22.15 Uhr. — Lichtspielhaus, mhnhofftrahe: „Anschluß um Mitternacht" und „Seine Heimat". * ** Straßensperrungen. Vom Oberhessi- Shen Automobil-Club E. D. (A.V.D.), Gießen, wird uns mitgeteilt: 1. Die Straße Hachen- turg — Herborn ist von Kilometer 35,7 bis 36,5+30 bis zum 19. Iuni gesperrt, amleitung aber Hörbach oder Arndorf—Schönbach. 2. Die Strecke Cölbe — Chausseehaus ^Kilometer 80,8 bis 84,7) im Zuge der Strafte Marburg— zrihlar—Kassel bzw. Marburg—Kirchhain—Äls- Helö bzw. Marburg—Wetter-Frankenberg bzw Marburg—Biedenkopf ist vom 15l Iuni bis au »weiteres gesperrt, amleitung über Weidenhaulen — Marburg-Süd — Bauerbach-—Ginseldorf — Bürgeln bzw. Wehrda—Goßfelden. 3. Die Strecke Landesgrenze bis Sichertshausen südlich Wolfshausen (Kilometer 99 bis ',100) und die Ortsdurchfahrt Gisfelberg im Zuge der -Straße Gießen—Lollar—Marburg Ht ab 15. Iuni big auf weiteres gesperrt, amleitung über Lollar—Odenh aufen— Frohnhausen—Rrcherweimar. ** Zur Sauberhaltung unserer St r a ß e n. Zu der kürzlich veröffentlichten Polizei- Verordnung über das Wegwerfen oon Papier, Pappschachteln, Obstschalen und ähnlichen Gegen- Iländen wird uns geschrieben: Mit bieder Verordnung wird ein wunder Punkt berührt. Daß das Wegwerfen der erwähnten Gegenstände nicht nur unschön ist, sondern für Passanten der Straßen cuch gefährlich werden kann, ist selbstverständlich. Die Polizei kann aber mit viel mehr Nachdruck auf die strikte Beachtung dieser Maßregel bringen, menn — zum Unterbringen dieser Abfälle Gelegenheit geboten wird. Deshalb sollten in den Straßen in Kandelabern und dgl. Papi e r körbe angebracht werben, denen man die Abfälle anaertrauen tann mit der Gewißheit, daß die Körbe, zugleich mit den Mülleimern entleert werden. Ebenso emp- iehlenswert ist die Anbringung von kleinen Netallbehältern an ben Ausgsngs- türen bet Elektrischen zur Aufnahme der abgefahrenen Fahrscheine beim Verlasse« bes Sagens, damit man an den Haltestellen u6d)t so amt; durch Bad- und Kreisdirektor v. B o e h * mer von ber Bad- und Kurverwaltung; durch Bürgermeister Dr. Ahl von der Stadt Bad- Rauheim; durch Pfarrer Hickel vom Verband des Elisabethenstifts in Darmstadt. Herzlichen Dankesworten des Vorsitzenden folgte eine Besichtigung der Anstalt, deren moderne Reueinrichtungen allgemeinen Anklang fanden. « 800 > Zahrseier einer Hessischen Familie. WSR. Alsfeld, 10. Iuni. Am 9. Iuni konnte die Adelsfamilie SchenckzuSchweinsberg auf ihrer im Ohmtal gelegenen Stammburg Schweinsbeeg die Feier des800jährigen urkundlichem Bestehens des Geschlechtes begehen. In a l f a im Vogelsberg lag die Stammburg des Geschlechts, von der es den ersten Rameir führte. Erstmalig wird es im Iahre 1129 urfttnblid) erwähnt. Die Burg Schweinsberg, deren Rarne 1215 urkundlich zum erstenmal erscheint, ist auf altem Merlauschen freien Eigen erbaut. Durch die Ehe einer Tochter aus dieser freien Familie mit ©untfjram Vogt ist sie an das Geschlecht gekommen. Gunthram Vogt nannte sich gelegentlich auch von Marburg oder von Grünberg und ist der Stammvater aller heute lebenden Schenck. Schwerer Mtorradunfall bei Darmstadt. MSN. Darmstadt, 10.Juni. Auf der Bergstraße ereignete sich am Stabteingang von Darmstadt ein schweres Motorrabunglück, bem zwei Menschenleben zum Opfer fielen. Ein Motorrab, bas mit zwei Personen bc« setzt war, fuhr in einen Lastkraftwage n, an dem nur die rechte Late.rne brannte. Der Führer des Motorrades Friedriä') Konrad Schumann aus Roßdorf bei Darmstadt und der Mitfahrer Oskar Phil. Merz aus Auarbach wurden so schwer verletzt, daß sie noch in Der Nacht ihren Verletzungen erlagen. Absturz eines (Sportflugzeuges. Kassel, 11. Iuni. ,(W.T.B.-Funkspruch.) Infolge Versagensdes Motors st ürzte gestern über dem Habichtswald bei Kassel ein von dem Eigentümer Lapp aus Erfurt gesteuertes Sportflugzeug D 1 5 78 unterhalb des Elfbuchenturmes ab. Der Pilot erlitt nur geringfügige Derl etzungen, während die mitfliegende Dame, ein Fräulein Helene Grote, die sich zu Besuch in Harleshausen bei Kassel aushält, schwere Verletzungen am Kopf und' an den Oberschenkeln davontrug. Das« Flugzeug selbst wurde verhältnismäßig leicht beschädigt. Brückeneinsturz bei Klingenberg a.M. Klingenberg a. M., 11. Iuni. (T.a.- Drahtbericht.) Gestern gegen 15,20 ahr stürzte der zweite Bogen der Klingenberger Mainbrücke bei Verlegung ained Rammgerüstes aus bisher ungeklärter arsqche mit lautem Getöse ein. Bei dem (Umsturz waren einige Arbeiter mit dem Verlegen des Rammgerüstes beschäftigt. Der ZimmermeLster S ch o r k wurde sofort getötet, ein Arbeiter schwer und vierleichtverletzt. ’ Zur Verstärkung des Wagenparks unterer Straßenbahn hat die Direktion des Elektrizitätswerkes und der Straßenbahn nach Bewilligung der erforderlichen Mittel durch ben Stadtrat sieben neue Straßenbahnwagen angekauft, die gegenwärtig im Depot der Straßenbahn fertiggestellt werden. Don den neuen Fahrzeugen sind sechs Triebwagen und ein Anhängewagen. Rach der Abnahme durch die Aufsichtsbehörde werden die ersten dieser Wagen voraussichtlich Ende nächster Woche in den Verkehr eingestellt. Wir hatten gestern Gelegenheit, die« im Aufbau am weitesten vorangekommenen Triebwagen zu besichtigen. Die Wagen machen nicht nur in ihrer schmucken äußeren Aufmachung, sondern auch in ihrer neuzeitlichen und zweckmäßigen Inneneinrichtung einen sehr guten Eindruck. An den beiden Stirnseiten der Wagen sind, im Gegensatz zu den mit Holzrahmen versehenen Glasscheiben der jetzigen Wagen, breite Glasscheiben ohne Holzrahmen angebracht, so daß der Wagenführer einen völlig unbehinderten Ausblick auf die Strecke und die seitlichen Straßen- flächen hat; die Glasscheiben sind außerdem mit einem Scheibenwischer zur Beseitigung von Regenwasser ausgestattet. Die Trittbretter sind bei den neuen Fahrzeugen etwas niedriger, als bei den alten angeordnet, ferner ist die zweite Stufe nicht so hoch wie bei den jetzigen Wagen; besonders wichtig und vorteilhaft ist aber eine Beleuchtungseinrichtung, durch die an den Trittbre ttern in den Abendstunden eine breite erleuchtete Fläche erscheint, die ein Verfehlen des Trittbrettes in der Dunkelheit unmöglich macht und dadurch anfall gefahren eigentlich ganz ausschließt. Bequem angebrachte Messingstangen geben alten Leuten die Möglichkeit, sich beim Einsteigen eine gute Stütze zu schaffen. Die Plattformen der Wagen sind mit Schiebetüren ausgestattet, deren beiderseitige Teile miteinander in Verbindung stehen, so daß beim Zuschieben der einen Türhälfte automatisch die andere sich mit schließt. Gummischuhpolster an den Türen gewährleisten ein luftdichtes Abschlüßen der Plattformen, außerdem bieten diese Gummipolster, die von großer Elastizität sind, noch einen starken Schuh des Publilums insofern, als sie beim Schließen der Türen eine eingeklemmte Hand, ober die Finger mit einem beiderseitigen Schuh umgeben, durch den eine Verletzung der Hand ober ber Finger durch die zuschlagenden Türen vollständig ausgeschaltet wird. Wiederholte Proben, die wir bei den besichtigten Wagen vornahmen, gaben uns die volle Bestätigung von der Wirksamkeit dieses Schuhes. Die Türöffnungen selbst sind sehr breit gehalten, etwa doppelt so breit wie die Türen an den jetzigen Wagen. Das Innere der Wagen weist eine vollkommene Abweichung von der Einrichtung in ben jetzigen Fahrzeugen auf. Statt ber jetzigen quergestellten Bänke haben die neuen Wagen an den beiden Seiten je eine lange Dank aus Unterer Hardthof in Gießen. ** Der V. H. C. Gießen lenkte seine Schritte am Sonntag nach dem hohen Vogelsberg. Das schlechte Wetter der letzten Tage hatte eine ziemliche Anzahl sonst eifriger Wanderer veranlaßt, zu Hause zu bleiben. Die Unentwegten jedoch hatten sich, 44 an ber Zahl, eingefunden, und brauchten es nicht zu bereuen. Wenn auch beim Beainn der Wanderung der Himmel für kurze Zett seine Schleusen recht den alsbald wieder gut und gab den Wanderern während der ganzen Strecke das Geleite. Der Frühzug brachte die Teilnehmer über Stockheim nach Gedern. Das freundliche Städtchen, das anläßlich einer Jubelfeier festlichen Schmuck angelegt hatte, wurde durchschritten, und über einen Höhenrücken mit hübschem Rückblick auf das Städtchen und das Niddertal ging es zum Großen See, ber eine überaus reizvolle Lage hat. Nach kurzer Rast wanderte man zunächst auf einer breiten, mit mächtigen, alten Lindenbäumen bestandenen Allee weiter, um später in schönen Buchenhochwald zu gelangen. Nach geraumer Zett wurde der Bilstein erreicht, von dessen Spitze man einen weiten Blick in das Land genoß. Ueber blumenreiche Triften ging es jetzt zum Hauptziel des Tages, dem Hoherodskopf, um im Clubhaus bei guter Bewirtung eine längere Ruhepause zu machen. Der Abstieg erfolgte über Breungeshain und Michelbach nach Schotten, wo man noch die Zeit bis zur Heimfahrt mit dortigen Klubgenossen verbrachte. ** Musikalischer Abend der Schule E. F e l d) n e r. Am Sonntagabend veranstaltete Frl. E. F e l ch n e r im Singsaal bes Realgymnasiums einen gut besuchten musikalischen Abend mtt einigen ihrer Schüler und Schülerinnen sowie anderen hiesigen Kräften. Die Darbietungen machten einen guten Eindruck und ließen gediegenen Unter- richt erkennen. Frau Povpert, Jngeborg Poppert, Walter Gundermann, Heinz Wolkewitz, Herma Hechler, Karl Weigand und Frl. Zeichner selbst wetteiferten miteinander in der erfolgreichen Abwicklung des reichhaltigen Programms. Frl. Horn (aus der Schule Heermann) sang mit sympathischer Stimme ein paar Lieder, und Herr C. B. Knauß (Violine) und Herr Birnbaum (Cello) sorgten im Verein mtt Frl. Felchner (Trio von Haydn, Cellosonate von Martini und Rom. Stück von Dvorak für Violine) für Abwechslung und trugen wesentlich zum Erfolg des Abends bei. Der Beifall war sehr herzlich. ** „D a s Gesamtinteresse des deutschen Steinkohlenbergbaues an ber Gasfernversorgung" betitelt sich ein Flugblatt, das die Ru h r a a s - A.- G. der heutigen Ausgabe des „Gießener Anzeigers" einfügen läßt. Berliner Börse. Berlin, 11.Juni. (WTB. Funkspruch.) Nach der etwas niedrigeren Frankfurter Abendbörse ist die Stimmung im heutigen Vormittagsoerkehr sehr zurückhaltend und im Moment eher etwas zur Schwäche neigend. Das Ergebnis der Anleihe wirkt noch nach, ebenfalls verstimmen die Erklärungen des Reichsbahngeneraldirektors zu den angeblichen An- wz......... __.u. v__,_______7-—,- _ leiheoerhandlungen in London. Man nennt Farben kräftig öffnete, so machte die Hebe Sonne ben Scha- | 260 etwa, sonst sind Kurse nicht zu hören. 50 Jahre Eiisabethhaus Bad-Nauheim. 4 Dad-Rauheim. 10. Iuni. Zur Feier des 50jährigen Bestehens der hiesigen K i n d e r h e i l a n st a l k Elisabeth- Haus (über deren Geschichte wir schon kurz berichtet haben, die Schriftttg.) fand gestern in der Danleskirche ein Festgvttesdienst statt. Pfarrer Knodt rief in feiner Predigt die Erinnerung an die Gründung der Anstalt wach und gedachte außerdem der 150. Wiederkehr des Geburtstages der von Obcrlön in Steinthal ins Leben gerufenen ersten Kleönkinderschule. Im Anschluß an den Gottesdienst fand im Festsaal der Anstalt eine eindrucksvolle akademische Feier statt, die durch einen Schwestemchor verschönt wurde. Der Vorsitzende der Anstalt. Pfarrer Knodt, konnte zahlreiche Gäste und Ehrengäste willkommen heißen, bevor er einen aeberblick über die interessante) Geschichte der gemeinnützigen Anstalt gab. Im ausgezeichneten und herzlichen Reden wurde der verdienten 2u- bilarin Glückwünsche überbracht durch Oberkir- chenrat Wagner-Gießen oon der hessischen Landeskirche und gleichzeitig vom Oberhessischen Verein für Innere Mission in Gießen, von dem die Anregung zur Gründung des Elisabethhau- ses ausgegangen ist; durch Obermadizinalrat Dr. Rebel (Friedberg) vom Hessischen Ministerium des Innern und vom Kreisgesundheitsamt Friedberg; durch Pfarrer Wagner (Darmstadt) vom Hessischen Landesverein für Innere Mission; durch Regierungsrat Grein vom Kreisamt Friedberg, insbesondere vom Kreiswvhlsahrts- ANZEIGEN für die Tagesnummer des Gießener Anzeigers werden zweckmäßig am Nachmittag vorher aufgegeben. Nach 9 Uhr vormittags kann die Aufnahme der Anzeigen auch in Ausnahnw- fäJlen nicht gewährleistet werden! VERLAG DES GIESSENER ANZEIGERS St rümpf - Fabrikanten und Strumpf- Geschäfte raten Ihnen- QVäschen Sie kunstseidene Strümpfe mit den milden LUK seifenflocken Auszeichnung oberhessischer Markeninilchbatriebe! —aP ■111 ■■■ 1 11R ■LHII—MM 1 J—Mmi—IWIH MHIWI Auf der Ausstellung der „Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft" in München (4.-9. Juni 1929) erhielten in der Gruppe Rohmilch je einen Ersten Preis Univ.-Versuchsgut Unterer Hardthof (Bereits trn 1. Jahre des Uebergangs zur Vorzugsmilch-Erzeugung bei der großen Landwirtschaft 1. Ausstellung in Darmstadt 1927 mit der Silbernen Medaille ausgezeichnet) Hofgut Friedeihausen bei Lollar Unsere hervorragende Qualitätsmilch, wiederholt auf den Ausstellungen der „Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft“ mit ersten Preisen ausgezeichnet, erhielt auf der Ausstellung der D.L.G. in München vom 4. bis 9. Juni d. J. mit dem Ersten Preis und Sieger-Ehrenpreis die höchste Auszeichnung Dampfmolkerei (Ziehen, Gebr. Grieb Frau Elli Günther geb. Niederhausen im blühenden Alter von 25 Jahren. 5142D [Stellenangebote] Burschenschaft Germania I. A.r Knaus Stellengesuche 5I43D 03716 gesucht. ’ Vermietungen 5074V gesucht | Mietgesuche [ I. Friseuse 03718 gesucht. 03721 erfragen: Kavlancigasse 5 I. | Verkäufe 1 Wurf gesucht. 03700 Voltetiimilche Sonderfahrten an de Nordsee .■__________________________________. ■ ■ _________________________________ •____________________ 2-Zlmmer-MlMng in besserem Oaufe an rr.bm. Mieter mit Dringltchkeitsichein möbl. ob. unmöbl. zu neun. Schr. Ang. u. 03719 a. b. Gfi. Anz. Fräulein sucht Stelle für Tagesgeschäft. Schr. Angeb. unter 03709 n. b. Gfi. An». Suche Stelle für tagsüber ober jtuubeniveise. 03703 Luise Bender, Sonnenstr. 9. 1 leeres 3immer an beruislat. Dame zu vermieten 03712 M üb Iür. 33 L Scheer,- Am Kugelberg 75 v. Unterfertigte betrauert aufs tiefste das Ableben ihres lieben Alten Herrn Laden nut 3- bis 4-Zttn.-WoHn. billig zu verm. Vi’cnbnu« Btcrtel.wo iWollw.- Gesch. fehlt; auch f. Bäckerei»,Ul., Daitt.- gris. vass. Schr. Ang. u.03723a d. Gn.Anz. 30 Bin. möfflentlld) bch. leicht anzufertig. Artikel t. H. meinte, Dlagdobnrg J376.ai59V Heute entschlief nach öjähriger glücklicher Ehe, 10 Tage nach der Geburt ihres zweiten Kindes, im Martinstift zu Worms meine innigst- geliebte Frau, unsere herzensliebe Mutter, Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Nichte und Schwägerin Tüchtiger KleiDStückar.eiter Glotzer kWklN M 2 tzkllkli mit Organisationstalent, gewandt int Auftreten, un Sliter von 25—40 Jahren. Geboten wirbst auersiellung, hoh. Einkommen und Aufstie.gmögltchkeil nach kurzer Zett bei guten t->tttungeu. Einarbeitung erfolgt durch den,'Konzern. Interessenten wollen sich am Dü.ttwochnachm. 5 Uhr im „Hotel Hindenburg" bei Herrn Bock aus Frankfurt am fdiflin melden. 5148V Ein älteres Herd Mittelschlag, braun. Wallach, zu verkauf. Qber.Hörgern Haue« 27. ,5164V Hchen vom Lande Mitte 20er Jahre, sucht Stellung bei älterem Ehepaar ob. sonst, kl. Jam. 03,12 Nodb. Str. 23 11. 15|6öLlHäötl)en sucht Stellung tagsüber zu Kindern. Zu In tiefer Trauer: Dr. cned. Karl Günther, Lothar Günther, Edith Günther Emil Niederhausen und Frau Emmy geb. Himmelmann EmH Robert Niederhausen, Erna Nitschkowsky Irmgard Niederhausen Frau Karl Günther Wwe. geb. Klemmer Katharina Klemmer. Adolf de Beauclair Geheimer Regierunfjs-Rat in Darmstadt (aktiv S. S. 1862-64) 21. t>le 24. Juni, 9. bis 12. August, Gießen—Hamburg—Helgoland Geseimtpreis nur RM. 62.50 ab Gießen einschließlich Bahn- und Dampferfahrt, Unterkunft und Verpflegung. — Anmeldungen umgehend durch: Hapag Reisebüro, GieBen, Seltersweg 93,Telephon 4197 AMW für Personenwagen, sicherer Jahrer und solide, für öoiö getzichl. Schrift!. Angebote mit Angabe von Referenzen unter 03722 an den Gies;. Anz. WWl mit gut. Zeugnissen sucht Stellung auf Archilekiur- ob. Baugeschästsbureau Schrtstl. Angeb. uni. 03701 an d. Giefi. An- zetger erbeten. Mittwoch, den 12. Juni 1929, nachm. 2 Uhr, versteigere ich Neu/mweg 28 (im Löwen) dahier, zwangsw. cjiq. Barzahlung: eine Schuhmachernähmasck.stne, vier Singer- Nähmaschinen, drei Schreibtische, zwei Trumeauspiegel, zwei S, fas, einen Gras- mäher, 16 Meter duokelgrünen Loden, fünf Meter Militärmantelstoff, drei Meter Damenmantelstoff, einva Dreschwagen mit Strohpreffe u. Spreub/.äser, drei pianinos, einen Personenwagen (Dürkopp), ein voll- ständiges Bett, zwei .'Büfetts, drei Chaiselongues, ein Küchenh Üsett, einen Gasherd, eine Kredenz, zwei Lrederstühle, einen Tisch, vier Stühle, ein -A evtiko, 15 pack Hanfgarn, 24 paar Gamaschen, 15 Dutzend Hosenträger, zwei Aentner Sohlennägel, 20 paar Herrenleisten, 31 paar Schuh- schäfte, 30 Schuhbürsten, vier Kroupons Sohlleder, eine S^härsmaschine, 10 Schaf- feile, eine Theke, brei Warengestelle, einen Schreibtisch, eine Schreibmaschine, zwei Aktentaschen, zwcki Koffer, einen Kaffen- schrank, 14 Mei/gersacken, zwei Fleisch- Schneidemaschine n, einen Fleischwolf, einen Fleischkutter, einem Dauerbrandofen, einen Mantelofen, eitlen elektr. Bohner, 5 große emaill. Waschtl^pfe, 7 emailt. Kochtöpfe, ein Damenfahrrao, ein Diwan, eine Kommode, 1 Klubseffel, 1 Grammophon mit Schrank. Zunler,Gerichtsvollzieher, Gießen Wiesecker Weg 16 Telephon 1383. Fräulein oder Stütze gesucht, die zu Hause schlafen kann, iür sofort ob. 1. Juli. Bedingung : Stopfen. Nähen und Bügeln. Fran Professor Hornesscr Moltkestr. 18 I. Anständ., sauberes Mädchen sofort für kleinen Haushalt gesucht. Selbiges muh zu Hause schlafenkönuen Zu ersr. in d. Geichst. d. Gien. Anz. 03708 Hcinrick Töring. Schnetdermeiiter, (ürofieu Buicck. Sahn achtb. Elterti, am liebsten vorn Lande, als Kellnerlehrling Osthofen bei Worms, Gießen, den 9. Juni 1929. Die Beisetzung findet in aller Stille statt Mel zu verkanten bei Mroitl Oofmonn BerSrod. r;u Gut erhaltenes Herrenrad billig zu verkaufen. Zu erfr. i. d.Geschü. d. Gteh. Anz. 03698 Hotel Deutsches Haus Alsfeld <£berh.). Suche zum baldigen Eintritt einen jung. Manu als 5162V Molkerei- Lehrling. Gute Ausbildung u. gute Behandlung zu- gesicherl. Werte Singebote an 'Molkereiverwalter RobS, Ulin O.DltbbmCberb. Zwetgebildete junge Damen, berufstätig, suchen zum 1. Juli 2-3 möbl. Zimmer evtl, mit voller Pension, in gutem Hause. Auch Gtebeizinimer angenehm. Schrtstl. Angeb. unter 03710 an den Gieh. Anz. Geboten: 6-Zimmer-Wohnung mitBad.Balkon und allem Zubehör in schöner Lage. Gebucht in Tausch 5-Zimmer - Wohnung vart. oder I.Stock,in zentraler Vnne. Genaue schrisU. Angeb. umg.u.5166va.d.G A. Fr. Büttner, (Sichen, Landgraf- Philivv-Plalz 10. Gesucht 6IU,1) fofort iür halbtags kinderliebes, junges lütn IVrnu Scssous, Marburger Sir. HO. Schulentlassenes Mädchen sofort für tagsüber Der neue Hig- -Grasherd unübertroffen in Leistung und Ausführung! Heyd & Sohn Seltersweg 12 Elektr. Staubsauger aller führenden Firmen werden jederzeit vorgeführt bei Rudolf Rödiger Gießen, Walltorstraße 35 Gut erh. ichwarzes Vveak mit Berdeck und zwei Geschirre zu verk. Daselbst sind auch noch einige Ztr. gute Suelleiariofieia abzugeben. 03706 Karbnrger Str. 66. Guterhalt, weißes Belt mit 3-tetl. Aiatratze Iweiö. em. Waschtisch mit Abflug, f.Aerzte oder Friseure geeignet, billig zu verkauf. (tznantbstr. 34 v.l. Prima Garienschlauch rot, fast neu, preiswert zu verkaufen. SchuhhauS 515JD SoncoöUJeiöemann Seltersweg 71. Ill Weizenstroh zu verkaufen. 03697 Heinrich Eise, Lich lOberhf. Zirka 50000 Stück Dichwmrz- Vttamen abzugeben 6l61D ConöeHtil- unö pflegeonfffllt, Gietzen | Kaufgesuche | Bauplatz für Einfamilienhaus am Professoreneck iu kattieu gesucht. Schriitl. Angeb. mit Angabe des Brettes, der Grötze und Zah- ttingöbedingung unt. 03704 a. d. Gieh. Anz. Speise-und Salat- kartoffeln IN prima Qualität, empfiehlt billigst W. Hankel Ww. Neuen Baue 7, Televb. 612. 45V Itatae: Bnchfflhrnng, Stenographie, Dlasctilnen- schreiben, Schönschreiben Voßtsche Handelsschule Hieben Goethestr. 32. 4M8A la Zndustrie- SpeisekaNoffeln FtühlaNoffeln Zwiebeln Torsflreu und Torfmull liefern lausend jede Menge sehr vreisw. ca. 40 Zentner Saat- kartoffela als Falter- kartoffoln p.Z. 3.- Mk. Sauer & Go. Tel. 1I54S1S>D Spargel täglich frisch gestochen, empfiehlt billigst 2420 W. Bankel, Neuen Däne 7. Telephon 612. | Empfehlungen [ Teppiche liefert ohne Anzahlung ausw.Spe» ztalhaus, zahlbar in 12 Monatsraten. Erbitten Sie un« verbindi. Bertreter- besuch unter 5144V an den Gtefi.Anz. Verloren ein Seitenteil vom Auto - Allwctter Berdeck. Abzugeb. gegen Belohnung Gicfien.Srankinrt. Strafie 73 . 03715 ZuuiDinislofleX (Bygienische Artikel \ sämtliche Gummiwaren l Drogerie WinterholJ Kreuzplatz 10 f Abt. Hygiene SiMfetW in der Gemarkung (Steilen amSamstag entlaufen. 5Htolöallet9alin jlnuerob. [5ib7D Frische Lecfifchc lebende Karpfen lebende Schleien Blaufelchen vom Bodensee sjw echte englische motiesöetlnge tägl. frisch, empfiehlt A.KochNachf. näusborglö, Tel.1612 |Verschiedenes| Größeres Lagerhaus mit GletSanschlufi unter günstigen Bedingungen [5158 L) zu verpachten. Schr. Antrag, unter 5158V a.d.Giefi.Anz. 5I46D Cafe Amend Morgen Mittwochabend 7. Sonder-Konzert mit verstärkter Hauskapello Sonderkonzerte finden jeden Mittwoch statt. 516iD Schuhe und Stiefel für alle Kreise, für Tanz und Sport, Beruf und Reise — geschmackvoll stets bekleide man den Fußim Schuhhaus W eidemann 515 IU Tonwerke Abendstan G. n>. b. H. BEHBOBK Gegründet 1888 / Bahnstation Abendstern / Telephon Nr. 84 Amt Gießen Gießen-Abendstern Doppelfalzziegel Biberschwanzziegel Firstzitegel naturrot — altschwarz - altbraun Stallbiodenplatten der beste und gesündeste Belag für Viehställe Ringofensteine Jahres-Produktion 12 Millionen Stück 497 ID 2500 Mil geg. flute Sicherheit und Bürgen v.pünkt- lichem Zinszahler «Geschäftsmanm auf längere Zeit gesucht. Schrtstl. Angebote unter 03720 an den Giefiener Anzeiger. scci rnk. geg. hohe Zinsen und monatl. Rückzahlung) zu leihen gesucht.. Sicherheit: Kriegs- rente. Schriitl. Awgebote unter 03702 cm den Gtefi. Anzeige r. ScfnönejungeKälzchen an verschenken. 03705 Neuttadt 46. [ Vereine U.ß. Gießen. 5I49D Mittwoch,12 Juni, abends 8*/4 Uhr, un Hindenburg: Tagesordnung: Bericht über A. H.- Tag u. Burschentag Mütze und Band. Ml. Mittwoch »««• den 12. d. M.: Chattenhaus Bericht über Coburg Oamen-VereinigiiDg 1877-1878 Die Wagen,abrt findet bet schönem Wetter Mittwoch, den 12. (>., vormittags lüllbritntl oM« Der Vorstand. Hornhaut, Schwielen und Warzen beseiligl schnell, sicher und unblutig Kukirol Verlangen Sie ober ousdrüddich das neue Kukirol mit dem Garantieschein, denn Sie erhalten dann bei Nichferfolg Ihr Geld zurück! Eine Packung Kukirol mit dem Garantieschein kostet • Wir bezeichnet i die durdi Drude entstehenden Homhautsldlen Jetzt nicht mehr oll i lühneraugen. sondern als das. was sie In Wirklichkeit sind, nämlich ,'Fubquäler*. Kukirol-V« rkanisstelle: Kreuz-Drogerie, Bahnhofstraße 51* M Llahm Kairoer ■ fanntesie als einj mttmach ning r>e von 2lei des 5ci' gend, in 7 Ls ist kaum Lllichke-t s'4 eoedt hat. - Zostlich und ie \tattxu besten ■ Et Aegypten X I £ncn, als es l(c seinen hnu r< M» >» ti'cm 2olke e Rin ri.;l weiter ve piriliH in i feinem Lar tiicm, wisset f-nalem Gebt Lvhltäiigkeib 'te'ien Kräften hi:innen ins L sitzen. Ml re (Q den §ortf fcxi einer de Itbft von hohe! te Mel der- M überlatzt iejentoie wich fit mit seinen 1886 gebotet toxi, nach ® < M schein Sinn das Instituio Irrt mit sechze । ehbemie, wo vnierschule ncnl der ita V>n dort dal Vtt noch heute bt timtet. 3m Jahre Sultan jum M litliaH in 2 Dcsen fennenl die deutsche El 8nstalent ir -Harne des Ki lei es ai JBetoäffer “jfi der Fj Bab .-2lsv Dab Dinme ja ÄU z/^chotzen I ^.glaubst sich t ^'4 N 'S ei Entere unh u tm und? .'afl NE btm Ä i es da . ig&tä lnb,( „"«n» Äuich Dienstag, fl. Zuni 1929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Ir. 154 Zweites Blatt *eis Jrieb end ttweute ist Fuad, auch durch seine Gemahlin die ird>t königlichen Bluts ist. mit seinem Volke verbanden König und setzt die Arbeit des Prinzen £uab fort, wobei ihn eine Beharrlichkeit, ja Hart* lüfigfcit auszeichnet, die vor keinem Hindernis jarLckschreckt und sich mit einem großen Organisationstalent in glücklichster Weise verbindet. Der Harre des Königs ist mit allen wichtigen Refvr- wen sei es auf bem Gebiete ber Volksgesundheit, kr Bewässerung, der Landwirtschaft, des Ver* kchcs, der Finanzen, des Handels, der Industrie M5)D Dank, intelligente Leute und man hört dort hinter den Kulissen keine raschelnden Weiberröcke." Tschechow Pflegte sich bei den Proben in einer Ecke zu verbergen und in sich vertieft, der Probe zu. folgen, ohne sich hineinzumischen. Eines Tages sagte ein Bühnenarbeiter, der in dem salopp gekleideten, bescheiden aussehenden Mann keineswegs den berühmten Dichter vermuten konnte, zu dem Autor der Werke, die den Ruhm des Moskauer Theaters begründet haben: „Was machst du hier, Väterchen? Du weiht doch, daß Unbefugten das Betreten der Bühne verboten ist! Mach, dah du nach Hause kommst." Ohne ein Wort zu sagen, ging Tschechow nach Haus." „3m Jahre 1903 trat ich aus dem Verband des Moskauer Künstlertheaters aus", plaudert Meyerhold weiter, „und wurde Regisseur im Theater der Kommissarschewskaja, die ehemals Schauspielerin des Kaiserlichen Theaters in Petersburg war, und die man allgemein „die russische Düse" nannte. Als ich zum Regisseur des Kaiserlichen Schauspielhauses in Petersburg ernannt wurde, ging ein Sturm der Entrüstung durch die Rechtsblätter. 3ch inszenierte dennoch mehrere Opernaufführungen, darunter eine Reueinstudie- rung von Wagners „Tristan". Meine Reuein- studierung wich von der Tradition des damals alleinherrschenden Wagnerstils stark ab, daß die berühmte Wagnersängerin Felia Litwin, die als 3solde gastieren sollte, beim Anblick der Dekoration des ersten Aktes in einen Weinkrampf verfiel. Als später der berühmte deutsche Wagnerdirigent Felix Mottl zu einem Gastspiel eingeladen wurde, fürchtete man, daß er sich als treuer Hüter der Bayreuther Tradition weigern würde, den „Tristan" in dieser Insze- nierung zu dirigieren. Der Intendant der Hofoper entschloß sich zu einem Trick: der berühmte Dirigent sollte bei der Generalprobe die Dekoration nicht zu sehen bekommen. Unter dem Vorwand, dah am Abend „Aida" gespielt werden sollte, wurde die Dekoration des ersten Aktes von „Aida" aufgestellt, und der „Tristan" wurde im Anblick ägyptischer Bauten und unter Palmen durchgespielt! Während der Vorstellung kam dem Zaren, der anwesend war, der erste Akt zu lang vor. Er schickte seinen Adjutanten auf die Bühne, um zu fragen, wann denn der erste Akt zu Ende fein werde. Der Adjutant zupfte den hinter der Bühne aufgestellten Chordirigenten gerade in dem Augenblick, als er dem Chor das Zeichen zum Einsatz geben wollte: es entstand eine fürchterliche Kokophonie, an der der große Dirigent ganz unschuldig war!" Heber seine Pläne befragt, erwiderte Meyerhold: „Ich habe die Absicht, mich in Deutschland auszuruhen und vor allem in einem Sanatorium eine Kur nach meiner schweren Erkrankung durchzumachen. Es ist möglich, dah ich später einmal eine Filmaufnahme leiten werde. Mit Theateraufführungen werde ich mich hier wahrscheinlich nicht beschäftigen." Turnen, Gpori und Spiel. Kugelstoßen: 1. Paulus, V.f.L. Wetzlar, 12,20 Meter, 2. Koch, D. f. L. Wetzlar, 10,72 Meter, 3. Schmelz, 1900, 10,19 Meter. Leichiaihleiik. Glänzende Erfolge der Tpiclvgg. 1900. ö. Die Wettkämpfe in Weilburg am Sonntag wiesen die erwartete Besetzung auf — lediglich Frankfurt hatte absagen müssen — und wirkten, dank der guten Abwicklung und der Leistungen, in jeder Hinsicht werbend für die Leichtathletik. Die Spieloereinigung 19 0 0 konnte den im Vorjahre in Weilbura erworbenen guten Ruf befestigen und blieb in der Gesamtwertung wiederum weitaus bester Verein (45 Punkte) vor Koblenz 1900/02 und V. f. L. Wetzlar (je 21 Punkte). Relativ gut hielt sich der Veranstalter, Weilburger F. V., mit 16 Punkten. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die 1900er ohne ihre besten Werfer und einen Teil der guten Sprinter die Reise antreten mußten. Die vorzüglichste Leistung boten sie in der 3X1000-Meter-Staffel, die sie in der Besetzung Bepperling, Tönaes, Peters, nach scharfem Kampf gegen Koblenz 1900 und Sportfreunde Siegen sicher in der ganz hervorragenden Zeit von 8,19 Minuten gewannen. Weiter sind beachtlich die 4,18 Minuten von Peters über 1500 Meter, die 200« Meter-Zeiten Geists und die 54,5 Sekunden Guyots über 400 Meter, wobei zu berücksichtigen ist, daß Guyot wohl der meistbcschäftigtste Mann der ganzen Veranstaltung war. Nachstehend die Wettbewerbe, in denen die 1900er siegten bzw. sich placierten: Klasse I: 100 Meter: 1. Müller, Weilburg, 11,6 Sek., 2. Geist, 1900, 12* Set, 3. Hopfenmüller, 1900, 12,2 Sek. Geist kam infolge einer nicht ausgeheilten Zerrung schlecht in Schwung und mußte dem vorzüglichen Weilburger den Vortritt lassen. 200 Meter: 1. Geist, 1900, 23,9 Sek, 2. Guyot, 1900, 24,6 Sek. Eine sichere Sache für die beiden Gießener. 8 00 Meter: Romyk, Koblenz, 2 Min, 2. Worthmann, V. f. L. Wetzlar, 2,07 Min, 3. langes, 1900. Bepperling war nicht disponiert und gab auf, Tanges stoppte infolge eines Irrtums ab. 5000 Meter: 1. Paul, Sportfr. Siegen, 15:40,2 Min, 2. Gerhard, Weilburg, 16,02 Min, 3. Paul, 1900. Der 1900er kann gegen die erstklassige Zeiten laufenden bekannten Langstreckler nicht an und belegte den obligatorischen dritten Platz. 3X1000- Meter-Staffel: 1. Sp. Vgg. 1900 Gießen 8,19 Min, 2. Koblenz 1900/02, 3. Sp.- Freunde Siegen. Eines der schönsten Rennen des Tages. Don den Spielvereinigungsleuten lief jeder gleich tapfer und auch der Zeit nach gut (1000 in 2,46 Min.). Klafse II: 100 Meter: 1. Landsrath, Koblenz, 12 Sek, 2. Gunot, 1900, 12,6 Sek, 3. Kuhn, Koblenz, 13,2 Sek. Guyot stolperte auf der aufgeweichten 100- Meter-Bahn schon kurz nach dem Start und büßte dadurch viele Meter ein. 200 Meter:!. Geist, 1900, 23,7Sek, 2. Guyot, 1900, 24,8 Sek, 3. Halfmann, Koblenz 26,4 Sek. 400 Meter: 1. Guyot 1900, 54,5 Sek, 2. Specht, Koblenz, 57,2 Sek. Guyots läuferische Zukunft scheint auf der 400-Meter-Strecke zu liegen. 15 0 0 Meter: 1. Reichmann, Sportfr. Siegen, 4:15,4 Min, 2. Peters, 1900, 4:18,2 Min, 3. Osbelt, Wetzlar. Die Zeiten sind sehr gut. Der Exmarathonmeister Reichmann gewann durch besseres Spurtvermögen. 4X200-Meter-Staffel: 1. Sp. Vgg. 1900 Gießen, 1:36,8 Mm, 2. V. f. L. Wetzlar, 1,38 Min, 3. S. C. 1900/02 Koblenz. Die Gießener liefen durch Seipp einen Vorsprung heraus, der von Hopfenmüller und Guyot gehalten und bann durch Geist noch vergrößert wurde. Weitsprung: 1. Guyot, 1900, 5,75 Meter, 2. Capello, V. f. L. Wetzlar, 5,62 Meter, 3. Best, V. f. L. Wetzlar, 5,44 Meter. In Anbetracht der kurzen Anlaufbahn sind die Leistungen zufriedenstellend. Kugelstoßen: 1. Schmelz, 1900, 10,65 Meter, 2. Koch, V. f. L. Wetzlar, 10,60 Meter, 3, Hopfenmüller, 1900, 10,01 Meter. Klasse III: 100 Meter: 1. Müller, Weilburg, 12 Sek, 2. Hopfenmüller, 1900, 12,4 Sek, 3. Best, D. f. L. Wetzlar, 12,5 Sek. 400 Meter: 1. Erbe, Weilburg, 55,5 Sek, 2. Knigge, 1900, 58,2 Sek, 3, Kissel, Koblenz, 59 Sek. 4X100-Meter-Staffel: 1. Weilburger F. V. 48,1 Sek, 2. V. f. L. Wetzlar, 49 Sek. 3. Gießen 1900, 49,1 Sek, Die 1900er, die beim letzten Wechsel noch mit 4 bzw. 8 Meter vor Wetzlar und Weilburg Übergaben, muhten hier eine unerwartete Niederlage hinnehmen. Der Schlußmann war schlecht im Schwung und zog sich zudem noch eine behinderliche Zerrung auf der Strecke zu. H o ch s p r u n g: 1. Philipp, V.f. L. Wetzlar, 1,52 Meter, 2. Hopfenmüller, 1900, 1,47 Meter, 3. Knigge, 1900, 1,42 Meter. Die weiche Absprungfläche machte den Springern viel Schwierigkeiten. Speerwerfen: 1. Köll, Koblenz, 45 Meter, 2. Guyot, 1900, 44,37 Meter, 3. Koch, D. f. L. Wetzlar. Endlich scheint Gießen 1900 wieder einmal einen Speerwerfer zu haben, der an die 45-Meter-Grenze kommt. B. f. B. Gietzen. V. f. B. konnte infolge Verhinderung feiner besten Leichtathleten, darunter auch des in der Freitagsvorschau erwähnten Springers Steines, nur eine geringe Anzahl von Anfängern nach Weilburg entsenden, die sich dort gegen die starke Konkurrenz nicht durchzusetzen vermochten. Ein dritter Platz (M. Fischer, Weitsprung) war die Ausbeute. Gießener Fußball. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die Ligamannschaft bewies am Sonntag auch im Spiel gegen den Verein für Leibesübungen Frankfurt a.M. - Sachsenhausen, daß sich die Spielstärke der Blauweißen gehoben hat. Lediglich die Stürmerleistungen konnten noch nicht recht befriedigen. 1900 konnte einen verdienten 3:2=Sieg erringen, obwohl es anfangs mit 2:0 Toren im Hintertreffen lag. Der Sturm leistete besonders in der ersten. Halbzeit wieder Unglaubliches im Auslassen von sicheren Torchancen. Boson- ders gilt dies für den Mittelstürmer. Angehend war das Spiel des linken Flügels im Angriff (Heilmann und Best), die auch fast immer die ausgezeichnetsten Torgelegenheiten schufen. Läuferreihe und Verteidigung schafften eifrig und unverdrossen. Ab und zu hatten die Abschläge weiter und genauer sein dürfen. Die Gäste begannen vielversprechend mit wunderschönem Flachspiel, konnten sich aber gegen die gute Gießener Hintermannschaft nicht durchsetzen, da sie meistens zu lange mit dem Ball doppelten. Allerdings hielt Sack im 1900er Tor wieder famos. An den beiden gegnerischen Treffern trägt er keine Schuld. Das erste Jor war ein teilweises Eigentor des rechten Gießener Verteidigers, das zweite ein glattes Abseitstor, was trotz Reklamation vom Schiri gegeben wurde. Noch vor dem Wechsel kam der Platzverein zum ersten Gegentreffer, anscheinend auch ein Eigentor der Gäste bei einem Gedränge. Kurz nach dem Wechsel glich 1900 aus. Die Süddeutschen bestritten den Erfolg und drohten mit Spielabbruch. Der Ball hatte aber tatsächlich die Linie überschritten, nur hatte der Schiedsrichter nicht sofort auf Tor erkannt. Das letzte und Siegestor der Gießener fiel durch den Linksaußen und war das schönste des ganzen Spieles. 1900 konnte das Spiel durchweg überlegen gestalten und gewann verdient, vielleicht sogar zu knapp. Maus um Ellinor. Vornan von Senta Neckel. Copyright bei Greiner & Co., Berlin NW 6. 19. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Jimmy nickte ihr freundlich zu: „Sie haben vollkommen recht, gnädige grau, die Männer benehmen sich heute unmöglich!" Die Frau blickte 3immy begeistert an: „Hast recht, mein Zunge! ' 3n diesem Moment kam der Schaffner und forderte das Fahrgeld. 3immy kramte feine Taschen um und um. „Ich habe doch noch eben bestimmt, vor einer Minute hatte ich den Dollar noch, bestimmt, einen Moment noch, Herr Schaffner, ich muß ihn gleich haben." Jimmy sah die Frau suggerierend an. Wie unabsichtlich stieß er sie liebevoll mit dem Knie und lächelte dabei. Die dicke, häßliche Frau fühlte sich sehr geschmeichelt. Sie wollte dem höflichen jungen Mann gern helfen. Behutsam griff sie in die Tasche und ließ einen Dollar zu Boden fallen. Jimmy hatte sie scharf beobachtet. Er bückte sich rasch und hob den Dollar auf, wobei er nicht verfehlte, der Frau dankbar zuzunicken, was diese mit einem Grinsen quittierte. „Da ist er ja," rief Jimmy erfreut, „ich wußte doch, daß ich den Dollar eben noch gehabt hatte!" Mil der Miene eines Grandseigneurs hielt Jimmy dem Schaffner den Dollar hin. Jimmy bekam eine Anzahl Cents zurück und steckte sie befriedigt in die Tasche. Er hob sich diesen Aotgroschen auf, man konnte nie wissen, wozu er gut war. An einer der nächsten Stationen stieg die Frau aus und warf Jimmy aufmunternde Blicke zu, aber Jimmy reagierte auf nichts, er hatte feinen Zweck erreicht, alles andere interessierte ihn nicht. Er dachte wieder an Betty. Irgendein Geheimnis hatte das Mädel, irgendeine Atmosphäre umgab sie, die ihm fremd war. Eines Tages war sie aufgetaucht in der Pension der Mrs. Buttler, und niemand wußte, wo sie herkam. Dann hatte sie immer Geld, er konnte sich das nicht erklären. Eine Stenotypistin in Reuyork hat nicht so viel Geld! Da mußte etwas dahinter fein. Jimmys weltverlorener Blick hing an dem Plakat, das an einem dünnen Faden hing und bei den Bewegungen der Straßenbahn hin- und herpendelte. Er hatte dieses Plakat schon oft gesehen, es hing ja überall, er hatte mit Betty zusammen schon oft darüber gelacht. Da war eine Frau, die 100 000 Dollar verschenkte! Rein, das war doch zu drollig. Wie kam ein Mensch dazu, 100 000 Dollar so mir nichts dir nichts, zu verschenken7 100 000 Dollar für Ellinor! Jimmy kniff die Augen zusammen. Sein Magen meldete sich schon wieder, er hatte seit dem Dünnen Morgenkaffee bei Mrs. Buttler noch nichts weiter gegessen, aber er hatte auch jetzt kein Geld, sich etwas zu kaufen. Betty hatte immer gelacht, wenn sie gesehen hatte, mit welcher Wonne er das Gesöff, das Mrs. Buttler Kaffee nannte, herunterschlang, aber was sollte man tun, wenn man Hunger hatte. Das Plakat schaukelte hin und her. 100 000 Dollar für Ellinor! Er würde einfach hingehen und sich das Geld abholen: dann würde er aber leben! Fabelhaft würde das werden! Zunächst kriegte dann Betty einen ganzen Wagen voll Blumen, sie liebte ja die Blumen so sehr, auch Teerosen, die so unverschämt teuer waren. Das war ihm dann ganz egal, mit 100 000 Dollar war man ein sehr reicher Mann. Ja, aber erst mußte diese Ellinor doch gefunden werden. So ohne weiteres konnte man sich die 100 000 Dollar doch nicht abholen. Jimmy seufzte auf. Sein schöner Traum zerrann. Wieder dachte er an Betty, und die Angst kam in ihm hoch. Man sprach in der Straßenbahn von der Katastrophe. Gott sei Dank war es lange nicht so schlimm, wie er es sich gedacht hatte. Tote gab es überhaupt nicht, auch keine Schwerverletzten, nur ein paar Frauen waren an Rauchvergiftung erkrankt und ins Krankenhaus gebracht worden. Gott sei Dank, es war mehr Aufregung gewesen, als Grund vorhanden war. Die Stadt hatte sich schon wieder beruhigt. Man lebte so schnell, daß man in der nächsten Stunde schon vergessen hatte, -was in der vorherigen war. Die Zeit sauste mit einem davon, man wußte nicht wie. Jimmy dachte daran, dah er nun eigentlich feine Stelle umsonst verloren hatte, aber sonderbarerweise ärgerte er sich gar nicht. Er hatte das bestimmte Gefühl, dah ihm heute noch etwas sehr Schönes begegnen würde. Betty glaubte auch an das große Wunder, warum sollte er nicht daran glauben? Betty hatte gesagt, manche Leute laufen an ihrem Glück vorbei und^wissen es nicht. Run, erwürbe jetzt die Augen aufmachen, damit er nicht an feinem Glück vorbeirannte. Das Plakat schaukelte verheißungsvoll hin und her. ,.100 000 Dollar für Ellinor!" Jimmy drehte dem Schild resigniert den Rücken! Das konnte einen direkt toll machen, wie einem da die Dollars vor der Rase herum- fcaumelten. 100 000 Dollar! 3immt) setzte sich auf einen freigetoorbenen Platz. Der Herr, der ausgestiegen war, hatte die „Cvening Review" liegen lassen. Jimmy griff interessiert nach der Zeittrng. Er konnte sich selbst keine laufen, aber er hamsterte alle Blätter, die ihm in die Finger kamen. Gleich auf der ersten Seite stand in fetten Lettern: Heute muß Ellinor gefunden werden, heute ist der letzte Tag. „100 000 Dollar für Ellinor!" Jimmy runzelte die Stirn. Wieviel Stunden hat der Tag? Zwölf! Wieviel Stunden sind schon vergangen? Da die Ahr eben elf schlug, konnte er sich orientieren. Es waren also nur noch ein paar Stunden Zeit, dann waren 100 000 Dollar unweigerlich dahin. Dann konnte er Betty keine Blumen kaufen oder sie ins Theater führen. Ach, wenn er 100 000 Dollar hätte, dann würde Betty ihn vielleicht auch heiraten, obwohl er zwei Jahre jünger war als sie, aber bei so viel Geld spielte das wohl keine Rolle, und Betty würde den mysteriösen Bräutigam, den sie vorgab zu lieben und der noch nie in Erscheinung getreten war, vergessen. Jimmy dachte angestrengt nach. Er studierte eifrigst den Steckbrief, der heute noch einmal ganz ausführlich in den Zeitungen stand. Daneben waren verschiedene große Abbildungen. Ellinor Stanley in ihrem Auto, Ellinor Stanley auf dem Golfplatz, Ellinor Stanley im Frack, wie sie den Reuyorkern in der Metropolitan Opera ein Schnippchen geschlagen hatte und Ellinor Stanley in der Gesellschaftstoilette. Jimmy studierte die Bilder ganz genau. Diese Ellinor war ein sehr hübsches Mädchen, diese Ellinor war genau so hübsch wie Betty, und das wollte doch schon allerhand heißen. Diese Ellinor sah übrigens der Betty außerordentlich ähnlich. Ellinor hatte blonde Haare — Betty hatte die schönsten blonden Haare, die man sich träumen konnte. Ellinor hatte grünlich schimmernde Augen und bei Betty konnte man auch nie wissen, waren diese schönen Augen eigentlich grün oder grau. Er wußte, in diese Augen hatte er sich zuerst verliebt und dieselben Augen sollte diese Ellinor haben. Das war glatte HeBertreiBung. Diese Augen konnte nur ein Mensch auf der Welt haben. Jimmy wurde vor Aufregung ganz heiß. Er vergaß, daß er eigentlich schon längst hätte aussteigen müssen, er vergaß, daß er der einzigste Fahraast war. Er hielt die Zeitung umklammert und las und las. An der Endstatton der Straßenbahn schmiß ihn der Schaffner raus. Jimmy stand in irgendeiner fremden Gegend, wo er noch nie gewesen war. Er schaute sich verblüfft um. „Wann geht die nächste Bahn zurück?" fragte er den Schaffner. Der Mann lachtet Die Ligareserve trat die Fahrt nur mH 10 Spielern nach Frohnhausen a. b. Dill an unb verlor hoch mit 6:1 Toren (Halbzeit 2:1). Die brei Schlußleute waren ersetzt, und ber Ersatztorwart zeigte sich als Hanbballer bem Fußball in keiner Weise gewachsen. Der Gastgeber hatte seine Elf burch zahlreiche Ligaspieler verstärkt. Durch bie erforderlichen Umstellungen hatte auch bie 3. Mannschaft nur 10 Spieler zur Stelle. Für bie abermals absagenben Garbenteicher wählte man in letzter Minute Großen-Busecks erste Elf. Das Spiel fanb in Großen-Buseck statt unb sah einen Sieg bes Gastgebers, ber in ber Höhe von 5:2 Toren bem Spielverlauf nach verbient gewesen ist. Die Alten Herren warteten auf ben verpslich. teten Gegner, ben Wetzlarer Sportverein, vergebens. Die 1. 9 u g e n b verlor in einem harten Treffen bas Rückspiel in Struthütten mit 3:1 Toren. 1900s 2. Jugend verlor auch bas Rückfviel gegen Sinns 1. Iugenb nach miserablen Leistungen 3:0 auf eigenem Platz. Lichs 1. 3 u g e n b konnte ihren Vorspielsieg (5:1) gegen 19 0 0s 3. 3 u g e n b nicht wiederholen. Diesmal hieß bas Enbresultat 2:2. Die 1. Sdjülerelf blieb in Frohnhausen an ber Dill mit 3:0 Toren siegreich. Hoch verlor bie 2. Schü 1 erelf gegen die Schü- Icr Großen-Busecks. Auf bem fremben Platz hatten bie neun Gießener nichts zu bestellen und verloren mit 7:0 Toren. V. f. B. Die Ligamannschaft enttäuschte am Sonntag erneut: sie lieferte den Marburger „Germanen" ein schwaches Spiel und verlor mit 1:3. Wenn sich schon im Lokaltreffen gegen die Spielvereinigung eine gewisse Müdigkeitserscheinung in der Spielweise der Platzmannschaft bemerkbar machte, so trat es am vorigen Sonntag deutlich zutage, dah die Elf zur Zeis eine Schwächeperiode durchmacht und außer Form gekommen ist. Sie ist überspielt, was nach der anstrengenden Derbandsspielsaison und den zahlreichen nicht minder schweren Gesellschafsspielen eigentlich nicht wundern kann, sondern als natürliche Folgeerscheinung der vorausgcgangenen Anstrengungen betrachtet und erwartet werden „118 «if * Ü so * K^iautete- &/= JjinneH M L-intgun9 " Ligo' . J Vorspiel Sten der, Bt Dem: L S1v en; fielle kaum l Jn Stelle Ä Jengen- Einen W j|l/ «tw- Unrf*" Dieses Spu .-WonMts-C jfcj/iienben J iHen werd Die Mam . nenn auch d pit leicht ub ■man gute Ei> toiel viel ju Fturmrt’iN kie jjinlermai Mchleistung ßie non ben i itnöalich geholt lüj bie Stab! tträgi, bamit p MM'chostsn mußte. „Germania" Marburg zeigte zwar keinen Klassefußball, wußte aber doch recht gut zu gefallen, und spielte auf jeden Fall besser, als bei den letzten Begegnungen beider Mannschaften. Dom Anstoß an entwickelte sich sofort ein flottes Spiel, das beide Mannschaften abwechselnd im Vorteil sah. Während die Platzelf in Punkto Ballbehandlung und Zuspiel eine Kleinigkeit besser war als Marburg, zeigte sich dieses in der körperlichen Verfassung bedeutend überlegen und paarte dies mit einem rühmenswetten Eifer, der den Gastgebern als Vorbild hätte dienen können. Bei wechselvollem Spielverlauf kamen beide Tore öfters in Gefahr, ohne dah von der einen oder anderen Partei, deren Stürmerrechen zu weich und unentschlossen spielten, ein Erfolg erzielt wurde, bis der linke Verteidiger durch eine unglückliche Abwehr bei Dalles diesen selbst ins eigene Tor lenkte. V. f. 2. forcierte das Tempo und versuchte, den Ausgleich herzustellen, was ihm den auch noch vor der Pause gelang. Rach dem Wechsel hatte Gießen eine zeitlang etwas mehr vom Spiel Seine Angttffe wurden aus der Läuferreihe überlegt aufgebaut und vom Sturm flott uor- getragen. Auf diese Weise wurden eine ganze Reihe guter, zum Teil sogar sicherster Chancen herausgearbeitet, die jedoch sämtlich von ben schußunsicheren Stürmern ausgelassen wurden. Die Gäste waren in der Auswertung ihrer nicht ganz so zahlreichen Torgelegenheiten bedeutend glücklicher und konnten bis zum Schluß noch zwei Erfolge buchen, von denen einer allerdings eben» „Sie fahren wohl zum Vergnügen Straßen» I bahn!" „Ree, ich bin nur zu weit gefahren!" „Ra, dann setzen Sie sich noch ein Momentchcn in den Warteraum, wir fahren erst in zwanzig Minuten!" Jimmy ging in den Warteraum. Hier roch es nach Kaffee und Schmalzstullen, denn die Schaffner nahmen hier ihren Freilunch. Jimmy hatte keinen Hunger mehr. Er hatte keine Zeit mehr, an das Essen zu denken. Er breitete die Zeitung auf dem Tisch der Halle aus und vertiefte sich mit großem Eifer in sie hinein. Also diese Ellinor, die das viele Geld verschenkte, hatte die Freiheit, zu behaupten, fit habe ein ganz kleines Muttermal in Form eines Herzens am linken Oberarm. Das war doch gc- radezu toll, denn Betty hatte dasselbe Mutter- mal, er hatte es ganz deutlich gesehen an ben Morgen, als er Betty schon um 8.30 Uhr früh aus den Federn geholt hatte, weil er sie j» George Wellton in die Spinnerei bringen wollte So einen ganz dünnen feinen ©eibenmorgenrod hatte Betty angehabt unb bas niedliche Heim Muttermal hatte durch die rosa Seide geschimmert Woher hatte bie kleine Stenotypistin Betti Glynn, bie in Hoboken in dem schäbigen Boarding- haus der Mrs. Buttler wohnte, nur so einet Das biesjä Kreis V banbeß n Sonntag in flung ber ^endliche 6 M«n unb i lulammengef fireis^ugenb 3ugenbtrcffer .zichung als i Ber oerhinbei iagabenb gep iHen holzf 'm Sonntag iiner Mor Kaiserpfalz | galt (®e!n wer fummelte ffj/j btganr !fieid)ntbmn . ben unten bi nach bem ( •fiunbgeb ^Deutschen Frankfurt a Tchwimmerj Den Bürger Siele ber 'bei Sugenb in p fahren beut! •3^4 bes b ( 'von 'Retorte •ned) von du für ben bei -n-cht bas : 3m Llnschlu ®mrben bie Wereinsbab i N'Mn, zu ®’WQ(rot Di 'hatte. Mit e ssr Der Qie ben De kuusgezeichne 16tr männtit Ergebnis feinen Morgenrock? Jimmy verglich die Bilder. Wenn, man bii Betty in so eine Gesellschaftstoilette steckte, bant sah sie genau so aus, wie biefe Ellinor. Jimmy hielt bas Blatt ganz dicht vor bii Augen. Wie ein Vexierbild kam ihm die Sach« vor. eben war da noch Ellinor Stanley abgebildet gewesen und jetzt sah er ganz deutlich daß es Betty Glynn war. „Ich glaube, ich habe Hungerphantasien,' stöhnte Jimmy und trocknete sich mit einer zweifelhaft sauberen Taschentuch die Stirn. Aber das Bild blieb. Es war nicht länger verheimlichen: Ellinor Stanley und die Heim Betty Glynn, die vor einer Woche zu Mrs. Butt' ler in baä Boardinghaus gezogen war, toaif eine und dieselbe Person! Jimmy war erschüttert von seiner Entdeckung Sein Kops faßte es noch nicht ganz. „Mancher merkt es nicht, daß er neben seines Glück herläuft, daß er nur zuzufassen braucht um 100 000 Dollar zu gewinnen," hatte Dettl gesagt. Ja, er war nebenhergelaufen, er war fogat mit dem Glück im Kino gewesen, und hatte d nicht gemerkt. Unb dieser Ellinor Stanley, obe: Betty Glynn, wie sie sich genannt hatte, hall! er ein Theaterbillet schenken wollen. Dieser Frau die sicher nicht mehr zählen konnte, wie oft fu schon im Theater und sogar in der Metropolitan- Opera gewesen war, hatte er vom Theater vor' geschwärmt und getan, als ob er etwas davor. verstände, so eine Dummheit, sie mußte scho'- innerlich gelacht haben über ihn und seine Vc-- geifterung. (Schluß folgt) ÄAS . ’M. ™ ttUr w- SS“-'** UZ; ?''!'«« A1 chtlichen Erfolg brachte die erste schäft von Wetter mit nach E ihren SJorfpieli nicht mi6>>A»L.i nnäfirte, gelang es ihr, der spielenden ersten lugendelf Wetters mit 3:0 das Nachsehen allein in Berlin 1,5 Millionen Kreditnehmer. Das Die hinter den Papieren ange Berlin, 10- Juni 52 124 121,9 122,75 113,5 Danknoten. 333 Gaujugendireffen der Schwimmer. 189,75 281 172,25 158,5 165 Sie erstreckt sich über alle Wirtschaftszweige. Wie ist dem Einzelhandel nun in seiner Kreditnot zu helfen? Eine andere Möglichkeit als die K o l l e k t i v s ich e r u n g scheint es 113,5 129,75 134,5 228 189,75 282 173 158,5 165,5 53,5 73 72 108 123,75 131 116 150 215 •29,25 97 289 53,5 73 72 123,5 130 221,5 150 213 94 287 122,75 195 154,5 114,25 130 134,9 229,75 190 282 172,25 158,5 165,5 186,75 336,25 )eren Partei, btr b unentschlossen spie >urde, bis der lid i" o , 5 , 6 , 0 , 6 11 , 0 . -1 , 8 . 8 10 , 8 . 8 10 , 8 . 8 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 2BIB. Auf die Reichsanleihe sind bisher 177,7 Millionen Mark gezeichnet roor- den. Das endgültige Ergebnis wird erst in einigen Togen mitgeleilt werden können, da noch Meldungen ausslehen. Ls kann jedoch schon jetzt gesagt werden. datz der gröhere Teil des gezeichneten Betrages in Sperrstücken und Schuldbucheintragungen übernommen worden ist. Wie den Annahmestellen schon gestern telegraphisch mitgeleilt worden ist, gelten alle gezeichneten Beträge als voll zugeteilt. von den Zeichnern, soweit sie nicht bereits Zahlungen geleistet haben, wird daher eine schriftliche Aufforderung zur Begleichung der am 12. Juni d. 3. fälligen Linzahlungscate von 40 o. h. nicht abzuwarten sein. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. . 8 . 8 10 . 8 10 10 12 11 12 10 10 10 . e . 8 12 h von den im übrigen sehr guten Torhütern un- e^glich gehalten werden konnten. Es ist zu hoffen. M die Stadtmannschaft öfters solche Spiele aus- tagt, damit sie auch in Spielen gegen andere Stadt- rarmschaften Erfolge erringt. lirupfe, die einen Teil des für die Vereine aus- pichriebenen Fünfkampfes darstellten, über bn unten berichtet wird. Den Höhepunkt bildete die 114,65 129,25 134 190 282 171,5 158,75 165,5 186 336 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 11. Juni. Der Produktenmarkt verkehrte heute auf die schwächere Eröffnung 300 Mark: Schlachtkühe 200 bis 400 Mark; Rinder, ein- bis zweijährig, 150 bis 250 Mark; Kälber, je Pfund Lebendgewicht 0,60 bis 0,65 Mark. Bessere Tiere erbrachten Preise über Notiz. Liverpools und auch auf die abgeschwochten gestrigen Auslandmärkte in ruhiger, aber teilweise abge- Taten für Mittwoch, 12. Juni. Sonnenaufgang 3.43 Uhr; Sonnenuntergang 20.16 Uhr. — Mondaufgang 9.13 Uhr; Mondunter- gang 0.06 Uhr. 1815: Gründung der Deutschen Burschenschaft in Jena; — 1819: Der englische Schriftsteller Charles Kingsley in Holne geb. ^gegangenen L d erwartet wert? cg zeigte zwar ki$ )oie Ligareserve machte ihre 1:4-Nlederlage in Vorspiel durch einen 2:1-Sieg über die Nerven der „Germania" einigermaßen wieder ’lt Dem Spielverlauf nach hätte sie bei etwas ssnrern Stürmerspiel bedeutend höher gewmnen jpen; allerdings war die Hintermannschaft der D[te kaum zu überwinden. ’2ln Stelle der am Freitag absagenden Vraun- L*er ersten Mannschaft hatten sich die 21. H. bie Elf is Steinbacher Fußballklubs zu einem esillschaftsspiel nach hier verpflichtet und mußte b dieser nach flottem Spiel nur knapp mit 2:3 einer Morgenfeier in der altehrwürdigen Loiserpfalz (Barbarossaburg), in der Jugendpfarrer {ja lt (Gelnhausen) beherzigenswerte Worte an die i-rsarnrnette Jugend richtete. Nach Besichtigung der *'? volkstümlichen Wett- u-zen. (Emen sehr bea. Rindermarli in Gießen. Der Auftrieb zum heutigen Gießener Rindermarkt belief sich auf 929 Stück Groß, und Jungvieh und 171 Kälber. Der Handel war flott, die Nachfrage nach Schlachtkühen groß. Es wurden bezahlt für Kühe 1. Qualität 600 bis 700 Mark, 2. Qualität 400 bis 500 Mark, 3. Qualität 200 bis Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. führten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. nicht zu geben. Sowohl der Deutsche Genossen- schastsverband, wie die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels werden diese Frage in den Mittelpunkt ihrer nächsten Tagungen stellen. Wirtschaft. Ergebnis der Zeichnungen die Reichsanleihe. Jran;oiische Noten..... HoUaiiduwe Noten...... fHaltenifäje Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Oesterr.Lioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schwerer Noten....... Spanische Noten...... . Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... lila Deutsche Eisenbahn . firrburg.eimertta Paket . ■v.rrb.-Sütmm. Damplich. pna Dampfschiss - - - . j c.deutscher Lloyd . . . tilg. Deutsche Creditanll. . ißarner Bankverein . . . Ijerliner Handel-gesellsch. . ^mmerz- unL Peivat»Baiu i irniL u. Nalionawank . t:udd)e Bank • • - l rimio-Gesellschaft Snt. tterdner Bank - - • • [ fietalfban! •••••• 4 Iddtban! •*••••• Juflenb in packenden Worten klar, was unter dem «ähren deutschen Sportgeist zu verstehen jei. Der Dw tck des deuts chen Sports sei nicht das Erzielen Eom Rekorden, die neben dem Willen des einzelnen Tfdt von vielen anderen Umständen abhängig seien; fir den deutschen Sportsmann gelte es vielmehr, ritzt das Beste, sondern sein Bestes zu geben. ?iil Anschluß an einen Festzug durch die Stadt Diiiben die Schwimmwettkämpfe in dem 8ftreinsbaö des Gelnhausener Schwimmoereins aus» (ttiagen, zu dem sich auch der Gauvorsitzende, Me- tiicnalrat Dr. Friedrich (Darmstadt) eingefunden tüt IS. Mit einer kurzen Siegerehrung und Preis- icrteilung fand schließlich die Veranstaltung ihren !!.,chluß.' . . per Gießener Schwimmverein konnte sbki den Wettkämpfen mit seiner Jugendabteilung Msgezeichnete Erfolge erringen. JrnFünfkampf her männlichen Jugend belegte er im Gesamt- (r g eb n i s den e r ft e n Platz vor Offenbach 96, in dem der weiblichen den zweiten Platz nach „Jung- deutschland" Darmstadt. Der Fünfkampf für die männliche Jugend be- stand aus leichtathletischen und schwimmerischen Wettkämpfen (4 X 100-m-Lauf, Kugelstoßen, Weitsprung, 3X50-m-Lagenstaffel, 4X50-m°Freistil- staffel). Den 4X100-m-Lauf gewann der G. S. V. mit der Mannschaft Habrich, Herbert, Hartmann, Becker. Im Kugelstoßen und Weitsprung belegte Becker jeweils den ersten Platz. In der Lagenstaffel blieb „Jungdeutschland" Darmstadt knapp vor dem G. S. D. (M e w e s , Har t m a n n, Herbert) siegreich, während in der Freistilstaffel Offenbach 96 an erster, der G. S. V. (Hartmann, Schunck, Zimmer, Herbert) an zweiter und „Jungdeutschland" an dritter Stelle einliefen. Im Fünfkampf der weiblichen Jugend belegte der G. S. V. den zweiten Platz in der 4X75-M- Laufstaffel (Burg, Staubach, Ley, Schuch a r d) und ebenfalls den zweiten Platz in der 4X50-m-Bruststaffel (Schuchard, Burg, Ley, Handrick). Staubach wurde im Ballweitwurf Erste, Ley im Weitsprung Zweite, während die Lagenstaffel des G. S. V. sich mit dem dritten Platz begnügen mußte. Besondere Beachtung verdient schließlich der über- raschende Sieg der G. S. V.-Jugend über „Jungdeutschland" im Wasserballs piel, das außer- halb des Rahmens des Fünfkampfes ausgetragen wurde. Die Mannschaft des (9.6.23. (Schüler, Mewes, Mosner, Hartmann, Zimmer, Herbert, Schomber) erzielte mit 2:1 einen verdienten Erfolg. Tennis. Gießener T.-L. 1. Mannschaft gegen Wiesbadener Hockey- und Tennisklub 0:9. Gießener T.-L. 2. Mannschaft gegen vlau-Weih Limburg 1. Mannschaft 9:5. Das Medenspiel der 1. Mannschaft nahm den erwarteten Ausgang. Gießen hielt sich trotz der hohen Niederlage sehr gut, ost fehlte nur noch ganz wenig zu dem einen oder anderen Sieg. Wiesbaden, der Spielstärke des Gießener Clubs sich bewußt, hatte seine komplette 1. Mannschaft, abgesehen natürlich von seinen Extrakanonen Froitzheim, Kreutzer und Floda, im Feld. Im Einzel hatte Kirtner ein schönes Spiel gegen den äußerst routinierten von Knoop, der erst nach härtestem Widerstand 6:4, 7:5 gewinnen konnte. Noll eroberte gegen den gefährliche Schnittbälle spielenden von Ende ohne allzuviel Mühe den ersten Sah, mußte jedoch dem immer besser werdenden Wiesbadener die beiden nächsten überlassen. Das dritte gute Resultat im Einzel erzielte Dr. Fischer, der sich durch die wundervollen Schläge Reinhardts nicht irritieren ließ und beide Sätze nur knapp abzugeben brauchte. Dr. Schopper, Dr. Douges und v. Grolman waren mit Eifer bei der Sache, erlagen jedoch leichter der großen Routine der Sßiesbabener Tennisspieler. Die Doppels brachten eine kleine freudige Überraschung für den Gießener Club, da man hier mit viel glatteren Niederlagen gerechnet hatte. Kirchner-Noll gaben erst nach Kampf gegen Rein- hardt-v. Ende ihr Spiel verloren. Noch besser hielten sich Dr. S ch o p p e r - S c r i b a und Dr. Fischer- v. G r o l m a n. Erstere erzwangen zwei lange Sätze gegen Strauß-Schertel, letztere verloren nach gewonnenem zweitem Satz den dritten nur ganz knapp gegen v. Knoop-Bremser. Auf den Gießener Plätzen spielle zur selben Zeit die Gießener 2. Mannschaft gegen die erste Besetzung von Blau-Weiß Limburg und konnte mit obigem glatten Sieg einen schönen Erfolg verzeichnen. An erster Stelle bewährte sich Sack, der erstmals für Gießen startete. Vergnügen 6W hren erst in M jarteraum. $CT mMullen. beim ten Fwlunch. ingcr mehrer P- g aus dem W. sich mit grohm 61 & «* )on um MO > ewen SeAche Her >» * CSenn. ® JJ? (2 Cnnntafl in Gelnhausen unter starker Beteilv der Gauvereine durchgeführt, lieber 300 Äm nSXirt ^endliche Schwimmer und Schwimmerinnen aus SÄ Wen und den benachbarten Gebieten hatten sich iJiammengefunben, um unter der Leitung des kreis-Jugendwartes Gießmann (Darmstadt) em n Seschr, ohne i. ?ugenl)tr^en 3U veranstalten, das in jeder Be- zchung als vorbildlich angesehen werden darf. Leide verhinderte ein starkes Gewitter den für Sams- icgabenb geplanten Fackelzug, das Abbrennen eines ^otlpieiL Fu genbmanniajaii von iu« uuu/ nicht mieberbn!, hule. Trotz mehrfachem Ersatz, der sich ledach gut ihr- Knr InmltniMn » r ft P Ti 10. Juni klmilichc ‘Jioticrunn , Bric> t Dieses Spiel fand am Samstagabend auf dem ' sini-rersitäts-Sportplatz statt und mußte leider wegen enttäuschst am&& frömenben Regens 15 Minuten vor Schluß abge- den Aarbuk-j. tochen werben. es Spiel und Bit-' i Die Mannschaften waren ziemlich gleichwertig, n Lokaltressen *, »an auch die Stadtmannschaft in der ersten Halbgeivisse Mübigki. ,it leicht überlegen spielle. Auf beiden Sellen sah ''le der ran gute Einzelleistungen, dach ließ das Zusammen- stat es am vorig: (fiel viel zu wünschen übrig. Besonders in den 1 die Sst zur Hi k-u rmreihen wurde zu eigennützig gespielt, so daß A und auher §vru - h Hintermannschaften meist leichte Arbeit hatten, t, Was nach bet an st,!htleistungen allerdings waren die erzielten Tore, VN und den M ' ----- ~ i TesellschasSspielv s lvnbetn als nald 11. Juni Amtliche Notierung Geld | Brief T"' r-i|uUCnU ytpiUlUcii ouuciQuy, vu-' ‘ . llualuhe Wr... -n ^o(3fcuer9 unb die Feuerrede. Dafür verlief ne Lor lenite. D. s. Sonntag um so besser. Er wurde eingeleitet mit versuchte, Den le — - • • — ihm Den auch »i ch dem Wechsel aä mehr vom fi... gesammelte Jugend [uSr>eI IM begannen die n Sturm flott - 11 m n f e . die einen schwächtet Haltung. Da das Jnlandangebot weiter gering bleibt und die Nachfrage sich äußerst Aurürf- hält, kommen fast kaum Umsätze zustande, so daß nur wenig Preisveränderungen feslzustellen sind. Für Mehl bestand einige Nachfrage, die aber sofort ein Nachgeben des Preises für Weizenmehl um 0,25 Mark zur Folge hatte. Auch Futtermittel eher angeboten und bis 0,25 Mark nachgebend. Es mürben notiert: Weizen 23,50 Mark; Roggen 21,75; Sommergerste für Brauzwecke 23; Hafer, inlän« bischer, 22; Mais (gelb) 20; Weizenmehl, fübbeut- • Ueberzeichnung einer deutschen sches (Spezial 0) 32 bis 32,50; Roggenmehl 28 bis Anleihe in Holland. Die in Holland im 28,50; Weizenkleie 11; Roggenkleie 11,75 Mark. Ten- Betrage von 900 000 Gulden aufgelegte 8prvz. benz: ruhig. Obligationsanleihe der St. Ioseph-Stiftung zu ---------- Bremen ist stark überzeichnet worden. Zeichnun- . . gen bis zu 2000 Gulden werden voll zugeteilt ^dtlOC^VCrvCIttO werden, während auf darüber liegende Beträge K nur 20 Prozent zugewiesen werden. hesslsMeN ElNZelhaNvelS. • Börseneinfuhrung der preuhi- 1 11 ’ ‘ u chen Liquibationsgoldrentenbriefe. WEB. Darmstadt, 9. Juni. Die diesjährige Wie der Amtliche Preußische Pressedienst er« 22. Jahrestagung des Landesverba n« ährt, gelangen die 4,5proz. Liquidationsgold- des des hessischen Einzelhandel« rentenbriefe der Preußischen Landesrentenbank konnte den standesbewuhten Einzelhandelskauf« am Mittwoch oder Donnerstag dieser Woche zur I mann mit besonderer Genugtuung erfüllen. Bei ersten amtlichen Aotiz an der Berliner Börse, der Erstattung des Geschäftsberichts wies Syn« Diese aus den Papiermarkrentenbriefen der frühe- dikus Dr. M o e ß n e r auf die denkwürdige Tat« ren provinziellen Bentenbanken herstammenden fache hin, daß es im abgelaufenen Geschäftsjahr Goldrentenbriefe sind reichsmündelsicher. Die Li« gelungen sei, den gesamten hessischen guidationsgolbrentenbriefe werden seit längerer Einzelhandel in den 26 größten hes« Zeit im freien Börsenverkehr gehandelt. Sie hatten fischen Gemeinden organisatorisch zuletzt einen Kurs von etwa 73 Prozent. Die t m Landesverband zusammenzu« erste Verlosung beginnt am 18. Juni per l.Ok- fassen, insbesondere auch die infolge der Be« tober d. I. sahungsschwierigkeiten getrennt gewesenen rhein« • Diskus-Werke Frankfurt a. M. hessischen Orte Mainz, Bingen, Alzey und WormS Maschinenbau -A. -G. Die Generalver- I zu verantwortungsvoller Arbeit zu vereinigen, ammlung beschloß, aus dem nach 90 862 (im Bor- I Dieser erfreulichen Mitteilung muhte der Berichtjahr 75 312) Mk. Abschreibungen sich ergebenden erstatter jedoch die wenig erfreuliche Nachricht Neingewinn von 110 672 (86 764) Mk. 30 000 anfügen, daß die e r h e b l i ch e Z a h l v o n G e « (14000) Mk. der Reserve zu überweisen, wieder schäftseinstellungen und Konkursen 10 Prozent Dividende auf 500 000 Aktienkapital im verflossenen Jahre, die teils sehr angesehene zu verteilen und 18 092 (14 893) Mk. vorzu« alte Firmen betrafen, auch im laufenden Jahr tragen. Nach dem Bericht ist der Gesamtumsatz infolge der allgemein schlechten Wirtschaftslage in 1928 gegenüber dem Vorjahr um rund 25 in Hessen und auch wegen des verschärften Kon« Prozent gestiegen, was hauptsächlich auf die kurrenzkampfes noch nicht abgeschlossen sei. Der Steigerung des Auslandumsahes um rund 100 Hessische Landesverband, der sich besonders mit Prozent zurückzuführen sei. In den ersten drei Konjunkturbeobachtungen beschäftigt, sieht recht Monaten des neuen Geschäftsjahres sei der Um- I pessimistisch in die nächste Zukunft. sah gegenüber dem Vorjahr weiter gestiegen, so Q[n Stelle des durch Krankheit am Erscheinen daß wieder ein befriedigendes Ergebnis in Aus- verhinderten verdienten Landesverbands-Vorsicht gestellt werden könne. sitzenden Kalb fuß, Darmstadt, begrüßte die zahlreichen Teilnehmer der Generalversammlung , »r am Sonntag der zweite Vorsitzende Horn, Frankfurt a.M., 11.Ium. Tendenz lustlos. Gießen. Die Hauptgemeinschaft des deutschen Im Anschluß an die schwache gestrige Abendborse Einzelhandels hatte ihren Syndikus Dr. F o l z, eröffnete der heutige Markt in s e h r gedruckter Berlin, entsandt, namens der im Süddeutschen Haltung. Der schwankende Verlauf der gestrigen Cinzelhandelsiag zusammengeschlossenen badischen, Neunorker Börse, sowie das Zeichnungsergebnis der württembergischen u. bayerischen Landesverbände Reichsanleihe, obwohl dies keine überraschende Tat- war Direktor S t e i n e l von der badischen Landessache darstellte, waren nicht ohne Einfluß auf die zentrale in Karlsruhe erschienen, lieber bie für Stimmung. Das Geschäft bewegte sich nur i n ßen Einzelhandel heute besonders aktuellen Tages« allerengsten Grenzen und konnte nur fragen erstattete ein aufschlußreiches Referat Syn« schleppend in Gang kommen. Auslandorders, die ^itud Dr. Folz, Berlin. Die nach der Heber« sonst der Börse die Hauptstütze boten, fehlten fast nähme der Konsumfinanzierung aus den Ver« vollkommen. Auch das private Publikum hielt sich einigten Staaten im Jahre 1926 entstandenen dem Markte vollkommen fern. Abgaben wurden zahlreichen Finanzierungsinstitute find in ver« jedoch nur in geringem Umfange vorgenommen, hältnismäßig kurzer Zeit, mit Ausnahme des Die Unterbringung des herauskommenden Mate- Königsberger und des Tietz-Instituts, wieder ver« rials bot keine Schwierigkeiten, so daß gegenüber schwunden. Ihre Nutznießer blieben die Beamtender gestrigen Abendbörse nur ganz I Versorgungsorganisationen, die Abzahlungsge- Verlüste eintraten. Der Grundton der Börse schifte und die Rabattinstitute. Es zeigte sich zeigte eine nicht zu verkennende Widerstandskraft, ^ber, haß derartige Absaherleichterungen Volks« Nur vereinzelt lagen die sonst favorisierten Werte wirtschaftlich nicht unbedenklich sind. Es sind bann etwas mehr unter Druck. So verloren am Elektro- neuerdings Konsumfinanzierungs « Gesellschaften markt Bergmann 2,75 v. H., Gesfürel waren dagegen eingerichtet worden in Berlin, Breslau, Kassel, gut behauptet, während die übrigen Werte bis 1,25 Magdeburg, Halle, Frankfurt a. M. teils nach *ö.S). niedriger eröffneten. Farben lagen knapp be- ^Berliner, teils nach Königsberger Muster. Die hauptet. Don Kaliwerten verloren Westeregeln 2,5 im Frühjahr 1927 ins Leben gerufene Schuh« o. H. Für Salzdetfurth bestand dagegen etwas In- gemeinschast der Absahfinanzierung umfaßt heute teresse bei einer Besserung von etwa 1 v.H. Am - • ~ - - - ----- ~ ' Montanmarkt waren die Umsätze ebenfalls minimal. Bei vereinzelten Werten machte sich etwas stärkeres Realisationsbedürfnis geltend. Gelsenkirchen verloren 2,75 v. H., Rheinstahl 2 v. H. und Rheinische Braunkohlen 1,75 v. H. Banken lagen uneinheitlich. Etwas höher konnten Berliner Handelsgesellschaft und Deutsche Bank eröffnen. Danatbank, Diskontogesellschaft und Reichsbank büßten bis zu 2 v. H. ein. Deutsche Linoleum 2,5 v. H. schwächer. Renten still und zumeist leicht abgeschwächt, tfür Russen bestand weiter einige Nachfrage. Im Verlaufe bröckelten die Kurse infolge der Geschäftslosigkeit weiter bis zu I v.H. ab. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6v. H. weiter ermäßigt. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1930, gegen Pfund 20,341, gegen Paris 124,03, London gegen Kabel 4,4890, gegen Mailand 92,68, gegen Madrid mit 34,00 fester, gegen Holland 12,0760. ÄT.Ä? Santo««. 015 iu Hellen l Uiiwerfifät — Sladlmannschaft 2:3 (2:3) abgebrochen. Rtanlfurt a.M. Berlin Schluß- Kurs l-Utz» Kure Schluß- Kurs Anfang Kurs Datum 10.6. 11-6. 10.6. 116. Ptmiov yuy uiann..... 114,5 114.5 114 113,75 Heidelberger Crment . . . . 10 139.5 — — — Gement Knrlsladl . . • • . . 8 180 — — — Wayß 4 Freitag . . . • • • 10 110,5 108 109 — SckullbeiS Potzenhoser . . . 15 — — 323,75 317,5 Lktmerke......... 12 — — 260 256,5 Ver. Klcmjstog...... 18 469 — 471 463 li — — 370 fieUftoff Daldhos..... 12 — — 258 257 Scllftoil Ajchalienburg . . . 12 — 195 196 197 Gbarloltenburger Wailer . . • < — — 117 115,5 Tejjauer ltzaZ....... . 8 — ■■ 217.75 215,5 Daimler Motoren..... . 0 61,75 59,75 62,13 61 Deutiche Malchtnen-Fabril . . 0 —— — 52,5 53 Adlerwerte üleoer..... . 6 53,75 52,75 53,75 — i Frankfurt a M Berlin Schluß- Kurs l-llhr- Kurs Schluß- Kurs Anfang- Kurs Damm 10.6. 11.6. 10 6. 11 6. |% vt. ReichSanleihe o. 192^ . • ht Aul.-Ablof.-Schuld mit Aus- 87,3 — 87,5 — lri.-Rechten.........■ 51 —— 51 51,4 1'leSzl. ohne AuSlof.-Rechte . - • F; Franks. Hnv.-Bi. Boldpl. un> 11,3 86,5 11,2 11,4 11,2 feuhhrrr biä 1932. . . . .1 m Rheinische Hqp.-Bank Ligu.- Goldps............ _ _ 78,75 LS®, aba. VorkriegS-Obligation. lLkiahwar 1932 .... 87 — — — 1% Schweiz. Bunde«b>Anl.. . . — — — — i£ Öesterreichische Goldrte.. . - 28,75 — 28,6 29,1 L?<% Ceften. Etlberrte. . . . 2,55 — — — । Oesterreich, einheitl. Rle. - • 1,90 —- 1 i=V Ungarische Goldrte...... < »Ungarische StaatSr. v. 1910 i (V. heifll von 1913..... 23,13 20,5 — 23.1 20,75 23,3 20,1 21,65 1,95 20,65 . Ungarische Sronenrle..... — 2 Eürt. SollanleUje 0.1911 . . 8,7 8,9 8,75 r; Türkische Bagoadbahn-Aal.. 8,6 gjrte i........... _ 8,6 8,6 1^%”vesgl. Serie 11....... Rumänen convert. Stte. . . - _ — 9 — — — |jvi Rumänen Goldanl. von 1913 17 — 17,25 — Frankfurt a. M Berlin Schluß. Kurs 1 Uhr- Kurs Schluß-^Anfang- Kurs | Kurs Damm 10.6. | 11.6. 10.6. 11.6. A.E.G........... b 194 192,5 194 192,75 Bergmann..... . . 9 — 223,25 226 224,4 Elektt. Lieferungen..... 10 — — 163,5 161,25 10 225,5 — 226,5 223 Felten 4 Guilleaume. • • • 6 139 — 138,25 136,5 Ges. s. Elekrr. Untern.» ... 10 231 231 232 231 Hamb. Elekkr. Werke .... 10 — — 144,75 144 Rhein. Elektr........ . 9 — — 166 — Schlei. EleNr........ 10 — — 201,65 198 . 8 — 248,75 249,5 247,5 Siemen» 4 HalSke ..... 12 407 405,75 408 406,75 TranSradio ........ . 8 — — 149.25 149 Lahmeyer 4 Go.. • • • • • 10 173 — 170,65 — Buderu»......... . 5 75,5 — 76 — Deutsche Erdöl...... . 6 — 114,9 116 114,25 Essener Steinkohl«..... . 8 — — 131 — Gelsenkirchener ... t V» 3- 4 139 136,25 138,25 136,75 . 6 — — 146 — — — 131 — Ilse Bergbau....... . 8 223,5 —— 223,5 — klücknerwerke ...... • < 108,5 — 108,75 107,6 Köln-Neuesjen....... . 9 —— — 128,75 127,5 . 8 121 119,75 121,75 120 Monöselber...... • • . 7 133,5 —— 134,25 133 Oberschlei. Eisend. Bedarf. . . 5 — — 89,25 87,75 Oberschlei. SoHroerlc .... . 6 — —— 112,4 111,9 Phönix Bergbau...... bi. 96,5 95 96,75 95 Ryeiniiche Braunkohlen. . . 10 296,5 294,75 296,75 293,5 Rheinstabl . . . s.'/«Ial>r 4V-. 131 129 131,5 128,75 Riebeck Montan...... 7,2 — — 150,5 — Bereinigte Stahlw..... . 6 101,5 — 102 101 Ötavi Minen....... 2 Sh 70,65 — 71 70,25 Kali Aschersleben..... 10 250 — 251,75 248,5 Ka.1 Westeregeln...... 10 256,5 254 259,25 254,5 Kaliwerk Salzdelsurth . . . Id 418 418,5 419,75 417,75 F. ®. Farden-Invustrt» . • . 15 259,75 1 259,5 260,75 259,5 Dynamit Nobel ...... . — 122 120,25 Scheideanstall....... . 9 —- — — — Goldschmidt ....... . 82 — 82 80,75 RütgerSwerke ....... . 95,75 95 95,75 94,75 11 132 — 132,4 — rlmu.-Non. 168,70 168,54 168,23 168,57 Burn-AireS 1,754 1,758 1,754 1,758 Brsi.-Antw. 58,18 58,30 58,17 58,29 Christiania. 111,60 111,82 111,61 111,83 Kopenhagen 111,59 111,81 111,60 111,82 Stockholm . 112,01 112,23 112,05 112,27 HelüngforS. 10,523 10,543 10,525 10,545 Italien. . . 21,925 21,965 21,925 21,965 London. . . 20,314 20,354 20,316 20,356 Neuhork . . 4,1895 4,1975 4,1900 4,1980 Daris.... 16,375 16,415 16,375 16,415 80.765 Schwei» *. 80,47 80,63 80,605 Spanien. 59,19 59,11 59,88 60,00 Japan . . . 1,840 1,844 1,841 1,845 0,498 istlo de Jan. Wien in D-- 0,4965 0,4985 0,496 Lest, abgest 58,855 58,975 58,855 58,975 Prag Belzrad . • 12,399 12,419 12,40 12.42 7,363 7,377 7,361 7,375 Budapest. . 73,00 73,14 73,00 73,14 Bulgarien. 3,032 3,038 3,029 3,033 Lissabon • 18,73 18,77 81,35 2,007 13,73 18,77 Danng. . . Konstantin. 81,19 2,003 81,19 2,008 81,35 2.012 Athen. . 5,44 5,45 5,435 5.445 Canada . 4,156 4,164 4.157 4,165 Uru uao . 4,086 4,044 4,046 4,054 Cairo . • 20,84 20,88 20,835 20,875 Berlin. 10. Juni Geld Brief Amerikanische Not«..... 4,17 4,19 Belgische Noten....... 58,05 58,29 Dänische Noten........ 111,33 111,77 Engllsche Noten........ 20,287 20,376 Oberheffen. Streik eines Gemeinderaies. ch Klein-Linden, 11. Juni. In der gestrigen öffentlichen Gemeinderatssitzung verlas zunächst der stellvertretende Vorsitzende, Beigeordneter Germer, das freisprechende Urteil des Oberlandesgerichts Darmstadt, das in dem Prozeß gegen den Bürgermeister und ehemaligen Gemeinderechner gefällt worden ist. Nach Aussprache über dieses Urteil wurde in namentlicher Abstimmung mit sieben gegen vier Stimmen, bei Enthaltung einer Stimme folgender Antrag angenommen: „Die Abweisung der Schadenersatzklage der Gemeinde Klein- Linden und die Aufhebung des Urteils des Landgerichts Gießen durch das Oberlandesgericht Dann- stadt und die hierzu vorgebrachte Begündung betrachtet der Gemeinderat auf Grund der bestehenden Tatsachen als nicht im Interesse einer gewissenhaften Führung von Amtsgeschäften eines Selbstverwal- tungsköroers liegend. Da auch das Kreisamt Gießen als Aufsichtsbehörde bis jetzt noch keine Schritte unternommen hat, um der Wiederholung ähnlicher Vorkommnisse oorzubeugen, sieht sich der Gemeinderat genötigt, bis auf weiteres jede Mitarbeit in G e m e i n de a n g e l e - genheiten zu versagen." Auf dielen Beschluß hin wurde die Sitzung abgebrocyen. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 10. Juni. Der hiesige Spar- und Darlehnskassenoerein Raiffeisen hatte seine Mitglieder für Samstagabend in den Saal des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" zu einer außerordentlichen Generalversammlung eingeladen. Der zweite Dor- sitzende, Friedrich L u h, brachte Aufklärungen über die Liquidation der deutschen Raiffeisenbank und teilte u. a. mit, daß die Urkunde der Bürgschafts- erklärung über 5000 Mark, die der hiesige Verein seiner Zeit zur Finanzierung der deutschen Raiffeisenbank geleistet hat, in die Hände des Vereins zurückgelangt ist. Verbandsrevisor I o l k (Gießen) ergänzte die Ausführungen des Vorredners. Mit allen gegen eine Stimme wurde der Anschluß des Vereins an die Zentral-Warenvermitt- l u n g genehmigt. Der Anschluß bezweckt einen noch billigeren Wareneinkauf als seither. Durch Zu- sammenschluß mehrerer Vereine ist jetzt die Möglich- keit geschaffen, mit den Einkaufspreisen dicht heranzugehen an die Preise des Warenmarkts. Die Belastung des hiesigen Vereins infolge des Beitritts zu dieser Zentral-Wavenvermittlung ist verhältnismäßig gering und beträgt auf je 10 000 DU. Warenumsatz 100 Mk. Geschäftsanteil und 300 Mk. Haftsumme, so daß also nach dem letztjährigen Umsatz von rund 40 000 Mark 400 Mark Geschäftsanteile und 1200 Mark Haftsumme auf den hiesigen Verein entfallen. Die Geschäftsanteile werden mit 7 v. H. verzinst. Von einigen Mitgliedern wurde die An- schaffung einer ganz modernen elektrischen Wasch- maschine angeregt. Der Vorstand soll die weiteren Entscheidungen darüber treffen. Auch die Umwandlung der Genossenschaft, die seither auf unbeschränkter Haftpflicht beruht, in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht, wurde von vielen Mitgliedern dringend gewünscht, da vielfach die Annahme besteht, daß infolge der Umwandlung ein großer Aufschwung des Vereins zu erwarten ist. Die nächste Generalversammlung, die im Herbst stattfindet, soll über die Angelegenheit entscheiden. Der Versammlungsleiter teilte noch mit, daß die gegenwärtig« Lage des Vereins als sehr gut bezeichnet werden muß, was sich ja auch in der Auszahlung der hohen Dividende von 8v. H. auswirkt. > Aus der nördlichen Wetterau, 10. Sunt Aach dem in den letzten Tagen nieder- gegangenen Regen sieht man die Landwirte jetzt allenthalben mit dem Setzen der Dickwurz- pflänzchen beschäftigt. Auch für die bereits gesteckten Dickwurz war der warme Regen von großem Vorteil. Für die Winterfrucht kam er gerade noch zur rechten Zeit, besonders für den Weizen, der infolge anhaltender Trockenheit im Frühjahr und durch zahlreiches Auftreten des Hederichs im Wachstum stellenweise zurückgeblieben war, jetzt dagegen sich bald erholt haben wird. Die Sommerfrucht zeigt allgemein einen üppigen Stand. Richt minder wertvoll war der Regen für den Rotklee, der auf schlechteren Böden sehr zu wünschen übrig ließ, im Gegensatz zu der mehrjährigen Luzerne, die bis jetzt schon schöne Erträge abgeworfen hat. Mit dem Stand der Kartoffeln ist der Landwirt zufrieden. Infolge der verhältnismäßig warmen Witterung der letzten Wochen sind sie durchschnittlich lückenlos aufgegangen,' ebenso der Mais, dem das warme Wetter auch sehr zustatten kam. Allenthalben beginnt man mit den Hackarbeiten. In Anbetracht der in Kürze bevorstehenden Heuernte kam der Regen auch den Grasbeständen sehr günstig, da auch sie, besonders die wertvollen Untergräser, durch die Trockenheit im Wachstum stark im Rückstand waren. Kreis Friedberg. K Aus der Wetterau, 10. Juni. Auffallend ist in diesem Jahre das starke Auftreten des Aaskäfers. Seine etwa 10 Millimeter langen schwarzen Larven richten an den Zuckerrüben und Dickwurzpflanzen erheblichen Schaden an. Als wirksames Bekämpfungsmittel wird das Bespritzen der Pflanzen mit arsenhaltigen Brühen empfohlen. Wo es möglich ist, empfiehlt sich auch das Eintreiben der Hühner in die Rübenfelder. Kreis Büdingen. △ Ridda, 10. Juni. Gestern feierten hier die Fünfzigjährigen aus dem Kirchspiel Ridda gemeinsam ihren 50. Geburtstag und ein Wiedersehen aller ehemaligen Mitkonfirmanden, von denen viele aus weiter Ferne gekommen waren. Alle nahmen am Bormittagsgottesdienste teil, in dem Dekan Scriba unter Zugrundelegung des Bibelwortes, Römer 12,12: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet" tiefempfundene Worte an die Altersversammlung richtete. Rach dem Gottesdienste besuchte man die Gräber der Verwandten, einstigen Geistlichen und Lehrer. Beim gemeinschaftlichen Mittagessen im Gasthaus „Zur alten Post" von R. Ringshausen wurden verschiedene Ansprachen gehalten und gegenseitig Erinnerungen und Erlebnisse ausgetauscht. Die sehr vergnügt verlaufene Rachfeier in Bad Salzhausen bildete den würdigen Abschluß der schönen Veranstaltung. h. Bad Salzhausen, 10. Juni. Der Kur- und Ve rkeh rsverein Bad Salzhausen — Ridda hat in seiner Hauptversammlung beschlossen, aus eigenen Mitteln zwischen hier und Ridda beim Dismarckdenkmal auf der Deunde, die ein herrlicher Aussichtspunkt ist, eine S ch u tz h ü t t e errichten zu lassen. Die Umgebung dieses TempelchenS soll durch gärtnerische Anlage von Ziergehölzen verschönert werden. Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl von Geh. Iuftizrat R ö m h e l d (Ridda) zum Vorsitzenden, Kurhauspächter Baumgarten hier zu dessen Stellvertreter und Rechtsanwalt und Rotar Ramge (Ridda) zum Schriftführer. Reugewählt wurden Dankvorstand Hermann S e u m (Ridda) als Rechner, und Möbelfabrikant Fritz R e u n i n g (Ridda) und Bürgermeister Widders heim (Borsdorf) als Beisitzer. Der Jahresbeitrag eines Mitgliedes beträgt für 1929 zwei Mark. F Bad Salzhausen, 10. Juni. Als Abschluß der diesjährigen Bundesarbeit versammelten sich die Dirigenten des Sängerbundes „Mittleres Riddatal" hier, um das letzthin stattgehabte Wertungssingen in Dauern- heim einer Besprechung zu unterziehen. Auch der 2. Vorsitzende, Steinbruchbesiher Rickel von Ober-Widdersheim, war anwesend. Der Bundesdirigent, Lehrer Lentz von Geiß-Ridda, gab nochmals einen äleberblick über den Verlauf, wies auf die eingetretenen Mängel hin und forderte die Vereine auf, weiterhin ihr ganzes Können dem deutschen Liede zu widmen. Das Gesamturteil des Wertungsrichters lautete, daß der Bund auf einer beachtlichen Höhe seiner Leistungen angekommen ist . Kreis Schotten. V Gedern, 10. Juni. Heute früh i/23 Llhr entstanden auf dem hiesigen Festplah Schlägereien, die so ausarteten, daß die ©en» d-armerie die sich heftig widersehenden Störenfriede vom Platze entfernen mußte. Daraufhin begaben sich zwei derselben ins Cafe Ober- Heim, wo sie einen Damenmantel und einen Herrenhut stahlen und außerhalb versteckten. Der herbeigeholte Hauptwachtmeister S) au 6 ne r konnte die Diebe festnehmen und die gestohlenen Sachen wieder herbeischaffen. Auf dem Wege nach dem Arrestlokal unternahm der eine einen Fluchtversuch, konnte aber nach Ab. gäbe eines Schreckschusses wieder f e ft. genommen werden. Es dreht sich um die beiden landwirtschaftlichen Arbeiter Fr. K r a h n e und Gustav Röser aus Hagen i. W, die zurzeit auf Hof Luisenluft bei Hirzenhain beschäftigt sind. Sie wurden dem Amtsgericht Ortenberg zugeführt. Y Burkhards, 10. Juni. Heute . früh Vr,4 Ähr brannte das Wohnhaus und die Scheune des Landwirtes Wenzel voll- ständig nieder. Ursache ist wahrscheinlich Kurzschluß in der elektrischen Leitung gewesen. Während das Mobiliar des Wohnhauses gerettet werden konnte, ist der gesamte Inhalt der Scheune den Flammen zum Opfer gefallen. • Stumpertenrod, 10. Juni. Dieser Tage hielt der hiesige Musikverein im Schulsaale eine Versammlung ab. Der Verein wurde in seiner bisherigen Form aufgelöst und dann neu gegründet. Das Ausscheiden einiger Mit- glieder mit durchweg führenden Stimmen wird lebhaft bedauert. Man hofft aber, durch den Eintritt junger Leute den Verein wieder auf seine frühere künstlerische Höhe bringen zu können. Kreis Alsfeld. tef Alsfeld, 10. Juni. Dieser Tage hielt der hiesige Verkehrs- und Verschönerungsverein im Gasthause „Zum Hessischen Hof" eine Sitzung seines Gesamtvorstandes unter dem Vorsitz von Forstrat Schäfer ab, in welcher die einzelnen Ausschüsse über ihre Tätigkeit Bericht erstatteten. Don besonderem Interesse waren die vom Verbandsausschutz zur Hebung des Fremdenverkehrs vor- geschlagenen Maßnahmen, über welche Kaufmann Otto Ludwig, der rührige Vorsitzende des Werteausschusses, eingehend berichtete. Man kam dahin überein, den Schwerpunkt der Werbetätigkeit künftig auf Inserate in den Zei - tun gen zu legen, da man die Plakatierung nicht mehr für wirkungsvoll hält. Auch soll von der Dahnreklame Gebrauch gemacht uqd die Woche nendwerbung besser ausgestaltet werden. Für besondere Werbezwecke wurde ein Betrag hon 250 Mark bewilligt. Weiter besaßt« sich der Vorstand mit der künftigen Gestaltung des Fernsprechverkehrs nach Errichtung des Selbstanschlußamtes, das im Herbst dieses Iah- res in Verbindung mit dem neueiz Postgebäude zur Einführung gelangt. Wie der Vorsitzende mitteüt, hat der Verein zu dem im April abgehaltenen Flugtage nur einen kleinen Betrag zu- zuschießen brauchen, da die Kosten für das Feuerwerk auf dem Marktplatz durch freiwillige Spenden aufgebracht worden sind. — Für das am 20., 21., 22. Juli in Alsfeld stattfindends Gauturnfest sind die Vorbereitungen in vollem Gange. Man rechnet mit der Unterbringung von etwa 1000 Wetturnern, für die Dürger- quartiere beschafft werden sollen. Für den Haupt- festtag (Sonntag) bietet der große Festplah mit ben beiden von der Stadt zur Verfügung gestellten Festhallen in Verbindung mit der geräumigen, am_ Festplah unmittelbar gelegenen Turnhalle genügend Raum zur glatten Abwicklung des Festes. Am Samstagnachmittag finden die Schwimm-Wettkämpfe in dem neuen städtischen Schwimmbad statt, welches sich für sportliche Veranstaltungen infolge seiner modernen Anlage besonders gut eignet. Unter Berücksichtigung der allgemeinen wirtschaftlichen Der- hältnisse und um möglichst jedermann den Besuch des Festes zu ermöglichen, wurde beschlossen, die Eintrittspreise möglichst niedrig zu halten. Es werden Dauerkarten für alle Veranstaltungen ausgegeben. Für die Vergebung der Feftwirt- schaft für die drei Festtage betrug das höchst« Gebot 1885 Mark. Mit dem Gauturnfest verbindet der Alsfelder Turnverein die Feier seines 80jährigen Bestehens. Oer Einspruch gegen die Darmstädter Oberbürgermeisterwahl abgewiesen. WSN. Darmstadt, 10. Juni. Heute vormittag befaßte sich der Prooinzialausschuß der Provinz Starkenburg mit der Klage des Ortsvereins der Deutschen Dolkspartei und des Ortsvereins der Deutschnationalen Volkspartei gegen den Beschluß des Darm- ftäbter Stadtrates vom 11. April 1929 wegen der Wahl des Bürgermeisters Mueller zum Oberbürgermeister. Nach längerer Verhandlung kam der Provinzialausschuh zu dem Urteil, daß die Klage als unzulässig abzuwei- sen sei. Nach Paragraph 98 der Städteordnung könne gegen einen Beschluß des Stadtrates, der mit Mehrheit gefällt fei, ein Einspruch nicht erhoben werden. fordern Sie ausdrücklich ... \ j^chten'Sieo^f^enjTarrien MAGGI und die gelb-rote Po.ck.un MAGGI5 Fleischbrühwürfel M |^ießerhSelterswe^46 GrassamensGubmiffiori Bekanntmachung Gemäß den Bestimmungen der Reichs- Die diesjährige Grassamenernte aus den .. - . ... - m , ... Staatsoatbungen sowie aus ben Näher °°rbmgungs°rbnung für Bauleitungen bezeichneten G-m-inb-walbungen ufro. soll ,Jcn( b°l,°nd°r-n B-bmgungen für unter ben üblichen Bebingungen auf bem Sanalbauten sollen die «anaBauarteiten Submilfionsmege am Dlmglag, bem 7. der Marburger Strafte öffentlich der. 25. 3uni L 3., vormittags 10 Uhr, burch 6e™e.n 77^1.' . r s .., bas Forftamt Darmftabt (Holzhof.Slllee 10 Angebot- f,nb >n n-rschlosfenem vergeben werben. 515213 SriefumMag o()nc girmenaufbnid, »cr> n- - . /n , . , siegelt und mit entsprechender Aufschrift ®s kommt die Grassamenernte aus fol- versehen, spätestens bis zum genden Forstamtern zur Verpachtung: Montag, dem 17. 3uni 1929 Darmstadt, Jäger--' urg, Lampertheim vormittags 11% Ufjr für die Gemeinde Lampertheim sowie im beim Städtischen Tiefbauamt, Asterweg Staatswald Los 1, Försterei Wildbahn Nr. 25, einzureichen, woselbst die Eröff- und Los 2 Försterei Heide,, Eichelsdorf, nung der Angebote in Gegenwart etwa er« Eudorf, und zwar Los 1, Försterei Schwa- schienener Bewerber stattfindet, benrod und Heidelbach, Los 2, Försterei Angebotsvordrucke sind bei uns erhält- Alsfeld, Grünberg (2 Lose), Homberg, lich. Zuschlags« und Bindefrist drei Wochen. Kirtorf, Konradsdorf, Nidda, Ober-Esch- Gießen, den 8. Juni 1929. bad), und zwar im Staatswald „Lohwald", Städtisches Tiefbauamt: Braubach. Rabenau für die Gemeinde Odenhausen -------------------------------------- (1 Los) sowie für die Freiherr von Nordeck zur Rabenau schen Waldungen (Los 1, Forstort Eichwald und Los 2, Forstort Odenkopf, Hörnes und Noll) Romrod, Schotten, Storndorf (2 Lose, Los 1 Försterei Strebendorf und Storndorf und Los 2, Försterei Köddingen und Meiches), Ulrichstein und Alzey. Die Bieter erkennen die Submissionsbedingungen durch Einreichung ihrer Gebote als rechtsverbindlich an und sind 14 Tage an diese gebunden. Nähere Auskunft erteilen die betreffenden Forstämter. Es empfiehlt sich, vor Abgabe der Gebote sich mit diesen ins Benehmen zu setzen. Die Gebote sind schriftlich — unter Bezeichnung des Forstamts und der Waldungen — mit der Auf- schrift „Grassamensubmission" spätestens bis zu dem dem Submissionstermin vorhergehenden Tage, also spätestens bis Montag, den 24. Juni l. 3., bei dem Forst- amt Darmstadt einzureichen. Für jedes Forstamt ist das Gebot auf einem besonderen Blatt abzugeben. Darmstadt, den 8. Juni 1929. Das Sekretariat Hessischen Ministeriums der Finanzen, Abteilung für Forst« und Kameralvenvaltung. Hüllen, Arbeitsvergebnng. Unter Zugrundelegung der Reichsver- dingungsordnung sollen die Erd«, Maurer-, Beton- und Isolierungsarbeiten für den Neubau einer Kuttelei mit Düngerhaus des Städtischen Schlachthofes vergeben werden. 5154O Zeichnungen und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Die Angebotsunterlagen sind ab Donnerstag, 13. d. M., erhältlich. Angebote auf Vordruck sind bis zum Derdingungstermin am Montag, dem 24. d. M. vormittags 10 Uhr verschlossen, versiegelt und mit entsprechen« der Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlags« und Bindefrist vier Wochen. Gießen, den 10. Juni 1929. Städtisches Hochbauamt: Gravert. Inserie, on bringt Gewinn Gesunden Schlaf .kräftige Nerven vwcA be-JenperrrKjr J *»268I/nan «/enges, gesch Hem en. Zo heb« i Spottete aJttyrin^ te-mm/nru) *r Med.-Drogerie HflUS Binden hnrD H. Eides, Med.-Droge- rie WlnterhOll, Kreuzplatz 9/io. Germania ■ Droderle, Frankfurter Str. 39, nrenz- Drojerle, Bahnhofstr. 51, Löwen-Droßerle. Seiters- weg 79 a.1074V AutoNeeb Tel. 1790. W7P Lieferungs -Vergebung. Für die Medizinische Klinik, die Frauenklinik und die Klinik für t)autkranke zu Gießen soll die Lieferung des Bedarfs an Weißzeug ufro. vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen und die Muster können bei der Verwaltung an Werktagen (außer Samstag), nachmittags zwischen 3% und 5% Uhr, eingesehen wer« den. Bedarfslisten werden gegen Erstattung der Selbkosten abgegeben. Angebote und Proben sind getrennt und verschlossen — mit entsprechender Aufschrift versehen — an die Verwaltung bis spätestens Montag, den 24. 3uni 1929, vormittags 12 Uhr, einzureichen. Zu- schlagsfrist 6 Tage.5153D Bekanntmachung Die bereits fälligen Stromgelder im Stadt, und Ueberlandgebiet für den Mo- nat April 1929 können noch bis zum 20. d. M. ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung oder Stromsperre auf Kosten des Stromabnehmers. 5160D Eine schriftliche Mahnung ergeht nicht mehr. Gießen, den 10. Juni 1929. Direktion der Elektrizitätswerke, Ueberlandanlage und Straßenbahn der Stadt Gießen. ___________________Stolte.___ Bekanntmachung. Für das unterzeichnete Amt werden zwei Aufseher für den Straßenunterhaltungsdienst gesucht. 5154C Bewerber im Aller von etwa 30 Jahren, die im Maurer- oder Pflasterhandwerk gründlich bewandert sind, werden ersucht, Bewerbungen mit Lebenslauf und An- gäbe der Gehaltsansprüche bis zum 20. d. M. an uns abzugeben. Gießen, den 10. Ium 1929. Städtisches Tiefbauamt: Braubach. Bullenverkauf. Ein la fetter Vogelsberger Lulle soll auf schriftliches Angebot pro Zentner Le- bendgewicht verkauft werden. Angebote sind bis zum 14. d. M., nachmittags 2 Ilhr. bei der unterzeichneten Stelle einzureichen. Angebote auf einen sprungfähigen Vogelsberger Herdbuchbullen nimmt dieselbe Stelle entgegen. 5145V Leihgestern, den 8. Juni 1929. Bürgermeisterei. Konsumverein Gießen und Umgegend e.G.m.b.H. 5O45A Beachten Sie „DER MENSCH“ die Waren-Aüsstellung des Lassen ä •• Sie Ihre Anzuge bei uns chemisch reinigen. Sie sind dann stets gut gekleidet, die Grundbedingung zu einem erfolgreichen Geschäftsleben. Färberei Braubach & Fischer Den Lesern des ,,Giessener Anzeiger“ glauben wir zu dienen, wenn wir ihnen nachstehend Kenntnis geben von dem Inhalt eines Artikels, der in der Essener Volks-Zeitung, dem führenden Blatt des rheinisch-westfälischen Industriereviers, erschienen ist und der sich mit dem heute im Vordergrund des Interesses stehenden Problem der Gasfernversorgung beschäftigt. Das Gesamtinteresse des deutschen Steinkohlenbergbaues an der Gasfernversorgung. Es ist ein eigen Dina um das I n te r e s | e d c r b r e i- 1eren deutschen Oeffentlichkeit für Angele, genheiten des Bergbaues und der Berg, ar bet ter. Im allgemeinen begnügt man sich mit dem behäbigen Bewußtsein, daß es in einigen unangenehm Verlusten Gegenden Deutschlands einen mehr oder minder großen Reichtum an Volksvermögen in Gestalt von Stein- tohle gibt, und freut sich, daß man selber weder in den rauchgeschwärzten Revieren leben muß, noch auch sonst unmittelbar von den Gefahren des Bergbaues in seiner Existenz abhängig ist. Ab und zu versteigt sich die Teilnahme der Oeffentlichkeit am Tun und Treiben der Berg, leute zu einer meist platonisch bleibenden, von durchaus unangebrachtem Mitleid mit unserm Berufsstand durchmischten Hochachtung. Ja, als die Franzosen ihre Hand ■Rad) der Ruhr ausstreckten, konnte man sogar stolz hören, „daß Deutschland sich auf seine westfälischen Bergleute verlassen könne. An den Eisenköpfen der Ruhrleute würde sich Frankreich wohl die Zähne ausbeißen." Ungeachtet der durch den Ruhrsrevel von Frankreich erreichten Zerrüttung unseres Wirtschaftslebens, ist es dann ja tatsächlich auch so gekommen. Das gewiß sehr ehrende Vertrauen der Allgemeinheit haben die Bergarbeiter doll gerechtfertigt. Das war als man die zähe Widerstandskraft des Ruhrreviers nötig hatte. Gehen aber die Dinge ihren regel- mäßig geordneten Gang, so erwartet, man, daß unsere Bergleute hübsch fleißig Kohle picken, sich mit ihren zähen Stammeseigenschaften durch die schweren Zeilen tapfer durchbeißen und nach Möglichkeit die öffentliche Aufmerksamkeit recht wenig für sich in Anspruch nehmen. Deutschland ist so sehr dadurch verwöhnt, daß die Kumpels an der Ruhr in guten Zeiten munter und in schweren Zeiten still verbissen arbeiten und — /schweigen, daß nachgerade bergbauliche Interessen nicht mehr die ihnen, wegen der Bedeutung des deutschen Bergbaues als Grundlage der Volkswirtschaft, gebührende Beachtung finden. Und der Kumpel arbeitet und schweigt weiter und wir alle, die wir hier im Revier direkt oder indirekt von der Steinkohle leben und unsere Existenz auf das Gedeihen des Bergbaues aufgebaut haben, wir arbeiten auch und schwei. aen auch. In heutigen Zeiten, wo man sich in der Oef- sentlichkeil daran gewöhnt hat, nur das zu beachten, was durch amerikanisch aufgezogene Propaganda die Vorüber, gehenden zur Beachtung zwingt, ist es aber nicht gut, so zurückhaltend in der Wahrung seiner Interessen zu lein. Bei diesem Verfahren kommt es nämlich so, daß Diuge, die ganz einschneidend das Wohl und Wehe unseres Steinfohlenbergbaues berühren, unb von deren' Entscheidung somit das Gedeihen der wirtschaftlichen Grundlage der ge. samten Volkswirtschaft abhängt, nicht von diesem Gesichts- punkt aus in der Oeffentlichkeit beurteilt werden, sondern eine Behandlung erfahren, die von Triebkräften gelenkt wird, die mit dem Interesse der Bergleute gar nichts zu tun haben und ihnen häufig direkt zuwiderlaufen. Ein typisches Beispiel hierfür ist die Behandlung der Gasfernversorgung in der deutschen Oeffentlich- keit. Die Gasfernversorgung ist als Plan bekanntlich der Ausfluß wohldurchdachter Üeberlegungen, die sich damit befaßten, wie dem leidigen S o r t e'n p r o b l e m, durch das der Steinkohlenbergbau in seiner Rentabilität so außerordentlich schleckt beeinflußt wird, beizukommen sei. Als ,,Sortenproblem" bezeichnet der Bergmann bekanntlich die Tatsache, daß bestimmte Kohlensorten, deren An- fall durch die Technik des Fördervorganges unvermeidlich ist, auf dem Markt nicht zu solchen Preisen abgeseht werden können, daß der Erlös dieser Sorten die mengenmäßig darauf entfallenden Förderkosten deckt. Das hat zur Folge, daß mit den ungedeckten Förderkosten dieser notleidenden Koylensorten unsere bestgekauften, hochwertigen Stück- i.nd Nußkohlen belastet werden müssen. In dem Kamps nun, den unsere Steinkohle gegen die ausländische Konkurrenz nicht nur auf dem Weltmarkt, sondern schon mitten in unserm Vaterlande zu kämpfen hat, ist diele preisliche Belastung der an sich gut marktgängigen Kohlensorten darum von so verhängnisvoller Auswirkung, weil wir infolgedessen mit diesen unfern höchstwertigen Produkten die uns von unfern Wettbewerbsgegnern aufgezwungenen Kampfpreise nicht halten können. Dies hat jur Folge, daß zur Vermeidung eines unver. wertbaren Anfalles an notleidenden Sorten bzw. zur Vermeidung der Belastung der konkurrenzfähigen besten Sorten mit ungedeckten Förderkosten der ersteren die G e- samtförderung Deutschlands an Steinkohle in einem Maße eingeschränkt werden muß, das an sich der Möglichkeit, unsere besten Sorten aozusttzen, keineswegs entspricht. Mr müssen uns also gute Geschäfte in den marktgängigen Sorten von der Konkurrenz weg schnappen lassen, weil wir für die bei der För- derung dieser marktgängigen Sorten in unvermeidlich hohem Prozentsatz anfallenden notleidenden Sorten keine wertentsprechende Verwendungsmöglichkeit haben. Ganz besonders erschwerend fällt bei diesem Problem noch ins Gewicht, daß keineswegs immer dieselben Sorten marktgängig bzw. notleidend sind, sondern daß hierin dauernd mehr oder weniger einschneidende Verschiebungen a u f t re t e n können. Zahlenmäßig kann man über die Bedeutung des Sorten- Problems sich einen Begriff machen, wenn man erfahrt, daß die seit einer langen Periode am schwersten notleidende Kohlensorte des Ruhrbergbaues die Fettfeinkohle ist, deren Anfall zum 45 bis 50 Prozent, je nach der Struktur der Flöze und der Voraussetzung in den Förderanlagen und Fördereinrichtungen, unvermeidlich ist. Man kann sich vorstellen, daß em Produktionszweig nur schwer florieren kann, wenn rund 50 Prozent seiner Erzeugung unter Wert verkauft werden müssen. Der Betrieb einer Zeche bringt einen beträchtlichen eigenen Wärmeverbrauch mit sich, den man bisher, weil die teckniscken Voraussetzungen zu einer andern Verwendung dieses edelsten Brennstoffes der Steinkohlenzechen nicht gegeben waren, durch das Koksofengas deckte, das in gewaltigen Mengen bei der Kokserzeugung der Fett- kohlenzechen als Nebenprodukt anfällt. Da dieses Koksofen- gas brennstofftechnisch außerordentlich hochwertig und seine Verwendung für nahezu jeglichen Wärmeprozeß sehr bequem ist, steht außer Frage, daß in der Volkswirtschaft hierfür außerhalb der Kohlenreviere große Absatzmöglichkeiten sich bieten, wenn dieses Gas den Ver- brauchsorten in Rohrleitungen zugeführt werden wird. Die technische Durchführung dieser Maßnahme begegnet keinerlei Bedenken mehr, nachdem in Amerika schon seit langer Zeit ausgedehnte Ferngasleitungen das Land überspannen und nachdem auch der Ruhrberabau schon seit nahezu zwei Jahrzehnten mit gutem Erfolg benachbarte Industriegebiete (im Bergischen Land usw.) mit Kokereigas versorgt. Mit dem Sortenproblem hangt die Fern- gasversorgung insofern zusammen, als die nm* fassende Verteilung des Kokereigases in entfernt gelegenen Verbrauchsgebieten die Möglichkeit ergibt, in den bisher mit Gas beschickten Feuerungen der Bergwerksbetriebe selbst die jeweils schwer absetzbaren Kohlensorlen als Ersatz zu verwenden. Dadurch wird der Markt von diesen notleidenden Sorten entlastet, und, da die Verwendung im Wärmebedarf des Zechenbetriebes selbst eine durchaus wertentsprechende Anwendung dieser schwer absetzbaren Kohlensorten be- deutet, wird der Bergbau auch der Notwendigkeit enthoben, nicht gedeckte Förderkosten dieser Sorten den gut absetzbaren Kohlensorten aufzuladen. Diese Sorten erhalten da- her eine weit größere Anpassungsfähigkeit an die Notwendigkeiten des Konkurrenzkampfe^geaen auslän- dische Steinkohle. Die Durchführung der Maßnahme bedingt nicht, daß jetzt die Zechenfeuerungen so eingerichtet würden, daß ausschl'eßlich nur feste Brennstoffe ver- braucht werden können, sondern die technischen Einrichlun- gen gestatten, zu jeder Zeit nach Belieben irgendwelche Sorten fester Brennstoffe, ebensowohl aber auch Koksofen- gas, aus minderwertigen Sorten erzeugtes Schwachgas, oder endlich das an vielen Stellen zur Verfügung steyende Gichtgas der Hochöfen zu benutzen. Es dürfte einleuchten, daß die hierdurch erreichte Umstellungsfähigkeit den Berg- bau befähigt, sich den konjunturbedingten Anforderungen des Marktes mit einer Schmiegsamkeit anzupassen, deren Fehlen die vorher geschilderten Auswirkungen des Sorten- Problems zur Folge hatte. Die so gedachte und in Angriff genommene markttechnische Umstellung des Bergbaues wird also eine Lösung des schwer auf b e r Nen 1 a- b 111t ä t des Steinkohlenbergbaues I a ft e n» den Sorten Problems ergeben und trägt in günstigster Form dem volkswirtschaftlichen Grundsatz Rechnung, daß es richtig ist, das höchstwertige Produkt zu transportieren, das minder marktwertige aber an Ort und Stelle oder in der Nähe zu verbrauchen. In vielen Fällen kommen aber zu diesen ganz allgemein- bergbaulichen Gesichtspunkten, die die Durchführung der Gasfernversorgung dringend notwendig machen, noch Umstände hinzu, die in Hinsicht auf den schon erwähnten Existenzkampf des deutschen Bergbaues gegen die englische und holländische Konkurrenz von großer Bedeutung sind. Die frachtgünstig an großen Wasserwegen, z. B. an der internationalisierten Nheinstraße gelegenen süddeutschen Kommunen gehen nämlich in immer weitergreifendem Umfang dazu über, englische Kohle zur Gaserzeugung zu benutzen oder aber minde* stens, die von der englischen Konkurrenz zwecks Eroberung des süddeutschen Absatzmarktes eingeräum* ten Dumpingpreise gegen die Ruhrkohle auszuspielen und dadurch unfern Bergbau zu zwingen, dorthin Kohle zu Preisen zu liefern, die mit der Wirtschaftlichkeit des Bergbaues nicht mehr vereinbar sind. Wenn der Bergbau sich zu solchen Derlustlieferungen entschließt, so geschieht es nut, um Absatzgebiete im eigenen Lande nicht kampflos preiszugeben und um die mit der Förderung der Kohlen beschäftigten Zechen wenigstens in Betrieb halten zu können. Daß solche Verhältnisse nur für eine bestimmte und durch die allgemeine Armut Deutschlands besonders eng begrenzte Zeit tragbar sind, liegt wohl ebenso auf der Hand, wie auch die Folgerung, daß bei derartig unvorteilhaften Geschäften an eine Besserung der Lage der Bergarbeiterschaft auf die Dauer nickt zu denken ist. In Preußen ist die Landesregierung bestrebt, einen Einfluß auf die Städte dahingehend auszuüben, diesen volkswirtschaftlich schädlichen ausländischen Kohlenbezug zu unterlassen. Das kann aber doch nur bei rein kommunalen Gasanstalten von Erfolg sein, während bei gemischtwirtschaftlichen Unternehmungen, wie z. B. der Frankfurter Gasgesellschaft, eine Einwirkung von Regierungsseite in dieser Richtung von vornherein aussichtslos er|cheinen muß. Dann bedenke man aber, daß die meisten süddeutschen Städte gar nicht dem Lande Preußen angehören und somit der an sich sehr begrüßenswerten Aktion sowieso entzogen sind. Welch ungeheure Bedeutung für den Bergbau somit der Anschluß Süddeutschlands an die vom Ruhrgebiet und von Aachen aus dorthin geplante Gasfernversorgung hat, bedarf hiernach keiner Erläuterung mehr. Mit der Kohle können wir in Deutschland Bei unserer schwer belasteten Wirtschaft die englische Konkurrenz nicht zurückdrängen. Wohl aber bietet sich die Möglichkeit, dies Ziel durch die Gasfernversorgung zu' erreichen. Es ist einwandfrei erwiesen, daß es wirtschaftlicher ist, Kokereigas durch ein Röhrensystem nach Süddeutschland zu leiten, als dort an Ort und Stelle Gas erzeugen zu wollen. Selbst die hochmodernen Frankfurter Gaswerksanlagen, die noch dazu durch ihre Verbindung mit den RWE.-Zechen ganz besonders billige Kohlen einzukaufen in der Lage sind, liegen mit ihren Gasgestehungskosten, wie aus einer ausführlichen Denkschrift der Hessischen kommunalen Gasgesellschaft zu ersehen ist, um mehr als 1,5 Rpf. über dem Preis, zu dem das Ruhrgebiet dort an Ort und Stelle das Gas frei städtischem Gasbehälter abzugeben bereit und in der Lage ist. Hier ist also der Punkt, wo der deutsche Bergbau mit aller Gewalt den Hebel an« setzen muß, um sich auf dem süddeutschen Mar >t gegen die englische Koh le halten zu können. Gelingt es dem Bergbau nicht, gegen die vielfach rein persönlichen ober zum mindesten lokalen Jnterefsen seine Lebensnotwendigkettem durchzusetzen, so steht zu befürchten, daß nach und nach der süddeutsche Markt immer mehr Domäne der englischen Konkurrenz wird. Was dies bedeutet, wird man wohl feinem Bewohner des R uhraebie ts auseinandersetzen rnüsien. Bei der Gasfernversorgung nach Süddeutschland handelt es sich um die nackte Frage, ob die Behauptung der deutschen Brennstoffe in Süddeutschland die Aufrechterhaltung des Ruhrbergbaues in. seinem schon heute scharf eingeschränkten Umfang ermöglicht, ober ob der Verlust des süddeutschen Absatzgebietes zu immer weiterem Zecken- sterben Veranlassung gibt, wodurch über große Teile unseres Bergarbeiterstandes mit ihren Familienangehörigen und damit über das ganze mit dem Bergbau so eng verschlungene Wirtschaftsleben des RuhrgebieteS neue Rot kommen würde. Wir hier im Ruhrgebiet haben uns auf Grund der schon seit fast zwei Jahrzehnten durchgeführten Versorgung mit Kokereigas um den erbitterten Kampf deS Bergbaues um Durchführung der Gasfernversorgung bis- her weniger gekümmert. Angesichts der im Vorstehenden geschilderten Sachlage scheint es aber dringend geboten, durch immer wiederholte Klarlegung der Verhältnisse bet jeder Gelegenheit dafür Sorge zu tragen, daß in diesem Falle endlich einmal den berechtigten Interessen des Bergbaues an der Ruhr im vollen Umfang Rechnung getragen wird. besteht die Gefahr, daß infolge des zurückhaltenden Schweigens des Ruhrgebietes wieder einmal kleinliche Eigeninteressen obsiegen in einer Angelegenheit, von der das Wohl und Wehe der im Ruhr- gebiet angesiedelten vielen Millionen Menschen gant einschneidend beeinflußt werden kann. behau! ter de nach i rens gen ( len, t Aus 6ta< beutle den t aussc scheu liche wachi dem Lage Die § sehung rechtse so bch tung mung. beigegi der fei sichllU Tert toobut Berich Rechn Rat n geäuhe 1 samm' Erlei« tauch« die E Stand des V dem al gutacht ches G Beschiß lichen 1 täte« *Sr. ij schiebe bah e richt wesem stehe, frage stehen! Bert brücku anders Hofes Der dertro richt ■ fahre, mann bedeut nchtsh seit de M ein W n Ncii frage ei emig ttj'eft kehr % witerst 'ung ii sei bflbon gen 2 bMA drifte Nile« beste beite konnte ken> tr N*86 Ä Erziel, Ai , Bach ko-nitee L'b-n ^"tschli Net I Jülich Nben