Nr. 59 Erstes Blatt 179. Jahrgang Montag, U. März 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag« veilaaen Di« Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle vezugrpreir für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanfchlüffe: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Zrantfurl am Main 11686. GktzenerAMger General-Anzeiger für Oberhefsen VN16 nnd Verlag: vrühl'sche UniverfitStr-Vuch' und Stein&rudcrti rr. Lange in Lietzen. Schnftlettnng und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für f mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20°/a mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.THyriot: für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den An- zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Auch der Fall Ltlitz wird vertagt. Keine Einmischung des Bötterbundsrats in ein „schwebendes Gerichtsverfahren". - Stresemann enthält sich der Stimme. 3n der Septcmbertagung der Vollversammlung des Völkerbundes soll die feierliche Grund st einlegung des neuen Völker- bundspalastes erfolgen und dabei werden wunderschöne, hochstrebende Veden über die großartige Institution und die wundertätige Wirkung des Bundes gehalten werden, der dem Versailler Vertrag sein Dasein verdankt. Trotz dieses äußeren Gepränges wird sich niemand, der überhaupt noch ernsthaft an politische Dinge denkt, die Tatsache verhehlen, daß das Ansehen des Völkerbundes seit geraumer Zeit in ständigem Sinken begriffen ist. Darin wird auch die Zu- sammenkunst des Rates im Juni in Spanien nichts ändern. 3m Gegenteil, die rauschenden Feste, die man in San Sebastian und Madrid feiern wird, können höchstens dazu dienen, die ernste Arbeit in den Hintergrund zu drängen, und ihr wenig Zeit zu lassen. Vielleicht wird gerade diese günstige Gelegenheit benutzt werden, die jetzt eben in Genf aufgerollte Minderheitenfrage so nebenher abzutun, wie man es bei der Mehrheit des Dölkerbundsrates sicherlich gerne täte. Die Behandlung der deutschen Beschwerden aus Oberschlesien und dem übrigen Polen, vor allen Dingen des Falles illifc, hat dem Völkerbund kein Ruhmesblatt gebracht. Wenn man sich vielleicht noch mit dem vorläufigen Ausgang der Anträge über die Aenderung des Verfahrens bei Beschwerden von Minderheiten abfinden könnte, so ist doch die vom Völkerbund getroffene Entscheidung in dem oberschlesischen Fall LIlih im ^höchsten Grade unerfreulich. Mußte man wirklich zwei Tage und eine Rächt fieberhaft arbeiten, um zu einem so lendenlahmen Kompromiß zu gelangen, wie es der Fall war? Rein formal betrachtet, ist der schließlich angenommene Bericht Adatschis ein Erfolg Polens. Sich darüber irgendwie täuschen zu wollen, hat gar keinen Sinn. Der Zweck des polnischen Vorgehens ist vollständig erreicht. Der Sejm wurde im richtigen Augenblick aufgelöst, um den Führer des Deutschen Dolksbundes Ltlitz nach Verlust der 3mmunität verhaften und ein Gerichtsverfahren gegen ihn einleiten zu können, wodurch der Vorwand geliefert wurde, in Genf von einem schwebenden Gerichtsverfahren zu sprechen, in das man nicht eingreifen dürfe. Begeistert haben sich die Herrschasten darauf gestürzt, d. h. sie sind offenbar mit vollem Bewußtsein und absichtlich in die polnische Falle gegangen. Die deutsche Vertretung befand sich in einer höchst unangenehmen Lage. Es gilt nun einmal überall als Grundsatz auch in Deutschland selbst, nicht in ein schwebendes Verfahren einzugreifen. Lind durch das polnische Manöver war die deutsche Delegation in die Rotwendigkeit verseht, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Stresemann hat auch in den Formen, die nun einmal bisher im Völkerbund üblich waren, die Heuchelei der Polen wenigstens angedeutet. Ob es nicht besser gewesen wäre, noch deutlicher zu sprechen und das falsche Spiel der Polen an den Pranger zu stellen, mag dahingestellt bleiben. Wer zwischen den Zeilen zu lesen versteht, weih ohnehin recht genau, was man in Deutschland und im Schoß der deutschen Delegation von Herrn Zaleski und seinen Machenschaften hält. Aber die Art und Weise, wie der Völkerbunds- rat sich an das ihm vorgehaltene Schema klammerte, und sich davor scheute, der Wahrheit die Ehre zu geben, ist höchst unerfreulich. Wir werden nun zunächst abzuwarten haben, wie das gerichtliche Verfahren gegen Lllih in Kattowih gehandhabt werden und enden wird. Wir geben uns gar keinen 3llusionen darüber hin, daß die Polen es schon so einrichten werden, daß sie im 3uni in San Sebastian auf die unanfechtbare Entscheidungeinespolnischen Gerichtes Hinweisen und den Fall als erledigt erklären werden. Dann wird der kritische Punkt gekommen sein, an dem die deutsche Delegation alle Rücksichten beiseite lassen und so energisch auftreten muß, wie es die Polen längst verdient hätten. Wir kennen die polnische Hinterlist viel zu gut, um uns täuschen zu lassen. Die andern werden das Spiel ebensogut durchschaut haben, kümmern sich aber nicht um das Schicksal der deutschen Bevölkerung in Oberschlesien, wie sie sich auch nicht um das Schicksal der deutschen Bevölkerung des Saargebie- t e s kümmern. Auch deren Klagen über die Willkür der französischen Truppe, die als Eisenbahnwache verkleidet ist, über die neuerlichen Versuche, die Deutschen unter französisches Joch zu zwingen, über die Schulpolitik des tschechischen Regierungsmitgliedes, sind wiederum ungehort verhallt. Stresemanns Erklärung zum Fall Lllitz. Deutschland wird darauf zurückkommen. Genf, 9. März. (WB.) Unter Stimmenthaltung des deutschen Ratsmitgliedes, Reichsminister Dr. Stresemann, hat der Völkerbundsrat in seiner heutigen Schlußsitzung den von A d a t s ch i, Japan, erstatteten Bericht über die Beschwerde des Deutschen Volksbundes gegen die Verhaftung seines Geschäftsführers Lllitz angenommen. Das deutsche Ratsmitglied hat sich Vorbehalten, nach Erledigung des Gerichtsverfahrens nötigenfalls auf die Angelegenheit vor dem Völkerbund >• zurückzulomrnen und begründete seine oteilung- nähme mit einer Erklärung, in der es hieß: „Ich nehme an, daß der Prozeß gegen den Verwaltungsdirektor der Zentrale des Deutschen Volksbundes, kattowih, mit Sorgfalt und Schnelligkeit durchgeführt werden soll, und daß der Herr Vertreter Polens die in der Oeffenf- lichkeit des verfahren» liegende Garantie ebenso glaubt in Aussicht stellen zu können, wie die Garantie dafür, daß es sich nicht um ein verfahren gegen Herrn Ulih wegen seiner Eigenschaft als Führer der IHlnorllä- t e n handeln soll. Wenn ich Wert auf diese Feststellungen lege, so tue ich es deshalb, weil die Aufmerksamkeit der Oesfentlichkeit durch den Herrn Vertreter Polens selbst schon in der Dezembersihung des Völkerbunds- rales auf die Angelegenheit gelenkt worden ist, indem er damals daraus hinwies, daß Herr lllih unter Anklage stehe und nur dank der i h m als Abgeordneten zum schlesischen Sejm zukommenden Immunität auf freiem Fuß geblieben sei. Wenn ein Einzel- f all, als der sich der Fall Ulih an und für sich darstellt, in dieser Weise vor dem Völkerbundsrat als besonders charakteristisch hingestellt worden ist, so stempelt schon diese Tatsache ihn zu einer Angelegenheit von besonderem politischen Interesse, deren Bedeutung über den Lharakter eines Einzelfalles weit hinausgeht. Ich würdige durchaus das Prinzip der Unabhängigkeit der ordentlichen Rechtspflege und habe Verständnis dafür, daß die Mitglieder des Roles seht nicht ohne weiteres in der Lage sind, zu der gegen Herrn Ulih erhobenen Beschuldigung sachlich Stellung zu nehmen; aber daneben besteht für mich die Tatsache, daß die deutsche Minderheit selbst die Verhaftung ihres Führers als einen bewußt gegen sie geführten Schlag ausfaßt und dadurch in außerordentliche Erregung verseht worden ist. Angesichts dieser Tatsache kann ich die Angelegenheit durch die im Bericht enthaltenen und die durch den Herrn Vertreter Polens abgegebenen Erklärungen nicht als endgültig erledigt ansehen. Da der Herr Vertreter Polens selbst gesagt hat, daß die Behandlung der Angelegenheit ausschließlich von den polnischen Gerichtsbehörden abhängt, ist ein endgültiges Urteil darüber erst möglich, wenn sich nach Beendigung des Verfahren» erwiesen hat, ob sich die in jenen Erklärungen ausgesprochenen Erwartungen tatsächlich erfüllt haben. Ich muß mir deshalb, ohne dem Bericht formell zu widersprechen, aber auch ohne ihm ausdrücklich zuzustimmen, Vorbehalten, nach Erledigung des Gerichtsverfahrens nötigenfalls auf die Angelegenheit vor dem Völkerbundsrat zurückzn- kommen." Für die Bereinigung der Restpunkte der großen Schulbeschwerde des Deutschen Volksbundes liegt ein 3uristengutachten vor, welches feststellt, daß die polnischen Behörden nicht verlangen dürfen, daß der EinschulungZantrag und die Sprachenerklärung von den Erziehungsberechtigten persönlich vor einer polnischen Behörde abgegeben werden. Die Rachprüfung der Sprachenerklärung könne nur in den Grenzen der Genfer Konvention vor sich gehen. 3n bezug auf die weiteren Streitfragen, ob Kinder mit ungenügender Kenntnis des Deutschen eingeschrieben werden können, erklärt das 3uriftenkornitee, daß nichts in der Genfer Konvention die beiden Parteien verhindere, sich über eine Einigung zu verständigen. Oie Saaranleihe verschoben. Auch Stresemann für eine Vertagung. Genf, 9. März. (WTB.) 3m weiteren Verlauf der Ratssitzung erstattete S c i a l o j a seinen Bericht zur Frage der S a a r a n l e i h e, in dem festgestellt wird, daß gewisse technische Probleme ein gründlicheres Studium dieser Frage nötig erscheinen lassen. Das Finanzkomitee wolle dem Rat in seiner nächsten Tagung endgültige Vorschläge unterbreiten. Der Präsident der Saarregierungskommission, Sir Ernest Wilton, legte dar, daß die Aezierungskommission nach reiflicher ileberlegung ihren Antrag eingebracht habe, der auch von sämtlichen saarländischen Körperschaften gebilligt worden sei. Auch Frankreich und Deutschland als die beiden am meisten direkt interessierten Staaten hätten keinen prinzipiellen Widerspruch gegen die Anleihe erhoben. Der heutige Beschluß des Rates werde zwar Enttäuschung und Bedauern im Saargebiet Hervorrufen: er hoffe aber, daß der Rat in seiner nächsten Tagung den Wünschen Les Saargebietes gerecht werden könne. Reichsminister Dr. Stresemann gab der Hoffnung Ausdruck, daß über die offenstehenden Fragen Einverständnis erzielt werde. Wenn es nicht möglich erscheine, die Anleihe schon jetzt zum Abschluß zu bringen, so bebaute er dies ebenfalls. Eine Vertagung erscheine ihm jedoch jetzt aus dringenden Gründen geboten. Bei den Beratungen des Finanzkomitees sei eine Reihe von Fragen grundsätzlicher Art aufgetaucht, die im Augenblick nicht ohne weiteres lösbar erscheinen und auch nicht notwendigerweise mit den Anleihefragen verknüpft seien. Es erscheine ihm zweifelhaft, ob gerade der gegenwärtige Augenblick für die Aufnahme der Anleihe geeignet sei. Er sei sicher, daß die Saarbevölkerung die Vertagung verstehen werde. Oie Todesfälle bei der Rheinland- besahung. Paris, 10. März. (WTB.) Der sozialistische Abgeordnete Bart he, der die Regierung über die zahlreichen Todesfälle zu interpellieren gedenkt, die durch mangelnde Rücksichtnahme auf die enorme Kälte während der letzten Frostperiode unter den französischen Desahungstruppen im Rheinland zu verzeichnen waren, hat von den Familien der Verstorbenen sowohl als von Mitgliedern der Besatzungstruppen selbst umfangreiches Material erhalten. Er erklärt, daß die Soldaten die mangelhaften sanitären Zustände auf die Llnfähigkeit ihrer Vorgesetzten zurückführen, und daß unter ihnen infolgedessen starke Erregung herrsche. Der Abgeordnete äußerte sich sehr scharf über das Schweigen der Militärbehörden von Landau und Koblenz, das demjenigen der verantwortlichen Stellen der Trierer Besatzung in nichts nachstehe. 3n Landau seien 70 Todesfälle vorgekommen, in Koblenz 80, in sämtlichen anderen Rheinlandgarnisonen schätzungsweise etwas mehr als 40. Der plan -er Reparationsbank. Paris, 9. März. (WTB.) Wie bereits mitgeteilt, ist ein rein versuchsweiser Plan für die Organisation einer neuen internationalen Bank dem Sachverständigenkomitee in seiner Vollsitzung vom 6. März mitgeteilt worden. Besonderes Gewicht ist Darauf zu legen, daß der gesamte dem Sachverständigenkomitee vorgelegte Plan vorläufig einen reinen Versuchscharakter hat und bei weiterer Prüfung vielleicht ganz oder teilweise abgelehnt werden kann. Wenn eine solche Reueinrichtung geschaffen werden soll, würde ihre Hauptaufgabe zunächst in ihrer Stellung als Treuhänderi n zu suchen sein, indem sie die zu vereinbarenden Annuitäten von Deutschland in Empfang nimmt und sie an die Gläubigernationen verteilt. So würde sie als Bindeglied zwischen Schuldner und Gläubiger den Transfer erleichtern. Es ist ferner ins Auge gefaßt, daß sie Sachlieferungen und sogar unter bestimmten Garantien für große Projekte, die unter Den Generalbegriff der Sachlieferungen fallen, den rechtlichen Teil der Arbeiten finanzieren würde. Sie sollte ferner als Vermittlerin den beteiligten Regierungen und den Emissionsbanken bei der Auflegung der zur Mobilisierung verdeutschen Annuitätenzuemittie- renden Bonds behilflich sein. Sie könnte mit den bereits bestehenden Rotenbanlen zusammen arbeiten und auf Wunsch von diesen sowohl Giro- wie Anlagedepositen annehmen. Der große Beitrag fremder Devisen, über die sie normalerweise verfügen würde, läßt sie für die Tätigkeit als Ausgleichstelle besonders geeignet erscheinen, ebenso wie sie a>ls Reservoir für fremde Devisen von besonderer Bedeutung für die bestehenden Zentralbanken sein dürste. Die neue Bank würde in keiner Weise eine „Lleberbank" sein, um einen beherrschenden Einfluß auf bereits bestehende Organisationen auszuüben. Die Väter des Vorschlages glauben vielmehr, daß die Operationen der neuen Organisation dazu beitragen werden, eine Stärkung der Zusammenarbeit herbeizuführen, die sich zwischen den Zentralbanken bereits enttoitfelt hat, und die während der letzten 3ahre so bedeutende Dienste für die Wiederherstellung des Goldstandards in der Well und auch zur Stabilisierung der Finanzlage geleistet hat. Hinsichtlich der Direktion läßt der Plan klar erkennen, daß die Dank unpolitisch international und frei von beherrschenden finanziellen Beziehungen sein muh. 3n dem Direktorium sollten lediglich Männer von Erfahrung und internationalem Ruf sitzen. 3n Ergänzung des Direktoriums sind beratende Komitees vorgesehen, die so zusammengesetzt sein müssen, daß sie vernünftige Ratschläge über die zu behandelnden Probleme gewährleisten. Der Sitz der Dank wird voraussichtlich in einem der kleineren Länder liegen, wo eine geeignete Rechtsgrundlage und Steuerbefreiung gewährt wird. Es wird erwartet, daß die Tätigkeit der Dank für die Schuldner- und Gläubigerstaaten in gleicher Weise Vorteile bringen wird. Mit der Errichtung einer solchen finanziellen Organisation würde Deutschland finanziell auf eigenen Füßen stehen, die Verantwortung für die Aufrechterhaltung seines eigenen Kredites haben und auf einer geschäftlichen Grundlage mit einer internationalen Finanzorgani- faiion, die gemäß gesunden geschäftlichen Grundsätzen vorgeht, zu verhandeln haben. Reben diesen Vorteilen würde die Dank in der Lage sein, die Reichsbank und andere Zentralbanken bei der Aufrechterhaltung ihrer Währung zu unterstützen und dadurch ganz allgemein das Geschäftsleben auf eine sichere Grundlage zu stellen. Die neue Dank kann dazu dienen, die Lücken auszufüllen, die zur Zell "in der Dankorganisation der Welt bestehen, insbesondere die £üden, die sich infolge der durch die Reparationen und die Kriegsschuld neugeschaffenen Situation ergeben haben. Englische Kritik. Gegen Verstärkung der Sachlicferrmgen. London, 10.März. (TU.) Der Gedanke der Errichtung einer Weltausgleichsbank findet in England nicht ungeteilte Zustimmung. Die „Sunday Times" oeröf entlicht unter der lieber» fchrift „Ein gefährlicher Plan" einen kurzen Artikel, der sich auf die Berichte tützt, daß die Reparations- sachverftändigen Pläne ür eine Ausdehnung der deutschen Reparations-Sachlieferungen erörtern. Die Schädigung der britischen Interessen durch diese Pläne brauche nicht erörtert zu werden. Umfangreiche Sachlieferungen seien für Deutschland ohne Zweifel angenehmer als Barzahlungen. Auch einige Gläubigerstaaten würden keine Einwendungen dagegen haben. In der deutschen Industrie sei sehr bedeuten» des ausländisches Kapital investiert, das naturgemäß an einem Gedeihen der deutschen Wirtschaft interessiert sei. Großbritannien jedoch habe von einer Ausdehnung der Sachlieferungen nichts zu gewinnen, aber viel zu verlieren. Es hieße die Fehler der Nachkriegszeit auf die Spitze treiben, wenn die Endregelung der Reparationen in einer Form vorgenommen würde, die zu einer Förderung des Handels der geschlagenen Nationen und zur Schädigung der Wirtschaftsverhältnisse der deutschen Hauptgläubiger führen würde. Die Ersparnisvorschläge des Hansabnndes. Rund 490 Millionen können gestrichen werden. Berlin, 11. März. (Priv.-Tel.) Dvs vom Hansabund für Handel, Industrie und Gewerbe angekündigte Denkschrift über Ersparnismöglichkeiten beim Reichs- hauShaltsplan 1 929 wird jetzt derDeffent- lichkeit übergeben. Die umfangreiche Denkschrift ist von dem Präsidialmitglied des Bundes Emst M o s i ch versaht worden. Der Verfasser legte seiner Arbeit im wesentlichen folgende Gesichtspunkte zugrunde: 1. Drosselung der dauernden sächlichen Verwaltungsausgaben zum mindesten auf die Ist-Ausgabe von 1927; 2. Drosselung der Fonds; 3. weitestgehende Konzentrierung und Eingliederung der einzelnen Refsortsaufwendungen für wissenschaftliche Zwecke in die sehr hohe Pauschalbewilligung im Haushalt des Reichsministeriums des Innern; 4. AuSnützung der Ausgabenrechte bei übertragbaren und einmaligen Ausgaben zu weitestgehender Ermäßigung der diesjährigen Ausgabenforderungen; 5. starke Einschränkung aller neuangemeldeten Bauvorhaben; 6. andersgeartete Gestaltung der Zuwendungen des Reiches an die Sozialversicherungsträger, soweit dies ohne Einschränkung der Leistungen für die Versicherten angängig erscheint; 7. Einschränkung wirtschaftlicher Zweckauswendungen des Reiches, insbesondere bet der „produktiven Erwerbslosensür- sorge", da hierdurch bestenfalls kurzfristig eine akute Arbeitslosigkeit an einer Stelle verhindert wird, der aber gleichzeitig infolge steuerlichen Lieberdrucks an anderen Stellen wirtschaftlicher Kapitalverlust und damit Steigerung chronischer Arbeitslosigkeit gegenübersteht; 8. umfangreicher Abbau der Subventionspolitik jeglicher Art; 9. Einschränkung der Reichssteueranteilüberweisungen an Länder und Gemeinden, soweit dies nur irgendwie ohne Auslosung eines Zwattges zu unbedingter Beibehaltung oder gar Erhöhung des Realsteuerdruckes möglich ist. Bel Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte kommt der Verfasser zu dem Ergebnis, Daß am ReichshauShaltsplan 1929 rund 490 Mill. Mark gestrichen werden können. Für 1929 erschienen damit Steuererhöhungen vermeidbar, Steuer senkungen umfangreicher Art könnten ermöglicht werden. Die Denkschrift gibt an Hand der einzelnen Haushalte dann eingehend begründete Srsparnisvorschläge. Oie Verwaltungsreform der Reichspost. Berlin, 9. März. (WTB.) Die Bermaltungs- reform der Reichspost soll in den Mittelinstanzen nach einer Erklärung des Reichspostministers im Reichstage so weiter gefördert werden, daß für bestimmte wirtschaftlich zusammengehörige größere Gebiete eine Oberpostdirektion als Haupt- oder Gruppendircktion aufge- stellt wird, der die übrigen Oberpostdirektionen des betreffenden Gebietes als Neben-oderBe- triebsdirektionen angegliedert werden sollen. Dadurch soll die Zusammenfassung der Der- kehrspolitik des gesamten Gebietes, vor allem im Ausbau der Fernsprech-, Kabel-, Kraftpost- und Bahnpostverbindungen, in der Verwaltung und Wirtschaftsführung, ferner eine Vereinfachung und Verbilligung erreicht werden. Der Verschiedenheit der örtlichen Verkehrsinteressen in den einzelnen Bezirken sollen die Nebendirektionen dienen. Interessant war die Mitteilung des Reichspostministers, daß es sich bei der im vorigen Jahre durchgeführten Aufhebung einzelner kleinerer Oberpostdirektionen bald gezeigt habe, daß die örtlichen Betriebsinteressen hierdurch zu stark Not litten, und man vor der Frage stand, die aufgehobenen Oberpostdirektionen noch dem Vorgang bei der Reichsbahn durch Betriebsinspektionen zu ersetzen. Die Absicht des Reichspostministers fand von allen Seiten des Reichstagsausschufses Billigung. Wo bleibt Preußens Antwort? AeiuEchoderTarmftirdterReformvorschläge Frankfurt o.M., 9. März. Die „Frankfurter Zeitung" beschäftigt sich mit der jüngsten Erklärung des hessischen Staatspräsidenten Dr. Adelung. Sie bedauert, daß diese Erklärung in der reichshauptstädtischen Presse nicht die ihrer Bedeu- tung entsprechende Beachtung gefunden hat und schreibt zum Schluß: Der Vorschlag Leuschners war ein tapferer Vorreiter der Anregungen, die jetzt der hessische Regierungsführer Staatspräsident Adelung gegeben hat. Ohne Leuschners Vorgehen hätte man in Darmstadt wohl kaum schon den Mut zu so kühnem Handeln gefunden. Herr Leuschner ist ohne Antwort von der preußischen Seite geblieben, wenn man nicht einen Artikel des sozialdemokratischen Abgeordneten Hamburger dafür nehmen will, der allerdings ganz aus der parteimäßigen und gleichzeitig preußisch- partikulari st ischen Gesinnung heraus geschrieben war, die man mit Schauern immer wieder auch bei dem Ministerpräsi- denten Braun bemerkt. Wir glauben, daß die jetzige offizielle Regierungserklärung in Darmstadt nicht ohne Antwort von Berlin aus gelassen werden sollte. Wie lange es noch dauern wird, bis auf dem Weg der Länder- konferenz etwas Positives zustande kommen mag, das steht dahin. Aber die Bevölkerung unseres Rhein-Maingebietes wird nicht ruhig mit an- sehen wollen, daß dieses Lebensproblem ihrer engeren Heimat wie des deutschen Gesamtvolkes durch egoistische Länderbureaukratie ad calendas gräecäs verschleppt werde. Oie Kämpfe in Mexiko. Die Regierung zieht gegen den Norden. Mexiko City, 10. März. (Associated Preß.) Nachdem die Regierung den Aufstand im Süden des Landes vollständig niedergeworfen hat, setzt sie die gesamte Streitmacht jetzt im Norden ein. Man nimmt an, daß die Entscheidungsschlacht in der Nähe von Torreon geschlagen werden wird. Die in Jrapuoto konzentrierte LunDesatmee wird auf 18 000 Mann geschätzt. Sie ist zum Vormarsch aus Canitas Zacatecas bereit, wo mehrere tausend Mann Aufständische stehen. Der in Saltillo eingetroffene Bundesgeneral Almazan erbat Ar- tillerie, offenbar, um nötigenfalls Torreon zu beschießen, während andere Bundestruppen nach Norden marschieren. Die Aufständischen kündigen einen baldigen Vormarsch auf die Stadt Mexiko an. General Montero, der Neuyorker Vertreter der Aufständischen, erklärte, zwei Armeen der Rebellen rückten in Stärke von 30 000 Mann nach Süden vor. In I u a r e z herrschte heute Ruhe. Jedoch werden neue Kämpfe an der Grenze der Vereinigten Staaten bei der Rebellenfeste N o • 6 ales und bei Sonora erwartet. Es wird angenommen, daß die Bundesb Hörden einen Luftangriff auf Nogales vorbereiten. Fünf Fahre Fafzismus in Italien. Mussolini zur künftigen Politik Roms. Rom, 10. März. (WB.) Mussolini eröffnete heute nachmittag in der königlichen Oper dieerste Fünfjahresfeier des f a f - zistischen Regimes, zu der die gesamte Regierung, der Faszistische Große Rat, olle hohen Offiziere und leitenden Staats- und Gemeindebeamten erschienen waren, während die großen Organisationen des Landes wenigstens durch Vertreter repräsentiert wurden. 3m ganzen waren etwa 4000 Personen anwesend. Mussolini gab einen ileberblid über die bisherigen Leistungen des faszistischen Systems, wobei er noch einmal scharf die Grenze gegen den Sozialismus sowohl wie gegen den Liberalismus zog. Die zum Schuh des Staates und des Regimes getroffenen Sondermaßnahmen feien streng, aber gerecht. Es sei nicht beabsichtigt, die Gesetze zum Schutz des Staates beim Ablauf ihrer Gültigkeitsfrist zu erneuern, ja, die Regierung sei bereit, sie vorzeitig außer Kraft zu setzen, falls der Anti-FasziSmus, soweit ein solcher in Italien noch lebe, sich mit den unwiderruflich gegebenen Tatsachen abfinbe. Die großen Richtlinien dec italienischen auswärtigen Politik hätten sich nicht geändert und Bnnten sich auch nicht ändern, es sei denn, daß unvorhersehbare Ereignisse eintreten. Die- Wenigen, die das Schreckgespenst des italienischen Imperialismus und Militarismus an die Wand malen, müsse man daran erinnern, daß Italien seine Militärausgaben int Rabmen des strikt Rotwendigen halte, daß eS obendrein mit seinem Ser Kurs der Deutschen Volkspartei. Oer Krakiionsführer Or. Echolz spricht auf dem hessischen Landesparteitag in Mainz. Mainz, 10.März. Der Lanbesparteitag der Deutschen Volkspartei in Heften würbe Samstag nachmittag in der Mainzer Stabthalle mit einer Sitzung bes kommunalpolitischen Lanbesausschuftes eröffnet Beigeorbneter Dr. Hansemann (Neuß) sprach über „Grenzen ber wirtschaftlichen Betätigung ber Gemeinden". Eine gesunde Selbstverwaltung, so betonte ber Rebner, kann sich nur auf ber Grunblage eines wirtschaftlich blühenben Gemeinwesens entwickeln. Die Erhaltung ber Privatwirtschaft unb bie Steigerung ihrer Lei- stungsfähi'gkeit ist auf weite Sicht ber einzige Weg, bas finanzielle Rückgrat ber Kommunen zu stärken unb zu erhalten. Dem Vorschlag ber Reichstagsfraktion auf Besteuerung ber tommuna- len Betriebe sei burchaus zuzustimmen. Man müsse verlangen, baß ber Grundsatz ber Rentabilität in ihnen zur Durchführung gelange, wie bies auch bei ben Privatbetrieben notwendig fei. — Der Vorsitzende des kommunalpolitischen Landes- ausschusses, Landtagsabgeordneter Bürgermeister Dr. N i e p o t h (Schlitz), betonte in seinem Referat „Deutsche Dolkspartei unb Gemeinde- Politik", daß die Selbstverwaltung der Kommunen erhöhten Schutzes bedürfe. Die Deutsche Volkspartei sei nicht grundsätzlich gegen jede Eingemeindung, wie z. M. in Mainz, wo eine Notwendigkeit dafür vorliege. Wohl ober sei sie gegen eine Eingemeindung, wenn sie nicht den Ge- samtinteressen diene, wie es z. D. in Darmstadt der Fall sei. Die Kommunen dürften nicht an neue Ausgaben herantreten, bevor deren finanzielle Deckung auch für die Zukunft gesichert fei. Zur Sozialpolitik trat der Redner für i n di v idelle Fürsorge in jedem Einzelfall ein. Sozialpolitik könne nur soweit getrieben werden, als es die Wirtschaft vertrage. Der Redner setzte sich weiter für die gemeindlichen Zuschlage zur Einkommensteuer ein. Die Ortsgruppe Mainz der Deutschen Volkspartei veranstaltete am Samstagabend im Rheingoldsaal der Stabthalle einen Begrüßungsabenb, auf dem Landesvorsitzender, Reichstagsabgeorbneter Dinge l d e y, über „Volk unb Vaterland" sprach. Die Deutsche Dolksvartei habe bie traurigen Regierungswirren zum Anlaß genommen, um einen War- nungsruf ergehen au lassen; bie Popularität s- hafcherei ber ilbgeorbnetcn müsse aufhören unb bie Parteien müßten unabhängig gemacht werben von einzelnen Organisationen, Interessengruppen unb Stänbe. Es brehe sich um eine Reform bes parlamentarischen Verantwortungsgefühls, nicht um eine Wahlreform. Die Schrankenlosigkeit des Wahlrechts sei die letzte Ursache des Niedergangs. Man brauche verantwortungsvolle und verantwortungsfreudige Politiker! (Bravo.) Wann der ftühere Reichskanzler Dr. Wirth sage, das deutsche Volk stehe nicht mehr in, sondern neben den Parteien, bann müsse man ihm leider Recht geben. Auch zwischen der Jugend und den Parteien klaffe eine unüberbrückbare Lücke. Am Sonntag sprach auf dem Landesparteitag Reichsminister a. O. Or. Scholz als Fraktionsvorsihender über die politische Lage. Wir haben in immer steigendem Maße in den letzten Jahren erleben müssen, daß eine geradezu unverantwortliche Wirtschaft mit dem deutschen Steuerzahler getrieben worden ist; nicht nur daß Die Steuer in größtem Ausmaße insbesondere auf die am stärksten notleidenden Schichten des deutschen Volkes, auf den Mittelstand, gelegt worden sind, sondern es hat sich auch im Staat eine völlig unverantwortliche Finanzwirtschaft eingesch'ichen. Deshalb fordern die beiden großen Anträge der Deutschen Volkspartei-Frakiion, 1. dah Mehrerträge aus Steuern nicht verwendet, sondern zurück- gezahlt werden, um im nächsten Jahre zu Steuersenkungen benutzt zu werden, und 2. dah der neue Etat ohne n.eue Steuererhebungen ins Gleichgewicht gebracht werden muh. Wir sind bereit, lieber heute als morgen eine tragfähige Regierungsmehrheit im Reich durch unsere ^Beteiligung zu schaffen, aber nur dann, wenn die anderen Parteien, die mit uns regieren wollen, mit uns einig sind darüber, dah es höchste Zeit ist. im Interesse der deutschen Wirtschaft und des deutschen Volkes Schluß zu machen mit der bisherigen M i ß w i r t sch a f t auf dem Gebiete der Finanzen und Steuern. Wenn das erzielt wird, unb es scheint möglich zu werden, dann haben wir durch unsere Energie und starke Haltung einmal wirklich einen Wendepunkt in der Wirtschaftsgebarung des Reiches, der Länder und Gemeinden herbeiführen helfen, für den uns das deutsche Volk in seiner Gesamtheit dankbar sein kann. Dr. Scholz beantwortet dann den Ruf nach den »Hochzielen ber Deutschen Volkspar!ei", von denen er anführt die, feit nunmehr nahezu sechs Jahren ununterbrochene, von stärkstem Verantwortungsgefühl getragene aktive Beteiligung an der Regierung, den von Siresemann unentwegt geführten Kampf um die Befreiung des deutschen Rheins von fremder Knechtschaft (Lebh. Bravorufe), den Anschluß Deutsch-Oesterreichs und auf dem Gebiet der inneren Politik die Schaffung des deutschen Einheitsstaates, die schon ein Grundsatz der Politik Bismarcks gewesen fei. Auf wirtschaftlichem und ideellem Gebiet haben wir ein großes Ziel: Die verantwortungsbewußte Persönlichkeit muh gegenüber der allgemeinen Verantwortungslosigkeit wieder in den Vordergrund gestellt werden! (Sehr richtig!) Die Mehrheit, die über die Steuerkraft befindet, bezahlt überhaupt keine Steuern! (Zustimmung.) In kultureller Beziehung schreibt uns unsere liberale Grundgesinnung Wege und Ziele klar und deutlich vor: Keine Abmachung mit irgendwelchen, außerhalb des Staates stehenden Kräften, die eine Gefährdung unserer liberalen Geistesentwickeluim bedeuten! Wir halten unentwegt fest an b:n Farben S ch w a r z - w e i ß - r o t (Bravo). Wir halten fest an dem Wehrge- danken des deutschen Volkes. (Lebh. Beifall.) Solange der allgemeine Friede und die allgemeine Abrüstung nicht Tatsache geworden find, begibt sich ein Volk in freiwillige Knechtschaft, wenn es den Wehrgedanken ablehnt. Reichstagsabg. Graf zu Stolberg-Wernigerode sprach hierauf über „Die Rot der Landwirtschaft". Wer für die Landwirtschaft sorgen wolle, der müsse in die Regierung hinein. Es komme nicht auf die gestellten Anträge an, von denen noch niemand satt geworden fei. sondern auf die angenommenen. Ehe wir nicht erkannt haben, dah wir entweder alle wieder zur Höhe gelangen oder alle zugrunde gehen, eher wird xs im deutschen Volke nicht besser werden. Rachdem Frau Reichstagsabg. Dr. Matz über »Familie und Gesetzgebung" sich in wirtschaftspolitischer, sozialer und kultureller Hinsicht ausgesprochen hatte, nahm der Vorsitzende der hessischen Landtagsfraktion, Oberstudiendirektor Dr. Keller, in feinem Referat ,,Wo stehen wir in Hessen" zur derzeitigen Gesamtlage in Heften ausführlich Stellung. wirtschafllichen Wiederaufbau und seiner großen Ausgabe, in einer neuen Zivilisation die Synthese zwischen dem Lieberkommenen und dem Reuzeitlichen, zwischen Fortschritt und Glauben, au schaffen, vollauf beschäftigt sei. Italien, so sehr es auch gewappnet sei, in allen Teilen der Welt seine Interessen zu verteidigen, habe kein Verlangen, Den Frieden zu stören. Die Versöhnung zwischen Italien und dem Hl. Stuhl habe eine Atmosphäre nicht der Verwirrung und der Heuchelei, sondern der reinlichen Scheidung und der Loyalität geschaffen. Rur unter der Herrschaft eines Konkordats lasse sich eine normale, logische und wohltuende Trennung zwischen Kirche und Staat verwirklichen, d. h. Die ilnterfdjeiöung und Begrenzung dessen, was jedem der beiden zu- lommt und was ihm an Aufgaben auf erlegt ist, fo daß jeder seine Rechte, seine Pflichten, die ihm zukommende ,Macht und ein abgegrenztes Tätigkeitsgebiet besitzt. Rur unter dieser Voraussetzung fei eS möglich, auf gewissen Aufgabengebieten eine Zusammenarbeit von souveräner Macht zu souveräner Macht herbeizuführen. Aus aller Wett. Zum Sv. Geburtstag de» ehemaligen Reichskanzlers Dr. Luther. Der Reichskanzler hat zugleich im Namen der Reichsregierung dem Reichskanzler a. D. Dr. Luther zur Vollendung seines 50. Lebensjahres telegraphisch Die besten Glückwünsche übermittelt. — Der Herr Reichspräsident hat in einem herzlich gehaltenen Schreiben gleichfalls seine Glückwünsche ausgesprochen. Die ersten Ueberfchwemmungeu im Laholal. Limburg. 10. Würz. Die in den letzten Tagen mit Wacht auf den Höhen bes Wester- waldeS und des Taunus einsetzende Schnee- schmelze führt der Lahn durch die Bäche gewaltige Wasfermaffen zu. Im Laufe des gestrigen TageS ist die Lahn um einen Meter gestiegen, in der vergangenen Rächt etwas gefallen und heute erneut etwa 8/4 Meter gestiegen. Im Unterlauf der Lahn hat sich das Eis zwischen ErnS und Diez an verschiedenen Stellen gestern und heute in Bewegung gesetzt. Bei Limburg und im weiteren Oberlauf steht die Eisdecke noch. Heute mittag 12 Llhr ist eS bei dem Ab treiben des Eises zwischen Bad Ems und Dausenau zu einer gewaltigen Eisstockung gekommen. Mehrere 100 Meter weit hatten sich ie Schollen in 4 Meter Höhe aufgetürmt Im Ru trat die Lahn über die Ufer und setzte die Ortschaft Dausenau zur Halste unter Wasser. Die Isfort alarmierte Emser Feuerwehr nahm den ganzen Tag über umfangreiche Sprengungen vor, die den Erfolg hatten, daß heute abend um 7 Ahr die Stauung vollkommen beseitigt war und die Lahn wieder in ihr Bett zurücktrat. Bereits in Der Rächt zum Samstag war es auch unterhalb Diez zu einer starken Eisstauung gekommen, die aber ebenfalls bis Samstagabend gesprengt war. 3n den Ortschaften an der Lahn sind Rachtwachen eingesetzt worden. Eismassen „stürmen" eine Insel. Die Bevölkerung Der im Oerefunb gelegenen Insel Hven erlebte in Der Rächt zum Samstag ein seltenes Raturschauspiel. Die durch eine starke nördliche Strömung in Bewegung gesetzten Eis- massen des Sundes richteten einen wahren Sturmangriff auf die Insel. Ungeheuere Eismassen wurden über Den Strand getrieben und türmten sich zu riesigen Eisbergen und Säulen bis zu 15 Meter Höhe aufeinander. Die Eismassen zerstörten dabei auch eine Anzahl Boote und Fischereigerätschaften. Eine halbe Stunde später wiederholte sich dieser seltene Vorgang nochmals, wobei die Eismassen nod> weiter landeinwärts getrieben wurden, als beim ersten Stoß und erst etwa zehn Meter vor den Häusern der Insel zum Stillstand kamen. Zugzusammenstoh bei Hamm. Am Sonntagabend stieß Der O-Zug 40Der- lin— Köln in Heeßen vor der Einfahrt in den Dorbahnhof Hamm infolge dichten Rebels auf einen Viehzug auf. Die letzten Wagen des Diehzuges wurden völlig zertrümmert, wobei 60 Tiere umkamen. Von Den Reisenden des v-Zuges wurden drei verletzt. Der Hilfszug von Hamm war nach 20 Minuten zur Stelle. Kurz darauf stellten sich Feuerwehr- und Sani- tätskolonnen ein. Die Unglucksstclle bildet einen großen Trümmerhaufen. Die Schienen sind verbogen, die Strecke ist vorläufig gesperrt. Erstickungstod eine» Kindes. Schwere Folgen hatte ein WohnungSbrand, Der in Der Rächt zum Sonntag in einem Hause zu Weißensee Durch Fahrlässigkeit eines Bewohners entstanD unD einem Kinde das Leben kostete. Der im ersten Stock bei seinen Eltern wohnende Gustav Immer kam des nachts nach Hause, legte sich mit einer brennenden Zigarette im Munde zu Bett und muß rasch ein- geschlafen fein. Eine halbe Stunde später bemerkte ein Passant von Der Straße einen hellen Flammenschein aus Der Wohnung und alarmierte die Feuerwehr. Inzwischen war Immer in Dem brennenden Bette aufgewacht; kurz entschlossen brachte er sich Durch einen Sprung aus Dem Fenster in Sicherheit. Er hat erhebliche Brandwunden davongetragen. Der sich entwickelnde dicke Qualm war in Die darüber liegende Dachkammer gedrungen, wo das Ehepaar Seppelt mit seinen zwei Kindern wohnt. Die beiden schlafenden Kinder wurden schwer betäubt; während es Den Bemühungen Der Feuerwehr gelang. Das ältere Mädchen zu retten, war die P/jäljrigc Agnes Seppelt nicht mehr ins Leben zurückzurufen. Sieben Todesopfer eines Hotelbrande» in Hongkong. Das King-Edward-Hotel wurde durch Feuer zerstört. Die Zahl der Verluste an Menschenleben steht noch nicht fest, doch scheint es, daß mindestens sieben Personen den Tod gefunden haben, fünf weiße Männer, eine Frau und em Chinese. Eine Dame sprang aus dem vierten Stockwerk auf die Straße hinab und war sofort tot. Ihr Gatte, ei« Beamter eines britischen Marinevorratslagers, wird vermißt. Ein amerikanischer Seemann vom Kreuzer „Memphis" verfehlle beim Abspringen das Sprungtuch und mar sofort tot. Ein anderer Seemann brach sich das Rückgrat und liegt in bedenklichem Zustand im Krankenhaus. Außer- dem werden noch ein Franzose und zwei englische Kaufleute als vermißt gemeldet. Ein chinesischer Kuli sprang aus einem Fenster und fand den Tod. Außer der Feuerwehr beteiligten sich auch Matrosen der britischen Kriegsmarine an den Lösch- arbeiten. Schweres Lrandunglück. In Löbau brach ein gefährlicher Brand in einem alten vierstöckigen Hause auS. Durch Rauch und Flammen wurde sechs Famllien Der Weg ins Freie abgeschnitten. Obwohl die Feuerwehr sofort mit Steigeleitern anrückte und sämtlichen eingeschlosfenen Personen Hilfe zu bringen suchte, lieh sich eine 38 Jahre alte Frau Liebscher aus Zuruse von Straßenpattanten aus Dem Dritten Stockwerk in Die Tiefe fallen. Dabei stürzte sie einem Feuerwehrmann auf Den Rücken und schlug aus Das Pflaster auf. Sie erlitt schwere Verletzungen, Denen sie kurz nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus erlag. Duck Der Feuerwehrmann erlitt schwere Verletzungen. Es gelang, Den Brand zu löschen, ehe Die Flammen auch das stark bedrohte Nebengebäude erreichten. Eine sechsköpfige Jamilie von Räubern getötet In D u b n o an Der polnisch-litauischen Grenze drangen mehrere Räuber in das Haus eines ge- wissen Halkow ein und forderten Die Herausgabe Des Geldes. Als Halkow sich weigerte, dem Befehle nachzukommen, unterzogen sie ihn und seine sechsköpfige Familie furchtbaren Martern. Dem Ehepaar und Den vier Kindern wurden die Finger zerbrochen, die Augen ausgestochen und die Haare vom Kops gerissen. Ein 14jähriges Mädchen hielten die Unmenschen mit dem Kops in das Feuer des brennenden Ofens und ließen erst von ihren unglücklichen Opfern ab, nachdem sie sie alle getötet hatten. Ein Danziger Zeitungsverleger gestorben. In Danzig ist an Den Folgen eines Herzleidens Der Verleger Der „Danziger Reue ft en Rachrichten", Senator a. D. Dr. Ing. h. c. Gustav Fuchs. im Aller von 72 Jahren ge* ftorben. Der Verstorbene, Der feit ,35 Jahren auf das engste mit Dem politischen und wirtschaftlichen Leben Der 6taDt Danzig verknüpft war, gehörte Dem Vorstand DeS Vereins Deutscher Zeitungsverleger an. Rach Begründung Der Freien 6taDt Danzig vertrat er von 1920 bis 1924 Die über Den Parteien stehende Freie Wirtschaftliche Vereinigung im Danziger Senat. 1927 verlieh ihm Die Technische Hochschule Stuttgart in Ansehung seiner Verdienste um das geistige Leben Danzigs Die Würde eineS Dr. Ing. h. c. Oie Wetterlage. ■Mit- Sonntaa, Lnrtarzl929,8*mgs. yiwtMnOKm. ouMKotuie -oiiuo.eo““1* ""'*•** • tdw« A «raopcia. e *oc» Sulawesi jtezmiynn lordvtn ew Pfem m«ocn die Temperatur an. Ok Lm-en terwe*» Ort» w lUi'htrx rat R»er«sei«ea» uewr»r»•#!»• LefUreea Wettervoraussage. Unter Dem Einfluß der im Norden oo rüberziehen - den Störung sind maritime Luftmaften auf dem Kontinent vorgedrungen, die vielfach Nebelbildung und in Norddeutschland sogar Niederschläge verursachen. In ganz Deutschland lagen heute moraen die Temperaturen noch um Den Gefrierpunkt. Königsberg meldete sogar minus 13 Grad. Der hohe Druck über England hat sich gehalten und wird zunächst für unsere Wetterlage bestimmend sein. Die Temperaturen, die tagsüber kräftig ansteigen, werden nachts wieder in Gefrierpunktnähe zu liegen kommen. Mit Niederschlägen ist kaum zu rechnen. WetterooraussagefürDienstag: Neblig, wolkig, auch zeitweise ausheiternd, tagsüber mild, nachts Temperatur noch in Gefrierpunktsnähe, trocken. Wettervoraussage für Mittwoch. Stellenweise neblig, sonst vielfach aufheiternd, troffen. Lufttemperaturen am 10. März: mittags +10 Grad Celsius, abends + 0,7 Grad; am 11. März: morgens +1,2 Grad. Maximum +10,2 Grad, Minimum —1,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Marz: abends — 0,4 Grad; am 11. März: morgens — 0,3 Grad Gelsius. —- Sonnen» fcheindauer 3n Stunden. asen^rdei ing, v,.” o*n ihrige I 5enfcier= », ff^eben Inh m,nbt. aus btmr°U. Unb ib wStaJ!thn fite'- ? .on*«K -Ä Ä‘ und lieg, ft? **" fes U°nb kn tob. ?»®«h". Qn kn Lösch. uk. Drand in L* Durch MttuTitnht 1? •ia «ntüdte .ft? W ,."N« alle ^aoenpaffantm verk in bic e einem 5CUCr. jjM aus u 'chrvrie 2«. kx tzmrvchi. «Jungen, tzs ■k die glommen Wufie erreichten, läubern getötet itouischen Grenze falls eine» ge. e Verausgabe de; )em Befehle nach- feine sechsköpsige ern. Dem The- n die Finger zer- nd die haare vom röchen hielten die Feuer der bren- )n ihren unglück- ie alle getötet ter gestorben. eines Herzleidens je: Aeuesten ). 5)t Ing. h. c. m 72 Jahren ge- : seit,35 Jahren tischen und Wirt- Danzig verknüpft Vereins Deutscher Begründung der er von 1920 bis möe Freie Mrt- & Senat. 1927 e Stuttgart um daS grillige St Sng. h. c. 2 0,4 •W’’ w* Klus Oer Provinzialbaupistadi. Gießen, den 11. März 1929. Medizinalrat Or. Wagner t- 2n der Rächt zum Sonntag verschied nach kurzer, schwerer Erkrankung an Drippe-Lungen- entzündung der Rervenarzt Medizinalrat Dr. Albert Wagner in Dietzen, genau 24 ©tun- den nach dem infolge langen Siechtum- em- getretenen Tode seiner Gattin. Durch den Tod dieses weithin bekannten Mannes ist unserer Stadt und unserem Hessenlande eine der mar- kantesten ärztlichen Persönlichkeiten unerwartet entrissen worden. , „ , Wagner wurde am 14. Marz 1861 alÄ Sohn eines Kaufmanns in Fulda geboren. Äa« ®oU> endung seiner Gyrnnafialbildung m Fulda und Birkenfeld war er genötigt, infolge eingetretener wirtschaftlicher Verluste fernes DaterS sem Studium als Mediziner unter großen Schwierig, leiten in der Universitätsstadt Marburg durchzu- silhren. Seine' tüchtige Statur überwand aber alle Hindernisse, und er erwarb sich auf Grund hervorragender Begabung durch eisernen Fleiß die erforderlichen Stipendien, so datz er schon in verhältnismäßig jugendlichem Alter als Doktor der Medizin und approbierter Arzt die Um- versität verlassen und sich in Mühlheim a. M. niederlassen konnte. Dem Zug seiner fachärztlichen Steigung folgend, gründete er M ein Sanatorium für Stervenleidende, das sich dato eines hohen Ansehens und ausgebreiteten Rufes erfreute. Seine ihm kongeniale Gattin, ferne Jugendliebe von Marburg her, die er m Muht- heim als Lebensgefährtin heimholen konnte, war die getreue Gehilfin bei seiner verantwortungs« vollen ärztlichen Tätigkeit. Gleich ausgezeichnet als Hausfrau und als Künstlerin verstand fie es in hohem Matze, ihrem Manne und den aus. wachsenden Söhnen ein trautes Heim »u bereiten, in dem die herzlichste, mit edelster Kultur verbundene Gastfreundschaft Selbstverständlichkeit to<3m Jahre 1908 trat Wagner in den hessischen Staatsdienst über und wirkte unter hoher Anerkennung feiner Fachkollegen an den Heil* und Pflegcanstalten in Heppenheim und Alzey. Das Jahr 1913 führte ihn dann als Oberarzt an Die Heil- und Pslegeanstalt in Dietzen. Hier erwuchs unter feinen kundigen Händen im Jahre 1918 Die Hessische Rervenheilstätte, deren Gründer und erster Leiter er war, und die unter ihm zu ausgezeichneter Blüte gedieh. Aus allen Teilen Deutschlands suchten und fanden Leidende m Lieser Heilstätte Hilfe und Trost. MS Wagner dann im Juli 1926 auf Grund deS Gefehes über die Mtersdienstgrenze der Beamten in den Rute- stand treten mutzte, entfaltete der rastlos tätige Mann in seiner hübschen, neuerbauten kleinen Billa in der Georg-Philipp-Gailstratze feine schon seit langem blühende Privatpraxis als Slerfcen- arzt mit großem Erfolg weiter. Die wisienschaftliche Bedeutung Wagners, wie sie in zahlreichen Borträgen. Aussätzen in Zeitschriften und als Sachverständiger vor den Gerichten zum Ausdruck kam, kann an dieser Stelle nur angebeutct werden. Wagners ärztliche Tätigkeit war nicht, nur auf ein außerordentliches Wissen gegründet, sondern er war der geborene Arzt, der mit seiner prachtvollen Persönlichkeit geschmückt mit großer Herzensgüte, voll unermüdlicher Geduld mit den körperlichen und seelischen Leiden seiner Kranken und immer strahlend von einem goldenen Huaior seine Patienten geradezu faszinierte. Aus solch glücklicher Persönlichkeit floß auch die Methode seiner Psychotherapie. Er heilte Steurotiter, langst ehe es eine sog. Psychanalyse gab. Stets bereit, an den tiefsten Gedankengängen der bedeutendsten modernen Forscher erfolgreich teilzunehmen. wußte er als Praktiker allezeit, das von der theo- retischen Forschung zu Tage geförderte Edelmetall von allen Schlacken zu reinigen und ein Instrument daraus zu formen, wie es gerade für ihn persönlich — für die Praxi- überhaupt und für Den besonderen Fall — brauchbar und nützlich war. Der unerwartete Tod dieses hervorragenden Arztes, der bei voller Rüstigkeit buchstäblich in den Sielen starb, bedeutet für die leidenden Mitmenschen einen schweren Verlust. Was der Tod eines solchen BaterS für seine Söhne und den verwaisten Familienkreis bedeutet, die mit dem Slater zugleich auch die treue Mutter beweinen, und was beider Tod für die zahlreichen Freunde des HauseS bedeutet, das bleibt in treuem, dankbarem Gedächtnis bewahrt, in einem Gedächtnis, das auch über Tod und Grab hinaus den versöhnenden Segen in sich birgt. W..... Hessischer Schuhverein für entlaffene Gefangene. Der Borstand deS Hessischen Schutz- Vereins für entlassene Gefangene hat soeben seinen Rechenschaftsbericht für das Jahr 1 9 2 7/28 der Öffentlichkeit übergeben. Der Verein bezweckt bekanntlich, entlaffene Strafgefangene wieder in eine Arbeitsstelle zu bringen. Zu diesem Zwecke gewährt er ihnen zunächst älniertunft in der Aufnahmestelle Hohenau des Vereins. Die sowohl mit Industrie- wie mit Landwirtschaftsbetrieben ständige Verbindung unterhält. Die Einnahmen des Vereins im Kalender- jahr 1927 beliefen sich auf 23 7 6 6,8 2 Mk., die A u s g a b e n auf 2 3 4 9 8,4 2 M k., so daß am 1. Januar 1928 ein Kassenbestand von 268,40 Mk. vorhanden war. In den Einnahmen sind die Mitgliederbeiträge mit 12 651,82 Mk., der Staatszuschuß mit 5000 Mk., und einmalige Gaben mit 4788.75 Mk. aufgeführt. Die Ausgabenseite zeigt u. a. an Unterstützungen an Gefangene 7577,80 Mk., Aufwendungen für Hohenau 6633,90 Mk. Im Berichtsjahr gingen etwa hundert entlaffene Gefangene durch die Aufnahmestelle Hohenau, und etwa dieSä-fte davon konnte in bedungen untergebracht werden. Im einzelnen ist hier hervorzuheben: 38 entlassene Gefangene traten freiwillig in die Aufnahmestelle Hohenau ein, von denen 11 wieder freiwillig weggingen und 21 in S ellungen untergebracht tourten; zur Bewährung im Gnadenwege wurden 48 Gefangene überwiesen, von denen 23 nach Ablauf der Bewährungsfrist aus- schieten und 21 in S.ellungen untergebracht wurden; von anderen Fürforgestellen wurden 13 Leute geschickt, die fast alle in Stellungen untergebracht werten konnten. Der landwirtschaftliche Gutsbetrieb ter Oluf- nahmcstelle Hohenau entwickelte sich weiter günstig. Die bisherigen hohen Zuschüsse werten sich jetzt vermindern, nachdem die Investierungen im wesentlichen beendet sind und eine vom Vorstände durchgeführte Lot.e.ie eine weitgehende Tilgung ter Leihkapitalien ermöglicht hat. Bornotizen. — Ta g e s k a l e N d e r s ü r M o N t a g. F. G. F.: Monatsversammlung, 8.30 Uhr, bei Kamerad E. Sieck. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Waterloo". — Astoria-L.chfspiele: „Der Kampf unter dem Sternenbanner". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz macht nochmals darauf aufmerksam, datz die heutige Veranftallung zusammen mit dem Goethebund wegen Erkrankung von Frau Bahr-Mildenburg aufallen muß. — Das Seestück „Hoffnung auf Segen", das mit dem Gast Auguste Prasch-Grevenberg einen sehr starken, nachhaltigen Erfolg halte, erlebt morgen die erste Wiederholung. — Für Mittwoch, 13. März, ist ein Gastspiel des Neuen Operetten-Theafers Frankfurt vorgesehen. Die Operette „Der Mikado", die in der eigenartig modernen Inszenierung bei der Gießener Presse lebhaften Beifall gefunden hat, wird das erste Mal wiederholt. — DaS III. volkstümliche Sympho- niekonzert des Orchester - Verein- Gießen, das im Februar wegen Erkrankung mehrerer Orchestermitglieder verschoben werten mußte, findet nunmehr am Donnerstag, 14. März, abends 8 Uhr, in der Reuen Slula statt. Der Orchester-Derein hat — wie er uns mitteilt — für die Leitung diese- Konzerte- einen erstklassigen Dirigenten von anerkanntem Ruf. Professor Oscar Brückner. Wiesbaden, gewonnen. dessen Stabführung einer ho)en Ansprüchen entsprechende Ausführung deS Konzertes verbürgen Dürfte. Ms Solist (zum ersten SEal in größerem Rahmen) toirD unser heimischer Künstler Franz Dauer jun. DaS 3. Konzert für die Violine von Mozart zum Vortrag bringen. In Anbetracht deS Gebotenen und deS außerordentlich niedrigen Eintrittspreises von 80 Pf. (im Vorverkauf) sollte ein volles Haus zu erwarten sein; überdies ist dieses Konzert das letzte Orchester-Konzert dieses Winterhalbjahres. — Gießener Lesehalle-Verein. Nächsten Mittwoch abend ordentliche Mitgliederversammlung. Siehe heutige Anzeige. ** Ein herrlicher Vorfrühlingssonn- tag war uns gestern beschieden. Nach dem wochenlangen strengen Winterwetter schien gestern im Anschluß an den Wetterumschlag der letzten Tage die Sonne zum ersten Male wieder in angenehmer Wärme auf die Mutter Erde herab. Dazu wehte ein gelinder Frühlingswind, der manchen Zeitgenossen zur Außerdienststellung des Wintermantels veranlaßte. Besonders in den Nachmittagsstunden war die Zahl der Spaziergänger in den Anlagen und in der nächsten Umgebung der Stadt recht groß, da die Wege nach dem mehrtägigen Tauwetter zum Teil ganz trocken, zum Tell in erträglicher Weise gangbar waren. Trotz der wärmenden Sonnenkraft hat aber das Lahneis in der Nähe der Brücke bis jetzt noch seine Stellung behauptet, obwohl weiter oberhalb am Wehr bei den Mühlen der Wasserlauf offen ist und von dort her die Eisfläche stark bespült wird. Das Eis ist natürlich sehr brüchig, so daß man wohl mit seinem Abgang in den nächsten Tagen rechnen kann. Der Wasserstand der Lahn und der Wieseck ist bis jetzt noch ohne jede Bedenken. ** Die Zugvögel kommen zurück. Mit dem Eintritt wärmerer Witterung hat auch die Rück- kehr der Vögel von Süden her begonnen. Aus den verschiedensten Gegenden werden Züge von Staren und Störchen gemeldet, die in den beiden letzten Tagen in großen Schwärmen über Süddeutschland, Mitteldeutschland, Berlin und Pommern beobachtet worden sind. **91 i ft f a ft e n säubern I Der strenge Winter hat unserer Bogelwelt großen Schaden zugefügt. Aufgabe des Natur- und Gartenfreundes ist es darum, alles zu tun, um die Zahl unserer gefieberten Sänger und Helfer wieder auf die alte Höhe zu bringen. Darum säubere jeder jetzt unverzüglich die Nistkasten, um Milden und anderes Ungeziefer, die darinnen überwintert haben können, zu entfernen. Hängt auch neue Kasten, vor allem Meisen- kästen auf und gebt ihren Fluglöchern die Richtung gegen Dftcn. Befreit auch unverzüglich Astgabeln von vorjährigen, verwitterten Nestern, damit ein Dogel- paar sich in dieser Gabelung einen neuen Brutplatz schaffen kann. Dienstjubiläum. Der bei der hiesigen Güterabfertigung tätige Reichsbahnobersekretär Hermann Ewald beging am 10. d. M in voller Rüstigkeit fein 40jähriges Dienstjubiläum. Dem Jubilar würden durch den Vorstand des Reichsbahnverkehrs- amts Gießen Glückwunsch- und Vnerkennungsschrei- den des Reichspräsidenten, des Generaldirektors der Reichsbahn und des Präsidenten der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. mit herzlichem Glückwunsch überreicht. Auch der Dienstvorsteher und die Kollegen sprachen chm die besten Glückwünsche aus. •• Reichswettkochen. Den Schauplatz des am morgigen Dienstag beginnenden Gaskochwett- streits stellt ein von zwölf Gasherden slankiertes Rechteck im Saale Des Cafö Leib bar. Um 4 Uhr nachmittags nehmen unter den Klängen eines Marsches die Wettbewerberinnen vor ihren Herden Aufstellung. Nach der Begrüßung der Anwesenden werden die Bedingungen verlesen und der Küchenzettel befanntgegeben. Dann kommt der Start: „Achtung — fertig — los!" Gegen 6 Uhr wird der erste Kampf- tag beendet fein. Die Verkündigung der Siegerinnen und die Verteilung der Preise finden am 13. März gegen 6 Uhr im Kochsaale statt. (Siehe heutige An- zeige.) " Der Schlichter für Hefsen. Das Bureau des Schlichters für den Bezirk Hessen befindet sich ab Montag, 11. März, in Frankfurt a. TI., Moltke- allee 22/24, 2. Stock, und ist unter Telephonnummer Maingau 79 484 an das Ortsnetz angefdjloffen. •• Auftrieb aufbem heutigen Frank- furter Schlachtviehmarkt: 334 Ochsen, 78 Dullen, 639 Kühe, 410 Färsen, 457 Kälber, 61 Schafe und 4640 Schweine. SberbürgermeisterSlaesflng'SarmstE Darmstadt, 11. März. (WTB. Drahtmeldung.) Gestern abend verstarb plötzlich der Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, Dr G l a e s s i n g, an den Folgen einer Lungenentzünduna. Er war bereits auf dem Wege der Besserung, als eine Rippenfellentzündung seinen Zustand verschlimmerte und seinen Tod herbeiführte. Dr. Glaessing wurde 1865 in Groß-Gerau geboren, war 6 Jahre Amtsrichter in Osfenbach a. M. und seit 1901 Abgeordneter der Stadt Darmstadt mit dem Titel Bürgermeister. Nachdem er Drei Jahre lang den damaligen Oberbürgermeister Morneweg vertreten hatte, wurde er im Jahre 1916 Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt. Durch seine Tätigkeit im Deutschen Städtetag ist er weiten Kreisen Deutschlands und auch im Auslande bekannt geworden. Seine Spezialität war das kommunale Steuerwesen. Buntes Allerlei. Der britische Admiral ©ehmour f. Der ehemalige Großadmiral der englischen Flotte, Sir Edward Seymour ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Seymour war während deS Boxerausstandes in China im Jahr 1900 Befehlshaber des englischen China- Geschwaders. Ihm unterstanden die damals vor Taku konzentrierten Schiffe aller Großmächte. Ms Seymour erfuhr, daß die Gefandtfchasten in Peking von den Boxern belagert wurden, raffte er in aller Eile ein Landungskorps von 2000 Mann zusammen und versuchte einen Vorstoß nach Peking. Rach einigen Tagen mußte sich das Expeditionskorps aber auf die Schiffe zurückziehen. Auf dem Rückzug mußten die deutschen Matrosenabteilungen unter Kapitän v. 11 s e d o m wiederholt durch Vorstöße den Abzug der übrigen Matrosenabteilungen decken. g (A£»IO4NIU>*CHU)BIO> uHlFrt Mein Äureau befindet fich von heute db 0,202 Wiesecker Weg 16. Suuiker SenchtsvollziehLr. Mittwoch» den I». März 1929, abends 6‘/« Ubr ttollWHernmüiig Im der Universitäts-Bibliothek. Der Vorstand. 2190D Orchester-Verein Gießen (1908) Donnerstag, den 14 März, 8 Uhr abends Neue Aula der Universität: m. volkÄMes Symphonie-Konzert Orchester: Der Gießener Orchester-Verein 1908 (t litglied des Bundes deutscher Orchester-Vereine) Dirigent: Professor Oscar Bräter, Wiesbaden als Gastdirigent Beethoven: Ouvertüre zu Egmont Mozart: Violin-Konzert Nr 3 (Solist: Herr Franz Bauer jr., Gießen) Beethoven: II Symphonie 2,970 Eintrittspreis auf allen Plätzen: Vorverkauf 80 PU Abendkasse 1 Mk, Vorverkauf bei E. ChaUier und der Geschäftsstelle der Volkshochschule für deren Mitglieder. TeöenÄe Handelslehranstalt Her Industrie- und Handelskammer, Giehen Abteilungen: 1 Höhere Handelsschule 2 Zweijährige Handelsschule Anmeldungen bis zum 6. April 1929 im Schullokal. Gießen. Nordanlage 15 (Kaufmännisches Vereinshaus). Mittwochs und Samstags von 10 bis 12 Uhr. ,914U _______Schirmer. Kommerzienrat. I KRÄUTERHAUS Tee “..dH Jung, Sdiulftraße 5 Wadiolder I zurFrühjahrs»BIu6rCinigung! 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Februar 1929 entschlief unsere Hebe Schwägerin und Tante Frl. Henriette Thomas Ihr folgte am 10. März Ihre Schwester Frl. Susanne Thomas Oje Beerdigung findet in aller Stille statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 11. März 1929. 01214 Unserer guten lieben Mutter Fran Emilie Wasner sei). Moegenburg die in der Nacht zum 9. März im Alter von 63 Jahren von qualvollem Krankenlager erlöst wurde, folgte heute nacht unser unvergeßlicher Vater, der Nervenarzt Medizinalrat Dr. med. Albert Wagner im Alter von 68 Jahren im Tode nach. 2204D 01213 22I0D 220 ID 1990D Gießen, im März 1929. Nachruf. Am 9. März entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit mein Vorarbeiter Herr Heinrich Kraft Ich verliere in ihm einen langjährigen, treuen Mitarbeiter, der während seiner 42jährigen Tätigkeit in meinem Betrieb mit seltenem Pflichtgefühl und Fleiß sich meine vollste Anerkennung erworben hat Dem Verstorbenen werde ich stets ein ehrendes Andenken bewahren. Danksagung. Für die liebevolle Anteilnahme anläßlich des Hinscheidens meines lieben Mannes, unser es teuren Vaters sprechen wir hierdurch unseren aufrichtigen herzlichen Dank aus. Frau Amalie Balser zugleich im Namen der Hinterbliebenen. Gestern mittag entschlief sanft nach kurzem, schwerem Krankenlager unsere innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Tante Frau Jettchen Rosenbaum geb. Müller im Alter von 85 Jahren. im Namen der Hinterbliebenen: Sally Rosenbaum. Gießen (Dammstraße 32), Neuyork, den 10. März 1929. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 12. März 1929, nachmittags 3 Uhr, in Waldgirmes statt. Samstagabend 8e/t Uhr entschlief nach kurzem Leiden meine Hebe Frau, unsere gute Schwägerin und Tante Frao Marie Scbumann geb.Hönig im 74. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Schumann. Gießen (Katharinengasse 15), den 11. März 1929. Die Beerdigung findet am Mittwoch, 13. März, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Nadi einem arbeitsreichen Leben ist heute nachmittag 3 Uhr plötzlich und unerwartet mein innigstgeHebter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Heinrich Kraft nach kurzem schweren Leiden im last vollendeten 64. Lebensjahre von uns gegangen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Kraft geb. Engel Wilhelm Klein und Frau geb. Kraft Karl Kraft und Frau geb. Schäfer Walter König und Frau geb. Kraft und 8 Enkelkinder. Gießen (Am Kugelberg 54a). den 9. März 1929. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 13. März, nachm. l*/? Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Louis Lotz. Gießen, den 11. März 1929. Gießen, den 11. März 1929. 2200 D Danksagung. Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben, unvergeßlichen Entschlafenen, für die reichen Kranzspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. In tiefer Trauer.- Familie Ludwig Jochem. Gießen (Georg-Philipp-Gailstraße 6), den 10. März 1929. 220^D Verkäufe im 59. Lebensjahre. Albach, den 11. März 1929. Gießen, 11. März 1929. 1967D 01216 Inserieren bringt Gewinn 2214 D Hess. Amtsgericht. Gießen, den 11. März 1929. 1043D Unser, regelmäßige« Singstunden finden biß auf weiteres Dienstag« u. Donnerstag- statt. Erstmalig Dienstag den 12. März, abdS. 81« Ubr. Das Erscheinen sämtlicher Sängertstunbedingt eriorüerlich. Wir ersuchen um vollzäh» tine Beteiligung. 22020 Der Voretent. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Dippel II. Familie Karl Wehrum nebst allen Angehörigen. 01210 Die Einäscherungsfeier für unsere heben Eltern findet Dienstag, den 12. März, nachmittags 37, Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. Dr. med. Fritz Wagner Dr. med. Rud. Wagner Karl Kurt Wagner zugleich im Namen aller Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 12. März, nachmittags um 3 Uhr, statt. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme an dem Verluste, der uns so schwer betroffen, sowie für die zahlreichen Kranzspenden danken wir auf diesem Wege herzlichst. Im Namen der Hinterbliebenen: Heinrich Wagner Wwe. ItiWöetla füt ein modernes Unternehmen gesucht. Erforderlich 8- bis 5000 Mk. Für allein. srehendeDame bietet sich angenehmer imb guter LebenSberuf. Schr.Anqev. u. 01191 an den Gieß. Anz. Stadttheater Dienstag 12. Mar, 23.Slk0Slllg-AV.VM. von . biS gegen 22 Ubr 9off..uuii out Segen Ein Lee stück in vier Auszügen von Hermann Heijermans. Statt besonderer Anzeige. Plötzlich und unerwartet verschied am 9. März nach langem schweren Leiden unsere gute Schwester. Schwägerin, Gote und Tante Fräulein Marie Dippel Danksagung. Auf diesem Wege sprechen wir all denen, die uns beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen in so überreichem Maße aufrichtige Teilnahme bewiesen haben, unseren herzlichsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Margarete Petri geb. Kilbinger. Mit 3°/a verz. Gelde bauen Ste Ihr KIMM und können um- ob. anbanen. — Nätiere Unterlagen durch H. Schön, (SieKen Marb. Str. 22 0,m Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich des Hinscheidens unseres Heben Söhnchens und Enkels Jorge sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden, besonders aber für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, sagen wir auf diesem Wege unsern innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Dr Jorge Fayet Elly Fayet geb de Ahna Anna Fayet geb. Noll Porto Alegre, Gießen, den 11. März 1929. Beschluß. Nachdem die Eröffnung des Konkurses über das Vermögen der Firma Kaufhaus S. Rosenau in Gießen beantragt ist, wird der Gemeinschuldnerin einstweilen jede Verfügung über ihr Vermögen verboten. Gießen, den 9. März 1929. Mittwoch, abend» 8'/, Uhr: “"D Hindenburg. parkettab? Zu eriragen in der GeichästSst. d. G. A. Kleiner, rauhhaariger, grauer 22hD Zwergschnauzer SamSiag entlaufen. 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Gieß. Anzeiger. Langsdorf, den 11. März 1929. I934D Für die überaus große und herzliche Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres unvergeßlichen Vaters Heinrich Sarnes, Förster i.R. sagen wir allen unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen, Nr. 59 Zweiter Blaff Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, U. März (929 Fünfzig Jahre Bulgarien. Bulgarien ist in diesen Sagen fünfzig Jahre alt geworden, bei der bedrängten Lage, in der sich Doll und Staat befinden, kein Grund zu großen Feiern, aber doch ein Anlaß zu einem Rückblick auf den zurückgelegten Weg; und man darf sagen, ein Anlaß trotz allem zum Stolz auf das, was erreicht wurde. Das darf den Bulgaren gerade aus Deutschland in Erinnerung an eine lange Waffenbrüderschaft bescheinigt werden. Leicht ist es dem Volke nicht geworden, den Traum seiner Selbständigkeit aus der geschichtlichen Dergessenheit wieder zu erwecken. Die Bulgaren waren von den Türken Unterworfen und wurden von ihnen mit eisernem Druck niedergehalten. Sie verdanken ihre staatliche Auferstehung eigentlich nur dem Wunsche Rußlands, die Türkei niederzuzwingen und $ie freie Durchfahrt durch die Dardanellen zu erreichen. Zu diesem Zweck waren die Bulgaren ein wichtiger Stein auf dem politischen und kriegerischen Schachbrett. Der „Zar-Befreier" Alexander II. hat nicht gezögert, die Chancen zu nutzen, die sich ihm hier boten, und im Frieden von San Stefano im März 1 8 7 9 wurde das neue Bulgarien gegründet. Allerdings in der gönn, wie Rußland sich das ursprünglich gedacht hatte, ließ sich der Plan nicht aus- ,führen. Die Großmächte mischten sich ein, der 'Berliner Kongreß trat zusammen, leider ließ sich auch Bismarck dazu verleiten, englische Politik gegen Rußland mitzumachen; weshalb er selbst später einmal gesagt hat, auf dem Berliner Kongreß hätte er Politik gemacht wie ein Stadtverordneter. Rußland war nicht stark genug, um einen Krieg gegen die Großmächte aushalten zu können. Es mußte sich deshalb fügen und einen Teil seiner Eroberungen auf dem Berliner Kongreß wieder preisgeben. Das kleine Bulgarien, das aus diesen Verhandlungen schließlich herauskam, war nur ein Fürstentum unter türkischer Oberhoheit, von vornherein lebensunfähig und darauf angewiesen, lebenswichtige Teile des ihm ethnographisch zustehenden umliegenden Gebiets anzustreben. Sein erster Fürst war der Battenberger Alexander , der siegreich Krieg gegen die Serben führte, aber trotzdem später den Russen geopfert werden muhte, sein Rachfolger, der Koburger Ferdinand. der als kluger Diplomat sich ein ganzes Menschenalter lang zwischen allen Dalkan- intrtgen hindurchwand, der nur den einen Fehler machte, daß er sich schließlich mit den Serben und Griechen gegen die Türkei verbündete, u m Mazedoniens willen, das er nachher doch nicht bekam. Und der dann ein Opfer des Welt- ktieges wurde, weil sein Land ihn und seine nächsten Ratgeber für den Verlust des Krieges verantwortlich machten. Zu Unrecht; aber das wird man später erst erkennen, wenn Bulgarien die harte Schule, die ihm der zehnjährige Krieg und die Rachkriegszeit bedeuten muhte, überwunden hat. Die Preußen des Balkans hat man die Bulgaren genannt. Sie haben den Beweis zähen, unbeirrbaren Willens erbracht, und wenn die Geschichte einen Sinn hat, werden sie sicher auch noch das Ziel eines Groh-Bulgariens erreichen, dos die Heimat aller Bulgaren sein soll. Vorzeitige Berufsunfähigkeit. Uebcr die besondere Rotlage der älteren Angestellten, die im Kampf um die Existenz durch ein Heer von jüngeren Arbeitskräften vom übervollen Arbeitsmarkt verdrängt werden, ist schon viel geredet und geschrieben worden. Wobei es in keinem Falle gelungen ist, eine durchgreifende Hilfe zu schaffen; es wird an den Symptomen kuriert, aber kaum nach der Ursache geforscht. Da aber ein verstärkter Schuh dieser wirtschaftlich besonders schwachen Kreise, die durch Inflation ihrer Eigenersparnisse beraubt sind, besonders nötig wurde, ist man auf allerlei Aus- kunftSmittel verfallen, die nicht immer glücklich gewählt waren. Es läßt sich nichts dagegen sagen, wenn auch die Reichsversicherung psychoanalytischer Film. Lichtspielhaus Bahnhofstraße. „D a s A u g e d e r W e 11", Bühne für Kunst und Leben im Film, hier bereits bekannt durch die Vor- fiihrung des Querschi,itt-Films der Henny Porten, gab mit zwei Sondervorstellungen eine zweite Gastrolle im Lichtspielhaus Bahnhof- straße. Man sah einen psychoanalytischen Film „G e - h e i m n i f s e einer Seele". Sechs Akte mit Begleitvortrag von Frau Lona Grundig (Berlin). Es war ganz außerordentlich interessant: die bildhafte Darstellung eines psychischen Krankheitsbildes und die Analyse und Heilung des Falles nach der bekannt und nahezu populär gewordenen Methode der von Sigmund Freud begründeten Wiener psychoanalytischen Schule. Gewissermaßen die sechsaktige Doppelillustration von Freuds überaus bemerkenswerten und seinerzeit Aufsehen erregenden Untersuchungen über die „Traumdeutung" und die „Psychopathologie des Alltagslebens". Es würde gerade in diesem Falle zu weit fügten, wollte man versuchen, den Inhalt des Films auch nur andeutungsweise wiederzugeben. Wir sind uns auch durchaus darüber klar, was an Freuds Syste- matit und Lehre anfechtbar ist und den neueren wissenschaftlichen Methoden nicht mehr standhält. Wesentlich erscheint vielmehr, daß der Film hier einmal ein ganz neues Feld erschlossen und einen in erstaunlichem Umfang gelungenen Versuch unternommen hat, Dinge darzustellen, die in keiner künstlerischen Form annähernd so glücklich, einleuchtend unb überzeugend gestaltet werden können, wie gerade mit den Mitteln des Films. Wohl sind die Mängel dieses Versuches nicht zu übersehen: zunächst relativ viel Text zwischen den Bildern; außerdem ist — wenigstens für ein nicht geschultes ober psychoanalytisch vorgebildetes Publikum — ein erläuternder Vortrag noch nicht ganz zu entbehren. Aber man wird reichlich entschädigt durch das ausgezeichnet redigierte Manuskript unb eine mit verblüffendem Geschick arbeitende Regie. (Wir denken z. B an die Wiedergabe der Traumbilder im zweiten 2Itt, die schlechthin vollendet erschienen.) Hinzu kommt eine Besetzung mit sehr hochstehenden, verständnisvollen Schauspielern. An ihrer Spitze und in ihrer Mitte: Werner Krauß, der ein prachtvoll lebendiges, bis in kleinste Einzelheiten für Angestellte zur Abstellung der Rotlage grundsätzlich herangezogen wird, solange der Träger der Erwerbslosenversicherung, bedingt durch die kurze Zeit seines Bestehens und durch die übergroßen Anforderungen aus einer Zeit allgemeiner Arbeitslosigkeit, noch nicht in der Lage ist, von sich aus weitgehende Bedürfnisse zu befriedigen. Und deshalb ist es zu begrüßen. wenn die Angestelltenversicherung auf Wunsch des Reichstages fortan die Wartezeit für Berufs unfähige von zehn auf fünf Jahre herabgesetzt hat, ehe sie in den Genuß der Rente kommeir. Weit schwerere Bedenken erheben sich allerdings gegen den Beschluß, die über sechzig Jahre alten Angestellten, die seit mindestens einem Jahre ununterbrochen arbeitslos waren, als berufsunfähig zu erklären, um ihnen das Ruhegehalt zu gewähren. Die Gründe, die gegen eine derartige Auslegung der Berufsunfähigkeit sprechen, sind kaum handgreiflicher Ratur, sie liegen eher auf der psychologischen Seite. Fortan wird es ihnen nur noch schwerer als bisher schon fallen, den Beweis zu führen, daß sie in ihrem Arbeitsgebiete immer noch ihren Mann stellen können. Sie sind abgestempelt als berussunfähig, und da wird wohl aller guter Wille nicht viel helfen, die Belastung durch dieses Odium hinwegzunehmen. Sicher hätte sich eine wirkungsvolle Hilfe ohne Benachteiligung durch irgendwelche Auslegungskünste erzielen lassen, toeim für diese Gruppe der älteren Angestellten Sonderzahlungen aus der Erwerbslosenversicherung gemacht würden, die in ihrer Höhe imgefähr dem Ruhegehalt gleichkommen. Damit wäre den schon ohnehin schwer Betroffenen wenigstens nie die Möglichkeit geraubt worden, sich doch noch eine Wir- lungsstätte zu schaffen, die mehr Befriedigung gibt und auch immer materiell einträglicher ist, als eine Rente. Die jetzige Regelung ist auf fünf Jahre beschlossen, sie wird dann wohl wieder in Fortfall kommen. Denn um diesen Zeitpunkt herum wird der Vormarsch der jungen Arbeitskräfte zum Markt geringer werden, der Geburten» nuSsall der Rachkriegsjahre beginnt sich auszpwirken. Damit entfällt sicher ein Teil der Sorge um die älteren Angestellten, auf die bann nicht mehr so rasch verzichtet werden kann wie heute, wo die Armee der Arbeitsfähigen um rund 27 Prozent größer ist als 1913. Bei den Reformarbeiten an der Reichsversicherung für Angestellte, die in Kürze beginnen sollen, wird es sich empfehlen, den Begriff der Berufsunfähigkeit so festzulegen, daß eine Auslegung in einer für die Arbeitnehmer ungünstigen Weise unmöglich bleibt. Oer Rat der Vierhundert. Don unserem römischen ^-Korrespondenten. Rom, März 1929. Sechs Herrscher thronen jetzt in den Mauern Roms, die schon so viele Gewalten kommen und gehen sahen: der König im Quirinal, der Papst im Vatikan, der Duce im Palazzo Chigi, der Grohrat im Palazzo Venezia, der Senat im Palazzo Madarna, der Rat der Vierhundert im Montecitorio. Wir haben eine Monarchie, eine Hierarchie, eine Autokratie, eine Tirnokratie, eine Oligarchie und eine Demokratie. Das sieht etwas verwirrend aus, so, als ob leicht Verwechslungen, um nicht zu sagen Kompetenzkonslikte Vorkommen konnten, ist aber in Wirklichleit noch einfacher als bei dem ähnlichen Aufbau großer Kongresse oder Ausstellungen, die auch ein Patronat, einen Chrenvorsitz und einen Arbeitsausschuß haben. Denn wie sagte doch der Diktator einmal zu einem Mitbewerber um das Staatszeptcr? Für zwei ist auf diesem Stuhle fein Platz, r cgi e r e n kann nur einer I Dieser eine ist Mussolini. Dem König die Würde, dem Papst die Kirche, dem Duce die Macht. Durch den endgültigen Verzicht des Heiligen Stuhles auf das Patrimonium Petri, auf jede weltliche Macht, durch die Einkapselung des Vatikans ist nun endlich Rom von jedem anderen Anspruch befreit, Horcht und Herz des rein italienischen Staates geworden. Jetzt gibt es nicht mehr zwei Rom, eines diesseits und eines jenseits des Tibers, sondern nur noch eine einzige Metropole. Durch die endgültige Abschaffung des parlamentarischen Systems und seine Ersetzung durch eine ernannte Ständekammer ist der rein faszistische Charakter der Staatsverwaltung verhürgt. Mussolini hat jetzt nicht einmal mehr die stille Feindschaft des Klerus im Rücken. Skizzieren wir zum besseren Verständnis kurz den Werdegang dieser ungemein interessanten und lehrreichen staatspolitischen Entwicklung. Rach der Einnahme Roms durch die Schwarzhemden fand der „Rebell- einen liberalen Staat vor, der zwar morsch war bis ins Mark, nach außen hin aber die übliche Fassade des modernen Staates noch unversehrt zeigte. Mussolini riß sie nun nicht etwa samt den Grundpfeilern des Parlaments und des Mehrheitssystems ein, sondern benützte im Gegenteil das demokratische System, um feine persönliche Macht a,uf gesetzmäßigem Wege zu erweitern. Er forderte von der Kammer, in der die Faszisten nur ein winziges Häuslein bildeten, ein Vertrauensvotum und erhielt es auch. Als er einen Schritt weiter ging und um die Verleihung diktatorischer Vollmachten ersuchte, sagte die demokratische Mehrheit wiederum ja. Damit hatte sie Harakiri begangen. Mussolini schrieb jetzt ein neues Wahl- verfahren aus, das den Faszisten von vornherein die Zweidrittelmehrheit sicherte, und mit dieser Mehrheit entzogen sie kraft Abstimmung der Minderheit die Abgeordnetenmandate. Diese Camera purgata, ein Rumpfparlament, in der man nur noch den Ahnherrn des Liberalismus, den steinalten Giolitti auä Pietät herum- geistern lieh wie das feudale Schloßgespenst, bewährte sich als Abstempelungsbureau für die mussolinischen Dekrete so trefflich, daß man die allgemeine Abschaffung des Wahlverfahrens in Staat und Gemeinden beschloß. Anstelle des Gemeinderats trat der von Rom ernannte Podesta und anstelle der Abgeordnetenkammer die Ständevertretung, der Rat der Vierhundert. Heber ihn wurde als Areopag der Grohrat gesetzt, der Hof der Mächtigen, der, wie in der Solonischen Verfassung, die Oberaufsicht über jeden Bürger führt, über Verfassungsänderungen entscheidet und die eigentliche Regierungsgewalt verkörpert. Selbstverständlich hat aber nur der Vorsitzende etwas zu sagen, Mussolini. Den Senat lieh und läht Mussolini zunächst als Reserve bestehen, nimmt ihm aber systematisch feine bisherige Gestalt, die an ein Versorgungsheim für vornehme, ausgediente Staatsbeamte erinnerte. Hatte dieses Oberhaus im alten Staat als Filter, der kein Gesetz durchzulassen brauchte, eine nicht geringe Bedeutung, die der Duce bis in unsere Tage hinein oft recht unliebsam zu spuren bekam, da aus diesem Oppofitionswinkel die letzte Zugluft herströmte, so muh er sich nun eine Verjüngung, das helht eine faszistische Durch- fäuerung gefallen lassen, die ohne Zweifel mit der Zeit zu ebenso reinlichen Verhältnissen wie in der Ständekammer führen wird, wo niemand sitzt, der nicht die Tessera fascista in der Tasche und ein schwarzes Hemd am Leibe hätte. Cs ist leicht, an diesem Rat der vierhundert geliebten, auf Herz und Rieren geprüften Vertreter der einzigen Partei des Landes, der Staatspartei, deren Bezeichnung P. R. F., das heiht Partita Nazionale Fascista, faszistische Rationalpartei, also einen Anachronismus darstellt, durchempfundenes Seelengemälde entwickelt. Außerdem: Ruth Weyher, Pawel Pawlow, Jack Trevor und Ilka Grüning. Es war eine überaus anregende Sache, xumal — was vielen Besuchern vielleicht überraschens vorkam — die sechs Akte dieses wissenschaftlichen Experiments so spannend wirkten wie ein Spielfilm mit kriminellem Einschlag. —-y— Lleberraschungen. Von Sigismund von Nadecki. Ich ging einmal in Finnland an einem Aprilmorgen spazieren, wurde von der starken Früh- lingsluft müde unb legte mich unter einer Bi icke schlafen. Man träumt unter einer Dirke anders als unter einer Tanne, und wieder anders unter einer Linde, es ist der Duft oder vielleicht der Geist des Baumes, der in den Schläfer einströmt. Jedenfalls träumte ich. daß ich von einer lauten Kuckucksuhr geweckt würde, und schlug die Augen auf. Da konnte ich nun sehen, welch ein vorzüglich kombinierender Lügner der Traum ist. Kaum hatte er „Kuckuck" gehört, so hatte er auch schon geschwind eine Kuckucksuhr als Ursache geliefert — aber es war gar keine Uhr, es war ein richtiggehender Kuckuck, der über mir auf dem Ast saß und losprophezeite! Reugierig guckte ich sofort auf seine Augen: ob er sie wirklich beim Rufen zudrücke, wie es sein Bruder in Apoll, der Haushahn, tut. Denn der Haushahn drückt beim Kikeriki die Augen zu, und wenn man fragt, warum? so sage ich: weil er es schon auswendig kann. Allein der Kuckuck hielt feine Augen offen, bemerkte mich und flog davon... Als ich dann aufftanö und mich einem rauschenden Dirkenwäldchen näherte, erlebte ich die zweite Ueberraschung. Run muh man sagen, daß die Dirke dort oben ein yanz anderer Daum ist als hier. Dort oben ist sie die Jungfrau unter den Daumen, in der weihen Bastseide ihres Drautlleides. Kerzengerade trägt sie die sonnenentzündete, grüne Blatterglut. ilnb letzt sah ich zu meinem Erstaunen, daß sie alle an ihren Stämmen rosa Eiszapfen trugen ■! I TW IIIW1 Mh» l .TI TmillWI ■ — vor dem blauen Himmel. Rosa Eiszapfen! Ich brach einen ab und schmeckte: es war gefrorener Birkensaft. Zugleich aber sah man eine große, schwarze Einschußöffnung frei werden. Von einem pseifenschnihenden Hüterjungen wurde ich dann belehrt: in der vorigen Rächt hatte es hier ein Gefecht zwischen den Weihen und Roten gegeben, und die hatten im Mondlicht mit ihren Colt-Revolvern durch die neutralen Dirken hindurchgefeuert. Dann war der Rächt- frost hinzugekommen. Weih und Rot — bad ergab in bet Mitte Rosa: rosa Birkenblut. Eine andere Ueberraschung erfuhr ich einmal in Sardinien. Schläfrigen Trottes rollte uns der Landauer durch ein Tal. Es hieß „Flumini", und mit Recht so: denn in der heißen Sabbathstille der Apselsinenwälder hörte man nichts als die zwanzig Silberbäche, die es traumhaft durchflossen und sozusagen aus dem Schlaf sprachen. Die Apfelsinen waren noch warnt und so süß,- wie ich sie sonst nie geschmeckt habe. Rechts und links an den Derghängen hielten die Korkeichen ihr düsteres Mondlaub gegen die Sonne, hier unten aber gab es nichts als ein versonnenes, saumseliges Reifen. Und wie der Weg jetzt in Serpentinen zum Bergsattel stieg, sah man bei jeder Biegung immer wieder „Flumini" zum Entzücken daliegen. So hatte ich es gar nicht bemerkt, daß mein Landauer den Sattel bereits zu überwinden begann. Doch jetzt, als die Pferde verschnauften, wandte ich den Blick fast unabsichtlich auf die andere Seite. Und sah, eben noch in das Flumini versunken, plötzlich eine riesige Aussicht vor mir: .Tief unten stießen sieben gelbe Vorgebirge, eines nach dem anderen, gegen ein Meer vor, gegen eine blaublltzende Unendlichkeit, die weih an ihnen Hochsprihte unb den Dampfer da draußen tanzen ließ wie nach Roten! Eine neue, starke Lust zog über den Sattel hin. Flumini, addio. Rach drei Peitschenknallen war es verschwunden, als ob es nie gewesen wäre. Ganz andres war die Ueberraschung, bte ich einst in Apulien erlebte. Es gibt dort so ein kleines Städtchen, namens San Benevento. Hoch oben steht es steinern auf dem kahlen Stein unb glüht unb friert, je nach- herumzumäkeln, wenn man die üblichen modernen Begriffe auf sie antoenbet. Aber einen unpassen- deren Maßstab kann man nach faszlstischer Aus- - faffung gar nicht nehmen, denn die Camera cor- porativa will ja gar kein Parlament im herkömmlichen Sinne, sondern eine Kammer der Korporationen, eine gewerkschaftliche, eine berufö- ständische Vertretung sein Sie will noch weit eher einer Handelskammer, als einer politischen Schwahbude gleichen. Grundsätzlich auögeschaltet im faszlstischen Staat sind die Parteimanöver der Berufspolitiker, Erscheinungen, die zu der Karikatur des Parlamentarismus geführt haben, von dem kürzlich Strese- mann sprach, weil die Parteien und die Man- datsprofessionisten von der Politik lebten, indem sie sie beherrschten. Richt mehr persönliche Sesselpolitik soll betrieben, sondern die produktiven, materiellen und geistigen Kräfte der Ration verschmolzen werden. Arbeit statt Polemik, G c ° meinwohl statt Klüngelwirtschaft. Auslese statt Masse. Alles für den Staat, nichts gegen den Staat. Rach diesen idealen Grundsätzen wurden die Vierhundert ausgewählt. Zwar hatten die 13 Wirtschaftsverbände der Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein ziemlich paritätisches Vorschlags- recht, bad heißt, sie konnten tausend Kandidaten ober Vertrauensmänner der Regierung empfehlen, aber bet faszistische Grohrat wählte daraus nur so viele Ramen, als er zur Ergänzung seiner durch Ernennung schon zustande gekommenen Liste noch brauchte. Diese siebenmal gesiebte Liste, die mit dem Liktorenbündel geschmückt ist, legt er nun am 24. März, dem zehnjährigen Gründungstag der Fasci di Combatti- mento, dem Volke mit der Frage vor, ob sie ihm genehm sei. Eure Rede sei Ja oder Rein, Annahme oder Verwerfung, über Vierhundert als Block muh abgestimmt werden, nicht über einzelne. Das aus rund zehn Millionen Männern bestehende Wählervoll, wird ohne jeden Zweifel mit einem lauten Ja antworten. Stimmberechtigt sind nur männliche Arbeiter. Richts- tuer müssen dagegen der Urne fernbleiben. Dem Betrachter der Liste fällt sofort auf, daß die Ständekammer „zur Sicherung der Kontinuität des Regimes" fast das getarnte alte Rumpfparlament ausgenommen, nur wenige Kameraden ausgeschieden hat, die sicherlich anderswo in der faszistischen Verwaltung untergebracht werden. Sin halbes Hundert wurde zu Senatoren ernannt, über dreißig zu Präfekten oder Kon- fuln. An neuen Ramen findet man daher nur gegen zweihundert. An der Spitze aller Gruppen steht mit 73 Vertretern, darunter 27 der Feldarbeiter, die als Fundament des Staates anerkannte und bevorzugte Landwirtschaft. Darauf folgt die Industrie mit 31 Fabrikanten und 26 Arbeitern, der Handel mit 16 Arbeitgebern und 10 Arbeitnehmern, der Verkehr mit insgesamt 43 Männern, die Seeleute inbegriffen. Die Dankwelt stellt 16, das Gewerbe, einschließlich der Künstler und Journalisten. 82. die Beamtenschaft acht Mann. Don den 30 vorgeschlagenen Universitätsprofessoren wurde, ein besonders hoher Prozentsatz, die Hälfte ausgenommen (von den Feldarbeitern beispielsweise nur ein Viertel). Die Schulen haben es auf 9, die Akademien und schönen Künste auf je 2 Abgeordnete gebracht. das katholisch-faszistlsche Zentrum auf 4, eine Reihe von Instituten und Verbänden nur auf einen Mann. Unter letzteren befindet sich aber zum Beispiel der Touringllub, ein Beweis, daß Mussolini niemand vergessen hat; am wenigsten die Besten des Dolles, die Krieger. 45 Kameraden schickt der Frontkämpferbund, 14 der Jnva- lidenverband. Da die Kammer nicht weniger als 40 fafzistifche Sekretäre aufweist, ein Dekret aber das Doppelamt unterlagt, so wird eS wohl bald die ersten Verschiebungen gchen. Am Geburtstage Roms, am 21. April, tritt das Parlament der Schwarzhemden zu feiner ersten seierlichen Sitzung zusammen und damit soglerch an eine historische Ausgabe heran: an die Ratifizierung der Lateranverträge, die der erste der Vierhundert unterschrieb. dem, denn wie die Bibel sagt: „Cs kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen fein.“ Dort zogen wir in der Mittagshihe durch den Schatten der engen Gaffen und freuten uns. denn wir hatten soeben Spaghetti essen gelernt. Es ist weiter nichts daran: man quirlt die Gabel auf dem Löffel und spult die Rudeln dadurch sauber auf. Immerhin war es für uns so neu wie ganz Italien, und darum hatten wir in der eifrigen Diskussion gar nicht bemerkt, daß wir aus der Stadt wieder in die freie Sonne hinausgeschritten waren. Zufällig wendeten wir uns um. Da stand dicht vor uns ein riesiger Marmortriumph- begen, neu wie von gestern, und auf ihm lasen wir geblendet die Worte: „Div. Trajan. Senatus Populusque Romanus“ Das stand da, ganz allein aus dem kahlen Felsen, unerträglich weiß. Kein Gras, kein Baum milderte das ungeheure Pathos dieses Steines, und dieser Sonne, die auf ihn strahlte — wie lange schon! „Senatus Populusque Romanus“ — Senat und Voll von Rom... da stand es, jeder Buchstabe warf einen schlanken Schatten. Betäubt trotteten wir wieder in die dunklen Gassen zu unseren Makkaroni zurück. Die leiseste Ueberraschung erfuhr ich aber in diesem Sommer, an einem Nachmittag mit stiller goldener Luft. Ich schlug mich durch das Ufergebüsch eines wilden Flüßchens und machte Jagd auf Haselnüsse. In meinem Eifer mar ich seinen blitzenden Stromwirbeln bis in unbekannte Gegenden nach« gelaufen. Auf einmal machte es ein Knie, und aus dem Nasen dieser^ Halbinsel sah man jetzt zwe> große, vollästige Bäume stehen, ganz nah nebeneinander. Weiß Gott, wie sie in diese Einsamkeit hin- eingeraten waren, denn es roaeen Apfelbäume. Der eine stand voll von blutroten Aepfeln, der andere aber voll von schneeweißen! Der Fluß schwatzte um sie herum, die Sonne glänzte auf ihrem Laube, ab und zu klopfte ein Apfel zu Boden — sie aber starrten sich unbeweglich an, als ob hier gleich ein hun dertjähriger Krieg der weißen unb der roten Aepfel ausbrechen sollte! Es war, als ob die Natur einmal zeigen wollte, was sie alles konnte. Es war einem plötzlich der Kampf der Nationen tlar ge worden. Es war ein stiller goldener Nachmittag. Es war eine Ueberraschung. provinzialausschuß Oberhesien. Der Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen beschäftigte sich in seiner Sitzung am Samstag mit der Klage der W i l - Helm Seipp Wwe. in Albach gegen den Polizeibefehl des Kreisdirektors des Kreises Gießen vom 5. Februar 1929 wegen Entwässerung der Hofreite der Klägerin. Der Kreisdireltor des Kreises Gießen erließ unterm 5. Februar 1929 Polizeibefehl gegen die Klägerin und verlangte hierin, daß binnen 6 Wochen 1. das quer über ihr Grundstück ziehende offene Gräbchen zu vertiefen und von der Stelle an, wo es auf das Grundstück der Karl Balser Ehefrau austritt, entlang der beiden Grundstücke bis zu der der Karl Horn Ehefrau gehörigen Wiesenparzelle neu anzulegen ist: 2. zur Sammlung des Grundwassers unmittelbar hinter der Scheune der Klägerin auf dem Grundstück des Jakob Schmidt entlang der Rückwand der Scheune einen Droinstrang auszuführen und von diesem aus zur Abführung des sich sammelnden Wassers einen weiteren Drainstrang unter der Scheunentenne hindurch und durch den Hof in die bestehende Leitung unter der Ortsstroße einzuführen ist. Gegen diesen Polizeibcfchl legte Frau Seipp form- und fristgerecht Klage bei dem Provinzialausschuß ein. In der Begründung machte die Klägerin geltend, daß das aus ihrer Hofreite ausfliehende Wasser aus dem Feld herkomme und nicht als Regenwasser oder Abwässer der Hofreite zu betrachten sei. Dieses aus dem Feld kommende Wasser habe in früheren Jahren feinen Weg größtenteils den nach dem Dorf hinziehenden Fußpfad entlang genommen. Fußpfad und Wasserrinne seien im Laufe des Jahres derartig erhöht worden, daß sie das Wasser nicht mehr ausnahmen. Seit dem Jahre 1877, in welchem die Scheune erbaut wurde, habe eine Veränderung, die auf den Abfluß des Wassers irgendwelche Einwirkungen haben könnte, nicht statt- gesunden. Die Gemeinde habe dagegen eine Veränderung vorgenommen, indem sie den Fußpfad erhöhte. Die Klägerin beantragte, die Gemeinde zu verurteilen, für den ordnungsmäßigen Abfluß des aus dem Feld kommenden Wassers Sorge zu tragen, und behielt sich einen evtl, hieraus entstehenden Schadensanspruch vor. Der Vertreter der Gemeinde erklärte, daß der betreffende Fußpfad zürn Schuhe der Hofreiten erhöht worden sei und daß, wenn das Gräbchen offen gelassen würde, sich der Abfluß des Wassers ohne weiteres bewerkstelligen würde. Der Provi.z.alaus- schuh stellte auf Grund der Aussagen des Vertreters des Kulturbauamts und Hochbauamts fest, daß im vorliegenden Falle der maßgebende Artikel des BachgeseheS und der Allgemeinen Bauordnung ineinander übergreifen. Aachdem der Versuch, eine Einigung zwischen der Gemeinde und der Klägerin herbeizu.ühren, scheiterte, beschloß der Provinzialausschuß, um ein klares Bild über den jetzigen Zustand zu erhalten, die Sache zu vertagen und eine Lokalbesichtigung an Ort und Stelle demnächst vorzunehmen. Als weiterer Punkt der Tagesordnung wurde verhandelt die Klage des Bezirksfürsorgeverbandes der Stadt Gießen gegen den Bezirksfürsorgeverband des Kreises Büdingen auf Ersah von Fürsorgeaufwendungen für Karoline Weber aus Ahbach. Der Provinzialausschuß beschloß, nachdem die Vertreter der beteiligten Fürsorgeverbände angehört wurden, die Sache zu vertagen und zunächst noch den Landesfürsorgeverband beizuladen. Weiter stand zur Verhandlung die Klage des August Adolph in Gedern gegen das Kreisamt Schotten wegen Versagung eines Wandergewerbescheins. Adolph stellte im De- zeinber 1928 bei dem Kreisamt Schotten Antrag auf Ausstellung eines Wandergewerbescheins zum Händel mit Korbwaren. Das Kreisamt Schotten lehnte den Antrag ab, da der Genannte das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet und auch in Gedern keinen festen Wohnsih habe. Gegen diesen Bescheid legte Adolph form- und fristgerecht Klage bei dem Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen ein mit der Begründung, daß er einziger Ernährer seiner Familie fei und zur Bestreitung seines Lebensunterhaltes den Wandergewerbeschein benötigte. Vach Anhörung des Vertreters der Gemeinde Gedern und des Kreis- amtS Schotten gab der Provinzialausschuß der Klage statt und erteilte den nachgesuchten Wandergewerbeschein. Die Kosten des Verfahrens wurden dem Kläger zur Last gesetzt und der Wert des Streitgegenstandes auf 50 Mark festgesetzt. Die Tagesordnungspunkte: Klage der D i e h e - ner Studentenhilfe gegen die Stadt Gießen wegen Straßenkosten-Beitragsleistung und Berufung des H. F. Diel in Ober-- W ö l l st a d t gegen das Urteil des Kreis- ausfchusses Friedberg wegen der Wasserleitung in Ober-Wöllstadt (amen nicht zur Verhandlung: die erste Sache wurde vertagt, in der zweiten Sache die Berufung zurückgenommen. Bekannte und unbekannte Postgebühren. Mancher wird entschlummern, ohne je erfahren zu haben, mag ein Blitzgespräch von Berlin nach San Franzisko kostet: andere kleben auf eine Post, karte in der Stadt 20, auf einen Eilbrief über Land 15 Pfennig, und gehen auch nicht daran zugrunde. Und wenn jemand das für übertrieben halten sollte, dann möge er sich auf die Post bemühen, und man wird ihm erzählen, daß wohl jeder deutsche Briefträger täglich mindestens fünf falsch frankierte Sendungen bestellt und daß jährlich 5)unberltaufenbc an Nachporto eingezogen werden, ebenso wie Tag für Tag eine halbe Million ungenügend adressierter Briese und Karten durch die Gegend schwirren. Wenn schon jedem Bürger geraten werden kann, sich im eigensten Interesse die wichtigsten Post- geoühren einzuprägen, so soll dennoch nicht ner- schwiegen werden, daß es Gebühren gibt, deren Aufstellung man in ihrer Gesamtbeit In einem Heftchen für 10 Pfennig kaufen kann, die aber doch die wenigsten auswendig herzusagen brauchen, weil man sie selten benötigt. Sic; Möglichkeiten für den gewöhnlichen Sterblichen, die Post auf billige Weise zu beschäftigen, sind nämlich außerordentlich groß, und man glaubt es kaum, für welch geringe Beträge dieses Institut alle möglichen Dinge rund um die Erde sendet. Blindenschrift kostet im Inland bis 5 Kg., im Ausland bis zu 1 Kg. nur 3 Pf., was vielleicht noch bekannt sein dürste, ebenso wie die Gebühren für Kreditbriefe, die auf mindestens 1000 Mark ausgestellt sein müssen und für je 100 Mk. 10 Pf. kosten. Dann aber gehr erg. . nt Sgä >ge fÄitm ?&» Ä, rieg^® >», alle* M rf «« stds ULi" tpie l*e Ä>W'" ftSsS^ ^StitlV tut* Jilet gch3lanb ii* Reue Bücher. — Dr. HanS F. 5t. Günther: Kleine Dassenkunde des deutschen Volkes (Dolksgünther). Mit 13 Karten und 103 Abbildungen. München, 3. F. Lehmanns Verlag. Gebd. 4.50 Mark. (720) - Günthers Dassenkunde des deutschen Volkes ist auch heute noch, sechs 3ahre nach ihrem Erscheinen, eines der meistgelesenen wissenschaftlichen Bücher Deutschlands. Der Verfasser hat sich nun entschlossen, eine kurze und billige Ausgabe herauszugeben. Der Volksgünther, wie sich das Büchlein nennt, gibt alles Wichtige auf knappem Raum. Die Verringerung des Umfangs wurde im wesentlichen erzielt durch eine starke Beschränkung der Bilder und durch einen Verzicht auf den gelehrten Apparat, auf Streitfragen und ungesicherte Forschungsergebnisse. Das Buch gipfelt wie die anderen Bücher des Verfassers in einer Darstellung des Dordischen Gedankens und der Ziele der Dordischen Bewegung. Der Volksgünther wendet sich in erster Linie an die wanderlustige deutsche Jugend, an Studenten und Schüler, an die Jugendbünde aller Richtungen. — L'E st ränge Fawcett: Die Welt des Films. Für die deutsche Ausgabe frei bearbeitet und ergänzt von C. Zell und S. W. Fischer. 234 Seiten und 102 Bilder. Geh. 8 Mk., Leinen 10 Mk. Amalthea-Verlag, Zürich, Leipzig. Wien. — 79 — Zum erstenmal werden hier sonst nur wenigen Eingeweihten zugängliche Daten, Vorzüge, Fehler und besondere Verhältnisse als der Welt des Films in Buchform der Oeffentlichkeit übergeben. Besonders dem amerikanischen Filmgeschäft mit seinen fabelhaften Menschen-, Mate.ial- und Geldaufwendungen und Finessen ist ein breiter Raum gewidmet. Hollywood, das Filmparadies, mit seinen Märchengagen und Intrigen entsteht vor uns: wir werden in die Geheimnisse der großen kalifornischen Studios eingeführt. Wir sehen die Regisseure an der Arbeit unö die verwöhnten Stars in ihrem Heim. Wir lernen die epochalen Erfindungen kennen und erfahren Interessantes über das Verfassen von Film-Manuskripten und Drehbüchern. Hier zu kommt ein reichhaltiges Dildermaterial mit zahlreichen Werkvhotos, Enthüllungen von Kulissengeheimnissen. Tricliilms, Geräte der Kine- mathographie und vorzügliche Bildnisse der hervorragendsten Filmmagnaten, Regisseure und Stars. Besonders zu begrüßen sind die Literaturnachweise am Schluß pes gediegen ausgestatteten Bandes. — Die kleine Wohnung in der Ausstellung Heim und Technik, München' 1928. Preis 0,80 Mk. Verlag D. W. Call De) in München. (481 sWaswirwollen. Anr.gun en, Wünsche von Architelten, HauS rauen. Technik rn für den Wohnungsbau, zusamm^n^e ellt vrn Prof. O. O. Kurz. Preis 0 50 Mk. Verlag D. W. Call e) in München. (482) Zwei kleine Echriftch n. die zu- sammengehcren und in un erer Zeit der Wohnungsnot und des Klunmzenhauses in höchstem Maße aktuell sind. Aiteell auch desha.b, wci sie bestrebt sind, Grundriß und Jnnenaus.au denkbar rationell zu gestalten. 3m ersten Heft werden an Hand von Grundris en und Vogelschaubil ern die 21 Musterwohnungen, de auf der Münchener Ausstellung „Heim und Technik" dir größte An- ziehungslrast ausüben, erläutcr. 3n b:r andern Schrift sind die auf der Aus'e'lung hüt gewordenen Anregungen und Wünsche von Architekten und Hausfrauen für die Ausgestaltung des neuzeitlichen Heims zu'ammengefaht. 3eder Dau- lustige, jeder, der sich mit dem Grdan'en einer Wohnungseinrichtung trägt, ader auch jeder der bestrebt ist, fein schon vorhandenes Heim so beruem und rationell wir nur irg nd m glich zu gestalten - und welche Hausfrau ist das nicht? — wird zu diesen beiden Schri trn greifen. — Heymers illustriertes P ost - und Telegraphenhandbuch, 50. 3ahrgang, 3ubö.äumsauägabe, Sommerausgabe 1928, bearbeitet von Ernst Meuschke, Ministerialamtmann beim Reichspostmini terium Berlin, ist soeben erschienen und durch jede Buchhandlung oder von der Geschä tsstelle von Hehmers illustriertem Post- und Dslegraphenhandbuch (H. A. Pierer, Verlagsbuchhandlung), Altenburg in Thüringen, zu beziehen. Preis einschließlich Derscmdspesen 3,80 Mk. (395). Tagen unterstützt habe. Demgegenüber stehe authentisch durch die Veröffentlichungen des Deutschen Auswärtigen Amtes fest, daß die deutsche Regierung in den 3ulitagen 1914 ernstlich bemüht gewesen sei, noch einen friedlichen Ausgleich zu schaffen. Daß dieser gescheitert sei, daran trage Deutschland nicht die Schuld. Deutschland, das gerade in den letzten 3ahren vor dem Kriege einen ungeheuren Aufschwung genommen habe, hätte nicht die geringste Hrsache gehabt, die Aufwärtsentwicklung durch einen heraufbeschworenen, wahnwitzigen Krieg zu unterbrechen. Es sei erfreulich, festzustellen, daß selbst in den feindlichen Ländern, insbesondere bei den Gelehrten, immer mehr Stimmen laut würden, welche die Alleinschuld Deutschlands am Kriege bestreiten. Die Erkenntnis der Wahrheit werde sich freilich nur langsam durchsetzen, aber sie werde kommen. Die deutsche Forderung. die immer wieder mit allem Dachdruck vertreten werden müsse, lautet: „Wir wollen Recht!" Den klaren, überzeugenden Ausführun- gen des Vortragenden danlten die interessierten Zuhörer durch außerordentlich lebhaften Beifall. *!* Ruppertenrod, 10 März Diese Ostern gelangen hier nur vier Schüler zur Entlassung. Eine so geringe Zahl von Konfi,man« den dürfte Ruppertenrod noch nie gehabt haben. f) er geboren in den Jahren 1914 15 sind sogar nur zwei. Ein normaler Jahrgang zahlt hier etwa 12 bis 15 Schüler. Allerdings dürfte die geringe Schülerzahl der seitherigen Jahrgänge aufhören, da Ostern 1929 wieder 20 Kinder zur Schule kommen. preugen. Kreis Wettlar -Z- Lützellinden, 10. März. Bei der im Ober« roald stattg habten ersten Gemeinde-Brenn- Holzversteigerung, zu der auch auswärtige Bieter zugelassen waren, wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheit 37 bis 40 Mark, Buchenknüppel 29 bis 32 Mark je zwei Raummeter, Buchenwellen 19 bis 22 Mark je 50 Stück. Aus dem Hüttenberg, 10. März. In den letzten Wochen haben die F e r k e l p r e i s e in unserer Gegend eine ft arte Steigerung erfahren. Wegen der starken Kälte wurden die Ferkelmarkte der Umgegend entweder ausgesetzt, oder sie wurden ganz gering bes. ickt; z. B. war der letzte Wetzlarer Ferielmarkt nur mit acht Ferkeln beschickt. Die nun einsetzende Nachfrage ist so stark, ' daß Ferkel im Alter von sechs bis acht Wochen bis zu 40 Mark je Stück kosten, für ältere Ferkel und ßäuferfd)meine 50 bis 60 Mark und höher gefordert werden. Für Fettfchwcine besteht zur Zeit rege Nachfrage. Für den Zentner Lebendgewicht zahlen Metzger und Schweinhändler 75 bis 79 Mark. Dilllreis bl. Herbornfee Ibach, 10. März. In der Dachl auf Sonntag brach in dem Anwesen des Adolf Peter von hier ein Brand aus. Das Feuer entstand in einem Stalle, griff auf das Wohnhaus über und vernichtete dieses zum größten Teil. Die Feuerwehren lokalisierten den Brand. Wie verlautet, soll Peter versichert sein. Die Entstehungsursache bedarf noch der Aufklärung. Meine Strafkammer Gießen • Gießen, 8. März. Ein junger Mann fuhr in der Nähe von Bad-Nauheim auf der Landstraße mit feinem Fahrrad und bog, ohne das vorgeschriebene Warnungszeichen durch Ausstrccken des Armes zu geben, in einer plötzlichen Wendung nach links. Dadurch kam es zu einem Zusammenstoß mit einem Motorradfahrer, der gerade im Begriff war, den Radfahrer zu überholen. Der Motorradfahrer erlitt einen Schlüsselbein- und einen Schulterblattbruch. Gegen das Urteil des Amtsgerichts Bad- Nauheim, durch das der Radfahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 30 Mark Geldstrafe verur- teilt worden war, verfolgte dieser Berufung, erreichte aber nur, daß die Strafe im Hinblick auf die grobe Fahrlässigkeit und die schweren Unfallfolgen aus 75 Mark erhöht wurde. Ein Bürgermeister, fein Bruder und dessen Sohn waren vom Amtsgericht (Brünberg wegen Betrugs verurteilt worden, der Bürgermeister zu drei Wochen Gefängnis, der Bruder zu 50 und der Nesse zu 30 Mark. Um möglichst hohe Erwerbslosenunterstützung zu erlangen, hatten die letzteren durch das Dorfoberhaupt in dem Unterstützungs- antrag viel zu niedrige Angaben über ihren Grundbesitz machen lassen. Auf ihre Berufung war das Urteil aufgehoben worden, weil nicht festzustellen war, daß die falschen Angaben auf die Höhe der Unterstützung tatsächlich von Einfluß waren. Auf die Revision der Staatsanwaltschaft war das Urteil aufgehoben worden, weil die Frage, ob nicht wenigstens Betrugs v e r s u ch vorliege, nicht erörtert worden war. Heute kam das Gericht mit der Staatsanwaltschaft zu der Auffassung, daß ein solcher Versuch tatsächlich vorliege. Der Bürgermeister erhielt Geldstrafen von zweimal 50 Mark (Detrugsversuch in zwei Fällen), im übrigen blieben die Strafen bestehen. Ern landwirtlu>aftlicher Tienstinea-t war vom Amtsgericht Bad-Dauheim wegen Rückfall- d i e b st a h l s zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt worden. Er halte es verstanden, sich in das Vertrauen seines Dienstherrn einzuschlei- chen und war eines Tages mit einem fast neuen Anzug, einem wertvollen photographischen Apparat und anderen Sachen im Werte von etwa 500 Mk. verschwunden. Des groben Vertrauens- mißbrauchs wegen hatte das Amtsgericht auf Zuchthaus erkannt. Hiergegen verfolgte der Angeklagte Berufung: man möge ihn noch einmal vor dem Zuchthaus verschonen, das ihm jede Lebensaussicht vernichte. Wegen seiner Jugend und der Geringfügigkeit feiner Vorstrafen ließ die Strafkammer Milde walten und erkannte auf 6 Monate Gefängnis. Ein mehr als fünkzigmal bestrafter Gewohnheitsbettler wollte im Wege der Berufung die äleberweisung an die Lande-Polizeibehörde (Arbeitshaus), auf die das Amtegericht Friedberg erkannt hatte, abgenommen haben. Seine Berufung wurde zurückgewiesen. Rundfunkprogramm de- Frankfurter Sender-. (Aus der „Radio-Umschau".) Dienstag, 12. März. 6,30: Morgengymnastik. 13,30: Schallplattenkonzert: Buntes Programm. 15.05 bis 1535: Stunde der Jugend: Hafer Senckenberg-Museum, Vorträge von Prof. Dr. Fr. Drevermann: „Tiere der Vorzeit: Deues Meeresleben bei Frankfurt". 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.35 bis 18.05: Dach S.uttgart: Konzert des Rundfunkorchesters: Reue Tanzmusik. 18.10 bis 18 30: Lescstunde. 18.30 bis 18.45: Fünfzehn Minuten „Wochenschau". 18.45 bis 19.15: „Die Amateurphotographie", Vortrag von Dr. Fried Lübbecke. 19.15 bis 19.45: Funkhoch schule: „Arzt und Haushaltungsschule", Vortrag von S.adtarzt Dr. Gerum. 19.45 bis 20.15: Schachstunde. 20.15: „Eine glückliche Ehe". Lustspiel von Peter Dansen. An- schließend: Dach Stuttgart: Volkstümliches Konzert. Mittwoch, 13. Mär;. 6.30 Hhr: Morgengymnastik. 12.45 bis 13.15: Schulfunk: Französisch, vorgetragen von Professor Fraikin. 13.15: Schallplattenkonzert: Sinfonische Werke. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Aus dem Buch der Sage und Geschichte, vorgetragen von Rektor Wehrhan. »Von einem unheimlichen Gericht: Das Femgericht zu Wil- basen im Lippischen". Für Kinder vorn zehnten Jahre ab. 15.55 bis 16.05: Haussrauendienst. 16.35 bis 18.05: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Dücherstunde. 18.30 bis 18.45: Don Kassel: Fünfzehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund: .Dodengare". Vortrag von Garteningenieur Karl Hinze. 18.45 bis 19.15: „Der zweite Faustmonolog und der Osterspaziergang in Goethes Faust I“. Vortrag von Pfarrer Taesier. 19.15 bis 19.30: Französische Literaturprobe i. 19.30 bis 20: Französischer Sprachunterricht. 20 bis 20.15: Senckenberg-Viertelstunde. 20.15: Dialekt-Austausch-Abend der Sender Frankfurt a. M. und Stuttgart. Donnerstag, 14. März. 6.30 Hhr: Morgengynmastik. 12.30: Schallplattenkonzert: Märsche. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugepd: Führung ins Berufsleben durch das Städtische Berussamt Frankfurt a. M.: „Von der ungelernten Arbeit", Vortrag von Berufsberater Säubert. Für Kinder vom 13. Jahre ab. 15.55 bis 16.05: Haus.rauendienst. 16.35 bis 18.05: Dach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters: Johann Strauß (Vater). (Zu seinem 125. Geburtstage am 14. März). 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 19: Don Kassel: Stunde de Landwirtscha tskamrner Kassel: „Sa-tg tbe and- lung und Sorten,ragen", Vortrag von Dr. < .eve 19.30: Vom Frankfurter Opernhaus: „D e Der- taufte Braut". Oper von Friedrich Smetana. Anschließend: Dach Stuttgart: Konzert. Freitag, 15. Mär;. 6.30 Hhr: Morgengymnastik. 12.15: Schal' Plattenkonzert. 15.05 bis 15.35: Stunde der 3u gend: Aus der Technik des Alltags, vorgetragei von Mittelschullchrer Adolf Hering: „Di Wasserversorgung der Stadt Frankfurt a. QU.' Für Kinder vom 12. Jahre ab. 15.55 bis 16.05 Hausfrauendienst. 16.35 bis 17.35: Hausfrauen Dachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Haus fraucnverein. Don der Kochtante: „Fest ssen zu Konfirmation", ,3m neuen Land: Erste Ersah rungen junger Derussanwärterinnen", Dvrtra von Emma Loewe. 17.35 bis 18.30: Bon Köln Konzert des Rundfunkorchesters. 18.30 bis 19 Stunde des Südwestdeutschen Radio-Clubs. 11 bis 19.30: „Der Kriegsschauplatz tc3 jüngst ver gangenen südamerikanifchen Konflirts', Dortra von Herbert Baldus. 19.30 bis 19.50: Zwanzi Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik 19.50 bis 20. Film-Wochenschau. 20: Bon der Stuttgarter Liederhalle: Sinfonie-Konzert. Anschließend: Don Käset: Spätkonzert. Samstag, 16. Mär;. 6.30 Hhr: Morgengymnastik. 12.45 bis 13.15 Schulfunk: Deutsch, vorgetragen von A. Reu mann. 1315: Schallplattenkonzert: Kammermusil 15.05 bis 15.35: Don Kassel: Stunde der Jugend Aus dem deutschen Llederkranz, Liedervorträgc von Schulen: Luisenschule (Mädchen-Mittelschule in Kassel, Klasse I und II. Chorleiter: Musik lehrer A. Hugues. 15.55 bis 16.05: Hausfrauen dienst. 16.35 bis 18.05: Konzert des Rundfunk orchesters: G. D. Pergolesi (gest. 16. März 1736) L. Cherubini (gest. 15. März 1842). 18.10 bi< 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 19: Briefkasten. 1! bis 19.30: Aus dem chinesischen Roman: »Da Wunder der zweiten Pslaumenblüte", übersetz und mit einer Einführung versehen von Dr Franz Kühn. 19.30 bis 19/5: Csperantounterrich' 19.45 bis 20.15: Stunde des Frankfurter Dun des für Dolksbildung: .Das Tier in der Dich tung", Dortrag von Herbert SHe.fler. 20.15 Don Köln: Bunter Abend. Anschließend bis 0.3«. Don Berlin: Tanzmusik. (kingesandi. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubn stehenden Artikel übernimmt die Redaktion den Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Krankenkassen-Deiträge. Der Dorstand der Allg. Ortskrankenkasse Gießen-Stadt hat an die Arbeitgeber eine Erklärung verteilen lassen, die folgende Sätze enthält: „In der Dorkriegszeit wurden von den Ortskrankenkassen vom gemeldeten Lohne 4 Prozent Beiträge erhoben, heute sind es 7 Prozent, also eine Steigerung von 75 Prozent. Diese Steigerung ist eine ganz normale und bleibt weit hinter der sonstigen Steigerung aller Bedarfsartikel." Durch diesen Sah soll offenbar bewiesen werden, daß die Bellräge für den einzelnen Der- sicherten nicht mehr, sondern weniger gestiegen sind als die Preise aller Bedarfsartikel. 3n diesem Sinne bedeutet aber der Sah eine Irreführung. Erstens sind nach dem amtlichen Index die Lebenshallungskosten nicht um 75 Prozent, sondern nur um 53 Prozent gestiegen. Dor allem bedeutet ja aber die Deibehaltung des alten Prozentsatzes bereits das Mit - gehen des Beitrags mit der Steigerung der Lebenshaltungskosten. Tatsächlich sind die Löhne stärker, etwa um 75 Prozent, estiegen. 3ft außerdem noch der Prozentsatz g./.egen, so bedeutet dies eine noch ganz andere Beitragssteigerung. Es ergibt sich nämlich folgende Rechnung: Hat jemand vor dem Krieg 4 Mk. täglich verdient, so betrug bei 4 Prozent der Beitrag 16 Pf. Verdient derselbe Versicherte heute 7 Mk., so wäre bei 4 Prozent der Beitrag 28 Pf., das wäre die normale Steigerung, nach dem Lohn berechnet. Da aber 7 Prozent erhoben werden, so beträgt er 49 Pf., d. h. der Beitrag ist nicht um 75 Prozent, sondern um mehr als 2 0 0 Prozent gestiegen! Es wäre dankenswert, wenn dre Kasse sich hierzu äußern würde. Ein Arbeitgeber. ’TRUEB' -A- •. ■ - JÄ MWWWW H| /< STAU Fl A 5/ Die neue Wldorf-Ästoria Zigarette -z-y.*: •;TJy. '-j -'4A Aachlaßversieigerullg. Am Dieastag, dem 12. März 1929, «ach- mtttagS 2 Uhr, kommt im Hofe detz Anwesens Walltorstraße 48 (Eingang Braugasse) nachstehend verzeichneter Nachlaß der verstorbenen Fräulein Marie Hauck meistbietend gegen Barzahlung zur Versteigerung: 2149D 1 gut erhaltener Kleider- und Wäscheschrank mit Spiegeltüre, 1 eintüriger Kleiderschrank, 1 eichene Brandkiste, 1 Waschtisch mit Marmorplatte und Spiegelaufsatz, 1 Nachtschränkchen mit Marmorplatte, 1 Sofa, 1 Chaiselongue, 1 Küchenschrank, 1 Petroleumosen, 1 Spiritusherd, 1 Gasherd, verschiedenes Porzellan und Küchengerät, gut erhaltenes Weißzeug, Silbersachen (Löffel usw.) u. a. in. Gießen, den 7. März 1929. Der Rachlaßpflegcr. Eintritt frei! anaM»————gaaa OB je 'Kränze 22j8ä Braut; Salomon, Schulstraße 4 miiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiimmiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimi DNsklig, Öen 12.016(1 1929, KSWIklW 2 Ohl versteigere ich im „Zonen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1. einen Kassenschrank, zwei Ausziehtische, sechs Stühle, eine Flurgarderobe, einen Regulator, 2 Vertikos, ein Sofa, zwei Tische, drei Äüfetts, drei Kredenzen, ein Klavier, eine Standuhr, einen Teppich, zwei Nähmaschinen, ein Fahrrad, eine Friseur - Ladeneinr chtung, einen Glasschrank, 1 Motorrad, eine Schreibmasch ne, 2 Nähmaschinen (Unterteile), einen Sessel, eine Ledenpalze, eine Negistrierkaffe. 2. Voraussichtlich bestimmt: eine Bettstelle mit Matrahe, eine Zteilige Matrahe mit Kopfteil, einen Chrlsibaumständer, einen Kleiderhaken, eine elektrische Christbaum- deleuchtung, einen Ofenschirm, ca. 3 Mtr. blauen Anzugstoff. 2203D Sebbel Gerichtsvollzieher in Gießen Oammstraße 24 I. Telephon 239. llliililiiiliililiillllllllliliilliiliiiiililiiilililimiiliiililliimin Hess. Jorstämter Grünberg u Nieder-Ohmen / Berichtigung 21690 der Holzverkoufsanzeigen (siehe 7fr. 58' des Gießener Anzeigers) Oie Holzversteigerung des Forsiamtes Nieder-Ohmenfindetstattam14.März zu Trieber-Ohmen, diesen. d.Forstamtes Grünberg am 15. März zu Lumda. Nutzholzversteigerung Die Gemeinde Kiebzrrodbbtidj (Kreis Biedenkopf) verkauft am 22. Mär; 1929, von vormittag» 10 llhr ab, im Saale der Gastwirtschaft Neutsch, Niederweidbach, nachstehendes Nutzholz: 21870 Eiche: Güteklasse A: 3. Klasse 7 Stück, 4,63 fm; 4. Klasse 1 Stück, 0,19 fm; 5. Klasse 1 Stück, 1,09 fm; 6. Klasse 2 Stück, 3,60 fm. Güteklasse N: 1. Klasse 174 Stück, 42,36 fm; 2. Klasse 436 Stück, 194,51 fm; 3. Klasse 95 Stück, 12,71 fm; 4. Klosse 41 Stück, 37,75 fm; 5. Klasse 9 Stück, 10,93 fm; 6. Klasse 2 Stück, 4,07 fm. — 49 rm Schichtnutzholz (Scheit); 181 rm Knüppel (2,4 m lang). Buche: Güteklasse N: 2. Klass« 96 Stück, 38,95 hn; 3. Klasse 73 Stück, 39,82 fm; 4. Klasse 21 Stück, 16,67 fm; 5. Klasse 4 Stück, 6,37 fm; 6. Klasse 1 Stück, 0,85 fm. Ausmaßlisten sind durch Förster Pfeiffer, Niederweidb..ch, zu beziehen. Der Bürgermeister. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Bettenhausen für 1929 Rj. liegt vom 12. bis 18. d. 2H. auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 21950 Einwendungen können während genannter Zeit vorgebracht werden. Dettenhausen, den 9. März 1929. Hessische Bürgermeisterei Bettenhausen. L e i d n e r. Beschlagnahmesrete 3-Zine-Nolni. au vermieten. Wo? sagt die GeschäitSst. d. Gieß. AnA. 01199 Auto-Garage zu vermieten. Au erfr. tnd.GeschästSst. d. Gien. Anz. 01217 | Mietgesuche"] Akademiker, berufstätig, sucht fri>f. Zimmer für 1. April. Schr. Angeb. mit Preisangabe unter 01220 an den Meß. Anz Uta Alleinvertrieb für febr guten Ge- brauchSarnkel au vergeben. 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Die Befreiung Europas von dem Joch Napoleons! Der Jubiläums- und Millionenfilm der EmelkaI ////// In der Hauptrolle: Otto Gebühr der alte Fridericus-Darsteller als Blücher „Marschall Vorwärts“ Einiges aus dem Inhalt: „Napoleon in der Verbannung — Die große Uneinigkeit des Wiener Kongresses — Preußen verelendet, das ist die Situation, mit der unser Film beginnt: Die Gräfin Tamowska, eine leidenschaftliche Verehrerin Napoleons überwacht den Wiener Kongreß und zieht den Adjutanten des Fürsten Blücher in ihren Bann. Blüchers Adjutant zwischen der Intrigierenden Gräfin und seiner Braut unter Spionageverdacht vor der Schlacht bei Waterloo". Otto Gebühr, der große Fridericus-Darsteller, auch hier einmal als Alter Fritz, aber in der Hauptrolle als „Marschall Vorwärts", als der große Feldmarschall, der mit Herzog Wellington durch den Sieg bei Waterloo der Geschichte eine neue Wendung gibt. Die Schlacht bei Waterloo, das große Bündnis gegen den weltbeherrschenden Korsen. Ein Film von unerhörtem Aufgebot und hinreißender Handlung. Jeder deutsche Mann, jede deutsche Frau, jedes deutsche Kind will und muß diesen Film sehen Sämtlichen Kameradschafts- und Kriegervereinen, sowie Schulen von Gieflen und Umgegend wird bei gemeinsamem Besuch eine besondere Eintrittsermäßigung bewilligt. Zu den Nachmittagsvorstellungen haben Jugendliche ermäßigten Eintrittspreis. Nach 6 Uhr alle Vergünstigungen aufgehoben. Großes verstärktes Orchester. Ferner. Das erstkl. Beiprogramm sowie die neueste Ufa-Wochenschau Tüchtiger Miior zum 20. März 1929 gesucht. 2192V Gg. Schilling BISmarckstrahe 6. Jung, ssmieöe- gtlefle oder ein Lehrling kann einfret. 2007D Heinr. Senm II,. Schmiedemstr.,Ulta. Hiesige Kolonialwaren- u. Feinkost- Handlung sucht für lü.Avrilod. l.Mat Lehrling Bewerber mit nur bestem Schulzeugnis wollen selbstgeschr. BemerbungSschreib. unter 2061D an den Gteß. Anz. richten. Suche zum 1. 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AuS den Waldungen der Gemeinde Annerod Abt. 26, 22, 6, 5, 4, vorwiegend an der Grünberger Straße lagernd, soll auf dem SubmisfionSwege folgendes Holz Stämme, Eiche: LoS 3. Gütekl. N. 2. Kl. 9 St. stammendes Windfallholz auf dem Sub miffionSweg vergeben werden. „ 10. „ IL „ 12. N. 3a« „ 1 DaS Holz ist an die Abfuhrweae gerückt, entrindet unb ohne Rinde gemessen. Die Angebote sind nach Losen, verschlossen, mit der Aufschrift „I. Submission" bis Freitag, den 15. März 1929, nachmittags 3% Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. Eröffnung erfolgt in Gegenwart etwa erschienener Bieter. Annerod, am 9. März 1929. Hessische Bürgermeisterei Annerod. Horn. Abschnitte N. LoS 11. Kiefer 2b-Kl. 2 St. Holzsuvmission. Die Gemeinde Reiskirchen verkauft im Wege schriftlichen Angebots: Stämme, Buche: LoS 1. Gütekl. N. 3. Kl. 7 St. - 5,77 fm - 8,53 — 4,68 - 0,80 - 0,17 - 5,83 - 14,82 - 12,69 - 15,68 - 18,68 - 6,05 - M7 7 „ = 5,68 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. N. 3. N. 3. verkauft werden: Langholz N. 13. „ A. 4h. „ 1 „ = 2,71 Sämtliches Holz ist mit Rinde gemessen. Angebote finb getrennt noch Sortiment und Losen bis spätestens Freitag, den 15. Marz, nachmittags 2 llhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Verkaufsbedingungen ein* gesehen werden können. 2205D Reiskirchen, den 10. März 1929. Hessische Bürgermeisterei. Schomber. Das Holz ist entrindet und ohne Rinde gemessen. Die Angebote sind nach Losen, verschlossen, mit der Aufschrift „II. Submission" bis Freitag, den 15. März 1929, nachmittag- 3% Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. Eröffnung erfolgt in Gegenwart etwa erschienener Bieter. Annerod, den 8. März 1929. Hess. Bürgermeisterer Annerod. Horn. laue Inge Mit UR-Sc hule TT,. MsscninefiDatCltttro- ' ^teeon/tHocB-itTItfDiB, Toninavsiria. „ 12. Fichte 2a-Kl. 3 Vertreter Angeb. mit Angabe v. Refer. nach Bad Homburg v. d. Höhe, Postfach 117. führendes Unternehmen in der Branche bat die Allein-Vertretung für den dort. Bezirk zu vergeben. Branche- kenntnisse u. Kapital find nicht erforderlich, da Provision fof. bei Eingang der Aufträge gezahlt wird. Austerd. zahl. wir ein. festen Spesenzufchun.Nurrelseerlahr.Herren.die über emwandfr. Referenzen verfüge wollen sich schriftl. meld, u. 2206V a. d. Gießen.Anz. LoS 13. Fichte „ 14. Kiefer n 15* n n 16. „ h 17- „ . 18. ,, Kr. 59 bezüglichen nod) immer forderlichen Künstlich er der Frenu Ein eina tDtdeluM b stattet Hie Fahrplc einer start einerseits u güge onbi nachstehend! „Ser ©e| (Verbandes die Anzahl züae zu e ffv-Züge Förderung Vorteil der steigenden ( Araswagen tritt. Die dagegen gel der Her; stehende der btiil Gin derart niglen Du anderer Grundsätze zu verein Absicht d Bad-Al von Dell lassen, mu legt lveröt ligten Deri des Hessisch Aeröesserun und Ä 0 r r Odenwa! für dringe, wendig, de den Rhe Damstadt, ein befand der auch nach nicht llledar- des östlic Neckartalei HesM Ver L Tätig' Wale Hera wurde als stark wuk Einverstan nach'-- 9 iwtbf6« den /oll Äe ÖD' adomten 0 Offenbach u Tu: Z-it if Lberheil Decband in dem Wini sissche De' heraus, das Diederho verband b deutung ein der» also sch^ »Der 6,e gnädig. y ^pyrigfjt b 3 Öortleßi »Dun, id der alten $ Armen ges mal eine ' K datz : M Dran ..■Braut!1 weih Gin g[üd melier, loKest r 6 "6llönQl nod) < 4^ Hehen.?. «ur Wnna n. ^4 As 4,ou J e -r ^geführten ral. rtur JSi LS,!* Ä'*“ ^aht 3191V 'der 3g» JlMriii. rtretung Äft£ KSg i«MT.$>entn,bie lEHlEOR-Scmi »ate. M»w/a #,h„.N nHvn. Ien der Gemeinde i Nachsommer 1928 «olz auf dem , " °" -E' " 2 -1(37 " Archk: ,19 f>" .Sl-^^1,48, taß® *; «mJu' em' »Sbi*”V Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 59 Dritter Blatt Montag, März 1929 Hessischer Verkehrs-Verband. Der Gesamtvorstand des Hessischen Verkehrs-Verbandes trat am Freitag in Darmstadt zu wichtigen Verhandlungen zusammen. Der Vorsitzende berichtete zunächst über die rege Tätigkeit des Verbandes. Der zum zweiten Male herausgeaebene „Hessen-Kalender" wurde als eine besonders gelungene, werbemäßig stark wirkende Publikation begrüßt. ®8_ besteht Einverständnis darüber, daß auch für das nächste Jahr ein Hessen-Kalender in womöglich noch verbesserter Form herausgebracht wer- den soll. Die Odenwald-Reliefkarte, die den gesamten Odenwald und die angrenzenden Gebiete bis westlich Mainz un) Worms und nördlich Offenbach und Frankfurt darstellt, befindet sich zur Zeit im Druck. Eine Reliefkarte für Oberhessen wird in diesem Jahre von dem Verband in Angriff genommen. Gemeinsam mit dem Rheinischen Verkehrs-Verband gibt der Hes- sissche Verkehrs-Verband ein Rhein-Panorama heraus, das in Bälde erscheint. Wiederholt wurde vom Hessischen Verkehrs- Verband darauf hingewiesen, welch' hohe Bedeutung einer genauen Fremdenverkehr s- st a t i st i k innewohnt. Leider werden die diesbezüglichen Bestrebungen in manchen Gemeinden noch immer nicht genügend unterstützt. Die erforderlichen Meldungen müssen vollständig und pünktlich erstattet werden, wenn die Einrichtung der Fremdenverkehrsstatistik Wert haben soll. Ein eingehender Bericht wurde über die Entwickelung der Derkehrsverbindungen erstattet. Hierbei wurde ausgeführt, daß der neue Fahrplan der Reichsbahn im Zeichen einer starken Vermehrung der FD-3 ü g c einerseits und der leider zuschlagspflichtigen E i l- z ü g e anderseits steht. Abschließend wurde die nachstehende Entschließung einstimmig gefaßt: „Der Gesamtvorstand des Hessischen Verkehrs- Verbandes begrüßt die Absicht der Reichsbahn, die Anzahl der besonders schnellfahrenden Fern- tzüae zu erhöhen. Die Vermehrung der FD»3uge liegt gleichermaßen im Interesse der Förderung des Reiseverkehrs wie im eigenen Vorteil der Reichsbahn, die auf diese Weise dem steigenden Wettbewerb des Flugzeugs und des Kraftwagens in zweckmäßiger Weise entgegen- tritt. Die ernstesten Bedenken müssen indessen dagegen geltend gemacht werden, daß zum 3toede der Vermehrung der FD-3 ü g e b e- stehende Schnellzüge, zumal solche mit der dritten Klasse, beseitigt werden. Ein derartiger Ausbau der besonders beschleunigten Durchgangsverbindungen auf Kosten anderer Verbindungen dürfte mit den Grundsätzen einer gesunden Dertehrspoliiik nicht zu vereinbaren sein. Gegen die unbegreifliche Absicht der Reichsbahn, wichtige Fv-Züge in Bad-Rauheim, dem internationalen Kurort von Weltruf, ohne Halt durchfahren zu lassen, muß entschieden Verwahrung eingelegt werden. Unter anderen zahlreichen berechtigten Verkehrswünschen hält der Gesamtvorstand des Hessischen Verkehrs-Verbandes durchgreifende Verbesserungen des Fahrplans zwischen Mainz und Worms einerseits und D a r m st a d t, dem Odenwald und der B e r g st r a ß e anderseits für dringend geboten. Insbesondere ist es notwendig, der Herstellung günstiger Anschlüsse an den Rheinverkehr in der Richtung nach Darmstadt, dem Odenwald und der Bergstraße ein besonderes Augenmerk zuzuwenden. Das lei- der auch im kommenden Sommer im Fahrplan noch nicht enthaltene zweite Paar Odenwald— V e ck a r - E i l z ü g e ist zur Verkehrsbedienung des östlichen Odenwaldes und des mittleren Veckartales eine dringende Aotwendigkeit." Aachdern weiterhin interne Organisationsfragen eingehend erörtert waren, wurde als Tagungsort für die diesjährige Hauptversammlung Darmstadt bestimmt. Reich-Versicherungsanstalt für Angestellte. Aus dem Bericht für das Geschäftsjahr 1 9 2 8 (eingeklammert sind die Fahlen des Jahres 1927 angegeben) ist u. a. zu erwähnen: Am 31. Dezember 1928 liefen 72 751 (60 926) Ruhegelder mit 10 245 (8145) Kinderzuschüssen, 46 459 (39 523) Witwen- und Witwerrenten und 30 513 (27 363) Waisenrenten. Insgesamt waren im Berichtsjahre 65 067 (60 288) Leistungsan träge zu bearbeiten. Der Gesamtaufwand für dieRenten- l e i st u n g e n, Abfindungen und Veitr^serstat- tungen betrug im Jahre 1928 105 Millionen Mark. Im Jahre 1927 betrug er 78,4 Millionen Mark, wozu noch die einmalige Zahlung zur endgültigen Abgeltung für Rentenaufwendungen an Angestellte aus der Invalidenversicherung mit 33 Millionen Mark trat. Die 3ahl der Anträge von Versicherten auf Heilverfahren stieg auf 106788 (92 794). Hiervon entfallen auf ständige Heilverfahren 65 396 (58 889), auf nichtständige Heilverfahren (Iahnersah ufw.) 41 392 (33 905). Es wurden 38 716 (34 374) ständige Heilverfahren durchgeführt. Die durchschnittliche Dauer der Kuren betrug in den Lungenheilstätten 96 (91) Sage, in den Sanatorien 31 (31) Sage und in den Bädern 29 (31) Sage. Die Zahl der Anträge auf Gewährung von Zuschüssen zu Heilverfahren für tuberkulöse, tuberkulosgesährdete und rachittsche Kinder von Versicherten und für Waisenrentner betrug 6032 (6812). Zuschüsse wurden bewilligt in 3894 (4878) Fällen. Für die Gesundheitsfürsorge wurden insgesamt 18,9 Millionen (17,1 Millionen) Mark aufgewendet. Die Gesamtbeitragseinnahme betrug fast 317 Millionen (280 Millionen) Mark. Die Beiträge betragen etwa 5 Prozent des durchschnittlichen Monatsverdienstes gegen 7 Prozent in der Vorkriegszeit. Die Zahl der Versicherten wird für Ende 1928 auf 3,3 Millionen geschätzt. Die Vermögensverwaltung strebte an, die verfügbaren Mittel sicher und zu volkswirtschaftlich und sozial nützlichen Zwecken anzulegen und sie möglichst gleichmäßig den Kreisen und Wirtschaftszweigen wieder zuzuführen, aus denen sie kamen. Ganz besonders wurde der Wohnungsbau gefördert. Die hierfür langfristig zur Verfügung gestellten Mittel betrugen rund 100 Millionen (75 Millionen) Mark. Die gesamten Verwaltungskosten beliefen sich auf rund 11,3 Millionen (9,6 Millionen) Mark. Der Gesamtaufwand einschließlich der Kosten des Deitrags- und Ueberwachungsverfah» rens, der an die Reichspost zu leistenden Vergütung für den Markenverkauf, der Kosten der gesamten Rechtsprechung sowie aller Abschreibungen auf das Dienstgebäude und Inventar betrug 3,5 (3,4) Prozent der Beitragseinnahme (ohne Zinseneinnahme). Karlsruhe gefallen lassen mußte. Die Rürn- berger lieferten ein sehr schlechtes Spiel und wurden 2:3 geschlagen. Seit ihrer lläglichen Riederlage gegen die Spielvereinigung Fürth haben sich die Karlsruher wesentlich verbessert. Schwaben Augsburg behauptete seine Spitzenstellung durch ein klares 5:1 gegen den F.C. Freiburg. Der Kampf war nur in den ersten 15 Minuten ausgeglichen, später wurden die Augsburger unzweideutig Herr der Lage. Das Stuttgarter Ortstreffen zwischen dem V.f.D., auf dessen Platze gespielt wurde, und den Kickers endete erwartungsgemäß mit dem Siege der Gäste. Die Kickers gewannen mit 3:1 Soren, waren aber nicht besser, als die mit Ersah kämpfenden Platzherren, verstanden jedoch ihre wenigen Sorgelegenheiten gut auszunuhen. Handball im Bezirk Main-Hessen. Polizei-Sportverein Darmstadl endgültig Main-hessischer Meister. Im Entscheidungsspiel um die Dezirksmeister- schast von Main-Hessen der D. S. B. im Handball schlug am gestrigen Sonntag der Polizei- Sportverein Darmstadt den Sportverein Mainz 05 9:4. Darmstadt war dem Gegner in jeder Phase des Kampfes durchaus überlegen, und nur der sehr gute Mainzer Torhüter verhinderte eine noch höhere Riederlage. Polizei Darmstadt ist damit endgültig Dezirks- meister von Main-Hessen und vertritt den Bezirk in den Spielen um die süddeutsche Meisterschaft. Mitteldeutsche Schneeschuh- Meisterschaften des A. T. B. Unter Beteiligung der Akademischen Sum- verbindungen aus Jena, Halle, Leipzig. Gießen. Frankfurt a. W., Darmstadt, Sübingen, Freiburg veranstaltete der Akademische Turn- bund in Oberhof (Thüringen) seine ersten mitteldeutschen Schneeschuhmeister- schäften unter starker Beteiligung der in Thüringen ansässigen Alten Herren des ATD. Die Veranstaltung verdient deshalb besondere Beachtung. well sie die erste Schneeschuhmeisterschaft ist, die überhaupt bisher von einem studentischen Verbände ausgetragen wurde, und weil der Tradition des ATB. gemäß, der als einziger studentischer Verband der DT. angehört, Mitglieder örtlicher Turnvereine teilnahmen. Der Wertung wurden die Bestimmungen des DSV. zugrunde gelegt; die Erfolge sind sehr beachtenswert. Rur einem der bekannten Schneefchuhläu» fer der Oberhofer Turner gelang es, die Leistungen der ersten ATBer zu übertreffen. Her- vorzuheben ist neben der ausgezeichneten Leistung des Siegers Piller -Darmstadt, der sich auf der Strecke verlausen und dadurch einen Zeitverlust erlitten hatte, das gute Abschneiden des Referendars Müller-Jena, der in sämtlichen Wettbewerben erfolgreich war. Im Langlauf wurde er bei der Allgemeinbewertung 5., in der Klasse der Alten Herren bis 35 erster, im Lenk- rodelrennen und im Einerrodelrennen auf der Bobbahn 2. Den Ehrenpreis der Gemeinde Oberhof für den Sieger im Langlauf erhielt cand. ing. Piller- ATV. Alemannia-Darmstadt; den Ehrenpreis des Stadt- und Landkreises Gotha für den der Alten Herren über 35 Studienrat Ebener (ATV. Gothania-Iena). St. R. Rode g a st stellte im Rodelrennen auf der Bobbahn mit 2 Min. 46 ©et einen neuen Bahnrekord aus! Erwähnt sei noch, daß auch die ATV. Rheinfranken, Gießen, mit stud. med. vet. Dapp den zweiten Sieger im Langlauf stellte. Stirnen, Sport und Spiel. Fußball in Hessen-Hannover. Kurhessen Kassel — Sportklub 03 1:6. Das zweite Entscheidungsspiel um die Be - zirks Meisterschaft zwischen Kurhcsscn Kassel und Sp. El. 03 fand am gestrigen Sonntag vor 5000 Zuschauern statt und brachte eine große Ueberraschung. 03 hatte einen besonders guten Sag und war im Angriff und in der Verteidigung sehr gut aufgelegt. Bei Kurhessen machte sich besonders geltend, daß die Mannschaft, in der ersten Hälfte ihren Halbrechten durch eine Verletzung verlor. Zu Beginn der zweiten Spielhälfte machten die Kurhefsen den Fehler, das System aufzugeben und spielten nur mit zwei Läufern. Dadurch kam dec Angriff von 03 stark in Schwung und konnte sich voll entfalten. Die meisten Erfolge resultierten aus dem guten Zusammenspiel des linken Flügels. Das Spiel nahm bei dem schweren Boden einen guten Verlauf und wurde von dem Rürnberger Schiedsrichter Maul einwandfrei geleitet. Zwischen beiden Mannschaften ist nun, nachdem Kurhessen das erste und 03 das zweite Entscheidungsspiel gewonnen hat, ein Entscheidungskampf erforderlich, welcher wahrscheinlich am nächsten Sonntag in Kassel auf neutralem Platz zur Austragung kommt. Fußball in Güddeutschlaud. Runde der Meister. Hier konnte gestern bas gesamte Programm zur Abwicklung kommen. Der Doppclkampf der beiden main-hessischen Vertreter gegen die beiden bayerischen Meister endete mit einem überlegenen Siege der Bayern. Eintracht Fran k f u r t wurde auf eiaenem Platze von Bayern München 1:5 geschlagen und könnt- sich nur bis zur Paule hatten. Allerdings spielte sie mit reichlichem Ersatz. —— -------------— Noä) schlimmer erging esWormatiaWorms, die gegen den 1. F. C. N ü r n b e r g 0:6 verlor. Die Wormser Hintermannschaft konnte die Nürnberger Kombinationsmaschine nicht zum Stehen bringen. BorussiaNeunkirchen mußte Germania Brötzingen bereits bei Halbzeit einen 1:2-Dor- sprung einräumen und konnte dann nichts mehr ausrichten, da sich Brötzingen auf intensive Derlei- bigung verlegte. K.F.V. Karlsruhe und D. f. L. N e ck a r a u lieferten sich ein Treffen, das stark unter ben Bobcn- Verhältnissen und ber bcrben Spielweise beider Mannschaften litt. Trotz eigenen Platzes verlor Karlsruhe mit 3:4 Toren. Die Rangliste der Meisterklasse hat sich nicht geändert. Runde der Zweiten und Dritten. In der Gruppe Rvrd fielen die Spiele Union Riederrad gegen V. f. R. Mannheim und F. Sp. V. 05 Mainz gegen D. f. L. Reu-Isenburg des schlechten Bodens wegen aus. Der 1. F. C.07 Idar spielte diesmal weit unter seiner sonstigen Form, so daß der F. S p v. Frankfurt einen klaren Sieg mit 3:1 Toren nach Hause bringen konnte. S.V. Waldhof-Mannheim und Saar 05 Saarbrücken lieferten sich im Mannheimer Stadion ein torreiches Treffen, das die nach der Pause überlegenen Mannheimer mit 6:3 Treffern gewannen. In der Gruppe Süd gab es einige lieber» raschungen. Auch die Tabelle erlitt nicht unwesentliche Aenderungen. Zunächst gewann die S p. D g g. Fürth in München gegen den S. D. 186 0 mit 3:0 Soren etwas sehr knapp. Man halle den Fürthern eine deutlichere Leistung zugetraut. Im höchsten Maße be rembenb wirkt jedoch die Riederlage, die sich der 2k. S. V. R ü r n - berg auf eigenem Platze seitens Phönix Oie Liebe derBrigitta Hollermann Vornan von Elisabeth Ney. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale). 3 Fortsetzung Nachdruck verboten. „Run, ich hoffe. daS gnädige Fräulein wird der allen Hanna, die sie schon als Kind auf den Armen getragen hat, nicht böse sein, wenn sie mal eine Andeutung macht. Wir wissen es ja alle, daß das gnädige Fräulein Brigitta heute noch Braut wird." „Braut!" Leise hatte es Brigitta ausgerufen. „So, weißt du es also schon, Hanna," sagte sie dann, zu der alten Dienerin gewendet. ..Run ja, doch bin ich dir nicht böse. Papa hat es also schon ausgeplaudert?" „Der Geheimrat sagte es uns nicht, sondern die gnädige Frau Mutter selbst." „Mama, oh, bann hat sie auch nichts mehr ^^Cin^glückliches Leuchten huschte über Brigittas zitternder Hand schob sie einige Löckchen °UrS)er Herr Doktor ist aber auch ein schöner, stattlicher Mann," plauderte die Alte redselig weiter. „Findest du das auch. Hanna?" fragte CBrigitta lächelnd; und plötzlich umschlang sie die alte Dl^ ne rin und wirbelte sie in wildem Tanz .durch das Zimmer. Dann drückte sie die ganz fdjtoinbltg gewordene Alte auf einen Stuhl nieder unD gab ihr einen schallenden Kuh auf die runzligen Wangen. , . „Hanna, alle Hanna," jubelte sw. ..bist du je im Leben schon einmal so glücklich gewesen l „Einmal schon, als ganz junges Ding, aber bann starb er plötzlich, unb bann kam ich vcllo hierher ins Dvktorhaus," antwortete bte Alte, noch immer nach Luft schnappend. „H^nna, Hanna, wo steckst du nun wieder so lange? 'So hilf mir doch, mein Schuh will nicht zugehen!" riß sie die Stimme der ungeduldigen Isa aus dem Gespräch. Hanna stob ab. Fast zu gleicher Zeit wurde die Sür, die zum Korridor führte, hastig auf gerissen. Die Geheimrätin stand im Zinimer und duckte prüfend auf Brigitta. Sie schien zufrieden zu fern. Frau Evelyn selbst sah heute unendlich schon aU'Sa5 silbergraue Kleid mit ben matten Rosen hob ihre prachtvolle, schlanke Gestalt vorteilhaft hervor. Aus ihren Augen aber leuchtete ein unnatürliches Feuer. „Gut so, mein Kind," lobte sie gönnerhaft. „Ich freue mich, daß du dich verständig zeigst unb beiner Ellern Wunsch in jeder Weise entgegenkommst." „Mama, so willigst auch du ein?" fragte Brigitta, mit Tränen der Freude in den Augen. Frau Evelyn wurde einer Antwort enthoben, denn soeben steckte Isa ihren rotblonden Buben- kops lachend durch den Türspalt. „Ist es erlaubt?" fragte sie, kokett herein- tänzelnd. „Ich bin schon lange fertig, komm nur, Isa, und laß dich anftaunen,“ antwortete Brigitta, die Schwester entzückt betrachtend. „Wie ich dich beneide!" rief diese, die ältere Schwester erstaunt musternd. „Wenn ich doch auch erst einmal so weit wäre! Verloben denke ich mir wundervoll Uebrigens ist der Doktor ein ganz famoser Junge. Elegant und flott. Ich freue mich auf meinen Schwager. Gott ja, alle meine Freundinnen werden mich um den Flirt mit ihm beneiden. Du hast doch nichts dagegen, liebe Brigitta?" Diese sah etwas erstaunt auf die junge Schwester und antwortete nicht. „Isa, schäme dich," klang es jetzt tadelnd von Frau Evelyns Lippen. Aber, als sie jetzt die Schleppe aufhob und aus dem Zimmer rauschte, lächelte sie beglückt zu Isa, ihrem Liebling hin. „Unten fahrt das erste Auto vor, hörst du. Brigitta. O, ich beneide dich glühend. Du wirst nun bald wissen, wie ein richtiger, wirllicher Verlobungskuh schmeckt!" rief Isa, jetzt schnell zur Sür eilend. „Du, Brigitta," sagte sie dann plötzlich, unschlüssig stehenbleibend, „eigentlich sollte ich es dir ja nicht verraten, denn ich fürchte, daß du dann leicht eifersüchtig werden könntest. Ra, nun ist's schon einerlei, er — er hat mich auch schon einmal geküßt. Aber ganz in Ehren, nach einem Vielliebchen. Bist du nun böse?" „Rein, nein,". stammelte Brigitta, leicht erblassend, und Isa sprang, laut lachend, zur Sür hinaus. „Er hat Isa geküßt!" sagte Brigitta leise vor sich hin. „Rein, ich glaube es ihr nicht. Iso Aber die glückselige Stimmung in ihr war doch etwas verflogen. Langsam verlieh sie das Zimmer und stieg die Sreppe ins Vestibül hinab, um bei ber Be- grühung ber Gäste zugegen zu sein. Plötzlich aber leuchtete es in ihren herrlichen blauen Augen hell auf, denn sie hatte ihn, den Geliebten, entdeckt, der soeben den Mantel abgelegt hatte unb nun suchend um sich blickte. Vergessen war ber Kuh, ben er angeblich 3fa gegeben hatte. „Hans-Jörg." jubelte sie leise, unb stanb im nächsten Moment an des Geliebten Seite. „Ich muh Ihnen sofort etwas sagen, Fräulein Brigitta," flüsterte dieser, völlig in Andacht vor ihrem holdseligen Anblick versunken. Brigitta errötete leicht. „Kommen Sie in ben Wintergarten," flüsterte sie. Wenige Minuten später fanden sich die Liebenden allein. „Liebes, gnädiges Fräulein," stammelte ber junge Arzt, erregt ihre Hanb fassend. „Lassen Sie mich schnell sprechen, es bleibt uns nicht viel Zeit. Sie ahnen wohl schon längst, bah ich Sie innig liebe. Vielleicht hätte ich mit meiner Werbung noch gewartet, aber nun geht es nicht mehr anders. Vorhin hörte ich durch Zufall, dah Sie sich heute mit Doktor Fritz Beilinger verloben würden. Ist das wahr, kann das wirklich wahr fein? Ich beschwöre Sie, Brigitta, sprechen Sie, sagen Sie mir die Wahrheit! Alles ist gespannt auf die Veröffentlichung dieser Verlobung, und ich kann es nicht glauben! Dieser Beilinger u ib Sie?" „Doktor Beilinger?" stammelte (Briqi'ia verwirrt und erschrocken zugleich. „Es nvj. bcftmimt ein Irrtum fein; ich denke nicht daran. Wie kommen nur alle daraus?" „So ist es nicht wahr, geliebtes Mädchen!" jubelte Hans-Jörg Eggenbrccht. alies um sich her vergessend. „So barf ich noch hoffen?" Holb errötend stand "3r‘ v.t'a vor ihm unb vermochte nur stumm j racir. Da riß der jun-:? Die geliebte Mädchengestalt fest an r.; , und ihre Lippen fanden sich im innige/ Kuh. „Sag', ba 5 Du mich lieb hast, sag', dah bu nie dem anderen gehören willst, sag', dah die anderen alle gelogen haben, geliebtes Mädchen. Laß es mir nur ein einziges Mal aus deinem Münde vernehmen." „Ich hab' dich unsagbar lieb," flüsterte Brigitta. sich e .g an seine Brust schmiegend, „und werde nur immer dir gehören; alles andere ist frei erfunden." „Run erst weih ich gewiß, dah du mein bist!" rief Doktor Eggenbrecht, sie heiß küssend. „Komm, laß uns zu deinem Vater gehen." „Richt jetzt," bat Brigitta lächelnd. „Pa ahnt es schon, er machte mir heute eine Andeutung." „Woher?" fragte Eggenbrccht erstaunt. „Ich weih es selbst nicht, Liebster," antwortete Brigitta. „Ich nahm an, dah du mit ihm gesprochen hattest." „Kein Wort, mein Herz; aber dies wird sich ja alles noch aufklären." „Ich werde eS sofort Pa allein sagen. Er wird unser Glück barm während der Safel öffentlich verkünden," Jagte Brigitta zärtlich. „Sue es, mein Liebling, unb nun gib mir noch einen Kuß, denn leider sitzen wir bet ber Sasel nicht zusammen." „Richt beisammen?" fragte Brigitta erstaunt. „So hat man es nicht geändert, und Doktor Dei- linger ist mein Sischherr?" „So ist es, Brigitta. Ich führe deine Schwester Isa zu Sisch." „Isa?" Ein Schatten huschte über Brigittas rotglühendes Gesichtchen. „Was hast bu, Liebling?" erfunbigte sich HanS- Iörg Eggenbrecht erstaunt. „Küss' sie nie wieder", flüsterte Brigitta, noch heißer errötend, und eilte schnell davon. Der junge Arzt sah ihr kopfschüttelnd nach. Wen sollte er nicht küssen? Etwa Isa. die kleine raffinierte, rotblonde Here? f ittc sie nie berührt. iieltsam — wie kam Brigitta nur auf einen solchen Einfall? „Pa, lieber, süßer, einziger Pa", flüsterte in diesem Moment Brigitta Hollermann ihrem Vater mit jubelnder Stimme ins Ohr, „du kannst dann beim Rachtisch unsere Verlobung verkünden. Ich bin ja so glücklich! Aber weshalb soll ich mit Fritz Beilinger zusammensihen?" „Dies wird sich wohl so gehören, kleine Gitta", antwortete der alte Geheimrat zerstreut, da et fein Kind, seine Aelteste gar nicht mehr recht begreifen konnte. Brigitta und dieser Beilinger, ein Paar! — llnbenlbar! Wie war das alles nur so urplötzlich gekommen? Was hatte diesen Umschwung in ihr hervorgebracht? Brigitta, das feine, stille, zarte Geschöpf, und dieser krasse, egoistische, heimtückische Mensch! Oder sollte Brigitta doch für ihn ein Opfer bringen; tat sie es vielleicht nur, um ihren Vater zu retten? Wieder kroch ihm ein eisiger Schauer durch alle Glieder. Da aber tauchten gerade für einen Moment Brigittas glückstrahlende Augen vor ihm auf, und er verwarf jeden Argwohn. Rein, das Unfaßbare beruhte auf Wahrheit! Brigitta liebte den Mann, der fein grimmigster Feind war! Ein Seufzer hob seine Brust, und er wandt sich wieder den Gästen zu. Doktor Hans-Jörg Eggenbrecht und Brigitta Hollermann aber waren vorhin im Wintergarten nicht unbeobachtet geblieben. Sie hatten in ihrem ersten Liebcsrausch nicht Isas rotblonden Bubikopf gesehen, der für einen Moment dicht in ihrer Rahe, zwischen den großen Fächern einer Palme, hervorlugte und die Liebenden belauscht hatte. (Fortsetzung folgt) Wirtschaft. Anqespa nfer Geldmarkt. Sie Zuspitzung der Geldmarktlage in ; letzten Februorwochr hat nach der Abwicklung : i Februar-Ultimos eine Entspannung nicht ahren. Die großen Lombardkredite, die bei der üchsbank zum Ultimo Februar in Anspruch nommen worden sind, erfordern zu ihrer Ab- ckung große Geldsummen, hinzu kommt, daß l 5. März die Zinszahlungen für die Snöu- ieobligationen zu leisten waren, und daß das rich nach wie vor trotz seiner Schahwechsel- rission einen erheblichen G ldbedar, hat. Neben esen vorübergehenden Momenten von geld- arktverstei ender Wirkung ist mit einer gewissen isonmäßigen Anspannung, die üblicherweise im lonat März aufzutreten pflegt, zu rechnen. Zu 2t üblichen Beanspruchung am Quartalsultimo eten hinzu die Ansprüche der Landwirtschaft nd des Baugewerbes, die für dieses Jahr cößer als sonst sind, da der lang anhaltende rost im Februar eine Verschiebung der Früh- '.hrsbestelülng bei der Landwirtschaft und des lrbeitsbeginres in der Dauwirtschaft, mithin uch eine Verschiebung der Kreditnahme not» endig gemacht hat. Somit müssen diese An» -rüche stärker wirksam werden. u beachten ist auch, daß die Konfumwirkschaft o. dem Osterfest erhöhten Geldbedarf zegi und aß dieser im lausenden Jahre zeitlich mit dem blichen Bedarf zuin Quartalsul.imo zusammen- ällt. Die innerdeutsche Gelölage unter! egt somit em Einfluß einer Reihe von Fa ftoren, die Tarnt» ich geldverknappend wirken müssen. Den zum ommenden Ultimo vom Reich zu beschaffenden usätzlichen Bedarf kann man auf etwa 4 bis >00 Mill. Mark schätzen, und es ist noch nicht [ar. wie das Reich diese ihm in den nächsten Dochen fehlende Geldsumme aufbringen soll. Die öchwierigkciten der Ultimo-Finanzierung des Reiches werden den Geldmarkt im März noch tarier beeinflussen, als im Februar, denn schon )ie Summierung der oben geschilderten Momente genügt, um das Steigen der Sätze für Tages» ;eld und Wechsel (9 Proz. bzw. 6Vi Proz., Privatdiskont 6V« Proz.) zu erklären. Daß der Konjunkturrückgang, der nach wie vor anhält, rnd daher noch weitere Fortschritte machen wird. ,u einer Erleichterung des Geldmarktes nicht Beiträgen kann, liegt vor allem daran, daß der angespannten deutschen Geldmarkllage neuerlich rine Versteifung an den internationalen Geldmärkten, vor allem aber des amerikanischen, gegenübcrsteht. Die gegenwärtige deutsche Geldmarktlage ist mithin als angespannt und für die nc'fte Zukunft undurchsichtig zu be'eichnen. Die Reichsbank hat am Donnerstag 46 Millionen Mark Gold exportiert, obgleich Goldabgaben an sich nicht unbedingt nötig gewesen wären. Auf die Möglichkeit von Goldabgaben ist von uns bereit- früher hingewiesen worden. Der anhaltende Devisenbedarf, der durch die Devisenkäuse des Re- parationsogenten verstärkt wird, zumal oer Zufluß von Auslandgeldcrn ins Stocken geraten ist, nötigt die Retchsbank ständig zu Devisenabgaben, so daß ihr Devisenbestand von Anfang Februar mit rund 450 Millionen Mark bis auf 250 Millionen Mark zurückgegangen ist. Durch ihre Goldabgaben verhindert die Reichsbank eine weitere Verringerung ihres an sich schon entblößten Devisenportefeuilles, da sie bei weiteren Deoisenabgaben aus ihrer Reserve die Herrschaft über den Devisenmarkt verlieren würde. Es ist anzunehmen, daß dem ersten Goldexport aus den gleichen Gründen weitere folgen werden, die vorläufig in Anbetracht der hohen Goldvorräte von der Reichsbank getragen werden können. Aus der Notwendigkeit der Goldabgaben geht jedenfalls hervor, wie schwierig und leicht rea- gibel die Deoisenlage ist und wie rasch und stark die Wirkung einer geringeren Hereinnahme von Aus- landgeldern eintritt. Oie Reichsbank Anfang März. Der Ausweis der Reichsbank vom 7. März zeigt in der vergangenen Bankwoche einen Rückgang der gesamten Kapitalanlage in Wechseln und Scheck;, Lombards und Effekten um 261,9 Millionen auf 2017,4 Millionen Mark. 3m einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Scheck; um 127.0 Millionen auf 1749,4 Millionen Mk. und die Lombardbestände um 143,5 Millionen auf 153,8 Millionen Mk. abgenommen. Die Bestände an Reich"» schahwechseln zeigen mit 21,1 Millionen Mk. eine Zunahme um 8,6 Millionen Mark. Die Anlage in Effekten ist mit 93,1 Millionen Mk. Weiterhein annähernd unverändert geblieben. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 246.6 Millionen Mk. in die Kassen der B"nk zurückgeflossen: und zwar hat sich der ümlaui an Reichsbanknoten um 215,4 Millionen auf 4337,7 Millionen Mk., derjenige an Rentenbankscheinen um 31,3 Mi.lionen auf 476,9 Millionen Mk. verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reich-bank an Ren» tenbanllcheinen auf 40,1 Millionen Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen eine Abnahme um 22,6 Millionen auf 502,9 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen insgesamt haben sich um 8,6 Millionen auf 2810,8 Millionen Mk. verringert. 3m einzelnen nahmen die Gold» b e st ä n d e infolge Verkaufs zweiter Posten Gold nach Reuyork um 46,1 Millionen auf 2682,8 Millionen Mk. ab, während die Bestände an deckungsfähigen Devisenim Zusammenhang mit dem vorgenannten Goldverkauf um Netto 37,6 Millionen auf 127,9 Millionen Mk. angewachsen sind. Die Deckung der No- t e n durch Gold allein besserte sich von 59,9 Prozent in der Vorwoche auf 61,8 Prozent, die Deckung der Noten durch Gold und oeckungs» fähige Devisen von 61,9 Prozent auf 64,8 Prozent. Oie Kohlenprodukiion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Volksstaats Hessen weist für den Monat Februar 19 2 9 folgende Zahlen nach: An Rohbraunkohlen wurden gefördert 35 465 Tonnen: davon wurden verkauft 13 751 Tonnen; der größte Teil der Rohkohlen wurde weiter verarbeitet, und zwar 17 494 Tonnen zu Schwelereiprodukten und 337 Tonnen zu Briketts. Die Brikettserzeugung betrug 153 Tonnen. ' Die amtliche Großhandelsindex, z i f f e r. Die auf den St.chtag des 6. März berechnete Großhandelsindexz.ffer des Statist.schen Reichsamtes ist mit 140,1 (159,6) gegenüber der Vorwoche um 0,4 v. H. gestiegen. Von den Hauptgruppen hat | die Indexziffer für Agrarstoffe um 1,1 v. H. auf | 135,6 (134,1) angezogen. Die Indexziffer für Ko- lonialwaren ist um 0,3 v. H. auf 125,4 (125,8) zurückgegangen. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat m.t 134,0 (133,9) leicht angezogen, während diesen.ge für industrielle Fertig- waren mit 158,0 (158,1) leicht nachgegeben hat. * Gebrüder Roeder 2L=U., Darmstadt. I Die Generalversammlung genehmigte ohne Debatte den bereits mitgeteilten Abschluß mit 10 v. H. Divi- , dende. | * Hanau und d i e Südwestdeutsche i Gas-Gesellschaft. Die Stadtverordnetenver- sammlunig von Hanau beschloß einstimmig den Bei- I tritt der Stadt Hanau zur Südwcstdeutschen Gas- ' Gesellschaft A.-G. Die Beteiligung am Kapital soll 5 v. H. betragen. * Große Kasseler Straßenbahn A.-G. Der Aufsichtsrat beschloß, eine ermäßigte Dividende von 4 v. H. (im Vorjahre 8 v. H.) vorzuschlagen. • Norddeutsche Grund-Eredit- Dank in Weimar. Der Aufsichtsrat des zur Gemeinfchastsgruppe Deutscher Hypothekenbanken gehörigen 3nstituts beschloß vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeinschaftsrats, aus dem 1 191 504,17 Mk. betragenden Reingewinn (l B 581 540,65 Mk.) die Verteilung einer Dividende von 10 Prozent (t. V. 9 Prozent) auf das von 4 auf 7 Mill. Mk. erhöhte Aktienkovital in Vorschlag zu bringen. Die gehliche Reserve wirb künftig zufolge des bei der Kapitalerhöhung erzielten Agios, der llebertragung der Rückstellung aus Provisionen und der vorgeschlagenen weiteren Zuweisungen sich auf rund 2,2 Mill. Mk. (i. V. 1'139 274,07 Mk.) stellen. Der Umlauf an Pfandbriefen und Kommunal-Schuldverschreibun- gen erfuhr zuzüglich neuer Kredite der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt eine Vermehrung um 59,9 Mill. Mk., wovon 15.5 Mill. Mk. auf 4,5° prozentige Liquidations-Gold-Pfandbriefe entfallen. 3n den Vorstand wurden Bankdirektor Fritz Weyrauch (Frankfurter Pfandbrief- Bank. Aktiengesellschaft) in Frankfurt a. M. und Dankdirektor Dr. Karl Weidemann (Westdeutsche Bodenkreditanstalt) in Äöln mit sofortiger Wirkung, Reichskanzler a. D. Dr. Hans Luther mit Wirkung vom 1. 3uli 1929 zugewählt. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 11.März. Tendenz: schwächer. — Jin Vormittagsverkehr konnte eine allgemeine Beruhigung Platz greifen. Als jedoch zum offiziellen Beginn der heutigen Börse die Abgaben vom Samstag wieder in stärkerem Maße fortgesetzt wurden, neigte die Tendenz zur Schwäche. Diskonbefürchtungen und der unregelmäßige Verlauf der Neuyorker Börse vom Samstag verstimmten und mahnten zur Zurückhaltung. Die vessimistische Beurteilung der Reparationsverhandlungen und der immer noch angespannte Reichsbankausweis vergrößerten die Unsicherheit, und es traten gegen den Schluß vom Samstag 2krlufte bis zu 3,5 v. H. ein. Das Geschäft war äußerst gering, da auch keine Aufträge von Publikumsseite und vom Auslande vorlagen. Stark angeboten und bis 5 v. H. schwächer eröffneten Aschersleben und Salzdetfurth. Auch im offiziellen Verkehr kam Material in beträchtlichem Umfange heraus. Aschersleben büßten 5,75 o. H. und Waldhof 3 v. H. ein. Vereinzeltes Kaufintereste bestand für Chemiewerte. J.-G.-Farben gaben demzufolge nur 1,5 v. H. und Scheideanstalt 0,5 o.H. nach. Am Elektromarkt waren Siemens mit minus 4 v. H. stark vernachläs- figt Licht & Kraft verloren 3,75 v. H., Schuckert 2,5 v. H., A. E. G. waren verhältnismäßig widerstandsfähig und büßten nur 1,5 o. H. ein. Elektrische Sie» ferungen knapp gehallen. Am Automarkt war die Hallung geteilt. Bei verhältnismäßig geringem Angebot verloren Stieger 0,75 v.H., Daimler dagegen etwas gefragt und eine Kleinigkeit fester. Von internationalen Werten gaben Soenska 5 Mark nach. Am Bankenmarkt gingen die Kursrückgänge mit Ausnahme von Reichsbank (minus 3,25) bis zu 1,5 o.H. Auch am Montanmarkt waren die Rückgänge bei bescheidenen Umsätzen nur gering. Rheinstahl unterlagen dem allgemeinen Druck und verloren 2,5 v. H. Buderus konnten dagegen einiges Interesse auf sich lenken und lagen bis etwa 0,5 v. H. höher. Renten ohne nennenswertes Geschäft. Im Verlaufe blieb das Geschäft weiter sehr klein, doch haben die Abgaben auch von Seiten der Spekulation nachgelassen. Es stellte sich eher etwas Deckungsbedürfnis ein, so daß sich eine Beruhigung bemerkbar machte. Teilweise erfuhren die Kurse kleine Besserungen, ober die ersten Notierungen wurden meist Geld genannt. Tagesgeld war mit 6 5 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt konnte Spanien sich mit 32.60 etwas bessern. Sonst nannte man Mark gegen Dollar 4,2143, gegen Pfund 20 45, London gegen Kabel 4,8510, gegen Paris 124,22, gegen Malland 92,66, gegen Madrid 32,60, gegen Holland 12,1125. Berliner Börse Berlin, 11. März. Die Hoffnungen des Vormittagsverkehrs auf eine Beruhigung der Börsenstimmung gingen nicht in Erfüllung, so daß die herrschende Lustlosigkeit zeitweise Kursabschläge zur Folge hatte. Selbst der als befriedigend anzuseyende Reichsbankausweis konnte hieran nichts ändern. In der Hauptsache waren es wieder Befürchtungen hinsichtlich der Diskontpolitik der Bank von England, und ungünstige Geldmarltüberlegun- gen, die die Börse verstimmten. Man glaubt mit einer Reichsschatzwechsel-Emission rechnen zu müssen, da keine andere Möglichkeit besteht, das Defizit des Staates zum Ultimo zu decken. Man weist darauf hin, daß auch die Landwirtschaft mit neuen Geldbedürfnissen heroortreten müsse. Das Geschäft nahm keinen allzu großen Umfang an. Die Rückgänge betrugen 1 bis 3 v. H. Soenska gingen 4 Mk. zurück, Spritwerte waren 3 bis 4 v.H. niedriger, Tietz minus 3L o.H., Polyphon minus 3,5 v.H., Kaliwerte bis 3,25 v. H. niedriger. Als Ausnahmen find zu nennen Hirsch Kupfer mit plus 3,75 o. H. und Telephon Berliner plus 2,5 v. H., ferner Stöhr, die 2,25 o. H. gewinnen konnten. Deutsche Anleihen abbröckelnd, Ausländer geschäftslos. Pfandbriefmarkt still, aber im allgemeinen gut behauptet. Der Geldmarkt war wenig verändert. Tagesgeld erfuhr mit 6,75 o. H. bis 8,75 v. H. eine unbedeutende Erleichterung. Auch im Verlaufe waren weitere kleine Kursrückgänge zu beobachten. Das Geschäft bewegte sich in den engsten Grenzen. Soenska minus 4 Mk., Siemens, Reichsbank, Danatbank, Salzdetfurth, Bemberg und Polyphon gingen zeitweise erneut bis zu 3 v. H. zurück, doch konnte myn zwischendurch immer wieder Kurserholungen feststellen. Die Stirn- ’mung war äußerst nervös. Fran^ Getreidebörse. Frankfurt a. M., 11. März. Sn der neuere Woche eröffnete der Prod '.ktenmrrkt in ruhiger Haltung. Die Umsätze sind e,c klein. Die Beschickung der Märkte Halle etwas zugenommen, doch bewirkten höhere Auslandmeldungen eine freundlichere Grundstimmung. Einiges Sntereffe bestand auch für Weizen und hier wurde eine Erhöhung um 0,15 Mark erzielt. Angeboten waren dagegen Sommergerste und der Preis mußte um 0,25 Mark ermäßigt werden. Sonst sind nennenswerte Veränderungen nicht zu verzeichnen. Das Geschäft blieb nach wie vor fchlep- perrd, nur am Futtermittelmant bestand nach Roggenkleie von Seiten der Landwirtschaft bei höherer Notiz lebhafteres Sntereffe. Cs wurden notiert: Wetzen 24 bis 24.50, Roggen 23,75, Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 24,25, Hafer, inländischer, 24,50 bis 24,75. Mais (gelb) 24,50, Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 33,50 bis 34,50, Roggenmehl 30,75 bis 31,75, Weizenkleie 14,25 bis 14,35, Roggenkleie 15,50. Erbsen 35 bis 55, Linsen 65 bis 1,15, Heu, süddeutsches, 14,25 bis 14,75, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 5,50 bis 6, Weizen» und Roggenstroh, gebündelt 5 bis 5,50, Treber, getroefnet 23 bis 23,25. Tendenz: Ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 11. März. Auftrieb: 1483 Rinder (darunter 334 Ochsen, 78 Dullen. 639 Kühe, 410 Färsen), 4H7 Kälber, 61 Schafe, 4640 Schweine. Es wurden notiert: Rinder (Ochsen): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 52 bis 56 Mk., (ältere) 49 bis 51: sonstige vollfleischige (jüngere) 45 bis 43: (Dullen): jüngere, volftleischige, höchsten Schlachtwerts 50 bis 53; sonstige vollf.eischige oder ausgemästete 45 bis 49; (Kühe): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 41 bis 46; sonstige vollflcischige oder ausgemästete 36 bis 40; fleischige 32 bis 35; gering genährte 25 bis 31, (Färsen — Kalbinnen, Sungrinöer —): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 53 bis 57; vollfleischige 43 bis 52; fleischige 43 bis 47. — Kälbe r: beste Mast- und Saugkälber 72 bis 76; mittlere Mast» und Saugkälber 65 bis 71; geringe Kälber 58 bis 64. — S ch w e i n e: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 81 bis 83; vollfleischige Schweine von etwa 160 bis 300 Pfund 82 bis 83 Ml. — Marktverlauf: Rinder ruhig, ileberftanö. Schweine rege, geräumt. Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft. Daten für Dienstag, 12 März. 1365: Eröffnung der Wiener Universität; — 1607: der Dichter Paul Gerhardt in Gräfenhainichen geboren (gestorben 1676); — 1634: der Philosoph George Berkeley in Kilkrin geboren (gestorben 1753). Gewstinouszug Ohne Gewähr Nachdruck verboten 9. März 1929 26 Ziehungstaq »0000 ® 327113 139062 180859 199518 114 Öttoinne ,v 600 M. 29165 53745 64328 60599 76594 78022 130439 Im Gewmnrade verblieben: 2 Prämien zu 500000 1180 zu 300 Mk. 24823 51579 68179 84556 102857 117905 125139 140307 159805 189343 197396 213841 243230 273298 281852 293404 301272 341669 373910 399006 26679 87638 133714 200612 246207 287116 314588 337677 374382 11839 48982 67395 83686 96211 116931 123797 137943 158507 182525 195882 213076 239874 269359 281265 292879 301230 335796 373886 396905 9664 46244 65682 83123 90332 31458 53705 69657 87685 । 104151 66341 83859 I 118180 139509 166260 181543 199085 242088 262202 287159 335416 353363 372126 390977 43742 60823 78309 88361 109383 168490 223305 254499 304055 324259 351335 392782 117917 172997 230783 268146 304798 324955 357055 110738 122232 133006 150769 179648 194283 207463 232959 265887 281211 285204 298755 330140 365678 395794 5000 M. 3000 TL 374559 2000 M. 1000 M. 124816 217981 309735 124299 146124 168287 188871 216399 248981 267346 320369 347722 363385 377968 4848 334405 182445 233312 245628 106482 119654 132555 146340 177886 193438 207340 224258 265156 280796 284470 297680 319417 365285 394875 129913 179837 232917 270485 308860 334507 357796 159338 172755 193475 242056 261075 283984 333173 352659 370700 390680 103424 149389 217359 250434 295842 319333 345090 377729 118174 125653 143313 160940 189934 200920 222186 247490 273343 283325 293700 303438 356969 381073 104634 152453 220498 252442 300124 320414 348196 383106 105642 119169 129073 143689 177879 192856 204545 224234 251436 273814 283704 294537 306673 361061 386420 148645 171314 192209 238172 258576 277523 33'2858 350094 367743 387579 31465 57629 71713 88013 43936 64992 79471 90049 129775 147186 170290 189065 220391 255378 276042 325178 340984 365716 381224 124202 142005 168215 183557 209582 244411 266412 317532 340050 362086 374256 391616 2632 59358 73012 96094 . 125024 147495 158'32 232581 241703 257640 330006 339201 339409 5525 6910 17459 23615 2 ®etottme zv 4 ®«nnnn« »u 12 Sew'nn« »u 257323 304995 8 ©ttotnn« ju 336496 44 ®«totnn» in 113928 122569 206981 216356 264608 286042 246 »ftoinne xu 300 QU. 1418 2262 5. Klaffe 32. Preußifch-Silbbeutfche (25ö. Plcuß ) Kiasfen-LoNerie 2 Gewinne zu 50000, 10 zu 10000, 18 zu 5000, 30 zu 3000, 78 zu 2000, 182 zu 1000, 446 zu 500, Aus jede gezogene Nummer sind zwei gic ch hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Ableitungen I und 11 3n der Bormlttagsziebung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 374173 395452 395873 186 »»roinn# au 300
n« .u 1000 -M. 269 > >671 28612 42803 67353 94255 190293 226777 273512 320207 357591 382709 66 Gewinn« tu 500 M 2229 4755 4994 11177 15518 23912 33378 38674 39627 44226 54468 94923 96475 106712 117653 144020 157801 158554 159090 164997 176180 184873 >93446 200119 234185 241357 263200 304145 350854 356671 Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den S Sanieren ange'ührien Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuh 7,5 Prozent. ,>ranksuri a M. Berlin ^ranffun a M. Berlin Piranlfun a. M. Berlin Berlin, 9. Mär; | Geld | Brief 16,46 168,33 22,07 112,03 59,05 2,485 112,23 81,04 62,61 12,435 73,24 -Frankfur Auszahli 16,52 169,01 22,15 112,47 59,29 2,505 112.67 81,36 62,89 12,495 73,54 1 a.M. ing. Lchlutz- l-Ubr tturr Kure Echlutz-IAnsong Kurs Kurs Gcbluft-i 1 Uhr Sure ' fiuro Ecklub- >Ansang- Rur« 1 Kure »Lchlub- 6ure l-Ut)r- Kure Schluß-ISlnsong Sur« | Äure lyiLuiiuniuju Holländische ^italienische Norwegische Noten...... 91oten...... Darum 9.3. 1 11.3. 9.3. ] 11.3. Datum 93- 11.3. 9.3. | 11.3. Datum 9.3. 11.3. 9.3. 113- Noten...... 5% DI. KeichSanleihk >. 10z. D'. Anl.-Ablüj.-Schuld mü tSui of.-Rcd)ten Stofll. ohne Autlos.-Rechte 7% Franks. Hnp.-Bk Goldps. un ündbar bis 1932 4V*% Rheinische Hyp.-Bank Llau -Soldps. V i.®. abg. BortricgS-Obligatton rückzahlbar 1932 4% Schweiz. Bunvesb.-Anl.. 4% Leite rrclchische Solvrte. - 4,20% Ccftcrr. Silberne. 4% Ccfteneld). cinheirl. Rte 4% Ungarische ©vierte. 4% Ungarische Staat». v. 1910 6'/i% brSgl. von 1913 4% Ungarische Lronenne.. 4% Turf. Zollcnleibe v. 1911 4% Türkische Bagdadbahn-2lnl. Serie 1 4% veSgl. Serie l i - 4% Rumänen conven. Rie. 41/,% Rumänen Qolbanl. von 1913 EUß. Deunche Eiienbahn 4VS Hamburg-Amerika Paket . 4 Hamb.-sbdam. Tamvllch. • -8 Hansa Dampsschiss • • ll Norddeutscher Lloyd - - - ft SUlg. Deutsche Credimnft. . IC Barmer Bankverein Berliner Handclegesellsch. Commerz- und Prioai-Banr 11 Darmst. u .Nationaldank 12 Deutsche Bonk U Diskoniv-OicieUichafi AlU.. 10 Dresdner Bank - • 10 Viitteldeukiche LrevÜdanl . . • « Metallbank.........' ..................*2 87,4 53,9 12,75 90 81,5 86 98 2,9 2,1 21,6 126,75 125 139,75 141,5 231 196 <79 172 164 70,5 128,5 306,5 । || । | | HIHIHI IHI 1 I । 181 1 IS2I2J8I lg 87,5 53,9 12,7 31.8 3 25,2 2,1 11,25 10.65 10.6 19 127 191,5 '68.25 125 140 141,5 230.5 '95.75 .78 '71.75 164 170 127.75 305 54 12,6 2,05 126,75 188.5 125 140 141,1 230 95,5 z77 171 164 169 127 303,9 ...... Bergmann 9 Elcktr. Lieferungen.....V> Licht und flrafl .....1° .Zelten 4 Guilleaume.....C Ges. f. Ekeln. Untern.. ... 1° Hamb. Elektt. Werke .... 10 Rhein, (ileka. ......0 Lchles. Elektt. ......W Lchuckert..... .... 6 Siemens & HalSke ..... 12 Lohmener & Co.......10 Buderus . . ...... 5 Deutsche Erdöl.......6 Essener Steinkohle......8 Gelsenkirchener ... t % 3- 4 Harpener..... 6 Heejch Eisen. ..••••• - 8 .Pie Bergbau ........ v Klöcknerioerke ........7 N öln,Neue1sen........0 Mannesmann..... 8 ManSseldcr.........7 Lberschles. Eisend, «edari. . . f> Oberschles. Kottwerke ... 6 Phönix Bergbau . . . . . SH Rheinische Braunkohlen... U Rheinsiabl f. % Jahr 4 V, Rlebeck Montan......7,> Bereinigte Etahlw......• Ctout Minen .....1 sl 4all AscherSleben.....1' Sall Westeregeln......1* Oallwerk Salidetiurth . . . V 3- ®. ssardcn.Invutttt« ... 1- Dynamit Sobel.......k SckieideanstaU........ 9 Galdschmivl ........5 166 203 162 208,5 137,5 231 162 219,5 372 163,5 77,25 121,25 129 214 105,65 121,13 122 93 95 290 126 140,5 93,5 68,75 211 215,5 315 245.5 70,5 rsr 161,5 205,25 1 368,5 78 -37,5 120 123,75 67,6 206,5 212,5 310 244 70 92,5 — 165,25 203 162 206,75 138 228,75 147,5 161 202 218,5 371 150,5 163,5 78 120.75 121 128,75 138 120,75 106 121 120,5 122 92,4 102,9 95,5 289 124,75 93,5 68,13 209.25 215,5 311,5 245.75 115 88,5 92,75 164 202,25 161,5 205,75 161 200.25 217 368,75 150 162,5 77,25 120 127,5 137 119.25 105 120 121,25 92.75 102,5 94.7 286,5 123.75 67,5 205,75 21I,75 309 244 s, 92,25 Pyultw Diuzmann....... Heidelberger Eemen! .... lu (Semen, Karlstadt ...... 8 Wayh 4 Freitag ...... 10 Schultheis Pahcnhoser ... Ix Ostwerke.........12 Ver. Glanzslofs......16 Bemberg.........11 Beim-" Waldhof.....12 Zells.. ii Aschaffenburg ... 12 Eharloitenburger Wasser ... 7 Dessauer (Sol..... 8 Daimler Motoren......<- Temag ........ 0 Adlerwerte Slever......5 Ludw. Loewe ....... 10 91at Automobil ....... 0 Crenftein 4 Koppel . .... 6 Leonhard lieh . ...... 6 Barnag-Meauin ....... 0 .sranks. Maschinen ...... 6 Äritzner ...... 11 penllgenstaedl.......0 FunghanS. . ....... .4 Lechwerke. ..... b ■?JHa0..........V Peter« Union ........ 8 Gebr. Roeder.......10 Bolzt 4 Haeffner......8 Südd. Zucker........6 Dan 123 137 128 260 185,75 56,13 55,5 96 72,5 119,5 141,5 26,13 103,5 213 144,5 knoten 136,5 237 180 56,25 54,75 68 144 122,75 126,75 281 235,5 420,5 365 259,5 182.5 117,75 213,75 56,75 51 56 213 35,5 88,25 266,5 67,75 96,5 71,5 142 25,65 103 213 145 278 231,5 416 358 2584 118,9 211 56,75 50,5 55,5 211,5 34 263 j Numänikche Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten ...... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . ... Devisenmarkt Berlin Telegraphische 9. M n 11. März Amiiiche Nouerung (Selb 1 Brie Amtliche Notierung (Neid 1 Bne' AMIt.'Nott. Buen.-AireS Brss.-Antw. Christiania. .Sovenbagrn Siockholw - HelsingforS. Ztolien. . London. . . -Jlcunort . . Boris.... Schwei; . . Sva ten. Japan . . . Nio de Jan Wie' in D.» Ceft. abgest Prag - - - - Bel irad - - Budap.-li. . Bul arten yifTabon Tanva. . . ilonst ntfn. Athen. . . Eanada Um uaq . Latro . . • 168,63 168,97 1,769 1,773 58,44 1 58,56 112,24 112,46 112,20 112,42 112,41 112,63 10,59 10,61 22,045 22,085 20,427 20,467 4,211( 4,2190 16,445 16,485 80,99 81 ,15 62,14 63,26 1,878 1,882 0,499 0,501 59,165 39,285 12,469 12,489 7,391 7,405 73,38 73,52 •,037 1,043 18,76 18,80 81 ,65 81 ,81 2,071 2,075 5,44 5,45 4,186 4,196 4,286 4,294 20,958 20,998 168,62 1,770 58,42 112,24 112,42 112,43 10,592 22.04 20,d27 4,2110 16,44 80.975 62,19 1,872 1.4995 59,15 2,448 7,390 73,36 3,047 18,80 .1,65 2,073 ,445 4,185 4,291 20,955 ■68.96 1,774 58,54 112,46 112,64 112.65 10,611 22.08 20,467 4,219 16.48 81,135 62,31 1,876 0,5015 59,27 2,468 7,404 73.50 3.053 18,84 dl ,81 2,077 5.455 4.893 4,299 20,995 Berlin. S März «neid tief aikTuautidie Jloten..... belgische Noten ....... Danüche Nown ...... Englische Sloten........ 4,203 58,23 111,93 20,40 r 58,47 112,37 20,48 Rütgeröwerke . ....... 6 MetallgeieMchafl. ..... 11 93 188 B- p c >p c e, W * u (,B » 1 f ll Sä rX ■ Sä9' • oa tg = £ ?a3c. o £ * c 4 C 0 s □ E' Ä- a Sc