Nr. 55 Erster Blatt 179. Jahrgang Mockag, y. Zebruar 1929 täglich, außer Sonntag» und Feienag». Beilagen Dte Illustriere« Gießener Familienblätter Heim« im Bild Die Scholle Bt|igspret s für 2 Woche»: 1 Reichsmark und 16 Retchspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter- scheinen ernzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechonschlüss«: 51, M und 112. Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Hiebe», podschecttonto: KrantfuN am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen vrn» en» Derlei: vrLHI'lcht Unfeerfttati-Bad). en» Steinörnderei B. Lanze ht «letzen. Schristleltan, und «eftf)5ff$Me: S^altraM L A»nah»e oo» Bnjetgcw für die Tage»numm«r di» zum Nachmittag vorher. Brei» für 1 mm höhe St Anzeigen van 27 mm rette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzoorschrift 20% mehr. Thefrcdakteur: Dr. Friedr Wilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr tz.Thynot^ für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann sämtlich in Bietzen. Oer Zusammentritt des Gachverständigen-Ausschuffes. Sie abgebrochenen KvMonsserhandlnngeii. Eine verfahrene Situation. Berlin, 10 Febr. (Priv.-Tel) 3m Laufe der mannigfachen, zeitweise fast von Stunde zu Stunde wechselnden Verhandlungen über die Koalitionsbildung im Reich und in Preußen Hit der Zen- trumsführer Prälat K a a s dem Reichskanzler bei Tieberreich ung des ersten Ultimatums u. a. auch gesagt, er werde die Landtagsfraktion des Zentrums bitten, auf einen ihrer Ministersitze zugunsten der Deutschen Volkspartei zu verzichten. und diese Bitte bedeute eine politische Realität. Wahrscheinlich hat sich Kanzler Müller bei diesen Worten gedacht: Herr, dunkel ist der Rede Sinn Jedenfalls hat er nicht verstanden, was Dr. Kaas eigentlich damit meinte, und deswegen hat er keinen allzu großen Wert darauf gelegt, sich noch näher nach der Bedeutung des mystischen Ausspruchs zu erkundigen. Jetzt kennen wir des Rätsels Lösung. Prälat Dr. Kaas hatte unmittelbar vorher einer Sitzung der preußischen Landtagsfraktion seiner Partei beigewohnt und ihr das Zugeständnis abgerungen, daß sie tatsächlich zugunsten der Deutschen Volkspartei aus einen Ministerposten zu verzichten bereit sei. wenn unter dieser Voraussetzung sofort dem Zentrum im Reich die drei verlangten Ministerposten bewilligt würden. Wenn Herr Dr. Kaas diese Weisheit nicht für sich behalten, sondern dem Kanzler eine unzweideutige Erklärung in diesem Sinne abgegeben hätte, so wäre wahrscheinlich in diesem Augenblick die Koalitionskrise beendet gewe'eir. Mit dem Verzicht des Zentrums auf einen seiner Ministersitze zugunsten der Deutschen Volkspartei wäre deren Wunsch erfüllt gewesen, denn die Demokraten sind bereit, zwei Sitze preiszugeben, so daß die Deutsche Volkspartei zwei und die Sozialdemokraten den verlangten dritten Sih im preußischen Kabinett erhalten härten. Unter solchen Umständen wäre wohl auch im Reich jedes Hindernis beseitigt gewesen, und das allerdings merkwürdig befristete Ultimatum des Zentrums, bis zehn Uhr abends seine d^i Minister.en in der Lasche zu haben, hätte trotz aller Schwierigkeiten befriedigt werden können., Von diesem Vorfall haben wir erst auf Umwegen Kenntnis erhallen. 3n der ersten interfraktionellen Besprechung mit Vertretern der Deutschen Dolkspartei hieu der Zentrumsführer Heß dem Vertreter der Dollspartei Är. Stendel vor, daß ja das Zentrum ihr einen Sih abzutreten angebo- t en habe, daß aber das Angebot nicht angenommen worden sei. Es ist schwerlich jemand mehr verblüfft gewesen, als Dr. Stendel in diesem Augenblick. Die beiden Vollspartei- lichen Führer. Dr. Stresemann imb Dr. Scholz, auf Vie sich Dr. Heß berief, erklären ebenfalls kategorisch, daß sie von einem solchen Angebot niemals ein Sterbenswörtchen vernommen haben. Das gleiche tut der Reichskanzler, dem jetzt Wohl erst ein großes Ker- z en sicht darüder ausgegangen ist, was die geheimnisvolle Andeutung des Prälaten Dr. Kaas n nun, achtundvierzig Stunden nach dem Ang< bot. es für hinfällig erklärt, weil cs durch die Ereignisse überholt worben sei. Das ist mindestens ebenso merkwürdig wie die Tatsache, daß Dr. Kaas den wirklichen Beschluß bet Landtagsfraktion, den er doch angeblich herbeigeführt hatte, um ihn den maßgebenden Stellen im Reich mitzuteilen, für sich behalten hat.' Aus alledem geht doch eins deullich hervor; daß nämlich die in Frage kommenden Faktoren im Reich von einer Tatsache nichts gewußt haben, die die Entwicklung entscheidend zu beeinflussen bestimmt war. Infolge dieser Tatsache ist Minister v. Ouerarb zurückgetreten. Nur dadurch, daß sich die preußische Landtagsfraktion des Zentrums fo ungemein beeilt hat, ihren Beschluß zuruckzunehmen, oder für überholt zu erklären, dauert die Krise an. Für Leute mit gesundem Menschenverstand wäre die Löfuna ungeheuer einfach. Das Zentrum erneuert sein Angebot, dieses wird angenommen, das Zentrum erhält feine drei Ministerposten im Reich und die Deutsche Bolkspartei ihre beiden Ministerposten in Preußen, und die Krise ist beendet. Eine solche Lösung ist aber offenbar für die politischen Gewalten im Zentrum zu einfach, zu leicht und zu klar. Man liebt dort weiter die Komplikationen und die Mysterienspiele. Das geheimnisvolle ZenlrumS- angebot. Berlin, 10. Febr (Priv.-Tel.) Mit Bezug auf die Erklärung des Zentrumsführers in Preußen, Abg Heß, daß seine Fraktion am Mittwochabend dem Reichskanzler und durch ihn den Führern der Deutschen Dolkspartei Dr. Stresemann und Dr. Scholz das Angebot gemacht habe, zuaunften der Deutschen Dolkspartei auf eines der drei Ministerien in Preußen zu verzichten, hat Reichsaußen- Minister Dr Stresemann die „B. Z. a. M." zu der Erklärung ermächtigt, daß ihm niemals ein solches Angebot des Zentrums unterbreitet worden ist Das Platt erklärt weiter, daß auch der Fraktionsführer der Dolkspartei im Reich, Dr Scholz, niemals eine solche Mitteilung erhallen und auch der Reichskanzler einen solchen Vorschlag nicht zu hören bekommen habe. AoUagenvordemReichskabineli Anpassung der Lebendviehzöile. — Agrar- wirischafiliche Zusammenjchlußiendcnzcn Berlin, 10. Febr. (Priv.-Tel.) 3n einer der kommenden Kabinettssitzungen, wahrscheinlich schon am Montagnachmittag. wird sich die Reichs- rcgicrung. wie wir von gut unterrichteter Selle hören, mit der Frage der Erhöhung der Zölle aus Lebendvieh beschä'tigen. Die 3nitia- tive geht von verschiedenen Seiten aus. Schon vor längerer Zeit hat Bayern einen entsprechenden Schritt unternommen, und dem Reichstag liegt ein Antrag des Zentrums vor, aber auch anbere Parteien, wie die Drnwkraten. sprechen sich für diese Zollerhöhung aus. Es handelt sich dab:i im wesentlichen um eine Anpassung der Zölle für Lebendvieh an die für Fleisch Wae dringend erforderlich ist, da dank dieser Dis'erenz statt Fleisch Lebendvieh in starkem Maße eingeführt wird und sich somit die Seuchengefahr beträchtlich erhöbt. Reparationen - unser Schicksal! Die amtliche deutsche Reparationspolitik hat lange Zell, auch für den Laien erkennbar, unter — sagen wir es offen — einer gewissen DI • rektionslosigkeit und auch unter Mangel an Initiative und Entschluhfreudip- seit gelitten Der Konsequenz und Zielklarhett, mit der die Gläubigermächte ihre Position alsbald nach der Genfer Sechsmächt.vercinbarung zu festigen uno auszubauen suchten, wurde von Reichs wegen nichts entgegengestellt. Rur so ist auch der starke Eindruck zu erklären, den der Optimismus Parker Gilberts bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Deutschlands im Ausland gemacht bat. Denn wir wissen daß es vor dem Weihnachtsbericht des Reparationsagenten zahlreiche und vor allem gewichtige Stimmen jenseit; der deutschen Grenzen gab. die zwar nicht den Leistungswillen Deutschlands. wohl aber fein Leistungsvermögen anzweifelten. Wie wir wissen, mit Recht anzweifelten, denn alles das, was bisher an Reparationen in die Taschen unserer Gegner geflossen ist, wurde ja nur aus geborgten Geldern bestritten, und der Reich.bank räsident hat die Gelegenheit seines Jahresberichts dazu benutzt, um aut die außerordentlich starke Zinsbelastung hinzuweisen, die uns aus dieser notwendigen Kreditaufnahme entstanden ist. Richt nur also, daß wir aus eigenen Mitteln Repara- tton-zohlungen in einem In Betracht kommenden Umfange nicht aufbringen konnten, — durch den Zwang, uns indirekt für Reparationszwecke Gelber von draußen zu borgen, ist Deutschland schon jetzt eine Zinslast von mindestens einer Milliarde Mart jährlich entstanden, die logischerweise den eigentlichen Reparationszahlungen htnZugerechnet werden müßte, so daß sich hiernach Die .normale" Reparationssumme auf 3*/e Milliarden Mark jährlich belaufen würde. 3n diesen Dingen hat Parker Gilbert vorbei g e I e b e n . al« er sich fo optimistisch über da« deutsche Zahlung-Vermögen auslieh. Es wäre wünschenswert und nützlich gewesen, wenn alsbald nach der Veröffentlichung des Berichts de« Reparationsagenten eine gründliche Kritik von autoritativer deutscher Seite erfolgt wäre. Die Reichsregierung hat das damals au- an sich begreiflich erscheinenden Gründen unterlassen, was zur Folge hatte, daß Deutschland von Beginn deS Jahres ab in noch sehr viel stärkerem Maße einem wahren Trommelfeuer reparationspolitischer Manöver des Ausland« auSgeletzt war. Wir erinnern nur an die jüngste Forderung Italiens, das dem Expertenbericht nur dann seine Zustimmung erteilen will, wenn e« eine Erhöhung der italientschen Repara- tionSquote durchsetzt. Daß demgegenüber Frankreich ebenso hartnäckig an den Prozenten sesthält, die ihm seinerzeit von den deutschen Zahlungen zugebilligt wurden, Ht nicht weiter verwunderlich^ Zu befürchten ist aber, daß entweder die Arbeit der Sachverständigen sehr erschwert wird und daß chre Unabhängigkeit darunter leiden mutz, oder aber, daß die Gläubigermächte sich aus Kosten Deutschlands untereinander verständigen und uns die ganzen Lasten ihres internen AnteUstreits aufbürden. Angesichts dieser Sachlage ist es nun doppelt erfreulich, dah die Reichsregierung sich im Augenblick da die deutschen Sachverständigen nach Paris abreisten, entschlossen hat. ihr Schweigen zu brechen. Zwar hat Dr. C u r t i u i ausdrücklich betont, dah alle Reparationspolitik von jetzt ab, da die Experten arbeiten sollen, zu schweigen habe. Das ist sicher richtig, und wir wollen die Ausführungen, die der Reichswirtschallsminister auf dem Gmpsangsabend der in Berlin vertretenen Miswärtigen Presse gemacht hat. auch keineswegs als Reparattonspolitik in dem Sinne werten, die sie auf selten der Gläubigermächte von Anfang an gehabt hat. Dr. Curtius hat sich damit begnügt, auf gewisse wirt- schaftlich e und soziale Tatsachen bin- zraveisen. die mit dem rosenroten Bild Parker Gilberts und anderer ausländischer Beobachter keineswegs überein st immen. Er hat aufaeeigt, daß das Kreditvo'umen in Deutschland durchaus keinen Gradmesser für wirtschaftliche Bist:« und Aufst.eg bildet, und er hat dargetan, dah di« Produktivität sich leider nicht in derselben Kurve entwickelt hat, wie die Kredll- aufnahm« Dr. Eurtius hat sorgfältig vermieden, aus diesen und anderen Mitteilungen irgendwie bestimmte Schlutzfolgerungen zu ziehen, sicherlich, um der Arbeit der Sachverständigen nicht vorzugreifen. Er hat sich selbst und das gesamte Reichskabinett nicht dem Odium aussetzen wollen, dah es jetzt in den gleichen grundsätzlichen Fehler verfällt, wie die Gläubrgernationen. Die Tatsachen aber, die er anführte, sind so sprechend, dah sie unseres Erachtens von den Experten nicht wohl übersehen werden können. Wir sind uns durchaus bewuht, daß wir aus politischen Gründen noch geraume Zeit erhebliche finanzielle Lasten zu tragen haben werden. Wir sind auch zur Aufbringung dieser Zahlungen bereit, solange ihre Höhe nicht an die Wurzeln von Deutschlands nalionalpolit'.scher triften, und an einen vernünftigen sozia en Standard rührt. Aus dieser Einstellung heraus dürfen wir verlangen Md erwarten, daß fre Sachverständigen ohne Doreingenommenheit und in voller Unabhängigkeit die wirtschaftlichen Tatsachen in Deutschland prüfen und daß nut sie Maßstäbe abgeben für bie Besserung der ... gültigen Reparationsziffern. Oie erste Fühlungnahme. Tie Crganifation der Sachverständiqenarbeit. Pari», 9. Febr. (IDB.) Die Dank von Frankreich gibt folgenden Bericht au»: Der Sachverflandigeuausschuß hat heule vormittag in der Bank von Frankreich unter dem Vorsitz de» Gouverneurs dieses Institutes, Moreau, feine erste offiziöse Sitzung abgehallen. 3m Verlauf dieser Zusammenkunft sind lediglich Maßnahmen praktischer Art bezüglich der Organisierung der späteren Sitzungen besprochen worden. Sie werden endgültig im verlaufe der ersten offiziellen Sitzung angenommen werden, die Montagnachmittag 2 Ahr im Hotel Astoria stallsindet. Vie Zusammenkunft war von vorbehaltsioser Herzlichkeit getragen, und von der ersten Fühlungnahme an schienen die Vertreter der sieben interessierten Mächte von dem gleichen Wunsch beseelt zu fein, Ihre Au gäbe i a einer Atmosphäre gegenseitigen vertrauens zum guten Ende zu führen. 3n erster Linie handelte es sich heute darum, den Vorsitzenden für die Arbeiten zu bestimmen. SämNiche Sachverständigen waren der Ansicht, dah ein amerikanischer Präsident die meisten Garantien für Unparteilichkeit und Kompetenz bieten würde, da die Vereinigten Staaten einetfeil» nur schwach an den Zahlungen Deutschlands interessiert sind und andererseits wegen der dominierenden Stellung de» amerikanischen Finanzmarkte» im Hinblick auf jedes Unternehmen zur Kommerzialisiernng der deutschen Schuld. Einstimmig ist deshalb chre Wahl aus Owen Young gefallen. Diese offiziöse Ernennung wird zu Beginn der ossiziellen Eröffnung»- fihung am Montagnachmittag ratifiziert. e Zur Herstellung der Verbindung der verschiedenen Delegierten untereinander wird ein Sekretariat geschaffen werden, dessen Leitung sehr wahrschein'ich dem Generalsekretär der Re- pgrationskommisfion Smith anvertraut wird. Die beiden Hauptdelegierten der vertretenen Länder werden zu entscheiden haben, in welchem Maße und in welcher Form die beiden stellvertretenden Delegierten an den Arbeiten des Ausschusses teilnehmen sollen. Zwei Dolmetscher, einer für die deutsche und einer für die englische Sprache, werden bestellt werden. Reben Vollsitzungen, die namentlich zu Beginn der Verhandlungen sehr selten sein dürften, saht man, so glaubt die Havasagentur zu wissen, hauptsächlich Zusammenkünfte der Delegierten zu privaten Besprechungen untereinander ins Auge. Aus diese Weise könnten die Ansichten, die am meisten zueinander im Widerspruch stünden, frei einander gegenüber- gestellt und die Einigung entschieden erleichtert werden. Die HavaSagentur glaubt schließlich Grund zu der Annahme zu haben, daß die Sachverständigen zwei Unterausschüsse einseyen würden, von denen der eine besonder- die Aufgabe habe, die Zahl und den Betrag der vorzusehenden R"parationSannuttctten. allo die Zahlungsfähigkeit Deutschland«, zu studieren, während der andere die Au.gaoe habe, die geeigneten Mittel zu suchen, um eventuell die Kommerzialisierung der deutschen Zahlungen zu gewährleisten. Die Zollerhöhung für den Doppelzentner lebendes Dich von bisher 16 Mark aus 22 bis 24 Mark dürfte wohl trotz der sozialdemokratischen Bedenken angenommen werden. Allerdings wird die Autzenseiterrolle des Zentra m s bei diesen Beratungen eine gewisse Rolle spielen. Auch die Frage, parallel zu der Zoll- erhohung für lebende Rinder eine dementsprechende Steigerung des Schweinezolls vorzunehmen, wird dabei von der Regierung geprüft werdet!. Wie wir hören, nehmen nach der Annäherung zwischen den Ralf ei,en-Genos.enschaften und dem Reichsverband der deutschen Genossenschaften di« Verhandlungen um den Genossenschafts" zusammenschluh in letzter Zeit einen erfreulichen Fortgang, obgleich noch schwierige personelle Fragen dabei vor allem eine Rolle spie- len. Auch die Tendenz zu einem Wirtschafts- polittschen Zusammenschluß in der Landwirtschaft scheint sich immer stärker geltend zu machen. Wie verlautet, haben in Köln und in Schleswia" Holstein in letzter Zeit zunächst noch unverbino- liche Vorbesprechungen über ein Zusammengehen zwischen Landbund «nd Bauernvereinen stattgefunden. Hessens Finanzlage. Minister Kirnberger an den Abgeordneten LenchtgenS. Frankfurt a.M., 9. Febr. Der hessische Landtagsabgeordnete Dr. Leuchtgens hatte vor ein gen Tagen einen Artikel über die Reichsreform veröffentlicht, m dem er auch eingehend zu der Finanzfrage Stellung nahm. Finanzminister Dr. Kirnberger antwortete nun dem Abgeordneten Dr. LeuchtgenS, da die Schluß sätze Dr. Leuchtgens' Ausführungen enthielten, die der Aufklärung bedürften. Der Minister schreibt. ES ist gesagt, „daß Hessen feit Beginn der Besatzung noch nicht einen Schritt getan hat. um sich selbst finanziell zu helfen". Das steht im Widerspruch mit den tatsächlichen Verhältnissen. Von 1924 ab sind 804 Planstellen, 379 Staatsdienstanwärler und 355 Angestellte, im ganzen also 1538 Arbeitskräfte abgebaut worden; etwa 4L Millionen Mark wurden nach dem damaligen Stand der Bekov- dungSzahlen dadurch erspart. Auch die sachlichen Ausgaben wurden m geradezu brutaler Weise niedrig gehalten. An den Krediten des Jahres 1926 wurde ganz generell ein ze hn - Prozentiger Abzug vorgenommen; Die damals entstandenen Zahlen btlbm bn der Mehrzahl der Voranschlagspositionen heute noch die Rorm. Die Tagegelder wurden auf eine kaum noch zu vertretende Höhe herabgesetzt. Auch die Ausführungen, wonach Hessen seit Ende der Inflation mit einem durchschnittlichen jährlichen Fehlbetrag von 5 biS 6 Millionen wirtschafte, der sich im Rechnungsjahr 1929 auf 12 bis 15 Millionen Mark erhöhen Dürfte, ent* sprechen nicht den Tatsachen. Das Rechmrrngs- ergebnis von 1924 brachte einen Aeberschuh von 6 643 498 ML. Unter Heranziehung von Mitteln aus den Lleberschüssen der laufenden Verwaltung früherer Iah« konnten die Ausgaben des Rechnungsjahres 1925 vollständig, diejenigen des Rechnungsjahres 1926 bis auf 7,4 Millionen Mark gedeckt werden. 3m 3a£re 1927 wird, trotz der inzwischen eingetretenen Besoldungserhöhungen, nur ein Fehlbetrag von 5.3 Millionen Mark t>erbleiben. Auch da« Rechnungsjahr 1928 wird stch — so weit bis jetzt übersehen werden larai — vom Verlaufe des 3ahres 1927 nicht wesentlich unterscheiden, so daß die berechtigte Hoffnung besteht, daß auch das vor uns liegende Rechnungsjahr 1929 bei weitem nicht den von Herrn Dr. Leuchtgens angegebenen Fehlbetrag erreichen wird. Oer Versöhnungsatt in Rom. Die Unterzeichnung der italienisch-vatikanischen Verträge. Rom, 10. Febr. Widerstand geleistet. Durch eine Unebenbrit der Schneedecke erhielt das Fahrzeug jedoch nach der dritten Zündung eine kleine Abbiegung von der Geraden und fuhr in einem Bogen von etwa 500 Meter Radius in der Richtung auf die am rechten User versammelten 2000 bis 3000 Zuschauer, von denen einige sich zu weit über die Absperrungslinie vorgewagt hatten. Glücklicherweise wurde jedoch niemand von dem Fahrzeug getroffen, das beim Auslaufen mit beträchtlicher ■ Geschwindigkeit gegen einen Landungs- : ste g prallte, wobei die vordere Spitze des ; Schlittenrumpfes eingedrückt wurde, während bei i Haupttöcper mit dem Raketenaggregat sowie die > Kufen unbeschädigt blieben. Auf den Start eines mit drei Raketen ausgerüsteten Flugzeugmodells von fünf Meter Länge wurde dann j infolge der unzureichenden Absperrnngsmöglich- j feit verzichtet. Dos Urteil im „Immertreu -Prozeß. 3m ^3mmertreu"-Prozetz verkündete unter oll- । gemeiner Spannung nach breiftünbiger Beratung | Amisgerichtsral Spötter folgendes Urteil des Schöffengerichtes: Unter Auferlegung der sie be<= I ressenden Kosten des Verfahrens werden verurteilt: Der Angeklagte Leib wegen einfachen Landfriedensbruches in Tateinheit mit Rauf« bandel z u zehn Monaten Gefängnis der Angeklagte Latz wegen einfachen Land- >riedensbruch.s zu fünj Monaten Gefängnis. Beiden Angellagten wird je ein Monat der Untersuchungshaft angerechnet. Die übrigen Angellagten werden auf Kosten der SiaatSfahc freigesprochen. Schweres Schlittenunglück — Drei lote. Ruf der flun vereisten und abichübigen Strahe Rüthen- Altrüth en (Krci) Lippstadt» ereignete sich am Sonnlagnachmittag ein schweres Schlittenunglüä. dem drei Menschenleben zum ^Pfcr fielen. !iin mit fünf Personen besetzter . edefchiitlcn taufte infolge Reihens einer Jug- lettc gegen einen Bau m. Während es einem ns assen gelungen war. rechtzeitig aozusprinaen. würben die wer anderen Personen aus die et ratze geschleudert. Der Obcrlandjäger Grabbe und oev Kovlenhandler Eling waren 'oiort toi. während der Schlittenbesitzer, der Landwirt Joseph Petermann. nach feiner Einlieferung ins Krankenhaus seinen Berte tz u n g e ii erlag. Der Oberlandjager Treirtz erlitt ichwere Kopfverletzungen. DaS durch den Unfall scheu gewordene Pferd war mit dem Schlitten in eine Schafherde gerannt, wobei mehrere Schafe getötet wurden. Geständnis des Ratjener Mörders Der verhaftete- Dienfttned)t Walter M-ersch, der den Gerneindeoorstehcr Witfchas und dessen Familie fn Ratzen ermordet hatte, hat auf dem Transport von Cicbau nach Hirscyberd dem ihn überwachenden Kriminalkommissar gestanden, daß er allein bie Morde begangen habe Die Günther von Hünefelds letzte Fahrt. Oie Trauerfeier im Berliner Oom. — Oie Beisetzung -es Ozeanfliegers. Berkin, 9. Febr. (WTB.) Heute nachmittag 2 Uhr fand im D o m die Trauerfeier für Günther Freiherrn o. Hünefeld stall. Draußen stahlblauer Himmel, herrlicher Sonnenschein^ im mächtigen Dom eine riesige andächtige Menschenmenge, vor dem Altar eine Fülle von Kränzen und Schleifen, zu beiden Seiten des Sarges die Ehrenwache, an der Spitze Hauptmann Kohl und Major F i tz m a u r i c e. Nach dem Einzug der Fahnen und dem Gesang der Gemeinde hiell Domprediger Döring die Trauerrede, in der er den verstorbenen Helden als einen tiefgläubigen Menschen feierte. Nach dem Gemeindegesang: „Wohl dir du Kind der Treue" verlas Domprediger Döring Hüne- felds Gedicht „Pilgers Gebet". Unter den Orgcl- flänacn „Ich hott' einen Kameraden' senkten sich die Fahnen zum letzten Male über dem Sarg. Nach dem Auszug der Fahnen wurde der Sorg yinaus- getragen, während am H mmel zahllose Flieger dem Verstorbenen die letzten Grüße brachten. 9m Auftrage des Reichspräsidenten legte Oberleutnant von der Schulenburg oom Bureau des Reichspräsidenten einen Kranz am Sarge nieder. Nach der Trauerfeier im Dom bewegte sich der Leichenzug zum Steglitzer Friedhof Trotz der grimmigen Kalte waren die Straßen von einer überaus zahlreichen Menschenmenge gefüllt: ein großes Schupoausgebot sorgte für Aufrechterhaltung der Ordnung Unaufhörlich strömten neue Men- schenmassen heran, um Abschied von dem Verstorbenen zu nehmen Auf dem Friedhof in Sieglitz wurde dann unter Trauerklängen der Sarg m die Gruft gesenkt. Währenddessen kreisten Flieger zum letzten Gruße über dem Friedhof. Die Trauerrede hielt Pfarrer Ricger-Südende. Nach ihm nahm Geheimrat Stimming vom Norddeutschen Lloyd im Namen des Norddeutschen Lloyd, des Ringes Deutscher Flieger und der Deutschen Luftfahrtocr- bände, das Wort zu folgendem Nachruf „Ehrenfried Günther Freiherr von Hüneseld, furchtlos, fromm, rastlos und treu warst du, ein Ganzer stets. Wie du kein Hin- dernis kanntest, wenn es gatt, ein gestecktes Ziel zu erreichen, kanntest du keine Rücksicht, wenn du die Klinge kreuztest im Kampfe für deine Ideale. An der Bahre des früh Vollendeten senken auch die Gegner im Kampfe ritterlich die Klinge. Wir aber, die wir deine Freunde waren, sagen dir Dank für das teure Vermächtnis, das du uns in dem Kristall deines ftttlichen Wesens hinterließest. Dein Dor» bild wird anfeuernd wirken auf jugendliche Men- schen, wird sie stärken in dem schweren Kampf in des Vaterlandes Not, der nicht gewonnen werden kann ohne ideale 6 i-n ft e H u n g unseres Heranwachsenden Geschlechtes. Dein Vorbild wird die Degeisterungsfreudigkeit der Söhne tapferer Männer weiter entflammen im Ikarus-Kampfe um die Beherrschung der Lust. Es grüßt dich durch meinen Mund der Ring Deutscher Flieger, es grüßen dich in einheitlicher Kundgebung Deutsch. landsLustverbande. DerRorddeutsche Lloyd ist stolz darauf, daß du ihm angehörtcst, daß er seine weltweiten Verbindungen und Hilfsmittel in den Dienst deiner Unternehmung stellen konnte. Als sein Angehöriger warst du ein treuer Mitarbeiter so manegen ein opferwilliger Freund. Mir warst du innerlich verbunden in einer Hingebung, die ich als germanische Mannentreue bezeichnen möchte. Warst du ein Mensch, uns allen warst du mehr. Ehrenfried Günther von Hünefell»! Du warst der unjere, du warst uns verbunden, wie du dich dem genialen Schöpfer der von dir eingesetzten Flugzeuge, wie du dich Professor Junkers verbunden fühltest, der dir mit mir deine Treue dankt. Und wie wir deine ste-' liche Hülle mit der Flagge, die seit mehr als siebzig Jahren in Ehren auf dem Weltmeere weht, decken, so wird deinem Andenken ein Ehrenplatz in der Geschickte des Norddeutschen Lloyd sicher sein. Ruhe in Frieden, treuer Freund.' — Mit einem Ehrensalut über das Grab des Fliegerhelden endete die eindrucksvolle Trauerfeier. Hünefelds letztes Gedicht. „Der Tag" bringt das Gedicht Hüre'elds, daS er am Tage vor seinem Tode im West- sanatorium verfaßt hat. GS lautet: Bevor das Schweifen, das ich oft gekannt. Zum letztenmal die Kehle mir umspannt, Steigt einmal noch au» meiner Seele tief Das Bild empor, daS mich in» Leben rief. Du Erde, die mich mütterlich gebar. Die Ziel und Ken meines Kämpfens war. Dir gilt mein Gruß, wenn Gottes Dort befiehlt. Daß jäh das Band, das mich am Dasein hielt. Zerrissen flattert und die Rächt fällt ein. Mein deutsches Land, noch sterbend denk' ich dein! Den Mantel, der dich königlich umfließt. Erspäh ich noch, eh' sich mein Auge schließt. Ich seh die Krone, die drin Haupt geschmückt. Und f$au das Schwert, das du im Kampf gezückt. Der Duft, der deinem Boden herb' entsteigt, Umftromt mein Herz, da sich der Abend neigt Und mein Debet geht stumm durch Raum und Zeit: .Schirm' gnädig. Herr, des Reiches Herrlichkeit!" Doch weicht der Sch eier, der sich vor mir senkt, Wei! mir ein neuer Morgen ward geschenkt. Beug' ich daS Haupt in feinem Strahlenschein Und will wie einst dein treuer Knappe fein." Oie neue Kältewelle. Bis 32 Grad in der Reichshauptstadt. Schwere Frostschäden in Ostdeutschland. Berlin, 11. Febr. (TU., Die Meldungen aus großen Teilen Deutschlands lassen erkennen, daß sich die neue Kältewelle, die am Samstag aus Rordrußland hereinbrach, noch weit stärker au/wirkt, als die vorhergegangenen. 3n vielen Orten des östlichen Grenzgebietes mußten die Schulen bereits am Samstag geschlossen werden, da die Heizung einfach nicht mehr ausreicht. die Räume durchzuwärmen. Das Vieh erfriert in den Stallen, das Wild kommt in den tief verschneiten Wäldern durch Frost und Hunger um. Auch aus Ostpreußen werden Temperaturen bis zu 34 Grad unter Rull gemeldet Im Eisenbahn- und Fernsprechverkehr verursachte die strenge Kälte erhebliche Störungen. Besonders die Züge aus dem Norden und Süden hatten Verspätungen aufzuweisen. Der D r a h t v e r - kehr Paris — Berlin mußte umgeleitet werden. Auch auf den Linien nach Südost-Europa waren Umleitungen nötig, da viele Drähte infolge des Frostes zerrißen. In der Berliner Innenstadt wurden am Sonntagabend um 11 Uhr 28 Grad unter Null gemessen: in den Airßendezir- ken sogar bis minus 32 Grad Eelsius. Die .barbarische" Äältc macht sich im Leben der Großstadt stark bemerkbar. Die Straßen sind verhältnismäßig leer, die Fußgänger versuchen durch Dauerlauf und Armschlagen dem Frost Trotz zu bieten. Besonders ungemütlich ist es in den Berliner Verkehrsmitteln, Der Straßenbahn und Autobus. Die Heizkörper reichen nicht aus, um den Aufenthalt in den Wogen auch nur einigermaßen angenehm zu machen. Sibirische Kölle in Schlesien. Seit 1791 die kälteste Nacht in BreSlau. Breslau, 11. Febr (TU.) Nachdem Schlesien vorübergehend am Freitag in den Bereich wärmerer Luft gelangt war, trat am Samstag ein erneuter Temperatursturz ein. In Breslau wurden in der. frühen Morgenstunden des Sonntags 31 Grad Kälte gemessen, eine Kälte, die seit 17 91, dem Beginn der amtlichen Meldungen, nicht mehr beobachtet wurde. Die gewöhnlich, n Quecksilberthermometer reichen zur Messung solcher niedrigen Temperaturen nickt mehr aus. Der Aufenthalt im Freien ist fast zur Unmöglichkeit geworden. eelbft zahlreiche Eisbahnen haben ihren Betrieb geschlossen, da sich infolge der barbarischen Kölle fein E i slä u f e r mehr einfindet. Das Observatorium Breslau-Krietern tagt für die nächsten Tage nach seiner Beobachtung noch eine Zunahme der Kälte voraus. An verschiedenen Orten der Provinz Oberschlesien wurden am Sonn tagmorgen bis35 Grad unter Null gern-ff en. Der Zugverkehr erlitt in Ostoberschlesien der-' artige Verspätungen, daß non einem fahrplanmäßigen Verkehr keine Rede mehr sein Eon nie, trotzdem die polnische Eisenbahndirektton in Katto> toqj schon in den letzten Tagen von Kattowitz abgehende Zuge eingestellt hatte. Aus allen Teilen der Wojewodschaft Schlesien werden erneut zahlreiche Todesfälle infolge Erfrierung gemeldet. Im Kreise Lublinitz sind Drei Kinder erfroren, die twn ihren Eltern in der ungeheizten Wohnung zu- rüi-fplanen worden waren. Starke Stauungen des Rhein- und Moseleises. Köln, 11. Febr. (Tel.) Während aus dem Osten des Reiches bis zu 35 Grad Kälte gemeldet werden, wurden in Köln am Sonntag nur 10 Grad unter Rull gsrnes'en. Da aber ein eisiger Wind durch d'.e Straßen fegte, sah man an dem ersten der drei KarnevalStage, an denen das Maskentreiben auf den S.raßen Kölns sreigc/eben ist, nur wenige Masken. Das Treibeis des RheinS steht seit Sonntag» vormittag oberhalb der Lorelei vollkommen. Aus einer St ecke von vier Ki.om tern bildet der Rhein in seiner ganzen Breite ein zusammenhängendes Eisfeld, was seit Jahr- zehnten nicht mehr vorgekommen ist. Besonders groß sind die Stauungen des Mosel eises in der Gegend von Vinnins.en. Die Schollen, die in erheblicher Störte die Mosel abwärts trieben, tünnten sich an der Staustelle bis zu einer Hohe von vier Meiern auf und bilden eine große Eiswüste. Ein Fährschiff vor Gjedser vom Eise eingeschloffen. Kopenhagen. 10. Febr. (WB.) Die anhaltende Kälte bringt große Schwierigkeit für die Schiffahrt und den Fährbetrieb mit sich. Sämtliche verfügbaren brecher find feit einiger Zeit in Tätigkeit, um eingefrorene Handelsschiffe zu befreien. 3m Großen Bell und auf der Strecke Gjedser — Warnemünde laßt sich der Fährbetrieb nur mit großen Schwierigkeiten und Verspätungen durchführen. Eine ganze Reihe von Fahrten mußte ausfallen. Die deutsche Fähre ..M eck- I e n 6 u t g“, die heute mittag 1 älhr Warnemünde verließ, licht mit 60 Reisenden an Bord vor Gjedser im Eise fest. Die dänische Fähre „D a n m a r f" ist zur Hilfeleistung aus Warnemünde ausgelaufen. Man nimmt an, daß die ..Danmark" die ..Mecklenburg ' gegen Mitternacht erreichen wird. Bis 44 Grad Kälte in Rußland. Kowno , 11. Febr. (T. äl.) Infolge der großen Kalte find in Moskau und in Leningrad sämtliche Schulen und die Universitäten geschlossen worden. Am Sonntag wurden in Moskau 140 Personen mit Frostver- lehungen in die Krankenhäuser eingeliefert. Besonders schwierig ist die Lage der auslan - difchen Schiffe geworden, die in der Rähe von Leningrad liegen und wegen des EifeS nicht in den Hafen einlaufen können. Die Marine in Kronstadt und in Leningrad hat den Auftrag erhalten. die Rettungsmaßnahmen der Eisbrecher im Finnischen Meerbusen zu unterstützen. Aus verschiedenen Xeilen Rußlands werden 4 4 Grad Kälte gemeldet Hungersnot und Wolfsplage in Griechenland. 3n den griechischen Grenzgebieten sind irach Meldungen a'ifi Athen zahlreiche Dörfer von der Hungersnot bedroht, da sie miß ge dec riesigen Schneemaslen von der Außenwelt abgrschnitten sind. Ein Rudel von hundert Wölfen überfiel nach Deichten aus Janina den Ort G o r y tz e und tötete 16 Kinder, vier Soldaten und zwei Polizisten. Die Zahl der an Erschöpfung Gestorbenen ist groß. weiteren Vernehmungen des Mörders, der ein ve» stocktes Wesen zeigt, kaffen die Annahme berechtigt erscheinen, daß Miersch die Bluttat in einem Ausbruch von Jähzorn verübt hat Er gibt an, seit etwa Jahresfrist von seinen Pslegsellern schlecht behandelt worden zu sein Sie hätten bauernd seine Arbeit bemängelt und ihn gezwungen, bei ihnen zu bleiben, obwohl er sich bereits ander- weitia Arbell suchen wollte. Dies habe in ihm den Entschluß zur Ausübung der Tal reifen lassen, um sich seiner Pflegeeltern zu entledigen. Miersch hat bereits in feiner frühesten Jugend eine besondere Vorliebe für Schußwaffen gezeigt, woraus auch die Benutzung der Jagdslintc bei Derübui g der Tat zurück,zuführen fein dürfte. Ein Lust, oder Raubmord schallet nach Sage der Dinge vollständig aus. Es handelt sich einzig und allein um einen Racheakt. Faschingssahrl >n den Tod. Am Sonntagabend fuhr beim Hagelkreuz in Langenfeld be. Opladen ein .uto, in dem sich zehn Personen auf einer Faschingsfahrt- befanden, gegen einen Baum und wurde vollständig zertrümmert. Zwei Personen kamen ums Leben, fünf wurden schwer verletzt. Eine Aulodroschke stürzt in die Pleiße. 3n der Rächt zum Sonntag überfuhr in Leip- zi g eine Droschke das Geländer der Tauchnitz- Brücke, so dah der Wagen in die Pleiße stürzte. Die Insassen, vier Fahrgäste und der Wagenführer, konnten sich dadurch retlen, daß sie die Scheiben deS Wagens durchschlugen und sich her- auszwänaten. Der Wagen sank nur langsam, weil infolge des starlen Frostes die Pleiße ft a r t vereist ist. Der Wagen war beim Ausweichen vor einem anderen auf der glatten Straße ins Schleudern geraten. Die Heifecben des elngeschueileo Symplon-Expretz. Tie Reisenden des Symplon-Erpreß. der in Ofttrazien über eine Woche eingeschneit war, tra'en auf einem Tamp.er aus Rodosto In Konstantinopel ein. Sie waren nach Rodo'to in Automobilen befördert worden. Untn ihnen befand sich auch der britifche Obrrkommisfar für das Irak Sir Gilbert C l a h t o n. Seehunde in Heringsdorf. A S an der Hettngsdor,er Srcbrücke Arbeiter damit beschäftigr waren, das Eis von einem der Wellenbrecher zu lösen, tauchten plötzlich in unmittelbarer Rähe fct.f amc Köpfe aus dem Wasser auf, die zwar g elch daraus verschwanden, aber nach kurzer Zeit fast an drrselben Stelle wirdee auftauchlen. Bei neuer.ichem Hinsehen r:kannien die erstaunten Arbeiter, daß es sich um Seehunde handelte, die bis an die pommersche Küste vorgedrungen traten. Auch unweit Ahlbeck wurden später einige mittelgroße Seehunde bemerkt, die auch aus daS Eis kamen, dano aber wieder in die Fluten tauchten. Eine Kundgebung der jüdischen Fronlsoldoken. Der Reichst und jüdischer Frontsoldaten beging in Berlin die Feier feines lOjährr.zen Bestehens durch einen Festakt, verbunden mit einer Kundgebung im ehemaligen Herrenhause, an dem auch Vertreter deS Reichswehrministeriums, des LhefS ber Rlarineleitung, der Wehrmachtabteilung, ferner der Kommandant von Berlin, Generalmajor Frhr. v. Schleinitz und Vizepolizeipräsident Dr. Weiß teil nahmen. Dec Gründer und Vorsitzende des Reichsbundes jüd-ischer Frontsoldaten, Dr. Lev Löwenstein, wieS in feiner Festansprache darauf hin, daß 80 000 jüdische Soldaten an der Front gestanden hätten, von denen 12 030 auf dem Felde der Ehre geblieben feien, für die demnächst ein Gedenkouch heraus- gebracht werde. Der Reichsbund werde wie in oen vergangenen zehn Jahren auch in Zukunft feine Dienste dem deutschen Staat, dem deutschen Vaterland und dem deutschen Volk widmen. Als Vertreter des Bayerischen Landesverbandes sprach Landenberaer-Rurnberg, drc besonder- einen Mebetfclid darüber gab, was der ReichS- bunb aus dem Gebiete der körperlichen Ertüchtigung und der Landwirtschaft und Siedlung geleistet habe. Oie Wett-»r1aae. -M 41\ Sonntdd. dlO Feb 1929.8"mg5. o 14. nem oetfettt • womio • oe«c«t • w SthRte Älfeootm e nttxi X 6-vr/r (g)wmd$titie •uchtf» en £ Msw wdiudwen q muhiwnt> tordwt* dir fliegen mn dem wmat 0* oeem Stationen stenenaen Za» K<, geoen d* lemK'ator an Oie cm,en -eremden Ort« atf wckmM Krerewftee umoereenneten LeHdrece Wettervoraussage Wettervorhersage für Dienstag Weiterhin sehr strenger Frost mit Tiefsttemperaturen unter - 20 Grad CelsiuL, hellenweise veb- llg. fonft meist heiter, trocken. Witterungsaussichten für Mittwoch: Etwas Abschwächung der Kälte, sonst toento Aenderung des 1 itterungLcharaklerS. Lufttemperaturen am 10. Februar: mitaas —3,1 Grad Celsius, abends —14,7 Grad Celsius: am 11. Februar: morgens —21/7 Grad Eelsius. Maximum — 3 Grad Celsius, Minimum — 22,2 Grav Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 10. Februar abends —4,2 Grad Celsius: oin 11. Februar: morgens =r-5,6 Grad Celsius. — Som nenscheindauer 5X Stunden Aus der Provtnzialhauptstodt. Dietzen, den 11. Februar 1929. Weiße Woche, Aach der Buntheit der Iiwentur-AuSverkäufe herrscht die „tot t b« W oche'. jahraus, jahvetn. Aber eine s o weihe Woche wie die diesjährige hoben wir seil langem nicht mehr gehabt Es wirkt beinahe aufreizende von iyrec schnseigen Weihe zu sprechen, denn wir sind mit Schale und Weih gerade überhäuft worden, buchstäblich auf Schritt und Tritt. Winierläfte ist gut und schön. Aber: was zu viel, ist Aa viel. 11 nb augerrblicklich ist es zu viel. Doch werden Sie bitte nicht ungeduldig. Ich will nicht weiter über das Wetter reden. Es gilt alS UnterhalkungSstoff seit je als Ar- mutszeugnis. lind daS wollen wir und doch nicht ausstelten. Um so mehr, als unser beabsichtigtes Thema höchst aktuell und interessant ist Also die weihe Woche. Die Männerwelt stchi ihr. wie so vielen Erscheinungen des Frauen- lebens, in beklagenswertem Unverstand gegenüber. D. h schliehlich in diesem Punkte schadet dos nicht so viel (tote sonst), und anderseits, in einigen Punkten fehlt es ihr bei d.esem überaus zart seinkönnenden Thema auch durchaus nicht an 'Dcrst'indnis Aber drs h^in-ft bann sehr eng mit der T:ä eftn au' miren D n es gi t To «n- wälche heutzutage! Ein Duft! Ein Traum! Es ist kaum noch Wäsche. Wenigstens nicht nach dem allen Begriff: ,Und drinnen wallet die züchtige Hausfrau... und sammelt im reinlich geglätteten Schrein, die schneeichte Wolle. daS schimmernde Lein". Ratürlich gibt eS auch noch züchtige HauS- fraucn. die schneeiges Leinen sammeln. Aber es ist für die meisten unerschwinglich geworben. Und man ist vielfach zur billigeren Baumwolle übergegangen. Ihren Schimmer erhall dieS nötigenfalls durch daS Mc-zerisierungsverfahren, oder ven tunstseidenen „Einschlag" im vollsten Sinne deS Wortes Besonders erschwinglich zu erwerben in der weihen Woche. Sie ermöglicht vieles. Sie deckt nicht nur den täglichen oder festlichen Tisch durch ihre Sonderangebote, sie bietet einfachste biS kostbarste Gar- dmen und Stores an. Sie kleidet die Braut in ihr weihschimmerntes Festgewand und hüllt sie in zarte Schleier. Sie gestattet Auffrischung der Bestände zehnmal geflickter Kinderwäsche, hat für Baby die herzigsten Zwergsächelchen, für „Ihn" GebrauchStoschentück-er, Kragen und Oberhemden (die trotz der „weihen" Woche farbig gemustert sein können), hat kinoelegante Schürzchen und Häubchen für moderne „Hausangestellte", ja. sie ist vielseitig, unceahnt vtelscitigl Beben neuzeitlichsten Pyjamas hat sie noch immer stille Reserven für die wirklich alten Damen (eS gibt von früher immer noch einige, denen die warme Aochtjacke Symbol einer vergangenen Zeit und überkommener Ueberlief rung ist, die pyjama- feindlich und kunstseideablehnend in die Gegenwart wesensfremd hinetnragt. Kunstseide! Auch sie wirft ihren Schimmer in kne Fülle der weihen Woche. Diese entzückenden Gebilde, weich, handbreit-spitzenverziert. Unter- (leider, Hemdhosen, Schlüpser — und die ärmellosen Aachthemden! Je nach Temperament usw friert man bei ihrem blohen Anblick, oder er- toftrmt sich dafür. Z. B. die jungt Dame, Me aÄ glückliche Braut in weis« Dorsorge für den „reinllch geglätteten Schrein" einkaufen wollte, und schliehlich mit zwei Paar kunstse'dencn, spitzengesäumten „fabelhaften" Kombinationen nach Hause kam, und nur alS reuige Konzession 50 Villingen. den 8. Februar 19®. 1272D Hari Loh Philipp Wpengler, Ziromennatr.. and Familie. H. A. Möglich. Zimmermstr Anna Lnh geb. Möglich Erich Möglich Lützellinden, den 11. Februar Gießen, Neustrelitz, den 8 Februar 1929. _________________________________________________________________1199D e.aben Me ollene rüBe! Böhmens# ? Junten 7 Bteebei 7 Brennen? Dann rc brau eben £te dre taufenöt.id) betudbrie ünteersalheJin be „ Genterin’* Ärrkuna überraschend. Br. l-TOu.2,7;\>t Devot in Meßen: tn allen 51 em beten Hnaftaloflerlaio: Bm,slape«helle GloBsn. Die Beerdigung findet Dienstaiz, den 12. Februar, nöchmitt&ffe 250 Uhr, vom Sterbehause aus statt. im 74 Lebtnsiahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen - Heinrich Henkelmann u. Fran Lina geb. Kall Familie Adolf Rau Familie Karl Schwaderiapp Familie Walter Grob Helene Henkelmann Wwe. Lollar, Orenzhausen, Hillscheid, den 11. Februar 1929 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 13. Februar, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause in Lotlar, Bahnhofstraße 4. aus statt Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen saßen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichen Dank, insbesondere dem Herrn Pfarrer tür seine trostreichen Worte. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Henriette Bingel und Kinder. Grüningen, den 9. Februar 1929, Todes Anzeige, Am Samstag nachmittag entschlief sanft nach langem, mit großer Geduld getragenem Leiden meine liebe Frau, unsere hersensgn Mutter, Schwiegermutter, Tochter und Schwester Frau Luise Möglich geb. Spengler im Alter von 42 Jahren. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Statt Karten Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres Heben Entschlafenen sagen wir aut diesem Wege unseren herzlichsten Dank Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Gericb tür seine ru Herzen gebenden Worte, Schwestei Ottilie für ihre aufopfernde pflege, dem Gesangverein Germania für seinen erhebenden Gesang dem Herrn Lehrer Dells für sein Orgelspiel und dem Kriegerverein tür seine Begleitung. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Fran Itilane Karniner fiel). Möller. Bellersheim. Gießen, den 9. Februar 1929. Danksagung. Für die uns beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen bewiesene wohl- tuendeTeilnahme danken wir von Herzen Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Blumenspenden bei detn Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen FraaLoniseWsfinerfieh. Weber sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Wagner. Großen-Linden, den 9. Februar 1929. Statt Karten. Herzlichsten Dank sagen wir hiermit für die fejlnabme. di.- uns ans Anlaß des tragischen Ablebens unseres teuren Entschlafenen Hermann Stoll 'n überaus srrolier Weise bewiesen wurde. 1ns- besondei e danken wir für die zahlreichen Kranzspenden. sowie die vielen ehrenden Nachrufe &i 1 > Trabe. Nicht minder herrhe । danken wir auch den Einwohnern von Nomienrntb, die uns beim Ung ück die erste Hilfe leisteten. Im Namen der Hintarhl’ebenen: Therese h-tolL Statt besonderer Anzeige. Samstagabend gegen 930 Uhr entschlief sanft und unerwartet meine liebe Mutter, unsere liebe Schwiegermutter, Orobmutter, Urgroßmutter, Schwester. Schwägerin und Tante Frao Margarethe Henkelmann Wwe. geb. 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Älaffe prima Furnierhote Zusammenkunft am Meisenzipfen. 12780 Düdelsheim (Dberh.), 31.3anuar 1929. Hessische Bürgermeisterei Düdelsheim « l b r e ch t. Am Fastnacht-Dienstag, ab 8 Uhr: Großer Cafe Krämer 00 I275D 1277 D ES labet em jetzt RM. (vis 12.00) I29OA MW- Eintritt pro Person Mark 1.— Cafe Ernst Ludwig EDDY POLO Zum Löwen, Neuenweg 28 Am Faschingsdienstag ,293V Erstklassiges Stimmungskonzert Blaer Besucht die Eendels- schale Kanzelmann , ®dtr. Angebote unt. 0422 a. b. mich. Anr Sämtliche Stücke sind übersichtlich auf Tischen Im ersten Stock zum Aussuchen ausgelegt! 100 Schürzen für Damen und Kinder, aus r utem, bunten Kretonne oder aus S.amosen, RM. Faschingsrummel Neue Maskenkostüme zu verleihen. "** Frieda (Simon, ötanffuit. S>u. Iß 1. Große Gießener Karneval-GeseHsGhait mit — Kapital, kann in ober- hess.Basalibetrtebzu aünst.Bed emireten. -Lchrlstl. Auaeb. unt. 0S67 a. d. titCB. Ln». Auskunft u. Prospekte ko.'tem.d. d. Fchulleitg. Gießen, Goethesir. ö2 Privatkursus. 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Morgen Fastnacht-Dienstag 4 Uhr nachmittags: Karnevalistischer Tanztee 8 Uhr abends: Faschings-Rummel Tanz! in sämtlichen Räumen Sektbude! I028D (iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiy Wllches Droves MM das schon in bess. Hauke gestellt. möglichst bald nchid) . Moa 3 jnöeiihoi Neuen Bane 27 ,a,D (lllllllllllliillllllllllllillllllli ürofeFasliiadilsMen te» |Stellenresuche| Handelsschulen 1 Gießen-Herborn Der vom Gemeinderat durchberotenc Voranschlag für 1929 Rj. liegt vom 12. b. 211. ab eine Woche auf den, Amts r.mmcr des Bürgern-., isters zur Einsicht iffen. 12WU Es wird eine Umlage erhoben, zu der nuch die Ausmärker beizutragen haben. Elnw.ndungen können während dieser Beit schr.stlich oder zu Protokoll vorgc- bracht werden. Stangenrod, den 9. Februar 1929. ?iiraermeisterei Stangenrods Knauß Cafe Amend W Am Fastnacht- Dienstag, nachm. 3' Uhr, veranstalte ich ein wH k Kinder-Kostümfest 1 A mit TanzvorfOhrungen der kleinen Gisela W Abends großer 1 M Faschings-Rummel mit Tanz. J3& Weinzwang. iuwtl» ÜMk eieltro- GkllMWtzÜli Neiseavvarm. mit modernen Blatten, geg. Mnfie zu verk. -»7 ^ndwigstr.»4 t. [Verschiedenes! j——iwnan । in DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühf'ecbe Drucker« Wir suchen per sofort einen tüchtig, flotten ^.Verkäufer 06---{X nAVAJ int Alter von 20-21 Jahren der iente Ju)e OOltr VebtÄCit nnndeitenS in einem Gemtscht- auet allererste,sticht, Warengeschäft bestanden hot und die ytüoe, 1» Mon. al,1 Branchen Mcbentmutel, Porzellan uno aotdgestromt. vreiS-1 Stetngutwaren. SHeineifeiv, ^lech- und wert 'n verkamen. Ematüwaren vouyanoiQ beherrscht. Umstände halber ai'berit preiswert abzuaeben. 12760 ■etc nstraste 7S. LIN noch nut erhall., mit neues, niber vlattter.es 2fvannig. ChaisäQ-Cescbirr IKummetgelchirri zu verkaoleii. Wo sagt d GeschätiS- sleile d. 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Februar 1929, nachmittags 2 Uhr. versteigere ich im LSwen, Deuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: vier Mähmaschinen, drei Ausziehtische. 12 Stühle, eine Flurgarderobe, einen Sprechapparat mit 8 Platten, zwei Kassenlchränke. drei BüfettS. drei Kre- denzen. ein Klavier, einen Kleiderschrank, ein Schränkchen, eine Standuhr, einen Teppich, eine Friseur-Ladeneinrichtung, ein Fahrrad, ein Sofa, eine Lede, walze, einen Spiegelschrank, eine Teigteil- maschine, zwei Nähmaschinen (Unterteile). ein Harmonium, eine Schreibmaschine, einen Regulator, ein Tischchen, einen Sessel, ein l)-Rad. [1266D AdMidf Gerichtsvollzieher in Gießen y v Wvl Dammstraße 241, Telephon 239. OostseUev Heute abend 8.11 llbt tu sämtlichen Räumen Groll. Faocliiiigslreita ES ivieleu 'i LiavcVeui Bockbier im Anstich! 1285D ES lobet ireimdlichst ein der Wirt. Fastnacht-oienstag Großer Rummel oeteöen mit (omnzniiliiBö. 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Volk und Vaterland em mÄch- tiaes Echo in allen Herzen erwecken wird. Dieser rilin iei ein starkes dramatisches Schauspiel in ^«ewaltiuen A ten. Hauptdarsteller: tirete Keinwald. Anffe’o Ferrari. Carl de Vogt, Maria Mintzenty, Egon Hagen, Ed.v.Winiersteln. ferner: Immer der Letzte Lustspiel in 2 Akten. — Sowie: Der Meisterläufer Lustniel in 2 Akten. — Und: Die neuesten Tagesberichte aus aller Welt Jugend lebe haben ZutrittI Einmalige Frühvorstellung tl.tfi Uhr V oranzeige • 8oi>ntau. den 17. Februar Chang der gewaltigste Kunst- und Kulturfilm aller Zeiten. 7 sensationelle Akte allerneuester Produktion. Hauptrollen: Eddy Polo, e.. Rente und den Schwierigkeiten des Absatzes überaus ernste Besorgnisse hinsichtlich der Aufrechterhaltung einer W i rt- schaftSaktivibät und e t n e d Beschäfti- aungsgr adeS abgeleitet werden, wie sie für die B« chästigung der deuischen Arbeitskraft unerläßlich sind. Die lebhafte Erörterung fand in der folgenden Entschließung ihren Hie» verschlag: Die gegenwärtige Wirtschaftslage Deutschlands wird gelenn-eichnet durch einen Zustand tief» greife nder Unsicherheit der weiteren Entwicklung. Insbesondere liegt die Unsicherheit der reparationspolitischen Entwicklung schwer auf der deutschen Volkswirtschaft; entgegen dem Deist und Wortlaut des Dawes-Planes irtüHen die Reparationen statt aus wirtschaft- tichen Ueberschüs seu der Arbeitsleistung des Landes auS ausländischen Krediten beglichen werden, dies nicht zuletzt deshalb, weil im Widerspruch zu den Voraussetzungen des Reparationsp.ai.es wie zu den Programmsätzen der 'De.twirtschaftskonferenz nach wie vor. zum erheblichen Teil in steigendem Maße, der Aufnahme deutscher Arbeitserzeugnisse auf dem Weltmarkt nicht oder nur schwer üdersteigliche Hemmnisse e^tgegenge'>ßt werden. Cu einem anderen großen Teil folgt die un- sichere Lage der deutschen W.rttchast aus dem Wangelder notwendigen kapitalistischen Ausrüstung, die für jede moderne Wirtschaftsführung unentbehrlich ist. Die Der- fotaung mit in- und ausländischem Fremdkapital steht unter bet Dorausbelastung eines gegenüber anderen Ländern fast aufS Doppelte gesteigerten Zinssatzes, der wesentlich durch die zusätzlichen Kreditbedürfnisse der Reparations- last bedingt ist. Die Wiederherstellung eigener Kapitalkraft hat noch lange nicht die notwendige Stärke erreicht. Vielmehr dauert der Schwund an notwendigstem Kapital unter dem Druck einer Steuerlast und eineS Sozialauf- wandeS. die außer Verhältnis jur inneren Leistungsfähigkeit der Wirtschaft stehen, bei vielen für die Aufrechterhaltung der deutschen Wirtschaft lebenswichtigen Betriebe fort. Die auch durch andere Grunde besonder» erschwerte Lage der Landwirtschaft zeigt zeitlich am ersten und inhaltlich am schärfsten bie Unerträglichkeit dieser Kapitalarmut und Zinsbelastung. Auch die Zahlung hoher Löhne und eine günstige Gestaltung sonstiger Arbeitsbedingungen ist auf die Dauer nur möglich, wenn die Betriebe in sich selbst wiederum genügend Kapital an* sammeln können. Andernfalls wird für alle ent Betriebe, die nicht besonders günstige Der- hältnüfe aufweisen, es allmählich unmöglich, in der Detriebsausstattung und -erneuenmg den Anforderungen der Zeit zu entsprechen und den Kampf um den Absatz zu bestehen. Sie Folge dieser Verkettung von Ursachen ist die drückend schwere Arbeitslosigkeit, durch die zur Zeit nicht allein aus konjunkturellen und jahreszeitlichen Gründen mehr als ein Zehntel der im ArbeitSverhä.tnis erwero5tätigen Bevölkerung aus dem Produktionsgange au-geschaltet ist. Es ist daher eine für Aufstieg oder Aiedergang der deutschen Wirtschaft entscheidend wichtige Aufgabe der nächsten Jahre, daß weitere Eingriffe in die Wert erzeugende Kapitalsubstanz vermieden werden und die Privatwirtschaft wieder zu ausreichender Kapitalbildung kommt; dementsprechend erscheint es als erste Pllicht aller Dirtschaftsbetriebe. einzeln für sich wie im Zu- fammcntoit.'en zusammengehöriger Betriebe jede mögliche Ko stenersparnis und Höch st e Wirtschaftlichkeit an'ustreben. Diese Bemühungen werden aber aufs schwerste gehemmt, ja vereitelt, wenn die öffentlichen Gewalten immer noch steigende Anteils der Erträge und der Vermögen für ihre Zwecke beanspruchen. Ist der Zuschutzbedarf der öffentlichen Verwaltungen bereits von 1925/26 auf 1923/29 um rund 23 Prozent gestiegen, fo droht er nach dem eben vorgelegten Reichshaushallsvoranschlag für 1929 und anderen Merkmalen noch weiter anzuwachsen. Es ist dringend notwendig, auf diesem Wege Einhalt zu tun und Entlastungen heroeizufühven. Leider fehlte bisher ein erschöpfender Uebrrblick über die Zusammenhänge der öffentlichen Finanzen, insbesoirdere eine ausreichende Vergleichbarkeit wie auch eine klaoe Teilung der Vevant- worlungen. Wenn schon auch durch eine rasche Reform der Verwaltung nicht sofort Summen in Grötzenordnungen zu erübrigen sein werden, wie sie der Generalagent für Reparationszahlungen in seinem letzten Berichte vor Augen zu haben scheint, und wenn schon die überaus großen sachlichen und geschichtlichen Schwierigkeiten, die sich der längst gebotenen umfassenden Reform der Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten eittgegrnftellen, nid# zu verleimen sind, so mutz nun um so mehr die endgüllige Berri.ri.gung dieser Fragen und die Wiederherstellung cLjc: wirksamen f.nair,teilen Verantwortung aller Beteiligten angestrebt werden. Insbesondere ist zu fordern, daß die Voraussetzungen für einen entschiedenen Fortschritt zum endgültigen Finanzausgleich in diesem Jahre endlich mit aller Klarheit geschaffen werden. SS ist ferner dringend erforderlich, daß von Reich. Ländern und Gemeinden im kommenden ReichshauShaltsja t drr überaus ernsten Lage Rechnung getragen und alle Kraft daran gesetzt wird, statt neuer La sten - steigerung Entlastungen zu bringen. Die in Aussicht genommenen Aenderungen bet ReichshaushaltSordnung werden begrüßt, können aber nicht genügen. Vor allem kommt eS darauf an, datz die zuständigen Manner der Regierungen und Verwaltungen endlich überall die entsagungsvollen Pflichten der Einschränkung der öffentlichen Haushalte höher stellen als die der Schaffung neuer, aber nicht unerläßlich notwendiger Einrichtungen. Daneben erscheint es aber auch notwendig, die Erfüllung dieser verantwortungsvollen Aufgaben durch geeignete Selbstbeschränkungen des parlamentarischen Ausgabenbewilligungsrechtes zu erleichtern: es ist deshalb dringend zu wünschen, daß auf einem der verschiedenen hierfür vorgeschla- gegen Wege oder durch Vereinigung mehrerer die notwendigen Sicherungen im Reich, La ndern und Gemeinden umfassend geschaffen werden. Mit besonderem Rachdruck ist ferner gerade m diesem Jahre es erforderlich, daß mit dem Wesen des Haushalts als des für ein Jahr b i n» denden Einnahmen- und Ausgabenplanes ernst gemacht und nicht durch Gelegenheits- a e s e tz e im Laufe des Jahres erneute Lasten aus die Vollswirtschaft gelegt werden, wie es überhaupt geboten erscheint, durch eine gewisse Pause in der Schaffung neuer Gesetze, soweit sie nicht der Ausführung begonnener Arbeiten und notwendiger Dereinfachungspläne dienen, die Bewältigung der bereits aufgenommenen Arbeiten zu gewährleisten und Frist für das Einleben der Gesetze zu geben. Waren die dargelegten Erfordernisse feit längerer Frist von allen Seiten beobachtet worden, so würde es nicht dazu gekommen fein, datz der neue Reichshaushaltsvlän zwischen Ausgaben und den nach ben bestehenden Gesetzen sich ergebenden Einnahmen keinen Ausgleich aufweist. Wenn, um diesen Ausgleich zu erleichtern, das Reich sich einen Anteil an Ueber- weisungssteuern vorweg sichert, so erscheint dies in der besonderen gegenwärtigen Lage gerechtseriigt, wie es zugleich notwendig ist, daß endlich gemäß reichsrechtlicher Verpflichtung, an die Senkung der Realsteuern gegangen wird. Die Rache detz Kapellmeisters. (a) Deuyork. Das amerikanische Konzertpublikum hat (gleich dem europäischen!) die üble Gewohnheit zu fpät zu kommen und zu früh zu gehen. Diese jeden musikalisch empfindenden Menschen maßlos störende Laklloste.eit wollte sich der Leier des Philharmonischen Orchesters in Philabel h.a, Leopold S t o l o w s k i. nicht länger gefallen lassen, und er zerbrach sich den Kopf darüber, wie er ben Konzertbesuchem eine stilgemähe Lektion erteilen könnte. Anläßlich eines Iubiläumskonzerts fand das Publikum bei Beginn der Veranstaltung statt des vollbesetzten Orchesters nur den Dirigenten, den Konzertmeister und den Eellisten vor. Die Erschienenen gaben ihrem Unwillen lebhaft Ausdruck, doch ließ sich StokvwM dadurch nicht im geringsten stören. Mit der unschuldigsten Miene der Welt hob er den Taktstock in die Höhe, gab daS Zeichen und die sage und schreibe zwei Musiker begannen mit dem Vortrag der .Phantasie" von Lekeu. In gewissen Zeitabständen erschienen dann die übrigen Philharmoniker auf dem Podium, nahmen — alS wäre dieS die natürlichste Sache auf Erden — nonchalant ihre Plätze vor den bereitgestellten Rotenpulten ein und nahmen die Einsätze des Kapellmeisters entgegen, DaS letzte Thema der Komposition spielt« bereits das ordnungsgemäß besetzte hun- dertköpfige Orchester. Im weiteren Verlauf de« Abends verlief dann alles «inwandfv«. Als letztes Pxogrammstück jedoch war die „Abschiedssymphonie" von Haydn angesetzt, ilnb siehe da: die Musiker standen nacheinander auf, als wären sie des Spielens müde geworden. Sie verpackten vor dem Auditorium sorgfältig die Instrument« und entfernten sich. Zuguterletzt spielten nur noch zwei Geiger im Orchesterraum. Die Besucher Der» stauben Die doppelte Belehrung und konnten nicht einmal Einwände erheben. Das EröffnungS- stück begann nämlich in der Tat mit einem Geigen- und Eellosolo, und Meister Haydns Sym- Wenn aber auch hiermit der Ausgleich nock nicht erreicht ist imb die Reichs vegterung des halb wesentliche Erhöhungen bestehender Steuern vvifchlägt, so widerspricht dies aufs Schärfste den eingangs dargelegten Erfordernissen der Volkswirtschaft: denn diese Summen werden unmittelbar oder mit «bat dem Kapital aufbau der Wirtschaft entzogen. Ctoie- sehen davon, daß hiernach auch für die 'Reichs regierung irgendwelche neuen Qtcuererböf)trugen höchsten« nur al« Sondermaßnahmen für dieses besondere Aotjahr in Betracht komme,' sollten, ist es daher von, vollswirtschaftlichen Standpunkt auö geboten, ben Ausgleich im Reichshaushall nicht durch neue Steuern, sondern, fr schwer dies auch fein mag. durch Ersparungen, sei'S auch unter Einschrmcknng oder Zurüc! stellung mancher Aufgaben, zu erzielen, zumal auch die bereits wiederholt betonten sonstigen Bedürfnisse der Vollswirtschaft auf dem Gebiete des Einkommensteuertarifs, der Kapllalbesteue- tung wie der steuerlichen Berücksichtigung von Abschreibungs» und Erneuerungsbedarf unverändert fortbauern und Berücksichtigung verlangen. In diesem Zusammenhang ist endlich nicht cin- zusehen. warum bei einer üeberlaftung der gewerblichen Wirtschaft, wie sie unleugbar besteh', steuerliche Vorrechte der erwerbs- wirtschaftlichenDetriebe der öffentlichen Hand weiterhin aufrecht erhalten und diese Betriebe nicht mit den privatwirtschaftlichen Betrieben, mit denen sie im Wettbewerb stehen, steuerlich gleichmäßig behandelt werden sollen. Es erscheint deshalb notwendig, die Steuergesehe mit Beschleunigung dem Erfordernis der steuerlichen Gleichstellung der erwerbswiri- schäftlichen Betriebe der öffentlichen Hand mit den privaten Betrieben anzupassen. phonie beenden ebenfalls zwei Solvviolknen: Der Dirigent Stokowsli hat keine einzig« Rote „unter- schlagen". Seit diesem denkwürrügen Konzert soll sich das Publikum von Philadelphia generell gebessert haben... Scheidung durch Adoption. (v) Budapest. Der biedere Budapester Gastwirt Johannes Rernes, Besitzer einer kleinen Kneipe in einem Vorort der ungarischen Reichshauptstadt, weih bis heute nicht recht, wie er zu der Ehre gekommen ist. der Vater eines waschechten, italienischen Grafen zu werden. Er ist es trotzdem geworden, wenngleich er weder seinen feudalen Adoptivsohn, iwch irgendeinen anderen leibhaftigen Grafen jemals zu Gesicht bekam. Sein großes Glück vermittelte ein schlichtes Zeitungsinserat- ,Sie können ohne Mühe und Arbeit fünfhundert Pengö verdienen. Bedingung: unverheiratet, kinderlos und nicht vorbestraft." Fünfhundert Pengö — etwa 350 Reichsmark — sind ein schönes Stück Geld für einen armen Kneipenwirt, der nicht einmal an den besten Sonntagen soviel einnahm, und so bat Meister Reines einen seiner Freunde, der eine schöne Handschrift hatte, eine Bewerbung für ihn zu schreiben und an bie betreffende Zeitung zu schicken Zwei Tage später erschien ein gar feiner Herr In der Kneip«, besah sich den Bewerber und fragte ihn, ob er bereit wäre, einen ausländischen Herrn zu adoptieren Rach- dem der Anwall versichert hatte, baß Remes auf keinen Fall in Konflikt mit den Gesetzen käme, war dieser gern bereit, den Ausländer zu seinem Sohne zu ernennen. Der feierliche Mt ging denn auch in aller Form vor sich, den „Soyn" vertrat dabei der Anwall, der Kneipenwirt erhielt seine fünfhundert Pengö und durfte sich nunmehr brüsten, der Herr Papa des Grasen Eduardo Monzarini--Dvrgvnde zu sein. Er war mit diesem Geschäft restlos zufrieden. Der Anwalt nicht minder, unb der edle Graf konnte Geschichten ans aller Welt. Honorä Daumier. Zur 50. Wiederkehr seines Todestages. Don Dr. Elisabet Bernhard. Ein junger Zeichner von 22 Jahren, Sohn eines G.a,ecmeisters Daumier in Paris, kommt 1830 zu Philipon, dem Hausausgeber der Pariser po.irischen Wochenschrift „Caricature“. Er wird Mitarbeiter, später auch für die 1832 gegründete illustrierbe Tageszeitung „Charivari“, und zeich- «ri politisch« Karikaturen, mit einer erstaun- llchen Sicherheit der Linienführung, mit einer Keckheit der Auffassung und einer Menschen- kenntnis, wie sie nicht aus der Erfahrung stammt, sondern dem Genie eigentümllch ist. Balzac, der dama.s mit ihm zusanrmen in der Redallion der „Caricature“ tätig ist, sagt von Daumier: „Dieser Bursche da hat etwas von Michelangelo im Blut“. Er wandert auf sechs Monate ins Gsfängins, da eine seiner politischen Lithographien unliebsames Aussehen erregt hatt Diese kurze Unter» brechung ändert ntcM an seiner Tätigkeit und seiner lünstte.ischsn Einstellung. Er zeichnet weiter, beobachtet die Abgeordneten^ und Minister in den Kammer Sitzungen, die Bürger auf den Straßen und im Hawe, sein schneller 03lief und sein kritischer Geist faßt alles, was die Zeichnung dann auf den Stein bannt. Die Frische und Schärfe der Arbeiten aus seiner frühen Zeit haben nichts von dem Tastenden und Suchenden eines Anfängers. Er kann zeichnen uni) er kann sehen, und so nimmt er irgendeine künstlerische Aufgabe und meistert sie scheinbar mühelos. Es ist erstaunlich, mit welchem Ungestüm und mit welcher Sicherheit zugleich ein Künstler wie Daumier auf die Höhe zucilt und sie sein ganzes Leben hindurch nicht verläßt. Es ist kein langsamer Ausstieg und kein allmählicher Abstieg in feinem Schassen bemerkbar, nur die Art des Könnens wandelt sich und die Technik. Oßenn man die Ma.se seiner lithographischen Produktion verfolgt — er hat vierzig Jahre lang etwa acht biS zehn Lithographien monat.ich veröffentlicht, und sein zeichnerisches Gesamtwerk füllt drellinddreißig umfangreiche Bände der Pariser Rationa.'bchliothek — so ist man überwältigt von dem Reichtum und der Fülle seiner Persönlichkeit. Aeuherlich ist sein Leben einfach und beschei- btn. Er ist Journalist, muß zeichnen, waS verlangt wird, und er bleibt dabei, di« politische und menschliche Komödie darzustellen, wie es fein großer Zeitgenosse Balzac im Roman getan hatt Don Daumiers äußeren Erlebnissen wissen wir kaum etwas; seine inneren Erlebnisse sind in seinem Werk. — Bertels sagt m seinem Buch über Daumier: »Er wohnte im altfränkischen Paris, auf der Seine-Insel 6t. Louis, wo so viele Künstler wohntem Er guckte aus seinem Fensterchrn auf die Seinequais und die fernen Giebel. Er liebte den Tabak und daS Theater, und von seiner Frau weiß man nur, daß er sie hatte." Dieses äußerlich so einfache Leben birgt ehre späte und große Leidenschaft. Als viele Jahre seiner zeichnerischen Tagesarbeit hinter ihm liegen und er anfängt, ein wenig müde von dem Stoang des Alltags zu werden, wird der Maler Daumier geboren. Der Maler Daumier ist erst die Vollendung des Künstlers in ihm. Er fängt mit vierzig Jahren an zu malen, und ev malt bis zu feinem Tode, ohne Kompromisse, ohne Publikum, ohne Auftraggeber. Die Karikaturen muß er von nun ab zeichnen, um zu leben, als Broterwerb und auch weil seine Vart berühmt und populär ist. In der Malerei gibt es für ihn keine Konzessionen; es ist eine Liebe, die ihn ganz beherrscht und immer größer, immer tiefer wird. Er malt, was er in seinem Atelier von feinem Fenster aus sieht. Wäscherinnen, die Wäsche spülen oder tragen, Leute aus dem Volk, die Vorbeigehen, Hausfrauen, die Einkäufe machen, Spaziergänger, eine Gruppe, die etwa- beobachtet, Jongleure und Seiltänzer. Trinker und Altkleiderhändler, einen Auflauf von Menschen, einen Zusammenstoß. Oder er interessiert sich für die Gruppierung von einigen Menschen im Innenraum, die plaudern, ftdjen, sitzen, beobachten. Die Handlung ist immer leidenschaftlich bewegt, sie reißt die beteiligten Personen in ihrer Bewegtheit zusammen, sie betont die Spannung, das Dramatische, das Effektvolle. Daumier ist viel mehr Dramatcker als Erzähler. Alles Leben im Bilde konzentriert sich um eine zentrale Bewegung, die wiederum Ausdruck eines inneren Erlebnisses ist. Bei den „Kupferstichsammlern“ zum Beispiel, die ihn oft zur Darstellung verlockt haben, ist das Hingerissensein, die Begeisterung der allen Männer bei der Betrachtung des Kupferstiches in immer erneuter Bewegung bet Körper wieder- gegeben. Der eine hält da« Blatt ■ und fein Rücken ist ganz gebogen, damit er daS Bild besser betrachten kann. Der zweite, in einer überanstrengten Bewegung, reißt sich herüber, um ja keine Einzelhell zu verlieren. Das Unbequeme seiner Stellung betont die Erwartung und die freudige Spannung des Betrachters. Beim dritten ist der Ausdruck des Sehens so konzentriert, so hing: leben, daß der Beschauer vor diesem kleinen Daumierschen Aquarell im Louvre den künstlerischen Rausch der brei Greise Vie ein elementares Erlebnis empfindet. In erster ßinle ist Daumier Künstler, und nicht Psychologe. Aber well er den Körper beobachtet und seinen Ausdruck, versteht er auch das Seelische. Er erlennt eS intuitiv, eS ist fein künstlerisches Temperament, das ihn sehend machtt ßiite Einzelheit, eine bestimmte Bewegung, ein beftimmter Ausdruck, führt ihn zur Gesamtdarstellung des Menschen. Wenn er sich als Zeichner vor allem für das Groteske interessiert, und wenn ihn das Häßliche und Lächerlich« reizt, so ist es hauptsächlich deshalb, well es größere Wögllchkeiten deS Ausdrucks bietet Was Daumier malt und worauf eS ihm an- kommt, ist die 2ebenSenetgie, wie sie sich in allen Erscheinungen des Daseins äußert. 11 nb feine Teamik. vom Zeichnerischen her geschult, begleitet dieses Spiel mit großartigen Massen von Licht und Dunkel. Er hat die Art des zeichnerischen Sehens, wie er die ilmriffc gibt, aber diese Linienführung dient nur zur Umrandung, die Darstellung des Körperlichen ist entscheidend. Es steckt ein Plastiker in Daumier. und vielleicht wäre er für spätere Zellen auch auf diesem Gebiet ein Führer geworden. Er hat es nicht mehr versucht Die ständige Erfolglosigkeit, die Gleichgültigkeit, die man seinem malerischen Werk entgegenbringt, haben fein Schicksal verhängnisvoll bestimmt. Er malt, weil Malen der letzte und tieffte Ausdruck seines Weset cs ist, aber es liegt nun jene wunderbare Einsamkeit und Gröhe über seinen späteren Werken, die nichts mehr von der unruhigen Erwartung und dem stürmischen Wollen des Karikaturenzeichners verrät. Ein Jahr vor seinem Tode erlebt der nun siebzigjährige Daumier die erste Gesamtausstellung feine# malerischen Werkes. Das Publikum versteht eS nicht, in diese große und eigenartige Kunst, die so ganz anders ist als die verschiedenen Schulen und Richtungen deS 19. Jahrhunderts. eknzudringen. Daumier stirbt arm, fast blind, ohne Erfolg. Er wird auf Staatskosten beerdigt. Sein malerischer Werk wird in alle Winde verstreut. Meist von Privatsammlern gekauft, wechselten seine Bllder häufig den Besitzer, viel« gingen verloren und sind noch nicht wieder auf- getaucht. Die großen Museen besitzen nur einige wenige Gemälde und Aquarelle von ihm. ES ist noch nicht sehr lange her. daß man das malerische Genie DaumierS entdeckte, dem seine Zeitgenossen fremd und teilnahmslos gegenüberstanden. Hochschulnackrichlen. Es find folgende Ernennungen erfolgt: der o. Professor Dr. jur. Eberhard Druck in Bres- l a u ist zum ordentlichen Professor an der Hixt* versllÄ Frankfurt a. M. und der a. o Professor Dr. Hermann Kantorowicz in Freiburg i. B. zum ordentlichen Professor an bat Universität Kiel ernannt worden. Prof. Bruck übernimmt in Frankfurt den Lehrstuhl für deutsches bürgerliches Recht alS Rachfolger von Pros. M. Pagenstecher, Prof. Kantorowicz ist der Kieler Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozeß als Rachsolger Radbruchs übertragen worden. — Der ordentliche Professor an der Staatlichen Akademie zu Draunsberg, Dr. Phili-pp Funk, scheidet auf seinen Antrag zum 1. April 1929 aus dem Preußischen Staatsdienst aus. Gr übernimmt den durch die Emeritierung des Geh. RateS H. Stufe an der Universität Freiburg L D. erledigten Lehrstuhl der Geschichte. — Der Letter der Zentrale für private 5ürft>rae in Franks urt a. M., Dr. jur. Wilhelm Pollig- feit, ist zum Honorarprofessor in der rechtswissenschaftlichen Fakultät der borrigen Universität ernannt worden. Die Ernennung des o. Professors 5>r. Harry Mahnc von der Universität Bern zunr ordent« lichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität Marburg ist erfolgt; ihn' wurde in Marburg der durch bie Emeritierung des Geh. Rates G. Elster erledigte Lehrstuhl der neueren deutschen Sprache und Literatur übertragen. Zur Wiederbesetzung des Lehrstuhls der Psychiatrie an der Universität zu Bonn (an Stells bed Geheimen Medizinalrats A. Westphal) ist ein Ruf an Prof. Dr. Georg Stertz in Kiel ergangen. foDanrr tiK Graf Wonzaistnf-DvtNvnde-RemeS, seines Zeichen« ungarischer Staatsangehöriger. den Scheidungsprozeß gegen seine Frau anstrengen. Das war ja 3toed der Uebung: in Italien gibt es nämlich heut« noch keine Scheidung! Früher galt im allgemeinen die kleine Republik San Marino als ein Dorado für Scheidungslustige. Italienische Staatsbürger besorgten dies hingegen meist in der vor dem Zusammenbruch ungarischen Hafenstadt Fiume. Seitdem San Marino die Ehen fremder Staatsangehöriger nicht mehr trennt, und Fiume italienisch geworden ist, greifen die Italiener häufig auf Ungarn zurück! in den letzten Monaten sollen sich mehr als zwanzig Leute auf die geschilderte Weise haben adoptieren lassen, um vom Joch der Gye freizukommen. Der Schrei im Telephon — Paris. 3n der Nacht vom vorigen Freitag zum Samstag, so gegen vier Uhr morgens alimmte plötzlich im Telephon-Zentralamt „Marcadet in Gruppe 40 ein kleines Lämpchen auf. da» andeutete, daß der Teilnehmer in der Coulaincourtstraße sprechen wollte. Ein Telephonist nahm die Verbindung auf und antwortete mit dem hier üblichen „Ich höre" Er Hörle im ersten Augenblick nichts als einen unbeschreiblichen Lärm i)a — plötzlich' ein furcht- barer Schrei am ander«n Ende de» Drahtes ein Schrei, von einer Frau ausgestoßen der dem armen Telephonisten durch Mark und Bein fuhr Einige Sekunden vergingen, dann erlosch das kleine Lamp- chen. Was war geschehen? In der Wohnung des Äbonnenten war die Verbindung plötzlich unter» brachen Das ist ein Drama dachte der Telephonist sofort, eine ernste Gefahr droht dieser Frau. Die telephonisch Hilfe herbei rufen wollte. In aller Eile tat er das. was in diesem Falle dos einzig Richtige war, er benachrichtigte sofort das Uederfov- kommando der Polizeistation Tourlaque und mochte Mitteilung von seinem furchtbaren Erlebnis. Eine Viertelstunde später stellten sich zwei Kriminalbeamte in der betreffenden Wohnung in der Coulaincourtstraße vor. Die Tür öfsnete sich und ein Herr in fröhlicher Stimmung stand vor ihnen und fragte noch ihrem Begehr Als er nun von den Beamten den Grund ihres Erscheinens erfuhr, hätte er beinahe einen Lachkrampf bekommen. Er führte sie in die Wohnung, in der eine größere Gesellschaft feuchtfröhlich versammelt war, und erklärte den auf- schenerreaenden Fall- Einer Der Gäste hott« durch Unvorsichtigkeit den Telephonapparat vom Tisch gestoßen: dabei war der Hörer obgefallen. Der Tturz des Apparates und dos vielleicht urkomische Gesicht des Uebeltäters hatten bei einer der Domen ein derartiges Lachen ausgelöft. daß es, entstellt durch Mikrophon — und Alkohol? — am anderen Ende der Strippe wie ein verzweifelter Hilfeschrei klang. Oberheffen. Gießen, den 11. Februar 1989. Landkreis Gietzen (D Lollar, S Febr. Unsere Gemeinde- jaad, die 82,50 Hektar Wald und 383.25 Hektar StlD umfaßt, war bisher für 800 Mark jährlich verpachtet. Da di« Pachtzeit Ende Januar ablief erfolgte kürzlich eine öffentliche Reuverpachtung, bei der jedoch nur ein Höchstgebot von 370 Mark, abgegeben von dem seitherigen Inhaber der Jagd, erzielt wurde. Da andere ernsthafte Bewerber um die Jagd nicht in Betracht kommen und ein nochmaliges AuSgebot kaum ein günstigeres Ergebnis haben dürfte, trat die Gemeinde mit dem seitherigen Inhaber in Unterhandlungen. um wenigstens den früheren Pacht- pretS wieder zu erzielen. Erfreulicherweise konnte durch die freiwillige Zustimmung des seitherigen Pächters eine Einigung auf dem früheren Pacht- yreisstand von 800 Mark erzielt werden, so daß Stirnen, Sport und Spiel. Fußball - Landerkampf Deutschland — Schweiz. Deutschland schlägt die Schweiz 7:1 (3:0) Im Mannheimer Stadion erfocht gestern die deutsch« Fußball-Ländermannschaft vor etwa 30 000 Zuschauern einen glanzenden Sieg über die schweizerische Vertretung. Die Schweizer stießen aus eine Mannschaft, dir in allen Teilen so stark überlegen war, daß die groß« Anzahl von Loren fast selbstverständlich fallen muhte. Das erste wurde von Frank acht Minuten nach Spielbeginn aus Stettvorlage P ö t 1 i n - gerS erzielt. In der 22. Minute schoß Sobeck nach einem Freistoß im Strafraum der Schweizer den zweiten Treffer. Ihm schloß sich unmittelbar vor der Pause das dritte Lor durch Frank an, nachdem Weinmann mit einer Glanzleistung den Ball von der Auslinie ins Feld hereingeholt hatte. Kurz nach der Pause erzielte Pöttinger mit Kopfball aus Vorlage Franks das vierte Lor, dem ganz kurz darauf toicberum durch Fran, der fünfte Treffer folgt«. Eaenso erzielte auch Frank in der 67. Minute das sechste Tor für Deutschland. Darm erst gelanr es den Schwe zern. im Anschluß an ei um S rafslo Weilers vurch Ko faalt von ckbeg le fi das Eh e.-hoi zu erzielen Loch folg « d ese n b S fufcte Lor für Deutschland durch eine Kombination des Innensturms und Schuh S o b e ck s. Die deutsche Ländermannschaft war in garu hervorragender Form. Besonders arbeitete der Sturm in einer ungeahnten Flüssigkeit und Prduktivität. Hier tat sich namentlich Frank auf halblinks hervor, der mit Hoffmann einen vorzüglichen Flügel bildete Fast ebenso gut war auch die rechte An- griffsfeite einschließlich des Sturmführers Pöttinger In ganz hervorragender Weife spielte auch die Läuferreche. und ihr stand auch die Der- teidigung mit dem besonders zuverlässigen Schütz nicht nach. Kreß bewährte sich ebenso aufs beste als Torhüter, trotzdem er nicht allzuoft in Tätigkeit zu treten brauchte Dieser Mannschaft gegenüber, Vie ein kompaktes Ganzes bildete waren die Schweizer machtlos Besonders galt dies von der Hintermannschaft, in der die Verteidiger Weiler und R a m s e y e r mit den deutschen Flügelstür- mern nicht Schritt halten konnten. Noch hervor- ragender als die Dertetdiaung wurde die Läuferreihe überspiell Die deutsche Mannschaft hielt die gegnerische Deckung durch dauerndes Dreieckspiel in Atem. Nur vereinzelt kam die Schweizer Mann- schäft zu einer geschlossenen Handlung scheiterte dann aber sehr bald an der Energie der deutschen Abwehr Der Sieg ist zwar etwas hoch ausgefallen, die Tore fielen aber mit einer solchen Celbstver- ständlichkeit. daß an dem Resultat nichts zu deuteln ist. Der überlegen« Sieg Deutschlands reiht sich dem 5:0, das Süddeutschland kürzlich gegen Oesterreich erzielte, würdig an und wird mit Recht größte» Aufsehen erregen Das Spiel wurde von dem Kopenhagener Schiedsrichter Lauritz Anderson aufs beste geleitet. Es verlief sehr fair, wie auch die ganz« Rahmenveranstaltung einen äußerst harmonischen Verlauf nahm. Die Schweizer wurden von Der Mannheimer Bevölkerung aufs herzlichste bewillkommnet und waren sichtlich non der Aufnahme befriedigt. Kußball in Hessen-Haimover. Sp.D. Kassel — 6.6.03 Kassel 2:4 (2:1). Dyr 4000 Zuschauern errang gestern in Kassel der S. T. 03 Kassel einen 4:2°Vieg über Spiel - verein. Während der ersten Hälfte des Kampfes war Spielverein etwas besser, nach der Halbzeit ließ jedoch seine Hintermannschaft stark nach. S. C. 03 hat dieses Spiel verdient gewonnen und sich damit den Meistertitel in der Rord- gruppe gesichert. Die Leistungen auf beiden Seiten befriedigten nicht r«ht. Fußball in Süddeutschland. In der Runde der Meister ruhte der Dpiel- betrieb vollkommen, während in der Runde der Zweiten und Dritten in der Gruppe Rord und in der Gruppe Süd nur je ein Spiel stattfand. In der Gruppe Rord feierte der F. E. Idar über Saar 05 Saarbrücken wieder einen glatten 5:l-6icg und tritt damit allen Ernstes als Bewerber um die Tabellenspitze auf. In der ersten Halbzeit leisteten die Saarbrücker erbitterten Widerstand, in der zweiten Halbzeit konnten sie aber dem Idaer Sturm nicht widerstehen. 3n der Gruppe Süd hatte der A. S. B. Rürnberg München 1860 zu Gast Dis zur Halbzei' lieferten sich beide Mannschaften ein gleichwertiges Spiel und gingen mit 1:1 in die Pause. Rach der Pause erzielten die Nürnberger schnell hintereinander drei Tore und sahen bei dem Stande von 4:1 sich bereits als sichere Sieger. Die Münchner waren aber trotz des Karnevals nicht energielos, sondern machten die größten Anstrengungen. um wenigstens einen Punkt zu retten, was chnen auch schließlich gelang. Mit 4:4 endete da- ereignisreiche Tressen. Handball im Bezirk Main-Hessen. Alm die Bezirlsmeisterschaft von Main-Hessen für Damen schlug am gestrigen Sonntag F. Ep. D. Frankfurt die Sp. Dgg. Arhettgen mit 5:0. Deutsche Hatteniennismeisterschasten. Die Spiele um die Deutschen Hallentennismeister, schäften wurden am geftugen Sonntag in Bremen beendet Wie im Vorjahre, so konnte auch diesmal wieder der Kopenhagener Axel Petersen den Meistertitel davontraaen. Im Finale fch'.ug er den Hamburaer Dr D ess art 7:5, 7:5, 6:0 Außerordentlich spannend verlies die Entscheidung in der Domenmeisterschaft Frll Rost (Köln) gelang es nach ausgegl ch?nem Spiel, Frau Friedleben (Frankfurt a.'JÄ ), die seit 1926 die Meisterschaft innehatte, 11.9, 3:6, 7:5 zu bezwingen Im Herren- doppel überwanden Matejka Moldenhauer bte Hamburger Dr Dessart-Frentz 6:4, 6:4, 6 4 Zu einem Doppelerfolg kam Frl Rost mit dem Wiener Matejka als Partner im gemischten Doppel, wo sie in der Endrunde Frau o. Recnick- Moldenhauer 6:3, 6:3 schlugen. Im Damen- doppel, das nicht als Meisterftyoftskonkurrenz aus- geschrieben war, kamen Frl. H o f f m a n n - Frl. Kallmeyer zu einem ziemlich leichten Siege mit 6:2, 7 5 über Frau Neppach - Frl. R o st. Sieger in den Trostrunden wurden der Düsseldorfer Rem- m e r und Frau Fritsch (Dresden). unser Gemeinbehaushalt keine Mindereinnahme erleidet. Reiskirchen, 9. Febr. Am 2. Februar wurde die hiesige Demeindejagb, bestehend au» 738 Hektar einschll 200 Hektar Wald, zum Preise von 1310 Mark an einen Gießener Herrn verpachtet. Die Genehmigung, die sich der Gemeinderat Vorbehalten hatte, wurde jedoch nicht erteilt Rach rechtmäßig erfolgter Bekanntmachung kam die Jagd heut« zum zweitenmal zum Aus- gebot und eS wurden 1522 Mark dafür bezahlt Die Gemeinde hat damit einen Mehrerlös von 212 Mark erzielt Gegenüber der letzten Iagd- periode. in der pro Jahr 850 Mark bezahlt wurden. beträgt das Mehr 672 Mark. Ö Göbelnrod, 10. Febr. Der hiesige Kriege r v e r e i n hielt dieser Tage bei Gastwirt Decker seine &ter"iäljr:ge ©eneralnerfamm- Das große Grauen. Vornan von H. A. von Byern. Urheber-Rechtsschutz durch Qkrlag OSkar Meister, Werdau. 4. Fortsetzung Nachdruck verboten Gut wäre es schon, wem» der Hirsch bei der Hitze bald zu Tal kommt und hier — zwanzig Kronen, dafür trinken Sie abends ein paar Mast--46 .4 naa. Herr, soviel braucht« net--- .Rehmen Sie nut,“ und dann drückte ich dem Jack! einen Hundertguldenschem in die Hand. Ganz verdattert starrte er auf die Banknote. Steden Sie nur ein —, nein, bitte keinen Dank, ds maag ich nicht leiden." .Herr, da hab'n S' Ihna verschaugt, daderfür frtagt ma ja a Kuah--—" .Ra also, kaufen Sie sich eine, und nun wollen wir ein bißchen rasch gehen, es ist ohnehin spät geworden." Sine Weile schritten wir schweigend »rebeneinander her, der Jäger schluckte ein paarmal. .Herr, wen S ebba g rab an Fetzenbock schloßen möchten, an ganz an schwären — — — .Mögen schon, ich lächelte: .aber lieber wär mir’« noch, wenn ihn mein Freund auf bte Decke legte.“ »Dos glaubst, nur — der Herr von Andrian verwischt 'n net. hat hall koan Stern im Terofaler Revier, met, do kannst ntf mach«, iS a schiachS G'wand. an der Rheiderspitz grab ober der Klamm.“ .Dabin wollten wir heute nachmittag. Steht da nicht irgendwo eine Jagdhütte?“ .Doll, woll, an Dera Rordseitn von da au« 's nv a guate Stund' — — „Ra, dann llappt es vielleicht morgen, ist der ftöd wirklich so kapital?" .Derfelblg'?^ 3adl paffte mächtige Wollen aus seiner halblangen Iagdpfeife: „Kruck'n tota r a geringer Hirsch so stark d' Schläuch ganz dick voller Pech, spmuibroat ausg’legt un g'hackÄt —. ah, do seit st nie, g’rai) nobel!" UntoiUtürlid) dachte ich an die andere Krücke, die in Schloß Serofal unter dem Bild des Hubertus Silvester hing: v 3a cf 1 mir will die Geschichte nut dem---- dem „anbicen' immer noch nicht aus dem Srmr. Hoben Sie denn den geheimnisvollen wilden Jäger damals wirklich leibhaftig gesehen?" „2lul Ehr und Seligkeit. Herr'' .Eine Täuschung durch zteyende Rebelschwaden kann rs also nicht gewesen sein?" ,G'wih und wahrhaftig net. an Jurament leg i braut ab!“ »Dann war'S am Ende ein Wilderer----V „2 Lump?" Der Jäger schüttelte langsam den Kopf: .Ra, Herr, dö ttag'n doch kva Montur net, und der Zwilling, so a g'spaß'ger Stutz n, mit Feuer steins chlösser.- — Ich ließ noch immer nicht Loefer .Sie hatten wohl gerade mit dem Herrn von Andrian über den Hubertus Silvester gesprochen? ' .Dees schv —gab er zögernd zu. .So — o! Hub da hall dann die Phantasie nach: Aber was sagen denn eigentlich die Leute? Ich uietne, die Geschichte ist doch so lange her. daß man meinen sollte, es sei nun endlich einmal Gras darüber gewachfeir." Iackl wühlte mit den Fingern in dem roten, wuchernden Dlattgestrüpp: .De Leut. Herr, (an wia de Hammel, wann oaner bl5tt. bl&fn dö andern mit, aber in Tero- fal, da werden S' net oan sind'n. der den wild'n Jager net. scho leibhafti g'sehgn hat, Stoa un' Boan schwören f drauf, un' mir Jager lass'n f a dabei, nacha krax'ln s net allweil im Revier umananb un' machn de GamS rogllg." Dagegen lieh sich nichts einwendeir. Aberglaube und Gespenstcrsurcht sind oft der beste Jagdschutz. Die Steinmauer des SchloßparkS hob sich aus dem satten Grün der Hainbuchen, ich öffnete die kleine Oattentür. ging den mit Taxus eingefaßten Mittelweg hinab. — Droben klirrte ein Fenster. „Hast ihn, Lllterle?!" ,$r siegt!" „Hcrrgot nochmal!" Strahleird vor Freude. alS hätte er selbst den Hirsch geschossen, kam mir der Vinzenz entgegen. „Die mich das freut! Und brav iS S G'weih! Aber schon seiyt brav! So laufen net viele umananber in Trrvl? Lag er denn gleich?" Dir traten ins Haus und ich berichtete. ,Is schon a Glückstag." meinte mein Freund: „Der Poldi Pürkstein uni der Ritter von Molnar hab'n jeder an guten Gams, jetza ruhst di aber erst amal auS, ißt vor allem wa« um halber drei lnarfchier'n ma nacha auf d' Hütt'n. und morgen früh holst dir den Kapitalen." — „Boir dem hat mir der Iackl schon vvrge- fchwärmt" „IS a Fetzenbock. ja. aber dir gönn ich ihn. bist wohl arg müd?" Gin Vissel lag mir die Frühbirich schon in den Gliedern, doch das warme Gabeltruhstück und zwei Gläser alten Pvrtwsttrs frischten die Lebensgeister rasch genug wieder auf. „Ro also, jetza schlas ,wch a pa«ir otünbert, mei TUtede. um ein Uhr tarn di der Andrrl wecken nacha ess n ma. trinken a Schaler! Kaffee -. is recht foT ^Ganz tote du metnst. ich gab dem Vinzenz bte Hand ..und eh ich's vergesse, wenn du im Rovcmber zu den Jagden zu mir kommst, dann Äöu den Iackl mit. ich hab ’S ihm Der- .Is recht, der wird aber amal schaug'n" — die Tür klappte und ich war allein in meinem Zimmer —. auf dem Flur schlug di« alte Kastenuhr die elfte Stunde. Aber der Schlaf wollte nicht kommen. Dafür stellte sich ein dumpfer Kopfschmerz ein — na ja. schließlich war das kein Wunder, ich mußt« mich eben erst wieder an die Strapazen einer Hochgebirgsbirsch gewöhnen. Aber vielleicht wurde es im Freien besser. Leis«, um bte anderen Gäste nicht zu stören, ging ich über den Flur und trat in den Park. Kein Matt regte sich, kein Botel fang, still und verträumt lagen die Wei en Rasenflächen da. Hinter einem Oleandergesträuch taucht« ein flacher, brettrandiger Hut auf. ,.Ah. guten/Tag, Hochwürden!" „®uten Morgen." Der Kaplan lächelte: „Sie haben Weidmannsheil gehabt?" „Jawvhll einen Giss rosfenzehner, doch — Der- zeihung, ich störe wohl?" „Durchaus nicht, bitte, lassen Sie sich ickcht durch mich vertreiben.. Wir gingen langsam nebeneinander her bis zu einer moosbewachsenen SteirrbanL „Hier ist mein Lieblingsplötzchen ' sagt« der geistliche Herr, „bie gaiye Terofaler Oed kann man übersehen, das Tal brunten, ist es nicht ein gesegnetes Erdenfleckchen?" „3a. offen gesagt, ich begreife meinen Freund nicht recht, an seiner Stelle würde ich nicht bloß zur Jagdzeit für ein paar Wochen hier bleiben, um dann wieder in irgendeinem fremden Grdtell ein Romadenleben zu fuhren." Wir hatten uns gesetzt. Kaplan Zrurerrnvser zeichnet« mit einem abgebrochenen Rst Figuren in den Sand. „Getrau dasselbe h^be ich Herrn von Andrian auch schon öfters getagt.“ „Unb?“ „Gr hat nun einmal eine Abneigung gegen Terofal.. ." „Doch nicht etwa tragen des sagenhaften Hubertus Silvester?" fuhr es mir heraus. „Das — das wäre ja einfach lächerllch!" „Meineir Sie? " Gs war ein seltsam prüfender Mick, der mich streifte, ein halbes Lächeln, in dem nod) em tiefer Ernst lag „Hochwürden!" Scharf umvissen hob sich das Prosil des geistlichen Herrn von einer buntlen Radelholzgruppe ab" die hohe, finge (Stirn, das eckige Kinn, darüber der fest geichlv.'ene. ichmallippige Mund und die wett vorspringende Rase. Er sah mich rächt an. seine Stimme flanq verschleiert: „Sie kennen die Geschichtet^ . Derttgstrnrs das Wesentlichste, es ist eine Sage, wie man sie auch in meiner Heimat findet, eine Abwandlung der Legende vom wilden Jäger." .Ganz recht, nur daß diesen... Gerüchten eine tatfac&lKbe Begebenheit Zugrunde liegt, Dinge. lang ad. Rachdem der 1. Vorsitzende. ^Bürger* meister Weber, die Kameraden begrüßt hatte, erfolgte die Rechnungsablage, die einen Heber- schuh von 114 Mk. ergab. Sodann wurden drei neue Mitglieder aufgenommen. Bei der Vorstandswahl wurden die settherigen Inhaber der Remter wiedergewahlll Hierauf fand die vom ReichSkriegerburch ..Koffhäuler" angeregte Kundgebung gegen die Krieg öschuldlüge ftatt Aus Anregung hin wurde zuletzt befchlosfeir. am 16. Februar einen Familienabend mit Konzert und Verlosung zu veranstalten. 4- Grünberg, 9. gebt. Eine wohlverdiente Ehrung wurde dem ersten Sprecher des hiesigen Turnvereins, Lehrer Wenzel, von turnerischer Seite bereitet. Gelegentlich seiner Silberhochzeit, die Lehrer Wenzel am 7. Februar feierte, wurde ihm der Ehrenbries des Mittelrbeinkreifes der Deutschen Turnerschaft verliehen. Lehrer Wen- zel war früher lange Jahre Schriftwart und ist letzt seit etwa einem Jahrzehnt erster Sprecher des hiesigen LlltrnvereinS. Dei dm Gauturnfesten totrtte et als Riegenführer. Kampfrichter und namentlich als Rechner im Verechnungsaus- schuß hervorragend mit * Lang-Göns. 8. Febr. Ein ahnsehnlicher Trauerzug bewegte sich heute nachmittag burw unseren Ort. um den nahezu 81jährigen seither im Ruhestand lebenden Förster Heller, Kriegsveteran von 1870/71, zur letzten Ruhe zu bestatten. Außer dem Kriegerverein, dessen Wi brgründer und Ehrenmitglied der Verstorbene war, beteiligten sich der Gesangverein ..Frohsinn" eine Anzahl Forstbeamte und eine große Zahl Ortsangehörige an dem Trauergefolge. Rach einer erhebenden Ansprache des Ortöge.stlichen. der die Verdienste und die Persönlichkeit des Verstorbenen würdigte, spielle der Posaunen- chor. der auch die Trauerfeier einleitete, einen Ehorall Bei den folgenden Kranzniederlegungen würdigte der Vürgermeister die Verdienste deS Verstorbenen, die er sich um die Pflege deS Ge- meindewaldeS erworben hatte: eS folgten weitere Z^ranzniederlegungen durch den Kriegerverein. den Gesangverein ..Frohsinn" und vom Vorstand des hessischen ZorftamteS Gießen. Gin« Abordnung deS KriegervereinS gab die übliche Ehrensalve ab. h. Aus der nördlichen Wetterau (0. Febr. Bei dem hohen Schnee und der lang- dauernden Kälte ist es in unserer Gegend eine auffallende Erscheinung, daß sich auf den vielen Futter st eilen für Vögel meistens nur Duchfinkenmännchen, Dorf- und Feldsperlinge mtt Amseln von unseren Standvögeln einfanben, die in ihrer Gesellschaft aber in früheren Wintern beobachteten Goldammern gänzlich fehlen. Auch die verschiedenen Meisenarten sind diesmal viel geringer alS sonst vertreten. Die schönen Dompfaffen suchen auch die HauSgärten auf, wagen sich aber selten auf Futterplätze, sondern ernähren sich vorwiegend mit Unkraut- unb Ahornsamen. Von den nordischen Wintervögeln haben sich sehr zahlreich die Bergfinken eingelunden. Die Haubenlerche welche früher in jedem Winter die Dorfstrahen unserer Gegend besuchte und mühsam ihr Futter fand, fehlt jetzt völlig ebenso die schöne Mantelkrähe. Rur fetten stellt sich einmal der Kernbeißer auf einem Futterplatz ein. Einer der schönsten W'intergäste aus dem hohen Rorden. der Seidenschwanz, der in den letzten strengen Wintern an verschiedenen Orten unserer Gegend, besonders häufig im Kurpark von Bad Salzhausen angetroffen wurde, hat sich bis jetzt nicht wieder eingesteNi. Dagegen sind viele Stare hier geblieben, di« doch gewöhnlich die strenge Winterszeit in bei Rheinebene verbringen. Mreie Büdingen. △ Ridda. 10. Febr. Die Arbeit der Ueberlandzentrale zur Umstellung dcS Ortsnetzes Ridda auf di« Strom- di« sich erst vor hundert Jahren zugetragen haben..." „Und wahrscheinllch maßlos übertrieben worden sind!" fiel ich ein. „Mag sein, daß der Bolksmund manches hin- zugcdichtet und auSgeschmückt hat. aber abgesehen davon, es existieren die Berichte meines Amts- vvraän^ers, des Pfarrers Gyprian und — unb-7 er stockte. „Und?!" fragte ich atemlos. „Gs gibt Ding«, die menschlichem Scharftimi verschlossen sind, alles Grübeln ist da zwecklos" Wir schwiegen beide, bis ich -özernd fragte „So glauben also auch Sie an die MöglicAeit eines Berhängnisies, eines Fluches, der auf dem Geschlecht meines Freundes ruht?" „Gott ist gerecht.. „Und ist die ßtebe. die Barmherzigkeit I" M ich rasch ein. „3a. aber nur dem reuigen Sünder gegenüber!" „Wag fein, immerhin — sollen Unschuldig leiden, todl einet ihres Blutes Unrecht tat? Sind wir nicht alle erlöst durch Thristi Leiden und Sterben? Kann man einen Menschen verantwortlich machen für die Taten seiner Vorfahren?" Der Kaplan fah mich jetzt voll an. die Antworten folgten sich Schlag auf Schlag: „Sine Erlösung ist erst im Ien^ettS möglch und — was Ihre Frage anbetrifft - ist nicht das ganze jüdische Dolk verdammt worden? Erleben totr es incht täglich, daß Geschlechter ,u» gründe gehen, wett ihre Ahnen wider Gottes Gebote fünbigten? Werden nicht die Verschlungen der Eltern oft genug heimgesucht an Kindern und Kindeskindern?'' Ich brannte mir eine Zigarette an um Zeit zu gewinnen. _öte hämmern da mit Argumenten aut mtä ein. denen ich im Augenblick nicht gewachsen bin Hoch wurden. Aber gesetzt den Fall, Sie hättet Recht mtt Ihrer- Theorie einer schon aus Erder rächenden Remesis. dann müßte es doch auch eine Sühne, eine Entsühnung geben, und gerat* Ihre Kirche kennt so viele Gnadenmittel: 'Beichw Seelenmessen." „Für einen Gebannten gibt es feine Beichü werden feine Mellen gelesen, er steht außerhalb Gemernschast.. .^Mer mein Freund?'" ,.3$) bete für ihn....' sagte der GsstÜckL leise: „nur — Gottes 'Ratschluß ist auch dew Priester verborgen, wir dürfen unS nicht v«> messen in fein Walten einzugrnfen unb — da- Hei! der Seele, die sellge Ewigkeit ist toichkige» als leben oder sterben.. Ziehende WvlLrnschatten verdeckten die im Zenith stehende Sonne ich warf die erst halb auf- gerauchte Zigarette weg. ein Frösteln Ref den Rücken hinab, (Fortsetzung folgt.' ie W ta es folgten M, , den Krieger- vhs'm" und DOT tlei Eichen. 6tm 8 gab die üblich; fanb d^ B« u Jfon^ett LZ tzN Ü," Ansehnliche. Mag öS, l^n9tn. seich« Im E»'Ue7. ^enTuhe ^Ntotbem MW eine grvhe vH ^Selolge. ^ersoolichtch öcj Kolonnen' Erst. einen n Detlerau ree und der lang» tret Gegend eine ch aul den Dielet <1 meifrevj nm Dors- uni ein dm unlera ihr« Gesellscho!! »bach'.eten Sold- uch die verlhiede» Anal Diel aering« n Sompsalfel tf, trogen sich aha ernähren sich dop Spornen. Dr- lich lehr zO sundrn. Die -«» in jedem Äinln j?nb besuchte nrl jetzt völlig ebci-'t Hut teilen fitlU • r aus einem Jvt» n Wntergälte ad ti-enfchvan.l nlern an netto» besonders W lrusen axtQetro^ fo\ebet etngeffe- hier geblieben, h Dinttttzeit in te lgNU Die Arbeit m HrnftellaM ijuf die Sttrr Jahren jugettaj» übertrieben Iotä’ nmnd manche- ^ Sjl, aber abze>«° ch!e meines >■• ttan und-und- *3ci^ WZ 8^ Wchem Schass " k«. ich zözand. M » w di- D°M sluches^^!- ocht?' krnt^^'1 gyv Sünder F' !**fS -s Ä und «ä Sw* mef ■'*’ ... nto» Wa®w SchUS- SS Si$Ü S-Ss «« tun an ** za«"« , stärke von 220 Stolt ist »im beendet und bto 2hi6- wechielung der Deleuchtmigsbirnen erfolgt Drn Inhabern von elektrischen Bügeleisen wurde die Umänderung von der Ueberlandzentrale unentgeltlich auSgefühn. Wesentlich verbessert wurde die Straßenbeleuchtung in unserer Stadt durch die stärkere Strom Leitung, und sie wurde wiederholt abends von Mitgliedern des Stadtrats besichtigt, um etwa nötige Veränderungen der Drennstellen au veranlassen. Die Anordnung, daß jetzt sämtliche Straßenlaternen m der Witte der Straße angebracht sind, findet allgemeinen Anklang, weil dadurch der Schallen der Häuser auf den Straßen fast völlig verschwunden ist An Straßenenden und ©itabenfteujungen wird die Beleuchtung bis Tagesanbruch durchgeführt, was bei dem sehr ftaclen Verton ent* riebt zur Dahn morgen- früh unb dem ste.s wach enden Autoverkehr durch die Stadt unbedingt notwendig ist. Kreis Schotte«. I Gedern. 9. Febr. Die Evangelische DolkSgemellischast hi.li hier kur- hintereinander zwei Skrfammlungcn ab. 3m ^Deutschen Haus' sprach in der ersten Qkrfammhing Psarrer Schreiber, Mainz, über die Ausgaben einer evangelischen Partei gegenüber den schaffenden Ständen. Der Redner zeigte, wie in der gemeinschastsbildenden Kraft des Evange- liums die Möglichkeit liegt. In den Wirtschaft-- kämpfen der Gegenwart helfend und heilend ein» Äugicifen. Die Evangelische Volksgemeinschaft sei berufen den Gemeinschaltsgeist in die Familie, den Berus und das Wirtschaftsleben zu übertragen und so der sozialen Rot zu steuern. An den mit starkem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine wertvolle Aussprache. Am letzten Mittwoch sprach im Gasthaus .Zum kühlen Grund" in gut besuchter Versammlung Pfarrer Weidner. Ober-Lais, über daS Thema. .Luther als sozialer Reformer". An Beispielen zeigte der Redner, wie sich Luther für das Volk in feiner wirtschaftlichen Slot eingesetzt, wie er neben dem Glaubenskompf auch den sozialen Kamps geführt habe. Es bestehe kein Zweifel, daß durch Luther, insonderheit auch durch feine Bibelübersetzung und seinen Katechismus, christlich-soziale Gedanken sich im Volksleben Bahn gebrochen hätten, so dah Luther mit Recht auch ein sozialer Reformer genannt werden könne. Für die Evangelische Volksgemeinschaft fei darum Lutber im Kamps gegen die sozialen Mißstände Führer und Vorbild. Sluch an diesen Vortrag schloß sich eine rege Aussprache. ch Hartmannshain, 10. Febr. Die kleineren Molkereten im Osten des Vogelsberges find nicht besonders rentabel. Die von ihnen gezahlten Preise, die meist nur 16 Pf. pro Liter betragen, decken nicht die Erzeugung'kosten. Man will deshalb eine größere Zentralmolke- re i aus genossenschaftlicher Grundlage errichten Die Regierung hat ihre Mithilfe bei der Finanzierung zugesagt, lieber den Standort der neuen Molkerei ist man sich aber noch nicht einig Während viele den Bahnhof Hartmannkhain wünschen, sind andere für Gedern ober Grebenhain. KrciS Alsfeld. y Kirtorf, 10. Febr. Dieser Tage fand hier die erste Holzverfteigerung der Försterei Erbenhausen dcS ForstamteS Ätr« torf statt 3n Anbetracht des großen Bedarfs infolge dcS strengen WinterS war der Besuch lehr gut und die Preil« sehr hoch. Es kosteten i Raummeter Buchenscheit 46 vis 48 Mk.. Bu- chenkniippel 36 bis 38 Mk., Duchenstöcke 20 bi« 22 Mk.. Buchenreisig (6 Meters 10 biS 12 Mk., Eichenscheit. 4 Meter 30 bi« 32 Mk.. Eichenknüppel 25 bi« 27 SEI, Eichenstöcke 12 biS 14 Mk.. Kiefernlcheit 35 Mk., Kiefernknüv^el 24 bi« 25 Mk.. Kiesemstöcke 12 bis 14 SRI, Kiefern-Knüpnelreisig 8 bis 9 Mk. Birkenrundscheit 30 bis 35 Mk.. Birkenknüppel 32 Mk. Die Genehmigung der Sterfteigerung wurde erteilt. Preußen. Kreis Wetzlar ♦ Oberkleen, 10. Februar. Hier hat sich ein 2chü Yenverein ge < rundet, der sich die Pflege des Schießsportes zur Aufgabe machen will. Zum Vorsitzenden wurde Friedrich Haub. 3nm Sckieß- toert Wilhelm Schreier, zum Kassierer Wilhelm Löw und zum Schriftführer Wilhelm u u a d gewählt Zur Anlage eines Schießstandes hat die Gemeinde dem Verein am „Marienberg" ein Stück Gemeindegelände gegen eine geringe Pacht zur Verfügung gesellt. -Z- Stein darf. 10 Febr Ein tragischer U n g f ü tf 9 f a II ereignete sich hier gestern nachmittag. Der 42 Jahre alte Arbeiter Dietrich von hier überschritt beim Nnchhauseaehen von seiner Arbeitsstätte bei der Wetzlarer Eisenbahnbrücke die Lahn und brach auf der an dieser Stelle dünnen Fisschicht ein Der bedauernswerte Mann wurde von der starken ©trömuna mitgerissen, und trieb unter dem E i s weiter, so daß seine Rettung nicht möglich war. Die Leiche des Verun- glückten konnte bis zur Stunde noch nicht geborgen werden. Kreis Biedenkopf. △ Günterod, 10. Febr. Untere Gemeinde plant den Bau einer Wasserleitung und hat zur Zeit die Fassungsarbeiten auf dem Submifsionsweg ausgeschrieben.. Der Höhenlage deS Orte« wegen befürchtete man längere Zeit, die für eine Hochdruckleitung nötige Wasser- menge nicht beschaffen zu können, doch hat die schon in der Inflationszeit gefaßte Quelle trotz de« trodenen Sommers 1928 eine stets befriedigende Wafserinenge gegeben, fo daß man unter Hinzunahme einer zweiten Quelle getrost in die Zukunft schauen darf. So sehr der geplante Dau von den meisten Einwohnern begrüßt wird, können sich doch einzelne Bürger, die Besitzer eines eigenen Brunnens sind, nicht mit hem Plan befreunden und sie stellen sich resigniert beiseite, als in einer Bürgerversammlung öie Finanzierung der Fassungsarbeiten in Form 'iner monatlichen Umlage beschlossen wurde Das Klugzeug als neuestes Diebes -Objekt DSR. Darmstadt, 9. Febr. 3n der Rächt pnn 8. Februar haben zwei aus Karlsruhe zugereiste Burschen die Flugzeughalle der He frag erbrochen und versucht, sich in den Besitz eines Flugzeuges zu setzen, mit dem st« angeblich nach Afrika flüchten wollten. Durch die Wachsändert ?e. aaf Wache befindlichen Monteure mürben die Täler in ihrem Vorhaben gestört und konnten zunächst entkommen. Gestern ammtittag ist es der Kriminalpolizei gelungen, die Täter fest zu nehmen Beide waren im Der oberhchsche Arbeitsmarkt im Januar. Bericht des Arbeitsamtes Gießen. Eisenbahner zu vertreten hatte. 3m Jahre 1Ä2? übernahm Steinberg als Regierungsrat da« Referat bei der politischen Abteilung des Berliner Polizeipräsidiums. 3m April 1928 wurde er zum Polizeipräsidenten in Altona ernannt. Steinberg genießt den Ruf besonderer Tüchtigkeit. Der konjunkturelle Rückgang und die saison- mäßigen Einflüsse wirkten im Monat 3anuar 1929 zusammen, um eine weitere beträchtliche Verschlechterung der Gesamtlag e aus dem deutschen ArbeitSmarkt herbeizuführen. Dadurch kam ein Spannungs- verhältniS zwischen Angebot in Arbeitskräften und Rachsrage nach solchen zustande, das sich nur wenig von dem des Krisenjahres 1926/27 unterscheidet. Diese Entwicklung war um so nachteiliger, als sie in außerordentlich raschem Tempo vor sich gegangen ist. Der konjunkturelle Rückgang sand bei fast allen Industriezweigen seinen Ausdruck. 3m 3anuar verschlechterte sich im Bezirk des Arbeitsamts Sieben insbelondere der Beschäftigungsgrad in der Metallverarbeitung. 3n der Land- und Forstwirtschaft nahm die Zahl der Arbeitslosen durch die llngunft bet Witterung im Verhältnis zum Dormo,rat u m 148Prozent zu. Das leng: anhaltende Frost- weiter, sowie erneuter starker Schneefall bebing- Die Abteilung Berufsberatung. zum Teil noch im Aufbau begriffen, findet von allen interessierten Kreisen Anerkennung und Unterstützung. Besonders auch die Zusammenarbeit mit der Schule kann als sehr zufriedenstellend bezeichnet werden. Das ist um so bemerkenswerter, da cs sich um freiwillige Mit- und Mehrarbeit der Lehrerschaft handelt. Trotz spätester, früher nicht möglicher Hinausgabe der Schülerpersonalbogen an die (Ent- lassungsklassen des ganzen Arbeitsamtsbezirks find schon über 1000 meist lehr gut ausgcstillter Bogen an die Berufsberatung zurückgekommen, wodurch bi? Beratungen ratsuchender Ähüler außerordcnv lich erleichtert werden. Die schul- und in gewissen tfnileii spczialärztlichen Untersuchungen der vor der Berufswahl stehenden Schüler sind vorläufig noch ein Problem, dos baldigst gelost werden muß und wird. Die Kostenfrage dieser nötigen ärztlichen Untersuchungen zur Feststellung der körperlichen Berufseignung geht die Gemeinden im Interesse ihrer Bürgcrkinder, sowie die Sozialversicherungsträger im gleichen Maße au. rtctensgtiedzrung der* gsempfdngen in der&beitslosenurrterscüfjung AM 153ANUAP 1929 im ßtijirk des /frbeixsamts {fassen' MiVfNUCH WE.'BtKH MXniiKH '.W.'V.KH 279 69 853 107 39 4 BIS 18 0AHRE 18-21 JAHRE we»uw mXwlich • wiwuei ►ti.wjcx •wtej.v- MÄNNLICH 3873 21-4S3AHPC 1072 «3 229 14 45-60 JAHRE ÜBE0 60.^^; len die Stillegung bet Steinbrüche und zahlreicher Betriebe der Raturftcinindustrie, waS eine Steigerung der Arbeitslose n z a h 1 um 2 4 9 Pr 0 z. (zum Vormonat) verursachte. 3m Holzgewerbe war infolge des Rückgangs der Beschäftigung ein Zugang an Arbeitslosen von 45 Prozent zu verzeichnen. Das Bekleidungsgewerbe weist durch die ungünstige wirtschaftliche Lage bei den Männern eine Zunahme von 69 Prozent, und den Frauen eine solche von 48 Prozent auf. Der Beschäftigungsgrad im Baugewerbe (77 Prozent Arbeitslose mehr als im Vormonat) wie auch in der Lohnarbeit wechselnder Art (75 Prozent Arbeitslose mehr al« im Vormonat) war begreiflicherweise weiter rückläufig. Die Altersgliederung der Arbeitsloscnunter- stützungsempfängcr am 15. Januar 1929 (Stichtag) wird im obenstehendem Schaubild gezeigt Den Ä Anteil hat die Altersstufe von 21 bis 45 da diese Altersklasse die größte Zeitspanne umfaßt. 3m Folgenden geben wir eine Uebersicht über die Unterstützungsempfänger nach Lohn- Haffen gegliedert. (Stichtag 15 Januar 1929) Lohnklaffe Hauptunterstützurig wöchentlich Mark männlich weiblich 1 6 — 50 46 2 7,80 89 58 3 8,80 1.61 155 4 9,87 480 217 5 10,80 770 98 ß 13,20 1180 70 7 14 63 1032 13 8 15,75 952 4 9 17,85 836 3 10 19,95 358 2 11 22,05 413 1 Durch die ungünstige Arbeitsmarltlage war auch ein Rückgang in der Arbeitsvermittlung tm Bcricht:monat zu verzeichnen. Insgesamt wurden 320 männliche und 147 weibliche, zusammen 467 Arbeitsuchende vermittelt. 3m Monat 3anuar wurde die Berussbera' tung von 61 männlichen Ralsuchendeir 81 mal in Anspruch genommen, von denen 23 in Gießen wohnen. Liese 61 Schüler hatten 22 verschiedene Derusswünsche. Der Berufswunsch. Kaufmann zu werden, kam am häufigsten vor. Tie nächst- größte Anzahl Ratfuchmder hatte überhaupt keinen bestimmten Berufswunsch. Dann kamen in folgenbet Reihenfolge die Derufswünsche: Elektriker, Friseur. Autoschlosser, Weißbinder, Schreiner. Dreher. 55 Ratsuchende waren Volks' schüler. 6 Schuler höherer Lehranstalten^ vier waren Kriegerwoisen, 5 Halbwaisen imd einer Vollwaise. Offene Lehrstellen wurden 37 angemelbet, davon 37 von Arbeiigebern in Gießen. Die angemeldeten Lehrstellen verteilten sich auf 23 verschiedene Berufe. Schlosser-, Dreher- und Schneiderlehrlinge wurden am meisten angefordert. Vermittelt wurden endgültig 5 Derufsanwärter; eine Anzahl von Vermittlungen stehen noch aus. da es sich um auswärtige Lehrstellen handelt. Reben der Diskrepanz zwischen Brrusswünschen, Tauglichkeit und offenen Lehrstellen spielt vor allem die große Entfernung letzterer von den Wohnorten der Berufs suchenden eine große Rolle in der noch geringen Anzahl von Vermittlungen. Die Berufsberatung wurde auch von 29 weiblichen Ratsuchenden 36mal in Anspruch genommen. von denen 7 von auswärts kamen. Diese 29 hatten acht verschiedene Derusswünsche. Am meisten begehrt waren die kaufmännischen Berufe und unter diesen vor allem der der Verkäuferin. Die nächstgrößte Anzahl Ratsuchender äußerten keinen bestimmten 'Beruf«Wunsch. Unter den ratsuchenden Mädchen waren auch einige ältere im elterlichen Haushalt tätige, die itnn in eine Beruf sieh re eintreten wollen. 27 kamen au« Volksschulen und 2 aus höheren Lehranstalten, 2 waren Kriegerwaifen und 4 Hcllb Waisen. Offene Lehrstellen für Mädchen wurden 15 angemeldet, davon 4 von auswärts. Die an- aemelbcten Lehrstellen reri ilen sich auf 6 verschiedene Berufe. Am meisten gesucht sind Verkäuferinnen. Besitz von scharf geladenen Armoepistoltzn und einer Leuchtpistole sowie Leuchtpatronen. Die Pistolen haben sie sich in Karlsruhe mittels Einbruchs artgeeignet. Es handelt sich um zwei Abenteurer, die ihre in Karlsruhe wohnenden Eltern ziel- und zwecklos verlasscn hiben. Oer Ballon ^Darmstadt" entflogen. DSR. Darmstadt, 10. Febr. Der CB allen ,Darmstadt" der Technischen Hochschule, der am Mittwoch zu einer meteorologischen Fahrt aufgestiegen war. wurde am heutigen Sonntagvormittag zu einem zweiten meteorologischen Aufstieg gefüllt AIS die mit Sandsäcken belastete und von der Mannschaft gehaltene Hülle etwa zur Hälfte unter Gas stand, setzte unerwartet ein heftiger Böen stvß ein, der den Ballon au« dem Retz riß und entführte. Die starken Retzriemen zerrissene der Winddruck auf die heftig flatternde Hülle gestattete nicht, die Reihleii« zu ziehen. Der Ballon trieb in südöstlicher Richtung ab. Die Gendarmcriestationen und der Rundsunt wurden sofort verständigt, um die Auffindung zu erleichtern. Der Sa Hon dürfte etwa 9000 Meter Höhe erreichen, so dah ein weiter Abtrieb befürchtet wird. Ein zweiter Brand bei Opel. DSR. Rüsselsheim, 9. Febr. Außer dem schon belichteten Brand de« Allmaterialschup- pens wurden die O p e l w e r k e am Donticrötag noch von einem zweiten Brand heimgesucht. Kaum war die Fabrikfeuerwehr an die Brand- bekämpfung des Al tmatericllsch Uppens heran- gegangen, als bekannt wurde, daß mitten in der Fabrik in der Fa h r r a d sch le i f e rei Feuer ausgebrochen fei. Von einer Schleff- maschtne abspringende Funken trafen am Boden auf öl- und benzingetränkt« Putzwolle, wo fie reichlich Rahrung sanden und mit unheimlicher Schnelligkeit auf die in dem Raum zu Reini- gungszwecken umherstehenden Dezinbehäller überzugreifen drohtem Da die Fabrikfeuerwehr von dem brennenden Alimaterialschuppen nicht ab- kommen konnte, mußte dem Brand mit Mini- marapparaten zu Leibe gegangen werden, und nur mit großer Mühe gelang es. des Feuers Herr zu werden. Der entstandene Schaden ist beträchtlich. Oie Grippe in Frankfurt. WSR. Frankfurt a. M., 10. Febr. Die Grippe in Frankfurt nimmt einen immer größeren Umfang an. Weitere Schulen müssen zu Behelfskranken- Häusern umgctoanMt werden. Der Bettende stand der Stadt Frankfurt ist erschöpft, und von auswärts nruh Pflegepersonal herangezogen werden. Die Transportmannschaften können nur mit größter Hingabe an ihren schweren Dienst die Massentransporte bewältigen. Die gesamte Frankfurter Aerzteschaft muß sich dem Kamps gegen die Grippe widmen. Oer neue Frankfurter Polizeipräsident. WSR Frankfurt a. W 9. Febr. Als Aach folger, des vor kurzem verstorbenen Polizeipräsidenten Zimmermann ist, wie die „ Frkft. Ztg" erfährt, der geaentoärltge Polizeipräsident von Altona, Steinberg, in Aussicht genommen. Steinberg gehört der Sozia-demotralischen Partei an. Gr ist aus der Gewerkschaftsbewegung hervvrgegangen. Dis 1918 war er Gauleiter des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter und wurde später Vorstandsmitglied des Deutschen Eisenbahnerverbandes. 3n dieser Eigenschaft ist Steinberg im Ruhrkampf hervorgetreten, wo er die 3nteresten her schwerbetroffenen ®ert-hiRflH68ne 6 «lass, 32. Preubisch.ESdd,vqche (258. Pttuß.) «lüsten.Lotterte Ohne Gewahr Nachdruck verboten Aus jede gezogen« «immer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer uef bk Los» gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 1. gfobunflstflfl 8. Februar 1929 In der Bormtttagsziebvng wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 ettohrtM |U 1UUOO ®l 186165 2 ♦»tt.tnn« tt> 5000 W. 60881 8 r» 3000 W. 80069 269619 370690 347888 16 (Mptnut au 2000 W. 20743 29558 81119 81671 161891 186439 229447 389350 18 »ctmnne vn 1000 '•Hl. 35856 99205 155714 159623 200137 258713 265218 295529 384800 80 »«Dinnt |0 500 -Hl 16576 1 864 7 2 3061 32'98 32495 53380 57921 59884 61685 64'69 77241 83643 89386 118101 126753 140269 159661 16753$ 18'324 203136 208195 226196 228027 240171 240333 244278 249947 254949 255684 2565'9 262632 270840 277956 279079 281851 287040 291 >98 292391 330629 331006 331173 338681 34I698 350085 389609 218 tk-to-nnr *u 300 qu 1304 4215 10959 15286 16040 18316 18660 26872 28589 33363 42549 44417 45562 4"519 53000 62011 67725 72084 74430 79667 80254 8308' 86850 87816 100048 102842 105454 110339 117971 120108 120671 124448 128957 130454 130567 134'51 135627 142819 143561 148348 156143 162809 166936 173596 175230 186471 20'938 206578 2'3948 215399 2*6794 217845 2'8882 22"59 22'482 223774 227125 227365 228991 235027 235067 237295 242404 247589 257518 257852 258682 259681 266.361 271464 278467 281639 293427 297056 306633 312760 316251 316310 316569 316837 326227 326298 326471 327426 331826 334925 333532 337339 342870 344'01 345974 347653 351953 352355 354840 355(124 360523 362807 375070 376983 379254 379879 382903 383933 386665 390155 391858 398165 398804 3n t>ci Rachinillagsziebvna worden Gewinn« über I5U M. gezogen 2 ,o 10000 W 21291 4 ©ro:>.ne 5000 W 277641 342375 4 go 3000 TL 98400 190083 8 ^tetnne su 2000 9382 147239 15174t 237640 14 »eertnnv >u 1000 ®L 40377 94019 106275 281635 254849 268871 297057 62 e»einn<. ,u 500 M. 291» 6320 22686 34579 6'1753 82078 122870 128766 149008 174 "2 179321 182234 183845 186773 204232 21794g 24»922 259647 282275 287747 288447 304524 311488 322803 350841 351103 353029 363723 366232 380522 397636 188 »viDtnrie « 300 TI. 2098 3M1 6465 11167 13176 15325 28206 29922 32696 33492 45'37 50217 53173 68685 74332 76535 77470 94100 96193 100'84 100936 102295 105.376 105703 105772 108191 11'916 112432 115862 117854 116567 118679 119076 129334 129704 134341 136851 136871 140281 14'084 141679 146648 180181 164282 172075 172601 173943 176404 177781 184480 198'43 204273 204821 206672 213851 216460 217342 222130 2275'2 229626 230397 237936 238091 239865 241773 244478 247636 247825 248344 257948 261528 263540 264520 276630 280609 295505 309623 322493 324921 333'17 3333'2 340031 342397 343280 34 4 2:33 350357 3516'6 365514 366389 373078 382612 394721 396747 398065 Im Aeuitnnrubf verblieben 2 Prämien zu 500000 i Gewinne zu 500000, 2 zu 306000. 2 ,u 21**100, 2 zu iOUOOO. 4 zu 75OUO, 6 zu 50UO0, 14 zu 25060 86 zu 100U0, IM zu 5000, 438 zu 3000. 776 zu 2gU0. 1668 zu 1000, 4448 zu 500, 11594 zu 300 Mk. Gewinnonrzug 6 Klasse 32. Preuhllch-Sübde-tschn (25b. Preotz.) Klasien-Lolteri« Dbne Gewähr Nachdruck verbot« Aus lebe gezogene Nummer find zwei gleich Hobe Eewinne gesaüen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer tu den beiden Abteilungen I und II 2. Ziebungstag 9. Februar 1929 3n der Donnstlagszkebung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 feWiaae io 5000 TL 111100 6 fferoinne ,» 3000 TL 54599 191498 279278 18 ©rtrtnne >n 2000 M. 81792 175750 177384 188480 220580 302845 334590 388484 391176 28 «fWinne .4 1000 TI. 57994 58178 98175 135592 144950 146953 1660'8 225751 254127 303516 320372 359482 378973 379247 100 »etotnne |n 600 mi. 8809 13692 13723 14826 41483 46952 59388 71315 76797 8'837 89'66 111577 120493 129487 130659 140023 151076 168631 178351 181873 182825 1849'9 194571 202111 227660 228572 228806 237^75 240096 244541 255416 259162 263188 281992 283545 292303 293626 318656 328974 337553 341276 342581 358829 360440 367494 368146 36827t 389162 390500 393801 238 ezto. xx, ic 300 M 868 3371 4735 6717 1105t 213.32 22421 26788 27912 31027 34533 35911 38443 41449 49859 53513 57486 62318 67182 70863 70884 70945 71417 83764 86369 83731 98262 99572 104769 106837 109673 116883 117869 119677 128416 128543 129638 129953 132037 132308 132543 134848 136214 141260 142277 146960 149218 160116 162365 166155 165445 156322 157040 167940 160635 174914 181146 181833 182492 183624 184305 185465 187472 188867 192754 198847 199538 215802 217826 221026 221667 222758 223296 223613 225670 235192 241834 245388 248574 263001 264126 262216 289684 274603 280686 283108 284560 290078 290922 291809 301728 302381 302696 308652 315893 317019 322066 323422 32484k 329298 332793 336729 345092 348049 360894 351683 352859 356383 367066 369298 37'466 373605 376602 378064 391994 395365 396940 399863 399962 dn der Nachmtttagsziebung wurde« Gewinne über 150 M. gezogen 4 m 10000 et 126800 130832 10 «roitiiK ge 3000 «L 18630 146139 16774« 202606 316647 20 eetoinn« »u 2000 TL 88289 105717 128599 130381 193274 216990 241292 303655 329039 339317 175179 373660 178'08 202986 283607 303396 357585 380481 34 •cfcrtui« »0 1000 M. 4441 7166 24175 28318 30720 119970 123402 157136 160960 ------ 138116 185169 208082 288461 297757 367467 397381 142380 193228 226890 289190 298035 369546 143759 200798 233771 292502 322085 374153 120964 161543 205004 268950 295198 360770 394030 86 eeWuwt ru 500 =SL 5059 42890 88526 114407 ------ ------ ----- 168702 202862 265345 294928 343540 383806 102324 152475 200861 244940 292520 328054 382106 59612 126229 163693 199554 229301 237891 265307 287095 309279 328353 380647 389777 138'84 176735 216066 230949 252945 273968 301787 3'7557 348122 378117 131334 173072 213340 229196 249'67 273048 297030 313556 338786 370269 110671 146498 197066 227853 234762 257833 285280 307986 .328660 354608 387057 130254 169976 202480 229.136 247891 272101 292I87 311777 337708 384872 388238 162 •»totnne ja 300 ©L 1807 12737 12929 14922 *7946 28958 31061 46286 46520 60776 52746 —60777 95828 72789 83228 93959 99792 145038 182996 224'08 232416 353209 283496 307470 326407 363876 384821 3m ®erotnnrabf verblieben 2 Prämien zv 900000 2 Gewinne zu 900000, 2 zu 300000, 2 zu 200000 2 zu 100000. 4 zu 75000. 6 zu 50000. 14 zu 25000 82 zu 10000, 162 zu 5000. 422 zu 3000. 738 xu 2000 1606 1* 1000 *362 zv 500, Ul9* zu 300 Mk. 4 < i $r6,5 3,25 2,4 - ■ Bergmann - - . ÜrletB etrfrruneee. Lickt uäD Kraft ,feiten 4 «utnemime ®cl. f . (Bette Untere. (Xi mb Elektr «Serie »idein Elektr Schief, (geht Sdiuden Sternen« 6 HalSv . ZiaiiftoMo . . Lahmever S ®».. . Bo derer - • Deutsche Ct»M . . iSiiener StemtoVe « lieitreHnbeun . . varoener . - . Ooeidi Lite». . . . 5l|t Bergbau . . . »lücknerweik« . . • Soln-Neueilen. « TOcnntimana 121 299 1 122.• 5 >»9,25 140 25 234.5 >46,75 272,25 169,5 165,65 1,9.13 129,25 ■05,5 87,4 53,9 : 53,95 8 . 8 10 e io io 12 218 10»,5 123,9 157 II -1,-5 I 139 I » 196,25 272.2» 169 165 169 129,5 801,5 Z 2 54,1 13,73 166 16.,5 129 04 87,5 54 13,8 . . 8 ... 9 e . SO . . SO ... 6 . . 10 , . . SO , . . . 9 , . . 10 . . . s , , , 12 ,o..8 , . . 10 , . . . 5 , . . . 6 n 3 4 3 * , » *2: 5 »5 HL Ai k 0 v ?I I TOcidfelbei ..... CbetfcMef Essrev Bebetf . ebericklei kotaroette Tbüittz Bergbau ^betmiche Sraunlcbiea tiheiuslldi f. % 3« «febett Meurau . . Berecntgie Siabl». - - . Viani Minen . . »alt flicbertiebea . . » Kafl «Sefteregeln . , . Kaliwerk Salibertnttl .1 1» vaibe.:-, »CruB» Sonamti 'Jtärtl . . . SdieiDeanÜalt . . ■ « * »oldfchmivt . . • • e Kütger«werte . . • • . MetnNofieMchM . . 6% Dt eetrtnanieibr ' 1927 Di. em üdtof -Lchulr mit ÄUL lo>.Rechten L«gl ebne Aurich.-Rechte 7% fitanH hyo -Bk Koldvi an kvnvdar trti 1932 *H% Rbetniiche Hvv.-Bmil Liga Guldvi K.S i# adg Borknegs-ObUgation cüctiabfbffl 1932 4% schwel- Sunvesb.-ÄM. 4% Ceftenetditidie «olDtte. «,20% Otten Silberrte 1% Lelterrelch etnbcttl Rkr 4% Ungarildjf ®i>!6tte «% llnganichf Staotei • 1910 oe#6l von 1913 4% Ungarische Ktoncnrle. «% lud ZoNmNeide o 1911 4% lürtildR «agvavbadn-Änl. Serie I «% veSgl Serie II 4% Rumänen conoeti title. iH% Rumänen «oldanl aea 1913 4110 DeuNchr tilien'.aljn Oambutg.inmenlü Solei öamb-eübam DomnUch- panfa lampffditlf Korddeutfchee VlotJt ällg Deutsche UrevtianN. . Barmei Bankverein Berltnet Hanoel-geiellsch ilommerz- und Privat-BMik Etrmfi u Rational batik Eei'tfdjf Bank EKlonto-dtelelfldid: ÄRi. • Lrest-nrr Bank - - vtirtrldeutfchf CrebUd«! . tUldUxml ...... Dirisch-kl. Oer Geldmarkt nach der Londoner Diskonterhöhung. Die leichte ölltimoänspannung am Geldmarkt, die zu einer verhällnismähig geringen Steigerung der GeldsShe geführt hatte, lieh erwarten, dah sie bald wieder abgelöst werden würde. Dies ist jedoch nicht in dem erwarteten Um« fange der Fall gewesen, sondern die Ultimo» anspannung hat etwas länger angehalten, als man annehmen zu müssen glaubte. Der Ausweis der Reichsbank vom 31. 3anuar zeigte zwar nur eine geringe Zunahme des Wechselbestandes um rund 225 Mill. Mk., doch zeigt die erheb» liche Verminderung der Girogelder um 360 Mill. Mark, dah sich auch die Banken an der Finanzierung des Ultimo in starkem Umfange beteiligt haben. Die dann in der Berich tswochr wie» der eingetretene Verbilligung der Geldsahe ist geringfügiger Rcttur. Der Markt für Privat» dislonten stand vornehmlich b-i wechselndem An» gebot und Rachfrage unter der Wirkung des Angebots groher Posten von Reichswechseln. Der plötzliche Geldbedarf des Reichsfinanzministeriums ist angesichts der großen Einkünfte aus den Steuerzahlungen im Januar recht auffällig. Die Hoffnung auf eine abermalige Berliner Diskontermähigung ist durch die Erhöhung deS Londoner Diskonts vorläufig als hinfällig zu bezeichnen. 3n Berliner Dankkreisen ist man der Ansicht, dah jetzt in finanziellen Dingen gröht« Vorsicht geboten ist. Man muh berück» sichtigen, dah in den letzten Wochen, also in einer Zeit, wo der Londoner Diskontsatz noch nicht erhöht war, bereits ziemlich erhebliche Abflüsse ausländischer Gelder eingesetzt hatten. Man schätzt den Betrag auf etwa 100 bis 120 Mill. Ml. Die Folge dieser ausländischen Geldabflüsse zeigt sich bei der Kursstellung für Devisen, insbesondere bei dem Dollar, der bei einem Preise von etwas über 4,215 Mk. liegt und damit gegenüber der Mark den Goldpunkt fast erreicht hat. Von große- ren Kündigungen ausländischer Gelder kann bisher nicht gesprochen werden, aber die deutschen Danken prolongieren zu den Sähen, die das Ausland bietet, nicht mehr, sondern zahlen zurück, zumal die Ausländer wenig Reigung zeigen, ihre Zinsforderungen zu ermäßigen. Das liegt daran, daß die Zinsspanne gegenüber dem Auslande erheblich kleiner geworden ist, und da unsere kurzfristige Auslandverschuldung gegenwärtig sehr hoch ist, so ist höchste Vorsicht am Platze. Hinzu kommt, dah die Entscheidung in Reuyork noch nicht gefallen ist. Der am kommenden Montag stattfindenden Sitzung des Federal Reserve Boards, in der eine weitere Erklärung zur Frage des amerikanischen Diskonts abgegeben werden soll, sieht man auch hier mit größter Spannung entgegen, denn eine Erhöhung auch des Reu» •jjtjUuiu von mann ■ . OetBdbeiger temrU . . tene*t »atinaei . . . $4trt t Freitag Sdmltbeti Datzenvofa . CBwerfe - • • Ber. »laniBoft . . . ©embetfl . . ° gellftoff BoIbM . . geflltofl Äldtarfenlmta . ( €>en(igmft«M . * . < Iutigban» - « • • < erdimctfe . . • • , i7criiiturfi®CTte . . TOüig . • e Sefartulmet ...» Peter« Unton . « • »ebt Noe bet . . • Voigt » taefhtet . . €56 tu Zucka ■ • • 2'8,25 ; 141.1» 235.25 146,65 210 224,75 374,5 151,5 166,75 81,5 | 12b.5 i 127 180.5 121 2lb,5 106,25 120 ■ DiermiUionen-Etat in Wetzlar WSR. Wetzlar, 10. Febr. Obwohl die bekannten Vorgänge in der Stadt Wetzlar, die Prüfung der Finanzlage durch eine Regierungs» kommission und die heftige Kritik der Bürgerschaft und der Fraktionen die Stadtverwaltung zu äußerster Sparsamkeit veranlaßt Ija&cn, ift es nicht zu vermeiden, daß der Etat der S t ad t Wetzlar für 1929 um rund 140 000 QIC f. höher ist als der vorjährige. Der neue Etat schließt mit einer Endsumme von 4845685 Mark ab. Die Erhöhungen sind größtenteils zwangsläufig durch vermehrten Zinsendienst, höhere Ausgaben für Wohlfahrtspflege und Er- wcrbslosensürsorge, sowie für Schulzwecke. De- lanntlich ist das Wetzlarer Lyzeum zum Oberlyzeum ausgebaut worden, so daß die ®inrid)» tung einer neuen Obrrklasse zu Ostern praktisch wird. Weiter geht mit dem 1. April die m-her in der Regie der Industrie- und ndels- kammer befindliche kaufmännische Berufs mule an die Stadt über und erscheint erstmalig mit rund 16 000 Ml. im Etat. Das Gcwerbesteuersoll steht mit 650 000 Mk. im Etat. Es ist daher anzunehmen. dah die Deckungssrage kaum wesentlich anders gelöst wird als im Vorjahr, wo die Kommune 625 Proz. Zuschlag zur Gewerbe- ertrager Vorstellung ist für die Mainzer Kinderhilfe be- timmt. FrmiAlurl a. TO | schlutz- I-Uhr» Letzte Nachrichten. Drei Todesopfer eines Gasrohrbruchs infolge der Kälte. Neu-Isenburg. 11. Jcbr. (IDIB. Drahl- meldung.) Durch den starken Frost ereignete sich in der vergangenen Nacht in Reu-Isenburg ein folgenschwerer Gagrohrbruch. Das ausströnikndc Gas drang in dem Hause am Marktplatz (Ttfci Kronengasse" ein, wo die Familie Späth, bei stehend aus drei Personen, den Tod durch Gasvergiftung erlitt. Liu weiterer Vewolnc muhte mit schweren VergiftungLerscheinungen In- ücankevhaus gebracht werden. Ob noch rociim1 Personen in Mitleidenschaft gezogen wo-den sind, konnte bisher noch nicht in Erfahrung gebracht werden. Die Bruchstelle ist trotz eifr’acn Suchens bisher noch nicht aufgefunden worden Oie Breslauer Wilhelmbrücke gesprunaen. Breslau. 11.Febr. (IDIB. Funkspruch.) 3n den frühen Morgenstunden wurde eine mächtige Detonation wahrgenommen. Infolge der großen Kälte — etwa minus 30 Grad — ist die Breslauer Ivilhelmbrucke in ihrer vollen Breite gesprungen. Unmittelbar am Ufer ist ein Etwa drei Zentimeter breiter Riß wahrzunehmen, der von dem einen Geländer bis zum anderen führt. Der Fährverkehr ist für die Drucke gesperrt worden, da erst Feststellungen gemacht' werden muffen, ob auch die Konstruktion gelitten hat. Jür den Fußgängerverkehr rojt^ Prücke noch offen gehalten. • Die amtliche Großhandelsindex, ziff er. Tie auf den Stichtag des 6. Februar berechnete GroßhandelLindexziffcr des Statistischen Rcichsarntes hat mit 138,9 gegenüber der Vorwoche (138,6) um 0.2 v. H. angezogen. Von den Hauptgruppcn ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,5 v. H. auf 132.2 (131.5) und die Indexziffer für Kolonialwaren um 0,2 v. H. auf 125,5 (123,2) gestiegen. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist mit 133,7 (133,8) und diejenige für industrielle Fertigwaren mit 153,3 (158,5) leicht zurückgegangen. • Lieberzeichnung der Leipziger Stadtanleihe. Wie WTD.-Handelsdienst hort, ist die zur Zeichnung aufgelegte Leipziger Stadtanleihe von 1929 wegen erheblicher lieber- zeichnung vorzeitig geschlossen worden. * Bevorstehender Zusammenschluß in der Frankfurter Hausschuhindustrie. Drei Firmen der Frankfurter Hausschuhindustrie, und -war die Golo Schuhfabrik A.-G. und die beiden bereits durch Interessengemeinschaft verbundenen Firmen I. L C. A. Schneider und Adler & Reumann, stehen vor dem Abschluß eine- Jnteressengemeinscha, tsvertrages, worüber folgendes mit-eteilt wird: Der Tendenz und den Bedürfnissen der Zeit Rechnung tragend, haben diese Firmen sich entschlossen, eine Verständigung zu erzielen, über deren konkretere Formen Mitteilungen heute noch nicht gemacht werden können. Soviel steht fest, daß die Firmen unter vollster Wahrung ihrer Selbständigkeit weiterarbeiten werden. In der Verwaltung der Golo tritt insofern eine Aenderung ein, als der um die Entwicklung der gesamten deutschen Haus» schuhindustrie und besonders der Gesellschaft verdiente Generaldirektor Ludwig Heilbronn ausscheidet. • Di« Fortschritte in der südwest - deutschen Gruppengasversorgung. Die Stadt Karlsruhe ist der zwischen der Frankfurter Gasgesellschaft und der Stadt Mannheim bestehenden Interessengemeinschaft zu gemeinsamem Vorgehen in Fragen der Gasversorgung nach Maßgabe des ab eschlossenen Vertrages beigetreten. Sie beteiligt sich als Gesellschafterin an der Südwestdeutschen Ga-5 A.-G.. Frankfurt a. M,. durch ölebernahrne von Aktien dieser Gesellschaft im Betrage von 10 Prozent, jedoch im Höchstmaß von 100 000 Mk. Ein Viertel des Reinbetrages der übernommenen Aktien ist sofort einzuzahlen. Der Bürgerausschuß der Stadt Karlsruhe wird sich in seiner nächsten Sitzung mit einer ents pvechenden stadträtlichen Vorlage zu befassen haben. • Fuchs-Waggon-D. -G., Heidelberg — Zusammenlegung 10:1. Der vom Gericht bestellte Gläubigerausschuß unter Vorsitz der Dertrauensperson A. Reiser, ist am 6. Februar zusammengetreten und hat sich mit kern Dergleichsvorschlag, den die Firma ihren Gläubigern machte, besaht. Danach werden Gläubiger. Deren Forderung nicht mehr als 300 Mk. beträgt, in vier Wochen nach rechtskräftiger Bestätigung des Vergleichs voll ausbezahlt, Gläubiger von mehr a^ 300 bis 1000 Mk. erhalten ihre Forderungen voll In vier Raten, Gläubiger mit über 1000 Mk. erhalten 50 Prozent ihrer Forderungen unter Verzicht auf den Rest. Die Zahlung der 50 Prozent erfolgt in vier Raten: am 1. Juli und 1. Oktober 1929, und 1. Januar und 1. April 1930. Sollt« der Firma bis zum 5. März ein neuer Kredit in Höh« von 1,2 Will. Mark zur Verfügung gestellt werden, so wird der Vergleich hinfällig. Cs ist an eine Zusammenlegung des Aktienkapitals im Verhältnis von 10:1 gedacht mit nachfolgender Wieder- erhöhung. Die Einberufung der außerordentlichen Generalversammlung steht mit dieser Tagesordnung bevor. Frankfurter Börse- Frankfurt, a.M., 11.Febr. Tendenz: zurückhaltend. Die Börse stand zum Wochenbeginn unter dem Einfluß der yeute beginnenden Repara - tionsoerhandlungen. Die Börse zeigte ein säst völlig verändertes Bild, und die Spekulation nahm bei ihrer starken Reserviertheit fast keine Deckungen vor, da auch von einer Bcteil.gung der Privatkundschaft, sowie des Auslandes am Börsengeschäft nichts zu bemerken war. Der weiter flüssige Geldmarkt, sowie bie Entlastung des Reichsbank- Instituts wurden daher kaum beachtet. Gegenüber den Schlußkursen vom Samstag gingen die Verluste nur in Ausnahmefällen über 1,5 v. S). hinaus. So waren am Kalimarkt Westeregeln mit minus 7,5 v. -. stark angeboten, da hier die Kaliabsatzschätzungen für den Februar erheblich hinter der des gleichen Monats des vorigen Jahres zurückblicben. Stark unter dem Druck der allgemein schlechten Lage hatten vor allem Reiche bank, mit minus 5 0.5). zu leiden. Bei den übrigen Bankwerten blieben die Kursveränderungen gering. Metallbank konnten sich . sogar gut behaupten, und Oesterreichische Kredit- anstatt lagen etwas gebessert. Am Chemiemarkt eröffneten Farben 1 v. H., Scheideanstalt und Goldschmidt 2 d. $)■ niedriger. Am Elettromarkt waren die Umsätze ebenfalls "äußerst gering. A. E. G. und Schlickert blieben knapp gelitten. Licht & Kraft, Siemens bis 1L v. H. schwächer. Die Kursveränderun gen hielten sich am Montanmarkt bei den wenigen zustande gekommenen Abschlüssen in engen Grenzen. Für Rheinstahl machte sich bei gut behaupteten Kursen einiges Interesse geltend. Renten ebenfalls still. Deutsche Anleihen uneinheitlich. Im Verlaufe blieb das ©efdläft äußerst still, und bei gleichzeitiger Lustlosigkeit traten weitere Rückgänge bis zu 1,5 d. 5). । ein. Besonders Kaliwerte lagen gedrückt und verloren erneut bis etwa 2^5 v. H. Reichsbank konnten sich dagegen auf Rückkäufe von Bankseite um 1,5 o.ch. bessern. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 4 d H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2148, gegen Pfund 20,455, London gegen Kabel 4,8540, gegen Paris 124,30, gegen Mailand 92,75, gegen Madrid 31,00, gegen Holland 12,12. Frankfurter Getreidebörse Frankfurt a. M, 11. Febr. Der Produk- tenmarkt verkehrte heute zum Wochenbeginn in 12?,9 121,25 140,5 238,25 i 197,75 ; 190,25 274 i Berlin Sd>.u|} i Uniang fi'jrs i Aur» 9. 2. | 11.2. jl25,75 126,6 132 120 215.5 1U6 208,25 ‘-wo.i 165 163,75 Berlin, :. Februar ftrantöiüctic Jioteii öollänbNÄr Noten ...... 16,47 i6,»5 l *>8,2-5 tb8,91 Stafienifilx Noten . . . - > 25,03 23,11 Norwegische Roten - _ . . • T-em'ch-Qeftrrr. - iflo ftnrsm 111,98 59,03 112.42 59,30 Rumänische Noten 2,51 l.&> Schwedische Noten . . . 112,33 112,77 Schmetter Noten ..... 60,8.' 81.81 Sdänische Noten..... . 66,116 66,34 rschcchollowaltsche Notro . 12,43 18,49 nnaarUche Noten 73 Iss 73,48 ^roufchirt a. TO Berit» Sd)lufe>i Kurs , 1 Uhr- fiur» Schutz Äurs »wfang tun 9.2 1 11 2. 9. 2 11. 2. — — 12->,5 —— 136 — * — — ■ IJO.fi 129 181 — — — 285.5 2ss4 — — 243,7-5 242 43..5 432,5 - — 408 41 257 — 257 256,25 t»8,5 —— 18ti — — 126.5 18u 21o,5 215 _ — 58 57,5 _ — 53.25 53 37,65 —- 57,5 —- — 211 220,15 •• 11 * — 90,5 90,5 — — 251 252,5 —■ — 62 — «2,5 107 106.5 - — — 7G — 74 —— 114 —- •w 1-7 —— — — 141,25 141 25 J,5 24,75 24 —— 101 - 101 —- 123,5 — - 12 144,4 — 145.5 Schlug-^ l-Uhr- ft'irs Kur» Schutz l'Uniaitg Ä'iT» 1 flur* Datum 9.2. । 11. 2. 9 2. I 11.2 9. F bruar 11. $cbruar ÄrnUtche Non runa tlmkliche '.itoktervnfl (StTti «rief Geld Brre;___ Nou "r66,.‘)R 168,12 168.61 168.93 Boen-Ltnü 1,775 58.555 1,779 58,075 1.775 38,54 1,77 V »8,u6 (ibrtfiiauia toienlxiatu Ctodbolm pelnngiorS- Italien - - 112.29 112,31 112,58 10,59 .2.0:: 25.435 112,51 112.53 112,80 10,61 22.07 ÜU.47.-» 112,30 112,31 112,66 10,59 22,03 2-.434 112,5- 112,5o 112,78 10,61 22,07 20,474 1,2100 1.2180 4,2100 4,218" •finri* . * . 16.455 16.4^5 10,4.13 16,47.' dO.M 81.12 80,965 01.12. Svantea - >5.87 66.01 65..3 06,Vi yüvan «Mio ve ..Uta i 5015 l.'J.O 1.5035 1,908 0,5ui5 1,91-' 6,5-3.1 Sten i»D- Ceti adaeS trat S-.12 1 ^,4.)8 J'3,24 12.478 59,125 12.4j6 »9,24 12.470 i.M’8 <. 4uZ 7,3.3 7,40. B tt diave ft • 73, o7 73,51 73.38 73,32 ..,04 1&.G2 ObI arten Vrfiaboo J,O^"< 18.58 ..043 18.62 3,037 18,58 »tbai 81,03 ^,073 3,4- 5 61.79 2,077 81,u2 2,u7ö 5,435 8- , 126,25 — —— 97 - 97 S6,V 69 68,75 69,13 68,75 265 264 262 274 266.75 271 2 7,Io 187 — 484.ö — 251 250 250,25 2o0 — — — 170,5 169 — >8 86 86.5 86,25 96 —- 05, lö 95 Berlin. 9 ffebruar >»elc> Brre üm-rtkanUch.- ..... «ei-tsche »oten Dänische Wott* ...... tt««. ....... '4.165 58.18 112,03 •20,40 4'21-7- 58,52 112,47 20.48