Nr. 289 Erster Blatt 179. Jahrgang Dienstag, 10. Dezember 1929 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Dnid und Verlag: vrühl'sche Univerfitatr-Vuch- und Zteindruckerei «.Lange in Sieben. Zchristlettung und Geschäftrstelle: Schulftrahe 7. Annahme van Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; f r Re* klameanzeigen von .0 mru Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20° „ mehr. Chefredakteur Dr. Friede Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Ma; Filler, sämtlich in Gießen. Eriche in i täglich,außer Sonntags und Feiertags. 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Man kann ihr nun leider nicht so ganz unrecht geben, wenn sie behauptet, daß die Erfolge der Nationalsozialisten zum guten Teile zu La st en der Deutsch- n a H o n a l c n Dolkspartei gehen. Gerade in Thüringen ist doch aber nicht zu verkennen, daß auch die bürgerliche Mitte Ber- luste erlitten hat, wenn ihr Ausmaß auch geringer ist als das der Deutschnationalen. 3m ganzen muß man von einer Verschiebung des Schwerpunkts auf der Rechten sprechen, und niemand wird leugnen wollen, daß diese Erscheinung mit auf die Politik des Reichsausschusses für das deutsche Volksbegehren zurück- zusühren ist, von dem wir schon bei Beginn seiner Aktion sagen mußten, daß er durchaus das Gesicht seiner radikal st en Strömung trägt. Dio Ergebnisse der bayrischen Gemeindewahlen Mfcn sich natürlich schwerer analysieren als die Stimmziffern aus Thüringen, weil innerhalb der Kommunen regelmäßig örtliche Momente sehr stark mitsprechen. Auch hier gibt es aber Ergebnisse, die politisch ganz eindeutig sind und bei allen, die ernsthaft arbeiten wollen, schwere Bedenken erwecken müssen. Wir erinnern an das Coburger R e s ul lat, wo es den Nationalsozialisten gelungen isc, ihre absolute Mehrheit im Stadtrat zu behaupten, so daß sie dort eine Gemeindepolitik treiben können, tve kaum in Einklang mit den allgemeinen Staatsersordernissen zu bringen ist. In Pirmasens, wo die Hitlerbewegung offenbar vor allem ihre wirtschaflssozialistifche Frontstellung herausge- kehrt hat, konnte sie die stärkste Partei des SIadtrats werden. Auch aus der übrigen Pfalz liegen ähnliche Meldungen vor, die olle nur be weisen, wie skrupellos der Nationalsozialismus die bedrängte Wirtschaftslage des besetzten Gebietes für feine politische Agitation nutzbar gemacht hat. Hier sind denn aud) feine Erfolge wohl im wesentlichen zu Lasten der Sozialdemokratischen und der Kommunistischen Partei erzielt worden, während in der anderen Hochburg des bayrischen Nationalsozialismus, in Dberfranfen, die Deutschnationalen die Zeche haben bezahlen müssen. 21m durchsichtigsten und im Hinblick auf seine politischen Konsequenzen am leichtesten auszu- deuten ist aber noch das Thüringer Landtagswahlergebnis. Hier ist nicht zu übersehen, daß die Sozialdemokratie gegenüber öen Reichstagswahlen vom Vorjahre ein Minus von rund 90 000 Stimmen zu verzeichnen hat, dessen Bedeutung auch dadurch nicht geringer wird, daß sie gegenüber den thüringischen Landtagswahlen von 1927 noch etwa dreitausend Stimmen mehr herausholen konnte. 'Denn wäh- reird sich die Zahl der sozialdemokratischen Wähler seit 1928 vermindert hat, ist es der Landvolkpartei gelungen, dagegen noch 7000 Stimmen mehr zu mobilisieren. Äehnliches ist bei der Wirtschastspartci der Fall, und am sinnfälligsten ist der Zuwachs an Wählern bei den R a t i o n a l s o z i a l i st e n, die 1927 in Thüringen etwa 28 000 Stimmen, im darauffolgenden Jahre etwas über 30 000 und jetzt mehr als 90 000 Wahlzettel auf sich vereinigen konnten. Demgegenüber stehen bei den De utschnationalen Verluste, die etwa 30 v. H. ausmachen, bei der V o l k s p a r t e i ein Stimmenschwund von nahezu 20 v. H. Allerdings ist hierzu au bemerken, daß bei den letzten thüringischen Land« tagswahlen die Deutschnationalen, die Landvolkpartei, die Deutsche Volkspartei und das Zentrum eine Einheitsliste präsentiert hatten, so daß die Stimmen des Zentrums, diesmal rund 10 000, nicht unter den Tisch fielen, fonöcm der Wahlgemeinschaft zu einer ausreichenden Vertretung im thüringischen Landtag verhelfen konnte, mit deren Hilfe es den vier Parteien gelang, die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Man muß sich nun fragen, ob die thüringischen Wahlen an der politischen Dynamik des Landes Wesentliches geändert haben. Wir sind nicht der Lieberzeugung, daß das thüringische Parlament regierungsfähiger geworden ist. Theoretisch läßt sich zwar unter Einbeziehung der Rationalsozialistcn eine knappe bürgerliche Mehrheit errechnen, die stimmenmäßig etwa 50 000 betragen dürste, der Mandatsziffer nach aber kaum mehr als vier bis fünf, da die Demokraten ihrer ganzen bisherigen Haltung nach für eine solche bürgerliche Einheitsfront kaum zu haben sein werden. Es darf auch nicht übersehen werden, daß die Einbeziehung der Rationalsozialisten von vornherein eine wesentliche B e l a st u n g bedeuten würde, und daß die Arbeitsfähigkeit einer derartigen Regierung von vornherein dadurch in Frage gestellt wäre, daß die Leute Hitlers jederzeit den Anordnungen ihres unverantwortlichen Führers unterstehen. Man mühte sonach also vielleicht doch wieder an eine „Große Koalition" denken, obwohl hier angesichts der außerordentlich radikalen Tendenz in der thüringischen Sozialdemokratie die Schwierigkeiten nicht minder groß wären. Bleibt endlich ein bürgerliches Minderheitskabinett, das entweder von der Deutschen Dolkspartei oder den Rationalsozialisten stillschweigend toleriert würde. Wir wissen aber hinreichend, daß mit derartigen Minderheitsregierungen unter schwierigen politischen Verhältnissen nicht viel anzufangen ist. wenn nicht an ihrer Spitze eine politische Persönlichkeit von überragendem Format steht. Das Wahlresultat des letzten Sonntags hat also das thüringische Koalitionsrätsel u n g e l ö st gelassen. Das deutsche Volk ist von einem tie'en Mißtrauen erfüllt gegen das heutige System einer Regierung, deren Llnfähigkeit zur Meisterung der lebenswichtigen politischen Au gaben es fühlt. Wenn heute i.n.ner zahlreichere Wählermassen sich dem politischen Radikalismus zuwenden, dann spricht daraus die Sehnsucht nach einer politischen Führung, die sich unabhängig macht von dem Getriebe der Parteien und Interessentengruppen. Es geht durch das ganze Volk eine tiefe Sehnsucht nach einer wirklichen Führung, die die Verbundenheit des einzelnen mit dem Staat wieder herstellt, jene Verbundenheit, die heute nicht vorhanden ist, weil der einzelne den Staat immer nur durch die Vermittlung der Partei oder In- teressentengruppe zu sehen in der Lage ist. Lieber- all ist die Erkenntnis lebendig geworden, daß die gegenwärtige gefahrdrohende Entwicklung in Deutschland ganze Entschlüsse erfordert, die nur von verantwortungsbewußlen Einzelpersönlichkeiten. nicht aber von anonymen Kommissionen gefaßt werden können. Deshalb richtet sich der Spruch der Wählerschaft in Thüringen und Bayern als Warnung an alle, die für die Aufrechterhaltung des jetzigen politischen Betriebes verantwortlich sind. Die Geduld des Volkes ist erschöpft. Der Llnwille der 'Wählerschaft sucht sich Lust zu machen durch die Abwanderung zum Radikalismus. Die Stunde erheischt aber eine Zusammenfassung aller staatsbür- gerlichen Kräfte zu einheitlicher kraftvoller Führung. Die Regierungserklärung auf Donnerstag verschoben. Einigung des Reichskabineits über das Jinanzproqramm Hilferdings. Berlin, 9. Dez. (privat.) Das Reichskabinett trat zur Beratung über das Finanzprogramm und die bevorstehende Regierungserklärung zusammen. Ls unterbrach die Sitzung in den Mittagsstunden, zumal der Reichskanzler und eine Reihe weiterer Minister an dem vom Reichspräsidenten zu Ehren von Runtius Pacelli veranstalteten Abschiedsbankett tcilnahmen. wie der „vorwärts" meldet, endete die Sitzung des Kabinetts eine halbe Stunde nach Mitternacht mit der Annahme einer Erklä - r u n g, die etwa fünf bis sechs Schreibmaschinenseiten umfaßt und in ihrem Inhalt inder Hauptsache den Entwürfen hllferdings entspricht. — Die Regierung will sich geschlossen hinter diese Erklärung stellen, die ein fi o m p r o - m i ß darstellt und zwischen Regierung und Regierungsparteien jedenfalls noch z u lebhaften Besprechungen Anlaß geben wird. Ob die „Konkordienformel" gefunden ist, steht also noch dahin. — Die Erklärung der Reichsregierung wird, wie wir von unterrichteter Seite erfahren, erst am Donnerstag im Reichstag abgegeben, und zwar auf Wunsch der Partei- führ er, die erst morgen um 11 Ahr von der Regierung orientiert werden können und Zeil zu haben wünschet,, mit ihren Parteien zu verhandeln. — Der Sozialdemokratische Pressedienst schreibt, daß über die vorhandenen Gegensätze in der Frage der Fi- nanzresorm bisher noch keine Verhandlungen zwischen den par'eien und der Regierung stattgesunden hätten und daß sich noch keine Verständigung angebahnt hätte. Darin sieht der Sozialdemokratische Pressedienst eine sehr große Schwierigkeit, da über so schwerwiegende Fragen, wie sie durch das neue Finanzprogramm aufgeworfen würden, in wenigen Stunden keine Verständigung unter den Regierungsparteien gefunden werden könne. Man brauche nur an das Un- annchmbar zu denken, das die Bayerische Volkspartei der geplanten Blerfleuer- erhöhung entgegengesetzt habe. Auch die Sozialdemokratie lehne das Regierungsprogramm in einzelnen Teilen ab. vor allem aber gingen öle Forderungen der Demokraten und gar der Deulschen volkspartej soweit überöie vorschlägeder Regierung hinaus, daß man es für unmöglich halte, daß die Reichsregierung bereits im jetzigen Stadium eine ins einzelne gehende Darstellung der künftigen Fmanzresonn geben könne. Ebensowenig könnten die Parteien durch ein Vertrauensvotum diese Absichten der Reichsregierung billigen und sich auf sie verpflichten. — Der „Börsenkurier" rechnet damit, daß infolge der großen Gegensätze zwischen den Regierungsparteien die Kanzlererklärung e r st am Freitag erfolgen werde. Abschied des Rvntius Pacelli von Berlin. Berlin, 9. Dez. (WTB.) Reichspräsident v. Hindenburg empfing am heutigen Vormittag den apostolischen Runtius Monsi- gnore P a c e l l i zur Entgegennahme seines Ab- berufungsschreibens. Der Runtius war von dem Chef des Protokolls, Gras T a t t e n ba ch, im Wagen des Herrn Reichspräsidenten abgeholt worden: bei der Einfahrt in den Hof des Reichspräsidentenpalais erwies eine Ehrenwache die üblichen Ehrenbezeugungen durch Präscnti'eren des Gewehrs unö Schlagen des Präsentiermarsches. An dem Empfang nahmen außer der Umgebung des Reichspräsidenten der Reichsminister des Auswärtigen, Dr. C u r t i u s , sowie Staatssekretär Dr. von Schubert teil. Der Nuntius erklärte il a.: „Herr Reichspräsident! Rach langen, ereignisreichen, für Kirche und Staat hoch bedeutsamen Jahren schlägt für mich die Abschiedsstunde von Deutschland. Der Wille meines erhabenen Souveräns, Seiner Heiligkeit des Papstes Pius XI. ruft mich zurück in die Ewige Stadt. Als ich vor langen Jahren zum erstenmal den Fuß auf deutschen Boden setzte, stand Europa unter dem düsteren Zeichen des Krieges. Heute, wo ich, dem Rufe Seiner Heiligkeit fokjcnb, meine Schritte nach der Tiberstadt zurücklenke, kann ich es tun in dem erhebenden Bewußtsein. daß trotz aller Hemmungen und Schwierigkeiten das Verständnis für die hehre Sache des Friedens bei allen Völkern fühlbare Fortschritte gemacht hat. Wenn Deutschland in diesem Ringen um die steigende 'Verwirklichung des Friedensund Verständigungsgedankens heute bereits beachtenswerte und unleugbare Erfolge zu verzeichnen hat, so weih die Welt, in welch starlem Vlahe diese erfreuliche, durch die weitblickende Staatskunst früherer Führer von langem her grundgelegte und vorbereilete Weiterentwicklung in ihrem j^ftigen Stadium der abgeklärten Weisheit Eurer Exzellenz zu verdanken ist. wie auch der bis zum Tode gewährten Hingabe desjenigen, den in dieser Stunde vermissen zu müssen, mir aufrichtiger Schmerz ist. 2ch möchte von dieser Stelle nicht scheiden, ohne des verstorbenen Herrn Reichsauhenministers Dr, Stresemann in Trauer gedacht zu haben." Der Herr Reichspräsident erwiderte u.a.: „Herr Nuntius! Ich habe die Ehre, aus den Händen Eurer Exzellenz das Schreiben entgegenzunehmen, wodurch Seine Heiligkeit der Papst Sie von Ih.em Posten als apostolischer Nuntius In Berlin abberuft, um Ihnen die hohe Würde des Kardinalrates zu verleihen. Neun Jahre find vergangen, seitdem mein Borgänger Eure Exzellenz hier als den ersten bei der Reichsregierung beglaubigten Botschafter willkommen hieß. Es war die fchicksälschwere Zeit, als die Arbeit des Wiederaufbaues und die Bemühungen um einen wahren Frieden einfetzten. Sie haben alle Phasen dieses Ringens inmitten des deutschen Volkes durchgeinacht und dieses auf seinem schweren Weg allezeit mit aufrichtiger Anteilnahme begleitet. Wenn die Verständigungsbereitschaft allmählich an Boden gewinnt, fo ist dies nicht zuletzt dein unermüdlichen Wirken Ihres erhabenen Souveräns zu verdanken, der keine Gelegenheit unbenutzt läßt, um seinerseits zum Frieden zu mahnen. Aber auch was Eure Exzellenz während Ihrer hiesigen Tätigkeit an vorbildlicher Friedensarbeit ge leistet haben, wird Ihnen unvergessen bleiben wie aUes, was Sie für die Erhaltung und Festigung der freundschafllichen Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Deutschland getan haben.' 21n den Empfang schloß sich eine längere U n - terhaltung, die von besonderer Herzlichkeit getragen war und in deren Verlauf der Herr Reichspräsident dem Nuntius f e i n B i l d zur p e r j ö n- lichen Erinnerung überreichte. Bei seiner Abfahrt wurden dem Kirchenfürsten die gleichen militärischen Ehrenbezeugungen wie bei seiner Anfahrt erwiesen. Abschiedsfrühstück beim Reichspräsidenten. Ein Trinkspruch des scheidenden Nuntius. Berlin, 9. Dez. (WB.) Der Reichspräsident gab heute zu Ehren des scheidenden apostolischen Runtius Monsigiwre P a c e l l i ein Frühstück, an dem unter anderen teilnahmen: ber Reichskanzler, die Reichsminister Dr. Curtius, Dr. Wirth, Dr. S ch ä t° zel, v. Guerard und Dr. Stegerwald, der preußische Ministerpräsident Dr. h. c. r a u n und vtaatsminister Dr. Becker, die Staatssekretäre v.Schubert, Dr.Pünder und Shx Meißner, Bischof D. Schreiber, der französische Botschafter de Margeri e, der spanische 'Botschafter Dr. Espinosa de los Monteros. Während des Essens erhob sich der Reichspräsident zu einem Trinkspruch, in welchem er feinem Bedauern über das Scheiden des Runtius Ausdruck gab und ihm gesegnete Weiterarbeit in seinem neuen Hoheit Amte wünschte. Runtius Pacelli dankte und schilderte dann mit folgenden Worten seine Verehrung für den Reichspräsidenten: „Herr Reichspräsident! Rach- dem ich bereits heute morgen durch Aeberreichung meines Abberusungsschreibeits die Beendigung meiner Mission in Deutschland Ihnen amtlich zur Kenntnis gebracht habe, ist es mir ein Herzensbedürfnis, in Erwiderung Ihrer huldvollen Worte, die Sie soeben an mich zu richten die große Güte hatten, Ihnen auch in diesem erlauchten Kreise zum Ausdruck zu bringen, m i t welch aufrichtigen Gefühlen der Verehrung ich von Ihrer erhabenen Person scheide. In bewundernswerter Gei st es- und Körperfrische, an der das Alter feine Macht verloren zu haben scheint, meistem Eure Exzellenz Ihr schweres Amt, welches das Vertrauen Ihres Volkes auf Ihre Schultern gelegt hat. I n männlichem ötarlmut und vorbildlichem Gottvertrauen gehen Sie den Ihnen von Weisheit und Mäßigung gezeichneten Weg, der ein Weg des Friedens und der Versöhnung ist. In der frohen Hoffnung, daß auf diesem Wege Deutschland und der Menschheit segensreiche "rächte des wahren und gerechten Friedens reifen mögen, gilt mein Glas und mein letzter Abschiedswunsch Ihnen, Herr Reichspräfideitt, und dem Ihrer Führung anvertrauten Lande und Volke." Die bayrischen Titel verfassungswidrig. Entscheidung des LtaatsgcrichtshofS. Leipzig, 9. Dez. (WB.) Vor dem Staats- gerichtshof für das Deutsche Reich unter dem Vorsitz des Reichsgerichtspräsidenten Dr. B u m t c wurde heute die Anfechtung der Praxis der T i t e l v e r l c i h u n g e n in Bayern durch das Reich verhandelt. Rach Artikel 109, Abs. 4 der Reichsverfaffung dürfen Titel nur verliehen werden, wenn sic ein Amt oder einen Beruf bezeichnen. Das Reichsministerium des Innern beantragt zu entscheiden, daß die Verleihung von Ehrentiteln, die die bayerische Staatsregierung vornimmt, mit dieser B e - st i m m u n g nicht vereinbar ist. Bayern stellt sich auf den Standpunkt, daß die verliehenen Titel den Erfordernissen der Reichs- versassung durchaus entsprechen, erklärt den. Antrag des Reiches für unzulässig, da nach Artikel 15 der Reichsverfassung die Reichsregierung zunächst eineformullerteMän- g e l r ü g c an die bayerische Staatsregierung hätte richten müssen und bestreitet der Reichs- regievung das Recht, den Staatsgerichtshof gemäß Artikel 19, Absatz 1, in dieser Frage an- zurusen, da es sich um keinen Streit um geltend gemachtes und umstrittenes Recht handele. Der Reichsregierung liege der Rachweis ob, daß d i e einzelnen beanstandeten Titel nicht ein Amt oder einen Beruf bezeichnen. Nach einer lebhaften und ausgedehnten Aus spräche der Vertreter der Parteien verkündete der Staatsgerichtshof um 9 Uhr folgende Entschei. düng: Die Verleihung von Titeln zur Aliszeichnung einzelner beamteter oder nichtbeamteter Personen (Ehrentitel) ist mit Artikel 109 Absatz 4 der Reichs- Verfassung unvereinbar. Zur Begründung für die Entsltxeidung des Staatsgerichtshofes führte der Vorsitzende, Reichsgerichtsprafident Dr. B u m k e, u. a. folgendes aus: Der Staatsgerichtshof hat erwogen, daß das Wort „Verleihen" von Titeln sowohl im engeren Sinne einer besonderen Verleihung gebraucht wird, wie auch in einem weiteren Sinne, nämlich in dem Sinne, daß die Verleihung einen integrierenden Bestandteil ber Uebertragung e i n es A mtes oder der Zulassung zu einem Berufe bilbet. Für den Staatsgerichtshof kommt ferner in Betracht, daß es in Artikel 109 Absatz 4 heißt, Titel dürfen nur verliehen werden, wenn sie ein Amt oder einen Beruf bezeichnen. Der Staatsgerichtshof kann sich nicht der Auffassung anichließen, daß dieses Erfordernis schon bann erfüllt sei, wenn ber Wortsinn diesesTitels in Irgendeiner Beziehung ; u dem Amte ober z u dem Berufe steht, sei es durch historische Bindungen oder Prägung bestimmter Ausdrücke im Dolksmund, wie Iustizrat für Rechtsanwälte, Sanitätsrat für einen Arzt, sondern ber Staatsgerichtshof ist der Meinung, baß hier mehr gefordert werden muß, und daß dieser Titel das Amt oder den Be- ruf ein für allemal zu bezeichnen hat. Der Volksentscheid. Ein Aufruf des Präsidiums des Reichs- ausfchusses. Berlin, 9.Dez. (TU.-Funkfpruch.) Das Prä- fibium des R e i ch s a u s s ch u f se s für das De utsche Volksbegehren hat in feiner Styling am Montag einstimmig beschlossen, einen "Ufruf zu erlassen, in dem es u. a. heißt: „Volk gegen Reichstag! Die regierende Mehrheit des Deutschen Reichstages hat bas Freiheitsgesetz a b g e 1 e h n t. Parlamentarische Minister haben einen Sieg ber nationalen Front schon beim Volksbegehren als aussichtslos bezeichnet. Trotzdem ft. tz 1 ^4 U- > 1 I ■ H I ■V. ', 4 h V A >• b i <: hatte das Volksbegehren Erfolg. Nun erklären dieselben Minister, es seien 21 Millionen Stimmen für de n Volksentscheid nötig. Laut Verfassung ist nur die Mehrheit der Abstimmenden erforderlich. Diese Mehrheit werden wir haben. Der Neichsminister des Inneren hat die Abstimmung auf den Goldenen Sonntag f e st g e s e tz t. Das widerspricht dem Sinn der Verfassung. Dio Verfassung bestimmt, daß Wahlhandlungen nur an Ruhetagen stattzusinden haben. Mit uns sind die im Kamps gegen den Kulturbol- chewismus stehenden kirchlichen Kreise und die cywerrinaende Wirtschaft einig in der Verurteilung rtr Entscheidung des Reichsministers gewesen. Gegen den Reichstag, der nur um der Erhaltung der Koalition mit dem Marrismus-Willen uns und unsere Kinder den Erpressern der Entente ausliefert, rufen wir das Volk auf. Weitere Austritte aus der D. R. D. p. Berlin, 9. Dez. (WTB.) Die deutschnatio- nalen Bertreter der christlich-nationalen Gewerk- schasts- und evangelischen Arbeitervereinsbewegung Daltrusch, M. d.RWR., Rudolph, Thränert, Blum, Adolph veröffentlichen folgende Erklärung: „Die katastrophale Entwicklung, die die DNVP. unter der Führung ihres derzeitigen Vorsitzenden Geheimrat Hugenberg genommen hat, insbesondere das Vorgehen gegenüber unseren Freunden Hartwig, Lambach und Hülser, veranlaßt auch uns, das Band zwischen uns und der Partei zu zerschneiden. Es erscheint uns für Christen und sozial denkende Menschen unmöglich, dieser Partei noch länger Gefolgschaft zu leisten. Wir haben uns ehrlich um die Durchsetzung einer Volksgemeinschaft in und durch die Partei bemüht; es war umsonst. Run ist die Bahn frei für eine deutsche christliche und soziale Bewegung aus den breiten Schichten des Volkes heraus." Die deu^schnationale Pressestelle veröffentlicht zu dem Bericht des Deutschnationalen Arbeiterbundes über den Beschluß, die bisherige absolute Bindung an die DRVP. auf» z u h e b e n, eine Notiz, in der sie erklärt, daß ein Teil des Ausschusses gegen diesesVor- gehen protestiert habe. Diese Ausschubmitglieder hätten eine Kundgebung beschlossen, in der die Bundesausschuhsihung als sahungs- widrig bezeichnet wird. Der protestierende Teil betrachte sich als den Deutschnationalen Arbeiterbund und werde weiter im Sinne seiner alten Grundsätze tätig sein. Der bisherige zweite Bundesvorsihende Wischnowski habe nach dem Ausscheiden des ersten Vorsitzenden Hartwig aus der Partei die Führung des Deutschnationalen Arbeiterbundes übernommen. Der Abgeordnete R ü f s e r sei für die Leitung der Geschäfte ihm zur Seite getreten. Oer polnische Korridor. Danzig, 9. Dez. (WBst Der A p o st o l i s ch e Administrator der Grenzmark, Prälat Kaller, ist bei seiner Rückreise vom Danziger Katholikentag von der polnischen Paßkontrolle wegen Fehlens des Rückreisevisums in Dirschau Sonntag nvcht ve r h a f t e t worden. Prälat Kaller wurde in einem völlig unzulänglichen Raum die ganze Nachtbewacht und durfte erst am nächsten Morgen unter polizeilicher Bedeckung nach Danzig zurückkehren. Die „Danziger Landeszeitung" gibt ihrer Entrüstung über diese Behandlung eines prominenten Vertreters der katholischen Kirche lebhaft Ausdruck und sieht in dem Vorkommnis erneut den Beweis der Unhaltbarkeit der jetzigen Zustände im polnischen Korridor. Aus aller Welt. vor einem palentkampf Junkers gegen Ford. Die Junkerswerke in Dessau, die in fast allen größeren Staaten die grundlegenden P a - tente für den Bau von Ganzmetallflugzeugen besitzen, haben sich entschlossen, gegen die Ford-Werke in Detroit einen Patent- prozeß anzustrengen, der zunächst in Spanien ausgefochten werden soll. Es handelt sich in der Hauptsache um drei Patente, und zwar Aufhängung der Motoren am Flügel, Rumpfkonstruktion und Ganzmetall. Aus taktischen Gründen haben die Junkerswerke mit ihrem Vorgehen gewartet, bis die Farbwerke den Verkauf ihrer Ganzmetallflugzeuge nach einem anderen Lande als den Vereinigten Staaten durchzuführen versuchen würden. Dies ist jetzt der Fall. Die spa- Nische Monopolflugoerkehrsgcsellschaft Compania de Lineas Aereas Subvcntionadas hat eine Ford- maschine käuflich erworben, die demnächst nach Spanien eingeführt werden soll. Die Junkerswerke wollen nun durch einstweilige Verfügung dieses Flugzeug beschlagnahmen lassen, sobald das Schiff in einem spanischen Hafen eintrifft. Die Junkerswerke haben diesen Weg beschritten, weil es in Europa möglich ist, eine derartige Klage zivilrechtlich auf Schadenersatz und strafrechtlich im Offizialoerfahren zu führen, während diese Klageform in der amerikanischen Patentgesetzgebung unbekannt ist. Es handelt sich um ein einfaches Nachahmen der den Junkerswerken geschützten Konstruktionen. Drei Kinder durch eine Bombe getötet. 3n Brooklyn sind die Kinder eines italienischen Marmoryänvlers aus tragische Art ums Leben gekommen. Sie fanden zu einer Zeit, als ihr Vater abwesend war, auf dem Küchentisch plötzlich ein Paket, das sie für ein Geschenk hielten. Als sie das Paket öffneten, e r p l o - dierteeincd arinverborgeneBombe. Die Kinder wurden getötet. Der Vater wurve bei feiner Rückkehr zunächst verhaftet, rechtfertigte sich aber durch die Vorweisung von Drohbriefen, in denen man von ihm die Zahlung von 6000 Dollar verlangte und im Weigerungsfälle mit einer Gewalttat drohte. Er hatte davon seinerzeit der Polizei Mitteilung gemacht, und sein Haus war daraufhin vorübergehend unter besondere Bewachung gestellt worden. Die Polizei hatte aber schließlich das ganze für einen schlechten Scherz gehalten und die Beobachtung aufgegeben. Kampf mit chinesischen Piraten. Auf dem chinesischen Dampfer „H a i ch i n g" befanden sich ein Engländer, drei Amerikanerinnen und ungefähr 300 Chinesen als Passagiere. Gegen 1 Uhr morgens machten plötzlich 2 0 bis 30 Piraten, die sich als Passagiere eingeschifft hatten, einen Angriff auf die Kommandobrücke, die durch Stacheldraht und Gitter von dem übrigen Teil des Verdecks abgesperrt war. Es kam zu einem lebhaften oeuergesecht zwischen den Offizieren und der aus indischen Soldaten bestehenden Schutzwache einerseits und den Piraten andererseits. Die Schießerei dauerte drei Stunden. Schließlich steckten die Piraten das Verdeck des Schiffes in Brand. Unter den chinesischen Passagieren entstand eine Panik, und viele Männer, Frauen und Kinder sprangen über Bord. Gegen 5 Uhr morgens, als der Brand auf seinem Höhepunkt war, traf der durch drahtlose Hilferufe verständigte Zerstörer „Sterling" ein, dessen Besatzung das Feuer löschte und die Piraten überwältigte. 38 größtenteils schwerverwundete Chinesen wurden in ein Krankenhaus gebracht. Der Kampf hat 12 Todesopfer gefordert, aber man glaubt, daß mindestens 60 chinesische Passagiere ertrunken sind. Brand der Rheinbrücke bei Rieder-Lahnslein. Montagabend entzündete sich vermutli ) durch Funkenflug ein Test! des Bodenbelags der Rheinbrücke bei Riederlahnstetn. , Der Brand konnte bald durch die Feuerwehr gelöscht werden. Der Zugverkehr über die Brücke mußte fast zwei Stunden ruhen. Deutsche Musiker im Ausland. In der überfüllten Albert-Hall in London fand das erste Konzert der Berliner P H i l - harmoniker unter Leitung Furtwänglers statt. Die englische Gesellschaft war durch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten vertreten. Ferner sah man die deutsche Kolonie mit Botschafter Sthamer und den Mitgliedern der Botschaft. Das Programm umfaßte Haydn, Beethoven, Tschaikowsky und Strawinsky. Der Beifall war sehr stark und am Schlüsse stürmisch. In Rom dirigierte Richard Strauß im ausverkauften Augusteum sein zweites Orchesterkonzert. Das Programm umfaßte Teile aus „Salome" und die Alpe Symphonie. Mit begeistertem Beifall wurde bj$ Leistung des beliebten Komponisten und Dirigenten gefeiert. Die Komnumalwahlen in Ostoberschlesien. Auch in Ost-Oberschlesien haben am letzten Sonntag Gemeindewahlen statgefunden. Nach den bis jetzt eingelaufenen Nachrichten hat das Deutschtum seinen Besitzstand in den örtlichen Parlamenten nicht wahren können. Der Wählernachwuchs ist nicht kräftig genug, um sich durchsetzen zu können, wie das die deutschen Oberschlesier bisher getan hatten. Einmal fällt zugunsten der Polen ihre Schulpolitik ins Gewicht, die sich nur dem Scheine nach an die Bestimmungen des Minderheitenabkommens hält, in Wirklichkeit aber unbeirrt dafür sorgt, daß deutsche Kinder in polnischem Geiste erzogen und zu Pole na e m a ch t werden. Zum anderen haben aber diese Wahlen gezeigt, daß der Pole drauf und dran ist, das Deutschtum mit Gewalt m u n d t o t zu machen. Das System des Wojewoden Garszynski ist schon so oft an- geprangert worden, daß es eigentlich überflüssig ist, darüber noch ein Wort zu verlieren. Dennoch ist es nötig, sich mit seinen Wahlvorbereitungen zu beschäftigen, weil aus ihnen klar heroorgeht, daß, wenn er noch länger im Amte bleibt, eines Tages unter seiner Herrschaft überhaupt nur noch polnisch „gewählt" werden wird. Es ist viel zu wenig öetaimt, daß die Wahlen am letzten Sonntag lediglich Wahlen in den Landgemeinden waren. Garszynski hatte für eine Dreiteilung Ost-Ober schle- siens gesorgt. Zunächst kam das von einer polnischen Mehrheit bewohnie Tefchener Land heran. Man konnte mit den Wahlergebnissen im Ausland den Eindruck erwecken, als ob in Loschen ausschließlich Polen leben. QI;er auch bei diesen Wahlen sind Wahlfälschungen an der Ordnung gewesen. Jetzt sind die Wahlen in den Landgemeinden gefolgt. 1926 durste das Deutschtum noch in 106 Ortfcha'ten mit eigenen Listen auftreten, jetzt war das lediglich in 60 Landgemeinden erlaubt. Lieber vie zig Ortschaften, die deutsche Mehrheiten aufuxifen, sind glatt ausgeschaltet worden. Hier erhielten also lediglich die polnischen Listen Stimmen, für die polnische Propaganda haben somit diese Orte dem Deutschtum endgültig den Rücken gekehrt oder weifen überhaupt keine deutschen Ern- wohner mehr auf! Am 15. Dezember werden die Städte wählen. Auch hier wird der Wosewode Polens „Interessen" wahrzunehmen wissen, er wird vor allem genau wie bei den eben vorgenommenen Wahlen mit Terrorakten nicht sparen. Auf diese Weise werden, wenn man nachher die Ergebnisse der drei großen Stimmbezirke — Teschen, Landgemeinden und Städte — zuscrmmenfaßt und auch noch entsprechende Korrekturen vornimmt, für das Deutschtum erhebliche Verluste in die Erscheinung treten, die die Polen dann so erklären, als gehe das Deutschtum immer mehr im Polentum auf. Wir dürfen uns nicht wundern, wenn Warschau vielleicht diesen Wahlausfall zum Anlaß nimmt, um die Neuwahlen zum Schlesischen Sejm, die längst überfällig sind, überhaupt nicht auszuschreiben. Ob man in Genf die ober schlesischen Gemeindewahlen auch einmal von dieser Seite aus betrachtet? Nas vorläufige Wahlresultat. Schwere Beringe des Deutschtums. K a t t o w i tz, 9. Dez. (WB.) Nach dem in der „Polska Zachodnia" veröffentlichten halbamtlichen Bericht über das Ergebnis der gestrigen Kommunalwahlen in den ost oberschlesischen Landgemeinden entfallen auf die deutsche L i ste (Deutsche Wahlgemeinschaft) im Kreise Kattowitz 9 Mandate gegen 13 im Jahre 1926, im Kreise Tarnowitz 9 (25), Lublinitz 11 (78), Schwientochlowitz 63 (111), Pleß 65 (92) und Rybnik 37 (rund 100 Mandate weniger). Nach den bisher ermittelten Zahlen hat die deutsche Wahlgemeinschaft in den Landkreisen einen Vertu st von 40 Prozent zu verzeichnen. Die deutschen Sozialdemokraten haben entgegen ersten Meldungen keinen Gewinn erzielt, sondern die Zahl ihrer Sitze im allgemeinen nur behauptet; nur in wenigen Ortschaften haben sie einen Gewinn zu buchen. Die Korfanty-Par- tei hat verhält üsmäßig starke Verluste zu verzeichnen, ebenso die nationalpolnifd)e Arbeiterpartei und die polnischen Sozialdemokraten. Endgültige Resultate liegen noch nicht vor. Oer Prozeß gegen den Grafen Stolberg- Wernigerode. Oie Mutter des Angeklagten wird als Zeugin vernommen. Hirschberg, 9.Dez. (WTB.) Der dritte Derhandlungstag im Prozeß gegen den Grafen Christian Friedrich zu Stolberg-Wernigerode begann mit der Vernehmung des Llntersuchungs- richters Landgerichtsrat Thomas über das erste Verhör des jungen Grafen, drei Tage nach der Tat. Der Untersuchungsrichter bekundete, er habe nicht den Eindruck gehabt, daß der Angeklagte im Llnterfuchungcgefängr.is ihm ein Geständnis ablegen wollte. Der Angeklagte habe sich später unter großer Erschütterung wegen seines Lügens entschuldigt. Kriminalkommissar Drehhaupt sagte aus, der Angeklagte habe zugegeben, „wenn seststände, daß der Förster Wabnitz der Täter sei, dann würde er zugeben, daß er es ihm zutraue". Die Frage des Vorsitzenden, ob er der Auffassung sei, daß der Angeklagte einen Mord begangen habe, beantwortete der Zeuge verneinend. Bei der weiteren Vernehmung mußte die Schwester des Angeklagten Frau von Ohnesorge den Saal verlassen. Auf die Frage des Vorsitzenden: Wie stellte sich Ihr Vater zu der Verlobung Ihrer Schwester Antonie? antwortete der Angeklagte: Linser Vater war damals vollständig zufrieden. Bei der ganzen Familie fand die Verlobung keine Schwierigkeiten. Vorsitzender: Die ganze Familie soll Anstoß genommen haben an dem Leben des Verstorbenen. Konnte der Angeklagte aus diesen Motiven heraus gehandelt haben? Zeuge Dreyhaupt: Ich habe keinen Anhalt dafür, im Gegenteil. Das eine steht für mich fest, daß Christian Friedrich nie einen Mord begehen würde aus unwürdigen Motiven. Nun wurde Frau Ohnesorge wieder hereingerufen und bekundete, wie sie schon vor dev Verlobung die Einwilligung ihres Vaters gehabt habe, der ihren Verlobten sehr schätzte. Die Lehrerin am Landeserzichungshe'.m Ilsenburg, Fräulein Krauß, die den Angeklagten bis zum Herbst 1915 als ihren Zögling b streut und erzogen hat und von Ostern 1916 bis Ostern 1918 als Hauslehrerin in Iannowih gewesen ist, bekundete, daß der Angeklagte Erlebnisse m i t reicher Phantasie aussta11ete. Bewußt habe er aber Unwahrheiten Wohl nicht ergäbst. Von einer Differenz zwischen Vater und Sohn habe die Zeugin nie etwas bemerkt. Ich glaube, daß er aus Fahrlässigkeit feinen Vater erschoß, und führe feine Lügen auf seine il n - f ähigkeit der Kontrolle seiner selb st zurück. Es kommt dannzurZeugenvernehmung der Mutier des Angeklagten. Ehe sie vernommen wird, beantragt Rechtsanwalt Dr. Luetgebrune, den Angeklagten abtreten zu lassen, weil die Mutter sonst vielleicht in ihrer Aussage zurückhalten würde. Das Gericht schließt sich dieser Auffassung an und der Angeklagte verläßt den Saal. Die Gräfin Erika sagt aus, sie habe neun Kinder Ihre Ehe sei unglücklich gewesen. Sie gibt zu, zu ihrem Schwager Karl In nähere Beziehungen getreten zu fein. Vorsitzender: Seit wann bestand dieses Verhältnis? — Zeugin: Schon seit Beginn der Ehe. Vorsitzender: Können Sie heute verstehen, wie das gekommen ist? — Zeugin: Es waren geistige Beziehungen. Die Zeugin bekundet ferner, i h r VerhältniszudenKindernseigut gewesen und in Erziehungsfragen habe sie keine Differenzen mit ihrem Manne gehabt. Vorsitzender: Wann hat Ihr Mann erfahren, daß Sie in Beziehungen zum Grafen Karl standen? — Zeugin: Ich habe es ihm sofort gesagt. Vorsitzender: Und was sagt« er dazu? — Zeugin: Es ist ihm nicht leicht geworden, aber «r hat gesagt: Ehe du gehst, erlaube ich alles. Vorsitzender: Sind die Liebesabenteuer Ihres Mannes bis in die letzte Zeit hineingegangen? — Zeugin (nach einigem Zögern): Sie ereigneten sich immer wieder mal. Vorsitzender: Waren Sie auch so großzügig wie Ihr Mann? — Zeugin: Ich konnte «s ihm nicht verdenken. Vorsitzender: Wie standen Sie zu dem Alkohol- genuß Ihres Mannes? — Zeugin: Er war mir unsympathisch. Die Zeugin schildert dann den Unglückstag. Ihre Kinder schreckten sie mit der Nachricht von einem Einbruch und ihre Tochter erzählte von einer schweren Verletzung des Vaters. Ich hatte, so erklärt die Zeugin, das Gefühl, Antonie wollte mich schonen. Später erfuhr ich die Einzelheiten. Vorsitzender: In welcher Verfassung war Ihr Sohn? — Gräfin Erika: Er hatte einen ganz seltsamen Gesichlsausdruck, war furchtbar aufgeregt und schien direkt gestört. „Mama", sagte er, „das lasse ich mir nie im Leben gefallen! Papi ist tot! Sieht man denn was? Din ich gewürgt?" fragte er weiter. Es war aber nichts zu sehen. Ich glaubte zwar an einen Einbruch, aber mir fiel die merkwürdige Stille auf, die trotz dieses Einbruches herrschte. Bis zum Morgen blieb ich mit meinem Sohn zusammen, beim ich fürchtete, es könnte ihm etwas passieren. Vorsitzender: Hat Ihr Sohn sich in dieser Nacht Ihnen anvertraut? — Gräfin Erika: Nein. Vorsitzender: Können Sie das mit gutem Gewissen beschwören? — Gräfin Erika: Ja. Qlm nächsten Morgen, so fährt die Zeugin fort, packte mich regelrecht die Verzweiflung: Der Mann tot, der Sohn in Haft genommen, und, als letztes, die Nachrichten in den Zeitungen. Ich sah meinen Schreibtisch voll von Briefen. Ich wußte, daß eine H ausfirchung kommen sollte. Da stieg ein förmlicher Ekel in mir auf. Jetzt wollen fremde Hände in meinen eigensten Angelegenheiten wühlen! Da beschloß ich — das war natürlich blödsinnig, das gebe ich heute zu — die Briefe zu verbrennen. Auch habe ich dem Mädchen tatsächlich gesagt, sie sollte von dieser Verbrennung der Llntersuchungskommission nichts sagen. Vorsitzender: Stand etwa in den Driesen schon etwas über die Tat? Der Staatsanwalt geht von der Vermutung aus. — Zeugin: Nein! Vorsitzender: Können Sie das beeiden? —> Zeugin: Sofort! Ich freue mich. Vorsitzender: Haben Sie sich mit Ihrem Sohn verabredet? Zeugin: Nein! Vorsitzender: Können Sie das auch beschwören? — Zeugin: Ja. (Sie schluchzt und geht schnell zu dem Platze des Verteidigers, um ein Glas Wasser zu trinken.) Vorsitzender: Es' ist behauptet worden, Sie hätten vieUeicht mit Ihren Söhnen darüber gesprochen, es wäre besser, toeim der Vater wegkäme. — Zeugin (empört): Das ist eine Gemeinheit, das ist nicht wahr. Vorsitzender: Wissen Eie davon, daß Onkel Karl unerlaubte Beziehungen zu ihren Söhnen gehabt hat? — Zeugin: Nein! Vorsitzender: Einer Ihrer Söhne hat die Aussage verweigert. Einer hat gesagt, Sie hätten sogar das Schreiben des Onkels entdeckt, als Sie ihn mit einem der Söhne überraschten. — Zeugin: Das ist nicht wahr. Das kann ich beschwören. Vorsitzender: Haben Sie jemand beauftragt, die Spuren der Einbrecher zu entdecken? Die Zeugin führt ihr Taschentuch zu den Augen und findet lange keine A.stwort, bis der Vorsitzende davon abläßt, in sie zu dringen. Damit ist die Vernehmung der Gräfin beendet. Weiterverhandlung Dienstag. Oer Sturm dauert an. London, 9. Dez. (WB?) Der Sturm, der seit nunmehr fünfTagen über England und dem Atlantik wütet, ist der h e f t i g st e, der in England je verzeichnet wurde. Wie das Wetterbureau ankündigt, dürfte der Sturm, verbunden mit Regen» fällen zum mindesten an der Südküste vorläufig noch andauern. Der Kanalverkehr wurde trotzdem heute vormittag wieder ausgenommen. Die schweren Regenfälle haben die Lage in den vom Hochwasser heimgesuchten Gegenden, besonders im oberen Tal der Themse, noch verschlimmert. Nach Meldungen aus Trouville, hält ber Sturm im Kanal mit unverminderter Heftigkeit an. Alle Schiffsverbindungen mit der Normandie sind seit drei Tagen unterbrochen, sogar der Schiffsverkehr zwischen Trouville und Le Harve. Zu gewissen Stunden mußte auch der Motorbaotverkehr zwischen den nahe gelegenen Städten Trouville und Deauville eingestellt werden. Nach einer Aufstellung des „Journal" sind während der letzten Sturmtage 71 Seeleute ums Leben gekommen; die Zahl dürfte sich jedoch beträchtlich erhöhen, da noch zahlreiche Schiffe in Seenot gemeldet werden. So ging im Golf von Gascogne der italienische Dampfer „C h i e r i" unter, der 4 1 Mann an Bord hatte. Nur der Kapitän und fünf Mann der Besatzung konnten gerettet werden. Die von einem französischen Fischerboot aufgenommenen sechs Schiffbrüchigen trieben, sich an Planken klammernd, stundenlang auf der stürmischen See. Trotz Absuchens der UnglüdS- stelle bis zum nächsten Morgen konnte fein weiteres Mitglied derBesahung gerettet werden. Oie Wetteriacre. L05k Thorsha' ADerder franM. 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Große Aufgaben stehen den neuen Männern bevor. Reben der Festigung und Weiterentwicklung nach innen, stehen die Vorbereitungen für das 1 9 3 2 in Frankfurt a. M. stattfindende große D u n d e s f e st, das gleich Wien die kulturelle Bedeutung des Deutschen Sängerbundes aufs neue zum Bewußtsein bringen soll. Ein gleiches Ziel verfolgt der am letzten Sonntag im Monat 3uni 1930 zum erstenmgl stattfindende und dann sich jährlich wieder- holende allgemeine Deutsche Liedertag, der folgendermaßen gedacht ist: Um möglichst weiten Kreisen unseres Volkes den kostbaren Schah des deutschen Liedes in seiner erhebenden Schönheit zum Bewußtsein zu bringen und dadurch auch die Lust zu aktiver Betätigung im Singen zu Wecken, sollen alljährlich am letzten Sonntag im 3uni durch die im Dt. Sängerbund vereinigten Chore Platzkonzerte veranstaltet werden, und zwar je nach den Verhältnissen auf dem Marktplatze, im Parke, unter der Dorf- linde oder anderen geeigneten Oertlichkeiten. 3n größeren Orten und Städten mit mehreren oder gar vielen Vereinen sollen diese nicht etwa in Massenchören zusammenwirken, sondern sich zu E i nzeldarbietungen an verschiedenen Plätzen des Ortes oder der Stadt verteilen, um so die Gesamtbevölkerung mit ihren Liedern zu erfreuen. Als geeigneter Zeitpunkt wird die letzte Vormittagsstunde (11 bis 12 Uhr) empfohlen. Bei der Chorauswahl sind in erster Linie das Volkslied und das volkstümliche Lied zu berücksichtigen. Besondere Bedeutung bekommt dieser Liedertag dadurch, daß er nicht auf die reichsdeutschen und österreichischen Vereine beschränkt bleibt, sondern auch unsere deutschen Gesangvereine im Ausland am gleichen Tage zur selben Stunde ihre deutschen Weisen erklingen lassen. Z- Wer macht den erblindeten Kriegern eine Wrihnachtsfreude? Wie alljährlich, gibt es auch dieses Jahr eine Weihnachtsfeier f ü r die Kriegsblinden. Es ist beabsichtigt, jedem der 41 Blinden, die der Ortsgruppe Gießen angehören, eine Weihnachts- aabe zu überreichen. Dies ist jedoch nur dann durchführbar, wenn die Sehenden den Vorstand der Untergruppe durch Stiftung von Geldspenden, oder passender Gaben dazu in die Lage versetzen. Unsere Kriegsblinden sind von dem Kriege am schwersten betroffen worden. Es sollte daher niemand zurückstehen, sein Scherfkein zu dem guten Werke beizusteuern. Eine rege Beteiligung an diesem Liebeswerk wäre um so erfreulicher, als die bis jetzt eingegangenen Spenden nicht genügen, um sämtliche Kriegsblinden zu beschenken. Da die Feier bereits am Sonntag, 29. d. M., stattfindet, tut Eile not. Gaben nimmt die städtische Oberfürjorgeschwester Anita Hermanni) im Stadthaus, Gartenstraße 2, Zimmer 12, gern entgegen. Geldspenden können an die gleiche Adresse oder auf das Konto der erblindeten Krieger bei der Bezirksfparkasse Gießen eingezahlt werden. Gictzcncr Wochenmarrtpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 15 bis 20 (pro Zentner 10 bis 12 Mk.), Weißkraut 10 bis 15 (pro Zentner 5 bis 6 Mk.), Rotkraut 15 bis 20 (pro Zentner 10 bis 12 Mk.), gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 12 bis 15, Spinat 25 bis 35, Unterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 50 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 80, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 4,5 bis 5 (pro Zentner 3,80 bis 4 Mk.), Aepfel 10 bis 15 (pro Zentner 10 bis 12 Mk.), Birnen 10 bis 15 (Pro Zentner 8 bis 10 Mk.), Dörrobst 30 bis 35. Russe 50 bis 80, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 103 bis 130 pro Pfund: Tauben 70 bis 90, Kisten iec 17 bis 18, frische Landeier 19 bis 20, Blun^nlohl 50 bis 100, Endivien 10 bis 40, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pfennig pro Stück. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadtihcaler: ^Hochzeitsreise", 20 bis 22 Uhr. — Christliche Versammlung, Gießen: Oesfentl. Vortrag des Evangelisten Paul Schwe el (Berlin) über „Sie zukünftigen Ereignisse im Lichte der Bibel", 20.15 Uhr. Lindenplatz 1. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „3$ hab' dich lieb" und „3ct> habe im Mai von der Liebe geträumt...". — Astoria-Lichts.i.le: „Subrrkrnigs letzter Sieg" und „Kaltes Blut". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Als diesjähriges Weih- nachtsmärchm kommt am M ttwoch, 11. Dezember, „Das tapfere Schniiderlein" von Alois P r a s ch. Vater des derzeitigen 3ntenda..ten Dr. Rolf Drasch, zur Erstausführung. Das Stück ist von V o l ck inszeniert, mit Kinderballett, einer eigens dazu komponierten Musik und allen rneg ichen Ueberraschungen ausgestattet. Di? Tanzelnlagen sind von Herrn Ewald Bäulke und Partnerin einstudiert. Die Vorstellung beginnt um 15.30 Uhr. Die Musik ist von Ludwig von Röh.er komponiert. Die TitelroUe spielt Kurt D o m m i s ch. — Die Volkshochschule bittet uns, darauf hinzuweilen, daß die Kurse „Charakterkunde" und „Mozart' erst nach Neujahr fortgesetzt werden. (Siehe heutige Anzeige.) — Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Donnerstag, 12. d. M., 20 Uhr, im „Postkeller" öffentliche Versammlung. — Siehe heutige Anzeige. ** Reichsbahnpersonalien. Ernannt wurde Reichsbahnassistent Friedrich G i e s l e r bei der Fahrkartenausgabe Gießen zum Reichsbahnsekretär. Befördert: die Oberladeschaffner Wilh. Luh II. und Ludwig Wagner bei der Güterabfertigung Gießen zu Lademeister und Hilfsweichenwärter Mord und Selbstmord in Gießen. Am Samstagnachmittag hat sich in dem Geschäftslokale der Firma Fritz Hübner, Bahnhofstraße 92, das dem verkauf von chirurgischen Instrumenten, ürankenpslegeartikeln ufro. dient, ein Drama zwischen den beiden Geschäftsinhabern, dem Kaufmann Fritz Hübner und seiner Geschäststeiihaberin, Frl. Else Lukas, abgespielt. Frl. Lukas Hal dort nach einer heftigen Auseinandersetzung ihren Teilhaber durch zwei Revolverschüsse in den Kopf gelötet und daraus sich selbst einen 5 chuß in den Kopf beigebracht, der sie schwer verletzte und besinnungslos zu Boden sinken ließ. Erst am gestrigen Monlagnachmiltag wurde die grausige Tat entdeckt und die sehr schwer verletzte Täterin sofort der Chirurgischen Klinik zugeführt. Der Kaufmann Fritz Hübner, 33 3ahre alt, ist aus Oppenheim gebürtig, die Täterin Else Lukas ist 29 3ahre alt und stammt aus Worms. Beide betrieben hier gemeinschaftlich seit etwa 2 3ahren ihr Geschäft des Verkaufs von Krankenpflegeartikeln usw., das zunächst als Etagengcschäft in der Hillebrandtstraße untergebracht war, vor etwa l1/* 3ahren aber in einen Laden der Schwär schen Ko'onnaden gegenüber dem Hauptpostamt v.rlegt wurde und dort ganz gut ging, so daß beide Geschäftsteilhaber ohne geschäftliche Sorgen waren und ein gutes Auskommen hatten. Anfänglich soll zwischen Hübner und Fräulein Lukas die beiderfe'.t ge Absicht der Eheschließung bestanden haben. Hübner ist aber dann von diesem Plane ab gekommen, da er zu der Ansicht gelangt war, daß die Lukas nicht die richtige Frau für ihn sein werde. Aus dieser Entfremdung entstanden nun allmählich Zwistigk.iten, die in den letzten Wochen immer schärfere Formen annahmen und wenige Tage vor der grauenvollen Tat ganz besonders tiefgehmd gewesen sein sollen. Hübner faßte schließlich den Entschluß, sich von seiner Geschäftsteilhaberin dadurch zu trennen, daß er den Teilhabervertrag auflösen und die Lukas auszahlen wollte. Zu diesem Zwecke erwirkte er einen gerichtlichen Termin, der am morgigen Mittwoch vor dem Amtsgericht stattfinden sollte und von dem natürlich die Lukas in Kenntnis gesetzt wurde. Hierdurch geriet die ohnehin schwer gereizte Teilhaberin in noch stärkere Erregung, die sie aucy zu der Aeußerung gegenüber ihren Wirtsleuten veranlaßte, sie werde sich n o ch vor Weihnachten erschießen und dadurch ihren Eltern und Hübner eine „Weihnachtsfreude" bereiten. Am Samstagvormittag weilten Hübner und Fräulein Lukas, wie üblich, in ihrem Geschäft, das sie am Samstagmittag, wie auch sonst stets geschehen, für das Wochenende schlossen. Am Rachmittag zwischen 3 und 4 Uhr wurden in dem nebenan liegenden Laden heftige Streitigkeiten aus dem Hübnerschrn Geschäft gehört, denen man jedoch keine Bedeutung beilegte, da man derartige Auftritte gewöhnt war und schließlich auch bald wieder Ruhe eintrat. Offenbar hat die Lukas im Verlaufe dieses Streites die Tat begangen. Als sie und auch Hübner bis Montagmi'.tag noch nicht wieder in ihre Wohnungen z irückgekehrt waren, wurde die Poliz i verständigt, die daraufhin nach verschiedenen Umfragen wegen etwaiger anderweitiger Anwesenheit der Vermißten am gestrigen Rachmittag das Ladenlokal öffnen ließ und hier die Entdeckung der Tat machte. Hübner ist, an seinem Schreibtisch sitzend und in Geschäfts- papieren arbeitend, aus etwa einem Meter Entfernung von seiner Teilhaberin durch zwei Schüsse in die linke Schläfe auf der Stelle getötet worden. Die Polizei fand die Leiche des Mannes im Schreibtisc.)sessel vor. Die Lukas wurde unmittelbar zu Füßen des Toten auf dem Fußboden liegend besinnungslos und mit einem schweren Kopfschuß ausgesunden: sie hatte sich selbst einen Schuß indielinkeSchläfe beigebracht, vorher aber noch einen Abschiedsbrief geschrieben, den die Polizei teilweise mit Blut bedeckt, das jedenfalls von iem Erschossenen herrührte, auf dem Schreibtisch liegend vorfand. Zu der Tat hat die Mörderin eine kleine Liliput- pistole benützt. Besonders tragisch ist noch bei dem Vorfall, daß die Eltern der Lukas am Sonntag in Gießen weilten, um ihre Tochter zu besuchen, die von dem Kommen ihrer Angehörigen gewußt hat. Die Eltern sind darm am Sonntagabend nach Worms zurüügereist, ohne von ihrer Tochter auch nur das geringste Lebenszeichen zu haben. Die Leiche Hübners wurde gestern nachmittag noch von der Staatsanwaltschaft zur Bestattung freigegeben und dem Reuen Friedhof zugesührt. Wie wir heute vormittag auf Anfrage in der Chirurgischen Klinik hören, ist die Täterin gestern abend gegen 9 Uhr ihrer schweren Verletzung gleichfalls erlegen. Heinrich B r ö m e r beim Bahnhof Lollar zum Weichenwärter. Versetzt: Reichsbahr.betriebsassistent Christian Klotz beim Bahnhof Gießen als Bahnhofsaufseher nach Treis (Hessen). Gestorben: Kasseninspektor August M ö b u s in Wetzlar, Rottenaufseher Wilhelm B u ß w e i l e r in Laubach und Ed. M e b u s in Gießen. " Das Rauchen in Eisenbahnzügen. Die immer noch vorkommenden Belästigungen der Reisenden durch Richtbeachtung des Rauchverbots in den Eisenbahnzügen lassen es angezeigt erscheinen, die hierüber erlassenen Bestimmungen nochmals in Erinnerung zu bringen. 3n jeder Wagenklasse wird eine angemessene Zahl von Abteilen für Richtraucher Vorbehalten. Wenn nur ein Abteil der betreffenden Wagenklasse vorhanden ist, darf in diesem nur mit Zustimmung aller Mitreisenden geraucht werden. Richt geraucht werden darf — auch nicht mit Zustimmung der Mitreisenden — in den Richtraucher- und Frauenabteilungen und in den Triebwagen ohne Raucherabteil, sowie in den Gängen, in denen durch Anschlag das Rauchen verboten ist. Ferner nicht in den Aborten und auf den Plattformen der mit „Richtraucher" beschilderten Wagen. Bei Uebertretung des Rauchverbots im Zuge wird ohne vorherige Verwarnung eine Rauchbuße von 2 Mk. erhoben, worüber dem Reisenden eine Zahlungsbestätigung ausgehändigt wird. Raucht der Reisende nach Erhebung der Buße weiter, so wird er wegen Uebertretung bahnpolizeilicher Vorschriften belangt. ** Stenographische Wettkämpfe. Als Abschluß der diesjährigen Vereinstätigkeit veranstaltete die 1. Reichskurzschriftgesellschaft „Gabelsberger" und Damenabteilung ein Wettschreiben, dem auch ein Schön- und Nichtigschreiben ungegliedert war. Geschrieben wurde nur nach der Einheitskurzschrift, und zwar in den Abteilungen 60 bis 260 Silben. Insgesamt wurden 80 Arbeiten abgeliefert. Folgende Arbeiten konnten mit Preisen ausgezeichnet werden: A. Schnellschreiben: 260 Silben: 1. und Ehrenpreis Georg Wahl und Ottilie Treser: 180 Silben: 1. und Ehrenkreis Heinr. Preußer: 1 Preis Friedrich von Lemmers: 160 Silben: 1. und Ehrenpreis Fritz Dörfner; 140 Silben: 1. und Ehrenpreis Dora Nickel: 1. Preis Dora Heß: 120 Silben 1. und Ehrenpreise Irma Büxler, A. Schott, H. Buchner, Richard Heinbuch: 1. Preise: Erich Hock, Max Kutz, Aenne Thein, Hans Bellos, Klaus Wachsen: 3. Preis Wilhelm Albach: 100 Silben: 1. und Ehrenpreise Käthe Demuth, Willi Volland, Elli Volland, Minni Schmitz, Heinrich Schmieder: 1. Preise Johanna Bohl, Hermann Kräcker, Minna Gerbig, Wilhelm Arnold, Walter Volpert, Heinrich Ochs: 2. Preise Luise Reinhardt, Heinz Theisebach: 80 Silben 1. und Ehrenpreise Georg Herbert, Hans Gg. Steuerwald, Elisabeth Paul: 1. Preise Erna Reininger, Erwin Weber, Karl Euler, Hermann Benzler, Emmi Overbeck, Minna Nachtigall, Willi Momberger: 2. Preis Emma Lotz: 60 Silben: 1. und Ehrenpreise Irma Volk, Karl Geller, Fritz Hederich, Else Linkmann: 1. Preise Alfons Klein, Hans Fuhr, Gertrud Schäfer, Käthe Judt, Karl Scheid, Albert Seefelder, Otto Wilhelm, Karl Brückel: 2. Preise Albert Pitz: 3. Preis Karl Bree. B. Schön- und Richtigschrei - ben: Verkehrsschrift: 1. und Ehrenpreise Friedrich von Lemmers, Erna Reininger, Kathi Keller, Irma Volk: 1. Preise Max Katz, Albert Seefelder, Johanna Bohl, Hans Fuhr: 2. Preise Richard Hembach, Minna Gerbig, Minna Nachtigall, Hermann Buchner, Else Linkmann: 3. Preise Luise Reinhardt, Wilhelm Arnold. Redeschrift: 1. Preis Friedrich von Lemmers: 3. Preise Fritz Dörfner, Luise Reinhardt. Suchhundeprüfung und Kriminalhundprüfung in Gießen. Am Sonntag veranstaltete der Polizei- und Schuhhund- Verein in Gießen im Auftrag des Rhein-Main- Landesverbandes, Sitz in Frankfurt a. M., in Anwesenheit von Vertretern des Polizeiamts Gießen und zahlreichen Publikums eine Suchhundprüfung, bei der vier Polizeihunde zur Vorführung gelangten. Die Prüfungsleitung lag in den Händen des Herrn Wilh. Derzbach in Gießen. Als Richter fungierten der Landesverbandsvorsitzende Meiners aus Frankfurt a. M. und die Herren Heinr. Matheis und Karl Wiedmeyer in Gießen. Den ersten Preis und die goldene Verbandsmedaille erhielt Kriminal- Hauptwachtmeister Rienhardt in Gießen; an zweite Stelle trat Herr Aug. Rieß, ebenfalls in Gießen. Die nächsten Stellen nahmen zwei Polizeibeamte aus Offenbach a. M. ein. Der Erfolg des Gießener Vereins ist um so erfreulicher, als auch im vergangenen 3ahre die erstmals vergebene goldene Medaille des Verbandes von Herrn Heinr. Matheis vom Gießener Verein eingeholt werden konnte. Bei dieser Gelegenheit sei aus die Dressurstunden besonders hingewiesen, die in der heutigen Anzeige zu ersehen sind. Oberhessen. Schwerer Auiounsall einer Fußballmannschaft. 1 Toter, 8 verletzte. A Lauterbach, 9. Dez. Gestern abend kurz nach 7 Uhr ereignete sich in der Vogelsberg» straße ein schweres Autounglück. Der Schnellastwugen der Firma Traut in Fulda war mit einer Fußballmannschaft aus Eichenzell, die in Blihenrod gespiett hatte, auf der Heimfahrt nach Fulda bzw. Eichenzell begriffen und fuhr etwa 300 Meter oberhalb ter Gastwirtschaft Mül er auf einen Chausseebaum auf. Während sich der Chauffeur während der Fahrt an dem Kilometerzähfer zu schaffen machte, weil dieser nicht funktionieren wollte, kam der Wagen der linken Straßenseite zu nahe, so daß der hinten übergebaute Laderaum an einem Chausfeebaum hangen blieb und vollständig abgerissen wurde. Wahrscheinlich hatte der Wagen auch eine ziemlich hohe Geschwindig.eit. Schon beim Anfahren des ersten Baumes wurde die gesamte Mann- chaft Hera usgeschleudert, einer sogar vis auf die über der Straße liege.rde Wiese. R e u n Mann wurden dabei verletzt, darunter vier schwer. Der C.auf.eur selöst kam mit dem Schrecken davon. Von den Schwerverletzten ist bereits einer in der vergangenen Rächt im hiesigen Krankenhaus verstorben, ein anderer liegt noch bewußtlos darnieder. Zwei Verletzte konnten, nachdem sie im Krankenhaus I verbunden worden waren, die Heimreise antreten, während die übrig:n vorerst noch in ärztlicher Behänd.u. g verbleiben müssen. Landkreis Gies;en. £ Wieseck, 9. Dez. Die am Samstagabend bei Gastwirt Gg. Keller stattgehabte Generalversammlung des Landwirtschaftlichen Ko n s u m ve re i n s G. m. b. H. war im Verhältnis zu früheren Versammlungen stark besucht. Nach Eröffnung durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrates erstattete zunächst Verbandsrevisor I o l k Bericht über die Arbeiten und Erfolge der Verwaltung im laufenden Geschäftsjahre. Er stellte fest, daß d.e Gesamtoerwaltung durch ihr gutes Zusammenarbeiten wieder einen schönen geschäftlichen Erfolg zu verzeichnen habe. Konnte doch der monatliche Umsatz bis Ende Oktober durchschnittlich auf 25 000 bis ' 30 000 Mark gesteigert werden. Diese Zahlen berechtigen zu der Annahme, daß auch für 1929 mindestens 7 v. H. an Rückvergütung gewährt werden können. Im Geschäftsjahr 1928 wurden an Rückvergütung an die Mitglieder 19 921,02 Mk. ausgezuhlt, das sind durchschnittlich zirka 35 Mark. Außerdem wurden den Mitgliedern noch wesentliche zinslose Kredite gewährt. Wie der Redner weiter feststellte, steht das Unternehmen auf gesunder Grundlage. Nach ihm sprach Geschäftsführer Haack von der Raiffeisen-Hauptgenossenschaft über „Rationalisierung im Genossenschaftswesen". Nach allgemeinen Erklärungen über die Rationalisierung kam der Redner auf den vor 8 Tagen in Frankfurt a. M. erfolgten Zusammenschluß von 40 500 selbständigen landwirtschaftlichen Genossenschaften unter der Bezeichnung „Deutscher Raiffeisen-Verband e. V." zu sprechen. Dieser Zusammenschluß solle durch seine wirtjchaflliche Macht mit zur Gesundung iin deutschen Genossenschaftswesen und darüber hinaus Ift der deutschen Wirtschaft beitragen. In der Aus- sprack)e wurden noch verschiedene Fragen geklärt. Die notwendige Ersatzwahl im Vorstand ergab die Wiederwahl von Landwirt Heinrich Benner. Für den Aufsichtsrat wurde der sehr verdiente Vorsitzende Karl Nodenhausen, sowie die Mitglieder Wilhelm H o f und Heinrich Hofmann wiedergewählt. Neugewählt wurde Otto Deibel. In der folgenden allgemeinen Aussprache wurden noch verschiedene geschäftliche Angelegenheiten besprochen. Die zum Weiterausbau des Geschäftes notwendigen Maßnahmen wurden ebenfalls zur Spruche gebracht und manche gute Vorschläge gemacht, deren Verwirklichung in den nächsten Jahren entgegcngesehen wird. ch W i e s e ck, 8. Dez. Gestern abend veranstaltete Lehrer Burk im dichtbcsetzten Braunschen Saale einen Elternabend, der einerseits beredtes Zeugnis ablcgte von der hohen Leistungsfähigkeit der Klaffe in der Vortragstunst, andererseits den Eltern wieder einmal die alten schlichten und gemütvollen Gedichte, Fabeln und Erzählungen ins Gedächtnis zurückrief, die heute leider oft in der Schularbeit in den Hintergrund treten. Lehrer Burk selbst zeigte sich als Meister im Märchenerzählen, erheiterte die Zuhörer durch Preisgabe von selbsterlebten lustigen Episoden im ersten Schuljahr und um- riß schließlich mit kurzen Worten den Sinn moderner Schularbeit, der auf Lust und Freude und Eigenbetätigung des Schülers abgestellt ist. * Alten-Duseck, 9. Dez. Wie alljährlich, so hatte auch gestern abend unser Frauenchor einen Familienabend veranstaltet, der aus Alten-Duseck und Trohe, sowie aus benachbarten Gemeinden gut besucht war. Rach einem einleitenden Musikstück eröffnete der Ortspfarrer den Abend mit einer Begrüßung, es folgte ein poetischer Dorspruch, vorgetragen von Frl. Marg. Körber, dann im Wechsel Musikvorträge, Chöre und zwei jugendlich frische, frohe Einakter. Alle Darbietungen zeugten von sorgfältiger Vorbereitung und wurden mit herzlichem Deifall ausgenommen. Cs war zu erkennen, wie der Frauenchor unter der Leitung seines bewährten Dirigenten Konrad R i e o I a i (Großen-Duseck) sich seiner Aufgabe, das gute christliche und weltliche Lied zu pflegen, und die Gemeindeglieder zu gemeinsamer Erholung und persönlicher Annäherung zusammenzuführen, mit Erfolg angelegen sein läßt. Es wird ihm deshalb doch auch immer die Anerkennung und Förderung Futeil, die er als ein erfreulicher und wertvoller Faktor im Gemeindeleben erwarten darf. )( Grohen-Linden, 10. Dez. Wwe. P o ftt Wirtin „Zur Sonne" dahier, vollendet heute das 7 2. Lebensjahr. U Großen-Linden, 9. Dez. Das Mobiliar unserer Kleinkinderschule hat in diesen Tagen eine wesentliche Verbesserung erfahren, die alten Bänke und Tische, die teilweise 30 3ahre und länger in Benutzung und nicht mehr gebrauchsfähig waren, sind durch neue Garnituren — 92 Stühlchen mit Rückenlehnen und 13 Tische — in stabiler und geschmackvoller Ausführung erseht worden. Die Deckung der nicht unerheblichen Kosten hofft man mit einem hierfür vorgesehenen Fonds der Kleinkinderschule, durch Spenden der örtlichen Vereine (namhafte Summen wurden von die^--, in dankenswerter Weise schon zur Verfügung gestellt) und durch Sammlungen zu erreichen. Die Kleinkinderschule wird zur Zeit von 108 Kindern besucht. Kreis Schotten. v. Schotten, 9. Dez. Aus dcm Gemeinderat. Die Stadt hat ihre Vorkriegsschulden mit 17,5 Prozent aufgetoertet. Auf der gleichen Grundlage verständigte man sich mit einem Armenfonds, der eine größere Forderung an die Stadt zu stellen hatte. Eine alte Kaufgeldforderung über den Ankauf eines Grundstücks durch die Stadt wurde mit 90 Prozent aufgewertet. Der Vertrag mit dem Friedhofswärter wurde vorsorglich gekündigt, der neue Gemeinderat soll sich mit der Vergebung der Fried- hofsUnterhaltung befassen. Der Prä- miierungsmarkt in 1930 wird in der alten Form, Verlosung usw. abgehalten, die Vorschläge hierzu wurden genehmigt. Die Stadt hat sich zur Errichtung einer Autohalle für die P o st bereiterklärt, eine Ortsbesichtigung zur Bestimmung des Platzes findet statt. Der Gemeinde Meiches wurde ein Betrag zur Aufrecht- erhaltung ihrer Autolinie bewilligt. Mehrere Straßen und Stellen in der Stadt werden hergestellt, die Kosten hierfür genehmigt. Preußen. Kreis Wetzlar. > Wißmar, 9. Dez. 3n der ersten Sitzung der neuen Gemeindevertretung wurde mit sieden Stimmen der Hüttenarbeiter Ludwig D i 11 e n d o r f von der S. P. D. zum Vorsteher gewählt, (fünf weiße Zettel wurden abgegeben): mit denselben Stimmen der Wagner- meister Heinrich B i 11 e n d o r f zum st.l.vrrtre- tenden Vorsteher. Rach Bestätigung des neuen Vorstehers tritt der jetzige Vorsteher Schwalm von dem Posten zurück, den er aus gesundheitlichen Gründen und wegen seines Alters nicht wieder übernommen hätte. Mit ihm scheidet ein Rkann aus dem Gemeindedienst, der sich um fein Heimatdorf große Verdienste erworben hat. Von 1911 bis 1917 war er Vorsteher, in den folge Öen Ca'jren stellv. Vorsteher, der bei Krankheit und Tod immer wieder feine Kraft und feine Kenntnisse der Allgemeinheit zur Verfügung stellte. Deshalb hatte ihn das Vertrauen seiner Mitbürger in diesem Frühjahr, als der bisherige Vorsteher starb, noch einmal gewählt. Gange 3ahre hat er auch die hiesige Postagentur verwaltet, insbesondere in den Zeiten, da diese Arbeit nichts einbrachte und gewaltige Anforderungen stellte, während des Krieges und der Inflation. Das Amt des Ortsgerichtsvorstehers, das er fd)on lange bekleidet, wird er weiter behalten. Er hat es in seiner langen Dienstzeit immer verstanden, die politischen Gegensätze im kommunalen Leben zu überbrücken und Wertvolles für seine Gemeinde zu schaffen. Möge ihm em schöner Lebensabend deschieden fein )( Hörnsheim, 10. Dez. Landwirt' Ludwig Lenz dahier, der auf dem Gebiete der Viehzucht, Dienen- und Obstkulturen Hervorragendes leistete, wird morgen 80 3 ahre alt Montag morgen 9% Uhr ging unser einzig geliebtes Kind 7. A Gießen, den 10. Dezember 1929. Heinrich Emst Herpel 10111D im 22. Lebensjahre in Frieden heim. In tiefer Trauer: Ruttershausen, den 9. Dezember 1929. Gießen, den 10 Dezember 1929. 079J1 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 12. Dezember, nachmittags 2.30 Uhr, Beileidsbesuche dankend verbeten. auf dem Neuen Friedhof statt. BILDERfür 10054D verpachtet. 10116D SeelackS, feinste Nordseeware 5*/» bis is Uür Auner Abonnement Kindervorstellung Ermänigie Prelle. Zum ersten V.ale: los tüclere smnelöetlein Zauber Märchen in 5 Bildern von AloiS Pralch. Munk von Gustav v. SBo der. Mittwoch. 11. Ter.» 11.Mikkw0lVAV.-Vfsl. von 20 biS 22 Uhr Die iroMifinen Nach der Tragödie des Euripides von Franz Werfel. Bullenverkauf. Die Gemeinde Atten-Bufeck beabsichtigt einen erstklassigen, setten Simmentaler Bullen auf den Wege schriftlichen Angebots "ii 51k zu ------------ , Zimmer, Bina- müblc b.Grimberg Forstamt Eichelsdorf. Fischereibezirk Nr. I. Der Niddafluß in den Gemarkungen Rainrod und Eichelsdors. Fischereibezirk Nr. II. Der Ulfabach mit dem Lohgraben in den Gemarkungen Storm sels, Ulfa, Rabertshausen, Oberschmitten. Iorstamt Nidda. Fischereibezirk Nr. II in den Gemarkungen Unterschmitten und Rabertshausen: a) der Niddafluß von der Oberschmitter Gemarkungsgrenze bis zu der mit der Stadt Nidda vereinbarten Fischereigrenze unterhalb Unterschmitten, zirka 2060 lfd.m; der Mühlgaben der Bruchmühle, zirka 440 lfd.m; der Mühlgraben der Braunsmühle, zirka 400 lfd. m; die Ulfa in der Gemarkung Unterschmitten bzw. Rabertshausen bis zum Einfluß in die Nidda, zirka 2360 lfd. m. b) Der ehemalige Salinenkanal in der Gemarkung Unterschmitten, zirka 920 lfd. m. c) Der Niddafluß in der Gemarkung Dauernheimer Hof von der Schleifelder Brücke bis zur Gemarkungs- grenze Dauernheim und der sog. Ält- bach, zusammen zirka 6170 lfd. m. Fischereibezirk Nr. Iv. Der Krötenburgermühlgraben in der Gemarkung Nidda, zirka 140 lfd. m. Pachtliebhaber, welche den unterzeich- neten Behörden nicht bekannt sind, wollen sich bei diesen vor der Verpachtung aus- weisen. Nähere Auskunft wird von denselben erteilt. Nidda, den 9. Dezember 1929. Forstämter Eichelsdors und Nidda. Vertreter gesucht von bekannter, beft eingeführt, großer Feuer-Versicherungs- Gesellschaft die auch alle sonstigen Dersiche- rungszweige betreibt. TZerstche- rungsbestand wird überwiesen, ebenso entsprechende Unter- stützung zugesagt. Gest. Angebote erbeten, unter J V. 3056 an Znvalidendant, Ann.-Exp., Frankfurt am Main. 88WV [Verschiedenes) Junge Frau empfiehlt sich tm Waschen. Bllgeln u. AuSbess von Herren« u. Knaben-Aitzügen, sowie Wäschebügeln. Schr. Anaeb. u.07907 an den Gieß. Anz. loooo Km. auch geteilt, auf 1. u. nute 2. Hypotheken auSzulethen. Schr. Antr. um. 07909 an den Gien. Anz. Grüne Heringe . Pfund 35 Donnerstag eintreffenb: ff. Kabeljau, o. K. 5—Spfüitbin, ...... Pfund 45 tm Ausschnitt...... Pfund 50 FitetS von Schellfisch. Kabeljau. 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Dculschnatioi einen starken baten zu vr folgern, dah Daraus ist z letzten fünf der Richtun Parteien l1 dieser Fehl Jahre 192- eines Teile verhalfen,, arbeiten", i sich in d: Austenpoliti weil sie?ie trat ini Öal fchen Richtli der bisheri Regierung t Regierung ’ Tiefe Pa bei ihren Q daraus erc ZtiinMnzal dafür ist d der tneitei sondere di positives 1 fügen. Seit fei durch G der Fehler durchgedrun> neue Richw crianni, ba1 Lage der Sozialisten geschlossene man ferne; von Tag z wenn auch das geleh; anstreben: V-itage: na itr.t.'tto.'ri sie in den i ichl in Vers blicken ist, unsere KÜs -Marxismus »Die sehr Erkenntnis Programms suche, daß d hinter Huge; nimvelung t Jontjrn aus ^rhaltnisstz, Schön. Pnnpenwanei preiswert zu uetL Wo? sagt d. Gefchst. b. Gteft.Anz. 07911 | Kaufgesuche | Gebrauchter Klgidersciirank zu kaufen gesucht. Schnfil. Angeb. mit Preis unt. 101231) an den Gien. 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Dezember 1949, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen^, Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: drei Trumeauspiegel, sechs Sck)reibtische, zwei Grammophone, 14 Stück Ofenrohre, neun Rohrknie, fünf Tafeln Eisenblech, mehrere Sofas und Chaiselongues, eine größere Partie Schuhmacherartikel, eine Schuhmacher-Nähmaschine (Claes Nr. 3929), vier Büfetts, vier ausgemauerte Kesselmäntel, vier Oefen, einen Kartoffeldämpfer, zehn Sitzbadewannen, neun Kartoffelquetschen, 20 Holzriemenscheiben, 20 Einkochappa rate, Vertikos, Lederstühle, Zimmerteppiche, zwei Ladentheken, drei Ladenregale, 20 Flaschen Sekt, zwei Kredenzen, drei Schreibmaschinen, mehrere Kleiderschränke, einen Personenkraftwagen (Dürkopp Nr. 5285, 12/28 PS ), ein Motorrad (Wanderer, Fabrik-Nr. 67 987, 8,5 PS), Fahrräder, drei Piani- nos, ein Oelbild mit Goldrahmen (Florentine mit Baß von Anton Kaulbach), Bücherschränke, eine Korbgarnitur, zwei Radioapparate, einen Linoleumteppich, eine Kaffeemasd;ine, einen Eiskonservator, einen Dreschwagen mit Strohpresse und Spreubläser, eine größere Partie Fleischereirnasd)inen, Schnellwaagen, Metzgerkittel und -schürzen, Därme u. a. m. Junker, Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383. Brandplati 1 95U7A Stückware, Teppiche# Läufer Heinradi Hadiltätter DER BILLIGE //,nRtu,cl • W7 BODENBELAG im • 3. | Heyd & Sohn m| Seltersweg 12 - Nr. 289 Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gverheffen) Dienstag. (0. Dezember (929 liebenen; OT9JI Oie Anfängerin Verfolgung und Klucht Empfehlungen 1 >eö|iche Bb unseres cn' $ei aufs geschloffen hinter ihm in der Verurteilung derjenigen Abgeordneten, die jetzt mitten im Kampf ohne genügende sachliche Begründung der Führung der Partei in den Rücken gefallen sind. Die Partei ist der Ucberzcugung, mit ihrem Programm nicht irgendwelchen besonderen Partei- zwecken zu dienen, sondern dem ganzen Bürgertum den einzig möglichen Weg zur Gewinnung der äußeren Freiheit und der inneren Geschlossenheit gezeigt zu haben." Meint’ Mud provinzial- Geflügelschau in Schotten. a. Schotten, 9. Dez. Sn den Räumen der hiesigen Turnhalle wurde am Samstagvormittag die Provinzialgeflügelausstellung des oberhessischen Geflügelzucht- Verbandes eröffnet. Rach Begrüßungsworten des Vorsitzenden Eise vom Geflügelzuchtverein Schotten sprach der Protektor der Ausstellung, Kreisdirektor Dr. Sann (Schotten), über die Bedeutung der Geflügelschau und eröffnete die Ausstellung. Der Vorsitzende des Landwirtschaftskammerausschusses der Provinz Oberhessen, Oekonomierat Breidenbach, Herr Veit, Reichelsheim, der Vorsitzende des Hess. Geflügelzuchtvereins, und Herr Kolter, Dad- Rauheim, der Vorsitzende des Oberhessischen Verbandes, hielten Ansprachen und wiesen auf die Bedeutung der Geflügelzucht und der Ausstellung hin. Dem Geflügelzuchtverein Schotten, der damit die Feier seines 25jährigen Bestehens verband, wurden die besten Glückwünsche und ein Ehrendiplom überbracht. Von feiten des ilnl- versitäts-Tierzuchtinstituts wurde durch Dr. Lang (Gießen) Lob und Anerkennung für die schöne Ausstellung ausgesprochen. Besonders wurden auch die reichhaltigen, wertvollen Ehrenpreise und Geschenke bewundert. Ein Gang durch die Ausstellung schloß sich an. Sämtliche Räume der alten und neuen Turnhalle waren in praktischster Weise mit den einzelnen Käfigen bestellt. „Durch Rassezucht zur Höchstleistung", das ist das Bestreben der Zuchtvereine, Und die schönsten Rassen waren in den besten Exemplaren vertreten. Hähne, Leghühner, Enten, Gänse, Puten, Tauben in allen Farben und Rassen. Die Zwerg- hühner, die Pfauentauben fielen besonders auf. Zur Preisverteilung standen viele Preise und Mademoiselle Docteur, Vie größte Spionin Deutschlands landbrol Tieustaa a-_8rci- tag emhentiö (nidjt Wlonioa) itfreneffliM [Verschieden^ Oie „antimarxistische Front". Zu dem Aufsatz „Dürfen wir hoffen?" in Rr. 287 des G. A. vom 7. Dezember erhalten wir von Herrn Dr h. c. Paul Mersmann» Gießen, eine Zuschrift, der wir, ohne uns mit den hier niedcrg legten Gedankengängen irgendwie identifizieren zu wollen, folgendes entnehmen: „Will man am Bürgertum nicht vollständig verzweifeln, so wird man sich doch einmal ernstlich fragen müssen, warum die antimarxistische Front eine Utopie sein soll? Dabei muh man sich erinnern, daß das bisherige Zusammengehen mit der Sozialdemokratie zu einem Fiasko geführt hat und daß andere Staaten, wie Italien und Spanien, nur durch die Ausschaltung der Sozialisten ihre Wiederaufrichtung erreicht haben. Man darf letztere Tatsache nicht mit dem Hinweis auf die größeren militärischen Kräfte, die den neuen Machthabern zur Der ügung standen, abtun, denn es handelt sich bei uns ja vorläufig gar nicht um einen Kampf mit den Waffen, sondern um die Erringung der Macht in dem Reichsparlament. Außerdem wird bekanntlich schon seit Jahren in mehreren deutschen Staaten, so in Bayern und Württemberg, ohne die Sozialdemokraten regiert. Schwindet f.rner im Bürgertum durch den Zusammenschluß der bürgerlichen Parteien die jetzt herrschende Furcht vor dem entscheidenden Einfluß der Sozialdemokratie auf die Aemterbcsehung, so wird die Zahl der bürgerlichen Wähler noch erheblich anwachsen. Run könnte man einwenden, daß ja auch die Deutschnationale Partei in den letzten Jahren einen starken Rückgang an Stimmen und Mandaten zu verzeichnen hatte und könnte hieraus folgern, daß ihr Rezept auch nichts Helsen werde. Darauf ist zu erwidern, daß diese Partei in den letzten fünf Jahren Fehler gemacht hat, die in der Richtung der Fehler der übrigen bürgerlichen Parteien lagen, daß sie aber zur Erkenntnis dieser Fehler gekommen ist. Die Partei hat im Jahre 1924 den Dawesplon durch Abschwenken eines Teiles ihrer Abgeordneten zur Annahme verholsen, sie ist darauf, um „positiv mitzuarbeiten", in die Regierung cingetreten, sie begab sich in das Schlepptau der Stresemannschen Außenpolitik und trat nach Locarno wieder aus, weil sie «diesen Kurs nicht mitmachen konnte, sie trat im Jahre 1927 unter Annahme der Wirth» scheu Richtlinien, d. h. unter Wicderanerkennung der bisherigen Außenpolitik, nochmals in die Regierung ein, um dann bei öir Reüb.ldung der Regierung wieder ausgcfchifft zu werden. Diese Politik des Schwankens hat die Partei bei ihren Anhängern in Mißkredit gebracht und daraus ergab sich der starke Rückgang ihrer wtimmenza'hl. Daß diese Auslegung richtig ist, dafür ist der schlüs igste Beweis das Anwachsen der weiter vechts stehenden Parteien, insbesondere der Rationalsozialisten, die über ein positives wirtschaftliches Programm nicht verfügen. Seit älebernahme des Vorsitzes der Partei durch Geheimrat Hugenberg ist die Erkenntnis der Fehler der Partei bei ihren Anhängern durchgedrungen. Hugenberg hat also gar keine neue Richtung geschaffen, sondern er hat l diglich erkannt, daß aus der Mis:re unserer politischen Lage der Weg falscher Kompromisse mit den So ialisten nicht hinausführt, sondern nur eine geschloffene Front gegen d:n Marxismus, daß man ferner eine Politik nicht au3 Opportunität von Tag zu Tag ändern kann, sondern daß man, wenn auch mit wechselnden Mitteln, wie Bismarck das gelehrt hat. unverrückbar bestimmte Ziele anstreben muß. Diese Ziele liegen einfach genug zutage: nach außen Kampf gegen die dauernde älntcrw.r.ung unt r di:G walt uns r rFeinde, wie sie in den Locarnovcrtrögen, dem Dawcsplan und jetzt in verschärftem Maße dem Voungplan zu erblicken ist, und nach innen Kampf gegen den unsere Kultur und Wirtschaft untergrabenden Marxismus. Wie sehr in der Deutschnationalen Partei die Erkenntnis von der Rotwendigk:it dicses klaren Programms Boden gefaßt hat, beweist ^die Tatsache, daß die gesamte Parteivertretung im Reich hinter Hugenberg steht, nicht infolge einer äleber- rumvelung des Parteitags. wie Manche glauben, sondern auf Grund sorgfältiger Prüfung der Verhältnisse. Die Partei im Lande st.ht auch Regierungskrisis in polen. Die Warschauer Regierung hat aus ihrer Riederlage im Sejm sofort die entsprechenden Konsequenzen gezogen: sie ist zurückgetreten und hat einem anderen Kabinett Platz gemacht, an dessen Spitze sehr wahrscheinlich der bisherige Finanzminister M a t u s z e w s k i stehen wird. Man spricht zwar auch davon, daß P i l s u d s k i die Ministerpräsidentschast übernehmen würde. von *' n W W Eine gewisse natürliche Veranlagung für das Fach ist sicherlich unbedingt erforderlich, wenn auch der Stimmbildungslunst die Möglichkeit nicht verschlossen ist. kleine Hemmungen zu beseitigen. Kein weileres Stimmgebiet fordert eine deiariig gründliche Durchführung des Studiums und ein solches Maß an Klein- und Feinarbeit wie der Koloraturgesang: der Umfang Ler Koloraturstimme geht weit über das üoliche Maß hinaus: dann aber sprechen gerade in diesem Falle gewisse typologi.ch-konstitutionelle Rücksichten bestimmend mit Da der Koloraturgefang quasi die instrumentalen F^h.gfcilen beo men.chuchen Stimmorganes in den Vordergrund stellt, so muß hier um so mehr auf eine durchgehende Egalisierung und Verschmelzung des ge,amten Stimmumfanges hin- gearbeitet werden: eine Tatsache, der eine ganze Reihe von funLionell begründeten Hemmnissen entgegenstehcn. Unwillkürlich ist jeder geneigt, das Erleben von Tonhöhe mit einem bestimmten Kraftgefüh. zu verbinden. Die dramatische Stimme darf dem nachgeben. Die Koloraturstimme dagegen muh gerade die Uebergangsstecken um das hohe C herum überaus vorsichtig behandeln, um lich nicht ihr eigenstes Gebiet, die dreigestrichene Oktave, zu verschließen. Da ist es zu verstehen, daß bei vielen Vertreterinnen des Ziergesanges nur eine geringe (Steigerung dhnamiicher Werte anzutreffen ist. Andrerseits bestätigt es sich mit dieser Tatsache, daß man zuweilen geneigt ist, der Koloraturstimme größere Ausdruckskraft abzustreiten. Wenn dann eine Stimme, wie die von Anny van Kruyswyk, gerade in der schwierigen Uebergangslage einer größeren tonlichen Expansion fähig ist, so ist das als ein ganz be- londeres P.us zu buchen. Aber mit dem stimmlichen Ausgleich allein ist die Wirkungsfähigkeit noch nicht erschöpft. Die Koloratursängerin muß eine Meisterin musikalischer Artikulationskunst fein: nicht daß sie die Töne bringt, sondern daß sie ihnen im Zusammenhang der musikalischen Phrase die sinngemäße Bedeutung zuweist. Rur bei peinlichst sauberer Durcharbeitung, bei durchdachtester und wohlerwogenster Abtönung erreicht die Koloratur die ihr vom Komponisten zugedachte Jung« fra» SffÄ“ gsss SA WM ■"SS E ■ sSS r 10** .1 flfl, - »uSw 1 ob1* inian*, 1 in^üS,M n II. Aus dem neuen Buche: „Spionage!" von H. R. B e r n d o r f f. Verlag Dieck & Co., Stuttgart. Am nächsten Morgen, eine Stunde nach dem der Paris-Berliner Expreß in Berlin eingelaufen war, saß Wynanky Herrn I. Matthesius gegenüber. „Ich habe gleich gesehen," sagte er, „daß die Pläne ein horrender Bockmist waren. Wenn man aus einem' Rohr so viel Schüsse in so kurzer Zeit hintereinander herausjagen will, dann muß man dieses Rohr ganz anders kühlen. Es gibt aber keine Kühlung, die so gut märe, und zweitens gibt es noch keine Glyzerin-Rücklaufbremse, die so etwas oushall, aber der Sicherheit halber habe ich den zuständigen fran- zösischcn Geniekapitän noch einmal gefragt--" „Entschuldigen Sie," sagte nun Matthesius erschüttert, „wen haben Sie gefragt?" „Wen? Mein Gott, ich sagte Ihnen doch, den zuständigen Sachreferenten im französischen General- stab." Und er erzählte, wie er das im einzelnen angefangen hatte. I. Matthesius sah auf die Uhr und er entsann sich an eine wichtige Verabredung. Er bat den Hauptmann, sich nun erst einmal in Berlin eine Wohnung zu besorgen und die Adresse telephonisch in seinem Bureau anzusagen. Am Abend saßen I. Matthesius und Monsieur Pissard zusammen. „Ich bin eigens aus Paris herübergekommen," sagte Pissard, „um dir zu sagen, daß du da einen ganz verfluchten Kerl engagiert hast. Ich wette mit dir, daß er auf den ersten Blick gesehen hat, daß die Pläne Blödsinn waren. Weißt du schon, daß er zum französischen Generalstab gegangen ist? Er hat nicht gelogen, wenn er dir das erzählt hat, ich bin ihm nachgegangen. Der Mann hat seine Probe glänzend bestanden, und wir können jetzt mit ihm an- fangen. Aber bitte, sei vorsichtig, gnade mir Gott, wenn er erfährt, daß wir ein Theater gespielt Haden, um ihn zu prüfen. Ich glaube, er ist viel stärker als ich." An d:esem Abend saß Wynanky am Bett seiner Freundin. Annemarie Lesser war krank. Es war nichts Bestimmtes, das ihr fehlte, das Alleinsein brachte sie zur Verzweiflung, sie wußte nicht ein noch aus, und der Hauptmann sah, daß dem geliebten Mädchen eine Katastrophe drohte, wenn nicht in ihrer Lebensweise eine grundlegende Aenderung eintreten würde. In der Nacht kommt ihm ein Gedanke. Nach fünf Tagen, als ihn Matthesius bittet, die Maas abwärts zu wandern von Sorcy bis Dinant und auf ganz bestimmte Dinge peinlichst zu achten, da fährt Annemarie mit. Aber in Straßburg, als Wynanln nach schwerstem inneren Kampf der Geliebten berichtet hat, was er jetzt treibt, ist noch Schweres zu überstehen. Annemarie Lesser, in schrecklicher Angst ob der Gefahren dieses Treibens, windet sich in Krämpfen, aber dann kommt die Genesung, und eine Woche später, als die beiden das Flußtal Gilpin - Creme UDieBdlicli in. bil Flechte Will, Jnc.in.An- Llig.Hlcurrioldii BilnsAiiin. ,u haben MM W. EiNnger HachlM S-lter-wez 71 Auswirkung. Daß bei der Koloratursängerin jede Phrase nur dann völlig gelingt, wenn das Muskelspiel einheitlich bis zur kleinsten Ruance hin souverän beherrscht wird, das sollte man bei ihrer Beurteilung und Würdigung vornehmlich berücksichtigen. Anny van Kruyswyk bringt von Ratur aus eine ganz besonders glückliche Veranlagung für ihr Fach mit. So harmonisch ausgeglichen wie ihr Aeußeres erscheint, so bietet sich auch ihr Stlmmorgan in fast als vollendet anzusprechender, ausgeglichener Funktion dem Ohre dar. Die Höhe seht sie fast ausnahmslos in idealer Kopfton-- Mischung an, und so sind ihr die älebergänge in die letzte Höhe ihres Stimmumfanges stets sicher möglich. Fast als virtuos zu bezeichnen ist ihr rein technisches Können: perlende Läufe, glitzerndes Stakkato, ein ungemein leicht ansprechender Triller: in der Mittellage, besonders aoer in dec zweigestrichenen Oktave, ist ihr Organ sehr nachgiebig: vom verschwebenden Pianistimo an bis zu einem Aufglühen in der Kraft bis hart an_ die Grenze des für eine Koloratursängerin Möglichen. Selbst in der dreigestrichenen Oktave sind ihr treffliche Schlußakzente gegeben. Rur am Ende der Rosine-Arie und auch der Gilda- Arie lieh sie sich durch ein Hebe.maß innerer Begeisterung verleiten, den Aebergang zum drei- gestrichenen E weniger vorsichtig anzufassen, und so stellte sich eine leichte Versteifung des hohen Tones ein. Auf der Bühne, gestützt durch die Orchesterbegleitung, mag das weniger aufsallen als im Konzertsaal, wo das Ohr des Hörers in allererster Linie auf den Äimmklang gerichtet ist. Anny van Kruyswyk ist in erster Linie Dühnensängerin: daher konnten auch hier die Arien als besondere Höhepunkte ihres Könnens angesprochen werden. An der Spitze des Programmes stand die von Mozart „der geläufigen Gurgel der Cavalieri" zugedachte Bravourarie der Konstanze aus der „Entführung": „Martern aller Arten". Hier schöpfte die Sängerin den reichen Stimmungsgehalt im fzenischen Erleben restlos aus, ohne sich an die Eitelkeit stimmlichen Könnens zu verlieren. Ein Kabinettstück edlen Ziergesanges war die Arie der Rosine aus der Oper „Der Barbier von Sevilla" von Rossini. Die Arie der „Gilda" erhob sich stellenweise zu ganz besonderer Größe. Der eigentliche Liederoortrag schien der Konzertgeberin weniger zu liegen; vielleicht, weil er für sie ein weniger oft betreutes Gebiet darstellt: nach der Abhängigkeit der Sängerin vom Notenblatt könnte man es annehmen. Daß sie in den Liedern andererseits jede Gelegenheit wahrnahm, ihre stimmliche Geschmackskultur in Auswirkung zu bringen, fei besonders anerkannt. Nur hätte man sich neben dem stimmlichen Wohllaut noch eine größere Geschlossenheit in der Gestaltung wünschen mjgen. Unter den Schubert- Liedern waren sicherlich noch einige zu finden gewesen, die der ausgeprägten Individualität der Konzertgeberin noch deutlicher entsprochen hätten als die gewählten. Für „Gretchen am Spinn» raöe" setzte sie alle Mittel ihres Könnens ein; im .Heidenröslein" gewann sie dem Refrain eine besondere Wirkung ab. Eine ganz besondere Gabe bot sie mit den Liedern von Joseph Marx, dem Wiener Akademiedirektor. Hier werden Wege erschlossen, die über Hugo Wolf hinaus unter Entfaltung reicher harmonischer Mittel und dem Ausstrahlen einer breiten melodischen Linie zum szenischen Texterleben hin- führen. An Stelle von Franz Liszts überaus interessanter „Loreley"-Vertonung wäre vielleicht im Interesse der Sängerin eine andere Wahl angebracht gewesen. Der Schluß der Dortragsfolge wandte sich der heiteren Muse zu: „G'schichten aus dem Wiener Wald" von Joh. Strauß ließen noch einmal alle Vorzüge der versierten Koloratursängerin im hellsten Lichte erstrahlen. Kein Wunder, daß bei solcher Vortragskunst das Publikum hingerissen, begeistert war. Nicht endenwollender Beifall rief die Künstlerin :m- mer wieder aufs Podium und zwang ihr eine Zugabe nach der andern ab. Am Flügel hatte reichen Anteil an dem Erfolg Universitätsmusikdirektor Dr. Stefan Temes - D a r d. Mit bewunderungswürdiger Feinfühligkeir und Anpassung an die verschiedensten Stilarten er schloß er den namentlich in den Marxschen und Liszt- schen Liedern reich und charakteristisch bedachten Klavierpart. Dr. H. abwärts gehen und fahren, da Hot sich Annemarie mit allem abgefunden. Die Tatsache, daß sie sich von dem Geliebten nicht mehr zu trennen braucht, hat sie mit jedem Schicksal versöhnt. Wochen später empfängt I. Matthesius aenauefte Aufzeichnungen über die Anlage neuer Verschanzungen an den Forts der Maas und genaue Pläne über die vorhandenen und neuangelegten Feldbohnen, die auf feiner Karte verzeichnet sind. Mit detailliertem Auftrag fahren wenige Zeit später die beiden noch Charleoille. „Wo beginnt die Linie der ersten Feldbefestigungen auf der Strecke Charleoille—Verdun in der Richtung von Norden nach Süden? Wo sind ihre Stärken und wo sind ihre Schwächen?" Bei dieser Reise weiß Annemarie Lesser schon ganz genau, um was es sich handelt, bei dieser Reise stellt es sich heraus, daß ihre aus- gezeichneten französischen Sprachkenntnisse, erworben in den guten Schweizer Pensionaten, denen des Hauptmanns ebenbürtig sind. Wynanky entdeckt mit Freude, aber auch mit Entsetzen, daß Annemarie über die Ggbe verfügt, mit den Bauern, den Postschaffnern, den Eisenbahnbeamten und ollen möglichen Menschen so zu plaudern, daß diese einfachen Leute, von ihr begeistert, alles erzählen, was das Mädchen wissen will. Sie hat sich in dem dauernden Zusammensein mit Wynanky schon die Kenntnisse erworben, auf welche Dinge es hauptsächlich ankommt, sie weiß sie zu erfassen und — zu erfun- den. Diele Wochen im Hochsommer wandern und fahren die beiden durch die Gegend. Wynanky, der den Schweizer Paß bei sich trägt, hot auf dem Rücken einen Rucksack mit Büchern über Pflanzenkunde mit Herbarium und Pinzetten, er botanisiert. Einmal in der Nacht, in einem französischen kleinen Gasthof eines entlegenen Dörfchens, wacht Annemarie auf. Sie weckt den Geliebten: „Wir werden verfolgt," flüstert sie. Ihr Herz klopft zum Zerspringen, sie findet keine Ruhe, sie steht leise auf. schaut aus dem Fenster und sie gerät in eine derartige Unruhe und in ein derartiges (Ent- setzen, daß sie den Hauptmann ansteckt, am nächsten Morgen fahren die beiden mit einem Wogen noch Charleoille und lösen Karten Charleoille—Köln. Im Grunde ist die Aufgabe ja auch gelöst, zahllose eng mit Zeichen und Zahlen deschrieoene Blätter trägt der Hauptmann bei sich im Futter der Weste. In einer Viertelstunde läuft der Zug ein. Die beiden stehen auf dem Charleviller Bahnsteig, da sieht Annemarie Lesser vor sich einen Mann Im musterhaften grauen Anzug, ein schmales rotes Band im Knopfloch, den sie in der letzten Woche viermal gesehen Hot. Im Augenblick weiß sie, daß sie mit diesem Menschen, der vor einigen Togen die uniform eines Forstbeomten trug, gesprochen und ihn ausgefragt hatte, und sie weiß jetzt auch, daß sie ihn am letzten Abend, als sie in dem kleinen Gasthaus in der Nacht befürchtete, daß man sie verfolgte, daß sie ihn an diesem Abend gekleidet wie ein Landarbeiter in der Gaststube gesehen hatte. Dieser Mann sieht um sich. Er kann Wynanky Schön. Pnppenwim Preiswert zu veiL $?o? fotit d. GM i). QhOni OH Kautgesuche / Gebrailchltt VM zu foulen (leludjt. Lchnitl. Med. mit Preis iint.MAl> an den Gien. An», erd. und das Mädchen nicht sehen, denn die beiden fteljen AufäUig hinter einem Postkarren. Stumm faßt sie den Geliebten an der Hand. Er sieht in ihr Gesicht, das bleich ist wie ein Sterbetuch. Beide sehen jetzt, und auch Wynanky erkennt den verdächtigen Monn, wie dieser mit fünf Leuten spricht und wie er dann durch die Holle auf die Sperre zuaeht und bann sehen sie, immer aus sicherem, zufälligem Versteck, wie sich an der Sperre zwei Männer aufftellcn, unauffällig, wie sie groß und vierschrötig mit Knotenstöcken dort die Weiche halten. Dann geht der Mann mit dem roten Band im Knopfloch zurück, und nun verteilen sich an dem einen Ende des Bahnhofes die fünf Männer in Zivil und gehen langsam Schritt für Schritt den Bobnfteig ab. Noch sehen sie die beiden hinter dem Postkarren nicht, aber wenn sie nun näher kommen? — Da faßt Annemarie einen Entschluß. Sie flüstert dem Geliebten ein paar Worte zu, der ihr ohne Uebsrlegung folgt und bann yHt er langsam von links auf die Sperre zu, dahin, wo die beiden Männer mit den finotenftömm stehen. Annemarie aber läuft plötzlich eilig und hastig, von rechts schnell direkt auf diese beiden Männer zu, sie faßt den einen am Rock!ragen und zischt: „trfcs vite, man schickt mich, ich bin Agentin der Süretö, man verhaftet die Spionin und ihn, sie wehren sich, sie haben Revolver". „Merci," stößt der eine Mann hervor, er nimmt sich noch so viel Zeit, um einen schnellen wohlwollenden Blick auf dos schöne junge Weib zu werfen, dos doch eine gute Französin ist, und dann rennt er mit seinen Genossen los, und als sie aus der Bahnhofshalle zum Perron cinbiegen, da passieren die beiden langsam die Sperre, und sie springen draußen jd)on etwas schneller in einen Landauer, der sie im Trab „zu einer Spazierfahrt" ins Land hinein trägt. Im nächsten Dorf bezahlt man den Kutscher, man geht ein Stück über Land, findet wieder ein Wogen, bann in dem Augenblick, als die Fahndungsdepeschen bei den Bürgermeistereien einzulaufen beginnen, ein Auto, das über die belgische Grenze fährt, und endlich gelangt man nach Charleroi und bann in einen v-Zug nach Köln. Die deutsche Grenze wird passiert, die beiden sind gerettet, und da gesteht Wynanky, daß er seit dem Morgen die entsetzlichsten Schmerzen im Leid verspürt. Stöhnend steig er in Köln aus dem Zug, er kann nicht gehen, er fährt ins Vinzenzkrankenhous, und in dieser Nacht Erschlägt das Schicksal den kurzen glücklick)en Liebestraum der Annemarie Lesser mit brutalem Keulenschlag. In dieser Nacht stirbt der frühere Hauptmann Karl von Wynanky an einer eitrigen Blinddarmentzündung und läßt seine junge Geliebte zurück, hilflos und sinnlos vor Schmerz. (Fortsetzung folgt.) Siebener Konzertverein. Arien- nnd Liederabend Anny von Kruhswhk Die Entwicklung der Oper im 19. Jahrhundert Aum Musicdroma bin ließ durch ihre Bevorzugung des dramatischen Gesanges den reinen Ziergesang, bas Fach der Koloratursängerin, ins Hintertreffen geraten, und eist die „Ariadne" von Richard Strauß und Braunfels' „Vögel" lenkten durch ihre Koloraturpartien wieder den Blick auf das vernachlässigte Fach. Eine Umschau unter den heutigen Vertretern des Koloraturfaches wird bestätigen können, daß augenblicklich nur wenige vorhanden sind, die allen Erfordernissen des klassischen Koloraturgesonges entsprechen können. Kleinere Bühnen werden meist auf eine unbedingt vollwertige Kraft verzichten und sich daher meist mit Gastspielen behelfen müssen. Daß so wenige zuverlässige Vertreter nachweisbar sind, liegt zum Teil wohl an der Vernachlässigung der sog. Koloratur-Oper, zum andern aber war bas Bestreben der Stimmbildner zumeist daraus gerichtet, den Anforderungen des dramatischen Gesanges in bezug auf Größe, Durchschlagskraft und Ausdruckmöglichkeiten der Stimmen gerecht zu werden. Wenn die eminenten Anforderungen der Zerbi- netta-Partie („Ariadne", R. Strauß) weiter keinen Erfolg zu buchen hätten, als daß ’fte das Problem des Koloratursoprans wieder in den Vordergrund gerückt haben, so "wäre dies doch schon von weit- tragender Bedeutung für unser Kunstgesangswesen. Denn der Zug zum dramatischen Gesang hin hat manche für den Koloraturgefang befähigte Stimme abgelenkt, und selbst bei einer unserer prominentesten Vertreterinnen ihres Faches, Maria Jvogün, zeigen sich schon leise Schatten als Folgen für das Verlassen des ureigensten Gebietes. Vielleicht mag früher auch die Zahl der Koloratursängerinnen nicht viel größer gewesen sein als heute, aber damals entsprach die Zahl der Rachfrage. Augenblicklich aber erscheint die Zahl hinsichtlich der Ueberproduktion in der Heranbildung des Rachwuchses überraschend gering. Damit ist aber kaum zu rechnen, weil der Marschall dann verpflichtet wäre, dauernd mit dem Parlament zusammen zu arbeiten, das er aus tiefster Seele haßt und dem er ständig seine ganze Verachtung zu spüren gibt. Es ist aber gar nicht so ausgeschlossen, daß S w i t a l s k i zurückkehrt. Schließlich ist es ja auch gleichgültig, wer von diesen drei genannten Persönlichkeiten die Regierungsverantwortung trägt. Solange Pilsudski der starke Mann in Polen ist, ist mit einem Systemwechsel nicht zu rechnen. Auf jeden Fall wird auch die neue Regierung sich nur aus Freunden des Marschalls zusammensetzen. Daß sich dadurch die innerpolitischen Q3er- hältnisse eher noch verschärfen, kann keinem Zweifel unterliegen. Aber Pilsudski hat es bisher verstanden, wie ein Diktator zu regieren, ohne selbst nach außen hin als Diktator in die Erscheinung zu treten. Er wird auch in Zukunft Mittel und Wege finden, trotz des parlamentarischen Systems gegen das Parlement zu regieren und seinen Willen durchzudrücken. Geldmittel zur Verfügung. 21m Samstagabend fand im Singsaal der Turnhalle ein Zücht er - abend statt. Kreisdirektor Dr. 3 ann und Bürgermeister Mengel überbrachten dem 3u» biläumsverein die Glückwünsche, auch der Gießener Zuchtverein ließ seine Glückwünsche übermitteln. Der Vertreter sprach sich in besonders lobenden Worten über das in der 2lusstellung Gebotene aus. Oberhessen sei führend in der deutschen Geflügelzucht. Nirgends sei ein solches Interesse für die Geflügelzucht vorhanden, und nirgends habe die Geflügelzucht solche Fortschritte genommen, wie in Oberhessen. Eine Reihe von Mitgliedern des Schottener Vereins wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt, namens deren Th. C e l l a r i u s dankte und hinwies auf die im Vereine erzielten Fortschritte. 2lm gestrigen Sonntag war die 2lusstellung sehr gut besucht. Stirnen, Sport und Spiel. V. f. B. 23. f. 23. — „Kurhessen" Kassel 0:0. Beim Abschluß des Gesellschaftsspiels mit der Ligamannschaft des Sportvereins „Kurhessen" Kassel war von diesem ausdrücklich die Mitwirkung des bekannten Olympiakämpfers und Internationalen Weber zugesagt worden. Trotz dieser bestimmten Zusicherung trat „Kurhessen" ohne Weber an, da dieser, wie der Reisebegleiter versicherte, sich wider Erwarten geschäftlich nicht frei machen konnte. Beide Mannschaften lieferten sich einen rassigen Kampf, der beiderseits von Anfang bis Ende sehr forsch, aber doch fair durchgeführt wurde. V.f.B. darf auf den Verlauf und das 0:0-Ergebnis mit Recht stolz ein. Die V.f.B.-Elf hätte den Altmeister sogar schlafen können; rein spielerisch war sie wohl nicht ganz o gut wie er, aber trotzdem dank des aufopfernden Spiels jedes einzelnen oft leicht feldüberlegen, und sie hatte auch die größere ZaHl der Torchancen, was u. a. das 8:4 für Gießen lautende Eckenverhältnis beweist. Eine ganz sichere Gelegenheit, das Treffen für sich zu entscheiden, vergaben die Einheimischen außerdem noch, indem sie einen zugesprochenen Elfmeter nicht zu verwandeln vermochten. Spielverlauf: Schon gleich zu Anfang kommt V.f.B. mehrmals gut durch und bringt das Tor der Gäste in Gefahr; diese erwidern mit schnell vorgetragenen Gegenangriffen, die ebenfalls abgestoppt werden. Trotzdem das Tempo außerordentlich scl)arf ist und hart um den Besitz des Balles gekämpft wird, werden beiderseits doch sehr gute technische Leistungen gezeigt. Das kleine Plus, das Kassel in der Ballbehandlung und im Zuspiel hat, gleicht Gießen durch seinen Rieseneifer aus und vermag sogar zeitweise leicht zu drängen. Die Kampfbilder wechseln in rascher Folge, ohne daß bis zur Pause ein Tor erzielt wird. Rach Wiederbeginn forciert der Gastgeber noch das Tempo und versucht unter Aufbietung aller Kraft und Energie zum Erfolg zu kommen, wozu sich mehrmals die Gelegenheit bietet, die aber jedesmal ausgelassen wird. Lediglich drei kurz hintereinander erzielte Ecken sind die Ausbeute, die aber ebenfalls nichts einbringen. Die Kasseler Verteidigung ist stark beschäftigt, zeigt sich jedoch einschließlich des Tormanns den Anforderungen gewachsen. Nach einiger Zeit verteilten Feldspiels ist es nun Kassel, das im Vorteil liegt und das V.f.B.-Tor für fünf bis zehn Minuten stark bedrängt. Aber auch hier leistet das gut aufgelegte Schlußdrio erfolgreiche Abwehrarbeit. Während des Nestes der Spielzeit wechselseitige Angriffe, ohne daß an dem 0:0-Ne- sultat noch etwas geändert wird, das in Anbetracht der Spielstärke des Gegners trotz des Fehlens Webers für die Platzelf zum mindesten doch ein großer moralischer Erfolg bedeutet, zumal sie ebenfalls, aus demselben Grunde wie Kassel, mit Ersatz an- ’ treten mußte. Schiedsrichter Köhler, Spielvereinigung Gießen, leitete objektiv und großzügig. Die zweite Mannschaft gewann ihr 23er» bandsspiel gegen die gleiche der Spiel Vereinigung mit 4:2. Anfänglich sah es für V. f. B. wenig verheißungsvoll aus. Die Spielvereinigung zeigte das bessere Spiel und konnte auch die Führung übernehmen. Erst nach dem Wechsel fand sich D. f. D. besser zusammen und drängte den Gegner, der sich zu Beginn anscheinend zuviel zugemutet hatte und nun stark nachlieb, meistenteils in seine Hälfte zurück. Der Sieg I der Platzmannschaft war verdient; sie hat damit ihre Führerstellung in der Tabelle weiterhin gesichert. Das Spiel der vierten Mannschaft gegen die erste von Bieber wurde als 23er- bandsspiel nicht gewertet, da der angesehte Schiedsrichter ohne QI6fage ferngeblieben war. Im Gesellschaftsspiel muhte sich 23. f. 23. eine überraschende 0:2-Riederlage gefallen laben. Der Gegner führte wohl das primitivere Spiel vor, war aber bedeutend eifriger und gewann verdient. Die erste Iugend benutzte noch den letzten Sonntag vor der Wintersperre zu einem Gesellschaftsspiel gegen die gleiche Heuchelheims und gewann dort verdient mit 3:0. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die Gießener haben auch die gekährliche Breidenbacher Klippe glücklich umschifft und somit bis jetzt sämtliche auswärtigen Verbandsspiele siegreich abgeschlossen. Die Begegnung in Breidenbach war sür 1900 kein Spaziergang. Darüber täuscht auch das günstige Halbzeitresultat (4:0) nicht hinweg, sondern die zwei wertvollen Punkte mutzten im schweren Kampfe errungen werden. Datz die ersatzgeschwächte Gietzener Elf überhaupt zu einem Siege kam, hat sie in erster Linie der glücklichen Platzwahl zu verdanken. 1900 spielte zunächst mit Rückenwind bergab und konnte, nachdem sich der erste Ansturm des Gastgebers gelegt hatte, durch besseres Zusammenspiel leicht überlegen werden. Die vier Torerfolge stellten sich jedoch alle erst gegen Ende der ersten Spielhälste ein, und zwar alle durch ausgezeichnete Leistungen von Adelberger, der das bis dahin vortreffliche Zusammenspiel jedesmal erfolgreich abschloh. Dabei ist nicht zu vergessen, datz die Gietzener Hintermannschaft einige gefährliche Sachen, darunter einen Freistotz, knapp vor der Torlinie glänzeno abwehrte. Ein Elfmeter wurde vom Breidenbacher Schützen verschossen. Was der Kenner schon voraussah, trat nach dem Seitenwechsel ein. Die Gietzener ließen sich von Breidenbach direkt vom Anstoh überrumpeln und wurden nunmehr in der Abwehr ganz konfus. Rach Ablauf von dreizehn Minuten stand das Spiel schon 4:3 für Gießen. Ietzt raffte sich 1920 aber auf und die Gegenangriffe bekamen wieder System, wodurch mehrfach brenzliche Momente vor dem Tor des Gastgebers entstanden. Dabei ahndete der Spielleiter eine Handabwehr mit Elfmeter, den Adelber ger abermals verwandelte und somit in diesem Spiel den fünften Trester auf sein Konto brachte. Mit größter Zähigkeit kämpfte man nunmehr auf beiden Seiten um eine Aenderung des Resultats. Die Bemühungen waren aber erfolglo obwohl man beiderseits noch Chancen genu, hatte. Das Spiel war fair. Der knappe 5:3= Sieg der Gietzener war auf Grund der kultivierteren Spielweise verdient, besonders da 1900 nicht die stärkste 23ertretung stellen konnte. Ein hervorragendes Spiel war die Begegnung 1920 1. Iugend gegen 23. f. B. Kurhessen, Marburg 1. Iugend, bei der man ausgezeichnete Leistungen zu sehen bekam. Das Endresultat 1:1 (Halbzeit 1:0 für Gießen) entspricht dem Spielverlauf. ............... ii in wiiictbw Das Erbe -es Herrn von Anfieiien. Vornan von 3. Schneider-Foersil. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, CQkrbau i. Sa. 22 Fortsetzung. Nachdruck verboten Er lieh sie eine Weile gewähren und sagte tröstend über ihren Kopf hinweg: „Kind, das sind ja sehr eigentümliche Eröffnungen, die du mir da machst, wenn du sie auch nicht in Worte kleidest. Das konnte ich natürlich nicht ahnen. Rach all dem, was du geschrieben und gesagt hast, kam ich zu der Lieberzeugung, daß du nur noch auf Bernds Volljährigkeit wartest, um die Scheidung gegen deinen Mann anzustrengen." „Bernd! — Ruse ihn mir doch, Vater!" „Latz den Iungen, Hildel" Er drückte die Tochter in die Kissen zurück. _2limm ihm das bißchen Feriensreude nicht. Er ist ohnedies schon viel zu ernst für seine Iahre. Du würdest es bitter bereuen, wenn er dir genommen würde." Sie erschauerte, als ihr der General so mahnend in die Augen sah: „Wenn du noch gut machen kannst, dann tue es, Brunhilde, ohne Zögern." Sie nickte zustimmend. „Ich werde den Racht- schnellzug benützen, um Heimzukommen." Löhen zog die Stirne in Falten: „2Iur keine Extreme, Kind! Erst ein Brief, der ihn vorbereitet, dann wartest du seine Antwort ab. Es fragt sich, ob es ihm erwünscht ist, wenn du so plötzlich eintriffst. - Er braucht doch auch seine Zeit, darüber hinwegzukommen." Sie errötete und preßte die Lippen aufeinander. Ob er je darüber Hinwegkommen würde? Jedenfalls wollte sie nichts unversucht lassen, ihm den Beweis zu bringen, daß sie niemals dem Grafen zu eigen gewesen war. Freilich, die Küsse und die Minuten des Erschauerns in seinem Arm liehen sich nicht mehr aus der Welt schaffen: „Ich werde ihm also schreiben." Der General empfand Erbarmen mit dieser offensichtlichen Rot der Tochter und strich beruhigend ihren Arm entlang. „Weih Bernd um all das Häßliche?" Brunhilds Rot vertiefte sich, während sie das beschämende „3a" sprach. „Wie traurig!" Lötzen stand auf und sah wehmütig auf Die schöne Frau herab. „Hast du gar nicht bedacht, Brunhilde, was du dem Jungen damit antust und was du alles in ihm zerstörst? Den Glauben an deine Reinheit! An die Makellosigkeit deines Frauentums! Den Glauben überhaupt an alles, was den Ramen Weib trägt! — Du hast dich beklagt, daß das Kind mehr auf der Seite deines Mannes steht. Findest du das nicht in der Ordnung? Ich möchte fast sagen, es ist ausgleichende Gerechtigkeit. Du willst Oerhens und Bernds Liebe und Hans Peter sollte leer ausgehen." „Schweig, bitte,“ Brunhilde hielt sich die Ohren zu. „Es muh einmal gesagt werden, mein Liebes. Mit Halbem ist nichts getan. Ich will jetzt nach Bernd sehen. Wir wollen ihm nichts von allem sagen. Du schreibst Hans Peter! Wie ich ihn kenne, wird er Antwort geben. — Welche — das läßt sich natürlich nicht Voraussagen." „Entschuldige mich abends bei unseren Freunden, ich könnte heute nicht tanzen und wenn es um meine Seele ginge!“ Brunhilde richtete fröstelnd einen Wall von Kissen um sich auf. Der General versprach es und verlieh das Zimmer. Ehe die Klinke einschnap:te, sah er noch einmal nach ihr hinüber. „Ich lasse das Abendessen hier auf dem Zimmer servieren! Es wird dir lieber sein!" Sie nickte dankbar, dann verklang fein Schritt auf dem Läufer des Korridors. Den Kopf weit zurückgebogen, starrte Drun- hilde nach der Decke und sah wie auf einer Flimmerleinwand ihre Ehe an sich vorüberziehen. Sich selbst -als kaum Reunzehnjährige im myrtenübersäten Brautgewande. Hans Peter ernst, ganz seiner Würde bewußt, bereits mit vierundzwanzig Iahren einem Weibe Gatte zu sein. Darauf die Flitterwochen, voll rosenfarbener Zukunftsträume und ganz vom Liebestaumel durchtränkt. Das erste, ernste Zerwürfnis um eine Lächerlichkeit und dann das Wiederversöhnen. Ihre Angst vor dem Mutterwerden und Hans Peters stolze Freude, als sie ihm den Erben gebar. Dann das Erkennen, daß Anstetten verschuldet war, ihr Drängen, es zu verkaufen, und fein Widerstand, da er wollte, daß es dem Iungen erhalten blieb. Das schuf den ersten, tiefen Riß, der immer weiterklaffte, zuletzt so weit, daß nicht einmal das Kind ihn überbrücken konnte. Sie sah ihn vor sich stehen, wie er, die Lippen halb zerbissen, darum bat, einen Teil ihres Vermögens, das sie selbst verwaltete, als Hypothek auf Anstetten eintragen zu lassen, ihr Widerstreben und zuletzt die Forderung der Trennung, wenn sie ihm willfahre. Sie fühlte erst heute, wie demütigend das alles für ihn gewesen sein muhte! Ein leises Klopsen rih sie aus ihrem Erinnern. 23emb steckte den Kopf herein und lachte ihr entgegen: „Darf ich mich ein klein wenig zu dir sctzcn? 3a?" Er wartete etwas, bis sie gegen die Wand gerückt war und ließ sich bann auf dem Rand des Sofas nieder. „Denke $. Gp. D. 1926 Steinbach. Steinbach I — Lich I 1:1 (0:0). Steinbach I. 3gb. — Lich I. Jgd. 1:0 (0:0). Am Sonntag trafen sich die e.ste Mannschaft Steinbachs und die gleiche Lichs zum fälligen Verbandsspiel. 3nfolge des starken Windes kamen schone Kombinationen nur selten zustande, und so kam es, daß bis zur Halbzeit auf keiner Seite Tore fielen. 2kach der Halbzeit spielte Steinbach mit dem Wind und konnte kurz nach Halbzeit einsenden. Kurz vor Schluß konnte Lich mit viel Glück ausgleichen. Dor diesem Spiel fand das Jugendspiel statt, das aber schon 20 Minuten früher abgebrochen werden muhte, wegen des stattfindenden 23er- bandsspiels. Bei regulärer Spielzeit hätte Steinbach noch höher gewinnen können. Handball im Gau Hessen (O.T.) To. 1846 II — Tv. Großen-Linden I 5:5. Großen-Linden zeigte, daß es der 6-Meisterschaft würdig ist. Wenn auch noch eine gewisse Einheitlichkeit fehlt, so hat die Mannschaft doch sehr talentierte Einzelspieler. 1846 war, trotzdem es nur mit 10 Mann spielte, während des ganzen Spieles leicht überlegen. Erst kurz vor Schluß zog Großen-Linden durch grobe Schnitzer der Gießener Hintermannschaft gleich. Handball im Männeriurnverein (O.T). Tv. Großen-Vuseck II — 2Nto. Gießen II 1:6 (0:3). Am Sonntag trat nach mehrwöchiger Pause die zweite Mannschaft des Mtv. wieder auf den Plan. Sie hatte sich die gleiche Mannschaft des Tv. Grohen-Buseck nach hier verpflichtet. Obwohl die Einheimischen mit mehrfachem Ersatz antreten mutzten und man nicht sehr viel von der zusammengewürfelten Mannschaft erwartete, führte sie ein Spiel vor, das nach der angenehmen Seite hin enttäuschte. Die. Mtver führten ein ziemlich ausgeglichenes Spiel vor. Bei den Gästen fehlte der Hintermannschaft oft der schnelle Entschluß zum Angreifen und dem Sturm der scharf placierte Wurf, doch muh man sagen, daß der Gietzener Torhüter wieder einen sehr guten Tag hatte und sehr schöne Leistungen zeigte. 3m großen und ganzen entsprach das Resultat dem Spielverlauf. Handball der Gp.-Vg. 1900. ö. Eine sich zumeist aus Spielern der ersten Mannschaft rekrutierende Elf der S p. - V g. 19 00 hatte den Tv. 1 862 Wieseck zu Gast und . muhte schon aus sich herausgehen, um über A.-D.-T.-Leute knapper Sieger bleiben zu können. Die Gäste erwiesen sich als eine flinke Mannschaft, die auch gutes Zusammenspiel pflegt. Bei den 190Cem blieb in dieser Hinsicht mancher Wunsch offen. Die ckinzelspieler waren im allgemeinen besser. Das vchmerzenskind war auch wieder der Sturm. Das Treffen verlief bis auf eine Auseinandersetzung des Gietzener Torwarts mit dem Schiedsrichter, worauf jener den Platz verlassen muhte, ruhig u ndfair. Die erste Iugend, die in Wetzlar beim 23. f. L. weilte, konnte den Sieg des Vorspiels nicht wiederholen und mutzte sich nach ausgeglichenem Spiel etwas hoch (7:3) geschlagen bekennen. Der Torwart ha.te bei verschie.enen Täl.en Pech, und im Sturm machte sich das Fehlen des Mittelstürmers bemerkbar. Wesentlich besser machten die Schüler ihre Sache, indem sie über die 23. f. L.-Schüler einen 3:0-Sieg erfochten. Handball im Lahn - DüUSberg - Gau. Am Sonntag fand in Gießen eine Spieler- sihung statt. Als erster Punkt stand die Handball-Vorrunde auf der Tagesordnung. Rachdem noch einmal sämtliche Spiele einzeln durchgesprochen worden waren, wurden die Proteste von Wieseck und Aliendorf zur Entscheidung gebracht. Dem Protest im Sptel Allendors—Londorf wurde infolge Formfehlers von feiten Allendorfs nicht stattgegeben und bleiben Londorf die Punkte, während der Protest im Spiel Wieseck—Allendors für Wieseck 2 Punkte brachte. Als wichtigster Punkt stand die Schiedsrichterfrage auf der Tagesordnung. Ieder Verein stellt nur einen Schiedsrichter, die zum erstenmal am Sonntag nach Reujahr zwecks Durchsprechung der Regeln in Gießen zUsammenkommen. Die Rachrunde beginnt voraussichtlich bereits Mitte Ianuar und bringt wieder sämtliche Mannschaften der Vorrunde zusammen, zu denen noch Rodheim hinzukommt, welches allerdings nur Gesellschafts- sviele austragen kann, da die Mannschaft die Vorrunde nicht gespielt hat. Arbeiter Turn- und Sportbund. Gießen I — Westend I 1:4. Auf dem Trieb standen sich am Sonntag diese Mannschaften gegenüber. Westend ' muhte sich mächtig anstrengen, um nicht die Punkte in Gießen zu lassen. Hätte das Glück etwas mehr nach Gießen geneigt, so wäre Westend mit einer Riederlage nach Hause gefahren. Das Spiel begann mit flottem Tempo. Gießen schuf gefährliche Momente vor dem Gästetor, konnte jedoch im entscheidenden Moment die schönsten Sachen nicht verwerten. Die wenigen, aber gefährlichen Angriffe der Gäste brachten vorerst nichts ein, bis der Mittelstürmer im prachtvollen Allein» gang das Führungstor erzielte. Giehen konnte bald den Ausgleich Herstellen. So ging es in die Pause. Auch nach dem Wechsel folgte weiter offenes Spiel. Die Angriffe der Gäste wurden immer gefährlicher, während man auf der Gegenseite vom Pech verfolgt war. Westend ging abermals in Führung. Gießen fiel dann ab, während Westend zwei weitere Tore erzielte und so sich den Sieg sicherstellt. Lollar I — Wieseck I 5:1. Eine Ueberraschung kommt aus Lollar. Beide Gegner standen sich im Freundschaftsspiel gegenüber. Die Gäste konnten nur mit neun Mann antreten. Trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit der Gäste wurde ein spannendes Spiel vorgeführt. Lollar konnte bald in Führung gehen, doch auch Wieseck schuf gefährliche Momente. Bis Halbzeit hatte Lollar Drei Tore vorgelegt. Nach dem Wechsel war Wieseck etwas im Vorteil, doch konnte es bei der zahlreichen und harten Abwehr der Einheimischen vorerst zu keinem Erfolge kommen, bis ein prachtvoller Schuß ihnen das Ehrentor brachte. Wohl mußte sich Wieseck noch zwei leichtfertige Tore gefallen lassen, während es Lollar verstand, durch reichliche Abwehr jeden Erfolg zu verhindern. Grünberg I — Gießen Ib 1:3. In Grünberg trugen diese Mannschaften das Rückspiel vom Vorsonntag aus. Diesmal gelang es Gießen, die Niederlage vom Vorsonntag auezugleichen und die Einheimischen mit einer 3:1-Niederlage sicher zu schlagen. Auch Das Spiel Der zweiten Mannschaften enDcte mit einem 2:0-Siege Der Gäste. Beuern I — Watzenborn I 4:4. In Beuern lieferten sich Diese Mannschaften ein flottes Gesellschaftsspiel. Bei Halbzeit führten Die Gäste mit 2:0. Nach Dem Wechsel konnte Beuern vier Tore erzielen. Dem Die Gäste gegen Schluß noch zwei entgegensetzten unD so Den Ausgleich herstelltcn. Das Spiel Der JugenDmannschaften enDete mit einem 5:0=Siege Der Gäste. wieseck II — Waldgirmes 1 6:1. Auf dem Wiesecker Sportplätze lieferten sich beide Mannschaften ein schönes Spiel. Hier konnten Die Einheimischen infolge ihrer technischen Ucberlegenhcit Die flinken Gäste mit einer 6:l-NieDerlage hcim- fenDen. Auch die IugcnDmannschaft Wieseck konnte Den Neuling Des Bezirks, Die 1. Mannschaft Saasen, mit einer 7:0-NieDerlage abfertigen. dir, was ich soeben Komisches erlebte. Ich habe in der Halle Tee getrunken. Du weiht doch, an dem Ecktisch, wo wir unseren Stammplatz haben — da sah ich auf einmal Papa die Treppe herabgehcn und auf mich zukommen." „Aber Bernd!" „Tatsächlich, Mama! — Ich bin ausgeschneklt und wollte ihm die Hand schütteln, da war er schon wieder fort.“ „Iunge, wie kann man am Hellen Tage träumen!" Sie strich fein Haar zurecht und forschte in seinem Gesicht. „Wie ähnlich du ihm bist!" „Wirilich?" „Sicher, mein Iunge!" „Ist dir das nicht lieb, Mama?" Die Knaben- augen verdunkelten sich etwas. „Doch, Bernd! Sehr lieb sogar! Vielleicht reife ich schon mit dir zurück, wenn die Schule beginnt. Ich habe das Treiben hier herzlich satt." Er umfing sie mit Ungcftüm und küßte sie, daß sie kaum mehr Atem fand. Als der General eine Viertelstunde später Rachschau hielt, sas,eu Mut.er und Sohn am Schreibtisch unD suchten Photos aus, die Bernd seit ihrem Hiersein ausgenommen hatte. Die schönsten davon wollte man noch heute nach Anstetten schicken. Wie selig der Iunge ist, dachte Löhen. Armes Kind! Vielleicht würde noch alles gut! Rach Der Abendmah.'zeit blieb man noch bis zehn Uhr beisammen und plauschte. Dann zog sich Der General zurück. Brunhilde umfaßte Bernds Gesicht und küßte ihn, wie nie zuvor. Sie küßte den Gatten in ihm. Der Knabe fühlte ihren Mund noch auf dem feinen ruhen, als er längst schon in den Kissen lag und in wohligem Geborgensein die Augen schloß. Die schöne Frau ging ruhelos in ihrem Zimmer auf und ab. Die Zofe hatte sie zu Bett geschickt. Vater und Sohn schliefen. Run kam der Bries an Hans Peter. Der Brief, von dem alles, aber auch alles für sie abhängen würde. Ob sie die rechten Worte sand? Ob er ihr Glauben schenkte? Ob er mit Der Frau, die einen anderen geküßt hatte, noch Gemeinschaft haben wollte? Damals — als er sich hatte hinreiben. lassen, ihr seine Liebe zu zeigen, war wohl noch kein Verdacht in ihm gekeimt, daß sie mit Oerhen tändelte. Und am Tage vor ihrem Weggehen von Anstetten, bei dieser häßlichen Szene, hatte er die Worte hervorgestoßen: „Wenn du nicht — die Frau eines —" Was hatte er damit sagen wollen? Wohl wenn du nicht die Frau eines Cdelmannes wärest, würde ich dich jetzt zu Boden schlagen! Sie schauerte zusammen. Die Eröffnung durch Oerhens Gattin mutzte ihn furchtbar getroffen haben. Cs wäre besser gewesen, wenn sie ihm selbst davon gesprochen hätte, aber das war nun > nicht mehr zu ändern. Sie lieh sich an ihrem Schreibtisch nieder und rückte Papier und Tinte zurecht. Dieser Dries war eine eiserne Rotwendigkeit, die nicht zu umgehen war. Rach der ersten vollgekrihelten Seite zerriß sie ihn und zog einen neuen Bogen aus dem Behälter. Derzweifelt suchte sie nach Worten und fand keine, wenigstens nicht die, welche ihr den Rückweg zu dem Gatten bahnen sollten, die Worte, die ihre Schuld unbeschönigt und doch nur in dem Maße zeigten, als sie wirklich gefehlt hatte. Rach einer Stunde ließ sie die Feder sinken. Es war unmöglich! Die Augen fielen ihr zu. Sie konnte sich kaum mehr so weit aufraffen, sich zu entkleiden und ihr Lager aufzusuchen. Morsen würde es leichter sein, ihren Bericht an Hans Peter abzufassen. Morgen! Schwer wie Blei ruhte ihr Körper in Den batistbezogenen Kissen des Bettes. Morgen! Fern im Westen, wo die See mit dem nächtlichen Himmel in eins verschmolz, zuckte ein Wetterleuchten. Brunhilde wurde nervös. Zwischen neun und zehn hatte sie die Gattin Oerhens zu sich gebeten. Aber diese war nicht gekommen. Cs war schon elf vorüber und sie wurde noch immer nicht gemeldet. Sollte es sich doch nur um eine Erpressung gehandelt haben? Sie empfand etwas wie Zorn und Beschämung und hörte kaum auf das Klopfen, mit dem Die Zofe eintrat, und ihr einen Brief überreichte. Brunhilde ritz den Umschlag mit fliegenden Händen an der Schmalseite entzwei. Große, charakteristische Buchstaben, flüchtig hingeworfen: „Baronin! Unter den gegebenen Umständen verzichte ich auf meine Rache. — Ich werde auch ohne die geforderten zwanzigtausend Schilling schweigen. Möge das Leben Sie mit Ihrem Geschicke aussöhnen. Gertraud Holmfeld." Wie schwulstig, dachte Brunhilde. Theatralisch und komödienhaft in jedem Wort. Sie haßte alles Bombastische in Rede und Stil. „Möge das Leben Sie mit Ihrem Geschicke aussöhnen." Lächerlich! Sie war schon ausgesöhnt! UnD Hans Peter würde es auch bald fein. Ietzt fand sie auch die Stimmung, den Brief zu schreiben, Der ihr heute nacht solches Kopfzerbrechen gemacht hatte. Ihre Finger hasteten über Den Bogen hin. Dier Seiten! Und alles, was sie zu Papier gebracht hatte, war gut. Sie faltete ihn zusammen und ebreffierte Die Hülle. Es würde eine Folter ohnegleichen sein, bis die Antwort von iffln eintraf. (Fortsetzung folgt.) vertra Der Bi sich bei (bei 60 bei ei' 9t der S-k°! aasvcr sicht? V iungen * DOtüee dah nA berechne Vstrebe"- schMb ben, . mene .A“ Hauptversi Gründung sich die § gewissen meter G-r Jahren) samten 2 Den Kc Er setzt! Menge fi 1,38 biß 1 über 200 von 0,2 ■ Beträgen, Häufet ur gebunden steigender gerechnet gestattung besondere nicht blo den angi mengen kommt. ■ Den gen gliedskon mit den Hekogc kosten . Entwicklu Rauniheiz Ebenso Mustri saintpre Die ®( gen des < den solle lich gere Zusammi Heloga in der i Weg ebn den von von Sie bii zur € gen nat Wichen erstellen, der Heb sichtigt, Heloga' lidjteit i lung ge, zeitig m zembe fünf ( Partei g jeweils b 3afre io« Das i Werkes b in dem leitungen gas, vaa Eüdwe sellscha Auch dies mahgeben! Dorte to tragt 6 2 Inders Lot$ nicht "?te. Qnä Ettendorf ^Sr Aigltn ? rfn? fc& !LKSi ""•’INtai* °>d 1 M Ss? ** £ ®*8t 6 6»’rftunj. stend! 14. LrD Z-M NB „ff1*" M» TA.« °s in fite JMlel folgte weiter ft d-r (Säfte wurden l^ man anf der Qe. 3 war. Destend gwg dleben^ fiel dann ab ‘tcre ^-ore erzielte un» chck 15:1. aus Lollar. Beide Seg- 'vichastsfpiel gegenüber. neun Mann antreten. MnkMeit der Tafte 'M vortzeführl. Lollar >ehen, doch auch Mefeik Lis Halbzeit hatte Lollar Jem Wechsel war Wiefeck ate es bei der zahlreichen Linheimifchen oorerft .zu iS ein prachtvoller Schug . Wohl mußte sich Wie,eck gefallen taffen, wahren- ichliche Abwehr jeden (Er- Sieben Ib 1J. ! Mannfchasten das M- üiesmal gelang es Tie« öorfonntag au.-zuzleichen einer 3:l-Niederlage sicher ilen Mannschaften endete ifte. tjcnbotn 14:4. I diese Mannfchaften ein Zei Halbzeit führten die Wechsel tonnte Beuern Säfte gegen Sdjluf) noch len Ausgleich /jerftellicn. Mschchen endete mit e dglmes 4 6‘A. iplatze lieferten sich beide Spiel, hier konnten die technifchen Ueberlegcnli.it icr K.lMiederlage hciin- chaft Wiefeck konnte den 1, Mannfchaft Eaafen, abfertigen. te zurecht. Dieser 2m‘ SZK felUuchte sie nachA Aorgen! _ feM** »»- n Oerhens zu' gekommen. MA ■*„•*«-** )en? „nd 2cfcha"Ä -Os «äs» feite er.Wel.£1EOtfcn; flüchtig &inß -i-Kß Wh w\ S'» -LZ “•“.-»SS** J Miven ^n^ltW Me Sekogaverträge mit Ruhr und Saar. WSN. Darmstad 1, 9. Dez. Dom Vorstand der Hekoga wird uns mitgeteilt: Die Ferngasverträge, zu denen heute der Auf - s i ch 1 s r a t der Hekoga Stellung zu nehmen hat, sind das Ergebnis eingehender Verhandlungen des Vorstandes. Die jetzt im Wortlaut vorliegenden Vertragsentwürfe sind so gehalten, daß neben der Ruhrgas-A.G. die Ferngases s e l l s ch a s t Saar m. b. H. als vollberechtigter Vertragspartner vorgesehen ist. Dem Bestreben, den Interessen der angrenzenden Wirtschaftsgebiete so weit wie möglich gerecht zu werden, gilt in erster Linie die in Aussicht genommene „S ü d w e st deutsche Fernleitungsgesellschaft" (SFG.), die den Dau der Hauptversorgungsadern zu übernehmen hat. 3m Gründungsvertrag dieser Gesellschaft verpflichtet sich die Hekoga, aus ihrem bOproz. 2lnteil unter gewissen Voraussetzungen (je 20 Mill. Kubikmeter Gasabnahme, Beitritt in den nächsten zwei Jahren) an andere größere Abnehmer des gesamten Wirtschaftsgebietes Anteile abzutreten. Den Kern des Vertragswerks bildet der G a s - lieferungsvertrag und der Mantel- vertrag. Der Bezugspreis für Kommunalgas ermäßigt sich bei steigender Bezugsmenge von 4,32 Pf. (bei 60 Millionen cbm) auf 3,72 pf. je cbm bei einer jährlichen Entnahme von über 200 Millionen cbm. Er setzt sich zusammen aus einem mit steigender Menge sinkendem Grundpreis, dessen Staffel von 1,38 bis 0,78 Pf. fällt (bei einer Entnahme von über 200 Mill, cbm), aus einem festen Zuschlag von 0,2 Ps. je cbm, sowie aus zwei weiteren Beträgen, von denen der eine an eine Kohlenklausel und der andere an eine Lohnklausel gebunden ist. Insgesamt kann mit einer bei steigender Menge stark sinkender Preistendenz gerechnet werden. Für die endgültige Preisgestaltung ist diejenige 23ertragsbestimmung von besonderer Bedeutung, nach welcher die Hekoga nicht bloß die von ihr, sondern auch die von den angrenzenden Gebieten abgenommenen Gasmengen aus ihre Preisstafsel angerechnet bekommt. Das Gas kann nicht ohne weiteres zu den genannten billigen Preisen an die Mit- gliedskommunen abgegeben werden, da es noch mit den internen Derwaltungskosten der Hekoga, sowie mit gewissen Transportkosten belastet ist. Es eröffnet sich eine große Entwicklungsmöglichkeit durch die Abgabe von Raumheizgas zu stark verbilligten Preisen. Ebenso wesentlich ist die Vezugsmöglichkeit von Industriegas zu dem besonders verbilligten Gesamtpreis von zur Zeit 3,57 pf. je cbm sür die hekoga. Die Gesichtspunkte, nach denen die Bestimmungen des Gaslicferungsvertrages durchgeführt werden sollen, sind im Mantelvertrag rechtlich geregelt. Er bildet die Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen den Lieferanten und der Hekoga und soll einer einheitlichen Entwicklung in der Gasversorgung Südwestdeutschlands den Weg ebnen. Die Hauptversorgungsleitungen werden von den Lieferanten gebaut. Sie ziehen sich von Siegen (Westfalen) über Oberhessen bis zur Südgrenze Hessens mit Abzweigungen nach Mainz und Gießen. Nur die zusätzlichen Stichleitungen sind von der Hekoga zu erstellen. Die interne Tarifgestaltung ist Sache der Hekoga. Schließlich ist die Tatsache berücksichtigt, daß bei technischen Umwälzungen für die Hekoga durch Neufestsetzung der Preise die Möglichkeit der Nutznießung der technischen Entwicklung geg'b n ist. Der Mantclvertrag soll gleichzeitig mit dem Gaslieferungsvertrag am 31.Dezember 1 9 60 endigen, wenn er spätestens fünf Jahre vorher von einer Vertragspartei gekündigt wird. Andernfalls läuft er jeweils bei ebenfalls fünfjähriger Kündigung zehn Jahre weiter. Das dritte wichtige Glied des Ertrags- Werkes bildet der Gemeinschaftsvertrag, in dem für den Dau der Hauptdurchgangsleitungen nebst 2lbzweigungen zwischen Nuhr- gas, Saargas und Hekoga die bereits erwähnt: Südwestdeutsche Fernleitungsgc- sellschaft m. b. H. (SFG.) errichtet wird. Auch diese Gesellschaft ist so aufgebaut, daß d'e maßgebenden Interessen des ganzen Gebietes zu Worte kommen können. Das Stammkapital beträgt 6 Mill. Mark und wird je zur Hälfte von der Hekoga und der Gruppe Ruhrgas-Saargas übernommen. Durch das Zusammenarbeiten mit der 53®. ist eine weitere Senkung des Gaspreises möglich. Der Geschästsbetrieb der SFG. ist im Gesell- schastsvertrag geregelt. Die Zukunft des Mainzer Gaswerks ist in einem besonderen Pachtvertrag mit der Ruhrgas 21. G. allein geregelt. Die Ruhrgas 21. G. muß das Mainzer Werk als örtlichen Stützpunkt ausbauen und weiterbetreiben, so daß in Mainz weiterhin eine erhebliche Menge kommunaler Gasloks ansällt. Ferner ist die Ruhrgas verpflichtet, in Mainz beriebsbcreite Reserveanlaoen zu schaffen, die in Verbindung mit der lebendigen Reserve des Mainzer Werks und mit anderen Reserveanlagen des Gebietes in der Lage sind, notfalls den gesamten Stadtgasbcdarf zu decken. Hessens Sozialdemokratie zu den Hekoga-Derträgen. WSN. Frankfurt a. M., 9. Dez. Eine gestern in Frankfurt abgehaltene Konferenz der sozialdemokratischen Gemeindevertreter Hessens beschäftigte sich eingehend mit den Ferngasverträgen der Hekoga. Das Referat erstattete Staatsrat Karcher, der über den Gang der Derhand- lungen, sowie über die einzelnen Punkte der Verträge berichtete. An der Aussprache beteiligte sich auch der hessische Innenminister Le u s ch n e r. Von den einzelnen Rednern wurde entwed:r gegen den Vertragsabschluß mit der Ruhrgas- A.-G. Stellung genommen, oder aber Kritik an den Verträgen geübt. Um das gute Verhältnis " Die Sanierung der landwirtschaftlichen Genossenschaften. Der Derwatlungs.a ' der Deutschen Renten, an! redit- anstalt 23er 1 in . cschloß in seiner gestrigen Sitzung, bei den für di: Rationalisierung und Sanierung landwirtschaftlicher Genossenschaften und genvs e.i- schafilicher Organila ionen notwendigen Maßnahmen durch sinanzielle Deihilfe mitzuwirlen. Die Mitwirkung erfolgt in Gestalt einer finanziellen Detciligung an den für die Rationalisierung und Sanierung landwirtschaftlicher Genossenschaften und genossenschaftlicher Organisationen notwendigen Aufwendungen, und zwar dergestalt, daß aus den Zinsbeträgen, welche die R. K. 21. aus den über die Preußenkasse gewährten Genosfen- schastskredilen erhalt, in zwölf Halbjahresraten im ganzen 25 Millionen Mark vergütet werden. Die Halbfahresraten für das Jahr 1929 werden nachgezahlt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 10. Dez. Tendenz schwächer. — An der heutigen Dörse war fast kein Geschält zu verzeichnen. Dei der anhaltenden Orderlosigtc.it zeigte auch die Spekulation keine älnternehmungLlust, zumal Anregungen nicht vorhanden waren. Einige ungünstige Momente mahnten zur Vorsicht. Dor allem die Insolvenzen der letzten Tage drückten auf die Stimmung. Die bevorstehenden Verhandlungen über das Finanzproblem im Reichstag wurden h er viel diskutiert. Auch die zum Schluß schwächer gewordene Neuyorker Dörse übte einen Druck aus. Das Angebot blieb auf allen Marktgebieten zwar ebenfalls sehr klein, doch ergaben sich bei einigen Spezialwerten größere Verluste. Das traf vor allem am Elektromarkt zu. Siemens gaben zur Erstnotiz 4,5 Proz. nach. AEG., Licht und Kraft, Gesfürel und Schuckert lagen von 0,5 bis 1,5 Pro,, schwächer. Stärker gedrückt waren noch am Chemiemarkt I.-G.-Farben mit minus 2.25 Proz. und Deutsche Erdöl minus 1 Proz. Von Kun st seidewerten lagen 2Uu gut behauptet. Am Montan markt war ebenfalls die Amsatzt"tig'e t sehr bescheiden. Gelsenkirchen büßten 2,5 Proz. ein. Mannesmann und Rheinstahl gaben bis 1 Proz. nach. Phönix lagen unverändert. Für Deutsche Linoleum bestand einiges Intcresfe, bei leicht erh'htem Kurse. Deutsche Anleihen und Ausländer lagen überwiegend etwas schwächer. Im Verlaufe wurde die Stimmung wieder etwas freund- der rhein-mainischen Städte nicht zu stören, müßten neue Verhandlungen zwischen der Hekoga, der Ruhrgas-A.»G., der Eaargas-A.-G. und der Süwega zum Zwecke einer gemeinsamen Lösung ausgenommen werden. Dor allem müsse die Ruhrgas - A.-G. in eine gemischtwirtschaftliche Gesellschaft umgewandelt werden, in der auch die Dergarbeiterinter- essen vertreten seien. Staatsrat Karcher teilte mit, daß die Stadt Darmstadt die vorliegenden Verträge a b l e h n e n werde. Auch Dei- geordneter Dr. Kraus (Mainz) warnte vor dem Abschluß im Hinblick auf die Gefahr, die der süddeutschen Wirtschaft aus einer Monopolstellung der Ruhr drohe. Am Schluß der Konferenz wurde eine Kommission gewählt zwecks Prüfung der vorliegenden 2)erträge. Auch soll die Kommission Richtlinien ausarbeiten, an Hand deren die sozialdemokratischen Gemeindevertreter ihre Entscheidung treffen sollen. LfieA u!s clicraiestzrng der Hekoga. WSN. D a r m st a d t, 9. Dez. Lieber den Qkr- lauf der heute stattgefundenen Aussichtsratssihung der Hekoga wird bekanntgegeben: Der Aufsichtsrat hat die Vertragsentwürfe zur Kenntnis genommen und mit ihrer De» sprechung begonnen. Zur Fortsetzung der Besprechung und zur Beshlußlaffung wird die Sitzung am Montag, 16. Dezember, fort- gesetztz Die Generalversammlung soll auf den 27. Januar 1930 nach Darmstadt einberusen werden. Taten sür Mittwoch, 11. Dezember. Sonnenaufgang 7.55 Uhr, Sonnenuntergang 15.51 Uhr. — Mondaufgang 13.20 Uhr, Monduntergang 1.13 Uhr. 1783: der Dichter Max von Schenkendorf in Tilsit geboren: — 1801: der Dramatiker Christian Dietrich Grabbe in Detmold geboren: — 1843: der Bakteriologe Robert Koch in Klausthal geboren. licher. Es bestand einiges Deckungsbedürfnis, und das Kursniveau konnte sich gegen den Anfang um 1 bis 1,5 Proz. bessern. Günstig ausgenommen wurde der heute zur 25crö,fent.ichung gelangte Reichsbankausweis und der optimistisch gehaltene Monatsbericht der Dresdner Bank. Etwas m:hr hervortreten konnten b.sond rs Farben. Arn Geldmarkt war Tagesgeld mit 6,5 Proz. etwas leichter. Am Devisenmarkt nannte man Marl gegen Sol ar 4,1748, gegen Pfund 20,396, London gegen Kabel 4,8845, gegen Paris 124,02, gegen Mailand 93,25, gegen Madrid 35,00, gegen Holland 12,0950. Berliner Börse. Berlin, 10. Dez. Nach einem abwartenden und sehr ruhigen Vormittagsverlehr schien es vorbörslich recht widerstandsfähig zu sein. Das Hauptgesprächsthema bildete naturgemäß auch heute wieder das Finanzprogramm, über dessen Ausmaß in der Tagespreise detaillierte 2>ermuturgen ausgesprochen werden. Allerdings verstimmte die Llnsicherheit bezüglich der eventuellen Schwierigkeiten bei der Beratung im Reichstag. Im übrigen hielten sich günstige und ungünstige Momente die Waage. Günstig ausgenommen wurde die befriedigende Entlastung des heute zur Veröffentlichung gelangten Reichsbankausweises (Wechsel minus 10 v. H., Lombard minus 107, Notenumlauf minus 232, Deckung 47,9 resp. 53,4 v. H.), der in optimistischem Ton gehaltene Monatsbericht der Dresdner Bank und der leicht gebesserte Bericht der Maschinenbau - Indust r i e. Auf der anderen Seite wies man auf die, zum Teil gestern schon bekannten, B a n k i n - solvenzen im Reiche (Grohe-Henrich, Saarbrücken, und Friedrich Rudolph 21. Brünning, Bremen) hin. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs bekamen, zumal da wieder sehr star e Orders- losigkeit Hirt ulam, die ungünstigen Momente die Oberhand. Es ergaben sich in Spezialwer- ten, angeblich auf Exekutionen, Kursabschläge bis zu 5 v. H. Im einzelnen verloren Schubert & Salzer 3, Berger 5, Norddeutsche Wolle 2, Stöhr 5,23 v. H„ Svenska 3 Mark, Rheinische Braunkohlen 4, Salzdetfurth 5,5, Westeregeln 3,5, und Deutsche Linoleum 3,5, Siemens 4,5 v. H. usw. Sonst hielten sich die Rückschläge im Rahmen von 1 bis 2 v. H. Eine Ausnahme machten Schlesische Zink plus 1,5 v. H. und Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg plus 2 v. H. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer geschäftslos. Pfand- briesmarlt still. Liquidationspsandbriefe und -an- teile schienen eher angeboten zu sein. Der Geldmarkt lag etwas leichter. Tagesgeld 6 bis 8 v. H., Monatsgeld 8,75 bis 10 v. H. Nach den ersten Kursen weiter eher nachgebend. Mehr als 1 v. H. verloren Danatbank (minus 1,5 v. H.), Bemberg und 2lku (minus 3 v. H.) und Polyphon (minus 2d. H). Rundfunkprogramm. Mittwoch, 11. Dezember. 10.30: Schallplattenkonzert. 11.15: Schulfunk — Deutsch: .Nordisch-heroische Balladen". 11.45 bis 12: Schallplattenkonzert. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Heitere russische Volksmusik. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: »Von Frau Holle und ihren Nixen", vorgetragen von Rektor Wehr- han: für Kinder vom 10. Jahre ab. 16 bis 17.45: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05 bis 18.30: Von Mannheim: »Die Frau in der internationalen Arbeit", Vortrag von Frau Professor Dr. 2lltmann-Gothciner, Mannheim. 18.30 bis 19: Von Stuttgart: Wilhelm Schüssen, Vorlesung aus eigenen 'Werken. 19.05: Von Stuttgart: »Die Goldküste in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft", Vortrag von Heinrich Kurhe, Zürich. 19.30: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 20.15: Literarische Veranstaltung 21: Südwestdeutsche Komponisten. 22.30: Echachstunde. Letzte Nachrichten. Oer Landesverband Hessen-Nassau gegen Lindeiner Wi'.dau. 6 a s s e l, 10. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die L a n - desvertrelung der Deutsch nationalen Bolksp artet, die für die Ausstellung der per-- lamentskandidaten im Wahlkreise h e s s e n - A a s - sau-Wehlar-Waldcck zuständige Partei-Instanz, nahm gestern in Anwesenheit des Herrn von Lindeiner-Dildau mit 103 gegen 6 Stimmen — bei einer Enthaltung — die nachfolgende Entschließung an: „Die Landesvertretung bedauert und mißbilligt den Austritt des Beichstags- abgeordnelen von Lindeiner-Wildau aus der deutsch- nationalen Fraktion. Sie erwartet, daß Herr von Lindeiner-Wildau d i e Araktionsgemein- jchaft wiederher st eilt: andernfalls verlangt sie von ihm, daß er fein Mandat nieder- legt." AolgemMchast -erSeutschenWiffenschasl Berlin, 10. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die letzte Hauptversammlung der Notgemeinschast der Deutschen Wissenschaft iDeutsche Forschungsgemeinschaft) hat im Hinblick au die Zusammensetzung des Hauptausschusses eine beachtliche Satzungsänderung insofern getroffen, als ein Drittel der OHitglieber des Hauptausschusses vom Reichsminister des Innern berufen werden soll. Der Hauptausfchuh setzt sich nach der inzwischen erfolgten Berufung, der durch den Reichsminister des Innern zu ernennenden Mitglieder in folgender Weise zusammen: a) gewählte Mitglieder des Hauptaus- schusfes: Geheimer Rat Prof. Dr. Aschoff, Freiburg i. Dr.: Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Brandt, Göttingen: Staalsminister a. D. Prof. Dr. v. Köhler, Ezellenz, Tübingen: Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Ed. Meyer, Berlin: Geheimer Rat Prof. Dr. Fr. v. Müller, München; Prof. Dr.-Ing. Nägel, Dresden: Reichsminister a. D. Prof. Dr. Radbruch, Heidelberg: Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Schenck, Münster i. 29.: Professor Dr. Thilenius, Hamburg: Professor Dr. Tillmann, Bonn: b) vom Reichsminister des Innern berufene Mitglieder: Llniversi äisprosessor Prälat D. Dr. Schreiber, M. d. R., Berlin: Dr. Moses, M. d. R., Berlin; Pros. Dr.-Ing. Matschoß, Berlin: Universitätsprofessor Dr. H o e h s ch, M. d. R., Berlin, Universilä'.sprofessor Dr. K u s k e, Köln. 17 Todesopfer einer E senbahn- kaiastrophe in Namur. Namur, 10. Dcz. (Havas. Funlspruch.) 2Jei der Einfahrt in den Bahnhof von Na- tnuc entgleiste heute früh ein Zug, der um 5.42 Uhr von Brüssel abgegangen war. Bisher zählte man 17 Tote und 48 23erlehte. Wirtschaft. Rurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Datum Die hinter de Frankfurt a M n Papieren an Ibcrlir geführten Ziffern geben d Ta'um ie Höhe der 'ranlfun o uh*I U uletzi befchlosik Bern- Schluß 1 Äniang- ffvr | Nur 9 12 ! 10. 12 nen Dividende an. — Re Datum chsban 'ranlfur .-a> uß» 9 12 kdiskon t a Ui 10 12 t 7 o. Ber Schluß Rur 9 12 H., Lon ir Ltniang- Rnt 10- 12 ibardzinsfuß 8 o. 5). Vanknc Berlin. 9- Defember »ten.__ Geld Briei ' -Rechten..... Sv fR-cfiti* 6% Hell. Dolfäsiaat von 1929 (rüdinblb. 102%) Obctbciien Provinz - Anleihe mit Anelol.-Rechten Dcutlche Komm Sammelabl. Anleihe Serie i 6% ixrantl. Hnp.-Ban! Goldvle XIII unkündbar bis 1931 . 7% ,vrant| Hnp.-Bank Koldvle unkündbar bis 1932 . *7$% Rdeinische Hl)p.-Bank Siqu Soldvle....... 6% Pr. Landespsandbrlekanlialt Pfandbriese R 17 . . 6% Pr LundespkanvbNelankiall. Komm.-Lbl R in 1% Pr. i.'ünDfvptanobnefanftalt, Pfandbriefe R. 10 tl.u ' Berliner HandelSgeicUsch. . . 1- Commerz- und Privat-Bank. > Tarmst. u. Nakionalbank . > Deuuche Bank......1 Titconio-Äeselllchall, Dnt. . 1' Drcevncr Bank......1 Reichobaiu ......1 S.E.G....... Bergmann ... Eiekir. Lieierungögeielllchasl 1 Licht und flta|i 1 prellen L Guilleaume. . . . 7V, Gei. f. Bekir. Untern.. ... 10 Hamb. Cletir -Sette .... 1 Rhein. Elektr......... Schlei. Ele' 10 Schurken 4 (So. .....11 Siemens r. • « q i ..... u vuoa> voetv .... 1< flat Automobil . . ..... f Lrenkteln 4 Koppel.....6 1‘ onhatB Tietz ...... 10 SvenNa . ....... Urank, MMchmen......4 Griyner .........6 Heyiiaenftaedt .......u Iunghans. . 6 Lechwerte- 8 iflaintraitwerie Höchst a. M- 8 Mtag. 10 Gebr. Roeder.......io Sotfli 4 Haeffne» . . . . . 9 SÜ66. Suda.......10 103 185 191,5 318 179 63 70 115 83,75 118 164 82,5 116 150 136 38 236 328 43,5 47 6,5 48 103,25 121,75 107 222 161,5 Mill 1 1 1^1 | JQ|| II; II U • IÄI i 1 1 l 1 1 II 1 II M 1 1 1 103,5 54.75 185 192,5 317 178,75 83,75 63,5 70 114,75 83 278,5 216,5 117 146 178,5 135,75 155,25 38.2. 240 39,75 159 69,75 328 42,5 47 47 120 222 162 101,5 54,75 182,25 189 311,5 177 63 69,5 114,25 83 277,5 214,75 117 147 177,5 135 92,13 153,75 38 236,5 19,13 68,6 147,5 325 119,5 »Zranzoltiche Holländilche Iiallenilche S Rorwegtlche Deutich-Oefte Rumönliche 'J Echwedttche 9 Schwei,er Rc Spanische Ro T'chechoilowa Ungariiche R Vevi loten ....... lioten ....... oten. ....... Holen....... rreich, * 1OO Schilling oten....... oien....... ten ...... en ....... liehe Roten..... oten ..... enmartl Berlin 9 Dezember — ' 6,395 68.06 21,71 11,68 58,53 2,47 12,24 81,19 57,53 12,33 72.80 iranffur 10 lUmtltche Rotterung Geld Briel Ämriiche Roperuug Gele | lüi e Ämtr.-Non. Buen.-Aireö Brss.-Aniw GtjrifHania Kopenhagen etodbolm - fecIfinflforS. Jtalien. . London. . . •Jicunort . . Paris. . . Schwei; .. Spanien - Japan . . . -Hto de Ian Wien in D-- Cefi. abgesl Prag . . . . Bel rrad ■ Vndapeit • Buk arien VifTabon Danzig. . »onft.ntln. Aillen. . Conada Urn nay 1 fcatro - . 168.35 1,718 58,38 111,82 111,96 112,50 10,486 21,835 20,365 4,1710 16,425 81,07 57,57 2,041 0,487 58,71 12,376 7,402 73,045 3,017 18,80 81,39 1,928 5,43 4,131 3,986 20,885 168.69 1,722 59,50 112,04 112,18 112,72 10,506 21,875 20.405 4,1790 16,465 81,23 57,69 2,045 0,489 58,83 12,396 7,416 73,185 3,023 18,84 81,55 1,932 5,44 4,139 3,994 20,925 168,42 1,726 58,395 111,85 111,99 112,51 10,483 21,83 20,368 4,1705 16,42 81,04 58,15 2,045 0,482 58,705 12,377 7,403 73,035 3,017 18,80 81,40 1,920 5,435 4,131 3,996 20,89 168,76 1,730 58,515 112,07 112,21 112,73 10,503 21.87 20.408 4,1735 16,46 81.20 58,27 2,049 0,484 58,825 12,397 7,417 73,175 3,023 18,84 81,56 1,924 5,445 4,139 4,004 20,93 Gießener Konzertverein Viertes Konzert Montag, 16. Dezember 1929, 19.30 Uhr, in der Stadtkirche Geistliches Weihnachtskonzert Bach: Chöre, Soll und Instrumentalmusik Biber: Viollnsonaten. Ausführende: Der Akademische Besangverein, das Collegium mnaloum, Lei:ung: Dr. St. Temeavary. Solisten: Prof. Lodert Beltz (Violine), Elsbeth Beltz-Bergmann (Gesang) aus Weimar An der Orgel: Johannes Nebeling. Eintrittskarten: RM, 4.—, 3.— und 2.- bei Ernst Challicr (Telephon 2671) und abends an der Kasse. Studentenkarten RM. L- bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweis. 10104D Einladung zum Lichtbilder-Vortrag der Hauff-Leonar-A.-G., Wandsbek „Von der Aufnahme zum fertigen Bild“ (über 100 Lichtbilder illustrieren den Vortrag) Gehalten von Herrn A. Schwoerer am Donnerstag, dem 12. Dezember 1929 abend« 8 Uhr, im Saalbau Caf<5 Leib Eintritt frei! 10107V Eintritt frei! Bauschule Ingenieurschule Tonindustrie Werkmeisters chule Cafe Amend Morgen Mittwoch, abends Sonder-Konzert mit verstärkter Haus- Kapelle 1012 ll' Bahnhofs-Baststätten Der bekannt gute Mittagsüsch za kleinen Preisen im Abonnement! Keine Bahnsteigkarte erforderlich! IUI 13D mutroofi, den 11. Sezenibkl 1929 im Mzer Hof. Äl. 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Dezember, nachm. ab 2 Llhr, versteigere ich im „Löwen", Reuenweg 28: iuhsd ein Herrenzimmer, zwei Büfetts, einen Küchenschrank mit Tisch und Stühle, eine Standuhr, ein Tafel- klavier, einen Kleiderschrank, einen Sekretär, mehrere Sofas und Marmortischchen, geeignet für Wirtschaft und Caf6er,em Grammophon, mehrere Vogelhecken, Zigarren, Tabak und Sekt, eine Sonne, eine Lohr- maschine für Fuß- und Kraftbetrieb, zwei Schraubstöcke, eine Violine, eine Konzertzither, mehrere Zithern, eine Guitarre, eine Ziehharmonika, u. n. D.