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Beilagen Die Illustrierte _ Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Neichspsennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 2251, 2252 und 2254. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Liehen, poftschecttonto: Frankfurt am Main 11686. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70mm Breite 35 Neichspsennig, Platzvorschrift 2O°/o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, fämtlich in Gießen. General-Anzeiger für Oberheffen vnick und Verlag: vrühl'sche UniversttStr Such- und Steinörndcrei R. Lange in Sieben. Schristleitung und Seschästsftelle: Schulftratze 7. Nr 186 Erstes Blatt 179. Jahrgang Samstag, 10. August (929 Eichener Anzeiger Kampf um die Koniwlttommission im Rheinland. Eine scharfe Attacke Wirths. - Bildung eines juristischen Unterausschusses. Haag, 9. Qlug. (Sil. Funkspruch.) Heber das Ergebnis der Freitagsihung des Politischen Ausschusses werden folgende Mitteilungen gemacht: Die allgemeine Aussprache hat sich ausschließlich mit der Bildung einer Vergleichs- und Fcst- stellungskommission im Rheinlande auf Grundlage der Genfer Eechs°Mächte°Entfchließung vorn 16. September 1928 befaßt. Briand wies in der Debatte darauf hin, daß in Deutschland sion, falls sie überhaupt gebildet werden würde, unter keinen ilm ständen einen militärischen Charakter tragen würde. Eine derartige Kommission dürfe unter keinen ilmständen ihren Sih im Rheinland haben. Da. gegen hat der englische Außenminister den Vorschlag eingebracht, einen Unterausschuß des Völkerbundsrates einzusehen, der an die Stelle der von Frankreich geforderten Vergleichs- und Feststellungskommission treten soll. — Der belgische Außenminister Hymans schloß sich der französischen These an und erklärte, daß die Ausgleichskommission des Loearnovertrages nicht ausreichend sei und insbesondere bei einer Einschaltung des Völkerbundes Schwierig, feiten, entstehen könnten. Aus diesem Grunde Snowden drohimiisemerAbreisevsmHaag die Erfahrung gemacht, daß sie im im Haag entstanden sei. M a c d o n a l d habe sei- ’hölirt He crn' CtzNnbcAüln d6ch"ü'öch" "nenR5rhokungsurlaüb in Schottland nach Empfang Regierung würde gestürzt werden, die ihre Zu- stinnnnng zu eir#r irgeai-.Die gearh’i?« ftdätvvli- dringender Staatspapiere unterbrochen. Jlad) Durchsicht dieser Dokumente seien Anordnungen nach dem Flugplatz von Leuchars (Fiseshire) ergangen, in denen ein Flugzeug für heute mittag bestellt wurde. Das Flugzeug werde halbe Meile entfernt von Lossiemouth landen den Premierminister am Samstag um 10 vormittags aufnehmen. Er werde von einem trefär begleitet sein und während des ersten kommission im Rheinland erteilen würde. Seit dem Abschluß des Locarnopaktes und dem Beitritt Deutschlands zum Völkerbund fei eine neue Lage geschaffen. Hinweise auf die Sechs-Rlächte-Ent- fchließung vom 16. September 1928 feien insofern unbegründet, als in der Zwischenzeit der kel - l o g g p a f t abgeschlossen worden fei. Dr. Wirth erklärte, daß er und seine Partei seit jeher für die Verständigung mH Frankreich eingetreten fei. Er erwähnte die Ermordung Erzbergers und Rathenaus. Deutschland stehe am Scheidewege. Es wäre nicht aufrichtig, wenn er verschwiege, daß die Annahme einer Kontrollkommission auf unbestimmte Zeit den Stur; der Regierung zur Folge haben werde. Der englische Außenminister vertrat in einer groß angelegten Rede die Auffassung, daß eine Vergleichs- und Feststellungskommis- oor- cine und Uhr Se- Tei- vielfach die falsche Auffassung vorherrsche, cs handele sich hierbei um eine militärische oder- andersgeartete neue Kontrollkommission, während tatsächlich lediglich eine Vergleichs - und Feststellungskommission zur Derhand- lung stehe. Rcichsaußenminister Dr. S t r e s e . mann und Minister Dr. Wirth wiesen ihrerseits mit Rachdruck darauf hin, daß eine derartige Vergleichs- und Feststellungskommission im Rheinlande keineswegs notwendig fei. Sollten in der entmilitarisierten Zone Schwierigkeiten entstehen, so stünden zunächst die gewöhnlichen diplomatischen Mittel zur Verfügung. Ferner wäre die im Locarnovertrag vorgesehene A u s g l e i ch s k o m m i f s ion für derartigeZwecke völlig ausreichend und schließlich bliebe noch immer die Möglichkeit einer Einschaltung des Völkerbundes übrig. Rach Mitteilungen von englischer Seite gab Dr. Wirth mit großer Entschiedenheit die Erklärung ab, daß jetzt eine völlig neue Lage bestehe, keine deutsche Regierung würde es wagen, der Einsetzung einer Vergleichs- und Feststellungskom- misfion über das Jahr 1935 hinaus ihre Zustim- mung zu erteilen. Ferner müsse die deutsche Regierung in wachsendem Maße Rücksicht auf die scharfe Antiyoungplanbewegung nehmen. Jede solche Die Pstiiik des gezogenen Revolvers. Wenn man die Meldungen aus dem Haag fptjäre elektrisch und bemerkt, Snowdens Rebe fei tatsächlich ein Ultimatum, das morgen vormittag um 10 Uhr ablaufe. Er fragt, ob Mardon a l d nach Holland eiten werde, um einen weiteren und leidenschaftlichen Appell an die Rationen zu richten, zu einer Regelung zu gelangen, die Großbritannien anerkennen kann. Weiter fragt er, ob die paradoxe Lage eintreten werde, daß Deutschland zwischen den vormaligen Alliierten im eigenen Interesse sowie im Interesse der wett im allgemeinen vermitteln werde. Ein Ding auf jeden Fall fei klar: der nächste Schritt müsse von einer anderen Macht kommen. Die Lage fei zweifellos ernst, und trotzdem hege jedermann die sehnlichste Hoffnung, daß ein endgültiges Scheitern der Verhandlungen vermieden wird. Die Blätter betonen, baß bie Bombe, bie Snoroben heute im Haag geworfen habe, nämlich feine Drohung, abzureifen, wenn bie britische Delegation keine Genugtuung erhält, bas ooUffänblge Scheitern ber Konferenz bebeuten kann. „Daily Rems“ will von einer „bramatifäjen Entwicklung" in ber kritischen internationalen Lage wissen, bie burch Snorobens unnagiebige Rebe her immer herumkriegten. Bei Snowden wird ihnen das nicht gelingen. Der Mann ist zu hart dazu. Also wird Briand sich bequemen müssen, klein beizugeben. Zum erstenmal bei einer Konferenz wird Frankreich vermutlich schon die erste Schlacht verlieren. Aber die Gefahr ist groß, daß auch dafür schließlich Deutschland die Kosten zu zahlen hat. Mcdonald fliegt nach Solland? Deutschland als Vermittler zwischen den alliierten Gläubigern? London, 9. Aug. (WB.) Der Haager Korrespondent des Reuterschen Bureaus erfährt von zuverlässiger Seite, daß Snowden bereit fei, den Haag am n ä ch st e n Montag 3 u verlassen. wenn er nicht eine befriedigende Antwort auf die Forderung, daß der britifche Steuerzahler geschützt werden soll, erhält. Der Berichterstatter des „Evening Standard" nennt die Haager Atrno- les feines Fluges bis zum Flugplatz von Turn- houfe bei Edinburgh werde Macdonald mit Diktaten beschäftigt fein. Man könne mit Sicherheit annehmen, daß bas Ziel bes Premierministers ber Haag fei. Das Blatt bat ben Premierminister gestern telegraphisch, zu erklären, ob er feinen Beschluß, nach bem Haag zu gehen, aufrechterhatte unb erhielt barauf vom Privat- sekretär Macbonalbs folgenbe bezeichnenbe Antwort: „Der Premierminister hat n i e m a t s beschlossen, nicht nach bem Haag zu gehen". ernft nimmt, dann müßte die eben erst zusammen- getretene Konferenz bereits wieder vor dem A u f f l i e g e n stehen. Wir glauben nicht recht daran. Die Delegationen entwickeln eine fieberhafte Tätigkeit, nur Herr Snowden kümmert sich um die ganze Aufregung nicht, sondern macht einen Autoausslug. Er hat sein letztes Wort gesprochen und droht, baß er am Montag nach London zurückfahren werde, falls ihm nicht Zugeständnisse gemacht werden. Briand wieder seht fein wehleidigstes Gesicht auf und erklärt, er könne nichts bewilligen, weil er sonst die Kammer nicht hinter sich habe. Das wird ihm kaum etwas helfen. Denn seine innerpolitische Lage wäre vermutlich noch schlechter, wenn er mit einem geplatzten Poungplan nach Paris zurückkäme, nachdem Frankreich das Schuldenabkommen mit Amerika ratifiziert hat. Die Dinge haben sich jetzt so verschoben, daß Frankreich den Poung-Plan dringender braucht als England. Insofern rechnet Snowden zweifellos richtig. Die Franzosen haben nur bis- Das Notdach von Weimar. „Wir haben jetzt also gesehen, meine Herren", so sagte Ferdinand L a f a l l e in einer Nede über die Verfassung, „was die Verfassung eines Landes ist, nämlich: die in einem Lande bestehenden tatsächlichen Macht- verhältnisse . . . Diese tatsächlichen Machtverhältnisse schreibt man auf ein Stück Papier nieder, gibt ihnen schriftlichen Ausdruck, und wenn sie nun niedergefchrieben worden sind, so sind sie nicht nur tatsäch'iche Machtverhältnisse mehr, sondern jetzt sind sie auch Recht geworden, zu rechtlichen Einrichtungen, und wer dagegen angeht, wird bestraft!" Auch die Verfassung, die vor nun zehn Jahren die Weimarer Nationalversomm- lung beschloß und die durch die Unterschrift des ersten Reichspräsidenten im Schwarzburger Schlosse zum Staatsgrundgesetz der Deutschen erhoben wurde, war in ihrer Geburtsstunde der Ausdruck der tatsächlichen Macht- verhältnisse. Rur 75 Stimmen hatten ihrer Annahme in der Nationalversammlung widersprochen, 275 der Verfassung zugestimmt. Die aus dem Zusammenbruch in den Novembertagen des unheilvollen Jahres 1918 mühsam gerettete Einheit des Reiches hatte eine neue Form erhalten. Aus dem Ehaos der Revolution war wieder ein Rechtsstaat geworden, unter dessen Normen sich der Wiederaufbau staatlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens bis zu dem Punkte vollziehen konnte, an dem wir heute stehen. Gewiß, diese zehn Jahre waren keineswegs ein steter Anstieg zu alter Macht und Größe nach außen, zu alter Sicherheit und Ordnung im Innern. Es hat heftige Kämpfe gegeben, schwere Rückschläge und Zeiten trostlosen Hindäm- jnerns in Elend und Not,find nicht a^geblie-, ben. Der Kapputsch, die Niederwerfung' des roten Aufstandes im Ruhrgebiet, die schweren Unruhen nach der Ermordung Rathenaus, die ständigen Schwierigkeiten zwischen Bayern und Reich, die Reichsexekutive in Sachsen und Thüringen waren neben vielen anderen schwerste innere Belastungsproben für den Bestand des Reichs und der neuen in Weimar geschaffenen Rechtsordnung, die um so mühsamer zu überwinden waren, als ihnen heftigste Angriffe von außen parallel liefen, es sei nur an die Losreißung Oberschlesiens, den Nuhreinbruch Poincares und die Separatistenkämpfe im Rheinland erinnert. Aber grade wenn wir uns diese furchtbaren Episoden deutscher Geschichte der letzten zehn Jahre im einzelnen wieder ins Gedächtnis zurückrufen, können wir dem Gefühl nicht wehren, daß wir einen kleinen Schritt vorwärts doch gekommen find, durch ein Meer von Blut zwar, durch Wogen wilden, leidenschaftlichen Hasses, durch Zeiten schlimmster Volksverhetzung unverantwortlichen Demagogentums, und doch, vorwärts und aufwärts. Hand aufs Herz, nicht viele hätten vor zehn Jahren an diesen Weg zu denken gewagt, den wir zurückgelegt haben. Und wenn wir heute am Geburtstage unseres jungen Staates in besonderer Ehrfurcht, Dankbarkeit und Liebe unseres Reichspräsidenten gedenken, des Feldmarschalls von Hindenburg, dessen unbeirrbare Treue zu Volk und Vaterland durch die Rückführung des Heeres das Reich aus dem Chaos rettete und dessen Präsidentschaft der stärkste Impuls wurde zu einem . zwar langsamen, aber stetigen Ausgleich der Gegensätze im Innern und dem Wiedergewinnen der alten deutschen Geltung in der Welt, so gedenken wir heute auch dankbar seines Vorgängers im Amt, des ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert, der durch seine kluge Mäßigung und Selbstbeherrschung uns um die Jahreswende 1918/19 vor den Schrecken einer bolschewistischen Diktatur Moskauer Prägung bewahrt und durch die Ausschreibung der Wahlen zur Nationalversammlung den Uebergang zum neuen Rechtsstaat gewiesen hat, auch er wie Hindenburg unbeirrt durch Verständnislosigkeit und Feindschaft in den eigenen Reihen. Und doch, trotz allem Erreichten stände uns heute sattes Behagen und genügsamer Verzicht schlecht an. Auch die Verfassung von Weimar ist Stückwerk, wie lles, was Menschengeist erdacht und ersonnen hat. Sie ist ein N 0 t d a ch , das, in Tagen höchster Gefahr errichtet, nicht otzne empfindliche Lücken und Mängel blieb und deshalb am wenigsten als erstarrte Form Hemmschuh und Hindernis für eine vernünftige, zeitgemäße Durch- und Weiterbildung unseres Verfassungslebens fein darf. Ferdinand Lassalles oben angeführtes Wort von der Verfassung als Ausdruck der tatsächlichen Machtverhältnisse weist schon hin auf den fließenden Charakter jeder Verfassung, wie ihn.in erstaunlichster Weise das englische Verfassungsleben ausgebildet hat. Die Lösung der großen innerpolitischen Aufgaben, vor denen die Revolution haltgemacht hat, die Neugliederung des Reichs, die Verwaltungsreform, die Umgestaltung des Wahlrechts, die Revision des parlamentarischen Systems darf an dem Buchstaben der Verfassung nicht scheitern. Niemals besser wird sie die Prüfung aufs Exempel daraufhin ablegen können, ob sie wirklich das ist, als was ihre Väter sie ausgeben, wenn sie sich als beweglich und anpassungsfähig genug erweist, den Bedürfnissen anderer Zeiten und veränderter Verhältnisse Rechnung zu tragen. Versagt indessen das Werk von Weimar sich den Aufgaben der Zeit, so wird es sich zeigen, daß auch die Verfassung kein voll me tangere sein darf, wie es nur öder Formalismus wünschen kann. Die lebendigen Kräfte des politischen Lebens werden aus ihr sich jederzeit die Form bilden, die ihnen gemäß ist. Wenn heute, am zehnten Jahrestage der Weimarer Verfassung, Tausende unserer Mitbürger, wenn nicht gar stur ablehnend, so doch skeptisch und kühl abseits stehen, so ist das — und das muß gerade heute einmal ausgesprochen werden — ganz wesentlich das zweifelhafte Verdienst derer, die unter der Parole „Und willst du nicht mein Bruder jein, jo jchlag ich dir den Schädel ein" die Anhänger des Alten unter den Volksgenossen, die nicht so schnell vergessen konnten, was Deutschland einst groß und mächtig gemacht hat, die sich nicht entschließen konnten, ihre politische Ueber- zeugung wie ein Hemd zu wechseln und es ablehnten, in den Tagen der Revolution mit fliegenden Fahnen in das neue Lager überzutreten, zur Liebe zur Republik zwingen wollen. Gesinnungsschnüffelei und Unduldsamkeit, wie sie unsere Kapitolswächter der Republik während der letzten zehn Jahre und leider bis auf den heutigen Tag in überreichlichem Maße getrieben haben, sind die allerschlechtesten Mitte', eine neue Staatsform populär zu machen. Die auch heute noch sorgfältig geübte Unterscheidung zwischen „zuverlässigen" Republikanern und solchen, die zwar bereit sind, dem neuen Staate die Anerkennung nicht zu versagen und an seinem Aufbau und Ausbau nach besten Kräften mitzuarbeiten, die aber Zeit gebrauchen, sich auch innerlich mit der Gegenwart und ihren veränderten Verhältnissen abzufinden, diese Praxis war gewiß recht ungeeignet, die Gegensätze, die nun einmal nach einer Staatsumwälzung, wie mir sie 1918 erlebt haben, naturnotwendig entstehen mußten, langsam auszugleichen. Die speziellen Freunde der Republik haben ihr mit dieser Taktik einen Bärendienst getan. Und diese schweren psychologischen Fehler werden nicht mit einem Schlage wieder ausgelöscht, wenn man nun von Amts wegen den zehnten Jahrestag der Weimarer Verfassung zu einem Volksfest großen Stils machen möchte. Den alten Obrigkeitsstaat sind wir ja angeblich im November 1918 endgültig losgeworden, aber was sich die Obrigkeiten des neuen Deutschland in den letzten Wochen und Monaten geleistet haben, um dem 11. August die rechte Weihe zu geben, bleibt jedenfalls hinter den Spitzenleistungen der wilhelminischen Aera auf diesem Gebiet um nichts zurück. Niemand wird etwas gegen eine würdige Verfassungsfeier einzuwenden haben, die auf die furchtbaren Jahre, die hinter uns liegen, und auf den nicht minder schwer auf uns lastenden Ernst der Gegenwart ab- geftimmt ist, aber man verschone uns doch mit Versuchen, von oben her mit lautem äußerem Tamtam die Werbetrommel zu rühren und damit kaum begrabene Meinungsverschiedenheiten aufs neue zu entfachen, kaum vernarbte Wunden neu aufzureißen, kaum gestillte Leidenschaften neu anzublasen. Auch ein wirklicher Nationalfeiertag, der als solcher vom ganzen Volke innerlich empfunden wird, will langsam werden, er läßt sich nicht „anordnen". So können wir nur hoffen, daß dieser Uebereifer nicht zu Rückschlägen führt in der allmählichen Synthese des Alten mit dem Neuen, für die wir kämpfen. Siegfried vonKardorffs Wort am vorjährigen Söerfaffungstage: „Nur wenn wir das Einigende betonen und das Trennende zurückftellen, dann werden wir den Weg zur Freiheit finden" fei auch heute, am zehnten Jahrestage der Weimarer Verfassung, Leitmotiv unserer Zukunftsarbeit stp^Dienste des Vaterlandes dem großen entg'^eJ>/ das unsere schöne, uns von de^ ersten Reichspräsidenten neu geschenkte Nationalhymne in die Worte prägt: „Einigkeit und Recht und Freiheit." Sie ftum 17.07 Uhr. von einem Eisbären angegriffen. Die italienische Expedition Albertinis, die vor einiger Zeit an Bord des Walfischfängers „Heimen Sucai" nach den Rordpolaraebieten auf- gebrochen war, um nach den Ueberbleib- seln des Luftschiffes „Italia" zu suchen, ist von einem schweren Unglück betroffen worden. Mehrere Mitglieder der Besatzung des Walfischfängers, sowie der italienische Führer der Expedition Guidoz wurden am Mittwochabend von einem hungrigen Eisbären angegriffen. Der Leiter der Expedition, Al- bertini, eilte den Bedrängten mit einem Gewehr bewaffnet zu Hilfe. Unglücklicherweise stürzte Albertini infolge Brechens der Eisschicht i n ein Wasserloch. Bei dem Sturz entlud sich dasGewehr und durch den Schuß wurde sein Begleiter Guidoz so schwer verletzt, daß er kurze Zeit darauf an Bord des Schiffes starb. Da die „Heimen Sucai" kein Land erreichen konnte, wurde die Leiche Guidoz' unter Erweisung der seemännischen Ehren ins Meer ' gesenkt. Die seltsame Automordtat. Die Mordtat aus der Gablonz—Reichenberger Straße bei Kunnersdors, deren Opfer der Kraftwagensührer Klemm wurde, ist noch immer nicht aufgeklärt worden; sie wird im Gegenteil immer rätselhafter. Bei einer zweiten Sezierung der Leiche Klemms wurde festgestellt, daß Klemm nicht zwei, wie es sich ursprünglich ergeben hatte, sondern mindestens vier Schüsse erhalten hat. Ferner wurde festgestellt, daß es sich bei dem tödlich verunglückten M i - zera, der die Schüsse auf Klemm abgegeben hatte, um einen Berufsverbrecher handelt, dessen Personalien von der Polizei nicht be- kanntgegeben werden. Er soll sich auch Weber genannt haben. Hartig soll einer Zeugin gegenüber im Gablonzer Krankenhaus geäußert haben, das Unglück wäre nicht geschehen, wenn der hinter Klemm sitzende Mizera nicht geschossen hätte. Es ist das aber ein Widerspruch zu seiner bei der ersten Vernehmung gemachten Aussage, bei der er angegeben hatte, von einer Schießerei über Haupt nichts gehört und gesehen zu haben. vermißte Alpinisten. Drei ungarische Wanderer, die am Mittwochmorgen vom Jungfraujoch aus die Jungfrau bestiegen, find beim Abstieg ab- gestürzt. Eine Rettungsmannschaft ist unterwegs, jedoch besteht keine Hoffnung, die Wanderer noch lebend aufzufinden. Vor vier Tagen brachen zwei Techniker aus der Westschweiz zur Besteigung des Wetterhorns auf. Trotz Warnung der Bergführer, die sie auf die ungünstige Witterung aufmerksam machten, schien die Touristen ihre Besteigung fort. Am Freitag fand man nun ihre Bergpickel am sog. „Großen Kamin", ohne aber von den Leuten selbst die geringste Spur zu finden. Eine Rettungskolonne ist aufgebrochen. ........ ............■■■........ ■■■in " — 16 3 Millionen Mark gemacht und anderseits wurde eine Beitragserhöhung von i _> Prozent vorgeschlagen, um den Rest zu decken. Die Ersparnisvorschläge sehen u. a. vor, die Höhe der Unterstützung nicht mehr nach Lohnklassen zu staffeln, sondern nach der Dauer der Beschäftigung. Dadurch hofft man 80 Millionen Mark zu sparen. 11 Millionen Mark hofft man durch Aenderung der Saisonarbeiter fürsorge und 25 Millionen Mark durch eine Reuregelung der Wartezeit einzusparen. Der restliche Betrag der einzusparenden Summe soll aus der Aenderung der Krankenversicherung und Anrechnung der Renten gedeckt werden. Keine Tariferhöhung der Reichsbahn. Erst nach Entscheidung über den Uouug-Plan neue Beratungen. Berlin, 9. Aug. (Priv.-Tel.) In der Oef- fentlichkeit wird wieder einmal die Rachricht verbreitet, daß der Verwaltungsrat der Reichseisenbahn bei seiner nächsten Tagung, Ende des Monats, erneut beschließen wolle, die Erhöhung der Eisenbahntarife durchzusehen. Diese Rachrichten entbehren jedoch, wie wir von der Reichsbahn erfahren, und wie es sich auch logisch aus der Situation ergibt, jeder Grundlage. Bekanntlich hatte seinerzeit die Reichsregierung eine Zustimmung zu dem von der Reichsbahndirektion eingereichten Tariferhöhungsantrag a fr- gel c Ij n t mit der Begründung, daß erst einmal das Schicksal des Boung-Planes afrgetoartet werden müsse, ehe zu dieser Frage überhaupt Stellung genommen werden könne, und daß im gegenwärtigen Zeitpunkt eine Erhöhung der Tarife für die Wirtschaft nicht tragbar erscheine. Diese Frage wird gewiß wieder auftauchen, wenn der Entscheid über den CSoung« Plan gefallen ist und wenn man weiß, in welchem Umfange er dann im einzelnen Aen - öerungen für d i e Reichsbahn bringt, und was in der Zukunft mit der Beförderungssteuer geschehen wird. Da diese Fragen aber erst im Spätherbst nach der Ratifizierung des Boung-Planes aufgegriffen werden könnten, ist für das laufende Jahr überhaupt nicht mit einer Erhöhung der Eisenbahntarife zu rechnen. Ausländische Kriegsschiffe in Deutschland. Berlin, 9. Aug. (Privatmeldung.) Die nächsten Wochen werden verschiedene Besuche fremdländischer Kriegsschiffe in deutschen Häsen bringen. Aus Italien treffen zwei Panzerkreuzer, „Pisa" und „Ferruccio", unter Führung des Vizeadmirals Rota ein, aus Spanien vier moderne Hochseezerstörer, aus Rußland zwei Kreuzer und zwei Zerstörer, und aus Argentinien das Schulschiff „Presidente Sarmiento". Die deutsche Regierung wird diese Schiffe in der üblichen Weise empfangen und eine Reihe von Festlichkeiten zu ihren Ehren veranstalten. Für den Besuch der spanischen und der italienischen Schiffe sind befonbereXDeranftaltungen geplant, da die spanische und. die italienische Marine zum erstenmal Schiffe in die deutschen Gewässer entsenden und damit zum erstenmal der deutschen Regierung Gelegenheit bieten, die in Italien und Spanien deutschen Kriegsschiffen gebotene Gastfreundschaft zu erwidern. Beide Länder haben den deutschen Kriegsschiffen glänzende und ehrenvolle Empfänge bereitet. Die italienische Schulschiffdivision hat vor einigen Monaten eine Hebungsreise in die nordeuropäischen Gewässer angetreten, auf der Gibraltar, Antwerpen und Danzig bereits angelaufen wurden. Von Danzig führt die Route nach Kiel. Der Aufenthalt in Kiel ist für die Zeit Dom 13. bis 17. August angeseht. Von Kiel geht der Reifeweg über London, Le Havre, Vigo zurück nach Italien. Der mandschurische Konflikt. Estinas Rechtfertigung. Etwas spät rüden die Chinesen mit dem Material heraus, das sie bei der Haussuchung in der Wohnung der russischen Beamten gefunden haben. Es bedeutet allerdings eine starke Rechtfertigung des chinesischen Vorgehens. Hier zeigt sich wieder einmal, daß die Russen auch heute noch mit den alten Methoden arbeiten, daß sie vor nichts zurückschrecken und unter dem Schein der Freundschaft doch immer nur ihre revolutionären Ziele verfolgen. Selbstverständlich haben sie ihre Stellung bei der mandschurischen Bahn ausnuhen wollen, um Propagandamaterial nach China zu schmuggeln, aber nicht nur das, sie haben einen eigenen Fonds von 300 000 Goldrufreln gebildet, mit dessen Hilfe Mordpläne gegen nationalistische chinesische Führer durchgeführt werden sollen. Wenn also die Chinesen sich auch in der diplomatischen Form vergriffen haben, in der Sache hatten sie allen Grund, sich ihrer Haut zu wehren. Die Russen werden einen schweren Stand haben, wenn sie dieses schwerwiegende Material wegdementieren wollen. ♦ Der chinesische Außenminister erklärte in einem Interview auf die Frage nach dem Stande der Verhandlungen mit Sowjetrußland, daß niemals ein Fortschritt in den Verhandlungen zu verzeichnen gewesen sei, weil die Sowjetunion auf der Forderung bestehe, russische Beamte in die leitenden Stellen der O st chinesischen Eisenbahnoerwaltung wieder einzusetzen. Nanking könne keinesfalls auf diese Forderung eingehen, da es russischen Beamten nicht vertrauen könne. Die chinesische Negierung sei entschlossen, fest zu bleiben und sehe dies als den einzig möglichen Weg an. „Gras Zeppelin" wieder in Friedrichshafen. Berlin, 10. Aug. (wTv. Zunkspruch.) Das Luftschiff „Gras Zeppelin" befand sich 5 Minuten nach Mitternacht über den Scilly-Jnseln im englischen Kanal, um 1.15 Ahr etwa 70 Kilometer südlich von Plymouth, von 6.30 bis 6.40 Uhr überflog es Paris bei leicht bewölktem Himmel und nahm alsdann Kurs nach Offen. Das Luftschiff war in einer höhe von etwa 300 Meter sichtbar. Man hörte deutlich das Surren der Motoren. Nachdem Paris überflogen war, wurde das Luftschiff um 8.40 Uhr bei Befanden gesichtet, überflog kurz nach 11 Uhr die Stadt Basel und wandte sich dann dem deutschen Heimatboden in Richtung Friedrichshafen zu, wo es um 12.38 Uhr eintraf. Zur Zeit kreuzt es über der Stadt. Kommuniflenrevolie in Berlin Zusammenstöße mit der Polizei. Berlin, 9. Aug. (WB.) Hm 8.30 Hhr heul abend zog im Berliner Osten ein Zug von etwa tausend Kommunisten unter Absingen kommunistischer Lieder durch die Straßen. Als die Polizei versuchte, .den Zug auszulösen, setzten die Demonstranten der Polizei tätlichen Wiße r st a n d entgegen, so daß vom Gummiknüppel Gebrauch gemacht werden mußte. Rach Auslösung des Kommunistenzuges wurden in der Koppen, straße drei Polizeibeamte von der Menge angefallen. Aus der Menge wurde auf die Beamten geschossen. Ein Beamter erhielt einen Schuß in den linken Oberarm, ein anderer in den Rücken. Beide Beamte wurden nur leicht verletzt. Ein dritter Beamter wurde von der Menge geschlagen, zu Boden geworfen und getreten. Er mußte in seiner Bedrängnis zwei Schüsse abgeben und tötete einen Angreifer; ein weiterer wurde verletzt. Die Personalien des Toten und des verletzten Demonstranten konnten noch nicht festgestellt werden. Die verwundeten Polizisten und Demonstranten wurden in das Staatskrankenhaus gebracht. Der Straßburger Bürgermeister. Ausschluß des Bürgermeisters Hueber aus der kommunistischen Partei. Paris, 8. Aug. (TH.) Wie dem „Temps" aus Straßburg gemeldet wird, hat die kommunistische Partei von Straßburg den Bürgermeister Hueber und seinen Gehilfen Haas wegen Vergehens gegen d i e Partei- d i f z i p l i n aus der Partei ausgeschlossen. Dieser Beschluß ist anscheinend ohne die Zustimmung der kommuni st ischen Zen- träte in Paris gefaßt worden. Die Begründung des Ausschusses besagt, daß Hueber und Haas trotz mehrfacher Mahnungen eine kommunistische Zeitung gegründet hätten, in der sie die schärfsten Angriffe gegen d i e Partei richteten. Außerdem hätten fie sich mit den Klerikalen verbündet. Hueber fei dadurch zum Anhänger einer reaktionären Mehrheit geworden. Er schreibe patriotische Briese an Poincare, beleuchte die Straßburger Kathedrale am 14. Juli und füge sich den Vorschriften der Reaktion. Hueber und Haas hätten den Versuch gemacht, die tommunistische Partei zu zerschlagen' Oie Wetterlage. Seydtst iorsn *55 •u' iiagenL O u GninE rreitaa, grflüdüst, 19297h abds. ©Wolkenlos.® neuer ®naio oedecn. 9 woiki^O Bedeckt •Keoe«, * Schnee o (iraupein e KeDei K Gewitter ©Windstille. •O' sehr leichter Ost massiger Südsüdwest Q stürmischer «ordwest Oie Pfeile fliegen mit dem Winde Oie oeioen Stationen stenenden Zahlen geoen die Temperatur an. Pie Limen veromden Orte mit gleichem, auf rteeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. An der Grenze zwischen Warm- und Kaltluft erstreckt sich heute morgen noch eine Regenfront von München in nordöstlicher Richtung bis Königsberg. In unserem Gebiet ist jedoch schon Aufheiterung eingetreten. Da das Barometer allgemein steigende Tendenz zeigt, ist mit einem weiteren Vordringen des Azorenhochs zu rechnen. Daher wird vorläufig das ziemlich heitere und warme Wetter anhalten. Bet erneutem Einbruch von ozeanischer Kaltluft ist späterhin Gewitterneigung nicht ausgeschlossen. Voraussage für Sonntag: Hetter, auch zeitweise leicht wolkig, warm und meist trocken, späterhin Gewitterneigung. Lufttemperaturen am 9. August: mittags 20,1 Grad Celsius, abends 17,5 Grad; am 10. Aug.: morgens 15,5 Grad. Maximum 20,8 Grad, Minimum 12,8 Grad. — Crdtemperaturen in 10 cm Tiefe: am 9. August, abends 20,4 Grad; am 10. August: morgens 17,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2Vi Stunden. ein Berlin r Polini. 8.30 heui .L-Zug v°u _Angen fDm= ^?n. Als -ic fe Men die "j^tn Wj. ‘ So^- "}tc bon btt Wenge dutdr ; ein/Beamtcr er. -n linken Ober. dornte dritter Beamter lfl9en, JU 2v. ° K nM M|c abgeben und :r; ein weiterer 'n des Toten und tonnten noch nicht unbeten Polizisten r das Staatstran. in" Phasen. '•Vii’S* wa 70 g ।„ "N 30 bis 640?/ bero5|Hem°^r rso,,En-m V'roa 300 J b°-n! der Sich. UDt irgemeifc lers Hucber aus i Partei. ie dem „Temps" d, hat -ie fom« mrg den Bürger« Gehilfen 5>aas :n die Partei- :tei aasgrWvssen. d ohne die Zu« listischen Zen« worden. Die De« lefagt, dah Hueber Mahnungen eine :ung gegründet fiten Angriffe chteten. Außerdem lerikalen der« urch zum An« • nären Mehr« patriotifete Briefe 'rafiburg-?r Satlje- ,e sich dm Dvr« und Haas Men nmuMIchr Partei 0 ' -40 0 i LMU Mil1©111 «w 15W'WS. jcroinöeo v ui» ussag^- ^tlust Varn>«"-^'tn|r°nt noch cinc •»«W Ko- Ä« |ch°n ebiet }J ^rvnieler S° d° st mit < &>* 4 hlollen.. Heiter. auö> rnr un . 20,1 OT«ft: am i Äin>' ®roo8 Gra?' octn iu>n *•’ teIt tn J aff *‘20,-1 ®'tV KS-«^ Nachdruck verboten Ohne Gewähr 1. Ziehungstag 8. August 1929 10 ®etolnne su 2000 M. Gewinn« »u 300 M. 2819 23018 26683 27682 28641 34385 39308 41444 46801 61345 63731 64049 70515 80184 82021 109160 111082 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 251762 266221 276387 317246 317331 325671 20560 36985 68874 89119 97220 161872 234057 286646 Samstag. Damenverein d. Hardt, 20i 240 । 19615 35811 68968 81614 96056 118371 141942 166549 203166 208328 244763 270434 286285 304584 328359 337356 357179 374073 390870 136106 226446 284207 60680 86467 118060 135904 153693 169625 196807 229906 251699 282416 297893 308712 336437 380665 100473 119809 139300 155738 183884 204243 237789 252966 283589 298722 314395 337240 392160 169704 233365 284736 377944 119975 145555 159648 187985 216780 238473 256889 283598 299091 316042 337642 392609 125986 146205 159865 188369 218825 238952 274687 283613 302205 316484 365314 394193 112993 128921 146614 163963 193721 221354 244988 275822 287967 303049 326.397 370662 307262 13889 31512 54411 77312 93992 16743 34631 68420 78834 94353 115088 139903 150081 192244 208217 244024 267509 283292 302194 323897 335471 365660 372250 390577 117310 131539 147684 169599 194794 224815 249018 280242 297368 307852 329857 380029 29381 40626 70320 91737 113728 137304 146375 187990 205359 225236 267145 282073 299239 323318 335442 345528 370551 387299 20910 40082 69765 90145 104251 13288 30287 53161 76980 93147 119606 143225 167714 203712 209647 259886 273269 287783 311039 333367 337399 357567 378963 392912 120339 146019 176475 204722 216008 264070 275012 287853 312069 333567 340317 359131 380222 394548 108736 128005 146163 183196 205058 217543 265560 278838 296475 318503 334988 345111 359170 382972 395925 In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Gewinn« ,u 10000 M. 193832 209568 2 Gewinn« ju 6000 M. 205205 2 Gewinn« ju 3000 M. 50647 Gewtnnauszug 5. Klasse 33. Preußisch-Süddeutsche (259. Preutz.) Klassen-Lollerie 7094 106871 240647 Aus der provinzialhauptfiadt Gießen, den 10. August 1929. Oie Kunst des Schauens. „Gabelsberger": Vereinsabend a. Uhr. — Kavallerie-Verein: Monatsversammlung, im Vereinslokal. — Verein ehem. L.J.R. 116: Versammlung bei Kam. M. Schrader. — Reichsbund der Zivildienstberechtigten: Monatsversamm- lung, 20.30 Uhr, „Stadt Lich". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die wunderbare Lüge der Nina Petrowna". 304302 314194 32 Gewinne ju 1000 M. 22084 24657 46636 66738 84614 168029 177646 244212 246021 291306 291898 292944 343771 353369 354370 385018 60 Gewinne ju 600 Dl. 3066 7003 69945 74348 89846 94099 115107 140293 141903 157454 157655 173292 191395 195264 197809 205096 207535 216003 218976 219675 221896 260839 261850 283837 315913 330273 330398 374960 377222 379272 — Tageskalender für Kurzschriftoerein von 1861 und toissermahen schärfst. . Deshalb nimm, wenn's irgend geht, cm ©nj- zenbuch mit, und versuche, einen Baum, oder gar eine Landschaft mit dem Stift festzuhalten. Du glaubst, du kannst das nicht? Aber versuche es doch einmal! Dann erst lernst du wirklich schauen, übst ein Auge, lernst auf das Hauptsächliche 'achten. Gar manches Vorurteil verschwindet. Auf -einem Gemälde sahst du den Himmel grün. Das gibt es doch nicht. Wirklich? Geh einmal hinaus und schau, wenn ein Gewitter naht. Du wirst anderer Ansicht werden. Ein Maler gab mir einmal den Rat, die Landschaft umgekehrt zu betrachten. 3ch sollte meine i Beine spreizen und dann durch diese Oeffnung, also gewissermaßen auf dem Kopf, die Gegend I vor mir ansehen. Das gab ein ganz anderes Bild. Oder halte ein Auge zu: wie flächenhaft erscheint alles. So kannst du dich im Schauen üben, und du wirst tausend neue Einzelheiten entdecken. Wer nicht gelernt hat, eine Landschaft in ihrer Gesamtheit, oder umgekehrt, das kleinste Stückchen Ratur in seiner Einzelheit genau zu beobachten, wer nicht auf das Farbenspiel und den Lichtwechsel qchtet, der kann auch nicht mitspre- chcn, wenn wir Kunstwerke, Gemälde u. a. betrachten. Richt die Maler dürfen uns erst zeigen, wie eine Landschaft aussieht, das müssen wir selber gelernt haben. Man kann sich dazu zwingen. Dann aber haben wir, wenn wir mit Muhe schauen, den wirklichen Genuh. Das Schöne kommt nicht zu uns, wenn wir flüchtig Hinsehen. Rur durch ernste, aufmerksame Betrachtung gelingt es uns, eine Landschaft usw. in uns aufzunehmen. Es ist wie überall im Leben: Richts kommt von selber, soll es ein wahrer Genuh sein. Wir können das wahre Schauen weder im sausenden Auto, noch vom 0-Zug aus lernen. Wir müssen wandern und stille stehen, dann erst geniehen wir und können mit Gottfried Keller sagen: trinkt, o Augen, was die Wimper hält, von dem goldnen Lleberfluh der Welt! B. Gießener Wochenmarktprcise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 190—200, Matte 30—35, Wirsing 20 bis 25. Weihkraut 20—25, Rotkraut 25—30, Gelbe Rüben 15—20, Spinat 20—30, Römischkohl 12 bis 15, Bohnen, grüne, 20—25, gelbe 20—25, Erbsen 15—20, Mischgemüse 10—12, Tomaten 20 bis 35, Zwiebeln 10—20, Pilze 35—40, Kartoffeln 6, Frühäpfel 25—30. Falläpfel 4—5, Bir- je über zwei Stunden zur bequemen Besichtigung des Ricderwald-DenkmalS, Besuch der Winzer- stuben usw. Rach abermaliger 2* xstündiger Dampferfahrt wird Koblenz erreicht, woselbst weitere zwei Stunden den Teilnehmern zur Verfügung stehen, um sich die Sehenswürdigkeiten von Koblenz, Deutsches Eck, Weindorf mit Ausstellung usw. anzusehen. Ankunft in Giehen 22.08 4lhr, so dah alle auswärtigen Teilnehmer rechtzeitig ihre Anschluhzüge erreichen. (Rähercs im heutigen Anzeigenteil.) "Der Kellncrvereine. V. 1 9 0 4 feierte dieser Tage sein 25. Stiftungsfest. Am Dienstag fand im Dercinslokal ein Degrühungsabcnd statt, welcher bei bester Stimmung harmonisch verlief. Besonders eindrucksvoll gestaltete sich die Bannerweihe am Mittwoch im „Hindenburg". Der musikalische Teil wurde von Mitgliedern der Kapelle des 1. (Hess.) Datl. 15 Lknf.-Reg. vortrefflich bestritten. Der Vorsitzende des Vereins, Gust. Ruhl, wies in seiner Begrühungsan- sprache auf die Treue der Mitglieder und das gute Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Gastwirtsgewerbe hin. Frau Ruhl überinittelte die Glückwünsche der Damen des Vereins und übergab das von diesen gestiftete Banner. Die Wciherede hielt Zimmermann-Offenbach. Er sprach von den großen Anforderungen, welche in der heutigen Zeit an die im Gastwirtsgcwcrbe tätigen Personen gestellt werden, denen nur verhältnismäßig geringe Zeit zur Ruhe und Erholung zur Verfügung stünde. Die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse wirkten sich auch im Gastwirtsgewerbe aus, deshalb müsse man auf eine Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls innerhalb des Vereins bedacht sein. Ein besonderes Gepräge erhielt die Bannerweihe durch Gesangsvorträge des hiesigen Quartettvereins, der auch im Laufe des Abends noch mit einer Reihe schöner Darbietungen auf- wartete. Als Zeichen der guten Beziehungen zu I dem festgebenden Verein wurden diesem mit anerkennenden Worten wertvolle Geschenke überreicht von der Schühengefellschast 1926, den Vereinen „Llferkritik" und Ruderklub „Hassia", von der Gastwirteinnung, dem Vorstand und Aufsichtsrat des Seltcrssprudels Augusta Viktoria, sowie von Einzelpersonen. Anschließend an die Bannerweihe fand ein Festessen statt. Die weiteren Ansprachen brachten da»s gute Verhältnis innerhalb des Vereins und gegenüber den Gastvereinen zum Ausdruck. Eine besondere Ehrung wurde den Gründern des Vereins, Karl Busch und Heinrich Ruhl, zuteil, die zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Am Donnerstagabend sand auf der Lie- bigshöhe ein gastronomisches Sommerfest statt, dessen stimmungsvolle Durchführung in der Hauptsache den abwechslungsreichen Darbietungen der Kapelle des l. Batl. 15. 3nf..Regt. unter Leitung von Obermusikmeister Löber zu verdanken war. Die musikalischen Darbietungen wurden unterbrochen durch eine Reihe von Ansprachen; außerdem trug Frau Ruhl ein der Feier angepaßtes Gedicht wirkungsvoll vor. Den I 2ll»schluh des Abends bildete ein schön verlaufener Ball. Am Freitag früh fanden sich die Teilnehmer noch zu einem „Leisen Abtrunk" im „Deutschen Hof" zusammen. 8n der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 ®«tDinne ju 10000 M. 198478 6 Gewinn« ju 5000 M. 51980 119353 384983 4 Gewinn« ju 3000 W. 132468 334417 16 Gewinne ju 2000 M. 42932 135003 235181 280380 301839 311029 335182 398230 34 Gewinne »u 1000 M. 16036 40939 54226 135410 161653 174683 181737 190506 213759 246552 255614 285974 334573 373831 378048 383591 — Tageskalcnder für Sonntag. Verfassungsfeier 1929, 15.15 Uhr, Volkshalle. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die wunderbare Lüge der Nina Petrowna". — Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Am Dienstag. 13. August, wird dem Gießener Theaterpublikum eine interessante Reuer- können. In gleicher Weise wird von feiten der Landwirtschaftskammer auch bei den Hack- und sonstigen Früchten verfahren. ** Der Krank em st and am 1. Juli. Rach der Zusammenstellung des Hauptverbandes deutscher Krankenkassen (Sih Berlin) betrug die Zahl der arbeitsunfähig Erkrankten am 1. Juli bei einer Mitgliederzahl von 5 852 343 (3 173171 männlich, 2 679 172 weiblich) 3,60 v. H. (3,40 v. H. männlich, 3,85 v. H. weiblich). Das bedeutet gegenüber den Ziffern vom 1. Juni eine Zunahme von 0,17 v. H. (3,21 männlich, 3,69 weiblich, im Mittet 3,43 v. H.). Die Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen (Stadt) hatte am 1. Juli bei 10 964 Mitgliedern (6193 männlich, 4771 weiblich) gegen den 1. Juni eine Abnahme von 0,39 v. H. zu verzeichnen, nämlich 3,11 v. H. der gesamten Mitgliederzahl (2,55 v. H. männlich, 3,84 weiblich). Die Ziffern vom 1. Juni lauten: Mitgliederzahl 11 153 (6379 männlich, 4774 weiblich), Krankenziffer 3,50 v. H. (3,31 männlich, 3,75 weiblich). Bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse Giehen (Land) hingegen stieg die Krankenziffer bei 8651 Mitgliedern (6163 männlich, 2488 weiblich) von 2,44 v. H. am 1. 3uni (2,24 v. H. männlich, 2,95 v. H. weiblich) um 0,57 v. H., also am 1. 3uli auf 3,01 v. H. (2,69 v. H. männlich, 3,78 v. H. weiblich). ** Letzte volkstümliche Rheinfahrt. Das Hapag-Reisebureau Gießen veranstaltet am Sonntag, 25. August, seine letzte diesjährige volkstümliche Rheinfahrt. Die Abfahrt mit Sonderzug erfolgt 6 älhr 32 Minuten früh mit Haltestellen in Großen-Linden, Lang-Göns, Butzbach. Bad-Rauheim und Friedberg. Ab Mainz mit Sondersalondampfer unter Begleitung von zwei Musikkapellen nach Rüdesheim und Aßrnanns- hausen. An beiden Orten ein Aufenthalt von 500000, 2 Gewinne zu fe 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 2 zu je 100000, 4 zu je 75000, 8 zu je 50(XX), 14 zu je 25000, 84 zu je 10000, 162 zu je 5000, 444 zu je 8000, 774 zu je 2000, 2084 zu je 1000, 4478 zu je 500.. 11566 zu je 300 M. 388876 62 öetotnne ju 500 TO. 24915 28221 53868 68128 89997 70165 71424 75278 87606 108002 120515 --- ------ ------ 172977 187896 224856 842114 ______ 194 Gewinne »u 300 M. 2624 6087 8386 10216 10280 befestigt. * Tödlicher Ausgang eines FaMilien st reite s. Der Polizeibericht meldet: 3n I der Liebigstraße wohnte der 48jährige zur Zeit arbeitslos gewesene Gärtner S. mit seiner Ehefrau, zwei erwachsenen und drei schulpflichtigen Kindern. S. war dem Trünke ergeben, worunter die Familie stark zu leiden hatte. Auch gestern hatte S. dem Alkohol wieder reichlich zuge- sprochen. Wegen Ablieferung des Verdienstes seines ältesten, 22jährigen Sohnes kam S. mit diesem vor der Wohnung in einen Wortwechsel, der anschließend in der Wohnküche zu Tätlichkeiten ausartete. Rachdem die sich Schlagenden von der Mutter und dem jüngeren Sohne getrennt waren und etwas Ruhe eingetreten war, stürzte der Vater von hinten auf den ahnungslos zum Fenster' hinausschauenden Sohn und packte ihn im Genick, um ihn zum Fenster hinauszustürzen. Der Sohn setzte sich zur Wehr und es kam zwischen beiden zu einem Ringen, wobei der Vater auf den Boden stürzte und mit Händen und Füßen um sich schlug; der Sohn wurde dabei am Schienbein verletzt. Durch die Vorgänge erregt, schlug der Sohn dem Vater mehrmals mit der geballten Faust ins Gesicht, worauf dieser sich plötzlich verfärbte und leblos am Boden liegen blieb. Die Todesursache steht zur Zeit noch nicht einwandfrei fest. Der Täter wurde kurz nach der Tat festgenommen und sofort einem Verhör unterzogen. Soweit bis jetzt festgestellt werden konnte, soll der Sohn an sich sehr friedliebend und der Haupternährer der Familie sein. | Fast seinen ganzen Verdienst lieferte er der ( Mutter ab. * Betriebsunfall. Ein Arbeiter der Brauerei Denninghoff zog sich im Betriebe dieser Firma eine Schlagaderverlehung zu und mußte in die Chirurgische Klinik verbracht werden. Er hatte einen Kasten mit Bierflaschen getragen, ist dabei zu Fall gekommen und in eine Flasche gestürzt. • Schulpersonalie. 3n den Ruhestand tritt auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten am 1. September d. 3. der Lehrer Georg H ö ch st an der Volksschule zu Odenhausen, Kreis Gießen. " Die Museen sind am Sonntag von 11 bis 13 Uhr geöffnet. * • Anlagenkonzert findet, wie bereits kurz mitgeteilt, morgen. Sonntag. 11 älhr in der Südanlage durch das Musikkorps des 1. (Hess.) Batl., 15.3nf.°Rgts. unter Leitung von Obermusikmeister Löber statt. (Rur bei günstiger Witterung.) Dortragsfolge: 1. Armeemarsch I, 10; 2. Ouvertüre zur Oper „Zampa", G. Herold; 3. Fantasie aus dem Musikdrama „Das Rheingold", R. Wagner; 4. Ungarische Rhapsodie Rr. 1 (in k^-Dur), Franz Liszt; 5. Armeemarsch I, 73. " D i e Saatenanerkennungen, die von der hessischen Landwirtschaftskammer als zuständiger Behörde jährlich durchgeführt werden, sind nunmehr abgeschlossen. Diese Arbeiten müssen auf das sorgfältigste ausgeführt werden. Wird doch von den angekörten Feldern das Saatgut gewonnen, das unsere Landwirte im nächsten 3ahre zur Ansaat ihrer Felder von den Saatbaustellen der Landwirtschaftskammer beziehen. Rach dem diesjährigen Stand der angekörten Felder zu urteilen, wird das zu gewinnende Saatgut von guter Beschaffenheit sein. ** Landwirtschaftliche S orten- und Düngungsversuche. Zur Zeit werden überall im Lande von den Ackerbautechnikern der Ackerbau- und Grünlandabteilung der Landwirtschaftskammer für Hessen die Sorten- und Düngungsversuche zu Winter- und Sommergetreide geerntet. Die Ergebnisse dieser Versuche, die sehr viel Mühe und Arbeit kosten, werden den hessischen Landwirten zur Verfügung gestellt, damit sie die für ihre Verhältnisse in Frage kommenden Sorten bei unserem Getreide anbauen Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Verantwortlich für Lokales: i. V. Dr. Th yriot. Manche Leute glauben, eine Landschaft sei erst bann betrachtenswert, wenn Berge und Schnee- gipfel zum Himmel ragen. Eisfelder sich tocit» hin ausdehnen, dunkle Schluchten auftauchen, und steil abfallende Felswände drohen. Die See finden sie langweilig, ebenso die Heide. Solche Leute tun mir leid. Sie haben nicht gelernt, eine Landschaft wirklich zu schauen. BKir« um auch in die Ferne schweifen? Wir brauchen nicht in die Schweiz oder an die See zu rcifen. Denn es ist überall schön, wenn wir uns nur Mühe geben wollten und uns richtig umblickten. Von deinem Fenster aus schaust bu in deinen oder in des Rachbars Garten. Oder richtiger, du schaust gar nicht mehr hin; denn du weist ja, tote er ausiieht. Wirklich? Hast du schon einmal die verschiedenen Abtönungen und Farbenwirkungen beobachtet: am frühen Morgen, wenn noch die Tautropfen an dem Gemüse und an den Blumen glänzen, am heißen Mittag, wenn alles im Son- venlicht gebadet ist. am Dachmittag. wenn die Schatten länger werden, oder am Abend, wenn die Sonne zur Ruhe geht, bei bedecktem Himmel, wenn Wolken dahinjagen, bei Regenwetter, un Winter, wenn alles vom Schnee bedeckt ist, oder gar bei Mondenschein? Rein? Dann ver- fuche es einmal Es ist der 'Mühe wert. I j^^r alte hilfsbedürftige Meister einen I Die Landschaft muß gar nicht so großartig sein, Fonds von60000 Mark zur Verfügung zu ^m uns zum Staunen zubringen. Setz dich nur ^Nen. Meister von über 65 3ahren, die in be- an den Waldrand, und schaue sn das kleine Tal bürfti Verhältnissen leben, sollen daraus eine vor dir! 3n leichten Stu, en steigt das Land an. monatIicbc Rente von etwa 50 Mk. erhalten. Die Wiesen wirken, weil sie iin Scha ten llegen finb bereits eine ganze Menge Gesuche hierzu viel freier, grüner als die Wecker mit Klee und eingelaufen. Einstweilen bedeuten 50 Mk. nur frucht, die noch die Sonne tri,ft. ^eber dem einen bescheidenen Zuschuß, aber eventuell können reifenden Getreide beginnt der ‘JSalD -wie er f ätcr höhere Unterstützungen verteilt werden, Siehst du jetzt die blaue Farbe? DerWald j£[lg Opferwilligkeit der Meister dies gc- ift doch grün? Auf dem Dilde des berühmten giIt öic alten Meister vor bitterster Malers aber war er blau. 3etzt siehst du es bewahren auch- Schau wie er sich scharff gegen den Wend- Redner ging dann zu der bedeutsamen ?bhcbt! Run verschwindet das Blaue. I 5rage bec Altersversicherung für das Der Wald steht .inster. Aber di« Wolken' werden |clbftänbige Handwerk und Gewerbe über. Er von der Sonne geküßt. -Ueberhaupt die ^twickelte das Problem der Versicherung und ^o"en! stundenlang kann E" da schaE, und bic Aussichten ihrer praktischen Verwirk- rmmer wieder wechselt das Bild. Der Sonnen- fid)ung Nachdem die Schwierigkeit, ja llnmöglich- untergang ist auch etwas für stch .-Un-n^lich! einer Zwangsversicherung in Gestalt der sagtest du neulich als du daf ^lld m der Mappe invaliden- und Altersversicherung der Arbeiter betrachtetest. Und nun? 3st s nicht so? Leuchte ^kennzeichnet worden war. kam der Redner auf incht alles Ringsum? Richt nur der Simmel Vorteile einer freiwilligen Versicherung zu scheint zu brennen, sondern auch Baume. Strau- Unb empfahl hier vor allem die auf un& rast fiA «in PBinn- die Bedürfnisse des Handwerks eingestellte Le- Du schaust zur Erde. Da läßtsich en SP bens- und Rentenversicherungs-Anstalt fürHand- Icin am Faden von einer glanze zum Boden Gewerbe. Die Beamten und die Ar- herab. da lau.t eine Ameise, tragt vielleicht ^ben ihre Altersversicherung. Die Ein- eme Last, die das Mehr,ache hres' «J* gliederung des Handwerks in eine Zwangsver- gewichtes darstellt, da sitzt .Heup,erdchen. fid)crung toäre falsch. Rur eine Versicherung ?uppl weg ist es. Mehr^gls Oinfz fl 15$ auf Gegenseitigkeit kommt in Betracht, sprang es. als es selbst mißt Da rennen go be wurden ferner Organisütionssragen behan- Kafer. schweben Schmetterlinge, summen B e URÖ babei bedauert, daß der Handwerker- nen und Hummeln 3a, die einsamste Stelle auf ^b den Wert der Organisation nicht erkannt | der Wiese, am Wegrand, ist Nicht tot, s habe. Die Handwerker müßten hinein in die Poll- I lebt taufcnbiacf). Du kannst schauen, wohn tischen Parteien, um die Gesetzgebung in ihrem willst- . . _ «y,., 3nteresse beeinflussen zu können. Die Beamten- Sieh einmal die Baume, die dort stehen. D habe durch ihre straffe Organisation ihre glaubst, emc Eiche zu kennen. Hast du schon cm« berechtigten Forderungen durchgesetzt. Rur auf mal den dicken, zerrissenen Stamm angesehenund m ß iönne auch das Handwerk sich wie- dem Auge immer we- ter. gle.ten las en? * sichere.Existenz und eine bessere Zu- Wie die unteren Aeste sich wuchtig aus dem star- schafstn. Rach lebhaftem Beifall dankte ken Stamm abzweig^.ww sie wieder gesonderte Vorsitzende Becker dem Redner für seine Teile bilden, em Leben scheinbar für sich fuhren, oruafübrunaen bann die Zweige, die Dlätterl Wie sie alle zum ^usmy^ng^ Kisker, Licht btängen! Run rauscht der Daum im Wrnda ^3 Versicherungsanstalt für das So,ort ändert sich das Dild. Dausend Sarden ^fbständige Handwerk 'und Gewerbe, über die tauchen au,. Sinmal &iet, einmal borl ein San. 8 un6 Dorteile der Anstalt. Gestützt nenkreIschen. Jetzt erglänjen die Matter hell. Fittiche Del,stiele, schilderte er deren be. «tun. dann wieder ''egen ste 'M Schatten der l Einrichtungen. Die Tatiache, anderen Ganze Teile leuchten au, wenn,&ie „k 8L^stsver,ichernngsanstalt für Hand. Sonne durchdringt, die ?^de scheint z _ werk und Gewerbe ihren Versicherten nach der Wolken kommen wieder ein anderes D ld. D s Inflation eine hundertprozentige Aufwertung hart steht die Eiche. __ f n hat zuteil werden lassen, wurde besonders unter- SVÄ « Kn^5cia!,,t obcr “• aM 2,m‘c Schönheiten, °8tdeckst du erst wenn du awmer!. 9 ^nVo3ortra?'folgte eine lehr lebhafte Aus. fam und lange Zeit hmschaust. deine B cke g | sbrache. Tapeziermeister Dock und Bauunternehmer Becker sprachen über die Möglichkeit einer Altersversicherung der älteren Meister. Die Schreinermeister Weinert und Lenz sprachen im Ramen der Versammelten den Dank für die Bemühungen der Führer des Handwerks um das Zustandekommen einer Altersversicherung aus. Besonderen Beifall fanden die Ausführungen Lautenbachers über die grundsätzlich beschlossene Altershilfe für alte bedürftige Handwerker, die nicht mehr Aufnahme in einer Altersversicherung finden können. So gestaltete sich die Versammlung zu einer einmütigen Kundgebung für den Gedanken einer baldigen praktischen Lösung der Frage einer Altersversicherung für Handwerk und Gewerbe. Bauunternehmer Becker schloß die Tagung mit herzlichen Dankesworten an alle Redner des Llbends. Daten für Sonntag, 11. August. Sonnenaufgang 4.38. Sonnenuntergang 19.31. Mondaufgang 12.25. Monduntergang 22.14. 1656: der Heerführer Octavio Piccolomini in Wien gestorben; — 1778: der Turnvater Friedrich Ludwig 3ahn in Lanz geboren; — 1919: Verkündigung der Weimarer Verfassung; — der amerikanische Großindustrielle Andrew Carnegie in Stockbridge gestorben. Daten für Montag, 12. August. Sonnenaufgang 4.40. Sonnenuntergang 19.29. Mondaufgang 13.39. Monduntergang 22.23. 1848: der Begründer des Eisenbahnwesens George Stephenson in Taptonhouse gestorben; — 1901: der Polarforscher Adolf Erik Ror- denskjöld in Dalbhö gestorben. Vornotizen. nen 10—30. Sauerkirschen 40—50, Heidelbeeren s scheinung geboten. Die Wiener Presse spricht 35—40, Stachelbeeren 20—25, 3ohannisbccren 20 | sich äußerst lobend über ,D ö f i r 6“, die neue, bis 25. Himbeeren 40—45, Pflaumen 15—20, dreiaktige Komödie von Sacha Guitrh aus. Zwetschen 25— 30, Mirabellen 30—35, Reine- . ♦ clauden 30—35, Honig 40—50, 3unge Hähne M . tl ..____ 120—130, Suppenhühner 100—120 Pf. das Pfund. ?on den S t r a h e n h e r st e l l u n g s- Tauben 70-90, Eier 14. Blumenkohl 30-80, ^be/ten. Die Reustabt ist un Unterbau fer- Salat 10-15 Salatgurken 15-50, Einmachgur- tiggestellt und harrt nach erfolgtem Trocknen des kn 2-4? Endivien 15-25. Ober-Kohlrabi 10 Asphaltbelags. Zur Zeit werden hier die Burger- bi« 12 Paueb 10—15 Rettick 10—20 Sellerie steige links und rechts mit neuem Asphalt per- ^15' Ä m. Ääk 10 6tüd H f?6en; Die Herrichknngsarbesten dee ®eftanlage Pfennig. Radieschen das Bund 10-15 Pf. Apri- smd letzt in Angriff genommen. Der- Straßen eil ko en 40-50, Pfirsiche 60-65 Pf. das Pfd. Kar- rechts der Fahrbahn hat man aufgebrochen, um tnffeln 5—5 50 Mk her Zentner Kabellegungsarbeiten vornehmen zu können. Die tofseln 5-5.50 ^ilk. per Zentner. gleichen Arbeiten sind in folgenden Straßen vor- Altersversicherung für Handwerk und genommen: Walltorstrahe (von der Draugasse iAomorfio ab), Rordanlage mit dem Anschluß an die West- anlage. Der Bürgersteig der Goethestraße (rechte Am Donnerstagabend versammelten sich un Seite) zwischen Südanlage und Löberstrahe wird Hotel Hindenburg auf Einladung der Hessi- ebenfalls asphaltiert. 3n der Friedrichstraße, schen Handwerkskammer-Reben- zwischen Frankfurter Straße und Röntgenstrahe, stelle Gießen zahlreiche Handwerker aus Gießen wird an der Ausbesserung der Fahrbahn gcar- und den Rachbarorten. Bauunternehmer D e ck e r, beitet. Die Kaiserallee zwischen Ludwigsplah der die Versammlung leitete, begrüßte besonders und Moltkestrahe ist zur Zeit gesperrt. Hier wird den Redner des Abends, Landtagsabg. Schreiner« fccr Schienenstrang der elektrischen Straßenbahn meister Hans 2a u te n b ach^e r aus Dieburg. mit gebrannten Kunststeinen (Schlackensteinen) neu „Die Möglichkeit einer auskömmlichen Altersversicherung für das selbständige Handwerk und Gewerbe, sopie die neue Altersfürsorge der Hessischen Handwerkskammern", das war das Thema, über das der Redner in klarer, ausführlicher Wcise referierte. Die Vollversammlung der Handwerkskammer — so führte er aus — hat beschlos- llkI I A T> € ßnpl I Lehrerin mit ar. I* Z* . yi*cl । prrtft.Griabrunnert. Gründlichen HSS» lata-ri Telephon 3235. zurufen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Gießen / Seltersweg 6674L> M M Angebote unter I. V. 2149 an Inva- miet mW. 05024 Alten-ltnseck Dr. Else Marx Aerztin praktiziert wieder V , 657 JD Von der Reise zurück Jl 2 Baupläne Südanlage 11 05001 teilerie GßlephsiMäiile 2 1 04534 1 TagGsniidehen Gute 05035 Tüchtiges 66,7 D Verreist la Wund 6665 L) rierte erük lass. 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Binde und unterziehen, i, 6 erk. 9 V. 16 L' tb. 81. 5 IaU m \)vj M rd ÄS. daran liegen, als an den Streitfragen, um die es im Haag geht. 3n jedem Halle ist damit eine Arbeit größten Stils und mit ^größten Fernwirlungen für eine Ordnung dös Hricdens zwischen den beiden angelsächsischen Machten irn Zuge. 11 nb sie soll nach dem Willen der beiden Staatsmänner nicht ein exklusives Bündnis der beiden ausdrücken, sondern der Anfang sein einer Verständigung, der sich alle in Frage kommenden Staaten anschließen sollen! ges. Beide sind auch der Ansicht, daß das Gelingen einer englisch-amerikanischen Abrüstungsaktion zur See automatisch als starker Druck auf die festgefahrene Landabrüstungserörtc- rung wirken muß. Es sind große Absichten und Fragen, um die es dabei geht und die den Haager Besprechungen parallel laufen. Für Hoover stehen ie ohne Zweifel weit im Vordergrund vor den Haager Deratungsgegenständen. Aber auch Mac- donald und der Arbeiterregierung dürste mehr kauien W lieber ?ö aw !N irj® gen» eleg. :$ dem piiirgoniilM oelud/V' &e Angebote um yjvr Ite K3 19. „®r käme in einer wichtigen Angelegenheit. „®r soll sie morgen früh vortragen." Vach einer Minute kehrte der Diener zuruck: „Herr Steinwender muß den Herrn sofort und unter allen Umständen sprechen." „Zum Teufel auch!" brauste Klaus Korber auf, nahm aber die Hausjacke von dunkelblauem Samt, die der Diener ihm reichte. Suche mir inzwischen eine andere Weste aus. diese wirft eine Falte. Auch das Vorhemd ist nicht steif genug. Ich habe dir oft genug gesagt: unter dem Frack muß es wie ein Panzer sitzen. 2m Empfangszimmer, das bereits zur Begrüßung der Gäste hergerichtet und von einer Wolke feinen Fliederduftes erfüllt war, stand ein kleiner verhutzelter Mann mit grauem, verknittertem Gesicht und nüchternen Augen, die mißvergnügt in diese Welt der Pracht und des Luxus hineinblinzelten: Herr Steinwender, der mit der Firma altgewordene Prokurist des Hauses „Korber & Sohn", wie es bereits von Klaus' Großvater her hieß, der es vermöge seines kaufmännischen Geschickes und eines ehernen Fleißes aus den kleinsten Anfängen zu Weltruf gebracht hatte. „War es notwendig, daß Sie mich ausgerechnet in "diesem Augenblicke sprechen mußten?" „Es war notwendig." Sie sind doch selbst geladen." Ich bedaure. Es ist mir nicht möglich... beim besten Willen nicht möglich, Herr Körber." „Vicht möglich?" „Sie werden mich verstehen, wenn Sie mich gehört haben." , „So haben Sie die Freundlichkeit sich kurz zu fassen. Meine Gäst,e können jeden Augenblick erscheinen, und, wie Sie sehen, bin ich noch wenig für sie gerüstet." „Die Rechnungen von unseren finnischen Lieferanten sind eben eingetroffen und sofort zahlbar. Das Papier ist verladen und unterwegs. „Vun?" „Wir können das Papier nicht einlösen." Klaus Körber nestelte mit der schlanken Hand Wettpolitische Ziele der Labourregierung. Außenpolitische Umschau. Don Or. Otto Hoehsch, o. Prof, der Geschichte an der Universität Berlin, M. d. X Man weiß nicht, was für die englische Regierung im Augenblick wichtiger ist: die Haager Konserenz oder die Seeabrüstungsverhandlungcn mit Amerika. Dabei ist noch eine sehr wichtige Reichsfrage in voller Behandlung. Der recht plötzlichen Entlassung des britischen Oberkommissars für Aegypten sind sehr schnell Verhandlungen zwisck^n der englischen Regierung und dem ägyptischen Ministerpräsidenten gefolgt, aus denen hervorgeht, daß die Qlrbcitcrrcgicrung doch auch in dieser Frage ein eigenes Programm hat. Es ist bereits ein neuer Vertragsentwurf vereinbart, mit dem die Beziehungen auf eine andere und dauerhafte Grundlage gestellt werden sollen. England macht darin nicht unbeträchtliche Zugeständnisse: Zurückziehung seiner Desahungstruppen in die Kanalzone, Aufgabe deS Schuhes der Minderheiten in Aegypten, Verzicht auf die britischen Konsulargerichtshöse und Wiedereinführung der gemeinsamen englisch-amerikanischen Herrschaft tm Sudan, in den ägyptische Truppen wieder zurück» kommen dürfen. Damit beschränkt sich England auf das äußerste, was es für seine Reichs- Interessen ausrechterhalten muß, nämlich den Schutz seiner Position am Kanal von Suez. Dafür schließen die beiden Länder einen Bündnis- und Defensivvertrag ab und ernennen gegenseitig Botschafter, während England den Antrag Aegyptens, in den Völkerbund ausgenommen zu wer- den, unterstützen will. Man muß sagen, daß hier ernsthaft der Versuch gemacht wird, durch Entgegenkommen, genauer durch Anerkennung des Selbständigkeits- Willens ein Freundschastsverhältnis zu begründen, in dem Aegypten im S ch u hver - hältnis zu England bleibt und so Englands Interessen doch gewahrt würden. Es liegt auf der Hand, daß ein Mann wie der bisherige Oberkommissar ein solches Programm allerdings nicht durchführen konnte. Bis zu seiner Erledigung ist freilich noch lange Zeit. In jedem Falle zeigt es, daß die Arbeiterpartei in ihren führenden Köpfen auch in der Reichspolitik eigene Wege einschlagen will. Aber wesentlicher ist die große Ab - r ü st u n g s a k t i o n, die zwischen England und Amerika hin und hergeht. Erreicht ist in. den beiden Erklärungen, Macdonalds vom 24. und Hoovers vom 25. Iuli, daß beide Mächte bereits die Einstellung bestimmter Kreuzerneubauten beschlossen haben. Macdonald hat auch soeben ein großes Abrüstungsprogramm in einer amerikanischen Zeitschrift veröffentlicht, daß in die Abrüstung alle in Frage kommenden Menschen einschließlich der ausgebildeten Reserven eingeschlossen werden müßten, daß Wassen- und Munitionslager, schwere Artillerie, Tanks usw. verringert werden, Kriegsschiffe nach Tonnage und Zahl beschränkt, Gas- und Bakterienkriege verboten werden müßten. Es fehlt eigentlich kein Punkt in diesem umfassenden Pn>> gramm, das nach Macdonalds Aeußerung auch von einer internationalen Organisation, nicht nur der Völkerbundsstaaten, sondern auch der Vlcht- mitglieder, wirksam kontrolliert werden müsse. Er fordert schließlich auch, daß die Einstellung, bei allen Abrüstungsverhandlungen immer an den künftigen Krieg, der ja doch einmal kommen werde, zu denken, aufzugeben fei. Diefes Programm geht weit über das zunächst ifo HU- icrt. Sv. 9 en, en. n. Klaus Körber feierte seinen 30. Er war gerade beschäftigt, Frack. Oberhemd einer letzten Prüfung zu als Moritz, sein junger Diener, erschien. „Herr Steinwender," meldete er in der ihm «verzogenen Kürze. „Jetzt, unmittelbar vor der Gesellschaft < Un- aller Schwierigkeiten in • - weiterzukommen, ist nicht zu zweifeln. Beide sind energische Menschen und beide verfolgen die Seeabrüstung als Programmpunkt ersten Ran- Dämonen der Zett Vornan von Arthur Brausewetter. Nachdruck verboten. 1. D u ch. ---'Ä-n Desir^, SÄ! lOO'.n hlö ‘qjjilft. IV.1' Am Willen Macdonalds wie Hoovers, trotz der Seeabrüstung an den Schnüren seiner Samtjacke und wandte den Blick von dem Alten ab. „Herr Körber," raffte sich dieser auf, mit merkbarer Mühe nach den Worten suchend. „Sie wissen es, wie ich immer darauf gedrungen habe, daß Sie sich bei diesem großen Einkauf mit den nötigen Devisen eindecken sollten. Sie meinten aber, d ie Hausse im Dollar würde in kurzer Zeit nachlassen, und lehnten es ab.“ „Iawohl. Die Danken erklärten mir einstimmig, es konnte sich nur um eine vorübergehende Hausse handeln." „Indessen stieg der Dollar, stieg rapide. Wir deckten uns nicht ein.“ „Wir konnten es jetzt nicht mehr." „Wir hatten andere Verluste: die übernommenen Verbindlichkeiten gegen die neugegründete Papiergesellschaft, die Uebemahme einer so großen Anzahl von Stammaktien, vor der ich warnte, und gegen die auch Herr Gomprecht seine Stimme erhob." „Die Männer, die dahinter standen, schienen Gewähr für e in besseres Gelingen zu geben.“ „Wenn Tenerissen wie Hamanns Erben heute auf Erfüllung ihrer Verträge bestehen, so bedeutet das — —“ Um die blutlosen Lippen lief ein Zucken. Man fühlte dem alten Mann die innere Bewegung an, die ihn nicht weitersprechen ließ. „Schwere, sehr schwere Verluste... ich weiß das, mein lieber Steinwender. Aber andere Geschäfte machen in diesen unberechenbaren Zeiten ähnliches durch. Wir sind nicht die einzigen. Wir werden tapfer arbeiten. Ich werde Ihnen freiere Hand lassen — und wir werden die Verluste überwinden." , ri „ „Es handelt sich nicht um Verluste. „Worum denn?" „Um den Ruin." Ganz still war es zwischen den beiden. — — Den Ruin, sagen Sie?" fragte dann Klaus Körber, und feine Stimme zitterte. „So weit wären wir?" . r. „Ia, Herr Körber--so weit sind wir. „Die Bank muß helfen." u „Wir haben den Kredit bereits überzogen. „Ich werde mit Gomprecht sprechen." „Es wird Ihnen nichts nützen." „Tenerissen sowie Hamanns Erben müssen von ihren Verträgen zurücktreten. Sie stehen mir persönlich nahe. Sie befinden sich heute unter meinen Gästen, und ich darf sie zu meinen Freunden rechnen." „Es wäre die letzte Möglichkeit... die einzige Rettung wäre es. Tun sie es nicht... dann sind Sie morgen ein ruinierter Mann... ein völlig ruinierter Mann. Und nun werden Sie verstehen, daß ich heute Ihren Geburtstag nicht mit Ihnen feiern kann." ,'Puh — was für ein Wetter!" sagte Herr Benno Markenthin zu Herrn Lothar Tenerissen, rieb sich die roten starkknochigen Hände, putzte lärmend die Vase und trat mit den platten Füßen, die sich an die widerwillige Einschnürung in die zierlichen Lackhalbschuhe immer noch nicht gewöhnt hatten, über den dicken Läufer der behaglich durchwärmten Diele. Starr wie ein Fels stand der baumlange Tenerissen, sah immer geradeaus und mit keinem Blick auf den runden, wohlgenährten Zigarettenfabrikanten, der allerlei Geschichten aus dem Geschäft und aus der Gesellschaft erzählte und seiner Ungeduld über das lange Ausbleiben der Damen, die in den oberen Räumen ablegten, drastischen Ausdruck gab. „Das ganze Verheirateten ist ein einziges Warten." Er liebte solche geistreichen Anmerkungen und war stolz auf sie. „So... so." Das war das einzige, was Herr Tenerissen sagte, was er überhaupt zu sagen pflegte, wenn man gleichgültige Dinge mit ihm verhandelte oder ihn in eine gesellschaftliche Unterhaltung zu ziehen suchte. Vur wenn sich das Gespräch um geschäftliche oder politische Gegenstände drehte, wurde er lebhaft. Vun gesellte sich auch Felix Gomprecht, der noch jugendliche und, im Gegensatz zu den beiden anderen Herren, mit vollem dunkeln Scheitelhaar bedeckte Direktor der Deutschen Bank, zu ihnen. Er brauchte niemals zu warten, denn er hatte niemand, auf den er es hätte tun können, und freute sich über diese Tatsache jedesmal aufs neue, wenn er seine Freunde vor den Gesellschaften mit größerer und geringerer Ergebenheit in den Dorräumen auf- und niederschreiten sah. Ieht aber war alles in dem großen Empfangssaal versammelt, in dem bereits Klaus Körbers Eltern ihre Gäste begrüßt hatten. Vichts Herkömmliches oder gesellschaftlich Steifes war in ihm. Altertümliche, mit sorgfältiger Kunst gearbeitete Möbel standen in reicher Anzahl und scheinbar planloser Anordnung in der Mitte des Zimmers, in lauschigen Ecken und Winkeln. Don schweren Pfeilern blickten wuchtige Droncen herab, und an den mit bordeauxroter Seide ausge- fchlagenen Wänden hingen zwischen zwei kühn- geschweiften Spiegeln und glitzernden Armleuchtern bunte Gemälde in goldenen, manchmal ein wenig prunkenden Rahmen. Und über alles das gossen von den hohen Deckenfriesen hernieder- hängende Glühbirnen ein gedämpftes Licht, das diese Welt der Pracht und des Reichtums in wohlig weiches Dehagen hüllte. An der Eingangstür stand Klaus Körber. Freundschaftlich und doch mit der Achtung, die dem Jüngeren dem angesehenen Senior der Kaufmannschaft gegenüber angebracht erschien, begrüßte er Herrn Tenerissen, neigte sich zum HM MW Sieben. Bahnlivi- iixflije 46 gemachten 'Meningen nehme ich (jicunit rnxall. LndwlS Mcjdae Gienen, üiebigiixL.- Gießener freiw. Feuerwehr. Monlag. iLAuauit 1!)29, fiöeno? 8 WVi Aauptülning Uniform, TieniW Helm. BollZ-Erscheinen erfordert das Kommando. U. 9(r bei i111; »inlSlötlS •ÄNf Mögliche hinaus. Aber es bestimmt und beschwingt die Desprechungen, die Macdonald mit dem neuen amerikanischen Botschafter Dawes eifrig in London führt. Am 2. August wurde eine vorläufige Formel der Flottenabrüstung veröffentlicht, auf die die beiden sich schon geeinigt haben. Sie hat als Ziel die Halbierung der gegenwärtigen Flottenstärken, nimmt dazu in Aussicht die Einschränkung der Ersahbauten, die Verlängerung des Lebensalters der im Dienst befindlichen Schlachtschiffe, die Festsetzung für neue Ersahbauten auf 25—30 000 Tonnen und in der Artillerie auf das 30,5-> Zentimeter- Geschütz und schließlich die vollständige Einstellung der Unterseeboots-Bauten überhaupt. Mese Formel ist in Paris, Rom und Tokio mitgeteilt worden. Im Herbst soll eine Konferenz dieser fünf Mächte über die Formel stattfinden, aber nicht eine Konferenz der Admirale, sondern der Minister. Und diese Vorkonferenz soll ermöglichen, daß die beschlossene Revision des Washington-Abkommens von 1922 vom August 1931 auf den August 1930 vor- verlegt wird. Damit der Völkerbund nicht bei- feitegeschoben werde, soll Macdonald das ganze Programm auch im Vamen Amerikas ausführlich in Gens mitteilen. Kein Wunder (das Gegenteil wäre em Wunder), daß aus Frankreich und Japan sofort der Widerstand dagegen angemeldet wird. Japan ist mit der Verringerung der Ersahbauten für schlechte Schiffe nicht zufrieden, und Frankreich ist vor allem, wie sich denken läßt, durchaus gegen die Beseitigung der U- Boote. Jenes Programm ist nur vorläufig und in den Verhandlungen sollen Abänderungsvorschläge noch eingearbeitet werden können. Ist es aber mit der Formel England und Amerika ernst, so werden diese an den Grundsätzen nichts ändern können. Das weitere wird dann Macdonald mit Hoover selbst Ende Oktober festlegen. Zur Vorbereitung dieser hochwichtigen Reise ist Macdonalds Privatsekretär schon nach Amerika gefahren. . , -. . Kein Verständiger wird glauben, daß diese Abrüstungsaktion die äußersten Konsequenzen schon erfüllen wird, die Macdonald in jenem Programm aussprach. Frankreich, Japan, wahrscheinlich auch Italien werden opponieren, und schließlich gehört es doch ganz in den alten Stil, wenn jetzt das Schwergewicht der englischen Flotte, das gleich nach dem Kriege aus der Kordsee in das Mittelmeer verlegt worden war, wieder in die Heimathäfen und in die Vordsee zurückverlegt wird. Wieder soll, wie vor und im Kriege, die atlantische Flotte die stärkste Flotteneinheit Englands werden. Im Vovember soll diese Veuordnung in Kraft treten. Wir erinnern uns daran, daß in den neunziger Jahren das Schwergewicht im Mittelmeer lag und daß es ein wichtiger Punkt in der englischen Einkreisungspolitik gegen Deutschland war, als im Zusammenhang mit der Vorbereitung der englisch-französischen Entente 1904/05 der Schwerpunkt nach der Vordsee verlegt wurde. Rach dem Kriege kehrte man zum Mittelmeer zurück und jetzt wieder nach der Vordsee, natürlich nicht gegen Deutschland als möglichen Feind, sondern gegen Frankreich. Die Verlegung zeigt daß man vor allem die heimische Insel im Falle eines Konfliktes mit Frankreich aufs äußerste schützen und verteidigen will, da Frankreich durch die Veränderung in den Seewassen für die Insel England viel gefährlicher getoor- Vachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Stockholm, August 1929. Schweden, das Land mit der großen geschichtlichen Vergangenheit, wird häufig von oberflächlichen politischen Betrachtern als ein verlorener Posten der germanischen Welt angesehen. Man sagt, daß dieses Land die entschei» denösten Punkte seiner Geschichte bereits erlebt habe, daß es einen Dornröschenschlaf schlafe, und daß deshalb feine Politik nur auf die Erhaltung des bisherigen Zustandes gerichtet sei. Eine Zeitlang schien es auch so, als ob diese These zuträfe. Wie steht s damit aber in Wirklichkeit? Gerade der Ausgang des Weltkrieges hat die vielfach unbeachtete Folge gehabt, daß Schweden von dem Druck befreit worden ist, der durch die russische Politik seit den Tagen Peters des Grvßen auf ihm lastete. Mit dem Zusammenbruch des Zarenreiches hatte vorläufig die russische Expansionspolitik in der Ostsee, die sich vornehmlich gegen Schweden richtete, ein Ende gesunden. Das verdankt Schweden den siegreichen deutschen Waffen. Die verantwortlichen politischen Kreise in Schweden haben diese Umstände gewiß nie vergessen, doch hatte sich, da die treibenden Kräfte der großen Politik nicht durch Gefühle, sondern Tatsachen bestimmt werden, ein Stimmungsumschwung bemerkbar gemacht, dessen Ursachen in der verhängnisvollen deutschen Entwicklung seit den Herbsttagen des Jahres 1918 zu suchen sind. Gerade Schweden hatte ja ein ähnliches Schicksal erleben mü sen wie wir. Doch der gesunde, ungebrochene Lebenswille dieses Volkes hatte sich niemals innerlich mit dem Frieden vonVystad (1721- abgefunden, der Schweden aus der Reihe der Großmächte strich. Eine ähnlich unbeugsame Haltung hatte man auch von Deutschland erwartet. Gleich nach dem Kriege ergab sich eine Anlehnung der schwedischen Politik an Frankreich, die durch die Beziehungen des Sozialisten D r a n t i n g nach Paris wesentlich beeinflußt worden ist. Auch schienen spezifisch schwedische Interessen eine derartige Intimität mit Paris notwendig zu machen. Es galt nämlich, noch die Frage der Aalands - Inseln zu regeln, eine Hinterlassenschaft des zusammengebrochenen russischen Reiches, die ©lernen» c e a u geschickt für sich ausnuhte, indem er der Stockholmer Regierung unter Ignorierung der Wünsche Finnlands eine günstige Zusage machte. Clemenceau war die deutschfreundliche Gesinnung des finnischen Volkes auf die Verven gefallen. Doch er hatte nicht mit den Engländern gerechnet. Die Frage der Aalands-Jnscln wurde auf Betreiben Englands vor den Völkerbund gebracht, der dann die Entscheidung traf, daß die Inseln unter finnischer Souveränität verbleiben, gleichzeitig aber als neutrales Gebiet erklärt werden. Der Wille der Bevölkerung der Inseln selbst, die sich für Schweden ausgesprochen hatte, wurde vom Völkerbund nicht berücksichtigt. Diese Handküsse vor seiner Gattin, die gerne die Königin in ihren Kreisen spielte, sagte Fräulein Elise, die ganz weiß, von den Schuhsohlen bis zu den Blumen in den Haaren, gekleidet war, einige verbindliche Worte, hatte auch für Herrn Benno Markenthin, über den er sonst gerne hinwegsah, ein gemessen liebenswürdiges Willkommen. Dann aber streckte er mit um so ungezwungener Herzlichkeit Gomprecht, der ihm an Alter und gesellschaftlicher Anschauung am nächsten stand, beide Arme entgegen, und sah sich bald von einem Kreise befrackter Herren, von denen einige noch eine stattliche Kette von Orden und ehrenden Abzeichen aus alter Zeit aufzuweisen hatten, und einem ganzen Flor von duftigen, in allen Farben lachenden und leuchtenden Kleidern umgeben. Der junge Moritz, Klaus Körbers Leibdiener, und der alte Jochem, den er von den Eltern übernommen, hatten bereits die großen eichenen Flügeltüren, die in den Eßsaal führten, lautlos auseinandergeschoben. Aber Klaus Körber gab den Herrn noch immer nicht das Zeichen, ihre Damen zu Tische zu führen. „Worauf wartet man eigentlich noch?" fragte die schwerhörige Exzellenz Röhte ihren Vachbar, den verwitterten Admiral Schmettow, so laut, daß es hart und prall durch die träge sich schleppende Unterhaltung dröhnte. „Die Terlinden ist noch nicht da," flüsterte Benno Markenthin der reizenden Meerscheidt, der jung angetrauten Gattin des alternden Polizeipräsidenten, ins Ohr. „Sollte er die Dreistigkeit gehabt haben, sie einzuladen?“ mischte sich die dürre, in eine Wolke von Spitzen und Tüll gehüllte Frau Kanzelstuhl, die Witwe eines als Dollarmillionär gestorbenen Tuchfabrikanten, in das Gespräch. „Man trifft sie sonst nicht in der Gesellschaft.“ Da verstummte das halblaute Gespräch dieser Gruppe, wie das wogende Gesumme der anderen. Eine Dame war eingetreten: Hete Terlinden, die gefeierte jungdramatische Sängerin des Stadttheaters. Der Hausherr trat ihr entgegen, küßte ihre Fingerspitzen, die sie ihm mit einer Grazie reichte, die halb kokette Schelmerei, halb leise Befangenheit war, und begleitete sie zu den Damen. Und die eben so wenig freundlich über sie geurteilt, überhäuften sie mit Verbindlichkeiten aller Art. Die einzige Ausnahme bildete Frau Tenerissen. „Man mag eine Terlinden zu seiner Geliebten haben,“ sagte sie zu ihrem Manne, „aber man lädt sie nicht in eine Gesellschaft, zu der man uns bittet. Und wenn es dein Freund Körber noch einmal wagen sollte, dann wirst du allein auf seine Abende gehen müssen." (Fortsetzung folgt.) Genfer Entscheidung hat dann sehr schnell bewirkt, daß Schweden von dem Wahn, durch eine Orientierung nach Paris sür ihr Land Vorteile erlangen zu können, geheilt worden ist. Branting erklärte im Sommer 1921: die Entscheidung sei keine Viederlage für Schweden, sondern eine Viederlage für das Völkerrecht und den Völkerbund. Vach seiner Ansicht sei der Völkerbund ein Werkzeug der Jnteressenpolitik der Großmächte geworden. Die Stockholmer Regierung antwortete auf den Genfer Beschluß nur noch mit einem energischen Protest und setzte alle weiteren Hoffnungen auf die Zukunft. Die Verstimmung der schwedischen Bevölkerung über das Scheitern der franzosensreundlichen Politik des sozialistischen Ministeriums machte sich in den folgenden Jahren bald bemerkbar. Es folgten verschiedene Kabinette, deren Hauptaufgabe darin bestand. Sie innerpvlitischen Kräfte zu einer andersgerichteten Orientierung der schwedischen Politik zu sammeln. Ein sichtbares, einschneidendes Ergebnis dieser Entwicklung lag im Herbst des vergangenen Jahres vor. Durch Äeuwahlen wurde das bisherige sozialistische Ministerium gestürzt und durch das konservative Kabinett des Admirals Lindman ersetzt. Wenn auch Ministerpräsident Lindman in den letzten Wochen einige innere Schwierigkeiten gefunden hat, so steht doch die Regierung heute, nach dem Rücktritt des Finanzministers, wieder einigermaßen gefestigt da. Die Grundlinien ihrer Politik sind zweifellos trotz strikter Ablehnung aller „demokratischen" Phrasen auf eine Gemeinschaftsarbeit Europas im wohlverstandenen Sinne gerichtet und sie erhalten ihre besondere Bedeutung dadurch, daß sie zweifellos von England nicht ungern gesehen werden, ja einige hiesige Politiker sind der Auffassung, daß sich der Vorposten der englischen Front gegen Sowjetrußland von Warschau nach Stockholm verlegt hat. In diese Linie fallen auch die Tendenzen, die unter dem Postulat eines „O st s e e b l o ck e s" Ausdruck erhalten. Erst vor wenigen Tagen ist König Gustas von seinem Gegenbesuch bei dem lettischen Staatspräsidenten zurückgekehrt. Es ist noch nicht viel Zeit verstrichen, daß man in Finnland den lettischen Außenminister in amtlicher Mission wirken sah. Zweifellos handelte es sich um eine Annäherung der Ostsee l ä n de r , eine Politik, die sich nach den Gesetzen der Diplomatie erst in den nächsten Jahren ganz auswirken wird. Schon heute aber kann man sagen, daß Schweden in Lettland, Estland und Finnland eine einflußreiche Stellung besitzt, daß diese Staaten bei allen entscheidenden Ereignissen sich mit Stockholm in Verbindung setzen. Der sehr deutliche Ausspruch des lettischen Staatspräsidenten beim Bankett im Stockholmer Schloß: „Lettland hat seine Blicke nach der anderen Ostseeseite gerichtet, in der Ueberzeugung, I dort Freunde zu finden", bestätigt diese Auffassung. Zweifellos stehen dieser Verständigungspolitik noch Schwierigkeiten gegenüber, die in MM«- W ■ 1 sitSte. Schwedische Ostseepoliiik Don unserem ^.-Berichterstatter. •I d'e wieder aboelöii '*ngeb. unter on den Gich, An, ÄnÄr^b'c 'tu >n der fiaiieiaQee meinen Botenlohn v°n »uta 4010*0. ehrliche Finder wird gebet, benlclb. bei mit abjiißeben. Konrad Törin« KnNeraUee 3l [ !l Verloren taanü Gegen Belohnung abzugeben Wik Neuen B8ne 22 III. Alten»Buseck. litWiteBil (hier ireiudl niöttue nni neliein Herrn in. Aller von 25-35 F. betnnni werden. 8iiftf)tnieii inner '05043 (in ben fließ. Anzeiger erbe/e». tot Gegensätzen zwischen Schweden und Finn, land wegen der schwedischen Minoritäten in die. fern Lande zum Ausdruck kommen. Doch Finnland selbst hat ein Interesse daran, mit Schweden gute Beziehungen zu unterhalten und wird auch die. ses Problem für beide Teile zufriedenstellend zu lösen wissen. Für Deutschland ergeben sich aus dieser Entwicklung nur Vorteile. Aus den wenigen, die Ostsee beherrschenden Ländern der Vorkriegszeit. Deutschland. Rußland, Schweden und Dänemark sind jetzt a ch t Staatengebilde entstanden, die die Lage absolut unübersichtlich machen. Ge. lingt es Schweden, hier eine Front zu schaffen, so ist das schon ein Vorteil. Diel erheblicher dürfte es sich aber auswirken, daß der S ch w e r . punkt der englischen Politik gegen- über Rußland von Warschau nach Stockholm verschoben wird. Denn zweifellos kann man daraus. entnehmen, dast sich England eines Tages an dem polnischen Staatswesen desin- I teressiert zeigen dürfte. Man weih ja, daß London aus platonischen Gefühlen heraus bis- her noch keinem Staate seine Unterstützung gegeben hat. Die polnische Regierung hat sehr Wohl gemerkt, was hier vor sich geht. Warschau ver. suchte offensichtlich im Auftrage von Paris, einen Staatenblock zu bilden, der zunächst einmal die Aufgabe haben sollte, die polnische Hegemonie von vornherein zu sichern. Doch man hatte hier Litauens Forderung auf Vereinigung des Wilna, streites nicht in Rechnung gestellt, an dessen Widerstand diese Versuche bisher gescheitert sind. So zeigen sich auch hier, im großen gesehen, die neuen Gegensätze zwischen Paris und London. Es dürfte nur im Interesse Deutschlands liegen, wenn es in dem Kampfe um sein Daseinsrecht nicht den Blick nach dem Rorden verliert. Wobei es ein erheblicher Aktivposten ist, dast auch hierbei natürliche Sympathien zwischen den Völkern mitspielen, deren Förderung zweifellos eins der Grundgesetze der Politik sein muh. Die hessischen Bürgermeister fordern Neuregelung ihrer Rechtsverhältnisse. Von unterrichteter Seite werden wir um Aufnahme der folgenden Ausführungen gebeten. Wie der „Hessischen Landgemeinde", dem Verbandsblatte des Hessischen Landge- meindetags und des Landesverbandes hessischer Bürgermeister, zu entnehmen ist, sind die Bürgermeister der Landgemeinden Hessens mit einem Anträge an die Regierung herangetreten, ihre von der bisherigen Verwaltungsgesehgebung in unzulänglicher, stiefmütterlicher Weise behandelten rechtlichen Sicherungen im Rahmen der kommenden neue nV erwaltungsgesehgebung auf eine, dem neuen Zeitgeiste und den tatsächlichen Erfordernissen Rechnung tragende neue Grundlage gestellt zu wissen. Der Antrag geht davon aus, daß, nachdem das Gesetz über die Rechtsverhältnisse der Gemeindebeamten, des Vorläufers der kommenden neuen Verwaltungs- gesehe, in Wirksamkeit getreten sei und nach der persönlichen Mitteilung des Innenministers nunmehr auch die weiteren Vorarbeiten der in der Durchführung begriffenen Verwaltungsreform nach Möglichkeit beschleunigt werden sollten, die Zeit gekommen erscheine, um auch der Frage der Reugestaltung der rechtlichen Belange des Bürgermeisterstandes näherzutreten. Man erachtet es nicht für möglich, für die Bürgermeister ein besonderes Gesetz analog dem der Gemeindebeamten, selbst angesichts der bestehenden engen Verbundenheit der rechtlichen Erfordernisse beider Berufsstände, schaffen zu können, sondern erstrebt, ähnlich wie in Baden, die Regelung der dienstlichen und persönlichen Sicherungen im Rahmen der kommenden neuen Gemeindeordnung, in welcher naturgemäß die Stellung des Bürgermeisters allein ihre gesetzliche Grundlage finden muß. Der Landesverband hessischer Bürgermeister, als die berufene Vertretung der Bürgermeister der Landgemeinden, spricht in seinem Anträge die Hoffnung aus, daß sich die zuständigen Stellen nicht der Einsicht verschließen werden, daß wie das Gemeindebeamtenrccht, auch die rechtlichen Sicherungen des Bürgermeisterstandes, der mit das stärtste Rückgrat einer gesunden Staatsmaschine bildet, einer zeitgemäßen Fortbildung dringend bedarf. Geht man auf die gestellten Anträge des näheren ein, so muß man zu der Lkeberzeugung gelangen, daß hier Forderungen erhoben werden, die man bei anderen Berufsständen längst als bestehende Tatsachen ansieht. Bei der Rechtslage jedoch, die die bisherige Gesetzgebung, dieLand- gcmeindeordnung, für den Bürgermeisterstand als solchen geschaffen hatte — man hatte den schönen Rainen „Ehrenbürgermeister" wohl überlegt gewählt — ist der rechtliche Rückhalt der Bürgermeister, veranlaßt durch den Wandel der Zeit- vcrhältnisse, geradezu auf ein Riveau gedrängt worden, das man schlechthin als rechtlos bezeichnen muh. Vorschriften ohne Ende von damals schon — neue werden täglich geboren — bezeichnen und vergrößern den Pflichten- kreis jenes Berufsstandes „ohne Rechte". War es früher eine „Ehre". Bürgermetster zu fein, heute ist es ein Amt der Sorgen, des Kampfes, der Widerwärtigkeiten und des Aergernisses. Leider muß man auf dem Lande noch die Feststellung machen, daß zur Erlangung dieser Würde noch Aufwendungen in nicht geringem Umfange gemacht werden: erfreulicherweise ist einem solchen verwerflichen Bestreben aber bisher die „Ernüchterung" immer noch allzuschnell auf dem Fuße gefolgt. Und dieser so empfindliche Mangel an Rechten konnte es im Gefolge haben, daß z. B. ein Bürgermeister, der einstmals sehr begütert, infolge der Inflation aber aller seiner Habe beraubt, nach 30 und mehr Dienstjahren, wenn seine Kräfte zur weiteren Amtsausübung nicht mehr hinreichten, sich der öffentlichen Wohlfahrtspflege anvertrauen mußte, sofern nicht die Angehörigen einschritten, oder zufällig der Eintritt in eine Versicherung erfolgt war — in den meisten Fällen hatte man jedoch im Vertrauen auf das Privatvermögen und um der Gemeinde keine Lasten aufzuerlegen, von einem Eintritt in die Versicherung Abstand genommen. — Daß sich die Gemeindeparlamente, sich ihrer moralischen Pflicht erinnernd, zur Auswerfung einer sog. „Gnadenpension" bereit finden, bildet bei den heutigen lediglich nach parteipolitischen Gesichtspunkten urteilenden Gemeindevertretungen nur Seltenheiten. Wenig rosig sind die Aussichten eines großen Teiles der heute noch amtierenden Bürgermeister für das Alter, wenig Hoffnung besteht für diesen Berufsstand, der seine besten Iahre dem Wohle der Allgemeinheit opfert, wenn er es aus diesen oder jenen Gründen versäumt hat, von der vorübergehend möglich gewesenen Bersicherungsmög- lichkeit in der hessischen Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamte Gebrauch zu machen, für das Alter gesichert zu sein, Und wie ist es um ihn im Falle einer Richtwiederwahl bestellt, wenn er seinen früheren Beruf aufgegeben, sein Gewerbe oder seine Landwirtschaft eingeschränkt oder vernachlässigt hat? Rechtlos, noch nicht einmal zum Bezüge der Arbeitslosenunterstützung be- rechtigt, und bei dem herrschenden Mangel an geeigneter Beschäftigung auf absehbare Zeit jeglicher Crwerbsmöglichkeit bar. kann er lediglich das Bewußtsein in sich tragen: Ich war Bürgermeister der Gemeinde T, weiter aber wird er nichts aufweisen können, was ihm auch nur vorübergehend seinen Lebensunterhalt sichert, oder ihn nur zeitweilig vor Rot bewahrt. Wohl wird man hier Einhalt gebieten und behende mit der Einrede zur Stelle sein: Dann soll man sich nicht Aum Bürgermeister wählen lassen. Doch diese Einrede muß sofort in sich zerfallen. Es gebietet die Rotwendigkeit einer gedeihlichen Fortentwicklung jedes Gemeinwesens und die ordnungsgemäße Führung einer Gemeindeverwaltung, daß in erster Linie die „Befähigten" zur Leitung der Geschicke der Gemeinden berufen werden, ohne Rücksicht darauf, ob sie mit irdischen Gütern mehr oder weniger gesegnet sind und deshalb ist es erforderlich, daß auch dem Oer Kaatsch. Eine rheinische Anekdote. Von Karl Lerbs. Ob Monsieur Ladoucette, von Rapoleons wohlerwogenen Gnaden Präfekt zu Aachen, sich das bewährte Verfahren des Grigorij Alexandrowitsch Potemtin zu eigen machte, oder ob seine Einfälle in seinem eigenen gesalbten Schädel gewachsen waren, wissen wir nicht: wohl aber wissen wir, daß der sindige und windige Pariser die Kulissen, mit denen die Kunst der Höflinge den gekrönten Herrschaften ein Bild dieser Welt vorgaukelt, ebenso gewandt bemalte und aufstellte wie sein Artgenosse int Moskowiterland. Denn als Paolina Borghese. Rapoleons schöne Schwester, wieder und immer wieder nach Aachen kam, hatte Monsieur Ladoueettes kundiger Spürsinn alsbald herausgefunden, daß die erlauchte Dame sich durch ihre schwärmerische Vorliebe für die alte Stadt in einen lieblichen Wahn hatte cinspinnen lassen: Sie glaubte sich von den Aachenern geliebt und verehrt, und in ihrem Heber» schwang deutete sie jeden Gruß, jede Aeuherung heiterer Reugier in den Straßen zu einer Huldigung des Volkes um. Ter ehrgeizige Monsieur Ladoucette wußte diesen frommen Selbstbetrug zu nutzen und zu nähren, und seine nimmermüde Regiekunst ersann immer neue Mittel: Er fand lärmfrohe Leutchen, denen es Spaß machte, gegen gute Bezahlung unter den Fenstern der Fürstin ein bißchen Hurra und Hoch zu schreien: er entlieh sich von den französis hen Beamten und Soldaten Kinder, die der Danu auf ihren Spaziergängen auflauerten und ihr Blumen überreichten, wobei sie Einige ihnen vorher sorgsam eingetrichterte deutsche Sätze zu sprechen hatten: er veranstaltete tausend kleine rührsame Begegnungen und Begebenheiten und hüllte alle Wege seiner Gönnerin in den rosenfarbenen Rebel dieses holden Truges. Und immer war er im rechten Augenblick zur Stelle, den schmalen Schädel höflich geneigt, ritterlich lächelnd, daß unter seinem duftenden schwarzen Schnurrbart die weißen Zähne blitzten, und erläuterte den Vorgang mit Schmeicheleien von pariserisch eleganter Gewagtheit: indessen auf Paolinas Wangen das lustvoll pulsende Blut rosig durch den Puder schimmerte. Eines Tages nun entdeckte der Präfekt bei einer Besichtigung im Hose des »GrashauseS" eine schöne schlichte schwarze Granitsäule, die herrenlos auf einem Haufen von Schutt und Bausteinen lag. Seine rege Phantasie schenkte ihm sogleich einen herrlichen Einfall: und als Paolina Borghese einige Tage darauf, von ihrem getreuen Vasallen geleitet, nach jenem Aussichtspunkt über die Stadt lustwandelte, der ihr zu Ehren den Ramen „Paolinenwäldchen" erhalten hatte, wartet ihrer dort dank Monsieur Ladoucette der neueste Liebesbeweis der zartsinnigen Aachener: eine schlanke schwarze Säule, von Blumengewinden umrankt: und darauf lasen Pcrolinas staunende Augen die in Goldbuchstaben leuchtende Inschrift: A LA VERTU DE LA PRINCESSE — „der Tugend der Fürstin geweiht" —. In ehrfürchtigem Schweigen standen die Damen des Gefolges; Monsieur Ladoucette trällerte bezaubernd wohllautende Ausrufe der Heberraschung und entzückten Rührung: Paolina Borghese aber, die sonst so Rasche und jäher Leidenschaft Hin- gegebene, verharrte in regloser Ergriffenheit und hinderte es nicht, daß ein paar Tränen auf ihre Wangen verräterische Spuren zeichneten und auf ihr kostbares Spihentuch niedertropften. Da geschah es, daß ein wohlgesinnter Aachener Bürger, in Gesellschaft ehrsamer Freunde auf den Genuß frischer Luft bedacht, den Vorgang gewahrte, stehen blieb, stutzte und dann, von plötzlicher Erkenntnis getroffen ausrief: „D a t es ja dä Kaatsch!" Er hätte den unbedachten Ausruf gern wiedergehabt: aber da die verwundert aufblickende Fürstin ihn freundlich heranwinkte und zur Erläuterung seines ihr unverständlichen Satzes aufforderte, gab er stockend erst, dann mit wachsendem Vergnügen in leidlichem Französisch die verlangte Aufklärung: Die Säule da — und es wies mit dem Stock auf das granitene Denkmal — habe dereinst als Pranger schändliche und stadtbekannte Dienste getan, bis die Heilsbringer der französischen Revolution kamen und die Hoheitszeichen der verruchten alten Crdenmächte ausrotteten, weil sie — wie der Sprecher nicht ohne beziehungsvolle Bosheit hinzufügte — das Brandmarken, Einsperren und Kopfabschlagen nach der Weise der neuen Freiheit bewerkstelligen wollten. Hnd nun fei der gewissermaßen ehrwürdige Pranger, vom Volke ..Kaatsch" genannt, nach langer Ruhe im Hofe des Grashauses unerwarteterweise als Denkmal im Paolinenwäldchen erstanden. Es konnte nicht zweifelhaft fein, daß Monsieur Ladoucette der »Tugend der Fürstin" auS- Vürgermeisterstande die gesetzlichen Sicherungen zuteil werden, die andere Berufsstände längst ihr eigen nennen. Es kann und darf um der Gemeinden selbst willen nicht angehen, daß das Amt des Ortsoberhauptes zwangsläufig zu einem Rebenberufe wird, ober gar um der „Ehre" willen übernommen wird. Wo dies der Fall war, haben die Folgen nicht allzulange auf sich warten lassen. Hnterzieht man nun die einzelnen Anträge einer genaueren Durchsicht, so ist in erster Linie von Interesse zu lesen, daß man von feiten der Bürgermeister allgemein eine Wahlbauer von 12 Iahren eingeführt zu wissen hofft: ferner wird beantragt, die bisherige Grenze des Art. 88 LGO. mit 2000 Einwohnern für bie Anstellung eines Berufsbürgermeisters auf 1500 herabzufetzen, um auch kleineren Gemeinben mit hervortreten- ber Entwicklungsmöglichkeit die Anstellung eines Berufsbürgermeisters möglich zu machen. Don großer Bedeutung ist die Forderung, die dahin geht, eine der früheren „Bestätigungsvorschrift" ähnliche „Rachprüfungsvorschrift". oder welch andere passendere Bezeichnung man ihr geben möchte, wieder einzuführen, die es unmöglich macht, daß, wie es leider die heutige Gesetzgebung zulätzt, jede fragwürdige Person Ortsoberhaupt werben kann. Es dürfte nur zu sehr zu begrüßen sein, baß sich die Bürgermeister selber für derartige neue „Kollegen" bedanken und selber als Mindestforderung verlangt haben, baß Personen, bie wegen Eigentumsvergehen, Vergehen gegen bie Sittlichkeit vorbestraft, bem Trünke ergeben, ober moralisch berart verkommen sind, daß sie unwürdig sind, Bürgermeister zu sein, nicht wählbar sind. bzw. deren Wahl von der Aufsichtsbehörde anzufechten und für ungültig zu erklären ist. Reu und sehr zu begrüßen dürfte der Antrag sein, im Interesse der Vereinfachung, der gesamten Staatsmaschine den Bürgermeistern wie in den angrenzenden Ländern das Recht der Strafbefugnis für Hebertretungen der näher bezeichneten Art einzuräumen. Man muß es in der Tat als Mangel empfinden, daß z. B. in Preußen der Bürgermeister des kleinsten Ortes das Recht der Strafverfügung hat, was den Bürgermeistern der Städte Hessens nicht zusteht. Will man ernstlich eine Vereinfachung des Iustizwesens herbeiführen, bann wäre für biefen Willen hier bie erste und beste Beweisführung gegeben. Auf ber gleichen Linie steht ber Antrag auf Einräumung des Rechtes bes Erlasses von Polizeiverordnun- gen von zeitlich abgegrenzter Dauer im Falle unverzüglich nottoenbig toerbenber Anordnungen: welche umständlichen Formalitäten würden hierdurch entbehrlich? In den Fragen der persönlichen Sicherungen wird in erster Linie das Anspruchsrecht auf eine angemessene Besoldung — nicht mehr Vergütung für Zeitaufwand — auf der Grundlage der staatlichen Besoldungsordnung erhoben. Man erstrebt hier die Einführung von Ortssahungen, die es ein für allemal unmöglich machen, daß alljährlich bei den Voranschlagsberatungen der Kampf um die Dürgermeistervergütung anhebt und die ganze Einwohnerschaft in Aufregung verseht, Erscheinungen, bie wahrlich nicht dazu angetan sink), ein gedeihliches Zusammenarbeiten zwischen Bürgermeister unb Gemeindevertretung zum Wohle ber Allgemeinheit zu gewährleisten. Auch anberseits soll dadurch dem bei den Wahlen einsehenben Schacher um bie Vergütung ein Ende bereitet werben, Anträge, die, ohne'jegliche Voreingenommenheit geprüft, von allen Bevölkerungs- schichten nur begrüßt unb gebilligt werden sollten. Rachdem man noch eine gesetzliche Vorschrift hinsichtlich ber Festlegung ber Beschäftigungs- bauer vorschlägt und die bisherige Kann- Vorschrift ber L.G.O. in bezug auf die den Beigeordneten im Dertretungsfalle in eine Muh- Vorschrift umgewandelt wissen will, d. h.. daß ber Beigeordnete im Falle längerer. Vertretung des Bürgermeisters einen Anspruch auf bie Gewährung einer Entschäbigung hat, statt, wie seither, von bem Gemeinderat abhängig zu sein, weichet sich ber Antrag in breiterer Form der bereits erwähnten Sicherungen im Falle ber Dienstunfähigkeit unb ber Richtwieberwahl zu. Im ersteren Falle gilt bie Fürsorge, nachdem bas hessische Versicherungsgesetz für gemeinbliche Beamte in seiner Fassung vom 3. Iuli 1923 fast allen Bürgermeistern die Möglichkeit des Eintrittes eröffnet hat, lediglich dem Teil der Ve- rufsangehörigen, denen die Möglichkeit zur Versicherung bisher nicht gegeben, ober von denen solche versäumt worben war: eine Frage, für bie sich Wohl bei geringem Entgegenkommen der zuständigen Stellen nicht allzu schwer eine Lösung finden lassen wird. Weit schwieriger dürste sich jedoch die Lösung der Frage gestalten, welche Sicherungen man dem Richtwiedergewählten zuerkennen soll und kann. Hier wirb zunächst ein Hnterschieb zwischen den vollbeschäftigten und nichtvollbeschäftigten Bürgermeistern zu machen sein. Es ginge zu weit, wenn man einem Bürgermeister, ber einer kleinen Gemeinde vorgestan- den hat und in seinem Hauptberufe Landwirt ober Gewerbetreibender war, im Falle der Richtwieberwahl irgendwelche Ansprüche an die Gemeinde einräumen würde. Anders aber dürften die Dinge bei den vollbeschäftigt gewesenen liegen. Hier geht nun bas Bestreben der Bürgermeister dahin, zu erreichen, baß nach Ablauf ber ersten Amtsperiobe zu Lasten ber Gemeinde der einmalige Betrag ber Iahresbesoldung als Wartegelb angesprochen werben kann. Rach Ablauf ber zweiten Amtsperiode sollen im Falle ber Richtwiederwahl 40 v. H. ber Äahresbesol- dung als vorläufiger Ruhegehalt fällig sein, welcher Prozentsatz nach Zurücklegung ber dritten und weiterer Amtsperioden auf 60 v. H. steigen soll. Daneben foften bie Gemeinden gehalten sein, für bie Weiter Versicherung der .Ausgeschiedenen in ber Versicherungsanstalt für gemeinbliche Beamte aufkommen zu müssen. Die erwähnte vorläufige Ruhegehaltsgewährung soll insolange stattfinden, bis ton Richtwiedergewählten ein Ruhegehaltsansvruch an bie Versicherungsanstalt zusteht, b. h. bis die Voraussetzungen zur Ruhegehaltsgewährung vorliegen. Es wirb noch ein- gehenberer Verhandlungen bedürfen, um in diesen Fragen zu bem erhofften Ziele zu gelangen, an dieser Stelle verdient jedoch schon jetzt fest- gestellt zu werden, baß dahingehenbe Regelungen in ben Rachbarländern bereits bestehen. Schließlich wirb noch Anspruch auf einen jährlichen Hrlaub unb bie Weiterzahlung des Gehaltes während dieser Zeit erhoben, und zum Schlüsse an Stelle des zur Zeit noch giltigen, bas Wappen ber alten Staatsform tragenden Dienstabzeichens eine Amtslette einzuführen beantragt Wenn nun die kommende neue Gemeindeordnung den heutigen Zeitverhältnissen wirklich Rechnung tragen will, dann kann man von feiten der gesetzgebenden Körperschaften nicht achtlos an den Anträgen der Bürgermeister der Landgemeinden vorübergehen. Es muß der Staat um der Gemeinden, und nicht in letzter Linie um feiner selbst willen ein Interesse an einer möglichst weitherzigen, diesen Berufsstand zufriedenstellenden Regelung ber von ber bisherigen Gesetzgebung fo wenig berücksichtigten Rechtsverhältnisse ber Bürgermeister in den Landgemeinden haben. Der kommissarische Wetzlarer Landrai vom Kreistag abgelehni. JJ Wetzlar, 9. August. Wie in einem Teil ber gestrigen Auslage schon kurz gemeldet wurde, ist der kommissarische Landrat Miß (SPD.) vom Kreistag mit 14 gegen 13 Stimmen ab g e Ieb n t worden. Der Kreistag versammelte sich heute vollzählig zu einer Sitzung, in der als erster und wichtigster Punkt der Tagesordnung die Wahl des neuen Landrats vorgenommen wurde. Das preußische Innenministerium batte den Kreistag durch ben Regierungsprä'id mten aufforbern lassen, Vorschläge über die T >ang des Landratspostens abzugeben. Der ausschuß hatte in einer Sitzung dem Kreistag empfohlen, ben jetzigen kommissarischen Lanbrat Miß, bisher Bezirksparteisekretär der SPD. in Köln, zur enbgültigen Ernennung vorzuschlagen. Die Abstimmung wurde durch den Kreisdeputierten Pfarrer Bausch vorgenommen. Die Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus Bauernschaft, Deutsch- nationaler Volkspartei und Wirtschaftspartei, die über 12 von 27 Mandaten verfügt, gab zunächst eine Erklärung ab, in der erneut Einspruch gegen die Beamtenpolitik des preußischen Ich hebe mein rechtes Bein, um über den Zaun zu steigen. Wie ich gerade rittlings in leicht unwürdiger Haltung auf ton Zaun sitze und mich anschicken will, das linke Dein nachzuziehen, taucht der Kops, dann der Rumpf und schließlich der ganze Leib dines Dörflers auf. Rasch fjebc ich da das Dein zurück. Er sieht mich erstaunt an. . ' Ich lächle etwas dumm. „Da liegt em Buch , sage ich. „3a“. erwidert er, ohne hinzusehen, „das liegt schon seit gestern abend da." Gin unbekanntes Such sonnt sich. Von Frank Thieß. Eine Stunde oberhalb Zermatts, unweit einer kleinen Riederlassung, hatte ich folgende Begegnung: , Da rieselt eines jener zahlreichen Bächlein, die von den Gletschern gespeist werden, ein trübwässeriges, freundliches Ding, das trotz der großen Hitze unbedenklich über Steine ftongt. Unb da ist ein Zaun, ber mich von dem Bachlein unb einigen bemoosten warmen Felbsteinen trennt. Ich denke: Hübsch, da zu sitzen, gehe weiter... oder: will gerade mit langsamem Vergsteigerschritt weitergehen, als ich jemand sehe, der auf bem Stein am Bächlein liegt. Ein Buch. Ein Buch liegt ba unb läßt sich von ber Sonne braten. Iustament ein Buch allein, kein Mensch weit und breit. Ich bleibe stehen, ich sehe hin, mir wird merk- würbig zumute: aller Anschein spricht dafür, daß dies Buch von mir ist. Das Format, die Farbe, grünes Indanthren, daher unausbleich- lich, der Rücken, die Stärke, alles spricht dafür. Ich weiß auch, was für ein Buch es ist, es sein könnte, leise und etwas verlegen spreche ich ben Ramen vor mich hin. Unb nun weiter. Wie? Ich soll in dieser Ungewißheit vorübergehen, ohne das Buch um- gedreht zu haben? Es liegt doch auf dem Bauche, bie Rückseite der Höhensonne zugekehrt. (Flüchtig kommt ein unangenehmer Gedanke: Ist es blutarm? Soll das heißen, baß es Höhensonne braucht?) Ich soll also vorübergehen unb denken, ba hat eine liebe Leserin vielleicht ein Buch von mir auf bemoostem Stein am Vergbächlein angesichts bes Matterhorns gelesen? Ich sollte nicht Gewißheit barüber haben? Ich könnte den Kalifen Harun al Raschid spielen und der schönen, unbekannten Leserin hineinschreiben: „Der vorüberwandernde Verfasser" ... Reuer unangenehmer Gedanke: Sie hat es liegen lassen. Hat es... vergessen. Einfach aufge» standen und bavongegangen ist sie, bas Vuch ist ihr nicht einmal des Mitnehmens wert gewesen. Konnte sie wissen, daß es Indanthren ist und nicht ausbleicht? Mußte sie nicht an» nehmen, daß ein Mensch, ein Schriftsteller, vorübergeht, und es, wie er es daliegen sieht, mitnimmt, aus Mitleid an sich nimmt? Ist es ihr so gleichgültig, ob sie das Buch besitzt ober nicht? Ich lehne mich fest an den Zaun und kneife die Augen zusammen: das Buch... ist... nein, es ist nicht von mir. Also Adieu, gehen wir weiter. Ich sehe noch einmal hin. Doch, das Vuch ist von mir. Wie es da liegt und sich sonnt... Ich könnte es nunmehr ohne Schwierigkeit seststellen. Bloß über den Zaun steigen, bann noch einen Schritt, unb ich Habs. Run also! Aber wenn gerade bie Leserin hinter bem Vusch austaucht unb mich nach ihrem Buch greifen sieht? Ober noch schlimmer: wenn es nicht von mir ist? Oder noch schlimmer: wenn es von mir ist? gerechnet ben Schandpfahl ber Stabt Aachen als Wahrzeichen errichtet hatte. Die Fürstin sah ben Präfekten an; unb sein zur Farbe geronnener Milch erbleichtes Gesicht kennzeichnete ihn beutlich als ben Urheber eines schmählich mißlungenen Detruges. Die Fürstin, atemlos vor Zorn unb Scham, toanbte sich, mit einem rauhen Kehllaut, ber einem Fauchen glich, unb verlieh stolpernd vor Hast die Stätte, wo sich eine vermeintliche Ehrung in eine unnennbare Schmähung verwandelt hatte: bie Damen des Gefolges trippelten verstört hinterbrein: und indessen noch andere Reugierige sich sammelten und die flinke Erkenntnis eines ungeheuren Witzes hügelab ein brausendes Gelächter aufbranden ließ, stand Monsieur Ladoucette, ein vom Blitz erschlagener Mann, und lehnte sich, ohne es zu wissen, haltsuchend an die schwarze Säule, in einer Stellung, die den Aachenern aus der Vergangenheit dieses grausamen Schandgerätes nur allzu vertraut war. ^•estfalia M hi 11 °^do7>, ' tl,ie *5,. ^eit ^ßenö für u sch^r drr lchwierig^.Lö- gestalt Jj?1« «ften' te” -»d ^nbe h?Ut9«- sptberufe p??Gn' 6"f6e:DT«T^ ft’"* San« ilfttrr 5re^’ol. ZLtz -LSkT ««Wtt,,. &£"*»* '1* zur Auhe. ’J’nrt noch ein- um in Wen fff/ ^ngkn, °°$ töon ,eyt fest. bereits bestehen. aus einen jähr- terzahlung des Ee- echvben, nnd zum M noch gütigen, raatssorin tragenden ette einzusühren be- neue Ecmeindevrd« tnissen wirtlich Rech, man von leiten der nicht achtlos an den ?er Landgemeinden Staat um der Ee- r Linie um seiner an einer möglichst mb zufrieden stellen- bisherigen Gesetz, igtrn Rvhisverhäli- den Landgemeinden klarer Landrat rbgelehni. Wie in einem Teil kurz gemeldet wurde, e Landrat Rlih lit 14 gegen 13 Stirn« sich heute vollzählig edler unb Dityig- g die Wahl des ,vmmen wurde. Das i baiie den Arris, cä'idrnien au'ivrdcrn T. vmg des Land- ; .Hausschuh hatte istag empfohlen, den mdrai Wist, bisher SPD. in Köln, jur Zuschlägen. Die 21 b • den Kreisdeputierten -mmen. Die «. Bauernschaft. Deutsch' ft Wirtschaftspartei, iten verfügt, gab p LkdesMBM ssj^sts. Mn Buch von SfrT’i Ich tonnte den ^schreiben. >c Xs€ '„V&kW Buch." " : W» 3u4 m t Doch. 00 .. sich /u^^ierigkeit )t v^An.d°nn n Tun M --->7 ,»**4 ■ -t.. den 6W*" a.“ SieAe^ to$#el Maschinenfabrik Fulda GA 50% Platz- u. Kraft- Ersparnis erzielen Sie mit unseren Elektro- riemenlosen Holzbearbeitungs- Maschinen 6598D Es ladet ein Selbst geschlachtet! Gastwirt Heinrich Hörr Holzsubmission 4236D Hassia- 6599A empfiehlt Drillmaschinen Hackmaschinen Schrotmühlen Rübenschneider Düngerstreuer 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. Sommersamen Senfsaat Riesen-Spörgel Incarnatklee (seidefrei) Stoppelrüben Winterrübsen Preußen. Kreis Wetzlar gesorgt Der Festwirt Drucksachen allerArt liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brühl’iche Univ.-Drnckerei, R. Lange, Spiclplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Don Samstag, 10. August bis einschl. Donnerstag, 15. August: Ensemble- Gastspiel von Mitgliedern des Berliner Metropol-Theaters: „Die schöne Helena". Jeweils Anfang 20 Uhr, Ende gegen 22.45 Uhr. Ab 16. bis 31. August wegen Ferien geschlossen. Schauspielhaus. Dis einschl. Donnerstag, 15. August, wegen Ferien geschlossen. Ab Freitag, 16. August, bis Montag, 19. August, lewells von 20 bis 22.30 Uhr: „Die lustige Sünderin". ©' der neue flinke Keffer, erleiditen alle Reinigungsärbeit! im Nif macht Q) die fettigsten Geschirre blitzsauber und verschönt sie mit herrlichem Glanz. PorZelfari, Glas, M^rnlof, Steift Holz, und Metall altes1, macht <2> viel schneller reiri. Selbst dieTchmuizig s reff Geräte, «ple b^öps; SpülcimCT, BöhneftOcher £)$w., werden frisch, sauber und geruchlos. Dazü ist © sehr ergiebig Nur 1 Eßlöffel Q)äüf 10 Liter hei- ßesX^ssö'-1 Eime? JX4e sparsam! Versuchen Sie Ihren Jagd-Verpachtung. Areitag, den 16. August d. 3., vormittags 10 Ahr, soll in der Wirtschaft Konrad Dörr, dahier, die 3agd der Gemeinde Appenrod, enthaltend zirka 2000 Morgen, in zwei Abteilungen auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. 6659D Hessische Bürgermeisterei Appenrod. Glatthaar. 1b, 54 1b, 84 2a, 62 2a, 76 2b> 31 2b, 43 3a, 10 3b, 2 Sonntagsdienst d.Aerxte u.Avotbecken am 11.8.29 Dr. Schäffer. Dr. Ploch. Htrschapotheke. Zahnarzt: Dr. Buchinger. *D Kreis Marburg. WER. Marburg, 9. Aug. Der Ausstellungsleitung der Marburger Gewerbeausstellung ging die Rachricht zu, daß ein von dem Ausstellungsgelände aufgelassener Kinderluftbal- eines untenstehenden Erntewagens. Der starb auf dem Wege ins Krankenhaus. □ Groß-Rechtenbach, 10. August. • - ' i beschloß in Ion 40 Kilometer östlich von Berlin aufgefunden worden ist. Der Berwalter eines Gutes bei Rehfelde (Kreis Riederbarnim) fand ihn beim Mähen eines Getreidefeldes. Maingau. WSR. Frankfurt a. M.. 9. Aug. Der Gau Illa des Allgemeinen Deutschen Automobilklubs hat auf Grund des Ministerialerlasses über die Abhaltung von Straßenrennen sein für den 22. September in Aussicht genommenes Feldbergrennen abgesagt. Bereits im vorigen Jahre mußte das Rennen abgesagt werden, weil die Desahungsbehörde Schwierigkeiten wegen der Absperrung durch Frankfurter Sicherheitspolizei machte. —Gestern entstand in der Wohnung eines Drogisten im Oederweg ein Stuben brand, der seine Ursache in der Entzündung von Dämpfen hatte, die sich beim Reinigen von Kleidern mit De n z i n gebildet hatten. Die Frau des Drogisten erlitt Brandwunden im Gesicht. Der Brand konnte in 20 Minuten gelöscht werden. WetnäBe 1 KrankenbebaDdliini Frau Ida Kaletsch gepr. Magnetopathin Gieben, Seltersweg 87,1 Sprechzeit: Montags, Dienstags. Donnerstags Freitags, von 10—12 und 3 — 5 Uhr Auf Vereinbar, bis 71/, Uhr nachm. DIE BESTE HILFE IN WIRTSCHAFTEN 4-10 KÜHEN KONKURRENZLOS und ofine Wentzel EINZELHEITEN VON RAMESOHL OCHMIDT AKT.-GES OELDE1W. Die Amt s v e r s a m m l u n g beschloß in ihrer gestrigen Sitzung einstimmig, den kommissarischen Bürgermeister Dr. Reumann zum Bürgermeister des Amtes Rechtenbach zu wählen. Die Wahl erstreckt sich nach den neuen Bestimmungen der Landgemeindeordnung auf die Dauer von 12 Jahren. Bürgermeister Dr. Reumann hat feit 19. Februar d. 3. das Amt Rechtenbach kommifsarisch verwaltet. ferner alle Maschinen f.d. Landwirtschaft Mähmaschinen "Jlmer Pflüge iäckselmaschin. ?umpen usw. sowje a||e Ersatzteile AJ.Tröster,Butzbach WWW Allendors/Lahn am 11 U. 12. August 1929 6657D WSN. Worms, 9. Aug. Der zwölfjährige Sohn der Witwe Gieß in Ofstein fiel beim Abladen von Garben vom Gebälk der Scheune eines Dfftciner Landwirts. Er fiel mit dem Kopf auf die Spitzen ... - ■ ----- Junge Landwirte, insbesondere nach- geborene Bauernsöhne, denen die Mittel zum freien Erwerb einer eigenen Bauernstelle fehlen, haben die günstige Gelegenheit, sich durch Jnansvruchnabme der billigen Keichskredite in b.Grenzmark Posen Westpreußen anaufauf. Es stehen fortlaufend zum Verkauf Bauern- stellen tn Größe von GO-80 Morgen. Der Berkaus erfolgt gegen eine Anzahlung von RM. 6000.- bis 7000.— bet neuen, voll aus- reich. Gebäuden und der anteittgen Ernte. Uebernahme sofort möglich. Auskunft ert: Die Grenzmark-Siedlung! SchneidemttU, Landeshaus, Jastrow. Allee 6. Landwirte, unternehmt gemeinsame Besichtigungssahrten nach der Grenzmark. Verkauf eines Büsten. Die Gemeinde Beuern beabsichtigt, einen fetten Simmentaler Bullen auf dem Sub- missionswege zu verkaufen. Offerten dazu mit pro Zentner Lebendgewicht sind bis Dienstag, den 13. b. 2TL, nachmittags VA1 llhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzu- reichen. wo anschließend die Oesfnung der Angebote erfolgt. 6658D Beuern, den 8. August 1929. Hessische Bürgermeisterei Beuern. Linden st ruth. Fettansatz im Sommer ist besonders lästig. Nehmen Sie dreimal täglich 2 bis 8Tol uba-Kerne, die unschädliche, dabei wirksame, den Fettansatz reduzierende Stoße eut- bnlten. Sie erhalten die echten Toluba-Kerne in Apotheken. U460V LMnisteriums erhoben und in der die Forderung ausgestellt wurde, daß für den hiesigen Landratsposten ein fachlich vorgeblldeter evangeli- scher Beamter liberaler Richtung verlangt und £err Miß als Landrat abgelehnt wurde. Für die beiden Demokraten gab Herr Bürgermeister Dr. Kühn eine ähnliche Erklärung ab, in der dte Forderung nach einem demokratischen Herrn erhoben wurde. Lediglich das Zentrum, das üder einen Sitz verfügt, machte bei den bürgerlichen Gruppen eine Ausnahme. Herr Wieser In- tisierte wohl auch in einer Erklärung die Per- sonalHolitik des preußischen Ministeriums, gab jedoch feine Zustimmung zur Wahl des Herrn Miß. indem er erklärte, daß er nach dem bisherigen Derhalten dieses Herrn zu der Ansicht gekommen sei, dah Herr Miß bet seiner Wahl die Belange der Kirche nicht vernachlalft- geä und auch sonst sein Amt neutral verwalten ^Rach diesen Erklärungen erhob sich der Abg. D ä r w i n k e l (SPD.) und gab seiner Derwun- derung darüber Ausdruck, daß die Rechte Herrn Miß als Landrat ablehnc, obwohl sie bei der Etatberatung in einer damals gegen den Minister des Innern abgegebenen Erklärung von den schätzenswerten Eigenschaften des Herrn Miß gesprochen habe. Er äußerte Weiler m scharfen Worten sein Erstaunen über die Haltung der Demokraten, und wandte sich auch gegen Bürgermeister Dr. K ü h n. Diese Dorwürfe veranlaßten Dr. Kühn zu einer Gegenerklärung, woran sich eine polemische Debatte anschloß. Es ist anzunehmen, dah diese Auseinandersetzungen in der Wetzlarer Kommunalpolitik noch weitere Kreise ziehen werden, wie der Abg. D ä r- winkel schon durchblicken lieh. Ferner ist anzunehmen, dah nunmehr der preußische Innenminister Herrn Miß als Landrat trotzdem einsehen wird, und es bleibt dann dem Kreistag überlassen, seinerseits weitere Schritte zu tun. Der wichtigste Kampf dürfte daher noch auszufechten fein, und wie dieser Kampf enden wird, ist bei der ganzen Sachlage ungewiß. Im weiteren Derlauf seiner Derhandlungen genehmigte dann der Kreistag noch 3000 Mark für die äußere Instandsetzung der landrätlichen Wohnung, während die Beschlußfassung über deren innere Ausgestaltung wohl mit Rücksicht aus die vorgenommene Abstimmung über dte Wahl des Landrats zurückgestellt wurde. Es war beabsichtigt, das sehr geräumige Gebäude nicht mehr allein für den Landrat zur Verfügung zu stellen, sondern den Parterrestock für andere dienstliche Zwecke zu reservieren. 11. a. sollten oud) Fraktionszimmcr eingerichtet werden. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 56 vom 9. August enthält: Gemeindefinanzstatistik 1928. — Aeberwachung des Obstes an Grund amtlichen Materials nach dem Stand vom 1. April 1929 von L. C. Wittich's Verlag in Darmstadt. (267). — Der Inhalt des Buches ist nach Provinzen und Kreisen geordnet. Zunächst wird die Provinz Starkenburg behandelt, dann folgt Rheinhessen, hierauf Oberhcssen. Die Kreise sind innerhalb ihrer Provinzen besonders registriert. Ein empfehlenswertes Buch, das allen am Kraftwagenverkchr interessierten Kreisen ein gutes Rachschlagewerk sein wird. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 11. August. 11. Sonntag nach Trin. Etadtkirche. 8 Ahr: Pfarrer Mahr: zugleich Christenlehre für die Reukonfirmierten der Matthäusgemeinde: 9.30: Pfarrer Becker. — Iohanneskirche. 8: Pfarrer Bechtolsheimer: zugleich Christenlehre für die Reukonfirmierten der Lukasgcmeinde: 9.30: Pfarrer Müller: 8: Bibelbesprechung im Iohannessaal. Pfarrassistent Schlaudraff. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz: zugleich Christenlehre für die Reukonfirmierten der Luthergemeinde. — Elisa- beth-Kleinkinderschule. 9.45: Pfarrer Mahr. — Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienst: 11: Ktnder- gottesdiensi. — Wieseck. (Kirchweihe.) 9.30: Opfer für Kirchenerneuerung Homberg a. d. O.: 10.45: Kindertirche. — Kirchberg. 10.11: Christenlehre für die weibliche Jugend. — Alten-Duseck. 10: Alten-Buseck: 1: Alten-Buseck. — Hausen- Garbenteich. 10: Garbenteich. Christenlehre: 1: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 10: Christenlehre: 1: Hauptgottesdienst. — Lich. 9.30: Missionar Walther. Beuern, Christenlehre für die weibliche Iugend. — Kloster Arnsburg. 10: (im „Paradies"). — Rieder-Bessingen. 1.30: Missionar Walther. Katholische Gemeinden. Samstag, den 10. August. Gießen. 16.30 und 19 Ahr: Beichte. Sonntag, d. 11. August. 12. Sonntag n. Pftngsten. Gießen. 6.30 Ahr: Beichte: 7: Messe. Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten: 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt, 11: Messe mit Predigt. 14: Andacht. — Grimberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. Büchertisch. — Das Besteuerungsrecht der Religionskörperschaften in Hessen. Erläuterte Handausgabe von Regierungsrat Dr. O l t. mit einem Vorwort von Ministerialrat Weiss en b ach, Darmstadt. (Verlag von I. Diemer, Mainz.) (327). Der Herausgeber schildert zunächst die Entwicklung des Kirchensteuerrechts in Hessen, et läßt sodann den Wortlaut des Gesetzes über das Besteuerungsrecht der Religionskörperschaften vom 14. Dezember 1928 folgen und gibt anschließend in einem besonderen Abschnitt unter artikelweiser Gruppierung dis Gesehestextes die erforderlichen Erläuterungen. Weitere Abschnitte sind den Ausführungsbestimmungen des Kultusministers und den Durchführungsbestimmungen des Landesfinanzamtes Darmstadt, sowie einem Anhang und dem Sachregister gewidmet. Das Werk ist ein sehr brauchbares Handbuch für alle, die mit dieser Materie zu tun haben. — Adreßbuch der Kraftfahrzeug- besiher im Volks st aat Hessen. Herausgegeben im Austrage des Ministeriums auf ' Metall- Rofton stahb " Holz- Dvllvl! matratzen — Kinderbetten.Potster.Schlafzimmer,Chaiselongues Ul an Private, Ratenzahlung. Katalog 225 tret 385V Eisenmöbelfabrik Suhl (Thüringen). = 32,53 „ = 56,91 „ = 58,03 „ = 42,73 „ = 52,83 „ = 17,06 „ = 5,22 „ 290,65 fm Santa Hirtin Bahnbofstra&e — Fernsprecher Nr. 3403 das beste und billigste Einstreumittel für Großvtehställe LNoostovfMUU das bette B°- denverbesseruncismittel, die beste Einstreu für Kleinviehställe, das beste Jsoltermtttel QuaMStswave D°uu»°n Torfstreuverbandes, lief, zu billigst. Preisen Gebr. Kahl, Tel. Ar. 87 Aul nach Laii6sflorl zu der am 11. u. 12. August stattfindenden Kiitinieihe Es ladet freundlichst ein Die Burschenschaft Für Speisen und Getränke wird bestens Aus den Waldungen der Gemeinde Beuern soll folgendes Ruhhol; auf dem Wege schriftlichen Angebots verkauft wer- den: 6660D Langholz und Abschnitte, Güteklasse N. a) Tichlenstämme. Los 1. Klasse la, 46 Stück = 7,70 fm " " 17,64 „ b) kiesernstämme. Los 10. Klasse la, 1 Stück = 0,11 fm „ 1b, 5 „ - 1,42 „ 1,53 fm Das Holz ist mit Rinde gemessen, ent rindet und zum größten Teil gerückt. Angebote sind getrennt nach Sortiment und Klassen in den Losen bis Dienstag, den 13. 6.2H., nachmittags 2 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei ein-ureichen, wo anschließend die Deffnuna der Angebote erfolgt. Mit der Einreichung unterwirft sich der Käufer den Verkaufsbedingungen, die vor dem Termin bekanntgegeben werden. Das Holz ist vorher einzusehcn, da spatere Reklamationen nicht berücksichtigt werden, und wird auf Verlangen von garster Keil vorgezeigt. Beuern, am 8. August 1929. Hessische Bürgermeisterei Beuern. Linden st ruth. Stimmungen und [«jusD Reparaturen aller Art an Pianos ii. Flügel durch eigene Techniker promot, fachgemäß u. preiswert Pianohaue Schönau Seltersweg 91 Telephon 3269 Zweiggeschäft Dillenborg Marktstr. 7. 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Der hiesige Fahr- und Reiterverein veranstaltet in diesem Herbst einen großen oberhessischen Reitertag. Schon jetzt ist man mit den Vorarbeiten dazu beschäftigt. Mehrere Reitervereine der Provinz hoben bereits ihre Zusage gegeben. — Die hiesige Molkereigenossenschaft hat größere Erweiterungen ihrer Betriebsanlage durchgesuhrt, die infolge der dauernd steigernden Milchantte- ferungen in den letzten Jahren notwendig getoor- den waren. Rheinhessen. Henkels Spül-und Reinigung* -Mittel . für, Haus - und Küchengerät He'rqesrellt in den Persil * V/erkzn HVM Hökz. Heizk?a£ alilxwäk^ M^N.E^Ä M Zf/^, allfodyJiph-* ikeffs Lichtspielhaus noch heute Samstag u. morgen Sonntag I Reservieren Sie sich Zeit für diesen wundervollen Film I Die wunderbare Lüge ■ der Nina Petrowna ■ mit Brigitte Helm und Franz Lederer | auf der höchsten ihr hervorragender gWBl Stufe ihr. Könnens Partner | Ferner das reichhaltige Beiprogramm DM Anfangszeiten: o687v | 4,6 und 8.30 Uhr, Sonntags ab 3 Uhr nachm. 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Oie Gesamtleitung d. Schule ist auf den Unterzeichneten übergegangen. Sprechstunden: Werktags von 11 bis 12 Uhr, im Schulgebäude, Liebigstraße 46, Fernruf 2735 Abendstemer J68)D Ultima selbftae- kellertet Dachziegel sind die besten und billigsten, sind kalkfrei u.wetterbeständig 4971 Kein Geheimnis mehr ift es Genau auf den Namen Reichsglas achten. 6701D Telephon 3292 Haus» und Küchengeräte Zu beziehen durch: Wunde, Afterweg daß an Qualität und Preis das 'Reichs- finkcdi - Qlas unübertroffen ist. Neuzeitliche Gardinen 66750 eigener Anfertigung. Abänderung alter Gardinen. Aufhängen und Montage Spezialgeschäft der Gardinen durch geübte Fachleute. Gebr. Seelbach, Südanlage 20 HochschuletürMusikinSondershausen Dirigieren, Gesang. Klavier, Orgel,Theorie u. Kompositionslehre, sämtliche Streich- und Blas- Instrumente usw. Vollständige Ausbildung für Oper und Konzert Vorbereitung für den Lehrberuf. Prüfungen unter staatlicher Aufsicht. Mitwirkung im staatlichen Lohorchesier. 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August an den Vierwaldstättersee und in das Jungfraugebiet Fahrpreis: RM. 58.— Anmeldung sofort durch: Hapag - Reisebüro Frankfurtmain oder durch die lokalen Agenturen der Hamburg - Amerika-Linie 6672D Klein-Linden Gasthaus zur deutschen Eiche Sonntag, den 11. August eesio Verfassungsfeier Anschließend Konzert und Tanz Die Musik wird ausgeführt von Mitgliedern der Reichswehrkapelle Die Kirmes findet am 25. u.26. Aug. statt Sonntag,den ll.,und Montag,den 12.August Kirchweihfest zu Staufenberg wozu freundlichst einlabet: 6o56D Burschenschaft Teutonia u. Fidelio und Ludwig Zecher V., Gastwirt. W1929 05J4J 05'1) ier 1929 05025 er Oberreal- ichusorbeilen Sem 13. Slugufl, S Hr. ’itbntftn totrgtgangtn. It|t, Im 6d)utybäubt, 1135 ohn-Barthold) 8 billige erfahrt l. August an den Istättersee 1 in das augebiet is: RM. 5&— r sofort durch: Reisebüro iturtmain durch die Agenturen der Amerika-Unle 66720 Samstag, 10. August 1929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Nr. 186 Drittes Blatt Wirtschaft die keineswegs überraschend gcEonv Berlin Frankfurt a. M. 107 422 156,5 74,5 76 50 6,5 140,75 122,25 Banknoten. 84,75 I 126 I Die hinter den Papieren 7,5 7,5 io , 8 10 53,5 50 409,5 235 154,5 221 152,5 Die durch entstandenen den anfänglichen Kurseinbruch Verluste werden auf hundert 106 132,5 100,75 64 64,25 125,5 120 222 152 123,5 121 222 152,25 52,4 54,75 50 199,5 55 64 114,4 126,5 128,25 211 184 277 169 153,75 160 306 120,75 160 112.9 126,25 127,75 207,5 182,75 274,5 167,75 153 159 300 2 sh 10 10 16 136,5 145 218 111,5 118,5 134 143 215 75,75 113,5 137,25 136,25 144 130,75 112,75 127 118,75 73,9 112 133 134 143 128 215,5 110,5 124,25 116,13 wurde und men ist. 102 285,5 122,5 110,75 229 233 390 222,75 156 74,5 125 110,4 65 229,5 234,5 390 222,5 105,5 7*4.5 83 125,25 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 2J> 22,75 Philipp Holzmann . . . Heidelberger Cement. . Cement Karlstadt . - . Wayß & Freitag . • • • Schultheis Patzenhoser . Ostwerke....... Ver. Glanzstoss . . . . Bemberg....... Zellstoss Waldhos . . . Zellstoff Aschaffenburg . Charlottenburger Wäger Tejsauer Gas..... Slllg. Deutsche Eisenbahn . Hamburg'Amerila Palet . Hamb.-Südam. Dampssch. Hansa Dampsjchiss .... Norddeutscher Lloyd . - - Mg. Deutsche Creditanst. . Barmer Bankverein . . . Berliner Hondelsgesellsck. . Commerz- und Privat°Bank Tarmst. u. Nationalbank . Deutsche Bank..... Tiskonto-Gesellschast Ank.. Dresdner Bank ..... Mctollban k...... . Reichsbank ....... Millionen Dollar geschätzt. Nach Verlauf der ersten halben Stunde trat eine Beruhigung ein, und cs ergab sich allgemein eine Erholung von 1 bis 2 Dollar gegen den Anfang. Oie Bank von England und die Aeuyorker Diskonterhöhung. Aeuyork. 9. Aug. (TU. Funkspruch.) Die führenden Banken Londons haben von der Leitung der Bank von England im Zusammenhang mit der Diskonterhöhung der Reuyorker Federal Reservebank den Hinweis erhalten, daß nach Ansicht der Dank von England die Erhöhung des Diskontsatzes auf amerikanischer Seite nicht notwendigerweise eine Erhöhung des Satzes auch der Dank von England bedinge. In Finanzkreisen hofft man nach dieser Erklärung, daß auch in der Sitzung des Direktoriums der Dank in der nächsten Woche ein Erhöhungsbeschluh nicht gefaßt wird. Reichsbankausweis vom 7. August. Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. August 1929 hat sich die gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechsel und Schecks, Lombards und Effekten in der ersten Augustwoche um 324,6 Mill, auf 2 566,2 Mill. Mk. verringert. Im einzelnen haben die Destände an Wechseln und Schecks um 207,7 Mill, auf 2413,6 Mill. Mk.. die Lombardbestände um 65,3 Mill, auf 43,8 Mill. Mark, und die Destände an Rcichsschahwechseln um 51,4 Mill, auf 16,1 Mill. Mk. abgenommen. ^Andererseits freilich hatten das Britische Schah- omt und die englische Oeffentlichkcit ziemlich unverblümt zu erkennen gegeben, daß ihnen nicht nur die neue Quotenregelung für die deutschen Tribute untragbar erscheine, sondern daß sic auch, wenn überhaupt eine Reparationsbank eingerichtet würde, entscheidenden Wert darauf legen müßten, daß diese Dank in London domiziliere. Man war sich im Britischen Schah- amt und in der Londoner Ci 1H eben darüber klar, welche außerordentlichen Dorteilc Währung und Wirtschaft des Landes genießen werden, in dem später die Dank für internationale Zahlungen ihren Sih hat. Denn die Währung der Repara- tionsbank bestimmt sich bekanntlich nach dem Lande, in dem sie sich befindet, llnb wenn auch der Geschäftsbereich dieser Dank noch nicht in allen Einzelheiten sestgclcgt ist, soviel kann man doch jetzt schon sagen, daß sie finanzielle Transaktionen von einem Ausmaß vornehmen muß, wie wir sie bisher wohl kaum erlebt haben. Würden nun die englischen Ansprüche in dieser Hinsicht besricdigt und London der Sih der Reparationsbank werden, dann mühte das ganz selbstverständlich zu einer erheblichen Verfehle- bung des geldpolitischen Schwerpunktes führen, das bisher unbestrittene Acbergewicht der Der- einigten Staaten, denen sich Frankreich als bedeutendster Kapitalgeber Europas im letzten Jahre nicht unerheblich angenähert hat, würde schwinden, und es entstände zum mindesten ein dreieckiges DerhältniszwischenReu- york London und Paris, wenn England nicht 'überhaupt die Führung wieder zuruck- erobern würde. In diesem Zusammenhang darf man wohl auch die Frage aufwerfen, warum angesichts der unbestreitbaren Vorteile, mit denen der Sih der Reparationsbank für Wirtschaft und Währung deF betreffenden Landes verbürg den ist, noch niemand auf die doch eigentlich naheliegende Idee kam, die Dank nach Berlin zu verlegen. Wir verschließen uns natürlich den Bedenken nicht, die gerade bei uns Politisch dagegen sprechen. Wenn man aber berücksichtigt, daß der Poung-Plan zu seiner Erfüllung eine ganz außerordentliche Steigerung der wirtschaftlichen und finanziellen Leistungskraft erfordert, dann hätten sich diese Bedenken zweifellos überwinden lassen, zumal die Rei chsma rk fraglos 29,25 "2,5 22,5 21,9 1,85 29,3 2,5 22,6 21,9 1,85 7,5 7,5 7,4 bis 41,25; Roggenmehl Roggenkleie Englands verlorene Oiskontschlacht. Die überraschende Diskonterhö- hung der Reuyorker Dundesres er dc- bank läßt sich zwar mit dem innerwirtschaftlichen Zustand der Vereinigten Staaten, insbesondere mit der in der letzten Zeit wieder außerordentlich gestiegenen Höhe der Borfen- kredite rechtfertigen, die in der Wallstreet neuerdings die Grenze von sechs Milliarden Dollar wieder weit überschritten haben. Auch die bevorstehende amerikanische Ernte verlangt sicher die Bereitstellung erheblicher Mittel, so daß die amerikanischen Staatsbanken fraglos in eine ziemlich schwierige geldpolitische Situaton kommen. Gemessen freilich an den c u r o barschen Schwierigkeiten, sind die Sorgen, die sich die Gouverneure der Dundesreserve- banken zu machen haben, doch recht klein. Denn es fließt, ja unentwegt ein gewaltiger Gold- st r o m ans dem alten Kontinent in die Vereinigten Staaten, der ohne ernsthafte Reibungen die Befriedigung aller wirtschaftlichen und finanziellen Bedürfnisse gestatten sollte. Bei dieser Sachlage und angesichts der Tatsache, daß der Gouverneur der Dank von England, Herr R o r - m a n, erst vor wenigen Tagen aus Reuyork zurückgekehrt ist und keine Diskonterhöhung durchgeführt hat, bleibt nur der Schluß übrig, daß cs sich bei der Reuyorker Manipulation in hohem Maße um ein politisches Diskont- manöver handelt, dessen Spitze in erster Cinto gegen England gerichtet ist. Man wird sich erinnern, daß seit Wochen bereits von französischer Seite außerordentlich umfangreiche Goldabzüge aus London erfolgt sind und daß sich die Dank von England nur mit Mühe - und mit Hilfe eines amerikanischen Goldkredits dieser Wäh° rungs- und geldpolitischen Attacken erwehren konnte. Wenn England trotzdem seinen Diskont unverändert ließ, so sprach dafür zweifellos der Gesichtspunkt mit, daß man die politischen Verhandlungen im Haag, bei denen mit dem Voungplan und der Reparationsbank ja auch finanzielle Probleme von größter Tragweite zu lösen sind, möglichst nicht erschweren wollte. 75 138.5 - । 84,75 Riebeck Montan . . . Bereinigte Stahl». . Olavi Minen .... Kalt Aschersleben . . Kalt Westeregeln. . . Ralimerf Salzdetfurth I. ®. Farben-Industrte Dynamit Nobel . . . Scheideanstalt.... Goldschmidt .... RsttgerSwerkc .... Metallgeselljchaft. . . . 5 . 9 . 6 . 6 11 1,85 7,7 7,85 7,85 112,5 65,9 1 232 238 ! 395 i 226,5 I 107 2,4 1,925 22,55 19,75 21,9 1,85 7,6 7,525 7,525 221 152,75 104 288 124,75 112,5 232,5 238 394 I 226,13 I 156 75 | 85 126,251 53,5 I 56,5 50 I 203,5 | dadurch endlich die internationale Geltung zurückgewonnen hätte, die sie heute noch nicht wieder Alles in allem liegt also der Verdacht sehr nahe, daß der Reuyorker Diskontvorstoß direkt gegen die geldpolitischen Hegemonialpläne Englands gerichtet ist, zumal man für die vorhergehenden französischen Goldkäufe eine P o l i - tifche Zielsetzung ohne weiteres unterstellen kann. Es fragt sich nun, welche Gegenmaßregeln in London getroffen werden. Die erste Diskontschlacht hat die Dank von England und mit ihr die englische Politik verloren. Wir zweifeln aber nicht daran, daß man in London zum Gcgenschlage ausholen wird. Wird nun der Londoner Diskont um mehr als einen Punkt hcraufgeseht. dann sind Rückwirkungen auf die deutsche Dank rate unvermeidlich, und die Schwierigkeiten, die sich daraus ür uns ergeben müßten, liegen bei der angebannten Wirtschaftslage Deutschlands auf der Hand. Wir hoffen darum, daß Rorman, der sich ja binnen kurzem mit Dr. Schacht im Haag treffen wird, seine Gegenmahregeln unter tunlichster Berücksichtigung gemeinsamer europäischer Gesichtspunkte trifft. Denn Deutschland kann gerade im Augenblick einen stärkeren Devisenentzug absolut nicht vertragen und würde sich schlimmstenfalls gezwungen sehen, auch seinerseits wieder zur Diskonterhöhung zu greifen. Schwarzer Börsenfreitag in Amerika. «Reut) ort, 9. Aug. (TU. Funkspruch.) Nach der 1 prozentigen Diskonterhöhung der 22,75 । - 91 89,75 206,75 । 204,75 Fsl " 4% Schweiz. Bundesb.-Ani.. . . 4% Oesterreichische Goldrte.. . . 4,20% Lestcrr. Siibcrrte. . . . . 4% Oesterreich, einheitl. Rte. . - 4% Ungarische Goldrte.. ... • 4% Ungarische Staatsr. v. 1910 . 4’i% be^l.öon 1913 . ..•• 4°i> Ungarische Kronenrte. . . . • 4% Türk. Zolianleihe v. 1811.. 4% Türkische Bagoadbahn-Anl., Serie I 4% desgl. Serie II. ... • • • 4% Rumänen convert.Rte. . . . 4 i/j% Rumänen Goidani. von I9id 12 18 11 12 12 ! 8 Daimler Motoren . .... 0 Deutsche Maschinen-Fabrck . - o Adlerwerle «leoer......5 Lud». Loewe Not. Automobil o Lrenstein & Koppel - Lconharv Tietz ■••••••” Bamag-Meguin.......o Franks. Maschinen Gritzner Heyligenstaevt 0 ..................* Leckwerke 8 ....................8 Miag Rekarsulmer 8 Peters Union 8 Gebr. Roeder 10 Boigl 4 Haestner 8 Südv. Zucker........8 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. ihr!en Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. Geld 16,435 167,68 21,96 111,48 59,11 2,48 112,10 80,64 61,12 12,42 73,00 An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 282,5 Mill. Mk. in die Kassen der Bank zurückgeflossen. Der Umlauf an Reichsbanknoten hat sich um 253,4 Mill, auf 4472,1 Millionen Marl, derjenige an Rentenbankscheinen um 29,1 Mill, auf 405,0 Mill. Mk. verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbanlscheinen auf 37,7 Mill. Mark erhöht; die fremden Gelder zeigen mit 490,4 Mill. Mk. eine Abnahme um 25,5 Mill. Mk. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen zusammen haben um 3,2 Mill, auf 2479,9 Millionen Mk. abgenommen. Im einzelnen haben sich die Goldbestände um 15 000 Mk., die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 3,2 Mill, auf 330,7 Mill. Mk. verringert. Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 45,5 Prozent in der Vorwoche aus 48,0 Prozent, diejenige durch Gold und dcckungssähigc Devisen von 52,5 Prozent auf 55,4 Prozent. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Hauptsache zur allgemeinen Belebung bei. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1423 ^jp^ern, darunter befanden sich 305 Ochsen, 115 Bullen, 720 Kühe und 507 Färsen, ferner 1615 Kalbern. 217 Schafen und 4914 Schweinen. Verglichen mit dem Austrieb der vergangenen Woche waren 393 Rinder mehr angetricben, während 4d Kalber und 7 Schafe weniger zum Verkauf standen. Trotz des geringen Antriebs in Schweinen am Rcbenmarkte, war doch noch ein Plus von 500 Stucl gegenüber der vergangenen Woche zu verzeichnen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht Ochsen A 1 60 bi« 63. 2 55 bis 59, B 1 50 bis 54. Bullen A 54 bis 58, B 49 bis 53, Kühe A 47 bis 50 C 35 bis 41. D 30, Färsen A 60 b,s 63. B 56 bis 59, C 50 bis 55, Kälber B 76 bis 79, C 70 bis 75, D 62 bis 69, Schafe A 1 50 bis 59. B 42 bis 49, Schweine B 87 bis 90, C 88 bis 91, D 88 bis 91, E 85 bis 88. Im Vergleich mit den Roticrungen der vergangenen Woche lagen Rinder bis zu 2 Mark billiger, während Kalber bis zu 2 Mark anzogen und Schweine waren gut behauptet. Schafe bewegten sich un Preise aut der früheren Basis. 107.4 106.75 104 101.75 288,5 286 124,75 122,65 Brief 16,495 168,36 22,04 111,92 59,35 2,50 112,54 80,96 61,36 12,48 73,30 Brief 4,194 58,47 111,92 20,395 Neuyor ker Federal Reserve Bank erlebten die amerikanischen Börsen einen „schwarzen Freitag". Auf allen Börsen wurden große Verkäufe getätigt. In Neuyork stürzten Industrie- Aktien bis zu 15 Punkten. Es dürfte jedoch damit zu rechnen sein, daß die Kursstürze nicht anhalten werden und daß vielleicht noch im Laufe des heutigen Freitag eine Beruhigung ein- treten wird. In Kreisen der Wallstreet rechnet man mit Bestimmtheit damit, daß die Bank von England ihren Diskontsatz ebenfalls erhöhen wird. Den aus Europa kommenden Meldungen, in denen für die Diskonterhöhung der Neuyorker Federal Reserve Bank politische Beweggründe genannt werden, wird hier widersprochen. Es handelt sich um eine rein börsentechnische Maßnahme, die schon seit mindestens vier Monaten erwartet _______Berlin, 9- August Französische 'Noten..... Holländische Noten ..... Italienische Noten...... Norwegische Noten Deutsch Oesterr-.äioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten Buderus $ Deutsche Erdöl .... 8 Essener Steinkohle . . . . - - 8 Gelsenkirchener ... f. Vt 3- 4 Harpener 8 Hoesck Eisen. ..... ..c Ilie Bergbau .....8 Klöcknerwerke ' Köln-Neuessen........9 Mannesmann 8 Mansselder ... 1 Obersch'.es. Eilend. Bedarf... 5 Oberschlcs. Kolswerke 6 Phönir Bergbau......6% Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstadl . . . s. '/« Jahr 4/, _______Berlin, 9- August Amerikanische 'Jioten . . Belgische Noten..... Dänische Noten Englische Noten...»» 302,5 > 297,5 235,75 I 232,5 421 ' 406,5 325 ! 312 239,5 . 235,75 156 155 108,5 106,13 194,13 190,75 | Geld" 14,174 58,23 111,48 20,315 Auch in dieser Woche war das Geschäft wieder • Ernteauss ichten in Hessen- Ra s - recht still, und es machte sich bei den Händ- sau. Rach der nach dem Stand von Anfang lern eine große Gcschäftsunlust bemerkbar, da Juli durchgcsührtcn ersten Erntevorschätzung man infolge der. andauernden Schwankungen an würde sich für Hcssen-Rassau folgender (Srnte^ den überseeischen Märkten sehr skeptisch getoor- ertrag ergeben: Winterroggcn: Hektarertrag 18,8 den ist. Auch ist man hinsichtlich der immer noch Doppelzentner. Gesamtertrag 293000 sonnen, ungenauen Erntcschähungen in diesem Winterweizcn: Hektarertrag 19.4 Doppelzentner. Jahre noch nicht orientiert, um große Cngage- Gesamtertrag 127 000 Tonnen; Wintergerste: Hel- ments im spekulativen Sinne oinzugehen. Die tarertrag 18,9 Doppelzentner. Gesamtertrag 9000 zwischendurch etwas festeren Auslandnotierungen Tonnen; Sommergerste: Heltarertrag 17.3 Dop, konnten keinen Anreiz für das Geschäft bieten, pelzentnor, Gesamtertrag 33 000 Tonnen; Hcycr. Die Tlmsähe beschränkten sich im allgemeinen Hektarertrag 18,9 Doppelzentner. Gesamtertrag auf die engsten Grenzen, vereinzelte Arten, nach 291 000 Tonnen denen momentan etwas größerer Bedarf bc- ' Vom he fischen Tabakbau^.3mW stand erfreuen sich aber auch nur an den Haupt- trage des Hessischen Tabakbauvcrbanc.es und des inartttaqcn einer etwas regeren Tlmsahtätigkeit. Tabakbauverems Groß-Hausen wird unter Lei- Das Angebot von Inlandware war nie drückend. tung des Bauamtes der Landwirtschastskammer Die Forderungen der Provinz lauteten durch- für Hessen in Groß-Hausen eine moderne Tabak - schnittlich niedriger, doch bot auch dies keinen röhrentrocknungsanlage nach den neuesten iLr- Anreiz. Der Cxvort sowie auch die Mühlen be- sahrungen erbaut. Die technischen Reuheitcn tciligten sich ebenfalls kaum am Geschäft. Die (Dampfheizung. Wasserdampfzusuhrung zum Gns- weiteren schwächeren Auslandnotierungen mach- sigmachen), die bei dieser An^ge verwendet werten gegen Ende der Woche nur wenig Eindruck, den. sind noch bei keiner un Deutschen Mich vor- doch bleiben diese Meldungen nicht ohne Einfluß handenen Röhrentrocknungsanlage vorzufinpen. auf die hiesige Preisgestaltung, da man sich 1 CDonber ^^anksurtcr Bo ! e. Vom doch wohl oder übel in dieser Hinsicht den be- 12. August ab werden die neu zugelassenen 4.. deutenden überseeischen Märkten anschließen muß. Mill. Schanghai-Taels-Stammaktwn der Deutsch Rur Roggen neuer Ernte war etwas mehr Asiatischen Dank in Schanghai Rr. 1-7500^ zu angeboten auch'war demzufolge der Preisrück- ,e 600 Schanga.-Taels notiert. Vom gleichen Tage gang gegen Ende der Woche etwas groß. Das ab sind die bisher lreserbar gewesenen unab- Geschäft in Hafer inländischer Sorte war mim- gestempelten Stucke zu 1000-Schangha,-Taels nicht mal und es ergab sich hier ein Verlust von wehr lieferbar. 1 Mark. Die Mohlmärkte überboten die ©arotti 21.=®., CBcrlin. 3n ber a. o. Verluste der übrigen Gotreidesortcn. Am G.=V. waren 27 Aktionäre mit 9 082 940 Mark Futtermittelmarkt war auch anfangs Aktien vertreten. Vor Eintritt in die^agesord- Weizen- und Roggen kleie ziemlich gut nung wurde der Vertrag zwischen Restle und gehalten," doch war im Anschluß an die all- Sarotti verlesen Hieraus geht hervor, daß der aemeine Tendenz ein Rückgang nicht zu normet- Wert der Hattersheimcr Fabrik am 31. D.- m? n j a fnr Fntterzwecke machte eine I zember rd. 3.37 Riill. Mark betragt, wogegen Ausnahme, denn gegen Ende dieser Woche be- sarotti bekanntlich ^MillMark ab E Ganuar stand vlöhlich von landwirtschaftlicher Seite et» 1930 dwidendenberechtigte Tliticn gewahrt, ou was Rachfragc, doch konnte der anfangs ein- ohne Zustimmung von Sarotti innerhalb fimf getretene Abschlag nicht ganz ausgeglichen wer- Jahren nicht veräußert w-rd.n dürfenDon den. Im Vergleich mit den Rotierungen der ver- "^gesamt 3.5 MHI. MarE um ^'e das Kapital gangenen Woche gaben Weizenmehl, beide Sor- erhöht wird, sollen 2,5 Mi.l. Mark, und zwar ten eine viertel Mark nach. Hafer (ml.) und nicht unter 134/i Proz. zur Dngllederung des Roaaenmebl büßten je eine Mark ein. Roggen Hattersheimcr Werkes verwandt werden. Die ücue? Ernte lag Öre? wertet Mark schwächer, restlichen 1 Milk. Mark frühestens.Al. Januar Mais für Futterzwecke tpar eine viertel Mark. l932 dwidendenberechftgten Aktienübernimmt ein Weizen- und Roggenlleie je eine halbe Mark Konsortium unter Ehrung der Dresdner Bank abgeschwächt. Der Wochenschluß notierte: Rog° zu. pari und halt sie %at Verfügung ber Ge gen neuer Ernte 21,50; Hafer (int) 22; Mais sellschast Diese Aitien, die zunächst mit 25 Proz. 21 75 bis 22; Weizenmehl südd. Svezial 0, 38,50 Ungezählt werden, dienen zur Ausführung des ---- niederrheinisches 38,50 bis 41,25; Optionsrechtes von Restle. 30,50 bis 31,25; Weizenkleie 10,50; Frankfurter -lbendbörsc. 121 Frankfurt a. M.. 9. Aug. An der Abend- Wochenbericht ' börse herrschte große Geschäftsstille. Die Stirn- twm frankfurter Schlachtviehmarkt. SÄÄ Am Haupfmarkt war im Gegensatz zur ver- erhöhung geschaffene Lage weiter tm Mittelpunkt gangenen Woche das Geschäft allgemein ruhi - des Interesses stand und von der Reuyorker ger Dies war aber auf den größeren Auf- Börse erhebliche Kurseinbrüche gemeldet wurden, trieb zurückzuführen. Das angetriebene Vieh Die Kurse waren gegen den Berliner 6d)luf3 war durchweg mittlerer Qualität. Der Abtrieb überwiegend knapp gehalten. Reue kleine Kurs- nach auswärts war am Geschäft stark beteiligt, einbußcn erlitten AEG. und I.-G.-Farben. Die Preise gaben durchweg etwas nach. Doch Glanzstoff konnten sich dagegen 3 Proz. erholen, wurden die Märkte zumeist geräumt. Am Reben- Am Anleihemarkt lagen Ablösungsschuld für markt änderte sich die Haltung allgemein; das Rcubesih etwas freundlicher. Reichsbank 300,o0. Geschäft wurde reger; der Schweinemarkt Gelsenkirchen 134, Harpener 143, Mannesmann konnte in erster Linie hiervon profitieren. Das 116,50, Klöckner 110, Aschersleben 229. Rhein- Geschäft in Kälbern und Schafen nahm stahl 122,50, Stahlverein 110,75, AEG. 2015\, jedoch weiter einen sehr ruhigen Verlauf. Am I Ehade 439. Linoleum 301, I.-G.-Farben 222,75, Schweinemarkt wurden die Preisverluste wieder j Gessürel 210. Siemens 381.50. Glanzstofs 409,50, wettgemacht. Der geringe Auftrieb trug in der Hapag 120,75, Waldhof 235. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- Kurs Schlugk. Mend- börie Schluß- Kurs Schluß!. Abend- börse Datum 8.8. 9-8. 8-8. 9-8. \>l (t .......... • • ■ . 8 205,75 201.65 205 201,75 Bergmann..... • e . 9 231 227,5 231,75 227,25 Elektr. Lieferungen. . e e • 1" — 167 170 168 Lickt und Kraft . . . e e • 10 212,5 207 212,25 206,75 Reiten & Guilleaume. • • • . 6 143 140 143,5 140,25 Gei. s. Elektr. Untern.. e • • 10 215 210 215 210 Hamb. Elckkr. Werke . e • • 10 — — 143,25 — Rhein. Elektr..... • • • . 9 — — 153,5 150,75 Schlei- Elcklr..... ............... • • • . 8 12 231,5 388 381,5 231,5 388 183 226 381,25 1(J 172 170,5 146 172 144 171.5 Frankfurt a. M Berlin Schluß- Kur; Schlußl. Abend- börie Schluß- Kurs Schluß!. Avend- bötfe Datum 8.8. "9.8. 8.8. 9 8- Schluß- Kurs Schlußk. Abend- börfe Schluß- Kurs -Schluß!. Abend- börfe Datum 8.8. 9- 8. 8 8. 9.8. b°/, Dt. Reichsanteihe o. - • 2t- Anl..Ablöi.-Schuid mit Aus- 87,5 87,5 87,5 87,5 lvI.-Rechlen......... 52 52,1 51,7 51,9 Desgl. ohne AuSlof.-Rcchte . . . 7% Franks. Hyp.-B!. Goldps. un- 10,4 10,75 10,65 10,5 kündbar bis 1932....... sichtsreicher Lousdvrs p Morsche n alten Dors Ho das 2- schr langg' führt uns nach Alten Kreuze tr< ynb von r frische) vo durch Dal unserem C fahrt übe, 41,2 Stund VadOeV .^diesem n 7 bis 8.1 7: Sie 01 Hamburger 6.15 bis. Glockngeläi 12: Feicrstu Arbeitet ev M13: M regierung minutenbk' bis 14.10: stunde, st 15.30 bis 1 Dolksturm schäften. : 17.30 bis bis 18.45: Eröffnung Don 6er ( fassungsscie scheu Staat 6.30: A bericht ui konzert. 15.55 bis Konzert. Kinderliek Stunde ! Dolksbildi richter spi lische Lib lischer 6- Mtungslo teig Haröl 6.30; Mo bericht uni Sommerf ^rtenrod S Bah NO freit. n«t6at, S* ' **»• «a itn und T er- ^'V'SlU 'MÄ* '«•Sä ÄS'! plü Äw%; LLL "Ä:Ui#. M Dichters Tode '^r als vier Mu- 9 genommene Alte 1 unteren Stock na- dar allem eine -- tvährend das Emlung und eine Mittelalter toar die die leider bis aus Das in der Aähe 2tadtpark birgt die endlichen Sammlun- matmusem enthält immlungen und die rgcschichtssorlchung. einzigartige Sticke« nd Zeiten unter» sbibliothek ist Bibliotheken. Sie ist reich an Wiegenchristen vom sechsten cheutendste Ävtlers ureum, der Casus ilV. und die Aibe- otadtbibliothek wurde Hunderts durch den : der Stadt Mian te über 100 000 Handlchristen, unter Rudolf von Ems — um ihre Erforschung icrtvottste ist. Die bio finb in einem »rächt. Ünbtid) ift k im Regierungen von heute mit Einrichtungen und - und Pvstgebaude. ite, vierzehn Dank- zu nennen - den i Handels- und Sech das Interesse des istorilch. Das mitte - i mächtigen und oft gelehrten und nrnfl« r Die Stadt mit ihrer i überragenden twd* D die beiben tarne St. Gallen er» Üeifetoinfe. Bad Leynhauscn. Dad Oeynhausen, die,Stadt ohne Stufen", ist in diesem Jahre bereits von 15 000 Kurgästen ausgesucht worden. Rund 200 000 Bäder wurden verabfolgt. Unter dem Badepublikum befinden sich auch eine größere Anzahl ausländischer und überseeischer Gäste, die der Ruf der gegen Rheuma«, Hertz« und Rervenleiden so überaus wirksamen Dad Oeynhausener Quellen angezogcn hat. Wanderfahrten. Butzbach — Forslhaus Butzbach — Espa — Honsberg — Ostheim. Dom Bahnhof Butzbach folgen toir .schwarzen Strichen, die uns über den Schrenzer mit schönem Rückblick durch Wald nach dem reizvoll gelegenen, gastlichen Forsthaus Butzbach führen. Dem Zei« chen weiter folgend, treffen wir spater gelbe Punkte denen wir bis Cspa, einem kleinen fchmuk- ken Dorfe, nachgehen. Don hier führen uns wieder schwarze Striche in kräftigem Anstieg zum Haus« berg von dessen Turm wir einen prächtigen Rundblick geniesten. Ium Abstieg wählen wir gelbe Striche, die uns über Hochweisel nach unserem Endziel Ostheim bringen. Dauer der Wanderung etwa 4 Stunden. Wetzlar — Bonbaben — Möttau — Weilmünster. Wir fahren bis Wetzlar, durchschreiten die alte Reichsstadt bis zum Silhöfer Tor, wo unser Zeichen (gelber Strich) beginnt. Auf guter, aussichtsreicher Straße kommen wir, nachdem wir Laufdorf passiert haben, nach etwa 2stündigem Marsche nach dem im Solmsbachtal gelegenen alten Dorf Bonbaden mit schonen Dorfbildern. Da das Tal hier stark eingeengt ist, ist der Ort sehr langgestreckt. (Gute Gaststätten.) Das Zeichen führt uns weiter, immer mit hübschen Blicken, nach Altenkirchen, wo wir jetzt schwarze liegende Kreuze treffen. Diese leiten uns nach Möttau und von hier am Gasthaus Einhaus (Sommerfrische) vorüber auf der uralten Hessenstrahe durch Wald, dann mit viel Aussicht hinab nach unserem Endziel Weilmünster im Weiltal. Heimfahrt über Weilburg. Dauer der Wanderung 41/2 Stunden. Rundfunkprogramm. Sonntag, 11. August. 7 bis 8.15 Uhr: Don Hamburg: Hafenkonzert. 7: Die Glocken vom „Großen Michel". '7.05: Hamburger Morgenruf. Anschließend: Konzert. 8 15 bis 9.15: Morgenfeier. Anschließend: Glockengeläute von der St. Peterskirche. 11 b,s 12: Feierstunde des Kulturkartells der modernen Arbeiterbewegung: „Zur Derfassungsfeier". 12 bis 13: Don Berlin: Derfassungsfeier der Reichs- rcgicrung im Reichstag. 13 bis 13.10: Zehnminutendienst der Landw.-Kam. Wiesbaden. 13.10 bis 14.10: Funkreportage. 14.10 bis 14.40: Elternstunde. 14.40 bis 15.30: Stunde der Jugend. 15.30 bis 16.30: Don Kassel: Die Entscheidung der Dolksturnmeisterschaften der Deutscheii Turner» schäften. 16.30 bis 17.30: Stunde des Landes. 17.30 bis 18: Stunde der Jugendbewegung. 18 bis 18.45: Konzert. 18.45 bis 20: Don Berlin: Eröffnung der Berliner Reklameausstellung. 20: Don der Staatsoper Unter den Linden: Derfassungsfeier der Reichsregierung, der Preußischen Staatsregierung und der Stadt Berlin. Anschließend: Tanzmusik. Montag, 12. August. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 12.30: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Äugend. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.15 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.40: Für die Jugend: Kinderlieber aus aller Welt. 18.40 bis 19.10: Stunde des Rhein-Mainischen Derbandes für Dolksbildung. 19.10 bis 19.40: „Fuhballschieds- richter sprechen sich aus". 19.40 bis 20.05: Englische Literaturproben. 20.05- bis 20.15: Englischer Sprachunterricht. 20.15 bis 21.30: Unterhaltungskonzert. 21.30: Dortragsstunde von Ludwig Hardt. Dienstag, 13. August. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 13.30: Schallplatten- Renderungen die mitarbei- einem vollen Probedoae und BroschOre „Ratschläge eines Arztes" durch- DEUTSCHE A.-G. FÜR NESTLEERZEUGNISSE BERLIN W57 konzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.15 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.40 bis 19.10: Dorlesung aus den Werken des Arbeiterdichters Karl Maertin. 19.10 bis 19.30: „Mensch und Sport". 19.30 bis 19.50: Schachstunde. 19.50 tigten Personen von Bedeutung. Bei den Dienstboten sind Barlohn. Sachbezüge und Der- sicherungsbeiträge von Juli zu Julc genau an- zugcben. Desgleichen auch bei den nichtständigen Arbeitskräften (Taglöhnern). Hier sind auch die Anzahl der Arbeitstage zu melden, da sonst die Kost als Lohn nicht gerechnet werden kann. Auch die Angaben über Betriebsfläche und Viehbestand können sehr oft bei der Berücksichtigung des einzelnen Steuerpflichtigen eine Rolle spielen. Für besondere Ausgaben kommen in Frage: Pachtzinsen. Schuldzinsen und Auszug. Als besondere Einnahmen: Pachtzins, die Einnahmen nach Abzug der Ausgaben aus Sonderkulturen (Wald usw.). sowie aus landwirtschaftlichen Rebenbetr.c- ben. Auch die Gewerbetreibenden, die, wie bereits gesagt, mit der Landwirtschaft veranlagt werden, haben hier ihre Angaben zu machen. Desgleichen find hier noch die Angaben über Einnahmen aus Kapitalvermögen. Vermietung und Arbeitslohn bzw. Gehalt zu machen. Wesentliche Schäden im Stall, auch wenn sie nicht zu direkten Verlusten geführt haben, wie Folgeerfcheinungen der Maul- und Klauenseuche, Rotlaufseuche usw.. sind unter dem Absatz „Sonstiges"^ anzugeben, desgleichen auch Schäden im Feld (Dürre, Regen, Hügel, Schneckenfraß usw.). Als Letztes kommen die etwaigen Angaben über Familienverhältnisse, Krankheiten. Unterhalt mittelloser Familienangehöriger (nicht Auszügler) und dergleichen Alle diese Angaben tverden nach § 56 des E.St.G. berücksichtigt, das heißt, bei der Veranlagung können besondere wirtschaftliche Verhältnisse, die die Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen wesentlich beeinträchtigen, durch Ermäßigung oder Erlaß der Einkommensteuer berücksichtigt werden, wenn das Einkommen 30 000 Mk. nicht über» steigt. Die Grundlage für die Veranlagung zur Einkommensteuer der nichtbuchfüh- renben Landwirte bildet Wohl der Rund- Wenn auch die Angaben über Schäden. Krankheiten und dergleichen möglichst zahlenmäßig gemacht werden sollen, so ist damit nicht gesagt, daß die angegebenen Beträge auch zahlenmäßig in Abzug zu kommen haben. Die.Berücksichtigung ist vielmehr der Veranlagung überlassen. Die Veranlagung bleibt nun nicht dem Finanzamt allein überlassen, sondern es wirkt da ein sogenannter Steuerausschuß, ähnlich der Kommission der Vorkriegszeit, mit. Cs würde über den Rahmen der heutigen Abhandlung Yinausgehen, wenn man auch noch den gesamten Fragenkomplex über die Bildung und das Verfahren der „Steuerausschüsse" behandeln wollte. Einige Einzelheiten sollen aber vermerkt werden. Der Steuerausschuß wird zu zwei Dritteln von dem Selbstverwaltungskörper der Gemeinden (Kreistag. Kreisausschuß) gewählt und zu einem Drittel von der Finanzbehörde ernannt. In diesem Ausschuß müssen alle Berufe des betreffenden Finanzamtsbezirks, die zur Veranlagung stehen, entsprechend vertreten fein. Gemäß Verordnung des Reichsministers der Finanzen, vom 25. Mai 1920 bzw. 10. März 1923, hat der Steuerausschuh mit der aus § 208, Abs. 2 der R.A.O. sich ergebenden Einschränkung die gleichen Befugnisse wie sie nach den Vorschriften der Reichsabgabenordnung dem Finanzamt zustehen. Mithin trägt der Steuerausschuß für die Einkommen- stcuerveranlagung der nichtbuchführenken Betriebe die Verantwortung. Der nichtbuchführende Steuerpflichtige hat aber kein Recht zur Kritik, solange er aus Gleichgültigkeit oder falscher Scham die genauen Angaben auf dem Fragebogen unterläßt. Ob der Reichstag während seiner nächsten Tagung noch Aenderungen vornimmt, steht dahin, hat aber auch mit der Ausfüllung des Fragebogens nichts mehr zu tun. net' werden müssen. Mit anderen ift die bäuerliche Landwirtschaft durchgekommen, so vor allem, daß tenden Familienangehörigen mit Arbeitslohn in Abzug kommen. heute folgender Stand: Die Landwirtschaft wird nach dem Wirtschaftsjahr veranlagt. Dieses läuft von Juli zu Juli. Dabei ift zu beachten, daß gewerbliche Betriebe, die aber in der Hauptsache als landwirtschaftliche Betriebe anzusprechen find, ebenfalls nach diesem Wirtschaftsjahr veranlagt werden, während kleine landwirtschaftliche Betriebe mit Gewerbe, die aber ihrer ganzen Struktur nach als Gewerbebetriebe gelten, mit den Gewerbetreibenden nach dem Kalenderjahr veranlagt werden. Die Hauptsache bei den nichtbuchführenden Betrieben bildet die Ermittlung der Durchschnittsfähe. Dazu hat bereits im vorigen Jahr der Reichs- minifter der Finanzen einen besonderen Runder! aß herausgegeben. Praktisch wird danach wohl allgemein so verfahren, daß die einzelnen Finanzämter bei einer Anzahl von Betrieben Ermittlungen anstellen. Diese Ermittlungen der einzelnen Finanzämter werden bei dem Landesfinanzamt gebrüft und nach Anhörung der landwirtschaftlichen Organisationen dem Reichsminister der Finanzen gewissermaßen zur Verbindlich« keitserklärung vorgclegt. Es ist also irrig, zu glauben, die Durchschnittssähe würden von den landwirtschaftlichen Organisationen festgesetzt. Die freien Organisationen sowohl wie die gesetzlichen werden nur gutachtlich gehört. Rach Festsetzung der Durchschnittssähe bleiben für die einzelnen Betriebe mehr oder weniger noch eine Reihe von Einzelheiten zu klären, die, weil sie nicht allgemein sind, bei Ermittlung der Durchschnittssähe außer Betracht bleiben mußten. bis 20.15: „Deutsche Kaufmannsarbeit im Ausland". 20.15 bis 21.45: Zeitberichte. Mittwoch, 14. August. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 13.15: Schallplatten- Donnerstag, 15. August. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 12.30: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45. Stunde der Jugend. 15 55 bis 16.05: Haussrauendienst. 16.15 bis 18.00: Konzert. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Fünfzehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund. 18.45 bis 19.05: „Die Bedeutung des Bauernwaldes". 19.05 bis 19.25: Vortrag 19.25 bis 19.45: Vertrag. 20.15: Gastspiel des Ensembles der Heidelberger Festspiele: Spiel des Lebens. Schauspiei in vier Aufzügen von Knut Hamsun. Anschließend: Schallplattenkonzert. Freitag, 16. August. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 12.15: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. 15.55 bis 16.05: Haussrauendienst. 16.15 bis 17.15: Hausfrauennachmiltag. 17.15 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.45: fünfzehn Minuten Ratschläge für Mutter und Kmd. 18.45 bis 19.05: Stunde des Südwestdeutschen Radio-Klubs. 19.05 bis 19.25: „Tendenzen der jüngsten englischen Literatur". Vortrag von Dr. Heinrich Henel. 19.25 bis 19.45: Stenographischer Fortbildungskursus. 19.45 bis 20.05: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 20.05 bis 20.15: Filmwochenschau. Samstag, 17. August. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 10.40 bis 11.10: Schulfunk. 13.15: Unterhaltungsmusik. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.15 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Briefkasten. 18.45 bis 19.05: Esperanto-Unterricht. 19.05 bis 19.25: „Großmacht Reklame". 19.25 bis 19.45: Stunde des Arbeiters: ..Produktive Crwerbslosenfür- forge“. 19.45 bis 20.15: „Vitamine und ihre Bedeutung für die Ernährung". 20.15 bis 21« Konzert. 21 bis 22: Von den Salzburger Festspielen: Serenade. 22 bis 23: Spanische Lieder. Anschließend: Tanzmusik. erlaß des Reichsministers der Finanzen vom 20. 12. 22 IH E 19 550. Die Veranlagungen, die vorher auf Grund des E.St.G. vom 29. 3. 20 statlfanden, waren systemlos, d. h. es wurde nicht nach einheitlichen Gesichtspunkten verfahren. Allerdings lieh auch die erwähnte Verfügung drei Möglichkeiten zu, wodurch bis zum vergangenen Jahr die norddeutsche Veranlagung von der süddeutschen immerhin noch abwich. An dem System selbst wird jahraus jahrein herumgefeilt. So hat auch vor kurzem der Reichstag wieder für die jetzige Veranlagung einige Aendörungen beschlossen. Die wichtigste davon ist eine Kom- pr omißlösung. die Frage des Derlust- vortrags. Man hat nämlich endlich eingesehen, daß zur Ermittlung von Durchschnittssähen auch Betriebe die mit Verlust arbeiten, hereingerech- — ‘ Forderungen leider nicht Unter Beachtung der neuesten des E.St.G. bzw. der Richtlinien ergibt sich nun Die EinkommenSefieuerung der nichtbuchführenden Landwirtschaft Von Verbandsgeschästsführer K. Schnägelberger, Alsfeld. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Heue Klagen über den Müllgeslank. Vor einigen Tagen stand wegen des Müllgestanks ein „Eingesandt" im „Gießener Anzeiger", welches leider sehr berechtigt war, und dessen Beschwerde nur nochmals unterstrichen werden kann. Früher ging man den Schisfenberger Weg entlang spazieren, um die Lindenblülendüfte zu genießen, aber heute meidet man ihn als Anwohner, da man dort nicht in der Sage ift, gute Lust einzuatmen. Wenn man sonst abends heimkam, erquidte man sich beim Abendbrot im Garten an der frischen Luft, und jetzt stopft man alle Fenster und Löcher zu, durch welche die ekelerregende Luft eindringt, denn in dieser Lust vergeht einem auch der größte Appetit, und Brechreiz ist nichts Neues mehr. Als Abhilfe kommt nur eine Verlegung der Müllgrube und Bestreuung der alten mit Chlorkalk in Frage. H—r. konzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.15 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.30: Dücherstunde. 18.35 bis 18.55: „Der Kampf um die Seele Fausts", Vortrag von Pfarrer Taesler. 18.55 bis 19^20: Geheimrat Frobenius: Schallplattenvor träge. 19.20 bis 19.35: Französische Literaturproben 19.35 bis 20: Französischer Sprachunterricht. 20 bis 20.15: Senckenberg-Viertelstunde. 20.15 bis 21.15; KammermusikkSnzert. 21.15 biS 21.45: „Kleists letzte Briefe". 21.45 bis 22.45: Moderner Lieder- und Klavierabend. Für das Wirtschaftsjahr 1928/29 (vom l.Juli 1928 bis 30. Juni 1929) kommen daher zur Zeft die sogenannten Fragebogen heraus. Die Frist zur Abgabe läuft vier Wochen, vom Tage der Zustellung ab. Wenn auch dieser Fragebogen nicht als Steuer-Erklärung angesehen werden und daher die Abgabe gemäß § 202 der R.A.O. nicht erzwungen werden kann, so liegt es doch im Interesse des Steuerpflichtigen selbst, daß er den Fragebogen genau ausfüllt, weil sonst im Rechtsmittelverfahren (Einspruch usw.) dem Steuerpflichtigen, auch wenn er mit seinem Rechtsmittel (Einspruch usw.) durchkommt, die Kosten auferlegt werden können. , Bei der Ausfüllung des Fragebogens sind besonders die Angaben über die beschäf- etiB mW IM*11 " I. „,nrhenz )i Oberhessen ischei Hins aon Schmall «tklVerpfleß^R ÄfürVereme e Preise SMS gen / Je.duD(j lstcilss DieDpta.erfferke u5"' BAD OEYNHAUSEN "ESÄIISSH!K,n . 8SCWIAS. FRAUENLEIDEN. _ LFNBURG die Perle des Dilltales 63oo Einwohner, beliebter Luftkurort u. Sommerfrische, Wochenendaufenthalt u. Ausflugsort, im waldreichen Bergland zwisch. Westerwald u. Sauer» land. Sehenswürdigkeiten, Ruine und Gewölbe der Stammburg Wilhelms von Oranien. Wlthelmsturm m. oranisch. u. 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John Dearborn in Verbindung brachten." „Das haben wir ja auch getan," sagte Larry, „aber wir zogen unsere Schlußfolgerungen erst in einem späten Stadium unserer Antersuchun- gen." „Hafer zweites Experiment war ein Mann namens — nun, auch den ‘Hamen brauche ich Ihnen nicht zu geben“, sagte er. „Da mußten wir eine ganze Zeit warten, bis wir das Geld von den Rückvcrsichcrungsgesellschaften ziehen konnten. And hierbei passierte eine sehr unangenehme Sache. Einer unserer Angestellten hatte heraus- gefunden, daß die Person, der das Geld ausgezahlt wurde, mein Vruder David war. Durch einen ganz lächerlichen Zufall war er dahinter gekommen und fing nun an, Geldsummen von David zu erpressen, fürchtete dann jedenfalls die Konsequenzen, unterschlug eine beträchtliche Summe im 'Bureau und ging nach Frankreich. David folgte ihm und erschoß ihn in Montpellier. Dieser Teil der Geschichte ist Ihnen ja sehr gut bekannt", lächelte er.gutgelaunt. „Flimmer Fred war zufällig Zeuge dieses Vorganges und lebte dann Jahre hindurch auf meine Kosten herrlich und in Freuden, das heißt, aber auch nur, weil er vorsichtig genug war, niemals eine Einladung zum Diner in meinem Hause anzuneh- men", fügte er mit feinem Lächeln hinzu. „And jetzt komme ich zu der Stuart-Sache. David, der eine große Anzahl Recherchen auf eigene Faust führte, war, wie Sie wissen, von der Vildsläche verschwunden, als er von Flimmer Fred erkannt worden war. Wir hatten ihm ein wunderbares Begräbnis bereitet und —" Er zögerte. „And der Körper im Sarge war Lews Bruder," unterbrach Larry ruhig. „Ganz richtig," gab der Doktor zu. „Er war ein etwas unbequemer Mensch und - er mußte eben gehen! Die ganze Sache war in der Zwischenzeit sehr vereinfacht worden," erklärte er. „Mein Bruder hatte unser wundervolles Haus gebaut, und die Todeskammer mit ihrem Wasser, der Pumpe, den Ventilatoren war eine Schöpfung des Genies meines Bruders. Ich hatte den Gedanken. Todds Heim aufzukaufen, und merkwürdigerweise hatte ich den Ankauf abgeschlossen, bevor es sich als notwendig erwies, daß mein lieber David verschwinden muhte. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat Mr. Grogan Ihnen nicht erzählt, daß wir ihn mit allen Mitteln, die in unserer Macht standen, zu bewegen versuchten, einer Einladung nach dem Macready-Theater Folge zu leisten, um sich eines der Dramen meines Bruders anzusehen. Er rettete sich selbst, nicht weil er übermenschlich geschickt war. sondern weil er die gerissene Verschlagenheit der Ratte hatte, die um die Falle herumläuft, sehr gut weiß, daß es eine Falle ist. aber nicht ausfindig machen kann, wie sie arbeitet. „Ich komme jetzt zu dem Stuart-Fall zurück." sagte er. „Wir hatten unseren Plan reiflich überlegt, als Stuart in die Loge kam, aber wir hatten natürlich nicht daran gedacht, irgendwie Gewalt gegen ihn zu brauchen, während er sich dort aufhielt. Wir dachten, es würde ganz einfach sein, ihn zu überreden, durch den Rotausgang hinauszugehen und in den Wagen zu steigen, der auf der privaten Abfahrtstrahe wartete. „Stuart kam. Mein Bruder war natürlich nicht da, obgleich er für den Fall, dah ich seine Hilfe nötig hatte, in der Rühe war. Beiläufig gesagt. wurden die Logen B und C niemals an das Publikum abgegeben. Zu unserer Aeber- raschung befand er sich in äußerst gehobener Stimmung und erzählte uns, daß er seine Tochter entdeckt hätte. And jetzt wurde es zum erstenmal klar, daß er nicht irgendein unbedeutender Fremder. sondern ein äußerst reicher Mann war. Wir brachten ihn nach unserem Hause, er ging ganz freiwillig mit. und dort hatten mein Bruder David und ich eine kleine Besprechung, was mit ihm geschehen sollte. Wir kamen zu dem Resultat, daß wir nichts Besonderes von ihm zu erwarten hätten, wenn wir ihn leben ließen. Außerdem war es sehr notwendig, absolute Lebensnotwendigkeit, daß wir so schnell wie möglich Geld hereinbekamen. Ich hatte eine sehr große Summe Geldes ausgegeben, einige hunderttausend Pfund," sagte er leichthin, als er sich seine zweite Zigarette ansteckte, „für Kunstschätze aller Art, und noch weitere hunderttausend für das Theater, und, wie Sie sich denken können, waren wir in größte Verlegenheit gekommen. Wir beschlossen also, daß Stuart gehen müßte." Er zog behaglich an feiner Zigarette und blies kunstvoll einen Ring in die Luft. „Das ging nicht so leicht." sagte er kurz, „der I Mann leistete Widerstand. Dabei fällt mir übri- | gens ein. daß ich wohl alle Berechtigung für die Annahme habe, einer der Manschettenknöpfe. der bei dem Kampf von meinem Oberhemd abgerissen wurde, ist von Ihnen gefunden worden, Mr. Holt. Wo fanden Sie den eigentlich?" „In der Hand des Toten," antwortete Larry, und Dr. Judd nickte. „Ich hatte befürchtet, daß ich nicht sorgsam genug gewesen war," sagte er. „Aber im gewissen Sinne ist dies eine Erleichterung für mich, denn ich dachte, David hatte die Schuld daran — David war in solchen Kleinigkeiten immer etwas nachlässig. Stuart hatte uns alles erzählt, alles über die Aufwärterin, und uns auch ihre Adresse gegeben; und in diesem Augenblick beschlossen wir, daß wir Clarissa auffinden und mit irgend jemand verheiraten müßten." Er zuckte mit den Achseln. „Es kam mir nicht darauf an, mit wem wir sie verheirateten, wenn wir nur vor allen Dingen ihre Geburt nachweisen und dann ihr Vermögen kontrollieren konnten. Am nächsten Tag machte sich mein Bruder an die Arbeit, um die Wahrheit der Angaben Stuarts zu prüfen, fand aber, daß dies gar nicht so einfach war. Die Leiterin des Genesungsheims — Sie werden sich erinnern, daß das Heim, in dem Mrs. Stuart starb, früher eine Farm gewesen war — war verschwunden. Richt einmal das Angebot einer Belohnung brachte irgendwelche Resultate. Wir hatten keinerlei Schwierigleiten, um die Aufwärterin zu finden und in unsere Gewalt zu bringen. Der blinde Jake, der wirklich ein treuer Diener von uns war — und niemand bedauert seinen Tod mehr als ich selbst, aber ich war mir klar geworden, daß fein Tod notwendig war oder zum mindesten den Anschein der Rotwendigkeit hatte - -, der blinde Jake brachte sie weg. und von den Mitteilungen, die sie uns geben konnte, war es mir dann möglich, Clarissa Stuart mit Diana Ward zu identifizieren. Zu Ihrer persönlichen Information möchte ich noch hinzufügen. daß die Rachforschungen nicht mehr als einen halben Tag beanspruchten. „Da ist noch eine Frage, die ich Ihnen gern vorlegen möchte, Doktor." sagte Larry ruhig. „Wer hat denn eigentlich den Anfall mit dem Fqhrstuhl arrangiert?“ „David." sagte der Doktor mit einem leichten Lächeln, als ob er sich in Gedanken über etwas amüsierte. „David befand sich in der obersten Etage, und es war auch David, der allerhand schwere Gegenstände nach Ihrem Kopf zu schleudern versuchte. Er traf Sie nämlich nicht, und das war recht bedauernswert. Von dort hatte er einen sehr bequemen Ausgang über das Dach hinweg nach dem nächsten Hause, und ich habe Sie niemals so sehr bewundert, wie in dem Augenblick, als Sie sich bezwangen und die Treppen der Leiter, die man so einladend unter der offenen Dachluke hatte stehenlassen, nicht hinaufgingen. Sie würden äußerst schnell wieder heruntergekommen fein.“ fügte er bedeutungsvoll hinzu. „And hiermit, meine Herren, ist meine Geschichte beendet.“ Er griff nach der dritten Zigarette, denn die zweite war bis auf einen kleinen Rest verraucht. „Warum haben Sie eigentlich Lew verschont?" fragte Larry. „Er war doch einer Ihrer Helfer und kannte doch alle Ihre Geheimnisse." „Ich hatte mir vorgenommen, jeden zu schonen, falls mein eigenes Leben nicht dadurch in Gefahr kommen würde,“ antwortete Dr. Judd. „Selbstverständlich wollte ich doch nicht alle meine guten Pläne durch den Tod irgendeines verkommenen Bettlers, der sonst ganz harmlos war, zusammenbrechen sehen. Ich habe nur getötet, wenn es nötig oder einträglich war. Der blinde Jake hatte seine eigene Vendetta. u.nd fein Versuch. Fanny Weldon umzubringen, war eine private Angelegenheit, an der wir keineswegs interessiert waren." Ein Mann kam durch die Zellentür, ein kleiner untersetzter Mann, barhäuptig, und Dr. Judd nahm einen letzten tiefen Zug aus feiner Zigarette. warf sie auf den "Boten, zertrat sie, bis der letzte Funke verlöscht war. „Der Henker, wie ich annehme?" sagte er freundlich, drehte sich herum und legte seine Hände auf den Rücken. Der untersetzte Mann fesselte ihn. und ter weißgekleidete Priester, dessen Dienste Judd zurückgewiesen hatte und der auf der Außenseite der Zellentür auf ihn wartete, kam herein und schritt langsam an der Seite des Doktors auf den Gang hinaus. And so verschwand der Doktor für immer den Blicken Larrys, der zurückblieb. Zum letztenmal sah er seine breiten Schultern, als sie durch die schmale Tür schritten, die von der Halle des Gefängnisses nach dem Hofe führte, und er wartete mit einem unaussprechlichen und unerklärlichen Gefühle tiefster Traurigkeit. Eine Minute verging, und dann vernahm er ein Krachen, das feinen Ohren wie Donner erschien und ihn zusammenfahren ließ. Es war das Geräusch der sich öffnenden Falltür, die zum Tode führte. Dr. Judd war mit seinem Bruder vereint! — Ende. — in nimm uniHumu-iui im IMBI 11)1)1)1 || HM M 'x '.v 'Vx-xMc’ '■■■ ■ *■*■**. Warenabgabe nur an Mitglieder! |j..............................._....................° ■thiMirmiuuuruiiHumiiiuiiiiiiiiiiinHnuiuiuuTrTirnnnrnrnrnnmjiiiniiiiiiminmriiiuiHimunmi, Konsumverein Hießen u. Umg., e. G. m. b. H. 64S7-4 Knaben-Institut Lucius Forsthaus bei Echzell Friedberg H. Land 23 (12 km von Bad-Nau- heim), Gcgr. 180!), Internat mit 40 Schülern, Sexta. Obersekunda, Oberrealschule und Realgyinnas. Gründl. Unterricht in klein. 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