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Die Fvr^rungen tr etwas nachgebend. Die toc Auslandnotierungen üb!t aus. Das Geschäft beton n Grenzen. Sie Preise bk ptct. Doggenmehl war eto' 0,53 Marl niedriger. <' c nicht unfreundlich. Estor 26,25; Roggen 23,50; Sja'r i's 23,50; Mais (gelb) fi 3 big 21,25; Weizerns » 33 biß 33,25: Koggenw! inkleie 12; Rogge«« etig. froneo s •• intfurt11-^ hifche 9.S«li < 1,763 58, 112.« 112-ä 10. 2b$ *'S Ä 59.1'1 Ä & TutT 168,7 22,11 IIL91 59.27 1,51 112,59 81.« eo.ii; 12,156 73,22 d 168, 22,03 111,50 59,03 2,49 112,15 80,72 60,38 12,396 72,92 16,K 10,8 603' ali____ -—-Ml 1,764 58. '"'8 "2Z 59,12 ,432 1.« $ Ä iS iO/H ffli 1,759 58. 1'1- U'j "'S 10,54 21,945 0,35 1,1M5 s kS ss ,.!« 73,09 3,032 18,73 1 LZ 5 Prozent. —r ®efo Mittwoch, 10. Juli 1929 179. Jahrgang Nr. 159 Erster Blatt Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats:Bejugsprels: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: Zranksnrt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick vnd Verlag: vrShl'sche UnwerfitatL-vuch- und Stehtömderei R. Lauge in Gießen. Zchristlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Rcichspfennig, Platzoorschrift 20% mehr. Ehefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Das preußische Konkordat angenommen. Scharfe Auseinandersetzungen über das preußische Kundgebungsverboi am Tage von Versailles. Berlin, 9.3uli. (DDZ.) Der Preußische Landtag beschäftigte sich heute mit der dritten Lesung des Vertrages mit dem Heiligen Stuhle. Hierzu lag u. a. ein mit dem Konkordatsabschluh begründeter kommunistischer Mihtrauensantrag gegen das Staatsministerium vor, ferner ein Volks- parteilicher Aenderungsantrag, der die Regierung um unverzüglichen Abschluß von Verträgen mit den evangelischen Kirchen veranlassen will, während der Hauptausschußantrag nur unverzüglich Verhandlungen fordert. Schließlich lag noch der deutschnationale Antrag vor, der Regierungserklärungen über die Freilassung der Schulen durch den Staatsvertrag und die Unmöglichkeit der Anrufung eines ausländischen Schiedsgerichts dem Gesetzestext beigefügt haben will. Ferner haben die Deutschnationalen abermals beantragt, im Rahmengesetz zum Staatsvertrag festzulcgen, daß das Gesetz nur „zugleich" mit den evangelischen Verträgen in Kraft treten soll. Ruf den Publikumstribünen wohnen heute zahlreiche katholische und protestantische Geistliche den Verhandlungen bei. Auf der Regierungsbank sind der Ministerpräsident, der Kultusminister und der Finanzminister mit ihren Beamten erschienen. In der allgemeinen Besprechung behauptet Abg. B e n s ch e i d (Komm.), zwischen der Wirtschaftspartei und dem Zentrum sei verhandelt worden mit dem Ergebnis, daß am Ende dieses Jahres die Miete erhöht werden sollte. (Lebhaftes Hört! Hört! bei den Kommunisten. — Gelächter im Zentrum und bei der Wirtschaftspartei.) Auch die finanzielle Mehrbelastung durch das Konkordat sei sehr bedeutend. Die Kommunisten beantragten daher, dem Staatsministerium dos Vertrauen zu entziehen. Abg. Dr. Heß (3 ) erklärt u. a.: Rach menschlichem Ermessen wird das Konkordat heute verabschiedet werden. Die politisch organisierten preußischen Katholiken sehnten sich seit langer Zeit danach, vom Staat einmal einen besonderen Beweis seines guten Willens zu erhalten. (Gelächter und lärmende Zurufe bei den Kommunisten.) Im alten Staate war diese Sehnsucht vergeblich. Der neue Staat hat jedoch mit dem Konkordat eine große Manifestation im Sinne des guten Willens gegeben. Erste Voraussetzung ist der allseitige Wille zur religiösen Toleranz, zur gegenseitigen rücksichtsvollen Duldung auf dem Gebiet, auf dem Menschen nun einmal am empfindlichsten find. (Andauernder Lärm bei den Kommunisten.) Diese religiöse Toleranz ist auch die beste Garantie für die Stabilität des Staates. Wir freuen uns, daß endlich einmal mit den Zeiten gebrochen ist, in denen in Preußen die Katholiken als Menschen minderen Rechtes angesehen wurden. Ra- mens der Zentrumssraktion beglückwünsche ich den Herrn Ministerpräsidenten und die preußische Staatsregierung zu der ebenso vornehmen, wie glücklichen Art, in der der Vertrag zustande gebracht wurde. (Leibhafter Beifall beim Zentr.) Abg. Stendel (D»p.) Unsere schwerwiegenden Bedenken gegen den vorliegenden Vertrag mit der Kurie sind durch die bisherigen Erörterungen nicht beseitigt. Unabhängig hiervon müssen wir nach wie vor daraus bestehen, daß gleichzeitig gleichwertige Verträge mit den evanglischen Kirchen ver- abschiedet werden, erst dann ist die von uns immer geforderte Parität gewährt. Wir müssen deshalb den Gesetzentwurf ablehnen. Abg. Koch-Oeynhausen (On.) Gegenüber den Zentrumsabgeordneten, die dem jetzigen Staat ihren Dank ausgesprochen und auch auf die Rolle der katholischen Kirche unter der früheren Staatsform hingewicsen hätten, verweist der Redner darauf, daß man auf der 59. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands von 1912 in Aachen dem damaligen Kaiser den lebhaften Dank der Katholiken ausgesprochen habe. Auch der Kardinalbischof in Köln habe in lebhaften Worten die Treue der Katholiken gegenüber dem Kaiser zum Ausdruck gebracht. Abg. Dellen (ID. p.) erklärt, der preußische Ministerpräsident habe durch seine letzte Erklärung die noch vorhandenen Bedenken ans dem Wege geräumt. An der Forderung der Gleichzeittgkeit dürfe die Frage nicht scheitern. Der Staatsvertrag mit den evangelischen Kirchen müsse möglichst schon beim Wiederzusammentritt des Landtags vorgelegt werden. Eine beschleunigte Verabschiedung sei im Interesse des konfessionellen Friedens notwendig. Abg. Gieseler (Völk.vl.) verliest eine Erklärung gegen das Konkordat, das dem völkischen Geiste widerspreche. Abg. Vollmers (Lhr.-V. v.p.) betont den Gedanken der Parität und weist darauf hin, daß aus diesem Gedanken heraus die Abstimmung in der Deutschen Fraktion freigegeben sei. Abg. G o l d a u, der bisher der deutschnatio- nalen Fraktion angehörte, gibt die Erklärung, daß er im Gegensatz zu den Deutschnationalen für das Konkordat stimmen werde. Hierauf gibt für die deutschnationale Fraktton Abg. Or. Steinhoff (Ori.) die folgende Erklärung ab: Der Abgeordnete G o l d a u ist heute aus der deutschnationalen Fraktion des Preußischen Landtags ausgeschlossen worden. Im Verlauf eines Briefwechsels zwischen ihm und dem Fraktionsvorsitzenden über die Abstimmung beim Konkordat hat der Abgeordnete Goldau eine schwer beleidigende Redewendung („entehrende Haltung") gegen die katholischen Fraktionsmitglieder gebraucht, die sich selbst dadurch schwer beleidigt fühlten und mit ihnen die evangelischen Mitglieder der Fraktion. Trotz eindringlicher Vorstellungen hat der Abgeordnete Goldau sich nicht bereitfinden können, diese Beleidigung zurückzunehmen. Er hat außerdem an eine dritte Persönlichkeit ein Schreiben gerichtet, in dem er angekündigt hat, daß er bei der dritten Lesung des Konkordats ohne Wissen der Fraktion zur Rechtfertigung seiner Haltung eine Erklärung vor dem Landtage abgeben werde. Er hat es ferner abgelehnt, sich der einmütigen Stellungnahme aller katholischen und evangelischen Mitglieder der Fraktion an» zuschließen, trotzdem von ihm nicht die Stimmabgabe gegen das Konkordat, sondern nur die gebotene Rücksichtnahme auf die einhellige Haltung der Fraktion verlangt würde. Abg. heslermann (2D. p.) beantragt, daß das Gesetz zugleich mit dem Vertrage mit den evangelischen Landeskirchen in Kraft treten soll, spätestens mit dem 1. Januar 1930. Abg. Schulz-Neukölln (fi.) fordert Aussetzung der Abstimmung, bis das Staatsministerium einen genau speMzierten Plan über die Eiaentumsrechte der Kirchen vorge- legt habe uno fordert namentliche Abstimmung. DaS Haus nimmt hierauf zunächst diese namentliche Abstimmung vor. Der kommunistische Antrag wird gegen die Antragsteller abgelehnt. Artikel I des Konkordatsvertrages druckt die Zustimmung zu dem Vertrage, sowie zu dem Schluhprotokoll aus. Das Ergebnis der Abstimmung ist Annahme des Artikels I mit 324 gegen 92 Stimmen. Dagegen stimmen die Kommunisten, die Deutsche Volkspartei, die Rationalsozialisten und weitere Abgeordnete aus einzelnen Parteien. Zu Artikel!! des Gesetzes, der ausspricht, daß das Gesetz mit dem aus die Verkündung folgenden Tage in Kraft tritt, liegt der Antrag Dr. v. Winterfeld (Dn.) vor, der fordert, daß das Gesetz zugleich mit dem Gesetz zu dem Vertrage mit den evangelischen Landeskirchen in Kraft treten soll. Auch über diesen Antrag wird namentlich abgestimmt. Der Antrag wird mit 265 gegen 127 Stimmen aus den Rechtsparteien abgelehnt. Hieraus findet die namentliche Abstimmung zu dem von der Wirtschaftspartei beantragten Aen- derungsantrag statt, wonach das Gesetz zugleich mit bem Vertrage mit den evangelischen Landeskirchen, und zwar spätestens mit dem 1. Januar 1930 in Kraft treten soll. Der Antrag wird mit 275 gegen 111 Stimmen der Rechtsparteien abgelehnt. . Hierauf nimmt das Haus die namentliche Abstimmung zu Artikel II vor, wonach das Gesetz mit dem auf die Verkündung folgenden Tage in Kraft treten soll. Artikel II wird mit 243 gegen 173 Stimmen der Opposition angenommen. Die Schlußabstimmung zu dem ganzen Gesetz ist auf kommunistischen Antrag wiederum namentlich. In der Schluhabsiimmung wird der vertrag mit dem heiligen Stuhl mit 243 gegen 172 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten Deutschnationale, Deutsche Volkspartei, Nationalsozialisten und ficm- munisten sowie Teile der Deutschen Fraktion. (Lebhafte Pfuirufe der Kommunisten.) 35 Abgeordnete haben sich an der Abstimmung nicht beteiligt, da der Landtag 450 Abgeordnete zählt. Ministerpräsident Dr. Braun tritt auf den Kultusminister Dr. Becker zu, reicht ihm die Hand und beglückwünscht ihn zur Erledigung dieser Materie. Abgestimmt wird dann über die Entschließung des Ausschusses, die auf den Antrag Graue (D.) zurückgeht und im wesentlichen fordert, daß unverzüglich in Verhandlungen mit den evangelischen Kirchen eingetveten wird. Ein volksparteilicher Aenderungsantrag, wonach unverzüglich mit den evangelischen Kirchen Verträge abgeschlossen werden sollen, wird gegen die Antragsteller und die Deutschnativnalen abgelehnt. Die Ausschuhentschliehung selbst wird mit 231. gegen 60 Stimmen bei 109 Enthaltungen Michswehrminister Groener über die Ausgaben des Soldaten. B e r l i n, 9. Juli. (WTB.) Reichswehrmunster G r o euer besuchte vor einigen Tagen die Marineschule Mürwik, wo er eine längere Ansprache hielt. Er sprach seine Anerkennung für die Leistungen von Lehrern und Schülern aus und führte bann u. a. aus: In der Lage, in der wir uns befinden, genügt es nicht, nur eben ein Durchschnittssoldat zu sein. In unserer Lage wird von jedem Einzelnen gefordert, daß er ein ganzer Soldat sei, ohne Schwächen, leistungsfähig über das hinaus, was etwa anderswo geleistet wird, ilnb so ist die Lebensaufgabe des deutschen Offiziers in der heutigen Zeit ü b e r- aus schwierig, weil Anforderungen an ihn herantreten, die höher sein müssen als vor dem Kriege. Sie alle wissen, unter wie niederschmetternden Beschränkungen wir leben müssen. daß wir vieles nicht haben können, was notwendig ist für eine moderne Wehrmacht. Aber eines können wir haben: das ist die Lleber- legenhert des Geistes, des Willens und des Charakters. Die Grundgesetze des Soldatentums sind von altersher die gleichen. Es ist daher unmöglich, einen Schnitt machen zu können zwischen der Wehrmacht, die vor dem Weltkriege bestanden hat, und der Wehrmacht von heute. wir brauchen eine organische Verbindung zwischen dem, was war und dem, was werden soll. Man nennt diese Verbindung Tradition. Mit diesem Wort wird heute Unfug getrieben. Falsch ist, an Äußerlichkeiten der Vergangenheit hangen zu bleiben, die Vergangenheit im Uebermaß zu feiern und damit der Zukunft das Recht auf neues Leben zu bestreiten. Wenn wir die Tradition richtig pflegen wollen, so müssen wir vor allem eins besitzen: es muß das Sehnen nach geistiger Freiheit in uns lebendig sein, nur dann werden wir die Vergangenheit so beurteilen können, so schätzen lernen, wie es nötig ist, um für den Fortschritt zu arbeiten Die geistige Freiheit hat niemand besser erkannt und geschätzt, als Friedrich der Große, wie überhaupt unser ganzes militärisches Fühlen und Denken auf Friedrich den Großen zurückgeht, ganz abgesehen von den Lehren der Kriegskunst, in denen der alte Fritz ein nicht übertroffener Meister war. Die geistige Freiheit muß uns davor bewahren, daß wir nicht nur auf dem Gebiete der Ausbildung und der Weiterentwicklung der Formen des Gefechtes aehemmt sind, sie muß uns auch weiter bringen als Menschen. Der Minister begründete hierauf die Bedeutung der militärischen Führerpersönlichkeit aus der Geschichte und fuhr bann fort: Das alte Heer und die alte kaiserliche Marine waren wunderbare Kriegsinstrumente. Das Heer, das 1914 über den Rhein zog, war in einer solchen Verfassung, daß mit ihm alles geschaffen war, und von der alten kaiserlichen Marine habe ich auch die feste Ueberzeugung, daß mit dieser Truppe der Teufel aus der Hölle zu holen war. Aber schwere Irrungen und Wirrungen der Führung sind den Leistungen der Truppe nicht gerecht geworden. So gehen heute die Verbindungen der Tradition zurück in allererster Linie auf die Truppe, auf die glänzende Truppe, die 1914 aufgeboten wurde. Und wenn wir uns die Eigenschaften der Truppe von damals vor Augen führen, so stehen obenan: Gehorsam, Selbstzucht, Opferwilligkeil, fiamc- radschaft, Staalsgefinnung, Dienst am ganzen Volke und Valerland! Diese Eigenschaften wollen wir uns bewahren als ein teures Vermächtnis der dahingesunkenen alten Wehrmacht. Der jungen Wehrmacht liegt aber noch eine ganz besondere Verpflichtung der Traditton ob. Wenn heute auf diesem Hause neben der Kriegsflagge Schwarz-Weiß-Rot die neue Reichsflagge Schwarz-Rot-Gold weht, so soll das bedeuten, daß die beiden zusammengehören, daß nicht ein Gegensatz besteht, daß nicht daraus geschlossen werden kann, die Wehrmacht ist etwas anderes als das Reich, ist etwa ein Staat im Staate. Wenn die Flaggen oben friedlich zusammenwehen, so bedeutet das die Verbindung der Vergangenheit mit der Zukunft, und zwar die Verbindung einer Vergangenheit nicht etwa nur von 1914 und kurz vorher ober der Vergangenheit seit 1870, sondern es bedeutet die Verbindung mit einer sehr viel früheren Vergangenheit; denn die Farben Schwarz-Rot-Gold haben eine sehr viel längere Vergangenheit als die schwarz-weiß-roten. Wenn wir nun in Erinnerung an die Einigung des deutschen Volkes und an die Waffentaten der alten Wehrmacht in unserer Ärregsflagge die Farben Schwarz-Weiß-Rot führen dürfen, so entsteht daraus für uns Soldaten die ganz besondere Verpflichtung, auch die Farben der deutschen Republik hochzuhalten, der wir Treue geschworen haben. angenommen. Dafür stimmen die Rechte, das Zentrum und die Demokraten, dagegen die Kommunisten, während sich die Sozialdemokraten der Stimme enthalten. Angenommen wird auch die weitere Ausschuß- entschliehung über die Durchführung der Bestimmungen des Artikels 137 Abs. VII der Reichs- Verfassung, wonach den Religionsgesellschaften die Vereinigungen gleichgestellt werden, die sich die gemeinschaftliche Pflege einer Weltanschauung zur Aufgabe machen. Eine deutschnationale Entschließung, wonach das Staatsministerium über die Fragen der Schule und des Schiedsgerichts formulierte Erklärungen dem Einführungsgesetz zum Vertrage als Anlage beifügen soll, wird abgelehnt, ebenso die weitere deutschnationale Entschließung über die Durchführung der Bestimmung des Artikels 137 Abs. V der Reichsverfassung, wonach auch andere als die bisherigen Religionsgesellschaften auf ihren Antrag Körperschaften des öffentlichen Rechts werden können, wenn sie durch ihre Verfassung und die Zahl ihrer Mitglieder die Gewähr der Dauer bieten. Zum Schluß wird abgestimmt über den kommunistischen Mihtrauensantrag gegen das Staatsministerium aus Anlaß der Vorlegung des Konkordatsvertrages. Der Mihtrauensantrag wird mit 227 gegen 52 Stimmen bei 13 Enthaltungen abgelehnt. Deutschnationale und Deutsche Dolkspartei beteiligten sich nicht an der Abstimmung. Damit ist die Beratung der Konkordatsvorlage abgeschlossen. Es folgt die Besprechung der Mißtrauensanträge die wegen des Kundgebungsverbots am 2 8. Juni bzw. wegen der Zusammenstöhe mit den Studenten von der Deutfchnationalen und der Deutschen Volkspartei, der Wirtschaftspartei, den Rationalsozialisten und den Kommunisten gegen das Staatsministerium, außerdem den Kulttis- minister und den Innenminister vorgelegt sind. Ferner wird die Große Anfrage der Deutfchnationalen Dolkspartei besprochen, die sich u. a. mit der letzten Frankfurter Rede des Innenministers beschafttgt. Abg. Steuer (Dn.) begründet den Mihtrauensantrag feiner Partei. Er meint, das Kundgebungsoerbot für die deutschen Wissenschaftler und Studenten anläßlich der zehnjährigen Wiederkehr des Tages von VerfaMes und die „Laternenvfahlrede" des preußischen Innenministers in Frankfurt kennzeichneten die wahre Auffassung der Preußen beherrschenden Sozialdemokratie vom Wesen des Staates. Die Reichsregierung hätte es dankbar begrüßen müssen, wenn sie in einer Lebensfrage unseres Volkes auf den Eindruck einer großen geschlossenen Volksstimmung Hinweisen konnte, die nicht mit amtlichen Regiemitteln erst künstlich hervrgerufen werden mußte. Das Verbot der Kundgebungen sei aber auch ein schwerer Eingriff in die akademische Freiheit gewesen. Als das Reichsbanner Herrn Severing huldigen wollte, habe man die Bannmeile suspendiert. Als dagegen die Studenten eine Protestaktion ihres Nationalbewußt, seins durchführten, der nicht im geringsten der Cha- ratter einer Gewalttätigkeit anhaftete, sei man mit Polizeirnaßnahmcn oorgegangen, wie sie allenfalls für die Unterdrückung bewaffneten Aufruhrs in Frage kämen. Für die vorgekommenen Gewalttätig- Feiten fei die Staatsregierung verantwortlich. Mit dem Mißtrauensantraa wollten die Deutfchnationalen klarstellen, daß weite Bevölkerungskreise Preußens dem System nicht anhänglich oder wenigstens unterwürfig zu Diensten feien, sondern es als das beurteilen und bekämpfen, was es sei, als den Krebsschaden unserer ganzen Politik. (Stürmischer Beifall bei den Deutschnationalen.) Abg. Jendretzky (Komm.) begründet ben Mihtrauensantrag feiner Fraktion gegen das Staatsministerium u. a. damit, dah die politische Praxis der Regierung Broun- Grzesmftl sich ausschliehlich gegen die revolutionären Arbeiter richte. Abg. ör. Boelih (OVp.) begründet die Große Anfrage seiner Fraktion, die das Staatsministerium fragt, ob es die Ausführung des Kundgebungsverbvts am 28. Juni in der erfolgtem Art billige. Jeder Schüler, der heute die Schule verlasse, so erklärt der Redner, bekomme eine Reichsverfassung in die Hand. Man müßte aber auch jedem Schüler am Schul- schluh einen Katechismus des Friedensdiktats überreichen. (Sehr richtig! bei der Deutschen Dolkspartei.) Es sei zu begrüßen, dah auch bei den älniversitäten mehr als bisher die furchtbaren Folgen des Friedensvertrages bemon-. striert würden. Der Staatsministerialbeschluh vom 18. Juni, der den Behördenvertretsrn die Teilnahme an Dersailles-Kundgebungen^ verbot, beging einen schweren psychologischen, pädagogischen und politischen Fehler, als er auch die Schulen und Uniberfitäten darin einbezog. (Sehr wahr bei der Deutschen Dolkspartei.) Tlnvereinbar mit Artikel 118 der Reichsverfassung sei das Verbot der Teilnahme an freien Protestvercrnstcrltungen für Beamte. Die Deutsche Dolkspartei verurtelle auch den Cingrift in die Lehrfreihett, der ein Rückfall m Me Zeiten Metternichs bedeutete. Oie Wetterlage BJrcn-lns. ^Kordoyan. 49kSei» bienstaa. d.$. Juli 1929, r afrds. Das von Ih llmgcgend d< Schäferhu: veranstaltete ( hüten,das Äerltschen 6d Schalherde be m Ergänze mtttdtt - e tuns her Hunde ergal Ich', I. fl. = Ki! :?fe[ viunftat*' • «lejfj*}»» Ittriin, A1*" ’nS w,lV SsT' tfe "”fe 4 ><Ä'" Mn ftQÄ q Mer in S; isK SÄ und Führer öecpreis des 15 M 2. Amanlx Führer Schc Ehrenpreis r 3. Meta v Kassel, Führ Preis und 1! 4. Dormc benau, Stai Staufenberg 5. Dirnde Tiehen, Füi Ehrenpreis: 6. Prinz, 1 Steinheim,' f. 7. Lu?, D Wetterfeld; f. 18- Prinz, D berg! f. g. Sh S- Prinz," Tungen: s. o. 10. Treis, : Heidt, Alling- U-Prinz, K'rchgvnS: s. 12. Erich v. Ährer 6 v. ^Asta^ «hasenneiste undSW. Nett Sonnenaufgc V^Sliffun S* fk w v°hrt nach eint W f|iA i ft-”?! *"S Sor wird m st "Ä7°A S.L7 ersten le.lS'N tuns gewesen, im Lbakrauö stündlich auch, dennoch war । Lieder und u bewegteren^ Der Seisall „Mendgeläut der" mußten die große Au den einzelnen machte ein G haltenden st Jedenfalls ein Festleituiig dl Anschlüßen! Bariets'Aben! dann schwang dein und D Zeilen jedenfal ckstes d Die 'Berliner Polizei habe einen übermatzr- gen Gebrauch vom Gummiknüppel gemacht. Das Dorgehen der Linksregierung habe dre Studenten erneut in starke Opposition zum Staat hineingetrieben. (Sehr wahr! ber der Deutschen Volkspartei.) Die Deutsche Dolksparter verurtcile die Demonstrationen, sehe aber die Schuld dafür in dem Erlaß des Staatsministeriums. Abg. ponfick (Dtsch. Staff.) begründet den von seiner Fraktion, der Wirtschaftspartei und den (Nationalsozialisten eingebrachten Mchtrauensantrag wegen der Rede des Ministers Grzesinski in Frankfurt a. M. und dre wegen des Kundgebungsverbots vorgelegten Mihttauensanträge gegen den Innenminister und den Kultusminister. Der Redner betont u. a., jeder, der einen Schlag mit dem Gummiknüppel erhielt, fei für sein Leben gefeit gegen das Aufkeimen von Liebe zu schwarz-rot-gold. Abg. Or. Schwafzhaupi (ODP.) erläutert die Gröhe Anfrage seiner Fraktion zur Frankfurter Rede des Innenminrsters. Er sagt, er kritisiere die Frankfurter Rede vom Standpunkt einer Partei aus, die die Republrk bejaht als künftige Lebensform des deutschen Dolles. Die Frankfurter Rede Grzesinskis habe aber nicht dazu beigetragen, den Gedanken der Dclksgemeinschaft und des inneren Friedens zu pflegen. Der Minister droht mit der Diktatur des Proletariats. Störungen der Ordnung und Angriffe auf die Verfassung zu bekämpfen, ist dre Aufgabe des Innenministers, aber nicht, die Diktatur aufzurichten. Der Minister sagt, die Arbeiterschaft werde sich nicht mehr in den Arm fallen lassen, wenn sie ihre Gegner an die 2a- ternenpfähle hänge. Der Minister, der Hüter der öffentlichen Ordnung, kündigt also den Bürgerkrieg an und verzichtet auf die staatlichen Machtmittel, um Ruhe und Ordnung wiederher- zustellen. Es handelt sich um eine vollständig überlegte Rede. Wir wollen nicht Diktatur, sondern Recht und Freiheit des Volkes. (Beifall bei der Deutschen Dolkspartei.) Ministerpräsident Or. Braun bei den Kommunisten mit dem Ruf „Der Zar von Preußen I" empfangen, führt etwa aus: Das Staatsministerium in feiner Gesamtheit muh es ablehnen, die Rolle eines Zensors über die auheramtliche Tätigkeit der einzelnen Minister zu übernehmen. (Lärm bei den Deutschnationalen.) Zu den Anfragen und Anträgen wegen der Dorgänge anlählich der Knndgebun- gen am 28. Iuni habe ich nicht die Absicht, auf die Ausführungen des Abg. Steuer einzugehen, sondern ich gedenke diese Angelegenheit mit dem Ernst zu behandeln, den sie verdient. Die Maßnahmen der preuhischen Regierung haben mit der Stellungnahme der preußischen Regierung zum Versailler Friedensvertrag an sich nichts zu tun. .Ucber die Bedeutung dieses Diktats und seine verhängnisvollen Folgen für Deutschland besteht nur eine Meinung im deutschen Volke. (Lebhafte Zustimmung.) Die preußische Regierung hat nicht nur im Iahre 1919 bei der Reichsregierung ernsteste Vorstellungen gegen die Unterzeichnung des Vertrages erhoben, sondern auch im Staatenausschuh in Weimar — dem Vorläufer des Aeichsrats — die schwersten Bedenken gegen die Unterzeichnung erhoben. Die Slaatsreglecung ist in der Beurteilung des Versailler Diktats einig mit all den Volksgenossen. die sich gegen die aus diesem Diktat für das deutsche Volk ergebenden schiver drückenden Belastungen auslehnen, fc.nig ist sie somit auch mit ihnen in dem Bestreben, alle Erfolg versprechenden Mittel anzuwenden, die Kriegslasten des deutschen Volkes, seien sie finanzieller, wirtschaftlicher oder politischer Ratur, zu erleichtern und schliehlich ganz zu beseitigen. In der Schuldfraoe ist es Aufgabe der historischen Forschung, die Wahrheit zu ermitteln und das Mah von Schuld am Ausbruch des Krieges festzustellen, das auf jede der Regierungen der am Kriege beteiligten Länder entfällt. Aber wir sollten uns darüber keiner Täuschung hingeben: Selbst wenn das Unmögliche gelingen sollte, nämlich die von manchen Volkskreisen behauptete blütenweiße Unschuld der Männer zu beweisen, die die Geschicke des deutschen Volkes vor dem Kriege leiteten, würden die Redarationsgläubiger nicht einen Dollar Nachlassen von den Tributforderungen, die sie, gestützt auf die Macht des Siegers, nach altem Kriegsbrauch vom Besiegten fordern. Damit will ich nicht sagen, dah wir unterlassen sollten, gegen die Behauptung von der Alleinschuld Deutschlands am Kriege anzukämpfen. Das müssen wir schon tun im Interesse der historischen Wahrheit und um die Ansprüche der Sieger der moralischen Verbrämung zu entkleiden. Die letzten zehn Iahre, so fuhr der Ministerpräsident fort, haben uns gelehrt, dah Erleichterungen weder durch Radau-Patriotismus noch durch nationalen Ueberschwang zu erreichen sind, sondern nur durch eine von tiefem Verantwortungsgefühl getragene, nüchtern abwägende Verständigungspolitik. Ben Politikern und Parteien, die bereit sind, heute den B o u n g - P la n zu akzeptieren, sollte man zugestehen, dah auch sie lediglich aus politischem Verantwortungsgefühl handeln und sich der Zwangslage fügen. Der Ministerpräsident verlas dann das Schreiben, das der R e i d? 5 i n n e n m i n i ft e r im Anschluß an einen Kabinettsbeschluß an die Länderregierungen gesandt hat und wonach angesichts der bevor- stehenden Reparationsverhandlungen gerade in diesem Jahre darauf Bedacht genommen werden müsse, daß durch Kmidgebungen die eingeleiteten Verhandlungen keine Störung erfahren. In dem Schreiben wird weiter auf die gemeinsame Kundgebung des Reichspräsidenten und der Reichsregie- r u n g verwiesen und erklärt, daß von der Beteiligung an weiteren Kundgebungen und Maßnahmen aus Anlaß des 28. Juni abgesehen werden soll. In Verfolg dieses Schreibens, so erklärte der Ministerpräsident, hat sich die preußische Staatsregierung der Reichsregierung angeschlostcn. Das war ein Gebot nationaler Disziplin. (Zustimmung bei der Mehrheit.) Es war selbstverständlich, daß, nachdem die Anordnung der Staarsregierung hinausgegangen war, die für alle Beamte und Institute galt, sie auch für die Universitäten gelten mußte. Eine Ausnahme für die Hochschulen war nach Lage der Dinge unmöglich. Von einer Beeinträchtigung der akademischen Freiheit und Unabhängigkeit der Hochschulen tst keine Rede. Nichts liegt der preußischen Negierung ferner. (Gelächter rechts.) Die anschlie' ßenden Protestkundgebungen eines Teils der Berliner Studentenschaft sind leider zu groben Ges-ges Verletzungen ausgeartet (Abg. Buchhorn, D. Dp: Strefemanns Echo in Paris. Paris, 9. Iuki. (WTB.) Die Erklärungen Dr. Strefemanns, die der „Matin" heute vormittag veröffentlichte, werden von der Abendpresse besprochen. Der „Temps" scheibt: Die Räumung des Rheinlandes bleibt auf jeden Fall abhängig von den Bedingungen, unter denen die Reparationsregelung und die Schaffung der Fe st steklungs- und Ausgleichskvmmifsion erfolgen wird. Wenn Dr. Strefemann, wie er zu beabsichtigen scheint, auf der bevorstehenden Konferenz die Saarjrage anschneiden will, täuscht er sich ganz und gar. Zunächst ist das Schicksal des Saargebiets durch den Friedensvertrag klar geregelt, und nichts kann gegenwärtig eine neue Prüfung vor Ablauf der für die Volksabstimmung vorgesehenen Frist rechtsertigen. Sodann hat auch die Saarfrage gar nichts mit der Rheinlandfrage zu tun. Die Lösung des Rheinlandproblems würde keineswegs die Lösung des Saarproblems beeinflussen können. Endlich handelt es sich bei dem Saarprvblem um eine ausschließlich zwischen Frankreich und Deutschland schwebende Frage, so dah es keinesfalls Sache einer internationalen Konferenz ist, sie zu lösen, ja, nicht einmal sie anzuschneiden. Es ist zweifellos angebracht, daran zu erinnern, damit man sich anderweitig keinen gefährlichen Illusionen über die Möglichkeiten hin- gibt, das Konferenzprogramm könnte erweitert werden. Das „Journal des Döbats" fragt: „Kann man den Doungplan prüfen, bevor verschiedene Angelegenheiten, die Mit dem Versailler Vertrag zusammenhängen, geregelt sind? In dieser Frage, die mit der Ratifizierung der Schuldenabkommen nichts zu tun hat, ist die Regierung in einer gewissen Verlegenheit. Man sagt, wozu so viel Vorstudien, so viel verschiedene Konferenzen? Ein einziger Kongreß genügt doch, der alles auf einmal regelt, ein Kongreß, wo die Mehrheit die Räumung des Rheinlandes beschließen wird! Wir verstehen die Gründe dieses Handels auch ohne die heutigen Erklärungen Strefemanns im „Matin", wir find auch nicht ungehalten darüber, die Bestätigung dieser deutschen Ansichten von Strefemann selbst zu erhalten. Es ist ersichtlich, daß Deutschland auf der Konferenz erwartet, alles, was es will, mit Hilfe der englischen Regierung und mit Unterstützung des amerikanischen Beobachters, wenn ein solcher dort ist, zu erlangen. Es fordert trotz der Genfer Vereinbarungen die sofortige Räumung des Rheinlandes, und gegen jeden Schein des Rechts die Prüfung der Saar- frage. Was es interessiert, ist weniger eine Regelung der Reparationen, als eine politische Regelung." „Figaro" sagt: Die französische Regierung muß das Konferenzprogramm, das von vornherein feftumriffen bleibt, unerfchütter- l i ch f e st h a l t e n, unerschütterlich auch hinsichtlich der Mobilisierung der deutschen Schul- „Zehn Mark!") Wenig würdig ist es, wenn man sich jetzt noch beklagt. Wer sich bewußt über Gesetze hznwegsetzt, muß auch den Mut haben, die Folgen auf sich zu nehmen. (Zustimmung bei der Mehrheit.) Es liegt nicht die geringste Veranlassung vor, die Polizeibeamten wegen ihres Vorgehens zu tadeln. Wenn ein Tadel beseitigt erscheint, trifft er die leitenden Polizeiorgane, Die nicht die notwendigen Vorkehrungen getroffen haben, um die Verletzung der Bannmeile zu verhindern. Im übrigen haben die Studierenden keinerlei Sonderrechte. Wenn fh die Wahrung der akademischen Freiheit verlangen. Dürfen sie nicht übersehen, daß sie diese Freiheit am besten sicherstellen durch Beachtung einer akademischen Disziplin. (Zustimmung bei der Mehrheit.) Innenminister Grzesinski erklärte, wie in der Frage der Durckjdrechung der Bannmeile lasse es die Rechte auch bei der Kritik an seiner Frankfurter Rede an Objektivität fehlen. Der Minister verlas den Hauptteil dieser Rede, insbesondere die Stelle, in der vom Laternenpfahl die Rede war. Diese Ausführungen hätten eine Warnung sein und zur Vorsicht mahnen sollen. Im übrigen seien die Ausführungen unvollständig wiedergegeben worden. Allen denjenigen, die auf einen neuen Staat hofften, habe er sagen wollen, daß das ein Jrrglauoe sei, weil sich die Arbeiterschaft eine solche Aenderung nicht gefallen lassen würde. Der Minister betonte, daß er keinen Grund sehe, seine Frankfurter Aeußerungen einzuschränken. Die breiten Schichten des arbeitenden Volkes mühten sich darüber klar sein, daß im heutigen Staat der Machtwille vorhanden sei, die Republik zu schützen und einen gewaltsamen Umsturz zu verhindern. Eine gemeinsame Front des arbeitenden Volkes sei vorhanden, der sich im Notfälle das liberale Bürgertum anschließen werde. In der Aussprache betonte Abg. Brau denburg (Soz.), angesichts des Verhaltens der Studenten sei das Vorgehen der Polizei korrekt gewesen. —, Abg. Bäcker (Dntl.) erklärte, die Ausführungen des Innenministers hätten nicht befriedigt. — Abg. Lotter Haus (Ztr.) erklärte, der Erlaß des Staatsministeriums fei gerechtfertigt gewesen. — Abg. Kasper (Komm.) betonte, die Parteien, die am 1. Mai dem Innenminister das Vertrauen ausgesprochen hätten, hätten kein Recht, ihm jetzt Vorwürfe wegen des Vorgehens gegen die Studenten zu machen. — Abg. Buchhorn (D. Vp.) kritisierte die Ausführungen des Ministerpräsidenten über die Kriegsschuld, die einen parteipolitischen Einschlag gehabt hätten. Die Unterdrückung der Berliner Studentenkundgebungen komme einem Skandal gleich — Abg. Falk (Dem.) sprach dem Kultusminister das vollste Vertrauen seiner Fraktion auch bezüglich feiner Haltung gegenüber den Hochschulen aus. Die Abstimmungen über die Mißtrauens.- anträge sollen am Donnerstag vorgenommen werden. Rach 22 Ahr vertagte sich das Haus auf Mittwoch. Sozialdemokratische Gegner des Konkordats. Berlin, 10. Juli. (Prio.-Tel.) Sechzehn Mitglieder der Fraktion der SPD. Des Preußischen Landtages veröffentlichen als Gegner des Konkordates im „Vorwärts" eine E r - klärung, in der es zum Schluß heißt: ,Ln der Fraktion mit dieser Auffassung in der Minderheit Den, die jeder Prüfung vorangehen muh, unerschütterlich auch hinsichtlich der Organisierung einer effektiven Kontrollkommission. „Oeuvre" schreibt: Dr. Strefemann, der sich bereit erklärt, den französischen Interessen Rechnung zu tragen, unterläßt es, daran zu erinnern, daß der Versailler Vertrag das Schicksal der Saarländer in die Hand der Saarländer selbst legt, da er eine Volksabstimmung für 1935 vorgeschrieben hat; er glaubt auch nicht, dah die Frage in London gelöst werden könnte, er hofft nur, sie stellen zu können. Wenn nun niemand — und wer täte das? — einen Zweifel hegt über das Urteil, das die Saarländer 1 935 fällen werden, warum sollten dann Frankreich und Deutschland nicht gerade im kommenden Iahre über das Saargebiet nicht verhandeln ? Deutscher Vorschlag zur Regierungskonferenz. Paris, 9. Iuli. (WB.) Der deutsche Botschafter v. Hoefch hat im Verlauf feiner gestrigen Unterredung mit Außenminister Driand über die Vorbereitung der Regierungskonferenz dem französischen Außenminister eine Auszeichnung unterbreitet, die sich mit dem organisatorischen Aufbau dieserKonserenz beschäftigt und diesbezügliche deutsch eVor« schläge enthält. Dieses Dokument ist, wie verlautet, auch in London Rom und Brüssel überreicht worden. Es wird der Vorschlag gemacht, in beschleunigter Weise die im Anhang Rümmer 5 zum Boung-Plan vorgesehenen Organisationskomitees zusammentreten zu lassen, und zwar, wenn irgend möglich, bereits am 15. Iuli in Berlin. Eine Entscheidung über diese Frage dürfte bereits in Den nächsten Tagen zu erwarten sein. Kein Manöver -er britischen Rheinlandtruppen. Eine offizielle Erklärung im Unterhaus. London, 9. Iuli. (WB.) Im Unterhaus erteilte Der Staatssekretär für das Kriegswesen auf die Anfrage, ob für die nächsten drei Monate irgendwelche Anstalten zur Abhaltung von Manövern britischer Truppen aus deutschem Boden getroffen worden seien, folgende, von den Bänken der Regierungspartei mit Beifallsrufen aufgenommene Antwort: Bei der britischen Rheinarmee werden in diesem Iahr keinerlei Manöver oder Hebungen innerhalb des Drigadeverbandes durchgeführt werden. Die Regierung wünscht nicht, Der Zivilbevölkerung absichtlich Unbequemlichkeiten und Belästigungen zu verursachen. geblieben, fügen sie sich Dem Fraktionsbeschluh auf Abstimmungszwang, indem sie Die Geschlossenheit Der Fraktion unD Die Parteieinheit ihrer persönlichen Auffassung voranstellen." Glückwunsch an den Papst. Be r l i n , 10. Juli. (Prio.-TelA An Den Pap ft hat Das Für st bischöfliche IDelegaturamt Berlin folgendes Telegramm gerichtet: „Mit Unterzeichnung des Konkordates durch Eurer Heiligkeit Vertreter Nuntius P a c e 11 i und mit Dessen Annahme Durch Den Preuhischen ßanDtog ist Die E r - richtung Des Bistums Berlin erreicht. Klerus unD über 500 000 Katholiken wissen, Daß wir bas langersehnte Ereignis Eurer Heiligkeit beson Derem Wohlwollen unD väterlicher Hirtensorge zu verDanken haben. JnDem Priester unD Gläubige Der bisherigen Dclegatur in tiefster Ehrfurcht Eurer Heiligkeit ehrerbietigsten Dank sagen, bitten wir für Das Gedeihen des neuen Bistums um Den apostolischen Segen." Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren. Berlin, 10. Iuli. (WTB.) Der Arbeitsausschuß für das deutsche Volksbegehren, dem eine große Anzahl nationaler Verbände angehören, trat heute im Herrenhaus unter dem Vorsitz Des Stahlhelm-Bundesführers S e l d t e zu einer ersten offiziellen Tagung zusammen. Rach Ansprachen des Bundesführers des Stahlhelms, S e l d t e, des deutschnationalen Parteivorsitzenden Geheimrats Hugenberg, des Reichslandbundpräsidenten, Reichsminister außer Dienst Schiele, und anderer wurden in das Präsidium u. a. gewählt: Minister a. D. Schiele, Franz ©albte, Oberstleutnant a.D. Düsterberg, Generalmajor a.Graf von der Goltz, Geheimrat Hugenberg, Adolf Hit- l e r, Präsident Hepp, Arbeitersekretär R ü f - f e r, Iustizrat El ah, Dr. Fritz Thyssen. Der Ausschuß faßte folgende zwei Entschließungen: „Der Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren übernimmt das vom Stahlhelm angeregte Verßasfungsvolksb eg ehren als feine Aufgabe und wird feine Durchführung weitertreiben." „Der Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren stellt den Kamps gegen den auf dem erpreßten Kriegsfchuldbekenntnis aufgebauten Pariser Trtbutplan in die vorderste Linie seiner Aufgaben. Er wird mit allen gesetzlichen Mitteln, insbesondere mit Dem Mittel Des Volksbegehrens Dagegen kämpfen, daß Die Ratschläge der Paris er Sachverständigen zum Gesetz für das deutsche Volk erhoben werden. Er ruft alle Deutschen zum Widerstande gegen Den Pariser Tributplan auf.“ Vor dem Urteil im Gimnes prozeh. Eigener Drahtbericht Des „Gießener Anzeigers". Berlin, 10. Juli. Nachdem nunmehr im S t i n - n e s - P r o z e ß Die Beweisaufnahme abgeschlossen worden ist, werden in Der nächsten Woche Die Plädoyers Des Staatsanwalts und Der Verteidiger gehalten werden. Dazu dürften wegen der umfangreichen Materie mehrere Tage notwendig sein, so daß mit der Urteilsverkündung frühestens am Freitag nächster Woche zu rechnen ist. Das Plci- doyer des Staatsanwalts wird affSt TökdüHD nach einige Stunden in Anspruch nehmen, während Die Verteidiger für ihre Plädoyers mindestens drei Tage benötigen. Die Staatsanwaltschaft, Die gegen- roärtig mit Der Aufastung ihres Plädoyers beschäftigt ist, hat bis zum Beginn Der nächsten Woche noch einmal Die ganzen in Der DerbanDlung aufge- tauchten Fragenkomplexe zu üoerprüfen. Schwierigkeit Der Prozeßmaterie läßt Daher im gegenwärtigen Augenblick noch keine Prognose über Die Höhe Der staatsanwaltschaftlichen Strafanträge zu. Aus aller Well. Erfolgreicher Ozeanflug des „Pathfinder". Madrid, 9. Iuli. (WTB.) Das 3 lug zeug „Pathfinder", das gestern in Old Orchard zu einem Transozeanflug nach Rom gestartet war, ist heule nach 21 Ahr bei der spanischen Stabt Santander in der Röhe de» Strandes gelandet. Das Flugzeug „Pathfinder" landete nach Ueberfliegung von Camillas glatt auf dem Flugplatz Albericia. Die Flieger, die wegen Benzinmangels zur Landung gezwungen waren, erklärten, der Flug über den Ozean fei trotz des Rebels großartig gewesen. Sic beabsichtigen, ihren Flug nach Rom am Mittwoch bei Tagesanbruch fortzusehen. DerAmerika—Europa-Flug über Grönland Das Flugzeug „Untin Bowler" in Port Burwell. Chikag o, 9. Iuli. (WTD.) Das Flugzeug „Untin Bowler" traf heute inPort Burwell an der Hudson Bay ein. Die „Chikago Tribüne" erhielt über den Flug der „llntin Bowler" folgenden von Wvoo gezeichneten Funkspruch: „Eintrafen in Port Burwell Dienstag 6.10 Ähr morgens. Kämpften in den letzten zwei Tagen mit Rebel, verweilten 36 Stunden lang auf dem Erdboden 40 Meilen südlich von hier, besseres Wetter erwartend." Große Unterschlagungen beim Deutschen Sängerbund Der Untersuchungsrichter beim Landgericht Berlin 3 hat die Voruntersuchung gegen den Kassierer des Deutschen Sängerbundes Re dl in wegen umfangreicher Unterschlagungen eröffnet. Reblin wird von der Geschäftsleitung des Deutschen Sängerbundes beschuldigt, Mitglrederbeiträge in Höhe von 900 000 Mark unterschlagen zu haben. Die Voruntersuchung richtet sich nicht nur Darauf, die Höhe der von Reblin veruntreuten Gelder zu ermitteln, sondern auch die Frage zu klären, ob und in welchem Umfange leitende Persönlichkeiten des Deutschen Sängerbundes an den Unterschlagungen beteiligt gewesen sind. Die Schiffsexplosion auf Der Nordsee. Bei Dem in Der Nordsee untergegangenen Schiff handelt es sich um Den schwedischen Dampfer „Botte", Der auf Der Fahrt von Schweden nach Rouen begriffen war. Die Besatzung Des Dampfers ist in Jmmingham gelanDet worden. Angeheure Hitze in Reuyork und Washington. Infolge der in N e u y c> rk herrschenden unae- heuren Hitze sind zahlreiche Personen vom H i tz • schlag getroffen worden. Sieben Personen find Der Hitze bereits erlegen. Auch aus Den benachbarten StäDten werden viele durch Die Hitze oerx ursachte ToDesfälle gemeldet. In Washington stieg das Thermometer auf 39 Grad Celsius. O wolkenlos.O netter. Q naio oeoetKL 3 woiKig, ©Dcdecxt. •Reget * Schnee Graupeln ■ MeDeL R 0Ä* Seit Jahrzehnten dte bevorzugte Nahrung für SAugfinge, die nicht gestillt werden oder die entwöhnt werden »Olten. Unübertroffen bei allen Verdauungsstörungen besorgtere bei BrecbduectitaB und Oerrokatanh, Reit- und Zahriurnier und Prämienmarkt in Alsfeld. Alsfeld, 9. Iuli. Am Sonntag fand bas im Zusammenhang mit dem Prämien- markt eingerichtete 5. Reit- und Fahrturnier des Alsfelder Reit- und Fahrvereins unter Mitwirkung der Reiter- Abteilungen Angenrod, Büßfeld, Eudorf, Rieder- Gemünden, Reibertenrod, Romrod unter der Leitung des Rittmeisters a. 'S). Graf v.Bredow statt. Rach einer bereits am Samstagnachmlttag abgehaltenen Vielseitigkeitsprüfung in Form eines Geländeritts, an dem etwa 20 Reiter teilnahmen, wurden am Sonntagnachmittag auf dem Renn- plahgelände die einzelnen Konkurrenzen unter guter Beteiligung ausgetragen, bestehend in Abteilungswettbewerb, Reiterprüfung, Jagdspringen, Gruppenspringen, Trabreiten und einem Galopprennen, Eignungsprüfung für Arbeitspferde im Gespann. Die Preisverteilung fand 'abends im großen Saale des „Deutschen Hauses" statt, wobei Oberlandsiallmeister a.D. Schörke, Darmstadt, eine Ansprache über die Bedeutung des Reitsportes für die jugendlichen Landwirte hielt. An die Preisverteilung schloß sich ein gutbefuchter Reiterball an. Am Montag fand sodann der Prämien- markt statt, der vom Wetter begünstigt war und sich eines sehr guten Besuchs aus dem Kreise Alsfeld und aus den Rachbarkreisen erfreute. Besonders stark waren die Schwälmer aus dem ** Ernennungen beim Polizeiamt Gießen. Durch Verfügung des Hessischen Ministeriums des Innern wurden mit Wirkung vom 1. April d.J. ernannt: Kriminalsekretär Karl H of» mann zum Kriminalpolizeimeister, die Kriminal» Hauptwachtmeister Gustav Holzigel und Ludwig Modus, sämtlich bei dem Polizeiamt Gießen, zu Kriminalsekretären. ** Vorschriftsmäßige Müllgefäße! Nachdem die Ortssatzung sowie die Polizeiverordnung über die Reinigung der Straßen und das Wegschaffen des Mülls in der Stadt Gießen erlassen ist, werden alle Einwohner oom Städtischen Trefbauamt aufgefordert, die vorschriftsmäßigen Müllgefäße umgehend zu beschaffen. Nach dem 1. August 1929 wird Müll aus unvorschriftsmaßt- gen Gesäßen nicht mehr entleert. (Näheres ist aus der gestrigen Bekanntmachung zu ersehen.) ** Wohnungseinbrüche und Fahrraddiebstähle. Der Polizeibericht meldet: Am 7. d. M. wurden in der Stadt Gießen Zwei Wohnungseinbrüche ausgeführt. Den Dieben fielen im ersten Fall 50 Mark, im letzten Fall 443 Mark und 130 Mark altes Silbergeld, bestehend aus 1», 2-, 3- wechselten mit gesellschaftlichen Zusammenkünften und Beranstaltungen ab. 2n einer eindrucksvollen Versammlung wurde die parlamentarische Arbeit der Frau von den Abgeordneten verschiedener Rationen behandelt. Selbstverständlich bildete die Verhütung zukünftiger Kriege einen wichtigen Bestandteil aller Besprechungen: es wurde eine Eingabe an den Völkerbund verfaßt betr. die Einberufung der Abrüstungskonferenz, Abschaffung des Angriffskrieges und der militärischen Besetzung. Eine gewisse Enttäuschung bereitete eine Kundgebung für Frieden und Völkerbund, denn hier zeigte sich wieder deutlich, wie weit wir noch von einer wirklichen Befriedung der Welt entfernt sind. Dem Völkerfrieden diente auch eine Feierstunde in der Volksbühne. Sie gipfelte in dem Schlußwort „Die Waffen nieder" und erhielt einen weihevollen Abschluß durch den Schlußchor der neunten Symphonie. Erwähnt sei noch, daß sich die Tagung mit den Wünschen eines neuen Bundes befaßte, open door council benannt, dessen Gründerinnen die gesundheitlichen Schutzgesehe für Arbeiterinnen aufgehoben sehen wollen: diese Forderungen wurden jedoch großer Mehrheit abgelehnt. N. M. Verband Hessischer Zustizbureaubeamten. Am vorigen Sonntag hielt der Verband hessischer Iustizbureaubeamten seine diesjährige, außerordentlich gut besuchte 2 ah - resversammluna unter der Leitung des Vorsitzenden Dost, Mainz, im Llniversitätscafö in Gießen ab. Zu der Tagung waren u. a. der Vorsitzende des Verbandes hessischer Verwaltungsbureaubeamten, W e y r i ch, Darmstadt: der Vertreter des Verbandes der Beamten des mittleren Äenstes, W e h l a n d, Darmstadt, unb als Vertreter des Iustizsekretärverbandes, Eisenhauer. Darmstadt: Michel, Darmstadt, und Schneider. Mainz, erschienen. Aus dem Geschäftsbericht des Vorsitzenden ging hervor, daß die Mitgliederzahl des Verbandes im vergangenen Jahre wesentlich gestiegen ist und sich heute auf etwa 350 Personen belauft, Heber die finanziellen Angelegenheiten und die Sterbekasse des Verbandes berichtete der Rechner 2 o st, Mainz, der dabei ein Barvermögen der Organisation im Betrage von 894 Mk. ausweisen konnte. Rach einer Aussprache über den Geschäfts- und Kassenbericht wurde dem Rechner und dem Vorstand Entlastung erteilt. Hierauf beschäftigte man sich in eingehender Debatte mit der Frage der Verschmelzung des 2ustizsekretar-Verbandes mit dem Verband hessischer 2ustizbureau- be amten. Der Delegierte Acker, Offenbach am Main, erstattete den Bericht über die Vorverhandlungen, anschließend wurde eine große Reihe von Cinzelfragen des erstrebten Zusammenschlusses erörtert. Rach mehrstündiger Aussprache wurde folgender Beschluß gefaßt: „Der 2ustiz- sekretar-Verband schließt sich dem Verband hessc- scher 2ustizbureaubeamten an unter Beibehaltung des letzteren Ramens. Die Mitglieder genießen sofort alle Rechte der Vollmitglieder (Sterbekasse usw.), die Aktiven und Passiven werden mit übernommen." , Anschließend wurde die Frage des Beitritts zum Hessischen Beamtenbund in längerer Aussprache erörtert, von einer Beschlußfassung jedoch zunächst abgesehen. Bei der R e u w a h l des Vorstandes bat der seitherige Vorsitzende D o st, Mainz, mit Rücksicht auf seine angegriffene Gesundheit von seiner Person abzusehen, obwohl die Versammlung ihn einstimmig wieder mit dem Vorsitz des Verbandes betrauen wollte. 2n Anbetracht des Wunsches Dosts wurde er von der Führung des Verbandes entbunden, und zum 1. Vorsitzenden Schäfer, Darmstadt, gewählt. Das Amt des 2. Vorsitzenden wurde dem seitherigen Führer Dost, Mainz, mit dessen Zustimmung übertragen. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind: 1. Rechner Jost, Mainz: 2. Rechner Vogel, Offenbach: 1. Schriftführer Scharmann, Darmstadt: 2. Schriftführer Siher, Gießen: Beisitzer Firnhaber, Gießen: Reichert, Mainz, und Michel, Darmstadt. Eine Anzahl Anträge, die der neue Vorsitzende Schäfer, Darmstadt, bekanntgab, wurden dem Vorstand zur weiteren Behandlung übergeben. Hierauf wurde der vom Rechner 2 o st, Mainz, ausgearbeitete Voranschlag genehmigt, ferner als Ort für die nächstjährige Tagung Mainz bestimmt. und 5-Markstücken Sn Ne Hande, d« wurden fern« 1 gestohlen: Ein Herrenrad, Marke „Lindcar", Fabr.- Rr. 47 137, Rennlenkstanae, schwarzer Rahmenbau und rote Schlauchreifen. Auf der Fahrradglocke befindet sich die Aufschrift Forbach-Ruttershanfen: ein Herrenrad, Marke „Dürkopp", schwarzer Rahmen» bau, schwarze Felgen, am hinteren Schutzblech ist eine Beule, die schwer auszubiegen ist. Ferner: aus einem Personenkraftwagen eine Lederjacke aus dunkelbraunem Nappaleder, innen mit Tinte gezei» net Dr. W. ** Oberhefsifche Gesellschaft für Ratur - und Heilkunde. Die Raturwissen- schaftliche Abteilung der Gefellschast hält am Donnerstag, 11. b. M., im großen Hörsaal des Physikalischen Instituts eine Sitzung ab. (Rä- heres in bet gestrigen Anzeige.) Darietö-Abend beim Schützen- fest. Für heute abenb 20 Uhr ist von der Leitung deS Gießener Schützenfestes im Rahmen bes Programms eine große Varüetö-Dvrführung in der Volkshalle angesetzt, in der Frankfurter und Wiesbadener Künstler und Künstlerinnen, im ganzen 27 Personen, eine reichhaltige Darbietungsfolge abwickeln werden, wobei u. a. Equili- bristik, Akrobatik, 2ongleurkunst, Türkische Gymnastik, Kraftakte, Revue und Ballett zu iyrem Rechte kommen sollen. Der Besuch der Veranstaltung und die Beachtung der heutigen Anzeige sei Streife ZiegenyrM Ersten 99 wärest Äffi« trieben: 156 Ziegen, 141 Pferde, 197 Stück Rindvieh (darunter 40 Dullen zur DersteigeruÄg), 403 Ferkel, 26 Schafe. Das zur Prämiierung vorgeführte Tiermaterial wies gegen früher eine wesentliche Besserung auf, tote die Preisrichter feststellen konnten. Vor Beginn der Vorführung der prämiierten Tiere hielt der Vorsitzende des Landtoirtschaftskammer - Ausschusses für Oberhessen. Oekonomierat Breidenbach, eine Ansprache, in der er auf die Wichtigkeit der Tierzucht für den Betrieb der Landwirtschaft besonders hintoies und der Hoffnung Ausdruck verlieh, daß für die darniederliegende deutsche Landwirtschaft bald wieder bessere Zeiten kommen möchten, da ohne eine gesunde Landwirtschaft bad Deutsche Reich nicht existieren könne. Rach Be- enbigung bcr Prämiierung fanb eine Dullen- auktion bes Lanbwirtschaftskammer-AusschusfeS für Oberhessen statt, zu welcher 40 Dullen bet: hessischen Fleckviehrasse aufgetrieben waren. Von ber ben Oemeinben unb Zuchtgenossenschaften hierburch gebotenen Gelegenheit, gute Zuchttiers zu erwerben, würbe reger Gebrauch gemachte bic meisten Tiere würben verkauft. Der Höchsts Preis, ber für einen Dullen erzielt würbe, betrug über 1000 Mk. An Prämien für prämiierte Tiere, Pferbe, Rindvieh, Ziegen unb Schafe tarnen rund 4400 Mk. zur Auszahlung. 2m Anschluß an die Marktveranstaltung vereinigten sich die Preisrichter unb die sonst von der Stadt gelaßenen Gäste im Hotel „Deutsches Haus" zu einem Festessen, wobei Bürgermeister Dr. V ö l s i n g die Begrüßungsansprache hielt. Für die Landwirtschaftskammer hielt deren Präsident. Oekonomierat Hensel, eine Ansprache, worin er die Bedeutung der Prämienmärkte für die Hebung ber Viehzucht würdigte unb ber Stadt Alsfeld insbesondere seinen Dank aussprach für die großzügige und mustergültige Ausgestaltung des Alsfelder Prämienmarktes, ber unter ben Oberhessischen Markten eine führenbe Rolle einnähme. Für den Kreis Alsfelb sprach KreiS- direktor Dr. Stammler, ber besonbers bie guten Beziehungen zu bem benachbarten preußischen Kreise Ziegenhain unb ben Bewohnern bei Schwalmtales in treffenben Worten hervorhob. Für bie Züchter sprach Oekonomierat Müller, Reuhof, anerfennenbe Worte. Die Veranstaltung, ebenso wie bas Reit- unb Fahrturnier, bars auch in diesem 2ahre wieder als in allen Teilen wohlgelungen gelten. Strafkammer Gießen. • Gießen, 9.2uR. Ein kleiner Fabrikant aus der Gege-nd von Ortenberg war vom Dezirks- schöffengerlcht Gießen zu sechs Monaten Gefängnis wegen Konkursverbrechens verurteilt worden. 2lls er merkte, daß er sich in seiner Drahtzieherei nicht halten konnte unb bem Äon* kurs entgegen ging, ließ er burch seine Mutter eine erdichtete Konkursforderung von mehreren tausend Mark geltend machen. Außerdem hat er keine Handelsbücher geführt. Gegen das ilrteil verfolgte er Berufung. Inzwischen war er vom gleichen Gericht zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden, weil er es unterlassen hatte, für: seine Arbeiter Marken zu kleben unb die ein* behaltenen Beträge für sich verwendet hatte. Auch hiergegen verfolgte er Berufung, unb die beiden Sachen wurden verbunden und heute gemeinsam verhandelt. Da das Vorbringen deS Angeklagten, seine Mutter, eine Landwlrtswltwe, bie derartige Beträge aus ihrem kleinen Betrieb niemals herauswirtschaften konnte, fei ihm diesen Betrag wirklich schuldig gewesen, auch heute widerlegt wurde unb auch im übrigen bie ersten Urteile zutreffenb waren, würben bie Berufungen zurückgewiesen. Zugunsten des Angeklagten würbe nur festgestellt, baß bie Nichtführung ber Handelsbücher nicht in Hinterziehungsabsicht erfolgt war. Für bas Strafmaß war bies ohne CBcbeutung. Aus beiben Strafen wurde eine ®e- samtgefängnisstrafe von sechs Monaten einer Woche gebildet. Ein gewerbsmäßiger Bettler, ber vom Amtsgericht Friebberg zur Uebertoeifung an die Landespolizeibehörde (Arbeitshaus) verurteilt worden war, verfolgte gegen das Urteil Berufung. Er hatte keinen Erfolg. n Deutschen Sängerbund c beim Landgericht Der. lng gegen den Kassierer des Re dl in wegen Zungen eröffnet & slcitung des Deutschen Mglicderbeitrage in unterschlagen zu haben, et sich nicht nur darauf, Mn veruntreuten Gel- auch die Frage zu klä- ÜJnfange leitende Per« n Sängerbundes an den gt gewesen sind. i aus der Nordsee. r untergegangenen Schiss en schwedischen Dampser chrt von Schweden nach Besatzung des Dampfers id worden. lyork und Dafhinglon. )orf herrschenden unge» he Personen oom hitz- . Sieben Personen sind i. Äoch aus ben benafy ife durch die Hitze ver» neidet. ÄN WVM- >x auf R Grad Celsius. Erstes oberhessisches preishüien bei Hungen. Das von ber Ortsgruppe Gießen unb llmgegenb des Vereins für Deutsche Schäferhunde vor einigen Tagen bei Hungen veranstaltete Erste oberhessische Preishüt e n , bas den hohen Wert des hochgezüchteten Deutschen Schäferhundes für bas Hüten ber Schafherbe beweisen sollte, hatte —wie man uns in Ergänzung unseres kürzlichen Derrchtes noch mitteilt — einen vollan Erfolg. Die Dewer- tung ber Leistungen ber vorgeführten Hunde ergab folgenbes Resultat (D. — vorzüglich; s. g. — sehr gut; g. ---- gut): 1. Alldeutscher Schäferhund .,Schallo". Besitzer und Führer Schäfer Binzer, Kirch-Göns. Wanderpreis des ehern. Großherzogs, Ehrenpreis unb 15 Mk. _ „ 2. Arnanba v. b. Bodequelle, Bescher und Führer Schäfermeister Grtmer, Northeim. D. Ehrenpreis unb 15 Mk. 3. Meta v. Scheuerschloß, Bescher Karl Scheer, Kassel, Führer Schäfer Scheel?. Borken. V. Ehrenpreis unb 15 Mk. 4. Norma v. Tief en weg, Besitzer Hch. Rabenau. Staufenberg, Führer Schäfer OSäumler, Staufenberg. D. Ehrenpreis unb 15 Mk. 5. Dirnbel v. Herzog Heban, Besitzer O. G., Gießen, Führer Schäfer Pfannkoch, Nibba. B. Ehrenpreis unb 15 Mk. 6. Prinz, Bescher unb Führer Otto Hofmann, Steinheim; s. g. Ehrenpreis unb 10 Mk. 7. Lux, Bescher unb Führer Schäfer Wirth, Wetterfelb; s. g. Ehrenpreis unb 10 Mk. 8. Prinz, Besitzer unb Führer Hch. Treut. Glau- berg; s. g. Ehrenpreis unb 10 Mk. 9. Prinz. Führer unb Besitzer Otto Klaus, Hungen; s. g. Ehrenpreis unb 10 Mk. 10. Greif, Besitzer unb Führer Hch. Danbev- heibt, Dillingen: s. g. Ehrenpreis unb 10 Mk. 11. Prinz, Besitzer unb Führer Schäfer Dmzer, Kirchgöns; s. g. Ehrenpreis unb 10 Mk. 12. Erich v. Zuchtgut, Besitzer E. Düthe, Fritz- lar, Führer Schäfer Kunzemann. Fritzlar; s. g. 13. Nixe v. Detershagen, Bescher unb Führer Schäfer Kunzemann, Frchlar: s. g. 14. Asta v. b. Bodequelle, Bescher unb Führer Schäfermeister Ertmer, Northeim: g. Ehrenpreis und 5 Mk . Daten für Donnerstag, 11. Juli. Sonnenaufgang 3.55 Uhr, Sonnenuntergang 20.15 Uhr. — Monbaufgang 9.37 Uhr, Monbuntergang 23.02 Uhr. 1700: Stiftung bcr Akademie ber Wissenschaften in Berlin; — 1897: ber schwedische Ingenieur S. A. Andrse steigt auf Spitzbergen im Freiballon zur Fahrt nach dem Nordpol auf. Bornotizen. — lägest alenber für Mittwoch: Schützenfest: Varietö-Abend. — Bäckervcrein „Früh auf": Versammlung, 20,30 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der lustige Witwer", „Tommy wird Filmstar" unb „Liebe macht seekrank". M affe la 'd>'nL'°bK festes Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Papierkörbe in den Gießener Strafen. „Ein Anblick scheußlich und gemein, Drum z>:h' der Magistrat sie ein." Christian Morgenstern. Es war ein guter Gedanke, daß die Straßenbau- Verwaltung, ehe sie sich zur Anschaffung richtiger Papierkörbe entschloß, zunächst einmal durch einen Versuch feststellen wollte, ob sich die Sache auch lohne, ob die lieben Gießener auch von den Papierkörben Gebrauch machen würden. Und der billigste Weg dafür war es zweifellos, wenn einfach alte Marmeladeneimer, die ja überall lästig Herumliegen, genommen, rot und weiß angestrichen unb an einem In die Erde gerammten Pfahl aufgehängt wurden. Schön sah es ja nicht aus, aber drastischer konnte gar nicht gezeigt werden, zu welch schrecklichen Folgen das achtlose Herumwerfen von Papier usw. schließlich führen kann. Aber wir sind jetzt genug bestraft: wir haben begriffen und bitten bie Straßenbauoerwaltung, bie zur Abschreckung aufgestellten Blechtöpfe, durch die Straßen unb Anlagen entstellt werden, schlimmer entstellt werden, als sie durch noch soviel Herumliegendes Papier je entstellt werden könnten, schleunigst wieder entfernen zu lassen unb die richtigen Papierkörbe aufstellen zu lassen, würdig einer Stadt, die seit Jahren mit Eifer und Erfolg an ihrer Verschönerung arbeitet. Professor Dr. E. G. '—"TT, Llill«nid ljcrr|d)^e t (gc her uj' empfohlen. . ’’ Abonnementskonzert der Reichs- wehrkapelle. Das 5. Abonnementskonzert des Mufikkorps vom 1. (Hess.) Ball. 15. 2nf.- Reg. war trotz ber vorübergehend ungünstigen Witterung sehr gut besucht, was ein Zeichen für die allgemeine Beliebtheit ber Darbietungen ber Reichswehrkapelle ist. Einen befonberen Anziehungspunkt des Programms bilbeten bie Vorträge be6 als Sollst gewonnenen Posaunenvlr- tuofen Alfred Günther vom Hessischen San» desthectter in Darmstabt; Günthers künstlerische Leistungen dürften vielen Musikfreunben vom letzten Sommer her noch in guter Erinnerung sein. Das Konzert bedeutete sowohl für Obermufik- meister Löber mit feiner Kapelle wie für den Solisten einen vollen Erfolg. Das feinsinnig zu- sammengestellte Programm enthielt u. a. Werke von Meherbeer, Weder, Sulgini unb Richard Wagner. Der Solist Alfred Günther spielte zunächst „Eoncertino für Posaune", bann eine italienische Walzer-Arie von Alschausky. Die Darbietungen waren sowohl technisch wie musikalisch ausgezeichnet, unb bie begeisterten Zuhörer mußten mit zwei sehr beifällig aufgenommenen Zugaben belohnt werden. Auch bas Musikkorps selbst mußte sich zu mehreren Zugaben verstehen, wobei Obermusikmeister Gober u. a. mit flotten Militärmärschen aufwartete, bie ja ihre Wirkung nie verfehlen. Allgemeiner Deutscher Frauenverein, Ortsgruppe Gießen. Heber bie Berliner Tagung des Weltbundes siir staatsbürgerliche Frauenarbeit berichtete Frau Dr. S e i b in ber jüngsten Sitzung ber Gießener Ortsgruppe bes Allgemeinen Deutschen Frauenver- eins, als deren Delegierte sie an ber Konferenz teilgenommen hatte. Es war — wie man uns mitteilt — für die sehr zahlreich erschienenen Zuhörerinnen eine große Freude, auf diese Weise doch ein wenig teilnehmen zu können an den großen Eindrücken dieser ereignisvollen 2unitage. Frauen aus 43 Ländern waren in Berlin zu- fammengefommen, um das 25. 2ohresfest ber Gründung des Weltbundes zu feiern. Die Beteiligung am Kongreß und bie Teilnahme ber Bevölkerung an ben einzelnen Veranstaltungen waren höchst erfreulich. Es ist an blefer Stelle nicht möglich, näher auf all bas 2ntereffante einzugehen, was die Vortragende von ihren Eindrücken berichtete. Diskussionen über Fragen der weiblichen Polizei, der Staatsangehörigkeit der Ehefrau unb ihr Selbstbestimmungsrech t auf biesem Gebiet, der Frau als Wählerin, über das Problem der unehelichen Mütter, über die Forderung der gleichen Sittlichkeit für Mann und Frau und viele andere schwerwiegende Verhandlungen Tagung der Freunde der Technischen Hochschule. WEN. Darmstadt, 8.Juli. Die Vereinigung von Freunden der Technischen HochschulezuDarmstadt hielt hier ihre diesjährige 11. Hauptversammlung bei guter Beteiligung ab. Der Vorsitzende der Vereinigung, Professor Dr. L. Berl begrüßte zunächst die Erschienenen, dem sich im Namen der Hochschule Rektor Professor Dr. R a u anschloß. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß die Vereinigung jetzt 566 Mitglieder zählt. Einer großen Anzahl von Firmen, Persönlichkeiten und der Otto-Bernd-Stiftung wurde für Geld unb sachliche Zuwendungen lebhafter Dank ausgesprochen. Ebenso wurde der geschäftliche Teil debattelos erledigt. Neu- aewählt in den Vorstandsrat wurden Ministerialrat Löh lein, Staatsrat Hesse, Oberbürgermeister Mueller Bürgermeister Buxbaum und Direktor Dr E. Wiß (Höchst a.M.). Anschließend sprachen Reichsbahnoberrat M. F ü ch s e l (Berlin) über Schweißen im Rohrleitungs-und Stahlbau Dipl.° Jng. Falck (Siemensstadt) über „Anwendung der Lichtbogenschweißung im Maschinenbau' und Prof. Dr H e i d e b r o e k (Darmstadt) über „Technik, Wirtschaft unb Kultur". Am Nachmittag fanden Besichtigungen des Schlohmuseums, des Kekule-Jim- mers im Chemischen Institut der Technischen Hochschule unb bes Liebighauses statt. Am Abenb waren die Teilnehmer Gäste des Staatsmimsterlums und der Stadt Darmstadt im Orangeriegarten. Starkenburg. WSN. Bensheim, 9. Juli. Nachdem vor einigen Tagen zwischen bem Innenministerium unb ber Stadtverwaltung Verhandlungen ftattgefunben hatten, um ben ungebeckten Fehlbetrag im Haushaltsplan 1929 zu beseitigen, bie aber ohne Ergebnis blieben, befaßte sich der Stabtrat erneut mit bem Etat. Die Sprecher bcr einzelnen Fraktionen sprachen sich aber gegen jebe weitere Steuererhöhung aus, so baß der Haushaltsplan erneut abgesetzt werden mußte. Die Finanzkommssion soll nunmehr neue Vorschläge ausarbeiten, da das Innenministerium einen ungedeckten Haushaltsplan nicht genehmigt. Das amerikanische Vorbild. WSN. Rüsselsheim, 9. Juli. Die Opel- werke haben einer Reihe von Werkmeistern und Vorarbeitern ihrer Automobilbauabtei- ung den Auftrag gegeben, auf ihre Kosten eine längere Reise nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika zu unternehmen, um in Detroit die Automobilwerke ber General Motors Cooperation zu besichtigen, die dortigen Arbeitsmethoden zu studieren und ihre Einführung in den Opelwerken durchzuführen. Dch. t» inoib'o,’?"’ « LT- !"wfen. Sie -'VdEöniM L!" 8-0*8. W *«• Slug, ^intrafen m Port 3r morgens. Nmds, uflen mit Lebe! MIT™6*11« X besseres Detter er- SfÄ r&Skgt )rah; fyjjininw’Vg.S«? •r-s> »S. Ass ber Vrovknzkalhauptstabt. Dießen, den 10. 2uli 1929. Konzert der Kuban-KosaLen in der Volkshalle. Die Leitung des Schützenfestes hatte mit ber Verpflichtung der Kuban-Kosaken einen sehr geschickten Griff getan. Die große Festhalle war bis auf den letzten Platz besetzt. Das ist eigentlich nicht oerwunderlich, denn der Chor der Kuban-Kosaken hat in der letzten Zeit einen wesentlichen Erfola an Öen andern reihen können unb ist heute, was seine Leistung betrifft, dem bekannten und gefeierten Don- Kosakenchor ebenbürtig an die Seite zu stellen. Seine Ehordifziplin ist vorbildlich und die vier Stimmen in sich gut ausgealichen. Die Tenöre sind recht gut besetzt und die Bässe, die bekanntlich immer eine Hauptstärke der Kosakenchöre sind, sind auch [)icr vortrefflich und geben dem Gesamtklang, dem sich die Mittelstimmen entsprechend angleichen, eine feste unb sichere Basis. Eine vorbildliche Atemtechnik ermöglicht eine gleichmäßige schwankungslose Ton- qebuna selbst im leisesten Piano der oft langsamen und schwermütigen Sätze. Der Leiter, Leonid J w a- n o f f, versteht es ausgezeichnet, dynamische Abschattierungen wirkungsvoll zu verwenden, und der Chor wirb in feiner Hand zu einem sicher folgenden wandlungssähiaen Instrument. Die Dortragfolge wies im ersten Teil Kirchenge- sänge und im zweiten und dritten Teil weltliche Lieder auf. Gewiß wäre der Eindruck, besonders des ersten Teils in anderem Rahmen von tieferer Wirkung gewesen, als er hier zwischen Biergläsern unb im Tabakrauch, der dem Stimmklang selbstverständlich auch nicht förderlich war, sich ergab, aber dennoch war der Eindruck recht gut. Die weltlichen Lieder unb unter diesen wiederum die rhytbmisch bewegteren konnten iyre Wirkuna nicht verfehlen. Der Beifall steigerte sich von Lied zu Lieb, unb „Abendgeläute", „Der Kuckuck" unb ber „Maßholder" mußten wiederholt werden. Ein Beweis für die große Aufmerksamkeit war die absolute Ruhe bei den einzelnen Programmnummern. Den Beschluß machte ein Chor mit Solotanz und eine durch anhaltenden stürmischen Beifall verlangte Zugabe. Jedenfalls ein genußreicher Abend, für den man der Festleitung dankbar sein kann. Anschließend wurde das Programm für den Variete.Abend am Mittwoch bekanntgegeben, und dann schwang die Jugend auf der Bühne bas Tanzbein und schwingt es bei der Niederschrift dieser Zeilen jedenfalls noch. 8. Berliner Börse. B e r l i n, 10. Juli. (WTB. Funkspruch.) Nachdem sich gestern gegen Abend ohne erkennbaren Grund eine Sonderbewegung in Siemens und Reichsbank durchsetzen konnte, ist auch im heutigen Frühverkehr ein freundlicher Grundton unverkennbar. Die Um- «teit war aber wieder sehr gering, so daß das bendniveau nicht Immer ganz erhalten zu sein scheint. Nachrichten von Belang liegen nicht vor, auch Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,97, London gegen Mailand 92,76. London gegen Spanien 33,46, London gegen Kabel 4,8525, London gegen Berlin 20,3740, Kabel gegen Berlin 4,1985. Sprechstunden der Redaktion 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. & Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Schillerstraße 20), den 9. Juli 1929. Beerdigung am Donnerstag, dem 11. Juli, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. 04361 Creme Leodor Die trauernden Hinterbliebenen: Klein-Linden, den 8. Juli 1929. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 11. Juli, nachm. 3 Uhr statt. 04378 Zahnanl Br. Scholl verreist bis 1. August 5959D (Br. Fenster I Schneiderin, 5 Jahre als 1. Gehilfin tätig und Rolladen neroefen, empfiehlt verkaufen. [ >496? 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Bergen, Löberstr. 7 I, I ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Ich nehme die von mtrauSgesprockenen beleidigenden Neuste- rungen gegen Frau Rösenbeck, Lich, mit grostem Bedauern zurück. 04359 Ida Albobn, Lich (Cberb.i. ▼▼▼▼▼▼▼▼▼▼▼▼ Nehme hierdurch die gegen Paulus Schneider IV. von Steinbach ausge- sagte Beleidigung mit Bedauern als unwahr zurück. W!ni Steinbach, den 8. Juli 1929 AmiaFriedttch Sonntagnachm.ane. Bank amLutherberg SdjirmJSn. Abzug. g.Belohnung «aas Blolchstr. 25 II. [Vermietungen | Neue Wohnung 5 Zimmer, Küche, Nähe GiehenS sofort zu uerimeten. Schr. Angeb. u. 04358 an den Gien. Anz. erb. 2 gul möbl. Zimraer (Wohn- u. Schlafz., m. 2 Bett.), m.Kücheu- benuvung zu verm. Zu er fr. i. d. Geschst. d. Giest. Anz. 04364 2 biqB? Simmet in:bester Geschäftslage iSelterSweg), für Bureauzwecke geeignet, zu verm. Schr. Ang. ii. 5966D an den Giest. Anz. | Verkäufe | Haus mit gutgeb. Wirtschaft, gr. Saal,Garten in gr. Ort Nähe Giestens b. kl. Anz. billig z. verk. 04386 J, Baer, Ostanl. 29. 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Von Hessens Hauptstadt ins Weserland Kulturfilm Hoteigeheimnisse Die Abenteuerin von Biarritz Die Geschichte einer opfermutigen Liebe Gieben Wegen Neuordnung und Katalogisierung der Bibliothek müssen sämtl. entliehenen Bücher am Donnerstag, dem 10. Juli 1929, zurückgegeben werden. Wieder^Eröffnung voraussichtlich am 1. Oktober 1929. Auf der Bühne: Mc.Gallant Bros Equilibristic in höchster Vollendung nicht, denn dadurch wird Ihre Ferienzeit besonders wertvoll I Größte Auswahl hat Photo - Winterhoff Kreuzplatz 9. Freitag abend 7 Uhr Unterricht! 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Lichtspielhaus Heute letzter Tag: Harry Liedtke in Der lustige Witwer Ab Donnerstag bis einschließl. Sonntag, 14. Juli: Magda Sonja 4 Vie Helden an derSpritze Lustspiel s.Deuligs Wochenschau Das Neueste aus aller Welt 5952C in Träum o-vi W r hatte v°Vdeii la"! ZA ent®“"’ , fl. Probleme l°9“ 3*® flammet 3» " neien 2^* Me Frage der ■ err Emil Koch (Gießen), dabei den Wk-rt des Liedes als deutsches Volksgut hervorhebend, das zu pflegen und vor unreinen Einflüssen zu bewahren, Aufgabe des Männergesanges sein müsse. Am Sonntagmittag bewegte sich ein stattlicher Festzug durch die Ortsstrahen, an dem sich neben den Ortsvereinen 14 auswärtige Gesangvereine beteiligten. Auf dem Festplah begrüßte der Vereinsvorsitzende im Anschluß an das unter Leitung des Dirigenten, Lehrers Rohde (Marburg), von der Sängervereinigung gesungene Degrühungslied die Festteilnehmer. Bürgermeister Schmidt sprach den Willkommengruh für die Gemeinde aus und beglückwünschte den 3ubelverein, dabei mit an- Nun ist es Mittag unb eine panische Helle in ber Luft. Die Bucht, aus ber mein Boot ins Freie trat, zeigt keinen Menschen, nur fern ben Wald. Aber ich höre Gelächter babenber Frauen, Kinberrufe, vorn unsichtbaren Dorf her ben Hahn krähen. Ich lege ben Anker aus unb will langsam vom Ranbe bes Kahnes aus ins Wasser gleiten. Die Füße tauchen ein. Es kühlt unb ist hoch von ber Sonne leicht gewärmt. Eine rote Libelle setzt sich blitzenb auf meine Schulter, ihre Flügel sirren wie Propeller. Derschwunben ist sie. Ich blicke ihr nach, boch bie Sonne flimmert zu stark, bas Auge er» mübet, nichts ist zu sehen außer glitzernber Flut. Unb aus Trägheit lasse ich mich fallen. Wie ich nun auf bem Rücken schwimme, sehe ich nichts als ben Raum, zwei, brei winzige weiße Wolken in ihm; sie gleichen zerfließenben Schneebällen. Ein Wölkchen wie jenes hoch oben schenkte ich einst einem Mäbchen, als wir roanberten. Viele waren am Himmel, sie brauchte sich's nur auszuwählen, unb sie wählte eine kleine, süße Kinberwolke unb schaute hinauf zu ihr. Dann blickte sie roieber auf ben Weg unb ich auch, unb mir gingen weiter ... Das war im ©üben, weit fort von hier. Unb nun, wie ich im Wasser biefes nörblichen Sees liege, überfällt mich jenes Bilb mit einem Sprunge bie Dinge verschwimmen ineinanber, bas Gewesene tritt geisterhaft in bie Gegenwart. Ich blicke um mich: ba flimmert bie Sonne auf winzigen Wellen. Da schwimmt mein Kahn. Unb immer noch ist bas Gelächter babenber Frauen hörbar, aber zwischen mir unb ihnen liegen viele Buchten. Sonnenwenbe ist lange vorüber, bie Tage sinb reif wie Aehren. Es hat geregnet, unb nun sinb bie Wolken von einer unsichtbaren Hanb fortaefdjoben worben, ber Himmel ist grün mit violetten Gebilben, Träumen, Drachen, ein magischer unbeweglicher Himmel, ber ruhig im bunflen Wasser sein Antlitz spiegelte. Die Frösche quarren wie im Mai, das bedeutet wohl, daß dies Wetter nicht halten wirb. Freuen wir uns benn ber stillen, warmen Stunde, freuen wir uns des Abends, der unmerklich in die Nacht eintaucht. Ein Jüngling und ein Mädchen stehen auf dem kleinen Bootssteg, silhouettenhast, doch ich weiß, daß ihr Haar kupferfarben ist und ihr kluges Gesicht braun mit vielen Sommersprossen. Sie hat seinen Arm genommen und weist, leicht an ihn gelehnt, mit dem Kopf nach oben: da ist ein smaragdener Stern aufgegangen. Und dann sehe ich den Jüngling ein Boot vom Steg lösen, und sehe, wie er ihr die Hand reicht unb sie einsteigen läßt. Er folgt ihr unb stößt mit dem Ruder das Boot in die See. Ich höre das gleichmäßige Eintauchen der Schaufeln in bas mattschim- mernbe Wasser. Ich folge ihnen mit ben Augen, sehe sie sich entfernen, sehe, wie er bie Riemen hebt und nach oben blickt. Und ich höre ihre Stimme überm Wasser, aber was sie sagen, kann ich nicht verstehen. Ich setze mich auf eine Bank am Wege und denke an ben seltsamen Traum: Ich sah mich mübe von langer Wanberung an einem unbekannten Weiher. Eine farblose Stunbe, nicht Morgen, nicht Dämmerung. Da überkam mich eine Lust zu schwimmen und zu tauchen, wie ich als Kind getan. Und ich schaute mich um, ob niemand mich beobachtete; keiner war da, aber ich erkannte eine öde Urlandschaft, wie ich sie in Büchern über die Entstehung ber Erbe abgebildet gesehen und mich ergriff Angst vor geheimnisvollen Tieren. Doch kein Tier war weit und breit. Zugleich aber sah ich es unter mir im Wasser sich bewegen und bückte mich und erkannte ein fremdes, böses Gesicht im Wasser und erschrak und riß mich zurück, denn ich wußte, es war mein Spiegelbild, das ich da gesehen hatte, und ich war ein Fremder geworden und war in eine fremde Hülle gefahren, die ich nicht kannte. Dies war der Traum. Ich grübelte über feine Bedeutung und war unruhig. Die Tiefe der Welt trat in mein Bewußtsein, und der abendliche See hatte etwas Drohendes und Fernes. Es verstreicht eine lange Zeit. Ich höre Schritte. Der Jüngling und das Mädchen gehen Arm in Arm an mir vorüber. Ich kann ihre Gesichter nicht erkennen, denn es ist über meinen Träumen Nacht geworden. Velhagen & Kinsings Monats- äußert: „Untersuchungen an Münchner ließen zunächst zwei Gruppen unterschei- sid) am auffälligsten durch ihre Unter- uptstadt ins ler Spritze mnisse ON Biarritz mul'Oen Liebe schau iste aus aller Welt 5952C Gallant Bros Vollendung l6d«kein: 96 Witwe, onja in 6.1, W id Katalogisierung sämtl. entliehener . dem 10. M 1929, i. Wieder'Er Öffnung Oktober 1929. Der Bibliothekar '"fifSS* 1tevonMlDlmax6C10ä[) Rfaflduog10^ v auch - odd‘*a f.1“ ?eCen.,1 ipothe Giganten gibt. So besitzt der Haupfftern im Bilde des Bootes, Arctur, den erstaunlichen Durchmesser von 45 Millionen Kilometer, gleich 0,3 der Entfernung Sonne — Erde, die 149,5 Millionen Kilometer beträgt, und gleich dem 32fachen Durchmesser unserer Sonne. Noch größer ist der Haupfftern im Stier, Aldebaran, der einen Durchmesser von 55 Millionen Kilometer aufweist. Doch diese Werte erscheinen klein gegenüber den fabelhaften Ausmaßen einiger anderen Sterne. Der hellste Stern im Skorpion, Antare, ist eine Riesenkugel von 230 Millionen Kilometer oder 1,54 Entfernung Sonne — Erde. Innerhalb seines hohl gedachten Raumes hätten also mit der Sonne die Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars in ihrem wahren Abstande von der Sonne Platz; denn die mittlere Entfernung des Mars von der Sonne mißt nur 288 Millionen Kilometer. Aehnliche Dimensionen besitzen auch die Riesen Alpha im Herkules und Gamma in der Andromeda. Aber sie alle werden noch in den Schattön gestellt durch zwei weitere Sternungetüme, den hellen Stern Beteigeuze im Orion und den Stern Mira im Wal« lisch. Beide sind offenbar außerordentlich lockere glühende Gasbälle. Der Durchmesser beträgt bei Beteigeuze 396 Millionen Kilometer oder 2,65 Sonnenabstände, und bei Mira, dem bis jetzt bekannten größten Fixsterne, 493 Millionen Kilometer oder 3,30 Sormenentfernungen. In bezug auf die Masse sind dagegen den Sternen weit engere Grenzen gezogen. Während die Masse der kleinsten selbstleuchtenden Zwerge etwa der der Planeten Uranus oder Neptun, d. h. rund einem Zwanzigtausendstel der Sonnenmasse oder ten nicht jedesmal zurufen muhte, wie er die Weichen für Len nächsten Wagen oder die nächste Wagengruppe zu stellen hatte, schrieb man vorher die Ziele der Wagen auf einen Verschiebezettel und gab diesen dem Stellwerkswärter. Dieser wußte also genau, wie er die Weichen nach dem Ablaufen eines Wagens für den ft>l- genden zu stellen hatte. Aun laufen aber die Wagen nicht gleich schnell vom Ablaufberg herunter: Beladene laufen schneller, die Reibung der Achsen spielt natürlich eine Rolle und auch der Wind; bei Gegenwind laufen sie langsamer, bei Rückenwind schneller. Ferner muß noch berücksichtigt werden, dah die Wagen nicht zu weit laufen dürfen, wenn das Gleis, in dem der neue Zug gebildet wird, schon ziemlich voll ist. Da half man sich nun dadurch, daß man kurz vor dem Anprallen des Wagens auf den stehenden Teil des neuen Zuges einen Bremsschuh auf die Schienen legte und so den Wagen rechtzeitig zum Stehen brachte. Diese Art des Verschiebebetriebes war sicher schon ein großer Fortschritt; aber sie war doch noch ziemlich roh und ging für große Derschiebe- bahnhöfe immer noch zu langsam. Man hat deshalb nach neuen Mitteln gesucht, den Verschiebebetrieb weiter zu beschleunigen und zu verfeinern. Das Ergebnis dieser Bemühungen hat man im Derschiebebahnhof Hamm zum größten Teil durchgeführt. Die Deutsche Reichsbahngesellschaft gab kürzlich der Technisch-Literarischen Gesellschaft Gelegenheit, diese Einrichtungen und ihr Wirken auf dem Derschiebebahnhof Hamm zu besichtigen, in dem die Wagen arte dem Rheinisch-Westfälischen Industriegebiet zusammenströmen und zu neuen Zügen zusammengestellt werden. Dieser Bahnhof hat drei Ablaufberge, nämlich zwei für die aus dem Industriegebiet ausfahrenden und einen für die zurückkehrenden Wagen; mit diesen drei Ablaufbergen wird die ganze Arbeit geleistet, da über jeden Berg täglich 5000 Wagen ablaufen können, gegen 2500 bei früheren ähnlichen Anlagen. Dieser große Erfolg, durch den ungeheure Summen für andernfalls notwendige Dahnhofserwei- terungen gespart werden, ist im wesentlichen durch die selbsttätige Meichenstellung erzielt worden, und das ist so: Wie wir gesehen haben, gabelt sich das über den Ablaufberg führende Gleis hinter diesen Berg in viele Gleise (Bild 1), in denen die Züge für die neuen Zielbahnhöfe zusammengestellt werden. Run bekommt der Stellwerkswärter seinen Verschiebezettel, und zwar in Hamm durch eine Rohrpost. Aach diesem Verschiebezettel stellt er nun die Weichen für die Zerlegung des ganzen Zuges. Sie werden einwenden, verehrter Löser, daß dies unmöglich ist. da er sie natürlich nur für den ersten Wagen stellen kann, und damit haben Sie auch recht; aber ich habe auch recht. Er stellt sie nämlich doch alle vorher, aber diese Weichenstellungen gelangen nicht bis zu den Weichen, sondern werden vorher in einer Speichervorrichtung im Stellwerk abgefangen und liegen gewissermaßen dort auf Gis, bis sie an die Reihe kommen. Wenn nun der erste Wagen über eine Weiche gerollt ist, so fragt diese beim Speicher an: -Wie muß ich für den zweiten Wagen stehen?", ber Speicher sagt es ihr, und was er ihr sagt, das tut sie. Die Tlmstellung der Weichen erfolgt dabei durch Druckluft, die durch ein vorn Speicher auf elektrischem Wege an die Weiche gegebenes Kommando zur Wirkung kommt. Das geht nun so schnell, daß die Lokomotive den zu zerlegenden Zug einfach langsam über den Ablaufberg schieben kann. Wenn dann die vordersten Wagen auf den abfallenden Teil kommen, laufen sie schneller und gewinnen dadurch den erforderlichen Abstand von einander. Geht es zu schnell oder zu langsam, so benachrichtigt das Stellwerk den Lokomotivführer auf funken- telegraphischem Wege über eine Rahmenantenne vor dem Lokomotivschornstein mit Morsezeichen, die ihm ein im Führerstand stehender Lautsprecher in Gestalt von langen und kurzen Tönen zuruft. Aun könnte es trotzdem Vorkommen, daß zwei Wagen zu schnell hinter einander herlaufen, so daß eine Weiche für den zweiten Wagen erst umgestellt würde, wenn er mit den Vorderrädern schon darüber hinweg ist, mit den Hinterrädern aber noch nicht; dann würde er natürlich entgleisen und so — abgesehen vom Sachschaden — das Geschäft auf lange Zeit aufhalten. Damit dies nicht Vorkommen kann, sind die beiden Schienen an der Weiche elektrisch von einander isoliert. Gin darüber rollender Wagen verbindet sie nun leitend. So lange dies der Fall ist, kann die Weiche nicht umgestellt werden. Sie stellt sich erst um, wenn der Wagen dem Sechzehnfachen der Erdmasse entspricht, weicht die normale Masse der Sterne im allgemeinen nur wenig von der Sonnenmasse ab, ebenso übertrifft die Masse der Riesen diese zumeist nur wenig. Die obere Grenze reicht etwa so weit, wie sich innerer Gasdruck und Schwerkraft die Waage halten, d. i. bis zu 30 bis 50 Sonnenmassen. Vorwiegend kennt man heute nur die Massen von Doppel ft er« neu, aus deren Bahnelementen man sie sicher berechnen kann. Der uns nächste Fixstern, Alpha, im südlichen Sternbilde des Centauren, besteht aus einem Hauptkörper von 1,1 Sonnenmassen und aus einem Begleiter von einer Sonnenmasse. Schwerer ist das Dinärsystem des Sirius, des hellsten aller Fixsterne nach Größenklassen; fein Hauptkörper besitzt die 2,4fache Sonnenmasse und dessen Begleiter gleicht an Masse unserer Sonne. Zu den Riesen gehören schon die Sterne Beta und Alpha im Fuhrmann, von denen der erste aus zwei Körpern von 2,4 und 2,3 der letzte, Capella, aus solchen von 4,2 und 3,3 Sonnenmassen gebildet wird. Gigantisch überragen die angeführten Sterne u. a. der Stern Xi in der nördlichen Krone mit 26 und der Stern Beta im Delphin mit 46 Sonnenmassen, und ein schwacher Doppelstern in Einhorn setzt sich zusammen aus Körpern von 87 und 73 Sonnenmassem Der spektroskopische, im Fernrohr also nicht trennbare Doppelstern V im Schützen soll sogar 260 Masseneinheiten enthalten. Das erstaunlichste Mas- sensystem entdeckte in jüngster Zeit O. Struve in dem Stern 5. Größe Nr. 27 im Großen Hunde. Nach den bisherigen Beobachtungen scheint dieses aus zwei zusammengehörigen Doppelsternen, d. h. aus vier Körpern, zu bestehen, für deren Gesamtmasse de Rechnung mehr als 1000 Sonnen» massen ergibt; bei gleichmäßiger Verteilung des Stoffes würde daher jeder der vier ungeheuren Weltkörper reichlich 250 mal so schwer fein als unsere Sonne. KegS auch 5 6a»<"t geb st- W %;rö eir tvcütt DA0 lö urfoi Lfj ist jungen roh uruL hr-r flnÄ öt S- /A ßreft Mwursvo SHe äußere E I»« gezeichnete -c rechts davon Rad mitgeni M t«0* fliegt am ö heraus, wat man sich so außen und ■ flache Eilen! etwas überr den unteren den können, so bremst ih mit denen er der Gleisbren der richtigen Vie Beamten naue Schähun der Wagen. Aeichsbahnrat der Dorfühn Erläuterungen Amerika, Holl seine Bremse ivendung sich Mi der Te schassung not Die eine ruft auch dn des Schlacht laufberg mi ein Wann Ml; aber bei ber Je, bat gtüdlific bemühter M DeichSbahnob muh, eine ie Weise gelost lich fehlt den einer selbstil sammenstohe sind aber t allen europc namentlich i land auch a; Engländer u gut eine deu ten ja dann - nein, da- nicht! Ami * Tiehen auf Trund c sprechend dem wn Tronspor bahn mit elefti (“ Men, info Urahe ihm »enbahn Miauchen ei onzuhaltrn, ( b°r dem feinem n «Otto s ft . r oen soi. «“teita n«wfel* ^r Dind Ä S' S'Ää*Ä ‘S»W ! ’S. Sa tof8„9ebi11*1 ’f’ °« ÄS >>ch «u| öie 6*,™ «turn ä* LWr S*äS ÄÄ?W* »gsa fei M1W11 Ä®Ä näm. ^iNfriegtbiet aus. 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In Hamm — und auch auf anderen Verschiebebahnhöfen — werden die Wagen, nachdem sie einige Zeit gelaufen sind, daraufhin beobachtet, wie schnell sie laufen. Vor die zu schnell laufenden wird ein Bremsschuh gelegt, der an einer bestimmten Stelle selbsttätig wieder herausfliegt Erläuterungen. Auch das Ausland — England, Amerika, Holland und die Schweiz — verwenden seine Bremse bereits. Wir wären in ihrer 'Verwendung sicher auch schon weiter, wenn uns nicht der Versailler Vertrag das zu ihrer Beschaffung nötige Geld entzöge. Wie eine neuzeitlich eingerichtete Fabrik, so ruft auch dieser Bahnhof den Eindruck der Leere des Schlachtfeldes hervor. Insbesondere am Ablaufberg mit den Gleisbremsen ist kaum noch ein Mann den Unbilden der Witterung aus- aeseht: aber abgesehen davon, ist der Eindruck bei der Besichtigung der gewesen, dah durch das glückliche Zusammenarbeiten mehrerer ziel- bewuhter Männer, unter denen insbesondere auch Reichsbahnoberrat Wagner genannt werden muh, eine technische Aufgabe in mustergültiger- Weise gelöst worden ist. Eine Krönung freilich fehlt dem Werk noch, das ist die Einführung einer selbsttätigen Kupplung, bei der sich zu- fammenstohende Wagen selbsttätig kuppeln. Dazu sind aber langwierige Verhandlungen zwischen allen europäischen Staaten erforderlich, die wohl namentlich deshalb schwierig sind, weil Deutschland auch auf diesem Gebiete führend ist: Denn Engländer und Franzosen können natürlich nicht gut eine deutsche Kupplung einführen: sie mühten ja dann zugeben, dah die Deutschen . . . . — nein, das geht natürlich vorläufig wirklich nicht! Amtsgericht Gießen. * Gießen. 2. Juli. Ein Chauffeur wurde auf Grund einaehender Beweisaufnahme entsprechend dem Inhalt der Anklage überfuhrt, den Transport auf einer Eisenbahn (Strahen- bahn mit elektrischem Betrieb) in Gefahr gebracht zu haben, indem er anstatt einen in der Bahn- yofstrahe ihm entgegenfahrenden Wagen der Straßenbahn links zu überholen, bzw. bei dem Auftauchen eines Hindernisses einstweilen links anzuhalten, bis der Wagen die Weichenstelle vor dem Bayerischen Hof verlassen hatte^ ihn mit seinem nach dem Bahnhof fahrenden Kraftwagen rechts zu überholen versuchte und dadurch einen Zusammenstoß mit dem Wagen der elektrischen Bahn verursachte. Die Situation wurde hauptsächlich durch die Aussagen von Augenzeugen geklärt, die in sehr bezeichnender Weise bekundeten, der Angeklagte habe es noch „packen" wollen, d. h. der Chauffeur wollte, bevor der Wagen der elektrischen Dahn aus dem Kreuzungsgleise in das Hauptgleis gelangt war. durchaus noch zwischen dem Wagen und den Bordsteinen des rechten Fußsteigs hindurchfahren. Das gelang ihm nicht: er kollidierte mit ihm und richtete einen allerdings unbedeutenden Sach- chaden an. Den Wagenführer, der an das Schienengleis gebunden ist, traf kein Verschulden: ihm stand das Dorfahrtsrecht zu; er hdtte auch vor dem Verlassen der Weiche Signal gegeben. Als er sich von der Haltestelle an dem „Bayrischen Hof" aus in Bewegung setzte, war der Autoführer so weit von ihm entfernt, daß dieser recht wohl noch die der Situation entsprechenden Maßnahmen treffen konnte. Er mußte auch auf alle Fälle mit der alsbaldigen Weiterfahrt des Wagens der elektrischen Bahn von der Haltestelle aus rechnen. Eine Geldstrafe erschien zur Sühne ausreichend. Wirtschaft. Die Erleichterung am Geldmarkt. In Erwartung einer ziemlich raschen Verflüssigung des Marktes hatten die Danken am Ultimo bei der Reichsbank in der Hauptsache nur kurzfristige Wechsel rediskontiert, von denen - inzwischen bereits größere Beträge fällig waren. Da außerdem die Lombards weitgehend abgedeckt wurden, zeigt der Reichsbankausweis vom 6. Juli bereits deutlich die Gelderleichterung. Im einzelnen gingen die Bestände an Wechseln und Schecks um 154,9 Millionen auf auf 2688,1 Mill. M., die Lombardbestände um 114,4 auf 79,8 Mill. Mk. und die Bestände an Reichsschahwechseln um 47,7 auf 110,4 Mill. Mark zurück. Demgegenüber sind an Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen 250,3 Mill. Mk. aus dem Verkehr zurückgeflossen. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen zusammen haben um 91,4 auf 2363,4 Mill. Mk. zugenommen, davon die Goldbestände um 83,0 auf 1994,5 Millionen Mark. Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 39,5 Proz.- in der Vorwoche auf 43,4 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 47,0 auf 51,3 Proz. Das Zurückströmen der Deckungsmittel, das allem Anschein nach noch fortdauert, ist offenbar die Reaktion auf die krisenhafte Zuspitzung während der Pariser Verhandlungen. Dazu kommt, daß die deutsche Handelsbilanz gegenwärtig ziemlich ausgeglichen ist. Bei einem Anhalten des Rückstroms der Deckungsmittel rückt daher die ®e- sahr einer neuen Diskonterhöhung in immer weitere Ferne. Kreditabkommen zwischen Waggonbau und Reichsbahn. Zwischen der Wagenbau-Vereinigung und der Reichsbahn ist nunmehr das wiederholt erörterte Kreditabkommen perfekt geworden, nachdem die Verhandlungen der Wagenbau-Vereinigung mit dem Dankenkonsor- tium zum Abschluß gelangt sind. Die Höhe des Kredites ist in dem Kommunique zwar nicht angegeben, doch dürfte es sich, ba Die bisherigen Meldungen unwidersprochen geblieben sind, um Bestellungen für den Wagenbau im Werte von rund 1OO Millionen Mark handeln. Das Ab- tommen bedeutet, daß sich die Waggonin- dustrie bereit erklärt hat, der Dahn den Gegenwert von Aufträgen von rund hundert Millionen Mark zu stunden, bis eine Abdeckung des von der Industrie eingeräumten Kredits durch Beschaffung von Anleihemitteln seitens der Reichsbahn ermöglicht wird. In welcher Form die Industrie die Mittel-Beschaffung vornimmt, bzw. vorgenommen hat, ist noch nicht bekannt, es ist jedoch anzunehmen, daß die Finanzierung des Auftrags von den hinter den einzelnen Werken stehenden Banken stattfindet, daß also von diesen diejenigen Mittel bercitgestellt werden, die zur Ausführung des entsprechend ihrer Quote auf die Unternehmungen entfallenden Auftraganteils notwendig sind. Die Danken werden den Abschluß um so lieber getätigt haben, als es sich bei den Reichsbahnbestellungen um ein unbedingt gewinnbringendes Geschäft handelt, das die finanzielle Lage der Waggonfabriken nur zu bessern vermag. erst Frankfurter Börse. un- die • Süddeutsche Holzindustrie 21.-®., München. Die Generalversammlung genehmigte den Abschluß mit 12 v. H. Dividende und beschloß Erhöhung des Aktienkapitals von 5 Millionen Mark, um bis zu 3 auf bis zu 8 Millionen Mark unter Ausschluß des gesetzlichen Dezugsrechtes der Aktionäre. Zunächst wird eine Erhöhung um 1,5 Millionen Mark durch Ausgabe von 1500 auf den Inhaber lautender Stammaktien über je 100 Mark durchgeführt. Die neuen Aktien werden zum Kurse von 110 v. H. ausgegeben und sind ab 1. Januar 1929 dividendeberechtigt. * Investmenttrust unter Beteiligung der Deutschen Bank. Zu den an der Börse umlaufenden Gerüchten, wonach ein amerikanischer Investmenttrust unter Beteiligung der Deutschen Bank gegründet worden sei. erfährt WTB.-Handelsdienst von genannter Seite, daß die Gerüchte insofern zutreffend seien, als es sich dabei um Anlagen in europäischen Effekten handele. Die Höhe des Kapitals stehe aber noch nicht fest. Rähere Einzelheiten sind r? Anfang nächster Woche zu erwarten. Letzte Nachrichten. Neuer Gprengstoffanschlag in Schleswig-Holstein. Hamburg. 10. Juli. (WTV. Funkspruch.) Rach einer Meldung aus Riebuell ist dort heute früh auf das Wohnhaus des Landrats Skalweit ein Spreng ft offanfchlag verübt worden, durch welchen eine Wand des Hauses zum Einsturz gebracht wurde. Personen sind anscheinend nicht zu Schaden gekommen. Don den Tatern fehlt jede Spur. Die behördliche Untersuchung der Angelegenheit ist sofort ein- geleitet worden. Warenschmu "gel in Wilna. Warschau. 10. Juli. (WTD. Funkspruch.) In Wilna sind große Betrügereien durch Zollschmuggel verüb! worden. 11 Zollbeamte und Kaufleute wurden verhaftet. Frankfurt a. M.. 10. Juli. Tendenz: einheitlich. — Im Dormittagsverkehr war Stimmung freundlich, da die Aufwärtsbewegung in Siemens und Rcichsbank anhielt. Die Umsätze waren aber ziemlich minimal, da Anregungen und Aufträge fehlten. Auch später, zu Beginn des offiziellen Marktes, war kaum eine Vermehrung der Orders festzustellen, so daß die Börse zu einer großen Lustlo- sigkeit und Zurückhaltung veranlaßt wurde. Das Geschäft bewegte sich daher wieder in den engsten Grenzen. Auch von einer Beteiligung des Auslandes, sowie der Bankkundschaft war kaum etwas zu bemerken. Die Kulisse schritt deshalb in verschiedenen Fällen zu Abgaben, so dah gegenüber der gestrigen Abendbörse die Kursentwicklung ziemlich uneinheitlich war: eine gewisse Widerstandsfähigkeit war aber unverkennbar. Rur in Siemens war die Umsatz- zu billigerem Preise von Prooinzseite konnte nur chwcr untergebracht werden. Die Preise wurden mit Ausnahme von Roggen und von Roggenmehl hiervon kaum berührt. Weizenkleie lag ebenfalls etwas schwächer. Tendenz: still. — Es wurden notiert: Weizen 26.25, Roggen 23.25—23.50, Hafer (inl.) 23.25—23.50, Mais 21.50—21.75, Weizenmehl 38—38.25, Roagenmehl 31.75—32.25, Weizenkleie 11.75, Roggenkleie 13. Dundfunkprogramm. Donnerstag, 11. Juli. 6.30 Uhr: Moraengymnastik. 12.30: Schallplattenkonzert: Aus Werken von Joh. Brahms. 17.35 bis 18.35: Nach Köln: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Lesestundc. 18.30 bis 18.50: Bon Kassel: „Grundelemente künstlerischer Gestaltung der Gegenwart", Vortrag von Dr. van Kempen, Dozent für Kunstgeschichte und Vorstand des Kulturwissenschaftlichen Seminars an der Gewerbe- Hochschule Köthen. 18.50 bis 19.10: „Die Wiener Genesis und ihre Wirkung auf die kunsthistorische Forschung: II. Die kunstgeschichtliche Forschung von Winckelmann bis Burckhardt", Vortrag von Alfred Conradi. 19.10 bis 19.30: „Anagramme", Vortrag von Dr. Diilberg. 20 bis 21: Vom Deutschhaussaal Aschaffenburg: Konzert der Städtischen Singschule Aschaffenburg. 21: Wiederholung: Schnatter in der Sommerfrische. Freitag, 12. Juli. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 12.15: Schallplattenkonzert: Orchesterkonzert des Philadelphia Sym- phoNie-Orchesters. 15.05 bis 15.35: Stunde der Ju- gend: Aus der Technik des Alltags, vorgetragen von Mittelschullehrer Hans Rößler: „Der Staub". — Für Kinder vom 10. Jahre ab. 16.35 bis 17.15: Hausfrauen-Nachmittag veranstaltet v. Frankfurter Hausfrauenverein. 17.15 bis 17.45: Vortragszyklus des Frauenverbandes Hessen-Nassau und Waldeck: „Was bedeutet die Frau in der Kommunalvertre- tung?". Dortrag v. Direktorin Lill, Frankfurt a. M. 17.45 bis 18: Don Stuttgart: Nachmittagskonzert aus dem Stadtgarten. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.35 bis 18.45: „Reifeeindriicke aus Lissabon und Madeira", Vortrag von Mathilde Meißel. 18.45 bis 19.05: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs. 19.05 bis 19.25: Briefkasten. 19.25 bis 19.45: Ste- nographischer Fortbildungskursus (Diktat von 60 Silben aufwärts). 19.45 bis 20.05: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 20.05 bis 20.15: Film-Wochenschau. 20.15: Von Stuttgart: Das Leben für den Zaren, Oper in vier Akten mit Epilog, Text von Baron Rosen. V Samstag, 13. Juli. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 13.15: Schallplattenkonzert: Buntes Programm. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Aus dem deuschen Lederkranz, Liedervorträge Frankfurter Schulen: Diesterweg- schule, Ginnheim. Mädchenchor unter Mitwirkung der Schülerkapelle — Leitung: Lehrer Karl Jung. 16.15 bis 18: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 19: Die Stunde des Arbeiters: „Was will die Stunde des Arbeiters?", Vortrag von Arbeitersekretär Misbach. 19 bis 20: Dom Städtischen Saalbau Darmstadt (anläßlich des Zweiten hessischen Sängerbundesfestes): Konzert des Chors der Städt. Musikhochschule Mainz. 20 bis 20.30: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Metalloeredlung", Vortrag von Dr. Robert Kahn, Edenkoben. 20.30 bis 21: Vom Städtischen Saalbau Darmstadt (anläßlich des Zweiten hessischen Sängerbundesfestes): Konzert der Vereinigten Männerchöre. 21 bis 22.30 heiterer Abend Senff-Georgi. 22.30 bis 23.30: Konzert des Rheinischen Kornettquartetts. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. tätigteit etwas lebhafter, bei einer Besserung von 1 Proz.: auch die übrigen Werte dieses Marktes lagen durchweg leicht erholt. Stärkeres Interesse bestand noch am Montanmarkt für Rheinische Braunkohlen mit plus 2.5 Proz., sonst waren hier zumeist leichte Rückgänge zu verzeichnen, nachdem schon gestern die Rachsrage nach diesen Werten stark nachgelassen hatte. Gut gehalten eröffneten Rheinstahl; Harpener mit minus 1,75 Prozent waren stärker gedrückt. Am Chemie- markt ließ die Umsahtätigkeit immer noch viel zu wünschen übrig. Farben lagen schon zur ersten Rotierung vernachlässigt, doch trat hier später eine geringfügige Erholung ein. Deutsche Erdöl bis 1 Proz. schwächer. Dankwerte lagen uneinheitlich, die Verluste und Gewinne hielten sich hier die Waage. Am Schiffahrtsmarkt war die Haltung geteilt. Hapag waren etwas nachgebend, Rorddeutscher Lloyd, die schon gestern freundliche Tendenz hatten, Plus 1,5 Prozent. Salzdetfurth plus 1 Prozent. Etwas gefragt waren noch Süddeutsche Zucker und Vereinigte Glanzsiofs. die bis 1,5 Prozent anziehen konnten. Renten still. Deutsche und Ausländer etwas schwächer. 3m Derlaufe war das Geschäft in einigen Werten etwas lebhafter bei allgemein kleinen Besserungen. Besonders Farben mit pluS 1,5 Prozent fielen auf. Doch bestand bald wie- .6er Realisationsneigung, und die Gewinne wurden teilweise wieder eingebüßt. Zum Teil lagen die Kurse noch um Bruchteile eines Prozentes unter Anfang. Siemens z. D. gaben 1 Prozent nach. Farben konnten ihren erzielten Gewinn halten. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7,5 Prozent unverändert Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1979, gegen Pfund 20,397, London gegen Kabel 4,8550, gegen Paris 123,94, gegen Mailand 92,75, gegen Madrid 33,45, gegen Holland 12,0785. Frankfurter Pferdcmarkt. Frankfurt a.M., 9. Juli. Dem gestrigen Pferdemartt wurden insgesamt nur 480 Pferde, sowie einige Fohlen und Maultiere zum Verkauf zugeführt. Leichtere Gebrauchepferde wurden glatt gehandelt, ebenso Schlachttiere, welche im Preise anziehend waren. In schweren Arbeitspferden war der Handel schleppend, Luxuspferde wurden — abgesehen van einigen Wagenpferden — überhaupt nicht umgefetzt. Die Preisnot'.erungen deckten sich mit denen im Vormonat. Franks:: rter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 10.Juli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.") Der Produktenmarkt verkehrte heute in stiller Haltung. Die schwächeren Auslandnotic- rungen drückten stark auf die Stimmung, so daß Umsätze nur spärlich zustande kamen. Das Angebot Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Banknoten. an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlostencn Dividende den S Belgrad • Budapest. Bulgarien Lissabon . Konstantia. Athen. . . Canaba . »mft.-'Jtott. Lucu--Aires Brst.-Antw Christians. stopruhagen Stockholm - Hrlnngfors. dielten. . . London. . . Neuvork . . Paris.... Schwei; .. Spanien. Japan . . . Mo de Jan Wien in D-- Orst- abgeft Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Berlin, 9. Juli Geld Brief F-ranzosiiche 'Jioten..... 16,4:1 16,48 1 FC,26 168,94 Italienische Noten...... 22,01 22,09 Norwegische Noten...... 111,53 111.97 Deutsch ^esterr , a 100 Kronen 59,06 59,30 Rumänische Noten...... 2,489 2,509 Schwedische Noten ...... 112.23 112,67 Schweizer Noten ....... 80,66 80,98 Spanische Noten....... 60,60 60.84 Tschechoslowakische Noten . . 12,395 12,455 Ungarische Noten...... 72,89 73,19 grontsurt a M Berlin Lchluh Kurs 1 Uhi- Kur» Lchluh- Kurs Unfang- fture Datum 9.7- | 10.7. 9.7. , 10-7. Pl,iUpp Hvizinonn....... ^eioelberner \Sement .... 10 tiement ftarlitabt ...... 8 Way» & Freitag......1° Schultheis Patzenhoser ... l: Ber. Älonzstofs...... Rcllfloif Waldhos.....12 »cllHoif Aschaiienbura ... 12 iiharloneiiburgrr Wajier ... 7 Teiiauek <9a3 . . .... 8 Taiuiler Motoren ..... 0 Teutiche Majchinen-Fabrit . . 0 Adlermerle Kleoer......5 Ludw. Soeroe...... 10 9?at. Automobil.......0 Orenstein 4 Koppel.....5 Leonbard Liey.......6 Bamog-MeguM.......0 Frmits. Maschinell......6 Gritzner........- H Heyliaenstaedt . ......0 3ungbanä..........< Mamkrasnverte.......8 Mag...........10 yielariulmet........8 Perer» Union ........ 8 Gebr. Roeder ....... 10 Boigt & Haeffner......8 Süd». Zucker........8 113 180 102,75 413 248,25 163 57,5 50,25 56 70,5 11 106,5 105,13 124 122,25 114,5 220 149,9 I 1 1 Z 1 ”“13 Illi 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 " cte. • o "____________ 113,5 102 307,5 245,75 413 330 248 163 117,9 209 57,75 53 51,25 209 21 92 231 56 72,75 124 123,5 222 149 130 307 414 247,5 162 201,6 57,13 - 208 22,5 91 231^ 124,25 ivranisuN a. M. Berlin itranffuri n M. | Berstn Schlub- lkuro i-Uh> ftuie Schlug- Kurs Slnsaug Sure Schlutz. Kure ' 1 Ubr- Kure Schlug Kure I Antang- flure Datum 9-7. 10.7. 9 ?. 10 7. Saturn 9-7. 107. 9.7. I 10-7. 6% Dt. Reichsan,eche o. 1-J2- Dt. Ml.-Ablöl.-Schulv mit Aus los.-Rechien fcetgl. ohne AuSlol.-Rechte ?% Franst. Goldvf. un- tünvbar bis 1932 154% Rheinische Cno.-Cant Clou. Goldpi. S.ii.G. 6ba. BorlriegS-Obligotion. rückzahlbar 1932 <% Schwei). BundeSb.-Ani.. 1% Oesierreichijche Golbrte.. . . 4,20% Oesterr. Silberne. 4% Oesterreich, einheitl. Ohe. 4% Ungarische Wolbtie. 4% Ungarische Siaaisr. v. 1910 l'/i% öevgl. von 1913 4% Ungarische Kronenrte.. . 1% Tun. Hollanieihe v. 1911 4% Tückische Bagdadbahn-Anl.. Serie 1 ... 4% desgl. Serie 11...... l% {Rumänen convert. Rte. . . • IV,% Rumänen (BolbanL von 1913 ttllp. Deutsche Eilenbahn . . 4% bamburg-Amerila Paket ... 8 yainb.-Südam. Damvsick». . . 8 öansa Dampsschiis . . 10 Korddeuischer Lloyd.....8 ilstg. Deutsche Creditanst. . . 10 Äarmer Bankverein ... 10 Berliner Hanveldgesellsch. - 12 Sommer»- uni, Privat-Bonk 11 Darmst. u. Nationaldank 12 Deutsche Bank .....10 Diskonto-Gesestschost Ant.. - IC Dresdner Bank ... t( Äitleldeustche Sreditbaal ... 9 Ölelol Ibant.........- Neichsbant ........12 8>,25 50,9 10,4 85,75 79,5 85,5 98 29,5 2,4 1,7 23,13 1,7 7,5 8,5 113,5 127 218 185,5 279,5 173,75 159,25 163,25 328 10,4 87,5 50,9 10,5 29,9 1 1 1 1 1 1 1 1 •21.14.1».....• • • Bergmann....... Eiektr. Lieferungen. . . . Lickt unb SVraft - - Reiten & Guilleaume. . . Ges. s. Elektr. Untern.. . . Hanlb. Elektr. Werke . . . Rhein. ............. Schlei. Weklr. ...... TranSradio . ..... . 8 . 9 10 1' . 6 10 10 V . 8 12 . 8 10 197 158 219 219 401 173,5 197 227,75 219.5 239,5 401.5 196.9 227,75 157.5 218,5 140 219.25 142 197,75 238.5 393.65 145.5 172,5 228,25 159 218,25 140 221^ 193,75 240 402 143,6 172,25 7,25 123,4 114,75 217,75 185,75 174,5 159,25 162,6 329 23,2 20,13 1,75 7,6 7,7 7,9 17,5 123,5 158,25 114,25 127,25 130,25 217,75 185,5 279,25 173,75 158,75 163 326 l ins| i'®! i i i i i i II iR cmo r-u-> co co CM CM .— CM 09 ir> c>J Buden,;........ Deutsche Erdvl..... Essener Steinkohle^ . . . Gelsenkirchener ... L .harpener........ Hoesch Eisen....... Ilse Bergbau...... filödiictipcrle...... göln.Neueiien...... Mannesmann...... Maneselsec ••■•••• L berschte!. Eistnb. Bedarf. Lberschiei. kiokswerke. - - Phönix Bergbau..... Rheinische Braunkohlen. . Rheinsiahi . . - s-'/.Ia Niebeck Montan..... Bereinigte Stahlt». . • • Olavi Minen...... Kali Aschersleben .... ft oll Westeregeln..... Kaliwerk Salzdetfurth . . I. ®. garben-Jndustrie . . Thnamit Nobel ..... Scheideanstall...... «oldschmidt...... Nütgerswerke...... MelallgejeUschaft. .... . 5 . 6 . 8 3-4 . 6 . k . 8 . 9 . 8 . 7 . b . 6 5’Ä 10 V/i 7,2 . c 9 sh i< k 16 12 . 6 . 9 . 6 . 6 11 139 150 221,5 125 102,75 298,5 129,75 109,4 245 250,5 409 233,75 159,5 77 89,5 127,5 118,5 139 148,25 124,25 102,25 301 129.75 410 233,25 89.5 127,5 77 119,25 143 135,65 149,25 140,75 221 112,13 136,25 125 137,75 89,75 169,13 103 299,25 130,5 109,25 69,9 248,25 250,75 409,5 233,75 77 69,25 127,25 118,9 143,5 139 148 220,5 111,25 135,75 125 137,75 89 109,25 102,75 130,75 109,13 69,5 244,9 409,75 233,5 78,5 89,75 9. Juli 10. Juli Ämckiche Notierung tteld i Brie, Amtliche Notierung i^elv Briet 168,53 168,87 168.47 168,81 1,759 1.763 1,760 1.764 58,28 58,40 53,275 58,395 111,81 112,03 111,79 112,01 111,47 111,99 111,75 111,97 112,42 112,64 112.44 112,66 10,54 10,56 10,543 10,563 21,945 21,985 21,95 21,99 20,355 20.395 20,35 20.39 4,1945 4,2025 4,195 4,203 16,42 16,46 16,415 16,455 80.655 80.815 80,66 80,82 60,81 60,93 60,82 60,94 1,890 1,894 1,910 1,914 0,497 0,409 0,4985 0,4985 58,995 59,115 59,00 59,12 12,415 12,435 12,412 12,432 7,365 7,379 7.362 7,379 73,09 73,23 73.12 73,26 3,032 3,038 3,027 3,033 18,73 18,77 18,73 18,77 81,39 81,55 81,35 81.51 2,023 2,027 2,008 2,012 5,43 5,45 5,42 5,43 4,165 4.173 4.168 4,174 4,036 4.044 4,035 4.044 20,88 20,92 20,87 20,91 Berlin, 9. Juli Geld Brief ''imrrilnnnrfie Noten . . . . . 4,174 4,194 Belgische Noten 58,28 58,52 Dänische Noten ...... 111,56 112,00 Englische Noten........ 20,31 20,39 Nachdruck verboten. 23. Fortsetzung. [Schützenfest musikalische Veranstaltung des Konzertvereins tterGesangschuleFrauflr.Meyer 042JO SCHI«, wegen Aufgabe der Größen 70, 75 und 80 früher Mk.10.00 früher Mk.15.00 früher Mk. 25.00 J. B. Häuser, Gießen, Am Dswaldsgarten jetzt 4.00 jetzt 7.50 jetzt 12.50 Weiße Voll-Voile-Kleider früher Mk. 20.00, jetzt 5.00 QuaBitäts-Schuhwaren G!E8SE/V* MAUÖBURG ICT 5053A XXX.Verbandsschießen bitten die Juxplatzunternehmer und Gastwirte. 04387 Zimmer, bis Sie ab- und -wandte sich dann Hunderte von Hausfrauen haben schon die besten Erfahrungen mitihmgemacht, er wird auch Ihnen gefallen Ein Roeder ist universell, Sie können auf ihm backen, braten und kochen was Sie wollen, dabei ist er praktisch und einfach in seiner Einrichtung und außerordentlich billig begangen worden." Aber wie sollte das möglich gewesen sein? Nicht einen Laut hatte er vernommen. Er hatte gedacht, das junge Mädchen stand hinter ihm. Er wußte, sie war mit in das Zimmer gekommen, denn er hatte sie vor sich hergehen lassen. Er erinnerte sich ganz genau daran. Er erinnerte sich ebenso deutlich, daß sie sich nach der linken Seite des Zimmers gewandt hatte, während er nach dem Fenster ging, um es zu öffnen in diesem Augenblick mußte es passiert sein. und zitterte vor Auf- der beiden Beamten Große Auswahl - sehr preiswert Stiefel und Schuhe für empfindliche Füße Reform-Schuhe Während der Werbetage 5 Prozent Rabatt findet am Sonntag, 14. Juli statt. 5948V ______________ Täglich Frühschoppenkonzerte _______Tanz . Juxplatz_______ hatte die! gefaßt, die zur spar Ausdruck! solche W wirken fon bet werden man die ( Here Schick Umkehr de! Deutschen ' dieser De- Wohl sie a mancher er gewicht il); biete zu lie lich, daß , Montag, den 15. Juli, abends 7 Uhr, im Musikalischen Institut (Kollegien- gebäude 2. Stock, Zimmer 47) 5954D Tagesordnung: Jahresbericht, Kassenbericht und Entlastung des Rechners, Verschiedenes. Der Vorstand des Konzertvereins. $ttn51J Lischt rlch^ » M Stallt1111 Schuhhaus Konrad Weidemann Seltersweg 71 Er rief zu dem Mann auf dem untereil Treppenabsatz: „Haben Sie Miß Ward gesehen? „Nein, Sir. Sie ist nicht aus der Tür herausgekommen. Ich habe die Tür die ganze Zeit hindurch unter Augen gehabt." Larrh ging in den Schlafsaal zurück. Er war leer — mit Ausnahme von einem halben Dutzend einfacher, eiserner Bettstellen und einem Schrank, der an der Wand, dem Kamin gegenüber, stand. Nirgendswo ein Platz, wo man sich verbergen könnte. Ein panischer Schrecken hatte sich seiner bemächtigt, und sein Herz schlug wild: keine Gefahr, die ihn selbst bedrohte, hätte ihn mehr erschüttern können. , Er riß die Schranktür auf. Einige alte Kler» dungsgegenstände hingen an den Haken, sonst war er leer. Er warf diese heraus und schlug gegen die hintere Schrankwand. Sie war fest und unbeweglich. ( , „Haben Sie die junge Dame gefunden? fragte jetzt John Dearborn. „Nein, noch nicht", sagte Larrh schnell. „Gibt es außer der Tür noch eine andere Möglichkeit, aus dem Zimmer herauszukommen?" Der Geistliche schüttelte verwundert den Kopf. „Nein. Warum fragen Sie? — 2lch so, Sie nehmen wohl an, wir hätten hier einen Notausgang, salls es brennen sollte. Wir haben schon mal daran gedacht —" M Jo ® eins wie 34 Mi big bei Da Re So du Fc kai vo da Die b srattion der Derk beutet eit Larry war schneeweiß regung. Er rief einen zu sich. „Sie bleiben hier tm Die Eintrittspreise auf dem Festplatz sind wie folgt herabgesetzt worden: Wochentags bis 20 Uhr abends 10 Pfennig ab 20 Uhr abends 20 Pfennig Freitag, den 12. Juli: Großer Volkstag. Den ganzen Tag Eintritt 10 Pfennig. Kinder unter 14 Jahren an allen Tagen frei. Auf dem Juxplatz haben nur großstädtische Unternehmungen Aufstellung genommen. Am Sonntag Ballonaufstieg. Abends Brillantfeuerwerk. Um zahlreichen Besuch Heute abend 8 Uhr in der Volkshalle: (Mer Variete-Abend ausgelührt von Frankfurter und Wiesbadener Künstlern und Künstlerinnen. 593)0 Von16-18Uhr: Tanztee auf dem Schötzenhaus Morgen Donnerstag, abends 8 Uhr, in der Volkshalle: Großes Militärkonzert der Kapelle des Marburger Ausbildungs-Batts, unter Leitung des Herrn Musikmeister Grosse. Ein „Roeder "Herd hat sich bewährt, -Das Aufschieben des Fensters war sehr geräuschvoll gewesen und würde jeden Laut am anderen Ende des Saales erstickt haben. Aber das alles hatte sich doch so schnell abgespielt — und sie hatte das Zimmer nicht verlassen. Systematisch klopfte er die Wände ab, suchte nach versteckten Türen. Die Kokosmatte auf dem Fußboden wurde aufgerollt — nichts zu finden. Diana Ward war spurlos verschwunden, als ob ein Erdbeben sie verschlungen hätte, als ob sie sich in winzige Atome aufgelöst hätte und zum Fenster hinausgeschwebt wäre. 23. Larrh lief in dem Schlafraum hin und her, krank vor Aufregung und Sorge, beängstigt, wie er es nie zuvor in seinem 2e6en gewesen war. Bom Keller bis zum Giebel war das ganze Haus durchsucht worben, in finstere, staubige Ecken, die nicht einmal den Bewohnern des Hauses bekannt waren, hatte er hineingeblickt — aber alles Suchen, alles Fragen war umsonst. Innerhalb einer halben Stunde war um das ganze Haus ein Kordon von Beamten in Zivil gelegt und Larrh von seinem selbst gewählten Posten im Schlafsaal abgelöst worden, um anderwärts weitere Nachsuchungen vornehmen zu können. „Es gibt keine Verbindung zwischen diesem und dem Nachbarhause?" fragte er den Geistlichen. „Keine", antwortete ohne Zögern John Dearborn. „Einige Jahre zurück wurde der Lärm von der Wäscherei so störend, daß ich die Besitzer des Hauses veranlassen mußte, eine neue Mauer, eine Art Abdichtung, aufführen zu lassen, um den Schall zu dämpfen. Jetzt wird dort nicht mehr gearbeitet. Die Gesellschaft machte Konkurs, und das Grundstück wurde von einer Firma in Lebensmitteln übernommen. Soweit ich weiß, beabsichtigen die jetzigen Besitzer, die Räume der Wäscherei als Speicher für ihre Waren zu benutzen." „Das ist das schmale Haus am anderen Ende des Hofes, das über den Torweg hinweg sichtbar ist?" erkundigte sich Larry. Der Vorsteher gab eine zustimmende Antwort. Larrh ging mit einem der Sergeanten von Scotland Pard an die Tür des leeren Houses und examinierte diese sorgfältig. „Id) kann Ihnen die Versicherung geben, Sir, daß die Tür seit langer Zeit nicht geöffnet worden ist", sagte dieser. Kleber das Gitter hinweg, das einen kleinen Vorplatz abschloh, konnten sie in einen unglaublich schmutzigen Raum blicken, in dem nicht ein einziges Möbelstück zu sehen war. Mit jeder Minute, die verging, wuchs Larrhs Sorge mehr und mehr. Wenn er Diana verlieren müßte, wenn er sie verlieren sollte! MltlMt verwenden nachweisbar mit bestem Erfolg „S-Ieh icker's Kugelgelenk- Bruchband" D. R.-Pa- tent— ohne Feder, ohne Gummi, ohne Schenkelgelöst werden", sagte er . . zu dem anderen: „Sie rufen in meinem Namen Scotland Vard an und lassen sofort zwanzig Mann hierherschicken. An der Ecke von Lissom Grove steht ein Schutzmann auf Posten. Holen Sie ihn und sagen Sie ihm, er soll vor der Haustür stehenbleiben." „Was ist denn vorgefallen?" fragte Ehrw. John Dearborn ängstlich. „Das ist einer der wenigen Fälle, wo mein Gebrechen mich zur Verzweiflung bringt, weil ich fühle, daß ich nicht helfen kann.' „Vielleicht wäre es besser, Sie gingen in ihr Bureau", sagte Larry sanft. „Ich befürchte, hier ist unter unseren Augen ein Verbrechen 22. War es Vermutung? War es reine Schlußfolgerung? War es Wissen? — Diese drei Fragen schossen Larrh durch den Kopf, aber bevor er noch weitere Fragen an sie richten konnte, kam John Dearborn aus dem Zimmer des Kranken und fühlte seinen Weg die Treppe hinab. Auf dem nächsten Treppenabsatz öffnete er die Tür des Schlafraumes, den Larry schon früher gesehen hatte. Er bestand aus drei Zimmern, die längere Zeit zurück zu einem einzigen vereinigt worden waren. r._, _ Auf Larrys Instruktionen hin schlossen sich die beiden Detektive ihnen nicht an. Der eine schlenderte die Treppe hinunter und stellte sich auf dem unteren Treppenabsatz auf, der andere setzte sich auf die Stufen, die zu den oberen, kleinen Räumen führten, und wartete. „Ist es noch hell?" fragte Dearborn, als er in den Schlafraum voranging. „Noch ganz hell," antwortete Larrh. „Man hat mir gesagt, daß man von dem Fenster dort eine sehr hübsche Aussicht hat," sagte der Vorsteher und wies, ohne sich zu irren, m die Richtung des Fensters, von dem aus die Aussicht nichts weniger als malerisch war. Larrh antwortete nicht. Möglicherweise war es eine fromme Lüge, daß man von den Fenstern des Heims einen wunderschönen Ausblick hatte, und er wünschte auch nicht im geringsten die Gefühle eines Mannes zu verletzen, der so stolz von einem Blick auf sechs Dächer und einige hundert Schornsteine sprach. „Ich glaube, das Fenster ist geschlossen?" fragte Ehrw. John Dearborn. „Würden Sie es bitte für mich öffnen?" .. Larrh schob das untere Fenster geräuschvoll in die Höhe, und ein Strom frischer, klarer Luft drang in den dumpfigen Schlafraum. „Danke verbindlichst," sagte Mr. Dearborn. „Vielleicht sieht sich die junge Dame —“ Larry blickte sich um. Das junge Mädchen war nirgends zu sehen. Er ging schnell nach der Tür. und der Beamte, der vor dieser auf den Stufen gesessen hatte, erhob sich. „Wo ist Miß Ward hingegangen?" „Sie ist gar nicht herausgekommen, Sir," sagte der Mann verblüfft. „Sie ist doch mit Ihnen in den Schlafraum gegangen." Larry starrte ihn an. „Nicht herausgekommen?" wiederholte er stotternd. „Sind Sie sicher?" „Absolut sicher." ftiMg US Rietet 0 dK' 6nteuern M*? -k < Sn M ihm abc etwa nur " d h- Erhöh, auf der and in den „6|>ar| der Detrachl mehr auf A Md Arbeit chre Früchte Das Wvr §aushalisfak Wenigen 6i an btir Ust, M bedecken. E M. Auch de" Tribcki denen nach i Hausha 2*9 eine st Endpunkt r «fclonnen y leiste 2 - weil S auf d rA Land AMler Ä srA ba^ wch nA Ä 6£beuti oei ?elche ril.B 5“nn,”U Die Öl Die man sich a: Tatsache, i nicht voll । dem, ihn I lilil gilt t bell es sich auch um logische 6t Dearbeitm ein Doll der schiefe) ihm vergeb, die lebten ■ wiesen, dir Umsicht stng chrn Kreiser Derbreiteru 5949A Erst jetzt machte er sich klar, was daS junge Mädchen für ihn bedeutete. Er kannte sie noch nicht einmal eine Woche, aber schon bedeuteten all seine anderen Interessen — seine Freunde, seine Zukunft — nichts für ihn. Nur Diana zählte. Ohne jedes Zaudern würde er alle Aussichten opfern, die das Leben chm noch bot, wenn er nur einmal noch ihre Hand in der seinen halten, nur einmal noch wenige Worte mit ihr wechseln könnte. In der Gewalt des blinden Jake! Der Gedanke machte ihn taumeln. Es war zum Wahnsinnigwerden — unausdenkbar schrecklich! Mit einem Ruck nahm er sich zusammen. Er fühlte, er würde den Verstand verlieren, wenn er noch länger über diese fürchterlichen Möglichkeiten nachdächte. Er hatte jetzt keine Zeit mehr, über den Fall Stuart oder den Zusammenhang, der zwischen diesem und dem Verschwinden Dianas bestand, zu grübeln. All seine Angst; all seine Energie waren nur auf das eine gerichtet — die Entdeckung die Befreiung von Diana Ward. Larrh lletterte über den Holzzaun und durchforschte den Hof der Wäscherei, und- hier fand er die erste Spur, die ihn wieder auf die Fährte brachte. Radspuren, und noch ziemlich frisch. Die Spuren eines Motorwagens, möglicherweise von zweien. Er blickte in dem unordentlichen Hof herum und suchte nach einer Möglichkeit, wo die Wagen untergestellt sein könnten. Ein großes schwarzes Tor schien der Eingang zu einer Garage zu sein. Sergeant Harvey war ihm gefolgt und versuchte, mit einem Dietrich das Schloß zu öffnen. Nach kurzer Mühe gelang ihm das, und die beiden Tore, die auf Rollen liefen, ließen sich leicht und geräuschlos, beinahe mit einem leichten Stoß, aufschieben. „Die Tore sind erst kürzlich geölt und geschmiert worden", stellte Larrh fest. In der Garage standen zwei Wagen. Eine Limousine mit langer Haube und ein kleines Lieferauto. Larry ging hinein und betrachtete im ungewissen Licht des fallenden Tages die beiden Automobile. „Sehen Sie mal Herl" rief er plötzlich unv zeigte auf die Plane des Lieferwagens. Sie waren frisch lackiert worden, aber deutlich sah man unter der weihen Farbe den Schatten eines Wortes — schlecht und ungeschickt von Laienhand gemalt — „Wäscherei". „Erinnern Sie sich, Harvey, daß Miß Ward uns erzählte, sie hätte an dem Abend, wo man sie entführen wollte, einen Wäschelieferwagen vor ihrem Hause gesehen? Wenn sie den Wagen wiedererkennen würde —" Mit einem stechenden Schmerz im Herzen hielt er inne. Wenn sie doch nur wieder da wärel (Fortsetzung folgt.! riemen — für alle Arten von Brüchen. Es ist die einfachste und stcherste Bandage, weil die Pelone tn einem Kugelgelenk nach allen Seiten drehbar ist und genau die Bruchvforie „abriegelt". DasKugelgelcnk- Bruchband übt an keiner Kärpersielle einen lästigen Druck aus. Wundscheuern, selbst bei schwerster Arbeit und der größten Hitze, ist gänzlich ausgeschlossen: es hält auch schwerste Brüche mit Sicherheit unter Garantie zurück. Wo noch Aussicht aus Minne Müh des Bruches vorhanden ist, wird diese — durch das Tragen meines Bandes bei Tag und Nacht — naturgemäß beträchtlich gefördert. Nur Maßanserligung. Vollkommen konkurrenzlos! Kostenlose Borfüh- ruug des neue st en Modells (mid) die Herren Aerzie sind höfl. eingeladenl in Gießen: Hotel „Prinz Carl", Seltersweg. Freitag, den 12. Juli, 10—5 Uhr. Der Erfinder und alleinige Hersteller: Bon! ZleiWr, WsM (Wil). Frische Seefische Lebende Karpfen €«