Nr. 153 Erstes Blatt 179. Jahrgang Montag, 10. Juni (929 (Er jd)eim läglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Vezugspreir für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Buch- und Zteindruckerei R. Lange in Gietzen. Schrifilettung und Geschäftrstelke: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher» Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Oie Reichsbahn beantragt Tariferhöhung. Berlin, 8. 3uni. (WTB.) Die Deutsche Relchs- bahngesellschast teilt mit: Der vcrwaltungs- rat der Deutschen Reichsbahngesellschaft hatte in seiner letzten Sitzung beschlossen, im Falte der Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs im Eisenbahnlohnstreit eine Tariferhöhung bei der Reichsbahn zu beantragen, die der Reichsbahngesellschaft für die seit Inkrafttreten des Schiedsspruches neu erwachsenden Personalausgaben von ungefähr 55 Millionen Mark jährlich die finanzielle Deckung geben soll. Der verwaltungs- rat sah sich zu diesem Entschluß gezwungen, da die Verhandlungen über eine anderweitige Deckung der Mehrausgaben keine Aussicht auf Erfolg böten. Line weitere Drosselung der Sachausgaben, die heute schon unterhalb der normalen Anforderungen liegen, kann im Interesse der Aufrechterhaltung der Betriebssicherheit nicht mehr verantwortet werden. Der Generaldirektor wird daher namens der Deutschen Reichsbahngesellschaft bei der Reichsregierung den Antrag auf Tariferhöhung stellen. König Fuad von Aegypten besucht Deutschland. Singen am Hohentwiel, 9. 3uni. (WTB.) ,11m 16.55 Uhr traf König Fuad von Aegypten mit einem Sonderzug aus der Schweiz auf deutschem Gebiet im Bahnhof Singen ein. Zu seinem Empfang hatten sich im Auftrage des Reichspräsidenten Reichsminister a. D. Dr. Rosen, der deutsche Gesandte in Kairo v. Stohrer, ferner Gesandtschastsrat Dr. Klee, Generalmajor v. 'S o d und Oberstleutnant v. Tiedemann eingefunden. Beim Der- lassen des Zuges auf dem mit deutschen und ägyptischen Farben geschmückten Bahnhof richtete Reichsminister a. D. Dr. Rosen eine Begrüßungsansprache an den König, in der er die Grüße des Reichspräsidenten und der Reichsregierung übermittelte und an die ruhmreiche Geschichte Aegyptens erinnerte, die bis zum Morgenrot menschlicher Kultur zurück- reiche. König Fuad dankte für die herzliche Begrüßung und brachte zum Ausdruck, daß er sich besonders auf den Besuch in Deutschland freue. Don dem Besuch erwarte er eine besondere Auswirkung auf die Förderung der deutsch-ägyptischen Beziehungen. Ilm 17.25 Uhr verließ der Sonderzug den Bahnhof Singen, um über StuttgartnachBerlin wciterzufahren. In der Begleitung des ägyptischen Königs befinden sich der ägyptische Außenminister und der ägyptische Gesandte in Berlin sowie Hofpersonal in Stärke von etwa 20 Köpfen. Fährt Alacdonald nach Amerika? Abriistungsbcsprechungcn mit Hoover. London, 10. Juni. (MTB. Funkspruch.) Der diplomatische Korrespondent des Blattes der Arbeiterpartei „Daily Herald" schreibt: Ich habe guten Grund zu der Annahme, daß der Premierminister nach einer Beratung mit dem Außensekrctär Henderson einen wichtigen Entschluß bezüglich der englisch-amerikanischen Beziehungen gefaßt hat. Mac- donald will, falls die Umstände es gestatten, Gelegenheit zu einer persönlichen Besprechung mit Präsident Hoover nehmen. Wahrscheinlich würde, falls Maedonald nach Amerika fährt, der kanadische Premierminister Mackenzie King eingeladen werden, an den Beratungen teilzunehmen. Man darf annehmen, daß Macdonalds Ansicht von der Rot- Wendigkeit einer direkten persönlichen Fühlungnahme vom Präsident Hoover und seinen Ratgebern geteilt wird und daß sie mit Vergnügen alles mögliche zur Erleichterung der Zusammen- kunst tun würden. In der heutigen Kabinetts- sihung wird die Angelegenheit wahrscheinlich erörtert werden. Der „Daily Herald" veröffentlicht ein Interview mit Henderson, dem neuen Staatssekretär des Auswärtigen, der u. a. erklärte: Es werde alles geschehen, um die Bande zwischen England und den Vereinigten Staaten zu stärken. Es werde das äußerste getan werden, um dem Kellogpakt volle Wirksamkeit zu geben. Die Regierung werde jede mögliche Gelegenheit zu persönlichem Kontakt und unmittelbarer Beratung mit Vertretern der amerikanischen Regierung benutzen. Der Giinnes-Prozeß. Berlin, 7.Juni. (WTB.) Im Stinnes-Prozeß erklärte der Angeklagte v. W a l d o w, er sei am 31. Dezember 1927 aus dem Stinneskonzern ausgetreten. Der Anlaß dazu fei das französische Anleihe gcschäft gewesen, durch das er seelisch schwer erschüttert worden sei. Nothmann habe ihm erklärt, in Paris wäre ein gutes Geschäft mit der Anleiheablösung zu machen, da der in französischen Händen befindliche Besitz aus Anlaß der damals im Gange befindlichen französisch-deutschen Annähe- rungsverhandlungen unter einer Sonderbestimmung stehe. Nothmann habe, wie immer, sehr klangvolle Namen aus dem deutschen Wirtschaftsleben genannt, die das gleiche Geschäft au - gemacht haben. Er wolle diese Namen nicht nennen, um nicht die Aufmerksamkeit von seiner ReWaußenmWer Dr. Stresemann in Madrid. Die Liquidation des Krieges. Reichsbankpräsideni Or. Schacht über die notwendigen Folgen der Loung Konferenz. Vor deutsch-französischen Vesprechungen. Oie Rheinlandräumung und vorzeitige Regelung der Saarsrage. daß sie in der heutigen Sihung die Erörterung der Hauptfragen des Minderheitenschutzes für die nächste Sitzung am Dienstag gefordert habe und daß damit die Grundfragen noch völlig offen und ungeklärt seien. j l_j die Interessen unserer beiden Völker miteinander eng verflechten und so den Drang nach gegenseitiger Verständigung, der die besten Männer und Frauen der beiden Völker beseelt, ein solides Fundament geben. Die Regierungen und der Voung-Plan. Die Auffassung in London. L o n d o n , 8. Juni. (WTB.) Wie Reuter erfährt, herrscht in maßgebenden Kreisen Londons Genugtuung über den erfolgreichen Abschluß der Sachverständigenverhandlungen in Paris. Es wird jedoch darauf hingewiesen, daß der Befund des Sachverständigenausschusses für die Regierungen nicht bindend ist, sondern lediglich den Charakter von Vorschlägen trägt. Man erwartet daher, daß in absehbarer Zeit eine weitere Konferenz stattfinden wird, und zwar möglicherweise in L o n d o n , wie auch seinerzeit bei der Unterzeichnung des Dawesplanes diese Konferenz würde sich mit der Frage der Zustimmung der Regierungen zu dem Bericht der Sachverständigen zu befassen haben und wohl auch die Gelegenheit wahrnehmen, andere Fragen von Bedeutung wie die Frage der Räumung der Rheinlands zu besprechen. Madrid, 9. Juni. (WB.) Reichsminister Stresemann und Gemahlin sind am Samstagabend in Madrid eingetroffen. Primo de Rivera empfing den deutschen Außenminister auf dem Bahnsteig, wo sich zwischen den beiden Staatsmännern sofort ein sehr freundschastliches Gespräch entwickelte. Ferner waren der spanische Ratsdelegierte Quinones de Leon, und andere leitende Beamte sowie die vollzählige deutsche Delegation und eine sehr starke Vertretung der deutschen Kolonie am Bahnhof er* chienen. Rach gegenseitigen Vorstellungen und Begrüßungen begab sich Stresemann sofort zum Hotel Palace, dem Sitz der deutschen Delegation. Vor dem Bahnhof hatte sich eine große Menge Schaulustiger angesammelt, die den herzlichen Charakter der Begrüßung zwischen den beiden Staatsmännern spontan durch lang anhaltenden Beifall zu wiederholten Malen unter Hochrufen bekräftigte. Der heutige Sonntag verlief ohne politische Ereignisse. Stresemann, der erst am späten Rach- mittag das Hotel zu einer Spazierfahrt verließ, verbrachte den Tag mit der Orientierung über den Stand der Aussprache des Ratskomitees für die Minderheitenfrage und der Geschäfte der bevorstehenden Ratstagung. Die 55. Ratstagung wird Montagvormittag wie üblich mit einer vertraulichen Sitzung eröffnet werden. Die neue Tagung steht unter dem Vorsitz des japanischen Ratsmitgliedes A d a t c i, der nach dem Ablauf der dreimonatigen Amtsperiode des letzten Präsidenten Scialoja das Präsidium des Völkerbundsrates übernimmt. Auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung tehen an Fragen von politischer Bedeutung die beiden Optantenangelegenheiten Ungarns mit Rumänien und Südslawien, die jedoch, wie verlautet, angesichts der noch imgange be- indlichen Delegierten-Verhandlungen zwischen den einzelnen Parteien ohne weitere Aussprache auf September vertagt werden dürften, llnter den ausländischen Persönlichkeiten, die anläßlich der Ratstagung in Madrid weilen, wird besonders der italienische Unterstaatssekretär Grandi beachtet, der seit Samstagabend hier anwesend ist und mindestens bis Donnerstag zu bleiben beabsichtigt. Der ungarische Ministerpräsident Graf B e t h l e n, der bereits seit einigen Tagen hier weilt, verläßt am Montag wieder Madrid. Die Minderheitendebatte. Deutschlands Forderungen dringen nicht durch. Madrid, 8. Juni. (TU.) Der Samstag hat in den Verhandlungen des Ratskomitees für die Minderheitenfrage eine neue außerordentlich ernste Wendung gebracht. Das Ratskomitee hat in geheimer Sihung die praktischen Empfehlungen des Londoner Minderheitenberichts angenommen. Das Ziel der deutschen Abordnung, eine Vertagung der Aussprache auf den September zu erreichen, muß zunächst als gescheitert angesehen werden. Am Dienstag tritt die Datskommission noch einmal zu einer letzten Sitzung zusammen, auf der endgültig das weitere Schicksal des Minderheitenschutzes entschieden wird. Heber die Bedeutung der heutigen Beschlüsse gehen die Meinungen weit auseinander. Die Abordnungen von Frankreich, Polen und der Kleinen Entente erklären, daß die Minderheitenfrage am Dienstag endgültig zum Abschluß gebracht werde. Das Ratskomitee habe die deutschen Anträge a b g e l e h n t und sich auf die heute erfolgte Annahme mit einigen geringfügigen Abänderungen des De- schwerdeverfahrens beschränkt. Demgegenüber wird aus Kreisen der deutschen Abordnung erklärt, Paris, 9.3unL (ID23.) Dr. Schacht hat der Agence economique et financifcre in Paris folgende Erklärungen gegeben: Die Poung-Konferen; bedeutet die finanzielle Beilegung des Krieges. Ohne diese wäre auch die politische und moralische nicht möglich. Aber die Durchführung der finanziellen Beilegung wird auch nur möglich fein, wenn der Krieg nicht nur politisch, sondern auch moralisch liquidiert wird. Wir müssen alle entschlossen sein, unsere Augen nicht in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft zu richten. Die Zusammenarbeit Deutschlands und Frankreichs ist bei diesem Ausbau der Zukunft ein wesentliches Element. Die verschiedenartigen Fähigkeiten der beiden Rationen prädestiniert sie geradezu zu einer Zusammenarbeit, die bisher durch den geschichtlichen Ablauf der Dinge nur zu oft behindert worden ist. Der Strom der geistigen und zivilisatorischen Beziehungen, der zwischen den beiden Völkern hinüber und herüber geflossen ist, war oft unterbrochen, wurde aber immer wieder ausgenommen. Unsere Aufgabe muß es jetzt sein, diesen Strom zu einem ununterbrochenen zu machen dadurch, daß wir ihn auch wirtschaftlich fundieren. Wir müssen auf finanziellem, auf industriellem und auf kommerziellem Gebiete Paris, 10. 3uni. (WTB. Funkspruch.) Der Auhenpolitiker des „Watin", der sich in Madrid befindet, erklärt zur Behandlung der Minderheiten, die neuen Staaten wollten bei sich zu Haufe frei schalten können. Was man auch in Deutschland darüber denken möge, sie würden über die in den Verträgen festgelegten Garantien für die Minderheiten nicht hinausgehen. Es stehe bereits fest, daß der Völkerbund ihre Auffassung im allgemeinen billigen werde. Man könne daher mit der ungefähren Beibehaltung des Status quo rechnen. Ueber diedeutfch-franzöfischenllnter- handlungen gelegentlich der Tagung des völ- kerbundsrales erklärte der „Watin", fie könnten natürlich nur den Charakter vorbereitender Besprechungen haben und keine greifbaren Entscheidungen herbeiführen, da ja die englische Regierung nicht vertreten sei und die finanziellen Regelungen noch nicht soweit gereift seien, um politische Schlußfolgerungen nach sich zu ziehen. Die Räumung selbst sei eine Angelegenheit, die nicht nur von den Außenministern, sondern von den Regierungen ernstlich geprüft werden müsse. Die politische Konferenz, auf der die Gesamtheit der schwebenden Fragen zu regeln wäre, könne Milte 3uli stattfinden. Die deutsche Regierung scheine den Wunsch zu haben, zu dieser Konferenz eine Einladung nach Deutschland ergehen zu lassen. Die Stadt Baden-Baden sei bereits genannt worden. Zweifellos würden Briand und Stresemann am Montag bei ihrer ersten Unterhaltung diese Frage erörtern. Der „Watin" glaubt zu wissen, daß Stresemann sich erkundigen werde, ob man nicht bereits jetzt eine vorzeitige Regelung des Regimes des Saargebietes ins Auge fassen könne. Falls der Völkerbund einer derartigen Regelung zuslimme, würde man auf die politische volksab st immun g verzichten können. Aber juristisch gehöre diese Frage in den Bereich des Völkerbundes. Eine Gaarknndgebnng. Zurück zum Reich! Münster i.W., 9. Juni. (WB.) Die neunte Tagung des Bundes der Saarvereine, unter dem Protektorat des Reichskanzlers a. D. Dr. Marx, brachte in der Stadthalle eine machtvolle, von dem Bund veranstaltete „Deutsche Kundgebung für das Person abzulenken, aber es seien Persönlichkeiten, die jeder Deutsche kenne. Die Nennung dieser Namen habe einen großen Einfluß auf ihn ausgeübt und ihn zu dem Geschäft ermuntert. Er habe, nachdem Nothmann ihm die Sache vorge- tragen habe, Hugo Stinnes davon unterrichtet. Hugo Stinnes interessierte sich dafür, erkannte aber ebenso wie er, der Angeklagte o. Wal- dow, und selbst Nothmann den eigentlichen Sinn des Geschäftes noch nicht. Nothmann habe dann Stinnes das Geschäft nochmals vorgetragen, aber auch dann habe Stinnes das Geschäft noch nicht ganz verstanden. Es klinge zwar etwas komisch, daß alle drei das Geschäft nicht ganz verstanden hätten, aber es fei tatsächlich so gewesen und er habe Beweise dafür. Wenn sie damals gleich das Geschäft in feinem ganzen Zusammenhang erkannt hätten, wäre es wahrscheinlich von ihnen nicht gemacht worden. Oer Nogens-Prozeß. Reustrelih, 7. Juni. (WB.) 3m Rogens- Prozeh gab der Psychiater Professor Aschaffenburg aus Köln ein Sachverständigengutachten über die Angeklagten Fritz und August Rogens und Frau Kähler ab. Er erklärte, der moralische Tiefstand der drei Angeklagten sei bemerkenswert. Rachhßltigkeit und tiefe Reue war nicht festzustellen. Den Angeklagten Fritz Rogens könne er nicht den Schuh des § 3 des 3ugendgesetzes zubilligen, er habe nach seiner Ansicht die Einsicht der Strafwürdigkeit der Handlung gehabt. Dem Angeklagten August Rogens komme die geringste Glaubwürdigkeit zu. Professor Aschaffenburg erklärte mit Rachdruck: „Sicher ist, daß alle drei Angeklagten, Fritz und August Rogens und Frau Kähler, mehr wissen, als sie dem Gericht gesagt haben." Die volle lleberlegungsfähigkeit könne man bei den Angeklagten nicht mit Sicherheit annehmen. 3m weiteren Verlauf der Zeugenaussagen spielt ein Brief eine große Rolle, den Frau Kähler an ihren im Gefängnis sitzenden Sohn A u g u st geschickt haben soll. 3n diesem Brief soll sie ihm mitgeteilt haben, daß er keine Wäsche von chr bekomme und daß er nicht nach Palingen kommen solle. Dem Zeugen Arbeiter Halle hat August im Gefängnis von diesem Brief erzähll und ihm erklärt, er ginge doch nach Palingen, und wenn er seine Mutter i ns Zuchthaus bringen müsse. Rechtsanwalt Dr. Brandt: „W e s ro e g e n wollten Sie denn Ihre Slutter ins Zuchthaus bringen?" August Nogens antwortet zunächst, daß er diese Aeußerung nicht getan habe. Schließlich erklärt er erregt: „Das sind meine Angelegenheiten!" Rechtsanwalt Dr. Brandt: „Aus dieser Aeußerung des August Nogens geht hervor, daß er uns etwas verschweigt, und wir hoben daher daraus unsere Schlüsse zu ziehen." Frau Kähler erklärt, daß sie sich ihrerseits nicht entsinnen könne, den in Frage stehenden Brief an August Nogens geschrieben zu haben. Strafanstaltshauptwachtmeister Redlich, der nach der Verurteilung Jakubowskis mehrfach mit diesem Gespräche geführt hatte und auf Grund dieser Unterredungen zu der Meinung gelangt ist, daß Jakubowski unschuldig sei, erklärte, als zum dritten Male die Begnadigung abgelehnt worden fei, habe er, der Zeuge, zu Jakubowski gesagt: „Wenn Sie in Deutschland Kinder in die Welt setzen und nachher umbringen, dann verdienen Sie nichts anderes als die Todesstrafe. Wenn Sie es aber nicht find, dann soll Ihnen Recht werden. Wenn Sie wissen, wer der Täter ist, dann geben Sie ihn doch an." Jakubowski erklärte: ,Hch nicht gemacht, ich unschuldig, ich auch nicht weggehen." Der Zeuge erklärte weiter, daß Jakubowski Hannes als Täter verdächtigt habe, daß er aber Kreuzfeldt und Blöcker die Tat nicht zutrauen könne. Der Zeuge führte weiter aus, daß er sich zunächst schlecht mit Jakubowski habe verständigen können. Er habe dann Jakubowski die Urteilsbegründung teilweise klar gemacht. Auf die Frage, warum er Kreuzfeldt belastende Aussagen verschwiegen habe, habe Jakubowski erklärt, daß er glaube, das Gericht wolle doch nicht wissen, daß er Täter sei. Auch drei Strafanstaltsbeamte bekundeten, die Verständigung mit Jakubowski sei recht schwierig gewesen; es hätte, um ihm ein einziges Wort des Urteils klarzumachen, manchmal zehn Minuten gedauert. Der Verteidiger Jakubowskis, Rechtsanwalt Koch, habe sich meistens nur durch Vermittlung mit Jakubowski unterhalten tonnen. Der Zeuge Willi Adler hat als Untersuchungsge» fangener längere Zeit die Zelle Jakubowskis geteilt Wie er behauptet, hat Jakubowski ihm erzählt, der Untersuchungsrichter sei ihm immer bei seinen Aussagen ins Wort gefallen und habe ihm oft direkt den Mund verboten. Er habe nicht alles sagen können, was er wußte, vor allem von Kreuzfeldt, weil der Untersuchungsrichter sagte, für den Mord komme einzig Jakubowski als Täter in Betracht und er, der Untersuchungsrichter, werde es schon so einrichten, daß man ihn um einen Kopf kürzer mache. abgetrennte Saar- und Pfalzgebiet und gegen die Saarlüge", nachdem eine politische Arbeitstagung vorausgegangen war. Die Kundgebung in der Stadthalle stand ganz unter dem Eindruck der Rede, die Professor Dr. Schreiber (Münster) M. d. R., dem Saarproblem widmete. Er wies auf den bevorstehenden zehnten Jahrestag der Unterzeichnung des Versailler Vertrages hin und sagte in diesem Zusammenhang: Unter den offenen, noch immer blutenden Wunden im deutschen Westen ist das Los des Saargebiets wohl mit am s ch m e r z l i ch st e n. Der Redner erinnerte dann daran, daß sich die Saarländer 1919 und stets wiederum mit Recht auf ihre Familienzugehörigkeit zum Deutschtum berufen hätten, ohne beim Völkerbund Recht und Gehör zu finden. Das Saargebiet sei und bleibe ein rein deutschesGebiet nach Siedlung und Geschichte. Die Politik der Schöpfung eines künstlich konstruierten Saarstaates lag von vornherein nicht in der Linie jener Völkerverständigung und jenes Friedensgedankens, auf den Wilson und die Entente sich immer wieder beriefen. Wir empfinden hier die Dissonanz zwischen der politischen Theorie der Selbstbestimmung und der rauhen Praxis harten Diktats als äußerst bitter. Unser Blick wendet sich hoffnungsvoll zur Saar. Wir ergreifen die Bruderhand des Saargebiets und halten sie fest. 1935 soll nach Ablauf der festgesetzten 15jährigen Frist die letzte der im Versailler Vertrag vorgesehenen Möglichkeiten bei der Saarabstimmung Wirklichkeit werden: die Vereinigung mit Deutschland. Wir warten auf diese Vereinigung mit hochgemutem Sinn, mit tiefinnerlichem Verstehen. Die Versammlung nahm eine Entschließung an, in der es heißt: Das Volk an der Saar fühlt sich in unlöslicher Schicksalsgemeinschaft verbunden mit dem deutschen Rhein. Ein Entgegenkommen gegenüber Versuchen, den unnntüriidjen Keil zwischen Rhein und Saar bestehen zu -lassen oder weiter zu treiben, würde im Saargebiet als nationaler Verrat empfunden werden. Darum macht ein Ende mit dem Saarexperiment des Versailler Vertrages, das sich in neun Jahren als völlig verfehlt erwiesen hat, durch die ungeschmälerte Rückgabe des Saargebietes an Deutschland. Der Verfaffungstag in Hessen. D a r m st a d t, 7. Juni. Staatspräsident Adelung hat dem Landtag den Entwurf eines Gesetzes über den Verfassungstag zugeleitet. In diesem Entwurf wird verlangt: Der Derfassungs- tag am 11. August ist staatlich anerkannter Feiertag und Fe st tag im Sinne der Reichsverfassung. Am Derfassungs- tage sind alle öffentlichen Gebäude in den Reichsfarben zu beflaggen. In allen Schulen sind für Lehrer und Schüler der Bedeutung des Tages entsprechend Feiern zu veranstalten. Fällt der Berfassungstag in die Schulferien, so findet diese Gedenkfeier frühestens acht Tage vor Schluß, oder spätestens 14 Tage nach Wiederbeginn des Unterrichts statt. In dieser Vorlage kommt die Regierung einem bereits im Jahre 1922 angenommenen Antrag entgegen, der eine reichsgesetzliche Regelung dieser Feier verlangt. Da aber wahrscheinlich bei der Geschäftslage des Reichstages mit einer rechtzeitigen Verabschiedung dieses Gesetzes vor dem 11. August nicht mehr zu rechnen ist, ist das hessische Ministerium hier selbständig vorgcgangen, damit die zehnjährige Wiederkehr der Verfassungsgebung in diesem Jahre durch die Feiertagserklärung dieses Tages ihre besondere Weihe erhalte. Aus dem Finanzausschuß Darmstadt, 7. Juni. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags behandelte die Regierungsvorlage über die Erhaltung und Sicherung von Baudenkmälern. In der ersten Vorlage werden für verschiedene Denkmäler 35 COO Mk. verlangt. Die Vorlage wurde mit 7:6 Stimmen angenommen. Die geplante Herstellung von Badeeinrichtungen für die Beamten der Bergwerksdirektion in Wölfersheim gaben Anlaß zu einer ausgedehnten Debatte. Da sich die Parteien nicht einig werden konnten und weitere Unterlagen wünschten, wurde der Punkt bis zur nächsten Woche zurückgestellt. — Auch die Regierungsvorlage, 100000 Mk. für die Rationalisierung des Handwerks in Form von Darlehen durch die Handwerkskammer bereitzustellen, wurde von verschiedenen Seiten stark angegriffen. Minister Korell und Abg. Haury (Dt. Vp.) setzten sich für die Vorlage ein, während sich die Vertreter des Bauernbundes und der Sozialdemokraten nicht für die Vorlage erwärmen wollten. Die Vorlage wurde zurückgestellt, um den Fraktionen nochmals Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Ein Zentrumsantrag, betreffend Ablösung der Gold - Diskontbankhypotheken wird für erledigt erklärt. Die Regierung teilt dazu mit, daß es in den Verhandlungen der Landes- und Reichsregierung nicht gelungen sei, die Rückzahlungstermine weiter hinauszuschieben. Die Hessische Landesbank- und Girozentrale hätte jedoch Mittel bereitgestellt, um die Hypotheken abzulösen. Allerdings müßten die betreffenden Landwirte die erhöhten Zinssätze bezahlen; der Landesregierung stünden auch keine Mittel zur Verfügung, den Vorzugszinssatz der Golddiskontbank-Hypotheken zu ermöglichen. Oie Aoiariaisgebühren in Hessen. D a r m st a d t, 9. Juni. (WTB.) In einem volks- parteilichen Antrag auf Herabsetzung der Notariats- gebühren heißt es u.a.: Bei der Beurkundung von Anmeldungen zum Handelsregister wurde seither von Notaren und Gerichten nicht das Gesamt- vermögen der die Anmeldung bewirkenden Firmen zugrundegelegt, da man sonst zu unmöglichen Ergebnissen gekommen wäre. Seitdem jedoch das Oberlandesgericht Darmstadt in seinem Beschluß vom 12. April 1929 — der, soweit bekannt, in Widerspruch mit einer früheren Entscheidung steht — festgelegt hat, daß die Gebührende- rechnung nach dem Gesamtwert des Gegenstandes zu geschehen hat, sind die Notare gezwungen, von der seitherigen Uebung abzusehen. Di« Folge ist eine völlig ungerechtfer- tigte Belastung der Wirtschaft. Es soll vorgekommen sein, daß eine Firma für die Anmel- duna eines Prokuristen 4000 Mark, eine andere für die Anmelduno von vier Prokuristen 45 000 Mark Kosten zahlen sollte, während im letzteren Falle eine Anmeldung in Preußen für weniger als 100 Mark beurkundet worden wäre. Hessen kann daher die jetzigen Sätze nichtaufrechterhalten, wenn es sich nicht der Gefahr aussetzen will, daß die In- buftrie abwandert oder ihren Sitz jenseits der Grenze, verlegt. Oer Geveringkurs und die Parteien Fnnerpolitifche Debatte im Reichstag. Berlin, 7.Juni. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Haushalts des Reichsinnenministeriums. Abg. Freiherr v. Sardorff (D. vp.) geht zunächst auf die Bestrebungen auf Aenderung des bestehenden Wahlrechtes ein. Ein dringendes Bedürfnis zu einer solchen Wahlreform könne nicht anerkannt werden trotz mancher Mängel des Proportionalwahlrechtes. Die Vielheit der Parteien wird auf keinem gesetzlichen Wege zu beseitigen sein. Wirklich befriedigens funktioniert das parlamentarische System nur in England, weil dort die Opposition immer damit rechnen muß, morgen die Verantwortung für die Regierung zu übernehmen. Die Regierungsbildung vollzieht sich jetzt bei uns gar nicht nach der Verfassung! Nicht das Staatsinteresse ist dabei maßgebend, sondern das Parteiinteresse. Der Reichskanzler beruft nicht die Minister, sondern die Parteien bestimmen sie. Wir brauchen eine gewisse Trennung zwischen Negierung und Parteien. In der Frage der Reichsreform ist eine Lösung nur zu erreichen, wenn der Reichspräsident zugleich preußischer Staatspräsident wird. Preußen hat nur noch die Aufgabe, im Reiche aufzugehen. Bei den Maiunruhen sind leider auch unschuldige Opfer gefallen, die wir bedauern. Die Führer haben sich wie immer in Sicherheit gebracht. Ich habe keine Führer mit zerschlagenen Köpfen gesehen, das wurde den Geführten überlassen. Abg. Sollmann (S03.) begrüßt die Senkung der Ausgaben für die Technische Rothilfe. Diese Einrichtung müsse obgebaut werden. Wichtiger wäre eine Rcichsnothilfe gegen die immer zahlreicher werdenden Aussperrungen der Unternehmer. Sobald die Finanzlage sich gebessert habe, mühten die Mittel für kulturelle Aufgaben erhöht werden. Das Bildungswesen in Deutschland trage leider immer noch Klassencharakter, da nur 1,2 Prozent der Studenten Arbeiterkinder seien. Wir wollen keineswegs die politische Ge- wissensfreihei t der Beamten antasten, aber die Republik kann nicht Beamte in ihrem Dienst lassen, die sich in einer Organisation betätigen, die nur vom Kampf gegen diese Repu- blir lebt. Wir müssen warnen vor den Bestrebungen, direkt oder indirekt uns mit der Zensur zu beglücken. Mit dem Schund- und Schmutzgesetz haben wir keine guten Erfahrungen gemacht. Wenn George Groß Christus mit Gasmaske und Stahlhelm zeichnete, so empfinde ich als Dissident das nicht als eine Karikatur auf das Christentum, sondern auf die Pastoren, die den Krieg gepredigt und verherrlicht hoben, auf Stahlhelm-Pastoren und Stahlhelm-Pfaffen, die selber eine Karikatur auf das Christentum darstellen. Die innerdeutschen Gesandtschaften einzelner Länder müssen endlich verschwinden. Wir erwarten, daß der Reichsinnenminister eine republikanische Offensive eröffnet bei der Zehnjahresfcier der Verfassung. Abg. Berndt (Dntl.) wendet sich gegen die Derfassungsfeier, die eine rein republikanische Demonstratio n s f e i e r sei. Dr. Wirth habe bereits das Versagen des Parlamentarismus schonungslos festgestellt. Wir fordern Stärkung der Macht st ellung des Reichspräsidenten. Die Arbeiten des Länderausschusses gehen an dem Kernpunkt des Giebels, dem Absolutismus des Parteiregiments, vorbei. Für die Wach- rufung des nationalen Gewissens haben die heute herrschenden Kreise kein Verständnis. Sie sind von ihrer Republikonisierungswut so besessen, daß sie gegen alle Tlnwürdigkeiten, Denunziationen und vaterlandsverräterischen Treibereien bewußt blind sind. Am 28. Juni wollen die Pazifisten eine Aktion für die Anerkennung der deutschen Kriegsschuld ins Werk sehen. (Hört! hört! rechts.) Soll auch diese Schmach dem deutschen Volke nicht erspart bleiben? Die Deamtenpolitik des Ministers nennt der Redner verfassungswidrig. Der Stahlhelm erstrebe nur eine Verfassungsänderung, wie die meisten anderen Parteien. Wenn das Streben nach einer anderen Staatsform strafwürdig sei, dürfte auch kein Beamter Mitglied der Sozialdemokratischen Partei sein. Die Verlängerung des Republikschutz- gesehcs werden wir mit allen Mitteln bekämpfen. Abg. Dr. Schreiber (Ienlr.) errlärt, noch immer gebe es in Deutschland viele Leute, die das Spiel mit dem Bürgerkrieg kurzsichtig und freventlich betreiben. Daneben gebe es in Deutschland auch einen stillen Bürgerkrieg, eine planmäßige Erschütterung der Staatsautorität. Die Haßbotschaft des Stahlhelms sei eines der traurigsten Dokumente der deutschen Rachkriegszeit. Es ist Pflicht jeder selbstbewußten Regierung, einer schleichenden Brunnenvergiftung entgegenzutreten. Allen Diktaturgelüsten muß mit aller Schärfe entgegengetreten werden. Statt einer Diktatur brauchen wir die geistige Mobilisierung aller Volksgenossen zur Pflichterfüllung. Die Richtverabschiedung des Reichsschulgesehes bezeichne im Grunde genommen eine Schwäche, ein Defizit, das dem Reiche selbst anhafte. Dringend bedürfe es einer Reform des Derechtigungswesens. Der Rundfunk dürfe keiner politischen Partei dienen. Abg. Dr. Bredl (W.P.) erklärt, die Rotwendigkeit einer Aenderung der Weimarer Verfassung werde in weiten Kreisen betont. Die Reformprogramme von Hugenberg und vom Stahlhelm laufen darauf hinaus, daß die Minister nicht mehr vom Vertrauen des Parlamentes abhängig sein sollen und daß in die Hand des Reichspräsidenten die größte Machtfülle gelegt werden soll. Was würde Herr Huggenberg wohl sagen, wenn diese ungeheure Machtfülle in der Hand eines Reichspräsidenten Severing läge? Die Berufung auf das Beispiel der Vereinigten Staaten ist verfehlt. Dort sind beide maßgebenden Parteien m ihren großen politischen Gesichtspunkten kaum unterschieden, und Sozialisten gibt es dort überhaupt nicht. Das ganze ilnglud unseres Systems liegt darin, daß nur immer bewil- 1101 und nicht gefragt wird, wo es her- ko m m t Wir brauchen endlich eine feste Regierung. Wir stellen uns auf den Boden der gegebenen Verfassung. Es ist noch vieles zu verbessern, aber eL tommt weniger an auf eine Aenderung der geschriebenen Bestimmungen als der parlamentarischen Praxis. Abg. 6ül; (Dem.) erklärt das Einverständnis seiner Partei mit der vom Minister eingehaltenen gesamtpolitischen Linie. Er erwarte, daß der Minister auch seine Aufgabe in einer starken Festigung des republikanischen Staates sehe. Von diesem Gesichtspunkt aus sei ein entschiedenes Vorgehen gegen rechts und links zu begrüßen, wenn gegen die Staatsordnung angekämpft werde. In der Frage des Einheitsstaates müsse endlich auch vom Reiche aus eine starke Initiative entwickelt werden. Zur Vorbereitung der Reichsreform gehöre auch die Reform des Wahlrechtes. Liste und Großwahlkreis führten zur Entpersönlichung der Wahl. Reichsinnenminister Severing: Der Aufforderung, Hüter der Reichsverfossung zu sein, komme ich gern nach. Gerade darum muß ich aber festhalten an dem in Artikel 109 festgelegten Grundrecht: „Alle Deutschen sind vor dem Gesetz gleich." Ebenso müssen natürlich alle Länder vor dem Gesetz gleich sein. Wenn in Bayern Titel und Orden verliehen werden, obwohl das in der Reichsverfossung verboten ist, so hatten die Länder Preußen und Sachsen durchaus recht mit der Anregung, der Reichsinnenminister möge eine für alle Länder geltende Regelung dieser Frage herbeiführen. Ich stehe auf dem Standpunkt, daß wir nicht private Organisationen als Schützer der Staatssicherheit gebrauchen können. Wenn aber Parlamente und Gerichte den Stahlhelm und andere rechtsgerichtete Organisationen duldeten und schützten, dann konnte man die Bildung ähnlicher Organisationen von links nicht verhindern. Wir arbeiten an der beschleunigten Vorlegung des Beamtenvertretungsge- sehes und der Reichsdienststrafordnung. Das Allgemeine Beamtenrecht soll im nächste,i Frühjahr folgen. Das Gesetz für das Reichsverwaltungsgericht soll noch in diesem Monat dem Reichstag zugehen, das Reichsbühnengeseh im nächsten Herbst. Das Gesetz zur Abänderung des Wahlrechtes wird den Reichstag beschäftigen, wenn in diesem Frühherbst die dringendsten Aufgaben der Gesetzgebung erledigt sind. Da die Verfassung nicht geändert werden soll, wird es sich im wesentlichen um eine andere Wahlkreiseinteilung und um eine Aenderung der Spihenliste handeln. Die Einmänner-Wahlkreise haben auch nicht die Wahl solcher Parlamentarier verhindert, wie sie Ludwig Thoma in seinem „Josef Filser" geschildert hat. Es wird vor allem darauf ankommen, die Vertretung kleiner Splitterparteien einzuschränken. Die Jeremiaden von der „Krise des Parlamentarismus" gehen daran vorbei, daß es sich eigentlich um eine Krise des deutschen Volkes handelt. Die Regierungskrisen sind doch immer im letzten Grunde durch die Repa- r a t i 0 ns lasten verschuldet worden, für deren Druek die einzelnen Parteien nicht mehr die Verantwortung tragen zu können glaubten. Wenn wir erst von diesen Lasten befreit sind, dann wird die Stabilisierung und Stetigkeit der Regierung schnelle Fortschritte machen, dann wird man nicht mehr von einer Krise des Parlamentarismus reden. Wenn die Regierung nicht mehr vom Vertrauen des Parlaments abhängig wäre, so wäre sie deshalb keineswegs stabiler. Reichswehr und Schutzpolizei sind deswegen so starke Stutzen der Staatsautorität, weil sie sich auf die Mehrheit des Volkes stützen können. Was die Reichsreform betrifft, so halte ich es für verfrüht, Volksentscheide oder Reichstagsbeschlüsse herbeizuführen gegenüber leistungsfähigen Ländern, die ihre Selbständigkeit aufrechterhalten können. wir wollen d'-e Reichseinheit nicht mit Reichsverdrossenheit erkaufen. Die Reichsreform kann aber nicht mehr von der politischen Tagesordnung verschwinden. Auf die Dauer können wir uns nicht mehr den Luxus erlauben, so viele Behörden des Reiches und der Länder nebeneinander zu haben. Das Reichsministerium wird in diesem Jahre noch Wert darauf legen, in einem Gesetzentwurf zu zeigen, welcher Weg zum Einheitsstaat führt und wie der Einheitsstaat aussehen soll. In Artikel 137 der Reichsverfassung heißt es, daß die Beamten Diener der Gesamtheit und nicht einer Partei sind. Von den Beamten muß verlangt werden, daß sie mit freudigem Herzen den Staat bejahen, nicht nur im Dienst, sondern auch außerhalb des Dienstes. Der Abschluß der Unterredung der Stahlhelm führer mit dem Reichspräsidenten ist keineswegs ein Freibrief für den Stahlhelm und für die ihm angehörenden Beamten. Wenn Sie entgegen den dem Reichspräsidenten gemachten Versprechungen, Beschimpfungen gegen den deutschen Staat und die Staatsform richten, wie wir sie in den letzten Monaten erlebt haben, so werden die republikani- chen Behörden zu vrüfen haben, ob die Bestimmungen des Gesetzes über die Beamtenpflicht gegenüber der Republik beachtet sind. Zum zehnjährigen Verfassungstag ist von mir eine republika- Nische Offensive verlangt worden. Dazu brauchte man nur eine Sammlung dessen aufzuzeigen, was die Republik in den zehn Jahren auf dem Gebiete der ozialen Fürsorge, des Wohnungsbaus und der Ge- undheitspflege geleistet hat. Die Tätigkeit der Republik in den letzten zehn Jahren auf diesen Gebieten stellt alles das in den Schatten, was in mehreren Dezennien von der Monarchie geleistet worden ist. (Beifall links, Lachen rechts.) In der Republik ind die nationalen Kräfte geweckt wor- >en. (Abg. Graf Westarp: „Sie find ja international!) Ja international, ich rechne alle diejenigen Menschen, die sich nur auf die Betätigung des nationalen Sinnes beschränken, zu den seelisch Minderbemittelten. (Beifall links.) Ich nehme für mich in Anspruch, ein so guter Deutscher zu sein, wie irgendeiner auf der rechten Seite. Ich leg« auch Gewicht daraus, im Anfang des 20. Jahrhunderts zu denen zu gehören, die auf ihr Weltbürgertum stolz find. (Beifall links.) Denken Sie an die internationalen Beziehungen, die ja auch von den deutschnationalen Abgeordneten Hoetzsch und v. Lindeiner-Wildau gepflegt werden. Wi» können uns nicht international abschließen. Es kommt darauf an, daß wir innerhalb der internationalen Gemeinschaft unsere nationale Würde nicht verlieren. Ich habe mir besondere Pflege der Rok- gememschasl für die deutsche Wissenschaft angelegen sein lassen. Deutschland kann nur weiter- 1 kommen, wenn es seine Wirtschaft befähigt, durch Qualitätsarbeit den Wettbewerb auf dem Weltmarkt mitzumachen, und dazu muh die Wirtschaft durch die Forschungen der Wissenschaft ' befruchtet werden. Die dafür ausgewendeten Summen sind die bestekapitalsanlage. Ich bin durch die Schnitte des Finanzministeriums und des Reichsrats hindurchgegangen mit den 8 Millionen, die ich für die Rotgemeinschaft verlangt habe. Ich hoffe, daß wir in den nächsten Jahren nachholen können, was in diesem Jahre versäumt werden muh. Ich meine, daß wir die Rotgemeinschaft der Wissenschaft als Basis einer Reichskulturpolitik ansehen müssen. Der Minister wendet sich dann zu der kommunistischen Interpellation über die M a i u n r u h e n. Die Kommunisten^ seien groß in der Erfindung neuer Schlagwörter. Das neueste sei „Eozialfafzismus". Das Demonftrationsverbot sei nicht mit unwahren Behauptungen begründet worden, sondern mit den gerichtlich festgestellten Bluttaten der Kommunisten und den Ankündigungen der K. P. D., die sich gegen die Staatsautorität wenden. (Während dieser Ausführungen werden von den Kommunisten dauernd lärmende Zwischenrufe gemacht. Präsident Löbe erteilt Ordnungsrufe und droht mit der Ausweisung.) Die Kommunisten glaubten jetzt wohl nicht mehr daran, daß sie am 1. August die bolschewistische Revolution durchführen könnten. (Zuruf von den Kommunisten: „Das haben wir gar nicht geglaubt." Lautes Gelächter der Sozialdemokraten.) Die für die Ordnung und Sicherheit verantwortlichen Behörden würden diesen Putschabsichten zu begegnen wissen. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten, Pfui-Rufe bei den Kommunisten.) Aus aller Wett. Amerika-Flug schwedischer Flieger. In Stockholm startete Sonntagfrüh 6 Uhr daS Wasserflugzeug „S v e r i g e" von dem Stockholmer Flughafen Lindarängen, zu dem Transozeanfluge Stockholm—Reuhork. An Bord des Flugzeuges befanden sich der Pilot Kapitän Ahrenberg, der Beobachter Leutnant Floden und der Bordfunker Ljundlund. Aus der ersten Etappe bis Bergen flogen auch der Finanzier des Fluges, der Stockholmer Bankier Serven und ein Radioreferent mit. Bor dem Start erklärte Kapitän Ahrenberg, man rechne damit, am Dienstag um 11 Tlhr amerikanischer Zeit in Reuyork zu sein. Das Flugzeug führte eine volle Ladung von Frachtgütern und Post mit sich. Der Zweck des Fluges ist, die Möglichkeit eines regelmäßigen Luftverkehrs Europa—Amerika zu beweisen. Die Junkers-Maschine „Sverige" landete mittags glatt in Bergen und startete gegen 15 Uhr zum Flug nach Island. Da das Flugzeug verhältnismäßig schwer beladen war und Windstille eintrat, dauerte es einige Zeit, ehe der Start unter den Jubelrufen der viele tausend Zuschauer gelang. Seit 10 Ufjr gestern abend hat man von dem schwedischen Atlantikflugzeug „Sverige", das an der Südküste Islands netto n b e n mußte, nichts mehr gehört. Die Küstenverhältnisse an der Landungsstelle sind derart ungünstig, daß Grund zurBeunruhigung vorliegt. Man weiß noch nicht, ob es dem Führer der „Sverige", Ahrenberg, gelungen ist, in der Mündung des Skaptaroflusses zu landen oder ob er außerhalb der Küste niedergehen mußte. In diesem Falle wäre das Flugzeug durch den starken westlichen Wind gefährdet. Die Expedi- tinsschiffe „Odin" und „Thor" werden im Laufe des vormittags die Landungsstelle erreichen. Sollte das Flugzeug wieder aufsteigen können, so wird es frühestens Montagabend in Reykjavik eintreffen können. Oie Wetterlage. - ' ■ c ,, iVn#-------BJretHr.s.- —•v. .Sonntao, V ■■■—• ^,9.Juni 1929,8nmqs fteparl SO Hockit 10, Aberdeen- lö. 6er Hn T3? Owolkenlos. 0 neuer. Q nalb bedeckt, ® wolkig. • oedeckt »Ktgln, * Schnee a (kaupeln. s Mebel K Qewitter.(g)windstilie.O-. sehr qdL ‘Anlage. Jungen mit inWM H» e jWe »WÄ WMliämui". nut unwahren *nmit^n f K.P.D., die _ Pf" Äommu« "Uenruse »rbnunggrufe Sornmu- ff ^ran, daß Revolution . Komm« W Mtoubt." toflfen.) Die für »wörtlichen De- uen zu begegnen en Evzialdemo- misten.) laden war und linige Zeit, ehe >cr viele tausend : gestern abend AtlantikfluMg Islands not« ort. Die Küsten« >Ik sind derart jnru&igung es bim Wrcr jen ist, in bet a landen ober ergehen mußte. Ä‘utd) den Eipcd'- oerben im Lause stelle erreichen, leigen können, so nd in Reykjavik SHELL AUTOOELE aus dem SHELL Die bekannten gelbroten Shell-Pumpen ermöglichen schnelles, bequemes Tanken aus sichtbaren, geeichten Messgeiassen. Saubere, stets gleichblei» bende Qualität ist ein wesentlicher Vorzug des aut der ganzen Welt wegen seiner einzigartigen Güte geschätzten Betriebsstoffes Bbcrall verplombte Shell-Pumpen. — also gleichbleibende hochwertige Qualität Gießen, den io. 3uni 1929. 03692 Oie glückliche Geburt einer Tochter zeigen hocherfreut an Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Grün- bcrg für das Rj. 1929 liegt vom Dienstag, dem 11. Juni 1929, bis einschließlich Montag, den 17. Juni 1929, auf der Bürgermeisterei zur Einsichtnahme offen. Innerhalb dieser Frist können Einwendungen schriftlich oder mündlich zu Protokoll vor- gebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. 5133V Grünberg, den 8. Juni 1929. Hessische Bürgermeisterei Grünberg. Willi Sondhekm und Frau Charloiie geb. Mendel wjmMW frühzeitiges Altern, hohen Blutdruck bekämpft wirkungs« voll, unfchädlich die Knoblauchkur mit d. empfohlenen Allium venenum echt erhältl. M516 Jung Kräuterbaus Schulstraße 5. Goethe-Bund Frejtag, den 14. Juni 1929, abends 8 Uhr, in der Neuen Aula Vortrag des Sonderberichterstatters der Frankfurter Zeitung Max Geisenheyner Meine Sturmfahrt mit „Graf Zeppelin“ Eintrittskarten f. Mitglieder d. Goethe-Bundes geg. Vorzeigen dar gelben Mitgliedskarte zu Mk. 1.-, für Nichtmitglieder zu Mk.1.75 i. d. Musikalienhandl. Challier u. an d. Abendkasse. Allgemeine Ortskrankenkasse Dieken-Stadl and Allgemeine Ortskrankenkasse des Landkreises Dieken Landkrankenkasse für den Kreis Dieken Unsere Mitglieder und deren Angehörige, soweit letztere nicht Mitglieder einer anderen Kasse sind, können Eintrittskarten zur Ausstellung 4929A Der Mensclt io gesundei end Itranttei Tagen zum verbilligten Preise von 20 Reichspfennigen pro Karte an unseren Meldeschaltern haben. In den Landorten können die Eintrittskarten bei den Ortsstellen in Empfang genommen werden. Die Vorstände. ff einlieft wenn einer Hühneraugen hat und „XefteiDoftl“ 3234V nicht kennt! Hühneraugen - Lebewohl und Lebewohl - Ballenscheiben Blechdose (8 Pflaster) 75 Pf., Lebewohl-Fußbad gegen empfindliche Füße und Fußschweiß, Schachtel (2 Bäder) 50 Pf., erhMtiich in Apotheken und Drogerien. Sicher zu haben: Med.-Drogerie Haus Hindenburg, Seltersweg 68a; Löwen-Drogerie W. Kjlbinger Nacht., Seltersweg 79a; H. Noll, Ludwigs- platz-Drogerie u. Neustadt-Drog^ Dtog. O.WInterhoff, Krcuzphtz 9/10- Theater-Cafe Einst Ludwig gegenüber dem Stadttheater Morgen Dienstag, den 11. Juni: Sonderkonzert der verstärkten Hauskapelle erlesenes Programm Schattiger Garten Erfrischungen aller Art Täglich Nachmittags- und Abend-Konzerte 03687 Lichtspielhaus 5I26C Heute bis einschließlich Mittwoch, den 12. Juni wieder ein erstklassiges Dortrogronun Das tragische Schicksal einer Aus- wandererfamilie, die im fremden Lande eine neue Heimat sucht Die neuesten Tagesberichte aus aller Welt Erster Schlager: Ansdüil*Miiternaiiit Ein reizendes Lustspiel in 7 Akten nach der bekannten Komödie: Bube —„ ii Marcella Albani in der Hauptrolle Ferner: Seine Heimat Tanken Sie gleichzeitig - ■ , Die Beft' Jormations Ulan i^r «gilt, daß E seÜ « faltnilfen c Landern n bedingten - eine grum zur 2l°M ° Her 2luk verdienst!'^ tischer Zeß unterzogen, önrch d Syfleois in seinen verl' treten sind. meine 2 unserer W. einigten geradezu ! gann, den ,toofle und Ä eröffnet. und 3tal in der Zol Deränderu Her Derti am 8. Dez jähriger derjenige 1924 ai mit einjäpri ihrer Schaf! men nach e leit aufricht allmählich i dernis s tigkeitsi bilden. Staaten nen Dollar Kiegsjahre den beiden Amerikas ' Dollar. Di Rohstoffen Dculschlan! liegen die 876 Million und aleichz einsührte, Deutschland die britisch gleichen 3a zlvar immer aber ein Q lriegszeit t eine propo Deteiligunc betrug 1911 England i| bchlüsselini eine 3o[h ündustrieem Wl^to men Wa' der Rerz^ direkten 1 Die Dei an alle z land versl barung de lich fei träge in Staaten af risvertr Tarisvertrc larif Habei autonomen Süglich de gemeinsam -Zöllen bekämp also ein A einseitigen -te ff SS ÄÖ? S» Ä * unb a -u" ni,5reid;e^1 ;» "'an sjx deren sich u^hll b°, N"« Eröffnung Carl Becker II 5134D Lederfabrik Lederhandlung meines neu erbauten Geschäftshauses (Ecke Mühlstraße und Bahnhofstraße) Dienstag, 11. Juni, vormittags 11 Uhr Der Plan über die Herstellung einer oberirdischen Telegraphenlinie an der Landstraße von Beuern nach Geilshausen und am Weg nach der Mönchsmühle liegt bei dem Telegraphenamt in Gießen von heute ab vier Wochen aus. 5130V Gießen, den 10. Juni 1929. __________Telegraphenbauamt.__________ Bekanntmachung. Die Maurerarbeiten für die Ausbesserung des Obermühlwehres sollen öffentlich vergeben werden. 5128C Angebote sind spätestens bis zum Montag. dem 17. Juni 1929 vormittags 11 Uhr beim Städtischen Tiefbauamt. Asterweg Nr. 25, verschlossen und versiegelt abzugeben. Angebotsoordrucke sind daselbst zu haben. Zuschlags, und Bindesrisl drei Wochen. Gießen, den 8. Juni 1929. Städtisches Tiefbauamt: Braubach. Vergebung vonWasser- leitungs- u. Kanalarbeiten. Für die Gemeinde Jrohen-Linden sollen die zur Erweiterung des wasserleilungs- und üanalnehes (etwa 300 Meter) erforderlichen Lieferungen und Arbeiten in zwei Losen vergeben werden. 5124V Die Verdingungsunterlagen liegen auf unserem Amt, Frankfurter Straße 29, offen, woselbst die Eröffnung der Angebote am Samstag, dem 15. Juni 1929, vormittags 10 Uhr. stattfindet. Zuschlags- frist 14 Tage. Gießen, den 7. Juni 1929. Hessisches Kulturbauamt. I. V.: Mangold, Regierungsbaurat. Berichtigung. oOöjD Betr.: Oeffentliche Verdingung für den Neubau des Finanzamtes in Wetzlar (Lahn). Die Zuschlagsfrist läuft am 13. Juli 1929 ab. nicht 13. Juni 1929. __________Reichsbauamt Kassel.__________ Bekanntmachung. Die zum Ausbau der Straßen in der Gagfah-Siedlung am Wiesecke- Weg, Hierselbst, erforderlichen Pflaster- und Chaussierungsarbeiten sollen auf Grund der Reichsoerdingungsordnung öffentlich vergeben werden. 5128C Angebote sind in versiegeltem Umschlag ohne Firmenaufdruck vor dem Eröffnungstermin am Montag, dem 17. Juni 1929 vormittags 10 Uhr beim Städtischen Tiefbauamt. Asterweg Nr. 25, abzugeben. Daselbst sind Angebots- oordrucke erhältlich. Zuschlags- und Bindefrist drei Wochen. Gießen, den 7. Juni 1929. Städtisches Ti auamt: Braubach. Bekanntmachung. Am Dienstag, dem 11. Juni 1929, vor- mittags 8 Uhr, sollen zu Ober-Mockstadt zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: 5132 D Zwei Personenautos, ein Viehtransportwagen. Zwei Landwirtschastswagen. Zusammenkunft der Steigerer am Orts- ausgang nach Nieder-Mockstadt. Kraft Gerichtsvollzieher in Nidda. 03688 Gießen, den 9. Juni 1929. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 12. Juni, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Statt besonderer Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere herzensgute, unvergeßliche Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante WiMnine Schultes heb. Sleiiebacb wohlversehen mit den Heilmitteln derxKatholischen Kirche am Sonntagmorgen zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Schultes. 5135Ü 6 Tage nach ihrem Ehegatten, im Alter von 73 Jahren sanft im Herrn entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Konrad Michel II. Treis a. d Lda. und Heuchelheim, den 10. Juni 1929. Die Beerdigung findet Dienstag, den 11. Juni 1929, nachmittags 4 Uhr statt. Todes-Anzeige. Hierdurch die traurige Mitteilung, daß unsere liebe Mutter, Schwiegermutter,Großmutter und Urgroßmutter Bade Von der Reise znrütk Dr. Neuiaon-Suenhel 5123D Diwan, drei Pferde. 5125D TAPETEN | Vermietungen I Verkäufe | 5 Zimmer, Küche, । 6/20 Brennabon 51380 kaufen Fernsorecher 1659. 2303V 4924A Hauben Schuhe Schwämme Gürtel Limousine 4 Sitze, nut erhalten und frisch überholt, Umstände halber vrelöwert zu ver- rneinfa&isierbis feinster Ausführung Teppiche/ Dekorationen Bequeme Teilzahlung Gelegenheitskauf! Renaissance-Doppel Schlafzimmer Prachtstück, hervorragende Arbeit, unver- »vüstltch, Orintnal 1890, durch und durch Eiche mit einneleflter Edel-Esche, moderne Steiners Sviralniairatzen, je 2 brciieiltne Matratzen und Keilkissen aus vrima Roßhaar, Anschaffunnswert RM. 6000.—, weg. Ueberstedlung ins Ausland zum Spott- preise von RM. 1500.— zu verkaufen. 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Um»«* J* vreiöwerl taufen BahnW^ ZebräÜM PH ui» Krennabor' fei M U ü “ff Serber "KißM' i#r% 8DPr&D.bflfln ,.tr»öe 3 Nr. 135 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen)Montag, 10. Zuni (929 Verbefferungsbedürstige Handelsverträge. Man verrät kein Geheimnis, wenn man feft» stellt, Daß eine Reihe unserer laufenden und »um Teil unter sehr schwierigen politischen Verhältnissen abgeschlossenen Handelsvertrags den Hoffnungen nicht entsprochen haben, die auf sie gesetzt wurden. Dazu kommt, dah die Erfahrungen, die in den verschiedensten Ländern mit dem System der allgemeinen unbedingten Meistbegünstigung gemacht worden sind, eine grundsätzliche Veränderung dieses Systems zur Notwendigkeit machen. Der Außenhandels verband, der seit 29 Jahren verdienstlich für die Verbesserung handelspolitischer Bestimmungen wirkt, hat sich der Mühe unterzogen, die einzelnen Mängel nachzuweisen, die durch die Aufrechterhaltung des bisherigen Systems in dem Verhältnis Deutschlands zu seinen verschiedenen Vertragspartnern ausgetreten sind. Er weist dabei nach, dah die allgemeine Meistbegünstigung für einige unserer wichtigsten Absatzmärkte, also die Vereinigten Staaten und England, eine geradezu protektionistische Wirkung gehabt hat, und dah die Handelspolitik beider Länder, aber auch diejenige z. D. Spaniens und Italiens bei ihrem Bestreben, freie Hand in der Zollpolitik zu erlangen, einen Zwang zur Veränderung des bisherigen Systems bedeutet. Der Vertrag mit den Vereinigten Staaten ist am 8. Dezember 1923 auf 10 Jahre mit einjähriger Kündigungsfrist geschlossen toorDen, derjenige mit England am 2. Dezember 1924 auf fünf Sahre, ebenfalls mit einjähriger Kündigungsfrist. Beide waren bei ihrer Schaffung als wichtige und große Abkommen nach einer fast zehnjährigen Vertragslosig- keit aufrichtig begrüßt worden: beide haben sich allmählich dahin ausgewirkt, daß sie ein Hindernis für ein gerechtes Gegenseitigkeitsverhältnis der Vertragspartner bilden. Die Ausfuhr der Vereinigten Staaten nach Deutschland ist von 304 Million- nen Dollar im Durchschnitt der letzten vier Dorkriegsjahre auf 481, bzw. 467 Mill. Dollar in den beiden letzten Jahren gestiegen, die Einfuhr Amerikas von 176,5 nur auf 206 bzw. 222 Mill. Dollar. Dabei hat sich das Verhältnis zwischen Rohstoffen und Fertigfabrikaten zu ilngunften Deutschlands stark verschoben. Mit England liegen die Dinge ähnlich: während es 1913 für 876 Millionen Mark nach Deutschland ausführte, und gleichzeitig für 1438 Mill, aus Deutschland einführte, beträgt die englische Ausfuhr nach Deutschland 1927: 963 Mill., 1928: 893 Mill., die britische Einfuhr aus Deutschland in den gleichen Jahren 1177, bzw. 1182 Mill. Das ist zwar immer noch ein deutscher Ausfuhrüberschuß, aber ein Verhältnis, das gegenüber der Vorkriegszeit wesentlich zurücksteht, und das auch eine proportionale Verringerung der deutschen Beteiligung an der britischen Einfuhr dartut; sie betrug 1914 gleich 10,5, 1927 nur 4,9 Prozent. Sn England ist inzwischen unter dem System der Schlüsselindustriezölle und der Mae Kenna-Zölle eine Zollbelastung vieler wichtiger deutscher Sndustrieerzeugnisse in Höhe von durchschnittlich 3 3'/3 Proz. des Wertes erfolgt. Dazu kommen schikanöse Bestimmungen über die Technik der Verzollung und die Schwierigkeiten für den direkten Verkehr mit den britischen Kolonien. Die Denkschrift des Außenhandelsverbands, die an alle zuständigen Stellen im Sn- und Ausland versandt worden ist, fordert eine Vereinbarung der europäischen Staaten, grundsätzlich keine Meist begün st igungsver- träge in bezug auf ihren Zolltarif mit solchen Staaten abzuschlietzen, die s e lb st keine Tarifverträge eingehen, ferner Verzicht auf Tarifverträge mit Staaten, die einen Doppeltarif haben und als Meistbegünstigung nur den autonomen Minimaltarif ohne Bindungen bezüglich der Sähe eingehen. Ferner soll durch gemeinsames Vorgehen die Erhöhung von Zöllen auf dem V e r o r d nu n g s w e g e bekämpft und beseitigt werden. Es ist also ein Appell an die Gesamtheit der von solcher einseitigen Wirtschaftspolitik betroffenen Mächte. Turnen, Sport und Spiel. Fußball. Die ersten Borrundenkämpsc um die Deutsche Meisterschaft. B. f. B. Königsberg — $. C. 08 Breslau 1:2 (0:1). Vor etwa 5000 Zuschauern verlor gestern der Meister trotz der lebhaften Unterstützung seitens des eigenen Publikums gegen den zweiten Vertreter des südostdeutschen Verbandes mit 1:2 Toren. Der Sieg her technisch und taktisch leicht überlegenen Gäste über den unter der erwarteten Form spielenden Baltenmeister war verdient. Bereits vor der Pause war der Südosten meistens im Angriff und kam infolge eines groben Abwehrfehlers durch Scheurell zum Führungstor. Die umgestellte Mannschaft konnte dann nach der Pause durch den Linksaußen Siegla den zweiten Treffer erzielen, während die Gegenseite durch verwandelten Elfmeter wegen Handspiels zum Ehrentor kam. Der Kampf war sehr fair und durchaus nicht uninteressant, trotzdem darf angenommen werden, daß sich auch der gestrige Sieger nicht allzu lange in der ferneren Konkurrenz halten wird. Seine Leistungen machten keinen schlechten, keinesfalls aber auch einen überzeugenden Eindruck. Preußen Zaborze — herlha B. S. L. Berlin 1:8 (0:7). Der Berliner Meister kam gestern in feinem ersten Treffen um die D. F. B.-Trophäe zu einem unerwartet hohen Sieg über den südostdeutschen Meister, der sich auf dem ungewohnten Grasboden in Gleiwitz nicht zurecht fand und bereits in den ersten 45 Minuten in regelmäßigen Abständen sieben Tore hinnehmen mußte. Sobeck schoß 3, Kirsey 2, Ruch und Lehmann je 1 Tor. Nach der Pause strengte sich Berlin absolut nicht mehr an. Zaborze kam durch seinen einen Verteidiger, der in den Sturm gegangen war, zum Ehrentor. Ruch stellte das Endresultat von 8:1 Toren her. Die letzten Vertreter für die „Deutsche". Am gestrigen Sonntag wurden auch die beiden noch fehlenden Vertreter für die Vorrunde um die Deutsche Fußballmeisterschaft ermittelt. Westdeut. scherDritter wurde FortunaDüsseldorf die in Wanne vor 12 000 Zuschauern einen glücklichen 1:0- (0:0) Sieg über Schwarz-Weiß Essen errang. — Norddeutscher Zweiter ist Holstein Kiel nach einem 4:1» (2:1) Sieg über Hannover 96. Der Spielplan. Für die sechs noch auszutragenden Vorrundenspiele zur Deutschen Fußballmeisterschaft ist der folgende Spielplan ausgestellt worden. Sonntag, 16. Juni: in Hamburg: Holstein Kiel — 1. FC. Nürnberg, in Nürnberg: Sp.Vg. Fürth — FortunaDüsseldorf, in München: Bayern München — Dresdener SC., in Duisburg: Meidericher Spo. — Hamburger SV., in Berlin: Tennis-Borussia Berlin — Titania Stettin, in Leipzig: Wacker Leipzig — Schalke 04. Ncpräscntativspicl Westdeutschland—Süddeutschland 5:2 (3:1) Zur Einweihung des Derbandsjugendheimes des Westdeutschen Futzballverbandes fand gestern in Duisburg vor etwa 35 000 Zuschauern ein Repräsentativspiel zwischen West- und Süddeutschland statt. Die für wesentlich stärker eingeschähte süddeutsche Elf erlitt hierbei eine überraschende Niederlage von 2:5 Toren. Wenn auch nicht in dieser Höhe, so war der westdeutsche Sieg doch berechtigt dank des größeren Eifers der Einheimischen. Der Süden lag anfangs durch Bretteville in Führung, doch fiel bald der Ausgleich durch Graf- fers. Der Linksaußen Sackenheim 11 fügte noch zwei weitere Tore vor der Pause an. Auch nach dem Seitenwechsel blieb der Westen leicht überlegen und stellte durch Berkele und einen verwandelten Elfmeter das Ergebnis auf 5:1. Dann erst kam Süddeutschland durch Hornauer zu seinem zweiten Tore. Die westdeutsche Elf kämpfte sehr eifrig und einheitlich, ohne daß Schwächen auf einzelnen Posten wahrnehmbar waren, auf der Gegenseite hatte man sich gerade von den bekanntesten Spielern aus Nürnberg erheblich mehr versprochen. Hochschul-Futzballmeisterschaft. Sn der Vorrunde um die Deutsche Hochschulmeisterschaft im Fußball standen sich am Freitag in Frankfurt a. M. die Technische Hochschule München und die Universität Frankfurt gegenüber. Die Münchener siegten mit 2:0 (1:0) und qualifizierten sich damit für die Zwischenrunde gegen die Universität Bonn. Der Sieger aus diesem Treffen hat dann gegen die Universität Hamburg an^utreten. Handballmeislerschast der D.S.V. Pol. S. D. Darmstadt qualifiziert sich für das Endspiel. Sn Worms wurde am gestrigen Sonntag zwischen den Polizeisportvereinen von Darmstadt und Hamburg das Dorschluhrunden- spiel um die Deutsche Handball- meiste r s ch a f t der D. S. D. ausgetragen. Die Darmstädter Polizisten hatten einen großen Tag, sie besiegten den norddeutschen Meister glatt mit 8: 4 Treffern, nachdem sie bereits bei der Pause 5:1 geführt hatten. Darmstadt trifft nun am nächsten Sonntag im Endspiel in Halle auf den mehrfachen deutschen Meister Pol. S. V. Berlin. Tennis. Deutschland siegt im Daviscup gegen Italien 3:2. Deutschland hat im Tennis einen großen Erfolg errungen, es gelang ihm, die starke italienische Davispokalmannschaft au schlagen und sich damit für die Vorschlußrunde der europäischen Zone zu qualifizieren. Sn dieser Runde wird die Tschechoslowakei unser Gegner sein, gegen die wir eine reelle Siegeschance besitzen. Nachdem die Staliener am Samstag im Doppel das Gesamtresultat auf 2:1 gestellt hatten, konnte am Sonntag jede Partei noch einen Punkt buchen. Für Stalien gewann de Morpurgo gegen Dr. Land- mann 6:4, 6:0, 7:5. Der Kampf stand jetzt 2:2. Den entscheidenden Punkt für Deutschland sicherte Moldenhauer, der de Stefani in einem prächtigen Kampf 6:3, 3:6, 5:7, 6:4, 6:3 schlug. Damenländerkampf Deutschland — Amerika 4:3. Der Damenländerkampf Deutschland—Amerika im Tennis in Berlin am Samstag brachte folgendes Ergebnis: Während die beiden Kölnerinnen, Frl. Rost und Frl. A u ß e m, ihre Spiele gegen die amerikanischen Spielerinnen, Miß Morrill und Miß Croß, 8:10, 7:5, 6:2 bzw. 6:1, 6:2 gewannen, unterlag Frau v. Recz- nicek trotz heftiger Gegenwehr gegen die Weltmeisterin Helen Wills 2:6, 3:6. Deutschland hatte sich damit 2:1 die Führung gesichert. Am gestrigen Sonntag feierten die deutschen Tennisvertreterinnen aber einen großen Erfolg. Nachdem unsere Damen bereits am Samstag 2:1 geführt hatten, gelang es ihnen am gestrigen Sonntag, mit 4:3 Punkten einen knappen Sieg sicherzustellen. Frl. Cilly Äußern verlor allerdings gegen die Weltmeisterin Helen Wills glatt 6:0, 6:1. Die übrigen Ergebnisse waren: Frau von Recznicek — Miß Edith Croß 6:2, 6:1, Frl. Krahwinkel — Miß Morill 3:6, 6:4, 6:3, Außem/Rost — Wills/Croß 3:6, 1:6. Nurmi muß pausieren. Eine schwere Knieverletzung. N u r m i, das finnische Laufwunder, hat die Heimreise von Amerika angetreten, da ihn eine schwere Knieverlehung an der weiteren sportlichen Betätigung in Amerika hindert. Nach Ausheilung, die vermutlich mehrere Monate dauern wird, beabsichtigt der Finne wieder nach Amerika zurückzukehren. Kanusport. Kanu-Mcisterschastsregatta in Karlsruhe. Der Oberrhein-Mainkreis hielt gestern im Karlsruher Rheinhafen feine 10. Meisterschafts- Kanuregatta ab, die nur einen schwachen Besuch zu verzeichnen hatte. Doch waren die Leistungen bei leichtem Rückenwind ausgezeichnet. Die Ergebnisse sind: Meisterschaften: Zweier- Kajak: 1. Kanuges. Neckerau. Zweier-Kanadier: 1. Kanuges. Neckerau. Einer-Kajak: 1. Wassersportverein Marxau (Cichfelder). Einer-Kanadier (Altersklasse): 1. Kanuclub Mannheim. Senioren: Zweier-Kajak: Kanuclub Rheinbrüder Karlsruhe. Einer-Kajak: Wassersportverein Marxau (Sich- felder). Misterschastsrennen „Hunb um Schotten" Der einzige Lauf um die Deutsche Meisterschaft für Motorradfahrer Mittel- und Westdeutfchla.td, das einzige große Straßenrennen in dem Gebiet zwischen Hannover (Eilenriede), Schleiz (Dreieck) und Stuttgart (Solitude) ist das Motorradrennen „Rund um Schotten" am 16. Suni, der Mersterschaftslauf für die Klassen 250 und 350 Kubikzentimeter. Das Rennen „Rund um Schotten", das dieses Sahr zum fünften Male startet, gewinnt als einziges Straßenrennen des rhein-marnischen Wirtschaftsgebietes eine stets wachsende Bedeutung. Sst doch die 17,6 Kilometer lange Rundstrecke über die Höhen des Dogelsberges eine geradezu ideale natürliche Prüfungsbahn, wie sie die mitteldeutschen Gebirge nicht mehr aufzuweisen haben. Don Schotten (204 Meter über dem Meeresspiegel) frrigt die Straße bis auf 620 Meter, der Höhenunterschied beträgt also über 400 Meter. Dazu kommt, daß die Landstraße, dem Gelände angepaht, 96 Kurven aufzuweisen hat, darunter sechs Haarnadelkurven und außerdem zwei große Schleifen. Die Strecke- stellt also an Den Fahrer und die Maschine sehr hohe Anforderungen, müssen doch in den Meisterschaftsläufen zwölf Runden durchfahren werden. Aber auch für den Zuschauer ist das Rennen sehr lohnend, kann er doch weite Strecken der Bahn von einem Punkte aus überblicken und so stets einen großen Teil deS Rennens mit dem Auge verfolgen. Durch Fern- sprechdienst auf der Strecke wird die jeweilige Lage der Fahrer nach dem Start und Ziel gemeldet und dort durch Riesenlautsprecher bekanntgegeben. Umsäumten im vergangenen Safjre etwa 12 000 Zuschauer die Strecke, so rechnet man Damit, daß diese Zahl sich am nächsten Sonntag wesentlich erhöhen wird. Der hessische Minister des Snnern, Leuschner, hat Den Ehrenvorsitz über Das einzige Straßenrennen Hessens übernommen unD fein Erscheinen zugesagt. Bis jetzt liegen bereits 50 MelDungen vor. Die Meister Des StaDions und Der Opel-Bahn toerDen sich hier ein StellDichein geben unD ihr Können auf Der Bahn nun auch auf Der Land- straße unter Beweis stellen. Menkampf im Frankfurter Zoo. WSR. Fr a.n kf ur t a. M., 8. Sunt. Am heutigen Samstag mittag gegen 12 Uhr spielte sich im Zoologischen ©arten ein _ auf» rcgenDer Kampf zwischen zwei Bären ab. Der mit Dem ToDe Des einen Tieres enDete. Ein Augenzeuge erzählt uns folgende Einzelheiten: Der Zoologische Garten besitzt u. a. eine alte braune Bärin, Die auf Den Namen Sonja hört und vor allem bei Den Kindern sehr beliebt war, weil sie „lachen" konnte, wenn man das Verziehen der Schnauze bei Empfangnahme eines Leckerbissens als Lachen bezeichnen will. Dieser Tage bekam nun Sonja einen Gefährten, und zwar ein altes Männchen, dessen Käfig neu hergerichtet werden muß. Die beiden Bären, Die sich zuerst gut vertrugen, gerieten nun heute vormittag aus unbekannter Ursache im wahren Sinne des Wortes einander in die Haare, und als erst einmal Blut geflossen war, wurde der Kampf mit blinder Wut so lange fortgesetzt, bis Sonja aus zahlreichen Wunden blutend verendete. Das Personal suchte Die beiDen Kampfhähne zu Marburger Festspiele. ,,Wilhelm Dell." Die Festspiele in Marburg haben nach dem Re- sormationsspiel und dem Spiel von der heiligen Elisabeth, mit welchen man in den Vorjahren begann, den engeren Bezirk heimatlicher Geschichte, Sage und Landschaft verlassen und ziehen in der heurigen Saison den stehenden Spiclplan großer klassischer Dramatik in ihren Bereich. Mit Schil- lers „Teil" wurde am Sonntag die sommerliche Spielzeit der Freilichtbühne vor dem Schloß festlich eröffnet. * Wir wohnten am Samstag der Generalprobe bei, und da die Ausführung nach wochenlangen, mühseligen Vorbereitungen zur Generalprobe wirklich „stand", wie es bei einer Premiöre auch nicht besser sein kann, so darf man wohl schon kritisch einiges dazu bemerken, auch wenn man nicht den vollen und abgeschlossenen Eindruck des Spieles mitnahm, das des einsctzenden Regens wegen im vierten Akt (Attinghausens Tod) abgebrochen werden mußte. * Die eigenartige Szenerie Der Marburger Festspielbühne, Die bei früheren Anlässen beschrieben wurde, gibt einen recht glücklich sich einfügenden äußeren Rahmen für das Drama her. Die drei hohen gotischen Bögen schaffen einen großzügig klaren Prospekt, und mit gelegentlicher Vorhangverkleidung und ganz geringen Versatzstücken ist die jeweilige , Szene in einfacher Stilisierung überzeugend und ausreichend angedeutet. (Nur stören hie und da Die im Mittelbogen angebrachten, schwenkbaren Vorhangträger durch eine unschöne Ueberschneidung des Durchblicks das Bild: was zu vermeiden wäre, wenn man sie bei geöffnetem Vorhang so weit zurücknehmen könnte, daß sie im rechten Winkel zum vorderen Bühnenrahmen stehen; allerdings entzieht es sich unserer Kenntnis, ob dies technisch erreichbar ist.) * Die Regie des künstlerischen Leiters der Festspiele, Dr. Budde, hat mit sicherem Blick und liebevoll eindringendem Verständnis die vielseitigen Möglichkeiten der Bühne für die besonderen Erfordernisse des Schauspiels ausgenutzt. Es ist vor allem bemerkenswert, mit wie' wenig Kürzungen er — nach dem bisher Gesehenen — diese Freilichtinszenierung bewältigt. Ein entschiedener Gewinn gegenüber den meisten „Tell"-Ausführungen im geschlossenen Theater ist die dürch fließende Verwandlungen und einen fast pausenlosen Szenenablauf sich ergebende Geschiossenheit des Gesamteindrucks. * Im Ganzen machten die Ensembleszenen — wie das hier kaum anders zu erwarten war — infolge der nur auf ganz großen Bühnen in ähnlicher Form zu erzielenden, weiträumigen und großzügigen Gruppierung der repräsentativen Massenauftritte den besten Eindruck. Wogegen die Soloszenen (bei Stauffacher im zweiten Akt und später die Iagd- partie) von eben dem großen Rahmen des Spielfeldes ein wenig erdrückt wurden. Am stärksten und farbigsten gerieten unserem Gefühl nach die Apfelschußszene, welche hier in ihrer ganzen, glänzenden Theatralik zur Geltung kam, und jene vorhergehende in Teils Hause, die auch szenisch sehr stimmungsvoll — obwohl mit bescheidensten Mitteln — heraus- gearbeitet war. * Die Zentralszene des Schauspiels, der Rütlischwur, wirkte demgegenüber, obwohl sie geschickt gestrichen war, etwas gestellt und nicht so großlinig in der Entfaltung der Massen, die vielleicht ein wenig mehr gegen den Hintergrund hätten gruppiert werden sollen. Dor allem hätte man gerade in dieser Szene einen weiten Prospekt mit tiefem Durchblick durch den Mittelbogen erwarten dürfen, der statt dessen, des gleichzeitigen Umbaus wegen, durch den Por- hang geschlossen war. Man sollte hier ruhig eine kleine Verwandlungspause zugunsten der Wirkung dieser Hauptszene in Kauf nehmen. Die Apfelschußszene wurde mit einem nicht üblen Regieeinfall eröffnet: dem rhythmisch gegliederten, dekorativen Einzug der Söldner zur Aufrichtung des Geßlerhutes.: doch ist zu bedenken, ob die leicht ins Groteske abgleitende Wirkung hier erwünscht ist, und man sollte der ausgesprochenen Witterung jedes Publikums für komische Nuancen auch in ernsten Stücken nicht unnötig entgegenkommen. * Darstellerisch steht und fällt die Aufführung mit der Besetzung der Hauptrolle. Der Tell ist Friedrich K a i ß l e r, und er beherrscht und bestimmt Den Eindruck dieses Spieles in entscheidender Form. Man hätte kaum eine bessere Verkörperung finden können als diesen ausgezeichneten Sprecher, dem sein klangschönes, weittragendes und blendend geschultes Organ gerade auf einer Freilichtbühne mit schwieriger Akustik ungemein zustatten kommt. Wir haben es sehr bedauert, den großen Monolog im vierten Akt nicht mehr gehört zu haben. So wurde, traft seines einfachen, menschlich und männ- lich zugleich sich äußernden Spieles die Apfelschuß- szene zum eindringlich nachwirkenden Kernstück der Aufführung. * Neben Kayßler tritt naturgemäß die übrige Besetzung ein wenig zurück. Aus dem weitläufigen Personal heben sich vor allem der kraftvoll und gut gesprochene Stauffacher und der mit einer gewissen Eleganz und unter Verzicht auf de Theatereffekte des augenrollenden Tyrannen alten Stils gegebene Geßler angenehm heraus. Der Melchthal befriedigte, vor allem sprachlich, weniger. Von den Frauengestalten machten Bertha von Bruneck und die Hedwig, die ein wenig an die Frauen der Höflich erinnert, aber textlich nicht immer ganz sicher erschien, die beste Figur. * Es ist zu hoffen, daß die ferneren Aufführungen der Marburger Festspielbühne ein wenig mehr vom Wetter begünstigt sein werden als die Generalprobe. Möge der H-mmel ihnen gnädig sein. Es hängt so viel davon ab. -y- Abschied vom Frühling. Von Franz Hessel. Verehrte Sahreszeit, von Shnen hat man nicht viel. Cs kommt mir bisweilen vor, als ob es Eie in unserer Sagend ausführlicher gegeben habe, damals, als wir Sie und Shre Drei Kollegen so deutlich unterschieden. Seht kann ich Sie oft nur auf dem Kalender konstatieren. Heuer zum Beispiel konnte ich Sie vor lauter Kälte kaum sehen, hören oder riechen. Die erforderlichen Wärmesendungen blieben einfach aus wie Kohle streikender Gruben. Wir leben offenbar in Zeiten, in denen man auch mit kosmischen Ausständen rechnen muß. »Auflassung fämtlicher Herrenartikel" las ich in Wien an einem Schaufenster und fror. Das war im Mai. Snzwischen gab es ein paar plötzliche Begegnungen mit Shnen. Sn einem etwas spärlichen Garten des Berliner Weichbildes, da, wo die Straßen und Plätze nach Heidelberg, Deidesheim, Sohannis- berg und andern westlichen Glücksgegenden heißen, knieten Sie zwischen Beeten, die Sternchenblüten trugen. Sie waren als Mädchen verkleidet, aber Shre Knabennatur äußerte sich spöttisch: das Dlütenblätterzupsen überließen (Sie mir. Und vor kurzem, an einem schon etwas heißen Nachmittag, wurden Sie von einem Sportplatz fortgetragen. Shre Stirn blutete. Ein Ball hatte sie getroffen. Ganz blaß sahen Sie aus. Sch weiß nicht, ob Sie dn Spieler oder nur ein Balljunge waren. Sv jung waren Sie. Sie waren schön wie jener Hyakinthos, von dem das Apollomärchen erzählt. Mit diesem Knaben jagte der Gott gern in Den WälDern, und auf den Feldern ergötzte ex sich mit ihm an Spielen. Einst um Mittag schleuderten sie Diskus. Apoll warf die eherne Scheibe hoch in die Wolken. Als sie wieder zur Erde fiel, eilte der Knabe hastig hinzu, um wetteifernd feinen Wurf zu tun. Da sprang die niedergefallene Scheibe vom Boden zurück. Die Erde selbst schleuderte sie dem Knaben ins Antlitz. Cs war um ihn geschehen. Wie Veilchen und Krokus imD Lilie, im Garten ab- gepslückt, das welkende Haupt senken, so welkte im Arm des armen unsterblichen Gottes das Gesicht des sterbenden Knaben. Sa, dann kommt die Sage und rettet, was zu retten ist. Aus dem Dkut, das auf das Gras verströmt, läßt sie Die QMume sprießen, Die Des Knaben Namen trägt. HsD im Sommer feierten die Frommen in Sparta und Da herum ihm zu Ehren Feste. Am ersten Tage gab es ein Totenopfer ohne Sang und Klang, an den folgenden Tagen aber fröhliche Festzüge, Schmaus und Flötenspiel. Sn die Sterne wurde er wohl auch noch versetzt, der QJeriorentgangene. Aber was hilft's? Er ist immer wieder hin. Als Der Flieder blühte, haben wir gefroren. Seht, Da uns enDlich toarm wird, steht Das Blattwerk blütenleer. Mau hat es nicht leicht mit Shnen, Herr Lenz, Monsieur Printemps, Mister Springtime. Das nächste Wal wollen wir besser auf Sie aufpassen. trennen, aber nicht einmal zahlreiche Wassergüsse konnten die Wut der Tiere abkühlen. Da es sich um ein altes, zur Zucht nicht geeignetes Weibchen handelt, ist der materielle Verlust nicht sehr groß. Aus der Provinzialhauptstadt. Dießen, den 10. 3uni 1929. Reiterliche Vorführungen in Gießen. Es ist verwunderlich, daß in der heutigen Zeit, in der sämtliche Sportarten von allen Schichten der Bevölkerung mit der größten Hingabe gepflegt werden, ein Sport wie der Reitsport scheinbar immer mehr zurücktritt, obwohl er traditionell die größte Berechtigung hat und bei seiner individuellen Eigenart wie kein anderer dem abgehetzten modernen Menschen in mannigfaltigster Weise zahllose Genüsse zu bereiten vermag. Der Grund hierfür ist wohl der Umstand, daß er immer wieder als zu teuer verschrien wird. Wie irrig diese Ansicht ist, zeigten die zahlreichen, zum Teil neu eröffneten Reit- institute in vielen deutschen Städten, die cs auch dem über bescheidenere Mittel verfügenden Staatsbürger ermöglichen, seine Erholung auf dem Rücken eines Pferdes zu suchen. Daß dieser edle Sport auch in Gießen noch nicht ganz von der Bildfläche verschwunden ist, beweisen die reiterlichen Vorführungen, die dieser Tage vom Ausschuß zur Förderung des Reitsports in Gießen in dec hiesigen Universitäts- Reitbahn veranstaltet wurden. Herrlichster Sonnenschein begünstigte die Darbietungen, die durch die Kapelle Topp eine sich gut anpassende Begleitung fanden. Es war nur ein ganz internes Fest zugunsten der Instandhaltung der hiesigen offenen Reitbahn. Trotzdem und trog der sehr knapp bemessenen Dorbereitungszeit konnten sich die Vorführungen in jeder Beziehung sehen lassen. Einem einleitenden Paarreiten folgte eine Abteilung für Jugendliche, die besonders gefiel und zeigte, daß auch die jungen und ganz jungen Gießener Reiter und Reiterinnen bereits im Sattel zu sitzen verstehen. Die darauf folgende, von vier Damen und vier Herren gerittene Quadrille vermochte durchaus mit Quadrillen zu konkurrieren, die an größeren Plätzen und bei größeren Turnieren geritten werden. Besondere Anerkennung fand ferner eine von zwei Damen und zwei Herren gerittene Fahrschule. Sie bewies, daß auch die höher« Reitkunst in Gießen in vielseitiger Weise gepflegt wird. Den Abschluß der Darbietungen bildet« ein über sieben Hindernisse gerittenes Springen, das ebenfalls wohlverdienten Beifall fand. Alles in allem, ein wohlgelun- aenes Fest, und für die zahlreich erschienenen Freunde des Reitsports ein großer Genuß. Abgesehen von der Anerkennung, die den Reiterinnen und Reitern gebührt, ist dem Universitäts- Reitl«hrer S ch ö m b s besonderer Donk abzustallen, da der Erfolg des Tages hauptsächlich der großen Mühe zu verdanken ist, die er sich mit der Ausbildung seinör Schüler von jeher in verständnisvollster Weise gegeben hat. Hoffenllich hat die Veranstaltung dazu beigetragen, das Interesse für den Reitsport auch in Gießen etwas mehr zu wecken und ihm neue Freunde zu gewinnen, damll unsere Universitätsstadt auch fernerhin anderen deutschen Univer itäts- städten in reiterlicher Beziehung nicht nachzu tehen -braucht. Liegen doch in Gießen die Voraussetzungen hierfür besonders günstig, da das hiesige Reitinstillit nicht nur mit größtem Verständnis geleitet wird, sondern auch über ein im Verhältnis zu anderen Städten ausgezeichnetes Pferdematerial verfügt. Dr. Kz. Daten für Dienstag, 11. Juni. Sonnenaufgang 3,44 Ahr, Sonnenuntergang 20,15 Ahr. — Mondaufgang 7,46 Ahr, Monduntergang 7.46 Ahr. Oer Sohn des Vesuvs. Von Gustav W. Eberlein, Vom. Neapel, Anfang Juni. Ein Springbrunnen, kleiner Spritzkegel inmitten eines weiten Beckens, so sieht der Vesuv — so weit er sich überhaupt auf Vergleiche einläßt — aus. Man kann natürlich auch Höllenschlund oder Jn- fernorachen oder sonst eine danteske Bezeichnung gebrauchen, aber darunter sich das Richtige vorzustellen, ist für den vulkanischen Laien schwer. Denkt er sich dagegen eine fünfhundert bis siebenhundert Meter breite, ziemlich kreisrunde und etwa kirchturmtiefe Schale, so hat er schon den Krater. Und inmitten der Schale steht, kirchturmhoch, die Spritz- oorrichtung. Sie sieht schwarz und gefährlich aus wie ein Kohlenmeiler, nur viel schlanker, und arbeitet ohne Unterlaß. Wer gebildet ist, spricht von einem Kegel, im Neapolitaner Volksmund heißt der Auswuchs treffender der kleine Vesuv oder der Sohn des Vesuvs. Das Kraterbecken ist in der Regel ganz trocken, denn, nun kommt die erste Abweichung vom Springbrunnen, der Sohn des Vesuvs hält es nach Väterart mit dem Feuerspeien. Was er so ausspuckt, alle fünf Sekunden macht es Bummwummbumbumm, ein Geräusch, das manchem Zeitgenossen vom Kriege her vertraut ist, das kullert glühend, aber erstaunlich rasch verlöschend den Kegel herunter und erstarrt auf der Stelle. Manchmal ist der Sohn so spuckfaul, daß die Fremden im Gedanken an den staunenden Stammtisch ihre Angst bezwingen und sich von dem Führer an die höllische Esse hinschlep- pen lassen. Jetzt ist der Augenblick gekommen: der Jnfernodiener zeigt ihnen einen in Lava eingeschmolzenen Soldo, steckt dafür fünf Lire ein und rat überflüssigerweise dem tollkühnen Eindringling, zu Hause zu sagen, er selbst, Lehmann aus Bieberach, Hopfli aus Bümpliz, habe die Kupfermünze in das Magma eingedrückt. Und federkundige Leute setzen sich hin und schreiben ein Feuilleton: Im Krater des Vesuvs. Huch — wie gruselig! Eines schönen Sonntagnachmittags habe ich eine ganje Schulklasse um den Sohn des Vesuvs oer- O nein, hier unten geht es geologisch etwas leb- taten sie? Krabbelten an ihm hinauf wie am guten Opapa und rutschten ihm den Buckel hinunter. So etwas schickt sich natürlich nicht für staunende Stammtische. Es ist aber eine historische Tatsache, daß in dem Kraterbecken gelegentlich auch die Kühe weideten, chie liuf dem jetzt auch wieder ausgegrabenen Forum in Rom. Und das nicht etwa in prähistorischer Zeit. O nein, hier unten geht es geologisch in etwas lebhafter zu als beispielsweise in den längst verkalkten Alpen. Da steht in der Nähe, auf der anderen Seite von Neapel, der 139 Meter hohe Monte Nuooo, der konnte etwas erzählen. Am 29. September 1538 wußte fein Mensch etwas von ihm, am 30. September, über Nacht geboren, gehörte er auf einmal zur Geographie und sogar zu ihren Merkwürdigkeiten. 1864: der Komponist Richard Strauß in München geboren; — 1921: der Geograph Wilhelm Sievers in Gießen gestorben (geboren 1880). ** Die Ortssatzungen über die Stra- ßenreinigungs- und Müllabfuhr-Gebühren sind von der Stadtverwaltung im Anzeigenteil unserer vorigen Samstagausgabe bekannt- gegeben worden. Die Interessenten seien auf diese wichtige Veröffentlichung besonders hingewiesen. ** Schulpersonalien. Ernannt wurden: der Lehrer Gustav Paul zu Geilshausen zum Lehrer an der Volksschule in Trohe; der Schulamtsanwärter Wilhelm Horn aus Friedberg-Fauerbach zum Lehrer an der Volksschule zu Eckartsborn, Kreis Büdingen; der Schulamtsanwärter Jakob Baußmann aus Neu-Bamberg, Kreis Alzey, zum Lehrer an der Volksschule zu Fauerbach, Kreis Büdingen. ** Ein Achtzigjähriger. Morgen, ernt 11. 3uni, wird der frühere Buchbinder- meister Conrad Steinhäuser, Wetzlarer Weg 55 wohnhaft, 80 Jahre alt. Bereits im Dezember 1926 konnte er mit seiner jetzt 81- jährigen Gattin die goldene Hochzeit feiern. Als 15jähriger Junge trat C. Steinhäuser in eine hiesige Buchbinderei als Lehrling ein. Aach dreijähriger Militärdienstzeit und mehrjährigem Aufenthalt in der Fremde übernahm er am 1. April 1875 die feit dem Jahre 1830 bestehende Buchbinderei seines Lehrmeisters, die er bis 1902 inne hatte. Von da an ging das Geschäft auf seinen Sohn Heinrich über, der es noch heute führt. Im nächsten Jahre kann also dieses Geschäft sein lOOjähriges Bestehen feiern. Möge dem I Achtzigjährigen noch ein langer und gesegneter Lebensabend beschieden sein. •* Der Fackelzug der V.D.A. - I u g e n d am Samstagabend war von großem Wetterglück begünstigt; er schlängelte sich sozusagen zwischen zwei starken Aegenfronten hindurch. Denn vor seinem Beginn brachte ein Gewitter bis gegen 20 Ahr starke Regenmengen und bald nach &em Abschluß der Kundgebung setzte der Regen mit wiederholten kräftigen Aiederschlägen erneut ein. Während des Marsches der Hunderte von Fackeln tragenden Kinder blieb es erfreulicherweise im großen und ganzen von oben her trocken, so daß die Veranstaltung in der vorgesehenen Form zur Geltung kommen konnte. Der Aufmarsch der von zwei Musikkapellen geleiteten V.D.A-Jugend sand überall die verdiente shmpathievolle Beachtung; das Gymnasium hatte seinen Wimpelträger hoch zu Roß an die Spitze der Gruppe gesetzt. Sämtliche Schulen, und zwar die höheren wie auch die Volksschulen, waren in dem Zuge in erfreulicher Weise stark vertreten. Aus Oswalds* garten hielt nach dem Zusammenwerfen der Fackeln Studienrat Dr. König eine kurze Ansprache an die Jugend, und mit dem Gesänge des Deutschlandliedes fand dann die Kundgebung ihren Abschluß. Geschäftshausneubau. Die untere Bahnhofstraße hat durch den Aeubau der Lederfabrik und -Handlung Carl Becker II. eine bemerkenswerte Verschönerung erfahren. An Stelle des früheren, seit 1848 bestandenen Hauses, das nicht mehr in das Straßenbild paßte und außerdem auch über die Baufluchtlinie hinaus in den Bürgersteig hineinragte, ist ein inodernes Haus geschaffen worden, das sowohl in seinem Aeuheren, wie auch in der Raumverteilung den Gesichtspunkten neuzeitlicher Zweckmäßigkeit entspricht. Mit dem Bau wurde im August vorigen Jahres begonnen, jedoch konnte er infolge des starken Frostes, der die Bautätigkeit außerordentlich schwierig gestaltete und die Arbeiten nur langsam vorwärtskommen ließ, erst später als beabsichtigt, vollendet werden. Morgen will ihn nun der Besitzer seiner geschäftlichen Bestimmung Solche Anomalien liebt nun auch der Vesuv. Wie die Schulschlingel am Sonntagnachmitatg, so treibt er während seiner Geschichtsstunde, die ein paar Zeitalter währt, Allotria. Füllt sein Kraterbecken auf, läßt es im ungeeignetsten Augenblick ab, spuckt das Observatorium weg, fingert in der Cook- bahn herum, gerät ins Wachsen und bezeigt überhaupt eine lümmelhafte Haltung. Aber die Wissenschaftler sind hingerissen von seinem Ungestüm und die Dichter sehen erschauernd die Erde dicht neben ihren Lackschuhen gebären. So nahe ist man dem Urgeheimnis, so nahe dem keuchenden Atem der Ewigkeit! Noch wogt das Kosmos, noch ist ein Planet im Bilden und Umbilden begriffen. ^Pre/Tegeogrdphie TP'< Somma Kertul Ausbruch des Vesuv, Juni 1$29. 1 Torre .del Greco TOrre Annunziata Neapel Ausbreitung — der Lpva- — ströme, t Der Vesuv hat über Nacht seinen Sohn ermordet. Es war eine jener unsagbaren Golfnächte, in denen man schon auf treibendem Boote den großen Zusammenhängen auf die Spur zu kommen vermeint. Der Vulkan schien unter plötzlichem Grollen zurückweichen zu wollen, es war, als ziehe er die Brust ein zu einem ungeheuerlichen Atemstoß ... dann flammte fein Pinienschirm in einer von unten kommenden Beleuchtung auf, die Berge ringsum trugen eine rosige Gloriole ... wir kehrten seltsam beengt und doch aufgerüttelt um, dem Ufer zu. Am nächsten Morgen mit dem ersten Zug los, hinauf. — Am Observatorium angekommen, das seit dem Einsturz des Kraterrandes ziemlich tief liegt, während man die Ruine des alten, von der Lava des Jahres 1906 zerstörten Gebäudes wie eine Kulisse in der Höhe hängen sieht, sagte man uns, es bestehe vorerst keine Gefahr, da das Kraterbecken noch nicht ganz aufgefüllt fei. Erst mit dem Ueberstießen kommt das Verderben. Natürlich hält sich der Vesuv nicht immer an die Vorschrift, es geschieht zuweilen, daß sich, wie im vorigen Jahre am Aetna, eine Wunde in seiner Flanke öffnet, Professor Malta- dra, der tapfere Beobachter, will jedoch von solchen Ungehörigkeiten diesmal nichts wissen. Das Becken, so sagt er, ist jetzt eben gegen Osten zu, an feiner flachsten Stelle voll, und es fragt sich nur, wo die abfließende Lava Halt macht. ^agen sich auch die Leute, auf die sie zufließt. Man kann es ihnen nicht verdenken, wenn man so in die Schußrichtung schaut. Die weißen Häuser von Ottajano und Terzigno dünken mich übergeben. Ein geräumiger Laben mit einem Schaufenster nach der Bahnhofstraße und drei Schaufenstern nach der Mühlstrahe zu, wird das neben der Lederfabrik betriebene Detailgeschäft aufnehmen. Reben den Geschäftshauszwecken sind in dem Hause auch noch mehrere Wohnungen entstanden. Die gesamten Arbeiten an dem Dau, der nach einem Entwurf und unter Leitung des Architekten Philipp Aicolaus errichtet wurde, sind von hiesigen Geschäftsleuten bzw. Handwerkern ausgeführt worden. ** „50er = 21II ee 18 64/1 9 1 4." Die Fünfziger-Vereinigung 1864/1914 hatte aus Anlaß der 50. Geburtstagsfeier im Jahre 1914 eine Reihe Lindenbäume von der Licher Straße neben der linken Seite des Eisenbahndammes der Strecke Gießen—Fulda nach dem Waldessaum am Universitäts-Sportplatz zu angepflanzt. Im Laufe der Jahre hat der größte Teil der Bäume eine recht ansehnliche Größe erreicht, während eine Anzahl Bäume leider eingegangen sind, die aber wieder ergänzt werden sollen. Um der Allee einen Abschluß Zu verleihen, wurde dieser Tage am Waldessäume ein etwa 1,50 Meter hoher und 0,70 Meter breiter Gedenk st ein aus grauem Muschelkalk mit der Inschrift „50er-Allee 1864/1914" errichtet. Neben dem Gedenkstein ist auf der linken Seite eine Ruhebank aufgestellt. Anläßlich der 65. Geburtstagsfeier der Altersvereinigung 1864/1914 in diesem Jahre wurde gestern morgen 10.30 Uhr der Gedenkstein durch eine schlichteFeier eingeweiht. Geh. Medizinalrat Professor Dr. Sommer vollzog den Weiheakt mit einer Ansprache an die erschienenen Alterskollegen. Er verbreitete sich über die großen geschichtlichen Geschehnisse in der Zeit vom Jahre 1864 bis zum heutigen Tage und bezeichnete als wichtigste Aufgabe der Gegenwart den Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes. Der Redner dankte den Allerskollegen Haggenmüller, La unspach, Seimborn und allen, die sich um die Errichtung des Gedenksteines verdient gemacht haben. Universitäts-Sportplatz und „50er - Allee 1864/1914" seien als ein Ganzes zu betrachten. Der Jahrgang 1864 sei sehr lebensfähig und stämmig, denn von 100 Mitgliedern bei der Gründung feien Zur Zeit noch 38 am Leben, von denen sich noch recht viele einer großen körperlichen und geistigen Rüstigkeit erfreuen. Die Ansprache schloß mit einem dreifachen Hoch auf die Allersvereinigung. Hieraus wurden mehrere Lichtbildaufnahmen vorgenommen. ** Altersvereinigung 1869/1919. Dem alten Gießener Brauch folgend, der ohne Unterschied des Standes, der Partei oder Konfession alle Atterskollegen vom 50. Lebensjahre ab zu gemeinschaftlichem Tun vereint, hatte sich — wie man uns berichtet — die Attersvereinigung 1869/1919 wieder zusammengefunden, um die Feier ihres 60. Geburtstages gemeinsam zu begehen. Den Auftakt der Feier bildete ein Herrenkommers am Samstagabend, der im „Hessischen Hof" stattfand und mit einem Essen verbunden war. Dem Rufe des Vorstandes folgend, hatte sich eine stattliche Schar Alterskollegen, auch mehrere von auswärts, eingefunden, so daß der Raum schier zu eng für alle war. Trotzdem herrschte eine überaus fröhliche Stimmung unter den Jubilaren. Allen Teilnehmern blitzte die Freude des Wiedersehens aus den Augen, und gar manche schöne Erinnerung aus der Jugendzeit wurde wieder aufgefrischt. Bei Musik, Ansprachen, gemeinschaftlichen Liedern und Vorträgen heiterer Art verflossen rasch die Stunden, und bei guter Zeit trennte man sich, um andern Tages neu gestärkt die Familienfeier zu begehen. Diese Veranstaltung, die im festlich mit Fahnen und Wimpeln geschmückten Saale des Philosophenwaldes ftattfani), erfreute sich eines überaus guten Besuchs und wurde mit einem gemeinschaftlichen Kaffee eingeleitet. Den Glanzpunkt der reichhaltigen Vortragsfolge, die von vorzüglich gespielten Musikstücken der Kapelle Weller umrahmt war, bildeten nach der heute Diel näher als sonst, der Abhang des Vulkans, diese verteufelte schiefe Ebene steiler denn je. Das jagt nur so hinunter, das überstürzt sich in Kaskaden. Dazu dieses unaufhörliche Gepolter, dieses infame Krachen und Knacken wie von mahlenden Kiefern, das Aufblitzen aus einem scheinbar einzigen Geschützmaul wie beim Trommelfeuer, und vor allem die unheimliche Nachgiebigkeit des Bodens unter den Füßen! Man muß auch feinen inneren Menschen festhalten, um beobachten zu können. Denn hier oben ist man nicht nur dem Wettgeist, sondern auch dem Ungewissen näher als jüngst in Sizilien, wo man ja die Lava nicht an ihrem Ausgangspunkt, sondern auf ihrer Endbahn, nicht ihren Absprung, sondern nur ihr Eintreffen sah. Dort schob sie sich langsam, ganz langsam, Zeit genug, um zu photographieren, vorwärts, sah wie ein kriechender Sack aus, hier zieht sie reißend und weißglühend ab wie der flüssige Stahl beim Tiegelguß. Erst die Bewohner drunten in den Dörfchen sehen sie wieder so: in sacco. Der Sack bildet sich beim ersten Hindernis, sowie die Geschwindigkeit nachläßt. Hindernisse sind gottlob vorhanden. Vor allem die erstarrten, schwer beschreibbaren, an „Felsenmeere" erinnernden Gebilde der alten Lavabette, dann das Gehölz vor Terzigno, das allerdings schon in Flammen aufgeht. Von oben sieht es nur wie Ginster aus, der etwas von einer funkensprühenden Lokomotive abbekommen hat. Dahinter liegt das Volk nun wohl auf den Knien, es schleppt seine Madonnenstatuen und heiligen Reliquien heran, pflanzt sie unmittelbar vor dem stinkenden Sack auf. Er ist nur dreißig Meter breit und kaum hoher als ein Pferd. Das feinen Namen verdienende Höllental benützend, hat sich der Hauptstrom in Awei Arme gegabelt, die weit auseinanderklaffen. Nahrung empfängt er unaufhörlich aus dem Sohn des Vesuvs, dem figlio — sagt der Professor. Aber ich kann den feurigen Kerl nicht sehen, Professors! Ist auch nicht mehr da, sagt er. Alsdann? fragt ein öfter» reichischer Kollege. Nun, der Sohn ist beiläufig geplatzt. Damit fing die Sache überhaupt an. Der Sohn spaltete sich vom Scheitel bis zur Sohle wie jener Mameluck im Syrerland. Da somit die wohltätige Bremse des kegelförmigen Zuschnittes fehlt, schießt jetzt aus dem Innern des alten Kraters hemmungslos der ganze lang zurückgehattene Groll heraus. Der Sohn ist nur noch theoretisch, sozusagen wisfenschaftlich vorhanden, materiell betrachtet als ein kümmerlicher schwarzer Rest, für unsere Laienaugen überhaupt nicht mehr. Der Alte hat ihn umgebracht. Es gibt nun zwei Möglichkeiten oder, da der Vesuv unberechenbare Launen hat, drei bis fünf. Entweder füllt sich das ganze Kraterbecken und die Spitze des Berges wird damit wieder massiv, oder es läuft aus und gibt damit dem Allen die Möglichkeit, einen neuen figlio an der gleichen oder einer besser geeigneten Stelle aufzubauen. Wenn er nicht überhaupt den Kops verliert, was auch schon vorgekommen ist. Dann müßte eben in den Geographiebüchern die von 1223 bereits auf 1186 Begrüßungsansprache des Vorsitzenden, Photograph Zimmer, die Gesangsoorträge des Opernsängers Gottlieb Groß vom Opernhaus Graz mit der fein- finnigen Begleitung des Herrn Kinzenbach jr. Der Sänger, der über einen prächtigen, wohlklin- genben Bariton verfügt, mußte sich zu verschiedenen Zugaben verstehen. Auch zwei Solotänze, von Frl. Ca stein sehr wirkungsvoll ausgeführt, mußten auf lebhaftes Verlangen wiederholt werden. Gemeinschaftliche Lieder, deren Inhalt sich auf das Fest bezog, trugen wesentlich zur Hebung der frohen Stimmung bei, die ihren Höhepunkt bei der Rede des Altersgenossen Valentin Frey, der in humorvoller Weise die Frauen feierte, erreichte. Den Beschluß der schönen Feier machte der Tanz, bei dem man noch manchen Jubilar wacker am Wirken sah. "Die GießenerRuder-Gesellschaft 18 7 7 hat im Herbst vorigen Jahres auf ihrem Platze an der Lahn eine neue massiv'e Dootshalle errichtet, um auch dem Paddelsport, der sich in cen letzten Jahren zu großer Blüte entwickelt hat, ein Heim zu bieten. Die schmucke Halle fügt sich mit ihrem roten Ziegeldach unter dem Grün der Bäume gut in die Umgebung ein und trägt —. vom Wasser aus gesehen — sehr zur Belebung des durch den Bahndamm dort etwas öden Ufer* bildes bei. Die Halle bietet in ihrer praktischen Anordnung einer Reihe von Paddelbooten, sowohl den schwereren Holz-, als auch den leichten Faltbooten, Raum; sie wird sicherlich dazu beitragen, dem Paddelsport neue Freunde zu den vielen alten zu gewinnen. Sie alle suchen und finden auf dem Wasser auf kürzeren und längeren Fahrten Erholung und Ausspannung von der Berufsarbeit, und neue Kraft. Und stets sind sie wieder angezogen von dem herrlichen Land* schaftsbild, das Berge und Burgen mit den Sil* houetten der alten Bäume davor am Ad end* Himmel bieten. Längst hat der Rudersport, zuerst etwas verächtlich auf die Paddelei blickend, ihren Wert anerkannt, und friedlich grüßen sich jetzt Ruderer und Paddler auf dem Wasser in dem Bewußtsein, daß sie beide an einem hohen Ziel arbeiten: der Kräftigung und 'Förderung der Gesundheit unseres Volkes. So kann auch ein Ruderverein zum ernsthaften Förderer des Pad* delsportes werden, wie es die Gießener Ruder* Gesellschaft, gleichsam mit zahlreichen anderen Vereinen des Deutschen Ruderverbandes, jetzt tut, ohne dabei ihren eigentlichen Zweck, die Pflege der Ruderei und des Rennsportes, zu vernachlässigen. ** Auftrieb zum heutigen Frankfurter Schlachtoiehmarkt: 73 Bullen, 260 Ochsen, 501 Kühe, 310 Färsen, 577 Kälber, 82 Schafe, 3853 Schweine. Oberhessen. Landkreis Gießen. Y Mainzlar, 9. Juni. Die Bautätig* leit in unserer Gemeinde liegt im Vergleich zum Vorjahr vollständig danieder. Durch die nachträgliche Gewährung von Zuschüssen tour* den im vergangenen Jahre sieben Wohn* Häuser errichtet, die teilweise bis zum Eintritt des Winters bezugsfertig wurden. Außer cini* gen Um* und Anbauten wird in diesem Jahre vorläufig nur ein Wohnhaus gebaut, und ein weiteres wird begonnen werden können, falls dieses Vorhaben vom Staate bevorschußt wird. Höchstwahrscheinlich wird unserer Gemeinde noch ein weiteres verbilligtes Darlehen überwiesen werden können. — Mit Eintritt der Regenperiode ist man bei uns eifrig mit dem Setzen der Dickwurzpflanzen beschäftigt. Sehr viel Schaden hat hier der Drahtwurm an der jungen Hafersaat angerichtet. Ganze Aecker mußten umgepslügt und neu bestellt werden. Da cs für ein Walzen der Aecker schon vielfach zu spät "■■■■■■noaiHnBDKBBBani■■■■ii ■— ■■ iitj-ivqm zurückgegangene Hohe noch mehr herabgeschraubt werden. Nach dem Programm des Observatoriums kommt allerdings ein Abbau nicht in Frage. Kurz, die Sache ist unübersichtlich. Niemand weiß, was die Erde mit uns hier vorhat. In Torre Annunziata sieht man Soldaten auf Lastkraftwagen springen, die Circumvesuviana rüstet Sonderzüge aus für etwaige Hilfeleistung, die Fremden am Kai in Neapel lassen den verdächtigen Berg nicht mehr aus dem Feldstecher. Sicher ift nur, daß kein Zorngepotter unseren wackeren Professor Malladra zum Weichen bringen kann. Für ihn heißt es: Der Sohn ist tot, es lebe der Sohn! Gartenrestaurant. Es ist erschreckend: man hockt schon wieder draußen und nicht mehr in der Wirtsstube. Wieder steigt das schöne, alte Dach in sanfter Schräge an. Der große Baum steht mit seinem Elefantenbein mitten im Hof. Ein junges Mäd* chen boxt mir vor Freude eins auf den Bizeps. Sie ist schlank und hat lyrische Augen, in denen der Trieb zum Kinnhaken glänzt. Ringsum Theaterdekorationen des lieben Gottes, zarte Vorhänge des Frühlings, tänzerische grüne Röckchen, vom Winde bewegt, dem großen Musi* kanten. Auf der Hoftür eiserne Zahnstocher. Je höher man in den großen Baum hineinguckt, um so endloser sind die grünen Treppen; Barock, und Biedermeier. Don unten beleuchtet durch elek* trische Glühbirnen. Geheimnisvoll die Perspekttve der langen, leeren Holztische. Stille Bänke davor. Einer sitzt daran, der Handläse kaut. Er hat ein gutes Gesicht. Er kaut ihn gut. Eben schmilzt ihm die Butter um den Eckzahn. Auf dem Wirtstisch die ständige Bewegung des im eisernen Ständer balancierenden Kruges, aus dem Apfelwein fließt wie ein nie versiegender Bergstrom. Ich gucke ganz hoch. Der Mond ist wie ein silberner Türkensäbel in den Baum geworfen. Der Mann mit dem Handkäse hat aufgehört zu kauen. Die edlen Raturgaben haben ihn vergeistigt. Er denkt an einen Vers aus Schillers Glocke. Der große Hof ist frühlingshaft dunkel um diese neunte Abendstunde. Einige Gäste haben sich angesunden, wie die ersten Vögel, die aus dem Süden gekommen sind. Genau so war es im vergangenen Jahr! Oh, über diese Anknüpfung an das Gewesene. Man weiß es nicht mehr, daß Monate über Monate dazwischen liegen. And plötzlich erscheint alles unwirklich. Man fragt sich, ob es nicht ganz gleichgültig fei, ob einer Fuß, Müller oder Rindfleisch heiße. Man möchte ihn anreden und nur sagen: „Tla, Mensch! Prost, mein Lieber. Ra wie? Auf dein Wohl, du himmlischer Saukopf." Der Ober läuft hin und her und hat auf bleiernen Schüsseln gefüllte Gläser, in denen die bernsteingefärbte Flüssigkeit bis zum Rande emporsteigt. Die ersten Gäste trinken nach und nach jedem grünen Blättchen zu. maxing. i -hlL"»ch it i zu De'rflPyih- lo,Gnie n e6enei 'jwerde^tz KL §§D ^üte enftoufe’j nucke Solle S ?WÄ6 ,etn und trog 1 °ur Belebung öden A Z 'tzer Praktischen do-lb°oten,^ 5ÄnI^ten dazu bei. 7.?unde zu den suchen und ren und längeren Innung von der stets sind sie ^rrllchen Land- gen mit den Sil. vor am Wend. Rudersport, juetf e> blickend, ihre grüßen sich je»* Dasser in km m* Hon Sief ovrdcrung der lann auch evn derer des Pad. »ichener Luder« retchen anderen rverbandes, jetzt chen Zweck, die Aennsportes, zu en Frankfur- 73 Bullen, 260 577 Kälber, 82 1. ;ev. ie Bauiätig« im Vergleich zum eder. Durch die Zuschüssen tour- eben Wohn- biS zum Cintrill )en. Auster eini« in diesem Zahle gebaut, und (in *en können, sallS bcvorschustt wird, •r Gemeinde noä cljen ufcwiclcn er Aegenperio?.' n Sehen der iigi. Lehr xivA twurrn an der >anze Aecker mu - ,t werden. 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Das wird ja toll aussehen, gerade die Züge, die in den Morgenstunden immer so beseht sind, die von Hoboken herunterkommen!" .Natürlich, immer wenn etwas Passiert, sind wir nicht dabei, dann müssen wir hier dumme Aufnahmen drehen!" Der Mann, der das gesagt hatte, spuckte auf die Erde. Jimmy faßte sich an den Kopf. „Betty!" Betty war mit diesem Zug gefahren, der von Hoboken zur Stadt fuhr, er hatte sie selbst zur Strafkammer Gießen. ♦ Gießen, 7. 3uni. Der Geschäftsführer eines industriellen Unternehmens hatte es unterlassen, dir seinen Arbeitern von ihrem Arbeitslohn einbehaltenen Beitragsteile für die Invaliden - Versicherung und Krankenversicherung durch verkleben von Marken für die Dersicherung zu verwenden, bzw. diese Beträge an die Krankenkasse abzusühren. Wegen des ersten Falls war er durch das Amtsgericht Grünberg zu 10 0 Mark Geld st rase, evtl. 10 Tage Gefängnis verurteilt und wegen des anderen Falls freigesprochen worden. Seme Berufung hatte keinen Erfolg: dagegen wurde er auf die Berufung der Staatsanwaltschaft auch wegen Nichteinführens der für die Krankenversicherung bestimmten Lohnabzüge an die Allgemeine Ortskrankenkasse zu einer weiteren: Geldstrafe von 100 Mark, evtl. 10 Tage Gefängnis verurteilt. Ein Fuhrmann, der für eine Firma das Abfahren von im Walde lagernden Holz an den Bahnhof zwecks Verladung übernommen hatte, hatte einen Teil einer Fuhre rechtswidrig einem Bekannten überlassen, indem er sich diesem gegenüber als Eigentümer des Holzes ausgab. Wegen JInterschlagung war er deshalb durch das Amtsgericht Laubach zu 1 M o n a t Gefängnis verurteilt worden. Da ihm diese Strafe zu hoch erschien, verfolgte er Berufung, die aber ohne Erfolg blieb. Mit Rücksicht auf die Vorstrafen des Angeklagten hielt das Gericht die Strafe für angemessen und verwarf die Berufung. Weil ein Autohöndler das ihm zugeteiltei Probefahrtkennzeichen widerrechtlich benutzt haben sollte, hatte das Finanzamt Büdingen gegen ihn wegen vorsätzlicher Hinterziehung der Kraftfahrzeug st euer im Wege des Strafbescheids auf eine Geldstrafe von 70 Mark erkannt. Das Amtsgericht Büdingen, das in dem Verhalten des Angeklagten nur eine Steuergefährdung erblickte, verurteilte ihn zu der gleichen Geldstrafe. Auf seine Berufung wurde die Sache jetzt nochmals verhandelt. Das Gericht hielt seine Behauptungen, die btr. Fahrt habe nur den Zweck gehabt, das Fahrzeug auszuprobieren. nicht für widerlegt und sprach ihn unter Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils frei. Keinen Erfolg mit seiner Berufung hatte ein vor kurzem 18 Iabre alt gewordener Landwirt, der wegen gefährlicher Körperverletzung durch das Amtsgericht Alsfeld zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Während eines Tanzvergnügens hatte er sich ungebührlich benommen und war deshalb von dem Wirt aus dem Saale geworfen worden, wobei ihm von Angehörigen des Wirts einige Schläge versetzt wurden, da er sich freiwillig nicht entt lernte. Im Hofe angekommen, versetzte er plötzlich dem Schwiegersohn des Wirts mit seinem Messer zwei Stiche, von denen der eine den Racken und der andere den linken Unterarm nicht unerheblich traf. Rur mit Rücksicht auf sein jugendliches Alter sah das Gericht von einer Erhöhung der Strafe ab und verwarf im übrigen kostenfällig die Berufung deS Angeklagten. Iimmy wurde es plötzlich siedend heiß. Wenn Betty etwas passiert war. Man mußte sich erkundigen. Aber in diesem Moment rief der Regisseur „Aufnahme!", und die Apparate fingen an zu spielen. Iimmy klopfte das Herz bis zum Hals. Er konnte nicht bleiben, er muhte sehen, was aus Betty geworden war. Er wandte sich an den Regisseur: „Ich möchte für heute um Llrlaub bitten, ich muh sofort zur Stadt zurück!" Der Regisseur hörte nicht auf ihn, er besprach mit dem Ausnahmeleiter gerade eine neue Pose. Iimmy faßte ihn am Arm. „Hören Sie, ich möchte gern fortgehen, ich muh unbedingt jetzt zur Stadt!" llntoillig drehte sich der Mann um: „Das ist Unfinn, das geht jetzt nicht. Sie müssen bleiben. Gehen Sie sofort auf Ihren Platz zur Aufnahme!" Iimmy drehte sich unschlüssig um. Er wußte genau, wenn er jetzt nicht gehorchte, dann war es hier mit seinem Engagement aus, dann setzte man ihn auf die Straße, dann konnte er sehen, wie er satt wurde. Iimmy dachte mit Grauen an das wochenlange Herumsitzen auf den Agenturen, ehe man eine Anstellung bekam. Er kannte diese Zeiten, wo man vor Hunger nicht aus noch ein wuhte und wo Mrs. Buttler jeden Tag mit Hinausschmeihen drohte, weil man die Miete nicht bezahlen konnte. Mechanisch stellte sich Iimmy wieder in seine Reihe. Die Scheinwerfer flammten auf und stachen ihn wie mit Messern in die Augen. Rheinhessen. Kommunaler Abbau in Mainz. Berliner Börse. Berlin, 10. Juni. (WTB. Funkspruch.) Der Beginn der neuen Woche ist wieder freundlich. Bei den Banken liegen verschiedentlich schon Kauforders vor, und auch bei der Spekulation scheint einiges Interesse zu bestehen. Man glaubt, daß der heute zur Veröffentlichung gelangende Reichsbankausweis für die erste Juniwoche eine zufriedenstellende Entlastung bringen wird. Man hört Farben 262 Geld und Siemens 410 Geld. Danach überbrachte Dekan Hofprediger Widmann (Gedern) die Grüße der Behörden und rief in zündenden Worten die Jugend zum Weg auf die Höhe auf. Der Ortsgeistliche Fritsch sprach ebenfalls ein herzliches Grußwort. Alsdann begann ein fröhliches Treiben: Jugendgruppen boten mehrstimmige Lieder, Volkstänze, Reigen: eine Spielschar führte unter regstem Interesse die „Zau- bergeige" auf, und für die Kinder fehlte es nicht an Abwechslungen mit Sack-, Eierlauf usw. Der ein- tretende Regen machte der Veranstaltung vorzeitig ein Ende. Pfarrer Trabandt (Herbstein) sprach im Schlußwort die Absicht aus, das Treffen auf der Herchenhainer Höhe zu einer alljährlich wiederkehrenden Veranstaltung zu machen. Was im Vater- Bender-Heim Unterschlupf sand, blieb noch längere Zeit bei jugendlichem Frohsinn bei einander. Kreis Lauterbach. Mindestmaß herabgesetzt werden. Hessische Polizeiwache. WSR. D a r m st a d t, 8. Iuni. Rachdem WSR. M a i n z, 8. Iuli. Die S t a d t M a i n z ist unter dem Druck der anhaltenden Besahungs- lasten in eine ernste Finanzlage geraten, die zu weitgehenden Einschränkungen zwingt. Es ist beabsichtigt, 10 Prozent der bei der Stadt Mainz im Angestelltenverhältnis Beschäftigten zu kündigen. Auch die Zahl der beruflichen Beamten soll auf Dahn gebracht. „Iimmychen!" hatte sie noch freundlich zu ihm gesagt, und ihn mit ihrem lieben Lächeln geschaut, „sei recht fleißig, mein Iunge!" Ihm war es, als höre er noch genau Tonfall, in dem das gesagt wurde. Ruhig, nur nichts überstürzen! Iimmy stand der Schweiß auf der Stirn. Immerfort dachte er an Betty. Wenn man wenigstens telephonieren könnte, dann würde er den Portier bei WeUton gleich anrufen und fragen, ob Betty Glynn da ist, aber er konnte nicht vom Fleck. ' Der Regisseur probte die Szene immer wieder von neuem. Er tutete durch ein großes Megaphon und bellte seine Befehle in die Luft. Iimmy war gar nicht bei der Sache, er machte nur ganz mechanisch nach, was die anderen ihm vormachten. „Verdammt noch mal, passen Sie doch gefälligst ein bißchen auf!" schnauzte der Regisseur, als Iimmy sich einmal nach der falschen Seite drehte. Iimmy dachte krampfhaft an die drei Dollar, die er sich für seine Arbeit nachher abholen konnte. Er nahm sich vor, Betty heute einen Veilchen- ftraufe zu kaufen, er wollte den schönsten aus-- suchen, den er bekommen könnte. Sie würde sich sicher darüber freuen. Betty konnte sich so herzllch freuen. Erst neulich, als er üjr gesagt hatte, dafe er, wenn er einmal reich wäre, oder in einer Woche einmal besonders viele Sonderausnahmen hätte, würde er ihr etwas ganz Schönes schenken, da hatte sie zu ihm gesagt: „Iimmy, du bist ein Prachtkerl!" 2a, das hatte sie wirklich gesagt, und dabei war sie ihm mit einem festen Griff in die Haare gefahren, dafe es ihm beinah weh getan hatte. Aber es war himmlisch gewesen. .Unb nun konnte sich die Betty vielleicht gar nicht mehr freuen, nun war sie vielleicht verunglückt und lag irgendwo ganz hilflos und verlassen. Iimmy konnte es nicht mehr aushalten, er mußte auf jeden Fall Klarheit haben. „Darf ich einmal telephonieren?" fragte er. „Sie sind wohl verrückt geworden, junger Mann," lachte der Regisseur, „erst wollen Sie weglaufen, dann wollen Sie telephonieren! Was denken Sie sich eigentlich, Sie sind doch nicht zum Vergnügen hier!" Iimmy bekam einen roten Kopf. Er haßte auf einmal diesen dicken Regisseur, der mit den Menschen umsprang, als seien sie Puppen, die nach seiner Flöte tanzen müßten für ein paar lumpige Dollar. Iimmy drehte sich langsam um und ging auf die Ankleidebaracke zu. Er wußte ganz genau, dafe man ihn nun her- ausschmeifeen würde, es war ihm egal, er dachte immerfort daran, dafe Betty ihn brauchen würde. Der Regisseur sah dem Iungen erstaunt nach. Er begriff nicht sofort, als er aber sah, dafe Iimmy sich mit ruhigen Schritten immer weiter entfernte und sich auf seinen Anruf noch nicht einmal umdrehte, wurde er blafe vor Wut: o Schlitz, 9. Iuni. Unter dem Vorsitz ihres Direktors, Bürgermeister Dr. R i e p o t h, und in Anwesenheit von Kreisdirektor Dr. Michel als Vertreter der Aufsichtsbehörde hielt die hiesige Dezirkssparkasse ihre diesjährige Mitgliederversammlung ab. Der Bericht des Vorsitzenden gab ein Bild von weiterer günstiger Entwicklung der gemeinnützigen Anstalt im Ge- schästsjahr 1929. Die Einlagen im Spar- und Giroverkehr sind in 1928 gestiegen von 1 073 369 Mark auf 1 325 266 Mk. Die reinen Spareinlagen wuchsen bei einem Steigen der Zahl der Sparer von 1390 auf 1690 von 786 202 Mk. auf 1 190 933 Mark an. Der Gesamtumsatz betrug 22 350 000 Mark gegenüber 20 999 000 Mk. in 1927. Die Bilanzsumme hat sich von 1 215 223 Mk. auf 1 504 205 Mk. erhöht. Die Aufwertung alter Weillaus um Lllmvr. Vornan von Senta Neckel. Copyright bei Greiner & Co., Berlin NW 6. Aber die Stunden, wo man dran war, da ging eS noch, viel schlimmer war die Zeit, wo man wartete, und bet Filmkomparse wartet den aller» größten Teil seines Lebens. Iimmy hatte die Uniform eines österreichischen Offiziers an. Der eng anliegende Rock paßte dem schlanken jungen Mann ausgezeichnet. Verliebt betrachtete er fein Bild in einem kleinen Taschenspiegel. Dumm, daß man die Uniform nachher aus- ziehen mußte, wenn die Ausnahme vorbei war, wie schade, daß alles nur gespielt war und dafe, wenn man sich abgeschminkt hatte, der schöne Traum von Reichtum und Glück vorbei war. Iimmy hatte Sehnsucht nach dem Leben er wollte gern heraus aus den engen Verhältnissen, in denen er ausgewachsen war. Er hatte durch den Film so viel gesehen, wie es sein konnte, wenn man ein wenig Glück hatte, daß ihn die Sehnsucht nach Schönheit und Sorglosigkeit wie ein Fieber packte. Aber wie konnte man reich werden? Er hatte Dollar auf Dollar gelegt, hatte sich alles abgespart, was er nur irgend konnte, und doch waren feine Ersparnisse so wenig, daß sie kaum zu einem üppigen Mittagsmahl gereicht hätten. Was hatte er da neulich für einen Unsinn geredet, er wollte Betty Glynn mal in cm wirkliches Theater führen. Er lachte bitter auf. Rein, das ging wirklich nicht, er hatte ja gar feine Möglichkeit, in so ein Theater hereinzukommen. Das Billett patte man noch allenfalls erstehen können, vielleicht bekam man auch einmal eins geschenkt, aber was sollte man damit machen, er hatte ja feinen guten Anzug! Mit resigniertem Lächeln dachte Iimmy an seinen grauen Anzug, der in der Komparsengarderobe hing. Rein, damit konnte man keinen Staat machen. Damit liefe man ihn gar nicht hinein in so ein Theater. Die Pfeife des Regisseurs trillerte. Iimmy hüpfte von seiner Kiste herunter und begab sich zur Ausnahme. Vielleicht hatte er heute Glück, dann nahm ihn der Regisseur für eine Sonderaufnahme dran, bann bekam er zwei Dollar mehr, bas war eine Menge Gelb. 2llS er sich in Reih unb Glieb aufstellte, denn es sollte aerobe eine Szene auf bem Kasernenhof gebreht werben, für irgenbeinen Kitschsilm mit einem Erzgroßherzog und einem fußen Mäbel, ba sagte ihm sein Rachbar: ist, sucht man den Schädling mit Kainit zu bekämpfen. • Leihgestern, 8. Iuni. Dieser Tage wurde am 2Lend die hiesige Freiwillige Sani- tätSkolonne vom Roten Kreuz durch ihren Kolonnenführer Gg. Held alarmiert. In erstaunlich kurzer Zeit waren die Sanitätsmann- Ichasten, sowie der Kolonnenarzt Dr. Speck, Vroßen-Linden, in ihrem Depot „Zum Bahnhof" erschienen, so baß 20 Minuten nach dem Alarm die Uebung — es wurde ein Eisenbahnunfall angenommen — beginnen konnte. Die getroffenen Maßnahmen, sowie die angelegten Rotverbände wurden von Dr. Speck lobend besprochen. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Kolonne so weiter arbeiten möchte im Dienste der Nächstenliebe. _ - > Holzheim, 9. Ium. Die Bautätigkeit in unserer Gemeinde ist in diesem Iahr besonders rege. Beben der Aufführung von zahlreichen Nebengebäuden sind die Arbeiten an fünf neuen F a m i l i e n h ä u s e r n (drei Einfamilienhäuser und ein Doppelhaus) in Angriff genommen worden. — Wie man hört, sollen die Arbeiten im hiesigen S t e i n b r u ch, die seit einem Iahr ruhen, wieder ausgenommen werden. In Anbetracht der sich dadurch bietenben Arbcitsmöglichkeit wäre bies sehr zu begrüßen, zumal der hiesige Basalt an Druckfestigkeit mit an erster Stelle in Oberhessen steht. # feungen, 9. Iuni. Der Ober hessische Schäferverband veranstaltet im Verein mit der Ortsgruppe Gießen des Vereins für Deutsche Schäferhunde Ende dieses Monats das erste oberhessische Preishüten, für das vom Hessischen Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, der Landwirtschaftskammer, dem Tierzuchtinstitut der Universität Gießen und den Städten Nidda und Hungen Preise und Ehrenpreise gestiftet wurden. s. Aus dem mittleren Horlofftal, 9. Juni. War bisher schon äußerst starke Nachfrage, nach Krautsetzpflanzen, so macht sich nach Eintritt des langersehnten Regenwetters der Mangel an solchen noch fühlbarer. Die eigenen Anzuchtbeete der Landwirte sind durch die langanhaltende Trockenheit in verheerender Weise von den Erdflöhen heimgesucht worden. Die wagenumherziehenden Händler werden geradezu gestürmt, obwohl die Setzpflanzen bereits vier Pfennig je Stück kosten. Selbst die Herzen ausgesetzter größerer Kohlpflanzen werden noch von den Erdflöhen gefressen. — Auf den Graswuchs der Wiesen hat der Regen wohl keinen wesentlichen Einfluß mehr, dagegen kommt er für bie Äleef elber äußerst günstig. Auch dem Fruchtansatz der Obstbäume tat die Feuchtigkeit sehr nötig. Sommer« wie Winterfrucht stehen ausgezeichnet, der Roggen beginnt bereits zu blühen. Kreis Friedberg. „Sofort kommen Sie zurück! Sofort!" Aber Iimmy hörte nicht. Er ging kein bißchen schneller und kein bißchen langsamer. Er ging wie ein Mensch, der nichts mehr zu verlieren hat. Der Regisseur sandte ihm den Aufnahmeleiter nach. Er wollte den begabten Iungen nicht verlieren und er wußte, baß Iimmy keinen Cent in bet Tasche hatte. „Sagen Sie ihm, er ist sofort ohne einen Cent entlassen, wenn er nicht gleich zurückkommt. Nie wieber nehme ich ihn zu einer Aufnahme!" Aber Iimmy schüttelte nur ben Kops, als bet Aufnahmeleiter ihn bestürmte, zurückzukommen. Es hatte nun keinen Zweck mehr. Er mußte Betty zu Hilfe kommen, auch wenn er daburch seine Stellung verlor. Er lächelte ein wenig krampfhaft, als er dem Garderobier seine Uniform ablieferte und seinen schon etwas blanken Anzug dafür wieder bekam. Nie wieder würde er einen so hübschen Anzug haben, er mußte still sein und sich freuen, wenn sein einziger Anzug noch ein paar Wochen hielt. Der Mann am Schaltet zahlte ihm selbstverständlich keinen Cent aus, denn er hatte ja keine Anweisung vom Regisseur. Iimmy rannte zur nächsten Haltestelle. Et hatte keinen Cent mehr in der Tasche, aber wenn er die weite Strecke zur Picadillystation zu Fuß gemacht hätte, dann hätte er Stunden gebraucht. Et mußte sehen, ob er die Kunst des Schwarzfahrens noch tonnte, in der die Gassenjungen aller Welt Meister sind, und es wat noch gar nicht so lange her, daß er zu dieser Legion von Iungen gehört hatte. Der Wagen sauste heran. Die vordere Plattform wat ganz leer, da konnte er sich nicht hinstellen, ohne zu bezahlen, da hätte ihn der Schaffner gleich erwischt. Iimmy quetschte sich in den Wagen. Hier standen die Leute dicht gedrängt. Ein junger Dandy mit hellgelben Schuhen drängte sich rücksichtslos noch als letzter in den Wagen. Dabei stieß er eine alte Frau, die mit einem großen Paket in der Mitte des Wagens saß, heftig an. Die Frau schaute wütend auf: „Können Sie sich nicht entschuldigen, Sie oller Dussel!" Der Dandy machte ein hochmütiges Gesicht unb zuckte mit ber Achsel: „Person!" murmelte er verächtlich. Aber er hatte nicht mit dem schlagfertigen Munbwerk einer Neuyorker Kleinbürgerin gerechnet. Die Frau kollerte wie ein gereizter Puter: „Sie finb Wohl verrückt geworden, wie können Sie eine Dame beleidigen!" Die Stimme der Frau schrillte wie daS Quietschen der Kreide auf der Schultafel. (Fortsetzung folgt) • Butzbach, 10. Iuni. Der Inhaber ber hiesigen Maschinenfabrik Tröster, Fabrikbesitzer A. I. Tröster, kann am morgigen Dienstag, 11. Iuni, in voller geistiger unb körperlicher Rüstigkeit seinen 7 5. Geburtstag begehen. Der weithin bekannte unb hochgeschätzte alte Herr grünbete vor etwa 50 Iahren als gelernter Schmieb sein Unternehmen, besscn Maschinenerzeugnisse heute in allen Teilen ber Welt bekannt finb. In dem Unternehmen würben anfangs Dreschmaschinen repariert, später baute ber unternehmungslustige Inhaber Sägewerke, Brennereien unb Dampfmaschinen. Da für biefe Einrichtungen aber nicht stänbig Arbeit vorhanben war, würbe die Schrotmühlenfabrikation begonnen, ber sich dann ber Drill- unb Hackmaschinenbau anschloß. Drillmaschinen wurden ber Hauptsabrikationszweig ber Firma, bie heute runb 230 Beamten unb Arbeitern Beschäftigung bretet. ------- --- . . ■ - t Um bie Aufwärtsentwicklung ber Stadt Butzbach Spareinlagen mit 12,5 Prozent ist durchgefuhrt. hat sich A. 2. Tröster ebenfalls in hohem Maße verdient gemacht, wofür ihm allgemein größte Wertschätzung zuteil wird. Kreis Büdingen. △ Echzell, 8. 2uni. Bei der am 1. 2uni vorgenommenen amtlichen Viehzählung ist in der Wctterau in säst allen Orten eine Abnahme ber Schweine festgestellt worben. Hier beträgt bieselbe 200 Stück, da nur 743 Tiere gezählt wurden. 2n Bisses wurden nur 90 Borstentiere verzeichnet, gegen 300 Stück bei sonstigen Zählungen. L Calbach, 9. Juni. Hier feierte am 6. Juni die ä 11 e ft e Bewohnerin unseres Ortes und wohl auch des Kreises Büdingen, Katharina Elisabethe Kleh Witwe, ihren 9 9. Geburtstag, wozu ihr von zahlreichen Bewohnern unseres Dorfes, von Freunden, Verwandten und Bekannten aus der Ferne Glückwünsche und Geschenke überbracht wurden. Im Namen der hessischen Regierung erschien Kreisdirektor Dr. G a ß n e r und gratulierte der Greisin, Pfarrer Göbel von Wolf sprach ihr im Auftrag der obersten Kirchenbehörde und des Kirchenvorstandes die besten Glück- und Segenswünsche aus. Die Gefeierte ist noch sehr rüstig. Es ist deshalb die Hoffnung begründet, daß sie auch ihren 100. Geburtstag noch feiern kann. Kreis Schotten. • Herchenhain, 9. Juni. Nachdem das E v. Landesjugendpfarramt für Hessen in den letzten Jahren in den beiden anderen Provinzen allgemeine über- und außerbündifche Jugendtreffen veranstaltet, fand ein solches Jugendtreffen auf der Herchenhainer Höhe statt, zu dem aus allen Teilen des Vogelsberges außerordentlich viele Teilnehmer erschienen waren, die vielfach eine Wanderung damit verbunden hatten. In der g o t t e s d i e n st l i ch e n Feier, die unter Mitwirkung des Stockhäuser Posaunenchores und der Kirchengefangvereine Herbstein und Crainfeld liturgisch reich ausgestaltet war, sprach im Anschluß an Pf. 16,11 der Landesjuaendpfarrer Lic. v. d. 21 u über das Thema: „Dem Leben entgegen." Teilnehmer der Hessischen Polizeiwoche in Darm- stadt einen vom Wetter begünstigten Ausflug nach bem Obenwalb (Linbenfels) unternommen hatten, wurden gestern bie Vorträge fortgesetzt. Sie begannen mit den Referaten des OberregierungS» rates Degenharbt vom preußischen 2nnen» ministerium über „Fragen aus bem polizeilichen Bilbungswes en" unb bes Kriminalpolizeirats Dr. R i /m a n n -Berlin über „Die Tatbestandsaufnahme bei einem Kapikalverbreche n", gezeigt an dem Fall Hußmann-Knoll in M.-Gladbach. Der Redner gab einen Abriß über den von der Polizei bei einem solchen Kapitalverbrechen einzuleitenden „Angriff" und feine Unterteilung in die Feststellung des objektiven und subjektiven Tatbestandes. Das Publikum müsse immer wieder darauf aufmerksam gemacht werden, daß es die Feststellung von Verbrechen stets sofort der Polizei mitteilen und den Tatort völlig unberührt lassen müsse. Professor Dr. Müller-Heß (Bonn) schloß die Vortragsreihe mit einem Abriß über die „S exu - alpsychologie d e r ,J u g e n d 1 i ch e n". Die Sexualpsychologie der Jugendlichen sei noch stark im Fluß. Aerzte, Pädagogen, Juristen und Polizei ständen sich da zum Teil noch gegenüber. Der Redner ist der Auffassung, daß man über das jugendliche Strafalter von 16 Jahren nicht hinausgehen solle, daß aber stets der Gerichtsarzt bei Straftaten Jugendlicher zur Begutachtung herangezogen werden müsse. Der Redner behandelte abschließend noch eine Reihe von Fällen hysterischer weiblicher Jugendlicher. Heute fand bie Veranstaltung ihren Abschluß. Ministerialbirektor Dr. Falck erläuterte zu- nächst an zahlreichen interessanten Bilbstreifen bie Mitwirkung ber Ortspolizei bei ber Film- zensur. Wenn auch bas in ber Reichsverfassung ausdrücklich vorgesehene Lichtspielgesetz bie Filmzensur ben Reichsprüfungsstellen übertrage, so sei bie Ortspolizei doch zur Mitarbeit berufen, wenn es sich um Bilbstreifen mit rein lanbschaft- lichen Darstellungen ober Tagesereignissen handelt. Ebenso sei bie Zulassung ber Lichtspielreklame ber Ortspolizei übertragen, wobei be- sonbers ber Gesichtspunkt bes 2ugenbschutzes zu beachten sei. Dem schwer um seine Existenz ringenben Lichtspielwesen müsse jeboch von ber Polizei jede zulässige Mitarbeit bei ber Aufnahme von Tagesereignissen, Sehenswürbigkei- ten usw. zuteil werben. Senatspräsibent Professor Dr. D e r s ch - Berlin behanbelte bie Mitwirkung ber Polizei bet ber Ausführung bes Arbeitszeitschutzgesetzes. 2m Namen ber Freien Vereinigung für Polizei- unb Kriminalwissenschaft bankte Polizeioberstleutnant Bartels -Berlin als Geschäftsführer ber Vereinigung ben Teilnehmern, beson- bers ber hessischen Staatsregierung unb bem Ministerium bes 2nnern für bie weitgehende Färbe rung unb LInterstühung. Polizeibirektor II f i n- ger - Darmstadt schloß bann bie Polizeiwoche unb bankte insbesonbere ben Referenten unb ber Presse für ihre tatkräftige Mitarbeit an bem Gelingen der Veranstaltung. ___________ der von eine sehr intensive unb umfangreiche Arbeit im Interesse der hessischen Landgemeinden auf den ver- schiedensten Gebieten geleistet hat. Die Rechnungsablage für 1928 und der, Voranschlag des Verbandes für 1929 wurden genehmigt. Als Tagungsort für die nächstjährige Hauptversammlung wurde Lauterbach bestimmt. 20 bis gegen 22.15 Uhr: Katharina Knie. Montag, 17., von 20 bis gegen 22.15 Ähr: Das Gerücht. Spiclplarr der frankfurter Theater. Opernhaus. Dienstag, 11. Juni, von 20 bis gegen 22 Ähr: Die toten Augen. Mittwoch. 12., von 19.30 bis 22 Ähr: Der Freischütz. Donnerstag, 13., von 19.30 bis gegen 22.30 Ähr: Das Mädchen aus dem goldenen Westen. Freitag, 14., von 19.30 bis gegen 22.30 Ähr: Samson und Dalila. Samstag, 15., von 18.30 bis gegen 23 Ähr: Die Walküre. Sonntag, 16., von Dorrn. 11 bis gegen 13.30 Ähr: 1. Dramatische Aufführung der Frankfurter Opernschule. Don 19.30 bis gegen 22.45 Ähr: Die Fledermaus. Montag, 17., von 20 bis nach 21.30 Ähr: Salome. Schauspielhaus. Dienstag, 11. Juni, von 20 bis gegen 22.45 Ähr: Was Ihr wollt. Mittwoch, 12., von 20 bis gegen 22.15 Ähr: Helden. Donnerstag, 13., von 20 bis gegen 23 Ähr: Wilhelm Teil. Freitag, 14., von 20 bis gegen 22.15 Ähr: Kater Lampe. Samstag, 15., von 20 bis gegen 22 Ähr: Der Mann, seinen Damen änderte. Sonntag, 16., 9. Hauptversammlung des Hess. Landgemeindeiages. In der alten rheinhefsischen Weinstadt Ober- Ingelheim fand die von etwa 300 Bürgermeistern und Gemeindeoertretern der hessischen Landgemeinden besuchte Tagung unter dem Vorsitz von Bürgermeister Alexander (Gonsenheim) statt. Von der hessischen Regierung waren der Minister des Innern, Leuschner, sowie die Mi- nisterialräte Weber und Schwa mb erschienen, ferner Kreisdirektoren und Vertreter derseloen von verschiedenen Kreisämtern, sowie ein Vertreter des hessischen Städtetages und des Verbandes der hessischen Kreise und Provinzen. Für den deutschen Landgemeindetag war dessen Vizepräsident, Ministerialrat z. D. Schellen (Berlin) zugegen. Noch einleitenden Begrüßungsworten des Vorsitzenden hielt Minister Leus chne r einen Vor- trag über „Sie Dereinyeitlichung de r Verwaltung in Reich und Ländern". Der Minister stellte den Satz an die Spitze feiner Ausführungen, daß die Vereinheitlichung der Verwaltung in Reich und Ländern ein Teilstück der Probleme Wirtschaft. Oie 2Rcid)etionf Anfang Juni. Der Ausweis der Reichsbank vom 7. Juni zeigt in der verflossenen Bankwoche einen Rückgang der gesamtenKapital- a n l a g e der Dank in Wechseln und Schecks, Reichsschatzwechseln, Lombards und Effekten um 289,7 Mill, auf 3062,8 Mill. Mk. Im einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 101,3 Mill, auf 2758,7 Mill. Mk., die Lombardbestände um 141,4 Mill. Mk. auf 113,4 Millionen Mark und die Bestände an Reichsschahwechseln um 47,0 Mill, auf 97,8 MiN. Mk. abgenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 267,7 Mill. Mark in die Kassen der Bank zurückgeflofsen, und zwar hat sich der Umlauf an Deichsbanknoten um 233,8 Mill, auf 4372,5 Mill. Mk., derjenige an Rentenbankscheinen um 33,8 Mill, auf 456,9 Mill. Mk. verringert. Die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen sind daher der Reichsreform sei. Der Ruf "nach einer einheit- I ^L?0,9 ' fremden lichen Gliederung her Verwaltungsbehörden werde ®C a n1 eine Zunahme immer lauter erhoben unb sei gerechtfertigt. Hessen UI^-m ,« . . , sei zu jeber Lösung bereit, bie irn Interesse von Ge- I , ./?l? ®ßftanbe an G o l d und deckungs- sarntbeutschlanb liege. Die Länber müßten Hinsicht- LS.?,}9 cn Rammen sind um 9,3 lich Größe unb Äistungsfähigkeit mehr aneinanber TJx T?!ien tat Oftt. angewachsen, ausgeglichen werden. Es könne nicht bestritten wer- -P*” sich die Bestände an deckungs- ben, baß bie hessische Verwaltung mit ihrem Zwei- ^08,5 Mill. Jnstanzenzug einfach sei, währenb bie preußische Mark erhöht, wahrend die Goldbestände sich Verwaltung vier bzw. fünf Instanzen habe. Was geringfügig um 10o 000 Mk. auf 1764,4 Mill. Mk. bie Frage anbetrifft, welcher Aufbau bei einer Re- sCrT^ v^oen. Die D e ck un g de r Roten form als Muster bienen könne, so bezeichnete Mi- vurchGold allein besserte sich von 38,3 Proz. in nifter Leuschner bie Beschränkung auf zwei In- Vorwoche auf 40,4 Proz., diejenige durch stanzen als erstrebenswert für eine Verbindung zwi- I , und deckungsfahige Devisen von 44,8 Proz. scheu Staatsverwaltung und Selbstverwaltung. Vor- I au' yro3- ausjetjung dafür seien Länder mittlerer Größe Er BeffekUNg der Geldmarkilüge. halt als bie richtige Form ben dezentralisierten Em- ~ 3 ,r ” heitsstaat. Der Minister kam sobann auf bie für ^^.^oerwindung des Ultimos ist am Geld- Hessen in Aussicht genommenen O r g a n i s a t i 0 n s - Entspannung eingetreten, und Veränderungen in der Verwaltung zu Plc -öeffcrung der Geldlage macht sprechen, bie sich insbesonbere mit einer Neuein ° La?l^Lam .8 0 r t sch ritte. Diese teilung b e r hessischen Kreise unb einer ar * 5Um auf fon -3ufluf3 von anberen Einteilung ber Amtsgerichte ■2IuSIanbggcIbern öu Zünftigeren Bebingungen zu- befassen werbe. Um bie erforderlichen Maßnahmen 5ycv!u?,rc’L 8UJn ?etl, ^us die Lockerung der auf diesem Gebiete treffen zu können, müsse die ^reditrestriktionsmaßnahmen seitens der Reichs- Regierung bie bazu erforderlichen Vollmachten er- oank Besonders am P r i v a t d i s k 0 n t m a r k t halten. Man werde nicht warten, bis die Reichs- machten Fortschritte am Geldmarkt be° reform komme, sondern alsbald an diese Ausgabe ar. Eine Repartierung des Angebots war herantreten. Zugleich kündigte der Minister die dem- ? mezr no“9. oas gurucfgegangcnc Ange- nächstige Vorlage einer einheitlichen, modernen hes- **; . te,uroc von der Reichsbank unb auch von fischen Gemeindeordnung für Städte unb Land- einigen Großbanken ausgenommen. Die Reichs- gemeinben an. bank brauchte somit nur einen Teil des Ma- Jn ber anschließenden Aussprache, in welcher ein lerials öereinzunehmen. Der Sah für Tages- Rebner bie Behauptung aufstellte, ber Reichsspar- A ^c.r ?.°A. 9m f A - 9 AA V.’^ Prozent kommissar habe bie Aufhebung von 28 Amtsgerichten ™ e I1? ms lc^ a.u! J bis 9,50 Pro- unb 7 Kreisämtern vorgeschlagen, was Minister rÄ1//®1 Zurückgabe der in letzter Zeit gehain- Leuschner als unrichtig bezeichnete, kam allge- f erheblichen mein ber Wunsch zum Ausbruck, baß bie berechtigten gewesen. Durch diese Devlsenabgabe Interessen ber ßanbgemeinben babei gewahrt wer- -'trom ?Dn Markbetragen auf den ben möchten, unb baß keine Konzentration zugunsten ^ldmarkt ein, unb auch der Reichsbankaus- ber größeren Städte herbeigeführt werden möge. t ^er ^^mo Mai ^^rheblich höheren Be- 2er von dem Vorsitzenden, Bürgermeister °n deckungofahrgen Devisen (plus 150 Mil- Alexander, alsdann vorgetragene G e s chä f t s - auögetoiefen. Die Lage der Reichs- bericht des Jahres 1 928 ergab, daß der u?d damit auch die Frage einer Diskont- Landgemeindeverband auch im abgelaufenen Jahre • e J'* ^5^blich beeinflußt durch das ■ — - - -- • - 1 gerade in der Berichtswoche in starkem Maße öur Dersügung gestellte Auslandsgeld. Besonders England, Holland und die Schweiz sind mit umfangreichen Geldofferten am Markt, unb auch Amerika bietet feine Gelder an. Das Zinsgefälle zwischen Deuyork und Berlin hat sich zugunsten Berlins verbessert und eine erhebliche Senkung erfahren, da der amerikanische Geldmarkt flüssiger geworden ist. Diese Entwicklung am Deuyorker Geldmarkt wird auch dazu führen, daß die deutschen Kapitalien, die nach Deuyork gegangen sind, wieder zurückfließen. Auch die vom Auslande vorgenommenen starken Käufe in deutschen Effekten haben zu einem Devisenangebot geführt. Die Tendenz auf dem Berliner Devisenmarkt war in der Derichtswoche ausgesprochen schwach. Was die endgültige Aufhebung der Kreditrest riktionsmaßnah- men der Reichsbank anbelangt, so ist die Reichsbank schon jetzt bestrebt, einzelnen Firmen besondere Vergünstigungen zuteil werden zu lassen und bei ihnen nicht die Kreditrestriktion anzuwenden. Die Lage der Reichsbank ist z. Z. so, daß eine Diskonterhöhung nicht unbedingt nötig ist. Die Kreditrestriktionsmaßnahmen haben einen vollen Erfolg gehabt; der organische Ausgleich zwischen Kreditangebot und Kreditansprüchen der Wirtschaft scheint sich anzubahnen. Infolgedessen würde die Reichsbank keinen Grund haben, eine Diskonterhöhung vorzunehmen, auch nicht weil sie ihren Diskontsatz den erhöhten Zinssätzen der Danken anpassen würde. Im Gegenteil, es würde sich für die Banken vielleicht die Dotwendigkeit ergeben, ihre Bankzinsen wieder zu ermäßigen und in das feste Verhältnis zu dem Diskontsatz zu bringen, wie es immer gewesen ist. • * Die amtliche Großhandelsindex, zis f er. Die auf den Stichtag des 5. Juni berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes hat mit 134,5 gegenüber der Vorwoche (134,2) leicht angezogen. Von den Hauptgruppen lag die Indexziffer für Agrar, stoffe mit 122,9 (122,3) um 0,5 v. H. höher als in der Vorwoche. Die Indexziffer für Kolonial, waren stellte sich auf 123,2 (123,6). Die Index. Ziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat sich mit 131,4 (131,2) leicht erhöht, während diejenige für industrielle Fertigwaren mit 157,6 keine Veränderung aufweist. * Preiserhöhung für Fahrräder. Die in Dresden tagende Versammlung der deutschen Fahrradfabriken hat den Beschluß gefaßt, angesichts der dauernd gestiegenen Gestehungskosten die Preise für Fahrräder mit sofortiger Wirkung um 3 Mark zu erhöhen. * Reemtsma A.-G., Altona. Die Generalversammlung setzte die Dividende auf wieder 10 0. H. fest, und genehmigte den Antrag der Verwaltung auf Auflösung der Gesellschaft zum Zwecke der Umwandlung in ein*. Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit einem Stammkapital von 30 Millionen Mark. Angenommen wurde ferner die Beteiligungsbilanz für die Umwandlung der Gesellschaft. * Georg A. I asmatzi A.-G. In der G.-V. wurde beschlossen, wieder 6 Prozent Dividende zu verteilen. Genehmigt wurde ber Antrag der Verwaltung das Geschäftsvermögen auf bie zu errichtende Reemtsma Zigarettenfabriken G. m. b. H. zu Altona-Dahrenfeld gegen Gewährung eines Geschäftsanteiles dieser Gesell, schäft von nom. 13 332 000 Mk. zu übertragen und die Georg Iasmatzi-A.-G. zu liquidieren. Der Produktionsapparat der Iasmahi-A.-G. werde in vollem Umfange weitergeführt, auch die jetzt existierenden Marken würden weiter bestehen bleiben. Im Zusammenschluß handele es sich nur darum, daß ein einheitlicher juristischer Dame hergestellt würde, nachdem eine wirtschaftliche Einheit und eine einheitliche Leitung schon lange bestanden habe. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 8. Juni. Entsprechend der Jahreszeit war das Angebot an Eiern wieder kleiner. Die Preise konnten an allen Plätzen ziemlich anziehen. Das Geschäft entwickelte sich sehr rege. Es notierten: bulgarische 9 bis 9,25 Mark, holländische 10 bis 12,50, jugoslawische 9 bis 9,50, polnische 7,25 bis 7,50, russische 8 bis 9, dänische 10 bis 12,50, belgische 10 bis 10,40, französische 10 bis 11, schlesische 9,75 bis 10,50 bayerische 9,50 bis 10, norddeutsche 9,75 bis 10,50, rumänische 8,50 bis 8,75 Mk. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 10. Juni. Tendenz: freundlich. Zu Beginn der neuen Woche war die Stimmung weiter fr e u n d l i ch, das Geschäft blieb jedoch ziemlich klein, da die Auslandbeteiligung heute nicht 0 umfangreich war, wie man anfangs angenommen hatte. Das Interesse beschränkte sich hauptsächlich auf Spezialwerte, die auch zeitweise eine recht lebhafte Nachfrage zu verzeichnen hatten. Im allgemeinen war man zuversichtlich. Die Entlastung des Reichsbankinstituts in der ersten Juni- woche erweckte ein gewisses Vertrauen. Auch ver- chiedene vorgelegte Konjunkturberichte, die nach der Regelung in Paris günstig lauteten, wirkten vorteilhaft auf die Kursgestaltung ein. Am Geldmarkt war Tagesgeld weiter flüssig. Auch kommt vom Ausland weiteres Kapital herein, was eben- alls nicht ohne Wirkung blieb. Auf der anderen Seite stand die schwache Neuyorker Börse vom Samstag und mahnte etwas zur Zurückhaltung. Im allgemeinen war die Spekulation abwartend, die Beteiligung der privaten Kund- chaft blieb immer noch klein. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf den Elektromarkt. Hier waren AEG. plus 1,5 v. H., Chadeaktien mit plus 3 Mark, Elektrische Lieferungen mit plus 2,5 v. H. und Bergmann mit 2,5 0. H. führend. Am Chemiemarkt eröffneten Farben 1,25 v. H. höher. Scheide- anstalt, Holzverkohlung bis 1,5 0. H. fester. Etwas regere Nachfrage bestand noch am Kalimarkt für Aschersleben, Salzdetfurth und Westeregeln, die bis 4 v. H. gewinnen konnten. Auch am Montanmarkt war das Geschäft verhältnismäßig gering. Gelsenkirchen, Harpener, Mannesmann, Phönix und Rhein- tahl gewannen 2,25 v. H. Eine Sonderbewegung hatten am Bankenmarkt Berliner Handelsgesell- chaft mit plus 5 v. H. aufzuweisen. Die übrigen Werte lagen dagegen 0,5 v.H. hoher. Nur Reichsbank waren infolge der starken Bevorzugung in der letzten Zeit auf Realisationen 1.5 v. H. abgeschwächt. Von den sonstigen Hauptwerten blieben Siemens am Elektromarkt unverändert, Schlickert waren nur eine Kleinigkeit gebessert. Renten still, jedoch etwas hoher. Im Verlause schränkte sich das Geschäft wieder auf einige bevorzugte Werte ein. Kleinere Abgaben bewirkten Rückgänge um Bruchteile eines Prozents. Die anfänglich vernachlässigten Siemens & Schlickert konnten nun etwas anziehen. Reichsbankanteile gingen um weitere 1,5 v.H. zurück. Am Geld- markt war Tagesgeld mit 6,5 v. H. weiter e r. leichtert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1920, gegen Pfund 20,328, London gegen Kabel 4,8482, gegen Paris 124,03, gegen Mai. land 92,10, gegen Madrid 34,10, gegen Holland 12,0175. Berliner Börse. Berlin, 10. Juni. Zum Wochenbeginn blieb die Pendenz weiter freundlich. Am Vormittag hatte die Spekulation stärkeres Kaufinteresse gezeigt, doch war das Geschäft zu Beginn der Börse- nicht so leb- hast, wie man erwartet hatte. Einige Spezial, werte waren stärker gefragt, und nur für diese maren einige Kauforders oorgelegt. Beachtenswert äy allerdings, daß auch vom Auslande verschiedene Verkaufslimite gestrichen wurden. Die ersten Kur e lagen im Durchschnitt 1 bis 2 v.H., vereinzelt bis 3 und 4 v.H. über den Samstagschlußkursen. Der heute veröffentlichte Reichsbankausweis für die erste brachte eine zufriedenstellende Entlastung, onn un$ ^ombarbbeftänbe haben um etwa 2,yu Millionen abgenommen, der ßocoumlauf ver- nngerte sich um etwa 268 Millionen,, und die Deckung hat sich um 22 bis 25 v. H. gebessert, so daß auch die reine Golddeckung über 40 v. H betrug Die Verhandlungen des Reiches mit ausländischen Geldgebern über einen größeren Ausland- fr e öit für das Reich oder die Reichs- b a h n befriedigten natürlich, wenn auch die Berichte von näheren Einzelheiten nicht stimmen dürften Die von der Reichsbahn beantragte Tariferhöhung druckte dagegen auf die Stimmung. Feststellungen über das Zeichnungsergebnis auf die Reichsanleihe, die sich auf 180 bis 2 00 Millionen Reichsmark belaufen, befriedigen natürlich nicht. Die Neuyorker Bor e vom Samstag konnte keine Anregung bieten. Montanwerte waren etwas lebhafter. Die Besserung des deutschen Roheisen-Außenhandels wurde günstig ausgenommen. Köln-Neuessen konnten bis fast 4 v H. anziehen. Kaliwerte lagen ebenfalls 3 v. H. fester Auch Bergmann, Chadeaktien, Dessauer Gas, Konti Kautschuk, Bemberg und Polyphon waren gefragter unb bis 6 v. H. hoher. Tietz lagen 5 0. H. schwächer. Deutsche Anleihen waren gut behauptet. Ausländer weist etwas fester. Pfandbriefe ruhig. Der Geldmarkt lag unverändert leicht. Tagesgeld 6,5 bis 9 v.H. Monatsgeld 9,5 bis 11 0. H. Nach den ersten Kursen wurde es vorübergehend fester, dann aber allgemein 1 bis 2 0. H. schwächer. Siemens, Tietz, Feldmühle verloren etwa 3 0. Sy, Polyphon sogar 7 v. H. Frankfurter Getreidebörse. F r a n k f u r t a. M., 10. Juni. Zu Beginn der neuen Woche war die Tendenz am Produktenmarkt leicht befestigt. Höhere Auslandnotierungen regten an, doch blieb die Ämsahtätigkeit verhältnismäßig eng begrenzt. Es wurden notiert: Weizen 23,50; Roggen 21,75; Sommergerste für Brau- Swecke 23; inl. Hafer 22,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 20; Weizenmehl, süddeutsches Spe- zial 0, 32,25 bis 32,75; Roggenmehl 28 bis 28,50- Weisenkleie 11 bis 11,25; Roggenkleie 11,75 bis 12; Erbsen 35 bis 50; Linsen 40 bis 105; Heu 12 bis 12,50; Weizen- und Roggenstroh, draht- gepreßt, 5,25 bis 5,50; TDeizen- und Roggenst'-oh gebündelt, 5; getrocknete Treber 17 bis 17,50 Mk Tendenz: leicht befestigt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. Juni. Auftrieb: Rinder 1191 strick, darunter 260 Ochsen, 73 Bullen, 501 Kühe, 310 Färsen; Kälber 658, Schafe 82, Schweine 4183. Rinder. Ochsen: vollfleischige, aus» gemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 63 bis 66, altere 56 bis 62, sonstige vollfleischige jüngere 50 bis 55; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 56 bis 60, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 52 bis 55; Kühe: jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 48 bis 53, sonstige vollster« sch'ge oder ausgemäftete 42 bis 47, fleischige 36 bis 41, gering genährte 30 bis 35; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, ausgemäftete, höchsten Schlachtwerts 63 bis 66, vollfleischige 56 bis 62, fleischige 50 bis 55. Kälber. Beste Mast- unb Saugkälber 80 bis 83, mittlere Mast- und Saug- kälber 72 bis 79, geringe Kälber 60 bis 71. Schweine. Vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 75 bis 78, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 78 bis 80, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 78 bis 80, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 73 bis 76, Marktverkauf: Rinder lebfjaft, geräumt. Schweine anfangs rege, zum Schluß abflauenb, nahezu ausverkauft. Fett- fd)meine schwer verkäuflich. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse - Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lornbardzinsfuß 8,5 Prozent. Rranflurt a 9)i Berlin Uranlsuri a. M. Berlin Schind- i-Uno fturo Kur- Kure Datum 8.6. 10-6. 221,5 228 165 28,85 170 23,1 i.y 143 9 120,5 17 69 Phönix Bergbau . . . . Rhetnische Braunlohlen. Rhein stahl . . . f. % 92,5 121,75 123,75 124 128 Rtebeck Montan . 128 115 10 251,25 Id Banknoten. 337,5 338,25 338,13 338,5 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. h 8 220 106 53,75 73,5 158,25 165,5 23,2 20,75 e 8 100 71 247 12 . 8 1" 167,5 82,1 93,9 V/i . b . 8 10 . 8 10 10 U 11 12 10 lo 10 . v . 8 12 12 > 6 . 0 , b , 6 11 231,25 190,75 282 215 150,25 113,65 128 132,5 188 277,75 169,5 156,5 163 186 122,75 193,25 154 114 129,75 134,75 229 190,5 280,5 171,13 158,5 165,5 186 123,75 192,75 155 114,5 130 134,75 230 190,5 282,5 172 158,75 165,5 107,5 323,75 259,75 472 365,75 258 196 117 216 59,5 52,75 54,5 214,25 29,4 96 292 7,2 . e 2 sh 10 21,75 2 9,75 10 10 , 6 10 10 s Bellftoff Walbhol . . Zcllstoss Silchasscnburg Üharloltenburger Was!« 325 261,25 471 371 259 196,25 116,5 218,75 61 52,5 53,75 216 29 97,5 287 Schluß- Rute 10 6. H4J5 Lberschles. Eisend. Bedarf Oberichles. Rokswerte. . 408 257,75 . € dN Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphi)che Auszahlung. yien ... 10 I. % Jahr 4 y, 7 130,75 6 — . [) . 6 . 8 3-4 28,5 2,6 1,9 22,95 20,5 b 192,5 9 — Bereinigte Stahlw. . Olavi Minen .... Rali AscherSIeSen . . Rali Westeregeln. . . Raliwert Satjdetfurth 3- ®- Färben-Industrie Dynamit Nobel . . . ScheideanstaU.... Toldschmidt .... Rltigerswerie .... Metallgesellschafi. . . Phstivp voizmann . . Heidelberger Eement . Gement Karlstadt . . Wayß & Freitag . . . Schultheis Patzenhofer Ostwerke...... Ber. Glanzstog . . . Bemberg...... 10 — 8 246,25 Vl.G.iS....... Bergmann .... Elektr. Lieferungen. Licht und Kraft . . Felten & Guilleaume ®ef. f. Eiektr. Untern. Hamb. (Hefti. Werke Rhein. Elektr. . . . Schief. Eiektr. . . . Schuckert..... Siemen» & Halske . TranSradio .... Lahmeyer 4 Go.. . Buderus..... Deutsche Erdöl . . Essener Steinkohle . Gelsenkirchener . . Harpener...... Hoesch Eisen. . . . , Ilse Bergbau . . . Klücknerwerke . . . Röln-Neuessen. . . ManneLmann. . . Mansselder .... 4% Schweiz. BundeSb^Anl.. 4% Oesterreichische ©olbrte.. . 4,20% Gelten. Silberne. . . . 4% Oesterreich, einheitl. Rte. . 4% Ungarische ©olbrte..... 4% Ungarische Staatsr. v. 1910 4%% deSgl. von 1913 .... 4% Ungarische Rronenrte.. . . 4% Türk, tzollanleihe v. 1911 . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl Serie I.......... 4% deSgl. Serie II....... 4% Rumänen converi. {Rte. . . . 456% Rumänen (SolbanL von 1913 Schluß- Anfang Kurs vllg. Deutsche Eisenbahn . Hamburg-Amerika Paket . Hamb.-Südam. Dampssch. Hansa Dampfschiff .... Vlorddeutfcher Lloyd . . . Allg. Deutsche Erediiansk. . Barmer Bankverein . . . Berliner HandeiSgesellsch. . Tommerz. unb Privat-Bank Darmst. u. Nationalbank . Deutsche Bonk ... Tiskonto-Gesellschaft Ank.. Dresdner Bank ... Mitteldeutsche LrediiLanl . vletallbank....... Reichebank . -..... Dessauer Gas .... Daimler Motoren . . Deutsche Maschinen-Fo Adlerwerke Riever . . Ludw.Loewe .... Not. AutomobU . . . Orenstein & Koppel . Leonhard Tietz . . . Bamag-Meguin . . . Franks. Maschinen . . Griyner .... Heyligenstaedt . . . Jung Hans...... Lechwerte. ..... Mainkrastwerke ... Miag........ Nekarsulmer .... Peters Union .... Gebr. Roeder .... Boigt 4 Haeffner . . Eüdd. Zucker .... 8.6. 113,75 Datum 86. Franksurt a M. Berlin Schluß- Kurs > Uhr- Rn re Schluß- Kurs Ansong- fiutü Datum 8-6. 10.6. 8 6. 10 6. 6% Dl. Reichsanleihe o. 1927 . Dt. AnI.-üblüs.-Schulb mit AuS ios.-Rechlen DeSgl. ohne Auslos.-Rechte . . . 7% Franks. Hyp.-Bk Goldpf. un- kündbar biS 1932 4P,% Rheinische Hyp.-Bank filgu-' Gvldps. - - Ä.E.G. abg. BorkriegS-Obllgation.. rückzahlbar 1932 87,3 51,05 11,1 i i i s£$ i Ü7,5 51,13 11,13 51,1 11,4 Berlin, 8. Juni Geld Brief französische Woteit..... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr-, ä ioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten ....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten ..... 16355 167,88 21,93 111,33 58,75 2,52 111,73 80,50 58,93 12,395 72,82 16,415 168,57 22,01 111,77 58,99 2/54 112,17 80,82 59,17 12,455 73,12 । i Ubr- 1 Rute Schluß- Kurs 21 »sang fture 10.6. 8.6. 10.6. 195,75 195,75 195,60 226,25 223,4 227 165 163,75 164 225 224,65 226,5 — 141 140,13 — 231 232 — 143,25 144,25 — - I . J — 200,9 203,5 250,25 249,25 250,25 408 408,75 409 — 148 149,5 — 170,65 173 75,75 75,5 76 — 115 115,75 — — 131 139,75 138,5 139,5 146,5 147 147,5 — 129,25 131,5 — 222,5 223,5 109 108,5 109 — 126,25 129,25 122,5 121,65 122,75 — 133,25 133,5 — 88,75 89,75 —— 112 113,25 97 96,13 97,25 — 299,5 298 132 130 131,75 — — 150,5 — 101,65 103 — 70,75 71,25 250 249 250,5 257,25 255 257,5 417 413,75 417 261,5 260,5 261,5 » 169 — — — 81 83 96 95,9 96,25 130,25 130,5 131,5 112 — 10 138 139,5 — __ 10 — 110 15 — — 12 — — 18 469 474,5 11 — — 12 255,5 259 12 195 197 e < — — . 8 — . 0 58 — . 0 — — . b 53,25 53,5 10 — — . 0 — — . 6 — — . 6 — — . 0 — - » . 6 54 _ 11 73 — . 0 12,5 — . 4 73,8 — . 8 - . 8 — _ 10 — — . 8 _ _ . 8 128 —— 10 116 — . 8 213 — - 8 149,5 — 8- Juni 10. Juni Amtliche Notierung Geld I Brief Amtliche Notierung Geld 1 Brie' 21mft.« Wort. 168,21 168,55 168,70 168,54 Buen.-AireS 1,754 1,758 1,754 1,758 Brff-'Antw- 58,175 58,295 58,18 58,30 Cbrntiania. 111,58 111,80 111,60 111,82 Kopenhagen 111,57 111,79 111,59 111,81 Stockholm . 111,91 112,21 112,01 112,23 Helsingfors- Italien. . . London. . . 10,528 10,548 10,523 10,543 21,91 20,312 21,95 20,352 21,925 20,314 21,965 20,354 9ieupork . . 4,1890 4,1970 4,1895 4,1975 Paris.... 16,375 16,415 16,375 16,415 Schwei; .. 80,63 80,79 80,47 80,63 Spanien. . 59,36 59,48 59,19 59,11 Japan . . . Rio de Jan. 1,845 0,4085 1,849 0,4985 1,840 0,4965 1,844 0,4985 Wien in D-- Oest. abgest 58,86 58,98 58,855 58,975 12,404 7,361 12,424 7,375 12,399 7,363 12,419 7,377 Budapest . . 73,02 73,16 73,00 73,14 Bulgarien. 3,027 3,033 3,032 3,038 Lissabon . 18,73 18,77 18,73 18,77 Danzig. . . Konstantin- 81,19 2,030 81,35 2,070 81,19 2,003 81,35 2,007 Athen. . . 5,435 5,445 5,44 5,45 Ccmada 4,157 4,165 9,050 4,156 4,164 Uru iuav - - 4,046 4,086 4,044 Cairo . . - 20,835 20,875 20,84 20,88 ________Berlin, 8. Juni Geld Brief Amerikanische Noten ..... Belgische Noten..... . , Dänische Noten ........ lHtglische Roten........ 4,169 58,07 111,38 20,285 4.189 58,31 111,82 20,365