Nr. 108 Erster Blatt 179. Jahrgang Zreitag, 10. Mai 1929 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Zranlfuri am Main 11686. vruS und Verlag: vrühl'sche Univerfilätr-Vuch. und Steinöruderei H. Lange in Sietzen. Zchristlettung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer vir zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20'/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,auher Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2 wachen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- Churchill erklärt den Youngschen Verteilungsschlüssel für unannehmbar. Nie britische Regierung ist in ihren Entschließungen völlig frei. London, 9. 2Noi. (IDB.) Auf die Frage, ob sich die Zuständigkeit der Reparationssachverstänbigen auch aufAbunderungenimverleilungv- schema von Spa erstreckt, und ob die Regierung ihre Vertreter im Ausschuß über ihre Ansichten in dieser Frage unterrichtet habe, erklärte in der heutigen Unterhaussihung Schahkanzler Churchill: Der Sachoerständigenausfckmß, der gegenwärtig in Paris tagt, seht sich aus unabhängigen Vertretern der erschienenen beteiligten Länder zusammen. Ich habe mich natürlich während der ausgedehnten Verhandlungen inFühlungmitden britischen Delegationsmitgliedern gehalten. Dir haben jedoch niemals bestimmte Instruktionen an diese Herren geschickt, und wir wollen das auch bei dieser Gelegenheit nicht tun. Die Beschlüsse der Sachverständigen binden in keiner Weife die Regierung, die vollst ändig frei bleibt und ihre eigenen Ent- schliehungen über die Arbeiten und die Empfehlungen des Sachverständigenausschusses fassen wird. Um Mißverständnisse im Ausland und Beunruhigungen im Inlande zu vermeiden, ist es vielleicht wünschenswert, daß ich erkläre, daß jene Art von Vorschlägen, die gestern in der Presse angedeutet wurden, nach unserer Meinung unannehmbar sind, und daß die Regierung sie sich unter keinen Umständen zu eigen machen wird. (Beifall.) Wedgewood richtete dann weiter die Frage an Churchill: Werden wir nicht zu irgendeinem Geschenk verpflichtet werden, das von England den französischen Steuerzahlern oder der französischen Regierung gemocht wird? Churchill erklärte hierauf: Ich habe im Unterhaus die Antwort zu dieser Frage verlesen. Diese Antwort ist sehr sorgfältig und gewissenhaft beraten worden. Ls ist, wie ich meine, eine Antwort von einiger Bedeutung, und ich wünsche in keiner Weise, etwas hinzuzufügen. Nunmehr griff der Sprecher ein und erklärte: Ich glaube, es ist belfer, diese Angelegenheit nicht weiter zu behandeln, hierauf erhob sich der Arbeiterparteiler Ben Smith, der ebenfalls eine Anfrage stellen wollte, jedoch vom Sprecher unterbrochen wurde, bevor er feine Anfrage formuliert hatte. Der Sprecher erklärte, er sei davon verständigt worden, daß der Schahkanzler nicht vorbereitet fei, weitere Erklärungen abzugeben. Beifall der Londoner presse. London, 10. Mai. (WTB. Funkspruch.) Churchills Unterhauserklärung wird von der gesamten Morgenpresse an hervorragender Stelle gebracht und nachdrücklich unterstützt. „Times" sagt in einem Leitartikel: Eine so deutliche und unzweideutige Erklärung sollte dazu beitragen, den Sachverständigenausschuß zu veranlassen, diese ziemlich unglückliche Einmischung in eine diplomatische Rebenfrage, für die er tatsächlich n i ch t z u st ä n d i g ist, aufzugeben. Aber trotz aller noch bestehenden Schwierigkeiten liegt guter Grund zu der Hoffnung vor, dah zum mindesten in der Hauptfrage der deutschen Annuitäten eine Vereinbarung erreicht werden kann. Auf jeden Fall ist eine offene und ehrliche Meinungsverschiedenheit einer unbilligen Regelung entschieden vorzuziehen. Etwas vorsichtiger äußert sich ..Financial Times", die erklärt, der Krieg liegt noch nicht so weit zurück, dah irgendein Engländer neue Zugeständnisse an Deutschland begrüßt. Aber diese Zugeständnisse mögen der Mühe wert sein, wenn dadurch eine allgemeine Vereinbarung erreicht wird, die alle Aussicht hat, ausgeführt zu werden. Unter diesen Umständen verlangt die gesunde Vernunft, daß alle etwa nötigen Opfer gemeinsam getragen werden. Der Pariser Korrespondent der „Times" kommt zu dem Ergebnis, daß unter den gegenwärtigen Umständen die einzige Hoffnung in einer Abtrennung der Frage der Verteilung von der Frage der Zahlungen liege. 3n dieser Richtung arbeiten, so sagt das Blatt, die britischen Delegierten. Der Pariser Korrespondent des „Daily Chronicle" nennt die Lage hoffnungsvoll und meint, eine Weh rheit gegen die Prozentsätze Vvungs sei wahrscheinlich. pariser Echo der Churchillerklärung. Paris, 10.Mai. (WTB. Funkspruch.) Zu den Erklärungen des englischen Schatzkanzlers Winston Churchill im Unterhaus nimmt auch die Pariser Morgenpresse ausführlich Stellung. „Matin" kommt zu dem Ergebnis, daß ohne eine neue Bemühung zum allgemeinen Entgegenkommen der Erfolg der Konferenz, der einen Augenblick lang vorauszusehen war, aufs neue gefährdet sein würde. — „Journal" sagt, zweifellos würden die Amerikaner die ersten sein, die anerkennen würden, daß sie ein wenig zu weit gegangen seien. — „Echo de Paris" erhärt, besonders bemerkenswert sei, daß man in England Frankreich für die Enttäuschung der englischen Delegation verantwortlich mache. Sir Josiah Stomp habe doch voraussehen können, daß, als er der Annuität Poungs von 2050 Millionen zustimmte, Gefahr bestand, daß die e n g l i. schen Forderungen hinsichtlich der Dominien fallen gelassen werden würden. — „Petit Parisien" tritt der von einigen Engländern geäußerten Meinung entgegen, die Ziffernskala Poungs anzunehmen und die Frage der Verteilung Berlin, 8. Mai. (WB.) Der Verein der ausländischen Presse feierte heute den 23. Jahrestag feines Bestehens mit dem traditionellen Jlahresbankett im Hotel Adlon, zu dem die Reichsminister Stresemann, Curtius, Groe- ner, von Guörard und Stegerwald, das diplomatische Korps mit dem Runtius Pacelli an der Spitze, der Generaldirektor der Reichsbahn Dorpmüller, der Oberbürgermeister der Stadt Berlin, Böß, sowie hervorragende Vertreter des politischen Lebens, der Kunst und Wissenschaft, der Finanzwelt, des Handels und der Industrie sowie der Presse erschienen waren. Der Vorsitzende des Vereins der ausländischen Presse, Louis P. Lochner (Amerika), erinnerte in seiner Begrüßungsansprache an die zahlreichen reizvollen Aufgaben, die das vergangene Jahr auf allen Gebieten den in Deutschland wirkenden ausländischen Korrespondenten geboten habe, so der Ozeanflug der „Bremen", bte Amerikafahrt „Graf Zeppelin", der Stappellauf der Riesen- schifse „Europa" und „Bremen", die wissenschaftlichen Leistungen der Professoren Wieland, Windaus und Einstein und ging dann auf die politische Aufgabe des Auslandkorrespvndenten ein. Reichsminister Dr. Stresemann dankte für die Begrüßungsansprache des Vorsitzenden und beschäftigte sich dann mit den Pariser Reparationsverhandlungen. „3n der Tat," erklärte er, „sind diese Verhandlungen von so überragender 'Bedeutung, dah sie im Augenblick alle anderen Fragen überschatten. Es handelt sich um nichts weniger als um die wirtschaftliche und finanzielle Liquidierung des Weltkrieges, also um ein Problem, das in seiner Tragweite unendlich weit über eine rein geschäftliche und zahlenmäßige Behandlung von Schuld und Forderung hinausgeht, und dessen Regelung für die gesamte künftige Struktur von Weltwirtschaft und Weltfinanz mitbestimmend sein wird. Ls muß sich jetzt zeigen, ob die grundsätzliche Linfte11ung derjenigen fireife, die für die Gestaltung der internationalen Beziehungen in erster Linie maßgebend find, überall fo weit vorgeschritten ist, dah sie sich bei den zu treffenden Entscheidungen nicht bloß von den nächsten eng ft en Sonber- i n t e t e f f e n leiten lassen, sondern ihren Blick weilausschauend auf die für alle Teile gleichen, allgemeinen Gesichtspunkte richten. 3ch habe die bestimmte Hoffnung, daß dies der Fall fein wird. Der Dawesplan, der sich selbst als einen vorläufigen Versuch der Reparationsregelung bezeichnete, hat seine Funktion erfüllt. Er hat zweifellos wesentlich zur Kon- folibierung der Verhältnisse in Deutschland und darüber hinaus in ganz Europa beigetragen und hat im Laufe seiner nahezu fünfjährigen Anwendung diejenigen Erfahrungen gezeitigt, die jetzt eine Reuregelung notwendig machen. Die übereinstimmende Auffassung aller beteiligten Regierungen über diesen Punkt ist es gewesen, die zur Einberufung der in Paris tagenden Sachverständigen geführt hat, und ich erwarte deshalb, dah die Einsicht in die auf dem Spiele stehenden gemeinsamen 3nteressen auch weiterhin die Oberhand behalten und zu einem ersprieh- lichen Ergebnis führen wird. Als sich auf dem Gelb- unb Devisenmärkte Schwierigkeiten heraussiellten unb a l a r miete n b e Gerüchte bie Oefsentlichkeit burch- liefen, ist uns von führenben Plätzen bes Aus- lanbes ganz spontan unb ohne jebe beuIsche Initiative in fairster Form jebe Unterstützung angebaten worben. Wenn es in diesem Falle einer solchen Unterstützung auch offen z u lassen unb die späteren Verhandlungen zwischen den Alliierten vorzubehalten. Das „Petit Journal" schreibt, die Unzufriedenheit der englischen Delegierten sei gewiß verständlich, aber wenn sie der Ansicht seien, daß der Bericht sgoungs in seiner gegenwärtigen Form unannehmbar sei, so bedeute bas nicht, daß seine Durchführung unüberwindliche Schwierigkeiten Hervorrufe. — „Oeuvre" schreibt: Wie wäre doch alles einfach, wenn die Vereinigten Staaten — und wir sprechen dabei nicht einmal von den interalliierten Schulden — die Eleganz besitzen würden, ihre Forderungen hinsichtlich ber rütfftänbigen Besatzungskosten nicht aufrechtzuerhalten. nicht bebutfle, ba bie Schwierigkeiten ohne weiteres von uns selbst aus eigener firaft behoben werben konnten, so haben wir blefen Beweis bes Geistes folibarischer Zusammenarbeit doch mit großer Genugtuung begrüßt. Leiber muß ich aber auch hinzufügen, baß bie Haltung, bie bei biefec Gelegenheit von anbeten Stellen des Auslanbes eingenommen würbe, nicht von be m gleichen Geiste beseelt war. Wenn sich meine Hoffnung auf einen günstigen Ausgang der Pariser Verhandlungen erfüllt, dann ist der Weg freigemacht für eine gemeinsame Inangriffnahme aller der großen wirtschaftlichen Aufgaben, vor die sich die Regierungen in allen Ländern gestellt sehen. Darüber hinaus toirb sich alsdann ohne weiteres auch die Lösung derjenigen politischen von der Reparationsfrage unabhängigen Probleme ergeben, die, schon längst zur Losung überreif, noch als Lleberbleibsel aus dem Kriege in die Gegenwart hineinragen. Zu den Genfer Verhandlungen über die Frage der allgemeinen Abrüstung sagte der Minister: Die Hoffnung, die ich im vorigen 3ahre an dieser Stelle aussprach, ist. das muh ich in aller Deutlichkeit feststellen, nicht erfüllt worden. Die Dinge liegen nach dem Verlauf der letzten Genfer Beratungen so, daß man äußerlich zwar von einer gewissen Beschleunigung des Tempos sprechen kann, dah sich aber in der sachlichen Behandlung der Probleme eine Perspektive eröffnet hat, die in weitgehendem Mähe ein Versagen der Grundidee der allgemeinen Abrüstung befürchten läßt. Mit dem Gedanken einer graduellen und etappenweisen Lösung dieses Problems haben wir uns in Deutschland immer einverstanden erklärt. Aber auch die auf einer ersten Lntrvaffnungs- konferen; zu erreichende nächste Etappe muß doch selbstverstänblich darin bestehen, daß eine fühlbare Herabsetzung des gegenwärtigen Rüstungsstandes in allen feinen wefentlichenFaktoren zu Lande, zur See und in der Luft erfolgt. Werden dagegen wesentliche Rüstungselemente beifeite gelassen, fo kann nur eine Sdjeinlöfung zustande kommen. Auch derjenige, der sich niemals näher mit den Einzelheiten befaßt hat, muß ohne weiteres erkennen, daß auch nut von dem B e - ginn einer wirklich ernsten Abrüstung nicht die Rede fein kann, solange zwei der wesentlichsten Rüstungsfaktoren, nämlich die ausgebildeten Reserven und das firiegsmatetial völlig unberücksichtigt bleiben. 3ch kann nur meine völlige Ucbereinftimmung mit dem deutschen Delegierten Graf Dernstorsf erklären, wenn er von den Genfer Beschlüssen weit abgerückt ist und die Verantwortung für ihre Folgen denjenigen Regierungsvertretern zugewiesen hat, die für die Beschlüsse gestimmt haben. Auch die Regierungen, deren Augenmerk sich infolge der besonderen Lage ihrer Länder in erster Linie auf die Marineabrüstung richtet, können nicht übersehen, dah es letzten Endes doch das gemeinsame 3nteresse aller Völker verletzen würde, wenn die Landabrüstung mißlänge und wenn infolgedessen namentlich in Europa ein Zustand der Rüstungen aufrechterhalten bliebe, der mit einer dauerhaften Sicherung des Friedens nicht verträglich ist. Versagen jene Regierungen dem dringenden Wunsche aller Völker nach Abrüstung auch weiterhin ihr Gehör, so tragen sie die Verantwortung für eine Entwicklung, der ich meinerseits nur mit ernster Sorge entgegensehen könnte. Enttäuschungen und Hoffnungen der deutschen Außenpolitik. Stresemann spricht über Reparationskonferenz, Meinlandräumung und Abrüstung. ftoung bittet um Intervention Amerikas? Wenig Wahrscheinlichkeit für ein Eingreifen Washingtons. London, 9. Mai. (TU.) Wie die Pariser Ausgabe der „Rewyork Herald Tribüne" berichtet, soll die amerikanische Botschaft in Paris ein Telegramm an bie Regierung in Washington gerichtet haben, in dem darauf hingewiesen werde, daß Owen PoungsLage gegenwärtig nahezu hoffnungslos fei, wenn er nicht einige Zugeständnisse in der Form einer Verminderung der amerikanischen Forderungen machen könne. Obwohl die amerikanische Botschaft in Paris selbst nicht mehr tun könne, als Berichte über den Stand der Pariser Verhandlungen nach Washington zu senden, so laufe das Telegramm an die Washingtoner Regierung doch auf ein Ersuchen hinaus, dah Washington intervenieren und Owen Voung ermächtigen solle, durch eine Verminderung seiner eigenen Forderungen eine Einigungsmöglichkeit zu schaffen. Die Agentur Havas veröffentlicht eine Depesche aus Washington, wonach Staatssekretär Stirn- s o n erklärt habe, daß die Aeparationssachver- ständigen an die amerikanische Regierung kein Ersuchen gerichtet hätten, Konzessionen an den den Vereinigten Staaten zustehenden Beträgen zu machen, um zu einer Lösung zu gelangen. Das Staatsdepartement erhälte täglich Berichte über die Beratungen der Sachverständigen. Wie verlautet, hätten die Beamten deS Schatzamtes über die Frage der Konzessionen konferiert. Bisher sei eine Mitteilung hierüber nicht ausgegeben worden. Hoffnung auf einstimmige Annahme. Die Verteilung soll später geregelt werden. London, 10. Mai. (WTB. Funkspruch.) Deuter meldet aus Paris: Reuerdings heißt es, daß mehrere Gegenvorschläge zu Boungs Verteilungsplan ausgestellt werden, von denen vermutlich jeder anders lauten wird. Dies nötigt aber durchaus nicht, mit einem unbedingten Fehlschlag der Konferenz zu rechnen, es weist vielmehr logischer Weise auf eine Lösung hin, die der britischen Auffassung entspricht, wonach die Konferenz zur Erörterung einer Abänderung der bestehenden Prozentsätze schreiten müßte. Es bleibt durchaus möglich, daß der endgültige Bericht des Ausschusses einschl. der deutschen Annuitäten entsprechend dem Boungplan und einschl. mehrerer Sicherungen für Deutschland, die Dr. Schacht vor- schlägt, einstimmig angenommen wird. Damit würde die Konferenz ihre Aufgabe, die derpsche Schuld endgültig festzusehen, gelöst haben. Was die Frage der Verteilung betrifft, so würde es zweifellos mindestens eine Mehrheit (Großbritannien, die Vereinigten Staaten, Stallen und 3apan) geben, die eiruzx Anhang an- nehmen würden, wonach die Verteilung einer späteren Erörterung unter den alliierten Regierungen überlassen bleiben sollte. Falls auch Frankreich und Belgien zustimmen, würde die Annahme des Anhangs ebenso einstimmig sein, wie die des Berichtes selbst. Nie Reichsanleihe. Die Wünsche der Länderminister. Berlin, 10. Mai. Wie wir hören, hat die Besprechung der Länderminister mit dem Reichsfinanzminister über die geplante Reichsanleihe in Höhe von 500 Millionen, die unter absoluter Steuerfreiheit aufgelegt werden soll, deshalb noch zu keinem Abschluß geführt, weil die Finanzminister von Bayern, Württemberg und Baden an dieser Sitzung nicht teilnehmen konnten, so dah die süddeutschen Kabinette ihren Standpunkt bis Freitag darlegen müssen, damit der Reichsrat noch am Freitag den Gesetzentwurf verabschieden kann, und der Reichsfinanzminister in die Lage gesetzt wird, schnellstens mit den Banken die Verhandlungen aufzunehmen. Von feiten der Länder wird an und für sich der Anleihe gegenüber keine grundsätzlich ablehnende Haltung eingenommen, doch sind von den Ländern verschiedene Aenderungsanträge zu erwarten, die am Freitag im Reichsrat zur Abstimmung kommen sollen. 3m Vordergrund steht namentlich der Plan, einen Deckungsfonds zu schaffen, der den öaucrnöen Kassenkalamitäten vorbeugen soll. Ein anderer Antrag verlangt ähnliche steuerliche Begünstigungen, wie sie für die neue Reichsanleihe vorgesehen sind, für bie Anleihen der Länder, mindestens eine Befreiung von der Kcft)italertragssteuer. Auch aus den Kreisen der Länderminister wird aber die Rvtwendigkeit betont, dem Reich sofort zu helfen und durch die notwendigen Maßregeln für eine Beendigung der Kassenmisere zu sorgen. Der Reichsfinanzminister hat in diesem Zusammenhänge, wie wir erfahren, angekündigt, dah er nach den Pariser Verhandlungen mit einem umfassenden finanziellen Ref ormpro- gramm vor die gesetzgebenden Körperschaften treten wolle, bei dem anscheinend die Reichsregierung stärker als bisher die Führung übernehmen will. 3n den Rahmen dieser großen Finanzreform wird nach unseren 3nfoc- mationen dann auch die endgültige Regelung' der ortsetzen. Gr kam am Sonntag in Havanna an. viel Oie Wetterlage. B Irenens. tocxnr SDtraeer Li Carum 2 %0 (Senf, 9. Mai. (IM.) Die Ergebnisse der Londoner Tagung des Dreieransschusse» des Völker- dleser Meldung, die bisher nur von der „Rzeczpos- polila- verbreilel wurde, konnte nicht erhalten werden. antt Ponnerstag, d.9.Mai 1929,8bmas. Pilger nach Kalkutta kommt, um die Sonnen* finsternis zu beobachten, sind große Dorfichtsmatz* nahmen getroffen worden, um eine Hridemie größten Ausmaßes zu verhindern. ich hatte, wurde er 24 Stunden in Gibara fest* ;chalten und konnte erst nach Vermittlung deS Geheimnisvolle Verhaftung in Warschau. Arbeitslosenversicherung fallen, wo* für ja schon gewisse Maßnahmen durch das Kabinett vorau-gesehen sind. Völkerbund und Minderheiten. Mageres Ergebnis der Londoner Beratungen des Oreierkomitees. W 46*®: 4?Wkn 4', ° o' o Sm bolschewistischer Instrukteur auf der -b“?b,®ra?? fur bJe rNinderhe.tenfragen sind - w>e * «flürfrate bon Berlin» ' ,c(1‘ sehr rv_ /«.-Kl- r\ ia. t • leichter Ost 0 massiger Südsüdwest Q stürmischer «ordwest ; urn, (®ubhrol) ist bcitn ßccren I t)it prelle (hegen mit dem wmde Oie otiotn Stationen stehenden Za* Ciner OCnCgrube der Grundbesitzer Broier I len geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleiches! mit seinen beiden Söhnen und einem Knecht er* •uf Nt"rrr>"'"u umgerechneten cuitdruc» n«nLÄ.aSiCi>CtbeIebun88Bcr,u‘6e ,ei‘ Wettervoraussage. hoi h« «Mtfr« Mit dem Abzug der über Mitteleuropa lagernden JWÄ "Ns durchweg tnncken. Aabei erfotgt und zerstörten auch die Dachkonftruktion. Auf den mackt'"tbren^Ei^k"^übe^den"^ritik^n^^!eln Se? dikn°ch"°5 Ä b°rL- geltend JhrkMndslörungkn Ä " ftüBtCsSj: L»'ÜT ,Päter ki UN- °uch die Wetters- ren ungeheure Wassermengen in die hoch auf- nn r,-, , “ft ncnbtsÄs faelötot VctraäM VT" Ulkiges, auch stellenweise nebliges Wetter mtt Aufheiterung, nachts kühl, tagsüber warm, trocken, konnte. Der Schaden ist erheblich. Wettervoraussage für Sonntag: Riesiger waldbrand in Mexiko. Bei zeitweise stärkerer Bewölkung Temperaturen Im Tochigila-Gebirge, südlich der Stadt Mexiko, nur wenig verändert, später Aeigung zu Rieder* wütet ein ausgedehnter Waldbrand, dem auch ?®n- . n m> • ... ro . mehrere kleine Dörfer zum Opfer oe- Lufttemperaturen am 9. Mai: mittags 12,3 Grad fallen sind. Zahlreiche Personen sind ums Leben ^lsius, abends 9,2 Grad: am 10. Mai: morgens gekommen und Hunderte sind obdachlos Bereits jetzt 8 ®rab- Maximum 15,1 Grad, Minimum 5,8 Grad, ist ein sehr großes Gebiet vom Feuer zerstört “ ^temperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Mai: worden. 0 abends 13,4 Grad: am 10. Mai: morgens 10,4 Grad Reichswehroffiziere in Amerika. Celsius. — Niederschlag 1 mm. — Sonnenscheindauer StDci deutsche Reichswehroffiziere, die Haupt» /? Stunöc den durch einen Vertreter der deutschen' Bot- Baden (Baden-Baden): Gestern kühle Rächt, schäft im Kriegsamt vorgestellt. Sie werden der ^ute morgen7 Grad, Ostwind, wolkig, amerikanischen Armee zugeteilt, um in Spezial- (Freiburg). Gestern vorherrschend kühl, Regen, schulen des Landheeres die amerikanische beute morgen 6 Grad, Ostwind, heiter. Ausbildung zu studieren (Garmisch-Partenkirchen): Gestern cfn-f«, a.mnfim» s», tat tu kühle Rächt, regnerisch, heute morgen 7 Grad Xuna^mc ^^olera in Kalkutta. Celsius, Rordwind, wolkig. Rach Meldungen aus Kalkutta nimmt die Cho- (Berchtesgaden): Gestern regnerisch, heute mor* lera öort starke Ausmaße an. Sn der vergangenen gen 9 Grad, Rordostwind und Regen. Woche waren durchschnittlich jeden Tag Küste (Westerland auf Sylt): Gestern vor- y.° oStle zu verzeichnen. An einem Tage betrug herrschend kühl, meist trübe, heute morgen 7Grad, die Zahl der Reuerkrankungen sogar 144. Sn Rordwestwind, heiter. den Krankenhäusern wird Tag und Rächt fieber- (Swinemünde): Gestern plötzliche Abkübluna. haft gearbeitet. Der japanische Dampfer .Sa- Wetterverschlechterung, heute morgen 9 ®raK kumaru, der am Montag Kalkutta verließ, ist Rordwestwind, wolkig ?a e(?nrTdUtÜd§e,e6/tf NH an Bord (Borkum): Gestern vorherrschend kühl und meist nJ»U»nr9£n €rßöneX trübe, heute morgen 6 Grad, RordwestvtU ten. Da gegenwärtig eine sehr große Anzahl i wolkig. u • v- v -v > Eine Diebesbande von 58 Personen feffgenommett. beffehen Der Conbonpr An«lck»nk I Durch die Festnahme eines Einbrechers inDort« bün'd" Einbruch ft rtftÄFaJrt ouno ab und begnügte sich damit, einige gering- einem Ueberfallkommando überrascht und dingfest ge- fugige Aenderungen vorzuschlagen. Lr sieht nach macht wurde, während seine Helfer entkamen, ist die wie vor in dem berüchtigten Dreierkomitee des völ- Polizei auf die Spur einer großen Diebesbande ge- kerbundsrates für die Minderheitenfrage das kommen. Bisher find 58 Personen wegen Einbruchs alleinige und ausreichende Organ für festgenommen worden, denen 117 Einbrüche nachge- die Erfüllung der psllchlen de- VSIIerbund-rnle- i?ieJ,cn kosten Erhebliche Mengen der g°. gegenüber den Minderheilen. Der Bericht de« Con- Sen™ ®c(,e"rtan6= k°nnt°n den Gefchah.gten zu. hnnpr „..t s rurfgegeben werden. Außerdem konnten mehrere Per- de« Börfprhtinh«™#^CS| ix“ 3u"naflan8 sonen der gewerbsmäßioen Hehlerei überführt und des Volkerbundsrakes in Madrid zur Verhandlung dem Amtsgericht zugeführt werden. ge angen. Beobachtung der totalen Sonnen finfternis am 9. Mai. m?!e,,Don der Hamburger Sternwarte nach den VcUlJU/v Philippinen entsandte Expedition" Meldet von G e n s, 8.Mai. (WB.) Reichsminister Dr.S t r e s e - **er Insel Cebu, daß die totale Sonnenfinsternis bei mann hat telegraphisch den Generalsekretär des wolkenlosem, aber etwas dunstigem Himmel gut zu Völkerbundes daraus aufmerksam gemacht, daß in beobachten war, und daß eine größere Anzahl von der Presse einige der Denkschriften, die Der- photographischen Aufnahmen der Sonnencorona geschiedene Regierungen zur Minderheitenfrage ein- ma4)t öurben. gereicht haben, veröffentlicht worden sind. I Bootsfahrt eines deutschen Seemannes über den Die deutsche Regierung habe bisher von einer 23er- Atlantischen Ozean. öffentlichung ihrer eigenen Denkschrift abgesehen. Der deutsche Seemann Paul Müller hat da sie die offizielle Veröffentlichung aller Denk- in seinem Rettungsboot „Olga“ den Atlantischen fchriften in Gens abwarten wollte. Angesichts der Ozean überquert und ist am Samstag in Gibara durch die genannten Veröffentlichungen entstandenen auf der Snsel Cuba eingetroffen. Bei Lage halte sie eine baldige Veröffentlichung für der Lieberfahrt benutzte er sowohl Segel wie angebracht. Der stellvertretende Generalsekretär Ruder. Da er keine Einreisepapiere für Cuba bei Marquis Paolucci hat das Telegramm des deutschen hatte, wurde er 24 Stunden in Gibara fest- Ratsmitgliedes Dr. Strefemann sofort dem in ßon- gehalten und konnte erst nach Vermittlung deS don versammelten D r e i e r k o m i t e e, für dessen deutschen Gesandten in Havanna seine Fahrt Arbeiten die verschiedenen Denkschriften laut Rats- ortsetzen. Er kam am Sonntag in Havanna an, beschloß bestimmt waren, zugestellt. Das Dreier- toP er Lebensmittel an Bord nahm. Müller er- komitee erklärte darauf, daß alle Denkschriften im klärte, er habe bei Beginn seiner Fahrt zunächst vollen Wortlaut als Anlage zu dem Be- flar nicht die Absicht gehabt, die Snsel Euba r i ch t d e s Komitees, den bekanntlich in Ma- anzulaufen und sich deshalb auch nicht mit den drid ein besonderes Ratskomitee und hierauf der für die Snsel erforderlichen Papieren versehen. Rat prüfen wird, enthalten sein werden. Das Ko- Ehrung eine» deutschen Gelehrten in Oslo. - Ä" leEseits eine sofortige Deröffent- Professor Hellpach (Heidelberg), der sich lichung nicht vornehmen, da verschiedene Re- als Gast des norwegisch-deutsch-österreichischen gierungen ihre Denkschriften nur zu Händen des Vereins in Oslo einige Tage aufgehalten und Breiertomiteto eingesandt hatten. Dagegen werde Vorträge über deutsche Angelegenheiten gehalten es der deutschen Regierung wie auch jeder anderen hat, wurden bei einem Festesfen, das der Regierung durchaus f re i g e ste llt, ihre eigene Verein ihm zu Ehren gab, große Huldigungen u)enkschnft von sich aus sofort zu veröffentlichen, dargebracht. Seine Vorträge haben dort leb- JJiarquis Paolucci hat dem Reichsaußenminister hafteres Snteresse erregt. U. a. wurde Prof. -Dr. Strefemann diese Stellungnahme des Komitees Hellpach auch vom König in Audienz sogleich telegraphisch mitgeteilt. empfangen. gaiive Stellungnahme des Dreixrausschusses hinaus und gipfelt im wesentlichen in folgenden zwei Forderungen: Oie Beisetzunq 1. Regelung der allgemeinen Schuh- und t m • p Garankiopflichten des Völkerbundes Oct -Otrlitltr 2JldtOpfCt* gegenüber den Minderheiten, hierfür schlägt die „ .... t deutsche Denkschrift vor, einen Studlenaus- Die Kommunisten drohen mtt dem schuh einzusehen, der den von den verschiedenen bewaffneten Aufstand. Regierungen bereits angeregten Gedanken der Bit- Berlin, 8. Mai. (TU.) Am Mittwochnach- ^".6 eines M i n der h e i t e n aus s chu f f es mittag fand auf dem ftäöHfdj«n Finedhof in I ocim Völkerbund prüfen soll. Friedrichsfelde die Beisetzung von drei 2. weitgehende Verbesserungen de» bisherigen Kommunisten statt, die bei den Maiunruhen Beschwerdeoerfahrens, Ausbau des ums Leben gekommen sind. Die K. P. D. ^itte Dreierkomitees, Bekanntgabe von dessen Entschlie- L ®ie b°"g°» uud «uh Örn n g d° ritt Ind°rh°ll° n. der Teilnehmer, unter denen man sehr . ^lne Gegenüberstellung der Ergebnisse der £on- aus anderen Städten des Reiches, wie I ooner Tagung be» Dreierausschusses und der beut- Hamburg, Halle usw. bemerkte, war recht groß, schen Sortierungen zeigt, baß zwischen diesen beiden Der kommunistische ReichstagsabgeordneteThäI* Auffassungen grundsätzliche Gegensätze mann hielt eine Ansprache, in der er über- aus scharfe Angriffe gegen den sozial- ——---------------—------------- demokratischen Polizeipräsidenten Zörgiebel Dienste ausscheiden, erfolgen. An Stelle und die Polizei, die „sozialdemokratischen Haus- des Generals Out Haumat wird General knechte der Bourgeoisie" richtete. Gr erklärte, Sacquemot, bisher Befehlshaber des 14. daß sich daS Proletariat über die Grenzen und Armeekorps und Militärgouverneur von Lyon, Gesetze der Bourgeoisie hinwegsetzen und den zum Befehlshaber der französischen Desahungs- bewaffneten Aufstand zur Errich- truppen ernannt werden, an Stelle des Generals t u n g d e r R ä t e r e g i e r u n g und zum Schuhe D e b e n e y wird General Maurin Chef des Sowjetrutzlands, das durch den kommenden im- I Generalstabes. perialistischen Krieg bedroht sei, organisieren müsse. Auch ein Vertreter des Leuna-Werkes a- c.' h k erklärte, daß die Opfer der Maiunruhen v o m I äJIC OCUt|d)sfCinOllu)C PrOpOgdtlOO Proletariat gerächt und durch einen be- in Dnlett bätt dtt wafsneten Aufstand beantwortet werden müßten. ‘ „ Zu irgendwelchen Zusammenstößen ist es weder . (^DTD.) Die Rational- vor noch nach der Beisetzung gekommen. Die 2Smo, ^5? können sich über die Oppelner Polizei hatte in weiter Umgebung des Fried- orfalle noch immer nicht beruhigen. Sn ihrer Hofes stärkere Kräfte bereitgehalten, um etwaige presse betreiben sie noch weiterhin eine mah- Kundgebungen zu verhindern. An der Bei- I loseHetzegegenalles, was deutsch ist. setzung nahmen etwa 1500 bis 2000 Personen Vie propagieren dort den Boykott deutscher teil. Es wurde auch einErsahblattfurdie £rfcl’c- deutscher Waren, deutscher Bücher und verbotene „Rote Fahne", die „Rote Um« und verlangen selbst den Boykott deutscher Sturmfahne", verkauft, die sich in überaus ^sik. Das Regierunaslager, das sich in den scharfen Worten gegen das Verbot des Roten «vren ^agen in das nationaldemokratische Frontkämpferbundes und die Berliner Polizei Schleppseil hatte nehmen lassen, beginnt nun, wandte. Die kommunistische Parole, in den De- don diesem Treiben abz urücken. Die offi- trieben zum Zeichen der Trauer eine halb- Epoka und der Pilsudskische GloS Prawdh stündige Arbeitsruhe zwischen 14 und verlangen, daß man sich dieser unverantwortlichen 14.30 durchzuführen, hat ist den großen Berliner I natu>naloemofratifd)en Hetze widersehen Betrieben keinerlei Beachtung gefunden. . internationale Austausch geistiger Produkte sei eine der wichtigsten Grundlagen zur Zivilisatton und verblendeter Rationalismus schade wieder vor allem dem eigenen Daterlande. Oer Gommerftugplan der Lufthansa. I Aus aller Wett. Oferän bi?'re g™ n a^2SröffnunS 3bero.gmerltaniferes in Gießen Westanlagc 38. fiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Junges »Wn auS gutem Hause für Haushalt und Geschäft gesucht 42141) Büüingftr. 1 L |Stellengesuche| Langjähriger Helfenöer der Leder- u. Schuh- branche, mit einge- führten Touren, sucht passende StellnnR für sofort. Schriftl. Angeb. unter 02918 an d. Gieß.Anz. erb. 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Mai 1929, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des alten evangl. Friedhofes in Bad-Homburg aus statt, (Verschiedenes! Ich warne hiermit jedermann, meiner Frau. Marie Weber, geb. Stehling etwas Au leiben oder zu borgen, da ich für nichts hafte. 4182D Adolf Weber, Ober-Geir. 2/15. Die Beerdigung findet Samstag, den 11. Mai, nachmittags 17i Uhr, statt MAuch Sie, mein Herr, sollen Ihren Pfingst- Prozent anzug bei uns kaufen,denn wir gewähren Rabatt! KWA ....... — ...... »WWW Zu jedem Kleid den passenden Hut Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Vater und Schwiegervater Johannes Henrich XL im Alter von 88 fahren in die Ewigkeit abzurufen. Familie Jobs. Henrich XIII. Familie Wilh, Luh. SamStag, 1 l.Mai, abends 8V, Ubr un Hotel Hopfeld: Monais- versammlung Um recht zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 02910 Der Vorstand. Dr. Zinssers Gicht- u. Rhcu- tnafUmtu-Tce hat «ich >eit 30 Jahren ror- tüolich bewährt, lieber 20000 Anerkennungen. Paket U. 1.80 u. 2.50 In fast allen Apotheken. Dr.Zinsicr <ß Co., Leipzig 233 Motorsporlklab 1926. Sonntag, den 1L. Mai 1929: Klubfahrt nach der Opelbahn, Wertungsfahrt Abfahrt 9,30 Ubr am Klublokal. 4223 D Ter Vorstand. 1870 -1020. Sonntag. 12. ö. m.: ttn2ius- L , stattung stilrein und preisroen bte Brflbl lebe llniversttatr-VrnckerLi. v. tanoe. flutften S&ulftr 7 Die trauernden Hinterbliebenen: Dr. P. Walter, Vet.-Arzt, Lick Anna Walter, geb. Zimmer Otto Erich Walter, Fahnenjunker-Unteroffizier im 5. Plon.-Battl. _ , Helmut Walter Lick, den 9. Mai 1929. Die Beisetzung findet am 11. Mai, nachmittags 3 Uhr, von Hungener Straße 9, aus statt. 4210D Saalhrlollela WckM empffehlt 2094 V Hch. Trcchsler Stcinstrane 73 Televbon 1581 Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren Heben, hoffnungsvollen Sohn, unseren guten Bruder, Enkel und Pate Karl Schäfer nach kurzer, schwerer Krankheit im blühenden Alter von 19 Jahren in die Ewigkeit zu sich zu rufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Schäfer II. und Familie nebst allen Angehörigen. Watzenborn-Steinberg, den 8. Mal 1929. Die Beerdigung findet Samstag, den 11. Mai, nachmittags 4 Ubr, vom Sterbehaus aus statt. Wer leiht GeschäftSm. 100 Ml. fofoif gegen Sicherheit? Schr. Angeb. u.02919 a. d. Gien. Anzeiger. Vereine | Verein Amicilia. Zu dem am SamS« tag. dem 11. d. M, abdS. 8 Ubr, im Cif 6 Leib staunndenden 65. Stiftungsfest des Gesangvereins Concordia laden wir unsere Mitglieder nebst Angehörigen ein und bitten um zahlreiche Beteil. Her Vorstand. ZM5- 18/80 P. S. Achtzylinder Limousine „Typ Nürburg“ auf dem Schönheitswettbewerb in Wiesbaden mit dem 1. Preis prämiiert, ausgestellt Daimler-Benz A.-G., Verkaufsstelle Gießen, Bahnhofstrafee 90/92 — — ------------- ---------------421 QL Nr. M Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Zreitag, 10. Mai (929 •■■**««*®* ■ • III—O H t > UH■ II ■■ I U IK.M ■ ■1BMIMW—■■ JU«I LI IIII HIWMMMMMWMWBWMM—■——MWtHSIWn —IIIW- MB—M— VeiderdeutschenIlotteinSpamen Don unserem v. Gß.-Berichterstatter. Rachdruck auch mit Quellenangabe verboten! Dillagarcia, Ende April 1929. Die Ducht von Arosa, im landschaftlich wunderschönen Rordwcstzipsel Spaniens, liegt als riesiges Decken leuchtend im Morgensonnenschein. Die Häuser von Dillagarcia, einem kleinen, sauberen Städtchen, stehen in strahlendem Weih vor dem saftgrünen Hintergrund der Hügelketten mit ihren satten Wiesen und Kastanienwäldern. Draußen auf dem blauen Wasser ruhen zwei graue Kolosse, die „Schleswig-Holstein", das Flaggschiff des Flottenchefs mit Admiral Oldekopp an Bord, und die „Elsaß". Weit drüben steigt leichter Rauch auf: er kommt von der „Schlesien", die mit der „Hessen" und der zweiten und vierten Torpedobootshaibflotille vor dem kleinen Dorfe Puebla de Caraminal ankert. Ein Bild des Friedens, i n das die Motorboote Leben bringen, die mit Blaujacken beladen, in komischer Hast über das Wasser jagen. — Landurlaub nach dem nahen Santiago de Compostela. wo die alten ehrwürdigen Bauten, vor allem die berühmte Kathedrale, von der ruhmbedeckten Geschichte vieler Jahrhunderte, von Unternehmungsgeist. Mut und Gottesfurcht erzählen. Prachtvolle Kerle sind es, unsere Matrosen: schlanke, junge Menschen, sauber, wie aus dem Ei geschält, frisch und fröhlich, mit ausgezeichneter Haltung, selbstverständlicher Disziplin. Freudig begrüßt und begeistert beklatscht, ziehen sie in gleichem Schritt und Tritt singend durch die Stadt. Heiß steigt es in unseren Herzen auf und eine mächtige Sehnsucht nach der Heimat ersaht uns. Deutsche Besucher, die wir aus Madrid herübergekommen sind. Rasch wird ein Fisch^boot gechartert, und in schneller Fahrt geht's hinüber zur „Schlesien", wo uns alte Bekannte erwarten. Fast zaghaft betreten wir diesen schwimmenden deutschen Boden, vom Wachoffizier werden wir dem ersten Offizier „in die Hand gedrückt", einem lieben, prächtigen Menschen, der uns einem jüngeren Offizier zur Besichtigung des Kreuzers anvertraut. Wir fühlen uns gut auf- gehoben. Ein kurzer Besuch bei dem Kommandanten des Schiffes, Kapitän z. S. D a st i a n, und dem ebenfalls auf der „Schlesien" eingeschifften Befehlshaber der Rordseestreitkräste, Dizeadmiral Franz. Rach einem einfachen, kräftigen Essen in der Messe ziehen wir ros. Dom Kvmmandoturm bis in die Maschinenräume, vom Heck bis zum Bug durchstreifen wir das alte, brave Schiff, das in blitzender Sauberkeit strahlt. Wir sehen, fragen, hören und wir finden: peinlichste Ordnung in den engsten Räumen, reibungsloses Jneinandergreifen all der so überaus vielfältigen Bewegungen des täglichen Lebens an Bord, kein einziges verdrossenes Gesicht bei der Mannschaft, Dienstfreudigkeit, Glaube an die Zukunft unseres Vaterlandes, frei von innerpolitischen Meinungen und Beeinflussungen. Die dienstfreien Mannschaften tummeln sich im Wasser oder segeln unter der Leitung ihrer Offiziere. Ein buntes, frühsommerliches Bild, das bei dir, von der Kälte geplagter lieber Leser in der Heimat, Reid erwecken dürfte. Bevor wir das Schiff verlassen, um auch noch den Torpedobooten einen Besuch abzustatten. überbringt uns ein Admiralstabsoffizier die Einladung zum Abendessen an Bord: eine liebenswürdige Aufmerksamkeit, die wir natürlich mit Freuden annehmen. Schon liegt das Boot bereit, das uns in kurzer Fahrt zu dem Führerschiff der Torpedobootdflotille, dem „W o l f" bringt, wo wir dem Flotillenchef, Korv.- Kapitän S ch n i e w i n d die Hand drücken. Bei der Besichtigung dieses neuesten deutschen Bootes fällt mir plötzlich ein Artikel ein, den ich vor kurzem in einer spanischen Zeitung las, und der mit dem Satze endigte „Was nützt es den Feinden Deutschlands, wenn sie sich in ihrer unbegründeten, hysterischen Angst dazu verleiten lassen. Deutschland zu knebeln und zu demütigen: mögen sie es an Händen und Füßen binden, den Geist seiner Wissenschaftler und Ingenieure werden sie nie fesseln können." Sie werden uns auch den Glauben an uns Oer Dank der Nachwelt. Von Or. Zrch Adolf Hünich. Als der Thomaskantor Johann Sebastian Bach am 28. Juli 1750 ein Viertel auf 9 Uhr abends im sechsundsechzigsten Jahre seines Lebens gottergeben und von den himmlischen Klängen erfüllt, deren Bekenntnis er in demütiger Dienstbarkeit sein Leben lang gewesen war, die erblindeten Augen für immer schloß, hinterließ er an Geld und Geldwert, einbegriffen neunzehn musikalische Instrumente, eine Erbschaft von 1155 Talern 12 Groschen, in die sich die neun überlebenden von neunzehn Kindern aus zwei E^n zu teilen hatten. Das jüngste war eine Tochter, Regina Susanna. bei des Vaters Tode etwas über acht Jahre alt. Diese Tochter, der olle Geschwister im Tode vorangingen, ist es. die unser Mitgefühl erregt. Sie war unverheiratet geblieben, jahrzehntelang ist sie von dem tiefen Dunkel der Vergessenheit umgeben, in dem, vom Wandel des Geschmacks verdrängt, auch die großen Schöpfungen ihres Vaters versunken waren, niemand weiß, wo und wovon sie gelebt hat. vielleicht durch ihrer Hande Arbeit, vielleicht von dem, was ihr die Brüder aus Berlin, Hamburg, Bückeburg oder London zukommen ließen, plötzlich erhellt eine Zeitungsnachricht die Tragik ihres Lebens und rückt die Achtundfünfzigjährige in den Geschichtskreis der öffentlichen Aufmerksamkeit. 2m Mai 1800 trat Friedrich Rochlitz, der Herausgeber der bei Dreitkopf & Härtel in Leipzig erscheinenden „Allgemeinen Musikalischen Zeitung" in deren „Intelligenz-Blatt" mit folgender Bitte vor seine Leser: „Fast noch nie habe ich die Feder mit so viel Freudigkeit ergriffen, als jetzt: denn fast noch nie durfte ich, im Vertrauen auf gute Menschen. so fest überzeugt seyn, etwas Rützliches damit zu schaffen, als jetzt. Die Familie der Bache, die, seit zweh Jahrhunderten, Deutschland (doch diesem nicht allein) Meister und Meisterwerke der Tonkunst aufstellte: aus welcher abstammete Sebastian Bach, der größte Har- moniker neuerer Zeit, der das Vaterland durch Lehren. Muster, und eine Menge Schüler für die höhere Kunst zu bllden anfing: in welcher gebohren ward Philipp ©man. Dach, dem Europa in Waffen. Zur Illustrierung der Probleme, um beten Lösung sich die in Genf gegenwärlig tagende vorbereitende Abrüstungskonferenz bemüht, lassen wir folgende Statistik folgen. Sie stellt den europäischen komplizierten Ausschnitt des allgemeinen Wettrüstens dar. Als Dcrgleichszahl wurde die Größe des augenblickStaat Italien Litauen Portugal Südflawien Jährlich unter Soldaten auf Waffen 1000 Einwohner 293 000 7 20 000 17 56 000 9 122 000 10 Ein Soldat Ul 1929. £ iV.V* 1/ihV Kä,-y ■ o ^POLEN 1 Armeen der ” Entente u. M hl w lich Dienst leistenden Militärs und Marine (ohne Reserve) genommen, da die Angaben über die technische Ausrüstung und Verwendung der Militärbudgets widersprechend und unzuverlässig sind. Armeen der Entente und ihrer Vasallenstaaten. Staat Jährlich unter Waffen Soldaten auf 1000 Einwohner Albanien 10 000 13 Finnland 28 000 8 Großbritannien 320 00 7 Griechenland 67 000 11 Lettland 20 000 11 Polen 261 000 10 Rumänien 156 000 10 Tschechoslowakei 120 000 9 Belgien 61000 8 Estland 17 000 15 Frankreich 700 000 17 Armeen der im Weltkrieg besiegten Staaten: Staat Jährlich unter Soldaten auf Waffen 1000 Einwohner Deutschland 100 000 2 Oesterreich 21000 3 Bulgarien 20 000 4 Ungarn 35 000 4 Uebrige europäische Staaten: Staat Jährlich unter Waffen Soldaten auf 1000 Einwohner Dänemark 12 000 3 Norwegen 10 000 4 Schweiz 35 000 9 Spanien 162 000 7 Niederlande 50 000 . 7 Schweden 39 000 7 Sowjetunion 562 000 4 Türkei 120 000 9 selbst nicht nehmen können, solange der Geist herrscht, von dem die Offiziers und Mannschaften auf diesen Schiffen beseelt find. Desonders auffällig ist die wohnliche Ausstattung der Unter» kunftsräume der Besatzung, die der Mannschaft den Aufenthalt auf den neuen Schiffen ganz wesentlich angenehmer gestalten als auf den alten Booten. Gerade als wir uns nach einem kurzen Willkommcntrunk verabschieden wollen, kehren die beurlaubten Mannschaften von Land zurück. Sie bringen einen kleinen, braunen Stoffbären in Matrosenuniform, den ihnen ein kleines Mädchen in Puebla geschenkt hat. Feierlich wird der kleine Bär noch am selben 'Abend zum Obermatrosen befördert. Die Sonne senkt sich schon langsam ins Meer, rotgold leuchten die Heidekrautfelder auf den Bergen, als wir wieder an der „Schlesien" anlegen, wo uns Admiral Franz zu Tisch gebeten hat. Einen schöneren Abschluß des Flottenbesuches hatte man sich nicht wünschen können, als diese paar Stunden in dem kleinen Kreis am Tisch des Admirals, bei Männern, die das Herz auf dem richtigen Fleck tragen. Um 10 Llhr gab der erste Offizier das Zeichen zum Aufbruch — viel zu früh für uns — zu spät für die Offiziere, deren angestrengter Dienst die Rachtruhe gebieterisch erheischt. Das Schnellboot des Admirals bringt uns in flotter Fahrt zurück nach dem noch immer wachen Dillagarcia. Hochbefriedigt gehen wir an Land, beglückt, einige Stunden in der Heimat verbracht zu haben. Ein Wort als Auslanddeutscher sei mir gestattet: Helft und, ihr Landsleute zu Hause, daß diese wunderbaren Sendboten des deutschen Dolles, die Schiffe unserer lleinen Marine, heute mehr denn je ohne Geiz und falsche Sparsamkeit in die Welt hinausgeschickt werden. Die Linkosten sind verhältnismäßig gering und der Ruhen ist riesengroß. Wenn Linienschiffe und Kreuzer zu teuer sein sollten, dann schickt uns wenigstens unsere ranken Torpedoboote. die diesmal — man sollte es kaum für möglich halten — zum e r st e n Male seit 1900 zu Besuch im Atlantik waren. Hell leuchtet der Bollmond über der Bucht, südliche Luft umschmeichell uns, Stille liegt auf dem Wasser — vereinzelt leuchten die Blinklichter auf, Leuchtraketen steigen als Signale von dem Flaggschiff — aus' entfernten Gassen der Stadt dröhnt der Ruf „Viva A l e m a n i a": Gitarren zirpen in die Sommernacht hinaus — weit dehnt sich unsere Brust: Gottlob, man sah ein Stück Heimat. — Herr laß uns siegen über lleinliche Sonderinteressen und unverständliche Streitereien im eigenen Hause! Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Ahr. 16 bis 17 Uhr. Samskag nachmittag geschlossen. Jür unverlangt eingefanbte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Vater folgend in Lehren und Arbeiten, dessen Schüler in gar mancher bedeutenden Rücksicht zu sehn jeder wahrhaft gute Klavierspieler gestehet, wie selbst Mozart es gestand: aus welcher ein Friedemann Dach umherzog. allem entsagend, mit nichts ausgerüstet und beglückt, als mit himmelhoher Phantasie, sein Ein und Alles findend in den Tiefen seiner Kunst: aus welcher ein Johann Christian Dach auch die Blume der Anmuth und Galanterie auf llossischem Boden zu tragen und anzubauen pflegte —: diese Familie ist nun ausgestorben'), bis auf eine einzige Tochter des großen Se - b a st i a n Bach. Lind diese Tochter, jetzt im hohen Alter, diese Tochter darbt. Sehr wenige wissen es: denn sie kann — nein, sie soll, sie wird auch nicht betteln! Sie wird es nicht: denn gewiß hört man auf dies bittende Wort um ihre Llntcrstühung: gewiß giebt es noch gute Menschen, welche, nicht auf mich, — wie könnte ich das verlangen: — aber auf eine anständige Veranlassung achten, den letzten Zweig eines so fruchtreichen Stammes nicht ohne Pflege eingehen zu lassen. Gäbe nur jeder, der von den Bachen gelernet hat, die geringste Kleinigkeit: wie sorglos und bequem würde das gute Weib ihre letzten Jahre hinbringen können! Die Derlagshandlung der musik. Zeitung und ich — wir erbieten uns, das, was man uns vielleicht anvertrauen möchte, auf das pünktlichste an seine Bestimmung zu befördern, und Rechenschaft darüber in diesen Jntelligenzblättern abzulegen." Es fand sich kein Mäzen, der diesem Fräulein Bach durch eine großherzige Stiftung einen sorgenfreien Lebensabend beschert hätte, es waren nur wenige, ganze 16 Menschen, die in den Beutel griffen und ein Scherflein „für die gute Alte" beisteuerten. Wie rührend klingt trotzdem der schlichte „Dank", mit dem sie im Dezember 1800 über die empfangenen Beträge quittiert: „Es ist mir durch die Verwendung der Herren Dreitkopf & Härtel, und Herrn F r. R o ch» I i tz beym Publikum gelungen, eine so ansehnliche und gütige Llnterstützung meines Alters und i) Wörtlich genommen, ist die Angabe unrichtig: es lebten noch zwei Rachkommen des „Bückeburgers", Johann Christoph Friedrich Battärikapitän lundby; er war einige Male ihr Gast gewesen. Lundby hatte sie wohl bereits gesehen. Er ging zu, legte Die Hand salutierend vte Muhe und sah ihr mit fragendem Lächeln tnS Gesicht. Andersen...? Ist eS denn möglich, gnaDige 5rau? Ich sah Ihr Auto vor Der Tür stehen, ich erkannte es sofort; Ihr Chauffeur sagte ?lr> hier hineingegangen seien;" er sah ssch lachend um; Die Beamten standen in Dienft- sicher Haltung, die Augen auf ihn geheftet; offenbar erwartete er eine Erklärung. • biuAv stand vor dem Ankömmling, unfähig, ein Wort hervorzubringen. Dort Die Tür. Die sich jebe Sekunde öffnen muhte, hinter der der Ankläger harrte, Der ihr eigener Mann war; hier, zur Rechten, Der Polizeioffizier, Der sie mit einem Lächeln betrachtete, in Dem sie Argwohn laS — von zwei Seiten bedrängte sie die Gefahr. Sie fuhr zusammen; Sokoloff war auf Den Offizier zugetreten. »Sie glauben nicht, Kapitän, wie gelegen Sie uns kommen. Ich war mit der Frau Präfekt hierher gefahren, vom Ball beim Staatsrat Kreutz;" Der Offizier machte eine zustimmende Verbeugung, „man hatte unS etwas von einer furchtbaren Derbrecherspelunke erzählt — halten Sie es für möglich: Wir sind hier mitten in eine Ver- schwörungsszene hineingeraten — wollen Sie die Freundlichkeit haben und Ihren Beamten ein Paar aufklärende Worte sagen." Der Kapitän legte salutierend die Hand an die Mütze und wandte sich mit grimmigem GesichtS- auSDtud den Polizisten zu. „Hat denn keiner von euch die Frau Polizei- Präfekt erkannt?" herrschte er Die VerDutzten an. „Wir werden eine Stunde Anschauungsunterricht einlegen müssen!" Und indem er die Tür aufstieß, sagte er mit einer grimmigen Handbewegung gegen die Gemaßregelten. „Wollen Sie mir erlauben, Sie ans Auto zu geleiten?“ Fedor Sokoloff ging voran, die Kellertreppe hinauf; er machte Linda ein Zeichen, daS ihr mit einem Schlage, zu ihrem eigenen Erstaunen, ihre beherrschte Ruhe zurückgab, als Dritter folgte Der Offizier. Draußen klang ein Kommando auf; eine Frage hallte durch das Dunkel, in daS sich schon das erste Grau des dämmernden TageS mischte; der Kapitän gab Antwort; Der Posten salutierte. Der Chauffeur, Der Den Dreien mit einer stummen Frage entgegensah, riß Den Schlag auf; Kapitän Lundby stand ehrerbietig an der Tür, Die Sokoloff mit einem Ruck von innen zuzog. Der Chauffeur legte DaS Ohr an DaS Hörstück des Sprechschlauches. „Zur Villa Krenh!" sagte Sokoloff mit ruhiger Stimme. Draußen stand Kapitän Lundby, um sich zu vergewissern, daß der Wagen der Frau Polizei- präsekt ungehindert Die Postenkette passierte. » Wahrend Der Wagen in Die dämmernde Rorre- bregaöe hineinglitt, sah Sokoloff verstohlen auf Linda. Sie blickte unbeweglich geradeaus, so als ob sie von Der Anwesenheit eines Zweiten keine Glotij nähme oder als ob zwischen ihm und ch< eine trennende Wand läge, die sie seine Nachbarschaft völlig hatte vergessen lassen. ®S mochte DaS fahle Grau DeS Zwielichtes fein, DaS ihre Züge hilflos und verstört erscheinen ließ. Gr faßte mit einer leisen und streichelnden Bewegung nach ihrer Hand; sie entzog sie ihm jäh. Fast erschrak er vor ihrem Erschrecken. (Fortsetzung folgt.) Oberhessen. Stadtvorstandssihung in Alsfeld. ** Alsfeld, 8. Mai. Stadtvorstands-- I i tz u n g. In der am Dienstag abgchaltenen Sitzung befaßte man sich zunächst mit der Fortführung der allgemeinen Kanalisation. Wie der Vorsitzende ausführte, ist auch im Rechnungsjahr 1929 geplant, die allgemeine Kanalisation in der Stadt weiter zu fördern. Die noch dem Vorschlag des Kulturbauamts Gießen zur Kanalisierung in diesem Jahre vorgesehenen Straßen erfordern einen Kostenaufwand von insgesamt 47 630 Mk. Die Kanalisierung dieser Straßen wurde beschlossen, falls die Stadt zu den aufzuwendendcn Kosten einen Zuschuß aus Mitteln der wortschaffendeu Arbeitslosen- sürsorge erhält. Unter dieser Bedingung wurde der vorgelegte Kostenvoranschlag genehmigt und der erforderliche Kredit durch Kapitalaufnahme bewilligt. Sodann behandelte man die Ablösung der städtischen Anleihen. Dom Minister des Innern ist in Uebereinstimmung mit der Stadt die Aufwertung der städtischen Anleihen auf 16i v. .f). festgesetzt worden. In Ausführung dieses Beschlusses soll die Ablösung der alten Markanleihen in der Weise erfolgen, daß den Gläubigern in Höhe von 12* v. H. Kommunalsammelablösungsanleihe gegeben und der Rest, d. h. der Unterschied zwischen 12*o. f). und 16i v. $). - 3$ o. H. in bar ousgehan- diot wird. Diese von der Finanzkommission vor- geschlagene Regelung wurde gegen zwei Stimmen angenommen. Die an der Friedhofserweiterung beschäftigten Arbeiter sollen nach dem Vorschlag der Baukommission auf ihr Gesuch hin denselben Stundcnlohn erl-alten wie die ständig beschäftigten städtischen Arbeiter, d. h. 67 Pfennig. Dagegen wurde der Antrag auf Gewährung von Kinder- und Haushaltungszuschlägcn abgelehnt. Infolge Errichtung des neuen Postgebäudes wird eine Verlegung der Baufluchtlinie am Ludwigsplak, am Schwabenröderweg und an der Schellengasse notwendig. Der hierüber von dem Stadtbauamt vorgelegte Plan wurde genehmigt: die entsprechenden Abänderungen sollen bei dem Ministerium beantragt werden. Eine längere Aussprache entspann sich über den vom Stadtbauomt vorgelegten Voranschlag über die Ausbesserung des Anbaues an der ehemaligen Stadtschule, welche auf 4660 Mark veranschlagt ist. Die Versammlung war der Ansicht, daß die hohen Kosten für die Ausbesserung des Dachstuhles im Vergleich zu dem geringen Werte des alten Gebäudes zu hoch seien. Die Beschlußfassung über diese Angelegenheit wurde daher ausgesetzt, und es soll eine Ortsbesichtigung durch die Baukommission stattfinden. Für eine unvorhergesehene Reparatur des Dachgiebels an der Walpurgiskirche wurde ein Betrag von 350 Mark bewilligt. An die Sitzung schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung an. Oie Motorrad-Katastrophe bei Butzbach. pb. Butzbach, 8. Mai. Die Ermittelungen über den am 18. April auf der Straße zwischen hier und Rieder-Weisel vorgekommenen schweren Motorradunfall, bei welchem der 20- jahrige Kaufmann Hans Dinkel tödlich verunglückte, der 23jährige Karl Müller stark verletzt und der 19jährige Wilh. Balser in den Graben geschleudert und leicht betäubt worden war, sind nunmehr abgeschlossen. Karl Müller, der außer anderen Verletzungen auch einen Bluterguß über dem linken Auge erlitten hatte, soll dem Vernehmen nach auch noch unter den Folgen eines Aervenchoks zu leiden haben. Zu bewundern ist bei dem Unfall die Geistesgegenwart, die Balser hatte, der — obwohl er zunächst leicht betäubt war — sofort seiner Sinne wieder mächtig wurde und die Aummer des Motorrades feststellte. Er hat folgende Dar- stcllung des unglücklichen Vorfalles gegeben: Dinkel, Müller und Balser sind abends gegen 10 Llhr auf der rechten Seite der Straße nach Rie- der°Weisel zu gegangen, und zwar auf dem Reitweg. Dinkel ging nach amtlicher Feststellung etwa einen Meter entfernt vom Reitweg auf der Asphaltstraße. Von hinten kommend, fuhr das mit zwei Personen besetzte Motorrad in voller Fahrt zwischen Dinkel und Müller durch, so daß Dinkel nach links Und Müller nach rechts geschleudert wurde, wobei Balser durch letzteren einen Anstoß erhielt und in den Graben flog. Das Motorrad war s o schlecht beleuchtet, daß die drei Spaziergänger keinen Lichtschein bemerkten, auch gab der Fahrer k e in Hupensignal. Balser, der sogleich wieder zu sich kam, sah das Motorrad, da es mondhell war, unweit der älnsallstelle stehen, eilte rasch hin und konnte die Rümmer des Rades fest stellen. Er ries den Fahrern noch zu, diese setzten aber das Motorrad in Gang und verdufteten. Bei der Rückkehr zu der Unfallstelle fand er Dinkel in einer Blutlache liegend vor, Müller lag besinnungslos da. Zufällig kamen aus der Richtung Rieder-Weisel zwei Autos, die er anhielt. Das eine Auto fuhr sofort nach Butzbach zur Polizei, die Dinkel mittels Trans- nortroaaen in das Johanniterhospital nach Rieder- Weisel bringen ließ. Im zweiten Auto befand sich ein Arzt, der sich der Verletzten annahm. Müller versuchte aufzustehen, was jedoch nicht gelang, er wurde im Auto des Arztes nach Butzbach m seine Wohnung verbracht, da die Verletzungen nicht lebens- gefährlich waren. Wie bereits früher angegeben, ist der Motorradfahrer der Spenglermeister Fisch aus Bad-Rauhei m. Landkreis C eßen. * Heuchelheim, 8. Mai. Am Sonntag veranstaltete in der Turnhalle die hiesige Ortsgruppe des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen die Feier ihres 10jährigen Bestehens. Der Feier ging am Vormittag die K r e i s k o n f e ren z des Kreises Gießen voraus, bei der alle Ortsgruppen des Kreises Gießen durch Delegierte vertreten toaren. Rach Genehmigung des Geschäfts- und Kassenberichts wurden die seitherigen Dorstandsmit- olieder in ihren Aemtern bestätigt. Aus dem Geschäftsbericht war insbesondere zu entnehmen, daß die Organisation auch im abgelaufenen Jahre hinsichtlich der Mitgliederzahl eine Zunahme erfahren hat; auch konnten einige Ortsgruppen neu gegründet werden. Am Rachmittag fand dann Die Feier des 10jährigen Bestehens statt. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Heuchelheim, Ludwig Volk mann, hielt die Begrüßungsansprache und wies auf die Bedeutung des Tages besonders hin. Er gedachte des durch schwere Krankheit am Erscheinen verhinderten Sekretärs Benner-Heuchelheim und gab der Hoffnung auf dessen baldige Genesung Ausdruck. Es folgte dann ein Referat des Bundesausschußmitgliedes, Frau Marie D e tz e l - Koblenz. In ihren mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen behandelte Frau D e h e l nicht nur die Kriegsbeschädigten- und Kriegerhinterbliebenenfrage, sondern auch die gesamte Sozialgesetzgebung. Sie gab ferner einen Lieberblick über die bei dem Reichstag cingebrachte 6. Rovelle zum Reichs- versorgungsgeseh. Ihre Ausführungen wurden ergänzt durch Gauleiter Momberger -Darmstadt, der auch die Grüße und Wünsche des Gau- vorstandes und der Bezirksleitung Oberhessens übermittelte. Anschließend sand einW o h l t ä t i g- keitstonzert der Kapelle Weller-Ein- b r o d t aus Gießen zum Besten der Kriegerwaisen statt. Es gelangten der Bedeutung des Tages entsprechende Musikstücke zum Vortrag. Die guten Leistungen der 32 Mann starken Kapelle wurden von allen Anwesenden beifällig ausgenommen. Dem Vorstande der Ortsgruppe Heuchelheim gebührt Dank für die Durchführung der gut besuchten Veranstaltung. 1 Lollar, 8. Mai. Am Sonntag fand hier der 1. ßieöertag des Bezirks 1 des Lahn- gaues im Hessischen Sängerbund statt. Die Vereine des Bezirks versammelten sich in der Gastwirtschaft „Zum Schwanen". Rach dem ge- mcinsamen Gesang des deutschen Sängergrußes hieß der Vezirksvorsitzende, Berufsschullehrer Eberle, Sänger und Gäste willkommen. Er betonte, daß man nicht ein Sängerfest im herkömmlichen Sinn mit dem iiblichen Drum und Dran veranstalten wolle, vielmehr solle der Liedertag dazu dienen, die Sänger einander näherzubringen, Freundschaft zu schließen, in Harmonie das deutsche Lied zu pflegen. Vorweg sei gesagt, daß der glänzende Verlauf der Veranstaltung beweist, daß dieser Zweck wirklich erreicht worden ist. Der Vorsitzende des hiesigen Turn- und Gesangvereins, H a r b u s ch, begrüßte die Sänger namens des genannten Vereins, dem die Vorbereitung des Festes übertragen war. In mächtigen Akkorden erklangen nunmehr aus den Kehlen von etwa 400 Sängern unter Leitung des Gauchormeisters Kasten (Gießen) die beiden Massenchüre: „Wo gen Himmel Eichen ragen" von Heinrich und „Schenkenbachs Reiterlied" von Weber. Anschließend erfolgte die (am Mittwoch schon berichtete. D. Red.) Ehrung des Sängers Wahl vom Gesangverein Klein-Linden, dem der Gauvorsitzende K o ch (Gießen) die silberne Ehrennadel des HSB. für vierzigjährige aktive Sängerschaft übereichte. Der Geehrte dankte in bewegten Worten. Bei dem nun folgenden Einzelsingen der Vereine kamen durchweg ausgezeichnete Leistungen zu Gehör. Besonders erwähnt zu werden verdienen die gemeinsamen Chöre des Bauerschen Gesangvereins aus Gießen mit etwa 80 Sängern und des Unionklubs von Wetzlar mit etwa 100 Sängern, welch' beide Vereine auch beim Hessischen Sängerfest in Darmstadt gemeinsam ein Sonderkonzert veranstalten werden; ferner die heiteren Einzelge- fänge eines Wetzlarer Sängers. Gar zu bald schlug die Abschiedsstunde. Sangesbruder Kling (Wetzlar) brachte vor dem Scheiden noch den Dank der Sänger an die örtliche Leitung, sowie an den Be- zirksoorsitzenden Eberle, zum Ausdruck. Die Veranstaltung darf als in allen Teilen aufs beste gelungen bezeichnet werden und hat wohl in allen Teilnehmern einen tiefen Eindruck hinterlassen. Allgemein würde schon jetzt der Wunsch nach einer gleichen Feier im nächsten Jahre laut. ! Mainzlar, 8. Mai. Auf dem hiesigen Bahnhof werden zur Zeit größere Mengen Basalt-Schotter und Kleinschlag zur Reueindeckung der Provinzialstraße Mainzlar- Treis a. d. Lda. ausgeladen. Der Transport von der Bahn erfolgt durch Lastkraftwagen an die Derwendungsstellen. Dabei fuhr dieser Wagen auf freier Straße plötzlich gegen das Fachwerk des Hauses Hauptstraße 13. wodurch der Eckpfosten eingedrückt wurde und erheblicher Sachschaden entstanden ist. Da an dem Gebäude Risse bis zum zweiten Stockwerk entstanden sind, muhte es zum Teil gestützt werden. ♦ ß i d), 8. Mai. DiepriooteBautätigkeit in unserer Stadt ist gegenüber dem Vorjahre etwas z u r ü ck g e g a n g e'n. Im ßaufe dieses Jahres werden sechs Wohnhausbauten errichtet, eine größere Anzahl Wohnhausbauten des verflossenen Jahres fertiggestellt und verschiedene Geschäftsumbauten vorgenommen. Daneben errichtet die Stadt den Post- tz a u 5 n e u b a u an der Bahnhofstraße. In nächster Nähe soll noch im ßaufe dieses Jahres ein Hotel- b a u erstehen. Auch auf dem Gibiete der S t r a ß e n- herstellung wird ständig weitergearbeitet. Zur Zeit läßt die Stadt die Hüttengasse und die Straße im Müllereck neu pflastern. Erfreulicherweise verschwinden hierbei wieder einige der recht unbeliebten Miststätten an der Häuserfront. Die Befestigung der neuangelegten und größtenteils bebauten Iahnstraße soll, nach zuverlässigen Informationen, in den nächsten Wochen in Angriff genommen werden. ß td), 8. Mai. Einer der ä l t e st e n E i n w o h - n e r unserer Stadt, Polizeidiener i. R. Heinrich S ch m i b t V., wurde am Dienstag zu Grabe getragen. Der Entschlafene stand im 84. Lebensjahre. Vorn Jahre 1868 bis Ende des Jahres 1919 bekleidete er das Amt eines Polizeidieners der Stadt und trat alsdann in den wohlverdienten Ruhestand. Während seiner Amtstätigkeit nahm er an dem Feldzug 1870/71 teil. Kreis Friedberg. pb. Du h b a ch, 8. Mai. In der gestrigen Sitzung des Stadtrates wurden die Voranschläge der Stadtverwaltung, des Elektrizitätswerkes und des Armenfonds vorgelegt und genehmigt. Der Voranschlag der Stadtverwaltung schließt in Einnahme und Ausgabe mit 538 250 Mk. ab. der Gesamtumlagenbedarf beziffert sich auf 171 000 Mk. Der Voranschlag des Elektrizitätswerkes weist in Einnahme und Ausgabe den Betrag von 270 400 Mk. auf, der Voranschlag des Armen- f o n d s schließt in Einnahme und Ausgabe mit 13500 Mk. Das Vermögen der Stadt beläuft sich auf 2 143 226.13 Mk., die Schuldverpflichtungen betragen insgesamt 1 226 485,93 Mk. Kreis Schotten. \r Gedern, 8. Mai. Heute nachmittag ereignete sich im Steinbruch der Gebr. Trailer ein schwerer Unfall. Das Lastauto des Echlossermeisters Karl O b c r h e i m fuhr dem Maschincnarbciter Jost mit dem Vorderrad über den rechten Oberschenkel und die rechte Leistengegend. Der Zustand des Verunglückten, der sofort dem hiesigen Krankenhaus zugeführt wurde, ist recht bedenklich. Kreistag des Kreises Darmstadt. WSR. D a r m st a d t. 8. Mai. Aus den Beratungen des Kreistages Darmstadt ist von Interesse, daß der Stand der Kreis» finanzen auch in dem abgelaufenen Rechnungsjahr ein guter geblieben ist, nachdem er bereits im Jahre 1927, dessen Endabschluß genehmigt wurde, günstig abschloh. In dem neuen Kreisvoranschlag 1929/30 war es daher möglich, von der zunächst geplanten Heranziehung der Kreisgemeinden zu den Kosten der Landes- Heil- und Pflegeanstalten abzusehen. Auch die Kreis steuern wurden um 50000 Mk. auf 250 000 Mk. gesenkt. Eine Erhöhung der KreiSumlage konnte ebenfalls vermieden werden, trotzdem einige Ctatspositionen etwas reichlicher dotiert wurden. Tagung des kath. Frauenbundes in Frankfurt am Main. Weihe der Fraucn-Fricdenskirchc in Bockenhcim. * Frankfurt a. M, 8. Mai. Die ersten schönen Frühlingstage des Mai hatten für die katholischen Frauen Deutschlands eine besondere Bedeutung durch die Jubiläumstagung des Katholischen deutschen Frauenbundes zu Frankfurt a. M. und die Einweihung der Fra u en-F riedenskirche. Die Pioniere der katholischen Frauenbewegung erfaßten vor 25 Jahren zuerst die Idee des Bundes. In zäher, unermüdlicher Arbeit entstand aus kleinen Anfängen, dann immer mehr anwachsend und nun als große Frauenorganisation alle Teile Deutschlands erfassend, der katholische Frauenbund, dessen Vorsitzende Frl. Dr. Krabbel ist. Eine seiner größten, unvergeßlichen Führerinnen war die verstorbene Reichstagsabgeordnete Hedwig Dransfeld, die im Krieg das Gelöbnis gab, für unsere Gefallenen ein Ehrenmal durch eine Kirche zu errichten und gleichzeitig den Gedanken des Friedens zum Ausdruck zu bringen. Zu beiden Feiern hatten sich am Samstag und Sonntag viele Vertreterinnen des In- und Auslandes in Frankfurt zusammengefunden. Die kirchlichen, staatlichen und städtischen Behörden nahmen durch ihre Vertreter lebhaften Anteil. Auch die Bevölkerung der Stadt Frankfurt war besonders zur Einweihung der F r a u e n - F riedenskirche in Scharen herbeigeeilt, galt es doch, durch die Erbauung der Kirche einem dringenden Bedürfnis der Arbeitergemeinde Bockenheim abzuhelfen. Run steht dieses Bauwerk neuzeitlicher Kunst und Sachlichkeit auf der Ginn- Heimer Höhe, hineingestellt in das neuer- stehende Franffurt mit seinen Siedlungen und schönen gärtnerischen Anlagen. Der Kirche angegliedert ist ein Ehrenhof für die Gefallenen. Die Ramen unserer Helden können dort in die Säulen eingemeißelt werden. Eine riesengroße regina pacis, Königin des Friedens, über dem Cingcmgsportat fesselt den Blick des Beschauers. Hoch darüber ist ein Kreuz, das jetzt jeden Abend 9 Llhr elektrisch erleuchtet die Stadt überstrahlt, zu einem Gedächtnis für die Gefallenen. Architekt Herkommer aus Stuttgart hat die Kirche erbaut. Der Entwurf zur künstlerischen Gestaltung der Altarwand ist von Prof. Eberz, München. Ganz besonders harmonisch ist die Abtönung der Farben im Innern der Kirche durch den Verputz, die Anbringung der Beleuchtungsanlagen und die wundervollen Lichtreflexe der Fenster, die besonders schön sich in den Fenstern der Krypta brechen. In letzterer steht die in Stein gemeißelte Pieta von Ruth Schaumann. Run ist dieses zu Stein gewordene Gelöbnis katholischer deutscher Frauen vollendet. Die Bausumme, die durch die Inflation verlorengegangen war, ist durch Sammlung kleiner und kleinster Spenden zum größten Teil gedeckt. Frauenliebe und Opfersinn werden auch weiterhin nicht versagen. Bon der Marburger Llniversiiäi. WSR. Marburg. 8. Mai. Die am letzten Jmmatrikulationstage festgestellte Zahl der S t u- dierenden des diesmaligen Sommer» semesters stellt sich auf insgesamt 3233 Männer und 780 Frauen, zusammen 4019. Sie verteilen sich auf die einzelnen Fakultäten wie folgt: Theologen 368 Männer, 23 Frauen, Rechts- und Staatswissenschaftler 966 Männer und 37 Frauen, Mediziner 820 Männer und 116 Frauen, Philosophen 1079 Männer und 604 Frauen. Im letzten Wintersemester waren eS 2580 Männer und 523 Frauen, zusammen 3112 und im vorigen Sommersemester 2852 Männer und 610 Frauen, zusammen 3462 Studierende. Richt mit eingerechnet sind in diesen Zifscrn die Gasthörer, deren Zahl durchschnittlich etwa 50 beträgt. Professor Wilhelm Lundström (Göteborg), der bekannte Vorkämpfer der auslandschwedischen Bewegung, atnb Deutschenfreund, hat anläßlich seines 60. Geburtstages dem Reichsvcrein für die Erhaltung des Schwedentums im Ausland die Summe ton 50 000 schwedischen Kronen für die Gründung eines schwedischen Lektorats an der Llniversität Marburg zur Verfügung gestellt. Schweres Flugzeugunglück bei Kassel. Drei Tote. HJSlt. Kassel. 9. Itlai. Das auf dem J(ng von präg nach Rotterdam befindliche Flugzeug der Tschechoslowakischen Luftverkehrsgesellschaft ist heute zwischen 1 und 2 Uhr bei Literhagen, etwa 20 km südöstlich von Kassel, abgcsiürzt. Dabei wurde die Maschine zerstört. Der Kaufmann Franz Peters aus Münster, der Führer des Flugzeugs, L e i t k e p (präg), und der Bordmonteur holik (Prag) kamen ums Le b c n. Wie wir von Augenzeugen hören, ist das abgestürzte Flugzeug kur; vor Litcrhagen in einer dunklen Wolke anscheinend in eine Böe gera- t e n und bann abgetrubclL Die eine Tragfläche hob s i ch hoch und dann sauste der Apparat mit der Spitze senkrecht na dj unten in einen Buchenwald hinein, wo er total zertrümmert ausgefunden wurde. Die drei Insassen hatten surchtbare Verstümmelungen davongetragen. Die Leichen wurden heute abend von der Kasseler Polizei nach Kassel übergeführt. Kassaoenkietterer in Bad Homburg. WSR. Bad Homburg, 8. Mai. In der Rächt zum Mittwoch kletterten Fassadenakrobaten an zwei Dillen der Kaiser-Friedrich-Promenade an den Balkonsäulen der Vorderfront in die Höhe und stiegen durch die offenstehenden Fenster im ersten Stock in die Wohnungen ein. Die Einbrecher haben so leise gearbeitet, daß die beiden 'Bewohnerinnen, welche im Bett lagen und schliefen, nichts von den nächtlichen Besuchern merkten. Erst am Morgen mußten sie zu ihrem Schrecken die unangenehme Wahrnehmung machen, daß alle Schmucksachen und Portemonnaies von den Rachitischen verschwunden waren. Den Dieben fielen Wertsachen im Gesamtbeträge von 7000 Mk. in die Hände. Für die Wiedererlangung der Sachen hat dieHaupt- bestohlene eine Belohnung von 10 Proz. des Friedenswertes ausgesetzt. Kreis Biedenkopf. WSR. Gladenbach, 9. Mai. Auf der Dorf- straße in Hommertshausen ist ein vierjähriges Kind von einem Auto überfahren worden. Die Räder des Kraftwogens gingen dem Kind über den Hals, fo daß der Tod auf der Stelle eintrat. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschasl. Sabbatfeier den 11. Mai. Freitag abend 7.25 Utzr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8.55. Wochengottesdienst morgens 6.30; abends 7. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 11. Mai. Vorabend 7.45 Uhr; morgens 8.30; abends 8.15 und 8.55. . -----j-i ...... ......■ GeschäMiches. Zum Reinigen stark beschmutzter Hände eignet fid) das bekannte Putzmittel V i m ganz vorzüglich. Hartnäckige Flecken von L>cl, Ruß, Farbe usw. entfernt Vim spielend, ohne die Haut onzugreifen. Ee ist überflüssig, noch Seife hinzuzunetzmen, da D i m hiervon einen großen Prozentsatz enthält. Hausfrauen und Werktätige verwenden D i m vielfach zum Händereinigen. 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Jugendklubkampf ,.Alemannia“ Aachen-1900, und am 26. Mai 1929 das alljährliche sportl. Ereignis für Gießen Nationale Wettkämpfe VIII. Samslaß, 11. Mai ds. Js., abds. 8 Dhr, im Saale des Cafe Leib 65. SWsfesl verbanden mit einem Volksliederkonzert, darauffolgend Ball. Freunde and Bekannte können elnOeführt worden Wönch, Eisenhandlung Asterweg Nr. 16 / Fernsprecher Nr. 1192 Aewam Samstag, den 11. Mai, von s Ubr ab 3949D Jleisch verkauf. Illlllllllllllllllllllllllllllllllll Menzler-Wigman (Erna Schumann) Samstag,11.Mai,imCaf6Leib nachmittags 3'/? Uhr pünktlich Eintritt 30 Pf. Deutsche Frauenkultur Ortsgruppe Gießen Ein ganz hervorragendes Kunstseiden-Gewebe welches den Beifall jeder Dame finden wird ( Kaufgesuche | Für getragene AlMHM zahlt höchste Preise L. Roscnzweig Gle8eu.Selkersm.58f. Karte genügt. „mA D. H. V>, Ortsgruppe Gießen. MMsiWWiiieMWe.ö. Mitgliederversammlung am SamStag, dem 11. Mai, 17 Uhr (nicht 20 Ubr) im Naturgcschichtsiaal der L7berrealschule üLingang Btsmarckstrahci. < ageSordnung: 1. Jahresbericht. 2. Kassen bericht, 3. Wahl des Borstandes. 4181V______Der Vorstand.__________ Das populäre Bierrestaurant Zum Löwen befindet sich Neuenweg28 Verkäufe | 20 junge Gänse zu verkaufen. 02924 Taubringen, -'(uluvtstrafle 50. Wohnhaus mit Scheune in Klein-Linden, ge- eign. f. VnnbruirtfcO. u. Geschäfi, da in der Mitte ö. Dorf, geleg., zu »erf. Naher, in Dutenboicn, -vauS Nr. 155. Neuerbaules, villen- ähnliches 02906 Haus mit gr. Garten und Zentralheizung in Vnng=(üön§ an der LahnwegenSlerbe- fall zu verkauf. «~,.G Auskunft erietll: Schreinermeister Textor, Langgöns, Niederhofenftrasre 9. 17z to Opel« Lieserwagen 12 35 PS‘!"D fahrbereit, in gutem Suftonbe zum äugerst billigen Preise von 900 'jJlt. zu verkauf. Heinrich Schol, Haiger, Tel. 27. Steuerfreies Motorrad sofort das neue VKW-Modell bei Schilling, ?vrankfurt. Strahe besehen. 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Mk. 3m einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 6,8 Mill, auf 2783,5 Mill. Mk. und die Lombardbestände um 53,4 Mill, auf 208,7 Mill. Mk. abgenommen, während die Bestände an Reichsschahwechseln um 65,3 Mill, auf 202,0 Mill. Mk. angewachsen sind. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 222,3 Mill. Mk. in die Kassen der Bank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Ilmtal/ an Reichsbanknoten um 189,1 Mill, auf 4442,4 Mill. Mk., derjenige an Rentenbanischeinen um 33,3 Mill, auf 455,9 Mill. Mk. vermindert. Demgemäß ist der Bestand der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 42,1 Mill. Mk. angewachsen. Die fremden Gelder zeigen mit einem Bestände von 584,8 Mill. Mk. eine geringfügige Abnahme um 0,4 Mill. Mk. Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen insgesamt haben sich um 171,7 Mill, auf 1819,2 Mill. Mk. vermindert. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 126,0 Mill, auf 1765,6 Mill. Mk. die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen um 45,8 Mill, auf 53,6 Mill. Mk. abgenommen; die Verringerung beruht auf Devisenabgaben an den ersten Tagen der Rechnungswoche; im weiteren Verlauf der Woche waren kleine Rückflüsse an Devisen zu verzeichnen. Die Deckung der umlaufen- den Roten durch Gold allein stellte sich auf 39,7 Prozent gegen 40,8 Prozent in der Vorwoche, Diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen cuf 41,0 Prozent gegen 43,0 Prozent in der Vorwoche. Oer deutsche Handel mit dem Osten. Aus einer kürzlich veröffentlichten Liebersicht ^cs Statistischen Reichsamtes über den Welt- !>andel im Jahre 1928, die die Ausfuhrzahlen i'on 42 Ländern der Welt erfaßte, ging hervor, faß die europäischen Länder an der Zunahme les Gesamtvolumens des Welthandels im 3ahre 1928 stärker beteiligt sind, als die außereuropäischen Länder. Deutschland steht unter den europäischen Ländern mit einer Beteiligung von C9 Prozent an der Gesamtausfuhrsteigerung Europas an der Spitze. Dieses Ergebnis ist, mengen- ijiäfjig gesehen, ein erfreuliches, cs kann aber daraus nicht ein günstiges Urteil hinsichtlich einer firundlegenden Aenderung der Lage des deutschen Außenhandels geschlossen werden. Denn zweifellos ist im 3afjrc 1929 in der Bewegung des deutschen Außenhandels eine Stagnation cin- getreten, das Gesamtvolumen zeigt eine nicht unbeträchtliche Verminderung. Das gleiche gilt für Den Welthandel insgesamt, Der eine Verlangsamung in Der aufwärtsgerichteten Entwicklung auszuweisen hat. Die Blicke richten sich immer wieder auf die (Gebiete, die bisher nicht ihrer Bedeutung und ihren Absatzmöglichkeiten entsprechend an die Weltwirtschaft angeschlossen werden konnten, und das sind vor allem Rußland und Ostclsien. Durch die Einschaltung der bekannten Kredite an Rußland ist es gelungen, den deutschen Außenhandel itit Rußland aktiv zu gestalten; die deutsche Ausfuhr nach Rußland ist in 1928 von 330 Mill. Mk. auf 403 Mill. Mk. gestiegen, anderseits die russische Einfuhr nach Deutschland auf 379 Mill. Mk. jiirüdgcganqen. Dagegen zeigt sich schon jetzt eine rückläufige Warenbewegung, seitdem Die Kredite cibgetaufcn sind bzw. ausgehört haben. In Die Sstlichen RanDstaaten ist Die Ausfuhr Deutsch- lanDs ziemlich stark gestiegen, vor allem nach Finnland, Polen, der Tschechoslowakei und Litauen. Was China anbelangt, so sind die Ergebnisse über die deutsche Einfuhr trotz einer Steigerung um 50 Mill. Mk. auf 160 Mill. Mk. in 1928 gegenüber anderen Ländern recht 6c- I Heiden. Amerika beispielsweise hat seine Aus- I uhr nach China versechsfachen, Japan verdrei- fachen können. Man kann nur wünschen, daß die I üedliche Entwicklung, die sich in China anzubahnen scheint, mehrere Jahre anhalken möge, da Dann die Voraussetzungen für einen Erfolg geschaffen werden können, dem die verstärkten deutschen Esportbestrebungen nachgehen. * * D i e amtliche Großhandelsindck- friffer für den Monatsdurchschnitt April. Die sür den Monatsdurchschnitt April berechnete Grohhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 137,1 gegenüber dem Vormonat (139,6) um 1,8 Proz. gesunken. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrar- stoffe um 4,1 Proz. auf 128,2 (133,7) und die Indexziffer für Kolonialwaren um 1,4 Proz. auf 126.5 (128.31 zurückgcgangcu. Die Indexziffer für industrielle Rohs'.oue und Halbwaren lag mit 133,1 (134,3) um 0,9 Proz. niedriger als im Vormonat, während Diejenige für industrielle Fertigwaren nur geringfügig auf 157,8 (158) nachgegeben hat. *DieFusionBismarckhüttc-Silesia- Kattowitzer A. - G. Die schon lange geplante Fusion der Bismarckhütte, der Kattowitzer A.-G. für Bergbau und Hüttcnbctrieb und der Silesia soll, wie WTB.-HanDclsDienst erfährt, in den außerordenl lichen Generalversammlungen der Gesellschaften, die auf Anfang Juni einberufen werden, beschlossen werden. Die Fusion erfolgt auf die Bismarckhütte. Den außenstehenden Kattowitzer Aktionären wird eine neue Aktie der Bismarckhütte gegen eine alte Kattowitzer Aktie mit gleichem Nominalbetrag geliefert. ■ Einigung über d i e bulgarischen Dorkriegsan leihen. Wie die D rek ion der Disconto-Gesellschast bekanntgibt, ist am 4. Mai ein Abkommen zwischen der von dem ehemaligen bulgarischen Ministerpräsidenten Dr. D a n c f f geführten bulgarischen Delegation und der Dis- conto-Gesellschast getroffen worden, durch welches nunmehr die restlose Erledigung der schwebenden Fragen in Sachen der Vorkriegsanleihen gesichert erscheint. Bulgarien zahlt in fünfzehnjährigen Raten eine Pauschalsumme von 17 Mill. Franken mit auflaufenden Zinsen. Frankfurter Börse. Frank flirt a. 2)1., 10. Mai. Tendenz abge- schwücht. An der heutigen Börse konnte infolge Unterbrechung durch den gestrigen Feiertag das Ge- fd)äft nur zögernd in Gang kommen, aber dieser eine Grund war nicht direkt Schuld daran, sondern es verstimmten verschiedene ungünstige Momente, die sonst der Börse eine kräftige Stütze boten. Bor allem wurde der weiter angc- spannte Ausweis des Reichsbankinfti- t u t s kritisch beurteilt. Die Spekulation war daher sehr zurückhaltend und zeigte nur wenig Unternehmungslust, sie war sogar eher geneigt, Abgaben vorzunehmen. Die Folge davon war, daß zur ersten Notiz gegenüber Der Abendbörse vorn Mittwoch Kurseinbrüche bis zu 4 v.H. eintraten. Aber auch die langwierigen Pariser Berhandlungen, die bis jetzt kein Ergebnis zwecks Verteilung der Annuitäten unter den Gläubigerstaaten gezeigt haben, stimmten in Börsenkreisen zur Zurückhatt- tung. Der uneinheitliche Schluß der Neuyorker Börse und die immer noch ungünstigen i n - ter nationalen Geldmarktverhältnisse blieben selbstverständlich auch nicht ohne Einfluß auf die Stimmung. Die Tendenz war daher zu Beginn der Börse schwach. Die Abgaben nahmen jedoch kein größeres Ausmaß an, da die Engagements nicht von besonderer Größe waren. Etwas stärker angeboten waren von Kaliwerken Westeregeln mit minus 4 v. H., aber auch Gewinnmitnahmen spielten hier eine Nolle. Aschersleben büßten 2,25 v. H. ein, dagegen bestand vereinzeltes Interesse für Salzdetfurth, die 1 v. Sy anzogen. Stärker gedrückt waren noch am-Ehentiemarkt I.-G.-Farben mit minus 3,5 v. H., Deutsche Erdöl dagegen 1 v. H. fester. Auch der Elektromarkt hatte unter der verschlechterten Lage stärker zu leiden. Schuckert eröffnete 3 v. f). Siemens 2,5 o. Sy, Licht 8- Kraft sowie AEG. je 2 v. Sy und Ehadeaktien 3 Mark niedriger. Montan- werte hatten kaum Geschäft, auch Deutsche Linoleum mären angeboten und bis zu etwa 4,5 u. Sy schwächer. Banken waren ebenfalls ohne Umsatz und bis 1,5 v. Sy nachgebend. Stärker vernachlässigt waren noch Zellstofswerte, die bis 5 v. Sy niedriger lagen. Von internationalen 'Aktien bestand für Svenska mit 1,50 Mark einige Nachfrage; Renten still und verschiedeiltlich leicht gedrückt. Im Verlaufe war Geschäft kaum noch zu verzeichnen, da Orders von irgendeiner Seite kaum vorgelegen haben Dürften. Die Kulisse nahm verschiedentlich weiter einige Abgaben vor, so daß sich das Kurs- niveau um 1,5 v. Sy senkte. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8,5 v.H. wieder etwas angespannter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2175, gegen Pfund 20.465, London gegen Kabel 4,8520, Paris 124,22, Mailand 92,63, Madrid mit 34,07 wieder abgeschwächt, Holland 12,068. Berliner Börse. Berlin, 10. Mai. Nach einem schwachen und unsicheren Dormittagsverkehr war Die Vorbörje noch stärker geDrüdt. Zu den ersten Kursen machte sich aber wieder eine gewisse Widerstandsfähigkeit bemerkbar, doch ergaben sich im Durchschnitt noch 1> bis 3-o. Sy«, vereinzelt 4- und 5-v. H.-Verluste gegen Mittwoch-Schluß. Vor allem verstimmte heute Der Neichsbankausweis für die erste Maiwoche, der in Verbindung mit Der weiteren Anspannung am heutigen ©clDmarft Die Befürchtungen einer Diskont- et Höhung wieder verstärkte. Auch Ncuyork war ichivächer und die Diskontbefürchtungen erhielten sich. Die Pariser 'Verhandlungen wurden geteilt bc urteilt. Die optimistische Rede des Reichsaußenministers übte nur geringen Eindruck aus, auch die weitere Entspannung des Arbeitsmarktes wurde kaum beachtet. Dagegen machte sich Die schwache Haltung Des OetreiDemarftes und der^chlechte Saatenstandbericht verstimmend bemerkbar. Zu den ersten Kursen beobachtete man Abgaben der Spekulation, doch sollen vereinzelt auch Auslandkauforders Vorgelegen haben. Polyphon verloren 10 o. Sy Berger, Bcmbcrg, Deutsche Linoleum Spritwerte und Schubert 8: Salzer 4 bis 5 d. Sy, G 1 anzstoff und Siemens wurden heute exklusive Dividende gehandelt. Deutsche Anleihen tvaren schwächer. Ausländer weiter uneinheitlich. Am Pfandbriefmarkt überwog das Angebot. Die Sätze am Geldmarkt waren unverändert. Nach den ersten Kursen wurde das Geschäft zunächst stiller. Tagesgeld war weiter angeboten. Das Kursniveau ging bis zu 2 v. Sy zurück. Polypphon und Tietz minus 3 0.5). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 10. Mai. Der heutige Produltcnmarkt verkehrte auf das erneute Ab- gleiten der Austandnoticrungen wieder schwächer und in flauer Haltung. Angebot und Rachfrage hielten sich die Waage, so daß kaum Geschäft zustande kam. Rur für Mehle und außerdem für Mais machte sich einige Rachfrage bemerkbar, ebenso waren Futtermittel etwas gefragter, die aber bei wenig nachgcbenden Preisen Absatz fanden. Es wurden notiert: Weizen 24; Roggen 22,75; Sommergerste für Drauzwecke 23,75 bis 24; inl. Haser 23,75; Mais (gelb) für Futterzwecke 21 50; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 31,75 bis 32; Roggenmehl 30 bis 31; Weizcnklcic 12,60; Roggenkleic 13,10 Mk. Tendenz: flau. Oie Anfechtung der Darmstädter Oberbürgermeisterwahl. WER. D a r m st a d t, 8. Mai. Bon Der Teutschnationalen und Der Deutschen Volkspartei war belanntiich beim Kreisausschuß beantragt worden, die Wahl des Oberbürgermeisters Mueller durch den Stadtrat am 11. April d. I. für rechtsunwirksam zu erklären und aufzuheben. Dieser Antrag ist vom Krcisausschuß a b g c l e h n t worden, weil er eine Rcchtsungültigkeit für nicht gegeben erachtet. Sie beiden Parteien haben gegen diesen Beschluß Beschwerde eingelegt. Gleichzeitig ist beim Provinzialausschuß eine Klage mit Dem gleichen Antrag auf Ungültigkeitserklärung der Wahl eingcreicht worden. ■■Ml III Hl II>»,l»«I»lll I ■ ■ 111 I ■ II J il l I ■ 1111 1 ■■■ □■l — Der Gport am nächsten Sonntag. Leichtathletik. । blauwetttämpsc für II. und III. Leistungselasjc. ö. Wie im Vorjahre, so soll auch Diesmal zur Eröffnung Der Bahnsaison Den auf leichtathletischem Gebiet noch fortschreitenden Leuten zunächst Betätigungsgelegenheit gegeben werden. 1928 wurden zu diesem Zwecke als amtliche Veranstaltung des Gaues Gießen-Wetzlar die Erstlings-, Anfängerund Iuniorenwettkampfe in Weilburg durchgeführt. In diesem Jahre — als Ausrichter ist die Spielvereinigung 1900 bestellt — kommen Die Kämpfe für Die 2. und 3. Leistungsklasse, in letzterer werden jedoch Die Erstlinge getrennt geführt, zum Austrag. Das Leistungsklastensystem kommt in diesem Jahre erstmalig in Westdeutschland zur Anwendung. Maßgebend für die Einreihung in Die einzelnen Klassen ist, wie schon Der Name jagt, einzig unD allein Die Leistung des einzelnen Athleten. Wird Die Leistung innerhalb einer Klasse — es gibt Deren Drei — Drei mal überboten, so hat Der Betreffende ohne weiteres in Die höhere Klasse aufzurücken. Festgehalten zu werden brauchen nur Die Den Rahmen Der Klasse 2 bilDenDcn Standardleistungen (für 100 Meter sind sie z. B. 11,3 bis 12 Sekunden), was besser ist, zählt zu Klasse 1, was schlechter ist, gehört in die Dritte Klasse. Da von den Angehörigen der hiesigen Gauoereine taum jemand ohne weiteres in Die Klasse 1 einzureihen ist, werden die am kommenden Sonntag stattfindenden Wettkämpfe ein Betätigungsfeld für fast alle Leichtathleten unseres Gaues bieten. Von der Spielvereinigung 1900 werden allein etwa 40 Leute an den Start gehen, der V. f. B. Gießen stellt auch deren 15. Dazu kommen noch Wetzlar und die nicht zu unterschätzenden Landvereine. Handball £t>. 1899 Großen-Buseck. An Stelle des verlegten letzten Aufstiegspiels wurde ein Freundschaftsspiel mit Tv. Wetzlar ausgemacht. Die Großen-Busecker 1. Elf wurde durch Die letzten schweren VerbanDsspiele sehr mitgenommen und muß in geschwächter Ausstellung antreten. Der Ausgang des Treffens ist ungewiß. Die 2. Mannschaft spielt gegen Die gleiche von Wetzlar. Durch Abgabe eines ihrer besten Spieler an die Erste sind ihre Siegesaussichten nicht sehr groß. Die Schülermannschast trägt ihr Rückspiel gegen Die Schüler von RieDergirmes aus. Das Vorspiel in Riedergirmes ging unentschieDen aus. Auf eigenem Platze Dürfte ein knapper Sieg vorauszusehen sein. Handball im Tv. Fronhausen O. T. Am nächsten Sonntag folgt Die Handballabteilung Des Tv. Fronhausen einer Einladung des Tv. Staufenberg. Staufenberg, Das die größere Spielerfahrung Hai, wird wohl Das Spiel für sich cnt- scheiDen, zumal Fronhaufen auf einen seiner besten Spieler verzichten muß. Falls Fronhausen ein Spiel wie am vorigen Sonntag zeigt, so Dürfte vielleicht auch ein UnentschieDen herauskommen. Zaustbattmeisterschastsspiele im Gau Hessen O. T. Die neue Regelung Der VerbandsrunDe in Den Sommerspielen sieht ab diesem Jahr im Frühjahr Die Gaumeisterschasten in Vor« und Rück- runDe vor. Die Bezirksspiele sollen erst im Herbst stattsinden, um so vor allem den Landvcrcinen Zeit zum Heben zu geben. Die Vorrunde kommt am nächsten Sonntag in Friedberg zum Austrag, die Rückrunde Sonntag, 26. Mai, in Marburg. Gemeldet haben von Den 6 Bezirksmeistern 4, die im Spiel jeder gegen jede Mannschaft den Gau- meiftcr ermittelt werden. Da das Faustballspiel im Gau Hessen auf einer recht beachtlichen Höhe ist, werden recht spannende Spiele zu sehen sein, die zeigen werden, daß man heute auch Faustball in Die Reihe Der Kampfspiele rechnen kann. Die 4 Mannschasten, Friedberg, Gießen 1846, A. F. V. „Kurhessen" Marburg und Frankenau sind eine besonders gute Klasse, und der zukünftige Gaumeister wird schwer um den Titel kämpfen müssen. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die L i g a m a n n s ch a f t fährt am nächsten Sonntag zum Rückspiel nach Mudersbach an der Sieg. An einen Sieg wird wohl auch dort für Die Gießener nicht zu Denken fein, Da Diese bekanntlich Das vor kurzem in Gießen ausgetragene Vorspiel auch mit 2:0 Toren verloren. Die zur westdeutschen Meisterklosse gehörenden Mudersbacher Germanen spielten hier ein sehr schönes Spiel. Bei etwas gutem Willen und Energieaufwand Dürfte Die eventuelle Riedertage der 1900er in mäßigen Grenzen gehalten werden. Einer Einladung des Sportvereins 1920 Dreihausen im Ebsdorfer Grund solgend, fahren die Ligareserve- und Dritte Mannschaft zwecks Austragung von zwei Gesellschaftsspielen nach dort. Die Gießener Mannschaften werden dort großen Schwierigkeiten in bezug auf Gröhe und Bodenbe- schaffenheit des Sportplatzes gegenüberstehen, Deren Lösung nicht so einfach ist, Da die Mannschaften zahlreichen Ersatz aufweisen. Der Spiel- ausgang ist vollständig offen. Zweite und Dritte Jugend 1900s spielen voraussichtlich gegen Die erste und zweite Jugend Leihgesterns. Die erste Schülerelf fährt zum Pflichtspiel nach Aßlar gegen die Dortigen Schüler. Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. .Zranksun a. M. Berlin ssrauksun a.M. Berlin Schlug. Nu re 1-Ubu Kurs Schluß.,Anfang- Slure fturo --chlub- Kurs 1-Uhr. GdiluS- Kurs Anfang Kurs Tatimt 8- 5. 10-5. 8 5. 10 5. Datum 8-5. 10-5. 8-5- 10- 5- $1. Oieidiianleihc o. . Sl einl..2(fflBj.-6d)ul6 mü Clu; lo|.cisa Tampsscknss ..... iu ?Jctobeutid)ct Lloyd.....8 tilg. Ternsche CrcdilanN. . . io tarnet Bankverein .... 1" berliner HandeLgescllsch. . . 12 Commerz- und Privat-Bank. 11 S atmft. u. Nationalbank 12 keusche Bank • JO r i-konto-Kesellschast Ank.-. 10 i rrsdner Bank - - - «J 5:ireldeutscheLredIll>linI . . . 9 .....................® > ................." 87.25 — 87.5 —— vi . .......y 170.5 168.75 169.25 ‘ 215 158.5 212.75 142 225,5 141.5 164 189.5 245.25 380.25 149 166.5 72 115.25 118.5 130.23 134.5 120.25 213 102 118.25 115.9 129 83 105.5 89-5 285.75 118.25 92.65 66.25 238 242-5 384,25 251,5 83.5 91 130 168.75 51,8 10,4 83,75 75,8 87,75 30 2,7 23,4 21,75 1.9 113,25 125,25 127,25 188 262 161,5 154 158,75 309.5 i i i i I £ i £ 151 £ i i 1.1 iiii i i i i i 1 : i i i i i sä 51.9 10,75 29,5 2.9 23,5 21,9 1.9 9.1 8.9 8,25 16,65 121,13 193.25 132 113 125.65 127,5 216 187.75 261 161,75 153,9 158,75 312,5 51,9 10.1 — 23,3 1.9 120.4 150 111.75 125,25 127,25 212.5 186,75 259 161 153,5 158 310 Bergmann........ . ' (ilrht. Lieferungen.....1“ Reiten & Guilleaume fflef. s. Clefti. Untern.. . . . 1" Hamb, eicltr. SScrle .... 10 Rhein. (fleltT. ........ 9 Schlei. Elekrr........io Echuckerl..........s Giemen. & Halrke ..... 1- Trandradio.........8 rahmeyer & Go.......lu Auderrt«..........•> Deutsche Erbot.......6 Essener Steinkohle......> Gelsenkirchener . . . f. Vi I. < paroenet..........r Hoesch Eisen........ . t 3lie Bergbau........8 klöcknerwerie ....... .7 Koln.Neuessen. .......9 Mannekmann........8 Manüfelder.........' Lcherichlei. Eisend. Bedarf. . . !> Cbeqd)lci.ftoKroct(e . Phönir Bergbau......5 ’ Niteinische Braunkohlen ... 10 Rheinftabl . . f. ’,i Jahr 4", Niebeck Monlan . T . . . . 7,. Bereinigte Etohlw......> Ltavi Minen . .....2 sh Kali Aschersleben.....1" Kaki SBeüetcgcln..... 10 Kaliwerk Salzdetfurth ... Id I. V. Farben-Indukrte ... 12 Dynamit Nobel.......5 ScheideanfiaU........ 9 Goldschmidt ........5 Rütgerrwerke....... . 6 Melavgeiellschast......11 215 212 142.5 226 245 380 166 114 130 134,5 116.5 129 89.5 284.5 119 92 238.75 245 382 252 83.75 91.5 210.5 242 377.75 115 116.5 236.5 241 383 248,5 165 90 213 157 211 139.25 223 162 186.5 242 378,5 166,25 115 130.4 117 212.5 100,75 116 116 127.5 104.5 282.5 117 91.75 65.75 235 239.25 381,25 248,5 83.5 ,vranffun a. M. Berlin Lchlutz» 1-Uht- Lchluv-iAnfang «ii W Kurs SurS Kurs Datum 8-5- 10-5. 8.5. 10 5. T-buu’u yotjntiinu..... 115,75 — 115.75 — Heivell>erger Ecment . . . . in — 146.25 — — Eement Karlstadt..... . b —- — — äSflü« * .yrriiüfl...... lu — 124.5 125,5 SchullhriS Aotzenhoser . . . 1 — — 303.5 299 Cltiurtfe . . ........ 12 — — 242,25 238.5 Ber. G>an;floss...... 442 444 413 Aernbtrg......... 14 — — 345 239,75 ^ellitoff '2Saldbos..... 12 257 252 255 251,5 Zelliwjf Aschaffenburg . . . 32 185.5 — 188.5 — Ebarlotlenbttrger Aaiier . . — — 113.5 111,13 Tetiauer GaS....... . k — 208.25 206,5 Daimler Motoren..... . 1 54.5 54.25 53.9 54.5 Deutsche Maschinen-Zabrik . . It 51.65 51,13 Adterwerke ftleaer..... 50 — 49,13 48.25 Ludi». iloewe....... 1U — — 210.5 208 91fll. Automobil...... . 0 — — 29.4 29 frenftein A Sopael . . . . . 5 — — 93,5 292 Leonhard Tie» . ..... . C — — 295 Bamag-Meguin ...... . 4- — —— Franks. Mmchinen..... . 6 54,75 54,75 54 — 6i rinnet......... 11 — — 86.5 — Heyligenstaedt ...... . O — — — Jnnghan;..... . . . . 4 64.5 — 63.5 — Lechtoerke. ........ . S 114.75 _ Malnkrastwerke ...... . t 109 109 — — ’i'iing........... 10 — — 124 124.5 Nekarsulmer ....... . s —— — 15 1-etetv Union ....... . b — -— 123 _ ®ctr. Sleetter ....... 10 ___ _ Borgt & Haefftter ..... . 6 205 -— 205 _ Südd. Zucket....... . s 151,5 — 151 Banknoten. Berlin. 8- Mai Geld Bries xuneniantictie Noten..... 4,209 4 Belgische Noten ........ 58 38 58 67 Dänische Noten........ 112.03 112,47 tzaglische Noten........ 20,421 20,501 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Berlin 8- Mai Geld Bries .rran;o,rsche Noten..... polländtsche Noren...... italienische Noten...... '.'corwegisch- Noten...... Deutsch Tesierr,»100 Kronen Nnmänische Noten...... Schwedische Noten...... etbrorucr Noten....... Svanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... 16.465 169.16 22.14 112.59 59.11 2.50 112.33 81.24 60.00 12.48 73.20 16.525 169.84 22.22 112,59 59.35 2.52 112.82 81.56 60.24 12.54 73,50 Telegraphische Auszahlung. 8. Mai 10- Mai Anuliche Notierung Amtliche Notierung v)eid Brie' well' Brie, nnra-Noki. 169.34 169.63 169.37 169.71 Burn.-Aire? 1.771 1.775 1.772 1.776 Brfs.-Antw 58,47 58.59 58.49 58,61 fchriftinnia. 112,33 112,53 112,29 112,51 Äournhagrn 112,29 112,51 112.01 112,45 Stockholm . 112,55 112.77 112.51 112,73 HelltngforZ. 10,588 10.608 10,59 10,60 Italien. . . 22,07 22,11 22,065 22,105 London. . . 20.441 20.481 20,442 20,432 Neunork . . 4.2125 4.2205 4.2135 4.2215 Pari 4.... 16.455 16.495 16.455 16,495 Schwei; . . 81,16 81.32 81.155 81,315 Svanion . 60.06 60.18 59.84 59.96 Java» . .. Mio de (Vnit 1,884 1.888 1.838 1,892 0.500 0.502 0.502 0.504 Vien inT Lest, abgeil 59,195 59,315 59.21 59.33 Prag . . . . 12,466 12,486 12,47 12.49 Belgrad . . 7.407 7,421 7.407 7,421 Budapp st - - 73.40 73.54 73,41 73,51 Sulaarien 3.047 3.053 3,044 3,050 Lissabon . . 18,90 18.94 18,88 18,92 Damig. . . 81,69 81,85 81,72 81,88 Konstantin. 2,056 2,060 2,051 2,055 Athen. . . 5.455 5,465 5,455 5.465 Canada . 4.182 4.190 4.188 4.196 UrugorU). . 4.076 4,084 4,076 4.084 Cairo . . ■ 20,966 21,006 20,955 20,995 25. Tclxcö! 25. b7xc6 Auf 25..., TXcb wäre De7 gefolgt. 29. Dg4-g6 Fehler, durch' den Schwarz Stellung: der Läufer a7 ist wäre . Le5 Schach. Lb5 wäre natürlich peinlich. 17. 0-0 den Burschen gar nicht. (Lust. Dl.) dxc, mit 17. Ld2-f4 18. Lf4xd6 7. Lc5xd4 8. 27-26 3. Sc6-d4 4. c5xd4 5. e7-e6 6. Lf8 — c5 Der auS 7. c3xd4 8. Sbl -c3 9. Lb5-d3 Eine schöne Partie. Problems Nr. 208. 12. d2-d4 13. Ddl-d3 14. Lei — d2 15. 22-24 15. T28-C8 16. e5xd4 9. Dd8-h4 10. Ld4 - 27 11. e6-e5 Lidfl graue gedof Brau 26. Kg8-h8 27. TC8-28 28. Dh3xg4 15 16. Tal -cl 9 10. Sc3-e2 11. Ld3-c2 34. Tc4-c2 35. c5 —c4 36. Ta8-e8 natürlich wegen 37. 37. Tc2 —cl-f- 38. Tel-21 39. T2I -a2 40. c4-c3 41. Ta2xb2 42. Te8-c8 43. Tb2-b5 44. Tb5-h5 1. e2-e4 2. Sgl — f3 3. Lfl-b5 Erstmalig gegen Gilp 3 4. Sf3xd4 5. 0-0 6. c2-c3 Es drohte 17. Lb4!; aber dieser Zug gibt daL Feld f4 frei. 1. c7-c5 2. Sb8-c6 30. h7Xg6 31. Td8-d4 32. c6-c5 33. Td4-c4 26. Sb3xH+l 27. Lf7-e6 28. Le6xg4 29. De2-e4! Kh8 (24 .... Kxf7, 25. Sg5-s-, Kg8, 26. Db3J-, Ld5, 27. Dxd5+ usw.) Am besten 23..., Tf8. 30. De4xg6 31. Sf3-e5 32. 24—25 33. Se5 - c6 an 19..., Sg4; auch bei anderen ließe sich der Bauer nicht halten. 19. Sf6xe4 20. Dh4-h3 21. Se4-f6 22. Ld7-c6 23. Te8-d8 23... , Tcd8 wegen 24. Lxf7+!, Weiß. Weih zieht und seht in drei Zügen matt. Weih: 5 Steine. Kc5; Te2; Ldl; Sb6; Bb2. Schwarz: 7 Steine. Ka5; Thl; Lf7; Ba6, c4, d5, h4. Schach-Ecke. Bearbeitet von W Orbach. Intermezzo. Beben einer Frau auf der Plattform der Straßenbahn steht ein zehnjähriger Zunge. Da die Frau nur eine Fahrkarte löst, sagt der Schaffner zu ihr: „Für den Zungen müssen Sie auch eine Fahrkarte lösen." „Fällt mir nicht ein," entgegnet die Frau. „Dann hat der Zunge auszusteigen," donnert der Schaffner. „Bon mir aus," sagt die Frau, „ich kenne ja Eine eigenartige nicht zu retten. 34 35. Tdl —d7 36. Sc6x2? 19. Ld6-f4 e5 scheitert Fortsetzungen 19 20. g2-g3 21. Se2xd4 22. Sd4-f3 23. Le2-b3 Nicht etwa Punkt f7 empfindlich schwächt. 12. Sg8-f6 13. d7-d6 14. Lc8-d7 fehlerhaft. 37. Td7-d2 38. Kgl -g2 39. Sa7 - c6 40. Td2-c2 41. Tc2xc3 42. Lf4-e3 43. Tc3-c4 44. Tc4 —h44- 45. Sc6-e7! Schwarz gab auf. Lösung des Eine hübsche Aufgabe. Partie Nr. 136. Zm Meisterturnier des Sächsischen kongresses zu Bautzen gespielt. Sizilianische Verteidigung. Weiß: S. Fajarowicz. Schwarz: G. Machate. Allzu hastig gespielt: richtig erst 18. g3 um die Dame von dem Punkt c4 abzulenken. Nun erhält Schwarz Gegenspiel. 18 .... 18. Tf8-e8 24. Dd3-e2 24. Sf6-g4 Droht durch 25..., Lxf3 sofort zu entscheiden, aber nun rettet sich der findige Führer der weißen Steine durch eine schöne Kombination. Don Z. Zespersen. 1." Ke3—f2ü usw. Lösung des Endspiels Nr. 72. Don 9). Rinck. 1. e6-e7, Kh3-g4 + . 2. Khl-g2, Th6-e6. 3. Ta2-e2, Te6xe2. 4. Lh7-e4, Te2xe4. 5. f2- f3+ und gewinnt. (Falls 4 , Kf4! 5. e8D, Sd5, es drohte Ob8-s-. 6. Dh5! und gewinnt, denn auf Txe4 schlägt weih den Springer, auf Kxe4 den Turm und auf Se3+ folgt Kh3, Txf2; Dh4+ usw. Aus der Schachwelt. Zm Meisterturnier des englischen Oste» kongresses zu Namsgate siegten in einem gemischten Turnier (7 Ausländer und 7 Engländer): Capablanca vor Rubinstein und Mrs. Menschick. Zm Sächsischen Osterkongreh siegten bei 18 Teil* nehmern 1. bis 4. Dlümisch, Engert (Leipzig), Gilg und Miexes; 5. Fajarowicz (Leipzig); 6. v. Holzhausen und L. Schmitt. Der Stadtrat von Karlsbad hat für das am 5. August beginnende Turnier 25 000 Mk. bewilligt. Teilnehmerzahl bis 24. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom NedakttonStisch. Der sensible Elefant. Darnum, der König aller Zirkusbesiher, besaß einen wohldressierten Elefanten, der sogar Klavier spielte. Zn Pittsburg wurde ein besonders konstruierter Flügel für den talentvollen Musiker aus dem Tierreich angefertigt. Als „Kali- ban" zum ersten Male auf dem neuen Instrument seine Künste zeigen wollte, brach er in Tränen aus und blickte traurig auf das Znstrument he» nieder. „Za, Kaliban, was ist denn passiert?" meinte der alte Darnum, der sich rühmte, die Sprache der Tiere zu verstehen. Zu seinem Erstaunen hörte er, daß Kaliban an der Elfenbeinklaviatur den Weisheitszahn seiner Schwiegermutter erkannt hatte. Rundfunkprogramm. Freitag, 10. Mai. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 12.15: Schallplattenkonzert: Aus Operetten. 15.05 bis 15.35: ©tunte ter Äugend: AuS ter Technik des All- tags, vorgetragen von Mittelschullehrer Adolf Hering: „Sine Plauderei über das Auto": für Kinder vom 10. Zahre ab. 16.35 bis 17.35: Hausfrauen-Dachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauenverein. 17.35 b/. w Die 1. Schülerelf empfängt die gleiche Großen-Busecks zum Pflichtspiel, das sie für sich entscheiden sollte. Fußball in Heuchelheim. Zu einem Gesellschaftsspiel empfangt die erste Elf des Sportvereins Heuchelheim am kommenden Sonntag die erste Mannschaft des Sportvereins Herborn. Diese stellt eine sehr gute Mannschaft dar, die am vorigen Sonntag gegen Dillenburg 6:0 gewinnen konnte. Heuchelheim hat bei diesem Spiel zu beweisen, ob es in ter Ligaklasse seinen OHann stellen kann. Die erste Iugend, die am vorigen Sonntag gegen die erste Iugend in Herborn 1:1 spielen konnte, wird das Rückspiel gegen Herborns Iugend austragen. Bei ter derzeitigen Form ter Heuchelheimer Äugend ist mit einem Sieg zu rechnen. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Für kommenden Sonntag ist ein Spielabschluh mit dem Sportverein Steinbach getätigt. Kegelsport. Bei dem am Sonntag in Wißmar abgehaltenen Wanterpreiskegeln des Keglerbundes Lahn-Busecker Tal errang ter Kegelklub ..Gut Holz", Alten-Buseck (nicht wie irrtümlich gemeldet wurde „Gut Holz" Großen- Buseck) mit 50 Kugeln 231 Kegel und damit den Wanderpreis. Gorges (03.), Heinr. Volk (03.), Wilh. Rieß (03.); 3. Preis: Hans Georg Steuerwald (Gs.), Luise Reinhardt (Gs.), Dina Römer (Heuchelheim), Richard Strauch (03.), Adam Carl (Gs.). Mannschaftsschreiben: Cs wurden folgende Punktzahlen errungen: 140 Silben: Verein Marburg 92 Punkte; 120 Silben: Verein Wetzlar 61 Punkte; 100 Silben: Verein Marburg 743/* Punkte; Verein Marburg 74i/4 Punkte; Verein Butzbach 72V4 Punkte; Verein Grohen-Linden (Mannschaft: Gümbel, Spies, Schorge, Seipp, Weih) 68(_> P. Laubacher Preisträger. o Laubach, 8. Mai. Sehr gute Fortschritte macht unter guter Leitung der hiesige Reichskurzschriftverein. Das beweisen wieder die chönen Erfolge, die er bet dem in Butzbach tattgefuntenen Bezirkswettschreiben des Bezirks Giehen im hessisch-nassauischen Reichslurzschriftverband „Gabelsberger" errungen hat. Nachfolgend die Namen der hiesigen Preisträger: 6 0 Silben: 1. Preis: Kurt Dechthold; 8 0 Silben: 1. und Ehrenpreis: Gretel Michel, 1. Preis: Hrch. Bourre; 2. Preis: Friedr. Stein; 100 Silben: 1. Preis. Lisa Obst, Ernst Döll, Wilhelm Keller, Artur Kompp; 2. Preis: Otto Roll; 120 Silben: 1. und Ehrenpreis: Hrch. Köhler; Schön- und Richtigschreiben (Derkehrsschrift): 1. und Ehrenpreis: Hrch. Köhler; 1. Preis: Wilh. Keller, Lisa Obst; 2. Preis Gretel Michel, Kurt Bechthold, Artur Kompp; 3. Preis: Ernst Döll. V. f. B. Am kommenden Sonntag fährt die ß i g a • mannschaft nach Marburg, um der dortigen Germania ein Gesellschaftsspiel zu liefern. Die Gastgeber gehörten bisher der ersten Bezirksklasse an, mußten aber dieses Jahr nach einer Reihe von Mißerfolgen in den Verbandsspielen zur zweiten Ria He absteigen. Auf ihrem eigenen Platze sind sie jedoch auch heute noch ein gefährlicher Gegner. Die meisten zwischen den beiden alten Rivalen dort ausgetragenen Spiele endeten mit einem Sieg der Marburger. So wird auch am kommenden Sonntag die V.f. B.-Mannschaft wenig Aussicht auf einen Erfolg haben, zumal sie wieder mit Ersatz für Völliger und Henrichs antreten muß. Die Ligareseroe steht ebenfalls auf dortigem Platz der gleichen der Germania gegenüber. Don ihr kann man schon eher annehmen, daß sie das Treffen für sich entscheidet; wenn sie dieselben Leistungen zeigt wie gegen V. f. B. Kurhessen, sollte sie trotz des ungewohnten Platzes einen sicheren Sieg erringen können. Die 2. Jugendmannschaft hat auf eigenem Platz im fälligen Pflichtspiel die 1. Jugend von Rieder-Weisel zum Gegner. Sie wird sich sehr anstrengen müssen, wenn sie nicht ebenso wie im Vorspiel, das Rieder-Weisel 2:1 gewann, verlieren will. Auch die 3. Jugend tritt wieder einmal auf den Plan. Sie hat sich Lichs 1. Jugend zu einem Gesellschaftsspiel nach hier eingeladen und wird gegen die körperlich stärkeren Gäste eine Niederlage einstecken müssen. Alle für die Redaktion teftimmten Mi» teilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Slenographen-Tagung in Butzbach. Bezirk Gießen im Hessisch-nassauischen Kurzschristverband „Gabelsberger" (Verband für Einheitskurzschrist). K.7L )at für das am >000 Ml. betoil* e ParliL 2t. 208. c Net a? ist •c2 A e8 toc9«n 37. Ly ■cl+ -al -a2 c3 xb2 -öS :-b5 -h5 l-g2, Ikb-ch. toxel, 5. f2- W. 5,e8D,Sd5, tioinnt, denn auf . auf Kxe4 bat xf2; Dh4-f ufv, elt. mgliföen Öfter- in einem gemifch. > 7 Bnglänber): Mrs. Wenfchid gien bei 18 W ingert lLchzigf, >wicz (Srifnig); 14 cö^inati^ ^vlgt. *h8 -a8 . *g4 -d4 c5 'rS3** ' 1(33 dar das >ppe. redaktfonstls-, k. MMißcr, befaß öer sogar K!a- e ein vefvMrS ileniDotten Ma« tiflt. W „Sali' neuen 3nftrument ch et in Tränen Instrument her« passiert f meinte nfe, Sie Sprache >mem Erstaunen [fenbeinllaDiatuc )iegermutiet w Apfelmus Spinat 0.68 4 Prozent Rückvergütung! Spargel callfornisdier. 3.00 Tomatenmark v10d. 0.30 Ananas für Bowlen.... Gemüse-Erbsen....... Junge Erbsen.......... 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