Nr. 288 Erstes Blatt 179. Jahrgang Montag, 9. Dezember 1929 (Er|d)eint täglich,nutzer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblältei Heimat im Bild Die Scholle monats Btiugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger lohn, auch bei Richterscheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüsse nnterSammeInummer225L vlnschrisl für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: firanffurtam Main 11686. sietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühl'sche Unlverfitütr-Vuch- und Steindruderei TL Lange in Sietzen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Bietzen. Regierungsparteien und Kinanzresorm. Reichskabinett und Schacht- memorandum. Der Reichskanzler beim Reichspräsidenten. Berlin, 9. Dez. (WB.) Der Herr Reichspräsident empfing Samstag den Reichskanzler f) e r m a n n Müller zu einem längeren Vortrag über die politische Lage. — Gegenüber der Meldung eines Berliner Blattes, dotz das Kommunique des Kabinetts nur mit Mehrheitsbeschluß zustande gekommen sei, und zwar ohne die Zustimmung der volksparteilichen 2R i n i ft e r und des Reichsministers für die besetzten Gebiete Dr. Wirth, wird von unterrichteter Seite festgestellt, daß diese Meldung vollkommen falsch sei. Das Kommunique sei vielmehr durchaus mit einhelliger Zustimmung sämtlicher Kabinettsmitglieder abgefaßt worden. — Die Parteiführer der Regierungsparteien sind zu einer interfraktionellen Besprechung — zur Vorbereitung der für Mittwoch angesehten Regierungserklärung über die kommende Finanzreform — zusammenberufen worden, vorher findet voraussichtlich noch eine andere Besprechung der Ekalssachverständigen der fünf Fraktionen statt. Die Erklärung wird wahrscheinlich nicht der Finanzminister, sondern der Reichskanzler s e l b st im Reichstag vortragen. Eine fertige Vortage geht dem Reichstag im gegenwärtigen Augenblick n o ch n i ch t zu. Das Programm der Demokraten. Umfangreiche Steuersenkung und Lpar- Forderungen. Berlin, 9. Dez. (Priv. Tel) Die demokratische Reichstagsfraktion erläßt einen Aufruf, in dem die sofortige F i n a n z r e f o r m aus folgender Grundlage verlangt wird: 1. In Verwaltung und wirtschaft haben Reich. Länder und Gemeinden die äuherste Zurückhaltung und Sparsamkeit zu üben. 2. Die Einkommensteuer ist zu senken durch Heraufsetzung der steuerfreien Eiukommengrenze und durch A u s e i n a n - derziehung des Tarifs mit dem Ziel, die mittleren Einkommen zu entlasten und bei den hohen Einkommen verstärke kapitatbildung zu ermöglichen. 3. Die Gewerbesteuer ist zu beseitigen. 4. Die Kapitalertrags st euer ist abzuschaffen. 5. Soweit für die Steuersenkungen Ersparnisse in den öffentlichen haushalten und aus dem Poung- Plan nicht ousreichen, find die Steuern auf entbehrliche Genutzmittel zu erhöhen. b. Die T e i l u n g des Steueraufkommens zwischen Reich, Ländern und Gemeinden ist klar und übersichtlich neu zu gestalten. Die Gemeinden müssen in stärkerem Maße aus die s e l b st ä n - dige Ausbeutung eigener Steuerquel- 1 e n verwiesen werden. 7. Die Finanznot der ländlichen Gemeinden ist durch einen Lastenausgleich ju beheben. 8. Anstelle der direkten Steuern ist dem Landwirt als Einheitssteuer eine Flächenertragssteuer aufzuerlegen. Die demokratische Reichstagsfraktion, so heißt es nm Schluß des Aufrufs, verwirft die Bewilligung aller unkontrollierbaren Ausgaben; sie verwirft weiter jegliche Subventionswirtschaft, burd) die unwirtschaftliche Betriebe aus Mitteln der öffentlichen Hand zu Lasten der Gesamtheit k ü n st l i ch am Leben erhalten werden. Die Volkspartei. Berlin, 7. Dez. (TU.) Die „Nationalliberale Correspondenz", der Pressedienst der Deutschen Volkspartei, schreibt: Heber die besonderen Absichten der Deutschen Volkspartei ist nicht viel Reues zu sagen. Man kann nur Llltes und Oft- Gesagtes wiederholen. Die Deutsche Volkspartei sieht den einzig möglichen Weg zur Vollendung des großen Reformwerkes in einer verpflichtenden und bindenden Verständigung der Parteien untereinander, derart, daß eine sichere Durchführung noch vor der zw eiten Haager Konferenz gewährleistet ist. Eine solche Lösung würde nicht nur psychologisch die beste sein, indem sie einem fast selbstverständlichen Verlangen der öffentlichen Meinung Rechnung trägt, sondern würde auch die Stellung der deutschen Delegation im Haag den Gläubigermächten und Verhandlungspartnern gegenüber ganz außerordentlich stärken. Die Situation ist eben d u r ch Verzögerung der Konferenz eine ganz andere geworden. 3m Zusammenhang mit der Sanierung der deutschen Finanzen und einer umfassenden Steuerreform läßt sich auch die Sanierung der Arbeitslosenversicherung leichter durch- sühren. Die Deutsche Volkspartei darf es sich als ein Verdienst anredjnen, daß sie eine isolierte Erhöhung der Einnahmen der Arbeitslosenversicherung als ungewisse Vorleistung aus kommende andere Resormprojekte verhindert und die jetzt tatsächlich erreichte Verbindung der Arbeitslosenversicherungs-Reform mit den übrigen Sonierungs- und Resormmaßnohmen durch- gesetzt hat. Es dürfte sich nunmehr auch Herausstellen, daß eine Erhöhung der Einnahmen, wenn sie tatsächlich unvermeidlich sein sollte, jedenfalls nicht allein durch Heraufsetzung der Beiträge zu erfolgen braucht. Die Deutsche Vollspartei hat ja gerade nach dieser Richtung hin mehrfach Vorschläge gemacht. Wir erinnern nur an ihre Stellung zur Ersahkassenfrage. Vielleicht können auch durch Verschiebung innerhalb der weitverzweigten sozialen Versiche- rungsgesehe Einnahmen von anderer Seite für die Arbeitslosenversicherung gewonnen werden. Die Lage der Reichsanstalt für die Arbeitslosenversicherung ist unbestreitbar trostlos, hatte sie doch noch vor einer Woche nur 12 Millionen Reichsmark in ihren Kassen, ein Betrag, der noch im Laufe des Dezember bis auf den letzten Pfennig ausgeschöpft und verbraucht sein dürfte. So ist auch in diesem besonderen Fall die schlechte Kassenlage der stärkste Faktor einer notwendigen Verständigung. Also an die Arbeit! Die wirtschaftliche und politische Lage erfordern das Reformwerk, d i e Rot drängt mit unerbittlicher Kraft auf seine beschleunigte Sicherung noch vor Beginn der Haager Konferenz! Die Forderungen der Sozialdemokraten. Appell an die Ltcuerwilligkeit der Volks- Vertretung. Berlin. 8. Dez. (TH.) Der „Vorwärts" umreißt dabei die Forderungen der Sozialdemokratie für das Finanzprogramm. Er weist einleitend daraus hin, daß es schwierig sein werde, die Billigung der Parteien für eine Regierungserklärung über die Finanzrefvrm zu erhalten, die in Einzelheiten gehe. Hm aber doch für die zweite Haager Konferenz eine vom Vertrauen des Reichstages getragene Regierung zu haben, schlägt der „Vorwärts" das Suchen nach einer „Konkordienformel" vor. Der „Vorwärts" stellt dann fest, daß die „TZoung-Ersparnisse" nicht einfach zur Steuersenkung verwen- d e t werden könnten. Das zunächst Rotwendige sei die Sanierung der Kassen läge des Reiches. Das Reich müsse sich so rasch wie möglich seine eigenen Betriebsmittelfonds schaffen, die die Reichsfinanzen vor unerwarteten Stößen schützten. Das könne nur erreicht werden, wenn Heberschüsse erzielt würden. Weiter stellt der „Vorwärts" die Forderung auf, daß keine Steuersenkung ohne die entsprechende Ersatzeinnahme durchgeführt werden dürfe. Die Steuerlast dürfe erst dann a b g e b a u t werden, wenn die K a s s e n l a g e saniert sei. Die Sozialdemokratie sei für Sparsamkeit in der Ausgabewirtschast. Aber die Deutsche Republik habe kulturelle und so- zialePflichtenzu erfüllen; dazu brauche sie Geld! Hnd was sie brauche, müsse die Regierung herbeischaffen, indem sie an die S t e u e r w i l l i g k e i t der Volksvertretung und des Volkes appelliere. Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Qlr- beitslosenversicherung müsse auf eine feste finanzielle Grundlage gestellt werden. Das sei n u t durch Erhöhung der Beiträge möglich. Was die Sozialdemokratie zunächst wolle, das sei ein wirtschaftlich gesundes und finanzkräftiges Staatswesen, das auch für die Privatwirtschaft *cine unentbehrliche Grundlage sei. Eine Katastrophe der Reichsfinanzen müßte automatisch eine Katastrophe auch der Privatwirtschaft nach sich ziehen. Vor einer solchen Katastrophe wolle die Sozialdemokratie durch eine vorsichtige und verantwortungsbewußte Finanzreform das Volk bewahren. Eine Regierung, die sich von diesen Grundlinien entfernen wollte, hätte keine Aussicht, die Hnterstühung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zu finden. Vanlenanleihe und Imanzresorm Verstimmung zwischen Hilserding und den Banken. Berlin, 9. Dez. (Priv.-Tel.) 3m Rahmen der Diskussion über die Finanzreform wird jetzt die interessante Behauptung aufgestellt, daß bereits im vergangenen März, als Herr Hilserding sich bei den Banken um eine Anleihe bemühte, von diesem dem Reichsfinanz- Ministerium ein Memorandum überreicht wurde, in dem Richtlinien für eine umfassende Finanzref orm mit eingehender Begründung ausgearbeitet waren. Die Danken haben sich damals angeblich auch bereit erklärt, auf eine Veröffentlichung bet* Denkschrift zu verzichten, und die Absichten der Regierung nicht zu präjudizieren, aber da die Aktion bisher keinerlei Wirkung gezeigt habe, mache sich inzwischen eine starke Enttäuschung in Vankkreisen geltend. Bei den damaligen Kreditverhandlungen wurden von den Danken weitgehende wirtschaftspolitische Forderungen an die Reichsregierung gestellt, die u. a. darauf hinaus- gingen, die R e i ch s b e t r i e b e, die in der Fiag zusammengefaht sind, bis auf wenige Ausnahmen zu entstaatlichen und der Privatwirtschaft zuzuführen. Diese Aeußerung hat damals zu einer schweren Verstimmung bei Herrn Hilserding geführt, der Wunsch der Danken wurde als zu weitgehend und gänzlich unerfüllbar von vornherein abgelehnt. Selbstverständlich haben die Danken auf dieser nur unverbindlich vorgebrachten Forderung keineswegs bestanden und die Anleihe Hilferdings bewilligt. Die Erfolglosigkeit ihres Memorandums hat aber im Laufe der Zeit zu einer unleugbaren Verstimmung zwischen den beiden Partnern geführt. Die Forderungen der Reichsbahn. Tariferhöhung oder Mittel aus der Berkehrsstcuer. Berlin, 9. Dez. (Privattel.) Der von der Reichsregierung zwar schon einmal abgelehnte Antrag der Reichsbahn auf Tariferhöhung ist immer noch nicht erledigt, da die Dahn an ihrer Forderung auf Entlastung sesthält. Inzwischen sind Besprechungen gepflogen worden, statt der Tariferhöhung die Reichsbahn durch eine Verminderung ihrer Abgaben Heber den Sturm, der in den letzten Rächten über Südengland tobte, wird noch gemeldet: Kurz vor 11 Hhr entlud sich am Samstag ein starkes Gewitter über dem Kanal. Große Hagelftücke prasselten nieder, es blitzte und donnerte. Der Kanal war dauernd bell erleuchtet. Das abends aus Doulogne in Folkestone eintreffende Kanalschiff „E n g a d i n e" mußte wegen des hohen Seeganges vor dem Hafen von Folkestone nach Dover umgeleitet werden, konnte aber mit feinen mehr als 100 Passagieren wegen des Sturmes länger als eine Stunde auch nicht in den Hafer: von Dover einlaufen. Kurz nach 11 Hhr gelang es der „Engadine" ihre Passagiere in Dover zu landen. 3n Eastbourne wurde infolge des Einsturzes einer Gartenmauer eine Frau getötet und eine andere schwer verletzt. 3n London wurden Hunderte von Fensterscheiben eingedrückt. Kraft-und Straßenbahnwagen wurden vielfach durch Strahen- Überschwemmungen aufgehalten. Das Sturmwetter im Kanal hat nicht nur die völlige Einstellung jeder Verbindung mit dem Fe st lande nötig gemacht, es erweist sich auch als unmöglich für die großen transatlantischen Dampfer, in den Mersey einzu- laufen. Auch das Verholen der Schiffe an die Ankerplätze ist unmöglich, so daß sie ein Abflauen des Sturmwetters abwarten müssen. Aus allen Teilen des Landes laufen dauernd Rach- richten über Schiffbrüche ein. Während der letzten 24 Stunden waren die Rettungsboote der Küstenstationen fast unablässig unterwegs. Genaue Rachrichten über die Todesopfer, die diese Hugenbergs Forderung. Gera, 7. Dez. (WTD.) Auf einer Wahlversammlung ging der Parteiführer Dr. Hu- genberg auf den Spaltungsprezeß im deutsch- nationalen Lager näher ein und sagte u. a.: Run habe sich die äußere Klärung des bestehenden Gegensatzes innerhalb der Partei vollzogen. Erforderlich sei als Voraussetzung der politischen Willensbildung und des Erfolges, daß sich jeder Parlamentarier als Glied des Ganzen fühle und nicht willkürlich und zügellos verfahre, wie dies bei uns der Fall sei. Es sei die Partei im Lande, die ihn, Hugenberg, zu ihrem Führer berufen habe, und sie habe dies getan, um zu verhindern, daß durch parlamentarische Reibungsverluste die Kräfte verzettelt werden. Sie wolle das Vorwärtsdringen Der nationalen Bewegung und wisse, daß heute kein einziger Stand sich allein retten könne, sondern daß nur die Zusammenfassung der christlichen, deutsch- sozialen 3deen uns aus dem gegenwärtigen Dunkel zum Licht führen könne. Eine Kundgebung der partei- instanzen. Berlin, 1 .Dez. (Privattcl.) Die Deutschnationale Pressestelle veröffentlicht eine Kundgebung des deutschnationalen Parteivorsihenden, des Fraltionsvorsitzenden und der Vorsitzenden der Landesverbände, in der es heißt: Rie war deutsches Volkstum und deutsche Wirtschaft schwerer bedroht als jetzt. Rie war eine starke und geschlossene Rechte nötiger als heute. Etwa ein Dutzend Abgeordnete der Deutschnationalen Dolkspartei haben das Gebot der Stunde nicht erkannt. 3n kleinen Gruppen haben sie die deutschnationale Kampffront verlassen. Die jetzt mit dem Austritt der Abgeordneten an die Oeffentlichkeit kommende Parteineubildung war feit langem Gesprächsstoff politischer Klubs und mittelparteilicher Zeitschriften und Zeitungen. Die Parteineubildung wurde in dem Augenblick zur Tatsache, in dem die ihr zustrebenden Abgeordneten erkennen mußten, daß ihr« Politik LeS Hineindrän- aus der Verkehrs st euer zu entlasten, wobei etwa eine Summe um 150 Millionen in Frage kommt. Hrsprünglich wurde der Tariferh^hungs- anttag mit einer Mehrbelastung der Dahn um rund 60 Millionen durch gesteigerte Personalausgaben auf Grund eines Schiedsspruches begründet, wozu jetzt noch weitere lOOMillionenzurnZweckedri n g- kicher Reu bauten kommen. Die Gegensätze über diese Forderungen der Reichsbahn sind aber noch nicht bereinigt, da das Finanzministerium sich gegen eine derartig beträchtliche Kürzung der Reichseinnahmen wendet. Hinzu kommen noch rechtliche Schwierigkeiten, die aber nicht unüberwindlich sein dürften. Man macht darauf aufmerksam, daß es unmöglich fei, der Reichsbahn einfach 150 Millionen von der Der- kehrssteuer zu erlassen, da die Reichsbahn nur Mittelsperson sei und die Verkehrssteuer vom Reisenden erhoben würde. Als Ausweg wird vorgeschlagen, um formaljuristisch daS Steuerrecht zu wahren, die Verkehrssteuer um den fraglichen Detrag zu senken, und der Reichsbahn das Recht zu geben, in der gleichen Höhe eine Tariferhöhung vorzunehmen. Die Angelegenheit ist noch nicht abgeschlossen. Hnglücksfälle forderten, liegen nicht vor. Auch vom Lande werden Todesopfer infolge des Sturmes gemeldet. Durch den Einsturz von Gebäuden oder durch niederbrechende Bäume sind sieben Personen getötet und sehr viele verwundet worden. Rach einer kurzen Pause am Samstagabend hat der Sturm am Sonntag wieder mit voller Stärke ei ngeseht, und dauerte den ganzen Sonntag über an. Mehrere große Ozeandampfer trafen in englischen Häfcn mit erheblichen Beschädigungen ein. Der nach Südamerika ausgelaufene Hapagdampfer „Kellerwald" kehrte gestern nach Plymouth zurück, nachdem et bei schwerem West sturm in 24 Stunden nur 34 Meilen zurückgelegt hatte. Auch an der Rordseeküste schwerer Sturm. Auch im deutschen Küstengebiet der Nordsee und im nahen Hinterlande herrschte ein schwerer Sturm, beffen Böen orkanartige Stärke angenommen haben. Von der Deutschen Seewarte wird eine Sturmflut angekündigt, deren Ausmaße zwischen Weser und Ems etwa eineinhalb Meter, im Elbegebiet Hamburgs und an der schleswig-holsteinischen Westküste etwa zwei Meter über dein mittleren chochwasscritand betragen dürfte. Auch an der holländischen und französisd^n Küste herrscht schwerer Sturm, der in Amsterdam und Rotterdam, wie in den französischen Kanal- und Atlan- tikhäscn schweren Schaden angerichtet hat. gens in dieMi11e von der Partei ein^ deutig abgelehnt wurde und der Versuch zum Sturz des Parteiführers gescheitert war. Die jetzt in Artikeln und Erklärungen ausgesprochenen Ansichten find nur Scheingründe. Wir fragen aber, warum die Ausgeschiedenen sie nicht vor dem Kasseler Parteitag zu vertreten wagten. Der Weg führt nicht „auf der Grundlage der heute gegebenen Verhältnisse", sondern in ihrer Aender ung liegen die Aufgaben für Gegenwart und Zukunst. Sie Deutschnationale Volköpartei wird in einmütigem Zusammenwirken zwischen Part.igiiederungen und Fraktionen ihren Weg gehen. 3m Geiste Helfferichs wird sie zielbewuht und in geschlossener Kraft den Kampf weiterführen, der das deutsche Volk vor dem ihm durch die Annahme des Poungplanes und die Vorherrschaft des Marxismus zugedachten Schicksal bewahren soll. Beschluß des Deutschnationalen Arbeiterbundes. Keine Bindung mehr an die Deutsch- nationale Volkspartei. D e r l i n, 8. Dez. (WB.) Vom Deutschnationalen Arbeiterbund wird erklärt: Der Verwaltungs-Ausschuß erhebt in aller Oeffentlichkeit schärfsten Protest gegen den vom Parteivorsitzenden Hugenberg ausgeübten Gewissenszwang und gegen sein diktatorisches Vorgehen, welches den Bundesvorsitzendern Abg. Hartwig und mit ihm weitere Arbeit eyr.er- ab geordnete gezwungen hat, aus der D. R. V. P. bzw. aus der Fraktion auszutreten. Der Dundesausschuß hält in Treue zu feinem Vorsitzenden. Hm das zu bekräftigen, wird auf Grund der von der Kasteler Reichstagung des Deutsch- nationalen Arbeiterbundes dem Vorstand erteilten Vollmachten beschlossen, durch Aende- rung der Dundessatzungen die bisherige absolute Bindung an die D. R. D. P. a u f z u h e b e n. Damit erhält der Deutschnationale Arbeiterbund sein e organisatorische Freiheit und Selbständigkeit im politischen Handeln, wobei Sturm über England. Die deutschnationale Sezession. Jan Mayen— Sgydlsfjord- .Hordö; Oslo Klaoei ■ Sonntaa, | 81%zemb.i929,8nma5 ’öurs^zOflÄ Mdmpe^cr< /O Bertli «M* V°j Wethna Binnen, [or Der Kaiserall Wan h hunöei Genüge schühtw nicht zu tl ^Mtm? eine Deä Zug, Sq| alle Ach reichlich werden i Futter i nicht zu "etoegui am Tag neu. Ze Haus ob unter Kc Aer man Tierschutz. Weih (M 3*1' Am Sc Vertreter siger 2et Fakultät JnöU.n tute en Profil an \ unh»k51 ft»*® btt Pieta ouriie aus malunfl oe zu beiden Nürnberg! mit zwei den. die < eine seierl den Tode rechte dei errichtete' in entgeg als Deka promotic lung bei' Dildung: Adam die Erric Institute Pfarrei Seelsorge! des Supc stitutsleite Aapellenr> Feiern di< men bet G zog für mehr zu neuen, b< teten Ho Daraü neuzeitli« gepflegte und fühl Film vo Canti i den war das Lebe und DunI essant wc der Radi webe uni liefen. Eine Q Teiles dr M'chluh Die Gemeindewahlen in Bayern. es dem freien Willen der einzelnen Dundesmit- alieder anheimgestellt bleibt, weiterhin der D. R.D. P. anzugehören. Die sofort in Kraft gesetzten Satzungsänderungen werden der nächsten ordentlichen Delegiertentagung zur nachträglichen Genehmigung vorgelegt. Lambach über seinen Austritt. „Richt Hugenberg. sondern Hindenburg." Hamburg, 7.Dez. (WB.) In der „Deutschen Handelswacht, der Zeitschrift des Deutjchnationalen Handlungsgehilfenoerbandes, erklärt der Reichstagsabgeordnete Lambach über die Gründe seines Austritts aus der Deutfchnationalen Bolkspartei: Der Kasseler Parteitag hat gezeigt, daß die Deutschnationale Volkspartei heute ein Instrument in der Hand H u g e n b e r g s ist. Die Zahl der Wahlkreise und Ortsgruppen, die die alte christlichnationale und soziale Tradition hochhalten, geht ständig zurück. Fluchtartig verlassen seit Jahresfrist die sozialgesonnenen und staatspolitisch eingestellten Elemente die Partei dieses Führers. Unsere Kollegen und meine politischen Freunde im Lande stehen vor der Aufgabe, in den Parteigruppen, in denen sie wirken, den Kampf um das Recht und die freie Meinungsäußerung und um die Möglichkeit einer wahrhaft volksoerbundenen, auf der Hindenburg-Linie s i ch bewegenden Politik zu kämpfen. Ich habe das Vertrauen, daß sie überall, wo sie im deutschnatio- nalen Parteileben stehen, in diesem Sinne vorstoßen und von den Parteiinstanzen, denen sie angehören, eine klare Entscheidung fordern werden. Es wird sich zeigen, daß sie in diesem Kampf nicht einsam bleiben, sondern weite Kreise zu sich herüberziehen. Für diesen Kampf gilt die Parole: Nicht Hugenberg, sondern Hindenburg. Keine Verstöße bei der Durchführung des Volksbegehrens. Eine Darstellung des Reichsinncnministers. Berlin, 7. Dez. (WB. Amtlich.) In der Presse der Parteien und Verbände, die hinter dem Volksbegehren „Freiheitsgesetz" standen, ist eine große Anzahl von Fällen zur Sprache gebracht worden, in denen angeblich Behörden oder Amtspersonen gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstoßen haben, die den ordnungsmäßigen Verlauf des Eintragungsverfahrens ficherstellen sollen. Das Reichsministerium des Innern hat in allen diesen Fällen amtliche Ermittlungen veranlaßt. Die Antworten liegen noch nicht vollzählig, aber doch größtenteils vor. Danach hat sich erwiesen, daß die erhobenen Beschwerden in fast allen Fällen u n • begründet sind. Wo Unregelmäßigkeiten hervorgetreten sind, haben übergeordnete ©teilen überall rechtzeitig eingegriffen entsprechend dem ausdrücklichen Ersuchen, das das Reichsministerium des Innern in seinem Rundschreiben an die Landesregierungen vom 11. Oktober ausgesprochen hatte. Oie Landtagswahlen in Thüringen. Weimar, 8. Dez. (WB.) Die Wahlen zum Landtag von Thüringen find, soweit bisher Bachrichten vorliegen, im ganzen Lande vollkommen ruhig verlaufen. 3n Altenburg, wo es in den letzten Tagen verschiedentlich zwischen Natio- nalsozialisten und Kommunisten zu schweren Zusammenstößen gekommen wgr, herrschte vollkommene Ruhe. In Hildburghausen war Polizeibereitschaft eingesetzt worden, doch kam es auch hier zu keinerlei Störungen. In Jena stieß ein etwa 40 Mann zählender Trupp Rationalsozialisten am Vormittag des Wahltages mit einem kleineren Trupp Iungsozialisten zusammen, die damit beschäftigt waren, Plakate der S. P. D., die in der Rächt abgerissen worden waren, wieder zu erneuern. Es kam .dabei zu heftigen Auseinandersetzungen, bei denen ein Iungsozialist von einem Rationalsozialisten einen Stich in den Rücken erhielt. Nach dem vorläufigen amtlichen Gesamtergebnis ergibt sich folgendes Bild: Sozialdemokraten 257 352 Stimmen (17 bis 18 Mandate), Chriftlichnationale Bauern- und Landvolkpartei 131 688 (9), KPD. 85 120 (6), Wirt- fchaftspartei 76 217 (5 bis 6), Deutschnationale Volkspartei 31618 (2 bis 3), Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei 90 236 (6), . Demokraten 23 528 (1 bis 2), Volksrechtpartei 9622 (0), Kommunistische Opposition 12156 (0), Zentrumspartei 9632 (0), Hausbesitzer 423 (0), Deutsche Volkspartei 70 413 (5 Mandate). Abgegeben wurden insgesamt 798 005 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 80 v. H. Die Mandatsoerteilung im alten thüringischen Landtag war folgende: Sozialdemokraten 18, Landvolkpartei 9, Kommunisten 8, Wirtschaftspartei 6, Deutsche Volkspartei 6, Deutschnationale 4, Demokraten 2, Nationalsozialisten 2, Volksrechtpartei 1. Oie Reform der Klaffenlotterie. D e r l i n, 9. Dez. (Priv.-Tel.) Beratungen der Länderfinanzminister über die Reformvorschläge der Preußisch-Süddeutschen Klassenlot^erie haben zu dem Ergebnis geführt, daß eine Aenderung des staatlichen Lottcriesystems vorläufig nicht vorgenommen werden soll. Ebenfalls ist nicht daran zu denken, daß eine Erhöhung des Lospreises eintritt. In Zukunft sollen vielmehr erst alle eingereichten Vorschläge von den beteiligten Stellen noch einmal eingehend überprüft werden, und vorläufig, d. h. zumindest bis zum Spätsommer 19 30, der bisherige Plan beibehalten werden. Besonderes Interesse soll während der Beratung der Finanzminister für das sogenannte Mollingsche Projekt bestanden haben, jedoch soll auch für dies eine eingehende Prüfung auf feine Zweckmäßigkeit hin vorgenommen werden, da es verschiedene bedenkliche Seiten enthält. Dieses Projekt sieht bekanntlich vor, für den Staat hohe Geldbeträge als zinslose Darlehen hereinzubekommen. Das Trockendock der Bulkanwerst gesunken. Die beiden Rotterdamschen Schleppdampfer .Humbert" und „Welte Zeey", die das von der Rotterdamsche Droogdok QUaat- schappij erworbene 11 000 Tonnen große Trockendock Rr. 2 der Hamburger Dulkanwerst von Hamburg nach Rotterdam bringen soll- München, 9. Dez. (WTB. Funkspruch.) Sie Wahlbeteiligung bei den Gemeindewahlen in Bayern ist mit 79 bis 80 Prozent anzunehmen, und dürste wohl den Durchschnitt der Wahl oon1924 erreicht, wenn nicht überschritten haben. Aus den bisher gemeldeten Ergebnissen läßt sich ein ziemlich sicherer Schluß auf den Wahlausfall ziehen. Der hervorstechendste Zug ist das außerordentlich starke Anwachsen der Nationalsozialisten. In dem von dem Londesdienst des Süddeutschen Korre- spondenzbureaus erfaßten Städten und Gemeinden haben die Nationalsozialisten insgesamt 62 Mandate neu gewonnen, und ihren Besitzstand teils verdoppelt, teils verdreifacht. Als zweites Charakteristikum zeigt die Wahl eine stellenweise sehr beträchtliche Dezimierung der bürgerlichen Mittelgruppen, die in'den verschiedensten Kombinationen in den Wahlkampf gingen. Im ganzen ist der Mandatsverlust in den diesen Zahlen zugrunde liegenden Kommunen auf rund 50 Mandate anzunehmen. Vielfach sind an den Einheitslisten auch die Deutschnationalen beteiligt gewesen. Wo die Deutschnationale Dolkspartei allein in den Wahlkampf gegangen ist, läßt sich ebenfalls ein starker Rückgang der Mandatszahlen feststellen. Ebenso haben die Demokraten und die Deutsche Dolkspartei, die nirgends eigene Listen ausgestellt hatten, teil an dem Rückgang der Einheitslisten. Im Gegensatz hierzu steht ein beträchtliches Anwachsen der Reichspartei des deutschen Mittel- standes. Die Bayrische Volkspartei und der Bayrische Mittelstandsbund haben ihren Besitzstand im wesentlichen gewahrt. Die Sozialdemokraten hatten mehrfach nicht unbeträchtliche Gewinne, aber an anderen Punkten auch Verluste zu verzeichnen, die sich ziemlich die Waage halten. Das gleiche gilt von den Kommunisten. Die Stadträte in München, Augsburg und Regensburg verfügen über eine zweifelhafte bürgerliche Mehrheit. In den genannten drei Städten dürfte die Bayrische Dolkspartei wieder die Ersten Bürgermeister stellen. In Nürnberg stehen 19 bürgerlichen Sitzen 21 Sozialdemokraten und 2 Kommunisten gegenüber. Hier werden die 8 Mandate der Nationalfozialisten das Zünglein an der Waage sein. Der neue Münchener Stadtrat wird sich wie folgt zusammensetzen: Sozialdemokraten 17 Hirschberg, 7. Dez. (WTB.) Am zweiten Verhandlungstage des Iannowitzer Tot.chlags- prozesses bekundete als Zeuge der in Ianno- wih ansässige Sanitätsrat Dr. Planitz, daß Graf Christian Friedrich der Täter sein mühte. Auf der Schule haben die Stolbergs alle nichts geschafft. Christian Friedrich war schwächlich und von kindlicher Denkungsart. Dei allen Stolbergs war der Erwerbssinn schlecht entwickelt. Einen Mord traue er dem Angeklagten nicht zu. Dr. Planitz hält es auch für unmöglich, daß die Mutter ihren Sohn zum Morde angestiftet haben konnte. Dem jungen Grafen selbst habe wiederum die Energie dazu gefehlt. Kreisarzt Dr. L ange hat im Gefängnis von einer geistigen Erkrankung des Grasen nichts feststellen können. Auch die Zeugin Zobel, Stubenmädchen bei Stolbergs, traut dem Angeklagten nicht zu, daß er seinen Vater erschießt. Die Zeugin hat zwei Tage nach dem Tode des Grasen im Auftrage der Gräfin einen Stotz Briefe verbrannt, und zwar schon zu ungewöhnlich früher Morge nstunde. Vorsitzender: Die Gräfin soll Ihnen gesagt haben: „Gertrud, sagen Sie nichts davon, wenn die Herren zur Durchsuchung kommen." Zeugin: 2a. Förster Gruner, der die Ausgabe hatte, die Gewehre sauber zu halten, erklärt, die Büchse, mit der der Todesschuh abgegeben wurde, sei um Weihnachten herum noch von einem Gast benutzt worden. Dann behielt er sie etwa acht Tage bei sich, säuberte sie und lieh sie in den Gewehrschrank wenige Tage vor dem Llnglücks- sall zurückstellen. Die Büchse sei, als er sie weg- bringen lief), bestimmt nicht gestochen gewesen, vielleicht hätten das aber seine Kinder getan, die sie in den Schrank brachten. Der junge Gras sei ein tüchtiger, vorsichtiger und gewandter Jäger gewesen, wozu ihn der Vater besonders an- gehalten habe. Sein Verhalten beim Repetieren sei unvorsichtig und leichtsinnig gewesen. DaS Verhältnis zum Vater sei viel zu gut getoeicii, als dah man ihm einen Mord zutrauen konnte. Der Förster W a b n i tz erklärte auf die Frage des Vorsitzenden, Sie wissen, dah der Gras Sie indirekt beschuldigt hat: „Ich bedauere das, aber schreibe das seiner Erregung zu. Mit Mutwillen kann er das nicht getan haben. Ich traue seinem anständigen Charakter eine solche Beschuldigung ten, wurden auf der Rordsee von einem schweren Südwest sturm überfallen. Als sich der Schleppzug nördlich der Insel Ser- schelling befand, wurde er von der Gewalt des Orkans auseinandergerisser.. Hierbei brach das Dock mitten durch und vers ank imWasser. Von den auf dem Dock befindlichen Personen sind zwei Männer ertrunken, deren Leichen geborgen werden konnten. Die beiden Schleppdampfer, die vermutlich nur geringfügig geschädigt wurden, befinden sich auf der Weiterreise nach Rotterdam. Aus aller Wett. Der Fall Lampel. In der Strafsache gegen Lampel und Genossen hat das gerichtsärztliche Institut der Universität Breslau jetzt das Gutachten erstattet. Gefunden mürben in dem übersandten Grabeninhalt u. a. eine Trillerpfeife, ein kleines Taschenmesser, zwei Siegelringe und zwei Manschettenknöpfe. Außerdem wurde eine ftarf oxydierte Kugel aus einer Pistole, anscheinend Kaliber 7,69 mm vorgefunden. Nach dem Gutachten läßt sich nicht mehr feststellen, ob die schwere Verletzung, die die Schädeldecke des Getöteten aufaeift, während des Lebens oder er st nach dem Tode entstanden ist. Nach dem Gutachten hätte die Verletzung zum mindesten Bewußtlosigkeit bewirkt, so daß der Verstorbene nicht hätte aufspringen können, wenn die Verletzung nicht tödlich gewesen wäre. Das Gutachten hält es für möglich, daß die Verletzung erst nach dem Tode beigebracht worden ist. Der oorgefun- (16), Deutschnationale 3 (6). Kommunisten 3 (2), Bayer. Volkspartei 12 (14), Nationalsozialisten 8 (4), Grund- und Hausbesitzer 2 (1), Freier bürgerlicher Mittelstand 3 (4). Die aus Demokraten, Deutsche Dolkspartei, und Reichspartei des deutschen Mittelstandes gebildete Freie bürgerliche Mittelstandspartei, die bei der Wahl 1924 getrennt vorgegangen waren, hat demnach trotz des Zusammenschlusses einen Sitz verloren. Außerdem sind im Münchener Stadtrat neu der Gewerkschaftsring mit einem Sih und eine Bayer. Mittelstandspartei ebenfalls mit einem Sih vertreten. Fürth: Sozialdemokraten 19 (21), Kommunisten 2 (0), Bayer. Volkspartei 2, Rationalsozialisten 4 (1), Liste Selbständigkeit 8 (früher bürgert Ar bei tsgemeinsch af t, Daher. Volkspartei, Demokraten, Hausbesitzer und Lehrer 6 Sitze), Sozialrentner 1, Fortschrittliche Arbeitsgemeinschaft 3, Volksgemeinschaft (Deutschnationale) 1. Würzburg: Sozialdemokraten 10 (9), DVP. und Deulschnattonale 2 (4), Demokraten 4 (5), Bayer. Dolkspartei 16 (17), Wirtschaftspartei 3 (3), Rat.-Soz. 4 (1), Christl.-soz. Reichspartei 1 (1). Wahlbeteiligung 66 Prozent. Aschaffenburg: Sozialdemokraten 8 (8), Deutschnationale 1 (2), Demokraten 3 (4), Daher. Dolkspartei mit verbundenen Listen 14 (15), Rat.- Scz. 2 (0). Ludwigshafen: Sozialdemokraten 14 Sitze, Zentrum 8. Wirtschaftspartei 3, Deutsche Volks- Partei 4, Demokraten 2, Kommunisten 3, Linke Kommunisten 1, Rationalsozialisten 3 und Christlicher Volksdienst 1 Sih. Pirmasens: Sozialdemokraten 5, Nationalsozialisten 10, Bayerische Volkspartei und Zentrum 4, Kommunisten 5, Bürgerliche Mitte 3, Deutsche Dolkspartei 3, Deutschnationale kein Mandat. . Neustadt a. d. Hardt: Sozialdemokraten 6, Bayerische Dolkspartei und Zentrum 5, Gewerbebund 2, Wirtschaftspartei 3, Mieterverein 1, Kommunisten 2, Demokraten 1, Protestantischer Dürgerblcck 3, Deutsche Volkspartei 2, Nationalsozialisten 4 Sitze. Speyer: Sozialdemokraten 9, das Zentrum und die Bayerische Dolkspartei zusammen 9, Deutsche Dolkspartei 5, Kommunisten 2, Demokraten 1, Wirtschaftspartei 2, Nationalsozialisten 2 Sitze. wider besseres Wissen nicht zu." Oberlandcsgerichtsrat Dr. Renner kennt als Beamter der Fideikommihaufsichtsbehörde die Verhältnisse auf Iannvwitz. Er bekundet, dah der Angeklagte über die ernste Lage des Fideikommisses unterrichtet gewesen sei. Er habe vor dem Geständnis wegen der Nachfolge den Angeklagten im Llntersuchungs- gefängnis besucht. Im Qkrlauf dieser Besprechung habe der Angeklagte auch gesagt, er wolle eine Erklärung abgeben. Der Llnter- suchungsrichter habe jedoch die Zuziehung eines Protokollführers abgelehnt, weil er die Unter» suchung bereits an die Berliner Kommissare abgegeben hatte. Ich hatte den Eindruck, dah der Angeklagte damals ein Geständnis abgelegt hätte. Der Angeklagte erleidet plötzlich, einen offenbar schweren Zusammenbruch. Er ringt nach Luft und fällt bann halb ohnmächtig auf bie Anklagebank zurück. Seine Schwester, der Arzt Dr. Planitz unb mehrere anbere bemühen sich währenb einer Pause um seine Wieberherstellung. Nachdem ber Angeklagte sich von seinem Ohnmachtsanfall erholt hat, wirb bie Verhanblung nach einer halbstündigen Pause fortgesetzt. Rechtsanwalt Reier stellt fest, daß die Gesamt- schuld der Allodmasse rund 215 000 Mark betrage, bie Ueberschulbung also um 153 000 Mark übersteige. Auf bie Frage bes Vorsitzenden, ob sich ber Angeklagte sagen konnte, baß bie Wirtschaftslage besser werbe, wenn er den Vater erschieße, antwortet ber Zeuge Reier: Wenn Graf Eberharb ro e i t e r gearbeitet hätte, wäre nach anberthalb bis zwei Jahren ein rettungsloser Zusam. m e n b r u ch erfolgt. Führte Christian Friebrich die Wirtschaft weiter, so wäre der Zusammenbruch schon n a d) einem halben Jahre gekommen, so daß überhaupt nicht einmal eine Sanierung mehr möglich war. Der Zeuge Oberlandesgerichtsrat Ren- ner betont nochmals, er halte es für ganz aus- geschlossen, daß der junge Graf einen Mord begangen habe, zumal er keinerlei, namentlich keine wirtschaftlichenMotive finde. Zwar habe der Angeklagte einmal von Selbstmord gesprochen: aber er habe sicherlich nicht im Ernst daran gedacht. Die Verhandlung wird mit Rücksicht auf den Schwächezuftand des Angeklagten auf Montag vertagt. bene Oberkieferteil paßt nicht genau in den Schübel unb weist in der Nähe ber Trennungsstelle noch anbere Verletzungen auf, bie bie Annahme rechtfertigen, baß wahrscheinlich auch an bieser Stelle eine st umpfeGewalteinge wirkt hat. Das Gutachten läßt es bahingestellt, ob sie bei Lebzeiten ober nach bem Tobe beigebracht finb. Der schon früher erwähnte Leutnant Dr. Kanbt erkennt jetzt auf dem ihm übersandten Gruppenbild den Köhler als den Angehörigen seiner Kompagnie wieder. Den Köhler will er wenig gesehen haben, da Köhler nach den ersten Zwistigkeiten nicht mehr zum Dien st erschienen fei. Inzwischen haben sich bei dem Untersuchungsrichter weitere Personen gemeldet, bie den verstorbenen Köhler gekannt Haven wollen. Grohfeuer in Bad Pyrmont. In dem Hotel Waldecker Hof entstand in der Nacht zum Sonntag aus bisher noch nicht geklärter Llrsache ein Feuer, das mit großer Geschwindigkeit um sich griff. Gegen 1 Llhr nachts stand bas ganze Haus in Flammen. Die Hotelgäste muhten, da der Ausgang vollkommen verqualmt war, über die Balkons in Sicherheit gebracht werden und konnten nur das nackte Leben retten. Durch den starken Sturm angefacht, wütete das Feuer etwa sechs Stunden. Das Hotel und ein daneben befindliches Wohnhaus ,‘inb vollkommen nieder- gebrannt. Ein weiteres Wohnhaus ist schwer beschädigt. Personen sind glücklicherweise nicht zu- schaden gekommen. Hm 7 Llhr früh war die Gewalt * des Brandes mit Hilfe der Feuerwehren der. Umgegend Im wesentlichen gebrochen, ihn 9er Nwzeß des Grasen Siolbers- Wernigerode. © woixemos Q netter. <> nal6 Dtdtcxte woiitig. o oedeext • Regen * Schnee ä Graupeln 3 Nebel R üewitter (§)wma$Mie.nz ert in der Rervenklinik. Man berichtet und: Am Sonntagvormittag wurde den Patienten der Nervenklinik eine besondere Freude zuteil. Der Gesangverein „Frohsinn" (Garbenteich) veranstaltete im Hörsaal der Klinik ein Konzert. In der Auswahl der Darbietungen, die die verschiedensten Liedgattungen vom schlicht volkstümlichen Lied bis zum Kunstgesang enthielt, konnte der Gesangverein seine große Fähig- keiten in reichem Maße entfalten. Geh. Rat Sommer dankte am Schluß im Ramen der Aerzte und Patienten dem Gesangverein für seine vorzüglichen Darbietungen. Aus der provinzialhauptstadi. Gießen, den 9. Dezember 1929. Erweiterung des pathologischen Znst.tuts der medizinischen Fakultät. Am Samstagoormittag wurde in Gegenwart von Vertretern der Regierung, des Landtags und hie- siger Behörden sowie im Beisein der medizinischen Fakultät der Landesuniversität der neue An. und Umbau des Pathologischen Insti- t u t s eingeweiht. Professor Dr. GeorgHerzog besprach zunächst an Hand von Plänen die Umgestaltung des Instituts und wies besonders darauf hin, daß in pathologischen Instituten sich mit der Forderung ber Zweckmäßig- keit bie Grundsätze der peinlichsten Sauberkeit und ber Pietät verbinden müßten. Besonberer Wert würbe auf eine pietätvolle Ausgestaltung unb Ausmalung der Kapellenräume gelegt; die Wandflächen zu beiden Seiten ber Altarnische sinb von einer Nürnberger Künstlerin, Frl. Annemarie B r o ch i e r, mit zwei überlebensgroßen Gemälden geziert wor- den. die ohne konfessionelle Anlehnung dem Raum eine feierliche Stimmung geben. Das linke Bild stellt den Todesabschieb ber Frau vom Manne bar, bas rechte ben ber Mutter vom Kinbe. Für ben neuerrichteten Hörsaal hat bie Firma L e i tz (Wetzlar) in entgegenkommender Weise einen modernen Projektionsapparat gestiftet. Abschließend vollzog Prof. Georg Herzog als Dekan der Medizinischen Fakultät die Ehren- firomotion des früheren Leiters der Bauabtei- ung beim hessischen Ministerium für Kultus und Bildungswesen, des Herrn Ministerialrats Adam Paul, dessen persönlichem Eintreten die Errichtung und Modernisierung medizinischer Institute vielfach zu danken war. Pfarrer Müller dankte als evangelischer Seelsorger der Kliniken und zugleich im Ramen des Superintendenten von Oberhefsen dem Institutsleiter für die würdige Herstellung der Kapellenräume, die ja nicht selten kirchlichen Feiern dienen. Cand. nied. Baah dankte im Ramen der Gießener Klinikerschaft Prof. Georg Herzog für sein Bestreben, den Unterricht immer mehr zu verbessern, was in der Errichtung des neuen, besonders für Demonstrationen eingerichteten Hörfaals zum Ausdruck komme. Darauf sprach Professor Herzog über die neuzeitliche, im Pathologischen Institut besonders gepflegte Forschungsmethode der Gewebezüchtung und führte einen dazu gehörigen mikroskopischen Film vor, der von dem englischen Autor Dr. Canti in jahrelanger Arbeit ausgenommen worden war und der in ganz hervorragender Weise das Leben und Wachstum der Zellen in Hellund Dunkelfeldbeleuchtung zeigt; besonders interessant waren auch Bilder, die die Einwirkung der Radiumstrahlen auf lebendes normales Gewebe und lebendes Geschwulstgewebe erkennen ließen. Eine Besichtigung des an- und umgebauten Teiles des Pathologischen Instituts bildete den Abschluß der Feier. Schützt die Hofhunde! Der Gießener Tierschutz-Verein, Kaiserallee 1, teilt uns mit: Man kann wiederholt beobachten, daß die Hofhunde in der kalten Jahreszeit nicht genügend gegen bie Witterung geschützt werden. Der Hofhund braucht eine dichte, nicht zu kleine Hütte an einer vor dem Wind geschützten Stelle. Vor das Schlupfloch nagle man eine Decke, oder einen Sack zum Schutz gegen Zug, Kalte und Rässe, und verstopfe sorgfältig alle Ditzen. Ins Innere der Hütte lege man reichlich Stroh, das von Zeit zu Zeit erneuert werden muß. Man gebe dem Hund warmes Futter und genügend Wasser. Die Kette darf nicht zu kurz sein, damit sich das Tier etwas Bewegung schassen kann. Wenigstens eine Stunde am Tag sollte der Hund frei herumlaufen können. Bei strenger Kälte gehört der Hund in das Hans oder in den Stall, da gerade Hunde sehr unter Kälte leiden können. Für Mitteilungen über mangelhaft untergebrachte Hofhunde ist der Tierschutz-Verein dankbar. Weihnachtö- und Reujahröverkehr bei der post. Die Post bittet, mit der Versendung der Weihnachtspakete möglichst frühzeitig zu beginnen, sonst stauen sich bie Pakete in ben letzten ■ (ACßlDINIUMDEQIVAT) öRiPPE «iw” ".'gs« ,.t° ’M 'Srf f Sri1'’ iS. j A «^0510 ;cw* ETy/tütnjev 36/0’1 Weizenmehl Ptund Feinstes Konfektmehl Pfund 1.60 Puderzucker I V98D I0I00D Deshalb werdet Mitglied im Konsum-Verein Gielen und Umgegend, e. G. m. b. H. 9964A L erforderlich. 10101L 07897 I.A.: Hildebrandt, I^eih, Vogel. eegr. 1S64 ist hochfein, holen Sie eine vrrobe ein II. 9867D Hebbel, 1OJ97D Ergebnis MMN 2.30 2.60 1.20 Jl 2 — 4. 6. Rabatt! 9ji9A statt. I U46D Atoll. (ßeriiDteooOjlehet In Hiööo. Fst. Konfektmehl.. in 5-Ptd.-Säckchen Fst. Konfektmehl.. in lO-Pfd.-Säckchen 0.23 0.20 0.11 0.18 0.17 3. 4. 5. 6. Giehen (Frankfurter Str. 127). Frankfurt a. M., Klein-Linden. Altena (Westi.), Lang-Göns, Kippenheim (Baden), den 9. Dezember 1929. Trauerfeier: Dienstag, den 10. Dezember 1929. nachmittags 3 Uhr. Spezial 0 . Auszug 00 Auszug... Auszug... 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. Rosinen Sultaninen Sultaninen Sultaninen Korinthen. Eleme----- y4 Pfund y4 Pfund y4 Pfund y4 Pfund y4 Pfund Neue Haiclnunkerne Pfund............... Korinthen DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühi'sche Druckerei in der Kapelle des Neuen Friedhofs. Die Einäscherung findet in der Stille statt. Alle Raiffeisengenossenschaften und sonstigen Freunde des Genossenschafts, wesens werden für Mittwoch, den 11. Dezember, mittags 121/« Llhr, in das Katholische Dereinshaus in Gießen herzlichst eingeladen. Zahlreiches (Erscheinen ist dringend Dienstag, den 10. Dezember 1929, nachmittags 2 Llhr, versteigere ich im „Löwens Aeuen- weg 28, dahier, zwangsweise gegen sofortige Barzahlung: Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstraße 24 I — Telephon 4039. ...............Pfund ...............Ptund in 5-Pfund-Säckchen in 10-Piund-Säckchen Jangs Scan sucht für Stunden oder halbe Tage Beschäftigung. Schristl. Angeb. unt. 07898 n. d. GH. Anz. Fritz Staats, Gießen, Wetzlarer We^ 69. Hans Rühl Gießen, An den Bahnhofen 20. Hermann Schleif, Gießen, Reuen Baue 9. Felix Geisler, Gießen, Lindenplatz 1. II. Ausschuß. a) Vertreter: Adolf Elges, Gießen, SeUersweg 68. Adolf Hopfeld, Gießen, Friedrichstraße 4. Ernst Niemann, Gießen, Seltersweg 64. Emil Noll, Gießen, Bruchstraße 11. Otto Schäfer, Wieseck, Philosophenstraße 12. Schmalz, rein amerikanisches... Pfund 0.80 Schmalz, deutsches.............. Plund 1.10 Kokosfett.....................Pfund 0.62 Kokosfett........% Pfund 035, Pfund 0.68 Metall- Öö4fan Stahl- Holz- DCHvIl matratzen I. Vorstand. a) Vertreter: Wilhelm Schmid, Gießen, Wolkengasse 26. Heinrich Köhler, Gießen, Westanlage 35. Katthofs Kaffee Bettvorlagen in allen Qualitäten und Preislagen Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, Sonntag morgen 6 Uhr unsere liebe Mutter und Großmutter Barbara Stephan geb. Friedrich im 68 Lebensjahre, versehen mit den Sterbesakramenten unserer hl. Kirche, zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Marg. Stephany geb. Stephan Ernst Stephany, Enkel. Gießen (Eichweg 7), den 9. Dezember 1929. Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den 10. Dezember, nachm. 2y, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus - Das Seelen- amt wird gehalten: Donnerstag, den 12. Dezember, morgens 6l/2 Uhr. 10. Leopold Herr, Gießen, Landmannstraß.- 13. 11. Heinrich Rosenow, Gießen, Seltersweg 40. 12. Hermann Krause, Gießen, Kirchenplatz 21. Gießen, den 6. Dezember 1929. Dersichcrungsamt der Stadt Gießen. Der Wahlleiter: Keitzer. Braver Zunge kann die Brot u. Feinbäckerei erlernen Interessenten bitte schristl. Ann. unter 07845 an den Gien. Anz. »u richten. WWMW-ÄM. Mittwoch, den 11. Dezember 1929, nachmittags 4 Llhr, versteigere ich in BorSdorf zwangsweise gegen Barzahlung 1 fast neuen Meygereilchrcmk, ein Grammophon mit 15 Blatt, 1 Herrenfahrrad. Zusammenkunft: Ulfaer Straße. Die Versteigerung findet voraussichtlich bestimmt aus 1. * i TdiiiäuHetn deiuiei.i, Uroirian- Sleinwai unu dauere. Bequemste Za ilung Lichienltein 0.24 0.26 1.30 2.55 0.28 1.50 2.90 L anderes, ehrliches WWWen für sofort gesucht. Schlag. Bad - 9tanheim, Turnhalle. iow <— Klnderbetten,Polster,Schlafdmmer,Cba!5e!ongucs UJ an Private, Ratenzahlung. Katalog 225 frei to5V Eisenm«belfabrik Sahl (Tbflrimien) 3. 4. 1. 2. 1. 2. 3. Ludwig Funk, Gießen, Friedrichstraße 8. 5. Franz Stouß, Gießen, Bahnhofstraße 91/93. Richard Rühl, Gießen, Marktplatz 18. Hermann Eis, Gießen, Bahnhofstraße 52. 9. Konrad Liebermann, Gießen, In Löbers Hof 3. | Vereine | HM. MM, abcndö 8.30 llhr, Turnhalle am OS» waldSgarteu WM« Versammiung Herr Dr. C. Stadler spricht über l, «0 Natiooak Opposition ood Voikseolscheid. Freie Aussprache! Ter Ausschuß. b) Ersatzmänner: Karl Boller, Gießen, Bahnhofstraße 53/55. Ludwig Klingler, Gießen, Bahnhofstraße 52. August Schwarz, Gießen, Bahnhofstraße 90. Willi Ainend, Gießen, Bahnhofstraße 66. Karl Faber, Gießen, Neuenweg 5. Hans Schmitz, Gießen, Sonncnstraße 13. Hans Sigrist, Gießen, Marktstraße 14. Chrifibaum- Schmuck GlaSkuaclu in 12er und 6er Sortimentkalten Perlen, Ketten, Kronen, Sterne Glaövögcl, gcivonn. Glashaar Schneebälle, Natur- und Glas zapfen Girlanden Lichihalier Balance und mit Kugelgelenk Baumkerzen weih und bunt, gedrehte. Karton mit 24 Stück 0.50 Baumkerzen aus extra vrtma Stearin. Kasten nut 15ober202>ttf. 0.75 Banmkcrzen aus Eerestn. Kasten nut 24 Stück 0.95 Schokolade, Baumbehang, Nüsse, Feigen, Datteln, Trauveu und Nonnen. Wiederverkäufer i erhalten auf Glasschmuck hohen Gemäß j 74 der Kassensatzung wird nachstehend das der Vorstands- und Ausschußwahl bekanntgemacht. AUHANMO Feinkost. Kolonialwaren Botjntionit.27.3enifpteffler3631 Teppichhaus Hochstätter •JV7 < A Stadttheater Dienstag, l v. Dez-, 11. Dienstag Av.-Vlst. von 2U bis 22 Uhr homellsretse Schwank in 3 Akten von Adele Mathews und Ann Nichols. LMv warmen Gis IhrenÄcwetbungrn auf Anzeigen ohne Tlomtn Zeugnisse, Urkunden ob. sonst wichtige Daplere belzufügen; Abschriften genügen zur Siniritung v. Anstcilungsverhand« unqen. Oft ist uns der Auftraggeber unbekannt und In olesenFLilen können wir nichts tun für d. Wiedererlangung der Bewerbungsunterlagen Gletzerrev Anzeige«! Dienstag, 10.12- beginnt die Probe ausnahmsweise nm 2Ö llhr. Bollzäliaeö Er^ scheinen dringend erwünscht. Pfund 0.48 Streuzucker Badeessenzen.....Fläschchen 0.10 Bekanntmachung. Betr.: Die Wahl der Vorstands- und Ausschußmitglieder der Innungskrankeukasse der Freien Innung der Gastwirte von Gießen und Umgegend. 10091D Zitronat.... % Pfund 0.50 Mandeln_____% Pfund 050 Orangeat.....% Pfund 0.35 Kokosflocken.....Pfund 0.54 Eier, Stück 16 und 15 Pf. Haselnuhkerne ... % Pfund 0.50 Margarine, Rama............% Pfund 0.50 Margarine, Vera und Alma ..% Pfund 0.43 Margarine, Spezial............Pfund 0 65 Margarine, Cleverstolz .... lose Pfund 0.95 letzt gilt es! Hausfrauen! Den Bedarf für die Weihnacbtsbäckerei MM einzuflecken Neue Bari-Mandeln verlesen, Pfund....... Nene Rieken-Mandcln Pfund................ Neue Sultaninen Pfund...........1.00, Konkursverfahren. lieber das Vermögen der Firma Isidor Rothschild in Gießen und deren Inhaber Isidor Rothschild, daselbst, wird heute, am 7. Dezember 1929, nachmittags 1 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. 10102D Der Geschäftsführer Hermann Kirchner in Gießen, Am Nahrungsberg, wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 28. Dezember 1929 bei dem Gerichte anzu- zumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forde- rungen auf Freitag, den 3. Januar 1930, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 101, 1. Obergeschoß, Termin anberaumt. Men Personen, welche eine zur Kon- kursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sach" und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 28. Dezember 1929 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht zu Gießen. Meine liebe, unvergeßliche Tochter, unsere gute Schwester, Schwägerin Tante Gretel Volz ist Samstagnachmittag 2 Uhr nach langem schweren Leiden im blühenden Alter von 30 Jahren tür immer von uns gegangen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Anna Volz Wwe. und Kinder Vermietungen] um muueö leeres Zimmer zu vermieten 07863 Kirchenvl. 21 II. r. | Mietnes .che | Dauermteter lucUt Zimmer mögt roeitl. Stadt- teil. Schnitt.Augeb. mit Preis unt. 07e93 an den Gieß. Anz, | Verschiedenes | Husten? Grtvve u. Erkälig, Katarrh, Lungen- Magenleiden, Asthma uftüv dann Honig und Tee, Kräuteriäste Schalstraße 5 Kriiu ei-Junx. fünf Schreibtische, drei Klaviere, einen Amboß, einen Schrank, vier Büfetts, zwei Ausziehtische, drei Diwane, zwei Bücherschränke, zwei Standuhren, eine Registrierkasse, zwei Teppiche, eine Chaiselongue, einen Warenschrank, eine Friseur-Ladeneinrichtung, zwei Kredenzen, zwei Ladentheken, zwei Harmoniums, zwei Schreibmaschinen, einen Regulator, drei Sofas, zwei Vertikos, eine Flurgarderobe, einen Ladenschrank, eine Schreibladenkasse, ein Warenregal, einen Kleiderschrank, einen Heißwasserapparat, eine Waschtoilette, ein komplettes Speisezimmer, einen Küchenschrank, 88 Waschapparate, vier Bierleitungs-Reinigungsapparate, ein Pferd, einen Eber, ein Mutterschwein, voraussichtlich bestimmt: eine Schreibmaschine (Marke Erika Nr. 36 366). gereinigt und enthielt- 1.00 ■ Rostucn. Zitronat, Qrangcat ■ Stiftöe MW-ZIllMll 3 Stück 10 und IS.) Mehl I Qrigiualabiüllung v. d. Mühlen H Diamant, tn 2», 5= u. lO-Pfd.-Säck. H und lose Pa. Weizenmehl 00, in 5- und ■ 10-Psund-Sacken und lose Sirtzvabrrrbuliev Palmin, Sanin, Schweinefett, R Margarine. Zimmel, Muskat- R blüte.Banillc, Ammonium, Ob- H laten, Streuzucker, Wachs H MMHIMO | Bahnhosstr.27:: Fernsprecher3631 ■ b) E r s a tzmänner : 1. Albert Rahnefeld, Gießen, Schanzenstraße 2. 2. Franz Schwab, Gießen, Bahnhofstraße 89. Gelenenheiten , i unsrer Spezial-Abteilung lüt cesnielle, euer tadellos erb- itene Pianos x. B. „ec .».ein, Le. er; Grotrian-Steirwe etc. to„360,„ Stellentjesuche| Junge, tüchtige Detlinltii« sucht »um l. Plärr od. früher Stellung in d. Textilwaren Brauche. Lchtistl. 2lngeb. unter u7896 a. d. Gtest. Ain. erb. Samstagabend entschlief nach kurzer Krankheit mein Heber Gatte, unser Heber Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Johannes Erdmann Lehrer a. D. im 71. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Erdmann geb. Plock Gießen (Lindenplatz 1III), den 9. Dezember 1929. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 11. Dezember 1929, nachmittags 2V, Uhr, aut dem Neuen Friedhof statt. Warenabgabe nur an Mitglieder! Mitglied kann jede Verbraucherfamilie werden! Beitritt 50 Pfennig Der Konsum verein bietet seinen Mitgliedern: Niedrigste Tagespreise, Nettogewicht, guteWare Ab 1. Juli 1929 57o Rückvergütung Ab 1. Januar 1930 bei Todesfällen in der Familie eine Unterstützung bis zu RM. lOO*- Lo 5er apo Reich. Lardes. & aus dein 2 ro-rM f eÄ fc'nel SU rft abberufen g^toHen unli ninnte man "" stand, daß TP« und in Rom Sa j -v!)! bor^nirfe SM Iubung ai K D°r oiw- m °'Mger 1« ätaznaeften ••Pfund 0.24 ■SärJ Lnd °'16 .8^n 1.30 155 ,Siänd 0 28 1150 ^adtchen 2.90 Ptu”d 035 ••••Pfund 1.60 ”v Rund 0.50 ■ • /2 Hund 0.43 ••• Pfund 065 *°se Pfund 0,95 ’ilie werden! it, gute Ware ttgütung desiällen 1100.- 8964A Gelegenheiten , 1 unsrer SpeziaUftbleilimg ' iui cescieiit, uv ladeücs erh-iteN Pianos 1B. -ecs.w, IMt Grt'nai,SUir»8 *■ ID en >s, n> in en tc, en ier in in. b- Lichfenlfein SuSsSS ,liel Arl liefert die Vereine J .360... Flügel 1,1 gQäU.i.U'^"1 ürairiu* Storni aDti;15, BeiuemtU -f.F/ bi W Nr. 288 Zweites Blatt paeelli. Don Werner Falcke. Der apostolische Runtius beim Deutschen Reich, Dr. Eugenio Pacelli, Erzbischof von Sardes, wird nach offizieller Mitteilung aus dem Vatikan im bevorstehenden Weih, nachtslonsistorium zum Kardinal ernannt werden. Mit chm verliert das Berliner Diplomatische Korps seinen Doyen und eines seiner fähigsten Mitglieder. Siebzig Kardinale bilden bas Kardinalskolle- jinm, in das Eugenio Pacelli in den nächten Tagen ausgenommen werden wird. Der Kar- lunalshut war ihm schon seit geraumer Zeit zu- !):dacht, und die Verleihung wurde nur verschoben, weil man in Rom den Runtius auö Berlin i erst abberufen wollte, wenn das Konkordat ab- i geschlossen und unterzeichnet ist. Vor einem Jahr : nannte man Monsignore P i z z a r d 0 als Rach- 'olger Pacellis in Berlin, da schon damals fest- tland, dah Pacelli Deutschland bald verlassen ! und in Rom Kardinal werden würde. Inzwischen । ist es wieder fraglich geworden, welchem apostolischen Diplomaten das verantwortungsvolle Amt i des Runtius in Berlin übertragen werden wird: dagegen ist es nunmehr absolut sicher, daß Pa- I celli, den man den besten Diplomaten der Kurie genannt hat und dem Deutschland in mancher Hinsicht für seine Wirksamkeit zu Dank Der- dllichtet ist, den Berliner Posten in den nächsten Tagen verläßt. Man spricht davon, daß er dazu ausersehen sei, in naher Zukunft das Amt des greifen Kardinal st aatssekretärs Ga» loarri zu übernehmen, des Kirchenfürsten, der mit großer Geschicklichkeit zwei Päpsten gedient hat. Gasparri, der jetzt 77 Jahre alt ist, be- lleidet das Amt des Kardinalstaatssekretärs seit dem Jahre 1914; er hat es verstanden, die Stellung des Papsttums in der Welt zu festigen, und er wäre bei dem Tode Benedikts XV. sehr wahrscheinlich Papst geworden, wenn das nicht dem alten Brauch widersprochen hätte, niemals den Kardinalstaatssekretär auf den Stuhl Petri I zu erheben. Sollte Pacell' in der Tat der Rach- solger Gasparris werden, so würde also auch er damit aus dem Reiche derjenigen Kirchen- liirften ausscheiden, die als zukünftige Päpste in Betracht kommen. Eugenio Pacelli wurde am 2. März 1876 in Rom geboren, ist jetzt also 53 Jahre alt. Es Hand von vornherein fest, daß er in die Dienste I dcs Vatikans treten würde; sein Vater ist nämlich Dekan der Weltlichen Konsistorial-Advokatur . in Rom, und seine Familie stand und steht auch sonst in nahen Beziehungen zu den vatikanischen Behörden. Ein Onkel des Runtius gründete die „Banca di Roma“ und war auch der erste Leiter dcs Bankhauses, das vom Vatikan finanziert ! worden ist und päpstliche Gelder verwaltet. Eu- | flenio Pacelli begann seine Laufbahn im p ä P st - lichenEtaatssekretariat, wo man früh- I zeitig auf die ungewöhnlichen Fähigkeiten des jungen Priesters aufmerksam wurde. Ein Zufall ! fügte es, daß er lange Jahre der Adlatus des jetzt regierenden Papstes gewesen ist, als dieser noch den Rang eines Llnterstaatssekretärs im Balikan bekleidete. Später w erde Pacelli zum Unterst aatssekretär der außcrordent- 1 lichen kirchlichen Angelegenheiten ernannt. In je- ; ncr Zeit studierte er mit besonderem Eifer die ! Angelegenheiten der katholischen Kirche in Deutschland und erlernte auch die deutsche Lorache, die er vollkommen beherrscht. Im August I 1916 erwog man im Vatikan, Eugenio Pacelli zum Runtius in München zu ernennen; doch zögerte man zunächst, dem damals erst Dierzig- pL)rigen diesen äußerst wichtigen Posten anzu- ticrlrauen, der freilich später — nach der Errichtung einer päpstlichen Runtiatur bei der Reichs- icgicrung in Berlin — an Bedeutung verloren Hal. 2m April 1917 erfolgte dann doch die Ernennung zum päpstlichen Runtius für Bayern als Rachfolger des verstorbenen Runtius Avers a. Pacelli sollte bald Gelegenheit erhalten, seine hivlomaiischen Fähigkeiten in Deutschland zu er» vc.isen. Papst Benedikt XV. erachtete es als seine Aufgabe, inmitten einer kriegerischen Welt die friedliche Mission der katholischen Kirche zu bc- Zweiter Tag im Kammeispiel-Zyklus. „Tas Lpicl vom chmettcrlinttsiraum". Der zweite Tag des vorn Stadtthcater gemeinsam jnit dem Goethe-Bund veranstalteten Kammerspiel- 'Ziftlus brachte eine chinesifche Morgenfeier hi Theater. Gegeben wurde „Das Spiel vom kchmctterlinastrau m". e n Stuck nach dein । Chinefifd^n von Richard Wilhelm. Der Auf- 'sihrung ging voraus ein von Wen $ ü a n Ting (Univer|ität Frankfurt) in Vertretung von Prof. ' .Wilhelm gehaltener, recht aufschlußreicher Vortrag, vclcher die Hörer in die Entwicklungsgeschichte, die terschiedenen Formen, den Spiclstil und die Bühne les sehr alten chinesischen Theaters, sowie in . tag Wesen des aus dein 17. Jahrhundert stammen- ten „Spieles vom Schmctterlingstraum“ einführte. * Tas Stück stellt sich im Kern seiner Handlung kl; eine verhältnismäßig frühe, fernöstliche Fassung les weltlckerar.scheu Motivs der Matrone von Ephe- |13 heraus. Dieser Kern ist hcrauezuschälen aus der charakteri- f Sfiten nationalchincsischen Einkleidung, aus Dorsel, Musik und Tanz, aus metaphysischem Dialog Iber Leben und Tod, aus Symbolik und Lyrik, us primitivem Mummenschanz, einer Traumszene- c und einer gewissermaßen rituellen Verbrämung cr Ereignisse, die sich aus dem Eingreifen der über- |r irischen Mächte in die menschlichen Geschicke ergibt. • Sine oft an die uns vertrauten Gedichte der li tat pc und Tu fu erinnernde, lyrische Zartheit Sprachstils und die übernationale, sehr klare mb eindeutige Menschlichkeit der Kernfabel bestim- hen für den modernen Zuschauer und Zuhörer die ör.sten Eindrücke des Spiels; hier verwischt sich so- >uhl der zeitliche Abstand von der Entstehungszeit e? Stückes wie auch die für uns fremdartige Ein- iciduna. Die bittere und fast grausame Handlung ' er Fabel wirkt im Spiel der Chinesen nicht minder .Irrt als etwa in der deutschen Fassung Lessinys, ck-vlche vor einiger Zeit hier aufgeführt worden ist. Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) tonen, und er beauftragte deshalb Pacelli, den Versuch einer Friedensvermittlung zu unternehmen, der leider mißlang. Es wäre für Deutschland damals sehr vorteilhaft gewesen, diesem Vermittlungsversuch stärker entgegenzukom- men und zu einer Zeit Frieden zu schließen, in der es noch möglich war, erträgliche Bedingungen zu erhalten. Als nach dem Ende des Krieges die Rot in Deutschland immer größer wurde, versuchte Monsignore Pacelli oft, Milderungen auf jene diskrete Weise den Weg zu ebnen, die bei der Diplomatie der katholischen Kirche üblich ist. Wenn er es auch vermieden hat, sich oder sein Amt jemals in das grelle Licht der Oeffentlichkeit zu stellen, so weiß man doch, dah gerade Pacelli die Rot des deutschen Volkes sehr zu Herzen gegangen ist, und dah manche Intervention, die eine Besserung herbeiführen sollte, von ihm eingeitet wurde. Pacellis Einfluh wuchs, als er im Jahre 1920 zum päpstlichen Runtius für Deutschland ernannt wurde und dadurch über den bayerischen Wirkungskreis auch offiziell hinaus- greifen konnte. Zunächst blieb er allerdings in München wohnen, und erst im Jahre 1924 wurde die Runtiatur in Berlin eingerichtet. Pacelli siedelte dann in das Palais über, das der Vatikan für diesen Zweck in Berlin gekauft hatte; aber schon vorher weilte er oft in der Reichshauptstadt. Da der päpstliche Runtius nach internationalem Brauch stets der Doyen des Diplomatischen Korps ist, trat Pacelli nun bei der Reichsregierung als Wortführer der in Berlin akkreditierten fremden Diplomaten auf und überbrachte z. B. bei dem offiziellen Reu» jahrscmpfang dem Reichspräsidenten die Glückwünschen des Diplomatischen Korps. Er hat sich dieser Ausgabe und auch aller anderen Pflichten, die ihm als Doyen erwuchsen, stets mit großem Takt erledigt, wenn auch nicht verheimlicht werden darf, daß in der ersten Zeit feiner Wir- famfeit als Runtius einige Schwierigkeiten auf- getaucht sind. Pacelli muhte als Gesandter des Papstes offiziell mit dem ersten deutschen Reichspräsidenten verkehren, und Friedrich Ebert war nicht nur Sozialdemokrat, sondern auch Dissident, konnte also kaum als Freund der katholischen Kirche bezeichnet werden. Trotzdem konnte bald ein gutes Einvernehmen hergestellt werden. Auch das Vertrauen des Reichspräsidenten v. Hindenburg hat sich Monsignore Pacelli erworben, und bei allen offiziellen Veranstaltungen, die die Mitglieder der Regierung oder die ausländischen Diplomaten zusammenführten, sah man stets den Runtius, dessen schars geschnittenes Gesicht allen Besuchern diplomatischer Empfänge unvergeßlich ist. LandwirWastlichesGenofsenschafisVesen Zweiter Kursus beim Landwirtschaftlichen Institut der Landesuniversität Gießen. Erster Tag (Lchlutz). Am Nachmittag des ersten Tages sanden Führungen und Demonstrationen im Agrikulturchemischen Institut (Prof. Dr. K l e b e r g c r), im Landwirtschaftlichen Institut (Prof. Dr. S e s s 0 u s), in der Hauptstelle für Pflanzenschutz (Dr. Appel) statt, ferner in der Medizinischen Veterinärklinik (Pros. Dr. N ö r r), Chirurgischen Veterinärklinik (Geheimrat Pfeiffer), geburtshilflichen Deterinärklinik (Prof. Dr. K ü ft), im Veterinärpathologischen Institut (Geheimrat O l t), im Veterinäranatomischen Institut (Geheimrat Martin) und im Tierseuchen- Jnstitut (Prof. Dr. Z w i cf). Zweiter Tag. Zu Beginn des zweiten Tages der Kurse im Universitätsgebäude referierte Diplomlandwirt Haack (Giehen) über das Thema: „Der derzeitige Stand derViehverwertungsgenossenschaften unter besonderer Berücksichtigung des Frankfurter Schlachtviehmarktes." Im allgemeinen wird nur bis zu 25 0. H. bei Schweinen auf den Zentralmärkten verkauft; diese 25 v. H. bestimmen den Preis für die übrigen 75 v. H. Die gesamte Landwirtschaft hat daher ein außerordentlich lebhaftes Interesse an einem guten und ordnungsmäßigen Verkauf auf den Zentralmärkten, an deren Regulierung und Preisnotierung. Sie muß bemüht fein, wachsenden Einfluß auf den Zentralmärkten zu bekommen durch restlosen Zusammenschluß in „Viehverwertungsgenossenschaften" mit strenger Lieferpflicht, die in ihren Zentralorganisationen Konzentration des Angebots und gleichmäßige, dem Konsum angepaßte Beschickung der Märite vornehmen. Viehverwertungsgenossenschaften bestehen am zweckmäßigsten als ausgesprochen reine Vichverwertungsgenosscnschaften, wenn auch schon durch vorhandene Genossenschaften, z. B. Konsumgenossenschaften, ein Diehabsatzgeschäft betrieben werden kann. Direktor Schmidt (Berlin) sprach dann über: b*S>ie werdende Absah- organifation der deutschen Land- w i r t s ch a f t“. Ein wichtiger Grund b?r Krisis der deutschen Landw.rftchaft liegt in der Heber« schwemmung dcs deutsche 1 Marktes mit au. ländischen Produkten, besonders mit ausländischen Qualft tiwarcn. Versuchte das Au land früher, uns durch Unterbietung im Preise niederzu- fonlurricren, so versucht es jetzt, uns durch Heber» bietung in der Qualität, der Aufmachung und Großhandels.ähiglcit der angebotenen Produkte von dem Markt zu verdrängen. Hm den z. T. an das Ausland verlorenen Binnenmarkt wiederzugewinnen. muß auch die deutsche Landwirtschaft bestrebt fein, im Rahmen des Möglichen Qualitätsware zu erzeugen. Eine geistige, aber auch technische Reuorientierung unserer Landwirtschaft in Richtung auf den Markt wird hierzu nötig werden; aber auch die Handelspolitik soll dem Landwirt zu Hilfe kommen. Hm Einfluß auf Markt und Preis zu gewinnen, müssen wir die Zahl der Anbieter weitgehend zu verringern, das genossenschaftliche Angebot zu vergrößern und die Konkurrenz, die sich Landwirte und Genossenschaften vielfach machen, immer mehr einzu- schränken versuchen. Die organisatorische Form des Zusammenschlusses ist die Genoffenschaft. Hier gilt es nicht, grundsätzlich Reues zu schaffen,, sondern Bestehendes auszubauen und es einer veränderten Marktlage anzupassen. Professor Dr. Mombert (Gießen) Begann feine Ausführungen über den „Kapitalbedarf und die Kapitalbildung in Deutschland" mit Darlegungen über die Verschuldung der Landwirtschaft und mit solchen über die große Bedeutung, die eine billige Kapitalversorgung für sie hat. Er zeigte fobann, warum der Kapitalbedarf der deutschen Wirtschaft heute größer ist als vor dem Kriege, und wies auf die verschiedenen Formen und Arten hin, in denen sich heute die Kapitalneubildung vollzieht. Er hob hervor, daß die Kapitalneubildung nach den neuesten Berechnungen in den letzten Jahren sehr ansehnlvch gewesen sei, wenn sie auch noch nicht groß genug gewesen Ware, um den Kapitalbedarf der deutschen Wirtschaft voll zu decken. Der Redner betonte, daß es notig sei, dem Kapitalmarkt gegenüber sich die größte Enthaltsamkeit aufzuerlegen und daß dies namentlich für die ö.fentlicyen Körperschaften gelte, die bisher diese Rücksicht auf die knappen Mittel am Kapitalmarkt hätten vermissen lassen. Angesichts der Kapitalknappheit müsse man das verfügbare Kapital den Zweigen der Wirtschaft zuführen, bei denen es wirtschaftlich den größten Ruhen stifte. Zum Schlüsse feiner Darlegungen ging der Verfasser vor allem auf zwei für dis deutsche Kapitalversorgung wichtige Fragen ein, einmal auf die Ka, iialauswanderung, die bei uns stattfände und die es mit allen Mitteln zu bekämpfen gelte, und dann auf die Frage, ule Kapitalneubildung bei uns auf allen Wegen, besonders auf solchen steuerlicher Ratur, zu unterstützen. Direktor Liebmann (Frankfurt a. 2IL) Vorsitzender des Verbandes Südwestseutscher Konsumvereine, sprach als letzter Redner dieses Die Fabel ist eben zu allen Zeiten und in jedem Kostüm aktuell; sie könnte ebensogut als modernes Gesellschastsstück mit Smoking und Abendkleid ge- sp eit werden. Die entwaffnende und niederschmet- ternfce Desillustonicrung dcs ewig Weiblichen wird zu keiner Zeit und vor keinem Publikum ihre Wirkung oerfchlen. Zumal nicht in dieser zwiefach zug.spitzten Formulierung: wie die in wc.hen Gewändern trauernde Witwe den noch feuchten Grabhügel des verstorbenen G.mahls emsig trocken fächftt, um dc'lo eher nach einem neuen Mann Ausschau halten zu können. Und wie die trauernde Witwe den in verwandelter Gestalt heirnkchrenden Gatten mit einer u^mißoer- fta; ' :d)cn Bei itwilligkeit in ihr einkänt, wo nock) hell die Totenkerzen brennen. Da wird das m.t dem Tode zur schaurigen Groteske, ob wohl die hier gegebene Fassung auf eine theatralisch sicher sehr eindringliche Schlußpointe verzichtet, wie man sie z. B. bei Mokiere einmal findet. Die Aufführung wurde vorn Dramaturgen Dr Ritter (unter 'Assistenz von Herrn Wen Yüan Tina) mit Vhantasie und Einfühlungsgabe bühnenwirksam gestaltet, vermittelte eine interessante Vorstellung von den Ausr-rucksformen des chinesischen Theaters und gab den beteiligten Schauspielern Gelegenheit, ihre Anpassungsfähigkeit an einen, ihnen doch wohl recht fernliegenden Bühnenstil zu erweisen. Eine allerliebste Gcstaft war die chinesische , Matrone" Tiän der Trude Heß; die verspielte Wankelmütigkeit ihres Wesens war hier gemildert durch eine liebenswürdige und entwaffnende Drolerie, durch eine puppenhaft lächelnde, kindlich kokette Naivität; in scharfem Gegensatz dazu die ganz unzweideutige Haltung, die raffinierte Bewußtheit der Kuanyin am frischen Grabhügel; sie wurde von Lieselotte Fuhrmann charakteristisch umrissen. Zwischen beiden Frauengestalten der menschlich farbloser wirkende, melancholisch oergrübelte Tschuangtse, der von Hais angenehm gesprochen wurde. In kleineren Rollen wirkten Zingel (der Akte), W e f e n e r (der Prinz) und das volkstümlich- komische Dienerpaar L i n f m a n n und Jahn. Das Publikum zeigte sich angeregt und deifalls- freuüigi Dr. Th. Neues von Gerhart Hauptmann. Nrausführung von „spn? am wiener Nurgtheatcr. Wien, im Dezember. Tie letzten Jahre zeigten Gerhart Hauptmanns Schassen von feiner einstigen jbbe weit entfernt. Im Roman v.rmochte er nach dem .Der Ketzer von Soana" nichts Großes rn-hr berr>or.?,ubti;;gen. PhanlaflU suchte vergebens über innere Armut hinwegzutäuschen. Aua) Lie Kraft des Dramatikers schien eriah ..t. seine „Dorothea Angermann" bebrütete alles andere als einen Aussti.g. Dies zu betonen und den strengsten Maßstab an des Dicht.rs Werke zu legen, wird gerade Haue t.nann geg.nüör zur P.l.chf. Die besten feiner Schöpfungen und ihre Bedeutung für das deutsche Schrifüu.n fordern dies. Hnd gerade wer die dichterische Pers nlichkeit Hauptmanns voll zu würdigen v.rsk ht, wird diesen Maßstab am unerbittlichsten handhaben müssen. Es sei gleich hier gesagt: Hauptmanns jüngste dramatische Schöpfung, die im Wiener Burgtheater zur Hraussührung gelangte, vermag solchem Maßstabe richt standzuhallen. Unter dem Titel ,0 p ul“ waren zwci voneinand.r recht v.rschie.e.re Stücke zusammengefaßt, das Schauspiel „Die schwarze Maske" und das Satyrsp'.el „Hexenritt". Sn der „schwarzen Masie' ist alles, was der Handlung Triebkraft und dramatischen Atem gibt, in die Exposition verlegt, wir werden nur in das Schluhstadium eintet düster grauenvollen Geschichte verseht. Eine unheimliche Atmosphäre liegt über dem ganzen. Wir befinden uns in der Zett nach dem Westfälischen Frieden, in einer Zett, da Schrecken, Elend und Rot noch immer herrschen. Im Hause des reichen Bürgermeisters Silvanus Schuller z.l Bolkenhain versammelt sich eine Gesellschaft zum Gelage. Reben ihm und seiner Gattin Benigna, der .hohen Frau", finden wir Vertreter aller Rationen und Religionen, den Fürstab' Dedo, den protestantischen Pastor Wendt, den Juden Löwe! Perl, den Grafen Hüttenwächter mit seiner Gemahlin, den atheistischen Organisten Hadant. Ein Montag, 9. Dezember (929 Tages über: „Die Bedeutung der Konsumvereine für den Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse". D:r Redner sagte u. a.: Es muh leidet festgestellt werden, daß die Produktion unserer landwirtschaftlichen Erzeugnisse hinter dem Bedarf zurückbleibt und das Ausland uns an Güte der Ware tciltoeife überflügelt hat. Bei näheret Heöerprüfung der Verhältnisse ergibt sich, dah wir organifatorifer Ansicht zu sein scheine, dah die wenigen Menschen, die noch zwischen 5 und 7 Uhr am Heiligabend rasch ihre Einkäufe besorgen wollen, nicht zu den besten Kunden gehören, sondern zu denen, die unüberlegt erstandene Waren nach Weihnachten wieder Umtauschen wollen. Die Hauptgemeinschaft empfehle deshalb den Spihenverbänden, die Weihnachtsgratifikationen rechtzeitig auszu-- zahlen, damit die Einkäufe ohne Hast getätigt werden könnten. Wer Deutsch richtig lesen kann, wird das auch sv verstehen. Ich habe weiter aud) keineswegs die wirtschaftlichen Gesichtspunkte bei meinem Anträge im Reichsrat und bei meinem öffentlichen Appell auher acht gelassen. Ich kenne die wirtschaftliche Lage des Einzelhandels. Man: muh nicht Mitglied einer Branche oder ihr ®e- schäftsführer gewesen fein, um wirtschaftliche Interessen beurteilen zu können. Der Tadel, den mir der hessische Einzelhandel ausspricht, wird mein Interesse für den Einzelhandel so wenig berühren wie das Lob, das ich früher erhalten habe. Ich habe die Pflicht, die wirtschaftlichen Interessen zu beadjten und beachte sie weiter. Ich habe niemanden, weder die Angestellten, noch die Hausfrauenverbände, die sich beide an mich gewandt haben, gehört. Ich habe es abge- lehnt, in öffentlicher Versammlung über den 5-Hhr-Ladenschluh zu sprechen. Die Ansicht dec Einzelhändler war mir bekannt. Eine Besprechung wäre nur Verlust von Zeit auf beiden Setten gewesen. Ich werde gerne wirtschaftliche Verbände hören, wenn ich es für notwendig und nützlich halte. Man kann aber nicht ein Recht konstruieren, gehört zu werden. Ein solches hätte zur Voraussehung, dah nur die Wirtschaft von dunller Februarabend, eine unheilschwangere Atmosphäre, die jeder spürt, obwohl man sich durch lose Deden und erzwungene Heiterkeit darüber hinwegläuschen möchte. Der schwa z: Tod soll wieder im Lande fein, es wird gemeldet, daß eine schwarze Maske sich ins Haus eingc- schlichen habe. Unheimliche Geräusche lassen sich hören, sä;auerlich pfeift der Wind, Tolenvögel schreien, gespenstisch flackert das Feuer im Kamin, eine vermummte Gestalt erscheint. Rach und nach enthüllt sich in andeutenden Gesprächen und wechfelnden Auftritten, daß auf Benigna der Schatten einer dunklen Schuld haftet. Rur ihre Verkrau.e, Rosa, ihr Diener und der alte Sude Wilsen um ihre dunkie Vergangenheit; ihr Mann verehrt in ihr das JdeaLilo einer Frau. Cs erscheint, durch Ahnungen angekündigt, der frühere LiebhaÖer Benignas. Ein dunkler Abdruck seiner Hand auf dem Tdchiuch macht es ihr schließlich z tt grausigen Gewißheit, daß er in ter Rähe wecke. Wild aufschreiend stürzt sie davon. Hnd kurz darauf ersähet man von ihrem Tod. Ob sie durch Selostmord oder durch die Hand dcs alten Celiebien endete, ob sie an der Pest starb, bleibt of,en. Tas Bucgtheater setzte alles daran, dir Anforderungen, die das Stück an die Regie stellt, zu erfüllen und ließ in dieser Hinsicht auaj nichts zu wünschen übrig. Beim „Hex en ritt" allerdings tut einem die angewendete Mühe saft leid. Es ist nicht recht einzusehen, warum diese, ge inbe gesagt, unbedeutende Farce — es werden uns die Traumvisionen zweier Entenjäger, die an der Brandstätte eines alten Schlosses nächtigen, vorgesührt — überhaupt zur Aufführung g - langte. _ Gerhart Hauptmann, der der Ausführung persönlich beiwohnte, wurde schon vor Beginn der Vorstellung, als er seine Loge betrat, durch lebhafte Akckamationen gefeiert. Schon nach bei „schwarzen Maske" jeboch Hang ber Beifall ein wenig gedämpft. Am Ende des zweiten Stückes lleh sich sogar ein zeitweiliges Zischen vernehmen, das^ aber schließlich doch durch den Beifall übertönt wurde. Ein Beifall, ber fr i- lich weniger seinem Stücke galt als ber Shr- surcht vor feinem alten großen Damen. A.Sch. wirtschaftlichen Dingen etwas versteht und der wirtschaftspolitische Minister nicht. Diese Auffassung teilte ich nie und auf Gründ bestimmter wirtschaftlicher Ereignisse der letzten Zeit erst recht nicht. Schließlich bemerke ich noch, daß die religiös-ethischen Gesichtspunkte l>eute mehr denn je auch im Wirtschaftsleben beachtet werden müssen. Ich freue mich deshalb über jeden Geschäftsmann, der es fertig bringt, seine religiösen Ideale auch durch Schließung seines Geschäfts an ihm besonders heiligem Feier- tage zu betätigen, und ich hofse, daß das religiös und sozial empfindende Publikum solchen Geschäftsleuten weitgehendes Verständnis entgegenbringt. Im übrigen erkläre ich, daß ich eine Pressepolemik über diese Fragen für zwecklos halte und deshalb auf weitere Aeußerungen nicht mehr antworten werde. Die Aussprache im Hessischen Landtage, im sozialpolitischen Ausschüsse des Reichstages und im ReichZrat haben mir die Gewißheit gegeben, daß die überwiegende Mehrheit der Volksvertreter aller Richtungen meiner Auffassung in dieser Frage sind und daß durch ein Rotgesetz schon für dieses Jahr eine vorläufige und durch das Arbeitsschuhgeseh eine endgültige Regelung im nächsten Jahr kommen wird. Ich bin überzeugt, daß nach wenigen Jahren die Geschäftswelt den früheren Schluß am Weihnachts-Heiligabend ebensowenig wird entbehren wollen, wie sie den 7-Uhr-Ladenschluß an Werktagen und die Sonntagsruhe jetzt noch missen möchte. K o r e l l, Minister für Arbeit und Wirtschaft. Oberheffen. Landkreis Gießen. —. — Klein-Linden, 7. Dez. Einen neuzeitlichen Schieb stund erbaut gegenwärtig der hiesige Schühenklub „Roland". Die Anlage liegt an der Waldhege auf einem fiskalischen Grundstück nahe dem Tergwerkswalde und ist zur Aufstellung von zehn Zielscheiben eingerichtet. Auch werden noch mehrere Vlen- den aufgebaut sowie ein fünf Meter hoher Kugelfang errichtet. Der Schützenbund Lahn-Dill- Hüttenberg, dein der Verein angehort, beabsichtigt sein nächstjähriges Dundesschießen auf diesem neuen Platze abzuhalten. Der Schühenklub „Roland" ist der älteste hiesige Schützenverein; er zählt rund 60 Mitglieder. v. Londorf, 7. Dez. Am Donnerstagabend hielt Landwirtschaftsrat Dr. Bocher, Grünberg, im Lokale von Höchst einen Vortrag über richtige Behandlung des Stallmistes, Jauche usw. Er legte dar, daß durch richtige Behandlung und sachgemäße Anlagen von Misthvfen und Iauchcgruben große Vorteile erzielt werden, man könnte für jedes Stück Vieh den Wert auf etwa 50 Mark rechnen. Die Versammlung dankte dem Vortragenden für seine lehrreichen, leichtverständlichen Ausführungen durch starken Beifall. In der anregenden Diskussion wurde noch manche Aufklärung und Belehrung gegeben. gck. Großen-Duseck, 7. Dez. In der Volkshochschule hielt Dr. M a l e ch den letzten seiner drei Vorträge über Ernährungskunde. Der Redner verbreitete sich diesmal über die Verdauung, die Anpassung der Speifen an unseren Körper. Als das wichtigste wurde her- ausgesteklt: Cs muh eine Aenderung in der Zusammenstellung und der Zubereitung unsrer Rührung erfolgen, Unsre Ernährung soll weit- gehendst die Frischkost, rohe und frisch geerntete, nur leicht gedämpfte Speisen, berücksichtigen. ■Sinter allen Umständen muh das Hinunterschlingen heiher Speisen und ebenso müssen heiße Getränke gemieden werden. Diese schädigen die Magenzellen, und Erkrankungen, wie Geschwüre, ja sogar Krebs, können als Folgeerscheinung auftreten. Beim Essen soll man darauf bedacht sein, nicht durch zuviel Flüssigkeit die Magen- und Darmsäfte zu sehr zu verdünnen. Gröhe Bedeutung kommt dem richtigen Kauen und dem- Stirnen, Sport und Spiel. Gepäckmarsch der Gießener Studentenschaft. Am gestrigen Sonnlagvormittag fand der diesjährige Gepäckmarsch der Giehener Studentenschaft, der dritte seit Schaffung dieser sportlichen Betätigung der Giehener Kommilitonen, statt. Während die Märsche in den beiden vorhergehenden Jahren über 15 Kilometer gingen und die Strecke am Flugplatz vorbei in Richtung Wieseck/Marburgcr Straße führte, war der gestrige Marsch nur auf zwölf Kilometer beschränkt, und die Strecke führte dies- mal von der Ludwigstrahe durch die Kaiserallce die Landstrahe nach Grünberg entlang bis zur achten Schneise, auf dieser quer durch den Stadtwald zur Licher Strahe, von hier aus zurück durch die Kaiserallee, Ludwigstrahe nach der Universität. Die Zahl der beteiligten Mannschaften war gestern geringer, als in den beiden früheren Jahren. Cs stellten sich insgesamt drei Mannschaften (Rheinfranken I., Rheinfranken ll., Korps Teutonia), sowie eine Anzahl Einzelkämp^er. Um 11 Uhr erfolgte der Start von der Universität aus. Die Mannschaften legten die Strecke in außerordentlich schneller Weise zurück, so daß sie erheblich vor der veröffentlichten Zeit am Zielpunkt (Universität) wieder eintrafen. Die Mannschaften Rheinfranken II und Korps Teut o n i a machten auf der Strecke weitaus den besten Gesamteindruck und erreichten auch die vortrefflichsten Marschleistungen. Bei dcr Siegerverkündigung im Groben Hörsaal konnte Prof. Dr. Lehmann im Ramen des Akademischen Ausschusses für Letbes- übungen folgendes Ergebnis des Wettkampfes über die zwölf Kilometer lange Strecke bekanntgeben: 1. Sieger: Mannschaft Rhein- frankenll, 1 Stunde 7 Minuten 30 Sekunden; 2.: Corps Teutonia 1 Stunde 8 Min. 50 Sek. RheinfrankenII erhielt den Preis der Giehener Dozentenschaft, den die Rheinfranken bereits in den beiden vorhergehenden Jahren errungen hatten und der nun nach bem gestrigen Siege endgültig in den Besitz der Rheinfranken übergeht. Dem Corps Teutonia wurde als Mannschaft mit der besten Haltung auf dem ganzen Marsche von Prof. Dr. Lehmann ein besonderes Lob gezollt. Fachschaft mit derprozentualgröhtenDeteiligung (3,2 v. H. der Wetttämp'er) waren die Theologen, die den Preis des Hessischen Ministeriums für Kultus- und Bildungswesen erhielten. Von den Einzelkämpfern wurde stuck, theol. Kleemann erster Sieger mit 1:06,25 Uhr. Zweiter Sieger wurde stuck, jur. Reih mit 1:10,45 Uhr. Die beste Zeit überhaupt auf dem Marsche erzielte stud, theol. Kleemann. Kußball in Süddeutschland. Im Bezirk Main-Hessen lieferten sich gestern in der G r u p p e M a i n Rotweiß und Eintracht Frankfurt ein erbittertes 1:1, wobei der Gewinn eines Punktes gegen den als einzige Mann- schäft in Süddeutschland ungeschlagenen Mainmeister den Rotweißen noch zum 2. oder 3. Platz dienlich sein kann. F. Sp. B. Frankfurt und Union Niederrad spielten 4:3, so daß beide Mannschaften mit ihren 14 Punkten Anwärter auf Tabellenplätze bleiben. Aus dem Wettbewerb endgültig ausgeschieden sind die Offenbacher Kickers, die aus Hanau vom 1. F. C. 93 mit 1:3 geschlagen heimkehrten. Sp. Vgg. 02 Griesheim verlor auf eigenem Platze 2:4 gegen Germania Bieber. — Die GruppeHef- f e n sah sehr knappe Ergebnisse. Der neue Meister, Wormatia Worms, kehrte aus Bingen nur mit einem 1:0 gegen Hassia zurück. S. V. Wiesbaden verlor in Langen gegen den 1. F. C. 03 mit 0:1, bleibt aber auf dem 3. Platz. Der S. V. 98 Darmstadt feierte neuerdings einen Sieg, diesmal mit 2 0 über Alemannia Worms, und wurde hierdurch mit Hassia Bingen punktgleich auf dem letzten Platz. Im Bezirk Bayern schied in der Gruppe N o r d b a y e r n der F. V. 04 Würzburg durch seine Niederlage von 0:2 Toren gegen den 1. F. E. Nürn- berg als Bewerber um den 3. Platz aus. Beim 1. F. C. Bayreuth holte sich die Sp. Vgg. Fürth mit 6:1 einen glatten Sieg. Sp. Vgg. Fürth, der 1. F. C. Nürnberg und der A. S. V. Nürnberg haben nunmehr endgültig die Plätze belegt. Sp. Vgg. Hof steigt ab. — Die Gruppe Sudbayern hatte ihre größte Ueberraschung in der ersten Nieder- läge, die sich der neue Gruppenmeister, der F. E. Bayern München, mit 2:3 Toren bei Jahn Regensburg holte. Schwaben Augsburg und Wacker München milderten die beiden noch drohende Abstiegs- gesahr durch eine Punktteilung mit 0:0. Die drei ersten Plätze wurden endgültig von Bayern München als Meister, S. V. 1860 München und Jahn Regensburg besetzt. Die restlichen fünf Vereine kommen noch für den Abstieg in Frage. Fußbatl in Heften-Hannover. Der Tabellenführer verliert wieder einen Punkt. Auch am gestrigen Sonntag gab es bei den Fußballkämpfen oer Sonderklasse im Bezirk Hessen-Hannover wieder eine große Ueberraschung. Hermannia Kassel, die erst am Vorsonntag in Fulda hoch mit 6:0 Treffern geschlagen worden war, konnte in einem l:l-Spiel dem Tabellenführer S. C. 0 3 Kassel, der sichtlich von feiner Form eingebüßt hat, einen wichtigen Punkt abnehmen. Das Spiel litt sehr unter dem starken Wind und wurde außerdem auch noch recht hart durchgeführt. Der lachende Dritte ist die Borussia Fulda, die jetzt nur noch einen Punkt hinter Kassel 03 zurückliegt. — Für den zweiten Platz kommen noch Kurhessen Kassel und Spielverein Kassel in Frage. Spielverein Kassel fertigte Kurhessen Marburg ganz überlegen 5:0 ab. Hessen 09 und Göttingen 05 trennten sich mit einem 1:1 nach vollkommen ausgeglichenem Spiel. Gchwimniclubkanipf in München. München 99 schlägt Bayern 07 Nürnberg 3:1. Am Sonntag wurde in München im Rahmen der alljährlichen stattfindenden Weihnachtsschwimmkämpfe ein Klubkampf zwischen den beiden führenden bayrischen Schwimmvereinen, SD. 99 München und Bayern 07 Nürnberg, ausgetragen. Im Gesamtergebnis siegten die Münchener eindrucksvoll mit 3:1 Punkten. Die Einzelergebnisse waren: 10 mal 100= Meter-Freistilstaffel: 1. München 99 11:44,5 Min. (Bahnrekord); 3 mal 100-Meter-Bruststaffel: 1. Bayern 07 Nürnberg 3:47 Min; 10 mal 50-Meter- Freistilstaffel: 1. München 99 4:58 Min. (Bahnrekord). Wasserballjpiele: München 99 — Bayern 07 3:1 (0:1), München 99-Reseroe — Bayern 07-Re- serve 5:3 (3:1). gemäß der richtigen Einspeichelung der Speisen zu.' Ebenso wurde erörtert, ob es ratsam und möglich sei, nach dem Abendessen zu ruhen. Sodann erläuterte der Vortragende an Hand von Beispielen, wie man seine Mahlzeiten zweckdienlich ausstatten könne, und stellte den Hörern Abzüge mit Kostzusammenstellungen in Aussicht. Eine Reihe von Lichtbildern führte die wunderbare Zweckmäßigkeit unsre». Verdauungsorgane vor Augen. Die wiederum etwas zahlreicher erschienenen Hörer spendeten reichen Beifall. Rach Schluß des Vortrags sahen sich die Anwesenden noch eine größere Zahl durch den Lichtbildwerfer gezeigter, bedeutender Kirchen an. BKHmnHMAaraaaDBmaDMsaHaHBaBBHaa Kreis Schotten. -4- Schotten. 7. Dez. Die RelchSzen* träte für Heimatdienst veranstaltet nach einjähriger Pause am 13. Dezember wieder eine staatsbürgerliche D i l d un g s t a g u n g in der hiesigen Turnhalle. Dabei werden Dr. Thiel, Assistent am China-Institut Frankfurt am Main, über „Die weltpolitische Kräfteverteilung und Paneuropa" und Prof. Dr. Bergstr ä ß e r, Frankfurt a. M., über „Wahl-, Parlaments-, Derwaltungs-, Derfassungs- und Reichsreform" sprechen. An die Vorträge schließt sich eine Aussprache an. O Laubach, 5. Dez. In der gestrigen Haupt. Versammlung des Eisvereins im „Solm* ser Hof" wurde zunächst an Stelle des Studiendirek- tors Dr. Hainer (nach Alsfeld versetzt) als 1. Vor- sitzender Bürgermeister H ö g y , an Stelle des Kammerdirektors Birnbaum (nach Birstein verzo- gen) als 2. Vorsitzender Studienrat Schweißg ut gewählt. Studienrat Detter wurdtz- als Schriftführer, Vorschußkasserechner B o u r r e e als Rech, ner, Studienrat Dr. Dorf als 1., Lehrer Bechtold als 2. Eiswart wiedergewählt. In den Voranschlag für den kommenden Winter wurden als Einnahme und Ausgaben je 231 Mark eingestellt. Sodann erfolgte der Rechnungsvortrag für das abgelaufene Jahr. Die Rechnung wurde geprüft und für richtig befunden. Das vorhandene Guthaben beläuft sich auf 189 Mark. Die Mitgliederzahl beläuft sich auf 91 Personen. Für Januar wurde ein Eisfest am Abe nd in Aussicht genommen. Als Beitrag werden für die Familie 1,50 Mark, für Einzelmitglieder 75 Pf. er- hoben. Die Gemeinde und die Realschule leisten einen Jahresbeitrag von je 20 Mark. Die alten Akten des Vereins sollen auf dem Stadtarchiv aufbewahrt werden. § Ulrichstein, 7. Dez. In einer unter sehr starker Beteiligung hier abgehaltenen Versammlung fand die Gründung einerGenossen- schäft statt mit dem Ziel, die hiesige Molkerei aufzukaufen und das Unternehmen, daS schon lange hier am Ort besteht, vor dem Zusammenbruch, wie auch vor dem Verkauf in fremde Hände zu bewahren. Eine große Anzahl Ulrichsteiner Ortsbürger erklärten sogleich am Gründungsabend ihren Beitritt, zahlreiche Auswärtige tat dies in den folgenden Tagen, so daß die Gründung erfolgen konnte. Die neue „Molkereigenosfenschaft Ulrichstein eingetragene Genossenschaft m. b. H." wurde sofort in das Genossenschaftsregister des hiesigen Amtsgerichts eingetragen. In den Vorstand wurden gewühlt: Bäckermeister Wilh.Rühl als Direktor, Landwirt Wilh. Ioh. Fr. S t e i n als sein Stellvertreter, ferner Karl Horst als Rechner, Bürgermeister Appel und Bäckermeister Wilhelm Geiß. Die Molkerei wurde dem seitherigen Besitzer zu einem angemessenen Preis abgekauft, der Betrieb hat daher keine Unterbrechung erfahren und wird nun auf genossenschaftlicher Grundlage fortgeführt. Der gesamten Landwirtschaft treibenden Bevölkerung in unserem Bezirk ist damit ein großer Dienst erwiesen. Eichelsdvrf, 2.Dez. Der Schrecken der Auto-, Motorrad-, Radfahrer und Fußgänger ist eben der Straßenteil Eichelsdorf- Ober-Schmitten im Zuge der V-Straße Ridda—Schotten. Der Fahrweg i't ein kleines Wattenmeer zur Zeit der Ebbe. e;re Wasserpfühe reiht sich an die cmdere. Der starte Autoverkehr vergrößert sie zusehends. Wenn ein Kraftwagen herannaht, verschwinden >.c Fußgänger fluchtartig im Rebengelände, um Schuh vor den Wassersprihern zu suchen, hie bis über die Kopse Hinwegfliegen. Dernünstige Wagenlenker mäßigen das Tempo beim Vorbc- fahren, weil sie Mitleid mit den Fußgängern haben. Arrdern aber macht es ein Vergnügen, die Pfützen mit Vollgas zu nehmen und rüö- sichtslos an Mensch und Tier vorbeizurasen. Der Zustand dieses Strahenteils ist einer v-Strahe unwürdig, und läge sie auch nur Das Erbe desHermvonAnstetten. Vornan von Z. Schneider-Foerstl. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 21. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Gewiß!" Drunhilde empfand ein peinliches Gefühl, als die Unbekannte sie jetzt von oben bis unten musterte. „Ich habe Sie mir so ähnlich vorgestellt — eigentlich noch schöner," sagte sie mit einem ironischen Lächeln. „Man hat doch viele Mühe, sich immer so auf der Höhe zu halten, nicht wahr?" „Sirrd Sie gekommen, mich zu beleidigen?" In Brunhildes Körper jagte eine Dlutwelle die andere. Ein kurzes Auslachen der Fremden ließ sie die Frage tun: „Waren Sie nicht vorige Woche auf Anstetten?" „Gewiß, Baronin!" „Rachts, so zwischen zwölf und ein Uhr?" »Ganz richtig!" „Sie haben unten Im Park mit meinem Mann promeniert?" „Baronin haben ein glänzendes Gedächtnis." „Unverschämt!" fuhr Brunhilde auf. „Wenn ich gewußt hätte, um wen es sich handelt, würden Sie niemals in meine Räume gekommen sein. Ich will mit den Maitressen meines Gatten nichts zu tun haben." Der Zrauenkörper, dem die dunkle Samtrobe etwas Majestätisches gab, streckte sich: „Mit der Maitresse Ihres Gatten?" Der schmal gewordene Mund zuckte in Erregung. „Baronin, Sie haben Geschick für Diplomatie! Aber es nützt nichts. Richt mich trifft Ihre Beleidigung! Sie fällt auf Ihre eigene Person zurück. Ich bin keine Dirne! Aber Sie sind es: Als die Geliebte meines Mannes!" Brunhilde blickte sich hastig um. Zweifellos hatte sie es mit einer Irrsinnigen zu tun. Ihr Blick tastete hilfesuchend auf den weihen Knopf der Klingel, welche in das Muster der Tapete eingefügt war. Die Fremde sah es und deckte das Signalzeichen mit ihrem Rücken. „Versuchen Sie nicht, mir irgendwie entwischen zu wollen," warnte sie eisig. „Ich werde fragen und aus Ihren Antworten werde ich dann meine Schlüsse ziehen und mein Verhalten darnach einrichten. Seit wann besteht Ihre Bekanntschaft mit dem Grasen Oertzen?" Brunhilde fühlte einen Schlag über ihren Körper hinpeitschen. Das war das letzte, was sie erwartet hatte. Sie brauchte Sekunden, sich zu fassen, um ihre Selbstbeherrschung wieder zu finden. „Ich wüßte nicht. was Sie berechtigt, sich in meint Privatangelegenheiten zu mischen," be- schied sie kühl und konnte nicht verbergen, wie die Erregung ihren Körper vibrieren machte, denn die Fremde hatte sich jetzt einen Stuhl an ihren Tisch gerückt und sich darauf niedergelassen. „Sie müssen schon erlauben, daß ich mich setze," kam es spottend. „Unsere Unterhaltung dürfte länger dauern, als Ihnen lieb ist. Wollen Sie nicht Platz nehmen, Baronin?" Brunhilde nahm mit aller Gewalt ihre Rerven zusammen: „Sprechen Sie," stieß sie heraus. „Sie müssen schon gestatten, daß ich weiter frage: Hat Oertzen Ihnen eine bindende Zusage wegen einer Ehe gegeben?" Brunhilde empfand einen Ekel ohnegleichen. „Rein," sagte sie hart und tonlos. „Das könnte er auch nicht," meinte die Fremde gleichmütig. „Wenigstens nicht, solange er noch mit mir verheiratet ist." „Mit Ihnen?" — Brunhilde verspürte das Verblassen ihrer Haut. „Ja, mit mir," kam es ruhig. „Wir sind schon vor drei Jahren in England getraut worden. Ich habe bislang bei meinen Eltern in London gelebt, da ich mich mit Oertzen nicht so recht verstehen konnte. Seine Briefe waren glühend — ich wollte mich persönlich überzeugen, wie weit seine Gefühle gingen und erhielt so Kenntnis von seinem Verkehr mit Ihnen. Sie wußten wohl nicht, daß Sie es mit einem verheirateten Mann zu tun hatten?" „Rein!" „Wollen Sie sich nicht setzen, Baronin?" Das Gesicht Drunhildens war bis in die Lippen weiß und verzerrt. „Es gab natürlich sehr aufregende Szenen zwischen mir und Oertzen," sprach die Fremde weiter. „Er hat mir in der letzten Zeit sogar das Geld vorenthalten, das er mir vierteljährlich zu schicken versprach. Schließlich bin ich der Sache überdrüssig geworden und habe mich an Ihren Gatten gewandt, Baronin. Er hat mir das Zusammentreffen ermöglicht und zwanzigtausend Schilling versprochen, wenn ich über die Angelegenheit schweige — um — nun ja, es ist keinem Manne angenehm, wenn seine Ehre in den Schmutz gezogen wird." „Zwanzigtausend Schilling!" Brunhilde deckte die Hand über die Augen. „Dünkt Sie das soviel? Er hat mich auch davon verständigt, daß von einer Scheidung zwischen Ihnen vor der Volljährigkeit Ihres Sohnes nicht die Rede sein kann. Und ich begreife das sehr gut.“ Es war wieder der leichte Spott, der jetzt über das Gesicht Gertraud Holmfelds irrte. „Lassen Sie mir noch einmal die gleiche Summe überschreiben, Frau Baronin — und Oertzen soll kampflos in Ihren Besitz übergehen." Drunhilde muhte sich die Rägel ins Fleisch bohren, um Haltung zu bewahren. „Gehen Sie — ich könnte mich sonst an Ihnen vergreifen," schrie sie heraus. „Weshalb?" kam es erstaunt. „Wenn ich eifersüchtig wäre, würde doch die Reihe an mir sein. Ihnen die Augen auszukrahen und — seien Sie überzeugt, ich würde es gründlich machen. Aber so ist mir das Ganze gar nicht so viel wert. — Jedenfalls mochte ich Sie bitten, mir ein Angebot zu machen. Wenn Ihr Gatte mir schon zwanzigtausend Schilling bietet — so dürfte die Summe für Sie doch zum mindesten die gleiche sein." „Keinen Schilling!" Drunhilde erhob den Stuhl, als wollte sie ihr Gegenüber damit zertrümmern. „Sie ziehen es also demnach vor, Daronin, in die Mäuler der Gesellschaft zu kommen und sich unmöglich gemacht zu sehen." Das traf. Aber zu ihrer Ehre sei eS gesagt, Drunhilde dachte dabei weniger an sich selbst, als an ihren Gatten. Das mußte S^anä Peter um jeden Preis erspart bleiben! Das durfte er nicht auch noch zu ertragen haben! Sie sah dessen ernstes, hagergewordenes Gesicht vor sich, und gedachte des Augenblicks, da er, aller Fassung bar, sich gegen die Wand gelehnt hatte. Uni) sie hatte ihn noch beschimpft für ba£, was er an ihr getan, und ihn beschuldigt, das Erbe Dernds an den Ruin zu bringen. „Lassen Sie mich jetzt allein!" Es war ihr fast unmöglich, die Worte zu formen. „Sie brauchen keine Angst zu haben, daß ich Ihnen entwischen will. Für den Moment geht es über meine Kraft, mit Ihnen weiter zu unterhandeln. — Kommen Sie morgen vormittag zwischen neun und zehn, dann werde ich Ihnen Bescheid sagen." „Ich danke Ihnen, Baronin. Auf Wiedersehen!" Die Zofe fand die Herrin auf dem Teppich zusammengebrochen und alarmierte das ganze Haus. Ein Arzt kam — ein zweiter folgte auf dem Fuße — der Direktor des Palace-Hotels schloß vorsichtig die Türe, um nichts über den Vorfall durchsickern zu lassen. Schließlich war eine Ohnmacht doch kein Ereignis, an dem man starb. Für den Betrieb war es immerhin besser, wenn nichts davon in die Oeffentlichkeit kam. General Lötzen hatte mit Bernd eine Segel- partie gemacht und kam bester Laune den sonnenbeschienenen Weg zum Hotel herauf. Der Chef des Hauses bat ihn für einen Moment in fein Privatzimmer und setzte ihn schonend von der Unpäßlichkeit der Baronin in Kenntnis. Lotzen erschrak zwar für den Moment, aber bann lächelte er nachsichtig. „Vielleicht ein Kleib, bas die Schneiderin nicht prompt geliefert hatte oder etwas Aehnliches," sagte er schon wieder beruhigt. „Es wäre zu hoffen, Exzellenz!" Ohne Berndt zu informieren, ging der General nach den Zimmern, die seine Tochter bewohnte. Er lieh dem Enkel bestellen, er solle feinen Rachmittagstee in der Halle trinken, da er Wichtiges mit der Mama zu sprechen habe. Was sollte der Junge sich die paar schönen Tage durch die Laune einer Frau verderben lassen. Aber er revidierte sein Urteil sofort, als ier einige Minuten später bei feiner pochier eintrat und sie im Halodämmer auf einer Chaiselongue liegen fand. „Also wirllich etwas Ernstes," bemitleidete er sie. „Eine Magenverstimmung? Das Resselrode- Eis, das du zum Rachtisch genommen hast, war etwas reichlich." Er strich mit den feingeäderten, schmalen Händen das weiße Haupthaar zurück. Rach Brunhildes Gelenk greifend, zählte er deren Pulsschläge. „Eine Aufregung gehabt, wie? — Die Zofe hat mir gesagt, es wäre Besuch da- gewesen. (Sott, wie kann man sich nur von Krethi und Plethi so aus dem Gleichgewicht bringen lassen!" Drunhilde sah nicht auf und drückte das Gesicht tief in die seidenen Kissen, die auf dem Sofa lagen. „Möchtest du in meinem Rcuuen ein Telegramm an Hans Peter schicken?" „Gerne! Aber ich glaube, es ist wirllich nicht notig, Kind, ihn in Schrecken zu setzen, nur weil du dich für eine Stunde etwas unpäßlich fühlst. — Zudem, fo wie ihr zueinander steht, ist es mir rätselhaft, bah dich jetzt plötzlich nach ihm verlangt." „Ich habe ihm Unrecht getan, Papa." „Wie?" „Ich habe dir von seinem Rendezvous im Park» erzählt." Drunhilde wartete, bis der General nickte. „Die Sache verhält sich wesentlich anders. Die Dame, welche heute bei mir war, hat mich aufgeklärt, daß die zwanzigtauf:nd Schilling, die er ihr bot, das Schweigegeld für meine Beziehungen zu Oertzen seien." „Weih diese Dame davon?" Lötzen ärgerlich an seinem Schnurrbart. „Sie ist Oertzens rechtmäßige Frau!" „Donnerwetter!" „Ich habe das nicht gewußt, Papa." „Ich will es glauben. — Solche Geschtch^ sind mir ungemein zuwider, Drunhilde, weil sie schmutzig und ehrlos sind — und aufrichtig gesagt, dein Mann hat sich da wirllich als Kavalier benommen. Ein anderer hätte dich 6in' ausgeworfen." _ , „Wenn er nur ein Wort gesagt haben würde! „Das ist es eben, das ich ihm so hoch anrechne. Wenn die Sache wirllich nicht mehr ins Lot bracht werden kann, von Liebe zwischen euch war ja ohnedies nicht mehr die Rede, wie? Statt einer Antwort hob Drunhilde beu* Arme nach ihm, zog ihn zu sich herab unb barg in stoßweisem Schluchzen das Gesicht an fetne< Schulter. Ihr Weinen war so erschütternd, bay der General feine Augen feucht werden fühlte, (SortfeBung folgt.) WZ e- W9^Bun8 ,lnQ-3nft ih.fr »r -'FE Stelle 6=; B sMZ' } °"edergewShä Ä rKs- ’i am aibenbi« . ^afl werden für t» Wlmilgfieber 75 Pi (tl : » 20 »ft * ' Ä Mart. Die alle auf dem Stadlarchik 7ulp* SÄ M A scjy*,t*| jySU L i' 1 ginsend, E« . j '*5Ä^ i Igt. nut j ’%■& *>** | auf S ’ neu E^,eWN 2iX i schirr jU-Uffi i"!y-S{ >«» «* ’”pl. J . Rendezvous y fi‘ **J "* * 1 ^htmablge o * its^'S* r?M i ihn Jj.1 trft>'' fcl, i rlus^n' folgt) 2n einer uni« sch, , abgehaltenen Mw ,L L^nerDrnvffen. I ii«. die hiesige Hol. j| das Unternehmen, bei ‘ besteht, vor bem H vor dem Drrkaus U rm. Eme große Anzch k : «Hätten sogleich b Mritt, zahlreiche M ' m folgenden Lagen, |» £ eigen konnte. Die new P nfchast Ulrichstein M oft m. 6. 5j.“ tourbc fofoti g giftet des hiesigen Lnö» W n den Vorstand wurdoi « MH.2ühl als Dicek. W oh. Fr. St ein als fein I arl Horst als Äechwr, * • und Siitnntiftn Sih I rei wurde dem seitherigen fl messem Preis abgetauft, ■ ine Ilnlerbrechung erfahren W lossenschasüicher ©tunMagi | i Landwirlfchast tteibender ■ Bezirk ist damit ein grafe« Ä r.Dez. Der Schrecke'-G trab», LadfahrriW st eben der Straßen/. D r>Schmitten im<:: 2 Schotten. SerFahrvee | zur Feit der 6bbe c J n Sie andere. Der sto.n sie zufchends Dem 1 naht, verfchtoinden ' ; im Hebcngel* rfpchern zu suchen, ' Ä ntoegfliegen. Dcrm^i | das Tempo beim■ ■ «d mit den Fuhgur^ | macht es ein DerM ^ ias zu nehmen und r-; ■ 'imb Tier vorbeiM - 9 Strahenteils i| ««■ und läge sie ■ Int Kreise Schotten. Eine gründliche 3n- standschung wäre sehr zu begrüben. Kreis Alsfclv. WSN. Alsseld, 8. Dez. Am Freitagabend brach in dem Grundstück des Landwirts Friedrich R e i b - Ii nfl in Brauerschwend bei Alsfeld Feuer aus, dem trotz eifriger Bemühungen mehrerer Feuerwehren die große, mit reichen Stroh- und Hcuoor- räten gefüllte Scheune und die Stallunaen vollständig zumOpfer fielen. Nur mit Mühe konnten das Wohnhaus und einige angrenzende Gebäude von den Feuerwehren gerettet werden. Den Flammen find der ganze Geflügelbestand und eine Kuh zum Opfer gefallen. Heber die Entstehungsursache des Brandes ist bis jetzt noch nichts bekannt. (T) Groß - Felda , 6. Dez. Dag Sägewerk von Louis Römer wurde von der Firma Weinberg L Blumental in Fulda auf- gekauft. Die Bevölkerung hofft, daß das Sägewerk unserem Orte erhalten bleibt und dah es den Betrieb bald wieder aufnimmt. t_ Ober-Ohmen, 4. Dez. Gestern fand hier im Saale der Wirtschaft Krebs die öffentliche Prüfung der 26 jungen Mädchen des Hauswirtschaftskursus statt. Etwa 123 Personen, die Eltern der Mädchen und die Vertreter der Körperschaften, waren in dem schön geschmückten Saale anwesend, als Kreisschulrat Rausch (Alsfeld) die Prüfung eröffnete. Seine der Prüfung vorangehenden Ausführungen erläuterten den Eltern und Gästen den Sinn und Zweck der Haushaltungskurse. Sie sollen die weibliche Jugend vorbereiten auf ihren zukünftigen Lauf als Staatsbürgerin, Hausfrau und Mutter. Die Prüfung, die unter Leitung von Fräulein Sauer (Alsfeld) stattfand, brachte ein sehr erfreuliches Ergebnis. Angesichts der kurzen Zeit — der Kursus währte sechs Wochen — verfügten die Mädchen über schönes Wissen und auch Können. Besonders anschaulich wurden die Verbände bei verschiedenen Verletzungen gezeigt. Dem offiziellen Teil folgte nach einer Pause, in der die Ausstellung von Handarbeiten besichtigt wurde, ein gemütliches CBeifammen- sein. 3n bunter Folge wechselten dabei Ansprachen, Deklamationen, Mädchenchöre und gemeinsame Lieder ab, so daß die Stunden nur allzu rasch schwanden. Preußen. Kreis Wetzlar. eo Lützellinden, 4. Dez. Zn der hiesigen Gemeinde ist die Zahl der Ar b e i t s l o s e n aus 50 gestiegen. < > Hochelheim, 4. Dez. Zm hiesigen Orte sind zur Zeit 38 Arbeitslose vorhanden. - &• Lützellinden, 6. Dez. Der Kreisver- band Wetzlar der Geflügel- und Kleintierzuchtvereine hält am 14. und 15. Dez. in der Gastwirtschaft Franz Hierselbst seine e r st e Verbandsausstellung ab. 3n dem erst im vorigen Jahre gegründeten Verband sind die Vereine Wetzlar, Lützellinden, Hörnsheim und Hochelheim vereinigt, die durch ihren Zusammenschluß eine wirksamere Durchsetzung ihrer züchterischen Interessen zu erreichen suchen. Die Ausstellung, mit der eine Prämiierung der besten Tiere verbunden ist, wird eine reichhaltige Beschickung mit erstklassigem Zuchtmaterial aufweisen. - Z- Aus dem Hüttenberg, 6. Dez. Gegenwärtig ist die Rachfrage nach fetten Gänsen durch die Händler sehr rege. Der Preis beträgt durchweg je Pfund 1,10 bis 1,20 Mark. Ein Eisenbahnzug in eine Schafherde. WSR. Mainz, 8. Dez. Am 6. d.M. wurde zwischen Hillesheim—Dorn-Dürkheim und Frettenheim eine Schafherde von einem Personenzug überfahren, wobei 24 Schafe getötet wurden. Der Besitzer der Schafherde ist B u t l a n d in Düsseldorf. Wirtschaft. Neuer revidierter Status der Favag. Allgemein hatte man erwartet, daß der neue, revidierte Status der Frankfurter Allgemeinen Verficherungs-A-G. gegen die am 20. September veröffentlichten vorläufigen Ziffern eine erhebliche Verschlechterung aufweisen werde. Diese Annahme hat sich in vollstem Maße bestätigt. Der neue Status per 17. August weist — neben dem Verlust des Aktienkapitals und der Reserven der Favag — einen Passiv- saldo von 35,8 Mill. Mk. aus, während der vorhergehende Status noch mit einem Aktiv- überschuß von 6,5 Mill. Mk. abschloß. Bei den neuen Ziffern ist jedoch der Kaufpreis der Allianz für die älebernahme des direkten Ver- sicherungsgeschäftes noch nicht berücksichtigt, da die Höhe des Kaufpreises noch ungewiß ist. Die Meinungen darüber gehen weit auseinander. Die Verwaltung der Favag steht auf dem Standpunkt, daß die Bewertung des übernommenen Geschäftes mit einem wesentlich höheren Betrag als die bis jetzt gezahlten 15 Mill. Mk. am Platze sei: je nach der Höhe des Kaufpreises wird sich der Status entsprechend verbessern. Die Vorbereitungen der endgültigen Verhandlungen mit der Allianz werden mit Rachdruck fortgeführt, so dah man in absehbarer Zeit auf eine endgültige Preisfestsetzung hofft. Die Verschlechterung des Status beruht auf den Ausfällen, die die Favag bei der Frankfurter 2ndustrie-Kredit-G. m. b. H., sowie bei anderen KonzerngesellfchafLen über das im September geschätzte Maß hinaus erleiden dürfte. Die Verwaltung ist bestrebt, sobald wie möglich zu einer definitiven Feststellung der Gesamt- Verbindlichkeiten der Favag zu gelangen. Erst danach wird man in der Lage sein, den Gläubigern endgültige Vorschläge zu unterbreiten. Man hofft, bis etwa l.März 1930 klar zu sehen. Fest steht natürlich, daß die Gläubiger mit einer vollen Befriedigung ihrer Forderungen auch im günstigsten Fall nicht mehr rechnen können, ganz abgesehen von den Aktionären, die leer ausgehen werden, wenn nicht nach Prüfung der Regreßmöglichkeiten durch Inanspruchnahme des Aufsichtsrates und alten Vorstandes Mittel beschafft werden können. • Die amtliche Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 4. Dezember berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber der Vorwoche (135) um 0.3 Proz. auf 134,6 zurückgegangen. Die Indexziffern für die Hauptgruppen stellten sich für Agrarstoffe auf 126,5 (127,4), für industrielle Rohstoffe und Halbwaren auf 129,7 (129,8) und für industrielle Fertigwaren auf 156,2 (156,4). Jin Monatsdurchschnitt R o vember ist die Gesamtindexziffer der Großhandelspreise gegenüber dem Vormonat um 1,2 Prozent auf 133,5 (137,2) gesunken. Die Indexziffern für die Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 128,4 (131,7), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 129,9 (130,9), industrielle Fertigwaren 156,5 (156,6). ' Stand der Wintersaaten im Deut- schen Reich Anfang Dezember. Die milde Witterung im Rovember hat bei geringen Riederschlägen sowohl die Weitersührung der noch ausstehenden Feldarbeiten, als auch die Entwicklung der jungen Saaten überall gefördert. Die Ernte der Hackfrüchte ist nunmehr mit wenigen Ausnahmen beendet. Bei den Zuckerrüben bereitete das Roden und Abfahren in diesem Jahre keine besonderen Schwierigkeiten. Die Bestellung des Wintergetreides ist durch das offene Wetter allenthalben in dem vorgesehenen Umfang glatt zu Ende gebracht worden. Soweit die Wintersaaten ausgelaufen sind, zeigen sie größtenteils eine kräftige Entwicklung und weisen im allgemeinen eine lebhafte grüne Farbe und gute Bestockung auf. Rur bei den Spätsaaten ist das Wachstum mitunter noch etwas im Rückstand. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten 2 — gut, 3 — mittel, 4 — gering, ergibt sich im Reichsdurchschnitt folgende Be- gutachtung: Winterweizen 2,5 (Vormonat 2,7), Winterspelz 2,6 (2,8), Winterroggen 2,4 (2,6), Wintergerste 2,5 (2,6). * D i e Insolvenz der Bankfirma Rudolf R. Bauer, Frankfurt a. M. Wie WTB.-Handelsdienst ersährt, sind die bei der in Schwierigkeiten geratenen Bankfirma unter Leitung der Allgemeinen Revifions- und Verwal- tungs 21.©., Frankfurt a. M. vorgenommenen Prüfungsarbeiten soweit gediehen, daß die Gläubiger zu einer ersten Gläubigerversammlung am 18. Dezember eingeladen werden können. Die Aktiven überschreiten die Passiven um 3,506 Mill. Mark. Mit Rücksicht darauf, daß ein großer 'Teil der Aktiven aus Außenständen besteht, die noch nicht füllig sind, wurden weitgehende Abschreibungen vorgenommen von insgesamt 2,013 Mill. Mark. Weitere 700 000 Mark wurden für etwaige aus den Büchern nicht ersichtliche Ansprüche zurückgestellt. Dabei ist z. B. an eine Inanspruchnahme aus den Bürgschaften zu denken, die der verstorbene Bankier Bauer übernommen hatte. Rach vorsichtigster Bewertung ergibt sich immer noch ein Aktivüberschuh von 792 924 Mark. Bei ruhiger Abwicklung kann daher mit einer volleit Befriedigung der Gläubiger gerechnet werden. * Hafenmühle in Frankfurt a. M., 21. - G. In der Aufsichtsratssitzung wurde beschlossen, unter teilweiser Berücksichtigung der bekannten Debitorenverluste (aus der Insolvenz Jakob Drehfuß) entsprechende Rückstellungen vorzunehmen, so daß von einer Dividendenverteilung Abstand genommen und ein 2krluft von 139 892 Mark ausgewiesen wird, der vorgetragen werden soll. (2m Vorjahr wurden aus 168 000 Mk. Reingewinn 5 Prozent Dividende verteilt.) Die Abschreibungen auf die Anlagewerte sind in normaler Höhe vorgenommen. (G. V. 31. Dez.) • Eine neue Beamtenbank. Wie der »Berliner Lokalanzeiger" mitteilt, haben die seit einiger Zeit zwischen der Zentralbank für deutsche Beamte A.-G. und der Deutschen Dank und Discontogesellschaft geführten Anlehnungsverhandlungen des Beamteninstituts an die Großbank zu einem günstigen Ergebnis geführt. Unter Führung der Deutschen Dank und Discontogesellschaft wird mit einem Kapital von zunächst 500 000 Mark ein neues Beamtenbank-Institut ins Leben gerufen, das auf gemeinnütziger Grundlage aufgebaut ist. Die Großbank übernimmt die Einlagen des Instituts und erhält dafür maßgeblichen Einfluß. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 9. Dez. Tendenz: freundlich. — Die Stimmung war zu Beginn der neuen Woche an der Börse freundlich, obwohl Anregungen im großen und ganzen fehlten. Die feste Reuyorker Börse vom Samstag genügte vollkommen, um eine Besserung herbeizuführen. Das Geschäft war sehr klein, da Aufträge kaum eingetroffen waren. Rur in einzelnen Spezialwerten kam das Interesse etwas mehr zum Ausdruck, die auch ansehnliche Kursbesserungen gegenüber den Schlußkursen vom Samstag aufzuweisen hatten. Die Spekulation verhielt sich zurückhaltend und nahm nur vereinzelt Meinungskäufe vor. Die nicht gerade vorteilhaften deutschen Geldmarktverhältnisse wirkten geschäftshemmend. Stärker in den Vordergrund traten am Elektromarkt Chadeaktien, die erneut 10 Mk. gewinnen konnten. Außerdem zeigte sich noch 3ntereffe für Gesfürel mit plus 4 Prozent, und Schuckert, die 3 Prozent anzogen: AEG. lagen 1,5 Prozent gebessert. Am Chemiemarkt eröffneten Farben 2,5 Prozent, und Rütgerswerke 1,5 Prozent höher. Zellstoffwerte gewannen von 1,5 bis 3,5 Prozent. Kaliaktien zogen 3,5 Prozent an. Montanwerte läge nl,5 Prozent fester. Eine Ausnahme machten Kunstseidepapiere. Ohne daß größeres Angebot herauskam, gaben Bemberg 2 Prozent und Aku 1,5 Prozent nach. Die übrigen Märkte lagen leblos. Zur Erstnotiz kamen nur wenig amtliche Rotierungen zur Veröffentlichung. Renten bei stillem Geschäft etwas gebessert. Im Verlaufe blieb das Geschäft, nachdem vorübergehend eine Belebung cingetreten war, still. Die Kurse waren gegen Anfang wenig verändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1738, gegen Pfund 20,389, gegen Paris 123,99, gegen Mailand 93,23, gegen Madrid 35,38, gegen Holland 12,0960, London gegen Kabel 4,8830. Berliner Börse. Berlin, 9. Dez. Die Börse zeigte zum Wochen- beginn wieder ein sehr ruhiges Aussehen, nachdem der Vormittagsverkchr fast geschäftslos war. Der Ordereingang bei den Banken hielt sich in sehr engen Grenzen. Die Spekulation legte eine ziemlich große Zurückhaltung an den Tag. Die Festigkeit der Neuyorker Börse vom Samstag brachte nur, eine geringe Anregung. Der Absatzsteigerung beim Rheinisch-westfälischen Kohlensyndikat stand der Rückgang im oberschlesischen Absatz gegenüber, doch konnten sich einige Montanpapiere, wie zürn Beispiel Harpener und Rheinische Braunkohlen, befestigen. Marirnilianshütte waren 4 v. H gebessert. Man sprach über den Novemberausweis des Reparationsagenten, über den Tabakstatus, über die Diskontsenkung der Bank von Oesterreich und diskutierte weiter lebhaft über die Wirkungen, die der Schritt des Reichsbankpräsidenten bis jetzt ausgelöst hätte. 3m allgemeinen war die Kursgestaltung nicht einheitlich, die Schwankungen hielten sich im Rahmen von 1 bis 2 v. H. Bemberg lagen m Reaktion fast 5 v. H. schwächer. Auch Polnphon und Konti Gummi verloren bis zu 4 vH. Fest lagen Chadeaktien, die um fast 8 Mark anziehen konnten, und Chemische Heyden, die sich erneut um 2 o. H. befestigten. Deut' sche Anleihen und Ausländer waren ebenfalls nicht einheitlich. Der Pfandbriefmarkt schien eher xur Schwäche zu neigen. Am Geldmarkt zeigte sich für Tagesgeld eine Erleichterung. Der Satz stellte ich auf 7 bis 9 o. H. Monatsgeld war unverändert mit 8,75 o. H. bis 10 v. H. Nach den ersten Kursen war es bann etwas lebhafter und fester, da die stärkere Nachfrage nach I.-G,-Farben, die 2 v. H. gewannen, anregte. Nur Norddeutsche Wolle lagen auf die schwierige Situation in der Textilindustrie fast 4 v. H. schwächer. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. Dez. Zu Beginn der neuen Woche war die Haltung am Produktenmarkt schwach. Das Inlandangebot war etwas größer und konnte nur bei Verlusten untergebracht werden. Verstimmend wirkten die schwächeren Auslandnotierungen. Es wurden notiert: Weizen 26,25 bis 26,80; Doggen 19,50; Sommergerste für Brauzwecke 19,50 bis 19,75; Hafer, inländischer 18; Mais (gelb) für Futterzwecke 18,25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0. 38,75 bis 39,75; Roggenmehl 28,50 bis 30,00; Weizenkleie 10,25 bis 10,50; Roggenkleie 10,50; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 31 bis 44; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 55 bis 100; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 11; TDeizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 5,80 bis 6,00; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 5,80 bis 6,00; Treber, getrocknet 16,00. Tendenz: schwach. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 9. Dez. Auftrieb: 1505 Rinder (darunter 375 Ochsen, 51 Bullen, 588 Kühe, 431 Färsen), 471 Kälber, 112 Schafe, 4341 Schweine. Es wurden notiert: Rinder (Ochsen): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 56 bis 58 Mk., (ältere) 52 bis 55; sonstige vollfleischige (jüngere) 48 bis 51; (Dullen): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 54 bis 57, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 48 bis 53; (Kühe): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 46 bis 48, sonstige vollfleischige oder ausyemästete 42 bis 45, fleischige 35 bis 41, gering genährte 27 bis 34, (Färsen — Kalbinnen, Iungrinder —): vollfleischige, ausgem., höchsten Schlachtwerts 57 bis 60. vollfleischige 52 bis 56, fleischige 48 bis 51. — Kälber: beste Mast» und Saugkälber 77 bis 81, mittlere Mast- und Saugkälber 73 bis 76, geringe Kälber 68 bis 72. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 160 bis 300 Pfund Lebendgewicht 80 bis 82, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 73 bis 81 Mk. — Marktverkauf: Rinder ruhig, äleberstand. Schweine, Schafe und Kälber rege, ausverkauft. Schafe wegen des geringen Auftriebs nicht notiert. Frankfurter Eiermarkt. Marktlage: Tendenz stetig. Absatz infolge der allgemein schlechten Wirtschaftslage sehr schlecht. Preise teilweise rückgängig, sonst ziemlich behauptet. Preis in Pfennig per Stück: bulgarische 13,75 bis 14, holländische 11,50 bis 20, jugoslawische 14,75 bis 15, chinesische 11,25 bis 12, dänische 14 bis 19, belgisch-flandrische 17 bis 17,25, rumänische 12,50 bis 12,75. Buntes Allerlei. Tviederverlobung der Prinzessin Elisabeth iu Schaumburg. Die Verlobung der Prinzessin Elisabeth zu Schaumburg-Lippe, der einzigen Schwester des letzten regierenden Fürsten Adolf, mit dem Freiherrn Johann Herrin g von Frankensdorf zu Grünau bei Gmunden steht unmittelbar bevor. Die Herrings sind eine mährische Guts- und Bergwerks- bcsitzerfamilie. Die Braut, die im Alter von 21 Jahren steht, ist in erster Ehe mit Dr. Benvenuto Hauptmann, dem jüngsten Sohn des Dichters Gerhart Hauptmann, vermählt gewesen. Diese Ehe wurde am 13. November 1928 für nichtig erklärt. Professor ft. ID. Wagner erhält die heinrich-herh-2Nedaille. Auf der Festsitzung des Elektrotechnischen Vereins und der Heinrich-Hertz-Gescllschast wurde dem früheren Präsidenten des Telegraphentechnischen Reichsamtes Professor Dr. K. W. W a g - n e r die Goldene Heinrich-Herh-Medaille verliehen, und zwar für seine epochemachenden Verdienste um die Entwicklung Der Elektrotechnik im allgemeinen und der Schwingungsforschung im besonderen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 o. H., Lombardzinsfuß 8 o. H. Frankfurt a M Berlin Rtanlfun a M Beeil.' Frankfurt a M Berlin Banknoten. Schlu»- ffurt i-utn Kur: Schluß ftur» Anlang, ftur? ■sdjiufe. Bure >-M)i pur Schluß, fiitte Anfang. Run cdUUfr' Rurfr 1 "Uh. Rur. Lchlub- Anlang. Berlin, k. Dezember Gelb Bries Rur? stur; Amerikanische Noten .... Belgilche Noten ....... Dänische Noten ........ Englische Noten ........ Franzolische Noten ....... Holländische Noten ....... Italienische Noten........ Norwegische Noten....... Deutick-Oesterreich, k 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten....... Schweizer Noten........ Soanllche Nolen........ Tschechoslowakische Noten..... Ungarische Noten . ..... Devisenmarkt Berlin 4,16 58,18 111,63 20,325 16,395 167,99 21,71 111,68 58,56 2,00 112,30 80,90 57,68 12,33 72,80 — Jrantfur 4,18 58,42 112,07 20,405 16,455 168,67 21,79 112,12 53,70 2,00 112,74 81,22 57,92 12,39 73,10 a. 211. Datum 7. 12. 9. 12 7 12- 9. 12- Datum 7. 12- 9. 12. 7 12. 9- 12- Dalum 7. 12 9.12 7. 12 9. 12 6% eu Iche tKcidjiaiueux on ........ T% Deutichi RetchSauleihe von 1929 . ........ Dt. eiiu.^lblvs.-Echuld mÜ Sus Ivl.-Rectilen....... Tein! nfm» Vlu'iol. girAte 6% Hell. VolMaa« von 1929 (rüctjatjlb. 102%) Obeihcllen Provinz - Anleihe mil Ausloj.-Rechien Teullche ffontm. Sawmelabl Anleihe Serie 1 B% Tranis. Hvp.-Vonk Golbvle XIII untümai bie 1934 . . 7% Hronkl Hvp.-Bont Goldvte unfünDbat bis 1932 . . . . 4K% Nbeinlld)# Hyp.-Bant ßiqu. Koldvie........ 6% Pr. Lanvefrvlanvbrietanltail, Psandbricle tH 17..... 8% Pr LandeeplanbbrieianNalt, flomm.-Cbl S 16..... 7% Pr. PanDevpfcmDbrtefcinflaH, PsanbbAele Di. 10 . . . TLi y) aog <>ounea>Obligatüm rückzahlbar 1933 ...... 4% OeNerreichiickre Woibtte.. . 4.20% CfOrn Sllberr*- 4% Oclieoreickilche Einheitliche diente......... 4% Ungarijche Golbrte..... 4% Ungarilche Swatfrr. v. 1910 4y,% Dt«,il. von 1913 .... 4% Unpjinidie Rtonenrtc.. . . 4% Türl. HoUanleihe v. 1911 . 4% Türkische Bagvadbahn-An! Serie 1. . . 4% BMal. Serie II 5% Stumüntich» vereint) Rente von 1903 . . 4y,% iK imantldw vereint) Reni.' »on 1913 ....... 1% «urnanitche vereint), diente . 87,3 99 50 8,3 89,5 46 46,6 96,5 85 79,9 98 95 89 24 2 21,25 19,4 2 7,15 7,15 7,15 8,8 14,1 7,2 1 I l£ 1 1 1 . 1 1 1 1 1 1 1 Illi 87,5 99 50,1 8,1 89,25 46,4 98 95 89 24,6 2,9 2 21,25 19,5 2 7,4 7,2 7,15 3.85 14,3 7.2 II 1 '-1 II 1 I 1 1 1 1 1 1 1 l '«"° 1 1 i 9 >omburg.Ameri!a Palci ... )amb.-Lüdam. Dampllch- - - t >anla Dampslckisl.....1(1 lrorvdeutlcher Lloyd.....t ^lg. Deutlche llrevitanst. . - 1< garnier Bankverein .... 1< berliner Hanbelsgeielllch. . . 1. ^»mmerz- unv Prioai-Bank. 1' lärmst, u. Nationawaal . . 1 !eutiche Bank......1* :kconto.Äcielllchaft, NiU. . 1< Dieebner Bank......!• eichsbam........1 1.2.«............ gergmann ... ricktr. Lieierung4geieUschatk 1 icht und ftraft 1 eiten 4 Guilleaume . ... IV, lei. t. Elektr. Untern.. ... 10 >amb. iklektr «Werke .... 1 Ihcln Elektr......... -chlei. CHefr- ...... iu idiudett 4 Go. ......11 Siemens t Halske ..... 16 ranöradio ......... 8 ahmeyer 4 Go.......10 hiberufr . . . ....... 6 Leutiche ErdSl.......6 ilenet Steinkohle ...... f- 99,25 117 116,5 174 153,5 235 148 147,5 179,5 160,5 203,5 159 157,5 114.5 157 144 180,5 288,5 162 62,5 95 125 134,5 216 91 91,9 111,5 68 101,5 246 105,5 116 149 - — 161 182,75 135,5 92 93,25 99,75 162 145 98 118 117 176,5 154 235 148,75 148 279 159 203,5 161,75 157,75 116,25 160,5 129 152,5 180,5 288 123 160,5 62,5 94,4 131 126,25 135 109,5 215,25 92 108 92,75 HL5 95,75 102,5 247,75 105,75 99,25 97,5 118,25 116 176,5 154 235 148,5 147,5 276,75 160,5 203 159 117,5 160,75 152 182,5 289 122 62,9 93,75 126,5 136,5 216 91,75 107.75 92,5 110,5 96 102.25 249 106,75 Bereinigte Stahl» ... Otavi Minen . ... 16*/. Hubwerke Ajcherslebea . . . k Rai werke ißeftctegeln ... 10 R all wer e SaUvcriurlh ... 16 51. X. größter Auswahl Die Hansfranen-BeraWsslelle lädt für Montag, den 9. Dezember 1929, abends 8 Uhr, im Hotel Prinz Karl zu einer Besprechung ein. l.Was will die Hausfrauen-Beratungsstelle? 2. Praktische Weihnachts-Geschenke! Eintritt frei! Sprechstunden der Hausfrauen-Beratungsstelle: Dienstag 9—11 Uhr, Donnerstag 15—17 Uhr im Hotel Prinz Karl • Auskunft für jedermann. Wir machen unsere Mitglieder auf vorstehende Es ist billiger wenn Sie Ihre -Liköre mit Reichel-Essenzen zu Hause selbst machen. Dabei schmecken sie so gut. Es gibt 135 Sorten. Versuchen Sie einmal. -Lasten Sie sich in Ihrer Drogerie oder Apoth. Dr. Reiches Rezept- büchlein geben, es kostet nichts. Do nicht erhält!^ durch Otto Reichel, Lettin-Neukölln Billiges GelliiWter... .. steigende Eierpreise. Geflügelhalter, nutzt diese Marktlage aus. Mit Jlnskator-Eier- mehl. dem idealen Legefutter, werden Körbe voll Wintereier erzeugt — also viel Geld verdient Proben und Druck- fULUWCg* schritten kostenlos von Ihrem Händler oder r dem Hersteller: I wr I Bergisches WWerwerk \/ÄjAy G. m. b. H. 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