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Monats-Bezugrprelr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Vrvck vnd Verlag: vrühl'fche Univerfitätr-Vuch- und 51eindnlckerei K fange in Sietzen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7. Annahme von Anzeige« für die Tagcsnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teck Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Kolonien für Deutschland? Der englische Zeitungskönig, der Herr der .Daily Mail", der Bruder des verstorbenen Propagandaführers im Kriege, Lord Rother - Ni e r e, macht seit 3ahr und Tag von sich reden, indem er einen Feldzug gegen die heutigen Vrenzen Ungarns, gegen die territorialen Bestimmungen des Trianon- Dertrages führt. Diese Bemühungen ha- Len ihm viele sensationelle Lleberschriften für seine Zeitungen, allerhand warme Dankkundgebungen aus Ungarn und die Abneigung der Nachfolgestaaten eingetragen, die sich durch seine Propaganda in ihrem Besitzstand bedroht fühlen. Aber die englische Regierung hat es für nötig gehalten, mehrfach recht deutlich von dieser Meinung eines Einzelnen abzurücken, und im ganzen sehen wir heute so wenig, wie vor zwei oder drei Jahren irgendeine Bereitwilligkeit oder Möglichkeit, daß den gewiß berechtigten nationalen Anforderungen Ungarns Genüge geschehen würde. Deshalb ist es mit einiger Borsicht aufzunehmen, wenn der gleiche Lord Rothermere sich neuerdings im „Daily Mail" dafür einsetzt, daß Deutschland im Interesse einer Stärkung seiner republikanischen Regierung ein Teil seiner Kolonien zurückgegeben werde. Rothermere spricht in diesem Zusammenhänge von Kamerun und dem britischen Teil von Togo und trägt nicht gerade zur Stärkung des Eindrucks seiner Opferbereitschaft bei, wenn er diesen Borschlag der englischen Bevölkerung dadurch schmackhaft zu niachen sucht, daß diese Kolonien eine f inan» Stelle Belastung für die englische Regierung darstellten. Die ganze Kampagne mutet reichlich improvisiert an: der Lord hat zuvor eine vierzehntägige Autotour durch Deutschland unternommen, auf Grund deren er sich für koinpetent hält, der britischen Oeffentlichkeit ein Urteil über die wichtigsten Fragen der deutschen politischen Entwicklung abzugeben. Er hat im voraus seine Artikelserie angelündigt und im ersten Aufsatz nicht gerade Beweise eines tiefen Eindringens in die deutsche Volksseele geliefert, die er ver- nmtlich besonders in Hotels und anderen Gasthäusern während feiner eigenartigen und eiligen Autoreise gesammelt Ijat. Den zweiten Aufsatz nennt er „Wird die Republik Bestand haben?" und fommt_ dabei zu einer bejahenden Antwort. Freilich fügt er die an sich sehr vernünftige Bedingung hinzu, daß Sie ehemaligen Feindmächte dazu beitragen mühten, um den guten Willen und die Versöhnung zu fördern und damit eine republikanische Regierung zu stärken, die solche Tendenzen vertrete. Änd so gelangt er denn auch zu seiner Anregung in bezug auf die Kolonialfrage. Umstände und Beweggründe für diese Aktion werden uns daran verhindern, ihr ein übermäßiges Gewicht beizu- Cegcn. Außerdem aber darf doch nicht unausgesprochen bleiben, daß eine künftige koloniale Betätigung Deutschlands nicht von Prestige- und irnachtpolitischen Gesichtspunkten getragen sein darf, sondern rein wirtschaftliche Notwendigkeiten im Auge haben muh. Das heißt, es wird sich darum handeln müssen, Deutschland Arbeits Möglichkeiten und ein fehlendes Rohstoffreservoir für Iropische Produkte zu erschließen, die wir heute ■nit anderweitig dringend benötigter fremder Valuta und zu teuerem Preise kaufen müssen, so Daß dadurch unsere Volkswirtschaft, vor allem «cber auch die Fähigkeit für die Erfüllung von Reparationsleistungen sehr nachteilig beeinflußt wird. Ob gerade Die Verlust Po st en in der llolonialwirtschaftlichen Bilanz Englands und ein ffleiner Bruchteil unseres eigenen ehemaligen Kolonialreiches geeignet sind, diese Lücke unserer Volkswirtschaft auszufüllen, kann man füglich bezweifeln. Immerhin wird man die Aeußerungen des Zeitungslords als einen Beitrag zu der wachsen- Sen Erkenntnis der Lebensbedürfnisse Deutsch- Hands im Kreise seiner ehemaligen Gegner — zu uen schärfsten gehörte dereinst der Rorthcliffe- Rothermeresche Zeitungstrust — sich vormerken süssem Paneuropa. Herrioi über die Organisierung der Bereinigten Staaten von Europa. Wien, 8. Ott. (WTB.) Auf Einladung der Paneuropa-Union hielt nach einer Begrüßung durch den Präsidenten Coudenhove Ka- lergi der frühere französische Ministerpräsident ch e r t i o t einen Vortrag über das Thema „Die Srganifierung Europas". Anknüpfend an die ton Briand vorgeschlagenen Vereinigten Staaten ton Europa erklärte er, daß diese Vereinigung, wie er sie sich vorstelle, nicht aus der Basis Bet Einheit, sondern auf der Basis des Zusammenschlusses begründet sein solle. Er widerlegte sodann die gegen dieses Projekt erhobenen Einwände, daß sie sich gegen die Vereinigten Staaten von Amerika richteten, fermer den russischen Einwand, daß die Vereinigung der Staaten Europas eine heilige Allianz darstelle, und schließlich den einiger b riti- fcher Zeitungen, welche sich gegen das Programm Briands mit der alten historischen Idee des britischen Imperiums wendeten. Der wichtigste Punkt im Plane Briands sei, die rationelle Organisation der Produktion und des Austausches in Europa durchzu- fihren. Herriot trat dem von Briand dargelegten Vorbehalt bei, daß die Souveränität jeder Ration gewahrt bleiben müsse. Das Die deulsch-ftanzößschen Besprechungen. Oer Abgeordnete Paul Reynaud über seine Berliner Reise. — Oas angebliche Militärbündnis. - Oas Auswärtige Amt von den Besprechungen unterrichtet. Paris, 9. Okl. (1BIB. Funkspruch.) Der von seiner Reise nach Mexiko nach Frankreich zurückge- kchrle französische Abgeordnete Paul R e y n a u d, der der Partei Maginol angehörl, hat angesichts der Veröffentlichungen der „Rationalliberalen Korrespondenz" Vertretern der französischen Presse Erklä- rungen über die In der deutschen Veröffentlichung erwähnten Verhandlungen gegeben. Seine angeblichen Verhandlungen seien in Wirklichkeit nichts weiter gewesen als eine Studienreise, die er im April nach Berlin unternommen habe, ebenso wie er sich einen Monat vorher nach London begeben habe. Line solche Reise lohne sich schon. Deutschland habe ein dop- pcltes Gesicht: Auf der einen Seite das offizielle, das friedliche Deutschland und auf der anderen Seite eine fanatische Minderheit, die unter außergewöhnlichen Umständen die Regierung wieder übernehmen könnte. Da er sich über die Gefahr habe ganz klar werden wollen, habe er mit Männern aller Parteien, von der äußersten Linken bis zur äußersten Rechten gesprochen. Ls sei natürlich sehr leicht, diese privaten Besprechungen als geheime Verhandlungen hinzustellen. Ls sei wichtig, daß bei diesen Unterredungen deutscherseits von einem Militärbündnis gesprochen worden sei, wie dies auch Arnold Rechbcrg in Paris getan habe, aber er habe sofort geantwortet, daß eine derartige Formel London, 8. Okt. (WB.) Der Amtliche Britische Funkdienst veröffentlicht den Text der Einladung an Frankreich, Italien und Japan zur Teilnahme an der Seeabrüstungskonseren; in London. 3n dieser Einladung, die von dem Außenminister Heu- de rs on an d ie Londoner Botschafter der oben genannten drei Mächte gerichtet worden ist, heißt es: Die insormellen Besprechungen über eine Abrüstung zur See, die In den letzten drei Monaten zwischen dem Premiermini- stcr und dem Botschafter der vereinigten Staaten in London staltgesunden haben, haben jetzt ein Stadium erreicht, in dem kein Punkt von einer derartigen Wichtigkeit noch ausstehl, daß dadurch einem Abkommen Hindernisse in den Weg gelegt würden. Es werden daun die vier in der „Times" bereiks veröffentlichten Punkte aufgezählt, in denen die Regierungen Großbritanniens und der vereinigten Staaten im Laufe der Besprechungen zwischen Macdonald und Dawes zu einer vorläufigen Verständigung gelangt sind. Weiter wird gesagt, daß die großbritannische und die amerikanische Regierung übereingekommen sind, die Konferenz in London zu Beginn der dritten Januarwoche zu eröffnen, und es wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die Regierungen der drei oben genannten Mächte Vertre - ter zu der Konferenz entsenden werden. Auch die Vertreter der britischen Dominions seien zur Teilnahme an der Konferenz ausgeforderl worden. Die Ueberprüsung der gesamten Lage zur See liege im Interesse der allgemeinen Abrü- Werk, so schloß Herriot, wird den Völkerbund fördern. Wenn Europa nicht sinken will, muß es sich beeilen, die vereinigten europäischen Staaten ins Leben zu rufen. Die produktive ErWerdsiosenfürsorge. Auf der Suche nach neuen Mitteln für den Winter. Berlin, 8. Okt. (VDZ.) Wie in parlamentarischen Kreisen erklärt wird, wird es eine der demnächst zu lösenden Hauptaufgaben des Reichstages sein, für den bevorstehenden Winter Mittel für die Aufrechterhaltung der produktiven Erwerbslosenfürsorge zu schaffen. Der zuletzt bereitgestellte Betrag von 77 Millionen ist völlig erschöpft. Da mit einem Steigen der Erwerbslosigkeit in der üblichen Art für den Winter zu rechnen ist, wird die Schaffung eines neuen Fonds als eilige Aufgabe betrachtet. Die Verhandlungen darüber schweben auch schon seit einiger Zeit. Es wird sich einmal darum handeln, rund 30 Millionen durch einen Nachtragsetat für das laufende Geschäftsjahr freizumachen, und darüber hinaus im Wege des Vorgriffes auf das Etatsjahr 1930/31 weitere Beträge zu erhalten. Vor allem denkt man auch von der französischen O e s s e n l l l ch k e i t niemals angenommen werden würde, vielleicht könne man eine neuartigere Formel finden, etwa dadurch, daß die deutschen und die französischen Truppen dem Völkerbund zur Verfügung gestellt würden. Diese Maßnahme wäre dazu angetan, in Europa in sicherer und vollständiger Weise den Frieden zu wahren. Niemals habe er durchblicken lassen, daß Frankreich dem polnischen Korridor wenig Bedeutung beilege, er habe im Gegenteil den Deutschen, die ein Bündnis mit Frankreich wünschten, vorgehalten, daß sie doch in Frankreich einen loyalen Verbündeten finden wollten, Frankreich halte also auch an seinem Bündnis mit Polen fest. Die Reichsregierung sei über die Unterredung am Tage nachdem sie stattfand, unterrichtet worden. Stresemann, mit dem er vor seiner Abreise eine längere Unterredung gehabt habe, habe nicht einmal hiervon gesprochen. Er werde ihr wohl ebensowenig Bedeutung beigelegt haben, wie er, Reynaud, selbst. Man mache ihm, Reynaud, zum Vorwurf, daß er mit Deutschland gesprochen habe. In gewissen Kreisen habe es den Anschein, als ob bei einer Unterredung zwischen Deutschen und Franzosen unbedingt der Franzose cingewickelt werden müsse. Das wäre doch die Mentalität eines besiegten Volkes, Frankreich habe aber doch den Krieg gewonnen. st u n g. Die britische Regierung beabsichtige, den drei Mächten über die auf der Konferenz zu behandelnden Fragen Mitteilungen zu machen und werde sich freuen, entsprechende Mitteilungen der Mächte enkgcgenzunehmen. Es sei zu hoffen, daß es den auf dieser Konferenz vertretenen hauptsee- mächlen gelingen werde, zu einem Abkommen zu gelangen. Macdonald in Washington. Präsident Hoover über den Verlauf der Besprechungen zufrieden. W a s h i n g t o n, 8. Okt. (WTB.) 3m Weihen Hause wurde heute mitgeteilt, daß die Besprechungen zwischen Hoover und Macdonald noch andauerten; sie würden in freundschaftlichstem Geiste mit aller Offenheit geführt. Keiner von beiden halte mit irgend etwas zurück, und Präsident Hoover hoffe, daß aus dem Besuche eine größere Solidarität zwischen den beiden Völkern resultieren werde. Hoover erkenne besonders die freundliche, herzliche Mitarbeit der amerikanischen Presse an, die dadurch fast noch mehr nütze, als durch die Abmachungen zwischen den beiden Verhandlungsführern erzielt werden könnte. — Macdonald und seine Tochter siedelten heute vom Weißen Hause in die britische Botschaft über. Sie nahmen an einem Frühstück in der kanadischen Gesandtschaft und abends an einem Diner in der britischen Botschaft teil. Macdonald empfing die Chefs der hiesigen fremden Missionen. an den Bau von Landarbeiterwohnun- gen durch die produktive Erwerbslosenfürsorge. Die Verhandlungen über die Höhe des zu bewilligenden Betrages werden nun innerhalb der Fraktionen und bei den zuständigen Ressorts des Reichsfinanz. und des Reichsarbeitsministeriums geführt. Reichswehr und Stresemann-Trauerfeier. Berlin, 8. Okt. (Privat.) Zu verschiedenen Presseäußerungen im Zusammenhang mit der NichtbeteiligungderReichswehrander Trauerfeier und dem Trauerzug für Dr. Stresemann, in denen behauptet worden ist, daß seinerzeit bei der Trauerfeier für Rathenau Reichswehr einen Leichenkondukt gestellt habe, wird von zuständiger Stelle darauf hingewiesen, daß damals auf besondere Anordnung des Reichspräsidenten Ebert für den ermordeten Reichsaußenminister Rathenau eine E h r en- ko m p a g n i e der Reichswehr gestellt worden fei. Es muß aber beachtet werden, daß es sich dabei lediglich um eine Ehrenkompagnie und nicht um einen militärischen Leichenkondukt oder eine Leichenparade gehandelt hat, die auf Grund der Bestimmungen über die Beteili- aung von Militär an Trauerseierlichkeiten nur für Staatsob erhäupter und militä- rische Vorgesetzte in Frage kommt. OerHandelsverirag mitpolen Bor der Wiederaufnahme der Verhandlungen. Berlin, 9. Okt. (Priv.-Tel.) Wie wir erfahren^ hat sich der deutsche Gesandte in War- ch a u bereits gestern wieder nach Polen begeben, und es steht zu erwarten, daß es schon in diesen Tagen zur Wiederaufnahme der deutsch-polnischen Wirtschaftsoerhandlungen auf der Grundlage des deutschen Vorschlages kommen wird. Es ist an- zunehmen, daß die polnische Regierung morgen den deutschen Vorschlag beantwortet, wobei ie voraussichtlich, wie es ja auch schon in der polnischen Presse geschieht, das Fehlen der Schweinefrage besonders unterstreichen wird. Demgegenüber kann aber jetzt schon festgestellt werden, daß sich eine Erwähnung dieses Problems in dem deutschen Vorschlag schon deshalb erübrigte, weil die Schweinfrage durch das Angebot der M e i ft b e g ü n ft i g u n g s 11 a u f«J von vornherein herausfiel. Eine Abänderung der veterinär-polizeilichen Bestimmungen kommt schon deshalb nicht in Frage, weil dieselben ja für alle Staaten bestehen. 3m übrigen darf man die Polen daraus Hinweisen, daß gerade sie in der Liquidationsfrage alles Entgegenkommen vermissen ließen, das sie um so mehr jetzt von Deutschland verlangen. Wahrscheinlich wird auch dieses Problem in diesem Zusammenhänge eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Nie neuen Viehzölle. Aus dem Handelspolitischen Ausschuß des Reichstags. Berlin, 8. Okt. (VDZ.) Der Handelspolitische Ausschuß des Reichstags führte trotz Befchiuß- unsähigkeit eine Aussprache über die Zoll-An- träge durch, wobei Reichsernährungminister Dietrich erklärte, die Bindungen gegenüber Schweden liefen am 15. Februar ab. Bis dahin müsse und werde eine Regierungsvorlage f ü r neue Fleisch- und Diehzölle ausgearbeitet sein. Weiter warnte der Minister die Hopfcnbauern, den Heb eranbau von Hopfen fortzusetzen, trotzdem durch die Prohibition in Amerika und andere Umstände der Bedarf weit zurück- gegangen sei. Bezüglich der Zollsätze schien am Ende der Debatte am meisten Aussichten ein A n - trag Hermes (Zentr.) zu haben, der von der Bayerischen Volkspartei und dem Bayerischen Bauernbund unterstützt wurde, und der in feinem wesentlichen Znhalt auch deutschnationale Forderungen berücksichtigt. Dieser Antrag fordert für Rindvieh z u Schlachtzwecken 24,50 Mark, für Schafe 22,50 Mark Zoll pro Doppelzentner und für Rindfleisch einen Zollsatz von nicht unter 45 Mark. Nachdem festgestellt war, daß der Ausschuß wegen des Fehlens der Linksparteien b e ° schlußunfähig sei, wurde die Weiterberatung auf Mittwoch nachmittag vertagt. Eine 2Rcicf>£taftion zur Slühung des Roggenpreises? Berlin, 8. Okt. (Priv.-Tel.) Dieser Tage tauchen verschiedentlich Gerüchte auf, die von einer neuen Aktion zur tütjung des Roggenprei- s e s wissen wollen. Es wird berichtet, daß man eine Art Reichsgarantie für eine Lombardierung von größeren Roggenmengen plane, wobei gegen diesen Vorschlag schon jetzt Einwände erhoben werden, und der Gegenvorschlag gemacht wird, man solle auf dem Wege über ve r - billigte Düngermittelkredite helfend eingreifen. Wie wir aber von unterrichteter Seite hören, handelt es sich hierbei einstweilen nur um Erwägungen, denen bei den zuständigen Reichsstellen noch kein fester Plan zugrunde liegt. Erst die nächsten Tage werden Klarheit über diese an sich sehr dringliche Angelegenheit bringen können. Der Oppelner Theaterzwischensall vor Gericht. Oppeln, 8. Oft. (WTB.) 3m Pr. z-ß tcej.en der Ausschreitungen anläßlich des polnischen Tcheater-Gastspiels schilderte Thea.erdirektor Z u n a die Vorfälle im Theater und vor dem Bahnhof. Er gab an, im Tunnel des Oppelner Bahnhofs von drei Leuten angehalten und von einem derselben geschlagen worden zu sein. Er will auch gesehen haben, wie zwei weiter« Mitglieder des polnischen Theaters von denselben drei Personen mit Schlägen bedacht wurden. Eine positive Unterlage dafür, daß die Menge im Tunnel und auf der Strecke sowie vor dem Theater eine organisierte war, könne er nicht geben. Er vermute es aber. Der Angeklagte Zentner habe ihm entgcgengerufen: Das sind die Künstler, haut sie. Auch den Angeklagten Michaleczyk will er in der Menge, die ihn nach dem Bahnhof begleitete, erkannt haben. Der nächste Zeuge, Oberregisseur Stepniowski, führte il a. aus, daß er mit einem Kollegen und zwei Damen die Krakauer Straße entlang zum Bahnhof gegangen sei. Er und sein Begleiter seien dann von einer Truppe, die singend von einer Seitenstraße heranmarschierte, verfolgt und belästigt worden. Am Bahnhof habe sie eine Menschenmenge erwartet, die eine drohende Haltung annahm. Als er von der Menge bedrängt die Treppe hinunterfiel, habe man ihm mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen und ihn getreten. Rach diesem Vorfall seien dann die Dahn- schutzbeamten gekommen und hätten die Menge Die Einladung zur Abrüstungskonferenz der Seemächte. Zusammentritt für die dritte Januarwoche in London geplant. hm ausgedrängt. Der Zeuge kann keinen der Angeklagten als Tater erkennen. Zwei, die ihn geschlagen hätten, habe er im Gedächtnis, sie seien aber nicht unter den Angeklagten. Der Opernsänger Szerpatiebiz machte Ausführungen über die Bedrohung des polnischen Generalkonsuls, der der Opernausführung beiwohnte. Er selbst habe sich nach Verlassen des Theaters unter die johlende Menge gemischt und getan, als ob er Deutscher sei. 2lls er unterwegs einer polnischen Dame habe helfen wollen, sei ihm zugerufen worden: Raus aus Deutschland. Er habe auch zwei Hiebe mit einem Knüppel erhalten. Der Verteidiger Dr. Kluge wirs darauf hin, daß dieser Zeuge als einziger bekundete, daß ein Reichswehrhaupt mann eine Dame getreten und zu ihr gesagt habe: Raus du polnisches Schwein. Er, der Verteidiger, halte diese Bekundung des Zeugen für ungeheuerlich und durch nichts erwiesen. Der Staatsanwalt erklärte hierauf, daß er seinerseits in der Lage sei, diese Aussage des Zeugen zu widerlegen, er halte es aber nicht für angebracht, schon jetzt auf die Glaubwürdigkeit des Zeugen einzugehen. Der 74jährige Musiker Dirgilius bekundet, daß er nur durch seinen weihen Kopf vor Schlägen bewahrt wurde. Er sei angespuckt und die Treppe hinuntergestohen worden. Die Zeugin Frau Soli ch bekundet, dah sie von einem Gymnasiasten, der von einer Frau an» gefeuert wurde, getreten worden sei. Die Aussage der Zeugin wird widerlegt, zumal da sich ihre Angabe über die Farbe des Anzugs des vermeintlichen Täters als irrig herausstellt. Bahnarzt Dr. Wolf wurde aus Anforderung des Bahnhofsvorstehers an dem fraglichen Sonntag auf den Bahnhof gerufen. Er stellt ausdrücklich fest, dah er niemand auf dem Bahnsteig habe liegen sehen. Alle Verletzten seien schließlich in einem Raum versammelt gewesen. Seine Aufgabe habe lediglich darin bestanden, bis zur Abfahrt des Zuges festzustellen, ob Leute derart ältliche Hilfe benötigten, dah sie in Oppeln verbleiben mühten. Das war aber bei niemand der Fall. Dor Abfahrt des Zuges sei er noch aus dem Wartesaal, in den er sich bereits wieder begeben hatte, zu einer Dame gerufen worden, bei der er eine Art nervösen Zusammenbruchs festgestellt habe. Diese Dame hätte er gern in Oppeln behalten, dies wurde aber von allen strikt abgelehnt. Folgen des Tuka-Prozeffes. Austritt der slowakischen Minister aus der Prager Negierung. Prag, 8. Okt. (Tel.-Un.) Die Verhandlungen, die am Dienstag zwischen dem Ministerpräsidenten Udrzal und den Führern der slowalischen Bauernpartei Hlinka und Minister Tiso über die Haltung der slowakischen Volkspartei in und nach dem Tuka-Prozeh stattfanden, endeten mit dem Austritt des Ministers für Gesundheitswesen und Körpererziehung Dr. T i s o und des Ministers für Gesetzangleichung Dr. L a b a y aus dem Kabinett. Der Präsident der Republik hat den Fürsorgeminister Dr. Schrämet und den Schulminister Dr. S t e f a n e k mit der Verwaltung der beiden Ministerien betraut. In den Wandelgängen des Abgeordnetenhauses äußerte sich Pater Hlinka über die allgemeine Lage. Er machte aus seiner Erbitterung über das Urteil im Tuka-Prozeß keinen Hehl und teilte mit, daß die Aufstellung Tukas als Spitzenkandidat im Kafchauer Wahlkreis nicht widerrufen werde. Die slowakische Volkspartei sei hinsichtlich ihrer Kandidatenliste vollständig u n - abhängig. Die Partei werde ihre Haltung Tuka gegenüber nicht ändern, solange nicht die letzte Instanz gesprochen habe. Hlinka wies ferner darauf hin, daß aller Wahrscheinlichkeit nach auch die im ständigen Ausschuß sitzenden Vertreter der slowakischen Volkspartei abberufen würden. Die bürgerliche Koalition habe mit dem heutigen Tag« aufgehört zu existieren. Er, Hlinka, habe sich bereits mit dem Gedanken befaßt, mit seiner Partei dem neuen Parlament überhaupt fernzu bleiben und einen ähnlichen Weg zu gehen, wie ihn seinerzeit Raditsch in Südslawien mit der Kroatischen Bauernpartei eingeschlagen habe. Tschechisch-ungarische Grenzrevision. Präsident Masaryk zum Nationalitäten- problem. Budapest, 8. Okt. (TL.) ..Pesti Raplo" ver- öffentUcht ein Gespräch, das der Vizepräsident des ungarischen Sozialinstituts, Franz Rajnieh, mit dem Präsidenten der Tschechoslowakei, Ma -> s a r h k, über die Frage der Revision der ungarisch-tschechoslowakischen Grenze führte. Mascrrhk erklärte danach u. a.: „Ich bin auch heute ' bereit, über eine friedliche Revision zu verhandeln. Ein D onauabschnitt ist für uns eine unerläßliche Lebensnotwendigkeit. Pretzburg und das dortige von Ungarn bewohnte Gebiet ist daher für uns absolut notwendig. Dagegen kann über die Revision aller Gebiete verhandelt werden, auf welchen mehr als 50 v. H. Ungarn wohnen. Es kann auch von einer Revision der von anderen Rationalitäten bewohnten Gebieten gesprochen werden. Wohl würden auf beiden Seiten Rationalitäten bleiben, aber das hätte nur zur Folge, daß wir gegenseitig unsere Rationalitäten gut behandeln würden. Wir würden evtl, in Prag ein ungarisches Ministerportefeuille schaffen. Ich bin bereit, meinen ganzen Einfluß in dieser Richtung zur Geltung zu bringen, nicht aus ethisch-philosophischen Gründen, sondern wegen der gegenseitigen Interessen." Oer Reichsinnenminister über das Volksbegehren. Berlin, 9. Okt. Auf am tliche Veranlassung erfährt das Programm der Berliner Funk stunde heute, Mittwoch, den 9. Oktober. eine Veränderung. In der Zeit von 19 bis 19.25 Uhr spricht der Reichsminister des Innern, Severing, über „Das Volksbegehren". Der Vortrag wird von sämtlichen deutschen Sendern übernommen. Laut „Deutscher Allgem. Zeitung" ist der Vortrag des Reichsinnenministers Severing nur der erste in einer Reihe von sechs Vorträgen über das Volksbegehren, die von Vertretern der Reichsregie, rung und der preußischen Staatsregierung auf der Deutschen Welle gehalten Die Reichsbahn unter dem Aoungplan.' Kampf um den Einfluß der Reichsregierung. Berlin. 8. Okt. (Priv.-Tel.) lieber die in einem Pariser OrganisationskornitS schwebenden Verhandlungen zur Durchführung des Poungplans hinsichtlich der Reichsbahn dringen nur außerordentlich [pärlid>e Mitteilungen an die Öffentlichkeit. Tatsächlich scheinen die Verhandlungen äußerst schwierig zu sein. Roch vor ihrem Beginn hat S tre fern a n n gelegentlich geäußert, „in der Reichsbahn müssen die staatlichen Rechte noch sehr ausgebaut werden. Sie muß volkswirtschaftlich so gestaltet werden, wie es den Interessen des Staates entspricht", und ähnliche Ansichten sind nicht nur von der Volkspartei, sondern auch von den Demokraten und aus anderen Parteilagern geäußert worden. In Paris scheint man aber auf der Gegenseite wenig bereit zu fein, gerade in dieser Richtuna Entgegenkommen zu zeigen. Gewisse Zugeständnisse hinsichtlich des Verwaltungsrates, dessen Präsident nach seiner Wahl durch den Der- waltungsrat noch der Bestätigung durch den Reichspräsidenten bedürfen soll, find zwar gemacht worden, aber jede direkte Vertretung der Reichsregierung ist bisher vor allem durch das energische Auftreten des französischen Eisenbahnkommissars Leveroe a b g e l e h n t worden. Die Situation toiri> nun noch erschwert dadurch, daß Reichsbahn und Reichsregierung gerade in diesen Punkten verschiedener Ansicht sind, Ueberhaupt zeigt sich, wie von unterrichteter Seite verlautet, daß die Gläubigervertreter bestrebt sind, alle Fragen über das neue Eisenbahnstatut und über etwaige finanzielle Reuregelungen selber mit zu entscheiden. Auch die Frage der Beförderungssteuer, die neben den 660 Millionen die Reichsbahn noch zu tragen hat, wollen die Gläubigervertreten schon jetzt in Paris entscheiden, während man auf deutscher Seite den Standpunkt vertritt, daß es sich hier um eine rein innerbeut» s ch e Angelegenheit handelt. Ein weiteres sehr schwieriges Derhandlungsobjekt, das auch schon in der innerdeutschen Diskussion eine große Rolle gespielt hat, ist die Stellung der Reichsbahn gegenüber dem Staate in sozialpolitischen Fragen und vor allem hinsichtlich des Schlichtungswesens. Hosien:l:ch wird die deutsche Oeffentlichkeit durch das Ergebnis der Pariser Verhandlungen nicht unangenehm überrascht werden. Die WersuHuug des Sklmekskandals. Berlin, 9. Okt. (Wolff.) Die Staatsanwalt- schäft hat im Laufe des Dienstag bei fünf Berliner Firmen im Zusammenhang mit der Angelegenheit Skläret Haussuchungen abgehalten. Der Dernehmungsrichter hat heute ebenfalls die Gebrüder Sklarek vernommen. Fast in allen Punkten widersprechen ihre Aussagen denen des Buchhalters Lehmann. Sie wollen von den Fälschungen nichts wissen. Lehmann hatte angegeben, daß die Brüder Skla- ret in den letzten Tagen vor der Verhaftung annähernd 7 5 0000 Mark beiseite schafften, um das Geld bei einer anderen Firma unterzubringen und es so dem Zugriff der Behörden zu entziehen. Der älntersuchungs- richter hat ungeordnet, daß die Brüder Sklarek nunmehr dem Buchhalter Lehmann gegen» übergestellt werden sollen. Auch die älnter- suchung über die Verbindung en derSklareks mit und zu Mitgliedern der städtischen Körperschaften und Gesellschaften werden vom Magistrat und vom Gericht fortgeführt. Die von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten Bücher der Brüder Sklarek füllen ein ganzes Zimmer. Von den Beamten scheint der Bürgermeister des Bezirksamts Mitte Schneider bisher am meisten belastet, da er nach der „Voss. Ztg." wiederholt bewußt unwahre Darstellungen gegeben und der Wahrheit zuwider bis zuletzt erklärt hat, fein Kunde der Sklareks gewesen zu sein. In Wirklichkeit hat er feinste Garderobe zu niedrigen Preisen bezogen und ist wiederholt in öffentlichen Lokalen mit den Brüdern Sklarek zus ammengekommen. Einem Mitarbeiter des „Berliner Tageblatts" antwortete Bürgermeister Scholz auf die Frage, welche Bewandtnis es mit der sog. Kundenliste der Sklareks habe: „lieber diese Liste weiß ich selbst noch nichts Authentisches. Wir haben bis heute noch nicht Gelegenheit gehabt, in die Bücher der Firma Sklarek Einsicht zu nehmen. Diese sog. Kundenlisten bedecken, wie uns die Staatsanwaltschaft mitteilt, die gesamten Wände eines großen Raumes." Im Hinblick auf die Information des Oberbürgermeisters Böß teilte Bürgermeister Scholz dem Mitarbeiter des „D. T." mit. er habe am Tage der Aufdeckung der Sklarekschen Verfehlungen ein Kabeltelegramm folgenden Inhalts an den Oberbürgermeister gesandt: „Kontoüberziehungen Sklareks aufgedeckt. Größerer Schaden wahrscheinlich. Untersuchung eingeleitet." — Darauf habe Oberbürgermeister Böß geantwortet: „Danke für Benachrichtigung Sklarek. Ersuche schärfstes Eingreifen." Wie eine Berliner Korrespondenz meldet, wiederholte Leo Sklarek bei der Vernehmung vor dem Richter seine Behauptung, vorn kaufmännischen Geschäftsbetrieb der Firma fast überhaupt nichts gewußt zu haben. Rach der gleichen Quelle hat Mar Sklarek am Dienstag in seiner Eigenschaft als kaufmännischer Leiter des Unternehmens vor dem Vernehmungsrichter Bekundungen gemacht, durch die die Leiter der Berliner Stadtbank nicht unerheblich belastet werden. Diese sollen nach seinen Angaben völlig im Bilde gewesen sein. Die Stadtbank habe in all den Jahren keine ernsthafte Prüfung der Rechnungen vorgenommen, sondern die Millionen auf der Grundlage des Monopolvertrages den Brüdern Sklarek, die sie genau kannte, gegeben. Auch über den Wert der Wechsel, die sie einreichten, sei sich die Stadtbank im Klaren gewesen. Eine Anfrage bei einem Auskunftsbureau hätte die Stadtbank z. B. darüber aufklären müssen, ob die Wechsel seines Verwandten Kleczewski auch nur irgend einen Wert hätten. Auf der Stadtbank habe man ihm immer gesagt, es handele sich letzten Endes doch nur um Formalitäten, die man nun einmal erfüllen müsse. Oie Schulden der Sklareks. Auch Heine Geschäftsleute und Handwerker geschädigt. Berlin. 9. Oft. (Wolff.) Wie „Tempo" meldet. (teilen sich die Privatfchulden der Sklareks aus laufenden Geschäftsverbindlichkeiten nach vorläufiger Schätzung auf etwas mehr als eine Million Mark, aber in diesem Betrag sind die Wechselschulden der Brüder nicht berücksichtigt.. Einer der größten Gläubiger der Sklareks ist ein süddeutscher Schuhfabrikant, der runb 150 000 Mark zu fordern hat. Es folgt eine Berliner Firma mit etwa 120 000 Mark. Auch kleine Geschäftsleute und Handwerker mit Forderungen von 100 bis 1000 Mark sind unter den Sklarek-Gläubigem. Einschließlich des erschwindelten Zehnmillionenkredits wird „ die ®ecfung der Verbindlichkeiten der Gebrüder Sklarek auf 7 bis 8 Millionen Mark geschäht, doch muh berücksichtigt werden, daß eine Konkursmasse in der Regel nur stark unter dem Werte abzustoßen ist. Banknoten waren bisher noch immer nicht zu finden; man vermutet, dah sie, wenn nicht im Auslande, unter Deckn amen in Deutschland versteckt sind. Unter ihrem eigenen Ramen konnten die Sklareks im Inland« feine Bankkonten unterhalten, weil sie sich beim Abschluh des Vertrages mit der Stadt Berlin hatten verpflichten müssen, ihre gesamten Finanzgeschäfte durch die Stadtbank abzuwickeln. Oie Kundenliste der Sklareks. Berlin, 8. Okt. (WB.) Das Städtische Nachrichtenamt veröffentlicht heute die Sklarek- Kundenliste, die folgende Namen höherer Beamten und Angestellten enthüll: Stadtbaurat Dr. Adler, Stadtrat Benecke, Stadtrat Gäbel, Stadtschulrat Mydahl, Stadtrat Dr. Treitel, Bürgermeister Kohl, Bürgermeister Schneider, Stadtrat Gottschalk, Stadtrat Gütig, Stadtrat Radtke, Stadtrat Weber, Verwaltungsdirektor D y n o w , Verwaltungsdirektor S u ck e r , Direktor Brokat, Obermagistratsrat S ch a l l d a ch, Obermagistratsrat Dr. K u n o w f k,i, Stadtamtsrat S o - k o l o w f k y sowie die Herren Siebert und Heinrich von der B. A. G. Außerdem hatte ein Herr Böß jun. ein Konto. und auf alle Sender des Reiches übernommen werden sollen. Die Jank für internationale Zahlungen. DasOrganifatwnskomitee in Baden-Baden. Baden-Baden, 8. Oft. (TU.) Die Verhandlungen des Organisations-Ausschusses der Dank für internationalen Zahlungsausgleich haben, wie erklärt wird, in den Sitzungen am heutigen Dienstag gute Fortschritte gemacht. Das Kapitel I der Satzungen, das im wesentlichen das Grundkapital behandelt, ist in erster Lesung abgeschlossen. Man ist sodann dazu übergegangen, die „Einlagen" zu behandeln. Hier hat man sich ziemlich streng an die Richtlinien gehalten, in denen bekanntlich bereits eine Klassifizierung der Einlagen, die die Dank entgegenzunehmen das Recht haben soll, vorgenommen worden ist. Dei Behandlung dieser Frage entsteht bereits die Schwierigkeit, dah ein Wettbewerb der Bank mit bereits bestehenden Einrichtungen soweit als möglich ausgeschaltet werden soll. Einerseits wird erklärt, dah man sich diese Auf- gäbe immer vor Augen halte und bemüht sei, Kautelen zu schaffen, die einen derartigen Wettbewerb ausschalten. Auf der anderen Seite wird jedoch zugegeben, daß eine völlige Ausschaltung jeglichen Wettbewerbes unmöglich fei, es sei denn, man wolle die Bank auf eine ihrer Hauptaufgaben als Treuhänder für die Verteilung der deutschen Reparationszahlungen zu wirken, beschränken. Denn über diese Aufgabe hinaus gibt es praktisch keine • Danktätigkeit, deren Ausübung sich nicht durch eine bereits bestehende Einrichtung erledigen ließe. Es entsteht höchstens die weitere Frage, ob nicht gewisse Kreditoperationen sich durch die äu gründende Dank einfacher und erfolgreicher durchführen lassen, als lediglich durch eine jeit- weilige Zusammenarbeit bereits bestehender Einrichtungen. Zugegeben wird, daß die Dank, da sie kein Rotenprivileg erhält, nicht in der Lage ist, zusätzlichen Kredit zu schaffen, sondern, sich daraus beschränken müsse, sich in die Kreditverteilung einx.uschalten. Iedenfalls will man verhindern, daß durch die Zusammenarbeit der Rotenbanken in der Internationalen Bank für letztere ein Privileg geschaffen wird, das die anderen Rotenbanken auch nicht haben. Von einer ilebereinftimmung der Meinungen der einzelnen Abordnungen auf diesem Gebiete scheint man noch reichlich weit entfernt zu fein. Die Reichsanleihe des schwedischen Zündholzirusts. Berlin, 9. Okt. (Pr.-Tel.) Der „Berliner Börsen- courier" meldet: Der schwedische Zündholzinduftrielle Ivar Kreuzer trifft in diesen Tagen in Berlin ein, um die A n l e i h e v e r h a n d l u n a e n mit der Reichsregierung fortzufetzen. Man weist darauf hin, daß von einem Verkauf des Zündholzmonopols an Schweden keineswegs die Rede ist, sondern daß es sich lediglich um Öen 21 u 5 b a u einer bestehenden gesetzlichen Regelung zum Schutz der deutschen Zündholzproduktion gegen eine Schleuderkonkurrenz handelt. Die Aufsicht des Reichswirtschaftsministeriums über die Kleinverkaufspreise würde in vollem Umfange bestehen bleiben. Aus aller Welk. Die sozialen Folgen der Großbankenfusion. Im Reichsarbeitsministerium sand unter Vorsitz des Ministerialrates Dr. Beisiegel eine Verhandlung der Angestelltenvertreter über die Folgen der Bankenfusion statt. Dabei stellten die Angestelltenoerbände die Forderung auf, das ArbeitsMinisterium möge dahin intervenieren, daß der übereilte Abbau von Ange st eilten, ehe noch die Auswirkungen der Fusion sich über- sehen ließen, verhindert werde. Sie beantragten, daß darüber hinaus eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 42 Stunden wöchentlich und für Buchungsmaschinenpersonal auf sechs Stunden pro Tag in Aussicht genommen werde, bevor weitere Kündigungen vorgenommen würden. Ueberarbeit dürfe infolge der Fusion nicht geduldet werden. Darüber hinaus sei durch Gewährung eines Abkehrgeldes an alle sich freiwillig zum Abbau Meldenden, speziell für die jüngeren Kräfte, der Anreiz für das Verlassen dec Bankkarriere zu schaffen. Ueber 50 Jahre alten Arbeitskräfte sollten nur mit einer auskömmlichen Pension genötigt werden, den Betrieb zu ver- lassen. Neueinstellungen während des Fusionsprozesses dürften nur in Frage kommen, wenn vorher alle Wartegeldempfänger wieder eingestellt seien. Verzweiflungstat im Reichsentschüdigungsamt. Eine aufregende Szene spielte sich im Reic-S- entschädigungsamt in der Rheinstraße in Frie- genau ab. Dori war ein Auslanddeutscher von den Beamten mit seinen Ansprüchen abgewiesen worden. Der Betreffend« zog einen Revolver und brachte sich damit einen Schuh in den Kopf bei. Es handelt sich um den 46 Iahre alten Bäckermeister Wilhelm Krümmel aus Bad Wildungen, dem eine Entschädigung durch das Reichsentschädigungsamt in Höhe von insgesamt 34 758 Mk. zu gebi l- l i g t worden ist. Davon sind 23 100 Mark in Reichsschuldbuchforderungen gewährt worden. Krümmel hatte auf das Rechtsmittel der Beschwerde verzichtet; die Abfindung war also endgültig. Seine heutige mündliche Anfrage im Reichsentschädigungsamt nach weiteren Zuwendungen muhte daher verneint werden. Hierauf verließ Krümmel ohne sichtbare Erregung das Dienstzimmer. Erst nach einiger Zeit wurde er im Toilettenraum des Reichsentschädigungsamtes mit einem Kopfschuh aufgefunden. Der noch Lebende wurde in ein Krankenhaus gebracht. Im Entschädigungsverfahren hat Krümmel alles erhalten, was ihm nach den gesetzlichen Bestimmungen zustand. Der Schmuck des französischen Botschafters gefunden. Zu dem Juwelendiebstahl in der französischen Botschaft in Berlin wird mitgeteilt, daß die gesamten Schmucksachen auf demPodest einer Treppe im Botschaftsgebäude gefunden wurden. Die Treppe führte vom Hof zu den Räumlichkeiten der Angestellten, so daß man annimmt, daß ein auswärtiger Einbrecher nicht in Frage kommen dürfte. Von den Schmucksachen fehlt kein einziges Stück. Lei einem Einbruchsversuch tödlich verunglückt. In einem Haufe im Norden Berlins beobachtete ein Hausbewohner einen Mann, der von dem hof- wärts gelegenen Flurfenster des dritten Stockwerkes auf einen anschließenden Balkon hinüberkletterte und in die dortige Wohnung eindrang. Als der Hausbewohner unb. die von einer Besorgung zurückkehrende Inhaberin dos Balkonzimmer betraten, flüchtete der Eindringling auf den Balkon unb sprang in den H o f hinab. Er wurde so schwer verletzt, daß er auf dem Transport ins Krankenhaus starb. Bei dem noch unbekannten 24jährigen Manne wurden DietricheundEin- bruchswerkzeuge vorgefunden. Oie Wetterlage. 4no» iydlsf.- ADtrdttn- ,ond % U Koruna O Dienstaa, S.OktoD. 19297* aMs jy 1*1 *5 War« ** f/8 M Pranrt / ©woinentos. onener. ®nait> bedeut.® womig 0 oedccKt •Kegtt * Sehnet a Graupeln. 3 Nebel KGewiUtr.(§)Windstiile.-O' sehr «icmer Osi j5 massige» Südsüdwest. Q stürmischer Nordwesl Oie »Teile fliegen mit dem Winde Die beiden Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit glcicbcafc •Ml neercsniVtau umoercetmeten Luttdruce Wettervoraussage. Der gestern über England gelegene Wirbel hat sich ostwärts nach Dänemark bewegt und dabei erneut unbeständiges Wetter mit Niederschlägen verursacht. Sehr rasch dringt an seiner Rückseite kühle maritime Luft vor, die bereits das Festland erreicht hat unb zunächst unter Abkühlung zu weiter unbeständigem Wetter führen wird. Einzelne Schauer treten dabei noch auf. Da jedoch gleichzeitig kräftiger Druckanstieg damit verbunden ist, so wird sich späte.- der Witterungscharakter ruhiger gestatten und 1. hr auffjei- terndes Wetter eintreten. Wettervoraussage für Donnerstag: Nach anfänglich noch unbeständigem Wetter mit einzelnen Regenschauern später ruhiger und mehr aus- heiternd, kühler. Lufttemperaturen am 8. Oktober: mittags 14,1 Grad Celsius, abends "1,9 Grad: am 9. Oktober: morgens 11,7 Grad. Maximum 14,2 Grad, Minimum 10,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 8. Oktober: abends 12,1 Grad; am 9. Oktober: morgens 11,4 Grad Celsius. — Niederschlag 4,7 mm. — Sonnenscheindauer % Stunden. ll-r ÄLV ^«ll» w ;* ÄÄL""« ?,r ^naus i», v°n nicht bk ehr,.-?' durch (Milben, |Lff Z° sich J» bas ff ut die ’K Ketzer sn * btt nur N einer , 3ff alten Nrtnb Ä..$U oer. ?°ge tonff fflonW " %*«wE1 "• 1 der Aheinkä??^*' t" -«Säst ff sind 23 100 fi’ u Sjg toorH ff. 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Es zeigt sich bereits jetzt, bah es sich bei der Gründung der Heimatvereinigung „Sch i s sende rg" durchaus nicht, wie manche dachten und auch heute vielleicht noch denken, um spontan auswallenden Augenbickstatendrang vereinssreudiger „Gründer" handelte, sondern um wohlüberlegte Förderung und Unterstützung einer guten Sache. Und wenn auch bei der Tätigkeit der Bereinigung naturgemäß nicht weltbewegende Haupt- und Staatsaktionen in Frage kommen, so ist doch schon so manches geschehen und wird in nächster Zeit auch noch manches erfolgen, was ganz in den Zielen der Heimatvereinigung liegt und dartut. daß ihre Bestrebungen das Wohlwollen und die Unterstützung weitester Kreise verdienen. So ist der wunderbare Blick auf den Schiffen berg von der „Theodors- r u h e" aus. der dem Wartburgblick von der „Hohen Sonne" ähnelt, durch Entfernung von störendem Geäst aus der Schneise freigelegt worden, und kann von der Dank aus jetzt ungestört genossen werden. Die Zugänge zum Schiffe n b e r g selbst sind verbessert und durch neues Geländer gesichert worden. Dieses Geländer wird noch über weitere bedenkliche Stellen geführt, und an einer besonders gefährlichen Stelle sollen überstehende spitze Steine entfernt bzw. geköpft werden. Die für die Wegrichtung in Frage kommenden Bäume wird man demnächst mit Leuchtfarbe bestreichen, was bei den jetzt merklich kürzer gewordenen Tagen gewiß dankbar begrüßt wird. Besonders wird man auch an dem steilen Abstieg nach dem Forstgarten zu die die Stusen flankierenden Bäume durch Leuchtfarbe kenntlich machen, damit die in der Dunkelheit Heimkehrenden gebotene Borsicht walten lassen. Auf der Terrasse hat die Heimatvereinigung rechts vom Eingang zum Hofe eine Tafel anbringen lassen, durch die sie zum Schutze un? seres schönen Waldes auffordert durch folgende Mahnung: Der Wald ich unsers Schöpfers Gut. uns anvertraut zu treuer Hut: zerstör' drum nicht mit frevler Hand. was grünt und blüht im deutschen Landl Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, dah die Beschriftung der Tafel in dankenswerter Weise von der Firma Aauheimer gestiftet wurde. Aehnlichc Tafeln wird die Bereinigung auch an anderen geeigneten Stellen anbringen lassen, wie sie überhaupt an ihrem Teil dazu beitragen möchte, dah die Schönheiten unserer Umgebung nicht durch üble Gewohnheiten einzelner beeinträchtigt oder gar verschandelt werden. Der pracht- voll« Blick über Giehen und das L a h n t a l, der sogar manchem Einheimischen nicht bekannt ist, wird freigelegt, der Zugang zu ihm verbessert und durch eine Tafel gekennzeichnet werden. Außerdem wird man in Zukunft der Fassung von Quellen, Schaffung von weiteren schönen, staub- und lärmfreien Zugängen, von Durchblicken. Schutz- und Ruheplätzen besondere Aufmerksamkeit zuwenden. Ein in aller Kürze auf dem Schiffenberg aufzulegendes Heimat - und Gästebuch wird den Freunden des Schiffenbergs Gelegenheit geben, ihre Aamen, sowie ernste und heitere, aber nur dezente „Geistesblitze" einzutragen. Im übrigen ist die Heimatvereinigung dankbar für jede zweckdienlich« Anregung, für jeden wohlgemeinten Rat und Wink, zu dessen Entgegennahme der Vorstand gern bereit ist. Diese wenigen Ausführungen dürften zeigen, daß die Heimatvereinigung „Schiffenberg" sich bei ihren Bestrebungen nur von uneigennützigen und idealen Zielen leiten läßt. Es dürfte aber auch aus ihnen ersichtlich sein, daß sie bei dem geringen Jahresbeitrag von nur einer Mark diese Ziele nur erreichen kann, wenn sie von einer möglichst großen Gefolgschaft gestützt wird. Es ist daher zu hoffen und zu wünschen, daß immer weitere Kreise imferer Bevölkerung in Stadt und Land sich ihr anschließen: eine Einzeichnungsliste wird demGäste- I buch beigegeben werden. Roch gar nicht lange ists her, da schien es. dah die Welt vor einer Beilegung des chinesisch- russischen Konflikts stehe. Doch am 31. August dieses Jahres teilte der stellvertretende Volkskommissar des Aeuheren. Litwinow, dem deutschen Botschafter in Moskau, von Dirksen, mit, daß die Rankingregierung sich mit den Bedingungen des Sowjet-Ultimatums einverstanden erklärt habe und dah demnächst eine Einigung zwischen der Sowjetunion und China auf folgender Grundlage bevorstehe: beiderseitige Freilassung der verhafteten Staatsangehörigen: beiderseitige Einstellung der feindlichen Propaganda; vor allem aber: Aenderung der nach dem Konflikt entstandenen Lage der Ostchinesischcn Dahn gemäß den Pekinger und Mukdener Abmachungen von 1924. Eine solche Berhandlungsgrundlage für eine „unverzüglich zu ernennende" russisch-chinesische Konferenz stellte in der Tat — namentlich in dem zuletzt genannten, wichtigsten Punkt — einen Sieg des russischen Standpunktes dar. Denn während im Anfang des Konflikts die chinesische Diplomatie sich auf die Erklärung Karachans aus dem Jahre 1919 berief, in der namens der Sowjetunion ein Verzicht auf ungleiche Verträge und Privilegien, sowie die Rückgabe der Ost- chinesischen Dahn an das chinesische Volk in Aussicht gestellt wurde, enthalten die beiden von Litwinow genannten Verträge: sowohl das Abkommen mit Peking vom 31. Mai 1924 als das Abkommen mit Tschangtsolin vom 20. September 1924 die Destimmung, daß die Dahn gemeinschaftlich von China und Rußland verwaltet wird, sowie ferner den Vorbehalt des Rückkaufsrechts für China, wodurch aber implizite eben das Eigentumsrecht der Sowjetunion an der Bahn anerkannt wird. Hier liegt dec Kernpunkt des ganzen Konflikts, den Lloyd George in einer Betrachtung über die „Aussichten für den Weltfrieden" nicht ohne Witz folgendermaßen charakterisierte: „Selbst Kommunisten können unmöglich mit Gleichmut ansehen, wie die kommunistischen Grundsätze erbarmungslos gegen ihren eigenen Besitz angewandt werden. Die Chinesen, denen ein großer sardonischer Humor keineswegs ab- aeht, werden wahrscheinlich erkennen, daß sie den wcherz weit genug getrieben haben. Deshalb dürfte der Friede wiederhergestellt werden." Wir sehen indessen heute, daß der „Scherz" weiter geht, und statt des Friedens einen dauernden und unfruchtbaren diplomatischen Stellungskrieg im Fernen Osten. Kaum eine Woche nach jener zuversichtlichen Erklärung über die bevorstehende Beilegung des Konflikts folgte (am 6. September) eine neue Erklärung Litwinows, in der Beschwerde über die Berzögerung der Antwort, ja den mangelnden Ernst der Rankinger Regierung geführt und die Annahme ausgesprochen wird, daß „Banking entweder selbst keine friedliche Beilegung des Streites haben will oder unter dem Einfluß einer anderen Macht, die den Sowjets feindlich gesinnt ist, handelt". Prompt wandte sich hierauf die Rankinger Regierung an die Bereinigten Staaten, England, Frankreich und Japan mit der Erklärung, sie sei bereit, das in ihren Händen be- sindliche Material über die kommunistische Propaganda im Fernen Osten dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten. So unfruchtbar nun dieses ganze diplomatische Spiel ist, es dürste uns, bei näyerem Zusehen, den eigentlichen Grund dieser Anfruchtbarkeit selbst enthüllen: China sucht bei seinem Streit mit der Sowjet-Anion Anlehnung an auswärtige Mächte, die Sowjet-Union aber will diesen Streit mit China allein austragen. Einen deutlichen Wink nach dieser Richtung hin enthält sowohl die oben hervorgehobene Wendung von dem geheimen Wühlen einer dritten, sowjetfeindlichen Macht, als auch die gleichzeitige Erklärung Litwinows, sich durch keine „falschen pazifistischen Manöver Rankings" irreführen lassen zu wollen. Wer ist nun, nach der Sowjet-Auffassung, jene feindliche Macht? Unwillkürlich denkt man hierbei zunächst an Japan, das in der Mandschurei starke eigene Interessen wahrzunehmen hat. Vom Beginn des Konflikts an behauptete denn auch die Sowjetpresse einstimmig, daß hinter der Ranking-Re- gierung, der jede eigene Initiative abgesprochen wird, eine fremde, imperialistische Macht, und zwar eben Japan, stehe. Dann aber, nachdem der amerikanische Staatssekretär Stimson, um die Autorität Kelloggs und der Vereinigten Staaten zu retten, seine, im Effekt freilich völlig platonische Vermittlungsaktion eingeleitet hat, ändert sich das Bild völlig. „Hinter der Ranking-Regie- rung", so schreibt die „Prawda" am 17. August, „steht das amerikanische Kapital", das in der Form einer geplanten Internationalisierung der Ostchinabahn ihre Amerikanisierung herbeizuführen suche und zu diesem Zweck auch Frankreichs Hilfe anstrebe, das bekanntlich seine finanziellen Ansprüche auf die ostchinesische Bahn nicht aufgegeben hat. Das Sowjetblatt knüpft damit an den bereits vom amerikanischen Staatssekretär Lansing gemachten Borschlag, die ostchinesische Dahn zu internationalisieren, um die Jnteressenkollision der Mächte in der Mandschurei zu entspannen, einen Vorschlag, der sowohl von Rußland als von Japan a b g e l e h n t worden war, was aber einen so mächtigen Vertreter des amerikanischen Kapitals, wie Lamont, den Sozius Pierpont Morgans, vor einigen Jahren nicht hinderte, Amerikas Interesse an den mandschurischen Dingen nochmals zu dokumentieren, und zwar durch den Vorschlag einer Anleihe für die süd-mandschurische Dahn. Das Mißtrauen der Sowjet-Anion gegen eine etwaige Vermittlerrolle der Vereinigten Staaten findet aber noch eine besondere Rahrung in der Stellungnahme der amerikanischen Delegation, die kürzlich Rußland besucht hatte, und in die russischerseits die größten Hoffnungen gesetzt worden waren. Diese Hoffnungen sind nun arg enttäuscht, da die überwiegende Mehrheit der Delegation zu dem Ergebnis kam, daß „noch mindestens ein Jahrzehnt" vergehen müsse, ehe die Liebe in Reiten. Vornan von Hans Mitteweider. Copyright by Martin F uchtwanger, Halle (Saale). 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Don Herzen gern war Käthe bereit. Sie fuhr mit der Fremden, die auch das Fahrgeld für sie bezahlte, nach einer anderen Stadtgegend, und dort fliegen sie in einem Hause wieder viele Treppen hinauf in eine Dachstube, in der die Fremde daheim war. Viel war auch nicht 'bann; aber an den Wanden hing doch allerlei Krimskrams, der dem Raume ein freundliches Aussehen gab, und die Bewohnerin machte nicht erst lange Worte, sondern kramte aus einer Kommode eine Weiße Bluse heraus und ein Tändelschürzchen und for- dorte Käthe auf, sich umzuziehen. Schweigend und verwundert gehorchte Käthe. „Es geht schon!" sagte die andere. „Ich will Ihnen beides borgen, bis Sie Geld verdient haben und sich selber etwas kaufen können. Run brauchen wir nur noch eine Rüsche ins Haar - so! ilnb nun gucken Sie mal in das Ding hier, was sich Spiegel nennen läßt!" Käthe gehorchte abermals. „Ich sehe so blaß aus!" sagte sie. „Das gibt sich schon, wenn Sie erst wieder richtig essen. And nun die Hauptsache. Haben Sie ßuff, Kellnerin zu werden? Ich bin nämlich eine und kann Ihnen eine Stellung in meinem Caf6 verschaffen. Meine Madame nimmt gern Mädchen, die noch nicht bedient haben, und was Sie lernen müssen, das lernt sich schnell — bloß natürlich — doch davon reden wir noch! Also, wie steht's? Geld verdienen Sie, schlafen und offen können Sie auch dort." „Ach ja, Fräulein!" „Jetzt kommt der große Moment!" unterbrach die andere sie. „Ich heiße mit meinem richtigen (Kamen Derta Krumbholz: aber den darf ich nicht führen, weil er nicht schnurrig genug ist, und so nenne ich mich Derty Kolz. Das klingt, nicht wahr? And nun wollen wir für Sie auch einen Romen suchen. Käthe? Ra ja, das geht — und nach dem anderen Ramen werden Sie nicht gleich gefragt werden. Da können Sie sich schon noch einen ausdenken. Also Sie wollen?" Käthe nickte. Sie war ja so froh. Dloh Arbeit haben und etwas verdienen. Weiter wollte sie doch nichts. , And so kamen die beiden nach dem „Cafe Metropol", wo Derty die Reue einer wunderbar gekleideten, majestätischen Dame vorstellte, die sie scharf-prüfend ansah und endlich nickte. „Meinetwegen, fangen Sie an! Aber das sage ich Ihnen gleich: wenn mir was nicht gefällt, bann fliegen Sie toieber! Derty mag Sie mit in ihr Revier nehmen, damit Sie erst angelernt werden I" Mit einem vornehmen Reigen des Hauptes entließ Madame die beiden, und nun betrat Käthe das Cafe, wo sie künftig als Servierdame wirken sollte, wie Derty das nannte. Der Raum war elegant ausgestattet mit Marmortischchen, Pfüschsofas und bequemen Sesseln. Zwischen den Tischen waren Holzwände. Es waren auch Rischen da, und außer ihnen beiden noch vier Mädchen in Weißen Blusen, Weißen Schürz- chen und Spitzenhäubchen — Kolleginnen, denen Derty die Reue vorstellte, und die dieser sehr vornehm vorkamen. Gäste waren noch nicht anwesend: aber sie kamen bald, meist ältere Herren, di« mit Interesse auf Käthe schauten und ihr allerhand Schmeicheleien sagten, namentlich wegen ihres schönen blonden Haares und ihrer blauen Augen: aber Käthe hörte das fast nicht. Sie stellte die Tabletts mit dem Kaffee- und Teegeschirr hin, rechnete zusammen und erbebte jedesmal, wenn sie sagen muhte: „And zehn Prozent." Dieses Geld gehörte ihr: denn Madame zahlte keinen Pfennig. Es dünkte ihr aber ungeheuer viel, und als sie zum Essen gerufen wurde und einen Aeberschlag machte, da besaß sie schon über fünf Mark. Wenn das so fortging, dann hatte sie bald viel Geld beisammen, und das Essen war auch gut, die Arbeit nicht schwer. Käthe war so von Herzen froh über diese Wendung ihres Schicksals, daß sie nicht wußte, wie sie Derty danken sollte: aber als sie dies sagte, lachte die Rote, und erwiderte dann: „Rur nicht zu forsch mit die jungen Pferde!" Je weiter der Tag vorschritt, desto mehr Gäste stellten sich ein, auch Pärchen, die in den Rischen Platz nahmen und meist erschrocken auseinander- fübten, wenn jemand an ihnen vorbeiging. Die Olkehrzahl waren jedoch Herren, und nun allerdings bekam Käthe manches zu hören, was ihr nicht gefiel. Es war ein Glück, daß sie den eigentlichen Sinn der Worte nicht verstand. Manche wollten sie auch an sich ziehen: aber dann brauchte sie sich nicht loszureihen, denn immer tauchte zur rechten Zeit Derty auf. And wenn Käthe dann fortlief und sich zurückwandte, sah sie, dah die Freundin zu dem betreffenden Herrn sprach, dah dieser vielsagend nickte — und wenn sie schließlich kassierte, so bekam sie nicht bloh die Prozente, sondern viel mehr. Einet gab sogar eine Mark. Ach, wat sie froh! Aber sie wat auch todmüde, als sie abends mit Derty in die Schlafkammer hoch oben unter dem Dache ging. Sie konnte sich kaum aus- kleiden, und als sie sich ins Dett gelegt hatte, schlief sie auch schon. Dafür erwachte sie, als die ersten Sonnenstrahlen in den Raum drangen. Sie war es so gewöhnt. Sie stand auch gleich auf und wusch sich. Betty erwachte, gähnte herzhaft und fragte, was fie schon wollte. „Wir brauchen doch erst um zehn Ahr unten zu fein!“ erklärte sie. Das hatte Käthe ja nicht gewuht: aber sie war froh darüber. „Dürfen wir ausgehen?" fragte fie. „Natürlich, Kleine! Wo willst du denn hin?" „Zu meiner Wirtin und meine Sachen holen." „Ree, du, das lah lieber. Anfereins muh auher der Schlafgelegenheit hier eine feste Bleibe haben. Den Grund wirst du schon noch später erfahren", meinte Derty. „Gib ja deine Wohnung nicht auf. Die paar Mark Miete verdienst du leicht." Käthe war zwar noch nicht überzeugt: aber sie hatte ja die ganze Woche bezahlt, und so verlieh sie den Raum und das Haus, fragte unten einen Schutzmann, welche Strahenbahn sie benutzen mühte, und fuhr zu der Frau Krause. Diese machte sonderbare Augen, als Käthe in die Küche trat, und erwiderte kaum deren freundlichen Gruh. Dann sagte sie mürrisch: „Wissen Sie, Fräulein, was Sie machen, das kümmert mich ja nicht. Meinetwegen können Sie alle Rächte drauhen bleiben. Ich möchte Ihnen bloß raten, nicht hier mit Streitigkeiten anzufangen. Herrenbesuch und so was gibt's bei der Krausen nicht." „Ich habe doch eine Stellung. Frau Krause!" entgegnete Käthe, ohne den Sinn der Worte zu verstehen. „So? Eine Stellung? Wo denn und als was denn?" Käthe erklärte, und Frau Krause nickte. „Gar nicht dumm", sagt« sie lobend. „Kellnerinnen verdienen viel Geld, und wenn sie gescheit sind, fangen sie sich auch einen Gimpel. Ra, denn man alles Glück, Fräulein! Sie wollen mir nun wohl kündigen? Aber den Zaster gebe ich nicht wieder 'raus!" „Rein, Frau Krause, ich bleibe bei Ihnen wohnen. Ich wollte mir nur das wenige holen, mein Täschchen..." „Ra, vielleicht kriegen Sie auch das andere wieder. Aber ich freue mich, dah Sie nun nicht gleich die Vornehme spielen, dah es Ihnen bei uns nicht zu ärmlich ist. Gehen Sie nur hinein! And wissen Sie was, Fräulein? Halten Sie sich gut! Werfen Sie sich nicht weg! Die Männer sind alle schlecht. Erst machen sie die schönsten Worte, und nachher — na, ich will nichts weiter sagen. Sie werdens schon selber merken. Immer die Hand von der Butter!" Käthe schüttelte den Kopf. Diese Mahnungen erschienen ihr fonberbar. Sie wollte ihr Hand- täschchen nehmen und gehen. Da fiel ihr ein, dah Sowjetregierung auheirpolitisch reif genug sein werde, für die Aufnahme ehrlicher offizieller Beziehungen zu den Bereinigten Staaten. Die meisten Mitglieder der Delegation waren vielmehr, nach ihrer eigenen Erklärung, davon überzeugt. dah die Russen auf politischem Gebiet nicht aufrichtig zu den Amerikanern waren, dah sie diese sogar „politisch einwickeln wollten". Dah nun auch auf der anderen Seite das Mih- trauen erwacht ist. ist um so natürlicher, als ja die Delegation in ihrer Erklärung ausdrücklich auch den chinesisch-russischen Konflikt berührt. Die Amerikaner seien durch die ..organisierte Stimmungsmache in der Sowiet-Anion gegen China" peinlich berührt gewesen, und diese Tatsache dürfte nach ihrer Aeberzeugung sehr dazu beitragen, dah eine Anerkennung der Sowjetregierung durch den Präsidenten Hoover gerade mitten während des chinesisch-russischen Konflikts zumindest übereilt wäre. Ursprünglich mochte, angesichts des dringenden Angewiesenseins der beiden Länder, Chinas sowohl als Sowjetruhlands, auf die Finanzhilfe der Vereinigten Staaten, die Aussicht auf einen Erfolg der amerikanischen Vermittlung zwischen diesen beiden östlichen Groh- mächten bestanden haben. Heute, nach der amerikanischen Erklärung, sind die Hoffnungen auf eine derartige Hilfe für Rußland auf absehbare Zeit hinaus zunichte gemacht worden. Sie bestehen hingegen sehr wohl auf feiten Chinas, für dessen wirtschaftlichen Aufbau die Vereinigten Staaten, seit der Wiederherstellung der Zentralgewalt durch die Rankinger Regierung, wiederholt ein intensives Interesse bekundeten. Geradezu ostentativ hat China immer wieder, seit Ausbruch seines Konflikts mit Rußland, an die politische Hilfe Washingtons appelliert. Ran- king verfolgt also mit dieser Anbahnungspolitik einen doppelten Zweck: sich sowohl finanziell als politisch einen Bundesgenossen in feinem Kampfe um die Mandschurei zu sichern, bevor es zu einer entscheidenden Auseinandersetzung mit Rußland kommt. Darin liegt der Grund der gegenwärtigen Stagnation im Femen Osten. Darin aber auch, bei der oben geschilderten Einstellung der anderen Strafpartei, der Grund für die geringe Aussicht darauf, dah diese Stagnation sich in Bälde in eine friedlich« Regelung des Konflikts auflösen wird., Oberheffen. Beisetzung des Notars Stahl in Bad-Nauheim. ^Bad-Rau heim, 7. Oft. Zu einer groben, eindrucksvollen Trauerkundgebung gestaltete sich heute auf dem israelitischen Friedhöfe die Beisetzung des Rechtsanwalts und Rotors Arthur Stahl. Eine Trauergemeinde, wie man sie hier selten gesehen, gab dem Verblichenen das letzte Geleite. Richt nur alle De- völkerungskreise unserer Stadt nahmen an der Beisetzung teil, auch viele bekannte Persönlichkeiten aus dem ganzen Lande waren dazu erschienen. Die tiefempfundene Trauerrede hielt Rabbiner Dr. Sander (Giehen), der den vielseitig begabten Menschen Stahl und sein vorbildliches Wirken im Dienste der Allgemeinheit treffend würdigte. Welche große Sympathien sich Rotar Stahl in feiner beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeit erworben und wie schmerzlich überall das Hinscheiden des trefflichen Mannes empfunden wird, ging aus den zahlreichen, warm empfundenen Rachrufen hervor, die Dertreter der Behörden, Körperschaften, Berbände und Vereine dem zu friih Dahingeschiedenen widmeten. Richt weniger als 25 Kränze wurden mit dankerfüllten Tie Edelmanns ihre Adresse schreiben muhte. So ging sie hinunter, kaufte sich eine Postkarte und schrieb darauf, wo sie wohnte, dah sie Arbeit gefunden hatte, wie auch einen Gruh. Das kam ihr jedoch bann so ärmlich vor, dah sie noch eine Rachschrift hinzufügte und bemerkte, fie würde bald ausführlich schreiben. Von dem Diebstahl erwähnte sie nichts. Dann versuchte sie zu Fuß den Weg nach ihrer Arbeitsstätte zu finden: aber es gelang ihr nicht ganz. Sie muhte schließlich doch eine Straßenbahn nehmen und kam rechtzeitig in das Cafe. Der Vormittag brachte wenig Arbeit, und der übrige Tag verging wie der vorige. Die älteren Herren fanden sich fast alle wieder ein, und Käthe wunderte sich, dah sie sich alle in ihr Revier setzten. Sie wurde verwirrt durch die spöttischen Blicke ihrer Kolleginnen: aber sie ahnte noch nichts. Wieder freute fie sich, dah sie soviel Geld verdiente. Sie lächelte, als fie sich niederlegte und an die Warnungen ihrer Wirtin dachte. Die Männer waren ja gar nicht so schlimm. Sie war ganz höflich behandelt worden, und sogar „Madame" hatte einige anerkennende Worte zu ihr gesagt. Als sie zu Derty davon sprach, zuckte diese freilich nur die Schultern und erwiderte endlich: „Ra, dann freue dich, liebe Seele!" Acht Tage war Käthe Fernau nun im Cafe Metropol. Sie hatte sich von dem verdienten Geld eine hübsche weihe Dluse, zwei Schürzchen und zwei Häubchen gekauft und Derty ihr Eigentum zurückgegeben. Jetzt besah Käthe noch etwas über zehn Mark, und sie merkte, dah es hier nicht nur Geld zu verdienen gab, sondern dah auch welches ausgo- geben werden muhte, denn sie sollte ständig sauber erscheinen, und das weihe Zeug war sehr empfindlich, namentlich die Schürzen. Diel schlimmer aber erschien ihr. dah die Gäste nicht mehr so zurückhaltend waren wie in der ersten Zeit. Manch« versuchten, fie an sich zu ziehen, andere verlangten sogar einen Kuß, und einer setzte ihr hartnäckig zu, mit ihm auszugehen. Käthe klagte Derty ihre Rot, aber die lachte und sagte: „Das muht du in Kauf nehmen, KleineI Lah sie doch quasseln! And wenn der alte Esel dich wieder mal auffordert, mit ihm auszugehen, so sagst du zu und versetzt ihn dann...' Doch das verstand Käthe nicht. Ihr kam es überhaupt manchmal vor, als würde hier eine fremde Sprache geredet. Sie hörte Worte, die sie noch nie vomommen hatte, und da sie sich nie, wie ihre Kolleginnen das taten, zu einem der Gäste setzte, so hatte Madame sie schon mehrmals scharf angesehen. (Fortsetzung folgt.) Worten an der Gruft niedergelegt. SS sprachen u. d°° KÄS ?ttS ÄU h! 12.Nte noch tUk9yten. ä< die öreM^S 6e- u in* ÜB**w , n. Ht s cw.. lc L a E' ^ur Er. Mez CT9 ^nes Mutter Arg r ? ^>gen Z n-9^; Wvrlt sr“"8« ei*31*- LZUr ^ werden. ö_ i ä2en einer Reih, t werden. v n9 für Volkskunde. ‘igung für Holks« öo^?lQbcn& im Uni« Vortragsabend. Pros. Dr ?undes!iaatl. Alks- Ä'^ikt .feiner Einleitung darauf 19, J.1««. Siammeseinheit V/ilch'N vieler Wicht Welse. Seine geschichtlich, em Bollwerk im Osten Unsere Ausgabe aber fei, lcutschen Elementen auf- geschichtliche Entwicklung m wesentlich eingewirkt. dschaftlich sehr dielgestal' ei im Alpenviertel in der Mühlviertel verschieden. - sich auch im Tolkstanj, auch im Volkslied. Der t dah in Ober-Oesterreich rüh Vvlksdmsammlungen n. leider verschwänden chl in den stärker bevölker- mehr. ter Lichtbilder zeigte der Bedeutung der Landschaft, leist im Barockstil gehal« Mc einzelnen lärmen des 6iny[fici>Imigen. Stift' meist aus älterer Zeit m an Bauten, die das 5 in bester Weise wc« n inmren Einrichtungen hten Werte des bauet' (ter Zeit. Es handelte sich hvlzschnihereien, ergänzt Volks- und Heiligenbilder volkstümliche Keramik, die (kes Bechmmg trägt, sowie Md Erzeugnisse der Mas- Intercsse erweckten auch tcn der viel verbreiteten nc Aeihe ©eiteret Wt :g der Trachten, cmdero kau». Kameradschaft M belustignngen, s°we M mgiDunft 1^6** die KrippenpslegeverM Unterschied zwischen btt Sic Sä S™<äVö8- S«**Jin’»®9 HÜ?,!!* für nragenbenf z^imatvolk. iw^/vast L Staats- *£ Ä-°d *’ r A-» «"*"• Wissenschaft' TVrhnet r Ai? a 11 ?.1 SchaufPie^? vor r Abreife von Dr- ^rw-ndteNA gemeldet WZ WM g be^ ^rch PSi&stt Für den Bücheriisch. Politik und Geschichte. — Ulrich von Hütten. Von Privatdozent Dr. H. H o l b o r n. 3n Leidenband 7 Mark. 3n der Sammlung „DaS wissenschaftliche Welt- tüld", herausgegeben von Pros. Dr. G. Hinne- bcrg. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig (437). — Unsere Zeit hat den Sinn für die große Persönlichkeit, daS Einmalige und Besondere im Menschen wieder entdeckt. 3n modernem Geist geschriebene Diogravhien können heute auf das 3nteresse weitester Schichten rechnen, vor allem, wenn es sich um das Lebensbild einer ausgesprochenen Führerpersönlichkeit handelt, die auch unserer Zeit noch etwas zu sagen hat. Zu diesen gehört unstreitig Ulrich von Hutten, der humanistische Herold des nationalen Gedankens, die neben Luther symbolkräftigste Gestalt für das nationale und geistige Ringen der Reformationsepoche. 3n vorliegendem Buche weih uns der Verfasser das Bild des heroischen Lebenskampfes dieser eigenartigen, ja schroffen Persönlichkeit inmitten der geistigen und politischsozialen Welt der Reformationszeit lebendig zu machen. _ ,rr - Blsmarck. Don P r o s. D r. G. R o l o f f. Geb. 1,80 Ml. 3n Sammlung Wissenschaft und Bildung Rr. 260. Verlag von Quelle & Weyer, Leipzig. (444) — Diese Biographie Bismarcks gibt einen interessanten Ueberblick über die ruhmvollsten Abschnitte preußisch-deutscher Geschichte. Der Verfasser zeichnet den politischen Charakter Bismarcks, seinen Trieb zum Handeln und zum kämpfen, der ihn unwiderstehlich auf die große politische Bühne drängte und ihn dort von Erfolg zu Erfolg fichrte. Schon bei seinen ersten Kämpfen im Parlament zeigt er sich uns als der geborene Führer: 3d«enreichtum, innere Freiheit im Urteil über alle Tagessragen und die Fähigkeit, die Menschen zu beherrschen und zu be- geMtern, zeichnen schon den jungen Abgeordneten aus. W.r sehen ihn dann als BundeStags- ?esandten in Frankfurt und Botschafter in Peters- urg und Paris, überall im Widerstreit mit der Umwelt, aber überall erfolgreich durch eine Po- liitik von ungeheurer Kühnheit, deren Durchführung ungewöhnliche Tatkraft und Geschicklichkeit erforderte. Cs folgen seine ersten Erfolge als Minister, die Befreiung Schleswigs, der Krieg mit Oesterreich und Frankreich, und als Krönung seines Lebenswerkes die Herstellung des Reichs. Die heroische Periode Bismarcks ging damit zu Ende, aber der Triumph seiner politischen 3d een erscheint in der nun einsehenden Zeit der Sicherung und Erhaltung seines Lebenswerkes nicht geringer. Bismarcks Kampf mit der Kurie, mit der Sozialdemokratie und schließlich mit dem Kaiser um die Erhaltung seines Werkes in seinem Sinne bilden den 3nhalt des letzten Kapitels, das mit Bismarcks Rücktritt als einem tragischen Ereignis schließt. Wir müssen dem Verfasser daicken, daß er uns eine so lebensvolle, anschauliche Biographie deö Reichsgründers ge- scheickt hat. die man jedem Deutschen mit einer warmen Empfehlung in die Hand geben möchte. Wer seine Freude hat an Charakterbildern großer Männer, die die Geschichte und Geschicke ihres Volkes bestimmen, wird das Büchlein mit dankbarer Befriedigung aus der Hand legen. — Emil Ludwig: Juli 14. Verlag Ernst Rowohlt, Berlin W 35. (325). — Wir haben leider oft schon Gelegenheit gehabt, uns über die Art, wie Emil Ludwig Geschichte schreibt, kritisch zu äußern. Dies neueste Buch ist mehr als gefährlich. Mit beispielloser Leichtfertigkeit wird hier die Schuld am Ausbruch des Weltkrieges einem ganz kleinen Kreise europäischer Diplomaten zugeschoben mit dem sehr durchsichtigen Zweck, die Völker als solche von der Schuld am Kriege freizusprechen. Und doch ist nichts eindrucksvoller in diesem Buche als das Bekenntnis vom Versagen der Massen und ihrer Führer, die es damals so gut wie heute in der Hand gehabt hätten, einen Krieg zu verhindern, wenn sie es eben gewollt hätten — Eugen Fischer: Di c kritischen 39 Tage. (Verlag Ullstein, Berlin.) (370) — Mit einem Auftakt. Sarajewo und die diplomatischen Folgen, setzt diese Darstellung des 3uli 1914 ein und führt bis in den August, den ersten Monat des Weltkrieges. Eugen Fischer, der Sachverständige im Untersuchungsausschuß des Deutschen Reichstags, gestaltet in großen dramatischen Szenen diese 39 Tage außerordentlich lebendig. 3eder Vorgang ist mit der Schärfe des Momentbildes beleuchtet. — Zehn 3ahre Versailles. Band I und II. 1919 bis 1929. Herausgegeben von Dr. Heinrich Schnee, Gouverneur z. D, M. b. R., Präsident des Arbeitsausschusses Deutscher Verbände und Dr. b. e. H a ns Droeg er Gcschästs- führendes Vorstandsmitglied des Arbeitsausschusses Deutscher Verbände. 1. Band: Der Rechtsanspruch auf Revision. Der Kampf um die Revision. Die wirtschaftlichen Folgen des Versailler Vertrages. 2. Band: Die politischen Folgen des Versailler Vertrages. Berlin 1929. Brückenverlag G. m. b. H. 373 und 271 S. Preis geb. 25 Mk. (418) — Die zehn 3ahre, die seit Unterzeichnung des Versailler Diktates verstrichen sind, liehen den Herausgebern des obigen Werkes es angezeigt sein, dessen Folgen in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Beziehung zusammenzufassen. Für alle behandelten Fragen sind Sachkenner verschiedener politischer Richtungen gewonnen worden, so daß dies Werk auch zugleich ein Zeichen ist, wie in den Fragen des Versailler Diktates eine Einheitsfront im deutschen Volk besteht. 3n einem allgemeinen Teil wird der Rechtsanspruch auf Revision begründet, der sich herleitet aus der Verletzung der durch den Vorfriedensvertrag geschaffenen Rechtsgrundlagen. Dieser Widerspruch läßt den Kampf um die Revision zu einem Kampf um das Recht werden. Wie die moralische Aechtung des deut- schon Volkes als Mittel zur Unterhöhlung der Rechtsgrundlagen benutzt wurde, so steht uns auch diese moralische Waffe eirrer Aenderung der Weltmeinung im Kampf um das Recht zu. Auch die Außenpolitik in ihrem Kampf um die Befreiung von Versailles kann sich der Argumente bedienen, die sich aus der Verletzung ter Rechtsgrundlage und den Ergebnissen der internationalen Erörterung der Kriegsschuldfrage ergeben. Unter den Mitarbeitern finden sich Reichskanzler Marx, Geheimrat Riemeher, Dr. Berthold Widmann, Freiherr von Lersner, Regierungsrat Dr. Zintgraff, Dr. Karl Schwendemann, W. Schaer, Freiherr von Richthofen, Landgerichtsrat Dr. Lederle, Professor Dr. Raab und Reichsminister a. D. Dr. Dernburg. Der zweite Band enthält die politischen Folgen von Versailles. Hier sind zu nennen die Beiträge von Reichsminister a. D. W. Sollmann, Dr. Th. Heuß, Gouverneur Dr. Th. Seih, Professor Dr. Hoetzsch, M. d. R., Professor Dr. Wehberg, Oberst a. D. von Oerhen, Oberst a. D. Dr. h. c. Schwertfeger, Admiral Brüning- Haus, Professor Dr. Everling, Professor Dr. Freiherr v. Freytagh-Loringhoven, M. d. R., H. Müller-Lichtenberg, M. d. R.. Konsul Dr. Respondek und Professor Dr. G. Schreiber, M. d. R. Das sorgfältig ausgestattete Werk ist somit als das Handbuch für die Revision des Versailler Vertrages zu bezeichnen. Der Arbeitsausschuß Deutscher Verbände hat sich mit der Herausgabe ein neues Verdienst in dem Kampf um die Revision erworben. — Zehn 3ahre Rheinlandbesehung. Beschreibendes Verzeichnis des Schrifttums über — Die Tragödie von Verdun 1916 (Teil II., III., IV.). Vchriftenfolge des Reichsarchivs „Schlachten des Weltkrieges", Bearbeiter A. Schwencke, L. Gold, M. Regmann. Verlag G. Stalling, Oldenburg i. O. (375) — Kein Ereignis des Weltkrieges hat sich neben dem Marne- Drama so tief in die Erinnerung des deutschen Volkes eingegraben wie Verdun. Freudig jubelte ganz Deutschland auf, als die ersten Erfolge gegen die Rordostfront von Verdun bekannt wurden. Aber der durch die Mißerfolge in Flandern 1914 gelähmte Siegeswille des Generals v. Falkenhayn war durch die glänzenden Erfolge von 1915 gegen Rußland und Serbien nicht so nachhaltig gestärkt, daß er sich 1916 zu einer ganzen Tat aufraffen konnte. Von vornherein faßte er nur einen taktischen Entschluß, ter strategisch notgedrungen ins Leere führen muhte. Der Angriff auf Verdun sollte die Franzosen zwingen, für die Behauptung dieser Lagerfestung aus Prestigegründen ihren letzten Mann einzusetzen und sich durch den dafür geleisteten Blutzoll so zu schwächen, daß weder sie noch die Engländer die ihrerseits geplante große Entscheidungsoffensive ausführen konnten. Dadurch hoffte General v. Falkenhayn sie dann friedenswillig zu machen. Richt nur ter deutsche Soldat des Jahres 1916 hat das Gefühl gehabt, sondern auch die nachträgliche Geschichtsforschung es bestätigt, daß die deutschen Truppen in den letzten Februartagen 1916 Verdun genommen hätten, wenn am 24. Februar abends, spätestens am 25. frische Divisionen zur Ablösung der völlig erschöpften ersten Anariffskorps zur Verfügung gestanden hätten. Aus diesem großen „Wenn", begrüntet in der Halbheit ter Entschlußkraft des deutschen Generalstabschefs, erwuchs dann das furchtbare, blutige, fast ein 3ahr dauernde Ringen um die Festung, von dem man schon während des Krieges nur noch schaudernd als von ter „Hölle von Verdun" sprach. „Größtes Wollen", unerhörte Anstrengungen, unsterbliches Heldentum sind der Macht eines übergewaltigen Schicksals unterlegen, das sich ebenso in der Riesenhaftigkeit der gestellten Aufgabe wie in der Unzulänglichkeit ter aufgewandten Mittel verkörpert. „Das ist erschütternd, das ist tragisch". Mit diesen alles besagenden Sähen beginnt das Schlußwort teS letzten Teiles ter vom Reichsarchiv herausgegebenen Trilogie über die „Tragödie von Verdun". Der erste Teil der Tragödie (Band 13) umfaßt den deutschen Ansturm auf dem östlichen Maasufer vom 21. Februar bis 2. März 1916 mit den glänzenden Anfcmgserfol- — Alfred Bock: Wege im Schatten. Erzählungen. 151 Seiten 8°. Ganzleinen 3 Mark. Deutsche Landbuchhandlung, Berlin SW 11, 1929. (489) — Die sechs Erzählungen, die in dem Buch vereinigt sind, offenbaren aufs neue des Dichters eigenstes Wesen und Schassen. Kernig, klar und natürlich entrollen sich die Schicksale feiner Gestalten. Voll dunkler, erdgeborener Gewalt treffen Verhängnisse aufeinander.' All diese Menschen wirken durchaus unsentimental, sie sind seßhaft, verwachsen mit Haus und Hof, aber darüber hinaus spürt man die Wärme und Strahlung der weiten Welt. In diesen von Energien und Spannungen getragenen Erzählungen tritt ein hohes Maß epischer Kunst zutage. — Der vom Verlage würdig ausgestattete, übrigens wohlfeile Novellenband erscheint gerade rechtzeitig zum 70. Geburtstage Alfred Bocks: die zahlreichen Freunde seiner Kunst seien nachdrücklich auf die neue Sammlung hingewiesen. — Robert Reumann: Die Blinden von Kagoll. Mit einem autobiographischen Rachwort. Reclams Llniversalbibliothek Rr. 7013. Geheftet 40 Pf., gebunden 80 Pf. (481). — 3n sieben Kurzgeschichten entfaltet Robert Reumann, ter schnell zu Erfolg und Ruhm gelangte Wiener Dichter, alle Möglichkeiten seiner großen Begabung. Sie reicht von grotesker 3ronie bis zu herzhaftem Humor, von scheinbar sachlichkühler, dennoch leidenschaftlicher Zeitkritik bis zur ruhigen Form klassischer Novellen. Wie der Dichter selbst im Nachwort berichtet, sind diese Novellen in den letzten vier 3ahren entstanden und verdanken ihre Entstehung den verschiedenartigsten inneren Anlässen. Spricht aus der Groteske „Literaturgeschichte" und aus der Humoreske „Reportage" noch die Verbitterung des vergebens um literarische Anerkennung Ringenden, sind „Die Blinden von Kagoll" um eine ruhige, in gewissem Sinne repräsentative Epik bemüht — ein latent anllägerisches und „dokumentarisches" Prosastück wie „Fall Kyritz" schlägt schon den Weg ein, den er dann mit „3agd auf Menschen und Gespenster" und dem Romane „Sintflut" beschritten hat. — E. G. Kolben Hetzer: Wenzel Tiegel. Novelle. Mit einem Nachwort von Franz Koch. Reclams Llniversal-Vibliothek Nr. 7000. Geheftet 40 Pf., gebunden 80 Pf. (482). - Der Flickschuster Wenzel Tiegel ist von Ureltern her mit Sehnsucht nach Höherem belastet, die ihm eingeboren ist als metaphysischer Trieb. 3n seiner Leidenschaft fürs Denken und in seinem Haß gegen das übertreibende und fälschende Pathos Der menschlichen Sprache verliert er allen Lebensboten unter den Füßen, ja schließlich das Mittel aller Verbindung mit anderen, die Beherrschung des Wortes. Wie er nicht am Weibe die Westfragen mit Einschluß des Saargebietes und Eupen-Malmedys. Von Dr. Georg Reismüller und Dr. 3osef Hofmann, beide von der Pfälzischen Landesbibliothek in Speyer. Ganzleinen geb. 10 Mk. Verlag Ferdinand Hirt in Breslau (365). -- Das umfangreiche Buch enthält eine sorgfältig zusammengestellte Bibliographie aller amtlichen Veröffentlichungen, Zeitschriften, literarischen und schöngeistigen Dar- stel.ungen, historischen, geographischen und wirtschaftlichen Abhandlungen, die sich mit der Dhein- landbesehung befaßt haben. Besonders dankenswert ist, daß die Verfasser sich nicht lediglich auf sorgfältige Titelangabe beschränkt haben, sondern allen wichtigeren Werken eine kritische 3nhalts- angabe beigaben, die eine sofortige Orientierung ermöglicht. Das Tuch ist für den Politiker und Historiker ein unentbehrliches 3nformationswerk. gen, die in der Erstürmung der Panzerfeste Douaumont gipfeln. Der zweite Teil (Band 14) „Das Ringen um Fort Dau?" schildert dann den Verlauf ter Kampfhandlung an einem kleinen Frontabschnitt vom ersten Ansturm bis zum schweren letzten Rückschlag. Ganz anders mußte demgegenüber die Bearbeitung des Bandes 15 „Die Zermürbungsschlacht", der die Teile 3: „Toter Mann — Höhe 304" und Teil 4: „Thiau- mont — Fleury" umfaßt, bearbeitet werden. Gegenüber der Einzelschilterung tritt die Würdigung der Tätigkeit der deutschen höheren Führung in den Hintergrund. Trotzdem fühlt man beim Lesen der Bände ständig den Pulsschlag dieser Führung, die leider damals häufiger wenig glücklich gewesen ist. Um so heller strahlt tem- gegenü6er das Heldentum ter deutschen Frontsoldaten aus allen diesen Zeilen, ein Heldentum, das trotz unmöglich anmutenter Anforderungen und unerträglich erscheinender Strapazen und Opfer dennoch unbeirrbar seine Pflicht tat fürs große Ganze. Allen Bänden sind eingehende Kriegsgliederungen sowie ausgezeichnete Karten, Skizzen und Bilder beigegeben. — Res. 3äger (Sturm- und Hochge- b i r g s °) D a 11. R r. 5, bearbeitet nach Kriegstagebüchenr und Berichten von Mitkämpfern von Oberstleutnant a. D. v. Brandt, dem letzten Kommandeur des Datls. im Weltkriege. (Band 253 der Schriftenfolge „Erinnerungsblätter deutscher Regimenter". Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. (352) — Ein wechselvolles Geschick führte die 5. Res. 3äger im Weltkriege an alle Fronten. 3m Westen begann für sie ter Krieg. 1916, nach dem Sturm auf Verdun, wurde das Bataillon zur Ausbildung als Sturm-Bataillon nach Deutschland geschickt. Aber schon nach einem Monat wurde das ganze Bataillon aufs neue verladen und einem unbekannten Ziele zugeführt: den Karpathen! Die Erstürmung des Wa- tvnarkapasses, die Eroberung der Skupowa, die Erstürmung ter Plack und ter Kreta, die Kämpfe am Munczel find eine einzige Aneinanterrechung von Heldentaten, wie sre nur von einer so disziplinierten Truppe geleistet werden konnten. 3m 3uli 1917 wurden die 5. Res. 3äger zur Befreiung der Bukowina eingesetzt, aber bereits im September zum italienischen Kriegsschauplatz ab- kommandiert. 3m Februar 1918 wurde das Bataillon noch einmal zur Westfront verladen, um dort das Endringen vor Amiens, in ter Marneschlacht und den gesamten Rückzugskämpfen mit- zuerleben. vorbeikommt und, ohne überwinden zu können, es doch haßt und begehrt zugleich, so i|t auch fein Mißtrauen gegen das Wort bezeichnend für seine heimliche Sehnsucht nach der Macht dieses Wortes. Trotz seiner Wunterlichkeit ist dieser Schuster aber doch nicht Narr genug, daß man fein Schicksal nicht auch tragisch und seinen unglückseligen Tod nicht als erlösend und befreiend empfände. Die Novelle ist ein Meisterstück in ihrer geistreichen Pointierung, mit ihrer glasklaren, in einem nur ihr eigentümlichen Rhythmus schwingenden Prosa. — Leonhard Frank: Absturz. Novelle. Mit einem Nachwort von Alfred Polgar. Reclams Unioersal-Bibliothek Nr. 7004. Geheftet 40 Pf. gebunden 80 Pf. (479) — Auf einer Hochgebirgsbahn löst sich kurz vor einem 520 Meter über ter Talsohle liegenden Viadukt der letzte Wagen eines vollbesetzten Zuges und saust mit unerhörter Geschwindigkeit auf einem Nebengleis zu Tal. Mil atem- beklemmender Spannung erlebt man die dem Wahnsinn gleichende Aufregung ter unterganggeweihten Menschen, die hier bunt zusammengewürfelt sind: Bankier, Kurzwarenreisenter, Staatsanwalt, Sozialdemokrat, Geistlicher, Offizier, Student, Arbeiter, Bauer usw. Vom Antlitz dieser verschiedenartigen Menschen splittert in der toddrohenten Stunde die von Leben, Gesinnung, Dünkel geformte, Maske ab, und es erscheint „das Urgesicht", schamlos, selbstisch, verzweifelt. Auch diese sich ins Atemlose steigernde Erzählung erweist jene tiefgründige Menschlichkeit, die das Schaffen des unablässig zu menschlicher Güte und Gemeinschaft aufforternten Dichters Frank kennzeichnet. — Heinrich Mann: Der Tyrann. Die Branzilla. Novellen. Mit einem Nachwort von Felix Salten. Reclams Universal - Bibliothek Nr. 7001. Geheftet 40 Pf., gebunden 80 Pf. (477) — Zwei Novellen von äußerster Konzentration, wo Worte sich wie scharfe Klinaen kreuzen, vibrierende Gespanntheit sich Schlag auf Schlag entlädt. Hinter Worten und Taten aber, blitzgleich erhellt, dämmern Abgründe seelischer Größe und Verruchtheit, brünstiger Liebe und schauerlicher Seeleneinsamkeit. — Frank Thieß: Eine sonderbare Ehe. Novelle. Mit einem Nachwort von Harald Braun. Reclams Universal-Bibliothek Nr. 7009. Geheftet 40 Pf., gebunden 80 Pf. (478) — Drei Lebensschicksale, die auf seltsame Weise miteinander verknüpft und wieder für immer getrennt werden. Eine Geschichte von dichter Realität, psychologischem Tiefblick, großer Sicherheit in ter Bemessung von Zeitablauf und handelnden Kräften. Keine Figur bloßer harter Begriff, vielmehr jede umgeben von einer flimmernden Aura wahrer Lebendigkeit, mehrdeutig, reizvoll. Gerate das Fragwürdig-Schwebende macht diese Erzählung so wirklich. Aus fremden Literaturen. — Gunnar Gunnarsson: Nacht und Traum. Roman. 392 Seiten 8°. Berechtigte Hebertragung aus dem Dänischen von Erwin Magnus. Umschlag- und Einbandzeichnung von Prof. Dr. W. T i e m a n n. Geh. 7,50, Leinen 10 Mark. Verlag von Albert Langen. München. (460). — Der Isländer Gunnarsson erzählt hier von dem Dichter-Knaben, der er selbst einst war, von seinem Uebergang ins 3üng- lingsalter, und wie es kam, daß er 3slcrnd> verlassen mußte ter mutterlose Knabe steht vor uns und spricht. Wohl ist er ein Träumer, aber kein sentimentaler Träumer. Wie lustig manchmal, wie warm und scharfsinnig weiß er die Kameraden und Geschwister, weiß er Vater und Stiefmutter, Knecht und Magd, all die seltsamen Käuze, die er sich zu Freunden ausersah, hin- zustellen. Vom heißen Mühen mit Sense und Hacke weiß er zu erzählen, von wilden Ritten in die Berge zur herbstlichen Schafsuche, vom Hausbau mit Balken und Grassoden, vom Verirrtsein im brüllenden Unwetter. Dieser 3sland- bauernsohn hält sein Gemüt zusammen wie eine geballte Faust und leitet doch bitter darunter, „dah ihn keiner in dem Uebermaß liebt, dasi ein Menschenherz fordert, um zu gedeihen". Er selbst aber versteht in diesem Uebermahe zu lieben: wie tapfer greift er immer wieder zur Sense statt zur Feder, um dem geliebten Vater nicht ten Knecht zu entziehen, wie wortlos tief ist seine erste junge Liebe! — Ph. Macdonald: „Der Tod in der W ü ft e". Roman. 317 Seiten 8°. Aus dem Englischen übertragen von Anton Mayer (Romane der Welt). Th. Knaur Nachf. Verlag, Berlin W 50. Ganzleinen 2,85 Mark. — (413). — Der Brite, dessen Soldaten in der ganzen Welt sich herumzuschlagen gewohnt sind, führt uns zu der in Mesopotamien kämpfenden Heeresgruppe, von der eine Patrouille in die Wüste detachiert wird mit einem Auftrag, den der führende Offizier mit ins Grab nimmt. Der Lebens- und Todeskampf der Mannschaft in der Oase, die sie mit Not und Mühe erreicht, ist der Inhalt des Buches. — Andre Di rabeaus Roman „Sein einziges Abenteuer", der im Verlag Llll- ftein, Berlin (Preis 1 Mk.) erschienen ist, entrollt das Schicksal eines biederen Schuhwarenfabrikanten. der auch einmal einen Seitensprung machen möchte. Wie er das anstellt, in welch verzwickte und lustige Situationen ter Brave dabei gerät, ist mit unwiderstehlicher Komik geschildert — (465) Volkswirtschaft. •— Einführung in d i e Volkswirtschaftslehre.. Von Professor Dr. W.W h- g o d z i n s k i. 8. völlig neugestaltete Auflage. Von Professor Dr. W. Andreae. Gebunden 1,80 Mark. (Wissenschaft und Bildung Nr. 113.) Verlag Quelle & Meyer, Leipzig (440). — Wygodzin- skis Einführung in die Volkswirtschaftslehre gehört zu den Büchern, die heute jedem jungen Wirtschaftswissenschaftler und Dechtsgelebrten einen ersten Grundstock national-ökonomischer Kenntnisse vermitteln und bei ihrer allgemeinverständlichen Darstellung in hervorragendem Maße dazu geeignet sind, dem gebildeten Laien einen ersten ilcberblld über das Gebiet volkswirtschaftlichen Denkens zu geben. Der Grazer Wirtschaftswissenschaftler Andreae hat es unternommen, Wygodzinskis Einführung aus den gegenwärtigen Stand der Forschung zu bringen. Vollkommen neugestaltet sind die Abschnitte über die Methoden, die Grundbegriffe, die Arbeitszeit, die Kapital- und die gesamte Verteilungslehre, aber auch sonst spürt man überall ten moderneren Standpunkt des neuen Bearbeiters. Das Büchlein ist jedem, der das weite Gebiet der Volkswirtschaftslehre betreten will, ein zuverlässiger Führer durch das Reich der Theorien. Staat und Gesellschaft in der Gegenwart. Eine Einführung in das staatsbürgerliche Denken und in die politische Bewegung unserer Zeit. Von Prof. Dr. A. Vier- k a n d t. 3. verbesserte Auflage. Geb. 1,80 Mk. 3n Sammlung Wissenschaft und Bildung. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig (445). — Der Verfasser hat es sich angelegen sein lassen, das nicht ganz einfache Verhältnis von Staat und Gesellschaft klar und deutlich auseinander zu setzen. Auf diesen grundlegenden Erkenntnissen aufbauend, unterrichtet er uns über die Natur des modernen Nationalstaates, über den Klassencharakter des Staates und der Gesellschaft und über die Kämpfe innerhalb der modernen Gesellschaft, wie sie im Wettbewerb, in weltanschaulichen Diskussionen, in Streiks, Unruhen usw. in Erscheinung treten. Abschließend bespricht er die politischen Parteien und die Reformbewegungen der Gegenwart. Aktuelle Fragen wie die Jugendbewegung, der Sport, die Arbeitspflicht, die moderne Sozialethik finden dabei eine Bewertung. Verschiedenes. Das andere Antlitz des Todes. Von Heinrich Kessemeier. Ganzleinen 8,50 Mk. Falken-Verlag, Hamburg. — (363) — Das andere Antlitz des Totes ist, wie hier ausgeführt wird, das Antlitz des Lebens. Denn Tod und Leben sind nicht zwei verschiedene oder ganz entgegengesetzte Mächte. „Das ursprüngliche Antlitz" nennt es der Verfasser. Freilich dies ursprüngliche, lebenbejahente Antlitz hat sich im Denken und Wahnen ter Menschen immer mehr im lebensverneinenden Sinne gewandelt. Kessemeier seht es sich zum Ziele, es in seiner ursprünglichen Gestalt wieder herzustellen. 3n drei ausführlichen, innerlich zusammenhängenden Teilen führt der Verfasser die Sache dieses „unteren Antlitzes" und zugleich in das „neue Land", in das wir einmal auswandern werden. — Vor kurzem wurde die 300°3ahrfeier des Gymnasiums zu Darmstadt festlich begangen. Zugleich mit dem Interesse an der Geschichte dieser Anstalt wird auch das 3nteresse wach für die Geschichte des Hauses, das fast schon ein 3ahr- hundert lang das Gymnasium beherbergt. Das schlicht-vornehme Gebäude wurde in den 3ahren 1748 bis 1750 erbaut: seine Vollendung bedeutete die Neubegründung und Weiterführung eines bedeutsamen Werkes — der Errichtung einer Landesanstalt für hessische Waisen im Jahre 1697. Die Gründungs- und Lebensgeschichte deS Darmstädter Waisenhauses — „eine bet größter! Neue Kriegsbücher. Deutsche Novellen. sozialen Taten, die die hessische Geschichte auf- weist" — ist bis jetzt ziemlich unbekannt geblieben. Die Schrift „Das Darmstädter Waisenhaus, 1 69 7 b i s 1831", ein Beitrag zur Geschichte der Jugendfürsorge in Hessen- Darmstadt von Dr. Jutta Verlach (Pädag. Magazin, Heft 1213. Berlag Hermann Beyer & Sohne (Beyer & Mann). Langensalza. 1929. (Preis drosch. 3,60 Mk.) füllt diese Lücke aus. Die kleine Schrift enthält die eingehende Darlegung der Wurzeln, der Gründung, des Lebens dieser Anstalt, die Geschichte des Waisenhaus- Neubaus im Jahre 1750, eine ^lebersicht über die Waisenversorgung in den gesamten hessischen Landen um das Jahr 1821 und endlich die Darstellung des „Anstaltsstreites" bis zur Auflösung des Waisenhauses im Jahre 1831. - (385.) - »Das schone T i c r". 64 Bilder, eingeleitet und erläutert von Friedrich Schnack. Schaubücher 6, Herausgeber Dr. Emil S ch a e f - f e r. Geb. 2,40 Mk. Orell Fützli Verlag, Zürich. (432) — Dieses Bilderbuch will nicht etwa die „Schönheit des Tieres" erklären, wohl aber die Augenkenntnis von der Vielfalt des Tieres erweitern und, darüber hinaus, Liebe zu den Tieren wecken, wo sie noch schläft, die wache aber schüren und anfeuern, auf daß nach den Worten des Dichters Friedrich Schnack „jener höllische Geist zerstört werde, der Statur und Tier nur als Gegenstände von Ausbeutung und Nutzung erachtet". — Der Verlag war ausgezeichnet beraten, als er die Bearbeitung dieses Bändchens der im besten Sinne modernen Schau- bücher-Rcihe Friedrich Schnack übertrug. Vermag er doch wie kaum ein zweiter geheime Schönheiten selbst aus Unscheinbarstem zu heben und zu weisen uni) Herrliches in persönlichster Prägung aufleuchten zu lassen. Wer diese Galerie vom verträumten Flamingo bis zum prunkenden Pfau, von der Robbe in Volksrednerpose bis zum gespenstigen Lori und der im Zorn unheimlich sich hin- und herwiegenden Kobra oder dem köstlich naiven Hättegern von jungen Füchslein durchblättert, der wird dankbar staunen über die Magie des Photographen und seiner Linse, und das in seiner Bescheidenheit köstliche Büchlein wird ihm ein geliebter Besitz werden. — „D e r russische Revolution sfil m". 74 Bilder, eingeleitet von A. W. Lunatscharsky. Schaubücher 2, Herausgeber Dr. Emil Schaeffer. Preis geb. 2.40 Mk. Orell Füßli Verlag. Zürich. (429.) — Der ru fische Rcvolu- tionsfilm hat keine Paraderollen für Virtuosen und kein „happy end", hier verloben sich nicht Graf und Dettlerstochter unterm Weihnachtsbaum, hier gedeiht keinerlei Art von Hinter- trcppenromantik oder rührseliger Kolportage; er strebt nur Eines an: bestimmten sozialen und politischen Ideen den besten und wirksamsten filmischen Aufdruck zu schaffen. Diese Tendenzen und Ideen selbst kann man gutheitzen oder verwerfen, — davon unabhängig besteht die Tatsache einer bedcu.enden künstlerischen Leistung. Aus den weltbekannten neu'n Filmen Rußlands bringt das Bändchen packende Massenszenen und Gruppenbilder. Das Ganze ein eindringlicher Protest gegen den Kitsch und den verflachenden Schund auf dem Gebiete des modernen Spielfilms. Große Strafkammer Gießen. * Gießen, 8. Ott. Ein Kaufmann von hier verfolgte Berufung gegen ein Urteil des Schöffengerichts Gießen, durch das er wegen Beleidigung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Nach feiner Bestrafung durch die Gießener 'Strafkammer wegen Betrugs hatte er an feinen Verteidiger in einem Brief geschrieben, das Urteil beruhe auf Lug, Trug und Schwindel, das könne er dem Vorsitzenden sagen. Später-erklärte er, den Vorwurf der Rechtsbeugung könne er nicht aufrechterhalten, wenigstens habe er keinerlei Beweise dafür. Mit feiner Behauptung hatte er offenbar nur den Zweck verfolgt, seinem gepreßten Herzen .ßuft zu machen. Da es sich um einen ewig aufgeregten Menschen handelt, dessen Aeußerungen nicht das volle Gewicht beizulegen ist, wurde die Strafe auf sechs Wochen Gefängnis ermäßigt. Ein wegen Betrugs vielfach vorbestrafter Pferdehändler aus dem Kreise Ufingen hatte gemeinschaftlich mit einem Geisteskranken (und deshalb Unverantwortlichen) einem Gutspächter aus Seibelsdorf ein Pferd abgeschwindelt und dabei eine Urkundenfälschung begangen. Gegen das Urteil des Schöffengerichts Gießen, das ihn mit einem Jahr Gefängnis bestraft hatte, verfolgte er Berufung Sein Verteidiger war der Meinung, sein Mandant könne nicht bestraft werden, da die Unverantwortlichkeit seines Genossen Mittäterschaft ausschließe und damit auch der Angeklagte straffrei werde. Diese Ansicht, die dem Standpunkt des Reichsgerichte entsprechen sollte, erwies sich als irrig; der Angeklagte war dann auf alle Fälle Alleintäter, oder sog. mittelbarer Täter. Es wurden ihm aber zehn Monate von der Untersuchungshaft angerechnet. Unter Einbeziehung zahlreicher von anderen Gerichten verhängter Strafen wurde auf eine G e - famtgefängnis (träfe von vier Jahren fünf Monaten Gefängnis erkannt. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 73 vom 8. Oktober enthält: Das Volksbegehren. — Erste Anlegung der Handwerksrolle. Schutz der Telegraphenleitungen. — Die Kreisfürsorgerinnen. — Schlachthausanlage des Metzgers Paul Drescher in Wieseck. — Reinhaltung und Wegsamkeit der Straßen und Plätze. — Monatsschrift „Die Schule". — Die Schrift „Was jeder Deutsche vom Grenz- und Auslanddeutschtum wissen muß". Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 0.6. ID. 1. Ihre Frage, wieviel Lehrlinge eine Firma ohne Gehilfen beschäftigen dürfe, ist in allgemeinem Sinne nicht zu beantworten. Zur Aus- ’funfterteilung ist es notwendig, daß Sie angeben, um welchen Beruf es sich in dem vorliegenden Falle handelt. Die Zahl der zugelassenen Lehrlinge ist nämlich bei den einzelnen Berufen ganz verschieden. — 2. Es wird natürlich ein Unterschied gemacht zwischen einem Handwerksbetrieb und einem Fabrik- betrieb. — 3. Hier kommt das Arbeitsgericht bei dem Amtsbericht Gießen in Betracht. Grünberg 100. Wenn das Mädchen als Haustochter mit 10 RM. monatlichem Taschengeld auch Kost und Wohnung in seiner Stelle erhält, kommt die Versicheriingspflicht in Betracht. irffchast. Oie Arbeiterenilaffungen der Z.-G.-Iarbenindustrie. Don der I. -G. -Farben-Industrie in Ludwigshafen erhält der W.T.D.-Halndelsdienst folgende Zuschrift: „Die alarmierenden Pressemeldungen über die Gründe der Entlassungen bei der I. °G. - Farbenindustrie sind auf einen Artikel in der „Reuen Pfälzischen Landeszeitung" zurückzuführen. Demgegenüber ist festzustellen, daß in unseren Unterredungen mit der „Reuen Pfälzischen Landeszeitung" lediglich über die Verhältnisse in Ludwigshafen und Oppau gesprochen wurde. Die Entlassungen wurden begründet mit der Beendigung des Versuchs- und Dauprogramms, das seit dem 1. Januar 1925 eine Belegschaftsmehrung von 5000 Personen für die Werke Ludwigshafen und Oppau zur Folge hatte, von denen nunmehr ein Teil in den letzten und kommenden Monaten zur Entlassung kommen muß. Außerdem wurde ausgeführt, daß in einzelnen der hier hergestellten Produkte Produktiorrseinischränkungen zugunsten von Fabrikationen gleicher Art bei anderen I- G--Werken vorgenommen würden, wodurch auch Arbeitskräfte frei werden, namentlich im Hinblick darauf, daß es unser Ziel sei, allenthalben zu einer möglichst kleinen Lagerhaltung zu kommen. Die in die übrige deutsche Presse übergegangene Notiz, daß sämtliche Lager der J.-G.-Farben- induftrie überfüllt und in einzelnen Produkts kein Absatz sei, und daß ferner eine Absahkrise in Stickstoffdünger vorhanden sei. ist hiernach unzutreffend. Die Verhältnisse auf dem Stickstoffgebiet sind durchaus normal. Beitritt Frankfurts zur Güdwestdeutschen Gas-A.-G. Die Stadt Frankfurt hat der S ü d w e st - deutschen Gasgesellschaft in Frankfurt a. M. unmittelbar bisher noch nicht an» gehört, sondern nur durch die Beteiligung der Frankfurter GasgeseUschaft, während die Städte Mannheim, Hanau, Karlsruhe, Ludwigshafen, Pforzheim und Wiesbaden unmittelbar an ihr beteiligt sind. Die Stadt Frankfurt will nunmehr der Südwestdeutschen Gasgesellschaft ebenfalls beitreten, und zwar wird sie von der 20proz. Beteiligung der Frankfurter Gasgesell» schäft an dem Süwega-Kapital von einer Million Mark die Hälfte übernehmen. Der Magistrat hat eine dementsprechende Vorlage beschlossen. Oie Bankenfusion in Wien. Wie die gestrigen Wiener Abendblätter melden, hat das Exekutivkomitee des Verwaltungsrates der C r e d i t a n st a 11 gestern die Direktion zum Abschluß des Fusionsvertrages mit der Boden-Creditanstalt ermächtigt, so daß die Transaktion als solche perfekt ist. Donnerstag wird der gesamte Derwaltungsrak seine letzte formale Genehmigung erteilen. Im Laufe des gestrigen Tages sollten auch die meisten Fragen, die bisher offen geblieben sind, eine Bereinigung erfahren. Eine genaue Aufstellung des Status der Boden-Creditanstalt liegt bei der kurzen Zeit seit dem Abschluß der Vereinbarungen noch nicht vor, doch besteht aller Grund zu der Annahme, daß durch die Auswirkungen des Aktienumtausches und durch die Heranziehung der offenen Reserven derartige QKittel frei werden, daß sie die Abschreibungen decken. Das Aktienkapital der Boden-Creditanstalt beträgt 55 QUiHionen, ihre offenen Reserven 37 Millionen Schilling. Zu ihrer Erwerbung dienen die 11 Millionen Schilling neue Aktien der Creditanstalt, so daß dann für Abschreibungen ein Betrag von etwa 80 Millionen Schilling zur Verfügung steht. Die Abendblätter fügen hinzu, es könne keine Rede davon sein, daß der Staat bei dieser Transaktion zu irgendwelchen finanziellen Haftungen herangezogen würde. • * Frankfurter Börse. Am Montag, dem 14. Oktober, fällt die Abendbörfe aus. * Einstellung der Kleyer notiz. Mit Wirkung vom 22. Oktober wird als Folge der Sanierung die amtliche Rotierung der Aktien der Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer A.-G., Frankfurt a. M., eingestellt. Es wird damit gerechnet. daß der Antrag auf Wiederzulassung der Aktien gestellt werden wird, sobald die Bedingungen hierfür erfüllt sind. * Die Produktion des Stahlvereins im Geschäftsjahr 1928/29. In den soeben veröffentlichten Produktions- und Uinfatzziffern der Vereinigten Stahlwerke kommt die Tendenz verstärkten Exports bei geringerem Jnlandsumsatz zum Ausdruck. Es betrug die Produktion in Kohle 27,2 (26,5 in 1927/28) Millionen t, Koks 9,6 (9,4), Roheisen 6,0 (6,5), Rohstahl 6,4 (6,9) Millionen t. Der Umsatz mit Fremden betrug 1928/29 vorläufig insgesamt 1433 Millionen gegen endgültig 1438 Millionen Mk. in 1927/28, wovon auf das Inland 904 bzw. 958 Millionen, und auf das Ausland 529 bzw. 480 Millionen Mk. entfallen. Die spezifizierten Auftragsbestände am 30.9.29 in den Büchern der Gesellschaft machen etwa 81,9 v. H. des entsprechenden Auftragsbestandes im Monatsdurchschnitt 1927/28 aus. * Maschinenfabrik Augsburg- Nürnberg. In der Aufsichtsratssitzung der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg wurde mit» geteilt, daß sich nach Abzug der Abschreibungen von 1 364 050 (103. 1 336 738) Mk. einschl. des Vortrages von 1 517 550 Mk. für das Geschäftsjahr 1928/29 ein Reingewinn von 2 742 507 (2 717 550) Mk. ergibt. Der am 18. Dezember stattfindenden Generalversammlung wird vorgeschlagen, wieder 6 Proz. Dividende zu verteilen und 1 542 507 Mk. vorzutragen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 9. Oft. Tendenz: schwach. — Auch an der heutigen Börse vermochte die feste Haltung der Reuhorker Börse und die fortschreitende Verflüssigung des dortigen Geldmarktes die Abwärtsbewegung der Kurse nicht aufzuhalten, und die vorbörslich gehegten Erwartungen, daß nach der Schwäche an der gestrigen Abendbörse heute eine Erholung eintreten werde, erfüllten sich nicht. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs setzten die Abgaben wieder ein. Bei dem allgemein ziemlich stillen Geschäft gaben die Kurse auf den meisten Marktgebieten weiter nach. Die Verkäufe soUen in erster Linie für ausländische, und zwar für schweizerische und holländische Rechnung vorgenommen worden sein. Daneben dürften aber auch Verkaufsorders aus der Provinz vorgelegen haben. Außerdem schritt die Baissespekulation zu neuen Dlankoabgaben. Von D a n k s e i t e schien nur in geringem Maße interveniert zu werden. Gegenüber den niedrigern Abendbörsenkursen waren überwiegend neue Abschwächungen von 1 bis 3 Prozent zu verzeichnen. Farben gaben erneut 1 Prozent, Zellstoff Waldhof 1,5 Prozent nach. Am Elektro- markt verloren Bergmann, Felten, S ch u ck e r t und Siemens erneut 1 bis 3 Prozent. Umfangreich waren die 03erkäufe in Chad e-A k t i e n, die 9 Mk. niedriger eröffneten. AEG. blieben dagegen behauptet. Elektrische Lieferungen 1 Proz. fester. Am Montanmarkt büßten Mannesmann 1,4 Prozent I und Rheinstahl 2 Prozent ein, während Phönix gehalten blieben. Am Markte der «Bankaktien waren vor allem B'erliner Handelsgesellschaft angeboten mit minui 3,5 Prozent. Schiffahrtswerte lagen nicht einheitlich. Ebenso Kunstseidenwerte, von denen G l a n z st o f f sich 2,25 Prozent erholen konnten, während B e m b e r g erneut 3 Prozent nachgaben. S v e n s k a setzten ihre Kurserholung um weitere 8 Mk. fort. Leicht erholt waren außerdem noch Kali Westeregeln und Daimler. Letztere auf die Nachricht, daß das Mannheimer Werk nicht geschlossen werden soll. Neubesih anleihe gaben etwas nach. Schutzgebiete geringfügig gebessert. Im Freiverkehr konnten Gulden-Russen mit 1.45 Prozent. 1 922 er Russen mit 1.55 Prozent genannt werden. Im Verlause wurde die Stimmung ruhiger, und auf den meisten Marktgebieten führten Deckungskäufe zu Kurserholungen, wozu die bekanntwerdenden Ziffern des Reichsbankausweises für die erste Oktober-Woche beitrugen. Farben konnten sich 2 Prozent und Siemens 4 Prozent im Kurse bessern. Am Geldmarkt setzte sich die Erleichterung für Tagesgeld fort. Tagesgeld 6.5 Prozent. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,19, gegen Pfund 20,402, gegen Paris 123,8650. London' gegen Kabel 4.8626, gegen Mailand 92,81, gegen Madrid 32,77, gegen Holland 12,10. Berliner Börse. Berlin, 9. Oft. Heute vormittag konnte man nach den starken Abschwächungen im gestrigen Abendverkehr eine leichte Beruhigung fest- stellen, da man der Ansicht mar, daß die Kurse gestern abend heruntergesprochen wurden, ohne daß stärkeres Angebot vorlag. Die Vorbörse zeigte bankt ein etwas unsicheres Aussehen und der offizielle Beginn lag wieder ausgesprochen schwach. Man beobachtete an allen Märkten Abgaben, die, wie man verschiedentlich behauptete, Blankoabgaben der Spekulation waren. Der feste Schluß der gestrigen Neu- yorker Börse und die Erleichterung am dortigen Tagesgeldmarkt blieb hier ohne Eindruck, auch die Zunahme des Goldbestandes der Bank von England wirkte nicht. Sonst lagen Momente kaum vor. Die Arbeitslosenziffe r hat eine weitere geringe Zunahme erfahren, die Erklärung der Karstabt-Verwaltung zu den Kursrückgängen ihrer Aktien blieben unbeachtet. Die ersten Kurse zeigten überwiegend Rückgänge von 1 bis 4 v. H., zum Teil bis 6 v. H. I. - G. - F a r b e n , in denen ziemlich großes Angebot vorlag, gingen um 4,5 v. H. zurück. I. - G. - B e z ü g e nannte man mit 3,80 v. H. Am M o n t a n m a r f t waren Klöckner, Mans- selber und Stollberger Zink bis 5 o. H. schwächer, Laurahütte erschienen mit Minus- Minuszeichen an der Maklertafel. Nur Ilse Bergbau waren etwas fester. Von E l e k tro- werten waren Elektrische Licht und Kraft, Bergmann, Felten bis 6 v. H., Ehade sogar 8 Mk. schwächer. Sonst lagen noch Hemberg, Deutsche Linoleum, Berger, Sarotti und Tietz sehr schwach. Svenska konnten auf besseres London 7,50 Mark anziehen. Eisenbahn-Verkehrsmittel gewannen 3 v. H. Deutsche Anleihen waren behauptet. Pfandbriefmarkt schwächer. Der Geldmarkt war weiter leichter. Tagesgeld 7 bis 9,5 v. H.; Monatsgeld 9,25 bis 10,5 v. H.; Warenwechsel zirka 7,75 v. H. Nach den ersten Kursen wurde es auf die Veröffentlichung des Reichsbankausweises für die erste Oktober-Woche etwas beruhigter. Wechsel, Schecks, Lombards und Effekten haben um 20,2 Millionen, Noten und Rentenbankscheine um 259,1 Millionen abgenommen. Die Deckung besserte sich um 2,2 bzw. 2,9 v. H. Später wurde es dann wieder schwächer. Der weitere Verlauf blieb bann schwankend. I. - G. - F a r be n, einzelne Banken und Bayerische Motoren-Werke lagen etwas fester, die anderen Werte eher schwächer. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. Oft. Der Probukten- martt verkehrte heute im Einklang mit den festeren Auslandmeldungen in etwas freundlicherer Haltung. Namentlich für Weizen bestand von Mühlenseite weiter Interesse. Auch für Weizenmehl und Mais konnte sich verstärktes Interesse durchsetzen. Dagegen gaben Futtermittel weiter nach. Es wurden notiert: Weizen 25,75 bis 25,85; Roggen 19,25 bis 19,50; Sommergerste für Drau- zwecke 20,75 bis 21; inl. Hafer 18,75 bis 19,75; Mais (gelb) für Futterzwecke 20; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 38 bis 38,50; Roggenmehl 27,50 bis 29; Weizenkleie 10,75; Roggenkleie 10,90 Mk. — Tendenz: stetig. Frankfurter Pscrdemarkt. Der Pferdemarkt in Frankfurt a. M. am 7. Oktober war infolge der hohen israelitischen Feiertage, die kurz vorher vorangegangen sind, nicht so stark be- schickt, wie der vorhergehende. Es standen ungefähr 350 Pferde aller ©atungen zum Verkauf. Scylacht- pserde waren eher etwas gesucht. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. Frankfurt a M. Berlin Frankfurt a M. I Berlin Franlsurt a M. Berlin Berlin, 8. Oktober Geld Brief Schlub-l Kurs | i-llh Kurs Schlub-l Anfang- Kurs | Kure Schluß Kurs 1-Uhr I Kurs J Schluß-, Kur« | Anfang. Kur:- Sdjiufr- KnrS l-Uhr Kurs Schluß- fture Anfang- Kur- französische Wotcn..... Holländische Noten ...... (ttalienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Oesterr .ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten ....... Spanisch: Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten..... 6,415 68,03 168,71 22,03 112,14 58,97 2,495 112,62 81,06 62,27 12,425 73,23 Datum 8.10. 9. 10. 8.1i. 9.10. Datum 8.10. 9.10. 8.10. 9.10. Darum 8.10. 9.10. 8.10. 9 10. 111,70 58,73 2,475 12,18 80,74 62,03 12,365 72,93 6% Dt. NelchSaulethe o. 1927 . . DI. Aul.-Ablbs.-Schuld mit Aus- lo|.-9lediten......... 87,5 53,2 9,25 85,5 76 88,5 — — 2,75 2,13 22,75 — — i,05 7,3 7,2 7,2 7,3 14,4 105 123,75 123,75 173,25 261,4 161 160,75 156,5 277 53,2 9,1 — — - 113 105,6 123,75 123 196,25 172 161 155 87,5 53,25 9,4 ,95 22,6 20,5 2,05 7,3 7,3 7,3 7,3 14,4 114 154,25 106,65 124,25 124,25 199,75 173,25 262,5 161 161 56,25 280 53 2 9,2 2,05 7,4 7,3 113 152 105,5 124 123,5 197,25 172 261 161 161 155 279 A.E.G........... 179 157,5 180,5 121 198 338,5 172,5 132 137 211 103 130 100,75 255 108,75 109 214,5 218 355 194 140 69 72.5 122 179,13 205,5 158,5 119,5 196,5 337,5 101,6 100,75 106,75 219,5 193 — _ 72 121 181,5 208,5 158,25 183,75 123 177,5 130,65 141 171 198,75 343 129 171,75 66 105,5 131,5 132,75 137 118,5 210 107,75 116,25 104 130 73,25 96,75 101,75 255,5 109,75 109,75 66,65 215,5 219,5 358,13 197,5 93,5 68,65 72,9 123,25 180 204 157,5 178 119,25 174 129,5 141 167,13 195 339,5 130 170,25 64,13 104,5 131 132 135,5 115,5 212 106,25 112,5 102 126 71,75 96,5 101 254 106,5 108 66,6 215,5 219,5 353,13 193 - 66 71,5 121 Philipp Hol,mann......■ Heidelberger Eement .... 10 Grment Karlstadt.....1° Wayß & Freitag.......8 Schultheis Patzenhofer ... 16 Ostwerke.........12 Ber. Glanzstoss ...... 18 Bcmbecg.........U Zellstoff Waldhof .... 18% Zellstoff Aschaffenburg ... z Charlottenburger Wäger ... 8 Dessauer Gas . 9 Daimler Motoren......> Deutsche Maschinen-Fabril . . ldlerw 'rte Klcvcr . ....(> ikudw. Loew'......1< Rat. Automobil.......< Orenstein 4 Koppel.....6 Leonhard Tietz......1° Bamag-Meguin.......f Franst. Maschinen ...... 4 Gnyncc..........6 Heqligenstaedt .......' Iunghans..... 6 Lechwerle. ........b .....................p ...............1,1 Rekarsulmer........t Peters Union........6 Gebr. Roeder ....... V Voigt & Haesfner......9 Eüdd Lucker.......10 Dan 172 261 203 216 140 52 50 ,105 10/,75 124 222 knoten 122 90,75 263,25 206 214,5 36,75 38 47,5 - 153,75 90 92,5 279 219,5 264,5 209,5 218,5 140 94 173,25 36,25 47 39 178 21,65 75,75 185 47 52,25 62 124 222 153,5 88,5 278 213 262,5 205 213 139,75 93 172 36 45,5 38,5 174,5 74,5 180,5 124 Bergmann.........- Elektr. Lieferungen.....1<’ Licht und Kraft ...... 10 Felten & Guilleaume....?¥, Gej. f. Elektr. Untern.. ... 10 Hamb. Elektr. Werte .... 10 Rhein. Elektr.........!. Schlei. Elettr........io Tmuckcrt..... 11 Siemens & Halske.....16 Transradio ......... 8 LahMeyer L Eo.......10 Buderus...... 6 Deutsche Erdöl.......6 Essener Steinkohle......f Gelsenkirchener ....... 8 Harpener......... 0 Hoesch Eisen........6*4 Ulle Bergbau.......10 Klöcknerwerte ........ Köln-Ncuessen. ....... 7 Mansselder.........'< Obersch'.es. Eisend. Bedarf..." Oberschles. KoUwerte..... 7 Phönir Bergbau......6Vi Rhelnstche Braunkohlen... 10 Ryeinstahl..... 6 Riebeck Montan......7,“ Bereinigte Stahl» ..... Olavi Minen......16'/. Loli Aschersleben.....1< Kall Westeregeln......1( Kaliwerk Salzdetfurth ... lf> 3. G Farben-Industrle ... 12 Dynamit NobÄ.......t> Scheideanfialt........t> Goldschmidt ........ 6 Sülgeisrocrfe ........ 6 WetallgeieUschaft. ..... .8 DeSal. ohne Au-los.-Rechte . . . 7% Franks. Hl>p -Bk Goldps. un- fünbbat 618 1932....... 4 Vi% Rheinische Hyp.-Bank 8iqu Goldps............ Vl.E.Gabg. V ortriegS- Obligation, rückzahlbar 1982 ..... 4% Schweiz. BundeSb.-Anl.. . 4% Lcstcrreichische Goiorte.. . . O ■ 168.33 1,758 58,42 111,85 111,92 112.40 10,536 21,935 20,373 4,1915 16,445 80,92 62.21 1,998 ,4975 58,92 12,404 7,384 73,11 3,035 18,78 31,43 2,025 5,435 4,151 4,069 20,895 168,67 1,762 58,54 112,07 112,14 112,62 10,556 21,975 20,413 4,1995 16,485 81,08 62,33 2,002 0,4995 59,04 12,424 7,398 73,25 3,041 18,82 81,59 2,029 5,445 4,159 4,104 1 20,935 168,38 1..57 58,41 111,90 111,91 117,37 10,532 21,935 20,375 4,1905 16,445 80,93 62,19 2,002 0,4975 58,915 12,40 7,387 73,11 3,035 18,82 81,43 2,002 5,445 4,150 4,096 20,895 168,72 1,761 58,53 112,12 112,13 112,59 10,552 21,9,5 20,415 4,1985 16,485 81,09 62,31 2,006 0,4995 59,035 12,42 7,401 73,25 3,045 18,86 81,59 2,024 5,455 4,158 4,104 20,935 4% Ungarstche Kronenrte..... 4°/«> Türt. Zollanleihe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahu-Aal., Serie 1........... 4% desgl. Serie 11....... 4% Rumänen unwert. Rte . . . 4%% Rumänen Goldanl. von 1913 ülllg. Deutsche Eisenbahn . . 4% Hamburg-Amerika Paket ... 7 Hamb.-Südom. Dampssch. . . 6 Hansa Danipsjchiss.....10 Norddeursckier Llohd.....8 eill«. Deutsche Creditanst. . - 10 Barmer Banlverein .... 10 Berliner HandeUgejellsch. . . 12 Commerz- und Privat-Bank . 11 Darmst. u. Nationalbank . . 12 Deutsche Bank......10 Tislonio-Gejellschaft «nt.. . 10 Dresdner Bant......10 Meiallbrmk ....... 8 fririd**!........1? Berlin, 8. L ktob r Geld Brief Amerikanische Noten..... Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Lnoltsche Noten........ 4,176 58,23 111,68 20,35 4,196 58,47 112,12 20,43