Nr. 158 Erstes Blatt 179. Jahrgang ' Dienstag. 9. Juli 1929 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monair Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn. auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen, postschekttonto: Frankfurt am Main 11686. GWimAMger General-Anzeiger für Oberhessen vnlck und Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Stelndruckerel R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schlllstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lang«. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Dießen. Gtresemann kündigt die Aufrollung der Gaarfrage an. Er fordert volle Wiederherstellung der deutschen Souveränität. Berlin, 8. Juli. (WTB.) Reichsminister Dr. ©trefemann, der sich zur Zeit zum Kuraufenthalt in Bühlerhöhe bei Baden-Baden befindet, empfing den bekannten Außenpolitiker des „Matin", Jules Sauerwein, und gewährte ihm nachstehendes Interview: Ich habe den Eindruck, daß schon recht viel Zeit auf die rein formalen Vorfragen der Einberufung der Regierungskonferenz verwendet worden ist. Die Weltöffentlichkeit kann es nicht gerade als einen glücklichen Auftakt zu dieser Konferenz empfinden, wenn die Ansichten über Ort und Zeit noch immer hin- und hergehen. Ich hoffe daher, daß diese Vorverhandlung, die angesichts der Wichtigkeit der zu regelnden Probleme doch nur von untergeordneter Bedeutung ist, nunmehr schnell zum Abschluß gelangt. Jedenfalls bin ich der Ansicht, daß wir vor Aufgaben stehen, die die höchsten Lebensinler- essen der Völker berühren, und da scheint es mir nicht gut, die starke politische Spannung, unter der in den einzelnen Ländern Oeffentllch- kelt und Parlament nun schon seit mehr als einem halben Jahre stehen, ohne Rot zu verlängern. Auch die Wirtschaft hat einen Anspruch darauf, daß die auf ihr lastende Unsicherheit von ihr genommen und daß sie in die Lage versetzt wird, eine neue Aktivität zu entwickeln. Ich halte es deshalb auch n i ch t für z w e ck m ä ß i g, die Regierungsverhandlungen in mehrere Etappen zu zerlegen, wozu nach Zeitungsmeldungen an manchen Stellen anscheinend Neigung besteht. Das würde die herrschende Spannuna noch weiter steigern und für alle beteiligten Länder Gefahren außen- und innenpolitischer Art in sich schließen. Sie kennen Sinn und Richtung der von mir vertretenen deutschen Außenpolitik zu gut, als daß ich Ihnen darzulegen brauche, warum ich in der bevor st ehenden Konferenz einen entscheidenden Punkt für die gesamte Gestaltung der internationalen Beziehungen sehe. Es ist jetzt der Augenblick gekommen, aus der politischen Entwicklung der letzten Jahre das Fazit zu ziehen. Dieses Fazit ist durch die Lage der Dinge so genau vorgezeichnet, daß darüber tiefgehende Meinungsverschiedenheiten nicht möglich sein sollten. Die hauptbeteiligten Regierungen haben die Reparationsfrage zunächst in die Hände der Sachverständigen gelegt und sind nun im Besitz der von ihnen einstimmig beschlossenen Vorschläge. Riernand konnte erwarten, daß diese Vorschläge in Deutschland von Regierung und Parlament mit Jubel begrüßt werden würden. Die ernsten Bedenken, die in Deutschland gegen die Bemessung unserer künftigen Lasten laut geworden sind, können nur als ein Beweis dafür verstanden werden, daß wir es mit der Durchführung unserer finanziellen Verpflichtungen ernst nehmen. Nur ein Schuldner, dem es lediglich auf augenblickliche und vorübergehende Erleichterung ankommt, wird geneigt fein, über den Gesamtbetrag der ihm auf lange Dauer auferlegten Lasten leicht hinwegzugehen. Die Worte, die ich in dieser Beziehung während der letzten Reichstagsdebatte gesagt habe, sind auf Grund einer völlig entstellten Berichter st attung, namentlich der chavas-Korrespondenz, dazu benutzt worden, um meine Einstellung gegenüber dem Poung- plan zu kritisieren. Es ist leider nicht das erste Mal, daß eine außenpolitische Rede, die ich halte, in entscheidenden Teilen so wiedergegeben wird, daß ich eine solche Art der Berichterstattung nur als leichtfertig ansehen kann. Man kann die Haltung, die die Reichsregierung und die überwiegende Mehrheit des Reichstags gegenüber dem Voungplan einnehmen, nicht besser zum Ausdruck bringen, als dies Herr Dr. Schacht kürzlich in München getan hat. Er hat gesagt, der Umstand, daß die deutschen Sachverständigen sich dem Urteil der übrigen Konferenzmitglieder über die wirtschaftliche Tragbarkeit der Boung-Annuitäten nicht hätten an- schließen können, entbinde uns und alle verantwortlichen Stellen in Deutschland nicht von der Verpflichtung, in ehrlicher Weise und mit ernstem Rachdruck alle Bemühungen darauf zu richten, die Zahlungen aus dem TZoung- Plan zu erfüllen. Es ist klar, und auch Herr Schacht hat das an dieser Stelle seiner Rede betont, daß der Erfolg unserer Bemühungen um Erfüllung des Sachverständigenplans nicht allein von uns abhängen wird. Er wird davon abhängen, ob die internationale Zusammenarbeit die anderen Mächte zu einer Wirtschaftspolitik gegenüber Deutschland führt, die eine Steigerung des deutschen Exports zuläßt. Er wird ferner aber davon abhängen, daß der Zoung-Plan uns in der politischen Entwicklung uns einen Schritt vorwärts bringt, wir können die Regelung der Reparationen auf der Grundlage des Poung-Planes nicht als ein isoliert zu behandelndes Problem ansehen. Das, was wir als Aufgabe der Konferenz betrachten, ist vielmehr neben der Regelung der Reparationen die Regelung derjenigen politischen AraMan darf sich keinen Täu- teilgenommen haben, vertreten sein ^würden, mürbe die Frage der Feststellungs- und Ausgleichskommission, sowie der Räumung des Rheinlandes zu regeln haben. Die Verständigung wurde, wie es scheine, auf dieser Grundlage leicht zwischen den interessierten Mächten erzielt werden können. gen aus dem Weltkrieg, die seit langem akut sind, bisher aber leider nicht zu einer Lösung gebracht werden konnten. Das ist der Inhalt des bekannten Beschlusses, in dem das Reichskabinett zu dem Sachverständigenbericht Stellung genommen hat. Jeder Weitz, datz wir damit die Regelung der Rheinland- und der Saarsr age gemeint haben. Die letzte Reichstagsdebatte hat der Oeffentlichkeit auch gezeigt, datz in diesem Punkte das Parlament geschlossen hinter der Regierung steht. Ich möchte Ihnen nicht noch einmal den von der Regierung uno dem Reichstag stets einmütig eingenommenen Standpunkt wiederholen und begründen, datz Deutschland einen Anspruch auf endliche Befreiung seines Staatsgebietes und auf volle Wiederherstellung feiner Souveränität hat. wir haben stets betont und halten auch jetzt noch daran fest, daß wir die Erfüllung dieses Anspruchs unabhängig von der Regelung anderer Probleme fordern dürfen. Rachdem sich aber die uns gegenüberstehenöen fremden Regierungen ihrerseits zu einer Erfüllung jener deutschen Forderungen vor der Regelung der Reparationsfrage nicht bereitgefunden haben, ist es für Deutschland eine Selbstverständlichkeit, daß ihm jetzt umgekehrt nicht zugemutet werden kann, bei der Erledigung der Reparationssrage auf die Berücksichtigung jener längst erho - benen Forderungen zu verzichten. Ich kann es nicht recht verstehen, daß man es im Ausland'teilweise als Lleberraschung empfunden hat, wenn Deutschland neben der alsbaldigen Räumung des Rheinlandes jetzt auch die S a a r f r a ge aufwirft. Wenn die Konferenz wirklich eine Gesamtliquidation der noch aus dem Kriege schwebenden Fragen bringen soll, kann sie keinesfalls an der Saar- frage Vorbeigehen, schungen darüber hingeben, daß das Saargebief unter dem jetzt geltenden Sonderregime nicht etwa eine Brücke zwischen Deutschland und Frankreich, sondern im Gegenteil eine Reibungsfläche darstelll. die durch Befreiung des Rheinlandes ihre Gefahr nicht verlieren wird. Es ist doch auch nicht richtig, den unmittelbaren sachlichen Zusammenhang zwischen der Saarfrage und der Reparationsfrage zu leugnen; denn das gegenwärtige Sonderregime des Saargebiets hat nach dem Qkrtrag von Versailles sein eigentliches Motiv darin, Frankreich einen Ersatz für die Zerstörung seiner Kohlengruben zu sichern. Es ist daher nicht zu verkennen, daß das Saarge b i e t gegenwärtig in erster Linie Reparationsprovinz ist. Ich möchte daher hoffen, daß sich auch die anderen Regierungen, insbesondere die französische Regierung von der Rotwendigkeit der Inangriffnahme des Saarproblems überzeugen werden. Es ist nicht notwendig, daß das Problem auf der bevorstehenden Regierungskonferenz schon in allen Einzecheiten endgültig geregelt wird. Wenn sich deutsche und französische Vertreter mit gutem Willen an den Verhandlungstisch sehen, so braucht eine alle Teile befriedigende Lösung durchaus nicht auf große Schwierigkeiten zu stoßen, da eine Erfüllung der deutschen Wünsche vollständig eine Berücksichti - gung der legitimen französischen Interessen zulätzt. Keinesfalls sollte man die Inangriffnahme des Problems an Bedenken formaler Ratur scheitern lassen. Es kommt allein auf den politischen W i ll e n an, an das Problem überhaupt heranzugehen. Ist dieser Wille da, so wird die Form der zu treffenden Vereinbarung keine Schwierigkeiten machen. England für die Beteiligung der kleinen Mächte? Lo n d o n, 9. Juli. (WTB. Funkspruch.) Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph" will wissen, daß alle Dominions auf der kommenden internationalen Kon- f e r e n z zur Erörterung des Voung-Planes und der Rheinlandräumung durch eigene Delegationen vertreten sein würden, da die zu beratenden Fragen als so bedeutungsvoll für das britische Reich angesehen würden, datz eine engere Zusammenarbeit zwischen seinen selbstverwalteten Einheiten für notwendig gehalten werde, als durch einen einfachen telegraphischen Gedankenaustausch erreicht werden könnte. Infolge der Vertretung der einzelnen Dominions sei man in London der Ansicht, datz es billig wäre, den kleineren alliierten GlLubi - gern Deutschlands, nämlich Serbien, Rumänien, Griechenland und Portugal ebenfalls die Teilnahme an der Konferenz zu gestatten. Der Korrespondent erwartet, datz es auf der Konferenz zu einem ziemlich lebhaften Meinungsaustausch über die Frage des Sitzes der neuen Dank für internationale Zahlungen kommen werde. Paris wolle anscheinend London dieses Vorrecht nicht einräumen. Andererseits erforderten die britischen Interessen, daß. Oer politische Aermelkanal. Wenn es auch gelungen ist, den Aermelkanal zu durchschwimmen, so beweist das, wie die gegenwärtigen Ereignisse zeigen, noch lange nicht, datz er auch von der Politik überbrückt werden kann. Auf jeden Fall läßt sich nicht verleugnen, datz zwischen Henderson und P o i n- c a r e eine Verschiedenheit der Auffassungen besteht, die wahrhaftig schwerlich zu vertuschen ist. Run lassen sich die gegensätzlichen Meinungen nicht begreifen, wenn man sich nicht einmal die gesamtpolitische Konstellation vor Augen führt. Da ist zunächst England. Regiert wird es zur Zeit von der Labouv-Party, die allerdings in der Minderheit ist. Aus der politischen Entwicklung heraus hat sich nun für England eine gewisse Umstellung seiner gesamten Beziehungen notwendig gemacht. In bezug auf Rußland wäre es verfehlt, den neuen Kurs lediglich als eine Spezialabsicht der Labour- Regierung hinzustellen. Die Konservativen sind vielmehr froh, daß sie nicht die Initiative zu dieser Kurswendung ergreifen mußten, datz dagegen die Arbeiterpartei gleichsam als glücklicher Retter gekommen ist. Denn es hat sich in der englischen Politik in der letzten Zeit immer notwendiger erwiesen, datz eine Korrektur der Beziehungen zu Rußland eintreten muh. Auf der anderen Seite ist es das Verhältnis zu Amerika, das in der englischen Politik einer Revision bedurfte. Die neuen Bemühungen um eine Verständigung in der Flottenfrage, die diesmal frei von jeglicher Pariser Beeinflussung sind, zeigen auf das Deutlichste, nach welcher Richtung hin sich das neue englische Kabinett zu orientieren beabsichtigt. Auch hier ist die Arbeiterpartei vielleicht mehr der zur rechten Zeit eingetroffene Retter, als der bloße Oppositionist gegenüber einem alten Kurse. Dadurch mußte notwendigerweise eine gewisse Ruhepause in den direkten englisch-französischen sogenannten Allianzoerhandlungen eintreten, die für Frankreich nun den Nachteil hat, daß sich England gerade in einem Augenblick den französischen Spezialinteressen gegenüber desinteressiert zeigt, wo die Lösung der gesamteuropäischen Fragen eine Beseitigung der französischen Probleme notwendig macht. Der Aermelkanal hat sich aus diesem Grunde recht fühlbar als trennendes Moment entwickelt, obwohl man andererseits nicht in den Irrtum verfallen darf, nun schon von einer prodeutschen Politik Londons zu sprechen. Die Haltung Englands ist bedeutend egozentrischer, als es vielleicht jetzt von Berlin aus betrachtet werden kann. Die Konsequenz, die sich daraus für Deutschland ergibt, besteht in der unbedingten Forderung, nach keiner Richtung hin von Der festen, einmal eingeschlagenen Haltung abzuweichen. Die Splendid Isolation, in die sich Frankrei ch durch seine antideutsche Politik hineinzumanövrieren scheint, wird sicherlich am besten geeignet sein, den Pariser Horizont zu erweitern, ehe es zu spät ist. Frankreich mutz seine Interessen unbedingt in einer Klärung seines Verhältnisses zu Deutschland sehen, weil es nur dadurch die Möglichkeit schafft, den Weg zu einer gesamteuropäischen Verständigung im Interesse der europäischen Gemeinschaftsarbeit zu ebnen. Die italienischen Interessen werden dadurch ohne weiteres bestimmt, als sie doch auf jeden Fall in Paris und Berlin ihre Angelpunkte haben. Als großes Fragezeichen verbleibt Rußland, solange nicht eine Klärung des englisch-russischen Verhältnisses herbeigeführt ist. Seht man diese allgemeinpolitischen Gedanken voraus, so wird man auch leichter die Auseinandersetzungen um die Detailprobleme begreifen. Denn auch die Detailprobleme stehen immer im Zeichen der Gesamtpolitik, so daß sich die Lösungsform auch nur unter dieser Perspektive finden läßt. Frankreich lehni London ab. Es will auch seine Trabanten hinzuziehen. Paris. 8. Juli. (WTB.) lieber die Regierung 51 o n f e r e n 3 veröffentlicht die Agentur havas die folgende, offenbar offiziöse Auslassung: Im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten arbeitet man an der Vorbereitung der Antwort auf das Aide-Memoire, das der englische Botschafter am Samstag überreicht hat. Der Wortlaut dieser Antwort wird wahrscheinlich so zeitig fertiggestellt sein, daß er morgen durch den Minister für auswärtige Angelegenheiten, Briand, dem Ml- nifterrat unterbreitet werden kann. Man kann bereits jetzt voraussagen, daß die Rote der französischen Regierung mit der englischen Verbalnote darin übereinftimmt, daß die Regierungskonferenz in den er st en Augu st tagen beginnt. Dagegen dürfte sie den Standpunkt Frankreichs wegen der Wahl des Verhandlungsortes aufrechterhalfen. Die Rote besteht folglich auf der Wahl eines neutralen Landes, wie der Schweiz, und hebt die Angelegenheiten hervor, denen man würde Rechnung tragen müssen, wenn die Konferenz in der Hauptstadt irgendeiner der interessierten Mächte ftattfin- den würde, hinsichtlich der Methode und des zu befolgenden Verfahrens scheinen keine ernstlichen Mißverständnisse zu bestehen. Sind doch die Grundlagen des Problems durch das Genfer Kommunique vom 16. September 1928 festgelegt. Es wäre dabei nicht unmöglich, alle Verhandlungen gleichzeitig durch feparafeOrganismen führen zu lassen. Zum Beispiel könnte auf diese Weise die V 011 - konferen; die Frage der Reparationen behandeln. Abgesehen von England, Frankreich, Italien, Belgien, Japan und Deutschland würden die übrigen an den Reparationen interessierten Mächte, nämlich Polen, Rumänien, die Tschechoslowakei, Jugoslawien, Griechenland und Portugal, an der Diskussion teilnehmen. Das E x - pertentomUee würde die inzwischen durch Inkraftsetzung des Poungplans aufgeworfenen Probleme regeln, und ein anderes Komitee, in dem die sechs Mächte, die an den Beratungen in Genf Im September vorigen Jahres diese Einrichtung, die ausschließlich deutsche und andere Einfuhr in großem Umfange finanzieren könne, nicht ihren Sih in einem Lande finden, in dem ihre Anwesenheit dazu benutzt werden könnte, den Wert Londons als finanziellen Mittelpunkt zu schmälern. Außerdem sei die Atmosphäre in den alliierten Hauptstädten viel zu politisch. Henderson über die Rheinlandräumung. London, 8.Juli. (WTB.) Im Unterhaus erklärte auf eine Anfrage des Obersten Wedgwood, ob die britischen Truppen das Rheinland vor Ende September verlassen würden, Staatssekretär des Auswärtigen, Henderson: „Wie ich in meiner Rede am letzten Freitag betonte, ist die Regierung darum bemüht, daß die Räumung baldmöglich st erfolgen soll, aber sie würde es bedauern, wenn dies in Zwischenstufen oder Etappen geschehen sollte. ' Ihre Absicht Ist, mit der französischen und der belgischen Regierung zusammen eine vollständige und gleichzeitige Räumung herbeizuführen. Es wird eine der Aufgaben der internationalen Konferenz fein, die in naher Zukunft Zusammentritt, den genauen Zeitpunkt zu bestimmen, an dem eine solche völlige Räumung des Rheinlandes gleichzeitig durch die drei Befehungsmächte erfolgen könnte." Auf eine Frage von Höre B e 1 i s h a , ob nach Ansicht der Regierung die Frage der Räumung mit der Reparationsfrage verknüpft sei, antwortete Henderson: „Ich bin der Ansicht, daß die Frage in einem gewissen Verhältnis mit der Regelung desHoungplanes verbunden ist, die der erwähnten Konferenz unterbreitet werden wird." Auf eine weitere Frage von Höre Belisha, ob anzunehmen fei, daß biß zur Regelung der Re- parationsfrage keine Räumung erfolgen werde, erwiderte Henderson verneinend und sagte, es würde ein großer Irrtum sein, zu einem solchen Schluß zu gelangen. Hoesch bei Veilhelot und Vriand. Paris, 8. Juli. (WB.) Botschafter v. Hoesch hatte heute vormittag eine weitere Unterredung mit dem Generalsekretär des französischen Außenministeriums Berthelot und heute abend eine solche mit Außenminister Briand. Beide Unterredungen dienten der Fortführung des Meinungsaustausches über Gestaltung und Ausgaben der bevorstehenden Regierungskonferenz. Beratung desReichskabineiis. Berlin, 8. Juli. (WB.) Das Reichst Z ab in-et t beschäftigte sich heute mit den Vorarbeiten, die für die Einsetzung der gemäß dem TZoung-Plan vorgesehenen Organi- sationskomitees notwendig sind. Es wurden ferner Fragen erörtert, auf Grund derer der Reichsminister a. D. Hermes die Verhandlungen über den deutsch-polnischenHan- delsvertrag demnächst In Warschau wieder aufnehmen soll. Die Ruhn'ndustrie lehnt -en young-plan ab Küsten- 1 . Oie Wetterlage. H ■; >r l I fe1 y. > IC5< K geben noch angenommen: politische Der sei Grundla Haarw Lösung der Reparationsfrage dar. Die im Langnam-Verein zusammengeschlossenen rheinisch- westsälischen Wirtschaftskreise lehnen daher die Verantwortung für die Möglichkeit der Erfüllung des Planes a b." Entschließung »Der Voung-Plan stellt eine und keine wirtschaftliche Frankreich zu wirken. Jetzt ive la France!“ soziale Fürsorge auf Ko st en der Kapitalbildung ein Widerspruch in stch Lage zu bleiben. Etwa 200 Verhaftungen. Bukarest, 9. 3uli. (211. Funkspruch.) 2iS jetzt sind etwa 200 aktive und Reserve- Offiziere ins Militärgefängnis eingeliefert worden. Darunter befinden sich u. a. General Brosteanu, Oberst S t u r d z a. Oberst E t o i- c a. sowie zahlreiche andere hohe Offiziere. General An gelesen, der Leiter der Bewegung, ist vorläufig mit Hausarrest bestraft worden. Die Regierung ist Herrin der Lage. 3m ganzen Lande herrscht Ruhe. zwischen dem El rufe ich: „Vive 1‘ werden für Reparationen Kapitalien heraus- gezerrt, um sie irgendwie an der Peripherie der wirtschaftlichen Kultur für wenig dringende . Zwecke anzulegen. Allgemein ist ferner die Erkenntnis vorgedrungen, daß letzten Endes die breiten Massen der Bevölkerung die Last der Tribute zahlen müßten. Rachdem der Vortragende dann festgestellt hatte, daß die bisherigen Leistungen Deutschlandsm i n - bestens 40 b i s 50 Milliarden Reichsmark betragen, erklärte er, der Dawesplan würde unter allen Umständen den Vorzug verdienen, freilich nur, wenn er gehalten tourte, wie er gedacht war. Während aber die Väter des Dawes-Planes immer wieder betont hätten, Deutschland könne nur mit einem „Wirt- schaftsüberschuß" aus seiner „Arbeitsleistung , wir durch einen „Exportüberschuß" bezahlen, hätten wir mit geborgten Devisen transferiert. 3n den Monaten April und Mai, als die deutsche Wirtschaft unmittelbar vor einer außerordentlich ernsten Krisis stand, erreichten die Dartrans- ferierungeN einen Rekord. Der Transferschuh des Dawcsplan hat, so fuhr ter Redner fort, infolge seiner praktischen Handhabung, woran wir leider durch unseren nicht rechtzeitigen Protest mit Schuld sind, jeden Sinn und Zweck verloren. Der young-plan biekel uns das Recht, für den 660 Millionen übersteigenden Betrag ein zweijähriges Moratorium für die Transferierung und unter Umständen auch einen Aufbringungs- fchuh zu verlangen. Wichtiger ist, daß der Putschversuch in Rumänien Oer frühere Kronprinz im Spiele? Freispruch im Benoit-Prozeß. Paris, 8. Juli. MB.) Der Elsässer George Benoit, ter im Dezember vorigen Jahres auf den Generalstaatsanwalt im Kalmarer Prozeß, F a • chot, mehrere Reoolverschüsse abgegeben hatte und sich deswegen vor dem Pariser Schwurgericht verantworten mußte, ist heute freigesprochen worden. Am Schlüsse des Prozesses erhielt nach dem Plädoyer des Verteidigers, der ein Bild ter Stimmung im Elsaß entwarf, der Angeklagte Benoit das letzte Wort, der erklärte: „Ich bitte Herrn Fachot um Verzeihung für das, was ich ihm angetan habe. Entsprechend der Aufforderung, die er vor drei Tagen an mich richtete, verpflichte ich mich, im Elsaß für eine Annäherung poung-plan einige Pfänder, Kontrollen, Sicherheiten beseitigt. Damit wird uns zugleich das Recht gegeben, zu verlangen, daß endlich der letzte ausländische Soldat und das letzte ausländische Kontrollmitglied Deutschland und insbesondere auch den rheinischen Boden verläßt. Trotz alledem: Die uns zugemuleten Lasten übersteigen bedeutend das, was di' deutsche Volkswirtschaft zu leisten in der Lage ist, ganz abgesehen von den grundsätzlichen Bedenken gegen die Reparationen überhaupt. Rehmen wir den young-plan an, werden wir uns abermals bemühen müssen, Unmögliches möglich zu machen. Che wir daran denken, diesen Weg zu betreten, müssen die Rheinlande völlig frei werden und wird auch das Saarproblem zu unserer Zufriedenheit geregelt werden müssen. Ohne Hilfe des Auslandes kann keine Rede davon sein, daß Deutschland in der nächsten absehbaren Zeit irgendwelche praktische Reparationspolitik erfolgreich zu betreiben vermag. Wir müssen in weitgehendem Maße mit lang- fristigen und ausländischen Anleihen zu angemessenen Zinsen rechnen. Wir brauchen nicht zu befürchten, daß dann, wenn diese Anleihen produktiv verwandt werden, unsere Versklavung an das Ausland sich noch verstärken muß: die ganze rheinisch-westfälische Industrie führt ihren Aufbau in der Hauptsache letzten Endes auf fremdes Kapital zurück, das Belgien, Frankreeich England in ter Mitte des vorigen Jahrhunderts borgten. Schon bald konnten aber dann die Krücken des Auslandes als überflüssig weggeworfen werden. Ohne diese Krücken hätte die deutsche Volkswirtschaft nie so rasch gehen gelernt, wie es tatsächlich der Fall war. Daraus müssen wir auch für die Gegenwart lernen. Eine »brutale Sparsamkeit" im ösfentlichen wie im politischen Leben ist unerläßlich, aber auch noch manches andere: eine Steuerpolitik, die Rücksicht darauf nimmt, daß auch im Interesse des Fiskus nichts so sehr erwünscht sein kann wie vermehrte Kapitalbildung, eine Handelspolitik, die alle chre Maßnahmen auch die Bemessung ter Zollsätze, in den Dienst einer gesteigerten Produktivität stellt, eine Sozialpolitik, die begreift, daß selbst ist. Das deutsche Volk hat gezeigt, daß es auch Unmögliches möglich machen kann, aber es liegt im Interesse der ganzen wett, daß mit der deutschen Zauberkraft kein Mißbrauch dadurch getrieben wird, daß man ihr zuviel zumutet. Die Länder ter Welt dürfen nicht übersehen, daß dann, wenn Deutschland untergeht, wenn man den Dogen zu straff gespannt hat, unser Untergang gleichbedeutend wäre mit dem Untergang ter ganzen europäischen Herrlichkeit, und das würde auch für den amerikanischen Geldbeutel eine äußerst empfindliche Einbuße bedeuten. Generaldirektor Or. Vogler erklärte dann u. a., er beabsichtige nicht, sich an dieser Stelle gegenüber den Anwürfen der Presse anläßlich seines Rücktritts aus ter Sachverständigendelegation zu rechtfertigen. Der Redner ging dann näher auf den Sachverständigenbericht ein. Die schwere Frage sei die Annahme oder Ablehnung des Boung-Plans. Auch er sei ter Ansicht, daß in pari# nicht mehr hätte erreicht werten können, als geschehen ist. Das Ergebnis sei der deutschen Delegation zu danken, zu der er sich in diesem Falle nicht zählen könne, da er eine höhere Summe als .,1640 Millionen nicht hätte annehmen können. Es scheine ihm über das Derantwortungsvermögen Aus aller Wett. Ein neuer Ozeanflug. Old Orchard (Maine), 8. 3uIL (WTB.) Die amerikanischen Flieger Vanzeh und W i l- l i a m s sind heute morgen um 8.49 Uhr Orte* zeit auf ihrem Flugzeug „Pathfinder" zum Transozeanflug nach Rom gestartet. Reu York, 8. 3uli. (WTB.) Wie aus Old Orchard gemeldet wird, ist das Verkehrsflugzeug, das dem nach Rom gestarteten „Pathfinder" kurze Zeit das Geleit gegeben hat, mit dem Bericht zurückgekehrt, daß die Rom- Flieger nach kurzer Zeit dir Höhe von 500 Mir 'b- fc,?eot9. । Hs Orin» > Der lA.^'eür no/0QnU sPr für die )Ääfie 'Ntte >■% S ' M« Sufateff, 8. 3uli. (WB.) Rach amtlicher Mitteilung des Innenministeriums wurden wegen V er- fchwvrung gegen die Staatsordnung oier Off liiere, darunter ein General des Ruhestandes, verhaftet. Die verhafteten Organisatoren ter Verschwörung gegen die Staatsordnung hatten im Laufe der vorigen Woche ihre Anhänger zusammenberufen, von denen sie glaubten, daß sie bei der Vorbereitung der Ausrufung einer Militärdiktatur Mitwirken würden. An der Spitze der Aktion stand der pensionierte Oberst S t o i c a. Zwei der Teilnehmer an der Beratung erstatteten am nächsten Tage dem Kriegsminister einen schriftlichen Bericht, und der Minister besprach die Angelegenheit mit dem Staatssekretär des Innern und dem polizeipräfek- ten. Diese ordneten darauf sofort die Verhaftung der Teilnehmer an der Aktion an und erstickten auf diese Weise die pläne im Keime. Die bisherigen Untersuchungen haben noch nicht ergeben, welche Kräfte hinter der Bewegung stehen. Rach den m der Hauptstadt umlaufenden Gerüchten ist auch dec General B r a st e a n u in die Angelegenheit verwickelt. Es heißt, daß die Verschwörer das Ziel verfolgten, den ehemaligen Kronprinzen zurückzubringen. Das Blatt „Epoka", das einen Bericht über die Ereignisse brachte, wurde sofort nach seinem Erscheinen beschlagnahmt. Die heutigen Abendblätter veröffentlichen über das Ereignis nichts. Das Ministerium des Innern kündigt einen offiziellen Bericht an. Ernste Lage? Bukarest, 8. 3uli. (WTB.) Den rumänischen Zeitungen ist verboten worden, über die Ereignisse zu schreiben. Gegenüber dem von der Regierung ausgegebenen Communiquä wird aus anderer Quelle bekannt, daß die Bewegung doch viel ernster zu werten sei, als die Regierung sie darstelle. Das geht schon daraus hervor, daß auch diejenigen militärischen Kreise in die Bewegung verstrickt seien. Düsseldorf, 8.3uli. (WTB.) Die Epitzen- organisation ter rheinisch-westfälischen Wirtschaft und ter Verein zur Wahrung ter Seinsamen wirtschaftlichen Interessen im Rhem- ) und in Westfalen hatten heute chre Mitglieder und Freunde zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in die Tonhalle zu Düsseldorf eingeladen, um sie über die Ergebnisse ter Pariser Reparationskonfe- renz zu unterrichten und zu dieser Stellung zu nehmen. Zu ter Tagung fanden sich etwa 1200 Teilnehmer ein, darunter auch die Spitzen ter Reichs», Staats» und Kommunalbehorten, der Reichsbahn und R'eichspost sowie zahlreiche Vertreter ter Wissenschaft und Presse. Die führenden Männer der Wirtschaft waren fast ausnahmslos versammelt. Die Tagung erhielt ihre besondere Prägung durch die Anwesenheit ter deutschen Sachverständigen auf der Pariser Reparationskonferenz, Dr. D ö g l e r, Geh. Rat Kastl und Dr. Melchior. 3n ter Eroffnungs- ansprache brachte ter Generaldirektor Paul Reusch von ter Gutehoffnungs-Hütte Oberhausen den Mitgliedern ter deutschen Delegation an der Reparationskonferenz für ihre hingebungsvolle Arbeit in Paris aufrichtigen und herzlichen Dank zum Ausdrucks Besonderen Dank sprach er Generaldirektor Dr. Dögler aus und bedauerte lebhaft die gehässigen Angriffe, denen Dr. Vogler nach seinem Austritt aus ter Delegation ausgesetzt gewesen war. Dr. Schacht habe in München in einer großen Rete seine Stellungnahme zum Voung-Plan bekannt gegeben und gleichzeitig ein politisches Glaubensbekenntnis abgelegt. Das deutsche Volk habe allen Grund, chm dafür zu danken. Lieber den Voung- P l a n machte er u. a. nachstehende Bemerkungen: Daß die Höhe der vorgesehenen Annuitäten für die deutsche Wirtschaft untragbar ist, haben sämtliche Sachverständigen zum Ausdruck gebracht. Kein verständiger Mensch glaubt daran, daß diese Annuitäten aus einem Ausfuhrüberschuß aufgebracht werten können. Die Folge wird sein, daß, wenn der Voung-Plan in Kraft treten sollte, ein erschreckender Ausverkauf der deutschen Wirtschaft einsehen wird. Von diesem Ausverkauf, ter bereits begonnen» hat, wird insbesondere die deutsche 3ndustrie betroffen werden. Ausländer werten einen erheblichen Teil ter deutschen 3ndustrie beherrschen. Bei konsequenter Durchführung des young- planes würde das deutsche Volk bald aufhören, eine Ration zu sein. Deutschland würde zu einem geographischen Begriff herabsinken. Die deutsche Wirtschaft hat aber nicht nur einen äußeren Feind, sie hat leider auch im 3nnern um ihre Existenz scharf zu kämpfen. 3mmer verhängnisvoller wirkt sich die Tatsache aus, daß man sich in Deutschland nur ganz unzureichend klar ist über die Schwere und die vernichtenden Wirkungen ter gewaltigen Belastung, die unsere Wirtschaft bedrückt. 3m3ahre 1929 beträgt die Gesamtmehrbeanspruchung der deutschen Wirtschaft gegenüber dem Stand vom 1. 3anuar 1925 18,225 Milliarden Mark, dabei ist die Mehrbelastung der Wirtschaft durch erhöhte Schulden und Zinsverpflichtungen nicht berücksichtigt. Der Herr Reichsminister hat am 14. April 1929 in Kiel gesagt: Verbilligung ter Produktion und Erhöhung der Kaufkraft der Massen sind unsere Ziele! Mit diesen Zielen können auch wir uns einverstanden erklären. .Die bisherigen Maßnahmen unserer Regierung haben jedoch das erstere Ziel in keiner Weise erreicht. 3m Gegenteil: Die Erzeugung wurde verteuert, die Ausfuhr ist erschwert, der 3ndex ist gestiegen, die Arbeitslosigkeit hat zugenommen. Erfolgt im Rahmen unserer gesamten Wirt- schafts- und Sozialpolitik nicht bald eine grundlegende Umkehr, so muß ein Teil unserer Wirtschaft verkümmern. Besonders gefährdet scheint mir neben der Landwirtschaft die Schwer- und Rohstoff-3ndustrie. 3ch habe diese Ausführungen nicht gemacht, um die Arbeitnehmer anzugreifen, für deren Bestreben nach besserer Lebenshaltung im Rahmen des Möglichen jeder sozial denkende Mensch Verständnis haben muß, sondern aus dem Bedürfnis heraus, Regierung und gesetzgebende Körperschaften zu warnen, auf dem in den letzten 3ahren beschrittenen Weg fortzufahren, ein Weg, ter auf die Dauer das Ziel einer besseren Lebenshaltung nicht erreichen kann, sondern zur Verelendung des Volkes führen muß. Die Rot ter Zeit zwingt uns, endlich einmal damit aufzuhören, unsere Kräfte in inneren Kämpfen und Reibungen zu verzehren. Mehr als je ist heute Einigkeit im deutschen Volke notwendig. Wir müssen den festen Willen haben, uns als Doll zu behaupten und uns wieder hochzuarbeiten trotz der Schwere ter Zeit und der ungeheuerlichen Lasten, die uns von unseren ehemaligen Feinden aufgebürtet worden sind. 3ch glaube nicht an die Möglichkeit ter Durchführung des Voimg-Planes. Geheimrat Prof. Or. Weber, München behandelte sodann das Ergebnis der Pariser Konferenz in einem Vortrag, in dem er u. a. aussührte: 3n der kapitalistischen Weltwirtschaft mit ihrer komplizierten Arbeitsteilung und ihrem auf gegenseitiges Rehmen und Geben eingerichteten Austausch ist kein Platz für einseitige Tributleistungen, vollends nicht in dem Umfange, wie sie Deutschland zugemutet werden. Die Finanzmini st er der ehemaligen Feindstaaten sehnen zwar die Reparationen herbei: die Handelsminister aber müssen sich die erdenklichste Mühe geben, um den Millionensegen von der Wirt- schas t, die von der Gratiskonkurrenz nichts wissen will, abzuwehren. Es gibt keine ver- nichtentere Kritik der Reparationen als die Versicherung des Voung-Ausschusses, daß man sich bemüht habe, ein Finanzinstitut zu schaffen, um mittels unserer Tribute .Unternehmungen zu finanzieren, insbesondere in unentwickelten Ländern, die man wahrscheinlich sonst mit den vorhandenen Finanzmöglichkeiten nicht in Angriff nehmen würde". Aus tem Herzen Europas in einem hochentwickelten Wirtschaftsgebiete, das unter einer kapitalnot leidet, wie sie bis dahin die moderne kapitalistifche Wirtschaft noch nicht kannte, die zum Austritt aus der Armee zwungen worden waren. Außer zahlreichen Verhaftungen sollen . weitere 18 Personen festgenommen worden sein, gegen die das kriegsgerichtliche Verfahren eingeleitet werden solle. Die Parteien billigten das Vorgehen der Regierung, hielten aber gewisse Maßnahmen für übertrieben, wie die Beschlagnahme der „Evoka" und die Drohung, daß alle Blätter beschlagnahmt würden, die mehr über den Staatsstreich bringen, als die amtlichen Communiquss besagen. — Die Rach- richt von Strahenkundgeb ungen und einer Störung der öffentlichen Ordnung entspreche nicht den Tatsachen. Die Oef- fentlichkeit sei auf die Kunde von tem Staatsstreich außerordentlich überrascht gewesen, da außer einigen Mitgliedern ter Regierung niemand etwas von dem Putschversuch gewußt habe. Einzelheiten über die Putschpläne werden nicht bekanntgegeben. Rach einer anderen Quelle sollen außer ten im Evmmuniquö erwähnten drei Offizieren und einigen Arbeitern keine weiteren Deir- haftungen vorgenommen sein. Es seien keine Komplikationen zu befürchten, weil auch die liberale Oppositionspartei erklärt habe, daß sie der Regierung bei ihrem Kampf gegen die Ruhestöxer unterstützen wolle. Die Regierung Maniu erfreut sich in Volkskreisen immer noch großer Beliebtheit. 3m Regentschaftsrat sei der Regierung f r e i e H a n d gegeben worden, um alle notwendigen Maßnahmen zur Wahrung der Ordnung zu treffen und Herr der Das Flugzeug machte gute Fahrt. Schiffsuntergang in ter Rordsee. Rach einer in London eingetroffenen Meldung ist im Verlaufe ter Rächt zum Montag auf der Höhe von Varmouth ein Schiff infolge einer Explosion untergegangen. Ein Rettungsboot und ein Torpedobootszerstörer stellen zur Zeit Rach- forschungen an. Sie haben Trümmer, aber noch keine andere Spur von tem vermißten Schiff gefunden. Benzinexplosion. — Zwei Knaben getötet. Bei einer gestern abend in dem Lagerraum der Kolonialwarenhandlung Hagen in Ludwigsburg (Württemberg) erfolgten Benzin ex plo- f i o n wurden die beiden 8- und 9jährigen Knaben Des Stadtpfarrers Dr. Sting, die sich in dem Lagerraum aufhielten, getötet. Der sehr gefähr- liche Brand konnte auf den Lagerraum beschränkt werden. Bei den Aufräumungsarbeiten fand man die Leichen der beiden Knaben. Großseuer in einer russischen Fabriksiedlung. Rach einer Meldung aus Moskau wurden durch ein Großfeuer in einer Fabriksiedlung bei Swerdlowsk (3efaterinburg) etwa tausend Häuser, darunter alle öffentlichen Gebäude, vernichtet. Auch Personen sind umS Leben gekommen. Vier Kinder bei einem Autounglück getötet. Nach einer Meldung aus Winnipeg wurden am Montag in Lockfort (Manitoba) bei einem Automobilunfall vier Kinder getötet und drei verletzt. eines Einzelnen hinauszugehen, das Vaterland für 60 Jahre zu belasten. Er fei ter Meinung, daß das Zurückgehen auf den Dawes- Plan zwar eine Krise gebracht hätte, aber er glaube, daß auch diese Krise überwunden worden wäre. Dr. Bögler stellte dem Dawes-Plan den Voung-Plan gegenüber und kam zu dem Schluß, daß ter Voung-Plan eine immer wachsende Verschuldung nach sich ziehen müsse. Er hoffe, daß die Befürworter ter Annahme des Planes nicht wieder in den Fehler verfallen würden, Schleier über die wahren Verhältnisse zu decken. Er gebe sich nicht der Hoffnung hin, daß eine Lösung bald gefunden werde, Die eine Belastung für viele 3ahre ausfchließe. \ . 3m Anschluß an diese Ausführungen tourte die nachstehende SL 3692. b ünietKt $ ZuM, U L Zuwendung Ad-- 3*. SolläM S tont Areis vchc Stadt Laubach gendherberge» Ausbau der dc teil wurden. die 1921 tn De Nr 1928 & war, weil gcta Wimen Me für eine werden, day J N-m völlig neu C in Benutzung 28. Februar 1 geweiht. Sta Schotten habe Gießener Her raum erhalten das neben fr gänzt werden, unter ständigem der Herberge I eine ganze M ständen überlass wurden die Bon bau in Gedern e im Herbst begoi Neubau ist darar geringen Mitteln um die sinanzie nicht zu stark zu Lauplatz zur Be kästen erstmalig der die Lautert so datz an zwe Lauterbach, ter nächste Ausgab! Die Benutzung Hot auch im Jc nähme erfahre auf 11061 in ©Wolkenlos.® neuer. »naiD oedecKt. »woikiQ. • Bedeckt. • Heget * Schnee Graupeln ■ ncdcl K Qewitler.@Windstilic.-O sch» leichter Ost y bissiger Südsüdwest q stürmischer «crdwest Ole Pfeile fliegen mit dem winde Die Beiden Stationen sunenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichen® ou< necresniveau umgerechneten Luitdruck Wettervoraussage. Das skandinavische Tiefdruckgebiet hat sich etwas abgeflacht. Roch immer hat der Kaltluftzustrom seiner Rückseite in fast ganz Deutschland das wolkige und kühle Wetter erhalten. 3e- doch breitet sich das westliche Hochdruckgebiet allmählich immer mehr östlich aus. Sein Kern liegt heute morgen mit Barometerständen von 770 Millimeter über Nordfrankreich. Rach und nach wird der Einfluß des hohen Druckes sich durchsetzen und zum Aufreißen der Wolkendecke führen. Der Kaltluftzustrom wird dann nachlassen, und die Temperaturen werden wieder ansteigen. Wettervoraussage für Mittwoch: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, etwas wärmer, meist trocken. Wettervoraussage für Donnerstag: Wenig Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 8.3uli: mittag« 15,7 Grad Celsius, abends 11,5 Grad Eelsius: am 9. 3uli: morgens 9,6 Grad Celsius. Maximum 16,6 Grad Celsius, Minimum 7,1 Grad Celsius. Reisewetterdienst dec amtlichen Wetterdienststelle Oberhessen. Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Gestern vorherrschend kühl, regnerisch; heute morgen 9 Grad, Windstille, halb bis ganz bedeckt. (Berchtesgaden): Gestern vorherrschend kühl und regnerisch; heute morgen 9 Grad, Windstille, halb bis ganz bedeckt. Küste (Swinemünde): Gestern kühle Rächt, regnerisch; heute morgen 13 Grad, Westwind, halb bis ganz bedeckt. (Borkum): Gestern vorherrschend kühl und veränderlich; heute morgen 12 Grad, Südwestwind, halb bis ganz bedeckt. Baden (Baden-Baden): Gestern vorherrschend kühl, meist trübe; heute morgen 11 Grad, Süd- we st wind, halb bis ganz bedeckt. — (Triberg): Gestern kühle Rächt, tecks heiter, teils wolkig; heute morgen 11 Grad, Rordwind, heiter bi8 halb bedeckt. — (Freiburg): Gestern vorherrschend kühl, meist trübe; heute morgen 12 Grad, Rord- ostwind, heiter bis halb bedeckt. Rheingebiet (Köln): Gestern vorherrschen- kühl, regnerisch; heute morgen 10 Grad, Süd- Wind, halb bis ganz bedeckt. Fuß erreicht hatten. Ein Wasserflugzeug der wache meldete, daß es um 9.50 Uhr örtlicher Zeit das Flugzeug „Pathfinder" 75 Meilen vom Portland-Feuerschiff gesichtet hat. La Coruna. -Seydlsf.- Tfi tberdeel Mayen.-’ Nordoyan. O o -Montag, _d.8,Juli 1929, 7h at?ds. o 20 / Welt. :«n|(u9. $a8n.”a'1 UIN 849 M Dij. •«tf in?6* vrts. * »Äa oib ÄT-Ä: A», fcA *£& neu^'»bededt- C^l 9 si Ä ,«)•.»v* iS-" k „nl t«" jte m? Kdt '*.* tpolM' HD Aus der Pwvinzialhauptstadt. Gießen, den 9. Juli 1929. Vom deutschen ZugendherbergSwerl in Oberheffen. Einen ungeahnten Aufschwung in unseren deutschen Landen hat das deutsche Jugendherberas- werk genommen. Der Gau Main-Rhein-Lahn- Fuldcl, dem das Herbergsneh unserer Heimatprovinz untersteht, hat seinen Jahresbericht für das verflossene Geschäftsjahr nunmehr herausgegeben. Es bestehen im Gau Main-Rhein- Lahn-Fulda insgesamt 22 Ortsgruppen, davon in Oberhessen 5, nämlich Alsfeld, Friedberg, Gießen, Ridda-Valzhausen und Schlitz. Die Zahl aller Mitglieder des Gaues betrug bei Beginn des Jahres 1928 : 3197, am Ende des Jahres 3692. Bon den sehr reichlichen Spenden zur Unterstützung des Werkes seien erwähnt die Zuschüsse der Landeshauptmannschaften in Wiesbaden mit 48 000 Mt. und Kassel mit 5000 Mk., der Stadt Frankfurt a. M. mit 20 000 Mk. und von Kreisen, Städten und öffentlichen Körperschaften mit rund 16 000 Mk. In letzterem sind die Zuwendungen enthalten, die für den Ausbau der Jugendherbergen in Oberhessen vom Dolksstaat Hessen, von der Provinz Oberhessen, vom Kreis Schotten, von der Stadt Gießen, der Stadt Laubach (zum Ausbau der dortigen Jugendherberge) und von der Stadt Gedern (zum Ausbau der dortigen Jugendherberge) übermittelt wurden. Bon den oberhessischen Herbergen, die 1927 in Betrieb waren, muhte Büdingen im Jahr 1928 eingehen, was besonders bedauerlich war, weil gerade durch Büdingen wichtige Wanderlinien führen. Leider konnten die Borarbeiten für eine Reuschöpfung nicht so weit gefördert werden, daß noch in diesem Jahre mit der Ausführung der Pläne begonnen werden konnte. Im Frühjahr 1928 wurde die mit Hilfe der Gemeinde völlig neu hergerichtete Herberge in Laubach in Benutzung genommen. In Schotten wurde am 28. Februar 1928 eine neue Jugendherberge ein* e. Stadt und Vogelsberger Höhenklub i haben hier Vorbildliches geleistet. Die Gießener Herberge konnte einen weiteren Schlafraum erhalten und durch ein Führerzimmerchen, das neben dem großen Schlafraum liegt, ergänzt werden, so daß der Führer seine Gruppe unter ständiger Aussicht hat. Weiterhin konnten der Herberge durch das städtische Wohlfahrtsamt eine ganze Reihe von wertvollen Einrichtungsgegenständen überlassen werden. Im Laufe des Sommers ivurden die Vorarbeiten für einen Jugendherbergs- bau in Gedern erledigt, mit dessen Einrichtung noch im Herbst begonnen werden konnte. Bei diesem Neubau ist darauf Bedacht genommen, mit möglichst geringen Mitteln Gutes und Gediegenes zu schaffen, um die finanzielle Grundlage des Herbergswerkes nicht zu stark zu belasten. Die Stadt Gedern, die den Bauplatz zur Verfügung stellte, steuerte zu den Baukosten erstmalig 500 Mark zu. Im Herbst mußte leider die Lauterbacher Herberge geschlossen werden, so daß an zwei wichtigen Plätzen, Büdingen und Lauterbach, keine Herbergen mehr bestehen. Die nächste Aufgabe wird sein, hier Abhilfe zu schaffen. Oie Benutzung der fünfzehn oberhessischen Herbergen hat auch im Jahr 1928 wieder eine wesentliche Zunahme erfahren, von 9460 Uebernachtungen 1927 auf 11061 in 1928. Bei den Behörden fand das Herbergswerk großes Verständnis. In Gießen warb im März ein Jugendherbergstog, dessen Ausgestaltung die Gießener Jugend übernommen hatte, für den Gedanken der Jugendherberge. Welche Bedeutung das Jugendherbergswerk für unser Volk hat, wird nach und nach immer mehr anerkannt. Leider findet das Werk noch nicht allenthalben die Unterstützung, die ihm gebührt. Möge sich das Werk aus- dehnen zum Wohle der Heranwachsenden Generation und zum Wohle unseres Vaterlandes! Förderung der Kurzschrift. Man schreibt uns: Der Reichsminister des Innern hat kürzlich an die obersten Reichsbehörden und die Länderregierungen ein Rundschreiben gerichtet, in welchem eine stärkere Förderung der Ginheitskurzschrift, und namentlich des neuen „Reichsverbandes der kurzschriftkundigen Beamten und Angestellten" empfohlen wird. In dem Rundschreiben wird darauf hingewiesen, daß die deutsche Einheitskurzschrift im Behördendienst noch nicht überall die Stellung einnimmt, die sie bei ihrer Bedeutung für die Ersparung von Arbeitszeit und für die Vereinfachung des Schreibwerks beanspruchen darf. Infolgedessen war es bisher noch nicht angängig, den Gebrauch der Einheitskurzschrift uneingeschränkt im Behördenbetrieb zuzulassen. Hierzu ist es erforderlich, daß ein erheblicher Teil der Beamten und Angestellten die Einheitskurzschrift lesen und schreiben kann, da sonst die erforderlich werdende Anfertigung von Hebertragungen die Geschäfte nicht erleichtern, sondern erschweren würde. Bei der Reichsbahn und bei der Reichs- p o st hat die Kurzschrift bereits In erfreulichem Umfange Eingang gefunden. Bei der Reichsbahn konnte daher bereits verfügt werden, daß im wesentlichen alle höheren, mittleren und unteren Beamten und Angestellten im Innendienst die Einheitskurzschrift bis spätestens zum 1. April 1 930 erlernen und sich darüber durch Prüfung ausweisen müssen. Die kurzschriftkundigen Eisenbahner und Postbeamten haben sich bereits zu einem besonderen Verbände zusammengeschlossen. Die übrigen Beamten wollen nunmehr den „Reichsverband der kurzschriftkundigen Beamten und Angestellten" ins Leben rufen. Der Reichsminister des Innern fordert angesichts des Rutzens der Verbreitung der Kurzschrift unter den Beamten zur Unterstützung und Förderung des neuen Verbandes auf. Der Reichsstädtebund bittet gleichfalls die Mitgliederstädte, der Anregung des Reichsministers des Innern bezüglich der Förderung des Reichsverbandes der kurzschriftkundigen Beamten und Angestellten nach Möglichkeit zu entsprechen. Der neugegründete Reichsverband hat sich dem Deutschen Stenographenbund in Dresden, der die Einheitskurzschrift vertritt und 2000 Vereine mit 150 000 Mitgliedern umfaßt, angeschlossen. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 190 bis 200, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 30 bis 35, Weißkraut 30 bis 35, gelbe Rüben (Bund) 10 bis 20, rote Rüben 10 bis 20, Römischkohl 15 bis 20, Dohnen, grüne 35 bis 60, gelbe 50 bis 70, Erbsen 25 bis 30. Mischgemüse 10 618 15. Tomaten 30 bis 80, Zwiebeln 10 bis 25, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln (alte) 51/t, neue 10 bis 15, Aepfel, ausl. 45 bis 70, Dörrobst 35 bis 40. Kirschen 40 bis 60. Sauerkirschen 45 bis 50, Heidelbeeren 45 bis 50, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 25 bis 35, Erdbeeren 60 bis 90. Walderdbeeren (Schoppen) 50 bis 55. Aprikosen 50 bis 60, Pfirsche 75 bis 80, Himbeeren 65 bis 70. Honig 40 .bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund: Tauben 70 bis 90, Eier 13, Blumenkohl 30 bis 80, Salat 5 bis 10, Salat» gurken 25 bis 50, Cinmachgurken 8 bis 15, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Lauch 10 bis 15, Rettich 15 bis 25, Sellerie 10 bis 15 Pf. das Stück, Radieschen Dd. 10 bis 15 Pf., dicke Dohnen 25 bis 30 Pf. das Pfund. Kartoffeln, alte 4,50 Mk., neue 9 Mk. der Zentner. Bornotizen. — lagestalenber für Dienstag: Schützenfest: Kuban-Kosaken-Chor, 20 Uhr, in der Dolkshalle. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der St Witwer", „Tommy wird Filmstar", und e macht seekrank". — Kuban-Kosaken-Chor. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: 2m ersten Teil des heutigen Konzertes der Kuban- Kosaken gelangen russische geistliche Gesänge, im zweiten Teil Balladen und ernste Gesänge, im dritten Teil heitere weltliche Lieder, Ratur-, Liebes-, Volks» und Kosakenlieder zum Vortrag. Das Konzert beginnt um 20 Uhr in der Volkshalle. Leitung: Dirigent Jwanoff. * •• Dr. Karl Ritter, der Dramaturg des Gießener Stadttheaters, wurde von Intendant Hartung zu den diesjährigen Heidelberger Festspielen berufen. Die hiesige Intendanz hat dem Dramaturgen für dieses Engagement Urlaub bewilligt. *• Evangelisch-kirchliche Personalien. Durch die Kirchenregierung wurden dem Pfarrer Gustav Schmidt zu Udenhausen die evangelische Pfarrstelle zu Beuern, Dekanat Gießen, dem Pfarrer Richard Weber zu Kaichen die erste evangelische Pfarrstelle zu Lampertheim, Dekanat Zwingenberg, dem Pfarrverwalter Friedrich A x t zu Romrod die evangelische Pfarr- stelle zu Romrod, Dekanat Alsfeld, übertragen. Berliner Börse. Berlin, 9. Juli. (WTB. Funkspruch.) Rach der Unsicherheit des gestrigen Abendverkehrs konnte sich heute früh noch keine Tendenz her- auskristallisieren. Das Geschäft ist wie immer sehr ruhig. Kurse werden noch nicht genannt. Während einerseits die außenpolitische Situation zur Zurückhaltung mahnt, könnte andererseits von dem heute zu erwartenden Reichsbankausweis eine Anregung ausgehen. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,97, London gegen Mailand 92,75, London gegen Spanien 33,48 zu 33,50, London gegen Kabel 4,8520 zu 4,8530 etwa, London gegen Berlin 20,3725 zu 20,3750, Kabel gegen Berlin 4,1985. Sprechstunden der Redaktion 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Briefkasten der Reboftion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) A. S. 100. I. Eine Vereidigung eines Privat- klägers in einem Straf verfahren findet niemals statt. In einem Zivilprozeh wird der Kläger nur dann zu einem Eide kommen, wenn ihm über eine bestimmte Tatsache ein vom Gericht in seinem Wortlaut festgelegter Eid auferlegt wird (richterlicher Eid), oder wenn ihm, dem Kläger, vom Beklagten, der über eine rechtserhebliche Tatsache zugeschobener Cid zurückgeschoben wird. Die Vernehmung einer Partei unter Eid gibt es im deutschen Zivilprozeh nicht. II. Warum sollen Kellnerinnen nicht auch zehn Prozent Trinkgeld verlangen können? III. Emile Coue, geboren 26. Februar 1857 in Troyes, war in seiner Vaterstadt von 1882 bis 1910 Apotheker. Ob er einen akademischen Grad erwarb, ist uns nicht bekannt. IV. Wilhelm Friedemann Bach, der sog, „Hallesche- Dach, der begabtste der Söhne Johann Sebastians, unter denen vier als Musiker Bedeutung haben. (3m ganzen hatte Joh. Seb. Dach zwanzig Kinder aus zwei Chen.) Friedemann ist geboren am 22. Rovember 1710 zu Weimar, gestorben am 1. Juli 1784 in Berlin. 1733 Hoforganist in Dresden. 1747 Organist und Musikdirektor in Halle. K. S. Die von Ihnen gestellte Frage ist nach der Rechtsprechung strittig: ihre Beantwortung ginge auch über den Ramen einer Briefkastenantwort hinaus. Wir raten Ihnen, im etwa bevorstehenden Termin Ihre Ansicht zu Protokoll zu geben und gegen die Sie etwa beschwerende Berechnung des sog. geringsten Gebotes Beschwerde zu führen. Es wird sich empfehlen, daß Sie sich hierbei anwaltlicher Hilfe bedienen. Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein. M«enbÄÄ Unserständig steigender Millionen-Umsatz sowie das 100J3hrlgW Bestehen unserer Firma beweisen am besten, dafj unser Original Bullrkh=5alz Än',g^,.“n°.bü3 Verdauungsstörungen u. Sodbrennen ist. Versäumen Sie nichtj sich heute noch ein Paket für 60 Pfg. zu kaufen oder unser» Tabletten zu 0.25 und 1.50 RM zu versuchen. Auch Sie werden von der prompten Wirkung überrascht sein. Nur echt In blauer Packung mit dem Bilde des Erfinders. 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Nachdem die Ortssatzung sowie die Po- li^eiverordnung über die Reinigung der vlraßen und das Wegschaffen des Mülls in der Stadt Gießen erlassen ist, werden olle Einwohner aufgefordert, die vorschriftsmäßigen Müllgefäße umgehend zu beschaffen. 5930C Die Gefäße sind in folgenden Geschäften ju haben: Appel. Georg, Gießen, Seltersweg 56. Borrmann, Edgar, Gießen, Neustadt 11. Brüder Schmidt Rachf.» Gießen, Sei- tersweg 83. Elsoffer. Kaufhaus, Gießen, Marktstr. 27. Jaber, K. 21.. Gießen, Marktstraße 1. Häuser, 3.B., Gießen, Neustadt 56. Heimer & Eo., Gießen, Bleichstraße 2. tiensel, Karl, Nachs., Gießen, Walltorstr.10. heyd & Sofja, Gießen, Selterswcg 12. Höß, Wilhelm, Gießen, Neuen Bäue 10. Kaiser-Magazin, Gießen, Seltersweg. Konsumverein Gießen, Schanzenstr. 16. pislor, Emil, Rachf.» Gießen, Marktstr.10. Schon, h., Gießen, Marburger Str. 22. Stoll, Albert, Rachf., Gießen, Frankfurter Straße 86. Weinern, jriedr., Gießen, Licher Str. 15. Oer Verkaufspreis beträgt für die auf Lager nor vorrätigen Eimer für die Gefäße von 35 Liter. Inhalt 7,50 Mark, für die Gefäße von 60 Liter Jnhall 10 Mark. Nach dem 1. August 1929 wird Müll aus unoorschristsmäßigen Gefäßen nicht mehr entleert. Gießen, den 8. Juli 1929. Städtisches Tiefbauamt: Braubach. Elektr. Staubsauger aller führenden Firmen werden jederzeit vorgeführt bei Rudolf Rödiger Gießen, Walltorstraße 35 Mobiliar- Versfeigermig Am Freitag, dem 12. Juli 1929, von nachmittags 2 Uhr ab, werden im 1. Stock der Alten Klinik, Liebtgstraße 16, die nachstehend ausgelührlen Gegenstände gegen Barzahlung öffentlich meistbietend versteigert: 25 Akiengerüste. 2 Bänke, 22 Kleider- riegel, 56 elektrische Lamven «Decken- und Zngpendel-Lampen), 9eleft. Tischlampen, 3 Ofenschirme, 31 Schemel. 34 Akienschränke, 11 Klciderschranke, 53 Stühle, 51 .Schreibtische, 1 Tragbahre. 6 Waschständer, 16 Waschtische, 1 Kommode. Gießen, den 6. Juli 1929. 5921D DersorgungsamtGießen. Bekanntmachung. Die Stadt Lich verkausi im Wege des öffentlichen Wettbewerbs einen erstklafsi- aen, außergewöhnlich fetten Bullen im Gewicht von 20 bis 23 Zentner. Schriftliche Angebote, auf den Zentner Lebendgewicht ausgedrückt, sind bis zum INitt- woch, dem 17. Juli d. I.. vormittags HVi Uhr, verschlossen, mit der Aufschrift „Bullenoerkauf" bei uns einzureichen. Die Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. 59220 Lich, den 6. Juli 1929. Hessische Bürgermeisterei Lich. Gril. Von der Reise zurück Sanitätsrat Dr. ScMieuMe 5937b Mittwoch, den 10.311111929, nachm. 2 Uhr, versteigere ich Neuenweg 28, im ,^Löwen", zwangsw. gegen Barzahlung: zwei Nähmaschinen, 1 Grasmäher, einen Trumeauspiegel,114 paar Damenstrümpse, zwei Blumenkrippen, zwei Schreibtische, zwei Schreibmaschinen, drei Weidensestel, einen ovalen Tisch, ein Fahrrad, ein Büfett mit Marmorplatte, eine Küchenanrichte, einen Radioapparat, drei Klelderschränke, drei pianinos, vier Chaiselongues, zwei Milchkannen, eine Kredenz, 10 Lederstühle, eine Kommode, 2 Sofas, einen Zimmerteppich, einen Ausziehtisch, einen Küchenherd, zwei Oefen, eine Ladentheke mit Schubkasten, 24 paar Gamaschen, 20 paar Herrenleisten, 25 Ohd. Gummiabsätze, 30 Schuhbürsten, eine Schärfmaschine, 10 Schaffelle, zwei Aktentaschen, zwei Koffer, 10 Fensterleder, eine Lederwalze, ein Vertiko, eine Rolle Sinsriediaungsdraht, zwei Gasherde, eine Hobelmaschine, zwei Dickwurzmühlen, einen Regulator, eine Kaffeemaschine, einen Weißzeugschrank, 12 Ohd. Alpaka-Löffel, -Mester und -Gabeln, ein vollständiges Bett, einen kleinen Bücherschrank, einen Herrenzimmer- tisch, einen Klubsessel mit Stoffbezug, ein Schrank - Grammophon, einen Personen- wagen (Oürkopp). 5929D Zunker,Gerichtsvollzieher,Gießen Wiesecker Weg 16 / Telephon 1383. Speise-und Salatkartoffeln in vrima Qualität, empfiehlt billigst W. Hanke! Ww. Neuen Baue 7, Televb. 612. 45O Modi- Apparate, Gitiser, Thermometer, (■ummiringe aller Systeme Heyd & Sohn SeltergwB 1L. Nein täglich frisch empfiehlt billigst W. Benkel, Neuen Bäue 7. Telephon 6 1 2. 242D la Schlackensand leicht, mittel und schwer, lief, promot und billigst 2908D HeidcblieiM Bieber b. Gießen, Tel. 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Nove ligien, daß e sügungsberech des Eitzentun zugskommM gefallenen G abgeschätzter Personen in Ügentumsübe gilt in Anseht neuen Eigenti Ueberroeijung Stehenbleiben Gleichzeili, Vollzugskomn turueränberui Einftiedigung genommen m ßauterbad Steinen US ,^'N Onkel ist ein noch Menft uns,„m re,ar e,nma( iunn ! Ni iS, W ®'b «G* «ft n Ä.liber °uch t ^ch aber bL ist »■nommen6^ kle > te, $i„ iS" m Leben k"^r 11H daß s K KÄ SÄ £ 5Ur Cnj, ^^nöi Hr. 158 Zweiter Blatt England und Ostafrika Man darf darauf gespannt sein, wie sich die eue englische Regierung lac* onalds zu dem von ihrer Vorgängerin auf* -roorfenen Problem der Errichtung einer neuen cminion in Ostafrika durch Verschmelzung ■r drei Territorien Kenha, Uganda und Tcm- nijifa verhallen wird. Der im Kabinett dafür sonders zuständige Lord P a h f i e l d wird sehr bild Gelegenheit finden, seine politische und di- ycmatische Geschicklichkeit in vollem Arnfcmg zu ^weisen. 3n letzter Zeit ist die englische Regierung, 6 h. die konservative Regierung V a l d w i n s, i dieser Angelegenheit sehr behutsam vorgegan- frn, nachdem sie sich durch die unverblümte Dar- [fOimg ihrer weitreichenden Pläne erhebliche Kri- 1E und besonders einen scharfen Protest bei deutschen Regierung zugezogen hatte. ■5cü allmählich berühmt gewordene Vorschlag des ^Iton-Voung-Komitees lief bekanntlich darauf hnaus, die genannten drei Territorien, von de- 3un Tanganjika unser altes Deutsch-Ost- «lirika umfaht, in ein selbständiges Staatsgebiet unter einem britischen Ge- Zfiolgvuverneur zusammenzuschweihen. Das Äirde nicht mehr und nicht weniger als die Ein- ixrleibung des Mandatsgebiets Tanganjika in M britische Weltreich bedeuten, zwar auf einem Laloeg und etwas verschleiert, aber eben doch die verleibung. Die Errichtung einer Dominion rocht diese mit ihrem gesamten Gebiet zu einem inte- gierenden Bestandteil des britischen Weltreiches, uii) damit geht der Charakter des Mandatsgebietes verloren, auch wenn die biitische Regierung versucht, diese offenbare Dsr- kyung des Völkerbundsstatuts durch die Erklärung zu beschönigen, das Mandatsgebiet solle mir verwaltungsrechtlich und verwaltungstech- mlch mit den Rachbargebieten vereinigt werden. nicht aber staatsrechtlich. Wie unbequem hr Protest der deutschen Reichsregierung gegen hrartige Pläne der vorigen Regierung w . ging aus der gereizten Antwort hervor, die Asien Chamberlain auf eine diesbezügl,., 2nfrage im englischen Unterhaus über etwaige 2nfprüche Deutschlands auf das Kolonialmandat acb. Sn einer Sitzung der Mandatskommission b8 Völkerbundes in Genf, in der die britishen Pläne ebenfalls zur Sprache gebracht tour- Ihn, bestritt der englische Vertreter gleichfalls Einverleibungsabsichten. Man weih jedoch, dah englische Regierungen, -ohne Anterschied der Partei, Kolonialpläne mit großer Beharrlichkeit und gegebenenfalls auch flit großer Vorsicht zu verfolgen pflegen, und es M)t daher für uns, sehr auf der Hut zu fein, um gegen alles gewappnet sein. Einer Assührung des Gedankens, der im Hiltonschen T.richt niedergelegt ist, müssen wir uns mit allen Mitteln widersetzen, denn er würde die Ausgabe des uns sogar im Dersail- Ir Vertrag zugestandenen Rechts auf Wahrung des Mandatscharak- trs unserer ehemaligen Kolonien Meuten. Für die englische Art, derartige Pläne 4i betreiben, wenn sich Schwierigkeiten in den T:g stellen, ist ein Vorkommnis dec letzten Tage wf/t interessant. Der englische Thronfolger nahm an einem Zweckessen der Ost afrikanisch en Gesell- stefl teil, bei dem auch Lord P a h f i e l d selbst- MlstLndlich nicht fehlte. Die neue Regierung war a> vertreten und hat somit auch nach englischer ■Evfloßenheit ihr Einverständnis mit den dabei ^altenen Reden erklärt. Der Prinz von 'Tales hielt dabei selbst eine Ansprache, in der er auf das „verwickelte und heikle Problem der -ftilunft der ostafrikanischen Besitzungen" Bezug Whm. Die „Times" behandelt dieses „verwickelte irb heikle Problem" unter Bezugnahme auf Än Hilton-Voungschen Bericht, offenbar offiziös, Aichfalls sehr vorsichtig und zurückhaltend in Kaliber 28. Erinnerung an einen Onkel. Von Herbert von Hoerner. Rau. lotftt. •nes Sämlliche M"' ki« besten Onkels waren die alten Junggesellen. * st 1UncKj5 Wgelei im Sommer. Keine Angelrute war so, » ol.p?u inpen kann. Er sagt nicht alles weiter. Man gsskver Boom ihm Geheimnisse anvertrauen. Der Onkel ist i einmal jung gewesen. Ä, ■ fiöWfln Önfofc rnftMH werde» au ü(;5 jch 15 Jahre alt wurde, bekam ich zum Ge- ßliirtstag ein Schrotgewehr. Bis dahin hqtte ich nur l9^ihenben eüü Lustbüchse geführt, mit der ich Spatzen schoß. "ver-aM-'K OSing erwachsen ist man mit 15 Jahren noch nicht, .'rLjatitn. uun) es war auch keine ganz erwachsene Flinte: IStiEer 28. Das ist ein sehr kleines Kaliber. Für »WM nra'i) a&er bedeutete das Geschenk, daß ich nun auf- ritienb®'- ?:':et0 mmcn lvar unter die waffentragenden Man- ßflotieiN6 .Ä | 0 ' "rlte Wild, das ich mit meiner Flinte er- U I I Bi U' roar Eine Mittelschnepfe. Sie stand hochbeinig yr 1 h iirni Qras am Ufer des Teiches und büßte es mit (I I OjnOnfl ükn Leben, daß sie den heranschleichenden Jäger AL)» hluvUU' acjü 'ein Gewehr offenbar nicht ernst nahm. Statt TMj) dem Schüsse wegzufliegen, wie ich wohl er- V guli, inrltf hatte, blieb sie liegen — tot. ajiittn>0®'oi/ Ubt- l|u jener Zeit war auch wieder jener Onkel, der r - WÄWII gerne angelte, bei uns zu Gast. Sein Bart war «oiI5bo^, ibctiils noch nicht weiß, nur grau. •' hn Onkel war in allen Dingen sehr genau. Den W> MM Winter über trieb er Vorbereitungen für Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für (Vberhessen) Dienstag, 9. M 1929 einem Leitartikel. Sie spricht darin nur von dem Wunsch, die drei Territorien enger zu vereinigen, und von einiger Opposition im Kenya-Terri- tvrium, die eine gewisse Enttäuschung gebracht habe, lieber das Tanganjika-Gebiet schweigt sich die „Times" vorsichtiger Weife gänzlich aus. Arn der Kritik an dem Bericht zu begegnen, ist vor einigen Monaten der llmterstaatssekretäm Sir Samuel Wilson, dec also noch dem vorigen Kabinett angehörte, nach OÄafrika zur weiteren Prüfung und Derichteüsvattung gesandt worden, und er weilt zur Zeit noch dort. Don seinem Bericht wird viel für die weitere Entwicklung Ostasrckas abhängen. Die „Times" deutet an, dah sich zwar noch nicht übersehen lasse, was für Vorschläge Sir Samuel machen werde, ehe er zurückgekehrt sei, aber es könne jetzt schon gesagt werden, dah ziemlich weitgehendes Einverständnis über die Einsetzung eines Generalgouverneurs mit umfassenden Vollmachten vorhanden sei. Don dessen Befugnissen sowohl, wie von dessen persönlichen Eigenschaften, also von der Wahl der richtigen Persönlichkeit, werde die Lösung jenes „verwickellen und heiklen Problems" bedingt sein. Sn gutes Deutsch überseht heißt das natürlich, daß sich die neue Regierung die Entscheidung vorbehält und nach der Rückkehr des llnterstaatssekretärs einen Bericht veröffentlichen lassen wird, der ihren Ansichten entspricht, aber auch den Derhältnissen, die jener vorgefunden hat. Auch Macdonald wird in Ostafrika eine rein englische Politik treiben. Wir müssen also nach wie vor unsere Sn- teressen in Ostafrika mit größter Aufmerksamkeit wahren und die Entwicklung der Dinge sorgi fällig verfolgen. 30. Verbandsschießen von Vaden, Mtelrhein nnd Pfalz. Der zweite Tag des 30. Derbandsschie- ßens verlies in programmähiger Weise. Während des ganzen Tages herrschte auf den Schiehstän- den eine recht rege Betätigung, wobei sehr gute Resultate erzielt wurden. Für den Abend war in der Dolkshalle ein Ehrenabend für Gäste aus dem besetzten Gebiet uno von der Saar vorgesehen. Bereits um 8 Uhr war die Volks- Halle dicht besetzt: die Besucherzahl dürfte über 3200 betragen haben. Anwesend waren u. a. die Spitzen der Behörden: Oberregierungsrat Dr. Heß für die Provinz Oberhessen, ^Bürgermeister Dr. S e i b für die Stadt Gießen, für die Landesuniversität Ee. Magnifizenz der Rektor Professor Dr. Herzog und als Vertreter des Kommandeurs des Giehener ReichsweHr-Dataillons Hauptmann H 0 h f e l d. Der Abend wurde eingeleitet duirch schneidig gespielte Musikvorträge der Reick/sv chrkapelle unter Leitung des Obermusikmeisters L ö b e r. Als erster Redner des Abends begrüßte Rechtsanwalt Albrecht die so zahlreich erschienenen Schüh>rnbrüder und Festgäste und führte u. a. folgendes aus: Der Herr erste Vorsitzende L>es Gießener Schützenvereins hat mich beauftragst, ihn heute abend zu vertreten, um Sie zu begrüßen. Den Auftrag erfülle ich gern. Wir siick) heute an dem zweiten Tage des 30. Derbandsschietzens. Wir sind noch an dem aufsteigenllen Ast der Kurve, und wir hoffen, daß dis Tage des Schießens, des Sportes die Schützenö-rüder immer näher zusammenführt, die hier zufammengeeilt sind aus allen Gegenden unseres Derbands- bezirks, und daß auch der Kontakt mit der Gießener Bevölkerung immer inniger werde. Sch freue mich deshalb, dah am heutigen Abend, der ja in erster Linie wohl auch der Gemütlichkeit gewidmet ist, eine stattliche Zahl sich hier eingefunden hat. Die Zeiten sind ernst geworden. Der Rhein hat wohl noch seine Anziehungskraft für uns, aber es blutet uns das Herz, wenn wir an die fröhlichen Stunden denken, die wüc vor dem Kriege am Rhein verlebt haben. Der Rhein ist nicht frei. Der Rhein ist politisch nichss mehr der deutsche Strom. An dem Rhein geht der Fremde einher und nicht nur, daß er befiehlt, nicht nur daß er unsere deutschen Landsleute einengt, nein, es ist schlimmer, in schn öder Weise schikaniert er unsere deutschen Volksgenossen dort. Wir begreifen und fühlen mit ihnen, wenn wir es auch nicht aussprechen. Wir Schützenbrüder schauen uns ins Auge und wissen dann, wie es ihnen ums Herz ist. Und so freuen wir uns, daß gerade aus dem besetzten Gebiet so zahlreiche Schützen hierhergekommen sind aus dem Rheingebict, den besetzten Teilen von Baden, aus der Pfalz und nicht zuletzt auch, von der Saar. Seien Sie uns herzlichst toMkommen! Freuen Sie sich hier mit uns und schv.tieln Sie, Alles, was er mitnahm, war bequem zum Tragen eingerichtet und hatte feinen beftimmten Platz an ihm, ob es nun an ihm hing ober in einer feiner vielen Taschen steckte. Die Angelruten und den Köcher geschultert und von allen Seiten mit Korb und Dosen und Taschen behangen, so zog er aus — eine malerische Gestalt. Sein Hut und Rock, Hose und Stiefel waren jahrelang getragen und jahrelang geschont. Jäger und Fischer lieben es nicht, neue Sachen anzuhaben. Kam er zurück und war der Abend kühl, bann legte er statt eines Mantels ein Ploib um bie Schultern. Beim Angeln saß er barauf. Das Plaib gehörte zu ihm. Er war eine herrliche Erscheinung. Der Onkel httte in allem seine Gewohnheiten. Etwas Bcsonberes war ber Fischgesang. Der Text bazu lautete: „Teremtemtem, teremtemkm". Der wurde aber nur gesungen, wenn ein größerer Fisch glücklich gefangen war. Für kleine Fische wurde nicht gesungen Unb sonst war Gesang beim Angeln nicht beliebt. Auch unnötiges Plaubern f.chätzte er nicht. Man war bei einer Sache ganz. Surum sah er es auch nicht gern, wenn ich zum Angeln noch bas Gewehr mitnahm. Entweder — oberI lieber« Haupt ging er wahrscheinlich am liebstem allein. Aber weil er ein guter Onkel war, nahm er mich boch recht häi sig mit, auch mit ber Flinte. Was ich von ber Kunst" bes Angelns weiß, verbaute icy ihm. Wir angelten im Teich, vom Ufer aus», unweit ber Stelle, wo ich bie Mittelschnepfe schv-ß. Dort bissen bie Schleien. Aber öfter angelten wir im See, vom Boot aus. Dort gab es bie interessanteren Fische. Unb jedes Stück bes Sees beftam von uns einen Namen nach einem guten Fang, ben wir an der Stelle gemacht hatten: Die Hechtfpitze, bie Barschkuhle, bie Radauenbucht. Der Onkel -erforschte jebe Tiefe mit seinem Lot unb stellte bcpiach ben Schwimmer ein. Aber ber Appetit bes Fisiches richtete sich weniger nach ber Kunst bes Angsters als nach ber Gunst bes Wetters. Alle Tage i|t Fischtag, aber nicht alle Tage Fangtag. Des Onkels Laune war an den Fangtagen besser. * Einmal am Nachmittag war ber Onkel allein fortgegangen. Jch sollte ihn am Abenb abholen. Wir wollten bann noch zusammen eine Bootfcihrt mit ber Schleppangel machen. Jch nahm also keine Angel, nur mein Gewehr mit. Als ich an ben See kam, befanb sich dtz r Onkel weit braußen mit dem Boot, in der Nirhe ber Hechtspitze. Jch rief. Er hatte mich sicherlich gehört, traf aber keine Anstalten, ans Ufer zu rudern, um mich ins Boot aufzunehmen. Nachbem ich also längere Zeit vergeblich gerufen hatte, beschloß ich, um die Bucht bes Sees herumsei es auch nur auf Tage, den Gedanken, dah die Heimt noch unter fremden Ketten leidet, ab. Richt die Zahl der Worte, sondern das Herz, aus dem die Worte gebracht werden, machen es aus, und seien Sie überzeugt, unser Herz ist voll und schlägt heftig für Sie alle, Schühen- brüder, und namentlich für die Schützenbrüder aus dem besetzten Gebiet. Und daß wir zusammengehören, das wollen wir nachher bekräftigen in dem Lied, das Sie zu Hause nicht singen dürfen. Und nun, meine lieben Schützenbrüder und Einwohner von Gießen, erheben Sie die Gläser und rufen Sie laut mit mir: Das deutsche Schühenwesen, dir hierhrrgeeilten Gäste und namentlich unsere Gäste aus dem besetzten Gebiet, sie leben hoch! Sm Anschluß hieran wurde die erste Strophe des Liedes „Es braust ein Ruf tote Donner hall" gemeinsam gesungen. Zur Verschönerung des Abends hatten sich die Gießener Gesangvereine zu einem Massenchor zusammengeschlossen, der unter der zielbetoußten Leitung sxines Dirigenten, Gau- Ehormcisters Albert Kasten, nach dem deutschen Sängergruh den Mozartschen Chor „Weihe des Gesanges" und danach den Chor „Bleib deutsch, du herrlich Land am Rhein" exakt und wirkungsvoll zum Vortrag brachte. Richt endenwollender Beifall belohnte die Sänger für ihre Darbietungen. Als Vertreter der Stadt Gießen ergriff darauf Bürgermeister Dr. Se;b das Wort und führte etwa folgendes aus: Sm Rainen der Stadt Gießen und ihrer Dürgerschaft heiße ich Sie auf das herzlichste willkommen. And allen ist es eine hohe Freude und Genugtuung, unsere verehrten Schützen aus dem besetzten Gebiet hier begrüßen und ihnen einen Ehrenabend bereiten zu dürfen und damit zugleich einen kleinen Teil unserer Dankesschuld abtragen zu können. Stolz und Wehmut erfüllen uns, wenn wir daran denken, was unsere Brüder und Schwestern im besetzten Gebiet in den letzten zehn Sahren für unser gemeinsames Vaterland geleistet haben, wenn wir aber auch daran denken, was sie an Gewalttätigkeiten und Unterdrückung erdulden mußten. Lassen wir uns die Ereignisse der letzten zehn Sabre an unserem geistigen Auge vorüberziehen. Zehn lange Sabre bat die Besatzung gedauert. Bei aller gebotenen Vorsicht und begründetem Mißtrauen dürfen wir jetzt woßl hoffen, dah ihre Tage gezählt und daß unseren Brüdern und Schwestern aus der Finsternis der Besatzung bald wieder scheint das Licht der Freiheit. Seien wir stets dessen eingedenk, daß wir alle Brüder unb Schwestern, daß wir alle Kinder eines großen gemeinsamen einzigen Vaterlandes sind. Denn unsere Einigkeit ist das wertvollste Unterpfand unb baä sicherste Glück für Deutschlands Größe unb Freiheit. Mit ehernen Lettern wollen wir die trefflichen Worte des deutschen Dichters der Freiheit in unsere Herzen schreiben: „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern in keiner Rot uns trennen und Gefahr." Lassen Sie uns heute in dieser feierlichen Stunde ewig unb unverbrüchlich geloben: wenn es um unser Vaterland geht, dann wollen wir nicht kennen! Stand unb Rang, dann wollen wir nicht kennen Partei unb Religion, dann wollen wir nichts anderes sein als gute Deutsche, wert eines großen Vaterlandes. Meine sehr verehrten Damen und Herren! Sch glaube, wir können dieses Gelöbnis nicht besser bekunden, als dah wir unseres Vaterlandes gedenken. Sch darf Sie daher bitten, sich zu erheben und mit mir einzustimmen in den Ruf: Unser geliebtes deutsches Vaterland, es lebe hoch! Sm Anschluß daran wurde die erste Strophe: des Deutschlandliedes gelungen. Der Vorsitzende des Deutschen Schützen- Hundes, Lorenz, Nürnberg überbrachte bie Glückwünsche des Deutschen Schützenbundes. Aus feiner Ansprache ist folgendes zu erwähnen: Für die warmen Begrühungsworte des ersten Vorsitzenden, Herrn R i c 0 l a u s , durch seine Vertretung, danke ich aufs herzlichste im Ramen des Deutschen Schützenbundes unb überbringe ihm herzliche Glückwünsche zu seinem 30. Der- bandsschießen Baden, Mittelrhein unb Pfalz in Gießen unb wünsche ihm, daß es gut unb erfolgreich verlaufen möge. Werte Kameraden! Es gereicht mir zur besonderen Freude, an dem (Sjrenabenb Shrer Begrüßungsfeier der Kameraden des besetzten Gebietes hier in Gießen teilnehmen zu können, unb ich entbiete Shnen allen treudeutschen Schühen- gruß. 15 Sahre sind bereits vergangen, daß durch Krieg und Besetzung in den besetzten Gebieten fein deutsches Schießen stattfinden konnte. Der Schießsport wurde dadurch vollständig lahmgelegt. Auch blieben die wiederholten Bemühungen des Deutschen Schützenbundes, Erleichterungen zu schassen, erfolglos. Die dunklen Wolken am politischen Himmel beginnen sich zu lichten und in nicht allzuferner Zeit wird die Befreiungsstunde von der Besatzung für Euch schlagen. Bereitet Euch vor, um ben Schießsport aufzunehmen, spart unb werbt jetzt schon, die brachgelegenen Schießstätten in- standsehen zu können, sorgt, daß Eure Vereine zu neuer Tatkraft sich zusammenfinden und behaupten können, daß die Schießstätten Pflegestät>- ten werden des Schießsports und unserer Tradition. Meine Kameraden! Sn einem Sahr feiern wir das 19. Deutsche Dundesschießen in Köln. Mögen bis dahin die Glocken von Stadt zu Stadt, von Dors zu Dorf die Stunde der Befreiung des besetzten Gebietes und die Wiedervereinigung mit der Saar uns verkündet haben, um in ungetrübter Freude das 19. Bundesschießen feiern zu können. Dcrs ist mein Wunsch und der des gesamten Deutschen Schützenbundes. Sch ersuche Sie, verehrte Anwesende, mit mir einzustimmen unb ein Hoch auszubringen auf zugehen, um in seine Nähe zu kommen. Jch mußte ein Stück zurück, unb bann burch ben Walb, ber hier an steilem Hang bis an ben See wuchs. Die Ranbbäume ftanben mit ihren Wurzeln im Wasser — Ellern, bie so nassen Stanb lieben. Hoher hinauf wuchsen Kiefern, Fichten unb Eichen. Der Psab, nur von Hirten unb Schafen eingetreten, war schmal, unb machte viele kleine Windungen über Wurzeln unb zwischen ben Haselnußsträuchern. Durch bichtes Laubwerk schimmerte ber See. Da erblickte ich auf einem Ast, bunfel gegen bas helle Wasser, einen dicken Vogel. Ich erkannte nicht was es war. Es ist nicht weidmännisch, auf ein Wild zu schießen, bas man nicht erkannt hat. Aber bie Fline, Kaliber 28, war ja auch nochch nicht ganz erwachsen. Also schoß ich. Ob ber Vogel fiel ober fortflog, weiß ich nicht. Denn gleich nach bem Schuß ertönte vom See her ein Schrei. Der Onkel war es, ber schrie. Vielmehr, er schimpfte, schimpfte fürchterlich. — „Bist bu verrückt geworben?'. Ich erschrak so, baß ich bas Gewehr fortroarf unb gleich ans Wasser sprang, um zu sehen, was geschehen sei. Was war geschehen? — Der Onkel hatte ben Platz an ber Hechtspitze verlassen unb war, ohne daß ich sein Rubern gehört hatte, in bie Nähe bes Walbusers gelangt. Vielleicht hatte er nach mir gesucht, wo ich geblieben sei. — Plötzlich wird er vom Walde her beschossen. Es stellte sich heraus, baß bas Unglück nicht sehr groß war. Drei Schrotkörner hatten ihn am Arm getroffen, waren aber burch ben bicken wollenen Stoff bes Rockes nicht hinburchgegangen. Jch bekam, nachbem mir uns am Ufer vereinigt hatten, noch einiges zu Horen. Dann holte ich mein weggeworfenes Gewehr, unb wir gingen, nicht sehr gesprächig, zusammen nach Hause. Daß er einen kleinen Hecht heimbrachte, milberte seinen Grimm. Am Abenb zeigte er mir mit vorwurfsvollem Blick auf seinem nackten Arm brei blaue Flecken. Es verstaub sich fast von selbst — aber ich war ihm boch sehr dankbar —, baß er zu Hause nichts von biesem Vorfall sagte. Aber bas Eigentliche kam erst noch. Der Sommer war vorüber. Wir hatten längst wieber unser Winterquartter in ber Stabt, in ber auch ber Onkel lebte, bezogen. Da bestellte er mich eines Tages zu sich. Jch dachte: was will denn ber Onkel mir erzählen, ober will er mir etwas schenken? Er machte ein feierliches Gesicht unb 'eine längere Einleitung, von ber ich nichts begriff. Unb bann fragte er mich: ob ich bamals absichtlich auf ihn geschossen hätte. Jch war bestürzt. Wie er barauf käme? Was mich benn hätte veranlassen sollen, auf ihn zu schießen? Er meinte, ich sei vielleicht beleibigt gewesen, weil er auf mein Rufen nicht gekommen sei — wo es boch abgemacht war, baß wir zusammen noch mit ber Schleppangel fahren wollten. Unb ba sei ich vielleicht so wütenb geworben, unb aus Rache ... „Onkel", rief ich, „wenn bu mir zutraust, daß ich absichtlich auf dich schieße, warum traust bu mir benn jetzt zu, baß ich dir bie Wahrheit sage?" „Das ist etwas anberes", sagte er. „Daß bu auf mich schießt, kann ich bir zutrauen. Aber, dah bu mich oelügft — niemals! Drei Monate hat ber Ge- bante mich gequält. Jch Halts nicht länger aus. Gib mir bein Ehrenwort!" Jch gab es ihm. Wir weinten beide. Unb bamit war benn bie Sache wirklich erlebigt. Hauser läßt sich nichts weiswachen. Von Hanü Niebau. Münch erzählt gern. Hauser hört gern zu. Münch lügt gern ein bißchen. Hauser merkt so was nicht. Erzählt da also Münch: Gestern habe ich eine tolle Sache erlebt. Ich steige in die Straßenbahn, Linie sieben. Auf dem Perron steht ein Herr mit muskulösen Armen. Der Herr hat einen Disput mit bem Schaffner. Der Schaffner wird grob. Da faßt der Herr ihn so ein bißchen an den Oberarm, unb im selben Augenblick sitzt ber Schaffner in der Schaufensterscheibe von Kuks & Co. Der Wagen fährt weiter. Die Fahrgäste laufen kalkweiß an. An der Haltestelle springt jemand ab, brüllt nach einem Schupo. Der Schupo kommt. Unb sitzt alsbald in der Schaufensterscheibe von Schnupf & Sohn. „Donnerwetter!" staunt Hauser. „Jawohl", fährt Münch fort. „Die Sache geht also weiter. In ben nächsten zehn Minuten sitzen fünfunddreißig Personen in den Schaufenstern ber Königstrahe. Das Überfallkommando wird alarmiert. die Feuerwehr wird alarmiert. Aber der muskulöse Herr fängt jetzt allmählich an, wütend zu werden. Die Menschen fliegen nur so von der Straßenbahn. Maschinengewehre sausen über die Häuserdächer. Ein Lastautomobil geht durch einen Faustschlag in Trümmer. Eine Dampfspritze zerquetscht der Kerl in der bloßen Hand, und schließlich fängt er an, das Pflaster der Königstraße aufzureihen und mit den Kopfsteinen wirft er.. “ „Haha", unterbricht da Hauser, „daß ich nicht lache! Jetzt fängst bu aber an zu lügen!“ „Ich unb lügen?“ entrüstet sich Münch, „erlaube mal, wieso?" „Ra", sagt Hauser und bas Lächeln bes Wis- fenben spielt um seinen Mund, „bie Königstrahe ist doch asphaltiert." deutscher Treue. Matthias-Gedenkfeier Einweihung des Matthrastempels im Hillersbachtal. Bieder vbecheUcher Mnerschastettag in Gießen. Der Verbandsvorsitzende. Professor Pop p." in allem: 2ln einem idyllisch schönen Fleckchen Erde wurde ein Denkmal -geschaffen, wie es schöner wohl kaum gedacht werden kann! Die feierliche Ucbcrgabe des Crinnerungsmales an die Provinz Oberhessen erfolgte am vorigen Sonntag, fast genau fünf Jahre nach dem Tode Les Provinzialdirektors Matthias. Die Weihe- selbst. Es gibt auch „Ruheraume", in denen Dam^, die nicht die Nacht im _ r". erholen können; ihnen stehen auch die Geschäft»' zimmer zur Erledigung ihrer Arbeiten und die u1' kleideräume für die Toilette zur Verfügung. Daraus ergab sich nun die Aufgabe, die den I amerikanischen Technikern gestellt war. Sie muhten eine Sendespielubertragung so anordnen, | daß sowohl der Klang wie auch das Bild wirksam übertragen werden formten. Dabei war zu berücksichtigen, dah die Fernsehapparate bei weitem noch nicht soweit entwickelt sind wie das Mikrophon, das heute empfindlicher ist als ein menschliches Ohr und aus jeöem_ Raum mit großer Raturwahrheit Klangeindrücke übermittelt, auch wenn die Sprecher oder Musiker sich nicht in seiner unmittelbaren Rahe befinden. Die Schauspieler hingegen, die „ferngesehen" werden sollten, hatten nur geringe Bewegungsfreiheit; die „Spielfläche", die ihnen zur Verfügung stand, war sehr klein. Deshalb war es nicht möglich, eine gewöhnliche Sendespielausführung so aufzunehmen, dah sie gleichzeitig optisch und klanglich verbreitet wurde, vielmehr mußte alles für den besonderen neuen Zweck erst eingerichtet werden. Cs war der erste Schritt zu einer Technik des Fernsehdramas. Einmal handelte es sich darum, der Rufnahme- apparatur das größte Maß von Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit zu geben, damit alle irgendwie in Betracht kommenden Vorgänge dabei erfaßt werden konnten; deshalb konstruierte Dr. Aleranderson, der Chefingenieur der General Electric Company, eine Art Aufnahmekamera, die sich äußerlich nicht allzusehr von einer photographischen unterscheidet. Sie hat die Form eines allseitig geschlossenen Kastens, in ihr befinden sich zwei photoelektrische Zellen sowie alles andere zur Aufnahme Rotwendige. Für jede Ucbertragung wurden drei bis vier solcher Apparate benutzt, die bald gleichzeitig, bald nacheinander in Aktion traten. Man hatte darauf verzichtet, ein Stück besonders zu diesem Zweck schreiben zu lassen; es war schon vor dreißig Jahren verfaßt, und sein Verfasser hatte sich sicher niemals träumen lassen, dah gerade sein Werk als erstes Fernsehdrama benutzt werden sollte. Der Titel des zum mindesten in dieser Hinsicht denkwürdigen Werkes ist „Der Bote der Königin". rede hielt Staatsrat Or. Weber. Aus seinen Ausführungen, die ein Vierteljahrhundert der wirtschaftlichen Entwicklung der Provinz vor uns erstehen lassen, sei folgendes wiedergegeben: Der Matthias-Stein soll ein Ausdruck der Freude und Dankbarkeit sein für die Entschlußkraft eines Mannes, der in Erkenntnis der wirtschaftlichen Entwicklung der Provinz Oberhessen in den Zeiten katastrophalsten Währungsverfalles den Mut hatte, das Kraftwerk Lißberg durchzusehen und zu errichten. Die 5 Millionen Kilowattstunden Jahresleistung dieses Werkes bedeuten eine Kraft- und Gvldquelle, die allen Bewohnern Oberhessens zugute kommt. Die mutige und erfolgreiche Tat und den Ramen des Provinzialdirektors Matthias als des verantwortlichen Bauherrn für alle Zeiten festzuhalten, ist der Sinn und der Zweck der Erinnerungsstätte, die den Ramen „Matthias-Stein" trägt. Der Matthias-Stein ist ein Schlußstein im ersten Ausbau des Cißberger Wasserkraftwerkes. Ein gewisser Abschluß ist erreicht, der als das „Breidertsche Bauprogramm wirtschaftlich eigener Unternehmungen der Provinz Oberhessen" bezeichnet werden fann. Mit Dr. Breidert, der 1902 die Leitung der Provinz mit großer Derantwortungsfreudigkeit übernahm, wurde jene wirtschaftlich außergewöhnlich erfolgreiche Periode begonnen. Das Jnheidener Wasserwerk, das als erstes Unternehmen die finanzielle Basis für alle weiteren Prvvinzwerke bilden sollte, hat dieses Ziel erreicht. Als Prvvinzialdirektor Dr. Breidert 1910 dem Prvvinzialdirektor Dr. Ul in g er die Leitung übergab, waren die Fundamente für das Wasserwerk Inheiden und das Ueberlandwerk Oberhessen bereits geschaffen. Im Oktober 1911 konnte das Wasserwerk Inheiden in Betrieb gesetzt werden. Mit dem Dreidertschen Ridda-Programm vom Februar 1906 war die Einheitlichkeit der Pläne und Ziele MspieltmanemFemsehdrama? Von Frank Warschauer. Die Erfindung des Fernsehens ist in Amerika schon so weit entwickelt, daß man drüben bereits ganze Theaterstücke drahtlos mit Wort und lebendem Bild verbreitet; wer über einen entsprechenden Apparat verfügt und Glück hat, kann sie sogar hier in Europa aufnehmen. Dem auf» merksamen Leser der internationalen Programme wird es ja nicht entgangen sein, daß ., Fernsehen" insbesondere bei der amerikanischen Station Schencktady eine dauernde Rubrik geworden ist; die betreffenden Darbietungen sind ebenso gut oder schlecht aufzunehmen wie die sonstigen aus Amerika auf kurzer Welle ankommenden; allerdings gibt es eine Erschwerung, nämlich, daß meistens drei Wellen gleichzeitig verwendet werden, darunter eine von größerer Länge. Bei den Versuchen zur Uebertragung ganzer Fernsehdramen, von denen hier die Rede sein soll, wurden von der amerikanischen Station WGy der General Electric Company für die Dildsen- dung die Wellen 379,5 und 31,4, für die Klangsendung die Welle 21.96 Meter benutzt. Wer auf einer Ausstellung eine Fernsehapparatur gesehen oder etwas darüber gelesen hat, der hat ungefähr einen Begriff davon, wie die Wirkung einer Fernsehsendung sein kann. Er weiß auch, daß es vorläusig noch Schwierigkeiten bereitet, die feineren Einzelheiten der gesandten Bilder so wiederzugeben, daß man sie deutlich erkennen kann. Infolgedessen ist man gezwungen, solche Szenen zu senden, bei denen vor der Aufnahme- und Wiedergabeapparatur verhältnismäßig große Dildteile erscheinen, die auch nahe an den Aufnahmeapparat heran- gebracht werden können. Deshalb sind am leichtesten große Köpfe in Ausdruck und Bewegung wiederzugeben, vergleichbar den Großaufnahmen beim Film, während die Sendungen ganzer menschlicher Figuren bedeutend schwieriger in guter Qualität zu bewerkstelligen find. Immer aber müssen die betreffenden Personen sich in unmittelbarer Rähe des Aufnahmeapparates be- Was sahen nun die Radiozuschauer und Zuhörer? Run, gewiß nichts, was einer gewöhnlichen Bühnenaufführung gleicht; vielmehr eine Am Samsüwg trafen sich die Turnerschaften von Marburg. Darmstadt, Frankfurt und Gießen zum vierten oberhessischen Turner- s ch a f t e r t a.a e. Der Verlauf der Tagung bewies den innigen Zusammenhang und die feste Geschlossenheit: in dem großen Verbände des V. C. und die enge Verbundenheit der Turnerschaften der genannten Universitäten. Gegen 6 UHr bewegte sich unter flotter Marschmusik ein stattlicher Zestzug durch die geschmückte Stadt und bot mit den berittenen Chargierten und vielen bunten Mützen ein farbenprächtiges Bild. Etwa 300 alte und junge Turnewschafter nahmen daran teil. Den Höhepunkt des festlichen Tages bildete der Kommers im Saale des Cafö Leib. Der erste Chargierte der im L.B. C. Gießen Vorsitzenden Turnerschaft Hasso-Rassovia, stuck, iur. Fischer, begrüßte unter den Ehrengästen den Vertreter des Lehrkörpers der Universität, Prof. Dr. Eger, der an Stelle des durch die Tagung der Hochschulgesellschaft leider verhinderten Rektors mit Worten warmer Anerkennung die Bestrebungen des Turnerschafterverbandes würdigte und unter lebhaftem Beifall versicherte, daß die Universität durch Stiftung von Ehrenpreisen für tüchtige sporlliche Leistungen ihre große Teilnahme bekundet halbe. Für die Stadtverwaltung sprach Beigeordmtter Dr. H a m m herzliche Dankesworte und hob die große Bedeutung solcher Tagungen hervor, an denen auch die Städte ein großes Interesse Hätten. Denn auch sie dürften nicht mehr halpmachen vor Staats- und Landesgrenzen, sondern müßten in zusammenhängenden Wirtschaftsgebieten gemeinsame Belange vertreten. Ferner galt der Dank und Gruß der Turnerschaften dem Vertreter des Offizierkorps, Ober- atu Aman p Fortsetzung. -Tlauben Lie, sie St schüttelte den A Fred hält ’n M er fürcht, t L*1 er -tzr lach fite u fln London" 2, . bekommen. Sobald das ( 7 ahnen. ube Mn ÄNt die b-n »U c buttT* Nu. haften Beifall fanden und zahlreiche Aigaben zur Folge hatten. Der Massenchor sorgte sodann für angenehme Abwechslung durch den Vortraa folgender Lieder: Wie's daheim war" von G. Wohlgemuth, »Schen- kenbergs Reiterlied" von ch. Weber und „Deutschland, dir mein Vaterland" von ch. cheinrichs, die wiederum von den Sängern stimmungsvoll und klangschön gesungen und von den Zuhörern mit lebhaften Dankesbezeugungen entgegengenommen wurden. Ein Tanz beschloß den schön verlaufenen Abend, der mit zu den Glanzpunkten des ganzen Schützenfesten gezählt werden darf. * Zu dem gestrigen Bericht über den Verlaus des ersten Tages ist noch nachzutragen, daß von dem Vorsitzenden des Verbandes, Professor Dr. Popp (Frankfurt a. M.) am Sonntag ein Auldigungstelegramm an den Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg gerichtet wurde, das folgenden Wortlaut hatte: „An den Herrn Reichspräsidenten, Berlin. Den zum 30. Verbandsschießen des Badischen, Mittelrheinischen und Pfälzischen Schutzenbundes in Gießen versammelten Schützen ist es Herzensbedürfnis, Eurer Exzellenz in aufrichtiger Verehrung, und Dankbarkeit Grüße zu senden. Uns Schutzen allen darunter vielen aus dem besetzten und dem Saargebiet, ist Euere Exzellenz leuchtendes Beispiel das deutsche Schießwesen. Unser deutsches Schieß- wesen, es lebe hoch! Nach diesen mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen ergriff als erster Vertreter des besetzten Gebietes, Schühenbruder Heerdt, Mainz 82 Jahre alt, aber körperlich und geistig noch sehr elastisch von der Festversarnrnlung lebhaft begrüßt, das Wort. Er stattete zunächst den Dank der auswärtigen Schützen ab für die liebevolle Aufnahme und die vielen Blumengrüße der Gießener Bevölkerung. Die von den Vorrednern erwähnten Beschwerden wolle er nicht wiederholen, denn die Schützen ans dem besetzten Gebiet seien nicht gekommen, um zu klagen, sondern um sich zu freuen. Rheinischer Humor klingt aus seinen Worten, die nut dem Schwur schließen: Wir wollen deutsch bleiben am deutschen Rhein. Der nächste Redner, der Vorsitzende des Gaues Pfalz, Bausenwein, Ludwigshafen sagt herzlichen Dank dem Schützenverein Gießen für die entgegengebrachte Liebe und das Verständnis für die Nöte der Schützen des besetzten Ge- bietes und der Saar. Die Schützen fühlten sich verpflichtet, auszuharren für das große deutsche Vater- land bis zum Befreiungstage, der aber nicht er- kauft werden solle durch Konzessionen. Seme begeistert aufgenommenen Worte klangen aus in den Wunsch: Die Saar und die Pfalz: Gott erhalt s! Der zweite Teil des Abends wurde ausgefullt durch Musikvorträge der Neichswehrkapelle, die leb- kteffen des HessenlanbeS vertreten Habe, beflen Pflichttreue und dessen Leistungen für alle Zeiten ein Vorbild bleiben werden. Für die Provinz Oberhessen übernahm Provinzialdirektor Graef das Ehrenmal. Cr ergänzte die Ausführungen des Staatsrates Dr. Weber und feierte besonders die Verdienste, die sich Staatsrat Dr. Weber als geistiger Vater des Wasserkraftwerkes ßißbetg um die Provinz erworben habe. Cr erinnerte an die „Genieinwirtschafr Oberhessen", diesen neuartigen sozialpolitischen Versuch, den Prvvinzialdirektor Matthias im Verein mit Staatsrat Weber ins Leben gerufen hatte. Für die mit ihren Kindern anwesende Witwe des Provinzialdirektors Matthias sprach Dr. med. Dalken aus Heldenbergen den Dank der Familie Matthias für die Ehrung des so früh Verstorbenen aus. Bürgermeister Hensel aus Hirzenhain legte im Auftrage der Gemeinde Hirzenhain, die Prvvinzialdirektor Matthias viel verdankt, einen Kranz nieder. Unter den auswärtigen Gästen sah man neben den Vertretern der Provinz u. a. Ministerialdirektor Reitz als Vertreter des Gesamtministeriums, die Kreisdirektoren Dr. Iann (Schotten) und Rechthien (Friedberg), die Herren Regierungsrat Weber (Büdingen) und Direktor Stadler (Friedberg), ferner die Mit- glieber des gegenwärtigen Provinaialausschusse- unb Herren, die unter Prvvinzialdirektor Matthias dem Provinzialausschuß angehörten, Dau- rat Frey als Vertreter des Hochbauamtes Büdingen, Forstmeister Dr. Künanz vom Forstamt Konradsdorf, Unternehmer und Arbeiter, die beim Dau des Crinnerungsmales beteiligt waren, die Direktoren der Eisenwerke Hirzenhain und viele andere. Die würdige Feier, die auf alle Teilnehmer einen tiefen Eindruck machte, wurde von meisterhaft vorgetragenen Gesangsdarbietungen de« Männerquartetts Ortenberg umrahmt. Ein den geladenen Gästen von dek Provinz gegebenes Essen im Kurhaus Selters beschloß die Feier. Luxushotels für Damen. Die Fvau spielt im gesellschaftlichen und wirt- schastlicheri Leben der Neuen Welt eine Rolle, deren sie sich in. der Alten Welt noch nicht zu erfreuen hat. Da das weibliche Geschlecht an dem amerikanischen Reichtum, einen so großen Anteil hat, nimmt man dort auf sie und ihre Bedürfnisse viel mehr Rücksicht als bei uns. So gibt es denn auch in jeder größeren Stadt ein besonderes Samen« Hotel, ^u dem Herren feinen Zutritt haben, und das in feiner ganzen Einrichtung auf die besonderen Wünsche und Bequemlichkeiten der Frauenwelt zu- geschnitteri tft. Verschiedene Riesenhotel-, die beiden leutnant Hoebels, der die gemeinsamen Ziele betonte, die Reichswehr und Turnerschaften zu erreichen suchten, die körperliche Durchbildung und Stählung der Jugend für vaterländische Ausgaben. Der Vorsitzende des V. A.T. Hessen-Lahn, Prof. Vo lzing, A. H. Hasso-Rassoviae, stellte mit herzlichen Worten des Dankes die von Jahr zu Jahr wachsende Beteiligung an diesen Turner- schaftertagen fest, die in hervorragender Weise geeignet seien, den Geist treuen Gemeinschaftssinnes zu pflegen und innere Fühlung zu fordern. Der Vertreter einer verehrlichen, im V. C.-Ver- bande und im L. V. C. Marburg Vorsitzenden Turnerschaft Philippina, stuck. Wissel, dankte herzlich dem L.V. C. Gießen für die Einladung und hob in begeisterten Worten die hohen Ziele und Bestrebungen des Verbandes hervor. Oie Seffrebe hielt Rotar Dr. Strasser aus Göttingen. A. H. Hasso-Rassoviae (Rehen. Sie sand lebhaftesten Beifall und machte auf die Festteilnehmer sichtlich tiefen Eindruck. Der Redner führte etwa folgendes aus: Land in Rot! Volk in Rot! Burschen heraus! Dieser Kampfruf der akademischen Jugend braust seit einer Woche durch alle deutschen Universitätsstädte. Er führt uns alte und junge Turner- schafter auch am heutigen Tage zusammen -Lor acht Tagen tönte das Trauergeläute der Glocken um die verlorene Freiheit. Ein einmütiges Bekenntnis des ganzen Volkes zu dem Willen nach Freiheit erscholl in deutschen Landen. Freiheit von dem schmachvollen Versailles. Freiheit von den Ketten der Knechtschaft, das Ziel eines leben -deutschen Menschen. _c Und dennoch kein einheitlicher Wille. Es gab Deutsche, die uns dieses Bekenntnis verwehren wollten. Darum Burschen heraus! Denn die akademische Freiheit ist in Gefahr. Was ist akade- finden; was weiter entfernt ist, das kann das Fernauge vorläufig noch nicht genau sehen, es ist gleichsam kurzsichtig, ein Mangel, den die , . , a Techniker siche- auch in kurzer Zeit beseitigen I Art Film, wobei es sich freilich um wirkliche, im werden. I gleichen Augenblick staltfindende Vorgänge han- 3m stillen H i l le r s b ach t a l, an einem der schönsten Plätzchen der an Schönheiten w reichen oberhesfischen Waldlandschaft, in unmittelbarer Rähe des Stauweihers hat die Provinz Ober- Hessen dem hochverdienten, leider allzusruh verstorbenen Provinzialdirektor Ludw. Matthias, in dessen Amtszeit Dau und Vollendung der Talsperre und des Wasserkraftwerkes Lißberg fielen, ein Denkmal errichten lassen. Das Denkmal verdankt seine Entstehung einer Anregung des Staatsrates Dr. W e b e r , der ebenfalls hohe Verdienste um die Schaffung des Wasserkraftwerkes Lißberg hat. Es war ein äußerst glücklicher Gedanke, für dies Denkmal die Gestalt eines Tempelchens zu wählen. Die Bild- Hauerarbeit wurde ausgeführt von Bildhauer Fahre nb ruch (Frankfurt a.M.). Auf halber Hohe über der Talsperre erhebt sich auf einer Waldlichtung ein massiver Rundbau, dessen Plattform von der Hohe her auf sanft fallendem Spazierweg, von einer unten vorgelagerten Terrasse aus auf massiven Steintreppen zu erreichen ist. Aus der Mitte der mauerumhegten Plattform ragt ein mächtiger, achteckig behauener Eichenstamm auf, der em aus Cichenrundholz gezimmertes, in altheimischer Weise mit Holzschindeln gedecktes, kegelförmiges Schutzdach trägt. In der Vorderwand des massiven Unterbaues ist eine Steinplatte mit der Inschrift „M a 11 h i a s st e i n" eingelassen. Ihr von Künstlerhand geschaffener Dildschmuck Der- ’ sinnbildlicht die Gewinnung elektrischer Energie aus der Kraft des stürzenden Wassers. Die beiden Jahreszahlen 1903 und 1928 lenken den Blick auf ein Vierteljahrhundert oberhessischer Wirtschaftsgeschichte, dessen Schlußstein die Vollendung desWasserkraftwerkesLiß- be r g bildet. Eine an der mächtigen Mittelsäule angebrachte Dronzeplakette trägt die Widmung der Provinz. Ein neuer, chauffierter Fahrweg gestattet, das Matthiasdenkmal von Lißberg aus überMauer- steigstraße und Konradsweg bequem zu erreichen. Serpentinenwege und Treppen führen hinauf zur Plattform, von der man einen entzückenden Ausblick in das herrliche Grün des Waldes und auf die spiegelnde Fläche der Talsperre hat. Ruhebänke laben zum Sitzen ein, ein mächtiger Tisch wartet der Gäste, und eine Feuerstelle lockt diejenigen, die gerne draußen abkochen. Alles für die Ausnutzung der Wasserschähe und Kohlenlager Oberhessens geschaffen. Das Derteilungsvetz des Ueberlandwerkes der Provinz überspanart und verbindet heute mehr als 500 Gemarkungen mit etwa 300 000 Einwohnern auf einer Fläche von 3300 Quadratkilometern. Ideell ist die Provinz damit zu einem kommunalen Zweckverband für Wasserkraftanlagen sowie für Licht-, Kraft» und Trinkwasserversorgung zusammengeschlossen. Versinkt die Jirsel Oberhessen eines Tages un preußischen Meer, ober wird Obechessen ein Destandtell einer rhein-mainischen Wirtschafts- Provinz des Reiches, so darf in beiden Fällen dieser ideelle Zusammenhang nicht verloren gehen, sondern er wäre zu einem öffentlich-rechtlichen Verband auszugestalten, der die heute errungenen Kulturgüter und deren Erträge den oberhesfischen Gemeinden dauernd erhall und zu- gleich die Fortschritte auf den bezeichneten Gebieten für die Zukunft gewährleistet. Darauf haben die 500 Gemarkungen heute schon einen Anspruch. - .. _ -Aach den Worten des Dankes an die Herren Provinzioldirektor Graef, Provinzialrat Wolf, die Dioektoren der Ueberlandanlage und die Mitglieder des Provinzialausschusses, ferner auch den Herrn. Finanzminister und die Mi- nisterialforstabteÄung sowie die örtliche Staats- sorstbehörde übergab der Redner die Ehrenstätte der Provinz und ihren Vertretungen: „Möchten Provinz und Staat in gemeinsamer Fürsorge für dieses in herrlicher Landschaft errichtete Denkmal darin wetteifern, es für alle Zeiten würdig zu erhallen und zu unterhalten, solange das deutsche Volk in diesen Waldtälern lebt, solange die deutsche Zunge in ihnen erklingt und Gott im Himmel Lieder singt!" Rach der Weiherede von Staatsrat Dr. Weber ergriff Oberfinanzrai Schäfer von der Hess. Gesandtschaft in Berlin, der lange Jahre mit Pwvinzialdirektor Matthias zusammengearbeitet hat, das Wort. Er entwarf ein Lebensbild De.-s Mannes Matthias, der stets mit unbeugsamer Arbeitskraft die 3n- »*' * ;c*1 w Aeh-n .7 mitein r-j® 4? «fer ringen * ** ,in £ lQTMn deutschen M E lehrt uns tirodne sei nich - Agstosen Masse, /Teil, ein M Abe des deutsch W Deranlwor Kitschen le« das tä ganzen Volke! Michc Nation M über alles t mfetem afaoemtld ML Hinweg ul jkgensähe. Lchulte «rossen, jeder ar kelühl der OSerar liilande, der Dol Und Handels Ton dir uni Das EMai Und dic Te. DaS ist der M in die Dahn treten, jak, für Ertüchti litzuarbeiten, und &-n und wehrlick llenschen zu erzieh ikt wird das De Zttihcit nicht nur ; km auch in irni Loschen. Dir al! kutschen Mttern. kutschen Sprache Ausgabe für die deutschen QJaterla Die Rede schlos au* den Deichspr Drittland. I Unter ben flotte i utiVtt srvhrin Lied« i dcnknaustausch de schaster enteilten i Stunden. Aus D in Marburg! Aus dem Ai / Das Ain Ar. 47 vom 5 nir'chen nach 6d Ms Mn unbT^ l 'M „ „,Te Ole teL„Qu8. 6 T". «u’ fest I beite. Bei. der ersten Aufführung sah man den Kopf des jeweilig Sprechenden, gelegentlich erschien auch sein Gesprächspartner in gleicher Form auf Der Bildfläche. Später ist es dann auch gelungen, Die Spieler in ganzer Figur zu zeigen. Dazwischc.-n aber sah man jene Aufnahmen, die auch im Kino so viel zur Belebung des Gesamt- eindrucks beitragen: Gegenstände und Teile der Körper. Wenn etwa eine Kartenszene gesandt wurde, so- erschienen vor dem Zuschauer Hande, die Karsten mischten; eine Mordangelegenhett wurde verdeutlicht durch eine andere Hand, die einen Revolver abschoß. Man sah Sektglaser, die Bewegung des Anstoßens, und ähnliches. Und bile Zuschauer waren, wie berichtet wird, höchst befriedigt, empfingen sie doch wirklich den Eindruck einer zusammenhängenden Handlung, bei der Bild und Klang eine verständliche Einheit ergaben. QU an war des Lobes voll für den Regisseun, der hier zum erstenmal die Rotwendig- leiten box Fernsehbühne begriffen hatte. Cs ist interessant, etwas darüber zu erfahren, wie er gearbeitet hat. Cr befand sich an einem Ort, von dem aus er die ganze Szene übersah; vor ihm befand sich ein Fernsehempfänger, auf dem er in jedem Augenblick erkennen formte, was für Den Zuschauer sichtbar wird; und ferner bestätigte es eine Schalteinrichtung, durch die er nach Bedarf die verschiedenen Aufnahmekameras zum 3tofd der Wiedergabe der betreffenden Teilszeneu. in Betrieb setzte. Das Fnmsehdrama ist also geboren. Und wie wird feine Zukunft fein? Eins ist sicher: was heute ein. Triumph der Technik ist, daraus ergibt sich morgen eine neue künstlerische Aufgabe. Geschlechtern offen stehen, Haden doch roemgftens ein besonderes Stockwerk, in dem üif Frauen unumschränkt herrschen, bieten den Damen eine eigne Bibliothek sowie Leseräume, in denen s» unter sich sind, Geschäftszimmer mit Telephonen, M sie allein benutzen dürfen, und natürlich ein» Schönheitssalon nur für Damen. Die Frau die M das Zusammentreffen mit dem anderen Geschlecy verzichten will, kann in einem solchen Hotel wohnen, ohne mit dem männlichen Publikum überhaupt n Berührung zu kommen. Neuyork hat jetzt em neu« Luxushotel für Damen erhalten, das alle ander, Einrichtungen dieser Art an Eleganz übertrifft uni dabei nicht nur für die Millionärinnen bestimmt ist sondern auch Frauen mit kleinerem Beutel zur Ver- fügung steht. Man kann ja schon ein Z,mmer für zehn Dollars die Woche haben und sich aller M Vorteile erfreuen, die dieses moderne Damenhorv in verfchwenderifcher Weise bietet. Es ist eine Vereinigung von Klub und Hotel, in erster Linie sw die Mitglieder des Neuyorker Damenklubs bestimnu Das Gebäude umschließt einen Hof, der du« (Springbrunnen und Blumenbeete in einen parabif fischen Garten verwandelt ist. Durch die 28 Stockwerke, innerhalb deren sich noch andere Garten anlagen befinden, fährt man empor zu einem groh- artigen Dachgarten. Das Damenhotel besitzt eim wundervoll eingerichtete Schwimmanstalt mit einen 60 Fuß langen Bassin, ein Stadion, in dem alle mr erdenklichen Vor.ichtungen für körperliche Hebung« vorhanden sind, außerdem natürlich Tennispläy usw. Mehrere Tanzinstitute haben sich hier nieder gelassen, in deren Sälen Unterricht im Volks-, sellschafts- und "Kunsttanz erteilt wird. Natürlich auch ein großer Schönheitssalon da, an den 0- zahlreiche Ankleideräume anschließen. Die FeM sind mit besonderer Pracht ausgestattet, und elv Dame, die hier eine Damengesellschaft vereinig will, hat die Auswahl zwischen einem „nordafnft nischen" (Saal, der die Farbenwunder des Drien». uer in seiner Ausstattung widerspiegelt, einem „ind- 6 JgDie schen" Saal und einem „modernen Saal , der » n ^ürn suturistischem Stil eingerichtet worden ist. Dg serti» die Gastzimmer mit Badeeinrichtungen uro »^9 aUf(Q allem Komfort ausgestattet sind, versteht sich vcn fr ejn - r.rcn rc. »iu ^uheräume", in denen Dam»- .ertennß ‘ Hotel verbringen wollen, M 1 c*5ö®Ute „Wenn Sie wirklich noch nach Todd's Heim wollen, werde ich Sie hinbringen. Die Stunde ist da, für die ich mir selbst das Vergnügen dieses Besuches versprochen habe", sagte er feierlich. Ein Wagen brachte sie an das Ende von Lissom Grove, und dann bogen sie in die Sackgasse Lissom Lane hinein. -Zwei Beamte in -Zivil erwarteten sie, und gemeinsam ' gingen sie die Straße hinunter, bis sie zu dem Heim kamen, das auf der anderen Seite, der Straße ihnen gegenüberlag. „Was ist denn da nebenan für ein Haus?" fragte Larry und blickte nach einem unansehnlichen Hause mit geschlossenen Fenstern hinüber. „Das war früher mal eine Wäscherei", sagte der eine Polizist. „Hinter dem Hause ist ein Hof und eine Art Scheune." „Wäscherei?" sagte das junge Mädchen nachdenklich. „Erinnern Sie sich, daß an dem.Abend, wo man mich entführen wollte, ein Wäschelieferauto vor meiner Tür stand?" „Alle Wetter," rief Larry, „das stimmt!" „D i e Wäscherei konnte es aber nicht gewesen sein, Miß", sagte der Beamte. „Sie liegt schon seit zwölf Monaten still. Die Firma machte bankerott, und irgendeiner hat das Geschäft gekauft, scheint aber noch nicht zu arbeiten." „Das Tor da führt direkt auf den Hof, wie ich annehme?" „2a, Sir. Ich habe aber noch keinen Lieferwagen herauskommen sehen, und ich weiß nicht einmal, ob sie überhaupt einen haben", sagte der Detektiv. „Heutzutage gibt es so viele Motorwagen, daß man sie unmöglich alle kennen kann." Larry ging die Stufen hinauf und klopfte. Derselbe kleine, alte Mann öffnete die Tür. „Vier Menschen!" kreischte er. „Lind lauter Fremde! Was wollen Sie denn?" „Ich möchte Mr. Dearborn sprechen", antwortete Larry. . „Ach ja, Sir, Sie sind ja -der Herr, der am Sonntag früh um 6 Llhr hier war", sagte der kleine Mann und trippelte voraus durch den langen Gang. „Kommen Sie man alle mit! brüllte er. „Vier Mann zu Besuch, Srr! Ehrw. Iohn Dearborn kam ihnen aus seinem Bureau entgegen und nötigte sie in das Zimmer. „Mr. Holt? — Ich glaubte doch Ihre Stimme zu erkennen", sagte er. Sein Diktaphon war in Gang, und ein dickes Manuskript in Maschinenschrift lag auf dem Tisch. Er strich liebkosend mit der Hand darüber hinweg, als er sich aus seinen Stuhl setzte. „Ieden Abend kommt ein Herr, der mir dies vorliest", sagte er wie in Antwort auf Larrys Gedanken. „Hut) was ist nun die Veranlassung zu Ihrem heutigen Abendbesuche? — Haben Sie Ihren blinden Iake gefunden?" „Getroffen habe ich ihn, aber leider nicht gefunden", sagte Larry grimmig. „Ich möchte nur noch einmal das Haus sehen. Ich habe eine Dame bei mir." „Sehr angenehm", sagte Ehrw. Iohn Dearborn und erhob sich. Llnwillkürlich streckte das junge Mädchen die Hand aus, die der Mann ergriff. „Es wird mir ein großes Vergnügen sein, Sie herumzuführen. — Sie haben noch einige Bekannte bei sich?" Larry stellte sie vor, und Iohn Dearborn führte die kleine Gesellschaft die Treppe hinauf. „Wir wollen diesmal von oben beginnen", sagte er scherzend. „Unser Freund Lew liegt immer noch in seiner Zelle." „Ist es nicht etwas unsicher für Sie, einen Mann im Hause zu haben, der nicht ganz bei Verstand ist?" „Er ist sehr schwach," entgegnete Iohn Dearborn, „und ich bringe es nicht über mein Herz, ihn in ein Hospital zu schicken. Früher oder später, befürchte ich, werde ich es ja doch tun müssen." Larry stand auf dem Treppenabsatz neben dem jungen Mädchen und fragte sie leise: „Wollen Sie vielleicht den alten Mann sehen? Er ist gerade nicht sehr —“ Er beendigte den Satz nicht. „Ia, ich möchte ihn sehr gern einen Augenblick sehen. Vergessen Sie doch nicht, daß ich Pflegerin in einer Blindenanstalt gewesen bin." Dearborn führte sie nach dem kleinen Raum. Kein Licht brannte, obwohl auf jedem Treppenabsatz Lampen waren. Blinde brauchen ja kein Licht, dachte Larry. Der alte Mann in der Zelle lag ruhig mit gefalteten Händen auf seinem Bett. Er schwatzte nicht mehr und war viel ruhiger wie an dem Tage, wo Larry ihn zuerst gesehen hatte. „Wie geht es Ihnen denn heute?" fragte Larry. Der Mann gab keine Antwort. Das junge Mädchen legte ihm ihre Hand auf die Schulter, und der Mann fuhr herum. „Geht es Ihnen besser?" fragte sie. „Wer ist da? Bist du's, Iim? Bringst du mein Essen?" „Geht es Ihnen besser?" fragte Diana noch einmal. „Dring mir auch ’n Topf Tee, willste?" sagte Lew und legte sich wieder auf den Rücken. Derselbe Ausdruck ergebener Entsagung, den sie schon bei ihrem Eintreten bemerkt hatten, erschien in seinem Gesicht. Das junge Mädchen beugte sich nieder und sah den alten Mann genau an. Er schien ihre Gegenwart zu fühlen, streckte eine Hand aus und berührte ihr Gesicht. „Das ist doch eine Dame? sagte er. ilnö dann trat Iohn Dearborn dazwischen und nahm die Hand des Alten zwischen seine beiden Hände. „Geht es Ihnen besser, Lew?" fragte er. Der Mann zwinkerte. „Is schon richtig, Sir. Es geht mir fein. Danke schön." Diana verlieh die -Zelle, und sie blickte gedankenvoll vor sich hin, als Larry zu ihr trat. „Was gibt's denn?" fragte er leise. „Der Mann ist tot", flüsterte sie. „Tot?" wiederholte er verblüfft. „Unfinn. Der Mann ist nicht tot.“ Sie nickte nachdrücklich mit dem Kopf. „Ich verstehe Sie nicht, Diana", sagte Larry und befürchtete einen Augenblick, daß die Folgen ihres Ohnmachtsanfalles noch nicht ganz geschwunden waren, und daß sie phantasierte. „Tot", wiederholte sie so leidenschaftlich, daß er sie sprachlos anstarrte. „Genau so tot, als ob er kalt und leblos auf jenem Bette liegen würde. Oh, es ist grausam, bestialisch grausam." Iohn Dearborn und die beiden Detektive waren noch in dem Raum und sprachen über den Kranken. „Aber was meinen Sie denn, Diana?" fragte Larry. „Haben Sie es denn nicht bemerkt? — Ich habe es früher schon einmal zu sehen bekommen", sagte sie mit leiser, schwankender Stimme. „Haben Sie denn nicht die kleinen schwarzen Punkte an den Ohren des Mannes gesehen? Das sind die Pulvermale. Der Mann ist taub gemacht worden." „Taub?" wiederholte er, ohne noch die ganze Bedeutung dieser Entdeckung fassen zu können. „Sie haben mir verschiedenes von dem erzählt, was der Mann am Sonntag gesagt hat, als Sie ihn sahen." Sie sprach hastig und im Flüsterton. „lind jetzt verstehe ich, was vorgegangen ist. Ein Schuh ist ganz dicht bei seinen Ohren abgefeuert worden, und nun ist er tot.", „Aber ich verstehe immer noch nicht." „Haben Sie es sich klar gemacht," sagte sie jetzt sehr langsam, „was es bedeutet, blind und taub zu sein?" „Allmächtiger Gott!" stöhnte er. „lind das ist es, was dem Mann widerfahren ist, den sie Lew nennen. Iemand, der aus persönlichen Gründen sein Leben schonen will, hat es dem Bedauernswerten unmöglich gemacht, -Zeugnis gegen ihn abzulegen." „Was meinen Sie damit?" „Was ich meine? — Das ist der Wann, der die Braille-Schrift geschrieben hat, die in Stuarts Tasche gefunden wurde." (Fortsetzung folgt.) WM des J.L T. Hessen-Lch -H. Hasfo.Nassoviae, ftcCi 6ina, stud. Wissel, bari , Eichen für die Einladr ten Worten die hohen $ i Derbandes hervor. Die Rede schloß mit einem Salamander qu* den Reichspräsidenten und unser deutsches Freiheit im Denken und Lehren, Freiheit im wollen und wirken, geteilter, kasuistischer Verordnungen. tlun aber ringen neue Ideen um ihre Gel- tlutg. Wir stehen am Beginn einer neuen Epoche. Si® X”on* «taten ÄL'LÄ -_________-_____________________ V Aünanz vorn umspannende Gemeinschaftsidee. Der M "Meine sei nicht Rümmer in einer verantwor- ^uxnctungSmaui tetäw nmgslosen Masse, sondern ein jeder ein täti- n dn Eisenwerk Teil, ein verantwortliches Glied im Ge- mmerhaufen. Die Gegenwart windet sich in liefen. Die Fundamente der Wissenschast wanken. Physik zerbricht ihren eigenen Maßstab. «Lastein lehrt die Relativität von Raum und -Jet. Theologie, Philosophie, Medizin suchen nach •itien Grundlagen, lind selbst das Recht, bis- Cti ein Fels im Meere, verläßt die große Linie nn) wankt in der Flut auf den Augenblick ab* ...„•bc des deutschen Volks- und Staatslebens. 1 die auf alle Teilwbm "^ses Verantwortlichkeitsgefühl jedes einzelnen mochte, wurde von mX "Deutschen sei das neue Band innerer Einigung Gesongsdarbietunaen ? ganzen Volkes. Dos gesamte Volk eine ein- enberg umrahmt ®n £ gliche Ration. Der Wille zum Daterlande i der Provinz M über alles triumphieren. Darum weg mit eitert bcchloN b» unserem akademischen Dünkel. Wir alle sind das --- Ael Bclf. Hinweg über alle trennenden Klassengegensätze. Schulter an Schulter mit allen Volks- genossen, jeder an seiner Stelle aber mit dem 'Tesühl der Verantwortung gegenüber dem Va- leilanbe, der Volksgemeinschaft. DaS ist der Geist, mit dem wir Turnerschafter in die Dahn treten. Wir haben die große Auf- .jabc, für Ertüchtigung des deutschen Volkes . , ~ mitzuarbeiten, und unsere Volksgenossen zu ehr- "X'2 . v iae’ und wehrlichen verantwortungsbewußten n des Dankes die von 3c, . Mnschen zu erziehen. Das ist unser Ziel. Dann eteiligung an 6tc|cn2urnt .^r wird das Deutsche Reich neu erstehen in in hervorragender Weife :, nicht nur von äußeren Bedrückern, son- stisl treuen Vemeinfchasv Ätzern auch in innerer Freiheit des deutschen innere Fühlung zu sörden Maschen. Wir alle, die wir geboren sind von c verehelichen, im 2.C.-K beutfe^n Müttern, die uns das Band unserer ß. 6. Warburg verfitzend wutschen Sprache umschlingt, haben diese eine Ausgabe für die Zukunft unseres heißgeliebten deutschen Vaterlandes. toNcn mische Freiheit? GS ist nicht die Zügellosigkeit, in, He Sucht nach Raufen und Saufen, die uns 16 X mancher ilebeltoollenbe' andichten möchte, es ist . nicht die Freiheit der Person, des Individuums, ift die Freiheit des Ethos, re,,°r6ratf Ne, biTfNb £ ------------------ MuN des S?4 getragen von dem Gefühl der Verantwortlichkeit m ^vrvdinz eSlr .:<(Cnüber dem großen Ganzen. Machen mir uns iuqh „ "Nintoitiu? Ifar, daß wir heute an einem Wendepunkt im Welten- a[Sn '^ialDoli fc >B>«hen stehen. Jahrtausendelang haben Welt» ^Evr Matias - .iifdjauungen miteinander gerungen. Die Zert- ^°er iw in ,jIbc d«r Geschichte lösten einander ab. Das - . n ge» Anzeichen unseres heutigen Zeitalters ist ein S anwesend» an-, itilmmctljaufen. Die Gegenwart windet sich in ,,°"hias strack oN - - - " "" ' r9«n den S Auftrage U- J Quj nieder W Strebe ff er aus Eie ianb Waftc.. die FesüMehmcr fi: Der Redner führte cte [t in Olot! Durfchen her-- t akademifchen Jugend ^ arch alle deutschen HW uns alte und junge Tum ntigat Tage iu °mmem r 15 Trauergelaute der „fSÄg QJcIetlanb. Unter den flotten Weisen der Kapelle Topp, unter frohem Liederklang und anregendem Ge- dclkenaustausch der alten und jungen Turner- schnter enteilten nur zu schnell die erhebenden Stunden. Auf Wiedersehen im nächsten Iahre in Marburg I Ülus dem Amtsverkündigungsblatt. ' Das Arn t s v e r kü nd i g u n g sb l a t t Qlr. 47 vorn 5. Iuli enthält: Einfuhr von Kirschen nach Schottland. — Straßensperre. — jitilnMoMMon. Roman von Edgar Wallace. Nachdruck verboten. kN Fortsetzung. ..Glauben Sie, sie haben ihn gefangen?1 6c schüttelte den Kopf. Rein, Fred hält sich still. Er ist verschwun- bti. weil er fürchtet, sie fassen ihn doch noch." .Dann gehört er also nicht zu der Bandes .Fred?" 'Er lachte. „Fred — ausgeschlossen. Aicd ist ein Wolf, der nicht mit dem Rudel äiit. Er jagt allein. Er plündert Gerechte und Luxerechte in gleicher Weise aus. Reben anderen 3ji$en ist er vor allem stolz darauf, daß er mvnials Mitglied irgendeiner Bande gewesen ist, uwd ich möchte beinah behaupten, dies ist der Snrnb, daß er verhältnismäßig selten die Kon- bietet- g nit - VtsOffl ^ndere^ ’Ä nod) ^eine-n S" j’feSf'sä HMZ WSZ 2 t 0 ckwer t, t herrschen, biete ^net sowie Leier°^^phonen, dürfen, Md । für Dowen. 2h^schl- -n E^Aschen NeI "jjfi jf-Z'n Publ'kM'.Ä^jn nfil s^urnzen feiner Gaunerstrei^e zu tragen hatte. lieuyork ha' t^v , .^c Zi ift in London," brummte er vor sich hin, „und crhallen, grifft11 habe so eine Idee, als ob wir ihr sehr bald Aschen bekommen." Mionät'M „l zur- yie bald das aber fein würde, konnte er n mit kleineren^ ^5 nicht ahnen. tann ifl ,tnh sich 5t arbeitete über eine Stunde und schien iNoche W?““ E Sonas Anwesenheit völlig vergessen zu haben, t-dien auch nicht die Blicke zu bemerken, die sie 4ri von Zeit zu Zeit zuwarf und die ihn an geplanten Besuch in Todd's Heim erinnern 'sMm. Sogen nach Dogen schrieb er voll. Er hatte die Siavohnheit, seine verschiedenen Fälle in er» höhlender Form zu Papier zu bringen und die -Hzeinen Ergebnisse in abgeschlossenen Absätzen niiberzulegen. Diese „Berichte" waren merkwür- diz aussehende Dokumente, die von Randbemer- :fingen und Korrekturen zwischen den Zeilen über- ' It-Trn. Endlich war er mit seiner Arbeit zu Zide und legte die Dogen in ein Schubfach. Dann rlcnl er auf, streckte sich, ging an das Fenster -und sah hinaus. Es war spät am Rachmittag. '2>r seinen Blicken lag das wundervolle Gc- : melde des Themse Embankment, ein Blick auf !>kue Drücken, die den bleifarbenen Strom über- Vmmten, auf schlanke Türme, die im rosen- Menen Dunst der untergehenden Sonne auf» dachten, auf die lange Linie der grünen Bäume, Sii die breiten Bürgersteige in vaufhörlichen Pulsschlag gelauscht hatten. Larry Holt kratzte in höchst unromantischer 2eise seine Rase und blickte düs junge Mädchen 3teifclnö an. Ordentliche Sitzung des Kreistags. — Benachrichtigung der Gendarmeriestationen durch die Ortspolizeibehörden. — Die Ferien des Kreisausschusses. — Dienstnachrichten. Oberheffen. Landkreis N etzen. al. Allendorf (Lahn), 8. Juli. Donnerstag, 11. Juli, begehen die Eheleute Ludwig Weis I. bas seltene Fest der Diamanten-Hochzeit. Der Ehemann ist geboren am 26. April 1845 zu Allendorf (Lahn), war lange Jahre Bahnwärter, zuletzt Weichensteller am Bahnhof Gießen, und ist schon längere Zeit pensioniert. Die Ehefrau ist geboren am 17. Juli 1850 in Münchholzhausen, Kreis Wetzlar. Das Jubelpaar hat 4 Kinder, 12 Enkel und 23 Urenkel. t Trais a. d. L da., 8. Juli. Der Ertrag der Gemeindekirschenanlage war dies- mal sehr gering. Bei der öffentlichen Berstei- gerung wurden nur 68 Mk. gelöst, gegen 450 Mk. im vorigen Jahr. Die cheidelbeerernte in unseren Wäldern läßt sich besser an und ist eben in vollem Gang. + Grünberg, 8. Iuli. Am Samstagabend hielt der hiesige Zweigverein vom Vogelsberger Höhen-Club im „Taunus" eine außerordentliche Hauptversammlung ab. Hierbei wurde von dem Vorsitzenden, Deal-' lehrer K 0 h l b a ch, dem seitherigen Vorsitzenden, Oberstudiendirektor Angelberger, der 19 Iahre dieses Amt innehatte, eine Urkunde über seine Ernennung zum Ehrenvorsitzenden überreicht, unter entsprechender Würdigung seiner Verdienste um den hiesigen V. H. C. Außerdem wurden noch zwei weiteren verdienten Mitgliedern Urkunden als Ehrenmitglieder überreicht. Cs sind dies Forstmeister i. R. Schneider und der langjährige Rechner des Vereins, Bankier PH. I ö ck e I. Bei der bann vorgenommenen Dekorierung der eifrigsten Wanderer formten 13 mit einer Auszeichnung bedacht werden, welche sich im Wanderjahr 1928 an mindestens elf von den zwölf planmäßigen Wanderungen beteiligt hatten, darunter ein Mitglied, das zum zwölften Male sich unter den Ausgezeichneten befand. Cs folgten noch ein paar Stunden geselliges Beisammensein. * Inheiden, 8. Iuli. Heute feierte der älteste Einwohner unseres Dorfes, der Straßenwärter i. R. Heinrich Frank, im Kreise seiner Familie seinen 8 5. Geburts- t a g. Geistig und körperlich noch recht rüstig, hilft er seinem Sohn noch täglich bei allen landwirtschaftlichen Arbeiten in Hof und Feld und nimmt mit Interesse Anteil an den Geschehnissen des öffentlichen Lebens. Mit Stolz berichtet er immer wieder gern von seinen Erlebnissen in den Kriegen 1866 und 1870/71, die er beide mitmachte. Er, der heute hier noch alleiniger Veteran dieser Kriege ist, war Mitbegründer und lange Iahre Vorstandsmitglied unseres Kriegervereins, dem er heute noch als Ehrenmitglied angehört. Auf dem Dezirkskriegerfest des Bezirks Hungen in Langd wurde ihm mit noch zehn anderen Veteranen des Bezirks von Präsidialmitglied S c r i b a das Hassia-Ehrenkreuz überreicht. — Die Vorbereitungen zu dem am 20., 21. und 22. Iuli stattfindenden 35. <51 i f - tracht" sind in vollem Gange. Die Kleinarbeit tungsfest des Gesangvereins „Ein- der Ausschüsse wird in dieser Woche beendet, in der nächsten Woche wird der Festplatz mit allem Zubehör in Ordnung gebracht. Kreis Friedberg. WER. Friedberg, 8. Iuli. Am 10. Iuli feiert Prof. Dr. Karl Schmidt, eine markante Erscheinung im oberhessischen Musikleben, bekannt als ausübender Künstler, wie als erfolgreicher Musikschriftsteller, seinen 6 0. Geburtstag. Reben seiner Mitarbeitertätigkeit an einer Reihe von Fach- und Tageszeitungen stellte Pros. Dr. Schmidt allen idealen Bestrebungen seine Gaben zur Verfügung, zumal er den Flügel meisterlich beherrscht. Bekannt wurde er auch durch das von ihm verfaßte, weitverbreitete Geistliche Liederbuch und ein zehnbändiges Arienalbum. Kreis Büdingen. wr. Büdingen, 8. Iuli. Gemeinderechner .Wilhelm Laubach von Orleshausen, der seit 8. Iuli 1889 ununterbrochen das Rechneramt der Gemeinde Orleshausen versieht, feierte heute sein 4 0. D i e n st j u b i l ä u m. Dem Iubilar. der trotz seines hohen Alters noch sehr rüstig ist, wurde durch Kreisdirektvr Dr. Gaßner ein Glückwunsch» und Anerkennungsschreiben der hessischen Regierung überreicht. Talen für Mittwoch, 10. Juli 1509: der schweizerische Reformator Johannes Calvin in Noyon geboren; — 1919: der Musik- gelehrte Hugo Riemann in Leipzig gxstorben. Turnen, Sport und Spiel. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. o. Die Iubiläumswettkämpfe des Spiel» und Sportvereins Bielefeld litten sehr unter der schlechten Witterung. Die Beteiligung aus Rord-, West» und Mitteldeutschland war recht stark. Mit je einem zweiten und dritten Sieg kann die Gießener Spielvereinigung zufrieden sein. In den Einzelkonkurrenzen star» tete Depperling über 800 Meter und wurde knapp hinter Schöne (Magdeburg) Zweiter. Rach sehr scharfem Anfangstempo konnte Depperling die Spitze nehmen, mußte aber den Magdeburger kurz vor dem Ziel passieren lassen. Die 3xl000-Meter°Staffel brachte den 1900ern in der Aufstellung Tönges, Depperling, Peters einen dritten Sieg in 8:30,5 Minuten ein. Tönges konnte nach gutem Lauf den Stab an zweiter Stelle abgeben. Depperling, durch das vorangegangene Rennen noch ermüdet, fiel weit zurück. Peters als Schlußmann lief ein glänzendes Rennen, bis sich feine alte Verletzung wieder bemerkbar machte, doch konnte er immerhin den dritten Sieg sicherstellen. Sieger wurde Viktoria (Magdeburg) in 8:26,4Min., Zweiter D. S. C. (Gütersloh) in 8:27,9 Min. Ä.f.B. Leichtathletik. IugendNubzwelkampf Splelvereinigung gegen V.f.V. 95:81. Die Spielvereinigungsjugend konnte den ersten Klubkampf gegen ihren Lokalgegner nur verhältnismäßig knapp mit 14 Punkten Unterschied gewinnen. In Anbetracht der Tatsache, daß V. f. B. erst in diesem Jahre den Jugendleichtathletikbetrieb richtig ausgenommen hat und zudem infolge Verhinderung einiger seiner Besten für diese Ersatz einstellen mußte, darf man angesichts der Wettkampferfahrung und Stärke des Gegners das Ergebnis als einen moralischen Erfolg der Leute vom Waldportplatz bezeichnen, die mit ihren Leistungen sich elbst und ihrer Leitung das beste Zeugnis aus- tellten. Die Konkurrenzen wickelten sich dank der guten Organisation des Platzvereins flott und reibungslos ab und ergaben eine Reihe spannender Kämpfe, bei denen beiderseits sehr guter Sport geboten wurde. Die Ergebnisse: Klasse A. 100 Meter: 1.Balser, Sp.Vgg., 12,6; 2.Geller, V. f. B., 12,7; 3. Gottmann, V.f. B., 12,9; 4. Otto, Sp. Vgg., 13 Sek. 2 0 0 Meter: 1. Schlarb, Sp. Vgg., 26,4; 2. Balser, Sp. Vgg., 26,9; 3. Lenz, V. f.B., 27,2; 4. von Rotenhan, V. f. B., 27,4 Sek. 1500 Meter: 1. Koch,Sp. Vgg., 4:48,4; 2. Rüb- samen, D. f. B., 4:51,2 Min.; 3. Peters, Sp. Vgg.; 4. Müller, V. f. B. Hochsprung: 1. Schlarb, Sp. Vgg.^ 1,55; 2. Geller, V. f. B., 1,50; 3. v. Rotenhan, V. f. B., 1,50; 4. Borgmann, Sp. Vgg., 1,45 Meter. Speerwerfen: 1. Müller, Sp. Vgg., 41,30; 2. Jung, Sp. Vgg-, 34,30; 3. Gottmann, V. f. B., 32,38; 4. Luh, V. f. 23., 31,90 Meter. 4X100-Meter-Staffel: 1. Sp. Vgg. 49,6 2. V. f. B. 60 Sek. Klasse B: 100 Meter: 1. Koch, Sp. Vgg., 12,2; 2. Gur- Hardt, Sp. Vgg., 12,4; 3. Kirchheimer, V. s. B., 12,5; 4. Stroh, V. f. B., 12,7 Sek. 300 Meter: 1. Koch, Sp. Vgg., 42,1; 2. Steuer- wald, V. f. B., 42,2; 3. Motz, Sp. Vgg., 42,8; 4. Hell- mayer, D. f. B., 43 Sek. Weitsprung: 1. Steuerwald, V.f.B., 5,16; 2. Gräf, Sp. Vgg., 5,02; 3. Felsing, Sp. Vgg., 4,76; 4. Hellmayer, V. f. B., 4,25 Meter. Diskus: 1. Rodriges, Sp. Vgg., 29,90; 2. Luh, V. f.B.,27,90; 3. Auer, Sp. Vgg., 27,50 Meter; 4. Schweitzer, V.f. B. Kugel: 1. Koch, Sp. Vga., 11,62; 2. Gräf, Sp. Vgg., 9,75; 3. Luh, V. f.B., 9,67; 4. Steuer- wald, V. f.B., 9,39 Meter. 4X100 -Meter-Staffel: 1. Sp. Vgg. 50,2; 2. V. f. B. 50,6 Sek. Klasse C: 100 Meter: 1. Paulus, V. f. B., 13,8; 2. Happ, V. s. B., 14,4; 3. Rohrbach, Sp. Vgg., 14,7; 4. Gruse, Sp. Vgg., 14,9 Sek. 4X50-Meter-Staffel: 1. 93. f. 23. 29,4; 2. Sp. Vgg. 30,2 Sek. Ballweitwurf: 1. Herbert, Sp. Vgg., 63,50; 2. Groß, Sp. Vgg., 54,80; 3. Schmidt, 23. f. B., 52,90; 4. Happ, 23. f. B., 46,10 Meter. Weitsprung: 1. Happ, 23. f. 23., 4,14; 2. Paulus, D. f. B., 4,04; 3. Schmelz, Sp. Vgg., 3,98; 4. Satzberg, Sp. Vgg., 3,92 Meter. Klasse D: 5 0 Meter: 1. Weil, V. f. B., 7,5; 2. Volk, Sp. Vgg., 7,6; 3. Küpper, V. f. B., 7,8; 4. Schmitz, Sp. Vgg., 7,9 Sek. 4X 5 0 - M e t e r - S t a f f e l: 1. 23. f. 93., 31,8; 2. Sp. Vag. 32,2 Sek. Weitsprung aus dem Stand: 1. Weil, 93. f. 23., 2,10; 2. Volk, Sp. Vgg., 2,02; 3. Schmitz, Sp. Vgg., 1,87; 4. Steuerwald, 23. f. 23., 1,82 Meter. Speerwerfen: 1. Weil, 93. f. 93., 22,32; 2. Volk, Sp. Vgg., 21,06; 3. Schäfer, V.f. B., 20,58; 4. Schütz, Sp. Vgg., 16,86 Meter. Handball in Lich. Am Sonntag fand auf dem Licher Sportplatz ein Handballspiel zwischen der Mannschaft der Unterprima II des Realgymnasiums Gießen und der Abteilung des LicherTurn- v er eins statt. Kurz vor Halbzeit konnte der gastgebende Berein den ersten Ball einsenden, so daß bis Halbzeit das Spiel 1: 0 für Lich stand. In der letzten Hälfte der zweiten Halbzeit fiel das Ausgleichstor, zwei Minuten später konnte die Gießener Mannschaft ein zweites Tor für sich in Anspruch nehmen. Kurz vor Schluß des Spieles holten die Licher Turner auf, so daß beim Abpfiff das Spiel 2: 2 stand. Handball in Fronhansen (Lahn). Aronhausen — Staufenberg 4:3. Fronhausen konnte dieses Spiel für sich entscheiden. Das Resultat entspricht dem Spielverlauf. Handball Sv. 1899 Großen-Bnseck. Schüler — Mio. Gießen Schüler 3:1. Beim Vorspiel in Gießen mußten die Bufecker | Jüngsten eine hohe Niederlage hinnehmen, da sie stark geschwächt antreten mußten. Diesmal konnten ie in kompletter Aufstellung den Spwß herum- drehen und die körperlich überlegenen Mto.er mit einer Niederlage überraschen. (Siebener Gchwimmverein. 3m Frankfurter Stadion wurde am Sonntag das G auf e st des Gaues 1 im Kreis V des D. S. V. zum ersten Male in ganz veränderter Form durchgeführt. Jedem Verein war die Teilnahme eines bestimmten Prozentsatzes feiner Mitglieder zur Pflicht gemacht worden. Auf diese Weise wurde ein noch nie dagewesenes zahlenmäßiges Melde-Ergebnis erzielt; im 100-Weter- Freistilschwimmen, offen für alle, starteten allein 55 Schwimmer! Durch eine besondere Punktwertung für die Vereine war jeder einzelne zur Hergabe seines ganzen Könnens gezwungen, so daß schon hierdurch der innere sportliche Wert der Veranstaltung wesentlich erhöht wurde. Wahrend früher die Wettkampfe in den verschiedensten Klassen und getrennt für Äugend und Erwachsene ausgeschrieben wurden, fiel diesmal jeDe Klassifikation weg. Dagegen wurden die Vereine des Gaues je nach chrer Stärke in verschiedene Klassen eingeteilt, mit Ausnahme der Spring- und Damen wettkämpfe, die diesmal noch offen für alle Vereine ausgeschrieben waren. 3n der ersten Klasse starteten nur die beiden Offenbacher Vereine „Mvenus" und „Offenbach 96", ferner „3ung- deutschland"-Darmstadt und der 1. Frankfurtov Schwimmklub, in der zweiten Klasse alle übrigen Vereine, die an einem Orte mit Hallenbad ihren Sih haben, darunter auch der Gießener Schwimm- verein. Eine besondere Klasse war für Vereine ohne Winterbad gebildet worden. Der Gießener Schwimm verein konnte trotz Verhinderung seiner beiden Hauptstützen, R e h b o r n und Schaum, eine Reihe schöner Erfolge erzielen. Stütz belegte im 1 0 0» m » Rück en schw immen den ersten Platz im toten Rennen mit Dahmer. Rot-Weih-Darmstadt, den er gerade noch im Ziel erreichen konnte. 3ntev- essant ist die Feststellung, daß beide Sieger im alten Rückengleichschlag schwammen. Ein hervorragendes Rennen lieferte der jugendliche Georg Herbert im 100-m-Freistilschwim- m en. Dis zu 50 m war das Feld ziemlich geschlossen, dann schoben sich Dudecker, Frankfurter S. V, und Raumann, W-tzlar, und Herbert vor. Rach hartem Kampf behielt Dudecker die Oberhand, während Herbert als zweiter vor Raumann anschlug. Herbert schwamm einen vorzüglichen Stil und erreichte mit 1 Min. 13,2 Sek. eine Zeit, die bisher von Gießener Schwimmern nicht erzielt wurde. Dei vorsichtigem Training dürfte er bald noch mehr zu leisten imstande sein. Auch in der Herren-Freistilstaffel 3X200 m schnitt der G. S. V. recht ehrenvoll ab. Trotzdem Schaum nicht mit schwimmen konnte und Dickel indisponiert war, langte es zum 3. Platz hinter Frankfurter S. V. und Rot-Weih, Darmstadt. Herbert eröffnete diese Staffel und kam als erster in 2;58 ein; Dickel verlor dann mit 3,13 ziemlich, und Zimmer konnte als Schlußmann mit 3;02 an dem Ergebnis nichts mehr ändern. 3m Herrenspringen wurde Schüler dritter, D i ck o r e vierter. Die Damen muhten sich mit etwas geringeren Erfolgen zufrieden geben. Gustel Mandler war offensichtlich in schlechter Verfassung, sie schwamm eine wesentlich schlechtere Zeit als im Training auf der schweren Gießener Dahn; sie wurde infolgedessen im 100-m-Rückenschwim- men nur Dritte. 3n der Lagenstaffel 3X100 m kamen die Giehener Damen ebenfalls auf Platz, aber wieder auf den dritten. Recht gut schwamm auch Lenka H a n d r i ck , die unter 20 Teilnehmerinnen im 200°m-Drust° schwimmen sich die fünfte Stelle erkämpfte. Ein Wasserballspiel zwischen einer durch zwei Marburger ergänzte Giehener Mannschaft gegen eine aus Darmstädtern, Hanauern und Frankfurtern zusammengesetzte Mannschaft endete 4:4. Die Ergebnisse: 100 - Meter - Rückenschwimmen für Damen: 1. Martha Lindemann, Offenbach 96, 1:41,8; 2. E. Siebert, Niederrad 04, 1,49; 3. Gustel Mandler, Gießener S. V., 1,52; 4. Heidi Seufer, Poseidon Aschaffenburg, 2,09. 100 - Meter - Rückenschwimmen für Herren: 1. Stütz, Gießener S. V., und Dahmer, Rot-Weiß, Darmstadt, im toten Rennen, 1:33,4; 2. Fischer, Niederrad 04, 1:35,1; 3 Schneider, Delphin Frankfurt, 1:36,8. 2 0 0 - Meter ° Brust schwimmen für Damen: 1. Käte Schellhcws, Rot-Weiß, Darmstadt, 3,35; 2.xIrube Bär, Poseidon Aschaffenburg, 3,42; 3. Erika Fuhr, Moenus Offenbach, 3,45; 4. Irmgard Weiker, Iungdeutschland Darmstadt, 3,49; 5. Lenka Handrick, Gießener S. V., 3,54. 10 0 - Meter - Freistilschwimmen für Herren: 1. Fritz Budecker, Frankfurter S. V., 1:10,4; 2. Georg Herbert, Gießener S. V., 1:13,2; 3. Walter Naumann, Wetzlarer S. V., 1:13,5; 4 Theo Maul, Offenbacher Schwimmges., 1:15,2. 3 X 100 - Meter - Lagenstaffel für Damen: 1. Jungdeutschland, Darmstadt, 5:13,5; 2. Offenbach 96 5,14; 3. Gießener S. B. 5,35; 4. Poseidon, Aschaffenburg 5,42. c £ , E.. 3 X 200 - Meter - Freistilstaffel für Herren: 1. Frankfurter S. B. 8:42,6; 2. Rot- Weiß, Darmstadt, 8,52; 3. Gießener S. V. 9,13; 4. S. V. Niederrad 04 9:23,5. Springen fürHerren: 1. Schmidt, 1. Frankfurter S. C., Platzziffer 5, 51,76, 2. Engel, Wetzlarer S.B., Platzziffer 11, 54,04; 3. Schüler, Gießener S.V., Platzziffer 14, 42,97; 4. Dickors, Gießener <5. 23., Platzziffer 20, 31,88 Punkte. Tennis. Gießen — Fulda 8:7. Gegen die erste Mannschaft des Tennisklubs „Grün-Weih" Fulda gewann am letzten Sonntag eine kombinierte Gießener Clubmannschaft knapp. Gießen hatte die Spielstärke der Fuldaer etwas unterschätzt und hätte ruhig eine bessere Mannschaft das Wettsviel bestreiten lassen können. Don den sechs Herren-Einzelspielen gewann Gießen drei. Roll hatte in Grenz (Fulda) einen Gegner mit gutem Ausschlag und Vorhand, zwei Waffen, die ausschlaggebend für den etwas unerwarteten Drei-Satz-Sieg des Fuldaers waren. S e r i 6 a fand nach endlosem ersten Satz im zweiten keinen Widerstand mehr; Fischer siegte ohne Satzverlust gegen den riskant, aber unsicher spielenden Knips; Sack schlug, wie immer, seine vorbildlich langen Vorhandbälle und gab nur drei Spiele ab. Cellarius und D r. Herrmann dagegen mußten Riederlagen hinnehmen, letzterer, der sein erstes Turnierspiel absolvierte, nur knapp mit 5:7 im dritten Satz, trotz 5:1 Führung. Dei den Damen brauchte Frl. Li S t ü ck r a t h drei Sähe, um den Widerstand von Frau Geißler, Fulda, zu brechen. Gegen alle Tradition verlor Frl. Stark diesmal gegen Frl. Cramer, deren schneller Vorhandschlag den Ausschlag gab. Frl. Kuhlmann blieb Siegerin Über Fr. Dr. Weiher. Wohl Das schönste Spiel des Tages war das Doppel R o l l / S c r i b a gegen Grenz/Llung, das 6/0, 5/7, 8/6 von Gießen gewonnen wurde. Ebenfalls in drei Sähen gewannen Fischer/ Sack, während Cellarius/Dr. Herrmann knapp verloren. 3m Mixed konnten weder Frl. S t ü ck r a t h / Roll, noch Frl. Kuhlmann/Scriba einen Sieg der Gastgeber verhindern. Siegreich dagegen blieben Frl. Stark/.Fischer. Gesamtergebnis: Gießen siegt knapp mit 8:7 Punkten, 21:17 Sätzen, 207:183 Spielen. V. f. B. Die Ligamannschaft gewann am Samstag das Propagandaspiel gegen Herbornseelbach hoch mit 11:3; trotzdem sie mit Ersatz antreten muhte, führte sie ein in jeder Beziehung tadelloses Spiel vor, das seinen Zweck sicherlich erreicht haben dürfte. Der Eifer und die Schnelligkeit des Gastgebers reichten nicht aus, die hohe Riederlage zu verhindern, da V. f. D. in der Technik und im Stellungsspiel bedeutend überlegen war. Das Resultat entspricht dem Spielverlauf, hätte jedoch von Gießen vielleicht nicht ganz so hoch gestaltet zu werden brauchen. Am Sonntag beteiligte sich die V. f. D.- Els noch an den Pokalspielen der Ligaklasse. 3hr Gegner war die Ligamannschaft des Sportvereins Herborn, gegen die sie, nachdem die reguläre Spielzeit von zweimal zwanzig Minuten mit 0:0 beendet worden war, in der Verlängerung mit 0: 2 verlor. Zu berücksichtigen hierbei ist allerdings, daß V. f. B. infolge Abreise einiger Spieler noch weiteren Ersatz einst ellen muhte. Wirtschaft. Oie Reichsbank Anfang Juli. Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 6. 3 u I i hat sich die gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten in der ersten 3uliwoche um 317,1 Millionen auf 2971,3 Millionen Mark verringert. 3m einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 154,9 Millionen auf 2688,1 Millionen Mark, die Lombardbestände um 114,4 Millionen auf 79 Millionen Mark und die Bestände an Reichsschatzwechseln um 47,7 Millionen auf 110,4 Millionen Mark abgenommen. Die Anlage in Effekten ist mit 92,8 Millionen Mark annähernd unverändert geblieben. 2ln Reichsbanknvten und Rentenbankscheinen sind 250,3 Millionen Mark aus dem Verkehr zurückgeflossen. Der Umlauf an Reichsbanknoten hat sich um 228,6 Millionen auf 4610 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 21,7 Millionen auf 438,6 Millionen Mark verringert. 13,3 Millionen Mark an Rentenbankscheinen wurden in der Derichtswoche getilgt. Demenffpre- chend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 12,8 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 603,8 Millionen Mark eine Abnahme um 27,4 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen zusammen haben um 91,4 Millionen auf 2363,4 Millionen Mark, im einzelnen die Goldbestände um 83 Millionen auf 1994,5 Millionen Mark, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 8,4 Millionen auf 368,9 Millionen Mark zugenommen. Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 39,5 Prozent in der Vorwoche auf 43,3 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 47 auf 51,3 Proz. * * I.- G.> Farben kauft die Behring, werke in Marburg auf. Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, hat die J.-G.-Farbenindustrie A.-G. 76 v. H. der Aktien der Behringwerke in Marburg aufgekauft. Die Behringwerke werden unter der alten Firma weitergeführt. Eine Verlegung der Werke kommt nicht in Frage, vielmehr soll der Serumbetrieb der J.-G.-Farbenindustrie nach Marburg verlegt werden. ^inbermarff in Gießen. Zum heutigen Rindermarkt in Gießen waren 1146 Stück Großvieh und 258 Kälber aufgetrieben. Der Handel war bis zum Schluß schleppend, so daß Ueberstand verblieb. Es wurden bezahlt: für Kühe 1. Qualität 600 bis 700 Mark, 2. Qualität 450 bis 500 Mark, 3. Qualität 200 bis 300 Mark, für Schlachtkühe 150 bis 450 Mark, für Rinder, ein- bis zweijährig, 120 bis 250 Mark, für Kälber je Pfund Lebendgewicht 60 bis 65 Pf. Bessere Tiere erbrachten Preise über Notiz. Frankfurter Börse. Frankfurt, 9. Juli. Tendenz: etwas freundlicher. — Der sich wieder stärker bemerkbar machende Ordermangel stand einer regeren G e - schäftsentwicklung entgegen. So war schon an der gestrigen Abendbörse eine nachgebende Kurve zu verzeichnen, doch hatte die Tendenz zu Beginn des heutigen Marktes ein freundlicheres Aussehen, da der Quartalsausweis des Stahlvereins, der eine Mehreinfuhr und einen bedeutenden Mehrumsatz aufweist, sowie die Entlastung des heute erschienenen Neichsbankausweises in gewisser Beziehung eine Anregung boten und zu einer zuversichtlicheren Stimmung' verhalfen. Aber Stahloerein-Aktien wurden aus dem erwähnten Grunde nicht berührt, lagen sogar bei kleinem Geschäft leicht gedrückt. Zu Beginn der Börse wurde das Geschäft klein und beschränkte sich nur auf einige Spezialwerte. Im großen und ganzen waren auf fast allen Marktgebieten gegenüber der gestrigen Abendbörse zumeist Besserungen bis zu 1 v. H. zu verzeichnen. Etwas stärker hervor traten heute Siemens. Dieses Papier, das in letzter Zeit ziemlich vernachlässigt war, konnte bei reger Nachfrage 4,5 v. H. höher eröffnen. AEG., Bergmann, Licht & Kraft, Felten und Lechwerke lagen von 0,5 bis 1 v. H. fester. Etwas schwächer waren dagegen Chadeaktien mit minus 1 Mark. Am Chemicmarkt war in Farben nur geringe Umsatztätigkeit, bei knapp gehaltenen Kursen. Holzverkohlung dagegen bevorzugt und 1,5 v. H. gebessert. Stark angeboten waren Karstadt mit minus zirka 4 v. H. auf die Einführung einer Kaufhaussteuer. Auch Glanzstoff lagen wieder vernachlässigt und 5 v. H. niedriger. Arn Montanmarkt waren heute die Umsätze wieder bescheidener. Einiges Interesse erhielt sich dagegen für Gelsenkirchen, Klöckner und Rheinstahl mit Besserungen von 0,5 bis 1 o. H. Mannesmann und Harpener etwas schwächer, Kaliwerte bis 1 v. H. niedriger. Banken und Schiffe uneinheitlich. Renten still. Schutzgebiete etwas gesucht und eine Kleinigkeit höher. Ablösungsschuld eröffneten gedrückt.' Ausländer behauptet. Bei Gelsenkirchen, Rheinstahl und Holzverkohlung muß der Dividendenabzug berücksichtigt werden. Auch im Verlaufe blieben Stahlverein-Aktien auf den Geschäftsbericht hin ganz unberührt, doch blieb der Kurs gehalten, während die übrigen Werte dieses Marktes leicht nachgaben. Es waren überhaupt im allgemeinen leichte Rückgänge zu verzeichnen. Eine gewisse Widerstandsfähigkeit war aber unverkennbar. Das Geschäft beschränkte sich auf ein Minimum, was auch allgemein zur Zurückhaltung führte. Am Geld- l markt war Tagesgeld mit 7,5 v. H. wieder etwas leichter .Am Devtfenmcnir v.. . Pfund Inter« national fest. Auch die Mark fonnt< cch mit 4,1975 gegen Dollar leicht erholen. Sonst nannte man Mark gegen Pfund 20,370, London gegen Kabel 4,8530, )egen Paris 123,97, gegen Mailand 92,70, gegen Madrid 33,50, gegen Holland 12,0790. Berliner Börse. Berlin, 9. Juli. Im Gegensatz zu einer mehr zur Schwäche neigenden Stimmung des Vormittags- und Vordörsenverkehrs eröffnete die heutige Börse doch in ziemlich widerstandsfähiger Haltung. Hatten vormittags noch die Auslassun- gen auf der Tagung des Langnam-Vereins außenpolitische Befürchtungen und der zu er- wartende Zwischenbericht Parker Gilberts eine zu- rückhaltende Stimmung hervorgerufen, so wirkten sich später anderseits die günstigen Momente, ein optimistischer Bankbericht der Dresdner Bank, ein guter Quartalsabschluß des Stahlvereins, eine unter Schwankungen feste Neuyorker Börse und vor allem der R e i ch s d a n k a u s w e i s für die erste Juli- woche mehr aus. Letzterer brachte.eine über- raschende Gntlaftung (Reichsschatzwechsel wieder minus 47 Millionen, sonstige Wechsel minus 154 Millionen, Lombard minus 114 Millionen, Noten minus 228 Millionen) und zeigt eine weitere Zunahme des Gold- und Devisenbestandes um rund 90 Millionen an. Die Deckung konnte sich auf 43,3 bzw. 51,3 v. H. bessern. Das Publikumsinteresse war auch am Montanmarkt heute nicht so stark wie gestern, so daß die Spekulation etwas unsicher war und eher zu Abgaben neigte. Einiges Geschäft hatte schon zu Beginn der Siemens-Markt (plus 2,90 v. H.). Auch Bank für Elektrowerte und Polyphon je 2 v. H. höher. Dagegen verloren Karstadt, Sarotti, Harpener, Hohenlohe, Maximilians- Hütte, Westeregeln und Glanzstoff 2 bis 5 v.H. Rheinstahl und Gelsenkirchen wurden heute exklusive Dividende, Aschaffenburger exklusive Bezug notiert Deutsche Anleihen und Ausländer behauptet, Un- garn fester. Pfandbriefe geschäftslos und wenig Geräubert. Geld weiter leichter. Tagesgeld 6,5 bis 9 v. H. Monatsgeld 9,25 bis 10.25 v. H., Warenwechsel 7,75 v. H. Nach den ersten Kursen blieb die Tendenz uneinheitlich. Zunächst eher' zur Schwäche neigend, machte sich am Elektromarkt für Siemens und Schuckert verstärktes Interesse fühlbar. Kursgewinne bis zu 2 v.H. in diesen Papieren regten an und führten allgemein zu einer 1,5= bis 2-v. H.-Besse- rung. Relativ schwach lagen weiter Karstadt, bei denen man eine Großbank als Abgeber bemerkte. Dagegen belebten Käufe einer anderen Großbank später den Schiffahrtsmarkt. Hapag gewannen 2,75, Norddeutscher Lloyd 1,60 v. H. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. 3ult. Der Produkten« markt verkehrte in ruhiger Haltung. Das Angebot genügte vollkommen. Die Forderungen von Provinzseite waren etwas nachgebend. Die weiter etwas höheren Auslandnotierungen übten keinen Einfluß mehr aus. Das Geschäft bewegte sich in ziemlich engen Grenzen. Die Preise blieben aber gut behauptet. Roggenmehl war etwas angeboten und bis 0,50 Mark niedriger. Die Stimmung war aber nicht unfreundlich. Es wurden notiert: Weizen 26,25; Roggen 23,50; Hafer, inländischer 23,25 bis 23,50; Mais (gelb) für ‘ andere Zwecke 21,50 bis 21,75; Weizenmehl, ' süddeutsches Spezial O, 38 bis 38,25; Roggenmehl L 32 bis 32,50; Weizenkleie 12; Roggenkleie 13 Mark. — Tendenz stetig. Letzte Nachrichten. Untergang eines englischen Llnie seebooteö. London, 9. 3ull. (2DIB. Drahlberichl.) Die Admiralität teilt mit: Das Unterseeboot H 47 ist bei einem Zusammen st oß mit dem U-Boot L 12 untergegangen. Zwei Mann oon H 47 sind gerettet. Lin Mann von L 12 wird vermißt. Der Ort des Unglücks befindet sich auf 52,04 Grad nördlicher Breite und 50,32 Grad westlicher Lange. Rach einer Meldung des amtlichen britischen Funk- dienstes war an Bord des gesunkenen englischen Unterseebootes H 47 eine Besatzung von 24 Mann. Da nach der Veröffentlichung der Admiralität zwei Mann gerettet sind, so sind mit dem U-Bn/ 22 Mann untergegangen. Die Unglücksstelle befindet sich im S t.- © e o r g - fi a n a l zwischen Großbritannien und Irland querab oon der Saint- David-Spitze. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angesührien Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. Frankfurt a.M. Berlin srrankfun a M Benin Schluß l flute 1 >-Uhr. flute Schluß- flute Unsang flute Schlug-1 flute । l Uhr flute Schlub- flute Ansangflurs Datum 8.7. | 9.7. 8 7. 9 7. Datum 8.7. | 97. 8-7. 9.7. 6% Dl. RelchSanleihe o. 192/ ÜL Anl.-Ablöf.-Schutd mit Aus lof.-Rechien Dedgl. ohne Austo,.-Rechte 7% Branll. Hyp.-Bk öolbpf. un kündbar bis 1932 ; Ricbeck Montan......7,2 Bereinigte Stahlw......6 Olavi Minen.......2 sh Kali Aschersleben ..... 10 Kalt Westeregeln......10 Kaliwerk Salzdetfurth ... 15 I. ®. Farben-Indufkrte ... 12 Thnamit Robü.......5 Ccheideanstalt........9 Goldschmidt ........ b Rütgerewerke ........6 Metallgesellschaft. . . . . . 11 197,25 216,25 138 218 396,25 174 78,9 146,75 151,5 220 112,5 126,75 89,75 103,4 298 136,25 109,25 246 253 411 233,75 159,5 77 89,5 128 197,5 224,5 217 139 218 240,5 400,75 119,75 139,75 112,9 126,25 103,4 130,75 109 410 233,5 90 127,5 197,5 224,25 159 216,5 138,25 218,5 199,65 236,75 396,4 146,5 174,65 78,5 120,25 144,75 147,25 152 142, 220 112,5 137,75 126,75 139,25 90,5 110,75 103,65 299 136,75 109,5 70,25 247 254,25 411 234 110,5 77,75 90 129,5 197,13 224,75 157,5 130 219,25 198,5 238,5 399,25 145 172,75 119,5 144,5 139,5 150 141 221 112,4 137,25 125,6 138,75 89,9 110,75 103 299,5 131,25 109 70 245,5 251,5 410 1 233,75 z i 127,5 Frankfurt a M Berlin Berlin. 8. Juli Geld Brief ^ranjösifche Noten... hoUandlsche s)Zoien...... Italienische Noten...... Norwegische Noten.... Deutich-Oesterr, ä 100 Kronen Numänische Noten...... Schwedische Noten...... .Schweizer Noten ...... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten Devisenmarkt Berlin Telegraphische 16,415 168,11 22,03 111,50 59,03 2,49 112,15 80,72 60,38 12,396 72,92 -Sranffui Auszahl 16,475 168,79 22,11 111,94 59,27 2,51 112,59 81,04 60,62 12,456 73,22 t a M. ung. Schluß Kurs 1 Uhr flute Schluß Kurs Anfang Kurs Datum 8.7. 97. 8.7. 9 7. Philipp Holzmann......, Heidelberger Eement .... 10 Gement Karlstadt......8 Wayb & Freitag......10 Schultheis Pabenhoser ... 15 Osiwerkc........ . 12 Bcr. Glanzstoss ...... 18 Aemberg..... 14 Zellstoff Daldhos.....12 Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Gharloiiendiitger Wasser . . . ' Teisauer 6)a5 . 8 Daimler Motoren......O Deutsche Majchinen-Fabrik . . 0 Adlerwerle Klever......5 Ludw. Loewe.......1° Rat. Automobil ....... O Orenstein 4 floppet.....b Leonhard ließ.......6 Bainag-Meguin ....... O Ftankf. Maschinell ...... 6 ................11 hcyligenstaedt.......O Iunghane..........4 Lechwcrke. ........ 8 Mainkraftwerke . ......8 Mag...........10 Rekarsulmer ....... 8 Peters Union........8 Webt. Roeder.......10 Boigt & haessner......8 Südd. Zucker........8 Dan 113,5 139 179,5 419 163 58 50,25 55,5 73 105,5 105,5 124 124 114,5 220 149,25 knoten 102,75 414 246 162,4 50,25 106,5 113,25 101,5 308 246,5 419 333 246,75 170,5 112,75 202,5 58,25 53,25 50,25 206,5 23,75 90,5 236,75 55 72 66 123,5 122,75 222 149 113,5 414,5 331 246,75 162,13 112,75 201,6 53 51,25 92 233,5 124,25 8. Juli 9- Juli Amtliche Notierung (bfeld 1 Briei Amtliche Notierung Geld I Brie» Ämir.-Non. Puen.-AireS Bcks-Antw. Cbristiania. .Kopenbagen Stockholm . Helnngiors. Italien. . . London. . . 'Keunorf . . Varis.... Schwei; .. Spanien . Japan .. . 'Hio de Ian Wien in D-- Ceft- abgest Prag . - Belgrad . Budapest. Bulgarien Lissabon Tanng. . Konstantin. Athen. . Canada Urn ulU) Tatro .. 168,47 1,760 58,26 111,76 111,74 112,43 10,543 21,95 20,348 4,194 16,41 80,66 60,59 1,880 0,4965 59,00 12,412 7,368 73,12 3,027 18,73 81,35 2,008 5,43 4,164 4,036 20,87 168,81 1,764 58,31 111,98 111,96 112,65 10,563 21,99 20,388 4,202 16,45 80,82 60,71 1,884 0,4985 59,12 12,432 7,382 73,26 3,033 18,77 81,51 2,012 5,44 4,172 4,044 20,91 168,63 1,759 58,28 111,81 111,47 112,42 10,54 21,945 20,355 4,1945 16,42 80,655 60,81 1,890 0,497 58,995 12,415 7,365 73,09 3,032 18,73 81,39 2,023 5,43 4,165 4,036 20.88 168,87 II 1,763 I 58,40 112,03 ! 111,99 112,64 10,56 . 21,985 20,395 4,2025 16,46 £ 80,815 60,93 a 1,894 0,409 59,115 12,435 7,379 73,23 3,038 18,77 81,55 2,027 5,45 4,173 j 4,044 20.01 Berlm, 8. Juli Held ■■Mricf Amerikanische Moten..... Belgische Noten ....... Dänische Noten........ Eoglilche Not«........ 4,175 58,28 111,48 20,307 4,195 58,52 111,92 20,387 L-'-N »"V Berlin,^ Landtag o Lesung des - gen Stütz flontorbat8af scher «1 ßtaatimmift partein«- Die Degieru Verträgen n veranlassen antrag nur Schließlich 1 Antrag t die Steil Staatsvertrc Anrufung e gerichts k Ferner hab« beantragt, ir feftzulcgen, a den evangl treten soll. Aus den Pu reiche katholisc Äerhandlungei sind der Wii und der Fina schienen. 3n der a Abg. Densct schaftspartei worben mit i JahreS bie ' Haftes Hort' Gelächter im Partei.) 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