;öd 61^'120 ’S-« 2.« « Dienstag, 9. April 192b 179. Jahrgang Nr. 82 Erstes Natt 'gstennk- düngen stünde. Sie Reparalionsgläubiger verhandeln unter sich Uns Monate Gefängnis für den Farmer Langkopp Wegen Nötigung, Bedrohung und unerlaubten Waffenbesitzes verurteilt. der erste Staatsanwalt Or. Köhler: Otrenor <)ieqei eruune uuiuuj uic «viun=uu|nuv‘iiv , *■ .....' . c für geschlossen. Zur Vertretung der Anklage nahm die Lage Langkopps ift, so darf das Wort I gessen, daß er für seinen verlor. verlorenen Besitz erheb» "k (fl? -552 meint, daß bisher Polen der einzige Staat der Wett gewesen sei, in dem man nicht gewußt habe, ob man einparlamentarischesodereinab- solutisttschesNegime besitze. Jetzt könne darüber keinZweifelmehr obwalten. Im übrigen meint das Blatt, daß der Sejm ein Mißtrauensvotum aussprechen müsse, da doch Pilsudski erklärt hätte, daß er, sofern er wieder Ministerpräsident werden würde, den Zusammentritt des Staatsgerichtshofes aar nicht erlauben werde. Sehr bedeutsam findet das Blatt die Steigerung Pilfudfkis über die Spionagetätigkeit der Abgeordneten und die Tatsache, daß man die Stimme der polnischen Abgeordneten um weniger als oOZloty habe Annuität, die zur Deckung der Ansprüche aller Gläubiger Deutschlands benötigt wird, etwas weniger als die Dawesannuität von 2,5 Milliarden Mark betragen wird. Die Vereinbarung unter den Gläubigern wird wahrscheinlich nicht vor Ablauf von zwei Zagen erreicht werden. — „Petit Parisien" schreibt über den Stand der Verhandlungen: Frankreich habe, nachdem es seine Forderungen aus Reparationen im eigentlichen Sinne um die Hälfte ermäßigt habe, gutgläubig angenommen, daß d i e anderen Gläubiger diesem Beispiel folgen würden. Bis jetzt habe sich diese berechtigte Hoffnung aber nicht erfüllt, während Frankreich schon 60 Mil- Horben Franken geopfert habe, seien die Forde- rangen der anderen Alliierten sozusagen unge- geschmälert geblieben. Wenn diese Situation andauere, bringe sie die Gefahr mit sich, alles in Frage zu stellen. — Einige Blätter greifen den amerikanischen Delegierten Owen v. 8 oung an. weil er in seiner Eigenschaft als Vorsitzender nicht genügend Voraussicht gezeigt habe, denn er Hütte verhindern müssen, daß ein Zustand eintrete, wie ec jetzt vorhanden sei. — „0 e n v r e" geht sogar noch weiter und erklärt, die A m e r l k a n e r, die feiner- Warschau, 8. April. (WTB.) Der gestrige von Kraftausdrücken und Beschimpfungen strotzende Artikel des Marschalls Pilsudski wird heute auch in derrechtsstehendenOppositionspresso nachgedruckt. Als Ueberschrift hebt die national- Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lang«; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. London. 9.April. (WTB. Funkspruch.) Per- llnax meldet dem „Daily Telegraph" aus Paris: Den ganzen gestrigen Tag über waren die Sachvec- lei Nachlässe an ihren Forderungen bewilligen wollten, seien für die Lageverantworlllch. König Boris in Berlin. Berlin, 8. April. (TL!.) Wie von bulgarischer Seite verlautet, wird König Boris, der inkognito in Berlin eingetroffen ist und in einem Hotel Wohnung genommen hat, dem Reichspräsidenten am Dienstag mittag seinen Besuch machen. Wegen der leichten Erkrankung des Reichspräsidenten ist hierbei von allen Etikettenf ragen abgesehen worden; der Reichspräsident wird den königlichen Gast, wie es sonst bei Besuchen von Staatsoberhäuptern Sitte ist, in seinem Zimmer erwarten. Zar Boris und Reichspräsident v. Hindenburg sind keine Fremden; im Weltkriege haben beide persönliche Beziehungen unterhalten, und die alte Freundschaft hat sich bis auf den heutigen Tag bewährt. Für Dienstag abend ist ein Em p - fang in der bulgarischen Gesandtschaft vorgesehen, an dem voraussichtlich auch Außen- mmister Dr. Stresemann teilnehmen wird. Mittwoch vormittag beabsichtigt König Dons Dr. Stresemann seinen Besuch zu machen. mentarifche Verunglimpfungen zur Wehr zu setzen. Einstweilen scheint es, als sei die Demokratie für Polen schwer verdaulich. preffefommentare* Aachen unter Besahungsdruck. Aachen, 8. April. (WB.) Die belgischen Besahungstr uppen in Aachen h eiten heute vormittag anläßlich des Namenstages des Königs eine etwa zwei Stunden dauernde Truppenschau auf einer der Hauptverkehrsstraßen von Aachen ab, für die zu diesem Zwecke der Wagenverkehr gesperrt und der Fußgängerverkehr nach Bedürfnis der Marschkolonnen geregelt war. Am Morgen waren auch Salutschüsse abgegeben worden. Die belgische Besatzung in Aachen besteht zur Zeit ohne die Familienangehörigen sowie Verwaltungs- und Wirtschaftsbeamten aus etwa 7270 Mann und mehreren hundert Mann Gendarmerie. Llebersali aus einen Deutschen in Ostoberschlesien. Kattowitz, 8. .April. (WTB.) Wie die „Kattowitzer Zeitung" meldet, wurde am Samstag ein Angestellter der Kattowitzer Buchdruckerei - und Derlags-A.-G. während der Fahrt von Katto- wih nach Beuthen beim Lesen einer deutschen Zeitung hinterrücks von zwei Rowdies überfallen und mit einem Stock am Kopfe derartig verletzt, daß er blutüber- strömt zusammenbrach. Ein in demselben Abteil mitreisender Polizeibeamter zog die Rotbremse, konnte aber nicht verhindern, daß einer der Täter aus dem nunmehr langsam fahrenden Zug sprang und in der Dunkelheit entkam, während der andere verhaftet werden konnte. Der Lieberfallene muhte sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. , Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener FamUienblätter Heimat im Bild Die Scholle, vezugrpreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprecher ns chlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: zrankfurt am Main 11686. am Freitag, dem 12. April, erneut aufzunehmen. Die in Frage kommenden Organisationen haben im Anschluß an die Besprechung mit dem Minister zu der Lage Stellung genommen. Sie teilen den vom Reichsfinanzministerium eingenommenen Standpunkt nicht, behalten sich aber vor, ihre weitere Stellungnahme von dem Ergebnis der für Freitag angesetzten Verhandlungen abhängig zu machen. Ein Ausgleichsausschuß der Konfessionen. Berlin, 9. April. (Priv.-Tel.) Llnter Beteiligung hervorragender Persönlichkeiten aus dem konfessionellen Leben ist dieser Tage ein Ausschuß ins Leben gerufen worden, der die Aufgabe hat, bei Streitfragen zwischen den beiden großen christlichen Konfessionen als aus gleichen de Stelle seinen Einfluß geltend zu machen. Es ist dabei, wie wir zu wissen glauben, in erster Linie daran gedacht, Konfessions- Ureitigtciten im offentlichen Leben und der Schule durch Vermittlung des Ausschusses beizulegen. Der Ausschuß ist bisher noch nicht an die Oeffentlichkeit getreten, wird vielmehr erst im Laufe dieses Monats zu einer Sitzung zusammentreten, um in großen Zugen fem Programm für die Oeffentlichkeit ^uszuarbeitem Es wird uns von beteiligter Seite erklärt, daß die gestellten Aufgaben so mannigfacher und vtet- seitiger Art sind, daß es notwendig ist. erst em- mal^die Wünsche und Bestrebungen der einzelnen Mitglieder auf «inen Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vnrck und Verlag: Vrühl'sche UnwerfitStr-vuch- und Steindruckerel N. Lange in Sieben. Schriftlettung und Geschäftsstelle: ZHMratze 7. Auf der einen Seite herrscht allgemeines und tiefes Mitgefühl für den Menschen Langkopp, der nach wechselvollem Schicksal sich bei Beginn des Krieges ein schönes Besitztum und eine gute Existenz erworben hatte und der nun durch den Krieg um seinen ganzen Besitz gekom- men, seiner Heimat beraubt worden ist und feit zehn Fahren einen schweren Kampf um fein vermeintliches Recht führt. Auf der anderen Seite aber steht d i e Tat, die nicht gutgeheißen ober gebilligt ober gar verherrlicht werben barf. So bedauerlich ■ ~ r- v- -f man doch nicht ver- Msudskis Feldzug gegen das polnische Parlament Demokratie oder Absolutismus in Warschau. - Oer Diktator als Zeitungsschreiber. allein. Die Abstriche am Lustetat. Die nette Zeppelinhalle in Friedrichshafen in Frage gestellt. S t u 11 g a r t. 8. April. (Priv.-Te7) An einer Pressebesprechung beim wurttembergischen Staats Ministerium über den wurttembergischen Haus halt 1929 teilte Ministerialrat ‘3"uer^t Finanzministerium bei der.Besprechung d.s K vitels Wirtschaftsministerrum , das u. a. ore Beiträge des württembergischen Staates für den Luftschiffbau Friedrichshafen in Hohe von e i M i l l i o n e n M a r k Vorsicht, mit, daß in den letzten Tagen in Berlin im 1 7f..*2/?.* 1929 ein Betrag von 24 Millionen Mark für die Luftschifsahrt gestrichen wurde, darunter auch die 41/2 Mill. Mark für Friedr r ch s - Hafen. Ein Vertreter des wurttembergischen Wirtschaftsministeriums ist inzwischen nach 2^r- l^ gereist, um bei den dortigen maßgebenden Stelen zu versuchen, wenigstens noch einen T e r I- betrag für Friedrichshafen zu retten. Sollte, a^r tatsächlich die 4'/- Millionen Reichsmittel den Sparmaßnahmen zum Opfer fallen, dann wäre es auch für Wur11emberg zweck- los. Landesmittel für die Erbauung der Luftschiffhalle in Friedrichshafen bereitzustelle^l, da dnBmr dann sowieso rns Stocken geraten würde. * Wie der ^Lokalanzeiger" mitteilen zu können glaubt, wird im Reichskabinett erwogen, der Deutschen Lufthansa anheimzugeben, di. infolge der starken Abstrick)e am ©tat des Verkehrsministeriums fehlenden ^"el zum Be triebe der internationalen Luftverkehrsstrecken für das laufende Jahr durch Auf nähme einer vom Reiche garantierten Anteiye aufzubringen. Löhne und Reparationen. 1 Berlin, 9. April. (Pr.^Tel.) Ueber die Lohnfrage der R e i ch s a r b e i t e r haben am Monwg im9Reichsfinanzministerium Gegenwart des ■ Reichsfinanzministers Besprechungen mit Vertretern der am Tarifvertrag beteiligten Or ganifationen stattgefunden. Das ArAWnzmim fterium hat dabei den Standpunkt vertreten daß es aus staatspolitischen Gründen angebvwht er scheine, die Lohnverhandlungen bis nach Rv schluß der Reparativ ns v er h andlun- gen zu vertagen. Trotz dieses grundsätzlichen Standpunktes hat sich das Reichsfinanzmimste- tium jedoch bereit erklärt, die Lohnverhandlungen "Ä Ser toHnT.ri«1 Statt meint weiter; brt bas Ansehen des Staates" trägt, fiel der Zensur Polen am Vortage wichtiger, schmerzlicher Entschei- zum Opfer. — Der zionistische „Nasz Przeglond" I bungen ftunbe. Die Koalitionsverhandlungen 1 Schwierigkeiten bei der Sozialdemokratie. Berlin, 9. Avril. (Priv.-Tel.) Bei den nun- mehr wieder in Gang gekommenen Verhandlungen um dis Bildung der Großen Koalition spielt trotz aller Ableugnungsversuche der Panzer- - freutet A wiederum eine gewichtige Rolle. Es ist bekannt, daß die Sozialdemokratie, um der kommunistischen Konkurrenz nicht allzu fette Brocken hinzuwerfen, bei der diesjährigen Haushaltsberatung die zweite Rate für den Panzerkreuzer a b- 1 ehnen will. In den Kreisen der bürgerlichen Mittelparteien, die jetzt auf die Bildung der Großen Koalition hinarbeiten, denkt man sich den Vorgang so, daß der Panzerkreuzer mit den Stimmen sämtlicher bürgerlicher Parteien be- willigt wird. Die Sozialdemokratie würde alsdann bei der Gesamtabstimmung für denMarineetat stimmen. Diese politische Rechnung gründet sich darauf, daß man annimmt, die Deutsch nationalen würden aus staatspoliti- I schem Verantwortungsgefühl heraus der Sozialdemokratie auch diesmal wieder die Kastanien aus dem Feuer holen. Bekanntlich hatte der deutschnationale Redner, Graf von der Schulenburg, bei der letzten Marinedebatte erklärt, daß Wehrfragen für die Deutschnationale Volkspartei zu hoch ständen, um sie zum Gegenstand parteipolitischen Schachers zu machen. Wie wir aber aus deutschnationalen Kreisen hören, sind ernsthafte Erwägungen im Gange, ob man nicht diesmal, vorausgesetzt, daß der innerpolitische Erfolg gewährleistet erscheint, die Gelegenheit benutzen solle, um durch eine taktische Abstim- mung die Regierungsparteien in bie Minderheit zu versetzen. In einem solchen Falle könnte sich der Panzerkreuzer A leicht zu einem Sprengpulver der Großen Koalition aus» wirken. , ., Heber die Besprechungen des Reichskanzlers mit den Parteiführern, die heute nachmittag ftattfanben, I weiß das „Berliner Tageblatt" zu berichten: Die Stimmung der Teilnehmer war beim Zusammen tritt im ganzen zuversichtlich, wenn man sich auch bie Schwierigkeiten nicht verhehlte, Die bet den Sozialdemokraten wegen der Gegen- sätze in der Frage der zweiten Ratc für den Panzerkreuzer bestehen, und die ersahrungs- gemäß auch bei der Dolkspartei bis zum letz- ien Augenblick noch entstehen können. Man nimmt allerdings an, daß die Volkspartei in ihrer i^rak- tionssitzung am Dienstagnachmittag durch den Parteiführer Dr. Stresemann zu einer klaren Stellungnahme — zur Koalitionsfrage und auch zu der Frage der Führung Strefemanns — veranlaßt werden wird. Die Konferenz ergab weitgehende Hebereinstimmung in bezug aus die E t a t s. fragen. Dagegen traten die bereits an gedeuteten Schwierigkeiten politischer Natur in dieser Be pre- chung stark hervor. An die gemeinsame Bespre- chung schloß sich eine Sonbcrberatung des Reichs- kanzlers mit den Vertretern der Sozialdemokraten und der Deutschen Volkspartei, daran wiederum eine solche des Kanzlers mit den Sozialdemokraten Ntn in fe««. Aptern: :riet,sgebiet W 1929; Mugu[t Triebs: §'1929. einheitlichen Nenner zu bringen. Offenbar herrscht in den führenden Lagern des paritätischen Ausgleichsausschusses im Augenblick selbst noch Llnklaryeit über die Mittel und Wege, durch die der Ausgleich geschaffen werden kann. Die repräsentativen Namen, die als Mitglieder dieses Ausschusses genannt werden, lassen aber die Hoffnung auf ein Gelingen der begrüßenswerten Bestrebungen berechtigt erscheinen. starke Polizeiposten aufgestellt, und Kriminalbeamte durchsuchten jeden, der den Saal betrat, sorgfältig nach Waffen. Der Grund für diese Maßnahme war darin zu suchen, daß dem Landgerichtsbir-ktor Zie- gel und dem Ersten Staatsanwalt Köhler zahlreiche Drohbriefe zugegangen waren. Auf Antrag der Verteidigung wurden noch einige Leumundszeugen für die Angeklagten kurz vernommen. Landgerichtsdirektor Ziegel erklärte darauf die Beweisaufnahme Ss Ofi < : <1 ■ £ ÖS' 2n der Svnntagsausgabe der polnischen Regierungsblätter befindet sich ein vorher bereits angekündigter Artikel des polnischen Kriegsministers Marschall Pilsudski. den er „Eindrücke eines kranken Menschen von der Dudgetsessivn des Sejm" benennt. In diesem Aufsatz befaßt sich der polnische Diktator mit der Anklage des Sejm gegen den zurückgetre- tenen Finanzminister Ezschowicz und entrüstet sich über das Verhalten der Volksvertretung ge- 9^kann dahin^esteilt^bleiben. ob Pilsudski recht I demokratische „Gazeta Worszawska" in balkendicken hat/wenn er seinem Finaiizminister eine muster- | Lettern den von Pilsudski gewählte^Titel „Ein- hafte Verwaltung der Staatsfinanzen nachsagt und wenn er auf die mangelnde Logik hinweist, die in der gleichzeitigen Annahme des Haushalts und der Versetzung des verantwortlichen Ministers in den Anklagezustand durch ben Sejm liege. Es kann auch dahingestellt bleiben, ob die Warschauer Meldung eines Linksblattes zutrifft, wonach sich Pilsudski von jedem der Regierungsblätter 700 Zloty für seinen sensationellen Beitrag habe zahlen lassen. Es ist keine unbekannte Erscheinung, daß alte Militärs einen etwas derben Ton lieben und wenigstens im Gespräch mitunter Ausdrücke aus dem Kasernen- -----« ■ ** - . — , , < hof nicht ungern verwenden. Aber was sich der ständigen Frankreichs, Englands, Belgiens und 3fa- starke Mann Polens hier an Verunglimpfung I Nens damit beschäftigt, die verschiedenen der Parlamentarier geleistet hat, das übersteigt Ansprüche, die sie außer der Rückzahlung ihrer doch alles bisher Dagewesene, selbst sein eigenes I £eif(ungcn an Amerika an Deutschland stellen, mit- Interview aus dem Sommer des Vorjahres, in Ix,„ander auvzugleichen. Der (Brunbge- ; är^nfu^g^rünbet,5^ Ausfüh- sie alle dasselbe umsa s s e n d e P rogramm I rungen, in denen auch ein Vergleich des Parla- unterstützen. Um zu vermeiden, daß die Gesamt- ments mit einem Freudenhause vorkommt, den summe derartige Ziffern erreicht, wie sie Deutschland Eindruck, als läge seine Erkrankung auf einem offenbar unmöglich ausgenötigt werden können, wird andern Gebiet. m tr eine ernstliche Verminderung der von allen Es ist nicht Aufgabe der deutschen Presse, die beteiligten gestellten Ansprüche vorgenommen. Bei das'stch eine derartige Spache, selbst deS mili- geben, r-lber bisher ist es tärifeben Machthabers, gefallen läßt, verdient Willens und gegenseitiger Rücksichtnahme gut oon- offenbar nichts Besseres. Aber im Anter- statten gegangen. Gestern sand die y a u p t e r - esse der Presse, die ja seit einigen wahren, und prterung ;wischen der französischen gerade jetzt wieder in Prag unter hervorragen- anb bcc belgischen Delegation statt. Die der Mitwirkung auch polnischer Journalisten in sran,ö»< - - - - - “ • 1 mit der im allgemeinen erreichten Stufe der europäischen Zivilisation nichts mehr zu tun hat und auch nicht dadurch gerechtfertigt wird daß Pilsudski vielleicht gegebenenfalls die Macht $tc,,e 8e8™“et einen 3toanS 0U8'l Bcr(in S.SKprit. (WTB) Unter außerardenf. 8U®a mit den Methoden der Diktatur an lich starkem Andrange des Publikums begann der sich ke^eswegs das ©ertngfte ,du tun hat, daß letzte Verhanblungstag im Prozeß gegen den Far- I einc deutlichere Sprache und eine rücksichtslose | mer Langkopp. Im Saal waren an den Türen Behandlung der Volksvertreter in öcm 03er- kehrston einer Kneipe vor sich gehen mußte, so bleibt zur Erklärung In der Tat nur übrig daß der Verfasser dieses seltsamen Artikels offenbar erheblich kränker ist als er selbst weiß, und nicht nur an den Augen. Dann aber geht es bei der Bedeutung seiner politischen Rolle die Welt in ihrer Gesamtheit an, und man wird mit Spannung erwarten dürfen, welche Form das polnische Volk und seine parlamentarische Vertretung findet, um sich gegen solche unparla- Nche Summen ausbezahkt bekommen hat und daß es viele andere gibt, die infolge des Krieges noch viel mehr verloren haben. Wenn der Prozeß eine Enthüllung gebracht hat, so ist es die, daß das Reichsentschädigungsamt, rein dervorgegangen ist. Daß kleine Mängel bei jedem Amte vorkommen, wird nicht in Abrede gestellt. Andererseits haben wir aber gehört, wieviel Arbeit im Reichsentichädigungsamt geleistet worden ist. lieber die Tat selbst "äußerte sich der Staatsanwalt: Ein Sprengstoffdelikt ist nicht erwiesen, weil nicht der Beweis geführt werden tonnte, daß Lang- kopp die Absicht gehabt hat, den Koffer wirklich zur Explosion zu bringen. Nach weiteren längeren Ausführungen stellte der Staatsanwalt folgenden Strafantrag: Wegen räuberischer Erpressung eine Gefängnis st raße von einem Jahr und zwei Monaten, wegen Nötigung eine Gefängnisstrafe von einem Monat und wegen unbefugten Waffenbesitzes eine solche von zwei Wochen, Der Staatsanwalt bat, diese Strafen zusammenzuziehen in eine Gefängnisstrafe von einem Johr und drei Monaten unter voller Anrechnung der Untersuchungshaft von zehn Wochen. Er beantragte ferner die Freisprechung des Angeklagten Loos, da die Beihilfe zur Tat nicht erwiesen sei. Rechtsanwalt Dr.Lütgebrune- Göttingen erklärte als erster Verteidiger Langkopps: Die Verteidigung hat nie in Zweifel gelassen, daß der Kampf sich nicht gegen das Reichsentschädigungs- amt an sich und nicht gegen einzelne Beamte richtet, sondern daß Schuld an den Vorfällen das System sei. Vach dem Herrn Ersten Staatsanwall hat das Versailler Friedensdiktat schuld daran, daß Langkopp hier aus die Anklagebank gekommen ift. 3n mancher Beziehung hat er darin recht. Dis zum Kriegs- schädenschluhgeseh hat die „Deutsche Juristische Welt" auf dem Standpunkt gestanden, daß die Geschädigten Anspruch auf vollen Ersah haben. „Respekt vor dem Privateigentum." Die Handhabung der Friedensbestimmungen, wie sie war und vielleicht sein muhte, konnte die Auffassung der Geschädigten nicht erschüttern. Der Qlngefragte Langkopp ist ein Rechtsfanatiker und war davon überzeugt, daß er noch einen Rechtsanspruch habe. Damit muß aber ebenso wie bei der Frage der Vorbereitung eines Sprengstoffattentates die Voraussetzung für die Anklage auf räuberische Erpressung in Wegfall kommen. Langkopp hatte sich das Schießpulver zu dem vollkommen legalen Zwecke des Stubbenrodens besorgt und dieses Mittel erst hinterher dazu benutzt, seinem Aerger ein Ventil zu schaffen. Er beantragte daher die Freisprechung Langkopps vom Sprengstoffdelikt nicht nur in subjektiver, sondern auch in objektiver DeziHung. Der zwelle Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Frey, führte aus, das deutsche Voll verstehe den Angellagten und fühle ihm nach, daß die Tat kommen mußte. Rur die Staatsanwaltschaft könne nicht über ihren Paragraphenschatten springen. Die Staatsanwaltschaft habe übersehen, daß es im Strafgesetzbuch noch einen Rotwehr- und .Rvtstandsbegriff gebe. Bei der Schießerei, als er am Boden lag, konnte er sich in Rotwehr glauben. Langkopp fei anders zu behandeln als irgend ein anderer Mann. Das Gericht müsse hier ein Sondermah anlegen. Die ganze deutsche Oeffentlichkeil schreie nach einem Frei- spikuch. Rach längerer Beratungspause verkündete der Vorsitzende das Urteil: Der ehemalige Farmer Langkopp wird wegen des Anschlags auf den Vizepräsidenten des Reichsentschädigungsamtes, Geheimrat Dach, zu fünf Monaten Gefängnis und 50 Mk. Geldstrafe verurteilt. Dem Angeklagten werden drei Sabre Bewährungsfrist zugebilligt. Der Mitangeklagte Kaufmann Loos wurde freigesprochen. — In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende u. a. aus: Es war zunächst zu prüfen, ob der Angeklagte Langkopp sich des Verbrechens gegen das Spreng st offgeseh schuldig gemacht hat. Das hat das Gericht nicht als erwiesen angesehen. Es ist der Angabe des Angeklagten insoweit gefolgt, als er erklärt hat, er habe den Koffer nur als Zweck- und Druckmittel benutzt, um nicht aus dem Zimmer gewiesen zu werden. Es war dann zu prüfen, ob Erpressung vorliegt. In dieser Beziehung hat das Gericht angenommen, daß er nur etwa bis zu dem Zeitpunkt Geld hat erlangen wollen, zu dem der Oberregierungsrat Erhard das Zimmer betreten hat. Für den 1. Abschnitt bis zum Eintritt Erhards war zu prüfen, ob ein rechtswidriger Vermögensvorteil erstrebt war. Das hat das Gericht angenommen. Cs hat angenommen, daß Langkopp zu diesem Zeitpuickt nichts zu beanspruchen hatte, sondern daß Ansprüche erst durch das spätere Kriegsschädenschlußgeseh wieder zur Entstehung gekommen sind. Für den Zeitpunkt nach dem Erscheinen des Oberregierungs- rates Erhard schied die Anwendbarkeit des § 253 (Erpressung) ohnehin aus. Rach der Feststellung des Gerichts hat er zu diesem Zeitpunkt nur noch sein Geld sehen, aber nicht mehr haben wollen. Dagegen hat das Gericht bejaht das Dorliegen einer Rötigung, und zwar ist angenommen worpen eine fortgesetzte Rötigung von dem Augenblick an, in dem Lang- ivpp das Zimmer des Geheimrats Dach betrat, bis zu dem Augenblick, in dem andere Beamte hinzueillen tunb er sich nun mit seiner Waffe gegen diese Beamten wehrte, bevor er gefesselt wurde. Geheimrat Dach hat sich unzweifelhaft bedroht gefühlt. Das Gericht hat weiter angenommen, soweit der Angeklagte seine Waffe gegen vier Beamte des Reichsentschädigungsamts gewandt hat. daß in dieser Hinsicht Bedrohung im Sinne des § 241 ganz unzweifelhaft vvrliege. Ebenso liegt unerlaubterWaffen- besitz vor. Hiernach war der Angeklagte Lang- lopp wegen Rötigung und wegen Dedrohung zu bestrafen. Die Findung des richtigen Strafmaßes war für das Gericht eine außerordentlich schwere Aufgabe. Sah es nur die Tat an und den Geschädigten, so handelte es sich um eine außerordentlich schwere Straftat, denn einen Menschen über vier Stunden Tang in einer solchen Todesangst zu hallen, ist eine schwer zu bewertende Tat. Das Gericht hat aber auch geglaubt, der Persönlichkeit und dem Charakter des Angeklagten Langkopp sowie seiner Gemütsverfassung weitgehend Rechnung tragen zu müssen. SchwttttVmbenanschlagjmindWenpMiMeni Kommunistische Propaganda der Tat in der verfassunggebenden Versammlung. London, 8.April. (221.) Die indische Gesetzgebende Versammlung in Reu-Delhi war ITlontag der Schauplatz eines schweren Vom - benanschlages, durch den, soweit bisher fest- sleht, ein Engländer und drei Inder verletzt wurden. Eine Reihe anderer Personen erlitt unbedeutendere Verwundungen, lieber den Anschlag werden folgende Einzelheiten berichtet: Die Sitzung der Gesetzgebenden Versammlung war bis auf den letzten Platz beseht, da der Präsident durch seine Verfügung, daß die dem Hause im Zusammenhang mit Kommunistenverhaftungen nach den Vorgängen in Bombay zugegangene Vorlage für die öffentliche Sicherheit zurückgestellt werden solle, bis bas Verfahren gegen die Kommunisten durchgeführt sei, eine schwere parlamentarische Krise ausgelbff hatte. Die Entscheidung hatte im Hause starke Opposition gefunden und war von der Regierung selbst als nichl verfassungsmäßig zrzrückgewiefen worden. Für den heutigen Montag wurde eine Revision der Entscheidung des Präsidenten erwartet. In dem Augenblick, als sich nach der Verabschiedung der Gewerkschaftsoorlage der Präsident erhob, wurden von den Tribünen zwei Bomben gegen die Regierungsbänke geworfen, begleitet von einer kommunistischen Flugschrift mit der Aufschrift: „hindnslanische sozialistische Republik und Armee." Die Wirkung der Bomben war ungeheuer. Die drei vordersten Regierungsbänke wurden in Stücke gerissen. Im ganzen Hause entstand eine Panik. Die Tribünenbesucher flüchteten in größter Erregung. Die Sitzung wurde unterbrochen. Beim wiederzusammentritl war das Haus jedoch noch so mit dem Rauch der Bomben ungefüllt, daß der Präsident auch im Hinblick aus die allgemeine Erregung die Behandlungen aus Dienstag vertan t e. während der Pause hatte die Polizei das ganze Parlamenlsgebäude abgeschlossen und sofort eine Untersuchung angeslellt, in deren verlaus zwei Männer verhaftet wurden, bei denen Bomben und Revolver gefunden wurden. Beide sollen der Polizei gegenüber bereits ein volles Geständnis abgelegt haben. Unter den ernsthaft verletzten befindet sich der Engländer Sir George Schuster, Finanzmilglied der indischen Regierung, der stellvertretende Sekretär des indischen Zentralausschusses, Roy, und zwei andere führende indische Mitglieder. Sir John Simon, der Vorsitzende des englischen Ver- sassungsausschusses für Indien, und andere Mitglieder des Ausschusses wohnten den Verhandlungen bei und saßen unmittelbar hinter den getroffenen Bänken. Sie wurden jedoch bei dem Anschlag nicht verletzt. Die Polizei sperrte sofort das ganze Parlamenlsgebäude ab und verhinderte das Umhergehen der Besucher. Der Sitzungssaal bot einen gräßlichen Anblick. Zahlreiche Abgeordnete bluteten stark; drei Bänke der Regierungsparteien waren vollkommen zersplittert. Die beider» Verhafteten heißen Vutuke 5 roara und Bgaga- Hingt). Sie erklärten, aus Bengalen bzw. aus dem Pundschab zu flammen. Das Flugblatt. Die revolutionäre Aktion gegen die Regierung. Reu Delhi, 8. April. (WTD.) 3n dem Flugblatt, das gleichzeitig mit den Bomben von der Zuhörertribüne in den Sitzungssaal der indischen gesetzgebenden Versammlung geworfen wurde, heißt es: Wir mochten die Erklärung abgeben, daß die Regierung, während das Volk weitere Reformbrocken von der Simon- Kommission erwartet und sich sogar noch um die Bereitung der erwarteten Brocken streitet, an neue Repressalien denkt, wie z. B. den Gesetzen über die öffentliche Sicherheit und über die Arbeitsstreitigkeiten. Die unterschiedslose Verhaftung von Arbeiterführern zeigt, woher der Wind weht. Unter diesen äußerst aufreizenden Umständen hat die bin» dustanische republikanische Vereinigung im Bewußtsein ihrer ernsten Verantwortlichkeit ihrer Armee den Befehl gegeben, diese besondere Aktion zu unternehmen, um einer so demütigenden Komödie ein Ende zu machen. Weiter heißt es in dem Flugblatt: Laßt die Vertreter des Volkes zur verfassungsmäßigen Ausübung ihrer Rechte zurückkehren, bereitet die Massen für die kommende Revolution vor! Schließlich wird in dem Flugblatt bedauert, daß Menschenblut vergossen wird, aber gleichzeitig erklärt, daß Dr Opferung von Einzelpersonen auf dem Altar der Revolution unvermeidlich sei. Die Reform der Ehescheidung. Das Zerrüttungsprinzip wird im Rechtsausschuß beraten. D e r l i n, 8. April. (V. D. Z.) Der Rechtsaus- schuh des Reichstages ging zu den Anträgen betr. Ehescheidung über. Diese gehen dahin, neben das Schuldprinzip das Zerrüttungsprinzip zu stellen und die Versorgung der Kinder und der Ehefrau zu sichern. Weller beziehen sie sich auf den Fall der Geisteskrankheit eines der Ehegatten. Abg. Dr. Kahl (D. Vp.) trat dafür ein, den R e- ferentenentwurf, den das Reichs ustizmint- sterium den Mitgliedern des Airsschusses zugeleitet habe, zur Grundlage der Beratungen zu machen. Er bringe ebenfalls die objektive Ehezerrüttung und Die Geisteskrankheit als Scheidungsgründe, beziehe dagegen die Entscheidung über die gegenseitige Unterhaltspflicht in den Ehescheidungsprozeh nicht ein, wenn sich die Ehegatten vor Erhebung der Ehescheidungsklage über die Unterhaltspflicht der Frau und der Kinder verständigen sollten. Der Entwurf führe zur Sicherung der Unterhaltspflicht den Rechtsbehelf der einstweiligen Verfügung ein; weiter bringe er die Bestimmung, bah in dem Falle, dah kein Eheteil für schuldig erklärt worden sei, der sittliche Grundsatz bestehen solle, dah auch nach der Scheidung der Mann die Verpflichtung habe, für die Gattin zu sorgen. 2luch mache der Entwurf dem unhaltbaren Rechtszustand ein Ende, dah immer nut bei un-' schuldige Teil die Fähigkeit habe, die K i n - der zu erziehen. 3m groben und ganzen liefen die Bestimmungen des Entwurfes darauf hinaus, die Stellung der Frau zu verbessern. Mit allen Stimmen gegen die Deutschnationalen bei Stimmenthaltung des Zentrums wurde der Entwurf der Reichsregierung zur Grundlage der Beratungen gemacht. Artikel 1 fleht die Einführung des folgenden § 1568a in das BGB. vor: „Ein Ehegatte kann ferner auf Scheidung klagen, wenn aus einem anderen Grunde eine fo liefe Zerrüttung des ehelichen Verhältnisses eingetrelen ist, daß ihm die Fortsetzung der Ehe nicht zugemutet werden kann. Das klagrecht besteht nicht, wenn er selbst einen Scheidungsgrund gegeben hat oder anderweit die Zerrüttung der Ehe vorwiegend durch sein schuldhaftes Verhalten herbeigesührt worden ist." § 1569 BGB. soll folgende Fassung erhalten: „Ein Ehegatte kann auf Scheidung klagen, wenn der andere Ehegatte in Geisteskrankheit verfallen ist und der krankheilszustand eine« solchen Grad erreicht hat, daß die geistige Gemeinschaft zwischen den Ehegatten aufgehoben ist und kein Anhalt dafür besteht, daß sie w i e - dechergeflellt werden wird." Abg. Dr. v. Freytagh-Loring Hoven (DntL) erklärt sich als Gegner des Zerrüttungsprinzips und beantragt, zwischen den Worten „aus einem anderen Grunde" und „eine so tiefe Zerrüttung" die Worte einzuschieben: „durch die Schuld des anderen Gatten", und ferner den zweiten Satz zu streichen. Es soll also neben dem groben Verschulden des § 1568 ein neues leichteres Schuld- prinzip geschaffen werden. Abg. Dr. Pfleger (Bayerische Volkkpartei) meinte, daß in der Praxis von der Möglichkeit des neuen Paragraphen 1568a nur die oberen Zehntausend Gebrauch machen würden. Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.) wies darauf hin, daß seine Freunde schon früher den Standpunkt vertreten hätten, daß eine Ehe ihren Sinn verloren habe und die Scheidung auszusprechen sei, wenn Ehegatten jahrelang getrennt voneinanderlebten. Zufrieden sei er auch nicht damit, dah die Scheidung auf die Zumutung des Zusammenlebens abgestellt sei, wahrend früher im Ausschuß der Standpunkt vertreten worden sei, daß für die Scheidung die Tatsache ausreichend wäre, daß die Behebung der Schwierigkeiten unwahrscheinlich sei. Abg. Dr. v. Freytagh-Loringhoven (Deutschn.) erklärte, der Verband der sozialen Rechtsauskunftsstellen habe im vorigen Jahre geschrieben, daß gerade die unteren Schich - t e n der Bevölkerung mit dem geltenden Eherecht auskämen, und daß dessen Veränderung nicht von den breiten Massen verlangt werde, sondern lediglich von gewissen überdifferenzierten Kreisen wie Künstlern, Bohemiens usw. Dem Volke werde es nicht zum Segen gereichen. Abg. Dr. Kahl (D.Vp.) führte aus, dah die Meinung verbreitet fei, die Reform des Ehescheidungsrechtes werde einen Ansturm von Ehe- scheidungsprozessen bringen. Wenn dies schon der Fall sein sollte, dann sei es die Wirkung einer versäumten Gesetzgebung. Woher nehme der Staat das Recht, eine derartige Bindung auf«» rechtzuerhalten? Die Unterscheidung zwischen schwerer und leichter Schuld stelle den Richter vor eine unlösbare Aufgabe. Abg. Dr. Dell (Zentr.) erklärte, die Stellung seiner Partei sei bekannt; von ihr gehe er nicht ab. Das Schuldprinzip würde eine tiefe Erschütterung erleiden, denn die subjektive Zerrüttung sei k a u t s ch u k a r t i g und könne verschiedene Auslegungen finden, was zu erschreckenden Konsequenzen führen könnte. Wenn die Ehescheidung erleichtert werde, werde das auch zu einer Zunahme von leichtfertig geschlossenen Ehen führen. — Ohne Beschlüsse zu fassen, vertagte der Ausschuß die Weiterberatung auf Montag, den 15. April. Aus aller Wett. Hilfsverem der deutschen Juden. Zur Jahresversammlung des Hilfsvereins der deutschen Juden in Berlin waren zahlreiche Mitglieder und Freunde des Hilssvereins aus Berlin und aus dem Reiche erschienen. Die Tagung wurde von Generalkonsul Eugen Landau geleitet. 3m Tätigkeitsbericht wurde auf die Fortschritte der Arbeit hingewiesen, die sich sowohl in der Erhöhung der Eingänge als auch in der Erweiterung und Vertiefung der Arbeit auf den einzelnen Gebieten geäußert hat. Der Hilfsverein der deutschen Juden, der feit achtundzwanzig Jahren besteht, übt eine umfassende Auswandererfürsvrge aus; er unterstützt bedürftige jüdische Studiererchs, sorgt für Ausbildung und Erziehung von Waisenkindern, subventioniert eine Reihe von Schulen und sozialen Anstalten, hat anläßlich des Erdbebens in Bulgarien und der Hungersnot in Bessarabien größere Hilfsaktionen durchgeführt und leitet die kulturelle Arbeit in den neugegründeten jüdischen Kolonien in Rußland ein. Max M. Warburg, Hamburg, stellvertretender Vorsitzender des HllfsvereinL, betonte die Weltweite und Weltverbundenheit der jüdischen Hilfstätigkeit der Gegenwart, die Rotwendigkeit des Zu» lammenarbeitend der großen Gesellschaften für Auslandhllse in Amerika, England, Frankreich und Deutschland. Er hob die Bedeutung des Hllfsvereins der deutschen Juden als ständiger stets hilfsbereiter Organisation §etbo& Die deutschen Juden seien unmittelbare Rachbarn bcu Länder des Ostens, wo die Juden am meisten zu kämpfen haben, und als solche natürliche Mittler zwischen Westen und Osten bei der Organisation und Durchführung von Hilfsaktionen. Zur Ermöglichung des Hilfswerks, das der Hilfsverein in Dem gebotenen Rahmen durchführt, sei Opferbereitschaft ein dringendes Gebot. General der Artillerie a. D. von Lauler t. In Heidelberg starb in der medizinischen Klinik im Alter von 75 Jahren General der Artillerie a. D. Ludwig v. Lauter, dem im Weltkriege Die gesamte schwere Artillerie des deutschen Heeres unterstand. Eine Iägerehrung des Oberpräfidenlen Fuchs. Dem um die Hebung der rheinischen Jagden, besonders um die Erhaltung des Rehwildes im Rheinland hoch .verdienten Oberpräsidenten Dr. Fuchs hat der Präsident des Allgemeinen Deutschen Jagdschutz-Vereins, Prinz von Isenburg, die höchste Aus, zeichnung, den Ehrenfchild nebst Goldener Medaille, verliehen. Die Ufa gehl zum Klangfilm über. Die seit Monaten zwischen der Ufa und der Klangfilm G. m. b. H. im Flusse befindlichen Verhandlungen haben zur Unterzeichnung eines Vertrages geführt. Die Ufa wird auf ihrem Gelände in Reubabelsberg 4 große moderne Tonfilm» Ateliers errichten, Deren Aufnahmeapparaturen Die Klangsilm G. m. b. H. liefert. Die Ufa-Theater werden unverzüglich m i t Klangfilm - Wiedergabeapparaten ausgerüstet. Der Vertrag sieht ein enges Zusammenarbeiten unter tatkräftiger Mitarbeit Der Firmen A. E. G. und Siemens vor. Die Ufa wird mit ihrer Tonfilm-Produktion bereits in acht Tagen beginnen. Mit Dem Dau Der vier Tonfilm- Atäiers, Die zu den größten europäischen Anlagen dieser Art zählen werden, wird dieser Tage begonnen. Lebensrettender Eingriff mit einem Taschenmesfer. Der Internist und Direktor Der ersten internen Universitätsklinik Professor Rudolf Balint erlitt am SamStagnachmittag in seiner Wohnung infolge Kehlkopfödem einen Erstickungsanfall. Der bei ihm weilende Privatdozent und Halssvezialist Dr. P o l lots ch e k operierte den Erstickenden in überaus großer Geistesgegenwart mit feinem Taschenmesser. Dr. Polla ischek führte mit Dem Taschenmesser einen Kehl kopss chni tt in Der Quere durch und legte Dann eine Rotkanüle ein. Nachdem derart die M.g'ichkeit des Atmens gesichert war, wurde Der Kranke in ein Sanatorium übergeführt, wo die Operation in fachgemäßer Meise vollendet wurde. Der Kranke erlangte das Bewußtsein bald wieder. Run hat sich das Befinden soweit gebiert, dah er bereits im Lehnstuhl sitzen kann. Rekordhöhe in Reuyork. Reuyork und andere Städte Der Vereinigten Staaten verzeichneten Sonntag mit 3 0 b i s 3 4 Grad Celsius eine Rekordhitze, wie sie seit mehr als einem halben Jahrhundert um Die se Jahreszeit nicht vorgekommen ist. Rahezu eine halbe Million Menschen besuchten Coney Island und andere Seebäder, Tausende badeten, und es entwickelte sich ein riesiger Verkehr. lieber eine der Brücken Philadelphias fuhren mehr als 50 000 Autos. Die Wetterlage. 3=lnc< Moniaa <3.8. ßprlH92S. 7‘ afrds •X* / I ^5$ 5 \ Wien W) ° o > «iS»«» o EFQraK Gwolkenlos O neuer 3 nalt) Dedeciit, e wolhlg. e oedecKt »Reoenj * Schnee a Graupeln e Neöel KOewit'/r.® Windstille. *O-> sehr leichter Osi massiger Südsüdwest Q, stürmische« Nordwest ßie Ptene fliegen mit dem winde. Die neiden Stationen stenenoen Zahlen geoen die Temperatur an. Oie Limen verbinden Orte mit gleicher^ au< Meeresniveau umaerechneten Luftdruck * Wettervoraussage. Die Wetterlage scheint sich etwas freundlicher gestalten zu wollen. Eine Brücke hohen Druckes mit Kernen von über 765 Millimeter erstreckt sich voir Island südöstlich über Deutschland bis nach den Donauländern hin. lleber Skandinavien lagert eine flache Druckstörung, deren südliche Ausläufer sich bis nach Norddeutschland erstrecken. Sie scheint jedoch für unser Gebiet ungefährlich zu sein. Wenn auch vielleicht Bewölkung und Nebelbildung durch sie hervorgerufen werden, so werden doch Niederschläge kaum zu erwarten sein. Die Temperaturen steigen tagsüber an, gehen jedoch nachts bei zeitweise klarem Himmel wieder bis in Gefrierpunktnähe zurück. — Wettervoraussage für Mittwoch. Wolkig mit Aufheiterung, tagsüber mild, nachts Temperaturen noch um Rull Grad, meist trocken. — Wettervoraussage für Donnerstag. Vielfach aufheitemdes und meist trockenes Wetter. Lufttemperaturen am 8. April: mittags 9,6 Grad Celsius, abends 6 Grad; am 6. April: morgens 5,3 Grad. Maximum 9,7 Grad, Minimum — 3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. April! abends 5,9 Grad; cm 9. Avril: morgens 4,1 Grad Cellius. in der Hauptsache des schweizerischen schweizerischen Ra- lehrter auf naturkundlichem nalen Ruf genoß. 2hm ist auch das Zustandekommen Raturschutzbundes und des tinalparkes zu verdanken. die wundervolle goldklare Haarwaachseife für jedes Haar, auch als Shampoon Aus der provinzi'Maupissadi Gießen, den 9. April 1929. Lebenskünstler. Kinrstler zu werden, Künstler zu fein, erfordert in der Regel viel Geld, viel Mittel; um aber Lebenskünstler zu sein, braucht man nicht reich zu sein. Aber eines mutz man können — nämlich die Kunst erfassen, das Leben zu meistern. Diese Kunst aber ist schwer zu lehren und noch schwerer zu lernen. Diele vermeinen Wohl, sie zu besitzen, aber noch sind sie weit davon entfernt. Hier hat das Glück entschieden, es gibt kein Vermeinen um diese Kunst, entweder man hat sie, oder hat sie nicht. Manchem Menschen ist sie schon als Mitgift in die Wiege gelegt worden. Diese haben die Gabe, über allem noch Blumen blühen zu sehen, an allem die schone Seite herauszufinden, in allen Lebenslagen den Kopf hochzuhalten und sich nicht unterkriegen zu lassen. Jene Menschen sind wie die Sonne selbst, auf- heiternd und wärmespendend für die andern. Sie freuen sich an der Blume, die auf dem Schutthaufen oder zwischen umwuchcrademTInkraut wächst ebenso, wie an jener, die des Gärtners Hand hegte und Pflegte. Sie freuen sich an der Wolke, die am Firmament golden oder düster dahinzieht. Die erste Amsel im Frühling, die erste Sommer- rose, die letzte Herbstzeitlose, ja die Blumen, die der Frost an die Fensterscheiben malte, all diese Dinge werden ihnen zum schönen Erlebnis, das ost lange nachklingt. Sie freuen sich an dem Alltag und finden das wenig Schöne heraus, das andere nicht sehen. Sie freuen sich aber auch noch an den Mitmenschen und glauben 618 zuletzt an das Gute in ihnen. Lebenskünstler sind immer froh; ein Lächeln verklärt ihr Antlitz zu allen Stunden, und es ist als ob sie im Innern eine Lampe trügen, bie all ihre Wege hell macht. Richt selten haben sie ein Lied auf den Lippen, dessen Klang nach- hallt und uns lange in Erinnerung bleibt. Lebenskünstler sind Sonnen- und Sonntagskinder, und wer mit ihnen zusammentrifft — mag er noch so griesgrämig sein — dem wird ein Teil ber Freude und Sonne abgegeben, daß auch seine Seele froh und leuchtend wird. Lebenskünstler sind die Reichsten der Erde, denn sie tragen ein Stückchen Himmel in sich. v. D. Gießener Schulbenchie. 2n Basel st a rb im Alter von 73 Jahren Dr. Paul S a r a s i n, der als Sammler und Oe«* Gebiet internatio- Kunst und Wissenschaft Paul Sarafin f. Geheimrat hutzerl 70 Jahre all. Geheimrat Edmund Hutzerl, der Begrün-» der der Phänomenologie, emeritierter ordentlicher Professor der Philosophie an der Universitär Freiburg, konnte am Montag seinen 70. Geburtstag feiern. Hutzerl habilitierte sich 1887 in Halle, wurde 1901 außerordentlicher Professor in Göttingen und bekam dort 1906 das Philosophieordinariat. 1916 wurde er als Rachfolger Windelbands nach Freiburg berufen. Eine Berufung nach Berlin als Rachfolger von Ernst Tröltsch im Jahre 1923 lehnte er ab. Hutzerl ist einer der führenden deutschen Philosophen der Gegenwart. die Schülerinnen gerne turnen und Spork treiben, zeigt die rege Beteiligung an den Reichs- jugenowettkämpfen, an denen 87 Schülerinnen der Anstalt teilnahmen, wovon 45 Diplome bzw. Ehrenurkunden erhielten. Die B. D. A.-Gruppe der Studienanstalt entfaltete auch im Berichtsjahre eine rege Tätigkeit; sie zählte 465 Schülerinnen, von denen 27 an der Pfingstfahrt nach Gmunden tellnahmen. Wie seit langem verschickten einige Klasse auch im Berichtsjahre Weihnachtspakete an bedürftige Familien. In dem Bericht wird zum Schlüsse noch einer Reihe von Freunden der Anstalt herzlich gedankt für Bücherstiftungen und sonstige Schenkungen an Lehrmitteln usw. Dateu für Mittwoch, 10. April. Sonnenaufgang 5.17 Uhr, Sonnenuntergang 18.47 Uhr. — Mondaufgang 5.46 Uhr, Monduntergang 19.44 Uhr. 1864: der Komponist Eugen d'Albert in Glasgow geboren. Gießener Wochenmarktpreise. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 180 bis 200, Matte 30 bis 35, Wirsing 20 bis 50, Weißkraut 20 bis 30, Rotkraut 20 bis 35, gelbe Rüben 25 bis 30, rote Rüben 25 bis 30, Spinat 50 bis 80. Unter-Kohlrabi 10 bis 15, Feldsalat 250 bis 300, Endivien 150 bis 300. Tomaten 80 bis 100 Zwiebeln 25 bis 30, Meerrettich 50 bis 150, Schwarzwurzeln 60 bis 90, Kartoffeln 6, ausländ. Aepfel 50 bis 80, inländ. 30 bis 40, Honig 40 bis 50, Rüsse 70 bis 80, Dörrobst 35 bis 40, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Tauben -90 bis 100 Pf. das Pfund; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.; Eier 11 bis 13, Blumenkohl 70 bis 160, Salat 40 bis 60, Salatgurken 130 bis 140, Lauch 15 bis 30, Rettich 20 bis 30, Sellerie 20 bis 100 Pfennig das Stück; Radieschen 30 bis 40 Pf. das Bund; Kartoffeln 5,50 Mk. der Zentner. Bornotizen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) W. Sch. in O. Der Arbeitgeber (in diesem Falls die Gemeinde) hat den Beitragsanteil des Dersicher» teu diesem bei jeder Lohnzahlung in Ab '.g zu bringen. Sind Abzüge bei einer Lohnzah.ung unterblieben, so dürfen sie nur noch bei der nächsten nachgeholt werden, es sei denn, daß der Arbeitgeber ohne eigenes Verschulden außerstande gewesen ist, die Beiträge rechtzeitig au entrichten. Ist der Versicherte bei dem beteiligten Arbeitgeber nicht mehr beschäftigt und hat dieser keinen Lohn mehr zu zahlen, so ist ein Abzug nicht mehr möglich. Abschlagszahlungen gelten jedoch nicht als Lohnzahlungen. Sind solche gewährt worden, so kann der Einzug der Beitragsanteile bei der Abrechnung — etwa am Schlüsse eines Vierteljahres — noch erfolgen. Hebamme. Eine Gemeinedehebamme kann nur dann im Weg« der Disziplinarbestrafung, wie er für Gemeindebeamte vorgesehen ist, ihres Dienstes entlassen werden, wenn sie in schwerer Weise ihre Berufspflichtcn verletzt, oder sich wiederholt durch ihr Verhalten der Achtung und des Vertrauens, die ihr Beruf erfordern, unwürdig erweist. Dazu kommen als weitere Gründe Alter und unverschuldete Krankheit. Ein Religionswechsel kann keinen Entlassungsgrund bilden. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Verkehrshindernis au dec Ecke Marburger Strafte* Miesecker Meg. Man berichtet jeden Monat von den Verkehrs? sündern; aber man läßt unnütze Verkehrshindernis-' bestehen. So steht z. B. die alte Bretterhalle an der Ecks Marburger Straße-Wiesecker Weg, welche doch gewiß keine Zierde des Straßenbildes bedeutet, als nutzloses Verkehrshindernis. Es wäre im Interesse sämtlicher Kraftfahrzeugführer und des ganzen Verkehrswesens, wenn diese, der Stadt Gießen gehörige Bretterhalle, entfernt würde. Man würde die Erhaltung dieser alten Bretterhalle wohl verstehen können, wenn sie einem größeren Nutzen Djentc. Auch wäre schon mancher Unfall an dieser Stelle vermieden worden und wird auch noch mancher vermieden werden, wenn sich die Stadtverwaltung zur Entfernung dieser alten Bretterhall^ entschließen würde, da diese jede Uebersicht in die genannten Straßen versperrt. St. Berliner Börse. B e r l i n, 9. April. (WTB. Funkspruch.) Nachdem es gestern abend in Frankfurt ziemlich fest und ver- hältnismäßig lebhaft gewesen war, bekam die Tendenz im heutigen Frühoerkehr durch die schwache gestrige Neuyorkec Börse einen kleinen Dämpfer. Das Geschäft blieb sehr gering. Kurse taxierte man roenity verändert. Am Devisenmarkt nannte man: London gegen Mailand 92,87, London gegen Berlin 20,4713, London gegen Kabel 4,8545, Kabel gegen Berlin 4,2170. ________________ U. vgs. 2000 biS 3000 Mark unkrk-. schlagen zu haben. Er will die Gelder zum Teil zu seiner Gehaltsausgleichung kurzerhand behalten haben, da er bedeutend mehr als den erhaltenen Lohn zu beanspruchen gehabt habe. Einen anderen großen Teil hat er angeblich einem Familienglied seines Chefs auf Bitten eingehändigt; dieses soll sie aber zu Privatzwecken benutzt und den Eingang der Firma verschwiegen haben. Die Beweisaufnahme ergab die Unwahrheit beider Behauptungen. Der Angeklagte ist nicht vorbestraft; er besitzt sehr gute Zeugnisse seiner früheren kaufmännischen Stellen. Seine wirtschaftliche Lage war zur Zeit der Unterschlagungen eine schlechte. Mit Rücksicht auf noch andere Strafmilderungsgründe erkannte das Gericht trotz des großen Vertrauens* mitzbrauchs und der Höhe Der unterschlagenen Gelder nur auf eine Gefängnisstrafe von 5 Wochen. Ein Radfahrer war auf der Frankfurter Straße! von einem Krastradführer, der ihn übe-rholen wollte, von hinten angefahren worden und zu Fall gekommen. Gegen letzteren wurde Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung erhoben, da ersterer sich infolge des Falls verletzt hatte. Er wurde aber sreigesprochen, denn die Beweisaufnahme ergab, daß der Verletzte plötzlich seine Fahrtrichtung geändert hat, ohne dies durch Ausstrecken seines Arms oder dergleichen kundzutun, während der andere Fahrer in gehörigen Entfernung vorschriftsmäßig mehrmals Signal und die Absicht des Lieberholens zu erkennen gegeben hat. Er trug deshalb an dem Zusammenstoß keine Schuld. Wie alljährlich, so haben auch beim Schlüsse des jüngsten Schuljahres die Leitungen der höheren Schulen unserer Stadt einen Bericht über das Schuljahr 19 2 8/29 herausgegeben. Aus den uns übersandten Berichten geben wir folgenden Auszug: Im Landgraf - Ludwigs-Gymnasium haben nach dem Bericht über das verflossene Schuljahr 25 Schüler und zwei Nichtschüler die Reifeprüfung bestanden. Am 15. Mai 1928 verzeichnete die Anstalt einen Schulerbestand von 188, darunter fünf Mädchen und zwei Gastschüler; das bedeutet gegen 1927 einen Rückgang von acht Schülern. Das Gymnasium konnte dank der Opferwilligkeit der Stadt Gießen in dem Schuljahre einen Lichtbildapparat anschaffen, mit dessen Hilfe es möglich sein wird, in Zukunft in allen Fächern in erhöhtem Matze den Unterricht durch Anschauung zu beleben und zu vertiefen. Jedoch wird dazu die Einrichtung der Verdunklung der Aula, die beantragt ist, sowie Die Anschaffung eines ausreichenden Bildmaterials in den kommenden Jahren noch erforderlich fein. In dem Bericht wird u. a. hervorgehoben, daß die Beteiligung am Unterricht in der Kurzschrift auch im letzten Schuhahre recht gut war. Die Schulgruppe des BDA hat sich im verflossenen Jahre lebhaft betätigt, an der Pfingstfahrt des Vereins nach Gmunden nahmen 18 Mitglieder der Schulgruppe teil. Die Erneuerung der Schülerbüchereien nahm dank des Sor^ derbeitrages, den die Elternschaft bewilligte, auch im verflossenen Jahre einen erfreulichen Fortgang. Der Bericht hebt dabei zahlreiche Stiftungen durch die Schüler und eine 2luzahl wertvoller Schenkungen durch Freunde der Anstalt besonders hervor. , Das Real-Gymnasium verzeichnete nach der Frequenz-Feststellung vom 15 Mai v. I. 366 Schüler; im Laufe des Schuljahres traten 9 ein, 11 traten aus, so daß am Ende des Schuljahres ein Bestand von 364 Schülern verblieb Die Reifeprüfung bestanden 33 Sport fand an der Anstalt eifrige Pflege. Gute Resultate wurden in den Wettspielen gegen Mannschaften der Universität, Gießener, Wetzlarer und Rauheimer Schulen erhielt. Einige Schüler gehören dem Gießener Ski-Klub an auch in der Iugendgruppe des Vereins für Luftfahr , sowie im Rudersport wirken Schuler der Anstalt mit. Der Schulgruppe des V. D. A. gehören 300 Schüler an, von denen an der Pfingstfahrt nach Gmunden 12 teilnahmen. Im Laufe des Berichtsjahres wurden in die Schülersparkasse des Real- qhmnasiums von Schülern 1200 Mark eingezahlt. Der Bericht betont, daß es zu begrüßen wur^ wenn noch mehr Schüler von dieser erziehlich wertvollen Einrichtung Gebrauch machten. d W "'en toion OL »”■?£ d. Hiebenelw^ einlagen als ein kontinuierlicherAuf stieg bar, der seit August 1925 von Monat zu Monat gestiegen ist. Damals betrugen die Spareinlagen 1315 Millionen, so daß sie im Durchschnitt jährlich um 100 v. H. angestiegen sind. Man sieht also, daß Frankreich, äußerlich betrachtet, seine Argumente zu motivieren weiß. Geht man aber der Sache auf den Kern, so muß man fest- stellen, daß die Schlüsse, die man französischerseits daraus zieht, völlig falsch sind. Die deutsche Spartätigkeit, so erfreulich sie ist, und so sehr sie ^eigt, daß das deutsche Volk emportommt, hat auch noch nicht das Geringste mit der Prosperität Deutschlands an sich zu tun. Die wenigen Milliarden, die man sich jetzt in Deutschland erspart hat, stellen ja schließlich nur einen geradezu lächerlichen Bruchteil von dem bar, was man in Paris als Gesamtleistung in der Entschädigungsfrage von uns | weiterwirken. .... Trotzdem aber ist noch kemeswegs gesagt, daß damit der Etat mit den neuen Vorschlägen endgültig unter Dach ist. Die Unterhändler haben sich darauf verständigt, sämtliche Vorschläge als ein einheitliches Ganzes zu behandeln. Die Fraktionen haben also nicht mehr die Möglichkeit, im einzelnen Aenderungen zu treffen, , sondern nur ja oder nein zu sagen. Das bedeutet für die Sozialdemokraten einen harten Brocken. Fast 50 Millionen beim Sozialetat herzugeben, fällt ihnen aus propagandistischen Gründen nicht leicht, und auch die alte Relation zwischen direkten und indirekten Steuern ist nur so mühsam hergestellt, daß sie den Kommumsten hinreichend Handhaben zum Eingreifen gibt. Dazu kommt, daß die Sozialdemokraten sich verpflichten müssen, nicht gegen die zweite Rate für den Panzerkreuzer zu stimmen. Auch das wird ihnen nach ihrer bisherigen Haltung nicht leicht lallen. Es ist also unschwer vorauszusehen, Laß der linke Flügel der Fraktion Sturm laufen wird, und der Kanzler wird Mühe haben, die Fraktion zur Zustimmung zu bewegen, selbst wenn den Sozialdemokraten von den bürgerlichen Parteien gestattet Wird, bei der Qlbftimmung über Len Panzerkreuzer sich der Stimme zu enthalten. Aber vor die schwierigste Entscheidung sieht sich doch die V o l k s p a r t e i selbst gestellt. Richt um des Steuerkompromisses selbst willen, sondern wegen der politischen Folgen. Mit dem finanzpolitischen Ergebnis wird sich die Fraktion — soweit die Dinge sich bisher überblicken lassen — vermutlich abfinden können. Sie hat nicht alles erreicht, aber doch das meiste. Sie hat neue Steuern verhindert, hat auch der Wirtschaft eine kleine Entlastung gebracht, dadurch, daß allen Betrieben gestattet wird, bei der Einkommensteuer die Verluste früherer Jahre anzurechnen. Sie hat weiter in Aussicht, daß im Herbst die Steuerskala sür die mittleren Einkommen auseinandergezogen wird. Sie muß sich hudem sagen, daß, wenn sie bei einem Rein bleibt, wahrscheinlich die übrigen Parteien sich zu einem Steuerkompromih zusammenfinden würden, der das Fliegen auf, im übertragenen Sinne kann man das auch abf die Musik anwenden. Der Inhalt der Musik lebt vom Transzendenten und Realen, aber auch ein Tonstück bedarf einer Form, einer Konstruktion, obwohl es zeit- und raumlos ist. Die Musk ist plastisch, aber nicht statisch, alles in ihr ist ein stets bewegtes Spiel lebendiger Kraft. Als solche unterliegt sie den Gesetzen der Natur und hat sich einzufügen in den ewigen Rahmen des Welt- aanzen. Es besteht wohl die Möglichkeit, sich die Naturkräfte dienstbar zu machen, sie sogar zum Teil zu beherrschen, niemals aber lassen sie sich aus- beben Aus diesem Grunde unterliegt auch der Musiker diesen Gesetzen, obwohl er Schöpfer und Er- inder ist. Er kann nicht über die Grundlagen der Natur hinausgehen, ohne dem Ganzen zu schaden. Wir legten damit eine organische Grenze fest. Wenn an Stelle der weisen Beschränkung das Zuviel tritt, und das Unmögliche an Stelle des Möglichen, wird die Musik ihres innersten Wesens beraubt Aus dem Geräusch entwickelte sich der Ton „nd damit die Musik. Die neue Musik scheint den Weg rückwärts gehen zu wollen. Damit aber hebt sie sich selbst auf! Und nun das Wesen der Musik, ihre innere, ethische Seite. . Was soll und kann Musik ausdrücken? Alles und nichts! Nichts in bezug auf die reale Einzelerscheinung, alles m bezug auf bie Ideen des Weltganzen, aus d,e Metaphysik des Lebens. Mit der gleichen Wahrhaftigkeit und ohne Umwege fagt uns die Musik das Tiefste und das .höchste. Auf dem ganzen Wege wird unsere Seele berührt durch die Musik, so nahe, roie uns das Wart kaum jemals kommen kann. Das einzelne inft sich auf im Gesamtbewußtsein eines höheren Daseins. Musik ist eine jenseitige Welt, im Diesseits enthalten, auch wenn wir es nicht suhlen. Und dieses Jenseits wird mit den Mitteln des Diesseits dargestellt, das ist das große Raste und die große Einfachheit zugleich, die in der Musik entha - ien ist Denn man „denkt' nicht Musik, man grübelt nicht dabei, man lauscht. Und aus diesem Lauschen und Auflösen der Seele erwachst uns die jen- seitige Welt. Das ganze Leben, laßt sich in Tonen ausdrücken, solange der Schöpfer die Idee Guter ch deren Blüte hinaufreicht ins xrans3eriueu^ den ^»8^. fuhtt „und^'m^ (fl^ sie die Ä M Ä I EinzeLing^ieht. MM läßt W nicht nut fanden fentanken Ser Finanzkommission, aus Juristen und aus Delegierten der Datenbanken bestehen sollte. Schon am nächsten Tag beschloß der Rat die Schaffung dieses Komitees, dessen Vorsitz Dr. Pospisil, der Vorsitzende des Finanz- komitees, übernahm. Dann wurde es vorläufig still um den Plan. Erst am 16. Wärz 1927 hörte die Oeffentlichkeit wieder etwas von dem ganzen Projekt; an diesem Tag ergingen nämlich die Einladungen für eine Konferenz, die am 23. 3uli 1927 in Genf stattfand. Dort wurden keine wichtigen Beschlüsse gefaßt. Die Konferenz nannte sich zunächst vorsichtshalber nur »Studienkomitee". Ihre dringendste Aufgabe sah sie darin, sich in zwei Llnterkommissionen zu spalten, deren eine aus den Vertretern der Danken und deren andere aus Juristen bestand. Eifrig wurde debattiert, vorgeschlagen und verworfen. Endlich schien man sich geeinigt zu haben, aber die Beschlüsse der i Studienkommission wurden dem Dölkerbundsrat I erst vier Monate später, am 10. Dezember 1927, unterbreitet. Die Denkschrift dieser Kommission | wird nun die Grundlage der Vereinbarungen bilden, die jetzt angenommen werden sollen. Der Völkvrbundsrat brauchte nun weitere zwei Monate zum Studium des Berichts; erst am 6. Dez. 1927 kam er dazu, die Einberufung der internationalen Konferenz zu beschließen. Um nun bei keiner Regierung anzustoßen, wurden die Richtlinien der Studienkommission den Notenbanken aller Länder mitgeteilt, und auch die einzelnen Regierungen wurden informiert, um etwa entstehende Bedenken äußern zu können. Erst als man aus den meisten Ländern Zustimmungserklärungen erhalten hatte, glaubte man, die Konferenz veranstalten zu dürfen. Hoffentlich nimmt die Ratifizierung der Konvention nicht ebensoviel Zeit in Anspruch! 3m Gegensatz zu anderen Staaten wird Deutschland nicht erst eine neue Zentralstelle zur Bekämpfung des Falschgeldwesens schaffen müssen, da diese schon seit einer Reihe von Jahren besteht. 3n enger Zusammenarbeit mit der Falschgeldabteilung der Reichsbank und den internationalen Polizeistellen ist der deutschen Zentralstelle schon manch guter Fang geglückt. Bevor der Dölkerbund die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit erkannte, hat man sie in Deutschland praktisch erprobt. Dem deutschen Dezernat wurden nicht nur gefälschte deutsche Noten, sondern auch ausländische Nachahmungen übergeben, und von Berlin aus wurden oft die ausländischen Regierungen gewarnt. Die deutsche Zentralstelle besitzt heute eine Art von Münzmuseum denn von jeder Fälschung, die dort eingeliefert wird, behält sie ein Exemplar zurück, das in einer Kartothek registriert wird. Mit diesem Verzeichnis können die Beamten feststellen, in welchen Gebieten die gleiche Fälschung bereits aufgetaucht ist. Dadurch gewinnt man wertvolles Material zur Verfolgung der Falschmünzer, denen man nachweisen kann, daß sie nicht — wie sie fast immer behaupten — nur einzelne Geldstücke, sondern größere Mengen gefälscht haben. stattfindende Sportfest des Bezirkes, bas auf den 9.3unt festgelegt ist. vorbereitet werden soll. Arbeiier-Tuni- und Sporibund. Dieseck I — Heusenstamm I 0:8. Der Spchenführer der Tabelle, Heusenstamm I, weilte zu seinem letzten Spiele um den Aufstieg am Sonntag in Wieseck. Rach Spielbeginn sah man sofort ein flottes, offenes Spiel. Wohl trat die technische und taktische Ueberlegenheit der Gäste mehr und mehr zutage, jedoch dauerte eS eine volle Viertelstunde, bis es dem flinken Rechtsaußen gelang, eine prachtvolle Flanke zum ersten Tor für seine Farben zu buchen. Wenige Minuten später lenkte ein Verteidiger der Einheimischen einen Strafstoß durch Kopfball über den herausgelaufenen Tormann aum zweiten Tor ein. Wiesecks Hüter ließ kurz darauf den Ball Mm drittenmal passieren. Bei Halbzeit führte Heusenstamm bereits 4:0. Rach Seitenwechsel patte Wieseck nicht mehr viel zu sagen, außer einigen Durchbrüchen, die aber imrfter von der ballsicheren Verteidigung der Gäste in Ruhe abgewehrt wurden. Der Sturm des Gegners ver- stand e» aber, in prachtvollem Spiel dem Hüter der Einheimischen noch viermal das Nachsehen zu geben. So mußte Wieseck sich am Schlüsse mit ö:O geschlagen bekennen. Lollar I — Naunheim I 0:2. , hatte am Sonntag zum ersten Serienspiel Naunheim I auf eigenem Platze zum Gegner. Naunheim trat mit einer stark verjüngten Elf auf den Plan, so daß man schon sicher auf einen Sieg Lollars riet. Der Spielbeginn zeigte jedoch, daß Naunheim mit feiner Umstellung einen günstigen Griff getan hatte. Wohl drückte Lollar manchmal beängstigend, es konnte aber nicht verhindern, daß die Gäste bald in Führung gingen. Auch die schärfere Spielweise hinderte nicht den zweiten Erfolg, und so mußte Lollar trotz aller Anstrengungen beim Schlußpfiff des Unparteiischen mit obigem Resultat den Gästen die Punkte überlassen. Heuchelheim I — wehlar I 2:1. 3n Heuchelheim standen sich diese beiden Gegner gegenüber. 3n flottem, scharfem Spiel, in dem beide Tore gefährliche Besuche bekamen, gelang es keiner Partei, vor Seitenwechsel etwas zu erreichen. Nach Halbzeit ging Heuchelheim mehr aus sich heraus und konnte bald in Führung gehen. Kurz darauf erzielte es sein zweites Tor. Nun wachte Wehlar auf und lag ständig im Angriff. Ein Elfmeter brachte Wetzlar fern einziges Tor. So konnte Heuchelheim mit viel Glück die beiden ersten Punkte behalten. Großen-Linden I — Gießen! 1:4. Gießen Kreisklasienmannschaft- trug in Großen- Linden ein Pslichtspiel aus. Gießen, das das Spiel nicht ernst nahm, trat mit Ersatz an. Bald nach Anstoß merkte man jedoch, daß auch Grohen- Linden gegen stärkere Gegner zu spielen versteht. Obwohl Gießen technisch überlegen war. glichen die Einheimischen dies durch stärkeren Eifer aus. Gießen ging bald in Führung, aber ebenso schnell glichen die Einheimischen aus. Bei diesem Stande blieb es bis Halbzeit. Nach Seitenwechsel drückte Gießen mehr und mehr. Ein Selbsttor brachte ihnen bald wieder die Führung, dem kurz darauf das dritte Tor focg.e. Nun wachten die Einheimischen wieder auf, tonnten jedoch nichts mehr erreichen, während Gießen seine Torzahl auf vier erhöhte. CeunI — Rodheim I 2:0. Vach einem recht schar,en opiel, in dem beide Dore öfters in gefährliche Bedrängnis geriet-..!, konnte Leun als glücklicher Sieger das Felo verlassen und die ersten Punkte für sich buchen. Odenhausen — Hachborn 1:5. 2lm Souncag ua,cn fup oeioe Gegner zum Serienspiel. Odenhausen als Neuling des Ar- beiter-Turn- und Spvrtbundes lieferte ein gleichwertiges Spiel. Die Gäste konnten in der 20. Minute den ersten Treffer einsenden. Kurz darauf glich der Mittelstürmer von Odenhausen durch einen scharfen Schuß aus. Nach Halbzeit legten die Gäste stark los und in einem kurzen Abstand fielen die 5 Tore. Die übrigen Spiele. Auch Oppenrou tonnte mit einem 2:0°Sieg über Staufenberg die ersten Punkte mit nach Hause nehmen. Amerh war jetzt unbemerkt zu ihm getreten, und auf eine nahe Anhohe deutend, sagte er lächelnd: „Gleich morgen fahre ich da hinauf, lieber Eggenbrecht. Sehen Sie, ganz da droben links das große, weihe Haus ist das Kinderheim, wo 3hr kleines Mädelchen gut aufgehoben sein wird." Hans»3örg folgte unwillkürlich Amerys Blick, und bei dem Anblick des Hauses auf der Höhe überkam ihn plötzlich wieder die eigentümliche, sehnsüchtige Unruhe. „3ch komme mit Ihnen, bester Amery!" sagte er schnell. „Nein, nein, lassen Sie mich den alten Doldenkamp erst einmal allein aufsuchen. Geht alles gut. bringen wir dann schon am Nachmittag Ihren kleinen Liebling hinauf auf den stlllen Derg» frieden. Ich denke, daß Sie dann beruhigt und völlig ohne Sorgen ab reisen werden." Eggenbrecht antwortete nicht und starrte noch immer unverwandt auf das stille, weiße Haus da oben, bis der Dampfer eine Wendung machte und es seinen Dlicken entschwand. »Ah right!" begrüßte Amerh am nächsten Mittag seinen bereits ungeduldig wartenden Freund. „Es ist alles in schönster Ordnung. Der alte Doldenkamp ist zwar ein wenig llapprig Und wunderlich geworden, aber dafür habe ich in die herrlichsten deutschen Frauenaugen gesehen, die es wohl überhaupt geben kann. Märchenaugen sind es, tief, treu und wahrhaftig. Sie gehören Der wunderschönen deutschen Schwester Drigitta an, die das Kinderheim leitet." „Drigitta?" fragte Eggenbrecht zusammen - zuckend. „Wie seltsam. Amerh! Isa rief in ihrer Todesstunde, daß ich ihr Kind Drigitta bringen sollte. Freilich meinte sie damit Drigitta Hollermann, ihre Schwester. Nehmen wir es als ein gutes Omen für meine Reise." -Na, also, lieber Freund, endlich leuchten Ihre Augen wieder einmal wie in alten Zeiten. Diese Drigitta wird ihnen wohl ebenso gut wie Brigitta Hollermann gefallen. Herrgott, ich wünschte, ich wäre ein Dabh, um mich von ihr betreuen zu lassen. Das liebe Madel hatte Tränen in den Augen, als ich ihr erzählle, daß ich ihr heute nachmittag ein lleines mutterloses, deutsches Mädelchen von wenigen Wochen brächte." >>®ie machen mich direkt neugierig, lieber Ame- ri>.u antwortete Eggenbrecht gedankenverloren. (Schluß folgt) Turnen, Sport und Spies. Iugendopferiag des W. S. V. Gau Gießen-Wetzlar — Gau Marburg 2:2. 1. Jugend v. f. V. — 1. Jugend Dillenburg 3:0. Trotz des wenig einladenden Wetters hatten sich zu den Jugendopferiagsspielen am Sonntag doch rund 800 Zuschauer auf dem Waldsportplatz einge- funden, die wohl sämtlich von dem gebotenen Sport befriedigt gewesen sein dürften. Schade daß das Spielfeld durch den Schneefall in einer so schlechten Verfassung war; die Leistungen der Spieler waren bei gutem Boden noch entsprechend bessere gewesen. Die Aufstellung der beiden Gaumannschaften lautete: Gießen-Wetzlar: Tor: Dingel (23. f. 23.), Verteidigung: Denner I. und Denner II. (Sportverein); Läuferreihe: Hausrats Henrichs und Henrich (alle V.f.B.), Sturm: Balser, Böttiger, Haupt, Fehling u. Kleinke (alle V.f.B.l; Marburg: Tor: Schmidt (Germania), 23erteidigung: Merlau (Germania) und Naumann (Ockershausen), Läuferreihe: Happ (Germania), Berndt und Pfeil (beide V. f. B.- Kurhessen), Sturm: Böttner, Fischer (V. f. D.-Kur- Hessen), Diefenbach (Ockershausen), Adorf und Wag- ner (Germania). Allgemein hielt man die Gäste-Elf als stärker und sprach ihr deshalb auch die größeren Siegesaussichten zu. Es waren sogar nicht wenige, die ihr einen sehr hohen Sieg voraussagten. Um so größer war dann die Ueberraschung, die der Spielverlauf brachte. Etwas weniger Pech auf der Seite Gießen-Wetz- lars, und Marburg hätte mit einer empfindlichen Niederlage den Heimweg antreten können. Daß es nicht so kam, war nicht das Verdienst der Gäste, die durchaus nicht als schlecht bezeichnet werden dürfen, sondern tatsächlich ein ausgesprochenes Schubpech der einheimischen Stürmer, die zusam- men nicht weniger als fünfmal an die Torlatte schoflen. Der gegnerische Angriff war bedeutend glücklicher, obgleich er auch einen Lattenschuß ver- zeichnen mußte, da er durch die beiden Eigentore des Tormanns und des Mittelläufers zu zwei billigen Erfolgen kam. In der Gesamtleistung war Gießen-Wetzlar ohne Zweifel besser, fein Zuspiel war genauer, der Aufbau seiner Aktionen durch- dachter und diese planmäßiger und vor allem ein- heitlicher durchgeführt. Dagegen fehlte es bei Marburg stark am nötigen Zusammenhang, seine Spieler, einzelne recht gut, fanden sich nur selten zu einer Einheit zusammen. Der Spielverlauf war vom Anfang bis zum Schluß sehr interessant und ergab eine Menge span- nender Momente. Trotz des schweren Bodens wird beiöerfeits von vornherein stark auf das Tempo gedrückt. Die Einheimischen finden sich sehr bald und sind etwa zwanzig Minuten leicht feldüberlegen, ohne zählbare Erfolae erzielen zu können. In dieser Zeit hülle das Resultat bereits 2:0 für Gießen- Wetzlar lauten können, wenn die Querlatte es nicht verhindert hätte. Ein Strafstoß, vom Halbrechten der Platzelf scharf und placiert geschossen, ergibt das Führungstor für diese. Marburg gleicht bald bar- auf durch Eigentor des Schlußmanns der Hiesigen, der einen von rechts exakt hereingegebenen Eckball selbst ins Tor drückt, aus. Gießen trägt wieder eine Reihe forscher Angriffe vor, fein Sturm zeigt sich aber schußunsicher und verpaßt einige gute Gelegen- Heiken. Wieder ist die Torlatte zweimal im Weg. Erst ein Strafstoß, ebenfalls vom Halbrechten verwandelt, ergibt erneut die Führung für Gießen, deren es sich jedock nicht lange erfreuen kann, da die Gäste durch ein Eigentor feines Mittelläufers zum zweitenmal zum Ausgleich kommen. Nach der Pause das gleiche Bild. Bei leicht überlegenem Feldspiel Gießen-Wetzlars wechselnde Angriffe und Heraus- arbeitung zahlreicher Torchancen beiderseits, ohne daß etwas am Resultat geändert wird, obgleich sowohl die eine, wie die andere Stürmerreihe, die der hiesigen Mannschaft etwas mehr, oft Gelegenhell hierzu hat. Daß Gießen-Wetzlar beim Stand von 2:2 einen zugesprochenen Elfmeter und damit den sicheren Sieg verschenkt, ist eine schöne Geste, die den Charakter des Treffens unterstreicht. Der Kampf bleibt durch den raschen Wechsel der Situationen stets interessant und endet mit dem für Marburg glücklichen Resultat von 2:2. Der Gau Gießen-Wetzlar darf auf die hervor- ragende Leistung seiner Elf, die sich dem spielstarken Gegner überlegen gezeigt hat, stolz sein. Beiden Mannschaften gebührt ein Gesamtlob für den trotz widriaer Bodenverhältnisse gezeigten guten Sport und für ihre Fairnis, mit der sie das an jeden Spieler große Anforderungen stellende Spiel durch- führten. Schiedsrichter Spetf harbt (V. f. B.) leitete korrekt und sicher. Dem Treffen voraus ging eine Begrüßung ber Mannschaften burch ben Gau- vorstanb, womit gleichzeitig eine befonbere Ehrung des ältesten mikwirkenben Spielers, R. Kleinke (23. f. S. Gießen), oerbunben würbe. • Dor dem Spiel der Aktiven standen sich die ersten Jugendmannschafken vonV. f. B. und Dillenburg gegenüber. Auch hier wurden trotz ber schlechten Verfassung bes Spielfelbes an- sprechenbe Leistungen gezeigt. V. f. D. ftanb in stark oeränberter Aufstellung, die sich aber gut bewährte. Seine Spielweife war routinierter als die Dillen- burgs, bas in ber Verteidigung seine Stärke hatte. Das Resultat von 3:0 für V. s. B. entspricht dem Spielverlauf. Spielvereinigung 1900 Gießen. 5. 1900s' zweite Iugenbelf weilte am Sonntag als Gast bei der ersten Iugendrnann- schaft oeS Sportvereins Lollar und brachte einen 4:1 Sieg mit nach Hause. Ueberraschend ist der 2:0 Sieg der ersten Schüler elf über die gleiche Mannschaft des Vereins für Bewegungsspiele Friedberg, zumal das Spiel auf dem unbekannten Platz in Friedberg stattfand. Die Neulinge in der blauweihen Els bewährten sich recht gut und hatten mit den Hauptanteil an dem schönen Sieg. Handball der O. T. 1. GaugruppenmeiNerfchaft im 9. kreis ber D. I. Io. Frankfurt a. M.-Nieberrab — To. Grotzen-Bufeck 9:0 (4:0). Der nach Ansicht bes Kreisprefleverireters augenblicklich stärkste Verein des Maingebiets konnte den Gau-Heflenmeister mit klarem Klassenunterschied schlagen. Die oberhessische Mannschaft fand sich nach der neunwöchigen Spielpause schlecht zu- sammen, so daß die Ueberlegenheit Niederrods nur im Spielaufbau bestand. Im Einzelkampf waren sich die Spieler beider Seiten gleichwertig. Gegenüber der sicheren Arbeit ber Niederraber Verteibi- gung konnte sich der Gästesturm nicht entfalten, hatte aber trotzdem zwei sichere Tore erzielen können. Die 23erteibigung war dem Rotationsspiel des gegnerischen Snnentrios nicht gewachsen, im Gegensatz zur Läuferreihe, die eine ihrer besten Leistungen zeigte. Tv. Vorwärts Cangeu I. — To. v. 1846 I. 1:3 (1:3). Diese Mannschaften standen sich am Sonntag auf dem älniversitätsspielplatz gegenüber. Mit der Verpflichtung von Langen hatte 1846 gut gewählt. Die Mannschaft zeigte ein recht beachtliches Können und war ein sehr ritterlicher Gegner. Anscheinend waren die Gäste den schweren Boden, der noch dazu völlig aufgeweicht war, nicht gewöhnt. Sie konnten das schnelle Tempo, daS sie anfangs vorlegten, nicht durchhalten und waren genötigt, die letzten 20 Minuten nur mit 10 Mann zu spielen, da ein Spieler wegen Verletzung ausscheiden mußte. 1846 spielte sehr eifrig, und dieser Eifer ließ sie auch das Spiel gewinnen. Technisch war besonders der Sturm dem Gegner nicht gewachsen. Zwar sah man gute Einzelleistungen, doch die Zusammenarbeit ließ viel zu wünschen übrig. Die Angriffe bauten sich gu primitiv auf, so daß die gegnerische Deckung, besonders in der zweiten Halbzeit, alle Torgelegenheiten vereitelte. Die Hintermannschaft war wie immer gut und hielt den gefährlichen ßange- ner Sturm jederzeit im Schach. Das Spiel war ziemlich ausgeglichen. Alle Tore fielen in der ersten Halbzeit. Da Langen später nur noch zehn Mann im Felde hatte, wurde Gießen überlegen, doch kam der Sturm zu keinem Erfolg mehr. Schiedsrichter Langsdorf von Bad-Nauheim leitete einwandfrei. Oie deutschen Meisterschaften im Zechten wollen in diesem Jahre die D. T. und der Deutsche Fechterbund vom 10. bis 12. Mai gemeinsam in Stuttgart au« tragen. OeuischeZugendkrastBezirkOberheffen Die Deutsche Iugendkraft (DIK.), zusammengeschlossen im Reichsverband für Leibesübungen in katholischen Vereinen, hält für den Bezirk Oberhessen, den zur Zeit die Abteilungen in Dießen, Marburg und Wetzlar bilden, am 21. April in Gießen einen Führerkursus ab. Verbunden mit diesem Führerkursus ist eine Bezirkstagung, auf der das in diesem Jahre in Wetzlar Sportverein 1928 Sarbenteich. Die für vorigen Sonntag angesagten Gesellschaftsspiele des Sportvereins 1928 Garbenteich gegen den Fußballklub Großen-Buseck und V.f.R. Lich kamen wegen Spielverbots des W.S.V. infolge Anordnung deS IugendopfertageS nicht zum Aus trag. Oie Liebe derBrigitta Hollermann Vornan von Elisabeth Ney. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale). 25 Fortsetzung. Nachdruck verboten. SS war vier Tage vor Doktor HanS-Iörg Eggenbrechts Abreise nach der alten Heimat. Er hatte an diesem Tage mit Amery, der inzwischen aus Hongkong zurückgekehrt war, eine mehrstündige Autofahrt gemacht, und schlenderte nun langsam zu Fuß der Villa von Salden zu. Da stand plötzlich und unvermittelt Doktor Schmidtborn vor ihm. „Dem Himmel sei Dank, daß ich Sie endlich treffe!“ rief er aus. »Was gibt eS, lieber Kollege, ist etwas passiert?" fragte Eggenbrecht bei dessen ernster Miene, von nervöser Unruhe befallen. „Geht es meinem Kinde nicht gut?" .Rein, Eggenbrecht, das Kind ist gesund: aber leider ist es ebenfalls eine traurige Nachricht die ich Ihnen überbringen muh. Ich suche Sie schon feit heute mittag. Frau von Salden ist Plötzlich ernstlich erkrankt." Eggenbrecht erbleichte. „Erkrankt, nicht möglich!" rief er erschrocken. -Doch heute früh verließ ich Frau Ri in strahlender Frische." „Wir haben bereits seit einer Woche einzelne leichtere Cholerafälle in der Kolonie," antwortete der Arzt mit eigentümlicher Betonung. Doktor Eggenbrecht prallte zurück, denn er hatte mit einem Schlage die furchtbare Wahrheit erfaßt. „Frau von Salden ist —", stammelte er tonlos. »Ja, allerdings, sie ist an Cholera erkrankt," sagte Schmidtborn ernst. „Gott sei Dank handelt es sich scheinbar um einen ganz leichten Fall: doch ist es ratfam, wenn Sie das Haus nicht mehr betreten.“ „Das Kind!" rief Eggenbrecht mit vor Todesangst bebender Stimme. „Es ist bereits mitsamt der Amme im deutschen Krankenhause. Ich veranlaßte dies alles sofort Wir können nichts tun, als abwarten." es „Wir wollen eS nicht hoffen, bester Eggenbrecht. Doch kommen Sie, eS hilft Ihnen nichts anderes, wir müssen Sie ebenfalls auf mindestens acht Tage in Quarantäne stecken. Auch Herr von Salden ist bereits als verdächtig isoliert worden. Für tüchtiges Pflegepersonal an Frau Ris Krankenlager ist bereits gesorgt. Ich selbst übernehme heute die Nachtwache." „Kann ich Ihnen nicht helfen, lieber Dchmidt- bom?" „Olein, lieber Freund. Denken Sie jetzt um Ihres Kindes willen nur an sich, dies ist Ihre nächste Pflicht, und eilen Sie sofort, um dort nach dem Rechten zu sehen." „Herrgott, meine Reise: in vier Tagen geht der Dampfer!" rief Eggenbrecht bestürzt. „Sie muh natürlich vorläufig unterbleiben, lieber Kollege. Verteufeltes Pech nennt man das. Doch auf Wiedersehen, ich muh zur Kranken zurück." Der Arzt eilte davon, und HanS-Iörg Gggen- brecht rief nun hastig ein Auto herbei, daS ihn aus schnellstem Wege zum Krankenhause brachte. Diesmal verfuhr das Schicksal gnädig mit ihm. Wenn er auch seine Sehnsucht, die ihn zur Reise nach Europa drängte, bezwingen muhte, so hatte er doch wenigstens die große Freude, daß sein Kind von der furchtbaren Krankheit verschont blieb. Er selbst und auch von Salden wurden schon nach acht Tagen von der Quarantäne befreit. 2ti von Salden schwebte indes lange zwischen Leben und Tod, bis dann doch endlich eine Besserung in ihrem Zustand eintrat, die für ihr Auskommen hoffen ließ. Doktor Eggenbrecht bewohnte einstweilen mit von Salden, dem Kind und der Amme wieder seine eigene Villa. Eines Tages aber riet ihm Doktor Schmidtborn ernstlich, der sich immer mehr häufenden Cholera- fälle toegen, Schanghai zu verlassen und einstweilen nach Hongkong überzusiedeln. Eggenbrecht besprach sich daraufhin mit seinem Freunde Amery. „Thunderstorm!" ries dieser da, plötzlich auf* springend, aus. „Da fällt mir etwas ein. Wir haben doch in Hongkong ein deutsche« Missionshaus. dem ein tadellos geleitetes erstklassiges Kinderheim angegliedert ist. Wenn Sie Ihre Reise Gleich darauf trennten sich die Freunde. Und am nächsten Morgen reiften Hans-Jörg Eggenbrecht in Amerys Begleitung mit Kind und Amme nach Hongkong. Die Reise verlies ohne jeden Zwischenfall. Je mehr man sich dem Ziele näherte, desto nervöser wurde Eggenbrecht. Ein ihm selbst unerklärliches, eigentümliches Gefühl bemächttgte sich seiner, als der Dampfer „Dritania" langsam durch die kleinen Insel- S'Uppen glitt, Die dem eigentlichen Hafen von ongkong vorgelagert waren Mit einem Schlage erstand der Tag seiner Abreise nach Schanghai wieder vor seinem geistigen Auge: damals, als Frau Ri geschrieben hatte, daß Isa ein Kind erwarte. Mit wieviel Hoffnungen war er an diesem Tage heimgekehrt, und nun war alles so ganz anders gekommen! lind wieder wie damals sah er das Bild ‘-Brigitta Hollermanns vor sich auftauchen; jenes süße, blasse Gesichtchen das ihn auf der Heimfahrt zu Isa ständig verfolgt hatte. Heute wehrte er sich nicht mehr dagegen heute gedachte er ihrer in bittersüßen, angstvollen Ge- fühlen Wo mochte sie jetzt augenblicklich weilen? In wenigen Tagen trat er endlich die Fahrt an, die ihm Gewißhett in feiner Qual um sie bringen I wurde. | „Entsetzlich^ wenn es angesteckt wäre; ich sah, I nicht mehr länger verschieben wollen fo bringen tote 5rau Ri eS noch heute morgen im Arme Sie doch die Kleine in diesem Heim unter. Wie ®ie — I ich kürzlich hörte, ist dort eine deutsche Schwester bie Leiterin. Das Haus liegt auf einer Anhöhe von Hongkong in bester, reinster Lust, die dem Kind am zuträglichsten sein kann. lleberlegen Sie sich doch einmal meinen Vorschlag." „Amerh, Sie sind wirllich unbezahlbar. Was gibt es da noch lange zu überlegen. Ich werde alles zur Abreise veranlassen Schon morgen früh verlassen wir Schanghai." „Recht so, lieber Freund; und wenn Die nichts dagegen haben, so begleite ich Sie, da ich Herrn Missionar Doldenkamp, der ebenfalls ein Deutscher ist, schon seit Jahren sehr gut kenne." „Dank, lieber Amerh. Was konnte mir lieber sein als Ihre Begleitung. Diesen Liebesdienst werde ich Ihnen nicht fo leicht vergessen." Amery wehrte lächelnd ab, und sagte: „Christenpflicht, lieber Eggenbrecht; ich tue gern." Sprechstunden der Redaktion 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Wieset Jugend und Gießen Jugend lie* forten sich in Wiefeck ein schönes Spiel. Bei Halbzeit führte Gießen 3:1. Dis Schluß glich Wiefeck beim Stande 4:4 aus und hätte mit etwas mehr Glück den Sieg redlich verdient. Niedergirmes 1 überlieh die beiden Punkte kampflos der zweiten Wiesecks. Das Spiel Gießen Ib gegen Alsfeld I. kcun ebenfalls nicht zum Austrag. Dadurch kam Gießen billig zu den ersten Punkten. völlig beherrscht. Sonst gibts ein Hinfallen ohne Ende. Das größte Glücksgefühl liegt freilich in der Schußfahrt in tiefer Hocke. Der Läufer hockt dicht über den Ski. Das verleiht ihm eine ungewöhnliche Sicherheit. Den Steilhang geht's hinunter in rasender Fahrt. Freilich kann man ich derartiges nur in einem Gelände leisten, das man genau übersieht. Ein Jubel geht durch die "Reihen der Ski- Gemeinde, wenn für den morgigen Tag eine Bergtour am schwarzen Brett verzeichnet steht. Wenn's sein muh, schickt der Weister am Abend zuvor rücksichtslos seine Zöglinge rechtzeitig ins Bett. Denn, wie gesagt, der Skilauf und nichts anderes regiert die Stunde. Damit soll nicht gesagt sein, daß nicht dann und wann ausgelassener Zunftbrauch die Ski-Genossen unb_ Genossinnen bis spät in die "Rächt hinein fröhlich vereint. Aber das sind Ausnahmen. An dem Eifer, mit dem in der Frühe die Ski gerichtet und mit Steigwachs oder Fellen versehen werden, merkt man gleich, daß heute etwas besonderes los ist. Bald sieht man die lange Kolonne, voran den Meister, einer hinter dem andern gipfel- auf genommen mürbe. Gegenüber der gestrigen Abende börfe waren bei der bestehenden Abgabeneigung überwiegend Rückgänge bis zu 2 v.5). zu verzeichnen. Don Elektro werten eröffneten Thadc- Aktien 2,50 Mark. Licht 8- Kraft und Gesfürel je 2 v. .h., Siemens 2,5 o.ch., Bergmann und AEG- je 1,5 o.ch. schwächer. Schuckert dagegen behauptet. Am Farbenmarkt waren I.-G.-Farben 2,5 v. H. niedriger. Besonders stark gedrückt waren Deutsche Linoleum minus 4,5 o. f)., und von internationalen Aktien Svenska mit minus 5 Mark. Montanwerke uneinheitlich. Bei Mansfelder, Phönix und Köck- ner gingen die Verluste nur bis zu 1,25 v. ch. 3n tereffe bestand dagegen bei plus 1 o. ch. für Mannesmann, ebenso Bereinigte Laurahütte. die schon an der gestrigen Abendbölle erheblich gesteigert waren, plus 1 o. $). Gelsenkirchen gut behauptet. Bankwerte fast gefchäftslos und leicht nachgebend. Don Schiff- fahrtswerten lagen Hapag etwas höher, dagegen Rorddeutflk-er Lloyd zur ersten Notiz eine Kleinigkeit niedriger. Eine Ausnahme machten Kaliaktien. Der gesteigerte Kaliabsatz hatte eine Aufwärtsbewegung in diesen Papieren zur Folge. Salzdeffurth konnten bei lebhaftem Geschäft 8 v. H., Aschersleben 5 v. S). und Westeregeln 5,5 v. S). anziehen. Auch Autoaktien und von Zellstoffwerten Waldhof etwas gefragter. Renten still. Deutsche Anleihen leicht nachgebend. Im Verlaufe wurde es freundlicher, und das Geschäft konnte sich etwas lebl-aster gestalten. 3m Vordergründe des Interesses standen Elektro- aktien. Die meisten Werte dieses Marktes konnten bis 2,5 0.5). anziehen. J.-G.-Farben schlossen sich der Aufwärtsbewegung nur zögernd an und gewannen 0,75 v.ch. Auch für Kaliaktien bestand immer noch Nachfrage, und Aschersleben und Westeregeln zogen erneut bis 1,5 v. 5). an. Auch die übrigen Märkte profitierten von dieser Bewegung. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 v. .h. etwas gefugter. Am Devisenmarkt lagen Devisen Mailand und Madrid weiter schwach. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2065, gegen Pfund 20,4660, gegen Paris 124,23, London gegen Kabel 4,8545, gegen Mailand 92,87, gegen Madrid 32,65, gegen Holland 12,10. Mrffch-st. Oie Reichsbank Anfang April. Der Ausweis der Reichsbank vom 6. April zeigt in der verflossenen Bankwoche einen Rückgang der gesamten Kapitalanlage in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 99,1 Will, auf 2481,8 Mill. Mk. Im einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 147,4 Will, auf 2148,4 Will. DHL, unb die Lombardbestände um 38,5 Will, auf 96,5 Mill. Mk. abgenommen, während der Bestand an Reichsschatzwechseln um 86,8 Mill, auf 143,8 Mill. ML angewachsen ist. An Reichsbanknoten uni Rentenbanl- scheinen zusammen sind 413,5 Mill, in die Kassen der Dank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 375,3 Mill, auf 4446 7 Mill. Mk., derjenige an Rentenbankschei- nen um 38,2 Mill. ML auf 465,5 Mill. Wk. ver- ringert. Unter "Berücksichtigung, daß in der De- richtswoche Rentenbankscheine in Höhe von 12,5 Mill. Wk. getilgt worden sind, sind die Destände der Reichsbank an Rentenbankscheineu auf 37,3 Mill. Mk. angewachsen. Die fremden Gelder »eigen mit 668,5 Mill. Mk. eine Zunahme um 190,4 Mill. Wk. Die Destände an Gold und deckungsfähigen Devisen zusammen haben um 105,4 Mill, auf 2613,2 Mill. DHL. im einzelnen die Goldbestände um 103,2 Mill, auf 2579,5 Mill. ML und die Destände an deckungsfähigen Devisen um 2,3 Mill, auf 33,7 Mill. Mk. abgenommen. Dei der Höhe der Rotenrückflüsse zeigte die Deckung der Roten durch Gold allein trotz der Goldabgabe eine Zunahme von 55.6 Prozent in der Dorwoche auf 58,0 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 56,4 Prozent auf 58,8 Prozent. • Die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen. 3m Februar belief sich der Stand der Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen auf 7652,4 Millionen Mark gegen 7413,9 Millionen Mark Ende Januar. • Kaiser-Friedrich-Quelle, QI.*®.. Offenbach a. M. Die G.-D. genehmigte den Abschluß mit 15 (i. D. 10) Prozent Dividende auf die Stammaktien. Ferner wurde eine Kapitalerhöhung um 250 000 Wk. auf 1 Mill. ML Stammaktien beschlossen. Das Dankhaus Herzfeld & Co. in Hannover übernimmt die neuen Aktien zu 105 Prozent mit der Verpflichtung, sie den alten Aktionären im Verhältnis 3:1 zu 110 Vrozent anzubieten. • Deutsche Spiegelglas A. G. Der Abschluß weist nach 115 000 (72585) Mk. Abschrei, bangen einen Tleberschuß von 288 000 (239 496) Mark aus. Der Aufsichtsrat schlägt eine erhöhte Dividende von 6 (5) Prozent vor. Das Geschäftsjahr 1928 hat eine nicht unbeträchtliche Steigerung des Umsatzes gebracht, die sich gleichmäßig auf das In- und Ausland verteilt. Laut Dilanz sind 400 000 Wk. neu investiert worden. Die geldliche Lage der Gesellschaft ist nach wie vor liquide geblieben. Für das laufende Jahr hat sich dos Geschäft bis jetzt be- friedigend angelassen. Der Auftragseingang zeigt in den ersten drei Monaten einen weiteren stetigen Ausstieg. _r • Julius Derger, Tiefbau-A. -G., Berlin. Der Aufsichtsrat beschloß, die Verteilung einer Dividende von wieder 20 Prozent in Vorschlag zu bringen. Rindermarki in Gießen. Der Austrieb zum heutigen Rindermarkt in Gießen betrug 1043 Stück Jung- und Großvieh und 189 Kälber. Der Handel war lebhaft, so daß fast kein Ueberstand verblieb. Es wurden bezahlt: für Kühe 1. Qualität 600 bis 700 Mk., 2. Qualität 350 bis 500 Mk., 3. Qualität 200 bis 250 Mark: Schlachtkühe 150 bis 350 ML: Rinder, ein bis zweijährig, 120 bis 250 Mk. das Slück; Kälber je Pfund Lebendgewicht 55 bis 70 Pf. Bessere Tiere erbrachten Preise über Rotiz. Frankfurter Börse. Berliner Börse. Berlin, 9. April. Die Unsicherheit des heutigen Dormittagsverkehrs übertrug sich auch auf den offiziellen Dörsenbeginn. Die ersten Kurse zeigten keine einheitliche Tendenz, neigten aber überwiegend zur Schwäche. "Veränderungen von mchr als 2 Prozent nach beiden Seiten waren jedoch selten. Das Geschäft bewegte sich m ruhigen Dahnen, und Orders trafen bei den Danken nur spärlich ein. Die Spekulation neigte zu Glattstellungen, da die schwache Deranlagung der meisten Märkte verstimmte. Auch Svenska, Maximilianshütte und Derger. letztere wohl auf Grund enttäuschender Rachricht, daß keine Kapitalerhöhung geplant sei, schwächer. Dagegen erhiell sich Interesse für Schuckert. und es schienen weitere Tauschoperationen am Glektromarkt vorgenommen zu sein. Auch Sarotti waren um 2.75 Prozent erholt. Elektrische Lieferung lagen in Rachwirkung des guten Abschlusses 2 Prozent fester, bei "Bergmann regte die flüssige Bilanz an ohne daß aber der Kurs eine wesentliche Deränderung erfuhr. Mit Interesse wurden Einzelheiten über die heutige General-Dersammlung der Danatbank erwartet. Besonders eine Wahl Dr. Fritz Opels in den Aufsichtsrat würde tue Beziehungen dieses Unternehmens zur Autoindustrie stark befestigen. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer gefchäftsws. Pfandbriefe wenig verändert. Der Geldmarkt war unverändert. Tage-- gelb 6 bis 8 Prozent, Monatsgeld 7.5 bis 8 5 Prozent. Rach den ersten Kursen wurde die Stimmung allgemein etwas freundlicher. Spritwerte lagen bis zu 10 Prozent höher im Zusammenhang mit der gefallenen Biersteuer, auch Kaliaktien zogen bis zu 10 Prozent an. Kurst- 1 eidenwerte gewannen bis zu 6 Prozent. Die übrigen Papiere unter Führung von Siemens und R. W. E. bis zu 3 Prozent höher. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. W., 9. April. (Drahtbericht des .Gieß. Anz.") Das Geschäft am heutigen Produktenmarkt konnte sich infolge der festeren nordamerikanischen Meldungen etwas beleben. Die Grundstimmung blieb nach wie vor zurückhaltend. Umsätze kamen kaum zustande. Für Drot- getreibe, namentlich für Weizen, herrschte etwas regere Rachfrage, so daß die offizielle Dotierung 0.25 Mk. in die Höhe gesetzt werden konnte. ®te übrigen Preise blieben gänzlich unverändert. Es wurden notiert: Weizen 23.75—24.00, Roggen 23.00, Sommergerste 24.00, Hafer (inl.) 24.25, Mais 23.00. Weizenmehl (südd. Spezial 0) 33.00 bis 33.50. Roggenmehl 30.00 bis 31.00. Weizen- kleie 13.70 bis 13.80, Roggenkleie 14.75. — Ten- denz: stetig. wärts ziehen. Was braucht noch weiter vom „Gipfelglück"' geredet zu werden, in Sonne und Schnee, unter blauem Himmel mitten in der Majestät der winterlichen Alpenwelt. Wenn man bei der kurzen Gipfelrast die Ski von den Füßen nimmt, um sich eine Sitzgelegenheit zu schaffen, merkt man so recht, was der Ski bedeutet für die Bezwingung der winterlichen Bergwelt. Bald verschwindet der, bald jener mit einem ober beiden Beinen im Schnee. Eine Dame versinkt bis unter die Arme, und lachend wird sie mit Hilfe eines Stricks herausgezogen. So eilen die wenigen Urlaubstage dahin, die ihren Schimmer übers ganze Jahr werfen. Freilich, den einen oder andern hascht mitten in jenen Tagen das Schicksal. Ein heimtückisches Hindernis unter der Pulverschneedecke oder was es sonst sein mag, macht der Lust ein jähes Ende. Der Skiläufer, der vor Stunden noch mit sportgestähllen Gliedern hinausgezogen, fefjrt hinkend und humpelnd zurück. Oft ist's eine -Verrenkung, die in einigen Tagen wieder heilt. Aber manchmal ist's auch mehr. Dann heißt's auf- hören, wenn's am besten schmeckt. Und der Professor der Chirurgischen Klinik in München schüttelt das Haupt und meint, bald könne er die einzelnen Ski-Patienten nicht mehr auseinander- halten. „(Braun gebrannt find sie alle und der Knax sitzt meist an derselben Stelle." Dem Münchener sind die hinkenden Gestalten mit den sonnengebräunten Gesichtern geradezu selbstverständliche Erscheinungen. Wenn die Gelegenheit es mit sich bringt, redet er sie ohne Umschweif au ihre Skiverlehung hin an, gerade wie wenn im Februar und März in München jedes Hinken eben nur vom Skiläufen herrühren könne. Der Skiläufer aber, den das Mißgeschick getroffen erträgt wacker sein Leid. Erstens war's viel zu schön in den Bergen, als daß man 6er Zell nachtrauem könnte, und zweitens heilt s schon wieder. Uebers Jahr zieht er halt doch wieder los mit seinen zwei Brettern, die ihm die Welt bedeuten! Das Autounglück bei Babenhausen. Die schuld des Lchrankenwärters. IBS3L Babenhausen, 8. April. Nunmehr steht fest, daß die S ch r a n k e d e s V a h n ü b e r - ganges bei Vobenhaufen in dem Augenblick des Zusammenstoßes des Personenzuges mit dem Auto nicht geschlossen war. Der Schrankenwärter Volk, der verhaftet worden ist, gibt an, daß er im Augenblick, als das Auto nahte, im Begriff gewesen sei, die Schranke zu schließen, aber die caternen des Autos hallen ihn geblendet. Auch bie- ser Zeitpunkt der Schließung der Schranke muß als zu spät bezeichnet werden, da der Zug schon in der nächsten Rahe war. Der Ski-Kurse gibt es viele im Hochgebirg. 1 Wohl jedes größere Hotel hat dort seinen eigenen < Skilehrer. Das besagt aber noch lange nicht, daß i an diesen Stätten der Skilauf schlechthin im Mittelpunkt der Interessen stehL Das leibliche Wohl, Essen und Trunk, besonders der letztere, Tanz, Jazzband. Flirt bis tief in die Rächt hinein sind oft allzu starke Konkurrenten. Es soll damit nicht gesagt sein, daß nicht auch dort Sklläuser der richtigen Art zu finden sind. Wem aber während seines kurzen Winterurlaubs die weihe Kunst alles bedeutet, der nistet sich schon besser in einer zünftigen Ski-Schule ein. beren es in Tirol und Oberbayern eine ganze Aeibe gibt. Hier sind nur hundertprozentige Skiläufer anzutreffen. Andere sind Fremdkörper und verschwinden bald. Stemmbögen, Christianias und Quersprung, Uebungs- hänge und Bergtouren einen dre auf kurze Zeit zusammengewürfelte Ski-Gemeinde einer solchen Schule Auch der geistige Arbeiter wird hier fast wieder zum Jungen von dazumal, der nur das Körperliche zu kennen scheinL Er freut sich seiner körperlichen Leistungsfähigkeit. Die geistige und seelische Erholung bleibt dabei nicht aus. Zweimal am Tag tritt man pünktlich zum Uebungslaufen oder zum Gelandelauf an. Erinnerungen an den längst vergangenen Kommiß steigen auf. In mehrere ..Kompagnien sind die Läufer eingeteilt, je nach ihrem Können. Der Skiläufer aus dem Mittelgebirge erkennt bald, wie notwendig diese systematische Ausbildung für den Lauf im Hochgebirge ist. An den ^ebungs- hängen kann er feine heimatliche Skitechnik noch verwerten. Im Derggelande aber kommt er sich zunächst vor wie ein hilftzses Kind. Hange von ungewohnter Länge und Steile machen ihm zu schaffen. Aber mit freudigem Eifer mußtet sich ab, der neuen Technik Herr zu werden. Mit dieser Freude am körperlichen Können wachst Lebensmut und Selbstgefühl. Die meterhohen Schneemassen bieten im übrigen ganz andere Uebungsmöglichkeiten, wie die oft dünne Schneedecke der heimatlichen Hänge. Man probiert Skikünste aus, an die man sich „zu Haufe nicht so schnell heranwagt, weil einem Vort die Kniescheiben für die Stürze auf dem schwachen Schnee- Polster zu gut sind. Im Hochgebirge ist das Hinfallen auf den Uebungshangen sozusagen kein Problem für die Knochen. Man fallt tote m Watte, und zwar fo oft, bis man das gelernt hat, was man lernen will. , Eine besondere Rote in den Skikurs bringt die naturwüchsige Art der gebirglenschen Ski- Lehrer. Sie gehören durchgängig dein Verein für deutliche Ausdrucksweise an. Ob Jungfrau ober Jüngling. Wann oder Frau, Bürger oder Sproß aus altadligem Geschlecht, Student oder Honoratioren in Amt und Würden, alle lassen das „5hi“ über sich ergehen, tote wenn das selbstverständlich wäre, und alle bekommen beut» lich gesagt, welcher Körpertell aus skitechnlschen Gründen höher ober tiefer genommen werben muß. „Herr Profissoor! nimm bei Ho? n hall mehr bei'nanb, bann geht's glei besso. Abio Amalie", schallt es einer jungen Dame nach, Die auf wild geworbenen Ski, mit ben Stöcken in der Luft fechtend, sich in den "Abgrund des Tlebungshügels stürzt. „Schätzt es fahrt ve- fommt der weibliche Ski-Säugling zugerufen. Der den ersten Abfahrtsversuch macht. „LilY, nimm bei Quadrvt tiefa", und was dergleichen Zurufe mehr sind. Droht der Ski-Kurs in einen Stehkurs auszuarten, bann fährt bet Meister dazwischen mit dem Ruf: „Wollt ihr arbeiten! Ihr seids holt net zum Vergnüge hier. Aber gelernt wird etwas bei diesem System der deutlichen Ausbrucksweise, gerade wie's beim Militär gewesen ist. , . Dor allem wird auf bas Sakrament bes Stemmbogens geschworen. Stemmbogen fahren unb nicht verzweifeln. Der Beisehstemmbogen mit ütoapilic gehört an besonders steilen Hängen auch dazu. Und bann: Wenden am steilen Hang. In endlosen Spitzkehren schraubt sich eine Skikolonne den SteilHang hinauf. Jedesmal an der Spitzkehre bergauf zeigt es sich, daß das "Denden mit Llmsetzen der Ski, bas im Mittelgebirge mehr ober weniger als Spielerei betrieben wird, hier eine bittere Rotwendigkeit ist. Die Abfahrt ist nur für den ein Genuß, der den (Stemmbogen Ski-Kurs im Hochgebirg Von Dr. Wodaege, Gießen. F r a n k f u r t a. M., 9. April. Tendenz: nach- gebend. — Wie schon im heutigen Dormittagsver- kehr war auch die Haltung zu Beginn der offiziellen Börse gedrückt, und die Spekulation verhielt sich a b w a r t e n d. Orders lagen anfänglich nicht viel vor, so daß die Börse hiervon keine Stütze erfuhr. Das Geschäft bewerte sich in den eng ft en Grenzen. Nur Spezialwerte waren zeitweise etwas reger gefragt und etwa behauptet. Der schwache Schluß der gestrigen Neuyorker Börse drückte auf die Stimmung, und die Tendenz neigte eher nach unten. Eine gewiße Widerstandsfähigkeit im Grundton war jedoch zu erkennen, da die Entlastung des Reichsbankinstituts mit Befriedigung Kurszettel der Berliner und Frankfurier Börse - Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuß 7,5 Prozent. Sie d-n «ngMhti-n SM-rn «eben dt° S°h° d°r WM«« an. Berlin 8. ‘.'itorU Berlin .tranffurl a M Ber.ln ,'rronffuna M. Berlin Hranlsuri a.M. Kurs ' Kur? 94. 0.4. i Datum 94. 8.4. 9-4. 8.4. 130 9.4. 84. 182,65 181,9 Datum 8b 135,25 53,75 470 89 173,25 SeUftofi Walt-Hos . . Zell statt Aschaffenburg Charlottenburger Wasser 80,75 12 59,75 59,5 52 129,50 225 25 24,9 135,75 98 290,5 111 73 i 116 17,9 131.5 95.5 123,9 123,5 f. % Jahr 4Yt ■ 7,2 117,4 Banknoten 203 92 90,5 138,25 31,5 3,05 53,9 12,6 251,25 404,5 120,5 137,5 297,5 129 139 323,5 123,75 198,5 139 320,5 220 111,5 91 96 221.5 143 238 W 132 129.5 148 273 194 53,8 12,65 10,25 10,3 135,75 138,5 96.5 298 129,5 144 231,6 174,5 220.5 144 237 150 172,5 215,5 250.25 401.5 159,5 179,25 273,5 193,75 1,772 58,495 112,32 112.29 112,45 10,593 22,03 20,451 4,2130 16,465 81,085 62,73 1.882 0,494 58,62 112,51 112,54 112.68 10.611 22.08 20,489 4,2205 16,50 139 321,5 58,50 112,29 112,32 112.46 10,591 22.04 20,449 4,2125 16.46 58.615 112.54 112,51 112.67 10,613 22.07 20,491 4,2210 16,505 81,245 62.85 1,886 0,496 1,975 10,65 183.25 233,5 172 223,5 145,5 240 18 U 10 n 6 0 0 98 299 124 197,25 251 402 118 133,75 145,6 228,75 203 290 171 161,6 174.5 8 & 7 fi 8 . 5 . a BVt in 118 133,25 145.5 229,5 203,5 289,5 171 161,75 174,75 , o . 6 11 0 99,85 31,75 3 59,31 12,484 7,416 73,52 3,048 18,89 81,88 2.076 5,465 4,196 4.224 21,02 8 io , f> , S io , S . 8 135,5 139 129 217 110,5 127,25 121,25 137,75 90,75 109,5 SckluK- Surs 16.455 168,71 22,11 112,03 59,06 2.495 112.20 81,09 63,36 12,42 73,25 53,8 12,6 304,5 552,75 467 36J 273 191.5 118,75 217,25 59,6 58 24,9 21,25 22,2 2 10,75 59.19 12,464 7.402 73.38 3,042 18,85 81,72 2.072 5,455 4,188 4,216 20,98 1-Uiji- Sur« 119,5 139 178,75 79,5 232.5 172.5 222,5 145 । 238,5 150 173 216,75 248,75 403,5 159,5 179,25 79,5 129,25 135 136 139,25 129 219 111,4 127,65 120,5 138,5 90.5 109,25 96,75 298 129,5 136 305 253,5 467 359 273 192 119,5 218,75 58,65 57,25 53 225,5 Geld | Brief kündbar bis 1933 • 4K% Rheinische Hyp^Dank Liqu. . . S . . s . 10 . . 6 . 10 10 12 11 12 10 . 10 . 10 . . 9 • . 8 • 12 252 257 382 255,25 Schluß lOlnfn tg Kur- Pure 10 s 10 15' Schluß I l Uhi Sure , »ui ■ 4% IäiiL Zollcwleihe v. 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Äs!.. PHSnll Bergbau . • Rheinische ÖiauntoNen ■ 4ft% desgi. von 1913 <% Ungarische Sroaenrie.. 247 <51,5 374 257,75 93,75 70 246 252.75 372 254,75 , 9 , k> , 6 11 -chiutz I91n|ong Siuto I Kurs 94,5 70,65 246,5 251-9 371 256 120,65 L'/, I- * ruptverwaltung ißt es nach dem der Spihenorga» rieben in dem ebeutfamen Eisen- > rügende Rot Deshalb sollten nhauptverwaltung gung beschrüku QL&®?ah6. BorkriegS-Odligatit-n. rückzahlbar 1933 81,09°- b^nlohnkonflikt i die Reichs- Scklub sütnlong Kurs Kurs 8.4. : 9-4. ‘^öuivu ooizmann . . Heidelberger Eement . (Semeni Karlstadt ©at)B & Freitag . . Schultheis Payenhofer Ostwerke . . . Ber. Glanzstoff . . . Bemberg...... 91,75 96,5 68,5 85 | 16.515 169,39 22,19 112,47 59.30 2,515 112.64 81,41 63,64 12.48 73,55 fl. G. Farben-Jndustrie Dynamit Nobel . . . Scheideanstall.... Goldschmidt . . • • RütgerSwerke . . • • Metallgesellschast. • • ObÄckÄssenb. Bedarf Oberschlei. KokSwerie 3 sh 1' 10 u> 12 . ?> 118 .33,25 145 229,5 203,25 289,75 171,13 161,65 175,13 Serie I 4% deSgl. Serie II ■. 4% Rumänen convert. Nie. . - • 4Vi% Rumänen flioIbanL von 1913 66,65 85.5 12,5 71 ! 115.5 । 119,13 I 130 ! 18 117,5 I 113.75 213 i 157 8-4- । 9 4. 174,25 Bucn.-Aire» Brss.°Antw Christiania. Kopenhagen Stockholm . HelsingsorL. Italien. . . London. . . Neuvork . . VariS.... Schweiz .. Spa ien . yapan > . - ■Hio de Ian Dien in T.-> Ctft. abgest Prag .... vclirad • • Budapest. . Bul arten Lissabon . Danzig. . . Konn.nttn. Athen. . . Canada Um uay. . Cairo .. . 10,25 8,6 OUg. Deunche Ehenbabn Hambura-Amertla Paket . Hamb^Düdam. Dampssch. Hansa Dampttchiss Norddeuttcher Lloyd . . Alla. Deutsche Lredllanst. . Barmer Bankverein Berliner Hmibelsgesellsch. Kommers* und Prwat-Bank Darmst. u. Nationalbank Deuttche Bank • Di-konto-KescMchast Ank.. Dresdner Bank ■ • Mttteldeuttchs LredllbarU. ................. Retchrbanl ..••••• Nheinstaht Riebeck Montan Bereinigte Stabllo. Otavi Minen Sali Aschersleben Kali Westeregeln . . . Kaliwerk Satzdetsurth 5% ®t ReichSanleche v. 193? . Dt. Anl^blös.* Schuld mit AuL los^Rechten Desgl. ohne AuSlos.-Rechle , ÜLIZ.0. Bergmann Elektr. Lieferungen. Licht und Kraft Felten & Guilleaume Ges. f. Elektr. Untern. Hamb. Elektr. Werk- Rhein. Elektt. Schief. Elektr. Schuckert - - • Siemens & Halske . Transradio • • Labmever L Co.. . Buderus Deutsche Erdöl . . Essener Steinkohl« . Gelsenkirchener . . Harvener • • • Hoejch Etten. . • • Ilse Bergbau . . . Klöcknerwerle . . • Köln-Neuessen. . . Mannesmann. . • Datum TV", e . . . . 9 ... 10 ... 10 . . . . 6 ... 10 ... 1° ... 9 ... 1° .... 8 ... 12 .... 8 ... 10 , . . . 6 , . . . 6 .... 8 131,75 19 117,75 : 213 | 156,5 I Dessauer Gas Daimler Motoren . Demag . . Ädlerwerke Stleött . Ludw. Loewe . . . «Rat. Automobil . . Crenfteln & Koppel Leonhard Tietz Bamag-Meguin . . Franks. Maschinen . Griyner . < Heyliaenstaedt . . IunghanS. . . . Lechwerke . . . Mainkraftwerk« . . Miag. . • > Nekarsulmer . . . Beiers Union . . . Gebr. Roeder . . Boigt L Haefsner Südd. Zucker . - . Devi enmarkt Berlin - Frankfurt a W Telegraphische Auszahlung. Ftanzouichc Violen ' VoUaildtlche 'Jtoten ..... >>l lienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Qesterr,4100 Kronen Numänitche Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten ...... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten 4% Schweiz. Buadesb^Anll. 4% Oesterwichtsche Goldrte. 4,20% Oesterr. Silberne. 4% Oesterreich, etnheitl. Otte. 4% Ungarische Äoldrte. __ 4% Ungarische Staatsr. v. 1910 8. pril 9. April Amtliche Noncrung t^cld 1 Brie- Amtliche Notierung (Selb Brie- dtu.» Non. 169,01 169.35 169,05 169,39 Berlin, 8. April tielb Brief I LtUicritannche Noten..... 4,209 4,229 1 Belgische Noten . ....... | Dänische Noten........ 58,36 112,03 58,60 112,47 1 Englische Noten ....... 20,44 20,52 BttB fc GiPKENS Mittwoch, den 10. d. M. findet die 32100 3205C 12. Derbstangen 1. Kl. 212 315V Angebote sind nach Losen pro 3200A 2. 3. 4. 190 81 34 21 2 73,96 58,73 41,32 32,68 3,64 46 17 4 1 225 157 63 17 1 1 verfahren. Gießen, den 5. April 1929. Meter resp. Stück verschlossen, mit schrift versehen, bis zum 22. d. 21L, mittags 3 Uhr, bei uns einzurciche^ Leihgestern verkauft: Los 1. Kiefer N, la-Kl. 1 St. Kl. la 1b 2a 2b 3a 4a Bürgermeisterei. Vogel. Aichtenstämme. 130 Stück mit 26,90 fm N, 2b. N, 3a. N, 3b. 6. Fichte 7. „ 8- ,, 9. „ 10. „ 11. „ rZest- Auf- uach- n, wo Verlangen Sie kotien.'os unseren Katalog angst bebender Stimn AM OSWALDSGARTEN »Es ist bereits mits""'^""^" 111 Krankenhause. Ich v Wir können nichts tu«*"™™™«— alsdann die Ocffnung der Angebote erfolgt. Das Holz ist mit Ninhe gemessen. Auskunft erteilt Förster Heß, dahier. Mit Abgabe des Angebots unterwirft sich der Käufer den Verkaufsbedingungen. Leihgestern, am 6. April 1929. Bürgermeisterei. Mifa - Räder werden „Direkt ali Fabrik” durch 280 Fabrik- Verkaufsfellen geliefert. lb= 2a. 2b- 3a. la. lb> 2a. lornhaut, bcnwielen und beseitigt schnell, sicher und unblutig sind nicht zu beklagen. Der Dachschaden ist aber recht groß, zumal außer den Wirtschaftsgebäuden und einem Teile deS Wohnhauses auch der ganze Kolonialwaren- laden, den Netz neben einer Gastwirtschaft besah, ausbrannte. Auf welche Weise das Feuer entstanden ist, konnte bis jetzt nicht festgestellt werden. Mifa-Radcr mit Polack-Rclfcn von 64,— M bis 182,— M. Modernste Modelle 1Y2Y soeben eingctroEL n. llllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll MIFa-FABRIKVERKflUFSTELLE Gießen,Neuenweg4,Leiter J.P.Mono Eigene Reparaturwerkstatt und großes Ersatzteil-Lager N, N, N, N, N, N, N, 31840 = 0,19 fm = 14,13 = 7,68 = 3,18 = 0,80 = 38,19 = 52,16 = 38,32 = 16,42 = 1,36 = 1,64 Stück sagte Schmrdtborn es sich scheinbar ul doch ist es ratsam, rief iHAUSER, GIESSEN Das Holz ist mit Rinde gemessen, ist aber entrindet und an die Wege verbracht. Die Angebote sind verschlossen, mit der Aufschrift „Holzsubmission", noch Klassen getrennt, bis zum Freitag, dem 12. April l. 3., nachmittags 4 Uhr, auf unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, wo auch die Verkaufsbedingungen bekannt- gegeben werden, welche sehr günstig sind. Mainzlar, den 9. April 1929. fc’rühjahrskur für Nervenkranke n.Nervös-Erschöpfte. Spezialkuranstalt Holheim im Taunus bei Frankf.a.M. — Prospekte durch Dr. Hfl. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt. Entfettungskuren im Frühling sind besonders Erfolg versprechend. Nehmen Sie bei Korpulenz oder Veranlagung zum Liarkiverdeu morgens und abends 2—3 Toluba-Kerne, die Sie in Apotheken erhalten. 1460V Speise-un- Galai- kartoffeln IN prima Qualität, empfiehlt billigst W. Hanke! Ww. Neue» Baue 7, Televb. 612. 45D Holzsnbmisston. Die Gemeinde Mainzlar verkauft im Wege schriftlichen Angebots folgende Mtzholzverkauf. Fm Wege des schriftlichen Angebots werden aus der Waldung der Gemeinde Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Eberstadt für Rj. 1929 liegt vom 10. d. 211. ab eine Woche lang auf dem Amtszimmer der Bürger- meisterei zur Einsicht offen. Einwendungen dagegen können während dieser Zeit schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Eberstadt, den 8. April 1929. Bürgermeisterei Eberstadt. Görlach. 32010 über 80 Jahren. Die Zahl der Geburten in diesem Vierteljahr betrug 11, das Jahr 1928 zeigt tm ganzen 37 Geburten. # Ltch. 8. April, ilnter dem Vorsitz des Präsidenten der Landwirtschaftskammer für Hessen, Oekonomierat Hensel-Dortelweil, fand hier im „Löwen" eine Versammlung der neugewählten Gemeindevertrauensmänncr des Wahlmännerbezirks Lich-Hungen statt, die sich u. a. mit der Wahl der Mitglieder zum L a n dwir t s ch af ts k am m e r au s- schuh für die Provinz Oberhessen befaßte. Cs wurden einstimmig Landwirt Richard Schäfer (Hungen) und Landwirt K. Roth (Muschen- heim) dazu bestimmt. Der Vorsitzende wies in längeren Ausführungen noch darauf hin, daß die Londwirtschaftskammer mit allen Mitteln bestrebt sei, der Landwirtschaft die Rentabilität zu verschaffen, und forderte die örtlichen Vertrauensmänner auf, in den Kreisen der Be- rufsgenossen aufklärend zu wirken. Kreis Alsfeld. mr. Wallersdorf, 8. Llpril. 3n der Rächt auf Montag brach in der Ho freite von L. Reh gegen 2 Ahr ein Grohfeuer aus. Bis der Besitzer und die Bewohner des Ortes den Brand bemerkten, hatte er sich schon auf alle Wirtschaftsgebäude, sowie das Wohnhaus ausgebreitet. Die sofort herbeigeeilte Ortsfeuerwehr und die Wehren der umliegenden Dörfer, die bald eintrafen, hatten schwere Arbeit, den im vergangenen Jahre erst neu errichteten Anbau des Wohnhauses zu schützen. Sie erhielten gerade rechtzeitig Anterstühung durch die Motorspritze aus der Kreisstadt Alsfeld. Menschenleben 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. könne leisteten, bis ein Arzt eingetroffen war, die erste Hilfe. Der Verletzte wurde unter Begleitung mittels Autos in seine Wohnung verbracht. -s-Grünberg,8. April. Am gestrigen Sonntag fand in der hiesigen Stadtkirche die Einsegnung der Konfirmanden statt. Die Zahl der Konfirmierten war dieses Jahr kleiner als sonst; sie betrug nur 46, nämlich 25 Knaben und 21 Mädchen. Davon waren 17 Knaben und 12 Mädchen aus Grünberg, von den drei Filialdörfern waren es 5 Mädchen aus Lumda, 4 Knaben und 1 Mädchen aus Stangenrod, 4 Knaben und 1 Mädchen aus Lehnheim, außerdem waren noch je 1 Mädchen aus Beltershain und Gießen. Durch die Mitwirkung des Musikvereins, unter dessen Klängen der Eintritt der Konfirmanden, geleitet von den beiden Geistlichen und dem Kirchenvorstand, in die geschmückte Kirche erfolgte, sowie durch 2 Chöre des Männergesangvereins gestaltete sich der Gottesdienst sehr feierlich. Auch die Konfirmanden trugen unter der Leitung ihres Pfarrers G r a u l i n g vor und nach der Einsegnung je einen dreistimmigen Chor vor, darunter den 23. Psalm „Der Herr ist mein Hirte". — Sn unserem etwa 2300 Einwohner zählenden Landstädtchen waren im e rsten Vierteljahr 1 929 17 Sterbefälle zu verzeichnen, während das ganze Sahr 1928 nur 23 aufweist. Diese hohe Zahl der Todesfälle durfte wohl der im Februar und März auch hier stark herrschenden Grippe zuzuschreiben sein. Besonders unter den alten Leuten hat der Tod in diesem Zeiträume reiche Ernte gehalten, waren doch von den 17 Verstorbenen vier schon über 70 Sahre und 5 sogar schon in einem Alter von 1000 stillt, smltoloflein (Judustric) KvühLavtoffel« 02J7S ivieHollandet Erstlinge, allerirülnle Gelbe, Odeinväteer Blaue u. a. bat abzugebeu finri M. MlGlWWMtW Lann l*»öns, Televbon (ttr.-Linden 260 Bekanntmachung. Nach § der Polizeiverordnung betreffend die Bekämpfung der Schnakenplage vom 28. November 1911 hat jeder Grundstückseigentümer in den Monaten April bis September einschließlich mindestens einmal monatlich die auf seinem Grundstück befindlichen, den Schnaken zur Brut dienenden stehenden Gewässer (Wassertümpel, Regenfässer, Bassins, Wasserlachen, Jauchegruben, Abortgruben usw.) mit einem zur Vertilgung der Brut geeigneten Mittel (Saprol, Petroleum usw.) zu übergießen. Ich fordere hiermit alle Hauseigentümer, die derartige Einrichtungen auf ihren Grundstücken besitzen, auf, obengenannter Polizeioerordnung entsprechend zu erprobt bewährt 2. „ 100 2. „ 100 2. „ 140 3. „ 100 3. „ 100 3. „ 50 3. „ 50 3. „ 27 3. „ 20 Oberheffen. Landkreis Gießen. C. Heuchelheim, 8. April. Eine beachtenswerte Leistung von Fleiß und Tüchtigkeit hat ein hiesiger Junger Mann ganz in der Stille vollbracht. Er wurde im Jahre 1923 aus der hiesigen Volksschule entlassen und trat dann in eine Gießener Fabrik als kaufmännischer Lehrling ein. Nach Beendigung dieser Lehrzeit arbeitete er praktisch in den Werkstätten und erlernte die Schlosserei usw. Nebenher bereitete er sich durch Privatunterricht auf eine höhere Prüfung vor. Zu Ostern hat er nun auch das Maturitätsexamen bestanden. — Die hiesige K l e i n k i n d e r s ch u l e, die seiner Zeit geschlossen wurde, soll nun, einem allgemeinen Bedürfnis entsprechend, am 1. Mai wieder eröffnet werden. Eine Gießener Dame, die auf dem Fröbel-Seminar ausgebildet wurde, übernimmt die Leitung. Zur Zeit werden die Lokalitäten wieder in Stand gesetzt. Das Schulgeld ist auf 50 Pfennig pro Woche festgesetzt. [J Lollar, 8. April. Ein schwerer Angl ü ck s f a l l ereignete sich in der Rächt zum Montag nach 1 Ahr auf der Straße nach Kirchberg, kurz hinter bem Ortseingang Lollar. Dort wurde ein Radfahrer aus Salzböden auf dem Heimweg von einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Auto angefahren und beim Sturze im Gesicht und am Kopfe schwer verletzt. Die Arsache des Anfalls muß sich aus den polizeilichen Ermittlungen ergeben. Entschiedene Verurteilung verdient das Verhalten der Autoinsassen, die sich des Verletzten nicht an- nahmen, sondern den Wagen verdunkelnd davonfuhren. Mitglieder der Arbeiter-Samariterko- Ktskiroi Verlangen Sie aber ausdrücklich das neue Kukirol mit dem Garantieschein, denn Sie erhalten dann bei Nichferfolg Ihr Geld zurück! Eine Packung Ixukiro) mit dem Garantieschein kostet • Wir beztldmen die durdi Dr^dc enfslehenden Homhaulsfellen Jetti nidit mehr eis Hühneraugen, sondern als das, was sie In Wirklichkeit sind. nAmllch .FutfquSler-. Knklrel-Verkaulsstelle: Kreuz-Drogerie, Bahnhofstraße-61, Vie & Die neue Berlin- 3 WwiM -endecdll Misiihrer c M M e« lasüllwc lidjen M ZtcllungaakM jum Sie Jrfflion । mit 93 gegen langen, bei d Mnlrev;cc Der sozial! ueilere 6- gut wie nn insofern erschl demokratischen gegen die nellsmUg Vanierkrenzer her $roflionc geheißen I Han-Hall cinbarongen gen zu fönnei leien, vor all« lern der Koc nanzverembo vielmehr ha Besin Berlir Lage, öie tischen Re schreibt dir Franken is leicht in d samtden diesen schli lungen toa; bereitet. während de Koalition, kmses sicher diesmal. Dc Erreichte hi ten Baurat Panzerkreu? nicht erwa Parteien w demokraten abgelchnten baues nichi sür einen Antrag an Es wurde .die sozial! |per Etat pur gegen Dotieren, Musgejeht Malen zusc Doozialdem sgen. Stan kralle zu meiden raschen, h einen posit °!ne so «Me auss abgeleh, Wahrend A ziemlil M der Go U sich na ^.gliedern ^ltgefundei SP S/Ät K;, ÄS teA 5R.S Kungsbat Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. Mittwoch, den 10. April 1929, nachm. 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28 im Löwen, zwangsweise gegen Barzahlung: 1. einen Kastenwagen, eine Standuhr, zwei Büfetts, eine Küchenanrichte, zwei Türportieren, einen Regulator, eine Bohrmaschine für Zahnärzte, einen Operationsstuhl, 1 Konsolschränkchen, 2 Nähmaschinen, zwei pianinos, einen Oreschwagen mit Strohpresse u. Spreubläser, einen Schrank« grammophon, einen großen Zimmerteppich, einen Kassenschrank, eine Schreibmaschine, zwei Schreibtische, ein Oamenfahrrad, zwei Kleiderschränke, drei Chaiselongues, einen Spiegel, zwei Kommoden, drei Sofas, drei Küchenherde, zwei Kesselmäntel, ein Kreis-- sägenblatt, drei Gasherde, einen Lebens- mittelschrank, zwei Rollen Maschendraht, eine Ladentheke, eine silberne Damenarmbanduhr, 2 Fahrräd., 1 Personenkraftwagen. 2. An Ort und Stelle: neun Kiefernstämme zu Brettern geschnitten. Zusammenkunst in obigem Lokal. 3206D 3. Bestimmt: zwei Schreibmaschinen, einen Lötapparat, einen Schrauk- grammophon (Radiophon), drei Tennisschläger, Badeschuhe. Lunkev Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 Telephon 1383. Kreis Schotten. wg. Gedern, 8. April. Der diesjährige Konfirmanden - Jahrgang war der schwächste seit langen Jahren. Es wurden nur 25 Kinder konfirmiert (15 Knaben und 10 Mädchen). Kreis Büdingen. # Echzell, 8. April. Aus der Schule entlassen und konfirmiert wurden hier 23 Kinder, und zwar 20 Mädchen und 8 Knaben. 3n dem benachbarten Bisses waren es nur acht Konfirmanden. fit. Dit Die - W‘T Infolge W Am 15. und am 16. April findet im Holel „Prinz Carl“ Gießen, Seltersweg Nr. 40, ein kostenloser Unterricht in allen Techniken der Stoffmalerei mit den waschechten C &H.-Relief- und Lasurfarben sowie Stoffmalstiften durch eine perfekte Mallehrerin statt. Anmeldungen werden schriftlich und mündlich ab heute entgegen genommen Papierausstattungshaus Otto Georg Telephon 1537 vorm. H. Kühn Seltersweg 36 3l3lD Zum Onkel Franz Heute ab 6'/, Uhr: M)7T Pickelsteiner DIE WELTMARKE BÜRGT FÜR QUALITÄT! Grone Möbel-Versleigerunn im großen Saale des Caf€ Leib, Walltorstrafoe 38, naebmitt. 2 Uhr pünktlich und bestimmt statt L. Althoffi Gerichts -Taxator u. 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