Nr. 34 Erster Blatt 179. Jahrgang Samstag. 9. Februar 192& int >le Wehretal noch mehr zusammenstreichen, haben auch Bedenken gegen die Erhöhung der Konsum- steuern, ilnb die Bayerische Vollspartei endlich lehnt die Dieriteue-erhöyung entschieden ab. mied auch der Kürzung der Lleoerloeisungen an die Länder energischen Widerstand eirt Gegenstellen. Dazu kommt noch die Sorge, ob die Bayrische Dolkspartei überhaupt bei der Stange b'.eibt. Man kann nicht gerade behaupten, daß es ihr leicht gemacht werde. Eben erst ist in München der Zorn gegen den preußischen ..Diktator" verraucht, im tiefsten Herzen trägt Herr Held noch schwer an dem Aerger ob der ..Entschuldigung", die Otto Braun aus den Worten des bayrischen Gesandten herausgehört haben will, da kommt schon ein neuer Hieb. Die Reichs- regierung will durch ein Verfahren vor dem Staatsgerichtshof festgestellt wissen, daß die Titelverleihungen. die Bayern seit einer Reihe von Jahren ausübt, mit der Reichsverfassung unvereinbar seien. Man darf wohl annehmen, daß Bayern sich in dieser Sache verfassungsrechtlich im Irrtum befindet. 'Aber es ist doch wohl die Frage erlaubt, warum man die von Baiern seinerzeit als Begründung für seine Ditelverleihungen gegebene Interpretation der Rcichsverfafsung in Berlin zur Kenntnis nahm, ohne damals schon Einspruch zu er- heben und die Streitfrage zu llärcn, statt nun schon Jahre hindurch der Münchener Praxis Lnnahme von Lnzetgin für die Tagesnummer b.t zum Nachmittag oorhv. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 m*a Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig; für R— klameanzcigen von 70 m# Breite 35 Reichspfenni,. Platz Vorschrift 20" „ mehr Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange Derantwonlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyrwt; für den übrigen Teil Ernst Blumschcin; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen in dem eine.i oder anderen Punkt noch einer Ergänzung bedarf. Es heißt, daß man italienifcherfeits dem P a p st das Vorrecht einräumen will, a l s erster der Welt von dein geschichtlichen Ereignis Mitteilung zu machen. Ob dies in der Peterskirche bei der Krönungsfeier oder von der äußeren Loggia dec Peterskirche oder einfach durch den „Offer- valore Romano" erfolgen wird, sicht noch nicht fest. Unter Umständen wird die Bekanntgabe näherer Einzelheiten auf dem großen diplomatischen Empfang erfolgen, den der päpstliche Thronassistent. Fürst Colonna, am 12. Februar geben wird, zu dem außer den verwandten des Papstes alle Mitglieder des Kardinalkollegiums, die Prälaten, die Mitglieder des päpstlichen Hofstaates, die beim hl. Stuhl beglaubigten Vertreter des Diplomatischen Korps, die Malthefer Ordensritter, das Patriarchat und die römische An- (£r|d)etnt täglich,außer sonntags und Feiertag». Beilagen Die Dduftrierte Gießener FamilienblStter Heimat im Bild Die Scholle. Btpgsprets für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 16 Retchspfennig für Trüge» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüss«: 51, 54 und 112 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siede», pohschecklonto: Zrcmlfvrt am Main 11686. siokcatie eingeladen werden. Diese Veranstaltung hat um so größere vedentnng, als seit 1870 kein ähnlicher Empfang stattgesunden hat. Zur feierlichen Papstmesse am Krönungstage ist die Teilnahme des schwedischen Königs angesagt. Beim Empfang des Fürsten Colonna am Dienstagnachmittag soll zum erstenmal seil der Einnahme Roms die sogenannte „Weiße Gesellschaft" des (königlichen) O u i r i n a l s sich mit dem Kardinalskollegium und der sogenannten schwarzen (päpstlichen) Aristokratie treffen. Die deutschen Katholiken Roms sind, wie die „Germania" meldet, freudig erregt, eine weltgeschichlliche Stunde mitzuerleben, deren Enk- scheidung nach ihrem hoffen und Flehen der gesamten Kirche, ihrem erhabenen Oberhaupts und dem apostolischen Stuhle zum Segen gereichen möge. Ohne Unterschied der Konfession zollen die Der neue Kirchenstaat. Was all den italienischen Regierungen seit dem September 1870, als di« italienische Regierung damals kurzerhand Rym besetzt«, bis zum heutigen Tage nicht gelang, ist nunmehr dem italienischen Ministerpräsidenten Mussolini geglückt. Ohne Zweifel muh sein Abkommen mit dem Vatikan alS ein großer Erfolg hin- gestellt werden. Und wenn man auch heute nur Bruchstücke dieses Abkommens erfährt, so scheint doch so viel sicher zu sein, daß der Vertrag für Rom nach beiden Richtungen hin Vorteil« gebracht hat. Auf jeden Fall wird es von nun ab wieder einen Kirchenstaat geben. AuS diesem Grunde dürfte es doch nicht ohne Interesse sein, sich noch einmal kurz die Geschichte dieses Staates zu vergegenwärtigen. Jnnocenz III. war der erste der Päpste, der in den Jahren um 1200 herum die päpstliche Macht am stärksten ausbauen konnte. Der Kirchenstaat selbst reicht allerdings in weit frühere Zeiten zurück. Unter Leo III. bildete er zwar einen Teil des neuen abendländischen Kaiserreichs, in dem aber die ordentliche Gewalt durch den Papst ausgeübt wurde. Das Schicksal dieses Staates ist aber sehr wechselnd gewe;«?n. Erst Julius II. konnte sich durchsetzen und den Kirchenstaat in seiner Verfassung wfeder erneuern. In den folgenden Kämpfen wurde Rom im Jahre 1527 von den Kaiserlichen erobert und geplündert und schließlich wurden für den Kirchenstaat nur Ravenna und Romagna behauptet. 2m 18. Jahrhundert sank die Macht der Päpste immer mehr, bis sie schließlich in der französischen Revolution völllg vernichtet wurde. 1806 hob R a p o l e o n den Staat ganz auf und 1813 muhte dec damalige Papst auf seine Herrschaft verzichten. Allerdings gelang es ihm schon einige Jahve später, im Jahr« 1815, noch einmal durch den Wiener Kongreß die Wiederherstellung des Kirchenstaates zu erreichen. 2m Jahre 1860 umfaßte er 41 187 Quadratkilometer mit einer De- völkerungszahl von 3 124 668. Er hatte seine eigene Verfassung, die zum letzten Male 1848 vom Papst Pius I X. gegeben war, ein eigenes Heer von 15 670 Mann und eine eigene Landesfahne in den Farben Gold und Silber. 2m Kriege Frankreichs und Sardiniens gegen Oesterreich blieb der Kirchenstaat neutral, die sardinischen Truppen drangen aber immer weiter vor, und, obwohl die Franzosen den päpstlichen Truppen zu Hilfe eilten und Garibaldi zurückschlagen konnten, war das Schicksal des Kirchenstaates besiegell. Aach dem Abzug der Franzosen im deutsch-französischen Krieg besetzte die italienische Regierung am 20. September 1870 Rom und eine Volksabstimmung sprach sich am 2. Oktober 1870 für die Vereinigung mit 2talien aus. Der neue vatikanisch« Staat soll dem Vernehmen nach den Komplex des Vatikans mit St. Peter und den Vatikanischen Gärten sowie das ganze Gelände zwischen dem Vatllan und der Villa Doria Pamphili umfassen. Ob die Lateran-Basilika unter die Souveränität des Papstes fallen wird, weiß man noch nicht. Das deutsche Aationalkolleg Campo- s a n t o liegt jedenfalls im neuen Kirchenstaat. Auf jeden Fall dürfte der 12. Februar der Jahrestag der Patz.sllrönung, der der Gründungstag dcs neuen Kirchenstaates we.ten soll, nicht nur für die Katholiken, sondern auch für die gesamte Welt von unerhörter Tedeutung sein. DiLZekannfgaöe desAblmmens Festlicher Emvfanq beim Fürs en Colonna Rom, 7. Febr. (TU.) Die italienische Presse und das halbamtliche Blatt des valikans »Dofecvalore Romano" enthält auch am Donnersiag keine Zeile über die grundsätzlich? Lesung der römischen Frage. A. genscheinlich wartet man noch bis zur Unterzeichnung des Vertrages, der vielleicht Berlin, 8. Febr. (DDZ.) Die interfraktionelle Besprechung, die am Foellagnachmittag in der preußischen Koalitionssrage stattfand, erreichte um 4 älhr ihr Ende, ohne daß bisher ein Ergebnis erzielt wurde. Cs wurde der Volkspartei der Vorschlag gemacht, sie möge sich zunächst m i 1 einem Mini st ersitz begnügen. Abg. Stendel (D. Dp.) crllärte dazu, dieser Vorschlag sei nicht annehmbar und würde von seiner Fraktion nicht gebilligt werden. Abg. Dr. Heß (Zentr.) «klärte, das Zentrum habe ja wissen lassen, daß es zugunsten der Volkspartei a u f einen Mintstersitz verzichten würde. Abg. Stendel (D.Dp.) gab seinem Erstaunen über diese Erklärung Ausdruck. Um diese Frage habe es sich während der Verhandlungen in der Hauptsache gedreht. Von einem solchen, positiven Angebot des Zentrums sei ihm auch in den De- sprechungeia mit Herrn Scholz nichts bekannt geworden. Abg. Heilmann (Soz.) erklärte gleichfalls, daß seiner Fraktion hiervon nichts bekannt sei. Wenn das Zentrum auf einen Sih verzichte, so mache seine Fraktion auf diesen Sitz Anspruch. Dom Zentrum wird erklärt, daß der Parteivorsitzende K a a s dem Minister Dr. ©trete- mann eine positive Mitteilung davon gemacht habe, daß das Zentrum zugunsten der Volkspartei auf einen Ministersitz in Preußen verzichten wolle. Die entstandene Komplikation zwischen den Koalition ^Verhandlungen im Reich und in Preußen wird von Zentrumsseite auf eine mangelnde Fühlungnahme der volksparteilichen Reichstags- und Lanötagsfrak- tion zurückgesührt. Da'; Zentrum habe, unter der Voraussetzung, im Reich seine Ansprüche durchzusetzen, sich in einer politisch eindeutigen Erklärung dahin ause- sprachen, es werde seine Landtagsfraktion zum Verzicht aus ein Portefeuille zugunsten der Deutschen Volkspartei veranlassen. Aachdem die Deutsche Volkspartei im Reichstag diesen Dor'chlag jedoch a b g e - lehnt habe, sei es nun Sach? der volkspartei- lichen Reichstagssrakiion, ih.e Freunde im Landtag zu bewegen, sich mit einem Ministersitz zu begnügen, da das Zentrum nicht gewillt sei, allein Opfer zu bringen. Der sozialdemokratische Abgeordnete brachte zum Ausdruck, selbst wenn das inzwischen überholte Angebot des Zentrums, auf einen Ministersitz in Preußen zu verzichten, noch in Gültigke.t wäre, müßte die Sozialdemokratie als weitaus stärkste Regierungssraktion auf den freiwerdenden Sitz Anspruch erheben, well es unmöglich sei, die Volkspartei mit ihren 40 Landtagsabgeordneten ebenso stark Ergebnislose Mliiionsvechandlnngen in Preußen Merkwürdige Regiefehler. - Ein unbekanntes Zenirumsangeboi. Oie Volkspartei nicht mit einem Ministersessel zufrieden. an der Regierung zu beteiligen, wie die Sozialdemokratische Partei mit 137 Abgeordneten. Man könne auch nicht der Volkspartei, nachdem sie 3i/Z Jahre der Regierung ferngeblieben fei, sofort wieder eine so starke Beteiligung ermöglichen. Ministerpräsident D r. D r a u n erklärte dann, die Dolkspartei solle zunächst wieder Überhaupt in aktive Fühlung mit der stetigen Politik der preußischen Regierungskoalition kommen, und es würde überaus bedauerlich sein, toenn an reinen Prestigegründen die Herstellung der Großen Koalition in Preußen, die von den Regierungsparteien stark aewünscht werde, scheitern sollte. älebrigenS ließ die volkspartei- lich« Landtagsfraktion auS ihrer anschließenden Sitzung heraus dem Ministerpräsidenten mittel- len, daß sie an der Forderung zweier M i n i st e r s i tz e f e st h a l t e n müsse. Damit sind nun zunächst die Verhandlungen auf Erweiterung der preußischen Regierungskoalttion alS gescheitert zu bezeichnen. Volkspartei und preußenloalilion Keine verfehlte Prestigepoliiik. Berlin, 9. Febr. (TU.) In einer Besprechung der Soalitionsverhandlmigen In Preußen am Freitag, bei denen die Deutsche Volkspartei an ihrem A n - fpruch auf zwei Mini si ersitze sestgehalten hat, fordert die „DAZ." mit Rachdruck, daß dir Deutsche Volkspartei in Preußen, wie die Dinge nun einmal lägen, den einen l h r angebotenen Ministerposten annehmen und sofort in die Regierung eintreten solle. Die Lage habe sich Infolge des Scheitern, der koalltlonvverhandlungen im Reiche entscheidend geändert, so daß es als eine ganz- 11 d) unangebrachte Prestigepoliiik erscheinen würde, wenn die Volkspartei heute noch auf ihrer früher berechtigten Forderung beharre. 3n der Annahme des einen Ministerpostenv liege die alleinige Möglichkeit, das durch das Scheitern der Großen Koalition im Reich zerschlagene Porzellan einigermaßen wieder zu leimen. Wenn In Preußen die Umbildung der Regierung, sei es auch zunächst um den Preis einer geringeren Beteiligung der Volkspartei, jetzt nicht gelinge, dann gebe es überhaupt keine Aussicht mehr, im jetzigen Reichstage zu einer Mehrheitsregierung zu gelangen. Diesen notwendigen Entschluß müsse die Volkspartei so schnell al» möglich fassen. Staat». politisch bleibe ohne schwerste Erschütterungen zu Zelt kein anderer Ausweg. Die Aussöhnung zwischen Italien und dem Vatikan. siohinLen W rllchafts- und Finanzfrazen außen- w.« inner olilisch«c Ra.ur d.e Sazialdemocha ie als der bei wei.em ü5crtc'<»ne Partner Herausstellen dürste. A er wer ist b:nn Schuld daran, daß in ter verbleite rden Rrzierunz 62s bürgerliche Element in so bedenklicher Weise zurückgedrängt worden ist? Doch wohl das Zentrum, dem die Möglichkeit offenstand, auch in diesem Kabinett, wie in allen vorangegangenen dec l:tz- ten zehn Jahre eine gewichtige Schlüsselstellung zu beziehen. Aber das Zentrum hat die 6ac;< des Bürgertums im Stich gelassen, vielleicht weil «s fürchte e. sein Konkordat in Preußen durch Konzessionen cm die Volkspar ei in Gefahr zu bringen. So ist die Laie heute derart, daß ein Minderheitskabinett versuchen muß, für seine Gesetzesvorlagen im Reichstag Mehrheiten zu finden, wo es auch immer sie bekommen mag. Das wird namentlich bei der Derairng des Reichshaushaltsvoranschlags außer- ordentlich schwierig sein. S.ehm doch haute schon alle verolicbenen Rrgierungs >art:im. die Sozial demolraten ein'efchlofsen. der Etatvorla ;e des Reichsfinanzministers Dr. H.lferd nz mit größter Reserve ge^enü.er. Vollspar ei und Drmokraten verlangen mit Recht aanz crheali-.rve Einsparungen als sie Hilferdings Voranschlag ausweist, und zeigen außerdem wenig Sympathie für die geplante Erhöhung der Vermögens- und Erb-- schaftsstcuem; die Sozialdemokraten tvvllen den ruhig zuzusehen. Ist es nun bloß Mangel an Regie, unüberlegter Streich einer schlecht informierten Bureaukratie oder soll es ein besonders geschickter Coup des Herrn Severing sein, wenn diese uralte, abgestandene Geschichte just in dem Augenblick aus der Versenkung hervorgeholt wird, in dem von dem guten Verhältnis der Bayern zur Reichsregierung so gut wie alles abhängt? Auch ein gutmütigeres Tier, als es nun einmal der bayrische Löwe von Haus auS ist. würde bedenklich fauchen, wollte man ihi so empfindlich in den Schwanz petzen, wie es 6L sozialdemokratischen Größen in Berlin, die Herren Hilferding, Braun und Severing in trau- ‘em Verein zu tun belieben. Fast drängt sich te~ Eindruck auf, als wollte man di« Bayrische Volkspartei mit Gewalt aus der Regierung graulen. Im anderen Fall wäre dieser Streich eine Torheit, die wir Herrn Severing zu aller- letzt zugetraut hätten. Aber fährt man aur diesem Wege fort, die ohnehin schon riesengroßen Schwierigkeiten der Reichsregierung künstlich zu vermehren, dann ist heute schon voraus-- zusehen, wann sich der mühsam ächzende Karren des Rumpfkabinetts endgültig festgesahren hat. Dann bedarf cs allerdings r.id)t einmal besonderer Liebenswürdigkeiten des Zentrunts, Herrn Hermann Müller aus dem Sattel zu heben, um, selbst wieder die heute verschmähten Züael in' die Hand zu nehmen. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Crrrf tut Ccrlac: vrshl'sche LnivttM1r-v»ch- -n!> Steinörnderei R. £an?e In Sietzen. Schristleltun, unt> S-sHüflrlelle: S-nl-tratze 7. Das Rumpffabinett. RelchtwirtschastSminister Dr. E u r t i u s hat am Donnerstag in einer ausgezeichneten Rede vor den Berliner Vertretern der deutschen Provinzpresse seine Zuhörer beschworen, das ihrige zu tun, um der Verzerrung, Herunter- reißung und Verächtlichmachung alles dessen entgegenzutreten, was man drauß^r als Berlin kennzeichne, und hat sie gebeten, ihren Blättern nicht nur den Eindruck von Tüchtigkeit und Arbeitskraft zu vermitteln, die in Berlin am Werke seien, sondern auch von dem ehrlichen Ringen um die großen gemeinsamen vaterländischen Ziele, von dem tiefen Ernst, der alle die Organe durchdringe, die in der Zentrale für deS Reiches Wohlfahrt sorgen. Es scheint also doch Herrn Curtius und — dürfen wir hoffen? — auch dem einen oder anderen seiner Minister- und Parlamentskvllegen zu dämmern, daß daS. was man so gemeinhin „Provinz" Nennt, die breite Masse des Volles nämlich, sticht mehr allzuweit von dem Punkt entfernt ist, wo es bei aller bisher geübten Lammsgeduld doch einmal mit der Faust auf den Tisch schlägt und sagt, wir haben genug von bet Berliner Komödie! ^Roch nie ist dem Volke so klar vor Augen geführt worden, daß Koalitionen zwischen regierenden Parteien nur dazu da sind, mit den Interessen des Volkes, von dem allein die Staatsgewalt ausgehen soll, Schindluder zu treiben. Irgendwelche großen Dinge, wie Deckung des Fehlbetrags und kraftvolle Wahrnehmung der deutschen Rechte im Zweiten Dawesausschuh, werden auf das Firmenschild geschrieben. Drinnen in der Dunkelkammer aber geht, wie noch stets, der schamlose Kuhhandel um die einflußreichsten Posten an der Staatskrippe seinen altgewohnten Gang." So skizzieren die „Leipziger Reuesten Rachrichten", das führende, der Dollspartei nahestehende Provinzblatt Mitteldeutschlands, die gegenwärtige Lage an dem gleichen Tage, an dem ein Mitglied der Reichsregierung in kaum noch verhüllter Form die gleiche Provinzpresse um gut Wetter bittet, ilnb dazu liegt wahrlich aller Anlaß vor, denn was wir in den letzten Wochen an unverantwortlicher Krisen- macherei und lleinlichstem Parteigezänk erleben mußten, überstieg an Widerwärtigkeit alleö dir her Daaewesene. Wir brauchen uns nicht noch einmal durch all die Irrwege dieser Koa- litionSverhandlungen hindurchzuauälen. brauchen nicht in alle Schlupfwinkel intrigierender Partei- seelen hineinzuleuchten, um heute an der wenigstens vorläufigen Endstation dieses Leidensweges mit einiger Bitterkeit zu sehen, daß von Interessen des Volkes bei diesem Schacher um die Ministersitze beim besten Willen nicht mehr gesprochen werden kann. Aus den Händen hatte man im vergangenen Bommer dem Zentrum drei Ministersitze angc- tragen. Das Zentrum dankte, es wollte nicht. Die Herren hofften, mit ihrer inneren Parteikrisis besser unb schneller ohne Regierungsverantwortung fertig au werden. Nun, wo es soweit war, stellten sie ihre Forderungen und nahmen, von der Unentbehrlichkeit ihrer Partei im tiefsten überzeugt, als selbstverständlich an, daß alles aufspringen würde, um Zcntrumsministern Platz zu machen. Als dies nun richt so schnell ging, wie man es sich gedacht hatte, als noch hin. und hergerückt wurde und gar noch die seinerzeit vertagte, damals allseitig anerkannte Forderung nach einer gleichzeitigen Kabinettsumbildung in Preußen erhoben wurde, kam die Drohung, den letzten Zentrumsmann, den „Horchposten" Gusrard aus dem Reichskabinett z u ° rückzuziehen. Die Drohung wurde wahr- gemacht, als ein letzter Kompromißvorschlag des Äeichskanzlers, der die Umbildung der beiden Re- gierungen im Reich und in Preußen „Zug um Zug" vors-ch, nicht im Sinne des Zentrums aüsfiel. Die. Große Koalition ist damit erledigt. Fast auf den Tag, seit dem es zehn lange Jahre hindurch an jeder Heichsregicrung teilgenommen hatte, vollzog das Zentrum seinen Austritt. „Freiheit!" jubelt die „Germania", aber cs sind doch recht gedämpfte Fanfarentöne, die im Berliner Zentrum organ diesem ersten Stoßseufzer der Erleickterung folgen. Die neue Parteileitung scheint innere Unsicherheit und Unklarheit über die nächsten Ziele hinter forschem Auftreten verbergen zu wollen. So ganz wohl fühlt man sich nicht in seiner Haut. Denn was wollte man eigentlich mit dieser Sezession, zu der bas Zentrum wchrlich niemand gedrängt hatte? hoffen die Herren Kaas und Stegerwald, sich auf diese Weise um die Verantwortung für den Etat uni) die Neuregelung der Reparationen herum- dn'icken zu können? Oder glauben sie, bei Gelegen- ipit dieser gewiß brenzeiigen Fragen dem Rumps lobinett Müller ein Bein stellen zu können, um sich dann in einer neuen Regierung die Ministersessel cuszusuchen, die ihnen die vorteilhaftesten dünken? Dem Trierer Prälaten sagt man ja schon lange wach, daß er den Ehrgeiz hege. Herrn Stresemanus Nachfolger in der Leitung der Außenpolitik zu wer- Dm. Oder wünscht man in der eben bezogenen Oapositioncstellung Aoitationsmaterial für einen in der gegenwärtigen Situation nicht sehr unwahr- 'ckstnlichen baldigen Wahlkampf zu sammeln? Wir missen es nicht. ..as erstt o'auchbarr: Schl-arfo^ ist schon go- vraat: der liberal-sozialistische Block! Grrne gestern wir, daß auch uns einiges -Un< behagen üter.'o.nmt bei d-esrr rcu:n Konst llation d'r hin.er dem Rum ^skabinett ftc )enb.n P.-.r'eien. aber we nger, Ir'i( wir fürchten., daß nun auf Lulttrn oliftschem Dinge ge'e;chen s w r'-n die to.r nicht billigen f‘5n ixn, als aus n: bedrückenden Gefühl heraus, daß in diesem I Bunde sich gerate bei den zunächst zur Erörterung in Rom lebenden Deutschen aber auch der ge- waliigcu historischen lat des leitenden Staatsmannes Italiens den Tribut der Hochachtung, der denen zukomml, die ihren Romen durch epochemachende Taten in das Buch der wctkaeschichte eintragen. DieLlnabhangigkeiiderKirchr. Pariser Befürchtungen. Paris, 8. Febr. ($11.) Die französische Presse beschäftigt sich in langen Leitartikeln mit oon zwischen Mussolini und dem Papst getroftenen Llbkommen, das zu den wichtigsten politischen Ereignissen ge- ^net wird, die die Geschichte S'.a toiä zu ve zeichnen ha e. Bor allem wird die O e s ch i ck l. . c 11 M u s s o- l i n i s bei den Verhandlungen hervorgehoben, für den doS Abkommen einen seiner größten Erfolge bedeute. Die Frage, die die bisherigen italienischen Regierungen nicht einmal a n z u s ch n c i d c n g€toagt hatten, habe der Duce in wenigen Monaten gelost, schreibt der ..Petit Parisien". Indem er mit dem Heiligen Stuhl auf gleicher Grundlage ver- handelt habe, habe dec erste italienische Staats- mann der geisti. en und moralischen Macht der Kirche seine Ehrbezeugung erwiesen. Von allem aber werde die italienische Regierung innerpolitisch wie außenpolitisch aus der Lösung Vorteile ziehen. Pertinar meint im »Echo de Paris', daß es in den Beziehungen zwischen Vatikan und Quirinal weiiiger 2!enderuiigen geben werde, als man auf den ersten Blick annehmen könnte. Die Kluft sei schon seit langem überbrückt. Pertinax fragt, ob der Papst künftighin den Eintritt einer größeren Anzahl Ausländer in das Heilige Kollegium ermöglichen werde. Der »Temps' schreibt, die gesamte Aufmerksamkeit richte sich natürlich auf die Lage, die in religiöser Hinsicht der katholischen Kirche künftig breitet werd- . Selbstverständlich werde Italien jetzt beim Vatikan dieselbe Stellung clnnehmen wie die anderen beim Heiligen Stuhl vertretenen Mächte. Aber der Heilige Stuhl werde Wert darauf legen, deutlich seine unbedingte Unabhängigkei t von je d- weder nationalen Macht zu kennzeichnen. Die katholische Kirche sei vor allem eine über die ganze WÄt sich erstreckende Institution, und soweit man den Charakter des Papstes kenne, nehme man an, daß er sich bei dieser Regelung von der Hauptsorge um die effektive Unabhängigkeit des Heiligen Stuhles habe leiten lassen. Andernfalls, wenn die gemachten Zugeständnisse die Garantien für die Unabhängigkeit des Vali° kans schwächen sollten, könnte die katholische Welt dadurch beträchtlich in Unruhe versetzt werden. Es würde eine Gefahr vom Standpunkt des rdU gjösen Einflusses vorliegen. ja, die Kirche würde allmählich ihren internationalen und weltumfassenden Charakter verlieren, wenn der Anschein erweckt werde, von einem bestimmten nationalen Einfluß beherrscht zu werden. Vatikan und Völkerbund. Genf, 8.Febr. (TU.) In maßgebenden Völker- bundskreisen wird im Zusammenhang mit der Aussöhnung zwischen dem Vatikan und Quirinal d i e kommende Stellung des päpstlichen Staates zum Völkerbund erörtert, eine Frage, die zweifellos noch gewisse Schwierigkeiten bereiten wird. Eine Mitgliedschaft des Vati- I kans beim Völkerbund dürfte jedoch zunächst kaum j in Frage kommen, da der Papst trotz aller Wiedererlangung der staatlichen Macht doch seinen Charakter als eine rein religiöse aeist- l j ch e Herrschaft ausübt und somit eine Teilnahme an einem Staatenbund und den damit verbundenen völkerrechtlichen Verpflichtungen nur schwer denkbar erscheint. Man erwartet jedoch, daß das Abkommen zwischen der italienischen Regierung und dem Vatikan als ein internationaler Vertrag in der Üblichen Weise von der italienischen Regierung im Sekretariat des Völkerbundes zur Veröffentlichung und Registrierung übergeben wird. Oie deutschen Sachverständigen in Paris einqetroffen. Paris, 8.Febr. (WIB.) Die deutschen Dele- gierten für die Reparationsverhandlungen, Reichs- bonkpräfident Dr. Schacht, Dr. Bögler, Dr. Melchior und Geheimrat kost! sind heule nachmittag in Paris elngetroffen. Sie wurden vom Boc- fihenden der striegslaftenkommission, Ministerialrat pr. R u p p e l, empfangen. Ramons des deutschen Zotschafler» o. H o e s ch begrüßte sie Gesandtschafts- tat Dr. Rieder. Mit dem gleichen Zuge sind auch Die übrigen Mitglieder der deutschen Delegation -ingetrossen, sowie der japanische Delegierte Aoki, der sich einige Tage in Berlin aufgehalten hatte. Abschluß der Elsaßdebasts. Vcrtrauenskundgebung für Poineare Paris, 8. Febr. (T. 11.) Die Aussprache über die elsässische Frage in der Kammer hat am Freitagabend ihren Abschluß gefunden. M i t 4 65 gegen 10 Stimmen bei Stimmenthaltung der Sozialisten nahm das Haus den regierungsfreundlichen Antrag des Abg. Thomson von der radikalen Linken an, der folgenden Wortlaut hat: „3m Vertrauen auf die treue Anhänglichkeit der elsässischen und lothringischen Bevölkerung zum einigen und unteilbare Frankreich gehr die Kammer unter Ablehnung jedes Zusatzes zur Tagesordnung über." Zuvor war der sozralistrsche Antrag, der die Schaffung eines elfaß-lolhringi- l 6) e n Parlamentes sowie jede Ausnahmegesetzgebung zuri.ckwcist, die Rotwendigleit einer B e r W a l t u n g s r e s o r m, einer Steuerreform sowie daä Z w c i s p r a ch c n s y st e m unter- streicht und schließlich die Einführung der Laiengcsetzgebmrg fordert, mit 3 3 0 gegen 2 5 6 Stimmen abgelehnt worden. Ein weiterer Antrag des aulonowiftischen Abg. W a l t h e v. in dem die Regierung ausgefordert toirb, jede Vergeltungs- und Mochtpolitik auf» zugcvc.i, die begangenen Fehler und llngerechtig- fciteix gut zu machen, den polnischen Verurteilten A in n t k i c zu gewähren und eine allgemeine Verwal lungsrefrrm d.'rchzuführen. war buro; die Annahme des An '.ages der radikalen Linken erledigt. Der K a m ns e r a u S s ch u ß für Gesetz- g e b u n '! r» a n g e l ö g e n h eii e n hat imnmcbr im C'nvcrst in- .’.ij mit 6:r Regierung einen Gesetze urs fest gelegt, der in her Hauptsache d i e autonomistischen oder regionaltstt- scheu Bewegungen treffen soll. Das Gesetz besagt, daß jede propagandisiische Handlung, die geeignet ist. den öffentlichen Frieden zu gefährden und die bezweckt, einen Teil desGebietes, über das sich die Souveränität Frankreichs erstreckt, dieser Souveränität zu entziehen, mit Gefängnis von einem bis zu fünf Jahren bestraft wird. Aeue Straßenlämpfe in Bombay. Bombay. 8. Febr. (WB.) 3m Laufe des Abends ist es zu neuen schweren Kämpfen zwischen OllD^jmmcbanem und Hindus gekommen. da sich das Gerücht verbreitete, der zwischen den Parte tat vereinbarte Waffenstillstand sei gebrochen worden. Sofort brachen an einem Dutzend verschiedener Stellen zugleich neue S:ratz enkämpfe aus, bei denen von ben Vvlksmasfen isolierte Gruppen der Gegenpartei überfallen und in mitleidsloser Weise mitz handelt wurden. Heber die Zahl der Toten, d e sehr groß sein soll, liegen noch keine näheren Angaben vor. Die Hospitäler füll len sich rasch mit Verwundeten. die zum größten Teil Slichverletzungen auftoeifen. Die Truppen, die einen Patrou'cklcn- diens! mit Panzerautomolilen elnzer.cbtel haben, haben erneut an mehreren Stellen mit der Schußwaffe cing reifen müsseir Um 2 Uhr mor ,ens betru i die Zahl der Toten im Ptzhownie» Gebiet, wo die Truppen das Feuer eröffnen mutzten, schätzungsweise 3), d e Zahl der Verletzten 100. Den Truppen gelang es. in den meisten Bezirken Herr der Lage zu werden. Es Ist jedoch unmöglich, die Gesamtzahl der Veickuste zu nennen, da sich die Unruhen rasch über ein großes Gebiet ausdehnlen. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtages. Darmstadt, 9. Febr. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages beriet die weiteren Kap.fei 57 bis 61 desSchulwesens. Mit 6:5 Stimmen bei einer Enthaltung wurde ein Zentrumsantrog angenommen, die zur Zeit bestehenden einklasiigen Schulen nach Mögüchlcit zu erhalten. Ebenso wurde der Bauernbundantrag angenommen, Lehre r st e ll e n mit geringer K l a s s e n st ä r k e, die eingeben sollen, den Landgemeinden zu übertragen. Mit 8:4 Stimmen bei einer Enthaltung obgelehnt wird der Antrag Reiber (Dem.), 30 Volksschullehrer st ell en neu einzurichten. Bei zwei Enthaltungen angenommen wird der sozialdemokratische Antrag, an reinen Mädchenschulen mehr a l s bisher Lehrerinnen zu verwenden. Ein Antrag H e - raeus (Dn.), die an Mädchenschulen frei werdenden Stellen mit Lehrerinnen zu besetzen, bis der Lehrkörper mit 50 Prozent Lehrerinnen besetzt ist, wird abgelehnt. Einstimmig angenommen wird der sozialdemokratische Antrag, die Vergütungen für nebenamtlichen und Katechetenunterricht den preußischen und Reichssätzen anw- gleichen. Ohne wesentliche Debatte werden dann die Kapitel 57 bis 61 angenommen. Deutscher Reichstag. Das ArbeilSzeitschutzgejctz. Berlin, 8. Febr. (VDZ.) Bei der Fortsetzung der ersten Beratung des Arbeitsschutzge- setzes erklärt Abg. Fa h renb r a ch (3.): Der Widerstand mancher Staaten gegen die Ratifizierung des Washingloner Abkommens dürfe Deutschland nicht hindern, schon vor der Ratifizierung von sich aus eine gesetzliche Regelung vorzunehmen, di« diesem Abkommen entspricht. Bei den jetzt in Paris beginnenden Reparalivns- verhandlungen sollten die Sachverständigen beachten. datz jede Ersch werung der deutscher Ausfuhr auch eine fortschrittliche Entwickelung der deutschen und der internationalen Sozialpolitik gefährdet. Dec Redner verlangt vor allem einen ausreichenden Schutz für die jugendlichen und weiblichen Arbeiter. Den weiblichen Arbeitern müsse der arbeitsfreie Samstagirnchmittag gewährt werden, damit sie nicht den Sonntag zum Wasch- und.Puhtag zu ma Aen brauchten. Abg. Schneider- Ber in (Dem.) b^eichnet die Vorlage als einen bedeutsamen Fortschritt auf dem Gebiete des Arbeiterschu'.eZ. Die Wirtschaft fei gegenwärtig in bedrängter Lage, aber die Lage dec Ariie taehmer sei noch we iger rosig. Hier müsse der Versuch eines Ausgleichs gemacht werden, der für alle Teile tragbar sei. Bei dem Versuch, eine einheitliche Ar - beitsaufficht zu erreichen, bleibe der Gesetzentwurf auf halbem Wege stehen. Hier müs e im Ausschuß an Verbesserungen gearbeitet werden im Sinne einer Vereinh.itlichung für das ganze Reich. 3n der A r b e i t s z e i t f r a g e seien sehr viele Ausnahmen vom Achtstundentag gemacht worden. Von einem „schematischen Achtstundentag" könne nach diesem Gesetz ganz gcwitz nicht gesprochen werdeir. Der besonderen Eigenart der vielen für die deutsche Wirtschaft s hr wichtigen Kleinbetriebe müsse auch in der Sozialpolitik Rechnung getragen toceben. 3n der Frage der Sonntagsruhe sei die im Entwurf vorgesehene Vermehrung der Ausnahmen in kleinen Gemeinden nicht zu billigen. Zu begrüßen sei es, daß nach diesem Eeetz endlich die AuSnahme- bestimmungen von Ladenschluß und Sonntagsruhe Wegfällen, die bisher den Verkaufs- stätten auf dem Reichsbahngelände eingeräumt waren. Abg. Beier (Wirtsch.-P.) erklärt, es sei ein Trugschluß, datz bei Verkürzung der Arbeitszeit die Zahl der Arbeitslosen sich vermindern würde. Das könnte erst eintreten, wenn die übrigen Inbustrielänber die Arbeit zeit verkürzen. In England, Franlreich und Italien bestehe wenig Reigung zur Datil ierung des Washingtoner Abkommens. Beunruhigend habe die Ankündigung so vieler neuer fozialvoliti.chcr Gesetze gewirkt. Jetzt müsse eirdlich Schlutz gemacht werden mit dem Hineinpressen der Wirtschaft in immer neue Zwang.jacken. Die Folgen der ü b er spannten Sozialpolitik zeigten sich jetzt schon in der trostlosen Finanzlage des Reiches. Leider sei in der Vorlage mit keinem Wort die Rede von der Schwarzarbeit. Auch die Gewerkschaften sollten doch gegen diese Schwarzarbeit vorgchcn, bei dec nicht nut die steuerlichen Verpflichtungen unetfü lt bleiben, sondern .auch die Arbeits- losenv:r,ich-rung ohne Rot belastet wird. Abg. I ä ck e r (Soz.) bedauert, daß auch aus dlo- 1cm Gesetz die Landwirtschaft ausgenommen ist. Die Landarbeiter würden immer als Arbeiter 1 zweiter Klasse behandelt. Abg. langen (Dem.) äußert, Die Beschränkung der Arbeitszeit sei kaum erträglich für die Handwerksbetriebe. die unmittelbar mit der Landwirtschaft arbeiten. Die Gärtnereien mußten eben- jo wie die Landwirtschaft aus dem Gesetz heraus- genommen werden. Damit schließt die Bcsprcchuna. Die Vorlage wird dem Sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Es folgt die Weitcrberatung der Anträge zur Erwerbölosenfürsorge, zu denen der Haushattsausschuß folgenden Beschluß gefaßt hat: Die Re chsregierung zu ersuchen: g) die Krisenfürsorge auf alle Berufe aus- zudchnen: b) dis Krisenfürsorgc nach Paragraph 101 des Arbeitsvermittlungs- und ArvettsiofenverficherungZ- gejehes allgemein auch auf alle 23crupgruppen zu erstrecken, wenn die Arbeitslosen die Wartezeit von 26 Wochen nicht erfüllt haben, aber 13wich gü krankenversicherungspflichtige Beschäftigung nachweisen können; c) die Reichsregierung zu ersuchen, die Unter- ftützungsdauer in der Krisenunterstützung für Ang.stellte und Arbeiter bis zum 4 Mai d.J. auszu dehnen und dabei ausgesteuerte Angestellte und Arbeiter in dis Krisenfürsorge wieder einzubeziehen. dj Auf die Reich ^anstatt dahin einzuwirken, daß die Anwendung des Gesetzes betreffend Sondersürsorge für berufsübliche Arbeitslose nicht auf solche Arbeiter erfolgt, die nur vocäbergchend mit Arbeiten — in besondere mit Rolstandsarbcitcn — bckchäitigt sind, die sonst unter das Geich betreffend berufSüL.'iche ArbeitS.osigke'.t fallen. In der Au.'spräche beantragt Abg. Frau Leu sch (Zentr.), datz den Gemeinden die Mehrkosten erseht werden mögen, die ihnen aus der weiteren Ausdehnung der Krisen- fürfcigc entstehen. Das Zentrum habe im so ial- politischen Au Schutz dem sozialbemo.ratischen Antrag nur unter der Vorau setzung zugestimmt, datz bi? sozialdcmokcot.schcn Minister Hilferding unb. Wissell mit diesem Antrag einverstanden seien, unb ihn für durchführbar halten. Rach den heutigen Aufklärungen im Hau.Haltsau, schuß sei diese Voraussetzung weg gefallen. Ein Vorwurf sei dem Zentrum aus seiner Haltung nicht zu machen, weder früher als Regierungspartei, noch jetzt als Partei, die sachliche Arbeit leisten, will. (Heiterkeit.) RelchsarbeitSminister Wissell: Grundsätz.ich ist die Regierung bereit, dem Ai schutzanirag entsprechend die Kck ensürsorge auf a.le Beru,e aus^ubehnen. Di« Ausdehnung der Kci e.i.ürsorge bringt den Gemeinden kerne Mehrde.astung, sondern eine Entlastung, weil dadurch die Wohlsahrlsanterstuhwrgcn der Gemein'en sich vermindern. 211 g. Schultz-Bromberg (Dn.): Wenn Im HausyallSausschuß der Brrtreier des Finanz- Ministers dazu riet, den sozialdemokratischen 2ln- trag anzunehmen, aber g.eichzeitig erklärte, datz er ftnanzieck nicht burchführbar sei, so stehe das in schneidendem Gegensatz zu Ehrlichkeit und Klarheit, unb bedeute, Sand in bie Olugen der Erwecbslolen streuen. Arbeits Minister Wissell wiederholt bie,«n Ausführungen gegenüber die Erklärung, datz die R g .ecung bas Ersuchen des Reichstags nur im Rahmen der Gesetze durchführen könne. Die Regierung habe sich im Ausschuß für keinen der gesteckten Anträge eingefttzt. Aba. A u f h 2 u s e r (Soz.) dreist den Vorwurf zurück daß die Sozia.demokraten einen Deschlutz durchgeletzt hätten, von dessen Undurchführbar- feit sie überzeugt waren. Sie hätten vielmehr auf die Reg.erungSerklärung hin den Antrag auf Derlängecung der Bezugsbauer auf 52 Wochen zurückgezogen. Die im Antrag gefor- der.« Ausbehnung der Krisenfürsorge aus alle Berus« beziehe sich selbstverständlich nicht auf diejenigen, die schon der <3onberfü.rforgs für Saisor.arbci.er unterstshen, oder auf solch« Berufe, bie jetzt gut beschästigt find. Abg. Er sing (Z.) erklärt, In Ausfchuß habe der Vertreter des Flnanzministers erklärt, die Durchführung des sozialdemokratischen Antrags würde 6.9 Millionen kosten, er werbe ihn bis zur Höhe von 2L Millionen durchlüzrcn. Eine so che Politik bcr Hnwahrhasligkeit unb Unaujruptig- fcit werbe das Zentrum nicht mitmachen. Rach einer langen Reihe persönlicher Bemerkungen wirb bcr Antrag deS Haushaltsausschus- scS angenommen. Dagegen stimmen die Christlich-stkat o^ale Bauernpartei unb die W r> schaflSparlei bei Stinnnen.haltung der Deutsch- nationalen. Aus aller Welt. Der Blutzoll der deutschen psarrerschasl. Am Montag, 18. Februar, wird in der Stadtkirche z u W i t len b e r g, Luthers Predigtkirche, eine vom Verband deutscher evangelischer Psarrvcrcine gestistete Gedenktafel für die im Weltkrieg gefallenen Pfarrer. Hillsprebiger und Dozenten der Theologie enthüllt werden. Di« Ramcn der Gefallenen werden auf Pergament gefchriebcn in einem Kasten unterhalb der Gedenktafel aufbewahrt. Die Urkunde enthält 228 Rainen. Die Predigt bei der Weiheseicr hält Feldprobst D. Schlegel. Die Beisetzung der Königinmutter von Spanien. In der Madrider Schlotzkapclle fand in Anwesenheit aller Mitglieder der königlichen Familie und der Mitglieder der Regierung ein seicrliches Requiem für die verstorbene Königinmutter Maria Christina statt. Der Sarg wurde fobann von spanischen Granden und Würdenträgern zur Placa de Armas und von dort mit dem königlichen Leichenwagen zum Rord- v a h n h o f gebracht. Eine Truppenabteilung erwies der Verstorbenen die letzten Ehren. Aus oem Wege zum Bahnhof bildete die Bevölkerung Spalier. Vom Rordbahnhvf, wo sich die Mitglieder der Regierung, da) Diplomatische Korps und die Spitzen der Behörden eingefunden hatten, wurde der Sarg in einem Sonderzuge nach EI Escorial übergefähct, um dort im Mausoleum der spanischen Könige beigesetzt zu werden. 3n Polen die strengste Kälte seit 50 Jahren. In Polen konnte schon seit 50 Jahren kein so strenger Frost wie gegenwärtig beobachlet werden. Es herrscht ein Tempevaturmillel zwischen — 25 und - 32 Grad Celsius. Am kältesten war cs im Wi l nae r Land, wo die Temperatur stellenweise einen Tiefstand von 44 Grad Celsius erreichte. Furchtbare Fröste werden auch aus Ostgalizien gemeldet. Die Störungen im Zug- und Telephonverkehr halten an. In Krakau und Lemoerg macht sich neuerdinzS auch Kohlenknapvheit bemerkbar, ein Zustand. der angesichts der MöaUchkett eines Gru- denarvetterltretrs in OSersch^esien zu «miten He* sorgnissen Anlaß gibt. Auch in groben Teilen Lettlands, besonders in Rord'ivland, herrscht sibirische Kälte. Das Thermometer fiel teilweise auf minus 40 Grad Celsius. Vie Lisverhältnifse auf dcm Bodenfee. Die Meldung eines Berliner B.atteS. daß der Bodensee vollkommen zugefroren sei. entspricht nicht völlig den Tatsachen. Zuge- froren ist ledig ich. wie auch in früheren Jahren, dec sogenannte Gnadensee zwisch.-n RadolsS- zell und Konstanz, der größtenteils sehr seicht ist. Auch der Untersee zwischen der sogenannten Rcichcnau und dem Schweizer Ufer trägt eine ziemlich starke Eisdecke, so datz man z u Fuß von der Reichenau nach der Schweiz übergehen kann. Bon einem Zufricren deS eigentlichen Bodensees, dem sogenannten Obsrsee. und dem Uebcrlinger See ist gar keineRede. Dort wickelt sich der Schisssverlehr nah wie vor normal ab. Ledigckch die Durchjührung der Lan- dungsmanövcr ist für die Dampfer -schwieriger als sonst, weil der Bodensee, wie immer im Winter. einen wesentlich niedrig.'ren Wasicrstand ha: unb sich baher am User leichte Eisbilbung zeigt. Großer lBa'retmange( in Wien. . Der Wiener Mag straf hat zur Verhinderung drohender Wasscrnot eine Kundmachung erlassen, wonach die Benutzung von Badeeinrich- t u n g c n jeder Art in den Wohnhäusern verboten ist. In den Gast- und Kasseehäusern und ähnlichen Lokalen darf Wasser an Gäste nur a u f besonderes Verlangen verabreicht werden. Das Füllen der S ch w i m m b a j l n s in Öffentlichen Badeanstalten ist an eine besondere De- w.lligung des Mag strats gebunden. Falls diese Maßnahme nicht den gewünschten Erfolg hat, wird in den nächsten Tagen die A b s p e r r u n a bei Hausleitungen angeorbnei werden müssen. Durch Abgase im Aulo vergiftet. In einem Walde, einige Stunden von Bern entfernt, wurden in einem geschlossenen Auto zwei Personen in bewutzflosem Zustande aufflzfunben. Während man zuerst an Selbstmordversuch durch Vergiftung glaubte, ev» gab die Untersuchung einwandfrei, daß Okhd« gaSvergiftuna vorlag. Die Untersuchung ergab die Möglichkeit des Eindringens der 21b* gOiC in den Wagen durch ein schadhaftes Vergaser rohr. Eine Person ist bereits gestorben. Der Wagenlenker konnte knapp vor dem Tode gerettet werden. ver Tod bei der Goldenen Hochzelt. Bor einigen Tagen feierten in Langscheid bei BacharaH der Landwirt Vozel und seine Frau die Goldene Hochzeit. Als die Feuerwchr- kapelle dem Ehepaar ein Ständchen brachte, erlitt die Frau vor Aufregung einen Schlaganfall und verschied. Bogel nahm sich den Tob seiner Lebensgefährtin so zu Herzen, daß er am Tage ihrer Beerdigung ebenfalls starb. Die Wetierlaae. 3M Freitag, d 8 FeD.1929.7* aDdS. ywomtme» 0W«t*i <> nef» otfltnu » • orutm • Schnee atrtuoem ■ "eeei R Ciewiiier on ^5 tvdtuoweii q, itufmiKfici wert 0« -lein nrefle« mn dem wmoc Die »eiden ilmontn nencnoe* Zd» en ot>en die Temperatur «n Pie Linien eerenw» Oet» •*» tWKMrt cel -vtreierveau umw'M»e»t»» Wettervoraussage. Wettervoraussage für Sonntag» Stellenweise nebelig, meist oufheiternd, weiterhin strenger Frost, trocken. Witterugsaucfichten f ü r Montag: Wenig Aenberung bcr Wckferlage. Lufttemperaturen am 8. Februar: mittag» —4,1 Grad Celsius, abenbs — 12 Grad Celsius: am 9. Februar: morgens —17,6 Grab Celsius. Marimum — 3.4 Grab Celsius, Minimum — 17,9 Grab Celsiu». — Erdtcmperafuren in 10 Zentimeter liefe aw 8. Februar: abenbs —3^8 Grab Celsius, am g. ge- bruar: morgens — 4,8 Grab Celsius. W alerfpo.tnachrlchlen der hesf. Wetterdienststelle. Vogelsberg iHoherovskopi-: Weller: heb ter, Schneehöhe 30 bis 35 Zentimster, gekörnt Ski und Rodel sehr gut. — Herchenhainer Höh«' Welter: heiter, minus 8 Grad Celsius, 50 Zentimeier Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel seh» gut. Odenwald (Tromm): Wetter: heiler, minuS 8 Grad Celsius, 45 Zentimeter Pulverschnee. Ski und Rodel gut. — Reunkirchen: Wetter: heiter, minus 7 Grad Celsius, 45 Zentimeter Schnea Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Taunus (Kleiner Fcldberg): Wetter: heiteL — 6 Grad Celsius, 44 Zentimeter Schnee, etwas verharscht. Ski und Rodel gut. Sauerland (Winterberg): Heiter, 4 Grad Celsius. 40 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Schwarzwald (Feldberg): Heiter. 8 Grab Celsius, 88 Zentimeter Schnee, etwas verharscht. Ski und Rodel gut. Ruhestein: Hei^r, 8 Grab Celsius, 83 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Alpen (Garmisch-Partenkirchen): Heiter, 12 Grad Celsius. 40 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut — Berchtesgaden: 13 Grad Telfius, 45 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel aut lodjjdl *ang|^tib uab Jein die Ftuewehp Kit bracfre, er« jung einen 3ojd nahm sich Io tu heTM g ebenlalll rn »»abttidif ,*? “Hns In bejonöere De. Halb tiki( 1°'9 tat, mitt jrung b,n müssen, M dienen Qiu’o tloltm man zuech an >g glaubt«, «t> . dah Oshd. Untetfu^imj 'gens der Ab« chadhaslel ist bcreit- g«, nie knapp vvi ?,ÄS "i lS! l^lct p.5?U ''N eine S«6 A'K vor , •Iwtlet» 'MN ün Din. AerstanL v. ^bung zeig, Ilen. ®,rbinb#runo /rlaffdj ^eivrich. N«tn Der, ™W und Kliert ;flr r; ’nittflö’ 7g{ “ «niapmufli Äl MW V ' •'S?*; V'' e in Apotheken, ftaii« Ihre Avotneke Aanitotn noch nicht führt, lasten Sie eS üch durch Ähre Avont ke «oiott beso gen. Bestandteile find a if der Vackuna angegeben. |UX>V i 6 s S M i>, ;'h M fei* XÄ;-: , < x einen Kontrolkvttel aus irgendeiner 25ote| Stellengesuche! Verkäufer buch sucht 11228D MhvSiNS J247D Lehrling 8njir r cnsabr, kcn 1IH6A REISEBEAMTE (regen Gehalt, Spesen und Piovfsion. 03G0 nciucU*. Bezirksdirektion F«Ssriejrt ncfudn 114OD Klin kttr. 21, H. §50 I Carl Ncwack ■ ■Mil Farben per Meter Homöopathie £ Madaus Zu höben ‘in den e i n s chloq i g e n Gescholten Vermietungen! ■Kunstseiden. Trikot VersandsteHeüttq.P. I sllter,Brss anE498. durch Landwirtschaft. Wer diese Kundschast üeiud)t, öeinroitbiüe» ieaenheil ncboicn, durct) la Artikel, nlnn^cnb bcnniadjt- sich ein Lolic-i und nei ienöe-3 Etuloiii- men au sichern. 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Wir stehen an der großen Schicksals- wende: Bald erfahren wir, ob Paris, London, Locarno, Thoiry und Genf nur die Selbsttäuschungen waren, die die Pessimisten vorauszusagen wagten. Die Verhandlungen in Paris über unsere zu- künftigen Tributzahlungen Geraten uns nicht nur, ob wir weiter bis zum Weißbluten ausgepowert werden sollen, sondern in der Folge auch, was au» unseren Hoffnungen auf Räumung der Rhein- lande usw. werden wird, ob wir mit völliger Abrüstung, mit der „Erfüllung bis an die Grenzen der Möglichkeit" und mit dem Eintritt in den Völkerbund etwas erreicht oder ob wir uns allüberall selbst betrogen haben: In solcher Zeit müßte die große und einige Schicksalsgemeinschaft des deutschen Volkes Evangelium fein: Heiliger nationaler Glaubenssatz. Und in dem Augenblicke, in dem wir dieses Glaubensbekenntnis zur endlichen Einigkeit abgeben müßten, bietet das deutsche Volk bzw. feine Regierungen das Bild traurig ft er Uneinigkeit, einer selbst für unsere Verhältnisse anormalen Zerrissenheit, eines Kampfes aller gegen alle: der Regierungen der Einzelstaaten gegeneinander, gegen das Reich, der Einzelstaaten und des Reichs gegen das höchste Gericht, der Behörden gegen Behörden usw. Kurzum ein Bild trostloser germanischer Streitsucht, die selbst den hilfsbereiten Freund abzustotzen geeignet ist. ___________________ Wie das all«« so kam. wie «3 A. D. mit den Vorwürfen „bayerischer traditioneller Preußen- scindschaft" sich verhält. — di« einzelnen Stadien der Entwicklung die.es selbstmörderischen Kampfe« bi« zu den tragikomischen Presleunterhaltungen der letzten Tage in Berlin und München, können hier nicht dargestellt werden, so wenig wie di« Schuldfrage au erörtern Ist. E« genügt hier, festzustellen, daß di« Verhältnisse unerträglich geworden sind, baß die Cänberfonfereitlen die Gegensätze nicht verringert haben, dah der Ton und di« Form der Austragung der Gegensätze Dimensionen angenommen haben, die fast den Komödiendichter reizen könnten, die aber da« Volk Im Rorden wie Im Süden sich nicht mehr gefallen lassen bürste, da sie Reichs- und Landesinteressen verletzen. Don den neben* her lau, enden „normalen" Regierungskrisen brauchen wir hier nicht weiter au sprechen: Der Kamps um die „Machtkrippe" ist ja bei un« polr- tische« System. Dauerzustand geworden, ohne den wir un« diesen »Freistaat" nicht mehr gut denken können. Die groß« Gefahr scheint mir dabei darin zu bestehen, dah der Kamps um den aktuellen wirtschaftlichen und politischen Interessenausgleich, mit dem wir un« hier zunächst allein zu befassen haben, bereit« mit Den großen Welt- anschauungSsragen der Parteien verquickt wlld. Hi« Marxismus, hie Kleri- kausmus oder „Separatismus" so tönt es bereits Die rein sachliche Tendenz droht vom wirtschaftlichen und finanziellen Gebiet auf das Gebiet L:r großen, geistigen weltanschaulichen Kämpfe hinübergespielt au werden. Es ist mitunter, als wenn der teuflische Geist de« Dreißigjährigen Krieges hinter mancher Zeitmaske lauert und da« einfache politische Ziel vergiftet, das da lautet: Der Süden will nach der dort herrschenstehenden Steineichen hin. zaubert« tiefschwarz-r. grotesk verzerrte Schlagschatten. Dann hob auf dem Flur draußen die altmodische Kastenuhr aus — zehn Uhr. — Fröstelnd schloß ich das Fenster — morgen würde ein schöner Tag werden. Dirschwetter. und ich griff nach einem gebundenen Jahrgang des „Deutschen Jägers", brannte mir eine Zigarette an ... Die Erlebnisse der vergangenen Stunden waren vergessen, leicht und duftig ringe.ten sich die blaugrauen Rauchwöllchen empor, trugen mich auf unsichtbaren Schwingen in das Reich der Phantasie, und blutrote Reflexe deS Kaminseuers huschten über das schnee'.gweiße Elsäärense.l, die dunklen, ledergepreßren Tapeten. „Was, zum Donnerwetter, ist denn nur los?!" Gegen meine Tür raste, von -Wei Fäusten gehämmert, ein Tromm«lloirbcl. „I bin*«!“ „Wer ist. ,,i, i"?I“ „D'r 3adl ..." So, nun war ich im Btlde, machte Licht, ein rascher Blick auf die Uhr — zehn M kuien nach Drei. Dann öffnete ich die Tür: „Kommen Sie nur herein!" Vor mir stand der Jäger, ein untersetzter, breitschuttriger Gebirgler mit fuchsrotem Haar und Bart, über dem ein paar kindergute, treuherzige D auaugen leuch.elen. „Also, Iackl, wollen wir beide es mal probieren?" „Is recht, Herr, un' entschuldigen S' nur, wenn i a büferl grob war, aber 's is a weita' Weg ..." „Schon gut. Iackl, da braucht's keine Entschuldigung — hier stecken Sie sich ein paar Zigarren ein ...“ In wenigen Minuten war ich marschferttg: „Haben S.« schon Kassee getrunken?" „Kassce. Ra. dös tua i n'.a net. nimmt ma halt an Sch.uck Enzian un' a Trumm Brot." „Schön, dann wo.l n wir mal los. 1.«sein, aber müifen ein bißchen Rachsicht mit mir haben, ich bin das Berge st eigen nicht mehr so gewöhnt, habe noch nie einen Gams geschossen." Der Iackl schmunzelte: „Wann ma Die andern Iagdgäst' hört, Die Die- toeil aus Da StaDt oder vom Riederland femma — o du mei’, do hat a jeder schon dö g'fahr- lichsten Partien g'macht, un' Gams ham's Derlcgt, mehr als wia in DÖ ganzen Tiroler Berg steh'n ..." „Ja. mit dem Mund, nicht wahr?" Ich lachte und wir hatten uns verstanden. Wenn mancher 3agDga|t wüßte, wie lächerlich er sich macht mit seinen Aufschneidereien und dem doch stets mißglückten Versuch, Dialekt zu reden! Da ist es dann freilich kein Wunder, wenn Die Derufsjäger und Geoirg er auf dö damischen, gladaugaten Stadt,rück' nicht gut zu sprechen sind! — Wieder stiegen wir wie am Morgen des vorhergehenden Tage« dura- oen Hochwald empor. Der Wind wehte talwärts, über uns, im Gezweig regle ein sch.aftrunkener Vogel die Schwingen, und in der hellhörigen Lust klang vom Dorf hev- über Der Stundensang des Wächters: „Hört ihr Leut' und laßt euch sagen: Die Glocke hat vier Ußr geschlagenl Morgenrot am Hunmel schwebt, ünD wer den neuen Tag erlebt, Der lobe Gott den Herrn!" Leise Harste Der Südvest in den Wipfeln der Tannen, deren schwarze Stämme wie Säulen auf» ragten, hin und wieder fiel ein vom Nachtfrost gewilltes Blatt taumelnd zu Boden. Mein Führer blieb stehen: „Kunnt leicht fei', daß a Rudel von Dera Alm- lichten abwärts ziagt, haben S' schon g lad n?' Ich nickte nur, unj wieder ging es weiter, quer Durch schüchtern stehenden Bestand, eine Stein- reiße aufwärts. — La! Irgendwo in Dunkel und Dämmern flog ein Ton auf, ein kurzes Knören, Anstößen, bann ein zorniger Groner . . . Iackl packte meinen Arm: „Richten S' Eahna!" Ich prüfte über Kom und Kimme hin das Abkommen — keine Mög.ichkeit, einen sicheren Schuß anzubringen, frühestens in zehn Minuten mochte das Bü.yfenlicht zur Rot hi.irihen. Bon paibcr Dergeshöhe her hallte ein Schrei, machtvoll und dröhnend wie Orgelklang, weckte lang nach.^al- lendes Echo ... „Kommen S'I Der Hirsch steht drob n m Die Latsch'n, bal' r a Stuck treibt, linna ma uns an- birsch'n, i woaß an Richtweg . . . Es blieb den föderalistischen Anschauung keine bloße „P r o v i n z", lein« auf origina e Eigenen twick- lung ver' ichtei'.de Filiale sein, sondern nach seinem alten 6o.,«.i deutschen Kulturzustande und seiner von der Ratur und der Geschichte ihm zukommenden Stellung eine Staalsauf.assung bewahren, die chr als Synthese zwischen dem Drange nach Selbständigkeit und Selbstverwaltung und der Rotwendig.eit, sich in ein großes Ganzes ein* zuschalten, richtig erscheint. Solche Staatsaufsa.sung kann und Darf niemals mit Zwang belegt werden. Das Reich hat feierlich gelobt, sie zu achten. Sie ist a.s echt deutsch ach.ungswert. Das Reich kann sich nicht nachsagen laßen, daß es „gegen Treu un. O auben, C.cr reg tre e unu Rell.ts.mpfmdcn verstosse", muß vielmehr durch. Die Tat beweisen, Daß cs sich hier um Mißverständnisse handele, Die sch zum Teil In unschönen Polemiken zwischen den Vertretern Der beiden größten Staaten abspie.en. Massen, Zahlen, Mehrheiten geben Dabei ke.n Recht auf Brutalisierung. Auch Der Ausspruch, Daß „es gegen das Reich keinen älrtei.svollstvecker gebe", ist höchst mißverständlich, kann und Darf nie dahin gedeutet werden, DaH ..Macht vor Recht" gehe. Die Anerkennung eines solchen brutalen Herrenstandpunktes wäre Der Untergang des Rechtsstaates unD Damit Des Reiches unD Der Lander. Recht muß Recht bleiben. Am meisten in Der Demokratischen Republik, die ohne solche RechtsgrunDlage Die Herrschaft der zügellosen Massen, des Proletariats Der Masse proklamieren würde. Unvorsichtige Aussprüche vermehren beiderseits Das leibet vorhanden« Mißtrauen, stärken Die Furcht vor Der systematischen „Aushöhlungspolitik" gegen die Eigenstaatlichkeit Der süddeutschen Staaten, die dann im Rorden als „traditionelle Feindschaft gegen Preußen" ausgemunzt wird. Hüten wir uns auf beiden Seiten vor Schlagworten, Die Die Einigleit vergiften! Es ist Sache des Reiches, fca vielleicht sogar Des Reichspräsidenten, alles auf- zubieten, um den Streit um so reale wirtschaftliche Dinge wie die Entschädigung auS Der vertraglichen Hebcrgabe der bayerischen Post und Eisenbahnen an das Reich und den Anteil Bayerns an Der Diersteuer auf diesem Boden rein wirtschaftlicher und rechtlicher Tatsachen zu belassen. Hüten wir uns, ihn nicht nach Der Art der homerischen „Helden" mit gegenteiligen Invektiven und Beleidigungen Würzen und vergiften zu lassen. Bei einigem guten Willen muß es ohne besondere Schwierigleiten gelingen, Bayern in Der, Post- und Biersteuerfrage zu befriedigen. Dev ütaatSücrtrag von 1920 hat Die Entschädigung! für die bayerischen Eisenbahnen von einer Belassung im damaligen staatsrechllichen Zustande nicht abhängig gemacht. Aber alle diese Fragen sind elgentllch Sache des Reiches, nicht Preu^ ß e n s. das hier die Rolle De« Vormund« des Reiches spielt. Preußen sollte hier vielmehr sich bemühen, einen Ausgleich zwischen Dem Reiche und dem Süden, vor allem Bayern zst vermitteln, weil es doch ohne weiteres zugebenk muß, daß die wirtschaftliche Lage Süddeutschlands weit schlechter ist al« Die be« Rorden«^ Bayern ist weit ärmer als Der Westen unD Rorden des Reiches Da« sind doch Dinsenwahr^ heilen, die jeden Reid und jede Scheelsucht vorscheuchen müßten, so wenig wir selbst eine ungerechte Bevorzugung des Südens wünschen. Del kluger Betrachtung wurden gerade jetzt sich zahlreiche gemeinsame Interessen für die zwei größten Bundesstaaten ergeben, die jetzt, vom Parteisanalismus ihrer politischen Führer geblendet, auseinander lossch^agen — zur größten Freude unserer westlichen Rachbarn und Gegnerl Also das Reichsinleresse fordert, dah die Reichsverantwortlichen hier energisch nach dem Rechten sehen und den Frieden raschestens vermitteln, bevor Der Brand weiterfrißl. Das eine Gute hat Die gegenseitige Aussprache jedenfalls gehabt, daß über die rechtliche Grundlage der einzelnen aktuellen Fragen vollkommen Klarheit auch sür die öffentliche Meinung geschaffen worden ist. Die Hauptsache bleibt, im großen wie Im kleinen, die bundesireundliche Bereitwilligkeit, sich gegen' fettig zu verstehen und sich bewußt entgegen*,u* kommen, wo die Interessen tatsächlich ober schein- mir nichts anderes übrig, als blindlings zu folgen. Der Wind kesselte, aber jetzt mußten wir alles auf eine Karte sehen', Denn Dem Melden nach entfernte sich der Geweihte Immer mehr von uns. »Ist cs Denn auch Der Zehner?" „Kenn' ealjm scho an Dera Stimm'," Iackl kroch wie ein Indianer vorwärts, bog vorsichtig Die schwebenden Latschenzweige zur Seite. — Von Minute zu Minute wurde es heller. Die tief* violetten Schatten gingen in ein fahles Grau über, färbten sich rosig, purpurn. . . Am Hang fteinelte es. Ich kniete hinter eine Lärche, äugte mit Dem lichtstarken Glas Da« Almseld ab. Ein — zwei - Drei — vier — fünf graubraune Klumpen — Hochwild! Das Herz schlug mir bis zum Halse, am Gaumen spürte ich einen faden, gallbitteren Geschmack. Aber — wo mochte Der Hirsch sein? Wo?! Da preschte es heraus aus Dem Latschengewirre, ein Schmalst ück. hart Dahinter Der Geweihte . . . „Echiaß'n 21!" Die gestochene Buchse lag langst im Anschlag, — nein, noch nicht, — Diesen Anblick wollte ich genießen, festhalten fürs Leben! Der Zehner wandt« sich, stand wannenbreit auf kaum hun* dertzwanzig Gänge, Den Träger mit Der zackigen, dunklen Brunstmähne weit vorg streckt, das Geweih. dessen lange Enden wie Elfenbein schimmerten, zurückgelegt. Weißlicher Brodern stieg aus dem Geäse. „Ahua . . . ahua . . . o-o-o-ah!!" Silberschimmernd hob sich das Perlkvrn von der harschen Delle, tastete zögernd nach Dem Blatt . . . Ein leichter Druck am Abzug: „Pang — klatsch!' Wie ein bäumendes Pferd schnellte Der Hirsch mit den Vorderläufen in die Luft, krachte auf der Hinterhand zusammen, wurde wieder hoch und nahm in langen, niedrigen Fluchten Die Latschen an: t n , „Pang!" Ein Feuerstrahl zuckle aus dem Lauf, Dann schlugen Die grünen Zweige zusammen. . . stilles Schweigen. Iackl sprang auf. „Hai n Po. i gratulier’!" .Tanke schön, gut abyekommen bin ich jedenfalls aber wir wollen mit Der Rachsuche Dock bar entgegengesetzte sind. Das Vorurteil, daS da und dort unbewußt sich eingesressen hat, muh unter allen Umständen au?gelchaltet werden. Vielleicht konnte das Gewitter der letzten Tage die Lut reinigen; versteckte Feindseligkeit ist die gefährlichste! 3d) weih sehr wohl, daß mit der nicht allzu schwierig erscheinenden Ausgleichung der jetzt aktuellen, konkreten, wirtschaftlichen und finanziellen Fragen die großen staatsrechtlichen Fragen der Reichsreform, die sich in den Schlagworten „Mr.itan3mud — Föderalismus" ausprägen, in keiner Weile erledigt sind. Ihre Behandlung kann schon tm Hinblick auf die Fluten mehr oder minder geistreicher Denk- schristen, Referentenentwürfe usw., die sich mit diesen Kernfragen künftiger Reichsreformen be- schäftigen, tm Umfange diese« Artikels kaum angedeutet werden. Und je großer die Flut dieser Schriften wird, desto größer die Zeitspanne, in der wir uns noch mit diesen Dersafsungs- fragen werden beschäftigen müssen. 3m allgemeinen kann ich heute schon sagen, daß wir im Süden wie tm Norden bas gleiche Interesse haben, baldigst zu einem Dauerzustände eines organischen Aufbaues, der vom bciberseitigetr Vertrauen getragen ist, im Reiche zu gelangen. Der jetzige Kampfzustand droht uns auch nach außen, in dem großen, unZ ausqezwungenen Kampfe um die Frehei' unseres Volkes zu lähmen. Schon um dieses Kampfes willen muß unser Dahlspruch sein und bleibens Um keinen Preis eine ^neue Mainlinie" schaffen. Aber feste, starke Mainbrücken mit Verständnis für die Eigenheiten des Südens und des Nordens bauen: das ist die Forderung deS Tages! Aus der Provinzialhaupistadt. Gießen, den 9. Februar 1929. Dom Volksbadewesen. Der Aufschwung deS VadewesenS ist noch verhältnismäßig jungen Datums. ViS zum Jahre 1380 waren im Deutschen Reiche nur vereinzelt Warmbabeanstalten in Verbindung mit § allen» fchwtmmbädcrn vorhanden. Erst in den neun» »:ger Jahren des vorigen Jahrhunderts brach die Erkenntnis durch, daß den S adtbewohnern zu jeder Jahreszeit Sssentliche CSabet nutzbar gemacht werden müßten. Mit dem Dau von Hallenbädern wurde nun begonnen, und auch Gießen e-h'.elt im Jahre 1837 sein VolkS- b a d mit Schwimmbecken. Mährend im ersten Jahrzehnt bte Vorteile für die warmen Mannen» und Brausebäder über» wo^en. setzte der Besuch im Schwimmbade erst nach der Kr'ezSzeit stärker ein. Der gesundheitliche Mert deS Schwimmens wurde erkannt und durch die eingerichteten Ausbildungskurse durch die Sportvereine, sowie durch die Abgabe von verbilligten Schwimmbädern an Schüler und Schülerinnen ter Volks- und höheren Schulen tn weite Schichten der Bevölkerung getragen. Durch die starke Tenuhung der Hallenschwimmbäder wurde die Frage aufgeworfen, ob eine liebertragung von Krankheiten tm Schwimmbad möglich sei. Durch größtmöglichste Zuführung von Frischwasser und mehrmals.-« Neufüllung beS Schwimmbeckens in der Woche suchte man Iunächst dieser Gefahr zu begegnen. Dieses Ver- ahren reichte aber bei starkem Schwimmbad- »esuch nicht aus; durch Wasseruniersuchungen Wurde fest gestellt, daß trotz der großen Frisch- Wasserzufuhr epitemi che Krankheiten, vor allem die Augenbindehautentzündung, durch Schwimm- bsbbesucher übertragen werden könnten. Bei den nun regelmäßig vorgenommenen bakteriologischen Untersuchungen te3 Schwimmbeckenwassers wurden in einigen Städten neben großen Mengen unschädlicher Keime auch Krankheitserreger vorgefunden. Man suchte nun nach einfachen Mitteln, um das Schwimmbeckenwas ec zu jeder Stunde keimfrei und klar den Schwimmbadbefuchern zur Verfügung zu stellen. Ein Mittel fand man in dem Reinigungsverfahren mit E h l o r g a s. Auch die Gießener Stadtverwaltung konnte sich, aus ihrem Verantwortungsgesühl heraus, den Anforderungen nicht verschließen und erstellte tm Jahre 1925 Im Schwimmbadbetrieb eine Wafserreinigungs« und EhlorungSanlage. Das zu reinigende Schwimmwasser wird mit natürlichem Druck durch lieber noch ein Viertelstündchen warten, die Grenze ist zu nahe . . ." Aus einen alten Stubben setzten wir uns nieder, und Iackl zog fein Frühstücks- Päckchen aus der Ooppentasche: „San S' net hungrig?" „Ein bißchen . . »'s langt scho für uns zwoa. . treuherzig bot er mir Speck und Schwarzbrot an, den selbst- gebrannten Enzian, und ich ließ mich nicht lange nötigen, langte herzhaft zu. — Als dann die Zigarren brannten, kam eine gemütliche Stimmung auf, eine Art Trägheit nach der voraufgegangenen Nervenanspannung. „Sind eigentlich öfters Lumpen im Revier?" fragte ich. „Net, daß ma sagen könnt', i bin allweil scho fät sechs Jahr' in dera Oed, aber der Franzl und i hab'n noch nie net 'was g spürt, drüben freili, im Aerarischen, da hat's amal a Weil' lang g'fpukt, no, is net lang’ ganga, dann Ham f* dö Lump'n g habt, zwoa Holzer auS der Achsenau." „So . . .! Da kann ich mir denken, daß eine Stellung beim Herrn von Andrian ein begehrter Posten ist!" Der Jäger zog die Schultern hoch und druckste verlegen: „Scho, scho, der gnä' Herr, allen Respekt! So an Oagöherrn sind st sei net glei wieder, g'rad' nobel zahlt er, gibt auch dieweil an Gams frei oder a grina's Hirsch'l . . Aber . . .?!" „3a, schaugen S', H-err, da is a hart’s Reden, und t, no i glab' net an des G red' von dö Leut' . . „Aha! Wohl wegen dem Hubertus Silvester?" „Dös wissen S' ag scho?!' Ganz überrascht sah mich der Iackl an: „Hat's Ihna ebba der gnä' Herr selber verzählt?" „Wird schon so sein, doch nun sagen Sie mal, bas ist ja ein Märchen, eine ganz alberne Geschichte. an die kein vernünftiger Mensch glaubt!" „Wann S' meinen . . .“ „Das meine ich allerdings! Oder. . haben Sie Gründe, um anzunehmen, daß wirklich etwas an den Gerüchten sei?' „3 woaß net. was i glaub n soll, Herr. Diem fummt mir's vor. als war net aItc-3 sauber im Gebier, als wär' da ebbs, mit be Händ' kann Große städtische Baukredite. Die Stadtverordnetenversammlung hielt gestern nachmittag eine nichtöffentliche Sitzung ab. lieber die Vorlagen und Beschlüsse, d.e zur Veröffentlichung geeignet sind, wird uns von der Stadtverwaltung folgendes mitgetetlt: Erweiterung der Schaltanlage des städtischen Elektrizitätswerkes. Die im Stöbt. Elektrizitätswerk vorhandene Schaltanlage, die im Jahre 1908, und zwar nur für Gleich, ström, errichtet wurde, ist durch die im Laufe der Jahre ausgetretene Steigerung des Stromumsatzes unzulänglich geworden. Besonders zu erwähnen ist, daß neben das Gleichstromfystcm zwei Drehstrom- lysteme mit 5000 und 20 000 Volt getreten sind und baß die Drehstromabgabe nahezu der Gleichstrom- abgabe entspricht. Die Schaltanlage ist nach und nach, entsprechend den allerdringendsten Bedürf, nissen, provisorisch ergänzt worden. Die prooiso. rische Ergänzung muh nunmehr mit Rücksicht auf die Sicherheit einer unge st orten Strom- lieferung. insbesondere aber auch zwecks B er» Hutung von Unglücksfälien, den jetzigen Verhältnissen und Erfahrungen entsprechend durch eine Reuanlage ersefst werden. Diese Reuan-' läge erstreckt sich auf «ine solche technischer und baulicher Art. Ähr Umfang verspricht die Schaffung einer ins Gew cht fallenden Gelegenheit zur Heber- tragung von Arbeiten auf das Unternehmergewerbe und zur Beschäftigung von Arbeitskräften. Die Gelamtkosten der Erweiterung sind mit 480 000 Mark veranschlagt. Die Notwendigkeit für die Vornahme der Erwei. terung ergibt sich ohne weiteres, wenn man den Umfang des Stromumsatzes von 1908 und der folgenden Jahre mit dem Stromumsatz im Jahre 1928 vergleicht. 1908 Stromumsatz 1 023 342 kWh 1910 „ 1384 063 „ 1915 „ 3 192 165 „ 1920 „ 5077 251 „ 1925 - 6 671 776 „ 1927 „ 11 367 821 „ 1928 a 13 000 000 ,, Hieraus ergibt sich, daß seit 1903 eine Steige- rung des Stromumsatzes um rund 1170 v. H. eingetreten ist. Diese Steigerung durfte es wohl jedem verständlich machen, daß eine vor 20 Jahren geschaffene, in den Nachiohren nur notdürft.g er. gänzte und für das Strornverbrouchsgebiet so ro d), tige Anlage nunmehr aus vorstehend genannten Gründen eine durchgreifende Erneuerung bzw. Erweiterung erfährt. Die Stattverordnetenversammlung genehmigte in ihrer gestrigen Sitzung die ents irechenden Vorschläge der Stadtverwaltung und bewilligte den obengenann» ten Kredit. Bauliche Instandsetzung des otfen Teils der Schillerfchule. Wie aus der im Vorjahre bereits im „Gidiener Anzeiger' veröffentlich ien Dendchrift der Stadtverwaltung über d.e Errlchtun; von Schulhausbauten hervvrgetzt. war Dorgefejen, das neben einem für die Schillerschule zu erachtenden Anbau auch eine Instandsetzung des bestehenden Gebäudeteils der Schute erfolgen soll. Die Notwendigkeit der Instand,'ehun} ist durch «^sprechende Deschlüsse der städti,'chm Körperschaften bereits im Vorjahr aneela;xnt worden. Nachdem nun der Anbau an die Schillerschule soweit gediehen ist, daß der innere Ausbau erfolgen kann, soll gleichzeitig auch die Instandsetzung des alten Teiles der Schule erfolgen. Die vorzunehmenden Arbeiten erstrecken sich insbesondere auf die Verlegung neuer Fußböden, Ausführung von inneren und äußeren Derputz- arbeiten, Verbesserung der Beleuchtunzsanlage, da teilweise noch Gasbeleuchtung vorhanden ist, außerdem auf die Verbesserung der Heizungs- anlage usw. Erllärlich wird die Notwendigke'.t der Vornahme der Arbeiten, wenn man berücksichtigt. daß feit 13l9 wesentliche Verputzarbeiten nicht vorgenommen worden sind. Die Fußböden liegen ebenfalls feit 18(9. Sie sind, beraorgerufen durch die starke Benutzung — die Schale hat zur Zeit £03 Schülerinnen — vollständig abge-re'en. Die Stadtvrrordneenversammlung ha:, nachdem nun eine genaue Kostenveranschlagung der Arbeiten erfolgt ist. für diese dringend notwendigen Arbeiten tn ihrer gestrigen Sitzung den erforderlichen Kredit von 700 00 Mark zur Verfügung gestellt. Eine Wartehalle an der Straßenbahn- Haltestelle Dolkshalle. Von der Ferien-Deputation wurde, wie bekannt. im Vorjahre tle Errichtung einer Wartehalle an der Endhaltestelle Volks» Halle der Straßenbahn, Derbunbcn mit einer Abortanlage für Manner und Frauen, einem Raum zum Verkauf von Milch, Selterswasser u. dgl. und einer Transformatoren st ation beschlossen. Dl« dem Projekt seinerzeit gugrunte- gelegten Pläne sind inzwischen nochmals einer Aendcrung unterzöge r tooracn, da el sich als zweckmäßig erwiesen hat, u. a. den Einbau einer Pumpenanlage für le.x auf dem Trieb befindlichen Springbrunnen vorzufehem Die Aendcrung des Projektes erfordert insgesamt eine Mehrausgabe von 1530 Mark, die von der Stadtverordnetenversammlung gestern bewilligt wurde. eine Filteranlag« geleitet, die mit einer besonderen K.esart und Sand gefüllt ist. Während bei dem Durchlauf durch den Kies und Sand alle organischen Beimengungen zurückgehalten werden, wird dem gefilterten und vollkommen klar gewordenen Wasser nach dem Verlassen der Filteranlage durch eine sinnreiche Apparatur 0,03 Gramm chemisch reines Ehlorgas je Kubikmeter Wasser zugesetzt. Diese Menge genügt, um alle Keime abzutöten. MU einer Pumpe wird daS nun gereinigte und gechlorte Wasser dem Schwimmbecken wieder zu geführt. Die Reinigungsanlage ist von größtem Ausmaß und bewirkt «ine täglich dreimalige Umwälzung d«S gesamten Beckenwassers. Ferner werden täglich 10 bis 23 Prozent Frischwasser je nach Benutzung des Schwimmbades zugesetzt. R. Der Vogelsberg als Winlerspor'gebiet. Der „Nachrichtendienst der Reichsbahn- zentrale für den deutschen Reiseverkehr" veröffentlicht in seiner Ausgabe vom 5. Fe- brnar unter obiger üeierfdjrift die nachstehende Mitteilung an die deutsche Presse zwecks Abdrucks. Unserer oberhessischen Bevölkerung bringen wir mit dem Abdruck dieser Zeilen zwar keine Neuigkeit, jedoch können unsere Leser hieraus er;e$en, in welcher Weise jetzt auch von feiten der Reichsbahn für di? Der kehrSwer- bung zugunsten unseres Vogels- ma's net greifen. . er schwieg und paffte stoßweise vor sich hin. Ich rückte unwillkürlich näher: .Das müssen Sie mir erklären!" „38 nir zum Erklären, Herr, i myan' halt bloß so, aber schau'n S', noch nie net hat der Herr von Andrian in Terosal an guaten Bock g'schoss'n, an braven Hirsch, „der and re vergunnt mir's net" sagt a, und oamat, wie i vom Seekar in dö Wilüachsllamm einig'stieg'n bin, da hab in gfeg’n.“ „Wen denn?! Den Hubertus Silvester?!" „Den wilden Jager, tole’n d' Leut' hoahen, ja, im Nebel 13 er vor meiner g'stand'n, a greane Uniform und an Zwilling... Unser Herr hat auf ihn g'schoss'n, foane zwanzig Gäng' sind's g'west, da hat dö Bix versagt, mei, kannst halt nix niacha, aber g'graust hat mir's, wann d'r G'halt net so hoch wär'...“ Ich wollte lachen, doch es gelang mir nicht so recht. Narrenspofsen — natürlich, irgendein Körnchen Wahrheit, das maßlos übertrieben und aufgebauscht worden war, dazu die geschästige Phantasie der Gebirgler, in deren Köpsen noch immer ein gut Teil deS mittelalterlichen Aberglaubens spukte. Und dennoch. — e3 war etwas anderes über diese Dinge am Kaminfeuer zu spotten ober ihnen Auge In Auge in der majestätischen Bergeinfamkeit gegenüberzustehen. Da drunten, eingebettet wie ein Juwel zwischen ur- gewaltigen Bergriesen, lag der Achensee, gleich einem ungeheuren Kessel voll feuerslüssigem Silber glänzte und gleißte fein Spiegel. Fast senkrecht fiel das schwarze Gewänd ab, versank in den Wuchtenden Schatten dämmernder Tiefen, unübersehbar weit dehnte sich das Wipfelmeer, hart und klar, jede Linie scharf umrissen, hob sich die Rheiderspitze in das blasse Blau des Sep- tembermr.rflen5. dahinter türmten sich die wuchtigen, von flimmerndem Schwer gekrönten Stein* massen des Hochkogels, unb über all dem träumte ein geheimnisvolles Schweigen, ein Hauch der Unendlichkeit... Mit langgezogenem, schrillen Schrei schraubt« sich ein Bussard In weitaus- hnlenden Spiralen über das Hochtzolz, wie leuchtender Goldbronzcton lag c3 auf den regungslos audaebreiteten Schwingen, und jedesmal, wenn berge» gearbeitet wird. Hoffentlich setzt di« Reichsbahn diese mit Anerkennung vermerkten Bemühungen weiter fort. D. Red. ADV. Eines der für die Ausübung des Wintersports und namentlich deS Skisports tm Hessenland am besten geeigneten Gebiete ist der Vogelsberg. Er ist auch wohl der schnee- reichste Teil Hessens, in dem sogar in milden Wintern die Schneedecke in den Monaten Dezember bis Februar von Ulrichstein Im Norden d:S Herchenhain im Süden und von Ilbeshausen und Lanzenhain tm Osten bis nach Rudingshain und Breungeshain im Westen reicht. Größere freie Hänge bieten her HoherodSkopf. die Herchenhainer Höhe und der Ernstberg. Wer den stillen Skiwaldlauf liebt, findet gute Gelegenheit dazu tm Oberwald. Prachtvolle Rauhreisbilöungen entzücken hier das Auge. Der Blick schweift von der Höhe bis hin zum TaunuS und zur Rhön. Auf dem HoherodSkopf befinden sich zwei Skisprungschan- zen des Skiklubs Gießen, auf denen die Wettkämpfe dieses Klubs unb der Hochschulen von Gießen, Marburg, Frankfurt unb Darmstadt alljährlich ausgetragen werden. Unterkunftsmöglich- feiten bieten sich dem Skiläufer im Vogelöberg- gebiet in reicher Zahl unb zu mäßigen Preisen. Ein« neue große Jugendherberge des Vogelsberger Höhen-ClubS ist am Fuße der Herchenhainer Höh« (732 Meter) zu finden. 3m nahen Hart- mannshain-Herchenhain gibt es gute Gasthäuser unb Pensionen. Auf dem HoherobStopf (762 Meder von Sonnenglast umglänzte Körper eine Schwenkung machte, blitzte es silbern auf. Die Zigarre war aufgeraucht, ein Blick nach dem Zifferblatt der Uhr: „Nun wollen wir mal sehen.. * In dem kurzen, olivgrünen GraS ein tiefer AuSriß, daneben Helles Rot, blasiger Lungen- schweiß auf beiden Seiten der Führte. Iackl beugte sich nieder, nickte und hob ein paar kurz abgestanzte Schnitthaare auf: „Den kriag'n ma, foane hundert Schritt weit iS a g gang'n.. Die sperrigen Latschenäste wanden sich um Knie und Schenkel, ich sicherte die Büchse, arbeitete mich mühsam vorwärts, nahm den Etand- hauer zu Hilfe. Und bann ein klingender Juchzer neben mir: „Hat'n scho! Do liegt all* AuS dem zähen Gewirr ragte eine tiefschwarze, knorrige Geweihstange mit schlohweißen Enden in der Gabel..." im Nu stand ich neben dem Hirsch, tastete nach den Ryfen» fühlte die körnige Perlung... „Iackl!" //" / ,, Wir sahen uns beide an: > ' „3 gratulier', Herr!" Ein Händedruck und dann Schwelgen. Ich beugte mich nieder, knapp hinter dem Blatt saß die erste Kugel, mitten drauf die zweite, smaragdgrüner Hauch lag über den Lichtern Hinter mir knackte es, auf abgezogenem Filz bot mir der Jäger den schweißigen Bruch, und wieder fühlte ich die zitternde, prickelnde Freude. — Erbe aus Urvätcrtagen! Wie lange wir so standen, ich weih qs nicht. — Iackl kniete nieder, löste dis Haken aus: „'s G'weih nehma ma glei mit, i will nur erst den Hirsch ausbrrch'n un vrrblend'n, nachat fönn d' Holzer' hol'n, fan b'runt' am Brentnerschlag." Die kurze, scharse Säge knirschte durch den Hchüdelknochen: „Lassen Sie nur, ich lüste den Zehner selbst, bas tu ich zu Hause auch immer." „Ah! Gibt's da aa Hirsch' im Riederlanb?" Ich mußte lächeln. ..Sogar von sechzehn bis zwanzig Enden und Rehe. Hasen. Fasanen. Rebbübner. Wildenten, ich ter) stehen drei UnterkunstShäuser veS Höhen» Clubs unb eine Heinere Herberge für Jugend» Wanderer. AIS Weitere Standquartiere für 6IU Wanderungen im Vogelsberg kommen in Frage: Breungeshain (556 Meter) am Fuße deS Hohe, rodskops, ällrichstein (620 Meter), Schotten und Michelbach. Zu erreichen ist d«r Vogelsberg aus der Richtung Kassel, Köln. Frankfurt a. M. und Koblenz über Gießen, von Frankfurt aus auch über Vilbel, von Fulda auS über Lauterbach (^ie^encr 4iZock;enurarktpreise. Ds kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt daS Pfund: Butter 143 bis 170; Matt« 33 blS 35 Käse (10 Stück) 63 bis 143; Wirfinq 23 M 33; Weißkraut 23 bis 23, Rotkraut 25 bis 33; gelbe Rüben 23 biS 25; roh Rüben 15 bis 23; Spinat 50 bis 60; älnter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünbohl 25 bis 33; Rosenkohl 53 blS 63; Feldsalat 150 biS 180; Tomaten 83 bis 93; Zwiebeln 20 bis 23; Meerrettich 53 bis 120; Schwarzwurzeln 50 bis 70; Kartoffeln 5'/,.; Aepfel 23 bis 43"; Dörrobst 35 bis 43; Honig 43 bis 53; junge Hähne 100 bis 110; Suppenhühner 103 bi8 120; Lauben K bis 85; Rusfe 70 bis 83; daS Stück: Eier 13 bi« 20; Blumenkohl 70 bis 143; Salat 43 bis 45; Endivien 40 bis 63; Lauch 15 biS 20. - Wie verhindert man da« Einfrieren der Wasserleitung? Das Einfrieren ter Wasserleitungen wird durch daS Ab» stellen des Wassers nicht verhindert. Am besten ist es, wie von sachrentändiger Sdte mitgeteilt wird, bei starkem Frost an der Endzapfstelle einer Wasserleitung, z.D. Li einem dreistöckigen HauS bei der i.n dritten Stock wohnenden Mietspartci, ununterbrochen e!wa strohhalmstark das Wasser laufen §u lassen. Dadurch ist ein bauembrt Durchstromen von Wasser durch d.e gesamte Leitung möglid> und das Einfrieren wird Der» hindert. Die h'.ecsür an Wasserverbrauch anfallenden Kosten sind gering Im Vergleich zu dem Schaven unb ben Unannehmlichkeiten, bie daS Einfrieren der Wasserleitung mit sich bringen kann. *• Gesellenprüfung im Schnetder- handwerk. Der Prüfungsausschuß der Freien Schneiderinnuna des Kreises Gießen gibt tm Heu. tigen Anzeigenteil bekannt, daß die Anmeldunger> zur Frschiahrsprüfung für Schnciderlehrlinge unb Schneiderinnen im Kreise Gießen am SamStag, 16. Februar, zu erfolgen haben. Näheres in der Anzeige. •• Eine postalische Neuerung, bte schon seit Jahren angeregt unb feit vielen Monaten in Erwägung gezogen wurde, kommt jetzt in Frankfurt a. M. in den nächsten Tagen zur Ausführung. In der Innenstadt sollen versuchsweise sechs sogenannte Säulenpostb-iefka.'ten auigestellt werden. Die Säulenbriefkaften in einer ungefähren Höhe von 1,50 Meter werden auf dir Turgerstcige gestellt unb enthalten innen einen großen Postsack, der voll abgeholt unb durch einen leeren ersetzt wird. Der Einwurfschlitz ist groß genug, um auch größere Briefschaften aufnehmen zu können. Durch die Aufstellung derartiger Briefkasten macht sich die Post unabhängig von den Hausbesitzern, die au- mitunter rocht seltsamen Gründen bi« Anbringung von IBrteftaften an ihren Häufrrn verweigerten. •• Mu st «rkoffer-Beförderung vnk GepSckfrachten Für den GeschSftsreifenbev. der feine Musterkoffer als unentbehrliches Hand' roerkszeug zur Ausübung feines Berufes zu betrachten hat, fpiett bie Frage der Ermöhigung de« Gebühren für die Musterkvfferbeförderuna eim groß« Rolle. In einigen Ländern genießen bie Reisenden bereits z. T. bedeutende GebührenerTnäßt- guna für ihr Derussgepäck. Nachdem End« Ro- oernber bekannt geworden war, daß neuerdings fo- wohl bie Schweiz, wie Oestereich ben reisenden Knusleuten Ermäßigungen für Pie Musterkoffer. besörberung zugesichert hätten, wandte sich die Reichsoereinigiing der Reisenden unb Vertreter tm Gewerkschaftrbund der Angestellten mit einer Ein« gäbe an bie Deutsche Reichsbahngefellschaft, m ber sie erneut anregte, auch den deutschen reisenben Kaufleuten für bie Beförderung ihrer Thifterfoffef Vergünstigungen nach dem Beispiel ber benachbarten Länder einzuräumen. Die Deutfche Reichsbahn» gesellschaft hat. wie sie vor kurzem ber Reichsvereinigung mitteilte, bie für diese Angelegenheit zuständige Reichsbahnbirektion Berkin beauftragt, vis Frage ber Einfschruna eines ermäßigten Gepäck- tarife» für Musterkoffer in ber ständigen Tarif* kommisßon erneut zur Beratung zu stellen. lenne Reviere, auf denen an einem Tage übe» tausend Hafen geschofsen werden!" „Aber naa, Herr?!" Gan- ungläubig starrt» mich der Jäger an. offenbar hegte et den Verdacht, daß ich lateinerte. „Ist schon so. und wissen Sie waS — toeitf Ihr Herr im November zu meinen großen Jagden kommt, bann begleiten Sie ihn, da können öt sich selbst überzeugen!" „Teisil Seift I! DeeS — venn'S wahr is - möchf i scho amal sehg'n!" „Sie können sich auf mein Versprechen ver» lassen" Wie Nußkerne lagen bie kleinen, stark abge* fchlifsencn, tiefbraunen Grand'ln in meiner Hand« dann verblendete ich den Hirsch unb Iackl lud sich das Geweih auf bie Schultern. Scngenb brannte die Sonne hernieder. Heber den Matten gaukelten kleine, blaue Schmetterlinge, die bet VvlkS- munb Seelchen nennt, quarren» strichen ein Paar Stelndohlen ab. In tiefen, durstigen Zügen trank ich die Schönheit des SeptembermotgenS in mich Wie eine Ahnung kommenden Vergehens lag es über dem weiten Land, filberflimmernb« Splnn- webfäden, Altweibersommer, segelten durch di« unbewegte Lust, legten sich als lo'eS Gespinst um den mattblitzenden Lauf der Düchs«. Durch die träumfjaft tief« Stille schwammen von fern her Glockenllünae, mahnend, rufend... Dann umfingen uns die dämmerkühlen Schatten de« Nadelholzes gleich Kupfer glänzten die rilligen, rauhen Stämme, leis« zwit'chernd huschte eine Tannenmeise von Ast zu AsL Irgendwo klang ein Heller Artlchla-, Der Jäger ßog in einen fsitwärts führenden Richtweg ein. doch ein paar Minuten, nun lichtete sich der Bestand, unb wir stanben auf dem Hau. .He! Andetll! MartiI" Drüben traten zwei Holzer auS dem Schot* ten der Ranbbäume. kamen langsam nähenr .Habfs an Hirsch'n!" „Feit ft nif. droben (legt q in be Lat'chen em Scefar, o Papier! hab' I ausg'steckt, könnt ihn glei abischaff'n." Ich trat heran: sForisestuna fvlsip Lanvlret- yictzen. y. Lollar. S. Febr. Wie dringend nötig die tm Prinzip beschlossene Kanalisierung an der Hauplstraße ist. zeigt der durch den anh^l-e.^den Froft entstandene Zustand beL&iraö«. Der Fußsteig an beiden octen der S.raße ist bis zu drei Meter mit Eis bedeckt, da das Oöerteaifer fei.1# Abbaus Möglichkeit fyit. □ Lollar. 8. Februar. Die Vahreshauptver« sammlung dcS Veteranen - und Krieger»' Vereins Lollar sand dieser Tage statt. Der Jahresbericht zeigte, daß im ver.los'enen Vereinsjahre umsangreiche Arbeiten zu leisten waren. Sieben allgemeinen Vereinsangelegrnheiten waren eS besonders die Krieg Fürsorge und das Jugendwesen, die gepflegt und gefordert wurden. Es kann gesagt werden, daß der Verein den drrnglichen A Igaben dieser Zeit in vollem Umsange gerecht geworden ist. Die Rechnungsabloge bot ein sehr zufriedenstellendes Bild. Die Vorstand swahl ergab die Wiederwahl des seit» herigcn Vorstandes. Der Verein beschloß, den VoldStrauertog am 24. Februar wie in den Dor» jähren zu begehen. Das Preisschiesten soll In diesem Jahre in zwei Zeitabschnitten (Frühjahr und Herbst) stattsinden. Der Verein kann in diesem Jahre auf sein 83jährigeS Bestehen zurückblicken. Er ist sowohl ältester Ortsverein, als auch der älteste Kriegerverein Hessens. Eine größere Feier auS diesem Anlast will der Verein mit Rücksicht aus mehrere andere größere festliche Veranstaltungen unterlassen, dagegen heschiost die 'Versammlung, im Gründungsmonat Juni einen Famtlienabend zu begehen, um der Bedeutung deS Ereignisses In einfache Art zu gedrr.keEin Höhepunkt der Versammlung war es. als ein Mitglied in eindrucksvollen Darlegungen gegen die im Versailler Diktat uns aufgezwungene Kriegsschuld lü-« pro'eftiert«. Dir Ver amm'u g> teilnehmer erklärten ihre Zustimmung zur Kund- S' ang deS deutschen RetchSkriegerbunöeZ .Khfs- ser" gegen die KrirgSschuldlüge. Weiter bete sich die Versammlung mit einer Anzahl sonstiger VereinSangekegenheiten. • Mainzlar. 8. Febr. 2m schongrschmückten Saale des Gastwirts Philipp Muller beging der .hiesige Krieger- und Schützenverein, fzum ersten Wale wieder feit ungefähr fünfzehn Jahren, einen Fami.ienabend. Die S$:rein8mit» cHeter und deren Angehörige hatten sich zu der Veranstaltung in recht stattlicher Anzahl eingc- fanden. 2m Anschluß an einen flotten Cross-- nungsmarsch entbot der Vorsitzende. Landwirt Ludwig Dingel, den Wlllkom ngruß des Vorstandes. Hierauf sprach Kamerad Lehrer Wei» f e l über die Entwicklung deS Krieger- und Schützenvereins in den verflogenen 15 2ahren, wobei er besonders der Hemmnisse durch den unglücklichen Kriegsaus'ang-und durch die 3r- flationSzeit gedachte. Weiter erläutert« er die Bestrebungen und Ziele der in der „Hafsia" zusammengeschlofsencn Vereine, und wünschte zum Schluffe, daß dem Verein eine gedeihliche Weiterentwicklung le chieden fein möge. Rach dem gemeinsamen Gesänge deS Deutsch an dliedrS kamen gesellige Darbietungen verschiedenster Art zum Vortrag, die den Besuchern einige recht frohe Stunden bereiteten. Die Veranstaltung, die mit Lanz ihren Abschluß fand, war ein Ereignis in der VereinsgeschvHte, aus das der Verein mit 'Befriedigung zurückblicken kann. Beuern. S. Febr. Zu der gestern In den hiesigen Gemeindewaldungen abgehobenen Brennholzversteigerung halten sich viele Kaufliebhaber, zum Teil auch von auswärts, ein- gesunden. Die Hoizpreise zeigten gegenüber dem Vorjahre eine bemerkenswerte Erhöhung. So kosteten Buchcnfcheiter 32 bis 35 Mk., Buch en - knüppel 26 bis 28 RN- pro zwei Raummeter. Für Buchenreisig wurden für den Raummeter 3 Mk. und hoher bezahlt. Buchcnstöck« wurden 2 Raummeter mit 15 bis 18 Mk. gesteigert. gck. Grohen-Duseck. 8. Febr. Der für gestern abend vorgesehme llnterhaltungsabend der Volkshochschule Gießen komte in dem geplanten ümfan;e nicht durchgeführt werden. Herr Heg ar sprach ü?er eine Erzählung Schillers „Verbrecher aus verlorener Ehre". Einleitend führte er in daS Geschehen der, Erzählung ein und zeigte, wie der Held, einmal auf schiefer Ebene, notgedrungen zum Verbrecher werden mußte. Durch den Hinweg auf dm Einfluß, den die Mitwelt auf die Levenskurven dieses Menschen fcitte, regte er feine Zuhörer zum Rachdenken auch noch über diesen Abend hinaus an. Daraus brachte Herr Hegar den größten Teil der Erzählung zum Dortvag. Durch tiefeS Einfühlen in die seelischen Regungen bei: Hauptperson wußte bet Vorlragende feine Zuhörer stark zu fesieln. Run findet noch ein Vortrag von Prof. Dr. S e s s o u s statt. 6t Reiskirchen, 8. Febr. 3n den hiesigen Gemeindewaldungen fand gestern die erste diesjährige Vrennholzversteige- r u n g statt. ES kam nur Buchenholz zur Versteigerung. Die Preise waren recht hoch, was zum Teil aus den starken Verbrauch an Brennmaterial zurückzuführen ist. 2m Durchschnitt kamen je 2 Raummeter Scheit auf 33 bis 4) Mk.. Knüppel auf 25 biS 23 Mt, Stöcke auf 14 bis 15 Mk. und Reisig auf 8 Ml. zu stehen. : Linden st ruth. 8. Febr. Gebern kam die hiesige D e m e t n d e j a g d zur Versteigerung. Da die Gemeinde keinen Wald besitzt, wurde auch dementsprechend kein hoher DrriS erzielt. Ein Herr au- Frankfurt steigerte Die 2ägd für jährlich 360 Mark. 4- Grünberg, 8. Febr. Heute fand hier die Verpachtung von drei Jagdbe,irken der hiesigen G e m e i n o c j a g d auf sech 3 2ahre statt. Jagdbezirk HI, umfaßend 1406 Morgen Feld, 57 Morgen Wald, zwischen Hochstraße und Gießener Streße grlegen. pacht'ten die Herren Seeger (Frankfurt) und Otto Christ (Reu- Mühle bei Grünberg) zum Preise von 655 Mk. Seitheriger Pächter Otto Christ für 430 Mk. Jagdbezirk IV, umfassend 10)7 Mer-,en Feld von der Gießener bl3 zur Londorfer Straße, pachtete Fabrikant Gg. Allmendinger (Grünberg) für 380 Mk.: seitheriger Pächter Karl Dörr (Grünberg) für 170 Mk. Jagdbezirk V, 1305 Morgen Feld. 17 Morgen Wald von der Londorser bis zur Alsfelder Straße, pachtete Fabrikant Carl Repp (Orünberg) für 483Mk., seitherige Pachter Rechtsanwalt Bellstein und Postmeister Theis für 170 Mk. -.- Watzenborn-Steinberg. 8. Febr. Bei te: jetz gen kalten Witterung, wie auch bei regne-iichem Wetter, machen sich auf der Station Schiffen berg bei Zugv2r,pälun^en die unzureichenden Warteraumverhältnisse kn recht empfind.icher Weise für den weitaus größten Teil der h.er einsteigenden Fahrgäste. besonders bei Dem 7.16 Uhr hier abgehenden Zuge, bemerkbar. Es ist bei dem überaus starken Andrang nur einem Druchkll der Wartenden möglich, In dem vorhandenen Wartezimmer Unterschlupf zu finden, zumal dieses anscheinend auch noch zur Aufbewahrung von E^preßgutstücken dient. Rur die Errichtung eines den heutigen Anforderungen hinsichtlich der Große entsprechenden neuen WarteraumeS kann den von den Fahrgästen dringend gewünschten und auch unbedingt notwendigen Wandel schaffen. Daß die elektrische Beleuchtung des Bahnsteige- und des Warteraumes ebenfalls ein dringendes Erfordernis ist. unter* liegt keinem Zweifel. Der hiesige Gem-einderat hat sich vor einiger Zeit schon unter Schilderung der De.hältni.sr an dir Reichsbahndirektion ge- wandt und um Nachprüfung und Abstellung der herrschenden Müngel ersucht. Soweit bis jetzt bekannt, ist eine Antwort selten- der Reichsbahn noch nicht erfolgt, Es ist dringend zu wünschen, daß die Reichsbahndirektion Frankfurt nun endlich ihrer dringenden Verpflichtung zur Schaffung zeitgemäßer V e r k e h r s v e r h ä l t n i s s e auf der Station Sch.ffeabrrg gereht wird und damit in gebührender Weise Dienst an ihren Kunden tut. V Watzenborn-Steinberg. 8. Febr. 3m Saale der „Krone" wurde dieser Tage der Missionsfilm über die Wunderwelt Indiens, »Von Heiligtum zu Heiligtum" gezeigt und durch Missionar Schlaudraff- Gießen erklärt. Rachmittags fand die Vorführung für die Kinder statt. Die abendliche Veranstaltung wurde durch Vorträge des Kirchen- gesangvercins verschönt. Die Veranstaltung war gut besucht. Es gingen an (Sintrittdctlöern, Kollekten und Schriftenverkauf 157,25 Mk .ein, ein schöner Betrag, der dem wichtigen Werke der Mission zugeführt werden konnte. Die Vorführung hinterließ tiefen Eindruck und hat hoffentlich dem Missionswerk neue Freunde zu- geführt. H Lich, 8.Febr. Bel der gestrigen, jm hiesigen Stadtwald in den Distrikten Oberfpeierlingskops, Eisenkaute und Dickestelle stottgehabten Brenn- Holzversteigerung wurden folgende durchschnittliche Preise erzielt: Buchenknüppel 15 Mk. fe Raummeter uns Buchendurchsorstungswellen je 50 Stück 13 bis 16 Mark, je nach Qualität und Abfuhrmöglichkeit. Kreis Friedberg. O Pohl-GönS, 8. Febr. Dieter Tage fand die Reuverpachtung der hiesigen Gemeinde- j a g d in drei Bezirken statt. Es blieb Höchst- bietenber für Bezirk 1. umfassend 207 Hettav Feld und 50 Hektar Wald, mit 790 Mk. Hugo Karl Gernsheim (Butzbach) mit zwei M'tt- pächtsm, für B^irk 2. umfassend 193 Hektar Feld und 85 Hektar Wald, mit 830 Mk.. Rudolf Löffel (Frankfurt a. M.). unb für Bezirk 3. umfassend 4ß Hektar Wald, mit 755 Mk.. ebenfalls Rudolf Löffel (Frankfurt a.M), Den Höchstöielenden wurde auf ihre Gcchote her Zuschlag erteilt. WEN. Beienheim, 8. Febr. Gestern nachmittag ereignete sich beim Ortsausgang Beienheim ein Zusammenstoß zwischen einem Auto und einem Personenzug. Als das Auto den schrankenlosen Bahnübergang passierte, wurde es von einem Personenzug aus der Richtung fiun» gen ersaßt, zur Seite geschleudert, und etwa drei Meter rnitgeschleist. Durch die Geistesgegenwart des Lokomotivführers, der den Zug nach einigen Metern zum Stehen brachte, wurde ein größere» U n - glück verhütet. Das Auto Ist stark befchädigt. Die Insassen kamen mit dem Schrecken davon. Kreis Büdingen. J:f Usenborn, 8. Febr. Groben Unsug trieb d.eser Tags ein angetrunkener Chauffeur auf der Landstraße Usenborn- Hirzenhain. 3n seiner Trunkenheit hatte er seinen Lastkraftwagen in den Straßengraben gefahren, so daß er zum Teil aus der Straße stand. 3n diesem Augenblick kam von Hirzenhain daS mit Arbeitern vollbesetzte Auto des Zweckverbandes Ortenberg. Ter betrunken« Chauf.eur sprang an den Führersitz des Personenauws und verlangte tn barschster Art Hilfe. AlS er diese nicht gleich bekam, holl« er einen Gummiknüppel und wollte mit Gewalt vorgehen. Ern Arbeiter nahm ihm den Gummiknüppel ab und übergab diesen am anderen Morgen der Direktion. Rach langen Bemühungen gelang es. den Lastkraftwagen aus dem Graben zu bekommen. Jetzt fuhr der betrunkene Chauffeur rückwärts vor dem Autobus her und blendete den Chauffeur, der nicht anfahven konnte. Erst als de: Kraftwagen wieder im Chausseegraben landete, konnte der AuwbuS vorbei. Don dem Hi^enha'mer Eisen- werl« wurde dem Chauffeur und sefaem Begleiter sofort gekündigt. Kreis AlSfeld. r. Ober-Ohmen. 7. Febr. Der hiesige Dolksbildungüverein hielt dieser Tage seine ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende erstattete zunächst den Jahresbericht, aus dem hervorging, daß im verflossenen 3a;re infolge ungünstiger 'Verhältnisse keine Vortragsreihen eingekegt werden konnten. Der Mitgliedcrstand am Schlüsse des Jahres 1927 betrug 14. Aufnahmen erfolgten 5. Abmeldungen 1. so daß dem Verein am Schlüsse des Jahres 1928 18 Mitglieder angehörten. Im Gegensatz zum Vorlragswe'en zeigt der Bibliothek betrieb eine ersreuliche Inanspruchnahme. Auch daS Messerschmiedemuseum des Vereins konnte durch gestiftete Reuerwcrbungcn erweitert werden. Durch Stiftungen des deutschen Kalisyndikat^, der J.-G-Farbenindustrie A.-G. und des RLihrkohlensendilats . wurden Mineralien und chemische Produkte in Schaugläscrn als wichtiges Anschauungsmaterial gewonnen. Auch die Jnfcktensammlung konnte erweitert werden. Der Rechner erstattete sodann den Kassenbericht. Darnach betrugen die Einnahmen 17,75 Mk., die Aufgaben 19,93 Mk.. die ausstehenden Forderungen, soweit sie anteilmäßig auf dal Berichtsjahr entfallen, 39,02 Mk., die Schulden 5,83 Mk.. das Jnventar-Bermögen nach erfaßter Abschreibung 304.63 Mk., so daß sich die Gesamtver- mögenewerte auf 335,61 Mk. beziffern. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Die Vorstandswahl wurde vertagt. Als weiterer wichtiger Dc- schluß wurde die Gründung einer dem Verein an- gegk'.ederten Ob ft - und Q a r t e n b a u a 6 t e l • lung ins Auge gefaßt und der Vorsitzende O. Jäger beauftragt, bei den interessierten Körperschaften di« nötigen Vorbereitungen zu treffen. Kreis Lauterbach. • Lauterbach, h. Februar. Vor der hiefi- gen Ortsgruppe der Deutfchnationalen V o l k s p a r t e i sprach auf einem Vortragsabend, au dem auch Vertrauensleute aus einigen Orten der Umgegend erschienen waren, Frau Dr. K l e w i tz . Gießen, über die politischen Ausgaben der Frau von heute. Die Rednerin behandelte dabei die politischen Fragen der Gegenwart unter dem Gesichtswinkel der Mitarbeit der Frau auf den Gebieten, die ihr von Itatur aus besonders nahe liegen. Als zweiter Redner sprach der Provinzialvorsitzende der Deutsch- nationalen Volkspartei in Oberhessen, Studienrat Dr. Lenz, Gießen, in einem längeren Vorträge über unsere gegenwärtige außen- und Innerpolitische Lage. Un außenpolitischer Hinsicht stellte er als Forderung der Deutschnationalen auf: »Abkehr von der bisherigen einseitig orientierten Westpolitik. Drohen bei den kommenden Verhandlungen neue Lasten, verlangen wir endlich einmal ein energisches Rein. Wir fordern weiterhin: Die Reuaufrollung der Kriegsschuld- frage, auf welcher der Versailler Vertrag aufgebaut ist. Wir fordern ferner, daß die abgetretenen Gebiete, die beschlagnahmten Aus'andvcr» mögen, die Kolonien uste. uns angerechnet werden. Wir fordern schließlich die im FriedenS- vertrage versprochene allgemeine Abrüstung." Bei einer Besprechung der innerpolltifchen Verhältnisse forderte der Redner größtmöglichste Geschlossenheit und Anspannung aller Kräfte deS Bürgertums, denn es handele sich darum, ob die bürgerliche, oder die fozialistifche Wellanschauung den Sieg davvntraae. Vor allem sollten die nach neuen, verufsständifchen Parteien rufenden Bürger beherzigen und sich vor Augen halten, daß jede Zersplitterung im bürgerlichen Lager von schwerem Rachteil für das Bürgertum begleitet sei. Heute sei kein Deruf mehr so stark, um allein als Partei etwas erreichen zu können. Arn Schlüsse seines grobangelegten Referates beschäftigte sich der Redner noch kurz mit der Ser- fasfungsrefvrrn, der Vereinheitlichung der Der* waltung und der eventuellen Zusammenlegung der einzelnen DundeSstaaten, sowie mit dem Stahlhelm-Volksbegehren. Beide Vorträge fanden lebhaften Beifall. Preußen. KrciS Wetzlar. • Wißmar, 8. Febr. Der hiesige Turnverein „Gut Heil" feiert am 29. und 30. Juni fein 25jähriges Bestehen, vervun* den mit dem Gaufest des Turngaues Lahn-Düns- berg. ~ Lützellinden, 8. Febr. Dem hiesigm Turnverein ist das B « z i r k s t u r n f est des zweiten Bezirkes des GaueS Hes- f e n für diefeZ Jahr übertragen worden. Das Fest soll am 2. und 3. Juni ab gehalten werden. Bei dieser Gelegenheit werden sich in der hiesigen Gemeinde etwa 390 bis 400 Turner zum Wett- kampse einfinden. Maiugau. WSR. Frankfurt a. M.. 8. Febr. Die vielen. in dec letzten Zeit verübten Einbrüche in Walserhäuschen haben eine merkwürdig« Aufklärung gefunden. Die Kll.nlnalpvlizei er» mitte le als Täter eine Reihe von Bürschchen im Alter von 14 und 15 Jahren, denen man bereis über zehn Einbrüche nachweisen konnte. Roch bekanntem Muster stahlen sie zunächst auf einen Bauplatz daS Einbruchswerkzeug in Form von Mauernkla.nmern, uni) dann gingen sie in fpä en Abendstunde i an die Arbeit. Hauptsächlich hatten es die Jungen auf Zigaretten. Würstchen und Raschereien abgesehen. Runmehr teerten sie sich vor dem Jugendgericht zu verant- toorten haben. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schristleitung) Th. D. in D. Wenden Sie sich zunächst an die Versicherungsanstalt, bei der Sie versichert waren, mit der Ditte um Auskunst, und legen Sie alsdann letztere schriftlich dem Reichsaussichtsamt für Privalversicherung in Berlin zur Bestätigung vor. Hebamme. Für die Ausbildung der Hebammen* schülerinnen und Wochenpflegefchülerinnen ist fei' lens der Schülerinnen ein Lehrgeld zu bezahlen. Die Kosten der Ausbildung trägt die Schülerin. Wurden sie ihr von dritter Seite darlehenSwcifa vorgeschofsen und hat sie sich dabei einer Gemeinde gegenüber verpflichtet, In ihr auf eine Reihe von Jahren Dienst zu tun, so muß sie während der vereinbarten Zeit auch diese Dienste leisten. Es kann nur die Frage entstehen, ob die vereinbart« Zahl der Dienstjahre für die Hebamme, die mit ihren Einnahmen nicht auskommen kann, nicht eine solch« Knebelung bedeutet, daß der Vertrag gegen die guten Sitten im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuch- verstößt. Erleidet die Gemeinde, die das Ausblldungsgeld vorgeschossen Hal, durch Vertragsbruch einen nach' teelsbaren Schaden, so ist Ihr dieser nach Maßgabe deS abgeschlossenen Vertrages zu ersetzen. Da dieser Vertrag uns nicht dorliegt, vermögen wir seinen Inhalt nicht zu beurteilen. Der Dritte, der sich für die Darlehensschuld verbürgte, hat nach Ihrer Angabe die Bürgschaft schriftlich übernommen. Das genügt zur Gültigkeit des Dürgfchaftsvertragcs. (§§ 765 folg. de- Bürgerl. Gesetzbuchs). Eine Rechtshandlung, die seitens des Bürgen vorgenommen wird, um sich seinen Verpflichtungen zu entziehen (wie Hebet' tragung von Grundeigentum auf einen Dritten), unterliegt der Anfechtung. Der Zeitpunkt der Ucbertragung wäre auf dem Grundbuchamt fcstzustellen, ebenso die Anfechtungsfrist. DiS Hebamme kann unsere- Dafürhaltens nicht gezwungen werden, in der Gemeinde zu blelüew macht sich jedoch im Falle unberechtigter bor< zeitiger Einstellung ihrer Dienstleistungen möglicherweise auch schabensersatzpflichtig, wenn etwa demnächst der Gemeinde neue Kosten entstehen sollten. ..................... -..... . ' BH Grippe, Influenza u. a. cheb(Zstenzen Beste Rudolf Vlahuk Ä? Deschenih 98 «"sr V.llige böhmische vettsebern nur c itflaifinuc Qualitäten: l'Bfunb nrnuc.nrfdiltffcne IN.O.MJunb 1—» bnlbtoci.ic ^i.l.2i). meine,flmtmine ML-. 2.31 unb 3.-, Ocrriruait«Sitb1cih in. 4.—. beiter Saldllauin ML— u.«i —. unocfdiL flmimifle Uin^iiedcrn M.2.2"LwundÄLL Manuirnui 1)1.4.—, Tannen arnu M.4. utib Tannen mein M. 7.—. hochfein M. 10 - tolltr t gegen Viachnabme von 10 IMtmt on poitnei. Nichivassende» nm> getauscht obcvtyclbAi'rütt- iksusiüiirliche Breivltite und Muiter touenio». Heinz Heynke Wilhelmine Äernges Vermahlte Kahla i. Thür. Gießen, ^iegefpfdb 92 den 10. Zanuar 1929 I233D ** Nur Suchard Lat dieses volle, finden Sie sofort den eeilten Suchard» Kakao heraus. würzige Aroma, diese Feinheit des Geschmacks. Die hundertjährige Erfahrung machts» Meine Auswahl in sehr reich sortiert und VWWSMM» in Preisen konkurrenzlos! J. Pfeffer, Marktplatz 6 K22A Hausfrauen das W zu ändern! i'2o2D Verlosung wertvoller Apparate. — Eintritt tret I227D herzlich einlaben. Ter Liorüand. VERLOBTE FRANKFURT Ä. M. FEBRUAR 1929 1225D damit g Zu Sekretär Ritter gegen Ausweis. ?? los?? I2U4D IZ26D ,tumo Humor! Miinniuntr! 0559 0548 Tte SchiiUcftnna. 7. JO Kaufqesuche] Lndw a>tr Ire 55, Ttenötnaabend: Sehenswerte Dekoration! Auf zur Plockstraße 5! Es ladet frdl. ein l\Saner021 gen der auch da s, Seine die Linie mit Kamera 1 lirttslM (Blerhaoe Onkel Franz) Während der Fastnnchtzeit: Große 8!imniUDr8-K9!’Z'r’lß ».^Ersten „30t $1681 wir Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer Ortsgruppe Gießen. umz Nm 16. Rrbruar, abends 20 IHir be- ainnenb. findet in den Nänmen des Saat- baue» Cai« ücib unser diesjähriges Stiftungsfest statt, wozu wir hiermit unsere Mitglieder nebit weilen Au gehörigen und !>renndn #riL empfiehlt sich i® fiorticn bet Sonfir* maiioiicn unb betau 1 Wo. ingi d.tMelchös'ö- iteue d. Ä. Än». UM5. worden, schver e Sicherhei! besonders M Schm einer die Sche>l Sigentüm Danken , über die loird der rat verw Schlitz in belichtet abyarair Albseld photvgrc 4000 Di 2rt 600 sraphiei bah aVe malisch Schlich «uSgezal vermöge, «cherork einen spc R4 etnv brt Schee derben 1 wd Aerzte verwenden und empfehlen mit Vorliebe Kaisers Brust-Caramellen. 15000 Zeugnisse bürgen für die hervorragende Qualität uod Wirksamkeit dieses alten Volksmittels bei Husten. Heiserkeit. Katarrh und als Schutz vor Erkältung. Schon oft sind schlimme Folgen von Erkaltungen dadurch vermieden worden, dass Kaisers Brust- Caramellen rechtzeitig bei den ersten Anzeichen eines nahenden Hustens genommen worden sind. Beutel 40 Pfg. Dose 90 Pfg. Nehmen deshalb euch Sie Kaiser*8 Brust-Caramelten mit den 3 Tannen Mmprod 3“ « «rio.fl ivi Goethe-Bund Mit Rücksicht auf den Volkstrauertacr am 24. Februar sahen Wir im* veranlagt.den Termin d. f ir diesen Tax voryresehfmen 8. Morgenfeier erneut zu verlesen. Ls findet nun statt: 3. Tag Im Kammer*plclz.vkln«i: Sonn taz. IO. Mttrz. »» flf' eine ph° man, C*1' •o*o®eeGe@9©oo®-5g®c JMoeooeeoeceeceeco Gesellschaft für Erd- end Völkerkunde Donnerstag, den 14. Februar 1929, abends 8’4 Uhr, in der Neuen Aula der Universität: Llcklbililer-Vortrag Studienrat Dr. R. Thom, Berlin: An den Küsten des Polarmeeres zu Wasser, zu Land und im Flugzeug Eintritt: Mitglieder frei,Nichtmitgl.lM,Studenten. 'Schüler und Militär 50 Pf. Kartenvorverkauf bei Dr. Töpelmann, Südanlage 4, u an der Abendkasse. Gießener Konzertverein Sonntag, 17. Februar 1929, 17 Uhr, Universitätsaula: ACHTES KONZERT Paula Heoner (Klavier) DasGewandhaus-Quarieit Kontrabaß: Albin Findeisen vom Gewandhaus-Orch., Leipzig Franz Schubert: Streichquartett A-Moll op. 29 — Wanderer- Fantasie op. 15(für Klavier) — Forellenquintett A-Dur op.l 14 Eintrittskarten: RM 4.-, 3.- und 2.- bei Emst Challier (Tel. 671) and abends an der Kasse. Studentenkaren RM. 1.- bei Herrn GröBlesSpezWIM in BelleD-Nalho, Bellen. Dnlerranken Keic iste Auswahl, billi^-te Preise, prompte Lieferung LMeilMLCo. Frankfurt a. M. Hauptgeschäft: Falkcnjrasso 3, Telephon Rö. 347778 Filiale: Markt37/Läser: Saalffasse27.OstcüterbahnhGf Vertreter: 1. N. Auer. GieBeu, Neuen Bäue 22 __J25HV 0y§perrholz n a *n litdie. Gaboon u. Kiefer 3>25mm ■ ä d - Eiretier nnd Dielen aller Starken. Z-SS 'chweduche 1 nd baurrtfcle ^obrl- bTcitcr. Svaiierlaiten. pichen- u n oZ Luchen-Lchnluwarei: itciein in 13 B »n allen Starten iISTb i-f sGuseu Bürt & Go.. Gle'geu uo Tetcvlwn 149. Latten In allos Stärken nromiit H» erbar Konfirmanden- und Kommunion-Kleidern aus prima Lindener Köpersamt, Seiden- und Wollstoffen sowie Stückwaren in den neuesten Webarten Staff Karten! 3n danlbarer Freude zeigen wir die glütfliche Geburt unseres zweiten Töchterchens roDu;en;/, F). Dr. Oetker’e Backöl Citrone, 1 mitiig gehäuftes Teelöffel (5 g) Dr. Oetiter'e Backio-Beckpulver, Liter Wasser. Zutaten zur Glasuri 150 g Pudenocker, I Fliichdwi Dr. Oetker'e Rom-Aroma. Zubereitung des TelgCSl Wasser und Butter bringt man zum Kochen, nimmt den Topf vom Feuer und schultet unter ständigem Rühren das gesiebte Mehl hinein, aetst wieder aufa Feuer und rührt den Teig so lange, bis er vom Topf und Holslö.W losläßt Nachdem die Masse abgekühlt ist, fügt man nach und nach die ganzen Eier, das Gcwurx. den Zucker und das „Backin* hinzu, verrühit alles au einem glatten geschmeidigen Teig, der vom Löffel abreißt Man tollt ihn in einen Spritsbeute!, der mit einer u eiten Sterntülle versehen ist und spritzt auf Pergamentpapier, du man genau nach der Oberfläche des Fettopfoa rund geschnitten und durch das heiße Fett gezogen hat, runde Kranichen von etwa 6 em Durchmesser, legt es mit den Kuchen in das erhitzte Backfett so daß dieselben nach unten kommen, nimmt das Papier ab. von dem die Kuchen bald loslassen und backt unter ständigem Rütteln des Topfes auf beiden Seiten hellbraun. Man nimmt die Spritlkuchen mit einem Schaumlöffel heraus und läßt sie abtropfen. Da die Spritzkuchen sehr aufgeben, dürfen nur eo viel in das Gefäß gelegt werden, daß sie «ich gut bewegen lauen. Erkaltet flberrieM man eie mit felgender Glasur: Zubere.lung der Glasurl Der gesiebte Paderruckev wird mit 2-S Eßlöffeln heißem Wasser zu einem glatten Brei verrührt und mit d-m Rum-Aroma enterm'idit. Man wllzt die Spritzkuchen einseitig in dieser Glasur und I6ßf sie an dar Loft trocknen. Aus den Zutaten werden etwa 15 Stück ereelt. Anmerkung■ Beim Backen von SpritztenS Pfg. in ellee ei nid '"gigen Geschäften oder, wenn vergriffen, gegen Einsendung voa Marken von mir direkt erhältlich ist. Dr. August Oetker, Bielefeldl DerMeSWer Laden in sehr guter Geschäftslage sofort zu vermieten. Schriftl. Angebote unter 1229D an den Gießener Anzeiger erbeten. fttr jede» Schokolade n- ge sc hä ft sind: „Trio“ mit köstlich. 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Februar 1929.1250D Limousinen-Aufsätze kombinierte Karosserien als Limousine ^-Lieferwagen fahrbar Autoiackierung und -Sattlerei V»ra,vha,Lt««hseitaat»Us,8oho2de»ügv Lieleroug kompletter FehrHuge Autoreparaturwerkstätte Otto Faber Wählstrahe 22, Telephon 1096 2"'4D NWK Schweisswolle läuft nicht ein W und filzt nicht v-4- 'kW s -■ ! k 4 HWD iEMl Für erstklasstaes Marken-Auio-Oel wird unter auheraewölmlich voriellhaften Beüiugiinaeu Pro«i$!OBsWeler aesuchl. Nur Herren mii best. Bezieh naen Aur ^eibra .djcifitn.fiiiait tönncn berück- ficUtint meibeu. Schniiliche Angevoie mit. 12U0D nn den Gieüener Llnieiac r ei beten. zizxix-xxnrxxrrxxrn: KiWlNtiltl Nebcuscvanden und Tinkstelle h \ier CeWs'SlM Aßse Ss Ecke ytn bitrner Stiaf.e und Stain^er Tor nelenc/h in welchem fett 19.6 d e Heists ne u let ri tiätsaes. Uich ft Listmann cm Inst a latioiK-acfdiäft betreibt, wird nm Montag, dem 18. Fcb uar 1920, vor- mütanJ v', ttbr, von dem AmtSg?iicht Al? er W. 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Hilft» > KokmMI xoi i^3 b*ftrt •.Ptl „dTe-toek** I) Pc d^nto. - T^nu Ä«z. 7EZ »WU’Ä^ Afl)n»ÄW' iSSfe L-sm -sK Gicht und Rheumatismus eentrfadien peinigende Schmerlen die aut Ber- liveirlunn irnb ul Diele beidenent'teben mein durch j£>arnfänrcübeiicUitü im Blut. Tie Hnrnfn irr bildet Hib in lene Sin halle um welche obl mit* nn:er schmer imocrnbe Wirkung ans. befeinden fönnen üe a er dar- veioen nicht, weil iie nur änfici« Ihnen C-mTlnü ansit u u. Oelien und von dem Xi et bet bencicn kann nur bic (fnifetn inn der überf büffiaen Oarnläure au® dem Blut. Der betann e und beh- beiväbite 'Vu1111> u8butaer Her barta »thtche und Slbenntaiee bat auf die vainiiimcablane« vitnien ttn Blut eine hart auflöfenöe und außldict- deitde Wirkung, ebne fonh ttnenbioie t tiaiinencbni o.'cr schädlich ah fein. Wenn Sie an laicht und iHbeuma leiben, dann lassen Sie sich durch nach- hebend abaebmtf.e Dankschreiben ruhig baut be (timmen, ebenfalls einen Versuch au machen! Sie lueröcn »üfneben fein! . . . »Mfcbttee bat wundervoll neroirtt, kann bald ohne Stock gehen, herzlichen Dank'. gez Wtih. Htlgeiifelb, Berkan. . . . kann wieder zi.mlich nut laufen und sitzen, alaube, daß ich wieder arbeiten kann. gez. W. Selter. Bstdl. . . . Mit Ihrem Heibarm G'chi undRheuma.ee febr Atiftiebcn Wirkung war übciraf beub! ncA. Job. Watterroth, Wackersdorf b Schw. BeheU innen tAweckmä tig wegen VonoauSnützuna nickt unter 3 Tafetmrt Mur 6-12 Watete. 'Brei® pro Tatet .4 3.--. flach* abnumien bitte zurück-uwriien, nur btt Marke „vetbaüa" bürgt für Echtheit! Alleiniger Her steiler: Berbarla Kr&nterparadies, PhlllDDsburd 0 542 (Badea), £terbaiia'?ecd ilnb in allen burai unter Wlifat gekeunietchneien Sluotbeten etbälthcb, be itinmi in (dienen: Weiikan »A otbeke, StreuAihau 2, ft-rieb- berat Engel'Aootbeke, flibba: Avvt eie yitbba. Bctnnutmuchung. In unser f)anbelsrcg:fter, Abteilung A, wurde eingetragen: 1219^ Am 28. Januar 1929 bei der Firma Wilhelm ydeuhaus in © eben: D.e Firma ist unter Ausschluß der Uebernahme der seither im Betriebe des Geschäfts begründeten Forderungen und Lerbindlichkeiten aus den Kaufmann Ernst Müller in Giehen über- gegangen. Der Ernst Müller Ehefrau, Else geborene Kurz, in Gießen ist Prokura erteilt. Die Fiima ist geändert in Wilhelm Neuhaus Nachs., Inhaber Ernst Müller, Gießen. Am 31 Januar 1929 bei der Firma Heinrich Dm; III. in Avendorf a. d. Lahn: Die F.rma ist erloschen. 2«m 4. Februar 1329 bei der Firma Adolf klein vormals Brüder Schmidt, Eisenwarenaroßhandlung zu Gehen: Kaufmann Alfred St (ein in Gießen ist als weiterer persönlich haftender Gesellschafter ia die Fiima eingetreten. Die offene Han- delsgescllschaft hat am 1. Januar 1929 begonnen. Die Prokura des Kaufmanns Alfred Klein in Gießen ist erloschen. Am 6. Februar 1929: a) die Firma 3. 81 IN. Löwenberg in G eßen. Gesellschafter sind der Viehhändler Joseph ßdroenberg und der Viehhändler Max Löwenberg, beide in Gießen. Die offene Handelsgesellschaft hat am 15. September 1928 begonnen. b) Bei der Firma Robert und Maria Obcrlies in (Sichen: Das Geschäft nebst Firma ist mit Wirkung vom 1.9a- nuar 1929 auf den Kaufmann und Hut- wacher Robert Oberlies in Gießen übergegangen. Der Ehefrau des Robert Ober- lies Karoline geborene Stiefeuhofer, in Gießen Ist Prokura erteilt Gießen, den 7. Februar 1928. ___________Hessisches Amtsgericht._________ Oeffentliche Aufforderung zur Abgabe von Steuererklärungen für d'.e Früh^ahrsveran'.agung 1929. Die Steuererklärungen für die Einkommensteuer, Kärperschaftssteuer und Umsatz- steuer sind in der Zeit vom 11. bis 28. Februar 1929 unter Benutzung der vorgeschriebenen Vordrucke abzugeben. Steuerpflichtige, die zur Abgabe einer Erklärung verpflichtet sind, erhalten vom Finanzamt einen Vordruck zugesandt. Die durch das Einkommensteuergesetz, Kärperschaftssteuer- gesetz und Umsatzsteucrgesetz begründete Verpflichtung, eine Steuererklärung abzu- ।leben, auch wenn ein Vordruck nicht über* andt ist, bleibt unberührt: erforderlichen- alls haben die Pflichtigen Vordrucke vom Finanzamt anzufordern. 1214D Gießen, Butzbach, Grünberg, Hungen, den 5. Februar 1929. __________Die Finanzämter.___________ Bekanntmachung. Die Anmeldung dcr m't Beginn des neuen Schuljahres (15. April 1923) schulpflichtig werdenden kmder hat zu erfolgen: 1. für alle knaoen: Donnerstag, den 14. Februar 1929, vormittags 9 bis 11 Ltjr, in der Pcstalozzischule (Knabenschule), Nordanlage Nr. 8; 2. für alle M idchev: Freitag, den 15. Februar 1929, vormittags 9 bis 11 Ahr, in der Schlllerschule (Stadt- Mädchenschule), Sch llerstraße Nr. 8. Bei der Anmeldung ist der Impfschein und bei auswärts geborenen Kindern auch her Geburtsschein vorzulegen. Die Schulsfi cht besteht für alle Kinder, die bis zum 1. Mai 1929 das 6 Lebensjahr vollendet haben. Es können jedoch zu derselben Zeit auch solche Kinder angemeldet roerbeir die bis zum 30. September 1929 das 6 Lebensjahr vollenden, und die geistig und leibl.d) als schulreif erkannt werden. Ein roeifetcr Termin für die Schnlaus- lahme findet nicht statt 1144C Gießen, den 2 Februar 1929. Stadtschulamt. I. D.: Dr. Alles. SBzrgebung von fianali ationsarbeiten. Für die Gemeinde Annerod sollen die Arbeiten und Lieferungen zur Äanalifation 3er Hauscmr Straße, veranschlagt zu rund 7000 RM. vergeben werden. 12130 . D e Rcichsoerdingungsordnung ist für ne Vergebung und die Ausführung maß oebend, sie liegt zusammen mit den Ver- cingungsunterlagcn bet uns offen. An- gebotsvordrucke lönnen von uns bezogen «erden. Erö,fnun der Angebote Samstag, vn 16. Februar 1929, vormittags 10% l hc, auf unserem Bureau, Frankfurter Straße 29. Freie Auswahl ausdrücklich Vorbehalten. Zuschlagsfrist drei Wochen. Gießen, den 6. Februar 1929. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungsbaurat TrMenvrrkäuf. Montag, den 11. Februar 1929, varmit- >ags 10% Ahr, soll ein erstklassiger Bogclsberger Bulle »ro Zentner Lebendgewicht auf dem Sub- missionswege vergeben werden. Bedingungen fugen auf hiesiger Bürgermeisterei offen. 12160 Wieseck, den 7. Februar 1929. Hessische Bürgermeisterei W eseck S ch o m b e r. werden. 1243V ern 38. eichsoerdingungsordnung vergeben werden: Los 1: DueUfaftunggarbelten und Sam 8 fm; Reisstangen 1700 Stück: Bobnen- ftangen 2200 Stück. Gartenpfosten: Eiche I, 370 Stück. (Die Buchenstämme im Konze- Los 124 IC Abfallhotzversteiserung 30 Haufen in der Marburger Straße, versteigert: 1211D Stamme. aus Ra- ver- aldner. Keßen, den 9. Februar 1929. Stadtkasse Gießen. 1242D Kiefer 50. Dabei kommt folgendes Nutzholz Sam- Zum Ausgebot: Im Schnitihol;: Eiche 8, Esche 3, Buche 23; Stammholz: Eiche 32 (Wagnerholz), Birke 1; Derbstangen: Fichte Stöcke: Buche 12, Eiche 8, Kiefer 2; Reiser Wellen: Buche 1800; Eiche 1500, Kiefer 50. Dabei kommt zum Ausgebot Im Holzversteigerung. Mittwoch, den 13. d. M., werden dem Freiherrtich von Nordeck zur benauschen Forstort Eibschenhatn steigert: rm Scheiter: Buche 100, Kiefern 6, Fichte 4; Knüppel: Buche 38, Eiche 4, Kie- ern 30; Knüppelreisig: Kiefern 37; Bel- ig: Buche 210, Eiche 26; Stöcke: Kie- melkammer; Los 2: Hochbehälter (160 Kubikmeter Iw Ardeitsvergeduna. Für den Neubau eines Finanzamts- Zusammenkunft 94 Uhr an der Bahnunterführung im Fuch:strauch. Dienstag, den 19. Februar, werden im Mühlwäldchen und Lange'oerg versteigert: rm Scheiter: Buche 5, Birke 2, Fichte 25; Knüppel: Buche 39, Eiche 5, Birke 6, Linde 4, Kiefer 2, Fichte 22; Stöcke: Fichte 6; Reiser Wellen: Buche 1900, Eiche 400, Linde 200, Kiefer 100 (dabei Forstwellen). Außerdem ca. 20 fm Fichte Bauholz (meist Sparren), 15 fm Derbstangen (Spalier), 750 Reis- und 1400 Bohnenstangen, einige Eschederbstangen. Zusammenkunft 10 Uhr beim Hof Mühl- sachsen, unweit Station Niederbessingen. Vergebung von Wafferleiiungsarbeilen. Für die Gemeinde Slorndorf, Kr. Alsfeld, sollen nachfolgende Arbeiten und Lieferungen unter Zugrundelegung der 3: Pumpwerkgebäude; Los 4: Rohrnetz mit Gußrohren von 40, gebäudes in Grünberg lOberhessen) sollen die Schreinerarbeiten ofjentlid) verdungen 12150 frist 14 Tage. Gießen, den 8. Februar 1929. Hess. Kulturbauamt Gießen. H. S te i nb a ch, Regierungs-Baurat. Oeffentliche Mahnung. Das 1. und 2 Aiel Kanal-, Straßen- reinigungs. und Mullabfuhrgebühren 1928 wird hierdurch zur Zahlung bis spätestens 16. Februar einschließlich gemahnt. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Einzug der rückständigen Betrage auf Kosten der Hle»n>al6 uerfteigert:-™ Schein ®ud)e Holzvcrsteigerunaen der Fürstlichen Oberförsterei tlch. Montag, ll.Fe'ruar, werden in den Distrikten -öler, Schwarzwald, Mühlberg, Graudorn und Konzebühl versteigert: rm Scheiter: Buche 280, Eiche 8, Fichte 5; Knüppel: Bucye 73, E che 14, Fichte 2; Stöcke: Buche 164, Eiche 29, Fichte 12; Reiser Wellen: Buche 6750, Eiche 750; Zusammenkunft 10 Uhr vormittags am Pflanzgartenhäuschen im Eiblchenhain. Es empfiehlt sich, das Holz vorher zu be- sichtigen, da spätere Beanstandungen nicht berücksichtigt werden." Die mit 00 bezeichneten Nummern kommen nicht zur Der- fteigerung. Nähere Auskunft erteilt Herr Förster Kalberlah in Rüdingshausen. Londorf, den 7. Februar 1929. Hessisches Forstamt Rabenau. veröstan^en. Fichten 1. Klasse 13,86 fm 2. „ 6,72 „ 3. „ 5,03 „ Bohmm^anaen. Fich'cen 3000 Stück. Günstige Zahlungsbedingungen. Lich, den 6. Februar 1929. Hessische Bürgermeisterei Lich. Geil. Holzversteigemng. Freilag, den 17. b. BL, werden aus dem Forstort Ampel und Dr. Wagner Erben versteigert: 1243V rm Nuhscheiler: Eiche 2; iNuhknüppel: Eiche 19, geeignet für Gartenpfosten und Wagnerholz; Scheller: Buche 170, Eiche 11, Fichte 10; Knüppel: Buche 170, Hainbuche 26, Eiche 43, Fichte 26; Reisig: Buche 380, Eiche 64; Stöcke: Buche 70, Eiche 15. Zusammenkunft 10 Uhr vormittags am Pflanzgartenhöuechen im Ampel. E> empfiehlt sich, das Holz vorher zu besichtigen, da spätere Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Die mit 00 bezeichneten Nummern kommen nicht zur Verst"ige- rung. Nähere Auskunft erteilt Herr Förster alberlah in Rüdingshausen. Londorf, den 7. Februar 1929. Hessisches Forstamt Rabenau.______ Verdingungsunterlagen und Zeichnungen liegen bei der unterzeichneten Dienststelle aus, erstere auch beim Finanzamt Grün- berg. Angebotsvordrucke sind bei den genannten Dienststellen vom 11. b. Bl. ab, solange Vorrat reicht, erhältlich. Die Angebote sind verschlossen, mit ent- sprechender Aufschrift versehen, portofrei zum (Eröffnungslermin am Dienstag, dem 19. Februar 1929 um 11 llht vormittags an die Neubl. I, Gießen, einzureichen, wo sie in Gegenwart der Bieter geöffnet werden. Gießen, im Februar 1929. Neubauleitung I der Baugruppe des Landesfinanzamts Landgraf-Philipp-Platz 4 — Wachtgebäude bei der Zeughauskaserne. 80, lOOunb 125 Millimeter l. W., dühl kommen am Schluß) Pläne und Bedingungen liegen bei uns Zusammenkunft 9 Uhr auf der alten zur Einsicht offen. Das Leistungsverzeich- Gießener Straße: Waldeingang bei Stein- nis wird von uns und der Bürgermeiste- bach. 1223D rei Stornborf kostenlos abgegeben Er- Dienst 6en 12. Februar, werden Im r-ffntinflstormin THnntrt.i hm 18 h 717 —. . . a' . J , Holzoersteigerung der Gemeinde Witzmar. Samstag, den IS. Februar 1929, von 9% 1 hr vormittags an, bei Wirt Reeh in nachstehender Folge: Distrikt 4, Berghausen: Eiche: Nutzrollen 70 rm (2 m lang) und 7 rm (4 m lang), 85 rm Knüppel, 66 rm Reiser; Buche: 756 rm Scheit und Knüppel, 929 rm Reiser; Fichte: 4 Stämme, 2.65 fm, 1 rm Knüppel. Distrikt 40, Wolfsgräben: F chte: Derbstangen 200 1. Klasse, 140 2. Klasse, 120 3. Klasie und 20 Re s- ftnngen. Distrikt 20, Kuhbachsdell: Buche: 11 rm Knüppel, 475 rm Reiser. Distrikt 9 und 15: Wegaufhieb und gestreut liegend etwa 80 rm Derbholz, 150 rm Reiser und 8 rm Stockholm 1218V Der GemeindevorstLher. 2400, Eiche 230, Kiefer 240 (dabei Forst- wellen). 8 fm Eiche (Wagnerholz) kommen dabei Aum Aucgebot. Nachmittags etwa von 1 Uhr ab werden in der Meilbach, an der Straße Lich-Hattenrod, 183 Im Fich- tenbauhotz und 11 fm Derbstangen (Gerüst- und Spalierholz) versteigert. Zusammenkunft 9j Uhr: Pfaffen- schneise (Hattenrod—Ettingshausen),Wald- cingang. Montag, den 18. Februar, werden im Fuchsstrauch, Kellersberg und Höfer versteigert rm Scheiter: Buche 110, Eiche 10; Knüppel: Buche 60, Eiche 20, Kiefer 3; 35 Haufen in der Ostanlage, 43 Hausen in der Wicsenstraße. Die Zusammenkunft findet um 14 Uhr in der Marburger Straße Ecke Bücking- straße und um 15 Uhr in der Ostanlage/ Ecke Walltorftraße statt. Gießen, den 8. Februar 1929. Der Oberbürgermeister. ________I. B.: Dr. R o f eji b e r g.________ Nützhörzversleigermig im Li eher Siadlwaide. In den D.strikten Eisenkaute, Mönch- köpfe und Oberspeierlingskopf werden nach vorheriger Zusammenkunft in DistrUt Mönchköpfe am Kreuzungspunkt der Mittel- und Konzebühlschneise am Donnerstag, dem 14. Februar 1929, vormittags 10 Uhr, Mittwoch, den 13. Februar 1929, 14 Uhr Schnittholz Buche (3. bis 6 Kl.) 10, Fichte beglnnenö, laßt die Stadt Gießen etwa 3a. bis 4a=fil.) 12; Bauholz. Fichte 20 108 Haufen Abfallbolz (22 Lindenstämme.' (Ngrdeck) und einige Kiefernstämme und 45 Haufen Knüppel und 57 Haufen Reisig) Fichtenstangen; wagnerholr Eiche (1. bis öffentlich meistbietend versteigern, und.Z, $u.) 40, Derbstangen Esche 3fm; Gar- Zwar: 1241C tenpfosten 120 Stück. Buchen 3. Klasie 18 071m ■ ■ 4. 15,94 w ■A 5. 3,14 M ff 6. 1,69 „ Eichen 1. ff 1,03 „ 2. AA 4,90 „ n 3. 3 27 „ AA 4. II 8,00 „ If 5. ff 1,24 „ 6. AA 0,8.5 „ Fichten la» ff 20,82 „ ee 1b- ■ e 31,13 „ 2a- 9,56 „ AA 2b- ff 4,10 „ 3a» AA 13,60 „ ■ ■ 3b- 5,31 „ AA 4 a. ff 3,35 „ ff 4b° If 1,73 „ Kiefern 5a- 2. -- 1,36 „ 20,24 „ AA 3. AA 11,63 , Af 4. AA 9,36 „ Eschen 1. AA 0,67 „ 1. 2. ff 0,50 „ . 1 .3. a * 0,23 H Birke 1. 0,45 „ 2. If 5,27 „ 3. ee 2,01 „ Zagdverpachtung. Samstag, den 16. Februar L 3^ nach- mittags 3 Uhr, wird im Rathaussaale die hiesige Gerne.ndejagd auf weitere neun Jahre öffentlich meistbietend verpachtet. Die Jagd umfaßt etwa 60 Hektar Wald und HO Hektar Feld. Das Jagdgebiet if! von der Bahnstation Allendorf a. d. Lumda in 15 Minuten, von der Station Londorf in 25 Minuten zu erreichen. 1212V Allertshausen, Kr. Gießen, 7. Febr. 1929. Bürgermeisterei Allertshausen. _________Reinhardt. ZagLverpachlung. Dienstag den 19. Februar 1929, nachmittags 2 Uhr, wird im Gemeindeberatungszimmer, Marktstraße 26, dahier, die Jagd der Gemarkung Heuchelheim auf neun Jahre verpachtet. 11850 Die näheren Bedingungen werden im Termin bekanntgegeben. Heuchelheim, den 7. Februar 1929. Hessische Bürgermeisterei. __________Kreiling.___________ Licher Fasinachismarkt. Schaf-, Schweine- und Krämermarkt am Montag, dem 11. Februar 1929. Bei der Beschickung des Viehmarktes sind die seuchenpolizeilichen Vorschriften zu beachten. Ursprungszeugnis für Züchter. Nachweis für Quarantäne für Händler. Es dürfen nur Tiere aus unverseuchlen Gemeinden der Kreise Gießen, Friedberg, Schotten und Büdingen aufgetrieben werden. Auftriebszeit vormittags von 9 bis 10 Uhr. 1020V Lich, den 31. Januar 1929. Hessische Bürgermeisterei Lich. _____________Ge IL_____________ Vchiimg Sängersesi! Zu dem am 29. und 30. 3unl und 1. 3uli stattfindenden 75-ährigen Stiftungsfest des Gesangvereins Liederkranz Eberstadt (Post Münzenberg) sollen die Juxptalze für Karussell, Sch-eßbude, Zuckerstände usw. oer- geben werden. 11890 Angebote sind bis zum 20. b. Bl., schriftlich an den Vorsitzenden des Vereins zu richten.__ Nutz-und Brennhoizversteigerung aus dem Gemelndewald Salzböden. Am Samstag, dem 13. d. Bl., nachmittags von VA Uhr ab, kommen in dem Saale der Gastwirtschaft Weißbrod, dahier, nachstehende Holzmengen zum öffentlichen Ausgebot: 12440 1. Buhholz. Aus den Distrikten Faberstück, Gehren, Jlfcheid und Hardt: 17 Fichtenstämme, 15,80 fm; 1 Kiefern- stamm, 0,40 km. 10 F.chtenstangen 3. Klasie, 20 Fichtenstangen 4. Klasse, 2 rm SticfernroUen. 19 Fichtenstangen 1. bis 3. Klasse, 7 rm Eichennutzholz. 2. Brennholz. Aue denselben Distrikten: 210 rm Buchensche.t- und -knüppel, darunter geringe Mengen Eichen und Hainbuchen. 685 rm Buchenreiser. Salzböden, den 8. Februar 1929. Der Gemeindevorsteher: _____________B o d e n b e n d e r._____________ Uutzyoizverfleigerung im Butzbacher Stadtwald. Mittwoch, den 13. Februar 1929, wird in den Forstorten Zipfen, Pfingstweide, Struth und Jungwald nachstehendes Nutzholz versteigert: 1248v Eichen: 2. Kl. 39 Stück, 17,29 fm; 3. Kl. 171 Stück, 135,27 fm , 4. Kl. 52 Stück, 51,32 fm; 5. Kl. 4 Stück, 5,57 fm; 6. Kl. 2 Stück, 3,93 fm. Buchen: 2. Kl 2 Stück, 1,03 fm; 3 Kl. 40 Stück, 33,26 fm; 4. Kl. 25 Stück, 28,53fm; 5.Ml. 6 Stück, 5,80fm. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr am Eingang im Forstort Zipfen (Taunus- straße). Butzbach, den 6. Februar 1929. __________Der Bürgermeister.___________ Nutz-und Vtennholzverkauf. Dienstag den 12. Februar, von morgens 10 Uhr ab, in der Gastwirtschaft Stelzen- bach, Nordeck: 12390 1. Nutzholz. 12 St. Ei.-Stä. 1. Kl. mit 1,62 fm (Wag- nerholz) 230 St. i'i.-Derbftangen 1.—3. Kl. 1700 St. Fi.-Reiserftanaen 4.—7. SU. 2. Brennholz. Ei. 60 rm Schl. u. Kn Ei. 4 rm Stock«. Ei. 70 rm Rr. Bu. 258 rm Seht. u. Kn. Bu. 72 rm Stöcke. Bu. 2500 rm Rs. Fi. 40 rm Kn. Fi. 70 rm Rs. Nähere Auskuft erteilt Förster Steitz, Winnen Anruf Defftl. Winnen. Nutz-und Brennhoizversteieruno. Am Donnerstag, dem 14. Februar 1929, wird in den Waldungen der Stadt Allendorf a. d. Lumda, Försterei II, aus den Foistorten „Lehmgrube, Abtlg. 12" und „An der Rabenauer Straße, Abtlg. 15' nachstehendes Holz an Ort und Stelle versteigert: 1240D Nutzholz: Stämme: Eichen 3 Kl., N, 5 Stück 3,51 Im; Buchen 4. Kl., N, 8 Stück, 7,84 lrv; Kiefern 4aKl., A, 11 Stück, 11,54 fm Derbstangen: Fichten 1 Kl. 13 Stück, 1,17 fm, 2. Kl. 18 Stück, 1,08 fm, 3. Kk. 18 Stück, 0,54 fm; Reisslängen: Fichten 4. Kl. 7 Stück, 0,14 fm, 5. Kl. 25 Stück, 0,33 fm, 6. Kl. 10 Stück, 0,06 fm; Nutz- scheit: Kiefern 2. Kl., 2,50 Meter lang 7 rm, 2 Meter lang, 1,5 rm. 2. Brennholz: Scheit: Fichten (rund), 56 rm (gefp.), 26 rm; Kiefern (rund) 1 rm. Knüppel Buchen: 5,5 rm; Kiefern 49 rm; Fichten 25 rm. Re.sig: Buchen 151 rm; Fichten- Schlagreisig 20 rm. Stöcke: Kiefern 22 rm. Die Zusammenkunft ist vormittags 10 Uhr an der Köpfchens-Wiese im Forstort Langebruch, Abteilung 6. Allendorf a. d. Lumda, 9. Februar 1929. Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. Rein. Nutzholzversieigerung TienStag, den 12. b. M., sollen in dem Wald der Gemeinde Beuern, Distrikt Heegwald und Bürghein, nachverzeichnete Holz- sortimente versteigert werden: Derbstangen. Klasie 1.....100 Stück - 9,00 fm „ 2.....60 „ - 3,00 „ „ 3.....28 - 0,84 „ Fichten-Abschnitte. Klasse 3a ... . 1 Stück -- 0,71 fm „ 3b ... . 1 „ - 0,81 „ „ 4b ... . 3 „ - 6,03 „ „ 6..... 1 „ - 2,12 „ Stämme, Eiche. Klasse 2 .... . 5 Stück - 1,39 fm „ 3.....10 „ - 6,69 „ „ 4..... 1 „ - 0,63 „ Stämme, Buchen, A. und N. Klasse 3.....32 Stück - 16,35 fm „ 4 ..... 67 , - 61,04 „ „ 5 . 16 R -21,60 „ „ 6..... ß „ - 11,70 „ Zusammenkunft vormittag» 9*/2 Uhr am Forsthau®. 1210V Beuern, am 7. Februar 1929. Hessische Bürgermeisterei Beuern. ____L indenstr uth.___________ Msik-undplahvergebung *rei dem am 20„ 21. und 22. Iutt ftattfin= henben MlnserfeNt soll nachstehende® schiistlicb vergeben weiden: 1. manr 2. fiaruneü. Stöle^ünOe. SatferflönOe ofto. Jmeresienien wollen sich bl® loätestenS i.'JUlnrA an unierAetdineie Stelle wenden, woselbst die Bedmnnnnen befanntneacben werden. J.A.: 'Udoti Diel», Schriinllhrer 1.031) Jnbeiden bei Hunae». Erste große ZuchLviehverfleigerung des Landwirlschastskammer-AuSschusies für Oberhesien in Alsseto, nm Donnerstag, 14. Fevrrar, vormittags 11 Uhr, in der Diehhalle auf dem Lindenplatz. Zur Versteigerung sind gemeldet: lieber 100 Bullen des hessischen FleckoiehschlogeS und 6 Eber der veredelten Landschweinrasse. Gemeinden und Zuchtgenosienschafien Ist hier beste Gelegenheit geboten, gute Zuchttiere zu erwerben. Landwirtschasts Kammer • Ausschuß für Oberbesten mod LudwiQ Lazarus, Gieren Tel. 1505 Asterweg 53 Empfehle zu äußersten Engrospreisen mein gr. Läget* in nur la Qualitäten Bindfaden. Packkordel, Wurst- garn, Sackband und sonstige Seilerwaren. nzp Klein&Stiefel Maschinenfabrik, Fulda md Unsere Maschinen machen Sie leistungsfähig Fragen Sie bei Bedarf bei uns an jjfnji Mimr **#6** Neueßweö 9 in grober Auswahl ÄäB> ÄflReF l ^■FÄÄ wÄÄäÄ^^Ä Deutsch. Grammophon-AktiengeseUschaft i iVväwÜ «« J? SMSiktzkN 8M»MWD Sonntag, den 10. Februar 1929,711 Uhr in kämtlicken »racktvoll dekorierten Räumen • in sämtlichen prachtvoll dekorierten Räumen der Liebigshöhe 0473 E5*S* 1254D Tanz @ Sektbude ernster und heilerer Kunst! RWMBSw S*S*b i ueOro 12240 Fas'.nachtdienstag, 20 Uhr Abends 8 Uhr 1028L Eintritt: Herren M. 3.-, Damen M. 2.-. Für Mitglieder Eintritt frei. 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Aussicht Marburgs. Qualitäten lOUileHu UaiU, mal «J01 Q allererster Güte. — Auto-Halt p atz Hotel-Restaurant Hindenburg Telephon-Nummer 14 5 Cafe Amend Fastnachtdienstag, nachmittags Kinderkostümfest abends Faschingsrummel 1097D Kinder-Kostümfest Saalöffnung 2 Uhr Um 4 Uhr großer Festzug Hierzu wird gebeten, Kinderfahrzeuge jeglicher Art mitzubrlngenl Eintritt: Erwachsene 1 Mk„ Kinder m Begleitung Erwachsener frei I AMMMlMM Drei Musikkapellen! Cafe Astoria Heute und Sonntagabend: Kanevalisfisdter Taozabeit^ Rosenmontag, 3 bis 6 Uhr nachmittags: Kinder-Kostiiin-Fest Siir gro^ u. klein Ab 8 Uhr abends*. LUMPEN-BALL Fasching- Dienstag: GroBeMMßinniel ___________05 >3 WN»mew!ag- Friedberger Mhjahrs-Pferdemaüf Am Nachmittag ereigm'sv oller Karnevalzug, u. a. über 20 sehenswerte Wagengruppen Anmeldungen zu der mit dem pferdemarlt verbundenen Prämiierung bis 42. Februar an die Stadtverwaltung möglich. Am Fastnachtsdienstag, den 12. Februar, 20.11 Uhr, in sämtlichen Räumen der Liebigshöhe: Großes Faitliindsireihen Zwei Tanzkapellen Eintrittskarten zum Preise von Mk. 2 - einschließlich Steuer in folgenden Geschäften: Gravier- und Aetzanstalt Albold, Kirchenplatz, Modehaus Salomon, Schulstraße, Modehaus Nowack, Selters weg. Schuhhaus Süß, Marktstraße, Friseurgeschäft Tränkner, Neuen Bäue. — Für Mitglieder bei Hugo Henkel Kaplansgasse und W. Kraus, Sonnenstr. 3. Cafe Ernst Ludwig Heute abend 8.11 Uhr: I. Mer FisdNs-taiiel Masken und Kostüme haben Zutritt! Prämiierung fl.Mime D Großes Preis-Iazzen 2 Damenpreise ggj 2 Herrenpreise Jury aus dem Publikum! kösd Gasthaus zum Kühlen-Grund! Neuen Säue 5 / Sonntag, den 10. Februar Siar-peer-Aberrd Montag, den 11. Februar Homert Fastnacht-Oienstag Gvotzev Rnmmrl An diesen 3 Tagen spielt eine Iazz-Napelle Eintritt haben nur diejenigen mit guter Laune und Hurn.r / 3m Ausschank Mainzer- Fastnacht-Lock / Lokal ist gut gehet t. Zu einem regen Besuch ladet ein: 12450 Oec nSctitoe fSlri. SS«- -Betten Ä... ,2 Kinderbetten. Polster. Schlafzimmer .Chaiselongues yj an Private, Ratenzahlung. Katalog 225 frei. 3ti5V Ehcnmöbellabrlk S..h' (Thflring? Fllegerlied K 6he ®bruar 1929, ,ierten Sälen Festzug leuge jeglicher *f in Begleitung W4 end nstidi MV landwirt* jgeltuttef erkzeuge efl koitenloe hHabn •elepboflK03 Adr«d :ey»s< L gcbruor irrt s*t üalii' Rr 51 viertes Blatt Gießener Wohlfahrtsarbeit im Jahre 1928. Der Etat des Wohlfahrtsamtes ist der größte Dosten in unserem städtischen Haushalt. Für das Äerwaltungsjahc 1923/29 wurden zur Wohl- lahr.spflege von den Stadtverordneten rund 930 000 Mk. bewilligt. Wenn daS auch 100 000 Mark weniger sind a s im vorhergehenden Wirt- schajts.ahre, so ist di« e Ausgabe doch immer noch a.S ein eindrucksvoller Beleg für den guten Dillen der maßgebenden städii,'ch«i Stellen zur Linderung dec Notlage unlerer hilfsbedürftigen Mitbürger anzuiprechen. Daß in der Dohl- fahr spflege außerordentliche K.a tanstrengungen gemacht werden müssen, kann von niemand bo- Iritten werden, der s.ch die beklagenswerte'n ^eitumstände vergegenwärtigt und daran denkt, daß so oic.« Bürger in bittere Not gekommen sind, die leibst eine solche Entwicklung ihres Lebensweges nie für möglich gehalten haben. Dieses Gev.et wird auch in Zukunft ein Haupt- »rbeits.e.d der Stadt sein müssen. Dabei dars .aber nicht vergessen werden, daß di-e Frage der Kostendeckung in anderer Wer>e a.S bisher zu regeln ist. Reich und Länder müssen in Zukunft weit stärker als jetzt zur Finanzierung dieses notwendigen Hi.fswecies beitragen, ganz besonders des Reich, aus dessen Gesetzgebung der größte Tell der Fürsorgearbeit beruht. Wenn wir uns em rechtes Bild von der Bedeutung di« er städtischen Tätigkeit machen wollen. jo ist es notwendig, den Umfang der Arbeit "«nnenzulernen. Ein Rüctblick auf die Wohl- sahrtsarbeit im Jahre 1928 bringt uns hier reichen Aufsch.uh, der sicherlich allen Mitbürgern wertvoll fein wird. Für Zwecke der W i n t e r v e r s o r g u n g Hilfsbedürftiger hat die Stadtverordnc- ten-Vcrsammlung Ende November v. 3. einen Kredit von 25 030 Mk. bewilligt. Wie in früheren Jahren, erhalten auch für den Winter 1928/29 die Sozialrentner. Kleinrentner. Kriegsbeschädigten, Kriegerhinterbliebenen, Empfänger einer Sltemrcnle. Empfänger der Arbeitslosen- und Krifcnunterstützung und verschämte Arme Zuschüsse zur Beschaffung von Brennstossen. Diese Zuschüsse sind nach dem Zami.ienstand festgesetzt, sic sind für die Zeit vom 1. November 1923 bis 30. April 1929 vorgesehen. Für die diesjährige Versorgung kommen in Betracht: 260 Parteien Kleinrentner, 470 Parteien Sozialrentner, 240 Parteien Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene. 80 Parteien Kriegselterngeldempfänger, 183 Parteien Empfänger der Arbeitslosenunter- -ützuntz. 40 Parteien Empfänger der Krisen- unterstuyung, 60 Parteien verschämte Arme. Für ble Empfänger der allgemeinen Fürsorge — Ortsarme — wird die gleiche Beihilfe aewährt, bte Aufwendungen gehen jedoch zu Lasten der voranschlagSmäßigen Mittel. Die Krtegsopferversorgung beschäf- : ttgle die Abteilung Kriegersürsorgeamt auch im Zähre 1928 in ho nein Maße. 3m Kalenderjahr *928 wurde Zusatzrente gezahlt an 859 Kriegsbeschädigte (Monatsdurchschnitt 72), 1536 Kinder von Kriegsbeschädigten (Monatsdurchschnitt 132), 1833 Kriegerwitwen (152), 1036 Kiiegereltern (86). 3093 Halbwaisen (258), 360 Vollwaisen (30), 131 Witwen- und Waisenbei- HNeemp'änger (10). Dec auSgezahIte Betrag beläuft sich für das Kalenderjahr 1928 aus 145 353 60 Mk. (Monatsdurchschnitt 12 112.80 Mk.). Die Zusatzrenten werden in voller Höhe vom Tcich ersetzt. Der Aufwand deS Bezirks- MsLrforgeverbandes Im 3ahre 1928 beläuft ' sich für 1263 Parteien (Monatsdurchschnitt 105) •U auf 32 907,87 Mk. (Monatsdurchschnitt 2742.32 Wart). Bon dem Aufwand des BezirlSsürsorge- herbanöcß ersetzt der Staat die Hälfte. 3n der Kapitalrentnerfürsorge be- sa.ii den sich im verslosse^n 3ahre 3131 Parteien (Monatsdurchschnitt 235* 837 Zuschlagsempfän- ger (74). 322 Anstaltsinsassen (27); Gesamtzahl Gi Heuer GtaSttheater. „Avctte und ihre Frcundc". Die Vvette'Operette. die soeben in Frankfurt einen guten Preniiörenersolg hatte, kam gerade recht zum Fasching nach Gieren: ein munteres vlück voll Stimmung und Laune, das auch bei «eß feinen Weg machen wird. Die Handlung: von Oesterreicher und 6 l c r f ; aufgebaut auf dem Librettomotiv. daß ber Hauptsreund und gewisferrnatzen erste Liebhaber der Tänzerin Vvette, der sich aus un- bsgre-islichen Gründen Hals über Kops in Krieg wud Politik stürzen muh. einem Kameraden die verlassene Liebste „zur Bewachung" während feiner Abwesenheit anvertraut. Man kann sich ja denken, wie das ausgeht. lEfti) man muh den Librettisten zugeben, dah H« es geschickt gefingert haben. Der Mittelakt Ift bühnenmäßig sehr wirksam. Es reicht sogar Mch, was selten geworden ist. für den dritten ans. And der erste wird durch das Neben- m.Dtin. dah Vvette an einem Theater beschäftigt ist. blendend in Szene gesetzt. Theater auf dem Theater — besonders von ter Rückseite aus gesehen — ist eine uralte, öfter nie versagende Spekulation aufs Publi- hsm. Tie Regie von Adolf Wiesner, der eLn gutes Tempo vorlegt und eine stattliche Ausstattung n.llspiclen läßt, entfesselt hier mit Auf tritt und Abgang in> Bor,)angziehen und großem Palaver und vielem Drumherum ritten Merdsbekrieb. Ein hübscher Einfall war auch der Kapellmcisterwechsel, der sich Aur Freud« aEler Anwesenden gleich im Parkett abspielte. Tie Music: von Michael Krausz; ziemlich konvenüonell, wenig ideenreich, am besten brt Mittelakt, der überhaupt die ganze Operette trägt; da gibt es ein paar hiibscye Tänze und Lieder, die sich einprägen. Unö es ist aller S|ren wert. daß das Orchester (von Kurt Harder sauber und schmif ig dirigiert) sogar im dritten Akt noch etwas zu sagen hat. Lie führende Herrenrolle dcä Ri.tmeisters Marlo, der das Amt des Anstandswauwaus ;ir übernehmen hatt. aber zuletzt und also am beiten lacht und schließlich als endgültig „erster" Liebhaber der Dvette belohnt wird, wurde von Robert Nästelberger. Dien, ir.it gc- kfynadDofien und gepfleg'en Mitteln gezielt und - gelegentlich mit fast opernmäßiger Entfaltung — gesungen. neben ihm machte Haindorff, der blonde ®iaf Roman, eine aute Fiaur. Gustav Rothe- Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, i". zedruar 1929 4333 (Monatsdurchschnitt 336). Der Betrag der Aufwendungen beläuft sich auf 165 914,60 Mk. (Monatsdurchschnitt 13 826.20 Mk.). Die Soziatrentnerfürsorge kam im Jahr« 1928 zugute 6323 Parteien (Monatsdurchschnitt 527). 2509 Zu;chlaasempfän ern (209), 5c0 Anstaltsinsassen (43); Gesamtzahl 9402 (Monatsdurchschnitt 784). Die Höhe der Aufwendungen beträgt 226 525,53 Mk. (Monatsdurchschnitt 18 902.13 Mk.). Die Gesamtzahl der 613 Ende deS Kalenderjahres 1928 geführten Vormundschaften (einschl. Pflegschaften) vom Jahre 1912 ab beträgt 2535. Beendet ober abgegeben würben in der Zwischenzeit 1732, so dah am Ende des Kalenderjahres 1923 noch 853 Vormundschaften (einschl. Pflegschallen) verbleibew 3m Kalenderjahr 1928 wurden in Gießen 221 Kinder unehelich geboren. Auf Grund des ReichSgesetzes für Zugendwohl fahrt wurde das 3u e.iöamt Vormund über diese Kinder. An Zahlungen für die unter der Dormundschall des Jugendamts st.hen- dcn Mündel gingen im Kalenderjahr 1928 insgesamt 80 922.75 Mark ein. Hiervon kamen für die Mündel und Pflegebesohlen.n zur Auszahlung 64 578.68 Mk. Der Rest mit 16 332,17 Mk. wurde für sie verzinslich angelegt. Insgesamt sind seit Befestigung der Währung bis Ende deS Kalenderjah.es 1928 60 657.02 Mk. für die Mündel und Pflegebefohlenen verzinslich angelegt worden. Unter Fürsorgeerziehung standen Ende 1923 128 Jungen und 91 Mädchen, insgesamt also 219 Zöglinge (im Vorjahre 218). Die Unterbringung der Fürsor .ezöglinge verursachte im Rechnungsjahr 1927 42u29.71 Mk. Kosten. Von dem Minister des Innern wurden hiervon ersetzt 12 873,32 Mk.. so daß noch 29 156,39 Mk. verbleiben, die auS Mitteln der Stadt auszubringen sind. Im Rechnungsjahr 1926 betrug der Zuschuß der Stadt 3J 913.19 QET. In früheren Jahren wurden von dem Minister des Innern 50 Prozent der Aufwendungen ersetzt. In letzter Zeit beträgt der Ersatz nur noch 30 Proz. Don den Zöglingen und Mündeln sind untergebracht auf dem Land« in Oberhessen (ausschließnch Gießen) in folgenden kirchlich m Dekanaten Alsfeld 17, Büdingen 2, Frienberg 2, Gießen 7, Grünberg 61, Hungen 2, Lauterbach 41. Nidda 1. Schotten 12. insgesamt 145. Von den Zöglingen und Mündeln sind In Anstalten und He.men 72 untergebracht. Hierin sind auch die m Hllmen untergebrach.en Säuglinge enthalten. 3m Kalenderjahr 1928 wurden 73 Unterhaltsklagen gegen Väter von unehelichen Kindern und säumige Väter ehelicher Kinder erhoben. Dem Klageantrag wurde stattgegeben in 52 Fällen. Drei Klagen kamen zur Abweisung. 18 Klagen schweben noch. An ForderungSpsäi'.dun, en wurden aus Veranlassung des Jugendamts 57 vorgenommcn. Wochenfürsorge wurde im abgetan,enen Kalenderjahr in 46 Fällen gewährt. Die Gesamtauf- Wendungen betrugen 476930 Mk. Das Jugendamt wurde aLß Gemeindewaisenrat im Kalenderjahr 1928 in 252 Fällen beschäftigt. Die Kinder - Erholung ssürforge kam im I hre 1928 ists esam 25j Ki de n zugu e. Davon erhi-ellen 67 Kinder Solbäder in Bad- Nauheim, 151 Kinder Seebäder (140 in Arendsee- DrunShaupten, 11 in Göhren auf Rügen). 33 Kinder Erholungskuren (31 in Lindenfels, je 1 in GänSfurth L Thür, und Jugenheim a. Dergstr.), 5 Kinder Heilstättenkuren (3 in Win'erkasten, 1 in Rappenau. 1 in Frankfurt (Friedrichsheim). An der Kinderspeisung nahmen in dm Volksschulen teil im Sommer 793 Kinder, im Winter 797; jedes Kind erhielt täglich l/6 Liter Vorzugsmilch in Fläschchen und ein Brötchen zu 50 Gramm; in der Kinderbewahranstalt im Sommer 120. im Winter 130 Kinder, von denen jedes täglich l/6 Liter Vorzugsmilch in Fläschchen erhielt; im Dolkskindergar.'en im Sommer und Winter je 5 Kinder mit je täglich i/8 Liter Vollmilch. (Ein Schlußartikel folgt.) Mare Amaro. Don unserem römischen ^-Korrespondenten. Rom, Februar 1929. Die Brücke über die Adria ist, wie ich es bei der festlichen Einweihung vor fünf Jahren vor- aussagle. eingestürzt. Mit welcher Feierlichkeit wurde am 27. Januar 1924 im Siegeßsaal des zum Nationalheiligtum erhobenen, vor wenigen Jahren noch österreichisch gewesenen Palazzo Venezia d t e Urkunde über den ewigen Adriafrieden unterzeichnet! Wie Dom- glocken dröhnten die italienischen Zeitungen. .Und eß ist vielleicht nicht ohne tiefe historische und moralische Bedeutung, daß heute, hier in Rom. der ehrwürdige Minister deS stolzen Serbiens, daß den Krieg gegen Oesterreich eröffnete (laß man’ß vor Tisch nicht anders?) und der junge Minister des unbesiegten Italiens, daß diesen Krieg mit dem Sieg seiner Waffen beendigte, einen Friedens- und Freundschastsbun) schließen, als wahres und logisches Ergebnis der für das gleiche Ziel geschlagenen gemeinsamen Schlacht, aß heißt der Zerstörung des beiden Ländern gleich feindlichen Habsburgenelches." Und heute? Zwei trockene amtliche Zeilen, daß der Bundeßvertrag abgelaufen sei und nicht erneuert werde. Das .stolze Serbien" hat im Laufe eineß Lustrumß in der italienischen Presse wunderliche Metamorphosen durchlaufen, biß man schließlich in Rom nicht mehr von einem Reiche S. H. S., sondern von einem Balkanstaat S. O. ©. sprach. Mehr wie einmal zogen die italienischen Studenten vor seine Gesandtschaft und schwenkten die — dalmatische Fahne. Die Farben der Wirklichkeit, während der Adriapakt mit dem Resedagrün der Verliebten geschrieben worden war. Wie es zu dieser unnatürlichen Ehe kam. das sickerte allerdings Carey, äußerst munter und aufgekratzt, und Karl Reul, der sich .auf jung" geschminkt hatte und wie Johannes Riemann aussah, sorgten für die komischen Pointen (die manchmal ziemlich starker Tabak waren, aber zum Glück nicht überall verstanden wurden). Lydia Petry als Vvette war vorzüglich in Form, sah sehr gut aus und führte einen bestechenden Toi'.ettenwechsel vor. — Ly Ottmar spielte höchst animiert die zweite Geige und sang im ersten Akt ein recht unverschämtes Chanson. Das Haus war in angeteg'.er Stimmung und sparte nicht mit Beifall; ein hübscher Erfolg. Dr. Th. Datt-Dorspisl. Don Julius Kreis. Im Milchlaül der Frau Veronika Stangl- hofer hä gt seit Faschingsaniang ein Pappdeckelschild: Maslen-Dat.ohb.-Ve.lei^anstalt. Kostime, Frack und Domino zu kullanten Preisen. lieber eine wackelige Stiege hinauf geht es in em kleines. niederes Zimmer. Da riecht's nach Kampfer, Petro «um. Schmierseife, Mal ka,fee, Katzen, Deilchenparsun und Limburger. Ein Sonnenstrahl legt einen breiten, flimmernden und leuchtenden Staubbalken durch den Raum und auf einem langen Tisch ausgebre.tet liegen die „Kostime" in funke nder, farbiger Herrlichkeit. Ern dicker ?;rauer Kater hat sich's gerade aus einem Rokoko- ostüm wieder bequem gemacht und kuschelt sich woh ig hinein voll katerhafter Träume von amourösen Rokokoavenküren mit Leinen süßen Marquisen und verwegenen Kavalieren. Kater! Das Mieder trug gestern die süße kleine Marquise Stasi Vorbogner, Kocher! beim Kammer ienrat Ma erbach — Stasi Dorbogner, einen Meter und siebzig hoch, einen Zentner sech ig schwer —. indem sie gestern auf der Rr- dvwte war als Roggogo. denn daS Roggvgo hat ihr da.na.s am gnädigen Fräui'n so gut gefallen, daß sie sicy gr agt hat: Stasi, so geyst auch! Lind weil auch ge.ade ihre weißen Spangenschuh so gut 6a,u gepaßt Haven, und der Straußfed«.sächer, den sie an Weihnachten im G ückshasen gewonnen hat. 3vr Schorschi freilich ist aß ©cajbua gelommen, nicht als seidener Kavalier, aber da ür ist auch „Waschgra". und in der „T.a-en Gans" ist es bei den Kostümfesten nicht so streng wie anderwärts wo man sich sogar im Stil der Zeit scyneuzen soll. Die Stasi hat sich als Rokoko-Dame glänzend bewährt. Das bald durch, denn damals gab eß In Italien noch keine Einheitspreise und Einheitspolitik. Wit einer diplomatischen Offenherzigkeit, wie f.e heute nicht mehr denkbar wäre, erzählte der politische Sekretär der faszistischen Partei, der Abgeordnete Giunta. in einer großen Rede in Neapel, w i e man mit Jugoslawien gesprochen habe. Mussolini habe, alß er die Verhandlungen mit Belgrad begann, drei Armeekorps und starke Artillerie an der Grenze massiert, während hunderttausend Faszisten bereitstanden, auf ein Zeichen von ihm loszugehen. Donnernder Beifall. Belgrad, baß offenbar auß der Geschichte gelernt hatte, an wartete daher auf die entscheidende Frage — anöerß alß Carthago. Auch diesmal soll Rom eß gewesen fein, baß sich sinster in die Toga hüllte. Mussolini habe, so heißt eß, die von König Alexander angebotene Erneuerung beß Vertrages rundweg abgeschlagen. Das klingt durchaus glaubhaft, denn eß entspricht seiner Natur, reinen Tisch zu machen. Waß sollen ihm Archivgebilde, die nach Genf riechen? Waß Potemkinsche Dörfer an ber Adria? So weit und so lange noch ein Einvernehmen mit dem Nachbarn dort möglich ist. kann eß nur durch neue ehrlichere, fachttcher gefaßte Vereinbarungen gesichert werden. ilnb zu einem solchen Notbehelf wird eß vermutlich auch bald kommen. Die italienischen Leitungen finden natürlich auch den jetzigen vertragslosen Zustand genau so selbstverständlich und verheißungsvoll wie vor fünf Jahren den Friedens- und FreundfchastSpakt. „(33 wäre traurig bestellt um die Freundschaft und den Frieden zwischen den beiden Ländern, wenn er nur durch amtlich gestempelte Papiere garantiert sein bißchen Grazie, daß vielleicht noch sehlte, wurde ausgeglichen durch stramme Haltung und wenn dis Taille nicht gar so eng gewesen wäre, dann hätte die Stasi ein ungetrübtes Fest gehabt. Der Schorschi hat ihr alleweil die aufgesprungenen Druckknöpfe am Rücken wieder zumachen müssen, ilnb nur baß hat hin und wieder den Schwung der Festesfreude ein bißchen gehemmt. Druck net a so! hat die Stasi immer wieder beim „Frahsä-"Dreher sagen müssen. Meine Knöpf. Schorschi! Druck net a so! — „Hat's Eahna g’ia.Tn, Fräul'n Stasi?" fragt die Frau Stanglhofer. „Großartig war'sl" sagt die Stasi. „Einfach großartig. Geht ha t nix an schön's Kostüm. Der Soßflecken war fei fcho drin. Frau Stanglhofer. Net. daß mpana, i war a fol — Aber dös woah i, daß ich de nächste Mol a weiße Peruckn ausfetz da,ua! Mir iß allaweil beim Tanzen der weiß« Zopf aufganga." ..Do, Wenns an mir net verlorn Ham", sagt die Frau Stanglhofer. „alß wias neufi an Zimmersäulein von der Frau Kur„bichler ganga iß. Nacha hat'o d' Musi ausblasn müassn, Dö D'ama ch!" — Das Wassermadl vom CafS Greibl erscheint. ..Sie. Frau Stanglhofer. i brauchat was 3n- dilch's — Ham 'S nix? Wissen 'S. t geh am Montag als Maharadschin, und a bißl was sollt ma ha.t doch oziagn." Die Rolerl rollt ihre schwarzen Augen schon ganz hindvstanisch. und wenn's an ihr liegt: lie will den Münchner Faschingsmännern den Untergang des Avendlandes so angenehm wie mag.ich machen. — Di« unermüdliche und findige Frau Stanglhofer hat schon waß für'ß Roserl. Sie bringt eine rote Zuavenhose, einen Schleier und einen Turban her, dazu einen braunen Meraner Janker. „So, Fräul'n Roserl. Dös ziagn Sie o — da toemß d' Mannsbilder ganz narrisch macha in dem Kostim!" — „An Reiher g'hörat halt auf den Turban nauf," meint das Rolerl. — „Wer ma glei Ham." Die Stang holerin trennt mit kühnem Schnitt von einem Wackcrsbergerhut ein paar Federn alx „So, jetzt schaut'ß aus wie a Reiher. Döß kennt in dem Gewerkel koa Mensch, Roserl." „Als was geht nacha Eahna Bräutigam?" — „Der geht als Stoat.agerl" — „Hot er sei Sach icho dein and?" — „A mei, des hat er a so scho a.leß." „A.so recht vui Dergnügn, Fräul'n Roserl, und gehn 'S fei ovacbt: dö Mannsbuida san ja fo nut fcklleckt!" — würde." Hm. wozu wurde dann überhaupt ber Vertrag gemacht? Erinnert diese Geschichte nicht an den Bauern, der einem anderen einen Taler versprach, wenn er eine Kröte fresse? Als der sie zur Hälfte hinuntergewürgt hatte, sagte er: Hans, wenn du die andere Hälfte frißt, kriegst du deinen Taler wieder zurück. Der Michel tat so. Schweigend gingen die beiden eine Weile nebeneinander her, vis sie sich plötzlich gegenseitig fragten: warum haben wir jetzt eigentlich die Kröte gefressen? 3 a. warum? Im Sommer vor der Unter- Zeichnung des unseligen „Adriasriedens" hatte ich Mussolini noch an der Küste dieses Meeres stehen sehen und. die Arme gegen die Salzflut gereckt, außrufen hören: Non p.ü amarissimo, ma sempre mare amaro! Richt mehr ganz so bitter, aber doch immer noch ein bitteres Meer! Daß die politische Chemie eß inzwischen in süßeß Wasser verwandeln habe können, mag ein anderer glauben. Die mit Hängen und Würgen gelandeten Nettunoverträge. die Gloriole des Adriapaktes, schweben nun als einsamer Heiligenschein in der Luft, während der Heilige darunter verschwunden ift Rettuno. der zu deutsch Neptun hecht, macht bed einen Heidenspaß. Er wirft feinen Dreizack durch den Reif, wie der Clown im Zirkus. Widernatürlich und infolgedessen unhaltbar nannte ich vor fünf Jahren den Pakt von Ttom. Heute, wo alle Voraussagen eingetroffen sind, fühlt man so etwas Vie einen reinigenden Luftzug. Ein unmöglicher Vertrag ist weniger in der Welt, eine schmale Lichtung in das tückische Dickicht geschlagen worden, die den wahren Friedensfreunden neue Möglichkeiten eröffnet. Schöffengericht Gießen. * Gießen, 8. Febr. Ein g e m e i n ge f ahr- sicher Betrüger stand heute in der Person des 47jährigen Ernst Re i f s ch n e i d e r aus Wolferborn vor Gericht. Reiffchneider nennt sich „Gele- aenheitsarbeiter , obwohl er keine Arbeit-gelcgen- yeit benutzt, und es vorzieht, sich vom Schwindel zu ernähren. Einen großen Teil feines Lebens Hal ei tm Gefängnis oder Zuchthaus verbracht. Die heutige Verhandlung gegen ihn war feine neunundzwanzig st e, und es wurden in ihr etwa dreißig Einzelbetrugsfälle zum Rachteil von Landwirten erörtert. Es handelte sich durchweg um M i e t g e l d f ch w i n d e 1 e i e n , dialle nach dem gleichen Schema angelegt waren. R fuhr im Land« umher, sprach bei den Bauern vor, und bot seine Dienste als Stellenoermittler an. Er habe tüchtiges Personal an ber Hand, einen aue- gezeichneten jungen Knecht, ein fleißiges, ehrliches Dienstmädchen aus der Rhon, aus dem Spessart, aus dem Vogelsberg. Gegen einen entsprechenden Vorschuß sei er bereit, hinzufahren und die Leut« zu holen. Durch sein sicheres Auftreten und sein» Wortegewandtheit gelang es ihm, die Landwirt« zu täuschen. Mit dem Vorschuß und dem Mietgeld, das er sich in den meisten Fällen gleich mitgeben ließ, verschwand er. Wenn bann ber Landwirt an dem von Reifschneider angegebenen Tag, an dem er den Knecht ober das Mädchen bestimmt erwarten konnte, zum Abholen an die Bahn fuhr, war niemand da. Neisschneider will keine bestimmten Zusagen gemacht haben; er habe nur ganz allgemein von „besorgen" gesprochen, und „dieser Begriff sei wie Gummi dehnbar". Wenn die Bauern „In ihren dummen Köpfen" bas unsichere Geschäft für sicher gehalten hätten, sei das ihre Sache. Auch habe er sich bemüht, Personal zu besorgen. Er wisse ja, es sei kein Geschäft, das man von Rechtswegen betreiben solle, bas sage ihm sein Gefühl aber ein Betrug tm strafrechtlichen Sinn sei es nicht. In mehr als doppelt so viel Fällen, als heute zur Verhandlung ständen, hätten die Bauern auch keine Anzeige erstattet. Das Gericht schied die Fälle, in denen sich auch nur ber leiseste Zweifel zugunsten des Angeklagten ergeben konnte, aus und kam im übrigen zur Derart e i 1 u n g wegen fortgesetzten Rückfallbetrugs. Reifschneider erhielt eine Zucht- Herein kommt ber Herr Supernumerar Alois Gi.linger und sieht sich durch den dicken Zwicker befremd«! tm Raum um. Gr muß von Vereines we^en, well er doch Schriftführer vom Sparverein „Die Düxlec" ist, einen Abend lang dionysisch sein. Er kann sich lang nicht zu einem Kostüm entschließen — im Oberlandlergewand, da friert's ihn zu viel an die Knie, und «in Zigeunergewand wär schon recht, aber er kann nicht recht tanzen und ein Zigeuner verpflichtet eigentlich zu einem ausschwei,e rden Lebenswandel, dem Dillinger abhold ist. Schließlich entschließt er sich zu einem Pierrolkoftüm. — Rach ihm kommt ein wohlgenährter, etwas provinzieller Biedermann mit einer schwarz- leternen Reisetasche, etwa Dräu- oder Stadtrqt. schwerer, gesunder Schlag. Guat beinanb mit ’m G'stell und an G'wand. Er sieht sich im Raum um. ein bißchen verlegen und sagt dann, er braucht einen Frack. Er müßte zu einer Hochzell morgen, und eß dürft« schon etwas Desferes sein. .,3a." sagt die S:angchoferin, „da hält i was Ausge eichi.ets für Eahna Figur! Ci'knöpfl'n derfa 'S 'n halt net — den nehma d' Herrn, allaweil auf 'n Bal parö z' leicha." — Du bist erkannt, alter Sünder! Da hot er daheim zur Bräuin g'sagt: Mit dem D.uats.reisaui schuh! Ders ma scho wieder zwoa Tag in d' Stadt neifahrn und fei Zeit verhocka! Dö willen a nix Be.sers. als allaweil Ausschußsitzunga! — Schon feit drei Wochen — so oft er in den Zeitungen die Anzeigen liest — drucki's ihn. Dal Pare! — Als junger Weihenstephaner Student hat er ihn einmal mitgemadjt Er ist ihm in ber besten Erinnerung. ... Also fährt er halt in Gottcßnamen in den Kreis- auÄschuh! Der Frack sitzt: prall und rund und schön! Ein bißchen eng ist er um dir Brust, aber dafür liegt er um bie Taille in malerischem Faltenwurf. Die Aermel spiegeln ein bißchen. ,,S5ß siehgt ma in dem Gewerkei net,“ sagt dir S-angchoierin. ... ilm diese.be Zeit probiert beim ersten Schneider der junge Bräu, der in Manchen ftubiero» befüsse.-.er und anderer Weise »ich aujhält. den Frack. Beim Bal Pare soll er eingrweiht werden. Der junge Bräu ist ganz ©ent. glattrasiert, kur er Scheitel, Monokel in dem festen, altbayerischen Ba.erngrsicht. — Wie gut müßte ein runder Samthut auf diesen Kopf Passen! Rein — ein Chapeau daque muß es fein! Der Bal Par6 winkt. .. ,V axkfun a M Berlin 126.5 126,4 I iit.s 138,5 a. nt Deviscnmarkl Berlin—Jranffurl Teleara , h i | dj t Auszahlung. 188,5 19U 57,5 10 138,25 126 24,5 145 Banknoten. .50,9 I 252,5 Die hinter den Lavieren o 6 U 0 60 51.75 62 107.5 75,5 114 141 5 L4.75 101 212 145,0 8 10 8 8 10 s s 1GS 11 75 116 44 lül 215 145,5 T S to 15 12 18 14 12 12 , 7 33 613 33,75. Roggenmehl 31 613 31,50, Setzen« kleie 14,25, Roggenkleie 15 Mk. 2jU,5 118 87.5 9i>,25 126,5 156 170 129 ■04 8 6 tu 4 10 iv 12 11 1U 10 tu . fl . e 180.7.' I 88.23 96 1'8.25 274,5 127.75 173,75 IW 140.45 438 193 4«4 liÜ 165.25 1,(1 196.75 129,45 173 87,.- 96 1*7,5 124,5 168,25 237 193,3 275, -6 17u 1 165,.. i ' ° 12J,*5 306 Lüg Deuntfit *i|cn-. kommen- und Prival-Hmu Bar mit u -Rattonclbmif deu ische Gaal Bi«!onto-«ciel!Khali ünt . Dreavnn Bank DttneiDfuiidif Lredrtda»! Vielau dual ...... 286,5 344,5 427 4u5 456,25 126.25 413,3 59 53,j 127.5 150,75 1.4 139 140,23 2 7.5 I '98.3 273,23 170 163,3 1169.» 120,3 307,75 223 90,5 258 130,75 290.5 246 436 4u8 258 183,5 '12...75 1216,25 59 54,5 | 58,25 222,5 41 9 257 62.25 106 75 Dalum: ■Ebuivv vvumane..... hetoelbergerlLeme»! . . 1 Lern ein Scrlfiabi ...... vaob * Ärettee .....’ sdmlibetl Bd*eaMc9 ... Cftoerte ..... 1 Zer CSlanjftof» ...... ' Remberg ....... 5ellftoff «albtaft . . . . : AeUlloN AILaklendu« ... (Ldarlonrobürge, Lai« . ° . Tdiaarr 06a» . . • • . Daimler Motor«,...... Demag ...... Sdlerwette ttews...... tiBBtn. 8oewe ..... Rat Automobil ...... Ctmfirtn * ftocDd • • • • . Seonbor» Die» ...... Samag Megun, ...... ,'nanfi «aidiiw»...... A eignet ...... hvoligenüaete ....... .lungbant ........ ßfCbrordt .*•••••« jRainhattoetel ....... Dl Ine - •••••• Retorten wer ........ Lerer« Unto» .•••••■ Lcdt Roeder . ..... Bolg, t ...... Lüvd. 8ud« ....... vergangenen Wochen kein öleberstand, waS hauptsächlich aus den etwas geringeren Austrieb zu- rückzuführen sein dürste. Der G e s a m t a u s - trieb bestand aus 1433 "Rindern, darunter 280 Ochsen, 76 Dullen, 536 Kühen und 354 Färsen, ferner aus 1557 Kälbern, 462 Schafen und 5471 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche wor"n 77 Rinder mehr, dagegen 160 Kälber, 8 Schafe und zirla 50 Schweine weniger angetrieben, -gezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Reichsmark Ochsen A I 53—56, A II 49-52, Bl 44—48, Dullen A 53—52, B 46—49, Kühe A 41-45, B 33—40, C 31-35, D 26-33, Färsen A 53-57, B 48-52, C 43-47, Kälber B 70-74, C 65 -69, D 6^-64, Schafe A I 50—55, B 45—49, Schweine B 73—76, C 74 bis 77, D 74 bis 77. 3m Vergleich mit den Dotierungen der vergangenen Derichtswoche konnten Rinder, Ochsen und Färsen 1 bis 2 Mark, Dullen und Kühe blieben nur knapp behauptet, Kälber sogar 4 Mark, Schafe 1 Mark und Schweine bis zu 2 Mark im Preise anziehen. Kälber konnten somit t&een vvrwöchigen Verlust wieder einholen. Wochenbericht vom Frankfurter produkienmarli. 3n der neuen Woche stand der Frankfurter Produktenmarkt im Zeichen einer größeren Lustlosigkeit. Die Abwärtsbewegung der überseeischen Aotierungen, die hauptsächlich durch die dortigen schlechten Witterung.'verhältni se hervorgerusen wurde, hatte anfang; eine allgemeine Unsicherheit zur Folge. Das Angebot von 3nlandware nahm tm Zusammenhang hiermit beträchtlich zu, so daß dfe Forderungen der Provinz entgegenkommender lautet.'N. Doch war das an den Markt kommende Material nur schwer unterzubringen, WaS vor allem auf die starke Zurückhaltung der Händler zurückzuführen war. Die Grundstimmung war jedoch im allgemeinen nicht unfreundlich, da der wieder stärker auftretende Frost die Verladung von Ware erschwerte und die Defchickung der Märkte stark beeinträchtigte. Auch wieder höhere Auslandnotierungen trugen zu einer gewissen Zuversicht bei, doch blieb die Preisgestaltung auch schon von der anfangs unsicheren Lage sowie von der später allgemeinen Besserung, infolge der doch immer noch bestehenden Geschäftslosigkeit, säst unberührt. Obwohl verschiedene günstige Momente vorlagen, konnte keine lebhaftere Geschäftstätigkeit beobachtet werden. Die Händler hielten sich in der ganzen Bericht 5woche stark reserviert und schritten zumeist nur tm Bedarfsfalls zu Deckungen. Das vorüb:rgch:nd großer gewordene Angebot von Brotgetreide hatte bei Weizen eine Senkung bis zu 0,2o Mark zur Folge. Doch schritten die Mühlen und teilweise auch die Exporteure, hauptsächlich angeregt durch erhöhte Auslandfordcrungcn, auf dem ermäßigten Riveau zu 3nt:ressenküufen. Da; Rogge ngechöst war stark vernachlässigt, da der erheblich größer gewordene Export dieses Artikels von Polen nach Skandinavien verstimmte, doch blieb der Preis aut behauptet, da Mutmaßungen austauchten, daß diese Belieferung infolge der starken Frostgefahr und der damit verbundenen schlechten Transportmögltchkciten nach den nordischen Ländern bald unterbunden sei. Sommergerste batte nur ganz geringe Umsätze, und zwar wurden diese von feilen der Brauereien vorgenom- mcn. Für Hafer machte sich zeitweise etwas regere Rachlrage geltend. Hier konnte eine Steigerung des Preises bis zu einer Viertel Mark erzielt werden. 3m großen und ganzen war das Gclchäst doch sehr eng begrenzt. Ein« Ausnahme machte dagegen der Mehlmarkt. Trotz der Klagen der Mühlen über schlechten Mchl- absatz wurden hier von anderer Seite größere 3nteressenkäufe vorgenommen, so bah hauptsächlich für Weizenmehle ein höherer Preis erzielt wurde. Das Geschäft und die größeren Umsätze beschränkten sich jedoch auch nur auf die Hauptmarkttage. Roggcnmchl blieb bei kleinerem Umsatz nur gut behauptet. Am Futtermittel- markt wurden nur Bedarfiiabschlüfse vorgenommen Zum Wochenschluß blieb das Geschäft äußerst gering. Die höheren Auslandnotierurigen bewirkten jedoch eine gewisse Zuversicht, und die Grundstimmung nahm wieder ein etwas freundlicheres Aussehen an. 3m Vergleich mit den Rotierungen der vergangenen Woche blieben Roggen, Sommergerste, MaiS für Futterzwecke. Roggenmehl und Weizen- und Roggenkleie gut behauptet. Weizen lag eine viertel Mark niedriger, während Weizenmehl, auch nieder- rheinische Qualitäten, je eine Viertel Mark an- zichen konnten. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 23,50 bis 23.75, Roggen 23,50, Sommergerste 24,50 bis 24,25, Hafer, inl. 24 bis 24,25, Mais für Futterzwecke 23.53 bis 23,75, Weizenmehl 33,25 bis 34LS», Niederrhein. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. ffibrten Zistern geben die Höbe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 Vrvzent, Lombardzinsfuß 7,5 Prozent. Büchertisch. -7- Friedrich Rittelmeher: Meinei L e b e n s b e ge g n u n g mit Rudolf Stel» n e r. Verlag der Ehcisten^emeinschaft. Stuttgart, 1628. Geb. 5 DL (23). — Dor kurzem hat der srühere Berliner protestantische Pfarrer und fetzige Führer der Bewegung für religiöse Erneuerung diese Schrift herausgegeben. die zu tat wertvollen Bucherscheinunge.i der letzten Z it ge** rechnet werden kann. Gerade von der Persönlich«! feit D. Steiners etwas zu hören, hatte man bis- ber nur wenig Gelegenheit. Rittelmeyer tommf diesem Bedürfnis entgegen: in anschaulicher Weises zieht seine Begegnung mit Steiner am Leser oot»' über. Dieser nimmt daran teil, wie Rittelmeyer, sich der Mühe unterzieht, die Anschauungen Stet- nerS jahrelang ernstlich und gewissenhast zu prüfen. Es gehört zum Bedeutsamsten deS Buches, wie Rittelmeyer di« Einwände, die au< dem heutigen Bewußtsein aufsteigen, und die er selbst erhoben hat, überwindet. Dabei lernt man einen Ausschnitt aus der anthroposophtschea LebenS» und Weltanschauung kennen. Auch da» verblüffend sichere Urteil R. Steiners in den politischen Fragen während der Kriegszeit lommt zur Darstellung. — So will ich sparen ! S 2 S. Das schaftSbuch der HauSsrau. Praktischer Helfer für, die DctriebStechnik deS Haushalts von Frans F. Pfannes. Mit einem Vorwort von Fram Maria 3 ä ck e r. der ersten Vorsitzenden des! Reichsverbandes deutscher HauSfrauenveretne.' Dauerhaft kart. 3.50 Mark. Franckh sche VerlagS- handlung, Stuttgart. (722) — Der erste Eindruck ist: Richt am grünen Tisch entstanden! Alle- ist vorgedruckt, nichts vergessen, Schreibarbeit ist so aut wie gar keine vorhanden. Die Hausfrau oraucht nur die Beträge etnzusetzen. Es ist verblüffend, wie durchdacht daS Ganze ist und wie auf die Bedürfnisse des Alltag- eingegangf« wird: Voranschlag, gufe Kontenführung im Monat, Abschlußmögiichkcit. und daS alles übersichtlich und einfach mit einem Blick zu überschaue«. Für jeden Monat sind passende Rezepte und Küchenzeltclvorschläge eingestreut. RirgendS eine Gedächtnisbelastung, dagegen Entlastung auf jeder Seite. — Die 1 Mark-Bücherei von Guido Hackebeils A.-G. wird durch drei Reuerscheinungen, .Lordj Spleen" von Ludwig von Wohl, .Das Spiel unter der MaSke", von Lola Stein und ,Fah' ihn. Pit!" von Drüim- hilde Hofmann, bereichert. Spannend geschrieben. werden diese neuen Bände infolge ihres reizvollen Inhalts und durch die packende Darstellung zahlreiche Leser finden (24/26). — 221,25. Mai 230.50 und Geld. Juli 23150 MT 232 (matter); Braugerste 218 bis 230 (matter), Futtergerste 192 bis 202; Hafer, märkischer, 2CO biS 206, März 223,50 bis 221. Mai 230,50 und Geld (ruhig), Juli 243 und Brief; zollkegünst. Futtermais 238 bis 239 (ruhig); (100 Kilo). Weizenmehl 23 bis 29,53 (mat.er); Roggenmeyl 27 bis 29,25 (matter); Weifernleie 15,25 (behauptet); Weirenkleiemelasse 15; Doggenileie 14,75 (behauptet); Diktoriaerbsen 40 bis 46; kleine Erosen 27 bis 33; Futtererbsen 21 bis 23; Peluschken 22 bis 24; Ackerbohnen 21 bis 23; Wicken 26 bis 28; Lupinen (blau) 15,80 bis 16,50. Wirtschaft- Wochenbericht vom frankfurter Effektenmarkt. 3n dieser Woche erholte sich die Stimmung an der Börse langsam von den ihr durch die Vorfälle in der 'Sediner Dankwelt zugefügten Schlägen. Das Geschäft blieb jedoch weiterhin außerordentlich geringfügig, und es bestand nach wie vor starke Zurückhaltung und eine gewisse Unsicherheit. Die Befürchtungen, daß daS private Puolikum, durch die Ereignisse der Vorwochen ko-fscheu gemacht, mit größeren Derkaufsorders an den Markt kommen werde, erfüllten sich nicht. Anderseits war .aber auch von neuen Käufen seitens der Bankkundschaft kaum etwa- zu bemerken, und wenn überhaupt Kaufaufträge vorlagen, dürfte es sich um so niedrig limitierte Orders gehandelt haben, daß fie nicht zur Ausführung kommen konnten. Dagegen wollte man vereinzelt kleine Ausland- lause beobachten. Geschäftshemmend wirkten wieder die beoocstehenden Reparationsverhandlun- aen; außerdem war man verstimmt über die Schwierigk i en bei den Koal.twnsvechand.ungen im Reich. Größere Unsicherheit wurde ferner hervorgerufen durch die Erwartung, daß Dr. Schacht in der Generalversammlung derAeichs- bonk «ine längere Rede halten werde. Diese Erwartung erfüllte sich nicht, doch war man aus der anderen Seite darüber enttäuscht, daß in der im Anschluß an die Generalversammlung abgehaltenen Zen:ralauSschußsitzung der Reichsbank keine Beschlüsse über die verschiedentlich erhoffte abermalige Senkung des Reichsbankdislontes gefaßt wurden. Richt besonders günstig beurteilt wurde von der Börse die neue deutsch-schweizerisch« Transaktion der I.-G.-Farbenindustrie, die man tm wesentlichen als Mittel zur Befriedigung der großen finanziellen Bedürfnisse der 3.^D. betrachte.«. Ein« gewisse Anregung bot dagegen daS wider Erwarten rasch erzielte Ergebnis der Fusionsverhandlungen zwischen der Mitteldeutschen Ereditbank und der Commerz- und Privatbank. Infolge des beabsichtigten Umtausches von Mitteldcutfche Eredi:bank-Aktien gegen Commerzbank-Aktien im Verhältnis 1:1 vollzog sich ein Ausgleich der Kurse der beiden Aktien. Die Rach- frage nach Commerzbank hielt auch späterhin an, trotzdem eine Erhöhung der Dividende durchaus ungewiß erscheint. Man vierwies jedoch auf den günstigen 'Verkauf des großen Gebäudeblockes in Berlin der Mitteldeutschen Ereditbank an den van den Dergh-Konzern für etwa 10 Mill. Wk. Stark gefragt waren auch Berliner Handelsgesellschaft in Erwartung eines günstigen Jahres- abschluises und auf unbestätig:«. aber hartnäckige Gerüchte einer bevorstehenden Fusion mit einer anderen Bank. 3m übrigen waren bei der allgemeinen Geschäftsstille die Kurs Veränderungen gegen die Vorwoche gering und gingen nur in besonderen Fällen über 5 Prozent hin us. Elektrowerte lagen überwiegend envaS fester. Auch Schiffahrtswerte waren gut gehalten. Etwas lebhafteres Geschäft konnte sich, angeregt durch die anhaftende Kupfergausfe, in Kup erwerten (Mans- felder und Otavi) bei steigenden Kursen entwickeln. Kaliak.ien waren baacten mehrere Prozent abgeschwächt, da die Kaliabsatzzissern für Canuar. die einen nicht unerheblichen Rückgang gegen die gleiche Zeit des Vorjahres aufweisen, verstimmten. Am Geldmarkt ging der Ultimo, wie man es erwartet hatte, ohne Schwierigkeiten vorüber, und es greift immer mehr die ileberseugung Platz, daß die leichte Situation des Geldmarktes nicht nur saisonbedingt, sondern jn der Hauptsache auf den Rückgang der Konjunktur zurückzuführen und somit von längerer Dauer sei. Jedenfalls war die Beanspruchung der Reichs- banf nach dem llltimoausweis nur minimal. Zum Wochenschluß wurde die Haltung erneut allgemein schwächer, als bekannt wurde, dah die Dank von England ihren Diskontsatz um 1 Proz. auf 5.5 Proz. erhöhte. 3nfolge dieser Maßnahme erscheint eine toeilere Ermäßigung deS Reichs- bankdiskontes in weite Fernen gerückt. Wochenbericht vom Jranksurter Schlachtviehmarkt. Das Geschäft am Frankfurter Schlachiviehmarki konnte sich in dieser Woche etwas lebhafter gestalten. namentlich am Rebenmarkte für Schafe und Schweine, während Kälber und Rinder vernachlässigt blleben. Auch verblieb gegenüber den I Z52 117 87,25 Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 10. Februar, 19.30) bis gegen 22.30 Alfjr: Samson und Dalila. Mon-s tag, 11. Februar, 19.30 bis gegen 22.33 Uffe:’ Cosi fan tutte. Dienstag, 12. Februar, 19 30 bil nach 23 Uhr: Die Fledermaus. Mittwoch, 13. Februar, 19.30 b.s nach 22 Uhr: Amelia oder Ei» Maskenball. Donnerstag, 14. Februar. 19.33 6i| gegen 22 Uhr: Die Sache Makropulvs. Samstag, 16. Februar. 20 bis 22.33 Uhr: La Tra- viata (Violetta). Sonntag, 17. Februar, 19.33 bis gegen 22 Uhr: Die Sach« Makropulvs. Won-I tag, 18. Februar. 19.30 bis gegen 22-30 Uhr:! Samson und Dalila. Schauspielhaus. Sonntag, 10. Februar, 20 bis 22.33 älhr: Der brave Soldat Schwejk. Montag, 11. Februar, 20 bis nach 2g Uhr: Ehen werden tm Himmel geschlossen. Dienstag, 12. Februar, 20 bis nach 22 Ahr: Schluck und 3au. Mittwoch, 13. Februar, 20 biS 22.30 llhr: Die Petroleuminseln. Donnerstag. 14. Februar. 20 bis 22.30 Uhr: Karl und Anna. Freitag. 15. Februar, 20 biS nach 22 Uffe: Stein unter Steinen. Samstag, 16. Februar. 19.33 bis nach 21.30 Ulfe: Schluck und 3au. 22.33 bis gegen 24 Uhr: Eabarei der Frankfurter RachtkomikeL Sonntag, 17. Februar, 14.30 bis gegen 17.15 Uhr: Minna von Darnhelm. 20 bis nach 22 Uhr: Die Pelroleuminseln. Montag, 18. Februar, 20 bis nach 22 Uhr: Stein unter Steinen. • Dassauische Landesbank. Wiesbaden und Frankfurt a. M. Die Rassau- ische Landesbank etjiehe an Zinsen und Provisionen eine Einnahme von 1 315 451 (941 783) Mark. Anderseits stiegen BerwallungSkoften auf 840 949 (451 783) Mk., so dah ein Reingewinn von 504 502 (490 000) Mk. verbleibt, der zur Erhöhung der Rücklagen auf 1,5 (!) Mill. Mk. verwendet wird. Die mit der Bank vereinigte Rasfauische Sparkasse erziel.e einen Bruttogewinn von 3,592 (2,730) Mill. Mk. Rach Abzug von 3.364 (2,560) Will. Mk. Verwaltungskosten ver- bleiot ein Reingewinn von 223 232 (170 000) Mk. Die Spareinl 3en ftie;en auf 83,39 (55,24) Mill. Mar?, KoUow.ren -Kreditoren auf 12J.iL (105,68) Mill. Mk. — Bei beiden 3nftitu.cn erhöhte sich die Bilanzsumme auf 332,4 (249,6) Mül. Mk., der Gesamtumsatz auf 10,3 (10,1) Milliarden Mk. Rach Abführung von 0.35 (0,25) Mill. Wk. an den Dezirksveroand verb'eibt ein Reingewinn von 0,73 (0,66) Mill. Mk., drr den Rücklagen überwiesen wird, die dadurch eine Erhöhung auf 3,23 (2,51) Mill. Wk. ersah.en. • Deutsche Gold- und Silber- Scheideanstalt vor m. Roehler, Frankfurt a. M. Rach dem Prospekt anläßlich der Zulassung der neuen 6,60 ~V.IL ML Stammaktien zur Frankfurter Börse sind von 320 956 Quadratmeter Grundbesitz jetzt 82 407 Quadratmeter bebaut. Bon den neuen Aktien wurden 5.60 Mill. Mk. im Verhältnis 5 : 1 zu 150 Pro- zent den alten Aktionären angeboten. Die restlichen 1,50 Mill. Mk. und evtl, nicht bezogene Stammaktien werden zur Verfügung der Verwaltung gehalten. Ein bei der Verwertung erzielter Mehrerlös fließt abzüglich 2 Prozent Provision für daS Dankenkonsorlium (Darmstädter und Raitonalbank, Gebe. Deihmann und Metall- gesellschaft QL-®.) der Gesellschaft $u. Die £00 000 ML Vorzugsaktien befinden sich zu je einem Drittel im Besitz der Metallgesellschaft QI.-©., 3.-G.-Farbenindustrie 0L-G. und der Henkel & Eie. G. m. b. H. in Düsseldorf. Das Amerika-Guthaben beträgt nach Mitteilung deS Treuhänders rund 2 Mill. Dollar. Die Höhe der abgehenden Steuern und der Zeitpunkt der Olus- zablung stehen noch ni-5t fest. Das Unternehmen befchästigt 681 Angestellte und 1678 Arbeiter. Die ersten zwei Monate üeS laufenden Geschäftsjahres feien befriedigend gewesen. 6 Kreditgewährung der Stadt Heidelberg an Fuchs Waggon. Der gemischte, beschließende Ausschuß des Dürgeraus- schusseS der Stadt Heidelberg hat beschlossen, der Waggonfabrik Fuchs A -G. zur Sicherung der vorläufigen Fortführung bc3 Betriebes einen Kredit von 2C0 000 Wk. zur Verfügung zu stellen. FrankmrOor Frankfurt, 8. Fobr. An der Olbendbörse war die Stimmung, angeregt durch festere Reu- Yorker Anfangskurse, etwas freundlicher. Die llmsohtätigkeit hielt sich jedoch in den allerengsten Grenzen, so daß die Zahl der zur amtlichen Ro- tierung gelangenden Papiere anfangs wieder sehr gering war. Gegen den Berliner Schluß waren meist Besserungen um Bruchteile eines Prozentes zu verzeichnen. Siemens konnten P/< Prozent, Daimler 1 Prozent an;iehen> Am variablen Markt lagen QLS.il. geringfügig fester. Dycker- Hoff dagegen leicht gedrückt. Renten still. 3.-G.» Farben 252.50, Siemens 378.50, Daimler 60, Rheinstahl 129.50, Danatbank 27525, Reichs- bank 306. Verliner Produktenbörse. Berlin, 8. Fcbr. Da flch die EiSschwierig- keiten in immer stärkerem Maße fühlbar machen, ist das Cinlade- und Ausladungsgeschäst am Produktenmarkt fast gänzlich zum Erliegen gekommen. Der Kreis der Käufer wird infolgedessen immer enger und eigentlich kommen für die Aufnahme des keineswegs reichlichen OIn- gebotes von Brot eweide nur die Berliner und zum Teil die ziemlich schwach veriorgtrn Inland- mühlen in Frage. Da das Ausland schwächer Terminmärkte gemeldet hat, und daraufhin auch die Etfofferten eine weitere Ermäßigung erfahren haben, lagen Ccöote für Weizen und Roggen etwa 1 bis 1,50 Mark unter gestrigem Riveau. Auch der Lieferungsmarkt wies entsprechende Preisabschläge auf. Dir Offerten für Weizwi- und Loggenmehle lauten zwar unverändert, die Mühlen zeigen sich aber zu Entgegenkommen bereit, ohr.e jedoch eine Belebung des Geschäftes erzielen zu können. Hafer hat ruhiges Geschäft bei ziemlich geha'.tenen Preisen. Der Cerstenmarkt stagniert fast gänzlich. ES wurden notiert (10C0 Kilo): Weizen, märkischer, 213 biS 215, März 229,50 bis 230, Mai 238, Juli 247 bis 24725 (ruhig); Roggen, märkischer, 204 biS 205, März hau« st rase von drei Jahren, und der zwingenden gesetzlichen Vorschrift entsprechend eine Geldstrafe von 200 Mark, die bürd) die Unter- suchungehaft für beglichen erklärt wurde. Ferner wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. ,1 • yaibrn-anou«» ... V4 $nnamii Nobel ......5 £cbrft>f anftall ..•«<>*. 9 Loldlchmibl .•••••■ ft iflütfln* tonte .......I »etoOflctfai**. ..... U *Uf> bSri ° ' bcrV 7. t ! 8 | 7. » | i i Äerllii 8. >r Sranidhtdc .io;M ----itüT?---- —«fr- holländische Norm ..... lienikche Flotte ...... 168,4 81,IU lub.Vft 22,11 Nonveaische ‘Jlotm • . • 112,-3 111.47 Deutsch ueftrrt .iico»nrnfli 59.06 5.',30 9lumanl 125,25 114,5 95 75 Z76,u 1Ä»,5 97,75 9t 8 266 5 275 488 174.65 10 |,25 165.75 rvs 141.2.« •131 147.5 163 2U7.o 21,5 ,74,5 84,25 izi.4 144» 1 0,<5 140,75 208 106.25 liu,5 124. «o 115/25 93.5 105,65 94,65 174.5 .22,25 >8.9 <>9.13 .65 273 487 176.5 ■210. <5 166,2' 2.9,5 141,5 236 147 164 210,5 226,45 .»77.45 15 ,5 166 84,5 127,5 127 131.5 *21,25 217.5 106,25 120,15 12',13 115 105,75 9u,7u 276.5 119,1- IM 07,25 6 -.75 266,5 272 488,5 botlAlStifi....... 8 Alte vergbm»........8 tiöd.mronte ..... ...................1 iRannnmain 1 Ranilelder - - - • - • ’ 5 berschtet Stten» vebaN. . . 6 Cbni Kur» | xdiiubk mittag- böfte Datum 7 2 I a z 7. 3. 1 «■« 1% Dt Aelchßa.itelde » 1927 — 87,25 87,s tt «al odlü.-L-bulr mti Sus loi -dtediien — 53,9 * 54 Le»gl obnr 9lu»ioi.-Wftt>te 13,7 13,8 7% ,3tonh vop «1 »olbvt un tünobai bis 1932 uO 90 — — \V*% ftidemtlche Hyv.-Sant etau «Äulbul 81,1 81,7 • — 1.6» abg BorsNegS-ObUgaNon rücvabibai 193? 86,75 86,75 - i% «a,wei« eiunoceb.-fliu. — 07.5 — 31,75 4% Cfftrnftdilic6r »ulorte. — 31,3 •— 4,20% Crlten silberne 3 3.23 3,3 4% Lektenelch nnlxitl Ätt 4% Unganich? AolDnt 2,4 2,4 ’24.9 —» 25 4% Ungarische Staat«. ». 1910 -- 21. .5 — 21. 3 4%% vesgl von 1918 4% Unganjchr flrunenttr. 22.5 — 22.25 2,25 2,3 — 2,35 4% lürt ZoUanlelbe o 1911 11,65 11,1 11,s» 4% lurtiKt* Bagvabdadn-Lnl. Serif l 11,1 — * 1t 4% veSgl Sette II 11 4 4% Rumänen tonnen ÄU Siumönen äolbtml von 1913 9,15 19,1.1 9,15 18.13 - 18,4 7. F bruar 8. bruar tüntltcvr Noti ruua ümtlttDr Jioneruuj fneib Brw 04 db 1 Sm^Nott ltfe.56 168,90 148,60 16»,« UbO te.6» 112,58 112.40 112.81 Bvea- SUeS BrO-Sntw (LbrtfHanta Ropenbagen Ltockdolw LiiJ te>.49 de. 19 112.22 i|2.<8 4,<7ä 06, bl 112.41 U2.44 112,70 1 ««6 ^8,57 112.36 112,36 114,ui Helnuotoeft. ntolun öonvou . . N cov oek . ■ 10.59 12.02 413 1.2080 10,61 22.06 20.452 1.2100 11.5» e2,U3 20.447 4.2UU) 10,41 ä.bt eO.417 1,2170 Bari» . . . li. 155 L6.4u5 16.45 SLwel» . . €oa ifca ■ 60.-8 'b.?b 8i.H 66.9. »O.tS u5.9> 11,15 64,07 1.918 1.022 t.918 1.922 W 6c fkm i 502 1.504 0,162 »M4 «len te T>- Ctft abaefi i-,14 1^436 .9,26 12,476 59,H 12,452 59,23 12,47: Bet irab Bubav.'ft • <,2ö5 3.^9 «,o99 73.51 7.366 73,36 i,402 <4,50 Bul arten -.0-7 ,043 ,lkj >,043 ^iflotan 18,.5» 18.62 io. 7fS ui. 4- Danzig Sanft nttil -4 67 »1.63 »1.68 61.ti 2,092 2,063 2.08- #Ubta .45 5.44 . '.433 3,443 Lanas* -.199 4,207 • .200 «,20V Ilm MW . 1,311 2f.97 4,31» 1,3« l fa» 11.01 20.965 31,W iPtrTtn. 8. Februar | iieti) Brie Ämcritanndie Note» ..... üclflifdtt Noten ...... Donriche 9?otm . . ..... tnalttet* Satz......... 4.191 58 18 112.08 20,422 4 211 58.32 112.52 20 503 9er große erfolg Weißen Wo die konnte nicht ausbleiben, da ich riesige Mengen Leib-, Lettland Tischwäsche zu so niederen Preisen verkauft habe, daß es bald das Tagesgespräch Gießens bildete, — Um dem Wunsche meiner Kunden Rechnung zu tragen, sehe ich mich veranlaßt, die Weiße Woche um 8 Tage zu verlängern! Der letzte Verkaufstag ist somit Samstag, den 16. Februar ____। IMA SCHWARZE WOLLSTOFFE SCHWARZE SEIDENSTOFFE WEISSE WOLLSTOFFE BLAUE ANZUGSTOFFE fo reicher Auswahl / Billigste Preise Größtes SpezlalstoffgesdiStt am Platte LBenMPMstoto ______________________________________________________ I234A 511 end end! Kem einziges 2349V Hühnerauge mehr durch „JEebeiroftl" Hühner eagen-Lebewohl euLebewohl-Ban en seh eiben Bledidoe« (ö Pfluter) 7$ Pt, Lebewohl-Fubbed gegen o>kindliche Pflfce und Fukichwelb, Schachtel (2 Bidet) SO Pt. erhlltlich in Apo- 6el—IS? und 1—3 Uhr Kostenlose Untersuchungen. 2mal operiert. Hodenbruch im Alter von TOJahr.vollstgeheilt. Mit grober Freude und herzlichem Dank gebe ich Ihnen bekannt, dhß Sih mich giündlich von meinem bedeutenden Hodenbruch befr> iten. Längst hätte ich Ihnen schon meinen Dank aliegetpr cnen. doch uonie ich immer noch zu warten, ob nicht etwas nachkommt, was aßer Gott sei Dank nicht izisa W 10® WS1 if/.e Moderne ÜKWM' « Stundenplan der Sansa-Handelsschule 3. Kunzelmann Gießen, Bahnhofstraße 60, Fernsprecher 821 für das am 10. April 1929 beginnende Schuljahr. Sienstag Mittwoch Sonncrötag Freitag Stde. Montag Rechnen Deutsch Rechnen Lürgerkde. Rechnen Handels- bctricbelel/r. Lrienvechsel lKorresp.) Handels- u. bürgt. Recht Kontorarb. (Prartilum) Wechsel- u. Schecklehre Suchsührg. Äuchsührg. Luchsührg. Äuchsührg. Nurzschnst Kurzschrift Kurzschrift Kurzschrift Kurzschrift Handels- geographle V. M.-Schreib. Schönschr. M.-Schreib. Schönschr. Dk.-Schreib. VL Englisch Französisch Spanisch Englisch Französisch Das Schulgeld beträgt 20 Ä7N. monatlich. Zur Teilnahme an den Fremdsprachen werden die Schüler nicht verpflichtet. Aendcrungen Vorbehalten. Prospekt u. Auskunft koftenlos. Anmeldung kann täglich erfolgen. 2»d 3. B. HÄUSER, GIESSEN AM OSWAL DSC AR TEN Das ist läimia” Werkzeug < schafft man Sauber „Ulmla“ gehört in Jede Werkstatt; es ist das Werkzeug, auf das sich Jeder verlassen kann; von der Hobelbank bis zur Spannsäge und zum Schraubknecht ist Jedes einzelne Teilchen Qualität und gewissenhafte Arbeit In me nen Schaufenstern habe Ich Jetzt eine Ausstellung In modernen Holz- und Metallbearbeitungswerkzeugen arrangiert, die Sie sich unbedingt ansehen sollten. 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Aach einer halben Stunde wußte auch Fehmann und dessen Frau, dah Maria Richtholens Glück nur noch m lauterste Sonne getaucht war. .Was wird Mutter sagen?" fragte die junge Frau und drückte sich enger an den Gatten. .Sie weih es seit unserem Hoch e tstage!" be- schied er, und als er ihren wortlos erstaunten Blick sah. zog er ihren Arm fester durch den seinen. .Mutter hätte wohl geschwiegen, aber ich sah, wie sie darunter litt, und machte ihr das Herz leichter, indem ich ihr vor der Trauung gestand, dah ich wisse, wen ich mir zur Frau gewählt habe." . Die Daronin Hettingen schloh die Schwiegertochter herzlich in die Arme, als diese sich über ihre Hände neigen wollte. .Ist mein Junge gut zu dir, Kind?“ Und als die junge Frau unter Tränen strahlend zu ihrem Gatten aussah und nur zu nicken vermochte, legte die Daronin die Hände der beiden ineinander. .Ich habe so hart gewartet auf diese Stunde, in der ich euch so wie jetzt vor mir sehe. Aun habe ich nur noch einen Wunsch — wenn du mir diesen erfüllen wolltest, Achim?" .Was soll eS sein. Mutter?" .Komm wieder heim zu uns! Bleib wieder in Wien.“ Hettingen wurde etwas bläh. Aichtholen wechselte die Farbe und getraute sich kein Wort zu sagen. Maria wagte kaum aufzusih^n. Ihre Hand lag zitternd in der des Gatten. .Was sagst du zu Mutters Dorschlag?" fragte Hettingen und zwang ihren Blick in den seinigen. Sie gab keinen Ton von sich. Hilflos hingen ihre Augen an dem Bruder. Richthofcn muhte Lach« Vaiarro! Vornan von 3- <5d?neifrcn$oerflL vrdeberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. (Schtutz.) Leopold sah es mit Augen, die ganz verdächtig feucht waren .Ich tann's ja noch alleweil net glaubn, Joachim!" Da Vang ihm Marias Kinderlachen entgegen, tte lies an ihm vorbei nach den Räumen, denen sie so lange ferne gewesen war. und die all ihre Reue und all ihr Leid gesehen hatten »Ioachim!" Sie flog ihrem Wanne, der eben Lber die Schwelle trat, an den Hals. „Ioachim!" ,3a. mein Liebes! Freu dich nur. Kind!“ Mt einem Lächeln sah er ihr nach, als sie wieder davoneilte. _ Richthvsen drückte den Schwager in einen Stuhl. /Bitt schön Alter, ich muh was unter die Fuß »nb In mein Magn tric in. sonst vermach ich's nimmer. Trägst ihr wirllich nix mehr nach, der Wizzl!?" _ , Hettingen blickte ihn von der Seite an: »-Zweifelst du daran?“ r t , .Ra. Ioachim! Ich hab's ja ch glehn wie gut bah du mit ihr bist! Ich dank dir halt! Recht viel tausendmal dank ich dirl“ Und dann kam Maria und steckte die beiden Männer mit ihrem Iubel an. Eine halbe Stunde später fuhr man zu Isabella, die. von ihrem Erzherzog betreut, auf einer Chaiselongue ruhte. Als Ioachim eintrat, sprang sie auf. ,Iessas. der Bub! — Und die junge Frau auch? Und der Herr Leopold? Wann das nix 8u bedeuten hat!“ Und als sie alles wußte, nahm sie ioachim sehr unsanft bei den Ohren: .Du Erzschlawiner — Da- sagst jetzt, Christoph?“ wandte sie sich an ihren Mann. »Ist das net ein schrecklicher Mensch?“ 3a dem ernsten Gesicht des Erzherzogs spielte ein Lächeln. Er drückte seine Frau wieder auf sich erst räuspern, ehe er zur Rede anfetzte: ..Wann ich dich halt bittn durst. Achim? Wann du mir's halt net verübeln tatst — ich braucht an Teilhaber für die Fabrik! — Ich —“ .Einen Teilhaber ohne Geld!" wehrte Hettingen etwa? schroff. Maria erschrak tödlich und flehte Leopold mit den Augen an. zu schweigen. Sie selbst würgte an den Worten, die sich überhasteten. ..Mein Mann hat vollkommen recht, Poldl! Wir wollen uns erst etwas ersparen. Bis jetzt ist es noch nicht gegangen. Joachim hat zu viel Auslagen für mich gehabt, die Wäsche und die Möbel und alles andere. Dielleicht später! Richt wahr. Liebster? Später, wenn wir irgendein lleines Kapital in die Fabrik einlegen können." Hettingen war entwaffnet und bis ins Innerste erschüttert. Mit keinem Worte erwähnte das geliebte Weib ihr großes Vermögen, das einmal ihrem Glück zur Katastrophe geworden war. Ganz auf ihn allein, nur auf das, was er verdiente und ihr durch seine Hände zukam, wollte sie angewiesen sein. Er fühlte, wie ihre Finger die seinen umklammert hielten, als könnte er ihr noch einmal genommen werden. Sein ganzes Herz tat sich aus, ihr etwas Liebes zu tun, ihr xu zeigen, wie über die Maßen selig sie ihn durch ihre Worte gemacht hatte. -Ich hätte noch einen anderen Vorschlag. Poldl! Mit der Teilhaberschaft ist es nichts! Das wirst du einsehen! Aber wenn du gelegentlich einen vakanten Posten hast, eine Ingenieurstelle oder so -twaS — wäre ich dir sehr verbunden. Das kann ich ruhig annehmen, auch wenn ich dein Schwager bin. Meine Frau ist unter Umständen so lieo. eine Kaution für mich zu stellen! — Richt wahr. Maria?" »Ioachim!“ Sie wühlte ihr Gesicht in seine Schulter. »Du hast noch immer nicht vergeben." .Doch. Kind! Sonst würde ich wohl nicht sagen, du möchtest für mich Bürge stehen. Poldl muß ja eine Deckung haben, wenn ich ihm einmal mit der ganzen Kasse durchgehe." .Is eh richtig!" lachte dieser. »Da werd's gut sein, wann ich die Mizzl zum Teilhaber nimm. Dann tragn wir den Verlust zu zweit. Is aff« weil besser wie allein. Wann können S' als» srühestens eintretvn, Herr Direktor?“ Sr machte Hetlingen eine tiefe Verneigung. .Höre Maria, nun bin ich schon zum Direktor avanciert. Da? macht wohl die hohe Kaution, die meine Frau stellt?“ .Ratürlich!" Richthvsen saßen tausend Schelme im Genick. »Die Herrscha tcn wohnen in der Mariahilfcrstrahn. Ich bleib draußn. weil man da ruhiger schlaft, und — na ja. warum soll ich's denn net sagn — weil ich da ab und zu auch an Freund mit z' Haus bringen kann, ohne dah er schon in aller Früh bei die Haar aus'm Bett zogn wird." Hettingen lachte unverhalten auf, riß die geliebte Frau an sich und küßte ihr den zuckenden Mund immer und immer wieder, bis sie sich mit einem Stöhnen loswand. .Ioachim, wir fahren gleich wieder nach Bellinzona und-Hackcn.“ »So schnell geht es nicht," wehrte er. .Ich muh erst Ianles um meine Entlassung bitten und warten, bis er Ersatz hat. Aber du kannst gleich hier bleiben, Kind. Ich regle unten alles und komme dann nach.“ Sie sah ihn ganz ent'etzt an. »DaS — das kann doch dein Ernst nicht sein, Achim, daß ich allein hier bleiben soll und du nach Bellinzona fährst und ich warten muh. bis du Wiede» kommst. Ich würde ja schon am zweiten Tage verrückt vor Sorge und Angst um dich." »Da hast es jetzt.“ triumphierte Richthofen. .Wann man eine Frau hat. bringt man f* nimmer los, wann man noch solche Ausllücht macht. Drum schau ich mir um keine!" Marias Lippen schloffen ihm den Mund. Draußen aber wirbelten die Flocken über die Erde, und die Menschen gingen aus weihe« Sammet durch die Rächt, die sie mitsamt ihre« Glücke und all ihrem Leid barmherzig in die Hut nahm, damit sie beim Erwachen wieder stack genug seien, die SchicksalS'chläge des Daseins zu ertragen und wie ein Held durch Glück uni Leid zu gehen bis zum Ende. ich Mo Ghmr Chlor tzWd un > Seif 50 Jahren im Häüshaltsdiensf beivährt! .«1.«.-‘SW- Henko nenKdsM^^ << liefert komplette Schank - Bufetts In feder Orößs und I. nur la Ausführung Besuche und Beratungen kostenlos und unverbindlich. ■trefzger X SÜDD.MÖBEL-INDL’GTRIE GEBR.TREFZGERGMBH RASTATT MÖBEL TAUS-EN Df ACH -B-EWA-H RT IN 8 EIGENEN VERKAUFS-STELLEN GLEICH BILLIGE PREISE .. . -CIN -BfSUCH UNSERER AUSSTELLUNG-, FRANK FURT A/M vriB^LERSTR:29 wird sie uberzeuGeR Adreßbuch Siesten mit .rrSladiplÄ and Gmtpehncr. und Geschäftsverzeichnisfen von 7 Städten und^ Ortsgemeinden mit etwa lOOOOO Einwohnern nebst werivoNem D-n- schasis- und kulturaefchichtlichen Sonderabschnilt / Preis 10 Reichswen Sderhessischer Adreßbuchvrrlaa. 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