se Oi$ üBlMihellsiiiief ahlevu P\Tktc darch nr»2!^Nervenar7f stiyiss ) mpfv 0 Ulft g[K. * --L-^rz ¥e|'»ä mUen und „Mefee '2“ L> Mu« fo oemngen La°chdi. ifeCIh« • $unilb°n:£albe lfe bezeugen, bag fle g ÄMMK wohlöurch, ryeö.?n. Siejcbuft deshalb iluii übet Vamotthotoeti' oie Outnlbon > iSekUlinft n,«« Won, ehe tzie eß irhnWx. Block 331 n durch Avoihelen. 176V 19'29, h1, Chr abends i"erefnehaus tas-Abend ir, Berlin achs bis zur Gegenwart mor dge Eintritt frei iHang Blldongswesen, ill/mM/iflnüdn WKW appante Auswahl In IDmen ren und Kinder fen jeder Art muck, -Hüten »cherzartlkeln icker 181A _ wenn Sk Ihre "•"S.*** ine' ÜT „ lassen auffris-t60'88 is^b°°°°^ ffarki’50 Id-nkosun0 ?i.Büeel-Aasta11 SS- billig ausgew* Maske^' I i No waCft milK«ch’ weg 85 ssS Kr.T Erstes Blatt H9. Jahrgang Mtttwoch, 9. Zamar 1929 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags, veilaaen Die Illustrierte Gießener. Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. vezugsMir für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüss«: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Atneiaer Siehrn, postschecklonto: Srantfartam Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrv» und Verlag: Vrühl'jche Unioerfitätr-Vuch- und Sftinörudcrci H. Lange in Sieben. Schristleitnng und Seschästsftelle: Schulürabe 1. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klarneanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20°/o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil kurt Hillrnann, sämtlich in Gießen. Wie polen feine denischen Staatsbürger behandelt. Starke Selbstzufriedenheit Zaleskis. - Danziger Korridor und Minderheitenfrage. - Will Warschau keinen Handelsvertrag ? Warschau, 8. Ian. (Priv.-Tel.) Der polnische Außenminister Zaleski erteilte einem Vertreter de» Anglo-American Newspaper Service ein 3n- lerviem, in dem er seine Polemik in der Alinder- heiiensrage sortsehl Die gegenwärtige deutsch-polnische Grenze bezeichnet er als unoeränber- l i ch und die deutschen Ansprüche auf den Korridor als unehrlich, da der Verkehr Ostpreußens mit dem übrigen Deutschland sich ohne Schwierigkeiten vollziehe. Lin Zugang zum Meer sei für einen Vreihig-Millionen-Staal notwendiger als die Landoerbindung einer zwei Millionen Menschen zählenden Provinz mit dem übrigen Deutschland. Endlich behauptete Zaleski, der Korridor sei in ethnographischer Hinsicht rein polnisch. In seinen weiteren Ausführungen erklärte der Minister, daß das Verhältnis Polens zu seinen Minderheiten durch weitgehende Io- leranz gekennzeichnet sei. Die Lage der deutschen Minderheit sei vorzüglich, denn keine andere Minorität besitze fo- öiel Rechte und Vorrechte roie bie Deutschen. Trotzdem zeige diese Minderheit ständig ihre Unzufriedenheit, die der Welt dartun solle, daß die gegenwärtige Grenzziehung nicht imstande sei, ein normales Zusammenleben zu ermöglichen. Zu diesen Ausführungen Zaleskis wird von zuständiger Stelle bemerkt, daß der Fall, daß ein Land wie Deutschland durch den Korridor in zwei völlig getrennte Territorien geteilt worden ist, wohl einzig dasteht, während es viele Länder, wie beispielsweise die Tschechoslowakei, Ungarn und die Schweiz, gibt, die keine territorialen Zugänge zum Meer haben, aber trotzdem auf Grund von internationalen Abmachungen ihre wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Bedürfnisse ungehindert befriedigen können. Was die Behandlung der Minderheiten in Polen und In Deutschland betrifft, so ist das deutsche Bestreben, das geltende Recht in liberal ft er Weise zu interpretieren, wohl am besten durch die neue preußische Minderheitenschulverordnung gekennzeichnet. Der polnische Handelsvertrag. Macht Warschau neue Schwierigkeiten? Derlin. 9. Ian. (Eigene Meldung.) Sn dieser Woche wollen sich die beiden Führer der Stele* ga.tonen für den Deutsch-PolnischenHan- de lsvertrag wieder einmal in Warschau treffen, um die gegenwärtige Situation zu klären. Cs wird für Dr. Hermes besonders daraus ankommen, eine Wiederholung jener Zusagen zu erhalten, die Herr von Twardowski bei der letzten Zusammenkunft um die Dezembermitte herum gegeben hatte, und ihre schriftliche Festlegung zu erreichen. Eine solche schriftliche Festlegung war auch in den vergangenen Besprechungen vereinbart worden, aber jene Bote, die Polen damals nach Berlin sandte, war keineswegs identisch mit dem Ergebnis der mündlichen Besprechungen und wies z ahlreiche 52 ü den auf, deren Ausfüllung von polnischer Seite notwendig sein mutzte, wenn vom deutschen Standpunkt aus die Wiederaufnahme der eigentlichen Telegationsverhandlungen überhaupt Sinn haben {oliic. Tiun wird also abzuwarten sein, ob Polen jctzi bereit ist, in verpflichtender Form die noch ausstehenden Zugeständnisse zu machen, und davon wird cs abhängen, ob und wann die Kommisäonen sich wieder an den Verhandlungstisch setzen können. Das; das nicht, wie ursprünglich verabredet, schon jetzt möglich ist, dah vielmehr recht gut noch einige Zeit bis dahin verstreichen kann, das liegt auf der Hand. Es wird sich in der neuen Aussprache zwischen Hermes und Twardowski aber auch zeigen müssen, wie weit jene seltsamen Vorschläge und Forderungen, die in den letzten Tagen in der Warschauer Presse aufgetaucht sind. Privatarbeiten der Redaktionen darstellen, oder von amtlicher polnischer Seite inspiriert sind. Diese Wünsche und Forderungen sind überaus bemerkenswert. Polen soll danach für bie Einfuhr deutscher Fndustrieerzeugnisse Kontingente sestsetzen; die deutsche Einfuhr soll nur an solche Fabriken geleitet werden, die sie bei sich investieren ober sie weiteroerarbeiten können, was wohl bedeuten soll, daß die deutsche Einfuhr im wesentlichen aus Halbfabrikaten und nicht aus Fettigfabrikaten bestehen soll: und schließlich soll — das ist der seltsamste Vorschlag — der ganze deutsch-polnische Warenaustausch in ei n e m Lieferanten- und einem Abnehmersyn- bifat konzentriert werben. Es besteht also in Polen, ohne daß man bisher recht sehen kann in welchem Grade, die Neigung, das etwas komplizierte System, das man für bie Einfuhr polnischer Sch wein e nach Deutschlanb in Aussicht genommen hat, generell auf ben ganzen Handelsverkehr zwischen ben beiden Ländern anzuwenden. Das ist ein seltsamer Gedanke, der an die Stelle des sonst üblichen im han- delsoettraglichen Rahmen freien Güteraustausches eine Bureaukratie setzen will, ähnlich, wie sie das nicht kapitalistische Sowjetrußland in seinen Handelsoraanisationen aufgebaut hat. Man wird solche Vorschläge, bie in weitem Umfange das gesunde Prinzip des freien Wettbewerbs aus- chließen, schon deshalb grundsätzlich ableh - nen müssen. Polen — bas heiht vorläufig die polnische Presse — begründet diese neuen Wünsche, die in den bisherigen Verhandlungen und Besprechungen noch gar nicht aufgetaucht waren, mit der Befürchtung, dah trotz der starken Konzessionen, die Deutschland jetzt bereits besonders hinsichtlich der Schweine- und Kohleneinfuhr gemacht hat, der Handelsvertrag ein schlechtes Geschäft für Polen sein werde, dessen Markt von deutschen Waren überflutet werde. Diese Befürchtungen sind wohl nicht recht stichhaltig, und man ist deshalb geradezu gezwungen, nach einem anderen Grunde für die eigenartige neue Nuance der Warschauer Presse zu suchen. Betrachtet man die jetzigen Vorschläge als Mittel, den weiteren Verlauf der Verhandlungen empfindlich z u stören, so hat man vielleicht nicht ganz Unrecht. Man muh sich doch daran erinnern, dah zwar alle amtlichen Persönlichketten in Polen seit Jahren von ihrer Bereitwilligkeit sprechen, zu einem Handelsvertrags- abschluß mit Deutschland zu kommen, dah aber bisher ohne Ausnahme jedesmal dann, wenn ein gewisser praktischer Fortschritt erzielt worden war, durch irgendeine polnische Maßnahme eine Bombe unter den Verhandlungstisch geworfen worden ist. Das deutschpolnische Niederlassungsprotokoll wurde wertlos gemacht durch die polnische Grenzzonenverord- nung; das sogenannte Wiener Protokoll über die Basis der weiteren Verhandlungen dadurch, dah das Warschauer Kabinett seinen eigenen Derhandlungsführer Twardowski desavouierte und im Gegensatz zur Berliner Negierung daS Protokoll nicht anerkannte. Der Gedanke liegt nahe, dah es sich bei den neuen polnischen Forderungen um eine Fortsetzung des bisherigen Verfahrens und um den zwar unverständlichen. aber offenbar vorhandenen Wunsch, einen Vertragsabschluß zu verhindern. Der schwarze Mann. Der russische Paktvorschlag an Polen angeblich in Berlin ausgeheckt. Berlin, 9. Jan. (Priv.-Tel.) Die Polen scheinen endlich eine Lösung für die Frage gefunden zu haben, was Rußland mit seinem Paktvorf'chlag auf Grund des Kelloggver- trages an Warschau und Kowno beabsichtigt und was die wirklichen Hintergründe dieser Aktion sind. Für sie ist natürlich das böse Perlin der eigentliche Manager. Diese erstaunliche These bringt jetzt die Epoka auf, indem sie fragt, warum die Sowjets so eigenartig auf ihrem Vorschlag beharren, und dann gleich die Lösung des Rätsels gibt, daß die Inspiration zu dem Moskauer Schritt ganz wo anders liegt. Wir sind der Ansicht, daß Berlin hier nicht ganz unbeteiligt ist, und wer Weitz, vielleicht ist die Rolle Berlins viel aktiver, als wir anneh- men. Hier aber, wo man selbst über die russische Aktion erstaunt war, und es -u den ersten Ausgaben des eben in Moskau eingetroffenon deutschen Botschafters gehört, Aufklärung zu erhalten, bleibt es restlos unverständlich, was die Polen mit ihrer so mysteriösen Andeutung meinen. Es gibt im Grunde genommen nur eine Erklärung, daß man in Warschau die russische Aktion als störend und unangenehm empfindet und daß gewisse Kreise der polnischen Politik auch diese Gelegenheit — wie jede andere — zu einer Attacke auf Deutschland benutzen. Dabei scheinen die Polen eigenartige Begriffe vom Vertragsrecht und von Vertragstreue zu haben, denn in der Begründung der Epoka zu den Angriffen auf Deutschland wird gesagt, daß die Sowjetunion sich bemühen werde, Deutschland in dieses Protokoll einzubeziehen, und daß dann Deittschland, nachdem es einem solchen nur moralisch verpflichtenden O st - locarnD beigetreten sei, ein ausgezeichnetes Patent besitze, um seinen guten Willen gegenüber dem Westen in der Frage der Rheinlandräumung zu beweisen. Eine solche durchsichtige Taktik, wie sie hier Polen erfunden hat, hat Deutschland aber wirklich nicht nötig. Solch unsichere Geschäfte mit Verträgen über ein Ostlocarno, die wie die Polen meinen, nur moralisch verpflichtend sind, sind hier nicht üblich. Hoffnungslose Propaganda. Berlin, 9. Jan. (Priv.-Tel.) Ein interessanter Prozeß in Breslau, bei dem der Wende Ian S k a l a, der Herausgeber der „Kultur- wehr" wegen Verleumdung des Breslauer Historikers Dr. Laudert angeklagt war, und der mit der Verurteilung des Agitators Skala endete, hat wieder einmal bewiesen, daß die wendische Bewegung aus Prag finanziert wird. Skala hatte diese Behauptung des Dr. Laub er als Verleumdung be- zeichnet, aber er konnte seinen Vorwurf nicht aufrechterhalten. 3m Gegenteil wurde ihm von Prof. Dr. ßaubert bew ies en, daß nicht nur aus der Tschechvslow akei, sondern auch von Pölen und Frankreich der sogenannten Wendenbewegung, die es im Grunde gar« nicht gibt, Gelder zur Verfügung gestellt werden. Ian Skala wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Die französischen, polnischen und tschechoslowakischen Geldgeber, die sich für einen „autonomen Wendenstaat" auf opfern, scheinen ehr schlecht über bie wahre Lage der Dinge informiert zu fein, denn sonst würden sie ihr gutes Geld nicht für eine so hoffnungslose Sache, von der die Wenden selber gar» nichts wissen wollen, aus geben. Zehn Jahre Besatzungsleiden der Pfalz. Ludwigshafen, 8. Jan. Vor 10 Jahren, am 15. Januar 1919, überreichte Marschall Fach Clemen» ceau ein zweites Gutachten, in dem er b i e S ch a f- fung eines autonomen Staates am Berlin, 8. 3an. (TA.) Zu dem Post- und Eisenbahnkonflikt zwischen Reich und Ländern schreibt man der Nationalliberalen Korrespondenz von parlamentarischer Seite u. a.: Das Reich hat bei der Hebernahme der Eisenbahnen von den Ländern zugleich deren Schulden übernommen; die überschiehendcn Spitzenbeträge sind zunächst biS zum Ende der Inflation in Papiermark weiter verzinst, bann ist die Verzinsung eingestellt worden. Bei der Gründung der Reichsbahngesellfchaf t wurde ben Gisen- bahnländern ein Viertel der dem Reich gehörigen S tammaktien zur Abfindung für ihre Ansprüche angeboten, das Angebot aber ab» gelehnt. 3nzwischen hat das Reich die gesamte Reparationslast auf seine Schultern genommen, für welche d i e Gesamtheit derReichsbahn a l s wicht igstesPsand b c ft e 111 wurde, und damit bie Länder von der im Versailler Vertrag sestgelegten Mithaftung für bie Reparationsschuld entlastet. Auch bie übrigen Lasten des Krieges hat das Reich übernommen, ohne daß die Länder praktisch irgendwie daran beteiligt wären. Dadurch hat sich bie Grundlage der ilebemapmeoerträge völlig geändert; würden sie nicht geschlossen worden sein, so würde der Dawes-Plan bzw. das Londoner Abkommen die Hand genau s o auf bie Ländereifenbahnen gelegt haben, wie Berlin, 9. 3an. (Eigene Meldung.) Die Presse Englands und Frankreichs hat zwar schon offiziös mitgeteilt, bah alle fünf Gläubigerstaaten, also England, Frankreich, Belgien, 3talien imb 3apan, am 10. 3anuar ihre Sachverständigen für die bevorstehenden Reparationsverhandlungen durch bie Reparationskommission ernennen lassen würben, aber so ganz sicher scheint bieses Datum bennoch nicht festzustehen. An ber Tatsache bet Ernennung durch die R epko ist aber nicht mehr zu zweifeln. Es ist Poincarh eben — Gott weiß mit welchen Mitteln — gelungen, den Widerstand der englischen und japanischen Regierung gegen die Bemühung der Reparationskommission zu brechen und damit seinen alten Lieblingswunsch zu erfüllen, toe » nigstens in dieser formalen Angelegenheit die Reparationskommission wieder einmal ans Licht des Tages zu zerren. Eine formale Angelegenheit bleibt es bennoch: denn ir- gendwelc^n Einfluß auf die Auswahl der Sachverständigen oder irgendeine Möglichkeit, ihre Haltung zu beeinflussen, hat die Reparationskommission nicht. Man ist sich in Berlin noch nicht recht im klaren darüber, ob es erforderlich oder zweckmäßig ist, auch die deutschen Sachverständigen zum gleichen Zeitpunkt zu ernennen, an dem auch die Gegenseite ihre Ernennung vollzieht. Das hängt insbesondere mit der Frage derEinladungandie Amerikaner zusammen, die ja noch nicht erfolgt ist. Bisher hat vielmehr lediglich am Tage vor Weihnachten der englische Botschafter in Washington als Doyen des dortigen diplomatischen Korps sich an die Regierung der Vereinio^n Staaten gewandt mit der Bitte, zu dem Gedanken der Einladung amerikanischer Sachverständiger Stellung zu nehmen. Die Antwort ist bekannt: das Weiße Haus hat keine Bedenken, daß solche Einladungen an Privatleute erfolgen, legt aber Wert darauf, nicht irgendwie offiziell in die ganze Angelegenheit einbezogen zu wer den. Formal ist es also Sache Europas, die beiden Amerikaner auszuwählen und einzuladen: praktisch erfolgt natürlich die Auswahl hrübsn. Dem» linken Rheinufer forderte. In Ludwigshafen und Landau, bald darauf auch in Kaiserslautern, Speyer und Zweibrücken, mußten von den Stadtverwaltungen Bordelle fürdieBefatzungs- truppen errichtet werden. Vor fünf Jahren, am 9. Januar 1929, wurde Heinz Orbis, ber Präsident der „Autonomen Pfalz", im Wittelsbacher Hof in Speyer überfallen und erschossen. Bei der Trauer- feier am 13. Januar legte General de Metz einen Kranz in den Farben Frankreichs am Grabe des erschossenen Separatistenführers nieder. In seiner Ansprache erklärte de Metz, Heinz Orbis sei ein wahrer Freund Frankreichs gewesen. Er sei für eine gerechte Sache gestorben. Pfälzische Zeitunaen, die hierüber berichteten, wurden von der Besatzungsbehörde aemaßregekt, weil de Metz nicht in amtlicher Eigenschaft, sondern als Privatmann gesprochen habe. dies nunmehr gegenüber ber Reichsbahn geschehen ist, so daß die Länder auch in diesem Fall keinen Nutzen aus ihrem Eisenbahnvermogen mehr hätten ziehen können und fich genau in derselben Lage befänden wie jetzt. Es kommt aber noch hinzu, dah die schwierige Lage der Reichsfinanzen es undenkbar erscheinen läßt, die Ansprüche ber Länder etwa durch Einführung neuer Steuern zu befriedigen. Ein großer Teil ber ehemaligen Ländereisenbahnen warf überhaupt eine Rente nicht ab bzw. konnte sie nur dadurch abwerfen, bah man in technischer Beziehung weit hinter dem erforderlichen Normalmah zurück- blteb, so dah z. B. heute noch das bayrische Eisenbahnnetz für die Reichsbahn ein Zuschuhgebiet darstellt, weil erhebliche Aufwendungen fortlaufend gemacht werden müssen, um es auf die Höhe ber übrigen Reichsbahnen zu bringen. Nicht viel anders liegt es mit ben bayrischen Ansprüchen wegen Hebern ahme ber ehemaligen Bayrischen P o st, die nur ganz geringe Heberschüsse gebracht hat. Das Reichsintcr- esse muh über allem stehen; das sollten gerade diejenigen Länder bedenken, die immer wieder an das Reich appellieren, um an ben Steuerüberweisungen des Reichs über bas Mah ihrer eigenen Leistungen hinaus beteiligt zu werden. nicht umsonst haben Parker Gilbert und Coolidge, Hoover und alle anderen nur irgend an der Reparationspolitik interessierten Staatsmänner schon seit Neujahr sehr eingehende Konferenzen miteinander gehabt. Kommt man in der Wilhelmstrahe zu dem Ergebnis, es sei zweckmäßig, die deutsche Ernennung gleichzeitig mit der der anderen erfolgen zu lassen, dann muß noch eine Kabinettssitzung stattfinden, bevor der Reichskanzler am 13. Januar von seinem durch Grippe gestörten Urlaub im Schwarzwald heimkehrt. Dann wird der Reichsaußenminister Dr. Stresemann als dienstältester Minister die Aufgabe haben, jene kurze Sitzung zu leiten, die lediglich d i e offizielle Ernennung zu voll- ziehen hat. Es schien einige Zeit, als sei die Auswahl der deutschen Persönlichkeiten praktisch bereits erfolgt; doch habe sich in den letzten Tagen einige Verschiebungen angezeigt An Stelle des früheren Staatssekretärs Bergmann, den man mit Sicherheit für einen der stellvertretenden Sachverständigen halten konnte, ist nunmehr der Name von Geheimrat Kastl vom Reichsverband der deutschen Industrie stark in den Vordergrund getreten. Nach wie vor gilt es als wahrscheinlich, daß die Hauptsachoerständigen aus dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht und dem Generaldirektor Vogler bestehen werden; di" Stellvertreter wären dann der Hamburger Bankier Melchior und voraussichtlich Geheimrat Kasti. Es kann aber noch ein Austausch der Plätze zwischen Vogler und Mel- chior stattfinden, und zwar besonders mit Rücksicht darauf, daß Dr. Voglers Gesundheitsverhältnisse zur Zeit nicht die besten sind, und er sich vielleicht der starken Inanspruchnahme durch die hauptamtliche Sachverständigentätigkeit nicht ganz gewachsen fühlt. Aber, wie gesagt, die letzte Klärung dieser Dinge ist noch nicht erfolgt, und man wird noch einige Tage warten müssen, bis mit der Ernennung aller vierzehn Sachverständigen und ihrer Stellvertreter die Vorbereitungen für die Reparationsoerhandlungen ihren Abschluß gefunden haben. Dann wird die Ausführung des Genfer Beschlusses vom 16. September in das entscheidende zweite Stadium eintreten, und die Sachverständigen werden das Wort haben. Reich, Länder und Reichsbahn. Die Abfindungsansprüche der Länder. — Gegenleistungen des Reichs. Dawesplan und Länderbahnen. Sie Ernennung der Sachverständigen. Die Einschaltung der Reparationskommission. — Die Amerikaner. Wer vertritt Deutschland? F rankreichs Verantwortung. Die Uninteressiertheit der anderen an den Reparationen. Pari«. 8. San. (WTD.) Der »S?celsior" veröffentlicht örflärungen deS denrokrattschen Reichstagsabgeordnefen Georg Bernhard über die deutsch-fran-üsifchen Beziehungen. Es heißt darin: Di« deutsch-französischen Beziehungen könnten und müßten offenbar besser sein. Die Aufrechterhaltung der Rheinland- bes«tzunq war eint große Enttäuschung für uns, dre Veröffentlichung des Berichtes von Parker Gilbert war eine weitere. Der Generalagent betont, daß Deutschland in der Lage ist, die hohe Zweieinhalbmilliarden-2lnnui- tät des Dawesplanes zu bezahlen, bevor noch diese Summe mehr als einmal bezahlt worden ist, denn die letzte Zahlung betrug nur 1,75 Milliarden. Es handelt sich um Voraussagen, die von einem Optimismus durchtränkt sind, den die Zukunft vielleicht nicht bestätigt. Wenn wir die Absicht hätten, nicht zu bezahlen, dann könnte es uns ja gleichgültig sein, ob man von uns etwas mehr oder etwas weniger fordert. Gerade weil Deutschland loyal b^ahlen will, verlangt es eine seiner wirklichen Zahlungsfähigkeit angepaßte Last, gleichviel ob es sich um Sicherheit, Abrüstung oder Reparationen handelt, a u f Frankreich fällt immer die Verantwortung für politische, militärische oder finanzielle Durchführung eines Friedens, an dem sich die anderen Rationen immer mehr zu desinteressieren den Anschein geben. Blickt doch einmal nach England. CS fordert von Deutschland nur das, was es an Amerika bezahlen muß: Frankreich fordert über seine eigenen Zahlungen an Amerika und England noch hinaus Summen, um seine Reparationen zu bezahlen. Das deutsche Volk kann sich nicht enthalten, die englische Haltung und die französische Haltung miteinander zu vergleichen. poincare und die Kammer. Der Beschluß der Radikalen. — Keine Umbildung deS Kabinetts. P aris, 9. San. (WTD. Funkspruch.) „QKatin“ schreibt zur innenpolitischen Lage vor der morgen beginnenden Interpellationsd.batte in der Kammer in einem anscheinend inspirierten Artikel u. a,: Die Radikalen haben in ihrer letzten Sitzung die Fahne der Auflehnung entrollt. sie haben beschlossen, gegen das Kabinett zu stimmen. Aber dies ist bereits mehrfach geschehen. Man fragt sich übrigens in den Wandelgän.^en des Parlaments, ob sie taktisch gut gehandelt haben, ihre Batterien so früh zu demaskieren. bevor man noch dis Ausführungen des Ministerpräsidenten gehört hat. Zweifelsohne hoffen die Radikalen Darauf, daß sie bei ihrer Offensive einen Teil der Gruppe L o u - cheur für ihre Sache gewinnen. Zweifelsohne rechnen sie auch daraus, daß Poincars durch die Opposition der Linken veranlaßt werden könnte, sein Kabinett umzubilden. Aber das ist eine chimärische Hoffnung. Man kann sämtliche Gerüchte über eine bevorstehende Umbildung in aller Form dementieren. Wenn — was unmöglich erscheint — das Ministerium sich in der Minderheit sehen sollte, so würde es zurücktreten. Wenn es —wie dies vorauszusehen ist — die Mehrheit erhält, wird eS seine Pflicht tun. Sine große Ausgabe wartet seiner. Frankreich steht vor internationalen Verhandlungen von beträchllichem Umfange, die zu einem guten Ende zu führen, Poincare alles aufbieten wird. Er wird also, falls nicht ein Votum der Kammer in anderem Sinne entscheidet, erst dann, wenn dieses Werk vollbracht ist, feine Ausgabe als beendet ansehen und daran denken können, sich aus eigenem Entschluß zurückzuziehen. Zweifelsohne wird Poincare dies morgen in seinen Erklärungen zum Ausdruck bringen. Sm übrigen erwartet man, baß die Debatte nur zwei Sitzungen in Anspruch nimmt und am Freitag abend die mit großer Spannung erwartete Abstimmung stattfindet, die über das Schicksal deS Kabinetts entscheiden wird. Oer Hessische Dolksbund zur Reichsreform. Gemeinsame Arbeit der aufeinander angewiesenen Teilgebiete. Kassel, 8.Ian. (WTB.) Der Hessische Dolks- bunb veröffentlicht die folgende Eingabe seines Arbeitsausschusses an den Landesausschuß in Kassel: Der Hessische Volksbund begrüßt die am 17. Dezember v. I. der Presse übergebene Entschließung, mit der die Erkenntnis ausgesprochen wird, daß es angesichts der in den Nachbargebieten seit Jahren eifrig betriebenen Vorarbeiten zur Reichs- r e f o r m für Kurhessen höchste Zeit wird, aus der bisher überwiegend passiven Haltung herauszutreten Auf Grund seiner jahrelangen eingehenden Beschäftigung mit dem Problem der Reichsreform glaubt der H. V. B. darauf Hinweisen zu dürfen, daß als Glieder eines reformierten Reichsbaues nur großzügige und gleichwertige Einheiten als Träger gleichwertiger Aufgaben in Betracht kommen, Einheiten, die sich aus geographischen, wirtschaftlichen und kulturellen Gesichtspunkten sowie unter Berücksichtigung der landschaftlich zusammenhängenden Bevölkerungsgruppen ergeben. Auch die angestrebte Wirtschaftlichkeit der Verwaltung hat zur Voraussetzung, daß die zu bildenden Lander eine gewisse Größe nicht unterschreiten. Aus solchen Erwägungen ist im Norden Niedersachsen, im Osten Übersachsen im Werden. Demgegenüber würde ein starres Festhalten an den überkommenen Verwaltungsbezirken, deren räumliche Fortbildung nach Lage der Verhältnisse stark begrenzt ist, d i e Bildung eines entsprechenden großräumigen Landes im hessisch- fränkischen Gebiet erschweren und möglicherweise verhindern. Der H. V. B. hält deshalb eine einseitige Bearbeitung der Frage unter der Parole: „Kurhessen mit seiner alten Hauptstadt Kassel" für ebenso bedenklich, wie es eine gleichartige Einstellung in Darmstadt, Wiesbaden oder ein etwaiger Frankfurter „Stadt-Imperialismus" fein würde. Da zur Zeit dem Hessischen Landtag in Darmstadt ein Antrag aus Einsetzung eines Ausschusses zur Förderung und Vorbereitung der Neugliederung des Reiches vorliegt, betrachtet es der H. V. B. aus obigen Erwägungen als nächstes und dringendstes SerGemäldepwzeKailfdekLadsWrgvorSerichi Fürth, 8. San. (WD.) Heute vormittag begann vor dem Erweiterten Schöffengericht Fürth der Prozeß gegen die sieben Personen, die an dem Im Frühjahr 1928 verübten Einbruch in das historisch« Schloß Cadolzburg beteiligt waren. Angeklagt sind der Kunsthändler Friedi-ich Wilhelm L i p P m a n n , ein Sohn des Direktors dec Berliner Museen, Gehcimrats Friedrich Lippmann, der Kunsthändler August Mayer, Arnim Schmidt. Kaufmann G r a - ske, Kaufmann Hermann Zahn, Kaufmann Günther D r e i t f e l d und die verwitwete Zim- mervermteterin Flora Schwarz, sämtlich aus Berlin. Die Beschuldigten sind außer Frau Schwarz alle vorbestraft, ©raffe hat schon mehr a ls zehn Sabre Zuchthaus und Gefängnis verbüßt. Mayer hatte im Jahre 1926 von der Existenz zweier hölzerner, beiderseits bemalter Altarflügel Kenntnis erhalten. Sie wurden einem Schüler Albrecht Dürers, teilweise sogar Grünewald zugeschrieben. Mayer beschloßt zusammen mit seinen Freunden Lippmann und Schmidt sich die Gemälde durch Diebstahl anzueignen und sie in Amerika teuer zu verkaufen. Zur Ausführung des Einbruches in die Burg wurde der als Berufseinbrecher bekannte ©raffe gedungen. der Zahn und Dreitfeld zu seiner Unterstützung heranzog. Die drei führten dann am 19. Februar 1928 abends gegeneineVer- gütung von 4000 Mark den Einbruch aus, ohne dabei bemerkt zu werden. Der Angeklagte Lippmann gab an. zu dem Diebstahl durch seine schlechte finanzielle Lage gezwungen worden zu sein, der geistige Urheber sei der Angeklagte Schmidt gewesen. Er selbst sei durch Mayer zur Beteiligung überredet worden. Er habe die Bilder vor dem Diebstahl nie gesehen. Wenn dies der Fall gewesen wäre, so hätte er seine Einwilligung zu dem Diebstahl nie gegeben, da die Bilder keineswegs wertvoll waren. Die Bilder können seiner Ansicht nad) feinem bestimmten Meister zugeschrieben werden. Auf feinen Fall stammten sie von Grünewald. Wenn sie von diesem gestammt hätten, wären sie wohl 400 000 Mk. wert gewesen. Der Angeklagte Mayer bestritt bet seiner Vernehmung, von der Ausführung des Diebstahls Kenntnis gehabt zu haben. Gr habe nur einen gewissen Geldbetrag in Aussicht gestellt, wenn Schmidt die Bilder beschaffen würde. Der beschuldigte Schmidt erklärte. Lippmann habe ihm den Auftrag gegeben, Einbrecher für den Diebstahl zu verpflichten. Bezüglich feiner persönlichen Verhältnisse erflärte Schmidt, daß er während des Krieges Offizier war, aber später wegen Verschwendungssucht entmündigt wurde. Ein interessanter Gpionagepwzeß. Oer dänische Hauptmann Lembourn vor dem Reichsgericht. Lei pz i g, 8. San. (WTD.) Dor dem 4. Strafsenat des Reichsgerichtes begann heute unter dem Vorsitz des Senatspräsidenten Lorenz der Spionageprozeß gegen den dänischen Hauptmann Harry Lembourn und die Kontoristin Helene Stege m-a n n au« Berlin. Hauptmann Lembourn war im Verlauf seiner militärischen Ausbildung u. a. vom 1. Rovember 1921 bis 1. Rovember 1923 zur französischen Armee abkommandiert und in dieser Zeit verschiedenen Regimentern in Straßburg und Metz sowie der Kriegsakademie zugeteilt. Entgegen anders lautenden Zeitungsnachrichten war er jedoch nicht während des Weltkrieges bei der französischen Armee. Sm April 1924 wurde Lembourn zum 3. dänischen Snfanterieregiment nach Tondern versetzt, wo er. nachdem er einen abermaligen vier monatigen Kursus in Versailles absolviert hatte, als Hauptmann und Kompagniechef die 1. Kompagnie des 2. Bataillons führte. Lembourn ist Vorstandsmitglied des dänischen Offiziersvereins. Weiter war er Snftruf- tionschef der jütischen Grenzwehr und Sekre - tärundKassiererder AilianceFran- Salfe In Tondern, die sich nach seiner Angabe jedoch hauptsächlich mit französischer Literatur und Sprache befaßt hat. Fe st genommen wurde Lembourn am 24. Surri 1928 bei einem Ausflug des Offizierskorps nach Westerland auf Sylt. Seit dieser Zeit befindet er sich in äln tersuchungshaft. Rach dem Cröffnungs- beschluß sind beide Angeklagten verdächtig, versucht zu haben, Nachrichten, deren Geheimhaltung im Sntereffe der Landesverteidigung erforderlich war. an eine ausländische Regierung gelangen zu lassen und dadurch die Staatssicherheit gefährdet zu haben. Rach der Verlesung des Eröffnungsbeschlusses wurde auf Antrag des Oberreichsanwaltes die Oeffentlichkeit für Die ganze Dauer der Verhandlung ausgeschlossen. Dem dänischen Hauptmann wird nach den Feststellungen der Voruntersuchung folgendes zur Last gelegt: er habe sich im April oder Mai vergangenen Sahres nach Berlin begeben, und habe dort die Mitangeklagte Stenotypistin Stegemann als Spionageagentin angeworben. Die (Stegemann bekam zunächst eine Schreibmaschine und erhielt aus Kopenhagen eine Löhnung in wöchentlichen Raten von 35 Mk. Sie hatte den Auftrag, die Verhältnisse in den deutschen vaterländischen Verbänden aus^ukundschaften und Angaben über militärische Dinge aller Art zu machen. Man sandte ihr von Kopenhagen aus Fragebogen zu, die sie auch regelmäßig ausstellte. Sie selbst versuchte dann einen Unteragenten anzustellen, der aber feinen ersten Auftrag s o ungeschickt ausführte, daß man ihn im Reichswehrministe- vium alsbald f e st n a h m. Durch diese Festnahme kam der Fall Lembourn ins Rollen. Die gegen diesen Unteragenten eingeleitete Voruntersuchung wurde niedergeschlagen, weil ihm die Absicht, die deutschen Snteressen zu schädigen, nicht nachzuweisen war. Hauptmann Lembourn erklärte. er habe im Auftrage eineS Freundes gehandelt. Die Frage, ob' die durch Lembourn und die Stegemann beschafften Rachrichten für Dänemark oder für eine andere auswärtige Macht bestimmt waren, soll erst im Lause der Verhandlung noch geflärt werden. Gebot, daß die benachbarten und aufeinander angewiesenen Teilgebiete nicht länger im gegenseitigen Mißtrauen verharren, sondern daß die beiden hessischen Ausschüsse in Kassel und Darmftabt unter Heranziehung nassauischer und Frankfurter Vertreter zu gemeinsamen Verhandlungen schreiten. Weder Kurhessen noch Hessen-Darmstadt noch Nassau sind jedes für sich entscheidende Faktoren für die kommende Neugliederung, sie können zu einem solchen Faktor nur durch Zusammenschluß werden, der gemeinsame Vorarbeiten bedingt. Wenn so der Blick über überkommene Grenzen hinaus gerichtet wird und die übergeordneten Zusammen- hänge erkannt werden, hindert das nicht innerhalb des Gesamtgebietes für die natürlichen Landschaftsteile und deren Mittelpunkte, von denen auch Kassel einer fein wird und bleiben soll, eine angemessene Selbstverwaltung zu fordern und zu sichern. Annäherung der Bauernparteien. Die Querverbindungen im bürgerlichen Lager. Berlin, 9. Jan. (Eigene Meldung.) Ein sehr bezeichnender Vorgang wird in Berliner politischen Kreisen viel besprochen. Die parlamentarische Geschäftsstelle der Christlich - nationalen Bauern- und Landvolk-Partei teilt mit, daß kürzlich Verhandlungen mit der Deutschen 'Bauernpartei ftattgefunben haben, die bekanntlich mehr in der bürgerlichen Mitte steht und durch die Verschmelzung des Bayerischen Bauern- bundes mit den demokratischen Bauerngruppen im übrigen Deutschland hervorgegangen ist. Diese Verhandlungen hatten die Bildung einqr politi- I d) e n Einheitsfront zum Ziele. Sie fanden statt auf Einladung der Schleswig-Holsteinischen Bauern- und Landvolk-Partei in Hamburg. Die Verhandlungen hatten das Ergebnis, daß eine wei - tere Annäherung der Bauernparteien den beiderseitigen Auffassungen entspricht und von beiden Seiten unter dem Gesichtspunkt eine ausgeprägt bäuerlich-nationale Linie weitergefördert werden soll. Diese Entwicklung ist insofern von grundlegender Bedeutung, als sich darin die berufsständische Loslösung von den alten Parteien besonders stark aus- prägt Die Christlich-nationale Bauernpartei ist be- fanntlid) durch eine Absplitterung der Deutschnationalen Volkspartci entstanden, während die Deutsche Bauernpartei politisch am ehesten noch den Demokraten zuzurechnen war. Wenn das System der „Queroerbinbunge n", von dem im Reichs- tage soviel die Rede ist, sich weiter ausdehnt, bann ist naturgemäß eine völlige Umgruppierung im bürgerlichen Lager die Folge. Wie wir übrigens hören, sind ähnliche Bestrebungen in den Angestellten Organisationen im Gange, die man etwa unter das Schlagwort einer Einheitsfront „von Lambach bis Lemmer" zusammenfassen kann. Wie weit diese Entwicklung ba^u dienen wird, dem politischen Leben einen neuen Antrieb zu geben, ist freilich eine andere Frage, denn die auf reiner Jnteresscngrundlage beruhenden Gruppen sind nur selten ganz vor der Gefahr gefeit, i n e t n e noch stärkere Abhängigkeit von den wirtschaftlichenKräftenzu geraten, als es schon ohnehin in unserem Parlamentssystem bei den Parteien sonst der Fall ist. Die Kroaten und die Diktatur König Alexanders. Erklärungen Malscheks. - Abwartende Haltung. Agram. 9. San. (£.11.) Der Vorsitzende der kroatischen Bauernpartei Dr. M a 11 qj e f gall neue Erklärungen zum Regimewechsel ab. Sämtliche Agramer Leitungen, die diese Erklärungen brachten, sind beschlagnahmt worden. Matschet betonte, daß die Nachrichten falsch wären, wonach er den drei Kroaten, die an der heutigen Belgrader Regierung teilnehmen, also dem Sozialminifter Drinkowitfch, dem Landwirtschaftsminister F r a n g e s und dem Finanzminister S w a r l j u g a den Eintritt in die Regierung angeraten hätte. Richtig sei nur, daß er. als einer der drei Herren ihn Darüber befragte, gesagt habe, er würde den Eintritt in eine Regierung nicht nur gutheißen, sondern sogar empfehlen. falls diese Regierung ganz unpolitisch fei und zur Relonstruttion des Staates im Sinne der kroatischen Forderungen beitragen wurde. Die heutige Regierung sei jedod) nicht völlig unpolitisch, da von den vier Parteien Der früheren Regierung Drei in Der Regierung vertreten feien und anscheinend aud) Die vierte Partei ebenfalls mit einem Vertreter b..ld teilnegmen werde. Da Die in Der Regierung vertretenen Parteien sich schon früher gegen Die kroatischen Forderungen erklärt hätten, so fei es klar, daß Die Zusammensetzung Der heutigen Regierung leine Gewähr für eine Rekonstruktion des Staates bilde, außer, wenn sich die Meinungen inzwischen geändert hätten. Die nächste Zukunft werde das ja erweisen. Die froatifdje Dauerncoalition bleibe im Verein mit ihren serbischen und slovenischen Freunden nach wie vor bei ihren alten Forderungen. Aus aller Welt. Der Vulkanausbruch in Chile. Die sogenannte chilenische Schweiz, ein vulkanreiches Seengebiet 350 Meilen südlich von Santiago, befindet sich in einem Zustand wachsender Panik infolge Der zunehmenden Tätigkeit des Vulkans E a l b u c o . der schon im Sahre 1893 große Verheerungen angerichtet hat. Obwohl bisher ein weiterer Vulkan, der O s o - r u s, noch nicht in Tätigkeit getreten ist, wurden Sicherheitsmaßnahmen getroffen. U. a. wurden alle Boote des am Fuße des Vulkans liegenden Sees requiriert, um das Vieh aus der meist von deutschen Siedlern bewohnten Gegend zu retten. Das Weideland wird bereits von der Lava und der glühenden Asche zerstört. Da das heiße Wasser aus dem Dullan den See erreicht hat, sterben die Fische. Hunderte von Bewohnern find in die Berge geflohen, um Der Lava unD den in Die Ebene herabfinkenden Gasen zu entrinnen. Die Angaben über Die Zahl Der Toten finD noch ganz, unsicher. Da durch das Erdbeben die Verbindungen unterbrochen sind. Schwere» Explosionsunglück in einem Eisenwerk. Im Eisenwerk Tafel bei Nürnberg ereignete sich eine Explosion, bei der ein Arbeiter durch Stichflammen "vollständig verbrannte. Drei Arbeiter wurden durch Brandwunden verletzt, während zwei weitere leichte Brandwunden und Gasvergiftungen erlitten. Zu dem Unglück erfahren wir weiter: In einer der großen Hallen des Eisenwerkes ruhte wegen eines Betriebsfehlers die Arbeit. Der 27 Jahre alte Arbeiter Schlepf schöpfte gerade aus einem einen Meter tiefen Schacht das in diesen eingedrungene Wasser aus, als einem durch den Schacht führenden Wasserstoffgasrohr Gas entströmte, wodurch Schlepf bewußtlos wurde. Als man ihn bereits bis zum Rande des Schachtes emporgezogen hatte, erfolgte eine heftige Explosion. Die Arbeiter prallten im ersten Schreck zurück und ließen den Bewußtlosen wieder in die Grube fallen, in der Schlepf den Tod erlitt, lieber die Ursache der Explosion ist man bis jetzt noch im unklaren. Der Sachschaden selbst ist gering. Kesselrohrexplosion in Bologna. Sn einer Zuckerwarenfabrik tu Bologna explodierte ein Kesselrohr. 20 Arbeiter und Ar- beiterirmen erlitten Verbrühungen oder wurden durch fortgeschleuderte Rohrstücke verletzt. Vier Qlrbeiter und acht Arbeiterinnen wurden in ein Krankenhaus gebracht; vier von ihnen sind sehr schwer verletzt. vom Vater ausgesetzt? Auf der Landstraße von Passau nach Linz wurden zwei Knaben im OTIter von 10 und 13 Sahren halb erfroren aus gefunden. Nachdem sich die Kinder etwas erholt hatten, erzählten sie, daß sie Richard und Ernst Obermüller heißen und von Schindlau bei Rohrbach kommen, wo ihre Eltern einen großen Bauernhof besaßen. Die Mutter sei vor kurzem gestorben, und der Vater hatte das Anwesen verkauft und beide Knaben auf Die Straße gesetzt und ihnen erklärt: „Sch kann euch jetzt nicht mehr brauchen, ihr müßt in Zukunft euer Brot selbst verdienen." Ausgerüstet mit etwas Brot und einigen Zehrpfennigen machten sich die beiden auf die Wanderschaft. 14 Tage lang fristeten die Knaben durch Betteln ihr Leben und waren vollkommen entkräftet, als sie aufgegrif en wurden. — Man wird abwarten müssen, was sich von die'er Erzählung der Knaben als wahr herausstellt. Mit 100 Kilometer gegen einen Baum. Bei Wiemersdorf (Holstein) prallte heute morgen der mit 100 Kilometer Geschwindigkeit fahrende Maybach-Wagen eines Hamburger Ledergroßhändlers beim Ueberholen in einer Kurve gegen einen Baum. Der den Wagen steuernde Besitzer wurde sofort getötet. Der Chauffeur wurde schwer verletzt. Eine staatliche Pulverfabrik in Belgien in die Lust geflogen. Eine ungeheure Explosion ereignete sich in der staatlichen Pulverfabrik von Wetteren bei Gent. Das große, freiliegende Gebäude flog in die Luft. Der Sachschaden ist bedeutend. Personen sind dabei nicht zu Schaden gekommen. Oie Wetterlage. __z1VOTtemos O neuer <* naio Dedecat. ® -oiKig. • oeoem • Reg« » Sehnte d Graupeln o neOei K Gewitter.(g)WimHtilie.«O^ «icnte- 0$i nasuge» sudsuowesi q siurmtjenei nordwesi Oie -feilt fliegen mn dem winde. Pie oeidtn Stationen stenenden fallen ge>en die Temperatur an. Pie Linien rcrpindeo Orte mit gleKhcot «ul n-teresniveau umoereennrtre Luftdruck Wettervoraussage. Von Nordwesten haben neuerdings vordringende Wormluftmassen unter Barometerfall zu Temperaturanstieg und an der Westküste von- Irland und Schottland zu Niederschlägen geführt. Weiter hat sich der Schwerpunkt des unsere Wetterlage beherrschenden Hochdruckgebietes mehr südöstlich nach Rußland hin verlagert, so daß dort das barometrische Maximum nur 793 Millimeter Luftdruck aufweift. Infolgedessen werden entsprechend dem Laufe der Isobaren auch die Winde mehr nach Südosten drehen. Dabei erfährt die winterliche Hochdruckwetterlage in unserem Gebiet noch keine Aenderung. Wettervoraussage für Donnerstag: Fortdauer des teils nebeligen, teils helleren und trockenen Froftwetters. Witterungsausfichten für Freitag: Vielfach wolkig und Abschwächung des Frostes wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 8. Januar: mittags —0,2 Grad Celsius, abends — 6,8 Grad Celsius: am 9. Januar: morgens —8,7 Grad Celsius. Maximum — 0,2 Grad Celsius, Minimum — 10,2 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 8. Januar: abends — 0,7 Grad Celsius: am 9. Jan.: r orgens —1,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauet? 5 Stunden. anderen Auslandbörsen wirkt im Wagt ’M. c K 'M & / Z W* 'ö N F V * —*sraya Freundschaft Unterden wenigen Standardsorten des deutschen Zigaret- ten-Marktes gewinnt 6treiling-Anslese immer größere Bedeutung, während so viele nen auftauchende Marken nach kurzer Zeit wieder versinken. Das kennzeichnet die erstaunliche Treffsicherheit, mit welcher der Raucher die Qualität einer Zigarette beurteilt. Wer Greiling-Auslese einmal probier- Berlin. 9. Jan. (WTB. Funkspruch.) Dischwache Neuyorker Börse und auch die Haltung an *........... heutigen Frühoer- obrik in Schien In die Cuff flogen. (ofion ereignete (Id) in der pon Wetteren bei Gent. ßebäube flog in die LH ■Uten!). Personen sind bah un. [ 'M Igi'/Ü w Wenn Hre EmMlungsanzeige in derSamstagönummer desGießenerAnzeiger- durch sorgfältige und wirlsame Sahausstattung werbe« soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Donnerstag in der Geschästsstelle auf! Und Frauenhände wühlen, fühlen, Augen suchen, prüfen — ruhige, berechnende, aufgeregte, kühle, zielbewußte, hemmungslose und praktische Frauen kaufen, kaufen. In der Inventur. Bei der einzigen Gelegenheit, etwas „halb geschenkt" zu bekommen. Aber das alte Kinderwort gilt auch hier: was geschenkt ist, bleibt geschenkt. Denn — o Kehrseite der Medaille! — Umtausch ist nicht gestattet. Also Vorsicht, meine Damen! Denn hier gibt's keine Nachsicht. Eva von Massow. Jubiläum des Gießener Gymnasiums. Beim diesjährigen Schulbeginn nach Neujahr waren 50 Jahre verflossen, daß das Gieße- ner Gymnasium in sein jetziges Heim an der Südanlage verlegt worden war. Dor 50 Jahren, beim Schulbeginn nach Neujahr 1879, zog das Gymnasium, das damals unter der Geltung des Geheimrats Schiller stand, aus dem alten Hause am Drand. dem jetzigen Rv- gierungsgebäude, in den Neubau an der ®üi>* anlage um. Anläßlich dieser Verlegung war eine große öffentliche Feier vorbereitet, die aber wegen der Landestrauer um die kurz vor Weihnachten 1878 verstorbene Großherzogin Alice abgesagt wurde. . Am Drand herrschte damals sehr viel Lärm, hervorgerusen durch das Exerzieren der Soldaten und die Nekrutenausbildung im Winter. Das militärische Leben spielte sich seinerzeit noch zum großen Teil auf dem Brandplcch vor der Schule ab, da der Kasernenhof für die Ausbildung der Soldaten nicht genügte. Auf dem Brandplatz ertönten gerade während der Unterrichtsstunden die lauten Kommando- und sonstigen Rufe, die mit der Soldaten ausbildung verknüpft sind. Die größere Ruhe in der Südanlage und in der Dismarckstraße war angesichts der Verhältnisse auf dem Brandplatz ausschlaggebend für den Wechsel des Schullokals. Die Verlegung des Gymnasiums in das neue Heim in der Südanlage brachte der Anstalt manche erfreuliche Neuerung: so den Zeichensaal: den Raum für den naturkundlichen Unterricht, dem damals als Neuheit das Gas zum Experi- menticrtisch zustätten kam: die Luftheizung, wenn es auch eine Zeitlang dauerte, bis hier aUed klappte: die Gasbeleuchtung und die bis dahin in Gießen noch nicht dagewesenen zweisitzigen Schulbänke, zu denen sich die Schüler die Tintengläser nach vorgeschriebenem Muster selbst mit- bringen mußten, was ohne manchen schwarzen Fleck auf den Kleidern und ohne beschmierte Hände nicht abging. Die schuleigene Turnhalle war prächtig eingerichtet: vorher fand der Turnunterricht in der einzigen Turnhalle Gießens statt, die in der Südanlage an der Stelle der jetzigen Töpelmannschen Buchhandlung stand. Die Wasserversorgung geschah aus einem Brunnen mit Pumpe auf dem Schulhof. Gleichzeitig mit dem Schulhaus war die Direktorwohnung an der Dismarckstraße errichtet worden. Ter Pedell hatte seine Familienwohnung im Schulgebäude Don den damals an der- Anstalt angestellten Lehrern lebt in Gießen heute noch der Gymnasialoberlehrer i. P. D r. R o e s e. Die Oberprima von 1879 bestand nur aus vier Schülern. Diese waren die ersten Abiturienten tm neuen Gymnasium: von ihnen leben heute noch Kommerzienrat Schirmer und Professor Hüter. Gießen, die beiden anderen sind bereits verstorben. Die feierliche Entlassung der Abiturienten fand In jenen Jahren regelmäßig am 21. März bei hem öftentlichen „Actus" zur Dorfeier von Kaisers Geburtstag statt. passieren, aber noch gefährlicher ist es hier morgens und abends in der Dunkelheit. Die Beleuchtung der verkehrsreichen Licher Straße ist an dieser Stelle völlig ungenügend und bedarf dringend einer Besserung. Ferner ist unbedingt erforderlich, daß im Winter die nähere Umgebung des Brunnens durch Streuen von Viehsalz oder Sand in einen Zustand versetzt wird, der ein Ausrutschen und Fallen der Fußgänger ausschließt. Es ist ein glücklicher Zufall, daß an dieser Stelle nicht schon größere Unfälle passiert sind, zumal hier auch die elektrische Straßenbahn ganz dicht am Bürgersteig vorbeifährt. Aufgabe der zuständigen städtischen Dienststelle ist es, hier etwas Durchgreifendes zum Schutze der Straßenpassanten zu tun. Baubeginn am Studentenheim. Dor einigen Tagen ist mit den Bauarbeiten für das schon seit längerer Zeit geplante Bauwesen des Studentenheims begonnen worden. Zur Zeit sind die Ausschachtungsarbeiten im Gange. Das Gelände kommt bekanntlich am Leihgesterner Weg auf einem früheren Zimmerplatz in der Achse der Ludwigstraße zu stehen und wird von hier aus, da das Gebäude nach der Rückseite sich terrassenförmig erheben wird, einen guten Eindruck machen. Die durch Ausschreibung zur Der- gebung gekommenen Erd- und Maurerarbeiten werden von der Firma H. Weimer aus- geführt. Die Bauleitung liegt in den Händen des Architekten Ernst Schmidt. ♦* Städtische Brennholzver steige- r u n g. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung im Stadtwald, Bezirk des Försters Arft, wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 18 Mark, Eichenscheiter 12,80 Mark, Buchenknüppel 12,50 Mark, Eichenknüppel 8,50 Mark, Buchenstöcke 9 Mark. Eichenstöcke 6 Mark je Raummeter, Buchen- reifer 30 Mark, Eichenreiser 16 Mark je 100 Wellen; Bohnenstangen 8,20 Mark je 100 Stück. ** Eine moderne Selbstanschluß- Fernsprechanlage soll auch auf dem hiesigen Bahnhof eingerichtet werden. Die jetzige Fernsprechanlage des Bahnhofs verfügt über rund 250 Anschlüsse und Nebenanschlüsse. ** Die Operetten-Revue „Drunter und Drüber" im Lichtspielhaus. Bahnhofstraße, war auch gestern wieder sehr zahlreich besucht. Die Auffüb-ung, bei der man erfreulicherweise das üble Bild ..Hochzeitsnacht" gestrichen und 'auch sonst noch einige kleine Kürzungen vorgenommen hatte, die dem Gan en nur zugute kamen, fand erneut den wohlverdienten lebhaften Beifall der Besucher. Berliner Börse. !le N £ „ "lohten SthS Akte ein, teuer Drnll/ Hefti«, "ud & *■"**&%£ >'ion 'n Bologna Bethrfr110 Ar. Qd^S^ ö®’ erlebt. «awgeschl, 8tnft bei He 6ifem einen J* ft ^tter Z batir .und beide Knaben au' t und ihnen edfott ,34 .suchen, ihr müfit verdienen." IW und einigen Zehr, die beiben auf die Dan« mg irifteten die Knaben i Leben und waren voll- sie auigegrif en tourten. - nül en, was sich von die er en als wahr herausstellt, er gegen einen Baum. Mein) prallte heute mov 'Meter Geschwindigkeit sch eines Hamburger Leder- eberhoien in einer Kurve r den Wagen steuernde Lebtet. Der Chauffeur wurde kehr verstimmend. Geschäfte sind noch nicht zustande gekommen. Die Tendenz ist etwas unsicher. Nur Spezialwerte, so Montane, scheinen etwas gefragt zu sein. Kurse sind noch pW zu hören • Aus der Provinzialhaupistadt Gießen, den 9. Januar 1929. Inventur - Ausverkäufe. Noch immer war es das Verhüllte, das mehr lockte, als das offen Gezeigte. Und so lockten in den letzten Tagen die vielfach verhüllten Schaufenster der Geschäfte mit einem fpannunggebenden Reiz ohnegleichen. Der Boden war also vorbereitet. Und als bann die Hüllen fielen, waren Phantasien zur Wirklichkeit, ja sogar von ihr noch überflügelt worden. Nicht alle Blütenträume waren zu Weihnachten gereist. Unerfüllte Wünsche waren geblieben. Aber sie hatten sich aufgerichtet und angeklammert an dem Zauberwort: Inventurausverkäufe. Und verdichteten sich nun, greifbare Gestalten annehmend, vor den hüllenlos gewordenen Schaufenstern. Fabelhaft, einfach fabelhaft. Seidene Kleider. Mit langen Aermeln, mit kurzen Aermeln, mit gar keinen Aermeln. Mit Spitzen vorn, mit Spitzen hinten, mit Spitzen seitlich; mit gar nichts oben, mit gar nichts unten, mit allem überall ... entzückend. Unglaublich, einfach unglaublich, aber wahr! Es gibt Flauschmäntel für spottwenig Geld. Es gibt feibengejüttertc Mäntel mit Pelzkragen für kaum mehr — und wenn es Katzenfell ist, und Kunstseide, und Kunstwolle — auch die „Kunst" hat doch schließlich ihren Wett (so niedrig sie allerdings im Kurse steht). Und man begreift nicht. Aber wozu schließlich Dinge begreifen, die man einfach und getrost nach Hause tragen kann? Es gibt ja auch Hüte für — buchstäblich — wenige Pfennige, und die ehrlichen alten Baskenmützen sind auf dieselbe Pfenniglinie gesunken. Warum auch nicht? Es überlebt sich alles, selbst Baskenmützen. Werden sich die Traversstoffe halten? Keiner weiß es, und der kluge Mann baut vor — er gibt sie zum halben Preis weg, zum drittel, zum viettel. Ach, und Schuhe! Hat Aschenbrödel schönere getragen, als diese Drokatschuhe, die für wenige Mark ausgeboten stehen? Lack und Chevreau, in Beige, Rosa, Blau, Grün — man steht vor den Fenstern und sieht die Schühchen Leben bekommen. Seidenstrümpfe wachsen auf, Kleidersäume, Tüll, Seide, Blumen, Musik, feslliche Menge ... Alles zu haben, alles den Wunfchträumen nahe- gerückt, durch das Zauberwort: Jnoenturaus- 0 e r k ä u f c. Und der Sturm auf die Festungen beginnt. Die Verkäuferinnen sind gewappnet. Bis an die Zähne. Mit Festigkeit und Liebenswürdigkeit, mit Gewand- heit, Umsicht und Erfahrung. „Bitte, gnä* Frau, hier, Größe 46. Crepe-Satin, von 115 auf 59,80 heruntergefetzt." Es ist lindgrün, und di« „gnä' Frau" hatte sich fest vorgenommen, nur Grau ober Beige zu wählen, aber von 115 auf 59,801 55 Mark gespart ... Auch die kleine blonde Frau Elli wird von diesem Spartrieb überwältigt. Sie wollte ein einfaches Iumperkleid kaufen, aber das einzige, das ihr gefiel, hatte ihr eine Schnellere „direkt vor der Nase weggeschnappt. Unerhött! Aber, hier — ihre suchenden Hände erfaßen das Preisschildchen eines Spitzenkleides; 150 Mark ist durchgestrichen, blau überschrieben: 75 Mark. Und das Kleid ist ein Gedicht! Erwirb es, um es zu besitzen! Um fo mehr, als sie nicht bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit in ihrem „Lachsfarbenen" kommen kann. hen neuer* lempei«* '»arowelcrftu unJ HsKs» 'ort hi; 0* !e|nv,r6tag- " 4„n Oer neue Schotiener Kreiödirekior. Wie wir hören, ist als ÄretsblrcMor für den Kreis Schotten, als Nachfolger des In den Ruhestand getretenen Kreisdirektors Geheimrats Boeckmann, vom Innenministerium der Regie- rungsrat Dr. Iann-cheppenheim ausersehen. Seine Ernennung dürfte dieser Tage amtlich verkündet werden. Oie Schlachtungen im Gießener Schlachthof. Im Jahre 1 9 2 8 wurden in unserem Schlacht» h 0 f folgende Schlachtungen vorgenommen: Ochsen 113 (1927: 119), Bullen 31 (42), Kühe 843 (782), Iungrinder 2135 (1867), Pferde 88 (84), Schweine 12 959 (11 180), Kälber 6509 (6007), Schafe 477 (484), Ziegen 102 (94), Ziegenlämmer 5 (10), Spanferkel 8 (10), Schaflämmer 3 (1). Bornotizen. — TageskalenderfürMittwoch. Stadttheater: „Charleys Tante", 19.30 bis 22 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Berliner Revue „Drunter und Drüber". — Astoria-Lichtspiele: „Der Posträuber von Nevada". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadt- theaterbureau wird uns geschrieben: Die Aufführung von „Charleys Tante" beginnt heute um 19.30 Uhr. — Freitag, 11. Januar, geht als dieswöchige Pre- mlere Otto Ernsts „Flachsmann als Erzieher" In Szene. Es wirken mit die Damen Heß, Jüngling, Scherer und die Herren Arzdorf, Baft6, de Castro, Gareis, Gehre, Haeser, Linkmann, Ritter, Tannert, Dolck, Wesener. Bühnenbild: Karl Löffler. Spielleitung Julius Bast6. — Eine Bachfeierstunde des Organist enEmanuelNowotny findet dieses Jahr wieder im Rahmen der Volkshochschule am Donnerstag, 10. Januar, 20 Uhr, im Studentenheim, Burggraben statt. Herr Nowotny spielt geeignete Werke Bachs auf dem Klavier und gibt hierzu Erläuterungen. Siehe gestrige Anzeige. — Die Dortrags-Dereinigung schreibt uns: Der außerordentlich große Beifall, den die bekannte Rednerin Frau Emma K 0 t t - mann aus Stuttgart im vergangenen Winter mit ihrem Schwarzwald Vortrag gefunden hatte, hat die Leitung der Vortrags-Vereinigung veranlaßt, von ihrem Grundsatz, Redner nicht in aufeinanderfolgenden Jahren sprechen zu lassen, in diesem Falle Abstand zu nehmen. Die Vortragende ist eine treffliche Führerin durch unsere deutsche Heimat. Sie weih durch ihre tiefempfundenen Naturschilderungen, ergänzt durch eine große Anzahl h rvvrragcn er Aufnahmen, ihrem Dortrag eine besondere Note zu verleihen. Somit ist ein hochinteressanter Dortragsabend zu erwarten. (Siehe heutige Anzeige.) — GroßeGießenerKarneoal-Gesell- schäft. Am nächsten Sonntagnachmittaa findet zur Eröffnung der diesjährigen Karnevalsaison auf der Liebigshöhe ein großes karnevalistisches Konzert statt. Den Freunden des karnevalistischen Frohsinns sei diese Veranstaltung zum Besuche empfohlen. (Siehe heutige Anzeige.) ** Von der Licher Straße. Am Anfang der Licher Straße steht auf dem rechten Bürgersteig ein eiserner Brunnen, der vornehmlich in der wärmeren Jahreszeit zur Wasserentnahme beim Tränken der Zugtiere dient. Aber auch im Winter wird der Brunnen benutzt; das beweist die um den- selben herum befindliche glatte Eisfläche. Diese Stelle ist tagsüber bei Frostwetter schon schwer zu Värtf -L Wsg« und Enkel Hermann Familie Konrad Strack nebst Angehörigen 221V prüf' Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 10. Januar, nachmittags 3.15 Uhr, in Leihgestern statt. Aliendorf a. d. Lahn, 9. Januar 1929. O923S Donnerstag, den 10. Januar 1929, nachm. einen Ausziehtisch, zwei Sofas, drei Nah. Gewann Kuiturart qm 68179 935 471 1 5072 559 2 1884 314 3 Derm 219D 2612 5224 Acker 4 .9188 zu richten. Unkosten sich auf leiten muffen als ei als v' Braunes zu verleiben. 09225 09235 buto. in grober Wahl Bölc findet statt von Mittwoch, 9. Januar, bis Donnerstag, 17. Januar Während dieser Zeit 10% Rabatt auf alle Arti keil hi 3- Friedrich Levermann 210D Flur» Nummer Familie Familie Familie Gießen, Seltersweg 81 Bielefelder Herren-Wäsche Familie Heinrich Seipp Familie Otto Seipp Schätz.- teert Heinrich Schmidt Georg Laux Witwe Orb.» Rr. illulO >09248 Die trauernden Hinterbliebenen: Georg Seipp, Förster Familie Karl Seipp Heute morgen 11 ühr entschlief sanft nach schwerem Leiden unser lieber, unvergeßlicher Sohn, Bruder Heuchelheim, Niederbiel, den 8. Januar 1929. Die Beerdigung findet Donnerstag, 10. Jan., nachmittags 4 Uhr, vom Tranerhause Heinestr.12 aus statt. Eheleute in Gießen, K 20/28. Das Verfahren wird einstweilen ein- für den KretS Gießen. Branchekenni» inffe nichi eriorderllch. daEtnarbeilung criolot. Auch wahrend der Zeit der Etnart eitung Verdienst. Nach ctfolgter Einarbeitung werden feste Bezüge ge- mäbrt. Offert, unter k. W. D. 244 durch Rudolf Moffe, Frankfurt a. M. Masken-Anzüge und Dominos (neu oder getragen! im kaum vollendeten 6. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Maschinen, drei Chaiselongues, einen Wasch, tisch, zwei Kleiderschranfe, ein Lett, ein Oamen-Fahrrad, eine Friseurtoilette, zwei große Warenschränke, zwei Kaffenschränke, zwei Schreibtische, eine Standuhr, eine' Flurgarderobe, zwei Büfetts, eine kompl. Ladeneinrichtung, zwei Bücherschränke, eine Kredenz, eine Wanduhr, zwei Spiegel, einen Silberschrank, einen Tisch mit sechs Stühlen, drei DertikoS, einen Regulator, einen Diwan, ein Bild, 150 Fl. Likör, 73 wollene Klnderanzüge. 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Krieger-Verein Gletzev Samstag, 12. Jan^ abends 8 Uhr, tm Caf6 Leib: 55. Sliftungslest. Die Kameraden mit ihren Familienange» hörigen werden hier« zu höflichst einge- laden (f. Hess. 5tarne» rad d. 1.1. 29). Der» elnsabzetchen und Orden anlegen. Der Vorstand, Verben. Soll bießeiftungs a icberhergestellt wei fine Revision des pfeifet werden. Die [idjen Selaftui Lebende Karpfen und Schleie Grüne Heringe.....3 Pfund nur so J Prima Fettbücklinge 1 Psd. nur 45 \ebr. ges. «,«, Ludwigspl. 14 I. schmeckt Wurst und Schinken noch einmal so gut. Aber welche Nachteile hat In der Räucherung der al e gemauerte Räucherschrank, wie er zum Schaden seines Besitzers noch oft verwendet wird. Er bietet nicht genügend Schutz gegen Ungeziefer, hat selten genügend Luftzirkulation und wird leicht feucht illubA Wie schön Ist dagegen ein eiserner Fleisch-Räucher- und Aufbewahrungsapparat, den Sie hinstellen können, wo Sie wollen, in Flur, Zimmer oder Keller. 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Bahnwirtschaft Frickhofen ohne Wohnung und etwa 8000 RM. Jahresumsatz. Bahnwirtschaft Steinefrenz ohne Wohnung und etwa 6000 RM. Jahresumsatz. Der Pachtzins ist für Butzbach nach Hundertteilen der Roheinnahme (Umsatz) unter gleichzeitiger Angabe einer Jahresmindestpacht, für die übrigen vier Bahnwirtschaften mit einer festen Jahrespacht- umme zu bieten. Angebotsoordrucke mit den Bedingungen können gegen portofreie Einsendung von 2 RM. in bar vom Prä- idialbureau der Reichsbahndirektion bezogen werden; sie liegen auch dort auf Zimmer 237 zur Einsicht aus. Bei nicht auf diesen Vordruck abgegebenen Angeboten müssen die Bedingungen dieser Aus- chreibung und die allgemeinen Bedingungen für die Verpachtung der Bahnwirt- chasten ausdrücklich als bindend anerkannt ein. 214V Die Pachtgebote sind zum 28. Januar 1929, vormittag» 11 Uhr, portofrei und verschlossen mit der Aufschrift „Pachtangebot Bahnwirtschast (Name der Bahnwirt- chaft, auf die geboten wird)" an uns einzusenden. Zu der angegebenen Zeit werden die Angebote Im Zimmer 519 unseres Verwaltungsgebäudes, hier, Platz der Republik 35, in Gegenwart der erschienenen Bewerber geöffnet. Die freie Ausw'^' unter den Bietern fötale die Zurückweist amtlicher Angebote bleibt vordehall Persönliche Vorstellung nur auf Bestellung. Die Bewerbung gilt als abgelehnt, wenn bis zum 15. Februar 1929 kein Bescheid erteilt ist. Unberücksichtigte Bewerber erhalten Zeugnisse usw. nur gegen Freiumschlag mit ihrer Anschrift zurück. Deutsche Reichsbahngesellschaft. Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. 2 leere Zimmer mit Küchenben. und Zubehör z. 1. rtebr. zu vermieten. Schr. An geb. unter 09232 an den (fliefi. Anz. SIÄO tm Zentr. Glesiens zu vermieten. Schr. Angeb. unter 09236 an den Gteß. Anz. I Mietgesuche Beschlagnahmefrele 2—3 - Zimmer- Wohnung mit Küche für sofort, evtl, als Untermieter Schr. Anaeb. u.09203 an den Gieß. Anz. Geld 8 gesunden. Abznhol. neg. Jnseraigebuhr. 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ORfnatacln* LadTigilr. [ Vereine Mittwoch, 9. Januar 1929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Ei. 7 Zweites Matt {lU Die ine-t N Verschiedenes &F. «-«Sm iSlauf an ibxeny^Qter nur Hochfchulnachnchien (ein re ien rbar erei ertge Bl ötte t 2 Säl- zugeben Krimer Widert ,Wv EO r 1096 2HD nd guten üjn von dauernde Sicherung und Verbesserung der Pro- duktions- und Rentabilitätsgrundlagcn. das sind für die deutsche Wirtschaft, für Industrie und Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, Handwerk und Arbeiterschaft die allgemeinen Notwendigkeiten, aus denen alle Einzelwünsche abzuftiten sind. Nur so ist der Wiederaufstieg Deutschlands, ist stetige Wirtschaftsgründung möglich I jfy mit einem sicheren Blick für die weltwirt- “ ’ " verbinden. Jede Unter- Ausflellung. Der König sagt: „Bedankt eich scheue beim Gullusminister, daß diesmal lauter scheue Landschaften ausgestellt sind!" l5; ist nicht Wesensart des deutschen Politikers in noch viel geringerem Maße Wesensart des uIschen Wirtschaftlers, pessimistisch zu sein. Im 'Anteil, — die Führer der deutschen Wirtschaft D sich vollauf bewußt, daß es zur Ueberwindung r heutigen Wirtschastsnot allergrößter n e r g i e und eines gewissen Optimismus darf Dieser Optimismus muß auf einer gefunden :b klaren Erkenntnis fußen, er muß überlegene ttnnt* eitunO !il der iolgter ufl< I butd) 3». tiff Eisbeinessen in Tokio. . Von W. K. von Aohara. Sines Tages sagt man sich: „3um Teufel mit Seetang und rohen Fischfilets, zum Teufel mit doHypensalat und Sceohrcnragout — jetzt will ich nal ein Eisbein essen und ein Glas Bier dazu hinten!“ — Dieser Zustand kommt einem immer w4 wenigen Wochen in Japan an, selbst wenn Han zu Hause nicht dran denken würde, Eisbein a-zarühren — er kommt einew unweigerlich an, heil nach all den delikaten halbrohen und nur Iticbt angeschmorten Speisen ein Eisbein als »griff deutscher Solidität und Defftgkert er- sheint. Man begibt sich also in eines der „Ferman Style Restaurants", die es in Tokio gibt, man seiet eine Treppe hinunter, denn — wahrhaftig! - das Nestaurant liegt stilgemäh in einem der vier oder fünf Keller, die ganz Tokio aufzuweiten frit, ist gekachelt und riecht, wie sich das ge- fcet durchdringend nach Bier und Zigarren. >nrmerhin ist es eine schlanke „Resan" im him- vclblauen Kimono mit Schmetterlingsschteife, die en cm die Speisekarte vorlegt: Da gibt es Linsen- Hwe mit Speck, Sauerkraut mit Frankfurter DLrstchen, Tournedos ä la Kempinski („Kem- sim'uki" sagt der Japaner und erinnert sich trau- perisch vergangener Studientage in Deutschland) |nl — richtig! — Eisbein mit Sauerkohl. Die Ntzsan notiert: „Ein Eisubein". Denn zwei tonfonanten hintereinander kann sie nicht aus- hrcchen. Uftb ob es auch O-Dier sein dürfte, chrmwertes Bier? ^Jawohl, eine Flasche ehrenwertes Bier." „heil Es gibt Furanschisukanern und Holu- |den.“ ilnö es dauert eine Viertelstunde, bis nm „ Franziskaner" und „Holsten" verstanden sab .Weiß oder schwarz?" — denn so nennen sie irüben hell und dunkel. — Graziös in den Sn ien einknickend, rauscht sie fort, und wenn sie dieöerkvmmt, bricht sie fast zusammen unter der tast des Eisbeins, das sie mit beiden Händen auf tmer riesigen versilberten Platte hereinträgt. an die Leinwand, und durch das Wippen käme dann ihr famoser „Daumschlag" heraus. Eine sehr produktive Landschaftsmaler-Familie traf sein ganzer Haß: „Man müßte der ganzen Familie die Klauen abhacken." Von Menzel erzählte er folgende GÄchichte: Liebermann kommk mit Israels und Frau mit Menzel zusammen. Liebermann stellt vor. Menzel fragt Israels: „Sind Sie auch Maler?" Tableau. Frau Israels ist wütend." Als Liebermann zusammen mit Kalck- reuth die Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes in Dresden organisierte, bestanden zwischen ihnen gewisse Gegensätze. Kalckreuth hatte! eine Dame vorgeschlagen, Liebermann eine andere. Liebermann erklärte: „Die kratzt mir ja Re Augen aus, wenn Jbr Bild nicht gehängt wird. Die fällt mir ja tot hin!" Vor der Eröffnung der Ausstellung reiste Liebermann schleunigst ab. Er erzählte später, er hätte gleich geahnt, dah es dabei Krach geben würde, Hnd richtig, als der König im Schloß die Leiter ter Ausstellung empfing, da machte er dem Maler Kühl mit lauter Stimme Vorwürfe. Die Ausstellung wäre eine Schweinerei: das wäre keine Ausstellung, in die man seine Kinder führen könne, all die Nudi- täten usw. Kühl brach in Tränen aus. Kalckreuth bewahrte seine Haltung: er sprach gerate mit der dicken Prinzessin Mathilde, die selbst malte. Bei der nächsten Dresdner Ausstellung erschien ein Bild im Kladderadatsch: Der König Professor Dr. Friedrich J ertel in Graz , geborener Leipziger) hat den Ruf auf den Lehrstuhl der alten Geschichte in Bonn als Nachfolger des mit seinen Söhnen _unb dem Kultusminister rn der mal 500 Wre Orden vsm Goldenen Vlies Zum Gedächtnis der (Stiftung. Von Dr. Stephan Kekule von Stradonih. A bester atung. ckt». xanism, A Cat6 Leib- beu • ? ßW litth'FWait. m. Ä AU Mo,« „Nein, 10 Prozent Tip waren inbegriffen." — Hnb das ist nun wieder nicht ganz so wie in Deutschland. Neue Liebermann-Geschichten. Der Düsseldorfer Maler Helmuth Liese- gang, der kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte, ist seit seinen ersten Studienfahrten in Holland öfters mit Max Liebermann zusammengetroffen und veröffentlicht nun Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse im neuesten Heft von „Kunst und Künstler". Im Jahre 1882 trafen sie sich zuerst in einem Dörfchen in der holländischen Provinz Drenthe. Liebermann lief in Holzschuhen und in einem blauen Kittel umher, und die andern Maler hielten ihn zuerst für einen Viehhändler. Liebermann arbeitete unaufhörlich. Er malte damals an seiner „Weberstube": „Wir trafen ihn einmal Sonrrtags bei der Arbeit. Er hatte di« ganze Familie hinausgesetzt, um in Nutze das Interieur und die Webestühle malen zu können." Später waren sie dann in Katwyck on Zee zusammen. Liebermann „konnte sich gar nicht genug tun an Bewegungsstudien von der Frau, die die Ziegen zieht. Auch eine Uwmenge Zeichnungen und Studien zu den Nehflickerinnen entstanden. Er nahm mich einmal mit, und es war famos, wie er mit all den Weibern umging, obwohl sein Holländisch damals noch recht merkwürdig war. Er stand sich vorzüglich mit allen. Auf Schritt und Tritt zeichnete er kleine Landschaften, alte Häuser mit schwarzer und weißer Kreide auf grauem Papier. Ich erinnere mich, wie er uns einst Sonntags ganz früh zu einem Spaziergang nach Nordwhck abholte, er war fabelhaft amüsant, begeistert bei jeder kleinen Ecke und zeichnete fast im Gehen, was ihm auffiel. Im Altmännerhaus zu Katwyck war ihm ein Alter, den er malte oder zeichnete, plötzlich in der Nacht gestorben: da war er sehr unglücklich, denn all die Alten waren nun mißtrauisch und meinten, sie müßten auch sterben, wenn er sie malte". Don den alten Meistern war außer Rembrandt Franz Hals sein Liebling: auf einige moderne Berliner hatte er einen Haß. „Gr erzälte von einigen, die wippten mit dem Fuß gegen die Staffelei, hielten den Pinsel 6-ll die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft DcberbergeftcUt werden, so muß vor allen Dingen eine Revision des deutschen Steuersystems em- -ilcitet werden. Die Steigerung der steuerliche n Belastung, wie wir sie im heutigen vwtschland kennen, wirkt sich naturgemäß auf dem Eege der allgemeinen Unkosten auch in der P r e i s> mlaltung aus, zumal die erhöhten General- ur.toften sich auf einen kleineren Umsatz ver- Wen müssen als vor dem Kriege. Die höheren Um- fi , die die meisten deutschen Unternehmungen vor hin/ Kriege zu erzielen in der Lage waren, ließen hniels die weit geringere steuerliche Belastung nicht h dem Maße fühlbar werden, wie dies heute bei wrringerten Umsätzen und erhöhter Besteuerung der gilt ist. Eine durchgreifende Vereinfachung der mlatnten deutschen Steuergesetzgebung wird daher ntt)t nur von deutschen Steuer- und Finanzkritikern g: ordert, sondern auch von ausländischen Wirtstallsexperten und dem Reparationsagenten für pcckmäßig erachtet. 2Iu8 dem an sich wemg erfreulichen Gesamt- iidr der deutschen Gesamtwirtschaft heben sich eni ge dunkle Stellen besonders markant hervor. §ie schwierige Lage der deutschen Industrie ist Wannt. So haben z. B. die Schmalenbachschen kullachten über die deutsche Kohlen wirt- sj> a f t, die auch im Auslande große Beachtung fmlcn, klar erwiesen, mit welchen erheblichen Üealustfaktoren die deutschen Grubenbetriebe zu rchnen haben. Wesentlich verschlechtert hat sich die Lage der deutschen Eisen- und kt a h l i n d u st r i e. die angesichts der außer- vrd-mtlichen inneren Vorbelastungen in einem zum StG schon aussichtslos gewordenen Weltwirtschaft- Ikfxn Konkurrenzkampf steht. Auch in der teut- jfrrn Textilindustrie, der Leder- sowie Kr Schuh- und Stiefelindustrie finden wir eine irit isckie Lage. Im allgemeinen sind folgende Tat- Reh. Rats C. Cichorius angenommen. Der durch die Emeritierung des Geheimrats D. Körner an der Universität Rostock frei werdende Lehrstuhl für Otiatrie, Rhtnologie und Larynaoloaie ist dem außerordenllichen Professor Dr.med. Otto (Steurer an der Untoerfttät Tübingen an». geboten worden. > Sams""' A tWpJÄ i'et" Hxciflt'- sm ' habe ßtont KO Lustanßriffsgesahren und Lust- schuhmdglichletten inNeutschland. Zum Kongreß gegen den Giflgaskricg in Frankfurt am Main. Als ein Zeichen der zunehmenden Erkenntnis der hilflosen Sage Deutschlands ist der Kongreß der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit, der vom 4. bis 6. Januar in Frankfurt a. M. tagte, zu werten. Der Kongreß war eine internationale Veranstaltung, der sich mit den modernen Kriegsmethoden und mit dem notwendigen Schutz der Zivilbevölkerung im Kriegsfälle befaßte. Luft- und Gaskrieg bedrohen das bisher von feindlicher Einwirkung verschont gebliebene Hinterland. Es wurde berichtet, daß die Ausgaben für Rüstungen bei den meisten Staaten höher find als vor dem Kriege und daß die Politiker der Militärstaaten mehr denn je auf die hinter ihnen stehende militärische Macht pochen. Referenten verschiedener Länder bestätigten, daß es den Anschein habe, als ob Europa eine nochmalige blutige Auseinandersetzung nicht erspart bleiben würde. Die. Erfindung des Flugzeugs fei fast ganz militärischen Zwecken dienstbar gemacht worden. Die Luftflotte fei nach Ansicht der Militärs für den Ausgang eines zukünftigen Krieges geradezu ausschlaggebend. Die Zahl der Kampf- und Bombenflugzeuge sei heute 15 000, während nur 3000 Flugzeuge dem Sport und Verkehr dienen. 2(m meisten Flugzeuge besitze Frankreich, nämlich 3000. Die Reichweite derartiger Flugzeuge überdeckt das ganze deutsche Gebiet. Von den verschiedenen Grenzländern aus kann jede Stadt Deutschlands Aufgaben deutscher Steuerpolitik Von Or. Hermann Fischer, M. d. V., Präsidenten des Hansa-Äundes für Gewerbe, Handel und Industrie. Ein Student am Nebentisch erkundigt sich, was das sei, was der Herr da esse. Lind Wichtig, mit ernstem Gesicht erklärt sie ihm, das wäre das Nationalgericht der Doitsu-Dschin, der Menschen in Deutschland: es wären Hufe von Schweinen, nicht ganz Hufe, aber' so ungefähr, und das Zeug, das wie Seetang aussähe, wäre sauer gewordenes Gras, schmeckte aber lange nicht so wie Seetang — — Eine merkwürdige Vorstellung von Deutschland kriegt der Student. An allen Tischen sitzen junge Leute, die sich „aus Deutschland trainieren": da wird Erbsenpuree mit Zucker bestreut und mit Löffeln geschaufelt, da werden Brötchen kunstgerecht mit Gabel und Messer zerlegt, da wird aus Fingerbowls getrunken und gegurgelt, da nippt man O-Dier aus kleinen Gläsern, wie man Wein trinkt. Denn O-Dier ist ein nobles Getränk hier draußen, viel vornehmer und fortschrittlicher als Sake, der alte Reiswein. Die -Liter-Flasche einheimisches (übrigens ausgezeichnetes) Dier kostet 1,20 Mark, deutsches Dier etwa 2 Mark bis 2.50 Mark. Daneben gibt es neuerdings „rohes Dier", Fahbier, das in gläsernen Karaffen serviert wird. Vom Dier.kriegen die Japaner, die sonst Sak6 in jeder Menge vertragen können, gleich einen r oten Kopf, wiegen sich hin und her, schließen die Augen und träumen von Deutschland, von deutschem Dier und von den „wunderschönen" Mädchen vom Tauenhien und vom Day- rischen Platz. Die alten „Deutschlandroutiniers" erzählen in vorgerückter Stimmung aus ihrer Studentenzeit und lassen die Jungen Sähe auswendiglernen, wie „Sausen ist das Allerbeste", oder „Dummeln, bummeln, das ist schön", „Ich. meiner, mir mich, du, deiner, dir, dich", die man als Deutscher bei erster Bekanntschaft mit Japanern gleich stolz vorgetragen bekommt. Man bittet die Nhsan um die Rechnung: ganz wie in Deutschland werden 10 Prozent für die Bedienung erhoben: legt man aber noch ein kleines Trinkgeld hinzu, so lauft sie einem auf die Straße nach und drängt einem das Geld heftig wieder auf: Am 10. Januar 1929 wird der ehrwürdige, 1429 zu Brügge gestiftete „Toisoir-Orden", wie jeder Leser rechnungsmäßig annehmen wird. 500 Jahre bestehen. In Wirklichkeit werden es nur 499 Jahre sein, denn die vorstehende Tages- und Jahres-Ausgabe ist „alter Stil". Zu jenen Zeiten wurde tn Burgund, Flandern, Brabant, dem Hennegau das neue Jahr erst vom Karsamstag an berechnet, und tn diesem Gebiete, den späteren „Spanischen Niederlanden", ist erst 1575 der 1. Januar als Jahresbeginn eingeführt worden, ft» daß der 10. Januar 1429 in Wahrheit, nach den heutigen Begriffen, der 10. Januar 1430 gewesen ist. Sei es darum l Jedenfalls hat Philipp der Gute, Herzog von Bur- g u n d, an dem angegebenen Tage seiner Vermählung mit feiner dritten Gemahlin, der schönen Jsabeau (Isabella) von Portugal, eine geschichtlich denkwürdige Ordens grün düng oor genommen, die des Ordens vom Goldenen Vlies, französisch: „Toison d'Or" genannt. Kunstgeschichtlich deshalb von besonderer Bedeutung, weil es alsbald dauernde Hebung des burgundischen Hofes, der Großen des Landes, dann auch anderer Fürstlichkeiten usw., wurde Erzeugnisse der großen Künste, dann auch des Kunstgewerbes und des Kunsthandwerks, mit dem Abzeichen und den Sinnbildern des Ordens, dem goldenen Wid- dersell (in einem Ringe), dem schrägen Astkreuze des hl. Andreas, dem flammensprühenden Feuersteine, dem zugehörigen Feuerstahle (aus der Halskette des Ordens) zu verzieren. Das hat zum Teile damit zusammengehangen, daß der burgundische damals der prunkvollste Hof seinerzeit und für die anderen Höfe tonangebend war, und daß der Orden nachher, infolge der Vermählung der Maria von Burgund mit dem ulWIIDlhu ver. AW 9t" K-, M. 35 suche] W irtionnfl Würben ijr.Snfl. ü73 tt - fachen feststellbar: Es besteht bereits eine gewisse Hebersättigung des Dinnen- marktes, eine allzu langsame und in ihren volkswirtschaftlichen Erträgnissen stark gehemmte Entwicklung der W a r e n a u s- f u h r und eine gefährliche, weil überreichliche Heberfüllung der Lagerbe st ände. Bei der Höhe der steuerlichen Abgaben ist die Gefahr einer forcierten Abstoßung dieser Lagerbestände zwecks Ermöglichung der Steuerzahlun'en durchaus gegeben, also Zwangsverkäufe, welche die Betriebe aufs schwerste schädigen müssen. Die Notlage des gewerblichen Mittelstandes in Deutschland entspringt gleichfalls in weit höherem Maße den Irrwegen der Gesetzgebung auf wirtschastlichem, Handels-, finanz-- und steuerpolitischem Geb eie als der Hmformung des deutschen Wirtschaftss stems nach tem Kriege. Wie schwer die Belastung des gewerblichen Mittelstandes in Deutschland ist, mag daraus hervorgehen, daß die Gewerbesteuer im Jahre 1913/14 den deutschen Ländern etwa 16,2 Mill. Reichsmark einbrachte, im Jahre 1925/26 aber 82,1 Mill. Reichsmark ausgebracht werden muh- ten. Die Gemeinden bezogen aus der Gewerbesteuer im Jahre 1913/14 etwa 161,3 Millionen Reichsmark, im Jahre 1925/26 dagegen 471.0 Millionen Reichsmark. Erst die Schwächung, die durch diese rigorose Steuerpolitik dem deutschen Mittelstände zugefügt wird, hat ihn in der Bewältigung seiner neuen Aufgaben, vor die er durch die wirtschaftlichen Hmgruppierungsvor- gänge gestellt wurde, so gewaltig gehemmt. Es hieße ein entscheidendes Fundament großer Volks- und weltwirtschaftlicher Kraft bewußt zerstören, wollte-man die Steigerung der Steuerlast auf dem deutschen Mittelstände aufbauen. Hier kann also nicht der Weg zur Steuererhöhung, sondern im Gegenteil nur die Notwendigkeit eines umfassenden Steuerabbaues in Frage kommen. Aehnlich liegen die Verhältnisse in der deutschen Landwirtschaft. Die Belastung dieses Wirtschaftszweiges ist gleichfalls überaus übersteigert. So betragen z. D. die Ländererträgnisse allein In der Grund- und Gebäudesteuer im Jahre 1913/14 etwa 26,6 Millio-ren Reichsmark, im Jahre 1925/26 dagegen 328,8 Mill. Reichs- mark. Die Gemeindeerträgnisse für die gleiche Steuerart betrugen im Jahre 1913/14 etwa 378,4 Millionen Reichsmark, im Jahre 1925/26 dagegen 509,4 Millionen Reichsmark. Auch in der Landwirtschaft steht daher eine Erhöhung der steuerlichen Einnahmen aus Quellen agrar wirtschaftlicher Natur keineswegs zu erwarten. Es wird im Gegenteil sehr nachdrüÄich geprüft werden müssen, ob im Rahmen einer zielbewußten Neuorientierung des deutschen Steuersystems nicht auch erhebliche Minderungen der von der Landwirtschaft zu tragenden Lasten erforderlich sind. Angesichts der p riv a twirtschaftllchen Grund- lagen der deutschen Volkswirtschaft hat die deutsche Arbeitnehmerschaft ein ganz klares und zwingendes G em e i n s ch a f t s i n ter e s s e mit dem Unternehmertum daran, dah nicht durch eine Mißachtung des ProdukttonSfaktorS Kapital die Arbcitsrnöglichkeit der deutschen Volkswirtschaft eingeengt und die Not der Arbeitslosigkeit auf immer weitere Schichten der Bevölkerung ausgedehnt wird. Die Zusammenhänge zwlsc^n Kapital und Arbeit im Sinne einer positiven Interessen- und 5!ebensgemeinschast, in der ein ausgeglichener Aufstieg beiden größten Nutzen, einteiliger Absturz oder einseitige Zermürbung aber beiden größten Schaden zu fügen würde, dürfen von einer vernünftigen Wirtschaftsund Finanz- und Sozialpolittk, die dem Dolls- ganzen dient, nicht übersehen und auch vom Auslande sicherlich anerkannt werden. Die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der deutschen Wirtschaft tn allen ihren Gliedern, die Vorsorge für den Fall eines Konjunkturum- schwunges, wie er sich jetzt bereits am Horizont des wirtschaftlichen Geschehens abhebt, die tek S» Beucht die Hudelt- eehile Kwelmm I LraoneS Mttta verloren. Abzuges auf dem iWbw be8jßolueiami6_ a jtliche Entwicklung n u ng der Gefahren, vor denen die iiljdje Wirtschaft steht, würde höchst gefähr- ja unter Umständen verhängnisvoll fein. Ws die beutfdje Wirtschaft zu Beginn des Jahres die Bilanz des vergangenen Jahres zog, um iraus ihre Wünsche für das kommende Jahr her- ilc-iten, erkannte sie, daß die Hoffnungen, die man ir eine Verallgemeinerung des (onjuntturel- m Aufschwunges in Deutschland — eine ■"rite des englischen Bergarbeiterstreiks vom Jahre 126 — gehegt hatte, in gewissem Grade i Erfüllung gegangen waren, insofern mmlid), als sich die Lage auf dem deutschen Jn- Icnbmarfte wesentlich gefestigt hatte. Die Hoffnun- emr die die deutsche Wittschaft dagegen bezüglich nrr Neuorientierung d er deutschen ln«anz- und Sozialpolitik gehegt hatte, iwren jedoch im ft arten Maße enttäuscht erben. Eine solche Neuorientierung der deutschen und Sozialpolitik war aber Voraus- 1-tz.ung für jede Vertiefung der Koniunktur-- Dirbefferungen, da eine kontinuierliche Auswärts- knavicklung der Gesarntgrundlage der deutschen l'IIswirtschafk sich nur durch eine ständige Ver- Wterung der Produktionsanlagen herbeifuhren jtM was wiederum nur erzielbar ist, wenn die iinend-- und Sozialpolitik des Reiches den Bedurf- rtien der freien Wirtschaft gerecht wird. hierzu bedurfte es vor allen Dingen der Aus- [tnltunq aller vermeidbaren Belastungsfaktoren, W die'Widerstandskraft des deutschen Wirtschafts- Itrpers zu erhöhen. Nur so kann ja ein etwaiger jhn junkturumschwung in seinen schädlichen Wir- fonqen auf ein möglichst geringes Ausmaß reduziert bulentl- )tn itm gell' Uhr tW 1,09239 - Snz. s durch Bombengeschwader erreicht werden, die nach ihrem Zerstörungswerk unbehindert in ihre Heimat zurückfahren können. Die Befürchtung, daß bei derartigen Angriffen auch Giftgase angewen- d c t werden können, wurde bestätigt. Besonders erschreckend wirkte die Festsiellung, daß das alte militärische Gesetz, die Zivilbevölkerung nicht zum Gegenstand der Kriegsführung zu machen, nicht mehr gültig sei. Die Konferenz der Liga hat somit ergeben, daß wir von einer wirklich pazifistischen Einstellung der Weltmächte viel weiter entfernt sind als jemals vor dem Weltkriege. Es zeigt sich deutlich, daß der Fortfall der deutschen Wehrmacht zu einer hem- mungslos gewordenen imperialistischen Machtpolitik der heutigen Militärstaaten geführt hat. Wieder droht die Gefahr eines neuen Weltkonflikts, so daß wir den schon so oft enttäuschten Optimismus, daß es immer wieder gelingen wird, durch Beschlüsse und Proteste die Militärmächte zu veranlassen, den Krieg „abzuschaffen", nicht mehr aufbringen können. Unter diesen Umständen muß man erwarten, daß man auch i n Deutschland jede zweckmäßig erscheinende Maßnahme ergreifen wird, um uns oder spätere Geschlechter davor zu bewahren, solchen Angriffen schutzlos preisgegeben zu sein. Der Wettlauf zwischen Angriffsmitteln auf der einen und Schutzmöglichkeiten und Vernunft auf der anderen Seite hat begonnen. Da die Vernunft noch weit zurückliegt, sollte man dafür sorgen, daß wenigstens die Schutzmöglichkeiten voll von uns ausgeschöpft werden und daß durch einen zivilen Luftschutz, wie er im Auslände bereits besteht, die Zivilbevölkerung nach Möglichkeit von den Folgen militärischer Kriegsmaßnahmen frei gehalten wird. Ansätze zu einer solchen Organisation haben wir in dem Verein Deutscher Luftschutz E. V. in Berlin W. 35, der in einer bemerkenswerten, vom Reichsminister a. D. Dr. Kröhne verfaßten Broschüre das Problem nach seiner theoretischen und praktischen Seite ausftihrlich beleuchtet hat. Es wäre dankenswert, wenn sich die Oeffentlichkeit mit diesen I Dingen lebhafter beschäftigen würde, als sie es leider tut, denn ein jeder sollte sich klar machen, daß es hier heißt: tua res agitur! Armband verloren. Main bat ilAOMteO». Lieberbimgei »t- lob-n-ng. ÄbMc.kn Wremer. Ä duro.___ Geld Erzherzog Maximilian von Oesterreich, auf das Kaiserhaus der Habsburger überging. Im Jahre 1907 hat zu Brügge eine große kunst- geschichtliche Ausstellung, genannt „vom Gold- nen Vlies, stattgefunden, die zu einer Sehenswürdigkeit ersten Ranges wurde. Sie erstreckte sich nur auf Gegenstände aus dem Zeiträume von 1429 bis 1523, dem Todesjahr« des Königs Philipp II. von Spanien, imb füllt« trotzdem viele Säle. Geradezu fabelhafte Schätze waren dc» beieinander. Landesherrliche und fürstliche Schatzkammern, öffentliche Schausammlungen, viele einzelne Kunstsammler hatten dazu beigesteuert. Hn- zählige Oell>ildnisse von Ordensrittern, Oelge- mälde mit geschichtlichen, mit kirchlichen, mit Wap- pendarstellrmgen, Miniaturen, Handschriften, Bücher, Einbände, Kunstwebereien, -slickereien, Spitzen, Ordens abzeichen, Juwelem Schmuckstücke, Harnische, Waffen, Dildhauerarbeiten, Kunstwerks in Srzguh. Holzschnitzereien, Gegenstände aus Porzellan, Majolika, Töpferarbeiten, Schaumünzen, Geldstücke, Hrkunden, Petschafte, Siegel, graphische Darstellungen aller Art waren hier auf einige Monate vereinigt worden. Soweit alle diese Dinge nämlich mit dem Orden irgendeinen! Zusammenhang hatten oder mit dessen Abzeichen oder mit seinen Sinnbildern irgendwie verziert waren. Wenn hier besonders erwähnt wird, daß unter den Oelgemälden der vorbezeichneten Art sich schon in der angegebenen Frühzeit des Ottens Werke Don Meistern, wie ten Niederländern! Roger van ter Lehden, Jan van Eyck, Hans Memling, Hugo van der Goß, Lucas van Leyden beftnden, so kann man leicht ermessen, welche Gallerie von Meisterwerken der Malerei erst zu- sammenkäme. wenn man einmal die Bildnisse Tonntag gölte». (Mdeft is m gefttzt. ,n wiüöoruifllicfott Qualität . HMaib 75 Heinrich Kalbfleisch Aebigftrahe 71, r-eleph, M, 345 Malkursus w Ufo in bet Zeit vom 14. Januar bis J. bebuiQt für Da- I wen und Herren m ^andjchasl, Figuren u. vlchjche Malerei sowie im Kopieren alter Meister, hü. Änmelbuugen iinb spätestens bis wa 10. Januar an mH zu rillten. >»« €, Jlax Bombe, SunitniQler.Eniiiü Kreis tzlebenlovl. Herzen I Verlustig all seiner Liebe! Nicht ein« Nachdruck verboten. 40. Fortsetzung. 'M sich dahin aus. Substanz nötig durch das Einscheinen im Speie^aal. brot auf dem Zimmer Allein! Verlassen! druckte sie schon gegen Gesicht in die Kissen. herangezogen wurde. Diese harte Besteuerung wirkt daß fortgesetzt Lingrisse In die sind, weil die Belastung nicht der Vltestttte>- aller Jahrhunderts biß zur Schwelle der Gegenwart vereinigen konnte. Der Orden besteht noch heute. Phi tipp II. von Spanien hat 1559 das letzte Ordenskapitel abgehalten. 1577 dem Orden seine eigenartige Verfassung (Ernennung der neuen Ritter durch 'Wahl mit Stimmenmehrheit: strenge Prüfung des Lebenswandels der einzelnen Ritter, einschließlich des Landesherrn, in jedem Kapitel; Verweis und Ehrenstrafen für die. Tadelnswerten durch das Kapitel; fester Zusammenhalt der Ritter untereinander) genommen und ihn in einen gewöhnlichen höfischen Gunstorden verwandelt. Rach dem Erlöschen der spanischen Linie der Habsburger wurde der Orden in einen österreichischen und in einen spanischen Zweig geteilt. 2n Spanien besteht der Orben, als höchster des Landes, noch heute, in Oesterreich ist er, als staatlicher Orden, seit der Staatsumwälzung erloschen. Laune des Schicksals: das mittlerweile entthronte Haus Habsburg hat den späteren „spanischen" Zweig des Ordens vom goldenen Vlies und die späteren „spanischen" Verleihungen niemals anerkannt! Dafür kann der ritterliche König Alfonso XIII. von Spanien nun das fünf- hundertjährige Bestehen des Ordens durch pomphafte Feste begehen; er ist des Ordens Oberhaupt, und Madrid nunmehr der unbestreitbare Sitz des Ordens. Aber der alte Schatz des Ordens ist nach wie vor in Wien, jetzt Staatsbesitz des Freistaates Oesterreich! Dieser Ordensschatz, der übrigens in Wien an drei verschiedenen Stellen aufbewahrt wird, über den es mehrere wissenschaftliche Sonderveröffentlichungen gibt, da er eine große Zahl von Kunstservieren. Jeglicher Hoffnung bat. zehn Uhr das tränennaflt „Was machen Sie schon so früh hier, lieber Baron!" sagte Kommerzienrat Jankes, als er gegen sechs Uhr morgens mit dem Wagen nach der Arbeitsstätte kam, um sich zu überzeugen, wie weit die Sprengungen im Tunnelbau bereitt gediehen wa.en. Hettingens Gesichtsausdruck wurde verlegen. „Ich bin schon immer um diese Zeit hi-r, Herr Kommerzienrat." „Jeden Tag?" Ein knappes, erzwungenes Ricken. „Am Abend machen Sie auch nie mit de« anderen Schluß, habe ich mir erzählen lassen. Dann sitzen sie noch bis halb elf in die Rächt: hinein im Bureau. Wollen Sie sich mit Gewalt: zugrunde richten?" Hettingen zuckte die Achseln. „Deswegen geht man noch nicht zugrunde, Herr Kommerzienrat- Aber ich trage seit Tagen eine fürchterliche Un* ruhe in mir. Irgend etwas klappt nicht!" „Was sollte denn nicht klappen?" verwundert« sich Jankes. Joachim sah nachdenklich nach dem Gefeilt, das sich in gelber Färbung von dem stahlblauen Ton des Morgenhrmmels abhob. Eben kamen die ersten Arbeiter und holten sich ihre Geräte aus den Schuppen. Hemdärmelig stiegen sie die Höhe herauf. Punkt halb sieben Uhr begannt täglich die Sprengungen. Man war schon ein hübsches Stück in den Leib des Berges einge* drangen. Der Termin, den Hettingen bis 8UX Beendigung des Baues angesetzt hatte, konnte mühelos eingehalten werden. (Fortsetzung folgt.) kommen gedeckt wird, was letzten Endes einer Enteignung gleichkommt. Mit Sorgen sehen wir der Zukunft entgegen. Wie soll das enden, wenn die Einsicht bei unserer Reichsregierung und den Reichstagsabgeordneten, welche berufen sind, die Geschicke unseres Volkes zu leiten, nicht bald kommt? Wohl will man mit der Durchführung des Notprogramms unfern Landwirten ' helfen; aber daß sie nur einen Tropfen auf den-heißen Stein be- ümdvirWastliche Woche in Darmstadt. Ansprache des LandwirischastskammerpräsidenLen Hensel. - Eine Rede des Ministers Korell. WER. Darmstadt, 8. Jan. Seit einer Reihe von Jahren ruft die Landwirtschaftskammer anfangs Januar die hessischen Landwirte zu einem landwirtschaftlichen Vortragskursus zusammen, um den Landwirten Gelegenheit zu geben, die neuesten Erfahrungen der Landwirtschaftswifsenschaft und -Praxis durch Sachverständige zu hören und die Rutzanwendung für ihren eigenen Betrieb daraus zu ziehen. Der Präsident der Hessischen Landwirtschaftskammer, Oekonomierat Hensel, begrüßte bei der heute eröffneten diesjährigen Tagung die den großen Rummelbräu-Saal bis zum letzten Plätzchen füllende Versammlung, und besonders den erschienenen Minister für Arbeit und Wirtschaft, Korell, die Minifterialdirek- toren Hebel und Kray, die Ministerialräte Becker, Heil und Bauer, Provinzialdirektor Gebhardt, die Vorstände der Landwirtschaftsämter, der landwirtschaftlichen Fachvereine, die erschienenen Abgeordneten der verschiedenen Parteien und die zahlreichen Vertreter der Landwirtschafts-Wissenschaft, Prof. Dr. Ses- t o u s. Gießen, Geh.-Rat Wagner, Prof. Röhner, die Vertreter von Reichsbank, Reichspost und Finanzverwaltung. In seinen weiteren Ausführungen erklärte der ' Redner u. a.: Wird auch das neu angebrochene Jahr mit den gleichen Enttäuschungen für die deutsche Landwirtschaft enden, wie das verflossene und die vorhergehenden Jahre, oder darf die deutsche Landwirtschaft hoffen, daß man im Safyce 1929 ernstlich an die Behebung der Rotlage der Landwirtschaft herantritt? Rach dem Kriege haben die grenzenlosen Belastungen, die Deutschland aufgelegt wurden, dazu geführt, daß die deutsche Landwirtschaft besonders schwer Lachr Vaiarro! Roman von 3- Schneider-Foersil. Urbeberrechtsschutz Oskar Meister. Werdau t. Sa. Der Gepäckträger, welcher mit ihren beiden großen Koffern auf sie zuschritt, fühlte Mitleid mit dem schönen jungen Geschöpf, dessen elegante Reisekleidung seine Aufmerksamkeit erregte. „Sie sind gut aufgehoben im Bellevue, gnädiges Fräulein. Der Hotelwagen steht draußen, wenn Sie ihn benützen wollen?" Sie bejahte mechanisch und ging an seiner Seite nach dem blauen Auto, das noch weiter« Gäste aufnahm. Unter halboffenen Lidern starrte sie nach der Straße, die der Wagen gleich darauf hinunter» fuhr. Eben glitt er an Hettingen und Isabella Jeska vorüber, die kein Auge für jemand anderen hatten, als für sich. Eng aneinan berge- schmiegt, schritten sie unter den Bäumen, welche die Chaussee besäumten, dahin. In Marias Innerem zerbrach etwas. Ihr Blick bekam etwas unwirklich Ausdrucksloses, und die Lippen preßten sich zu einer unkenntlich schmalen Linie aufeinander. Das hatte sie nicht von ihm erwartet, das nie von ihm gedacht, daß er eine verheiratete Frau, die kaum seit sechs Wochen einen der Höch adeligen Namen Wiens trug, als Geliebte in seine Arme schloß. — Und nun war alles ohne Lüge, was man in Wien von ihm erzählte. So tief war er gesunken, um eines Weibes willen! Diese Erkenntnis verhinderte jedes andere Denken in ihr. Qualvoll zerrissen schrie ihre Seele auf, denn sie fühlte mit einer schauerlichen Gewißheit, daß sie ihn trotzdem lieben würde in alle Ewigkeit. Sogar so weit verstieg sich ihr Gehirn, so bar allen Stolzes fühlte sie sich im Momente, daß sie erwog, den Platz in seinem Herzen mit dieser Frau zu teilen, wenn er ihr dieses Anerbieten machte. Wenn sie ihn damals nicht fallengelassen hätte an dem Tage seines bittersten Leides! Rur die Anne hätte sie zu heben und ihn zu umschlingen gebraucht, dann wäre sie heute sein Weib und die andere würde nie Macht über ihn erlangt und sich in seinem Herzen eingenistet haben. Frage war sie ihm mehr wert. Ihre verweinten Augen gestatteten kein Er- Sie lieh sich das Abend- schätzen und Kostbarkeiten ersten Ranges enthält, war nach dem Weltkriege nahe daran, drm Oester- reichischen Freistaate verloren zu gehen. Das Königreich Belgien, als Rachfolgerstaat des ehemaligen Herzogtums Burgund, hatte die Auslieferung verlangt! Aus Grund umfangreicher Denkschriften mit ausführlichen Rachweisen hat die „Reparationskommission" diesen Anspruch schließlich doch zurückgewiesen. Die Geschichte der Entstehung des Ordens ist schon frühe von der Legende umrankt worden. Der „große Herzog im Westen" soll hiernach mit dem goldenen Widderfelle der blonden Locke einer Geliebten ein ewiges Denkmal haben sehen wollen! Ueberflüssig zu sagen, daß die Annahme dieses galanten Gründungsanlasses für den Herzog, der an dem gleichen Tage seiner Vermählung mit Jsabcau (Jsave'la) den Wahlspruch annahm: „Aultre n’auray Dame Isabeau tant que vivray“ („ich werde keine andre haben, als die Dame Isabeau, so lange ich lebe") eine Fabel sein muh. Aber, woher das „goldne Vlies" überhaupt als Ordensabzeichen? Ein Sinnbild aus der heidnische Sagenwelt als Abzeichen eines christlichen Ordens? Eine sinnbildliche und geheimnisvolle Bedeutung hat ihm sicher innegewohnt! War es im Hinblick auf den Kreuzzug nach dem Heiligen Lande, den Philipp der Gute in der Tat geplant hat, das Sinnbild des Argonautenzuges nach dem goldnen Widderfelle von Kolchis? War es das Widderfell des Kriegshelden Gideon aus dem Alten Testamente („Buch der Richter" VI, 37 bis 40), wie es der erste Kanzler des Ordens behauptet hat? Oder gar beides? Man weiß es nicht. Aber nicht denken! Sonst würde das wahr werden, womit der Bruder ihr immer drohte, daß sie im Jrrenhause endete. In ihrem Hotelzimmer lief sie zuerst nach den Fenstern und riß die beiden hohen Flügel auf. Sie muhte Luft haben, sonst erstickte sie. Unter ihr dehnte sich ein parkartiger Garten, der wie ein verträumtes Märchen lag. Glyzinien und Kletterrosen schwangen sich über die Mauer, und aus der Mitte eines Rondells sprangen glitzernde Wasser in ein Marmorbassin. Gelbweih flimmerte der Kies zu ihr herauf. Sie konnte nicht anders, als sich weit hinaus- neigen, um diesen Paradiesesfrieden einzusaugen. Mit einem Male schoß sie zurück. Unter ihr klang Isabellas Lachen auf. Wie eine silberne Glocke schwang es sich zu ihr empor. Der Mann an ihrer Seite blieb stehen, hob beide Hände dieses schönen Weibes an feine Wangen, dann an seine Augen und ließ hernach die Lippen darauf liegen. „Isa. ich bin sterblich verliebt in dich! Wenn dein Erzherzog das erfährt, wird er mich fordern." „Der weiß eh, was du für ein gefährlicher Mensch bist!" Die Diva machte ihre Hände frei und lachte ihn an, indem sie ihren graziösen Körper zu einer tiefen Verneigung vor ihm beugte. „Herr Doktor Fehmann und seine Frau beehren sich, den Herrn Baron Hettingen zu bitten, dah er die Patenftelle bei ihrem ersten Buben übernimmt — da ist er vorläufig noch net! Ich soll bloß derzett anfragen." „Isa! Der Hans! Mein Gott, der Hans! Wie ich ihm die Freude gönne! Selbstverständlich nehm ich an!“ „Der Richthofn hat dir selber gschriebn, hat er mir gsagt, da brauch ich dir also bloh Grüße zu bestelln. Willst sonst noch was wissn?" „Nein." Hettingen hatte es schroff, fast drohend herauS- gestoßen. Maria glitt mit einem leisen Weinen am Fenster in die Knie. Ausgelöscht aus feinem 6oi VcknisD iÄ?t6ei11 .®runt) des •l6figfeU fAeii odn Dt , wnwn Arbeit, Ar, tes äs C9 auf 6o ft* Zwecke ist ff"; und die ' &Ä31"* „Ich weih eine heimliche Stelle," summte er ih rleise vor und drückte den Arm, der eng in den seinen geschoben lag.“ „Schau den schrecklichn Menschn an!“ Sie suchte ein böses Gesicht zu machen. „Wie er singen Hütt solln, hat er piepst, wie ein Zeiseri, und jetzt kann er trillern wie eine Lrrchn!" „ Für dich! Rur für dich, kleine Schwester!" „Ich glaub's eh, du Heuchler!" Einander in. die Augen lachend, schritten sie über den Gangsteig dem Ausgange zu. Niemand hatte den jungen Herrn bemerkt, der, hinter einer Säule stehend, ihre Degrühung mit angesehen hatte. Diebow drückte sich, als das Paar an ihm Dorbcitam, rasch in eine Rische. Belustigt lachte er vor sich hin. Solch ein Duckmäuser, dieser Hettingen! Rannte Wiens berühmteste Bühnentünstlerin als Braut sein eigen und verriet kein Wort davon. Ra warte, mein Lieber! Riemand hatte aber auch die schreckerstarrte junge Dame beobachtet, die mit glanzlosen Augen zwei Wagen hinter Isabellas Abteil auf den Kies des Bahnsteiges gestiegen war. Sir vermochte kaum die grüne Leder Handtasche zu tragen, die ihr wie Blei an den Fingern hing. Mit langsam schleppendem Schritt ging sic auf einen der Träger zu und bat ihn, ihren Gepäckschein auszulösen. Aber ihre Hände zitterten derart, dah fte ihn für den Moment gar nicht zu finden vermochte. Erst nach einigem Suchen fand sie ihn zwischen Briefen und Billetts in ihrem Täschchen vor. Maria Richthofen kam sich so elend und so gottverlassen vor, dah sie Mühe hatte, die Tränen zurückzuhalten, die ihr in die Augen schossen. Herr Reichskanzler, und der Reichsregierung gegenüber die dringliche Bitte aus, in Erkenntnis der Wichtigkeit dieser Frage alle Kräfte f ü r die Behebung der Not der deutschen Landwirtschaft einzusetzen." Die deutsche Landwirtschaft dankt dem Herrn Reichspräsidenten für seine ernsten Mahnworte. Seine Ausführungen zeigen uns wieder, daß wir einen Mann an der Spitze haben, der Verständnis hat für oll seine Volksgenossen; es sind dies Worte, die wir von Regierungsseite, von so hoher Stelle in der Nachkriegszeit noch nicht gehört haben. Die Ausführungen unseres Hindenburg lassen uns wieder Hoffnung schöpfen. Minister für Arbeit und Wirtschaft Korell begrüßte die Versammlung im Namen der hessischen Regierung. Die Landesregierung sei fast außerstande, zu den von dem Vorredner angeregten großen agrarpolitischen Fragen etwas zu tun, außer durch Instruktion ihrer Bevollmächtigten in Berlin. In diesem Jahre habe die Regierung bei zwei wichtigen Attionen tatkräfttg die Interessen der Landwirtschaft vertreten; sowohl bei der Gefrierfleischfrage, wie zuletzt bei der Zuckerfrage. Hier würde der Standpunkt der Regierung sicher begrüßt werden. Die Aufgabe der Regierung sei im wesentlichen dieZusammen- arbeit mit der Landwirtschaftskammer und die Landwirtschaftspflege. Gerade deswegen sei ihm die Tagung besonders interessant. Das ZHinifterium stehe gerade in enlscyeidenden Erörterungen und Beschlüssen über die (örün- landwirtschasl im hohen Vogelsberg, voraussichtlich schon in der nächsten Woche würden Be- sprechungen mit den Landwirten und Sachverständigen an Ort und Stelle im Vogelsberg stattfinden. Er hoffe, diesem besonderen Rolgebiet der hessischen Landwirtschaft durch die Hilfe bei der Umstellung die Lage etwas erleichtern zu können. Zu gleicher Zeit fördere die Regierung nicht bloß die intensivere Herstellung der landwirtschaftlichen Produkte, sondern mit allen Mitteln die rnarktrnähige Verwendung dieser intensivierten Produktion. Er denke nicht nur an die Aktton bei den Obst- und Ge- müfcmärften, sondern sage voraus, daß. wenn die Grünlandw.rtschaft im hv.e i Vogel, b r; Li f- lich Erfolg bringe, eine marttrnähige Verw.mdung einzutreten habe, die den Erzeuger auch leben lasse. Auf diese Ausführungen wolle er sich heute beschränken. Der Minister wünschte der Tagung besten Erfolg. Oie ersten Dorträge. Hieraus sprach Prof. Dr. Hansen von der Landwirtschaftlichen Hochschule über ..Die Bedeutung dec Leistungsprüfungen mit besonderer Berücksichtigung der höhenschläge." Ausgehend von der These, daß bei den auf der Landwirtschaft liegenden Lasten nur eine Ertragssteigerung ohne Steigerung der Kosten wirksame Hilfe bringen könne, gab er einen Abriß über die verwickelten Vorgänge bei der Vererbung. Er wies unter Bekanntgabe zahlreicher interessanter Ziffern darauf hin, daß im Deutschen Reich heute durchschnittlich jede zehnte Kuh, in Preußen jede siebente Kutz kontrolliert würde, in Baden nur 0,9 Prozent, in Württemberg 0,8 Prozent und in Hessen 0,4 Prozent des Bestandes, was hier durch die zahlreichen Kleinbetriebe erklärlich werde. In den Vereinigten Staaten würden nur 1,5 Prozent der Milchkühe kontrolliert, die Mastrassen dcv- gegen überhaupt nicht. Die Durchschnittserträge an Milch in Deutschland lägen über den amerikanischen ; auch bei uns seien die viel besprochenen Rekorderträge einzelner Tiere nahezu erreicht. Der durchschnittliche Ertrag bei uns für Riede- rungskühe sei 2300 Kilogramm, bei Höhenkühen 1800 Kilogramm. Der Redner ist der Ansicht, daß man auch in Hessen an den heutigen Viehschlägen fest halten solle. Wir müßten von der ausländischen Zuchteinfuhr loskommen und aus eigenem Schlag heraus züchten. Unter Vorführung zahlreicher Lichtbilder beantwortete Oberlandwirtschaftsrat Weiß- Stuttgart die Frage: „welche Maßnahmen müssen auf dem Gebiete des Acker- und Pflanzenbaues In der heutigen Zelt der Krisis ergriffen werden?“ Tic Hoffnungen anf Sei ftthi.fc dürften nicht üb r- tneben werden. Besitzz rfplitterung, Mängel in der bäuerlichen Schulung, das Vorhandensein großer entwässerungsbedürftiger Flächen (etwa 10 Millionen Hektar in Deutschland) stehen vielen deutet, darüber dürfte man sich jetzt auch in weiteren Kreisen der Bevölkerung klar sein. Die ungeheure Not der Landwirtschaft zeigen die vielen Anträge, welche im Reichstag von unfern Reichsboten gestellt werden, zeigte die große landwirtschaftliche Debatte, die fast zwei Tage dauerte. Mit Bedauern müssen wir jedoch feststellen, daß diese Debatte fast vor leeren Bänken stattfand. Unsere Volksvertreter müssen dafür sorgen, daß die Erzeugnisse der deutschen Landwirtschaft in Deutschland zu rentablen Preisen von dem deutschen Volke aufgenommen und nicht die ausländischen Waren bevorzugt werden. Die diesjährige Ernte ist von so hervorragender Qualität, daß kein Grund vorhanden ist, die Auslandware zu bevorzugen. Was müssen wir aber feststellen? Unsere Großmühlen vermahlen fast nur ausländisches Getreide, und unser heimisc!)es gutes Getreide findet keine Abnehmer, und wenn, dann nur unter den Ge- stehungspreifen. Während wir mit dem heimischen Zucker nicht wissen wohin, wird unfern Winzern ausländischer Zucker zugeführt, welcher nur deshalb billiger geliefert werden kann, weil die ausländischen Staaten vielfach hohe Ausfuhrprämien gewähren. Auf der letzten Iahrestagung des Deutschen Industrie- und Handelstages ist der Satz geprägt worden: „Die Ackerkrume ist der wertvollste deutsche Rohstoff.“ Dies Bekenntnis zur deutschen Scholle, gesprochen von Vertretern der deutschen Industrie und des Handels, ist ein erfreuliches Zeichen für das wieder erwachende G e m e i n s ch oft s g e f ü h l der schaffenden Stände. Mit wenig Zuversicht treten wir das neue Jahr an. Am Rheine stehen noch die fremden Militärmächte. Unser Hessen- l a n d ist dadurch besonders hart betroffen. Die Dawes-Lasten drücken uns zu Boden und machen "uns zu Sklaven der Siegerstaaten. Die Ausführungen tn dem Bericht des Reparationsagenten find für uns niederschmetternd und entsprechen nicht den Tatsachen. Unter diesen Aussichten werden sich wohl die Landwirte und die Berussstände der Wirtschaft die Frage vorlegen: Wie wird das enden? Nur ein Hoffnungsstrahl ist in das Grau des Alltags gefallen. Unser hochverehrter Herr Reichspräsident v. H i n d e n b u rg hat bei dem Neujahrsempfang ausgeführt: „Ein lebenswichtiger Zweig unserer Volkswirtschaft leidet ganz besonders, die Can d- wirtschaft, namentlich im östlichen Deutschland. Ihr wieder aufzuhelfen und sie wieder in die Lage zu setzen, ihre Aufgaben zu erfüllen, wird eines der nächsten Probleme (ein. Deshalb spreche ich Ihnen, Selbsthilfemaßnahmen entgegen. RichkigeEin- teilung der Kulturpflanzen nach Arbeitsaufwand und Klimaansprüchen. Ertragssteigerung durch guteUntergrundlockerung mii den verschiedenen Pflüg n, Benutzung rationeller Dung- und Jauche st ätten könnten sehr viel Nutzen bringen. Leider sei eine eingehende Auswertung der erst wenigen Versuche mit Künstdüngermittel noch nicht möglich; man müsse daher nach den Grundsätzen des Allmeisters der Düngerlehre, Professor Wagner, hinsichtlich der Volldüngung handeln. Einen Ausweg bieten Untersuchungen das Bodens auf Kall und Bodenreaktion. Die Sortenvereinheitlichung beim G etreide fei mit eine- der wichtigsten Mittel zur Absatzsteigerung; die wirksamen ilnfcautDcrtilgurjgmirtel verdienten viel größere Anwendung. Me Anlegung von Gemeindesaatgutäckern und die Rei- nrgungsanlage dienten besonders der Der- kaufsverwertung und der Standardisierung. Der Beweis fei erbracht, daß wir Sorten haben, die es mit jeder Auslandware aufnehmen tonnen. Eine Hoffnung bleibe eine rationelle Grünland- wirtschoft. Damit waren die Vormrttagsveranstallungen beendet. Oie Nachmittagsveranstaltungen. Der Landesverband der Hessischen Geflügelzuchtvereine hielt um 2 Uhr im Fürstensaal eine gut besuchte Tagung ab, der auch Minister Korell und zahlreiche Abgeordnete beiwohnten.Dr. Lang vom Landwirtschaftlichen Institut der Universität Gießen sprach über „Ziele und Aufgaben der hessischen Geflügelzuch t", um mitzuarbeiten, die ausländische Eiereinfuhr von jährlich über 300 Millionen Mark einzudämmen und überflüssig zu machen. In der Aussprache, an der sich Minister Korell, Lehrer D r o h m e, Darmstadt, Dr. Ziegenbein, Mainz, und andere beteiligten, kam zum Ausdruck, daß man auch in Hessen zu einer Verringerung der Geflügel- , sorten und zur Schaffung von Zuchtzen - tren zur Versorgung der kleineren Züchter mit Edelzuchtvieh kommen müsse. Gleichzeitig fand im Rummelbräu-Saal die ordentliche Hauptversammlung des Verein- zur Förderung der Grünlandwirtschaft in Hessen und Rachbargebieten statt. Rach Erledigung der satzungsgemähen VereinS- angelegenheiten referierte Regierungsrat Küchle r , München, über „Neuzeitliche Ernteverfahren im Futterbau“. Abends gegen 5 Uhr fand im Saale bei Rummelbräus die Versammlung der S i I o - 3 n * tereffenten statt. Rach einem eingehenden Bericht über den Stand der Silowirtschaft in Hessen, der einen guten Einblick in die Verhältnisse gab, folgten Vorschläge für eine planmäßige Förderung der Silowirt- s ch a f t i n H e s s e n. In Hessen bestehen zur Zeit 14 fertige Silos, etwa 4 sind im Bau und 5 bis 10 Silos projektiert. In der anschließenden Aussprache wurden noch einzelne Ergebnisse der praftischen Arbeit behandelt. Dank der Einsicht der versammelten Interessenten konnte man sofort, ähnlich wie in Ostpreußen. Sachsen und Bayern, zur Gründung eines Siloringes für Hessen schreiten. Als Vorsitzender wurde der Erbauer des ersten Silos in Hessen, Raaber , Mönchhof, zum stellvertretenden Vorsitzenden Landwirt Johann liefert II. in Ittenbach (Odenwald) gewählt. Bahnhofsbeschwerde« in Großen-Linden. Wie eö von der anderen Leite anssieht! Aus Leihgestern geht uns unter obiger Ueberfchrift die nachstehende Zuschrift zu: 3m „Gießener Anzeiger" vom 3. Januar 1929 (Nr. 2, 2. Blatt) findet sich ein Schriftsatz au» Großen-Linden: „Bahnhofsbeschwerden in Großen-Linde n". Darin wird an mehreren Stellen Leihgestern erwähnt, und zwar in nichl den Tatsachen entsprechender Weise. Darum sei ge- stattet, die Angelegenheit einmal so darzuftellen, wie sie der Wirklichkeit entspricht. Der Bahnhof Großen-Linden liegt in der Gemarkung Leihgestern. So kommt es. daß fast alles, was der Reisende von dem Bahnhof aus sieht, die Industrieanlage links und recht» des Bahnkörpers, das Dorf mit dem nach Ansicht von Autoritäten „schönsten Kirchturm Oberhefsens, die schmucken Arbeiterhäuser am Walde, zu Leih- kfestj ^Sieben ®er EdMlc'Ü W. pJaebi ? l erlenM WU hen dcnn tr W» &h verkehrA jhren, werden dl» SSW ” W und'^ gißen, fine M sinungsort. Men noch/ Wn wird empfoh« Weisenden von M' Wien. Er wirb ft Ifeine großen Vpfe rh Mrklichteil IM M LchnflW Hie sind des Echu Hern sich, MNN v Ml, und schrump gestern dreht t Ber Leihgestemr i »eihgesternhotme Wie Bataillone 0n Iütig aus aus öe interlandes. Ist < I„bekannt, daß im ndustriegemeinden esonders in der Ri echgestern geht? Ü »als Gelegenheit, i signissen", wenn £ I nö Steinberg gesi iwr Seite des Bat d e 6000 Bewohnei Linden können keil feil der Berkehr d knien auf direktem Und nun noch di Hing die Betrie [frage ist unbedin; Die Reisenden aud Wicht mehr an eine wo Schranken sich tnfen. Cs ist also hen verursacheni mach kurz vor dem Überschreiten. l)oß die vorgeseh (jna des Problems i W Äsung wäre Ms die Entwidiur kommende Bahnhc 'korpers gelegt w k chassen würde. 5 I all gesagt sein, d I chkimmsten Schäi llanst Erleichtern staben das Bertra Frankfurt die nac funöenen Aenderu • - Ulf Ofen, tourte. MH Ge- irl sich schnell in die Neuerung finden und ihre erteile erkennen. Denn der Verkehr wird sich i a-ller abwickeln, weil jeder ankommende Reisende zu beseitigen. =Gründer Domkapitular Prälat Semmerer t- !ig. Ende Mainzer Radeberg i.Sa. geboren; — 1871: die Dichterin Enrica von Handel Mazzetti in Wien geboren Oberheffen. Landkreis Gießen. Lollar. 8. Jan. Eine öffentliche k l u b ließ dem —---------- ~ . hier in Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen im I o g d f ch u tz ein D i p l o m mit Ehrengabe Fraglichkeiten ist. Hub nun sollen die von Großen-Linden als Mißstände" vorgebrachten Zustände ins Licht gestellt ii> geprüft werden: Durch das Aufstellen eines Automaten werden ute Schwierigkeiten entstehen, wenn auch die iubbcDotterung heute „gewohnheitsmäßig die Karam Schalter holt". Die resolute Landbevölkerung gebrochen und hier Werkzeug (Stemmeisen. Zana» usw.) gestohlen, das anscheinend bei der Tat ut Dannenrod Verwendung gefunden hat. Hinsichtlich des oder der Täter bestehen gewiss« Bev- mutungen, doch fehlen bis jetzt noch sichere An* Hallspunkte. Di« Nachforschungen lind eifrig tat lomtapitel berufen. Daten für Donnerstag. 10. Januar. 1797: die Dichterin A. von Droste-Hülshosf auf tulshoff bei Münster i. W. geboren; — 1858: der jarikoturenzeichner und Satiriker Heinrich Simmel in schähung erfreut. + Groß-Eichen, 7. Ian. Zum erstem Male im neuen Jahre trat gestern die Kirchengemeindevertretung zusammen. Der vom Kirchenvorstand aufgestellte und angenommene Voranschlag für 1929 wurde durchgesprochen und in allen Teilen auch von der Kirchen- gemeindevertretung angenommen. Der erste -teil des Voranschlags schließt ab mit 2052,99 Mark in Einnahme und Ausgabe; der -werte Terl mit 1828,32 Mark In Einnahme und Ausgabe. Da die Kirchspielgemeinden durch den Pfarrhausneubau finanziell sehr stark in Anspruch genommen sind, wurde bei der Aufstellung des Voranschlags äußerste Sparsamkeit angewandt. Der Fehlbetrag in Höhe von 1805,79 Mark (im Vorjahre 1826,38 Mark) wird von den beiden Kirchspielgemeinden aufgebracht (Groß-Eichen 4/s und Klein-Eichen V» des Betrags). Das Kirchen- und Pfarrvermögen ist infolge der Inflation sehr gering. Die bis jetzt aufgewerteten Kirchen- kapitalien betragen 45,62 Mark, die auf gewerteten Pfarrbesoldungskapit allen nebst Neueinlagen 346,15 Mark. Viel mehr ist auch durch weitere Aufwertung nicht zu erwarten. Die Kirchenrechnung für das Rechnungsjahr 1927 schloß im ersten Teile ab mit 1974,57 Mark in Einnahme und 1841,30 Mark in Ausgabe, so daß ein Rest von 133,27 Mark verbleibt. Der zweite Teil schloß ab mit 1774,14 Mark in Einnahme und Ausgabe. Kapitalschulden bestehen nicht. Den zweiten Punkt der Tagesordnung bildete der Bericht des Kirchenvorstandes an die Kirchengemeindevertretung über den kirchlichen und sittlichen Zustand der Kirchengemeinde im Jahre 1928, der vom Vorsitzenden vorgetragen wurde. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a. d.Ohm, 8.2km. In der Nacht zum 5. Januar wurde in dem Nachbarorte Dannenrod ein dreister Einbruch in das Amtszimmer des Bürgermeisters verübt. Der oder di« Einbrecher drangen nach Oeffnung eines Kellerfensters in daS HauS ein, suchten hier das Amtszimmer des Bürgermeisters auf, wo die Schränke geöffnet und zwei Diensb- siegel, 10 volle In validen karten, etwas Kleingeld und ein getragener Lodenmantel enttoenoet wurden. Den Rückweg traten der oder die Einbrecher durch eine von innen geöffnete Kellertür an. In der gleichen Nacht wurde auch in der Arbeiterkolonie Neu-Ulrichstein ein* DSN. Mainz, 7.Jan. Domkapitular Prälat semmerer ist gestern abend nach 14tägigem irantenlager im 76. Lebensjahr gestorben. Dom- 'ipitular Kemmerer war 1853 in Seligenstadt ge- tonn, wurde 1887 in Speyer zum Priester geweiht mb war dann als Kaplan in Heppenheim, als Re- himslehrer in Worms sowie als Pfarrer in Hirschhorn, Gau-Bickelheim und Dieburg tätir zc-*- PLI wurde er als Pfarrer und Dekan ins f »efttrn gehört. Ortsfremden ist es darum nicht zu tciibeln, wenn sie meinen, hier Großen-Linden vor 14) zu haben. Dorf Leihgestern und Bahnhof wirken $ Einheit. Früher lag der Bahnhof sogar auf der fiihgefterncr Seite des Bahnkörpers, dicht an der »rkehrsreichen Straße. „Wie" und „Warum" es |mi, daß er jetzt versteckt und abseits vom Verkehr ßqt so daß man von der Straße aus nur seine tbortanlagen bewundern kann, darüber soll heute ch- geschrieben werden, obgleich es ein lehrreiches jpitel nachbargemeindlicher Verkehrs- und Steuer- iitlif und zugleich die Ursache aller jetzigen Un zugehen. p Lich, 8. Jan. Der Marktplan der Stadt Lich für das laufende Jahr sieht di« Abhaltung folgender Märkte vor: Fastnachtsmarkt am 11. Februar als Schaf-, Schweine- und Krämermarkt; Ostermarkt am 2. April als Schweine- und Krämermarkt. Pfingstmarkt am 21. Mai als Ziegen-, Lämmer-. Schweine- und Krämermarkt, Ziegenschau mit Prämierung; Sommermarkt am 15. Juli als Prämienmarkt für Rindvieh, Bullen- und Schafbockauktion, Schweine- und Krämermarkt; Kirhwe hmarkt am 30. September als Schweine- und Krämermarkt; Weihnachtsmarkt am 16. Dezember als Schweine- und Krämermarkt. — Nach einem Beschluß der städtischen Marktkornmisßon soll mit dem Sommermarkt eine Lotterie und mit einem späteren Markt eine gewerbliche Au s - st e 11 u n g verbunden werden. — Die hiesigen gewerblichen Betriebe, wie Brauereien und Metzgereien, haben dieser Tage wieder in verstärktem Maße mit dem Eismachen begonnen. Für die Arbeiter und kleineren Landwirte bedeutet diese Tätigkeit eine willkommene Einnahmequelle. Kreis Friedberg. ± Friedberg, 8. Ian. Der kommunistische Stadtverordnete Beutel hat sein Mandat niedergelegt. — Pros. Keller von der hiesigen Aufbauschule, durch seine Tätigkeit aus dem Gebiete der Volksbildungsbestrebungen in ganz Hessen bekannt, ist zum Dberftubienrat ernannt worden. Sonderfürsorge kiberussüblicherArbeltslosigkeit vom Arbeitsamt Gießen wird uns getrieben: , Auf Grund des am 2. Dezember 1928 in Kraft xtietenen Gesetzes über eine Sonder für- svige bei berufsüblicher Arbeits- ldfigkeit scheiden all« vom Gesetz erfaßten, an 2. Dezem. er 1928 in Unterstützung ge- sa denen oder von da ab in Unterstützung ge- b-nmenen Arbeitnehmer aus, nachdem sie sechs Dvchen lang während der Dauer der berufsüö- kch-en Arbeitslosigkeit versichern ngs- «Äßige Arbeitslosenunterstützung k-pgen haben, sofern der Anspruch auf diese lliuerftütjung nicht gemäß § 99 des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenrersiche- rimg schon früher erschöpft ist. Die von dem Gesetz betroffenen Arbeitnehmer kirnen jedoch nach Ablauf der 6 Wochen den Öimrag auf S on de rs ü r s o r g e stellen. Zu «efem Zwecke ist ein vom Arbeitsamt über die tzüirgermeistcrei erhältliches Formular auszu- | ©taufenberg, 8.Ian. Der Zweigver- ein „Lumdata 1" des B. H. C. hielt am Samstag hier auf der Burg bei seinem Mitglied Gastwirt B i e r a u seine Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende E b e r l e gab zunächst einen Bericht über das abgelaufene Vereinszahr. Der Verein, der im 6. Jahre seines Bestehens stand, zählte zu Beginn des Jahres 32 Mitglieder, am Ende 37. Allmonatlich fand ci. e Wanderung und eine Monatsversammlung statt. Während letztere durchgängig gut besucht waren, ließ die Beteiligung an ersteren vielfach zu wünschen übrig. Die Wanderungen führten zunächst in die engere Umgebung. Jrn September wurde der Zweigverein Hanau besucht als Erwiderung seines vorjährigen Besuchs beim hiesigen Zweigverein. Ferner war dieser bei der Haupttagung des Gesamtverems in Nidda, sowie bei der Jugendtagung in Büdingen vertreten. An eigenen Veranstaltungen sind zu erwähnen das Stiftungsfest und der Nikolausabend, die beide einen sehr guten Verlauf nahmen. Nach der Rechnungsablage und Festlegung des Arbeitsplans für das kommende Jahr schritt man zur Vorstandswahl. Da der seitherige Vorsitzende wegen Arbeitsüberhäufung die Annahme jedes Vereinsamtes ablehnte, wurde zum 1. Vorsitzenden D.-H.-C.-Bruder Pauly (Mainzlar) gewählt. Weiter wurden gewahll Erb Daubringen, 2. Vorsitzender; Schäfer, Collar, Schriftführerin; Leid, Mainzlar, Rechnerin; Müller, Mainzlar, Wanderwart; G r ö l z, Mainzlar, und B r a u n , Daubringen, Beisitzer. " " ' q, 8. Jan. Der HessischeIagd- Gendarmeriemeister F o r n o f f von m mein der atssitzung sand gestern abend statt. Eine ausgedehnte Ausiprache entspann sich über den Verlaus eines Weges an die Bu - derusschcn Eisenwerce. Ein Grundbesitzer, der bis jetzt mit der Werksleitung über den Verkauf seines Daumstückes nicht zum Abschluß gekommen ist, hak gegen die Abtretung Einspruch erhoben mit dem Hinweis, daß der von der Firma anzulegende Ersatzweg an der Längsseite seines Daumstückes vorbeiführen soll und seine Bäume dadurch der Gefahr des Beraubens stark ausgesetzt würden, so daß für ihn ein Schaden bei der in Aussicht genommenen Regelung entstünde. Die Anlegung des Ersahweges wird jedoch hinfällig, wenn der Verkauf dieses Grundstückes zustande Kirne. Da beider eits grundsätzliche Bereitwilligkeit zum An- bzw. Verkauf besteht (es liegt eine gegenseitige Ansicht in der Bewertung der Bäume vor), beschloß der Gemeinderat, di« Mitglieder Keller und Hofmann mit der Vermittlung zu einer Einigung zu beauftragen. — Der Gemeinderat hat sich in einer früheren Sitzung zur pachtweisen Abgabe eines etwa 2500 Quadratmeter großen Gelände st ückes am Lollarer Kopf zum Zweck der Ausbeutung nach Dafaltsteinen bereit erklärt. Ein von dem Bürgermeister ausgestellter Pachtvertragtentwurf fand heute mit geringen Aenderungen Annahme. Danach verpachtet die Gemeinde Lollar an den Bauunternehmer Jost Lern wer (Lollar), oder dessen Rechtsnachfolger, einen etwa 10 bis 12 Meter breiten Geländestreifen, höchstens jedoch 2500 Quadratmeter, zum Preise von 4 Mk. für den Quadratmeter, zahlbar nach Genehmigung des Vertrages durch die Aufsichtsbehörde, jedoch vor Beginn der Ausbeutung. Der Pächter hat auf seine Kosten einen Lageplan von dem Der- messungsamt Gießen anfertigen, das Gelände vermessen und aussteinen zu lassen. Die Pachtzeit beträgt 20 Jahre, endigend am 31. Dezember 1948, zu welchem Zeitpunkt das Gelände _ in schuttfreiem Zustande an die Gemeinde zurückzugeben ist. Die Neuanlage oder die Verlegung vorhandener Wege hat der Pächter gleichfalls entsprechend den Anordnungen der Forstbehörde durchzuführen. — Für die Holzhauerei im G e m e i n d e w a l d hat sich auf erstmalige Aufforderung niemand gemeldet. Nachträglich haben sich drei Einwohner gemeldet, die bei Zahlung eines 50prozentigen Zuschlages zu den Tarifsätzen unter Hinzuziehung von Holzhauern aus Staufenberg die Arbeit übernehmen wollen. Der Gemeinderat beauftragte den Bürgerme.ster, im Einvernehmen mit der Forstbehörde die baldige und bestmöglichste Vergebung der Holzhauerei I zu veranlassen. — 3m Dau gebiet „QI u f ö e m Stein" hat sich entgegen arten Erwartungen sehr viel Grundwasser eingestellt; die Keller sind mit Wasser ungefüllt. Der Gemeinderat erkannte die Dringlichkeit einer Maßnahme zur Entwässerung des Baugebietes an. Der Bürgermeister wurde mit der umgehenden Einziehung und Vorlage eines Planes zur Anlegung einer Kanalisierung beauftragt. Der Gemeinderat wünschte dabei die gleichzeitige Ausdehnung au den Strahenzug der oberen Hauptstraße bis zur Bahnüberführung der Strecke Lollar—Grünberg, um die dort bestehenden Mißstände, die in dem Vorhandensein der offenen Straßengräben liegen. i] sofort selbst bedienen kann und nicht auf den ost ^rwärts beschäftigten Beamten zu warten echt. So wird es kommen, daß am Schalter nicht hr lange Schlangen anstehen. Das wird besonders ni Arbeiter, der Zeitkarten lösen will, zugute fom= en, denn er wird schneller abgefertigt. Euch Verkehrsgäste, die über Gießen hinaus- hien, werden durch Einrichtung eines Automaten iw- Nachtelle haben. Sie löfen eine Karte bis iehen und im Zuge auf die bequemste Art, im itz-n, eine Nachlösekarte nach ihrem Bestim- pu«gsort. Neiden noch die Reisenden 2. Klasse. (Interessen- | m wird empfohlen, sich die betreffende Zahl der älenden von maßgebender Stelle Mitteilen zu :ifen. Er wird staunen!) Auch von ihnen werden litte großen Opfer verlangt, denn die Umwege sind I , Wirklichkeit im äußersten Falle halb so groß, wie n Schriftsätze angegeben. Uebcrhaupt die Zahlen, i lind des Schreibers schwache Seite. Sie vergrö- ?ry sich, wenn von Großen-Linden die Rede t, und schrumpfen ein, wenn es sich um Leih- S ß! e r n dreht. Er läßt kaltblütig den sechsten Teil r Leihgcsterner vom Erdboden verschwinden, denn ihgestern hat nicht 1600, sondern 1805 Einwohner; fr? Bataillone Großen-Lindens aber füllt er groß- lütig auf aus den unerschöpflichen Reserven des tiiilerlanbes. Ist es denn in Großen-Linden ganz libefannt, daß im „Hinterland" Leihgestern große tziöustriegemeinden liegen, deren Personenverkehr fr:|onbers in ber Richtung Butzbach—Frankfurt über .Ihgestern geht? Hatte benn der Verfasser noch nie» lal 5 Gelegenheit, ben Verkehr bei „befonberen Erlassen", wenn Feste in Leihgestern, Watzenborn lib Steinberg gefeiert würben, auf ber Leihgester- itr Seite bes Bahnhofs zu beobachten? Wahrlich, ik 6000 Bewohner bes Hinterlandes von Großen- Luden können keinen Eindruck machen, besonders kit ber Verkehr burch Einrichtung ber Postauto- liiien auf direktem Wege nach Gteßen geleitet ist. Unb nun noch die Frage, ob die geplante Aende- limg die Betriebssicherheit erhöht? Diese tztuoe ist unbedingt zu bejahen. Zwar überschreiten L- Reisenden auch jetzt noch den Bahnkörper, aber ncht mehr an einer ungeschützten Stelle, sondern da, io Schranken sich schützend vor den Unvorsichtigen inten. Es ist also in Zukunft nicht mehr das Ent- Uen verursachende Bild zu sehen, daß Reisende i'H kurz vor dem heranbrausenden Zug die Gleise i rjdgreiten. Daß die vorgesehene Neuordnung keine ideale Colima des Problems bedeutet, ist eine Tatsache^ Eine si'che Cöfung wäre nur denkbar, wenn mit Rücksicht (luf die Entwicklungsmöglichkeit des Bahnhofs, der km inende Bahnhof auf die östliche Seite des Bahn- brpers gelegt und dabei eine Unterführung ge- |d)]-ffen würde. Doch das ist Zukunftarbeit. Heute 11 gesagt sein, daß die geplanten Neuerungen die schlimmsten Schäden ausmerzen unb für die Zu» liaft Erleichterungen und Fortschritte bringen. Wir fib tt ßtfaucr des ersten LiÄ t r WM zum Hw* cn Landwirt Johann bad) (Odenwcüdj gcvK »fsbeschwerbe« ^tzen-llnöen. r anderen Leite aiissiehl! tern geht uns unter obl? >" Äj .in Qi)* • -u Aftern Sö WMltt m mehr fein 4 Bad-Nauheim, 8.Ian. In der gestrigen ) Vorsitzenden zwölf treue Mitglieder des Vereins, die Sitzung der Verkehrskommifiion stand die I diesem über 25 Jahre angehören, zu Ehrenmrt- Frage des Fortbestehens dieser Einrichtung, gliedern ernennen. Es sind dies: 3ohs. Ober« die nun über 25 Iayre erfolgreich für Stadt unb heim, Ludw. Freymann, Karl Gerlach V., Bad gearbeitet hat, auf der Tagesordnung. Die Herm. R u l l m a n n , Bernh. B a u e r, Karl R u l l- von Notar Stahl geleitete Versammlung beschäf- mann, Wilhelm Diehl, Wilhelm Wies n e r, tigte sich in längerer Aussprache mit dem Gegen- Richard Ziegler, Ludwig Stieb eling, Will), tand und mit dem im Zusammenhang damit stehen- Jäger und Karl Bieter. Zu der anschließenden den Vorschlag der Vereinigung des Einzel- I Verlosung hatten Mitglieder und Freunde des Ver- Handels, einen Kurverein nach Kissinger eins zahlreiche Gegenstände gestiftet. fillen. Die Ausfüllung dieses Formulars hat im eigenem Interesse der Arbeitnehmer ganz g e w i s - em haft und wahrheitsgemäß zuer- )[gen, und die Angaben sind in allen Fällen Ioei den Bürgermeistern zu beglaubigen, kevußt falsche Angaben, oder auch nur fahr- islig falsche Angaben ziehen strafrechtliche Der- l^ung nach sich. Da die Aimaben auch noch u»ch besondere Revisoren nachgeprüst werden, t peinlichste Genauigkeit der wahrheitsgemäßen Angaben erforderlich, um sich keiner Bestrafung uszusetzen. Es ist also bei der Ausfüllung des 5»:rnulars größte Vorsicht geboten. niotSe;'® g* zu ”9“’se K k r' •ft;'. E i I I LUDWIG ft- 1 ■ .W* ... V I Vvt5Ai''*' Kreis Lauterbach. 5 Schlitz, 8. Jan. Auf einer Versammlung des Kreisvereins Lauterbach des e f | i schen L a n d g e m e i n d e t a ge s, die unter dem Vorsitz unseres Bürgermeisters Dr. N i e p o t h stattsand, hielt Regierungsbaurat Steinbach vom Kulturbauamt Gießen einen hochinteressanten Vortrag „Neuzeitliche Wasserverjorgun g". Der Redner begründete u. a. sehr überzeugend, daß Pumpwerke mit kurzer Leitung in vielen Fällen rentabler seien als Freifalleitungen mit langer Rohrleitung. — Eine Treibjagd auf Wildsauen im Revier Rimbach brachte am Freitag fünf der lästigen Schwarzkittel zur Strecke. la. A n g e r s b a ch, 8. Ian. Seit einigen Jahren beschäftigt sich unsere Gemeinde mit dem Plan des Baues einer Wasserleitung. Anfänglich glaubte man, rechts der Straße nach Landenhauscn zu, eine ergiebige Quelle gefunden zu haben, aber dieser Plan hat sich zerschlagen. Nunmehr hat die Gemeinde in den sog. Struthwiesen schürfen lassen, und dort ist auch genügend Wasser oorgefunden worden. Die Quelle liefert vier Sekundenliter Wasser, während knapp die Hälfte für den Bedarf ausreicht. Außerdem bietet die Quelle durch ihre Lage den großen Vorteil, daß die Leitung mit Freilauf gebaut werden kann. Die .Kosten sind vorläufig auf 160 000 Mark veranschlagt. lieber den Beginn des Baues ist ein Beschluß noch nicht gefaßt worden. Starkenburg. WSA. Waldmichelbach. 8. Ian. Der allen Odenwaldtoanderern bekannte Audi-Wün- zer-Turm auf dein Schimmelberg bei Waldmichclbach, der vor längerer Zeit wegen Baufälligkeit abgerissen werden mußte, wirb in diesem Jahre neu erstehen. Der Turm wird diesmal ganz in Stein erstellt werden. Meinheffen. WSN. Mainz, 8. Ian. Mitte Dezember war über die Veruntreuungen des Verwaltungsinspektors Karl Klotz von der Städtischen Sparkasse berichtet worden, der am 6. Dezember, nachdem er die eingelaufenen Tageseinnahmen in Höhe von 11 600 Mark an fick genommen hatte, floh. Nunmehr ist von der städtischen Rechnungsprüfungskommission vor einigen Tagen eine Summe von 2 9 0 0 0 Mark als ve'runtreut festgestellt worden. Damit ist die Untersuchung aber noch nicht abgeschlossen, sondern sie geht weiter, und es ist damit zu rechnen, daß der Fehlbetrag sich im Laufe der weiteren Untersuchung noch erhöht. Preußen. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 8. 3an. 3n der heutigem Vollversammlung der Frankfurter Industrie- und Handelskammer fand eine Ehrung zweier verdienter Mitglieder der Handelskammer statt, die das Jubiläum ihrer 25jährigen Mitgliedschaft bei der Kammer begehen konnten: Geh. Kommerzienrat Dr. Lev Da NS und Präsiden! Otto Hauck. Professor Dr. Salomon sprach den beiden Iubilaren die Glückwünsche der In- durstie- und Handelskammer aus und überreichte QeOenit «er WMden Wi! ihnen Aum Dank für pflichttreue und erfolgreiche Mitarbeit die große goldene Medaille für Verdienste um das Wirtschaftsleben. Weiter teilte er den Beschluß der Industrie- und Handelskammer mit, daß eine Porträtbüste von Präsident Hauck an gefertigt werden solle. Beiden Iubilaren wurde je eine künstlerisch ausgeführte Adresse überreicht. — Aus einem hiesigen Atelier wurden etwa 35 Oelgemalde gestoh- len. Die Stücke tragen zum größten Teil die Signatur „Köhler, Stuttgart" und haben einen Gesamtwert von ungefähr 5000 Mark. 308A auf alle nicht herabgesetzten Waren Beginn am 10. Januar Ende am 24. Januar auf alle Phantasie- Strickwaren habe ich die Preise meiner Damenkonfektion herabgesetzt! Reste gelangen zum Bruchteil des regulären Wertes zum Verkauf! Beachten Sie meine Schaufenster, dann müssen Sie sagen: Diese Preise sind Leistungsbeweise I find die Mengen der bereii^edeilten Wdren ist der Sturz der Preise. WWWIM ist Ihr Vorteil, wenn ä A / ... Sie ihn zu nützen wissen- GIESSEN BAHNHOFSTRASSE2-* Gießener Konzertverein Donnerstag, den 17. Januar 1929, abends 71/, Uhr, im Stad'.theater Sechstes Konzert Symphonie-Konzert des Frankfurter Symphonie-Orchesters Leitung: Dr. St Temesvary / Solist: Martha Linz (Violine) Mendelsohn Ouvertüre „Die Hebriden", Goldmark Violinkonzert, Brahms zweite Symphonie D-Dur Eintrittskarten: Mk. 5.-, 4.- und 2.50 bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten: Mk. 1.50 bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweis. 2050 Die zweite Rate des Abonnements ist abzuholen Vortrags-Vereinigung (6oethe-Bund, Kaufmännisch. Verein, Ortsgewerbeverein) Montag, den 14. Januar 1929, abends 8 Uhr Neue Aula der Universität Lichtbilder-Vortrag Der Bodensee Rednerin: Frau Emma Kottmann-Stuttgart IDie Mitglieder der drei angeschlossenen Vereine haben bis zu zwei Platzen freien Eintritt gegen Vorzeigen der gelben Eintrittskarte. Die Ausgabe dieser gelben und allein gültigen Eintrittskarten erfolgt ab heute unentgeltlich gegen Rückgabe des Kontrollabschnitte Mr. 5 in der Musikalienhandlung Challier. 212D Nichtmitglieder «Karteo an der Abendkasse zu Mk. 2.—, Gröde Meter Karneval-Gesellschaft Zur Eröffnung der Karneval-Saison 1929 am Sonntag, 13. Januar d.J., nachmittags 4 Uhr, in den prachtvoll dekorierten Festsälen der „Liebigshöhe" Grobes kirnevalistisches Konzert! Der Vorstand 09240 Drucksachen aller Art bit vrüdl'scde UniverfUätz-Vruckrrei, 8. Lange, Stehen, Schnlür. 1 loh k o o h e noch weiter Bur Probe von vorm. 10-12 und naohm. 4-6 Uhr täglich und lade die verehrten Hausfrauen und Interessenten au meinen Kostproben ein in die Verkaufsstelle: Firma Friedr.Heyd L Sohn, Seltersweg 12. F r n e • der Sohnellkoohtopf 136A la Ist. Schellfisclie o.K. „ „ Kabeljau o.K. „ „ Rotzo p „ „ Schollen vratschellfische Zilets usw. Bückinge Sprotten lebende Spiegelkarpfen u. Schleien. C. G. Kleinhenn Babnbofstrakc 51), Televh. 66. 61D Sie bauen Ihr Eigenheim lösen Ihre icueren Hypotheken ab mit 3°/. verz. Geld.Bedmgungen und nähere Auskunft itlsri H Schön Marburger Str. Arische 63D Seefische nur la Qualität, lebende Karpfen „ Schleien täglich frische Räucherwaren IKochNachL BlMbugU.Tsl.16ia Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Minna Günther Karl Nicolaus Gießen, den s. Ianuar 1929 Neustadt 49 Am Aahrungsberg 2 Hans-Wilhelm Die glückliche Geburt eines kräftigen Buben zeigen hocherfreut an Heinrich Oechert und Zrau Anna geb. CRonff. Gießen, den 8. Januar 1929 Ostanlage 19 z. Z. Kath. Schwesternhaus 0V2S0 Gewerbeverein Gießen Donnerstag, den 10. Januar 1929, abends 8l/t Hör, im GewerbehauS MitgliederVersammlnng Tagesordnung: 1. Hauskauf, tzausneubau, Beschaffung voo 2. Handwerker-Berftcherung [Otäumcfl 3. Verschiedenes. 138© Sex Borsttzend» Wa lieb" Kin V werden werden wieder b-t-n. die Don Men. Unö t aus öii ^Mren von t •tat L & s «Mi Holl So M mir Kegel *" © 1“ “ Haush ®fl5,ÖfLr öuhU FtfSfrüh gaben, t* • NeTÄnarbe meilt geschehen - sie Sinn und K «ein! Das wirft Balten ahne Sgrum Zeil un &■’’ Z n zu sor rmngt heule d U mit for einer Auseinor Dhrung obtr ni @anj flbge/efr (mb mrb.t oft lehrreu-erBesig aus den nüchtere Rranfljeüen, Lu Läsen, behardlic wesen - sonst i[ weil bei erhöhte wortartigen Nol nunaen lassen Preise Anschassu de- Haushalts Löcher geben e und Sie gen de Münz der gar wie sich unter d flohen verschöbe rückgeschrauht i Lehensgebiete i t.nmol deutlich vor nackten L kichere Mrftche tegie oußergen stattet Und üb gehen die Büch Wicklung, aus d die Rationierm haftchen „Ers< zahlen unb zu nahmen im $e! len teil der t lamteit ousrrle Auch für bi das Losungsn maß von jeit von Stiftung i nur möglich fr Mittel und Wi die absolute fik Mrfen gibt oi Nissen das Test stehen. Sie r Mirtschoftssiihru W wachsen. $ Sibl nur eine ge Sie burdjjufü M als des ’S Mrw. Und die die Gewohnheit, wirtschaftliche t faches ftontobud Nr. 7 Drittes Blatt ii 1 "■■I . Mittwoch,9. Januar 1929 Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Aus dem Neiche der Krau. flatternden Rechnungen, Quittungen und Belege. Im Haushall Festbesoldeter mag solch ein erweitertes Kontobuch nicht nur der Hausfrau, sondern g e • meinjam mit dem Hausherrn der gesamten Wirtschaftsführung dienen. Welchen Wert man von „oben tjer' einer geordneten hauswirtschaft- lichen Buchführung beilegt, dafür zeugt der Umstand, daß das Rs chsamt für Statist k Tausende von Haushaltungsbüchern gegen Prämien an Familien der verschiedenen Schichten ausg:gebcn hat, um auf Grund genauer Eintragungen Material für volkswirtschaftlich? Studien zu gew.nnen. So ist die Frage, ob die Hausfrau ein W'rt- . schaftsbuch führen soll, im Interesse der Gesamtw.rt- I schäft und im eigensten Hausfraueninteresse mit einem entschiedenen „Ja" zu beantworten. Die Frau am Theater Bühnenbildnerin und Kosiumzelchnenn Von Jonny Behm. Kinder-Anekdoten. Von Or. Hans Hajek. Sie werden erzählt und werden belacht und werden wieder vergessen. Gleich anderen An^- boten die von den Kindern aber sind dre fluch- tiaften. ilnö das ist sehr schade. Denn es gibt so viel aus diesen Anekdoten zu lernen und zu erfahren von den Kindern! Wie lebendig wäre eine Kinder-Psychologie. die sich nur auf Kinder, anekdoten aufbaut! Und s>e wäre vom Klein- linde an möglich! Wenn wir an unser eigenes Kinder leben denken, wissen wir jeder und rede kleine Geschichten zu erzählen Die lur den betreffenden Menschen höchst charakteristisch smd. Modernste psychologische Formung, die Psychoanalyse Freuds, ist der Bedeutung solcher Kindererinnerungen nachgcgangen und hat gezeigt. daß auch hinter den unscheinbaren ein Sinn steckt, wenn auch nur vielleicht Der, einen andern viel wesentlicheren zu verdecken (Deck- erinnerungen). Aber es ist nicht notwendig und nicht nützlich, alle diese Aeuherungen des Kindes aus sexuelle Triebkräfte zurückzuführen selbst wenn es möglich wäre. Was hier gar nicht zur Erörterung steht. Freuds Schüler und tehiger Gegner Adler ist Damit Recht weiter gegangen, wenn er zeigte. Daß sich in jeder solcher kleinen Handlungen ein „Lebensplan", das heißt eine gewisse. Dem betreffenden Menschen selbst gar nicht bewußte Einstellung zum Leben verrät. Die fünfjährige Gisela und Der Dreijährige Winand sind Geschwister. Sie sind beide in Tante Erna verliebt, aber auch eifersüchtig auf sie, die für einige Wochen mit im Hause lebt. Gi'sela nennt ihre Patentante. Die sie „drückelieb" haben muß, geradezu chre Mutti — toaö hier übrigens keinen Abfall von der wirklichen Mutter, nur einen hohen Rang für Die Tante bezeichnet! Als Tante Erna mit Den Kindern ins OöeibnaÄtSmärdjen gehen will, weigert sich Winand standhaft: Tante Erna ist Giselas Mutti also soll sie auch mit Der allein gehen. Erp als Die Tante ihm klarmacht, daß sie dafür doch „feine" Xante Erna fei, geht er mit und ist be- samkeit auf erlegte. Auch für die Hauswirtschaft ist Rationalisierung das Losungswort geworden. Mil einem Mindestmaß von ^eit, Geld und Kraft soll ein H chstmah von Leistung und Wirkung erzielt werden. Das ist nur m glich bei völliger Klarheit über Die Kräfte, Mittel und Werte, die zur Verfügung stehen. Rur die absolute Klarheit über das Können, Mussen und Dürfen gibt auch bei enger gewordenen Verhältnissen das Gefühl, über den Dingen zu stehen. Sie verhindert die größte Gefahr aller Wirtschaftsführung, daß die D.nge uns über den Kopf wachsen. Solche Klarheit und Sicherheit aber gibt nur eine geordnete Buchführung. Sie Durchzuführen ist weniger eine Frage Der 3eit als Des Willens. Die Gewohnheit wirD zur Helferin Und Die Freude am klaren Uederdlick macht die Gewohnheit zum Bedürfnis. Wie soll aber haus- wirtschaftliche Buchführung geschehen? — Ein einfaches Kontobuch genügt, wenn man nur Einnahmen und Ausgaben aneinander messen will. Heule ist es aber auch wichtig zu wissen, wie sich die Ausgaben auf die verschiedenen Lebensgebiete verteilen, ob die Ausgaben für Kleidung, Anschaffungen im rechten Verhältnis zueinander stehen, ob nicht mehr für Kulturzwecke, Gesell gkeit und Reifen ausgegeben wird, als sich mit dem Ganzen vertragt. Solchem Bedürfnis nach spezialisierter Buchführu g kommen eine Reihe von Wirtschaftsbüchern entgegen, Die aus praktischer Erfahrung entstanden sind und jeweils ein übersichtliches Schma für Die einzelnen Teilgebiete der Haushaltsführung bieten. Rasch ist sowohl nach der Zeit wie nach den einzelnen Warengattungen der Verbrauch ftstzustellen und zu vergleichen. Nützl ch ist eine Ta,ch? am Umschlag des Haushaltsbuches für Die so leicht zer- führung ober nicht?" Ganz abgesehen von Der praktischen Bedeutung sind m r D.e alten Wirtschaftsbücher ein lieber und lehrreicher Besitz. Eine Welt von Erleben spricht aus Den nüchternen Zahlen und Notizen. Feste und Krankheiten, Ausflüge, liebe Gäste, wirtschaftliche Krisen, behördliche Eingriffe in das Ernährungswesen — sonst längst vergessen — sind fcstgehalten, weil bei erhöhten Ausgaben die Ursache mit st ch- wortartigen Notizen angegeben ist. D.e Aufzeichnungen lassen erkennen, wann und zu welchem Preise Anschaffungen gemacht sind zur Ergänzung des Haushalts aus dem, was „übrig" war. Die Bücher geben ein fesselndes B ID vom Schwanken und Sie gen der Preise, von der jeweiligen Um- st llung Der ganzen Haushaltsführung. Sie zeigen, wie sich unter Dem Druck der Verhältnisse die Aus- Einer der aussichtsreichen und toen'g't began- I genen Frauenberufe ist der d?r Dühne.rö.ldnerin. Hebctal! Da, wo künstlerisches Empf nden sich mit s Farben- und gormrniinn und kunsth-ndwrrkl.cher Technik Derein gt, entsteht ein dem We.en und der Begabung der Frau besonders entsprechendes Arbeitsgebiet Allerdings muß d.e Bühnmbild- nerin über vielseitig? Fähigkeiten verfügen, die sich nicht nur im Formalen und Malerischen ausdrücken, sondern vor allem ein Höhrs Maß an Phantasie und ein feines Ginfühlen in das Dichterische. feinen Stil, sein Tempo, seins Sprache verlangen. Das Handwrr liche b darf e.ner ad'o- luten Beherrschung, und auch der rein prall sche Sinn, der über eine gewisse Findigkeit im Der- werlen alter ober beschränkter Mittel verfügt, ist einer der wichtigsten Faktoren. Rein charakterlich braucht Die Bühnen ö.ldnerin eine -starke Energie. Beherr chung und Konzentriert'eit, um ihren Posten in stetem Kampf mit den Mann zu behaupten und so drr grasten Anzahl Männer die ihr unterstellt sind, mit denen sie dauernd Hand in Hand zu arbeiten hat. wie Bühnen - arbeitcr, Schieirer, Te cuchlung-techn ler. ,-Ser" zu werden. Es ist eine nicht immer ganz leichte Arbeit, da D e Frau von h ute le.Der noch nicht überall ais die selbsiänd gr Ar «ilsiraft.elrachtet wird die sie in Wirllichke t ist. In der Zusammenarbeit mit Regis,eur und Schauspieler muß sie viel Takt und trotz aller Destimmth.it ferne An- pasiung zeigen. Dem eigentlichen Studium würde zweckmäßig eine praktische Lehrzeit an der Dähne Doran- gehen. um alle rein bühnentechnischen Fragen der Beleuchtung, des K llisienausbaus und der szenischen Gruppierung kennen za lernen. Das Studium selbst spielt sich in der Dühnrnttas.e einer staatlichen Kunstakademie ab, wie sie z.B. in Berlin. Dresden. Düs.eldorf. im staatlichen Bauhaus in Weimar usw. existieren Zur Aufnahme lind Eniwürse als Bef äh gungsnachweis. Lebenslauf und Führungszeugnis mitzubringen. Der Unterricht wird g führt von D:r Idee, die Bühnenbildnerin mit dem Gesamt o nplex des Theaters. dem Schauspieler. Regi.seur. Dem technischen Apparat, Dem Dühnmraum. dem Zuschauer in Fühlung zu bringen, um das Bühnenbild in absoluter Einheit mit dem dramatischen Werk zu gestalten. Ties erfordert eine ganze Anzahl re.n theoretischer Fächer, Prrspell De. Rauim und Flächengestaltung, mit Rücksicht auf d e Beare- gungen der Schauspieler, ferner die le andere Zarbentechnik der Bühne, Te'-uchtungsw? L'.. Derwa tungis)stem, Ma.er a'rerrendun^, allgemeine Borlesungen über das Wesen archsiellom- schen und künstlerischen Gestaltens, künstl.r fche Eniwicklungsgeschichle, Llleraturgeschich e und mit ihr besonderes Eingehen auf den geisti ei Inia.t und die Form einzelner Dichtungen. Gleichzeit g mit den theoretischen lln erisichtsstunden finden prall sche Arbeiten an Probebühnen m t Sperrholz. Karton, Papier und Staffen statt oder:D;e Ausführung von Preisaufgaben und von Entgeistert. Wie Der Muttititel bei Gisela einen tRang. drückt Die ihm suggerierte Auffassung von „feiner“ Tante Erna eine Sonderbezieyung aus. Die ihn ganz zufriedenstellt. Wieviel Lebensweisheit wäre aus dieser Alltagsanekdote, die keineswegs originell ist, abzuspinnen! — Andere Anekdoten charaktcrisieren das kindliche Alter an sich und geben Dem Erwachsenen wichtige Hilfen zur Korrektur. „Du kannst ganz richtig mit mir sprechen" — sagte einmal ein kleines Mädel, um Die ..Kindersprache" eines Er- wachsenen abzulehnen. Das ist ganz wahr: Denn Kindersprache (nach Der berühmten Definitionsformel!) ist. wenn Erwachsene so töricht reden, wie sie meinen, daß Kinder es tun oder wünschen. Wenn sie Kindern untereinander öuhorten, ohne sie zu beeinflussen, würden sie bekehrt Es gibt aber wirllich eine Kindersprache, und die kennen wir noch viel zu wenig. Welche Fülle schöpferischer Kraft wohnt in ihr! Welche beneidenswerte Anschaulichkeit! Hier können wir meist von den Kindern mehr lernen als sie Don uns. Die sprachliche Differenzierung ist ja bet Den Kindern oft größer als bei uns Erwachsenen. Die wir nicht mehr fo primitiv fein tonnen und daher immer stärker verallgemeinern, was Die Sprache leider abstrakter, grauer, bläfscr macht. Wenn ein Kind ..das Kleb" sagt für Syndetikon und ..die Knete" für Plastilina dann müssen wir zugeben. Daß beide Sprachblldurigen unvergleichlich Diel wirkungsvoller sind als unsere Ausdrücke: hören Sie nicht, wie Dieses eine Wort wirklich klebt und wie die gläubige Sehnsucht Des KinDes nach Dem WunDermittel Darin liegt? Wie knetbar wirklich Das andere Wort — fast hätte ich gesagt sich anfühlt? Die Dichter müssen Diese Kraft Der urtümlichen Sprache, die Dinge sinnlich zu bezeichnen, erst toieDergetom- nen. und wie oft mißlingt es ihnen, wenn sie nicht selbst Kinder geblieben sind! Wir müssen Darum Das Kind nicht überschätzen, natürlich hat es auch Don unS zu lernen, um einmal ein erwachsener Mensch auch im Seelischen zu werden. Aber wir Dergeffen leicht und zu unserem Schaden, Daß Das Lernen im Ber- wie , -..... , - - gaben verschoben, wie Ansprüche wuchsen oder zu- rückgeschraubt werden mußten, wie Die einzelnen ßebensgebiete um Ausgleich rangen Hier haben e.nmal Deutlich Kulturausgaben zurücktrcten muffen vor nackten Notwendigkeiten, dort hat eine gluck- kichere Wirtschaftslage und geschickte Haushaltsstra- tegie außergewöhnliche Freuden und Genüsse gestattet. Und über den engen eigenen Kreis hinaus geben die Bücher ein Bild volkswirtschaftlich r Ent- Wicklung, aus dem Behagen der Vorkriegszeit über Die Rationierung der Ernährung und die zweifel- hafteflen „Ersatzmittel" zu den fünfzehnstelligen Zahlen und zum Zusammenschrumpfen aller Einnahmen im Zeichen der Rentenmark, die dem groß- ten Teil der deutschen Hausfrauen strengste Spar- Echte Spitzen. Von Louise Freifrau von Reibnih-Malhan. Es gibt nur drei große Stile unter den echten, Das heißt handgearbeiteten Spitzen, nämlich den italienischen. Den französischen und den flämischen. England hat niemals einen eigenen Stil gehabt, sondern kopierte Die flämischen, Brüsseler und Mechelner Muster. Auch Die schönen sog. Point d’Angleterre sind eine Nachahmung der Point d’Alen$on. Flüchlinge aus Flandern, Die unter der Regierung der Königin Anna sich in Devonshire niederliehen, waren die Hersteller der „Boniton lace“, welche sie nach heimatlichen Mustern arbeiteten. In alten englischen Romanen wird der Leser stets eine vornehme Dame ftnden, die einen Kragen ober Manschetten aus Honiton lace trägt. Vergebens versuchte die Königin Viktoria, die Honiton lace zur typisch englischen Spitze zu machen. Es gelang ihr zwar, sie in -den Handel zu bringen, doch wurde sie niemals so hoch bewertet wie Die italienische und Brüsseler Spitze. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts nahm die Spitzenindustrie ihren Aufschwung in Italien Durch die Herstellung der Point de Vemse, die bald ihren Weg nach Deutschland und Frankre ch fand S e war nicht auf Tüll gearbeitet, sondern das Muster wurde mit sog. Knopflochstichen geschürzt und verbunden. Aus ihr entwickelte sich dann die „Point-dc-Rose"- und „Point-de-Neige^-Spine. Besonders kostbar ist die letztere. Da das fertige Muster noch einmal mit winzigen Sternen übersät wirb und stunde". Es mag Ihnen vielleicht überflüssig erscheinen, über die Teestunde zu reden? Dem, der sie pflegt und der seinen Freunden am Telephon sagt: „Kommen Sie doch heute zum Tee!" und der keine Lakaien dazu benötigt, jemand um fünf Uhr eine gute Taffe Tee vorzusetzen, gewiß — aber in den größten, reichsten Häusern findet man fo selten einen hübsch und anmutig gedeckten Teetisch ohne Umstände, und bekommt meist einen so dünnen. Dem Zufall in der Küche lieblos überlassenen Tee, daß jeder einzelne mit einer feinen Nadel hergestellt ist. Als eine Der größten Förderinnen Der Sp.tzenindu- ftrie ist Marie von Medicis anzusehen. Sie erfand den hochstehenden Mediciskragen, der überall Mode wurde und die Schönheit der Spitze besonders zur Geltung brachte. Auch in Genua und Mailand arbeitete man Spitzen, die hauptsächlich für Kirchen - und Priestergewänder Verwendung fanden. Meistens waren sie auf gewebtem Grund hergestellt und das Muster wurde ebenfalls aus gewebtem Material aufgenäht. Die Franzosen veralteten diele Arbeit so sehr, daß sie ihr den Namen Point ae Canaille gaben. Tolbert, der mit Sorgen beobachtete, welcher großer Luxus mit Spitzen getrieben wurde und welch große Summen Geldes von Frankreich nach Italien für diese flössen, verbot ihre Einfuhr. Dann aber bestach er italienische Arbeiter, und gründete unter ihrer Leitung Die erste Spitzenfchule in Alen?on. Die Alenconspiye (sie wird über Roßhaar gearbeitet), wie auch Die Brüsseler Point ä FAiguil1.-» find besonders wertvoll, weil der Grund (raiseau), den man gewöhnlich mit Tüll bezeichnet, ebenfalls mit der Nadel hergestellt wirb. Interessant ist, daß mehrere Arbeiterinnen dazu gehören, um ein Stück Point ä PAiguille herzustellen. Denn jede arbeitet wie beim Taylorsystem, nur einen Teil des Musters, so beispielsweise Blätter, Blüten, Bordüren u|w. Erst in Der Manufaktur werden Die einzelnen Teile des Nlusters auf Dem Grund zusammengestellt. Es ist dadurch unmöglich, sich bei den Heimarbeiterinnen auch nur ein einziges fertiges Stück er» stehen zu können. Es klingt fast unwahrscheinlich, daß zur Herstellung der schönen Spitzenmuster nur zwei Arien von Stichen erforderlich find, nämlich der einfache und der Doppelt geschürzte Knopflochst ch So leicht die* auch erscheinen mag, gehört doch ungewöhnliche Fertigkeit dazu. Diese Arbeit auszuführen. Heute wird die echte Spitze durch Die Industrie verdrängt, die mit Maschinen die herrlichsten alten Muster kopiert. ■ , _ _ Aber ein geübtes Auge wird stets die echte Spitze erkennen und durch sie Den Zauber vergangener Zeit empfinden. ' „FünfuHriee." Don Lieebet Dill. Nachdruck verboten. Der Unterschied zwischen Dem Kaffeetisch und dem Teetisch bestehl Darin, daß ersterer gedeckt wird, der andere aber immer bereitstehen muß und hereingetragen wird: auf den Ballon, an das Bett, neben Die Chaiselongue, in Die Bibl.othek, kurz, wohin man ihn haben will. Ich habe gefunden, daß Der Kaffecllsch eigentlich nicht mehr zeitgemäß ist, well er mehr Platz, mehr Umstände uiü> Bedienung braucht. Der Tcetlsch ist ein stummer Diener, auf dem bas Teegeschirr Der Gäste harrt: und zu einem Fünfuhrtee ist so wenig nötig, er ist so rasch fettig, wenn man Die erforderlichen Sachen Im Hause hat: ein paar Brötchen, Butter, Anchovis, Zucker und Tee, ein paar Zigaretten, ein paar Blumen, das ist alles. Es gehört dazu nur eine leichte Hand und etwas Grazie. Die neuesten Teestunden sind die improvisierten. Ein ganz grober Verstoß gegen die Behaglichkeit der Teestunde ist das weiße Tischtuch, wenn denn durchaus ein Tisch dazu gedeckt werben muß, und das goldgeränderte oder aar Zwicbelmusterseroice. Der Tee mundet nur in feinen chinesischen ober bunten Teeschalen, und es gehört eigentlich dazu, daß er im Zimmer bereitet wird und nicht in Der Küche Der Geschicklichkeit Irgendeiner Küchenfee überlassen wird. Tee ist eine subtile Sache. Es ist augenblicklich, wie alle Tee- trinker wissen werden, schwer, eine gute Sorte Tee zu bekommen. Was man meist kauft, schmeckt wie Heu, ob es nun russischer Tee, fiarawanentee, Five o’dock tea ober Breakfast tea genannt wird, es ist, als ob die aromatischen Sorten ausgeftorben seien oder man sie uns nicht mehr bringt Und was uns oft geboten wirb — sei es in Familien, sei cs in einem Hotel — an Tee, ist kaum zu beschreiben; es ist immer bieselbe schmutzig-graue, lauwarme Limonade, die nach allem anderen als nach Tee schmeckt ... Das Tee-Ei verbanne man ganz zur Bereitung eines anständigen Tees. Der Tee verstopft nur Die Dehnungen, das kochende Wasser kann nicht einbringen und die TeebläUer gehen nicht ganz auf; außerdem, Da es meist blitzblank geputzt wird, schmeckt Der Tee Dann oft nach Putzpomade, und das ist selbst unempsindlichen TeeUinkern nicht angenehm. Der geschmackoolle Teetisch bedingt auch eine ganz andere Unterhaltung. Am Kaffeetisch wird geklatscht, gestrickt, werden Familiengeschichten zum besten gegeben. Der Teetisch verlangt etwas Geist und Stimmung, die schon mit Den Blumen, den Kissen, Den verschleierten Lampen zu kommen pflegen ... Die fünfte Stunde hat ihren ganz besonderen Zauber. Der Teetisch verlangt auch Kultur; ohne sie sieht er kümmerlich, grotesk ober überladen aus. Es ist zu verwundern, daß es viele Häuser gibt, in Denen man keinen Teetisch um fünf Uhr gedeckt findet — und wo er noch ,41mftände" bedeutet, wo man dazu „eingelaben" wirb, feierlich wie zu einem Diner ... Süße Kuchen paffen nicht zum Tee; auch keine Zwiebäcke, bie man überhaupt aus Dem Berich des Tees verbanne, Denn es kann sie niemanD zerkleinern — und sie in Den Tee zu tauchen, ist geschmacklos. Man reiche pikante, leichte kleine Brötchen, Keks, butterbestrichene Toaste. Auch sinb Glasteller sehr häßlich zum Tee, sie stören Die Atmo- sphäre. Es geboren Die zur Tasse paffenden Unter- teUer Dazu. Wenn man kleine Brötchen, Salzbrezeln und Teestangen Dazu gibt, braucht man nur kleine Teller. Doch stelle man immer Rauchzeug bereit, Denn die fünfte Stunde ist die ,Ligaretten- Würfen, Die bie einzelnen Theater bei brr Düh° ncnlafie anfordern. An eine bestimmte Zeit ist Der Unterricht nicht gebunden. Begabung und Intensität Der Arbeit entscheiden. Durchschnittlich l,'t eine Stu- Dienzeit von 2 bis 3 Jahren anzuse.en. Die Vrroienstm gllchkcitm sind gut, neöen Der ie'ien Anstellung besteht jederzeit die Möglich eit, Ein- zelin'zsnicrungrn zu verlausen. Durch Die vollkommene Umgesta.t üg der ganzen Dü";nenvrr- hällnisse, Die von den einzelnen Theatern au5» geht und D:r sich Die andern an Wie gen müssen, ist eine ungeheure Nachfrage nach guten Bühnenbildern, und gerade Der Frau wird e? Dank ih em Einfühlungsvermögen liegen, Die.es ti Per i e Gebiet auszufüllrn uni vor allem Mirchen, Opern und Lichtungen in bnt Art Der Shake peareschen Werke, in taufend Formen und Farben neues Leben zu schenken. Die Leitung Der Kostümabteilung ruht bei fast allen Theatern in Den Händen einer Frau, unD Die Rach'ragr gerade nach künstlerisch Durch gebildeten Kr sten ist au'erg?W hnlich groß. Liegt schon an sich Das große moo sche Gesanitgebiet Der Phant sie und For.nengesta Lang e ne: Frau sehr nahe, so ist g-rade Das Thea'.erkostüm Das eine Unbegrenzih.it des Farblichen und Fo.mal.n, ein Schweigen Im Außergew hnlichen, das Äaiti- vieren e.ner bestimmten JD.e nach tausend Richtungen hin, eine unendliche Wand unq und Betonung eines bestimmten Typus zuläßt, ein besonders erfreuliches Schaf'ensie'D. Die Anlehnung an Das Stück unD Das Bühnmbild, Die natürlich Forderungen an Stil und Farbe stellt, ist nur Die Basis, auf Der ungemein brwcgäch und variabel Wunder Des Kostüms au'blühen können. Reben einer absoluten 0t"Kenntnis ist auch hier Phantasie und ein gewisser Schick, Der mit ein paar Stichen einem Kostüm Die richtige Line zu geben weiß, erste Forderung. Begehrt ist auch Die Fähigkeit, auS Altem Reues zu schaffen, und wer einmal Gelegenheit hatte. Die Spar- melhoden Der Theater kennen zu lernen, weiß, wie sehr Der Kostümzeichnerin, Die ja bis zu einem gewissen Grade auch an Der Ausführung teilnimmt, Diese praktische Okrcn agung von Ruycn ift Es ist gut, doch nicht unö’dingt erforderlich, wenn Dem Besuch einer Kunstschule ein rein praktischer Lehrgang Des Schne.Dereigewerbes voran- geht. Die eigentliche Aus'ri'.dunz für Den künstlerischen Entwurf Dauert ein bis Drei Jahre, je nach Fähigkeit und Intens.tat Des Stadiums, und sieht neben Der Erlernung Der Wal- und Sticktechniken. Des Saitentour es und prckt schen Versuchen an Puppen, die an Probebühnen Dem Gesamtbühncabild eingefügt werden, Anatomie, Aktzcichn n, Bewegengsstu. len. Stil- und Kostüm- lunde, Literaturgeschichte a's wicht ge th oreMche Fächer vor. Der Schule schließt sich Die soforiige Praxis an. es besteht Die Möglichkeit, gut bezahlte Stellungen anzuiwhmen oder auch frei für Den Film, für einzelne Kanstier. Tänzer, Schau- spieler und Artisten zu arbeiten. LU um IIWIIIM THTTHmiT——HIT TT1 II ' ! kehr mit Kindern auf Gegenseitigkeit beruht. Es ist jetzt wieder Sitte geworden, Kindertagebücher zu führen; aber sie sollten nicht bloß Die Gewichtszunahme und Die Magenverstimmungen enthalten. überhaupt nicht so sehr naturtoiffen- schastlich als geschichtsfchreiberisch gerichtet fein. Cs ist ein Verdienst. Die KinDeranekdoten und Kinderaussprüche zu sammeln, Begleitumstibrde zur Erklärung und Deutung zu vermerken uifj sie fo einer kritischen Hand vorzulegen. Aus mehreren solcher individuellen Sammlungen kann ein entzückendes Buch werden. Goll bie Hausfrau ein Wirtschaftsbuch führen? Von öennt? pleimes. Bor mir liegen die Haushallungsbücher aus Den letzten fünfzehn Jahren meiner Wirtschaftsführung, lieber Krieg und Inflation hinaus geben sie Mo- | not für Monat, Jahr für Jahr, Zeugnis von dem, I was der Haushalt an Mitteln forderte, was im ! Laufe dieser buntbewegten Jahre e.ngenoinmen, oer- 1 braucht und erübrigt wurde. Schichte Kontobücher sind es mit den Spuren des täglichen Gebrauchs. | Ein einfaches Gegenüber der Einnahmen und Ausgaben. einfache lllonois- und Jahresabschlüsse als Ergänzung. Viel Kleinarbeit steckt in diesen alten Buchern, meist geschehen am Ende müder Arbeitstage Hat sie Sinn und Zweck? — Viele Hausfrauen jagen: Nein! Das wirtschaftliche Gleichgewicht ist auch zu erhalten ohne Die Mühe täglicher Buchführung. Warum Zeit und Kraft an eine Arbeit verschwen- den, die nur Aergcr bringt, weil es doch „meistens nicht stimmt"? — Bei festabgemessenem Haushai- tungsgcld, das für einen best.mmten Zeitraum reichen muß, mag diese Anschauung aelten, auch da, wo reiche Mittel zur Verfügung stehen Für die meisten HaushaUe aber macht es die ständig wachsende Spannung zwischen Einnahmen und Ausgaben den Hausfrauen zur Pft.chh über das W-rt- fchaftsgeld hinaus die Mlloerverantwortung am Ganzen zu fordern und zu tragen. Darüber hinaus zwingt heute die enge Verflechtung der Prwatwtrt- schäft m.t Dem volkswirtschaftlichen Geschehen zu einer Auseinandersetzung mit der Frage: „Buch- es bi)rf) mancher Hausfrau nötig ist. etwas darüber zu lesen, wie man diese Fünfuhrstunde ein richtet und was man seinen Gästen vorsetzt, ohne daß man besonders große Vorkehrungen da^u braucht. Eine meiner gastlichsten Freundinnen, eine Malerin, behauptete einmal, der Grund ihrer Gastlichkeit, die jederzeit bereit ist, Freunde zu bewirten und ihnen einen guten Tee vorzusetzen, läge darin, daß sie — keine Mittel habe und keine Bedienung. Und es war immer reizend und angenehm bei ihr zur fünften Stunde, und ih' kleiner Rohrtisch stand immer gedeckt bereit. Wirtschaft. Dor einer neuen Werstenkrise. Durch das umfangreiche Neubauprogramm der großen deutschen Reedereien, das im Jahre 1927 zum Teil zur Ausführung gelangt ist, ist die an Uebersetzung leidende Lage der deutschen Werftenindustrie verdeckt worden. Für das abgelaufene Jahr 1928 ist ein bedeutender Rückgang des Auftragsbestandes der deutschen Werftenindustrie festzustellen, der in dem Umfange zurückgegangen ist, in dem die Großbauten zur Ablieferung gelangt sind. Während das Jahr 1927 dem deutschen Schiffbau noch eine gute Entwicklung gebracht hat, gilt das für das abgelaufene Jahr ganz und gar nicht. Es ist anzunehmen, daß nach Ausführung der letzten großen Aufträge der Großreedereien, die infolge des langen Anhaltens des Werftarbeiterstreiks erst jetzt wieder in Angriff genommen werden können, eine neue S ch i f f b a u k r i f e mit all ihren bedenklichen Folgen einfetzen wird. Diese Krise wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach um so schärfer auswirken, als die Anpassung der deutschen Schiffbauindustrie an die Absatzmöglichkeiten gerade infolge der umfangreichen Konkurrenz-Bauprogramme der großen Reedereien nicht die Fortschritte gemacht hat, die man im Interesse der Beseitigung der im deutschen Schiffbau herrschenden Ueberkapazität erwartet hätte. Es wird sich zeigen, daß die Lage des deutschen Schiffsbaus, der der deutschen Lokomotiv- industris ähnelt, und daß eine Gesundung nur dann erreicht werde kann, wenn die scharfen Ratio- nalisierungsmaßnahmen, die man bei der Lokomotivindustrie durckgesetzt hat, und noch durchsetzen wird, auch bei der Werftindustrie in Anwendung kommen. Die Leistungsfähigkeit der deutschen Werften stellt sich gegenwärtig auf insgesamt etwa 800 000 Tonnen, der gegenwärtige Auftragsbestand ist auf rund 350 000 Tonnen zu schätzen. Es liegt kein besonderer Grund vor, daß dieser Auftragsbestand wesentlich erhöht werden kann. Bekanntlich ist im Zusammenhang mit einer Gesundung des deutschen Schiffsbaus im Jahre 1926 bereits die Frage eines deutschen Werste ntru st s, d. h. die Zusammenfassung der gesamten deutschen Werftenindustrie zwecks Anpassung an die Absatzmöglichkeiten, erörtert worden. Ein Trust bietet natürlich die straffsten Organisationsmöglichkeiten und die Gewähr, daß tatsächlich eine umfassende Einschränkung her Kapazität vorgenommen wird. Allerdings liegen die Verhältnisse im Schiffbau insofern schwieriger, als in der Lokomotivindustrie, als die Reinigung in der Lokomotivindustrie leichter durchgeführt werden kann, weil cs sich zum großen Teil um gemischte Betriebe handelt, die den Lokomotivbau nur als ein Teilgebiet ihrer Produktion betreiben, und daher um so leichter auf diese Tellproduktion verzichten können. Der Rationalisierungsvorgang der Lokomotivindustrie hat bereits gezeigt, daß eine Reihe von Unternehmen auf den Lokomotivbau zugunsten anderer verzichtet haben. • Die amtliche Großhandelsindexziffer im MonatsdurchschnittDezem- ber 1 9 2 8. Dis für den Monatsdurchschnitt De- zember 1928 berechnete Givßhandelsin d-rxzif, er des Statistischen Reichsamtes ist mit 139,9 gegenüber dem Dormanat (140,3) um 0,3 v. H. zuruckge-angen. Don den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstosie um 0,8 v. H. auf 134,1 (135,2) und diejenige für Kolonialwaren um 2,4 v. H. auf 124,6 (127.6) nachgegeben. Die 3n» derziffer für i rdustrielle Rohstoffe und Halbwaren ist um 0,4 v. H. auf 134.1 (1335) gestiegen, während dir Jnderzister für industrielle Fertiawaren um 0,3 tx H. auf 1595 (159,9) Kurückge-angen ist. • Heber 3 Milliarden Hypothekar- kredite der Svarkassen Ende 1 9 28. 3m Reich waren Ende 1928 gleich 3093 Mill. Mk. Hhpvthekarkredite d?r Starkasten vorhanden. Davon entsi?len auf landwirtscbaf lihe Grundstücke 759, auf städtische 2334 Mill. Mark. Der als Dorrn festgesetzte Satz, daß 40 Prozent der Spareinlagen für die Gewäh-ung von Rcal- krediten zu verwenden sind, ist erreicht. Die Neue Bücher. — Meyers Lexikon in 12 Bänden. Siebente, völlig neu bearbeitete Auslage. Heber 160 000 Artikel und Derweisungen auf etwa 21 OCO Spalien Text mit rund 5000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text: dazu etwa 755 besondere Bildertafeln (darunter etwa 100 farbige) und 280 Karlenbeilagen und Stadtpläne sowie 200 Text- und statistische Heberichten. Band 9 (Oncken bis Recherche) in Halbleder gebunden 30 Mk. Derlag Bibliographisches Institut A.-G. in Leipzig. (806.) — Wer sich mit dem soeben erschienenen, von „Oncken" bis „Recherche" reichenden 9. Band von Meyers Lexikon etwas eingehender beschäftigt, der wird befriedigt feststellen: dieses Lexikon ist durchaus auf der Höhe. Das sieht man schon aus der Art, wie es den Zeitgenofsen gerecht wird. Don ihnen seien z. D. herausgegriffen: die Maler Max Pechstein und Leo Putz, die deutschen Dichter Josef Ponten, Alfons Paquei, Astert H. Rausch: Pirandello, der vielgespielte italienische Dramatiker, der Franzose Paul Raynal, der Verfasser vom „Grabmal des unbekannten Soldaten": der österreichische Heersührer Pslanzer-Baltin, Hugo Preuß, von dem der Entwurf zur Reichsverfassung stammt, Walter Rathenau, Ludwig Ques- sel, Raymond Poiniars, Lord Reading, 1921—26 Dizekönig von Indien, die südfiawischen Politiker Stfepan und Pavle Radic, der spanische Anatom und Nobelpreisträger Ramon h ©ajaL Dielerörterte Tagessra-en behandeln die Artikel PaneurLpabewegun'', Pazifismus, Psychoanalyse. Rakeie.iantrieb. Rationales erung, Raumkunst mit prächtigen Schwarztafekn. Dinsormate. Puppen- spiele. Hltraviolettbestrahiung (Ergosteiin) als Mittel gegen Rachitis, Protoplasma, Pslanzen- physiologie. Entsprechend ihrer Bedeutung im heutigen Leben spielen auch Daturwifsenschaft und Technik im vorliegeirden Dande wieder eine große Roste: man betrachte nur die Artikel Ozon, Parfümerie, Phenol, Phosphor, Platin, Quecksilber, Radioaktive Stoffe, Opium, Papier, Pelzwaren (mit Dunttcsteln), „Polarisation des Lichtes" und „Radioaktivität", Ruder- und Riemengetriebe, Rammen. Pumpen und Pyrometer. Prosektionskunst und Photographie bringen in Text und Dildem Reues und Deuestes, namentlich die Tafe'.n zur Photographie. Heoerhaupt müssen die Dilderbeilagen wieder besonders hervorgehoben werden, von denen natürlich die far- Hypothekenanlage der Sparkassen ist in der Zeit von 1924 bis 1928 auf das Vierzig, ache, die Spareinlagen sind aus das CI srrche gestiegen. 5>arau5 geht hervor, das; ein immer größerer Teil der Spar:i.üagen dem Realkredit zugeführt worden ist. ' Keine Derbindung Opel-General Motors. — Guter Geschäftsgang bei Opel. Zu den trotz aller bisherigen Dementis nicht verstummenden Gerüchten über eine 3nter- essennahme der General Motors an der Adam Opel A.-G.. Rüsselsheim, wird dem WTB.» Handelsdienst von der Derwaltung der Opelwerke auf das nachdrücklichste erklärt, daß Der- handlungen in dieser Richtung weder stattfinden noch stattgefunden haben und alle Kombinationen über Vereinbarungen hinsichtlich des Produktionsprogrammes und der Absatzgebiete beider Gesellschaften usw. vollkommen aus der Luft gegriffen sind. Eine derartige 3nteressennahme sei zur Zeit schon deshalb nicht das Ziel der Verwaltung, weil der Geschäftsgang durchaus befriedigend ist. wenn sich auch naturgemäß die allgemeine Wirtschaftslage ungünstig bemerkbar mache. Seit dem 15. Dezember habe sich der Auftragseingang merklich gebessert. Das Produktionsprogramm der Opelwerle für das laufende 3ahr sieht die Herstellung von 100 000 Wagen vor. * Metallgesellschast A.-G., Frankfurt a. M. Die G.-D. genehmigte ohne Erörterung den belannten Abschluß mit 8 Prcz. Dividende auf die Stammaktien. Vertreten toar.n durch 39 Aktionäre 40,298 Mill. Mk. Stammaktien. 3.953 Mill. ML 7'/,Prozentige und 1L60 Mill. Mk. 6prozen1ige Vorzu">sastien. * „T o r p e d o"- Fahrräder und -Schreib- Maschinen Weilwerke A.-G.. Frankfurt am Main-Rödelheim. Rach dem Bericht litt das Ergebnis des Geschäftsjahres 1927 28 unter der Ungunst des Fahrradgeschäftes, die auf die schlechte Gesamtlage in der Branche zurückgeführt wird. Die Gesellschaft bringt nunmehr auch ein steuerfreies Motorrad auf den Markt. Die Entwicklung des Schreibmafchinengefchöftes war günffg, der Absatz im In- und Ausland befriedigend. D'e neue Duch- haltungsmaschine fand lebhafte Beachtung. Der Bruttogewinnn erhöhte sich auf (alles in Millionen bigen vor allem In die Augen stechen: feien es die Farbentafeln Orchideen, Orden, Ornamente, Pelze, Pilze, Raubvögel (ganz prächtig), die schwarzen Tafeln: Papiergeld, Pserderassen, od r die schönen Karten und Stadtpläne, die nach wie vor die Kartographische Anstalt ies Verlags auf beachtlicher Höhe zeigen. Die Planetenkarten treten uns in völlig neuer, eindrucksvoller Darstellung vor Augen. Alles in allem: der 9. Vand setzt die vornehme Tradition der neuen Auslage in unverminderter Güte fort. — D i e „Z e i t w e n d e" (Verl, der C. H. Beck- schen Verlagsbuchhandlung in München) beginnt mit einem reichen Januarheft chren 5. Jahrgang. Jeder Aufsatz bringt Gegenwart, und das ganze Heft gibt ein deutliches Dlld dessen, was diese Monatsschrift will. Auseinandersetzung, Kampf, Entscheidung ist heute das innerste Pachos evangelischen Lebens auf der ganzen Front: das gibt auch der Arbeit der „Zeitwende" chr Gepräge unß macht sie zu einem der wertvollsten Träger protestantischen Geistes. — In dem Aufsatz „Mensch und Maschine" zeigt Tim Klein, daß die Maschine den heutigen Menschen zu vernichten droht, wenn es ihm nicht gelingt, eine neue freiere Stellung zu chr zu gewinnen. Wir müssen uns wieder als Geschöpfe fühlen lernen und uns der göttlichen Schöpfungsordnung einreihen, dann erhallen die beiden, die Maschine und der Wensch, ihren rechten Platz in der Wirklichkeit. — Mit umfassender Sach- und Literaturkenntnis, mit ethischem Verantwortungsgefühl beleuchtet Hel- muth Schreiner in seinem Aufsatz „Reugestaltung der Ehe?" die gegenwärtige Krisis der bürgerlichen Ehe nach der bevölkerungspolitischen und sozialen, wie auch nach der ethischen und individuellen Selle. Seine Betrachtung macht deutlich, daß Reformversuche wie die Kameradschaftsehe chr Ziel verfehlen. — Ein Kleinod moderner Crzählungskunst scheint der Roman „Sara Alesia" von Hildur Dixelius zu werden, der jetzt beginnt. In diesem Frauenschicksal aus dem schwedischen Lappland des 18. Jahrhunderts lebt alteingewurzelte Frömmigkeit, eine Atmosphäre, in der Originale gedeihen mit wirklichen Leidenschaften und mit wirklichen Konflikten. — In den wie immer gut gewürzten „Randbemerkungen" ist auf den Schweizer Maler Christoph Oehler hingewiesen, von dessen Kunst uns drei Tllder eine Vorstellung geben. Mark) 1,463 (1,124). Anderseits stiegen die Unkosten auf 1,261 (0,934) und die Abschreibungen auf 0,079 (0,065). Aus dem verminderten Reingewinn von 0,124 (0,153) werden bekanntlich 6 (8) Prozent Dividende verteilt und die restlichen 27 693 (24 764) Mark vorgetragen. In der Bilanz erscheinen bei 1,600 Aktienkapital und 0,200 Reserven die Verbindlichkeiten mit 2508 (1,103) stark erhöht. Andererseits stiegen die Außenstände auf 2,404 (1513) und Vorräte auf 1,299 (1,113). Die Anlagewerte stehen mit 0,689 (0,593) zu Buch; die Zugänge betragen hier 0,176 (0,065. Im neuen Jahr war der Schreib- masch.nenverkauf bisher gut (G.-V. 17. Januar.) * Gute-Hoffnungshütte-Südafrika- Nische Eisen- und Stahl-Union. Der Vor- sitzende der neugegründeten südafrikanischen Iron and Steel Corporation, Dr. van der Byl, erklärte die Nachrichten, Vertreter der Regierung hätten mit der Gute-Hcffnungshütte eine Vereinbarung getroffen, wonach Dr. Lilge zum technischen Direktor der projektierten Stahlwerke ernannt und die Firma als beratende Ingenieure herangezogen werden solle, für unrichtig. Es sei keine derartige Vereinbarung getroffen, noch ein Beschluß gefaßt, ob überhaupt beratende Ingenieure hinzugezogen werden sollen. Authentische Mitteilungen könnten nicht vor Abschluß der Verhandlungen erfolgen. Frankfurter Börse Frankfurt a. M., 9. Jan. Tendenz: behauptet. Nachdem im heutigen Vormittagsverkehr die Tendenz recht unsicher war, eröffnete die Börse selbst in freundlicherer Haltung. Vorliegende günstige Meldungen, wie z. B. die erhebliche Erhöhung der Spareinlagen in Preußen im letzten Jahre, die voraussichlliche Unterbringung der Vreu- ßen-Anleihe unter Vermeidung des öffentlichen Marktes und das Eintreffen einzelner Orders, aber nur für eine geringe Anzahl von Papieren, gaben eine gewisse Anregung. Auch verhalf der weiter sehr flüssige Geldmarkt zu einer gewissen Widerstandsfähigkeit. Das Gesckäft bewegte sich jedoch nach wie vor in engsten Grenzen und konzentrierte sich nur auf bevorzugte Werte. Aus der anderen Selle verstimmte der schwache Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse, sowie der übrigen Aus- landbörsen, so daß eine gewisse Zurückhaltung unverkennbar blieb. Die Beteiligung des Publikums am Börsengeschäft war sehr gering, nur, wie schotz erwähnt, wurden in einzelnen Werten von außenstehenden Kreisen größere Käufe vorgenommen. Gegenüber der gestrigen Abendbörse waren zumeist Kurserhöhungen bis zu 2 v. H. festzustellen, es traten aber auch vereinzelt Kursrückgänge ein, die fid) jedoch in engem Rahmen hielten. Lebhafter geragt waren Otaoi-Minen mit plus etwa 1 Mark. Auch Zellstoff Waldhof konnten infolge der Emissionsvorbereitungen mit plus 15 v. H. lebhafteres Interesse auf sich lenken. Im Einklang hiermit zogen Zellstoff Aschaffenburg 2,75 v. H. an. Am Elektromarkt waren die Kurserholungen sehr gering. Ehade-Aktien lagen etwas niedriger. Für Farben bestand mll plus 15 0. H. etwas regere Nachfrage. Montanwerte lagen sehr still. Phönix angeboten und 1,25 v. H. schwächer. Rheinstahl dagegen etwa 1 v. H. gebessert. Am Automarkt waren Daimler knapp behauptet. Deutsche Linoleum plus 1,5 v. H., Deutsche Erdöl bei zellweise erhöhter Nachfrage 2 v. H. höher. Renten lagen still. Anatolier etwas nachgebend. Im Verlaufe konnten sich weitere Kursbesserungen durchsetzen, das Geschäft war jedoch sehr klein und beschränkte sich nur auf vereinzelte Werte. Lebhafte Nachfrage bestand wci ter für Otavi-Minen (erneut plus 15 v. H.) und für Zellstoff Waldhof, die weitere 25 v. H. gewannen. Siemens und Schlickert je plus 15 v. H. Der Geldmarkt war weiter leicht mit 45 v. H. für Tagesgeld. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2075, gegen Pfund 20,4025. London aegen Kabel 4,8496, gegen Paris 124 02, gegen Mailand 92,64, gegen Madrid 29,7250,. gegen Holland 12,083. Bcrlr?er Börse. Berlin, 9. Jan. Während es heute Vormittag noch eher schwächer aussah, war es zu Beginn der Börse doch wieder etwas fester. Das Geschäft blieb nach wie vor sehr gering, die Ordereingänge bei den Banken untren spärlich, so daß die Spekulation ganz auf sich angewiesen war. Die vorzeitige Rückkehr des Neichsbankpräsidenten hatte überrascht, und die Hoffnungen auf eine baldige Senkung des Reichsbankdiskonts haben sich dadurch verstärkt. Die schwache Neuyorker Börse, die vor- mittags stark verstimmte, übte nicht mehr einen größeren Einfluß aus. Die heute bekanntgegebenen Abschlüsse der Siemensgesellschaften wurden lebhaft besprochen, über die Bilanzen war die Börse jedoch nickt ganz befriedigt. Man verwies auf die Ermäßigung der Bankguthaben und der Wertpapier-Bestäude bei Siemens. Dagegen befriedigt«' die Zunahme der Beschäftigtenzahl um 20 000. Die ersten Kurse schwankten um 1 bis 2 v. H. nach beiden Seiten. Am Elektromarkt nahm die Spekulation auf die oben erwähnten Abschlüße Glattstellungen vor, so daß sich meist Kursrückgänge eronben, die bis 35 v. H. betrugen. Schwach lagen Poge Elektrizität. Man glaubt, daß die am 11. Januar stattfindende Aufsichtsratssitzung den Beschluß fassen wird, keine Dividende zu verteilen, und daß vielleicht sogar ein geringer Verlust aus- gewiesen wird. Bewegung war in Waldbof, Deutsche Erdöl und J.-G.-Farbcn, die angeblich für Auslandrechnimg gekauft wurden und 1 bis 3 v. H. anzogen. Am Montanmarkt machte sich etwas Rea- sisationsneigung bemerkbar, so daß sich meist kleine Abschläge ergaben. Nur Stolberger Zink waren gefragt und 2 v. H. höher. Auf eine Mitteilung über die Kunstseiden-Preispolitik in der Zukunft untren Bemberg 4 5 v. H. schwächer. Deutsche Anleihen und Ausländer waren nicht ganz einheitlich, aber behauptet. Der Pfandbriefmarkt verkehrte in ruhiger Haltung. Der Geldmarkt war weiter flüssig. Tagesaekd 4 bis 6 v. H., Monatsgeld 7 bis 85 v. H.,' Warenwechsel etwa 6,5 v. H. Im Verlaufe regte die Hausse In Otavi-Minen (plus 2 Mark) allgemein an. Das Geschäft war etwas lebhafter, und es ergaben sich meist 1- bis 2-v. H.-Desienrngen. Bemberg konnten 3 v. H„ Glanzstoff 65 0. H. an- ziehen. In Otavi-Minen beobachtete man angeblich amerikanische Käufe. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.OH., 9.Jan. Der Frankfurter Vroduktenmarkt verkehrte in festerer Haltung. Die höheren Auslandnotierimaen hatten eine etwas vermehrte Kauflust zur F)Ige. Das Angebot in Aus^andware war sehr gering. In Roggen war Ware kaum vorhanden und es bestand hiernach regere Rachfrage. Auch für Roggenmehl machte sich meist stärkeres Interesse bemerkbar. Die Preise erfuhren durchweg eine allgemeine Erhöhung. Am Futtermittelmarkt war Weizen- und Roggcnklrie behauptet, während sich von feiten der Landwirtschaft für Mais für Futterzwecke Deckungsneigung geltend machte. Es wurden notiert: Weizen 23 bis 23.15 Mk.. Roggen 22,50 bis 22,65. Sommergerste (für Vrauzwecke) 24. Hafer (inl.) 22.75 bis 23. Mais (gelb, für Futter?wecke) 22 bis 22 25. Weizenmehl (füdd.. Spezial 0) 3250 bis 32 75, Roggenmehl 29.25 bis 29,75. Wenenkleie 13 65 bis 13 75, Roggen- kleie 14,25 bis 14,50 Mk. — Tendenz: fester. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höbe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Vrozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Jraiihrurt a. M Berlin Schiub-I Kurs ! I-Uhr- Sirs sn6 Anfang flut- Datum 8 1. 9. I 1 S 1. 19 Vfc vt edduanlfifr. > IV27 x;.3 — S7.t — tn. em..fltlöf.«€>d)iilD mti ttoe to)..Sechten 6J,5 — ■■>3,5 53,5 $e6fil ohne »u«io|.-Kecdte . 15,3 — 15,2a '5.2 7% ffrantl. Hqp.-Bl «olbvl un kündbar dir 1932 90 — - 4V»% rKbt-intidie Hov.-Bank Liau ®C'lDP1 - C.4 ® aba SorftiegfrCbltgatüm. cficbablbar 1932 - 4% Sdjroey läunoetfb.-dbu. 96.75 — — 4% Oeftrndchrldif ©olbrtt — 33,25 4,20% Letten Silberne. 3,61. — 4,65 4% Cefimeld) eintjeiti Rte 4% Unßanidif (Solhtte 26,7 26.7 26,6 4% Ungarijdit Staate v 1910 23,4 25.25 — IV*% besgl oon 1913 — — - 4% Ungartfche Rronentte. 4% lütt ZyUanleihe ü 1911 1,8 - 1.8 —- 12,4 — 12,5 4% lürfifar Bagbaddakm-ArU.. Serie 1 - - 12.5 — 4% besgl Serie II ... *— — 12.2j —- 4% »iumönrn corroert Sie. - - l%% Rumänen ©olbanl von 1913 11.5 - 20.5 — 20.9 — ffllfl DeuNcke ENeo'xHv . Humdurg-Ämertlo Safet ... 8 — — 14.5 (35.25 feamb -Lüdam Damvlich ■ 3 —- 176 2-. — ßanlo Dampslkdisl - ° 1° — M. 6 169 168-1 RsTbbeutldiet Llovd ... 6 I 1,76 1-1,U 141.1 lul.2 -Llg Deutsche Crediumtt . ■ W 140.7. 141 Barmer Bankverein - • IO — 1143,9 144 Berliner 6>tinbel9fle1eU|t6. 1? — — -46 245,.- Sommer- unb Privar-Bav! 11 197 1J7 97, <3 197 Darms! u iPationalban! i- Teurlchk laont JSL. 10 Tirkoniu-tU, ieMckasi 10 289.2. 172.5 _ -88 172.9 289 .73. 160.. 166.25 >'6.. Ib6.. Dreebnei Bunt - ■ 10 ■ 72.21 I71.a - .72 172 UHttclbeutlctie fciebübind ... 9 — — 113.75 213.2. Btitallbanl ........8 144 , — 144 143.75 ReWt-enf ....... 12 327,5 — 329 -28 Jrauhfurt a. M Berlin Schlub-, fturs 1-Uhr- Kur, Sch ud K»r-> tUn;ang Kur« Tatnm: | 8 1. | 9 1. 8. 1. | 9 1. ....... v 184.lu 183 . ("• 183 Bergmann ........9 226 rz6.7.- 227 226 177 (Sleftt. Lieferung« ..... 10 — 177 177 Vidit unv Krall .... 10 245.» 245.<5 246.75 245 Helten & Guilleaume..... 6 Sef. f. Glekn. 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