KH ^örse. ^kurse *h b£ £*««& -r stark &W ? .^^chrrnÄI^che ■ .kaum XJJL ^Ikaug. m g e rin berührt A^hvrKr t»-J^ofge Es 2LH fZ lei. Ä^t cht Ä&h tont Unfteunxr^nb8, SolltetiJL 5X8 ba au L n Geldmo Lederen 'btvohl sich^^isk 5°t macht &'Qln len ß ®un' l9auf. ^°re7u„k7L^ TM SfÄ ei j Ät(Mt Mfoeten M Siemes 7Ä ^°nd, i peinlich nti* gebessert. SoldschM» LrLL^"- Ä^N^ann tonn* »innen. 2anlen unein* unb Gewinne hielten * Mn™ 11 ^uter dem Druck des u-^oö M-vuomxSoqjnL elomarkt war der 6$ Dozent gesuchter. Am t^ge wenig verändert, lonal etwas gesuchter. 'n Dollar 4,18, gegen 5 123,86, London gegen ■anb 93,15, gegen Ma* bessert, gegen Holland lachtviehmarkt. 7. Hob. Austrieb: §2 Schate, 500 Schweine, beste Mast« unb Saug* lttlere Mast* unb Saug« e Kälber 68 bis 75. - nb jüngere Masthämnel ; mittlere Mastlämmer, । gut genährte Schase chasvieh 30 biß 39. - t Schweine von etwa mögewicht 84 biß 87; ,nb 85 bis 88; MhiU bis 160 Pfund 80 bis aus: Kälber unb Schate weine ruhig, geringer -richten. to totgesahren. , tzin schrecklicher üblichem Ausgang >nb gegen 5.30 Uhr 6,cr her Ahe des Wbau* vagen des SchlosseE i vollte, Wmfab- hn, auch bei Richter* scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschliifse uinterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: $ranlfurtam Main 11686. Berlin, 7. Rov. (WTD.) Sn der heutigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung kam der F a l l B ö h z ir Verhandlung. Bürgermeister Scholz beantwortete zunächst eine demokratische Anfrage nach den"' Kosten der letzten Amerikafahrt des Magistra.es dahin, dah diese Ausgaben insgesamt rund 58500 Mark betragen. Der Oberpräsitent habe beschlossen, nach der Vernehmung des Oberbürgermeisters Böß gegen diesen, seinem eigenen Antrag entsprechend, ein Disziplinarverfahren mit dem Zwecke der Amtsenthebung einzuleiten und dem Oberbürgermeister vier Wochen Urlaub za erteilen. Der Magistrat werde za dem heute zur Verhandlung tommenben Antrag Schwenke betreffend Amtsenthebung des Oberbürgermeisters ohne Pen- sionsgewährung sich heute der Aeuherung enthalten. Rach Eröffnung des Disziplinär- verfahrens wolle der Magistrat nicht in ein schwebendes Verfahren eingreifen. Bei diesen Worten erhob sich großer Tumult bei der kommunistischen Fraktion. Zwischenrufe wie »Schiebung", „Das war nicht anders zu erwarten" wurden laut. Den kommunistischen Mihtrauensantrag begründete darauf Stadtverordneter Lange. Wenn Oberbürgermeister Böh erkläre, er habe nichts von dem Monopolvertrag mit den Sklareks gewußt, so sei dies angesichts der eidlichen Aussage des Stadtverordneten Schalldach eine infame Lüge. Auf einen Zuruf erklärte Lange, dah die Kommunistische Partei es begrüße, wenn die beiden Banditen Gaebel und Degener hinter Schloß und Riegel säßen. Es sei aber bedauerlich, dah deren schwarzrotgoldene Helfer noch frei herumliefen. Für die Deutschnationalen sprach der Frattionsvorsitzende Stadtverordnete L ü d i ck e. Sollte ein Mitglied der Fraktion sich vergangen haben, so werde gegen dieses Mitglied rücksichtslos vorgegangen werden. Dem kommunistischen Mihtrauensantrag gegen Böh stimme die Fraktion zu, mit Ausnahme des Teiles, der die Entlassung ohne Pension verlange, da dies nur das Disziplinargericht beschließen könne. Der Fall Sklarek bedeutet Zusammenbruch der Berliner Stadtverwaltung. Oberbürgermeister Böß trage die Verantwortung hierfür. Der Oberbürgermeister habe durch sein Verhalten in der Flaggen- Der Fall Rß vor ben berliner Siadivewrdneleii. Oer kommunistische M ßtrauensantraq findet weitgehende Unterstützung der bürget Uchen Parteien. — Prügelszenen im Stadtpirlament. Räumung der drillen Rheinlandzone beziehen, aus dem einfachen Grunde, weil diese Räumung noch nicht begonnen hat, und auch nicht in Frage kommen kann, solange der Houngplan nicht angenommen i st und solange dos Parlament darüber nicht beraten hat. Die gemeldeten Truppenbewegungen sind durch Gründe der Hygiene und durch Umgruppierung der Einheiten verursacht worden, was die zweite Jone anlangt, so hoben, wie vereinbart, die Militärbehörden es für nützlich erachtet, die Verteilung der noch verbleibenden 13 e - sahungstruppen ; u ändern, hierzu bemerkt dos „Journal des Debats", daß der Kriegsminister Maginot weiterhin ausdrücklich versichert habe, er werde sich, solange er Kriegs- Minister sei, der Räumung der dritten Rheinland- zone bis zu dem Tage widersehen, an dem Frankreich ausreichende Sicherheiten in den Händen habe. frage, durch feine Bilderstürmerei, durch seinen Boykott von Gaststätten, die die schwarzweihrote Flagge gezeigt haben, die Gegensätze aufgerissen. Außer den Deutschnativnalen sprachen sich auch die Redner der Deutschen Volkspartei, d:r Wirtschaftspartei, des Zentrums und der Völkischen für das von den Kommunisten e ngebrachie Miztrauens.o um gegen den Oberbürgermeister aus. Die Dertreier der Demokraten und Sozialdemokra- t e n kündigten Stimmenthaltung an. Während der Schlußworte des Kommunisten Lange kam es zu wüsten Tumulten und Prügelszenen. Lange wandte sich in scharfer Form gegen alle Vertreter des demokratischen Gedankens und erklärte, sie könnten nur R a r - r e n oder Betrüger sein. Da er aber feine politischen Gegner nicht unterschätzte, wolle er sie für Betrüger halten. Auf lebhafte Zwischenrufe setzte Gange hinzu: für politische Betrüger. Sn diesem Augenblick näher e sich der sozial- drmokra ische Stad tr er ordnete Tempel dn: Rednertribüne, worin die Kommuni^en die Bedrohung ihres Redners sahen und diesem zu Hilfe eilten. Tempel hatte aber inzwischen schon den kommunistischen S adwerordneten Lange erreicht und schlug ihm mit der Hand i n s G e s l ch t- Daraus wurde Tempel von einem anderen S.odtverordneten zurückgerissen, erhielt von den Kommunisten einen Stoß und kam zu Fall. Währenddessen entwickelte sich im Saale eine Prügelszene zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten, woraufhin der stellvertretende Stadtverordnctrnvorsteher Ea- spary die Sitzung aufhob. Bei Wiederzusammentritt der Versammlung erklärte Stadtverordnetenvorfteher Cafpary, daß im Aeltestenausschuh eine Einigung nicht zu errieten gewesen sei, daß in'olgedrs en d e Abstimmung über den kommunistischen Miß- trauensantrag gegen Oberbürgermeister Böh nicht Dar genommen tocr'.en könne. Darauf wurde die Sitzung geschlossen. Es wird geplant, in nächster Woche eine weitere Stadtverordnetensitzung abzuhalten, Löh kehrt nicht ins Amt zurück. Berlin, 8. Rov. swTB. Aunkspruch.) wie das „V.T." hört, hat sich gestern Oberbürgermeister Böß einer ihm nahestehenden Persönlichkeit gegen- heitssragen nachgeben müssen. Warum solle man sich wegen des lgoung-Planes überstürzen? Die amerikanische Regierung habe ein Sonder- ab komme n mit Deutschland abgeschlos- , sen, so daß sie keine Fühlung mit der Bank haben werde. Franllin Bouillon fragte sodann: Liegt es im Snteresse Frankreichs, die Räumung der dritten Zone zu beschleunigen? Die Anwendung des llZoung-Planes basiere öanh einzig und allein auf der Ehrlichkeit und dem guten Willen Deutschlands. Die Garantien, die Frankreich besessen habe, kämen in Fortfall. Hm die Annahme des llZoungplanes durchzu- ehen, habe Frankreich England mit Geld und Deutschland durch Preisgabe seiner Sicherheiten bezahlen müssen. Was werde nun geschehen? Werde auf der zweiten Haager Koner e n z Frankreich von seinen Alliierten und einen früheren Feinden ebenso in die Enge getrieben werden? Welchen Auftrag solle man den französischen Vertretern erteilen? Drei Gesichtspunkte erscyienen ihm besonders wichtig: 1. die Liquidierung des früheren Feindbesitzes, für die die Zulassung der Gebrüder Mannesmann in Marokko ein Beispiel wäre, 2. es sei notwendig, die Aufsichts - rechte der französischen Regierung festzulegen, 3. die Frage der Kommerzialisierung der deutschen Schuld müsse gelöst werden. Poincarö hätte feineryüt vor den Ausschüssen der Kammer versichert, daß die Annahme des llZoungplanes die Kommerzialisierung der deut- chcn Schuld gewährleiste. Der deutsche Außenminister Curtius habe hingegen behauptet, daß während der Haager Verhandlungen kein Wort von einer Kommerzialisierung geredet worden sei. Man müsse sich also fragen, ob mit der Kommerzialisierung ein neuer Betrug an Frankreich beabsichtigt sei. Line weitere Frage fei, warum das Rheinland geräumt werde, da es doch fraglich fei, ob Deutschland alle seine Verpflichtungen bereits erfüllt hätte. Der Poungplan hätte eine einzige pafic'.oe Grundlage: den gulen Willen Deutschland s, der an die Stelle aller anderen Garantien trete, könne man an diesen guten Willen glauben? kürzlich hätten vier Millionen deutscher Wähler sich gegen den Poungplanausgefprochen und ihn abgelehnt, der doch der Triumph ihres Landes fei, weil sie die Politik des Hasses vorzögen. Das fei die sehr ernste Wahrheit. Deutschland bereite einen modernen krieg in den Gegenden vor, die die Franzosen ohneGaranlienoerlassen wollen. Bei Trier habe man 16 Rangierlinien für die Mo- bilisierung von HO Zügen angelegt, während der Verkehr Rangierlinien nur für vier Züge benötigt. Aehnliche Vorbereitungen seien auch bei Kaiserslautern getroffen worden. 46 Autolinien dienten alsVorwandsürManövermit Lastautomobilen von 40 PS Motorenkraft. Deutschland baue fünf Autostraßen, auf denen die b e u t f lz e n Divisionen binnen zwölf Stunden über die belgische und luxemburgische Grenze für einen neuen (Einfall nach Frankreich herantransportiert werden können. Heber die ©aarfrage zu verhandeln, wäre zur Zeit ein großer Fehler. Stresemann und General von Seeckt hätten aus dem Versailler Vertrag ein Snftrument des deutschen Wiederauf st iegs gemacht. Es dürfe keinen Franzosen geben, der es nicht als seine absolute Pflicht betrachte, die Augen offen zu halten und an dem Wohle des Landes zu arbeiten. Nach der Rede Franklin Bouillons, die an die schlimmsten Zeiten der Sahre 1920 bis 1923^ erinnert, begründete der sozialistische Abgeordnete Frossart seine Snterpellation über die allgemeine Politik der Regierung. Mit starkem Sarkasmus spottete er über das vielköpfige Mi- nifterium und dessen heterogene Zusammensetzung. Er fragte Driand, ob er die Politik von Locarno oder die von Bar-le-Duc betreiben wolle, ob er zu Maginot sich bekehrt habe oder MaginotzuBriand? Die europäische Ent- spannung und die Friedenspolitik seien das Wichtigste. Briand müsse deutlich erklären, tote er nut diesem Kabinett seine Politik fortsehen wolle. Der Abgeordnete Cachin wandte sich gegen Die Regierungserklärung, die er als ein Sammelsurium von Versprechungen bezeichnete. Er gru Tardieu als Snnenminifter wegen seiner Kom- munistenverfolgungen an. Hierauf wurde die Weiterberatung auf morgen nachmittag vertagt. OieRäumungderdrittenZone Maginot dementiert. Die Räumung noch nicht begonnen. Paris, 7. Roo. (WB.) Zu der Rachricht des Sozialdemokratischen Pressedienstes, daß französische Truppen, die bereits Befehl erhalten hatten, in die Heimat zurückzukehren, plötzlich Weisung erhalten hätten, auf ihrem Posten zu bleiben, schreibt der sozialistische „P o p u l a i r e - das solle wohl die Mntroorf der französischen Regie- rang auf das Volksbegehren der deutschen und 3 n 6 u ft r i e der Deutschen Dvlkspartei Hot eine sehr ernste Beurteilung der wirtschaftlichen und politischen Lage gebracht. Sn Sonderheit war die Besorgnis vorhanden. daß die Fraktion den ganzen tiefen Ernst der wirtschaftlichen Lage vielleicht nicht genügend würdigen und sich zu sehr aus taktische Rücksichten ein stellen möchte. Eine R iste in Bremen anwesender FrakllonSkolligen sah sich deshalb veranlaßt, um die. (Einberufung einer Reichstagssraktionssihung telegraphi ch zu ersuchen. Die rheinisch-westsälsche Schwerindustrie hat sich der politischen Einflußnahme sehr stark enthalten. Derjenige Teil der Frcllt on, der in den wirtschaftlichen Reformmaßnahmen vornehmlich ben Sammelvuillt der politischen Entwicklung der nächsten Zuku: st sieht, hat sich einmütig von vornherein, was nie verschwiegen wurde, für die Kandidatur Dauch eingesetzt. Heber die Frage der Besetzung des Par- teivorsihenden oder gar feiner Trennung vom Amt des Fraktionsvorsihcndcn ist nid t mit einer Silbe in Bremen diskutiert. Frei erfunden ist die Behau tung, daß irgendwelche Forderungen in Form eines Httimatamä erhoben worden seien. Weder ich noch meine Freunde denken daran, die Deutsche Dvlkspartei zu verlassen oder zu zersprengen. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfiläkr-Vuch- und §1eindruckerel B. Lange in Gießen. 5chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Oie Regierungserklärung. Paris, 7. Rov. (WB.) Die Kammer bot beute das Bild der großen Tage, als um 3 Hhr iMnisterpräsident Tardieu die Verlesung der i2tc gierungserklärung begann. Er wurde auf der Rechten des öfteren durch starken Bei» |al[ unterbrochen, und die Entwicklung seines ^ollalpolitischen und Steuerreformprogramms l»ftc auch bei einem Teil der Linken Zustrm- mung aus. Zur Frage der auswärtigen Politik heißt es in der Regierungserklärung: (fe ist zunächst auf internationalem Gebiete unsere Aufgabe, die Regelung ernster Probleme $n vollenden: denn durch die früheren Hand- hingen der Regierungen und die wiederholten Abstimmungen des Parlaments sind bereits ijet) t bestimmte Lösungen durch Etappen markiert, die man unmöglich wieder rückgängig machen kann. Wir werden uns hierüber rückhaltslos in der Debatte aussprechen, die durch die Snterpellationen eröffnet werden wird, ks wird genügen, hier die Grundsätze $u präzisieren, die unsere Bemühungen um die Organisierung des Weltfriedens und Mr französischen Sicherheit leiten. Auf ter Haager Konferenz ist kein Abkommensentwurf ron unseren Hnterhändlern gebilligt worden, der irgendwie in Widerspruch zu unseren Grundsätzen steht. Ob es sich um den Voungplan fcmdelt, der mit der Regelung der Schulden öer- lunben ist, die das Parlament im Suli gebilligt tot, oder um die Räumung der 3. Rheinland zone, die von der Realisierung scimtlicher Maßnahmen abhängig ist, die geeignet sind, die Snkraftsehung des i e s agt en Planes zu sichern, oder um das Wirtschaftsregime des Saargebietes, lei dem es sich darum handelt, die Möglichkeit einer dauerhaften vorteilhaften Transaktion für die Kontrahenten zu studieren. Hm an diesen Verhandlungen mit der geistigen Freiheit, die die Sicherheit schafft, teilzunehmen, werden wir die V e r t e i di g u ng s o r g a ni s a t i o ne n unserer Grenzen aktiv fortsetzen. Wir werden nicht weniger sorgsam übet die Freiheit unserer Verbindungswege mit unseren Kolonialreichen wachen. _ Rur in Stärke und in Ruhe lebende Volker können nützlich für den Frieden arbeiten. Sn diesem (Mfte getreu der in Genf von allen unseren Vorgängern angenommenen Haltung zur Frage her Abrüstung zu Wasser und zu Lande werden to-ir im kommenden Sahre an der Londoner Kon- serenz teilnehmen. Cs ist überflüssig, hinzuzu- fügen, daß wir sämtliche Annäherungen toun- Icfen, weiterhin in unseren Freundschaften einen bcDoraugtcn Platz denen bewahren werden, die lo-ihrend der Prüfungen auf unserer Seite ftan- tair und die, wie wir, im Einvernehmen mit tarn’ Völkerbund sich um die Konsolidierung des Stiebens der Menschheit bemühen. Die Regierungserklärung geht alsdann zu imnerpolitischen Fragen über und beschäftigt sich zunächst mit dem Ausbau der nationalen 1, t- Idiaft. Die Regierungserklärung schlcgt vvr, für bi; Förderung der Landwirtschaft 1750 Millionen auszuwerfen, für die Förderung moralischer und sozialer Probleme 1450 Mill., für die Forderung von Sndustrie und Handel 1797 Will., für den Ausbau der franzosischen Kolonien eine Heraufsetzung der bereits bewilligten Anleihe in Höhe von 3000 Mill, auf 3E00 Mill. Frank. Die Regierungserklärung kündigt sodann Steuerermäßigungen in Hohe von insgesamt 2339 Mill. an. Durch einen geplanten weiteren Rachlab soll versucht wer- ben. eine Steuerermäßigung von insgesamt 3340 Millionen zu erzielen. Wir gedenken, so schließt die Regierungserklä- rwng, in Frankreich eine Politik der Prosperität eirzul it:n. Ein prosperierendes Bc>lk ist ein Volk, bei dem das Lebenshal- tangSnibcau in sämtlichen sozialen Klassen, aber vvr allem in den weniger begünstigten Klassen, si:h regelmäßig hebt. Frankreich muh entschlossen auf diese Bedingung hinsteuem. Das ist a-cher Ziel. Wird es das Ziel des Parlaments 1 sein? Wir hoffen es. Das Parlament hat die Entscheidung. Das Land wird das Hrteil fällen. Oie Diskussion. Eine Hetzrede Franklin BouillonA'gegen die Rtzcinlandräumung. Ministerpräsident Tardieu beantragte die so- fertige Diskussion der zwölf Snterpellatio- ram über die Bildung des Kabinetts, die Re- gerungSertlärung und die allgemeine und die Dutzenpolitik der Regierung. Hiermit erklärte fih die Kammer einverstanden, und als erster Interpellant ergriff der sozialistische Abgeordnete 1' a r e n n e das Wort. Er forderte Aufklärung über die neue Abrüstungskonfere n z und (nagte nach den Ansichten des neuen xriegS- ininisters hinsichtlich der nationalen Verteidigung. . , ... , Der Führer der sozialen und demokratischen Linken. Abgeordneter Franklin Bouillon kiitisierte die Haltung der französischen Vertreter in Haag und forderte Qlufflärung über eine Deihe von Punkten, insbesondere die Liquidationsfrage und die R e p a r a t i o n s - bank, sowie über die Kommerzia l i f t c • rang der deutschen Schulden, /orank- »ich habe in finanziellen Fragen und in Sicher über dahingehend geäußert, er sehe angesichts der gegenwärtigen Situation keine Möglichkeit mehr, in sein Amt zurückzukehren. Die erste Versammlung der Sktarek-Glaubiger. Das Ergebnis des Konkurses. Berlin, 7. Rov. (WTB.) Heute fand vor dem Amtsgericht Berlin - Mitte d i e e r st e Gläubigerversammlung wegen der sechs Konkurse der Gebrüder Sklarek statt. Der Konkursverwalter berichtete über die sechs Konkurs- bilanzen der K. D. G., der Textilgroßhandelsgesellschaft, der O. H. G. Willi Sklarek sowie der Privatvermögen der Brüder Willi, Max und Leo. Er teilte u. a. mit, daß die Bücher der sechs Firmen nicht ordnungsmäßig geführt, und daß die Bilanzen unrichtig und gefälscht sind. Für ihren persönlichen Gebrauch entnahmen die drei Brüder im 2ahre 1926 166 000 Mk., im Jahre 1927 437 000 Mark, im Jahre 1928 407 000 Mk. und im Jahre 1929 bis zum Zusammenbruch 223 000 Mk. Dazu kommen die Ausgaben für das Ge - st ü t, das vcm 1926 an bis zum Zusammenbruch 703 000 Mk. verschlungen hat. Die Prüfung der Warenlager der K. B. G. hat ergeben, daß diese auf 571 000 Mk. geschäht werden, und daß man bei 30prozentiger Abschreibung mit einem Reingewinn von 400 000 Mk. rechnen darf, wozu 209 000 Mk. Forderungen an städtische Dienststellen kommen. Gefälligkeitswechsel sind stapelweise gesunden worden, ihnen ist jedoch nicht der gering st e Wert beizumessen. Zwei Wechsel auf den 'Hamen Güntyer Segnet in Höhe von insgesamt 1200 Mk. sind vor der Fälligkeit eingelöst worden. Dem Gesamtaktivposten von 760 700 Mk. bei der K. B. G. steht ein Fehlbetrag von 12,3 Millionen gegenüber, so daß der Konkurs eine Quote von 5,5 Prozent ergeben dürfte. Bei der Textilgrobhandelsgesellschaft, wo die Aktiva 786 000 Mk., die Passiva 1 1,4 Millionen Mark betragen, ist mit einer Quote von 6,6 Prozent zu rechnen, bei der Firma Willi Sklarek mit 2,2 Prozent, Max Sklarek mit 2,6 Prozent. Der Konkurs Willi Sklareks wird mit etwa 1,15 Prozent abschließen, der Konkurs Leo Sklareks mit 2,2 Prozent. Stahlhelm und Volksentscheid Der Bundessnhrer Seldte kündigt Fort» führung der Aktion an. Breslau, 7. Rov. (TA.) Bor mehreren tausend Zuhörern führte der Gründer und erste Bundesführer des Stahlhelms, Franz Seldte, etwa folgendes aus: Der Dienstag, der 29. Oktober 1929, an dem das Volksbegehren zum Abschluß gelangte, wird ein historisches Datum in der neuen deutschen Geschichte sein. Zum ersten Male seit elf Jahren hat ein bewußter nationaler Wille eine feste Gestaltungskraft in einer mathematisch zu bestimmenden und gesetzlich geforderten Zahl gesunden. Die Idee des Freiheitskampfes, die Idee des Kampfes gegen die Versklavung Deutschlands hat trotz aller Widerstände, trotz eines unglaublichen Terrors über vier Mlllivnen deutscher Männer und deutscher Frauen zum Bekenntnis aufgerufen. Das ist eine ungeheure Leistung. Wir jubeln nicht, wir reden nicht: aber wir haben den Sieg und wir werden diesen Sieg erweitern, wir werden durch zähe und heiße Werbearbeit in Stadt und Land die Stimmenzahl für den Volksentscheid so hoch wie nur möglich bringen. Es ist eine ungeheure Lüge, wenn man den Zustrom zum Stahlhelm und zu den Freiheitskämpfern für das Volksbegehren dadurch abdämmen will, daß man sagt: sie wollen die Republik stürzen. Rein, das wollen sie nicht. Ich trete hiermit ausdrücklich dieser Lüge entgegen. Der Stahlhelm hat bewußt den Streit um die Derfassungsform vom ersten Tage seines Bestehens ab genau so verboten wie den Streit um die Konfessionsform. Spätere glückliche Geschlechter mögen die Frage der Staatsform aus dem freien Willen und Entschluß der freien deutschen Menschen losen. Wir armen und bitteren Kämpfer der Jetztzeit haben keine Zeit, uns um Monarchie oder Republik zu streiten. Briefmarken-Botamk. Don M. Büttner. Die weite Welt der Pflanzen, von unschätzbarer Bedeutung für Ernährung, Kleidung und Wohnung des Menschen wie für fein fchönheits- durstiges Auge, hat in der Malerei und in der dekorativen Kunst vieler Länder zahllose Stätten liebevoller Verehrung gefunden. Auch in der Kleinkunst der Briefmarke, die dmch eigentlich so nüchternen Verkehrs-Wecken dient, sind mancherlei Vertreter des Pflanzenreiches oft und wirksam als poesievolles Schmuckmotiv dargestellt worden. Blüten und Blätter, Sträucher, Bäume und ihre Früchte — das alles findet sich auf den kleinen postalischen Bildern aus aller Welt und vermittelt uns ein ebenso anmutiges wie buntes Stückchen Raturkunde. Wenn man einen Blick in dieses vielgestaltige Gebiet der Philatelie tun will, gesck>ehe es ohne jeden Ehrgeiz, etwa einem Sinne Konkurrenz machen oder seinem nicht eben kurzweiligen System folgen zu wollen. Wenden wir uns vielmehr, sozusagen einem Zuge des Herzens folgend, zuerst den lieblichsten Kindern Floras zu, die nichts anderes sein wollen als — Blumen. Ihre duftende Königin, die Rose, schmückt z. B. die deutschen Wohltätigkeitsmarken von 1924 oder als Wappenblume alte Marken von Reufund- laud. Die Schweiz hat ihre fleinen Gebirgsschönheiten, Alpenrose und Edelweiß, auf einigen Postwertzeichen als charakteristische Zierde angebracht. Besonders hübsch sind die drei Wohl- tätigkeitsausgaben, die Holland in den Jahren 1925—27 erscheinen ließ. Sie zeigen farbenfreudig die Wappen der niederländischen Provinzen, umgeben von mehr oder minder stilisierten Blumen und Pflanzen, die irgendwie in besonderer Beziehung zu den betreffenden Provinzen stehen. Da sehen wir Lilien, Mispelblüte und Rose, ein andermal Eisblumen (silberfarbig gedruckt!), Wasserpflanzen, Orangen und Seerosen, endlich auf der letzten Ausgabe Glockenblumen, Butterblumen, Löwenmaul und Schllfrohr — also ein ganzes Herbarium für sich! Das Wappen Japans, das schöne Chyfanthemum, erscheint aus fast allen japanischen Briefmarken, zuweilen noch durch Kirschblüten-weige m der poetischen Wir kämpfen für das Vaterland, das nicht zu erfassen ist mit den Begriffen Republik unb Monarchie, aber das heiß und glühend und voll erfaßt wird durch das Wort: das Deutsche Reich. Am dieses geht unser Befreiungskampf. Ohne Scheu und Furcht vor Menschen sind wir an dieses Volksbegehren herangegangen und werden wir auch an den Volksentscheid herantreten. Wir wollen zeigen, daß es möglich ist, in Deutschland frei und ehrlich seine Meinung zu sagen. Volksbegehren und Landwirtschaft. Eine Entschließung der Ehristlich- Nationalen dauern- und Landvoltpartei. Berlin, 7. Rov. (Tel.-An.) Der Vorstand der Christlich-Rationalen Bauern- und Landvolkpartei faßte eine Entschließung, die besagt: Die landvolkfremdeReichspolitik muh zur weiteren Existenzbedrohung und im Endergebnis zur Vernichtung der Landwirtschaft führen. Der in Einzelheiten nunmehr bekannt gewordene Handelsvertrag und Liquidationsvertrag mit Polen ist als mit den Lebensinteressen der Landwirtschaft unvereinbar abzulehnen. Durch die Verschleppung der Entscheidung über die Mindestantrüge der Reichsbauernfront hat die Reichsregierung zur weiteren Verschärfung der Lage in der Landwirtschaft beigetragen. Im Volksbegehren hat sich das Christlich-Rationale Bauern- und Landvolk in die Reihe der Kämpfer gegen den Voung- plan und für die deutsche Freiheit gestellt und hat mit seiner für den Erfolg entscheidenden Stimmenabgabe bekundet, daß es nicht gewillt ist, sich auf Generationen hinaus versklaven zu lassen. Wenn die Christlich-Rationale Dauern- und Landvolkpartei ihren Millen zum Einsatz aller Kräfte gegen den Boungplan betont, so handelt sie in der Aeberzeugung, daß das deutsche Volk die Lasten dieses Tributplanes ebensowenig aus eigener Kraft tragen kann, wie die Daweslasten. Der unerhörte Terror der Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung mit der ganzen Wucht des amtlichen Apparates hat das Volksbegehren zueiner inner- politischen Machtfrage verfälscht. Diese Verfälschung hat eine neue politische Situation geschaffen, die den Ruf nach einer Sammlung aller nationalen Kreise immer lauter werden läßt. Die Christlich-Rationale Bauern- und Landvolkpartei sieht unter Betonung des Charakters ihrer Selbständigkeit in dem Kreis derer, die sich bisher für das Volksbegehren eingesetzt haben, einen Erfolg gegen den Voungplan nur dann, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, daß d i e Front der Kämpfer erweitert wird. Spionage in der Mitteldeutschen Industrie. Verhaftungen in Weißenfels. Halle, 7. Rov. (WB.) Das Polizeipräsidium Weißenfels teilt mit: Auf Grund längerer Beobachtungen wurden am 29. Oktober 1929 mehrere Personen in Weißenfels als der Spionage dringend verdächtig sestgenommen. Die Vernehmung hat die Bestätigung des dringenden Verdachts erbracht und weiter ergeben, daß in Gemeinschaft mit Angehörigen der Reichswehr militärische Geheimnisse verraten werden sollten, und daß Werkspionage getrieben worden ist. Aus Weißenfels sind in das Verfahren sieben Personen, darunter drei weibliche, verwickelt. Vier Personen sind dem Richter, der inzwischen Haftbefehl erlassen hat, zugeführt und in das Am'ts- gerichtsgefängnis eingeliesert worden. Die Festnahme des einen Beschuldigten gestaltete sich insofern schwierig, als er bei der Verfolgung in die Saale sprang, um sie zu durchschwimmen und sich der Festnahme durch die Flucht zu entziehen. Durch ihm nachspringende Beamte wurde er vor dem Tode des Ertrinkens bewahrt und an Land gebracht. Einer der Hauptbeschuldigten, der Reisende Wilhelm Becker, ist flüchtig. Für die Cr- greifun des Decker ist eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt. Bei der Durchsuchung der Wohnungen wurde schwer belastendes Ma - Wirkung unterstützt. Auf Postwertzeichen der englischen Jungferninseln (Virgin Islands, indien) trägt die Heilige Ursula einen Lilienzweig, wie es sich für eine Bewohnerin dieser Inseln geziemt... Besonders häufig sind auf Briefmarken die verschiedenartigsten Rutz pflanzen anzutres- fen, die damit zugleich wichtige Wirtschaftszweige der fraglichen Länder andeuten. Kornähren bemerkt man auf Marken von Lettland, Dänemark Island, ein reifes Kornfeld bei Kanada, ein symbolisches auf einer Pestalozzi-Gedenkmarke der Schweiz. Auf die Güte feiner Kartoffeln Malta, wenigstens mit einigen Blüten dieser delikaten Pflanze hin. Mit Reisähren erinnert die Poft Chinas an das wichtigste Nahrungsmittel der asiatischen Völker. Die portugiesische Besitzung Mozambique in Afrika gibt den Markensammlern vielseitigen botanischen Unterricht, wenn sie ihnen etwa ein Maisfeld vorführt, oder Szenen aus der Daumwoll-, Tabak-, Zucker-, Kautschukgewinnung usw. auf Marken abbildet. Auch Aegypten hat 1927 einen hübschen Baumwollzweig auf Postwertzeichen dargestellt. Dem Kaffee und seiner Kultur ist eine ganze Reihe Marken von Brasilien, Salvador, Costa Rica, Haiti, Liberia und anderen gewidmet. Kleeblüten sind bei Reufundland. Kleeblätter bei Irland und Uruguay zu finden. Ein anregendes Gefühl auf der Zunge verursacht es uns, wenn wir auf einigen Marken Frankreichs, der Schweiz und vom Kap der guten Hoffnung bei etwas Aufmerksamkeit — Weintrauben entdecken. Da die Geschmäcker zum Glück verschieden sind, so ergeht es anderen vielleicht ähnlich, wenn sie z. D. die appetitliche Ananas bei Liberia oder den Bahamas-Inseln erblicken, die Pfirsich- und Olivenzweige bei Tripolis ober — guten Appetit — den Pfefferzweig auf einer Marke Liberias. Ein Oelliferant, der Mohn, erscheint auf Marken 3talien8, ein Oelzweig auf den alten Ausgaben für die französischen Kolonien und neuerdings bei Japan usw., wo freilich weniger die Del- getoinnung als eine Friedensdemonstration gemeint ist. Unzählbar oft ist der Lorbeer mißbraucht worden, um in vielen Ländern die Köpfe wirklicher oder zweifelhafter historischer Größen in Kranzoder Zweigform auf Briefmarken zu verschönern. Es seien keine Hamen genannt, da wir ja hier te r iaI vorgefunden, das nach dem Saat* gebiet weist, wo sich die Mittelspersonen befinden sollen. Zum Tode des Prinzen Max. Die Aufbahrung in Salem. Konstanz, 7. Noo. (WB.) Bei der lieber- führung der Leiche des Prinzen Max von Konstanz nach Salem wurde der Leichenzug in Meersburg namens der badischen Staatsregierung von Landrat Dr. L e v i n g e r empfangen, der dem Toten das letzte Geleit bis nach Salem gab. In den Ortschaften, die der Leichenzug in später Nachtstunde passierte, hatten die Feuerwehren mit Fackeln Ausstellung genommen. In Salem ertönten beim Eintreffen des Leichenzuges die Schloßglocke und die Glocken des Münsters. Die Aufbahrung erfolgte in dem evangelischen Gemeindesaal. Hier fand eine kurze Trauerfeier statt, bei der Pfarrer Dill amtierte. Die Totenwache hielten Beamte der markgräflichen Güter. 9m Laufe des heutigen Tages werden zahlreiche Fürstlichkeiten in Salem erwartet, darunter auch die Tochter des früheren Kaisers, die frühere Herzogin von Braunschweig mit ihrem Gatten. Die Beisetzung findet morgen mittag statt. An den Beisetzungsfeierlichkeiten werden sämtliche Mitglieder der badischen Regierung, mit Ausnahme des schwer erkrankten Justizministers Dr. Trunk, teilnehmen. Die Universität Heidelberg und die Technische Hochschule Karl s- r u h e werden ebenfalls Vertreter nach Salem entsenden. Als Vertreter des früheren Kaisers wird Prinz Adalbert zu den Trauerfeierlichkeiten erscheinen. An der Beisetzung werden ferner Reichs- tagspräsident Lobe und als Vertreter der Reichsregierung Reichsernährungsminister Dr. Dietrich teilnehmen. In ihrer Begleitung befinden sich Ministerialdirektor in der Reichskanzlei Dr. von Hage n o w und der Direktor des Reichsrats Geh.-Rat Galle. Dom badischen Landtag nehmen Präsident Dr. Baumgartner und die beiden Vizepräsidenten sowie eine größere Zahl von Fraktionsoertretern teil. Reichstagspräsident L ö b e hat der verwitweten Frau Prinzessin Max eine telegraphische Beileidsbezeugung übermittelt. Die Lage des deutschen Protestantismus. In diesen Wochen, in denen die Verhandlungen zwischen dem preußischen Staat und der evangelischen Kirche schweben, erscheint eine Uebersicht über die Lage des deutschen Protestantismus interessant, die im Jahrbuch der kirchlichen Behörden und der gesamten evangelischen Geistlichkeit aufgezeichnet ist. Der im Jahre 1922 erfolgte organisatorische Zusammenschluß der deutschen Landeskirchen findet seinen Ausdruck im Deutschen Evangelischen Kirchenbund. Ihm gehören 28 Landeskirchen an und weiter die Evangelische Brüderunität, in der alle über Deutschland verstreuten Herrenhuter-Gemeinden fsusammengeschlvssen sind. Die aktive evangelische Kirchenpolitik wird von der inneren Mission betrieben. Sie umfaßt landeskirchliche und nichtlandeskirchliche Gruppen und Verbände. Der deutsche Protestantismus umfaßt außer den Landeskirchen aber auch noch eine Reihe von größeren Freikirchen und Sekten, Kirchengemeinschaften, die sich im bewußten Gegensatz zum katholischen Kirchengesetz stellen, und einen reformatorischen oder urchristlichen Standpunkt vertreten. Sieben lutherische Freikirchen, die am stärksten in Preußen und Sachsen vertreten sind, und zum Teil die Rechte öffentlicher Körperschaften besitzen, gehören zum deutschen Protestantismus. Die stärkste Freikirche ist de bischöfliche Methodistenkirche, zu der 920 Gemeinden zählen. Sie steht in schärfster Opposition zur Landeskirche. Die Sekte der Baptisten umfaßt 180000 Anhänger, von denen 64 000 getaufte Mitglieder sind. Das Charakteristikum dieser Sekte besteht in dem Verlangen der Erwachsenentaufe aus eigener Erkenntnis. Nicht so stark ist die Evangelische Gemeinschaft, die über 25 000 Mitglieder verfügt. Auch die Men- noniten mit 30 000 Mitgliedern zählen in die Reihe der größeren Freikirchen und Sekten. Ihre Lehre ist der der englischen Quäker ähnlich. Die Innere Mission als aktivster Bestandteil des evangelischen Deutschlands umfaßt 36 Landes- und Provinzialoereine und 156 Fachverbände. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Fürsorgepflicht für Ge- nicht Geschichte, sondern Botanik treiben. Rach der Erwähnung des Ruhrneslorbeers, der auch nicht ohne geheime Dornen sein soll, gehen wir zu einer noch stachligeren Angelegenheit über und betrachten die Disteln auf Marken Englands und Reufundlands oder die unliebenswürdigen Kaktusarten von Liberia, Mexiko, den Turks- Jnfeln usw. — Gewächse, die man nicht unbedingt zu. den nützlichen zählen möchte. Das Reich der Bäume, das vereinzelt schon berührt wurde, gedeiht schließlich ebenfalls auf Postwertzeichen in zahlreichen Gattungen. Die verschiedenen Daumarten erscheinen da entweder in „ganzer Figur", oder sie werden durch Zweige und Blätter vertreten, oder „an ihren Früchten sollt ihr sie enennen". Rur einige Beispiele: die Eiche? ist u. a. auf den deutschen Marken zur Rationalversammlung 1919 dargestellt, Eichenblätter bemerkt man bei Litauen sowie auf vielen Wertzeichen Englands und seiner Kolonien, Ahornblätler bilden die Eckverzlerungen kanadischer Marken. Die schlanke Palme wächst natürlich, auch phllatelistisch, in so vielen exotischen Ländern, daß es eine lange Liste werden würde, wollte man sie alle nennen. Dabei sind alle ihre Familien vertreten, sei es etwa die Kokospalme von Togo, die Dattelpalme von Tripolis oder die Fächerpalme von Rordborneo. Auch die nützlichen Kakaobäume auf Marken von Togo lassen von neuem bedauern, daß es keine deutsche Kolonie mehr ist. Verlockend leuchten aus grünem Laub die Früchte der Orangenbäume in Mozambique, Südafrika oder dem früheren Oranje-Freistaat. Eine Gruppe von ©ummibäu- men ragt auf der neuen Luftpostmarke Australiens von 1929. Der praktische (Brotbäum und seine Früchte, auf Marken der Tonga-Inseln abgebildet, ersparen ihren Bewohnern den Bäckerladen. Als drolligen Widerspruch kennt mancher Sammler den medizinisch tüchtigen Perubalsambaum, der seinem (Hamen zum Trotz nur in Salvador heimisch ist, so daß sich die dortige Post mit ihm auf einer Briefmarke brüsten kann. Endlich sei daran erinnert, daß auf Postwertzeichen sogar ein gewisser Obstbau getrieben wird. Außer einigen, schon unter den Rutzpslan- zen erwähnten Kostproben finden sich beispielsweise Aepfel, Dirnen, Kirschen. Pflaumen usw. auf den Wohl tä tigke i tsmarlen der Schweiz, die brechliche, Kranke, Gefährdete und Verwahrloste. Die zahlreichen Fachoerbände beschäftigen sich mit den verschiedensten Spezialaufgaben, unter denen die Jugendpflege, die Krankenpflege, Gefangenenfürsorge genannt seien. Kommunistische Ausschreitungen in Hamburg. Hamburg, 8. Noo. (WTB.-Funkspruch.) In der vergangenen Nacht versuchten Kommunisten an mehreren Stellen der inneren Stadt zu demonstrie- r e n. Die Ordnungspolizei loste die einzelnen Züge auf und machte, da tätlicher Widerstand geleistet wurde, von ihren Gummiknüppeln Gebrauch. Ein schwerer Zusammenstoß ereignete sich auf dem großen Neumarkt, wo etwa 500 Kommunisten die einfdjreitenben Polizeibeamten a n g r i f f e n und mit Mauersteinen, Bauholz und Abfallsbrocken bewarfen. Auch aus den Fenstern Oie Weiierlaae. HO ponnerslaa, 7.No\'emt>. 19297" abds £3\Tours e-Sr-S» 5 v»rpCriiix>T Owomemos. oneiter. onaiD bedetM. g woutig. o oedetKt «Regen V Sehnte a Graupeln. B Nebel K Gew,tter.(§)Windstille.O-. seh» «icnte» Ost «lässiger Südsüdwest (S stürmischer nordwtsl Oie Pfeue fliegen mit dem winde. Pie fernen Stationen stehenden lat» len geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit gleiche^ —I Meeresniveau umotrechneten Lultdrutfc Wettervoraussage. Der gestern im Rordosten einsetzende Luftdruckfall hat sich als kräftiger Ausläufer der umfangreichen nördlichen Störung entwickelt. Ein ausgedehntes Schlechtwettergebiet mit Riederschlägen war heute morgen über England, dem Kanalgebiet, sowie über Holland und dem westlichen Frankreich vorhanden. Ferner haben dort die Temperaturen durch den Herantransport der Warmluft einen Anstieg bis zu 13 und 14 Grad erfahren. Das Schlechtwettergebiet wird unseren (Bezirk überqueren und zunächst unter Erwärmung verbreitete Riederschläge bringen. Da jedoch 'an der Rückseite des Fallgebietes sich das Zuslietzen maritimer, kühler Luftmassen bereits erkennen läßt, so dürfte für später wieder Temperaturrückgang, sowie unbeständiges Wetter zu erwarten sein. Wettervoraussage für Samstag: Zu- nächst weiter Temperaturanstieg, bedeckt und Nieder- schlüge, dann wechselnd wolkig, wieder kühler, südwestliche, später mehr westliche Winde. Witterungsaussichten für Sonntag: Abkühlung, teils wolkig, teils aufheitemd, vereinzelte Regenschauer. Lufttemperaturen am 7. November: mittags 4,9 Grad Celsius, abends 4,7 Grad: am 8. November: morgens 4,1 Grad. Maximum 5,8 Grad, Minimum 3,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. November: abends 4,8 Grad: am 8. November: morgens 4,8 Grad Celsius. — Niederschlag 1,4 mm. damit die landwirtschaftliche Eigenart ihrer verschiedenen Kantone kennzeichnen wollte. Gan- abgesehen von dem historischen, Pfeildurchbohrten Apfel in der Hand des Keinen Tellknaben! Soweit der kurze Spaziergang durch den botanischen Garten der Philatelie. Von Linnes lückenloser Gründlichkeit ließen wir uns dabei nicht leiten, um botanisierenden Markensammlern noch einige Entdeckerfreuden übrig zu lassen. HochschulnachrichLen. In Cron berg i.T. verschied der Professor für Völkerkunde an der Berliner Uni* versität und frühere Direktor des Museums für Völkerkunde Dr. med. et phil. Karl von d en Steinen im 75. Lebensjahre. Wie die meisten feiner berühmten Vorgänger auf dem Gebiete der Völkerkunde, wir erinnern nur an Bastian, Emin Pascha und Rachtigal, ist Karl von den Steinen aus der Medizin hrrvorgegangen. Geboren 1855 zu Mülheim a. d. Ruhr, studierte er in Zürich, (Bonn und Straßburg Medizin, wählte zu seinem Spezialgebiet die Psychiatrie, war Assistent am Straßburger Physiologischen Institut und später Oberarzt an der Psychiatrischen Klinik der Charite in Berlin. 1882 machte er die deutsche Südpolarexpedition nach Südgeorgien mit und unternahm anschließend an diese Reise eine Forschungsreise nach dem Schingu-Gebict in Zentralbrasilien. 1888 nach Deutschland zurück- gekehrt, habilitierte sich v. d. Steinen in der Berliner Philosophischen Fakultät, vertauschte aber diese Dozententätigkeit im folgenden Jahre mit der gleichen an der Llnidersitüt Marburg wo er den Profesfortitel erhielt. 1900 wurde v. d. Steinen a. o. Professor für Ethnologie 297' abds - SÜDDEUTSCHLANDS GUTE FÜNFER Gezogenen wird auf etwa 25 000 geschäht. 3n dem Gebiete von Palmar wurde Sachschaden von über eine Million Dollar angerichtct. Es war die größte Vulkankatastrophe auf dem amerikanischen Kontinent seit dem Ausbruch des Mont Pelee auf Martinique. Konflikt zwischen Universität Freiburg und badischem Kultusministerium. Der Senat der Albert-Ludwig-Universität teilt mit: Der Rektor der Universität Freiburg, Prof. Dr. Dragendorff, hat infolge schwerwiegender Meinungsverschiedenheiten mit dem Ministerium sein Amt n i e d e r g e l c g t. Der akademische Senat hat dem Rektor sein Vertrauen ausgesprochen und seinen Schritt gebilligt. Die Geschäfte des Rektors werden einstweilen von einem der Amtsvorgänger versehen. Sohn deS verstorbenen Prinzen Maximilian zu Schaumburg-Lippe, eines Bruders der früheren Königin von Württemberg. Der 30jährige Prinz war in den Kreisen der württembergischen Flieger sehr bekannt, lernte das Fliegen in Böblingen und erwarb rasch sein Pilotenzrugnis. Auch der Segelfliegerei widmete er sich und beteiligte sich mit Erfolg an den Segelslügen am Dreifaltigkeitsberg bei Spaichingen. Später war er bei der Daimler-Benz-A.-G. tätig, worauf er nach weiterer fliegerischer Schulung zur Lufthansa übertrat, in deren Diensten er nun verunglückte. 3m Auto verbrannt. Die Tänzerin Lena Amsel begab sich in Begleitung einer Freundin zu dem 70 Kilometer südlich von Paris begebenen Landsih des Malers Derain, der den Wunsch ausgesprochen hatte, die Tänzerin zu porträtieren. 3 m Walde von Fontainebleau geriet das Auto nach einer Benzinexplosion in Brand, wobei Lena Amsel und ihre Begleiterin bei lebendigem Leibe verbrannten. Derain, der in einem Auto vorausgefahren war, versuchte, die beiden Frauen, die unter dem brennenden Wagen begraben waren, zu retten. Hierbei trug er selbst schwere Brandwunden davon, ohne daß ihm die Rettung gelang. Erst nach Stunden, nachdem die glühenden Trümmerhaufen sich abgekühlt hatten, konnten die völlig verkohlten Leichen der Tagung des Hotelgewerbes. Der Reichsverband der deutschen Hotels, Restaurants und verwandter Betriebe hat in Würzburg getagt. Ueberein- stimmend wurde darüber geklagt, daß der wirt- schastliche Ertrag der diesjährigen Reisezeit weit hinter dem der srühercn 3ahre zurückbleibt. Die wirtschaftliche Rot'age des deut'chen Volkes hat dazu geführt, daß auch bei Serienreifen weit sparsamer gewirtschaftet wird ais früher. Zudem ist die Aufenthaltsdauer der Grifte in den Hotels erheblich zurückgegangen. Von allen Berichterstattern wurde festgestellt, das) eine allgemeine Abwanderung in billige Privatquartiere zu verzeichnen sei. Als geradezu katastrophal wurde die Lage der Ostfeebäder geschildert. Els Ergebnis der Aussprache wurde eine Entschließung angenommen, die einen Weg, der Abwanderung des Publikums entgegenzutreten, nur in der Vereinfachung der Darbietungen und der Verpflegung und der dadurch ermöglichten Anpassung an die heutige Wirtschaftslage sieht. — Schärfster Einspruch wird gegen die Steuerbefreiung sogenannter gemeinnütziger Erholungsheime eingelegt, die den privaten Be- Umfange vorgenommen. 3n Agram allein wurden in letzter Zeit 269 Personen aus politischen Gründen verhaftet. Die Verhafteten gehören allen Altersklassen und Gesellschaftsschichten an. Es befinden sich unter ihnen auch einige Professoren und Bankdireltoren. In der kroatischen Bevölkerung wird die infolge dieser Verhaftungen entstandene .Unruhe noch erhöht durch Maßnahmen, die von den Behörden in Agram am 1. und 2. Rovember (Allerheiligen und Allerseelen) für die Feiern auf den Friedhöfen getroffen wurden. Polizisten entfernten von den Gräbern der kroatischen Freiheitshelden alle nationalen Kennzeichen und Schleifen. Am Allerseelentage wurden vom Grabe Stephan Radi t s ch s die schwarzen Behänge heruntergerissen. In der nächsten Rähe des Friedhofes wurden starke Abteilungen von Polizei und Truppen aller Waffengattungen zusammengezogen. Aus aller Welt. (Ein siebentes Todesopfer des Flugzeugunglücks über England. Der bei der Katastrophe des Flugzeugs D 903 schwer verletzte PrinzEugenvonSchaum- burg-Lippe ist gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der Opfer des Unglücks von Morden auf sieben. Der Prinz war der älteste s***.i. I Regengüsse erhöhten die Obdachlosennot. Die Landstraßen sind mit Flüchtlingen^überfüllt. Die Zahl der von del Der umliegenden Häusern wurden Gegen st ände auf die Beamten geschleudert. Unter Johlen, Pfeiffen und Rufen wie „Schlagt die Bluthunde tot" drang die Menge aus die Be« ernten ein, die schließlich von ihren Schuß- waffen Gebrauch machten, worauf di, Angreifer flüchteten. Drei Personen konnten fest, genommen werden, mehrere Beamten wurden dur g Steinwürfe verletzt. Ob sich auch unter den Stofe munisten Verletzte befinden, ist nicht bekannt. Massenverhaftungen in Agram. Kran kn”,/1', unk, ("<■ Uebersichtlich zum Aussuchen im Parterre ausgelegt 9209A Salomon Ein Derkehrsflugzeugführer der den Vulkan Santa Maria überflog, berichtete, er habe eine Gruppe Männer. Frauen und Kinder auf der B e r g s p i h e gesehen, die von glühenden Lavamassen eingeschlossen waren. Hilfe sei unmöglich. Das Zerstörungswerk habe eine meilenweite Ausdehnung. — Rach einem Bericht aus der Stadt Guatarnala, sind bisher 1 2 5 Todesopfer des Vulkanausbruches und über 300 Verletzte festgestellt. Die zahlreichen Steuerfreiheit bereitsten. Es wurde die Rot- Wendigkeit betont, der Mode der Reifen inS Ausland entgegen;utr>.t:n. Ferner wurde darauf hingewiesen, daß die Aerzte schäft viel zur Aufklärung über die große Heilwirkung deutscher Bäder beitragen könne. Eine umfangreich« Werbeaktion nach einheitlichen Gesicht-« punkten sei erforderlich. fjeftlge Gewitter über Venedig. 3n Venedig gingen bis spät in die Rächt hinein heftige Gewitter mit wolkenbruchartiaen Regengüssen nieder. Hm 23 ilfjr zur Zeit der Flut überschwemmten das Meer die niedrig gelegenen Stadtteile. Auch der Markusplah wurde von den Wellen überspült. 3n der Rähe von Venedig stürzte der Sturm einen Daum um, der auf die Starkstromleitung fiel und diese zerstörte, so daß ein Teil der Stadtim Dunkeln lag. Die elektrische Eisenbahn Venedig—Treviso, sowie die Telephon- und Telegraphenvcrbindung waren gestört. 3n der Provinz Basilikata (Süditalien) verschüttete ein Erdrutsch eine Eisenbahnstrecke. Europas höchster Schornstein. Der 153 Meter hohe Schornstein des Elektrizitätswerkes Leipzig-Rord. der höchste Schornstein Europas, wurde in Betrieb genommen. Das Gesamtgewicht des Schornstein- beträgt 11 500 Tonnen. Stellt man sich den Schlot umgelegt vor, so würde man einen Tunnel mit einer geringsten lichten Weite von 6,50 Meter erhalten, in dem zwei l) - Züge nebeneinander fahren könnten. Allein in der Schornsteinsäule hat man eine Million Klinkersteine vermauert. Das gewaltige Bauwerk ist in einer Rekordzeit von nur 55 Arbeitstagen ausgeführt worden. h 0 yg , ^ov!L Wien, 7. Rov. (TH. Funkspruch.) „Reichspost" meldet .aus Agram: Seit Togen werden in Kroatien Verhaftungen in größtem >t Mauers«»,'» $e,&eernten eütgtt NtHI RQ(*i|l;r^)UiMsiiUtO, 'zl tüdioovtsi V sturmyiu -wewtfl Mt PH oeetn SUtiont« sUMMte Uti i Pit Uoito viioitii« Qnt mit MUtz itit» unoiuti trvorausjage. torbo|ten eingehende Luftdruck is tiger Ausläufer der uinsang- Stvrung entwickelt. Sin aus xttcrgebiet mit Mederschläger i über England, bem Kanal- Holland und dem westlicher Jen. Ferner haben dort di! ch den Herantransport dri (Heg biä zu 13 und 14 &rai chiweitergebiei wird und zunächst unter Erwäi- lliederschläge bringen. Da je- rite des Fallgebietes sich da- er, Wer Lustmassen bereits iütfte für später wieder rem- swie unbeständiges Detter jt issage für Samstag: Zr eraturanstieg, bedeckt und M'd-r elnb moltig, wieder kühler, >hr westliche Winde. lussichten für Sonntag Lig, teils ausheiwd, «mn- nm 7 November: mittags 43 i ^rch'bohrta ’&Utnabenl Soweit Sbotani^ jang A lückenloser -lie. 2on letten, ölt uns dave \ einige Markensammlern iw rifl8U* jjutnadiri*161’; re Direktor. , DDll den ■ned. et .ptn - g bie mciftm Lebensiahre-^ fcem Seb>^ Lorganger/"' an SaM Wir erinnern n PDn M ) Äach lSal-" ^gangen- Medizin M studiert^ AM MW U n-akultat- h n Iad-'- Äit W.f’STrf-“'! 1900 >">k°Sx'SH Ikli •tiberd-j GUTE iüRPAMEH- 8 K K Letzte Neuheiten! 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Dersicherungsamt der Stadt Gießen. Der Wahlleiter: Seiner. In tiefer Trauer: Ludwig Philipp Haas und Familie. Steinbach, den 6. November 1929. Die Beerdigung findet Samstag, den 9. November, Wegen Aufgabe meines Geschäftes unterstelle ich mein gesamtes reich sortiertes Lager in Qualitäts-Schuhwaren Schuhhaus [.Bernhardt SchulstraBe 10 In tiefer Trauer: Emmi Weber geb. Heberet Alfred Weber Sigrid Weber | Stellenangebote! KocMrlräiiißii) gesucht. Schr.Angeb. unter 0720.5 an den Gtetz. An,, erbeten. NM NISA M MM für hiesiges Feinkost-Geschäft gesucht. Schriftliche Angebote unter 9208D an den Gieß. Anzeiger erbeten. ' Metall- Doffon Stabl- Holz- Dvllvll matratzen ■■ Kinderbett en, Polster, Sch la! zimmer. Chaiselongue« Ul an Private, Ratenzahlung. 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R. in so reichem Maße von allen Seiten zuteil wurde, sprechen wir hiermit unseren heizlichsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Margarete Rohm Wwe., geb. Erb. ' m Copyrig 33 Forts Die 2 ihre Ai hören, i . "bvllt un vor 2hnen i legt, d< ui die ihre Ae Da et nch nac Aber Mte wäre i Suschies eie | Sehvsst fletDinn Avch nen, d sagte h . »A m Gon nun inte Steine Vrt He Wt. zu 91 np ^fhmoinp besonders auch kränkliche, «UV zurütkgedlievene und olche mit steifen Deinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes Schuhhaus Herbert Gießen, Marktplatz 2, neben der Engelapotheke der Jnnungskrankenkasse der Freien Innung der Gastwirte von Gießen und Umgegend nicht statt. Den Borschlägen entsprechend gelten in der Reihenfolge des Vorschlags als gewähst: 1. Don Arbeitgeberfeile: Vertreter. 3. 4. 5. 6. Monatöversamm- lunn Samstag, den O .November r.fj'J, iällt aas. 9215D Kavallerie- Verein Gienen e. B. Der Vorstand. Nachdem von feiten der wahlberechtigten Arbeitgeber Versicherten nur je eine gültige Vorschlagsliste bis zum gesetzten Termin eingereicht worden ist, findet die auf 4. Dezember d.J. anberaumte Wahl der Vertreter zum Vorstand 2ei t> plan iP Sie y um Wr punkt stehcn enonncn SS füflung 61 schli-nm Dirtl^ diesem v' Gelehrter zem er « ist vatsa Dirtschal den Au in dem 2 übersä Drentani suhrsteigl sierte! Detracht die Einst duktionsn ftrialil auf weite an FabP hier nicht quetk er Geradi Deutschs« Kl dem Krl Qleulä etwa i)v sich dur dadurch der inte Die Weltkri die fühl noch fld odilel ■ standard landwirt gesteiger Lände stieges i Sranspl Ausbl benutzt, grober Pan, < ober üi Leben < niemani Dazu lenbe rapide die wach Äbsatz 1 T&eltoi besvnde strie' chen t industi Land troffen von K auf r< Wir beklagen aufs tiefste den Tod unseres lieben A. H. Oberstabsarzt d. Res. Dr. med. Ernst Suffert Hungen, prakt Arzt. Gestern abend entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unser guter Sohn und Bruder Emil Haas Sattler, Polsterer und Tapezierer im 23. Lebensjahr. Donnerstagmorgen um 41/, Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden unser lieber guter treusorgender Vater Baltasar Rühl im Alter von 44 Jahren. Die tieftrauernden Kinder nebst Angehörigen. G> W J. Pfeffer, Marktplatz 6 . ”3q, s hatte?» . -Aek eine ; diderh Me ( lein" ’u^n? > sch In tiefer Trauer: DieTurnerschafti.V. C. Hasso-Nassovia I. A. Hans Deboben, Hasso-Nassoviae xxxai 9225DI 'W ■ Huber, Leopold, Cartier, Gießen Seltersweg 14. Schmid, Wilhelm, Gastwirt, Gießen, Wolkengasse 26. Ersatzmänner. Beuchert, Wilhelm, Hotelbesitzer, Gießen, Sellersweg 40. Köhler, Heinrich, Hotelier, Gießen, Westanlcge 35. Rahnefeld, Albert, Gastwirt, Gießen, Schanzenstraße 2. Schwab, Franz, Hotelbesitzer, Gießen, Bahnhofstraße 89. 2. von Seite der versicherten: Vertreter. Noll, Emil, Kellner, Gießen Bruchstraße 11. Schäfer, Otto, Kellner, Wieseck, Philosophenstraße 12. Ersatzmänner. Staats, Fritz, Kellner, Gießen, Wetzlarer Weg 69. Rühl, Hans, Kellner, Gießen, An den Bahnhöfen 20. Ein alleres, kinderloses Ehevaar sucht 2-3-Zinwr-Wotaiig s.sofort. Schr.Angeb. u.07196 a. ü.Gtz.Anz. Kaufmann, ruhiger Danermieier. sucht für sofort freuDöl. mbl. Zimm evtl, sevar.Eingang. Schr. Angeb. u. 07204 an d. Gieij. Anz. erb. a ! ' - MF Die Gültigkeit der Wahl kann beim Dersicherungsamt der Stadt Gießen, Lonystraße 2, binnen zwei Wochen nach Er- nach langem, mit unendlicher Geduld ertragenem Leiden heute morgen zu sich zu nehmen. In unsagbarer Trauer: Familie Beltzer Familie Feuerbach. Utphe, den 7. November 1929. Die Beerdigung findet Sonntag, 10. Novbr, nachmittags 2 Uhr, statt. 922 | Vermietungen] stcLesZillMk el.V- for. a. orm. Klnlkstr. 24, 2Tr. b1 | Mietgesuche | Suche 6-7-Zimmer- Wohnung in guter Lage. cöH. Tauschwohnung l.JlanlsäNaM. vorh. Offert, unter F. K. E. 1341 durch Badoll Blosse, Frank- fort e. 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Hermann Levy, Äerlin. Dei den Erörterungen über den Voung. plan ist leider von Weltwirtschaft wenig die Rede gewesen, obschon eigentlich die Sorge um die Fortentwicklung derselben im Mittelpunkt aller Äeparations- und Tributdebatten stehen mühte. Denn auch diejenigen, welche den enormen Zahlungen, die Deutschland auferlegt werden, aus politischen und taktischen Gründen zustimmen, haben die ileberaeugung, dah vom weltwirtschaftlichen Standpunkt gesehen, die Erfüllung dieser Forderungen nur zu einer Verschlimmerung der internationalen Wirtschaftskrisis führen kann. Es ist in diesem Sinne überaus beachtenswert, dah ein Gelehrter wie Prof. Lujo Brentano vor kurzem erklärte: „©ie Erfüllung der Reparationen ist wirtschaftlich nur möglich, wenn die deutsche Wirtschafisentwicklung sich in einer lang dauernden Aufwärtsentwicklung befindet, und in dem Mähe, in dem sich daraus ein Exportüberschuh ergibt". Mit vollem Recht verweist Brentano dann darauf, dah eigentlich zur Ausfuhrsteigerung nur die heute noch unzivilisierten Gebiete Südamerikas, Afrikas usw. in Betracht kommen, dah diese aber wiederum durch die Einfuhr aus Europa an Maschinen und Produktionsmitteln aller Art sich selbst i n d u - strialisieren werden und damit wiederum auf weite Sicht ihre Kaufkraft gegenüber Europa an Fabrikaten vermindern müssen, so dah selbst hier nicht einmal eine dauernd wachsende Absah- quelle erwartet werden kann. Gerade jetzt, wo die eigentliche Belastung Deutschlands beginnen soll, muh man sich ver- gegenwärtigen, wie schlecht die weltwirtschaftlichen Absatzchancen aller Art für Europa nach dem Kriege geworden sind. Die europäischen Reuländer, welche entstanden sind, — wie etwa die Tschechoslowakei oder Polen — haben sich durch Zollmauern voneinander abgeschlossen, dadurch ihre eigene Erzeugung gesteigert und zu der internationalen Ileberproduktion beigetragen. Die Bereinigten Staaten sind nach dem Weltkriege schuhzöllnerischer als je geworden, die führen heute an Fabrikaten überhaupt nur noch ganz hochwertige Qualitäten oder Spezialartikel ein, Haven dagegen ihre Ausfuhr an standardisierten Erzeugnissen — Automobile, landwirtschaftliche Maschinen usw. — gewaltig gesteigert. Die anderen überseeischen Länder haben die schlimmen Zeiten des Weltkrieges und die Behinderung des internationalen Transportverkehrs durch den Seekrieg zum ras ,en Aufbau neuer eigener Industrien benutzt, Indien hat sich in der Herstellung grober Daumwollwaren enorm entwickelt, 3 a - pan, Australien, Südafrika, Kanada, ober auch Südamerika haben Industrien ins Leben gerufen, an deren Ausbau vor dem Kriege niemand in diesen Ländern gedacht hatte. Dazu kommen spezielle Momente: im Kohlenbergbau hat das Aufkommen und die rapide Erweiterung der Großkraftwerke sowie die wachsende Anwendung der Motorschiffe dem Absatz nicht unerheblichen Abbruch getan, die Weltwirtschaft steht unzweifelhaft hier unter einer besonderen älebererzeugung: die T e x t i l i n d u - st r i e ist in ihren früheren und klassischen Dcan- ck)en durch das Auskommen der Kunstseidenindustrie — die übrigens auch jedes einzelne Land sein eigen nennen möchte — schwer getroffen worden, hat sich doch die Welterzeugung von Kunstseide von 16 000 Tonnen im Jahre 1913 auf 137 000 Tonnen im Jahre 1927 gesteigert. Kein Wunder, dah heute, nachdem der erste Stegestaumel dieser neuen Industrie vorüber ist, auch auf diesem Gebiete die Absatzschwierigkeiten beginnen und die Kurse der großen Aktienunternehmungen dieser Betriebe stark ins Fallen geraten. Der Schiffbau der ganzen Welt leidet ebenfalls unter Liebererzeugung. Auch hier aber haben die einzelnen Länder — voran Amerika — im und nach dem Kriege gewaltige Expansionen vorgenommen, man hat ferner Deutschlands Handelsflotte sequestiert und nicht daran gedacht, daß Deutschland wieder Schisse bauen werde und damit der internationale Schiffspark nur eine weitere Mehrbelastung erfahren müsse: die Frachten sind gedrückt, damit natürlich auch die großen Werften der einzelnen Länder unzureichend beschäftigt: denn der Schiffbau kann nur gedeihen, wenn das Frachtengeschäft blüht. Diese Streiflichter genügen schon, um zu zeigen, wie stark die Ueberlastung der Weltwirtschaft heute ist. In England hat man das feit geraumer Zeit erkannt. Man geht jetzt daran, der Erkenntnis die Taten folgen zu lassen. Lord DA b e r n o n, der geschickte Diplomat, der lange Zeit in Berlin Botschafter war, ist mit einem Stabe von Sachverständigen, die sich „British Economic Mission" nennt, nachSüdamerika, zunächst nach Argentinien gereist, um die Absatzchancen für englische Erzeugnisse dort an Ort und Stelle zu „studieren". „Der Wettbewerb ist hier", so schreibt der Manchester Guardian Commercial, „heftiger, zielbewutzter und andauernder, als er jemals gewesen ist". Man wird vermutlich von englischer Seite alle möglichen Mittel versuchen, um Englands Anteil an dem südamerikanischen Geschäft von neuem zu heben und zu festigen. Zu diesen Mitteln gehört, daß man versuchen wird, „Käufe der Gegenseitigkeit" zu orga» nisieren, so daß einem englischen Kauf von Lebensmitteln und Rohstoffen in Südamerika (z. B. Kaffee in Brasilien) sogleich Gegenkäufe der dortigen Importeure gegenüberstehrn. Man wird ferner versuchen, durch eventuelle E i n s ch i e - bung staatlich garantierten Bankkredits den Wünschen der südamerikanischen Abnehmer nach längeren als dreimonatlichen Zahlungsfristen entgegenzukommen. So wird man versuchen, der „friedlichen Durchdringung", welche die Bereinigten Staaten hier seit geraumer Zeit betreiben, entgegenzuarbeiten. England ergreift damit eine aktive Einstellung, um sich einen größeren Anteil an dem Weltwirtschaftsgeschäft zu sichern. Selbst Arbeitsparteiler messen in England heute der Wiedereroberung des Weltmarktes die größte Bedeutung bei: der Schatzsekretär Snowden machte seine Zustimmung zum Voungplan davon abhängig, dah Italien mehr Kohle von England, weniger aus Deutschland beziehe, und man sprach davon, daß er die Zahlungen, die er in höherem Umfange als erwartet verlangte, zur Beschäftigung englischer Arbeitsloser mitverwenden wolle. Also: wieder erhöhte Erzeugung und erneute Mehrbelastung der Weltwirtschaf tl Sonderbar ist es, dah selbst die Vertreter einer Partei, die sich gerne rühmt, internationale Interessen zu vertreten, hier ohne Rücksicht auf die Weltwirtschastslage rein englische Interessen vertritt, sonderbar, vielleicht aber auch bezeichnend für den wirtschaftspolitischen Zusammenhalt im englischen Staatswesen. Und während alle Länder krampfhaft versuchen, einen besseren Platz an der schon über- | besetzten Tafel der Weltwirtschaft zu erhalten. bürdet man Deutschland Lasten auf. welche die LIeberlastung der Weltwirtschaft noch vergröbern müssen, da ja Deutschland nur in Waren und vergröberten Ausfuhren zahlen kann. Anstatt die Uebererzeugung in der Welt abzu- bauen, zwingt man Deutschland, sie zu vergröbern. Man verschärft den internationalen Wettbewerb immer weiter. Und gleichzeitig ruft man nach einer neuen internationalen Wirtschaftskonferenz, welche die Zollmauern der einzelnen sich bekämpfenden Wirtschastsstaaten abbauen soll. Hier wird der Konkurrenzkamps künstlich verschärft, — dort versucht man, das Unglück wieder gut zu machen. Wie lange wird noch diese Politik wirtschaftlicher Unlogik andauern dürfen? Aus der Provinzialhauptstadt. G i e h e n, den 8. Rovember 1929. Eheliches Telephongezwitscher. Cs gibt Eheleute, die als „ewiges Brautpaar" gewertet und von Frauen gerne als Beispiel hingestellt werden. „Sieh mal, der ist höflich und lieb zu seiner Frau!" „Sieh mal. wie ritterlich Meier ist!" Man beobachtet Herrn M. und freut sich seiner betonten Zärtlichkeit. Denn es gibt kaum einen Eindruck oder Anblick, der harmonischer und wohltuender ist. als ein Ehepaar zu sehen, bei dem der Mann mit natürlicher Höflichkeit seiner Frau Achtung bezeigt und seiner Verehrung sichtlichen Ausdruck verleiht. Höflichkeit ist stets eine Frage der Erziehung und des Herzens. Man mache in jeder Gaststätte, unabhängig von der sozialen Schichtung der Gäste, die Probe durch stille Beobachtung: Das Paar kommt herein. Er schiebt, die Hände in den Taschen, als Erster vorweg. Sein Ziel ist die Kleiderablage. Gr hängt seinen Hut auf, zieht seinen Mantel aus und seht sich. Sie nestelt an sich herum, bemüht sich, wenn kein Kellner sich hilfreich nähert, durch Zehenspihenakro- batik und Avmstrecken den Garderobehalter zu erreichen, während er schon in das Studium der Speisenkarte vertieft ist. Das sind kleine Bilder des Alltags, wie man sie täglich zu Dutzenden von Malen sehen kann. In der Behandlung, die der Mann seiner Frau in diesen Dingen des Alltags angedeihen 'läßt, zeigt sich am deutlichsten seine mangelnde Erziehung Es ist bei ihm aber oft auch nur Ge- dan-kenilosigkeit. Die Schuld liegt daher auch auf Seiten der Frau, die es nicht versteht, ihren Mann zu den kleinen Höflichkeiten des Alltags anzuhalten. Wenn sie ihm beibringt, dah er durch betonte Ritterlichkeit in den Augen der Mitwelt steigt, ganz abgesehen von der eigenen Selbstachtung, wird ihr Wort oft auf guten Boden fallen. Richt selten versteht die Frau auch nicht, aus den guten Willen des Mannes einzugehen. Man nehme e nmal an, dah ein Mann, wie die unvernünftige Frau es oft verlangt, nach etwa fünfjähriger Ehe auf den Gedanken käme, sich in Gesprächen und Handlungen in die Brautzeit zurückzuversetzen! Folgendes Telephongespräch würde sich entwickeln: Er: „Bist du da, Liebling?" Sie: „2a! Wer ist denn am Telephon?" E r: „2a, sag mal, Liebste, kennst du meine Stimme nicht?" S i e: „Ja, was ist denn los?" Er: „Ich wollte dir vom Geschäft aus nur noch einmal .Guten Morgen' sagen und wollte deine liebe Stimme hören!" ©ie: „Bist du verrückt geworden? Du scheinst herzlich wenig zu tun zu haben!" Er (zärtlich): „Aber Liebste, ich wollte ja nut fragen, wie es dir geht?" Sic (mißtrauisch): „Mir? Warum? Wte soll es mir denn gehen?" E r (noch zärtlicher): „3a, waS ist denn xmt meinem Herzchen?" S i e (kurz): ..Das Herzchen hat zu tun!“ (Hängt den Hörer ein.) Die Leser mögen selbst den unvermittelten Versuch machen, in diesem Sinn mit der Frau zu sprechen. Sie werden erkennen, daß plötzliche Rückkehr in die Gewohnheiten der Brautzeit zu Enttäuschungen führt. M. A. Oie Feuerwehren auf dem Neuhof. Zu unserem gestrigen Bericht über das G r o h- feuer auf Gut Reuhof bei Leihgestern wird uns von der Freiwilligen Feuerwehr Lang-Göns mitgeteilt, daß nicht die Kreismotorspritze als erste an der Brandstelle erschienen war. sondern die Freiwillige Feuerwehr Lang-Göns, die als letzte telephonisch gerufen wurde, als erste an der Brandstelle erschien. Die mit dem Auto des Feuerwehrmannes Heinrich Backes (Lang-Göns) und auf Motorrädern vorausgeeil- ten Feuerwehrleute der Lang-Gönser Wehr konnten sich bis zum Eintreffen der Spritze noch an der beschwerlichen Bergung des Viehes beteiligen. Hierauf wurde von der Lang-Gönser Wehr bis zum Eintreffen der Kreismotorsprihe und der übrigen Wehren das stark gefährdete Wohnhaus des Pächters Brückmann so gesichert, daß eine Gefahr für das Haus nicht mehr bestand. Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Lang- Göns habe beim Eintreffen der Motorspritze dieser die erforderlichen Hilfsmannschaften von seiner Wehr zur Verfügung gestellt. Weiter wird von der Lang-Gönser Wehr noch berichtigend mitgeteilt, daß Stadtbranddirektor Braubach aus Gießen nicht zur Hälfte der Brandstelle zu befehligen hatte. Hierzu haben wir zu bemerken, daß unserem Bericht Informationen von maßgebender Feuerwehrseite im Kreise Gießen zugrunde lagen. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: „Das Glas Wasser" und „Weihnachtsein- käufe", 19.30 bis 22 Uhr. — Deutscher Bund für christlich-evangelische Erziehung in Haus und Schule: Familienabend, 20 Uhr, im Iohannessaale. — Deutscher Bauschulbund, Ortsgruppe Gießen: Monatsversammlung, 20.15 Uhr, im Hotel Köhler, Westanlage. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Eine Nacht in London". — Astoria-Lichtspiele: „Wolga- Wolga". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns gesschrieben: Das Gastspiel „Hermine Körner und Ensemble" beginnt um 19,30 Llhr. — Am Sonntag. 10. Rovember, zum erstenmal (als Fremdenvorstellung) zu ermäßigten Preisen: Franz Lehars Operette „Die lustige Witwe". Operettengastspiele Frankfurt a. M., Direktion Baars. Direktor Baars hat die Operette vollkommen neu inszeniert. Die kommende Woche bringt zum erstenmal in Gießen die beiden größten dramatischen Fragmente der klassischen Literatur an einem Abend: „Robert Guiskard" (Kleist) und „Demetrius" (Schiller). Spielleitung Intendant Dr. P r a s ch. Bühnenbilder Karl Löffler. Die Erstaufführung findet am Dienstag, 12. Rovember, statt. Beginn: 19,30 Llhr. — Cinführungsvortrag in der Volkshochschule. Am morgigen Samstag von 20 bis 21 iUjr findet in der Volkshochschule ein Einführungsvortrag zu Kleists „Robert Guiskard" und Schillers „Demetrius" statt. (Siehe heutige Anzeige.) Nachdruck verboten 33 Fortsetzung. Liebe in Ketten. Vornan von Hans Mitteweider. Copyright by Martin F uchtwanger, Halle (Saale). Die Röte des Zornes färbte Isoldes Wangen, ihre Augen funleiten ihn an: aber sie mußte hören, daß er nachlässig sprach: „Sollten Sie wirtlich geneigt fein, Len schon im voraus zu betrügen, zu dessen Besitz -ich Ihnen verhelfen soll? Haben Sie sich nicht überlegt, dah Sie mir dadurch d e gleiche Waffe in die Hand geben würden, die Sie fetzt gegen ihre Rebenbuhierin zu besitzen wähnen?" Da erbleichte Isolde von Kletten jäh. Sie griff sich nach dem Herren, dessen Schlag aussetzte. Aber in ihr empörte sich alles. Hätte sie einen Revolver bei sich gehabt, Ne wäre imstande gewesen, diesen Mann niederzuschießen. Sie hatte sich das Spiel so leicht gedacht, hatte gehofft, ihn ohne weiteres als Bundesgenossen gewinnen zu können, und nun ... Roch hatte sie ihre Fassung nicht zurückgewon- nen, da ergriff Berndt Klausen das Wort und sagte halblaut: „Ich habe aus Ihrem Briefe erfahren, daß sie in London waren, dah Sie dort in einem bestimmten Hotel wohnten und mit einem Mister Sterne sprachen, ferner, daß Sie auch den kleinen Ort Her-ogenhei. e mit Ihrem Besuch beehrten. Leider aber verstehe ich nicht, was dies alles mit mir zu schaffen hat. um mochte Sie wiederholt um freundliche Erklärung bitten/' „3a sind Sie denn nicht Berndt Klausen, der in London mit Käthe Fernau getraut worden ist. i/achdern er sie aus Herzogenheide entfuhrt hatte?" stieß Ilolle außer sich hervor. „älnd wenn ich es wäre was dann? ..Dann sind Sie doch hier, um Ihre Rechte an 3hrer Frau geltend zu machen!" „Rehmen wir an, ich sei Berndt Klausen, d>.r eine gewisse Käthe Fernau heiratet: , erwidert« er. „Muh ich deshalb meirw Rechte an diese glltend machen wollen? — ^Ke'n d^au- lein", fuhr er fast verächtlich fort, „Sie denken nicht logisch. Auf keinen Fall handeln Sie logisch. Oder haben Sie in London auch fejtgcftellt, warum jener Berndt Klausen, für den Sie mich halten, seine junge, schöne Frau verlassen hat c ilnb wenn er es tat, warum sollt: er fie dann später aussuchen und zu sich zuruckzuholen Immer von neuem war Isolde von Kletten fassungslos. Sie zittert: vor Empörung, und sie war schon auf dem Punkte, diesen Menschen da einfach stehenzulassen. Sie brauchte ihn doch gar nicht. Es genügte vollkommen, wenn sie nachwies, daß die Frau Felex Turnaus schon verheiratet gewesen war, als sie mit ihm die Ehe schloß. ilnb das war erwiesen, klar erwiesen! „Sie wollen mir also nicht Helsen, eine Betrügerin zu entlarven?" „Ilnb Sie in die Arme des geliebter Felix von Tumau zü führen?" fügte er voll Hohn hinzu. Da sprang Isolde von Kletten wüt:nd auf. Sie streckte beide Hände vor, als wollte _ sie ihn packen, um ihn zu erwürgen. Haß sprühte aus ihren Augen. Auch Berndt Klausen stand auf. Er war immer noch sehr kühl, und so sagte er: „Mein Fräulein, ich habe Ihnen gezeigt, daß ich genau weih, was Sie zu erreichen wünschen. Sie aber können das gleiche nicht von mir sagen. Ich möchte Sie indessen auf alle Fälle warnen, meine Pläne irgendwie zu durchkreuzen. Hüten Sie sich, das auszuführen, was Sie in Ihrer Rachsucht planen, was die Eifersucht Ihnen eingibt! Wagen Sie sich keinesfalls eher an Käthe Tumau, als bis ich es Ihnen erlaubt haben werde!" Sie wollen mir etwas verbieten - Sie wollen mir etwas erlauben? Hahaha! Ich durchschaue Sie doch jetzt! Vollkommen durchschaue ich Sie? Sie wollen nicht Ihre Frau haben, sondern das Geld Turnaus. Sie haben vorauögesehen, dah sie sich einen reichen Gimpel einfangen würde, und den wollten Sie später rupfen. Das ist die Wahrheit! Sie sehen, ich habe Sie durchschaut! ilnb nun sage ich Ihnen: Sie sollen Isolde von Kletten kennenlernen!" , _ "Schon geschehen, meine Dame! Sonst noch etwas?" . Da wandte sie ihm den Rucken zu, trat an die Mauer und schnellte sich mit einem Satz hinüber. - "Ehe du den Streich ausfuhren kannst, den du planst, werde ich tun, was ich mir vorgenommen habe!" murmelte er. „Vielleicht aber... Er vollendete den Sah nicht, sondern schnt. davon, dem Schlosse zu. Er hatte sich einen guten Plan zurech g legt gehabt, der nun durch diese Isolde von Kletten bedroht wurde, und während Bembt Klausen dahinschr.lt sagte er sich immer wieder, daß er doch vielleicht eine Torheit begangen halt:, als er dieses Weib zurückwies. Sollte er Isolde von Klctt.m nachlaufen, sie um Verzeihung bitten und dann fragen, welche Vorschläge sie ihm zu machen gedacht tja t:? Berndt Klausen lachte laut auf bei diesem Gedanken: er lachte sich selber aus, und nun überlegte et nur noch eins: Ob er das Vermögen Käthes annehmen und sie freigeben sollte. Oder... „Ich kann keine Entscheidung treffen, bevor ich nicht weih, wieviel sie besitzt", sagt: er sich endlich. „Heute abend wird sie es mir vielleicht sagen können, sonst jedenfalls in den nächsten Tagen." Aber die Habsucht war in ihm rege geworden, und als er dann das Schloß vor sich liegen sah, als er sich erinnerte, daß man ihm erzählt halte, wie unbeschreiblich reich dieser Tumau war, da wurde er wieder schwankend in feinen Plänen. So betrat er die große Halle und kam, da kein Diener darin weilte, ungesehen die Treppe empor. Er hatte diesen Eingang gewählt, trotzdem er im Rebenflügel wohnte, weil er zu erfahren wünschte, ob der Hausherr schon zurückgekehrt war oder ob er bald zurückkehren würde. Da er keinen Diener traf, konnte er niemanden fragen. ilnb etwas mißmutig schr tt er den gleichen Gang dahin, den Käthe benutzt hatte, erreichte sein Zimmer und wollte die Tür offnen. Da stutzte er. Die Tür war nur angelehnt, und ihm war, als befände sich jemand in dem Raume. Es konnte eine Dienerin sein, die irgendetwas dort besorgte. Iedensalls wollt: er sich Gewißheit verschaffen, beugte sich etwas niecer und spähte durch das Schlüfselloch in das Zimmer. Fast wollte er nicht glauben, was er sah. Dann lächelte er höhnisch. „Sie hat den Brief der Kletten g:Iefcn!" Dieser GedaNke gab seinen Entschlüssen eine neue Richtung. Rnh einmal spähte er hinein in das Zimmer. Er saß Käthe in ihrer blonden Schönheit, sah sie erschrecken. In diesem Augenblick öffnete er die Tur ganz, trat ein und rief: „Käthe!" , „ Er sah das Entsetzen in ihren Augen, als sie sich ihm zuwandte: er sah. wie blaß sie war, wie ihre Lippen zittert.n: aber trotzdem fühlte er kein Mitleid mit ihr. Er sah nur baS schöne Weib. Hastig näherte er sich ihr, beide Arme vor- streckend. Der höhnische Zug war von seinem Gesicht verschwunden, seine Augen funkelten, sein Herz schlug stürmisch. „Käthe!" rief er noch einmal, und dann setzte et leise hinzu: „Käthe, du bist schon jetzt gekommen!" Sie erwiderte nichts. Sie sah ihn nur hilflos an, mit einem Blick, der verriet, was sie in dieser Sekunde erduldete. . Aber ehe er sie noch erreichte, wich sie hinter den Stuhl am Schreibtisch zurück Sie wollte etwas sagen: aber ihre zuckenden Lippen versagten den Dienst. Da lächelte Berndt Klausen wieder hohnvoll. „Solche Angst hast du vor mir — vor dem Manne, dem du einst aus Liebe gefolgt bist?" rief er. Sie antwortete auch jetzt nicht. Ihre Blicke Irrten umher, und er merkte, dah sie suchte, wie sie an ihm vorbei aus dem Raume entfliehen könnte. Das durfte natürlich nicht sein. Er durfte das Wild, das ihm freiwillig ins ©am gegangen war, nicht wieder entschlüpfen lassen, und so sagte er rauh: „Schmeichelhaft ist deine Furcht für mich nicht, Käthe! Du solltest sie nicht so offen zeigen, sondern bedenken, daß ich immer noch die Trümpfe in meiner Hand habe und sie ausspielen werde, wenn du dich widerspenstig zeigst." „Ich hoffe nicht mehr auf Gnade von dir, seit ich weih, daß du dich mit Isolde von Kletten verbündet hast!" murmelte sie. „Aha! Du hast hier spioniert? Du hast den Brief in der Schreibmappe gesunden und gelesen? Rett von dir! Aber mir kann es nur recht sein, und ich habe nicht den geringsten Grund, zu verhehlen, dah ich..." „Du warst eben mit ihr zusammen?' fragte Käthe, angstvoll die Hände über die Brust faltend. „Ja, ich hatte mit ihr eine Unterredung. „ilnb du hast ihr alles verraten?" Da lachte Bemdt Klausen, ehe er entgegnete: „Diese Frage finde ich sonderbar, nachdem du bodj aus ihrem Briefe erfahren hast, bah ich ihr nichts mehr zu verraten brauche, ba sie bereits alles weih." „Dieses Weib! O Gott, warum haßt Isolbe mich so?" stöhnte Käthe verzweifelt auf. „Diese Frage kannst du bir ebenfalls selbst beantworten", ertoibcit: Bembt Klausen. „Ein eifersüchtiges Weib ist schlimmer aB ein wilbes Tier, ist jebcr Tat fähig. Das hättest bu bir sagen sollen. — Aber", fuhr er fort unb setzte sich nachlässig in einen ber umher st eßenden Stühle, „warum vertrödeln wir die kostbare Zeit! Dein Mann — wie du ihn nennst — kann vielleicht heute noch zurückkehren, ehe wir unser Geschäft geordnet haben." „Er ist schon zurückgekehrt!" unterbrach sie ihn. Bemdt Klausen fuhr erschrocken auf. Das hatte er nicht erwartet, und blitzschnell sagte er sich, daß er nun auf alle Fälle Isolde von Kletten zuvorkommen, dah er sie hindern mußte, mit Felix Tumau zusammenzutreffen. „Er ist schon zurück? Weil er irgendeinen Verdacht geschöpft hat?" fragte er hastig. „Er hegt keinen Verdacht gegen mich", entgegnete Käthe, und ihre bisher so blassen Wangen glühten, als sie an das Wiedersehen mit Felix in ihrem Zimmer dachte. (Fortsetzung folgt.) — Konzert der „Neap 01ita" und der „Harmonie-Gemütlichkeit". ?u dem am Sonntci" 10. November, 16.30 Uhr, in der Neuen Aula der Universität Gießen stattfindenden Konzert des Mandolinen- und Gitarrenvereins „Neapolita" und des Gesangvereins „Harmonie-Gemütlichkeit" ist noch zu berichten, daß die beiden Vereine dem Publikum einige sehr genußreiche Stunden verschaffen wollen. Es kommen u. a. Werke von Beethoven, Wölki, Angerer, Breu, Salvetti, Strauß, Th. Ritter und Sonnet zum Vortrag. Die Leitung des Konzerts liegt in den Händen des bewährten Dirigenten Hans Sonntag. Man beachte die heutige Anzeige. Fort mit den Vorurteilen! Von Hanü Schrader, Köln. Die Zeit ist nicht stillgestanden in den vergangenen zehn Friedensjahren. Es sind grundlegende Dernäderungen in unserer Wirtschaft geschehen. Eine davon ist die völlige Umstellung, die sich in der Rekläme vollzogen hat. War sie einst ein anreißerisches Mittel der Jahr- marktsrufer. war sie die Morphiumspritze, mit der kranke Unternehmen noch in letzter Stunde wieder hochgepeitscht werden sollten — heute ist Reklame überhaupt nicht mehr Reklame im alten Sinn, heute ist sie „Kundenwerbun g“. Kunden-Werben heißt: ein wohlorganisiertes System wahrheitsgemäßer Ankündigungen, ein ausgebildeter Dienst am Kunden, der eine Atmosphäre der Höflichkeit, Bequemlichkeit, Behaglichkeit, Schnelligkeit lohne Hast) um sich breitet, wie sie uns bislang ungewohnt war, eine Atmosphäre, die wieder den Menschen zum Menschen bringt, kurzum: ein in dieser Art ganz neues Wirtschaftssystem, das lOOproz. Vertrauen der Käuferschaft verdient. Leicht ist das, was die aufrechten Kundenwerber für das nächste Vierteljahrhundert auf ihr Programm gesetzt haben, nicht! Sie müssen gegen Halbbildung und gegen Mißtrauen ankämpfen. Niemand hat das Recht, zu behaupten, Kundenwerbung sei „Massensuggestion", sei „Einwickeln" auf besonders raffinierte Art. Niemand hat das Recht, mit überlegener Desserwisser- mienc auf ein Wirtschaftssystem herabzusehen, in das die gesamte deutsche Volkswirtschaft geführt von ihren klügsten Köpfen, gegenwärtig jährlich weit mehr als eine Milliarde Goldmark hineinsteckt. Nur wer die Dinge ganz genau studiert hat, darf sich ein Urteil erlauben — und um dieses Urteil ist keinem praktischen Werber bange. Natürlich ist es billig, wenn das Geschäft nicht geht, zu klagen: Die Zeit ist schlecht! Den ersten, der auf diese Weise, durch tatenloses Klagen, seinen Umsatz gesteigert hätte, müssen wir noch finden. Aber Tausende von Beispielen zählt die Wirtschaftsgeschichte dafür, daß, wo ein ernster Wille ist, sich auch ein Weg findet, daß herzhafte, überlegsame Männer und Frauen unter den unglaublichsten Schwierigkeiten zu Gröhe und Ansehen heranwuchsen. Keinem ist etwas in den Schoß gefallen. Mühe, Arbeit und vor allem Nachdenken hat es erfordert, mitunter jahrelanges, zähes Kämpfen — aber es ging! Weg auch mit Neid und kleinlichen Bedenken! Raum für alle hat die Erde! Weg darum auch mit allen absprechenden Bemerkungen über den lieben Wettbewerber, durch die jeder Kaufmann nur sich selber schadet! „Bedarf steigern" sei das Losungswort! Fort mit den Vorurteilen! Freie Bahn dem klaren Denken! ** Bibliothek de s G e s e l l s ch a f t s ve r - eins. Im Lesezimmer des Gesellschaftsvereins (Sonnenstraße) fand gestern die Wiedereröffnung der neugeordneten Bibliothek statt. Sie umfaßt zur Zeit annähernd 3000 Werke der Unterhaltungsliteratur, Romane, Novellen, Erzählungen, Reisebeschreibungen und solche naturwissenschaftlichen Inhalts. Infolge freundlicher Stiftungen konnte der Bücherbestand auf allen Gebieten wesentlich ergänzt werden. Der neu erschienene Katalog wird den Benutzern der Bücherei von besonderem Vorteil sein. Außer den in ihm aufgenommenen neueren Werken besitzt der Verein in seiner im Jahre 1816 begonnenen Büchersammlung noch eine außerordentlich große Anzahl älterer Werke von zum Teil heute noch sehr schätzbarem Werte, deren Sichtung und Neuordnung hoffentlich in absehbarer Zeit gleichfalls erfolgen kann. Im Verein mit den bedeutenden Schätzen der Universitätsbibliothek und dem Besitzstand der Oeffentlichen Lesehalle bildet so auch die Bücherei des Gesellschaftsoereins in unserer Stadt Gießen eine Quelle der Unterhaltung, des Wissens und edler Bildung für viele. * Rundfunk-Vortrag aus einem vberhessischen Gutshof. Die „Stunde des Landes" im Frankfurter Rundfunk, veranstaltet am kommenden Sonntag, 10. November, eine Liebertragung aus Hof Zwiefalten, äleber die Geschichte des Hofes, der als landgräflich hessisches Jagdschloß im Jahre 1722 erbaut wurde und unter den Landgrafen Ernst Ludwig und Ludwig VIII. glänzende Hofjagden erlebte, aber auch die Ursache unendlichen Ilnglücks für die Bevölkerung der ganzen Gegend wurde, wird Lehrer Sauer aus Ober-Lais in einem kurzen einleitenden Vortrage sprechen. Ein Rundgang durch den Hof mit dem Mikrophon wird sich dann anschliehen. Dabei werden in einem Wcchfelgespräch die heute mehr als je brennenden Fragen der Umstellung der Landwirtschaft des Vogelsbergs und insbesondere der Hochzüchtung der Vogelsberger Rindviehrasse besprochen werden. ** „Dom kommenden Christentu m". Man schreibt uns: äleber dieses Thema läßt die Bewegung für religiöse Erneuerung, die Christengemeinschaft, in den drei nächsten Wochen drei allgemein orientierende Vorträge hier halten, deren Themen aus verschiedenen Lebensgebieten I (das Abendmahl: neue Raturgrkenntnis; Schicksalsfragen) entnommen sind und die von drei | verschiedenen Mitarbeitern der Bewegung behandelt werden. Jeder Gegenwartsmensch empfindet die Wandlungen, die sich in den letzten Jahrzehnten gerade auf geistigem Gebiet vollzogen haben: mehr oder weniger deutlich weiß man: ein neuer Mensch und ein neues Weltbild sind im Heraufkommen. An diesen Wandlungen hat aber auch das Christentum teil, insofern es mit den Forderungen und Erwartungen der Gegenwart mitlcbt. Deswegen kann von einem kommenden Christentum gesprochen werden, das in einer ganz freien und zugleich weltweiten Weise, abhängig von Staat und einzelner Konfession, in den allerersten Ansätzen Gestalt zu gewinnen beginnt. An der Spitze dieser Bewegung, die in anderen Städten schon seit mehreren Jahren arbeitet, steht der frühere evangelische Pfarrer und berühmte Berliner Kanzelredner Lic. Dr. Friedrich Rittelmeyer, jetzt in Stuttgart, der auch durch seine schriftstellerische Tätigkeit in ganz Deutschland bekannt ist. Als erster Redner wird am Montagabend der frühere Mitarbeiter von Johannes Müller, Pfarrer A u g u st Pauli (München), über das Thema sprechen: „Das Abendmahl in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft". Man beachte die morgige Anzeige. Oberheffen. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 7. Rov. Der hiesige Gesangverein „Teutonia" kann im kommenden Jahre auf sein 75jähriges Bestehen zurückblicken. Er hat aus diesem Anlaß die Feier des 75. Stiftungsfestes für den 12., 13. und 14. Juli ’ 1930 beschlossen. In einer Ausschuß- sihung erfolgte bereits die Einsetzung der älnter- ausschüsse, die nach der anschließenden Wahl ihrer Vorsitzenden ihre Tätigkeit aufnahmen. Der Gesangverein „Teutonia" ist der älteste Verein am Platze: seine Gründung fällt'in die vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Rach wenigen Jahren seines Bestehens wurde der Verein in den politisch unruhigen Jahren 1848/49 polizeilich aufgelöst, und zwar auf Betreiben von Gegnern des Vereins, die ihm ungerechterweise nachsagten, er verfolge demokratisch-republikanische Ziele, obwohl die „Teutonia" seit ihrer Gründung bis in die neueste Zeit sich nie mit Politik befaßt hat. Im Jahre 1855 lebte der Verein wieder neu auf und besteht seit dieser Zeit ununterbrochen. Dank der guten Leitung des Vereins und der ihm schon seit der Gründung zur Seite gestandenen ausgezeichneten Dirigenten ist der Verein „Teutonia" immer mit der Zeit gegangen und gesanglich auf der Höhe geblieben. Es dürfte für alle Sangesfreunde aus nah und fern ein genußreiches Fest zu erwarten fein, zumal auf die Mitwirkung der anderen drei hiesigen, gutgeleiteten Gesangvereine gerechnet werden kann. X Wieseck, 7. Rov. Gestern abend, genau zehn Jahre nach der Begründung des „Ausschusses für Volkshochschule Wiefeck" unter Leitung von Pfarrer Sattler, trat ein Kreis von Volkshochschulsreunden zu einem ersten Volkshochschulabend zusammen. Rektor Petri, dessen Schulklasse mit dem Chor „Aus der Jugendzeit" eröffnete, begrüßte und bereitete darauf vor, daß der Gang der nun zehnjährigen Wiesecker Volkshochschule anders in der nächsten Zeit sein werde, als er in den letzten Jahren unter Rektor Dr. Rein sich gestaltet hatte. Alsdann sprach Lehrer Michel über Geschichte und Ziele der Volkshochschularbeit. Er zeigte klar die geschichtliche Bedingtheit der Kluft zwischen „Gebildeten" und „eingebildeten", die sich im 19. Jahrhundert auftat. Das Nachahmen der Hochschule, das Vorfetzen von unverdauter Wissenschaft war mit schuld daran, daß manche der nach dem Krieg wie Pilze aus der Erde geschossenen Volkshochschulen wieder einging. Auf Persönlichkeitsbildung ist der Wert zu legen; sie schwebt der Volksschularbeit als Ziel vor: nicht Belehrung, sondern Belebung, nicht Aufklärung, sondern Vertiefung, nicht Verflachung, sondern Bereicherung, nicht Wissen, sondern Weisheit. Der Stoff der Volkshochschule muh lebensnah fein. Die Volkshochschule arbeitet vom Leben her, andere Anstalten aufs Leben hin: sie wendet sich an alle Kreise, wenn sie nur guten Willens sind. Die Frau, vielfach entlastet durch die fortschreitende Technik, soll, ebenso wie das junge Mädchen, auch hier zu ihrem Rechte kommen. Eine deutliche schematische Darstellung an der Schultafel zeigte am Schlüsse noch einmal sichtlich, wie eine rechte Volkshochschule geeignet ist zur Erzielung eines einigen Volkes von Brüdern. Die Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Für das neue Semester wurden folgende Gegenstände in Vorschlag gebracht und einmütig gutgeheißen: Dr. med. M a l e ch, Gießen: Gesundheitspflege: Fräulein Leyerzapf: Du und dein Heim, vielleicht auch noch „alkoholfreie Jugenderziehung": Dr. phil. Johs. Neumann, Gießen: Schwererziehbare Kinder und ihre Behandlung: Lehrer Michel: Die wirtschaftliche Entwicklung Wiesecks, Traum und Traumdeutung: Rektor Petri: die Kriegsschuldlüge: Prof. Hüter, Gießen: Faustsage. Gedacht wird auch int Frühjahr an einen Gang mit elniversitäts-Garteninspektor i. R. R e h n e l t in den Hangelstein. Bei der Aussprache gedachte Pfarrer Sattler der Gründungszeit der Volkshochschule, unterstrich den Namen Grundtvigs und begrüßte in den von den Rednern des Abends ausgesprochenen Gedanken ein Anknüpfen an das, was die Begründer in Wiefeck damals gewollt: er äußerte Bedenken gegen eine Herrschaft des Lichtbildes und wünschte, daß genügend Zeit zur Aussprache bleibe und so eine Arbeitsgemeinschaft entstehe. Aus diesem Grunde redete er auch dem Fragekasten das Wort. An dem Mittwoch wird als Volkshochschulabend festgehalten werden, und als Beitrag für das Semester wurden 3 Mk., auch in Raten zahlbar, festgesetzt. ihn Weihnachten soll ein Volkshochschulabend über die Geschichte des Volkslieds mit Chören der obersten Schulklasse ftattsinden, die den Abend mit den Liedern „In einem kühlen Grunde" und „Droben stehet die Kapelle" beschloß. cZ Allendorf a. d. Lda., 7. Nov. Am nächsten Mittwoch (13. d. M.) sinket hier der diesjährige, Jahrhunderte alte und allseits beliebte N i k e l s° markt statt. Die Vorbereitungen dazu sind in vollem Gange. Für den Krämermarkt sind bereits eine Menge Verkaufsstände angemeldet. Der I u x p l a tz wird durch einen Zirkus und verschiedene andere Lustbarkeiten besetzt. Damit auch die tanzlustige Jugend zu ihrem Rechte kommt, findet in zwei Wirtschaften Tanzbelusti- gung statt. Das von mittags 12,30 bis 13,50 ilhr in der Marktstrahe stattfindende Platzkonzert wird von der Grünberger Feuerwehrkapelle ausgeführt. Eifrig gearbeitet wird auch an der Verbindung mit dem Markte durch die Arbeitsgemeinschaft hiesiger Vereine ins Leben gerufenen Gewerbeschau. Diese findet in den Räumen des Bahnhofsrestaurants (Eb. Ranft) vom 10. bis 17. d. M. statt, ilnfere Handwerker und Gewerbetreibende sind bestrebt, hier nur das Beste vom Besten auszustellen. Die Schau findet bei vollständig freiem Eintritt für jedermann statt, ihr Besuch kann nur wärmstens empfohlen werden. Damit auch denjenigen Personen, die unsere Stadt mit der Bahn nicht erreichen können, wie z. B. aus dem Dusecker Tal und Ebsdorfer Grund, die Möglichkeit zum Marktbesuch gegeben ist, sind entsprechende Auto-Omnibusverbindungen eingerichtet. Am den V i e h m a r k t neu zu beleben und zu erweitern, hat man neben dem Schweinemarkt den früher stark befahrenen, weit über die Grenzen Hessens bekannten Schafmarkt wieder ins Leben gerufen, und es steht auch hier diesmal eine starke Zufuhr zu erwarten. Wenn das Wetter einigermaßen günstig ist, dürfte mit einem überaus starken Besuch des Marktes zu rechnen sein. —Watzenborn-Steinberg, 6.Rov. Jrn verflossenen Sommer machte sich auch hier Wassermangel in recht empfindlicher Weise bemerkbar. Wenn auch die anhaltende Trockenheit in erster Linie die Ursache war, so war die seit Erbauung der Wasserleitung eingctr:t:-ne Bevölkerungszunahme und die hierdurch bedingte Errichtung von neuen Wohnungen doch von nicht zu unterschätzendem Einfluß. Seit Kriegsende sind einschließlich der vorgenommenen Umbauten hier 85 Wohnhäuser errichtet: der nach dem Bahnhof zu gelegene Ortsteil hat allein einen Zuwachs von 32 Häusern aufzuweisen. Die Einwohnerzahl hat sich in den letzten fünf Jahren allein um rund 250 vermehrt und beträgt jetzt 2366. Um einem künftigen Wassermangel vorzubeugen, beschloß der Gemeinderat in anerkennenswerter Weise die Erbohrung einer neuen Quelle, die inzwischen erfolgt ist. Der durchschnittliche Tagesgesamtbedarf der Gemeinde von 240 Kubikmeter dürfte durch die Fassung dieser Quelle auch bei trockener Jahreszeit gedeckt sein und einschränkende Anordnungen hinsichtlich des Wasserverbrauchs sich für die Folge erübrigen. Für die zuletzt erbohrte Quelle muß allerdings eine Pumpstati on errichtet werden, da sie nicht im Bereich der übrigen Quellen liegt. Die Pumpstation wird bei beginnender Wasserknappheit zur Ergänzung der übrigen Quellen in Tätigkeit gesetzt. Durch die Vergrößerung der Gemeinde machten sich auch wiederholt Störungen im Lichtleitungsnetz der Ueberlandanlage bemerkbar, die ihre Ursache in der Ueberlastung des Netzes hatten. Durch die Errichtung einer zweiten Transformatoren st ation werden diese Störungen beseitigt sein. Die Station ist bereits errichtet. Nach dem Einbau der erforderlichen Apparate wird auch die noch nicht ausgeführte Beleuchtung nach dem Bahn-- hof fertiggestellt werden. Schöffengericht Gießen. * Gießen, 6. Nov. Ein schon mehrfach vorbestrafter Metzgergeselle aus der Wetterau hatte im Frühjahr 1929 in einer Butzbacher Wirtschaft einen Möbelträger von Offenbach kennengelernt, der sich in der Zellenstrafanstalt zum Antritt einer Gefängnisstrafe melden wollte. Er überredete ihn, damit noch zu warten. Nachdem sie noch mehrere Wirtschaften besucht hatten, fuhren sie mit einem schnell gemieteten Auto nach Gießen. Geld, um den Chauffeur zu bezahlen, hatten sie nicht: doch genügte es noch, um auch in Gießen eine kleine Bierreise zu machen. Offenbar um für einige Zeit unterzukommen, täuschten sie einem Arzt einen Autounfall vor, bei dem der Metzger verletzt worden sei. Der Arzt konnte nichts feststellen, und so fuhren die beiden Freunde bann mit dem Sanitätsauto in ein Kranlenhaus. Dort kam dann der Schwindel heraus. Einige Zeit vorher hatte sich der Metzgergeselle auf ähnliche Art in ein Offenbacher Krankenhaus aufnehmen lassen, selbstverständlich in die 2. Klasse, obwohl er völlig mittellos war und ist. Nur hatte er dort einen anderen Unfall erlitten; er war diesmal von einem Pferd geschlagen worden. Wegen Betrugs erhielten der Metzgergeselle 10 Monate Gefängnis (er war rückfällig), und sein Mitläufer 6 Wochen Gefängnis. Ein Gärtnergefelle hatte seinem Dienstherrn Gelder in Höhe von über 400 Mark die er an die Krankenkasse einzahlen sollte, unterschlagen und ihn um einen Betrag etwa gleicher Höhe, betrogen. Strafe: sechs Monate Gefängnis. Ein Schlosserge'elle hatte der Tochter seines Arbeitgebers in Ortenberg das Fahrrad ge- stöhlen; ferner hatte er ohne Auftrag Gelder einkassiert und für sich behalten und schließlich Beträge, die er für seine Firma an Dritte bezahlen sollte, unterschlagen. Das Gericht erkannte auf eine Gesamtstrafe von acht Monaten Gefängnis. Der Vertreter einer Firma hatte mehrere Bestell scheine gefälscht und auf sie Provision erhalten. Wegen Rücksallbetrugs und Urkundenfälschung erhielt er fünf Monate Gefängnis. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit fand eine sehr u.fangreiche Verhandlung gegen einen Arbeiter aus der Umgegend wegen Sittlichkeitsverbrechens statt. Das Gericht kam mangels ausreichenden Beweises zu seiner Freisprechung. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 1. Nov. Die letzten Sitzungen in Strafsachen waren wiederum vorwiegend durch Verhandlungen über Unfälle ausge üllt, die durch Führer von Kraftfahrzeugen infolge 3 u k widerhandelns gegenVerkehrs-, insbesondere Ueberholungsvorschrif- t e n veranlaßt worden sein sollen. Die Fahrer sind verpflichtet, eingeholte andere Wegebenuher auf der linken Seite zu überholen und dabei so weit nach links auszuweichen, daß der Uebcr- holte nicht angefahren wird. Sie müssen beim Ueberholen zwischen den beiden Fahrzeugen einen mäßigen Zwischenraum lassen, um jedes gegenseitige Berühren zu vermeiden, dies erst recht, wenn die Straße genügend breit ist und keinerlei Verkehrshindernis entgegensteht. Trifft dies nicht zu, also namentlich auch bei unübersichtlichen Wegestellen und an Stellen, an denen die Fahrbahn durch andere Wegebenutzer u. dgl. beengt ist, muß das Ueberholen zunächst überhaupt unterlassen werden. Drei Unfälle — der eine ereignete sich in Gießen, die beiden anderen auf der Straße Steinbach—Gießen — sind auf derartige Verstöße zurückzuführen, und die Angefahrenen, die z. T. nicht unerheblich verletzt wurden, stellten Strafantrag wegen fahrlässig ger Körperverletzung. Die Angeklagten, zwei Autoführer und ein Motorradler, wurden daher auf Grund der Beweisaufnahmen und Ortsbesichtigungen für schuldig erachtet und zu ansehnlichen Geldstrafen verurteilt. Ein auswärtiger Autoführer hatte seinen Wagen gegenüber dem Cafe Heikler in der Frankfurter Straße, nahe der Einmündung der Westanlage, ausgestellt und sich kurze Zeit als Gast in genanntes Cafe begeben. Diese Aufstellung bildete fraglos ein Verkehrshindernis, allein schon, wenn man erwägt, daß dort sich eine Haltestelle der Straßenbahn befindet und zwei Schienengleise nebeneinander laufe Ob tatsächlich der Verkehr behindert wurde, auf kommt es nicht an; es genügt, wenn die glatte Abwicklung des Verkehrs beeinträchtigt werden konnte, und dies war hier der Fall. Der Autoführer, der Einspruch gegen den ihm zugegangenen Strafbefehl erhoben hatte, zog diesen nach Belehrung zurück. In einem etwas abgelegenen Stadtteil betreibt die Frau eines Artisten eine Flaschenbierhandlung. Das gekaufte Flaschenbier darf in dem Verkaufsraum nicht getrunken werden. Dies soll aber von den Käufern in einer Reihe von Fällen doch geschehen fein, und die Angeklagte erhielt auf beträchtliche Geldstrafen lautende Strafbefehle wegen Verstoßes gegen die Gewerbeordnung. Auf Einspruch wurde festgestellt, daß das Flaschenbier zwar nicht in dem Verkaufsraum getrunken wurde, sondern außerhalb des Hauses im Freien, und zwar auf Grund und Boden, der nicht der Angeklagten gehörte. Das Trinken artete in einigen Fällen zu kleinen Trinkgelagen aus. Da der Angeklagten auch nicht nachgewiesen werden konnte, daß sie solchen Trinkereien Vorschub leistete, etwa durch die Hergabe von Gläsern oder durch Verschaffen von Sitzgelegenheiten und dergleichen, muhte Freisprechung erfolgen. Schuld hat das Wasser! Unser Wasser ist kalkhaltig und hart. Und daß solches Wasser keinen guten Kaffee geben kann ist unschwer einzusehen. Eins aber hilft den Kaffee besser machen: „Weber’s Carlsbader“! Es macht das Wasser zum Kochen tauglich und wertet die Bohnen besser aus. So ein Kaffee schmeckt ganz anders. Viel besserI Das ist KaffeeI Das merkt man beim ersten Schluck. 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Die V.f.B.-Liga muh zu ihrem siebenten und letzten Spiel der Dorrunde nach Breidenbach. Wegen ter dortigen gänzlich unzulänglichen Platz- Verhältnisse wird das Treffen nicht in Breidenbach selbst, sondern in dem in der Bähe gelegenen Dreidenstein ausgeLragen. Der Gegner steht an zweitletzter Stelle der Tabelle; von fünf Spielen hat er vier verloren, allerdings alle nur mit einem Tor Unterschied; gegen die Spielvercini- gung Giehen. Herborn und Ockershausen sämtlich mit 3:4, gegen „Germania" Marburg mit 1:2. Seinen einzigen Sieg errang er mit 4:2 über Wallau. Die knappen Resultate lassen erkennen, dah Breidenbach ein ernst zu nehmender Gegner ist, und dast es selbst Mannschaften wie „Germania" Marburg und Spielvereinigung Giehen schwer fiel, mit ihm fertig zu werden. Was der Elf an spielerischem Können fehlt, vermag sie dank der guten körperlichen Verfassung ihrer Spieler durch Kraft und Schnelligkeit hinreichend wieder auszugleichen. Für V.f.B. ist der Ausgang des Spiels von auherordentlich großer Bedeutung. Wenn er es gewinnt, rückt er damit mit einem Punkt Dorsprung vor „Germania" an öie Spitze der Tabelle; bei einem LInentschieden. und einem möglichen Sieg _ der Spielvereinler über Sportverein Wetzlar, würden Marburg und die beiden Giehener Vereine punktgleich fieh-en. Eine Niederlage dagegen toürbe die Vf.D.-Clf weit zurückwerfen und sie unter Hmständen aus dem Kamps um den Aufstieg zur Dezirksliga ausscheiden lassen. Sie darf auf keinen Fall den Gegner unterschätzen, sondern muh vielmehr von vornherein alles aufbieten, das Spiel für sich zu entscheiden. Ob ihr dies bei der Kampfkraft Breidenbachs und den dortigen schlechten Plahverhältnissen möglich ist, kann nicht vorausgesagt werden. Wirtschaft. Oer Welthandel im zweiten Vierteljahr 1929. Der Welthandel hat vom ersten zum zweiten Vierteljahr 1929 leicht zugenommen. Der Außenhandelsumsatz von 44 Ländern, auf die etwa 6/t des gesamten Welthandels entfallen, erhöhte sich von 61,0 Milliarden Mk. auf 62,24, das sind 0,2 Prozent. Diese Zunahme steht zu der rückläufigen Bewegung in den Vorjahren im Gegensatz; sie beruht ausschließlich auf einer Steigerung des Außenhandelsumsatzes der europäischen Länder, und zwar überwiegend derjenigen, deren Verkehr durch die strenge und anhaltende Kälte in den ersten Monaten dieses Icchres besonders stark betroffen worden war. Die Zunahme des Auhenhandelsumsatzes der europäischen Länder (36,90 Milliarden Alk. gegen 33,68, mithin plus 9,6 Prozent) und damit auch die Zunahme des Welthandels beruht wohl in erster Linie auf einer teilweise erfolgten Verschiebung des Auhenhandels vom ersten zum zweiten Vierteljahr 1929. Eine solche Verschiebung hat vor allem bei den nordischen Ländern (auher Auher der Liga stehen am kommenden Sonntag | einschließlich der Handballer insgesamt zehn D. f. B. - Mannschasten auf dem Plan. Zweite, dritte und vierte der Aktiven haben in Ermangelung von Derbandss vielen Gesell- chaftsspiele abgeschlossen. Die zweite Mannschaft ährt nach Wetter, um dort eine alte Rück- pielverpflichtung einzulösen. Sie sollte gegen die I erste des Plahvereins einen gerade nicht leichten Stand haben und im besten Falle nur knapp gewinnen. Das Vorspiel verlor sie, allerdings stark ersatzgeschwächt, hoch mit 1:8. Während die dritte sich Steinbachs erste nach hier eingeladen hat, tritt die vierte gegen die zweite Steinbachs auf dortigem Platz an. I Der Ausgang beider Spiele ist ungewiß. Auher der ersten Schülerelf tragen am nächsten Sonntag alle Jugend- und Schülermannschasten Pflichtspiele aus, die sämtlich aus dem Waldsportplatz stattfinden. Die erste Iugendmann- schaft hat die gleiche des Wetzlarer Sportvereins zum Gegner. Wetzlar hat in dieser Saison noch kein Pflichtspiel verloren und gilt als die stärkste Jugend des Gaues Giehen-Wetzlar. Wenn D. f. B. nicht erheblich bessere Leistungen zeigt als in seinen letzten Spielen, wird er um | eine hohe Niederlage nicht herumlommen. — Der zweiten sollte es schon eher möglich sein, gegen die zweite Wetzlars ein günstiges Resultat zu erzielen. — Auch die dritte wird sich sehr anstrengen müssen, wenn sie nicht verlieren will, da sie in L i ch s erste einen schweren Gegner hat. — Die zweite Schülermannschast empfängt die Schüler des Sportvereins Rieder- G i r m e s. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Die erste Mannschaft Daubringens weilt am nächsten Sonntag als Gast bei der Ersten in Großen-Buseck. Daubringen, das am Anfang der Serie etwas schwach war, hat in letzter Zeit eine Formverbesserung gezeigt und konnte sogar gegen die stärksten Vereine der Gruppe, wie Lollar, Homberg, und Laubach glatte Siege erringen. Grohen-Duseck, das jetzt die Führung der Tabelle innehat, wird atn nächsten Sonntag seinen Linksauhen ersehen müssen und infolgedessen einen schweren Stand haben. Die Mannschaften sind ziemlich gleichwertig, vielleicht ist der Gästesturm etwas besser, aber dafür ist die heimische Hintermannschaft vorzuziehen. Aus dem 5. Bezirk im Turngau Hessen (O. T.) bpw. Butzbach, 6. Rov. Der 5. Bezirk im Turngau Hessen hielt hier unter der Leitung von Dezirlsturnwart W. Lang (Lang- Göns) seine erste dieswinterliche Bezirksvorturnerstunde ab. Aus 22 Vereinen nahmen 33 Turnwarte und Vorturner teil, erst- der Tagung mindestens einen Vertreter zu entsenden. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Die Giehener Kreisklassenmannschaf t muh am kommenden Sonntag zum fälligen Serienspiel nach Reu-Isenburg fahren. Ob es der Mannschaft gelingt, in ihrer neueren Aufstellung einen Achtungserfolg gegen die in der Tabellenspitze führenden Isenburger zu erreichen, bleibt dahingestellt. Jedenfalls muh die Mannschaft alles hergeben, wenn sich das Resultat von Bockcnheim nicht wiederholen soll. In der zweiten Dezirisklasse stehen noch einige Spiele aus. Cs treffen sich in Trais die dortige erste Mannschaft mit der ersten Mannschaft Hungens. Wer in diesem Spiel Sieger bleiben wird, muh offen gelassen werden. Deuern und Staufenberg werden sich in Deuern ebenfalls ein gleichwertiges Spiel liefern, das den Glücklicheren als Sieger sehen wird. Rodheim und Leun werden sich in Rodheim gegenüberstehen. Da beide Mannschaften in der Spitzengruppe der Gruppe West führen, darf man auf den Ausgang des Spieles gespannt sein, Wieseck II muh nach De i Ist ein fahren. Ob es den Gästen gelingt, auch auf dem steinigen Boden Beilsteins Sieger zu^ bleiben, lassen wir offen. Der Ausgang des Spieles hat auf die sichere Spihenführung der Gäste in der Gruppe West keinen Einfluß mehr. In der Jugendklasse treffen sich: Heuchelheim gegen Treis, Watzenborn gegen Rodheim. Klein-Linden gegen Großen-Linden, Wißmar gegen Wieseck I. Die Leichtathleten des Bezirkes treffen sich am kommenden Sonntag zur H a l l e n t r a i nings stunde in der Turnhalle der Stadt knabenschule in Gießen. malig auch die Vertreter der aus dem Gau „Wetterau" zur Deutschen Turnerschaft übergetretenen Vereine Dorheim und Ockstadt. Durchgeturnt wurden die erste und die zweite | Hebung der für die nächstjährigen Deranstaltun- ’ gen im Gau und Kreis bestimmten allgemeinen Freiübungen. Ferner war der laut Turnplan vorgeschriebene Gerätestoff Gegenstand gründlicher Hebung. Bei der sich anschließenden Besprechung be° grühte der Bezirksvertreter, Studienrat Thierolf (Friedberg), die neu auf genommenen Vereine im Auftrag der Bezirksleitung, und der 2. Gauvertreter, Redakteur Schneider (Butzbach), hieß sie im Gau willkommen. Der Vorsitzende des T. u.Spv. Butzbach, Dr. med. H. Rau, sprach über die Gestaltung einer erfolgreichen Werbetätigkeit für die Turnsache und im Zusammenhang damit insbesondere über das Kinderturnen in den Vereinen. Heber die sachgemäße Leitung der Dchülerabteilungen gab Studienrat Thierolf aus seiner reichen turnpädagogischen Erfahrung beachtenswerte Ratschläge, die von Dr. Rau von der medizinischen Seite aus wertvoll ergänzt werden konnten. Er forderte die ärztliche Heberwachung der in den Vereinen turnenden Schüler und Schülerinnen. 2n seinem Verein beginnt er jetzt mit HVersuchungen der Turnschüler, die nach bestimmten Zeitabschnitten wiederholt werden, um dann feststellen zu können, inwieweit ein geeigneter, kindesgemäßer Hebungsstoff die körperliche und gesundheitliche Entwicklung beeinflußt. Dr. Rau will sich mit der Aerztefchaft in Verbindung sehen und anregen, daß auch in anderen Vereinsorten die ärztliche Kontrolle des Kinderturnens versucht wird. Dringend wurde allen Vereinen der Besuch der am nächsten Sonntag in Gießen stattfindenden Lehrstunde für Kinderturnwar te empfohlen. ikel imenbekleidung -g 52 r.Weih Wyss: elou.DrelsiDpriöHrflmw itonge. (Biesen. 5«. Spielvereinigung 1900 Gießen. 0. Die Begegnung der beiden zur ersten Bezirksklasse gehörenden Ligamannschaften von 1900 Giehen und Sportverein Wetzlar am kommenden Sonntag dürfte das Hauptereignis im Lahnkreis fein. Von jeher lieferten sich die beiden Mannschaften hartnäckige und spannende Kämpfe mit wechselvollem Ausgang. Wetzlar spielt bekanntlich wuchtig und schnell, stellt also eine Kampfmannschaft, die ohne jede Tändelei auf Erfolge eingestellt ist. Die Spielvereinigungsleute dürsten dagegen die technisch bessere Ballbehandlung und wohl auch Kombination besitzen, sind aber meistens nicht in der Lage, gegen Mannschaften, wie sie Wetzlar verkörpert, die erforderliche Schnelligkeit und Durchschlagskraft aufzubringen. Wetzlar konnte es bis jetzt in fünf Spielen noch zu keinem Sieg bringen, aber drei Hnentschieden erreichte die Elf, und zwar gegen zum überwiegenden Teil Spihenvereine (Marburg-Ockershaufen und B.f. D. Giehen), so dah die Dlauweißen das Treffen nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfen. Dazu kommt, dah sonderbarerweise 1900 alle auswärtigen Spiele gewann, auf eigenem Platze jedoch schon zweimal unterlag. Die Spielleitung ist Conrad vom V. f. B. Kurhessen-Marburg, einem früheren rctounierten Ligaspieler, übertragen. Vom letzten Sonntag ist nachzutragen das Freundschaftsspiel der „Al t en H er ren" Germania-Marburg gegen 1 9 0 0 Giehen das einen unentschiedenen Ausgang nahm. Beim Seitenwechsel lag die ziemlich schwache Giehener Elf noch mit 1:0 in Führung. Den beiderseitigen Leistungen und dem Spielverlauf nach wäre ein knapper Sieg der Blauweihen verdient gewesen. Auch am kommenden Sonntag messen vor dem Ligaspiel die „Alten Herren" ihre Kräfte mit den Wetzlarern. Die Aufstellung der Einheimischen dürste wohl eine stärkere sein und somit auch ein ziemlich sicherer Sieg der Giehener außer Frage stehen. Im Vorspiel in Wetzlar hielt 1900 mit 2:0 Toren das bessere Ende sür sich. 1900's erste Jugend spielt in Niedergirmes und wird nur sehr schwer gegen die dortige erste, recht spielstarke Jugend einen Sieg herausholen können. Die zweite Jugend hat Leihgesterns erste, und die dritte Jugend Grohen-Busecks erste zu Hause zum Gegner. Man erwartet dabei die „Vereinigten" in Front. Die evste Schülerelf spielt ihr Pflichtspiel in Steinberg. Ein Sieg der Gießener liegt im Bereich der Möglichkeit. 1900'18 zweite Schüler treten nach dem Liga spiel der ersten Schülerelf Wetzlars entgegen. Der Ausgang ist vollständig offen. V. f. B. itiW Die verwaiste Stelle des Bezirks spiel- warts war neu zu besehen. Die einstimmige Wahl siel auf Weickhardt (Butzbach), der sich bisher sowohl in den Sommer- als auch in den Winterspielen der D. T. eifrig betätigt hat. In Verbindung mit der nächsten Dezirksvor- turnerstunde soll eine Vorsitzendentagung in Friedberg stattfinden. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Die 1. Mannschaft empfängt am kommenden Sonntag die 1. Mannschaft des Tv. Großen- Buseck zum fälligen Verbandsspiel. Dem Vorspiel nach zu urteilen, sind sich beide Gegner ziemlich gleichwertig. Die neu zusammengestellte 2. Mannschaft trägt gegen die 1. Mannschaft des Tv. Lich ein Freundschaftsspiel aus, dessen Ausgang völlig offen bleiben muh. Handball im Männerturnverein (O.T). Am kommenden Sonntag ist die 1. Handballmannschaft des Männerturnvereins vor eine schwere Auf- gäbe gestellt; sie hat in Bad-Nauheim gegen die erste Mannschaft des To. 1860 das fällige Verbandsrückspiel auszutragen. Das Vorspiel in Gießen konnten die Nauheimer mit 4:2 gewinnen, nachdem die Einheimischen mit nur noch 9 Mann das Spiel beenden mußten. Die Mtv.er werden sich also sehr an- strengen müssen, wenn sie ein günstiges Resultat yerausholen wollen; vor allem muß der Sturm sich eine rentablere und uneigennützigere Spielweise an- gewöhnen. Vor dem Spiel der ersten Mannschaft treten sich die beiden ersten Jugendmannschaften im Verbandsspiel gegenüber. Da aber die Nauheimer Jugend, wie auch die letzten Spiele bewiesen haben, durch neue Kräfte sehr an Spielstarke gewonnen hat, werden die Gießener das Spiel nicht zu leicht nehmen dürfen, wenn sie nicht eine unangenehme lieber* raschung erleben wollen. Handball der Sp.-Vg. 1900. ö. Schon am kommenden Sonntag tritt 1900’6 erste Iugendmannschast gegen die gleiche Elf des westdeutschen Meisters in Siegen zum Rückspiel an. Dadurch, dah diesmal die Sportfreunde Gastgeber sind, sind natürlich die Chancen für die Spielvereinigungsleute nicht gestiegen. Wenn sie aber mit derselben Aufopferung wie am vergangenen Sonntag spielen, darf man wieder ein ehrenhaftes Abschneiden erwarten. V. f. B.-Handball. ’ Nach ihrem hohen Sieg gegen die Turngemeinde Leun hat sich die Handballelf für kommenden Sonntag einen stärkeren Gegner nach hier verpflichtet. Cs ist die zweite Mannschaft des V.f. L. Wetzlar, die V.f.B. vor eine schwere Aufgabe stellen wird; wenn die Platzmannschaft in derselben Form spielt, wie am vergangenen Sonntag, sollte sie trotzdem in der Lage sein, den Gästen eine annähernd gleichwertige Partie zu liefern. Eine neu zusammengestellte Iugendmannschast hat die Iugendelf des V. f. L. zu Gast und wird Mühe haben, gegen die besser eingespielten Gäste nicht allzu hoch zu verlieren. Handball in Kronhausen (Lahn). Die erste Handballmannschaft des Turnvereins Fronhausen hat sich für nächsten Sonntag die gleiche Mannschaft des Turnvereins Hachborn zum Gesellschaftsspiel verpflichtet. Obwohl Hachborn eine Anfängermannschaft ist, hat sie _ am vergangenen Sonntag bewiesen, dah sie über gute Kräfte verfügt. Fronhausen darf die Mannschaft nicht leicht nehmen, sonst könnte es eine Heberraschung geben. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. Kommenden Sonntag treffen sich Wieseck und Kinzenbach auf dem Platze des erstgenannten Vereins. Der Ausgang des Treffens ist als durchaus offen zu bezeichnen, da sich beide Mannschaften gleichwertig sind. Es treffen sich weiter in Staufenberg Aliendorf — Staufenberg, in Beuern Garbenteich — Beuern. Beide Tressen werden mit Siege der Gäste abschließen. Turngau Lahn-OünSberg. Am kommenden Sonntag findet in Lollar der diesjährige 2 2. Gauturntag des Lahn- Dünsberg-Gaues statt. Es steht dafür ein reichhaltiges Programm auf der Tagesordnung. Die wichtigsten Punkte sind u. a. Bericht des Gauoor- sitzenden, sowie der Turn- und Spielwarte, Rech- nüngsablage für das Geschäftsjahr 1929, Wahl der Orte für das Bergfest, Schülerwetturnen, Geräteturnen, Gaufporttag und Gauwettschwimmen, weiter die Wahl des Vorstandes. Jeder Verein hat zu tun Bauschule 9 ®. 2SJÄ. 'reicht billig; len......yon 38 Pf. an 1 ......von 40 Pf, an D(len..,, von 25Pf,an . eppiche. von 85 Pf. an ^dei... von 58 Pt an 'Windeln von 35 Pf. an t gewebt Kleidchen, Lätzchen, Wollgamituren usw wähl! 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Allerdings beruhen zum größeren Teil die gestiegenen Außenhandelsziffern der europäischen Länder auf der durch die Witterung bedingten, teilweise erfolgten Verschiebung des Außenhandels vom ersten zum zweiten Vierteljahr 1929. In Europa weisen fast sämtliche Länder eine höhere Ein- und Ausfuhr auf, als im Vorjahr. Die größte Zunahme der Einfuhr verzeichnen Frankreich, Delgien, Großbritannien und die Tschechoslowakei (hauptsächlich Rohstoffe und Fertigwaren), was vor allem mit der günstigeren wirtschaftlichen Lage in diesen Ländern zu erklären sein dürfte, die besonders in einem erhöhten Beschäftigungsgrad der Industrie zum Ausdruck kommt. Ein Rückgang der Einfuhr von Bedeutung zeigt sich lediglich bei Rußland. Die größte Steigerung der Ausfuhr verzeichnet Deutschland (mit 629 Mill. Mk., gleich 39 Prozent der Zunahme aller europäischen Länder), Delgien, Schweden, Italien und Großbritannien. Äe Zunahme der Ausfuhr Deutschlands entfällt zum größten Teil auf einen erhöhten Export von Fertigwaren nach den europäischen Ländern. Die außereuropäischen Länder verzeichnen in der Mehrzahl eine Zunahme der Einfuhr, und zwar in der Hauptsache von industriellen Fertigwaren und Rohstoffen. Dies war besonders bei den Vereinigten Staaten der Fall, auf die allein 58 Prozent der Zunahme der Einfuhr aller außereuropäischen Länder entfielen. Es folgen Kanada, Australien und Chile. * Stand der Hackfruchternte und der Wintersaaten im Deutschen Reich Anfang November. Durch die im Cf ober eingetretenen Regensälle ist die We'.ter- führung der Feldarbeiten allgemein begünstigt worden. Die Hacksruchternte ist nahezu beendet; nur ein Teil der Rüben ist noch auf dem Felde. Die ansae.gs verzögerte Aussaat von Wintergetreide hat gute Fortschritte gemacht und ist nunmehr dis aus Tci'e der Hacksruchtschläge durch- gesührt. Die frübzeitig eingebrachten Saaten sind allentyatben scyon auf gelaufen; ihr Stand ist zumeist besriedigend. Soweit jetzt bereits eine Beurteilung der Wintersaaten möglich ist, ergibt sich im Rcichsdurchschnitt unter Zugrundelegung der Zah^nnoten 2 gleich gut, 3 gleich mittel, 4 gleich gcu. g so'gende Begutachtung: Winter- -wi'.zrn 2,7 (im Vorjahr 2,5), Winterspelz 2.8 (2,5), Winterroggen 2,6 (2.6), Wintergerste (2.6 (2,6). • Norddeutsche Waggonfabrik, A. - G., Bremen. Nach einer Berliner Pressemeldung soll Die Gebr. Schöndorff-A.-G. von der liebernaijir.e des Mehrhe.tspaletes (70 Prozent) der Aktien der Norddeutschen Waggonfabrik, Bremen, zurüägetreten sein, we l die Norddeutsche Waggonfabrik einen Verlust von 150 000 bis 200 CÖO Mk. bei einem jugoslawischen Auftrage auf 400 Waggons erlitten habe. Diese Meldung ist, wie WT.D.-Handelsdienst von unterrichteter Seite rnitgeteilt wird, in jeder Beziehung unrichtig. Richtig ist, daß die 2. F. Schröder-Dank mit den Linte-Hoifina n-Dusch-Werlen Verhandlungen eingeleitet hat, wonach letztere das gesamte Aktienkapital von Nordd. Waggon zu übernehmen bereit sind. Der Abschluß dieses Geschäftes hängt davon ab ob sich die West-Waggon und die Ost-Waggon über den Einfluß beider Werke bei Schöndorfs einigen. In diesem Falle würde einer Fusion Schöndorff-Nordd. Waggon nichts mehr im Wege stehen; andernfalls wird man die Fusion Nordd. Waggon mit Linke-Hoff- mann-Busch wählen. Eine Einigung zwisckenOst- und Wcst-Waggon würde die Schröder-Tank als Angehörige des Schöndorff-Konsortiums grundsätzlich nicht verhindern. Frankfurter Börse. Frankfurt a. QU., 8. Nov. Tendenz: unein- heitlich. — Schon zum Schluß der gestrigen Abendbörse machte sich eine erheblich eDes- serung der Tendenz bemerkbar, als bekannt wurde daß sich in Neuyork .eine kleine Erholung durchgeseht habe. 3m heutigen Dormit- tagsverkehr nahm das Geschäft weiter etwas zu, und man war sehr optimistisch. In Spezial- werten war die Nachfrage ziemlich rege, bei weiteren Kurssteigerungen. Orders waren aber wieder nur in ganz geringem Umfange vorhanden, so daß zu Beginn des offiziellen Marktes das Geschäft wieder wesentlich stiller wurde. Aber es trat ein neuer Unsicher- heitsfaktor auf, und zwar wurde erwähnt, daß in der Angelegenheit Frankfurter Allgemeine Dersicherungs°A.-G. ein Zahlungsverbot erlassen werden soll. Die Börse wurde, hiervon ausgehend, ungünstig beeinflußt, und die vorbörslichen hohen Kurse konnten nicht behauptet wer- den. Anregungen waren auf der anderen Seite nicht vorhanden. Die Spekulation wurde zurückhaltend und schritt zu Abgaben. Diese nahmen aber trotz allem keinen großen Umfang an. Am Clektromarkt eröffneten Chade-Aktien 3 Mk., AEG. 0.5 Prozent, Lahmeher 1 Prozent und Schuckert 0,75 Prozent höhn:. Siemens lagen 1 Prozent niedriger. Am Farbenmarkt waren I.-G.-Farben 1 Prozent schwächer. Berücksichtigt man aber den hohen vorbörslichen Kurs, so kann man von einem Rückgang bis zu 3 Prozent sprechen. Montanwerke konnten kein Interesse auf sich lenken, doch lagen die meisten Kurse 1 Prozent höher. Daimler waren heute angeboten und 1 Prozent gedrückt. Danken bis 1,5 Prozent niedriger. Commerzbank zogen eine Kleinigkeit an. Am Kunstseidenmarkt lagen Aku 1 Prozent abgeschwächt. Renten still. Ablösung für Neu- besih etwas höher. Im Verlaufe ergaben sich wieder Besserungen um Bruchteile eines Prozentes, ohne daß jedoch das Geschäft eine Belebung erfahren hatte. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1800, gegen Pfund 20,391, London gegen Kabel 4,8786, gegen Paris 123,87, gegen Mailand 93,12,'gegen Madrid 34,60, gegen Holland 12,0850. Berliner Börse. Berlin, 8. Nov. Im Gegensatz zu den auf die gestrige Neuhorker Börse hin festen Vormit- tagsverlehr war die heutige Eröffnung ziemlich enttäuschend. Man hatte sich von dem Rückgang der Dörsentransits drüben eine Anregung versprochen, zumal auch der hiesige Geldmarkt ein erneute Erleicht.rung erfuhr. Es kam aber dann zu den ersten Kursen doch verschiedentlich Ware an den Markt, die vielleicht aus Kreisen der Investmenttrusts, vielleicht auch aus den gestern gemeldeten Schwierigkeiten bei der Frankfurter Dankfirma Paul Schlesinger, Trier & Co. herrührte. Die ersten Notierungen lagen zwar in den meisten Fällen noch über den gestrigen Schlußkursen, die Besserungen gingen aber nur vereinzelt über 2 Proz. hinaus. Deutsche Linoleum, Siemens, Essener Steinkohle, Demberg, Polyphon gewannen bis zu 5 Prozent, Chade- Aktien plus 10,50 Mark. Der Montanmarlt wurde etwas angeregt durch die Verschärfung des englischen Bergarbeiterkonfliktes. Deut che Anleihen behauptet. Ausländer geschäht los. Pfandbriefmarkt noch unenttolde't, aber anscheinend zumindest behauptet. Die Erleichterung des Geldmarktes kam auch heute in einer weiteren Ermäßigung der Sähe zum Ausdruck. Man nannte Tageegcld mit 6,5 bis 8,5 Proz.; Monatsgeld mit 8.5 bis 10,5 Proz.; Warenwechsel mit zirka 7,40 Proz. 3m Verlaufe wurde das Geschäft teilweise etwas lebhafter. Die Kursgestaltung war zwar keine einheitliche, es überwogen aber kleine, bis zu 1 Proz. betragende Besserungen. Rcichsbank zogen um 2,5 Proz. an, Svenska um 5 Mark. Anderseits büßten Aku 2,5 Proz. ihres Anfangsgewinnes wieder ein. Auch Chadeaktien gingen 2 Mark niedriger um. Llmgestürzie Elektrische. WSN. Darmstadt, 7. Nov. In der vergangenen Nacht ereignete sich in dem dichten Nebel ein eigenartiger Unfall. Ein Straßenbahnwagen der Linie 2 wollte die Gäste des Rachtschnellz igcs Frankfurt—Darmstadt abholen. An der Kurve Rheinallee—Otto-Woliskehl- Straße erkannte der Wagenführer die Rechtskurve zu spät, bremste stark, aber doch sprang der Wagen aus den Schienen, prallte an den Bordsteinen des Fußsteiges an, rückte ein Wasserhäuschen von seinem Platz und legte Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 237. Don Dr. R. Leopold, Dresden. Preisgekrönt im 4. Sächsischen Problemturnier. 8 7 6 5 4 3 2 1 '/M 8 7 6 5 4 3 2 1 Schwarz, d e L h a b m g Weiß. Weih zieht und seht in drei Zügen matt. Weiß: 7 Steine. Kdl; Db2; Se2, g3; Bb6, d3, f5 Schwarz: 2 Steine. Kg2; Bh3. Partie Nr. 165. Nachstehend die 17. Partie des Weltmeisterkampfes zu Berlin. Indisch. Weih: Aljechin. Schwarz: Dogoljubow. 1. d2-d4 1. Sg8-f6 2. c2-c4 2. g7-g6 3. f2 — f3 Bogoljubow erklärte anläßlich eines Vortrages über die 15. Partie in Berlin diesen Zug als die Widerlegung der schwarzen Partieanlage, und trotzdem läßt er sich in dieser Partie wieder auf diese Spielweise ein. 3. ... 3. d7-d5 Nach diesem Zug erlangt Weih ein starkes Zentrum, und Schwarz hat später keine Möglichkeit, dasselbe zu sprengen; es geschähe daher besser 3. .... e6 4.c4xd5 am besten. 4. .. . 4. >föxd5 5. e2-e4 5. Sd5 —b6 Besser stünde der Springer auf f6. Dogoljubow verliert im folgenden zu viel Zeit mit seinen nutzlosen Springerzügen, sein Gegner erhält dadurch ein starkes Angriffsspiel. 6. Lcl-e3 6. Lf8-g7 7. Sbl — c3 7. Sb8-c6 7..... 0—0 wäre wohl wegen 8. f4 nicht gut angängig, denn auf 8.....f5 erlangt Weih durch 9. Db3 +, Kh8 nebst 10. Sf3 starken Angriff. Dogoljubow wollte durch den Textzug die Zentrumsbauern verlocken und auch Bewegung für seinen Königs-Läufer erhalten. Aber er verliert zu viel Zeit. 8. d4-d5 8. Sc6-e5 9 Le3-d4 Diese Fesselung ist sehr unangenehm. 9. . . . 9. t7 — fö Bogoljubow erklärt hier 9..... 0—0 wegen 10. f4, Sg4 11. Lxg7, Kxg7 12. h3, Sf6 (nicht Se3 wegen Dd4 +1) für minderwertig. Wir ziehen diese Spielweise der von Bogoljubow gewählten trotzdem vor. 10. f3 —14 10. Se5-f7 11. a2-a4 Energisch und mit feinem Positionsblick gespielt. 11... . 11. e7-e5 12 ebxeöep 12. LcSxeö 13 a4-a5 13. Sb6 - d7 Der siebente Springerzug bei dreizehn Zügen! 14. ab-ab 14. b7-b6 Besser 14. .... bxa6 15. Ul-bb 15. Dd8-e7 Pariert die Drohung 16. Lb5—c6 nebst Sb5, worauf jetzt 0—0—0 folgen würde. 16. Sgl — e2 16. c7-c5 17. Ld4-f2 17 0-0-0? Etwas zu waghalsig gespielt, 0—0 war hier am Platze. 18. Ddl-a4 18. f6-fb 19. e4-e5 19. g6-g5 20. Lb5-c4 20. Sd7xe5 Ein Derzweiflungsopfer. 21. Lc4xe6+ 21. De7xe6 22. f4xe5 22. St7xe5 23. 0-0 23. De6-c4 24. b2-b4! Aljechin findet in solchen Situationen, wie gewöhnlich, das stärkste, aber es gewann natürlich auch Dxc4. 24. . . 24. Dc4xb4 Falls cXb, so Sb5, Kb8, Lxb6! und gewinnt. 25. Da4-c2 25. Se5-d3 26. Tfl-bl 26. Db4-c4 27. Tal —a4 27. Dc4-e6 28 Sc3-b5 28. Kc8-b8 Aljechin erzwingt jetzt den Gewinn auf feine 29. De6-e4 30. De4-e8 31. cbxd4 32. Dc8-e6 33. De6-f7 Weise. 29. Se2-d4 30. Sb5-c3 31. Dc2xd3 32. Lf2xd4 33. Dd3xf3 und Schwarz gab gleichzeitig auf. Lösung des Problems Nr. 233. Don 3. Hartong. 1. f3 — f4! (Es droht 2. Lc6+, Kxe6. 3. Sd8 matt.) 1.....g5Xf4 2. Kg6xf6! ujto. 1.....Sb3xf4+. 2. Kg6 —f5! usw. 1. . . ., Lg3xf4. 2. Sa5-c4 usw. 1. ..., Th4xf4. 2. Sa5-c6 ufto. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Venedig. Mrs. Henrietta Beschäm war stocktaub und reifte nach Venedig. Punkt zwölf Uhr mittags wird von der italienischen Flotte dort ein Kanonenschuß abgefeuert. Mrs. Henrietta Beecham stand auf, zupfte ihren Pullover mit dem silbernen Gürtel zurecht, fuhr sich übers Haar und schrie: „Herein!" Relative Auskunft. Klüglich will mit seinem Auto einen grohen Bogen absd)neiden. An der Kreuzung steht ein Mann. „Ist dieser Weg auch gut fahrbar?' fragt ihn Klüglich. „Der Weg ist ausgezeichnet. Ich rate jedem im eigenen Interesse, ihn zu fahren." Daraufhin fährt Klüglich diesen Weg. Nach kaum zweihunder Meter kracht es, viermal Hinterem- ander, auf allen vier Reifen. Glassplitter^ Nägel und Konservenbüchsen stecken massenhaft im Schlauch. Klüglich saust zur Kreuzung zurück. „Herr!" schreit er wütend, „wie können Sie sagen, der Weg sei ausgezeichnet? Sämtliche vier Reifen sind hin!' „Ich hab' 'ne Bulkanisieranstalt, antwortete der andere bescheiden. ______ sich bann a u f die Seite. Die drei Insassen und der Schaffner erlitten glücklicherweise nur leichte Verletzungen und auch der Materialschaden ist gering. Daten für Samstag, 9. November Sonnenaufgang 7.06 Uhr, Sonnenuntergang 16.21 Uhr. — Mondaufgang 14.03 Uhr, Monduntergang 22.38 Uhr. 1799: Napoleon Bonaparte stürzt das Direktorium und wird erster Konsul; — 1818: der Dichter Iwan Turgenew in Drei geboren; — 1918: Ausrufung der Republik in Deutschland. Letzte Nachrichten. Wechsel im Gruppenkommando Kassel. Kassel, 6.Nov. (WTB. Funkfpruch.) wie das „Kasseler Tageblatt" von gut unterrichteten Seite erfährt, Hal General der Artillerie, Freiherr Kreß von Kressen st ein, Kommandeur des Gruppenkommandos II, aus gesundheitlichen Gründen fein Abschiedsgesuch eingereicht. (Zum Gruppenkommando II gehört auch die Garnison Gießen. D. Red.) Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 v. H., Lombardzinsfuß 8 v. H. Datum 'ranlfurt a 9)1 Berli" Datum ran Hurt a tW Verll. Dalum Frankfurt a *)), Berlin .-chiutz-s Hamb Lboam. Damplich. . t Hania £anuffl)lff..... Norodeuischec Llohd.....> Clllg Deutsche llreditanH- . . 1' Barmer Bankoereln .... 1‘ Berliner Handelilgescllich. . • 1- (Sommerj- und Privat-Bank . ।1 Tacmst. u. Nationalbank . 1 Deutsche Bank ...... 1' Dieconto-Gesellschask, tat. . 1< Dresdner Bank .....1' Sielchrbam.......1 8L@.®....... Bergmann . . (iicltt. Lleserunglgelelllchaß i Licht und Kraft 1' Helten L Guilleaume. . . . TVt Gel. |. Elektr. Untern.. ... l(l Hamb, tflelit »Werke .... 1 Rhein. Elektr.........> Schlei, ölet'r ......1" Schuckert 6öo. .....11 Siemen» & Haloke.....16 Traneradro ......... 8 Lahmeyer L Lo.. ..... 10 .................6 Deutsche ErdSl.......6 Wiener Steinkohle ...... h Gelsenkirchener ....«••< Harpener......... 0 Hoesch Eise«........6'/, £IHe Bergbau.......1° Rlödncrivccte ..«•••• Köln-Neueilen ..... Mannesman^ -NSHre« .... 7 Manefeldec Bergbau ..... i Cbendt'ei. Eiien.eoarf . . . . ’ Oberichlei. Kolswerke..... PHSnlr Bergbau......6V» Rhe nhche Braunkohle«. • • 1® Rlielnstohl ......... Riebeck Montan..... 7? 109.5 103,25 119,75 120,5 186 165.75 247 158 158 153.5 276 172,25 169 174 119 172,5 150 193 312 164 65 135,5 209 98,5 101 115 105,5 254 105 109.25 104.25 119 166,13 157,25 153 172.5 174 172,5 193,25 311 165 102 129,25 106 105,5 109.5 103.25 119,9 120 187.25 165,75 246,25 157,75 157,75 153 274 172,13 206 169.75 172 119 172,5 132 150 163 190.75 307,9 129,75 163,75 65 99,25 127,5 128.5 136.25 120,5 99 118,25 100 114 95,75 105,75 253 105 109 104,25 120 119,5 187,75 166.13 246.5 157,25 157,25 153 273 171,75 208 169 6 173.75 119.5 174,9 133,5 151.75 164,5 193 311,25 165 76 100.5 132,5 129 137 121 211 99 118,75 100,25 116,25 95,9 106,13 253.5 105,5 Bereinigte Siahiw Otav' Minen . . 16'/» Rai werke ilIidierMeben . . v Ra. werke Ukiieiegel« ... 10 Raiirv. i e Salioetiutib 16 fl. G Narven-Insustrie ... 12 Dynamit Nobel ....... 6 Scheideanstalt........U Goldschmidt ........ b Rütgerswerke ........ 6 MetaligeieUichaft......8 Philipp Hofmann .... 7 Lernen werk Heivesberg ... 10 Eemeniwerk ttarlftaot ... 10 VBagB 6 ,r< y ag .... 8 Schuithet» Pahenhofer ... 15 Ostwerke.........12 81er. Glanzstoss......18 Lemberg......... " Mellfloh Waldhos .... 18% heUstoi, «jchassenburg . . . Ehariottenburger Wasser ... 8 Desiauer Gas .....9 Daimler Nkotoren ..•••• c Deutsche Linoleum..... Maschinenbau A.-G......0 Ä > rw -rr - RI y .......f vuoro. Loew .... M Drenftctn 4 Koppel.....t lu-onbnrD Lieh......10 Franks. Mchchtne«......< Gritzner....... 6 Heyilaenstaevt .......v Iunghanl. . ...... Lechwerke. ■ 8 Mainkraitwert.' Hbchsi a. M. Miag. . 10 Gebr. Roeder.......10 «oigt 4 Haefsaa...... 6060. Luck«..... . IC 106.5 201 207 326 185,25 140 66.5 74,5 116,5 87 120 85,5 143 208 144 250 333 47 49,75 4 50 105,13 111 121,5 104 222 155,75 326 184,25 74,75 200,5 142,75 44,25 252.5 49 106,5 59,9 200 208 324,5 183,25 86,75 66 74.5 116,5 87,75 86 283,25 220 140,75 208 200 143,25 97,9 169,75 45,75 247 47,5 20 77 164 333,5 46,5 49 50,5 121,5 222 155 107 59,25 202 207 327 183,9 67,25 74,75 116,75 89,75 220,5 211 200,5 97 171 44,5 251,9 47,6 20,13 162 336 120,5 Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl. Berlin, 7- November Geld Brief illmerikanische Noten . . . 4,164 4,184 Belgische Noten ...... 58,23 58,47 Dänische Noten ....... 111,63 112,07 Englische Noten . ....... 20,345 20,425 Yränzosische Noten ....... 16,42 16.48 Holländische Noten ....... 168,18 169,86 Italienische Noten........ Norwegische Noten....... 21,84 111,58 21,92 112,02 Deutsch-Oesterreich, ä 1OO Schilling 58,58 58,82 Rumänische Noten....... 2,465 2,485 Schwedische Noten....... 111,93 112,37 Schweizer Noten........ 81,09 81,41 Spanische Noten...... . 58,18 . 58,42 Tschechoslowakische Noten..... 12,32 12.38 Ungarische Noten ...... 72,86 73,16 7. November 8 November Amtliche Notierung Geld | Brief Ämutche Notierung Geld | Briet Amit.-Nott 168.52 163.86 168,54 168.88 Bucn-SIirtt 1,715 1,719 1.723 1.732 Brss.-Nntw 58.40 58,52 58.41 58 53 Kbriftiania 111,87 112,09 111.89 112 11 .tkopinhagen 111,87 112,09 111,89 112,11 Stockholm 112,16 112,38 112.15 112.37 Helnngfors Italien. . 10,492 21,87 10,512 21,91 10.491 21.88 10,511 21,92 London - - - 20,37 20.41 20.366 20,406 Wo ui) ort . - Paris.... 4,175 4,183 4,176 4,184 16.445 16,485 16.44 16,48 Schweiz .. 80,925 81,085 80,92 81.08 Spanien - 59.43 59,55 58,69 58.81 Japan . . . 2.038 2,042 2,037 2,041 >Hio de Jan 0,492 0,494 0,486 0,483 Wien in D-- £?eft. abgesl 58,72 12,365 58,84 58,71 58.83 Prag . • • • 12,336 12,368 12,338 Belirad . 7,387 7,401 7,389 7,403 Budapest. 72,99 73,13 73,00 73,14 Bul arien 3,012 3,018 3,017 3.023 Lissabon 18.82 18,86 18,32 18.86 Danda- - .»onft ittüt- 81.45 81.61 81.48 81,64 1.973 1,977 1,978 1.982 Athen. . 5,425 5,435 5,425 5,435 Tanada 4,106 4.114 4,096 4,104 lltu uat) 4,036 4,044 4,036 4,044 Cairo • . 20,89 20,93 20,885 20,925 L «9 & ■j'H »2 t So 5 2 m,<3 2 c' ■5 = - c »e's 0-2 4) r ^'7 •= <95 Z rl c 38? ’S •= "2" Ä .2 = 5 ^ = =^.5 u y"*“u>a NE s.2« = i u 4> - ~ - «ji □ o .