KrJ84 Erstes Blatt 179. Jahrgang Donnerstag, 8. August (929 Ersche int täglich,außer Sonntags und Feiertags, veilaaen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 2251, 2252 und 2254. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VrvS und Verlag: vrühl'sche UniverfttStr-vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Giehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulfttahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm Höhe für Anzeigen von mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Re- Klameanzcigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Qange. Verantwortlich für wlitid Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Schluß der Generaldebatte auf der Haager Konferenz. Das Fell des Löwen. Der Kampf um die Verteilung der deutschen Reparationszahlungen hat auf der Haager Konferenz gleich in sehr scharfer Form eingesetzt. Mr. Snowden hat ihn eröffnet mit der ganzen Rück ichtslosigkeit. die ihn auszeichnet. Die Pariser Presse wirft ihm vor, daft er sich von seinem Haft gegen Frankreich hat leiten lassen. Das ist natürlich Llnsinn. Tatsächlich ist Herr Snowden der Wortführer des gesamten England, das von den Konservativen über die Liberalen bis zur Arbeiterpartei hinter ihm steht, wobei es nicht ohne grimmigen Humor ist, daft gerade der Vertreter einer international sozialistisch orientierten Partei hochkapitalistische Forderungen vertritt. Er hat dabei rein technisch eine ziemlich schwierige Position, weil die Pariser Sachverständigen einschließlich der Engländer sich darauf festgelegt haben, daft der Voungplan e i n unteilbares Ganzes ist, daft Aenderungen nicht möglich sind, er also nur entweder insgesamt angenommen oder abgelehnt werden kann. Politisch ist aber seine Stellung doch wesentlich stärker, eben weil hinter ihm die öffentliche Meinung ganz Englands steht und weil er darauf aufmerksam machen kann, daß er ohne einen Erfolg, also ohne eine Erhöhung des englischen Anteils, nicht nach Hause kommen darf. Er hat auch dafür gesorgt, daft er nicht ganz ohne Bundesgenossen bleibt: die europäischen Freundschaftsverhältnisse hatten sich ja schon bei der Einladung zur Konferenz stark verschoben. England war es, das für die Zulassung der kleinen Reparationsgläubiaer eintrat, während Frankreich sehr wenig damit einverstanden war und apch den Klagen dieser Mächt-e, die ihm sonst doch politisch recht nahestehen, sein Ohr nicht leihen wollte. Beim Geld hört nun einmal die Freundschaft auf, und Herr Vriand ist viel zu klug, um nicht zu wissen, daft er bei einem neuen Streit um die schlüsselmäftige Verteilung der deutschen Zahlungen nur verlieren kann. Es hat sich also im Haag bereift so etwas, wie eine Front herausgebildet. Auf der einen Seite Frankreich, Italien und Belgien, die alle drei recht gut weggekommen sind, auf der anderen Seite England, Rumänien, Portugal und die anderen kleinen Reparationsmächte, die in beweglichen Tönen von den Opfern erzählen, die sie im Kriege gebracht haben und nun mit ihrem finanziellen Ruin drohen, wenn ihnen nicht als Pflaster auf die Wunde einige Millionen mehr bewilligt werden. Ein unerfreuliches Schauspiel, bei dem Deutschland zunächst als Zuschauer unbeteiligt bleibt. Wir können die Gläubigerstaaten den Zank recht wohl unter sich austragen lassen, allerdings wenn es etwas mehr Unbefangenheit in der Welt gäbe, dann sollte doch eigentlich ein Gefühl dafür vorhanden sein, wie lächerlich und peinlich es wirkt, daß diese Mächte, die nun an der groben Erpressung gegen Deutschland sich seit Jahren mehr oder minder stark beteiligt haben, um wenige Millionen feilschen. Daft Deutschland nach dem Verlust seiner Kolonien und seiner gesamten Handelsflotte, nach dem Raub des ganzen deutschen Auslandvermögens, nachdem wir schlecht gerechnet fünfundzwanzig Milliarden bezahlt haben, noch auf zwei Generationen hinaus über zwei Milliarden jährlich sich absparen soll, halten sie alle für selbstverständlich. Niemand von ihnen aber ist bereit, auch nur auf eine Million zu verzichten, und das Ganze nennt man dann die Liquidierung des Krieges! Es ist wirklich sehr schwer, keine Satire dazu zu schreiben. So ganz unbeteiligt freilich ist Deutschland an der Entwicklung dieses Streites nicht. Wir verzeichnen die Tatsache, daß Frankreich, obwohl es angeblich nur wenige Prozente seiner Kosten aus der deutschen Kriegsentschädigung decken kann, nun plötzlich zum warmen Verfechter des Voungplanes wird, wir verkennen aber auch nicht die Gefahr, daß die Gläubiger, wenn sie sich genügend gestritten haben, den Versuch unternehmen werden, ein Geschäft unter sich zu machen und ihre Ansprüche durch neue Erhöhung der deutschen Zahlungen sich gegenseitig zu bewilligen. Darauf kann sich die deutsche Delegation selbstverständlich nicht einlassen. Auf diesem Wege ist eine Lösung nicht zu finden. Bleibt also nur der Ausweg, daß Finanz und Politik verkoppelt wird, daß Herr Snowden sich von Frankreich eine etwas höhere Rate bewilligen läßt, dafür aber den französischen Forderungen nach der verewigten Kontrollkommission zustimmt. Das ist die Klippe, der Dr. Stresemann ausweichen muß. Er hätte die Möglichkeit, sich eine Rückendeckung bei England zu schaffen. Er könnte vielleicht auch mit den Franzosen ins Reine kommen, indem er einem der beiden für die Bewilligung des deutschen Mindest Programms seine älnterstühung zusagt. In diesem Spiel liegen aber so viel Gefahren, eben weil hinter der deutschen Politik keine reale Macht steht, daß in jedem Falle die Risikoprämie zu hoch ist. Die deutsche Delegation muß sich daher darauf beschränken, den aufmerksamen Beobachter zu spielen, um im entscheidenden Augenblick eingreifen zu können und zu verhindern, daß der große Kuhhandel zwischen England und Frankreich zustande kommt. Leicht ist diese Aufgabe nicht, wir brauchen uns nicht davon bluffen zu lassen, daß vorläufig alle Teile mit dem Scheitern des Poungplans drohen, wenn sie ihre Forderungen nicht durchsetzen. Ein Lebensinteresse an dem Boungplan haben schließlich auch wir nicht. Wir können nur nicht oft genug betonen, was Dr. Stresemann bereits jetzt schon mit voller Absicht zweimal getan hat, daß unser Rein in demselben Augenblick ausgesprochen werden muß, wo nicht als Voraussetzung der Ratifikation des Poungplans die Räumung des Rheinlandes gesichert ist. Ein Berliner Kommentar zur Snowden-Rede. Die deutsche Leistungsfähigkeit. Berlin, 7.Aug. (Privatmeldung.) 3n hiesigen unterrichteten Kreisen wird in Bezug auf die Aeuherung des britischen Schahkanzlers Snowden im Haag, daß der Voung-Plan die deutsche Leistungsfähigkeit berücksichtige, darauf hingewiesen, daß d i e deutschen Sachverständigen über die t 0.4**. k Oer 8oung-plan als unteilbares Ganz Oie Llnzufrieder Haag, 7. Aug. (WTD.) Die allgemeine Aussprache über den TZoungplan ist um 10 ilfjr wieder eröffnet worden, und zwar mit einer Rede Titulescus (Rumänien), der die Ansprüche Rumäniens anmeldete und behauptete, daß die an Rumänien zu zahlenden Summen nicht seinen Verpflichtungen entsprächen. 3n ähnlichem Sinne sprach sodann auch der Vertreter Portugals. 3n beiden Reden wurde sehr nachdrücklich auf die großen Opfer hingewiesen, die die beiden Länder angeblich gebracht hätten. Der _ .französische Ä femer aber Darauf hin, daß der Voungplan ein unteilba.es Ganzes sei und unterstrich stark die Kompromißform des Voungplanes, d. h. also, daft jeder Abstriche von seinen Ansprüchen hätte machen müssen. Auch der italienische Finanzminister Mosconi legte den größten Nachdruck darauf, daß der TZoung-Plan einen Kompromitzcharakter trage und stellte die Frage, ob die Sachverständigen, falls man sich nicht über die Annahme des TZoung-Planes einigen könnte, noch einmal zusammentrete n sollten. Zum Schluß wies er noch den Vorwurf zurück, daß die kleinen Staaten bei der Aufstellung des Voung- Planes nicht gebührend berüHichtigt worden seien. Die Tendenz seiner Rede, in der er ziemlich deutlich von dem gestern von Snowden bekanntgegebenen englischen Standpunkt abrückt, ging auf die Annahme des Planes als Ganges hinaus. Sowohl V e n i z e l o s, wie auch der lugoslawische Außenminister Marinkowitsch führten dann ihrerseits aus, daß sie durch die jetzt in Aussicht genommene Regelung nicht befriedigt werden könnten, weil die Verpflichtungen ihrer eigenen Länder dadurch nicht gedeckt würden. Als letzter Redner der Vor- mittagssihung führte Reichsauhenminister Dr. Stresemann u. a. aus. 3ch glaube, daß ich mich in der Generaldiskussion darauf beschränken kann, auf die seinerzeit von der Reichsregierung veröffentlichte Erklärung hinzuweisen, die dahin- geht, daß Deutschland bereit ist, auf der Grundlage des Planes zu einer Lösung des Reparationsproblems zu gelangen. Da unsere Generaldiskussion sich lediglich auf den Voung- Plan und nicht auf die politischen Fragen erstreckt, kann ich auch davon absehen, näher darauf einzugehen, welche politischen Fragen Haag, 7. Aug. (Funkspruch.) Rach dem Abschluß der allgemeinen Aussprache veröffentlicht das Ge- neralsekretariat der Konferenz eine amtliche Verlautbarung, in der hinsichtlich der Arbeiten des heute eingesetzten politischen Ausschusses die Formulierung gewählt wird, daß der politische Ausschuß sich mit allen Fragen beschäftigen werde, mit denen die Konferenz befaßt sei. Damit ist ein weiterer Rahmen für die Erörterungen sämtlicher großen Deutschland berührenden politischen Fragen gegeben. Der politische Ausschuß wird nach dem nunmehr festgesetzten Arbeitsplan sich zu allererst mit der Frage der Rhein- landräumung befassen und sodann anschließend mit der Frage der Vergleichs - und Fe st st e l - lungskommission. Die Saarfrage dürfte hingegen zunächst nur Gegenstand von direkten Verhandlungen zwischen der deutschen und der französischen Abordnung sein. Man erwartet allgemein, daß es im politischen Ausschuß den schärfsten Kamps um den von der französischen Preffe noch immer in entschiedenster Weise vertretenen Gedanken einer ständigen Festsiellungskommission im Rheinland gehen wird. Ebenso muß mit langwierigen Verhandlungen über die von Frankreich anscheinend Leistungsfähigkeit Deutschlands anderer Meinung seien. Zu der Bemerkung Snowdens über die Verwendung eines Lieberschusses von 380 Millionen erinnert man in hiesigen politischen Kreisen daran, daß es sich bei diesem Betrag um die Summe handele, die aus der Lleberschneidung des Dawes-Planes und des Voung-Planes entstehe. In Deutschland habe man jedoch nur eine Summe von insgesamt 30 0 Millionen aus dieser Lleber- schneidung errechnet. Weiter weist man drauf hin, daß die 48 Millionen, die England durch die neuen Verteilungssähe weniger bekommen soll, nur etwa drei pro Mille des englischen Haushalts darstellen. Bezugnehmend auf eine weitere Aeuherung Snowdens über die Herabsetzung der Sachlieferungen auf Grund des Voung-Planes auf 750 Millionen, von denen 28 Prozent auf den Reparations-Recoverh-Act entfallen, so daß für Deutschland nur Sachlieferungen in Höhe von 540 Millionen bestehen bleiben, betont man, daß diese Herabsetzung der Sachlieferungen schon einen schweren Schlag für die deutsche Wirtschaft bedeutet. Fronten im Haag, s. — Englands Abänderungswünsche, »eit der Kleinen. nach Auffassung der deutschen Regierung mit der Regelung der Reparationsfrage in einem Zusammenhänge stehen. Ich kann es mir Vorbehalten, darauf in der politischen Kommission zurückzukommen, die ihre Arbeiten ja gleichzeitig mit der finanziellen Kommission aufnehmen wird. Der Vorsitzende Iaspar las dann der Konferenz ein Telegramm der Königin der Niederlande vor. Namens aller Delegierten hatte Ministerpräsident Iaspar an die Königin Wilhel- vr i n c» ft>iQOiego wieder nach Lakehurst zurückführen soll, hat Dr. Eckener Öen letzten entscheidenden Schritt getan, um den Rach- weis für die Lieberlegenheit des Luftschiffes zu erbringen. Die Reise um die Welt in sechzig Tagen, die vor einem Menschenalter noch als phantastische Eile anmutete, ist längst überholt. 5>eute halten zwei Amerikaner mit etwa fünfundzwanzig Tagen den Rekord. Dr. Eckener will sie unterbieten. Er will vor allem aus der irrsinnigen Hetzjagd, mit der dieses Tempo erreicht wurde, eine Vergnügungsreise machen, die noch Zeit genug für gründliche Lieberholung des Luftschiffes vorsieht. Denn an den Landungsplätzen werden jeweils mehrere Tage Aufenthalt vorgesehen. Ganz Deutschland wünscht dem Luftschiff, seinem Führer und seiner Besatzung Glück auf die Fahrt zu dem kühnen Llnternehrnen der Llrnkreisung der Erde. Wenn das Experiment gelingt, wird wieder einmal der Ruhm deutscher Tüchtigkeit durch alle Lande gehen. Wir dürfen nicht vergessen, mit welchen Schwierigkeiten dank der internationalen Kontrolle der Luftschiffbau in den Rachkriegsjahren zu kämpfen gehabt hat. Trotzdem vermochte niemand den Vorsprung einzuholen, denn die Engländer, die mit ihren Riesenluftschiffen vor dem Zeppelin fertig werden wollten, krebsen immer noch an den Werftarbeiten herum. Die Abfahrt von Lakehurst. c a k e h u r st , 8. Aug. (WTV. Kunkspruch.) „Graf Zeppelin" ist um 12.39 Uhr nachmittags amerikanischer Sommerzeit (5.39 Uhr früh 2NLZ.) zur Rückfahrt nach Friedrichshafen gestartet. Drei Stunden vor der für den Start des „Graf Zeppelin" vorgesehenen Zeit versuchten zwei junge Leute, sich an Bord des Luftschiffes zu schleichen, während die Lebensmittel verladen wurden. Der eine der beiden wurde an der Tür zum Frachiraum abgefaht, der andere entschlüpfte ins Innere des Luftschiffes, wo die Suche nach ihm begann. Obwohl tagsüber zahlreiche Personen den „Graf Zeppelin" besichtigten, war der Flugplatz abends von Zuschauern fast verlassen. Die revidierte Passagierliste weist 19 Hamen auf: Kapitän Schätz (Berlin), Schlatter (Philadelphia), Rleriane Cooper (Heuyork), ein Nachkomme des Verfassers des „Lederstrumpf", Robert Hartmann (Heuyork). Eine Kabine trägt den Hamen G o d f r o y (offenbar ein Pseudonym), ferner William B. Leeds, amerikanischer Multimillionär, 3ohn L a r n e y, Sir Hubert W i l k i n s, der bekannte Polarforscher, Lady Drummond- Ha y, Graf M o n t g e l a s, Karl h. von Wiegand, Commander Rosendahl, C.P. Bürge tz, Marinesachoerständiger, I.C.Richardson, Dr. K i e p von der hapag, R. S p i e h, Vertreter des Reichsverkehrsministeriums, Heinz von Csch- ber Landstraße beschäftigt. Es handelt sich hierbei in erster Linie um die Schaffung international anerkannter und gemeinsam aufgestellter Verkehrsbezeichnungen. So wird es z. D. als absolut erforderlich angesehen, daß in allen Ländern solche Verkehrsbezeichnungen nicht nur in der Landessprache, sondern auch in den anderen geläufigen Sprachen angebracht werden. Aus einflußreichen Autoinobilisten- kreisen ist angeregt worden, alle Hinweise gleichzeitig auch mit französischen Aufschriften zu versehen und es ist infolgedessen an die großen Automobilklubs die Anregung ergangen, in diesem Sinne ihren Einfluß bei den Behörden geltend zu machen. Wie wir hören, haben inzwischen auch in dieser Richtung bereits unverbindliche Vorbesprechungen stattgefunden, in denen der aufgeworfene Fragenkomplex zur Behandlung gestanden hat. Don feiten des Reichswege, ferner die Herren Hafan wechler, William Weber, Moris S h u m o f s k y. Die Ladung des „Graf Zeppelin" ist die mannigfaltigste, die je in der Luft befördert wurde. 11. a. sind darunter 16 Pfund Lammkoteletts und 50 Pfund Trockeneis, in Glaspapier gewickelt, welches wieder in Asphallpapier und imprägnierter Wellpappe verpackt ist; das Paket ist für Henry Stcmton, den Delegierten der Reklamesachleute auf dem Berliner Reklamekongretz, und ist für das Kongrehbankett bestimmt. Es ist dies die erste derartige Frischsleischsendung. An Bord befindet sich auch ein lebendiger Alligator und eine 9monalige Bulldogge namens „happy". Um 11.30 Uhr Osi-Horrnalzeit (4.30 Uhr früh MCZ.) wurden die Motoren des Luftschiffes „Graf Zeppelin" angeworsen. Der Heuyorker Sonderzug mit den Passagieren war kurz zuvor in Lakehurst eingetroffen. Während die Passagiere das Luftschiff bestiegen, wurde die ganze Luft- schifshalle noch einmal nach dem blinden Passagier durchsucht. Gleichzeitig nahmen 400 Matrosen Aufstellung, um das Luftschiff aus der Halle zu ziehen. Eine Stunde später war der Start glücklich vollzogen. Das Klugwetter. Zunächst trübe, regnerisch und neblig. Hamburg, 7. August. (WB.) Das Seeflugreferat der Deutschen Seewarte zu Hamburg gibt über das Ozeanwetter auf der Fahrtroute des „Graf Zeppelin" folgenden Lieberblick aus: Lieber Labrador liegt ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet, das sich nur langsam in nordwestlicher Richtung verlagert. Don ihm aus reichen mehrere Ausläufer fast parallel zur amerikanischen Küste wieder südwärts, die über dem Golfstromgebiet Strichregen bringen. An der amerikanischen Küste herrscht bis Reufundland böiger nördlicher Wind unter dem Einfluß eines Hochdruckgebietes, das über den amerikanischen Seen liegt. Don Reuschottland bis Reufundland wehen mäßige, zeitweise östliche bis südöstliche Winde, die die Fcchrt des Luftschiffes sicherlich fördern werden. Oestlich von Reufundland wehen die Winde aus Südost bis Süd, wobei das Wetter zunächst trübe, regnerisch und neblig wird. Von dem Azorenhoch aus, das sich verstärkt hat und von den Bermuden bis zu den Azoren reicht, hat sich auf ungefähr 30 Grad ein Keil mit Luftdruckwert über 765 bis zu 70 Grad Rordbreite vorgeschoben. Auf seiner Westseite herrschen bei ruhigem Wetter südliche Winde, während auf seiner Ostseite die Winde aus nördlicher Richtung kommen. Mit Annäherung an das europäische Festland drehen die • Rordwinde mehr auf westliche Richtung hin, wobei unter dem Einfluß des Tiefdruckgebietes über der Rordsee und Mn Rordmeer strichweise Regenschauer niedergehen. Verkehrsministeriums hat man sich grundsätzlich für die Anregung ausgesprochen, jedoch gleichzeitig darauf hingewiesen, daß der Verwirklichung dieser Pläne eine Reihe wesentlicher Schwierigkeiten entgegenstehen. Diese Schwierigkeiten sind einmal darin zu suchen, daß es bisher nicht zu den Kompetenzen des Reichsverkehrsministeriums gehört hat, über solche Fragen eine Entscheidung zu treffen, da diese ausschließlich von den großen Automobilklubs behandelt und gelost worden sind, zum anderen wohl auch darin, daß eine gesetzlicheHand- h a b e fehlt, auf die Kommunen entsprechend einzuwirken. Trotz alledem hofft man in den interessierten Kreisen doch auf eine baldige Lösung dieses schwierigen Verkehrsproblems, an dem der AutomobiNsmus und auch die Verwaltung gleichermaßen interessiert sind. Reichsfürsorge für Kleinrentner. Eine crsteZehnmillioncnrate an die Länder. Berlin, 7. Aua. (WB.) Der Reichstag hat im Haushalt des Reichsarbeitsministeriums für 1929 f ü r die Beteiligung des Reichs an der Kleinrentnerfürsorge einen Betrag von 35 Millionen Mark zur Verfügung gestellt. Die Mittel sind zum Ausgleich der Mehrkosten bestimmt, die den Ländern und Fürsorgeverbänden durch die vom Reich angeordneten Verbesserungen der Kleinrentnerfürsorge entstehen. Für den gleichen Zweck waren im Haushaltsplan 1929 25 Millionen Mark vorgesehen. Die Erhöhung um 10 Millionen Mark soll zugleich zur Durchführung der vom Reichstag gewünschten weiteren Verbesserung der Kleinrentnerfürsorge dienen. Die Mittel werden schlüfselmäßig auf die Länder verteilt, die über die zweckmäßige Verteilung der Mittel ihrerseits Bestimmung treffen. Als erste Rate sind in diesen Tagen 10 Millionen Mark den Ländern überwiesen worden. Die Weiterleitung an die Fürsorgaverbände wird mit möglichster Beschleunigung erfolgen. Für allgemeine Einrichtungen der Kleinrentnerfürsorge und für Einzelbeihilfen an Kleinrentner dürfen die Mittel bestimmungsgemäß nicht verwendet werden. Die Kaffenkage des Reichs. Vorläufig keine Veräußerung von Reichs- bahnvorzugSakticn. Berlin, 8. Aug. (Priv.-Tel.) Aus Washington kommt die Rachricht, daß das Reichsfinanz- ministerium gezwungen sei, 400 Millionen Mark Schahanweisungen auszugeben, und ferner einen Teil der im Besitze des Reiches befindlichen Vorzugsaktien der Reichsbahn auf den Markt zu werfen. Diese Rachrichten entsprechen jedoch, wie wir aus guter Quelle erfahren, nicht den Tatsachen. Eine Reuausgabe von Schahanweisungen ist zur Zeit überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden. Was die Frage der Reichsbahnaktien betrifft, so ist es wohl richfig, daß man seinerzeit, als das Ergebnis von dem Mißerfolg der Reichsanleihe bekannt wurde, daran dachte, von den im Besitze des Reiches befindlichen Vorzugsaktien, die sich auf 700 Millionen Mark belaufen, einen Teil an öffentliche Institute usw. zu begeben. Dieser Gedanke wurde jedoch damals wieder fallen gelassen, da es gelang, über eine Gruppe von Banken hinweg einen 50-Millionen-Dollar- Kredit in Amerika aufzunehmen. Inzwischen ist der Plan der Veräußerung von Vorzugsaktien aber noch nicht wieder aufgegriffen worden. Auch zur Zeit sind noch keine berartigen Erörterungen gepflogen worden. Der Reichsfinanzminister hofft vielmehr, auch über den kommenden Llltimo mit den einkommenden Geldern auszukommen. Eine andere Frage ist es allerdings, ob er am Quartalsultimo alle Gelder beisammen haben wird. Da auch der damalige Auslandkredit nur kurzfristig war, wird es sich gewiß als notwendig erweisen, um eine Generalsanierung der Reichskasse vorzunehmen, auf irgendeine Weise Kapital zu beschaffen. In politischen Kreisen nimmt man aber an, daß diese Fragen von dem Ergebnis der Haager Konferenz abringen, da der Reichsfinanzminister selbstverständlich erst die feste Grundlage der neuen Reparationsregelung haben will, ehe er zu seinen weiteren Plänen der Sanierung seiner Kasse schreitet. Lockerung der Wohnungszwangs- wirtschaft in Mecklenburg. Schwerin, 7. Aug. (WB.) Bisher bestand in Mecklenburg noch im Gegensatz zu allen übrigen Ländern des Reichs ungemildertc Wohnungszwangs. wirtschaft, da bis zum Antritt der Rechtsregierung am 10. Iuli die Linksparteien und ihre Regierung sich jeder Lockerung der Zwangswirtschaft widersehten. Wie das Staatsministerium mitteilt, hat das mecklenburgische Ministerium des Innern nunmehr das Wohnungsmangelgesetz für größere Wohnungen und für alle kleineren Gemeinden auf» „Die wunderbare Lüge der Rina Petrowna." Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Dieser Film, der sogleich nach seinem Erscheinen und auf der Reise durch die deutsche Provinz ungewöhnliches Aufsehen erregt hat, ist sehr lehrreich. Dor allem deswegen, weil er auffallend gut gemacht ist, und weil man immer noch eine Menge Spielfilme zu sehen bekommen kann, die erheblich ungeschickter gearbeitet sind, und welche ziemlich elementare Mängel auf- weisen; Mängel, die nur aus Llnkenntnis der organischen Gesetze eines Filmkunstwerkes zu erklären sind, und deren Beseitigung oder Lieberwindung uns ein — für die Entwicklung und das zukünftige Schicksal der Lichtspielbühnen — wichtigeres Problem zu sein scheint, als etwa der Tonfilm. Der Streifen ist filmisch richtig, ehrlich, exakt und folglich gut gemacht. Beinahe zu gut. Man kann jedenfalls an ihm lernen, was ein Film für seine künstlerische Wirkung braucht, was er geben mutz, — und ganz gelegentlich auch: was er vermeiden sollte. Der Film hat eine durchaus romanhafte Handlung. Der selbe Stoff würde aber als Roman (oder als Rovelle) unmöglich wirken; es sei denn, er geriete in die Hände eines erzählerischen Genies. Wenn man sich den Film betrachtet und den angedeuteten Vergleich dabei durchführt, wird man begreifen, worin die inneren Qualitäten dieses Werkes begründet sind. Wollte man die Handlung in ihren Grundmotiven angeben, so würde der Zuhörer vermutlich enttäuscht sein. Sie ereignet sich in Petersburg, vor dem Kriege, und wird nur von drei Personen getragen, zwei Männern und einer Frau. Die beiden Männer sind Offiziere eines feudalen Reiterregiments: der Oberst und der Kornett. Die Frau, Rina Petrowna, ist die Geliebte des Obersten, die sich bei der ersten Begegnung in den jungen Fähnrich verliebt und den Obersten verläßt. Der, eifersüchtig und enttäuscht, ertappt den Kornett bei einer unbedachten Handlung; er hält damit die Entscheidung über die Existenz und das Lebensglück des jungen Menschen in seiner Hand. Rina rettet den Geliebten mit einem ungeheuerlichen Opfer, indem sie zum Obersten zurückkehrt und — noch ehe der des wiedergewonnenen Besitzes fioh werden kann — sich das Leben nimmt. So, in großen Zügen, die Handlung; mit einem alten, einem handgreiflichen, einem blendend wirksamen Konflikt —, immer hart an der Grenze der Kolportageliteratur. Aber nun muß man den Film sehen — und was die Regie (von Schwarz) daraus gemacht hat; eine Inszenierung mit Fingerspitzengefühl, mit glänzenden Einfällen, mit einem Minimum an Text aud- kommend (was stets ein Prüfstein für filmische Qualität ist), und einer suggestiven Wirkung auf den Beschauer. Rur manchmal wird man leise gestört, weil man fühlt, wie bewußt diese, Wirkung hervorgerufen ist, wie absichtlich und oft raffiniert die Bildimpressionen und Handlungselemente aneinandergereiht sind. (Man beachte z. D., wie bestechend die erste und die letzte Szene miteinander korrespondieren und das Ganze zusammenschliehen.) Zu solcher Regie kommt die fast ebenbürtige Besetzung. Brigitte Helm als Rina Petrowna. Ausgezeichnet; es ist »die beste Rolle, die wir von ihr gesehen habmr. Sie ist hier so etwas wie eine deutsche Garbo, an deren „Karenina" erinnernd. Sie ist schön und sie wirft hier ihr ganzes Gefühl in die Rolle hinein, erzwingt mit sparsamen Mitteln einen beseelten Ausdruck ihrer großen Leidenschaft und hat alle Kühle und Starrheit verloren, die man in ihren früheren Filmen oft empfand. Den Kornett gibt Franz Lederer, ein in Berlin kürzlich entdeckter, sehr begabter junger Schauspieler. Ausgesprochener Moissi-Typus. Er hat (als Partner der Dergner) den Romeo gespielt. Man müßte ihn sprechen hören. Obwohl man die Stimme hier nicht vermitzt. Zuerst denkt man, diesen jungen und fast jungenhaften, rührend ungeschickten, ahnungslosen und unerfahrenen Fähnrich würden viele andere ebenso leicht und mit so unbestreitbarer Echtheit herausbringen; aber später, in einer Reihe von Szenen, merkt man, was er wirklich kann, dah er mehr als einen flachen Durchschnittstyp darzustellen vermag und daß er schauspielerisch aus einer sehr gepflegten Schule kommt. Der Oberst: Warwick Ward; man kennt ihn aus vielen Filmen; als ausgesprochenen Intriganten; Franz Moor im Frack oder in Uniform. Er gibt die Rolle nicht ohne Spielkultur und mit viel Routine — aber eben vollkommen im Stil seines „Fachs", und deshalb fällt er neben den beiden Partnern ein wenig ab. (Zumal an seiner Rolle die einzigen leichten Mängel des Drehbuches und der Regie am klarsten hervortreten.) — Es wäre noch manches zu diesem Film zu bemerken; es würde zu weit führen. Jedenfalls sollte man ihn sich ansehen. Es lohnt sich. -r- Wildpferdefang in Westfalen. Don Wilhelm Schönwald. Wer glaubt wohl, daß es in Deutschland noch Pferde gibt, die absolut in der Freiheit aufwachsen, keinen Stall und keine Futterkrippe kennen? Llnd doch gibt es das auch noch bei uns. Der Herzog von Croy besitzt in Westfalen im Mehrfelder Bruch einen großen Wildpark. In diesem wachsen zwischen allem andern wilden Getier, zwischen Hirschen, Rehen und Wildschweinen auch ganze Herden wilder Pferde heran. Riemand kümmert sich um ihre Pflege. Rur in den kältesten Wintertagen erhalten sie an Futterplätzen, wie das übrige Wild, etwas Futter. Aber alle zwei Jahre einmal werden sie bei Dülmen in Westfalen zusammengetrieben. Das ist für die ganze Gegend und weit darüber hinaus ein Anziehungspunkt, wie ein internationales Pferderennen, ein großes sportliches Ereignis, ihn nicht größer bieten kann. In langen Kolonnen kommen die Autos herangerollt. In Autobussen werden die Zuschauer herangefahren, um sich das einzigartige Schauspiel anzusehen. Ende Mai hat der letzte Wildpferdefang statt- gefunden. Wat hat Tribünen errichtet, die schnell bis auf den letzten Platz gefüllt sind. Wer keinen Tribünenplatz erhaschen konnte, stellt sich möglichst in der Rühe der Fangstelle an der Lim- zäunung auf. In der Ferne sieht man ruhig grasende Gruppen von Pferden, die noch nicht ahnen, dah es in wenigen Stunden um ihre Freiheit geschehen ist, daß der Mensch sie bald zur nützlichen Arbeit zwingen wird. Zu bestimmter Stunde stellen sich die versammelten Treiber in Schützenlinie auf und umgehen in weitem Bogen das Gelände. Mit Stöcken werden die Tiere von den Treibern zusammengetrieben. Immer enger werden sie eingeschlossen und aus den Wäldern herausgeholt. Räher und näher kommen sie der Einzäunung. Aengstlich versuchen sie sich den Blicken der vielen neugierigen Augen zu entziehen. Hier und dort macht ein mutiges Pferd einen Durchbruchsversuch durch die Treiberkette. Aber alles mißlingt, unerbittlich werden sie der Einfang fiel le, dem Graal, zugetrieben. Die Herde zählt ungefähr 150 Köpfe. Es ist ein ungewöhnlich reizvolles Bild, wie die ganz jungen Füllen, oft nur Tage alt, sich eng an die Mutterstute drücken. Beim Drängen und Stoßen der andern kommen, sie oft zu Fall. Man sieht ihnen allen an, daß sie keinen Striegel kennen. Ihr Fell ist von Wind und Wetter gegerbt, ihre Mähnen wild und ihre Schweife reichen fast bis zur Erde. Durchweg sind es besonders kräftige Tiere, denen man nicht anmerkt, daß sie einen so harten Winter wie den letzten überstehen muhten. Wenn alle endlich im Graal zusammengetrieben sind, kommt der Hegemeister und mustert die zweijährigen Hengste, die zum Verkauf kommen sollen, aus. Es waren diesmal zwanzig Stück. Zwei davon wurden verlost und die übrigen achtzehn meistbietend versteigert. Die widerstandsfähigen Tiere, die sich in acht bis vierzehn Tagen zahmen und zur Arbeit verwenden lassen, finden schnell ihre Käufer. Aber ehe es soweit ist, müssen die vom Hegemeister ausgewählten Tiere von den Treibern erst gefangen und in einen Rebengraal geführt werden, wo ihnen ein Zeichen eingebrannt wird. Das ist ein schweres Stück Arbeit. Die kräftigen Tiere wehren sich, und oft wälzen sich Pferd und Treiber auf dem Boden, bis Hilfskräfte hinzuspringen und das Pferd an Kopf, Schwanz und Beinen packen, so dah es keine Bewegung mehr machen kann. Zum Schluß siegt immer der menschliche Wille. Die übrigen Tiere werden wieder freigelassen, und schneller als sie gekommen ist, jagt die ganze Herde aus dem Graal hinaus. Zuletzt folgen die jungen Füllen. Die Mutterstuten stehen wartend und nehmen sie wieder unter ihrem Schuh mit in die Freiheit. Zur Dlutauffiischung werden zwei schottische Hengste bet Herde einverleibt, und wieder zwei Iahre lang kann sie ungestört in der Wildnis leben. 2 VÄ Dchmg. 00 ®tlUonen m Mzugchen, «lche des Reiches der Reichs. !rsen. Diese Rach, u xlt au8 guter fachen. Eine Reu- 1 zur Zeit über, »gen worden. DoS len beirisst, so ist NM, als das Er- ' Aeichsanlvhe be- m den im Besitze ugsaktien, die sich aufen, einen Teil u begeben. Dieser 1 wieder fas. über eine Gruppe Mlikmen-Dollar- n. Beräutzerung von »twieder aus. >ur Zeit sind noch Mögen worden, sst vielmehr, auch mit den einkornrnen- Kine andere Frage uartalsultimo en wird. Da auch nur kurzfristig war, xmbig erweisen, um g ter Äeichslasse Weise Kapital zu reifen nimmt man dem Ergebnis abhängen, da ter Mich erst ine seste ivnsreMng haben rn Plänen der Ha» 1 dez f hu t°Ä uSgfe9> 'en Lä??" Grunge? > ÄS 192q Ünlchten2^- lürsorg? n X'f' ^mimo ?,Ma r-m £*w«nb, _ erhielt genau Rachricht, wann er in E. einträfe. Da fragte er natürlich: „Dag mal, hab ich dir denn geschrieben, daß ich kommen wollte? „RatürlichI log ich. Weiter erwähnte er die Sache mit dem Reujahrsglückwunsch. Auch hier spielte ich den Unschuldigen. Dann wurde von anderem geplaudert. Beim Abschied versprach er hoch und heilig, manchmal zu schreiben. Es kam mein Geburtstag, den er natürlich wieder vergaß. Am Tage danach setzte ich mich aber hin und schrieb ihm einen schwungvollen Dankesbnef für die Glückwünsche, die er mir zum 40. Wiegenfeste gewidmet hätte. Seht merkte er wohl doch etwas; denn einige Tage später kam em Schreiben von ihm, in dem er um Entschuldigung Daten für Freitag. S. August. Gonnenaufgani 4.35 Uhr. Sonnenuntergang 19.35 Uhr. — Mondaufgang 9.52 Uhr, Monduntergang 21.34 Uhr. 1839: der Augenarzt Karl Theodor Herzog von Bayern geboren; — 1890: der Lustspieldichter Eduard von Bauernfeld in Oberdäbling gestorben; — 1896: der Flugtechniker Otto Lilienthal bei Rhinow gestorben; — 1919: der Naturforscher Ernst Haeckel in Jena gestorben. Blumenschmuck-Wettbewerb und Verschönerungsverein. Während in anderen Städten der Verschönerungsverein es als eine seiner ersten Aufgaben betrachtet, zur Verschönerung des Stadtbildes dadurch beizutragen, daß er alljährlich eine Prämiierung der besten Leistungen auf dem Gebiete der öffentlichen Dlumenpflege vornimmt, hat dies bei uns seither der Verkehrsverein getan. Leider ist es ihm bei seiner überaus rührigen Tätigkeit für die Hebung des Fremdenverkehrs nicht mehr möglich gewesen, in diesem Sahre auch noch Mittel für Dlmnen- schmuck aufzubringen. Aus diesem Grunde ist an den Vorstand des Verschönerungsver- e i n s das Ersuchen zur tätigen Mitarbeit gerichtet worden. Dieses Ersuchen wurde ab g elehnt, so daß in diesem Sahre eine Prämiier rung von Fenster- und Dalkonschmuck leider nicht 35 bis 40; Kartoffeln 6; Frühäpfel 25 bis 30; Falläpfel 4 bis 5; Birnen 10 bis 30; Sauerkirschen 40 bis 45; Heidelbeeren 35 bis 40; Stachelbeeren 20 bis 25; Sohannisbeeren 20 bis 25; Himbeeren 40 bis 45; Pflaumen 20 bis 25; ZWetschen 25 bis 30; Mirabellen 30 bis 3j; Reineclauden 30 bis 35; Aprikosen 40 bis 55; Pfirsiche 60 bis 65; Honig 40 bis 50; junge Höhne izo bis 1.30, Suppenhühner 1 00 bis 1,20; 1 *uerk.'„Der'Begriff des Handwerks S?8Q7O<5^at°io@bi5 15 Dalatgurken^p ist wirtschaftsgeschichtlich erwachsen und beruht so kLWKMWkt es» äs» mws 25; Ober-Kohlrabi 10 bis 12, Lauch 10 b , dclsgesehbuches aus. „Sn Deutschland war und „ _ ■, ™ I ist noch heute das wichtigste äußere Zeichen des I IS ■ ttTS Ml Handwerks die Vereinigung der einzelnen Hand- Ää WJt H ran H mgg I Werkergruppen zu Zünften und Snnungcn. Ein fl» «M 0 ||| «W weiteres wesentliches äußeres Kennzeichen des W sLn BL- 1 8L3 Ä™ S ® Handwerks ist, daß seine Angehörigen in die ■ ■■ " eM ■■ ■ ■■ ■ ■ I Gruppen der Lehrlinge, Gesellen und Meister tr A- Hae fiißRftnftr zerfallen und aus der einen Gruppe in die für die Tagesnununer des UieDtmer Nächsthöhere nur nach Ablegung bestimmter Pru- Änvpinprs werden zweckmäßig am jungen gelangen. Alles das ist bei Molkereien Anzeigers werae y nicht der Fall. Cs entspricht denn auch weder Nachmittag vorher aurgegeoen. nacn &en jetzigen wirtschaftlichen Anschauungen noch 9 Uhr vormittags kann die Aufnahme SS der Anzeigen auch in Ausnahme- schließt es aus, den Betrieb als handwerklich -Ull . u- luarrtanl anzusehen; ein Unternehmen, das nach Herkom- fäfilen nicht gewährleistet werden. men nnd' wirtschaftlicher Anschauung nicht als ,u,.,ern(l handwerklich gilt, stellt seinem Gesamtcharakter VERLAG DES 6IESSEO AHZEiGERS nach keinen Handwerksbetrieb dar." hin Berliner Bone. Die Kirche am Ver f a ss u n g s t a g. Der Reichsminister des Snnern ist an die Evangelische Kirche mit dem Wunsch herangetreten, daß des zehnjährigen Verfassungstages auch in kirchlichen Feiern gedacht werden möchte. Dabei wurde die Zusicherung gegeben, daß durch möglichste Freihaltung des Sonntagvormittags von weltlichen Feiern zum Besuch des Gottesdienstes ausreichend Gelegenheit gegeben fein wird. Daraufhin hat der Deutsch-Evangelische Kirchen- ausschuh nach eingehenden Beratungen den Landeskirchen unter Hinweis auf die Kundgebung des Königsberger Kirchentages von 1927 empfohlen, den kirchlichen Verhältnissen entsprechend, | der Anregung Folge zu leisten. Das Landeskirchenamt in Darmstadt hat angeordnet, daß am Dersassungstag von 13 bis 13V« toie in früheren Sahren allgemeines Geläute stattfindet. Das betreffende Ausschreiben setzt ebenfalls voraus, daß seitens der Veranstalter der weltlichen Feiern am Verfassungstag auf die Gottesdienste die gebührende Rücksicht genommen wird. ’♦ Die Tollkirsche reift! Es gibt fast kein Sahr, in dem die Zeitungen nicht von Vergiftungen durch Tolllirschen zu berichten haben. Viele derartige Fälle haben schon einen traurigen Ausgang genommen, und es besteht beim Genuß der Giftbeere für Kinder immer die höchste Lebensgefahr. Darum sollten die Eltern ihre Kinder nicht allein und unbeaufsichtigt in die Wälder laufen lassen. Die Tollkirsche ist fast in allen Wäldern rings um jede Stadt und jedes Dors zu finden. Verschiedentlich haben Forstämter in der letzten Zeit zum Schuhe der Kinder die sämtlichen Schläge in ihrem Bereich von dem Gistkraut reinigen lassen. ' Achtet auf die Hunde im Walde! Cs muß immer wieder daraus hingewiesen werden. daß es eine Alnfitte und ein Unfug ist, mit unangeleinten Hunden durch Feld und Wald zu streifen. And gerade jetzt bedürfen die alten und jungen Bewohner des grünen Domes der unbedingten Ruhe. Auch das harmloseste Kläfferchen vermag Unheil au stiften, von den gewerbsmäßigen „Streunern" ganz zu schweigen. Selbst im besterzogenen Hunde regt sich zuweilen der vererbte tierische Sagdtrieo, wenn er auf eine frische Wildfährte kommt. Ein unbewachter Augenblick, und der Satz junger Hasen ist abgewürgt und das Federwild vertrieben von seinem Drut- plah den es dann nie wieder annimmt. Rach den Paragraphen 227 und 228 des DGB. ist der Sagdpächtcr berechtigt, solche Hunde zu töten, und der Spaziergänger mit seinem unangeleinten Liebling kann nach § 823 des BGB. zum Schadenersatz herangezogen werden. Se nach Lage der Dinge kann sogar ein Sagdvergehen vorliegen, das nach den Paragraphen 292 und 293 des RStG. gesühnt werden müßte. Also die Leine mitnehmen, wenn es in Wald und Feld geht, damit die mitgenommenen Vierbeiner den Genuß des schönen Spazierganges nicht trüben? *• Entwertete Freimarken. Cs kommt ab und zu vor, daß einzelne Freimarken auf den mit der Post beförderten Briefsendungen nur geringfügige oder schwache Entwertungszeichen, oftmals nur Striche oder schwärzliche Flecken tragen, well sie beim Abstempeln in der Eile nicht voll getroffen worden sind. Selbstverständlich ist es verboten und auch straffällig, solche unvollständig entwertete Freimarken, nachdem sie von den Umschlägen abgelöst worden sind, nochmals zur Freimachung anderer Postsendungen zu benutzen. Trotzdem geschieht dies sehr oft in der falschen Voraussetzung, der Betrug würde nicht bemerkt. Sn den meisten Fällen werden diese Gebührenhinterziehungen aber bei den Postanstal- 1 ien, Sie angewiesen sind, hierauf besonders zu Berlin, 8.Aug. (WTB. Funkspruch.) Im heut, tigen Frühverkehr ist die Tendenz unsicher und anscheinend auf Grund der politischen Situation eher schwächer, obwohl eine Diskonterhöhung in London sehr unwahrscheinlich ist. Kurse werden noch nicht genannt. Am Devisenmarkt hörte man London gegen Paris 123,97, London gegen Mailand 92,80, London gegen Spanien 33,19, London gegen Kabel 4,8510, London gegen Berlin 20,3640, Kabel gegen Berlin OWontenlos.® ntner. <>naie oed«*L »wolkig, ©oedten * Sehnte Graupeln « NeOtl "K G«wilter.@Wind$tille.«CK Xte leichter Ost y massiger "Südsüdwest Q stürmische» «ordwesk Ule Pfeile fliegen mit dem winde. Oie oeioen Stationen stehenden Zaib len geben die Temperatur an. Oie Limen verbindet» Orte mit gleichen auf nceresoiveau umgerechneten Cultdruck Wettervoraussage. Durch die Ostwestverlagerung des gestern über Frankreich lagernden Ausläufers desRordmeer- tiefs ist eine Rinne tiefen Druckes zustandegekommen, die sich in nordsüdlicher Richtung heute morgen über Deutschland erstreckt. An ihrer Rück< feite strömen etwas kühlere omanische Luftmassen zu, die zeitweise noch Bewölkung verursachen und die Temperaturen etwas zum Sinken bringen. Riederschläge werden höchstens noch in ganz leichten Schauern auftreten. Sm Westen steigt der Luftdruck weiter an, so daß später mit ruhigerem Wetter zu rechnen ist. Wettervoraussage für Freitag: Teils heiter, teils wolkig, etwas kühler, nur noch stellenweise Steigung zu leichten Schauern. Wettervoraussage für Samstag: Ruhigeres Wetter. Lufttemperaturen am 7. August: mittags 26,1 Grad Celsius^ abends 19 Grad; am 8. August: morgens 19,8 Grad. Maximum 26,4 Grad, Minimum 16,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. August: abends 25 Grad; am 8. August: morgens 19,8 Grad. — Niederschlag 1,6 mm. — Sonnenscheindauer 10% Stunden. — Tageskalender für Donnerstag. Hessische Handwerkskammer-Nebenstelle Gießen: Der. sammlung, Hotel Hindenburg, 20 Uhr. — Massen- chorprobe zur Verfassungsfeier, 20.30 Uhr, in der I 4,1975. Bolksholle. 168em Monatsverfammluna, 20.30 Uhr, Postkeller. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die wunderbare Lüge der Nina Petrowna". gehoben. Hm der dadurch möglichen Gefahr des Mietwuchers zu begegnen, bleiben aber das Reichsmietengeseh und das Wieter- schutzgesetz weiter für Mecklenburg in Kraft. Aus aller Welt. Der Luropa-Rundflug. Die Teilnehmer des Curoparundsluges sind am ersten Tage bereits über eine weite Strecke verstreut und liegen gruppenweise in den einzelnen Pflichtlandungshäfen. Die Spitzenreiter, drei deutsche Maschinen, haben bereits heute abend St. Raphael erreicht, im einzelnen Rehring, Caberry und Altemeier. 18 Flugzeuge sind in Marseille gelandet, davon je acht deutscher und italienischer und je eins französischer und englischer Rationalität. Sn Genf sind insgesamt 35 Teilnehmer eingetrofsen, wovon 30 mit einer kurzen Unterbrechung den Flug nach Lyon bzw. Marseille und St. Raphael fortgesetzt haben, Darunter 15 deutsche und zehn italienische. Se eine deutsche, italienische und französische sowie die beiden von Schweizer Piloten gesteuerten Klemm-Flugzeuge haben in Genf übernachtet. Roch weiter zurück liegen in 03 a f e l zwei deutsche und eine italienische Maschine, von denen eine deutsche bereis aus dem Wettbewerb ausgeschieden ist. Somit befinden sich also noch 17 deutsche Teilnehmer im Wettbewerb. Bei dem ausgeschiedenen Apparat handelt es sich um die von Loerzer gesteuerte zweite Maschine der Bayrischen Flugzeugwerke. Neunzig Jahre Tierschutz. Der Alte Tierschutzverein in Dresden feiert am 9. August sein 90jähriges, ununterbrochenes Bestehen. Die Feier ist auf den Herbst verschoben worden. Mit ibm zusammen begeht auch die moderne Tierschuhoewegung dieses Such» läum, da er der älteste Tierschuhverein des Deutschen Reiches und des europäischen Fest- landes ist. Der Alte Tierschuhverein in Dresden wurde von Legationsrat Freiherrn von Ehrenstein gegründet, der im QHinifterium des Auswärtigen beschäftigt war. Das Wirken Ehrensteins führte dazu, daß der preußische Sustizminister v. Kamptz die Statuten des Vereins und Chrensteins jun- stische Studie „Schild und Waffen gegen Tierquälerei" als gesetzgeberische Grundlage für zwei Tierschutzparagraphen im preußischen Strafgesetzbuch benutzte. Snfofem hat der Verein bereits in seinem Gründungsjahre den denkbar größten Einfluß auf die Gestaltung des Tierschuhes im Strafrecht gehabt. Aufklärung des Slarksiromatienlals. Wie bereits gemeldet, wurden in der Rächt zum Montag auf der Straße von Korneuburg nach Rückersdorf (Oesterreich) drei Männer durch einen über die Straße gespannten Draht, der mit Der Starkstromleitung in Verbindung stand, getötet, während ein vierter Mann mit schweren Brandwunden davonkam. Die Rachforschungen nach dem Urheber der furchtbaren Mordtat haben dazu geführt, dah der Stiefbruder eines der Ermordeten, der 25jährige Franz R e u m a y e r, verhaftet wurde. Dieser hat bereits ein Geständnis abgelegt. Er wollte heiraten, doch stand ihm der Stiefbruder im Wege, da er als der ältere das väterlich« Bauerngut übernehmen sollte. Daher beschloß er, ihn zu besei tigen. Er wußte, daß fein Bruder nm 10 Uhr heimkehren würde und spannte daher kurz vor dieser Zeit den Draht über dio Straße. Mit elektrischen Arbeiten war et vertraut, da er bei der Aufstellung der Starkstromleitung selbst mitgearbeitet hatte. Cs besteht auch der Verdacht, daß Franz Reumaher Mitwisser seiner Tat gehabt haben muh. Das Wiederaufnahmeverfahren beantragt. achten, entdeckt; gegen die Absender wird dann von der oberen Postbehörde die Dafür in Dem Postgesetz vorgesehenen Geldstrasen verhängt. Allem Anschein nach werden derartige schwach entwertete Freimarten auch vielfach in betrügerischer Absicht als Ersah für Kleingeld in Verkehr gesetzt. Darum tut jedermann. Der sich Un- annÄjmlichkeilen ersparen will, gut, Freimarken, Die er nicht selbst am Postschalter gekauft hat, vor ihrer Verwendung genau zu besichtigen. Bei Der* richtigen Wahrnehmungen, insbesondere auch beim Fehlen des Klebstoffes auf der Rückseite, Es Mieten auf t>em heutigen Wochenmarlte I empfiehlt eine Anfrage Über ihre DÜltiglett Käse 10 Stück 60 bis 1,40; Butter Pfund 1,90 am. Postschalter. ..... — nia 0 no- rrOflHo 30 bis 35 Wirsina 20 bis 25' Fundgegen stände. Das Hessische Po- 25' Rotkraut 25 dis 30' gelbe lizeiamt teilt mit: Das Verzeichnis über Die IM R9b^ 5*bis 20- rote Rüben 15 bis 20* Spinat Monat Suli 1929 gesunDenen bzw. abgelieferten 20 to ^aflÄ6bil2^ "S&a mU. ’ innerhalb von zwei Monaten beim Fundbureau , während der Dienststunden geltend zu machen. " Prüfung für das Sportabzeichen - im Schwimmen. Am Samstag, 10. August, • findet um 18 Uhr eine Prüfungsabnahme • für das Sportabzeichen im Schwimmen in Der 1 Müllerfchen Badeanstalt statt. •• Molkereibetriebe gehören nicht Hör Oslo iberdeen- r/8 La Coruna 11 Vgjl Frische Seelische hheiDsaloi empfiehlt eessD AMNadiL Lamstag, lo.Aug. LV'/, Ubr »Lu.dorg 15,Tal.M12 NmW- Bsitellaagto können ietzt wieder schnellstens erledigt werden. 6582V Damvsiäaewerk «uh«, Lollav «eichsbullv öet Zivil- vievstverechtiglell. Lamstaa. iv.Aug. 20.30 Ubr [6630D „Stabt Lich" Moflats-Versammhiag. Vereinsabend auf der Hardt. Ausgabe der Urkd. vom Bez.-Wettschr. in Butzbach. (6626 D SvrMrifwereill oon 1861 d. Damevoerelv „Gobelsderger-. MMMMHW JeilWer öviliSWM Ortsgruppe Gießen. Monatsverwunlong Freitag, 9. August, 20.15 Uhr im Hotel Köhler, Westanlage. [04986 Der Vorstand. iien .welche Aeuenweg 28 6627D 04992 Familie bei schonendüer Behandlung lolbau Gießen. Köln, den 8. August 1929. 04996 Telephon 3414 Neuenweg 2S nuizg 6596D gesucht. ios 6(ot totion b 2nsch(uf 66J6D 6635* Verschiedenes [04995 ßleßen. 6606C blaue Drell-Anzüge Mäusburg 12 Grieben Cbr. Adami, Nieder - Weisel. Wäsche einer 5—-6 hopfige ohne Vor- und Kochwäsche. DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühl'eche Druckerei der gro ischechoft Bestand« des >nte' oersitat Weshalb quälen Sie sich noch mit der Handwäscherei? Für 20—30 Pfg. Strom wäscht die .Miele-Elektro' die Vierwochen- weit e dierung rührige möchte. Namen gibt es Mädchen vom Lande, d. schon in Stellung war, für Haus- und Gartenarbeit für sofort ob. später gesucht. Vorzustellen bei Frau Rechtsanwalt Dr. Ratz, Bahnhof- strahe 50 II. [66320 Lieferung der Zementröhren von 30 bis 40 cm L W., der Straßen- sinkkasten, Kanalklinker usw. Gewandte Stenotypistin für einige Stunden wöchentl. zu belieb. Tageszeit gesucht. Schrift!. Angeb. unt. 04983 a. d. Gieß. Anz. 1 Speisezimmer (Siche), 2 Äüfetts, 2 Sekretäre, 2 Chaiselongues, drei S ofas, 4 Tische, Stühle, 2 Küchen- schränke, 1 Kleiderschrank, 1 Kassen- schrank, 1 Gasbackofen, 1 Vertiko, mehrere Äetten, Kinderwagen, ein Damenrad, Zigarren, Schuhe u.v.a. Versteigerung bestimmt. Ludwig Harimetz Auktionator und Taxator wenn _ _ . enormen Vorteile Jhnen die Minime ter unab Drei heizbarer Raum für 1. September zu vermieten 04A6 Steinttr. 72 v. Elektro-MoDteör der selbständig arbeiten kann, f. sofort meter o gebirge gleich ö Böhmen Königrei der bis strich oi schließlich rußlond" der Elan daran au slowakisch aus Dra ihren ze in der siguren. gesahrer losten n zu Woh Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die zahlreichen Kranzspenden, der Schwester Elisabeth für die liebevolle Pflege und die trostreichen vy orte des Herrn Pfarrers beim Heimgange unserer lieben Mutter sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Familie Heinrich Mühlidi Familie Adolf Müller. Gesucht zum 15. 8. braves, ordentliches LNödehon Zahnarzt Dr. Hinrichs, Selrersweg 26 II. Dorstellen v. 10—12 vormittags. [04989 3.5 Mi Eeschich ien in unter t Alnberfi galten f recht gu blowair' Masach malige, ministei düng e zu seh« selbst f Staat i Am 30 tretern Bitte ständige volle eigene 5 Vergebung vonKanalisationsarbetten. Die Arbeiten und Lieferungen zur Her- stellung von Kanälen in der Bahnhofstraße bO a1 Elekiro- QlieW Waschmaschine bringt,dann würden Sie wahrscheinlich längst elektrisch waschen. Allen denen, die uns bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen ihre Anteilnahme so herzlich bekundeten, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Lina Schnabel geb.Weeg Berlin (03erlag Ferdinand Hirt, Breslau). (342). Inhaltsübersicht: 1. Wirtschaftslehre des Land- Hochv' heimer । bereits aus dem 50 Stilen nicht M wurde |< sich aus di ljchechoslo minologu Aeutzerui national' strasrech Med das Ut 1 Die besten Schuhe i staunend billig! MielewerkeA.(i. Gütersloh Größte Waschmaschinenfabrik Deutschlands. Tüchtige Vertreter die den Verkauf von sämtlichen Solinger Slablwaren an Private übernehmen wollen, bitten wir um Angabe ihrer Adreffe. Muster werden z. Vers, gestellt. Bebr. Krumm, Stahlmarenfabrik, Solingan. stl0V 10% Rabatt auf alle Artikel Rest- u. Einzelpaare weit unter Preis baues. 2. Bodennutzung. 3. PflanzenwachShM und Düngungslehre. 4. Tierzucht. 5. Die Technik in der Landwirtschaft. 6. Der landwirtschaftliche Beruf. 7. Wirtschaftspolitischer äleberblick und Ausblick. — Die Aatur - und Kun st zähne des Menschen. Don Wilh. Fauh. Worms. Eine allgemeinverständliche Darstellung der Geschichte, Krankheiten, Pflege und des Ersatzes der menschlichen Zähne. 160 Seiten mit 65 Abbildungen. Preis brosch. 3.50 Mk. (Verlag I. Schreiber, München 2C). 279. Hochfchulnachnchien. Professor Rüth, bekannt durch seine Mitwirkung an der Wiederherstellung des Mainzer Domes, wurde von der Technischen Hochschule Darmstadt, an tat er als außerordentlicher Professor tätig ist, in Anerkennung seiner Verdienste zum Dr.-Ing. ehrenhalber ernannt. und Klausegasse in Leihgestern sollen unter Hinweis auf die ieichsverdingungsord- oergeben werden, und zwar: (167). — Das Wesen des evangelischen Christentums. Bon Professor Dr. Karl Heim. (Sammlung Wissenschaft und Bildung.) Viert« und fünfte durchgesehene und erweiterte Auflage. Geb. 1,80 Mk. Verlag Quelle Le Meyer, Leipzig. (243) — Landwirtschaft. Don Fritz Brauer, epochemachend"' sein werden, wie der Verlag in schönem Vertrauen zu seinen Autoren verkündet, bleibt abzuwarten. — Margarethe Ludendorff, Als ich Ludendorffs Frau war, 1909 bis 1926. Drei-Masken-Verlag, 2I.-O., München. Preis broschiert 4,50 Mark. (260) — „Hessen-Kassel und die Derwal- tun gsre form." Eine Betrachtung unter Berücksichtigung Wirtschafts- und verkehrspolitischer Gesichtspunkte von Dr. F. L. H a l b l e i b , Syndikus der Industrie- und Handelskammer Kassel. Hohe WMOW Verkauf von Solinger Stahlwaren sowie Alpaka- u. Mlberbestecken ab Fabrik an Private. 30 Prozent Provision! Interessenten (Herren und Damen) wollen zwecks Uebernahme der Vertretung und Zusendung von Katalogen sowie Preislisten ihre Adresse unter E. 8789 an Annoncen - Expedition Richard Elven, Solingen, bekanntgeben. 6628V Büchertisch. — Wüstengold. Roman von Zone Grey. Aus dem Amerikanischen übertragen von Paul Vaudisch (Romane der Welt Th. Knaur Rachs., Berlin w 50). Geb. 2,85 Mark. (298) — Die Grenze Amerika-Mexiko ist der buntbewegte Hm- terarund vor dem das Leben eines jungen Studenten sich mit den Schicksalen zweier Frauen verstrickt Gewalt gegen Gewalt, Leidenschaft gegen Leidenschaft. In dieser Atmosphäre entfesselter Lebenskräfte siegen gesunde Jugend und aufopfernde Liebe. v , — James Oliver Curwood, „Die goldene Schlinge" (Knaur - Bücher, Th. Knaur Rachf., Berlin W 50). Kari. 1 Mark. (297) — Em neuer Curwood zeigt wieder die Meistersck-aft des berühmten Schilderers von Canada und Alaska. - Aosita Forbes, -Vergeltung . (Knaur-Bücher, Th. Knaur Dachs., Derlm W50 5 veHelft ■JMS die Ausbildung für die weiblichen Berufe mcht ganz außerordentlich verlängert und verteuert werden wenn die Berufsausbildung erst nach dem Durchlaufen einer Studienanstalt begann? War es nicht vernünftiger, neben der Studien- anstalt eine Dollanstalt für die Mädchen zu verlangen, die zwar eine vollwertige Bildung erstrebten, aber nicht studieren wollen? Eine solche Schule konnte für ihren späteren Haus- srauenberuf wissenschaftlich und praktisch vorbereiten und auch die notwendige wissenschaftliche und fachliche Vorbildung für viele weibliche Berufe geben. Eine solche Schule muhte um so wertvoller sein, als sie sich die Entwicklung der weiblichen Anlagen zum Ziel sehen und damit die „Entfaltung der Frauennatur zur Frauenpersönlichkeit" vorbereiten konnte. 3n der Tat letzte sich in fast allen Kreisen, die sich das Mädchenbildungswesen angelegen sein lassen, die Heberzeugung durch, daß eine solche Schule notwendig sei: d. h., daß die Frauenschule ausgebaut werden müsse. So wurde die Forderung erhoben, den Lyzeen neben den Klassen, die zur Hniver- sität führen, drei Klassen aufzusehen, die den Lehrplan der Frauenschule in vertiefter und erweiterter Form durchführen. Diese Schulen wurden Frauenoberschulen genannt. Die vreuhische Reform.von 1925 und, ihr folgend, die der meisten deutschen Staaten, haben aber diesen Forderungen keine Rechnung getragen. Rur einige Staaten haben auch dieses Problem des Mädchenausbildungswesens zu lösen versucht: so Thüringen durch feine „Frauenberufsoberschule" in 3ena. Auch Oesterreich hat seine Frauenschule zur Frauenoberschule ausge- baut und sie seinem gesamten Bildungssystem genau so eingegliedert wie seine Studienanstalt. Für Preußen aber und den weitaus überwiegenden Teil des Reiches blieb diese Frage ungelöst. Alles, was in Preußen erreicht wurde, war, daß einzelne Städte von 1926 ab Frauenoberschulen versuchsweise einrichteten. Es geschah dies in Hildesheim, Kreuznach, Halle, Essen und Münster. e Die Lehrpläne dieser Schulen weichen im einzelnen voneinander ab. 3m allgemeinen können sie als Deutsche Oberschulen bezeichnet werden. 3m Vordergrund der wissenschaftlichen Fächer stehen Deutsch, Geschichte, Staatsbürgerkunde, Erdkunde und die naturwissenschaftlichen Fächer: sie haben nur eine Fremdsprache, die Mathematik ist ebenfalls gekürzt. Eine große Rolle spielen natürlich die praktischen Fächer, die mit der Hauswirtschaft in Verbindung stehen. Die wissenschaftlichen. besonders die naturwissenschaftlichen Fächer, werden natürlich so gelehrt, daß sie die wissenschastliche Grundlage für die praktischen geben- Die neue Schulform fand zunächst Widerstand bei führenden Pädagogen. Eduard S p r a n- g e r und Th. Litt wandten sich aus theoretischen Gründen dagegen. Der erstere, der die Bildungs- bestrebungen der Frauen stets gefördert hat. lehnte die neue Schule ab. Sie erscheint ihm „verschämte Fachschule", in der weder der grundlegende Bildungsgang noch die Berufsbildung zu scharfem Hrnriß kommt. „Die weibliche Bestimmung, die in Ewigkeit bleibt, und diese Sonderdinge von Fachwissen und nun gar von Berechtigungen. gehen nun und nimmer in eine Schule hinein." Th. Litt bekämpft den neuen Schultyp, weil er bei ihm „das Hinüberschielen nach Hni- versität und älniversitätsreifc" fürchtet, wodurch „unfehlbar ein Moment der Unwahrhaftigkeit in das Leben der neuen Schule hineinkommt". Auch Helene Lange, die bekannte Dorkämpferin für die Frauei,bildung. schien zunächst diese neue Sonderform der Mädchenschule abzulehnen. Sie kommt dazu aus ihrer Grundeinstellung heraus. Sie will eine der Knabenbildung vollwertige Frauenbildung und hält an ihrer Forderung, die sie Zeit ihres Lebens vertreten hat. sest, daß für das älniversitätsstudium. wie auch für die Berufe in Handel und Gewerbe Knaben und Mädchen dieselbe Ausbildung haken müssen. Geschichten aus aller Welt Beanlagten, den technisch und künstlerisch Begabten Rechnung trügen, di« ihnen ein« über die mittlere Reife gehende Bildung geben, ohne sie zur älniversität zu führen. Würden dadurch nicht Hunderte und Tausend« von Männern und Frauen von der Hnivecsität ferngehalten, d. h. von einem Bildungsweg, der ihnen nicht ansteht. Wie so vielfach im Leben wird die Entwicklung über Bedenken aller Art hinweg sch reiten. Di« Frauenoberschule ist für unsere weibliche 3ugend eine Rotwendigkeit. Das gibt auch Helene Lange zu. Am Schlüsse ihres vorhin erwähnten Aufsatzes meint sie, im weiblichen Berufsleben haben sich Entwicklungen vollzogen, an denen sich auch die Bildung orientieren muh, d. h. doch nichts anderes, als daß 'sie der Frauenoberschule Daseinsberechtigung zugesteht. Wir kön-- nen annehmen, daß in naher Zukunft die Frauenoberschule sich allgemein durchsetzen wird. 3n der Praxis des lÄhullebens wird sich das folgendermaßen auswirken: an den Studienanstalten werden neben den drei obersten Klassen, die nur Es entbrannte nun ein heißer Kampf um die Frauenoberschule. Das Für und Wider wurde in der Fachliteratur eifrig besprochen. Angesichts dieser ungeklärten Lage hielt sich die preußische Regierung zurück. Für ihre Haltung ist wohl die Frage der Berechtigungen des neuen Schultyps maßgebend. Sollen die Abiturientinnen der Frauenob^schule zur Hniversität entlassen werden? Thüringen und Oesterreich haben dies zugestanden. 3n den übrigen Teilen des Reichs bestehen die ernstesten Bedenken. Soll zu den vieleü zur Hniversität führenden Wegen ein neuer geöffnet werden? Hat man nicht gerade diese neue Schulform für Mädchen, die nicht studieren wollen, gegründet? Die Frauenoberschule sollte ihren Stolz darein sehen, daß sie „die Lcbenstüchtigkeit", nicht Äniversitätsreife zum Ziele hat. Es ist mit Recht darauf hingewiesen worden, daß diese Schulen auch für die Knabenschulen vorbildlich werden könnten. Wäre es nicht wünschenswert, wenn es auch für die männ- ^lich^3ugen^Vollan^alten gäbe, die den praktisch es war eine Lust, in der Homerstrah« zu wohnen. Dis es, eines schönen Tages, schlagartig mit der ganzen Herrlichkeit zu Ende war: alle Woche einmal erschien ein griesgrämiger „Ritzenschieber", um der Tram einen Weg zu bahnen, die Straßenkehrer und Lampenputzer blieben überhaupt aus, nur der große Sprengwagen mit der Aufschrift „Demos Thessalonikes flitzte weiterhin staubaufwirbelnd, wie einst im Mai, über das Pflaster, ohne sich aber seines 3nhalts zu entledigen... die Homerstraße war über Rächt wieder eine ganz gewöhnliche Straße geworden, wie es deren in Saloniki unzählige gibt. Selbstverständlich legten die Anwohner den bekannten flammenden Protest gegen diese Vernachlässigung ein, aber höheren Orts teilte man ihnen lakonisch mit, daß „Herr Papadapadopulos seit einiger Zeit nicht mehr in der Homer-, sondern in der Kleonstrahe wohne". — Richts Schlimmes ahnend, begaben sich die Protestler dorthin und: Siehe dal 3n der Kleonstrahe „spritzten" die Sprengwagen nicht nur „hin und her", sondern sogar Wasser, viel Wasser, die Lampenputzer wienerten an den Scheiben, als ob sie dafür bezahlt würden, die Rihenschieber und Straßenkehrer arbeiteten fieberhaft — kurzum, in der Kleonstrahe herrschte ein Betrieb wie ehemals in der Strahe Homers... Das schöne Haus des Herrn Papadapadopulos hatten die braven Bürger auch bald genug gefunden und musterten tiefsinnig das Ramensschild am Eingang, das schlicht und einfach vermeldete, dah ber Herr mit dem unaussprechlichen Ramen ... „Magistratsmitglied" sei... „Aha," sagten sich da die Thessaloniker aus der Homerstrah«, „hinc illae lacrimae... so steht die Geschichte!" Hnd alsobald gingen sie in sich und beschlossen, bei der nächsten Stadtverordnetenwahl auch aus ihrer Mitte einen Kandidaten zu nominieren. Damit auch sie, die Staubgeborenen, wieder teilhaftig würden der Sonne, die der Magistrat leuchten läßt über Gerechte und Ungerechte. „Premiören" im neuen Kirchenstaat. (g) Rom. Am 18.3unt 1929 erblickte der erste Bürger des neuen päpstlichen Staates, der Sohn des Kammerdieners Tommasso La Bella, das Licht dieser Welt. Der Reugeborene hat die Rufnamen sämtlicher Persönlichkeiten erhalten, die den Vertrag zwischen 3talien und dem Vatikan unterschrieben haben. Am 22. 3uni konnte die Gendarmerie des neuen Staates ihren ersten „Griff" tätigen. 3n einer Kirche wurde einer Frau die Brieftasche gestohlen, die wackeren Gendarmen ergriffen den Täter und übergaben ihn der italienischen Staatspolizei. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Gefilmte Trunkenbolde. — Paris. Herr Chiappe, der Polizeipräsident von Paris, scheint nicht nur ein Mann von durchgreifender Energie, sondern auch reich an 3deen zu sein. Reuerdings hat er sich dec auch in der Hauptstadt der französischen Republik eine große Rolle spielenden Alkoholfrage zugewandt und nunmehr eine Maßnahme angeordnct, die alle Aerzte und Psychiater, die sich bisher vergeblich über ein absolut wirksames Mittel zur Bekämpfung der Trunksucht den . Kopf zerbrochen haben, aufs tiefste zu beschämen geeignet scheint. Nicht eine Maßnahme der blassen Theorie, sondern eine, die mitten aus der modernsten Praxis heraus- gegciffen ist. — . „ Wurde bisher der Trunkene von der Straße in die Polizeiwache geführt, so behandelte man ihn höchst behutsam, wie einen zerbrechlichen Gegenstand, brachte ihn wie ein unbeholfenes Kind zu Bett, ließ ihn seinen „Mordsrausch" ausschlafen und entließ ihn am nächsten Tage mit wohlgemeinten, väterlichen Ermahnungen und guten Ratschlägen. Eine Abnahme der Trunkenheit war dadurch jedoch nicht festzustellen. 3etzt aber wird der Betrunkene nach der neuesten Verordnung Herrn Chiappes auf der Polizeiwache. bevor er sein Lager aufsuchen darf, gefilmt! So wie er da steht, schwankt oder liegt, mit seinen verglasten Augen, seinem „Schluckauf", seinen lächerlichen Bewegungen und unsicheren Gehwerkzeugen. Roch in der Rächt wird der Film entwickelt, und wenn der „Patient" mit empfindlichen Haarschmerzen am anderen Morgen wieder in die Helle des nüchternen Tages blickt, wird ihm, bevor man ihn entläßt, sein trunkenes Ebenbild vom Vorabend auf der Leinwand vorgeführt. Diese wirklich neuartige Maßnahme soll bereits die glänzendsten Ergebnisse erbracht haben: fast die Hälfte der so behandelten Freunde übermäßiger Alkoholmengen sollen beim Anblick ihres eigenen 3chs zerknirscht eine ehrenwörtliche Erklärung unterschrieben haben, fortan dem Laster zu entsagen. — Gleichheit! (T) Athen. 3m heißen Saloniki gibt es eine Strahe — nennen wir sie mal Homerstraße — deren Bewohner sich mcht genug über die rührende, beinahe unheimlich anmutende Fürsorge wundern konnten, die der hohe Magistrat ihnen seit einigen 3ahren angedeihen ließ: jeden Tag fuhren dreimal die Sprengwagen hindurch, ein Heer von Straßenkehrern fegte von früh bis spät, jeden Morgen wurden die Lampen geputzt, die Laternen strahlten in überirdischem Glanz — kurzum, Das Gepolter. Von Albert Daudistel. Es war in meinem sechsten Lebensjahr, als mich meine Mutter endlich wieder mal zum Besuch meiner Großeltern mitnahm. Zu meinem Großvater ging ich besonders gerne, um — vor ihm stehen zu bleiben und ihn zu betrachten. Denn er schien mir, da er nicht wie andere Großväter einen Vollbart hatte, gar nicht verwandt mit dem Herrgott, dessen „Photographie" in meinem Bilderbuch gleich auf der ersten Seite über dicken Regenwolken deutlich zu sehen war. Hnd obwohl mein Großvater stets eine Tabakspfeife paffte, die so groß auf mich wirkte wie eine Fuhrmanns peitsche, und mit der er mir doch gewiß manchmal einen Schlag auf den Hintern hätte geben können: er schlug nie. Deshalb war er mir auch viel lieber als der „Sankt Riko- laus“, der mich wegen seiner paar Aepfel und Nüsse, die er mir im ganzen 3ahr nur einmal brachte, über sein Knie drückte und plötzlich mit einer Rute derart auf meinen Hintern haute, daß ich gegen ihn den Verdacht hegen mußte, er sei bloß ein maskierter Schmied. Als ich nun also endlich wieder mal mit meiner Mutter zu meinem Großvater gekommen war, vergaß ich sofort meine Vorliebe, den Hnterhaltungen der Erwachsenen zuzuhorchen, zumal ich sah, daß mein Großvater mit einem Male nicht mehr am Tisch bei den anderen, sondern abseits auf dem Stuhl an der Wand im Schatten der Schmalseite des Kleiderschrankes hockte... 3ch ging zu ihm hin und dachte in meiner Freude über ihn: „Guten Tag!" 3ch blieb wie sonst vor ihm stehen und betrachtete ihn nun erst recht stillvergnügt, weil er so ge- spaßig für sich allein dahockte und so brav seine Pfeife paffte. Und als ich ihn so betrachtete, kam es mir vor, als lächelte er mit mir. 3ch dachte darüber nach, warum er denn mit einem Male so mit mir lächelte: ich kam aber dabei nur auf die Gedanken: „Ach, der hat ja schon immer so ausgesehen: ich merk es bloß heut besser, weil die onnern am Tisch heut nct so laut miteinander schwätze..." Bei diesen Gedanken fragte ich ihn aber auf einmal dennoch: „Heber was, Großvatter, freust du dich heut so...“ Hnb da paffte er mit einem Male so schnell, daß eine Rauchwolke sein Gesicht vor mir verbarg... Auch dies hatte mich erfreut; und darum sagte ich zu ihm, als die Rauchwolke weg war: „Ach, mach des noch emal!" — Hnb da verbarg auch schon wieder eine Rauchwolke sein Antlitz vor mir... 3ch lachte dar- über. Aber plötzlich hörte ich meine Mutter zu mir her sagen: „Bub, laß den Großvater in Ruh!" — 3ch betrachtete ihn nunmehr wieder stillvergnügt und bildete mir dabei ein, er wäre, weil ich sein Gesicht nur immer so verrunzelt gesehen hatte, nie jünger, sondern schon seiner Lebtage ein Großvater gewesen: gerade so wie ich mir zusammendachte, die Hängelampe in seiner Stube sei einfach wie auch die Hängepflanze bei Tante Gretchen aus der Stubendecke herausgewachsen. Als dieser Besuch zu Ende war, nahm er meine Hand in seine Hand und drückte zum ersten Male meine Hand so, daß ich mich laut darüber freute. Aber plötzlich ließ er meine Hand los und — Paffte wieder so schnell, dah ich auf einmal sein Gesicht wegen der Rauchwolke nicht mehr deutlich sah. Hnd da kam es mir vor, als hätten seine Augen gerade, während sein Antlitz doch so lächelte, zu weinen begonnen. 3edoch ich glaubte es nicht, zumal die Rauchwolke fein Gesicht nun wieder ganz vor mir verbarg. Schon einige Tage nach jenem Besuch, als ich an einem Vormittag, da es gerade heftig geregnet hatte, mit meiner damaligen Freundin gar freudig durch die größten Pfützen ging, sah ich plötzlich meine Mutter sehr erregt zu mir hergelaufen kommen, ihn sie zu beruhigen, rief ich ihr entgegen: „Ach, Mutter, mer spiele ja bloß .schöne Schuh'! — Guck, wie se jetzt glänze," sagte ich noch, als ich aus der Pfütze kam. Meine Mutter aber antwortete mir nur: „Komm, komm: zum Großvater: er will sterben..." Das Wort „sterben" war mir ganz fremd. 3ch lief einfach in freudigem Trab neben meiner Mutter her, ganz begeistert darüber, daß wir wieder den Großvater besuchten. Während mich meine Mutter feiertäglich ankleidete, sagte sie zu mir, ich solle heute aber nicht lachen. Beinahe hätte ich sie gefragt: „Warum denn nct?“ — Aber da kam auch schon mein Vater zur Tür herein: Er war ganz schwarz gekleidet und wegen des Zylinderhutes viel größer als sonst. Hnd da ich meinen Vater noch nie in einem solchen Anzug gesehen hatte, deshalb freute ich mich derart, daß ich lachend losrief: „Vatter, jetzt mußt du dich noch im Gesicht un an de Händ । so schwarz mache un die Leiter mitnehme, dann denkt de Großvatter, du wärst 'n Schornsteinfeger geworde!" — „O, wird das heut schön beim Großvatter," sagte ich zu meiner Mutter. . Sie ober schaute da ratlos zu meinem Vater hin. Der schüttelte bedenklich den Kopf. Dann tuschelte meine Mutter mit ihm. 3ch jedoch lauschte scharf • und konnte gerade noch verstehen, daß er ihr antwortete: „Schnitzel ihm heimlich Zwiebel ins > Taschentuch ..." ° Als wir auf dem Weg zum Großvater waren, l sagte mein Vater zu mir: „Bub, wenn du heut t mal net lachst, kauf ich dir morge e Trommel!" — 3ch hätte ihm da gewiß das Wort „Schlaumeier" zugedacht, wenn ich es damals schon gekannt hätte. Denn ich glaubte, er hab« mir die Trommel, die ich schon lange vergeblich von ihm begehrte, endlich nur deshalb versprochen, weil er befürchte, ich würde durch mein Lachen verraten, dah er vorhabe, mit dem heimlich ver- zwiebelten Taschentuch dem Großvater einen Possen zu spielen. Hnb als meine Mutter da gleich wieder gegen die Trommel sprach und meinem Vater erklärte, dah ich, wenn er mir die Trommel kaufe, das ganze Haus verrückt mache, da dachte ich: „Ach. jetzt red' sie ja bloß so..." 3ch sagte: „Schon gut..." Hnb schweigend gingen wir dahin. 3m Hause meines Großvaters führte uns die Großmutter in eine Stube, in der vor dem Bett, in dem mein Großvater lag, bereits viele schwalbe kleidete Frauen und Männer standen. Wir stellten uns dazu. Hnd niemand sprach. 3ch glaubte, mein Großvater schliefe: und all« würden darauf warten, bis er erwache. Als ich da auf einmal so vor mich hinstöhnte: „Ach, dauert das lang,“ da reichte mir meine Mutter ihr Taschentuch und flüsterte mir zu: „Da! Puh dir die Ras'!" — 3ch jedoch schaute unentwegt $um Bett meines Großvaters und erwiderte meiner Mutter leise: „Mei Ras' is noch trocke!" — Unb auf einmal bewegte sich mein Großvater, und ich hörte, daß meine Großmutter sagte: „Ach Gott, jetzt..." Sofort ergriff ich Partei für meinen Großvater, indem ich ihm hinrief: „Paß auf, Großvatter: sie wolle dir jetzt ’n Posse spiele mit einem Taschentuch: da haben sie Zwiebel rinngeschnihelt, paß auf!“ — All die schwarzbekleideten Frauen unb Männer schauten da tote ertappt nach mir her. Und ehe ich noch sagen konnte: „3a guckt nur; ich halt zu meinem Groh- vatter," da hatte mich mein Vater auch schon aus der Stube bugsiert. Als wir auf dem Heimweg waren, sagte er mir jedoch: „Bub, schuld haben wir ja eigentlich; wir hätten dir erklären solle, daß des gezwiebelte Taschentuch net fürn Großvatter, sondern nur für dich bestimmt war, damit dir, wenn du dort im geeignete Moment so getan hältst, als ob du deine Ras putzt, Tränen gclomme wärn, Wege dem scharfe Zwiebelgeruch im Taschentuch!" — „Ach so," sagte ich, „mich habt ihr also mit dem verzwiebelte Taschentuch anführ'n wolle!" Drei Tage später zog mich meine Mutter schon wieder feiertäglich an. Als ich sie fragte, was denn nun heute los fei, erwiderte sie mir, daß mein Großvater beerdigt werde. 3ch antwortete ihr, weil ich ja nicht wußte, was „beerdigt werden" bedeutet, daß sie nun endlich mal den Großvater in Ruhe lassen sollen. Meine Mutter bemühte sich da. mir die mir ganz fremden De- wissenschnftlichen Qnterrlcht haben, drei FravEN» schulklassen errichtet, die außer wissenschaftlichen Fächern auch praktische betreiben. (Hauswirtschaft. Nabelarbeit usw.) Die seitherigen technischen Seminare (Aliceschule) werden in diesen „Frauenschulklassen" aufgehen. 3n Hessen hat man, soviel ich seh«, die Frage der Frauenoberschule noch nicht erörtert. Wenn aber Preußen die Frauenoberschule durchführt, muß auch unser Land folgen. Es darf unserer weiblichen 3ugend einen so wichtigen Dildungs- weg nicht versagen. Oberheffen. Landkreis Gietzen. ctz Lollar, 7. Aug. Der Gemeinderat hatte in seiner gestrigen öffentlichen Sitzung eine Tagesordnung zu erledigen, die bei allen Punkten wegen der Wichtigkeit und der weittragenden Bedeutung der zu fassenden Beschlüsse eine längere Beratung erforderlich machte. Eine Angelegenheit, die seit mehreren 3ahrei^ den Gemeinderat beschäftigte, der Steinb'ruchbe- trieb am Lollarec Kopf und die Geländeabtretung an diesen, lag als erster Punkt der Tagesordnung vor. Durch Vertrag vom 17.3a- nuar 1929 zwischen der Gemeinde Lollar und dem damaligen Besitzer des Steinbruches, dem Bauunternehmer 3oft Sommer, wurde für die Ausbeutung ein Geländestreifen von etwa 10 Meter Tiefe unb einem Flächeninhalt von etwa 2o00 Quadratmeter verpachtet. Der Vertrag tritt nach behördlicher Genehmigung, die kürzlich erteilt wurde, unb Zahlung bes Pachtbetrages in Kraft. 3nfolge Nichtzahlung der Pachtsumme konnte bisher die Zuweisung des verpachteten und aus- gesteinten Geländes nicht erfolgen. Nun ist seit einigen Wochen durch das Gewerbeaufsichtsamt dem derzeitigen Besitzer, G. Stahl u. Söhne, aufgegeben worden, den weiteren Abbau nur nach terrassenförmiger Anlegung der Bruchwände vorzunehmen. Diese Forderung, die ohne weitere Geländeabtretung nicht durchführbar ist, um daneben noch eine Fortführung des Betriebes selbst zu gewährleisten, hat den Besitzer veranlaßt, bei ber Gemeinde um die Verpachtung eines weiteren Geländestückes von etwa 40 Meter Ties« und 120 Meter Länge nachzusuchen, dabei hervor- hebend, daß die Wiederinbetriebnahme des seit drei Wochen geschlossenen Bruches nur nach Klärung dieser Frage möglich ist. Darüber hinaus wird die Heberweisung des 10 Meter breiten Geländestreifens nur in einem Drittel gegen Zahlung eines Dritteiles der Pachtsumme gewünscht, unb zwar am Scheitel bes Lollarer Kopfes. Nach fast «instündiger Aussprache, in der die Angelegenheit nach allen Seiten eingehend behandelt wurde, insbesondere auch im Hinblick auf bi« etwa 36 bis 40 beschäftigungslos geworbenen Arbeiter unb die Erhaltung dieses Erwerbes, mußte der Gemeinderat dennoch zur Ablehnung des Antrages kommen. --Zu dem von ber Firma B. Nuhn A.-G. beabsichtigten Kaus von Gemeinde wiesen, gegenüber dem Sägewerk lag «in Schreiben dieser Firma vor, wonach diese di« gestellten Zahlungsbedingungen zu hart findet und um eine Revidierung des Beschlusses der vorigen Sitzung ersucht. Die Gemeindevertretung schließt sich dem Vorschlag der Finanzkommission an. wonach die Kaufsumme von etwa 20 000 Mk. in fünf gleichen Raten am 1. November eines jeden 3cchres. erstmalig am 1. November 1929. bei fünfprozentiger Verzinsung zu zahlen ist. Alle entstehenden Kosten und Gebühren gehen zu Lasten des Käufers. — Die Gemeindebeamten haben um G e h a l t s r e g e l u n g nachgesucht. Ein Entwurf, der eine durchschnittlich« Aehnpro- zentige Erhöhung gegenüber den seit 1. April 1927 in Kraft befindlichen Sätzen vorsieht und mit dem sich die Gemeinbebeamten einverstanden erklärt haben, findet nach Gegenüberstellung mit den von der Gewerkschaft der Gemeindebeamten für die Besoldung herausgegebenen Richtlinien, die wesentlich höhere Sähe enthalten. Annahme. Die neuen Gehälter gelten ab 1. April d. 3. Die griffe „Totsein" und „Friedhof" und „beerdigt werden" verständlich zu machen. 3edoch ich glaubte ihr da nicht, weil ich ihr da einfach nicht glauben konnte. Sie muhte dies erkannt haben; denn sie bat mich bann nur, ich solle, aber am Grab nicht lachen, sondern, wenn ich da etwas hören oder sehen würde, das ich nicht verstehen könne, solle ich mir schnell die Nass putzen mit dem Taschentuch, das sie am Grabs für mich bereit halte. ... Hnd wir gingen zur Beerdigung. Hm das offene Grab herum, auf dem ein brauner Sarg auf zwei Querbalken ruhte, standen außer jenen vielen schwarzbekleideten Frauen und Männern auch einige ganz seltsame Soldaten, die Gewehre bei sich hatten. Viele betupften, während einer einen Vortrag hielt, mit Taschentüchern ihre Gesichter, und zwar immer und immer wieder. Hnd da ihre Augen dabei tränten, dachte ich, sie hätten alle so verzwiebelte Taschentücher. Beinahe hätte ich da gelacht. Slber sie fingen alle auf einmal an, gemeinsam ein Lied zu fingen. Hnd da vergaß ich zu lachen und horchte. ... 3edoch — als schließlich der 6arg in das Grab binuntergelaffen worden war, und sich nun zu beiden Seiten des Grabes die seltsamen Soldaten aufstellten, da staunte ich, und zwar erst recht, als sie mit ihren Gewehren im Die Luft zielten. Hnd gerade als ich verwundert hochgeschaut hatte und schon sagen wollte: „Mer sieht ja da obe gar keine Spähe", da flüsterte ich, weil sie gerade in die Luft schossen, meiner Mutter au: „Schnell bas Taschentuch, mir läuft die Nas'I" — Sie reichte es mir unb sagte dabei: „Bub. des war gescheit!" Hnd als ich dann sah, daß all' die vielen Frauen unö Männer ganz dicht an das Grab herangingen und — ich da auf einmal hörte, baß die Crdbrocken, die sie in das Grab auf den 6arg fallen liehe«, auf dem Sarg so polterten, da horchte ich ganz gebannt hin. 3a, als wir dann alle kaum von dem (Stab weggegangen waren, hörte ich auf einmal, daß sich jenes Gepolter auf dem Sarg da unten im Grab verstärkt hatte. HeimKch schlich ich von der Seite meiner Mutter zurück zum Grab. Da sah ich. bahZPNänner viel Erde auf den Sarg da unten schaufelten. 3ch rief ihnen zu: „3s da unne in dem Sarg mein Großvatter ürinn?!“ Hnd es polterte unb polterte weiter. Hnd einer der Männer, die da so schaufelten, antwortete mir, während es so polterte: „3a!“ — Ein unheimliches Gefühl jagte mich zu meiner Mutter. Wortlos reichte ich ihr jenes Taschentuch. Hnd sie nahm es mir ab. Hnd wenn sie mich später manchstial fragte, warum ich so stille fei, da schwieg ich erst recht; denn — ich dachte an das Gepwlter. *t,N ü« $ dir ju, ' .^örtert S9* n. tzen. OSr Vn£rHb7. Jj0 AelänLeab, 5er Dünkt Ta9 vom 17. 3q, Äurtö^ dem Dau- dir Aus- .^Q9 tritt nü> ,Cr JÄ erteilt Hetrages in Kraft "lumme konnte b& steten und M. Aen Äun ist seit ^rbeaussichtsamt Stahl u. Söhne toten Mau nur US der Druchmände I« Ae weitere Ehrbar ist, um da- des Betriebes selbst Iitzer veranlaht, bei 'hing eines weiteren Meter Ziele und Sen, dabei hervor- riebnahme deS seit Bruches nur nach > ist. Darüber hin- s 10 Meter breiten Drittel gegen Zah- itsummc gewünscht, larer Kopses, Aach in der die Ange« ingehend behaMlt ii tzinblick aus die los gewordenen Aries Erwerbes, tnufolc jut Mehnung des )em von der Fima tigten Kauf von nüber dem Sägewerk na vor, wonach diese jungen zu hart sinket des Beschlusses der Gemeindevertretung er Ananzkommission >on ettoa 20000 Wk. 1. Aooemöer cineö 1. Aovemöcr 1929, j zu zahlen ist. We «ebiihren gehen zu e TrMindebewnten elung nachgesucht, tzschniitliche zehnprv« -r den seit 1. AM Sähen Vorsicht und reamten einverstanden Icgenüberstellung mit der Gemeindebeamten icaebenen Richtlinien, enthalten, Annahme. oH April d. 3. fre machen. 3edoch ich ■ ich ihr da einfach 'm* »M.Ä dann nur, ch 1°^ i. sondern, wenn ich nir ItneU 8« Mj , das sie M Srab ilnb wir gmgen M egyas rag und immer lwar rlugen W o^'Wrfie da gelacht " M b'sHu's -L°LsiL meintt Lust iN mir läuft Taschentuä- dabei: is niir un bann “ Ä Männer Frauen , und ’ da» 0 fnilen tov6"1 t*t- " meinet / yn6 „ en^ , fragte, Äfft-* t?s> Mehrbelastung, einschließlich be6 Anteiles der Gemeinde an Versicherungsprämien mit 10 Prozent, beträgt rund 3000 Mk und kann ohne Erhöhung der Steuersätze im Voranschlag 1929 gedeckt werden. .. • Saubringen, 7. Aug. Der hiesige Man- ner-Turnverein, der dem Lahn-Diinsberg- Gau angehört, beteiligte sich an dem Schuler-Wett- turnen am vergangenen Sonntag in Londorf. Es errangen folgende Turner Preise: den 1. Preis erhielt Heinrich Reif, 9. Preis Wilhelm R oll 13. Preis Heinrich K l e i n h e n n, 24. Preis Walther Henkel, 26. Preis Ludwig Schmidt, 30. Preis Karl Weimer, 36. Preis Erich Erb. Y OH a i n a l a r, 7. Aug. Nachdem nunmehr die Kornernte vollständig beendet, ist man eifrig mit dem Einfahren des Kornes ^schäftigt. Behindert wird diese allerdings durch das auf der Ortsstraße zur Herstellung der Provinzialsträhe Mainzlar-Treis a. d. Lda. angefahrene Dek- tungdmaterial, wo ein Ausweichen der schwerbeladenen Fruchtwagen gegen Autos kaum möglich ist. so dah oft mehrere Wagen und Autos hintereinander die so eingeengte Fahrbahn pafsie- ren müssen. Glücklicherweise sind Hnglucksfalle bei diesem starken Verkehr bis jetzt noch nicht vorgekommen: zu wünschen wäre jedoch, dah die vorgesehenen Walzarbeiten bis zur Beendigung der Einfuhr zurückgestellt würden. Mit dem Schnitt vonHafer und Weizen hat man noch nicht begonnen. Ersterer liegt bei uns derart am Boden, dah an einen Gebrauch der Maschinen nicht zu denken ist und wohl nur das Mähen mit der Sense übrigbleibt, was aber die Ernte sehr in die Länge ziehen lgird. Da diese Lagerung erst mit den letzten Regenfällen eingetreten ist, hat die Entwicklung von Halm und Kömem nicht gelitten. — Unsere seit August vorigen Iahres von Lehrer Sommerlad verwaltete zweite S ch u l st e l le ist nunmehr eirdgültig dem Lehrer A i k o l e i (Gonterskirchen im Kreise Schotten) übertragen worden. Da der frühere Wohnungs- Inhaber der Dienstwohnung diese bereits geräumt hat, so dürfte mit dem baldigen Bezug derselben zu rechnen sein. Kreis Friedberg. WSA. Friedberg, 7. Aug. Zum heutigen Schweine markt waren insgesamt 658 Tiere angetrieben. Es wurden bezahlt für 6 Wochen alte Tiere 30 bis 35 Mk., für 6 bis 8 Wochen alte Tiere 35 bis 40 Mk., für 8 bis 12 Wochen alte Tiere 45 bis 60 Mk. Das Geschäft war ziemlich flott, trotzdem verblieb aber etwas Ucberflanb. — Im Stadtteil Fauerbach stürzte das dreijährige Söhnchen eines Milchkutschers in einen Topf mit kochender Milch. Das Kind ist im Krankenhaus feinen schweren Verletzungen erlegen. — An einem Neubau in der Hanauer Straße stürzte ein Arbeiter aus Stockwerkhöhe vom Gerüst. Er wurde mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. An feinem Aufkommen wird gezweifelt. Kreis Büdingen. # Nidda, 7. Aug. Der Kreisrinderzuchtverein hielt in diesen Tagen hier seine i iesjährige Generalversammlung ab, zu er sich neben zahlreichen Interessenten auch ' er Vertreter des Landwirtschaftskammeraus- chusses für Oberhessen, Dr. Wagner, und er Direktor des Landwirtschaftsamtes Aidda, )r. geifert, erschienen waren. Der Vor- itzende, Beigeordneter Rieh, Heuchelheim, ermattete den Iahresbericht, aus dem u. a. folgendes mitgeteilt sei: Der Kreisrinderzuchtverein Büdingen habe mit seiner Entwicklung im Vergleich zu den anderen oberhessischen Zuchtvereinen nicht Schritt gehalten, was in erster Linie auf die Haltung von schwarzbuntem Riederungs- vieh zurückzuführen sei, das unseren wirtschaftlichen und klimatischen Verhältnissen nicht entspreche. Die richtige Rasse für unsere Gegend sei das Fleckvieh (Simmentaler). Die Rechnungsabsage ergab einen Kassenbestand von 612,77 Mk. bei einer verzinslich angelegten Spareinlage von rund 950 Mk. Der Verein zählt gegenwärtig 286 Mitglieder. Der Voranschlag für 1929 sieht Gewährung von Prämien für gute Bullenhaltung und eine Iungviehprämiierung vor. Als Preisrichter wurde neben dem Vorsitzenden noch Beigeordneter Kraft, Bleichenbach, bestimmt. Bei dem Punkt „Wahl des Vorstandes" beschloß die Versammlung einstimmig, die Qlemter in den bewährten Händen der seitherigen Inhaber zu belassen. In der sich anschliehenden Aussprache über die Bedeutung der Herdbuchführung betonte Beigeordneter Rieß den Wert guter Zuchtstämme mit durchschlagender Dererbungs- fraft. Dr. Wagner, Gießen, sprach über die Bedeutung des Abstammungsnachweises an Hand verschiedener Ahnentafeln und berichtete dann über die grobe Münchener Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, die in bezug auf Viehzucht gezeigt habe, dah das Fleckvieh die Zukunft habe. Zum Schlüsse wurde noch bestimmt, dah Anfang September eine Lehr- und Besichtigungsfahrt nach dem Versuchsgut Felgenhof und nach Neu-Hlrichstein ftattfiiwen solle. T Echzell, 7. Aug. Der Kraftwagen der Firma Max Schreiner von hier verunglückte infolge Reifenbruchs. Dabei erlitt- der Wagenlenker Hch. Scheuermann derartige Verletzungen, dah er durch ein herbeigerufenes Auto in feine Wohnung gefahren werden mußte. „ ___„ th. Leidhecken. 6. Aug. Von schönstem Sommerwetter begünstigt feierte am vergangenen Sonntag die hiesige freiwillige Feuerwehr ihr Gründungsfest. Am Vormittag fand eine Hebung statt, deren Höhepunkt die Rettung zweier in Gefahr befindlicher Kinder bildete. Die Kritik durch die Herren Krers- feuerwehrinspektor Göckel und Kommandant Schneider, beiden von Büdingen, ermunterte die junge Wehr zu weiterem Ausbau ihrer Wirksamkeit. Hm 2 Hhr zog der Festzug durch die Dorfstrahen. Es nahmen daran teil die Schulkinder unter Führung von Lehrer Loh, der Ortsvorstand, die freiwilligen Feuerwehren von Bingenheim und Reichelsheim, sowie der hiesige Musikverein, der Gesangverein und Kriegerverein. Die Nachfeier fand im Saal von Ioh. H e h statt, wo der Beigeordnete Wilh. Waas in seiner Festrede auf die Bedeutung des Tages und die Notwendigkeit der freiwilligen Feuerwehr hinwies. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 6. Aug. Am letzten Sonntag feierte unsere Schule ihr Iugend - fest, an dem die Einwohnerschaft sich sehr stark beteiligte. Auch aus den Nachbarorten waren Gäste erschienen. Posaunenchor und Männergesangverein wirkten mit. Im Mittelpunkt des ersten Teils der Veranstaltung stand eine Ansprache des Lehrers (Süden über die Bedeutung des Iugendwanderns und der Iugend- herbergen, die von passenden Deklamationen und Gesängen umrahmt war. Der zweite Teil war als öffentliche Derfassungsfeier gedacht. „Rechte und Pflichten des Staatsbürgers, letztere besonders nach Artikel 163 der Reichsversassung", waren die Grundgedanken der Ansprache, welche in einem Hoch auf das deutsche Vaterland und mit dem Deutschlankllied ausklang. Dann folgten die Spiele der Schulkinder. Klasse II führte vier Reigen vor, Klasse III erfreute durch heitere theatralische Aufführungen. Gemeinsam gesungene Lieder und Vorträge des Posaunenchors füllten die Pausen aus. Die Gemeinde spendete zum Schlüsse jedem Schüler ein Würstchen und eine Brezel. Kreis Alsfeld. Z Dannenrod, 7. Aug. Am vergangenen Sonntag hielt die hiesige Schule auf der Tannenplatte neben den Schießständen des Kriegerund Schühenvereins Dannenrod ihr Iugend- f e st ab. Sehr zahlreich war die Beteiligung von III ■Hill ir-—■I—mM-inn i—»Trimr tttt hiesiger Gemeinde, wozu sich auch noch bM Besuch von auswärts eingefunden hatte. Hm 2*7« Hhr hielt der Ortsgeistliche Pfarrer K. F. Kalb- Henn- Maulbach einen Waldgottesdienst. Alsdann wies Lehrer Hartmann in seiner Ansprache auf Zweck uno Ziele des Iugendsestes hin. Die Schüler fangen nun das Lied: „Mein Vaterhaus." Nun folgten abwechselnd Spiele der Knaben und Singspiele der Mädchen. Zwischen den einzelnen Spielen wurden gemeinsam die alten schönen Volkslieder gesungen. Die Schüler trugen noch stimmungsvoll einige Gedichte vor. Das Stasfetten-Wettlaufen zwischen Knaben und Mädchen auf der Tannenplatte sand allenthalben Anklang: die Knaben errangen mit nur 3 Meter Vorsprung den Sieg. Für die Wettspiele und -kämpfe gab es Schulgebrauchsgegenstände als Preise. Die Gemeinde batte einen Betrag von 10 Mk. für Brezeln gestiftet. Nach den Dankes- toorten des Lehrers an alle, die mit zur Ausgestaltung des Festes beigetragen hatten, wurde die eindrucksvolle Feier geschloffen, die alten noch lange in Erinnerung bleiben wird. Starkenburg. WSN. D a r m fta b t, 7. August. Hauptmann a. D. Reinhard L o t he i s en.konnte in diesen Tagen auf eine 25jährige Tätigkeit als Kolonnenführer der § re ito tlligen Sanität sko l onnen Darmstadt zurückblicken, was dem Iubilar zahlreiche Ehrungen eintrug. Hauptmann ßotbeifen leitet außerdem die Ausbildung von Sanitätsmannschaften bei der hessischen Schutzpolizei, in den Schulen und die Ausbildung von Werksangehörigen in der ersten Hilfeleistung. Rheinhessen. WSN. Mainz, 7. August. Bei einer Explosion in der Ehe mischen Fabrik in Mombach wurden drei Arbeiter schwer verbrannt in das Krankenhaus in Mombach eingeliefert. Einer der Schwerverletzten, der Arbeiter Philipp Hippel, Vater von fünf Kindern, ist nunmehr gestern seinen Verletzungen erlegen. Preußen. Kreis Wetzlar. 0 Ebersgöns, 4. Aug. In feiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Gerne in de rat mit der Beratung de s Haushaltsplanes für das Rechnungsjahr 192 9. Bei dem Abschnitt „Einnahmen" wurde beschlossen, Wasserzins in der bisherigen Höhe zu erheben. Zur Deckung der laufenden Gemeindebedürfnisse soll auf die staatliche Steuer vom Grundoermo- gen sowie auf die Gewerbekapital- und -ertragsteuer ein Zuschlag von je 125 Prozent zur Erhebung kommen. Um den beabsichtigten Bau einer Kanalanlage finanzieren zu können, wurde die Aufnahme eines kurzfristigen Kredits von 7000 Mark beschlossen. Als. Beiträge für die Kanalanlage soll von den Beteiligten zunächst ein Betrag von 1000 Mark auf Grund des Kommunalabgabengesetzes zur Einzieyung gelangen. Bei dem Abschnitt „Ausgaben" wurde zunächst beschlossen, den Bau eines neuen Backofens dem Back- ofenbauer Bungartz in Kirchhain zu feinem Kostenanschläge zu übertragen. Bei dem Titel „W a s s e r le i t u n g" beschloß der Gemeinderat die Verlängerung der Rohrstränge in der Borngartenstraße und in der Brühlgasse gemäß dem vom Kreistiefbauamt in Wetzlar ausgestellten Kostenanschläge durchzuführen. Die Arbeiten sollen öffentlich ausgeschrieben werden. Der Beschaffung eines Lichtbildapparates zur Ergänzung der Lehrmittel für die Schule wurde zugestimmt: die erforderlichen Mittel wurden in der Erwartung, daß der Staat einen namhaften Zuschuß gewährt, zur Verfügung gestellt. Fortbildungsschule unterricht soll, wie im Vorjahre, gemeinsam mit den Gemeinden Dornholzhausen und Niederkleen in Niederkleen abgehalten werden. Zur Schaffung eines eHerfttn BkftatzdeS wurde die zinsbringende Anlage eines Betrages von zunächst 330 Mk. beschlossen. Die vom Kreis- tiefbauamt vorgeschlagene Kanalisierung des unteren Dorfes soll in diesem Jahre in der Borngartenstraße, Triebelsgasse, Brühlgasse unb_ in der Hauptstraße vom Dorfeingang bis zur Griebels- gaste zur Ausführung kommen. Die Ausführung der Arbeiten soll zusammen mit der Erweiterung des Wasserleitungsortsnetzes öffentlich ausgeschrieben werden. Die Ausführring des restlichen Teiles der projektierten Kanalanlage mußte wegen Mangels an Mitteln bis zum nächsten Jahre gurürf- plan in Einnahme und Ausgabe auf 47 000 Mark gestellt werden. Im übrigen wurde der Haushalts« festgestellt. Dillkrcis. WSN. Dillenburg. 7. August. Der Bu- reaugehilfe Hahn aus Allendors wollte gestern nachmittag mit seinem Motorrad an der großen Kurve beim Feldbacher Hof feinen vor ihm fahrenden Freund überholen. Bei dem scharfen Tempo, das beide fuhren, wurde Hahn aus der Kurve geworfen und rannte mit seinem Rad gegen einen Daum. Gr zog sich hierher schwere Schädelverletzungen zu, denen er nach einigen Minuten erlag. Die Mitfahrerin flog auf einen Sandhaufen und kam mit leichteren Verletzungen an den Deinen davon. Kreis Kirchhain. WSN. Albshaufen, 7. Aug. Bei einem Brand auf dem Anwesen des Landwirts N a u brannten Scheune und Stallungen vollkommen nieder. Das Vieh konnte gerettet werden. Bei den Löscharbeiten ereignete sich ein schwerer H n - glücköf all. Zwei Feuerwehrleute wurden von einet einftürjenben Hauswand getroffen und schwer verletzt. Die beiden Verunglückten wurden der Marburger Klinik zugeführt. Maingau. • Frankfurt a. M., 6. Aug. 85 Großhandels-, Industrie- und Bankkauflcute aus Frankfurt a. M. und Umgebung traten dieser Tage hier zu einem Schulungslehrgang über „Das Recht des Kaufmanns" zusammen. Behandelt wurden Grundfragen des bürgerlichen Gesetzbuches, das Kreditsicherungsgeschäft, das Grundbuch- und Hypothekenwesen, Handelsgeschäfte und die verschiedensten Formen und Verfahren des Mahn- und Klagewesens vor den Gerichten. Kam dieser Lehrgang hauptsächlich für Buchhalter, Prokuristen und Korrespondenten in Frage, so wird der nächste Lehrgang nur für Expedienten und Speditionskaufleute durchgeführt. Der Lehrgang wurde veranstaltet von der Kaufmanns schule des DHV. Frankfurt a. M. WSN. Frankfurt a. M., 7. 2lug. Der Magistrat hat sich mit der Frage des Hmbaues der Obermain brücke beschäftigt und in Würdigung eines sachtechnischen Gutachtens beschlossen. Umbau und teilweise Erneuerung noch einige Zeit zurückzustellen. — Beim Heberschreiten der Fahrbahn in der Mainzer Landstraße wurden ein Invalide und dessen Sohn von einem Motorrad ersaßt. Beide wurden verletzt und mußten durch die Rettungswache in ihre Wohnung verbracht werden. — In der letzten Zeit hat eine H m o r g a n i f a t i o n deS Frankfurter E r nä h r u n g s w e s en s stattgefunden, indem sämtliche Gruppen dem Wirtschaftsamt angeschlossen worden sind. Damit ist auch der Schlacht- und Diehhof dem Wirtschaftsamt unterstellt worden. Wie der neue Dezernent, Stadtrat ßingnau, in einer Besprechung mit den interessierten Kreisen, in der er auch den neuen Schlacht- und Viehhofdireltor B o u r m e c vorstellte, mitteilte, soll in Zukunft die wirtschaftliche Note der ganzen Einrichtung mehr betont werden, zumal der Frankfurter Diehhof für den ganzen Rhein-Main-Dezirk eine Ausgleichsstelle zwischen Erzeuger, Handel, Gewerbe und Konsumenten geworden fei. Die Einrichtungen des ÄMlWettMtSM. Vornan von Edgar Wallace. 48 Fortsetzung. Nachdruck verboten. 42. Diana vernahm die fürchterlichen Worte, ohne sich jedoch im ersten Augenblick über ihre De- beutung klar zu werden. „Inzwischen wird Mr. Holt aufgehört haben zu leben.' Sie öffnete ihren Mund, um ihre Verzweiflung hinauszufchreien, aber kein Ton entrang sich ihrer gepreßten Kehle. Sie hatte Larry getötet I Ihre eigene Hand hatte den Hebel heruntergedrückt, der ihn ertränkte! Das war doch das Wort, das Iudd gebraucht hatte. Sie hatte ihn ertränkt — aber wie denn nur? Als der Sinn der Worte ihr allmählich klar wurde, schwankte sie auf den Doktor zu und griff nach feiner Schulter, um sich zu stützen. Sie wollte nicht ohnmächtig werden, hielt sie sich selbst vor, sie wollte um feinen Preis ohnmächtig werden! Es mußte doch einen Weg geben, um Larry zu retten. Verzweifelt suchte sie mit ihren ‘Süden nach einer Waffe — fand nichts: langsam wurde sie ruhiger. Es waren ja Wahnsinnige, mit denen sie zu tun hatte, und man mußte ihnen den Willen tun. Aber die Zeit war ja so kurz. Von neuem drückte ihre Haltung gespannte Aufmerksamkeit aus, aber ihre Gedanken, ihre Augen arbeiteten unablässig, und als David Iudd sich nach vorn beugte, bemerkte sie etwas, das einen Strahl Hoffnung in ihr Herz brachte. Sein Iackett war offen und ließ gerade iroch ein Stückchen des weißen Hemdes sehen, dort, wo fein Arm aus der Weste herauskam. und gegen die weihe Leinwand hob sich eine scharfe, schwarze Linie ab. Sie blickte noch einmal hin und erkannte einen Selbstlader, den David in einem Halter unter der Achselhöhle trug. Sie erinnerte sich, von Räubern gelesen zu haben, die ihre Waffe in dieser Weise trugen, um sie bequem zur Hand zu haben. Vielleicht hatte David das auch gelesen! Er war in der Mitte einer farblosen Liebesszene, als ihre Hand nach vom schoß und den Griss erfaßte. Mit einem Ruck hatte sie ihn herausgerissen und sprang zurück. Das kleine Tischchen, auf dem die Mahlzeit für sie serviert worden war. stürzte krachend um. „Wenn Sie sich bewegen, töte ich Sie", tief sie atemlos. „Oeffncn Sie sofort die Tür und lassen Eie ihn heraus." „Sie — Sie haben meine Vorlesung unterbrochen". rief David mit der zitternden Stimme eines gekränkten Kindes. Der drohenden Gefahr schien et sich nicht bewußt zu fein. „Oeffncn Sie die Tür," keuchte sie. „und befreien Sie Larry Holt, oder ich schieße Sie nieder." David runzelte die Stirn und legte seine Hand auf die Marmorplatte des Kamins. Sie sah, wie seine Finger einen Knopf berührten. Das Licht ging aus, und sie gab Feuer. Der Schall der Explosion betäubte fie beix nahe. Im nächsten Augenblick hatten seine starken Arme sie ergriffen. Er warf sie auf den Stuhl und blickte wütend auf sie hinab. „Sie haben meine Vorlesung unterbrochen", er weinte beinahe, und Dr. Iudd blickte ängstlich von ihr nach seinem Druder. „Hub jetzt", sagte David verdrießlich, „werde ich Sie nicht mehr heiraten." Seine großen Hände packten sie um die Taille und hoben sie auf die Füße. In seinen Augen standen Tränen — Tränen des verletzten Stolzes, der Demütigung. Dann, mit der plötzlichen Laune des Geisteskranken, stieß er sie von sich. „Ich denke, er wird jetzt tot sein, Bruder", sagte er. sich zu dem Doktor wendend, und dieser nickte mit einem Seufzer der Erleichterung. „Ia, jetzt ist er tot", antwortete er. „Das Wasser steigt beinahe einen halben Meter in zwei Minuten, wie ich glaube.“ „In einer Minute fünfzig Sekunden", berichtigte David. „Hm Gottes willen, schonen Sie ihn doch!" rief das junge Mädchen heiser. „Ich will Ihnen geben, was Sie wollen — alles, was Sie nur wollen. Mein ganzes Geld, alles, was ich besitze." „Ich glaube, Sie mühten ihn eigentlich sehen", David ließ die stehenden Worte Dianas unbeachtet. „Cs ist doch aber dunkel", sagte der Doktor mit Kopfschütteln. „Aber natürlich. Wie kann man nur so töricht fein und das vergessen! Wir schalten nämlich immer das Licht aus“, sagte David, dessen Aerger ebenso schnell vergangen zu sein schien, wie er gekommen war. „Das Wasser strömt sehr schnell durch die kleinen Löcher über dem Boden der Zelle. Wir pumpen es vom Dach des Hauses in den Keller. Wissen Sie. wir haben oben einen sehr großen Wassertank." fuhr er fort, ..und die Person, die wir ertränken, kann nicht hochsteigen, weil die Gewichte am Fuß sie festhalten. Einmal gelang es einem Menschen, auf das Bett zu klettern — erinnerst du dich noch daran?" „Sehr gut“, antwortete der Doktor im Plauderton. „Wir mußten beinahe drei Meter Wasser in die Zelle pumpen, bevor er starb." Sie lauschte wie erstarrt. Hatte sie einen gräßlichen Traum, Alpdrücken — würde fie nicht endlich erwachen! „Hub das nimmt so viel Zeit in Anspruch, um I den Keller wieder leer zu pumpen. Es war sehr 1 rücksichtslos von dem Mann. Er hatte u»ns so \ viel unnötige Arbeit bereitet“, fuhr David fort, und zum erstenmal sah der Doktor ihn besorgt an. , „Wir mußten das Bett trocknen“, erzählte David in gleichem Ton weiter. ..Hast du gesehen, daß die Kette rostig geworben ist, Bruder? Das ist gar nicht in der Ordnung. So etwas beleidigt meine Augen." Er drehte sich zu Diana und sah sie gedankenvoll an. „Mein Weib", sagte er mit leiser Stimme, und in seinen Augen glühte ein plötzliches Feuer auf, bas sie erzittern ließ. «Mein Weib", sagte er noch einmal unb riß sie mit einem tierischen Schrei an sich. „I ch brauche Sie, Iudd!" Er fuhr herum. Iemand hatte geräuschlos das Zimmer betreten — der Revolver in seiner Hand war gerade auf sein Herz gerichtet. Es war Larry Holt. „Keine Bewegung." sagte Larry. „Widerstand ist nutzlos. ... Hören Sie das?" Man vernahm das gedämpfte Geräusch einer brechenden Tür in der Halle. „Polizeibeamte ... sind schon im Haus," sagte Larry lakonisch. Langsam schob David bas junge Mädchen von sich fort unb staub bem Eindringling gegenüber, den er unter seinen buschigen Augenbrauen hervor finster betrachtete. Larry sah nicht, daß sich die Hand des Mannes bewegte — so blitzartig schnell ging alles vor sich. Ein Lustzug fuhr an seiner Wange vorüber, die Wandtäfelung hinter ihm zersplitterte krachend, unb die beiden Schüsse erschienen dem halb ohnmächtigen Mädchen wie ein einziger. David Iudd schwankte hochaufgerichtet einen Augenblick hin und her. „Meine wunderbaren Stücke," sagte er mit brechender Stimme. Dann, ohne ein weiteres Wort, brach er tot auf dem Boden zusammen. „David, David!" Dr. Iudd warf sich über ihn. „David, nicht schauspielern! Ich will dir die besten Schauspieler für deine Stücke verschaffen. Ich kann es nicht ertragen, wenn du das machst! Du ängstigst mich, David! Sagen Sie ihm doch, dah er aufhören soll!" Der große Mann blickte mit leichenblassem Gesicht flehend zu Larry Holt hinauf, der mit rauchendem Revolver in der Hand die beiden Männer betrachtete. „Mr. Holt, Sie haben doch Einfluß auf ihn," jammerte der Doktor mit tränenüberströmtem Gesicht. „Ditte, sagen Sie ihm doch, er soll nicht schauspielern. Sagen Sie es ihm, bitte. Ich kann es nicht vertragen, wenn er das tut Es ängstigt mich so sehr. Manchmal hat er stundenlang in diesem Zimmer gespielt — einzelne Szenen aus seinen wundervollen Stücken. Sie müssen ihn mal bitten, Ihnen etwas vorzulesen, Mr. Holt. David —I“ Er schüttelte den Körper, aber David war für die Stimme seines Bruders unerreichbar. Dann stand der Doktor auf unb ging auf Larry zu, legte feine große Hanb auf den Arm bes anberen ... wie ein verängstigtes Kinb. Larry war von ber Tragik der Geschehnisse so erschüttert, daß er kein Wort hervorbringen konnte. Dieser erwachsene Mann, dessen brillanter Kopf soviel Pläne gesponnen, der ungeheuer viel gewagt hatte, war in diesem Augenblick wie ein kleines Kind. Plötzlich erhob der Doktor den Kopf. „Es ... tut mir leib,“ sagte er heiser. „Armer Iunge." Er sah Larry Holt lange Zeit unb fest in die Augen. „Mr. Holt, ich habe mich absolut kindisch betragen, aber ich bin völlig bei Verstand. Ich übernehme die volle Verantwortung für alle meine Handlungen — unb bie meines Brubers. Ich weiß ganz genau, was ich getan habe." Harvey war in bas Zimmer gestürzt, war aber beim Anblick des Bildes, das sich seinen Augen darbot, still stehengeblieben. Larry winkte ihn heran. „Bringen Sie ihn fort,“ sagte er. „Ich wünschte, wir hätten Sie erledigen können," sagte Dr. Iudd, als er weggeführt wurde. Das junge Mädchen lag in Larrys Armen und hatte das Gesicht an seiner Schulter verborgen. „Ieht sind wir am Ende unseres mühsamen Weges," flüsterte er, und sie nickte. Als sie in das Vestibül kamen, wandte sich der eine der Polizisten an ihn. „Wir haben den Diener verhaftet, Sir. Er war in einem anderen Teil des Hauses eingeschlossen." „Er hat nichts mit ber ganzen Sache zu tun,“ sagte Larry. „Sie können ihn ruhig entlassen. Ich habe mir übrigens gar nicht einmal die Mühe gegeben, einen Haftbefehl gegen ihn zu beantragen.“ Ein großer, hagerer Mann kam durch bie erbrochene Tür, die, wie Larry ausgefunben hatte, nach ben Räumen ber Dienstboten führte, und ergriff Dianas Hand. „<3ie haben Schreckliches durchwachen müssen^ Miß Stuart," sagte er. Sie erkannte ben Polizeikommissar unb versuchte zu lächeln. „Ich habe meinen Wagen hier. Du würbest auch besser mitkommen, Larry, Harvey kann ja bie nötigen Formalitäten gegen Dr. Iudd erledigen." (Fortsetzung folgt.) Diehhofs f ollen nach Möglichkeit dem wachsenden Verkehr angepaßt und vor allem der An- und Abtransport besser gestaltet werden als seither. Bei dieser Gelegenheit dementierte Stadtrat Lingnau die ihm unterschobene Absicht der Errichtung einer Keischkonservenfabrik in städtischer Regie. Direktor Sour m e r hob die Ve- deutung der bakteriologischen Fleischuntersuchung hervor. Von Fleischvergiftungen könne überhaupt keine Rede mehr sein. 3m übrigen skizzierte er feine Erneuerungspläne, die er jedoch nur im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten durchzuführen gedenke. Wirtschaft. Das Dersicherungsjahr 1928. Rach dem Jahresbericht des Reichsverbandes der Privatversicherung für das Jahr 1928 hat der Wiederaufbau des Vorkriegsgeschäftes trotz rückläufiger 3nlandkonjunktur gewisse Fortschritte gemacht. Das Ergebnis des Versicherungsgeschäfts konnte als befriedigend bezeichnet werden, wenn es nicht durch die erhebliche Steigerung der Schadensfälle beeinträchtigt gewesen wäre. Die Ursachen für diesen stark ungünstigen Schadensverlauf sind naturgemäß in den einzelnen Versicherungszweigen verschieden. 3n der Feuerversicherung pflegt eine absinkende Konjunktur regelmäßig eine Vermehrung der Vrände zu zeitigen. Die Prämiien sind auch 1928 noch als unzureichend zu bezeichnen. Die aufsteigende Schadenskurve in der Unfall-, Haftpflicht, Auto- Versicherung findet ihre Ursache in der steifenden Motorisierung des Verkehrs und den damit verbundenen erhöhten Gefahren bzw. Verkehrsunfällen. Die Lebensversicherung war ebenfalls beeinträchtigt. 3n der Transportversicherung läßt die Lage nach wie vor zu wünschen übrig. Das Einbruch» und Diebstahlversicherungsgeschäft hat infolge der schlechten allgemeinen Wirtschaftslage nur geringe Fortschritte gemacht. Die Exportkreditversicherung, Garantieversicherung zeigte bei normalem Schadensverlauf ein allmähliches Anwachsen des Geschäftes. 'Die amtliche Großbandelsindex- z i f f e r. Die für den Monatsdurchschnitt Juli berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts hat sich gegenüber dem Vormonat um 2,0 v. H. auf 137,8 (135,1) erhöht. Die Indexziffer der Hauptgruppen stellte sich für Agrarstoffe auf 132,4 (124,7), für Kolonialwaren auf 128,2 (123,5), für industrielle Rohstoffe und Halbwaren auf 131,3 (131,5) und für industrielle Fertigwaren auf 157,3 (157,5). * ErnteaussichtenfürPreuhen. Rach der Statistischen Korrespondenz ist der Stand der Hauptgetreidearten in Preußen anfangs August gegenüber anfangs 3uli fast unverändert geblieben. Außer bei Winterweizen und Sommerroggen, die mittel beurteilt werden, und bei Wintergerste, die unter mittel begutachtet wird, wird der Getreidestand im Durchschnitt besser als mittel bezeichnet. Voraussichtlich ist daher mit einer zufriedenstellenden Mittelernte zu rechnen. Die Hackfrüchte haben sich durch Regenfälle wieder überall gut erholt. Spätkartoffeln stehen besser als Frühkartoffeln. Auch bei Zucker- und Futterrüben ist allgemein mit einer Mittelernte zu rechnen. Vesonders unter der Trockenheit gelitten haben Klee, Luzerne und Wiesen. • Oeffentliche Bausparkassen. Auf Grund der Richtlinien des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes haben die provinziellen und einzelstaatlichen Sparkassen- und Giroverbände und ihre Bankanstalten die Vorbereitungen zur Schaffung öffentlicher Bausparkassen in Angriff genommen. 11. a. bestehen bereits öffentliche Bausparkassen in Hessen-Rassau für den Regierungsbezirk Wiesbaden als Abteilung der Rassauischen Landesbank in Wiesbaden, ferner für den Regierungsbezirk Kassel als Abteilung der Landeskreditkasse in Kassel, und in Hessen für den Dolksstaat Hessen als Abteilung der Hessischen Girozentrale in Darmstadt. Die beiden Bausparkassen in Hesjen-Rassau und die Bausparkasse für den Volksstaat Hessen unterhalten eine gemeinsame Geschäftsstelle in Frankfurt a. M. 3n anderen Bezirken, so in Mitteldeutschland, Sachsen, Baden und Württemberg, sind die Vorarbeiten gleichfalls weit gediehen. Eine Zusammenarbeit zwischen Bausparkassen und Wohnungsfürsorgegesellschaften, sowie Baugenossenschaften ist in Aussicht genommen. * G e b r. Lutz 21.= ®., Maschinenfabrik und Kesselschmiede, Darm st ad t. Die Generalversammlung, in der 1280 Stimmen vertreten waren, genehmigte den bekannten Abschluß mit 38 672 Mark Verlust. Da sich die Lage der Gesellschaft gegenüber dem Vorjahre nicht wesentlich gebessert hat, soll eine demnächst einzuberufende außerordentliche Generalversammlung die Liquidation der Gesellschaft beschließen. • A. - G. Hellerhof, Frankfurt a. M. Die Gesellschaft, an der die Stadt Frankfurt a. M. und die Phil. Holzmann A.-G., Frankfurt a. M. beteiligt sind, erzielte im Geschäftsjahr 1928/29 einen Reingewinn von 47 652 (58 578) Mk., woraus wieder 4,5 Prozent Dividende auf 540 000 Mark Aktienkapital verteilt und 20 469 (16 228) Mark vorgetragen werden. Zwar stiegen die Mieteinnahmen und Baukostenzuschüsse auf 400 797 (312 893) Mk., doch erforderten andererseits Unkosten 318 653 (240 570) Mk., Zinsen 40 883 (12 038) Mk. und Abschreibungen 34 436 (22 200) Mk. 3m abgelaufenen Geschäftsjahr wurden 97 Wohnunen mit einem Gesamtkosten- aufwand von 1 217 000 Mk. errichtet. Außerdem wurden Vorbereitungen getroffen, 427 Kleinwohnungen und 11 Läden zu errichten, deren Gesamtkosten etwa 4,7 Millionen Mark betragen. Die Mittel werden beschafft durch Belastung des Altbesihes mit einer Hypothek, die in der Bilanz mit 2 791 000 Mk. erscheint. Ferner wurde die Obligationsanleihe gekündigt, die noch mit 341 400 (445 800) Mk. zu Buche steht. Gläubiger stiegen auf 0,953 (0,161), andererseits Schuldner auf 1,650 (0,138) und Liegenschaften auf 3,046 (1,088) Millionen Mark. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.. 8. Aug. Tendenz: etwas freundlicher. — Zu Beginn der heutigen Börse konnte eine etwas freundlichere Stimmung Platz greifen. Vor allem bot der unverändert belassene Diskontsatz der Dank von E n g l a nd einen Anreiz. Auch haben die Gold- abflüsse von dieser Seite nachgelassen, so daß die Wahrscheinlichkeit einer auch jetzt noch zu erwartenden Erhöhung stark verdrängt wurde. Die wieder etwas bessere Arbeitsmarktlage im Reich trug ebenfalls zur Freundlichkeit etwas bei. Das Geschäft konnte aber trotzdem kein größeres Ausmaß annehmen, denn auf der anderen Seite standen wieder ungünstige Momente im Wege und mahnten zur Zurückhaltung. Die schwankende gestrige Reuyorker Börse und die Haager Konferenz waren hier vor allem erwähnenswert. Lebhafter war die Ilmsatztätigkeit aber nur an Spezialmärkten, auf die sich das Hauptinteresse konzentrierte. Hier sind zu nennen Glanzstoffaktien und AEG. Erstere konnten auf international feste Kurse und eine teilweise Einigung auf dem Kunstseiden- gebiete 2 Prozent gewinnen. Am Elektro- markt lagen für AEG. auf die schon bekannten Kombinationen mit der General Cleetrik Auslandorders vor, auch interessierte sich die Spekulation und das Publikum etwas mehr für dieses Papier, bei einem Gewinn von 1,5 Prozent. Etwas mehr hervor traten noch Felten mit plus 1,75 Prozent und Schuckert mit plus 1,5 Prozent. Siemens lagen gut behauptet, Bergmann und Elektrische Lieferungen büßten dagegen je 0,75 Prozent ein. Far - ben-Aktien waren knapp behauptet. Wie an den meisten Märkten, war auch am Montan- markt die Umsahtätigkeit äußerst begrenzt. Gelsenkirchen, Phönix und Stahlverein lagen bis 1,5 Prozent hoher. Am variablen Markte konnten Frankfurter Maschinen weiter einiges Interesse bei einem Gewinn von 1 Prozent auf sich lenken. Me t allgesell- schäft plus 1,5 Prozent. Sonst waren nennenswerte Veränderungen nicht zu verzeichnen. Im Verlaufe übte die überhandnehmende ® e - schäftssti 11e einen Druck aus, und die Kurse gaben zumeist um Bruchteile eines Prozentes nach. Die Grundstimmung war aber nicht freundlich. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 Prozent erneut etwas leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1975, gegen Pfund 20,3600, gegen Paris 123,93, London gegen Kabel 4,8503, gegen Mailand 92,82, gegen Madrid 33,50, gegen Holland 12,1125. Berliner Börse. Berlin, 8. August. Rach einem unsicheren Dormittagsverkehr war die Stimmung vorbörslich und zu den ersten Kursen eher etwas freundlicher, da einerseits ein leichterer Geldmarkt, andererseits der unverändert belassene Londoner Diskontsatz eine gewisse Anregung boten. Die Geschäf tslo- s i g k e i t trat aber auch heute wieder stärker hervor und die Auslandkäufe, von denen man sprach, sollen nicht sehr groß gewesen sein. Bei den/ Käufen zu den ersten Kursen scheint es sich meistens um kleine Deckungen der Spekulation gehandelt zu haben. Die Kursveränderungen blieben im allgemeinen auch nur klein. Rur für Kun st seidewerte und Farben bestand etwas mehr Interesse im Zusammenhang mit der zu c rwartenden Verständigung auf dem Ge-- biete der Viscose-Seide. Demberg zagen um 8 Prozent und G l a n z st o f f um 5 Prozent an. Auch Deutsche Waffen besserten sich um weitere 3,5 Prozent. Als Ausnahme nach unten sind Che mische Heyden mit einem Verlust von 3 Prozent zu nennen. Deutsche Anleihen ruhig. Ablösungsschuld mit Aus. losungsrechten fester. Ausländer behauptet. Pfandbriefe wieder eher angeboten. Der Geldmarkt zeigte, wie man so sagt, eine Entspannung. Tagesgeld 6,5 bis 8,5 Prozent. Die übrigen Sähe blieben unverändert. Monatsgeld 9 bis 10,5 Prozent, Warenwechsel etwa 7,75 Prozent. Rach den ersten Kursen lag die Dörse fast geschäftslos. Einerseits beurteilt man die Haager Konferenz immer noch pessimistisch, der Kreis der Mixer in der Reparationsbank vergrößert sich. Andererseits fand ein De richt des Instituts für Konjunkturforschung Deachtung, nach dem sich die Wirtschaft in einer, wenn auch vielleicht nur saisonmäßigen Abwärtsbewegung befinden soll. So wurde es bei der weiteren Geschäftsstille eher schwächer und als ein plötzlicher Daissevorstoß an dem Markte der Reichsbankanteile einsehte (der Kurs ging bis auf 301 herunter), verflaute dieser älmstand die gesamte Dörse. Auch BMW. lagen stärker angeboten und gingen auf Abgaben eines Privatbankhauses unter die Parigrenze zurück. Dabei wollte man wissen, daß bie General Motors in ganz kurzer Zeit in Frankfurt einen sehr billigen Konkurrenzwagen herausbringen wollen. Deutsche Waffen mußten etwa 2 Prozent ihres Anfangsgewinnes wieder hergeben, auch Kunstseidewerte verloren 2 bis 3 Prozent. Erwähnenswert ist noch die Festigkeit des Marktes der Deutschen Anleihen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 8. Aug. Am Produktenmarkt war heute das Geschäft wieder sehr still. Die festeren Auslandnotierungen fanden nur ganz geringe Deachtung und konnten sich im allgemeinen nicht auswirken, da die Zurückhaltung immer stärker überhand nimmt. Das Angebot von Auslandware war nicht groß, nur Roggen war etwas mehr angeboten. Dies wirkte sich in einem Rachgeben des Preises hierfür aus. Etwas fester lag am Futtermittelmarkt Mais für Futter- zwecke. Es wurden notiert: neuer Roggen 21,50; ml. Hafer 22; Mais 21,75 bis 22; Weizenmehl 38,50 bis 41,25; Roggenmehl 30,50 bis 31,25; Weizenkleie 10,50; Roggenkleie 12 Mark. Tendenz: stetig. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 8. Aug. Auftrieb: 159 Rinder, 1062 Kälber, 137 Schafe, 396 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 76 bis 79 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 75; geringe Kälber 62 bis 69. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 50 bis 59; mittlere Mastlämmer ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 42 bis 49. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 87 bis 90; von etwa 160 bis 240 Pfund 88 bis 91; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 85 bis 88 Mk. — Marktverlauf: Schweine rege, ausverkauft. Kälber und Schafe bei ruhigem Geschäft geräumt. Buntes Allerlei. Die wahren Rekordfchwimmer. Untere Schwimmer und Schwimmerinnen, die sich so stolz und schnell in den Fluten tummeln, mögen noch so viele Rekorde aufstellen; sie werden es ebensowenig mit den eigentlichen Bewohnern des nassen Elementes aufnehmen können, wie der Mensch jemals mit einem schnellen Rennpferd um die Wette laufen kann. Run ist es uns freilich noch nicht gelungen, Fische zu Wettrennen abzurichten, wie dies bei Pferden und Hunden der Fall ist. Aber durch lange Beobachtung ist es den Fischkundigen geglückt, die Schnelligkeit der Fortbewegung bei verschiedenen Fischarten wenigstens ungefähr zu berechnen. Beobachtet man das schnelle Dahinschießen der Forellen, so können sie als besonders geübte Rekordschwimmer erscheinen aber andere Wasserbewohner übertreffen sie. Immerhin kann man von einer F orelle behaupten, daß sie wenigstens 30 Kilometer in der Stunde zurücklegt. Diese Leistung wird jedoch vom Lachs in den Schatten gestellt. Diese Tiere scheinen blitzartig durch die Wellen zu schießen, und es ist eine sehr bescheidene Schätzung, wenn man die Geschwindigkeit der Fortbewegung mit etwa 50 Kilometer in der Stunde annimmt, selbst wenn der Fisch gegen die Strömung schwimmt. Manche der größeren Meerfische bewegen sich mit einer geradezu erstaunlichen Schnelligkeit fort. Der Braunfisch legt in der Stunde nach den Angaben eines englischen Zoologen 60 bis 80 Kilometer in der Stunde zurück. Megalops atlanticus, der Riese n h e r i n g, den man an den Küsten von Florida und Mexico angelt, ist noch viel schneller. Dieser Fisch wird 200 Pfund und noch mehr schwer ist und ganz mit Muskeln bepackt, seine Bewegungen sind so rasch, und er kommt im Wasser so schnell vorwärts, daß man mit einer Schnelligkeit von 1,5 Kilometer in der Minute bei diesem Renner der Fluten rechnen muh. Aber die höchste Geschwindigkeit im Wasser wird man doch wohl dem Schwertfisch zusprechen müssen. Auch bei ihm gibt es natürlich feine genauen Angaben, aber diese außerordentlich kräftigen Fische überholen alle anderen Geschöpfe des Meeres, und diese Schnelligkeit der Fortbewegung macht sie zu so gefürchteten Feinden im Wasser. Es ist gewiß nicht übertrieben, wenn man behauptet, daß der Schwertfisch 125 Kilometer in der Stunde bequem zurücklegt, das ist mehr als doppelt so schnell als die Leistung, die ein zum Rennen trainierter Windhund im Höchstmaß vollbringen kann. Zeitschriften. — Im Augustheft der „Z e i t w e n d e“ (C. H. Deck'sche Berlagsbuchhanblung, München) sind der lieberfee zwei Beiträge gewidmet: Die „Australische Erinnerungen" von Professor Dr. Carl Schneider. Farbig, fesselnd und doch mit ernstem weltpolitischem Hintergrund; besonders beachtenswert, was der Verfasser über den Amerikanismus in Australien erzählt, über den Kampf, in dem dort die alte englische Kultur mit der eindringenden amerikanischen Zivilisation liegt, lieber das „Lieberseedeutschtum" berichtet Heinz Klotz in einem gut orientierenden Ueberblid. Wir sollten heute, wo die Weltgeltung des Deutschtums auf dem Spiel steht, doch unser Augenmerk richten auf das ileberfee- deutschtum, das in der öffentlichen Diskussion der letzten Jahre gar nicht mehr auf der Tagesordnung stand. An diese Aufsätze schließt sich mit gutem Bedacht Professor D. Carl Stanges Beitrag „Vaterlandsliebe und Weltbürgertum". Rationalismus und Pazifismus haben unser Volk in zwei feindliche Lager gespalten. Der Verfasser greift auf Schleiermachers Predigt über Vaterlandsliebe zurück, und wir haben ihm für den Hinweis auf diesen Mahner aus der Zeit von Preußens napoleonischer Knechtschaft dankbar zu sein. । — Der panarabische Gedanke ist heute daÄ politische Leitbild zwei rivalisierender Herrscher, in deren Händen das künftige Schicksal Arabiens liegt: Ibn Saud, König von Hedschas und Redschd, und Imam Iahia, König von Jemen. Beide sind für die englische Asienpolitik. die auch hier durch den Gegensatz zu Sowjetruhland bestimmt wird, von größter Wichtigkeit. Ein aufschlußreiches Bild vom Wesen und Machtbereich dieser bedeutenden Repräsentanten panarabischer Politik gibt im Iuliheft der „Europäischen Gespräche" (Verlag Dr. Walther Rothschild, Berlin - Grünewald) Ameen Ri- Hani, ein hervorragender Kenner Arabiens und seiner politischen Verhältnisse, der selbst als Unterhändler in die Entwicklung eingegriffen hat. — Ein anderes Hauptproblem der britischen Politik in Vorderasien bildet die Stellung Englands in Palästina, das nach Abschluß der englisch-ägyptischen Krise vermutlich eine ganz besondere Bedeutung für das Empire gewinnen wird. In einem Aufsatz über „Palästina als siebentes Dominion" erörtert Kurt Grunwald, Tel-Awiw, das Für und Wider des Gedankens, der für die Tendenz der britischen Mandatspolitik charakteristisch ist, durch engere Verknüpfung der Mandatsgebiete mit dem Empire das Mandafsverhältnis im Sinne der englischen Interessen umzubilden. letzte Nachrichten. Die Rückfahrt des „Graf Zeppelin". c a k e h u r fl, 8. Aug. (IDtB. Funkspruch.) Vas Luftschiff ,Graf Zeppelin', das, wie gemeldet, um 5.39 Uhr MEZ. gestartet war, überflog R e u y o r k eine Stunde später. (Es verlautet, daß Dr. Eckener über harbor Grace, Reufundland, die Südküsle Englands und weiter nach Friedrichshafen fahren will. Die Gesamtzahl der Passagiere beträgt 22. Es bestehl die Möglichkeit, daß sich wieder ein blinder Passagier an Bord befindet. Die Funkstation Port- land erhielt vom Luftschiff einen Funkspruch, in dem es heißt, daß es sich um 10.30 Uhr Mitteleuropas, scher Zeit auf der höhe der S t.Georgs- Ban k befand. An Bord des Schiffes ist alles wohl. Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. Berlin, 7- August Geld Brief frramöfifefae Noten..... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Lcstcrr, 2100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten ...... . Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten....... 167715 167,68 21,98 111,58 59,03 2,475 112,18 80,69 61,06 12,405 72,98 16,475 - 168,36 22,06 112,02 59,27 2,495 112,62 81,01 61,30 12,465 73,28 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 7. August 8. August Amtliche Nonerung (Selb I Bries Amtliche Notierung Geld Brief Amst» Rot«. 167,83 167,27 167,94 168,28 Bncn.-AireS 1,759 1,763 1,758 1.76? Brff.-Antw 58,285 58,405 58,29 58 41 Christiania. 111,73 111,95 111,70 111,92 Kopenhagen 111,70 111,92 111,71 111,93 Stockholm . HelstngforS- Italien. . . 112,36 112,58 112,33 112,55 10,535 21,92 10,555 21,96 10,536 21,92 10,556 21,96 London. . . 20,343 20,383 20,344 20,384 Ncuhork . . 4,193 4,201 4,1945 4,2025 Paris.... Schwei; . . 16,40 16,44 16,41 16,45 80,635 80,795 80,67 80,83 Spanien . . 61,27 61,39 61,30 61,42 Japan . . . Rio de Jan- 1,973 1,977 1,970 1,974 0,4075 0,4095 0,4975 0,4995 Wien in D-« Ccft- abgest 59,07 59,19 59.08 59,20 Prag . . . . 12,403 12,423 12,408 12,428 Belgrad . . 7,362 7,376 7,363 7,377 Budapest. . 73,17 73,31 73,19 73 39 Bulgarien. 3,037 3,043 3,034 3,040 Lissabon . . 18,78 18,82 18,78 18.8? Danüg. . • 81,34 81.40 81,35 RI, 51 Konstantin. 2,003 2,007 2,013 2,017 Athen. . 5,42 5,43 5,42 5,43 Canada . 4.179 4.187 4,180 4. IRR Uruguay. 4,126 4,134 4,126 4,134 Cairo . . 20.87 20,91 20,865 20.9ns Banknoten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angesührlen Ziffern geben die Hohe der zuletzt en Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent Frankfun a Ml. Berlin Schluß. KurS 1-Ubt Kur? Schluß- KurS Anfang. Kure Datum 7.8. 88- 7.8. 8 8- Philipp Holzmann.....< Heidelberger Zement .... 10 (Semcnt Karlstadt......8 Wayb 4 Freitag......10 Schultheis Pahenhofer ... 15 Lstwerke.........12 Per. Glanzstoss ...... 18 Bcmberg.........14 Hellstofs Waldhof.....12 Zellstoss Aschasscnburg ... 12 Charlottenburger Wasser . . . 7 Dessauer ®a4........8 Daimler Moioren......0 Deutsche Mafchtnen-Fabrik . . 0 Adlerwerkc Klever......6 Ludw. Loewe.......1° Rat. Automobil.......O Crcnflein 4 Koppel.....6 Leonhard Tietz.......6 Bamag-Meauin.......0 Franks. Maschinell......6 Heyllgenstaedt ....... 0 Funghan»..........4 Atainlraslwerle.......8 Nelars ulmer........8 Peter» Union........8 Gebr. Roeder.......10 Qioifli 4 Haessner......8 Südd- Zucker........8 106,5 412 239 156,25 53 50 55,5 221 153.4 412 156,5 50 56,5 152,5 107,25 300 234 408 314 237,75 155 107 193,5 53,13 56 50 204 91 205,5 57 65 64,5 124,5 119 222 152 108 302,25 235,75 413 322 238,5 107,75 194,5 53,25 56,6 50 91,13 126,25 Franlfun a M. Berlin Franlfun a M. Berlin Lchluh- Kure | i-Uhr Stm Schluß-! Kur? | Anfang- Kur? Lchluß- KurS t-Uhr Kurs Schluß-« Kur? 1 Anfang. Datum 7.3. 8-8. 7 8. 8.8. Datum 7-8- 88- 7-8. 8-8. 6% Dt. RelchSanlcihe o. mi . Dt. Anl.-Ablüs.-Schuld mit AuS- Ws.-Rechien......... Letal, ohne AuSlos.-Rechte . . . 7%J}rantf. Hyp.-Bk. Goldps. un- 87,5 51,3 10,45 51,6 10,3 87,5 51,4 10,3 51,7 10,4 A.E.G........1 ... 8 Bergmann....... . 9 Elektr. Lieferungen.....io Licht und Kraft......10 Felten & Guilleaume. .... 6 203 232 213,25 141 204,4 231,25 169,25 142,75 202,75 231,5 169,9 212 142,25 204,5 232 169,5 212,75 143,25 kündbar bis 1932....... 4%% Rheinische Hyp.-Bank LIqu.- Goldps........... Hes. s. Elektr. Untern..... 10 Hamb. Elektr. Werke .... 10 Rhein. Elektr.........!> Schief. Elektr........10 Echuckert..... 8 215 215 215 143,25 215 V.E.G.lchg. Borkrieg«-Obligation., rückzahlbar 1932 ....... — — — — 232 153 186,5 230,5 231,75 4% Schweiz. Bundekb.-Anl.. . . — — — — Siemens & Halske.....12 387 387 386,5 387,5 4% Lesterreichische Goldrte.. . - 4,20% Oeslerr. Silberrtc..... 4% Oesterreich, einheitl. Rte. . . 2,42 — — s- 172 — 172 146 172 2,5 1,925 — Buderus..........6 76 76 _ 22,75 21,75 1,85 7,7 7,6 113,25 136 137 130,75 112,75 127,5 119 141,4 4% Ungarische StaalSr. v. 1910 . 4V1% bcigl. tion 1913..... 4% Ungarische Kroncnrle..... 4% Türk. Zollanlcihe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdodbahn-Anl., Serie 1........... 4% desgl. Serie H....... 4% Rumänen convert. Rte. . . . 4Rumänen Goldanl. von 1913 17,9 21,5 1,85 7,6 7,55 7,55 IIII__Illi 1 1 £ 1 ISI 1 1 Deutsche Erdöl.......6 Essener Steinkohle......8 Gelsenkirchener ... |. y, g 4 Harpener..........6 Hocsch Eisen.........8 giie Bergbau........8 Klöcknerwerke........7 Köln-Neuesten........9 ManneSmann........8 ManSselder....... . 7 136 145 216 112 119 140 137,4 112,75 135,5 136 144,5 129,25 215,5 112,5 126 118,9 141,25 Oberschies. Eisenb. Bedarf. . . k> _ ölilg. Deutsche Eisenbahn . . 4ft Hamburg-Amerika Tafel ... 8 Hamb.-Südam. Tampstch. . . 8 Hansa Dampfschiff.....10 122,25 — 122,25 160,25 — Oberschles. Kokswerke.....fi Phönix Bergbau......6Vi Rheinische Braunkohlen... 10 Rhelnstahl . . . |.'/. Jahr 4y, Riebeck Montan......7,2 103,75 287 125 104,5 107,75 103,65 287,65 124,4 104,6 288,75 125,25 Norddeutscher Lloyd.....t* Allg. Deutsche Eredilanst. . . 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handeltgesellsch. . . 12 Commerz- und Prival-Bank. 11 Tannfl. u. Nationalbank . . 12 114 126 128 209 183,5 276 — 113,9 126,5 128 209,5 183 775 126,5 128,25 211 184 277 169 154 160 Bereinigte Stahlw......< Olavi Minen.......9 sh Kali Aschersleben.....10 »all Westeregeln......10 Kaliwerk Salzdetfurth ... 16 112,25 65,5 233,5 239 394 113 112 65,25 233 237,75 394,5 112,9 Deutsche Bank......10 Ti-lonto-Gesellschaft Ant.. . 10 168,25 153,75 — 168,25 153,75 160 g. G Farben-Iudustri« ... 12 Dhnamli Nobel........ 226 225,75 225 106,25 226 107 Dresdner Bank......1° 159,75 Scheideanstalt........9 156,75 _ —— Goldschmidt ........6 74,25 74,5 84,65 125,75 RrlchSbank........1$ 309 — 310 309,5 RütgerSwerke ........ 6 Mer.uia»l»Pichaft......n 84,5 125 126,25 1 1 1 Berlin, 7. August isseld Brief Anierlkanliche Noten..... Belgische Noten...... . Dänische Noten ........ Englische Noten........ 4,17 58,30 111,48 20,315 4,19 58,54 111,92 20.395