Montag. 8. Aprll 1929 tu 179. Jahrgang Ur. 8t Erstes Blatt Englands Locarnopolitik |C» Theater. :ü, Don 19,30 rnlag, 8, von La: hierauf: Dienstag. 9.. - W bei jreunb. tt Zwar iu= fion unannehmbar ist. Man wird also das Ergebnis der Fühlungnahme der vier Delegationen untereinander abwarten müsten. um sagen zu können, wie die Verhandlungen nun im Laufe der kommenden Woche fortgesührt werden sollen. lieber die Sitzung verlautet offiziell nichts. Die Agentur havas erklärt lediglich, daß die Diskussion über die Ziffern Montag wieder ausgenommen werde, und daß sie wahrscheinlich den größten Teil der kommenden Woche in Anspruch nehmen würde. Resultate die Ein;elbesprechungen ergeben haben. Rach dieser Bekanntgabe hat Dr. Schacht die Sitzung verlassen, und die Delegierten der Gläubigerstaaten haben die Beratungen unter sich o r t g e s e h t. Ls ist bis jetzt nicht bekannt gewor- den. welches Ergebnis diese Besprechung gezeitigt hat. Man vermutet jedoch, daß die Forderungen, die die Hauptgläubiger im verlaufe der erslen privaten Unterredungen gestellt haben, eine Zahl ergeben, die. wie es scheint, für die deutsche velega- habe, geschah nicht, um Eifersucht zu erwecken, sondern um bestehendes Mihtrauen zu beseitigen. Frie- N a c o (Arizona), 6. April. (WTD.) Bei dem etwa 12 Kilometer von hier entfernt gelegenen Eisenbahntunnel der Southern Pacific-Bahn lam es heute morgen zu einem Geplänkel zwischen einer berittenen amerikanischen Grenzpatrouille und mexikanischen A u f st ä n d i s ch e n, bei dem ein Amerikaner durch einen Brustschuß schwer verwundet wurde. Wie sich später herausstellte, waren in einem Versteck in der Nähe des Tunnels 15 Säcke untergebracht, von denen jeder fünf Bomben enthielt. Als sich die amerikanische Patrouille dem Versteck näherte, eröffneten die Aufständischen von der mexikanischen Seite her Feuer auf sie, das von den Amerikanern erwidert wurde. Es ist noch nicht geklärt, ob die Bomben über die Grenze zu den Rebellentruppen geschmuggelt werden sollten, oder dazu bestimmt waren, den amerikanischen Zug in d i e Luft zu sprengen, aus dem die bisher in El Paso internierten mexikanischen Bundestruppen, die nach der Einnahme von Juarez über die Grenze geflüchtet waren, nach Mexiko zurückkehren sollte. Die internierten mexikanischen Truppen waren vor einigen Tagen auf Anordnung der Washingtoner Regierung freigelassen worden und befinden sich zur Zeit auf dem Wege nach Naco-Sonora, um die dortige Bundesgarnison zu verstärken. Auf die Nachricht von dem Bombenfund und dem Zusammenstoß zwischen der Patrouille und den Rebellen hin ist sofort eine größere Abteilung amerikanischer Ka vallerie nach dem Tunnel aufgebrochen. In Washington wird darauf hingewiesen, daß etwa 1OOOO Mann amerikanischer Truppen in der Nähe der mexikanischen Grenze stehen und daß weitere Grenzübergriffe deren Einmarsch nach sich ziehen würden. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. ösfenilichl eine Unterredung feines römischen Be- richlerslatlers mit Sir Austen Chamberlain, der sich augenblicklich mit feiner Familie in Florenz oushält. Auf den Hinweis des Berichterstatters, daß in den Besprechungen mit Mussolini die Reparationsfrage im allgemeinen und eine E r - Mäßigung des italienischen Anteile» an den deutschen Zahlungen im Falle einer Herabsetzung der deutschen Verpflichtungen erörtert worden sei, erwiderte der Außenminister u.a. folgendes: „Eine solche Anregung ist nicht gegeben worden. Mussolini und ich hoffen und erwarten von den Arbeiten der Sachverständigen eine Lösung, die alle beteiligten Mächte annehmen können, wenn sich unsere Hoffnungen verwirklichen. dann glauben wir. daß hiermit ein weiterer großer Schritt zur Wiederherstellung normaler Beziehung getan fein wird." Zum Schluß der Unterredung wie» der Bericht- ersiatler auf die Unsicherheit in italienischen Kreisen hin, die hinsichllich der englischfranzösi- schen Zusammenarbeit herrsche, hierzu er- klärte der britische Außenminister u.a.: „Es würde im Gegensatz zu meiner ganzen Austastung über die internationale Politik stehen, wenn die guten Beziehungen zwischen England und Frankreich als den Interessen einer dritten Macht schädlich angesehen würden. Ich weih, daß behauptet wurde, ich sei i n der Tasche Frankreichs. Ich suche Vertrauen zu erwecken und gute Beziehungen mit allen Ländern herzustellen. Alles, was ich in meiner vier- jährigen Amtszeit zugunsten des Friedens getan den und Freundschaft zwischen anderen Staaten kommen stets auch England zugute, da unsere überragendsten Interessen in der Erhaltung des Friedens liegen, was die besondere Anklage anbelangt, daß ich Frankreich gegenüber zu sreundlich eingestellt sei, so bitte ich zu beachten, daß ich auf der GrundlagedieserFreundschaft geholfen habe, den gemeinsamen Ausgleich mit Deutschland herzustellen. Ramsay Macdo- nald tat dasselbe. Er setzte den ziemlich verärgerten Rolenaustausch zwischen Burzon und poincars nichl fort, nachdem er das Außenministerium übernommen Halle, sondern schrieb einen sehr freundlichen Brief an den französischen Ministerpräsidenten. Es ist wichtig, fesizuslellen. daß auch Ramsay Macdonald das magische Wort „Sicherheit" aussprechen mußte, um die französische Unterstützung für den Dawesplan zu gewinnen. Locarno war die Erfüllung dieses britischen Versprechens. In der Sicherheilsfrage zu gleicher Zeit war die Gelegenheit gegeben, Deutschland al» gleichberechtigte Ration zu behandeln, von der ersten Zusammenkunft in Locarno an wurde Deutschland als gleichberechtigtes Land behandelt, war Deutschland, so fragte Chamberlain zum Schluß, besser daran, als Frankreich und England entzweit waren und die Ruhr beseht wurde, oder ist es besser daran, seil beide Lander das gegenseitige vertrauen zueinander wiedergesunden und die Locarnoverträge unterzeichnet haben? 16 47 8 S ,73 * 1 vereiteltes Bombenattentat auf den Gouverneur von Reuyork. Reuyork, 8. April. (WTB. Funkspruch.) Beim Reinigen -er Räume -eS Postamte- in hNe L J Nungen «wt L »IIk ar Ul72 S'«540, •2|74- Segen 1.775 iS,61 112.51 ll?-£ II2-* ff/fl 4 220$ 16.55 81-25 MS ).ir .®*nn des Parlamentarismus in der Bildung einer starten, tragfähigen Regierung sehen, zum Eintritt in die Große Koalition bereit erklären. Bei den Verhandlungen wegen der bekannten sachlichen Forderungen der Deutschen Volkspartei zur Reform der Finanzwirtschaft haben auch die anderen Parteien, auch die Sozialdemokraten, grundsätzlich anerkannt, baß die Forderung der Sparsamkeit mit allen Möglichkeiten durchgeführt werden mutz. Die Reichstagsfraktion Der Deutschen Volkspartei wird in jedem Falle ihre Forderungen nach grundlegender 'Abkehr von der bisherigen, unsparsamen Ausgabewirtschaft weiter verfolgen. Die Neuwahlen in Sachsen. Burgfriede der bürgerlichen Rechten. Leipzig, 6. April. (Privatmeldung.) Der Der Landesbürgerrat Sachsens teilt mit, er habe sofort nach dem Bekanntwerden der Landtagsauflösung sämtlichen Parteien von den Ra- tionalsozialisten bis zu den Demokraten seine guten Dienste angeboten, um in einer gemeinschaftlichen Besprechung zu überprüfen, inwieweit die staatsbürgerliche Einheitsfront für die nächsten Landtagswahlen möglich sei. Bei den Verhandlungen, die am 30. März und 5. April in Dresden stattgefunden hatten, sei es leider nicht möglich gewesen, eine gemeinschaftliche Liste aufzustellen. Jedoch hätten die Deutsche Volkspartei, die Deutschnationale Volkspartei, die Reichspartei des Mittelstandes (Wirtscha>tspartei) und die Zentrumspartei einen Burgfrieden insofern geschlossen, als sie folgende Erklärung unterzeichnet hätten: „Die unter eichneten staatserhaltenden Parteien stehen auf der Grundlage der bisherigen Regierungskoalition in dem Wahlkampf in dem Bestreben, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen und mit der verpflichtenden Parole, das sächsische Doll vor einer Wiederkehr der roten Herrschaft zu bewahren und ihm eine geordnete und stetige Entwicklung seines Staats-, Wirtschasts- und Kulturlebens zu gewährleisten. Sie richten deshalb einen ständigen Ausschuß ihrer ver- antwvrllichen Führer ein, dessen Aufgabe es sein wird, die Führung des Wahlkampfes in diesem Sinne sicherzustellen und die Parteien in den gern einsamen Abwehrkampf gegen links zusammenzuschliehen." Der Lohnkonflitt bei -er Reichsbahn. Eine Erklärung der vertragschließenden Eisenbahner-Organisationen Berlin, 6. April. (WB.) Der Einheitsoerband der Eisenbahner Deutschlands, die Gewerkschaft beut- scher Eisenbahner und der Allgemeine Eisenbahnerverband haben sich heute in einer gemeinschaftlichen Sitzung mit dem gegenwärtigen Stand der Lohnbewegung und mit der Stellung- nähme der Spitzenorganisationen zu derselben beschäftigt. Wie sie dazu Mitteilen, haben die Verbände es gebilligt, daß die Spitzenorganisationen sich zwecks Einleitung weitererVer- Handlungen an die Reichsregierung und an die Reichsbahn wenden. Die Verbände erklären dazu, sie fetzten dabei voraus, daß ihren berechtigten und erfüllbaren Forderungen baldigst Rechnung getragen werde und seien genötigt, sich entsprechend der weiteren Entwicklung der Dinge ihre endgültige Stellungnahme vorzubehalten. Von den Funktionären und Mitgliedern müße st raff st e Disziplin und unbedingte Befolgung der Beschlüsse der Organisationsleitung erwartet werden. Das Befinden -es ^eichspräsi-enien. Berlin, 7.April. (WB.) Reichspräsident v. Hindenburg hat in den letzten Tagen unter einem Grippeanfall mit Wagen st örung gelitten, den er aber gut überwunden Hal. Der Reichspräsident, der auch während dieser Erkrankung die leitenden Ge schäfte weitergeführt hat, hat seil Samstag wieder die regelmäßigen Vorträge enfgegengenommen, muß sich aber in der nächsten Zeil in Empfängen und Ausgängen noch gewisse Zurückhallung anf- erlegen. Oie Berliner Aerziekammer gegen -ie Gewerbesteuer in Preußen. Berlin, 7. April. In der Sitzung der Berliner Aerziekammer, die einberufen war, um gegen die vom preußischen Landtag beschlossene Ausdehnung der Gewerbesteuer auf die freien Berufe Stellung zu nehmen, erstattete Dr. Scheher ein ausführliches Referat über die Frage und empfahl der Versammlung zum Schluß die Annahme einer Entschließung, in der es heißt: „Der Beschluß des Landtages, die freien Berufe und somit auch die Aerzte zur Gewerbesteuer heranzuziehen, drückt dem ärztlichen Stande den Stempel eines Gewerbes auf und müßte dazu führen, daß die Aerzte, denen die Pflichten der Gewerbetreibenden auferlegt werden sollen, auch die Rechte derselben in Anspruch nehmen. Dadurch würde die Wesensart des ärztlichen Berufes grundlegend geändert werden. Da sich die Aerzte ohnedies durch die Ausdehnung der Versicherungs- Pflicht und der Heilfürsorge in einer wirtschaftlich bedrohten Lage befinden, sind sie nicht imstande, die Steuer aus Eigenem zu tragen und werden gezwungen fein, ihre Honorare entsprechend zu erhöhen. Damit erhält die vom Landtag beschlossene Steuer den Charakter einer Kranken st euer, deren Folgen sich auch die Krankenkassen auf die Dauer nicht werden entziehen können. Der Prozeß Langkopp. Berlin, 6. April. (WB.) Die heutige Verhandlung im Prozeß Langkopp begann mit einer scharfen Erklärung des S t a a i s a n w a l t s, der mitteilte, daß der Sachverständige des Reichsfinanzministeriums, Dr. Lazarus, in den Gängen des Gerichtsgebäudes gestern zu wiederholten Malen aufs schwerste beschimpft worden sei. Er müsse dagegen energisch Front machen und fordern, daß alle Personen, auch die Sachverständigen, davor geschützt werden, daß die Ausübung ihrer Pflichten in irgendeiner Weise beeinträchtigt wird. Der Staatsanwalt wies bann auf Pressemeldungen über eine Sitzung von Ausland de u tschen hin, die gestern abend stattgefunden hat, und in der wieder- um die schwersten Beleidigungen gegen Dr. Lazarus ausgesprochen worden fein sollen. Dabei seien auch die beiden, von der Verteidigung genannten Sachverständigen Krapp und Major Schallitzel beteiligt gewesen, was den Staatsanwalt veranlassen müsse, die beiden Sachverständigen abzulehnen. „ Der Vorsitzende gab seinem Zweifel bat- über Ausdruck, ob es überhaupt zweckmäßig gewesen sei, während des Prozesses eine Versammlung des Reichsverbandes der geschädigten Auslanddeutschen abzuhalten. Er wies ferner darauf hin, daß an Gerichtsstelle zahlreiche Schreiben einlaufen, in denen Kleinrentner, die ebenfalls ihren gesamten Besitz verloren haben, scharfe Kritik an der Bevorzugung der Auslanddeutschen übten. Es wurde in den Vernehmungen fortgefahren. Der deutsch- nationale Reichstagsabgeordnete Wolf, der dem Entschädigungsausschuh des Reichstages angehörte, bekundet, die Abgeordneten seien aus den Kreisen der Geschädigten mit Zuschriften überschüttet worden, die Klagen über das Reichsentschädigungsamt enthielten. Diese Klagen seien aber meist einer Dlnkenntnis über die Befugnisse des Amtes entsprungen. Wenn ich. so erklärt der Sachverständige, besonders dringende Klagen dem Amte übermittelte, habe ich für meine Person immer gute Erfahrungen mit der Erledigung gemacht. Die Klagen der Geschädigten waren subjektiv berechtigt, objektiv bestimmt nicht, denn die Beamten des Entschädigungsamtes haben alles getan, um den Geschädigten gerecht zu werden. Für die Rot der Geschädigten ist nicht die Handhabung des Gesetzes, sondeni die Gesetzgebung selbst verantwortlich. Die Ursachen liegen aber auch hier lediglich in der Finanznot des Reiches. Der von der Verteidigung geladene Sachverständige G l ä s e führt eine lange Reihe von Fällen aus Oberschlesien an, die nach seiner Meinung m ungerechter Weise erledigt worden sind. Der Sachverständige behauptet, mit den Entscheidungen in den oberschl.s s. en Enlschä'.i- gungsfällen sei tatsächlich Kuhhandel getrieben worden: es seien Schmiergelder gezahlt und genommen worden. — Präsident Dr. Karpinski vom Reichsentschadigungsamt bekundete, daß seinem Amte auch zahlreiche Dankschreiben über zufriedenstellende Behandlung von Ansprüchen zugegangen seien. Der Zeuge äußert sich weiter noch über einzelne Punkte der Ent- schädigungsangelegeyheit Langkopp und betont auf Fragen des Vorsitzenden, daß dem Ange- llagten Langkopp noch Ansprüche in Höhe von etwa 6000 Mk. zustehen würden, wenn nicht der § 16 des Schlußentschädigungsgesetzes Platz greifen würde. England un- -as russische Geschäft. Informationsreise britischer Industrieller. Berlin, 7. April. (Priv.°Tel.) In M o s k a u weilt zur Zeit eine Gruppe englischer (5 n dustrie11 er, um sich über die Aufnahmefähigkeit des russischen Marktes für britische Industrieerzeugnisse zu orientieren. Sie soll aber offenbar auch Den Weg für eine Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen England und Rußland ebenen, toeil man seit einiger Zeit im Foreign Office auf Dem Standpunkt steht, daß man nur durch eine Zurückgewinnung des russischen Absatzgebietes die in England herrschende Arbeitslosigkeit wesentlich mildern könne. Infolgedessen befinden sich die Russen in einer recht günstigen Situation, zumal gleichzeitig auch Amerika erneute Anstrengungen macht, um die Gunst der Bolschewisten zu gewinnen. Moskau kann also zwischen Amerika und England hin- und herpendeln und Bedingungen stellen. Die Russen haben das auch bereits durch Mitteilungen über ihr Wirtschaftsprogramm getan, indem sie Den Engländern Bestellungen in Höhe von 150 Millionen Pfund versprechen. Sie lassen aber bereits durchblicken, daß mit Aufträgen wohl nur dann zu rechnen sei, wenn ihnen von England her zur Finanzierung ihres Wiederaufbauprogrammsnamhafte Beträge zur Verfügung gestellt werden. Ob die englische Wirtschaft sich auf ein derart zweifelhaftes Geschäft einlassen wird, bleibt ab- zuwarten. Eine Alpenjäger-Heerschau in JRom. 'S? o m, 7. April. (£11.) Rom stand am Sonntag im Zeichen der großen von Mussolini einberufenen Alpenjäger-Heerschau. Arn frühen Morgen waren 25 000 Mann Der italienischen Alpenjägertruppen auf Dem Petersplatz versammelt. Rach einer Messe in Der Peters- kirche brachten Die Alpenjäger Dem Papst vor Dem Vatikan eine Huldigung Dar. Der Papst erteilte von einem offenen Fenster Den Segen Den Die Alpenjäger kniend mit gesenkten Fahnen empfingen. Daraus wurden auf Kommando Der Sübrer Die Hüte und Die Fahnen geschwenkt, wahrend Die Pap st Hymne gelungen wurde. Dann bewegte sich der Zug Der Alpenjäger durch Die beflaggten Straßen zum Quirin al, wo Dem König HulDigungen Dargebracht würben.* Das Königspaar und Der Hofstaat nahmen Diese von einem Altan aus entgegen. Am Rachmittag fand vor Mussolini am Kollosseum ein Vorbeimarsch Der 25 000 Alpenjäger statt. Den Abschluß bildete eine Versammlung Der Teilnehmer auf Der Piazza Colonna. Aus aller Wctt. Von der Anklage der Aufreizung zum $ feuerff reif freigesprochen. Vor Der Strafkammer in Güstrow (Mecklenburg) hatte sich der Reichstagsabgeordnete undVor- itzende Des Mecklenburg-Schwerinschen Landbundes, Dr. W e n d h a u s e n (Spotendorf), in vierter Jn- tanz wegen Aufreizung zum Steuerstreik zu verantworten. Dr. Wendhausen hatte die Reichslandbund-Entschließung vom 12. März 1928 in einer Lundbund-Versammlung verlesen. Die Strafkammer Güstrow sprach den Angeklagten wegen Mangel an Beweisen frei: Ersatz der notwendigen Auslagen wurde ihm nicht zugebilligt. — Dr. Wendhausen war in erster Instanz zu 900 Mark Geldstrafe verurteilt. Die zweite Instanz kam zu einem Freispruch, worauf die Obei-staatsanwallschaft Berufung beim Oberlandesgericht in Rostock einlegtc. Das Urteil der Strafkammer wurde vom Oberlandesgericht a u f gehoben und die Strafsache zur nochmaligen Verhandlung an die Vorinstanz zurückverwiesen. Mit diesem Urteil der Strafkammer Güstrow ist das Urteil recht kräftig geworden. 3n einer Gasanstalt tödlich verunglückt. In Rosenberg OS. sind in Der städtischen Gasanstalt bei Der Ausfü hrung von Ausbesserungen in einem Schacht, der an den Gasbehälter angrenzt, zwei Arbeiter durch Die Einwirkung ausströmenDen Gases verunglückt. Die Arbeiter hatten sich trotz aller Warnungen ohne Gasmasken in den Gasbehälter getpagt Der Oie Wetterlage. Hajen Tfitosü o La Coniru Sonntag <3.7. flprf!1929.8• fffäs hinzugerufene Betriebsleiter, der die Arbeiter 1 zu retten versuchte, blieb, trotzdem er sich durch eine Gasmaske schützte, ebenfalls besinnungslos liegen. Feuerwehr und Sanitäter bargen Die Verunglückten. Die Bemühungen, die beiden Arbeiter ins Leben zurückzurufen, blieben erfolglos. Der Betriebsleiter wurde mit schweren Vergiftungserscheinungen in das Hospital geschafft. Mil dem Auto auf den Bürgersteig. Sn Berlin verlor Der Führer einer Kraftdroschke in Der Reuen Königsstratze plötzlich Die Gewalt über seinen Wagen, so Daß dieser über Den Bürgersteig und in das Schaufenster einer F ah r r a d h a n d l un g fuhr. Das Schaufenster und sein ganzer Inhalt wurden zertrümmert. Zwei Frauen, die sich gerade auf Dem Bürgersteig befanden, wurden in das Schaufenster hineingerissen und mutzten schwerverletzt in das Krankenhaus gebracht werden, wo die eine von ihnen, eine 44 Jahre alte Näherin, ihren Verletzungen erlag. Die Insassin der Kraftdroschke erlitt *-einen Unter- schenkelbruch. Der Chauffeur ist unverletzt geblieben. Die Kälie in Italien. Die Blätter bringen zahlreiche Meldungen über die Kältewelle, die auch bis nach Mittelitalien gedrungen ist. So wird berichtet, daß nicht nur in Modena und Ferrara, sondern auch in Faenza, Bologna und Florenz Schneefall ein- getreten ist. Die Züge erlitten starke Ver- s p ä t u n g e n, auch mehrere Telephon- und Tele- graphenlinien in der Appemnengegend wurden zerstört. In Rom erlebte man das seltene Schauspiel, die Höhe des Monte Cavo mit Schnee b e d e ck t zu sehen. Elings ,•$>< Keicht K PA' K. ,®c Jute. Jil r*ni Mundeten EC öet » kaanismus, W empfind Witterung. J Mit gerad blondere ui 2‘ala der ® umD“ bis C leuchtend' prächtige fen Olatut r emen wenn «kürten, st imS. Dessen erfassen m frn Fruhlm, Es ist iu Ein Eisenbahnzug im Schnee stecken geblieben. Ein Eisenbahnzug,, der am Samstag von Biöre, einem am Fuß des Schweizer Jura in 700 Meter Höhe gelegenem Dorf, nach Morges, am Nordufer des Genfer Sees, nicht weit von Lausanne, fahren wollte, blieb in mächtigen S dnytT" ever - wehungen stecken. Die beiden MaWnen des Zuges entgleisten. Irgend welcher Schaden ist aber nicht entstanden. Das Dorf Biere ist von der Umwelt abgeschnitten. Fünf Arbeiter verschüttet. In gürftenberg a. D. Oder waren im Bereich Der Grube Finkenherd fünf Arbeiter mit Dem Graben eines 2ll>flußkanals beschäftigt. Als Der 0-Zug Berlin—Breslau Den geschaffenen itn- terirDischen Gang passierte, stürzte DerStol- len Durch Die Erschütterung in sich zusammen. Die fünf Arbeiter wurden verschüttet. Ein Mann tonnte gerettet werden, während die vier anderen nach mehrstündiger Arbeit nur tot geborgen werden konnten. Dreißig Todesopfer der Stürme in Amerika. Die neuen Stürme im Westen der Vereinigten Staaten, über die bereits kurz berichtet wurde, haben auch in Wisconsin, Nebraska und Iova große Verheerungen angerichtet. Die Zahl der Toten beträgt jetzt schon 30, dürste sich aber noch erhöhen, da vielfach einsam liegende Farmhäuser betroffen worden sind. In Wisconsin allein ist eine Strecke von 15 Meilen von dem Tornado vollständig verwüstet worden. bedingten • "eitS die m ning geM JbsonöerM Hormone, Di Md Aomol ittftra W tui von ebe Verhältnis z feil besteht, ^genannten »j bestimmte heitserscheim Dissenscha -ah insbesoi xit oft eine ton der 1 tritt M seigerte Er frä zu den Lls „Zahnt Icmmt Gel bai gehäu Lchnppensle- ßrühlinghaft innerer Ab Dem Aitc Auftreten al das häufige grüne, die Krcmtzeitsc Nngszeit ft i-nsbefonäm leicht gehört D7 ben QHoi lichen Köche erntritt Wie man dieses wund zeit noch auf Zustumnenhä lengst erahn l>it diesen Di lchrskuren re; Denn man c UM Ader nitieln1* mehr bellen nicht bnrat doch d Azurn Aus ktosswechsels Sorgen wir drs Gefühls- näftge frischt Ngende Ernc bn Köcher bingSIvS vonf Taten Sonnenaufgt Ws Msnt . x v ... VI S 'S Roeryen- 3 O woIWcttos O hener. ® nai» Merkt. ® wolkig, • Gedeckt. • Regen, * Schnee ä Graupeln «b Nebel K Gewit’^r.^windstille. •<>-> sehr (eichte» Ost ^5 massiger Südsüdwest q stürmische* Nordwest Ole Pfeile fliegen mit dem winde. Pie beiden Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mH gleichere eu« r-.eeresniveau umoerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Mit dem Zustrom milder Luftmassen wurde eine stärkere Wolkendecke verursacht, und außerdem hat Temperaturanstieg stattgefunden. In ganz 'Deutschland lagen die heutigen Morgentemperaturen über dem Gefrierpunkt und erreichten stellenweise schon fünf Grad. Der Abzug der nordöstlichen Störung hat keinen stärkeren Einfluß auf die Witterung Deutschlands gewonnen. Im Raume von Island erscheint bereits ein neues Druckfallgcbiet, eine w-'- scntliche Aenderung der Witterung findet jedoch noch nicht statt, zumal wir im Bereich einer Hochdruckbrücke liegen, die sich von Frankreich in nordöstlicher Richtung nach Skandinavien hin erstreckt. Meist wolkiges Wetter, auch stellenweise Nebelbildung, bei mehr ausgeglichenen Temperaturen, bestimmen den Witterungscharakter. Wettervoraussage für Dienstag: Meist wolkiges, auch stellenweise nebliges Wetter mit Neigung zu Niederschlägen, Temperaturen nachts nicht unter Null Grad zurückgehend. Wettervoraussage für Mittwoch: Wechselnd wolkiges Wetter, Fortdauer der Niederschlagsneigung, Temperaturen nachts bei Null Grad. Lufttemperaturen am 7. April: mittags 5 Grad Celsius, abends 5,6 Grad: am 8. April: morgens 5 Grad. Maximum 5,9 Grad, Minimum 0,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. April: abends 1,3 Grad: am 8. April: morgens 3,2 Grad Celsius. — Niederschlag 0,2 mm. — Sonnenschein- Dauer V/3 Stunden. Bjl ftt SS ein wagen, den alle bewundern in Amerika. der Screinigf« et wurde, hab» Jooa grohi Zahl der lolri r noch erhöhe' Mr betrog ist eine etrrfi vollständig vir- el. waren im b Arbeiter m- Ä2 eber Stob Uch zusam- verschüttet n. loähiend dr Arbeit nur tr Intendant Dr. Prasch die Erstaufführung von Georg Kaisers »Öktobertag". Georg Kaisers letztes Werk hat einen ganz großen Erfolg gehabt. Die Uraufführung hinterließ einen sehr starken Eindruck. Hden ist ab« P m bei hier nicht entstanden. ** Prämiierungen von Obstbaum - pflanzen werden auch in diesem Zahre seitens des Landwirtschaftskamrner-Ausschusses veranstaltet. 3n Betracht kommen: 1. Kreis Gießen, Bezirk Lich, mit den Orten: Lich, Rieder- und Ober-Bessingen, Albach, Hattenrod, Birklar, Hausen, Muschenheim und Garbenteich; 2. Kreis Alsfeld, Bezirk Alsfeld-Grebenau: Alsfeld, Leusel, Reibertenrod, Münch-Leusel, Schwabenrod, Bockenrod, Fischbach, Heidelbach, Elbenrod, Eudorf, Eisa, Altenburg, Grebenau, Schwarz, Reimenrod, Wallersdorf, Eulersdorf, Udenhausen, Dieben; 3. Kreis Büdingen, Bezirk Echzell: Ober- und Hnter-Widders- heim, Bisses, Berstadt, Echzell, Bingenheim, Gettenau, Blofeld, Heuchelheim. Leidhecken; 4. Kreis Friedberg, Bezirk Friedberg- Reichelsheim: Staden, Friedberg mit Fauerbach, Assenheim, Stammheim, Ober-Florstadt, Wickstadt. Bruchenbrücken, Ockstadt, Ossenheim, Bieder-Florstadt und Dauernheim. 1896: der Dichter Motor von Scheffel tn Karlsruhe gestorben; — 1925: der Derlagsbuchhandler Fritz Baedeker in Leipzig gestorben. Jubiläumsfeier im Reichsbunö der Kriegsbeschädigten. m geblieben. SvonLiLr. 'n 700 Mets am Normst ufanne, sahrs so kennzeichnet die Presse in Österreich, HolEand und der Schweiz anläßlich der Setzten Automobil-Ausstellungen den MERCEDES-BENZ-ACHTZYLINDER TYP „NURBURG“ • 18/80 FS ®UUtiü ■ ”6 nid,! n Im’" •*” SW * in 5 : Nte Ola Unter, verletzt J Der Haushaltungstarif des Llebeilandwerks Oberheffen. Aus dem südwestlichen Vogelsberg, wird uns geschrieben: Dieser Tage hat das Heberlandwerk Oberhessen seinen neuen Haushaltungstarif zur Kennt-- nis seiner Stromabnehmer gebracht. Wer diesem neuen Tarif in der Hoffnung auf eine fühlbare Erniedrigung der Strompreise entgegengesehen hat, ist schwer enttäuscht worden. Für den Durchschnitt, insbesondere der ländlichen Haushaltungen, würde seine — glücklicherweise nicht verbindliche — Einführung keine Verbilligung, sondern eine Derteuerun g des elektrischen Stromes bedeuten. Für einen ländlichen Haushalt dürften 15 Kilowattstunden Monatsverbrauch schon einen recht hohen Betrag darstellen, der wohl selten erreicht werden wird. Hat eine Anlage mit einem derartig hohen Verbrauch nun 11 bis 20 Brennstellen (und sie wird sie haben, da der Verbrauch, kleinerer Anlagen erfahrungsgemäß wesentlich geringer ist), so stellt sich der Strompreis nach dem neuen Haushaltungstarif wesentlich teurer, als nach dem bisherigen, ebenfalls nicht idealen Tarif. Diese 15 Kilowattstunden kosten bisher einschließlich Grundgebühr 5.75 Mk., nach dem Haushaltungstarif 6.30 Mark. Der Fehler liegt auch hier wieder an der zu hoch fe st gesetzten Grundgebühr. Der im angezogenen Beispiel angenommene Haushalt müßte seinen Verbrauch auf mindestens 20 Kilowatt steigern, wenn er den Strom nur zu demselben Preise erhalten wollte, als bisher. Bei einem Verbrauch von 15 Kilowattstunden im Monat betrüge der wirkliche Preis der Kilowattstunde nach dem bisher allein gültigen Tarif 37,7 Pfennige, während er nach dem Haushalttarif 42 Pfennige kosten würde. Das Heber^landwerk Oberhessen will mit der Einführung der neuen Tarife eine Hebung des Stromverbrauches herbeiführen. Es wird damit jedoch so lange keinen Erfolg haben können, als es durch eine zu hohe Festsetzuim der Grundpreise j e - den Anreiz zum Mehrverbrauch im Keime erstickt. Gewiß ist es richtig, daß eine Erhöhung des Stromverbrauches durch Beschaffung von Heißwasserspeichern, elektrischen Futterdämpfern und ähnlichen Geräten leicht zu erreichen sein wird. Aber diese Geräte sind zu teuer und ihre Einführung in den kapitalarmen Dörfern hat daher noch gute Wege. Ein Anreiz zur Steigerung des reinen Lichtstromverbrauches durch einen entsprechend gestalteten Tarif — der gewiß auch auf die Heizstromverbraucher Rücksicht nehmen könnte — würde Wohl größeren Erfolg bringen! 8. °rke ßet unb Tel- Ib wurden z« ent Sdjaulpit mit SchnÜ ze. — Rheinischer Humor im Llchtsplek- haus, Bahnhofstraße. Seit Samstag und bis einschließlich heute abend steht im Lichtspielhaus. Bahnhofftraße, der rheinische Burleskenkomiker Harry B i e n e n st e i n mit seinem Ensemble tn dem Sketsch „Reserveleutnant Linsemann" als Hauptpunkt auf dem Programm. Es handelt sich dabei na- türlich nicht um eine darstellerische Angelegenheit, deren Inhalt ernst zu nehmen wäre, sondern es dreht sich einfach darum, durch einen einzigen Schreibfehler und durch die Renommisterei des „Kölner Margarinefabrikanten Linsemann" eine ganze Reihe von verzwickten Situationen zu schaffen, die dann mit höchster Aufbietung an rheinischem Humor auf die Bühne zu verpflanzen sind, damit bei den Besuchern die Lach- muskeln ganz gehörig in Bewegung gesetzt werden. Das gelingt Harry Bienenstein in ganz vortrefflicher Weise. Sein „Reserveleutnant", der in Wirklichkeit nur eine Schwindelei ist, dagegen in einem ganz hahnebüchen vorschriftswidrigen Reservisten besteht, ist eine Figur, bei der man Tränen lachen kann; was die komische Darstellung in dieser Hinsicht allein nicht besorgen kann, leistet der urwüchsige Kölner Witz in ausgiebigstem Maße. Wer ber Dienenstein eine Stunde rheinischer Ausgelassenheit und humorvollster Erheiterung sucht, kommt vollauf auf seine Rechnung, da der Hauptdarsteller in seinen Mitspielern gut eingespielte Kräfte besitzt und durch allseitiges routiniertes Zusammenspiel eine flotte Unterhaltungsdarbietung zustande kommt. Lebhafter Beifall dankte dem Ensemble und vor allem Bi e n e n st e i n für die genußreiche Abendunterhaltung. Vor und nach dieser Hauptdarbietung läuft je ein fesselnder Film, dem man auch gerne seine Aufmerksamkeit schenkt. Die Hauskapelle würzt die Stunden in anerkennenswerter Weise mit guter Unterhaltungsmusik. ♦» Auftrieb auf dem Frankfurter Schlachtviehmarkt: 85 Bullen, 310 Ochsen, 529 Kühe, 360 Färsen, 505 Kälber, 41 Schafe, 5190 Schweine. Ävs ber pwvinzialhauptfiadt. Gießen, den 8. April 1929. Krühlingserwachen im Stoffwechsel. Von Dr. med. Gurt Kayser, Äerlin. Wenn in den Zeitungen berichtet wird, daß ib Llnstrumente der Erdbebenwarte dieses oder ZpeS Ortes ein viele tausende von Kilometer «tferntes Erdbeben angezeigt haben, dann über- Itleicht uns ein Gefühl hoher, staunender Bewunderung für die technische Feinheit derartiger Instrumente. Ein Kunstwerk von nicht minder Hoher Präzision ist aber auch der menschliche 3)Ct>er. Wer kennte nicht jene berühmten alten Stute, die schon ein oder mehrere Tage vorher dirch reihende Schmerzen in ihrem kranken oder vrwundeten Bein den nahenden Wetterumschlag --ophezeienl Und wie der alte, gebrechliche, Üe der verwundete, so ist auch der gesunde Organismus, wenn auch in anderem Ausmaße, ipch empfindlicher gegen Klima, Jahreszeit und Witterung. Das zeigt sich mit besonderer Deut- llhkeit gerade im Frühling. Hier reagiert ins- Uondere unser Seelenleben mit der ganzen fltila der Empfindungen vom „himmelhochjauch- yr.l" bis „zu Tode betrübt". Der blaue Himmel, bc leuchtende Sonne, die milde weiche Luft und -iS prächtige Kleid der grünenden und schwellen- H Statur übt auf unseren ganzen Organismus tuen wenn auch wissenschaftlich noch nicht ganz giElätten, so doch ungemein deutlichen Einfluß vS. Dessen Wesensart läßt sich noch am besten rfaffen in der Umstellung unseres Stoffwechsels m Frühling. Ts ist nicht zu verwundern, dah man heutzu- kg« als Ursache dieser Umstellung den durch das Men von Gemüsen und Früchten im Winter dingten Mangel an Vitaminen und andererseits die mit Einsehen der frühlinghaften Witte- nttg gesteigerte Tätigkeit der Drüsen mit innerer Dfonderung und ihrer Stoffwechselprodukte, die ßbitnone, dafür verantwortlich macht. Vitamine unb Hormone beeinflussen die Zusammensetzung mseres Blutes, in dem ein stets gleichbleibendes mb von eben diesen beiden Faktoren reguliertes Verhältnis zwischen Säuren und alkalischem An- kU besteht. Schon die kleinsten Störungen dieses {(genannten „Säure-Basen-Gleichgewichts" führen zu bestimmten krankhaften Zuständen oder Krank- hrifserscheinungen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, ial) insbesondere beim Kleinkind zur Frühjahrs- yit oft eine Verschiebung im Kalkstoffwechsel, der Don der Nebenschilddrüse reguliert wird, eintritt Als Folge hiervon zeigt sich eine ge- fliiflerte Erregbarkeit des Nervensystems, wobei eä zu den bekannten im Volksmunde fälschlich ü!s „Zahnkrämpfe" bezeichneten Kinderkrämpfen bnimt. Gewisse Hautausschläge beim Säugling, la3 gehäufte Auftreten von Gürtelrose und kchuppenflechten wird gleichfalls auf derartige Imhlinghaft gesteigerte Tätigkeit der Drüsen mit innerer Absonderung zurückgeführt. Dem Vitaminmangel wird man vielleicht das Auftreten abnormer Müdigkeit zuschreiben müssen, ia8 häufige Vorkommen von Kopfschmerzen, Mi- gtine, die nervöse Reizbarkeit und viele andere «roncheitserscheinungen, von denen in der Frühlingszeit schwächliche und blutarme Menschen, insbesondere Frauen, oft geplagt werden. Diel- lcicht gehört hierher auch die Beobachtung, dah in den Monaten April bis August beim kind- ridien Körper ein vermehrtes Längenwachstum Die Ortsgruppe Gießen deS Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen feierte am Samstagabend in der Turnhalle das Fest ihres zehnjährigen Bestehens. Das reichhaltige Programm, dessen erster Teil dem Charakter der Veranstaltung besonders an- gepaht war, bot zunächst eine Reihe put zum Vortrag gebrachter Musikstücke, ausgeführt von Mitgliedern unserer Militärkapelle, einen von Frl. Hedwig S t a u b a ch gesprochenen wirkungsvollen Prolog, sowie Liedervorträge des Gesangvereins „Concordia" (tellweise mit Orchester- begleitung), welcher unter Leitung seines Dirigenten Groh sehr gute Leistungen bot. Der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe des Reichsbundes, M. Walldorf, gedachte der jahrelangen aufopfernden Tätigkeit des ernstlich erkrankten Dezirksleiters Benner, begrüßte die erschienenen Vertreter der Behörden, sowie die auswärtigen Kameraden (Dundesvorstandsmit- glied Tauer, Berlin, Gauvorsitzender Seibert, Darmstadt, und Gausekretär D e u s e r, Darmstadt, auherdem die Vertreter der Presse. Er wies ferner auf die in den letzten zehn Jahren von der Organisation im Interesse der Kriegsopfer geleistete Arbeit hin und gab dem Wunsche Ausdruck, dah es bald gelingen möge, den zahlreichen Kriegsopfern eine ausreichende Versorgung zu sichern. Derwaltungsamtmann K e i tz e r übermittelte die Glückwünsche der Stadwerwal- tung, des Kreiswohlfahrtsamtes, sowie des Versorgungsgerichts, unb gab die Versicherung, daß sich die Stadtverwaltung, wie bisher, auch weiterhin für die Belange der Kriegsopfer einsetzen werde. Gauvorsitzender Seibert, Darmstadt, ermahnte die Kriegsopfer, eingedenk des bisher Erreichten, mitzuarbeiten, damit das Ziel: ausreichende Versorgung der Kriegsopfer, erreicht werde. Die Festansprache hielt Bundesvorstands- Mitglied Tauer, Berlin. Er übermittelte zunächst die Grütze und Wünsche des Bundesvorstandes und nahm dann Veranlassung, gelegentlich des zehnjähripen Bestehens der hiesigen Ortsgruppe die bisherige Tätigkeit der Organisation einer eingehenden Betrachtung zu unterziehen. Er schilderte die Gründung des Bundes, die auherordentlichen Schwierigkeiten, welche sich der weiteren Entwicklung zunächst entgegenstellten, erläuterte die Schaffung des Dersorgungsrechts, dessen Reformbedürftigkeit sich alsbald herausstellte, und zeigte die beeinflussende Mitarbeit des Bundes bei der weiteren Gestaltung dieses Zweiges sozialer Fürsorge. Er besprach dann weiter die Aussichten für die Zukunft, erinnerte an die vielen, von den mahgebenden Stellen gemachten Versprechungen und betonte, dah die zahlreichen Kriegsopfer ein Recht auf ausreichende Versorgung hätten. Unter Hinweis auf die von Reichsregierung und Parlament beabsichtigten Sparmahnahmen warnte der Redner vor einem Abbau der Mittel für die Kriegsopfer, besonders auf dem Gebiete der Woh- nungsfürforge, unter Beleuchtung des auch noch bei den Kriegsopfern vorhandenen Wohnungselends. Die Oeffentlichkeit sei teilweise den Kriegsopfern gegenüber falsch eingestellt, ja es habe manchmal den Anschein, als sei man infolge der feit Kriegsende verflossenen langen Zeit etwas abgestumpft. Es sei eine soziale Pflicht, allen durch den Krieg Geschädigten weitgehende HÜse angedechen zu lassen. Der zweite Teil des Programms brachte die Aufführung eines Volksstücks in 4 Aufzügen, „3ägerblut“, bei welcher die darstellenden Mitglieder der Süddeutschen Wanderbühne unter Leitung von Direktor Schlashäuser sehr gute Leistungen boten. Außerdem erfreute Frau Volte vom Bellachinitheater, die über eine sympathische Stimme verfügt, durch den Vortrag mehrerer sehr ansprechender Lieder. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das gottlose Mädchen".— Astoria-Lichtspiele: „Das Feldgericht von Gorlice. — StadttheaterGießen. Aus dem Stadt- theaterburean wird uns geschrieben: Fn dem Gastspiel des Wiener Burgtheaters hat Albert Heine die Spielleitung. Es wirken ferner mit die Damen Rosa Albach Retty, Maria Mayen, die Herren Alb. Heine, Fritz Müller, Emerich Reimers, Otto Schmäle. Zur Aufführung gelangt Lernet-Holenias Lustspiel ,Die Frau in der Wolke". Die Borstelluna findet einmalig statt am Dienstag, 9. April, 20 Uhr. — Am Mittwoch, 10. April, ist unter der Spielleitung von •• Akademische Ehrungen aus Norwegen. Wie uns aus Oslo gemeldet wird, wurden am Samstag bei dem Festakt zur Erinnerung der 100. Wiederkehr des Todestages des norwegischen Mathematikers Nils Hennik Abel u. a. der Gießener Universitätsdrofessor Friedrich Engel und der Marburger Professor Kurt Hensel zu Ehrendoktoren der OSloer Universität ernannt. *• Noch einmal Wintersport. Wie nach den starken Schneefällen der letzten Tage und dem damit verbundenen Frost vorauszusehen war, bot der gestrige Sonntag noch einmal Gelegenheit. in den höheren Lagen unserer heimischen Gebirge den Wintersport auszuüben. Die Schneeverhältnisse waren ganz ausgezeichnet, doch war die Gemeinde der Wintersportler nicht so groß, wie man eigentlich hätte erwarten müssen. Es ist eine nicht alljährlich wiederkehrende Erscheinung, noch mitten im Frühjahr auf Skiern sich auf den Bergeshöhen zu tummeln; aber anscheinend lehnt auch die Mehrzahl der Wintersportler eine solche Extratour des Winters ab. Man will jetzt nichts mehr von der weißen Herrlichkeit sehen, man will Lenzeslust atmen, ersehnt das Grünen und Blühen in der Natur. Hosfent- lich hat der Winter aus seinem gestrigen Mißerfolg die Lehre gezogen und überläßt nunmehr endgültig dem Frühling das Feld. ** D i e Gießener Frühjahrsmesse auf Oswaldsgarten konnte gestern bei verhältnismäßig günstiger Witterung einen guten Anfang verzeichnen. Nachmittags und abends war der Messeplatz stark besucht unb das Interesse des Publikums für die vielfachen Unterhaltungsdarbietungen ständig groß. Hoffentlich bleibt den Schaustellern der Wettergott auch für die folgenden Messetage freundlich gesinnt, damit die auf das Frühjahrsmessegeschäft gesetzten Hoffnungen der Unternehmer in Erfüllung gehen. ** Kellerbrände. Am Samstagabend aegen 9.45 Uhr wurde die Feuerwache nach dem Geschäftshaus Carl Nowack im Seltersweg gerufen, wo aus dem Keller starke Rauchmassen hervordrangen. Die mit Rauchschutzhelmen eingedrungenen Feuerwehrleute fanden in dem Keller Packmaterial und sonstige Abfälle brennend vor. Dank tatkräftigen Vorgehens der Feuerwehr war die Gefahr bald beseitigt. Sachschaden ist nicht entstanden. — In der letzten Nacht gegen 3 Uhr brach in dem Keller des Bäckermeisters Deibel im Neuenweg ebenfalls in Abfällen ein Brand aus, der aber auch durch die schnell herbeigerufene Feuerwehr in halbstündiger Arbeit gelöscht werden konnte. Sachschaden ist auch eintritt. , , Wie man sicht, stehen die Erklärungsversuche dieses wundersamen Geschehens zur Frühlingszeit noch auf sehr schwanken Füßen. Die seelischen Zusammenhänge haben unsere Dichter und Denker lenost erahnt und auch die alte Volksmedizin bat diesen Singen in Gestalt der bekannten Früh- schrskuren rein gefühlsmäßig Rechnung getragen. Denn man auch heute im Frühling nicht mehr ju: Ader läßt" oder den „Blutreinigungs- mitteln“ mehr Wert zugibt, als etwa einem bis- beilen nicht unzweckmäßigen Abführmittel, so kommt doch damit bis zu einem gewissen Grade Las zum Ausdruck, was für die Umstellung des btofswechsels im Frühling von Bedeutung ist. Sorgen wir also durch zarte Rücksichtnahme auf LaS Gefühls- unb Seelenleben, wie durch zweck- riähige frische Gemüse unb frisches Obst bevorzugende Ernährung dafür, daß die Umstellung ton Körper und Seele im Frühling recht reibungslos vonstatten gehe. Daten für Dienstag, 9. April. Sonnenaufgang 5.19 Uhr, Sonnenuntergang 18.45 Uhr. — Mondaufgang 5.31 Uhr, Monduntergang 18.19 Uhr (Neumond).__ t si Seine hohe technische Vollkommenheit wird ebenso gerühmt wie die Eleganz und die W Bequemlichkeit seiner Karosserien » Viele Hunderte von führenden Männern des Wirt- schafts- und Geisteslebens im In- und Ausland fahren heute schon diesen Klassewagen Achtzylindermotor mit neunmal gelagerter Kurbelwelle, Spezialvergaser, Saugrohr- heizung, Luft-, Brennstoff- und doppeltes Ölfilter, Bosch-Dynamo-Zündung, unerhörte Straßenlage und damit höchste Fahrsicherheit, Saugiuft-Servo-Vierradbremse, Bremsbänder ebenfalls mit Servowirkung, hervorragend weiche Federung mit doppelt wirkenden Stoßdämpfern, selbsttätige Zentralschmierung des ganzen Fahr- I H| gestalte nach Mercedes-Benz-Spezial-Patenten, daher unerreicht bequeme Wartung I HMHSSI des Wagens Preis der 6-7sitzigen Pullman-Limousine EJEU2 OOO in vollendeter Ausführung und Ausstattung ■” ■ V v V ■ ab Werte DAIMLER-BENZ A.-S., Verkaufstelle GIESSEN, Bahnhofstraße 90/92 ANZEIGEN für die Tagesnummer des Gießener Anzeigers werden zweckmäßig am Nachmittag vorher aufgegeben. Nach 9 Uhr vormittags kann die Aufnahme der Anzeigen auch in Ausnahmefällen nicht gewährleistet werden! VERLA6 DES 6IESSENER ANZEIGERS 0 L < o, xW; u. T7 t>ä 0 * 3188D 02034 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 10. April, nachmittags 02027 4 Uhr statt 02044 Adolf Schwan und Kinder. Gießen, den 5. April 1929. 2833D 01982 gesucht. 02036 Tüchtiges 3174D Mietgesuche 3178A JO SCHAUFENSTER^ Hildegard Koehler Barbara Koehler Strümpfen, Söckchen, Kniestrümpfen, Schürzen, Wäsche und Schlupfhosen Frau Marie Koehler geb. Koehler Erika Koehler Für den Vorstand: W. Fritzel. 1. Vorsitzender. Sweater, Anzüge, Kleidchen, Pullover, Westen, Jacken Tüchliger FaMcItar 3. Vorstandöwahl 4. Verschiedenes Hindenburg (Oberschlesien) und Gießen (Weserstraße 2), den 6. April 1929. Die Trauerfeier fand statt Im Krankenhause Annasegen zu Blskupitz, die Einäscherung in Breslau am 5. April. Bellersheim, Utphe, Gießen, Gladenbach, Münzenberg, Homberg a. d. Ohm, den 8. April 1929. Die Beerdigung findet Dienstag, 9. April, nachmittags 3x/a Uhr, vom Trauerhause in Bellersheim aus statt. in Gießen sollen in öffentlicher Verdingung vergeben werden: die Außenpuharbetten. Die Bauzeichnungen und Bedingungen liegen in den Geschäftsräumen der Neubauleitung Gießen Landgraf-Philipp-Platz N. 4 während der Dienststunden zur Einsicht aus. Die Verdingungsunterlagen können, soweit der Vorrat reicht, dort bezogen werden. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Anschrift versehen bis Zum öffentlichen Verdingungstermin am 15. April 1929, und zwar für Bau 1 vormittags 12 und Bau 2 vormittags 1214 Ahr an die Neubauleitung Gießen, Landgraf-Philipp-Platz, einzusenden. Gießen, den 5. April 1929. Neubauleilung der Baugruppe des Landesfinanzamls. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Wege herzlichen Dank. n ai*. t. a g , dem der Kolonialwaren-, ? S-/3 ilbr, tm „Vavr. I Kaffee- oder Ko,IN- , Babnbositraße. 131860 tülenbranchc s.soiort Deutsctmalionaler Hin Wüllen-Verband Orlegrappe 6leflen. I Angeb.unt.3l21l)an den Gieß. Anzeiger. Tierschutzverein Gietzen General-Versammlung am 15. Avril 1929,20'/« Ubr, im Kaufmännischen VereiuShauS. Nordanl. 15 Tagesordnung: 1. Erstattung des Jahresberichtes für 1928 2. Vorlage der Rechnung und Entlastung des Rechners Brandplats (ALTES SCHLOSS) * Statt besonderer Anzeige. Am Ostersonnntag früh 9Vt Uhr wurde mein Heber, guter Mann, unser Heber Vater, Bruder und Onkel, der Dr.med.GeorgKoehler Im Alter von 59 Jahren von seinem langen, schweren Leiden erlöst. In tiefer Trauer: Magda Koehler geb. Bruddsch Magdalene Koehler Danksagung. Für die uns bei dem üinscheiden meines lieben Gatten, unseres treusorgenden Vaters, Schwiegervaters und Großvaters Herrn Ludwig Menges IX. Sjj* gewordene herzliche Teilnahme, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, die zahlreichen Kranzspenden und den vereinen sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Großen-Linden, den 6. April 1929. Todes-Anzeige. Samstagnachmittag 2.30 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Fran Maria Wagner Wwe. geh. Muhl im Alter von 68 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Wagner Familie Karl Wilhelm Weigand Familie Friedrich Zörb. Großen-Linden, Rückersdorf bei Nürnberg, 6. April 1929. Die Beerdigung findet in Großen-Linden am Dienstag, 9. April, nachmittags 3.30 Uhr, vom Trauerhause, Bahnhofstraße 10, aus statt. ............................................................................................. Gute Qualitäten! Aeußerste Preise! hfiiniiiifHiii.rnmuimiiiimi.iiiHiihiiiiniiiiiiihiiimmiiiiiiiiimiiirrnniiiiuiiiiiriiiiiimihiirm Todes-Anzeige. Am 7. April verschied sanft und unerwartet unsere hebe Mutter,Großmutter,Urgroßmutter, Schwester und Tante Fran Hannthen Wetterhahn geh. Stern im 86. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen. Ä WLz Ä» Frankfurter Straße Statt jeder besonderen Mitteilung. Heute vormittag gegen 6 Uhr verstarb nach schwerem mit Geduld ertragenen Leiden unser guter Sohn, Neffe u. Vetter Karl Köhler im 37. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Jakob Köhler. Eberstadt, den 8. April 1929. Äiifilcrs Ferner reichhaltiges Lager in: Tünder- 1MölMrik m.BRÜCK INH. TH. WEINEST m einfachster bis feinster Ausführung Teppicher Dekorationen Bequeme i_TeiPjahlungr Freiherrlich Riedeselsches Mevier Oberwald. Nutzholzversteigerung Dienstag, den 16. April 1929, werden von ftuf) 10 Uhr ab im Schaserschen Saale zu Eingelrod aus den Distrikten Münchenhain (Siedlungsbetrieb), Unt. herrnhaag, Dörner, Breitetnefch, Lochwald u.a. vcrstei- ße2: nn 3182V BuAe: 33 Abschnitte mit 2,86 fm 3., 23,21 fm 4. und 11,15 lm 5.Kl.: 12 Derb- ftongen 1. bis 3. Kl. und 78 rm Nutzscheit und Nutzrollen. Esche: 29 Abschnitte mit 4,97 fm 2., 5,64 fri 3., 135 fm 4. Kl. 21 Derbstangen 1. und 2. Kl. und 7 rm Nutzrollen. Ahorn: 37 Abschnitte mit 4,57 fm 2. 10,34 fm 3., 2,34 fm 4 2,59 fm 5. Kl. und 1 rm Nutzrollen. Eiche: 69 Abschnitte mit 0,13 fm 1., 10,69 fm 2., 22,75 fm 3. 13,03 fm 4., 0,92 fm 5. Kl. und 2,5 rm Nutzscheit und Rollen. Ulme: 1 Abschnitt mit 0,25 fm 2. Kl. Linde: 2 Abschnitte mit 2,59 fm 4. Kl. Hainbuche: 2 Abschnitte mit D,42 fm 2. und 0,44 fm 3. Kl. Roßkastanie: 5 Abschnitte mit 0,73 fm 2. und 1,56 fm 3.ÄL siirschbaum: 1 Abschnitt mit 0,21 fm Z-Kl. Schwarzpappel: 4 Abschnitte mit 3,26 fm 4. und 0,71 fm 5. Kl. Fichte: 96 Derbstangen 1. bis 3. Kl. Lärche: 16 Stamme mit 0,25 fm Id-, 0,92 fm 2a= 1,41 fm 2-b, 6,77 fm 3a=, 7,33 fm 3b-, 4,68 fm 4a=StL, 13 Abschnitte (Schnittholz) mit 3,15 fm 3b-, 5,28 fm 4b-, 1213 fm 5.ÄL weißtanne: 2 Abschnitte mit 1,03 fm 2b- und 0,99 fm 3a-Kl. es wird gebeten, das Holz vorher zu besichtigen, da nachträgliche Einwendungen nicht berücksichtigt werden können. Nähere Auskunft durch die freiheitlichen Revierbeamten und durch die Unterzeichnete Engelrod (Obcrh.), den 4. April 1929. Areiherrlich Riedeselfche Revierverwallung 2-3 möbl. Zimmer NN kinderloses gebildetes Ehepaar in unbew.Etageabl.od. 15. Mai für 5 Mo- nate abzugeben. Schritt!. Angebote unter 3191D an den Gieß. Anz. erbeten. Zwei große Räume mit elektr. Licht- u. Kraftanlage und Wasser, zusammen oder geteilt sofort »u vernueien. Schristl. Angeb. unter 31500 a. d. Gießen. Anzeig. Zur Kundeowerbung für erstkl. Bilbeler Mineralwasser abgebauter Beamter oder sonstwie ver- traucnsw. Person gegen Provision gesucht. Schristl. Angebote unter 02030 an den Gieß. Anz. Junger kräftiger Mann für Bureau u. Lager gesucht. Schriftliche Bewerbungen mit Angabe der bisherigen Tätigkeit u. 02032 an den Gieß. Anzeiger erbeten. taals-taiüloßg mit Vortrag des Herrn I •••••••••••• »r. Jabn, Berlin 8 llW. kksttlllsslge Student sucht nahe der Universität rwWMWUleMmr^--,^ (Herren- und Schlafzimmer) mögl. separat gelegen. Schriftliche Angebote mit Preis-1 gesucht 01989 ongabe unt. 3175V an den Gieß. Anzeiger.1 Müblttraße 34 1. ■ A. Krenzer , Fahrradhandlung, , Neparaturwerknatt, ^rankiurter Sir. 82, Gewandte 1 Stenotypistin (feine Aniängerin» für hiesiges Engrosgeschäft sofort ges. , Schristl. Angeb. unt. 02038 a. d. Gieß. Anz. (Stellengesuche] Fs. kalb. Mädchen sucht Stelle in gutem Hause, wo eS das .Kochen noch erlernen kann. ES besitzt Kenntnisse in Kinderpflege, Nähen ii. feineren Handarb. ganulienanschl.nicht edingiing. aber direkt in Gießen muß es sein. Schr.Ang.n. 3197UC. d. Gieß. An». Fäulein,19 Alten-Dused, 6. April. Am zweiten Osterfeiertag fand hier die Konfirmation der Kinder unseres Kirchspiels statt. Es wurden 23 Knaben und 11 Mädchen von Alten-Dused und 6 Knaben von Trohe konfirmiert. Die Feier wurde verschönt durch einige Lieder, die von den Kindern unter Leitung von Lehrer Ranft vorgetragen wurden. Das Gotteshaus war, wie alljährlich, durch die sehr zahlreich erschienene Gemeinde bis zum letzten Platze gefüllt. T Treis a. Lda., 7. April. Gestern besichtigte Kirchenmaler D e 11 e - Rieder-Rarnstadt die hiesige Kirche, um bei dem beabsichtigten Znnenanstrich der Kirche die passenden Farben anzugeben, und fand dabei an den Wänden, wie im Kreuzgewölbe des Chores unter dem alten Anstrich zahlreiche Spuren alter Malereien. Leider ist es der Gemeinde finanziell zur Zeit nicht möglich, die Malereien wiederherstellen und das Gestühl der Kirche entsprechend ausmalen zu lassen. Die Kirche erhält nun einen freundlichen, die spätere Erneuerung bereits berücksichtigenden Farbton, der von den hiesigen Weihbindermeistern verständnisvoll ausgeführt wird. — Bei der heute vorgenommenen Bürgermeisterwahl siegte Maurermeister Konrad Michel II. mit 16 Stimmen Mehrheit. — Heute abend veranstalteten drei Schüler des Franffurter Konservatoriums, Heinrich Grau (Dioline und Klarinette) von hier, Albert Krämer (Klavier) und Fritjof Lorenz (Diolencello), Frankfurt a. M., in Wills Saal dahier einen Konzertabend. Es wurde nur klassische Musik von Beethoven, Händel, Mozart u. a. zu Gehör gebracht. Der Dortrag zeugte von vorzüglicher Schulung und Auffassung. + Grünberg, 7. April. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde u. a. über folgendes verhandelt. Das Markt st andgeld wird neu festgesetzt: zum Teil bleibt es bei den bisherigen Sätzen: 40 Pf. für Pferde, 20 Pf. für Ochsen, Kühe, Rinder und Schweine, 10 Pfennig für einen Quadratmeter eines nicht überbauten Standes: 15 Pfennig für einen Quadratmeter eines überbauten Standes: dagegen wird bei Ferkeln der alte Satz von 10 Pfennig mit Stimmenmehrheit auf das Doppelte erhöht. Neu erscheint der Satz von 10 Mk. für Autos, von denen aus der Verkauf von Schokolade u. dgl. Sachen betrieben wird. — Von den neun Prozessen der Stadt, in die seiner Zeit Bürgermeister Jockel eingetreten war, ohne vorher die Genehmigung des Gemeinderats einzuholen, sind am 26. Marz zwei durch Vergleich beendigt worden. Don allgemeinem Interesse ist hiervon besonders der Prozeß mit einem Frankfutter Schokoladenhändler, der gelegentlich des letzten Gallusmarktes mit einem Auto zum Schokoladeoerkauf auf dem Markte war. Der Bürgermeister hatte diesem Händler, nachdem er vorher schon ein Standgeld von 2 Mk. an den Marktmeister entrichtet hatte, ein erhöhtes Standgeld von 10 Mk. abgefordert und wegen Nichtbezahlung den Wandergewerbeschein eingezogen. Für die Einbehaltung seines Wanderaewerbescheines durch den Bürgermeister hatte der Händler wegen dadurch bedingter Nichtausübung seines Gewerbes eine größere Schadenersatzforderung gegen die Stadt eingeklagt. Durch Vergleich verpflichtet sich die Stadt, ihm 200 Mk. Schadenersatz zu leister*, ebenso trägt die Stadt die Kosten des Verfahrens. Mit Stimmenmehrheit werden beide Vergleiche gutgeheißen. Zwei weitere Prozesse zwischen Stadt und Baugeschäft K. B o ck sind zuungunsten der Stadt entschieden worden. Sie betrafen Forderungen der betr. Firma für geleistet«! Mehrarbeiten bei übertragenen Arbeiten, die von der Baubehörde als gerechtfertigt anerkannt waren, aber von Bürgermeister Jockel besttttten und nicht zur Auszahlung angewiesen wurden. In beiben Fällen, im ersteren handelt es sich etwa um 150 Mk> im letzteren etwa um 450 Mk., ist die Stadt zur Zahlung der Beträge nebst 8 v. H. Zinsen vom 1. Januar 1928 an, sowie Tragung der Kosten ver- urteilt worden. Der Gemeinderat nimmt Kenntnis davon und beschließt, keine Berufung einzulegen. — Ein 2113 Quadratmeter großes Gelände stück am Tannenkopf soll zum Preis von 220Mk. erworben werden und zum Waldverband genommen werden, da es direkt an diesen grenzt. Das zur Durchführung der Garten st raße bis zur Schulstraße benötigte S t ra ß e n g elä n d e (es kommen etwa 1200 Quadratmeter in Betracht), soll angekauft werden zum Preise von 1,50 Mk. pro Quadratmeter. — Die beiden Bauunternehmer Dock (Grünberg) und Jäger (Queckborn) bitten um Abgabe von Gelände zur Errichtung von zweiReichsbeamtenwohnhäusern. Beide Häuser sollten im vergangenen Jahre seitens der Stadt errichtet werden, und diese hatte zu dem Zwecke bereits ein Grundstück an der geplanten Diebsturmstraße erworben. Die Sache zerschlug sid) aber damals. Der Gemeinderat ist nun bereit, den beiden Gesuchstellern dieses Grundstück für den genannten Zweck zum Selbstkostenpreis zu überlassen. — Ein Baugesuch des Gewerbelehrers K r ö h l e an eine projektierte, aber noch nicht aufgeschlossene Straße wird abgelehnt. Eine in ursächlichem Zusammenhang mit diesem Baugesuch stehende Eingabe der M i 11 e l st a n d s - B e r e i n i g u n g bittet um Aufhebung einiger vorgesehener Straßen im Heegviettel, da deren Ausbau bei nur vereinzelt kommenden Neubauten die Stadtkasse stark belasten würde, während anderseits das Geld viel nötmer zur Instandsetzung der teilweise in schlechtem Zustande befindlichen übrigen Straßenzüge zu verwenden wäre. Das Gesuch wird einstweilen zurück- gestellt, man ist aber der Meinung, vorerst die geplanten Straßen zwar nicht aufzuheben, aber deren Ausbau auch nicht in Angriff zu nehmen. — Den Schluß der Sitzung bildet die e i n st i m m i g e Annahme eines Antrages des Gemeinderates Schmidt, die Behörde zu bitten, das gegen den feit Anfang d. I. seines Amtes enthobenen Bürgermeister Jäckel schwebende Verfahren bald zur Entscheidung zu bringen. Kreis Schotten. JL Glashütten, 5. April. Zm Saale des Gastwirts Gußmann fand durch Missionar L a u f von der Baseler Mission eine Dorführung des großen Zndienfilms „Don Heiligtum zu Heiligtum" statt. Der Film hatte sich eines guten Besuches zu erfreuen, er hat allgemein den Beifall der Besucher gefunden. Einen überaus starken Besuch wies auch ein Lich tbildervor- t r a g über die Oberammergauer Pas- sionsspiele in der Schule auf. Der Besuch war am ersten Abend so stark, daß erst ein zweiter Abend es möglich machte, allen Erschienenen die in jeder Hinsicht schönen Bilder zu zeigen. — Die Vorstände der hiesigen Vereine waren dieser Tage in der Wirtschaft Reinemer versammelt, um der Frage der Crbauungeines Denkmals für die Gefallenen näherzutreten. Cs wurde beschlossen, die Mittel hierzu durch eine Haussammlung aufzubringen. Mit den nötigen Vorarbeiten wurde ein Ausschuß beauftragt, dem folgende Herren angehören: Bürgermeister Dinges, Lehrer Zudersleben. Lehrer Sehmer, Karl Müller, Heinrich D o r g n e r . Otto Söller, Ludwig Ott und Ehrhard Dock. JL Oberlais, 5. April. An Ostern fand die Konfirmation der diesjährigen Konfirmanden in der Kirche zu Llnterlais statt. Es war wieder eine sehr stattliche Anzahl Konfirmanden: in Oberlais 17, in Glashütten 11. Kurz vor Schluß des Konfirmandenunterrichtes unternahmen die Kinder den üblichen Ausflug, der diesmal die Konfirmanden unter der Führung des Ortsgeistlichen nach Marburg und Gießen führte. Zn Zukunft wird in unserem Kirchspiel auch dis Aufnahme der ABC-Schützen in die Schule durch einen Gottesdienst in der Kirche gefeiert. Damit wird eine alte Sitte früherer Zeit wieder neu eingeführt. — Zn sehr rüstigem Alter beging hier der Landwirt K o n - rad Franz seinen 8 0. Geburtstag. Gr ist in seinem Beruf noch vollauf tätig. Starkenburg. WSR. Schriesheim a. d. D., 6. April. Hier erstickten in der vergangenen Rächt zwei Kinder im Alter von zwei und vier Zähren, Sohn und Tochter des Malermeisters Willi Thoma. Die Kinder waren erkrankt und wurden deshalb mit ihrem Bett in die wärmere Küche gestellt. Dort fiel aber während der Rächt Glut aus dem Ofen, und der sich entwickelnde Rauch tötete die beiden Kinder. Sachen benutzt werden. Laden in Gießen FÄRBEREI BEDEUTENDSTE CHEM.REINIGUNGSWERKE IN SUDDEUTSCHLAND ten konnte. Zwei Frauen und ein Stunden dauern. un Aus aller Welk. Die Pläne des „Graf Zeppelin. Kind kamen In den Flammen um. Ein Landwirt erlitt lebensgefährliche Brandwunden, ein zweiter wurde infolge der großen Aufregung durch einen Herzschlag getötet. wölkung im Gebirae es Städten Oefterreii zurückgegangen, Steuerpflichtigen in geblieben ist. QDte Rheinhessen. Vennögensrückgarrg in Main- infolge der Besatzung. (WSR.) Wainz, 6. April. Aach einer D e r - Mögensstatistik lebten in Mainz vor dem Einzug der Besatzung etwa sieben Millionäre. 2m Laufe der ersten Desatzungsjahre bis zum Abschluß deS Ruhrkampfes ist diese Zahl auf einen zusammengeschrumpft. Auch dieser eine Millionär ist infolge der Rückwirkungen deS Ruhrkampfes auS Mainz verschwunden. DaS Gesamtvermögen ist infolge der der Hauptsache groß bei den nichtnatürlichen auch bei den natur» naten verurteilt. Zwei Angeklagte wurden freigesprochen. Ein Automobil vom Personenzug überrannt. WSN. Darmstadt. 7-April. Am heutigen Sonntagabend gegen 8 Uhr wurde auf dem Ueber- gang der kreisstrahe bei Babenhausen an der Strecke Hanau — Eberbach ein Personenkraftwagen von einem Personenzug überfahren. Zwei Insassen wurden getötet. drei verletzt. wie wir weiter erfahren, handelt es fich bei den Schwerverletzten um den Heinrich Hauck aus Schaafheim (kreis Dieburg), sowie dessen Frau und Kind. Getötet wurden dessen Sohn Fritz und Kind. Hauck, der mit seiner Familie von einer Beerdigung in Dieburg kam, sauste in den ebensalls in voller Fahrt beslud- lichen Zug hinein. Ls ist vollkommen un- verständlich, wie Hauck, der an der übersichtlichen Stelle den Zug unbedingt hätte sehen mästen, mitten in diesen hineinfuhr. Die Frage, in welchem Zustand fich die Schranke im Augen- blick des Unglücks befand, ist Gegenstand einer Un- terfuchung. Es wird jedoch angenommen, daß fie nicht geschlossen war. da sie keinerlei Spuren von Beschädigungen aufweist. 5 Tote. Mainz. 8.April. (DTV. Funkspruch.) Me die Reichsbahndirektton Mainz mitleilt, find die drei beim Zusammenstoß de» Personenauto« mit dem Eisenbahnzug bei Babenhausen verletzten Personen Heinrich Hauck au» Schaafheim bei Dieburg und besten Frau und Ki n d inzwischen ebenfalls gestorben. Die Zahl der bei diesem Unglück ums Leben Gekommenen erhöht sich somit aus fünf. Ueber die Ursache de» Unfalles konnte Nähere» noch nicht festgestellt werden. ii mit dem wird Ihr neiipOal Haar am schönsten! Harry Domela 'ieder verhaftet. Der Hochstapler Harry Domela ist wieder verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hatte einen Haftbefehl gegen ihn erlassen. Domela hat in Hamburg mehrere Kreditschwinde- leien begangen. Studlenbeihilfen für Berliner Abiturienten. Die Stadt Berlin hat in Erkenntnis der großen Schwierigkeiten, mit denen ein erheblicher Teil der Studierenden zu kämpfen hat. mit der Gewährung von Studienbeihilfen eine Neueinrich- tung geschaffen. Die Beihilfe wird ehemaligen Abiturienten z u r w i s s e n s ch a f t l i ch e n A u s» bild un g an einer Universität. Hochschule oder Akademie gewährt, wenn ihre ungünstige wirt- schastliche Lage eine Llnterstühung durch die Stadt rechtfertigt und sie ihrer ganzen Persönlichkeit nach hierfür geeignet erscheinen. Borzugsweise werden Abiturienten der städtischen höheren Lehranstalten berücksichtigt, und zwar in der Regel solche, deren Ausbildung i n Berlin erfolgt, so weit nicht durch die Art der Ausbildung ein anderer Ort bedingt ist. Die Höhe der Beihilfe beträgt in der Regel 600 Mark jährlich. Schwere» Braudunglück in einem ungarischen Dorfe. In der Gemeinde Kotholy entstand in einer Scheune ein Brand, der auf das danebenstehende Haus Übergriff, in dem drei Familien wohnten. Das Feuer breitete sich so rasch aus, daß sich ein Teil der Hausbewohner nicht mehr ret- Defatzungsschwierigkeiten seit 1923 wesentlich obwohl die Zahl der Steuerpflichtigen ist licheu Steuerpflichtigen das Gesamtvermögen wesentlich gesunken. Letzteres betrug vor Einzug der Besatzung 172 Millionen Mark, mit Abschluß deS Ruhrkampfes nur noch 157 Mill. Mk. und heute nur noch 135 Mill. Mk. Preußen. Das Frankfurter ^Haus der Jugend." (WSR.) F r a n k f u r t a. M.. 6. April. Trotzdem eS dem Verein .Haus der Iugend" bislang noch nicht gelungen ist. die volle Bausumme für die projektierte Erstellung des Hauses der Jugend aufzubringen, sind jedoch die für di« Ausführung eines größeren TeilprojektS erforderlichen Mittet gesichert, nachdem der in Aussicht gestellte städtische Zuschußbetrag von 100 000 Mk. bewilligt worden ist. Das erste Teil- Projekt des Hauses der Jugend, das auf einem Grundstück an der Hundswiese errichtet und zunächst im Rahmen der vorhandenen Mittel auS- gefüyrt werden soll, wird eine Iugendher- berge mit 238 Betten für Knaben und 90 Betten für Mädchen, zwei TageSaufenthalts- räume, einen Speise)aal für 256 Personen, eine Empfangshalle. Wasch- und Toiletteanlagen, Bäder und Brausen enthalten. Ferner sind Iu- gendheime für die ortsansässige Iugend vorgesehen. bestehend auS einem Vortragssaal mit Bestuhlung für 653 Personen mit Knterteilungs- möglichkeit in zwei mittelgroße Vortragsräume. 12 Gruppenzimmern verschiedener Größe und Toiletten- and Waschanlagen. Die Ausgaben für den ersten Bauabschnitt belaufen sich auf insgesamt 669 270 Mk. Für den zweiten Bauabschnitt sind weitere 20 Räume vorgesehen, die der örtlichen Jugendbewegung als Jugendheime zugewiesen werden sollen, so daß dann die Detten- zahl der Jugendherberge, die bis zum vollständigen Ausbau auch Räume für die Iugendheime abgeben muß, auf 530 erhöht werden kann. Unfall -es Kunstfliegers Fieseler. Rundfunkprogramm. Dienstag. 9.2lpriL 6.30: Morgengymnastik. 13.30: Schallplatten- Konzert: Buntes Programm. 15.05 bis 15,35: Stunde der Iugend: Die schöne Umgebung von Franffurt a. M. bzw. Kassel: Wanderungen und Ausflüge in Ratur, Kunst. Geschichte und Sage. Für Kinder vom 10. Iahre ab. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst. 16,35 bis 18,05: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18,10 bis 18,30: Lesestunde. 18,30 bis 18,55: Don Kassel: Vortrag. 18,55 bis 19,15: Von Kassel: Vortrag. 19,15 bis 19,35: «Die Gretchentragödie bis zur Llmkehr Fausts" (Goethes Faust I), Vortrag von Pfarrer Taesler. 19,35 bis 19,55: Funkhochschule: «Die sexuelle Aufklärung der Iugend". Vortrag von Stadtärztin Dr. Tasche. 19,55 bis 20,15: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 60 Silben aufwärts). 20,15: «Darmstadt", ein Querschnitt. Mittwoch, 10. April. 6,30: Morgengymnastik. 12,45 bis 13,15: Boni Ostpark: Schulfunk. Gegenwartsstunde, vorgetragen von Mittelschullehrer H. Stridde: Heber- tragung aus dem Schulgarten im Ostpark: »Frühling und Werden". 13,15: Schallplatten-Konzert: Eine Stunde Kabarett. 15,05 bis 15,35: Stunde der Iugend: Aus dem Buch der Sage und Geschichte, Dorgetragen von Rektor Wehrhan: «Der mannhafte Bürgermeister von Rothenburg', für Kinder vom 10. Iahre ab. 15,55 bis 16,05: HauS- frauendienst. 16,35 bis 18,05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters: Rumänische Musik. 18,10 bis 18,30: Bücher stunde. Philosophische Bücher. 18,40 bis 18,50: Französische Literaturproben. 18,50 bis 19,15: Französischer Sprachunterricht. 19,15 bis 19,30: Senckenbcrg- Biertelstunde. »Elektrische Organe", Dortrag von Dr T. Edinger. 19,30: Dom Staatstheater Kassel: «Don Pasquale", komische Oper in zwei Akten von Gaetano Donizetti. Anschließend: »Amerika , ein Dreigespräch von Dr. Alfons Paquet, W. v. Dewall, Dr. Paul Laven. Donnerstag, 11. April. 6.30: Morgengymnastik. 12.30: Schallplattenkonzert: Buntes Programm. 15.05 bis 15.35: Stunde der Iugend: Rachdenkliche und fröhliche Tiermärchen, vorgetragen von Ilse Helene Roett- gen. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.35 bis 18.05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters: Reue Tanzmusik. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.50: Don Kassel. 18.55 bis 19.05: Englische Literaturproben. 19.05 bis 19.30: Englischer Sprachunterricht. 20: Don der Liederhalle Stuttgart: Oesterreichischer Abend. Sinfonie und Tanz. Anschließend: Alte Kammermusik. WSD. Kassel, 6. April. Als heute nachmittag gegen 3 Uhr der bekannte Kunstflieger Gerhard Fieseler zu einem Uebungsflug in Begleitung des Konstrukteurs der Maschrne, deS Ingenieurs Dauer, gestartet war, flog er gewohnheitsmäßig ziemlich tief am Boden. Bei einem sehr scharfen Herumreißen der Maschrne in die Kurve berührte daS Flugzeug den Boden und wurde dabei völlig zerstört. Fieseler. der mit dem rechten Fuß im Seitensteuerpedal hängengeblieben war, brach den rechten Fuß und erlitt einen Bluterguß. Der vorn sitzende Mitflieger blieb unversehrt. Fieseler wurde ins Krankenhaus gebracht; er wird etwa vier Wochen ans Bett gefesselt fein. Besteuerung ausgezahlter Feuerversicherungssummen. Der ReichSfinanzhos hat am 23. Januar 1929 ein Urteil (VIA 1661/28) gefällt, das für alle diejenigen, welche vom Drandunglück heimgesucht werden, von hoher Bedeutung ist. In seiner Entscheidung spricht der Reichsfinanzhof klar aus, daß er eine auf Grund ausgezahlter Feuerversicherungsfummen hervor- gerufene Steigerung der Bilanzwerte für einen einkommenSsteuer- pflichtigen Borgang hält. Er lehnt eS ab, für diesen Fall die Anwendung eines ermäßigten Steuersatzes zuzulassen, da die BorauS- sehungen deS § 58 des Einkommensteuergesetzes nicht vorlägen. Dieser Entscheid entspricht wohl der gegentoar- tigen Rechtslage, aber der Deutsche Jndustrie- und Handelstag hat bereit« in einer Eingabe an den Reichsfinanzminister vom 23. Ianuar 1929, bevor er Kenntnis von obigem Entscheid haben konnte, aus Grund ähnlicher Urteile auf das Bedenkliche einer solchen Rechtslage hin- gewiesen, die für den vom Drandf all Betroffenen schweren Schaden, wenn nicht gar den Ruin seiner wirtschaftlichen Existenz herbeiführen kann. Die Praxis der Steizer- behörden geht nämlich von folgender Anschauung aus, der auch der Reichsfinanzhof in einem Urteil vom 20. März 1928 Ausdruck verliehen hat: »Wenn ein Schadenfeuer ein auf wenige Mark abgeschriebenes Haus zerstört und dadurch dem Kaufmann ein Anspruch auf eine hohe Der- sicherungssumme erwächst, so ist dieser Anspruch zu bilanzieren, so daß gegebenenfalls ein Buch- gewinn entsteht." . Wie das wirkt, möge folgendes Beispiel zeigen: Der Herstellungs- und Katasterwert des Geschäftshauses eines Einzelkaufmannes betrage 800 000 Mk. Der Bermögenssteuerwert, zu dem das Grundstück in die Goldmarkeröffnungsbilanz 1924 eingesetzt werden mußte, ist 70 Prozent davon gleich 560 000 Mk. Für die Reuwertversicherung sind heute erfahrungsgemäß und nach Gutachten der Feuerversicherungsgesellschaften 200 Prozent des Borkriegsgestehungs- preises einzufetzen. Das Gebäude muß also mit 1 600 000 Mk. versichert werden. Bei einem vollständigen Brandschaden ergibt fich nun gegen den Vermögenssteuerwert von 560 000 Mk. ein buchmäßiger Gewinn von 1 040 000 Wk. Davon sind nach den geltenden Steuergefetzen 40 Prozent Einkommensteuer gleich 416 000 Mk. und bei einem durchschnittlichen Gewerbesteuerzuschlag von 500 Prozent weitere 104 000 Mk., also övsammen 520 000 Mk. Steuern zu zahlen. Dieser Betrag würde an den erforderlichen Baukosten fehlen und unter den heutigen Berhältnissen auch kaum aufgebracht werden können. . Der Steuerausschuh des Deutschen Industne- und Handelstages machte daher dem Reichsfinanzminister den Vorschlag, daß die auf Grund einer Feuerversicherung ausgezahlten Betrage ganz einkommen - und körpers ch a f t s - steuerfrei bleiben müßten, wenn fie zur Eine polnische Falschmünzerbande vor Gericht. WSR. Fulda, 6. April. Mitte vorigen JahreS wurden in Fulda und in den benachbarten Ortschaften fortgesetzt falsche Geldstücke im Werte von 1, 2, 3 und 5 Maitt art- gehalten. Von der Münzdirektwn m Berlin wurde festgestellt, daß jedes dieser falschen Geld» stücke die gleichen Fälschungsrnerkmale aufivies und daß diese Merkmale nur an den in Fulda und seiner Umgebung aufgegriffenen Stücken vor- famen. Schließlich gelang es, die Falscher- b a n d e in Gestalt p o l n i s ch e r L a n d a r b e i- ter auf der preuhifchen Domäne Ziehers festzunehmen. Die Fälscher standen gestern vor der kleinen Strafkammer. Als Hersteller der Falfchstücke war der 29jährige landwirtschaftliche Arbeiter Stanislaus Czuprinfki aus Warschau angeklagt. Als Mittäter und Verbreiter der Falschstücke standen vor Gericht der 22jährige Kraftwagenführer Eduard Pta leck auS Bremen und sechs polnische Landarbeiter bzw. Landarbeiterinnen. In der Verhandlung, die unter Ausschluß der Zuhörerschaft stattfand, wurde festgestellt, daß der Haupttäter mit zwei Helfern längere Zeit hindurch größere Mengen falschen Geldes hergestellt hatte, das er durch die Mitangeklagten in den Verkehr bringen ließ, bzw. zu bringen versuchte. C z u P r i n f k i wurde unter Einrechnung einer vorn Amtsgericht Fulda verhängten Gefängnisstrafe zu d to e i 3 a p r e n drei Monaten Zuchthaus, fünf 2ah^n Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht, weitere fünf Angeklagte wurden zu ® ej an g- Heber die im Laufe dieses Jahres geplanten weiteren Fahrten des „Gras Zeppelin" erfahren wir vom Luftschiffbau, daß etwa am 22. April die zweite Mittelmeersahrt effolgt, die unge- fahr zweieinhalb Tage dauern soll Sie wird in das westliche Mittelmeerbecken führen. Etwa Anfang Mai wird dann anschließend eine Fahrt nach Wien ausgesühtt werden und — soweit die Be- ~ ' rge es zuläßt — auch nach anderen ims. Die Fahrt wird etwa zwölf Etwa Mitte Mai soll ihr die erste Amerikafahrt dieses Jahres, für die nur ein Aufenthalt von etwa drei Tagen in den Vereinigten Staaten vorgesehen ist, folgen. Anfang bis Mitte Juni soll eine weitere Amenkafahrt durchgeführt Jreifag, 12. April. 6.30: Morgengymnastik. 12.15: Schallplattenkonzert: Neuestes. 15.05 bis 15.35: Stunde der Iugend: Aus der Technik des Alltags, vorgetragen von Studienrat Dr. G. Glage: „Sichtbare und unsichtbare Boten II“. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst. 16.35 bis 17.45: Hausfrauen- Rachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Haus- frauen-Verein. 17.45 bis 18: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.40 bis 19: „Der Arbeitersama- riter", Vortrag von Kreisleiter V. Kreckel, Offenbach. 19 bis 19.20: Zwanzig Minuten Umschau in Wissenschaft und Technik. 19.20 bis 19.30: Film-Wochenschau. 19.30 bis 20.15: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 20.15: Von Köln (nach Stuttgart): „Der Arzt am Scheidewege". Komödie von Dernard Shaw, Deuffch von Siegfried Trebttsch. Anschließend: Bon Stuttgart: Opern-Abend des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. Samstag, 13. April. 6.30: Morgengymnastik. 12.30: Schallplattenkonzert: Kammermusik. 12.45 bis 13.15: Schulfunk: Französisch, vorgetragen von Prof. Fraikin. 15,05 bis 15,35: Stunde der Iugend: Aus dem deutschen Liederkranz, Liedervorträge Frankfurter Schulen: Diktoriaschule. Chorleiter: Studienrat Laepple. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.35 bis 18.05: Konzert des Rundfunkorchesters: Operetten. 18.10 bis 18.30: Lefestunde. 18.30 bis 18.45: Briefkasten. 18.45 bis 19.05: Esperanto- unterricht. 19.05 bis 19.25: Von Kassel. 19.25 bis 19.45: Vortrag. 19.45 bis 20.15: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Ober- schlefien, Land und Leute", Vortrag von Giemen« Taesler. 20.15: Bunter Abend. Anschließend biS 0.30: Von Berlin: Tanzmusik. Berliner Börse. Berlin, 8. April. (WTB. Funkspruch.) Der erste Frühoerkehr der neuen Woche zeigte stärkere Zu- rückhaltung. Geschäft konnte sich noch nicht ent« wickeln, die Tendenz war ziemlich unsicher und man taxierte etwas leichtere Kurse. Die Verstimmung ging anscheinend von pessimistischer lautende^, Pressebetrachtungen über Paris aus. werden. Für den Hochsommer ist eine Fahrt über Ostdeutschland geplant, die eventuell mit einer Zwischenlandung in Berlin in zwei Ab- chnitten durchgeführt werden soll. Der erste Ab- chnitt würde bann umfassen die Strecke Friedrichs« >afen —Schlesien —Berlin, der zweite die Strecke Berlin — Ostpreußen — Friedrichchafen. Heber weitere Fahrten — wie z. B. nach W e st - deutschland — ist noch nichts beschlossen. Ebenso sind für die Fahrt um die Welt, die etwa für Anfang August gedacht ist, alle technischen Dor- bedingungen noch nicht völlig geklärt. Doch ist anzunehmen, daß die Lösung der noch vorhandenen Schwierigkeiten rechtzeitig gelingen wird. Die Mittelmeerfahrt und die beiden Amerikafahrten sind in erster Linie zu Studien- und Ausbildungsfahrten für die Besatzung bestimmt, so daß auf ihnen nur eine beschränkte Anzahl von Passagieren mitgenommen werden kann. Die übrigen Fahrten sollen reine Pafsagierfahrten fein. «er iziellen Einführung. Noch in diesem Sommer wird nach den augenblicklichen Dispositionen der zuständigen Stellen das elektrische Fernsehen und damit verbunden das elektrische Fernkino offiziell in den deutschen Rundfunk eingeführt werden. Die Industrie arbettet schon jetzt an der Schaffung eines billigen Volksgeräts, dessen Anschaffungskosten sich zwischen 40 und 100 Mark bewegen, und das es jedem Rundfuntteilnehmer ermöglichen wird, neben den akustischen auch optische Darbietungen aus der Ferne: wie aktuelle Sportereignisse, Feierlichkeiten ufw. i n einer Größe von 9X12 Zentimeter aufzunehmen. Deutschland Wäre dann das erste Land, das die Erfindung des elektrischen Fernsehens prakttsch angewandt hätte. Die augenblicklich von der ReichSpoftzentrale in Berlin gemeinsam mit dem englischen Erfinder Daird und dem Ungarn Mihaly angestellten Laboratoriumsversuche haben befriedigende Ergebnisse gezeigt. Beamte der Reichsrundfunkgefell- schast und der Reichsvost waren überdies kürzlich in England, wo sie sich an Ort und Stelle die Bairdsihe Erfindung vorführen ließen. Die von Daird gesandten, in halben Tönen gehaltenen beweglichen Bilder kamen recht gut heraus. Man konnte awch größere Szenen, wie z. D. einen Boxkampf, drahtlos aus der Ferne sehen. Im Gegensatz zu der Bildtelegraphie, wo eine unmittelbare Betrachtung ausgeschlossen ist, geschieht beim Fernsehen die Dichtbarmachuna deS Bildes auf der Empfangsstation sofort, und unmittelbar, und zwar mit sämtlichen Bewegungen. Da das elektrische Fernsehen auf derselben Grundlage wie der Kinemalograph beruht, der sich wiederum die Träghett des menschlichen Auges zunutze macht, müssen auch die elektrisch übertragenen beweglichen Bilder je in etwa eine Zehntelsekunde durchgeführt werden, um ein bewegliches Bild entstehen zu lassen. HENZE Marktplatz 8 Fernspr. 1459 --- 2495D kaufen Sie am besten u. billigsten nur im Offenbacher Lederwaren Vertrieb C.Röiler Telephon 1760. Nur Kirchen platz 9 (an der Stadtkfrche) Reparaturen in eigener Werkstatt Technikum Ilmenau ThOr. 1 faJSSS.««cblnenb» imdEletootod-tt Wissenschaftliche BetriebrfQhrg- WerfctneHUrabUnrog Düngekalk sämittche Sorten Kunstdünger stets ans Lager. An- lteserung zur Ver- wendungSstelle. B. Trecbsler Steinstrabe 73 Tel. 2Ü94D Umtausch alter Rasierklingen aller Systeme! und alter Apparate. Das größte Soetialwerk der Welt fto hoM^chUHeBe Dauerklingen. das M ulcuto-W erk. Solingen, nimmt alte Klingen und Apparate in Zahlung beim Karne der Patent-Apparate mit den geschmiedeten und hohlge- schliffenen Lebenlanff-Khngen Mu! eu to Ho hl €=chliff (Deutsches Reichs-Patent) welche den stärksten Bart rasieren und ein Lebenlang ohne Schleifen brauchbar bleiben. Cmtauschangebot «aus und Irans©. Aulo-Neeb re!. 1797a Verschiedenes Gute 02026 tii-Ms unentgeltlich abzug. Walllorstrahe 49. raguk Der Ha tagte am gergeda Serstorbei burtstag.e^ Die ein S-IchSB bezuglch! spielen 1^ Genehm Deutschen dem Kanu lungen em Die De' 2ild von triebenen Die Dc Turnfest v schuh erd Städte S berg geb' Für dl ein Meist der Weis tragen d- Den D blldete ei den. 6taa Flugtvesc Der zl Samstag standse Steuer! gehend Ex Chrenurlu nicht offen ausgestellt 1. Eine IFrage dei ren De der D.T. Vorgenom 2. Für bänden rangen gc deren Dei gestellten ' reichsofsen> lassen toeri 3. Sowe bereits besl änderet erleichtert eine beschr seiiig frei 4. Sch bänden gi 5. Es Ifi neutral z.B. des für Leibe und der 0 Veranstalt migung di können nui Die Teilna dem verans 6. Die 2 demische bestehen. Den bchh von dertoal Ha . Das Ws fchaltder bem Td. Ai dtt» 7 Copyrigtit t Forifetz »Ich bii damals. < Preisen vich auf. an fa, schwer zurück. Jtin nahir tv'llenlos Aöhlich K plötzlich ^N1 «..'bring' । Wt! fc.» «in r^p'eren tzs, $S>' fe Xi Montag. 8. April 1929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 81 Drittes Blatt Turnen, Sport und Spiel. Tagung desHauptausfchuffes der O. T. Der Hauptcmsschuh der Deutschen Turnerschaft tagte am Freitag in der Deutschen Turnschule in Berlin. Der erste Vorsitzende Prof. Dr. Verger gedachte in seiner Begrüßungsansprache der Verstorbenen und der Wiederkehr des 100. Geburtstages des Turnführers Lion. Die einzelnen Berichte des Vorsitzenden, die Geschäftsberichte und der Kassenbericht wurden ohne Debatte angenommen. Auch die Vorschläge bezüglich der Teilnahme an den Deutschen Kampfspielen 1930 sanden Annahme. Genehmigt wurde auch das Abkommen mit dem Deutscj^n Tennisbund: mit dem Skiverband und dem Kanuverband sollen entsprechende Verhandlungen eingeleitet werden. Die Berichte der Unterausschüsse gaben ein Bild von der Vielseitigkeit der in der D.T. betriebenen Leibesübungen. Die Wahl der Feststadt für daS 15. Deutsche Turnfest wurde vertagt. Cs soll durch einen Ausschuß erst die Eignung der sich bewerbenden Städte Stuttgart, Breslau, Dresden und Aürn- berg geprüft werden. Für die Inhaber einer D.T.-Meisterschaft soll ein Meisterschaftsabzeichen geschaffen werden, das der Meister für die Dauer seiner Meisterwürde tragen darf. Den Beschluß des ersten Tages der Tagung bildete ein Lichtbildervortrag des 3. Vorsitzen- den, Staatsminister a. D. Dominicas, über „Flugwesen". Der zweite Derhandlungstag wurde am Samstag mit einer Aussprache über die B e - standserhebung eingeleitet. Auch die Steuers ra ge und ihre Erhebung wurde eingehend behandelt. Aach der Verleihung von Ehrenurkunden an verdiente Führer wurden in nicht öffentlicher Sitzung folgende Grundsätze aufgestellt: 1. Eine entscheidende Besprechung über die sFrage der Zusammenarbeit mit anderen Verbänden kann vom Hauptausschuß der D.T. erst in einer seiner nächsten Sitzung vorgenommen werden. 2. Für Wettkämpfe mit anderen Verbänden können in irgendeiner Form Erleichterungen geschaffen werden. Es soll dazu mit anderen Verbänden verhandelt werden, ob unter gestellten Bedingungen eine beschränkte Zahl von reichsoffenen Veranstaltungen "gegenseitig sreige- lassen werden können. 3. Soweit nicht anderweitige Vereinbarungen bereits bestehen, kann der Spielverkehr mit anderen Verbänden durch ein Abkommen erleichtert werden, daß in spielarmen Gegenden eine beschränkte Anzahl von Vereinsspielen gegenseitig freigegeben werden. 4. Schwarze Listen sollen von den Verbänden gegenseitig anerkannt werden. 5. Es ist gestattet, daß sich Vereine der D.T. an neutralen Veranstaltungen beteiligen, z. D. des Deutschen Reichsausschusses, der Aemter für Leibesübungen, der Iugendpflegeverbände und der Ortsausschüsse für Leibesübungen. Solche Veranstaltungen bedürfen der kostenfreien Genehmigung durch den Oberturnwart der D.T. und können nur einmal im Jahre abgehalten werden. Die Teilnahme ist nur den Vereinen gestattet, die dem veranstaltenden Ausschuß angehvren. 6. Die Ausnahmebedingungen für den Aka- demischenTurnbund (Ortswechsel) bleiben bestehen. . _ , .. Den Schluß der Tagung bildete die Erledigung von verwaltungstechnischen Fragen. Handball der Turner. Das Endspiel um die H a nd b a l l - M e i ste r- schaft des Mittelrheinkreises zwischen dem Tv. Marstadt und dem Tv. Ried gewannen gestern die Marstädter mit 5:1. Marstadt ist damit zum dritten Male Kreis- m e i st e r. Fechten im Mittelrheinkreis der D. T. Die Altmannen des 2. Bezirks. Die Turnerfechter des Mainbezirks erledigten ihre Altmannen- (Senioren-) Wettkämpfe 1929 in den drei leichten Waffen am Samstag und Sonntag in der Turnhalle des Turnvereins Vorwärts, Frankfurt a. M.-Bockenheim. 64 gemeldete Teilnehmer stellten sich an beiden Tagen den Kampfrichtern, um in erbitterten, doch schulgerecht durchgeführten Gefechten ihre Besten zu ermitteln. Die Gefechte der drei Schlußreden brachten sehr scharfe Gänge, die klar den im Laufe des Jahres erzielten Fortschritt der fechterischen Durchbildung dieser Kampfklasse erwiesen. Erster im Florett wurde erwartungsgemäß Betz, Tv. 1860 Frankfurt, nach Stichkampf mit Dr. Thomae, Tv. Offenbach, den er durch einen 3:1-Sieg auf den zweiten Platz verweisen konnte. Auch den ersten Sieg im Degen konnte der Tv. 1860 Frankfurt a. M. für seine Farben sichern. Martin errang ihn, seiner körperlichen Eignung ein sicheres Gefühl für den rechten Augenblick zufügend. Betz, F.T.V. 1860, wurde auch im Säbel Erster vor Bauer, Eintracht, dessen zielbewußte saubere Klingenführung ihn ebenbürtig dem vielleicht glücklicheren Deh erscheinen ließ. Ergebnisse: Florett: 1. A. Betz, Tv. 1860 Frankfurt a.Main 8 Siege: 2. Dr. Sy Thomae, Tv, Offenbach 8 Siege: 3. Th. Römer, F. C. Teutonia- Aiederrad 6 Siege: 4. K. Ludwig. Tgde. Bürgel 6 Siege: 5. Sy Glück, Tgde. Eintracht Frank furt 4 Siege. Degen: 1. F. Martin, Tv. 1860 Frankfurt a. M. 8 Siege: 2. R. Wahl, F.Tv. 1860 6 Siege: 3. Sy Horn. Tgde. Höchst 6 Siege: 4. K. Frisch, F.Tv. 1860 5 Siege: 5. W. Hermann, Tv. Offenbach 5 Siege: Säbel: 1. Sy Betz, F.Tv. 1860 8 Siege: 2. A. Bauer, Tgde. Eintracht 7 Siege: 3. Dr. Sy Thomae, Tv. Offenbach 6 Siege; 4. H. Glück, Tgde. Eintracht 6 Siege: 5. K. Elbert, F.Tv. 1860 6 Siege. Fußballbundestagung in Oberschlesien. In der letzten Vorstandssitzung des Deutschen Fuhballbundes wurde beschlossen, die diesjährige Tagung des Bundes nach Oberschlesien, und zwar nach dem oberschlesischen Industriebezirk zu verlegen. Der Bundestag wird nach Beendigung der Kämpfe um die Deutsche Fußballmeisterschaft in den Monaten Juni, Juli und August stattfinden. Welche der drei Städte des ober- schlesischen Industriebezirkes den Bundestag beherbergen wird, steht noch nicht fest. Eine Entscheidung darüber wird erst nach Abschluß der inzwischen bereits ausgenommenen Verhandlungen mit dest drei Stadtverwaltungen fallen. Fußball in Hessen-Hannover. $p. V. Kurhessen Kassel — Kasseler Släbtemann- schaft 4:3 (0:3). Kurhessen war in der ersten Hälfte überlegen, jedoch war der Angriff der Städtemannschaft durchschlagskräftiger, und diese legte bis zur Pause drei Tore vor. Nach der Pause holte Kurhessen den Vor- sprung wieder aus und konnte auch ein Siegestor erzielen. Gölttnger Slädlemannschaft — 5p. L. 03 Kassel 4:2. Die Göttinger Mannschaft war recht gut zusam- mengestellt und fand sich schnell zusammen. Bei den 03ern fehlte der bekannte Mittelläufer Engelhardt. Die Göttinger spielten besser als die 03er und gewannen verdient. 03 zeigte nicht die Form der letzten Spiele. Gaumaunschafl Gießen — Gaumannschafl Marburg spielte gestern in Gießen auf dem D. f. B.-Platz mit dem Ergebnis 2:2. Gau Göttingen — Gau harz-weser 3:2. Süddeutsche Fußball-Meisierschafiskämpfe. Runde der Meister. Hier verlor die Frankfurter Eintracht erneut, diesmal allerdings als wesentlich bessere, aber unglückliche Elf gegen den V. f. L. R eck a rau, der mit 4:2 Toren die Punkte mitnahm. Der K. F. V. Karlsruhe konnte auf eigenem Platze gegen die mit Aufopferung kämpfende Wormatia Worms nur ein 1:1 erzielen. Allen Befürchtungen zum Trotz behauptete sich der l.F. C. Nürnberg gegen Germania Brötzingen mit einem löblichen 2:0, wodurch die Dröhinger nunmehr ihre zweite Riederlage auf eigenem Platze hinnehmen muhten. — 2n der Runde der Zweiten und Dritten gab eS in der Gruppe Rord im allgemeinen torreiche Treffen. Der F. Sp.V. Frankfurt brachte aus Mannheim ein sehr anerkennenswertes 3: 2 mit, das er auf dem schwierigen Gelände des D. f. R. erstritt. Mit dem ganz ungewöhnlichen Ergebnis von 6:6 Toren trennten sich der F. Sp. V. 05 M a i n z und der S. V. W a l d h o f Mannheim. Mit seinem 6:2 gegen den l.F. C. Idar kam der V. f. L. Reu-Isenburg erstmalig innerhalb der diesjährigen Trostrunde zu Siegerfreuden. Saar 05 Saarbrücken wehrte sich gegen Union Riederrad nach besten Kräften, mußte aber schließlich doch mit 0:1 Toren eine berechtigte Riederlage hinnehmen. Durch den Verlust eines Punktes, den Waldhof in Mainz erlitt, führt nunmehr der F. Sp. V. Frankfurt mit 2 Punkten Vorsprung die Tabelle an. In der Gruppe Süd verloren bemerkenswerterweife sämtliche Plahvereine. Die Stuttgarter Kickers mutzten dem Karlsruher Phönix ein 1:3 überlassen. Schwaben Augsburg buhte ebenfalls viel von seinem Rimbus ein. Die Mannschaft, die lange Zeit an der Spitze der Tabelle gestanden hatte, verlor gegen den Tabellenletzten, den V.f.B. Stuttgart, auf eigenem Platze mit 1:4 Toren. Der A. S. Nürnberg hatte gegen die Sp.- V g g. Fürth nicht einen Augenblick Siegesaussichten. 1:6 lautete das Ergebnis. Ein torreiches Treffen lieferten sich der F. E. Freiburg und der S.V. 1 8 6 0 München. Mit 4:6 Toren nahmen die Bayern die Punkte mit. 1860 München und Phönix Karlsruhe sind auf den 3. bzw. 4. Tabellenplatz vorgerückt, während Kickers Stuttgart stark zurückfielen. Um die süddeutsche Handballrneisterschast. Polizeisportverein Darmstadt — D. f. R. Kaiserslautern 9:1. Das gestrige Rückspiel der Bezirksmeister von Main-Assen und Rhein-Saar in Darmstadt endete mit einem ganz überlegenen Siege der Darmstädter. Sie waren ihrem Gegner in jeder Beziehung klar überlegen, trotzdem diese das Spiel durch große Schnelligkeit und viel Eifer stets offenhielten. Im Sturm versagten die Kaiserslauterner vollkommen. Sie verlegten sich auf Ein^ zelspiel, und so war es der Darmstädter Verteidigung ein leichtes, die Angriffe des Gegners zu unterbinden. Demgegenüber war die Darmstädter Mannschaft in ganz groher Form: sie bot keine schwachen Punkte und hatte im Sturm ihre stärkste Waffe. Bereits bis zur Pause konnte Darmstadt das^Spiel auf 4:1 stellen, und nach dem Wechsel trotz einer Verletzung des Mittelstürmers Ians noch weitere 5 Tore erzielen, die alle Früchte einer reifen Kombinationstechnik des Sturmes waren. Als Schiedsrichter fungierte Dieselmann zur beiderseitigen Zufriedenheit. Steherrennen auf der frankfurter Gtadionbahn. Die am zweiten Osterfeiertag wegen der schlechte:, Witterung abgebrochenen Rennen konnten am gestrigen Sonntag glücklich unter Dach und Fach gebracht werden. Der „Gröhe Osterpreis". der ursprünglich in zwei Läufen von 30 und 70 Kilometer vorgesehen war, wurde zu einem Lauf über 60 Kilometer zusammengelegt. Für A e r 1 s war der Frankfurter Schaefer eingesprungen. Das Rennen, das einen spannenden Verlauf nahm, wurde von dem Frankfurter Schaefer in scharfem Tempo über 80 Runden geführt. Dederichs-Köln lag nur wenige Meter zurück. Dauer, Christ mann und Thollembeek bildeten den Schluß. In der 80. Runde wendete sich das Blatt: Schaefer muhte infolge von Magenbeschwerden aufgeben und Christmann fiel bei einem abgeschlagenen Angriff auf Bauer auf den letzten Platz. Ewige Runden vor Schluh konnte Christmann überraschend eine Runde zurückgewinnen, die ihm jedoch keine bessere Placierung brachte. Mit einen, Punktefahren über 20 Runden wurde die Veranstaltung kurz vor Beginn stärker einsehender Niederschläge geschlossen. Die Ergebnisse waren: „Groher O st e r p r e i s" über 60 Kilometer: 1. Dederichs-Köln in 48:14,8 Minuten, 2. Bauer-Berlin 120 Meter zurück, 3. Thollem- beek-Brüssel 350 Meter zurück, 4. Christmann 380 Meter zurück, 5. Schaefer nach 80 Runden aufgegeben. Punktefahren über 20 Runden: 1. Dilger (D. C. Frankfurt), 2. Judith (Quartett Frankfurt a. an.), 3. Schmitz (Bonames), 4. Hohbem (03.6. Frankfurt a. M.), 5. Rudolf (Quartett Frankfurt a. M.). Or. pelher geschlagen. Am gestrigen Sonntag veranstaltete der SC. Preußen in Stettin ein lokales Hallensport,est, an dem auch Dr. Pelher teilnahm. Im 1000- Meter-Dorgabelaufen gelang es ihm nicht, sich durchzusetzen. In der guten Zeit von 2,49 muhte er sich mit dem dritten P l a h. begnügen. Den Sprinter-Dreikampf über 40, 50 und 60 Meter gewann Schulze (Dreußen-Stettin) mit 15 Punkten vor ©ebner (SC. Charlottenburg- und Dr. Pelher mit je 10 Punkten. Hubert Houben fährt nach Japan. Der deutsche Sprinter Hubert Houben (Krefeld) hat von der Deutschen Sportbehörde eine Einladung erhalten, sich an der Japan- Expedition im Herbst zu beteiligen. Houben hat die Einladung angenommen und wird also bei dem am 5. und 6. Oktober in Tokio stattfindenden Länderkampf Deutschland — Japan mit von der Partie fein. Der Krefelder wird sich für diesen Kampf besonders vorbereiten. Koeppen gewinnt das Targa-Florio Rennen. Palermo, 7. April. (WTB.) Der Deutsche Koeppen auf BMW. gewann heute das Targa-Florio-Rennen für Motorräder. Nachdruck verboten. 24. Fortsetzung. Er zuckte zusammen. . „Kommen Sie, lieber Freund. Isa, mein Gott, es geht zu Ende," bat Ri von Salden schluchzend. Taumelnd erhob er sich. Doktor Schmidtborn kam ihm schon an der Tür des Krankenzimmers entgegen und drückte ihm fest die Hand. „Seien Sie stark, mein Freund, es ist vorüber!" murmelte er dabei ergriffen. „Vorüber!" lallte Eggenbrecht mit schwerer Zunge. Dann brach er am Totenbett seiner Frau zusammen. , Die Liebe derBrigitta Hollermann Lftomcm von Elisabeth Ney. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale). „Ich bin so schlecht, weil ich dich haßte, schon damals. Du gingst nicht auf die Kokettere eines frühreifen Backfischs ein, das reizte mich gegen dich auf. Ja, ja, sieh mich nicht so entgeistert an, ich sage die Wahrheit." Schwer aufstöhnend, sank sie in die Kissen ^^Hmis-Iörg stand regungslos und sah auf sie nieder. Das Kind auf dem Bett schrie. Er nahm es auf den Arm, mechanisch, völlig willenlos. „ , Plötzlich richtete sich Isa wieder auf. Ich fühle, daß ich sterbe, noch heute, sagte sie"Plötzlich mit angsterfülltem Blick, in dem maß- l0/3r?ng’ ba^Kinb fort, bring' es zu Brigitte. Sie heult sich sowieso die Augen aus um dich , sie ist ein ebensolches Unschuldslamm tote du. Bring' ihr das Kind; es ist ja von dir, also wird sie es freudig empfangen/ <( „Isa, du fieberst, leg dich hm, stammelte 'nein, laß mich, rufe mir Schmidtborn: ich kann dich nicht mehr ertragen, geh > Schweren Schrittes wankte Eggenbrecht zur Tür. Erst jetzt bemerkte er, daß er mit feiner Draußen" nahm ihm die Schwester das Kmd aus dem Arme. Doktor Schmidtborn eilte zu der Kranken, während Cggenbrecht, aufstohnend, auf einem Sessel niederbrach. - Großer Gott im Himmel, was war das. Hatte Isa im Fieber gesprochen, waren die Worte nur Ausgeburten von Fieberphantasien gewesen^ Nein, nein, sie hatte die Wahrheit gesprochen! Die Todesnähe hatte allen Haß gegen ihn noch einmal aufbrechen lassen. Sie hatte ^triumphierend ihre furchtbare Schuld im Gefühl der Rache entgegengeschleudert. Eine Hand berührte seine Schulter. Isa Eggenbrecht war zur letzten Ruhe gebettet worden. __ _ , ,, Man brachte Doktor Hans-Jorg Eggenbrecht aufrichtige, herzliche Teilnahme entgegen: wohl aus dem Gefühl heraus, ihn völlig falsch beurteilt zu haben. Das Ehepaar von Salden bot dem einsamen, tiefgebeugten Manne bis auf weiteres die Gastfreundschaft an. _ Oki von Salden betreute das Kmd der toten Freundin mit rührender, aufopfernder Siebe. Eines Abends, es war acht Tage nach Isas Begräbnis, saßen sich Ri von Salden und Hans- Jörg Cggenbrecht allein auf der Veranda gegenüber. Keiner sprach vorerst em Wort. Cggenbrecht starrte düster vor sich hm. Plötzlich warf er feind Zigarette fort, und sagte: „Liebe Freundin, Sie und Ihr Gatte haben mir in den Tagen des furchtbaren Unglücks so getreulich beigestanden, und versuchen in Ihrer Güte auch jetzt noch, mich über das Schwere hinwegzuhelfen. Ich danke Ihnen dafür immer aufs neue aus vollem Herzen, und doch bin iw gezwungen, Ihre Güte noch mehr in Anspruch zu nehmen." Ueberrascht blickte Frau Ri auf. Schon immer hatte sie geglaubt, daß auf Hans- Jörg Eggenbrecht auch noch etwas anderes als der jähe Tod seiner Frau lastete. Sie hatte sich "^"Sprechen Sie sich ruhig aus, lieber Doktor: was ich für Sie tat, geschah gern und wenn Sie noch eine Bitte haben, will ich sie nach bestem Können von Herzen gern erfüllen. Cggenbrecht beugte sich zum Kuß über ihre I Hand. r J „Ich wußte, daß ich keine Fehlbitte tun würde," sagte er, befreit aufatmend. „Run bann, Frau Ri, hören Sie mich an: Ich muh so schnell tote möglich nach Europa reisen, um zu versuchen, eine alte Schuld, von der ich selbst bisher nichts ahnte und die mir Isa in ihrer Sterbestunde in unauslöschlichem Haß offenbarte, wieder gut zu machen. Deshalb wollte ich Sie bitten, sich noch weiter meines armen Kindes anzunehmen, bis ich wiederkehre." „Mit Freuden, lieber Doktor. Das kleine Ding ist mir ja bereits viel zu sehr ans Herz gewachsen, als daß ich es so leicht hergeben mochte." „Dank, tausend Dank, liebe Freundin. Sie nehmen mir mit dieser Antwort eine schwere Sorge vom Herzen. Ich werde in spätestens zwei Wochen abreifen. Jedoch in der Freundschaft, die mich so fest mit Ihnen und Ihrem Gatten verbindet, bin ich Ihnen beiden über meine Reise eine Erklärung schuldig. Darf ich Sie deshalb auch in dieser Stunde um ein gütiges Gehör bitten. Ich muß Ihnen eine sehr traurige Geschichte erzählen. Die Geschichte, um derentwillen ich meiner Heimat den Rücken kehrte. Leider spielt Isa darin eine wenig schone Rolle, doch darf und kann ich jetzt darauf keine Rücksicht nehmen, wenn Sie meine spätere Handlungsweise verstehen sollen. Ich fahre heim, „ um meinem Kinde eine neue Mutter zu geben." Ri von Salden zuckte unwillkürlich zusammen. „Erschrecken Sie bitte nicht, liebe Freundin, hören Sie mich an," bat Eggenbrecht erregt, und dann erzählte er ihr von seiner Liebe zu Brigitta Hollermann und deren jähem Ende. Als er seinen Bericht beendet hatte, glänzten Tränen in Ri von Salbens Augen. „Armer, lieber Freunb," sagte sie, ihm erschüttert die Hand brüdenb. „Ich verstehe Ihr Tun vollauf unb rate Ihnen nun selbst dringend zu biefer Reise. Möge Ihnen bas Glück, Brigitta Hollermann wiederzufinden, beschieben sein." Cggenbrecht nickte und entgegnete seufzenb: „Oft fürchte ich, bah ich zu spät komme, baß bie Reise vergeblich ist, Frau Ri. Wer weiß, vielleicht hat Brigitta schon längst einem anderen Manne ihr Herz geschenkt." „So, wie Sie mir das junge Mädchen schll- berten' glaube ich nicht an Ihr Zuspätkommen." Wollte Gott, baß Sie recht haben, teure Freundin," antwortete der junge Arzt leise. ; . . • „ *• * v Währenddessen lebte Brigitta Hollermann, ahnungslos von all dem Schrecklichen, ihr stilles, tätiges Leben in dem Missionshause am Berge von Hongkong. Bleich und verhärmt ging sie umher, zur stillen Sorge Herrn Doldenkamps, der bereits ernstlich mit sich zu Rate ging, ob er Brigitta nicht doch lieber wieder nach Europa zurückschicken sollte. Da ereilte ihn eines Tages selbst ein furchtbarer Schlag. Lange hatte er vergeblich auf bas ersehnte Ant- toorttelegramm Christiane Lührmanns gewartet. Endlich traf dieses eines Abends ein. Mit zitternder Hand erbrach er es. Plötzlich sah sie, daß er wankte und schweb auf einen Sessel niederfiel. Das Telegramm war dabei achtlos zu Boden geflattert. Brigitta sprang zu ihm hin und bestürmte ihn mit angstvollen Fragen; doch nur ein dumpfes, gequältes Aufstöhnen war bie Antwort. Da bückte sie sich schnell, hob bie Depesche auf und überflog bereu Inhalt. Totenblaß taumelte sie zurück. „Christiane Lührmann, Schwester Christiane — tot -- tot! Cs ist nicht möglich, es kann nicht wahr fein!" stammelte sie, laut auftoeinenb. Unb noch einmal überflog sie bie furchtbare Nachricht. Sie lautete: „Bitte Brigitta so schonenb wie möglich mitzuteilen. Ihnen selbst, lieber Boldenkamp, bie traurige Nachricht, baß meine liebe Schwester ganz plötzlich binnen brei Tagen einer schlimmen Grippeerkrankung erlegen ist. Ihr letztes Wort war Ihr Name. Sanitätsrat Heinrich Lührmann." Stunde um Stunde verrann, bie Nacht brach herein. Keiner sprach ein Wort. Brigitta weinte unaufhaltsam leise vor sich hin, und Boldenkamps Schultern zuckten ab unb zu verräterisch. Mitternacht war längst vorüber, als sie mit stummem Hänbedruck voneinander schieden. „Es hat nicht sollen fein, liebe Schwester Brigitta," sagte er mit müder, gebrochener Stimme. „Die Heimaterde, die Christiane Lührmann über alles liebte, hielt sie fest, und wird sich nun schon längst über ihr zu einem stillen Grabhügel wölben. Gott hat es so gewollt." x * * » . (Fortsetzung folgt.) 4 »rr irtschast. Ltngeklärte Geldmarktlage. Daß der Quartalstermin bei der Reichsbank sehr starke Anspannungen bringen mußte, war zu erwarten. Die Inanspruchnahme der Reichsbank mit rund 770 Mill. Mk., die nur um etwa 11 Mill. Wk. hinter der des Jahres- ultimo 1928 zurückbleibt, übertrifft jedoch die Erwartungen. Die Reichsbank hat zum Ultimo März nicht weniger als 828 Mill. Wk. neues Geld in den Verkehr abgeben müssen. Diese Tatsache ist besonders erwähnenswert. wenn man bedenkt, daß die Wirtschaft sich im Zeichen rückgängiger Konjunktur und Geschäftstätigkeit befindet. Von einer grundlegenden Geschäftsbelebung selbst in den Saisonzweigen kann vorläufig keine Rede sein. Bei der gegenwärtigen Konjunkturlage müßte also eigentlich Geldüberfluh herrschen und infolgedessen auch die Inanspruchnahme der Reichsbank eine Der- hältnismähig geringe sein, wenn man davon obsieht, daß anderseits mit zunehmender Verschlechterung der Liquidität der Wirtschaft die Rückgriffe auf das Zentralnoteninstitut durch Einreichung von Wechseln etwas zunehmen. Bestimmend in erster Linie für die außerordentliche Belastung der Reichsbank sind die Geldansprüche des Reiches, obgleich dem Reich seitens der Danken ein Kontokorrentkredit zur Verfügung gestellt worden ist, für den die Banken ihrerseits natürlich wieder durch verstärkte Rediskontierung von Wechselmaterial bei der Reichsbank sich ausgleichen. Da den Danken, wie überhaupt allen Stellen, die zum Ultimo einen verstärkten Geldbedarf aufzuweisen haben, dieser Rückgriff auf die Reichsbank möglich war, sind auch die Wirkungen auf den Geldmarkt verhältnismäßig gering gewesen, so daß von einem glatt abgewickelten Quartalsultimo gesprochen werden kann. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß der Ultimo leicht verlaufen ist, denn dagegen spricht eben die starke Anspannung der Reichsbank, die sich in den ersten Aprillagen noch verschärft haben dürfte. Am Tagesgeldmarkt hielt sich der Sah der Vorwoche, während das Angebot am Privatdiskont- markt sehr stark zurückgegangen ist, so daß am Ende der Berichtswoche der Satz für Privatdiskonten ermäßigt werden konnte. Die Aussichten des Geldmarktes sind ungeklärt. Dies hängt, abgesehen von der Ungewißheit, wann die saisonmäßige Besserung der Konjunktur und infolgedessen höhere Ansprüche der Wirtschaft an den Geldmarkt eintreten werden, damit zusammen, daß die Entwicklung auf den internationalen Geldmärkten undurchsichtig bleibt. Zwar ist eine gewisse Beruhigung eingetreten, vor allem in London, was wohl in erster Linie auf die Ueberwindung des Märzultimo zurückzuführen ist. Aber der Druck der ausländischen Geldmärkte ist weiter vorhanden. Dies beweisen die sehr gespannte Lage auf dem Devisenmarkt und die starken Devisenverluste der Reichsbank. Die Abgabe von Gold und Devisen im März beträgt nicht weniger als rund 260 Mitt. Mark und hat für die ersten drei Monate des laufenden Iahres damit einen Betrag von 450 bis 500 Mitt. Mark erreicht. Ein Ende der prekären Devisenlage der Reichsbank ist vorläufig nicht abzusehen. Die Reichsbank ist in diesen Tagen erst wieder gezwungen gewesen, ihre Reu- Yorker Golddepots mit neuem Stoff zu versehen. Selbstverständlich zwingt die schwierige Devisenlage zu der Fragestellung, ob es nicht besser ist. wenn die Reichsbank den Diskont- saherhöht. um damit der bestehenden Schwierigkeiten Herr zu werden. Gegen die Diskonterhöhung spricht allerdings die rückgängige Konjunktur. die im Gegenteil unbedingte Beibehaltung des gegenwärtigen Diskontsatzes verlangt, weil sonst auch saisonmähige Wirkungen in Richtung einer Belebung abgeschwächt werden würden. Zusammenschluß von Waldorf-Astoria und Reemisma. Ein Großaktionär der Waldorf-Astoria-Ziga- rettenfabrik A. G. in Stuttgart hat, wie mitgeteilt wird, eine sich ihm bietende Gelegenheit benutzt, einen großen Teil der Vermögenswerte der Waldorf-Aftoria-A. G. zu verkaufen. Begründet wird dieser Schritt des Großaktionärs mit der schwierigen Lage der Zigarettenindustrie. Von dem Reemtsmakonzern soll seine Fabrikation in Stuttgart nicht weitergeführt, der Betrieb vielmehr eingestellt werden. Eine General-Versammlung. die demnächst stattfinden wird, hat nach vorheriger Beratung des Aufsichtsrates über den Antrag zur Liquidierung des Unternehmens Beschluß zu fassen. Der Großaktionär ist Großkaufmann Kiazim Emin-Paris, der die Mehrheit der Qlltien besitzt und diese vorerst auch behält. Der Verkauf der Vermögenswerte durch den Großaktionär kam für die Stuttgarter Verwaltung völlig überraschend. * Die amtliche Grohhanbelsinbex- Ziffer. Die auf den Stichtag des 3. April berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 138.4 gegenüber der Vorwoche (138,6) leicht zurückgegangen. Von den Hauptgruppen war die Indexziffer für Agrar- stoffe mit 130.4 unverändert. Die Indexziffer für Kolonialwaren ist um 1,0 v. H. auf 126,6 (125,4) gestiegen. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist um 0,3 v. H. auf 134,5 (134,9) und diejenige für industrielle Fertigwaren um 0,1 v. H. auf 157,9 (158.0) zurück- gegangen. Im Monatsdurchschnitt März lag die Gesamtindexziffer auf 139,6 (Vormonat 139,3). Die Indexziffern für die Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 133,7, Kolonialwaren 128,3, industrielle Rohstoffe und Halbwaren 134,3, industrielle Fertigwaren 158,0. * Der Stand der Wintersaaten im Deutschen Reich Anfang April. Die von Mitte Dezember 1928 bis Mitte März 1929 anhaltende, ungewöhnlich strenge Kälte hat den Wintersaaten allgemein nicht so großen Schaden zugefügt, wie vielfach zu befürchten war. Eine hohe Schneedecke hat den jungen Saaten zumeist genügenden Schuh gewährt, so daß sich die Auswinterungsschäden in normalen Grenzen halten dürften. Rur in Westdeutschland ist durch Kahlfröste einiger Schaden angerichtet worden. Auch wird durch stärkeres Auftreten von Schneeschimmel mancherorts eine Beeinträchtigung des Wachstums der Wintersaaten befürchtet. Wenn auch über den Stand der Saaten noch nichts endgültiges gesagt werden kann, so lauten doch die Berichte im allgemeinen noch befriedigend. Die Frühjahrsbestellung konnte erst nach Eintritt von Tauwetter Mitte März in Angriff genommen werden und ist daher noch sehr im Rückstände. Stellenweise wird über das Auftreten von Feldmäusen berichtet. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten 2 — gut, 3 — mittel, 4 — gering ergibt sich im Reichsdurchschnitt folgende Begutachtung der Wintersaaten: Winterroggen 2,8 (im Dezember 1928 2,4), Winterweizen 2,9 (2,4), Winterspelz 2,6 (2,3), Wintergerste 3,3 (2,5). Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 8. April. Zu Beginn der neuen Woche war das Geschäft äußerst klein. Vor allen Dingen fehlten Ordereingänge. Die Pressemeldungen aus Paris vom Samstag, in denen Zahlen genannt wurden, verstimmten immer noch und mahnten zur Zurückhallung. Die Spekulation schritt daher zu Abgaben, und gegenüber dem Samstagsschluß traten Verluste, aber nur selten über 2 Prozent, ein. Auch der uneinheitliche Schluß der Reuyorker Börse vom Samstag und die wieder ungünstigeren Geldmarktverhältnisse am dortigen Platze sanden ungünstige Aufnahme. Unter dem Druck dieser Verhältnisse hatten in der Hauptsache die Elektroaktien zu leiden. Besonders Siemens, minus 4 Prozent, und Licht & Krast, minus 4 Prozent. Auch A. E. G. büßten 2,5 Prozent und Schuckert 2,75 Prozent ein. Am Chemiemarkt war die Haltung geteilt. I.-G.-Farben eröffneten 3 Prozent niedriger. Scheideanstall waren behauptet, Holzverkohlung gewannen 0J5 Prozent. Dagegen gaben Deutsche Erdöl 2 Prozent nach. Deutsche Linoleum 4 Prozent und von Kaliaktien Westeregeln 3,5 Prozent schwächer. Montanwerte fast ohne Umsatz. Die wenigen hier zustandegekomme- nen ersten Rotierungen lagen bis 2,5 Prozent abgeschwächt. Banken knapp gehalten. Schiffahrtspapiere gedrückt und bis 2 Prozent niedriger. Glanzstoff verloren 10 Prozent. Renten still, aber behauptet. Im Verlaufe trat eine Beruhigung ein. Die Stimmung war etwas freundlicher, da einzelne eintreffende Orders für Spezialwerte anregten. Das Geschäft war aber nur vorübergehend etwas lebhafter. Im Vordergründe standen Schuckert, die gegen Anfang 2,5 Prozent, Siemens, die 1,5 Prozent gewannen. Auch die übrigen Werte konnten eine Kleinigkeit anziehen. Glanzstoff plus 5 Prozent. Die Spekulation blieb aber zurückhaltend. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5,5 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2165, gegen Pfund 20,472, London-Kabel 4,8545, gegen Paris 124,45, gegen Mailand 92,82, gegen Madrid 32,35, gegen Holland 12,11. Tendenz: abgeschwächt. Berliner Börse. Berlin. 8. Aprll. Wohl selten in der letzten Zeit war die Tendenz des Vormittagsverkehrs so unentschieden wie gerade heute. Es gab bei den Danken zwei Parteien, die sich mit ihren Ansichten kraß gegenüberstanden. Zu Beginn der Börse konnte man Samt feststellen, daß diejenigen Kreise, die schon vormittags nach unten eingestellt waren, recht behalten sollten. In erster Linie verstimmten Pressebetrachtungen zu den Pariser Verhandlungen, und veranlaßten die Spekulation zu Abgaben. Aber auch die gemeldete Unpäßlichkeit Hindenburgs war ein bemerkenswerter Faktor, ebenso wie die in den letzten Tagen zur Veröffentlichung gelangten Berichte über den Saatenstand und die unregelmäßige Tendenzgestaltung der gestrigen Reu- Yorker Börse zur Zurückhaltung mahnten. Die ersten Kurse wiesen in der Mehrzahl ein- bis dreiprozentige Rückgänge auf, die schwereren Werte verloren bis zu 7 Prozent. So gingen Bemberg um 5 Prozent, Glanzstoff um 7,75 Prozent, Polyphon um 6,5 Prozent, Berger Tiefbau und Stolberger Zink um je 4 Prozent, Kali- werte bis 5,5 Prozent, Montecatini um 1,13 Mk. und Elektrowerte bis zu 5 Prozent, auch Rheinisch-Westfälische Elektrizität bis zu 7,5 Prozent zurück. Den stärksten Verlust hatten Sarotti mit minus 8,25 Prozent, da die Rachricht von der Wahrscheinlichkeit einer Dividendereduzierung die Börse zur Vorsicht mahnte, obwohl die Aktien schon in der letzten Zeit anhaltend schwache Veranlagung gezeigt hatten. Bemerkenswert fest waren Oesterreichische Siemens-Schuckert auf den neuen Abschluß. Deutsche Anleihen ruhig. Ablösungsschuld für Reubesitz schwächer. Ausländer unverändert. Pfandbriefmarkt uneinheitlich. Brauschweig - Hannoversche Liguidationspfand- briefe stärker gesucht. Der Geldmarkt war weiter leichter. Tagesgeld 6 bis 8 Prozent. Monatsgeld 7,5 bis 8,5 Prozent, Warenwechsel etwa 6,5 Prozent. Auch nach den ersten Kursen war es weiter sehr nervös, und zunächst war unter Schwankungen die Tendenz rückgängig. Später konnte sich, vom Elektromarkt ausgehend, eine Erholung durchsetzen. Die Anfangsverluste wurden dann überall wieder aufgeholt. Bemerkenswert fest lagen Deutsche Maschinen (plus 1,25 Proz.). Frankfurter Getreidebörfe. Frankfurt a. M.. 8. Aprll (Drahtbericht des „Gieß. Anz.") Der Produktenmarkt verkehrte auf Grund der wieder etwas schwächeren Aus- landmeldung in ruhiger Haltung. Umsätze wurden heute fast kaum getätigt, die Preisgestaltung neigte im allgemeinen zu einer geringen Abschwächung. So verlor von Brotgetreide Roggen 0,25 Mark. Auch Mais 0,25 Mk. niedriger. Das Mehlgeschäft hatte heute eine geringfügige Belebung. Von Futtermitteln Roggenlleie 0,25 Mk. abgeschwächt. Tendenz: ruhig. Es wurden notiert: Weizen 23.75, Roggen 23.00, Sommergerste für Drauzwecke 24.00, Hafer (inl.) 24.25, Mais 23.00, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 33.00 bis 33.50, Roggenmehl 30.00 bis 31.00, Weizenkleie 13.70 bis 13.80, Roggenkleie 14.75. Erbsen 35.00 bis 55.00, Linsen 60.00 bis 115.00, Heu 14.00 bis 14.75. Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 5.75 bis 6.00, Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 4.80 bis 5.75, Treber, getrocknet 20.75. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. April. Auftrieb: 1304 Rinder (darunter 310 Ochsen, 85 Bullen, 529 Kühe, 360 Färsen), 505 Kälber, 41 Schafe, 5198 Schweine. Es wurden notiert: Rinder (Ochsen): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 60 bis 63 Mk., (ältere) 55 bis 59; sonstige vollfleischige (jüngere) 50 bis 54; (Bullen): jüngere, vollfieischige, höchsten Schlachtwerts 53 bis 55; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 49 bis 52; (Kühe): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 46 bis 51; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 40 bis 45; fleischige 36 bis 39; gering genährte 30 bis 35; (Färsen — Kalbinnen, Iungrinder —): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 60 bis 63; vollfleischige 54 bis 59; fleischige 48 bis 53. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 76 bis 80; mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 75; geringe Kälber 64 bis 69. — Schweine: Fett- schweine über 300 Pfund Lebendgewicht 75 bis 78; vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 76 bis 79; von etwa 160 bis 240 Pfund 76 bis 80; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 73 bis 76; Sauen 65 bis 70 Mk. — Marktverlauf: Rinder rege, ausverkaust. Schweine schleppend, Ueberstand. Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Kunst und Wissenschaft. 10 000 Mack für einen Roman. Zur Förderung unseres jungen Schrifttums erläßt der Eugen Di derichs Verlag in Jena ein Preisausschreiben für Romane. Der Verlag bezweckt damit, daß unsere heutige Dichtergeneration aus innerer Verbundenheit mit der Gegenwart wieder am organischen Aufbau mithelfe und an Stelle psycholoaischer Zerfaserung zur Deutung des Lebens und so zur Gestaltung der Wirklichkeit komme. Doch sollen diese Richtlinien keine stoffliche Begrenzung bedeuten. Der Verlag setzt für das vom Preisgericht gewählle Werk einen Betrag von 10000 Mark aus. Das Preisgericht setzt sich zusammen aus Lulu von Straußund Torney, Paul Fechter, Alfons Paquet und Frank Thieß. Büchertisch- — Friedrich Schillers irdische Dahn. Von Ernst Schrumpf. 56 Seiten 8U und ein Bildnis. Preis 1,50 Mk. I. F. Lehmanns Verlag, München. (97) — Dale Colli ns: „Feuerprobe". Roman. 316 Seiten 8°. Aus dem Englischen übertragen von Iulia Koppel (Romane der Welt). Th. Knaur Rachf., Verlag, Berlin W 50. Ganzleinen gebunden 2,85 Mk. — 1. — — Astrid Vaering: Das Sinter« moor. Roman. Aus dem Schwedischen überseht von Ortrud F r e y e. 270 Seiten 8'. Alexander Fischer, Verlag, Tübingen 1929. (2) — Das Spielturnen in der Grundschule. Dewegungsgeschichten für bas 1. bis 4. Schuljahr. Von Turnlehrer M. Puschert. Kl. 8 kart. 1.80 Mark. Verlag von B. G. Teubner, Leipzig. (64) — Das Buch spricht in einem einführenden Teil zuerst von der Stellung, die die körperliche Erziehung im Gesamtunterricht einnimmt, dann von der Betriebsweise des Spiel- turnens und bietet in einem praktischen Teil eine größere Anzahl von Bewegungsgeschichten, die nach 4 Grundschuljahren geordnet find, und so dem Anschauungs- und Ideenkreis wie der je» welligen körperlichen Leistungsfähigkeit entsprechen. — Geschäftskniffe im heutigenKon- kurrenzkampf. Von I. Iversen-Füßen. 2.60 Mark, gebunden 3.30 Mk. Organisator-Verlag A.-G., Dir. Emil Abigt, Leipzig 80 (27). — „Glauben Sie an Philo?" Von S.S. Van Dine. Bearbeitet von Elsa Staude- meyer. 245 Seiten 8°. Verlag der Münchner Illustrierten, Knorr & Hirth G. m. b. H., München, Sendlingerstrahe 80. Geh. 3 Mk., geb. 4 Mk. — 95 - — Hanns Günther: Gold auf der Straße. Was aus 2ll>fallstosfen werden kann. 80 Seiten 8° mit 23 Abbildungen. Geh. 1,80, geb. 2,50 Mk. 1. Auflage. Dieck & Co. (Franckhs Techn Verlag), Stuttgart. (98) — Dr. rned. Hans Hoppeler: Briefe an ein junges M ädchen. Ein ärztliches Wort der Aufklärung für unsere weibliche Iu- gend. 25. bis 30. Tausend, drosch. 1 Mk. Walter Loepthien Verlag, Meiringen und Leipzig CI. (77). - — Dr. med. Hans Hoppeler: Vater und Ä'ii}&. Gedanken über Kindererziehung und Familienglück. Mit Buchschmuck von W. Fr. Burger. 11. bis 15. Tausend. Kart. 2 Mk.; Ganzleinenband 2.50 Mk. Walter Loepthien Verlag, Meiringen und Leipzig. (76). — — Lernt fliegen! — Wie werde ich Flieger? 80 Seiten 8°. Preis 1,50 Mk. Verlag Martin Salzmann, Dessau. (819) — Die kleine Broschüre gibt Auskunft über Eigenart, Kosten, Dauer und Ziele der Ausbildung an den deutschen Fliegerschulen und enthält manchen nützlichen Wink für den angehenden Sport- oder Berufsplloten. — Herbert Lipp: Auf Gut Samland- e ck. 63 Seiten. 8n. Ganzleinen 65 Pf. Band 308 der Weltgeist-Bücher Verlags-Gesellschaft m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. — 149. — Letzte Nachrichten. Das Autounglück bei Babenhausen. Mainz, 8. April. (MTV. Eigener Drahtberichl.) Zu dem Autounglück bei Vabenhausen, bei dem infolge eines Zusammenstoßes eines Kraftwagens mit einem Personenzug fünf Personen i h r Leben einbühten, (HgL die Meldung auf Seite 3, Blatt 2 dieser Ausgabe. D. Red.) erfahren wir noch folgende Einzelheiten. Der Bahnhof in Vabenhausen wird zur Feit umgebaul. Jüt die am Bahnhof die Eisenbahn kreuzende Kreisst raße mußte eine Umgehungsstraße gebaut werden, die S-förmig verläuft und daher unübersichtlich ist. Veim Zusammenstoß explodierte der Benzintank des Autos, das alsbald in Hellen Flammen fland. Der Zemcntfabri- kant Frlh Hauck und dessen Sind sind bei lebendigem Leibe verbrannt, während die übrigen drei Insassen des Autos mit schweren Brandwunden geborgen wurden: sic sind inzwischen ihren Verletzungen erlegen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. -- Reichsbankbiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuß 7,5 Prozent. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß? Sure 1 Uhr- Kurs Schluß. Kurs Anfang- Kurs Schluß- Nurs l-Uhr- Kurs Schlich- Kurs Anfang Kurs Datum 6-4- 8.4. 6.4. 8.4. Datum 6.4- 8.4. 6.4. 8-4. 6% DL ReichSanleibe v. 192? . DL AnI^Ablös^SlyuId mit los>Rechteu ..... SeßflL ohne Auslos.-Rechle . . . 1% Franks. Hhv.-Bk. Goldps. inv kündbar bis 1932..... iy,% Rheinisch« Hyp.-Bank ßfai- Goldpf........... 0.G.®. obg. BorkriegS-Obligation., rückzahlbar 1932 87,41 53,75 i 12,6 89,5 — 87,5 53,8 12,75 — 53,8 12,6 A.E.G............8 Bergmann ......... 9 Cleltc. Lieferungen. • • • . 10 Licht und Kraft . ..... 10 Reiten 4 Guilleaume.....<> Gef. f. Elektr. Untern.» ... 10 Hamb. Elektr. Werke .... 10 193,25 235,25 174,5 224 146 242 181 220 183,25 234,75 171,5 223,5 145 241,5 151,4 181,5 231,75 171 219,5 145 239,5 150,25 80,7 89,5 — — — Rhein. Elektr.........9 Schief. Elektr. ....... 10 Schuckert . . ...... 8 176 247,5 244,75 175 220,75 247 1/2 216,5 245,5 *% Schweiz. BundeLb.«Ani.. . . — —— — Siemen« 4 HaUko ..... 12 406 402 406,75 401,5 4% Geste rreichijche Goldrie.. . . 4,20% Gelten. Silberne..... 4% Gelte neid), enifjettl. Rte. . . 4% Ungarische Goldrie...... 4% Ungarische StaatSr. V. 1910 . 4'/,% desgl. von 1913 ... 4% Ungarische fttonenrte.. . 4% Türk. Zollanlcihc v. 1911 . ■ 4% Türkische Bagdadbahn-AuL, Serie I........ 31,75 31,75 — Transradio..... 8 -» — —— 160,5 159,5 —— 3 ,— Lahmeyer & (Jo...... • 10 180 179,75 179,13 179,5 24,9 21,15 1,975 10,65 24,9 24.9 21,25 22,2 2 10,7 10,3 10,5 2,05 Buderus............ Deutsche Erdöl ...... .6 Essener Steinkohle......8 Gelsenkirchener ... Va 3.4 Harpener.......... 6 Ilse Bergbau ....... .8 SlödnenverEe ........7 Köln-Neuessen. ....... 9 80,3 131 137 140 222,5 129 135,75 80,75 130,75 136 137,75 139,75 130,9 222.5 80 129,5 135,75 136,5 139,5 129.6 220 4% beSflL Serie II....... 4% Rumänen amtiert. Rie. . . . 10,2 10,25 — 112 — 112,25 129,5 111,75 128,5 *Yi% Rumänen GoldanL Bon 1913 — — 17,9 — Mau.selber....... • 7 122,75 140 121 137,5 122,5 139,9 121,25 138,25 - Lberschles. Eisend. Bedarf. . . 5 88 91.5 Wlg. Deutsche Sisenbcchn . . *y3 —- — —» ___ Gberschles. Kokswerlc.....6 — — 109,25 108,5 Hamburg-Amerika Paket ... 8 125 123,13 124,5 123,9 Phönix Bergbau......ü'/r Rheinische Braunkohlen... 10 97 —— 97,5 97,5 Hamb.-Südam. Dampsjch. . . k 198,5 300,5 w—• 300 297,5 Hansa Dampsschiss . . . ll — — 162,5 — Jiheinstahl s. % Jahr V/t Miebeck Montan......7,2 Bereinigte Stahlw. . .... 6 131 128,75 130,25 128,75 Norddeutscher Lloyd.....:i 118,75 118,75 117,9 148 Allg. Deutsche Creditaust. . . 10 133,25 133,25 133,25 94,25 — 95,23 95 Barmer Bankverein ... 10 Berliner HandelLgesellsch. . 12 144,5 —— 146 145 5 Ctatii Minen . . . .... 2 sh Kali Aschersleben ..... 10 71.5 — 71,25 70,5 229,5 231,5 229 247 248,5 245,25 Lommerz- und Privat-Ban! 11 203,75 203,5 204,25 203,5 Kall Westeregeln...... 10 Kaliwerk Salzdetfurth ... 1b 253,5 250 252,9 250 Tarmst. u. Nationalbank r_ 290.75 290 290,75 289,5 373 — 374 368,5 Deutsche Bank ... V DISkonto-Gesellschaft 8btL. . 10 Dresdner Bank ... 10 Mitteldeutsche Creditbaut... 9 Metallbank 6 Neichsbank........12 172 162 175 140,75 325,5 174.5 140 172 161,9 175,25 140,25 324,5 171,5 161,75 174,5 1E9 321,5 3 ®. tzarben,Jndustrio ... 12 Dynamit Nobel . ...... 5 Scheideanstalt. ....... 9 Goldschmidt . ...... .6 NütgerSwerke . ....... 6 Metallgesellschafk........ 257,9 169,5 91 98 255 169,5 91,5 97,25 257,75 121 92,25 97,75 255,75 120,6 92 96,9 - Frankfurt a.M. Berlin Berlin 6- April Geld Brief Schluß. Kurs l« 111)1- Kurs Schluß- Kurs Anfang Kurs ifranzöfische ‘.Koten..... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Lesterr-.älllO Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten...... Devisenmarkt Berlin Telegraphische iM? 168.51 22,11 112,00 59,15 2.495 112,22 81.00 63,71 12,42 73,21 ~ Frankfur Auszahl igTET 169,19 22,19 112,44 59.39 2,515 112,66 81,32 63.99 12,48 73,51 t a M. ing. Dal tun S.4. 8.4. 6-4. 8 4. Philipp Holzmann . . . Heidelberger Cement. . Eemenl Karlstadt . . . Watch & Freitag.... Schultheis Potzeuhoser . Gftwerke....... Ber. Glanjstoss .... Bemberg....... Lellsiosf Waldhos . . . Zellstoff Aschaffenburg . Charlottenburger Wasser Dessauer GaS..... Daimler Motoren ... Demag . ...... Ldlerwerke Lied er ... Lud». Loewe ..... NaL Automobil ...» Orenstein & koppel • . Leonhard Tietz .... Bamag-Meauiu .... Franks. Maschinen . • . Gritziter....... Heyligenstaedt .... HuughanS. . ..... Lechwerke. ...... Mainkrastwerke .... Mag......... Nekarsulmer ..... PeterS Union..... Gebr.Noeder ..... Boigt 4 Haesfner ... Südd. Zucket ..... 1 10 . $ 10 15 1? IS 14 12 12 . 7 . 0 . 0 . S 10 . 0 . 5 . 6 . 0 . 6 11 . u • 4 . 8 . 8 10 . S . 8 10 . S . 8 ianl 130 149 134,75 481 274 195 — — 60 53 65,25 87 12,5 71,5 131 18,5 118.5 113,75 213 154,5 noten 1 3 ! “1 1 1 I | S ! 1 1 H ! 1 1 । 1 : & i i 1 l 1 1 1 I 1 i ! 130,5 135 305 255,5 475.75 363 274.5 194,75 120 221,5 60,5 56 53,25 227 93.13 299,5 67 84 72 132 18 119.9 213 154,75 130.5 305,25 253.25 468 358 272 119,5 218,75 59,5 56 53 225,5 98,25 299 130 amrt^'Jtott. Buen.-LireS Brss.-Aniw- Ehristiania - Kopenhagen Stockholm - Hellingfors. Italien. . . Kondon. . . Neuhork .. PariS.... Schweiz .. Spanien. Japan . . - 'Hio de Yan Dien in D- Oest. abgest Prag . . . . Belgrad . . Budapest. . Bulgarien Lissabon . Dmuig.. ,