Nr. 57 Erster Blatt |79. Jahrgang §reltag, 8. März 1929 Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags. Beilagen Vte Illustrierte Tiehener FamilienblLtler Heimat im Bild Die Scholle Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanlchlüffe: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn. Pofifchcckfonlo: Kranlfnrtam Main 11686. SichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Vrv6 vnd verleg: vrühl'sche llniverfllälr-Vuch- und Zleindruckerei R. Lange in Gletzen. Zchriftleltung und Geschäftrstelle: 5chu!ftratze7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Hessens Giaatssinanzen vor dem Landtag. Finanzminister Kirnberger begründet den Etat. — Hessens Finanzen unter dem Druck der Besatzung. — Der Kostgänger des Reichs. - Die Gestaltung der Landessteuern - Das Sparprogramm. - Amtlicher Optimismus. Darmstadt, 7. März. Präsident Delp eröffnet um 10.30 LIhr die Sitzung. Die Minister find vollzählig erschienen, und auch der Saal ist gut beseht. Auf eine Kleine Anfrage wegen der Feldbereinigung im Wieseneck erklärt Minister K o r e l l, daß die Kosten der Feldbereinigung nicht höher als im allgemeinen feien. Allerdings sei die Kostenfrage durch den geringen Versteigerungserlös der Massegrundstücke von 51 000 Mk. beeinflußt worden. Stundungsgesuche für die angeforderten Beträge seien nicht eingrgangen. Auf eine deutschnationale Anfrage erk.ärt der Finanzminister Kirnberger, das Gutachten des Aeichssparkom- missars über die hessische Staatsverwaltung ist noch nicht erschienen. Wohl aber ist vor kurzem beim Staatspräsidenten ein Schreiben des Aeichssparkommissars mit umfangreichem Prüfungsmaterial seiner Beamten eingelaufen, hinsichtlich de sen der Äeichsfparkommissar ausdrücklich um streng vertrauliche Behänd- l u n g ersucht, da er sich erst selbst ein Urteil bilden müsse. Es folgte die Beratung des Finanzgesehes 1929. Dazu erklärte Finanzminister Kirnberger: Die Regierung schlägt vor, den Voranschlag von 1928 auf 19 2 9 zu erstrecken und dazu die inzwischen notwendig gewordenen Ergänzungen und Berichtigungen vorzulegen, weil uns die Unterlagen auf den wichtigsten Gebieten für einen neuen Voranschlag fehlten. Die Etatberatung für dieses Jahr ist dadurch in keiner Weise beschränkt, weil in den Ergänzungen und Berichtigungen zu dem vorjährigen Voranschlag ausreichende Unterlagen zur Beratung gegeben find. Auch ist es selbstverständlich, daß damit daS Budgetrecht des Landtages in keiner Weise berührt wird. Die Ergänzungen bringen einen Mehrbedarf von rund 2,5 Mill. Mark, die auch bei schärfster Prüfung nicht zu vermeiden find. Es sind die erhöhten Beträge für Verzinsung der wachsenden Staatsschuld, die Verpflichtungen aus der vermögensrechtlichen Auseinandrsetzung mit dem vormals regierenden Groh- Herzog und zwangs äusige Ausgabenerhöhungen. Es war aber möglich, die Einnahmeseite um rur" 2,3 Mill. Mark zu verbessern, vor allem L .; r dj d i e steigenden Ueberwei- sungen an Reichs st euer n. Dann aber führen auch die Eingänge bei der Grunderwerbssteuer dem Uriundenstempel, dem Eichweien. der Fahrzeugprüsung und dem Vermessungswesen zu höheren Einnahmen. Auch die Forsterträge dürfen wieder etwas höher angeseht werden. Da also der Mehrbedarf durch Mehreinnahmen fast ausgeglichen wird, hat sich der Fehlbetrag im Voranschlag des Jahres 1928 von 11,4 Mill. Mark für 1929 nur auf 11,6 Mill. Mark erhöht. Dieser Fehlbetrag ist ohne Zweifel für unsere Verhältnisse sehr hoch. Er wird aber aller Voraussicht nach im Rechnungsergebnis wohl erheblich geringer sein. Dah die Rechnungsergebnisse günstiger als der Voranschlag ab» schlossen, hat sich in den letzten Zähren erfreulicherweise fast regelmäßig wiederholt. Die Fehlbeträge konnten übrigens in 1925 ganz, in 1926 zum großen Teil aus den Ueberschüssen früherer Jahre ausgeglichen werden. Auch für den Rech- nungsabschkuh von 1928 wird der Fehlbetrag des Voranschlags mit 11,4 Mill. Mark auf 53/4 Mill, he runtersink eiv und dies, obwohl die Rechnung den vollen Mehrbedarf für die Besoldungsordnung enthält, und obwohl auf dem Gebiete der Landesstcucrn wiederum mit erheblichen Ausfällen gerechnet werden muh, fo z. B. bei der Sondergebäudesteuer für die landwirtschaftlichen Gebäude allein mit etwa 500 000 Mark. Soweit sich die Verhältnisse überblicken lasten, darf auch für 1929 angenommen werden, daß der Fehlbetrag des Rechnungsergebnisses mit einigen Millionen Mark hinter dem des Voranschlages zu- rückbleiben wird. Das ist fein übertriebener Optimismus, wie mir non mancher Seife vorgeworfen wird, sondern das ist eine Darlegung der wirklichen verhält- niffe. Ich würde mich umgekehrf eines Anrechts schuldig machen, wenn ich die hessischen Finanzen schwärzer darstellte, als sie in Wirklichkeit sind. Ls Hal sich bereits so etwas wie eine öffentliche Meinung herausgebildet über die trostlose Lage der hessischen Flnanzwirtschaft. Ich halte es für meine Pflicht, gegen solche Behauptungen anzukämpfen. Sic sind nicht nur objektiv unrichtig, fonbern sie wirken lähmend auf unsere Wirtschaft und auf unsere Verwaltung. Es ist auch ein Unrecht, wenn es immer so hinge- stellt wird, als ob an dem Zustande der hessischen Finanzen die Mißwirtschaft oder die mangelnde Initiative der Regierungen schuld fei. Die so reden, überfehen geflistenllich, daß in der Gestaltung unserer Finanzen viele Dinge z wa n g s l ä u f i g sind, daß angesichts der gesamten Lage, in der sich Reich Und Länder unter dem außenpolitischen Druck be- finden, Aederungen und Verbesserungen nur in bescheidenem Maße und nur allmählich möglich sind. Die hessischen Fehlbeträge sind eine Folge der Erschütterung unserer Finanzen durch den Krieg und die Nachkriegszeit. Ihre Ursachen liegen nicht in Hessen, sondern in dem gemeinsamen Schicksal des deutschen Volkes. Für Hessen ist durch die Besetzung diese Not noch besonders drückend geroor- den. Die Nöte können deshalb nur gemeinsam mit den Nöten des Reiches behoben werden. Im Gegensatz zu früher, wo das Reich Kostgänger der Länoer war, sind die Länder jetzt Kostgänger des Reiches geworden. Bisher hat sich das Reich noch nicht entschließen können, den Ländern und den von ihnen abhängigen Selbstverwaltungskörpern ausreichend Steuerquellen zur eigenen Bewirtschaftung zu überlassen. Wir sind in unseren Einnahmen zum größten Teil auf die Ucberweisungssteuern vom Reich und auf die Realsteuern angewiesen. Deshalb ist die fünf - tige Gestaltung des Finanzausgleiches für uns von so großer Bedeutung. Bei der Schätzung unserer Anteile an der Reichseinkommen- und Körperschaftssteuer für 1929 ist der Vorschlag des Reiches, von dem Aufkommen der älebcrweisungssteucrn vorweg 120 Mill. Mark für sich einzubehalten und erst vom Rest die Länderanteile auszuschütten, berücksichtigt. Der Ausfall für die hessische Staatskasse würde dadurch 0,9 Mill. Mark betragen. Wir sind so zu einem Betrag von 32,1 Mill. Mark gekommen und haben also den Anteil um 3,6 Mill, höher veranschlagt als im Vorjahr 1928, wo er nur mit 28,5 Mill, eingesetzt war. Die Schätzung darf aber trotzdem als sehr vorsichtig gelten. Es wäre außerordentlich bedauerlich und würde sich auf die Finanzen der Länder und der Gemeinden denkbar ungünstig auswirken, wenn der in der Oesfentlichkeit laut gewordene Vorschlag verwirklicht werden würde, wonach statt der 130 Mill. Mark f o g a . 3 30 Mill Mark an dem Aufkommen der Rcichssteuern vorweg- Genommen werden sollen. Die Folge wäre, aß Länder und Gemeinden gezwungen wären, die ihnen verbliebenen Steuern (Grund- und Gewerbe st euer) zu erhöhen. Sollte aber — was gerüchtweise verlautet — sogar bedangt werden, daß die Realsteuern nicht weiter gesteigert werden dürfen, so wäre daS gleichbedeutend mit einer Zerrüttung der Länder- und Gemeindefinanzen. Mit Aufmerksamkeit verfolgen wir auch die von anderer Seite vertretene Forderung, die Umsatz st euer zu erhöhen, um damit das Defizit des Reichshaushaltes zu decken. Wir halten eine Llmsahsteuererhöhung für äußerst bedenklich. Auf dem Gebiet der Landessteuern wird immer behauptet, dah der hessische Staat die ihm durch Reichsgeseh auferlegte Verpflichtung zur Senkung der Steuern nicht erfüllt habe. Demgegenüber betone ich, dah die Forterhebung der gleichen Steuersumme bei den hessischen Realsteuern trotz Anwachsen» der vcsteuerungs- grnndlagen rechtlich und wirtschaftlich durchaus gleichbedeutend ist mit einer Senkung des Steuertarif es. Auch ist nicht zu bestreiten, daß in anderen Gebieten des Reiches die Grundsteuer erheblich drückender ist als bei uns. Ich hoffe, daß die Reichsgesetzgebung auch auf diesem Gebiete endlich zum Ziele kommt, andernfalls wird es eine wichtige Aufgabe fein, demnächst unser hessisches Grundsteuerrecht den geänderten Anschauungen unserer Zeit anzupassen. Bei der Gewerbesteuer aber ist nunmehr sogar der rechnerische Beweis für die Senkung des Steuertarifes geliefert insofern, als der Steuersatz beim Gewerbekapital um 10 Prozent herabgesetzt worden ist. Eine Senkuna der Sondergebäude st euer ist reichsgesetzlich nicht vorgeschrieben. Gleichwohl haben wir diese Steuer, die ja auch von der gesamten Bevölkerung als die drückendste empfunden wird, ganz beträchtlich herabgesetzt, so daß wir für das Jahr 1929 mit einer Wenigereinnahme von 3,5 Millionen zu rechnen haben. Diese Summe erhöht sich übrigens noch zugunsten des Steuerzahlers durch eine entsprechende Verminderung der Gemeindesteuern. Die Neuregelung wird wohl allen Kreisen der Bevölkerung, in besonderem Maße aber den Kleingewerbetreibenden, den kleinen Landwirten und den Arbeitern, zugute kommen. Trotz dieses erheblichen Ausfalles Haden wir wiederum 12 Millionen für den Wohnungsbau zur Verfügung gestellt. Die wichtigste Maßnahme für die Finanzverwaltung unseres Landes ist die Einschränkung der Ausgaben. Es ist hier bereits viel geschehen. Bei der notwendigen Vereinfachung der Verwaltung werden vor allem die Vorschläge des Reichssparkommissars zu berücksichtigen sein. Aber man muß sich bewußt bleiben, dah die Verwaltung eines Landes ein gewachsener Organismus ist, in den man nicht nach Belieben eingreifen kann. Es ist ohne Zweifel richtig, dah sich die Ausgaben eines Landes nach seiner Leistungsfähigkeit zu richten haben. Wenn aber nun immer behauptet wird, dah gerade in Hessen die Finanzverhältnisse besonders ungünstig liegen, so erscheint es mir doch einmal von größter Wichtigkeit zu sein, bah nachgewiesen ist, dah die Steigerung des Zuschuhbedarfes in Hessen für Land und Gemeinden zusammen auf den Kops der Bevölkerung nicht größer ist als beim Durchschnitt aller deutschen Länder. Ebenso wichtig ist es, zu erfahren, daß die steuerliche Belastung in Hessen wiederum einschließlich der Gemeinden noch nicht einmal so stark gestiegen ist wie im Länderdurchschnitt und in den meisten übrigen Ländern. Die Entwicklung der hessischen Finanzen berechtigt durchaus zu der Hoffnung, daß es in absehbarer Zeit gelingen wird, wieder den öffentlichen Haushalt zu balancieren, freilich nur, wenn auch das Reich feine Schuldigkeit tut. Wir dürfen erwarten, dah die offensichtlichen unö nachgewiesenen Schädigungen au« der Besetzung vom Reich berücksichtigt werden. Kommt das Reich diesen Verpflichtungen nach, woran ich nicht zweifeln mochte, so werden bei strenger Sparsamkeit und bei dem Wiedererstarken unserer Wirtschaft nach meiner festen lieber, zeugung die hessischen Finanzen ihrer Gesundung entgegengeführt werden tonnen. Oie Etatdebatte. Abg. Kaul (Soz.) erklärte die Zustimmung der Sozialdemokratischen Partei zu der Erstreckung des Etats 1928 auf das kommende Etatsjahr, wenn auch hierdurch kein Präzedenzfall geschaffen werden solle. Solange das Gutachten des ReichssparkommissarS nicht vorliege, sei eine große Debatte nicht am Platze. Eine Erhaltung der Eigenstaatlichkeit Hessens auf Kosten lebenswichtiger kultureller und sozialer Aufgaben werde nicht die Unterstützung der Sozialdemokraten finden. Wenn Sparmaßnahmen wie die Aufhebung von Kreisämtern, die Zusammenlegung von kleinen Amtsgerichten, die Uebertragung von Aufgaben der Kreisämter auf die Bürgermeistereien zur Erörterung gekommen seien, dann zeigten sich Widerstände gerade bei denen, die immer vom Svaren redeten. Der Redner skizzierte als Sparmaßnahmen Rationalisierung im Schulwesen, Aenderung höherer Schulen in deutsche Oberschulen, eine grundlegende Reform der Landesuniversität usw. Die wachsende Rot der Arbeitslosen werden weitere Mittel des Staates notwendig machen. Abg. Hoffmann (Ztr.) wünscht durch Stärkung des StaatsgedankenS die Uebertragung möglichst vieler Aufgaben vom Reich auf die Länder und Gemeinden, was keine Machtverringerung der Zentrale zu bedeuten brauche. Er legt die Stellung des Zentrums zum Einheitsstaat dar und kritisiert die Machtgelüste Preußens, die sich bei der Besetzung des Landesarbeitsamtes in Frank' furt a. M. und der Ernennung des Landesschlichters besonders kraß gezeigt hätten. Abg. Leuchtgens bezeichnet den rosigen Optimismus des Finanzministers finanzpolitisch und gesamtpolitisch als falsch. Das Finanzminiministerium möge in Zukunft mit Schätzungen vorsichtiger und zurückhaltender sein. Durch die fortgesetzte Bettelei der Regierung und der Regierungsparteien in Berlin fei die hessische Finanzwirtschaft diskredittert worden. Rach seiner Ansicht werde das Defizit 1929 14 bis 15 Millionen erreichen. Die erhöhten Einnahmeansätze seien nach den letzten Feststellungen des Instituts für Konjunkurforschmrg, die schon leicht krisenhafte Erscheinungen anzeigten, unverständlich Zweckmäßiger wäre es gewesen, statt sich einem Spar- kommissar aus Berlin zu verschreiben, selbst für die Beseitigung des Defizits zu sorgen. Dem frifierten Spargutachten müsse mit Mißtrauen entgegengetreten werden. Der reine Finanzbedarf Hessens betrage für Land und Gemeinden 162,99 Mark auf den Kops der Bevölkerung. Hessen stehe hier hinter Baden (167,49) an zweiter ©.eile, während der Durchschnitt 144 betrage. Beim Zuschutzbedarf stehe es an fünfter Stelle. Eine Lösung der Finanzkalamität durch den Einheitsstaat zu erwarten, sei absurd. Es bleibe nur Selbsthilfe durch sparsamste Wirtschaftsführung. Kompromiß in der Minderheitenfrage. (Lin Oreierausschuß wird mit der Ausarbeitung eines zusammenfaffenden Berichts beauftragt. Genf, 7. März. (WB.) Der Völkerbundsrat hat heute nachmittag debattelos die von dem Vericht- erstalter A d a t s ch i (Japan) zur Weiterbehandlung des Minderheltenpro.blems vorgeschlagene kam- promitzlösung angenommen, durch die ein vorläufiger Arbeitsausschuh, bestehend aus dem japanischen, englischen und spanischen Rals- mitgliede, eingesetzt wird. Dieser Arbeitsausschutz hat unter Berücksichtigung der verschiedenen bei der Aussprache über den deutschen und kanadischen Antrag geltend gemachten Gesichtspunkte das in Betracht kommende Material zu sammeln und kann auch Bemerkungen der Regierungen mit Minderheitenoerpflichtungen und jede» andern völkerbunds- staate» entgegennehmen. Diese Bemerkungen müßen bis zum 15. April eingereicht fein. Aus Grund dieses Materials wird das Berichterstatter-Komitee einen Bericht ausvrbeiten, den der Völkerbundsrat, der hierfür als Ralskomitee unter Hinzuziehung sämtlicher Ratsmitglieder Zusammentritt, einer ersten Prüfung und zwar vor der nächsten Ratstagung onterziehen wird. • Wie hierzu von offiziöser deutscher Seite in Genf mitgeteilt wird, ist mit der heutigen Entschließung des Dölkerbundsrates die ursprüngliche, besonders von Polen geforderte Idee, die Angelegenheit bereits in dieser Tagung endgültig zum Abschluß zu bringen, fallengelassen worden. Der von Kanada und Deutschland erhobene energische Widerspruch hat auch dazu geführt, dah die Entscheidung über die weitere Behandlung des Problems nicht auf ein Derichterstatterkomitee übergeht, vielmehr wird der Rat in seiner Gesamtheit vor und während der nächsten offiziellen Tagung, die nunmehr aller Wahrscheinlichkeit nach in Madrid stattfinden wird, sich wieder mit der grundsätzlichen Seite des Minderheitenproblems befassen. Hierzu ist ein erweitertes Verfahren auf breiter Basis eröffnet worden, bei dem alle Dölkerbundsstaaten und nicht nur die Minderheitenstaaten, ihre Auffassung geltend machen tonnen. Bekanntlich haben verschiedene Staaten, auch ohne Minderheiten- ftaaien zu sein, ein großes Interesse für das Minderheitenproblem als einer Hauptaufgabe des Völkerbundes. Rach dem Gange der hiesigen Verhandlungen wie auch der Beratungen in der letzten Dölkerbundsversammlung darf angenommen werden, dah dem Berichterstatter- tomiiee auch von triefen Staaten Denkschriften zugehen werden. Mit Dem heutigen Beschluß ist also eine Gewähr gegeben, daß der ganze Völkerbund an der weiteren Behandlung des Minderheitenproblems Mitarbeiten wird, aber auch dafür, daß das Minderheitenproblem vor der nächsten offiziellen Ratstagung und unter überwiegender Beteiligung der Ratsmitglieder selbst einer gründlichen Prüfung unterzogen wird. Man glaubt, dah für die Tagung des Ratskomitees San Sebastian in Betracht kommt. Bei der offiziellen Tagung in Madrid würde dann der Rat über die endgültige Fassung de« Berichtes zu befinden haben. An beiden Tagungen wird Das kanadische Ratsmitglied D a n o u - rand persönlich teilnehmen, um seine Vorschläge zu verteidigen. Ob der Rat in der 3unitagung Die Angelegenheit in einem besonderen Bericht vor die nächste VölkerbundSversamm» lung bringen wird, steht noch nicht fest. Es ist aber anzunehmen, daß die Bundesversammlung an der grundsätzlichen W e i t e r e r ö r t e- tung des Minderheitenproblems, das bereits in ihrer letztjährigen Tagung einen breiten Raum einnahm, nicht Vorbeigehen wird. Enttäuschung in Berlin. Scharfe Kritik der Berliner Presse. Berlin, 8. März. (WTD. Funkspruch.) Das in Genf zustande gekommene Minderheitenkompro- miß wird in den Berliner Blättern einer schar- f e n Kritik unterzogen. — In der demokratischen „Vossischen Zeitung" heißt es: Es ist die Pflicht desjenigen Teiles der deutschen öffentlichen Meinung, der durchaus nicht mit allem einfcerftanöen ist, was gelegentlich im Ramen von Minderheiten unternommen wird, gegen die seltsame Art der Behandlung einer von allen Seiten als wichtig anerkannten Frage zu demonstrieren. — Der „Vorwärts (Soz.) erklärt: Die auffallend schnelle Erledigung des deutsch-kanadischen Vorstoßes durch Annahme einer Kompromihreso-- lution binnen 18 Stunden mutet toie ein Ab - würgungsversuch an. Schuld an dem überstürzten Abbruch der öffentlichen Debatte sind vor allem Driand und Chamberlain. Wichtig ist — und darin ist der deutschen Delegation recht zu geben—, daß die Zukunft in keiner Weise durch Diese versuchte Abwürgung präjudiziert wird. — In der „Germania" (Zentr.) heißt es: In den deutschen Kreisen, die über den Verlauf der Verhandlungen hinter den Kulissen unterrichte! sind, wird erklärt, dah diese Lösung dasHöchst- matz des Erreichbaren darstellt. Man ha! sie Deutschland durch die verschiedenen in Punkt 3 und 4 geschaffenen Möglichkeiten schmackhaft zu machen versucht. Sie kann aber doch nicht über die unbefriedigende Zus ammen- s e tz u n g des Dreierkomitees Hinwegtäuschen. — Die neue Reparationsorganisation ^s-hnlich schreibt die »Dors enzeitung" (Sol): Wan kann nicht behaupten, dah die Zusammensetzung deS Dreierkomitees in unS die Hoffnung auf wirkliche Behandlung der Lage der nationalen Minderheiten nähren Sonnte. — Die „Deutsche Tageszeitung" (Reichs- landbundj sagt: Der erste Eindruck war tiefe Enttäuschung, ter zweite Empörung über die bewiesene Gleichgültigkeit des hohen Dates der Gesellschaft der Nationen gegenüber diesem Hauptproblem des Völkerbundes und des Friedens zwischen den Völkern. Jubel in Warschau. Die interalliierte Einheitsfront gegen die Minderheiten. Warschau. 7. März. (Telun.) Der Genfer Berichterstatter des .Expreß Proanny" berich- tet. die Attacke Dr. Etresemanns sei vorder geschlossenen Front Frankreichs. Englands. Polens und Rumäniens vollwmmen zusammengebrochen. 3n die Waffe seiner Beredsamkeit eingehüllt, habe er die unsinnige Forderung gestellt, dah in Zukunft auch die be.angloseste Minderheitenirage vor die Weltöffentlichkeit gezerrt weroe. Die halbamtliche „Epoca' schreibt, die Rede Stresemanns habe einen demagogisch-propagandistischen Charakter getragen um) sei auf den inneren Effekt berechnet gewesen. Es habe sich jedoch gezeigt, daß die geschlossene Front Frankreichs und Englands für den Frieden und die Aufrechterhaltung der Ordnung in Europa eine Mauer sei, an der alle staatsfeindlichen Bemühungen der Minderheiten zerschellen mühten. Die Rede Driands habe eine erfolgreiche älnterstützung des pol-ni- schen Standpunktes dargestellt. Um er der Lieberschrift „£er Sieg der polnischen These" schreibt das Pilsudski-Blatt „Gros Prawdy", der deutsche Deichsautzenminisier sei in seiner Rede sichtlich auf den Paragraphen 19 lo gesteuert, um die Frage der Grenzrevision zu berühren. 3n den Ausführungen Chamber.ains verdiene der Satz besondere Beachtung, dah die Minderheiten mit reinen Händen zum Völkerbund kommen müßten, was zweifellos eine Anspielung auf Lllitz sei. .Kurzer Warszawski" erklärt, StrefemannZ Auftreten habe sich wesentlich von dem in Lugano unterschieden. Der deutsche Außenminister habe seinen Gang nach Canossa angetreten. Er sei bestrebt gewesen, den Lugano-Faustfchlag vergessen zu machen, niemand anzugreifen und sich möglichst gut aus der Affäre zu ziehen. Die Rede Chamberlains sei ein politisches Begräbnis für Strese- mann gewesen. Ein neuer Geheimverirag? Eine polnisch-rumänische Verschwörung gegen Rußland und Litauen. fio rono, 8. März, (prim- Tel.) Die offiziöse Lownoer Zeitung „Cietuoos Aidas" wartet mit Enthüllungen über einen Geheimvertrag aus. wie das Blatt mitteilt, soll es sich hierbei um einen Gcheimpakt handeln, der am 1. Oktober 1928 zwischen polen und Rumänien a l s Ergänzung des bereits 1926 abgeschlossenen Vertrages zustande kam. Der Geheimvertrag richte sich gegen Rußland und Litauen. Bei einer Ge'ahr sollen die vereinigten polnifch-rumänifchenSlreitkräfte sofort eine breite und schnelle Offensive gegen Rußland ergreifen. 3n dem Vertrage werde weiter darauf hingewiesen, dah in einem Kriege zwischen Polen und Rußland L i - tauen nicht neutral bleiben könne. Falls Litauen den Kampf aufnehme, habe palen Rumäniens Zustimmung, Litauen entweder ganz ober teilweise zu okkupieren. Weiler enthalte der Vertrag technische und strategische Einzelheiten. Dieser Geheimpakt, so teilt die Zeitung mit, fei während pi 1 sudskis Anwesenheit in Rumänien unterzeichnet worden. Das Blatt will den Vertrag, über den es aus zuverlässiger Quelle orientiert sein will, noch im ganzen veröffentlichen. Die Affäre Frank. Ter Anteil des belgischen Geheimdienstes. Brüssel. 7. März. (WTD.) Ministerpräsident 3 a s p a r gab in der Kammer eine Erklärung über den toe teren Verlauf der Angelegenheit der UtrechterVeröffentlichun- ?i e n ab. Der Ceneralstaatsanwalt habe die Ein- ettung einer Untersuchung angeordnet, die zur Verhaftung Franks führte, und im Laufe der Vernehmung Franks sei erwiesen worden, dah Frank von einem ausländischen Spionagedienst, mit dem er in Verbindung stand, die Weisung erhalten habe, sich ein gewisses Dokument zu beschaffen. Frank habe sich mit Agenten des belgischen Geheimdienstes in Verbindung gesetzt und daS angebliche Dokument fabriziert, das dann durch den Redakteur der „Schelde", Ward Herremans, der holländischen Zeitung übermittelt worden sei. Den Agenten sei das Dokument bekannt gewesen, dagegen nicht dem Chef des Geheimdienstes. Auf gerichtlichem Wege ist festgestellt worden, daß es sich um eine grobe Fälschung handelt. Sie macht endlich allen Schauermärchen ein Ende, die immer wieder kolportiert worden sind. Ebenso ist festgestellt worden, daß die Fälschungen von Frank allein hergestellt worden sind. Alles hat sich ohneWisiendesChefs des belgischen General st abs abgespielt, und man kann fest stellen, daß die Regierung mit allem, was mit der Fälschung zusammenhängt, nicht in der geringsten Beziehung stand. Kein einziger belgischer Minister hat vor Veröffentlichung der falschen Rachrichten irgendetwas von ihrer Existenz gewußt. Schließlich hat das 3uftizverfahren klargestellt, daß Agenten des belgischen Geheimdienstes um die Existenz der falschen Dokumente gewußt haben und zuließen, dah sie in Umlauf gebracht wurden. Dies ist ein schwerer Verstoß. Die Untersuchung, die im Einvernehmen mit dem Chef des Generalstabs vorgenommen worden ist, hat bereits zu dem Beschluh geführt, den Chef des DachrichtendiensteS seiner Funktionen zu entheben. Gegen andere Agenten, die Ber- stöße begangen haben, werden Strafmahnahmen verhängt werden. Essen, 8. Mär;. (ptio.-Icl.) Die „Deutsche Bergwerk,zeltung" veröffentlicht bemer- kcnswerte Einzelheiten über den Im Reparalions- sachverständigenausfchuh vorgeschlagenen Zentralorganismus für die künftige Durchführung der Reparationen. Danach soll der Vorschlag gemacht worden sein, als ober st e Leitung dieser Zentral- instanz, die etwa den Charakter eines internationalen Clearing hauses tragen soll, einen Ausschuß aus neun Mitgliedern zu bilden. In diesem Ausschuß sollen die Gläubiger- Nationen vier Sitze und Deutschland zwei Sitze erhalten. Zwei weitere Sitze sotten von Mitgliedern der Internationalen Handelskammer eingenommen werden, während die Vereinigtenstaaten das neunte Mitglied stellen, dem für einen gewissen Zeitraum das Präsidium überfragen werden soll. Dieser teilende Ausschuß würde eine Art Repara- tiousaufslchtsrat darstellen. Von deutscher Seile soll noch angeregt worden fein, dah von Deutschland, Frankreich, England, Italien und Bel- Ser Abgeordnete Merlot erhob hier in einem Zwischenruf die Forderung, dah der gesamte militärische Geheimdienst verschwinden müsse, woran der Olbgcotöncte Meysmans seinerseits die Forderung knüpfte, dah das gleiche auch von feiten Deutschlands geschehe, denn Belgien sei, wie er behauptete, voll von deutschen Spionen. Ministerpräsident 3aspar, der darauf in feinen Ausführungen fortsuhr, erklärte u. a.: Belgien muß feine Verteidigung sicher st eilen: aber diejenigen, die in seinen Diensten stehen, müssen sich davor hüten, sich in Machenschaften einzulassen, die die Atmosphäre Europas vergiften können. Cs ist klargestellt, daß das Dokument eine Fälschung ist, dah Belgien niemals Angriffspläne gegen Holland gehegt hat, und daß Belgien Klärung zu schaffen weiß, wo einmal ein Der st oh begangen worden ist. Wir verfolgen eine Politik des friedlichen Ausgleichs und der Freundschaft gegenüber Holland, und was unsere Politik kennzeichnet, ist die Loyalität. England bereitet die Annexion Ostafrikas vor. Ein Londoner Kabinettsbeschlutz. Berlin, 8. März. (Priv.-Tel.) 3n den letzten Wochen ist wiederhol davon gesprochen worden, daß die englische Regierung die A n n e x i o n O st a f r i k a s vorbereite und dah vielleicht schon in absehbarer Zeit Beschlüsse von weittragender Bedeutung zu erwarten seien. Richtig ist, daß Grohbritanmen durch eine Spezialkommission die Verhältnisse im ehemaligen Deutsch- Ostafrika hat untersuchen lassen, und daß von dieser Kommission Vorschläge ausgearbeitet worden sind, in denen in unverhüllter Form für eine Eingliederung unseres Kolonialbesitzes in das Britische Kolonialreich eingetreten wird. Obwohl die gesamte deutsche Oeffentlichfeit gegen derartige Annexionsbestrebungen energisch Front gemacht hat, haben sich die Engländer nicht aus der Ruhe bringen lassen: es wird jetzt behauptet, daß die Londoner Regierung der Einverleibung des ostafrikanischen Mandatsgebietes in den englischen Besitz z u g e st i m m t habe. Sehr wahrscheinlich wird man in London diesen Kabinettsbeschluh als eine Erfindung hin- stellen. Ein entsprechendes Dementi wird zeäoch wirkungslos bleiben, weil die Engländer ihre Karten schon zu sehr aufgedeckt haben und weil es I ä n g ft ein offenes Geheimnis ist, daß sie früher oder später das ihnen vom Völkerbund anvertraute Mandat doch in ihre Tasche stecken werden. In hiesigen politischen Kreisen verfolgt man die weitere Entwicklung dieser Angelegenheit, die ohne Frage einen schweren 23 e r ft o 6 gegen d i e Dölkerbundssatzung, nach der der Mandatar ein ihm anvertrautes Gebiet lediglich als Vormund zu verwalten hat, so daß eine Aneignung in jeder Hinsicht ausgeschlossen ist, darstellen würde, mit größter Aufmerksamkeit. Es steht zu erwarten, daß, sollten diese Gerüchte eine Bestätigung erfahren, die Mandatskommission, an der Deutschland bekanntlich auch beteiligt ist, in Genf sofort zu dieser Frage Stellung nehmen würde. Es scheint auf jeden Fall, daß man in London 7>ie Einverleibung Deutsch-Ostafrikas schon so gut w i e eine beschlossene Sache behandelt, zumal man doch bereits den Gedanken der Ernennung eines Generalgouverneurs für das ganze Gebiet erwögt. Es wird gut fein, schon jetzt mit größter Schärfe gegen derartige englische Machen- schäften, die durchaus in den Rahmen der englischen Kolonialpolitik paffen, oorzugehen. LalleSWägt Die mexikanische Revolution nieder. Vera Cruz wieder in Händen der Megierungstruppen. London, 7. März. (TU.) Nach Meldungen aus Elpaso in Texas wird aus den Aufstandsgebieten berichtet, daß sich der Ausstandsbewegung 6000 Baqui-Indianer angeschlossen hätten. Auch aus Nordmexiko werden Erfolge der Slufftän» dischen gemeldet. Es heißt, daß Teile der Regierungstruppen in die Berge geflüchtet wären. M a - zaplan, die wichtigste Hafenstadt des Staates Sonora an der pazifischen Küste sei von den Aufständischen besetzt worden. Ihr Führer, General M a n s o, habe entlang der westpazifischen Küste mit seinen Truppen den Vormarsch begonnen. Meldungen aus Neuyork berichten demgegenüber von Erfolgen der Regierungstruppen. Die Stadt Vera Cruz befindet sich wieder in den Händen der mexikanischen Regierungstruppen. General 21 g u i r r e , der Führer der Aufständischen, hat mit zweitausend Mann die Flucht ergreifen müssen, nachdem sich annähernd } der Aufständischen von ihm losgesagt hallen und zu den fRegierungstruppen übergegan- g e n waren. Wie weiter berichtet wird, ist auch Saltillo wieder in der Hand der Regierung. General E s c o b a r, der die Stadt mit etwa 2000 Mann besetzt hielt, befindet sich auf der Flucht. Die Aufständischen versuchten, die Verfolger durch Auf- reißen der Schienenstränge oufzuhalten. Mit der Niederlage Escobars gilt Die Entscheidung für den glen die Leiter oder die Slellvertreter der Notenbanken dieser Länder in den Aentralaus- schuh delegiert werden. Des weiteren berichtet die „Bergwerks-Zeitung" über einen Vorschlag amerikanischer Finanzsachverständiger, der in den Vordergrund der pariser Reparationsoerhandlungen gerückt sei. Dieser Vorschlag gehe von der Voraussetzung aus, daß Deutschland acht Milliarden Dollar aufbringen könne, hiervon würden zunächst zwei Milliarden Dollar zu kommerzialisieren sein, wobei auch an die Möglichkeit von Umtauschoperationen in Staatsschuldbons der alliierten Länder gedacht fei. weitere sechs Milliarden Dollar sollen nach diesem Vorschlag durch eine neu zu schaffende Reparationstreuhandstelle zurückbe- holteu werden. Ihre Kommerzialisierung soll zu günstigen späteren Zeitpunkten durchgeführt werden. Die erste Tranche der auszugedenden Bonds soll mit 6 Prozent verzinst werden, während für die weiteren Tranchen eine Ermäßigung der Zinssätze vorgesehen sei. Nordosten als gefallen. Zur Zeit werden 17 000 Mann Regierungstruppen zusammengezogen, um gegen Sonora oorzugehen. Man will den Aufständischen die Zufuhren adschneiden, um sie dann infolge Munitionsmangel zur Kapitulation zu zwingen. An der mexikanischen Grenze in der Rähe von Laredo und Elpaso sind größere amerikanische Grenzschutzabteilungen zusam- mengczogen worden. Rach einer Meldung aus Elpaso würden die dortigen amerikanischen Truppen die Grenze überschreiten und 3ua- rez in Mexiko besetzen, falls bei den Kämpfen Amerikaner an der Grenze bedroht würden. Calles bezeichnet in einer Zuschrift an die „Reuyork Times" die Aufstandsbewegung als eine Bewegung ehrgeiziger korrupter Militär führ er, die die Militärdiktatur errichten wollten. 3n weiteren Regierungserklärungen wird betanntgegeben, daß sich der Feind in völliger Auflösung befinde und überall von panischem Schrecken erfaßt fei. Außer anderen wichtigen Städten befänden sich auch Orizaba, Cordova und 3alapa wieder in den Händen der Bundestruppen. Weiter wird die Wiederaufnahme des Eisenbahnverkehrs mit Laredo in Texas angekündigt. — Aach einer Mitteilung des Führers der Aufständischen in Sonora, des Generals B o r q u e s, haben die Revolutionäre den Staat S i n a i d o, südlich von Sonora an der Küste des Stillen Ozeans, in Besitz genommen. Die katholischen Kirchen in Sonora zelebrieren heute -um erstenmal seit 1926 Hochämter. Trotz vereinzelter Erfolge der Aufständischen herrscht in Aeuyork der Eindruck, dah die Regierungsstreitkräfte allmählich die Oberhand gewinnen. Die neue Bewegung in China. Undurchsichtige Lage Schanghai, 7. März. (Agentur 3ndo Pacific.) Es sind Gerüchte im Umlauf über ein unmittelbar bevor stehendes Ausbrechen von Feindseligkeiten zwischen A a n k i n g und der Provinz K w a n g f i. Man meldet bedeutende Truppenbewegungen am Bangtse. Die Kämpfe sollen in Anking, der Hauptstadt von Anhwei, bereits begonnen yaaen. Die chinesischen Zeitungen verö, sentlichen feine Rachrichlen über den Bürgerkrieg in Schantung, da die 'Behörden eine rigorose Ueberwachung des Aachrichten- wesens ausüben. Die Requirierung von Schiffen der chinesischen Schiffahrtsgesellschaften erregte große Beunruhigung. Die ofiiziellen Kreise zeigen sich sehr zurückhaltend, doch nimmt man an, daß die Schiffe nach Pukau gesandt werden sollen, um Truppen zu landen, d.e für Äuanfiang bestimmt find. Die Marineflieger sind startbereit. Zwei Hypothesen stehen einander gegenüber: ein Kampf zwischen der Provinz K w a n g f i und General Tschangkaischek — oder ein Kampf zwischen der Provinz Kwangsi und Tschangkaischek einerseits gegen Fen - gyhsiang andererseits. Die Rivalitäten zwischen den einzelnen Gruppen Haden ihren Höhepunkt erreicht. Die Führer des Kuomintang bemühen sich, einen Ausgleich zu schaffen. Präsident Tschangkaischek soll der Zentralregierung gewogen sein und die Ansicht vertreten, dah sie respektiert werden müsse, während seine Gegner der Zentralregierung die Berechtigung, in die provinziellen Angelegenheiten einzugreifen, absprechen. Gewisse Kreise neigen zu der Annahme, dah die regierungsfeindlichen Elemente sich bemühen, den Zusammentritt des Kongresses des Kuomintang zu verhindern. Aachdem Tschangsuntschang eine allgemeine Offensive begonnen hat, raten die englischen und amerikanischen Konsuln den Missionaren und Ausländem, Tschifu zu verlassen. OerKampfumdenReichsetai. Der Finanzminister verhandelt mit den Parteien. Berlin, 8. März. (Priv.-Tel.) Nachdem der Reichshaushallsplan im Reichsrat erledigt worden ist, ist sofort von selten des Rcichsfinanzmimsters eine Aktion in Gang gefetzt worden, mit dem Ziele, die verschiedenen Parteimeinungen über den Etat möglichst noch vor den Plenarderatungen so aneinander anzugleichen, daß größere Auseinander, setzungen im Reichstag vermieden werden können. Dabei vertritt Dr. H ilfer ding nach wie vor den Standpunkt, daß selbstverständlich geeignete Vorschläge der Parteien, die von den seinen abweichen, berücksichtigt werden müssen. Seine Besprechungen mit den verschiedenen Abgeordneten hallen jedoch bisher nur vorläufigen Charakter. Man wartet in parlamentarischen Kreisen noch im. nur mit Spannung darauf, wie das oolksparteiliche Er f pa r nispr o gra m m, das dem Reichs- finanzminister noch nicht oorgelegt worden ist, im einzelnen aussieht. Trotzdem ist die Stimmung über die weitere Entwickelung des Etats in den hiesigen politischen Kreisen jetzt etwas günstiger als bisher; man glaubt, daß es gelingen wird, die verschiedenen Parteisorderungen auf einen Nenner zu bringen. Sie "Rationalliberale Korrespondenz" schreibt zu den Verhandlungen: Reich.finanzminister Hil- ferding hat die Fühlungnahme mit den Steuer- sachverständigen der Parteien auf genommen. um mit ihnen die Verabschiedung des Etats zu besprechen. Sr folgt damit nicht nur einem Wunsch, sondern auch einem Rat der Deutschen Dolkspartei, die nach wie vor der Lleberzeugung ist, dah der Etat verabschiedet werden kann und muh, ohne dah neue Steuern bewilligt und eingesührt werden. Da aber der Finanzminister selber der gegebene Sparkommisfar fein und bleiben muh, ist nichts natürlicher, als dah er auch die Führung in der Sparpolitik übernimmt und zunächst seine Sparva r s ch l ä g e den Parteien unterbreitet Die Parteien können aus Gründen der Loyalität wie der Zweckmäßigkeit ihrerseits Sparvorschläge nur beispielsweise machen. Danach wird auch die Deutsche Dolkspartei in den Besprechungen mit dem Reichssinanzminister handeln. Ein finsterer Anonymus. Bonn, L März. DaS hiesige Schöffengericht verhandelte während dreier Tage gegen den ehemaligen Syndikus Dr. Heinrich Schmuck.^der in dem dringenden Verdacht steht, eine Reihe namenloser Schreiben an den Regierungspräsidenten und die Staatsanwaltschaft gerichtet au haben, in denen er gegen eine Anzahl Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ungeheure Anfchuldigungen ergebt 3mVerlaufe der Zeugenvernehmung wurde dem Angeklagten vorgehalten, mit der Besatzung und den Separatisten in Verbindung gestanden zu haben, und ein Bonner Kaplan erklärte unter Eid, Dr. Schmuck habe ihm gelegentlich gesagt, daß auf feine Veranlassung hin ein Bonner Beamter von den Franzosen ausgewiesen worden sei. Als der Zeuge auf eine Frage des Verteidigers des Angeklagten erklärte, er habe dabei den Eindruck gehabt, der Angellagte stehe mit der Besatzung in vaterlandsfeindlicher Verbindung, legte der Verteidiger. Rechtsanwalt Dr. Augustin, Köln, feinen Auftrag nieder und verlieh den Sitzungssaal. Auch im weiteren Verlaufe wurden gegen den Angellag- ten von Zeugen schwere Beschuldigungen wegen seines Verhaltens zu den Franzosen und Separa- tiften erhoben. Er habe gesagt, mit der Mißwirtschaft in Berlin müsse endlich Schluß gemacht und die rheinische Republik errichtet werden, damit das Rheinland von der Besatzung frei Werde. Der Angeklagte wurde wegen fortgesetzter schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit übler Rachrede und Beleidigung zu sechs Monaten Gefängnis und wegen Beleidigung eines Kölner Polizeibeamten zu 40 Mk. Geldstrafe verurteilt. Oie Wetterlage. •JanMayay SeW- Kordoyj' itterdet* PonnerstM d7.narz 1929,7* at>ds, ^worwewm o»ep otoeciL»-m»» e oto««i w Sehnt« ä traoorin • ntDtl je* «KBlfi GJ1 nm>at' JUMOwtM 15 MurmotB* lordvtlt 0« »lern nitgtn ein atm w.t VCKMM ■! i .norao Wettervoraussage. Der hohe Druck hat sich weiter südöstlich verlagert. In seinem Kern, der sich bis über Süddeutschland erstreckt, kam es während der vergangenen Nacht zu Strahlungsfrösten (Karlsruhe minus 2 Grad, München minus 5 Grad). Die skandinavische Tiefdruck- störung hat weiter südwärts an Ausdehnung gewonnen und im nördlichen Deutschland wieder Erwärmung gebracht. Weitere Druckstörungen im Südwesten und im Nordweften bringen den Hochdrucke influß zum raschen Abbau, so daß erneut Bewölkung und später auch Niederschläge zu erwarten sind. Die Fröste dürften ihr Ende erreicht haben und eine allmähliche, langsam fortschreitende Erwärmung einfetzen. Wettervoraussage für Samstag: Wolkiges Weller, Temperaturen nachts um Null Grad, stete Neigung zu Niederschlägen. Wettervoraussage für Sonntag: Leicht bewöllt, Temperaturen auch nachts etwas über Null, vereinzelte Niederschläge. Lufttemperaturen am 7. März: mittags + 4,5 Celsius, abends + 2,3 Grad Eelfius; am 8. März: morgens 4- 0,1 Grad Cel,ius. — Maximum + 4,6 Grad Celsius, Minimum—2,1 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 7. März: abends —0,5 Grad Celsius, am 8. März: morgens — 0,7 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer eine Viertelstunde. winterfportaachrlchten der hesi. Wetterdienststelle. Vogelsberg (Hoherodskopf): Nebel, Temperatur minus 2 Grad, 35 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkell für Ski und Rodel sehr gut. — Herchenhainer Höhe: Nebel, Temperaturen minus 1 Grad, 30 Zentimeter Pappschnee, Ski und Ro del gut. Schwarzwald (Feldberg): Heiter, Temperatur minus 2 Grad, 88 Zentimeter Schnee, Pulverschnee. Ski und Rodel sehr gut. — Ruhe- stein: Heiter, Temperatur minus 3 Grad, 55 Zentimeter Schnee, fein Neuschnee, etwas verharscht, Ski und Rodel gut 2ll pe n (Garmisch Partenkirchen): Heite^Temperatur minus 1 Grad, 70 Zentimeter Schnee, fein Deuschnee. Pappschnee, Sk und 2toM sehr gut. — Berchtesgaden: Heiter, Temperatur minu- I Grad, 75 Zentimeter Schnee, fein Reuschne«. etwas verharscht, 6ß und Rodel gut Llus der Provinzialhaupistadt. Gießen, den 8. März 1929. Unfallverhütung im Haushalt. Don Or. E. Mosbacher, Berlin. 6d zahlreich und mannigfaltig die Unfälle im Haushalt find, so verhältnismäßig leicht wären doch die meisten von ihnen zu verhüten, wenn nur immer die notwendige Aufmerksamkeit bei den Arbeiten der Hausfrau und der Hausangestellten walten würde. Zu den hau tg- ften Unfällen g.h^ren u. a. Verbrennungen und Verbrühungen. Immer w.e^er und wieder kann man hüren und lesen, daß Petro- leum oder Drcnnspiritus in die noch brennende Lampe nachgegossen wurde, oder daß zur Entfachung des Feuers eine leicht entzündliche Flüssigkeit aus die glimmen en Kohlen g schüttet wurde. Die Fo g'n derartig leicht inn'gm Handelns find für Leben und Gesundheit unübersehbar. Cino ganz besonder) gefährliche Flüs ig- keit ist das Venzin. daS die Eigentümlichkeit hat, sich bei der Berührung mit Luft schnell in Dampfform umzuwandeln. Wenn z. B. in der Küche nahe dem brennenden Gasherd Lederhandschuhe mit Benzin gewaschen werden, so kann leicht das schwerste Drandunglück geschehen. Riemals sollte man in die Tlähe einer olsenen Benzinflaschc mit brennendem Streichholz, einer brennenden Zigarette oder dgl. kommen. Auch unvor'ichtiges Hantieren mit kochend heißem Wasser führt leicht zu schweren Schädigungen. zu schmerzha'ten Verbrühungen. Beben dem Feuer sind es weiterhin schneidende, scharfe Instrumente, die zu Un- alücksfällen im Hause Anlaß geben können. Beim Gebrauch des Messers, des Hackbeils, der Geflügelschere usw. ist die Hand der Haus- fr a u gefährdet, und all diese Gegenstände sollten daher immer mit der gebührenden Aufmerksamkeit und Vorsicht behandelt werden. Hierher gehören auch die keineswegs seltenen Handverletzungen beim Oeffnen von Konservenbüchsen, wenn statt der handlichen Büchsenöffner Stemmeisen und Hammer. Bohrer, Messer, Zange und dal. genommen werden. Auch beim Oeffnen von Flaschen sollte die Hausfrau stets daran denken, daß bei gewaltsamem Zug am Korken der Flaschenhals brechen kann und die Splitter die haltende Hand schwer verletzen können. Es sollte daher stets zuvor der Flaschenhals mit einem Tuch umwickelt und so die Hand geschützt werden. Zudem empfiehlt es sich dringend, die überall käuflichen Korkenzieher zu verwenden, bei denen sich der Korken von selbst mühelos heraushebt. — Alle scharfen, spitzen, im Haushalt gebräuchlichen Gegenstände bedeuten eine Gefahr für das Auge. Ganz besonders die Kinder sollten von klein auf stets darauf hingewiesen werden. Tintenstiftverletzungen g fthrden die Sehkraft des Auges und dürfen daher niemals vernachlässigt werden. Das verletzte Auge muß mit reichlich kaltem Wasser gespült und außerdem möglichst bald ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Auch das Reinemachen ist mit zahlreichen Gefahren verbunden: hierher gehören die Knochenbrüche durch Fall von der ungesicherten Leiter, vom wackligen Stuhl: der Sturz aus dem Fenster beim Putzen der Scheiben, wenn die erforderlichen Vorsichtsmaßregeln außer Acht gelassen werden. Gelegentlich deö Reinemachens werden auch nicht selten Rägel eingeschl-a- g e n werden müssen, wobei gleichfalls die Hausfrau aufs angespannteste ihre Aufmerksamkeit auf ihre Tätigkeit richten muh, damit sie nicht vorbeischlägt und sich verletzt. Wenn auch der Fußboden gründlich gesäubert werden soll, so darf er doch nicht übertrieben glatt geöll oder übertrieben stark gewachst und gebohnert werden. Sonst kommen ahnungslose Besucher leicht zu Fall: ebenso wie man durch Löcher in den Teppichen, durch lockere Dorten unliebsam stürzen und Hals und Deine brechen kann. Eine der unerfreulichsten und bedenklichsten Angewohnheiten ist das Rauchen oder Lesen bei brennender Kerze im Dett, wobei schon zahlreiche Brandunglücke vorgekommen sind. fSine der Fülle der Unfälle im Haushalt seien hier schließlich noch die elektrischen Unfälle kurz erwähnt. Hier spielen schadhafte elektrische Apparate wie Lampen. Heizkissen, Föhnapparate, elektrische Kocher, Staubsauger und dergleichen eine ursächliche Rolle. Wenn nämlich die eine Hand den eingeschalleten schadhaften elektrischen Apparat anfoht, während die andere Hand gleichzeitig metallene Leiter wie Gasrohr- leitungen, Heizkörper von Zentralheizungen, leie« phonanlagen und dergleichen berührt, dann vermag der elektrische Strom von der schadhaften Lamp« durch die berührende Hand, durch den Körper und durch den Metalleiter hindurch zur Erde hinab« zuschiehen, dabei können im Organismus mehr oder weniger schwere Schädigungen angerichtet werden. Auch wenn der Körper sich in feuchtem Milieu befindet — nasse Schuhe, feuchter Boden u. dgl. mehr — kann es beim Berühren schadhafter elektrischer Apparate zu Unfällen kommen. Ganz besonders gefährlich ist das Berühren von elektrischen Kontakten, Leitungen und Apparaten, wenn man in der Badewanne sitzt. Es sollten daher elektrische Apparate nur bann gereinigt, elektrische Birnen nur bann cingeschraubt werden, wenn die Apparate, die Lampen, zuvor ausgeschaltet worden sind. In Baderäumen, Waschküchen und dgl. feuchten Räumen sollten die Kontakte nur außerhalb angelegt werden. Grundsätzlich soll die Einrichtung elektrischer Anlagen sowie Reparaturen lediglich von dem Elektroinstallateur ausgeführt werden. Im übrigen ist das Durchbrennen einer Sicherung stets ein Zeichen dafür, daß eine Störung in der Leitung bzw. im Apparat vorliegt, die baldigst von dem Fachmann zu beheben ist. S0-Iahr-Zeier des Gleibergvereins. 3n diesem Jahre vollendet sich das fünfte Jahrzehnt des Eigentums des Glei- beravercins an der Burg Gleiberg. Aus diesem Anlaß beabsichtigt der G l e i b e r g v e r e i n eine Jubiläumsfeier zu begehen, die äußerlich schlicht, aber in ihrem Gehalt von hoher Bedeutung sein soll. Gestern abend fand im Hotel Schütz unter der Leitung des Dereinsvor itzenden, Provinzial- direltor G r a e f, eine Sitzung des Festausschusses statt, in der nähere Mitteilungen über die geplanten Festlichkeiten gemacht wurden. Danach soll die Jubiläumsfeier am 29. und 30. Juni stattfinden. Für SamStag, 29. Juni, ist eine Dorfeier in Form einer Familienveranstaltung mit Rachmit ags'a feetef l, Tanz und abendlicher Burgbeleuchtung geplant. Am Sonntag, 30. Juni, soll um 11 Uhr vormittags eine Festsitzung des Vorstandes und der Ausschüsse auf der Burg Gleiberg stattfinden, dann wird um 12 Uhr ein Festessen mit Damen folgen, nachmittags um 3 Uhr soll ein Fe st - spiel im Hofe der Burg aufgeführt werden: hieran wird die Festrede sich ansch'iehen, sodann Volksfest mit Tanz im Freien und abends Burg- b e l e u ch t u n g die Be'uch^r unterhalten. Durch die Feier soll das Interesse weitester Bevölke- rungSkreife am Gleiberg und an den Idealen des Gleibergvcr ins ver.i.ft werden. Ferner soll zu dieser Feier eine Festschrist herauskommen, zu der zahlreiche Herren des Lehrkörpers unserer Universität und namhafte Persönlichkeiten auf dem Gebiete der Heimat- geschichte Beiträge zugesagt haben. In dieser Festschrift soll alles zusammengefaßt werden, was im Laufe der Zeit über den Gleiberg bekannt- geworden und mittlerweile zum großen Teile wieder in Vergessenheit geraten ist. Das Festspiel im Hofe der Burg, das etwa eine S unde zur Aufführung in Anspruch nehmen wird, soll u. a. einen großen Zug zu Pferde heimkehrender Ritter enthalten, wobei auf die Mitwir ung d:s K v.ll ri v re n) g rechnet wird, ferner ist ins Auge gefaßt, in diesem Rahmen auch studentische Motive mit herauszustellen. Die Aufführung soll von Dilettanten durchgeführt werden, aber unter sachkundiger Beratung unserer S adtthealerleitung stehen. 2m Zusammenhang mit dem Feste soll eine Ausstellung in den Räumen des Kun st Vereins hergerichtet werden, die alle Bilder, Zeichnungen, S.'izzen usw. vom Gleiberg und seiner Geschichte zusammenfassen soll. Cs ist dabei auch ins Auge gefaßt, Bilder aus Privatbesitz zu der Ausstellung mit heranzuziehen. Auf Anregung wurde ferner zur Erwägung genommen, eine Ausstellung von Werken des weltbekannten Kupferstechers Wille mit zu arrar^'eren. Alle in Betracht kommenden Vereine und Persönlichkeiten sagten in dankenswerter Weise ihre volle Unterstützung für die Durchführung dieser Pläne zu: insbesondere wird der Oberhessische Kunstverein sich die Herrichtung der beabsichtigten Ausstellung sehr angelegen sein lassen. Es wurden aus dem Kreise des Festausschusses «hte Anzahl Unterausschüsse gebildet, denen die Durchführung des Programms in den Einzelheiten obliegen wird. Da sich allenthalben beste Bereitschaft zur Mitarbeit kundtat, darf man hoffen, daß die Veranstaltung in allen Teilen zu einem sehenswerten Ereignis ausgebaut wird. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadt- theater: „Das Geld auf der Straße". 20 bis 22.15 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mein Hen ist eine Jazzband". — Astoria-Lichtspiele: „Diebe . — ötauttöeater Gietzetu Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Vorstellung „DaS Geld auf der Straße". Lust' spiel, beginnt heute 20 Uhr. — .Die Tanzgräfin", Gastspiel des Reuen Operettentheaters Frankfurt, wird am Sonntag, 10. März, zum letzten Male als Fremdenvorstellung gegeben. — Die erste Wiederholung von HeiiermanS .Hosfnung auf Segen" (Gastspiel Auguste Prasch-Greven- berg) sindet am Dienstag, 12. März, statt. •• Heimkehr in die Garnison. Gestern nachmittag kam die unter Hauptmann o o n Stockhausen stehende 1. Kompagnie unseres Bataillons von ihrem dreimonatigen Kommando zur Wacht- truppe in Berlin fahrplanmäßig wieder in der hie- sigen ©arnifonftabt an. Auf bem Marsche vom Bahn- Hof zur Kaserne wurde die Kompagnie in bekannter Weise von einer zahlreichen Menschenmenge begleitet, die zu den Klängen der Marschmusik in flottem Schritt und Tritt bis zur Kaserne mckmarsch.erte. *• Eine Siebzigjährige. Am morgigen Samstag, 9. März, kann Frau Marie Jost, Mühlstratze 2 wohnhaft, in geistiger und körperlicher Frische ihren 70. Geburtstag begehen. •• Eine Erinnerung an Heinrich Bal- s e r. Aus unserem Leserkreise wird uns geschrieben: Mit dem verstorbenen Anatomiebiener i. R. Hein - rich Balser sinkt ein nicht unbedeutendes Stück Gießener Universitätsgeschichte in das Grab. Balser war ungefähr 40 Jahre lang als Diener an dem anatomischen Institut angestellt und unterstand zu- erst für viele Jahre in seiner amtlichen Stellung dem Geheimen Medizinalrate Professor Dr. Konrad Eckhard (geboren im Jahre 1822, gestorben 1905). Es war ein einzigartiges Verhältnis zwischen dem Vorgesetzten und dem Untergebenen. Balser hat oft gesagt, daß Eckhard nicht sein Vorgesetzter, sondern sein Vater gewesen sei. Eckhard hat seinen Amts- gehilien selbst herangebildet, er hat ihn, wie dieser oft sagte, gescholten, wenn er etwas nicht richtig gemacht hatte, und hat ihn gelobt, wenn er feine Amtsobliegenheiten gut ausführte. Balser hat alle- zeit dieses feines Vorgesetzten in rührender Pietät und Treue gedacht. Er rühmte namentlich den ungemein großen Fleiß des Gelehrten. Eckhard hielt im Sommer schon um sechs Uhr seine Vorlesungen, um vier Uhr stand er vor dem Anatomiegebäude, um seine Vorbereitungen zu treffen, und Balser mußte ihm alsdann die Türe aufschließen. Dieser begleitete seinen Vorgesetzten auch auf der Jagd. Wenn beide am frühen Morgen durch die Dunkelheit nach Beuern gingen, so machte der Professor seinen Gehilfen auf alle Sternbilder aufmerksam, auch machte er ihn mit den verschiedensten Pflanzen bekannt. Als Balser seine erste Gattin verlor, war Eckhard verhindert, dem Begräbnis beizuwohnen. Am nächsten Tage aber ging er mit diesem und dessen Kindern an das Grab der Dahingeschiedenen und meinte selbst wie ein Kind. An dem letzten Weihnachtsabend, den Eckhard verbrachte, rief er Balser und den zweiten Gehilfen zu sich, entkorkte eine Flasche Wein, stieß mit seinen beiden Gehilfen an und sagte: „Niemand als ihr, darf Hand an mich legen, wenn ich tot bin; ihr beide legt mich in den Sarg!" Nachdem Eckhard aus feinem Amte aus- geschieden mar, dachte fein Nachfolger, Professor Bonnet, daran, mit Dem Anatomiediener einen Vertrag abzuschließen. Nachdem er sich aber über Balser erkundigt hatte, kam er au diesem und sagte, er habe gehört, daß er seither seine Pflicht in her- oorragenber Weise erfüllt habe, und fügte hinzu, indem er Balser die Hand reichte: „Dieser Handschlag ist der Vertrag, den mir miteinander machen." Am 100. Geburtstage Eckhards legte Balser einen Kranz an seinem Grabe nieder. Es wäre zu wünschen, baß solches Verhältnis zwischen Vorgesetzten unb Untergebenen öfters in ber Welt vorkäme. Mancher Student, der vor dem Physikum stand, und in ber Anatomie schlecht bemanbert war, aing zu Balser und hat sich in einer privaten Vorlesung von diesem das, was zum Examen notwendig mar, noch einmal auseinandersetzen und demonstrieren lassen. — Sine Ausstellung von Schüler- zelchnungen wird am morgigen Samstag von 3 bis 5 Uhr nachmittags und am Sonntag von 11 bis 5 Uhr im Zeichensaale der Pestalozzischule (Rordanlagc) veranstaltet. Die Leitungen der Goethe- unb der Pestalozzi-Schule laden alle Schulfreunde zur Besichtigung dieser Ausstellung ein. Man beachte die heutige A zeige. — .Ein junger Friedberger als Gießener Student 179 2." Das in diesem Aufsatz In Rr. 9 unserer Beilage .Heimat im Bild" genannte Buch .Siegfried Schmid auS Friedberg in der Wetterau, der Freund HölderlinsTerMfer Pros Dr Christian W a a « in Mainz-Gonsenheim, ist soeben unter Rr.S6 bis 69 in der Reihe der Hessischen Volksbücher, Verlag Prälat Dr. D. Diehl (Darmstadt), erschienen. •• Jungdeutsche Schwesternschaft Gießen. Man berichtet uns: Am Dienstagabend sand im Kaufmännischen Dereinshaus ein jung- deutscher Schwesternabend statt, an dem manches Schöne unb Wissenswerte geboten wurde. Zuerst h!ell ber Großmeister ber Gießener Bruderschaft einen Vortrag über bas Thema: „Der derzeitige Stand unb Kampf bes Jungbeutschen Ordens", der ein klares Bild über die jetzigen Zustände in Volk unb Staat brachte. Darauf mürbe ein Vortrag über ble schöne Stabt Rothenburg ob der Tauber gehalten, m t vielen herrlichen Lichtbildern. Ein gemut- liches Zusammensein schloß den schönen Schwesternabend. den unschädlichen oof« feinfreien Kaffee Hag. Er ist reiner Bohnenkaffee bester Qualität. Millionen Kaffeeliebhaber in allen Kultur» Staaten trinken ihn. Kaffee Hag gewährt alle Kaffeefreuden, das herrliche Aroma, das Sie lieben und die anregende, wohl tuende Wirkung, die Sie beim Kaffeegenuß suchen. Das große Paket kostet RM 1.90, das kleine 96 Pfg. 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' Alle Schweine, olche mit steifen Beinen, gesunden unb 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jebes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL xä mengen. Verlangen Sie nnt echtes Nastot in Ortgtnalflafchen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: (Engel« apotheke Gießen, gu haben in allen Apotheken. Gießen, den 8. März 1929. 01111 Die Beerdigung fand in aller Stille statt. Gießen, den 7. März 1929. 2095V 01090 U1132 Wleseck, den 8. März 1929. 2U78D MR 01128 1824D 209 ID Wiesede, den 8. März 1929. V Annerod, den 8. März 1929. 01133 20980 -er! Familie Willi Prinz. 01117 Münzenberg, den 8. März 1929. Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. März, nachm. 3 Uhr, statt im 75. Lebensjahr. 208 M Fichte Fichte Stück Großen-Linden, den 7. März 1929. U11I4 Eiche Lärche rm rm Familie Familie Familie Familie Die trauernden Hinterbliebenen: Helene Archenhold geb. Katz Paula Rosenthal geb. Katz Hete Hirschland geb. Katz Salomon Arcbenhold Siegfried Hirschland und 7 Enkelkinder. Karl Krämer III. Louis Haas Karl Haas Anton Haas. Die Beerdigung findet Samstag, den 9. März, nach' mittags 3l/< Uhr statt. Gleichzeitig danken wir herzlich für erwiesene Anteilnahme und für die Kranzspenden sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers. Gießen (Klinikstraße 14), den 7. März 1929. Reisstangen. 172 Nuhknüppel. 16 10 Wieseck, Gießen, Offenburg, Grünberg (Hessen), den 7. März 1929. Frankfurt a. M. (Hauffstr. 2), Gießen, Düsseldorf, den 7. März 1929. Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. März, um 14 Uhr, in Höxter a d. Weser statt. Steinbach, Frankfurt a. M., Garbenteich, den 7. März 1929. Die Beerdigung findet Samstag, den 9. März, nachmittags um 3 Uhr statt. zjsid Herzlichen Dank allen, die uns bei dem Heimgang unserer Heben Entschlafenen ihre Teilnahme bewiesen haben. Die Aaush in N ■ politis' bei w dah - sich d Stur; Läin geönis Preu crllärk tigte K Eben! Wern Stimme rings schluh 1 Höhung der Dir um der Antrag der Dc die 1 aus ei wurde Denn nen P im bekam, Haush Alle, Parlan keinestr sind al Regien same F Deuts Punkt,! erhöh muß. - Danksagung. Für die wohltuenden Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgang unseres heben Entschlafenen sagen wir hiermit unseren herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Clara Marx geb. Marx. Dank*agnng. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Helmgange unserer Heben Entschlafenen Frau Karoline Spitz geb.Wittmer sowie für die vielen Kranzspenden und die ergreifenden Worte des Herrn Pfarrers sprechen wir hiermit unseren herzlichsten Dank aus. Namens der tieftrauernden Hinterbliebenen: August Spitz. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 9. März, nachmittags 21/, Uhr, vom Sterbehaus (Turnstraße 14) aus statt. Derb [fangen. 30 Stück Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Adam Ohr. Gießen, den 8. März 1929. Mittwoch, den 6. März, abends 9’/4 Ubr. entschlief >anft mein guter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Jakob Büttner im 79. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Johanna Büttner geb. Piaif. Gießen (Kaplansgasse 17). den 7. März 1929. Die Beerdigung findet Montag, den 11. März, nachm. ll,i Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. >1110 Im Namen der Hinterbliebenen: Johannes Ott IV. Leihgestern, Klein-Linden, Lollar, Nieder-Gemünden, Frankfurt, den 7. März 1929. Die Beerdigung findet Samstag, den 9 März 1929, nachmittags 3.15 Uhr, vom Trauerhause Klausegasse 3 aus statt. In tiefer Trauer: Philipp Haas VL, Schuhmachermeister Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranzspenden beim Hlnscbeiden unserer Heben Mutter sprechen wir hiermit unseren herzlichen Dank aus. 45 Stück 4 „ 5 „ 2 „ 7 „ 30 „ 10 „ Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heim ange unserer lieben Entschlafenen Elisahelhe Seiler Wwe. geh. Kreiling sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank, besonders Herrn Pfarrer Sattler für die trostreichen Worte am Grabe und die überaus reichen Kranzspenden. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emmy Ziegler. Wieseck, den 8. März 1929. Kreise aus zi Augent mögens In der gleichst Vrvgra ding 1 Vayeri ständet an die steuer Tesc des Reich« mehr a nötigtet durch $ herdeig- dah die kn, dii Dotwer leihen rer < Aetchst Politik Holzversteigerung. Montag, den 11. Mär; 1929, kommen im Markwald zu Bellersheim zum Verkauf: im Alter von 78 fahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Zwangsversteigerung, s?» Am Donnerstag, dem 14. Marz 1929, vormittags 9 Uhr, werden durch das Amtsgericht Gießen, Zimmer 106, die im Grundbuche von Gießen der karoline Vuchacker geb. Hoß In Gießen zugeschriebenen Immobilien 720D Flur 1, Nr. 393 =• 55 qm Hofreite, Walltorstraße 18, geschäht 11 250 RM. Flur 38, Nr. 324 = 1092 qm Grabgarten, geschätzt 3276 RM. zum Zwecke der Auseinandersetzung, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, zur Einsicht aus» gehängt. Gießen, den 22. Januar 1929. I. 21. des Hessischen Amtsgerichts Gießern Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Zusammenkunft vormittags 10 Uhr im Oberholz. 2070D Bellersheim, den 7. März 1929. Hahn, Markmeister. Unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Geh. Reg.-Rat Karl Bichmann Kreisrat i R., Leutnant der Land wehr a. D. Mitkämpfer von 1870/71. ist nach längerem Leiden verschieden. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Wasl£ geb. Bichmann Dr. med. WaslS. Die Tluh- und Lrennholzversteigerung aus dem Staatswald vom 5. März 1929 ist genehmigt. Ausgabe der Abfuhrscheine bei den betr. Hebstellen vom 13. l. M. an, Ueberweisung und Beginn der Abfuhr am 14. L M., von 9 Uhr ab. Ablauf der zinsfreien Zahlfrist 29. Marz L 3. Gießen, den 7. März 1929. 2073D Hessisches Forstamt Gießen. Danksagung. Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unseres Heben Entschlafenen, für die reichen Blumen- und Kranzspenden. für die trostreichen Worie des Herrn Pfarrers, wie auch dem Burschenklub und den Kameraden sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. In tiefer Trauer. Familie Lodwig Hahn, Pror-StraBenwtrter. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen Frau hgisla Dai» geb. Feldmann sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Dahmer. Gießen (Marburger Str. 38), den 6. März 1929. 01102 Am 1. d. M. verschied nach kurzer, schwerer Krankheit unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, unser Heber Bruder, Schwager und Onkel Herr Karl Drescher Köln (Oberländer Ufer 116), 8. März 1929. 2087V Stämme. Eiche 1. Klasse ,, 4. „ Esche 2. „ Ahorn Hainbuche Fichte 1.-3. Klasse Kiefer Todesanzeige. Heute morgen '/,5 Uhr entschlief nach langem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere liebe, stets treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Sophie Haas feb. HeusthlinO im Alter von 65 Jahren. Todes-Anzeige. Mittwoch, den 6. März, mittags 1 Uhr, starb mein guter Vater, unser Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater HerrHemridi Lepperl. im 84. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Lepper Familie Schreiner Nach langem Leiden entschlief heute unsere Hebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Tante und Schwägerin Frau HicMen Kalt teb. Hirschlaid Gestern mittag verschied nach längerem Leiden meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwieger» mutter, Großmutter, Schwester und Tante Fran Marie Sparer geb. Möser im 79. Lebensjahre Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Theodor Speyer. Todes-Anzeige. Am 7. März, vormittags 10 Uhr, ist meine liebe Frau, unsere Hebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester. Schwägerin und Tante Fra« Minna Oil geb. Schade kurz vor ihrem 70. Geburtstage nach kurzem schweren Leiden sanft in dem Herrn entschlafen. Copyrig 1- Fon , »Ah, 'ragte e .Holle, feinem' „N >hm die fragen.' , "Tat lege?" „Dis Tcheini nen Qfi erschein es für: henten -'Deilj 0U6getu: . Haars Mare. i Kr ruh ^rt U pbatetn .Dieser Me SV et 9« w Die j Avch HS :*« 5$ «fr« K Men, 'r laSpeisekartolleln «Industrie» undSalatkartofleln auf Lager. 2>md B. Trechsler Stein strafte 73 Telcvbon 1581 Bekanntmachung. Das Fahren der Leichenwagen für die Zeit vom 1. April 1929 bis zum 31. März 1930 soll öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote sind bis 2084C Freitag, den 15. März vormittags 10 Uhr oerscdlosien, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen an das Städtische Hochbauamt abzugeben. Zuschlags- und Bindefrist drei Wochen. Gießen, den 7. März 1929. Stadt.Hochbauamt: gez. Graoert. MellslWIWli'SMsssW. Aus dem Graf zu ^olms-Rödelheimschen Revier Einartshausen, Schotterberg Abteilung 3, werden auf dem Wege schriftlichen Angebots in einem Los verkauft: Langholz und Abschnitte (Güteklasse N) Klasse la 0,50 km. Klasse 1b 9,50 km, Klasse 2a 35 km, Klasse 2b 35,50 km, Klasse 3a 25,50 km, Klasse 3b 10 km, zusammen 116 km. Aussortierung nach hessischer Homa. Messung ohne Rinde. Anmeldung zur Besichtigung des Schlags ist unmittelbar an Herrn Förster Hübner, Einartshausen, zu r.chten. Zahlungsbedingungen: % Anzahlung, der Rest wird gestundet bis 1. September 1929. Bei Barzahlung 4 v. H. Nachlaß. Schriftliche Angebote auf geschältes Holz sind bei der unterzeichneten Stelle cinzureichen, die auf Anfrage auch zu seder weiteren Auskunft bereit ist. Eröffnung der Gebote Montag, den 18. März 1929, vormittags 10% Urft, auf unserem Geschäftszimmer. 2082C Hessisches Forstamt Eichelsdorf. Am 6. d. M. verschied sanft unsere liebe, treue, unvergeßliche Schwester und Tante Frau Marie Weslrupp Wwe. geb. ZinOer im Alter von 75 Jahren. In tiefer Trauer: KM1 heben Erb Wwe. geb. ZInOer Susanne HöpfnerWwe. geb. Zinßer. Gießen, den 8. März 1929. Die Beerdigung findet Montag, den 1t. März, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Ul IUI Todes-Anzeige. Am Donnerstag, dem 7. März, abends um 9 Uhr, verschied nach kurzem Leiden meine innigstgeliebte Tochter, Schwester, Schwägerin, Tante und Nichte Fräulein Bertha Bing im Alter von 42 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen; Mayer Bing. Simon Bing und Familie. Wv I824D der Teilnahme Entschlafenen eben Dank. aen nterbliebenen: iegler. ÄS** UeiN > Dank, be- “6 troiireichen reichen Urant Verbliebenen. Dittmer lotter, ans. QeQ wir gebliebenen; herzlicher Teil- »res Heben Ent- ?n* und Kranz- orie des Herrn iklab und den liess umeren ter 01133 ifrichtiger Teil' , Kranzspenden butter sprechen Dank aus. Villi Prinz- AMiV#). 208TD K hem mer M.M . d(f *'a*Ä'* Ä9* Mvorsteh^.— ejaeruT 1929 »heim M " Mwe- e SUofi6 45Stü-k 4 - 5 - 2 * 7 - 30 <* 10 " bstcMge^ gfyinne fu 6000 2ÜC-0 TI. 107,".'S 114529 117481 176587 186718 188288 246491 28 «ttnii »» 1000 TL 47480 65049 82826 105057 161955 188152 192678 195640 261785 339248 342216 341934 378376 381499 106 »etninnt »u 500 TL 2042 1 1833 17986 22376 30970 40168 40172 45908 473'25 61316 69551 83975 87790 98277 110743 12'2'265 IV 3? 84 132365 146292 153372 155172 176535 179210 181)664 182811 183187 187979 191146 201912 205360 209481 230523 238187 250183 254 110 26 i 201 266167 276610 279202 280750 295696 318642 327630 328643 330086 33o<'27 337917 353521 358099 36I9U0 362200 365764 397757 182 iSetonine au 300 TI 40.33 6776 133b9 23352 23658 26384 27162 39037 .39195 39573 41372 45718 46833 49856 55960 58010 6^12 61987 63424 63926 69972 71426 77602 65234 91288 99342 113486 131853 155831 181235 205175 227106 239942 2765.38 318454 357089 101119 102068 114281 I15942 1.36076 137826 155916 166713 188236 190865 210632 220769 227344 230109 240484 259667 278646 287371 321523 340800 36i298 364613 109932 119olI 117405 125190 142166 1443-3 170510 175206 197158 199695 222836 226324 233704 23-987 262854 265750 304369 314504 341215 353621 365618 376132 1’2704 126296 155011 175546 201103 222733 211158 276272 3’0733 3M428 377767 In der Nochmittaasziedung wurden Gewinne über I5u M gezogen 2 Oetolnnt iu 5000 TI. 22750 m «etonin» IU 3000 TL 161946 175843 303289 317668 383197 18 Sewmn, o0 228718 2586.39 262687 3'145-9 3'10189 37 1067 395107 132781 164776 176'234 198132 2'25979 25 1026 260.04 293196 31'128' 34 1276 388234 136802 22 IMS 318853 9053 11604 16693 20765 22079 29087 3'5?7 35302 47070 5<477 63487 70192 73"36 8»,541 97033 98'246 1019"2 10.1974 1143'22 116160 12*o50 16705C 197186 2।5299 24.3000 253791 204989 30 7.142 33)900 371794 396768 Im Gewinnende verbliebene 2 Prämien zu 500000 2 Gewinne zn Suoou, 2 zu 25000, 16 ui 10000, 34 \\i 5000, 68 zu 3uoo, 154 zu 2üü0, 35ö zu 1000, 938 zu 500, 2514 zu ZOO Mk. Gewinnauszug 5. Klasse 32. Preiißifch-Lilddeu'sche (25b. Preuß.) Klasien-Lolierie Ohne Gewähr Flachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 24. Ziehungsiag 7 März 1929 In der Bvlmittagsziebung wurden Gewinne über 150 5)1 gezogen 2 ®«tofnn» au 6000 M 365410 6 Cftpinn* au 3U00 M 213396 266177 281114 12 ®eir.inn» >n 2000 M 41356 84307 150815 160895 326339 365467 26 ©etrnnn» .u 1000 QH 7961 92544 124384 159339 280618 294006 314808 335496 338443 34'526 353819 377010 386406 86 «tto'nnt mu 600 HL 5990 13988 22420 24916 39525 44139 49175 49201 49387 54969 83927 39152 91241 10'122 110073 111328 125684 133351 135543 149688 159482 181167 192'231 211428 224368 23°832 25 1361 255589 267742 27'2933 279394 280683 28',.'31 293477 310636 316917 3'21351 347089 353248 359213 384782 388508 395902 250 (»etoinne mu 300 0-9x5 110'297 112509 113207 114491 116096 116534 119707 123481 127039 129141 134230 140122 145272 150928 151503 151621 159169 159842 166620 175531 178147 178519 179082 '79643 184285 190596 202109 202666 202978 205840 223852 223986 225189 233787 236192 236885 238247 238684 240125 214317 248512 250016 253357 254403 258833 261966 265915 271862 277488 279218 284200 236048 288673 294167 295107 295638 296619 297633 299131 311101 311389 314955 316174 316797 325442 326889 327134 331673 33,613 337'06 338079 343505 350673 352243 361336 371727 373301 381400 335587 389953 392229 393309 394793 395136 397472 9n der Nochmittagsziedung wurden Gewinne über 150 M gezogen 2 »etolnn» tu oUUU fli ' tiUbö-J 4 «Mwmn» z» 3000 Dl '41112 219964 10 Tettinn» mu 2000 4U 436' 75043 158024 170673 234102 20 »«»Inn« MU IUUÜ -Bl 11277 , 10680 VI5543 I26820 170623 219086 251604 336596 341647 358424 64 »ftoinn» «■ 600 4H 13872 17163 16207 28669 65166 67709 68545 61084 72926 78019 i 441 100940 102036 157320 I92888 223883 224502 240663 252794 261559 274245 280630 284244 235017 32'067 345553 350939 364233 369167 378'90 390596 395741 103370 I20343 152944 162696 217887 255783 291751 307390 328191 142381 158892 387480 138169 166371 171161 227229 257434 293030 316062 3286'28 3457.36 363798 392143 '18458 147331 '59078 208364 235898 269627 295054 321130 335364 3177'5 366893 III767 '42708 1572.30 182304 234947 257990 293450 319187 330135 346X90 364909 100284 1184 70 148560 159'64 210737 23R«O1 270999 30*749 324288 337453 355946 36696' 10'9 TA 12028- 16268 16:9-’. 21769 25330' 2719! 3-1578 32578' 34190- 3584 J 373538 186 au 300 I45l 6431 12503 15’06 19740 22912 26554 37251 39139 47733 51264 55651 66738 61515 62031 63691 67822 7216- 73190 79148 79260 88985 90017 ------ | |1458 ------ Fw (Äeinliiiirube nerblteben 2 Prämien zu 500000 2 Gewinne zu SlxtK» 2 zu 25000 >6 ,n U'OOO, 30 ;|U 5900. 55 ui 3'MMI. i 12 zu 2000. JiÜ zu 1000, J88 zu 500, 2u7b zu 3uo ML. kauf anbieten werden, rechnet man nicht mit einem weiteren Steigen der Preise, sondern hofft auf Preisrückgang. Der Heuhandel setzt auch wieder ein. Für saures Heu werben eben 5,5) Mk., für süßes Wreserrheu bis zu 6,50 Mk. bezahlt. Die gehandelten Mengen sind allerdings klein, da der späte Beginn des Frühjahrs zur Zurückhaltung mahnt. Ober-Schmitten, 7. März. Tie hiesige Gemeinde faßte den Beschluß. noch vor der kommenden Feldberein'.gung eine Baulandumlegung vornehmen au lassen. Veranlaßt wurde di.se E. t'cheidung durch das eingerissene wilde Bauen, das das Dorf unnötig auseinanderzog und ihm seine innere Gesch.Offenheit nahm. Außerdem mußten für Zuleitung von Wasser und Licht erhöhte Kosten aufgebracht werden. Das neu zu schaffende Baugelände, das durch Zufahrtsstraßen erschlossen wird, liegt zur Unten Seite der Durchgangsstraße Aidda— Schotten, dem Bahnhof gegenüber. Die indu- striel.e Bedeutung unseres Dorfes, die sich in räumlicher Ausdehnung auswirlt, zwingt die ©c- mci.'.de, schon beizeiten für geeignetes Bauland zu sorgen. ± Köddingen, 7. März. Seit einigen Wochen werden hier regelmäßig Männer- abende für landwirtschaftliche Fragen abgehalten, die sehr gut besucht wer', en. Die Zusammenlünit? finden in der Schule statt. Sie werden geleitet von unserem Lehrer S ch m a n d t. — Bei dem hiesigen Schweine- Händler und Zagddächter Finckernagel wird zur Zeit ein Rehbock im Hause gchegt, den man lurz'ich ermattet bei Hel >er Hain i.n Schnee sand. Das Tier hat sich unter Pflege des 2agd- pächters wieder gut erholt und ganz an das HauS gewähnt. Kreis Als?eld. »-* Alsfeld, 7. März. Am gestrigen Mittwoch fand hier in der v umigen Ü^Oafajen Biehhane die info.ge der ung instigen Witterung auf den März ver'chob ... Zuchtviehve. steige- rung der LandwirtschaftS'^mmcr statt. Ramens des Landwirlschaf.s. mme.aus- schusies für die Provinz Oberheuen eröffnete Oelonomierat Breidenbach, Dorheim, die Auktion. Es waren etwa 100 Zuchtbullen auf- getrieben. Trotzdem die Versteigerung recht gut besucht war, konnten nur verhältnismäßig wenige Tiere verkauft werden, da die Gebote sehr gering waren. Der höchste Erlös für einen Bullen war 95) Mk. Auf dem gleichzeitig stat gehab en Ferkelmarkt waren bei der ungünstigen kalten Witterung nur 191 Ferkel aufgetrieben. Der Handel war auch hier schleppend, es verblieb Ueberstand. Alsfeld, 6. Mürz. Die Beerdigung des Oberlandmessers Eduard Schade (Alsfeld) gestalt: te sich zu einer Trauerlundgeoung-, wie sie Alsfeld in den letzten Zähren noch nicht gesehen hat. Reben den Vertretern des Präsidiums der Krieg-rlam-radschast ^Ha'sia" folgten im Trauerzuae 26 Vereine des Haisiabeztrks Alsfeld mit ihren umflorten Fahnen dem Sarge. Außerdem hatten sich zahlreiche Freunde, Bc- ru'sgcnosscn und Delannte eingefunäen, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweis:n. Strengste Ps'ichtersüllung, Kameradschaft. Liebe zur Heimat und zum Vaterland waren die Leitsterne des Verstorbenen. Die große Reih« der Kranzniederlegungen eröffneten die Vertreter deS Landes- vermessunnsamtes und ander r Beamtenorga. isa- tionen. Für das Präsidium der Kriegerkamerad- scha t ^Hassia" sprach Direktor Stumvf (Butzbach), für den Haßiabezirk Alsfeld Kaufmann Otto Leibner, für den Hassiabezirk Lauterbach- Schlitz Loch le r (Lauterbach). Die Fahnen senkten sich am Grabe eine- Mannes, der wegen seiner Selbstlosigkeit und echten Kameradschaft allen Herzen nahegestanden hatte. -er. Homberg a. d. Ohm, 7. März. Der gestrige Schweinemarkt, der unter der Witterung zu leiden hatte, — auch war in Alsfeld am gleichen Tage eine Bullenauktion — war nur m t 70 Ferteln beschickt. Obgleich ziemlich Käufer ersch enen waren, verblieb doch Ucberftanb. Manche Käufer wurden durch die hohen Preise abgeschreckt. Je nach Alter und Entwicklung der Tiere wurden 30 bis 40 Mark bezahlt, ein Händler hatte sogar 46 Mark gefordert. — In den Steinbrüchen bei Homberg und Weber- Ofleiden hat man nach längerer Pause mit einer beschränkten Arbeiterzahl die 21 r b ei t wieder aufgenommen. preuhen. Dillkreis. WSR. Dillenburg, 7. März. Die gestrige Sitzung der Stadtverordneten bedeutete eine Rekordleistung, insofern nämlich, als die Verhandlungen sich nur über einen Zeitraum von 10 Minuten erstreckten. Die Tagesordnung umfaßte nur drei Punkt?, darunter den Haushaltsplan für 192 9, der debatte- los dem Haushaltsau ischuß überwiesen wurde. Er schließt in Einnahme und Ausgabe mit 1 204 000 Mark im ordentlichen Etat und 94 400 Mark im außerordentlichen Etat. — Die Stadtverwaltung Dillenburg hatte vor kurzem^ Verhandlungen über den Verkauf des Städtischen Kurhauses mit einer 3ntcrcffentcn- gruppe geführt. Rach Verlauf des Kurhauses war beabsicht gt, in diesem ein christliches Hospiz einzurichten. Wie wir hören, haben die Verhandlungen zu einem Verkauf nicht geführt, weil die geforderte Kaussumme, etwa 250 000 Mark, den Interessenten zu hoch war. Erweitertes Schöffengericht Gießen., • Gießen, 6. März. Sin bei einer hiesigen Behörde vertraglich Angestellter machte sich des groben Mißbrauches des Vertrauens seiner Behörde schuldig. Dem Menne waren aus der Kasse der Behörde Vorschüsse zu amtlichen Zahlungen zur Verfügung gestellt. Tie auZgczahlten Beträge hatte er jedesmal der Kasscnvcrwaltung mitzutcilen. um von dort Ersah zu verlangen, damit der Vorschutz- betrag für die dienstlichen Zahlungen wieder auf die alte Höhe gebracht wurde. Aus dieser Vorschußfumn.e verbrauchte der Mann wiederholt Beträge für sich. Lie Unterschlagungen verdeckte er dadurch, daß er der Kasse gefälschte Quittungen vorlegte. Durch Vernichtung von Reklamationen bzw. Belegen verstand er es, dir Entdeckung s.i.'.er Unredlichkeiten längere Zeit hin- auszuschicben. Er hatte sich jetzt wegen fortgesetzter Unterschlagung, schwerer Urkundenfälschung in Tatci.chcit mit Betrug und Gewahrsamäbruch zu DcrQnttoct.cn. Zu s:i 'er Entschuldigung führte er an, daß er durch War aert.ieb den Ueberblick über seine Finanzlage verloren und in Zahlungs- f Irrigkeiten geraten sei. Das Gericht billigte ihm n ildernde Umstände zu und verurteilte ihn od 6 Monaten Gefängnis. levrcs'f «ndcii dcr c'mffton 11.30 bis 12.30 Eljr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachm.llag geschloffen. ____ Kunst und Wissenschaft. Preisausschreiben des Deutschen vühnenoereins. Berlin, 6. März. (DTB. Funkspruch.) Der Deutsche Bühnen-Derein hat einen ersten Preis von 5000 Mark und einen zweiten Preis von 3000 Mark für die Verfasser der beiden besten, noch nicht aufgeführten Bühnenwerke, die bis zum 1. Juni dieses Jahres bei seiner Geschästsstelle eingereicht werden, ausgesetzt. Der Deutsche Bühnen-Verein übernimmt die Verpflichtung, die beiden preisgekrönten Werke von Mitgliedern des Deutschen Dühnen- Vereins im Verlause des auf die Verteilung deS Preises folgenden Spieljahres zur Uraufführung zu bringen und sich dafür einzusehen, daß drei weitere Werke nach Wahl des Preisrichterkollegiums in der gleichen Zeit zur Uraufführung kommen. Eingesandt. (s .r Form und Inhalt alle- unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Helft Unfälle verhüten! In dem Bericht vorn Samstag über eine Verhandlung vor dem Amtsgericht heißt es zu Anfang: „Die Straßenkreuzung Südanlage - Gvethe- straße ist für den gesamten Fahrzeugverkehr gefährlich. Eine ganze Reihe von Unfällen hat sich dort schon ereignet.“ Das ist die gleiche Fest- stelluna, die ich in einem Eingesandt schon vor etwa 8/4 Jahren sowohl von dieser Kreuzung, als auch von den Kreuzungen Goethestraße-Lud- wigstraße und Löwengasse-Dahnhofstraße rügte. Veranlassung dazu gab, daß ich Zeuge einiger dieser Unfälle war, und daß die Verunglückten mehrere sehr schwere Körperschäden davontrugen. Wenn man heute durch Gießen fährt, muß man bei der großen Anzahl der. Verkehrsschilder beinahe befürchten, daß ortsunkund.ge Fahrer durch die Tafeln von der nötigen Beachtung der Straße abgelenkt werden. Troh allem hat man aber an tiefen nötigsten Stellen weder Warnungstafeln noch Spiegel, wie ich es nach Wetzlarer Muster vorschlug, angebracht. „Meist traf den Fahrer die Schuld, der aus der Goethestraße kam", meldet der Bericht über die Amtsgerichts- sihung das ist gut gesagt, aber mehr als sechsmal habe ich selbst erlebt, und andere Fahrer haben das am eignen Körper büßen mässen, daß die Fahrzeuge auf der Südanlage bzw. in der Lud- wigstraße ohne Signal die Kreuzung überfuhren. Der zuständigen S.etle wünschte ich nur, sie wäre ebenfalls Zeuge gewesen, als ein Auto ohne Signal im 40°K.lometer-Tempo die Kreuzung überfuhr, und dabei einen Motorradfahrer, der Signal gegeben hatte und vorschriftsmäßig auf der rechten Seite gefahren war, anrannte. Der Fahrer wurde 11 Meter weit durch die Luft geschleudert und flog dann mit dem Kopf gegen die Bordschwelle. Er wurde nach Wochen als Invalide aus der öKlinik entlassen. WaS nützte es ihm, daß er laut Gerichtsentscheidung Schadenersatz beanspruchen konnte? Wenn der am Verkehr nur passiv beteiligten Seite die nötige Kenntnis fehlt, wo Warnungsschilder nötig sind, sollte man wenigstens auf Ratschläge der Beteiligten hören, die den Gefahren dieser Verkehrsfallen tagtäglich ausgesetzt sind, und die dieses Richtbeachten kaum als „Unfallverhütung" ansehen können I W. K. Berliner Börse. Berlin, 8. März. (WTB. Funkspruch.) Nachdem die Umsatztätigkeit an der gestrigen Abcndbörse sehr gering war, blieb das Geschäft auch im heutigen Frühverkehr klein und die Spekulation zurückhaltend. An Kursen ist noch nichts zu hären. Man tapert sie wenig verändert. Etwas hemmend wirkt das immer noch teure Geld in Neuhork. Dagegen ist einiges Interesse des Auslandes zu beobachten, da dieses anscheinend die Reparationsbesorechungen etwas zuversichtlicher beurteilt als wir. Am Devisenmarkt nennt man: London gegen Paris 124,24, London gegen Mailand 92,68 London aegen Spanien 32,85, London gegen Kabel 485,15, Mabel gegen Berlin 4,21525. Die prächtig schäumende Lunlicht Leise gibt wahrhaft weiße, völlig geschonte Wäsche. $5305/ 80 Guten Tag, Herr Fischerl 2068D Ra wie geht's? Hat Sie die leidige Grippe noch verschont? Dank der Rachfrage! Heute morgen hatte ich einen abscheulichen Anfall: Frost in allen Gliedern, und als ich nach Gießen fahren wollte, wurde rnir's schlecht, daß ich dachte, ich müßte mich brechen oder ohnmächtig werden. Ich bekam einen Heidenschreck, trank rasch 2 Tassen kochende Milch mit Karlssprudel und bin um 4 Uhr wieder gesund, wie Sie sehen. Wo bekommt man denn den Karlssprudel? In der Mincralwas,erhandlung, jeder Apotheke, fast jeder Drogerie: notfalls ruft man die Brunnenverwaltung selbst an unter Biskirchen Rr. 1, und in dem Fernsprechbuch findet man eine Bestellkarte. Grippegefahr beugt vor Die pflüge. das sind die bekanmesten und unent- beUrlidjiicn Geräte des Landwirts. welche früher durch die oriSanfastlnen Handwerker. Schmiede und Wagnermeister nnne extigt wurden, werden heute mit ausschließlich tn höchster Vollendung von Spezial- falnikcn he,gestellt. Unter diesen nimmt einen ersten Platz die Rirma töcbr. Eberhardt in Ulm ein, welche dieses Fahr ihr 75iährtgeS Geschäfts- inbllänm begeht. In Hessen werden tiefe Pflüge durch die Firma A. I. Tröster, Butzbach vcr- tut ft, die darin stets groneS Lager unterhält. '**!) $E5S3o*— B8B»— Madaus O7. H - - imöopalhie 3 2074D Gießen, den 9. März 1929 Wetzlarer Weg 32 Delckerstraße 5 Paar 0.95 MG.Grode Frankfurter Straße 19 Ecke der Liebigstraße 2 69A Frau Reumann: Schade Ein Ver*nch lohnt! U53A Einaang Ecke Bolksbad. Kein Laden. Weote Eriparniu hiUer Ladenmiet» 1 Trapse hoch Seidenflor. sol. Quai. alle Färb.. Paar 2.30,1.50.1.30 Reine Seide, solide Qual., alle Färb., Paar 2.95. 2.70 SmeiMMM'SM c. Bofemroelfl W (»ießen. seliersroeq 58.1 Iruoe im Voranschlag für 1929 liegt vom 8. d. 2U. ob eine Wache auf dem Ämtsz mmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. Es w.rd eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Getragene Anzflgi in allen Grä.,en, auch für korvnl. Herren, von Mt. 12.— an. 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Metzgerei Blomeatyal Wieieck, Gießener Str. 89. ZuverU, fleiß geS Büin zum 1. April ne- AnfprfidUna von ßardinpn Aussteuerhaus Salomon nlllUlliyUlllj wUII will Ulli UH im eigenen Atelier! Seltersweg 81 GIESSEN Seltersweg 81 für Demen. Herren «. Kinder Fein Elertixh DurdiUMlg 4 T Wilhelm Bengcr Söhne, Stuttgart Niederleeaung in (Heftern Modehaus Salomon • 2O63A Vergebung von WafferleitungSarbetten. Die Herstellung einer Wasterverfor- aungs-Anlage für die Gemeinde Jrden- feen, Kreis Schotten, soll unter Zugrundelegung der Reichsverdingungsordnung vergeben werden, und zwar: 2097D Los 1: Sammelkammer. Los 2: Hochbehälter (140 cbm Nutzinhalt). Los 3: Rohrnetz aus Gußrohren von 40, 80,100 und 125 Millimeter 1. W. Pläne und Bedingungen liegen zur Ein- sichtnahme auf unserem Amt offen; die , Leistungsverzeichnisse können von uns | und von der Bürgermeisterei Freienseen kostenlos bezogen werden. Erösfnungster- min Samstag, den 16.2Närz 1929, vormittags 10.30 Uhr, auf unserem Amt. Zu- schlagsfrist 3 Wochen. Freie Auswahl unter den Bietern bleibt Vorbehalten. Gießen, den 6. März 1929. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regterungs-Baurat. Nutzholzverstelgerüng Die Oberförsterei Strupbach versteigert am Mittwoch, dem 20. Mär; 1929, mittags ab 12 Uhr, bei Gastwirt Gerlach in Bieber aus den Förstereien Königsberg und 1061D DaS Ans Asterweg Nr. 5 ertnetlungSbalb. Zreibank. SamStag, den 9. März, von 8 Uhr ab 1831U Fleisch verlauf. Llerkisten billig abzugeben. Steinreich, Lindengasse 2. MW f. alle Hausarbeiten bei gutem VoUn für halbe Taue ges. r^D Wettanl. 42 I. Für sofort ein MjilMkll MW Sleifdbfalat fl K mit May-nn-is-, y4 psd. tmt. v.ld Aeviuasalat fl m y4 Pfund.............Mk. U»trU Oxbietmtattlfalai 1 flfl ^evßttg in Gelee ft Ift Dose.................Mk. IMU Selsavdlue« fl K Äovdsee Krabben 1 flfl lttaUf.PNrbavdS 1 Ift in Tomaten.......Dose Mk. Setthevluge fl OK In Tomaten.......Dose Mk. 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Kl. 19 St., 16,99 fm; Kl. 5 16 St., 17,53 fm; Kl. 6 12 St., 16,21 fm. Abschnitte F: Kl. 5 3 St., 2,70 fm; StL 7 1 St., 0,49 fm. (Die Starkeichen sind z. T. Furnier, z.T. gute Tischlerware.) Nutzscheit, gesp., 12 rm, t. 9t. 42 rm; Nutzknüppel 44 rm. Vuchen-Abschnitle A: Kl. 8 12 6t., 7,70 fm; Kl. 4 12 St., 13,34 fm. Abschnitte N: ÄI.2 82 6t, 13,72 fm; Kl.8 84 6t, 54,86 fm; Kl. 4 8 St., 7,40 fm; 63 rm Nutzscheit t. R Nadelholz, Langholz N: Kl. la—8a 60 6t, 17,30 fm; Abschn.tt: Kl. 2a—3a 4 6t., 3,12fm; Derbholzstangen I 40, II 73, III 85 St., 8 rm Nutzscheit i. R., 59 rm Nutz, knüppel. Auskunft Oberförsterei, Tel. Deffent über Wetzlar, und Förster Krieger, Tel.- Anruf über Rodheim a. d. B. Nr. 11, in Hof Haina b. Rodheim a. d. B. Zugverbindung mit Biebertalbahn ab Gießen 8.20, ab Bieber 2.40 und 4.40 Uhr. (Die Eichenstämme werden schneefrei ge- halten.) Berichtigung der Masten bleibt vorbehalten. verkaufen.Angebote an Rechtsbeistand doDenlierotr, Wetzlar UsahnUrang' gaste 28» Tel. 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März, vormittags 10 Uhr. in d. Peitalozz.schule, Nordanlage, statt. Alle NeichSkurz- fd)riitler, auchNicht- vereinsmitaltcder u. Schüler, wüsten daran teilnehmen. «uae Bezirk flloßtn Damen-Verela I. Belehzkarzsehrin- Qasollecha.l Knriechrllb verein 1881. G711 Verein M.'Zrö^chkeit Morgen adendt Kneipe mit Alten - Herren- Abend. Bollzähl. Erscheinen erwünscht I20/6D der Vorstand. Banerscber Gesangverein E.V. Morgen Samstag, den 9. März 1929, abends 8 Uhr. tm Bereinölokal. „Unt* verfitätSrestaurant" Plockstrafie 2U83D Herren-Kommen zur Seiet deS SL.LtistungSsesteS Zahlreiche Beteilt' gung der aktiven ». passiven Mitgltede« sehr erwünscht. Der Vorstand« Dieuötag, 12. Mär», abends 8'/, Uhr Wiederbeginn de« Singstundeu. D. H. V. Bonateveriaimaiiii am SamStag. den 9. Mär», abcndS 87, Ubr, im Hotel Köhler. Erscheinen all.Mitgl.weg.wtcht. Tagesordna. unbed. erforderlich. 'M9D Ter »vorttand. lieoeozüchlerferein Gießen o. Umgegend BeifammiünQ Sonntag. 10. März 3 Uhr nachmittags in Gießen im Restaurant Boller, Bahnhofftrake. Tagesordng.: Stehe „'■Biene*. (20961) Leihgestern, 7. März 1929. Buß. Verein Frohsm von 1864. Morgen abend vünktl. 8 Uhr 7i»oD öotel öinßenöura. Nr. 57 Drittes Blatt Freitag, 8. März 1929 Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Turnen, Sport und Spiel. Leibesübungen aus dem Lande. Von Turnoberiehrer Luley, Dorsikender des Hess. Turnlehrer-Vereins. Durch daS Schulgesetz von 1874 sind die Leibesübungen zum Pflichtfach in den Volksschulen Hessens gemacht worden. In der Nachkriegszeit wird ihnen allgemein, insbesondere in den Kreisen der Erziehet und Aet'.te eine besondere gcsundhe'.t.iche und erzieheri che Bedeutung beigelcgt. Zur ordnungsgemäßen Erteilung des Turnunterrichts ist es erforderlich, daß Einrichtungen geschaffen werden, die das Turnen von der Witterung unabhängig machen. In vielen Landgemeinden stand aber seither meist nur ein unzulänglicher Turn - und Spielplatz zur Vet.üzung. Regen und Schnee machten dieselben unbenutzbar. Die Folge davon war, daß die Turnstunden aussielen oder zu anderem Unterricht Verwendung fanden. Um aber der hohen Bedeutung der Leibesübungen gerecht zu werden, ist eine Turnhalle, wenn aud> ganz einfach hergestellt und ausgestattet, unbedingt erforderlich. Wo cs die Verhältnisse der Gemeinde gestatten, könnte damit eine Badeanstalt verbunden oder wenigstens eine Drausebadanlage errichtet werden, damit die Liebenden noch Schluß der Llebungsstunde in der Lage sind, sich von Schweiß und Staub zu reinigen, was in gesundheitlicher Beziehung für die Jugend von allergrößter Bedeutung ist. Da fast überall Wasserleitung vorhanden ist, oder an einer Reihe von Orten Flüßchen und Bäche vorbei- oder durchfließen, könnte den 'obigen Forderungen bei einigermaßen gutem Willen und mit verhältnismäßig geringen Kosten leicht Rechnung getragen werden. Welch ungeheure Werte an Volksgesundheit auch für die Erwachsenen daraus entspringen würden, läßt sich leicht ausdenken. Rn Orten mit mehreren Klas'en müßte dann der gesamte Turnunterricht in die Hände eines fachkundigen und für die Leibesübungen begeisterten Lehrers gelegt werden. Wo schon Turn- und Sportvereine bestehen, sollten ihnen die neugeschaffenen Räume — wie es schon in den Städten geschieht — an den Rbenden und freien Rachmittagen zur Verfügung gcft-llt werden, wofür diese außerordentlich dankbar wären. Ein Handinhandarbeiten von Turnlehrer und Leibesübungen treibenden Vereinen ist etwas Selbstverständliches. Für Preußen ist bezüglich des Vaues von Turnhallen auf dem Lande eine wichtige grundsätzliche Entscheidung getroffen worden, über die die „Sportliche Rundschau" berichtet. Sie betrifft die Gewährung des gesetzlichen Baudrittels bei der Errichtung von Turnhallen in Schulverbänden von weniger als 7 Klassen. Diese Entscheidung wurde vom Provinzialschulkollegium in Münster am 11. Ium 1928 getroffen und besagt, „daß ser Beitrag in Höhe des staatlichen Bau- dritte.s gemäß § 17 Rbsah 2 des Volksschul- un:crhaltungsgesehes vom 26. Juli 1906 nur zu den Kosten des ReubaueS einer Schulturnhalle Das große Grauen. Vornan von H. A. von Byern. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag OSkar Meister Werdau. 23 Fortsetzung. Nachdruck verboten „21m 24. August 1902. An die Grenze bin ich nimmer gekommen . . wozu auch, der Kapitale steht ja doch drüben . . . Wäre am liebsten mit Onkel Franz gefahren, er ist heute früh abgereist, hat noch in Budapest und Wien zu tun, will dann irgendwo in Tirol ein paar Gams abschiehen und bringt seinen neuen Iagdfreund gleich mit, einen Herrn v. An- drian glaub' ich. — Gott, wenn der sich nur nicht auch wieder in mich verschießt, die Männer taugen ohnehin nichts, gar nichts, wenn sie verliebt sind." „2lm 28. August 1902. Zu dumm! Aber der Sechzehnender läßt mir keine Ruh'. Tagsüber denk' ich an ihn und nachts spukt er in meinen Träumen. Wenn ich wüßte, wo er steht . . ., nein, ist ja Llnsinn, den bewacht der Herr von Mansar wie seinen Augapsel . . .“ „Am 6. September. Onkel ist wieder zurück, und auch der Herr von Andrian ist eingetroffen ... Ich hatte chn mir anders vorgestellt . . . Ganz albern hab' ich mich heut' benommen, recht wie ein dummer Backfisch. Wit Len Juckern holt' ich die Herren in Köröpülü ab. und wie der Herr Vinzenz von Andrian mich anschaut, werd' ich dunkel- rot .. .. was der sich wohl gedacht haben mag! Wäre ich doch daheim geblieben . . . Vinzenz — eigentlich ein wunderhübscher Rame und . . . und ... ach was, die Blätter liest ja keiner: auch ein schöner Mann! „Schön?" Rein — aber so männlich und so stark, man könnte sich fürchten, wenn . . . wenn, ja wenn . . . nein, das schreibe ich nicht nieder, aber — wissen mächt' ich wohl, wie es ist, wenn der ein Mädel küßt . . . Pfui, Sopherl! Pfui Has! Ich glaub' gar . . . oder nein, ich glaub' lieber gar nicht . . ." „Am Mo--->en darauf. Heut' früh hab' ich chn im Speisesaal getroffen — allein. Auf die Birsa- *,ai er fahren wollen, und wir haben miteinander Kaffee getrunken. Ein Salontiroler ist der nit, alles Sehnen und Muskeln, nußbraun gebrannt, und von den Tropen hat er erzählt, von seinen Bergen daheim — stundenlang halt' ich ihm zuhören mögen . . . Iessas! Jetzt versäum' ich noch die Morgenbirsch — schreib' halt am 2lbend weiter . . „Am selbigen Tag . . - Roch ist mir's. als hott' ich das alles nur geträumt. als könnt' es nicht Wirklichkeit sein . . . Doch wi-l ich der Reche nach berichten: Bin ich also heut' früh wieder einmal an der Grenze gewesen, könnt' ja sein, dcch da irgendwohermn ein anderer Platzhirsch steht. Kein Trenzen, kein Knorren, kein noch so leises Anstößen. Mitz- nebst einer Einrichtung für Wanne Brausebäder für den Schulbedarf zu leisten ist." In Hessen liegen die Verhältnisse Wohl anders. Hier sind die sachlichen Ausgaben für die Bauten eine Angelegenheit der Gemeinden. Der hessische Staatshaushalt sicht alljährlich 100 000 Mark zur Unterstützung bei Erbauung von Schulhäusern für bedürftige Gemeinden vor. Ferner stehen aus Kapitel 64 und 65 des Staatsvoranschlags noch Mittel an Turn-, Sport- und Spielvereine für dauerndeEinrichtungen — also Turnhallen und Turn- und Spielplätze — von besonderer Bedeutung zur Verfügung. Wenn diese Smmnen auch nicht groß sind, so läßt sich doch hierdurch manches erreichen, wenn Gemeindeverwaltung und die Leitung genannter Qk reine verständnisvoll miteinander arbeiten. Vielleicht können auf Antrag des Landesbeirates für Leibesübungen noch weitere Mittel durch die Regierung beschafft werden, um hierdurch neuzeitliche Turnräume in größerem Maße wie bisher zu erstellen. Was ein für die Leibesübungen begeisterter Lehrer auf dem Lande zu tun vermag, möge folgendes dartun: Das Dorf Elsoff im Kreis Wittgenstein hat 800 Einwohner. Als der Lehrer dort hinkam, war für die Leibesübungen so gut wie nichts getan. Die Dorfjugend wurde zusammengerufen und ein Turnverein gegründet. Eine Lichtung mitten im Walde, die Gemeindeeigentum war, wurde als Turnplatz angewiesen. Der Lehrer Schultheis hat nun mit seinen Jungen im Laufe des Jahres den Platz hergerichtet, die gefällten Bäume zu Brettern geschnitten und ringsum den Platz mit Sitzblinken für die Zuschauer versehen. Eine Blockhütte ersetzt alle große Bauten. Der Platz ist etwa 100 Me er lang und 50 Meter breit. Arn 23. September 1928 wurde der Platz eingeweiht und eine Iahnse.er damit verbunden. 2m kommenden Jahr soll auch der vorbeifließende Bach ausgenuht werden. Ein Staubecken ist geplant, in dem ein Freibad eingerichtet wird. 2m Winter werden im Schulgebäude Lichtbildervorträge veranstaltet. 2cdesmal leiten Freiübungen der Dorfjugend dazu ein. Eine Führernatur gehört freilich zu solchen Unternehmungen, wenn diese von Erfolg und Dauer sein sollen. Die 2ugend, das wertvollste Gut. das gerade den Erziehern anvertraut ist, bedarf in unseren: harten Gegenwart und vielleicht noch härteren Zukunft einer planvollen Erziehung, die nicht allein der geistigen Ausbildung, sondern auch der von Liebe und Seele gleichmäßig dient. Gauiurniag Hessen (O. T.) -o- Kommenden Sonntagvormittag hält der Turngau Hessen D.T. seinen ordentlichen ©auturntag zu Gießen in der Turnhalle des Tv. 1846 ab. Die vorbereitenden Sitzungen der leitenden Körperschaften finden schon im Lause des Samstagnachmittags statt, und zwar folgt einer Besprechung im Gau-Turnausschuh eine Tagung des engeren Gauvorstandes, am 2lbend vereinigen sich beide Verwaltungsstellen mit den Bezirksvertretern der sechs Gaubezirke zu einer Vollsitzung der gesamten Gauleitung. Die Tages- mutig birsch' ich am Grenzgraben entlang — da taucht drüben, im Morgennebel, eine Gestalt auf, kommt langsam näher . . . „Guten Tag, Herr von Mansar!" Er fährt zusammen: „Sie Gräfin? Grad' hab' ich an Sie gedacht — zehn Minuten von hier steht der Kapitale auf der Iannowicz- w'.ese — wollen Sie ihn nicht einmal anschau'n?" 2ch zögerte einen Augenblick......meinetwegen —!" Dann schlüpfte ich zwischen den Lappen durch. „Soll ich die Büchse zurücktassen?" „2Iber — ich bitte schön, weshalb denn nur?" Der Herr Oberförster lächelt: „Ein bisserl Obacht geben, wenn ich bitten dürft', der Waldhüter braucht uns nicht grad zu sehen . . Sind wir also quer durch den Bestand gebirscht, einen ganz schmalen S.eig entlang und dann — „Oeh — oeh — ahau — ahau — o — aahü" Wie Orgelton klang das, ich schauere unwillkürlich zusammen, fasse nach dem Arm meines Begleiters: „2st — das —?!" Der Herr von Mansar nickt nur, legt den Finger an die Lippen und birscht weiter bis an die vorspringende Wiesenfläche. „Sott!!“ zischelt er dicht an meinem Ohr . . . Keine hundert Gänge vor uns steht der Haupthirsch, steht da wie aus Erz gegossen, den Träger mit der dunklen, zottigen Brunftmähne weit ausgestreckt, das klobige, urige Geweih so weit zurückgelegt, daß die Spitzen der Kroncn- enden an den Keulen liegen ... — „Gräfin — wollen — Sie — den — Hirsch — schießen?!" Ich blickte ihn an — verständnislos — nein, nein, das ist kein Scherz — ist — ich weiß nicht, was, aber ein eisialles Frösteln jagt mir den Rücken hinab: .„Herr — von — Mansar —!“ Er lächelte: „Ich gebe Ihnen den Kapitalen frei — unter einer Bedingung!" — „Lind — die— wäre?!" Sekundenlanges Schweigen, eine Stille, in der ich jeden Schlag meines zuckenden Herzens spüre.....Daß Sie mir das Recht geben, mich um Sie zu bewerben. . .!" „Ja!" Habe ich es wirklich gesagt? Der Hochgeweihte wirft auf, äugt — sichert..., da fliegt meine Büchse hoch, steht das silberne Perlkorn hinter dem Blatt auf der harschen, graubraunen Decke: „Peng! — Klatsch!" Der runde, reißende Knall peitscht durch den traumstillen Forst, einen tiefen Fahrer tut der Kapitale, flüchtet in matten, taumelnden Fluchten nach links, verhofft plötzlich ... ein Zittern läuft über ihn hin... dann knickt er auf der Hinterhand ein, schlegelt mit den Läufen. — Lind ich stehe... stehe wie gebannt, bis ein harter Griff meine Hand faßt: „Schnell! Schnell doch!! Mein Wagen hält drüben... der Kutscher ist verschwiegen, wir bringen den Hirsch auf einem ilmtoeg nach dem Erlenbruch..." Kein Wort weiter. Der Herr von Mansar rennt in langen Sprüngen zurück — ein leiser Pfiff, das Knirschen von Rädern... zehn Minuten später ist der Sechzehnender auf dem Wildwagen verstaut, im preschenden Galopp geht es den Holzabfuhrweg entlang, quer über eine Schlagsläche, dann ist die Straße nach Kcresz-Erdö erreicht... Der Oberförster von Mansar atmet auf: „Gott fet Dank, jetzt sind wir im Revier Ihres Herrn Onkels... darf ich Sie gleich hineinfahren, Gräfin? Wir können ja sagen, ich fei dazugekommen. ordnung weist 13 Verhandlungsgegenstände nach. Außer der Genehmigung der Jahresberichte des Gauvertreters, des Gauoberturnwarics und der verschiedenen Fachwarte wird der wirtschaftliche Riederschlag des abgelaufenen Turnjahres zur Aussprache gestellt und der Voranschlag für 1929 einschliehllch der Gausteuer festgestellt werden. Die Deutsche Turnerschaft hat ihren Kopfbeitrag im Jahr für Mitglieder über 14 Iabre um 20 Pf., für Vereinsangehörige unter 14 2a;rcn um 10 Pf. erhöht. 2n das Wa^lgcschäft fallen diesmal vom Gauvorstand der 2. Gauvertreter K. Schneider (Butzbach), der Gauoberturnwart W. Will (Gießen) und der Gauschriftführer K. Wenzel (Gießen), vom Gauturnausschuh der Gauwart für das Männerturnen Martin Textvt (Marburg) und eine Reuwahl für den aus Gesundheitstüct- sichten zurückgetrctenen Gaufechiwart: Ersatzwahlen sind notwendig geworden für den Gauwart für das Volksturnen und den Gaujugendturn- und -wanderwart. Schließlich hat der Gauturntag noch zu entscheiden über die Wahl des Ortes für das nächstjährige Gaufest, für das dies- und nächstjährige Gauwetturnen der Frauenabteilun- gen und für das diesjährige Bergturnen des Gaues. Handball im Männerturnverein (O.T.) lurngem. Friedberg l — INännerturnv. (fomb.) 1:6 (Halbzeit 0:5). Bei guten Plah-e^p^.usien wurde am vorigen Sonntag auf dem Mtv.-Plah am Schiffenberget Weg ein Freundschaftsspiel zwischen obigen Mannschaften unter Leitung des Schiedsrichters Reichert, Tv. Wetzlar, ausgetragen. Die Gäste- mannschaft, die sich in den vorjährigen Verbands- spielen der ^-Klasse bis zum Tabellenersten durchringen konnte, war äuch diesmal kein zu unterschätzender Gegner. Wenn das Resultat für sie nicht besser ausgefallen ist, so lag es daran, daß sie noch nicht die nötige Erfahrung gegen spielstarke Gegner besitzt. Zum Spielverlauf ist folgendes zu sagen: Rach Anwurf konnte man sogleich die Ueberlegenheit der Männerturner im Zuspiel usw. feststellen. Gut vorgetragene Angriffe brachten denn auch die ersten Erfolge. Dis zur Halbzeit mußte der Friedberger Torwächter den Ball fünfmal passieren lassen. Die Gästemannschaft spielte aufgeregt, besonders der Sturm konnte sich zu keiner einheitlichen Handlung zusammenfinden. Sie Hintermannschaft war nicht schlecht, nur rückte sie vielfach zu weit auf. 2n der zweiten Halbzeit konnte man ein ausgeglichenes Spiel feststellen. Beide Mannschaften zeigten gute Leistungen. Friedberg gelang es, das Ehrentor zu werfen. V. f. B. Rach einer vom Technischen Bezirksausschuß in Kassel dem V. f. B. zugegangenen Mitteilung, sollte das für den vorigen Sonntag angesehte Entscheidungsspiel um die Führung in der Süd- aruppe zwischen „Borussia" Fulda — „Kur- Hessen" Kassel am kommenden Sonntag stattfinden. Sem von „Kurhefsen" Kassel gegen die Ansehung des Spiels eingelegten Protest hat der Vorstand des Westdeutschen Spielverbandes nunmehr stattgegeben, so daß bat am vorigen Sonntag in Kassel au'getragene Tressen „Kurhessen" wie Sie den Hirsch hart an der Grenze geschossen haben..." Habe nur nicken können, habe nur eines gesehen — das Geweih! Der Onkel Franz ist fast auf den Rücken gefallen vor Erstaunen, und erst der Herr Vinzenz von Andrian... der kam eine Stunde später heim als Schneider, habe ihm gleich eine Wette vorgeschlagen: daß ich auch meinen zweiten Deputathirs^) eher schießen werde als er... War mir aber doch lieb, daß Herr von Mansar sich nicht lange aufhielt... Beim Abschied beugt er sich über meine Hand: „Wann darf ich mir Bescheid holen, Gräfin?" fragte er leise, nur mir verständlich. Lind ich: „2n zwei Wochen..." „Also am 20.... ich werde pünktlich sein!" „Drei Tage später. Ser Herr von Andrian hat gestern seinen ersten Geweihten auf die Decke gelegt, einen braven Zwölfer. Aber neben meinem Kapitalen sieht das Geweih aus wie ein Zaunstecken... Lind nun warte ich, warte darauf, daß er seine Wette gewinnt... Hätte gestern abend einen guten Cis- sprossenzehner schießen können, wollt' aber nit, weil...ich kann mir fast denken, was sich unser Gast wünschen wird...! Sann ist der Sandor von Man'ar betrogen ... 2a, betrogen mit Wi s.n und Willen! Das schreibe ich ganz ruhig nieder, ohne Gewissensbisse, ohne Scham ... Wohl hundertmal am Sage streichle ich über die klobigen, knorrigen Stangen, die erbsengroßen Perlen und schneeigweiß blitzenden Enden meines Sechzehn- enders. Lind denke mit keinem Atemzug an... den anderen. „2n der Liebe, auf der 2agb und beim Pferdehandel ist jedes Mittel recht!" sagt der Onkel oft. Trotzdem ... Ach was ... nur nichts bereuen!“ „Am 19. September. Lind nun bin ich Braut... Braut...! Ob es wohl auf dem weiten Erdenrund ein Menschenkind gibt, das so unsagbar glückleich ist wie ich?! 2st alles so gekommen, wie meine Phantasie es träumte... Heut' früh hat der Vinzenz — mein Vinzenz! — feinen zweiten Zwölfer gestreckt. Als ich gegen Abend in den Park gehen will, birscht mir der Schlank! nach: „Guten Abend, Gräfin... der zweite liegt!" „So—o" sag ich ganz gleichgültig: „Weidmannsheil!! Ist er gut?“ „Ein braver Zwölfer, aber... ich hab' meine Wette gewonnen." „Ach richtig — die Wette, also — was wünschen Sie sich denn?!" Ganz blaß ist er geworden vor Erregung, tritt noch einen Schritt näher: „... Dich I..." Lind dann hab' ich an seinem Herzen gelegen, in seinem Arm, fühlte seine heißen, dürstenden Lippen auf meinem Mund .... schweig stille mein Herze...“ „Einen Tag danach... Es ... ist... getan ... Am Rachmittag kam der Herr von Mansar herüber, und Onkel geht ihm bis an die Freitreppe entgegen: „Servus! Servus! Wollten g'rab' die Dcrlobungskarten verschicken, d' Sopherl...“ Weiter ist er nit gekommen, mit einem Satz steht der Oberförster neben dem Wagen: „Ihre... Ihre Richte?!“ „Aber freilich!" Onkel Franz lacht: „Ging ein bisserl schnell, nicht wahr? 2lh, da ist ja das Brautpaar...!" Der Sandor von Mansar starrt gegen S. E. 03 (2:0) als Verbandsspiel gewertet wird und das tn Gießen geplante Spiel überflüssig ist. . Am kommenden Sonntag tragt bic Liga - Mannschaft das letzte Verbandsspiel der diesjährigen Serie auf eigenem Platz aus. Ihr Gegner ist die Liga des S. C. Burg. Im Vorspiel auf dortigem Platze gewann V. f. B. mit 5:1. Sie Gästemannschaft scheint ihr Können in letzter Zeit erheblich verbessert zu haben. Burg steht zur Zeit in der Mitte der Tabelle, und wird stark bemüht sein, sich in den restlichen Spielen noch einige Punkte zu sichern, um seine Position weiterhin zu verbessern. Körperlich dürfte Burg Gießen überlegen sein. V. f. B. dagegen ist in der Lage, ein bedeutend reiferes Spiel vorzuführen. Beide pflegen zwei grundverschiedene Spielsy- steme. V. f. B. darf man mit seinem slachen Kombinationsspiel die größeren Siegesausfichten einräumen. Sie Ligareservc hat ebenfalls auf hiesigem Platz bic gleiche HerbornS im fälligen Verbanbsspiel zum Gegner. Auch ihr barf man einen glatten Sieg Voraussagen, ba sie in technischer Beziehung ben Gästen vieles voraus hat. Sie S r i 11 e beendet am kommenden Sonn'ag ihre Verbandsfpielserie. Im letzten Punktctressen steht sie in L a u b a ch der dortigen Zweiten gegenüber. Sie ist bis jetzt ohne Punltverlust und sollte erwartungsgemäß auch in Laubach gewinnen können. Sie vierte Mannschaft tritt gegen Steinbergs erste zum Verbandsspiel an und wird sich sehr anstrengen müssen, wenn sie nicht verlieren will. Sic zweite Iugendmannschaf t hat sich die erste Jugend der Surngemein bc Lollar zu einem Gesellschaftsspiel eingclaben. Lieber bie Spielstärke bec Gäste isst nichts bekannt: der Ausgang ist ungewiß. Sie erste Schülermannschaft erwartet zum fälligen Pslichtspiel bie gleiche bes Sportvereins Heuchelheim. Hier follte man bie kleinen V.f.B.er mit Sicherheit in Front sehen. Spieivereinigung 1900 Gießen. ö. Die Ligamannschaft 1900s wirb am kommenden Sonntag zu einem Gesellschaftsrückspiel in Fulda weilen. Gastgeber ist der Spieloerein „Germania 0 9^ Fulda. Das Vorspiel in Gießen im vorigen Jahre gewann die Spielvereinigung 1900 Gießen mit 4:1 Toren (Halbzeit 1:1). Der Sieg der Blauweißen war aber, gemessen an den beiderseitigen Leistungen, zu hoch ausgefallen. 1900 wird nicht in stärkster Besetzung antreten, trotzdem setzt man in bie Mannschaft das Vertrauen, daß sie in Fulda in Ehren bestehen wird. Lassen die Platzverhältnisse es zu, so wird 1900s dritte Mannschaft auf dem Sport- platz an der Liebigshöhe die erste Elf vom Sportverein Garbenteich zum Rückspiel empfangen und dabei auch wohl einen sicheren Sieg erringen. 1900s erste Jugend spielt in Nieder- Girmes, die zweite Jugend hier gegen Leih- gesterns erste Jugend und die erfte Schüler- elf gegen die Schüler Aßlars in Aßlar. Alle Spiele sind Pflichtspiele. mich an mit erloschenen Augen wie die eine- Toten, tritt langsam heran: „Ich wünsche Ihnen alles Glück, das Sie... verdienen!“ Dreht sich um und geht... „Oho!" Onkel Franz streichelt schmunzelnd seinen Bart: „Scheint fast, als sei ba einer um eine Rafenlänge zu kurz gekommen!" Llnb ber Vinzenz fragt ganz erstaunt: „Ja, also was is benn bös?!" — „Rix, ein... Intermezzo halt!" sag' ich unb geb' ihm ein Busserl: „Fängst am Enb' gar schon an, eifersüchtig zu werben?!" — Aber froh war ich doch, bah diese Begegnung vorüber ist..." „In ber Rächt vom 14. zum 15. Rovember 1902. Hab' lang nimmer an meinem Tagebuch geschrieben, erst heut' toieber, an meinem Polter- akenb... Llnb hat feinen besonberen Grund ... Wie ich früh aus dem Fenster schau, liegt ba ein Drieferl auf bem Sims, keine Aufschrift, nur ganz unten in ber Eck'n ein winziges „S. v. M." Heiß unb kalt ist mir's geworden, bann brech' ich ben Umschlag auf: „Es bittet um ein letztes, allerletztes Wiedersehen Ihr S. v. M. Um ein Uhr nachts an der Taxushecke..Weiter fein Wort... In tausend kleine Fetzen habe ich ben Dogen zerrissen, bie Schnipsel verbrannt... 2st mir nicht viel Zeit geblieben zum Lieberlegen, Grübeln — natürlich, hingehen will ich... bas bin ich bem andern wohl schuldig... am Etzd' könnt er glauben, ich sei zu feige... ich! — Wenn ich nur einen anderen Tischherrn gehabt hätte... Dieser sogenannte „beste Freund" des Vinzenz fällt mir auf bie Heroen — mir, bie ich sonst keine Rerven kenne! Ein kühler, eiskalter Horb» deutscher halt, ein ganz alltäglicher Mensch, nur ... bie Augen... In benen liegt so etwas Fot- schenbes, so, als könne er Gebanken lesen... Pah, was geht mich ein Frember an...! Fünf Minuten vor ber Zeit bin ich an ber Taxushecke gewesen,... ba.. . neben mir ein leises, ganz leises Geräusch, ein Gesicht, fahl im Wondlicht und eine Stimme: „Du!! Dull Du darfst es nicht tun! Ich... ich habe dein Wort!“ „Mein Wort?! 2m Scherz gegeben, — als Scherz aufgefaht..." — „Das ist eine Lüge!" Unb nun krallt sich eine Hand um meinen Arm, keuchender Atem: ... „Du! Laß mich!!“ Mitten inS Gesicht hinein schlag' ich dem Sandor von Mansar, schlage mit der geballten Faust... et taumelt, gibt mich frei... wie gejagt husche ich ins Haus — und ein Wort klingt mir im Ohr... „Lüge!! — Lüge!!“ „Terosal in der Oed, am 22. April 1903. Mein liebes, altes Tagebuch! Hab' ich dich so arg vernachlässigt in all' den letzten Monaten und hätte doch so viel zu berichten gehabt von beh Reisen, pon — meinem Glück! — Aber am wohlsten fühle ich mich boch hier in Terosal in der Oed... Hat mir eigentlich gar nicht gepaßt, daß der Vinzenz gleich einen Gast eingeladen hat — natürlich „Alterte", seinen Herzensotudet — auf den läßt er nichts kommen. Diesmal gefällt mir ber Freund schon besser, treu unb zuverlässig — ja, bas mag er wohl sein, aber auch verschlossen, man wird nicht klug aus ihm.“ (Schluß folgt.) Fußball in Heuchelheim. Die Sp.-D. 1 920 L und die F. - Abtlg. d. T v. L o l l a r I. treffen sich am kommenden Sonntag auf dem Heuchelheimer P a;e zu n D rband - spiel. Dieses Spiel begegnet größtem Interesse, da der Sieger gl-rchzeitig Meister seiner Gruppe und somit aufstieg berechtigt für die Liga ist. Drel Jahre hintereinander hat Heuchelheim sich bis in die Entscheidung durchgekämpst. ohne das ersehnte Ziel zu erreic^n. Auch in diesem Jahre steht es wieder mit Lollar punktgleich an der Spitze der Tabelle. Während die Mannschaft sämtliche Spiele, zum Teil mit hohen Resultaten, gewann, wurde da? einzige Spiel in Lollar verloren. Auch Lollar hat nur ein Spiel verloren und wird alles daran sehen, hie Meister- schast für sich zu entscheiden. Handball im La^n-Oünsberg-Gau. Die für nächsten Sonntag angesehten 1. Verbandsspiele der Aachrunde fallen infolge des Gerütewetturnens in Lollar aus. Sie sollen spater abgehalten werden. • Arbeiter-Turn- und Sportbund. Am kommenden Sonntag fährt die e r st e Mannschaft Wiesecks zu ihrem zweiten Au'st egspiele nach Frankfurt-Preungesheim, um gegen die dortige erste Mannschaft anzutreten. Falls Wieleck keinen stärkeren S'.e- geswillen zu diesem Spiele mitnimmt als am Vorsonntag, dürfte ihm der Frankfurter Voden heiß werden und eine hohe Niederlage winken. Lollars erste Mannschaft fährt zu einem Freundschaftsspiel nach Siegen, um gegen die dortige erste Mannschaft anzutreten. S egen stellt eine flinke Mannschaft. Lollar wird a.leS daransetzen müssen, wenn es dem Gegner ein gleichwertiges S )iel liefern und keine hohe Niederlage erleiden will. 3n Heuchelheim findet am kommenden Sonntag eine Lehrstunde für das K i n vertu r n e n statt. Als Llebungsprogramm sind vor- gelehen Freiübungen und Singspiele für das Ve- z'.r'skindertreffen, Geräteübungen Neck- und Vall- spiele. Anschließend findet eine Sitzung der V e r- einsturnwarte statt, die sich mit dem Iahresprogramm, Kindrrlrefsen und der Kinderwanderung beschäftigen wird. Wirtschaft. Einkommen und Llm ätze. Der V e r l u st, der durch die Arbeitslosigkeit an Arbeitseinkommen entsteht, läßt sich zahlenmäßig nur schwer schätzen. Das Institut für Konjunkturforschung schätzt im Januar und Februar zusammen das industrielle Lohneinkommen wegen der weit geringeren Beschäftigung (trotz der höheren Löhne) um etwa 200 bis 250 Millionen Mk. niedriger, als in den entsprechenden Monaten des Larjahres. Diesen Verlusten an primären Arbeitseinkommen müßen die Beträge gegenübergestellt werden, die an Unterstützungen aus der Arbeitslosenversicherung und Krisenunterstützung gezahlt worden sind und für die beiden ersten Monate des Jahres ein Mehr von rund 100 bis 120 Mill. Mark gegenüber der entsprechenden Zeit des Vorjahres er- oebcn dürften. Der Nettoverlust an Arbeitseinkommen dürfte sich daher auf min» destens 100 bis 150 Millionen Mark stellen. Diese Minderung des Arbeitseinkommens hat nicht nur die Einzelhandelsumsätze in den beiden Monaten wesentlich beeinträchtigt, sondern bedeutet darüber hinaus naturgemäß auch eine Verringerung der Kaufkraft für das Frühjahrsgeschäft des Einzelhandels. Mithin muß für das Osteroeschäft, das im laufenden Jahre ganz in den Monat März fällt, neben der konjunkturellen Beeinträchtigung auch mit diesem Ausfall gerechnet werden, da bis Ende März sich der Ausgleich kaum vollzogen haben wird. Zu diesem Einkommenausfall tritt noch die Minderung der Kaufkraft unter den Auswirkungen der Kälte, die die einzelnen Haushaltungen zu einem höheren Aufwand u. a. für Heizung, Winterbekleidung ufw. gezwungen hat. Diese Umstände können beim Großhandel und bei der Industrie zu einem Rückgang des Auftragseinganges führen, jedoch spielen sie im Rahmen der Gesamtwirtschaft nur eine geringe Rolle. Andererseits müßten diese Momente in den von der Kälte begünstigten Teil der Industrie, deren Läger von Winterartikeln vermindert worden sind, von günstigem Einfluß sein. Aber sie würden nicht ausreichen, um eine kompensierende Wirkung gegenüber dem Konjunkturrückgang zu haben. * " D l e amtliche Großhandelsindex- ziffer im Monatsdurchschnitt Februar. Die für den Monatsdurchschnitt Februar berechnete Großhandelsindexzisfer des Statistischen Deichsamts hat sich mit 139,3 gegenüber dem Vormonat 138,9 um 0,3 Prozent erhöht. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstosfe um 1,7 Prozent auf 133.9 (131,7) und diejenige für Kolonialwaren um 1,0 Prozent auf 125,2 (123,9) gestiegen. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat um 0,3 Prozent auf 133,6 (134,0) und die Indexziffer für industrieUe Fertigwaren um 0,4 Prozent auf 158,2 (153,8) nachgegeben. * D ie Aktiengesellschaften im 3a» n u a r. 3m 3anuar wurden 35 neue Akt.engesell- schaften mit einem Nominal.apital von rund 117 Mill. Mark in das Handelsregister eingetragen, gegen rund 27,4 Mill. Mark int Monatsdurchschnitt des 3ahres 1923. Davon weisen neun Gesellschaften ein Kapital von mehr als 1 Mill. Mark auf. Die erhebliche Zunahme des Nominalkapitals ist in erster Lin e auf die Umwandlung der bekannten Automobilgesellschaft Opel in eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 63 Mill. Mark zurüctzuführen. Don 72 Gesellschaften wurden Kap.talerhöhungen um rund 243 Mill. Mark vorgenommen, gegenüber einem Monatsdurchschnitt von 146,8 Mill. Mark im Iahre 1928. Von 23 Gesellschaften wurden Kapi- talherabsetzungen um insgesamt 29,3 Mill. Mark vorgcnommen, gegenüber einem Monatsdurchschnitt in Höhe von 23,2 im Iahre 1928. 59 Ee- sellschasten wurden aufgelöst, von denen sechs noch keine Umstellung auf Reichsmark vorgenommen hatten, während d'.e übrigen über ein Aktienkapital von rund 19 Mill. Mark verfügtem Mithin ist im Monat Ianuar eine Zunahme des Kapitals der deutschen Aktiengesellschaften um rund 230 Millionen Mark zu verze.chnen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. TO., 8. März. Tendenz: lusllos. Zu Beginn der heutigen Börse war eine größere Lustlosigkeit vorherrschend. Das Geschäft konnte sich nur schleppend entwickeln, da Orders von Pu- blilumsseite kaum Vorlagen. Auch die Spekulation hielt sich stark im Hintergrund, obwohl von der gestrigen Neuyorker Börse eine Erholung der Tendenz gemeldet wurde. Die internationalenGeld- Verhältnisse lösten immer noch Besorgnis aus, vereinzelte Kaufaufträge vorn Ausland hatten verschiedentlich einige Nachfrage für Spezialwerte zur Folge. Die günstige Beurteilung des Standes Der Reparationsverhandlungen im Auslande gaben der Börse im Grundton eine gewisse Widerstandsfähigkeit. Material kam auch nur wenig an den Markt, so daß bei der Mehrzahl der Aktien die Verluste gegenüber der gestrigen Abendbörse gering blieben und nur in einzelnen Fällen 1 v. H. überschritten. Von internationalen Aktien waren Svenska ; mit minus 4 Mk. stark angeboten. Auch Bergmann I mit minus 3,25 o. H. stärker vernachlässigt. Verein- i zelte Nachfrage bestand nur für Siemens, die gut behauptet blieben. Am Chemiemarkt waren Farben weiter etwas abbröckelnd und 1 v. H. schwächer. Von Montanwerten eröffneten Rheinstahl 1,25 v. H. nie» bnger, die übrigen Werte dieses Marktes hatten Rückgänge bis zu 0,5 v. H. zu verzeichnen. Am Bankenmarkt waren Disconto-Gesellfchaft gut behauptet, nur Reichsbank mit etwa minus 2,5 o. H. lagen stärker gedrückt. Sonst waren nennenswerte Veränderungen nicht zu verzeichnen. Renten still. Deutsche Anleihen gut behauptet. Don Ausländern Anatolier II etwas gebessert. Im Verlaufe wurde die Stimmung etwas freundlicher, das Geschäft blieb jedoch immer noch sehr gering. Vereinzelt ein- treffende Orders hatten eine Besserung des Kurs- nioeaus bis zu 1 v. H. zur Folge. Siemens konnten 1 o. H., A. E.G. bis 0,75 o. H. und J.-G.-Farben bis etwa 0,5 o. H. gewinnen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7,5 v. H. wieder stärker angespannt. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2142, gegen Pfund 20 451, London gegen Kabel 4,8512, gegen Paris 124,23, gegen Mailand 92,60, gegen Madrid 32,70, gegen Holland 12,1175. Berliner Börse. | Berlin, 8. März. Jrn Gegensatz zu gestern er» । öffnete die heutige Börse in eher schwächerer ! Haltung. Da Aufträge nicht vorhanden waren, i versuchte sich die Spekulation nach unten zu legen, so daß bei der herrschenden Geschäftslosigkeit die Kursrückgänge überwogen. Anscheinend verstimmten wieder die ungeklärten internationalen Geldverhältnisse und die unverändert hohen Sätze . in 9lei v ort. Die seit langer Zeit erstmaligen Go 1 d - abgaben der Reichsbank, die auf neue Devisenverluste schließen lassen, trugen, eben» , so wie die Finanzsorgen der Reichspost, zur allge- , meinen Zurückhaltung bei. Auch das Ausland blieb heute aus, und die gestern noch zu beobachtenden größeren Jnterestenkäufe fehlten. Wenige Papiere ausgenommen (Basalt, Gebrüder Körting, Deutsche Kabel), betrugen die Kursverluste bis zu 2 v. H. Darüber hinaus waren Hamburg Süd 3,5 v. H. niedriger. Reichsbank minus 2,75 o. H, J.-G.- Farben minus 2,13 v. H., Bergmann minus 3,5 v. H., Schach-Ecke. Bearbeitet von W Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mit- I teilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". | Problem Rr. 203. Don Dr. E. Pallofka. Prag. Erster Preis im Dreizüger-Informalturnier des „Schachmatnh Listok" 1927. 8 6 2 7 D 1 5 8 7 6 5 3 4 2 Weiß zieht und Schwarz, d e Weih. seht In drei Zügen matt. e - h g h a b a b Weih: 11 Steine. Kg8; Dc8; Sb3, d2; Bb4, c4, c5, <16, t2, g5 hö. Schwarz: 8Steine. Ke5; Ta3; Ba4, d3 f3 f4, g4, gl. Vorstehende Aufgabe zeichnet sich durch einen sehr seinen Einleitungszug aus. Endspiel Nr. 70. Don D. Halberstadt. Schwarz. 2 4 h 8 6 3 b c d e f g h 3 b C d t Weih. Weiß am Zuge erzwingt das DemiS. Weiß: 7 Steine. Ktö; Sb7; Bb3, c3, c4 e2, g2. Schwarz: 6 Steine. Kc7; Lh6; Bob, cd, e3, g3. Eine originelle Studie. Lösung deS Problems Dr. 200. Don C. Manssilld. 1. Kb6- cö!, Dxe4 1...... Dd3 1...... Dc3 !...., Dh5 1. .. .., beliebig 2. Ddo matt. 2. Sd6 matt 2. Sd2 matt. 2. Sxg3 matt. 2. Ddo matt Aus der Schachwelt. Der diesjährige Kongreß des M.ttelrheinischen Schachbundes findet wiederum in der Pfingst- woche im Kursaale zu Vad Ems statt: er ist mit einem Mristerschafls-Haupt- und Nebenturnier verbunden. Ein internationales Gepräge soll der' englische Osterkongreh erhalten, welcher in der Zeit vom 30. März bis 6. Apr.il in Ramsgate abgehalten wird und an welchem u. a. Capablanca als Teilnehmer genannt wird. Die Narrenkappe. Svllttrr and Sparren vom Redaltionstisch. Denken Sie mal! .London ist eigentlich eine sehr gesunde Stadt." „Warum gerade London?" „Wo man hinfällt, fällt man auf englisches Pflaster." Anekdote. Der verstorbene berühmte Musiker und Chordiri- gent Siegfried Ochs besaß ein überaus leiden- schaftliches Temperament, das zwar den Zauber feiner Persönlichkeit zum guten Teil bestimmte, aber in seinen Ausbrüchen von den Sängern sehr gefürch- tet war. Mit seiner „göttlichen Grobheit^ hatte Ochs eines Tages eine Dame auf der Probe so furchtbar abgekanzelt, daß ihr schließlich die Geduld riß und sie sagte: ,Lch werde hinausgehen, bis Sie sich wieder anständig benehmen/' Worauf ihr Ochs wü- tend nachbrüllte: „Dann können Sie gleich ganz fortbleiben!" Shaw und der Kaffee. In einer Gesellschaft sagte einmal ein Schauspieler zu Bernhard Shaw: „Wenn ich schwarzen Kaffee trinke, kann ich die ganze Nacht nicht schlafen. Geht es Ihnen auch so, Meister?" „Nein," antwortete Shaw trocken, „bei mir ist es gerade umgekehrt: wenn ich schlafe, kann ich keinen schwarzen Kaffee trinken." Was dazu gehci.l. Am Künstlerstammtisch wurde erzählt, daß eine bekannte Filmdiva vor ihrer Eheschließung dem Bräutigam ihr ganzes Vorleben enchüllt habe. „Dazu gehört Mut", rief ein bekannter Kritiker aus. „Was sind das für Sächelchen, Mut allein genügt nicht," rief Max Pallenberg aus, „Gedächtnis, Gedächtnis!" Gipfelleistung. „Einen Tonfilm bringen wir nächstens heraus, der ist so unerhört fein gemacht, daß man am Schluß des letzten Aktes sogar hört, wie sich der Geldgeber hin» term Ohr kratzt." (Äist. Dl.) Examen. „Und was geschieht, Kandidat Bollerfitz, wenn ich eine tote Forelle m.t einem elektrisch geladenen Messer berühre?" „Dann kommt der Geschäftsführer und sagt: elektrisch ober nicht, mein Herr, in unserem Restaurant ißt man Fisch mit der Gabel, Herr Pro- feffor! ..." (Lust. Bl.) Licht & Kraft 2,90 v. H., Ostwerke minus 3,5 v. H., Svenska minus 5 Ml. und Polyphon minus 6 v.H. Deutsche Anleihen uneinheitlich. Neudesitzanleihen niedriger. Ausländer geschäftslos. Mexikaner etwas fester, da man die Unruhen für beendet hält. Pfandbriefmarkt knapp gehalten. Der Geldmarkt blieb unverändert. Nach den ersten Kursen blieb die Stimmung zunächst unsicher. Glanzstoff, die schon anfangs 3,5 v. H. niedriger lagen, gingen weiter zurück. Später wurde es von Spezialwerten ausgehend eher freundlicher. Die Spekulation zeigte Deckungsneigung, so daß sich die Kurse zumeist leicht er- holten. Chade-Aktien gingen um 4 Mark auf 450 hinauf, wobei die Arbitrage Käufer war. Karstadt. wahrscheinlich auf die für kommenden Dienstag angekündigte Aufsichtsratssitzung, um 3 v. H. höher. garantierter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 8. März. Der Produktenmarkt verkehrte zum Wochenschluß weiter in ruhiger Haltung. Die eiwaS höheren Auslandnotierungen übten keinen Einfluß aus, die Grund- stimmung war jedoch etwaS freundlicher. Umsätze sind kaum zu verzeichnen. Auch das Angebot von Inlandware blieb immer noch gering. Cs wurden notiert: Weizen 24, Roggen 23,75, Sommergerste für Drauzwecke 21,25 bis 24,53, Ha,er, inländischer, 24,50 bis 24,75. Mais (gelb) 24.50, Weizenn.e)!, süddeutsches, Spezial 0, 33,75 bis 34,5j, Roggenmehl 33,75 bis 31,75, We.zenkleie 14,25 bis 14,75, Rvggenkleie 15,25. Tendenz: Nuhig. Daten für Earnstag, 9. März. Sonnenaufgang 6.29 Uhr, (Sonnenuntergang 17.53 Uhr. — Mondaufgang 6.21 Uhr, Monduntergang 15 26 Uhr. 1451; der Seefahrer Amerigo Vespucct in Florenz geboren; — 1749: der französische Staatsmann Ho- nor6 Riauetti Graf uon TOirabeau in Bignon geboren; — 1859: der Schriftsteller Peter Altenberg in Wien geboren, — 1918: der Dramatiker Franz Wedekind in München gestorben. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführien Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuh 7,5 Prozent. »zranlsuri a. M. Berlin zranksuri a M. 1 Berlin »rranksun a M. Berlin Beciiu, 7. März_________ tSeld Bnef ' Schlub- fturs i-Uyr- #Uti Schlub- Rute Ansang Rur» Lchlust, Kurv i Uht. kure Schlust- ftitre Anfang kure Schlug- I-Ubt. Kure flute Schluß-lAnsang flute I Rurs HtanzomHe Noten.... voliandische Noten...... lienische Noten...... Norwegische Noten...... Deuksch-Oesterr100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . ... Devisenmarkt Berlin Telegraphische ieTJS 168,41 22,11 112,13 59,04 2,43 112,18 80,98 62.66 12,43 73,21 -Frankfur AuSza hli 16.si 169,09 22,19 112,57 59,21 2,50 112.62 81,30 62.94 12.49 73,51 t L.M. xng. Dalum 7-3. 83. 7.3. 8-3. Saturn 7.3. 83. 7.3. 8-3. Datum 7.3. 83. 7.3- 8 3 34/o tt. Re(cf)$anleü)c l9i-. 2 t. Anl.-Ablös.-Schulo mtl iilue lol-»Öicd)ien Tesgl. ohne AuSlos^Rechle . 7% Franks. Hkw.-Bl. Goldvs. un kündbar bis 1933 4'/i% Rheinische Hyv.-Bonk 2kju Goldvf. Ll-E.G. dbg. SBortricge-Öbllgation rückzahlbar 1932 4% Schwei,. Bunbetd.-Anl.. 4% L österreichische Goldrle. 4.20% Leklerr. Silberne. 4% Oesterreich. einheitl. 8Ue ■1% ILigariidic Goldric. 4% Ungarische SlaolLr. v. 1910 4’i% Dcifll. von 1913 4% Ungarische Äronentle.. 4% tüt!, tzoll anleihe v. 1911 4% Türkische Vagdadbahn-Ani Serie I 4% bcvgl. Serie 11 4% Rumänen eonverl. Rlc. 4'/,% Rumänen «oldanl. von 1913 ÜUg. Deundie tfiicnbcibn . . 4ft Hamburg-Amerika Pakei ... 8 Hckmb.-Südam. Tampssch. . . 8 pansa Dampsschiss . . U Norddeutscher Lloyd ... 8 Ällg. Deutsche iLredilanst. . 10 Barmer Bankverein 10 Berliner HandelsgeieUsch. 12 Tommerz- uuö Prival»Baut 11 Tarmst. u. Ralionalbank Vz Deutsche Bank 10 XüIoitit^cieUldiofl 'LU. l0 Dresdner Bank . . 10 Mitteldeutsche Lrevtldaiü ... 9 Metallbank...... 8 Ketchsbank........12 87,35 53,85 13 90 81.6 86 31 2,9 2,15 25,2 21,75 22,75 10,75 8,85 19,1 129 126,5 39 75 141,5 231 i97,25 279,75 172,25 '64.25 • 71 31,23 308,25 13 25,25 2,1 = - 127,75 197 172,13 164,25 1/0.6 87,5 53,8 13 31,13 3 25,2 22,8 2,15 11,4 10,75 11 19,25 128,5 194,5 ■26,75 >40 ■41,5 232 >97,25 279 173 >64,25 I7J 130,9 308,5 53.8 12,8 2,13 11,25 127.75 191 125,5 140,25 141,5 230,5 197 279 172,5 164,25 170,5 185 126.5 305,25 ■dv.i». ..... e Bergmann ....... 9 Elektr. Lieferungen.....1° Licht und ftiflft ..... 10 zellen A Guilleaume.....6 Ges. f. Elektr. Untern.....10 Hamb. Elektr. Werke «... 1" Rhein. Elektr........ Schief. Elektr........10 Schuckert....... • • • 8 Siemens 4 Haltke . . • • . 12 TronSradio . ....... 8 Vntimener 4 do...... • 10 Buderus . . . ...... 6 Deutsche Erdöl.......6 Essener Steinkohle......8 Gelsenkirchener ... f. y3 3- 4 Harvener..........6 Hoesch Eisen.........8 fllocknermette Köln-Neueisen. ....... 9 Mannesmann........ 8 Mansselder.........7 cberschlei. Eisend. Bedarf. . . 6 Cberidilri. Kok-merke.....C Phönix Bergbau......5’/« Nyeinische Braunkohlen. . . !< Ndeinstahl f. % Jahr 4>. Nie deck Montan......7, bereinigte Slahlw......• il taot Minen . ... . 9 sl Kali Aschersleben ..... 1< Kaki Ltestereaeln ...... 1 Kaliwerk Salzdetfurth ... V 3 ®. ix48.13 163 203.5 222.75 376 151,25 163.5 79 123 121 129,5 139,5 123,5 215 106.5 122,75 122,25 124,5 93.75 103.75 96,6 293,75 127,75 143 93,75 69.25 210 214,2d 311 49,4 89,25 93,5 167,25 202,5 162,25 206.6 138,75 230 161,25 201,5 222.75 374.5 162,75 79 122 129,5 140 122 213 106,7.) 122,5 124,5 93,13 103.5 96.13 292 125.6 68,75 208 114,5 310 247.25 89,25 92,50 Heidelberger Ecmenl.... 10 Gement Karlstadt......8 Wayh 4 Freitag ...... 10 Schultheis Pchtenhojer . . . H Cftroede.........12 Ber. Glanzstoff..... 1? Bemderg.........14 Zellstoff Waldhos.....li Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 7 Dessauer Gas........8 Daimler Motoren......0 Demag ..... • . . O Adlerwerke Klever......6 lludr». ßoeroe.......10 Rat. Automobil . ...... O Srenltetn 4 Koppel . .... 6 Leonhard Dien . ...... 6 Bamag-Megui» ....... O Franlf. Maschinen......6 Griyner . 11 Heyliaenstaedt ....... O Iunghan«. ......... 4 Lechwerke..... 8 Alainkraftwerke ...... 8 Mtag. . • ....... 10 Rekarsulmer ...... 8 Beters Union..... 8 Gebr. Roeder ....... 10 Bvigt 4 Ooelinet......8 Südd. Zucker........8 Dan 124 137 174 128,25 263 188 57,5 57 62 100 15 73 113 119,75 142,5 26 9 104,75 127,5 212 145 tnoten 127,4 57,25 ' 154'3" 128 283 239 429,5 370 261,5 185 120,75 215,25 58 51,75 57,75 212,5 35,6 87,5 268.25 63,5 99,5 74 142,13 26 104.5 213 143,25 123,5 282 236,5 426 363 260,5 119,5 214,5 57,13 86.75 267,5 142,5 7. M r; 8. März Lnuliche Nollerung CSelB 1 Brie 2inmiche Notierung ''»eld 1 Brie' rtM'l.-Noll. Bu-n.-AireS Brff.^intw. Cbristianta - Kopenbag.'n Stockholm ■ HelsingforS- Italien. . London. . . ‘)< tut) ort • . Bari«. . . Schwei; . . Sva i:n. Japan .- - ■Hio de 92,468 7,404 73,515 3,048 18.75 Berlin, 7. Marz o.elb lief 81,81 2,078 5,455 4,198 4,299 .0,998 ..uuruamiaje Uiorat..... "clgische Noten ....... Tänriche Noten........ Enalische Noten ....... 4,201 53,23 112,03 20,392 4.241 58.52 112,47 20,472