Donnerstag. 7. November $929 Nr. 262 Erstes Blatt $79. Jahrgang ifnoten. 20,93 ' 9eft?rn 5-a st eIbm t t?> n ’ da an&^artt lyäis ,Änig!S - An. Briefe Sl1,®00" Aos. NtaÄ'S8 w iit bet totiler lssihw,» SL1kainnene ÄS5 ^etrei-ebörse. Dvd. Infolge btt n überseeischen Märkten M°r.t in schpoch7N >ar nicht brsonbers arvli SoggeSt Hf ru verzeichnen. Da» m den denkbar engsten iwtiett: Deizrn 25,10 bis Sommergerste für Drau, '"land. 1825 bis 18,50. ttcMcke 18,75 big 19, W 0 37,75 big 38,25, 27,50, Detzenkkeie 9,75, ) schwach. Die drutsch-polmschen Verhandlungen. Um den Handelsvertrag. - Das politische Abkommen. - Oie deutschen Verzichte. reebtigt war. Die Fraae, ob das Freiheitsgesetz versa f- sungsändernd ist, oder nicht, ist zur Zeit in Berlin Gegenstand lebhafter Erörterungen. Fest steht, daß die in den Kommentaren zur Neichsver- sassung zum Ausdruck gekommenen Auffassungen verschiedener Staatsrechtslehrer auseinander- gehen. Das Reichsinnenministerium erklärt hierzu, es fei zur Zeit gleichgültig, ob der Volksentscheid verfassungsändernd sei oder nicht, denn es müsse zunächst einmal feststehen, obsichmehralsdie Hälfte aller Stimmberechtigten an der Abstimmung beteiligen würden. Hier- bei würden sowohl die Stimmen der Jasager wie der Neinsager als auch die ungültigen Stimmen GietzeiierAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfiisir-Vuch- und Zlelndruckerei 8. Lange in Gletzen. Schristleltuirg und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. rchnchten. bei Gießen. vor 11 Uhr, brach aus dem eihgeslera ein großer in kurzer Zeil über die mil t> Heu gefüllte hauplscheune, gen und ein weiteres Wirf» ‘eie. Die alsbald an der Drtsfeuenvchr von teih- viüigen Feuerwehren aus finden und die fireismolor- Kommando des Kreissener- : (Gichech sehr stark zu tun, den Brandherd in die 0c- e weitere Ausdehnung der onnten. Aach den uns bis rmafionen sind etwa 100 imen zum Opfer ge- ie hauptscheuer mit Inhalt en konnte zum ®lü< alles erden. ÄerkehrSfiugi-M id abgestW IBIS. L Mf kn 'heule üormiM ml1 **-*•* Ä5 in d" 8*' Passagiere und vier gestoßen werdex müssern Abg. Dr. Rosenfeld (©odJ wandte srch ßtiffUttfi ÖCÖ gegen diesen Antrag. Es sei sehr auffallend, IVUlfHUliyV vvv welche rührende Sorge urn d a s Wohl Tttßrlttlßr der Koalition die deutschnatconalen QlnS- WVl VUl y v» v. führungen durchzittert habe. (Große Heiterleit.,' Mie die tausend Mark für den Lktarek- Es sei doch aber nicht gerade die Aufgabe der . verwandt wurden Deutschnationalen, sich um baä Wohl der gegen- , I?T wärtigen Regierung allzu sehr zu sorgen. Im Derlen, 6. Rov. (W^.B) Ob^burgermeister übrigen glaube er sie beruhigen zu können, denn I Böß hatte, wie gemeldet, eine Erklärung ab- das Zentrum werde sich schon wieder bald 1 gegeben, in der er ausführlich auf den Kauf einer Pelzjacke durch seine Gattin sowie auf seine Kenntnis von der ganzen Affäre Sklarek und seine Einstellung zur Kreditgewährung der Stadtbank eingelst. Diese Erklärung findet jetzt in vielen Punlt.n Widerspruch, der von der B. S.-Korrespondenz zu bestimmten Fragen an den Oberbürgermeister zusammengefaßt wird. Bezüglich des Pclzjackenkauies hatte Dr. Böß in Amerika von 1OOO Mark gesprochen, die er wohlhätigenZweckenzugewiesen hebe In feiner gestrigen Erklärung nannte er keine Ziffern. Die B. S.-Korresponden; fragt nun: „3ft es richtig, daß Oberbürgermeister Böß von den 1000 Mark rund 800 Mark an den Maler Max Oppenheimer überwiesen hat?" Ist es richtig, daß Oberbürgermeister Böß hierfür ein Bild erhalten hat?" Unb schließlich bleibt noch die Frage offen, ob der Restbetrag von 200 Mark einer Verwandten des Oberbürgermeisters, die sich in einer schlechten finanziellen Lage befand, zugrflossen ist." Diese Mitteilung veranlaßte das,D. den Oberbürgermeister selbst um Bestätigung dieser Rachricht zu bitten. Böß machte dem Blatt über den Verbleib der genannten Summe bestimmte Angaben. Es sei richtig, daß der Oberbürger- meistcr einem augenblicklich in großer Rot be- sindlichen Künstler ein Bild für feine Dienstwohnung abgekauft und dafür 800 Mark aus seiner Tasche als teilweisen A usgleich für den zu billig gekauften Sklarek-Pelzmantel be- zahlt habe. Der in der Oeffenllichkeit genannte Rame des Malers Max Oppercheimer (Mopp) treffe jedoch nicht zu. Der Oberbürgermeister Berlin, 7.Nov. (TDolff.) Rach einer Meldung des Sozialdemokratischen Pressedienstes soll der seit Wochen vorliegende Abmarschbefehl für das in Kreuznach stationierte französische Regiment plötzlich zurückgezogen worden sein. Kreuznach bleibe bis auf weiteres beseht. Eine französische Kompagnie, die auf dem Mainzer Bahnhof bereits zum Abtransport bereit stand, habe den Beseht erhalten, sich In die alten Quartiere zurückzubegeben. Mainz bleibe vorläufig ebenfalls befehl. Main; und Kreuznach gehören zur dritten Zone des besetzten Gebietes, mit deren Räumung erst nach der Ratifikation des Poungplanes begonnen werden sollte. Immerhin hatte die französische Regierung in der Erwartung, daß Deutschland die verabredeten Vereinbarungen durchführen wird, auch die Räumung eines Teiles der dritten Zone schon vor Wochen angeordnet. Der „vorwärts" bemerkt dazu: Dieser plötzliche Gegenbefehl hängt offenbar mit dem französischen Kabinettswechsel und insbesondere mit der Ernennung Maginots zum Kriegsminister zusammen. Maginot und feine Freunde hatten bereits unter dem früheren Kabinett die Auffassung vertreten, daß die Räumung der dritten Zone er st nach der Inkraftsetzung des Poungplanes zu beginnen habe. Die regierungsossiziöse französische Rechtspresse erklärte sofort, daß angesichts des ausstehenden Volksentscheides keine weiteren Vorkehrungen für die Räumung der dritten Zone getroffen werden dürfen. Oer französische Korpskommandani verräßt Koblenz. Koblenz, 5.Rov. (TU.) 2n der Rächt zu Dienstag hat General G o u b e a u vom 30. Armeekorps mit seinem Stab die Stadt Koblenz verlassen. Montagnachmittag nahm der General von den noch in Koblenz liegenden i Truppenteilen Abschied. Das Wachbataillon für die Rheinlandkommission marschierte vor der Wohnung des Generals in der Mainzer Straße auf und präsentierte das Gewehr, während von dem Haus die Trikolore heruntergeholt wurde. Der General schritt darauf die Front ab und verabschiedete sich von den noch zurückbleibenden Offizieren. Die von mehreren Zeitungen verbreitete Rachricht, daß das Regierungsgebäude in Koblenz, in dem das Generalkommando des 30. Armeekorps unterge- bracht war, am Dienstag wieder den deutschen Behörden zur Verfügung gestellt würde, trifft nicht zu. Ein Rückgabetermin steht bisher noch nicht fest. Die Rückkehr des Saargebiets a Die Times zum Laarproblcm. 3cnfrtitn und Koalition. London, 6. Rov. (WB.) In einem Aufsatz Im Rechlsausschutz. des Sonderkorrespondenten der „Times" über ro_- ^DF) Im Rechtsausschutz das Saargebiet heißt es: Wenn es tatsächlcch K-Nd" zur -Bc^nMung. ^-Zentrums. » «n® .hieran f u 6 ® e u.t^a längere Gefchaftsor.nun^bebat e. D^e ^lbgeord- die gleiche. Sie sind Deutsche uni?an'm a n n® (*än )°e"® ou| S Dedecxt. g wo»ug. q oeoecm eReo?fl V Schnee a (kaupeln, e Heoei Kdewiltfr.(g)Wina5tilie.o> sew cicnier 0$i «lässige» Südsüdwest q sturmucnet nordwcsl Oie »feile fliegen mn dem Winde. Die oei den Stationen stenenden Zahlen geoen die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mif gleichem *»> »ueresniveau umocrechncfen Luftdruck ttc rvo L ti US sage. Obwohl das nördliche Fallgebiet mit seinem Ausläufer sich bis über Deutschland erstreckte, so hat sich der Witterungscharakter im allgemeinen nur wenig verändert und in Süddeutschland sogar der Einfluß hohen Druckes wieder einen Temperaturrückgang bis zum Gefrierpunkt und etwas darunter verursacht. Die Luftdruckoerteilung gestaltet sich zur Zeit so, daß im Nordwesten das Barometer wieder fallende Tendenz zeigt und warme Luft Irland und den'Westen von England überflutet und erneute Niederschläge dort verursacht. Wahrscheinlich wird sich eine Störung herausbilden, die nach der gegen- wärtig bestehenden Druckoerteilung mehr Einfluß auf die Wetterlage von Nord- und Mitteldeutschland gewinnen dürfte. Wettervoraussage für Freitag: Vorwiegend wolkiges Wetter, milde, zeitweise Niederschläge. Witterungsaussichten fürSamstag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen schwankend, noch strichweise geringe Niederschläge wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 6. November: mittags 6,7 Grad Celsius, abends 1,1 Grad: am 7. November: morgens 1,3 Grad. Maximum 6,8 Grad, Minimum — 1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. November: abends 6,1 Grad; am 7. November: morgens 2,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 5% Stunden. Der Physiker war auf Der Abiturientenkneipe nicht anwesend. Ich kam erst um 6.45 Uhr in Der «a «t»«6u> OtU Bit 8K1V.19 Hut t russage. lybiet mit fernem Äus- djlanb erstreik, |o hat er im allgemeinen nur 5übbeut|d)fanb sogar her )er einen lemperatumiet' : unb etwas darunter uer- lung gestaltet sich zur Zeit dos Barometer wieder 1 warme Lust Irland unb ) überflutet und erneute jrfjt. Wahrscheinlich wirb ilden, die nach her gegen- Verteilung mehr W ,rb. unb MitteldeutMS efürFrel/og-Lor- Ä-, »tenfürSaMstag: Z.Ll Temperaturen Heringe NieberschW November: mittags 6,7 grab; am 7-Navemb r. möSGrab.MmMM rtn in 10 cm Tiefe om EL am 7. November: Sonnenscheindauer 6 « üeS™tfeSto®«n r. J-V****** «[Ähs * “S ** ÄÄ in se'^-l.Mhrer f K^Z 1 draE tzle IK 2Iato^%gen & * zu s fubt1111 ^Skit & M1 bat ^rbei^ eifer fßr > kSFS '«*«855 ^urch rtn ei Ä fWnt wurde Ab- das QCugenli? S* Claire. 0 rditi 0 mm M i '0 A 1/F «Eyfak äfcF G 5'1 0 wen 0 angewiesen ist. Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,86, London gegen Mailand 93,14, London gegen Spanien 34,65, London gegen Kabel 4,8790, London gegen Berlin 20.39, Kabel gegen Berlin 4,1790. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Beschaffenheit der Straße Steinberg—Grüningen. Lieber den Zustand der Strecke Stein- b e r g—G rüningen wurde an dieser Stelle schon mehrfach geklagt. Inzwischen ist die Neuinstandsetzung der Strecke Grüningen—Holzheim in glänzender Weise durchgeführt, aber zwischen Steinberg und Grüningen kann es so nicht weitcrgehen. Durch den Regen und den mit- geführten Schlamm der landwirtschaftlichen Fuhrwerke vergrößern sich die zahllosen Schlaglöcher ganz rapide; für einen Richteingeweihten ist das Befahren der Strecke eine Gefahr. Es wird nicht verkannt, daß in diesem Jahre vielleicht die Mittel zur Reuherstellung nicht mehr vorhanden sind und daß die Jahreszeit schon zu weit vorgeschritten ist, aber unter Verwendung des reichlich vorhandenen Flickmaterials wären die schlimmsten Stellen so auszubessern, daß man noch mal einen Winter durchhalten könnte. Es muh nun auch in die Schlaglöcher gebracht werden und darf nicht ungestört daliegen, so dah das Gras allmählich hcrauswächst. Die Benutzer der Strahe sind gar nicht so anspruchsvoll und schon zufrieden, wenn sie ihr Fahrzeug nur einiger- mahen ohne Gefahr für Leib und Leben über die gefährliche Strecke bringen können. Mögen diese Zeilen dazu beitragen, dah bald etwas geschieht. Eine größere Anzahl Benutzer dieser Straße. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 9. November. Vorabend 4.45 Uhr; morgens 9; abends 5 und 5.40. Israelitische Religlonsgesellschast. Sabbatfeier den 1 9. November. Freitag abend 4.25 Uhr; Samstag vormittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 5.40; ' Wochengottesdienst morgens 6.45; abends 4.30 Uhr. Zeit halt ryacht, ehe es sich ganz schließt. Die Aufwärtsbewegung erfolgt langsamer. Die mittlere Dauer der Abwärtsbewegung wird mit 75 bis 91 Tausendstel einer Sekunde angegeben, die Zeit bis zum völligen Schluß des Auges auf 15 bis 17 Hundertstel, die Dauer der He- bung des Lids auf 17 Hundertstel einer Sekunde. Ein ganzer „Augenblick" dauert demnach etwa 0,4 Sekunden oder nicht eine halbe Sekunde. Der neue Staatsrat Im Zusttzministertum. WSN. D a r m st a d t, 6. Nov. Der seitherige Staatsrat im hesi. Justizministerium L. Neurath ist bekanntlich zum Ministerialdirektor ernannt worden. An seine Stelle tritt nunmehr der seitherige Pressereferent im Justizministerium Dr. jur. Friedrich Josef von Eiff. Während Ministerialdirektor Neuroth der Sozialdemokratie angehört, ist Staatsrat v. Eiff Mitglied des Zentrums. Wechsel in der Provinzialdirektion von Rheinhessen. WSN. Mainz, 6. Nov. Nach nahezu achtjähriger Amtszeit als Prooinzialdirektor der Provinz Rheinhessen tritt Geheimerat Dr. Karl Usinger am 1. Dezember d. I. in den R u h e st a n b. Die Frage des Nachfolgers ist noch nicht entschieden. Für Den Posten soll, wie der „Mainzer Anzeiger" erfährt, Ministerialrat Dr. Wehner ausersehen sein. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Fr. S. in A.-D. Eine Bestimmung, nach welcher das Borbeifahren von Fahrzeugen an haltenden Straßenbahnwagen verboten wäre, besteht in Gießen nicht. Jedoch dürfte es nicht zuletzt im eigensten Interesse jedes Fahrers liegen, daß er an den Straßenbahn-Haltestellen beim Aufenthalt der Straßenbahnwagen mit größter Vorsicht vorbeifährt, damit nicht Passanten und Fahrgäste der Elektrischen Schaden erleiden und dem Fahrer vor Gericht der Prozeß gemacht wird. O. 6. in Gießen. Falls die Hinterbliebene Frau eines invalidenversicherten Mannes heute 65 Jahre alt ist, erhält sie Witwenrente. Ist sie noch nicht 65 Jahre alt, aber invalide, so steht ihr die Witwenrente ebenfaUs zu. Für die Kinder kann bis zum 21. Lebensjahre Waisenrente gewährt werden. Ist ein Kind bei Vollendung des 15. Lebensjahres infolge körperlicher oder geistiger Gebrechen außerstande, sich selbst zu unterhalten, so wird die Rente solange gewährt, wie dieser Zustand andauert. Die Rentengewährung erfolgt aber nur dann, wenn der verstorbene invalidenversicherte Mann die Wartezeit erfüllt und die Anwartschaft bei der Invalidenversicherung aufrcchterhalten hat. Weitere Auskünfte erhalten Sie auf Wunsch beim städtischen VcrsicherungSamt zu Gießen. Berliner Börse. Berlin, 7. Nov. (WTB. Funkfpruch.) Nachdem Neuyork gestern weiter schwach war, rechnet man im heutigen Frühoerkehr ebenfalls mit weiteren Kursrückgängen. Das Geschäft ist aber noch sehr still, so daß man in dieser Richtung nur auf Vermutungen LmdeuWesNugzeugüberSüdengMabgestmzl 3m dicken Nebel gegen einen Hügel gerannt. - Zn Stammen aufgegangen. Sechs Tote. - Nur zwei Passagiere gerettet. London, 1. Hot). (1DB.) Wie gestern schon kurz gemeldet, ist ein deutsches Verkehrsflugzeug, das den Flugplatz in Croydon um 9.44 Uhr vormittags mit der Bestimmung Amsler- bam — Berlin verlassen halte, in der Rahe der Ortschaft Warden in der Grafschaft Kent l n 5 l a turnen abgestürzt. Von den Insassen waren sechs auf der Stelle tot. Zwei Passagiere sind gerettet worden. Das Flugzeug hatte vier Passagiere und vier Wann Besatzung an Bord, von der Besatzung wurden Flugkapitän R 0 d - schinka, vordwart Ullrich und Funker Rick- las getötet. Die Romen der tödlich verunglückten englischen Fahrgäste sind Jones, Wilne und Gasper. Wan hofft, die beiden verletzten Prinz Ernst zu Schaumburg-Lippe und den englischen Kapilänleulnant (Dien kid- sl 0 n am Leben erhalten zu können. Prinz L r n sl zu Schaumburg-Lippe war vor einigen Tagen als Vertreter der Firma Benz-Wercedes nach London gekommen. Er hat schwere Verbrennungen erlitten. Bei seiner Rettung war er zunächst bei vollem Bewußtsein. Lr liegt aber jetzt besinnungslos Im Hause des Arztes Greig in der Rachbarschaft des Absturzortes. Das verunglückte Flugzeug war eine große Iunkersma- schine vom Typ G 24. Das Unglück ist offenbar auf das vollkommen unsichtige Wetter zurückzuführen. Ls wird angenommen, daß die Waschine im Rebel gegen einen Berg oder ein anderes Hindernis geflogen ist, und daß dadurch der Brand entstand. Aus derselben Ursache ist bekanntlich vor längerer Zeit einmal ein Flugzeug zwischen Hannover und Berlin abgestürzt. Augenzeugenberichte. London, 6. Rov. (WTB.) Rach Berichten von Augenzeugen der Ftugzeugkatastrophe kreiste das Flugzeug vor seinem Absturz in der Gegend von White Hill über den Wäldern und man hatte den Eindruck, als ob der Pilot nach einem geeigneten Platz zum Landen suche. Zur Zeit des Llnglücks lag ein feiner, blauer Regen- und Nebelschleier über der Gegend, so daß selbst auf nahe Entfernung Wälder und Felder nicht zu erkennen waren. Das Gehölz, in dem das Unglück sich ereignete, ein dichter Buchenwald, bedeckt ein hügeliges Gelände abseits von der Hauptlandstrahe und ist über drei Kilometer vom nächsten Dorf entfernt. Es scheint, als ob der Flugzeugführer infolge des trüben, dunstigen Wetters sich in der Höhe des baumbestandenen Höhenzugs von Foster Down getäuscht und mit voller Geschwindigkeit in die Bäume hineingeraten sei. Die Tragflächen wurden von den Baumkronen festgehalten, dagegen brach die Karosserie des Flugzeuges aus ihren Verbänden und stürzte zu Boden. Man hörte eine laute Explosion, und der Flugzeugkörper, der die Passagiere gefangen hielt, stand sofort in hellen Flammen. Der Prinz von Schaumburg-Lippe kroch aus dem Trümmerhaufen heraus und lief blutüberströmt zur nächsten S p r e ch st e l l e , um sich mit dem Flughafen Croydon in Verbindung zu sehen. Auch Kapitänleutnat Gien Kidston hatte sich im Augenbsick, als das Flugzeug in die Bäum» prasselte, durch einen kühnen Sprung über Bord zu retten vermocht. Er mußte nach dem Cottage Hospital in Caterham überführt werden, bestand aber trotz seines Zustandes zunächst darauf, sich telephonisch mit dem Flugplatz Croydon in Verbindung zu setzen. Wie die Katastrophe geschah. Ein geretteter Passagier erzählt. London, 6. Nov. (WD.) lieber die ersten Augenblicke nach der Katastrophe des Flugzeuges D. 903 wird aus Catcrham noch gemeldet: Polizei, unterstützt von Feuerwehr, und freiwillige Helfer, die alsbald zur Stelle toaren^ versuchten, die Insassen aus den Trümmern deS brennenden Flugzeuges zu befreien. Dies war jedoch unmöglich, bevor die Flammen erlös ch e n waren. Die Leichen waren völlig verkohlt. Der eine der beiden Ueberlebenden, Gien Kidston, teilte über die Katastrophe mit: Das Flugzeug D. 903 startete gut in Croydon und verfolgte die übliche Route Caterhamtal in einer Höhe von etwa 300 Meter. Wir flogen erst einige Minuten, als die Wolkendecke sehr tief herunterkam, und ich bemerkte, daß wir kaum 30 Meter hoch flogen. Obwohl die Erde so nahe war, konnte ich sie infolge des Nebels nicht sehen. Zweimal muhte der Flugzeugführer das Flugzeug energisch hoch- reiben, und einmal gelang es uns, gerade noch über die Baumspihe hinüberzukommen. Ich hatte plötzlich das Gefühl, bafr_ wir drehten und glaubte, daß der Flugzeugführer beschlossen hatte, wegen der Wetterbedingungen nach Croydon zurückzukehren. Fast unmittelbar darauf erfolgte ein furchtbares Krachen — wir waren gegen d i e Spitze eines Hügels gerannt. Als ich den Boden erreichte, entdeckte ich, dah mein Mantel brannte. Ich wälzte mich auf dem Boden, um die Flammen zu löschen. In wenigen Sekunden brannte das Flugzeug lichterloh, die Flammen züngelten bis zu den Daumspihen. Buntes Allerlei. Strafgericht in Afghanistan. In Neu Delhi eingetroffene Berichte bestätigen, dah Bacha h Satao, der als H a b t b H l - Iah mehrere Monate lang in Kabul herrschte, mit zwei feiner Brüder und mehreren Anhängern in Kabul h i n g e r i ch t e t worden ist. Sechs Tote bei einem Autounsall in Italien. In der Nähe von Venedig stürzte im Nebel ein Automobil mit acht Personen eine Böschung hinab in einen Sa nal. Der Besitzer des Autos vermochte sich aus dem Wagen herauszuarbeiten, zerschnitt mit seinem Taschenmesser das Verdeck und konnte auf diese Weise seine älteste Tochter noch lebend retten. Die übrigen sechs Personen ertranken. __ bet Rheuma, IRl M klllsiv ISchlaS, Hexen« W ö schuß. Nerven« unb Erkal« tungsschmerzen. In Apo« LSX thek°n u. Drogerien erhält!. Silber druck: Die FREUDE des KURMARK-RAUCHER S< CIGARETTEN Länder- und Städtewappen aller Erdteile in Gold- und dCe GcgareHe D WeihnachiselDkäuie v. Arthur Schnitzler Statt jeder besonderen Anzeige. Heute morgen verstarb nach langem schweren Leiden mein Heber Mann, unser herzensguter, treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater, der prakt. Arzt Dr. med. Ernst Suffert Oberstabsarzt d. R. Verein OunhelDOrtfOr Gießen u.Umgeg.e.o, Morgen abend Zusammenkunft bei Mitglied Henkel ,I7UD Tüchtiges Mädchen für tagsüber sofort gesucht. BorzufteUen Zwischen 6 u. 7 Ubr nachmittag» 07174 Gr. Steinweg 6 p. Junger Herrenfriseur dem Gelegenheit geboten ist, sich im Damenfgch auSzu- bilden, ges. Schrifil. Angebote uni. 07164 a. d Gteüener Auz. Bon hiesiger Leder- bandlung wird ein Lehrling für sofort ob. 1. Jan. gesucht, der eine vorzügliche Handschrist bat. Nur felbsige- fdjriebene Angebote sind erbeten unter 071*1 a. d. Gn. «ua. | Mietgesucne | Zimmer mit Küche od. 2 leere Zimmer »u imeicn gesucht. Schrift!. Angeb. mit Preiüang. unt. 07163 an den Gtetz. Anz. Tanschwohoung Bvrb. 3-Zimmer- Wobng. im 1. Ltock. Geiucht »-Zimm.- Wobn., Mansarde, t. sofort i. Südost« ob. Lüdvtertel. Schriftl. Ana.u.<7178a.d.(9.A. ampenschirm gehört, finden Sie bei #1. Zimmer mögl. mit Klavier, von berufstät.Darne Nabe Siadtlbeater foiort gesucht. Schr. Angeb. unter 07176 an den Gien. 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Inzwischen aber ist bekannt geworden, dah der Vizekönig, Lord 2 rvin, ursprünglich ein Vertrauensmann der Konservativen auf diesem Posten, der Arbeiterregierung selbst vvrgeschlagen hat, sie möge den — scheinbar entscheidenden Schritt tun und für Indien die zukünftige Verfassung als Dominion ankündigen. Wir sagen „scheinbar", weil die Erklärung, die Lord Irwin am 2. November in Delhi abgegeben hat. in bezug auf eine sehr wichtige Frage, nämlich die, wann Indien das Recht der Dominien erhalten soll, durchaus unverbindlich lautet. Es heißt dort: „Angesichts der Zweifel, die in Großbritannien und in Indien wegen der Absichten der britischen Reg erung ausgedrückt wurden, bin ich ermächtigt, im Rainen der Regierung klar festzustellen, daß nach ihrem Air teil für den verfassungsmäßigen Fortschritt Indiens die Errichtung der Staatsform eines Dominions das natürliche Z i el ist." Wie man sieht, kann das sehr viel und kann es auch recht wenig heißen Ende Dezember findet in Lahore im And sch ab der diesjährige indische Rationalkongreß statt, der von etwa 2000 Deputierten beschickt wird. Es gibt auf ihm zwei ungefähr gleich starke Parteien, die man die Partei der Alten und die der Iungen nennen könnte. Die Alten, zu denen auch Gandhi gehört, raten meist dazu, den Engländern, falls sie wirtlich bereit sind, die Dominiumverfassung zu bewilligen, . eine Chance geben", d. h. zu erproben. wie ehrlich sie es dann mit der Selbständigkeit Indiens als eines Gliedstaats im Britischen Weltreich meinen mögen. Auf dem vorjährigen Rationalkongreh in Kalkutta behielt diese Richtung die Oberhand, mit geringer Mehrheit. Die Iungen dagegen wollen gleich aufs Ganze, und verlangen die grundsätzliche Erklärung, daß Indien das Recht habe, getrennt von England und dem Britischen Imperium seine eigenen Wege zu gehen. Gandhi ist immer noch eine moralische Autorität für Indien, aber er hat aufgehört, eine politische zu fein. Jedermann, der überhaupt zur indischen Rationalbewegung gehört, erklärt heute, daß es ein Fehler von Gandhi war. zu Beginn und während des Krieges das indische Volk zur freiwilligen Hilfeleistung für Eng- land aufzufordern — England habe dafür zu schlecht gedankt. Ein schwerer Klagepunkt für die Inder ist die Rede, die einer der Vertrauten des früheren Vi e önigs Lord Reading, Sir Malcol Haily, gehalten hat, und in der er rund heraus erklärte. Indien solle sich seiner Hoffnungen auf zukünftige konstitionelle Selbständigkeit entfchlagen. Diese Rede, und die Leichenhausen, die am 12. April 1919 unter dem von General Dyer befohlenen Maschinengewehrfeuer auf dem Marktplatz von Amritsar liegen blieben, ohne daß der General je einen offiziellen Tadel dafür erhielt. bilden bis heute das stets wiederholte Argument der radikalen Englandseinde. wenn die Rede auf die von England zu erwartende oder nicht zu erwartende Verfassungsreform kommt. Der Dizekönig, die Arbeitcrregierung und. wie es scheint, auch einzelne Sachverständige für Indien unter den Liberalen wie unter den Konservativen, haben sich dahin geeinigt, daß eine beruhigende Erklärung im Sinne der zukünftigen Dominienversaisung noch rechtzeitig vor dem Rationalkongreh erscheinen müsse. Die sogenannte Simonkommission. die Vorschläge über indische Reformen ausarbeiten soll, zu der aber keine Inder gehören, ist gar nicht gefragt worden, vermutlich, weil sie sich nicht ciiwerstanden erklärt haben würde. Ein so wichtiger Schritt, wie die Aufnahme Indiens als Dominion, könnte auch niemals durch einen einseitigen Akt der Londoner Regierung geschehen, sondern nur unter Zustimmung der übrigen Dominien auf einer britischen Reichskonferenz, und vorläufig ist es sehr unwahrscheinlich, daß Kanada. Südafrika, Australien und Reu-Seeland, mit ihrer zum Teil sehr starken Einstellung gegen die farbigen Rassen, ein ..farbiges" Dominium im Reichsverband willkommen heißen werden. Fragt man einen gebildeten Vertreter der indischen Bewegung, wie er sich denn den verfassungsmäßigen Aufbau Indiens, sei es als Dominium, sei es als unabhängige Gröhe, denkt, wo es doch in Indien eine Vielheit von Völkern. Sprachen und Religionen gibt, so lautet die Antwort eiwa so: „Zunächst wäre der natürliche politische Zustand Indiens der eines Bundes st aates, wie auch Südafrika, Australien und Kanada eine bundesstaatliche Verfassung haben. Von den 300 Millionen Indern sprechen 90 Millionen hin- dustanisch, und 60 Millionen bengalisch: beide Sprachen sind Tochtersprachen des Sanskrit und können leicht wechselseitig erlernt werden. Hin- dustanisch wäre die gegebene Regierungssprache für Indien. Die religiöse Trennung von Hinduisten und Mohammedanern ist keine unüberwindliche Schwierigkeit: es gibt konfessionelle Parteien in der Form politischer Parteien innerhalb eines paritätischen Staates auch in Europa: in Jugoslawien lebt sogar ein starker Prozentsatz Mohammedaner, und es gab eine mohammedanische Fraktion im Parlament in Belgrad. Ein gewisses Hindernis bilden auch die indischen Fürsten. aber England kann sie mit einem Federstrich allesamt absehen, und die indische Rational« bewrgung ist Dollssache. keine Fürstensache. Eie hat kein Interesse an den Fürsten, wenn diese sich nicht freiwillig einordnen." Angesichts der Unbestimmtheit des Zeitpunkts, die auch in ter vizeköniglichen Erklärung in bezug auf die Verwirklichung des Dominienstatuts verblieben ist. wird es nicht sehr wahrscheinlich sein, dah die gemäßigte Richtung unter den indischen Rationallsten von neuem die Oberhaid behält. In der indischen Presse kann man sehr freie Aeußerungen über die Entwicklung des Verhältnisses zu England lesen, z. B. die. daß die Stunde Indiens schlagen könne, sobald sich England wieder mal in einer so vollkommenen politischen Isolierung befände, wie 1776. als der amerikanische Unabhängigkeitskrieg ausbrach, oder um die Jahrhundertwende, als es mehrere Jahre brauchte und ungeheure Anstrengungen machen mußte, um einige Tausend bewaffnete Buren niederzulämv'en. Wenn eine einzige europäische Großmacht, heißt es in Indien, damals nur einen Finger gerührt hätte, so wären die Duren nicht besiegt worden! Man kann die Richtigkeit dieser politischen Deduktion dahingestellt sein lassen, aber es ist von Interesse. zu sehen, was indische nationale Politiker sich in bezug auf England für Gedanken machen — z. D. Den, dah auch die Festhaltung Indiens nicht außerhalb der Motive für Macdonalds Werbung um ein enges Verhältnis zu Amerika steht. „Hände hoch - Kriminalpolizei!" Was ich in ^5 jährigem Kampf gegen das internationale Verbrechertum erlebte. VI. OieWahrheiiüberdieVerbrecherlokale. Während sich im Lause der nächsten Jahre die Durchführung der Straßenrazzien als mcht mehr so unbedingt notwendig erwies und deshalb erheblich eingeschränkt werden konnte, blieb aber die Aushebung von Verbrecherlokalen, den Kaschemmen und die stete Bekämpfung der Spieler- und Rachtlokale weiterhin dringend erforderlich. In der Gegend des Schlesischen und des Stettiner Dahnho s und vor allem im „Scheunenviertel" gab es eine große Anzahl solcher Lokale, in denen das Verbrechertum sich fest eingenistet hatte. Diese Kaschemmen wurden von Mitternacht an bis in die frühen Morgenstunden hinein von allen möglichen fragwürdigen Existenzen ausgesucht, von schweren Jungen, die hier ihre Komplicen trafen, um mit ihnen ein neues „Ding" zu besprechen, von „Zockern". Taschendieben und von all dem zahlreichen Dirnenvolk, das die umliegenden Straßen unsicher machte. Auch Schlepper und. Anreißer von Rachtlvkalen und Spielklubs und junge, verwahrloste Burschen und Mädchen, die der elterlichen Zucht entlausen waren, und in Berlin das Dorado ihrer abenteuerlichen Pläne sahen, gaben sich hier ihr Stelldichein. Alle diese Racht- kaschemmen waren natürlich gegen äleberfälle durch die Polizei gesichert. Während unten im Keller die Gesellschaft vergnügt zusammenaß, stand oben, dicht hinter dem verschlossenen Eingang. der Spanner, dem die Sicherung des Lokals und seiner Gaste oblag. Spähend steckte er, wenn draußen auf der Straße alles ruhig schien, seinen Kopf heraus und „spannte" nach allen Seiten, ob seinem Keller nicht von irgend woher Gefahr drohe. War etwas Verdächtiges zu bemerken, blinkten, wenn auch nur in weiter Entfernung, die Metallbeschläge eines Schupo- tfchakos. näherte sich eine größere Anzahl von Zivilisten dem Keller oder war gar ein ver- Don Kriminalkommissar Ernst Engelbrecht. Copyright bh Greiner & Co., Berlin NW 6. dächtig erscheinendes Auto in Sicht, so wurde die Tür schnell wieder geschlossen und drinnen abgewartet, bis alles wieder klar war. Meistens hatten diese Kaschemmen auch noch einen Hinteren Ausgang, durch den die Gannooen, die ein Zusammentreffen mit der Polizei scheuten, verschwinden konnten. Die äleberrumpelung derartiger Kaschemmen war häufig überaus schwierig. Der Spanner hatte bei Erscheinen der Polizei selbstverständlich schon längst seinen Keller geschloffen und war trotz mehrfacher polizeilicher Aufforderung, die durch Hämmern an der Eingangstür unterstützt wurde, nicht zum Oeff- nen zu bewegen, älnd, wenn dann die Streifbeamten die Tür schließlich mit Gewalt eingedrückt hatten, fanden sie kaum noch einen Gast, weil die anderen es vorgezogen hatten, sich durch den Hinteremgang in Sicherheit zu bringen. Die Strei sm annschast griff deshalb zur List. Zwei Kriminalbeamte, die dem Aeußern nach als solche nicht zu erkennen sein durften, mußten sich als Stoßtrupp an den Keller, dessen Aushebung beabsichtigt, heranschieben. Waren die beiden Beamten geschickt und verstanden sie cs. z.B. wie Betrunkene sich laut unterhaltend, dem Keller za nähern, so brauchten sie an dem Kellereingang nur über den überrumpelten Spanner herzusallen und in die Kaschemme einzudringen. Dann waren wenigstens erst einmal zwei Kriminalbeamte in der Kaschemme und konnten für die nächsten Minuten die Flucht der Verbrecher verhindern. Die anderen Beamten warteten dann meistens m irgendeiner Querstraße mit dem Lastauto, um auf das Zeichen der Verbindungsleute hin sofort vor dem Keller vorzufahren. Auf diese Weise war schon wenige Minuten nach dem gewaltsamen Eindringen der ersten beiden Beamten auch das übrige Beamtenpersonal zur Stelle. Den Kriminalasfistenten Martini, Meister, Gluck- mann und Sonncnburg glückte eigentlich immer solche äleberrumpelung. Die beiden vorweg entsandten Beamten hatten in der Zwischenzeit häufig einen sehr schweren Stand. Die Gäste waren mit ihrer ileberrum- pelung natürlich absolut nicht einverstanden und machten Anstalten, die Beamten gewaltsam aus dem Lokal zu entfernen. Die Pistolen der beiden Beamten, von denen der eine sogleich durch das Lokal eilen und die Hintertür sichern mußte, während der andere an der Dordertür blieb, schreckten dann aber meistens doch die Verbrecher von einem ernstlichen Wider stände ab. Allerdings gab es auch Situationen, die höchst unbehaglich wurden. Ich entsinne mich eines derartigen Vorsalles, bei dem sich der Stoßtrupp, der aus einem Kriminalbeamten, dem Oberwachtmeister Gronau und mir selbst bestand, gerade nur noH im letzten Augenblick vor der Wut der Verbrecher retten konnte, älns war bekannt geworden, daß in der Göbenstratze eine Kaschemme Nachtbetrieb unterhielt, in dein sich hauptsächlich die südlich der Hochbahn Dülow- strahe „arbeitenden" Einbrecher aushalten sollten. Ich hatte mein aus dreißig Kriminalbeamten mit drei Lastkraftwagen bestehendes Streiskom- mando vor dem nächstgelegenen Polizeirevier gelassen und dem Führer des vordersten Wagens Anweisung erteilt, etwa fünf Minuten nach der Abfahrt des Stoßtrupps nachzusahren und vor der Kaschemme, d.ren Slraße und Hausnummer ich genau bezeichnete, zu halten. Änser kleiner Patrouillenwagen hielt mit den beiden genannten Herren und mir an der Ecke Alvensleben- und Potsdamer Straße. Rasch stiegen wir aus und eilten davon, bevor uns das zahlreich umher- streifende Gesindel erkennen konnte, der Kaschemme zu. Ein Klopsen an der Tür genügte, um uns Einlaß zu verschaffen. Wir traten ein, schlossen die Tür hinter uns und gaben uns als Polizeibeamte zu erkennen. Ein lautes Johlen der Kaschemmengäste, etwa dreißig Kerle und zehn Weiber, war die Antwort. Sie beruhigten sich aber doch bald wieder, als sie merkten, daß uns ihr Schreien und Schimpfen Liebe in Ketten. Roman von Hans Mitteweider. Copyright by Martin F uchtwanger, Halle (Saale). 32 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Ihr schien, als wollte das Schicksal ihr helfen, da die beiden Herren fortgefahren waren. Run konnte sie noch vor dem Essen zu Berndt Klausen gehen und den Ring zurücksordern. Unruhig schritt sie in ihrem Zimmer auf und nieder. Sie konnte gar nicht erwarten, dah sie zu Klausen gehen konnte: aber sie wußte doch, daß er jetzt noch nicht in seinem Zimmer fein würde. Sie stand auf, um sich ein wenig tm Parke zu ergehen. Sie wollte aber vorher doch einmal Nachsehen, ob Berndt Klausen nicht vielleicht schon in feinem Zimmer sei. Es befand sich im Seitenflügel des Schlosses: aber sie konnte hingelangen, ohne dieses verlassen zu müssen. Ein langer Gang führte hinüber, und diesen betrat sie nun. Sie brauchte nicht zu fürchten, dah jemand sie beobachten konnte: Denn niemand betrat un- gcrufen dieses Stockwerk, und so schritt sie sorglos ihres Weges, bis sie die Tür erreichte, die zu Berndt Klausens Zimmer führte. Ihr schlug das Herz schneller als sonst, als sie die Hand zum Anklopfen hob; aber sie wußte, daß sie handeln muhte, und so meldete sie, dah sie Einlaß begehrte. Riemand antwortete, auch nicht, als sie das Klovsen wiederholte. „Er ist noch nicht da," dachte sie: aber sie wollte sich Gewißheit verschaffen. Daher drückte sie die Klinke nieder und öffnete die Tür - vor- erst nur wenig, um in das Zimmer zu spähen', Berndt konnte doch schlafen. Sie erblickte niemanden, und nun schlüpfte sie vollends hinein, von einem dunklen Drange getrieben, der plötzlich in ihr wach wurde. Sie wußte ja gar nicht, was fte in diesem Zimmer wollte, wenn er nicht anwesend war. Eie kannte es nicht, wunderte sich aber gar nicht, dah es schon als Arbeitszimmer eingerichtet war, dah auher dem breiten Schreibtisch am Fenster auch noch ein Zeichengerüst vorhanden war, und ohne sich über ihr Tun Rechenschaft zu geben, trat sie zu dem Schreibtisch- Sie lieh tie Blicke über die Platte gleiten, auf der nur eine Schreibmappe lag. und zerstreut griff sie nach einem der Schreibstifte. 'Da kam ihr der Gedanke, ihm eine Z«.e zu hinterlassen, daß sie genau halb acht lipr bet ihm fein würde. Sie dachte nicht daran, dah fte ihm eine neue Waffe gegen sich in die Hand geben würde durch diese Zeilen. Sie suchte nach einem Notizblock, nach einem Stück Weihes Papier, und da sie auf der Platte feind entdeckte, so hob sie den Deckel der Schreibmappe, um in dieser nachzufehen. Kaum aber war dies geschehen, da rang sich ein schwacher Schrei über ihre Lippen. Berndt Klausen hatte die Mappe doch schon benutzt: denn in ihr lag ein an ihn adressierter Brief nur das Briefblatt: aber aus ihm stand: „Herrn Berndt Klausen, zur Zeit Schloh Turnau." ilnö die Schrift war die einer Frau. Sie wollte die Mappe schon wieder schließen. Sie hatte nicht die Absicht, in die Privatangelegenheiten Klausens einzudringen: aber sie zögerte. Don diesem Driesblatt ging ein eigenartiger Dust aus, den sie zu kennen meinte, ohne dah sie für den Augenblick wußte, woher. Ganz unwillkürlich neigte sie sich etwas vor. Roch immer hatte sie nicht ein Wort von dem gelesen, was da geschrieben stand: sie dachte auch gar nicht daran. Aber plötzlich wich sie mit allen Zeichen des Schrecks zurück. Aus einmal wußte sie. woher sie diesen aufdringlichen Geruch kannte. „Isolde von Kletten!" murmelte sie. Es gab keinen Zweifel. Rur diese ihre Feindin liebte dieses Parfüm. HnD dann war auch der Brief in der Mappe von ihr geschrieben. Käthe stockte der Herzschlag, als fte diese Gewißheit bekam. Isolde von Kletten und Berndt Klausen! , Was hatte sie an ihn zu schreiben? Waren die beiden ein Bündnis eingegangen, um sie zu vernichten? Leichenblaß stand Käthe da, unfähig, sich zu rühren: aber die Gedanken in ihr arbeiteten fieberhaft, und plötzlich hob sie abermals, ohne daß fie es wußte, den Deckel der Schreibmappe und griff nach dem Briese. Schnell jedoch zog sie die bereits ausgestreckte Hand zurück. . Ihr graute vor diesem ilriasbries. Sie fürchtete, sich zu besudeln, wenn sie ihn anrührte. Aber sie las, was da geschrieben stand, und Entsetzen erfaßte sie. Sie las: „Ich muh Sie umgehend sprechen. Wer ich bin, werden Sie ahnen. Meinen Rainen nenne ich hier nicht. Ich erwarte Sie pünktlich um vier älhr an Der Bank unter dem alten Ruh- bäum an der Mauer des Surnauer Parks. — Damit Sie aber bestimmt kommen, sage ich Ihnen: Ich bin soeben aus London zurück- gekehrt. Ich war in dem Hotel, in Dem Sie bei Ihrem letzten Aufenthalt dort wohnten. Ich habe Mister Frome gesprochen. Vorher aber war ich in Herzogenheide. Genügt das?" Ia, es genügte — auch für Käthe Turnau." Jetzt wuhte sie, dah ihr Geheimnis auch von ihrer Todfeindin entdeckt war, dah Isolde von Kletten nicht geruht hatte, bis sie alles heraus- betommen. Zitternd prehte die arme junge Frau eine Hand auf die heftig atmende Brust. Ihre Augen füllten sich mit Tränen, und kaum hörbar stieh sie hervor: „Run ist alles verloren — alles! Ihn hätte ich zum Schweigen bringen können. Sie aber ...“ Ihr graute vor Dem. was nun kommen würde, kommen muhte, und in dieser Furcht vergah sie ganz, wo sie war, achtete auf nichts mehr, und so hörte sie nicht, dah Schrille draußen erklangen, dah die Tür geöffnet wurde, und fie schrak erst zusammen, als eine heisere Stimme ihren Rainen rief. „Käthe!" Da schauerte sie zusammen, blickte auf und sah sich dem gegenüber, den sie so sehr gefürchtet hatte. Berndt Klausen stand vor ihr. Unb er kam zurück von der Unterredung mit Isolde von Kletten. Sie wußte es, als sie in feine Augen blickte. Isolde hatte es verstanden, Klausen heimlich den Brief in die Hände zu schmuggeln, Der ihn dringlich um eine Unterredung im Turnauschen Park ersuchte, und sie hatte ihm nur so viel mit- getelTt, dah sie wußte, er würde sicher erscheinen. Zur bestimmten Stunde hatte Klausen sich am Rendezvousplah e.ngefuriDcn. Als er vor Isolde von Kletten trat, die sehr bläh war, deren Augen aber seltsam funkelten, verbeugte er sich, zog den Hut und sagte: • „Sie sehen, ich bin pünktlich zur Stelle." „Das freut mich, Herr Klausen," erwiderte sie, vergebens bemüht, ihrer Stimme einen ruhigen Klang zu geben. „Ditte, nehmen Sie neben mir Platz!" „Sie sind sicher, dah wir hier nicht überrascht werden?" fragte er, fuhr aber sogleich fort: „Ich frage töricht: denn Sie würden dies alles nicht wagen, hätten Sie nicht die Gewißheit, daß wir hier sicher sind." „Sie haben recht," gab Isolde zu. „Ich weih, daß Turnau in Berlin ist, und außer ihm haben wir niemand zu befürchten." „Und wenn Die gnäDige Frau käme?" Da lachte Isolde schrill auf. „Ich wollte, sie würi e es tun!“ Hah funkelte aus ihren Augen. Sie streckte ihre Hand vor. um den noch Zögernden neben such niederzuz'ehen Dann fuhr sie hastig fort: „Sie haben meinen Brief erhalten, Herr Klausen! Was sagen Sie dazu?" „Dorläufig gar nichts. Ich muh erst wissen, mit wem ich das Vergnügen habe!" „Aber Sie lernten mich doch schon! Ich nannte Ihnen meinen Ramen, als ich Sie das erste Mal auf suchte: Isolde von Klettern Damals hätten Sie Wohl nicht vermutet, dah ich so schnell hinter Ihr Geheimnis kommen würde, wie?" Doch fie erwartete vergebens, dah er zornig fein würde. Er blieb kühl wie bisher und erwiderte: „Welches Geheimnis, bitte?“ „Dah Sie der Gatte dieses Weibes sind, dieser frechen Betrügerin!" „Vom wem sprechen Sie?" Isolde starrte ihn aufs höchste betroffen an. Sie verstand fein Benehmen nicht im geringsten. „Sie wissen es doch ebenso gut wie ich! Der- stellen Eie sich nicht: denn Sie sind ja bloß hier, um ..." „Ilm einen Auftrag auszuführen, mit dem Der Baron Felix von Turnau mich beehrte!" vollendete Berndt Klausen, 'sie unterbrechend. „Mensch! Wollen Eie mich glauben machen, dah ..." „Ich will gar nichts! Ich habe dem Wunsche einer Dame entsprochen, Die mich durch einen nicht unterschriebenen Brief hierhcrbcstellte, und es ist erklärlich, wenn ich wissen möchte, wozu das geschah." Isolde von Kletten war nahe Daran, ihre Fassung zu verlieren. Sie wuhte nicht, was sie noch sagen sollte: aber plötzlich entschloß fie sich zu einem kühnen Zuge. „Sie versuchen mit mir zu spielen Cs hat keinen Zweck. Ich brauche Sie, unD wenn es Ihnen daraus ankommt, etwas bei unferm Handel zu verdienen, so sagen Sie es. Knickrig bin ich nicht, werde es namentlich in diesem Falle nicht sein!" „Sie erweisen mir also Die Ehre, mich für einen Erpresser zu halten?" fragte er kühl. „Sehr schmeichelhaft, meine Gnädige!" Abermals erschrak Isold e. Was für ein Mensch war das nut? Sie hatte angenommen, daß er sich in die Rähe Käthes gedrängt Halle, um von dieser Geld zu erpressen, und nun lehnte er das ab! Was wollte er Denn haben, Damit er ihr bei- stand? Plötzlich schmiegte sie sich an ihn „Herr Klausen," raunte sie ihm zu. „es braucht doch wohl nicht Geld zu sein Vielleicht wäre Ihnen etwas anderes lieber?“ „Ich verstehe Sie nicht ganz .. Da umschlang sie ihn lei" e ischaftlich. „Mann .wenn Sie mir helfen. Dann — gehöre ich Ihnen!“ Beruht Klaufen aber streifte ihre Arme von sich ab und lachte ihr ins Gesicht. (Fortsetzung folgt) absolut keine Furcht em jagte. Wir konnten die Eingangstür halten und, da ein Hinterer Ausgang fehlte, verhindern, daß die Gesellen zu entweichen vermochten. Es dauerte fünf Minuten, es vergingen zehn Minuten, aber unsere ilnter- stühung kam nicht heran. Das Warten machte das Gesindel ungeduldig, und einige Gannoven drangen auf uns ein, um uns kurzerhand nie- derzuschlagen. 3etzt hatten wir drei wirklich allergrößte Mühe, uns der immer rücksichtsloser anstürmenden Verbrecher zu erwehren. Aus dem Hinterzimmer der Kaschemme flogen uns Stühle entgegen, und ein besonders verwegener Geselle umschlang sogar den Hals des Polizeioberwachtmeisters Gronau. Wer den damaligen Kommandeur der Polizeigruppe West kannte, wird verstehen, daß er dank seiner Körperkräfte in der Lage war, derartige Angriffe auf seine Person mit Leichtigkeit abzuwehren. Mit beiden Händen packte er den Angreifer, hielt ihn einen Augenblick hoch und warf ihn dann im weiten Dogen seinen Genossen entgegen. Ein anderer Verbrecher hatte mich selbst gefaßt und versuchte, mich zu Fall zu bringen, und zwei weitere Gannoven mühten sich ab, den andern Kriminalbeamten niederzuwerfen. Es gelang uns zwar, den Angriff abzuschlagen, aber immer wieder versuchten die Gesellen aufs neue, an uns heranzukommen. Die „ultima ratio“ für uns war die Pistole, und schon sahen wir uns gezwungen, äu ihr unsere Zuflucht zu nehmen, als von draußen an der Tür gerüttelt wurde und sich unsere Verstärkung meldete. Jetzt war unsere Arbeit einfach, und nach Ueberwindung eines nur teilweisen Widerstandes wurde die ganze Gesellschaft auf die Lastautos verfrachtet und dem Polizeipräsidium zugeführt. Von den ungefähr vierzig Personen waren allein elf polizeilich gesucht. Unter ihnen waren zwei aus dem Zuchthaus entsprungene Gefangene. Die Ursache der Verspätung der Deamten lag daran, daß der Wagenführer die ihm von mir mitgeteilte Adresse vergessen hatte, und die Lastkraftwagen nun auf gut Glück dur ch die Straßen fahren mußten, um uns zu finden. Der Zufall war ihnen aber günstig, an der Ecke der Potsdamer- und Alvenslebenstraße wurden sie von dem Führer unseres Patrouillenwagens gesehen und konnten dort erfahren, wo wir, der Stoßtrupp, in ernster Gefahr schwebten. 3m allgemeinen ergaben sich die Verbrecher, wenn sie in ihren Schlupfwinkeln aufgestöbert wurden, aber gutwillig in ihr Schicksal. Die Hauptsache war, daß man den Leuten durch bestimmtes, furchtloses Austreten imponierte, und die Führer der mir unterstellten Streisen entsprachen in hohem Maße diesen Anforderungen. Als wir eine am Hafenplah liegende Spelunke, das Rattenschloß, aushoben, war ein am Büfett stehender Gast mit unseren Absichten nicht einverstanden. Kurz entschlossen zog er eine Mauserpistole und war im Degriff, sie auf uns abzufeuern, als wir ihm gerade noch zuvorkommen und ihn durch eine wohlgezielte Kugel zu Voden strecken konnten. 3ns Herz getroffen, brach er tot zusammen und wurde später als berüchtigter, ger 7u,n,&- N IE MALS LOSE. NUR ECHT IN DEM BLAUEN LUX-PAKET, Für die uns anläßlich unserer Silberhochzeit erwiesenen Auf. merksamkeiten danken herzlichst Hch. Gerlach und Frau Gießen, Krofdorfer Str. 12 pt. <1/170 Bemberg - Gesund- heitswäsche und viele andere bedeutende Wäsche- f abrikanten empfehlen Lux Seifenflocken. Freitag, 8. 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Das spannende, lebendige, historisch echte Heldenlied von dem Wolgapiraten „Stenka Rasin" der Held, der Freund des Volkes, der leuchtende, strahlende Ataman der freien Kosaken. Ein kapriziöses Nachterlebnis in8 Akt. In der Hauptrolle: „Lilian Harvey“. Ein Film, der monatelang alle Großstädte in Spannung hielt. Ferner: Lustspiel, Kulturfilm und Wochenschau“ Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Heute bis einschließlich Sonntag Astoria-Lichtspiele Seltersweg Heute bis einschließlich Sonntag Vielfachen Wünschen entsprechend nochmals: Goethe-Bund EINLADUNG Fünfzehntes Jahresfest Ehrenvorsitz: Präsident der Deutschen Dichterakademie Walter von Molo 1. Samstag, 9. November 1929, abends 8 Uhr, Neue Aula: FESTABEND Eröffnungsansprache von Walter von Molo: Der Dichter und seine Zeit. - Festvortrag: Lichtbildervortrag von Dr. Carl Niessen, Köln: Ein Jahrhundert Bühnenschicksal des Faust. 2. Sonntag, 10. Nov. 1929, vorm. 11*/4 Uhr, Stadttheater: GOETHE-MORGENFEIER unt. Mitwirkung des Rezitators Dr. Friedr. Castelle u. Frieda Hummel aus Düsseldorf und des Orchestervereins Gießen. 3. Sonntag, 10. November, abends 7 Uhr, in sämtlichen Räumen des Klubs: GESELLSCHAFTSABEND Als Gast: Der bekannte heitere Gesangs- u. Vortragskünstler ROBERT KOPPEL, Berlin. Konzertflügel: Steinway & Sons, aus dem Pianolager August Förster, Gießen. Eintrittskarten: Unsere Mitglieder erhalten zu sämtlichen Veranstaltungen unseres Jahresfestes (also auch zur Morgenfeier im Stadttneater) im Vorverkauf ab Mittwoch, 6. November, in der Musikalienhandlung Challier Karten zum I estabend gegen Einlösung des Gutscheins Nr. 4 unentgeltlich bis zu 2 Plätzen, zur Morgenfeier gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 5 zu 50 Pf. ür den Platz, zum Gesellschaftsabend gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 6 zu 1 Mark für die Person. — Nichtmitglieder: Karten zum Festabend zum Preise von 2 Mk. bei Challier, zur Morgenfeier zu kleinen Preisen des Stadttheaters an der Theaterkasse. Studentenkarten für den Festabend in der Aula zu 1 Mk. gegen Ausweis bei Herrn Sekretär Ritter, Universitätsgebäude. NB. Wegen der zu erwartenden starken Beteiligung am Gesellschaftsabend können zum Gesellschaftsabend Karlen nur an Mitglieder und deren Angehörige ausgegeben werden, gjouu toiliümhi™ von 20 RM. an auch auf Raten. 9159U AEG-ScbreibmasihineD Gießen Seltersweg 89 Ruf 4291 Reparatur Werkstatt für Schreibmaschinen aller Systeme Rudolf Blum Steinstraße 63 liefert Möbel in hervorragender Qualität zu niedrig. Preisen b. bequem. Monatsraten, bei Kasse höchster Rabatt 9181D Gestimmt und repariert wird Ihr Piano, Flflgel od. Harmonium preiswert u. gut durch [$b-„A Pianohaus Schönau Giefoen Seltersweg 91 Tel. 3 69 Dillenburg Marktstralie 7 Tel. 367. Bahnhofs-Restaurant Reichhaltige Speisekarte Erstklassige Küche Mäßige Preise W42U Wirtschaft 0„72 „ZumVentilche Besitzer: HauS Lchmitz Steifog, öen s.noo. Mtzel- suppe m 9 Uhr: MlllleW mit Stunt. SeulWr Bund löt Milli. emg. WeiWg in Sülls unö 5We MlkMM Freitag, den s. Nov., s Uhr abends, im Zohannessaale. 9<69d Vortrag desHerrn Pfarrer Lic.Waas: ZjereWeGMleMll ses W flrißts M mir Gäste willkommen. Der Vorstand. Sofas, Chaiselongues Klubsessel 916JD erstklassig in jed Beziehung. Zahlbar monatl nur Rm. 10.— trotz bill. Preise. Lieferung erfolgt franko Baus. Langjähr. Garantie. Fragen Sie d.Postk. an Rich. Lantenbach, Barbath (Kr. Sieden) Markus-Gemeinde / Giehen Sonntag, den 10. November 1929 Bemeinfleleier nni Mautstafl in der Turnhalle am Oswaldsgarten Beginn des Verkaufs: Vormittags 11 Uhr Beginn der Feier: Nachmittags 2 Uhr 9193D Eintritt ist frei. Wir laden herzl. dazu ein 16. Januar: Ein Vertreter des Jungdeutschen Ordens 91U6D ' -- - 30. Januar: Ludwig Roessinger, Frankfurt a.M. (Sozialist. Jugend) 13. Februar: Dr. Normann Koerber, Kassel (DemokratischeJugend) An die Vorträge schließen sich keine Besprechungen an. Gasthörer aus der Stadt sind zugelassen. Die Vorträge sind unentgeltlich. Jugendliche haben Zutritt! Nur 2 Vorstellungen Samstag, den 9. Nov. 2.30 Uhr nachmittags Sonntag, den 10. Nov. 11.15: Frühvorstellg. Die Geheimnisse der Herstellung werden enthüllt Der größte Erfolg, den je ein Vortragsfilm in Deutschland hatte! Spannend wie ein Sensationsfilm! Wir sehen den Kameramann bei der Arbeit! Flugzeugsensationen, Fallschirmabsprünge, waghalsige Kletterpartien, groß.Brände, Jagdexpeditionen, im Aetna-Krater, Sturmflut, Ra- keten-Auto, im Operationssaal des Chirurgen, die Entstehung der Zeitlupenbilder, Zauberkünstler, Zeitraffer, Manonettenfilm,Trickfilm Scherenschnittfilm, Absoluter Film, Farbenfilme — bisher nie gezeigte Aufnahmen! Eine der interessantesten Veranstaltungen der letzten Zelt! Karten im Vorverkauf an der Tageskasse und in der Ferberschen Universitätsbuchhandlung, Seltersweg xiMC Der Franenvereln n. Kirdientorslaud der MarkHs-fiemelnde Institut für Evangel. Jugsndkunde GIESSEN VnylpÖffllö Im Hörsaal 53 der Universität, VUl lldyG jeden zweiten Donnerstag, 20% Uhn 7. November: Professor D. Cordier, Gießen (Einführung) 21. Nov.: Dr. Heinz-Dietrich Wendtland,Spandau (Jungnation. Bund) 5. Dez.: D. Ludwig Heitmann, Haneburg (Bund D. Jugendvereine) 19. Dez.: Dr. Nikolaus Ehlen, Velbert (Großdeutsche kathol. Jug.) Lichtspielhaus Der große Kulturfilm Ein Werklied von der Arbeit am Film komponiert von Dr. Edgar Beyfuß 5nit Begleitvortrag: Frau Lona Grundig, Schriftstellerin, Berlin DieWunderdes Films ür.2 Slus 2i flm”1 städE Adolf, k,it "l unfern - w. 28. M,1 iriNelle. |Nen, ocrorbnete mals 'n nieur Ad 21ml am< gang des dem Bein aus der und dan & -als! zur Str Straßen scheu El als Leite und von Unter erst kle, wichtiger einem b Gießen Im Cini schäften Hlraßer lleberlo Hinzuge volllem neues, geführt, gehend Hinfich Leitung die Eie umfasst schastlü schuf b zu eint für den Derk l ansehnli und hilf anspruck driger An d seiner C mit vvi folge I Elritriz fmm a Fortfch; nehmen Leitung bi.'ac ve des De heil uni Ev'en 1842: Saaz v der Sc Kempt I Cs Dutte: Käse lpro < (3tr.- biß 12 10 bis Anterkc Dosenkc Tomate rettich Kürbis bis 5 ( (3tr. 8 bis 10 40 bis , ?>vnig Suppenl ProW kohl 30 rabi 10 Sellerie 20 ^en. - r Arbeitz, klhr, jn spielhau - Asic -A uns 9e L^Ver Kia te b( inftie Nr. 262 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 7. November 1929 Verkäufe Klavier (jenen bar btütn au verkamen, rfu erfr. in ö. GeschäflSst. des Gieß. An». .0,168 *• Großfeuer aus Gut Reuhos bei Leihgestern. 25 Jahre Leiter des städtischen Elektrizitätswerkes. 2(m morgigen 8. November kann der Direktor des städtischen Elektrizitätswerks und der Straßenbahn Adolf Stolte auf eine 25iährige Tätigkeit als Leiter dieses Unternehmens unserer Stadt zurückblicken. Nachdem die Stadtverordnetenversammlung vom 28. Juli 1904 die Schaffung der Stelle eines Betriebsleiters beim städtischen Elektrizitätswerk beschlossen hatte, wurde dieser Posten durch Stadt- vcrordnetenbeschluß vom 22. September 1904 dem damals in Saarburg (Lothringen) wirkenden Ingenieur Adolf Stolte übertragen, der sein Gießener Amt am 8. November 1904 antrat. Aus dem Lebensgang des Jubilars ist hervorzuheben, daß er nach dem Besuch des Gymnasiums seine erste Ausbildung auf der Maschinenbauanstalt in Hannover erhielt und dann theoretisch und praktisch bei Siemens & Halske in Berlin tätig war. Bon dort ging er zur Straßenbahn-A.-G. in Hannover, dann zur Straßenbahn-A.-G. in Gera, hierauf zur Süddeutschen Elektrizitäts-A.-G. in Ludwigshafen, von dort als Leiter des Gas. und Wasserwerks nach Saarburg und von hier aus nach Gießen. Unter der Leitung des Jubilars ist das damals erst kleine Gießener Elektrizitätswerk zu einem wichtigen Unternehmen. unserer Stadt und zu einem bedeutsamen Wirischaftsfaktor im Kreise Gießen geworden. Das Werk wurde von ihm im Einvernehmen mit den städtischen Körperschaften immer mehr ausgebaut, es wurde der Strcchenbahnbetrieb angegliedert und auch die Ueberlandversorgung mit elektrischem Strom noch hinzugenommen. Zur weiteren technischen Vervollkommnung des Werkes wird gegenwärtig ein neues, sehr umfangreiches Bauprojekt durchgeführt, über das wir am vorigen Samstag eingehend berichteten. Aber nicht nur in technischer Hinsicht wurde das Elektrizitätswerk unter der Leitung Dtoltes immer mehr ausgestaltet, auch die Elektrizitätswirtscha^t als solche stellte er durch umfassende kaufmännische und verbrauchswirt- fchaftliche Maßnahmen auf breitere Basis und schuf dadurch die Möglichkeit, daß der Betrieb zu einer Quelle starker finanzieller Leistungen für den städtischen Gesamthaushalt wurde. Das Werk liefert bekanntlich schon seit Jahren sehr ansehnliche Summen an den städtischen Etat ab und hilft auf diese Weise mit, die steuerliche In- anspruchnahme der Bürger entsprechend niedriger zu halten. , . .. An der Wende des ersten B'.erteliahrhunderts seiner Gießener Tätigkeit kann Direktor Stolte mit voller Befriedigung auf die bisherigen Erfolge seiner Tätigkeit an der Spitze unseres Elektrizitätswerkes zurückblicken, und mit ihm kann auch die Bürgerge'amtheit sich der starken Fortschritte erfreuen, die ihr Elektrizitätsunternehmen in die'em Vierteljahrhundert unter der Leitung Stoltes gemacht hat. Möge es denr Jubilar vevgömit sein, noch lange Zeit an der Spitze des Werkes zu wirken im Interesse der Gesamtheit und zur Befriedigung seiner großen und rastlosen Schaffensfreude. Taten für Freitag. S. November 1842: der Sänger Eugen Gura zu Pressern bei Saaz in Böhmen geboren (gestorben 1906); — 1866: der Schriftsteller und Politiker Heinrich Rippler in Kempten geboren. Gics;cncr Wochcirmarktprcise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 12 bis 15 (pro Zentner 10 bis 12 Mk), Weißkraut 8 bis 10 (Ztr. 5 bis 6 Mk.), Rotkraut 12 bis 15 (Ztr. 10 bis 12 Mk.), gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 35, Römischlohl 10 bis 12, Llnterkohlrabi 8 bis 10. Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 30 bis 50, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 80, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kürbis 5 bis 8, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln 4,5 bis 5 (Ztr. 3,50 bis 4 Mk.), Aepfel 10 bis 15 (Ztr. 8 bis 12 Mk.), Birnen 10 bis 15 (Ztr. 8 bis 10 Mk.), Dörrobst 30 bis 35, Preiselbeeren 40 bis 45, Pfirsiche 40 bis 50, Rüsse 40 bis 50, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 100 bis 120 pro Pfund; Tauben 70 bis 90, Eier 17, Blumenkohl 30 bis 100, Endivien 10 bis 20, Oberkohl- rabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 pro Stück; Radieschen 15 bis 20 Pfennig pro Bund. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Arbeitsamt: Dorträge betr. Berufsberatung, 19.30 Uhr, im Goethe-Schulhaus (Westanlage). — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Eine Nacht in London". — Astoria-Lichtspiele: „Wolga — Wolga". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen gastiert Hermine Kör- Ein gewaltiges Schadenfeuer brach gestern vormittag gegen 11 Uhr — wie in einem Teile unserer gestrigen Auflage schon berichtet — auf dem Gut Reuhof bei Leihgestern aus, das dem Oekonomierat Müller gehört und von dem Pächter Brückmann bewirtschaftet wird. Der Brand brach an einer Giebelseite der großen Hochfahrtscheuer aus und griff mit ungeheurer Schnelligkeit über das umfangreiche Gebäude hinaus auch auf die Obergeschosse über dem Drennereigebäude und den Stallungen über. Die sofort arlarmierte Kreismotorspritze wurde mit größter Beschleunigung von Gießen zur Brandstelle gebracht, wo sie als erste Feuerwehr eintraf. Unmittelbar darauf kamen die Freiwilligen Feuerwehren von Lang-Göns und von Leihgestern an, denen alsbald auch die Freiwillige Feuerwehr von Grohen- Linden folgte, die aber wegen Wassermangels nicht in Tätigkeit treten konnte. Die Feuerwehren fanden bei ihrem Eintreffen einen ungeheuren Brand vor. Zum Glück befand sich inmitten des Gutshofes ein Brandweiher, der von einem ständig laufenden Rohrbrunnen gespeist wird. Sämtliche Spritzen warfen von hier aus große Wassermassen auf die Flammen, leider reichte der Wasservorrat aber nicht aus, um alle brennenden Gebäude löschen zu können. Die hochsahrlscheuer mit ihrem reichen Inhalt (ungedroschener Hafer. Stroh und Heu) muhte dem wütenden Element überlassen werden. Die Feuerwehren mußten sich bei den Löscharbeiten darauf beschränken, vor allem die zwischen den beiden Wohnhäusern der Herren Müller und Drückmann liegenden Wirtschaftsgebäude unter Wasser zu nehmen und im übrigen die Wohnhäuser selbst vor dem U.ebergreifen der Flammen zu schützen. Dank der außerordentlich eifrigen Bemühungen der Feuerwehren unter der Leitung des Kreisfeuerwehrinspektors D i ck o r ö (Gießen) und des Stadtbranddirektors Braubach (Gießen), deren jeder eine Hälfte der schwer übersehbaren Brandstelle befehligte, gelang es, die Wohnhäuser völlig zu erhalten und von dem Drennereigebäude und den Stallungen die Parterreteile zu retten, während die Oberbau ten dieser beiden Objekte mit reichen Vorräten an Heu und Stroh größtenteils von den Flammen vernich» te t wurden. Die H och f ahr t scheue r brannte mit allem Inhalt völlig nieder. Die ausgedroschene Roggen« und Gerstenfrucht war zum Glück in einem anderen Speicher untcr- aebracht, wo sie wohl unversehrt geblieben sein dürfte. Dem schnellen und umsichtigen Eingreifen der Gutsleitung und ihrer Arbeiterschaft war es noch vor dem Eintreffen der Wehren gelungen, den Viehbestand aller Arten vollständig in Sicherheit zu bringen, so daß also — entgegen unserer gestrigen ersten Meldung — keine Ferkel mitverbrannt sind. Menschenleben sind zum Glück bei dem bedauerlichen Ereignis nicht zu Schaden gekommen. Einige landwirtschaftliche Geräte und Wagen sind von den Flammen noch in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Schaden stehl natürlich ziffernmäßig noch nicht fest, er ist aber unzweifelhaft sehr groß, jedoch durch Versicherung gedeckt. Lieber die Entstehungsursache des Dran- des sind bisher noch keine bestimmte Anhaltspunkte vorhanden. Die Llntersu- chung ist noch im Gange. Drreits gestern mittag, noch während des Drandes, war die Gerichtsbehörde an Ort und Stelle, ferner weilte der Dezernent für das Feuerlöschwesen im Kreise Gießen, Oberregierungsrat Dr.Heß vom Kreisamt, am Drandort. Die Kreismotorsprihe mußte bis nach 13 Llhr bei der Dekämpfung der Flammen Mitwirken, bis sie nach Beseitigung der Gefahr nach Gießen zum Depot zurückkehren konnte. Die Freiwilligen Feuerwehren von Leihgestern und Lang-Göns übernahmen die Brandwache, da die Trümmer mit den großen Stroh-, Heu- und sonstigen Vorräten natürlich noch stundenlang stark schwelten und wohl auch erst im Lause des heutigen Tages völlig gelöscht sein werden. ne r mit Ensemble im Stadttheater Gießen. Die Körner gastiert in Scribes Lustspiel „Das Glas Wasser" und in Schnitzlers „Weihnachtseinkäufe". Die Vorstellung beginnt um 191 Uhr. — Der Goethe-Bund feiert, wie man uns schreibt, am nächsten Samstag und Sonntag sein 15. Jahressest. Walter von Molo führt als Präsident der Deutschen Dichlecakadcime den Ehrenvorfih und eröffnet am Samstagabend durch eine Ansprache die Feier. Sodann hält Dr. Riessen einen Lichtbildervvrtrag: „Ein Jahrhundert Bühnenschicksal des Faust." Dieser Festvortrag verspricht ein besonderes Ereignis zu werden. 3n der Goethe-Morgenfeier am Sonntagvormittag im Stadttheater hält Dr. C a st e l l e die Feierrede, an die sich Goethe- Rezitationen und eine Szene „Hatem und Su- loika" anschlietzen werden, das Ganze eingerahmt von Konzertvorträgen des Orchesterver- eins. Abends findet im Klub ein Gesellschasts- abend statt, bei dem der bestens bekannte heitere Bortragslunstler Rober Koppel als Gast Mitwirken wird. (Siehe heutige Anzeige.) — Gemeindefeier der Markusge» m ein de. Man schreibt uns: Am nächsten Sonntag, 10. Rovember, hält die Markusgemeinde, wie alljährlich um diese Zeit, wieder ihre Gemeindefeier mit Dörkaufstag in der Turnhalle am Oswaldsgarten. Ein reiches Programm mit Musik-, Solo- und Chorgesang, sowie Spiel der Kinder und der Jugend ist vorgesehen. Auch für Kaffee und Kuchen ist gut gesorgt. Der Verkauf, welcher schon vormittags 11 Llhr beginnt, bietet eine große Auswahl von praktischen Dingen, die von dem Frauenverein während des Jahres gearbeitet oder von Gemeindegliedern geschenkt wurden. Der Gesamterlös ist auch dieses Mal dazu bestimmt, Bedürftigen der Gemeinde eine Weihnachtsgabe schenken zu können und armen Konfirmanden zu helfen. So kann man Weihnachtsgeschenke mancherlei Art kaufen und durch den Erlös anderen zur Weihnachtsfreude helfen. (Siehe heutige Anzeige.) — „D i e Heilung der Tuberkulose" ist der Gegeistand eines öffentlichen Vortrages. Len Dr. meo. Malech, Gießen, auf Cinladu..g des Raturheilvereins am Montagabend im Kauf- männifchen V::e.nshaus halten wird. (Siehe heutige Anzeige.) ** Der e r ft e F r o st. Das Thermometer wies heute nacht einen Tiefstand von — 1 Grad Celsius aus. Dabei herrschte dichter Nebel. Infolge der unter den Nullpunkt gesunkenen Temperatur machte sich an den zum großen Teil noch dicht belaubten Bäumen und Sträuchern in den Anlagen und den Hausgärten ein starker Laubfall bemerkbar, so daß die frühen Straßenpassanten heute morgen stellenweise in dichtem Laub wateten. ** Finanzamtspersonalie. Der Steueramtmann Schalk beim Finanzamt Heppenheim wurde als Vorsteher an das Finanzamt in Schotten versetzt. ♦* Vorträge des Instituts für Ev. Jugendkunde, Gießen. Das Institut für Cv. Jugendkunde veranstaltet in diesem Winter eine Vortragsreihe über das Thema „Der politische Wille der jungen Genera- t i o n". Cs werden sprechen: Prof. D. Cordier, Gießen, (Einführung), Dr. Heinz-Dietrich Wendt land, Spandau, (Jungnatl. Bund), D. Ludwig Heitmann (Bund deutscher Jugendvereine), Dr. Rikolaus Ehlen, Velbert, (Grohdeutsche, kaihol. Jugend), ein Vertreter des Jungdeutschen Ordens, Ludwig R ö s s i n g e r, Frankfurt, (Sozialistische Jugend) und Dr. Ror- mann Körber, Kassel, (demokratische Jugend). Die Vorträge finden jeden zweiten Donnerstag in der Universität statt. Gasthörer aus der Stadt haben Zutritt. (Siehe heutige Anzeige.) ** Kaufmännischer Derusswett- kämpf. Am nächsten Sonntagvormittag ver- anstaltet der Deutschnationale Handlungsgehilsen- Verband im Kaufmännischen Dereinsyaus, Gießen, Rordanlage 15, einen Derufswettkampf für Lehrlinge und Jungkaufleute in kaufmännischem Rechnen, Kurzschrift und Situationsaufgaben. Dieser Derufswettkampf soll den Teilnehmern die Gelegenheit geben, sich über den Umfang ihres Wissens und den Grad der erlangten Fähigkeiten und Kenntnisse Rechenschaft abzulegen. Der Gießener Derufswettkampf wird Deteilt- gung aus den Ortsgruppen Gießen, Dutzbach, Dillenburg, Friedberg. Haiger, Herborn, Hirzenhain, Lich und Wetzlar erfahren. Die Dr- teiligung ist kostenlos. Die zur Verteilung tom- menden Preise und Ehrendiplome werden sicherlich die Kaufmannsjugend zur Beteiligung anspornen. Interessenten mögen die heutige Anzeige beachten. ** Butzbacher K a t h a r i n en m a r k t. Der altbekannte und vielbesuchte Butzbacher Katharinen- markt findet am 18. und 19. November statt. Am ersten Tage ist Krammarkt, am zweiten Tage Pferde-, Rindvieh- und Schweinemarkt. Bei ungünstiger Witterung findet der Markt in der großen Markthalle statt. Die Interessenten werden im heutigen Anzeigenteil zur Beschickung des Marktes eingeladen. " Wartburg-Jahresfest. Am Tage des Res ormations, estes feierte der Gießener Wartburg-Verein sein 42. Stiftungsfest. Die Turnhalle am Oswaldsgarten war wieder stark beseht von älteren und jüngeren Freunden dieser Arbeit, sogar aus Lang-Göns und Klein-Linden. Ein junger Mitarbeiter des Wartburg-Vereins, K. Schott, hatte die Festfolge zusammengestellt und leitete den Abend mit zvei schönen, flotten, von ihm dirigierten Musikstücken ein. Rach einer kurzen Begrüßung erfreute der Frauenchor des Cvang. Arbeitervereins, unter der kunstgerechten Leitung von Frau Schäfer, die Zuhörer mit einigen Liedern, die sehr schön und feinsinnig waren. Die Festansprache von Pfr. Bremmer. Klein-Linden, hatte das Thema: „Der junge Luther und wir". Er knüpfte an den Tag des Festes an und betonte, wie es sich in der Geschichte der Jahrhunderte gezeigt habe und sich immer wieder zeigen mühte, daß unser Glaube die „heldische Form des Daseins" fei. Gerade für unsere Zeit, für junge ringende Menschen und für charakterfeste Männer, sei unser Glaube die rechte Grundlage des Lebens. Der junge Luther hatte eine aussichtsreiche Laufbahn vor sich, er hat sie aufgegeben und gebunden an fein Gewissen feinen Glaubenskamps durchgesührt, er ist der Vorkämpfer der Menschheit geworden. Ganz an Gott gebunden hat er die Schätze deS Lebensbuches wieder ausgegraben. Das anschließende Spiel: „Luther in Oppenheim", brachte in gutgespielten Szenen die letzte Rächt Luthers vor dem Reichstag in Worms. Cs zeigte die Stimmung im Volk, und wie Luther im Anblick den Burg von Oppenheim und der Warnungen Sik- kingens, der ihn auf feine Burg retten will, zur Dichtung seines truhigen Glaubensliedes kam. Rach zwei Gesang- und Musikstücken dankte Pfr. Becker allen Mitwirkenden und wies auf den kostbaren Besitz der evangelischen Glaubensgüter hin mit dem Wort: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen." * Derufskundlicher Vortragsabend. Der zweite Abend der von der Derufs- beratungsftcllc des Arbeitsamts Gießen veranstalteten b russkundlichm Vortragsreihe, der am gestrigen Mittwoch stattfand, brachte drei Vorträge, und zwar sprach Mechanikermeister Ruhl (Klein-Linden) über den Feinmechaniker, Spenglermeister R ö d i g c r (Gießen) über den Spengler und Installateur und Obermeister Götz (Gießen) über den Friseur. Alle drei Redner verstanden es, in überaus klarer, sachlicher und interessanter Weise über ihren Beruf zu sprechen und dabei das für die jungen Berufsanwärter besonders Wichtige speziell hervorzuheben. Lichtbilder aus dem Ärbeitsleben des Mechanikers und des Friseurs ergänzten die Ausführungen der Vortragenden in glücklicher Weise, so daß. die Zuhörer und Zuschauer, unter denen sich diesmal auch viele Schüler befanden, sicher ein gutes und anschauliches Bild von den einzelnen Berufen gewinnen konnten. Besonders interessant war es. einiges über die wirtschaftlichen Aussichten in den einzelnen Berufen zu erfahren, zu hören, daß der Mechaniker unter die am bestbezahltesten Facharbeiter zu zählen ist. Auch die Aussichten im Spengler- und Jnstallateurb:ruf wurden als sehr gut geschildert, während der Friseurberuf nicht mehr zu den großen Hoffnungen berechtigt, tote dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Der heute statt indrnde Vortragsabend wird speziell den Derufsfragen der Mädchen gewidmet sein. Oberheffen. Landkreis Gictzcn. • Wiefeck, 6. Rov. Am Samstag hielt der hiesige Radfahrer-Verein 1 9 0 0 fein diesjähriges Winter, est im Saalbau Braun ab. Das gut zusammengestellte Programm und die Übrigen Darbietungen können als wohlgelungen an- gesprochen werden; sie zeugten von dem großen Unterere, das diesem idealen Sport entgegengebracht wird. Alle Vorführungen, besonders auch das Zweierkunstfahren, sowie der Glühlampen- Clfenreigen, gefahren von sechs Damen, wurden von den zahlreich versammelten Gästen beifällig ausgenommen. Ter Vorsitzende, Fritz Kling, wies in einer Ansprache auf die Bedeutung und den Zweck des Radsportes hin, dankte allen Mitwirkenden und ehrte zum Schluß verdiente Mitglieder durch Lieberreichung von Diplomen und Geschenken. Rach glatter Abwicklung des Sportprogramms folgte das übliche Tanzvergnügen. Jeder Tesucher dürste auf seine Rechnung gekommen fein. V Watzenborn, 5. Rov. Am Sonntag veranstaltete der hiesige Männergefangver- ein „Sängerkranz' sein diesjähriges Konzert. Bei gut besetztem Saale gelangten unter Seltersweg 46, Tel. 2627 2290V Plisseebrennerei Ledertärberel . lyMkoolerplesse mit Tifch, i öl 5lBüf gelungen vreiSm. z. verk. nm; Kaiierallce 60 1. Kaufgesuche Schreib- Ladenkasse (nut erhalt) x. kaufen ges. Schrillt. Angeb. u.07162a.b.Gteb.AnL. Zar Eimchog ein Bin.am I.-Hauses koinvl. 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Das Hessische Forstamt Grebenau bei Alsfelb (Bahnstation Strecke Alsfelb— Hersfelb) verkauft unter ben allgemeinen Bebingungen ber Hessischen Staatsforst- verwaltung zirka zwei Waggon Christ, bäume. Vorherige Besichtigung unb Selbstaufarbeitung nach erfolgtem Zuschlag wirb empfohlen. Verschlossene, mit ber Aufschrift „Christbaumverkauf" versehene Angebote sind bis 13. November 1929, 12 Uhr mittags, auf bem unterzeichneten Forstamt einzureichen. 91870 Grebenau, den 5. November 1929. Hessisches Forstamt Grebenau. -Seien in großer Auswahl äußerst billigst offeriert 9166! Wünch / Eisenhandlung Aitcrwcg 16 — Tclevbon 3292. Vevsteigevung. Freitag, den 8. 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Ramentlich sind die ersten Tenöre und die zweiten Basse stimmlich sehr gut_ vertreten, wie überhaupt der starke Verein über ausgezeichnetes Stimmenmaterial verfügt, so daß ausgeglichene, dynamisch, rhythmisch und technisch gute Leistungen. dank der bewährten Leitung des Dirigenten Lehrer M ü l - l e r aus Dutenhofen, erzielt wurden. Mit Befriedigung kann der Gesangverein „Sängerkranz" auf die Veranstaltung zurückblicken, die wieder den Beweis seines hohen Könnens erbracht hat, das in dem überaus reichen Beifall des Publikums Anerkennung fand. Bei dieser Gelegenheit wurde dem Ehrenpräsidenten des Gesangvereins, Johannes Harnisch IX., anläßlich seines im vorigen Jahre erfolgten 2 0. Prä - N d en t e nj u b i I ä u m s ein Diplom und ein Sessel durch Mitglied H o f überreicht. In seiner Ansprache betonte Herr Hof die Verdienste des Jubilars, der jetzt schon beinahe 21 Jahre in mustergültiger Weise die Geschäfte des Vereins leitet und seit 38 Jahren ununterbrochen Mitglied und aktiver Sänger ist. Der Ehrenvorsitzende dankte für die Anerkennung mit dem Versprechen, dem Vereins, solange es in seinen Kräften steht, durch Rat und Tat zur Seite zu stehen. Hubertusfeier 1929. Wenn im Wald das Herbstlaub fällt, wenn das Geläute der Hunde und der Knall der Büchse Musik werden für das Iägerohr, dann feiern echte Weidmänner alljährlich am 3. Rovember den Hubertustag, tagsüber draußen in Feld und Wald, abends bei frohem Mahl und fröhlichem Umtrunk beim Klang alter Iägerweisen. So hatte auch der Hubertus, Verein weidgerechter Jäger, Sih Gießen, seine Getreuen am Vorabend les Hubertustages zu seiner Hubertusfeier im Hotel „Hindenburg" zusammengerufen. Eine frohgestimmte Iägerschar füllte mit zahlreichen Gästen den großen Saal, der sein sonstiges Antlitz völlig gewandelt hatte. Von den Wänden grüßten die Meisterwerke älterer und jüngerer Iagdmaler, von beiden Deiker, Berger, Zimmermann u. a. Besonders reich war einer der merkwürdigsten Künstler, I. C. Riedinger, in zahl- reichen Stichen vertreten. Aber was das Auge der Eintretenden zuerst suchte, war die weihe Doppeltafel, die zwischen Tannengrün die Strecke zahlreicher Mitglieder aus dem Jahre 1929 zeigte. Hier staute sich die Menge, hier wurde verglichen und abgewogen, und von dieser Ausstellung ging die Anregung aus, die ihre Aufgabe ist. In seinen Degrüßungsworten gedachte der 1. Vorsitzende, Ingenieur Aug. Pascoe (Dutenhofen) dankend der Fülle von Kleinarbeit, die zu dem Zustandekommen der ganzen Feier in diesem Rahmen notwendig war und die vor allem von den Herren K i l b i n g e r,H ammermann (Vater und Sohn), van Bentheim und Holzel, sowie von den Preisrichtern Geh. Rat Prof. Dr. Olt und Oberforstmeister Dr. S ch ü z geleistet wurde. Der Verein betrachtet es als seinen ganz besonderen Vorzug, daß er einen so •guten Wildkenner und Spezialisten auf dem Gebiet der Weihkunde zu seinen Mitgliedern zählt wie Geh. Rat Olt, der auch an diesem Abend wieder, wie immer, bereitwilligst sich in den Dienst der guten Sache stellte und die A u s- st e l l u n g einer allgemeinen Besprechung unterzog. Er konnte dabei zunächst die hervorragende Qualität betonen, die eigentlich nach dem harten Winter 1928.29 nicht erwartet wurde. Cs läßt sich sogar vielleicht physiologisch eine günstige Geweihentwicklung gerade unter dem Kälteeinfluh erklären. Allerdings traten auch häufig Frostschäden durch Erfrierung der Dastgeweihe auf, wie sie die Ausstellung an Vogelsbergböcken zeigen konnte. Jedenfalls wurde die vorjährige Qualität, die auf der großen Berliner Iagd- ausstellung hoch anerkannt wurde, in diesem Jahr weit übertroffen. Schließlich gab der Redner noch einige Erläuterungen zu den Bildern, regte aber für später eine größere Ausstellung „Jagdliche Kunst" an. Dann folgte das Schüsseltreiben. In seinem Verlauf erZriff Herr Pascoe das Wort, um die Feier und Ausstellung einzugliedern in den ist die Pflege und Veredelung der Jagd. Der Aufgabenkreis, den der Verein Hubertus sich gesetzt hat. Endziel des ganzen -Zusammenschlusses Erreichung dieses Zieles dienen Vorträge, Vorführungen, eigene Schießstände, Hundeprüfungen und nicht zuletzt eine Feier und eine Ausstellung wie diese. Cie alle haben das eine Ziel: weidgerechte Jagd. Ihr galt ein Horridoh! Oberforstmeister Dr. Schüz dankte sodann im Ramen der Preisrichter allen Ausstellern für das gebotene Material, das recht schwer zu sichten war. Ausgestellt waren 83 Rehgehörne und ein Hirschgeweih. Die Preisverteilung ergab folgendes Bild: I. Hirschgewei h: 12er Hirsch Gold. Hubertusmed. Herr Hans Rinn. H. Rehgehörne: E i nz e l g e h ö rne: je eine G o l d. M e d. die Herren S ch u n k und D ö ch e r, je eine S ilb. Med. die Herren Zillgen, 3e fr, Hammermann und Metzler, je eine Bronz. Med. die Herren Schäfer, Ihring, Denninghoff, Hammer mann, Metzger, H ö l z e l. Abnormitäten: eine Silb. Med. Herr Hölzel, je eine Bronz. Med. die Herren K l e i n h a n s und Benner. - Ferner wurden zum erstenmal auch Medaillen für Reviers ammlungen vergeben, denen in Zukunft erhöhte Bedeutung zukommen wird. Sind sie doch viel mehr ein Gradmesser für Zustand und Pflege eines Reviers, als ein gutes Cinzelstück. Für solche Revi:rsammlungen erhielten: Gold. Med. Hammcrmann, Silb. Med. Hoffmann, Bronz. Med. W. Denninghoff. Ganz besondere Aufmerksamkeit fand auch in diesem Jahre wieder eine Abschußsammlung des Rittmeisters v. Roeder, die zeigte, wie ein Revier einen Bestand aufweisen kann, der wohl infolge falschen Abschusses qualitativ ganz schlecht geworden ist und wo es nun darauf ankommt, durch Hege mit der Büchse alles schlechte Zeug herauszuholen und gute Böcke unbedingt zu schonen. Es wird eine interessante Frage der nächsten Jahre werden, was erreicht werden wird«. Jedenfalls wurde die Anerkennung Herrn v. Roeder und seinem Forstpersonal nicht vorenthalten und die ganze Sammlung mit der Silb. Hubertusmed. bewertet. Wirtschaft. Schwebende Börsenfragen. Zur Vorbereitung einer Aussprache über schwebende Dörsenfragen, zu welcher der Berliner Dörsenvorstand die deu^chen Börsen demnächst einzuladen beabsichtigt, fand in Hamburg unter dem Vorsitz von Robert Götz, Hamburg, eine Besprechung der Wertpapierbörsen von Hamburg, Frankfurt a. M. und Köln statt. In der Besprechung wurde von allen Seiten betont, daß die Stärkung der Börsen außerhalb Berlins zur Bildung eines leistungsfähigen Marktes und zur Ermöglichung einer richtigen, sachgemäßen und stetigen Kursbildung im Interesse der gesamten deutschen Volkswirtschaft dringend erforderlich sei. Es wurde deshalb als notwendig bezeichnet, daß die Zulassung von W e r t p a P i e r e n zur Verbreiterung des Marktes möglichst gleichzeitig an allen größeren deutschen Börsen erfolgt. In diesem Zusammenhang wurden auch die Möglichkeiten einer stärkeren Förderung des Arbitrageverkehrs behandelt. Man war der einhelligen Auffassung, daß die auf dem Effektenverkehr ruhenden Lasten dringend einer Ermäßigung bedürfen, wobei auch die Frage der Ermäßigung der Provisionssätze und Maklergebühren im Rahmen des Tragbaren erörtert wurde. Eine baldige Beseitigung der Kapitalertrags st euer wurde dringend gefordert, wobei die Versammlung sich dahin aussprach, daß eine Differenzierung alter und neuer Emissionen nicht erfolgen dürfe. Allgemein wurde die Ansicht vertreten, daß die L i q u i d a t i o n s k a s s e n sich gerade in den gegenwärtigen Zeiten voll bewährt haben. Eine individuellere Behandlung der einzelnen Firmen innerhalb der einzelnen Deckungsbestimmungen wurde als wünschenswert bezeichnet. Don allen Teilnehmern wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß die Börsen außerhalb Berlins bei den Zentral st ellen stär- kere Berücksichtigung finden müßten und daß alle Fragen, welche die gemeinsamen Interessen der deutschen Börsen berühren, nicht von Berlin allein, sondern gemeinsam mit den anderen Börsen behandelt werden sollten. Man kam überein, daß die Börsen außerhalb ‘Berlins über alle Fragen, die ihr gemeinsames Interesse berühren, dauernd in Fühlung bleiben sollten. Zinsabbau der Renienbanl-Krediianflalk. Die Deutsche Rentenbank-Kredit- anstalt (Landwirtschaftliche Zentralbank) hat aus Anlaß der Herabsetzung des Reichsbank- diskontsahes den Zinsfuß für die von ihr ausgegebenen kurzfristigen Personalkredite vom 2. Rovemher ab gleichfalls um ein halbes Prozent herabgesetzt. Der Höchstzinssatz, den der einzelne Landwirt nunmehr für die aus Mitteln der Rentenbank-Kreditanstalt über die mit ihr in direktem Geschäftsverkehr stehenden Personalkreditinstitute erhaltenen Kredite zu zahlen hat, darf nicht mehr als 9,25 Prozent betragen. In diesem Höchstzinssatz sind alle Provisionen enthalten, mit Ausnahme des Wechselstempels, welcher besonders belastet werden darf. e * Die amtliche Großhandelsindex- z i f f e r. Im Monatsdurchschnitt Oktober ist die Gesamtindexziffer der Großhandelspreise gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent auf 137,2 gesunken. Die Indexziffern für die Hauptgruppen stellten sich für Agrarstoffe auf 131,7 (132,6), für Kolonialwaren auf 126,2 (131,0), für industrielle Rohstoffe und Halbwaren auf 130,9 (131,6) und für industrielle Fertigwaren auf 156,6 (157,2). • Damag-Meguin°A. -G., Berlin. Die Gesellschaft schließt das Geschäftsjahr 1928/29 einschließlich 39 032 Mk. Vortrag aus dem Geschäftsjahre 1927/28 mit einem Gewinn von 269 485 Mk. (i. V. 242 814 Mk.) ab, woraus, wie im Vorjahre, 200 000 Mk. dem gesetzlichen Reservefonds zugeführt, und 65 705 Mk. vorgetragen werden sollen. Das Programm der Modernisierung der Werke ist im wesentlichen zum Abschluß gelangt. Der älmsah des abgelaufenen Geschäftsjahres hielt sich ungefähr auf der gleichen Höhe des Vorjahres. Der Auftragsbestand, mit dem die Gesellschaft in das laufende Geschäftsjahr eingetreten ist, war dagegen geringer als derjenige, mit dem das Vorjahr begann. Erst in der letzten Zeit ist eine gewisse Wiederbelegung des Auftragseinganges festzustellen. * Das Vorabkommen I.-G.-Farben- G l a n z st o f f. In verschiedenen Pressenotizen ist in jüngster Zeit die Behauptung ausgestellt worden, daß das Vorabkommen der I.-G.-Farbenindustrie A.-G. mit den Vereinigten Glanzstoff-Fabriken in Elberfeld auch den Zweck verfolge, daß die Ver. Glarrzstoff-Fabriken die veralteten Kunstseideöetriebe der I.-G.-Farben rationalisieren und modernisieren wollen. Demgegenüber erfährt WTD.-Handelsdienst von unterrichteter Seite, daß die sämtlichen Kunstseidebetriebe der I.-G. im Laufe der letzten Jahre durchweg neu gebaut und neu eingerichtet worden sind, so daß sie dem neuesten Stand der Technik durchaus entsprechen. Infolgedessen ist seitens der I.-G. die Frage einer gegenseitigen technischen Hilfeleistung oder Zusammenarbeit Überhaupt nicht berührt worden. * Fusion im Richard-Kahn-Kon» z e r n. Die drei Gesellschaften Schnellpressenfabrik Heidelberg A.-G., C. Maquet A.-G., Heidelberg und die Maschinenfabrik Geihlingen in Heidelberg, deren Kapital sich' fast ganz im Besitz der Gruppe Richard Kahn befindet, werden ihren Generalversammlungen die Verschmelzung Vorschlägen. Aufnehmende Gesellschaft ist die Schnellpressenfabrik Heidelberg, die ihr Aktienkapital auf 2 Mill. Mark erhöhen wird. Für jede Aktie der Maquet A.-G. und der Maschinenfabrik Geißlingen wird eine Aktie der Schnellpressenfabrik gewährt. Die Betriebe der beiden auszunehmenden Firmen bleiben bestehen und werden als Teilbetriebe der Schnellpressenfabrik weitergeführt. * Berliner Maschinenbau A. - G., vorm. L. Schwartz köpf, Berlin. In der Aufsichtsratssitzung der Berliner Maschinenbau-A.-G. vorm. L. Schwartzkopf wurde der Abschluß für das abgelaufene Geschäftsjahr oorgelegt. Nach Vornahme der üblichen Abschreibungen von rund 980 000 Mark (i. V. 102 100 Mk.). verbleibt ein Reingewinn von 100 230 Mark (41733 Mk.), welcher nach Auszahlung einer Dividende von 6 v. ch. auf die Vorzugsaktien mit 73 530 Mk. (15 033 Mk.) vorgetragen werden soll. Zu Lasten der in der letz- ten Bilanz mit 1000 000 Mark errichteten Sonder- rücklage ist im Berichtsjahr auf Konto „Beteili- gungen" eine Abschreibung von 500 000 Mark gemacht worden. Die Gesellschaft ist zur Zeit stark beschäftigt, und zwar überwiegend für das Aus- land. Die erzielten Preise und Bedingungen lassen aber zu wünschen übrig. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 7.Rvv. Tendenz lustlos. Rachdem an der gestrigen Abendbörse auf schwächere amerikanische Anfangskurfe die Tendenz nach unten neigte, eröffnete die heutige Börse, obwohl in Reuyork weiter starke Kurseinbrüche eintraten, in nicht merklich schwächerer Haltung. Der hiesige Markt wurde kaum davon berührt. Geschäft kam aber nur in geringem U m - fange zustande, da die Spekulation infolge der Llrrsicherheit an der Reuyorker Börse sehr vorsichtig geworden ist. Es herrschte weiter großer Ordermangel. Die Börse war aber im Grundton recht widerstandsfähig und nicht unfreundlich. Die weitere Zunahme der Arbeitslosigkeit im Reiche machte kaum einen Eindruck, da auf der anderen Seite die internationalen Geldmarkt Verhältnisse wieder gebessert waren, obwohl sich nur langsam eine Entspannung bemerkbar macht. Günstig ausgenommen tourte dagegen das amerikanische Interesse für deutsche Motoren unter Führung von BMW. Gegenüber der gestrigen Abend- börse war aber die Kursgestaltung nicht einheitlich. Die Verlusten sri> Gewinne hielten sich die Waage und gingen kaum über ein Prozent hinaus. Etwas mehr hervortreten konnten von Autowerken Daimler, die erneut 1 Prozent gewannen. Etwas Interesse bestand noch am Elektromarkt für Elektrische Lieferungen mit plus 1,5 Prozent: Licht & Kraft eröffneten gut behauptet, während Schuckert und Siemens bis zu 1 Prozent schwächer lagen. Am Psand- briesmarkt waren auch die Umsätze ziemlich minimal. Farben lagen leicht gebessert. Goldschmidt büßten dagegen etwas ein. Montanwerke bis 0,75 Prozent niedriger. Rur Mannesmann konnten eine Kleinigkeit gewinnen. Banken uneinheitlich. Die Verluste und Gewinne hielten aktien lagen Aku gut behauptet. Im Verlause hielt die Eeschästsstille an. Unter dem Druck des um ßoatepiirtQ sjanU eiq usqvb gpßuoiugßDijJnic 1 Prozent nach. Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld mit 8 Prozent gesuchter. Am Devisenmarkt war die Lage wenig verändert. Die Mark war international etwas gesuchter« Man nannte Mark gegen Dollar 4,18, gegen Psund 20,394, gegen Paris 123,86, London gegen Kabel 4,8785, gegen Mailand 93,15, gegen Ma- 120>75C> ^'20 etwas gebessert, gegen Holland Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 7. Rov. Auftrieb: 125 Rinder, 949 Kälber, 902 Schafe, 500 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 81 bis 85 Mk.: mittlere Mast- und Saugkälber 76 bis 80; geringe Kälber 68 bis 75. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 44 bis 47; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schase 40 bis 43; fleischiges Schafvieh 30 bis 39. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 84 bis 87; von etwa 160 bis 240 Pfund 85 bis 88; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 80 bis 85 Mk. — Marktverlauf: Kälber und Schafe rege, ausverkauft. Schweine ruhig, geringer Lieberstand. Letzte Nachrichten. Von einem Auto totgefahren. V Gedern, 7. Rvv. Ein schrecklicher Autounfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich gestern abend gegen 5.30 Llhr hier auf der Hauptstraße in der Rähe des Postgebäudes. Der schwere Lastwagen des Schlossermeisters Karl Oberheim wollte, langsam fahrend, nach der älntergasse einbiegen. In dem- seihen Augenblicke kamen e nige Kinder d e Straße heraufgesprungen. Das 7jährige Töchterchen Emma des Schmiedemeisters Christian Diehl wurde dabei von dem Auto erfaßt und überfahren. Der Tod trat auf der Stelle ein. Der Chauffeur trug einen Nervenschock davon. Rach den Aussagen von Augenzeugen soll den Chauffeur keinerlei Schuld an dem Anglück treffen. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 v. H., Lombardzinsfuß 8 v.H. Itranlfurl a M Berlin Banknoten Datum 6 11 7. 11. 6 11 7. 11 87,2 87,5 99 99 50 89,4 89,75 47,25 47,75 48 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. rn. 96,5 172 85,5 78,5 98 98 147,5 95 95 89 89 309,5 25,9 65 3,15 21,7 7,7 100,75 7,7 S 9 Antang. Kur- 14,1 7,15 50,1 9,65 in ;d)luB Kur? 6 6 167 172 120 173 129 136 208 100 . 8 . 0 ey, 10 ey, i" 104,75 254 2 21,75 4% Lesterreichilche Goldrte.. . 4.‘?n0„ Cefa-rr SHbrrrf" 4% Ceflcrtcldiildje Einheitliche 7,6 7,6 7,5 7,5 14,4 7,2 . 7 . 7 2 21,8 19.65 21,3 2,05 77 26 3,1 50.1 9,5 1' 11 IG . 8 10 ■ 50.1 9,6 21,3 2,05 7,5 6 .- eu fd)t tK.KDemuen). on 7% Dcutiche Reichsanleihe von 1929 ......... Di. Am.-Ablös.-Schuld mit ChU Rechten....... D> eim- -Rechte 8% Heil. Volksstaat von 1929 irückjahlb. 102%) . . . Ober!,eiten Provinz - Anleihe mit Auslol.-Rcchlen...... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. XIII unkündbar bis 193-1. 7% Krankt. Hnp.-Bank Goldpfe. unkündbar bis 1932 ..... 4J4% »ibeinilche Hyp.-Bank Viqu. Goldpfe........ 8% Pr. LandeSpsanbbrtesanNalt, Pfandbriefe R. 17 8% Pr. LandespsanbbriefanstaU, Kvmm.-Lbl. R 16 7% Pr. Landespfandbrtefanttall, Pfandbriefe ÖL 10 C1.l ui. avg. ^orrrregS-Obligatton rückzahlbar 1932 ...... A.E.G Bergmann ... EIcktr. LleserungSgesellschaft Licht uty> Kraft . ... stellen & Guilleaume. . . Gei. s. Giellt. Untern.. . . Hamb. Elckrr »Werke . . . Üihcin. Elekrr....... Schlei. Elekn Schuckert & Go. .... Siemens & Halske .... Transradio ...... Lahmeyer 4 (Jo Buderus Deutiche ErdSi . . . . Ettener Steinkohle . . . Geilenkirchener . . . . Horpener Hoejch Eilen Ille Bergbau Klöckncrwerke Köln-Neuesten . . Mannesmann-Röhren . Mansselder Bergbau . . Oberich'es. Eticnoeoarf . Lberlchlel. Koköwerle. . Phöntr Bergbau.... Rheinische Braunkohlen. Ahetnstahl...... Riebeck Montan . . . . cd)iu6-l >-Ubi Kur» | Kurs 4% Uugariiche Goldrle 4°,> Ungarische <2 lautet. v. 1910 4li% bergt, von 1913 .... 4% Ungarilche Kronenrte.. . . 4% Türk. Zollanleihe ». 1911 . 4% Türkische Bagvadbahn-Anl. Serie I .... 4°„ deegl. Serie II . . . 6% Ruinünilche verelnh. Rente von 1903 . . . . iy. ’k »inmanlldje verelnh. Rente von 1913 *% Runianiiche verelnh. Rente . Frankfurt a M Berlin Frankfurt a M Berlin Lchiutz- Kurs -Uh. Kurs Schluß Kurs Anfang- Kur; Schlup- Kur» .-Uhr Kur; Schlug Kurs Anfang. Kur; Dalum 6 1 1 7. 11 6 11. 7- 11 Datum 6 11. 7. 11- 6 11- 7 11 Hamburg-Amerika Palet . Hamb.-Sübom. Dampfjch. 109,5 108,75 109,75 108,5 Bereinigte Stahlw . 106,5 — 106,9 106.4 . . k — — — — Otavi Minen . . . 16'/. 58,75 — 60,25 59 Hanta Dampsjchifs .... . 10 — — 152.25 — Kai werke Aschersleben . . - lu 201 _ 202,5 201,25 Norddeutscher Lloyd . . . . . 8 103 103,5 104.25 103,4 fia, werke Westeregeln ... 10 208 209,25 208,25 Vlllg. Deutsche Creditanst. . . IG 120,25 — 120,5 120 Kal.wer e Salzdenurth 16 321 — 325,5 323 Barmer Bankverein . . . Berliner Handelsgesellsch. . . IO 120,5 120,5 120,25 120 . 12 186 — 187,25 187,25 I. G Farben-Jndustrte Dynamit Nobel . . . 12 183,75 184,25 185,25 183,25 Eommerz- und Prlval-Bank . 1' 166.5 165,75 166,5 165,75 . 6 87,5 86,75 Darmst. u. Nationalbank . 1 247,75 — 247,75 246,75 Scheideon.taU .... . V 141 — Deutsche Bank..... . 11 158 158 159 157,75 Goldschmidt .... . 6 66,5 65,75 67.75 65,25 Ditconto-Gesellfchasl, Ant. . IC 158 158 159 157,75 RütgerSwerte .... MetallgeleUlchaft- . . * k . . 6 74 74,5 74 Dresdner Bank..... . U 153,5 152,75 153,75 153 . 8 118,5 117,75 119,5 Reichsbank...... . 1. 271 — 273 273 Berlin, 6- November Geld Ärief - Amerikanische Noten..... 4,165 4.185 Belgische Noten. ....... 58,23 58,47 Dänische Noten ........ 111,58 112,02 Englische Noten ....... 20,342 20,422 Französische Noten....... 16,425 16,485 Holländische Noten..... . 168,17 169,85 Italienische Noten........ 21,84 21,92 Norwegische Noten....... 111,60 112,04 Deutsch-Oesterreich, 4 1OO Schilling 58,61 58,85 Rumänische Noten...... 2,47 2,49 Schwedische Noten ...... 111,95 112,39 Schweizer Noten........ 81,09 81,41 Spanische Noten....... 58,48 58,72 Tschechoslowakische bloten..... 12,32 12,38 Ungarische Noten ....... 72,86 73,16 171,75 173,25 205,75 168.75 171,5 203,5 168.75 Lernen werk Heidelberg . . Eemenitverk Karlstadt . . . 10 . 10 120 120 6 November 7 November 169.5 Wayh 4 Fr, p'ag . . . . . 8 85,25 — 86 — Amtliche Notierung Amtliche Notierung 172 172,25 172,5 282 Geld Bries Geld Briel 121,5 119,4 Schultheis Patzenhoser . . . 15 — —- 283 Amn.-Ron 168,54 168,88 168-52 168,86 — 175 173 Oltwerke........ . 12 — — 219,5 220 Burn.-Aires 1,713 1,717 1,715 1.719 — 132.75 131,75 Bet. Glanzstosf..... . 18 — 144 150,25 143 Brff.-Antw 58,41 58,53 58,40 58,52 — 148 148 Bemberg........ . 11 208 — 209,75 206,5 Christiania. 111,89 112,11 111,87 112,09 — 163,65 164 Zellltosi Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg . . 18 y, — 201 202 200 Kopenhagen 111,90 112,12 111.87 112,09 190,5 191,75 190,5 . 1Z — 143,75 143 142,5 Stockholm . 112,18 112,40 112,16 112,38 308,5 311,5 307,25 128 Charlottenburger Wasser . Dessauer Gas...... . . 8 . . V — — 98 171,75 97,4 169 Helsingfors. Italien. . . 10,492 21,88 10,512 21,92 10,492 21,87 10,512 21,91 163,5 165 Daimler Motoren .... . . 0 — 47,5 46,4 47 London. . . 20,37 20,41 20,37 20,41 Deutsche Linoleum . . . • • 247,5 — 250 247 Ncunork . . 4,176 4,184 4,175 4,183 65,25 Maschinenbau A.-G. . . . . . 0 — 48 47,5 Paris.... Schweiz .. 16,44 16,48 16,445 16.485 _ 99,75 120 128,5 136.25 ebb-rro-ru Äl Ij c - • • • — — — 80,93 81,09 80.925 81.085 139 131,5 129,75 136,9 12°,5 iluow. Loew . . . . . Nat. Automobil..... Lrenstetn & Koppel . . . Leonhard Tieg ..... Jo . . 6 . 10 174,5 20 77 19,25 77 163,5 Spanien. Japan .. . 'Hio de Inn TLien in D-- 58,57 2,038 0,491 58,69 2,042 0,493 59.43 2.038 0,492 59,55 2,042 0,494 _ 120 Svenöka ....... 338 — 340 337,5 Ceft. abgest 58,71 58,83 58.72 58,84 — 99,75 118,5 101,5 114 70,5 96,4 106 255 106,75 98,75 118,5 100,25 112,5 95,25 105,75 254,5 105,75 Franks. Mchchinen . . . . . . 4 . 46,75 — 46,5 — Prag . . . . Bel i rad . . 12,364 7,389 12,384 7,403 12,365 7,387 12,385 7,401 101,25 Grihner...... • Heyliaenstaedl..... . . U 49,75 — 49 — Budapest. . Bulgarien 72,99 3,017 73,13 3,023 72,99 3.012 73,13 3,018 105,75 106 aungoaru..........v Lechwerke. . 8 Mainkras Werke Höchst a. M. 8 Miag.........10 Gebt. Roeder.......io Voigt 4 Haesfner......9 Südb. Lucker ....... 10 52,5 105,13 112 121,5 103 222 156 I 11 1 111 53 121,5 222 155 121,5 Lissabon . . Danzig. . . Konstantin. Athen. . . Canada . . Uni uay. . Gatto . . ■ 18,32 • 81,48 1,973 5,425 4,106 4,036 20,83 18,86 81,64 1,977 5,435 4,114 4,044 20,93 18.82 81,45 1,973 5,425 4,106 4,036 20,89 18,86 81,61 1,977 5,435 4,114 4,044 20,93