Annahme von Anzeigen für die Tagesnummcr bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen vsn 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Giehen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vezugrpreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 2251, 2252 und 2254. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen. Postscheckkonto: KranlfurtamMain 11686. General-Anzeiger für Oberhessen vn«k und Verlag: vrühl'sche UniverfilRr-vuch. uiti> Steindnickeret H. tätige in Sietzen. Schristleitung nnö Geschäftsstelle: Schulftratze 7. Ur |83 Erstes Blatt 179. Jahrgang Mittwoch, 7. August 1929 GietzenerAnzeiger Die Eröffnung der Haager Konferenz. gesichert ist. . Gleichberechtigung, das bedeutet die Ablehnung jeder Dauerkontrolle; volle Souveränität, das ist dieRäumungdesRhein- landes und die Sicherheit, daß in kürzerer Frist auch das Saargebiet unbeschränkt wieder zu uns gehört. Die Konferenz hat das Glaubensbekenntnis des deutschen Außenministers schweigend zur Kenntnis genommen, Herr Q3n- and vermutlich ein wenig verärgert, denn durch die Bemerkung, dah ein Führer nicht warten dürfe, bis 99 Prozent seines Volkes hinter ihm stehen, hat er sich selbst getroffen gefühlt. Aber auch die Engländer haben geschwiegen, außer Herrn Henderson hat niemand den Mut zu einer Beifallsäußerung gesunden. Die Eröffnungssitzung. Glänzende Vorbereitung durch die Haager Behörden. Haag, 6. Aug. (TU.) 3m Sitzungssaals der niederländischen Ersten Kammer begann heute vormittag um 11.15 Uhr mit einer formellen Eröffnungssitzung die „Haager Konferenz 1929“. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Sitzung hatten sich die meisten der beteiligten Staatsmänner in dem nicht allzu geräumigen klassischen Renaissancesaal eingefunden, der in der Regel den Sitzungen des holländischen Senates dient. Der stimmungsvoll in dunkelgrün gehaltene Saal mit brauner und goldener Holzverbrämung hatte für diese Sitzung eine bedeutende Aenderung erfahren. Ein großer Teil der Se- natssihe war entfernt worden und an ihre Stelle ein riesiger ovaler Tisch, an dem die Delegierten Platz nehmen sollen, aufgestellt. Schon lange vor Beginn der Sitzung herrschte auch hier lebhaftes Treiben. Die Delegierten standen teils hinter ihren Sitzen, teils in Gruppen lebhaft plaudernd herum. An dem ovalen Konferenztisch, hinter dem das lebensgroße Bild König Wilhelms II. von Holland hängt, stehen die Delegierten in Gruppen herum. Die im Saal getroffenen Anordnungen schließen irgendwelche Ranggliederung der einzelnen Delegierten von vornherein ein. Zu beiden Seiten des Tisches sind, in Stufen aufgebaut, Plätze für die übrigen Delegierten. Die deutsche Abordnung nimmt in der Mitte der einen Längsseite des ovalen Tisches vier Plätze nebeneinander ein, die von Rcichsauhenminister Dr. Stresemann, Dr. Hilferding, Dr. Curtius und Dr. Wirth beseht sind. Briand und Loucheur nehmen an der einen Schmalseite des Tisches Platz, die Presse auf den beiden schmalen Tribünen, von denen die eine sonst als Diplomatenloge benutzt wird. Die technischen Vorbereitungen, die innerhalb weniger Tage für die Konferenz improvisiert werden muhten, sind dank dem großen 3nteresse der holländischen Behörden, der Presse und Bevölkerung mit einem erstaunlich vollkommenen Maß von Umsicht getroffen worden. Ungefähr 10 Minuten nach 11 Uhr gibt der niederländische Außenminister, nachdem alle Delegierten Platz genommen haben, mit drei kurzen Hammerschlägen das Zeichen zur Ruhe und lautlose Stille tritt ein. Das Magnesiumlicht blitzt auf, Photographen knipsen und Filmoperateure kurbeln. Reichsaußenminiffer Dr. Stresemann sagte, er wünsche der niederländischen Regierung ein besonderes Wort des Dankes zu übermitteln für die Anstrengungen, die sie zur Erleichterung der Aufgabe der Weltpresse gemacht habe. »Denn unsere Arbeit," so hob der Minister hervor, „kann nur Erfolg haben, wenn sie ein großes Echo bei den Völkern findet." Der Haag habe als Ort, an dem zuerst der Gedanke einer neuen internationalen Rechtsordnung seine Wiege und seinen Sih gefunden habe, eine große symbolische Bedeutung für die Förderung des Friedens gehabt. Heute gelte es zunächst einer Fortsetzung der Beratungen vom 3ahre 1 9 2 4, denen einige der hier am Tisch Versammelten bereits beigewohnt hätten. Damals sei es der erste Versuch einer wirtschaftlichen Lösung gewesen, deren Fortführung in verschiedenen Etappen von' den Sachverständigen der verschiedenen Rationen in aufopferungsvoller Tätigkeit getätigt worden sei, zuletzt noch durch den Sachverständigenausschuh in Paris. „Aber“, so betonte Dr. Stresemann, „in den wirtschaftlich finanziellen Ergebnissen kann nicht allein das Resultat liegen; sie müssen politische Resultate nach sich ziehen. Für alle Völker gilt es, die Leistungen, die vollbracht werden sollen, auch selbst wirtschaftlich zu ermöglichen. 3ch sehe eine künftige Weltwirtschaftskonferenz voraus, in der vom Kleinhandel zu einer Rationalisierung der Weltwirtschaft übergegangen wird. Mit einem gewissen Lächeln sehen wir heute auf den Zustand Deutschlands zurück, in dem sich Kleinstaaten untereinander durch eigene Zollgrenzen und eigenes Geldwesen voneinander absperrten. Ich hoffe, daß wir dereinst mit dem gleichen Lächeln uns des Zustandes Europas erinnern können, der demjenigen des vergangenen Deutschlands entspricht, und ich erhoffe von den Resul- taten unserer Beratungen eine Besserung dieses Zustandes." Als einen zweiten wichtigen Punkt betonte der Reichsaußenminister die Notwendigkeit, die Arbeit in Freudigkeit zu vollbringen. Freudigkeit der Beziehungen zueinander sei eines der Imponderabilien des Erfolges und sei von den größten deutschen Staatsmännern als ein solches erkannt worden. Die wirtschaftlich« Leistung hänge von der geistigen Einstellung in ihrer politischen Wirkung ab. Das Ergebnis müsse deshalb eine freudig anerkannte Gleichberechtigung in Ausübung der S o u v e r ä n i t ä t s r e ch t e , eine Zusammenarbeit der ehemals im Kriege miteinander gewesenen Völker sein. Stresemann fuhr fort:. Wenn in den letzten Jahren der Puls des Verständigungswillens Schwächen zu beklagen habe und Enttäuschungen der Völker beobachtet werden müßten, so hoffe er auf einen neuen Impuls, auf eine Beschleunigung als Folge dieser Konferenzarbeit. „Ich verhehle mir nicht Hierauf begrüßte der holländische Auhenmini- ster Ikh. Beelaerts van Blök land die ausländischen Staatsmänner und sprach ihnen im Ramen der holländischen Regierung die besten Wünsche für das Gelingen ihrer Beratungen aus. An der Regelung der internationalen Fragen hätten die Niederlande nicht mitzuwirken. Aber wenn ihnen auch der bescheidenere Teil der Aufgabe zufalle, so hofften sie, durch den Geist der Unparteilichkeit und der Versöhnung durch die Frie den s a tmosphä re im Haag zum Gelingen beizutragen. Sie hätten Vertrauen in die Arbeiten zur endgültigen Befriedung Europas und begleiteten sie mit den heißesten Wünschen. ,,Dabei bin ich“, so schloß der Minister, „nicht nur der Sprecher des bolländischen Volkes, sondern drücke gleichzeitig die Hoffnung aller Völker aus, deren Gewissen in wachsendem Maße die wechselseitige Abhängigkeit und die Solidarität der Völker empfindet." Ministerpräsident Briand Stresemanns Vorstoß. Reichsaußenminister Dr. Stresemann hat den konventionellen Verlauf der Eröffnungssitzung in der internationalen Konferenz durchbrochen. Er hat sich nicht damit begnügt, einige liebenswürdige Worte an die Adresse der Gastgeber und der Konferenz zu richten, sondern offenbar im vollen Bewußtsein den. Rahmen der Satzung gesprengt, indem er das politische Programm auf den Tisch des Hauses niederlegte, das Deutschland in der Konferenz vertreten une durchsetzen will. Wir wissen noch zu wenig über die vertraulichen Vorverhandlungen, wir können nur vermuten, dah sich hier nur sehr geringe Neigung gezeigt hat, den deutschen Wünschen entgegenzukommen und dah deshalb eine Flucht in die Oeffentlichkeit vielleicht von vornherein notwendig gewesen ist, um zu verhindern, dah die eigentliche Aufgabe, die im Haag erfüllt werden soll, durch allerlei Rankenwerk überwuchert wird. . Der Haag als Symbol des Friedens ist ein schöner Gedanke, der sich indessen nur verwirklichen läßt, wenn nicht lediglich wirtschaftliche und finanzielle Ziele verfolgt, sondern das politische Grundproblem einer Besserung der internationalen Beziehungen gefördert wird. Mit starkem Pathos hat Dr. Stresemann von der Weltwirtschaftskonferenz gesprochen, die er einberufen sehen möchte, um die Wirtschaft auf eine neue Basis zu stellen und dem internationalen Handel größere Beweglichkeit zu geben. Aber — und er hat wohl nur gesprochen, um das sagen zu können — die Voraussetzung dafür ist die Freudigkeit gemeinsamen Schaffens auf dem Boden der Gleichberechtigung und der vollen Souveränität. Das ist eine Formulierung, die für die empfindlichen Ohren der Diplomaten berechnet ist, die aber gerade deshalb natürlich sofort in ihrer vollen Bedeutung verstanden wurde: die Ankündigung, daß Deutschland die wirtschaftlichen und finanziellen Verpflichtungen dieser Konferenz nur auf sich nehmen will, wenn seine Gleichberechtigung und seine volle Souveränität antwortete, dah ihm das Alter das zweifellose Privileg verschaffe, im Namen seiner Kollegen zu sprechen. 3n diesem Falle sei es ihm freilich eine Ehre und ein Vergnügen. Er dankte zunächst in aller Namen für die Gastfreundschaft in Holland und bat, der Königin der Niederlande die ergebensten Grüße der Konferenz zu übermitteln. „Wir kommen," so führte er aus, „zur Erfüllung einer ziemlich schwierigen Aufgabe hierher; aber alle sind voll guten Willens und überzeugt, daß unsere Arbeiten, wenn sie von Erfolg gekrönt sind, nicht nur der Sache der eigenen Länder, sondern der ganzen Menschheit Bienen. Der Haag stellt ein Friedenssymbol dar. Hier sind die größten Anstrengungen ge- macht worden und werden noch gemacht, um der Menschheit die Rückkehr zur Gewalt unmöglich zu machen und die Anwendung der Mittel des Friedens sicherzustellen." Briand sagte weiter, er sei überzeugt dah durch die Einberufung der Kon- "ferenz ein weiterer "Schritt zum Frßkden getan worden sei, und er wünsche lebhaft, dah ein Ergebnis erzielt werden möge, das alle Völker befriedigen sollte. Denn alle Völler seien an diesem Ziel interessiert. Keine Nation könne die wechselseitige Abhängigkeit verkennen, von der der holländische Außenminister gesprochen habe; alle hätten die Erfahrung ge- macht, dah der Krieg kein gutes Geschäft sei und auch für den Sieger schreckliche Nachtei'le im Gefolge habe. die Schwierigkeiten", so schloß Dr. Stresemann, „aber als Führer darf man nicht abwarten, bis man die Zustimmung von 99 Prozent der Bevölkerung hinter sich hat, sondern man muß führend vorangehen. Der Ort der Haager Konferenz ist ein guter Boden dafür, und ich danke der Regierung der Niederlande für die Unterstützung, die sie uns hier zuteil werden läßt." Nach einer kurzen Schlußansprache des englischen Schatzkan^lers Snowden, wurde die Sitzung vom holländischen Außenminister geschlossen. Oie erste Arbeitstagung. Der britische Schatzkanzler präzisiert Englands Forderungen. Haag, 6. Aug. (WTB.) Den Vorsitz der heutigen Nachmittagssihung führte der belgische Ministerpräsident Iaspar, der das Arbeits- Programm aufstellte. Es wurde beschlossen, dah das Präsidium zunächst von den einladenden Mächten in alphabetischer Reihenfolge gestellt werden soll und dah Sir Maurice Hankey als Generalsekretär bestellt wird, und dah Communiques ausgegeben werden, die der Generalsekretär unter Anleitung des Präsidenten abfaßt. Vor Erörterung deS vierten Punktes, der die Einsetzung der vorgesehenen zwei Kommissionen gebracht hätte, beantragte der britische Schahkanzler Snowden den Eintritt in eine Generaldiskussion des Voung-Planes. 3n einstündiger Rede sprach er zunächst den Sachverständigen seinen Dank für die von ihnen geleistete schwierige Arbeit aus und erklärte, die englische Regierung sei sowohl mit der Gesamthöhe wie mit den Jahresraten für die deutschen Leistungen einverstanden, wobei man mit Recht von der deutschen Leistungsfähigkeit und nicht von dem Bedarf der Gläubigerstaaten ausgegangen sei. Er sei der Meinung, dah der Plan nicht die deutsche Leistungsfähig- keit übersteige. Der zweite Punkt sei die Ab- schaffungder KontrolleunddieWie- derherstellung der vollen ökonomischen Souveränität Deutschlands. Diese werde besonders von England begrüht. Dann wandte sich Snowden gegen den Verteilungsschlüssel für die deutschen Zahlungen. Er wies auf das Vorhandensein eines Lieberschusses von etwa 380 MillionenMk. I aus den Mehrleistungen Deutschlands nach dem Der HMsch-äMpiische Vertragsentwurf. London, 6. Aug. (WB.) Das Foreign Office veröffentlicht Vorschläge für einen englisch ägypti- chen Vertrag, der 25 Jahre Geltungsdauer haben oll und aus 16 kurzen Paragraphen besteht. Der Entwurf bestimmt, dah die militärische Besetzung Aegyptens durch Grohbrilan- nien aufhört, dah aber die zum Schuh des Suez-Kanals notwendigen britischen Streitkräfte in einer besonderen Zone bleiben werden. 3n London und Kairo werden Botschafter ernannt werden. Zwischen England und Aegypten wird ein Bündnis geschlossen werden, das tätige Anterstützung im Kriegsfälle vorsieht. Die Verantwortung für Leben und Eigentum der Ausländer in Aegypten übernimmt die ägyptische Regierung. Die Gerichtsbarkeit der Konsulargerichte wird Gemischten Gerichtshöfen übertragen. Die Ausländer werden der ägyptischen Gerichtsbarkeit unterstellt. England verpflichtet sich, Aegyptens Gesuch um Zulassung zum Völkerbund zu unterstützen. Jeder Vertragspartner verpflichtet stch, in anderen Ländern nicht eine Haltung einzunehmen, die mit ihrem Bündnis nicht in Einklang zu bringen ist. 3m Falle eines Krieges wird Aegypten dem britischen Reich alle Erleichterungen gewähren, ein- schliehlich der Benutzung der Häsen. Luftschifshallen und Verkehrswege. 3m Falle, dah die ägyptische Armee ausländische 3n ff rufteure benötigt, werden dies englische 3nf(rutfeure sein. Die in der ägyptischen Regierung angeffeüfen ausländischen Beamten sollen in der Regel Engländer sein. Der Status im Sudan beruht weiterhin auf den Vereinbarungen von 1899, doch bleibt die Freiheit Vorbehalten, diese Vereinbarungen abzuändern. Aus dem Schriftwechsel zwischen Staatssekretär Henderson und dem ägyptischen Ministerpräsidenten Mahmud Pascha ergibt sich, dah die ägyptischen Streitkräfte nach britischem Muster ausgebildet und aus- g e r ü ff e t werden. Aegypten beabsichtigt, vorläufig die britischen Finanz- und 3ustizberater zu behalten. Britische Offiziere sollen das Kommando über die Stadtpolizei wenigstens fünf 3ahre lang innehaben. Henderson wünscht, dah diese Vereinbarungen zunächst von dem neugewählten ägyptischen Parlament angenommen werden. Später sollen sie dann dem b r i t i s ch e n Parlament vorgelegt und nach der Annahme dem vertrage ein- gefügt werden. König Fuad bricht seine Europareise ab. London, 6. August. (Reuter.) König Fuad fährt ndf) einwöchigem Aufenthalt in Paris direkt nach Aegypten zurück, da er der Ansicht ist, daß seine Gegenwart dort angesichts der letzten Entwicklungen in den englischägyptischen Beziehungen wesentlich ist. Die Abkürzung des Aufendhalts König Fuads in England hat in ganz Aegypten großes Aufsehen erregt. Die „Wasda" veröffentlicht einen leidenschaftlichen Appell an die ägyptische Nation, in dem es heißt: „Aegypten wünscht Gelegenheit zu haben, die Vorschläge für den englisch-ägyp- tifdKm Vertrag offen zu prüfen in einer Weise, die mit dem Ernst der Lage vereinbar ist. Aegypten will einen einstimmigen Beschluß ohne Hast oder Zögern erreichen." Der Appell schließt mit den Worten: „In dieser kritischen Stunde muß euer Motto sein: Aegypten über alles!" Ser Streit um die mandschurische Bahn. Krieg ohne Kampf. Die internationale Aufregung über die chinesisch-russischen Differenzen hat sich sehr rasch als unnötig herausgestellt. Die beiden Parteien sind zwar sehr forsch aufgetreten und haben sich gegenseitig zu bluffen versucht, waren aber wohl schon vorher der Meinung, daß die gegenseitige Bedrohung über den Abbruch der diplo- matischenBeziehungennicht hinaus- gehen konnte. Sollten hitzige Gemüter ernstlich an einen Krieg geglaubt haben, dann müssen sie inzwischen zu der Lieberzeugung gekommen sein, dah dabei für sie keine Seide zu spinnen ist. Die chinesischen Armeen, die in modernem Sinne nur einen sehr geringen Kampfwert haben, könnten bestenfalls Anfangserfolge erringen und die Russen zurückdrängen. Die Russen aber sind doch erheblich besser ausgerüstet, bloß daß sie eben nur einen einzigen Schienenstrang von ihrem Zentrum aus zur Verfügung haben, und das ist. wie sie bereits vor einigen Jahrzehnten erkennen muhten, zuwenig, um auf solche Entfernungen Nachschub und Verpflegung sicherzustellen. Auch Moskau hat sich deshalb mit einigen kriegerischen Noten und Volksdemonstrationen begnügt, die glänzend organisiert waren, die aber kaum Stimmungswert haben. Nachdem sich also die Gegner davon überzeugt haben, dah der andere Teil sich nicht ins Bockshorn jagen läht, sind sie friedlichen Lieberlegun- gen schon sehr viel zugänglicher geworden. Der Vorstoß der Amerikaner mit einer Vermittlungsaktion war allerdings vorellig. Dadurch ist der Streit eigentlich nur aufgebauscht worden. Sehr viel zweckmäßiger war es, die Erregung erst einmal abflauen zu lassen, damit inzwischen der Versuch eines unmittelbaren Ausgleichs gemacht werden konnte. Der hat inzwischen eingesetzt, hat aber nicht zum Ziel geführt, obwohl die ersten Ansätze eines guten Willens auf beiden Seiten sich gezeigt Haden. Die Chinesen haben zu erkennen gegeben, dah sie zuweit gegangen sind in der Art, wie sie die mandschurische Dahn in Besitz nahmen und die Russen abtransportierten. Sie haben aber sachlich natürlich doch Recht, dah sie nicht zusehen können, wie von Moskau aus ihre mühsam geschaffene neue Ordnung dauernd unterwühlt wird. Nach der Richtung werden sie also Sicherheiten verlangen, die sie auch auf dem Papier bekommen, die ihnen indessen praktisch kaum viel helfen dürften. Es handelt sich daher nur noch darum, die erlösende Formel zu finden, der beide Teile zustimmen können, ohne an ihrem Prestige etwas zu verlieren. Dann wird man die Akten über den ganzen Konflikt schließen können, vielleicht sogar unter Verherrlichung der segensreichen Wirrungen des Kellogg- Paktes. Wenn nicht — eine Gefahr, die natürlich immer noch besteht — an irgendeiner Stelle die Gewehre doch losgehen, und die Grenztruppen sich ineinander verbeißen. Rußland dementiert: Die Telegraphen« agentur der Sowjetunion ist ermächtigt, die aus chinesischen Quellen verbreiteten Meldungen Übei angebliche Vorverhandlungen an Bei sowjetistisch-chinesischen Grenze entschieden _ zu dementieren, ebenso die Meldungen Übei eine in den nächsten Tagen bevorstehende Konferenz, für die angeblich beiderseits bereits Vertreter ernannt seien. AienaüonalenMnderheileninDeuWand Oie Wetterlage. Ä2Ä & t.i Cönma. er Gegenstand einer anderen Konferenz sein. Japan und die Zlottenabrüstung. UN» regte seinerzeit allenthalben das größte Aufsehen. Bereits 1924 tauchten in allen Seilen des 1 eine Erden Sri* erzielen. Bombenattentat in Ztgram. Agram. 6. Aug. (WSB.) Heute gegen 1 Uhr morgens wurde auf die nächst dem Hauptbahnhof -er Gtresemann-Rede. Paris, 7. August. (WSB. Funkspruch.) Zur Rede Stresemanns in der ersten Sitzung der Haager Konferenz äußern sich einige Pariser Blätter. „Oeuvre" schreibt: Von der Intervention Stresemanns muh man sich merken die Erinnerung an die Enttäuschungen und an das lange Warten des deutschen Volkes, das seine volle Souveränität wiederhaben will, die Forderung, daß das politische Problem, also die Rheinlandräumung, gleichzeitig mit dem finanziellen Problem vor der Konferenz aufgerollt werde und die Zustimmung des Reichs- außenministers zu dem Plane Briands über die Schaffung eines Verbandes der Staaten Europas. - „Echo de Paris" erklärt: Durch die Ausführungen des Reichsaußenministers Strefcmann wird Briand, der von einem Verbände der Staaten Europas sprach, auf seinem eigenen Gebiet noch überboten. Die Friedensverträge haben nicht mehr den Wert und die Bedeutung, die man ihnen zulegt. Dies ist im großen und ganzen der Sinn der Rede Stre- gelegene Gendarmeriekaserne ein Bombenanschlag verübt. Nähere Einzelheiten sind zur Stunde noch nicht bekannt. Man spricht von einem Svten und acht verwundeten Gendarmen. Die Höllenmaschine war im Keller der Kaserne untergebracht. Die Explosion richtete an dem Gebäude erheblichen Schaden an. Es dürfte sich um ein k o m m u ni st i s ch e s A t t e n ta t handeln. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. heilen durchzusehen, als vielmehr Höhung seines Anteils an butzahlungen Deutschlands zu pariser Echo O Wolkenlos.O neuer, q naro oedeexi » wolkig. ® oedetkt. «Regelt * Schn« a Graupeln ■ Neoei K Gewitter.(^windstille. «O> seh# leichter Ost y massiger Südsüdwest *5 stürmischer «ordwesl Die Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeiaen Stationen stehenden Zahlen gehen die Temperatur an. Die Linien veromden Orte mit gleichend auf neeresnirfeau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die Nordmeerströmung füllt sich nach und nach auf, so daß die Luftdruckgegensähe sich immer mehr ausgleichen. Von Westen her erfolgt wieder kräftiger Druckanstieg, der sich auch weiter ostwärts bemerkbar machen wird. Bei der herrschenden Druckverteilung werden wir erneut ozeanische Luftzufuhr erhalten, die aber den herrschenden Witterungscharakter nur durch zeitweise aufkommende Bewölkung und gewitterdrohend« Störungen beeinflussen wird. Im allgemeinen bleibt das gegenwärtige Wetter erhalten. Wettervoraussage für Donnerstag: Seils heiter, teils wolkig, Temperaturen schwankend, meist trocken. Lufttemperaturen am 6. August: mittags 22,1 Grad Celsius, abends 15 Grad: am 7. August: morgens 17,3 Grad. Maximum 22,4 Grad, Minimum 9,7 Grad. — Erd temp era turen in 10 cm Siefe: am 6. August: abends 25,6 Grad; am 7. August: morgens 16,4 Grad Celsius. semanns, die in die Haager Versammlung eingeschmuggelt worden ist. — „Figaro" führt aus: (Strefcmann habe guten Grund zu der Annahme, daß er die Ergebnisse erlangen könne, die er wünsche. Was den Nest betreffe, so werde Reich um nicht weniger als 10 Millionen Mark geschädigt worden ist, er- —,te seinerzeit allenthalben das größte Auf- 10000-Svnnen-Kreuzer bauen muß, wenn nicht sowohl Großbritannien wie auch die Vereinigten Staaten sich bereitfinden sollten, ihren gegenwärtigen Bestand an Kreuzern zu vermindern. Iapan ist zwar für eine Beibehaltung des gegenwärtigen Stärkeverhältnisses in Großkampfschiffen, wird jedoch auch bereit sein, einer Erhöhung der Altersgrenze und einer Verminderung des höchst zulässigen Tonnen- gehalts für Schlachtschiffe zuzustimmen. Dawes-Plan bis 31. August und für die erste Septemberwoche gegenüber dem am 1. April in Kraft zu sehenden Bonng-Plan hin und empfahl Verwendung dieser Summe für kleinere Bedürfnisse, insbesondere für die im Poung-Plan Nicht mehr vorgesehenen Besahungskosten. Der Voungplan sehe einen geschützten und einen ungeschützten Teil der deutschen Reparationszahlungen vor. Solange die Zahlungen ohne Schwierigkeiten geleistet würden, spiele diese Unterscheidung keine Rolle, sobald jedoch Schwierigkeiten einträten, würde diese Seilung von großer Bedeutung sein. Der ungeschützte Seil gäbe ein Recht auf Mobilisierung und Kommerzialisierung und biete somit größere Sicherheiten als der bedingte Seil der Iahresratenzahlungen. Die englische Regierung stelle fest, daß Frankreich von dem ungeschützten Teil der Reparationen fünf Sechstel erhalle, somit zwei Millionen Pfund jährlich mehr als im Dawesplan vor- gesehen war. Cs müsse offen und mit Entschiedenheit erklärt werden, daß dieser Standpunkt überhaupt nicht zu vertreten sei. und es könne auch kein Versuch gemacht werden, dies zu erläutern oder zu rechtfertigen. Die englische Regierung lehne die Abänderung der festliegenden Verteilung der Tribut- Zahlung unter den Gläubigernationen ab. Großbritannien sei der Hauptleidtragende des neuen Verteilungsschlüssels. Auch andere kleine Rationen müßten darunter leiden. Dies sei in gewisser Hinsicht äußerst unglücklich. weil die kleinen Rationen, die jetzt auf- gesordert würden. Opfer bei der Verteilung der Tribute zu bringen, zu der Reparationskonferenz überhaupt nicht hinzugezogen worden seien. Ls sei das erste Mal, daß Vorschläge gemacht wurden, die ein völliges verlassen der Abmachungen von Spa und eine Verletzung des Artikels 237 des Versailler Vertrages bedeuteten. Die englische Regierung vertrete grundsätzlich den Standpunkt, daß sie mit der allgemeinen Festsetzung der höhe der Tribute übereinstimme, jedochdie geplante neue Verteilung unter den Gläubigern a b l e h n e. Die englische Regierung erhebe daher Widerspruch gegen den T^rteilungsschlüssel des QSoung- planes und auch gegen die Seilung der Zahlungen in einen bedingten und einen unbedingten Seil. . r , Zusammenfassend betonte Snowden, daß der englische Widerspruch sich 1. gegen den Verteilungsschlüssel, 2. gegen die Art der Verteilung und 3. gegen die Bestimmungen des Boung* planes über die Sachlieferungen richte. Das englische Abgeordnetenhaus werde niemals seine Zustimmung zu irgendwelchen neuen Opfern und neuer Preisgabe englischer Interessen geben. Hierüber bestehe kein Unterschied zwischen den Parteien, da alle Parteien sich hierüber vollkommen einig waren. Eine Preisgabe nationaler Interessen könne von England nicht erwartet werden, solange eine englische Regierung im Amte sei, und jede Regierung Großbritanniens werde darauf bestehen, daß Großbritannien in der Regelung der Reparationen fair behandelt werde. Er habe den aufrichtigen Wunsch, daß die/ Konferenz zu einer Lösung dieser schwierigen und delikaten Frage gelange. Er müsse sich aber auf den Standpunkt seines Freundes Macdonald stellen, daß die Konferenz nur Entschlüsse annehmen könne, die auf der Gerechtigkeit aufgebaut seien. Ein Abkommen, das letzten Endes nur Anzufriedenheit auslöse, sei kein Abkommen. London stimmt Snowden zu. Der britische Standpunkt „zwar bestimmt, aber elastisch". London, 6. Aug. (SA. Funkspruch.) Die Rede des Echatzkanzlers Snowden, deren Inhalt im wesentlichen vorauszusehen war, findet in der englischen Oeffentlichkeit vorbehaltlose Zustimmung. Sie entspricht dem, was man sich allgemein von Snowden versprach. In politischen Kreisen wird jedoch darauf hingewiesen, daß die Rede Snowdens erst einen allgemeinen Umriß des englischen Standpunktes gegeben habe und daß der britische Standpunkt in seinen Einzelheiten durchaus noch nicht feststehe. Damit soll offenbar ausgedrückt werden, daß die Haltung der britischen Abordnung zwar „bestimm t“, aber auch durchaus „elastisch" ist. Es kommt England also wohl nicht so sehr darauf an, seinen Standpunkt in allen Einzel* ■Dienstag, ß.fluaust, 1929 7h a.Dds. Ein unklares Programm. Berlin, 7. Aug. (Privattel.) Der Verband der nationalen Minderheiten in Deutschland hat sich veranlaßt gesehen, eine Deklaration herauszugeben, in der er in begrüßenswerter Weise jede irredentistische Pv- liick ablehnt, andererseits aber eine Reihe von Forderungen aufstellt, die nicht ganz $u verstehen find. Aus diesem Grnnde erscheint es angebracht, die Deklaration in ihren einzelnen Punkten einmal näher zu betrachten. Die nationalen Minderheiten in Deutschland sind verhältnismäßig klein. Wir haben in Oberschlesien Polen, ebenso tm Industriebezirk Polen, dann haben wir Wenden in der Lausitz, einige tausend Dänen in Nordschleswig, ungefähr 300 Litauer im Tilsiter Gebiet und eine ganz kleine Gruppe von Friesen. Da Deutschland von jeher den Standpunkt vertritt, den Minderheiten die kulturelle Freiheit zu geben, deren sie in ihrer Entwicklung bedürfen, haben die nationalen Minderheiten Deutschlands auch nach jeder Richtung hin ihr Recht erhalten. Gewisse Gruppen, so die Wenden, versuchen zwar hin und wieder, eine autonomere Stellung durchzusetzen, dabei handelt es sich aber meistens um recht duickle Machinationen, die ihren Ausgangspunkt in gewissen nationalistischen Kreisen des Auslands finden. Die Polen versuchen selbstverständlich immer wieder, Anhaltspunkte zu finden, um, da sie ihre eigenen Maßnahmen gegen das Deutschtum in Polen verdecken müssen, Beschwerdegründe gegen Deutschland konstruieren zu können. So haben sie ja auch auf der letzten Tagung des Auslandpolentums in Warschau recht heftig gegen Deutschland polemisiert, was Die Vorbereitungen zum Weltfluge des „Graf Zeppelin". Neuh ork, 6. Aug. (Funkspruch.) Die Vorbereitungen zum Weltfluge des Luftschiffs „Graf Zeppelin" sind in vollem Gange. Am Mittwoch gegen Mitternacht amerikanischer Zeit will Dr. Eckener Lakehurst verlassen. Da die Fahrgäste der letzten Reise über den Atlantischen Ozean sich ganz außerordentlich lobend über die Reise geäußert haben, ist der Andrang von Fahrgästen, die die Reise um die Welt machen wollen, s e h r g r o h. Zum Rückfluge über Deutschland haben sich bereits 18 Personen eingeschrieben. Der Flug soll dann von Friedrichshafen über Tokio nach Los Angeles und Lakehurst führen. Der Fahrpreis für die große Weltfahrt betragt 9000 Dollar (etwa 38 000 Mark), so daß man damit rechnen kann, daß die Fahrt auch finanziell ein großer Erfolg werden kann. Aus ganz Amerika sind außerdem große Mengen von Postsäcken und Frachtstücken eingetroffen. Zur Zeit wird das Luftschiff, überholt und mit Wasferstofsgas aufgefüllt. Da in den Marinedepots bei Neuhork nicht genügend Gas auf Lager war, mußte es teilweise aus anderen Gegenden nach Lakehurst geschafft werden. Seit der Ankunft haben etwa 1 0 0 0 0 0 Menschen das Luftschiff besichtigt. Die Blätter berichten weiter in großer Ausmachung über den Zeppelin und bringen Bilder von den Passagieren, dem blinden Passagier Albert Buschke und den mitgeführten Tieren. Man nimmt an, daß bei der Schilderung des Zeppelinfluges im Rundfunk am Sonntag 7 Millionen zugehört haben. Reichsbahn und Reichspost. Verkehrstechnische Zusammenarbeit. Berlin, 6. Aug. (Priv.-Tel.) Die zwischen Reichsbahn und Reichspoft angestrebte Zusammenarbeit auf den verschiedensten verkehrstechnischen Gebieten, so z. B. hinsichtlich der Einrichtung von Kraf tpostlinien, hat,wie wir hören, soeben einen neue Ansporn erfahren. Dieser erstreckt sich auf einen durchgehenden Personen- und Gepäckverkehr zwischen Reichspoft und Reichsbahn, da von den Benutzern des immer umfangreicher werdenden Kraftpostverkchrs wiederholt der Wunsch ausgesprochen worden ist, eine solche Einrichtung zu treffen. Zur Zeit unterliegt diese Anregung bei der Reichsbahn und der Reichs- Post einer eingehenden Überprüfung. Schon jetzt kann indessen gesagt werden, daß die Einrichtung nur für solche Derkehrsbeziehungen in Betracht kommen wird, bei denen es sich um einen Ueber- gangsverkehr von Bedeutung handelt. Irn Zusammenhang damit ist man übrigens auch in Erwägungen über eine Herabsetzung der Krastpo st gebühren, eingetreten, um zu Prüfen, inwieweit sich eine solche Ermäßigung rechtfertigen läßt. Im Prinzip geht dabei das Reichspostministerium von der Voraussetzung aus, daß bei der fortschreitenden Verkehrsentwicklung eine Ermäßigung der Gebühren von Fall zu Fall weiter vorgenommen werden wird. Das Befinden des Reichskanzlers. Berlin, 6. Aug. (TU. Funkspruch.) In der Presse war eine Meldung aus Heidelberg verbreitet worden, daß sich der Zustand des Reichskanzlers erheblich verschlimmert lxabe. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, trifft diese Nachricht nicht zu. 9m Befinden des Reichskanzlers war in der vorigen Woche eine kleine Komplikation eingetreten, die aber bereits überwunden ist. Es ist zu erwarten, daß der Reichskanzler seine Kur in Bad Mergentheim bald wieder fortsctzen kann. Aus aller Welt. Blutige Streikunruhen in Rumänien. 3800 Arbeiter der im Tal des Iiu-Flusses bei LuPeiri gelegenen Kohlenbergwerke sind in den Streik getreten, haben das Elektrizitätswerk besetzt und die Maschinen zum Stillstand gebracht, so daß während der Nacht der ganze Distrikt in völlige Dunkelheit gehüllt war. Auch die Pumpstationen der Bergwerke wurden außer Betrieb gesetzt, so daß die Gefahr besteht, daß die Gruben ersaufen. Der Staatsanwalt erschien mit einer Truppenabteilung im Streikgebiet, um Verhandlungen mit den Streikenden zu führen. Die Besprechungen, an denen auch der Präfekt teilnahm, blieben jedoch erfolglos. Als der Staatsanwalt im Namen des Gesetzes die Streikenden aufforderte, die besetzten Gebäude zu räumen, wurden von den Arbeitern Schüsse abgegeben. Die Truppen erwiderten das Feuer. 16 Arbeiter wurden getötet und 60 verletzt. Die Gendarmerie konnte nicht verhindern, daß der Leiter der Elektrizitätszentrale, Ingenieur Radotz. durch mehrere Messerstiche verletzt wurde. Die Streikbewegung trägt zwar nicht ausgesprochen kommunistischen Charakter, doch sind die Teilnehmer meist Mitglieder der behördlich aufgelösten vereinigten Gewerkschaften, die kommunistisch sind. Ein neuer Afrikaflug Millelholzers. Der durch seinen ersten Afrikaflug, seinen Flug nach Mittelafrika, bekannte Schweizer Flieger Mittelholzer wird Mitte Dezember dieses Jahres zu einem neuen Reiseflug nach Afrika starten, der über Aegypten und den Sudan nach Innerafrika führen soll. Mittel- Holzer wird ein neues dreimotoriges Fokkerflua- zeug benutzen, das er auf mehrfachen Alpenflügen erprobt hat. Die Probeflüge in so großen Höhen waren notwendig, weil bei dem bevorstehenden Afrikaflug der Kenia und der Kilimandscharo, die beiden höchsten Bergstöcke Afrikas, überflogen werden sollen. Mittelholzer unternimmt die Luftreise zusammen mit einer englisch-holländischen Jagdgesellschaft, und der Hauptzweck' des Unternehmens ist die Iagd auf Löwen und Elefanten. Der englische Luftmarschall besichligl das Flugschiff „Do. X". Sir Sefton Brancker, der Luftmarschall von Großbritannien, stattete der Dornierroerft in Altenrhein einen Besuch ab, um das Flug- schiff „Do. X" zu besichtigen. Troß des sehr schlechten Wetters nahm Sir Sefton Brancker in Begleitung von Dr. Dornier an einem Probe- fluge des Flugfchiffes teil. Nachdem auch die Werftanlagen besichtigt waren, kehrte Sir Sefton Brancker, der mit einem Flugzeug aus London gekommen war, dorthin zurück. Ehrung deutscher Seeleute. Am 29. Iuli geriet das dänische Motorschiff „Thea" auf der Ostsee in Seenot. Die Hochseefähre „Schwerin", die zwischen Warnemünde und Gjedser verkehrt, setzte ein Rettungsboot aus, dem es nach langer, gefahrvoller Arbeit gelang, die ganze Besatzung der „Thea" zu retten. Die Tat hat seiner Zeit in den dänischen Blättern hohe Anerkennung gefunden. Die dänische Regierung hat jetzt den beteiligten Rettern durch die mecklenburgische Regierung ihre Anerkennung aussprechen lassen und dem Kapitän der „Schwerin", Pechol, eine goldene Uhr, dem Steuermann Lerch, der das Rettungsboot führte, ein wertvolles Prismenglas und vier Matrosen silberne Pokale mit Widmung überreichen lassen Ein Millionenbetrug vor Gericht. Dor dem Schöffengericht Berlin-Mitte beginnt am kommenden Montag der große Prozeß gegen die Ban derolen s ch w i nd1er Shre und Genossen. Die Aufdeckung der großen Danderolenschwindeleien, bei denen das Reiches Fälschungen Von Tabakbanderolen auf, ohne daß es damals gelang, den Tätern auf die Spur zu kommen. Es konnte lediglich festgestellt werden, daß die Schiebungen von Hamburg, Dresden, Köln und Berlin auägingen. Erst zwei Iahre später, also 1926, gelang es, auf die Spur einer verzweigten Schiebergesellschaft zu kommen, deren Haupt, Friedrich Syr6, sich am Montag vor dem Berliner Gericht gemeinschaftlich mit seinen Helfern und Helfershelfern zu verantworten haben wird. Im ganzen stehen außer dem Hauptbeteiligten 20 Angeklagte vor Gericht. Es wird ihnen Steuerhinterziehung und Betrug in Gestalt von Banderolenfälschungen zur Last gelegt. Da sie auch an dem großen Einbruch in das Berliner Hauptzollamt beteiligt waren, bei dem ihnen Banderolen für annähernd 900 000 Mark in die Hände fielen, werden sie sich auch wegen Diebstahls zu verantworten haben. Weiter wird dem Betrügerkonsortium vvrgeworfen, daß sie Auftragszettel gefälscht und dadurch große Mengen von Steuerwertzeichen erbeutet .haben. Man nimmt an, daß der Riesenprozeß, zu dem etwa 100 Zeugen und zahlreiche Sachverständige geladen sind, mehrere Wochen in Anspruch nehmen wird. Polizei und Presse. Während der Berliner Maiunruhen wurden>in Neukölln zwei Berliner Jour- n a l i st e n durch das rigorose Vorgehen einiger Polizeibeamten an der Ausübung ihr es Berufes gehindert und mißhandelt. Gegen den schuldigen Offizier war vom Polizeipräsidenten sofort ein Dorf ahren eingeleitet worden. Er ist jetzt nach Hanau a. M. strafversetzt worden. Der Verkauf des Eibsees. Die Bayrische Volkspartei hat im Landtag Ausschluß verlangt, ob die Zeitungsnachrichten von einem beabsichtigten Verkauf des den Gebrüdern Seme gehörenden Eibsees an ein amerikanisches Konsortium richtig sei. In der Erklärung der Staatsregierung wird mitgeteilt, daß sich die bayerische Staatssorstverwaltung gegen die Gebrüder Serne ständig in einer ihr auf gezwungenen Abwehrstellung befinde. Sollte die angebliche Verkaufsabsicht der Eibseebesiher wider Erwarten verwirklicht werden, so bestünde zu Befürchtungen wegen einer vollständigen Abschließung des Eibsees fein Anlaß; da die Usergrund- ftüde mit geringer Ausnahme dem Staate gehören, so dürfte eine solche Abschließung kaum möglich sein. Jedenfalls wird die Staatsregierung alles auf bieten, um eine solche Maßnahme zu verhindern. Die Bayreuther Festspiele 1930. Im Bayreuther Festspielhaus haben die Vorbereitungsarbeiten für die Spielzeit des kommenden Jahres eingesetzt. In den Schneiderwek- ftätten wird gearbeitet, um die neuen Kostüme für „Sannhäuse r“ fertigzustellen. Auch die Szenerien dieses seit 1904 nicht mehr dort auf- geführten Werkes sind nach den Angaben Siegfried Wagners durch Kurt Söhnlein, Hannover, neu entworfen. In der enusbergszene wird die Tanzschule Laban mitwirken. Als musikalischer Leiter tritt zum erstenmal der berühmte Dirigent der Mailänder Scala, Arturo Tosca- nini, an das Dirigentenpult des Festspielhauses. Mit ihm wid der Münchener Staatskapellmeister Karl E l m e n d o r s f in der Leitung des „Tannhäuser" wechseln. Toscanini dirigiert auch die drei Aufführungen des „Tristan". Die Aufführungen des „Parsifal" leitet wieder Dr. Karl Muck. Zwei zyklische Ausführungen des „Ring der Nibelungen", in deren musikalischer Leitung Siegfried Wagner und Karl Elmendorfs wechseln, sind ebenfalls angesetzt. Tokio, 6. August. (Reuter.) Wie in gut terridjteten Kreisen verlautet, hat sich die Regierung dahin entschieden, daß einStärke- verhältnis von 10:10:7 in Hilfskreuzern für Iapan unbedingt erforderlich ist und daß Japan daher noch mehrere aber schon in seiner Beweisführung in sich zusammenfiel. Der Verband der nationalen Minderheiten in Deutschland oerlanat die kulturelle Entwickln n g s f r e i y e it ohne kulturelle Autonomie. Wie er sich das vorstellt, gibt er nicht an, und man erkennt daraus, wie sehr gerade diese Frage noch einer klaren Festle - gung durch den Völkerbund, als dem Schützer der nationalen Minderheiten, bedarf. Er verlangt weiterhin die Institution eines europäischen Kulturbundes als Pendant zum Völkerbund. Was das bedeuten soll, ist allerdings nicht zu verstehen. Denn die europäischen Nationalitätengruppen haben sich ja felbft eine Organisation geschaffen, die ohne Frage ein durchaus wertvolles Organ zur Vertretung ihrer Interessen ist. Die Notwendigkeit einer neuen Organisation erscheint deshalb nicht gerade zweckmäßig. Dagegen muß der 5. Punkt der Forderungen des Verbandes, der die Entpolitisierung der Minderheitenfrage" verlangt, begrüßt werden, da die Entwicklung ja zur Genüge dargetan hat, wie wenig zuträglich den Minderheiten eine Politisierung ist. Programme sind immer zu begrüßen. Aber sie müssen, wenn sie wirksam sein wollen, auch auf dem Boden konkreter Vorschläge erwachsen. Der Verband der nationalen Minderheiten in Deutschland dürfte ohne Frage nützliche Arbeit im Interesse aller Minderheiten leisten, wenn er sich anschickt, seine Ziele genauer und klarer zu formulieren. Es muß in der Minderheitenfrage eine endgültige Lösung erstrebt werden. Dies hat gerade Deutschland immer mit allem Nachdruck vertreten. Und in erster Linie sind es die Minderheiten selbst, die die praktische Vorarbeit dafür leisten können. HöfSgi W H/s lOtrCcc n\— pro Deden Der Oberheffen. Zettel- und ZIegenmarlt mit Prämiierung in Hungen. L Hungen, 6. 2lug. Zu dem gestern hier abgehobenen Ferkel - und Ziegenmarkt waren 455 Ferkel und 158 Ziegen einschließlich Lämmer aufgetrieben. Der Handel auf dem Ferkelmarkt war gut, während der Verkauf auf dem Ziegenmarkt infolge des starken Angebots von Jungböcken zu wünschen übrig lieh. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel bis zu 35 Ulf., 6 bis 8 Wochen alte 36—45 Mk., 8 bis 10 Wochen alte 45-55 Mk., 10 bis 12 Wochen alte 56 bis 62 Mk., Einleger bis zu 80 Mk. das Stück. Ziegenböcke wurden verkauft je nach Ware bis zu 100 Mk. das Stück. Mit dem Ziegenmarkt war eine Prämiierung von Ziegen verbunden, die folgendes Ergebnis hatte: Klasse I. Böcke (2 Jahre und älter): 1. Preis (10 Mk.): Gemeinde Utphe. 2. Preise (8 Mk.): Gemeinde Obbornhofen, Gemeinde Hattenrod. Anerkennung (3 Mk.): Gemeinde Hungen, Gemeinde Laubach. Stadtsekretärs ins Auge zu fassen sei. Die Sache wird nochmals vertagt. — Dom Beigeordneter wird vorgeschlagen, anläßlich des Verfassungstages ein Platzkonzert und ein Feuerwerk zu veranstalten. Der Gemeinderat lehnt mit 6 gegen 4 Stimmen cs ab, Mittel für den vom Deigeordnelen gemachten Vorschlag zu bewilligen. * Grüningen, 6. Aug. Am vergangenen Sonntag feierte der hiesige Turnverein „Gut Heil" sein 20jähriges Destehen, verbunden mit einem Vereinswetturnen. In den Morgenstunden wickelte sich in flottem Tempo der - Wettkampf ab. Sonderwettkampf zeigte den einzelnen Turner auf seinem Spezialgebiet. Vach dem Eintreffen der geladenen auswärtigen Vereine wurde mittags der Festzug aufgestellt, Unter Musikbegleitung bewegte er sich durch unser Dorf. Auf dem Festplatz angekommen, fand die allgemeine De- grüßung durch unseren Ehrenvorsitzenden, Lehrer- Eingesandt. (, c Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Sladtanlelhea. Unter den Anleihebesihern der Stadt Gießen herrscht großes Erstaunen, Beunruhigung und vielfach Erbitterung darüber, daß die Stadtverordneten die Aufwertung der Gießener Anleihen auf den Mindestsatz von 12,5 für das Hundert festgesetzt haben. Der Treuhänder hat dem Vernehmen nach dies auch nicht anerkannt und die Aufwertung auf 20 Prozent beantragt. Gießen hat dagegen die Entscheidung des Ministeriums angerufen. — Der Degründung, daß die Stadt Gießen kein Geld für eine höhere Aufwertung hat, steht der Umstand entgegen, daß Gießen allgemein für eine der reichsten Städte von Hessen gilt, auch fortwährend große Ankäufe tätigt, so folgte dem Duschschen Garten, der jetzigen Dürgermeisterei, die Liebigshöhe, die Philosophenwaldwirtschaft, das Einhorn, die Hardthöse, die Lackfabrik in den Eichgärten usw., auch leistete die Stadt große Beiträge für Sportplätze, die Volkshalle, die Flugplatzeinrichtung usw. Jetzt zuletzt noch schuf sie an der Carl-Vogt- Straße eine monumentale Treppen- und Brun- nenanlage mit einer Säulenhalle darüber, die Gießener Propyläen genannt. Daß Gießen die Mieteinnahmen der Gnauthstrahe bei einem Kapitalaufwand von 3000 Reichsmark einzieht (In), ist früher schon einmal ausgeführt worden. Der Gießener Bürger, der seinerzeit vertrauensvoll Stadtanleihen nahm, fragt sich, warum er zugunsten derer benachteiligt werden solle, die ihr Geld anderweitig anlegten, und wird für die Folge allen Stadtanleihen, auch wenn man nun den Ausweg der Sammelanleihen wählt, sehr mißtrauisch gegenüberstehen. Dazu kommt, daß andere Städte viel höher aufwerteir, das hessische Babenhausen 20 Prozent, sogar in bar. Daß eine Verkürzung der Stadtanleihe- besiher der Stadt die Verwaltung sehr erleichtert, kann zur Entschuldigung derselben nicht dienen. Auch der Einwand, daß dann die Steuern erhöht werden mühten, kann nicht gelten. Kein gerecht denkender Bürger wird sich auf Kosten der gutgläubigen Anleihezeichner bereichern wollen. Auch bleibt immer der Ausweg, daß die Stadt einen kleinen Teil ihres reichen, noch in der letzten Zeit stark vermehrten Besitzes abstoßt. Käufer werden sich finden. Gesetzliche Bestimmungen stehen dem nicht entgegen. Gesetzlich ist eine Aufwertung bis 25 Prozent vorgesehen und eine höhere Ablösung als das Minimum von 12,5 Prozent ausdrücklich angeregt. Wenn augenblicklich das Geld knapp ist, könnten für später erhöhte Zuweisungen vorgesehen werden. Es ist zu hoffen, daß vorstehenden Erwägungen von den maßgebenden Stellen Rechnung getragen wird. Es empfiehlt sich daher auch, die bezüglichen Papiere nicht aus der Hand zu geben. Für Sparkassenguthaben wurden wenigstens 18 Prozent bewilligt. Kü Hause- wirb jedoch auf Vorschlag des Bürger- Meisters in nichtöffentlicher Sitzung verhandelt. Ein Vorschlag der Wasserkommission, bem Wassermangel zu steuern, indem jeder Einwohner, der eine Zapsstelle im Garten hat, mit 3 Mk. besteuert werden soll, fand keine Gegenliebe. da ja hierdurch doch nicht der Zweck erreicht würde. Der Gemcinderat sieht in der Anschaffung von W a f s e r m e s s e r n die einzige Möglichkeit der Abhilfe und beschließt dementsprechend. Angebote hierüber sollen dem Gemeinderat vorgelegt werden und man hofft, durch den Bezug von zirka 1000 Wassermessern einen günstigen Preis'zu erhalten. Es wird ausdrücklich betont, daß die Anschaffung der Wassermesser das billigste für die Gemeinde ist, da hierdurch der Gemeinde weiter keine Kosten entstehen und jedenfalls viel Wasser gespart wird, was seither an die Stadt Gießen bezahlt werden muhte. — Für die Reubauten Abel und Kreiling ist die Wasserfrage noch zu regeln. Es werden verschiedene Vorschläge gemacht und besprochen, doch wird an dem Vorschlag, die Wasserleitung vom Cichenröderweg ab zu legen, festgehalten. Bü^er- meister Schvmber soll hierfür Voranschlag anfordern und dem Gemeinderat vorlegen zwecks endgültiger Regelung. Ein Beschwerdeschreiben der Freiw. Feuerwehr zwecks Verbot von Verleihen von Feuerlöschgeräten an Private und Geschäftsleute ruft eine größere Aussprache hervor. Der Gemeinderat beschließt, daß dies für die Folge ausgeschlossen ist und bewilligt die Reuanschaffung von 30 Meter Schläuchen. Wegen der Ersatzleistung durch den betreffenden Geschäftsmann soll die Feuerwehr ihr Gutachten über die Brauchbarkeit der von diesem gebrauchten Schläuche abgeben. Die Kosten für die Verfassungsfeier übernimmt die Gemeinde. Ein Antrag auf Abgabe von Steinen aus dem Gemeindesteinbruch fand Annahme, jedoch sollen nur bis zu drei Wagen abgegeben werden zum Preise von zwei Mark pro Wagen. Die von der Gemeinde verpachtete Sandgrube soll für die Folge einer strengen Kontrolle unterzogen werden: der Bürgermeister wird das Rot- wendige veranlassen. Da Wieseck zur Zeit ohne geeigneten Dade- p l a h ist und den Freunden des Badens an der Lahn dauernd Schwierigkeiten entstehen, wird vom Gemeinderat dringend gebeten, die bereits seit langem mit der Gemeinde Launsbach geführten Verhandlungen zum 2lbschluh zu bringen, zumal die Kosten für die Benutzung des Launs- bacher Badeplatzes sehr gering sind. Landkreis Gießen. Momberger (Dießen) statt. 3» ferner Rede ging er auf den Zweck urtb die 3tcte der Deutschen Turnerschaft ein und gab dann anschließend in kurzen Zügen ein Bild von der Geschichte des Turnvereins. Der Ansprache schloß sich das Schauturnen an. Die Damenriege des Turnvereins Lang-Göns bot einige Reigen und mehrere Gruppen Stabübungen. Eine Musterriege an Darren und Reck zeigte der Turnverein Münzenberg. Auf unserem Sportplatz neben der Sing- und Turnhalle wurden noch einige Faust' ballspiele zwischen den Vereinen Holzheim, Münzenberg und Grüningen ausgetragen. Dei Tanz verbrachte man den Rest des Rachmittags. Um 7 Uhr erfolgte die Preisverteilung. Die erreichte Punktzahl der einzelnen Turner erwies, daß sogar Höchstleistungen zu verzeichnen waren. Allgemeines Interesse erregten die am Abend vorgeführten gymnastischen Darbietungen und mehrere Keulenübungen. Allgemein kann gesagt werden, daß der aufstrebende Verein eine vorzügliche Entwicklung genommen hat. + Grünberg, 6. Aug. In der jüngsten Gemeinderatssitzung unter Vorsitz von . Beigeordneten Keller waren neun Gemeinderäte anwesend. Eine Kommission hat die Traß- straße bei Hartmannshain besichtigt, und chr Urteil über diese Art der Strahenherstellung fällt in günstigem Sinne aus. Einstimmig faßt daher der Gemeinderat den Beschluß, die Provinzialdirektion, Abteilung Tiefbau, zu ersuchen, dem Gemeinderat einen Voranschlag wegen I n - standsehung der Bahnhofstraße in Traß zu machen. Das an der einen Serie befindliche Pflaster, sowie die Gosse, welche beide in schlechtem Zustande sind, sollen ebenfalls erneuert werden. Da zur Bahnhofstraße etwa 7000 Mark nötig sind, außerdem für Wasserleitung in der Färbgrabengasfe und Wasserleitung und Kanalisation in der Gartenstraße weitere 4000 Mk., so soll mit der Bezirkssparkasse, dem Vvrschutz- verein und dem Bankgeschäft PH. I ö ck e l wegen der Geldbeschaffung unterhandelt werden. Der Straßenbau des Reststückes der Theo-Koch- Straße, an dem das neue Finanzamt liegt, der von einem Gemeinderate wegen der Eröffnung dieses Gebäudes am 1. September angeregt wird, soll noch zurückgestellt werden, bis sich die vollständige Senkung des an/gefüllten Bodens vollzogen hat. — Die Durchführung der Garten- straße durchschneidet das Grundstück eines Besitzers' in die Siraßenflucht fallen 408 Quadratmeter, während 601 Quadratmeter als unwirtschaftlich gelegene Reststücke zu beiden Seiten liegenbleiben. Mit dem grundsätzlich von der Stadt festgelegten Preise von 1,50 Mark Quadratmeter für Straßengelände ist der siher einverstanden, dagegen fordert er für Quadratmeter der Reststücke 2,50 Mark. Gemeinderat beschließt als letztes Angebot nur 1,80 Mark zu bewilligen. — Die vom Gemeinderat Z i n ß e r vorgelegte Ortssatzung, welche die Anstellung eines Derufsbürgermeisters Vorsicht. ist Gegenstand längerer Aussprache. Der Beigeordnete, sowie die Gemeinderäte Zintzer und Schmidt sprechen sich in zustimmendem Sinne aus, während die Gemeinderäte R o t b und Schetlhaas im Grunde wohl dafür sind, aber die Sache noch für verfrüht halten. Vom Beigeordneten wird darauf hingewiesen, daß bei der wohl bald erfolgenden Ruhestandsversetzung des StadtdienersKreuder dje Anstellung eines Ülus der Provinzialhauptstadt. I Gießen, den 7. August 1929. Gießener Verfaffungsfeier. Wie bereits mitgeteilt wurde, beginnt die Die- Heuer Berfassungsseier am tommenben Sonntag, 11. d. M., pünktlich 15,15 Uhr in der Volkshalle. Das Musikkorps des 1. Datl. Jnf.-Reg. 15, die Gesang-, Turn- und Sportvereine wirken mit. Am Sonntagvormittag ist ein Anlagen kontert der Militärkapelle in Der Südanlage vorgesehen. Zur Feier in der Volkshalle laden im heutigen Anzeigenteil Provinzialdirektor G r a e f und Oberbürgermeister Dr. Keller ein; es sei nochmals auf diese Bekanntmachung hingewiesen. * ■ Unter dem Titel „Zehn Iahre Deutsche Republik" haben die hessischen Landtagsab- gcorbneten Reiber und Storck ein Gedenkbuch zum Verfassungstage 1929 herausgegeben, das im Verlagshaus von Wolfgang Schröter in Darmstadt erschienen ist. Das Büchlein enthalt folgende Beiträge: Staatspräsident Dr. h. c. Adelung: „Zehn Jahre Deutsche Republik; Kreisschulrat Karl Storck, M. d. L.: „Der erste Reichspräsident"; Kreisschulrat Ignaz Goh: „Hindenburg"; Minister Leuschner: „Vom deutschen Dolksslaat. Die Bedeutung der Weimarer Verfassung"; Rektor Julius Reiber, Md. L.: „Die Kulturaufgaben der Deutschen Republik". Finanzminister Kirnberger: „Von Volks- und Völkergemeinschaft"; Minister für Arbeit und Wirtschaft Korell: „Die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der letzten zehn Jahre"; Krcisschul- rat Wilhelm Loos: „Der Deutschen Republik". Weiter sind in diesem Gedenkbuch die Bilder der beiden Reichspräsidenten enthalten. In erster Linie ist die Schrift für Schüler bestimmt. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Sonderkonzert, ausgeführt vom Musikkorps I./15, 20i Uhr, Liebigshöhe. — 117er: Mitglieder-Versammlung, bei Kamerad Emil Sied, Hammstraße. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die wunderbare Lüge der Nina Petrowna". • • Eine Massenchor-Probe der Gesangvereine zur Derfassungsfeier am kommenden Sonntag findet morgen, Donnerstag, 20.30 Uhr in der Volkshalle statt. Man beachte die heutige Anzeige. • ’ Sonderkonzert. Für das heute abend auf der Liebigshöhe stattfindende Sonderkonzert der Militärkapelle ist von Obermusikmeister Gober eine geschmackvolle Zusammenstellung von Musikstücken älterer und moderner Komponisten vorgesehen. U. a. bringt die Vortragsfolge je ein Solo für ViolinceUo („Ich grüße dich") und für Trompete („Die Teufelszunge"). Außerdem kommen zum Vortrag Stücke aus den Opern „Rosamunde", „Faust", „Bohöme" und „Hoffmanns Erzählungen". Der zweite Teil beginnt mit einem Fanfarenmarsch für Heroldtrompeten und Kesselpauken; das Konzert findet mit zwei neuen Schlagern seinen Abschluß. * • Rundflüge über Gießen. Von heute ab finden, wie man uns mitteilt, bis auf weiteres vom Gießener Flugplatz aus zu mäßigen Preisen Rundflüge mit einer Sportmaschine statt. Interessenten seien auf die heutige Anzeige verwiesen. *♦ Straßensperrung, mitgcteilt vom Oberhefsischen Automobilklub E. V. (A. v. D.) Gießen: Die Strecke Simmersbach—Oberdieten im Zuge der Straße Dillenburg—Eibelshausen- Breidenbach—Biedenkopf ist von Kilometer 17,7 bis 18,5 bis einschließlich 15. August 1929 für Fuhrwerke und Kraftfahrzeuge gesperrt. Umleitung über Oberhörlen. " Der Hessische Chordirigenten- Verband veranstaltet am 7. und 8. September in Offenbach a. M. eine Tagung zur Weiterbildung der Chordirigenten. " D. H. V. Auf dem 4. Reichsjugendtag des Bundes der Kaufmannsjugend im Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband in Danzig wurden kaufmännische Berufswettkämpfe durchgeführt, an denen viele hundert Kaufmannslehrlinge und Junggehilfen aus allen Volksdeutschen Gebieten teilnahmen. Die beruflichen Wettkämpfe, die In Kurzschrift, Situationsaufgaben und Fremdsprachen ausgetragen wurden, waren nach De- russgrmppen und Lehr- bzw. Gehilfenjahren ge- gltebert. Aus der Ortsgruppe Gießen des D.H.V. konnte der Jungkaufmann Otto Erb einen zweiten Preis in der Fachgruppe Versicherungen erwerben. Klasse Ii. Böcke (1 Jahr alt) : 1. Preis I (10 Mk.): Gemeinde Hattenrod. 2. Preis (8Mk.): Gemeinde Inheiden. 3. Preise (5 Mk.): Gemeinde Laubach; Heinrich Münster, Hattenrod. Klasse 111. Ziegen (3 Jahre und äl- ster): 1. Preise (10 Mk.): Friedrich Löffler, Hungen; Friedrich Stauf, Utvhe; Andreas Burkart, Ettingshausen; Jakob Raumann, Laubach; Karl Münster, Hattenrod. 2. Preise (8 Mk.): Karl Schwarz, Hungen; Wilhelm Konr. Dern II., Lang-Göns; Heinrich Albohn HL, Hattenrod; Wilhelm Keil II., Ettingshausen; Karl Otto Jäger, Laubach; Karl Peter, Laubach. 3. Preise (5 Mk.): Philipp Schul Witwe, Hattenrod; Hugo Keil, Ettingshausen; Karl Börger, Bellersheim. Anerkennung (3 Mk.): Karl Schwarz, Hungen; Wilhelm Grünbein, Hungen; Wilhelm Kaiser, Bellersheim. Klasse IV. Ziegen (2 Jahre alt): 1. Preis (10 Mk.): Heinrich Rau IV., Hattenrod. 2. Preise (8 Mk.): Heinrich Münster. Hattenrod (zwei); Otto Fink, Hattenrod; Dietrich, Hattenrod; Rudolf Hahn, Obbornhofen. 3. Preise (5 Mark): Gotth. Stein, Ettingshausen; Ferdinand Kammer 11., Obbornhofen. Anerkennung (3Mk.): Wilhelm Keil, Ettingshausen. Klasse V. Ziegen (1 Jahr alt): 1. Preis (10 Mk.): Wilhelm Kaiser, Bellersheim. 2. Preise (8 Mk.): Friedrich Stauf, Utphe; Heinrich Münster, Hattenrod; Köhler, Bettenhausen. 3. Preise (5 Mk.): Karl Schwarz, Hungen; Friedrich Löffler, Hungen; Heinrich Rühl II., Utphe; Wilhelm Schwarz, Utphe; Rudolf Hahn, Obbornhofen; Valentin Weppler, Harbach; Andreas Burkart, Ettingshausen; Wilhelm Keil II., Ettingshausen; Emil Schäfer, Hungen. Klasse VI. Zeitziegen: 2. Preise (6 Mark): Karl Otto Jäger, Laubach; Wilhelm Keil II., Ettingshausen; Gotth. Stein, Ettingshausen; Heinrich Münster, Hattenrod. Schlußberatung zum Voranschlag in Wieseck. jt, Wieseck, 6. Aug. Der Gemeinderat befaßte sich in seiner letzten Sitzung mit der Schlußberatung zum Voranschlag. Die Umlage, die mit 60 895 Mk. festgesetzt war, wurde durch verschiedene Abstriche und Aende- rungen auf 53 000 Mk. festgesetzt und vom Gemeinderat gegen die zwei Stimmen der Kommunisten genehmigt. Die Steuersätze für Grundsteuer auf Gebäude und Bauplätze, für Grundsteuer auf land- und forstwirtschaftlich ober gärtnerisch genutzte Grundstücke, sowie die Gewerbesteuer werden vom Kreisamt nach Prüfung des Voranschlags festgesetzt, und wird dann der Gemeinderat in einer späteren Sitzung diese Sätze beschließen. Die Besetzung des Polizeidiener- postens, der großes Interesse entgegengebracht wurde, war für viele eine Ueberraschung. Wurde doch der seitherige Flurschütz Vogel mit zwölf Stimmen gegen den Wachmann Karl Weller, der nur 5 Stimmen erhielt, gewählt. Der seitherige Gemeindeschäfer, der durch die Aufgabe der Schäferei frei wird, wird als Flur- schüh eingestellt. Ein Vorschlag von Gemeinderat Werner, die Besetzung des Wiesenwärterpostens mit dem Gemeindetaglöhner- und Friedhofswärterposten zu vereinigen, fand bis auf eine Stimme Annahme. Der Bericht der Baukommissivn wurde zum Teil von Bürgermeister Schorn- b e r und von Mitgliedern der Kommission erteilt, und es fand hierbei eine rege Aussprache statt. Besonders war es die Auseinandersetzung mit einem Anlieger an der Straße nach Gießen, wo das von diesem erworbene Gelände zum Teil für den durch den Bebauungsplan vorgesehenen freien Platz (angrenzend an die Gemarkung Gießen) verwendet werden muß. Die von dem Anlieger gemachten Bedingungen kann die Gemeinde nicht eingehen und wurde deshalb Bürgermeister S ch o m b e r beauftragt, nochmals mit dem Betreffenden zu verhandeln. Ferner wird der Gasometer an der Gießener Straße demnächst einen anderen Standort erhalten. Der Platz wird noch bestimmt. Ein Vorschlag der Baukommissivn, der den Bau von 12 Wohnungen (dreimal drei Zimmer und neunmal 2 Zimmer) vorsieht, fand Annahme, jedoch soll dadurch das Bauvorhaben der Baugenossenschaft nicht beeinträch- tigt werden, sondern auch dieses Bauvorhaben (vorgesehen sind auch hier 12 Wohnungen) soll von der Gemeinde durch Bereitstellung von Gelände unterstützt werden. Für die Gemeindebauten sollen alsbald Skizzen und Voranschläge vorgelegt werden. Dem Schmerzenskind Wiesecks, Strahen- inst ands etzung, soll nun auch bald abgeholfen werden. Vorerst sollen deswegen die Kana- lisierungsarbeiten in der Gießener Straße, der Philosophenstraße und der Möserstraße durchge- füchrt werden. Voranschläge für diese Arbeiten sind bereits angefordert. Die Hausanschlüsse zur Kanalisierung in der Kornblumenstraße werden diesen Herbst durch die Gemeinde auf Kosten der Anlieger durchgeführt. Um den Hausbesitzern die Sache zu erleichtern, können diese die Kosten in bis zu drei Jahresraten bezahlen. Hierbei wird gewünscht, daß diese Arbeiten durch hiesige Erwerbslose ausgeführt werden, damit die Gemeinde die Möglichkeit hat, den Zuschuß von der Erwerbslosenversicherung zu erhalten, denn nur dadurch ist es möglich, die Arbeiten überhaupt auszuführen. Wegen des Verkaufs des Backhauses an der Gießener Straße an Wilhelm Haas haben wiederholt Verhandlungen stattgefunden und nun drängt Haas auf Erledigung, da er noch dieses Jahr mit seinen Um- und Reubauarbeiten beginnen will. Sein Angebot auf Barentschädi- gung von 3500 Mk. an die Gemeinde und Ueber- nahme der Kosten für den Abbruch des Back- Bücheriisch. — Heidelberger Festspielbuch 1 92 9. Herausgegeben vom Verein Heidelberger Festspiele e. V. Verlag „Das Theater", Berlin w 35. — Das Buch bringt eine Reihe bedeutsamer Beiträge erster Autoren. Gerhart Hauptmann ist mit einer Reihe menschlich und dichterisch bemerkenswerter Aphorismen vertreten. Ueber „Florian Geyer" als nationales Drama schreibt Alfred Kerr. Zur Aufführung von „Troilus und Cressida" führt ein Essay von Wilhelm von Scholz. Arthur Eloesfer gibt eine schöne Betrachtung „Thomas Mann als Redner", der bekanntlich in diesem Jahre die Eröffnungsrede der Festspielr gehalten hat. Berliner Börse. Berlin, 7. August. (WTB. Funkspruch.) Es läßt sich bei der Geschäftsstille im heutigen Frühverkehr noch keine Tendenz erkennen. Die Momente, die zu der gestrigen Schwäche führten, scheinen heute nicht mehr vorhanden zu sein, deim einerseits ist der Geldmant in Reu- york wieder leichter geworden, anderersetts hat sich der Pfundkurs in Paris wieder wesentlich gebessert, so daß die Goldarbitrage von England nach Frankreich unlvhnend wird. Kurse sind noch nicht zu hören. tttvanke, sebwSebllche Ätafret sind Sorgenkinder! Kttteke un-» AMch schaffen blühende, gesunde ^lndev. w Verkauf durch Willi Letsch, Giefeen, Krofdorfer Strafte 16, Fernruf 3235. SCHÖNAU b. CHEMNITZ 1H 2316V 6618D Kriegerverein GieOen der Vorstand. Ter Vorstand. o609D 01970 Es ist bestimmt in Gottes Rat. daß man vom Liebsten was man hat, muß scheiden! Am Montagabend 7V*Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden in der Klinik zu Gießen unser lieber, braver Sohn, lieber Bruder und Enkel Erich Friedrich Müller kurz vor seinem vollendeten 8. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Friedrich Müller II. und Frau Luise geb. Volk Adolf Müller, Bruder nebst allen Anverwandten. Aliendorf (Lahn), Dutenhofen (Kreis Wetzlar), 7. August 1929. Die Beerdigung findet an seinem Geburtstage, Donnerstag, den 8. August, nachm. 2 Uhr, vom Trauerhause Schulstraße aus statt. 661 ID Nachruf. Am Montag, dem 5. August, nachmittags 4 Uhr, verstarb unerwartet unser Freund Jacob Klingelhöffer im 78. Lebensjahr. Durch seinen ehrenwerten Charakter und seine treue Pflichterfüllung hat er sich bei uns allen ein ehrendes Andenken gesichert Unvergeßlich wird er uns bleiben. Bäcker-Innung Gießen. Die Beerdigung /MX unseres Ehrenmit- gliedeS findet Donnerstag, 2'/, Ubr, auf dem Neuen Friedhof statt. Ultetsogteiniguag 1852-1902 Unseren Mitgliedern geben wir hiermit schmerzerfüllt Kenntnis von dem plötzlichen Tode unseres lieben Altersgenossen jflcoo WngelWer Die Beerdigung findet Donnerstag den 8. August, nachm.2^Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Um allseitige Beteiligung bittet Bekanntmachung. Detr,: Die vorläufigen Umlagen und die vorläufige Sondergebäudesteuer der Stadt Gießen im Rechnungsjahr 1929. 6603C Auf Beschluß des Stadttats vom 27. Juni 1929 und mit Genehmigung der hessischen Herren Minister des Innern, der Finanzen und für Arbeit und Wirtschaft sind für das Rj. 1929 die vorläufigen Aus- fchlagsätze wie folgt festgesetzt worden: 1. 25 Rpf. auf je 100 Mark Steuerwert der Gebäude und Bauplätze: 2. 35 Rpf. auf je 100 Mark Steuerwert des land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitzes; 3. a) 55 Rpf. auf je 100 RM. Steuerwert des Gewerbekapitals (nach dem Gewerbeftcuergefetz für 1928 vom 10. Mai 1928 — Reg.-Bl. S. 109); b) 220 Rpf. auf je 100 RM. Steuer- wert des Gewerbeertrags; 4. 45,93 Rpf. auf je 1 RM. des für das Rj. 1929 festgestellten staatlichen Sondergebäudesteuersolls. Die Aufrechnung der hiernach zu entrichtenden vorläufigen Steuerbeträge auf die endgültig festgesetzte Steuer bleibt vorbehalten. Die Erhebung sämtlicher Steuern erfolgt in 6 Zielen, und zwar: das 1. und 2. Ziel bis zum 25. Juli 1929, die weiteren Ziele bis jeweils zum 25. September, 25. November 1929, 2'. Januar und 25. März 1930. lieber die zu zahlenden Steuerbeträge werden den Pflichtigen in Kürze besondere Steuerbescheide zugestellt, lieber die Fälligkeitstermine der einzelnen Ziele erfolgt noch besondere Bekanntmachung. Gießen, den 5. August 1929. Der Oberbürgermeister: Dr. Keller. Das Abfahren des in Staats-, Gemeinde- und Markwaldungen unseres Dienstbezirks gekauften Holzes muß bis zum 1. Oktober b. 3. be- endet sein. 6601D Gießen, den 5. August 1929. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. Oeffentliche Verdingung. Für den Neubau des Finanzamts in Wetzlar a.d. Lahn sollen: 6607D 1. die Ausführung der Schreinerarbeiten, . 2. die Lieferung der Sperrholztüren im Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen können vom 12. August 1929 ab vom Reichsbauamt Kassel, Obere Königstraße 29, unentgeltlich, solange der Vorrat reicht, bezogen werden. Zeichnui n und Bedingungen liegen im Reichsbauamt Kassel und bei der Neubau- leitung im Finanzamt Wetzlar zur Einsichtnahme aus. Die Angebote sind verschlossen, mit ent- sprechender Aufschrift versehen, bis zum 22. August 1929, 12 Ahr, beim Reichsbauamt Kassel, Obere Königstraße 29, ein- zureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote im Beisein etwa erschienener Bieter stattfindet. Die Zuschlagsfrist läuft am 7. September 1929 ab. Reichsbauamt Kassel. 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August 1929 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) Nr. 185 Zweites Blatt Erntesegen und Ernlesorgen. Don Oelonomierat Or. h. c. Franz Schiftan, Mitglied des preußischen Landtages. Gin beispiellos harter Winter hatte uns Po- largrade an Kälte gebracht. Die Folgen dreses Kälteeinbruches nach Deutschland zeigen sich rn starken Verwüstungen im Reben- und Obstbaumbestand. Im besten Wachstum befmdllche Rutz- bäume sind abgestorben. Winzer und Oostzuchter haben in vielen Gegenden des Reiches einen Schaden, den die jetzige Generation der Erwach- feiten bestens am Ende ihres Lebens wieder ausgeglichen sehen wird. Ueberwiegend ohne Schaden im Gefolge des Winters zeigten sich Aecker und Grünländcreien. Die Monate lang lagernde Schneedecke bot ihnen starken Schuh. Lediglich die in Erdmieten aufbewahrten Kartoffeln und Ru- ben haben vielfach gelitten. Die Getreide- und Hackfruchtentwicklung dieses Frühjahrs und Fruh- sommers wurde während der Hauptwachstumszeit durch zwei längere Trockenperioden gehemmt. Manches ist während dieser Zeit abgestorben, aber im Groszen und Ganzen gesehen steht aller- wärts im Reich eine über das mittlere Maß an Menge hinausgehende Ernte. Auch die Viehbestände sind ohne erhebliche Seuchenerscheinungen überwintert. Diesen Vorteil haben wir vor allem unseren Viehseuchengesehen und deren sorgfältiger Durchführung zu ver- danken. Das Fernhalten verseuchter Viehbestände des Auslandes, hervorragend des östlichen, hat die Freihaltung des deutschen Diehstapels von ansteckenden Krankheiten gefördert. So steht die deutsche Landwirtschaft für das Auge vor einer erträglichen Aussicht. Trotzdem aber ist bange Sorge im landwirtschaftlichen Stande zu Hause. Hat doch der deutsche Landwirt nach den Erlebnissen der letzten Iahre sich »gefallen lassen müssen, daß er sein Produkt nicht nach den deutschen Gestehungskosten verlaufen konnte, sondern nach dem Diktat der Preise der Weltspekulation. Dieses hemmungslose Hineingeworfensein in den Weltmarkt zeitigte aber im Deutschen Reich Preise für die landwirtschaftlichen Produkte, die den deutschen landwirtschaftlichen Wirtschaftsbedingungen nicht gerecht wurden. Unter Einstandspreisen mußte der Landwirt den überwiegenden Teil seiner Erzeugnisse verschleudern, denn die ihm gezahlten Preise wären auch vor dem Kriege unerträglich gewesen. Welche Dermögenszerstörung wirkt aber seit dem Kriegsende. Zerstörung des Substanzvermögens, Aufhebung fast jeden Betriebskapitals, unverhältnismäßige Preissteigerung der hauptsächlichsten landwirtschaftlichen Betriebsmittel. Die kurze Golddecke des Reiches zeitigte 'Zinssätze, die jeden mit notgedrungener Zuhilfenahme von Leihkapital arbeitenden Wirtschafter, nach Ausschöpfung feines geringen Realkredites, durch Eingehung unfundierter Schulden schwer bedrückt. Trotz der besseren anstehenden Ernte kann also die Landwirtschaft nicht erntefreudig sein, da ihre Schuldverknechtung allzu groß ist. Gehört ja doch die Ernte überwiegend dem Geldgläubiger. Aus der Schuldverstrickung können aber neben guten Ernten lediglich ausreichende Pro- duktenpreise den Landwirt langsam lösen. Daß Landwirts Rot Volkes Rot ist, beweist überzeugend der Rotstand der Provinzstädte, denen der landwirtschaftliche Käufer fehlt. Ihr Geschick ist mit dem des platten Landes besonders eng verbunden. Behebung dieser Röte ist heute das Bestreben aller vernünftigen Menschen im Reich. Haben wir doch jährlich für etwa 4 Milliarden Mark landwirtschaftliche Produkte aus dem Ausland eingeführt, und jedem Einsichtigen ist klar, daß sich ein verarmtes Volk eine derartige . Fremdeinfuhr mcht gestatten darf, wenn es sich noch einmal geldlich auf eigene Füße stellen will. Schafft Devisen aus deutscher Ackererde! Sorgt, daß zunächst und vor allem das deutsche landwirtschaftliche Produkt auf dem deutschen Tisch verzehrt wird! Die Abdämmung der Fremdeinfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die Erhaltung und Leistungssteigerung deutscher landwirtschaftlicher Betriebe ist keine parteipolitische Frage, sondern eine wirtschaftliche Lebensangelegenheit der ganzen Ration. Erfreuliche Ansätze zur Verständigung in die- sen Lebensfragen hat das soeben verabschiedete Aarar-Wirtschafts-Programm gezeitigt. Die Herbeiführung halbwegs stabiler und den Einstandskosten gerecht werdender Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse ist die Rotwendigkeit der Stunde. Absahregelung dar deutschen landwirtschaftlichen Produktion ist eine der Hauptvoraussehungen für das Werk. Wenn in dieser Richtung weiter fördernde Arbeit über alle Parteischranken hinweg als eine der Hauptwirtschaftsaufgaben des Parlaments und der Regierung unter stärkster Mithilfe der Landwirtschaft selbst geleistet wird, kann ein Aufhalten der Agrar» kise und schließlich ein langsamer Wiederaufstieg in den landwirtschaftlichen Betrieben erhofft werden. Dis zur Auswirkung der eingeleiteten Maßnahmen und ihrem weiteren Ausbau wird aber alles getan werden müssen, um die landwirtschaftliche Gesamtheit zu stützen. Wenn der deutsche Landwirt die Gewißheit gewinnt, daß die Ernährung des deutschen Volkes aus deutschen Scholle das Hauptziel der deutschen Wirtschaftsführung ist, wenn er sieht, daß alle Parteien zu diesem Zweck vertrauensvoll miteinander zusammenarbeiten, dann steht neben dem Erntesegen, trotz aller Röte der Stunde die hoffnungsvolle Erntefreude. Zu dieser Erntefreude kann dem Landwirt lediglich die Förderung durch den gesunden Sinn der Volksgemeinschaft verhelfen. Oie Schutzfrist des geistigen Eigentums. Die im vorigen Iahre in Rom auf der intcr» nationalen Urheberkonferenz festgesetzten Richtlinien für die Regelung der Urheberschuhfrist haben die beteiligten Instanzen in Deutschland die ganze Zeit über sehr eingehend beschäftigt, und es sind im Laufe der vergangenen Monate eine ganze Reihe von Entwürfen ausgearbeitet worden, die nunmehr zur Behandlung und Entscheidung stehen. Eine der Hauptschwierigkeiten ist nach wie vor noch die Länge de r Sch uh - frist, da es immer noch nicht gelungen ist, die verschiedenen gegenteiligen Meinungen auf einen einheitlichen Renner zu bringen. Die auch in dieser Frage gesuchte Rechtsangleichung mit Oesterreich hat inzwischen eine Durchkreuzung durch das schnelle Vorgehen der österreichischen Regierung erfahren, die bekanntlich kürzlich die Urheberschuhfrist für Oesterreich vorläufig fest- geseht hat. Die Schwierigkeiten, die in Deutschland einer befriedigenden Regelung der Urheberrechtsfragen entgegenstehen, bestehen in erster Linie in dem Verharren einer Verlegergruppe auf der dreihigjähri gen Schutzfrist, während sich die großen Erzeugerorganisationen auf den Standpunkt einer fünfzigjährigen Schutzfrist geeinigt haben. In dieser Richtung bewegt sich auch ein jetzt ausgearbeiteter Entwurf über das deutsche Urheberrecht, der im Auftrage des R e i ch s ve r b a n d e s deutschen Schrittums von den Rechtsanwälten Goldmann und Wolff ausgearbeitet worden ist. Dieser Entwurf sieht auch eine Schutzfrist von 50 Iahren vor und danach noch eine zeitlich befristete Domain public payant, nach der jeder, der während der Dauer von zehn Iahren nach Aufhören der Schutzfrist ein bis dahin geschütztes Werk herausgibt oder benutzt, 2 Prozent der Einnahmen an da s Reich zur Verwendung für die Förderung von Künstlern abführen soll. Bemerkenswert ist ferner an dem neuen Gesetzentwurf, daß er alle urheberrechtlichen Bestimmungen in einem einzigen Gesetz zusammenfaßt, daß in ihm also alle Bestimmungen für bildende Musik, Literatur, Kinematographie usw. mit geregelt sind. Ebenso erfährt das Radio- recht in diesem Entwurf eine eingehende Regelung. Der Entwurf ist den interessierten Instanzen und den beteiligten Behörden zugeleitet worden und er bildet augenblicklich Gegenstand eingehender Beratungen. Amtlicherseits steht man dem Vorschlag einer 2prozentigen Abgabe an das Reich zur Verwendung für die Förderung von Künstlern freundlich gegenüber, so daß der Entwurf zumindest in diesem Punkt auf das weitgehendste Entgegenkommen rechnen kann. LandesverhMdsiagMg der hessischen Schneidermeister. Am Sonntag fand in Gießen derVerbands- tag des Landesverbandes hessischer Schneider-Innungen für den Dolksstaat Hessen statt. Es war das zwölftemal, daß das hessische Schneidergewerbe zusammentrat, um zu erörtern, was notwendig ist, um trotz aller Röte der Zeit das Schneiderhandwerk existenzfähig zu erhalten. Den Verhandlungen ging am Samstag eine Gesamtvorftandssit- zung im „Hindenburg" und abends ein gemütliches Zusammensein im Dahnhofshotel voraus. Die eigentliche Tagung wurde am Sonntagvormittag im ®af6 Leib bei guter Beteiligung der Vertreter aus allen Teilen Hessens von dem Verbondspräsidenten Karl Klipper! (Offenbach) mit herzlichen Degrühungsworten eröffnet. Der Vorsitzende gab zugleich seinem Bedauern über das Richterscheinen der geladenen Dehör- den-Vertreter Ausdruck. Er bewillkommnete den Syndikus des Reichsverbandes des Deutschen Schneidergewerbes, Dr. Menningen, und den Direktor Schüttler von der Handwerkskammer Darmstadt. Den Iahres- und Geschäftsbericht für 1928/29 erstattete Schriftführer Ehr. Frey (Offenbach). Leider gelang es nicht, die Lieferungen für die Post zu erhalten, doch ist nach den gepflogenen Verhandlungen mit Behörden und Handwerkskammer für später eine Berücksichtigung zu erwarten. Hinsichtlich der Steuerfragen wurden neue Richtlinien ausgestellt. Die Werbewoche soll weiter ausgestaltet werden. Die Obermeistertagung zu Friedberg am 20. Ianuar war stark besucht und erledigte wichtige Berufsfragen. Drei Innungen traten neu bei: Lauterbach und Darmstadt-Stadt, sowie die Offenbacher Iunghandwerker. Die Frage der Lehrlingshaltung ist endgültig geregelt, Wohlfahrtseinrichtungen wurden eingeführt, die der Sterbekasse des Landesverbandes angeschlossen werden sollen. Er schließt mit dar Aufforderung zu innerer Geschlossenheit des Schneiderhandwerks. Den Kassenberich t erstattete Georg Vollmer (Offenbach). Die Gesamteinnahmen betrugen 4651,87 Mk., darunter waren Barbestand aus dem Vorjahre 1103 Mk., Mitgliederbeiträge 3373 Mark. Die Gesamtausgaben beliefen sich au 4127 Mk. An den Reichsverband wurden 961 Mk. abgeliefert, die Reisekosten betrugen etwa 840 Mk., Schriftführer und Vorsitzender erhielten je 500 Mark. Der Kassenüberschuh belief sich auf 524,79 Mark, so daß ein Dermögensbestand von 1597,79 Mark vorhanden ist. Rach erfolgter Entlastung wurde der Voranschlag für 1929/30 feftgelegt, der eine Einnahme und Ausgabe von 3200 Mk. vorsieht. Die 1600 Mitglieder des Verbandes zahlen 3200 Mk. Beitrag. Der Punkt: Beschlußfassung über die Einführung einer S terbekasfe rief eine rege Aussprache hervor. Schließlich einigte man sich auf einen Antrag Steinmetz, wonach das Zustandekommen der Sterbekasse den Beitritt von 400 Mitgliedern mit je 50 Pf. Beitrag erfordert. Die Herausgabe einer Schuhliste für schlechte Zahler innerhalb des Landesverbandes wurde einstimmig beschlossen. Die endgültige Beschlußfassung über die Grü n- dungeinerInteressen-Gemeinschaft für Uniformlieferungen erfolgte eben- alls einstimmig. Es handelt sich um Lieferungen für Reichswehr, Schutzpolizei, Bahn, Post, Feuerwehr, Forstleute usw. Dem Handwerk soll seitens der Behörden Gelegenheit gegeben werden, an den Lieferungen teilzunehmen. Dr. Menningen macht Mitteilungen über den Beschaffungs- plan des Reichs, der Reichsverband konnte schon große Aufträge vermitteln, die Lieferungstermine müssen unbedingt eingehalten und nur gute Arbeiten geliefert werden. Die Gründung geschah einstimmig. Die S tatutenberatung des Landesverbandes wurde bis zum nächsten Verbandstag verschoben. Ein treffliches Referat erstattete Frau Marg. Ries. Offenbach, über D amen s chneid er e i und Lehrlingsw efen. Sie fordert allgemeinen Beitritt der Schneidermeisterinnen zum Verband, gute Arbeit und angemessene Bezahlung. Eine gute Reklame ist dringend nötig, um im heutigen Geschäftsleben konkurrenzfähig zu bleiben, Modeschauen sind sehr zu empfehlen. Dem Lehrlingswesen in der Damenschneidern widmet die Rednerin längere Ausführungen. De Eignungsprüfung sollte obligatorisch durchgefüh ' werden, damit nicht ungeeignete Iungen ur. - Mädchen in den Schneiderberuf kommen. D: Ausbildung in der Kunstgewerbeschule sollte circ zweijährige Meistertätigkeit vorausgehen. 5)-« Halten des Fachblattes ist dringend erfordert' Direktor Schüttler. Darmstadt, übermitte die Grüße der Handwerkskammer und verbreite sich über die Frage des Rachwuchses. Er fordert zwei Iahre Meisterlehrzeit vor dem Besuch der betreffenden Handwerkerschule. Obermeister Hübner, Darmstadt, spricht über konfessionelle Lehrlings-Ausbildungs- hätten, die sowohl von evangelischer, als auch katholischer Seite bestünden und oft zwanzig und mehr Lehrlinge bei einer Meisterin zählten; hier müßten die Lehrmädchen — vielfach De- amtentöchter — noch Lehrgeld bezahlen. Mehrere Redner fordern, daß der Zudrang zu den konfessionellen Anstalten unterbunden werden müsse. Bei der Beratung der Anträge fordert die Innung Gießen Maßnahmen gegen das Uebcr» Handnehmen des Warenhandels in Bureaus, gegen Stoffhausierhandel und Wanderlager. Einstimmige Annahme findet auch eine Resolution betreffend Vergütung der Fachlehrer und Erhöhung der veralteten Sähe, wie es in Preußen bereits erfolgt ist. Um den nächstjährigen Verbandstag hat sich niemand beworben. Da im August 1930 zu Frankfurt der Allgemeine deutsche Schneiderlag statt- findet, soll der hessische Derbandstag ausfallen, es soll nur eine Vorstandssihung gelegentlich des Deutschen Schneidertages abgehalten werden. Zur Kosting-Spende — einer Wohltätigkeitsstiftuna für bedürftige alte Meister — werden 50 Mk. bewilligt. Zu der Rachmittagssihung hatten sich die Behördenvertreter eingefunden. Bürgermeister Dr. Seib vertrat die <5taöt und richtete herzliche Degrühungsworte an die Gäste; die Industrie» und Handelskammer war durch Bauunternehmer Becker vertreten. Dr. Menningen, Syndikus des Reichsverbandes des Deutschen Schneidergewerbes. sprach über „D as Schneider- Hand werk und d ie heutige Zeit". Er kam zu sprechen auf das Wirtschaftsprogramm, Reklame. Arbeitsbeschaffung. Rohstoff. Lehrlingswesen. Arbeitsschutzgeseh. Arbeitslosenversicherung. Gewerbeordnung, Hausierwesen, öffentliche Hand und private Wirtschaftsfragen. Direktor Schüttler von der Handwerkskammer in Darmstadt sprach über die neue Gesetzgebung und die Handwerker-Rovelle. Verbandsvorsihender Klippert schloß die anregend' verlaufene Tagung mit dem Wunsche, daß die Verhandlungen und Beschlüsse das ehrbare Handwerk fordern mögen, und daß jeder mithelfen möge zum weiteren Ausbau der Organisation. 33 Oer glückbringende Gehrock. Von Eugen Klöpfer. Nachdruck verboten. Es wird unsere Leser gewiß interessieren, sich von Eugen Klöpfer, einem unserer zur Zeit bedeutendsten Schauspieler, etwas aus den blutigsten Anfängen seiner glänzenden Bühnenlaufbahn erzählen zu lassen. Die Geschichte meines Gehrocks war die: Mein Onkel hatte ihn viele Jahre hindurch getragen und schenkte ihn mir, als ich zur Bühne ging. Der Rock war mir zu weit — damals. Er schlotterte nur jo um meine Figur herum, und ich beschloß, langsam in ihn hineinzuwachsen. Aber ich zog ihn nicht an — vorerst. Doch nahm ich ihn mit ins erste Engagement; und er war der einzige Gehrock, den ich besaß. Als das schöne Stück „Dorf und Stadt" vorbereitet wurde und ich infolge meiner wirklich schönen Figur die Rolle des „Fürsten" zugeteilt bekam, heftete ich dem Gehrock einen Orden an, setzte die Knöpfe enger, und wir spielten zusammen den „Fürsten", und wie! Zwei Fürsten hätte man aus uns machen können. Zn der Pause klopfte mir der Direktor Adolf Brakl auf die Schulter und sagte: „Feine Garderobe!" Da strahlten wir, und ich reichte am nächsten Tag um „Vorschuß" ein. Er wurde bewilligt. Dann kam ein Stück, in dem ich die Hauptrolle spielen sollte, einen Staatsanwalt. Der Regisseur sagte: „Da müssen Sie vor allem tadellos aussehen, als Staatsanwalt. So ein Staatsanwalt sieht fein aus, pik- fein! Und im zweiten Akt, wo Sie sich in den Verbrecher verwandeln, da müssen Sie gemein aussehen. Verstanden?" — Ich verließ mich auf meinen Gehrock. Zuerst ließ ich ihn fürstlich und eng um die Figur des Staatsanwalts herum sitzen, dann nähte ich die Knöpfe weit und unpassend durcheinander, und der Verbrecher war fertig; er schlotterte hundsgemein um mich herum. Es war ein großer Erfolg. So bekam der Rock Routine, und ich vertraute mich ihm an. Wenn eine Rolle schlecht war und einen Mißerfolg erwarten ließ: ich verließ mich auf meinen Gehrock, er stellte das Gleichgewicht wieder her. Aber auch im Privatleben stellte er feinen Mann. Ich war heimlich verlobt und sollte um „ihre Hand" anhalten. Am Sonntag ging ich hin. Mit Blumen. Ich hielt eine kleine Ansprache, wie sich's gehört, mit „Liebe auf den . . . Blick", und „ewig" und allem übrigen. Meine Schwiegermutter sah nur scharf auf den Gehrock — und dann zogen wir ab, mein Gehrock und ich. Die Blumen ließen mir dort und die Absage. Meine Braut erklärte mir in ihrem Abschiedsbrief den Zusammenhang: „Wie konntest du nur in dem furchtbaren Gehrock!" — Zuerst dachte ich daran, ihn zu erschießen. Aber ich tat es nicht. Meine Braut hat dann einen anderen genommen, einen Assessor B. Er brannte nach einem Jahr durch nach Amerika und ließ sich aus der Ferne scheiden. Der Zweite, dem sie sich hingab, erhängte sich bereits nach einem kurzen halben Jahr ehelichen Glücks. Den Dritten hat sie vor kurzem gefaßt, hier in Berlin; und seit der Zeit studiere ich mit einer gewissen herzlich teilnehmenden Neugierde gewisse Zeitungsinserate, ohne bisheriges positives Ergebnis. Aber sie sind erst ein knappes Vierteljährchen verheiratet. Jedenfalls hat mein Gehrock mich gerettet; denn wo hinge er heute — und wo hinge ich? Einmal wurde er mir vertauscht, von einem talentlosen Kollegen, der mir dafür seinen eigenen Gehrock zurückließ. Zuerst fiel mir der Betrug nicht auf, und ich zog den kollegialen Gehrock ahnungslos bei der nächsten Premiere an. Es war ein entsetzlicher Mißerfolg. Wir wurden ausgezischt! Ich war starr und untersuchte das Kleidungsstück näher. Und siehe da, es war ein ganz gewöhnlicher untalentierter Gehrock, aber nicht meiner. Aber wo war mein Gehrock? Durch Zufall las ich in den Zeitungen von den Riesenerfolgen meines untalentierten Kollegen in Berlin. Er hatte immer neben mir in der gleichen Garderobe gesessen. Sollte?! Ich nahm Urlaub und fuhr nach Berlin. Der Kollege spielte gerade zum fünfzigsten Male die Rolle, die ihn so rasch berühmt gemacht hatte. Ich sah mir die Vorstellung an und erkannte schon in der zweiten Szene meinen Gehrock. Er sah etwas melancholisch aus, etwas mitgenommen, ich fühlte, daß er nicht wirken wollte; aber er konnte nicht anders, er mußte einfach, er war zu talentiert. Das Publikum jubelte, und der Kollege verbeugte sich. Aber nicht lange! Während der großen Pause ging ich in die Garderobe des Künstlers. „Alter Freund!" sagte er und öffnete die Arme. Ich fiel ihm nicht hinein, obwohl es mich zu meinem Gehrock drängte. „Ziehen Sie ihn aus!" sagte ich kurz und warf ihm ein Paket hin, das feinen schäbigen Rock enthielt. Der Kollege erbleichte, bat mich flehentlich, ihm den Rock noch bis zur fünfundsieb- zigsten Aufführung zu leihen. Ich blieb hart — ich brauchte meine Erfolge selbst sehr notwendig und zog ab mit meinem Gehrock. Der Kollege aber fiel sofort nach der Pause derart durch, daß das Stück abgesetzt werden mußte und der Direktor den Konkurs anmelden wollte. Aber im letzten Moment fand sich wieder ein Geldgeber. Ich aber zog ab mit meinem wiedergefundenen Freund, und wir feierten im Hotel unser Wiedersehen. Am nächsten Vormittag stellten wir uns dem berühmten Direktor B. vor. Wir hatten Glück, und nach viereinhalb Stunden Wartezeit empfing er uns. Ich mußte Probe sprechen; und neben dem Direktor der Sekretär, hinter ihm zwei Dramaturgen und noch weiter hinten drei Regisseure, und jeder wollte sich sein (des Direktors) Urteil bilden. Schon nach der ersten Szene hörte ich deutlich aus dem Parkett die Stimme des Direktors: „Sehr interessant!", und beifällig nickten die Trabanten. Dann sprach ich etwas aus einem anderen Stück, und wieder schallte es von unten: „Wirklich sehr interessant!", und die Getreuen nickten zustimmend. Und dann wurden wir engagiert. Der Direktor klopfte mir auf die rechte Schulter und sagte: „Interessant!", und „Sehr interessant!" wiederholten die Begleiterscheinungen. Ich verabschiedete mich, schon unter der Tür, hörte ich die Abschiedsworte des Direktors: „Wirklich ein selten interessanter Gehrock, meine Herren!" So kam ich nach Berlin. Ich hab ihn getragen neunzehn Jahre — ich trage ihn heute noch! Sie können ihn jeden Abend sehen, etwas umgeändert, im R.°Theater! Friedrich der Große alsZoumalist 2lm 5. März 1767 brachten die beiden damals bestehenden Berliner Zeitungen, die bei Haude und Spener erscheinenden „Berlinischen Rachrichten von Staats- und Gelehrten Sachen", wie die „Berlinische privilegierte Zeitung", fast gleichlautend die nachfolgende merkwürdige Rachricht: „Wir vernehmen von Potsdam, daß, nachdem sich den 27. Februar gegen Abend die Luft verdunkelte, finstere Wolken, welche durch ein Gewitter, wovon man wenig Beispiele hat, zusam- mengetrieben worden, den ganzen Gesichtskreis bedecket, das Donnerwetter mit Blitzen ausgebrochen, und unter desselben wiederholten Schlägen ein Hagel gefallen, dergleichen man bey Menschengedenken nicht gesehen. Don zwey Ochsen, welche ein Bauer für eine Karre, die er in die Stadt fuhr, gespannt hatte, wurde einer sogleich todtgeschlagen; viele geringe Leute auf den Straßen sind dadurch verwundet worden; einem Brauer hat es den Arm zerschlagen. Die Dächer sind durch die Last des Hagels zerschmettert worden und alle Fenster, welche gegen den Wind, der das Gewitter trieb, gestanden, eingeschlagen. Man hat auf den Straßen große Stücken als Kürbisse gesehen, welche erst zwey Stunden, nachdem das Gewitter aufgehört, geschmolzen. Dieser besondere Vorfall hat einen sehr großen Eindruck gemacht. Die Raturkündiger behaupten, die Luft habe diese dichte und gefrorene Massen nicht tragen können; es wären die kleineren Körner, durch die Heftigkeit des Windes getrieben, in der Wolke zusammen- gestoßen und hätten ihre ausnehmende Große erst erhalten, da sie ihrem Falle nahe gewesen. Es mag zugegangen fein, wie ^s will, es ist gewiß, daß dergleichen Begebenheiten selten und fast ohne Dey spiel find." Dem gelehrten Berliner Buchhändler und Schriftsteller Friedrich Rico 1 ai verdanken wir die Aufklärung über diese „Ente"; er hat den kuriosen Zusammenhang 1788 in feinem Anek- dotenbuch über Friedrich den Großen aufgedeckt. Danach vernahm der König kurz nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges mit Mißvergnügen, daß man in Berlin von dem bevorstehenden Ausbruch eines neuen Krieges munkle. Er form daher darauf, dem Publikum eine Lehre und einen anderen Gesprächsstoff zu geben. Er erdichtete die oben wiedergegebene Rachricht von einem Unwetter in Potsdam mit kürbisgroßen Hagelkörnern und sandte sie an Professor Formey mit dem strickten Befehl, sie unverzüglich ins Deutsche zu übersehen und in den beiden Berliner Zeitungen einrücken zu lassen. In dem Kabinettsschreiben verbot er zugleich, die Quelle zu nennen und spätere Widerrufe oder Berichtigungen von anderer Seite aufzunehmen. So geriet denn das Märchen in Umlauf und blieb trotz mehrerer Einsendungen der erstaunten Potsdamer Bürger unwiderrusen. Kein Wunder, daß sich viele Leser über die kopfgroßen Hagelklumpen den Kopf zerbrachen. Der Wittenberger Professor Ioh. Dan. Titius kommentierte den Vorfall sogar in feinen naturwissenschaftlichen Schriften. Kl. Oberhessen. Kreis Friedberg. • Reichelsheim. 6. Qlug. Der Gesangverein „Liederkranz" trifft zur Zeit die ersten Vorbereitungen zu feinem im 3uni 1930 stattfindenden Geburtstagsfeste, wobei die Einweihung einer neuen Vereinsfahne erfolgen wird. Damit verbunden ist das Dundessest und Wertungssingen des Wetterau-Sängerbundes. Kreis Büdingen. j. Ober-Mockstadt, 6. Aug. Seit einigen Tagen hat unsere Kirche zur Freude aller Ortsbewohner eine neue H ß r mit Zifferblatt erhalten. Die alte Uhr hatte kein Zifferblatt und stand schon zwei Jahre still. Sie stammte aus dem Schloß zu Büdingen. Die neue Uhr hat Herr O ch s e n h i r t von Reichelsheim zum Preise von 880 Mk. geliefert. Hoffentlich wird auch bald das Schlagwerk an der Uhr angebracht. j. Ranstadt, 6. Äug. Dieser Tage besuchte ein ehemaliger französischer Kriegsgefangener mit Frau und Bruder seinen hiesigen Arbeitgeber. Er ist Landwirt und hat seinerzeit die landwirtschaftlichen Arbeiten der Familie zur vollen Zufriedenheit geführt. Er wollte seiner Frau die Familie zeigen, wo er so gut aufgehoben war. Er hat es sehr bedauert, daß er schon am andern Tage wieder abreisen muhte, da ihm durch eine Depesche der Tod seiner Schwester milgeteilt wurde. Aber nächstes Jahr will er wiederkommen, auch seine Kinder mitbringen und so die angebahnte Freundschaft Lieiterführen. • Stockheim. 6. Aug. Die Maschinendresche- reien unseres Kreises haben sich zu einer Kreis- D r e s ch g i l d e vereinigt und ihre erste Mitgliederversammlung Hierselbst abgehalten. Die neue Organisation ist an die neue Reichs-Dreschgilde e. V. angegliedert und bezweckt eine Interessengemeinschaft zum Schutz des Dresch-Gewerbes und seiner Rebenberufe. In Ermangelung einer eigenen Berufsvertretung des öffentlichen Rechts kann diese Organisation für das Dresch» ?ewerbe nicht nur die Lösung von Standesfragen etreiben, sondern auch den Verkehr mit den Behörden einheitlich gestalten und läßt den Willen des Berufsstandes zur Selbsthilfe und Selbstverwaltung im Rahmen der Gesetzgebung erkennen. Die Tatsache, daß jede maschinelle Drescherei mit erhöhter Unfallgefahr verbunden ist, wird durch die Unfall-Statistik erwiesen. Häufig ist Sachunkenntnis und mangelhafte Berufsausbildung von Reulingen die Ursache zu schweren Unfällen. Mit Recht fordert die Kreis-Dresch- gilde beste berufliche Ausbildung für chre Mitglieder und verlangt den Befähigungsnachweis der Reulinge für die Leitung einer maschinellen Drescherei, sowohl für Lohn-Drescher als auch für Genossenschafts-Drescherei. Die Gesamtorganisation hat diese Forderung zu vertreten, und es soll versucht werden, eine diesbezügliche Bestimmung in das neu entstehende Terufsausbildungs- geseh einzubringen- Die Berufsangehörigen versprechen sich von dieser Maßnahme die beste Gewähr für Unfall-Verminderung und die Verringerung der sozialen Lasten für die Allgemeinheit, aber auch einen einwandfreien Ausdrusch und die bessere Herstellung von marktfähigem Getreide. Ferner wurde ßie polizeiliche Einschränkung des Verkehrs mit Straßen-Lokomo- liven (Selbstfahrer) für den Transport von Dreschmaschinen besprochen, und es kam hierbei zum Ausdruck, daß die Verwendung von elektrischer Kraft wohl geeignet sei, den Verkehr mit St-rahen-Lokomotiven zu vermindern, wenn der Preis für Kraftstrom zum Dreschen unter 15 Pf. für die Kilowattstunde herabgemindert werden könne. Zur Zeit betrage der Strompreis 20 bis 25 Pf. für die Kilowattstunde, und danach stellen sich Die Unkosten für Antriebskraft auf 2 bis 3 Mk. für die Arbeitsstunde. Der diesjährige Richtpreis für maschinelle Drescharbeit ist auf Grund sorgfältiger Selbstkosten-Berechnung durch M IW MW M MM. Vornan von Edgar Wallace. 47. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Dr. Iudd war von seinem Stuhl heruntergeglitten und saß mit gekreuzten Beinen auf dem riesigen Bärenfell vor dem Kamin. Seine Hände waren gefaltet, und mit großen Augen blickte er andächtig auf seinen Bruder. Und hier drängte sich dem jungen Mädchen eine andere merkwürdige Beobachtung auf. Diese Zeilen, die David so wunderbar erschienen, begeisterten in gleicher Weise den anderen, und wenn er gelegentlich selbstbewußt, wie um den ihm gebührenden Beifall einzuheimsen, eine Pause machte, war es immer der Doktor, der diesem Wunsche tzuvorkam. „Wunderbar, ganz wunderbar! Ist er nicht ein Genie, Miß Stuart?" fragte Stephan. Sie blickte schnell zu David hinüber, glaubte ihn verlegen unter diesen Lobsprüchen zu sehen, aber er saß kerzengerade auf seinem Stuhl, ein selbstzufriedenes Lächeln auf seinen breiten Zügen und den Ausdruck herablassenden Wohl- wollens in seinen Augen. Und beide hatten die Absicht, zu morden! So manche Leute waren schon in diesem fürchterlichen Hause ermordet worden, dachte Diana in verständnisloser Verwunderung. Hatten sie immer hiergesessen während ihre Opfer den letzten verzweifelten Kampf in jenem entsetzlichen Verließ auskämpften, der eine vorlesend, und der andere jenen abgedroschenen Phrasen lauschend, jenen uralten Situationen, die beide für das Werk eines Ueber- genies hielten? „Das ist noch nicht einmal meine beste Arbeit," sagte David, als ob er in ihren Gedanken gelesen hätte. „Cs gefällt Ihnen natürlich?" „Sehr," antwortete das junge Mädchen leise. „Ditte, lesen Sie doch weiter." Sie hoffte, sie könnte sie auf diese Weise die ganze Rocht hindurch beschäftigt halten. Sicherlich würde die Polizei nach Larry suchen, und vielleicht war einem der Beamten das Haus in Chelsea bekannt. Aber diese Hoffnungen wurden zertrümmert, und ihr Herz schien stillzustchen. als sie sah, wie David das Manuskriptbuch schloß und es mit zärtlicher Sorgfalt auf den Tisch neben ihm legte. „Bruder," begann er, „ich glaube--" Der Doktor nickte. „Und würde es nicht eine delikate Handlung, ein eindrucksvoller Beginn des unendlichen Glückes fein, das vor mir, vor uns allen liegt, wenn diese schöne Hand —" er ergriff die wiKrstands- lose Hand Dianas — aber wiederum beendete er den Satz nicht. Ke ReichSdreschgWe tmfef BsrücksichttMNS Ser wirtschaftlichen Verhältnisse in der Landwirtlchast errechnet worden. ]:[ Usenborn, 6. Aug. Dieser Tage wurde in hiesiger Gemeinde die Quellenfassung zu unserer Wasserleitung vergeben. Die Arbeit erhielt die Firma Leiner von Birstein, die auch im nahe gelegenen Gelnhaar die Wasserleitung zu großer Zufriedenheit der dortigen Gemeinde gebaut hat. : Aus dem Riddatal, 6. August. Die Dreschmaschinen sind bereits auf den freien Plätzen in Ortsnähe aufgestellt, um den sog. ,.A rmeleutedrusch" vorzunehrnen. Die Leute, die sich nebenberuflich mit Landwirtschaft beschäftigen, und im allgemeinen nur über wenig Land verfügen, bringen ihr Getreide vielfach direkt vom Felde, an diese Stellern um es sofort dreschen zu lassen. Stroh und Körner nehmen sie gleich mit nach Hause. Der Druschpreis richtet sich nach der aufgewandten Zeit. Man hilft sich gegenseitig und verringert dadurch die Kosten. Das Ernteergebnis, soweit es sich auf Roggen und Gerste _ bezieht, (Weizen und Hafer sind noch im Rückstand), steht der vorjährigen Ernte, die als gut zu bezeichnen war, kaum nach. Selbst der hochgelegene Teil des Vogelsbergs, der in dieser Woche mit dem Getreideschnitt begonnen hat, weist Fruchtfelder auf, die in der Ebene gewachsen sein könnten. Kreis Schotten. * Schotten, 7. Aug. Der altbekannte Scho t- tener Sommermarkt findet in hergebrachter Form — am Montag, 12. August, Pferde-, Bullen-, Rindvieh- und Krämermarkt: Dienstag, 13. August. Rindvieh-, Schweine-, Ziegen- und Krämermarkt: Mittwoch, 14. August, Krämer- markt, Volksfest — statt. Am Sonntag, 11. Aug., abends 19 Ahr, Aufzug der Marktwache, anschließend Feier am Rathaus, Rathausbeleuchtung. Rach den Anfragen und Bestellungen zu urteilen, wird der Markt sehr besucht werden und seine alte Anziehungskraft ausüben. Man beachte die heutige Anzeige. ? Schotten, 6. Aug. Die hiesige Bezirks- s p a r k a s s e, die in ihren .Beschlüssen schon immer ein anerkennenswertes soziales Verständnis bekundet, schüttet auch in diesem Jahre wieder Prämien für die Dienstboten ihres Sparbezirks aus. Aus dem Reingewinn werden diejenigen bedacht, die fünf Jahre ohne Unterbrechung bei derselben Herrschaft in Diensten gestanden und sich durch Fleiß und Treue ausgezeichnet. — Die allgemeine Verkehrs st ei- gerung in Verbindung mit dem alljährlich auszutragenden Rennen „Rund um Schotten" bedingen einen Ausbau der h i e f i g.e n Freiwilligen Sanitätskolonne. Für den Unfallmeldedienst wurden jetzt drei Stationen geschaffen. Außerdem hat der Vogelsberger Automobil- und Motorradklub sich in den Dienst der Kolonne gestellt. Er wird künftig an den Alarmübunaen teilnehmen, wie auch im Ernstfälle die rasche Ueberführung Verletzter in das Krankenhaus übernehmen. ± Groß-Eichen, 5. AuA. Eine alte Sitte, fine vor Jahren hier eingeführt worden war, wurde in diesem Jahre wieder neu aufgenommen, nämlich die Feier des Erntebeginns. So fanden gestern auf den Friedhöfen zu Groß- und Klein-Eichen gut besuchte Erntebeginnfeiern statt. In Groß-Eichen half der Schülerchor unter Leitung von Lehrer Kopf die Feier verschonen. Mit der Ernte wurde in der vergangenen Woche all gemein begonnen. — Gestern fand hier Scheibenschießen des Kriegervereins statt. Leider war die Beteiligung nicht so groß, wie man erwartet hatte. Hoffentlich stellen sich nächsten Sonntag, wo auch die Preise verteilt werden sollen, mehr Interessenten ein. Kreis Alsfeld. x» Appenrod, 6. Aug. Ein A u t o u n f a l l ereignete sich in nächster Nähe unseres Dorfes. Der Wagen eines Geschäftsmannes aus N. erlitt in voller Fahrt am Hinterrad einen Defekt. Der Wagen tffffnfe gSgSn efn?n Bäum, überschlua sich und wurde fast vollständig zertrümmert. Beide Autoinsassen kamen wie ein Wunder mit dem Schrecken davon. vEhringshausen.6. Aug. Bei dem am vergangenen Sonntag vom hiesigen Kriegerverein veranstalteten Preisschießcn errang Herr D i ck von hier den ersten Preis. * Maulbach , 6. Aug. Bei der gestern hier abgehaltenen Beigeordnetenwahl wurde an Stelle des verstorbenen Landwirts August Grein der Landwirt Karl Becker mit 94 Stimmen g e > wählt. Der Nationalsozialist Heinrich Kirchner erhielt 32 Stimmen. ' s» N i e d e r - G e m ü n d e n , 6. Aug. Bei herrlichem Wetter und starker Beteiligung fand am letzten Sonntag das Sommerfest des hiesigen Schützen- und Sportvereins statt. Die Herren Erb (Dernsfeld) und Dem (Rieder- Ohmen) hatten das Preisrichteramt übernommen. Der Gesangverein „Eintracht" verschönte das Fest mit feinen Liedervortragen. Zu den Wettkämpfen lag eine stattliche Anzahl Rennungen vor, so daß schon vormittags mit dem Langstreckenlauf begonnen werden mußte. Auf dem Sportplatz fanden Kugelstoßen, Weitsprung, Hundertmeter-- lauf, 4xl00-Meter°Staffellauf statt. Im Hand-- ballspicl mußte Burg-Gemünden der taktisch und technisch besser spielenden Mannschaft des Turnvereins Großen-Buseck unterliegen. Schon in der ersten Spielhälfte sicherte sich Großen-Duseck einen Vorsprung von 3:1. Burg-Gemünden bemühte sich redlich, das Ergebnis zu verbessern, doch die vorzüglich spielende Hintermannschaft von ©roßen» Buseck war nur schwer zu schlagen. Das Endergebnis lautet 6:2 Tore für Großen-Duseck. Am Mittag marschierten die Ortsvereine unter Vorantritt der Musikkapelle und Jugend gemeinsam zum Festplatz. Rach einer Ansprache folgten einige schön vorgetragene Chore des Gesangvereins unter trefflicher Leitung des Herrn Dehner von Rülfenrod. Dann führten Turner aus den verschiedenen Vereinen unter Leitung des Herrn Seibert (Homberg) exakte und flotte Freiübungen aus. Allgemeinen Beifall fanden auch die schönen Stabübungen der Damenriege Burg-Gemünden unter Leitung des Herrn Fischer. Ferner die turnerischen Hebungen an Reck, Pferd und Barren. Die Vorführungen stellten durchweg gute Leistungen dar und zeugten von fleißigem zielbewußten Arbeiten. Die Beteiligung am Preisschiehen war gering, so daß sich der Vorstand entschloß, noch ein zweites Schießen abzuhalten. Alles in allem kann der Verein mit berechtigtem Stolz auf die harmonisch verlaufene Veranstaltung zurückblicken. Die Ergebnisse lauten: Langstreckenlauf, 4400 Meter (Oberstufe): 1. Karl Schaaf (T. V. Bernsfeld) 15:42V»; 2. Ernst Otto (T. V. Rieder- Ohmen) 16: IO1/»; 3. Heinrich Grün (T. V. Bernsfeld) 17:27 V». Kugelstoßen (Turner): 1. Wilhelm Hahn (T. V. Großen-Buseck): 2. Karl Grün (T. D. Rieder-Ohmen); 3. Albert Kratz (Sch. u. Sp. D. Rieder-Gemünden); 4. Wilhelm Schneider (T. V. Großen-Buseck). Weitsprung (Turner): 1. Karl Mensdorf (T.V.Homberg): 2. Wilhelm Lehr (Bernsdorf); 2. August Kratz (Sch. u. SP. V. Rieder-Gemünden): 3. Albert Kratz (Sch. u. Sp. V. Rieder-Gemünden) und Heinrich Christ (T. V. Burg-Gemünden). 10 0- M e t e r I a u f (Turner): 1. Wilhelm Hahn (T. V. Großen-Buseck); 2. Karl Grün (T. D. Rieder- Ohmen) ; 3. August Glatthaar (T. V. Dernsfeld) und Karl Strauch (T. V. Homberg). 4X100- Meterstaffel (Turner): 1. T. V. Großen- Duseck; 2. T. V. Rieder-Ohmen; 3. T. V. Durg- Gemünden. Lang st reckenlauf, 1700 Meter (Unterstufe): 1. Konrad Erb (T. V. Rieder- Ohmen) 5:45V»; 2. Willi Dehnert (T. V. Dernsfeld) 5:47V». Kugelstoßen (Jugend): 1. K. Erb (T. V. Rieder-Ohmen): 2. Reinhardt Damm (T. V. Rieder-Ohmen); 3. Willi Becker (T. V. Homberg); 4. Otto Erb (T. V. Rieder-Ohmen). 100-Meterlauf (Jugend): 1. Reinhardt Damm (T. V. Rieder-Ohmen); 2. Hch. Gerhardt (T. V. Rieder-Ohmen), Walter Wagner (T. V. Großen-Buseck) und Willi Decker (T. V. Hom- Aus seiner Tasche zog er ein Schlüsselbund, I die Schlüssel, die Flimmer Fred so sorgfältig ' nachgemacht hatte, und ging nach der Tür, durch die das junge Mädchen hereingekommen war. Er lächelte leise, als er den Schlüssel in die Oeffnung steckte und die Tür aufzog.. „Wollen Sie bitte mitkommen, liebes Kind?" Sie zauderte einen Augenblick, nahm aber dann all ihren Mut zusammen und folgte ihm die Stufen nach dem Keller hinunter. Am Ende der Treppe war eine andere Tur. Er öffnete diese, schaltete das Licht ein, und sie sah 'einen Raum, in dem verschiedene Maschinen standen. Er ging zu einem Schalterhebel. „Sie sollen die Ehre haben, unseren Freund — wir tragen ihm nichts nach — Mr. Holt zu erlösen." „Erlösen?" fragte sie heiser. „Meinen Sie das wirklich?" Unschlüssig ftanb sie vor dem Schaltbvett, ihre Hand lag auf dem schwarzen Hebel. „Warum offnen Sie denn nicht die Tür und lassen ihn heraus?" fragte sie argwöhnisch. „Der Hebel öffnet die Tür und erlöst ihn. Glauben Sie doch nicht, meine Teure, daß ich Sie in einer solchen Stunde täuschen werde." Cs war der Doktor, der diese Worte in sanftestem Ton äußerte, und sie zauderte nicht länger. Sie konnte weder ihre Beweggründe noch ihre Aufrichtigkeit ergründen, 7wch konnte sie sich die Tatsache klarmachen, daß bei diesen Männern Lüge und Betrug wie tägliches Brot waren. Sie zog den Hebel zurück, der sich leichter wie sie erwartet hatte, bewegen ließ. Dann blickte sie nach der Tür. „Wir wollen ihm entgegengeßen,“ fernte der Doktor und legte seinen Arm um ihre Schulter. Sie schauderte, machte aber keinen Versuch, sich feinem Arm zu entziehen, und so führte er sie die Treppe hinauf uni) zurück in den Salon, nachdem er die Tür hinter sich abgeschlossen hatte. Unb dann, bevor sie seine Absichten erraten oder sich wehren konnte, wurde der Griff um ihre Schulter zu einer stählernen Umschlingung, die sie machtlos an den großen Mann preßte. „Mein Weib, Bruder!" sagte David. „Zweifellos dein Weib, Bruder," entgegnete der Doktor, „denn das Schönste und Beste der 'Welt gehört dir, mein Lieber." Diana war vor Schreck erstarrt und unfähig, eine Bewegung zu machen. Warum kam Larry nicht? Ebenso plötzlich wie er sie ergriffen hatte, ließ der Doktor sie los und nahm ihre kalte Hand in die seine. „Seh dich nicht an das Feuer, Weib," sagte er. „Ich will den dritten Akt meines großen Werkes zu Ende lesen, und inzwischen wird Mr. Holt aufgehört haben zu leben.“ 41. Den schmerzenden Kopf in die Hände gestützt, saß Larry auf der eisernen Bettstelle in der Zelle. Er hatte die verschiedensten Entwicklungen in dem 2ll>enteuer dieser Rächt vorausgesehen, aber niemals hatte er sich äusmalen können, daß er wie eine Ratte in der Falle sitzen und daß das Rätsel'der Loge A in dieser verblüffenden Weise gelöst werden würde. Das war also die Erklärung für Gordvn Stuarts Tod. Also auch Stuart hatte die Einladung Iudds, in seine Loge zu tommen, angenommen und dort den unheimlichen Dearborn getroffen. Er war betäubt worden, und dann hatte ihn John Dearborn in seinen starken Armen durch den Rot- ausgang in den Wagen getragen und in das Haus des Todes gebracht. Wenn er auch selbst nicht ein solches Ende des Abends vorausgesehen hatte, so hatte er doch wenigstens einige Verkehrungsmahregeln getroffen. Instinktiv hatte er gefühlt, daß von all den Plätzen auf Gottes weiter Erde, wo sein Wild sich verbergen und wo das Wort „Finis" für den Fall Stuart geschrieben werden würde, dieses grauenerregende Haus sein würde, das die Brüder Iudd für sich und ihre grausigen Pläne erbaut hatten, und der Zweck seines heimlichen Besuches am Morgen war ein doppelter gewesen. Mit eigenen Augen hatte er den Beweis der unmenschlichen Verworfenheit dieses Mannes sehen, aber auch in gleicher Zeit die Gefahr, die ihm und dem jungen Mädchen drohte, kennenlernen wollen. Bei dem Gedanken an Diana, die behaglich Mi Haus faß, lächelte er und wunderte sich, was sie wohl fühlen und denken würde, wenn sie wüßte, in welcher Lage er sich befände. Jede Waffe, die er bei sich hatte, war ihm genommen worden, aber das beunruhigte Larry nicht besonders. Er stand von dem Bett auf und ging durch das Zimmer, aber das Gewicht der Kette an seinem Knöchel war so groß, daß er gezwungen war, einen Teil derselben lose in Der Hand zu tragen. Einen kurzen Blick warf er auf die schwarzen Löcher in der Wand dicht über dem Fußboden.. .von dort würde die Gefahr kommen. Wohl durchdacht war die Ausführung dieses Hinrichtungsraumes. Kein Schrei umHilse, kein Ruf, kein Geräusch würde durch diese massiven Mauern hindurchdringen. Das Licht in der Decke war durch eine dicke, schwere Glaskugel geschützt und erinnerte an die Schiffsbeleuchtung. Er wollte erst die Länge der Kette tonnen» lernen, denn, wie er glaubte, hatte er noch reichlich Zeit. Dearborn würde wohl jetzt im Hause sein. Er hörte das Schnappen der Falltür über sich und blickte nach oben, konnte aber nichts sehen. Dann wartete er noch eine weitere halbe Stunde, bis er den großen Steinblock, an dem berg}; 3. Karl MenSdorf (D. V. Homberg) tm6 Karl Hahn (Großen-Duseck): 4. Hch. Grün (T. V. Dernsfeld) und K Erb (Rieder-Ohmen). Weitsprung (Jugend): 1. Walter Wagner (T. V. Großen-Duseck): 2. Willi Decker (T. V. Homberg)' 3. Otto Erb (T. V. Rieder-Ohmen): 4. Hch. Gerhardt (T. V. Großen-Duseck). 4x100- Me ter staffel (Jugend): 1. T. V. Rieder- Ohmen ohne Konkurrenz. Starkenburg. WSR. Darmstadt, 6. Aug. Wie aus Mcllrc in Osttirol gemeldet wird, ist in den dortigen (Bergen der Ingenieur Alfred Schmidt aus Darmstadt a b g e st ü r z t. Er erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Preußen. Kreis Wetzlar. 00 Atzbach, 6. Aug. Am Sonntag feierte der Kreisverband Wetzlar evangelischer Jungfrauen- und Jun g m ä d che n o e r - c i n e^fein Iahresfest, verbunden mit der Feier des >40 jährigenBe stehens des Verbandes. An dem Fest nahmen 20 Vereine aus d^m ganzen Kreise mit fast tausend Mitgliedern und eine große Anzahl Festgäste teil. Besonders stark war der Hüttenberg vertreten, der sich mit sechs Vereinen beteiligte. In dem gutbesuchten Festgottesdienst am Vormittag predigte Pfarrer Gütiges, Wetzlar, über Lukas 19, 41. Hm 1 Hhr fand die Generalprobe der vereinigten Iung- frauenchöre statt. Kurz nach 2 Hhr bewegte sich durch die Straßen unseres Ortes ein langer Festzug, bestehend aus einigen Posaunenchören (Rodheim, Waldgirmes, Dorlar, Atzbach) und den 20 Vereinen mit ihren Bannern und Wimpeln. Auf dem Festplah begrüßte zunächst der Kreisverbandsvorsitzende, Pfarrer H e i d e r. Dorlar, die Vereine und Festgemeinde. Frl. B e i n e ck , Atzbach sprach einen stimmungsvollen Festprolog. Pfarrer Gütiges, Wetzlar, hielt dann die erste Festansprache zu dem Tagesthema: „Das Suchen des Iungmüdchens nach der köstlichen Perle" über Matth. 13, 45—46. Die zweite Festansprache hatte Pfarrer V ö m e l, Rodheim a. d. B., übernommen. Er wies hin auf das Kreuz miß den Gekreuzigten, der, als er über diese Erde ging, gesprochen hat: „Kommet her zu mir, die ihr mühselig und belaßen seid..." Sehr gute Aufnahme fand dann das Festspiel „Miriam", das von dem Iungfrauenverein Hochelheim aufgesührt wurde. Das Stück (nach 2. Kön. 5) machte einen tiefen Eindruck. Mit einem kurzen Schlußwort des Kreisverbandsvorsitzenden, der den Vereinen und allen Mitwirkenden herzlichen Dank aussprach, sowie Gebet und Segen erreichte das in allen Tellen harmonisch verlaufene Fest sein Ende. Zur Verschönerung der Feier trugen die zwischen den Ansprachen eingefügten Gesangsvorträge der vereinigten Iungfrauenchöre unter der Leitung von Frau Pfarrer H e i d e r , Dorlar, wesentlich bei. »5 = Aus dem Kleebachtal, 6. August. Der Schnitt des Roggens ist in unserem Tale soweit beendet und erbrachte im Durchschnitt mittlere Erträge. Gegenwärtig wird die Sommerger st e und der Weizen abgeerntet. Abgesehen von geringen Ausnahmen hat die Sommerfrucht einen sehr günstigen Stand. Infolge zu starker Stickstoffdüngung hat sich der Hafer häufig gelagert, so daß hier die Verwendung von Erntemaschinen nicht möglich sein wird. Obwohl die letzten Wochen ausgiebige Regenfälle brachten, ist der F u t t e r m a n g e l noch nicht behoben, da der zweite Uotklee nur schlecht nachwächst. Der gesteigerte Anbau von Luzerne ober Ewigklee hat sich auch in diesem Jahre als sehr vorteilhaft erwiesen, da diese Kleeart auch von starker Trockenheit nur gering beeinflußt wird. Das Grum - metgras steht in feuchten Wiesen recht gut, während trockene Wiesenflächen nur einen spärlichen Graswuchs zeigen. Das Aussehen derHackfruchte ist befriedigend, insbesondere erwartet man bei den Kartoffeln eine gute Ernte. In den Gärten werden eben Gurken und Bohnen geerntet die Kette befestigt war, beiseite schob. Bevor seine Augen den wasserdichten Sack, den er dort bei feinem früheren Besuche verborgen hatte, erblicken konnten, verlöschte plötzlich das Licht. Merkwürdig genug hatte er an eine solche Möglichkeit nicht gedacht, und er hielt plötzlich den Atem an. Der Deutel war an seinem Platz, seine Finger suhlten ihn, er zog ihn hervor und suchte nach den Schlüsseln. 'Wäre Licht gewesen, so hätte er keinerlei Schwierigkeiten gehabt, den richtigen Schlüssel herauszufinden. Der die Futzschelle öffnete: so aber versuchte er drei Schlüssel, und keiner von ihnen paßte in die schmale Oeffnung des Dronzeringes an seinem Fuß. Ein leises, gurgelndes Geräusch, glucksend wie Wasser, das aus einer Flasche läuft... ein kalter Luftstrom traf seine Füße. Er versuchte einen anderen Schlüssel, aber auch dieser ließ ihn im Stich. Schlimmer noch... er blieb in dem Schlüsselloch sitzen unb wollte sich nicht wieder herausziehen lassen. Er hörte das Rauschen des Wassers, das durch die kleinen Löcher in der Wand einströmte ... das regelmäßige Stampfen einer Pumpe. Gr zog und zerrte an dem Schlüssel, dicke Schweißtropfen liefen an seinen Wangen herunter, und endlich, ein Seufzer der Erleichterung, kam der Schlüssel heraus. Das Wasser bedeckte schon seine Füße und stieg mit unheimlicher Geschwindigkeit. Rur nodj ein einziger Schlüssel: die übrigen waren für den Zweck zu groß. Er nahm ihn Kraus, aber_ der (Bart blieb in der Schnur des Beutels hängen, in dem sie untergebracht waren. Der rettende Schlüssel fiel in das Wasser. Er tastete und suchte... er war verschwunden. Wieder und wieder griffen feine Finger durch das wirbelnde Wasser und suchten hastig auf dem raußen Zementfußboden. Endlich, mit einem Freudenschrei, ßatte er ihn gefunden, hob mühsam seinen Fuß hoch, schob den Schlüssel in die schmale Oeffnung. Er drehte sich. Die Fußschelle öffnete sich — er war frei. Roch zwei andere Türen lagen zwischen ihm und der Rettung, und er wußte, daß mit dem ständig steigenden Druck des Wassers eine Arbeit vor ihm tag, die seine Kräfte bis zum äußersten in Anspruch nehmen würde. Das Wasser ging ihm schon bis zu den Hüften. Mühevoll watete er durch den kleinen Gang die beiden Stufen hinauf und hielt krampfhaft den wasserdichten Sack mit den Zähnen fest. Der Schlüssel drehte sich leicht genug, aber die Tür hatte feinen Handgriff, und mit jeder Sekunde vergrößerte sich der Druck des Wassers gegen die Tür. Er biß die Zähne zusammen, holte tief Atem und zog mit aller Kraft langsam ... gleichmäßig ... (Fortsetzung folgt.) Aus dem Reiche der Frau kön> ihm und» und Hut nachstarrt, kann nichts anderes erwarten, als dah auch ihre Kinder ewig den Kops nach rückwärts gedreht, alle Augenblicke stolpern und anrennen. Auffallend ist, um wieviel schlechter im Durchschnitt die Gangart der Grohstadtkinder ist, als die der Kleinstadt- und Landkinder. Ganz natürlich wird ja ihre Schaulust fortwährend angeregt, wodurch sie nie in ein gleichmäßig rhyth- ebenheit als Dorwand benutzte, um Gesichter grotesk zu verzerren und zu verhählichen. Später, in der realistischen ilmtoclt der großen Handelszentren wurde er Ultranaturalist: jeder Mensch, der sich in ihm besah, schaute mit einer garstigen, grünlichen Leichenfarbe heraus, so daß man alle Eitelkeit weit hinter sich lassen muhte, wollte man ihm Glauben schenken. Sn Frankreich, dem Land der guten Manieren und der Galanterie, gewöhnten sie ihm dann seine naturalistische Rüpelhaftigkeit ab, stopften ihm den Mund, will sagen die Rückseite, statt mit Quecksilber mit wirklichem Silber, und siehe da: Dun war er Optimist geworden, und zeigte auch Dinge zu lenken, deren Besitz im Bereiche der I Möglichkeit liegt, nicht aber unerfüllbare Wunsche ' in ihm erwecken. Wie oft schon hörte ich Mütter klagen, daß das Spazierengehen mit den Kindern „wirklich kein Bergnügen" sei. Dein, das ist es in der Tat nicht, sondern eine ernste Angelegenheit, wie alles in der Erziehung. Richtig genommen aber kann, soll, ja muß es ein Bergnügen für beide Teile werden. Ganz besonders vielen der jungen, von undurchführbaren, modernen Erziehungsideen angekränkelten Müttern möchte ich sagen: Denkt daran, dah man nicht nur m i t dem Kinde, sondern auch f ü r das Kind spazieren geht. Dimmt man es mit, so muh ihm auch sein Recht werden. Dann dürfen die Erwachsenen nicht ausschließlich unter sich plaudern und jede Frage des Kindes ungeduldig abwehren, nicht vor jedem Schaufenster, das ihr eigenes Snteresse anregt das Kind vergessend, stehen bleiben. Man muß doch auch bedenken, daß nicht alles in den Schaufenstern für Kinderaugen berechnet ist. Was für peinliche, nicht zu beantwortende Fragen von feiten der Kleinen können da ausgelöst werden! Mag man noch so frei und modern denken, es gibt schließlich Bilder und Gegenstände, die in die Degriffswelt des Kindes nicht hmeingeho- ren, und man begeht an dem werdenden Menschen ein großes Anrecht, wenn man derlei vorzeitig in seine Borstellung eindringen läßt. Die Unarten der Kinder sind oft nur Unarten der Mütter. Eine Frau, die sich nach jeder ins Auge springenden Toilette umsieht, jedem schicken lT. Nkrly. quittengelbe Gesichter rosenrot! Mehr als Selbstmord begehen kann der Mensch freilich nicht, aber ich habe mich doch manchmal gefragt, was wohl geschehen wäre, wenn Herr Darcissus statt seiner primitiven Welle einen mit Silber ausstafffierten Spiegel zur Hand gehabt hätte. ...! Alles im Leben beruht bekanntlich auf Gegenseitigkeit. Der Spiegel zeigte dem Menschen das eigene Bild, das der Beklagenswerte ohne ihn nie hätte erblicken non, — dafür revanchierte sich der Mensch hielt ihn schlankweg für einen Mystiker Schmid?«" Es ist heute so weit gekomm« noch eine Frau — nicht bloß schon in mittleren Sahren — findet, die nicht unter Fuhbeschwerden zu leiden hätte. Erst wenn die Schmerzen unerträglich geworden sind, geht man zum Arzt. Langwierige Behandlung, teuere Schuheinlagen und angemessenes, besonderes Schuhwerk werden aber nur selten die volle Leistungsfähigkeit wiederherstellen. Darum kann nicht oft genug und frühzeitig Vom Spiegel Von Garrt? Brachvogel. Oie Tischdame. Von Znqutt. Sch werde gebeten, Fräulein Sonja Soundso zu Tische zu führen. „Die schönste Dame der Gesellschaft", flüstert mir der gastfreundliche Hausherr ins Ohr und leitet mich durch die Fräcke und Roben, um mich vorzustellen. Sn der Tat, Sonja ist schön, schlank, jung und blond. Der Abend wird nicht verloren sein. An der Tafel nebeneinander beginnen wir ein vorsichtiges Fragen und Antworten, um zum Thema zu gelangen. Es ist nicht schwer zu finden: denn sie hat keinen Grund, hinter dem Berge zu halten. Schon beim Hors d’euvre verrät sie mir, dah sie sich eine künstlerische Begabung zuschreibt und zur öffentlichen Bewahrung dieser Gabe in wenigen Tagen über den Ozean reisen wird. Also stürzen wir uns in das Gespräch, das sich von selber bietet, und reden von ihrem Talent, von der Ausbildung, die sie hinter sich hat, von dem Ruhm, der sie belohnen wird, von der Seereise, dem Schiff rind der Kabine: von dem Ziel der Fahrt und den Abenteuern, die sie drüben erwarten: von Der Wahrscheinlichkeit und dem Zeitpunkt der Rückkehr. Alsdann reden wir von ihren Eltern, von ihrer Kindheit und von dem Lande, in dem sie unerwachsen gelebt hat: und da dieses Land Rußland heißt, so reden wir von der Rot des Krieges und den Schrecken der Revolution und von der Besonnenheit und frühen Reise, mit der sie den Verwirrungen und Gefahren mwersehrt entronnen ist. Und zusammenfassend reden wir von ihrer Schönheit, von ihrer Sugenö, von ihrer Klugheit und zum Ueberfluh auch noch von ihrer (^sundheit. Damit sind wir bis über den Braten gelangt und haben vor uns noch das Gis, den Käse und das Obst. Also toontber reden wir jetzt? Smmer weiter von ihr? Aber die unverhüllte Frage aus dem „Faust": ..Wie steht es mit Shrem Herzen?" verbietet sich ja Wohl. Das geht mich auch nichts an. Und überhaupt, ich weiß jetzt genug über sie. Es gibt nur eine Möglichkeit, das Gespräch fvrtzusetzen: ich mutz die Erlaubnis bekommen, von mir zu erzählen. Denn auch ich habe über Gören. ... Doch nicht zur liebevollen Betrachtung des mehr oder minder angenehmen Aeuheren oder für übersinnliche Borstellungen bedurfte der Mensch des Spiegels, auch auf allen möglichen anderen Gebieten zog er ihn zur Mitwirkung heran. Historisch ist er einmal höchst bedeutsam hervorgetreten, allerdings nicht als simple Glasoder Metallsläche, sondern als Brennspiegel. Sn der Decke des Kaiserpalastes zu Konstantinopel verborgen, blendete er auf Befehl Kaiser Manuels heimtückisch Enrico Dandolo, Venedigs Gesandten, der zur Audienz kam. Der fast erblindete Botschafter wurde später Doge von Venedig an die Füße stellen. Sie beginnen zu schmerzen, aufzulaufen, oft so stark anzuschwellen, daß man nur mit Rot selbst in ausgetretenen Schuhen gehen fairn. Mit der Zeit stellt sich der mit Recht so gefürchtete Senk- und Plattfuß ein, Krampfadern kommen dazu, und ein Heer von Uebeln und Leiden schließen sich an, die Ueber- müdung und schließlich Arbeitsunfähigkeit im Gefolge haben. Sn der Tat vermögen solche Fuß- übel dazu zu führen, daß man seinen Beruf nicht mehr auszuüben vermag. Was das heute heißen will, wo von Derufsfrau und Hausfrau oft das Aeußerste verlangt wird, ist jedem ersichtlich. Es ist heute so weit gekommen. daß»man kaum ~ in älteren, nein, SpazierengehennMindem. Von Emmy Gruhner. Dicht über die gesundheitliche Seite dieser Angelegenheit möchte ich sprechen, sondern über die rein erzieherische. Man übersieht nur mlzu häufig, daß auch in der Erholungszeit der Kinder das pädagogische Moment durchaus nicht außer Acht gelassen werden darf. Selbstverständlich ist es ebenso unrichtig und verwerflich, einen Spaziergang zu nie endender Kette von Ermah- Richtige Fußpflege. Von Johanna von Oieh. Die meisten Frauen leiden unter Schmerzen und Beschwerden in den Füßen. Wer solche Beschwerden aus eigener Erfahrung kennt, wer weiß, bis zu welchen Qualen sie sich steigern können, wie Leistungsfähigkeit, Derven, Gesundheit, ja Lebensmut und Lebensfreude durch sie verlorengehen, der kann erst ermessen, welche Heimsuchung solche schmerzenden Füße sind. Dicht selten liegt die Ursache davon schon lange zurück in den Mädchenjahren, wo man glaubte, durch „schönes" Schuhwerk — um die Zehen zu eng und hinten Stöckelabsatz — sein bezauberndes Persönchen noch bezaubernder machen zu müssen. Später hat man Dann die Folgen zu tragen, wenn ein anstrengender Beruf oder aufreibende Haussrauentätigkeit übermäßige Anforderungen Wäsche-Revolution. Von Hilde Hanna Sitte-Hutter. (Dachdruck verboten.) Die Wäsche, die sich im letzten Sahrzehnt so sehr geändert, so sehr vereinfacht hat, steht wieder einmal am Scheidepunkte. Diesmal geht es nicht um die „Menge" des Anzuziehenden: denn da bleiben wir konservativ auf das Bescheidenste beschränkt. Für den Sommer nach wie vor nur eine Kombination, die entweder Hemd-Hose oder Rock-Hemd-Hose in graziöser Form vereinigt. Der bevorstehende Umschwung, der sich • in Paris bereits teilweise durchgeseht hat, besteht vielmehr in der Silhouette, in der Linie der Wäsche. Seit der letzten winterlichen Gesellschasts- saison nehmen Kleider mit rückwärts längeren Röcken eine durchaus favorisierte Stellung ein. Sa, man ging sogar so weit, daß man die sommerlichen Gaze- und Taftkleidchen, gleichgültig ob sie in Phantasie- oder Stilform sich repräsentieren: die gleiche Tendenz verfolgen lieh: vorn etwas übers Knie und rückwärts lang- länger, am längsten. Datürlich ist schwungvolle Weite der Röcke, die meist glockenartig wippen, Vorbedingung für diese graziöse Linie, die sowohl beim normalen rhythmischen Gang der Frau und in ganz entzückender Weise beim Tanz zur Geltung kommt. Dun hat es sich herausgestellt, dah es bei durchsichtigen Stoffen ausserordentlich schlecht aussieht, wenn die „Wäschegrenze" rundum gleich- mähig in Kniehöhe verläuft. Viele Frauen muhten sich daher unter diese Art Kleider neue Kombinationen arbeiten lassen, in Art der ehemaligen Unterkleider. Datürlich muhten sie (was an warmen Tagen außerordentlich lästig ist) unter diesen die normale Wäschekombination an- ziehen. Vereinfachung, seit jeher der beste modische Weg für alle Wäschestücke, schufen die berühmten Wiener Wäschehäuser, denn sie diktieren in Paris die Wäschemode, das allein für Kleider maßgebend ist — Wäschekombinaüonen: Hemdhosen, nach Art der neuen Kleider, vom bis zum Knie, rückwärts gleichfalls mit dem weiten, dem Boden zustrebenden verlängerten Rand, der mit der Rockgrenze der Kleider korrespondiert, also rückwärts lang I Sn diese Hemdhosen wurde selbstverständlich, so wie in andere Wäschestücke der „Steg", der im Sommer das Höschen erseht, eingearbeitet, und nun trägt man statt der für die modernen Kleider nötigen Unterkleider und genug auf vorbeugende Maßregeln hingewiesen Werdern Leider wird die genügende Fußpflege häufig selbst von denen vernachlässigt, die sich gewöhnt haben, eine rationelle Körperpflege zu treiben, weil sie deren Dotwendigkeit eingesehen haben. Cs herrscht im allgemeinen sogar noch große Unwisserrheit darüber, was zu einer richtigen Pflege des Fuhes gehört. Seden Abend sollte ein kurzes Fuhbad genommen werden. Wenn in heißem Wasser, immer mit nachfolgender, kalter Abwaschung. Bei ermüdeten Füßen ist eine kurze kalte Abreibung bis hinauf unter die Kniegelenke außerordentlich erfrischend. Sind die Füße gut abgetrocknet, so müssen sie tüchtig gerieben, gedrückt, geknetet und gestreckt werden und mit einem guten Hautöl dabei eingerieben. Besonders auch zwischen den Zehen soll getrocknet und gerieben werden, um die dort endigenden Derven anzuregen. Wer Anlage zu Krampfadern hat oder bei wem die Müdigkeit und das Gespanntsein sich bis herauf in die Beine erstreckt, der massiere mit geölten Handflächen die Waden, immer nach aufwärts, dem Knie zu. Dazu braucht man nicht viel Oel oder Creme zu nehmen, sondern es genügt wenig, wenn es nur wirklich in die Haut eingerieben wird, nicht bloß auf sie geschmiert ist. Dachher kann man die misches Tempo kommen, sondern mit halb zur Seite gedrehtem Oberkörper sich wie an der Leine nachziehen lassen, oder den Erwachsenen unausgesetzt den Schritt wechselnd, vor den Füßen umherstolpern. Wenn eine Mutter sich aber auf dem Spaziergang dem Kinde wirklich widmet. lassen sich diese kleinen Unarten alle leicht abgewöhnen. Herkunft. Sagend. Plane, Hoffnungen, über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einiges zu sagen. Cs ist nichts weiter dazu nötig, als dah sie zu erkennen gibt: Dun, und Sie? Wie steht es mit Shnen? Sind Sie am Ende auch ein Mensch aus Fleisch und Blut? Sie fragt nicht. Ein paar vorsichtige Versuche, das Gespräch ungefragt auf meine Umstände zu lenken, beantwortet sie damit, daß sie weghört. Sie will über mich und von mir nichts wissen. Ich bin für sie nur Wand gewesen. Und da das Thema Sonja erschöpft ist. und das Thema Sch keinen Anklang findet, so wissen wir schon über dem Eise nichts mehr miteinander anzufangen, und bis zur Gesegneten Mahlzeit haben wir uns, ohne Eklat, versteht sich, und bei Wahrung der Form, miteinander verfeindet. Schön, begabt, klug, jung und gesund. Aber irgendwo fehlt es offenbar. Srgendwie genügt es nicht. Vielleicht müßte sie zu alledem noch ein gutes Herz haben. Und wenn sie ein gutes Herz hätte, vielleicht würde man dann in Kauf nehmen, wenn sie nicht gesund wäre oder nicht jung ober nicht klug ober nicht begabt ober sogar nicht schön. Denn worauf würde man nicht verzichten für ein bißchen hilfsbereite Güte und Menschenliebe ... und rächte durch ungeheuere Verheerung des byzantinischen Reiches bas verlorene Augenlicht. Von dieser Zeit her ist dem Spiegel wohl ein kleines Faible geblieben für „der Länder und der Könige Geschick", wenigstens verraten der „Fürsten-", „Pfaffen-". ..Sachsen-" und andere „Spiegel", daß er gerne mit Regenten, Klerikern. Suriften usw. Zwiesprache hielt und seine erzieherischen Talente im „Sugenö- und Tugend - spiegel" verriet. Auch der Architekt möchte ihn nicht missen, hat eine glatte, umrahmte Fläche nach ihm benannt, gerade so wie auf der Werst des Schiffes Hinterfläche „Spiegel" heißt, und wie Pfauenfedern, Rehe, Samte, Blumenbeete und Schmetterlinge ihren besonderen „Spiegel" haben. Dem Zoologen sind Spiegelgänse, -enten. -meifen wohlbekannt, dem Fischfreund der Spie- gelkarpfen eine sympathische Erscheinung, während die Spiegelgranate allerseits auf Antipathien stoßen Mu-fte. •,, , , Der modernen Medizin aber blieb es Vorbehalten. dem Spiegel auch im Leben die Wahrsagerrolle anzuweisen, die ihm sonst nur Sage, Märchen und Aberglauben gönnten. Kehlkopf°. Augen-. Ohrenspiegel und ihre Sippen sind wert- Dolle Wahrsager, die ungleich wichtigeres verkünden. als „wer die Schönste im ganzen Land" sei. oder wer im Lauf des Kalenderjahres auf Freierssüßen daherkommt. Weil sie so klug find und im Snncrn des Menschen besser Bescheid wissen als er selbst, wird es vielleicht nicht mehr lange dauern, bis ein unheimlich geschickter Enkel dieser Spiegel sich mit Recht so nennen darf, wie sich schon seit Sahrzehnten ohne ersichtlichen Grund der große, freischwebende Toilettenspiegel nennnt —§ Psyche. Wahrsager. Sn Sage. Märchen und Aberglauben ist _ stets die Rolle des Allwissers oder des Allesbesserwissers zugefallen. Der Spiegel Salomonis. unter feierlichen Riten aus sieben Metallen zu- sammengeschmolzen. gab bei Deumond Antwort auf alle an ihn gerichteten Fragen, im „Schneewittchen" inquiriert ihn die Königin, wer die Schönste im Land fei, und er ist auch wirklich klug genug, zu wissen, daß sie nicht dabei in Frage kommt, und dumm genug, es ihr zu sagen. Sm Märchen von der „Kristallkugel" ist er dagegen nicht nur erfahren, sondern auch gewitzt. Weitz wie holdselig die wahre Gestalt der in eine triefäugige Hexe verwandelte Prinzessin ist. und zeigt sie so dem schon etwas deprimierten Freier. Sn manchen süddeutschen Gegenden stellen sich in heiligen Dächten die Mädchen mit brennenden Kerzen in den Händen vor den Spiegel, um darin den künftigen Gatten zu erblicken. Einen Spiegel zerschlagen ist von übler Vorbedeutung, zerspringt er von selbst ober fällt er von der Wand, so sagt er einen Todesfall an, wenn Kinder zu lange vor dem Spiegel stehen, kommt hinter ihm hervor eine schwarze Hand, die sie ohrfeigt. Zweifellos bestand ein prügelnder Zusammenhang zwischen dieser sagenhaften Ohr- feigenhand und der Gewohnheit, die Rute hinter den Spiegel zu stecken. Sch beeile mich, hinzuzu- fügen: Vorvätergewohnheit, denn heutzutage gehört die Rute ja nur noch in die Hand des heiligen Dikolaus zwecks belangloser Drohung, nicht aber auf die unedlen Körperteile unartiger wird. _ wäre ...!" Gut ist es zum Beispiel, tue Kinder an Fluß- gn hem Augenblick, da der Mensch zum ersten ufer zu führen. Badende Leute, schwimmende Q^a[c feine Gestalt von der zitternden Welle des Hunde, verankerte Schiffe machen ihnen Freude. Baches oder des Sees zurückgestrahlt sah. in -Töin man Kinder aber zu Besorgungen mitneh- eben diesem Augenblick entstand auch schon eine men oder ihnen das Vergnügen der Besichti- große, blühende Snbuftrie, — die Spiegelindustrie, aung von Schaufenstern bereiten, so ist darauf zu Ins Licht der Welt sollte fie freilich erst Sahr- achten dah man sie vor solchen Auslagen fest- tausende später treten, aber im Kopf des Men- hält deren ausgestellte Waren dem Kinde per- schen, der mit Staunen und vermutlich auch mit stündlich und interessant sind. Die Freude an leisem Gespenstergrauen sein eigenes Bild in Puhgegenständen zu fördern, ist durchaus nicht der zitternden Welle erblickte, sprang der Wunsch ratsam Man suche sowohl den Schönheits- als auf. das Bild in feste Formen zu fassen, es den praktischen Sinn des Kindes bei dieser Gele- unabhängig zu machen von der zitternden Welle, genheit zu entwickeln und fein Hauptinteresse auf die Regen. Gewitter, Schlamm und Schnee trüben * ro-r:i- rY*—*'"• 1 konnten. Die mehr kam dieser Gedanke zur Ruhe, drängte nach Vervollkommnung, je höher das Menschengeschlecht und feine Kultur stiegen, je größer das Selbstgefühl sowohl des einzelnen wie der Gesamtheit wurde. Sm Altertum lehrte dieser Wunsch Metallplatten glänzend zu schleifen und zu polieren, so daß fie das Bild klar, fast unverändert zurückwarfen. Tausend Sahre später blies das luxuriöse, industrielle Venedig bereits Glasplatten, die mit Zinnamalgam belegt wurden. Von Stalien zog die junge Sn» dustrie nach dem aufblühenden Böhmen, dem reichen Dürnberg, bis im Sahr 1665 der Handelsminister Seibert fie nach Frankreich lockte und durch hundertfünfzig Sahre gleichsam monopolisierte. Dun erst sollte der jahrtausendalte Wunsch Erfüllung finden in einem Kult des Spiegels, wie ihn kein anderes Land je gekannt hatte, denn eine Nation, die in allen Dingen als Vorbild der Feinheit galt, hatte selbstverständlich den Wunsch und die Pflicht, sich unaufhörlich zu bespiegeln und so immerfort Selbstkontrolle zu üben, auf daß sie auch wirklich so vorbildlich fein bliebe, wie fie war oder galt. ... Auf dem langen Weg vom klassischen Altertum bis zur Moderne hat der Spiegel in seiner äußeren Erscheinung sowie in seiner Weltanschauung allerlei Wandlungen durchgemacht. Sn frühester, sagenhafter Zeit, ungefähr als Helena ihn konsultierte, bevor sie zum Stelldichein mit Paris ging, war er mit Vorliebe Karrikaturenzeichner. man mußte ihm scharf auf die metallene Schleiffläche gucken, damit er nicht die kleinste An- Füße noch mit Talkumpulver einstreuen, besonders, wenn man unter Fußschweiß zu leiden hat. Des Morgens dürfen die Füße bei dem kurzen Schwammbad. mit dem man den ganzen Körper erfrischen soll, nicht vergessen werden. Denn warum gerade sie, die tagsüber soviel zu leisten haben, bei der Pflege als Stiefkinder behandeln! Freilich muß auch hier nach dem Abwaschen gut abgetrocknet und gerieben werden, bis eine mollige Wärme sich einstellt. Damit verbessert sich bie Blutzirkulation in den Füßen und es wird den so schädlichen kalten Füßen und Blutstockungen vorgebeugt. Weiter vorbeugend gegen Fuhbeschwerden wirken noch andere kleine Mittel. So sollte jedes Bett am Fußende etwas höher stehen, was mit Unterlegen von kleinen Holzklöhchen leicht erreicht wird. Die Angewohnheit der Hausfrau, die meiste Arbeit im Stehen zu verrichten, muß möglichst eingeschränkt werden. Wenn man diesen Vorsatz immer festhält, wenn man auch die kürzeste Gelegenheit benützt — z. D. in keinem Laden eintauft, ohne sich dabei zu setzen — so wird man staunen, wieviel Anstrengung für die Füße man vermeiden kann. Wie oft auch ließe sich die Reihenfolge der Arbeiten so einrichten, daß z. B. nach dem anstrengenden Einkäufen zu Hause erst eine Stunde Flicken und Dähen eingeschoben würde. Kann man es sich nicht leisten, nach dem Heimkommen 5 bis 10 Minuten auf dem Divan sich auszustrecken, so sollte man wenigstens beim Dähen Die Füße ein Weilchen auf einen Stuhl legen. Man wird staunen, um wieviel schneller sie sich dabei erholen. Ein wichtiges Hilfsmittel gegen Aleberanftren- Smg ist es auch, daß die Stühle die richtige öfje haben, so dah der volle Fuß, nicht bloß die Fußspitze auf dem Boden aufsteht und ausruht. Fast immer sind unsere Stühle zu hoch und es fehlt die leichte Verkürzung der hinteren Stuhlbeine, was das Ausruhen außerordentlich fördert. Man sieht, daß die ganze Fußpflege und Fuh- schonung wenig Mühe erfordert. Es braucht nur ein wenig Dachdenken, guten Willen und Beharrlichkeit. damit die Frauen sich gegen eines der verbreitetsten Hebel schützen und damit iyce volle Leistungsfähigkeit möglichst lange bewahren. ML |,ten Festgottes- Harrer ®ü((i Jk 1 Lhr- 8 tln feit. »Ä dach) und h»n nund Wimpeln K- S • £ctned, vEen FGrolvg. Mit dann die erste »As buchen Mn Perle" über ^Ansprache batte N-d.D., übernvm. rtu8 und den Te. Mse Erde ging ■ Su mir, die ihr ,6ebr gute Auf. el.Miriam", das Helheim ausgesührt n.5) machte einen urzen Schlußwort der den Vereinen lichen Dank auserreichte baß in aufenc Fest fein Feier trugen die ^fügten Besang^ istauenchörr unter t Herder, Ductal, 6. August. Der in unjerem Tale so- Durchschnitt mittlere Sommergerste Abgesehen von ge- imerjrud)t einen sehr ter Stiltstossdiingung igert, so daß hier die :n nicht möglich sein i ausgiebige Regem Tangeino^ nidjt ■ schlecht nachwM lerne ober Ewig- ,re als W vorteil- t auch von storler troirb. DasGrum- iesen recht gut, wäh- uir einen spärlichen n derhalksruchte märtet man bei den ; den ©arten werden jjeernte^^^ ijeitTiSTwr jfen Sack, dm ec che »erborgen pnhe, plötzlich das M. er an eine solche t> er hielt W? it an seinem Platz, M ihn hervor n. Mre Sicht ge- Schtvierigkeitm ge- -erauszufinden, der r versuaste er frei inen paßte 6,6 U l!r lieft ihn UN * DaS Wasser iiüM; in der antct^Är. & in das AM Oe, vers'Hlv^'^ch Has ic Singer s w B&äl SM- -z'SS fti eine $ ' W bis fflit s-Msscrsu^M usamluen. 9 gseich nungen auszunühen. Biele Kinder find gerade beim Spaziergang eine Qual für die Begleitpersonen und ebertfo für die Passanten. Die Schuld aber Hegt, wie Wenn Männer das Wort „Spiegel" Hören, bei allen Erziehungsfehlern auf Seite Der Ur- I schein fie überlegen und tun allesamt so. als wachsenen. Durch belebte Straßen laßt man Km- oß fic nur im äußersten Fall und mit Mih- der weder auf Rollern laufen, noch mit oor- vergnügen hineinblickten. Aus ihrem Lächeln gestreckten Fäusten prustend, pfeifend und zechend I eine Legion eitler Frauen empor, die ..Eisenbahn" spielen. Man gestatte iDnen nicht, ^aut männlicher Psychologie!) den ganzen Tag zu Hüpfen und zu springen, wodurch Docy^em I anderes zu tun haben, als ihr eigenes fortwährendes Anstößen an Die übrigen Fuß- ^ild entzückt zu betrachten. Möchte man er- gäriger bedingt ist- Zum Austollen finD Die l g<»k>rmst und schüchtern einwenden, dah die Be- Spielplähe da. _ ziehungen zwischen Frau und Spiegel von jeher Süngerc Kinder sind an der Hand zu führen, den schlimmsten Mißdeutungen ausgesetzt waren, ältere zu gleichmäßigem Vorwärtsschreiten anzu- j0 wird ber’Ueberlegene ironisch-galant behaup- halten. Vernünftigerweise wählt man auch zu ten, daß die Frau und der Spiegel unbedingt einem Erholungs-Spaziergang nicht belebte Ge- zueinander gehören, da ja Forschungen neueren schästsstraßen mit zahllosen ^Übergängen, sondern Datums ergeben haben sollen, daß sogar Die ruhigere, die auch erlauben, mit den Kindern ein Lenus von Milo sich mit einem Spiegel in der Gespräch zu führen. Denn gerade unterwegs Hand habe modellieren lassen! Dagegen schweigt sieht ein Kind viel, was seine Wißbegierde an- &ag starke Geschlecht über jene mythologische regt und Fragen in ihm auslöst. Die Fragelust Spiegel-Miszelle, deren tragikomischer Held cm der Kleinen muh allerdings auch in gewissen anann ist. Sch meine die Affäre des jungen Grenzen gehalten werden, darf nicht in gebauten- ^areissus'. der sich im Spiegel des Wassers er- loses Gepappel ausarten, soll aber doch soweit blickte und gleich dermaßen in sich vergafft war. als möglich befriedigt werden. Deshalb ist es fcafo ihm nichts blieb, als wegen aussichtsloser wichtig, den Spaziergang richtig zu wählen, das Liebe Selbstmord zu begehen. ... Sch will nicht Kind an Stätten zu führen, wo sein Snteresse tendenziös werden, muh aber doch sagen: „Wenn wachgerufen und dle Belehrung zum Vergnügen i e Geschichte einem weiblichen Wesen Passiert einer Hemdhose nur ein Kleidungsstück, die Stil-Kombination. die letzte Wäscheneuheit, so benannt nach der Rückwärts-Lang-Tendenz der Stilkleider. Aber nicht genug mit dieser Revolution: auch die anderen Wäschestücke wollen sich die Grazie der rückwärts längeren Kleidung nicht entgehen lassen. Die neuesten Nachthemden (übrigens — auch aus Seide — puritanisch einfach, gewöhnlich nur mit dem gleichen Stoff oder einem zart abstechenden einroulliert und mit ganz wenig Handajour oder Toledo verziert), die in dem Fluh der Linie ein wenig an die griechische Gewandung erinnern, reichen vorn, gleich den Kleidern, etwa zehn Zentimeter über das Knie und haben rückwärts den „Schwalbenschwanz", der, aus den zarten duftigen Wäschestoffen gearbeitet, sehr reizend aussieht. Die Form dieser neuesten Nachthemden ist dreifach: entweder in Empireform (nach Art der erhöhten Taille), wo der Stoff unter der Brust etwas eingehalten wird und diese nach Art der Kleider ä la Grecque oder Königin Luise hochgehalten wird: zu dieser Empireform sehen kleine Puffärmelchen lehr lieb aus: sie und eine Masche, unter der Brust gewunden und lang herabhängend, verzieren dieses Luxusnachthemd, das jedoch vorn kurz und rückwärts lang ist. Die zweite Form ist die strenge der Hemdblusen: der englische Wäschestil, die einzige Form, die gleichmäßige Länge vorschreibt. Unö die dritte, nunmehr hochmoderne Form: ein kleiner viereckiger oder auch ein größerer runder, die Schultern zur Geltung bringender Ausschnitt, durch roullierten Stoff gehalten und in ganz feinem Zug die Stoffülle gebändigt, die glatt am Körper herunterflieht (gleichfalls vorn kurz, rückwärts lang) und in der anatomischen Mitte durch ein zu knüpfendes Band gehalten ist. Selbstverständlich läht die Wäsche-Revolution, die der Silhouettenänderung dec Kleider gefolgt ist, auch die Hauskleider, die zwischen Wäsche und Kleidern liegen: Schlafröcke, Pyjamas, Teagowns, nicht unberührt, die sich gleichfalls emanzipiert gebärden und die Formel betonen: schöne Beine soll man zeigen, aber nur von vorn: rückwärts wird man dann würdig im wallenden Kleid oder Hemdchen. Die Mode will es so! Tumm, Sport und Spiel. Lahn-Oünöberg-Gau im A. O. T. Zn L o n d o r f hatten sich am Sonntag über 100 Zugendturner bzw. Schüler zu dem alljährlichen Wetturnen eingefunden. Unter der bewährten Leitung von Gauturnwart Wagner, Lollar, wurden die Wettkämpfe glatt abgewickelt. Eine 4x100-Meter-Staffel um den Gauwanderpreis konnte der Turnverein Lollar in der vorzüglichen Zeit von 554/ip Sek. gewinnen. Den Schluß bildete eine kernige Ansprache von K. D a u p e r t jr., welcher auf die Bedeutung des Schülerturnens und der allgemeinen Körperpflege hinwies. Cs folgte alsdann die Preis- verteilung. Die Ergebnisse lauten: 1. Heinrich R ei t, Daubringen, 112 Punkte, 2. Willi Fink, Wilh. Moos, und Adolf Klinkel, Lollar, 111; 3. Karl Kraft, Odenhausen, 108, 4. Karl Müller, Lollar, 107, 5. Karl Schäfer, Wieseck, 106, 6. Erich Schmidt, Launsbach, 1-05, 7. Helmut Lich, Londorf, 104, 8. Willi Hässe l b a ch, Londorf, Willi Volk, Launsbach, Willi Decker, Rodheim, Karl A l g e h e r , Lollar, Gustav Mank, Wieseck, 103, 9. L. Launspach, Reiskirchen, Wilh. Roll, Daubringen, 102, 10. Willi Eisenhut, Wieseck, 101. Oie deutschen Tennismeisterschaften. Die internationalen deutschen Tennismeisterschaften brachten hervorragende Erfolge der deutschen Teilnehmer. Der Rostocker Rahe fertigte den irischen Bertreter Rogers nach heftigem Kampf 9:7, 4:6, 6:1, 7:5 ab. Dr. Kleinschroth zeigte sich in blendender Verfassung und schlug Mackenthum 6:4, 6:4, 6:3. Altmeister Froitzheim besiegte den Amerikaner Millen mühelos 6:2, 6:3, 6:2. Don den ausländischen Teilnehmern war am Montag der Südafrikaner S p e n c e zum erstenmal im Spiel. Gegen den Berliner Remmert konnte er sich nur knapp 2:6, 6:3, 8:6, 6:4 behaupten. Zm Dameneinzel schlug Frl. P e i tz die Französin Adamoff. Die deutschen Tennismeisterschaften brachten am dritten Tage einige recht unerwartete Ergebnisse. Der Hamburger Dr. Dessert lief Dr. Kleinschroth in den ersten beiden Sätzen 6:1, 6:2 davon, woraufhin Kleinschroth aufgab. Der Südafrikaner S p e n c e spielte gegen von Stamm und hatte alle Hände voll zu tun, um den jungen Deutschen 3:6, 7:5, 6:3, 9:7 aus dem Rennen zu werfen. Weiter gewannen der Deutsch-Böhme Menzel, der Franzose D o u s - s u s und der Zapaner O h k a ihre Spiele.^ Zm Damen-Sinzel gab es eine kleine Sensation. Fräulein L ö w e n t h a l (Berlin) unterlag der deutschen 3uniorenmeifterin Frl. Sander 3:6, 3:6. Daten für Donnerstag, 8. August. Sonnenaufgang 4.33 Uhr, Sonnenuntergang 19.37 Uhr. — Mondaufgang 8.34 Uhr, Monduntergang 21.21 Uhr. . . 1867: die Radiererin Kothe Kollwitz in Königs- berg geboren; — 1897: der Kunsthistoriker Jakob Burkhardt in Basel gestorben (geboren 1818). Aus dem Amisverkündigungsblatt. *DasAmtsverkündigungsblatt Rr.55 vom 6. August enthält: Reichssteuerüberweisungen. — Tagung des Hessischen Chordirigenten-Verbandes. — Gießener Ferienkurse. — Feldbereinigungen Rödgen und Trohe. — Auftriebsgeld für Schweine auf den Märkten der Stadt Lich. — Dienstnachrichten. Wirischafi. Arbeitsgemeinschaft der hessischen Kreditgenossenschaften. Die Arbeitsgemeinschaft der hessischen Kreditgenossenschaften (Richtung Schultze-Delitzsch) veröffentlicht soeben die Bilanzziffern per 30. 3uni 1929. Während die Bilanzsumme nur geringfügig auf 71.1 Mill. Mark gestiegen ist, zeigt das Gesamtbild gegenüber der Aprilbilanz eine merkliche Entspannung des Status. Dec durch die Restriktion der Reichsbank auf die Wirtschaft ausgeübte Druck zur Einschränkung des Kreditvolumens hat sich auch bei den genossenschaftlichen Bolksbanken ausgewirkt. Die Gesamtkredite gingen um 3/i Million, die Giroverbindlichkeiten sogar um 1,1 Million zurück. Da gleichzeitig seitens der Kundschaft neue Gelder eingelegt wurden, allerdings etwa 75 Proz. davon kurzfristig, so konnten die flüssigen Gelder weiter gestärkt und bestehende Bankverpflichtungen teilweise vermindert werden. Von den täglich fälligen Verbindlichkeiten waren am Stichtag stark 60 Proz. in flüssigen Mitteln angelegt; die Liquidität ist also als ausreichend zu bezeichnen. Die Spareinlagen stellten mit rund 38 Millionen Mark über die Hälfte des Betriebskapitals dar. Das Eigenkapital betrug über 11 Mill. Mark. An Krediten waren einschließlich der Wechsel- kredite am 30. Zuni 1929 insgefamt 66V2 Mill. Mark gegeben, ein für die hessische Wirtschaft recht ansehnlicher Betrag. * Mittlere Ernte z u erwarten. Nach den soeben im Statistischen Reichsamt zusammen- gestellten Ergebnissen der ersten Erntevorschätzung, die in diesem Jahre erstmalig schon nach dem Stand von Anfang Juli (nach den Berichten der Saatenstandsberichterstatter über die durchschnittlichen Hektarerträge) durchgeführt worden ist, ist für das gesamte Reichsgebiet im großen und ganzen eine mittlere Getreideernte zu erwarten. Es muß jedoch hierbei berücksichtigt werden, daß das Getreide zu Anfang Juli noch allgemein auf dem Halm stand, dem Einfluß der Witterung also noch ausgesetzt war. Im einzelnen betragen die Hektarerträge im Reichsdurchschnitt 1929 für Winter- roggen 17,2 dz (1928 nach der endgültigen Ermittlung 18,5 dz), Winterweizen 19,6 dz (22,3 dz), Wintergerste 19,4 dz (25,2 dz), Sommergerste 19,3 dz (21,6 dz), Hafer 19,2 dz (19,9 dz). Unter Zugrundelegung der vorstehenden Hektarerträge und der Anflächen würde sich bei den genannten Halmfrüchten für 1929 folgende Gesamtmenge ergeben: Winterroggen rund 8 Mill, t, Winterweizen rund 3 Mill, t, Wintergerste 0,3 Mill, t, Sommergerste 2,6 Mill, t, Hafer 6| Mill. t. Im Vergleich mit dem Jahre 1928, das eine gute Ernte erbrachte, bleiben bifc diesjährigen Erträge — nach den ersten vorläufigen Meldungen der Berichterstatter, die nach früheren Erfahrungen regelmäßig späteren Ergänzungen und Berichtigungen unterworfen sind — durchweg zurück. • Verhandlungen der Zsolrerrohr- Fabrikanten. 3n Frankfurt a. M. fanden Besprechungen der Zsolierrohr - Fabrikanten statt, in denen eingehend über einen Kartellvertrag verhandelt wurde. Wie WTB.-Handels- dienst erfährt, ist hinsichtlich des Wortlautes dieses Vertrages eine Verständigung erzielt worden. Gewisse Vorbehalte machen jedoch noch weitere Verhandlungen nötig. * Keine Fusionsverhandlungen Phönix — Continental. Entgegen anders lautenden Meldungen, die von einem bevorstehenden Abschluß der Fusionsverhandlungen zwischen der Harburger Gummiwarenfabrik „Phönix" A.-G. Harburg und der Continental Gummiwerke A.-G. Hannover wissen wollen, verweist die Verwaltung von Phönix auf die Erklärungen, die in der G.-V. vom 31. Iulr abgegeben sind, worin positiv festgestellt wurde, daß die Fusionsverhandlungen abgebrochen und nicht wieder ausgenommen worden sind, und daß weiter auch nicht die Absicht besteht, sie wiederaufzunehmen. Diesen Erklärungen habe die Verwaltung von Phönix nichts hinzuzufügen. • Houbenwerke A.-G.. Krefeld. Das Unternehmen konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz schärfster Konkurrenz eine Steigerung des Umsatzes herbeiführen. Cs wurde ein Gewinn von 29148 Mk. erzielt, woraus laut Ge- neralversammlungsbeschluß 6 Prozent Dividende auf die Vorzugsaktien verteilt und die restlichen 25 728 Mk. vorgetragen werden. Wie mitgeteilt wurde, konnte die Hoffnung auf eine kleine Dividende für 1928 nicht erfüllt werden, weil die schwankende Konjunktur eine Anspannung der Bilanz verursacht habe (458 952 Mk. Kreditoren, 350 952 Mk. Debitoren und 537104 Mk. Vorräte). Die zur Erlangung von Reparationsaufträgen geführten Verhandlungen könnten als abgeschlossen gelten. Der Vertrag laufe zwei Iahre, und man hoffe, demnächst von Paris größere Aufträge zu erhalten. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 7. Aug. Tendenz zurückhaltend. Die heutige Börse war überwiegend von günstigen Momenten beherrscht, aber trotzdem konnte sich keine regere Geschäfts- tätigfeit entwickeln. Die Stimmung war jedoch im Grun?kon zuversichtlich, zumal von der Geldmarkterleichterung in Neuhort und dem festen gestrigen Schluß der dortigen Börse ein vorteilhafter Einfluß ausging. Auch das Anziehen des Pfundkurfes in Paris und das Nachlassen der Goldabflüsse der Bant von England wirkten sich vorteilhaft aus, wobei die bestehenden Befürchtungen hinsichtlich einer nicht zu vermeidenden Diskonterhöhung fast vollkommen in den Hintergrund traten. Das Geschäft war aber klein, da Orders fast vollkommen fehlten, so daß die Spekulation auf sich selbst angewiesen war. Daraus war es in der Hauptsache auch zu erklären, daß nach dem offiziellen Beginn Ware herauskam. Das herauskommende Material nahm keinen größeren Umfang an,' das Angebot blieb zu gering, um das Kursniveau nach unten zu beeinflussen. Nur einige Spezial- werte waren zeitweise etwas stärker gesucht, und vor allem waren es Glanz st offaktien, die auf die in Aussicht stehende Einigung mit den Farben- Unternehmungen 5 Prozent höher eröffneten. Farben selbst waren eher angeboten und etwa 1 Prozent schwächer. Am Clektromarkt gaben AEG., Bergmann, Licht & Kraft, ©effürel und Schucker t von 0,75 bis 1,25 Prozent nach. Stärker vernachlässigt waren Chade-Aktien minus 2,50 Mark, und Siemens minus 1,5 Prozent. Sonst war die Umsatztätigkeit minimal. Montan- werte allgemein bis 1 Prozent schwächer. Nur Harpener konnten leicht anziehen. Renten ft UL Zm Verlaufe verstärkte sich die Zurückhaltung. Das Fehlen jeglicher Orders wirkte geschäftshemmend, und das Kursniveau senkte sich erneut durchschnittlich um 1 Prozent. Am Geldmarkt machte die Gelderleichterung weitere Fortschritte. Tagesgeld ÜDar auf 7,5 Prozent ermäßigt. Am Devisenmarkt war das Pfund mit 20,3675 weiter etwas höher. Sonst nannte man Mark gegen Dollar 4,1967, gegen Paris 123,97, gegen Mailand 92,80, London gegen Kabel 4,8521, gegen Madrid 33,16, gegen Holland 12,1140. Berliner Börse. Berlin, 7. Aug. Bei der geringen Umsah- tätigleit, die augenblicklich an den Effektenmärkten herrscht, ist bei der Kursgestaltung viel vom Zufall abhängig. Zm Freiverkehr, d. h. außerhalb der offiziellen Börse, werden zuverlässige Kurse überhaupt nicht mehr genannt, da kaum etwas gehandelt wird, und eine Tendenz ist deshalb vormittgs meist nur rein versuchsmäßig vorhanden. Heute gaben die Goldgewinne in F rankreich und England zur Zurückhaltung Veranlassung. Der Tagesgeldsah in Neuyork erfuhr eine leichte Ermäßigung. Hinsichtlich der Londoner Diskontsätze war man noch geteilter Ansicht, doch scheinen die Goldverluste aufgehört zu haben. Die anhaltende Geschäftslosigkeit machte sich auch zum Börsenbeginn stärker bemerkbar und drückte auf das Kursniveau. Das Ausland hielt ebenfalls mit Aufträgen stärker zurück und es ist auch hier nicht anzunehmen, daß, solange die Haager Konferenz dauert, oder mindestens einige sichtbare Resultate erzielt sind, sich an diesem Zustande etwas ändert. Die ersten Kurse zeigten meist Rückgänge von 1 bis 2 Prozent. Berger verloren 6 Prozent, Svenska 4 Mk.. Glanzstoff zogen dagegen im Einklang mit der internationalen Festigkeit der Kunstseidenwerte bis zu 4 Prozent an. Mansfelder waren 1,5 Prozent höher. Deutsche Anleihen nicht einheitlich. Ausländer ruhig. Anatolier und Macedonier etwas fester. Pfandbriefe eher schwächer. Der Geldmarkt war nicht weiter entspannt. Tagesgeld nannte man, nachdem es vormittags bis 7 Prozent vereinzelt heruntergegangen war, mit 7,5 bis 9,5 Prozent. Monatsgeld mit 9 bis 10,5 Prozent, Warenwechsel mit 7,75 Prozent. 3m Verlaufe trat durchweg eine leichte Besserung ein. Die Bewegung ging besonders vom Elektromarkt aus, an dem Siemens, Schuckert und Elektrische Lieferungen etwa 2 Prozent gewannen. Ferner waren Oren- ftein, Deutsche Waffen, Kunstseideaktien, Sprit» werte und einige Montanwerte lebhafter. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 7. Aug. Am heutigen Hauptmarkt war die Haltung allgemein merklich schwächer. Die Händlerschaft war nut geneigt, zu merklich ermäßigtem Preise die angebotene Ware aufzunehmen. Am Brotgetreidemarkt gab Roggen 25 Pfennig nach. Am Mehlmarkt war Weizen- und Roggenmehl ebenfalls je 25 Pfennig im Preise ermäßigt. Auch Futtermittel tag'r schwächer. Es wurden notiert: Roggen 21,50 bi: 21,75, Hafer, inländischer 22, Mais (gelb) für Futterzwecke 21,50 bis 21.75, Weizenmehl, südd. Spezial 0 38,50 bis 41,25, Roggenmehl 30,50 bis 31,25, Weizenkleie 10,50, Roggenkleie 12. Tendenz flau. Berliner Produktenbörse. Berlin, 6. August. Die erneuten scharfen Preisrückgänge an den überseeischen Terminbörsen machten sich am hiesigen Produktenmarkt im handelsrechtlichen Lieferungsgeschäft verhält- nismäßig stärker geltend als in der Preisgestaltung für Brotgetreide zur prompten Wag- gvnverladung. 3n Auslandweizen kamen Abschlüsse bisher noch nicht zustande, da sich deutscher Weizen wesentlich billiger stellt. Das Angebot von Neuweizen war ziemlich spärlich und fand zu 2 bis 3 Mark niedrigeren Preisen schlank Unterfunft. Roggen alter und neuer Ernte war zwar reichlich angeboten, die Reporteure und Exporteure bekundeten jedoch auf etwa 3 Mark niedrigerem Preisniveau gute Nachfrage, während die Mühlen, angesichts des stockenden Mehl» geschäfts nur zögernd Ware aus dem Markt nehmen. Am Lieferungsmarkt setzte Weizen in den vorderen Sichten 3 Mark, per Dezember 6 Mark niedriger ein, Roggen hatte PreiSein- buhen von 2,50 bis 3,75 Mark zu verzeichnen. Weizenmehl ist zur Herbstlieferung billiger an- geboten. Locoware wird zu wenig veränderten Preisen für den laufenden Bedarf gekauft. Das Roggenmehlgeschä^ stockt weiterhin. Hafer bei keineswegs dringlichem Angebot ruhig. Winter, gerftc weiter matt. Zn Sommergerste kommen Abschlüsse noch nicht zustande. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer, 260 bis 262, Sep» tember 265 bis 265,50, Oktober 266,50 und Geld, Dezember 270 bis 270,50; Roggen, märkischer. 197 bis 198, September 215, Oktober 218 bis 219, Dezember 224 bis 223,75 bis 224; Futtergerste 175 bis 188; Wintergerste 169 bis 174; Hafer, märkischer, 180 bis 189, September 201 bis 200 bis 201; Oktober 204.50; Mais. La Plata. 226 bis 227; Raps 335. (100 kg): Weizenmehl 31 bis 36; Roggenmehl 26,10 bis 29; Weizenkleie 12 bis 12,75; Roggenkleie 12 bis 12.25; Viktoriaerbsen 40 bis 48; kleine Erbsen 28 bis 34: Futtererbsen 21 bis 23; Peluschken 27 bis 30: Ackerbobnen 22 bis 25; Wicken 28 bis 32; Lupinen. blau, 21 bis 22; Lupinen, gelb, 29 bis 31; Rapskuchen 19,30; Leinkuchen 23 bis 23,50; Trockenschnitzel 11,40 bis 11,50; Soja» schrot 20 bis 20.40. (50 kg): Kartoffelflocken 16,50 bis 16,80 Mark. Vermischtes. Zwei Personen in Flammen umgefoirmen. In Wcerberg bei Schwaz (Nordtirol) brannte ein zum größten Teil aus Holz gebautes Bauernhaus so rasch nieder, daß sich der Besitzer Angerer und fein ältester, zwölf Jahre alter Sohn, die auf dem Dachboden schliefen, nicht mehr retten konnten und in ben glommen umfamen. Die Frau des Besitzers, welche mit den sieben anderen kleinen Kindern im ersten Stock schlief, rettete die Kinder, indem sie sie aus dem Fenster warf und dann selbst nachsprang. Lprcchüunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Verantwortlich für Lokales: i. V. Dr. Thyriot. Die hinter den \ Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Zapieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozer It. zranlluri a M. Berlin zranlsuri a M. Berlin Frankfurt a Berlin Berlin, 5- August Geld Brief Französische Noten..... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-OeKerr. ä 100 .Kronen 76743 167,58 21,98 111,43 59,03 2,48 112,11 80,66 61,07 12,39 72,95 -Sranffut 16,49 168,26 22,06 111,87 59,27 2,50 112,55 80,98 61,31 12,45 73,25 t a-M. Schluß- Sur# 1-Uhr Kurs Schluß- Kurs Anfang- Kurs Schluß- Kurs i-Ubr Kur' Schluß-! Anfang. Kurs | Kurs Schluß»! i-Uhc Kurs | Kurs Schluß- Kurs Anfang. Kur« Datum 6.8. 7-8. 6 8. 7-8. Datum 6-8. 7-8- 6.8. 7-8. Datum 6.8. | 7 8. 68. 78. 6% Dt. RetchSanlcihe v. 1027 . . Dl. Anl.-Ablös.-Schuld mit Aus- 87,4 50,95 10,4 79,5 77,4 2,4 1,925 22,6 1,85 7,7 7,55 7,55 122 114,13 126 128 208,5 183,75 275 169 153,75 160 306,5 50,95 22,75 121,5 182^5 160 51 10,5 29,2 2,5 22,75 1,85 7,55 122 161 114,25 126,5 128 209 183,75 275,25 169,25 153,75 160 307,75 51,1 10,3 22,0 1,85 121,5 160,25 113,G 126,5 128,25 207,5 182,5 274 168 153,25 159 307 204 230 165,5 213 140 215 171,5 74,5 135,5 144 111 119 103,75 284 125 112,13 233,5 239 393 224,4 156,5 75 83,5 125,75 202,75 228,75 210,5 214 229,5 382 144,5 110 118,5 139,5 123,75 223,25 74,13 203,13 229,25 165,75 212,25 141 214 143,5 152,5 185,5 229.25 383,5 172,5 135,65 144,5 129,5 217,5 111 126 119,5 137,75 107,5 103,4 285 125 111,65 64,9 233,5 239,5 392 224,25 105,75 74,5 83.75 125,65 202 228,75 166,13 210 140 152 227.75 382 172,5 75 112,25 134,5 134,5 143 128,5 215 110,5 126,75 118 139,25 107,4 102,6 284,5 123 110,9 64,5 230 235,5 390,5 222,75 74 83 Philipp Hoizmann.....< Heidelberger Cement .... 10 107,5 393 155,5 53 55,75 220 152,5 knoten £•1111111111111111 iii i i i । isi i i i iT 108 299,5 233 390 304,5 236,25 154,75 107,25 193,25 53,25 53,65 50 202,75 23,75 89 206 57 65 65,75 123,5 118,5 222 151,5 107 297,5 231,5 394 304 235 154,25 106,6 192 202 84,4 204,5 125 Rumänische Schwedische Schweizer N Noten...... n...... Elektr. Lieferungen.....io Tesgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . 7% firantf. Hyp.-Bk. Goldpf. un» gUnhfi ä ftreitaa ..«••• 10 gelten & Guilleaume..... 6 Ges. s. Elektr. Untern.. ... 10 Hamb. Elektr. Werke .... 10 n?r,Hn (fleftr ...... 9 Schultheis Patzenhofer ... 15 Ostwerke.........12 Ber. Glanzsioss......18 Bcmbcrg.........14 Zellstoff Waldhos.....12 Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Eharlottenburger Wasser . . . ' Dessauer GaS........8 Daimler Motoren......O Deutsche Maschinen-Fabrik . . c Adlcrwerke Klever......t Ludw. Loewe.......10 Wat. Automobil.......O Orenslein 4 Koppel.....6 Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten ..... Devisenmarkt Berlin ........... Ilse Bergbau . .......8 Krauls. Maschinen......*' Heyliaensiaedt .......® ..................4 Lechwerke.........* Mainkraftwerke.......8 ...............1° Nelars ulmer......... Peters Union........8 Gcbr. Roeder.......10 Böig! 4 Haeffner......8 Südd. Zucker........8 Ban 4% dcsgl. Serie 11....... Köln-Neuessen..... 9 Mannesmann...... . 8 ManSfelder.........7 Oberfchles. Eisenb. Bedarf... 6 Oberschlcj. KokSwerkc.....6 Phönix Bergbau......6% Rheinische Braunkohlen... 10 Siheinstahl . . - s. % Jahr 1/, Riebeck Montan......7,2 Vereinigte Stahl»......> Olavi Minen.......2 sh Kali Aschersleben.....10 Kali Westeregeln......10 Kaliwerk Salzdetfurth ... IS I. ®. ffarben-Industrie ... 12 Dynamit Nobel.......6 Scheideanstalt..... 9 Goldschmidt ........6 4% Rumänen converl. Wie. . . . 4/i% Rumänen Goldanl. von 1918 Mg. Deutsche Eisenbahn . . 4% Hamburg-Amerika Paket ... 8 Hamb.-Südam. Dampssch. . . 8 Hansa Dampsschiss.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 Mg. Deutsche Ereditanst. . . 10 «armer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgescllsch. . . 12 Eommerz» und Privat-Bank. 11 Lärmst, u. Nationalbank . . 12 Deutsche Bairk......10 Li-ronto-Geselllchast Ant.. . 10 Dresdner Bank......10 Berlin, 5. August (Selb Brief Ameruantlche Noten..... belgische Noten ........ Dänische Noten ...... Englische Noten........ 4,169 58.32 111,43 20,32 4,189 RetchSbank........12 RütgerSwerke ....... 6 Metaligefellschast......U 1 1,87 0.40