Heuie LtnLerzeLchnung des Sachversta'ndigenbenchts. Oie letzten Redaktionsarbeiten. — Oie Gliederung des Berichts. — Stamp bereits abgereist. — ^oung fährt morgen. p a r i s, 6. Juni. (D3B.) „lemps“ glaubt zu wissen, daß der Bericht der Sachverständigenkonferenz, also der young-plan, aus folgenden Kapiteln bestehen wird: Schaffung des Reparatlonssachver- ständigenausfchutz und die ihm anverlrauke Aufgabe; die Voraussetzungen, unter denen das Sachverständigengutachten ausgearbeiket wurde; Abhandlung über die Lage Deutschlands; Statut und eine Schöpsung, der grohe Wichtigkeit zukommt, vergleich zwischen Dawes- und young-plan; Reparationsannuitäten (höhe, Anzahl, ungeschützter Teil, Sachlieferung usro.); eventuelles Transfer- und Aufbringungsmoratorium; Kommerzialisierung und Mobilisierung des ungeschützten Teiles der Annuität. Autzerdem sollen dem Bericht zwei Anhänge angefügt werden, einer betreffend die Bank für internationale Zahlungen und ein zweiter, der die Verteilung der deutschen Annuitäten unter die Gläubigermächte regelt. Der Redaktionsausschuß der Reparationskonferenz hat heute nachmittag feine Arbeiten am Endbericht fortgesetzt. Diese werden heute nacht und morgen vormittag fortgeführt werden. Eine Vollsitzung ist für morgen nachmittag 5 Ahr zur Unterzeichnung vorgesehen. Die Unterzeichnung wird aus jeden Fall morgen im Laufe des Abends erfolgen, da der vorfihende der Konferenz, Owen D. y o u n g , sich am Samstag nach Amerika einfchiffen muh, um am 15. Juni an der Hochzeit seines Sohnes in Eleoeland teilnehmen zu können. Der englische Delegierte, Sir Josiah S t a m p hat paris bereits heute nachmittag verlassen. Er erklärte dem pariser Korrespondenten der „RIorning poft" vor seiner Abreise: Die Regelung der Reparationsfrage ist weit besser, als wohl die meisten zu hoffen wagten, sie ist natürlich nicht vollkommen, aber das ist bei einer solchen Fülle einander entgegengesetzter Meinungen verständlich. Slamp zollte weiterhin Owen D. y o u n g hohe Anerkennung und fuhr dann fort: Die geplante internationale Bank wird dem starken verlangen der Welt nach einer geschäftlichen und finanziellen Zusammenarbeit entsprechen. Sie ist eine Schöpfung, der grohe Wichtigkeit zu kommt. Ihre Rolle bei der Reparalionsregelung ist nur von augenblicklichem Werl, aber in den kommenden Jahren wird ihre allgemeine Bedeutung noch wachsen. Die Reparationssachverständigen haben beschlossen, ein provisorisches Organisakions- komitee unter dem Vorsitz von parker Gilbert einzusehen mit der Aufgabe, den Heber- g an g vom Daroes- zum young-plan durchzuführen. Dieses Komitee soll drei Unterausschüsse bilden, einen für die Reichsbank, einen zweiten für die Reichsbahn und einen dritten für die Sachlieferungen. Oie Demokraten zur Pariser Einigung. Berlin, 7. Juni. Die demokratische Reichstagsfraktion erörterte nach einem Referat des Abg. Dr. Dernburg die Ergebnisse der Pariser Verhandlungen, soweit sich diese bisher übersehen lassen. Die Fraktion ist der Auffassung, daß das Ergebnis dieser Verhandlungen für Deutschland nur dann tragbar sein kann, wenn die ungeheuren finanziellen Belastungen der deutschen Staats- und Volkswirtschaft ihren Ausgleich in den unerläßlichen Folgerungen auch auf politischem Gebiete, insbesondere in der Räumung der besetzten Gebiete, in einer unbehinderten Betätigung Deutschlands auf dem Weltmarkt, in einer angemessenen Regelung des Minderheitenproblems usw. fänden. Die ziffernmäßigen Erleichterungen, die das Pariser Abkommen bringt, müssen nach Ansicht der Deutschen demokratischen Reichstagssraktion Ersparnisse bleiben und zur Entlastung der deutschen Volkswirtschaft und der deutschen Steuerzahler verwendet werden. Nie Rheinlandraumung. Frankreich mutz sein Versprechen erfüllen. Paris, 7. Juni. (WTD. Funkspruch.) Der Außenpolitiker des „2Hatin“ schreibt zum Abschluß der Sachverständigenkonferenz: Die Reparationsangelegenheit ist so gut wie möglich geregelt. Frankreich hat vielleicht gewisse Illusionen aufgegeben, aber 10 Jahre nach Kriegsende war sowieso schon jede Aussicht verloren, daß diese Illusionen sich restlos verwirklichen würden. Der e r st e Akt des in Genf festgelegten Beschlusses zur Liquidierung des Kriege- ist also vorbehaltlich der Billigung durch die Regierungen und die Parlamente vollbracht. Es ist ganz unwahrscheinlich, daß sich die Regierungen oder die Parlamente weigern würden, die Vorschläge der Sachverständigen gegenzuzeichnen und zu ratifizieren. Die Regierungen sind über die Verhandlungen laufend unterrichtet worden, und wenn sie sich auch nicht offiziell engagiert haben, so hat sich doch die Arbeit der Sachverständigen gewissermaßen unter ihrem Protektorat vollzogen. Der zweite Akt der Liquidierung des Krieges steht also nahe bevor. Es handelt sich um die Einsetzung eines vereinfachten Kontroll- shstems im Rheinland, um zu vermeiden, daß bei jedem Zwischenfall, der sich in der neutralisierten Zone ereignen könnte, der Völkerbund angerufen werden muß. Der dritte Akt ist die Räumung des Rheinlandes. Man kann über die Modalitäten diskutieren, grundsätzlich kann die Rotwendigkeit der Räumung kaum noch bestritten werden. Rach Regelung des Reparationsproblems und nach Durchführung der Entwaffnung Deutschlands und der Bestätigung dieser Entwaffnung durch die offiziellen Kommissionen sowie nach einer klaren Regelung der Verhältnisse im Rheinland ist kein Grund vorhanden, diese militärische Operation hinauszuschieben. Deutschland meint, es habe seit Locarno ein Anrecht darauf, das ist ein Irrtum. Aber französischerseits hat man sich verpflichtet, die Räumung vorzunehmen, sobald die beiden notwendigen Vorbedingungen — Regelung der Reparationen und Rheinlandkontrolle — erfüllt sein würden. Frankreich muß also sein Versprechen erfüllen. Keine interessierte Regierung könnte anders urteilen. Es liegt außerdem nicht im politischen Interesse Frankreichs, erst einen Appell der kommenden Arbeitern regierung in England abzuwarten. Stresemann in Paris. Paris, 6. Juni. (WB.) Mit dem RordexpreF ist heute mittag Reichsminister Dr. S t r e s e - mann mit Begleitung in Paris eingetroffen. Er wurde am Bahnhof vom Botschafter von Hoesch und den Mitgliedern der Botschaft empfangen. Obgleich Dr. Stresemann ausdrücklich den Wunsch ausgesprochen hatte, daß von einem « der Nr. lös Erstes Blatt 179. Jahrgang Zreitag, 7. Zunl (929 erscheint täglich,außer .Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte «siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für rwochen: H Reichsmark und 15 Leichspfennig für Trägen Lohn, auch bei Richter- Iheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Nernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Zlnschrist für Drahtnachrichten: Anzeiger Glotzen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: Vrühl'sche Umverfi1ä1§-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Zchnstleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher» Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrist 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Reichsregierung und ReparationspolM. ^aft Umgegend. um X Mandl 1929 lüS Mahlung er- liecht heizlich ilungen Rabatt ienunö sler >1,1573 ng in so reichem mir auf diesem flipp Ws-r Curtius und seine Gegner. Deutscher Reichstag. Berlin, 6. Juni. (VDZ.) 3m Deutschen Leichstag wurde die zweite Beratung des Wirt- shoftsetats fortgesetzt. Abg. Brandes (Soz.) ter.det sich gegen die Ausführungen des Mi- riskrs Curtius zur Reform der Arbeits- solenversicherung. Die sozialdemokratische fraftion hat bereits erklärt, daß sie bereit ist, euer befristeten Beitragserhöhung jijaiftimmen und ihre Zustimmung zur Deseiti- jung nachweislich bestehender Mißstände zu : ’tb-m. Sie verlangt aber, daß an den Lei- jungen der Arbeitslosenversiche- tu n g nichts gekürzt wird. Wir bedauern, hfj der Minister von einer Schädigung der lobe itsmoral als Wirkung der Arbeits- l>se:wersicherung gesprochen hat. Wir weisen diese 2eßauptung als völlig unbewiesen entschieden zu- •oNg Außenpolitik und innere Front Don unserer Derliner Redaktion. Es gilt zwar als ein Axiom, daß in Zeiten ■ einer bevorstehenden unabgeschlossenen außen» Ipolitischen Entscheidung von nationaler Dedeu- log auch die sonst miteinander in Fehde liegenden Parteien gemeinsam eine gewisse Zurückhaltung beobachten und solche Ereignisse nicht dazu benutzen, um ihr Parteisüppchen ja. kochen; denn es kocht leicht über und schädigt bann das Volk in seiner Gesamtheit. Leider ist her deutsche Parlamentarismus zu einer solchen Erkenntnis offenbar noch nicht herangereift. D«s zeigte vor einigen Tagen der Vorstoß der Deutschnationalen, die eine Diskussion über den ncch unabgeschlossenen und bisher nicht vorliegenden Sachverständigenbericht entfesseln trollten; das zeigte sich gestern wieder, wenn auch auf anderm Gebiet, bei der Debatte über die Airtichaf tspvlitik.in der sich der Reichs- Dirtschaftsminister zu einigen scharfen Formulierungen gegen den sozialdemokratischen Versuch veranlaßt sah, die Regierung gegen eine Reform der Arbeitslosenversicherung und gegen Maßnahmen zur Stützung der Landwirt- IHa f t festzulegen. Es besteht offenbar die Reigung bei uns, den begriff einer Koalition entweder mit einer Ge - linnungsgemeinschaft zu verwechseln ober nach Möglichkeit unter die Führung einer tiirzelnen Partei zu bringen. Beides ist unzutreffend und wird von den Kabinettsmitgliedern selbst in keiner Weise begünstigt oder veranlaßt. Die weltanschaulich durchaus in ver- .. Ichiedenen Lagern stehenden Regierungsmitglieder haben sich bisher und werden sich sicherlich Imch in Zukunft in dem gemeinsamen Derant- wortmrgsbewußtsein für die gesamtdeutschen Aufgaben und in den drei großen Fragenkomplexen finden, die Dr. Curtius in diesem Zusammenhang uinrifj: Revision des Dawesplans und Räumung der Desehungsgebiete, Reichsreform und durch- greifendc Agrarreform einschließlich Erleichte- nmg der Wirtschaft auf allen Gebieten. 3n diesem Sinne hat der Reichswirtschaftsminister auch einen Vorschlag von rechts zurückgewiesen, der Jeine einseitige Rücksichtnahme auf die Landwirt- chaft bei den notwendigen Hcmdelsvertragsver- ;i Handlungen bezweckt. 3m ganzen sind diese Vorgänge nichts anderes old Stimmungsbarometer. Sie zeigen, die außerordentliche Spannung, die , anpolitisch durch die vier Monate Pariser öachverständigenverhandlungen hervorgerufen biirde und die eine gewisse Zurücksetzung der innerpolitischen Streitfragen erzwang, nach einer SjÜD lung sucht. Aber man sollte dabei nicht ver- jcifen, daß das eigentliche Problem, um deswillen innerpolitische Eintracht oder toenig» seins Burgfrieden erforderlich ist, noch gar ijcht gelöst ist. Daß auch der Sachverstän- iigenbericht selbst, wenn er erst vorliegt, und i jegpr die Lösung der belgischen Frage, die erst iod) Verhandlungen notwendig macht, n u r V o r- fwfen für die neuen Vereinbarungen le r Regierungen sind, die voraussichtlich 6mbe 3uU oder Anfang August in einer wahr- IL«inlich in Haag abgehaltenen Konferenz fallen teiden. And daß mit diesen Vereinbarungen kirbunben oder von ihnen abhängig die für uns mlscheidende Frage gelöst werden muh, in der lie Veranstaltung der Sachverständigenkonferenz !cu1 Wunsch der Gläubigemationen wurzelte: läanlich die Räumungsfrage. Wir dürfen hoffen, daß auch dieses Problem cllöst werden wird, daß vielleicht schon in Ma- rii> Vorbereitungen dazu erfolgen. Aber wir üifen nicht annehmen, daß eine solche Coing leichter und günstiger zustande kommt, wenn as Ausland das Bild eines innerlich meinigen deutschen Volkes gewinnt tnl wenn ihm dadurch die Hoffnung erweckt dird, Parteiinteressen bei uns gegeneinander «umspielen zu können. So sehr deshalb in grundsätzlich so wichtigen Fragen, wie z. B. der Ar- lertslosenreform, fruchtbare und ideensördernde Debatten erwünscht sind, sollten sich alle Betei- kg len klar darüber sein, daß es vermieden Werler muß, sie aus das Bild von der Festigkeit »Q Geschlossenheit der Reichsregierung und der Legierungskoalition abfärben zu lassen, auch te in zu diesem Zwecke einmal ein parteitat- isches 3nteresse zurückgestellt werden muß. idbtnen 6* i» *«’■ «511 03574 rück. (Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Bedauerliche Cinzelfälle sind keine Rechtfertigung für einen so schweren Vorwurf gegen viele arbeitsfreudige Menschen. Wer die Reichszuschüsse an die Arbeitslosenversicherung vermindern, eine Beitragserhöhung aber ablehnen will, der kann nur an einen materiellen Abbau der Versicherungsleistungen denken. Solchen Bestrebungen wird aber die sozialdemokratische Fraktion den stärksten Widerstand entgegenstellen. Abg. Dr. K l ö n n e (Dntl.) beschäftigt sich mit der Pariser Konferenz. Die hochoffiziellen Auslassungen des Reichswirtschaftsministers über die Kapitalneubildung in Deutschland im vorigen Jahre hätten eine der Grundlagen gebildet, die Parker Gilbert zu der Abfassung seines un- verantwortlich günstigen Berichtes veranlaßten. Damit sei die Verantwortung des Ministers aber noch nicht erschöpft. Mußte er, so fragte der Redner, wirklich seine Zustimmung geben zu der im deutschen Sinne vielzufrühen Anberaumung der Pariser Konferenz? Auch die Bedingungen, unter denen die Konferenz zustande kam, waren höchst unvorteilhaft. Der Redner fragt, ob der Minister den Verhandlungen zugestimmt habe, ehe die Frage der Rheinlandräumung geklärt war, ob er kein Veto dagegen eingelegt habe, daß wir Verpflichtungen weit über das Versailler Diktat hinaus übernehmen, wie er weiter das Ungeheuerliche mit ansehen konnte, daß gegenüber den brutalen Forderungen der Alliierten d i e deutschen Vorleistungen in Höhe von über 40 Goldmilliarden nicht aufgerechnet mürben. Wenn trotz der denkbar schlechten strategischen Lage unserer Sachverständigen deutsche Wirtschaftsführer vom Rang eines Vogler sich der Regierung zur Verfügung stellten, fo gebühre ihnen dafür Dank und Anerkennung. Sein nach schwerstem innerem Kampf gefaßter Rücktrittsbeschluß lasse klar erkennen, daß die Grenzen solchen Entgegenkom- mens überschritten waren. Der Redner fragt den Minister, ob er dem Hause vorschlagen wolle, den Pariser Abmachungen, die auf dieser Basis zustande gekommen sind, zuzustimmen. Deutschland habe keinerlei Verpflichtung, reicheren Völkern auf sechs Jahrzehnte die finanziellen Sorgen abzunehmen. Es müsse endlich Schluß gemacht werden mit den Folgerungen, die aus der unsinnigen Kriegsschuldlüge gezogen werden. Reichswirtschafisminister Or. Curtius erwidert, auf dieReparationsverhandlungen könne erst später eingegangen werden. Aeber die Kapitalbildung in Deutschland, so fuhr der Minister fort, habe ich niemals in der Öffentlichkeit bestimmte Zahlen genannt, auch nicht auf dem Kölner Dankiertag. 3ch habe dort ausdrücklich betont, wie groß der Kapitalbedarf der deutschen Wirtschaft geworden sei. 3ch weise es auf das Entschiedenste zurück, daß meine Ausführungen irgendwie der Sachverständigen-Kon- ferenz Gelegenheit geboten hätten, die deutschen Interessen zu schädigen. 3ch habe bei den verschiedenen Handelsverträgen dafür gesorgt, daß die Forderungen der Landwirtschaft erfüllt wurden. Ich bin auch immer für eine Heraufsetzung des Dutterzolles eingetreten. Sie aber (nach rechts) machen uns die Arbeit sehr schwer und verderben sich selbst die öffentliche Meinung, wenn Sie gleich die Erhöhung von 27,50 auf 80 Mark verlangen. Zu einer Mittel- standsinterpellation habe ich noch zu erklären, daß die Regierung ständig über die von ihr erteilten öffentlichen Aufträge berichtet. Eine gebührende Berücksichtigung des Handwerks wird angestrebt. Die Konsumvereine werden steuerlich nicht anders behandelt als andere Genossenschaften. 3ch habe in meiner Amtstätigkeit einen erheblichen Teil Meiner Arbeit für den Mittelstand eingesetzt. Abg. Dr. Dessauer (Zentr.) führt aus, die deutsche Wirtschaft sei mehr als die anderer Länder auf die Arbeit der Wissenschaft - lichen Forschung angewiesen. Wir brauchen eine gemeinverständliche Darstellung und eine größere Verbreitung der Ergebnisse unserer wissenschaftlichen Forschungsarbeit in ihrer Einwirkung auf die Wirtschaft. Für Tabak. Alkohol und andere Genußmittel zahlt durchschnittlich jede deutsche Familie im Jahre 500 Mk., für die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes, soweit sie auf der wissenschaftlichen Forschung beruht, nur 14 Mk. Abg. v. Raumer (D. Dp.): Anseren Sachverständigen bei den Pariser Verhandlungen schulden wir Dank. Wir erkennen durchaus die große Bedeutung, die die Lage der Landwirtschaft für die allgemeine Wirtschaftslage hat. Durch Agrarzölle totrd auch der Preis für den Verbraucher kaum beeinflußt. Das haben wir 1924 gesehen. Wir werden unsere Zollgesetzgebung genau nachprüfen müssen, auch daraufhin, ob die autonomen Sähe hoch genug sind, um einen vertragslosen Zustand den übrigen Ländern unangenehm zu machen. Die wirksamste Mittelstandspolitik wäre eine Senkung der R e a l st e u e r n. 3n der Beschränkung der Ausgabenwirtschaft der Gemein den muß endlich etwas geschehen. Abg. Düll (Dem.) fordert ein gesetzgeberisches Vorgehen gegen die Auswüchse des Kartellwesens. Die Konzerne und Kartelle hätten den gewerblichen Mittelstand in eine unfreie, gedrängte Stellung gebracht. Die Wirtschaft werde nicht von der schaffenden Arbeit geleitet, sondern von der Willkür der kartellierten Hochfinanz. Das Kartellgericht arbeite nach einem ganz unmöglichen Verfahren. Oie Reform der Arbeitslosenversicherung. Die Sachverständigen. — Nm die Beitragserhöhung. Berlin, 7. 3uni. (Priv.-Tel.) Der Sach - verständigenausschuß, der ein Gutachten zur Reform der Arbeitslosenversicherung abgeben soll, soll nach dem Demokratischen Zeitungsdienst ein Sachverständigen-Gremium von etwa 30 Mitgliedern sein. Davon sollen a ch t Reichstagsabgeordnete sein, und zwar soll jede Fraktion durch einen Abgeordneten, die Sozialdemokratie durch zwei Abgeordnete vertreten sein. 3n den Ausschuß sollen außer Vertretern der Wissenschaft auch Gewerkschaftsmitglieder berufen werden. Außerdem sollen der S t ä d t e t a g und der Land- kreistag Vertreter entsenden. 3n den gestrigen interfraktionellen Besprechungen der Koalitionsparteien über die Vorschläge des Reichsarbeitsministeriums für ein Sofort« Programm find nach den Berichten der Blätter die gegensätzlichen Auffassungen der Sozialdemo- kratie einerseits und der bürgerlichen Parteien andererseits aufeinandergeprallt. Während die Sozialdemokraten an der Erhöhung der Beiträge festhielten, lehnten die anderen Parteien eine Beitragserhöhung mehr oder weniger entschieden ab. Die Vertreter der Deutschen Volkspartei wandten sich dagegen, daß während der Sommertagung des Reichstages nur ein Bruchteil der Maßnahmen zur Sanierung der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung dem Parlament zur Verabschiedung vvrge- legt wird und der Hauptkomplex der Maßnahmen erst im Frühherbst zur Erledigung kommt. Rach Ansicht der Vertreter der Deutschen Volks- Partei müsse das gesamte Reformwerk noch vor dem Abschluß der Sommertagung in Angriff genommen werden. Es soll auch versucht worden sein, in der Frage der Beitragserhöhung ein Kompromiß zustandezubringen, das die sozialdemokratische Forderung, die Beitragspflicht um 1 Prozent zu erhöhen, abschwächt und es bei einem halben Prozent beläßt. Während die „Börsenzeitung" erklärt, daß sich in der gestrigen Besprechung die Gegensätze nicht vermindert, sondern versteift hatten, ist der „Vorwärts" der Ansicht, daß die Aussichten auf eine Verständigung im A ugenblick nicht ungünstig seien. Rach dem letztgenannten Blatt sollen die Beratungen heute zum Abschluß kommen; die Entscheidung über die Frage, ob und wie sofort etwas zur Sanierung der Reichsanstalt geschieht, stehe unmittelbar bevor. offiziellen Empfang durch die französische Regierung Abstand genommen werde, begrüßte ihn bei seiner Ankunft ein Herr des Protokolls im Aamen des Außenministers Driand. Cs hatten sich viele Photographen sowie deutsche, französische und ausländische Journalisten eingefunden. Dr. Stresemann und Frau Stresemann begaben sich vom Bahnhof in die deutsche Botschaft. Am Nachmittag hatte Dr. Stresemann eine längere Unterredung mit den deutschen Delegierten bei der Reparationssachverständigen - Konferenz. Reichsminister Dr. Stresemann und die deutsche Delegation für die Bölkerbundsratstagung werden heute 20,20 Uhr die Weiterreise nach Madrid antreten. AuftaktzurMdriderRMagung Im Spiegel der spanischen Presse. Madrid, 6. Juni. (WB.) Das Ratskomitee zur Prüfung des Berichtes des Dreier-Ausschusses über die Minderheitenfragen ist heute vormittag i/212 Uhr in dem Senatsgebäude zu einer Sitzung zusammengetreten, die lediglich die Verlesung des Berichtes des Dreier- Komitees brachte. Die allgemeine Aussprache wird am Freitagvormittag ausgenommen werden, während der heutige Rachmittag der weiteren Fühlungnahme zwischen den einzelnen Delegationen in bezug auf die Behandlung deS Berichtes dienen soll. 3n dem Komitee sind sämtliche Ratsmächte, abgesehen von Deutschland und England, durch ihre regelmäßigen Delegierten vertreten. Bis zur Ankunft des Reichsaußen-ninisters Dr. Stresemann wird die deutsche Delegation von Staatssekretär v. Schubert geführt. Der englische Botschafter Sir George Graham ist mit dem Kronjuristen Sir Cecil Hurst erschienen. Die Beratungen des Komitees werden von dem gegenwärtigen Ratspräsidenten S c i a 10 j «(Italien) geleitet, dessen Amtsbefugnisse erst am Montaa auf den japanischen Delegierten A d a t - f ch i übergehen werden. Die Auffahrt der einzelnen Delegationen zur heutigen Eröffnungssitzung hatte vor das Senatsgebäude in der heißen Mittagsstunde nur wenige Schaulustige angelockt. Sehr groß war dagegen der Andrang der Pressephotographen, die jede Delegation mit ihren Wünschen bestürmten. In den geräumigen Wandelgängen des Sitzungsgebäudes begrüßten sich die von Genf her miteinander bekannten Mitglieder der Delegationen und die Völkerbundsjournalisten und tauschten ihre ersten Madrider Eindrücke in lebhafter Anerkennung für die traditionelle spanische Gastfreundschast aus. Im übrigen widmet die Madrider Presse trotz des großen Interesses, das die Kabinettsbildung in England in Anspruch nimmt, seit gestern der Minderheitenfrage einen sehr breiten Raum, wobei sie im wesentlichen die Bedeutung dieser Frage nicht nur für die Befriedung Europas in den Vordergrund stellt. Die letzten Berliner Rachrichten über die Abreise D r. StresemannS werden von der gesamten Presse an hervorragender Stelle und mit lieber* schristen veröffentlicht, die die lebhafte Genugtuung der spanischen Öffentlichkeit über den bevorstehenden Besuch des langjährigen Leiters der deutschen Außenpolitik zum Ausdruck bringen. Zehn Jahre Diktat von Versailles Der evangelische Äirchenausschutz ordnet einen Trauertag an. Berlin, 7. Juni. (Priv.-Tel.) Der deutsche evangelische Kirchenausschuß erläßt zur zehnjährigen Wiederkehr des Tages van Versailles eine Kundgebung, in der er eingangs darauf hinweist, daß durch das Diktat von Versailles dem deutschen Volke unermeßliche politische und wirtschaftliche Verluste und Schädigungen auferlegt und die Deutschen zu Kriegsverbrechern ge- stempelt seien. Er unterstütze nachdrücklich die Forderung einer restlosen Aufklärung der wahren Kriegsurfachen. Die Kundgebung schließt mit den Worten: „Der Wahrheits- und Gerechtigkeitssinn in allen Völkern und Kirchen muß dafür eintreten, daß die im Diktat von Versailles und in der Mantelnote ausgesprochene Belastung des deutschen Volkes mit der Kriegsschuld baldigst beseitigt wird. Rur so können die Beziehungen zwischen den Völkern entgiftet werden. Der Kirchenausschuß hält es für erwünscht, daß in den evangelischen Landeskirchen der 28. Juni 1929 a l s Trauertag begangen wird." ©er Reichsbahnschiedsspruch für verbindlich erklärt. Die Teckungsfragen noch ungelöst. Berlin, 6. Juni. (Priv.-Tel.) Die Annahme, daß der Reichsarbeitsminister aus allgemeinen volkswirtschaftlichen Gründen die 03er- vindlichkeitserklärung des Schiedsspruches über die Lohnerhöhung der Reichsbahnarbeiter, die der Reichsbahn eine jährliche Mehrausgabe von 50 Mill. Mk. bringt, ablehnen würde, hat sich nicht erfüllt. Da die Reichsbahn sich dem Spruche unterwerfen muß und damit die Reubelastung endgültig zu tragen hat, ist auch für die Wirtschaft eine gefährliche Situation entstanden durch eine drohende Tariferhöhung. Eine Deckung für die Mehrausgaben, die sich aus 43 Mill. Mk. für Löhne und 7 Mill. Mk. für erhöhte Sozialausgaben zusammensehen, ist nicht vorhanden. Es muß auch berücksichtigt werden, daß die Reichsbahn bis zum 1. Mai d. I. gegenüber ihrem Voranschlag bereits einen Ein - nahmeausfall von 30 Mill. Mk. gehabt hat, und wenn man die infolge des langen Winters eingetretenen Sonderausgaben von 27 Mill. Mk. berücksichtigt, so verschlechtert sich die finanzielle Lage der Reichsbahn um rund 107 Mill. Mk. gegenüber dem Voranschlag. Es sind nur Verhandlungen mit der Reichsregierung wegen der Deckungsfrage in Aussicht genommen. Wahrscheinlich wird man erst das genaue Ergebnis der Pariser Reparationsverhandlungen abwarfen müssen, um die finanzielle Auswirkung des Vvung- Planes auf die Bilanz der Reichsbahn zu erfassen. Dabei muß aber bedacht werden, daß ja in den Belastungsziffern selbst für die Reichsbahn keine Aenderung eintritt, sondern nur in der Art, wie sie ihre Reparationsbelastung ab- Suführen hat, nämlich an die neu zu schaffende ieparativnSbank. Auch die zweite Panzerkreuzerrate bewilligt. Berlin, 6. Juni. (VDZ.) Im chaushalts- ausschuß des Reichstags erklärte Reichswehrminifter Groener u.a.: Immer wieder wird die Frage erörtert, ob wir überhaupt eine Marine nötig haben bezw. ob nicht eine rein auf Küstenschutz zugeschnittene Flotte von kleinen Kreuzern, Ubooten, Torpedobooten usw. mit entsprechender Flugzeugausstattung viel zweckmäßiger für das heutige Deutschland wäre. Alle diese (Erörterungen find doch letzten Endes rein theoretischer Natur, solange wir unter den militärischen Fesseln des Vertrages von Versailles stehen. Und deshalb kann ich nur immer wieder betonen, daß die Erhaltung der Marine im Rahmen des Versailler Vertrages eine unbedingte Notwendigkeit ist, weil sie einen sehr erheblichen Kräftezuwachs für die Landesverteidigung bedeutet, der auf keine andere Weife zu ersetzen ist. Unter den gegebenen Verhältnissen würde jedenfalls die Abschaffung der Marine der Landmacht keinen Mann und keine Kanone mehr zuführen. Zur Erhaltung der Marine gehört aber in allererster Linie der Ersatz des veralteten Schiffsmaterials, und ich werde diesen Ersatz nach Maßgabe der vorhandenen finanziellen Mittel durchzuführen suchen. Gelegentlich der augenblicklichen Spanienreise unserer Flotte war kürzlich in der Presse die Frage erhoben, ob sich Deutschland solche teure Auslandsreisen in der jetzigen Zeit leisten könne. Es ist hierzu zu sagen, daß derartige Reisen ein nennenswertes Mehr an Geldmitteln nicht erfordern. Um das Zusammenwirken der Gruppen zu üben, ist es dringend notwendig, daß die Marin« hinausfährt auf die Weltmeere. Die Deutschen im Ausland brennen darauf, deutsche Schisse zu sehen. Abg. Graf Westarp (Dn.) gibt folgende Erklärung ab: Der Beschluß der sozialdemokratischen Fraktion und des Parteitages über die Streichung der zweiten Panzer- treuzerra'te läßt sich parlamentarisch kaum noch kritisieren. Die Regierungskoalition fällt in einer Frage auseinander, die für ihren Zusammenhalt eine entscheidende Voraussetzung sein sollte und die sie stets als solche bezeichnet hat. Wir warten ab, ob die nicht sozialdemokratischen Minister und Regierungsparteien s i ch das gefallen laifen werden. Wir stimmen für die Etatsposition. Abg. Schöpflin (Soz.) betonte, baß die Minister in einem Koalitionskabinett sich nicht auf ihre parteipolitische Einstellung versteifen könnten, sondern im Interesse der Koalitionspolitik Kompromissen zustimmen müßten. In der Abstimmung wurde der gesamte Marineetat ohne Aenderung angenommen. Ein Antrag der Kommunisten auf Streichung der zweiten Rate des Panzerkreuzers A wurde mit 15 gegen 13 Stimmen abgelehnt. Die parlamentarische Erledigung des Preußenkonkordais. Die Volkspartei soll die Annahme des Konkordats im Landtag ermöglichen. Berlin, 6.3uni. (VDZ.) 3n der für Freilag angefeßten Sitzung im preußischen Staatsministe- rium, in der die Fraktionen des Preußischen Landtages über den 3 nhalt des Konkordates unterrichtet werden sollen, wird zunächst eine Besprechung mit den Koalitionsparteien (Zentrum. Sozialdemokraten und Demokraten) stattfinden. Am Nachmittag werden die übrigen Parteien unterrichtet. Die Vorlage dürfte am 17. 3uni an den Staatsrat gelangen. Der Staatsrat, der für den 18. 3uni auf etroa vier Tage einberufen ist, um neben kleinen Vorlagen insbesondere das Städtebaugeseh zu beraten, wird sich voraussichtlich in diesem Sitzungsabschnitt auch mit der Konkordatsvorlage befassen. Es ist zu erwarten, daß die Vorlage sodann noch vor den Sommerferien auch das Plenum des Landtages, das bekanntlich am 25. 3uni auf etwa drei Wochen Zusammentritt, beschäftigen wird. 3n einer Besprechung, die einige Tage vor dem 16.3uni stattfinden soll, wird die Regierung über den 3nhalt des Konkordats der Presse Mitteilungen machen. Wie man erfährt, hat die römische Kurie dem Entwurf zu gestimmt. Auch soll die Frage der Mehrheitsbildung im preußischen Parlament so gut wie gelöst sein. Ls haben nämlich deswegen in der Zwischenzeit Verhandlungen mit der Deutschen Volkspartei, auf deren Verhalten bei der Abstimmung es im wesentlichen ankommt, stattgefunden. Die Verhandlungen sind dadurch erleichtert worden, daß bei den jetzigen Regierungsparteien nach wie vor Geneigtheit für eine Beteiligung der Deutschen Volkspartei auch an der preußischen Staatsregierung besteht. Für die Volkspartei kam als Argument, wie uns aus parlamentarischen Kreisen erklärt wird, hinzu, daß die evangelische Kirche inzwischen in einer (Eingabe an die preußische Staatsregierung eine Neuregelung auch ihres Verhältnisses zum Staat gefordert hat. Mit den Verhandlungen hierüber dürfte man sehr bald nach (Erledigung des Konkordates beginnen. Weiter war in den zwischenzeitlichen Verhandlungen die Meinung der juristischen Sachverständigen der Regierung sowohl wie maßgebender Fraktionen darüber von Bedeutung, daß für die Verabschiedung des Konkordates im Preußischen Landtag die einfache Mehrheit ausreichen würde. Es wäre danach der Volkspartei möglich, durch Stimmenthaltung bei der entscheidenden Abstimmung die Mehrheit der Regierungsparteien wirksam werden zu lassen. ©ie evangelische Kirche und das Konkordat. Beschlüsse des Kirchensenats. Berlin, 6. Juni. (WB.) Dem gemeinsamen Schritt der evangelischen Landeskirchen zum Konkordat folgt nunmehr eine zu stimmende Erklärung des Kirchensenates, der sich auf seiner soeben beendeten Berliner Tagung eingehend mit der Konkordatsfrage befaßt hat. Der Kirchensenat erwartet, daß der bedeutsame Schritt der acht Kirchen die preußische Regierung veranlassen wird, die von ihr abgebrochenen Verhandlungen mit der evangelischen Seitewieder aufzunehmen. Diese Verhandlungen könnten nach dem Stande der kirchlichen Vorarbeiten in kürzester Frist beendigt werden. Für den Fall jedoch, daß den gesetzgebenden Körperschaften einseitig ein Vertrag mit der katholischen Kirche vorgelegt werden sollte, wurde der Vorsitzende ersucht, die General- s h n 0 d e sofort mit Frist von wenigen Tagen einzuberufen, damit diese namens des evangelischen Volksteiles zu der so geschaffenen Lage Stellung nehmen kann. Der Plan einer großen Auslanbanleihe hat Wohl viel für sich, aber ob eine solche Auflegung noch in diesem Jahre möglich ist, zumal es sich dabei, wie wir erfahren, um einen Betrag von 400 Millionen Mark handelt, ist fraglich. Zudem dürfen aus den Geldern einer Anleihe nur Ausgaben für den Anlagezuwachs finanziert werden. Um eine Tariferhöhung fo lange wie nur irgend möglich zu vermeiden, wird man in den kommenden Verhandlungen zunächst die Möglichkeit einer Deckung für die entstandenen Mehrlasten auf anderem Wege suchen, vielleicht durch den schon kürzlich angedeuteten eventuellen Verzicht des Reiches auf den Ueberschuß aus der Verkehrs st euer über den an den Reparationsagenten abzuführenden Betrag hinaus. Dem nunmehr für verbindlich erklärten Schiedsspruch unterwirft sich die Reichsbahn mit der sofortigen Auszahlung der laufenden erhöhten Löhne aus der Detriebskasse, aber diese Auszahlungen sind nur augenblicklich und nicht auf die Dauer möglich ohne Regelung der Deckungsfrage. Der Arbeitsplan des Hessischen Landtags. D a r m ft a ö t, 5. Juni. (WHP.) Der Hessische Landtag wird am Dienstag der kommenden Woche zu einer kurzen Session zusammentreten. Wenn auch mehrere Regierungsvorlagen, insbesondere über die Umstellung der Landwirtschaft im hohen Vogelsberg und einige dreißig Anträge der Parteien auf der Tagesordnung stehen, so hofft man doch in parlamentarischen Kreisen, das Pensum in drei Tagen erledigen zu können, um dann den üblichen Iahresausflug des Landtages am Freitag nach Worms und Oppenheim unternehmen zu können. Längere Aussprachen werden sich über die Aenderung des Rotariats, die Anträge zur Ermäßigung der Gerichtsvollziehergebühren, die Herabsetzung der Altersgrenze der Beamten und die Gasfernversorgung — hier liegt noch die Große Anfrage des Zentrums vor — ergeben. Den Abgeordneten sind kurz vor dem Zusammentritt des Plenums noch eine Reihe von Anträgen zugegangen. U. a. befindet sich noch eine Regierungsvorlage über die Errichtung einer außerordentlichen Professur für Wirtschaf t S l e h re r des Industriebetriebs an der Technischen Hochschule in Darmstadt, wodurch 2500 QBL mehr verlangt werden. — Der Abg. Dr. Best (Volksrechtpartei) faßt nach den Verhandlungen im Gesehgebungsausschuß seine Anträge über die Rotariatsgebühren in einem neuen Antrag zusammen. Er verlangt einen Gesetzentwurf, nach dein der für die Verteilung der Rotariatsgebühren zwischen dem Staat und den Rotaren aufgestellte Schlüssel zugunsten des Staates geändert werden soll, und zwar soll die bisherige Freigrenze von monatlich 700 bzw. 350 Mk. Wegfällen. — Der Abg. Werner (fraktionslos) verlangt eine Herabsetzung der Rotariatsgebühren unter Reuregelung des Verteilungsschlüssels und besserer Berücksichtigung der Staatsfinanzen, unter Wahrung der Rechte der bereits ernannten Rotare. Jedoch soll bei Reu- ernennung von Rotaren die Pensions- und Hinterbliebenenversorgung aufgehoben werden. — Für die Anlage von Badeeinrichtungen in Dienstwohnungen von Beamten der Dergwerksdirektion Wölfersheim werden 2700 Mark angefordert. Aus aller Welt. Der Nogcns-Prozcs;. N e u st r e l i tz, 6. Juni. (WTB.) Eine große Anzahl Zeugen wurde vernommen, um festzustellen, ob der Angeklagte August Nogens am Mordtage sich in Palingen abgehaltcn hat. Viele Zeugenaussagen waren so unbestimmt gehalten, daß sich der Aufent- halt des August Nogcns in der fraglichen Zeit kaum ermitteln läßt. Eine weitere große Zahl von Zeugen, besonders frühere Geliebte des August Nogens, befunden, daß August Nogens ihnen gesagt habe, Jakubowski sen unschuldig. Gegenüber einer Freundin hat August dies noch bekräftigt, indem er sagte, er könne seine Hand ins Feuer dafür legen, daß Jakubowski nicht schuldig sei. August Nagens stellt jedoch alle diese 2lcußerungen in Ab- rede. Frau Kähler hat zu verschiedenen Frauen gesagt, ihr Gewissen lasse ihr keine Ruhe. Als die Zeugin Frau Wellner erklärt, Frau Kähler habe ihr erzählt, sie hätte im Kiewitz-Moor nach der Leiche des kleinen Ewald mit einer Harke gefischt, bricht die Angeklagte in lautes Schluchzen aus: sie b e ft r c i t e t, daß fie gegenüber der Zeugin Wellner eine derartige Sleußerung getan hat. Tagung der Privathandelsschulen. Der Verband Deutscher Privathandelsschulen e.V. hielt seine 27. Derbandstagung in Kassel ab. Auf der öffentlichen Tagung überbrachten die Vertreter des preußischen Handelsministe- riurns und eins Reih« weiterer Behörden und Verbände ihre Grüße. Professor Karl von der Ag, Handelshochschule Leipzig, hielt ein Referat über „Wege und Werte des Kaufmannsberufes in Gegenwart und Zukunft" und hob hervor, daß das private Handelsschulwesen an der Lösung der gegenwärtigen Probleme mitzuarbeiten habe. Syndikus Dr. Tenhos zählte in seinem Vortrag „Die Zukunft der deutschen Privathandelsschulen" die dringendsten Wünsche des deutschen Privatschulwesens auf und führte aus, daß die Bedeutung der Privatschulen dringend zur Erhaltung und Förderung dieser Schulen mahne. An die öffentliche Versammlung schlossen sich verschiedene Mitgliederversammlungen an. Die Gesamt- lagung bot ein eindrucksvolles Bild von der Bedeutung des privaten Handelsschulwesens. Elärenore Sünnes beendet ihre Weltreise. Clärenore Stinnes ist nach über zweijähriger Autoreise um die Welt und zweieinhalbmonatiger Durchquerung der Bereinigten Staaten in Washing. ton eingetroffen. Der deutsche Botschafter von Pritt- witz und Gafsron gab ihr zu Ehren ein Frühstück. Fräulein Stinnes wird am 8. Juni an Bord des Dampfers „Paris" nach Frankreich fahren und von dort aus am 23. Juni in dem gleichen Auto, in dem sie feiner Zeit Deutschland verlassen hat, nach Berlin zurückkehren. Schwerer Derkehrsunfall durch spielende Kinder. In N e u y 0 r k in der Amsterdam Avenue der oberen Stadt verschuldeten spielende Stinber einen schweren Verkehrsunfall, der große Aufregung verursachte. Die Kinder spielten an einem Lieferauto in Abwesenheit des Fahrers und fetzten den Wagen in Bewegung. Der Wagen fuhr mit steigender Geschwindigkeit die abschüssige Straße hinab, raste in einen Straßenbahnwagen hinein und schleuderte diesen gegen einen nachfolgenden Straßenbahnwagen. Vierzig Personen wurden verletzt, mehrere davon schwer. Ein Auto vom Schnellzug erfaßt. Bei einem Liebergang über die Bahnstrecke Hendaye—Toulouse ist ein Lastauto mit drei Insassen von einem Schnellzug erfaßt und vollkommen zertrümmert worden. Die drei Insassen waren sofort tot. Die Ermittelungen ergaben, daß der Streckenwärter die rechtzeitige Schließung der Schranke verschlafen hatte. Oie Wetterlage. Donnerstag, 9 ■deen- • Paris warid @43 0 Oa“tn r ao <§> rtaparam ' - - \ list q)wolkenlos, oneuer, onaio Bedeckt.» wolkig, e oedeckt • Regen * Sehnet a Graupeln, e MeBel K Cewitler.(§)Wind$tillc«O-. sehr «icnter Ost massiger Südsüdwest q stürmischer rtordwesl Oie Pfeile fliegen mit dem winde. Die Beiden Stationen stenenden Zah» len geBen die Temperatur an. Die Linien verBindeo Orte mit gleichen) Meeresniveau umoertchnelen Luftdruck Wettervoraussage. Der über den britischen Inseln gelegene Wirbel hat sich weiter vertieft und zu einer Sturmzyklone entwickelt mit dem Kern über Dänemark. Stürmisches Wetter herrscht infolgedessen im deutschen Rordseeküstengebiet, und weiter südwärts bis über unseren Bezirk gestaltet sich die Luftbewegung sehr lebhaft. Mit dem raschen Vorwärtsschreiten der Störung gelangen wir alsbald unter den Einfluß ihrer Rückseite. Kühlere, aus höheren Breiten stammende Luftmasfen gelangen dabei südwärts nach Deutschland und verdrängen die mildere Westluft. Das Wetter bleibt dabei etwas unbeständig, wenn auch stärkere Aufheiterung eintritt. Leichte Schauer treten ebenfalls noch strichweise auf. Wettervoraussage für Samstag: Mäßig warmes, wechselnd wolkiges Wetter mit Aufheiterung, keine oder nur vereinzelt leichte Regenschauer. Wettervoraussage für Sonntag: Etwas wärmeres und wolkiges Wetter mit Aufheiterung. Lufttemperaturen am 6. Juni: mittags 13,1 Grad Celsius, abends 13,6 Grad: am 7. Juni: morgens 14,6 Grad. — Maximum 15,8 Grad, Minimum 9,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Juni: abends 15,2 Grad: am 7. Juni: morgens 15,3 Grad Celsius. — Niederschlag 1,8 Millimeter; Sonnenscheindauer zwei Stunden. Amtlicher Reiferoctterbienft der öffentlichen Wetterdienststelle Gießen. Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Gestern vorherrschend kühl, regnerisch: heute morgen 12 Grad Celsius, Windstille, Regen. Berchtesgaden: Gestern vorherrschend kühl und regnerisch: heute morgen 13 Grad, Südwestwind und Regen. Küste (Westerland a. Sylt): Gestern kühle Rächt, veränderlich mit Schauern,' heute morgen 9 Grad, Westwind, wolkig. — Swinernünde: Gestern vorherrschend kalt und unfreundlich, Wetter schlechter geworden: heute morgen 9 Grad, Südostwind, wolkig. — Borkum: Gestern vorherrschend kühl, veränderlich mit Schauem: heute morgen 12 Grad, Westwind, wolkig. Baden (Baden-Baden): Gestern vorherrschend kühl, Dauerregen; heute morgen 12 Grad, Südwestwind, Regen. (Triberg): Gestern vorherrschend kalt und unfreundlich, veränderlich mit Schauern; heute morgen 12 Grad, Westwind, Regen. Rheingebiet (Köln): Gestern vorherrschend kühl, teils heiter, teils wolkig; heute morgen 13 Grad, Südwestwind, wolkig. . -v v ' 1 ieui ab 1- Im !■ y : Hrschnst ' N» Minstafir C einem tzarbe ver boidfomcr ,rulcrJe*i nngcbrach' 1 Für die LeuchiM , äugel' N ! .'ivrl-hrD I üSulserMg i AaSes ZLk" ’riiten auf!) ’ Sie Pachhriche linkt Sie Lullen ai lnMhändi -Kcldstrafen Fahrräder ' Ilm eim |tt CRüdfh i Leuchhcichi MMeichefi uufjertan Meilers Me De näbern und W sofort Ischen, die 1 nm 1. 3uli Polizei ent ’ rnd enihül fctf’enben einlrcMnc km IHufK Für he Prüfstelle 3i Sonnena UTonbaufgt 632: li Acren um Ä 3. M Ber Dichte: gestorben C 2 Schuma ^7 Xq0 Beier 192! Lose üb Nlige erkennbar sind. Andernfalls wäre keine Schluß. Israelitische Gemeinden. Keldstrafen gesetzt: Fahrrädern bis zu rfage. ?cih Muster (Preußen): P. a 103. Mwiitod AMneahessa NeUrftches Jean Weleel, Oieficn, Sonncn«lr»6e 6, Telephon Nr. 88 4100V Ziehung am Montag? 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Juni, Feier des Kroßen Gebets. 6.30: Beichte. 6: Aussetzung des Allcrheiligften. Beginn der Betstunden. 6: Messe. 7: Messe. 8: Messe. 9: Messe. Die Betstunden werden ununterbrochen gehalten. Um 8 Uhr abends ist die letzte Betstunde; darauf Prozession in der Äirche und feierlicher S'rdr.Seipel Bahnhofstraße 45 Markt 16 Hillebrandstraße 2 «Sonnenaufgang: 3,42, Sonnenuntergang: 20,13; / Uondaufgang: 4,27, Monduntergang: 20,53. 632: Mohammed in Medina gestorben (ge- — 1768: der Altertumsforscher Geflügelzucht auf dem Programm, weiter ist ein Besuch deö Tierzuchtinstituts mit seinen Einrichtungen für Wettlegen der Hühner und seinen mustergiltigen Brutanstalten vorgesehen. Daneben werden Führungen durch die sehenswerten Teile unserer Stadt, die Museen und Gemäldegalerien, sowie den Botanischen Garten geplant. Am Montag sollen Ausflüge in die Amgegend Gießens stattfinden. "Ein Fackelzug der V. D. A. -Jugend als Auftakt zu der Werbewoche des Vereins für das Deutschtum im Ausland findet am morgigen Samstagabend beim Einbruch der Dunkelheit statt. Der Zug der D.D.A.-Jugend wird sich an der Aniversitäts-Dibliothek aufstellen und von dort durch die Dismarckstraße, Ludwigstraße in Richtung Ludwigsplatz, Gartenstraße, Renen Däue, Sonnenstraße, Seltersweg, Mcstanlage bis Hotel Schütz, Bahnhofstraße, Reustadt zum Os- Waldsgarten marschieren. Hier werden nach einer kurzen Schlußfeier die Fackeln zusammengeworfen. " Wettbewerb f ü r hessische Künst- l e r. Rach einer Bekanntmachung des Ministers für Kultus und Bildungswesen werden die hessischen Künstler aufgefordcrt, sich an dem Wettbewerb für eine Medaille zur Auszeichnung von Kunstwerken in Ausstellungen zu beteiligen. Die Frist für die Einsendung der Entwürfe läuft am 18. Juni ab. Die näheren Bedingungen werden von dem Ministerium für Kultus und Bildungswesen auf Wunsch zugesandt. ** Der Badebetrieb in Dad-Rau- heim wird in Erfüllung von Wünschen des Publikums versuchsweise wochentags nur von 6 bis 14 Uhr durchgeführt. Interessenten mögen die heutige Bekanntmachung der Bad- und Kurverwaltung beachten. ■ (Wettere Lokalnachrlchlen Im 2. Blatt) bei Dichter Gottfried A. Bürger in Göttingen geworben (geboren 1747); — 1810: der Komponist' K. Schumann in Zwickau geboren (gestorben 1856). Vornotizcn - Tageskalender für Freitag. Linus- Ificier 1929, 20.15 Uhr im Botanischen Hörsaal ’Ult • toni ito SSS > Ä !*«■ AM Ai 0^ ,8 ®r lief« f am 7-^ $iUiim|,r -rschlog1,8 mden. (Brandvlah). — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Diane7’ und „Seine Hoheit der Dienstmann". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadt- cheaterbureau wird uns geschrieben: Am Dienstag, 11. Juni, bringt das Gießener Stadttheater das Svmmerzuaftück Berlins, nämlich Walter Hocketts Lustspiel „Die Frau des Ander n". Dieses Detektivstück ist von Sil-Bara ins Deutsche übersetzt. Nicht nur am Lessing-Theater, Berlin, sondern auch am Schauspielhaus Bremen erntete das Werk stärksten Erfolg bei Publikum und Presse. Intendant Dr. P r a s ch inszeniert das Spiel selbst. — Ein musikalischer Abend, veranstaltet von der Musiklehrerin Elisabeth F e l ch - n e r mit einigen ihrer Schülerinnen und Schüler, findet am Sonntag, um 20 Ahr, im Saale des Realgymnasiums statt. Der Ertrag der Veranstaltung soll zum Besten der neu zu erbauenden Krippe Verwendung finden. Man beachte die heutige Anzeige. —-ReueHessischeDeamten-Sterbe- kasse. Rächsten Sonntag 11 Ahr im Hotel Köhler Mitgliederversammlung. Räheres in der heutigen Anzeige. LA. Von der Landesuniversität. Der ordentliche Prosesfor für Altes Testament an der theologischen Fakultät unserer Landesuniversität, D. Dr- Walter Baumgartner, hat den an ihn ergangenen Ruf an die Aniversität Basel angenommen. •• Justizpersonalie. Der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Gießen Wilhelm Volk wurde unter Belassung in der Stelle eines Amtsrichters des Amtsgerichts in Gießen zum Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen ernannt. " Staatliche L a n d e s b e r a t u n g s- stellefürdasvolkstümlicheBücherei- wesen in Hessen. Der hessische Minister für Kultus und Bildungswesen, Dr. Adelung, hat mit Anterstühung des Innenministers und nach Vereinbarung mit dem Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt von diesem Monat ab bei der Stadtbücherei Darmstadt versuchsweise eine „Staatliche Landesberatungsstelle für das volkstümliche Düchereiwesen in Hessen" errichtet. Die Aufgaben dieser Stelle sind: 1. Bodenbereitung für den Gedanken des volkstümlichen Bücherei- Wesens; 2. sachliche Beratung und Hilfe bei Einrichtung von volkstümlichen Büchereien; 3. Schulung und Ausbildung der nebenamtlichen Volksbibliothekare. Ehrenamtlicher Leiter der Beratungsstelle ist der derzeitige Bibliothekar der Darmstädter Stadtbücherei, Dr. R ö l l e n b e ck, dem als wissenschaftlicher Assistent Dr. Fuhr zur Seite steht. ** Straßensperre. Das Polizeiamt teilt mit: Die Stcphanstraße wird wegen Vornahme von Walzarbeiten vom 7. Juni ab bis auf weiteres gesperrt. •• Der Landesverband hessischer Geflügelzüchter hält seine diesjährige Züchlertagung vom 15. bis 17. Juni hier ab. Der erweiterte Vorstand des Geflügel- und Vogelzucht-Vereins Gießen und Amgegend 1897 hat die Vorbereitungen zu diesem hessischen Geflügelzüchtertag getroffen. Am 15. Juni wird ein Degrüßungsabend stattfinden, für die Tagung am 16. Juni steht als Hauptpunkt ein Vortrag des ersten Assistenten des Aniversitäts-Tierzucht- instituts Dr. Lang über aktuelle Fragen der Hierzu passend: .....................9.00, 4.95, 3.75, 1.75 “ftp*/ Hauer". urwun'otgen y tf.r Vorschauen'' ? •* sä# y <-V 1 Alle Schweine, ÄÄSÄ solche mit steifen Deinen, gesunden und 1630 entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Fuller 1 Eßlöffel voll echtes M . W M der NatnrlreoDde-Loltsrie zo Die letzten Lofe SS üfu« der Provinzialhauptstadt u 90b Ran. 18 Öl en Qn K-. M Gießen, den 7. Juni 1929. US, « 1 2 3 seit 1883 Alleinverkauf 40 8 INBENIEUR-SCHULE Maschtnenoau Elektro. tecnnlLHocihu. Tief Dao, TonlnOUStrlL Setre.ele Werümeister-Abtelleeeea. beim Besuch der Ausstellung AUE Sparen Sie Zeil, Kraft und Gel dl Gießen o. 50700 Grofien-Buseck, den 5 Juni 1929. 03619 l6tWoetdo@emiOBio,WtB-£iBliei Vom 8. bis 10. Juni 1929 03448 abends an der Kasse. Oer Festausschuß. Alle Freunde des Gesangs sind herzlich eingeladen. IWieseck 036J7 5O51D 11 Vermietungen | Gießen, den 6. Juni 1929. [Ö058D Hessen). Oberförslerei Marburg-Süd zu Marburg 2. unter Mitwirkung der Chöre. 50390 Festprediger: Plärrer VÖED01 und Missionar Lanßholf-BennaDOSburfi. Beachten Sie IN DEN die Waren-Ausstellung des 5O45A Polack- Reifen. Samstag, 8. Juni, 203” Ubr, i. Hess. Hol Gießen, Neuenweg 4, J.P.Mono Eigene Reparaturwerkstatt und großes Ersatzteil-Lager EINTRITTSPREISE Elitetage: Samstag und Dienstag M.2.-. Sonntag Montag u. Mittw 50 PI. ab 19 Uhr an allen lagen Eintritt zum feslglati 30 PL Der Vorstand. 3611 keine Anfängerin, für sofort gesucht. Sielluna ist angenehm u. gut bezahlt. Jndnstricwerke Stockbeim, G.m.b.H. Storkhcim lOber- O Wir betrauern tief den Heimgang un- -tX-». seres lieben Kollegen und Vorstand s- Mitgliedes Herrn Karl Ritsert am 6. Juni 1929. Unserem allezeit treuen Kollegen wer- den wir stets ein ehrendes Andenken bewahren. Section Giefoen im V. r. K. D. verbunden mit Bannerweihe. Samstagabend, 8.30 Uhr, Kommers mit Bannerweihe. — Sonntag, 1.30 Uhr, Aufstellung des Festzuges Anschließend Jubiläumsfeier, Gesangsvorträge, Konzert und Tanz. Hierzu ladet ergebens! ein der Festausschuß. Versammlung. Zahlr. Erschein, erw. oseoa Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweiseherzlich erTeilnahme beim Heimgang unsers heben Entschlafenen, dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte am Grabe, sowie für die Kranzspenden sagen wir unseren innigsten Dank ImNamen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Konrad Schmidt V. Sonntag, den 9. Juni, abends 8 Uhr, lm Saale des Realgymnasiums Niisiialiscte IM zumLesien der neu zu erbauendenKripPe Veranstaltet von ElifabethFelchner mit einigen ihrer Schülerinnen und Schüler unter freundlicher Mitwirkung von Fräulein Hedwig Horn (Gesang, Schule Herrmann), Herrn S. B. Knauß(Dioline),HerniW. Birnbaum (Cello), G. Zeichner (Klavier). Zum Vortrag kommen: Kompositionen von Schubert, Haydn, Beethoven, Bach, p. Zilcher, Grieg, Brahms, Chopin, Schumann und anderen. Karten zu 1.50 Mk. bei Ernst Challier und mierstüht und sind auf )$d)/aud) angewiesen. ©SeSeaec S»«,elsev „DER MENSCH“ GosiÄls IMcht der Aufgeber d. (Steffen- Angeboten ist es, die ein« Junger Deutscher Schälerhund schwarz, gelbe Brust entlaufen. Gegen Belohnung abzugeben 5072 D Wilbclmktr. 12 p. Konsumverein Gießen und Umgegend e.G.m.b.H. FH DBS REICH DER FRBD die Reichslacbausstellung des Deutschen Drogisten Verbandes E.V / 6.-12. Juni, Frankfurt a. Main. Festhalle Täglichgeöilnel 10-19Uhr. ßuldemFesIglatztäglichNachm. und übend Konzerte und Veranstaltungen. Samstag. 8. Juni und Dienstag. 11. Juni: Italienische «acht. Sonntag, 9. Juni: Konzert des Schuierschen Männerchors. Montag. 10. Juni und Mittwoch. 12. Juni: Vorführungen der Turner und Turne- rinnen der Frankfurter Turngemeinde „Eintracht". Samstag, 8. 6. 183 Kneipe und 91. H.-Abend Wanderung: Kotz«' bam-Hoherodsko^ am 15./16. 6. finW nicht statt. Neuer Termin * noch bekannigegev"> Der BorstaoD' Samstag, ö. 8. o. M.. abcnds 8*/i Uhr, im „Pfälzer Hof" Schanzenürasre ii.OMlsversamDilüog Tagesord.' 4. Hess. Geslügelzüchtertag v. 15.—17. Juni d.J. m Gießen. [5043D Bollzähliges Erscheinen erwünscht. poltshausen bis zum Einfluß in die Altenvers ab sofort. Bedingungen liegen im Geschäftszimmer aus. 5054D (Lahn), Bismarckstraße 16b, verpachtet Samstag, den 15. Juni, vormittags 10 Uhr, auf dem Oberförsterei-Geschäftszimmer folgend« Fischereien auf zwölf Jahre: 1. Lahn, von den sog. Fischsteinen zwischen Bellnhausen und Sichertshausen bis an die Landesgrenze auf 1,140 km Länge für die Zeit ab 1. April 1930; Krebsbach bei Altenvers bis an die Salzböde bei Reimershausen und die Krebsbäche bei Kirchners und Wei- Arn Samstag, dem 8. und Sonntag, dem 9. Juni 1929, feiert das Männerquartett Harmonie sein 10. Stiftungsfest Heute entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit mein innigstgeliebter Gatte, unser treubesorgter, guter Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Karl Ritsert Das populäre Bierrestaurant Zum Löwen befindet sich Neuenweg 28 Täglich ElektrolaUnterhaltungskonzert Sonntag, den 9. d. M., ab 5 Uhr nachm. Stimmungs - Konzert Aeue Hessische Seamten-Sterbe- lasie in Darmstadt. Am Sonntag, dem 9. Zum 1929, vormittags 11 Uhr, findet im Hotel Köhler in Gießen, Westanlage, die diesjährige Biiwmieiw statt. Oie Mitglieder werden dringend ge. beten, sich recht zahlreich einzufinden. Cs findet Besprechung über den Stand und den Ausbau statt. - Oer Kaste noch fernstehende Beamte pp. werden gebeten, in der Versammlung zu erscheinen. sotao Darmstadt, 5. Zuni 1929. Oer Vorstand. im vollendeten 35. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Erna Ritsert geb. Kienhorn nebst Kinder und Angehörigen. Gießen (Kaiserallee 60), Schoeningen (Braunschweig), den 6. Juni 1929. Die Beerdigung findet Montag, den 10. Juni 1929, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Von Beileidsbesuchen bitte absehen zu wollen. Oesfeniliche Verdingung. Für den Neubau des Finanzamtes in Wetzlar (Lahn) sollen 5060D 1. die Ausführung der elektrischen Bs- leuchtungs- und Klingelanlage sowie Fernsprechrohrmontage, 2. die Ausführung der Be- und Entwässerungsanlage sowie Gasleitung im Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen können vor 10. Juni ab vom Reichsbauamt 'Kaste., Obere Königstraße 29, unentgeltlich, solange der Vorrat reicht, bezogen werden. Zeichnungen und Bedingungen liegen beim Reichsbauamt Kassel und bei der Neubauleitung im Finanzamt Wetzlar zur Einsichtnahme aus. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 25. Juni 1929, mittags 12 Uhr, beim Reichsbauamt Kastel, Obere Königstraße 29, einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote im Beisein etwa erschienener Bieter stattfindet. Die Zuschlagsfrist läuft am 13. Juni 1929 ab. Reichsbauamt Kastel. WWAMml anläßlich des SOjährigen Bestehens Samstag, den 8. Juni, abends 8.30 Uhr: Fackelzug mit anschließendem Kommers in der Turnhalle. Sonntag, den 9. Juni, vormittags 9.15 Uhr: Beginn des Gesangs-Wettstreits in der Turnhalle und im Saalbau Faber. Ab 12 Uhr: Abholen der Gastvereine. 1.30 Uhr: Aufstellung des Festzugs, sodann Zug durch die Ortsstraßen nach dem Festplah bei der Turnhalle, sodann Gesangsvorträge der Gastvereine, Konzert und Tanz. Montag, den 10. Juni, vormittags 10 Uhr: Frühschoppen mit Konzert. Nachmittags 2 Uhr: Festzug nach dem Festplah, daselbst Konzert und Tanz. Posaunenchor Klein-Linden Sonntag, den 9 Juni 1929 75 Jubelfest verbunden mit dem 24. Verbautest der überliess. Posannenchöre Festordnung: 6Uhr: Choralblasen. 13.30Uhr: Festzug. VJO Uhr: Festgottesdienst im Wald. 14.30 Uhr: Feier a. Wald. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben, unvergeßlichen Mann, unseren guten, treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel IerroWS(Me,S(Mier nach kurzem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, infolge eines Unglücksfalles am Mittwoch morgen 10*/4 Uhr im Alter von 53 Jahren zu sich zu rufen. In tiefem Schmerz: Katharine Schorge geb. Luh nebst Kindern Familie Wilhelm Schorge Familie Heinrich Weinandt HI. nebst allen Angehörigen. Großen-Linden, den 5. Juni 1929. Die Beerdigung findet Samstag, den 8. Juni 1929, nachmittags 2l/< Uhr, vom Trauerhause, Steinweg 24, aus statt. Gesucht älL tüchtig. Mädchen m. guten Zeugnisten, zuverl. n. kinderlieb, mit nutenSfocbfennt= mssenu.Selbständigkeit in allen häuslichen Arbeiten. Bor- zustelleu 5049 D Bernitraße 9 I. 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Dieses Milieu literarisch zu gestalten, wurde für ihn eine Notwendigkeit, es wurde sein künstlerisches Erlebnis, der erste Impuls. Der junge Kretzer las Zola, den arg Verfchmten und Verunglimpften, er fand die Form bei ihm und folgte ihm als Vorbild. Lind darin lag das Ungeheuerliche, darin beruhte der Grund, weshalb Kretzers erste Romane, die noch haarscharf an rührselige Kolportage grenzten, über Gebühr gelobt und auch über Gebühr verurteilt wurden: er hatte als Erster in Deutschland den Mut, der erzählenden Literatur den vierten Stand, die Armen, älnsichtbaren zu erobern. So kam es, daß, ähnlich wie Sudermann, Max Kretzer mit seinen ersten Romanen „Die beiden Genossen" und „Sonderbare Schwärmer" gewissermaßen über Rächt berühmt wurde. Aus Erlebnisnotwendigkeit wagte er sich an soziale Probleme, wagte er eine Gestaltung sozialer, bzw. unsozialer Verhältnisse. Damit war er berufen, eine Dresche in den Stoffbezirk zu schlagen, der damals immer noch durch das klassische Ideal der Weimarer Zeit mehr oder weniger begrenzt war. 1888 erschien sein bekanntester und auch künstlerisch wertvollster Roman „Meister Timpe", der von dem Kampf zwischen Handarbeit und Maschinenarbeit handelt, in dem der Drechslermeister Timpe vor dem großzügigen Knopffabrikanten die Waffen strecken muh. Mit diesem Roman griff Kretzer ein Thema auf, das als Maschinenstürmer-Thema bis in die neueste Literatur zu verfolgen ist. Nirgends spiegelt sich damals diese ökonomische älmwandlung in der erzählenden Literatur derart wider, wie in Kretzers Prosa. Immer wieder schöpfte er aus dem Erlebnis, aus dem Milieu, in das ihn das Schicksal geworfen hatte, Lind diesem letzten Limstand verdankte Kretzer einen großen Teil seines Erfolges: noch war es unter den damaligen Schriftstellern unbekannt und ungewohnt, daß ein Schriftsteller das armseligste Milieu schilderte, nachdem er selbst durch dieses Milieu hindurchgeganoen war. Mochte die künstlerische Gestaltung des gegebenen Stoffes auch hier und da nachlassen. der Stoff an sich überzeugte, weil er erlebt und echt war. Dieser „Meister Timpe" und „Das Gesicht Christi", Roman aus dem Ende des Jahrhunderts, in dem Christus in das gegenwärtige Berlin verseht wird, waren Kretzers stärkste Erfolge. Er hatte für seine und die folgende Generation das Eis gebrochen. Unö wenn er heute weniger als lebendig gegenwärtiger Schriftsteller, vielmehr als literarhistorische Persönlichkeit angesehen werden kann, so braucht sein Ruhm oder seine Bedeutung dadurch nicht geschmälert zu erscheinen. Gerade die Generation der fünfziger und sechziger Jahre, die um 1880 herum stärkstes Echo fand, sah sich mit dem Temperament der Dorgeneration in das Tempo einer neuen, ihr zum Teil unverständlich werdenden Zeit hineinwachsen. Che sie sich entfalten konnte, wa. ihr zum Teil jede Möglichkeit einer Entfaltung abgeschnitten. Rur den Größten jener Zeit war es vergönnt, den vielfachen Wechsel der letzten Jahrzehnte schaffend zu überdauern. „Der singende Narr." Tonfilm-Uraufführung in Berlin. Berlin, Anfang Juni. Im Gloria-Palast fand die Uraufführung des ersten amerikanischen Tonfilmes „T h e s i n - ging Pool“ („Der singende Narr") statt, eines Films, in dem der bekannte flüsternde Bariton Al I o l s o n die Hauptrolle spielt. In einem Nachtlokal am Broadway ist Al Stone, der singende Kellner, der Hauptanziehungspunkt. Molly, eine hübsche blonde Sängerin, dargestellt von Josephine Dünn, tritt in dem gleichen Lokal auf. Al Stone ist rasend in sie verliebt, wird aber von ihr zurückgewiesen, bis Markus, einer der größten Theaterdirektoren Neuyorks, die wunderbare Stimme des singenden Kellners erkennt und ihn für sich engagiert. Molly läßt sich die Gelegenheit nicht entgehen, erfaßt blitzschnell die Situation und nähert sich Al, der ihr verzeiht. Beide verlassen das Nachtlokal am Broadway und folgen Markus, bei dem Al Riesenerfolge einsteckt. Später lernt Molly einen jungen Sportsmann, John Perry, kennen, verliebt sich in ihn und vernachlässigt Al immer mehr, bis sie sich endgültig dazu entschließt, ihn" zu verlassen, um mit John Perry nach Paris zu übersiedeln und von dort aus die Scheidung von 2TI zu betreiben. Sonny, das von Al vergötterte Kind aus der Ehe mit Molly, soll mit der Mutter reisen. Heimlich verläßt sie die Wohnung, doch gelingt es Al noch in letzter Minute, Mollys Aufenthalt zu erfahren und ein Wiedersehen mit seinem Kinde zu erlangen, das er so ost mit seinem berühmten Liede „Sonny Boy“ in Schlaf gesungen hatte. Wochen voller Verzweiflung folgen für Al. Er gibt seine Tätigkeit auf und steht im Begriff, in der erbarmungslosen Menschenmühle der Riesenstadt zerrieben zu werden, als ihn der Zufall wieder in das Nachtlokal am Broadway führt. Hier erfährt er durch Grace, ein kleines Zigarettenmädel, daß Mollys Stern im Erblassen ist, und er vielleicht für die Zukunft seines einzigen Kindes sorgen mühte. Sein Lebensmut erwacht von neuem und er beginnt wieder, seine Songs dem entzückten Publikum vorzutragen. Molly ist nach ihrer Trennung von ihrem Geliebten nach Neuyork zurückgekehrt, wo Sonny schwer erkrankte. Sie erfährt den Aui- enthalt Als und benachrichtigt ihn, doch seinen einzigen Sohn am Krankenlager zu besuchen. Ohne Zögern eilt Al hin. Zärtlich schlingt er das Kind in seine Arme, erzählt ihm, wie früher, seine Märchen, und als er es behutsam in das Bett zurückgelegt hat, erlischt unmerklich das schwache Lebenslicht. Al aber mutz wie früher hinaus ins Leben, hinaus auf die Bühne, um seine Lieder vorzutragen, die er für sein Kind geschaffen hatte. Der Film, der von Warner im Verleih der National gezeigt wurde, ist nach dem Manuskript des Bühnenstückes von Leslie Durra w s hergestellt. Regie führt Lloyd D a - c o n, während die musikalische Illustration das Ditaphone-Symphonie-Ora)ester übernommen hat. Die technische Wiedergabe dieses ersten amerikanischen Tonfilmes kann als vollendet bezeichnet werden, wenn auch die Dilder oft nicht den Ansprüchen genügen, die wir an einen deutschen Film stellen. Die wunderbare, von jeder Verzerrung freie Wiedergabe der Sprache und des Gesanges macht jedoch diesen geringen Nachteil wieder wett und wird sicherlich dazu beitragen, datz Ton- und Sprechfilm sich auch bei uns Geltung verschaffen werden. E. S. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Moritz Schlick in Wien hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der Philosophie an der Universität Donn als Nachfolger des Geh. Rats G. Störring a b- gelehnt. Prof. Schlick lehrte früher in Kiel und Rostock. teil MeljeJ Mi. W Konzert und & :cli lnd Sonntag, de Wännerquartet äsfest zeihe. hr, Kommers mi [tag, 1.30 Uhr, An. Anschließend]^, [träge, Konzert ui. ein er Festausschi: Ml e$ OiMti AM iuWiMWi MU. Sarastao. 8. In WiüLSonMÜii: jrciio rs. Montag. 10. In ingeodeflomefond Tarne- Ml^kimcdi. URinS-PREISE Samstag cod Dienst« ..SonDlägH.t-.Neoliii 5g PI. ü Storni in« »er ■*** I. J «11« »1- £0 Jtufl ?n. itiurm )0i2D 12 fr «-5S? -AK 1U.‘ - .«Innt löSei LH EL i «gfe? ö.m.. m, Ho' ave M Heß. erlag iM SÄ' mEsdt. snave^^ Nr. sZs Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Zreitag, 7. Juni 1929 Von der Schußarbeil zur Volksdeutschen Arbeit. Zur Werbewoche des D. O. A. Don Or. Fr. König. Die deutsche Schuhvereinsbcwegung geht auf den Anfang der 80ec Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Damals erhob der Kurat Franz Daver Mitterer vom Ronsberg in Südtirol den Ruf zur kulturellen Stützung der deutschen Alpendörfer an der Dolksgrenze im Süden. Cs bildete sich zunächst in Oesterreich, dann auch im Reich der deutsche Schulverein, aus dem der Verein für das Deutschtum im Ausland hervorgegangen ist. Worauf kam es der Schuharbeit damals an? Man hatte erkannt, datz trotz des mächtigen politischen Aufstiegs des kleindeutschen Reiches die Lage an den Volksgrenzen sich zu ungunsten des deutschen Volkes zu entwickeln begonnen hatte und stand erstaunt vor der Tatsache eines schnellen Rückganges des deutschen Kultureinflusses bei den Völkern Ost- und Südostmitteleuropas: zugleich erkannte man die Notwendigkeit, den zahllosen Deutschen in aller Welt zur Seite zu stehen, auf daß sie auch in der Fremde dem deutschen Kulturleben verbunden blieben. Die Schuharbeit wurde so zu einer Aufgabe karitativer Betreuung: viel aufopfernde Tätigkeit ist auch in jenen Zeitläuften im deutschen Binnenland geleistet worden, aber e8_ fehlte der Gesamtlage der Zeit gemäß die zündende Idee, die die Angelegenheit zu einer in die Tiefe der Gcsamtvolkheit gehenden Bewegung hätte machen können: man verzettelte sich im einzelnen, ohne auch einer Gesamtschau Volksdeutschen Lebens heraus der Arbeit Ziel und Richtung geben zu können: allzusehr verdeckte die mitteleuropäische Staatenwelt, die Tatsache insbesondere der drei Großreiche: des preußisch- deutschen, des österreichisch-ungarischen, des russischen die Welt der Völker, auch unser Gesamtvolk: man ward Organisation, wobei man die einen zum Geben veranlaßte, damit man den anderen geben könne: man machte aber dadurch die, die eigentlich die Führer im Kampf um den Dolksboden hätten sein müssen, die in der Front, zu Objekten einer Fürsorgeorganisation, während man die im Hinterland, die eigentlich Etappe hätten sein müssen, ihnen gegenüber zu Subjekten machte: es ward das Verhältnis des armen Neffen zum reichen Onkel in Amerika. Wirkliche Dolksvereine zur Führung der gemeinsamen gesamtdeutschen Volkssache sind die Schuhvereine damals nicht geworden, im Reich noch weniger wie in Oesterreich, dem stand „die Engstirnigkeit des Neustaatsbürgers", zu dem sich der reichsdeutsche Mensch in höherem Maße wie der österreichische entwickelte, hemmend im Wege. Kein Wunder, daß auch die Schuhvereine im Jahre 1918/19 zunächst der volkspolitischen Aufgabe gegenüber ebenso hilflos waren wie die staatlichen Gewalten. Das Chaos der Jahre 1918/19 zwang zur Gewissenserforschung. Das Außendeutschtum hatte den Krieg nicht nur als einen Krieg der Staaten, sondern auch der Völker erlebt, es fand, innerlich mächtig erregt, weithin den Stolz auf sein deutsches Volkstum wieder und begann an eine gesamtdeutsche Zukunft zu glauben, obwohl das rechte Echo aus dem Dinnenlande fehlte. Im Zusammenbruch sah sich das deutsche Binnen- voll sodann in einen Zustand der Staatslosigkeit hineingeworfen. Die staatlichen Formen seines Lebens zerbrachen wie leere Hülsen. Ein großer, starker Glaube brach zusammen. Aber das Leben erwies sich auch diesmal wieder als stärker wie die Form. Was bisher verdeckt gewesen war, trat nun klar zutage und wurde von vielen gesehen: das im schwersten Daseinskämpfe befindliche deutsche Gesamtvolk von über 80 Millionen in Europa, von 100 Millionen in der Welt. Von den Grenzen her stieg uns die Vision vom deutschen Gesamtvolk auf. Gar viele Deutsche trurden damals aus Staatsbürgern dieses oder jenes Staates zu Deutschen schlechtweg. Das ist das große Erlebnis, aus dem die neue gesamtdeutsche Gedankenwelt heraus geboren wurde, die Raum und Zeit umspannend, an beste Lieberlieferungen deutscher Vergangenheit anknüpft. Das ist das neue Erlebnis, aus dem der Zwang zur Volksdeutschen Arbeit, der Zwang zu einheitlicher gemeindeutscher Voltspolitik hervorgewachsen ist. Wir haben „Deutschland" im Sinne unserer Väter wieder entdeckt und stehen nun vor der Aufgabe, vor der auch schon die Paulskirche im Jahre 1848 stand, ihm eine all- seinen Teilen gemäße Form zu geben und das politisch, und wo dies nicht angeht, wenigstens kulturell zusammengefahte gesamtdeutsche Volk organisch ins Abendland einzufügen. Grundlegende Voraussetzung aber dafür, daß dies gelinge. ist, daß der Volksbestand erhalten bleibe. Wo deutsches Volkstum im Kampf um die Erhaltung seines Lebens und seiner Seele steht, da handelt es sich also um eine Schuharbeit, die das gesamte Volk angeht. Die Schuharbeit erhält so ihren hohen und tiefen Sinn vom gesamtdeutschen Volksgedanken her, aus ihr ist volksdeutscheArbeit geworden. Die Volksdeutsche Arbeit aber kann sich nicht mit der Arbeit im Grenz- und Außengebiet der deutschen Volkheit erschöpfen, ihr Gegenstand ist das gesamtdeutsche Volk geworden, daß es zum Bewußtsein seines einheitlichen Persönlichkertscharak- ters, seiner Schicksalsverbundenheit und der gemeinsamen Verantwortung für seine und des Abendlandes Zukunft zu erziehen gilt: d e r W e g führte von der Schuharbeit der Vorkriegszeit zur volksdeutschen Arbeit. Nach 10 Jahren der Gewissenserforschung ist die deutsche Dolkstumsbewegung überzeugt, daß mit der geistig-seelischen Hinwendung zum deutschen Gesamtvolk für uns Deutsche eine neue Zeit angebrochen ist, die uns die Vergangenheit anders sehen läßt und zugleich endlich einen Weg zur wirklichen Lösung der deutschen Frage weist. Wir lernten es: „im Volke zu denken". Das Denken im Volke aber führte uns zum „Denken in Völkern". Wir sind der Lieberzeugung geworden, daß allein die Anerkennung von Dolksrechten in Europa zu einer wirklichen Befriedigung führen kann. Indem wir um die Erhaltung des deutschen Volksbodens und des deutschen Dolkskörpers ringen, ringen wir zugleich um ein Europa freier Völker. Der V. D. A., der vor kurzem in Kiel seine diesjährig« große Tagung abgehalten hat, ist diejenige volkspolitische Organisation innerhalb des deutschen Bereiches, die auf breitester Grundlage oufgebaut ist. Indem er sich mit den Gedanken der neuen Zeit erfüllt, begibt er sich auf den Weg, der gesamtdeutsche Voltsverein zu werden, der Binnen- und Auhendeutschtam zusammenfassend, Sinn, Ziel und Richtung vom gesamtdeutschen Volksgedanken her empfängt. Der V. D. A. betrachtet sich daher heute nicht mehr als Verein neben Vereinen: er muß sich vielmehr als ein Sammelbecken aller volk- lich empfindenden Kreise des Gesamtvolkes betrachten, in dem der Individualismus der Parteien, Stände, Konfessionen und Länder zu schweigen hat und nur das eine Richtung gebend sein darf, was uns alle verbindet: das gemeinsame Volkstum, die gemeinsame Volkheit. Er weih heute, daß Volksbürgerschaft und Staatsbürgerschaft nicht dasselbe sind, datz wir Deutsche vielmehr zwei Pflichtcnkreisen verpflichtet sind: dem einen des Staates, dem andern des Gesamtvolkes. Er verlangt daher vom deutschen Menschen, daß er sich zu der Erkenntnis durchringe, daß er seine Pflicht als Angehöriger des deutschen Volkes nicht damit schon als erfüllt betrachte, daß er seinen staatsbürgerlichen Pflichten gerecht geworden ist, daß er vielmehr sich freiwillig in den Kreis derer einfüge, die vom vollsbürgerlichen Denken aus unserem Gemein- schaftsle^rn neuen Inhalt und auch dem Staate vom Volk aus wahre Hoheit und wahre Würde schaffen wollen. Die V. D. A.-Sache ist daher Sache eines jeden Deutschen, dem die Zukunft von Volk und Reich am Herzen liegt. Opfer für sie zu bringen, sollte ebenso für den Binnendeutschen Herzenssache fein, wie es dies für den Angehörigen der deutschen Volksgruppen draußen ist (etwa den Siebenbürger Sachsen oder den est- ländischen Deutschen), die außer den Abgaben an ihren Staat die an die eigene Volksgemeinschaft tragen, weil sie es jeden Tag erleben, daß Volksbürgerschaft und Staatsbürgerschaft nicht das gleiche sind. Wenn sich das binnendeutsche Pol! nicht kleiner erweisen sollte wie die Außen- deutschen, dann brauchen wir um die Zukunft unseres Volkes keine Sorge zu tragen. Deshalb spendet für die Sache des V. D. A. und tretet bei! Deutsches Allerlei. Immer mehr nimmt im deutschen Volke die Erkenntnis greifbare Formen an, datz das Durcheinander und Nebeneinander von Zuständigkeiten und die unglückselige Zersplitterung von Staatsgewalt und Verwaltung in Deutschland an zahlreichen Stellen zu überflüssigen Reibungen, an anderen zu einem arbeit-, zeit- und geld- raubenden Leerlauf führen. Aber es schadet nichts, wenn einige besonders drastische Beispiele für diesen Zustand immer wieder in Erinnerung gebracht werden. 2m folgenden seien der ausgezeichneten Arbeit von Oberregierungsrat a. D. Dr. Walther Adametz und Diplomvolkswirt Karl Eugen Mötzner, die kürzlich unter dem Titel „Die deutsche Verwaltungs- und Verfassungsreform in Zahlen" erschienen ist, einige solche Beispiele entnommen, die eine recht deutliche Sprache reden: Das Land Preutzen hat nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 eine Wohnbevölkerung von 38 120 173 Köpfen, baä Land Schaumburg-Lippe eine solche von 48 046. — An Ausgaben für die oberste Staatsleitung — nicht eingerechnet die Volksvertretung — fallen nach dem Haushaltsjahr 1927, für das die letzten zuverlässigen Zisfern vorliegen, in Preußen auf den Kopf der Bevölkerung 4 Pfennig, in Schaumburg-Lippe genau das 65fache davon, nämlich 2,60 Mk. — Die Volksvertretung, für sich betrachtet, kostet in Preutzen, wiederum auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet, 14 Pf., in Mecklenburg-Strelitz mehr als das 5,5fache davon, nämlich 78 Pf. Das bedeutet, datz die Kosten der Volksvertretung in Preutzen 0,27 Prozent der Steuerkraft beanspruchen, inMecklen- burg-Strelih jedoch rund das 13fache, nämlich 3,35 Prozent. — Für den gesamten Behördenaufwand seines Staates hat jeder einzelne Preutze im Jahresdurchschnitt 61,08 Mk. aufzubringen: der Mecklenburg-Streliher ist wiederum erheblich schlechter daran und zahlt mit 306,54 Mk. für den gleichen Zweck über fünfmal soviel wie der Preutze. — In Sachsen hat ein einzelnes Landgericht im Durchschnitt 713189 Einwohner juristisch zu betreuen: das sind rund fünfzehnmal soviel Menschen, wie auf das Landgericht in Schaumburg-Lippe entfallen, das nur für 48 046 Personen zuständig ist. Dies sind nur wenige Beispiele: sie lassen sich beliebig vermehren. Ist es bei einem Zustand, wie diese Ziffern ihn beleuchten, und der bestimmt das Gegenteil von rationeller staatlicher Organisation darstellt, zu verwundern, datz 38 Pf. von jeder Reichsmark deutschen Volkseinkommens von dem 21 uf* wand f ü r öffentliche Zwecke durch Reich. Länder und Gemeinden in Anspruch genommen werden? Man muh noch berücksichtigen, datz alle obigen Angaben sich auf das Rechnungsjahr 1927 beziehen und datz sich die Verhältnisse inzwischen nicht gebessert haben. Eher kann man annehmen, datz der Gesamtaufwand von Reich. Ländern und Gemeinden im Verhältnis zum Volkseinkommen seitdem noch gestiegen ist. Es ist ein unhaltbarer Zustand, dessen skizzenhaftes Bild sich aus solchen Vergleichungen ergibt. Ihn in gesundem und vernünftigem Sinne zu beseitigen gibt es nur ein Rezept: eine gesunde und vernünftige Reichsreform! Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 7. Juni 1929. Druck- und Scheuerwunden bei Pferden Der Gießener Tierschutz-Verein, Kaiserallee 1, schreibt uns: Die heiße Jahreszeit begünstigt bei den Pferden die Entstehung von Druck- und Scheuerstellen. Diese werden in den meisten Fällen durch schlecht sitzende Kummete verursacht, die auf einige wenige Stellen drücken und diese wundscheuern, statt sich dem Hals des Pferdes anzupassen, oder die infolge von schlechter Form ständig hin und her rutschen. Was das Tier dabei auszustehen hat, kann sich jeder vorstellen, der schon einmal durch unpassendes Sch^iwerk wundgcrieben wurde. Am qualvollsten und bösartigsten werden solch« Wunden, wenn sich unter dem hartgewordenen Kummetpolster noch eine harte Kruste von Schweiß, Schmutz und Blut gebildet hat, die sich bei jeder Bewegung neu in die Wunde hinein- preht. Die unter dem Fell liegenden Druckstellen sind oft noch schmerzhafter als offene Wunden, sind aber nicht ohne weiteres wahrnehmbar. Störrigkeit der Pferde beim Anspannen sind dann nichts als Angst vor dem Auflegen des Geschirrs auf diese hochgradig empfindlichen Stellen. Ebenso deuten eine außergewöhnliche Kopfhaltung und eigentümliche Kopfbewegungen auf Druckstellen hin. Bei Druckstellen auf dem Kamm läßt man die Pferde so lange im Sielengeschirr gehen, bis der freigelegle Kamm geheilt ist. Man lege das Kummet nicht zu bald wieder auf und lasse es vorher gründlich umarbeiten, da sonst das Liebel von neuem entsteht. Bei Druckwunden an der Brust kann das Sielen auch nichts nützen. Das Kummetpolster mutz dann an den entzündeten Stellen reichlich ausgehöhlt werden, so daß sie reichlich freiliegen. Die Druckstellen auf dem Rücken entstehen unter dem Kammdeckel oder dem Rückengurt, besonders bei mageren Pferden und bei solchen, die ohne Hinterzeug den Wagen zurückstemmen müssen. Die Heilung ist hier noch langwieriger als bei den ersteren. Man läßt in solchem Falle den Kammdeckel am besten ganz weg. Bei Sielengeschirr ist die Stelle vor dem Druck des Rückengurtes durch Lieberbrücken zu schützen. Ein zwischengelegtes Kissen vermindert den Druck, bringt aber keine Heilung. Da aus den Druckschäden sehr langwierige Leiden entstehen können, ist Vorbeugung geraten. Die Geschirre müssen genau angepaht, gut gepflegt und nötigenfalls gepolstert sein. Machen sich die ersten Zeichen von Druckstellen bemerkbar, so ist schnelles Eingreifen geboten. Bei schwierigen Fällen ist selbstverständlich der Tierarzt zu Rate zu ziehen. * *• Katholische Lehrertagung. Die Dezirksvereine Gießen und Friedberg des Katholischen Lehrervereins veranstalteten am Dienstag in Bad-Nauheim eine gemeinsame Tagung, die Max Kretzer. 3u seinem 25. Geburtstage. Don Hans Georg Brenner. „Bücher haben ihre Schicksale," sagt ein altes lateinisches Sprichwort, das sich auch auf deren Verfasser anwenden läßt. Namen werden über Nacht berühmt, werden von Lob und gehässiger Verunglimpfung durch Jahre getragen und gezerrt, werden ein heiß umkämpftes Programm und — verschwinden wieder aus der Reihe der öffentlich Genannten. Ideen sind inzwischen verwirklicht worden, die Zeit warf neue Probleme auf, entfachte neue Kämpfe, entzündete neue Ideale. Die Zeit hat keine Ehrfurcht vor Namen, hat keinen Respekt vor ihren eigenen Wegbereitern, und wo einmal Lob im Llebermah vergeben wurde, kann später Vergessen im gleichen Matze töten. ES ist eigenartig: geht man in der Geschichte der Literatur die Namen durch, die zur Zeit des beginnenden Naturalismus, zur Zeit des erbitterten Kampfes um Zola und seine Gefolgschaft berühmt waren und em Programm bedeutet haben, dann wird man erstaunt sein, wie viele oder wie wenige Namen ihren Klang behalten haben und wie viele vor der Zeit begraben wurden. Eine Welle der m>t- wendigen Fortentwicklung hatte sie hochgehoben und wieder in die Tiefe gerissen. Sie leben weiter — aber nicht als lebendiges Gut, sondern als papierene Literaturgeschichte. , Max Kretzer lebt noch mit Vielen, die einstmals berühmt waren. Er wird heute, am 7. Juni, 75 Jahre alt und mag sich in seinem künstlerischen Wollen und Müssen von der raschen Entwicklung der Verhältnisse und Ereignisse überholt und übervorteilt fühlen. Aber damals, in den achtziger Jahren, als die Generation der fünfundzwanzigjährigen um den künstlerischen Ausdruck eines neuen, durch die sozialen Verhältnisse bedingten Lebensgefühles kämpfte, nannte z. B. Karl Bleibtreu in den „Modernen Dichtercharakteren" Max Kretzer den „Vollmenschen seiner Epoche". Für ihn war er „Der Riese, der sich turmhoch über all das Modegewäsch der Künstler, Talmidichter und Reklameberühmtheiten erhebt". Wer war dieser Max Kretzer? Was hatte er seiner Generation, seiner Zeit Llngeheuerlichcs zu geben? Kretzer war 1854 in Posen geboren. Seine Eltern hatten dort ein Hotel, verloren aber ihr ganzes Vermögen und siedelten nach Berlin über, wo der phantasiereiche Junge mit seinem Vater in der Fabrik um einen Wochenlohn von von Lehrer Görtz (Gießen) geleitet wurde und von 50 katholischen Lehrkräften der Kreise Friedberg und Gießen besucht war. Universitätspro- fessor Dr. theof. et phil. Steinbüchel (Gießen) hielt ein tiefschürfendes Referat über „Das Ideal der sittlichen Persönlichkeit". Anschließend sprach Kreisschulrat Kremer (Bensheim a. d. D.) über „Verein für das Deutschtum im Auslande und katholische Lehrerschaft". Er forderte die tatkräftige Mitarbeit der katholischen Lehrer im V. D. A. Als Gast weilte Pfarrer Sonntag von der deutschen Gemeinde Augustendorf in der Bukowina in der Versammlung. Auf der Rückreise von der Kieler D. D. A.-Tagung hat er hier kurzen Aufenthalt genommen und erzählte nun dem interessierten Hörerkreise sehr anschaulich und fesselnd vom Deutschtum in Rumänien. •• Deutschnationaler Vortragsabend. Man berichtet uns: Der von der Deutschnationalen Volkspartei. Ortsgruppe Gießen, veranstaltete Vortragsabend am vergangenen Montag im „Postkeller" erfreute sich eines recht guten Besuchs. Rach Eröffnungsworten des Vorsitzenden, Studienrats Dr. Lenz, ergriff der preußische Landtagsabgeordnete Steuer aus Kassel das Wort zu dem Thema „Unter Kampf um Staat und Wirtschaft". Der Redner warf, ausgehend von dem Versailler Raubdiktat. einen Rückblick auf die letzten 10 Jahre, wobei er an einer Anzahl Beispiele nachwies, daß unsere bisherigen Tributleistungen die Forderungen der 14 Punkte Wilsons um ein mehrfaches übertreffen. Das Versailler Diktat, das uns unserer gesamten Kolonien, breiter deutscher Gebietsteile im Osten, Westen und Ror- den, sowie unserer Handelsflotte beraubte und uns außerdem starke Abgaben von Sachwerten auferlegte, nannte noch keine genauen -Zahlungsziffern, sondern sah Abschlagszahlungen bis in unabsehbare Zeit vor. Erst spätere Vereinbarungen zwischen London und Paris nannten einmal die ungeheure Zahl von 132 Milliarden deutscher Kriegsschuld. Im Iahre 1923 erzwang dann die Ruhrbesehung den Dawespakt von 1924. Wenn auch das Dawesabkommen uns durchaus keine Wohltaten biete, so stelle dieses Abkommen doch eine gewisse Abschwächung des Versailler Diktats dar. die u. a. in der Revision der deutschen Leistungsfähigkeit durch alliierte Sachverständige, sowie im Transferschuh zu erblicken sei. Die seitherigen Tribute konnten wir zum größten Teil nur durch unser Pumpen bei dem Ausland bezahlen, so daß unsere gesamte Auslandsschuld heute schon 13,5 Milliarden beträgt. Das Hereinnehmen ausländischen Geldes wäre aber nicht nötig gewesen. wenn es uns in den letzten Iahren gelungen wäre, unsere Handelsbilanz aktiv zu gestalten. Auch die vier Monate langen Verhandlungen in Paris brachten uns keinerlei Erleichterung. Als eine der betrüblichsten Tatsachen sei die Richtunterstühung unseres Delegierten V ö g - I e r in seinem Widerstande gegen die unerhörten feindlichen Forderungen zu buchen. Als empörend sei hier gerade eine gewisse Hetze gegen Herrn Vögler zu bezeichnen. Zeit wäre es endlich, daß die deutschen Volksmassen sich zu einem festen Rationalen Block zusammenschlössen und dem Feinde ihre Rechte zu verstehen geben. Rur auf diesem Wege würde es Deutschland, gleich der einst fast zusammengebrochenen Türkei und Ungarns, gelingen, aus dem jetzigen Elend und der furchtbaren Versklavung langsam wieder emporzukommen. Starker Beifall lohnte die überaus interessanten Ausführungen des wortgewandten Redners. Rach einer lebhaften Aussprache fand die Versammlung erst gegen Mitternacht ihr Ende. ** Allgem. Deutscher Frauenverein. Ortsgruppe Gießen. Man berichtet uns: In der Iunisitzung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins sprach die Berufsberaterin des Gießener Arbeitsamtes, Fräulein Kolb, über „Die hauswirtschaftliche Lehre. Haushaltungslehrlinge, Hausfrauen als Meisterinnen". Dieses Thema ist von so allgemeiner Bedeutung, daß es lebhaft zu begrüßen ist. wenn man sich in Gießen damit befaßt, nachdem viele andere Städte bereits zu seiner praktischen Verwirklichung übergegangen sind. Es handelt sich darum, schulentlassene Mädchen im Haushalt durch die Hausfrau in zweijährigem Lehrgang so allseitig zu unterrichten, daß die Lehrlinge sich einer Prüfung auf den verschiedenen Gebieten der Hauswirtschaft — Hausarbeit, Kochen, einfaches Backen und Einmachen, Servieren, Bügeln, Aus- bessern, etwas Wirtschaftsführung — unterziehen können. Die Lehrlinge haben selbstverständlich während ihrer Lehrzeit die Fortbildungsschule au besuchen. Die Prüfung wird vorgenommen durch eine Kommission, die sich auS Vertreterinnen der Hausfrauenvereine und Vertreterinnen der Hausangestelltenverbände, sowie einer Hausarbeitslehrerin zusammenseht. Rach bestandener Prüfung können die jungen Mädchen entweder eine Stelle in einem Haushalt annehmen, wodurch ein gelernter Stamm von Hausangestellten entsteht, oder sie können sich weiter ausbilden zu staatlich geprüften Haushaltpflegerinnen für Heime und Sanatorien. Hierdurch ist auch in diesem Berufszweig die Möglichkeit eines Aufstiegs gegeben. Manches junge Mädchen wird sich auch gerne einer solchen Lehrlingszeit unterziehen, um eine gründliche Ausbildung zu ihrem späteren Beruf als Hausfrau zu erlangen, denn die früher übliche Schulung im mütterlichen Haushalt ist aus psychologischen Gründen selten das Richtige. Der Wunsch, eine hauswirtschaftliche Lehre durchzumachen, ist in Gießen schon mehrfach bei der Derufsberatungsstelle geäußert worden. Leider konnte ihm aus Mangel an Lehrstellen nicht entsprochen werden. Bestehen in Gießen auch noch nicht, wie in vielen anderen Städten, sog. Meisterinnenkurse mit Abschlußprüfung, so kann sich doch jede gut geschulte Hausfrau, die einem, geordneten Hauswesen vorsteht, als Lehrstelle anmelden, sofern sie keinen anderen Beruf ausübt. Hat sie zweimal Lehrlinge erfolgreich ausgebildet, dann erhält sie den Meistertitel. Gewiß sind für die Hausfrau vielerlei Mühen und Opfer mit der Heranbildung eines Lehrlings verbunden, doch wird auch in manchem Haushalt die billige Arbeitskraft willkommen fein. Durch diese Lehrtätigkeit aber bietet sich auch Frauen, die bei der Eheschließung dem früheren Beruf entsagen mußten, Gelegenheit zur Ausübung eines neuen Berufes, den sie neben ihrer Arbeit als Hausfrau und Mutter ausüben können. Ihre eigene Tätigkeit wird sie dann mehr befriedigen, weil sie sich sagen können, daß sie einen wichtigen Dienst am Ganzen leisten. Hiermit würde auch ein anderes Problem seiner Lösung näher gebracht: das der Unterbewertung der hauswirtschaftlichen und hausfraulichen Arbeit von feiten vieler Männer. Die Hauswirtschaft ist der Frauenberuf, der am wichtigsten für unsere Volkswirtschaft ist und kann gar nicht ernst genug genommen werden. Rach einer lebhaften Aussprache gab Fräulein K o l b der Hoffnung Ausdruck, daß in Gießen durch Bildung eines Hausfrauenvereins die Basis für eine Derufsver- tretung der Hausfrauen entstehen möge. R. M. ** Der „Hubertus, Verein weidgerechter Säger, Sitz Gießen" hielt am Mittwoch im „Hess. Hof" seine Iuniversammlung ab. Rachdem der Vertrag mit dem Schühenverein Gießen zum Abschluß gekommen ist, werden in den nächsten Wochen die eigenen Iagdstände des Hubertus entstehen. Eine vorläufige Schießord- nung für die Kugelstände wurde von der Versammlung genehmigt. Die Schrotstände dürften erst ab August benutzungsfähig sein. Den Bericht über Verlauf und Rechnungsabschluß der Verbandsjugendprüfung vom 27. April erstattete Rechtsanwalt Albrecht, das züchterisch wertvolle Ergebnis betonte Herr Aug. Pascoe. Studienrat Hölzel teilte mit, daß seit der Einführung der Zwangshaftpflichtversicherung für & elbauf um Lllmor. Vornan von Senta Neckel. Copyright bei Greiner & Co., Berlin NW 6. 16 Fortsetzung. Nachdruck verboten. XV. Die „Cvening Review" fetzte zum Endspurt an. In der Redaktion wurde fieberhaft gearbeitet. Roch zwei Tage, da mußte Ellinor gefunden fein. Extrablätter flatterten durch die Straßen, noch einmal wurden die Menschen toll gemacht mit dem Gedanken, 100 000 Dollar zu bekommen. Reue Plakate wurden gedruckt und an die Litfaßsäulen geklebt, überall konnte man sehen, wie Ellinor aussah, welche Kleider sie trug und wie sie ihr Haar frisierte. Ellinor war in Reuyork, die Reuhorker wußten es, man mußte sie finden! Aber Reuyork war groß, Reuyork war eine Welt für sich! Selbst ein Geschäftshaus ist eine Welt für sich. Riemand im Hause George Welltons ahnte, daß die kleine Betty Glhnn, die der Chef vor zwei Tagen als Privatsekretärin engagiert hatte, diese Ellinor Stanley sei. Wer hätte das auch denken können. Diese Betty Glynn war ein hübsches Mädchen, sie war sogar außergewöhnlich hübsch, aber es gab Tausende von hübschen Mädels in Reuyork, deswegen brauchte man sich nicht aufzuregen. Und diese Betty Glhnn tat auch nicht das Geringste was sie von den anderen Mädels ihres Standes unterschied. Sie kam pünktlich zum Dienst, jeden Morgen fuhr sie mit der Untergrundbahn, die um neun Uhr zehn an der Viktoria-Station war und jeden Abend fuhr sie um sechs Uhr fünfzehn mit der Untergrundbahn nach Hause. Der Chef schien sie gern zu haben, denn er betrachtete sie immer mit einem unverhohlenen Interesse, ja beinah konnte man sagen, mit zärtlichem Blick, aber diese Betty Glhnn schien nicht im Geringsten darauf zu reagieren. Entweder war sie eine ganz Raffinierte, oder sie hatte einen Bräutigam, dem sie wirklich treu war, was ja auch Vorkommen kann. Run, auf jeden Fall war nicht der geringste Grund vorhanden, sich mit dieser Detth Glhnn eingehend zu beschäftigen. Aber am Morgen des siebenten Mai erschien Betty Glhnn nicht zum Dienst. Reun Uhr fünfzehn war längst vorüber und der Platz an der Schreibmaschine war immer noch leer. George Wellton hatte schon dreimal gefragt: Ist Miß Glynn noch nicht da? Aber immer wieder bekam er die Antwort: .Rein, wir haben sie noch nicht gesehen!" George packte eine Unruhe. Er hatte in den Tagen des Zusammenarbeitens gemerkt, daß Ellinor ihren Sekretärinnenposten emft nahm, nicht nur aus der Laune heraus, die sie ihrer Verkleidung schuldig war, nein, einfach deshalb, weil sie übernommene Pflichten bis zum letzten ausfüllte. Er verstand nicht, warum Ellinor nicht da war. Der leere Platz an der Maschine irritierte ihn. Eine unheimliche Atmosphäre umlagerte diesen Platz, und plötzlich hatte George Wellton das ganz bestimmte Gefühl, daß E.lmor etwas passiert sei. Er kannte dieses Gefühl und er wußte, daß er sich nicht täuschte. Er erinnerte sich, ganz genau dasselbe Gefühl schon einmal gehabt zu Haben, damals ging es um seinen Freund. Das war in Bolivien gewesen, bei irgendeinem der vielen Aufstände. Er war zufällig in diese Gegend gekommen, auf einer seiner vielen Reisen, die er mit seinem Freund Herbert Pullver zusammen gemacht hatte. Sie waren in einem kleinen Hotel abgestiegen, mitten im Gebiet der Aufständischen. Und eines Abends, als er von einem Spaziergang zurückkam, da hatte das kleine Hotel einen unerklärlich fremden Eindruck auf ihn gemacht und ganz plötzlich hatte er das Gefühl gehabt: irgend etwas Schreckliches ist geschehen! Und dann erfuhr er, daß man seinen Freund hinterrücks erschossen hatte. Und dasselbe unheimliche Gefühl, packte ihn jetzt wieder, wenn er den leeren Stuhl vor der Schreibmaschine sah. Hundertmal redete er sich ein, daß alles Unsinn sei, daß Ellinor sich aus irgendeinem nichtssagenden Grund verspätet habe, daß sie jeden Moment eintreten müsse, so wie sie es die letzten Sage getan hatte. Aber Ellinor kam nicht. Auf den Korridoren standen die Angestellten zusammen und tuschelten. Irgend etwas war geschehen. Ein Botenjunge hatte die Rachricht mitgebracht, und nun verbreitete sie sich blitzschnell, wie ein unheimliches Gift im ganzen Haus. Als George Wellton unvermutet die Tür seines Zimmers öffnete, fuhren die Köpfe auseinander, doch man wartete, daß Wellton fragen würde, und jeder wollte die Sache selbst erzählen. „Was ist geschehen?" George würgte an den drei Worten. „Ein Unglück, Mr. Wellton! Der Untergrundbahntunnel brennt. Drei Züge sollen drin stecken. Wie eine Maus in der Falle sitzen die Passagiere. Man weih nicht, ob welche tot sind .. „Rein," schrie Wellton heiser, daß die Angestellten erschreckt zurückwichen, „nein, nein!“ . Aber in allen Augen ringsum sah er, daß man die Wahrheit gesprochen hatte. Ellinor! Darum war sie nicht gekommen! Jäger in Hessen die Rachfrage nach der Sammel- Versicherung des Vereins außerordentlich gestiegen sei. Er gab zu der Frage „Jagdpaß und Haftpflichtversicherung" noch einige Erläuterungen. Herr Pascoe wies sodann auf die Preuße Sonderschonbestimmungen hin, die an sich begrüßenswert seien und auch in der Art der Regelung manches Rachahmenswerte enthielten. Jedoch wurden die Art des Zustandekommens, die späte Veröffentlichung und die damit verbundenen persönlichen Störungen, denen zahlreiche Pächter preußischer Jagden unerwartet gegenüber gestellt wurden, gerügt und der Vorstand beauftragt, dies auch den Spihenorganisationen ?gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Schließlich onnte der 1. Vorsitzende Regierungsrat Freiherr Schenck zu Schweinsberg den Dank des Vereins für die Ueberreichung einer „Altersbestimmungssammlung an Hand von Rehgebissen" aussprechen. Der Verein besitzt darin eine in ihrer Art bei kaum einem Jagdverein, vorhandene Sammlung, die den Mitgliedern jetzt, wo der Bockabschuß begonnen hat, wertvolle Dienste leisten wird. Dabei wurde darauf verwiesen, daß ein Sammeln der Unterkiefer unbedingt notwendig ist, wenn sich Mitglieder an der Hubertus-Ausstellung ober an anderen deutschen Ausstellungen beteiligen wollen. Oberheffen. Landkreis Gießen. -f- Stockhausen bei Mücke, 6.Juni. Auf der Strecke Hungen —Mücke ereignete sich heute ein schwerer Unglücksfall. Der um 15.49 Uhr von Hungen in Stockhausen eintreffende Zug überfuhr den von Klein-Eichen stammenden Landwirt H o r st und tötete i h n auf der Stelle. Der Unglücksfall ereignete sich hinter der Basischen Wirtschaft. Die Wirtin hat den Verunglückten kurz vor Eintreffen des Zuges an einer Hecke in der Rähe desSchienen- geleises stehen sehen. Wie Horst auf das Dahn- geteife an dieser Stelle, wo kein Uebergang ist, gekommen ist, wurde von niemand beobachtet. K Aus der nördlichen Wetterau, 6. Juni. Die dieser Tage von L i ch gebrachte Meldung über das jetzt erst erfolgende unerwartete Eingehen von Ob st bäumen wird durch Rachrichten aus anderen Orten bestätigt. Die Frostschäden, die sich erst jetzt bemerkbar machen, wirken sich ganz besonders an Bäumen in kalten zugigen Tälern aus: weniger treten sie in Höhenlagen in Erscheinung. Bäume, die im Frühjahr noch reichlich geblüht haben und mit Laub bedeckt waren, fangen plötzlich an zu vertrocknen. Ein Winter, der unseren Obstbäumen so schadete, war seit 50 Jahren nicht zu verzeichnen. Damals zeigte sich dasselbe Bild. Erst nach reichlicher Blüte im Frühjahr gingen die beschädigten Bäume, besonders Zwetschen, an den Folgen des harten Winters ein. s. Utphe, 6. Iuni. Dieser Sage feierte eine unserer ältesten Einwohnerinnen, die Landwirtswitwe Marie Schneider, ihren 81. Geburtstag. Die Greisin ist noch derart rüstig, daß man sie noch oft sich im ©arten betätigen sieht. Kreis Friedberg. WSR. Dad-Rauheim, 6. Juni. Der amerikanische Botschafter in Berlin, I. G. S h u r m a n n, weilt zur Zeit zum Besuch seiner hier die Kur gebrauchenden Gattin in unserer Badestadt. 2$. Bad-Rauheim, 6.Juni. Im vorigen Monat konnte die hiesige Kinderheilanstalt Elisabethhaus auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Ihre Gründung war ein Werk des Oberhessischen Vereins für Innere Mission in Gießen, insbesondere des nachmaligen Geh. Kirchenrats Gg. Schlosser. Die Entwicklung der Anstalt hat mit der des Bades gleichen Schritt gehalten. 1908 wurde ein neues Heim Er hatte das Gefühl, als würde sein Gehirn hart und zäh. Er reckte sich, als wolle er durch die Mauern des Hauses hindurchsehen, aber sein Kopf machte nur eine hilflose Drehung auf den Schultern. Sein Gesicht wurde fahl, sein Blick zerrann, seine Augen flackerten. Doch plötzlich warf er die Rächststehenden zur Seite, stürzte aus der Tür, ohne Hut und Mantel. Man hörte, wie fein Wagen ansprang und in wenigen Sekunden verschwunden war. Riemand von den vielen hundert Passagieren, die man später befragte, konnte etwas Genaues angeben, wie die Katastrophe im Subwaytunnel eigentlich passiert fei. Wie jeden Morgen hatten sich die langen grauen Züge der Untergrundbahn regelmäßig von den Bahnhöfen gelöst, und waren in den dunklen Schächten der Tunnelmündungen verschwunden. Der Zug Rümmer 487 hatte soeben die Station Picadyllistreet verlassen und sauste in einer Geschwindigkeit von fünfzig Stundenkilometern unter den Häusern Reuyorks dahin. Die Abteile waren eng gefüllt. Frauen, die ins Geschäft fuhren, viele Männer, die ihren Weg von der Vorstadt Hoboken ins Zentrum der Stadt nahmen. Man hörte, wie in Mm Parallelstollen die Züge sausten. Das regelmäßige Schaukeln des Zuges wurde jäh unterbrochen. Mitten im Tunnel hielt der Zug. Plötzlich verlöschte alles Licht. Roch blieben die Mitfahrenden ruhig, es konnte eine kleine Störung sein, irgendeine Sicherung war durchgebrannt, die ausgebessert werden mußte. In wenigen Minuten würde das Licht wieder aufflammen. Irgendein Witzbold rief: „Achtung vor Taschendieben!" Ein junger Mann schmatzte laut mit den Lippen und rief dann mit verstellter Stimme: „Ra, na, nicht so zärtlich!" Man lachte. Man dachte nicht an Gefahr. Die Schaffner eilten mit Taschenlaternen durch die Waggons. „Eine kleine Störung!" trösteten sie. „Es wird gleich wieder hell, bitte behalten Sie Ruhe!" Aber es wurde nicht wieder hell. Und auf einmal erscholl eine helle Frauenstimme, die sich kreischend vor Angst überschlug. Der Tunnel brennt! Im Augenblick war alles von den Sitzen gesprungen. Die Schaffner waren machtlos. Die Menschen preßten sich zusammen, Scheiben splitterten. Irgendwo schrie schrill und hoch eine Stimme. Alles geschah in einer einzigen Sekunde. Man sah kein Feuer, man wußte gar nicht, wo eS brannte, aber durch die zerbrochenen Zenster- gebaut und zeitgemäß ausgestattet. Die Zahl der Kinder, die zu Solbadekuren Aufnahme fanden, stieg von 24 in 1897 auf 1660 in den letzten Jahren. Insgesamt hat das Clisabeth- haus in den 50 Jahren seines Bestehens 3 4 0 0 0 kranken Kindern die Wohltat einer Badekur vermittelt. Vorsitzender der Anstalt ist zur Zeit Pfarrer Knodt. Dem erweiterten (Landes-) Vorstand gehören u. a. an: Oberstudienrat Dr« Weimer (Gießen) als Vorsitzender des Oberhessischen Vereins für Innere Mission, der 6u* perintendent der Provinz Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner (Gießen), Wilhelm Graf zu Solms-Laubach in Kloster Arnsburg, Kaufmann Horst (Gießen). Am nächsten Sonntag findet in Erinnerung an das 50jährige Bestehen des Clisabethhauses eine schlichte 3ubit läumsfeier statt, verbunden mit eurem Dankgottesdienst in der Dankeskirche. Kreis Schotten. □ Laubach, 6. Juni. Wir meldeten kürzlich, daß die seit März 1914 schwebende ®rb« schaftsangelegenheit der Otto-Stiftung in Höhe von 11 700 Mk. an die Stadt Laubach, deren Kapital durch den italienischen Staat beschlagnahmt worden war, nunmehr ihrer endgültigen Regelung entgegengehe. Die (Stifterin, Johanna Otto, die in Florenz gestorben ist, war die Tochter des am 29. Ro- vember 1802 geborenen Leonhard Christian Friedrich Otto. Er war verheiratet mit L. Kuhn- hardt aus Gießen, wurde Advokat in dieser Stadt und später gräfl. solms-laubachifcher Kammerrat in Laubach: er baute hier die „Villa Klipstein" aus. Später verzog er auf ein Gut bei Laibach (in Krain, Jugoslawien), auf dessen evangelisch-deutschem Friedhof er nebst seiner Gattin begraben liegt. Die Otto-Stiftung wird von einer Kommission verwaltet, die aus dem Bürgermeister, drei Eemeinderatsmitgliedern, dem Ersten Pfarrer, dem Oberamtsrichter und einem Arzt bestehen soll. — Der Landwirt Georg K r e i ck e r feierte kürzlich seinen 8 0. Geburtstag. Der noch rüstige und arbeitsfähige Alt« Veteran erhielt eine besondere Ehrung durch ein Glückwunschschreiben des Reichspräsidenten mit dessen Unterschrift und Bild. Insgesamt leben zur Zeit noch vier Altveteranen in uiw ferem Städtchen. Starkenburg. WSR. Darmstadt, 6. Juni. Im laufenden Sommersemester stellt sich die Zahl der Studierenden an der Technischen Hochschule auf 2590 Studierende und 22 Hörer, die sich auf die einzelnen Abteilungen wie folgt verteilen: Architektur 250, Bauingenieure 308, Maschinenbau 703, Papier-Jngenieurwesen 82, Elektrotechnik 510, Chemie einschließlich Elektrochemie, Gerbereichemie und Pharmacie 450, Mathematik und Naturwissenschaften 197, Ratur- und Staats- Wissenschaft 405. Außerdem sind noch 139 Gäste vorhanden, so daß sich die Besucherzahl der Technischen Hochschule für das Sommersemester auf 2751 stellt, gegenüber 2551 Besucher im Vorjahr. Preußen. Kreis Wetzlar. Aus dem Kleebachtal, 6. Juni. In den Gemarkungen unserer Gegend hat man jetzt mit dem Dickwurzfehen begonnen. Im Gegensatz zum vorigen Jahre sind Sehpflanzen ausreichend vorhanden, dagegen klagen zahlreiche Landwirte über Mangel an Kohlpflanzen. In wenig erfreulicher Weise hat sich das Regenwetter in den Roggenfeldern ausgewirkt. Hier liegen ganze Flächen der zu dicht und mastig stehenden Saaten wie gewalzt am Boden. Die Haferfelder zeigen einen dichten, geschlossenen Stand, die Kartoffeln find schön und gleichmäßig aufgegangen. Die Aussichten für die scheiben quoll ein träger, dicker Qualm, der sich in den Lungen festsetzte. Irgendeiner schrie: „Der nächste Zug fährt auf uns drauf!“ Keiner überlegte sich, daß das unmöglich war. weil ja die einzelnen Strecken abgeblockt waren. Die Menschen waren wie die Irren. Die Schaffner waren machtlos. Der Rauch biß in die Augen und erschwerte das Atmen. „Ich ersticke," winselte eine Frau. Die Türen des Wagens waren hermetisch get schlossen. Man bekam sie nicht auf. Die Menschen hämmerten mit den Fäusten machtlos dagegen. Plötzlich hatte irgendeiner den Handwerkskasten erbrochen, ein Beil blitzte im Schein der Taschenlampe auf und von einer wuchtigen Hand get führt, biß sich das Eisen in die Holztür. Schlag auf Schlag folgte. Ballen splitterten, Geröll rieselte, es rutschte, glitt, knirschte. Die Menschen stiegen aus den zerbrochenen Fenstern, zerschnitten sich die Hände an den Glasscherben und krochen keuchend in den verqualmten Tunnel. Riemand wußte, in welcher Richtung er laufen sollte. Doch unwillkürlich drängten alle in der Rich« tung zurück, aus der man gekommen war. Trauben entsetzter Menschen klammerten sich aneinander und stießen sich vorwärts. In Wirklichkeit war noch keinem etwas paf« fiert, aber die Angst und vor allen Dingen der furchtbare Rauch peitschte die Menschen Dort wärts. Ellinor stand eingekeilt in einer Gruppe schrei« enber Weiber, die vor Angst winselten. Sie war wie betäubt von dem Schrecken, doch allmählich fand sie ihre Besinnung wieder. „Es ist doch gar nichts geschehen!" dachte ft« immer wieder, „nur der fürchterliche Rauch!" Eine Frau mit einem Kind auf dem Arm hatte sich an sie geklammert. „Was ist geschehen," heulte sie entsetzt, „Hilfe!“ Ellinor übersah blitzschnell die Situation. Durch die Tür des Wagens konnte sie nicht, weil sich die Menschen wie ein Knäuel davvr- ballten. Bleiben konnte man auch nicht, weil die Hitze in jedem Augenblick zunahm und der Rauch dicht wie Rebel wurde. „Fort!" dachte sie mechanisch. Die Frau mit dem Kind hielt sich an ihrem Rock fest. „Helfen Sie mir, lassen Sie mich nicht hier, ich habe noch zwei kleine Kinder zu Hause ...!" Sie hiell Ellinors Hand wie mit Gisenklam- merrt. Das Kind weinte. Ellinor kletterte durch das zerbrochene Fenster und zog die Frau nach. „Halten Sie sich ein Taschentuch vor Den Mund und dem Kind auch.“ (Fortsetzung folgt.) diesjährige Heuernte dürften Lurch Len Regen nicht mehr wesentlich besser werden. Obwohl feuchte Talwiesen einen saftigen Graswuchs zeigen, haben Wiesen in trockeneren Lagen nur einen spärlichen Grasbestand, der weit hinter dem des Vorjahres zurückblcibt. Kreis Biedenkopf. XX Rodheim a. d. Dieber, 5. 3unt Die Sängervereinigung „E i n t r ach t - Liede r k r a n z" beging am Sonntag in schöner Weise die Feier ihres 65jährigen Bestehens. Der vor dem Kriege gegründete D ü n s - berg-Sängerbund, der seine Tätigkeit wieder ausgenommen hat, hielt bei dieser Gelegenheit am Vormittag im Dendcrschen Saale ein W e r t u n g s s i n g e n ab, an dem sich die Wän- nergesangdereine aus Dieber, Crumbach, Fellingshausen, Kinzenbach. Königsberg und Rodheim beteiligten. Als Pflichtchor sang jeder Verein „Cs blies ein Jäger wohl in sein Horn", außerdem ein selbstgewähltes Lied. Zu Deginn dieser Veranstaltung begrüßte der Bundesvor- sihcnde, Hauptlehrer Eisbein (Fellingshausen), die große Schar der Teilnehmer. Die Vereine zeigten in chren Gesangsdarbietungen sämtlich gutes Können, das auf eifrige Hebung schließen ließ. Als Glanzpunkt dieses Teiles des Festes war der Massenchor „Jägerlied" unter der Leitung des Musiklehrers Leib zu betrachten. Anschließend an das Wertungssingen gab der als Kritiker amtierende Reallehrer Blaß (Gießen) in kurzen Zügen eine gerechte Betrachtung der ganzen Veranstaltung. Seine Ausführungen rächten den Sängern und ihren Dirigenten dankbar begrüßte Anregungen, die durch praktische Hebungen des Kritikers noch vertieft wurden. Der Rachmittag des Festtages war der Stif - tungsfe st feier der Sängervereinigung Vorbehalten. Hieran beteiligten sich auch die Männergesangvereine von Krofdorf und Waldgirmes, sowie die Arbeitergesangvereine von Vetzberg und Rodheim. Unter Vorantritt der Marburger Militärkapelle bewegte sich ein stattlicher Festzug mit 14 Fahnen durch den geschmückten Ort nach dem Festplahe. Rach einem Begrühungschor unter der Leitung des Dirigenten Kümmel hielt hier Wilhelm Dender die Festansprache, in welcher er den Werdegang des Jubiläumsvereins, sowie die hohe Dcdeu- tung des Männergesanges schilderte. Die heutige Sängervereinigung wurde im Jahre 1920 durch den Zusammenschluß Ler bis dahin getrennt bestehenden Vereine „Eintracht' und „Liederkranz" gebildet. Diese Verschmelzung ist beiden Organisationen und der Pflege des Männergesanges in unserem Orte sehr zum Vorteil geworden. Das Fest, an dem auch alle anderen hiesigen Vereine teilnahmen, nahm einen harmonischen und allgemein befriedigenden Verlauf. Hessische Polizeiwoche. WSR. Darmstadt, 6. Juni. Am heutigen Tage eröffnete Fabrikant Dr. Karl Merck, Darmstadt, die Polizeiwoche mit einem Vortrag über die Rauschgifte, ihren Gebrauch und ihre Fälschungen. Der Redner ging von der Tatsache aus, daß die Menschheit überall in ihrer Hingebung die in Pflanzen enthaltenen Rauschgifte gefunden und, teilweise mit oder zu kultischen Zwecken, benutzt habe. Von den über 200 bekannten Rauschgiften erscheine der größte Teil in alkaloider Form (Chinin, Kokain. Strychnin), während z. D. Kaffee, Tee usw. nicht zu dieser Gruppe gehörten. Verständlich sei, daß viele Menschen mit der Gewöhnung an die Rauschgifte in der Sucht nach diesen Mitteln und ihrer Erreichung auf alle möglichen Wege verfielen. Trotz internationaler Bekämpfung habe sich in ungeahntem Umfang ein Ausbeutertum und Fälschungswesen entwickelt, das ungeheure Summen verdiene. Der Redner ging dann auf die fabrikatorische Herstellung ein und behandelte hieraus die Folgen des Morphinismus, Kokainismus usw. Professor Dr. Strauch, Berlin, ein Spezialist auf seinem Gebiet, sprach darauf an Hand von Lichtbildern über die Frage „M o r d oder Selbstmord?" Der Redner behandelte u. a. an zahlreichen Tatbestandsaufnahmen die Merkmale, ob Mord oder Selbstmord durch Erhängen, Erdrosseln, Stich- oder Schnittwunden, Erschießen usw. vorliegt. Zum Schluß sprach Polizeidirektor Wilhelm (Ehlingen) über die Frage: „Wie sucht der niodcrne Verbrecher seine Spuren zu verwischen?" Der Redner schilderte an einer Reihe von Beispielen aus der praktischen Arbeit der Kriminalpolizei, wie der zunächst unerkannt gebliebene Täter seiner Ermittlung zu entgehen suche, wie der der Persönlichkeit nach bekannte Verbrecher sich der Ergreifung zu entziehen bemühe und wie der verdächtige Verbrecher bestrebt sei, Lie Hcbersührung zu verhindern, welche I besondere Vorsicht der Verbrecher aufwcnde, um die ihm gefährlichste Spur zu beseitigen, die» | jenige nämlich, die durch die Verwertung der Beute entsteht. Zusammenfassend bemerkte der Redner, daß die Ausgabe in erster Linie kriminalphysiologisch zu lösen sei, und er schloß mit der Mahnung, bei der Aufnahme des Tatbestandes die größte Sorgfalt auf die Auffindung der „unverwischten" Sparen zu legen, die der Täter trotz aller Vorsicht immer wieder am Tatorte zurücklasse. Düchertisch. — „DerschüchterneJunggeselle" von P. G. W o d e b o u s e. Hllstein-Verlag, Ver- lin SW 68. (189.) Ein Wirbel komischer Mißverständnisse wird um einen harmlosen, blonden, verliebten jungen Mann erregt. Auf dem Dach eines Reuyorker Wolkenkratzers treffen sich die sonderbarsten Leute. Spannend wie ein guter Film rollt sich die Handlung bis zum glücklichen Ende ab. — Mathematisch-Physikalische Bibliothek. Einführung in die darstellende Geometrie. Von Studiendirektor Dr. W. Kramer, II. Teil: Senkrechte Projektion auf zwei Tafeln. Kegelschnitte. Mit 67 Fig. im Text (IV u. 52 S.), kl. 8 (Bd. 67). Kart. 1,20 Mk. (190) — Flächenland. Eine Geschichte von den Dimensionen erzählt von einem Quadrat (Edwin A. Abbot). Aus dem Originalwerk „Flat- land". Ausgewählt und ins Deutsche übertragen von Rektor W. Dieck. Mit 10 Fig. (IV u. 49 S.) kl. 8 (Bd. 83). Kart. 1,20 Mk. Verlag von 2. G. Teubner. (191) Kunst und Wissenschaft. „Der schöne Mensch in dec neuen Kunst." Die Ausstellung „Der schöne Mensch in der neuen Kunst", die in diesem Sommer auf der Mathildenhöhe in Darmstadt gezeigt wird, erhält durch die über Erwarten starke Beschickung aller Länder ein internationales Gepräge großen Ausmaßes. Das Material ist vollzählig und durch seine Vielseitigkeit außerordentlich interessant. Auffallend ist die große Zahl der Dildhauerwerke. Lle ein Drittel aller Arbeiten ausmachen. Alle Rationen sind vertreten. Allein aus Paris sind 55 Gemälde und Plastiken cingctroffcn. 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Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben, oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch' nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 10. 3uni 1929 Anzeige zu machen. __Hessisches Amtsgericht zu Laubach. Konkursverfahren. lieber das Vermögen des Wilhelm 13ung IL, Sägewerkbesitzer in villingen, Kreis Gießen, wird heute, am 29. Mai 1929, nachmittags 5 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, da derselbe seine Zahlungen eingestellt hat und zahlungs- Sonntags sind die Badehäuser nur von 6—11V, ühr geöffnet. sesstsche Zad- und Kurverwaltung Vergleichsverfahren. Ueber das Vermögen des Händlers Hermann Rothschild in Großen-Buseck wird heute, am 4. Juni 1929, nachmittags 7 Uhr, das Vergleichsverfahren zur Ab- Wendung des Konkurses eröffnet, da der Schuldner zahlungsunfähig geworden ist. Der Geschäftsführer Hermann Kirchner in Gießen, Am Nahrungsberg 16, wird zur Vertrauensperson ernannt. Ein Gläubigerausschuß wird nicht be- L S \ Wahrscheinlich wird Sie Jhnen f \ \ \ auch sagen; Hemdhosen kauft man bei Julius Schulze Nr. 151 Drittes Blatt Sreitag, 7. Juni 1929 Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhefsen) Turnen, Sport und Spiel. Schluß der westdeutschen Fußball-Trostrunde. Kurhessen Kassel - Schwarz-Weitz Essen 2:3 (0:2). In Kassel kam am Mittwochabend das Entscheidungsspiel der Fußball-Trostrunde zwischen Kurhessen Kassel und Schwarz-Weitz Essen zum Austrag. Die Essener siegten verdient mit 3:2. nachdem sie bereits zur Pause mit 2:0 die Führung übernommen hatten. Die Kasseler holten zwar nach dem Wechsel den Dorsprung des Gegners wieder auf. jedoch schoß Kastnih für Schwarz-Weih Essen drei Minuten vor dem Abpfiff den Siegestreffer. Zur Feststellung des dritten westdeutschen Vertreters an der Deutschsen Meisterschaft spielt Schwarz-Weitz am kommenden Sonntag in Wanne gegen den Ta- bcllendritten der Meisterrunde. Fortuna Düsseldorf. Der norddeutsche Fußballmeister Hamburger Sport-Verein — Hannover 96 6:0 (1:0). Grotzen-Dusecks Schüler waren von jeher nie zu unterschätzen, da sie immer mit guten Leitungen aufwarteten. V. f. B. Am kommenden Sonntag steht die Liga- Mannschaft auf eigenem Platz den Marburger „Germanen" im fälligen Rückspiel gegenüber. Das vor kurzem in Marburg ausgetragene Vorspiel endete 3:3, ein in Anbetracht der Umstände (schlechte Plahverhältnisse und mehrfacher Ersatz) für Gießen recht gutes Rc- ultat. Die D. f. D.-Elf muh bemüht sein, vor allem ein planmähigeres und ideenreicheres Spiel vorzuführen, als vor acht Tagen. Zeder einzelne Spieler sollte es für seine Pflicht halten, unter Aufbietung aller Energie das möglichste zu -tun, um den wenig guten Eindruck wieder zu verwischen. Die Aufstellung der Mannschaft dürfte aller Voraussicht nach etwas anders lauten, als bisher. Dei dem flinken Sturm der Gäste wird die Hintermannschaft sehr auf der Hut sein müssen. „Germania" Marburg wird in der nächsten Verbandsspielsaison wieder mit V. f. D. um die Punkte zu kämpfen haben und mit zu dessen stärksten Gegnern zählen, so dah der Verlauf und Ausgang des Treffens besonders interessiert. Auch die Ligareservemannschaft beider Vereine tragen am nächsten Sonntag auf hiesigem Platz ihr Rückspiel aus. 3m Vorspiel muhte sich D. f. D. eine 1:4-Riederlagc gefallen lassen, sollte aber diesmal in der Lage sein, mit umgekehrtem Resultat zu gewinnen. Die A. H. - M a n n s ch a f t trägt ebenfalls auf eigenem Platz ein Rückspiel aus. 3hr Gegner ist eine kombinierte Mannschaft des Sportvereins Braunfels, gegen dessen Erste die V.f.B.-A.H. im Vorspiel 2:6 verlor. Die Gäste werden diesmal weniger gut abschneiden. Am nächsten Sonntag fährt die e r st e 3 u - Volkstümliche Wettkämpfe im 2. Bezirk des Gaues Hessen O.T. Das Meisterschaftstreffen am Mittwoch zwischen dem Hamburger Sport-Verein und Hannover 96 sah die Hamburger Mannschaft in kaum zu überbietender Form. Der HSV. war seinem Gegner um eine ganze Klasse überlegen und wurde in der zweiten Hälfte des Spiels immer besser. Lediglich vor der Pause, als Hal- vorden und seine Rebenläufer den Fehler machten, zu stark nach vorn zu drängen, konnte die Hannoversche Mannschaft, die ein gutes Flügelspiel mit zurückgezogener Läuferreihe lieferte, ihrem Gegner gefährlich werden. Der HSV. ist damit norddeutscher Meister. Holstein Kiel und Hannover 96 streiten sich nun noch um den zweiten Platz. Das Spiel zwischen beiden Mannschaften am kommenden Sonntag in Kiel dürfte bereits die Frage nach dem zweiten norddeutschen Vertreter an der Deutschen Meisterschaft beantworten. Handball in Gießen. Stadlmannschaft — Unioersitälsmannschaft. Am Samstag wird die Stadtmannschaft ihr erstes Wettspiel austragen. Als Gegner wurde die Universitätsmannschaft verpflichtet, die in diesem Semester über ausgezeichnete Kräfte verfügt. Die Städteelf ist auf Grund eines Auswahlspieles ausgestellt worden. Nun wird es sich zeigen, ob auch das Zusammenspiel so klappt, wie man es auf Grund der guten Einzclleistungen erhoffen darf. Boxsport. Cs ist der Doxabteilung des Männer- Turnvereins Gießen gelungen, die erprobten Boxer des Turn - und Sportvereins Butzbach für Samstag, 8.3uni. nach Gießen zu verpflichten. Bekanntlich konnten die Butzbacher ihren ersten Kampf siegreich gestalten: ebenso ging das zweite Treffen für die Gießener Mannschaft verloren. Der Verlust der beiden Wettkämpfe war wohl dem unzureichenden Training zuzuschreiben, inzwischen ist die Gießener Abteilung in ihren Leistungen gestiegen. Da aber ihre besten Boxer durch einen Unfall von der Teilnahme am diechnaligen Kampsabend Abstand nehmen müssen, wird die Abteilung gegenüber der Gastmannschaft einen schweren Stand haben. Spielvereinigung 1900 Gießen. o. Bei der Gpielvereinigung 1900 ist am kommenden Sonntag die Ligaelf des Vereins für Leibesübungen 0 3. Frankfurt a. M.-S a ch s e n h a u s e n zu Gast. 3hre Spielweise. flache und engmaschige Kombination, verbunden mit bester Ballbehandlung und blitzschnellem Frei- spielen, konnte bisher außerordentlich gut gefallen und wurde auch von anderen, hier spielenden Frankfurter Mannschaften nicht erreicht. Gegen diese systemvolle Spielweise werden auch die 1900er am kommenden Sonntag einen schweren Stand haben. Wohl genießen die Einheimischen den Vorteil des eigenen Platzes, aber es bedarf sicher genau desselben energischen Kampfgeistes, wie im Spiel gegen den Ortsrivalen D. f. D, um ehrenvoll zu bestehen. Trotzdem werden die Blauweihen wohl nicht um eine Riederlage, wenn auch nur knapp, herumkommen. Vorher treten die 2l l t e n H e r r e n der Spiel- Vereinigung 1900 erstmals in diesem 3ahre vor das Gießener Publikum, um das Rückspiel gegen die Alten Herren vom Wetzlar et 6 p ort- verein auszutragen. 3m Vorspiel siegte 1900 mit 2:0 Toren. Zu Hause rechnet man natürlich auch mit einem Sieg der Gießener, in deren. Reihen bewährte Kräfte stehen. Außerdem kommt voraussichtlich das am vorigen Sonntag ausgefallene Spiel 1 900 I I I. gegen Garbe nteich 1. zum Austrag, bet dem der Plahverein die größeren Siegeschancen hat. Die II. 3ugend empfängt Sinns I. 3ugend und die III. 3ugend Lichs I. 3ugend. Der jeweilige Spielausgang ist nicht vorauszusagen. Die Vorspiele gewannen die Gegner 2:1 bzw. 5:1. Die Ligareserve, in deren Reihen zur Zeit mehrere ehemals zur Ligamannschaft gehörende Spieler mitwirken, trägt ein Rückspi^ in Frohnhausen an der Dill aus, das noch aus den Verbandsspielen her resultiert. Begleitet wird diese Mannschaft von der 1. Schülerelf, die ebenfalls in Frohnhausen ein Rückspiel austrägt. Reben dem recht guten Gegner, den Frohnhausen abgibt, ist bei diesen Spielen aber mit den schwierigen Platzverhältnissen besonders zu rechnen. Die 1. 3ugend Mannschaft spielt in Struthütten bei Betzdorf ein Rückspiel. Vei komplettem Antreten rechnet man mit einem günstigen Abschneiden der 1900er, die ihre Leistungen stark verbessert haben, wenn auch das Vorspiel im vorigen 3ahre in Gießen unentschieden endete. . r Eine 2 Schülerelf trägt ein Pflichtruckspiel in Großen-Buseck aus, bei dem der Gastgeber die größeren SiegeLausfichten hat, denn —o— Auf dem Turn- und Spielplatz in Lützellinden wurden am vorigen Sonntag die volkstümlichen Wettkämpfe des 2. Bezirks (Gießen — Wetzlar — Gründer g) im Surngau Hessen ausgetragen. Landrat Miß von Wetzlar und Gauoberturnwart Will (Gießen) wohnten der Veranstaltung bei, zu der rund 300 Turner und Turnerinnen antraten. Unter der Leitung des langjährigen 1. Bezirksturnwartes Paul Schüler (Wetzlar), der erstmals auch die Altersturner und Frauenabteilungen zum Wettkampf im Bezirk heranzog, hatten die Kampfrichter ihre Wertungsarbeit bis zum frühen Rachmittag zur Durchführung gebracht. Eine ergreifende Minute erlebte der Ort mit seinen Gästen, als der festliche Umzug vor dem Dorfkirchlein anhielt und der 1. Dor- ihende des Drudervereins, L. Engel, unter Glockengeläute und feierlicher Musik einen Kranz am Denkmal der Gefallenen des Weltkrieges niederlegte. Die allgemeinen Freiübungen wurden durch einen Chor des Männergesangvereins Lützellinden eingeleitet, Frl. Marie Gümbel sprach in gebundener Rede einen Festgruß, und der 2. Vorsitzende Gümbel entbot den zahlreichen Gästen ein herzliches Willkommen. Uni- versitätsbureaudirektor W. Erle (Gießen) dankte als Dezirksvertreter für die gute Vorbereitung der turnerischen Arbeit und wünschte demDruder- verein zur gleichzeitigen Feier seines 25jährigen Bestehens die wachsende Unterstützung der Gemeinde. Außer den allgemeinen Freiübungen fand besonders das Gerätekürturnen der Be- zirksriege unter Leitung des 2. Bezirksturnwartes Karl Reuter (Gießen) viele Zuschauer. 3n aufmerksamer Bereitschaft war die Kolonne des Arbeiter-Samariter-Dundes von Großen-Linden an Ort und Stelle. Rachstehend geben wir einen Auszug aus der Sieger1iste, die mehrfach Ueberpunkte über die geforderte Höchstleistung hinaus aufweist. Turner (über 18 Jahre), volkstümlicher Fünfkampf in Stabhochsprung, Kugelstoßen, Weitsprung, 100-Meter-Laufen und eine Freiübung: Höchstleistung 100 Punkte, Mindestleistung 50 Punkte. 50 Teilnehmer, 34 Sieger. Ehrensieger: Fritz Weitershaus, Tv. Gro- Hen-Linden, 100 P., und Fritz Berg Häuser, Tv. Wehlar-Riedergirmes, 92 P.: 1. Sieg: Aug. Best, Tv. Wetzlar, 91 P.: 2. Albert Würtz, Tv. Krosdorf. 83-P.: 3. Walter Loh, Akad. Tv. Rhein- sranken Gießen, und Karl Rühl, Tv. Großen- Buseck 78 P.: 4. Karl Keßler, Tv. Großen- Linden, 75 P.: 5. Wilhelm Weih, Tv. 1846 Gießen und Albert Leun, Tv. Großen-Linden, 74 P.: 7. Ludwig Malkomesius und Arthur Kreiling, Mtv. Gießen, 69 P.: 8. Ernst Stern, Tv. Großen- Linden, 68 P.: 9. Karl Würtz, Tv. Krofdorf, 67 P; 10. Hermann Weber, Tv. Hochelheim, 66 P.: 11. Franz Müller, Tv. 1846 Gießen, und August Becker, Tv. Großen-Linden, 64 P.: 13. Willi liier, Tv. 1846 Gießen, Ludwig Wilhelm Rinn, Tv. Heuchelheim, Richard Wagner, Tv. Aliendorf a. d. Lahn, Wilhelm Hahn, Tv. Großen-Buseck, Karl Leinweber, Tv. Treis a. d. Lda., 62 P.: 14. Albert Heep, Tv. Allendorf a. d. Lahn, 60 P.: 15. Heinrich Schaaf, Tv. Treis a. d. Lda., 59 P.: 17. Richard Seth, Tv. Großen-Linden, und Heinrich Adolph, Tv. Klein-Linden, 57 P.: 19. Wilhelm Weller, Tv. Heuchelheim, 51 P.: 20. Wilhelm Kehr, Tv. Treis a. d. Lda., 50 P. 3ugcn6turncrsOberftufe (17 und 18 3ahre), volkstümlicher Fünfkampf wie oben, abgestuft: Höchstleistung 100 P., Mindestleistung 50 P.,- 37 Teilnehmer, 34 Sieger. 1. Sieg Heinz Rotherme l, Mtv. Gießen, 108 P.: 2. Albert Reeh, Tv. Krofdorf, 102 P.: 3. Emst Stengel. Tv. Großen-Linden, 101 P.: 4. Otto Lindenstruth, Mtv. Gießen, 98 P.: 5. Werner Loh, Mtv. Gießen. 92 P.: 6. Karl Zörb. Tv. Dornholzhausen, 90 P.: 7. Karl Seipp, Tv. Großen-Linden, 87 P.: 8. Karl 3ung, Tv. Großen-Linden: Adolf Leib, Tv. Krofdorf und Albert Glaum, Tv. Hörnsheim, 85 P.: 9. Erich Volk, Tv. Großen- Linden, und Heinrich 3ung, Tv. Lützellinden, 84 P.: 10. Wilhelm Straub. Tv. 1846 Gießen, 81 P.: 11. Walter Schimmel, Tv. Heuchelheim, und Ernst Pausch, Tv. Krofdorf. 78 P.: 12. Karl Loh. Tv. Dornholzhausen, 77 P.: 13. Wilhelm Müller, Tv. Klein-Linden, 75 P.: 15. Heinrich Marten. Tv. Klein-Linden, und Wilhelm Strack. Tv. Rauborn, 72 P.: 16. Wilhelm Menges, Tv. Lich, 70 P.: 17. Ernst Luh, Tv. Allendorf a. d. Lahn, 67 P.: 18. Karl Steuernagel. Tv. Lich, 64 P.: 19. Alfred Gümbel, Tv. Hörnsheim, 64 P.: 20. Rudolf 3ung II.. Tv. Klein-Linden. 59 P.: 21. Alfred Ulm, Tv. Allendorf a. d. Lahn, Wilh. und Friedrich Weber, Tv. Dutenhofen, 58 P.: 22. Rudolf 3ung I., Tv. Klein-Linden. 56 P.: 23. August Schäfer, Tv. Dutenhofen, 53 P. Zugendturner-Anlerstufe (15 und 16 3ahre), Fünfkampf wie oben, abgestuft: Höchstleistung 100 P., Mindestleistung 50 P., 75 Teilnehmer» 57 Sieger. 1. Sieg Werner Langenohl, Tv. Heuchelheim, 131 P.: 2. Otto Kern, Tv. 1846 Gießen, 110 P.: 3. Karl Hahn, Tv. Großen- Buseck, 105 P.: 4. Emil Hohmann, Tv. Laubach, 100 P.: 6. Karl Kley, Mtv. Gießen, 95 P.: 7. Rudolf Ufer, Tv. Klein-Linden, 94 P.: 8. Heinrich Vogt, Tv. Hochelheim, und Wilhelm Diehl, Tv. Laubach, 91 P.: 9. Heinrich Seipp, Tv. Großen-Buseck, 90 P.: 10. Hans Vogt, Tv. 1846 Gießen, und Karl Heinz Krausch, Männerturn- verein Gießen, 87 P., 11. Heinrich Rinn, Turnverein Heuchelheim, 86 P.: 12. Walter Schwarz, Turnverein Hörnsheim, Karl Wichmann, Turnverein Hochelheim, Willi Leidner, Tv. Laubach, 84 P.: 13. Karl Weber, Tv. Heuchelheim, 83 P.; 14. Ernst Eckhardt, Mtv. Gießen, 81 P.: 15. Rudolf Schmidt, Tv. Hörnsheim, 80 P.: 16. Max Hardt, Tv. 1846 Gießen, 79 P.: 17. Erwin Reuschling, Tv. Heuchelheim, 77 P.: 20. Ludwig Ulm, Tv. Allendorf a. d. Lahn, und Wilhelm Weber, Tv. Dutenhofen, 74 P.: 22. Hermann Rau, Tv. Lich. 72 P.: 23. Karl Habicht, Tv. 1846 Gießen, 71 P.: 24. Erich Tetzner und Karl Schöndorf, Tv. 1846 Gießen, 70 P.: 25. Willi Hauke, Tv. 1846 Gießen, 69 P.: 26. Friedrich Drück, Tv. 1846 Gießen, 68 P.: 27. Ludwig Herbert, Tv. 1846 Gießen, 67 P.: 28. Karl Braun, Tv. Hochelheim, 66 P.: 29. Robert Weller, Tv. Klein-Linden, 64 P.: 30. Otto Gober, Tv. Heuchelheim, 63 P.: 31. Albert Wagner, Tv. Allendorf a. d. Lahn, 62 P.: 32. Wilhelm Findt, Tv. Lich, 61 P.: 34. Wilhelm Stark, Tv. Lich, Heinrich Binz, Tv. Allendorf a. d. Lahn, Richard Mack, Tv. Hochelheim, 57 P.: 35. Walter Hock, Tv. 1846 Gießen, 54 P.: 36. kArthuv Gümbel, Tv. Lützellinden, 53 P.: 37. Willi Schmidt, Tv. Krofdorf, 50 P. Schüler (12 bis 14 Jahre), Fünfkampf wie oben, abgestuft: Höchstleistung 100 P.: Mindestleistung 50 Punkte. 78 Teilnehmer, 65 Sieger. 1. Sieg: Adolf Schlicht, Tv. Wetzlar-Riedergirmes, 107 P.: 2. Kurt Strack, Mtv. Gießen, 103 P.: 3. Willi Ellermeier, Tv. 1846 Gießen, 102 P.: 4. Karl Müller und Ernst Weeg, Tv. 1846 Gießen, 100 P.: 5. Kurt Faber, Tv. Großen-Linden, und Heinrich Rickel, Tv. Treis a. d. Lda., 99 P. , 6. Willi 3ung, Tv. Klein-Linden, 94 P.: 7. Arthur Kehr, Tv. Heuchelheim, 93 P.: 10. Walter Henkel, Tv. Krofdorf, und Karl Klaum, Tv. Großen-Linden, 89 P. Turnerinnen (über 17 Jahre), volkstümlicher Vierkampf in Kugelstoßen, Hoch- und Weitsprung, 75-Meter-Laufen: Höchstleistung 80 P., Mindestleistung 40 P.: 16 Teilnehmerinnen, 15 Siege. — 1. Sieg Else Dickeihaupt, Mtv. Gießen, 88 P.: 2. 3del Hauck, Tv. 1846 Gießen, 66 P.: 3. Wilhelmine Walz, Tv. Lich, 65 P.. 4. Hildegard Pappe, Tv. Lich, 64 P.: 5. Martha Seiserth, Mtv. Gießen, 62 P.: 6. Käthe Barth, Tv. Heuchelheim, 60 P.: 7. Elfriede Münnich, Tv. 1846 Gießen, 59 P.: 8. Charlotte Mohr und Käthe Preiß, Tv. 1846 Gießen, 57 P., 9. Emmi Münnich, Tv. 1846 Gießen, 56 P.: 10. Emilie Reuschling, Tv. Heuchelheim, 51 P.: 11 Marie Sack, Tv. Heuchelheim. 50 P.: 12. Gretel Keller, Tv. Lich, 49 P.: 13. Erna Bramm, Mtv. Gießen, und Gerda Kaiser. Tv. Lich, 48 P. Iugend-Tuxnerinnen (unter 17 Jahren), volkstümlicher Vierkampf wie oben, abgestuft, 35 Teilnehmerinnen, 28 Siege. — 1. Sieg Mathilde Koch, Tv. 1846 Gießen. 84 P.: 2. Ria Philipp, Tv. 1846 Gießen, 81 P.: 3. Hilde Süßkind, Tv. Krofdorf, 75 P.: 4. Erika Röhmig, Mtv. Gießen, 73 P.: 5. Toni Hardt, Mtv. Gießen, 72 P.: 6. Gertrud Zimmer und Johanna Kaiser, Tv. Lich, 69 P.: 7. Hilda Schmidt, Tv. Krofdorf, 67 P.: 8. Anneliese Heß, Mtv. Gießen, 66 P.: 9. Mary Cisenbrandt, Tv. 1846 Gießen, 65 P.: 10. Kunigunde Bellos, Tv. Lich, und Klara Amend, Tv. Krofdorf, 61 P.: 11. Marie Hahn, Mtv. Gießen, 53 P.. 12. Martha Becker, Tv. 1846 Gießen, 57 P.: 13. Liefet Hofmann, Mtv. Gießen, und Linni Schultheis, Tv. Großen- Linden, 56 P.: 14. Herta Wilhelm, Mtv. Gießen, 54 P.: 15. Liefet Wagner, Mtv. Gießen, 52 P.: 16. Henny Obmann, Mtv. Gießen, 51 P.: 17. Käti Körner, Mtv. Gießen, 50 P.: 18. Katharine Harbach, Tv. Treis a. d. Lda., 49 P.: 19. Anna Weinandt, Tv. Großen-Linden, und Katharine Mayer, Tv. Treis a. d. Lda., 48 P.: 20. Doris Speck, Tv. Großen-Linden, 46 P.: 21. Christine Schmidt, Mtv. Gießen, und Gretel Otto, Tv. Großen-Linden, 45 P.: 22. Else Beinhorn, Tv. Großen-Linden, 44 P.: 23. Lilli Dem, Tv. Gro- hen-Linden, 41 P. Altersturner (über 35 Jahre), volkstümlicher Dierkampf in Kugelstoßen, Weit- sprung, 75-Meter-Laufen und eine Freiübung: Höchstleistung 80 Punkte: Mindestleistung 40 P. 8 Teilnehmer, 6 Sieger. 1. Sieg: Paul Müller, Tv. Wetzlar, 73 P.: 2. Karl Grimmel, Tv. Großen-Linden, 71 P.: 3. Otto Hofmann, Tv. Großen-Linden, 65 P.: 4. Adolf Rinn, Tv. Krofdorf, und Heinrich Kämpfer, Tv. Wehlar- Riedergirmes, 60 P.: 5. Franz Müller, Tv. Wehlar-Riedergirmes, 56 P. g e n d stark ersatzgeschwächt nach Wetter und wird dort um eine Riederlage kaum herumkom- men, da ihr Gegner als sehr spielstark bekannt ist. Die zweite Jugend empfängt Burgs e r st e zum Rückspiel. Das Vorspielresultat lautete 3:2 für V.f.D. _ , _. Von der Zugendabteilung sind noch Die Spiele vom vergangenen Sonntag nachzutragen. Während die zweite Zugendmannschaft gegen die erste Riddas knapp mit 0:1 verlor, konnte die feit längerer Zeit zum ersten Male wieder auf den Plan tretende zweite Schülerelf gegen die Niddaer Schüler mit 1:0 gewinnen. Die erste Schülermannschaft führte gegen die gleiche von Rie- der-Girmes ein glänzendes Spiet vor und gewann sicher mit 4:0. Fußball in Großen Buseck. Spielvgg. 1900 1. Schütermannschast löst am nächsten Sonntag eine Rückspielverpslichtung gegen die Schüteretf des F.C. 1926 Großen-Buseck ein, während die erste Zugendelf der Spielvgg. 1926 Lechgestem gegen Grohen-Busecks Zagend ein rückständiges Pflichtspiet zum Austrag bringen wird. Die F. C. erste Mannschaft gastiert in Heuchelheim gegen Den Liganeuling Sportverein 1920 Heuchelheim, sie dürfte bei gutem Zusammenarbeiten und bei einheitlichem Spielsystem einen offenen Kampf bestreiten. 5. Bezirk Turngau Hessen O.T. = Der 5. Bezirk im Turngau Hessen hält am nächsten Sonntag sein volkstümliches Bezirksturnen in Rieder-Mörlen ab. Zn Verbindung mit dem Bezirksfest begeht der Turnverein Rieder-Mörlen, einer der rührigsten Landvereine des Gaues, die Feier seines 25jährigen Bestehens. Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900. ö. E i n eifriger, wenn auch erst in den letzten Jahren hervorgetretener Förderer der Leichtathletik im Lahnkreis ist der Weilburger Fußballverein 1919. Er bringt am kommenden Sonntag eine leichtathletische Veranstaltung heraus, die — wie im Vorjahre — eine gute Besetzung erhalten wird. Die Spielvereinigung 1900 wird etwa zwanzig Mann dazu entsenden. Da einige gute Kräfte nicht mit von Der Partie fein werden, müssen die 1900er alles daransehen, um gegen die erste Klasse darstellende west- und süddeutsche Konkurrenz (Siegen, Frankfurt usw.) mit Erfolg zu bestehen. Für die Teilnehmer aus Hessen-Hannover gewinnt die Weilburger Veranstaltung dadurch eine besondere Bedeutung, daß sie noch einmal Gelegenheit gibt, die Waffen für die am 16. 3uni in Kassel stattfindenden Bezirksmeisterschaften zu schärfen. B.f.D. Leichtathletik. Wie im Vorjahre, entsendet der V.f.B. auch in diesem 3ahre zu den nationalen Wettkämpfen Des F.V. Weilburg einige Leichtathleten, muß Dabei aber auf seinen bekannten Werfer Mohl, Der Dienstlich verhindert ist, verzichten. Mohl hat beim Training in letzter Zeit mehrfach Die 14- Meter-Grenze annähernd erreicht und hätte sich in Weilburg bestimmt durchgeseht. Steines und 3akob werden sich am Hoch- und Weitsprung beteiligen. R. Fischer, ©ettmann, Siebeis und Stang haben für 100 Meter gemeldet. Der bisher durch Krankheit im Training etwas behinderte Müller hofft trotzdem auf ein gutes Ab- schneiden im 1500-Meter-Lauf. Sehr viel Aussicht auf Erfolg sollten die V.f.B.er in Anbetracht der starken Konkurrenz nicht haben. Gießener Tennisklub 1922. Die dritte Runde der Medenspiele führt den Gießener Klub nach seinem Siege über Kassel am nächsten Sonntag in Wiesbaden gegen den Dortigen 1. Hockey- und Tennisclub. Die Auslosung war leider, wie im Vorjahre, auch diesmal für Gießen besonders ungünstig, und der Zufall wollte es, daß Gießen, wie in der vorjährigen Saison, die Waffen abermals mit Wiesbaden zu kreuzen hat. Der Ausgang der Begegnung kann kaum zweifelhaft sein, besitzt Wiesbaden doch die stärkste Vereinsmannschaft des ganzen Bezirks und Den Vorteil, daß das Wettspiel auf seinen eigenen Plätzen ausgetragen wird. Ziel für die Gießener, auch am nächsten Sonntag nicht komplette Mannschaft also — ehrenvolles Bestehen! Arbeiter-Turn- und Sportbund. Am kommenden Sonntag werden Heuchel- heim und Lollar in Heuchelheim ihre Kräfte messen. Vorausgesetzt, daß beide Mannschaften lom- plctt antreten, dürfte ein Spiel zu erwarten sein, dessen Ausgang offen zu lassen ist. In Wieseck werden sich Naunheim und W i e f e rf ein Spiel liefern, Das ausschlaggebend für die Führung Der Tabellenspitze ist. Wieseck wird sich wohl anftrengen müssen, wenn es nicht unterliegen will. In Der zweiten Klasse hat N o d h e i m auf eigenem Platze !8 c i l ft e i n zum Gegner, und wird wohl Sieger bleiben. In Wieseck treffen Wieseck II und Watzenborn! zusammen. Auch hier werden die Einheimischen Sieger bleiben. Gießen II geht nach Kinzenbach und wird die Punkte Dem Platzbesitzer überlassen müssen. Klein-Linden geht nach Steinbach und wird Sieg und Punkte mit nach Hause nehmen. Odenhausen und Grünberg werden sich in Odenhausen ein gleichwertiges Spiel liefern, dessen Ausgang offen zu lassen ist. Hachborn wird in H u n g e n zu Gast fein und die Punkte den Einheimischen lassen müssen. Daudringen und Staufenberg werden sich in Daubringen ein scharfes Spiel liefern, dessen Ausgang ungewiß ist. Treis wird in Oppenrod auf einen starken Gegner stoßen, der sich Sieg und Punkte wohl nicht nehmen lassen wird. In der I u g e n d k l a s s e treffen sich Naunheim— Klein-Linden in Naunheim, Großen-Linden—Treis in Großen-Linden, Wißmar—Gießen in Wißmar. Oie Frankfurter Juni-Hennen. Auch der Annahmetermin für den 13. und 16. Juni ist ein voller Erfolg für den Veranstalter geworden. Allenthalben sind die Nennen sehr gut besetzt und auch in Den Ausgleichen sind fast all- u « CB B ?■ U O Q - N- ■ = 85 L-° S ® ■ 3 - o » ‘ •w ,. t®. L-sLz e sc- £ E = S^goi 8 c -5 e ; «-3(j ba°c E-eZb £ = s ° - ** N , 8'S HZ gl*' M . ' a j«: s ' "c £ .2 tÄ- Ss«c £•3 «•> K L 2 ^ >. ■c 2 u c N e Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse 2,75 2,05 17,65 123 123,5 Banknoten 170,75 Sie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. 9,13 9,13 22,9 20,25 116,5 128,75 189,5 279,25 169 157,5 164,75 185 225,25 190 V/i . 8 . 8 io . 8 io 10 12 11 12 10 10 10 . e . e 12 123,9 197 157,75 116,5 129,13 134 227,5 189,5 279,13 169,25 157,25 165 185,5 155 115,5 129 , 134 226,5 189,75 279 171,5 158 164,75 22,75 20,2 21 2 9,3 9,5 9,25 2,6 1,9 22,6 ülllfl. Deutsche Eilenbahn . Hamburg-Amerika Paket . Hamb.-Sübam. Dampssch. » Dampfschiff.... eutscher Lloyd . . . Allg. Deutsche Creditanst. . Barmer Bankverein . . . Berliner HandelSgesellsch. . Commerz- und Privat-Bauk £ arm ft u. Nattonalbank . Deullche Bank..... TiSkonto-Gesellschaft Aut.. Dresdner Bank..... Mitteldeutsche Creditbanl. Dlctallbant ...... «cichSbank . 4% Schweiz. BundeSb.-Anl.. . - 4% Oeslerrrlchischc Goldrte.. . - 4,20% Gelten. Silberne 4% Oesterreich, einheitl. Rte. . . 4% Ungarische Goldrle 4% Ungarhche StaalSr. V. 1910 . 4%% deSgl. von 1918..... 4% Ungarische Kronenrte 4% Türk. Hollanleihe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl-, Serie 1 4% desgl. Serie II 4% Rumänen convert. Rte. . . . 4%% Rumänen Doldanl. von 1913 Berlin, 6- Juni Französische Holen..... Holländische Noren Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterr-, L100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten . Schweizer Noten . Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . • Ungarische Stolen Devisenmarkt Berlin-. __________ Telegraphische Auszahlung. Frankfurts. M. Berlin Schluß. Kurs >-Uhr- Kurs Schluß- Kuri Ansang- KurÄ Datum 6-6. 7.6. 6 6. 7 6. 6% Dt. Reichsanlethe 0.192? . . Dt. Anl^Ablös.-Schuld mll 8hiS- 87,3 — 87,5 — los.-Rechten......... 51,5 51,4 51,4 51,25 DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . 7% Franks. Hyp.-Bk. Goldps. un- 11,55 11,8 11,5 kündbar bis 1932....... 4V*% Rheinische Hyp^Bank Liqu.. 87 — — — Goldps............ A.E.G. aba. BorkriegS-Obligation., rückzahlbar 1932 ....... 79,4 — — — 87 — — — Geld Brief 16,345 16,405 167,88 168,56 21,95 22 „03 111,39 111,82 58,78 55,02 2,51 2,53 111,75 112,19 80,57 80,89 58,13 58,77 12,39 12,45 73,15 73,15 Frankfurt a. M. Franksurt a.M. Berlin Schluß» Kure l-Uhr. Kurs Schluß. Kurs Ansang Kurs Datum 6.6. 7.6. 6.6. 76. Philipp Holzmann . . . e • . 116 — 115 114 Heidelberger Cement. e ■ • 10 139 139 — — Gement Karlstadt . . e e • . 8 — — — — Sßat)& & Freitag . . . 10 116,5 — 118 — Schultheis Pahenhoser * - 15 — — 324,5 324,75 Ostwerke...... 12 - — —— 260,75 259,5 vcr. Glanzstoss . . . 18 457 — 456 462 Bemberg...... 14 — — 360,75 — Zellstoss Waldhos . . Zellsto s Aichassenbura • e 12 256,5 255.75 257 256 • • . 12 — 197,5 — 199,5 Charlottenburger Master • e ■ l — 117,5 117 — — 216,25 215,75 Daimler Motoren . . . 0 60 59 60,75 59,75 Deutsche Maschinen-nabrik . . 0 —— — 51,25 51,75 Adlerwerke Kleoer . . • • • . 6 55,5 — 55 Ludw.Loewe .... 10 — — 212 _ Rat. Automobil . . . e e e . 0 — — 28,9 28,9 Orenstein & Koppel • e e e . 5 — — 97 94,5 Leonhard Tieh . . • e e e . 6 — — 295 293 Bamag-Meguin . . . e e e . 0 — — — — Franks. Maschinen . . • # e . 6 54 — 55,5 — Gritzner...... 11 74 — 72 — Hcyligenstaedk . . . e e a . 0 — —— — —— IunghanS...... • e e . 4 76 74 78,25 — Lechwerke. . . . • . Mainkrasiwerke • • • e e e . 8 108,75 —— — — e e e . 8 107,5 — — — Miag........ 10 124 _ 124,75 124,25 Nelarsulmer . . . . . 8 — — PeterS Union . . . . e e e . 8 128 — 127,5 — Gebr. Roeder .... 10 116 - _ Boigt 4 Haeffner . . . 8 213 — 213 — Eüdd. Zucker .... . 8 149,9 150,5 150 — Frankfurt a. M, Berlin Schluß. Kurs 1 Uh» Kurs Schluß. Kurs Anfang. Kurs Datum 6.6. 7-6- 6.6. 7.6. 12U5.1»............8 Bergmann..... . . . 9 Elektr. Lieferungen..... 10 Licht und Kraft ...... 10 Felten 4 Guilleaume..... 6 Ges. f. Elektr. Untern.. ... 10 Hamb. Elektr. Werk« .... 10 Rhein. Elektr. ........ 9 Schief. Elektr........10 Siemens 4 HalLke.....12 TranSradio ......... 8 Buderus...... 5 Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Steinkohle......8 Gelsenkirchener ... f. y« 3- 4 Harpener. . • 6 Hoesch Eisen. ....... .8 Ilse Bergbau ....... 8 Klöcknerwerke ........ 7 Köln-Neuessen. ......v Mannesmann........ 8 Mansselder.........7 Oberschlei. Eisenb. Bedarf. . . d Lberschles. KokSwerke.....6 Phönix Bergbau......6% Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinllahl . . . f.'/.Iohr4y, Riebeck Montan......7,2 Bereinigte Stahlw. . .... 6 Otavt Minen.......8 sh Kali Aschersleben ..... io Kaliwerk Salzdetfurth . . . 1b I ®- Farben.Industrto ... 12 Dynamit Nobel.......6 Scheideanstalt ...... .9 Goldschmidt ........5 RütgerSwerke 6 Metallgesellschaft. • • . . . 11 193,5 220 167 224,5 146 230,25 247,75 402 173,5 76 114,9 136,5 146 222 132 93,75 298 128 100,5 248 254 414 260,5 88 95,75 131 193 164,5 248,5 405 75,25 114,75 107 120,5 131,75 93,9 127,25 71,6 247 253 412 259 168,75 96 193,5 221,25 167 224 146 230,5 146 166,5 197,5 248,5 402,5 147,5 172 75,5 116,25 129,5 136,5 146 128,5 223,5 108,25 125,75 120,65 132,5 89 113,13 93,4 297 128,25 100 71,25 248 254 411 260 121,5 87,65 95,25 131 193,5 221 164 224 139,25 230 143,5 165,25 197,5 250 405,25 74,5 115,75 130 137 147 127 221 107,5 125,75 121,25 132,5 88,75 112 94 298,5 127,5 100,5 71,60 248,5 255 411 260 86,5 96 6. Juni 7. Juni Amtliche Notierung Amtliche Notierung (Selb Brie» Geld Brief Amst.-Nott. 168,22 168,56 168,13 168,47 - Bucn-.AireS 1,754 1,756 1,755 1,759 Brss.-Antw- 58,17 58,29 53,175 58,295 Christiania 111,62 111,59 111,84 111,61 111,83 Kopenhagen 111,81 111,61 111,83 Stockholm . 112,02 112,24 112,00 112,22 HelnngforS. Italien. . . 10,525 21,92 10,545 21,96 10,525 21,93 10,545 21,97 London. . . 20,316 200356 20,314 20,354 Neupork . . 4,1895 4,1975 4,189 4,197 Paris.... 16,38 16,42 16,375 16,415 Schwei; . . 80,64 80,80 80,675 80,785 Spanien. . 58,29 58,41 59,19 59,11 Japan . . . >Hio de Ian 1,832 1,836 1,840 1,844 0,496 0,498 0,4965 0,4985 Wien in D-- Öest. abgeft 53,85 58,97 58,855 58,975 Prag . . . . Beltrad . . 12,404 12,424 12,408 12,428 7,361 7,375 7,363 7,377 Budapest. . 73,02 73,16 73,01 73,15 Bulgarien. 3,032 3,038 3,027 3,033 Lissabon . . 18.78 18,82 18,73 18,77 Danzig. . . 81,21 81,37 81,19 81,35 Konstantin- 2,003 2,007 2,013 2,017 Athen. . . 5,435 5,445 20,835 20,875 Canada . . 4,154 4,162 4,156 4,164 Uruguay. . 4,066 9,074 4,046 4,054 Cairo - - - 20,835 20,875 20,84 20,88 Berlin, 6. Juni Geld Brief Amerikanische Not« ..... Belgische Noten........ Demifche Noten........ Englische Roten....»».. 4,171 58,07 111,40 20,288 4,191 58,31 111,84 20,368 Pferde stehen geblieben. Gleich dem ersten Tage findet sich auch hier je eine bessere Prüfung auf der Flachen, wie über Hindernisse vor. Außerdem bringt der letzte Tag ein Verlosungsrennen, dessen Sieger auf die Nummern der Eintrittskarten aller Plätze unter das Publikum verlost wird; jedoch hat der Gewinner die Wahl zwischen Pferd oder 1500 Mark bar. Der Regen der letzten Tage hat dem Geläuf sehr gut getan, so daß es sich in einem Idealzustand befindet. Wirtschaft. • Die amtliche Großhandelsindex- ziffer für Mai. Die für den Monatsdurchschnitt Mai berechnete Grobhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist mit 135,5 gegenüber dem Vormonat (137,1) um 1L v. H. gesunken. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 1,9 v. H. auf 125,8 (128,2) und die Indexziffer für Kolonialwaren um 1,2 v. H. auf 125,0 (126,5) zurückgegangen. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren lag mit 131,3 (133,1) um 1,4 v. H. niedriger als im Vormonat, wahrend diejenige für industrielle Fertigwaren um 0,2 v. H. auf 157,5 (157,8) nachgegeben hat. • WaißL Freytag QL»®., Frankfurt a. Main. In der gestrigen G.-D. wurden die Regularien einstimmig genehmigt. Danach gelangen für das verflossene Geschäftsjahr 8 Proz. (L D. 10 Proz.) zur Verteilung. * Tellus QL»®, für Bergbau und Hüttenindustrie, Frankfurt a.M. Der Aufsichtsrat beschloß der am 1. Juli stattfindenden G.-V. aus einem Reingewinn von 271 650 Mark die Verteilung einer Dividende von wieder 8 Prozent vorzuschlagen. Der Geschäftsgang im laufenden Jahr wird als befriedigend bezeichnet. Frankfurter Börse. Frankfurt, 7.Juni. Auch au Beginn der heutigen Börse machte sich wieder Realisationsbedürfnis geltens, und es traten zumeist neue Rückgänge ein. Die Stimmung war gedrückt, da auch Auslandorders kaum vorlagen. Auch die Beteiligung der Privatkundschaft hatte wieder nachgelassen. Die Spekulation schritt zu Glattstellungen, doch nahmen diese kaum größeres Ausmaß an. Es ergaben sich daher gegenüber der gestrigen Abendbörse nur kleine Abschläge. Das Geschäft war ziemlich gering und beschränkte sich nur auf vereinzelte Werte, in denen sich noch einiges Auslandinteresse bemerkbar gemacht hatte. Die G e l d - morkterleichterung machte weitere Fortschritte, doch wurde das nur wenig beachtet. Am Elektromarkt bestand für Chadeaktien mit plus vier Mark regere Nachfrage. Der gestrige Geschäftsbericht und die glänzenden Aussichten für die nächste Zeit boten hier eine große Anregung. Aber auch Siemens waren gesucht bei einem Gewinn von 3 v. H. Hier stimulierten größere Prämienkäufe. Schlickert plus 3 v. H. AEG. und Elektrische Lieferungen bis zu 2 o. H. niedriger. Am Chemiemarkt gaben Farben bei kleinen Umsätzen 1 v. H. nach. , Montanwerte waren nur wenig- verändert. Kaliaktien bis 1 v.H. schwächer. Für Banken bestand einiges Interesse. Reichsbank, Dresdner Bank, Deutsche und Commerzbank konnten bis 3 v.H. anziehen. Im übrigen war wesentliches nicht zu verzeichnen. Renten still, meist leicht nachgebend. Auch im Verlaufe, blieb das Geschäft äußerst gering. Es traten zumeist weitere Rückgänge bis zu 1 v. H. ein. Nur für AEG., die leicht gebessert waren, bestand einige Nachfrage. Glanzstoffwerte hatten eine Sonderbewegung aufzuweisen, der Kurs zog 9 o. H. an, gab aber später wieder 4 v. H. nach. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 v.H. unverändert. Am De- .Visenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1930, gegen Pfund 20,332, London gegen Kabel 4,8492, gegen Paris 124,04, gegen Mailand 92,68, gegen Madrid 34,43, gegen Holland 12,08. Berliner Börse. Berlin, 7. Juni. An der Vorbörse konnte man bei besonderem Interesse für Siemens, Reichsbank und Farben durchweg um mehrere Prozent höhere Kurse hören, die sich aber zu Beginn des offiziellen Verkehrs nicht behaupten konnten. Das Geschäft war sehr ruhig, und da anregende Momente nicht Vorlagen, schritt die Spekulativ n zu n e u en G l a t t st e l l u n g e n. Es waren auch Verkäufe aus der Provinz zu beobachten. Das Ausland fehlte heute fast ganz; nur in Reichsbank glaubte man weitere Käufe aus Amerika zu beobachten. Das Kursniveau war sehr uneinheitlich. Die Veränderungen nach beiden Seiten betrugen 1 bis 3 v. H., wobei allerdings die Abschwächungen überwogen. Etwas fester lagen nur Banken, von denen Deutsche Bank, Reichsbank und Commerzbank besonders gefragt waren. Glanzstoffwerte konnten einen Gewinn bis zu 6 v. H. aufweifen, während die Werte, die in letzter Zeit im Vordergründe des Interesses standen, wie Junghans, Polyphon, Deutsche Atlanten und Elektrische Lieferungen 3 bis 5 o. H. verloren. Siemens hatten etwas lebhafteres Geschäft aufzuweisen, bei einer 3prozentigen Kursbesserung. Auch Chadeaktien lagen auf den Geschäftsbericht über 3 Mark fester. Deutsche Anleihen etwas niedriger. Von Ausländern holten Anatolier ihren gestrigen Verlust wieder ein. Am Geldmarkt hielt die Erleichterung an. Tagesgeld mit6,5bis9v.H. erhältlich. Monotsgeld stellte sich auf 9,5 bis 11 v. H. Der Pfandbriefmarkt war ruhig und nicht einheit- lich. Nach den ersten Kursen wurde es durchweg 1 v. H., vereinzelt 2 o. H. schwächer, doch konnte sich später wieder eine Erholung durchsetzen, so daß die ersten Kurse meist wieder erreicht wurden. Dresdner Bank und Reichsbank etwa 1,5 v. H. fester. Gegen 12.45 Uhr wurde es auf erneute Glattstellungen der Spekulation wieder etwas schwächer. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 7. Juni. Der Produktenmarkt verkehrte heute zum Wochenschluß auf die wieder etwas höheren Qluslandmeldungen in ruhiger und gehaltener Stimmung. Da das In- landangebot wieder äußerst gering ist, kamen kaum Lckmsätze zustande, so daß die Preise sich nur gut behaupten konnten. Es wurden notiert: Weizen 22,25 bis 22,50; Roggen 21,50 bis 21,75; Sommergerste für Brauzwecke 23; inl. Hafer 22,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 20 bis 20,25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 32,25 bis 32,75; Roggenmehl 27,50 bis 28,50; Weizenkleie 11,25; Roggenkleie 12 Mk. Tendenz, ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 6. Juni. Rach der kräftigen Haussebewegung an den überseeischen Getreidemärkten blieb die Qteaftion nicht aus, und auch hier zeigte sich eine Qtbschwächung, obgleich das inländische Qlngebot von Brotgetreide nach wie vor nur sehr gering ist. Die Lieferungspreise waren um 4 bis 5 Mark rückgängig, und für das nur spärlich vorhandene Qlngebot für Effektivware nannte man in ähnlichem Qlusmah ermäßigte Preise. Das Mehlgeschäft ist wieder sehr still geworden. Die Mühlen halten zwar vorerst ihre Forderungen aufrecht, zeigen sich aber eher zu Konzessionen geneigt. Hafer in guten und mittleren Qualitäten angeboten und im Preise gut gehalten. Lieferung dagegen ebenso wie Brotgetreide beträchtlich abgeschwächt. Gerste ruhig. Es notierten für je 1000 kg: Weizen, märt, 212 bis 213, Juli 226 bis 223,50, Sept. 235 bis 232,50; Roggen, märt, 185 bis 187, Juli 203 bis 204 bis 203, Sept 212—210 (Lieferung flau); Futtergerste 178 bis 182; Hafer, märt., 180 bis 190 (stetig), Juli 192 ((flau), Sept. 195 (flau); für je 100 kg: Weizenmehl 24 bis 28,50 (still); Roggenmehl 25,50 bis 27,50 (ruhig); Weizenkleie 11,75 bis 12 (ruhig); Roggenkleie 11,75 bis 12 (ruhig); Viktoriaerbsen 41 bis 48; kleine Erbsen 28 bis 34; Futtererbsen 21 bis 23; Peluschken 25 bis 26; Olckerbohnen 22 bis 24; Wicken 27 bis 30; Lupinen, blau, 18 bis 19; Lupinen, gelb, 25 bis 26; Rapskuchen 18,50; Leinkuchen 21,20 bis 21,60; Trockenschnitzel 11,60; Sojaschrot 18,50 bis 19,20; für je 50 kg: rote Kartoffeln 1,90 bis 2,10; gelbe Kartoffeln 2,20 bis 2,40; Kartoffelflocken 15,60 bis 16 Mark. Amtsgericht Gießen. 4 Gießen, 4. Juni. Kürzlich ist in der Rähe von Großen-Linden ein Gefangener aus dem fahrenden Zuge entsprungen. Der Beamte, dem er zur Begleitung, Bewachung und Beaufsichtigung übergeben worden war, bemerkte aus dem Fenster seine Flucht, zog sofort die Rotbremse, eilte dem Entwichenen nach, rief ihm zu, stehen zu bleiben, und sandte ihm, als er dem Rufe nicht Folge leistete, instruktionsgemäß zwei Kugeln aus seiner Dienstpistole nach, die ihn im Oberschenkel trafen. Daraufhin wurde er ergriffen und an feinen Bestimmungsort gebracht. Der während des ganzen Transports an den Händen gefesselte Gefangene hatte mit Erlaubnis seines Begleiters das Klosett des Olbteils, in dem sich beide befanden, aufgesucht. In ihm entledigte er sich feiner Handfessel, indem er nach feiner Angabe sie mittels einer Ragelfeile oder eines ähnlichen Instruments unter Zuhilfenahme feiner Zähne aufschloh bzw. aufsprengte. Lieber die Herkunft der Feile herrscht Dunkel, ebenso über die Art und Weise ihrer tatsächlichen Benutzung. Der Gefangene will sie schon feit seiner Inhaftierung heimlich bei sich getragen haben, vielleicht ist sie ihm auch zugesteckt worden. Zuletzt hat er sie wohl im Wunde mit sich geführt. Rach Lösung der Fessel ist der Gefangene durch das Klosett- fenfter bei voller Fahrt entwichen. Auch hier will er sich der Art und Weife seiner Entweichung nicht mehr entsinnen. Er lief über's Feld nach einem Walde zu, und unterwegs ereilte ihn, wie oben beschrieben, sein Schicksal. Der Beamte hatte sich wegen der Anklage, er habe fahrlässig einen Gefangenen entweichen lassen, zu verantworten, wurde jedoch freigespro- ch e n. Rach Ansicht des Gerichts vermochte er ein Verlassen des Klosetts durch den Gefangenen, ohne daß er es merkte, namentlich aber eine Entweichung durch das Fenster, so wie es geschehen, in keinem Falle vorauszusehen. Eine solche schien ihm ausgeschlossen, denn er wußtö, daß der ©c» fangene gefesselt und der Zug in voller Bewegung war, das Klosett auch nur einen Ausgang hatte, den er überwachte. Mit der entfernten Möglichkeit, daß der Gefangene gerade durch feinen Aufenthalt auf dem Klosett in die Lage verseht wurde, sich seiner Fessel zu entledigen und sofort zu flüchten, brauchte und konnte er nicht rechnen. Es fehlte deshalb an den Degrisfs- merkmalen einer nach § 347 StGB.'s strafbaren Fahrlässigkeit. Den Angeklagten traf kein Verschulden. i 27. Kd8-c8 die 1. c2-c4 3. d7-d6 den 15. Lf6-g7 und 21. d5xc4 Wohl das Cinstehen des 22. Ke8-e7 vorm Kriege sehen sollen!" (Lust. Dl.) 1. Sg8-f6 2. g7-g6 Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an 20. e5-e6! Oder 20. 21. g3-g4 15. e4-e5 16. Sc3-b5 27. Tal—dl + 28. Df3—a8 matt. 10. d4-d5 11. Sf3xe5 12. f2 — f4 13. f4xe5 14. e5xf6 Obwohl 14. Schwarz übersah des Turmes auf a8. 22. Df3xa84- 23. Da8-f3 Besser noch 23. .. 24. Tel-e3 25. Lei —d2 26. Ld2-b4 + 4. Lf8-g7 5. Lc8-f5 6. Sb8-c6 7. Dd8-d7 8. H7-H6 2. Sgl — f3 3. g2-g3 4. d2-d4 5. Sbl —c3 6. Lfl — g2 7. 0-0 8. Tfl-el 23. Dd7-d3? ., cXb3. 24. Dd3-c2 25. c4xb3 26. Ke7-d8 Dies führt zu sofortigem Verlust; aber es droht 20. g4! 9. Lf5-h3 10. Sc6-e5 11. d6Xe5 12. Lh3xg2 13. Lg2-h3 14. Lg7xf6 ., gXf6 auch nicht schön aussieht, war dies dem Textzug, der sofort e5 zuläßt, doch noch vorzuziehen. Unzufrieden. Herr Philipp ist mit der heutigen Zeit ganz und gar nicht einverstanden. Reulich ging er mit ein paar jungen Leuten des Abends spazieren, und der Vollmond stieg groß und rund über die Häuser. „Wie schön das aussieht!" sagte einer schwärmerisch. Aber Herr Philipp brummte wegwerfend: „Das ist gar nichts I Sie hätten den Mond 20. f7xe6 ., LXe6 21. cxd5 und gewonnen. Schach-Ecks. Bearbeitet von W. Orbach. Schachvedakfion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 215. Don Dr. H. b. Gottschall. Schwarz. Sofort 0—0 war geboten, da Schwarz Läuferausfall Lg5 nicht zu fürchten braucht. 9. e2-e4 Man sollte nicht glauben, daß der Führer der schwarzen Steine, der diese Partie so schwach gespielt hat, die beiden Spitzenkandidaten Prof. Mannheimer und Walter in gut geführten Endspielen schlug. Lösung des Problems Nr. 211. Don O. Dehler. 1. Te2-e4! (Mit der Drohung 2. b4-f- usw.) 1. .... d5xe4. 2. Sb6Xc4+, Lf7Xc4. 3. b2-b4 matt. 1 Lf7-e8. 2. Te4Xc4 und matt durch 3. Sb6xc4 ober 3. b2-b4. 1. .. ., d5-d4. 2. Sb6x c4-f-, Lf7xc4. 3. b2 —b4 matt. 9. Kongreß des Mittelrh. Schachbundes zu Bad Ems. Das am Dienstag, 21. Mai, nach fünftägiger Dauer beendete Meisterschaftsturnier des Mittelrheinischen Schachbundes ergab zum vierten Male den Sieg des Herrn Prof. Mannheimer, Frankfurt a. M. mit 4V3 Punkten aus sieben Partien vor Walter, Koblenz; Lempelius, Reuwied und Dr. Bechstedt, Wetzlar, mit je 4 Punkten. Rach dem System Sonnemann-Derger wurde Walter zweiter, Lempelius dritter Preisträger, Dr. Bechstedt ging preislos aus. Cs ergibt sich hier die Frage, ob es nicht gerechtfertigt erscheint, dieses System nur zur Klärung des ersten Preises in Anwendung zu bringen. Es folgen: Sanitätsrat Dr. O. Wolff, Katzenelnbogen, mit 31/2 Punkten; Hillesheim, Kreuznach, und Men- ger, Frankfurt a. M., mit je 3 Punkten; Svenson, Wiesbaden, mit 2 Punkten. Daß Prof. Mannheimer trotz seines Alters einen solchen Erfolg erringen konnte, ist bewundernswert, und ist wohl hauptsächlich feiner Zähigkeit und Ausdauer zuzuschreiben; was sich in den Partien gegen Walter und Dr. Bechstedt besonders bemerkbar machte. Erwähnenswert ist noch der Sieg Mengers gegen Prof. Mannheimer und Walter. Dr. Bechstedt konnte infolge Liebermüdung feine volle Spielstärke nicht zur Entfaltung bringen. Im Hauptturnier siegten bei 17 Teilnehmern: Beniner, Frankfurt a.M., und Peter, Reuwied, mit je 5 Punkten aus sechs Partien; dritter wurde Dr. Sauer, Frankfurt am Main, mit 4V2 Punkten; vierter Lodroner, Wiesbaden mit 4 Punkten und fünfter Roh, Frankfurt am Main mit 3‘/2 Punkten. Sieger im Rebenturnier unter 14 Teilnehmern wurden: Donner, Boppard, mit 4 Punkten aus 4 Partien; zweiter bis dritter Prof. Berek, Wetzlar, und Bender, Oberstem, mit je 3 Punkten; Otto, Bad Ems, mit 2V2 Punkten; fünfter Kleinjohann, Trier- Süd, mit 2 Punkten. Das Turnier, unter Leitung des Schachmeisters W. Orbach, nahm einen ruhigen und geordneten Verlauf. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Nedaktlonstisch. Aufstieg. „Vor zehn Jahren kam ich mit nur einer Mark in der Tasche in diese Stadt. Diese eine Mark wurde mein Glück." „Du mußt es aber sehr gut verstanden haben, dein Geld zu vermehren." „Ich telegraphierte mit dieser Mark nach Hause um Geld." Es folgt ein interessantes Springermanöver. 16...., 16. a7-a6 17. Sb5-d4 17. e7-e6 18. Sd4-b3 18. b7-b6 Falsch wäre 15. ..., Lg4 wegen 16. e6! gewinnt eine Figur. 19. Ddl-f3 19. e6xd5? Weiß. Weiß zieht und seht in drei Zügen matt. Weiß: 6 Steine. Kd2; Tgl; Ld7, e7; Se3; Bf6. Schwarz: 4 Steine. Kh5; Tf7; BH6, h7. Partie Nr. 138. Im Meisterschaftsturnier des Mittelrheinischen Meisterschaftsturnier 1929 zu Bad Ems gespielt. Indisch. Weiß: Dr. O. Wolff, Katzenelnbogen. Schwarz: K. Menger, Frankfurt a. M.