Im»» ist Nr. |06 Erster Blatt 179. Jahrgang Dienstag, 7. Mai 1929 Erscheint täglich,anher Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Tietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2 Wodicn: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägen lohn, auch bei Nichter- fcheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanschlüffe: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten. poftfdK dlontc: Frankfurt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruü und Verlag.- vrühl'jche UmverfiMs-Such' und Sleindrnckerei R. Lange in Stegen. Sdjrifileitung und Seschäftrstelle: rchnlftratze X. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lang«: für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Diesten. Die Wendung in Pans: Das treten sei, mit den Deutschen ein vermut- Stabium et f i n a n - Heigt. «Uf noch unbekannte begab, feuerte Repatalione- Gesamtzahl Gewinn Verlust Die Abnistungskommission vertagt sich 3 Die autonom! ft ische Li st Rosse steht, erzielte 3690 Si W 8** eit""1"" , im Sranf'"’ hlung. ,771 *4 >7 Ä ilronrserschuh ’5 Schuldners, ienf, getrosten der öffentlichen Meinung der meisten Länder keiner Weise geteilt wird. So kann keinerlei Erwartungen mehr an die schliestenden Arbeiten, die der Ausschuh auf 'M kann ch die sran- icht Stel- e die Rölkkehr letzten Tagung vornehmen will, knüpfen. Die einzige Hoffnung bleibt die Konferenz selb st. deren schleunige Einberufung das Ziel der verantwortlichen Organe des Völkerbundes bleiben muh, die nur dann zu einem Erfolg führen kann, wenn die Regierungen ihren Vertretern andere Person in einem Wege des Gartens am Rotio- naltheater im Rücken der Gruppe mehrere Revolverschüsse auf diese ab. Det Ministerpräsident und Frau Voldemaras blieben unverletzt, dagegen wurde Leutnant Gudinas durch einen Kopfschuh auf der Stelle gelötet. Dem Hauptmann Verbicka wurde von einer Kugel d i e rechte Lunge durchbohrt und der kleine Reffe erhielt einen schweren vauchschuh. uiläl von le Sauet der Ich« von 1787 fen- und lil- !>en will, wird a m c s Spiel treibe, da man eits des Ozeans oft als das teilen. 3n den alle Cclffun- erden können, ahlcn find von § Stille- len worden von Deutsch- gen roi 11 - werden. Ls ist i n ich ander jlB. W n 10 W ibnthilrahe ein Instruktionen erteilen, als es bisher geschehen ist. Die deutsche Abordnung scheidet von die- ser Tagung mit der Ueberzeugung, dah sie alles getan hak, was in ihrer Macht stand, um die Ab- rüslungsarbeit bei Berücksichtigung aller bestehenden Schwierigkeiten im positiven Sinne zu fördern, und dah, wenn sie dabei sich stets der kom- paktcn Mehrheit desAusschusses gegenübersah, sic zweifellos die kompakte Mehrheit der öffentlichen Meinung, und zwar nicht nur in Deutschland, hinter s i ch hatte. 59.23 12. 7;< fiS ,92 tst 2.31 :o75 y den S* und 3m Sjaufc d H in - «MWt ottab. D« der "Ä* ein gemein- Deutschland jen- geeignet ft c Attentat auf den titanischen Diktator. Voldemaras unverletzt. — Ein Toter zwei Schwcrvcrwundctc. Kowno, 6. Mai. (MTV. Funkspruch.) 8.20 Uhr abends. Als sich Ministerpräsident Voldemaras in Begleitung seiner Gattin, seines kleinen Reffen, seines Adjutanten. Leutnant Gudinas. unb der Ordonnanz des Kriegvmlnisters, Hauptmann verbickas. zu einem Glafunoff-Konzert OmT dski-ous ^en SQn[ iß 10. 2, |iS 's $ ig i.oj Srii!, iS 22,22 112,55 59,30 113,08 Ä Werkzeug für die Vorbereitung der Vereinigten Staaten von Europa an- sche. Wenn die Bank für Internationale Zahlungen wirklich Gewinne abwerfen werde, so deshalb, weil sie auf dieser Forderung aufgebaut Die Munizipalwahlen in Frankreich. Paris. 0. Mai. (WB.) Das Innenministerium veröffentlicht eine neue Statistik über das Ergebnis der Munizipalwahlen vom Sonntag, die sich auf 765 von 771 Kommunen mit mehr als 5000 Einwohnern bezieht. In 281 Kommunen ist die Entscheidung im ersten Wahlgang gefallen, in 484 Kommunen muß Stichwahl stattfinden, in 151 dieser Kommunen steht die Mehrheit bereits fest. Die im ersten Wahlgano erzielten Ergebnisse verteilen sich auf die einzelnen Parteien wie folgt: sehung der ausgebildeten Reserven und des Heeresgutes und Kriegsmaterials verzichtet haben. Litwinow verwarf in einer scharfen, kritischen Zusammenfassung das Ergebnis der bisherigen Arbeit, das in den wesentlichen Punkten negativ sei. Wie die deutsche Delegation, lehne auch die russische Delegation jede Verantwortung für den jetzigen Stand der Arbeiten ab. Hierauf schloß der Vorsitzende Poli - t i s die Tagung mit einer längeren Rede, in der er nach einer Sympathieerklärung für den an Grippe erkrankten Präsidenten Loudon bereits den Erfolg der künftigen Abrüstungskonferenz eskomptierte, der man, wie er meinte, heute viel näher sei als vor drei Wochen. Graf vernslorff zieht die Bilanz. Die einzige Hoffnung bleibt die Abrüstungskonferenz selber. Genf. 6. Mai. (WTB.) Auf einem Presseempfang, bei dem sich Graf vernsiorff und die deutsche Delegation im Vorbereilungsausschuß für die Abrüstungskonferenz von den hiesigen Derlre- tern der deutschen Presse verabschiedeten, gab der Führer der deutschen Delegation folgende Erklärung ab: Ich kann nur wiederholen, dah angesichts der Haltung, die der Ausschuh in der entscheidenden Frage der Landrüstungen eingenommen hat, wir deutlich abgerückt sind von dem Programm, das die Mehrheit aufstellte, und dah wir von nun an diesem Ausschuh d i c ausschliehlich alleinige Berantwortung für d i c Vorbereitung der Konferenz überlassen müssen. Ich lege besonderen Wert daraus, diese Erklärung zu wiederholen. Angesichts der Schlußrede, mit der Politis heute die Tagung beendete, möchte ich ausdrücklich festgestellt wissen, dah Politis nur namens feiner Mehrheit gesprochen haben kann und dah der überraschende Optimismus, mit dem er die Arbeiten des Ausschusses feierte, von der deutschen Abordnung und, wie ich wohl annehmen kann, von werden müssen. Die wirtschaftlichen Bedingungen der deutschen Delegation sind heute vormittag dem Vorsitzenden der Reparationskonferenz, Owen Poung, mitgeteilt worden, der sie seinerseits den interessierten Gläubigernationen überreichen wird. Unfreundliches Scho in Paris. Lcharfc Sprache gegen die Amerikaner. Paris, 6. Mai. (WTD.) Die Morgenpresse beschäftigt sich mit dem amerikanischen Vorschlag Owen Voungs, den sie kritisiert, jedoch als Der- handlungsgrundlage annimmt. Das „Petit Journal" schreibt, die Haltung Frankreichs sei eine sehr entschlossene. Es könne nur eine Regelung für annehmbar erachten, die ihm sowohl die Möglichkeit biete, seine Ausland- schulden zu decken, als auch feine Inland- schuld bis zu einem Betrage von 50 Milliarden Franken. Rach dem Plane Vcmngs in seiner jetzigen Gestalt — vorausgesetzt, daß die bis zur Stunde noch nicht bekannten Vorbehalte Deutschlands ihn nicht unannehmbar machten — würde der ungeschützte Teil der Annuitäten Frankreich nur die Möglichkeit bieten, 42 bis 43 Milliarden Franken zu mobilisieren. Das ganze Problem laufe also darauf hinaus, ob dieser Restbetrag für die eigentlichen Reparationsansprüche von 42 bis 43 Milliarden Franken durch den Gewinn der Bank für Internationale Zahlungen erhöht werden könne, um auf alle Fälle Kommerzialisierungsoperationen zu erleichtern, die das von Franüeich geforderte Ae- parationskapital von 50 Milliarden Franken lieferten. — Der „M atin" erklärt: Wenn Frankreich nicht 50 Milliarden Franken für seine Konvertierungsanleihe für die innere Schuld erhält, dann werden die französischen Delegierten die Verpflichtung haben, ihre Zustimmung zu dem Kompromißantrag Owen Poungs vorzubehalten. Eine außerordentlich scharfe Sprache gegen die Amerikaner führt die nationalistische Presse. So schreibt das „Echo de Paris", übrigens herrsche oer naive Glaube, daß das wirtschaftliche Deutschland (von dem demokratischen Deutschland wage man schon gar nicht mehr zu sprechen) uns von dem revanchelustigen Deutschland befreien werde, wenn man so klug sei, sich mit ihm zu verständigen. Rach dieser Feststellung brauche man sich nicht zu wundern, daß der Dollarimperialismus, der durch Owen Poung und seine Freunde ver° stische Liste erreichte 2779, die radikale 2012, die na- tional-katholische 1331, die kommunistische 1660 Stimmen. Der frühere Kolmarer Staatsanwalt F a ch o t, der kürzlich pensioniert wurde, ist in Re- miremont gewählt worden. Rach dem ersten Wahlgang urteilt das „5 o u r n a I des D 6 b L t s" über die Munizipalwahlen: Die weit links stehenden Parteien hatten gehofft, daß diese Wahlen eine Bewegung gegen die nationale Politik kennzeichnen würden. Sie haben sich getäuscht. Der charakteristische Zug der gestrigen Wahlen ist Stabilität. Frankreich sehnt sich nicht sehr nach einer Aende- rung. — Der „Paris S o i r" urteilt: Der erste Wahlgang läßt keine merkliche Aende- rung in der politischen Zusammensetzung der Ge- meinderäte erkennen. Wie gewöhnlich hat in Paris die Mehrheit rechts gestimmt, in der Provinz dagegen links. Trotz der Voraussage von interessierter Seite werden die Parteien des alten Kartells der Linken, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Stellung behalten, die sie 1925 in den großen Provinzzentren errungen haben. In zahlreichen ländlichen Gemeinden scheinen sie sogar wesentliche Fortschritte erzielt zu haben. — Die „Sibert e" glaubt feststellen zu können, daß die Wahlen an der Verteilung der Kräfte der politischen Parteien in der Provinz sehr wenig geändert hätten. Amerikanischer AZirtschastsnaiionalismus. Berlin. 7. Mai. (Priv.-Tel.) Richt nur in Europa treibt der Wirtschaftsnationalismus sein Anwesen, sondern wie eine Rede des amerikanischen Chemikers Fraircis Garvin, der eine anerkannte wissenschaftliche Kapazität jenseits des Ozeans darstellt, beweist, auch in Amerika. Sein Kampf richtet sich vor allem gegendiedeu t - s ch c chemische Industrie und gegen die Beteiligung amerikanischen Kapitals an der Gründung deutscher Filialen in Amerika. Garvin befürchtet, daß die amerikanische chemische Industrie geschädigt werden könnte und daß die nationale Verteidigung Amerikas von Deutschland abhängig würde. Es wäre bedauerlich, wenn diese Stimmung sich in Amerika allgemein durchsetzen sollte, das sich ohnedies schon durch ungewöhnlich hohe Zollsätze gegen die europäische Einfuhr geschützt hat. Genf, 6. Mai. (WB.) Die heutige Sitzung des Vorbereitungsausschusses für die Abrüstung brachte auf japanischen Antrag die zu erwartende Vertagung der eigentlichen Aussprache über die Flottenfrage, um den Seemächten Zeit zur gründlichen Prüfung der amerikanischen Anregung, insbes. in bezug auf die Schaffung eines Dergleichsmaßstabes für den Gefechtswert der einzelnen Kriegsflotten zu geben. Die Flottenfrage soll zu einem späteren noch nicht festgesetzten Zeitpunkt in einer der letzten Tagungen des Vorbereitungsausschusses behandelt werden, und zwar sobald die interessierten Seemächte den Vorsitzenden davon verständigen, daß sie zur allgemeinen Aussprache über die Flottenabrüstung bereit sind. Sato (Japan) erklärte, feine Regierung fei im Sinne der amerikanischen Anregungen nicht nur zur Begrenzung, sondern zur Herabsetzung der Flottenrü st ungen bereit. Lord Cushendun betonte, dah die amerikanische Regierung noch keine festen Vorschläge, sondern nur Anregungen gegeben habe, die eine Verständigung ermöglichen sollen. Die englische Delegation hoffe, dah der Ausschuh bei seiner nächsten Zusammenkunft von der erfolgten Verständigung der Seemächte Kenntnis nehmen könne. G ib s on (11. ©. 21.) erklärte, dah die amerikanischen Anregungen den Vergleich des Ge- fechtswcrtes der einzelnen Kriegsschiffe und der Gesamtheit jeder einzelnen Schiffskategorie bezwecken. Diese Problemstellung dürfe aber nicht durch Einführung unnötiger Faktoren erschwert werden. Cs handele sich vor allem um die Berücksichtigung der Wasserverdrängung, der Geschüh- kaliber, des Schiffsalters und der Schnelligkeit neben ähnlichen Faktoren. Die zweite Lesung über die Beschränkung der Heeresausgaben und die Einführung einer internationalen Kontrolle wurde ebenfalls vertagt. Maffigli (Frankreich) machte dazu die Mitteilung, dah die französische Delegation angesichts der bei der ersten Lesung aufgetretenen Schwierigkeiten ihre bisherigen Anträge zu diesen beiden Fragen unter Aufrechterhaltung ihrer grundsätzlichen Auffassung zurückziehe und demnächst dem Präsidenten des Ausschusses Kompromiß- Vorschläge einreichen werde. Gibson begrüßte diese Erklärung mit lebhafter Genugtuung. Rach den zwischen Massigli und Gibson ausgetauschten Erklärungen bestehen die „gegenseitigen Konzessionen", die die amerikanische Delegation zu Beginn der Tagung verlangt hatte, lediglich in dem Verzicht Frankreichs auf die Begrenzung der Heeresausgaben und auf die Einführung einer internationalen Kontrolle, während die Vereinigten Staaten auf die für die Verwirklichung der 216» rüstung ungemein viel wichtigeren Herab- Frontwechsel? Der Vorhang über der Pariser Bühne hat sich nun doch noch einmal wieder geöffnet. Richt zu dem Zweck, um in feierlicher Schlußsitzung die wirtschaftlichen Sachverständigen sich gegenseitig noch einmal ihre Unfähigkeit bescheinigen zu lassen: das ist offenbar gerade das, was Owen Poung fürchtet. Deswegen hat er sich entschlossen, nachdem eigentlich alle Wege verbaut waren, mit einem eigenen Vorschlag hervorzutreten, den er zuerst mit den Deutschen besprochen hat. Es ist wohl eine gewisse 2lbsicht dabei gewesen, wenn er diesen Pfeil gerade in dem Augenblick abschoh, wo Herr Dr. Schacht in Berlin war. So bestand die Möglichkeit, gleichzeitig auch mit der politischen Leitung Rücksprache zu nehmen, und auf deren Einwirkung ist es dann wohl zu» rückzuführen, dah Herr Dr. Schacht sich verpflichtete, wenigstens nicht von sich aus den amerikanischen Kompromiß abzulehnen, sondern an ihm mitzuarbeiten, und wenn es zu einer Ablehnung kommen sollte, die Verantwortung dafür der Gegenseite zuzuschieben. Dementsprechend ist Dr. Schacht verfahren. Die deutsche Delegation hat Owen Poungs Gedankengänge beraten, hat einzelne Vorbehalte dazu ausgearbeitet, sie sich aber grundsätzlich soweit zu eigen gemacht, dah man beinahe von einem deutsch-amerikanischen Plan sprechen kann, den jetzt die Gläubigerstaaten zu schlucken haben. And hier zeigt cs sich, dah nun doch wieder Risse im Gläubigerblock sich Herausstellen, wenigstens insoweit, als Japan sofort bereit gewesen ist, und England wenigstens unentschlossen ist, so dah nur Belgien und Frank- reich abseits stehen, für Frankreich also die Gefahr fühlbar wird, dah es sich unter Umständen isoliert sieht. Scheitert also dieser letzte Versuch, bann würde die Linie durch die Sachverständigen so laufen, dah Deutschland und die Vereinigten Staaten in einer Front stehen. Die Franzosen fühlen das auch und sprechen deshalb mit einigem Aerger über das Bünd » ni s des Dollars mit der Mark. Vielleicht fürchten sie diese Konsequenz doch soweit, bah sie in der Zustimmung zu dem Kompromih doch das kleinere Hebel sehen. Besonderen Anlaß zum Jubel wird Deutschland auch dann nicht haben, denn die Zahlungen, die uns zugemutet werden, gehen über das wirtschaftlich Mögliche weit hin- a u s. Eine Durchschnitts-Annuität von über zwei Milliarden auf 37 Jahre - selbst wenn man die noch bestehende Unklarheit, was aus den letzten zwanzig Jahren werden soll, offen läßt — ist rein wirtschaftlich vom Standpunkt der deutschen Leistungsfähigkeit überhaupt nicht zu Dorant«. Worten. Ein Wort der Kritik ist deshalb von deutscher Seite auch erst zu sagen, wenn wir die Bedingungen kennen, wie weit der transfer- geschützte Teil geht, wie weit ein Moratorium vorgesehen ist und wie weit Dr. Schacht feine Forderungen nach einem nicht nur transfer-, sondern auch aufbringungsgeschühtcn Teil durchsetzen konnte. Vorläufig ist also der Schlußakt in Paris mehr politisch zu verstehen. Lind politisch ist er auch ganz geschickt. Ob er auch wirtschaftlich einen Vorteil bringt, muffen wir abwarten. ftoungs Zahiungsvorschlag. Paris, 6.TTlai. (WB.) Der erste französische Delegierte auf der Reparalionskonferenz, 2N o - rcau, ist nachmittags nach Paris zurückgekehrt. Der Borsihende der Reparalionskonferenz. Owen Zoung, hat im Laufe des Rachmittags feine An- fichten über den von ihm den einzelnen Delegationen am Samstag angekündigten Kompromißoor- schlag schriftlich zur Kenntnis gebracht, wie man erfährt, sollen weder die französische noch die bei- gische Delegation sich bis jetzt zustimmend geäußert haben. Die Verhandlungen werden am Dienstagvor- mittog in ein aktives Stadium treten. Bei dem Zoungschen Vorschlag handelt es sich, wie in einem Teil der gestrigen Auflage schon gemeldet, um eine Annuitätenstaffel, die mit 1675 Millionen Mark beginnt und jedes Iahr um 25 Mill. Mk. steigt. Aus die Periode von 37 Iohren berechnet, gelangt man also zu einer Durchschniltsannuität von 1 980 Millionen Mark, für die Dauer der ersten zehn Iahre berechnet auf eine solche von 1787 Millionen Mark. Denn man den Zinsen- und Tilgungsdienst der Dawesanleihe einbeziehen will, wird sich die auf 37 Iahre berechnete Durchschniltsannuität auf 2 0 5 0 M i 11 i o n c n M a r k stellen. In den Zahlen des Zoungfchen Schemas sind alle Leistungen, die von Deutschland gefordert werden können, einbegriffen. Diese Zoungfchen Zahlen sind von der deutschen Delegation als Erörtc - rungsgrunblage angenommen worden unter der Bedingung, daß bestimmte, von Deutschland zu fordernde Voraussetzungen roi r i - schafilicher Ralur berücksichtigt werden. Es ist selbstverständlich, daß bei einem Abkommen, das nicht mehr rein wirtschaftlicher Argumentation entspringt, gewisse Schutzmaßnahmen (Transferschah usw.), die nicht nur den Interessen des Schuldners, sondern auch denen der Gläubiger dienen, getroffen worden sei. Es wäre möglich gewesen, und es wäre für anpassungsfähigere Delegationen heute noch möglich, die Verbindung zu brechen, die berge stellt sei zwischen einem Schiedsrichter, der in diesem Falle wirklich zu sehr eines Mindestmaßes moralischer Autorität entbehre, da er anderen Ländern ein Desinteressement empfehle, das er selbst nicht befolge, und einem deutschen Nationalisten, dessen Absichten klar seien. Die „Agence feconomique et finan- eifere“ wendet sich mit außerordentlicher Schärfe gegen die von Poung und Dr. Schacht borge- schlagene Losung. Das Blatt erinnert daran, daß es vor drei Wochen dringend davor gewarnt habe, die Verhandlungen weitcrverschlepfxn zu lassen und eine unmittelbare Abfassung des Schluhberichts am Tage nach der durch die lächerlichen Vorschläge Dr. Schachts hervorgerufene Bestürzung gefordert habe. Es habe nämlich die Gefahr bestanden, dah die Zeit gegen Frankreich arbeite und die amerikanischen Sachverständigen, die damals noch auf feiten der Gläubiger standen, schnell auf di-7 andere Seite gleiten würden und sich zugunsten einer ungenügenden Veröesserung der Vorschläge der Deutschen aussprechcn könnten. Dieses sei eingetreten. Das Blatt fordert einen möglichst schnellen 2lbschluh des „Theaters" im Hotel Georg V., wo jede neue Vorstellung aus Kosten der Gläubigernationen verderbliche Zugeständnisse nach sich ziehe. — Die „Information" betont dagegen, daß die Bemühungen der unabhängigen Sachverständigen im Hotel Georg V. daraus berechnet sein müßten, die Verhandlungen von der Politik zu trennen und ein Finanz- Werk zu schaffen, das der Zeit standhalte und zum mindesten in eine Entwicklung überleite, in der sich die Forderungen der Gläubigerstaaten weniger dringend bemerkbar machten. Die Rotwendigkeit, in der ganzen Welt einen normalen Wirts chaftszu st and wiederherzustellen, würde dann die Oberhand über das Verlangen gewinnen, die Rückerhaltung ihrer Forderungen bis zum letzten Centime durchzusehen. Zweiselha, Die Ergebnisse in Kalmar stellen sich wie folgt: ite, an deren Spitze stimmen. Die foziati- Gruppe Marin 77 4 5 Konservative 7 0 0 Linksrepublikaner 77 7 2 Rechtsradikale 21 2 1 Radikale 127 4 6 Sozialrepublikaner 16 1 0 Sozialisten 96 1 6 Kommunisten 16 1 0 Oie Reform -er Arbeitslosenversicherung. Ein Programm der Reichsregierung. Berlin, 6. Mal. (IDB.) Das Reichskabinett be- fchäfNgte sich in seiner heutigen Sitzung mit der (frage der Einführung von Reformen auf dem Gebiete der Arbeitslosenversicherung. Ls wurde dabei die Abstellung der Äebelstände ins Auge gefaßt, welche fich in der Praxi» seit Inkrafttreten der Arbeitslosenversicherung herausgestellt haben, hierbei wurde jedoch festgestellk, daß es mit der Beseitigung dieser Unzu- tragllchkeiteu allein nicht sein Bewenden hoben kann. Die Finanzlage des Reiches ist so ernst, daß die Inanspruchnahme von ösfentli- chen Mitteln im bisherigen Ausmaß vollkommen unmöglich ist, und sich über die schon im haushalt bereilgestellten Mittel hinaus nur im Falle ganz außergewöhnlicher Ereignisse rechtfertigen läßt. DasReichs- tabinett war daher der Meinung, daß eine Aende- rung der Arbeitslosenversicherung auch aus die Finanzlage des Reiches Rücksicht nehmen muh. Die, Reichsregierung wird in Form eines Gesetzentwurfes ein Sofortprogramm über die Abstellung von Mißständen auf dem Gebiete der Arbeitslosenversicherung aufstellen und außerdem einen Ausschuß von Sachverständigen einsehen, mit dem in größter Beschleunigung Richtlinien für eine Umgestaltung des Arbeitslosenversiche- nmgsgefehes erörtert werden sollen. » Der Beschluß der Reichsregierung über die Reform der Arbeitslosenversicherung wird wegen der großen Mißbräuche, die im Laufe der Jahre mit der Versicherung getrieben worden sind, von den Berliner Blättern allgemein begrüßt. Es wird auch darauf hingewiesen, daß es nötig ist, die Reform so schnell wie mög« l i ch durchzuführen. Die „Deutsche Zeitung" weist darauf hin. daß in der amtlichen Mitteilung nur von einer Reform der Arbeitslosenversicherung und Beseitigung der Äebelstände die Rede ist, nicht mehr aber von einer Beitragserhöhung, wie sie die sozialdemokratische Reichstagsfraktion gefordert hatte. Die „2 ö r s e n z e i t u n g" findet, daß die Stelle des amtlichen Berichtes, an der davon die Rede ist, daß die Inanspruchnahme von Reichsgeldern durch die Arbeitslosenversicherungsanstalt auch in Zukunft für „außergewöhnliche Fälle" gestattet sein soll, bedenklich stimme und meint, wenn das in Aussicht gestellte ..Reformprogramm" auch in den anderen entscheidenden Fragen solchen Kompromißcharakter tragen sollte, dann wird Wohl von einer wirklichen Reform nicht die Rede sein können. Der .2 o k a l a n z e i a e r" meint, der Beschluß der Reichsregierung beweise, daß auch die sozialdemokratischen Minister die üblen Auswirkungen des Gesetzes heute eingeständen, da sich die Sozialdemokratische Partei und die Gewerkschaften bereits auf die Ablehnung einer Gesetzesänderung fcstgelegt hatten. Es dürfte zwischen der SPD. und ihren Ministern zu recht interessanten Auseinandersetzungen kommen. Die „D o s s i s ch e Zeitung" sagt, eine Rolle bei der eigentlichen Reform werde die Entwicklung der Konjunktur spielen. Der „Vorwärts" meint, der Bericht sei geeignet, starke Beunruhigung in Arbeitnehmerkreisen hervorzurufen, da er ausdrücklich darauf hinwcist, daß eine Reform der Versicherung erfolgen solle. Wenn etwa eine Reform zuwege gebracht werden solle, ungefähr von der Art, wie sie von Arbeitgeberkreisen und vom Hansabund gefordert werde, dann werde man dazu eine andere Mehrheit und natürlich auch eine andere Regierung suchen müssen. Oie Reichsgelder für den Nürburgring. Berlin, 6. Mai. (Priv.°Tel.) Das Reichskabinett beschäftigte sich in seiner üblichen Montagssitzung auch mit dem heftig umstrittenen Problem des Rürburgringes, der großen und schönen Autorennstrahe in der Eifel. Die Ctatssachver- ständigen der Parteien haben bei ihrem bekannten Streichungskompromiß u. a. auch die 2 Millionen für den Rürburgring im Etat des Reichsverlehrsministeriums eingespart. Dapurch sind gewisse Schwierigkeiten entstanden, da noch Verpflichtungen direkter und indirekter Statur an das Reich vorliegen, da der Rürburgring selbstverständlich erhalten werden soll. Es handelt sich hier glücklicherweise aber nicht um ein Problem der großen Politik, so daß die Möglichkeiten eines Ausweges weniger schwer als sonst bei Etatsfragen zu finden fein dürften. Vielleicht wird man auch den Versuch machen, die deutsche Automobilindustrie, dir an der Erhaltung dieser Strecke, die der öffentlichen Hand schon recht beträchtliche Gelder gekostet hat, sehr interessiert ist, in stärkerem Maße zu beteiligen. Reue Angriffe aus deutsches Eigentum in polen. Der Grundbesitz deutscher Ansiedler wird „liquidiert". Warschau, 6. Mai. (WB.) Wie hier bekanntgegeben wird, nimmt die polnische Regierung die Liquidation des deutschen Grundbesitzes in den abgetretenen Gebieten jetzt 11 Jahre nach dem Kriege aufs neue in Angriff. 3m „Monitor Polski", dem polnischen Regierungsanzeiger, sind allein in den beiden letzten Tagen des Monats April 3 3 L i q u i - dationsbeschlüsfe sowiecinVerkaufsaufge- bot veröffentlicht worden. Besonders bemerkenswert sind die Formen, unter denen bisweilen die Liquidationen vorgenommen werden. Ganz abgesehen davon, daß in allen Fällen bei dem Groß- und Kleingrundbesitz der Liquidationserlös nur einen geringen Bruchteil des wahren Wertes darstellt, so daß die Enteignung einer Verschleuderung des Besitzes gleichkommt, so ergeben sich bedauerlicherweise gerade bei den Ansiedlern die größten Härten. Es handelt sich bei diesen durchweg um kleinen und kleinsten Besitz. Werden in solchen Fällen, wie es vorgekommen ist, die Grundlagen aufgewertct und die hohen Kosten de- Liquidationsverfahrens in Rechnung gestellt, fo ergibt sich die groteske Tatsache, daß den Ansiedlern dafür, daß man sie von Haus und Hof DasVerboldesRolenFrontkämpferbmdes Die preußische Regierung hat also doch den Mut aufgebracht, den Roten Frontkämpferbund zu verbieten. Sie behauptet sogar, der Beschluß hätte schon seit Tagen festgestan- den, dazu steht aber in auffälligem Widerspruch daß noch Ende der vorigen Woche aus dem Innenministerium zwei Dementis kamen, die an Schroffheit eigentlich nichts zu wünschen übrig ließen, die jedenfalls nach der ganzen Formulierung anders gehalten wären, wenn damals bereits der entsprechende Kabinettsbeschluß vorgelegen hätte. Die Dinge müssen also wesentlich anders gelagert gewesen sein. Die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß der Berliner Polizeipräsident, dem das Feuer ja schließlich unter den Rägeln brannte, zu seinem Vorgesetzten und Parteigenossen, dem Innenminister G r z e s i n s k i, gegangen ist und ihm gesagt hat, er könne die Verantwortung für die Zustände in Berlin nicht mehr ertragen. Wenn jetzt von Preußen aus kein Verbot des Roten Frontkämpferbundes käme, dann müßte er als Berliner Polizeipräsident selbst- st ä n d i g vorgehen und dem Verbot eine Begründung mit auf den Weg geben, die das preußische Innenministerium sich nicht hinter den Spiegel stecken würde. Aus dieser Zwangslage heraus ist wohl die plötzliche Courage der preußischen Regierung entstanden, die ja doch eines gewissen tragikomischen Beigeschmacks nicht entbehrt, wenn man dagegen hält, daß es noch nicht ein Jahr her ist, seit der damalige Reichsinnenminister von Keudell auf Grund sehr reichhaltigen Materials ein ähnliches Verbot bei den Länderregierungen in Vorschlag brachte, damals aber von Preußen mit aller Entrüstung nieder gestimmt wurde, ilnö nun kommt dasselbe Preußen mit einer Begründung, die im wesentlichen auf die damals von Herrn von Keudell gelieferten Tatsachen zurückgeht m i t genau demselben Vorschlag. Der Reichsinnenminister S e v e r i n g aber, der inzwischen umgelernt hat und in den Kommunisten nicht mehr die politischen Kinder von einst, sondern die ernsteste Gefahr für die deutsche Arbeiterschaft sieht, lenkt in denselben Weg ein und schlägt den übrigen Länderregierungen vor, ein gleiches Verbot zu erlassen; man muß dieses eigenartige Bild genießen, daß der Sozialdemokrat Severing durchführt, was die Sozialdemokraten dem Deutschnationalen v. Keudell zerschlugen. Wäre damals das Verbot erfolgt, die zwanzig Toten der „Maifeier von Berlin" wären heute noch am Leben! Denn darüber kann doch kein Zweifel bestehen, daß der Rote Frontkämpferbund der Kopf der ganzen Berliner ^Unruhen gewesen ist. Die Berliner Polizei hat sich die erdenklichste Mühe gegeben, den Tatsachennachweis dafür zu erbringen. Das ist ihr nicht gelungen. Offenbar auf Befehl der Zentrale hatten alle Beteiligten keine Papiere bei sich. Daß diese Revolten jedoch nicht von dem Janhagel der Reichshauptstadt inszeniert worden sind, steht fest. Die Berliner Unterwelt hat zwar willig Gefolgschaft geleistet, angezettelt aber hat den Streit der Rotfrontbund, das Ausführungsorgan der Kommunistischen Partei, die den Bestand des Staates untergraben will. Unö deshalb ist das Verbot von Rechts wegen erfolgt, allerdings zu spät. Auch Bayern verbietet. München, 6. Mai. (WB.) Das Ministerium des Innern hat mit Wirkung ab heute den Rotfrontkämpferbund und die Rote Iungfront in Bayern mit allen ihren Rebenorganisationen verboten und aufgelöst. Das Vermögen wurde beschlagnahmt. Oie Bilanz der Maiunruhen. 24 Tote. — Die Lperre in Neukölln und Wedding wird aufgehoben. Berlin, 6. Mai. Der Polizeipräsident teilt mit: Nachdem in den bisherigen beiden Unruhezentren Neukölln und Wedding die Ruhe seit 48 bzw. 60 Stunden keine nennenswerten Störungen mehr erfahren hat, hat der Polizeipräsident heute mit Tagesgrauen die für die beiden Gebiete erlassenen Sperrvorschriften aufge- hoben und die polizeilichen Maßnahmen rück- gängig gemacht. Selbstverständlich sind die erforderlichen Vorkehrungen getroffen worden, um etwa neu aufflackernden Unruhen sofort entgegen- treten zu können. In Durchführung des vom preußischen Minister des Innern erlassenen Verbotes des Rotfront k ä m pferbundes einschließlich der Roten Jungfront und der Roten Marine sind heute ftüh bei der Bundesleitung, der Gauleitung Berlin-Brandenburg und bei den Abteilungsleitern der genannten Organisationen das gesamte Material und die Bankkonten beschlagnahmt und sichergestellt worden. Dem Vernehmungsrichter im Polizeipräsidium sind bisher 8 5 Personen, die von der Polizei festgenommen worden waren, unter dem Verdacht der Beteiligung an den Maiunruhen, oorgeführt worden. Der Vernehmungsrichter hat gegen 32 der Vorgeführten Haftbefehle wegen Verdachts des Aufruhrs, Landfriedensbruchs und des Widerstandes gegen die Staatsgewalt erlassen. Die Obduktion der Opfer der Mai-Unruhen, die, wie berichtet, von der Staatsanwaltschaft angeordnet worden ist, muß vor einem Richter durch zwei Aerzte, darunter einem Gerichtsarzt, vorgenommep werden. Bei dem Amtsgericht Berlin- Mitte und Neukölln sind bisher acht Leichen der bei den Unruhen Getöteten obduziert und freigegeben worden. Bei einigen der Leichen hat man Kugeln im Körper gefunden, die einem Schießsachverständigen zur Klärung der Frag« zur Untersuchung übergeben worden sind, von welcher Seite die tödlichen Schüsie abgegeben worden sind. Im Verlaufe der letzten Tage sind bei den Unruhen insgesamt 23 Personen, und zwar achtzehn Männer und fünf Frauen durch Schüsse ums Leben gekommen. Dazu kommt noch ein Todesfall während eines Tumultes auf dem Alexan- derplog, wo ein Passant unter ein Polizeiauto geriet. Die englische Botschaft hat sich nach der Persönlichkeit und den Todesumständen des neuseeländischen Journalisten erkundigt. Fest steht, daß er trotz Verwarnung sich auf eigene Verantwortung in die gefährdete Zone begeben hat. Morgen wird die Leiche obduziert werden und erst dann kann über die Todesursache Endgültiges mitgeteilt werden. Durch Neuyorker Blätter werden Meldungen verbreitet, wonach die Berliner Schutzpolizei gemeutert habe und 450 der Beamten verhaftet worden sein sollen. Demgegenüber muß mit aller Deutlichkeit betont werden, daß an diesen Nachrichten kein wahres Wort ist, die Beamten vielmehr mit seltener Pflichttreue und Aufopferung ihren Dien st versehen haben, wofür auch die Tatsachen ein schlagender Beweis sind, daß nicht ein einziger von den 15 000 Schutzpolizeibeamten sich während der kritischen Tage krank gemeldet hat und einige leichter verletzte Beamte, die sich in ärztliche Behandlung begeben sollten, dringend gebeten haben, bei ihren Kameraden bleiben zu dürfen. Von den Polizeibeamten sind 47 zu Schaden gekommen, darunter befinden sich vier sehr schwer Verletzte mit Gehirnerschütterung. Von den restlichen 43 Beamten sind noch zehn erheblicher verwundet. vertreibt, noch eine Rechnung vorgelegt wird, die dann im „Gnadenwege" e r l a s s en wird. Schwerwiegend fällt dabei die neue Praxis des polnischen Obersten Verwaltungsgerichts ins Gewicht, das in der letzten Zeit Urteile über die Liquidationsfähigkeit von Gütern fällt, ohne vorher die Staatsangehörigkeit des Besitzers geprüft au haben. Alle Bemühungen der letzten Zeit, die dahin gingen, in der Liquidationsfrage zu einer Verständigung zwischen Deutschland und Polen zu kommen, werden durch die rigorose Wiederaufnahme der Gntdeutschungspolitik Polens völlig zunichte gemacht. Aus aller Welt. Fritz äreisler Ehrendoktor der Universität Glasgow. Der Senat der englischen Universität Glasgow beschloß, dem berühmten deutschen Violinvirtuosen Prof. Fritz Kreisler die Würde eines Dr. jur. h. c. zu verleihen. Heidebrand in der Altmark. Seit Montagnachmittag brennt ein großer Teil der Letzlinger Heide bei Salchau südöstlich von Gardelegen in der Altmark. Sämtliche Feuerwehren aus der Umgegend sind herbeigezogen, Pio- niere, Schutzpolizei und Technische Nothilfe aus Magdeburg sind alarmiert und teilweise bereits im Anmarsch. Ein ungünstiger Wind schürt das Feuer. Der Ort Salchau ist gefährdet. Das Feuer hat sich auf eine Fläche von schätzungsweise tausend Morgen ausgedehnt. Ein Arbeiter ist mit schweren Rauchvergiftungen ins Krankenhaus Gardelegen eingeliefert worden, ein zweiter Arbeiter wird noch vermißt. Grohfeuer in einem holländischen Dorf. Das Dorf R o f f u m (Gelderland) ist zum großen Teil durch eine gewaltige Feuersbrunst e i n geäschert worden. Der Brand entstand in einem Arbeiterhäuschen und verbreitete sich bei dem herrschenden starken Winde sehr rasch. Die Feuerwehren der umliegenden Ortschaften und der Stadt Zalt- Bommel eilten zu Hilfe. Bis 5 Uhr nachmittags waren bereits 17 Häuser und 20 Scheunen nie - bergebrannt Explosion in einer chemischen Fabrik. In der Chemischen Fabrik von Heine & Co. in Gröbe (Sachs.) entstand durch Selbstentzündung von Aether beim Abschöpfen ein Brand, durch den das betroffene Gebäude bis auf die Grundmauern abbrannte. Durch die herumspritzende brennende Aethermenge und die übrigen dort lagernden leicht brennbaren Materiallen stand das Gebäude bald gänzlich in Flammen. Mehrere Feuerwehren bekämpften den Brand mit 13 Schlauchleitungen, so daß das Feuer bald eingedämmt und weitere Gefahr beseitigt werden konnte. Sieben Feuerwehrleute trugen durch mehrere während des Brandes erfolgende Explosionen zum Teil schwere Verletzungen davon. Die Tal eines Wahnsinnigen. Die Untersuchung der Explosionskatastrophe in Ba- tinaskele (Kroatien), die, wie gemeldet, acht Todesopfer forderte, hat ergeben, daß das Unglück durch die Tat eines Wahnsinnigen hervorgerufen wurde. Durch die Aussage des einzig überlebenden Arbeiters ist erwiesen, daß der Vorarbeiter i n einem Anfall von Geistesstörung unbemerkt von den anderen Arbeitern das Dynamit an den angeheizten Ofen gelegt hat. Fünf Todesopfer eines Flugzeugabsturzes. Ein französisches Flugzeug, besetzt mit zwei Unteroffizieren und drei Soldaten, ist bei einem Uebungs- sluge über dem Artillerie-Schießplatz von Bourges abgestürzt. Es löste sich plötzlich die eine Tragfläche des Flugzeugs. Die fünfköpfige Besatzung des Flugzeugs wurde auf der Stelle getötet. Die Bergung der Leichen mußte verschoben werden, da sich unter den Trümmern des Flugzeuges zwei noch nicht explodierte Bomben befanden und Gefahr bestand, daß diese bei den Bergungsarbeiten plötzlich explodieren würden. (Eine Familie von einem Perfonenzuge getötet. In der Nähe der ungarischen Stadt Hodjezö-Va- sarhely wurde auf einem Bahnübergang ein Wagen, auf dem eine fünftöpfige Farnilie von einer Hochzeitsfeierlichkeit heimfuhr, von einem Per- sonenzug erfaßt. Drei der Insassen des Wagens wurden getötet, ein vierter lebensgefährlich verletzt. Das fünfte Mitglied der Familie, ein siebenjähriges Mädchen, blieb unverletzt. Schierlingsgift. Die beiden Kinder des Landwirts Ianz in K l a r h o f (Ostpreußen) erhielten von einem befreundeten Knaben Wurzeln, die sie für Gemüse hielten und verzehrten. Unter schweren Dergiftungserscheinungen wurden sie in8 Krankenhaus eingeliefert, wo festgestellt wurde, daß sie Wasserschierling genossen hatten. Beide Kinder sind an den Folgen der Vergiftung gestorben. Drei Kinder durch Grudegase getötet. In Golbitz bei Halle sind die drei zwei bis sechs Jahre alten Kinder des Kutschers Ritsche, die die Mutter, als sie Einkäufe machte, eingeschlossen hatte, durch Grudegase getötet worden. Die Frau fand die Kinder bei ihrer Rückkehr tot auf. Zum Tode verurteilt. Der Schmiedegefelle Tietze wurde vom Schwur- aericht Glatz wegen Mordes, vorsätzlicher Brandstiftung und Diebstahls im Rückfalle zum Tode ver- urteilt, ferner zu sechs Jahren Zuchthaus und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebensdauer. Tietze war beschuldigt, in der Nacht zum 12. Januar in Teplirooda die Kaufmannswitwe Beblein ermordet und beraubt und dann das Haus in Brand gesteckt zu haben, um die Spuren des Mordes zu verwischen. Gautag des D. H. V. Der Gau Main—Weser im Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Derband hielt in Kreuznach den 26. Gautag der hessischen und hessen-nassan- ischen Kaufmannsgehilfen ab, der nach einer Reihe von Vorträgen zur Sozialpolitik eine Entschließung faßte, in der es u. a. heißt: Der Kaui- mannsgehilfentag fordert die grundsätzliche Aufrechterhaltung des gesetzlichen Schlichtungswesens in seinem heutigen Umfange, insbesondere der Verbindlicherklärung von Schiedssprüchen durch unabhängige Einzelschlichter. Die Beschränkung des Schlichtungswesens auf sogenannte lebenswichtige Betriebe und damit auf eine Minderheit der Arbeitnehmer wird abgelehnt. Es wird erwartet, daß die schon vor Jahren gemachten Vorschläge für die Errichtung tariflicher Schlichtungsstellen nunmehr durch Vereinbarungen zwischen den Tarifparteien ihre Verwirklichung finden. — Der Abbau der Sozialversicherung und ihr Ersatz durch Zwangssparkassen wird abgelehnt. Gestützt auf die guten Erfahrungen in der Krankenversicherung wird die berufsständische Selbstverwaltung auch in der Arbeitslosenversicherung durch Zulassung von Ersahkassen mindestens für die Angestelltenberufe gefordert, eine Beitragserhöhung wird entschieden abgelehnt. Für die Angestelltenversicherung wird Aufrechterhaltung ihrer vollen Selbständigkeit und weiterer Ausbau verlangt. Eine solche Steigerung ihrer Leistungen, die eine Aufzehrung des angesammelten Kapitalvermögens bedeutet, wird abgelehnt. — Die alsbaldige Verabschiedung des dem Reichstage vorliegenden Arbertsschutzgesetzentwur- f e s unter Beachtung der Abänderungsvorschläge des D. H. V. wird gefordert, insbesondere die Einführung der völligen Sonntagsruhe, des 5 Uhr Ladenschlusses am Weihnachtsheiligenabend, sowie die Möglichkeit, nach Zustimmung der maßgebenden Arbeitgeber- und Angestelltenorganisationen örtlich oder bezirklich auch den 6 älhrladenschluß verbindlich einzuführen. Die Anrechnung von Arbeitszeit als Arbeitsbereitschaft wird abgelehnt. — Der Ausbau der Handelsaufsicht wird gefordert. Die dafür erforderlichen Kräfte sollen aus den Kreisen der kaufmännischen Angestellten entnommen werden. Giftgas über Tokio. In einer Dorstadt von Tokio sind infolge des Ausströmens von Giftgas aus einer Armee- munitionsfabrif Tausende von Häusern unbewohnbar geworden. Todesfälle werden nicht ge- meldet, doch soll das Giftgas schwere Erkrankungen verursacht haben. Oie Wetterlage. 'A0 TO 55fr Ä= -Scydlst- Montag, 6.6. Mai 1929. 7" aDds. 7 OS» *• >8 - OWolkenlos.® neuer ® naio oedecm. @ wolkig. o oeoecki • Regen * Schnee a Graupeln » hebet "R neralkonservators der Kunstdenkmäler und Altertümer Bayerns und führte cs bis zu seinem, am 16. November 1897 erfolgten Tod Das Wandern durch die deutschen Gaue war ihm die Quelle zur Erkenntnis des Volkslebens gewesen: so wurde es ihm auch von 1871 ab ein Weg, sein Wissen weiteren Volkskreisen mitzuteilen: er wurde mit seinen rund 300 Vorträgen in den verschiedensten Städten der erste namhafte Vertreter des wissenschaftlichen Wanderoortrags. Die Bedeutung Riehls, dieses alle Lebenserscheinungen umfassenden Geistes, beruht heute vor allem darauf, daß man ihn neben seiner großen kulturgeschichtlichen Tätigkeit, oder besser: im Zusammenhang damit den „Begründer der deutschen Volkskunde" nennen darf. Es ist das Merkzeichen bahnbrechender Führer in der Wissenschaft, daß sie neue Forschungsweisen erschließen. Und darin liegt das Geniale bei ihm, daß er das getan hat. Er hat uns gelehrt, mitten im Volksleben die Kunde der Vergangenheit abzulauschen, Sitte und Seelenleben unseres Volkes für unsere geschichtliche Betrachtung zu verwerten und diese dadurch zu bereichern und zu vertiefen. Riehl wollte das gegenwärtige deutsche Volksleben verstehen: den heutigen Bauer, Bürger, Adeligen, Proletarier. Kulturgeschichte bildete für ihn zwar nicht das Ziel, aber „doch wesentliche Grundlage volkskundlicher Erkenntnis". Für ihn bedeutete Volkskunde — er selber hat: Naturgeschichte des Volkes gesagt — daß er zuerst das lebendige Volk, dann erst die gedruckten Quellen aufsuchen wollte. Mit feinstem Verständnis faßte er alle Lebensäußerungen der einzelnen Dolks- ftämme, der einzelnen Stände und ^Berufe, der einzelnen Landschaft — so daß man in übertragenem Sinn von einer individuellen Methode sprechen kann, die auf ein Allgemeines gerichtet ist — in sich auf, „um zuletzt", wie Professor Koch (Gießen) sagt, „alle Besonderheiten zusammenzufassen zu jenem reichen Gesamtbild, in dem „Volk" sich offenbart als das große Kunstwerk der Geschichte." Sein ganzes Wirken entspricht seinem Leben: ein Mann aus einem Guß, eine echt deutsche Persönlichkeit, deren Liebe zu seinem Volk vielleicht nichts besser ausdrückt als sein Losungswort für alle volkstümliche Wirksamkeit: „Für das Volk ist nur das Beste gut genug.“ Daten für Mittwoch, 8. Mai. Sonnenaufgang 4.20 Uhr, Sonnenuntergang 19.33 Uhr. — Mondaufgang 4.06 Uhr, Monduntergang 18.41 Uhr. n , 1429: Etnzug der Scanne d'Arc in Orleans: — 1794: der französische Chemiker Laurent Lavoisier in Paris gestorben (geboren 1743); — 1803: der Chemiker Justus Freiherr von Liebig in Darmstadt geboren (gestorben 1873). Gietzener Wochennrarrtpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Käse 10 Stuck 60 bis 1,40; Butter Pfund 1,80 bis 1,90; Matte 30 bis 35; Wirsing 20 bis 30; Weißkraut 20 bis 30; Rotkraut 20 bis 30; gelbe Rüben 20 bis 25; rote Rüben 20 bis 25; Spinat 30 bis 40; Spargel 90 bis 1,40; Unter-Kohlrabi 10 bis 12; Erbsen, neue grüne, 80; Feldsalat 1,50 bis 2,00; Tomaten 80 bis 1,20; Zwiebeln 20 bis 25; Meerrettich 50 bis 1,20; Schwarz- wurzeln 40 bis 80; Rhabarber 40 bis 50; Kartoffeln 6; Aepfel. ausl., 40 bis 80; Aepfel, inl., 30 bis 40; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 1,20 bis 1,30; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Russe 70 bis 80; Tauben Stück 80 bis 90; Eier 11 bis 12; Blumenkohl 70 bis 1,50; Salat 20 bis 40; Salatgurken 80 bis 1,00; Ober- Kohlrabi 50; Lauch 10 bis 20; Rettich 40 bis 60; Sellerie 20 bis 1,00; Radieschen Bund 20 bis 25; Kartoffeln Zentner 5,50. BornoLizen. — TageskalenderfürDienstag. Volks- Hochschule: Einführungsabende, Hörsaal 53, 2. Stock. — Heimatvereinigung „Schiffenberg": Versammlung, 6 Uhr nachmittags, im Hotel Köhler. — Electrola- Konzert in der Universitätsaula, 20 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Geliebte Sr. Hoheit". — Astoria-Lichtspiele: „Mit Pferd und Lasso". — Volkshochschule. Wir weisen auf die morgen (Mittwoch) beginnenden Kurse „Goethe" und „Schwererziehbare Kinder" an dieser Stelle nochmals hin. (Siehe heutige Anzeige.) ** Vandalismus in Personenzügen. 3n der letzten Zeit mehren sich die Fälle, daß in Personenzügen während der Fahrt Fensterscheiben zertrümmert, Vorhänge zerrissen und die Lederriemen an den Fenstern abgeschnitten werden. Es ist auffällig, daß sich diese Vorkommnisse in ganz bestimmten Zügen wiederholen. Die Eisenbahn läßt nunmehr diese Züge besonders überwachen. Die Täter müssen sich vergegenwärtigen, daß die Reichsbahn im Falle ihrer Feststellung strafrechtlich gegen sie vor- geht und sie auch zum Schadenersatz heranzieht. Das Publikum wird gebeten, bei Beobachtung solcher Fälle den nächsterreichbaren Babnbeamten zu benachrichtigÄi, damit dieser die Feststellung der Personalien vornehmen kann. ** Die Paratyphuserkrankungen in > unserer Stadt, über die wir kürzlich berichteten, haben sich seit jener Meldung erfeulicherweise nicht erheblich vermehrt. Seit einer Woche ist kein neuer Fall bekannt geworden. Insgesamt waren bisher 19 Personen als erkrankt gemeldet. Zum ■ Glück ist bis jetzt kein Todesfall zu verzeichnen. • Angesichts dieser Sachlage liegt zu einer Beunruhi- > gung der Bürgerscl)aft nicht der geringste Grund vor. •* EineSelbsthilfe-Notgemeinschaft stellenloser Kaufleute und technischer Angestellten, die schon seit langer Zeit ohne Stellung sind und zum Teil bereits aus der Erwerbslosenfürsorge ausgesteuert wurden bzw. unmittelbar vor der Aussteuerung stehen, hat sich hier gebildet, um ihren Mitgliedern durch Beschaffung von Erwerbsmöglichkeiten zu helfen. Die Rotgemcinschaft will damit erreichen, daß ihre Mitglieder nicht dem Wohlfahrtsamt zur Last fallen. In unserem heutigen Anzeigenteil ergeht ein Ausruf an die Bürgerschaft, in dem aufgefordert wird, die Selbsthilfe- Rotgemeinschaft durch Zuweisung von Aufträgen zu unterstützen. Wir empfehlen diesen Ausruf der Beachtung unserer Mitbürger aufs dringendste. Räheres in der Anzeige. ** Arbeitsjubiläen im Gaswerk. Am heutigen Dienstag, 7. Mai, kann der Ofengasarbeiter und Dampfkesselheizer Christoph Hoffmann aus Rödgen auf seine 40jährige Tätigkeit im städt. Gaswerk zurückblicken. Am morgigen Mittwoch, 8. Mai, kann der Installateur und Kassenbote Karl Hahn ebenfalls die Feier seiner 40jährigen Tätigkeit im Gaswerk begehen. Beide Iubilare erfreuen sich der größten Wertschätzung seitens ihrer Vorgesetzten und der Arbeitskollegen. Das hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, der Kreisdirektor des Kreises Gießen und Oberbürgermeister Dr. Keller namens der Stadtverwaltung zeichneten die Iubilave durch herzliche Glückwunschschreiben aus, die ihnen von dem Leiter des Gaswerks, Direktor S t e b i n g , überreicht wurden. •* Tragischer Tod beim Mittagessen. Gestern mittag kehrte ein alter Hand- werksbursche, der sich aus der Durchreise hier aufhielt und eine ihm nachgewiesene Arbeitsstelle annehmen wollte, vor Antritt des Postens in eine Gastwirtschaft im nordöstlichen Stadtteil ein, um sein Mittagessen zu sich zu nehmen. Während des Essens fiel der Gast plötzlich lautlos vom Stuhl und verschied auf der Stelle. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein rasches Ende bereitet. Der auf so jähe Weise verschiedene bedauernswerte Mann wurde von der Polizei als der 66jährige Hermann Schreibweiß aus Schwalbach (Kreis Wiesbaden) festgestellt. Die Leiche wurde nach dem Reuen FÄedhof verbracht. " Strauß-Konzert in Gießen. Am nächsten Samstagabend wird 3 oh a n n S t r au ß. der weltbetannte Meister aus der r. 2- Lener Kom-- ponistensamilie Strauß, mit seinem Orchester hier in der Volkshalle ein einmaliges Konzert geben. 3ohann Strauß hat es sich zur Aufgabe gemacht, anläßlich des Strauß-Festjahres 1929 als berufener Interpret die unvergänglichen Kompositionen seiner Familienvorgänger dem Publikum selbst vorzuführen. Heber die meisterhafte Art, wie er die Wiener Musik, die klassischen Operetten und Walzer herausbringt, liegen von der Kritik aller Städte des 3n- und Auslandes, die der 64jährige Meister mit seinem Orchester in den letzten Monaten auf einer großen Konzertreise besuchte, die glänzendsten Anerkennungen vor. Der Besuch des Orchesters in Gießen erfolgt in unmittelbarem Anschluß an große Konzerte der Kapelle in Holland. Wer sich einen Abend mit hervorragenden Darbietungen bester Wiener Musik verschaffen will, versäume den Besuch dieses Strauß-Konzertes nicht. Man beachte die Anzeigen. ** Freiwillige Sanitätskolonnen vorn Roten Kreuz. Arn Sonntag fand hier zum ersten Male eine Prüfung von Führern und Führeranwärtern der Freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz in der Provinz Oberhessen statt. Die Prüfungskommission bestand aus einem Vertreter des Landesvereins vom Roten Kreuz, dem Provinzialinspekteur und einem Kolonnenführer der Sanitätskolonnen des Roten Kreuzes. Es hatten sich 21 Prüflinge gemeldet, die schriftlich, mündlich und im Ordnungsdienst geprüft wurden und sämtlich bestanden. Von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in G i e ß e n waren zwölf Prüflinge, von denen drei die Zugführer- und neun die Gruppenführerprüfung be- standen. * Liturgische Arbeitsgemeinschaft f ü r H e s s e n. Vom 3. bis 5. 3uni hält in Bad- Rauheim die Liturgische Arbeitsgemeinschaft für Hessen ihre vierte Tagung ab. Als Vortragende sind u. a. gewonnen Professor D. Dr. Cordier- Gießen (Verwendung des Psalters im Gottesdienst), Professor H a u p t - Darmstadt und Professor Rudolf Koch-Offenbach (Reue kirchliche Kunst). Mit der Tagung ist eine Ausstellung neuerer kirchlicher Kunst verbunden. •• Der Verein ehemaliger Kavalleristen Gießen und Umgegend feierte am Sonntagnachmittag im Saale des Cafe Leib seine Standartenweihe. Der Saal war mit Fahnen usw. festlich geschmückt und bot so einen passenden Rahmen für die Feier. Rach drei Musikstücken brachte der Quartett-Verein Gießen unter Leitung von Fritz Leib den Chor „Volk und Heimat" mit Orchesterbegleitung wirkungsvoll zu Gehör. Hierauf begrüßte Landgerichtsrat Dr. W o d a e g e die Erschienenen namens des Vereins und betonte kurz die Zwecke und Ziele desselben: Pflege der Kameradschaft. Er wies sodann auf den Charakter der Veranstaltung als Tag der Standartenweihe hin und brachte im Anschluß daran einen kurzen Rückblick auf die Dienstzeit der Kavalleristen und die treue Pflichterfüllung in den harten 3ahren des Weltkrieges. Er gedachte ferner ht warmen Worten der gefallenen Kameraden und forderte zum Zusammenhalten der ehemaligen Kavalleristen in der jetzigen schweren Zeit aus. Er führte u. a. aus. daß es nicht nur Pflicht sei, im Rotfalle für das Vaterland zu sterben, sondern auch Aufgabe, für das Vaterland zu leben. Er schilderte die Folgen des Krieges und die Abtrennung von Elsaß und Polen und betonte die Rotwendigkeit der Wehrhaftigkeit Deutschlands, nicht um wieder einen Krieg zu sichren, sondern um sich im Rotfalle gegen fremde Eindringlinge zu schützen. Er schloß mit einem dreifachen „Hurra" auf das deutsche Vaterland, woran sich der gemeinsame Gesang des Deuffchlandliedes anschloß. Die Airs« fübrungen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen und durch auf der Bühne gestellte lebende Bilder wirkungsvoll ausgeschmückt. Sodann begann der Einmarsch der Fahnen der gelaßenen Vereine unter den Klängen des Marsches „Alte Kameraden", woran sich das Einbringen der zur Einweihung bestimmten Standarte durch 6 Ehrenjungfrauen in Kavalleristenuniformen an» schloß. Rachdem der Quartettverein ein weiteres Lied „Vesper" zu Gehör gebracht hatte, erfolgte die Weihe der von der Firma HiSgen in Lich gelieferten Standarte durch Pfarrer A u s f e l d, der der Hoffnung Ausdruck gab, daß die Standarte ein Symbol der Zusammengehörigkeit und echten Kameradschaftlichkeit sein möge unter dem Motto: „3n Treue fest, im Sturme treu“, daS der Verein auf die Standarte geschrieben hatte. Diese wurde sodann Friseurmeister Götz als Vorsitzenden des Vereins übergeben, der sie an den Standarten träger weitergab. Sodann überbrachten die Beauftragten der gelaßenen Vereine ANZEIGEN für die Tagesnummer des Gießener Anzeigers werden zweckmäßig am Nachmittag vorher aufgegeben. Nac . 9 Uhr vormittags kann die Aufnahme der Anzeigen auch in Ausnahme- fällr nicht gewährleistet werden! VERLAG DES GIESSENER ANZEIGERS । Glückwünsche und zum Teil Fahnennägel und eine Fahnenschleife. Es sprachen Abgeordnete: des Vereins der Leibdragoner, der Arbeitsgemeinschaft der Militärvereine, des Artillerievereins Gießen, der Leibgardisten (115), des Schützenvereins Gießen, des Vereins ehern. 116er, des Kutschervereins Gießen, des Eisenbahnfahrbeamtenvereins Gießen, des Kavallerievereins Limburg, des Reitervereins Dillenburg und des Quartettvereins Gießen. Friseurmeister Götz dankte den Vereinen. Hierauf folgten noch mehrere Gesangs- und Musikvorträge. Abends fand nach einigen Musikvorträgen und lebenden Bildern ein gutbesuchter Ball statt. Der musikalische Teil der gesamten Veranstaltung lag in Händen der Kapelle Topp, die ihre Aufgabe in bester Weise löste. Berliner Börse. Berlin, 7. Mai. (WTD.-Funkspruch.) 3m heutigen Frühverkehr ist noch nichts zu hören. Man taxiert bei weiter freundlichem Grundton gestrige Abendkurse, ist aber in Erwartung neuer Pariser Rachrichten etwas zurückhaltender, zumal die Börse gestern ziemlich viel übrig behalten zu haben scheint. Am Devisenmarkt hört man London-Paris 124.16, London-Mailand 92.61, London-Spanien 34.15 zu 34.20, London- Kabel 4.8525 zu 4.8530, London-Derlin 20.4625. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Ahr. Samstag nachmittag geschloffen. Für unverlangt eingesandle IHanufftlpU ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gemahl übernommen. Anzeigenaufträge sind lediglich an dit Geschäfts st eile zu richten. 4WWV S&Kavu-vw OTU S&xax ailnlw. Aber KAISER ßorrix muß es sein in den bekannten raten Originalpackung. Überall erhättlichf 3m ZrWing reinigen Sie Blnt nnö SW indem Sie morgens und abends 1 bis 2 Herber« Kerne nehmen. Sie erhalten Herbex-Kerne schon in Hl engen von 30 Gramm in Avotoeken. 1460 D - | Vermietungen | 1 evtl. 2 leere Zimmer X. 15.Matz.vrm. „w Miiblftr. 33 I. Mietgesuche | Freundlich tnöbl. Zimmer gesucht von cinL solid. Dauermieier (Staufm.), möglichst Stadtmitte. Schrtitl. Angeb. m. Preis unt. 02842 a.b. Gletz.Anz. Gut möbl. Zimmer in Klintksnähe zu mieien^esuchr.PretS 30-40 Mk. Schrlsll. Angeb. unt. 02864 an den Gieß. Anz. erb. (lllllllllllllllllllllllllllllllllll Studentin der Philologie sucht Zimmer evtl, mit Pension, geg. Beauisichtigung von Schularbeiten d. Kinder. Schr.Ang. u. 02810 a. d.Gtz.Anz. ÜIIIIIIIIIIIIUIIHIIIIUIIIIIIIIU In ruhiger Lage bei guter Familie volle Pension gesucht. Angebote erbeten [02852 Ludwigstrane 59 J. Tel. 735. gesucht. 02857 Gebrüder Bar Marktstraße. Jüngerer Verkäufer MHHHtM« Tücht. 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Mai 1929 41220 8“ Ubr. 02853 4,080 Bahnhoi Brauniels 02832 Gießen (Liebigstr. 67), den 6. Mai 1929. 41370 4,310 Wahl). 4101D fahren. 4,060 U28al Stellengesuche || Kaufgesuche | Eberstadt, den 7. Mai 1929. 41400 UMMslkißkkW SK 317iHtur>hdn ü X m.iAhi 9 Wßr tm . einige Mittwoch, den 8. d. M., nachm. 2 Uhr, im gesucht 02837 Labnftr. 15 IIr, r. 41140 89,74 26,24 9,38 4,20 Verein der Tabak'Industriellen von Gießen und Umgegend e.V Der erste Vorsitzende: Schirmer, Kommerzienrat. aber 21 n« Der Geschäftsführer: v. Eisenhart. Wir verlieren in ihm einen wohlwollenden und gerechten Chef von edelster Gesinnung. Mit seinen reichen Erfahrungen war er uns stets ein Vorbild. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am 10. Mai, um 3 Uhr nachmittags, auf dem Alten Friedhof statt. Wir bitten herzlich, von Beileidsbesuchen absehen zu wollen. Am 6. Mai entschlief sanft nach schwerer Krankheit mein geliebter Mann, unser treuer Vater, Schwiegervater und Großvater Simmelfahrl- wanderung (Rucksackocrpslegung) 9lbfabrt6,?n.9ilebcr- roolflerrt mit Sonn- tagsk.nachMarburg. 4113D Der Verstand. £. Alihof Konkurs-Verwalier. stehend verzeichnetes Holz: Aichten-Langhol; N. la-Klasse 411 Stück, 77,71 fm kurz vor der Vollendung seines 70. Lebensjahres. Der Heimgegangene zählte zu den Gründern unseres Vereins, dem er seit dem Jahre 1907 ununterbrochen, angehörte und dessen Geschicke er auch während zweier Kriegsjahre als erster " Vorsitzender mit größter Umsicht und bestem Erfolge leitete. — In zahlreichen Kommissionen hat der Verstorbene, zuletzt als Schatzmeister unseres Verbandes, sein reiches Wissen und seine großen Erfahrungen in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Sein ritterlicher Sinn und seine vornehme Art des Denkens ließen ihn immer wieder, oft in humorvoller Weise, das richtige Wort zur rechten Zeit finden, um den mancherlei Nöten des Lebens zu begegnen. Den Vereins- mitgliedern war er stets ein liebenswürdiger und hochangesehener Kollege, seinen Beamten und Arbeitern ein gütiger und menschlich denkender Chef. Die Gießener Tabakindustriellen werden sein Andenken in hohen Ehren halten. Holzsubmission. Die Gemeinde Staufenberg verkauft auf dem Wege schriftlichen 2lngebots nach- Die Beerdigung findet Freitag, den 10. Mai, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Die Angestellten und Arbeiter der Firma Arnold Mueller G. m. b. H. Inhaber der Firma Arnold Mueller G.m.b. H. Zigarrenfabriken in Gießen Am Montag, dem 6. Mal, verschied nach längerer, schwerer Krankheit in einer hiesigen Klinik unser langjähriges und allverehrtes Mitglied Himmelfahrt wo gehen wir hk«??? ZumFri h Keßler auf dem Lumpenmannsbmnnen (Sr ist an der 12. Schneise Stein« bacher Straße. — Für 20 Pf kann man mit der Hessengesellschaft hin- Nnscre diesjährigen ordentlichen Haupt Versammlungen sind, nm Mittwoch, dem 15. Mai, abendv 8’/o Ubr im Kaufm. Bereinsbcmö statt. TageSardn. lt.Satzg. Tie Vorstände. gebot enthalten sein. ..ngebote sind bis zum Samstag, dem 11. Mai, nachmittags 2 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. Nähere Auskunft erteilt Förster Braun, Daubringen. Staufenberg, den 6. Mai 1929. Hessische Bürgermeisterei Staufenberg. hMcyer. Für billige Speisen u. Getränke ist gesorgt. Oer August mit seinem Jazz ist auch da. Für ein rechtes Vergnügen ist gesorgt! .'Restaurant zum Löwen, Aeuenweg 28, werden zu jedem annehmbaren Preise öffentlich versteigert: Zirka Z Zentner Oickwurzsamen,' , Zentner Zuckerrübensamcn u.Zentner Sommer- rübsen, bestens trocken gelagert und feinste Qualität. lb. 2a- 2b= 3a- Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sprechen wir allen auf diescmWege unseren innigsten Dank aus. Altbürgermeister Görlach und Kinder. Btornhaut, Schwielen und Warzen beseitigt schnell, sicher und unblutig KukiOoC aber ausdrücklich das neue Kukirol antiesdiein. denn Sie erhalten dann nii dem Garantieschein kostet 75 Pfg. eeklroiVerkeulsitalle: Kreuz-Drogerie, Bahnhofstraße 51. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen, ferner für die zahlreichen Blumcnspenden und trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sprechen wir hiermit unseren aufrichtigsten Dank aus. C. Wagner und Frnu Lnisc geb. Unsicher. Gießen, den 6. Mai 1929. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Julie Mueller geb. Schanzleh. Frische Landeier i zum Einlegen. Die (Sier stammen aus einer ooerheff. Mühle, in der die Hühner unbeschränkten Auslaufhaben Das Stück 0.13 Mk. 10 Stück 1.25 Mk. Irischeoberhefs.Taselbufter Richard Grünewald Äahnhofstraße27zFernsprecherl6Zl Sorzschriswerein von 1861 u. Lmnenoereill ..Gobelsverger".' 9. Mai 1929: Wimmel Wwamleniog Garbenteich-Kloner ArnSburn-Münzen- bern. Treffpunkt: 8ttbr Bahnhof. Abt. Am Himmelsahrttaa Jugendwanderung Badenburg HangeL stein. Abmarich9Ubr von d. Unterführung Rodheimer Stratze. lGäste willkommen.» Sonntag, 12. Mai Balduinstein—Geilnau — Holzappel — Gcibbachial-Goethe- vunkl-Lbernhof. 5 Std^ Abfahrt 5.13 Uhr. SonntagSkartc Weilburg. (4116D 262 42 9 3 Weytnoulhskiesern-Slämme. la=StIaffe 3 Stück, 0,44 km 2a= „ 1 „ 0,72 „ 2b- „ 2 . „ 1,63 „ Das Holz ist mit Rinde gemessen, entrindet. Der Schalerlohn muß im riMsa mit 2-5Morg. 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Vielleicht der Staatsrat, vielleicht irgendein Fremder. 3n dem Zug, der durch den Raum ging, flatterte das Bild auf den Tisch. Die Tür öffnete sich von neuem; ein Diener trat ein, mit Biskuiten. Schweigend saßen die drei nebeneinander. „Ähr Wohl!" sagte Marcelle und hob das Glas. Mit einem schrägen Blick sah sie auf die beiden. Das Bild lag vor Linda auf dem Tisch. Wenn sie den Kopf wandte, muhte es ihr in die Augen fallen; das Bild und der ominöse Ramenszug: „Fedor Sokoloff". Linda machte eine Bewegung zur Rechten; im gleichen Augenblick bedeckte ihr Arm die Photographie. Sie sah zärtlich auf Fedor, bann, in der höflichen Absicht, auch Marcelle ins Gespräch zu ziehen, wandte sie sich zur Linken. Das Bild lag frei vor ihr auf dem Tisch. Der Diener präsentierte Zigaretten; Sokoloff öffnete die „Queen"-Schachtel. — Der Diener griff nach dem elektrischen Feuerzeug an der Wand und nahm einen Aschbecher vomRebentisch. Marcelle wandte den Kopf. Der Aschbecher stand auf dem Bild. »Lassen Sie die Zigaretten hier," sagte Marcelle; sie bot Linda an; Linda schüttelte dankend den Kops. Marcelle nahm eine Zigarette; höflich bot Sokoloff das Feuerzeug. „Wollen Sie die Güte haben, mir den Aschenbecher zu reichen?" „Bitte." Er nahm die Kristallschale herüber. Wieder lag das Bild frei. Unausgesetzt blickte Marcelle auf Linda. Sokoloff sah lächelnd vor sich nieder, als ob ihn dieser ganze erbitterte, schweigende Kampf nicht interessiere. Als ob nicht dieses kleine Blatt Papier, daS zwischen diesen beiden Frauen auf dem Tische lag, fein Schicksal bedeutete. Plötzlich spürte Marcelle, wie sie die Rerven verlor. „Was ist das für ein Bild?" fragte sie mit heiserer Stimme. Linda wandte sich mit lässiger Reugier $ur Seite — mit der Bewegung ihres Armes ft reifte sie das Bild vom Tisch, das flatternd, die Bildseite nach unten, auf den Boden fiel. Linda sah verständnislos auf Sokoloff, sie sah fragend auf Marcelle; Marcelle erhob sich, ging um den Tisch herum, bückte sich und nahm das Bild auf. „Ihr Bild?" fragte Linda erstaunt, indem sie sich zu Sokoloff wandte. Marcelle legte die Photographie in das Helle Licht der maurischen Ampel. Sie sah gespannt auf den Ramenszug, der quer über das Bild lief. Auch Linda hatte ihn erblickt. Sie nahm das Bild in die Hand und schüttelte den Kopf. Der Ramenszug hatte sich in der Feuchtigkeit des verschütteten Sekts aufgelöst. Er war unleserlich geworden. Marcelle sah auf das Bild; ihr Blick lief hinüber zu Linda, heftete sich mit einem finsteren Lächeln auf ihre Züge, auf ihr blondes Haar, auf dem der funkelnde Widerschein der bunten Ampel spielte; sie sah das glückliche und sieghafte Lächeln der Liebe in ihrem Gesicht — und sie blickte hinüber zu Fedor Sokoloff, der ihr aufmerksam, mit einem freundlichen, ein wenig müden Interessse entgegensah. Ihr Lächeln verstärkte sich. Sie hörte den Schritt irgendeines Ankömmlings, der vor der Tür stockte. Sie wußte, daß im nächsten Augenblick irgend etwas Entscheidendes geschehen würde, was dieses gleichgültige und spöttische Glimmen in Sokolofss Augen verschwinden machen würde. Sie wandte den Kops zur Tür. Alle wandten den Kopf zur Tür. Es war der Hausherr. Der Staatsrat Krenh. Er machte eine entschuldigende Verbeugung gegen die Damen und sagte, schläfrig auf Sokoloff blinzelnd: „Eine Dame wartet draußen. Sie möchte Sie in einer eiligen Angelegenheit sprechen." Sokoloff erhob sich in feiner gelassenen Art; jede seiner Handlungen wirkte, als ob er den anderen eine Gefälligkeit erweise. Die beiden Herren gingen hinaus; die Tür schloß sich hinter ihnen; die Frauen blieben allein. „Er ist ein interessanter Mann. Richt wahr?" fragte Marcelle. Linda nickte; sie spürte aus der Stimme, aus dem Blick der andern, das Vibrieren der Eifersucht „Er ist nicht nur interessant. Er ist auch schön," fuhr Marcelle fort. „Es gibt wenig Männer, bie bas eine und zugleich bas andere sind." „Gewiß," sagte Linoa höflich, sie empfand dies Gespräch wie ein körperliches Unbehagen. „Er hat Glück bei Frauen." Marcelle nahm lächelnd bas feuchte Dilb vom Tisch unb knüllte es zusammen. „Die Dame, zu der er jetzt geht, lehrer Gengnagel mit. In seiner Ansprache an bie Junggesellen betonte der Vorsitzende, daß auch die Gesellenzeit noch ber Weiterbildung und Vervollkommnung im Berufe bienen müsse, denn nur ein tüchtiger, praktisch und theoretisch ausgebildeter Handwerker sei imstande, unter den jetzigen schmierigen wirtschaftlichen Verhältnissen sich später als Meister in seinem Berufe selbständig zu machen und sein Auskommen zu finden. Im Namen des Gemerbeoereins richtete der Vorsitzende, Schlosser- meister Heinrich Schmidt, ebenfalls beherzigende Worte an die Prüflinge. Mit Handschlag und Geloben treuer Pflichterfüllung seitens der Junggesellen überreichte der Vorsitzende des Prüfungsausschusses die Gesellenbriefe. s. Utphe, 6. Mai. Eine auffallende Erscheinung ist es, daß hier sowohl, wie in der Umgebung allgemein über äußerst geringe Brutergebnisse bei der Gänsezucht geklagt wird. So haben zwei hiesige Landwirte aus vierzehn bzw. zehn Eiern nur je e i n Gänschen erhalten. Eine andere Gans hat ein Gelege von vierzehn Eiern gänzlich verdrillet. Bei den übrigen liegen die Ergebnisse häufig um 50 v. H. Diese Erscheinung ist „ wohl auch auf bie außergewöhnliche Kälte zurückzuführen. Infolgedessen stiegen in unserer Gegend die Preise für junge Gänse in kurzer Zeit von 1,40 auf 2 Mark. Irn übrigen steht bie Gänsezucht hier auf hoher Stufe. Die Gemeinde hält einen Gänsehirten unb hat unter nicht geringem Ko- stenauswanb eine große umzäunte Gänseweibe mit Wasserplatz Herrichten lassen. Kreis Alsfeld. Alsfelb, 6. Mai. Am Sonntagvormittag fanb die Einweihung des im Hofe der hiesigen Oberrealschule errichteten Ehrenmals für die gefallenen Lehrer und Sch ü- ler ber Alsfelber Oberrealschule statt, unter zahlreicher Beteiligung ehemaliger Schüler bet Anstalt unb ber hiesigen Bevölkerung. Rach einleitenben Musik- unb Gesangsvorträgen hielt der Vorsitzende des Vereins ehemaliger Alsfelder Real- unb Oberrealschüler, Bürgermeister a. D. Frank, Alsselb, bie tief empfundene Gebächtnisrede, die in ein Hoch auf bas deutsche Vaterland mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandsliebes ausklang. Als- bann wurde das Denkmal enthüllt, worauf die Geistlichen der beiden christlichen Konfessionen, sowie der Lehrer ber israelitischen Religionsgemeinde in entsprechenden Ansprachen die Bedeutung der Feier und des Tages würdigten. Bürgermeister Dr. V ö l s i n g nahm das Ehrenmal in Schutz und Obhut der Stadt Alsfeld, wobei er in zu Herzen gehenden Worten ber gefallenen Lehrer unb der jungen Helden gedachte, sie als ein Vorbild treuester Pflichterfüllung unb als ein leuchtendes Vorbild für bie kommenden Geschlechter bezeichnete. Das neu geschaffene Ehrenmal sei ein Zeichen echter, deutscher Kameradschaft. Darauf folgten Kranzniederlegungen durch den Vorsitzenden des Vereins ehemaliger Alsfelder Realschüler unb Oberrealschüler, Bürgermeister a. D. Frank, sowie für die Stadt Alsselb durch Bürgermeister Dr. V ö I * fing unb namens der Oberrealschule durch deren Direktor, Dr. Hainer. Der gemeinsame Gesang des Liedes „Ich halt' einen Kameraden" bildete den Schluß ber recht stimmungsvollen; unb würdig verlaufenen Feier. Das Denkmal ist von dem bekannten oberhessischen Künstler A r - nolb in Allenborf a. b. Lba in Muschelkalk ausgeführt unb zeigt eine schlichte, sehr eindringlich wirkende architektonische Gestaltung in Form einer Gruppe in den Krieg hinausziehender Jünglinge unb Männer in großen Relieffiguren. Don dem Lehrerkollegium sind drei Mitglieder im Weltkriege gefallen, von 33 Schülern der Anstalt sind 13 auf dem Felde der Ehre geblieben. Abends fand im „Deutschen Hause" ein zwangloses geselliges Zusammensein der ehemaligen Schüler der Anstalt statt. Starkenburg. WER. O s s e n b a ch a. W., 6. Mai. Montagnachmittag geriet eine junge Radfahrerin namens Gertrud Reiter in der Straße der Republik zwischen einen Lastwagen einer Vilbeler Firma, ber mit Ziegelsteinen belaben war, unb den Bürgersteig. Durch irgendwelche Umstände muß die Radfahrerin zu Fall gekommen sein. Sie wurde dabei von einem Hinterrad des Anhängerwagens über den Ko pf gefahren, so daß der Tod des Mädchens auf ber Stelle eintrat. Preußen. Oer 4000fte Student an der Ltmversität Marburg. WSN. Marburg, 6. Mai. Heule morgen hat sich der 4 0 0 0. S t u d e n t der Unioerfität Marburg immatrikulieren lassen. Es handelt sich um den Studenten P i t r o ch aus Dinslaken. Die Zahl von 4000 Studenten bedeutet 1000 mehr als im vorigen Jahr. Dillkreis. WSR. Dillenburg, 6. Mai. Innerhalb kurzer Zeit ist das Dors B r e i t s ch e i d zum drittenmal von einem großen Brand heimgesucht worden. Gestern nachmittag wurde das Anwesen ber Kriegerwitwe Dienst burch ein Groß- feuer bis auf bie ©runbmauern zerstört. Auch bie am Wohnhaus stehenbe Scheune brannte vollständig nieder. Rur mit äußerster Mühe konnten Vieh unb Inventar gerettet werden. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 6. Mai. Heute morgen gegen 8 Uhr wollte sich ber Sohn des Bad Homburger Fischhändlers Pfaffenbach nach seiner Frankfurter Arbeitsstelle begeben. Am Bonameser Berg versuchte er mit seinem schweren Motorrad einen vor ihm fahrenden Kraftwagen zu überholen. In rasender Fahrt geriet er in eine unebene Stelle des dortigen schlechten Stratzenpflasters, stürzte und überschlug sich mehrmals. Mit schweren Schädelverletzungen wurde er in ein Frankfurter Krankenhaus verbracht, wo er gestorben ist. — In der letzten Zeit wurden wieder eine ganze Reihe Wohnungseinbrüche in Parterrewohnungen ausgeführt, bei denen den Einbrechern beträchtliche Bargeldbeträge in die Hände gefallen sind. Die Einbrecher sind fast immer von ber Gartenober Hofseite der Häuser in offenstehende Fenster eingestiegen. In vielen Fällen haben sie aber auch mit einem Glasschneider die Fensterscheiben angerissen und bann eingeschlagen. Äon der Kriegsgräberfürsorge. Das Maihesl ber „Kriegsgräberfürsorge" bringt einen eindrucksvollen Ueberblick über bie bieS- jährige Feier des Volkstrauertages im Auslande. Es gibt jetzt wohl kaum noch eine deutsche Gemeinde, in der nicht in irgendeiner Form der Tag gefeiert wird. In Oesterreich und Ungarn, in Rumänien und Siebenbürgen, in Jugoslawien, in der Schweiz, in Italien, Spanien und Portugal, in Frankreich, Belgien, Dänemark, Rußland, Rordamerika, Argentinien, Aegypten, Palästina, Afrika, Japan, China und wo überall Deutsche leben und wirken, ist der Volks tr auer t ag Künder von deutscher Treue, deutschem Glauben unb ber Einigkeit beutschen Gefühlslebens. Der Bolkslrauertag Hal es vermocht, bie Verbundenheit der Deutschen im Auslande mit ihrem Dalerlande wieder h:rzusteilen und ein starkes, geistiges Band zu schlingen um alles, was deutsch fühlt und denkt. Er hat auch diejenigen, die ihrem Volke zweifelnd gegenüberftan- ben, von neuem an bie unversiegbare Kraft ber Heimat glauben gelehrt! wartet schon seit fast einer Stunbe auf eine Gelegenheit, mit ihm zu sprechen." Unruhig werbend sagte Linda: „Ich begreife die Dame nicht ganz. Sie hatte schließlich genug Möglichkeiten...“ Marcelle schüttelte den Kopf. „Es ist keine Dame der Gesellschaft. Sie ist hübsch unb jung. Zweifellos ist sie hübsch unb jung. Vielleicht ist sie eine Schönheit. Aber sie ist sicher keine mondäne Schönheit. Sie sieht aus, wie man sich etwa eine schöne junge Geliebte vorstelll." Linda fühlte, wie die Unruhe in ihr wuchs. „Ihre Sehnsucht muh sehr groß gewesen sein." „Ja," sagte Marcelle freundlich. „Wissen Sie, welchen Eindruck ich habe? Ich nehme an, daß sie feine Freundin ist: bah sie ihn auf einige Stunben beurlaubt hat, und bah sie gekommen ist, ihn zu holen, weil er seinen Urlaub überschritten Hal." „So, so," murmelte Linda und sah der andern ins Gesicht. „Wollen Sie mich übrigens entschuldigen? Ich muh mich um Frau Sullivan kümmern. Sie wissen vielleicht von dem Unglück, das den Dampfer ,Eva Sullivan' betroffen hat? Ich fürchte, sie wird davon erfahren, wenn ich es nicht verhüte". Die Tür fiel hinter ihr ins Schloh; Linda blieb allein. Sie erhob sich; ihr Herz schlug wie rasend. Sie fühlte! dieses Warten auf ihn war unerträglich. Was wollte Marcelle Krenh mit ihrer Andeutung? Wer war diese Frau, bie sich bas Recht anmahte, ihn aus ihrer Gesellschaft fortzurufen? Sie muhte Gewißheit haben. Entschlossen riß sie die Tür auf und ging um das Halbrund des Saales zum Ausgang. Aus einer Ecke erschien eine verschlafene Zofe; sie lieh sich hastig den Mantel geben. Das Vestibül war leer, spärliches Licht flimmerte über der Freitreppe; offenbar dachte niemand an Aufbruch. Während die Glastüren pendelnd hinter ihr zusammenschlugen, sah sie plötzlich die beiden vor sich; ein Auto stoppte knirschend vor dem Portal. Die zwei traten aus dem Halbdunkel des herbstlichen Gartens in das helle Licht ber Anfahrtrampe. Eben öffnete er bie Tür des Autos; seine Begleiterin toanbte sich lächelnd zu ihm herum; sie sprach ein paar Worte. Linda starrte fassungslos mit fiebernden Augen auf die Frau, die dort, wenige Schritte von ihr, in den Wagen flieg. Cs war Marcelle Krenh. Der Schlag fiel hinter den beiden zu; augenblicklich zog der Wagen an. Ein zweites Auto tauchte ratternd im Rund des Kieswegs auf und hielt vor dem Portal; mit Erstaunen erkannte Linda ihren eigenen Wagen. „Run, Hansen?" „Ich bin eben antelephonierl worden," sagte er erklärend, „in der Garage. Ich solle sofort kommen." Einen Augenblick lang ging es ihr durch den Kopf: Wer mag telephoniert haben? Wer hat beobachtet, dah ich fortging? Welches Interesse halte er daran, mir den Wagen zu schicken? Aber eben verschwand das Auto dort vorn durch die erzene Parkpsorte, und sie sagte, erfüllt von furchtsamer und verzweifelter Hast: „Fahren Sie jenem Wagen nach!" Marcelle unb Fedor Sokoloff sahen schweigend im Halbdunkel des Fonds nebeneinander. Die Parkstraße war fast lichtlos; nur die beiden Strahlenbündel ber Scheinwerfer glitten auf dem feuchten Boden des blätterüberfäten Makadams leuchtend vor ihnen her. „Run?" fragte Sokoloff endlich. „Run?" fragte Marcelle zurück. „Ich muß fast annehmen," sagte er, an ihr vorüber ins Leere blickend, „dah du mich aus dem Hause gelockt hast, weil du mich von Frau Linda Andersen fort haben wolltest." Sie schürzte die Lippen. „Man hat Marsa Ermolieff wieder eingefangen," sagte sie langsam. Er fuhr mit einem Ruck herum. „Marsa ®rmo- lieff?“ wiederholte er betroffen. „Woher weißt du das?" Sie zuckte ungeduldig die Achseln. „Dah sie das Gericht nicht verlassen hatte, nicht verlassen haben konnte, stand von vornherein fest. Dah sie. im Hause sein muhte, stand außer Zweifel. Es war also nur eine Frage der Zeil. In Wahrheit: die Frage einer Stunde." Sokoloff blickte nervös zur Linken. Hinter den Fenstern tat sich schweigend eine dunkle Wasserfläche auf, überlagert von grauen Rebeln. „Der Sankt-Iörgens-See," sagte Marcelle. „Wohin fahren wir?" „Kannst du darüber im Zweifel sein?" Er zuckte bie Achseln. „Fast schien es, als wäre alles Suchen zwecklos. Als wäre Warfa Ermolieff dennoch aus bim Hause entkommen: trotz aller Wachen, trotz aller Mauern. Dann kam jemand, irgendein übereifriger Beamter, auf Öen Gedanken, in der Wohnung des Heizers zu suchen. Die anderen protestierten; der Heizer selbst schien tödlich beleidigt. Aber man suchte. Und man fand. In ber Kellerwohnung des Heizers hat man sie gefunden." „Und was wird mit ihrer Schwester?" „Ich fürchte, man wird sie vor Gericht stellen. Auf alle Fälle hat die Verhandlung gegen Maria Ermolieff aufs neue begonnen; der Präsident ist entschlossen, den Prozeß in dieser Rächt zu Ende zu führen." „Wohin fahren wir?" fragte Sokoloff verbissen. (Fortsetzung folgt.) rg. I von 4000 'gen Jahr. I hon Ci." 'halb für- ij dritten, ^gesucht Unwesen Droh. tot Auch tonte boll, h« tonnten Bat Heule Lohn des fsenbach e. begeben, mt seinem ihm sah« rasen- 'ne Stelle it in ein >0 er geil tourten >nungs- jnunjen m betracht, -sollen sind, p.r ©arten« hende Fen. haben sie )ie Fenster« «lagen. sorge. arge" bringt : die dies- iageS im . noch eine irgendeiner sterreich und nbürgen, in fallen, Epa« »lgien, Däne« Argentinien, , China uirt> M ist der on beut* iben und Gefühls' eS vrmocht, ,m Auslande eilen und ein n um alles, jat auch die* egenüberßan* re Äiafi der eben,“ sagte solle sosort )t durch den a? Wer Hal B Interesse Mn? Mr )rn durch die erfüllt von «enschtE^ nnanber- r die beiden Ilten ich °°» ** M^'^derev Die Jacht8 Aokoloss S •* ,Sa6 s>°^ <*5 fW** hinter den unlte*^ liebeln. J Elektr. Staubsauger aller führenden Firmen werden jederzeit vorgeführt bei Rudolf Rüdiger ■? Gießen, Walltorstraße 35 GasheÄe nur bewährte Marken. Sparsam, ffer Gasverbrauch. 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Berlin 6- Mai weid Brief Frcmzoii'che Noten..... iTTTS FeTSTS Holländische Noten...... 169.16 169,84 Atalienischc Noten...... 22,13 22,21 Norwegischc Noten...... Deutsch Ocsterr.5,00 Kronen 11208 112,52 59.06 59,30 Rumänische Noten...... 2.51 2,53 Ichwedtschc Noten...... 112.38 113.82 Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 81,17 60.62 81.49 60.86 12.48 12.54 Ungarische Noten...... 73.20 73.50 Rranffurt a. M. Berlin Sc&luB- Kurs l Uhr- Kurs Stfilufe. .Simona- Kurs Kurs Datum 6- 5- 7-5. 6 5- 7 5. 034 Di. vicichranleihe v. töL, . Tt. Anll-Ablös^Schuld mit Slut 87.25 — 87,5 — los.-Rcchtrn 51,9 52,13 52.1 $e#ßL ohne Aurios.-Rechlc . . . 7% Fran«. HNP^Bl. Goldps. um 10,4 10 10,4 10 kündbar 1933 *'A% Rheinische Hyp^vank Llau-> Soldpj........ 6 C.®. abg. Borkrtcgl-Lbligaiion.. 88 _ — _ 75,65 — — — rückzahlbar 1933 87,75 — — 4% Schweiz. Bunvclb.-Lnl.. 101,5 — — 4% Oelieneichische Goldrto.. . - 30,25 — — 4.20% Gelten, (süberrte. . — — —- — 4% Oesterreich. etaljekL Rle 1,9 .— — 4% Ungarische Goldrte..... 23,75 — 23.65 23.6 4% Ungarische Staatir. v. 1910 20,65 —- 4V,% Be4flL von 1913 . - 22 — — 1 4% Ungarische Äronentie.. 1.9 1.9 —- 4% Türk. Zollanleihe v. 1911 - - 4% Türkische Bagdadbahn-Anl.. 9,3 — 9 — Serie I 9 — 9 .— 4% deSgl. Serie 11..... 4% RumLnen couvert. Rle. . - - 8,75 8.9 — 8 _ — — 4’ '3% Rumänen (BoIbanL von 1913 16,5 16,8 Frankfurt a. M. Berlin LchIuh-> Cuti 1 bUtir- Kurs S»1'i8-1Ansarig Kl;r-l Kurs Dalum 6.5. | 75. 6.5- 75. PYUrpo.vol^mann..... Heidelberger Cement .... 10 116 > 147,5 ! — 115 115.5 . 8 \il\ — — •— Wayß 4 Freitag...... 10 126 ! 127.25 126,75 — Schultbeir Patzcnhofer . . . 15 — ' 301 299 CfUuerfc......... 12 —— — 246.4 242.5 Ber. Glanzvoll...... 18 445 —— 445,75 442,75 1 ■ —— — 348 Hellstoss Waldhos..... 12 258.75 257 258 356 Zellftoss Sllchassenburg . . . Charlottenburger Wasser . . 12 189.75 — 188.5 —— . 1 d— —— 112,75 112.5 / - 209 55,13 209.5 55.25 Daimler Motoren..... . 0 56,25 55,5 Deutsche Maschinenfabrik . . 0 —’ 1 — 51,25 51,5 Sldlerwcrke Klever..... . 5 50 — 50 49,5 ffranksuri a.M. Berlin -Schluß.! l-Uh» Schluß. Anfang Kurs | Kurs Kurs Kur« Datum 6- 5. 7.5. 65. 7- 5. ........... . v 173.5 172 172.65 172 . 9 218 218 218,5 217.75 EIckir. Lieserungen..... 10 —— 159 157 Licht und Kraft...... 10 211.5 213 212.25 230 Reiten & ©uiUcaiitre. . . . f. 144 — 143.5 142.25 Ges. s. EIckir. Untern,. ... 10 226,5 — 227 225,5 Hamb. Elektr. Werke .... 10 —— —- 143 — Rhein. .............. e • —— 159 162.5 Schlei. Elektr........ 10 — — 192 189.25 . b 246,5 246 245,75 245 Siemens & Halske . • • • • 11 382 380.75 380 380.75 TranSradio . . ...... . d — — 147 — Lahmeper & Co. • . • • • • 10 166 165 165,5 —- Buderu» ... . 5 72,5 71,75 72 71 Deutsche Erdal ...... . 6 116 115 115,75 115.6 Ellener Steinlobfc • • • • • . 8 -- — 117.5 — Gelsenkirchener . . . f- s, 3- 4 130,5 — 131,5 131.4 Satpener......... . 6 134 —— 134.75 133,75 Voesch Eisen. ....... . 8 — — 121 120,75 . 8 215 —— 213,75 — 104 103,75 104.75 102,6 — —- 119,5 118,5 Mann ermann ....... . 8 117.25 117,5 117.9 117 129 — 130 128,75 t derschles. Eisend. Bedors. . . b — -- 83 83,25 Lverschles. Kottwerk" - . . . . 6 — 103,25 103,75 Vhöniz Bergbau . . . 5’,: 90,75 90 91 90 Rheinyche Braunkohlen. . . 10 286 286 285.75 287.75 Rhein stahl . . f.% Jahr 4'/r 119.5 118.75 119 117,75 Riebeck Montan...... 1 .. — — 146 Bereinigte Stahlw..... . r> 94 — 93,75 Ltavi Minen . ...... 2sl — —— 67 66.25 Kali Aschersleben . . . . IC 246,65 238 246.25 237.75 8all Westeregeln...... 10 252,75 245 253 243 Kaliwerk SaHdctsurH . . • Id 392 330 391 380 3- ®. tzarben-Induitrle . . * 11 251,65 i 250,9 252 250.75 Dynamit Nobel ...... . L 1 118 117,6 Scheideanstal! . ...... 169,25 Goldschmidt . ...... . 1 84.5 84 83.75 Rülgeritnede . ...... • 91 1 90.25 91 90 Melallgeielllchast. . . . . . 11 131,25 129 131 128 6. Mai 7. Mai Ärmliche Dotierung Meld । Tric» Amtllchc Notierung fflctb 1 Brick rlnm 169,38 169.72 169,26 169,60 Brren 1,771 1.775 1.772 1.776 Brss.Äntw- 58,50 58.62 58.46 58,58 Chrtsticuna - 112,35 112.57 112,29 112.51 Aovenbafltn 112,31 112,53 112,01 112.45 SicnSolm • 112.59 112.81 112,51 112.73 • HeEngforS. 10,592 10.612 10,585 10,604 Italien. - - 22,075 22,115 22,065 22,105 London - - - 20,444 20.484 20,432 20.472 Neupork . . 4.213 4,221 4,2105 4,2185 Pari? ... 16.165 16,505 16.455 16.495 Schwei, . - 81.17 60,17 81,33 81.115 81.275 SDanen . GO. 29 59,69 59.81 Hapern - . - 1.888 1.892 1.885 1,889 Rio do-Fon. 0.502 0.504 0,502 0.504 Wien in D. Ceft- obgest 59.17 59.29 59,135 59,255 Prag - . - - 12,463 12.483 12,461 12,481 Belgrad . • 7,407 7,421 7.407 7,421 Budapest - . 73.37 73,51 73,41 73,35 vulgarrr» 3.047 3,053 3,044 3.050 Lissabon 18.88 18,92 18,88 16,92 Taruig. . - Äonftcntm. 81,76 81.92 81,66 81,82 2.058 2,062 2,060 2.064 Silben. . 5.455 5,465 5,455 5,465 Tanaka 4.182 4,190 4,183 4.191 Urnünap. . 4,076 20.965 4,084 4,076 4,084 Tatro - . 21.005 20,955 20,995