•tew hat i« a., genheit n,t 6i^5; S‘^«n WÄn, für *W> zu üb^ Wur‘ , tnat ein«, seiner Jfatt toutbe von Seife W sich an Jjfg tn einer 01 6*eCe unterge Mren GefängnL- S ledvch nach Laae TeLchcungs- lr®Wli6 tut» Ui isgmah geladener a einmal einer ge< lge geleistet hatte, A Me borge« alchen Falle immer Huldigt und gestän« angeeianet zu ha« -egentlich eines Zu« Radfahrer verloren 'n einem früheren Die auf einer aus« litatbeiter ein Paar Metrag enwenüel betrag unterfchlagen arauf, daß er bad eine andere Liech- Ligellagte nur zu i Wochen verurteilt, fester Arbeit steht >n fünf Jahren des Mastig. Als 6v ' ?TUIIDIQCCrAlCl)UM ’J'OU #■ b- im Leiter des spat« irdenen PhilhMw^ t enltoiddle sich i™ rusilal'schen cfo-en? Shv-lt TrÄ «rs ■ vernachlasM^. » 4 4 168.« Ä Ä Ä 6$,»i ”<95 15,4» L 38 4\.& *«jS iS 1:4 it, a.N 111.8; Ä iU30 l.l.lb Lil 4,(116 4* lb .44 66.6" 1,111 e> 59,115 *46‘ »«H ,«t u>.5 »V* iW A J» ,1L6 l,i 59.4 iu«s 114.44 (|2,bJ l#.«g n),44» 1,2* 163? «l.°K 66,-0 1.18; Nr. 52 Erstes Blatt 179. Jahrgang Donnerstag, 7. gebrnar 1929 CEr|^etxttfigli<^,au6tt Seimtag» unb Feiertag». Beilage« Die Illustrierte Gießener Familien blätter Heimat im Bild Dir Scholle. Bt$ugsprds sürrwochen: 1 ReichrmarK und 15 ^c'Asptenntg für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerNummene infolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlüsser 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Hrauksuttam Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Vrvck«ildVerla-: vrühl'sche UmversitStr-Vvch. «n- Zteindruckerel «.Lanze in Sietzen. Schristleitunz und Geschäftsstelle: Zchulftratzer. Annahme von Lnzelaen für die Tagesnummer ois zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- blamcanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°,o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Dietzen. Der Reichstag stimmt dem Kellogg-pakt zu. Berlin, 6. Febr. (03® 3) 3m Reichstag eröffnet Präsident Lobe die Sitzung mit folgender Ansprache: Heute vor 10 Jahren ist in Weimar die Deutsche Ratioaalversammlung eröffnet worden. Durch ihre Einberufung und Zusammensetzung hat sie dem deutschen Staate eine neue staatliche Gestaltung, di« demokratische und republikanische StaatSform gegeben. (Zwischenrufe recht- und bei den Kommunisten.) Die Frauen und Männer, di« damals in Weimar versammelt waren, haben gewußt, daß die Folgen deS Krieges, der Rrederlage und des Zusammenbruches die Existenz unseres Volke- auf- tiefste gefährden würden. Trotzdem haben sie sich sofort an die Arbeit gemacht, um die damals stark gefährdete deutsche Einheit zu retten. S>« haben dem Reich die neue freiheitliche Verfassung gegeben, und die lleberwin- dung der Blockade unb v'.eier anderer Schwierigkeiten ermöglicht, und die Aufgabe der Konsolidierung der deutschen Wirtschaft übernommen. Wir setzen, obgleich wir wissen, dah diese sch. ' ren Schäden noch nicht überwunden V- diese schwere Arbeit fort in der Gewißheit und Zuversicht, dah das deutsche Dvlk, politisch reif geworden, gewillt ist, sein Schicksal in der eigenen Hand zu gestalten und unser Land der Freiheit und sozia'en Gerechtigkeit zuzuführen. Während der Ansprache hatten sich die meisten Mitglieder der hinter der Regierung stehenden Parteien von den Sitzen erhoben. Don der Rechten und von den Kommunisten wurde der Präsident wiederholt durch Zwischenrufe unterbrochen. Am Schluß der Ansprache kamen Beifallskundgebungen von der Mehrh.it. während ein Kommunist rief: „Hier werden wohl Karnevals reden gehalten I" Präsident 2 6b« wandte sich daraus zu den Kommunisten mit den Worten: „3ch weiß, daß m diesem Hause Damen und Herren vorhanden sind, die di« Anschauungen der Mehrheit nicht teilen. Och möchte aber doch auf folgendes Hinweisen: Wäre der staatliche Wille der Herren von recht- durchgeführt worden, dann hätte man <5it (zu den Kommunisten) an die Wand gestellt. Wäre Ihr staatlicher Wrlle durchgeführt dann hätten Sie die Herren von rechts an di« Wand gestellt. Die Demokratie hat Ihnen un£> den anderen erst die staatsbürgerlichen Rechte gegeben. Vielleicht kommen wir sogar dazu, Herrn Trotzki da- freiheitliche Asyl zu geben. (Lebhafter Beifall bei der Dkehwheit.) Auf der Tagesordnung steht die zweite Be- uatimß deS Gesetzes zur Entlastung des Reichsgerichts. Der Ausschuß hat die Regierungsvorlage ab» gelehnt und statt dessen eine fune Vorlage beantragt. wonach das Revisionsgericht auch ohne Einverständnis der Parteien ohne mündliche Verhandlung entscheiden fantn, wenn nach Lage der Sache eine weitere Klärung der für die Entscheidung in Betracht kommenden RechtsfraMt durch die mündliche Verhandlung nicht zu erwarten ist. ReichsjustizmrM- ster Koch bezweifelt, dah die Ausschußvorlage aus reichen werde, den jetzt beim Reichsgericht bestehenden unerträglichen Zuständen ein Ende zu machen. Jetzt sei dort die ileber- lastung so groß, dah die Sachen ein Jahran- stehen. bis es zur ersten mündlichen Verhandlung kommt. Da der Ausschußentwurf immerhin eine kleine Verbesserung bringt, bitte die Reg e- rung um seine Annahme, behalte sich aber vor, m mrzer Zeit mit einer neuen Vorlage an den Reichstag heranzutreten. Die Ausschuhvvrlage wird ohne weitere Aussprache angenommen. Ls folgt die zweite Beratung des fieflogg- paktes zur Aechtung des Krieges. Der Auswärtige Ausschuß empfiehlt die An- nähme des Paktes mit einer Entschließung, in der die Reichsregierung aufgeforbert wird, das Iwkrafttreten des Paktes zum Anlaß zu nehmen, um auf Grund dieser neuen Garantie für die Eichaltung des Friedens bei den Regierungen der Vertragspartner und im Völkerbund auf ErfüllungderVerpflichtungzurall- (lemeinen Abrüstung sowie zum Ausbau der Möglich ketten, vorhandene und entstehende Gegensätze der Völkerinteresser.- und offerckundige älngerechLigkeiten auf friedlichem Wege zu beteiligen, mit allem Rachdruck hinzuwirken. In der 'Aussprache betonte Abg. v. Rheinbaben (D. Vp.). es komme weniger auf den Wortlaut des Paktes an als auf den Geist, in dem er durchgeführt werde. Das Mißverhältnis in der Rüstung der verschiedenen Länder sei aber mit dem Geist des Kellogg-Pakles unvereinbar. Entweder die Abrüstung werde auch von den Siegermächten durchgeführt, oder der Pakt bleibe eine leere Geste ohne praktische Bedeutung. Der Anspruch Deutschlands, die i m Osten durch die Friedensverttäge gegen Deutschland begangenen offenbaren plngerechttgkeiten mit friedlichen Mttteln zu beseitigen, wird von Polen beftritten. Wir stützen uns für diesen Anspruch auf den Kellogg'Palt. Wenn er mehr als ein Blatt Papier sein soll, bann kann es nicht so bleiben, daß Deutschland einseitig entwaffnet ist und fremde Besahurcgs- fruppen im Lande hat. Abg. Dr. B r e i t s ch e i d (Soz.) geht auf die Vorgeschichte des Paktes und die früheren Völkerbunds- beschlüsse ein. Nach den ersten Sätzen seiner Rede stellen die Kommunisten eine große Granate auf den Tisch des Hauses, und ein Kom« munist verliest von einem großen Plakat die Erläuterung: „Illegale Haubitzgranate, Modell 1929, Fabrikat Bochumer Stahlwerke!" Präsident Lobe weist darauf hin, daß Gegenstände auf den Tisch des Hauses nur mit Genehmigung des Präsidenten gelegt werden dürfen. Er ordnet bte Entfernung der Granate an. Abg. Dr. Breitscheid: Wir wissen genau, daß wir von der internationalen Abrüstung noch weit entfernt sind, daß vor allem die Rote Armee Sowjetrußlands mit den modernsten Kampfmitteln ausgerüstet ist. (Lärm bei den Kommunisten.) Wir empfinden es bitter, daß bei- nahe gleichzeitig mit dem Kellogapakt vorn ameri- konischen Senat eine neue Rüstungsvorlage beschlossen worden ist. Wenn die Kommunisten von Heuchelei reden, so vergessen sie, daß d i e Sowjetregierung mit großem E fer dafür gewirkt hat, daß Polen gleichzeitig mit Rußland diesen Pakt ratifiziert. Der Redner verliest dann unter lauten Hört>H"rt-Rufen der Mehrheit die Begrüßungsansprache ftal-nins an den neuen deutschen Bo'.scha'ler in Moskau, in der Kalinin den Kcllogg-Pakl als ein neues Mittel zur Sicherung des Friedens preist. Die russische Regierung, so fährt der Redner fort, scheint doch ein bißchen gescheiter zu sein als die deutschen Kommunisten. (Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Wir glauben auch nicht, dah die amerikanischen Kapitalisten plötz. lich Herzensva^ifisten geworden sind, aber sie haben erkannt, day Der Krieg heute für niemand mehr ein Geschäft ist. Sie wollen ihr Geld nicht einem Europa geben, das diese» Geld (n neuen Kriegen verpulvern will. Abg. S t ä ck e r (Komm.) erklärt, wenn btt So- wjetregierung einen Kriegsächtungspakt unter- zeichne, so fei das etwas ganz anderes, al» die Unterzeichnung durch die kapitalistischen Regie- rungen der übrigen Länder, die Rußland geflisient- lich von der Vorbereitung des Pottes ausgeschaltet hätten. Die Behauptung des Minister» Dr. Strefe» mann, daß Deutschland den Pakt ohne Dorbehatt unterzeichnet habe, sei unwahr. Stresemann habe schon in seiner ersten Rote den Vorbehalt gemacht, daß das Recht auf Selbstverteidigung durch den Pakt nicht angetastet werde. Der Redner erklärt weiter, die von den Kommunisten mitgebrachte Granate sei ihnen von kommunistischen Arbeitern als Beweis für die illegalen Rüstungsversuche der Bochumer Schwerindustrie übergeben worden. 2ll-g. Dr. Bredt (Wirtschp.): Was Kellogg zuerst wolle, war die bevußte lllmkehrung des Wortes von E aii^witz. dah be~ Krieg die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln sei. Rach Kellogg sollte der Krieg a's eine solche Fortsetzung ausgeschaltet sein. Daraus ist aus dem jetzigen Pakt «twas ganz anderes geworden, nämlich di« bloße Verurteilung des Angrifsskrieges. Damit ist keine große Reuerung geschaffen, denn auch das Dismarcksche Vertragssystem trug reinen defen- si--m Charakter. Dem fieUogg-paft fehlt die Macht, die seine Einhaltung sichert. Mir würden es begrüßen,, wenn Amerika mit seiner Macht sich über diesen vertrag stellen würde. Dabei benfen wir weniger an die amerikanischen Kreuzer, al» an die amerikanische Börsen- und ^immzmacht. Menn feder Staat wüßte, dah er diese Macht bei dec vertehuug des Kelloga-Paktes gegen sich hat, bann würde er wohl 5rieben halten. Abg. Dr. Haas (D.) begrüßt den Kcllogg-Pakt als einen Fortschritt. Wenn aber daraus keine Folgerungen gezogen werden, so hat seine Unterzeichnung keinen Zweck. Zu diesen Folgerungen nniß vor allem die schleunige Aufhebung der militärischen Besetzung deutschen Gebiets gehören. Dazu gehört weiter, daß endlich ein ernsthafter Anfang mit der internationalen A b - r ü st u n g gemacht wird. Schließlich müssen die Kriegsursachen beseitigt werden, die in der Mißhandlung nationaler Minderheiten und in der Aufrechterhaltung unmöglich gewordener Grenzen liegen. Trotz aller Verträge wird die Vermeidung von Kriegen un- möglich sein, solange nicht auf friedlichem Weg« gegen den Willen des Widerstrebenden eine Aen- Dsrung der Grenzen erzwungen werden kann. Darum muffen bte Dölkerbundspakre ausgebaut werden. Abg. Dr. Oberfohren (DnI.) gibt eine Erklärung ab, wonach die deutschnationale Fraktion bei aller Sympathie für die Sache des Friedens dem Vertrag nicht zu stimmen könne, da das besetzte Gebiet noch nicht geräumt, die Abrüstung bisher verweigert und der Pakt durch die Auslegungen der sogenannten Sieger- machte in wesentlichen Punkten ausgehöhlt sei. Der Redner begründet weiter eine Entschließung, wonach zugleich mit der Bekanntgabe der Ratifikation des Kellogg-Paktes den Signatarmächten mitgeteilt werden soll, daß Deutschland die These von der Kriegsschuld Deutschlands als hinfällig betrachte. Damit schließt die Aussprache. Der Kellogg- Pakt wird in zweiter Beratung angenommen. Die Entschließung der Deutschnationalen wird gegen die Antragsteller, die Rattonalsozialisten und die Chrlstlich-Rativnale Bauernpartei ab- gelehnt. In der nun folgenden dritten Beratung wttd der Kellogg-Pakl in namentllcher Abstimmung mit 287 gegen 127 Stimmen angenommen. Die AuLschuhentschliehung wird mtt großer Mehrheit angenommen. Donnerstag kleiner« Vorlagen und Arbettsschutz- gesetz- ______________ Das amerikanische Einwanderungsgeseh. Der Kamps um die Ursprungsklausel. Washington, 6. Febr. (WLD. Funkspruch.) Dcr Einwanderungsausschuß des Senats begann heute seine öffentlichen Sitzungen zur Anführung von Argumenten für und ge^en den Aufschub des Inkrafttretens der „11 r- sprungsklause l". Falls der Aufschub vom Ausschuß mcht öew I-igt wird, dürfen von Deut 1 cyland flau 51 227 ab 1. Juli nur 24 908, von England und Rordirland dagegen statt 34 007 60 894 Personen jährlich einwandern. In der Sitzung bezeichneten zwei Antragsteller die Ursprungsklautel als eine gegen Rordeuropa gerichtete Ausnahmebestimmung. während die Dertre- terin der patriottschen Frauenvereine für die alsbaldige Einführung der neuen Quoten eintrat, die auch von Senator Reed als der ursprünglichen Zusammensetzung der Bevölkerung Rordamerikas entsprechend bezeichnet würde. Er erklärte, es sei unbillig, daß man. wie es jetzt geschehe, mehr Deutsche als Engländer hereittlasse. Die weiterenVer^ nehmungen. die gegen den Wunsch des Vorsitzenden Senator Iohn^mu der baldige Annahme der wetteren Aufschub gewährenden Resolution des Senators Aye wünschte, vom Ausschuß mtt 5 ge^en 4 Stimmen beschlossen wurden, ftnden am Samstag und wahilcheinlich auch tn der nächsten Woche statt. Das Sentnim tritt aus der Regierung aus. Ein letzter Vermittlungsversuch des Reichskanzlers gescheitert. - Demissior des Min sters von Gu^rard. — Keine Krisis des Gesamtkabinetts. Des Reichskanzlers letzterDersuch Die KoalitionSbUdung „Zug um Zug". B e r H n, 6. Jebr. (VDA.) Der letzte versuch be» Reichskanzlers Müller, eine feste Regierung»- toatttlon $uflanbe}ubrlngen, wegen dessen die Aen- tmmsfraktlon be» Reichstage» ihre endgültige Entscheidung auf Mittwoch mittag vertagt hatte, be- \ staub tn einer Besprechung, die Müller mit den Vertrauensmännern der drei hinter der jetzigen Regierung stehenden Parteien im ftablnett, den Ministern Dr. Stresemann. Koch und von (Bnirarb heule vormittag hatte. Vie Besprechung bauerte bl» gegen 14 Uhr. wie im Reichstage verlautet, ging bet neue Vermlttlungsoor- schlag be» Reichskanzlers dahin, baß die Lösung im Reich unb in Preußen Zug um Zog oorge- | nommen werden soll, unb zwar derart, daß das Zentrum itn Reich jum Verkehrsministerium zunächst sofort noch bas Justizministerium erhalten würde. Dafür soll e» den A n - sprach der Deutschen Volkspartei auf zwei Mini st ersitze in Preußen anerkennen, unb der Vorsitzende der Zentrumspariei. Abg. ttaas, ist gebeten worden, auf die preußische Ientrumsfraktion mit seiner ganzen Autorität dahin einzuwirken, daß sie die Rcgierungsumdlldung in Preußen In Fluß bringt. Somit würde bann der letzte Zentrumsanspruch erfüllt werden, indem das Reichsmini st erium für die besetzten Gebiete automatisch mit einem Zenkrumsminister beseht wird. Das Ientrums-Mimatum. Dcr Borfchlag des Kanzlers unannehmbar Man wünscht keine Verpflichtung. Berlin, 6. Febr. (VDZ.) Die ZentrumS- fraktion des Reichstages trat am Mittwochnachmittag, nachdem der Frakttonsvorstand und der geschäftsführende Patteivorstand in mehrstündigen Besprechungen zu dem Vorschlag des Reichskanzlers Müller Stellung genommen hatten, zu einer Sitzung zusammen. Rach eingehender Besprechung kam die Fraktion zu folgendem Ergebnis: L Der Vorschlag des Reichskanzlers und der Minister, bte aa der Besprechung teilgenommen hatten, stellt eine Verschlechterung der früheren Vorschläge bar unb ist für bas Zentrum unannehmbar. 2. Line Gleichzeitigkeit der Urabllbung der Regierungen im Reiche unb in Preußen lehnt bie Zentrumsfrattion des Reichstags im Augenblick aus zwingenden sachlichen Gründen a b. Die drei Minister, die das Zentrum im Reiche für sich in Anspruch nimmt, sind umgehend zu bestellen. 3. Unter der Voraussetzung der Erfüllung des Punktes 2 .st der Parteivorsitzende, Abg. fiaas, bereit, die Zentrumsfraktion des Preußischen Landtages 3 u b i 11 e n, bet Deutschen Volkspartei zwei Sitze im Kabinett zuzugestehen. Uknn die Verhandlungen nicht noch am Mittwochabend bis 10 Uhr zum Erfolge führen, wird der Treichsverkehrs- miniffer von Guerard von der Zen- frumsftahion aus bet Reichsregierung z u - rückgezogen werden. Minister von Guerard tritt zurück. Die Volktzparlei lehnt den Aenlrumsvorfchlag ab. Berlin, 6. Jebr. Rach Bekannt- werden be» Beschlusses bet Zentrumssrafllou bet Reichstage» empfing der Reichskanzler Mütter den Reichsaußenminister Dr. Stresemann mtb den Vorsitzenden der Reichstagsfraktion bet Deutschen Volkspartei, Dr. Scholz, nm ihnen von dcm Beschluß des Zentrums Kenntnis zu geben. Die vertceter der Deutschen Volkspartei erflärten, auf öiejen Vorschlag nicht eingeheK zu können, vor allem, weil danach bie Verhältnisse in Preußen nicht geklärt seien. Diese Stellungnahme der Deutschen Volkspartei wurde vom Zentrum damit beantwortet, daß nunmehr Reichsverkehrsministet von GnSrard dem Reichskanzler den Rücktritt von feinem Amte mifttitte. Keine Kabinettskriffs. Berlin, 7. Febr. (B.D.Z.) Di« sozialdemokratische Retchstags;raktion hielt am Mittwochabend eine Sitzung ab, in der man sich mit der durch den Rücktritt des Ministers von Oulrarb geschaffenen politischen Lage beschäftigt«. In der Frallion besteht Einmütigkeit darüber, daß aus dem Rücktritt des Ministers von ®u6rarö für das Kabinett keine Konsequenzen entstehen, und dah der Reichskanzler und bte übrigen Mitglieder des Kabinetts 1 in Amte bleiben. Das Reichskabinett wird voraussichtlich heute vormittag zusammentreten, um die durch den Rücktritt des Reichsverkehrsministers von ©uerarb geschaffene Lage zu beraten. Außerdem wird dann der Reichskanzler dem Reichspräsidenten wie üblich Bericht erstatten 2n polittschen Kreisen, di« den Regierungsparteien nahestehen, beurteilt man die Situation dahin, daß der Rüdtritt des Ministers von Geerard keine Krisis des Gesamtkabinetts hervorruft, sondern das Kabinett weiter im Amte bleibt. Im Urteil der presse. Die „Germania", das ‘Berliner ZentrumS- organ, schreibt unter der lleberschrift „Freiheit": Das Zentrum tritt nach zehnjähriger verantwortungsvoller Arbeit aus der ‘Regierung aus. Es geht neben dem Wagen der Regierung her. Das ist keine Maßnahme, die sich gegen den Staat und seine Formen richtet, es ist keine Maßnahme, die sich zum Ziele macht, die Autorttät der Staatsgewalten zu erschüttern. Das Zerttrum ist gewohnt, seine Schrttte abzuwägen, und es wird diese Gewöhn- hett auch in der kritischen, völlig ungebundenen Stellung beibehalten, die «2 von nun an zum Kabinett Müller einnimmt. Es wird sachlich, ruhig aber sicher und bestimmt eine Politik verfolgen, bie nicht davor zurückschreckt. Die Regierung überall anzupacken, wo sie sich Blößen gibt. In unserer Freiheit erachten wir es für notwendig, die Schritte dieses Kabinetts sorgsam zu überwache n. Was wir tun, werden wir tun im wohlerwogenen Interesse der Gesamtheit unseres Bolles und Vaterlandes. Im demokrattschen „B. T.", das das Verhalten des Zentrums „verantwortungslos" nennt, heißt es: Was das Zentrum will, ist nicht zu erkennen. Es treibt anscheinend Verärgerungspolitik. Dieser muß die Reichsregie-- rung eine Politik der strengen. Sachlichkeit entgegenstellen. Das Reichskabinett muh selbstver ständlich zusammenbleiben, muß sich um einen Verkehrsminister ergänzen und muß als Mindevheitsregierung für ihre notwendigen Maßnahmen sich die Zuftimnrimg des Reichstages nBilgtnfeit* mit dem AuflöfungS- Lekret i« dar Hand, erkämpfen. — Die gleichfalls demokratische „Voss. 3 tg." schreibt: Sirre partiell« Kabinettskrise, ein Verbrecher der Mehrheit, das ist das Ergebnis einer Aktion, die das Zentrum angeblich nur eingeleitet hatte, um die Autorität der Reichsregierung Jur die kommenden großen Auseinandersetzungen über die endgültige Reparationsregelung und die Räumung der besetzten Gebiete zu stärken Wenn dies wirklich das strategische Ziel des Zentrum- gewesen ist. dann kann man nur staunend daS ungewöhnliche Maß von taktischer Ungeschicklichkeit feststellen, das aufge- rvenoet werden mußte, um das Gegenteil von dem zu erreichen, was man wollte. 3n offiziellen Fraktionserklärungen wird in der Regel Wert darauf gelegt, die Einstimmigkeit eines Beschlusses hervorzuheben. Auf diese Feststellung muh das gestrige ZentrumSkornnumiqite verziehen. Die volksparteiliche „Deutsche Allgern. Zeitung" erklärt: Die Schuld an diesem bedauerlichen Ausgang langwieriger Bemühungen trägt zweifellos nicht die Deutsche Dolkspartei. Die Schuld liegt vor allem beim Zentrum, genauer gesagt bei der preußischen Zentrum s f r a kt i on, die sich der Reorganisation der preußischen Regierung aus bestimmten politischen Gründen widersetzte. Der sozialdemokrot'.sche ..Vorwärts" betont, daß die Unsicherheit des Bestandes der Reichsregierung wenige Tage vor dem Beginn der für Deutschlands Zukunft so ungeheuer wichtigen Arbeit der Reparationrsachverständigen erhöht worden sei. Wir nehmen an, daß der Rücktritt v. Gu^rardS fürs erste keine ®c* samtkrifiS heraufbeschwören wird. Das Zentrum hat es in der Hand, das Kabinett Müller bei irgendeiner ihm günstig erscheinenden Gelegenheit zu stürzen. Trachtet es nach diesem Ziesi oder welches sind die Ursachen feiner verantwortungslosen Handlungsweise? Oie Koalitionsverhanöllmgen in Preußen Berlin, 6. Febr. (WTB.) Reichspräsident v. Hindenburg empfing heute Len preußischen Ministerpräsidenten Dr. b. c. Braun. Wie die „Doss. Ztg." erfährt, werden die Der- yanblungen über die Bildung des preußischen Kabinetts durch Einbeziehung der Deutschen Vollspartei durch den Rücktritt v. Gu 6- rards nicht gestört. Donnerstag soll eins gemeinsame Besprechung der preußischen Koalitionsparteien und der Deutschen Bvlks- partei stattfinden. Zum Tode des Freiherr« von Hünefeld. Die Teilnahme deS Reichspräsidenten. Berlin, 6. Febr. (WLB.) Der Reichs- Präsident hat an die Mutter des verstorbenen Ozeanflieger- v. Hüneseld nachstehendes Beileidsschreiben gerichtet: „Sehr verehrte gnädige Frau! An dem fchwav»» Verlust, der Sie durch den ft» unerwarteten Lod 3hreS Hohnes besoffen hat, nehme ich aufrichtigen Anteil. 3ch bitte Sie und Jhve Familie, den Ausdruck meines herzlichen Beileides und die 'Verstchermm entgegen^rnehmen, daß ich dem Ver- stortöenen, dessen Rame tu der Geschichte der deutschen Quftfchtffahrt wetterleben wird, ein ehrendes Gedenken bewahren iverde. Mit dem Ausdruck vorzüglichster Hoch- achtuug bin ich 3hr ergebener (gez.) v. Hindenburg." Reichsverkehrsm'mtster v. Gusrard richtete an twe Mutter des verstorbenen Ozeanfliegers v.Hüne- seid folgendes Beileidstelegramm: „3 m Namen der Reichsregierung spreche ick, Ihnen, sehr verehrt« Frau Baronin, mein aufrichtiges Beileid zu dem Verlust Ihres Sohkies aus. Ich darf versichern, daß die Reichsregienmg es nicht vergessen ivird, in welch hervorragender Weise sich Ihr Sohn mit seiner Person für den Fortschritt der deutschen Luftfahrt und die Geltung des deutschen Volkes in der Welt eingesetzt hat." Dem verstorbenen Freunde widmet Direktor Otto Merkel namens der Deutschen Lufthansa folgenden Nachruf: „In Herrn von Hüneseld hot die deutsche Luftfahrt einen ihrer markantesten Köpfe verloren. Innerhalb kaum eines Jahres hat Willenskraft, über den leidenden Körper triumphie« renb, kühnen transozeanischen und transkontinentalen Plänen, geboren aus der Begeisterung für die Luftfahrt, zur Verwirklichung verhalfen. Die Dankbarkeit und die Bewunderung aller in-der Luftfahrt tätigen Kreise Hot er damit verdient. Die Phantasie der Jugend hat er ongofeuert und ihr ein würdiges Vorbild vonEntschlossenheit und Hingabe an unser Ziel gegeben." Was geschieht mit Trotzki? Gewährt Denlschland dem auSgewicsenen Bolschewisten Asyl? Berlin, 7. Febr. (Priv.-Tel.) Trotzki wartet jur Zeu in einem Moskauer Vorort daraus, daß sich irgendeine westeuropäische Negierung bereit findet, ihm die Grenzen ihres Landes zu öffnen. Bisher scheint aber kein Staat den Ehrgeiz an den Tag gelegt zu haben, ausgerechnet Herrn Trotzki Gastfreundschaft erteilen zu dürfen. Man hot nun von Moskau aus bei uns unter der Hand an- gefragt, und sich erkundigt, ob wir eventuell Trotzki ^ufnehmen würden. Wir wissen nicht, was von feiten des Reiches dem russischen Botschafter in Ber- lin mitgeteilt worden ist, glauben aber annehmen zu dürfen, daß bei uns doch starke Hemmungen bestehen. Nicht gegen Trotzki als Menschen, wohl aber gegen ihn als Feind der derzeit in Rußland herrschenden bolschewistischen Richtung. Nehmen wir ihn auf, dann müssen wir damit rechnen, daß er sich nicht ruhig verhält, sondern den siamps gegen Moskau fortsetzt. Die erste Folge wäre eine russisch-deutsche Verstimmung, so daß wir Trotzki des Landes verweisen und da ihn kein anderer Staat aufnimmt, nach Rußland zurück s ch i ck e n müßten, wo man ihm dann sicher den Prozeß machen würde. Trotzki besitzt aber auch unter den russischen Emigranten seine Gegner, so daß man weiter mit irgendwelchen Anschlägen auf sein Leben rechnen muß. Wir haben in der Vergangenheit schon recht dose Erfahrungen nut russischen Flüchtlingen gemacht, so daß wirklich i.icht cinzuseh.'N ist, warum wir un:- mit Trotzki belasten sollen. Schließlich ist Deutschland nicht dazu da, die von der Sowjetunion aus pol' tischen Gründen ausgewtesenen Personen aufzn- . nehmen, sie dauernd zu überwachen, damit sie uns ] keinerlei Schwierigkeiten machen und Urnen nichts passiert. Da ist es doch wohl besser, wenn Rußland s an anderer Tür anklopst und für Trotzki | ein Asyl sucht, das außerhalb der deutschen < Grenzen liegt. - Verfaffungsreform in Polen.§ Vorschläge des Pilsudskl-BiockS. Warschau, 6. Febr. (WTB.) Die parlamentarische Fraktion des Pilsudski-Blocks hat den onge- kündigten Antrag zur Verfassungsreform der Sejmkanzlci eingereicht. Diesem Entwurf zufolge sollen vor allem bi« Machtbefugnisse des Staatspräsidenten erweitert werden. Der Präsident erhält dos Recht, Sejm und Senat , zu schließen und aufzulösen. Er ernennt den Ministerpräsidenten und die Minister und er hat vor allem das Recht gesetzgeberischer Initiative durch Ausgabe von Dekreten. Weiter steht ihm gegenüber den vom Sejm und Senat beschlossenen Gesetzen das Vetorecht zu. Der Sejm soll wie bisher aus direkten, allgemeinen und gleichen Wahlen hervorgehen, nur soll entgegen den bisher geltenden Bestimmungen das Militär das aktive Wahlrecht erhallen. Dagegen sollen zwei Driftet des aus 150 Mitgliedern bestehenden Senats wie bisher gewählt, das letzte Drittel ober vom Staatspräsidenten ernannt werden. Das Kabinett soll sowohl dem Sejm als auch dem Staatspräsidenten gegenüber verantwort- sich sein. Der Sejm kann auf Antrag eines Viertels der Abgeordneten nach einer Woche mit absoluter Mehrheit der gesetzlich festgesetzten Abgeordneten- zahl der Regierung das Mißtrauen ousspre- chcn. In diesem Fall tonn der Staatspräsident den Sejmbeschluß durchfuhren oder auch den Landtag n n f 15 f e n. Maria Christina von Spanien t. Madrid, 6. Febr. (WTD^ Die Königin-Mutter Maria Ehristino von Spanien ist gestern im Alter non 70 Jahren gestorben. Maria Chri- fftna, eine Tochter des Erzherzogs Karl Ferdinand non Oesterreich, vermahlte sich 1870 mit König Alphons XIL von Spanien und führte nach dessen Tode von 1885 bis 1902 die Regentschaft für ihren nach dem Tode des Gatten geborenen Sohn Alphons XIII. Ihre Regierung zeichnete sich durch Klugheit und Wurde aus und ist dem Lande trotz des unglücklichen Krieges mit den Vereinigten Staaten 1898, der Spanien seins letzten wertvollen überseeischen Besitzungen Kuba und die Philipvinen kostete, zum Segen geworden. Die Königin-Mutter erfreute sich bei der Bevölkerung großer Beliebtheit und ist auch unter der Regierung Alphons Xlll. nicht ohne bedeutenden politischen Einfluß geblieben. • Der Herr Reichspräsident hat an den König von Spanien aus Anlaß des Ablebens der Königin -Mutter nachstHendes Beileidstelegramm gerichtet: Wit Liefer Beweming habe ich die Äachricht von dem Tode Ihrer Majestät der Königin-Mutter vernommen. Gs ist mir ein Bedürfnis. Eurer Majestät und die königliche Familie meiner aufrichtigsten Lei lnahme zu versichern. gea. v. Hindenburg Reichspräsident. Oer Diktator beruhigt. Gegen falsche AuSkandgerüchte. Madrid, 6. S?r Verein ein Derbr«hervevein sei, der nur Vorbestrafte auf* nehme und in dem Verbrechen vorbereitet werden Der Zweck des Vereins fei, Sport und Gesek l i g k e i t zu pflcjen. Von den 65 Mitgliedern hätten etwa 50 Arbeit. Der Zeuge bestritt auch daß Entlastungszeugen 150 Mark geboten worden feien. Aus der Spur des Königsborner Räubers. Der Oberwächter Karl D ü n i f ch von der Z«he ..Königsborn", der in der Rächt zum 23. Januar mit mehreren Helfershelfern in das Verwaltungsgebäude der Zeche „Königs* b o r n" eingrdrungen' war und insgesamt 224 000 Mark geraubt hatte, ist von Saarbrücker Kriminalbeamten unter Mitwirkung zweier Dortmunder Beamten im ©aargebiet ausge- spürt wvcden. Bei einer Schwester Dänisch, tu tn Bous bei Saarbrücken wohnt, wurden im Keller 26 000 Mk. aufgefunden und nach einigem Leugnen gestand sie eu. daß i h r Bruder bei ihr gewesen sei und das Geld zurückgelassen habe. Sie sowohl als acht wettere Personen aus Ortfchasten tes Saargebieles. denen nachgewiesen werden konnte, daß sie dem Einbrecher bei feirer Flucht behilflich waren, wurden verhaftet. Dänisch selbst hat sich, wie die Ermittlungen ergaben. von hier nach Luxemburg g«. wandt. Dort konnte in den letzten Tagen ein Holländer verhaftet werden, der ihm eoenfalli behilflich war und bei dem wettere 2000 Wk. gefunden wurden Zehn Zigeuner etftorm 3n Re.get dorf bet Mährisch-Schmberg wurde eine aus zehn Personen bestehende Zigeunet- bande erfroren aufaefunden. Sie hatten unter freiem Himmel Zelte aufgeschlagen und vor diesen Feuer angezäadet. Die Zigeuner schliefen, währrrch das Feucr noch brannte, ein, cld es aber verlöschte, erfroren sie. Oie Lichlstadi im Dunkeln. Mittwoch vormittag ist in einem der Elektrizitätswerke, die Paris mit Strom versorgen, und zwar in St.Ouen. ein Kabelbrand au5* gebrochen, der jedoch infolge der stacken Rauchentwicklung der brennenden Kautschuiteile schnell bemerkt wurde. Durch foforttge Abstellung des Stromes gelang eS. weitere Gefahr zu vermeiden; doch sind infolge des Kabelbrandes 14 Arrondissements von Paris ohne elektrischen Strom. 2lls Drandursache vermutet man Kurzschluß. Heber den Umfang des Schadens und die Dauer der Reparaturarbeiten laf.cn sich Angaben noch nicht machen; doch war bei Einbruch der Dunkekheft ein groß« Teil der Pariser Warenhäuser, Geschäfte und BureauS ohne elektrisches Licht. Die Wetterlage. Mittwoch V* 0 5 ©wontfflTO Ofwrer. OMB wJttna<*om»»w lOdseevot Q steneecef wdwc* »rt Wene flfteen m« dem *>«<♦ 0« per de* 3uno«- ein °>Ä£' 1 Moen ' w bon b»r 0*4, * -ÄL " das D.r! jyjmt 224000 Z jytodtr Dort, L^ÄL ÄÄ* 9UI jiMicheias!« yÄ L?tz7L « »«'i.lut 6^itthu\g^ Itrnburj .t, Xflflti i» der chw totale deüerr 2000 M. Totm tat» WOenJt Zigeuner« hotten unter Ikschlagen unt ünbeL Dir Zi- Jcutt nvch brannte froren sie. iddn. Lnem bet Wichs' Strom Otdorgen, ibelbtanb auk der florkn Aauch« ’aut'iuiteile schnell ige Abstellung Veiten Befahr zu des Ratetbranbe# 8 ohne eleftri« fache vermutet mar ang des Schadens ratterten Kl en sich doch Var bei Siner Teil der Panser b Bureaus vhn» aiv < 7 । 9 ” . „6^ > Aos Oer Provinzialhaupisiadi. Dietzen, den 7. Februar 1929. Drei Tulpen. Ttotm Fenster sind von oben bis unten mit 9t£blumcn bedeckt. Ihre Schönheit fei zugegeben. Aber ft« find falle Pracht, für die ich wohl in dor Habit, nicht aber im Zimmer Verständnis habe. Doch lebende Blumen, warme, farbige, mit ihnen treibe ich den Kultus des Liebenden. Die Liebe ist ewig, nur der Gegenstand wechselt. 06 daS alS schmerzlich oder «f neulich zu be- »eichnen ist, bleibt persönliche Geschmacksache. Sicher aber ist es schmerzlich, liebebereit, doch ohne Geaenstand zu fein. Lind in dieser Lage befand ich mich tagelang, viele Tage lang. Dann hatte ich die Freude, jemand helfen zu können, und daraufhin brachte mir jemand mit seinem Dank drei Tulpen Lind ich hatte wieder einen Gegenstand. Drei GegenstLnde, zu einer beglückenden Einheit durch Schleiergrün verbunden Schon die Base auszusuchen, war Genuß. » dächtigen Umständen in ber Rähe de« Tatort«S- von Zeugen angetroff« wurde, stimmt bi« Arbeitsweise genau mit der von zwei ander« Sieb»1 stählen überein, wegen beren bei An geklagt tm vorhergehenden Jahre von dem Amtsgericht Als- fe.d zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt worden war. Die Berufung hatte insoweit Er« folg, als das Gericht mll Rücksicht auf die Jugend und die ungünstig« Einflüsse, unten denen der Angeklagte aufgewachs« war, Dia Gefängnisstrafe auf dreiMonat «in« Woche herabsetzte. Weiter orbnete daS Gericht aber aus erzieherisch« Gründen die 'Verbüßung eines Teils dieser Strafe an, ebenso di« Verbüß hung der früher erkannten Gefängnisstrafe, be* züg.lch der ihm bisher bedingter Strasauffchub gewährt worben war. Kirchliche Tiachrichfen. Jfraelttische TtefigionagejeUfdjaft Sabbatfeier be* 9. Februar. Freitag abend 5 05 Uhr; Samstag vor^ mittag 8.30; Predigt; nachmittags 3.30, Sabbatausgang 6.20. Wochengnttesdienft morgen« 7; abend«» 5 Uhr. Jfraellllfthe Religionsgemeinde. Gottesdienst in ber Synagoge (Südanlage). Samstag, den 9. ^ebruarj Vorabend 5 15 Uhr; morgens 9; Predigt: abenb# 5.40 und 6.20 Uhr. | Mitten in der Nacht — m Hustend aufgcwacht - Nah« Zag'« Gobttu» pa,iMe» - Oie Örn Hustenreiz gleich stille» Speziell bei hartnäckigem Huste» 6ilft Pr 0 g 110 i n oft geradezu verblüffend. Ware nimmt etwa alle 4 Stunden einen halben Eßlöffel voll. Sie erhalten & a 0 u d I n in Apotheken. Bestandteile sind auf der Packung angegeben. 106V; Grippegefahr beugt vor «ei Verstopfung ÄÄI#?. ber-5lernel Bon bet prompien Wirkung der Her» bet-Kerne, öle Eie tn Avotueken ethal en können <60 und 30 Gramm« werden Sie sich schnell Über» zeugt haben. Bestandteile find auf ber Packmm angegeben. 105 V STAU Fl A Kennen Sie-die werhdllen Kunstblfder Me neue WZ0rF-Asforia-Zigarette Klnderströmpfe 11T4A Modehaus Ur. 3 reine Wolle, In schwarz braun, In Größe 1 -6, per Gießen, Schulstraße Nr. 4 Neu und von durchschlag. Erfolg! H?3D Gießen, Hanau, 7. Februar 1929. 0482 Gießen (Mühlstr. 24». den 7. Februar 1929. 0491 sagt Innigen Dank Anna Gutfleisch. teten . Gießen, den 7. Februar 1929. V 0490 Apotheker L 6trth. 3tOV Die tieftrauem den Hinterbliebenen. Heuchelheim, den 5. Februar 1929. liebsten Dank. Grofieü'Linden. den 6. Februar 1929, 1156D II -?D Sa i • Urbeber 1 8ortl 0484 3d) Stellengesuche! Ehrliches, sauvereS V;- ' 1140D gesucht 0402 gesucht. - :4. Die Beerdigung findet Freitag,8.Febr.,nachm.2Uhr, von der Kapelle des Neuen Friednofes aus statt. Besneht die Handels- seiiaie Kaaselmaai I Camstag, den 9. Februar, 17 llhr, für die Fugend - Eintritt 25 Pfennig. Sonntag, den 10. Februar, 20 Llhr, für Erwachsene - Eintritt 50 Pfennig. teittetai sa firmt »fknfcnt 8u politt Win Und eigener Stand« Ausgal auch z W|d versa .Ihm»«, Die Beerdigung findet Samstag, den 9. Februar, nachm. 12'/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Schr. Angeb, unt. 1159 D a.d. Wiek-Anzeiger. Braves, fleißiges |C;_1 ' * Die Beerdigung findet Freitag, den 8. Februar, 31/, Uhr, vom Sterbehause, Gießener Straße 2, aus statt. Gießen, Bensheim, den 7. Februar 1929. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 9. Februar, mittags 12 Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen, statt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christine Pirr geb. Luh. ®c «enmfifl kr pari, den v filöDlete äc ßfltaioniaiiB werd. lartinetnäfe il oreiSwer« gestimmt u re vor Oöeris 6‘^n.DtodHtll tclevßon Verkaal v. neuen u. flebr. ZNao Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheidcn unseres Heben Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Wege unseren herz- Danksagung. Wir danken herzlichst atyen, die bei dem Ableben unsrer herzensguten Mutter Frau Marie Scheel Wwe. geb. Bob ■o innige Anteilnahme bewiesen haben. Die trauernden Hinterbliebenen ft?” Rr "Np Todesanzeige. Dienatatr, den B. Febr., naebm. 3.30 Uhr entschlief sanft nach schwerem Leiden unser treubeporgter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Stumpf, Pflasterer Im Alter von 65 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Willi Menz Familie Heinr. Stumpf Familie Heinr. Meusel. Albach, Garhenteich, Birklar, den 7, Februar 1929. Die Beerdigunff findet Freitag, den 8. Februar, nachmittags 3 Uhr, statt. __Q468 Danksagung Für die vielen Beweise aufrithtigerTeiinahine beim Hiuscheiden ihrer unvergesslichen Hauogenossln Magdalena Zahn unb suche tn Gieke» ötinlirüe Wohnung in unter Lage. - Etlangebote mit VreiSangabe erb, unt 508b a. d.Gieü. Anz. Gür unsere beiden Laslkrastfabrteiiae suchen rott eine 1127b geeignete Garage bzw. Anierkunfisraum. Margaretenhütte ift erwünscht. Rhenania-Oswag. Mineralölwerke A. G., raukaul. (fliehen, Margarotenhüue. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß am Dienstag, dem 5. Februar, nachmittags 7 Uhr, unser lieber treusorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Volkmann VIII. im Alter von 70 fahren sanft entschlafen ist Unsere innfgstgeliebte Schwester und Tante Fräulein Emma König Ist Dienstagabend 7l/< ühr sanft entschlafen. Jolle Roese geb. Kßn!« Familie W. Koeae Familie W. Hahn. Stadttheater Steilae, 8. Febr., 19. Zceikas-Mn.'vrll. uon ir?'« b. 221/« Uhr Zinn ersten 3)tale Yretle und ihre Freunde Overeiie in 3 Akten von Wub. SDcftreidjei und Wtlh. Sierk. Musik von Michael Kraub. # i Seetschl tir bed gegrünt auch nt vermoch Me De volkpar an P dring Orgam spächel getaier dflgem? auf Der gleichen paifch choflo eine tic mänif denm einem < gedilligl genomm parteier Llün irächüi Fra" bildet. De in Pai getoetei vier 3 Sie fick Äindvi Den red sich. Hof durch D rung. I der 3n Lands sierung rüdftärJ sichren, mühte 1 etwa Z natürli dere Bevvll einand S.2. 1 der D Gestern morgen entschlief sanft nach langem und schwerem Leiden unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Luise Mecke Ww. geb. Davernheim im Alter von 69 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Carl Mecke und Frau geb. Schöbe Carl Ziegler und Frau geb. Mecke Prof Lic theol W. Gaul und Frau geb. Mecke und Enkelkinder. WiW für vormittags ^ge^ ^Marktftrakre 23. Braves, alleres Mädchen WiW für mein Kolonial- roaren «(Mcfdjäft zu Ostern gesucht. Schri'tl. Angebote unter Hß4D an den ßhefr. Anz. erbeten. Wohnungstausch Wer zieht nach Mannheim? Giillgelegie Fabrik mit günstigen ArbettSverhälmiffen u. erträglich. Konimunalabgab^ für Metauverarb. geeignet, mögl. heue Raume, t. Hessen bet hoh. An^avlung. zu kaufen gesurht Kabeljau Seelachs Goldbarsch Grüne Heringe Rotzungen Schollen leb. Karpfen „ Schleien emvffehlt nur vruna Q--aUtät 1175D A.KouhNachf., MäuSburg 15, Telephon 1612. tztletS werden aus Wunsch aus allen Sor.cn hergestellt. MM (Grötze L78) fast neu. zu verkaufen. 0481 Henfclftrake 3 v. biete in Mannheim (Sentrn u) mod. 8- immcr-Neubau-Wo nun9 nut elcf r. Vicyi, u-as u. allem .Snbeb. rote: nro.;e Küche, Soetselammer, Bndezimli.er. W. (L, Keller ufro. iMfete 120 Mk. monatlich' Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe, unvergeßliche Gattin, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Fran Wie Rappel Seh. Rappel im 53. Lebensjahre nach längeren, mit großer Geduld ertragenem Leiden heute morgen 2 Uhr durch einen sanften Tod zu erlösen. Im Namen der Hinterbliebenen: OltO Rappel, Ober-TaleMeoseiretär Gießen (Steinstraße 59), den 7. Februar 1929. DamenstrümpfeJcn 9 9 9 9 9 9 9 ■ H teils relneWolIe.teilsWolle 1 U V 91 MM 9 9 9 && B plattiert, in guten, kräftigen 8 Qualitäten, In viel. Farben 1 Posten ganz besonders preiswert und m schwarz , per paar 9 Junge Mädchen die sich matt und e‘ i &■ äw Sa. hmÄii -um 15.ftebr. gegen höben Lohn gcs. Selterswea 40. .yOTtbtlbungdfdjnl- frete», tüchtiges Mädchen 3, Lcbrmund. Bahndosstrahe 65 a, tm Laden. Weiteres Mädchen alt öroef älter.ßcntcn für tagsüber gesucht. Schr. Angeb. u. 0478 an den (fließ. Anzeig. Baugewerbe Für Bauaustrocknungsverfahren D. R. P. ausgel, u. Auslandspatente ang. und erteilt, nach welchem mit Maschinen Neubauten in 3-4 Tagen auszutrocknen sind Lizenz für Gießen zu vergeben! Möbel in hervorragender Qualität, laufen Sie am besten nur bei Rudolf Blum, 114VU StelnUrcBe 63. (Verschiedenes] 300 Mk. gegen Sicherheit u. zeitgemäße Zinsen von Beamten auf 6 Monate, nur von Selbiigeber gesucht. Schriirl. Angeb. unt. 0477 a. d. Gieß. Anz. GvoSe Sißaecenfahcii sucht ver 1. Avitl. eoiL auch ftüjer gewiss', nhaf.es, junges Müdchen welches auf der Schreibmaschine gut bewandert tsi. Kinderlös. Ehepaar sucht für lofort 2 evll 1 Zimmer mit Küche. Schriftliche Angeb. mit Breic-ang. unter 04X5 a. d. Gieß. Anz. Gut möbliertes Zimmer sofort zu mieten ye- lucht. Schrtitl. Äii" geböte unter 1169D bis Arctiaq abend an den Gieß. Anz. erb. Indischer Mssionssilm der Basler Mission Aochintereffanie Bilder ans dem Wunderlande Indien in der Siadikirche Vermiatungen) Zum 1 'rfärs 3 müll ZiALec evtl. m. ;iüchenben, in gutem Hause r.n ruhige Mieter nb- iitpcben 046: 91 m Kugelberg 7 Sonn, saßbl. Zluuror, täte £Ü6 -O. Tel. 1086 Zimnter für foiort «ii verin Anznf. nach 5Ubr 471 (Srebnesftr.lblll r. Dlö'.'l. Zimmer mit Cboifel.u.Schreibt.a. bss.Etiev. o.2Herren z. inn. Neeon Säue 22_H 1111 als Werk'iati oder Aiun E-nftellen von Möbeln geetgn.i 30 ömtiilen. Z0 □•'IHeter. 7> äh er es (0471 blkinsttohe 68 D. oöp[ Delllllilage 5. In allen Teilen Deutschlands und des Auslandes glänzend bewährt. — Ueber 3000030 Kubikmeter, hauptsächlich für Staats- und Kommunalbehörden, ausgetrocknet. , ,i2v Große Verdianstmöglichkeitenl! Kostenanschläge für Austrocknungen nach Erhalt der Bauzeichnungen. Seriöse und kapitalkräftige Interessenten^ die bei Behörden und tn der Baubranche gut eingeführt sind,wollen sich wenden au Deuba Deutsche Bautentrocknungs gesellschaft m. b. tt., Hannover Bm unter M8.4162 an das Televbonnetz äuge schlossen. I Sesm. ^tivrbnev I'/, Tonnen • ^ast wagen übernimmt tmMNe aller Art. •täbrt Montaa. den 11. Fei>r.. leer n.ch Aranf-uri a. M. <>. IMlOser. Ltetnitr.Lr.ret. 1169. aasken- kostüme tn aroker Aus wabl, von Ji 1.50 dis7 - zu verleihen. CreöDerfft. 38_n. Seide ■uw ist * Gold! Durch Letdenram ven^ucht können tn 12 Wochen 1000-« u. mehr verdient wer» den. Einfache, leicht« Aucbt tür Alle, tllro- sveki, 51nicti. luiten» loß Meißen(8a.) Schllefl- fach 81, Beraigvit. i. deutschen Setdeuv. Kleiner fchwl 58 Wachtelhund Liiitivoch abend enl- laufcB. War mti ein. lutetiifleloBien Detv- chen befleibet. Lbzu- geben gea. Belohn. sicher Lfr. 35 IL j Vereine |- l'”"| 8. II. 8'/, Uhr I t Uner Annelger-. Schellfi.chs Klin tRr. 21. H. Mei öfaoes WWei für kleinen Haushalt, auch tagsüber, fofori gesucht 1168D EleoigfttoBe n p. Saniarnneen, Treahandgesebfi.ta, Inkassa ______Am Halirnngsben 18 1171D HbermorgenZiehung 6. VolkswohLLolterie || Alle Ml-winne 90 Broz. in bnrl 1 Hö.ougeiv.ails iTovvellos 15000-Mk. ■ l(5ntACho''7D OOMk.nfw. — VoS IMk. B DovvetloS 2 Mk. noch zu haben 8 Zigarrenhana E. Beiler, vorn. B.Biohar*'er Gießen (Lahn). Neuen Bäne 11 "^i > c j00 Muuonaus rUpM.-| DamenstrOmpfe Ä95 wQIVI 11 Wl I reine Wolle, extra schwere Qualität, In allen mod. Farben Nr. 32 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vveryeffen) Donnerstag, 7. Februar (929 Bauemparieien im Zn- und Ausland. Don unserer Berliner Redaktion. Bei der letzten Leichstagswahl haben wir in Deutschland eine starke Vermehrung .der offen für bestimmte berufliche oder StandeSinteressen gegründeten Parteien wahrgenommen, wenn sie auch nicht alle Erfolge an der Urne zu erzielen vermochten. Unter diesen Parteien sind immerhin die Deutsche Bauernpartei, die Sächsische Land- volkpartei und einige Splitter, die nachher größeren Parteien einverleibt wurden, deren Gründung vielleicht von vornherein als Auffang- Organisationen betrieben hatten, mit einer entsprechenden Mandatszahl in den Reichstag ein» getreten. Melleicht dieses Beispiel, vielleicht die allgemeine Rot der Landwirtschaft, die ja nicht auf Deutschland allein beschränkt ist, hat zu einer gleichen önttotdelung in anderen europäischen Ländern geführt. 3n der Tschechoslowakei gibt es zwei, eine deutsche und eine tschechoslowakische Bauernpartei' die rumänische, von dem derzeitigen Ministerpräsi- bentrn Maniu geführte, hat vor kurzem mit einem erfolgreichen und von der Volksmehrheit gebilligten Staatsstreich die Regierung an sich genommen; in Bulgarien haben die Bauernparteien ähnliche Bedeutung, in Holland, in Ska ndinavien besitzen sie immerhin ein« beträchtliche Geltung, und nun hat sich auch in Frankreich eine solche Interessenpartei gebildet. Die Landwirte- und Bauernpartei, die soeben in Paris zu einer Gründungsfitzung zusammen- getoeten ist, sah Vertreter aus 77, also mehr als vier Fünfteln der französischen Departements. Sie steht als Aufgabe die Zusammenfassung der Landwirtschaft treibenden Bevölkerung und die Vertretuirg ihrer Interessen im Parlament vor sich, hofft aber, dabei nicht im Gegensatz, sondern durch Vermehrung der Kaufkraft ter Landbevölkerung. in wohlverstandenem Einvernehmen mit der Industrie arbeiten zu können, sie will e Landflucht bekämpfen und die Rationa^- sierung der — teilweise srellich austerordentlich rückständ.gen — französischen Landv i tschast durchfuhren Entsprechend dem Devölkerungsantell mühte die neue Partei, wie ihre Gründer glauben, etwa 350 Abgeordnete erhalten können. Das ist natürlich ausgeschlossen, weil noch ganz andere Gegensätze als die rein beruflichen, die Bevölkerung in Frankreich, wie anderswärts von- etnanter scheiden. Aber in der Tat haben sich z.D. für die Fragen des Weinbaues und der Wemcmssuhr gelegentlich schon etwa 250 Abgeordnete der bestehenden französischen Parteien zu einer Zweckgemeinschaft zufammenge- fünften, nimmt man die am Weinbau nicht beteiligten nördlichen Gebiete tes Landes hinzu, so könnte eine bäuerliche Arbeitsgemeinschaft auch ohne Bildung einer eigenen Partei sehr wohl gelegentlich die Hälft« aller Abgeordneten um- fassen Und gerade deshalb ist die Gründung solcher eigenen Parteien bedenklich. Denn die reinen Stan test tagen erschöpfen niemals den Aufgabenkveis einer politischen Partei; ste mutz auch zu andern, rein weltanschaulichen, außenpolitischen, sozialen und kulturellen fragen Stellung nehmen Und gegenüber solchen Fragen versagt das Einheitsintevesse eines Berufsstandes, treten die trennenden Elemente stärker in Erscheinung und verurteilen die reinen Interessent« nparteien entweder zur Unfruchtbarkeit oder zu politischen Kuhhändeln, die in der Folge leicht wieder zu einem Zerfall der nach berufsständischen Gesichtspuickten Zusammengeschlossenen führen müsten Immerhin ist die Ueberrinstimmung ter parlamentarischen Tendenz der Bauernschaft in den meisten Ländern ein Beweis dafür, daß Das große Grauen. Roman von H. A. von Byern. Urheber-Rechtsschutz d. rch Verlag Oskar Meister, Werdau. 1 Fortsetzung. Nachdruck verboten .^Unzufriedener Mensch! Ich wollte, ich könnte so ein Stückchen Vorarlberg mit nach Rordteutsch- land nehmen!" 3n Serpentinen zog sich die breite Landstraße hin, zwischen schattenden Wäldchen von Edelkastanien und Platanen. Darm tauchten zerfallene Mauerreste auf, eine altersgraue, von Wildrebe und Epheu umsponnene Ruine, dahinter blau-schwarzes Radelholz, zackig ausgerissene Jelsspitzen. Mit dritter Geschwindigkeit stürmte das Auto vorwärts, eine graue, wirbelnde Staubwolke fegte hinter uns her, eintönig stampfte und Hämmerle ter Motor. Run waren wir schon tief drinnen im österreichischen Land, dem westlichen Zipfel ter Doppettnonarchie. 3m Wirbeltanz huschten flechtenbehangene Stäuune vorüber, ein Wild- wasser schäumte auf, schoß in sprühenden Kaskaden über moosbewachsene Felsblöcke vorbei. Mit jeder ^Biegung wechselte die Szenerie; wie cin_ Film von ungeheuren Ausmaßen rollte sich Stück um Stück ter wildgrotesken Landschaft ab, schob sich kulissenartig ein Gebirgsstock vor den anderen. In dem scharfen Lustzug war jede Unterhaltung unmöglich. Erst als die Schlagbäume in den Tiroler Landesfarben austauchten, mäßigte ter Vierzylinderwagen seine Geschwindigkeit und bog dann in einen engen Talpah ein. „So schweigsam? Du redst ja gar nichts, schaust nur alleweilI" »Sei mir nicht böse, mein Kerlchen, ich muß mich erst wieder an die österreichische Lebhaftigkeit gewöhnen, wenn man so ganz allein für sich haust — — —" „Warum hast nit g'heirat', Zeit wird s eh'l" »Dasselbe könnte ich dich fragen!“ „Ah, i, dös is ganz was anders, ich hab' fein’ Beruf, bin heut hier, morgen da, aber schau. Reichsreform und Kirche. Jur Frage des Zusammenschlusses der hessischen Kirchen. Von Pfarrer Dr. Heckmann, Frankershausen. 3n jüngster Zeit haben die Erörterungen über die Frage eines Zusammenschlusses der verschiedenen evangelischen Landeskirchen in den Grenzen ter Provinz Hessen- Rassau und im Freistaat Hessen weit über die beteiligten Kirchen hinaus Beachtung gefunden. Wir geben, ohne Stellung zu nehmen, einem Kenner ter Verhältnisse zur Darstellung jener interessanten Vorgänge das Wort. Anlaß, die Frage einer Vereinigung ter Evangelischen Kirchen tn Hessen-Kassel, Frankfurt am Main, Dassau. Wack>eck und im Freistaat Hellen zu erörtern, gab ter Wunsch des zur Landeskirche Hellen • Kaßel gehörigen Kirchem reifes Dockenheim, an die Frankfurter Landestirche angeschttss.en zu werden. Der Landeskirchentag in Kassel hatte zwar grundsätzlich bereits im Zrüh.ahr vorigen 3ahres die Berechtigung des Bockenheimer Wunsches anerkannt, da die Zustände der kirch.ichen Versorgung in diesen der Stadt Frankfurt unmittelbar benachbarten Gemeinden — es kam noch die Gemeinde Fechenheim hinzu — unhaltbar waren. Trotzdem aber tonnte man sich nicht entfchtiehen, die Frage lediglich vom Gesichtspunkt ter Bockenheimer 3n- terc|)en zu lösen, da man fürchtete, andere Amputationen (Rmteln, Schaumburg) würden unter Umständen folgen und die Lebensfähigkeit der Hessen-Kasseler Landeskirche könnte damit in Frage gestellt werten. Aus diesem Grunde wurde die Kirchenregierung unter Vertagung tes Bocken Heimer Antrags beauftragt, mit ter Frankfurter Landeskirche und g.eidjjeitig auch mit den Landeskirchen von Hessen-Ra,,au und Hessen- Darmstadt Fühlung zu neymen und zu untersuchen, in welcher Form sich wohl eine nähere Verbi n d u n g der Kirchen ermöglichen liehe. Der Geftanke. dabei üaer die Grenzen ter politischen ou,ammengehorigleit hinaus,ugreisen und die nicht-preußtsche Landeskirche im Freistaat Heften einzutez ei;en, hat den Marburger K.rchenyijto- riker ttniverfttäts-Pro'ef.or D. Hermelink zum Da.er, ter an das gemeinschast.iche kirchen- geschichttiche Gut tes allen Groß-Hessens dachte. Es kam daraufhin zur Gründung der Marburger Konferenz, die vierteljährlich zusammentritt und aus je einem Mitglied ter fünf Kirchenreg.erungen von Rassau. Darmstadt. Waldeck, Frankfurt und Hellen-Kassel besteht. Den Vorsitz führt gegentoärtig ter Präsident ter Hessischen Kirchenregierung Prälat L>. Diehl, Darmstadt. Die Konferenz, die zur ständigen Einrichtung geworden ist, hat mm nach Wegen gesucht, wie eine Bereinigung ter Kirchen zustande- kommen konnte. Die Verbindung wird zunächst nur eine föderative werten können. DaS heißt, jede Landeskirche würde für sich bestehen bleiben und eine Zusammenfassung ter Kräfte nur bei bestimmten Ausgaben (z.D. sozialen und Prelle-Ausgaben) erfolgen. Auf dem letzten Landeskirchentag von Hessen- Kassel im Rovember 1928 wurde nun ter Beschluß ter Abtretung des Kirchenkreises Bockenheim an die Frankfurter Landeskirche gefaßt. Die Vertreter ter Frankfurter Landeskirche wurden zu den Verhandlungen hin- zugezoaen und stimmten einer an Hessen-Kassel zu zah.enten Entschädigungssumme zu, deren erste Hälfte sofort, die zweite nach Ablauf von drei Jahren zu zahlen wäre, falls nicht bis dahin ter Zusammenschluß der betten Kirchen erfolgt ist. Run aber traten die Verhandlungen über einen Zusammensch.uß der fünf Landeskirchen in ein neues Stadium durch einen Antrag tes ehemaligen Kultusministers Exz. v. T r o 11, ter sich über eine Vereinigung über Vie politischen Grenzen Preußens hinaus aussprach und ter Kirchenregierung den Auftrag erteilen wollte, gleichzeitig mit ter Änschluhbcweguna innerhalb ter Provinz die Frage eines Anschlusses an Altpreußen zu erwägen und als Ziel ins Auge zu fassen. 3m großen Ausschuß tes Lan- testirchentages ging dieser Antrag durch. Das Plenum strich jedoch das Wort „gleichzeitig", in ter Einsicht, daß die Hessen-Kasseler Landeskirche nicht allein hier vorgehen kann, wenn ein Zusammenschluß ter Provinzialkirchen innerhalb Hesten - Aassaus zustan bekommen sollte. Außerdem machten sich auch Bedenken geltend, daß die geschichtlich gewordene Eigenart ter Hessen-Kasseler Kirche unter einem Anschluß leiten könnte, ter die doch kleine Kirche zu einem Anhängsel ter großen Landeskirche ter älteren preußischen Provinzen machen würde. Es wurde dabei nicht verkannt, daß ter Evangelische Ober- tirchenrat m Berlin in dankenswerter Weise stets auch die Interessen ter Hessen-Kasseler Kirche tem Staat gegenüber vertreten hall Zunächst bleibt also das Ziel ter Provinzialkirche, ob und in welcher Form die Kirche im Freistaat Hellen da^utcitt, ob es zur Gründung ci.es mitteldeutschen Ktrchendlocks kommt, das wird auch davon abhängen, tote die po.itischen Verhältnisse in Hessen-Darmstadt sich gestalten. A.s letztes Ziel wurde von dem Kasseler Lantes- kirchentag die Vereinigung aller evangelischen Landeskirchen Deutschlands als erstrebenswert bezeichnell 3m Hellenland gehen die Ansichten über die ganzen Probleme des Zusammenschlusses z. Zeit noch stark auseinander. Gleichwohl dürfen die Vorgänge schon heute unter kirchlichen, kulturellen und politischen Gesichtspunkten das Interesse tes evangelischen Deutschland für sich in Anspruch nehmen. Möglich, daß sich auch von hier aus eine bessere Grundlage findet, die ftnanziellen Ansprüche der Hessischen Kirche gegen den Staat geltend zu machen. sie »in« besser» Vertretung brauchen und daß alle Parteien gut daran täten, sich ernstlich um die Aufgaben zu kümmern, die auS ter Agvarrwt erwachsen. Oie Organisation der Stenern Die Haupteinnahmequellen des Reiches sind neben den Zollen die Steuern. Aus diesem Grunde wird auch immer dann, wie es auch jetzt ter Fall ist, auf die Erhöhung derselben zurückgegriffen, wenn in ter Haushaltskasse ein böses Defizit zu decken ist. Mit der Zeit hat man deshalb ein Steuersystem entwickelt, das derart organisiert ist, daß in gewissem Umfange jeder Reichshaushalt mit einem feiten Steuereinkommen rechnen kann. ®ateimuh aber bedacht werten, daß man diese Methode ter staatlichen Geldbeschaffung früher nicht in dem Umfange nötig hatte, da noch bis ins jetzt fan man schon in der Oed, hier fangt mei* Revier an, und drüben grenzt ter Perneggf an der andern Seit'n 's Aerar an.“ Hoch droben über den Firnseldern flirrte die Lust, klar unft scharf umrissen hoben sich die zerschlissenen, grauen Gipfel von tem blassen Blau des Himmels ab. Run noch ein weit vorspringender Hch nzug, gigantisch, g eich einem ungeheuren Maulwursshau en, dann wettete sich das Tal zu einem Kessel, Häuser tauchten auf, darüber, in halber Höhe tes Felsens, tote ein Schwalbennest angeflebt, wuchtige Mauern, massive Rund türme. Vinzenz legte mir die Hand auf den Arm. »Schloß Tervsal; sogar geflaggt hab' ich dir zu Ehrenl“ Träge wehte im lauen Südwest vom Burg- ftied daS blauweiße Panier mit den drei Lilien und den gekreuzten Schlüsseln im Mittelfeld, daneben die gelbschwarzen österreichischen Farben, Ich richtete mich auf: „Herrgott, ist das malerisch, wie eine verwunschene Märchenburgl'' „Mit einem noch immer unerlösten Junggesellen als Schloßherr, gelt?" Knatternd und fauchend keuchte das Auto über die letzte, stelle Steigung empor, die schnurgerade Kastanienallee entlang, donnerte durch die überwölbte Toreinfahrt und hielt vor der von zwei in Sandstein gehauenen Pikören flankierten Freitreppe. Vinzenz sprang heraus. „Roch einmal, allerherzlichst Willkommens" llnd mit einer Handbewegung nach einem tadellos befrackten Herrn, der wie ein englischer Lord aussah: „Hau Hofmeister White!“ In der riesigen Halle, deren dämmernde Kühle mich zusammenschauern ließ, hing Geweih neben Geweih. Gamskrucke an Gamskrucke. Daneben breitete ein Steinadler seine Schwingen, leuchtete tes schneeige Weih eines Berghasen zwischen blaugrün schillernden Auerhahnstöhen und den Sicheln der Dirlhahnsviele, lautlos ver ank der schreitende Fuß in gestreiften Zebratecken. harschen Saufchwarten, graubraunen Bärenfellen. „Donnerwetter!" ..Ganz nett, gelt? Ater das Beste hängt droben im Saal: nun ruh' nur erst mal a bisserl, spül dir den Reifestaub ab, a Bad is schon herooriae Jahrhundert hinein di« Staaten selbst Unternehmer waren, die eigene ErwerbSeinkünste bezogen. Dieses System mußte naturgemäß mit ter Jett immer weiter zurückgedrängt werten, so daß heute kaum ein Staat eine gut funktionierende Steuerorganisation vermissen kann. Aus diesem Grunde erscheint es doch einmal angebracht, in großen Zügen diese Steuer- orgamssation zu betrachten. Zunächst tellen sich die Steuern in sogenannte direkte und indirekte Steuern. Direkte Gleuetn sind diejenigen, die unmittelbar das Einkommen und das Vermögen erfassen. Da ist einma« die sogenannte Einkommensteuer, die auf Grund der Erzbergerschen Finanzreform von 1919/20 auf das Reich überging, dann die sogenannte Vermögenssteuer, ebenfalls eine Reichssteuer, die das Vermögen trifft, wenn es 5000 Mk. übersteigt. Die Einkommensteuer selbst zerfällt in drei Gruppen: tn den Lohnabzug, in gericht', um halber sieben nachtmahlen wir Dann.“ Arm in Arm stiegen wir die läuferbelegte Treppe empor, gingen einen langen Flur hinab: „So. mein Alterle. Wohnraum, Schlafzimmer. Ankleiücckabinctt, — wenn du irgend an' Wunsch hast; llmständ werden nit g'machtl“ lleberrascht blieb ich auf ter Schwelle stehen: „Mcnschenskind, das ist ja einzig schön!“ Durch die hoben, gotiichen, spitzbogigen Fenster flutete das Gold der Rachmittagssonne, gab den schweren, gepreßten Letertapeten, den klobigen Eichenmöbeln einen warmen Hauch, wurde zu- rüdgetoorfen von einem hohen venezianischen Pfeilerspiegel und lag wie ein Meer voll Licht und Glanz über den ruhenden Wäldern drunten im Tal, den himmelanstrebenden Dergriesen, deren Häupter aufglühten in tiefem Purpurglanz. „Wahrhaftig, wie in einem MärchenI" „G'fallt dills? Ro, is recht.“ Wein Freund öffnete die Tur zu dem temetenliegenten Ankleideraum, dem Schlafzimmer: „A Kist'l Zigaretten hab' ich dir hing'stellt, von Simon Arzt aus Kairo, is doch noch immer deine Lieblingsmarke, gelt? Ain’ was zum Lesen, falls d' net gleich emschlaf'n kannst, Ganghoser. Löns, an Jahrgang vom „Deutschen Jäger“. „Du lieber, lieber, alter Kerl!“ Ich konnte nicht anders, gab ihm einen herzhaften Kuh. — Der Vinzenz lachte. ,3 bin doch fei’ Madel, du narrischer Zwick'!; aber mir scheint, dö norddeutsche Steifheit laßt scho nach, dös liegt an ter Luft, und nun — Ander!! - Ander!!!" Ein Lakei trat ein, ein frischer, junger Mensch mit Kreuzerschneckerln, schwarzen Augen: „Is' Bad herg'richtet? Schön, dann mach dir's einstweilen bequem, Alterle, und auf Wieder- schau'n hernach, i will mich erst mal nach meine anderen Gäst umtun, in a Stund' hol' ich dich!" Der Ander! räusperte sich diskret. „Wann Ew. Gnaden befehlen, dö Puffern fan draußen —" „Gut, packen wir erst mal aus. Sind Sie schon lange hier im Dienst?“ „Ret g'rad lang, erst a Halbs Jahr —", und nun erfuhr ich nacheinander die ganze Lebens- ten Steuerabzug vom Kapitalertrag und in die Einkommensteuer auf Grund ter Veranlagung. Die Erträge aus Grund- und Hausbesitz gehören dabei nicht hierher, sie werden vielmehr durch die sogenannten Real steuern festgesetzt. Zu beachten ist ferner noch, daß auch die kollektiven Gebllde, tote die Aktiengesellschaften ufto. ihre Steuern veranlagen müssen, die unter die Kategorie ter Körperschaftssteuer fallen. Don ter Einkommensteuer behalt das Reich 25 Prozent, während 75 Prozent an die Länder und Gemeinten überwiesen wertem Insgesamt bringt die Einkommensteuer ungefähr den dritten Teil ter Reineinnahmen ein. Schließlich gehört hierher noch die Grbschafts- und Schenkungssteuer und dann die Steuern vom Grundbesitz und Gewerbebetrieb, Letztere sind Ländersteuern, die von diesen selbst geregelt werten. Die übrigen Steuern fallen glattweg unter die sogenannten i ndirekten Steuern. Hierher gehört die Umsatzsteuer, die Grunderwerbssteuer und ter ganze Komplex ter sogenannten Dermögensverkehrssteuern. Eine wettere Gruppe bilden die Steuern vom Verkehr, wozu die Beförderungssteuer und die Kraftfahrzeugsteuer geboren. Die Desörterungssteuer geht tem Reich fast gänzlich verloren, well davon rund 300 Millionen jährlich dem Generalagenten von ter Reichsbahn zu überweisen sind. Schließlich sind in dem Steuersystem nc»ch die Verbrauchs- und Aufwand steuern zu erwähnen. Die Verbraachs- fteuem sind die Getränkefteuem, die Diersteuer, die Schamnwei n[teuer, das Spiritusmonopol, die Tabaksteuer und die Zucke rsteuer. Zu den Aufwandssteuern gehören die Vergnügungssteuer und die Hundesteuer. Mag dieses System auch gut organisiert erscheinen, so wäre es doch verfehlt, von einem endgültigen deutschen Steuersystem zu sprechen. Gerate die letzte Zeit hat zur Genüge bewiesen, wie notwendig es ist, noch einmal eine grundlegende Steuerreform durchz^- führen. Man darf nur hoffen, daß Steuer- vereinheitlichungsgeseh und Finanzausgleich dafür die Basis bieten. Oberhessen. Landkreis Gießen. 8> Alten-Duseck, 6. Febr. Bei der am Montag in den hiesigen Waldungen abgehaftenen Holzversteigerung wurden folgendeDurch- schnittkprei e erzielt: 2 Raummeter Vuchenscheit 38 bis 40 Mk., Duchenftöcke 10 bis 12, Sannen» knüppel 21 bis 24. Buchenwellen (5 Meter) 21 bti 24 Mk. Die in oiefer Höhe bis jetzt noch nicht gekannten Preise dürsten ihre Ursache in ter Hauptsache wohl in tem anhaltenden strengen Winter, der die Drennmaterialvorräte stark erschöpft hat, haben. — Bei der Verpachtung unserer Gemeindejagd, die aus xtoa Gebieten besteht, blieb ter seitherige Pachte^ Fabrikant Rinn (Heuchelheim) mit 1100 Mk. Höchstbietender. Da weitere ernsthafte Bewerber zu tem Verpachtungs termin nicht erschienen waren, blieb das Höchstgebot weseullich hinter der Taxe, die noch unter dem Pachtpreis der Vorkriegszeit siegt, zurück. Insolgetessen schweben über den enftgültigen Dachtprets zur Zett noch Verhandlungen zwischen den beteiligten Stellen. V Mainz l a.r, 6. Febr. Unser Kindergarten, ter schon wieterhosi vor seiner Auflösung stand, hat nun dieser Tage seinen Betrieb eingestellt. Obwohl sich Im Spätsommer tes vergangenen Jahres em Verein gebildet und es sich zur Ausgabe gestellt hatte, ten Garten zu erhalten, ist ihm dies infolge verschiedener Umstände nicht gelungen. In einer voraus- gegangenen Besprechung tes gesamten Vorstandes, in ter hauptsächlich die finanzielle Frage zur Erörterung stand, hat man eine befriedigende Lösung nicht finden können, da man zu einer früheren Betastung ter Mitglieder nicht teck zvrückkehren wollen Auch bHeben die freiwillige« Beiträge hinter den gehegten Grwariungen zurück. Es wird aflgemein bedauert, daß der Garten ter Allgemeinheit nicht erhalten werten konnte, zumal ter Verein über 80 Mitglieder zählt. geschichte, während sich meine Koffer wie durch Zauberei leerten. — Ein halbes Stündchen später schlüpfte ich in ten Smoking, brannte mir eine PapyroZ an und trat ans Fenster. Draußen lagerten schon die ersten, weichen Schatten des beginnenden Abends. Rosiger Widerschein färbte die von wildem Wein überwucherten Mauern, drunten, im Tal, wallten ziehende Rebelschwaden auf, aber drüben flammten die Schroffen und Schrunden wie von rinnendem Blut übergosfen, violette Tinten geisterten über die Steilhänge hin, und nur die höchsten Spitzen des Urgesteins waren umwoben von einer flimmernden Strahlenkrone. Dort oben, wo In Rissen und Runsen der Firnschnee hastete, schienen Rosen aufzublühen, Myriaden roter Rosen, ein Feenreich, geheimnisvoll und lockend, em Märchenland, umwoben von tem Zauber unberührter Reinheit. So versunken war ich in ten Anblick, daß icb ein leises Anklopfen ganz überhörte. Eine Han? legte sich von rückwärts auf meine Schulter, ich fuhr herum: .Vinzenz! Entschuldige, ater ----“ .Brauchst dich net entschuldigen, Alterle — afi — was seh' ich „en grande tenue“, Bratenrock und Lackschuh'! Du, tefe gibt s in Schloß Terofal net, mir san alle an 's Iagdhabit g wöhnt, no» jatzt woll'n ma mal ’rütergeb'n.“ Wieder schritten wir den Korridor entlang bis zu dem Artettszimmer tes Hausherrn, ein Diener öffnete die Tür. 3m Erker standen drei Herren im Gespräch teifammen. Der Vinzenz schob mich vor: „®raf Pürkstein, Rittmeister Graf Pernegg, Ritter von Molnar!“ „Hab' die Ehr'!" — „Sehr angenehm!" Gdt Händeschütteln, Verbeugung. — Der schlante Vir- kenseld-Dragoner llemmte sein Einglas fest: „3 glaub, wir hab'n uns schon amal g'seh'n, Baron, vor sieben oder acht Jahren, bei ter Pardubitzer Steeplechase. Sö ritten an „ Fuch^ und i an Dunkelbraunen, waren S' nit Königin- Husar, blauftlber?" „3awohl, ganz recht, Heyten-Lcnten gewann damals das Rennen, Rosenberg tourte Zweiter — —" Die Verbindung war hergestellt, Gras Pürkstein räusper-r sich: • Kesselbach. 6. Febr. Der hiesige Gesong- veretn „Liederkranz" hielt bei vollbesetztem ©aale in der Gastwirtschaft von Höchst einen Familienabend ab, bei dem Gesang, heitere Vorträge und Danz in bunter Folge wechselten. Der Verein, der über einen harmonischen und auSge- gttchenen Klangkörper verfügt, zeigte sich unter der Führung seine» Chvrmeisters H Schom her (Beuern) den schwierigen Chören ebenso voll «wach,en, wie den schlichten Volksliedern. Die Darbietungen des Fvauenchors und des Gemischten Chors standen auf gleichwertig hoher Stufe. Allen Darbietungen wurde verdienter- mafi^n lebhafter Beifall zuteil. Der erste Vorsitzende, B. Wißner, der in seiner Ansprache kurz aus die Bedeutung des deutschen Liedes ein- ging, überreichte einem alten Songer. Heinrich Schnell l., für 40 jährige Tätigkeit im Dienste des deutschen LiedeS den Ehrens ängerb rief des Hessischen Sängerbundes und stellte den verdienstvollen Sängervetercrn, der trotz seiner 66 Jahve noch in keiner Gesangstunde fehlte und in gewissenhafter Pflichterfüllung seinen Obliegenheiten als Veveinsdiener nacbfommt. den anderen Sängern als leuchtender Vorbild hin. Der schone Abend wird allen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben. + (Brünberg, 6. Febr. In der jüngsten O c ■ meinderatssitzung wurde eine Angelegenheit geregelt, die seinerzeit hier viel Staub aufgewirbelt bat. Bet der im vergangenen Zähre oorgenommenen Erneuerung des zweiten Pfarrhauses batte die Bauleitung von einem hiesigen Kaufmann einen neuen Herd gekauft. Da die Lieferung sich verzögerte, der Wohnungsinbober aber drängte, so bestellte Bürger- Meister Iöckel bei einem anderen Kaufmann ebenfalls einen Herd, der seiner Ansicht nach billiger war. Der Gemeinderat war mit diesem Vorgehen des Bürgermeisters nicht einverstanden und versagte nach teilweise sehr stürmischen Verhandlungen die nachträgliche Genehmigung zu diesem Kaufe. Da der Lieferant den Herd nicht zurücknahm, wurde dieser einstweilen im unteren Flur bc£ Rathauses auf- gestellt. Nach dem Bericht des Feueroisitators ist nun in einer städtischen Wohnung in der allen Schule ein Herd vollkommen unbrauchbar. Der Gemeinderot gab daher seine Zustimmung, daß jetzt der Herd von der Stadt übernommen und in dieser Woh- nung aufgestellt wird. ’ Heuchelheim, 6. Febr. Das in der Turnhalle vom Gesangverein „Teutonia" veranstaltete Winterfest nahm einen schönen Verlauf. Der Chor, unter Leitung des Herrn lFritz CurthS von Gießen, sang Chöre von Ayhslinger. Sonnet, Meier. Gondlach. Der Dirigent und seine Sänger dürfen mit den Leistungen voll zufrieden sein: hauptsächlich die Volkslieder „DaS wachsame Hähnchen" und „Badisches Tanz- tteb“, sowie das „Deutsche Lied" mit Orchesterbegleitung von W. Gernhardt waren fein schattiert im Vortrag und stimmlich in der Tongebung, so daß diese Lieder starken Beifall aus- Ästen, Außer den Theaters!ückchen trug noch wesentlich das Woüersche Orchester mit seinen guten Konzerteinlagen und flotten Tanzweisen zu dem Erfolg deS Abends bei. * Allendvrf (Lahn), 6. Sehr. Heute wurde der durch einen Autounfall tödlich ver- imalüdtc Landwirt und Mühlenbescher Wil- Hel m Weigel unter großer Anteilnahme zu V t ab e getragen. Die Gesangvereine „(Sin- kracht"-Klmn-Linden und .. Ein^it"-Allendorf. sowie die Deutsche Turnerschaft, Allendvrf, erwiesen ihrem Dereinsmitglied die letzte Ehre. Der 'Verstorbene, der weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt war und jedermann gern mit Rat und Tat zur Seite stand, erfreute sich allgemeiner Beliebtheit. • Leihgestern. 5. Febr. Am vorigen Sonntag veranstaltete der Gesangverein „Eintracht" xn seinem Vereinslokal „Zur Krone" einen 'Bunten Abend, der so starkes Interesse bei der Einwohnerschaft gefunden hatte, daß der Saal bis auf den letzten Platz beseht war. Die Vortragsfolge brachte musikalische Darbietungen, Gefan^svortrage, Duett und Terzett, sowie als MfttÄpunkt be-S Abends eine Operette, zu welch' letzterer eine Spielgruppe aus Gießen gewonnen war, unter der sich Mitglieder des Gesangvereins „Heiterkeit"-Gießen befanden. Die Kapelle Weller,Gießen, leitete den Abend mit guten instrumentalen Darbietungen ein. Darauf trat der Gesangverein „Eintracht" unter der Leitung seines vortrefflichen Chormeisters D a u t h mit schönen Ge- sangsvortragen vor die Zuhörer. 3m Anschluß daran wurden etn Duett und ein Terzett dargeboten, und schließlich eine Operette flott gespielt. Sämtliche Darbietungen der Mitwirkenden. wie auch die Gesänge des Vereins und die gute Musik der Kapelle Weller fanden verdientermaßen lebhaften Ausfall Der Dereinsvorsitzende, Wilhelm S e i p v , dankte allen, die zum vollen Gelingen des schönen Abends beigetragen hatten. • Leihgestern. 6. Febr. Der Gesangverein „Liederkranz" hat zum nächsten (Samitag, 9. Februar, ein Konzert angesagt. Das Programm, von dem Chorleiter des Vereins. Reallehrer Blaß, und von Obermusikmeister Gober (Gießen) zusammengestellt, bringt außer Kunstchören Perlen deutscher Volkslieder und Wiedergaben au8 Opern, ferner Vivlinsoli, alte Märsche usw. Die seltene Gelegenheit, von der Gießener Militärkapelle hier ein Konzert zu hören, dürsten sich viele wohl nicht entgehen lassen. Hoffentlich haben die Bemühungen des Vereins, auch auf dem Dvrse reine Konzerte zustande zu bringen, Erfolg. Man beachte die Dnzeiac in dieser Aufgabe. Watzenborn-Steinberg. 6. Febr. Der hiesige Geflügel- und Kaninchenzucht- d e r'e i n veranstaltete nm Sonntag im Gasthaus ,Lum grünen Baum" eine recht gut beschickte unb \ hinsichtlich der verschiedenen Rassen recht vielseitige j. Ausstellung. Gegen dis Vorjahre war ein er- heblicher Zuwachs in jeder Richtung hin zu pst- zeichnen. Es tft btes für den Verein wohl der beste ■ Beweis, daß seine Tätigkeit nicht umsonst gewesen ■ ist, und er sich um die m wirtschaftlicher Beziehung so dringend nolwcndige Ausbreitung der Zucht bereits ein für die hiesigen Verhältnisse anerkennenswerter Verdienst erworben Hot. Die Prämiierung batre folgendes Ergebnis. (Es find nur die besten Leistungen benannt): Abilg. Hühner: Plymouth- Rocks, gestreift: O. Häuser, Ehrenpreis. Wyandottes, weiß: Karl Philipp 1V„ Ehrenpreis. Wyandottes, schwarz: derselbe, Ehrenpr. (Med.) und zwei Ehrenp. Wyandottes, schwarz: O. Schäfer. Ehrenpreis. Wy- andottes, schwarz: K. Philipp IV., Karl Buß V, je dreimal sehr gut. Wyandottes, geftreift: Kar! Bürger. Ehrenpreis. Rohdeländer: 5>elnr. Pfeiffer, zwei Ehrenpreise: Heinr. Schnmndt Ehrenpreis und sehr gut. Minorka: Karl Philipp IV., zwei Ehrenpreise und sehr gut; Karl Häuser IX., zweimal sehr gut. Rheinländer, schwarz: K. Andermann, zwei Ehrenpreise; Otto Junker, Ehrenpreis und zweimal sehr gut; Otto Junker, sehr gut. Italiener, rebhichnfarb.: Karl Hauser, Ehrenpreis. Italiener, schw,: Richard Bürger, Ludwig Schmand!, je einen Ehrenpreis Italiener, gestr.: L Schmitt, Ehrenpr. Italiener, gelb: K. Walbott I.. 1. Ehrenpr. Leghorn, weiß: Kar! Philipp, L E. Zwergkampfer, goldf.: Kari Philipp IV., I.E. Zwergkämpfer, birkenfarb.: Kari Philipp lV., sehr gut Deutsche Zwerge, goldf.: H. Pfeiffer, E. Deuttche Zwerge, schwarz: Ernst Schäfer, C. Bantam, schwarz: H. Schmandt drei Ehrenpr. Bantam, Gold: L. Schmandt, E. Bantam, Sitter: Karl Philipp IV., K. Häuser IX.. je einen Ehrenpreis. Kaninchen: Weiße Riesen: E. Bürger, zwei Ehrenpreise: Ä. Ruhl, einen Ehrenpreis und einen ersten Preis. is. Steinbach. 6. Febr. Dor Turnverein Steinbach. Mitglied des Lahn-DünS- berg-cr Grenz', bei Köröpülü, aber Hirsch gibt's da: also ich fog 3hnen. zehn Kilo G'we'chg'wicht, vorig'« 3abr Ham ma zwei (Sechzehnendcr g'schvisen. die haben beide in Budapest erste Preis' g'kriegt. un' Baren un' Wölf un' (Sauen, Raubwild können S' schießen, so viel als S' nur mögen." Das Stichwort war gefallen. Weid werk! Hier, in Teroial, scküen sich alles um die Jagd zu drehen. selbst die Diener trugen an den moosgrünen Livreen Hirfchhvrnknöpse, Nc Delsert- löfsel waren mit gebräunten Granbln geschmückt, und von der Decke herab hingen zwei Donauweibchen die auf gekreuzten Geweihstangen r übten. Die Stirnen Lee Herren wcrccn röter geworben, die Stimmen lauter; allrnähllch taten die schweren Weine und der von der Suppe an gegebene Seit ihre Wirkung. Wielec unb immer wieder glitten meine Blicke über die krophäerrbedecklen Wände. Meinem Platz gegenüber hing das mListerhaste Bildnis eines jun„en Mmrues in einer seltsam anmutenden, alle-tümiichen Iagduniwrni. Die nachtschwarzen Augen un.er den starken Brauen hatten einen harten, spötttschm Ausdruck, die (chars gebogene Jia'c und dos eckige Kinn vcr-- rieten Wil.ensirast und um den fest geschlo'.senLN, I hartlo'en Mund log ein bruio. e; Zug. — Bis in I’ die kleinste Einza^.it war alles offenbar naturgetreu w c'^rgegebrn: die Damaste.',erläuie der Radschlvh Doppelbüchse, der mit Gold eingelegte Wirtschaft Licharv Lag. Rach der Begrünung durch den ersten Vorsitzenden, Wilhelm Tag, wurde ein Theaterstück aufgesührt, in dem bäuerliches Derwachsensern mit der Heimatscholle zum Ausdruck kam. Rach einem längeren Duett ging ein wohlgelungener Schwank über die Bühne, j Die slotie Spielart bewies, Lutz Einstudierung unt) , Spielleitung bei dem zweiten Vorsitzenden, Wil- j Helm Dun, in den besten Händen lagen. Zwi- * fchendurch boten zwei Mbtgüeder der Del^rL- Heimer Musikkapelle kleinere Konzertstücke sür K avier und Geige. Starken Beifall fanden die Chöre, dis der Verein unter Leitung von Dirigent Göbel vortrug. An den wohlgelungenen offiziellen Teil schlossen sich Verlosung und Tanz an. Kreis Büdingeru L Ober-Widdersheim. 5. Febr. Der hiesige Mannergesangverein „Gin- tracht". Mitglied des Sängerbundes ^Mitt- lereZ Riddatal", hielt am Sonntagabend sein diesjähriges Wintervergnügrn im Saale des Ferdinand Weis ab. Aach den üblichen Begrüßungs- Worten fand zunächst durch den Vorsitzenden, Stembruchbesitzer K. A i ck e l. die Ehrung 6e3 um den Verein verdienten Mitgliedes G ü n d r a statt, der jetzt 30 Jahre dem Verein die Treue gehalten hat. ES wurde chm eine künstlerisch auS- gestattete Ehrerrtafel überreicht. Als Aauvtstück des 1>lbenLs ging ein Vierakter ubrr. die Bühne. Sämtliche Mitsyielcnlü: führten ihre Rollen in bester Weise durch. Mehrere Singspiele und Einzelvorträge sowi: gut vorgetragene Chöre des Vereins und des Gemischten Chores unter Leitung von Chornre'ster Lehrer Ganz und Konzertstücke einer Abteilung der Äa'xJe de 31. Ball. 3nf.-Rgt. 15 Gießen umrahmten die in red er Beziehung nnrstergult gen Darbietungen. y. Wallcrnhauseu. 6. Febr. 3n diesem Winter kommt es hier zum ersten Male vor, daß sich unter den Einwohnern unseres Dorfes auch Arbeitslose befinden. 3n früheren 3ohren fand hier jeder, der dem Erwerb nachging, stets Beschäftigung Doch gegenwärtig find die Holzmacherarbeiten in den staatlichen und standäherrllchen Waldungen früher als in den Vorjahren beenbet, und die damit beschäftigten Bauhamdwerker können infolge des starken Frostes nicht als Maurer, Steinbrech«:. Zimmerleute und Erdarbeiter Arbeitsmöglichkeit finden. 3m Himmelsbachschen Sägewerk in Ridda beschäftigte Arbeiter von hier können seit etwa 14 Tagen auch nur Halbzeit arbeiten und müssen drei Sage in der Woche feiern. Dagegen ist die Ringshausensche Dlöbelsabrik in Ridda seit Herbst so mit Austrägen betraut, daß diese nur mit Einlegung von Ucberstunden erledigt werden können. Kreis Schotten. ^GlaShutten,6. Febr. Am SamStagaband hielt der Gesangverein „E: n t r a ch t" sein Wintervergirügen Im Saale drS Gastwirts Guß- mann ab. Die Veranstaltung, in deren Mittelpunkt die Aufführung von zwei, größeren Theaterstücken stand, war überaus aut besucht. Reicher Beifall wurde den Darstellern gesollt ebenso wurden die Desangsvorträge beifällig ausgenommen. Bei der kürzlich stcrt^ehabten Generalversammlung der Vereins wurde bet Vorstand wiedergewählt.' L Vorsitzender Kari 11II- rich. 2. Vorsitzender Otto Hansel. Schriftführer Heinrich Dorgner, Rechner Shchard Böck, Beisitzer Reinhard G uß ma nn und Wilhelm Leih. Dirigent des Vereins ist Lehrer 3ubetSleben. — Ein hier schon früher bs- ftanbener K ri e ger oerein wurde a,4 viel- settigen Wunsch auS der Gemeinde wieder neu ins Leben gerufen. Zum Präsidenten wurde Pflastermeister Ludwig Ott gewähtt. AIS ältestes Mitglied gehört dem Verein Polizei- diener Ott an. der. im 82. Lebensjahr stehend, im nächsten 3ahr fern SOjähriges Polizeidiener- Jubilävm feiern farm. Dec Verein zählt bereits 23 Mitglieder. )—( Ruppertsburg, 5. Febr. Der hiesige Kriegerverein hielt unter dem Vorsitz seines Präsidenten W. Lein bei Karn. <$. Schön seine 54. Generalversammlung ab. Dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß der Verein, der 103 Mitglie^r z^hlt. im letzten Jahre eifrig bemüht gewesen ist. vaterländische Gesinnung und Kameradschaftlichkei.t zu pflegen. Die Rechnungsablage, erstattet von dem Rechner W. Lehr, ergab einen Kassenvorrat von 114,06 Mk. und ein Barvermögen von 19333 Mark. Anschließend hielt Herr K r e t s ch- Grifs des Hirschfängers, die wappengeschmückten Knopfe. dqj kam nicht los von dem Anblick, beugte mich zu meinem Freund hinüber: „Wen stellt kenn das Gemälde bar?" „Qio, hab' i 's ncr glei g sagt?" Graf Pernegg lachte. »Die Frag' tut a leber, der zum ersten- m<ä in Terofal is!" Vinze'nz spielte nachdenklich mit dem Messerbänkchen. „3a — leider, der Hubertus Silvester iS nun anal 's Skelett im Haus — —" „Ohof Das klingt ja ganz verheißungsvoll! Also sogar mit einem regelrechten Schlvßgespenst kannst du aufwarten?" „Dös net, übrigen^, die Sach' iS za ernst, um Frischen Fisch und Braten b'rüber z' reden. Aachher raeinethalbsn —" ..'Jlanid“ war alles, was ich herausbrachte. aber barm fiel mir ein: der Vinzerrz von Andri an hatte eben feine Schrullen, war in mancher Beziehung ein Original, und soviel wußte ich noch von unserem Zusammenleben in Steppe und Duschwald her: in ihm war bei allem aufrechten Christentum ein Stück des Levaterglauoens lebendig. der Wald> Wasser, Lust und Erde mtt Geistern bevölkerte, eine Arc sechster Sinn für das geheimnisvo-lle Mti; unsichtbarer Kräfte, ein Hellsehen, wie man es nut bei Menschen findet, die mit der sie imtgeöenben Ratur in eins verschmelzen, den Hvchgebirglern. Seeleuten und Haidiern. Aber nun interessierte mich das Bild erst recht. Worin lag nur der cigenailiqe Zauber, das zugleich Anziehende und doch wieder Abstoßende? So ähnlich hatte ich mir immer das Urbild des wilden Jägers vorgestellt: schlank, sehnig, stählern, den Halo verschleierten Blick der großen Rouokatzen — Die Flamrmm der Kerzen zuckten auf im Lufthauch; ein Diener schboh die Fenster. Mein Freund blieb merkwürdig still. anitoDciele zerstreut und hob die Tafel auf, gleich nadvbem Butter und Käse abgetragen waren. D-übe'l, im Arbeit/'Zinnner, ü kann sich g'froren machen. Ottag s sein, wie s wäll; g^wiß war'S. daß mein Ahn mehr können hat als Brot essen Zu «selbiger Zett hat ihn tunec von do Jager drin im Seefer g'sehrn. unL a paar Minut'n später schnaM's droaen an der Rheide»' svitz. die gut und gern zwoa Stund entfernt iti da hat er an Gams g'schv^en. Auch a Tam^ kapp'n soll er g'habt haben, is oft g'iuig an 8. Scharl ang'birsckst. über a lichte Reih'n ohr^l Deckung, grab als ob ihn döS Wild net eräugen und winden könnt'. Rur in d' Kirchen is er net etntfl'gcTtgen, auch net zur heiligen Beicht', Hoch^ würden der Herr Cyprürrc, der dermalen Pfarrer g west iS zu Terofal in der Oed. hat d'rüber em Memorandum hinterlassen, doch dgvvn nachher. Schließlich is der Hubertus Silvester nach Wien g’rritt. un' aeg gut muß er 'm Kaiser 3c»fepß glasten bähen, kam zurück als Landesforstmcn't<*v von Tirol." „Ahn', unterbrach ich. „Daher die Umforr-.1' rr < ) 'HortsetzMg folgt.) mer. Wehen, einen Borteag über die Versicherung bei der Allianz. — Zur 47. Hauptversammlung trafen sich bei Gastwirt Wagner 70 Mitglieder unseres Ges angvereins. Rach Begrüßung durch den Vorschc-nden 3. B ö - cher erstattete W. Lehr die Rechnungsablage nach ber der Verein zur Zeit über ein Barver- tnögen von 47034 Mk. versügt. Der 3ahres-^ bericht zeigte, daß der Verein, der 135 Mitglieder, darunter 39 Sänger zählt, auch im letzten 3ahre sich Mühe gegeben hat. nach Kräften seinen Mttgliedern und der Gemeinde zu dienen. An die gLschäfllichen Beratungen schloß sich ein gemütliches Beisammensein an. — 3n voriger Woche fand dahier die erste Gemeinde- Holzversteigerung statt, die einen außerordentlich starken Besuch von auswärtigen 6tci- gerern zu verzeichnen hatte. Es wurden bezahlt im Durchschnitt 1 Raummeter Buchenschciler mit 13 Mk., ] Raummeter Knüppel mit Schis 10 Mk U l r i ch ft e i n, 6. Febr. 21m Samstagabend hiett der hiesige Zweigverein des Vogels b er ger Höhencluds im Saale von Gastwirt Groh sein diesjähriges D e k o r a t i o n s f e ft ab. Noch einem Eröffnungsmarsch, dcn die Kapelle Dau^ pert vortrug, begrüßte der Vorsitzende, Tierarzt 2)1 e t s f t, bie DHC.-Brüder und -Schwestern. Einen Glanzpunkt des Abends bildete das noch einigen wetteren musikalischen Darbietungen aufgefährtc Spiel von Theodor Körner „Der Vetter aus Bremen". Das m.t großem Fleiß einstudierle und treff- llch gespielte Stück löste wohlverd'.enlen, starken Beu fall aus. Bei der Dekoration konnten diesmal nur sechs Mitglieder ausgezechnet werden, nämlich Dr. Bruchhäuser und yrau, Tierarzt Meiski und Frau, Lehrer Kammer und 2l7ntsgerichtsrcü Groß. ID Freiensee rr, 6. Febr. Die hiesige Feld und Daldjagd, die als eine der besten Reh- jagden der Umgegend bekannt ist, wurde geftem verpachtet. Die 3aob wurde in einem Be^rk aus- geboten. Den Zuschlag erhielten die Letztbietenden. Dr. Philippi, 2r. Roßbach und Amtsgericht»- rat i. R. Möbus von Laubach, für den Preis von 1510 Mark. Seither kostete die Jagd 600 Mark. i Stumpertenrod. 6. Febr. Durch bk Bemühungen des hefigen Bürgermeisters Hahn und barä der Beihilfe des Gamoinderats ist es gelungen, in diesa.n Jahre die DanderhauS- haltungsschule des Kreises Schotten, hierher zu bekommen. Etwa 23 Mädchen unfr auch ftmge Frauen hatten sich bereit erklärt, an dem von Fräulein Dö h gdeiie'cn Hau§h:ltun^S- kursus teüzunehman. der am 1. ^ebraar feinen Anfang genommen hat und etwa vier Wochen, dauern wird. Der Kursus findet im Gemeinbesaal statt, der zu diesem Zwecke zur Derfügunz gestellt wurde, da hier fein anderes ne4 Lokal vorhanden ist. Die Bibelstunden und Mä>- cheuabende, die seither im Gemeindesaol veranstaltet wurden, werden während dieser Zerr in bet Kirche bzw. im Pfarrhaus gehalten werden. Krcis Alsfeld. • Appenrod, 5. Febr. Der Aeftge Schütt zenverein Beging am letzten Sonntag sern> diesjähriges Wintervergnügen. Rach den Do grüßungsworten des 1. Vorsitzenden, Karl, Lauer, brachte ber Gerni kchte Ehör unter der Leitung seines Dirigenterc, Pfarrers Kalb- Henn. ein Volkslied zu Gehör. 3m Anschluß daran wurden von anderen Mitwirken den ^eitere und theatralische Darbielarngen verschiedener Art gebracht. Der Männergesangverein und der Gemischte Chor füllten die Pausen mit ausgezeichneten GelangSvorträgen aus. Allen Mitwirken den wurde lebhafter Beifall gespendet, dem der Dereinsvorsitzende noch in d:'onderen Dankeswortcn an die befreundeten Vereine und ihre Dirigenten, Pfarrer Kalbhenn unb Lehrer Linden st ruth, Ausdruck gab. ch Lehrbach. 6. Fehr. Seit ungefähr 14 Sagen erfreuen sich Aasige Waldarbeiter an einem kleinen Gast, der sich mit rühr anders Anhangllchkeit täglich an ihrer Arbeitsstätte cl»* stellt. Es handelt sich um ein Avrkehlcher»ij das tert Arbeitern durch die Distrikte „xobti platte". „Zapfenh^ge". „Wolfskaute" bis _ qm.1 „Schreibershege" sorgte. Das Vögelchen wärmt! sich am Feuer, es wird gefüttert und blleb bisher ein treuer Begleiter der Arbeiter. Gs wävq lehrreich, au wissen, wie das Tierchen imntet den Weg zu Den wechselnden Arbeitsplätzen findet, Vielleicht ist es der Brandgeruch des Feuers, drv ihm die Richtung''angibi, In der eg seine Fveund» zu suchen hat? -< r.?< vjM ; 1 ■% -V?/?.- ":$ ;• : >:' / ?/< t vr tiefer- Ss« *äÄf^ b;e 200 cn TW £ sAnZ ^Az v ’S?«üÄ ;w. ^7'juig 5 W Kleine und ^henr wrdLehrel gab. .. öeu urrjef# lj Daldsrbeitel sich mit rührrndÄ r LrbeitSMie ;«Ö to«it«.« ““ Lachs VaZarrs! Vornan von 3- C^neifrepftoerffl. Urbeberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau L Sa. VS Fortsetzung Nachdruck verboten. „Bist du müde, Elisabeth?" Er drückte sie liebevoll in den weihen, kissenbelegten Korbstuhl. Ehe sie sich's versah, kniete er vor ihr auf dem Teppich: „Was willst du, Achim!" „Dich ein bihchen bedienen, mein Liebel! IZeun Monate habe ich mich von dir verwöhnen lassenl Jetzt wollen wir die Rollen einmal wechseln." Er streifte ihr die Schuhe ab und drückte einen Kuh auf den Rist ihres Fuhes. Leise kam der Rachtwinb über den See gegangen und koste um ein Wenschenpaar, daS sich nach Gottes- und Menschenrecht einander zu eigen gab. Einmal horchte Joachim Hettingen während der Rächt auf. Sein junges Weib sprach tm Traume. „Derg h m.r, Joachim'" Wit einem Lächeln lieh er den Kopf zurück- gleiten. Was sollte 'ich dir vergeben, armeS Kind? Wenn jemand um Verzeihung zu bitten halte, war nur er es. Strahlender Sonnenschein glitzerte am nächster: Morgen über S?e und Verge! Lange, ehe Elisabeths Lider sich hoben, stand Hcttbngcn schon an der offenen Dalkontüre und sog gierig die Morgenluft ein. AlS sie sich in den Kissen hob, wandte rr sich um und breitete ihr bic Arme entgegen. ..Wie schläfst du lange, geliebte Frau!" Aach dem Frühstück machten sie eine Rundfahrt aus dem See. An einer lauschigen ilfcr- stelle liehen sie sich gegen Mittag absetzen. Sie hatte ihren Dadelrikot mitgenommen und lieh sich in die Wellen gleiten. Deine noch immer der Schonung bedürftige Hüfte erlaubte dieseS Vergnügen nicht. Im Grase liegend, sah er ihr zu, tote sie mit kräftigen Bewegungen das Wasser durchschnitt. Immer weiter trugen die Wogen sie von ihm weg. „Elisabeth 1“ rief er warnend. Die schien ihn nicht zu hören. Ihr Körper glitt immer mehr der Mitte des Dees zu. Ein Dampfer durchschnitt mit rauschenden Schaufelschlägen die blaue Flut. Auf dem Rücken liegend, lieh ste sich von den Wellen schaukeln. War sie es nicht dem Himmel schuldig, bah sie nun auS seinem Leben verschwand? Einen Tag deS Glückes hatte sie von ihm erbeten! Eine einzige Rächt, in der sie ihm Weib sein durfte! Hatte Gott ihr nicht alles gewährt, um toaS ste gefleht hatte? — älnd ste liebte ihn so unsagbar! älnd muhte doch scheiden von ihm! Freiwillig! Dem Himmel ihr Wort einlölend! Ihre Bewegungen wurden langsamer. Ob er irgendwelchen Schmerz empfinden würde, wenn sie nicht mehr zu ihm zurückkam? Auf und ab trugen sie die neckenden Wasser. ..Joachim! —" Immer wieder machten ihre Arme eine ungewollt mechanisch« Bewegung, nicht zu sinken. ES muhte fein, dah sie ging! Muhte ja! Reglos lag der schlanke Körper. Glitt! Wurde aberma s hochg.hoben! — Schaukelte über grün- fchUlernden Bergen! Verschwand, kam wieder an die Oberfläche — „Joachim!" „Wie kannst du mit dem Leben spielen, Elisabeth!" Ein weiher Körper tauchte neben ihr auf. Hub eine Hand griff nach ihrem Trikot. „Wir wollen zurückschwimmen, Kind!" Als sie ihm angekleidet und daS schwarz«, seuchtglänzende Haar geordnet wieder gegenübertrat, lieh er die Augen vorwurfsvoll auf ihr ruhen. ..Das hat einer Flucht vor mit verdammt ähnlich gesehen, El.sabeth!" Eine G'utwelle schoh in ihr Gesicht. „Verzeih mir. Joachim!" Dieselben Worte wie heute nacht, dachte er, und ging mit ihr nach dem Hotel. Aber er war den ganzen Rachmitlag sehr einsilbig. Am Abend rächte sich dn seinen Hüsten die Hebetatrftrcngung des kalten BadeS. Er klagte nicht trotz des wahnsinnigen Schmerzes. Elisabeth hatte während all der Monate seiner Krankheit in seinen Zügen wie in einem Spiegel zu lesen gelernt und sah, dah er litt. Do sehr er sich auch wehrte, muhte et sich ihren An»- ordnungen fügen, und bereits eine halbe Stunde vor neun Llhc lag er mit massierten Gliedern und watteumhüllten Schenkeln im Veite. „Rette Flitterwochen!" nörgelte er deprimiert. „Du hast es aber gewuht, Elisabeth, wie eS kommen wird, wenn man einen Viertelskrüppel zum Manne nimmt" ..Ratürlich, Liebster, darum habe ich auch alleS von Bellinzona mitgebracht, was nötig ist, dich wieder schmerzfrei zu machen." Sie umschloß sein Gesicht mit den Händen und kühle chn. „Morgen fahren wir nach Hause, Achim. Dann will ich dir wieder Magd fein wie bisher." „Erlaube, Elisabeth!" „Ja! Magd, Achim — und Frau zugleich!" Es fiel kein Schatten mehr in ihre Ehe. Sie wurde ein einziger Tag des Glückes. AIS der Winter kam, sah Hettingen gern des Abends bei Elisabeth in deren kleinem Boudoir und lieh sich von ihr vorlesen. Ab und zu, toenn sie plötzlich die Augen hob, sah sie die seinen mit cbiem eigenartigen 2 sdrucke auf sich ruhen. Dann rann ein Zittern übet ihren Leib. „Was ist, Siebter?“ „Nichts, Kind! Das sollte es sein!" Aber sie wurde die Angst nicht los. Sollte er irgendwelchen Verdacht hegen? Das Herz klopfte ihr bis an den Hals. Sie glaubte, er müsse ihre Qual aus jedem Ton ihrer Stimme hören. Aber et merkte nichts. Weihnachten kam. Sie farm Tag und Rächt, was sie chm schenken könnte. Es durfte nichts Kostbares sein. Was sollte sie chm sagen, wemr et fragte, woher sie die hohe Summe hätte? Sie hatte es ickcht tlnmoT gewagt, Pvkdl ge bitten, er möchte ihr die WäscheauSsteuer von Wien hierherfchicken. Alles, waS sie am Leibs trug, war von IoachinrS Deid gekauft Auch die Möbel. Die nannte ein Riesen vermögen ihr eigen, aber er hatte leinen Teil daran. Ab und zu demütigte sie sich sogar so weit, zu ihrenr Mann zu kommen und zu bitten: ..Ächim, ich bin ohne Geld. Vielleicht habe ich zu wenig sparsam gewirtschaftet Kannst du mir noch ehr paar Franken geben?" Dann strich er jebeSmal ihr Geftcht herab tmt> lächelte. „Solch verschwenderische Frau!" Vor Tagen hatte sie eS wieder getan. Da er gerade beschäftigt war, legte er chr stillschweigend die Brieftasche in die Hand und neigte sich wieder über eine Zeichnung. Die muhte diese etwas ungeschickt geöffnet haben, denn ein Teil des Inhalles flatterte zu Boden, unter anderem auch ein Lichtbild, das sie chm als Braut in Wien geschenkt hatte. Sie konnte nicht anders, als es betrachten! Die Tränen schossen chr über die Wangen. Das war sie einmal gewesen, dieses strahlend sonnige Ding, mit dem blonden Gelock um die weihe Stirns und dem Kinderlachen um Mund und Augen Mit einem raschen Blick streifte sie chre jetzige Gestalt im Spiegel, sah mit tödlichem Erschrecken, wie das Auge chreS Mannes an chr hing und groh und forschend auf ihr ruhen blieb. „Warum weinst du, Kmd?" Ihre Kehle versagte jeden Laut. „Willst du mir nicht sagen, was dich brüdtt**' Er streckte den Atm nach chr auS und zog sie an sich. „Bin ich nicht auch immer offen und ehrlich zu dir, Elisabeth? Ich denke, dah ich mix in dieser langen Zeit doch wohl das Recht txx worben habe, dein ganzes Vertrauen zu be* sitzen. Oder steht ein Geheimnis zwischen unSi? Dah ich das Bild meiner einstigen Braut bet mir trage, muhtest du. Du hast eS nrrr fetbft erlaubt.“ „Achim!" Es war ein würgendes Weinen, sie schüttelte. (Fortsetzung folgt.) Bekanntmachung. Die Anmeldung der -n!l Beginn des neuen Schuljahres (15. April 1929) schulpflichtig werdenden fiinbet hat zu erfolgen. 1. für alle Knaben: Donnerstaft den 14. Zebruar 1929. vormittags 9 bis 11 Ahr, in der Pestalozzi schule (Knabenschule), Nordanlage Nr. 8; 1 für alle Mädchen: Freitag, den 15. Februar 1929, vormittags 9 bis 11 llhr, in der Schillerschule (Stadt- Mädchenschule), Schllerstrahe Nr. 8. Lei der Anmeldung ist der Impfschein und bei auswärts geborenen Kindern auch der Geburtsschein vorzulegen. Die Schulpflicht besteht für alle Kinder, die bis zum l.Moi 1929 das 6 Lebensjahr »oUenbet haben. Es können jedoch zu derselben Zeit auch solche Kinder ongemcldet werden die bis zum 30. September 1929 das 6. Lebensjahr vollenden, und die geistig und leiblich als schulreif erkannt werden. Ein weiterer Termin für die Schulaufnahme findet uicht statt. 1144C (hießen, den 2. Februar 1929. Stadtschulamt. I. V. . vr. Alles. Betnnntmarlznng. Betrifft: Staubfreie Müllabfuhr. Infolge eines größeren Abschlusses ist es möglich, vorerst die Mülleimer noch zu den jetzigen Preisen abzugeben. 1152C Am 1. Marz ist jedoch mit der Er- Höhung der Preise zu rechnen, so daß eine möglichst rasche Beschaffung der Mülleimer im eigensten Interesse der Bevölkerung ließen, den 1 Februar 1929. Städtisches Tiefbauamt: Braubach. Ardeitsvergedung. Unter Hinweis auf die Bestimmungen der Reichsverdingung sollen für den Neubau einer Förfierwohnung zu Laubach im öffentlichen Wettbewerb die Weißbinder-, Tapezier- und Anstreicherarbetten, Schreiberarbeiten mit Treppen lief crung, Glaser- arbeiten, 6 d)(off erarbeiten, Ofen- und Herdlieferung, clektrischs Beleuchtungsanlage, Wasser-Zu- und -Ableitung und die P oster- und Thausfierungsorbeiten vergeben werden. 1158D Bedingungen und Zeichnungen liegen auf unterfertigtem Amt zur Einsicht offen. Angebotsvordrucke werden, solange der Borrat reicht, unentgeltlich abgegeben. Angebote find verschlossen, portofrei und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum Freitag, dem 22. Februar 1929 mittags 12 Ahr bei unterfertigtem Amt (Schotten, Nidda- ltraße 3) einzureichen, wo sie in Gegenwart der erschienenen Bewerber geöffnet werden. Auschlagsfrist drei Wochen. Schotten, den ö. Februar 1929. Hessisches Hochbauamt Büdingen. Zwei stelle Schotten. .______________Kessel._______________ Ausschreibung. 3ur Ausführung der Neubauten : 1. eines Finanzamts, I157D 2. eines Verforgungsamts in Gießen sollen in öffentlicher Verdingung vergeben werden: die Lefchlagarbeilen. Die Bauzeichnungen und Bedingungen liegen in den Geschäftsräumen der Neu» bavleitung II, Gießen, Liebigsirahe 16 — Alle Klinik — Zimmer Nr. 49, wahrend der Dienststunden zur Einsicht aus. Die Serbingungsunterlagen können, soweit der Somit reicht, dort bezogen werden. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Ansch-uft versehen bis zum öffenklichen Verdingungstermin am 16. Scheuet 1929, und zwar für Bau 1 vormittags 11% und Bau 2 vormittags 12 llhr an die Neubauleitung !J, Giesien, einzu- renben. Tießen, den 6. Februar 1929. Neubauleitung lr der Baugruppe des Londessinanzamt-^. Zagdveryachtung. Samstag, den 9. Februar 1929, nachmittags 4 Uhr, wirb auf hiesiger Bürger- meuteret die der Gemeinde Trohe zu- stehende Jagd auf sechs Jahre verpachtet Trohe, am 1. Februar 1926. Hessische Bürgermeisterei Trohe. Schmidt. 1061D Sau-, Äutz- il Vrennholzversteigemng Montag, den 11. Februar 1929, vormittags 9‘/a Ahr anfangend, soll im Holzheimer Mark» und Gemeindewall! nachoer- zeichnrtes Holz versteigert werden: <) Bau- und Nutzholz. Eichcnstämme: 14 Stück, 14 bis 46 cm Durchmesser, 7,67 ti . Stiefernftämme: 14 Stück, 25 bi» 44 an Durchmesser, 9,10 fm. Lärchenstämme: 50 Stück, 16 bl» 30 an Durchmesser, 26,60 fm. Fichtenstämme: 41 Stück, 12 bl» 24 an Durchmesser, 9,42 fm. Fichtenderbstangen 1. bl» 8. Klasse: 17 Stück. 11531) Ficytenreisftangen: 30 Stück. Kiefernrundscheit: 2 rm. b) BreuahrKz. 20 rm Buchenscheit, 37 rm Eichenichell, 15 rm Buchenknüppel, 11 rm Eichentnüp- pes, 15 rm Kiefernknüppel, 39 rm Buchen- stocke, 10 rm Eichenstöcke, 13 rm Lärchen, stocke, 3370 Buchen-Wellen 2200 Erchen- Wellen, 750 Lärchen-Wellen und 2050 Fichten-Wellen. Zusammenkunft an der Straße von Holzheim nach Lang-Göns, am Pfahlgraben. Holzheim, den 5. Februar 1929. Hessische Bürgermeisterei. Wetz. Holzversteigerung. In der Hörleschen w'.rttchaft zu Merlau, Poft und Bahnstation Mücke, Strecke Gie- ßeu—Fulda, wird aus den Forstorten ßinnenftruti) 1, Burgwald 1, 6, 7, 8, 9, Haaz 1, 2, Eselskopf 2, Gänsheege 1, 3, Hoheroth 2, 4, Eichheege 2, 5, Ätzenboden, Buchenkopf der Försterei Merlau, Kratz- berg 2, 3, Linnes 3, 4, 9, 10, 11, 12, Kammerwald 3, 4, 5, 8, 9, 10, 11, Erlen 3, Lehnheimer Linnes 2, Flensungerkopf 1, 2 der Försterei Lehnheim nachstebendes Holz versteigert: 1120u 1. Donnerstag, den 14. Februar 1929, vormittags 10 Ahr: Scheiter rm: 383 Riefer (rund), 263 Fichte (155 rund, 40 ge spalten); truppet rm: 103 Kiefer, 128 F.chte, 36 rm Fichtenknüppel sind 1 m alles vjrige Söiell- und Knüppelholz ist 1,25 m lang. Das Holz sitzt In guter Abfuhrtage, 1—3 Kilometer von der nächsten Bertaüestation. 2. Freitag, den 15. Februar 1929, vormittags 10 Ahr: Scheiter rin: 219 Buche, 21 Hambuche (rund), 62 Eiche (51 gespalten, 11 rund), 4 Birke, 2 Ku:schbaum, 2 Erle, 2 Lärche; Knüppel nn: 78 Buche, 54 Hainbuche» 2 Esche, 89 Eiche, 3 Birke, 4 Krrschbaum, 4 Lärche; Kiefer 1. fitaffe (Knüppelreiser) rm: 1 Eiche, 230 Kiefer, 216 Fichte (hiervon in Schichchaufen 210 rm, geeignet zu Latten- und Weide- Umzäunungen); Reifer 2. fitaffe (Stamm- reisig) rm: 256 Buche, 88 Esche, 8 Eiche, 629 yidjte (SchichtHaufen); Reisig 3. fitaffe (Astreisig) nn: 366 Buche, 438 Eiche; Stöcke nn: 91 Buche, 57 Eiche, 105 Kiefer, 211 Fichte. Dos Holz mit rot unterstrichenen Nummern kommt nicht zum Ausgebot. Bor- herige Besichtigung des Holzes wird emp- fohlen, da nachträgliche Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Nähere Aus- ivnft durch die Herren Förster Müller zu Mücke unb (Ebdmanu zu Merlau sowie di-' unterzeichnete Stelle. (Brünbcrg, den 4. Februar 1929. Hessisches Forstamt Weber-Dirnen. 15% Rabatt Damenstrümpfe und gefütterte Schlupfhoeen KarlJöckel,Plockstr.11 ftritten- 1154D Vrennholzversteigerung im Gemeindewald Maioztar. Samstag, den 9. Februar L 3.» vormittags 10)4 Uhr anfangend, noch Zusammen- kunst an der Kreisstratze Mainzlar—Treis an der Lumda, am Waldeingang, soll nad)= verzeichnetes Holz zur Versteigerung kommen: 180 rm Buchenscheit, 50 rm Buchen- knüppel. 120 rm Erchenschell, 53 rm Eichenknüppel. 138 rm Buchen- und 260 rm Eichen- reisig- 2 rm Buchen- und 15 rm Eichenstöcke. Das Holz sitzt zur Abfuhr sehr günstig. Mainzlar, den 7. Februar 1929. Bürgermeisterei Mainzlar. Vogel. 3u Oe in - in 6., 7. und 8. Jnli za BieHeerM iSreld Alsielo) sianfindendeu BundeSlett beei Qbm°lkumba'Sangerbuudes tli der Iuxplatz zu vergeben dnterefienien wollen sich an den erstere L'visitzenden. Albrecht fcnb, bis Auttt L IKätA 1929 wenden. 11OM) Golzvevstelsevuns lm Graf zu Solms-taubachschen Hrotar Gonterskirchen. Noulag, den 11. Februar, vormittags 10 K Uhr, im „Solmser Hof" zu Laubach, aus den Biftrtften Brühl, Giehem (Ab- trieb), Wallenbera, Dörnberg, Feldchen, Eselskopf (Abtrieb), Forstwiese, Weingärt- nerskopf, Hölzchen, Giehem (Durchsor- K, Eselskops (erste Durchforstung), ■l Scheiter rm: 685 Buche, 3 Eiche, 7 Nadel; Knüppel rm: 300 Buche, 105 Eiche, Dirke, Esche, 89 Nadel- und Weichhol ; Stocke rm: 240 Buchs, 31 Fichte; Neiserknüppel rm: 370 Buche, 67 Eiche, 41 Nadel- und Weichholz; Astreiser rm 543 Buche. 9 rm Buchenwerkscheiter aus Feldchen und Eselskopf. Es werden nicht ausgeboten die mit r bezeichneten Nummern sowie die Buchenscheiter und -knüppel 1. Klasse aus den sechs erstgenannten Di- Kunstseidene Sachen dreizehnmal gewaschen... und doch wie neu! Diese wertvolle Erfahrung machten die Hersteller der bekannten Travise'- und Indra-Stoffe LUX SEIFENFLOCKEN SUNLICHT GESELLSCHAFT A.G. MANNHEIM ixsewe Sie schreiben wie folgt: „Um unseren Kunden ein gutes W aschmitte! empfehlen zu können haben wir umfangreiche Versuche angestellt. Probestücke haben wir drei zehn mal mit Lux Seifenflocken gewaschen, ohne dass eine Veränderung in Aussehen und Festigkeit zu sehen war. Die zarten Lux Seifenflocken greifen das Gewebe nicht an.“ Machen Sie sich diesen Rat zunutze. Verwenden Sie Lux Seilenflocken, so erhalten Sie sich Ihre zarten Kleidungsstücke lange wie neu. Die meisten Hausfrauen kaufen die vorteilhafte doppelgrosse Packung* Gesanü Verein Liederkranz, Leihgestern Chorleiter: Herr Reallehrer H. Blak Am Samstag, dem 9. Februar 1929, abends 8 Uhr» in dem Saale der Wirtschaft »Zum Löwen« Konzert unter Mitwirkung der Kapelle des I. Hess. Gren. - Batls. 15. Inf.-Regts. aus Gießen, unter persönlicher Leitung des Herrn Obermusikmeisters Wilhelm Löher. Zur Aulführung gelangen: Lieder von Hegar, Kirchner, Hoff, Wengert Beethoven, Hauermann und Heinrichs. a472 Der Vorstand« CAFE ERNST LUDWIG Sametag. den 9. Febrnar, ab 8.11 Uhr: I. fnter FascMogs-Kmmel Damen u. Herren in Kostüm, od. Mask, haben Zutritt. 2 Damen- u. 2 Herren preise! — PiAmiierunff der Kostüme. — Großes Preis Jazzen.—Jury aus d. Publikum. ÄÜ* / TANZ / Sektbade „ Voranzeige Rosenmontag, nachm.: Kinderfest Kn-awancgHl m.Präm.der schönst.Kostüme. — 4 Preise. Gießener Ruderklub Haffia 1906 L Samstag, den 9. Februar 1929, abends 8,11 Uhr Großer Maskenball in 6er Turnhalle 2 Musikkapellen,pramiierung der schönsten Masken Eintritt für Damen und Herren RM. 1.— Erwachsener frei I 0«T4 Verein liir Bewegungsspiele Am Fastnacbtsdienstag, den 12. Februar, 20.11 Uhr, in »Amtlichen Räumen der Liebigshöhe: Grober Maskenball Vorverkauf: Zigarrengeschäft Wilh. Stephan und Äacker- meister Ludwig Müller, Bahnhoffraße H47D Der Vorstand. Liebigshöhe Am Rosenmontag, dem 11. Februar 1929, in sämtlichen festlich dekorierten Sä.en das große Kinder-Kosliimfest Saalöttnung 2 Uhr Um 4 Uhr großer Festzug Hierzu wird gebeten, Kinderiahrzeuge jeglicher Art mitzubringenl Eintritt: Erwachsene 1 Mk., Kinder in Begleitung Eintrittskarten zum Preise von Mk. 2.- einschließlich Steuer itj folgenden Geschäften: Gravier- und Aetzanstalt Albold. Kirchenplatz. Modehaus Salomon. Schulstraße, Modehaus Nowack. Selters weg, Schubhaus Süß, Marktstraße, Friseur- geschält Tränkner, Neuen Bäuc. - Für Mitglieder bei Hugo Henkel Kaplansgasse und W Kraus. Sonnenstr. 3. Das altbekannte grobe kanwalisl. Konzert des Turn-Vereins von 1846 findet am Sonntag, dem 10. Februar, nachm. ab 4.11 Uhr in unserer Turnhalle statt Eintrittskarten: Im Vorverkauf bei EL Jung, Sel- terswepr; L. Bepler. Bahnhofstraße; J. Friesloben. Bahnho Straße, und Chn Spies, Neustadt, zu 40 PL, an der Kasse 50 Pf. — Kasten Öffnung 3.11 Uhr. Auch Nichtmitglieder haben Zutritt! lirtft* fc—■■ »'«'m« ■ । . i Samstag, 9. Februar, abends 7.59 Uhr beginnend: Oeffentlicher Maskenball in der Turnhalle zu Heuchelheim Maskenprämiierung ,,4,D Ausgedehnte Tanzfläche Künstlerisch ausgestattete Räume Auf der Bühne großes Blasorchester 6M >°Hotel Prinz Carl Die große findet am Faschingsdienstag 1959 Uhr statt Oipl.-Zng.paul Leinweber Else Leinweber geb. Schneider Vermählte VerliN'Neukölln Gießen Schwarzasiraße 2 Frankfurter Htraße 29 ♦ Februar 1929 1148D 1 itnrnnniimiiinnmiiininHimnmiiiimmmimiinmrumiHnmnmiminininniiimnimrrmiiimnnmnin Bar 2 Tanzorchester Sekt» und Likör-Büfett abgegeben werden. 0480 0476 W WM WmWWA KB7D 0473 0469 -IssKen t et. 2417 ba Lichtspielhaus / Bahuholslrahe Eintritt: Herren M. 3.-, Damen M. 2.-. Für Mitglieder (Ein» tritt frei. Vorverkauf: gigarrengelchast Weyel, Kaplansgasse 2 Eintrittspreise: Herrenkarte Mk. 2.00, Damenkarte Mk. 1J0 Vorverkauf: Herren- ond Damenkarten im Strumpfhaus JBckel, Plockstr.11 sowie In den FrtseurgescMften W. Pfeil, Walltorstrn 6g. Wahl, Neustadt ond 0. Schön, Frankfurter Straße 89. Hör Damenkarten sind im Modehaus Salomon, Schulstr. u. Modehaus Carl Nowack, Seltersweg, erhältlich DRUCKSACHEN aller Art liefert die BrOhl'eche Drxici.erei Neue aparte Damen- Maskenkostüme zu verleihen. »d (ÖM. 11 P. mtiiimiimiiniiiniumimmniiiiiiiiniiiiiiiiiimiiiminiiniiiiiiimiiiiiiniimiiiiiiiuiiimimiiiiimnninnim Eintritt nur gegen Karten, die im Hotelbureau unentgeltlich /jonÄ\ /Oygieolscbe Aniken sämJiche Gomniiwam lorogerie WinterhoHJ \ Kreuzplats 10 / dVjleae V WpWato narb ebenen und nenebenett Emmürien, mmmi entacne« S.MWI«W.53 Gesangverein Heiterkeit Samstag, den 9. Februar, abends 811 Uhr In sämtlichen Räumen der Liebigshöhe Für die mir anläßlich meines 25jährigen Diensilubiläums in fo reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten danke ich herzlich. Portier Gustav Schmidt. Gießen, den 1. Februar 1929. Emaillierte Herde in verschiedenen Ausführungen empfiehlt Sdsar Soumann, Sisenhandlung Sonntag, den 10. Februar 1929,711 Uhr in sämtlichen prachtvoll dekorierten Räumen der Liebigshöhe Jum LSwerr Morgen Freitag 8.11 Uhr abends Ms-ppen- fitzuus Sttmmurrgs- korszert Doppel bock im Anoschanl Meinziich-zilel ist die Freude oleler Hausfrauen, mamen oaffi Sie einen Mintz!! zisch-Lpezialhaus Cuxhaven Marktür. 14 wiefccn 9?D!WrBiinöf.!9rlfnxiiiiiio. Wm in hm naö W MienAvknd Freitag, 6. Februar, abends 8 Uhr, im ZohaoneSsaal. Vortrag von Prof. Keller, Friedberg: WreMeMiMikSkWii Gesangbücher milbrmgen. Freunde deS Bunde» wilUommen. Der Vorstand. 1143V SerSchiffenberg im Schnee Nach d. Neuschnee Ski« u. Rodelbahn sehr gut. Freitag und Samstag Mehelsuppe Heute letzter Tag: Der gewaltigste aller Bergfilme DER KAMPF UMS MATTERHORN Ab Freitag, den8. Februar, bis einschl. Sonntag: 2 grobe Lustspielschlager Vier Komiker, die das Zwerchfell der Theaterbesucher erschüttern: Henry Bender, Teddy Bill, Siegfried Arno, H. Brausewetter Weibliche Hauptrollen: Margot Lande, Iwa Wanja in dem großen Lustspiel Polnische Wirtschaft Frei bearbeitet nach der weltbekannten Operette von Jean Gilbert 2. Schlager: Es zogen drei Burschen Ein heiteres Spiel aus vergangenen Tagen. In den Hauptrollen: Ossi Oswalda, Hertha v. Walther, H. Brausewetter, Teddy Bill irnuc UMMilkiWU Freitag, den 8. Febrnar, nachm. ab 2 Uhr, verweigere Ich im Löwen, Neuenweg 28: 11670 HerrenRindlederstlefel, schwarze und braune Stiefel, Herren.Haw- Schuhe, Knaben«Lonnta s. und Ar Veits. Schuhe, Fuhball. Stiesel. Renn.Schuhe, Leder-Gamaschen, Damen-Stiesel und.Ha!b.Schuhe, Lack, und SpangeN'Schuhe, Mild- lederschuhe, Sa baten,Pantoffeln und Damen-Tuchgamaschen. Ferner: fünf Wirtstische, eine Wäsche» mangel, zwei Herde, drei Oesen, eine «Thaiselongue, ein Sofa, ein Diwan, ein Kludsofa mit 2 Sessels ein Dettiko, vier NachtschrankcherL eine Kommode, einen Glasschranh einen Kastenschrank, einen Wurst» schrank, Nähmaschinen, einen Handwagen, einen Pferdeschlitten u. v. a. Versteigerung bestimmt. Ludwig Hartmetz Aubtionator und Taxator SMWemMW Drei Musikkapellen! Cafe Amend Heut«: karnevalistischer Abend unter Mitwirkung von Herrn Ernst Hartmann, genannt Mainzer Till Euiensplegel Tanz Dunkler Anzug erbeten. 709 Telephon 1414, Neuenweg 28 Nr 52 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gbethessen) Donnerstag, 7. Zebruar 1929 Die landwirffchastliche Llmstellung im oberen Vogelsberg. Don Foribildungsschullehrer Steinmann, Gießen*). SS fleht Wohl außer allem Zweifel, Daß durch die CBcrfammlung in Hartmann.Hain über die Reaierun Vorschläge zur landwirtschaftlichen Umstellung im oberen Bo zels- berg — vzl. .Cie> QI. z." Tut 21 rt>;t 29. Can. - in kltencr üinmi t? f it von - egicrung und Sach- verständigen eincrieit3 und den Landwirten der bctresscnden 44 Gemeinden anderse.t' eine Kultur t a t begonnen wurde, die bestimmt zum Segen des Dogelsberges uno damit auch deS ganzen Hcssenlanoes g:r:ichen wird. Weite Kreise, nicht nur die Landw.rte Öe3 oberen Doge-ibergcs, werden darum mit Ausmerksam- feiT die Vorgänge und Maßnahmen, vor allem auch die Landtagsverhandlungen, in den kommender, Wochen und QHonctm verfolgen. Zweckmäßig ist c3 ba^er Wohl, die breite Öffentlichkeit über ba3 Wesentliche die'er Bestrebungen, über die Grunde dieser begrüßenswerten Hilfsaktion und die einzuschlagenden Wege aufzu- Hären. Zur Vorgeschichte kurz folgendes: Die Jahre 1924, 1925 und 1927, und vorher schon so viele Jahre, konnte der Landwirt des oberen Vogelsberges in das Derlustbuch schreiben. Die ungünstigen Wi terungsverhä t .isse. besonders zur Erntezeit, hatten einen großen Teil der Getreideernte entweder vollkommen vern'chlct, ober doch zum größten Teil minderwertig gemacht. Für die Landwirtschall bei oberen Vogllsberges forderte die Olotstandskommission 1227/23 von der "Regierung zur Linderung der Rotlage Huaenblickliche Hilfe (u. a. Erlaß der Steuern und Beschaffung von Saatgut) und Hilfsmaßnahmen auf weite Sicht. Bei letzteren wurde insbesondere an die Olusstellung und Durchführung eines neuen „General u'turplans" gedacht, der sich aber von dem berüchtigten ©c- nerallulturUan von 1905 in wesentlichen Punkten unterscheiden sollte. Don grundlegender Wichtigleit war schon die Forderung, der auch prompt die Zusage der "Regierung folgte, daß alle diele Hilfsmaßnahmen auf lange Sicht nur im engßen Einvernehmen mit der Landwirtschaft des oberen Vogelsberg e s. erweitert und vertieft durch die Vorschläge von sachverständigen, Lurchgeführt werden sollten. Die Regierung Hut durch di: Versammlung in Hartmannshain Wort g. halten. Die gegenwärtige Lage in Vogelsberg und die Rotwendigkeiten für die Zukunft der Landwirtschaft dort oben fe en hier in "Anlehnung an den Bericht im „©ieß. QInz." Rr. 24 kurz zusammengefaßt: Bei Getreide gegenwärtig erschwerte Bestell- und (Smtea-r5ci.cn und vermehrte Saatkosten, aber wesentlich geringere Ernte, bei Grünland bj zogen trotz geringerem Arbeitsaufwand höhere Erträge, als in den übrigen hessischen Gebieten. Da unzweifelhaft das Grünland eine bef.ere Rente abwirft, so ist darauf der Hauptwert zu legen. Der Ackerbau muß zugunsten von Wieselt und Weiden bedeutend mehr eingeschränkt werden. Das sellherize "Verhältnis von durchschnittlich 1:1 von Qlder- und Grünland ist im höchsten Grade unrentabel und muß zweckmäßig 1:2. beffer noch 1:3 betragen Auch noch aus anderen Gründen ist eine Qlenderung dec Wirtschastswei e sehr zu bog ü?jen. Durch die Einrichtung von Weiden — es ist und bleibt dies die wichtigste Forderung — werden •) Der Herr Verfasser hat etwa 10 Jahre lang als landwirtschaftlicher Fachleh er im ßo;en Vogelsberg gewirkt. Gestützt auf seine reichen Erfahrungen an Ort und Stelle ist er in der Lage, über die Frage der landwirtschaftlichen lllmstel- lung im Vo elsbcrg sachgemäß zu ur.eilen. Aus feine Anregung hin wurde die Rotstandskom- mifiion für den Vogelsäer i gebildet, deren "Vorsitzender er bis zu sei ter Versetzung nach ©ießen war und deren Tätigkeit jetzt vorber.i et en Hilfsmaßnahme,, in hohem Maße mit zuzuschreiben find. D. Red. gegenüber dem reinen Wiesenbau Arbeitskräfte eingespart. ein sehr beachte..s werter PuMä für die Rentabilität der De.riebr. Zum anderen werden durch den intensiven Weideganz bedeutend größere Leistungen heroorgebrächt. Auch dee Gesundheitszustand der Kühe würde wesentlich ge- besscrt werden. Vor allem würde aber der richtig betriebene Weidegang für die Jüngstere von einschneidender Bedeutung für die i»an;e Vogelsberger "Viehzucht werden. — Soweit die kurz: Darstellung der wichtigsten Tatsachen und Gründe, die die Regierung auf Wunsch der Führer der Vogelsberger Landwirte veranlaßt, eine A:nde- rung der Betriebsweise durch geeignete Maßnahmen hcröeizuführen. welche Maßnahmen sind notwendig, um für den oberen Vogelsberg mit (Erfolg eine Acnde- rung der Betrieb:rocife herbeizu.ühren? Wenn aus dem oberen Vogelsberg in erster Linie ein einheitliches hochkultiviertes Viehzuchtgebiet werden fast, so ist die wich- tigfte Forderung hierfür, entsprechende Weiden einzurichten. Mit der Möglichkeit dazu ftcht und fällt die ganze Umstellung. Ein intensiver und rentabler Weidebetrieb erfordert groß« Flächen, damit Gemeinde» oder Genofsenschaftswei- den errichtet werden können. Einzelhut ist in der Anlage zu teuer und ist auch nur bei genügend großem Einzelbesitz zu verwirklichen. Bis jetzt ist weder das eine, noch das andere möglich, da d.e meisten Gemeinden nicht genügend Eigengelände und der einzelne Landwirt infolge der starken Par- aellierung und Gemenglage, auch bei entsprechendem Besitz, keine genügend großen Flächen hat. Die Feldbereinigung ist ba'jer allererste Voraussetzung für die Umstellung, wie auch für jeglichen Fortschritt. Allerdings muß sich die Feldbereinigung von der in anderen Gebieten nach wesentlich anderen Gcsichtspunllen voll- zichen. Hier handelt es sich in der Hauptsache um germgroertigen Boden, deshalb kann der Landmesser großzügiger arbeiten, als anderswo. Aus das Wegenetz ist weniger Gewicht zu legen. Sämtliche Arbeiten können daher schneller und billiger geleistet werden. Neben der Zusammenlegung der Flächen und dem Tau eines besche,denen Wcge- Netzes hat die Feldbereinigung vor allem folgende Zwecke zu verfolgen: 1. Die reinliche Scheidung von Acker- und Grünland im günstigsten Verhält- nis. 2. Die Ausscheidung des besten Grünlandes in genügender Größe als Weidegelände. 3. Die Ein- richtung von Gemeinde- oder Genossenschasts- weiden, für Milchkühe und Jungvieh getrennt. 4. Der evtl. Austausch von Wald und landwirtschaftlich genutztem Kulturland. 5. Evtl. Grenzregu- Üerungen in größerem Maße. Zu den einzelnen Punkten wäre noch kurz folgendes zu sagen: Zu l: Die Jeldbereinigungskommission hat ihr besonderes Augenmerk darauf zu richten, die für die einzelnen Kultiirarten neeignetften Flächen heraus- zufinden und das günstigste Verhältnis zu berücksichtigen. Hierbei Ist mit der Anschauung zu bre- d/en, daß das beste Feld in bezug auf Lage, Boden- art und Kulturzustand unbedingt Ackerland bleiben ober geben muß. Die wichtigste Rolle spielt das Grünland. Bei der untergeordneten Bedeutung und der verhältnismäßig geringen Größe werden sich trotzdem auch für Ackerland noch genügend geeignete Flächen vorfinden. Zu 2: Bei der Aufteilung des Grünlandes sind in erster Linie die Weiden auszusche.den. Hierfür ist das beste Gelände gerade gut genug. Besonderes Gewicht muß auf die Möglichkeit der Anlage von Tränkeinrichtungen gelegt werden. Die Nähe einer Quelle oder eines Baches ist von größter Wichtigkeit. Dagegen spielt d.e Lage zum Dorf überhaupt fast keine Nolle, da bei dem intensiven Weidebetrieb, wie er für den oberen Vogelsberg nur in Frage kommen kann, die Tiere selbst ohne ständige Aussicht den ganzen Sommer über Tag und Nacht draußen bleiben. Zu 3: Weiden fürJungtiere tonnen überall errichtet werden, dagegen solche für Milchkühe und Arbeitstiere müßen in n ä eß ft e r Rähe des Dorfes ihren Platz finden, da diese Tiere immer greifbar sein mü| en. Man sieht also, es be.ominen grundsätzlich alle Tiere geregelten Weide- gang. Rur dann kann der beaosichtig.e Zweck erreicht werden, der darin besteht, daß Arbeits- kräste geipart. der Ee.undhütszustand der Tiere gehoben uno teuere Leistungen erzielt werden. Zu 4: Für Wiese bleibt nur soviel Grünland in Benutzung, als zur Gewinnung te3 Winterfutters uno eines Reserve^ orra.es an :,ej notwendig ist. Zu 5: Oftmals reicht Wald 1 and auf -".dem Doden in unmittelbarer Rähe des Dor,e.. So.che Waldstücke werden g e r o o e t, öagege.. ungünstig gelegene, für lanuwirt,chaflliü>: Zwecke toenig oocr nicht geeignete oließen aufge- formet. Wo notwendig, muß auch Walb.and landw.rtscha.llichem Kultur.and ojne Er, atz v.eichen. St.tie.rwe.se, besonoers aus hoch^e ebenen Weiden, werden auch schmale "Walostreisi.n, sog. Windscyutzstteifen, notueioig fein. Die dci |o D.e.en Urten sehr ungünstigen Ce- marfun^öt,rcn5cii Lejingen orenzregulie- rungen ingrößtem Ausmav- Au^ uie.c.n ©vunee ist auu) die Be.einigung von je drei lU vier ©en.ei.iv-en zusammen notwendig. Zn Beroindung n.it der te.ik/erän.gung in der obigen Art ist, a>ls ein wichtiges Lellftücr derselben. d.e Melioration durchzuführen. Für die Umwandlung von Ceb- lanu in jvudur,aiiö bietet Oer ge.amie ‘.ooge.b» berg noch em |e_/£ da.r^ares Heio, '-aber nicht alles Ueulano e.u.iet sich zu Kudur.and. Es ist deshalb vorder ^.e.au zu unlrriuitz.m, wie b.i alie.i die,en Förverungb.nagnatz.nen, i.itoietoc.t i>i.c Meiiviationüio^e.i eine AenrOullität des neu- getoonne..e.i Kultur.am^es zumsten. Auch die Aerues.erung des seitheiig.n ur/ie.e.r^eländes, das zu */8 n.cyt genügend uno wenig näg,r,to,>reich.s butter liCiCrt, ist in die,em v,u.a nmenyang durch Drainagen usw. dur^zu,üh.en. Um eine "Verwertung uno Sicher,.e^aing der in Regenjachren start gcfäyrocie.i Heu- u.u) Otum.n.tecnie mit isiiolg zu ermogucyen, ge^^rt es zu dem Boc- beouiyUngcn für v.e Umneuu.ig, uaj vie neuesten techui.wen chorl,a-.i..e oer mooer^en Canbtoiri- sci-a,t berück,ichü^t wer.e.n Bau uno «>in- ciQtung von Silos müßen borgenommen tocrocn. uS wäre ein verhängnisvoller Irrtum, zu glauben, naß fämtaa>e Landwirte rest.os von oer ürotwenoig-.eit einet Umstellung uoerzeugt seien. Hier muh noch großzügige Aufklärungsarbeit einsehen, ,ou .a~/t iiuua cui einem törichten uno unoerechtigie.i Widerstand einzelner La.w- wirte oas ganz: ~_crt scheitern. Die Führer der Landwirtscha,^ und aste beru.e..en Siesten mügen h.c r io re Schu^t^.e.t tun. fandst».r t, chastsmm- mer u.io Lanow.rr.chastoämter mal.e.i n.ii einer großzügigen uno i.deniiren AustiärungLarbeit, erst.re iwch durch Aoha.trn von b>rümanöiuncn, einse^en. Die Regierung ihrer.eits wird eine Reih: von Beispielswirt schäften nach bewahrtem Muster noch in diesem bajre ein» richten, für die a.s einmaliger Zuschug für die notwendige Einrichtung U|ü>. insge.amt 5X00 Mark vorgesehen sind. Im übii„e.i sollen sich diese Bei^pielswirtscha^en aus eigener Xrait c.- hasten. bn Oiese.i Riusteroetrieoen soll Dörfer gezeigt werde t, was erreicht werden soll, im s^uoergeumS sowohl des einzelnen Lanowirls, wie auch der 44 Gemeinden. Außerdem wird für diese Ae.ipielsw.rt.chasten eine besondere lstnd wirtschaftliche Fachberatung errichtet, die naturgemäß auch jedem anderen Landwirt des oberen Vvgelsberges zur Verfügung steht. Zu den Förderungsmaßnahmen der Umstellung gehört auch die Regelung der Verwertung und des Absatzes der Erzeugnisse, in erster Linie von Milch und Zuchtvieh. Dos Ringetspiel. Von Robert Michel. Don heute ab will Fmmermayer seinem Der- auügen leben. Er will sich selbst jeden Morgen fragen, wonach fein Sinn steht, und danach seinen Tag einrichten. Durch fünsundoierzig Jahre hat er sich eigentlich nie Na st gcgmnt, aus Lern Nichts hat er allmählich seine gioßen Unternehmungen geschaffen. Zelle an Zelle wurde gereiht und nie tu.fte das Wachsen des Werks gefährdet werden durch das Bedürfnis nach Erholung, durch das Verlangen nach Vergnügeii. Gestern aber wurde der letzte geschäftliche Ast vollzogen, g stern hat er endgültig aas Steuer in die Hände seines Schwiegersohnes gelcat. Nun ist er aller Arbcstsps.icht ledig und will die Ernte seii.es Lebens genießen. Langsam schreitet er durch die Praterauen. Die Wege sind sonn g, die Luft ist erfrisch.'nd, das Mahl im freien hat vortrefflich gemundet. Durch die dich- len Laubkronen herüber erklingt aus dem Wurstelprater ein W" "I nach dem andern, i ie lauten elektrischen O chcstrions und zarter die altmodischen Leierkasten. Er denkt sich die Ringelspiele dazu, be- setzt von vielen frohen Kindern. Das war der beständige Wunfch feiner Kinderfahre gewesen, recht oft und large auf einem Ringelspiel fahren zu dürfen. Jedesmal aber hatte es nur für eine einzige kurze Fahrt gelangt An buntbetlebten Planken vorbei wendet er sich ^ter Stätte der lauten Lustbarkeiten zu, die er seit vielen Jahren nicht mehr betreten hat Es ist Werktag und früher Rachm ttag, so sind die Ver- giiügungsbuben noch wenig besucht Der Zuzug von Menschen ist erst gegen Abend zu erwarten. Bloß bei einem Ringelspjel — eigentlich ist es fast nur das Skelett eines Karussells: an den Enden wagrecht ausst.ahlender Rippen hingen frei an Ketten einfache Sitze — da acht es lebhaft zu. Eine Gruppe von Schulkindern, Knaben, sieben- bis zehnjähr g vielleicht, hat sich zusammengefunden, und es gibt einen Lärm wie von eimm Schwa m »orwitz ger Sperlinge. Immermayer sieht dem fröhlichen Treiben zu. Er hat das Gcfühi, wenn er jetzt ein kleiner Junge wäre, fo wie dieser braunlock ge, der da vor 'hm im Schaukelsitz mit. den Beinen schlenkert, auch er würde sich gerade fijr dieses Ringelspiel entschieden haben. Das Drehen beginnt und ein lachendes Kinderge- sicht nach dcm ancern schwebt langsam an ihm vorüber. Aber d.e Bewegung wird schneller, die jubelnden Fahrer werden durch die Zentrifugalkraft immer weiter und immer hoher im Kreis geschwungen, und Jmmermayer kann das Gesicht des braun- lockigen Knaben nur noch dann unterscheiden, wenn er ihm rasch mit dem Blick in seiner Runde folgt. Der alte Mann fühlt sich zu dem Knaben sonder- bar hingezogen. Er besitzt kein Bild aus feiner eigenen Kindheit und es g bt keinen Menschen, den er fragen könnte, wie er als Siebenjähriger au.'gesehen hat, er ist jedoch bereit zu glauben, daß er damals diesem braungelockten Jungen geglichen habe. Da hat das Musikstück aufgehört, die Fahrer wechseln, nur der braunhaar.ge Knabe ble.bt in feinem Sitz und entrichtet neuerlich den Obolus. „Schade," denkt Jmmermayer, „wäre er abgcstiegen, ich hätte ihm gerne selbst eine zweite Fahrt gezahlt." Der Junge ist sehr übermütig. Während sich der Kreis wieder zu drehen beginnt, trachtet er nut vor- gehaltenem Fuß den Dordermaan oder w: t zurückgebogen mit ausgestrecktem Arm den Nachfolgenden zu erhaschen. Er zieht sich selbst an der Kette des Nachbars rückwärts, läßt sich vo schnellen und biirgt Unordnung in den glatten Lauf des Schaukelkreises. Erft als ihn der Schwung immer höher hebt und die En.tfernung von einem zum andern größer wird, muß er sich in das allgemeine Fliegen im Kreis einfügen. Da geschieht etwas Unerwartetes. Im raschen Kreisen hat sich die kurze Sichcrurg.-kette, mit der jeder vor Beginn gewissermaßen g.fesselt worden ist, damit er nicht herausfalle, an dem Sitz des Knaben nclöft und, der Din^u g ledig, wird er in weitem Bogen durch die Luft fortgeschieudert, dorthin, wo Jmmermayer steht, wie a: gezogen von diesen Blicken, die ihn nie verlassen wollt.n. Jmmermayer erschrickt nicht: wie einen in manch m Traum ein Ung'iick nicht ersch.ecken macht. In tiefen kurzen Augenblicken ist ihtn seltsam zumute, so als fliege er sich selbst aus den Tagen der Kindheit durch den weiten Raum eines ganzen Lebens entgegen. Er breitet die Arme aus, um sich selbst aufzufangen. Eist als der Knabe gegen ihn aufschiagen soll, will ibn Bangen übermannen und er möchte ausweichen. Nun aber ist es zu spät. Schon ist der furchtbare Anprall gegen Kopf und Brust erfolgt, schon liegt er da, rücklings zu Boden geschmettert. Mit großem Gekreisch wird das Karussell gemalt- sam ra,d) zum Stehen gebracht, als wären die Ent- setzensschre^e der Zuschauer wie grober Sand in die Maschinerie hineingefallen. Auch auf die beiden benachbarten Ringetspiele hat die Störung übergegriffen. Die Musik reißt ab und von allen Seiten ftr.men die Neugierigen zur Unfallstelle. Der Knabe ist einigermaßen betäubt, aber er ist ohne Schaden davongekommen. Wie eine sinnreiche, gepolsterte und gefederte Auff. ngvorrichtung hat der Mann die scheinbar tödliche Schwungkraft des Ge- sch euderten milde gebrochen. Des Jungen Kinder- gesicht aber beginnt das Bewußtsein, daß er vielleicht am Tode eines Menschen schuld fein wird, überraschend zu prägen. M.t schreckensgroßen Augen kniet er neben dem alten Mann, und erst da der Krankenwagen vorfährt und Schutzleute Raum schaffen für die Aerzte und deren Gehilfen, läßt er sich schmerzlich schluchzend fortführen. Jmmermayer fühlt keinen Schmerz. Er ist weit fort von der Gegenwart, ist in eine Kindheit zurückgesunken, die verklärt ist von vielen arbeitsvollen und entbehrungsreichen Jahren. Noch atmet er, noch lebt er, aber er lebt nicht mehr sein Leben, nicht das Leben des alten müden Mannes. Er ist wieder ein Kind geworden, siebenjährig, mit einem sch.nen Angesicht, aus dem frohe und glückliche Augen hervorleuchten. Er fliegt auf einem Schaukelsitz durch die Lüfte-, ohne Ende ist der Flug, der Vordermann und der hinter ihm müßen andern Platz machen, er aber darf bleiben. Immer höher f eht es, in die Fre heil, in die Unendlichkeit. Schon l^sen ich die Ketten der Schaukel, alle Erdenschwere ist von ihm genommen, frei fliegt er durch einen un- acheuren Raum auf sich selber zu. Er breitet die Arme aus — er fängt sich auf, umfängt sich taflet über sein ble'ches Gesicht, über feine geschlossenen Augen, tastet über seine Kindheit, die so wundersam g'ückljch ist, und er lächelt. Dann sinken die Hände leblos an seinem Körper nieder. Da FrischmUchvcrsand kaum In Frage kommen kann, so ist rentable Verwertung nur durch Schaffung von Molkereien zu erreichen. Sa Deutschland zur Zeit noch für 494 Mill. Mark Molkereierzeugnisse einführt, so besteht keine Befürchtung. daß der deutsche Markt für Qualität- erzeugnisse in dieser Art nicht genügend auf- nahmesä^ig wäre. Für den Absatz von hochwertigem Zuchtvieh ist durch Gründung von Bieyverwertungsgenossenfchaften zu sorgen. Wenn nun auch durch die Umstellung die Einkünfte, besonders der kleinen und mittleren Landwirte, sicherer werden und sich auch höher stellen, so werden sie doch in vielen Fällen ein Verzicht auf Rebenverdienst nicht zu- lassen. Besonderes Augenmerk muß daher auf die Schaffung von Derdienstmöglichkei- t e n, besonders zur Winierzeit, wie Forst- und Waldarbeiten, Heimarbeiten und dgl. gerichtet werden. Besonders zu erwägen wäre auch, ob eine Steigerung des Fremdenver- k ehr s in diesem »schönen, aber armen Land" möglich wäre. Da aber alle diese Rebenarbeiten eine starle Gefahr für die Landwirtschaft selbst bedeuten, da der Mann ihr dadurch in der Regel entzogen wird, so wäre In allererster Linie eine Hebung der Rente durch Vergrößerung der einzelnen Betriebe, die unter einer Mindestgröße von zirka 25 bis 30 Morgen liegen, anzustreben. Os i 1 zu versuchen, durch Wegsiedlung (Ostmarkenfiedlung, Ansiedlung auf staatlichen Domänen usw.) genügend Land für dies: Zwecke frciy.ibröommcn. Wo sich dies nicht erreichen läßt, wäre an eine Au lei- lung von staatlichem und herrfchastli ,e;n Grundbesitz (in erster Linie Wiesen) zu denken. Wie fast in ganz Oberhessen. so ist auch im oberen Vogelsberg die restlose Erbteilung des gesamten Grund und Bodens eingeführt. Der ©efa.jr der dadurch wieder einsehenben Zersplitterung müßte durch eine gesetzliche Sicherung einer M indestbesitzgröße begegnet werden. Die Erba-.'seinander,e )ung müßte in diesen Tüllen andere Formen suchen. Da überdies erfahrungsgemäß Versehrte Sparsamkeit und Rach- lässlgkeit das mit großen Kosten ins Geben gerufene Werk gefährden können, so ist es unerläßlich, die Gemeinden durch Gesetz zu verpflichten. für eine regelmäßigePslege und Düngung der Wiesen und Weiden und deren guten Instandhaltung besorgt zu fein. T.e.e gesetzlichen Sicherungen sollen keine Erschwerung der Umstellung bedeuten. Die Allgemeinheit, das hessische Volk, hat aber ein großes Interesse daran, daß das mit großen Opfern errichtete Werk nicht durch menschliche Fehler und Schwächen zugrunde geht. Alles in allem: hier handelt es sich um ein Werk mit ungeheuren Schwierigkeiten, aber von ganz besonderer Tragweite. Es ist eine Gebend-' frage für den Vogelsberg, aber auch von größte« Bedeutung für die Provinz Oberhessen' und das ganze Hessenland. Daher sollten alle Hessen, gleich welchen Standes, oder welcher Partei fi« sind, einmütig und geschlossen hinter diesem Kulturprosett der Regierung stehen. Es ist deS ..Schweißes der Cde.sten" wert. Aber Entschlossenheit uno Opferwilligkeit des einzelnen, tote der Gesamtheit, Einigkeit und Vertrauen der Landwirte zu Regierung und Führern: nur fo kann es gelingen. Möge die Versammlung In Hart, mannshain, die unter diesen günstigen Zeichn stand, als glückverheißender Auftakt auch aus eine erfolgreiche Durchführung schließen lasserU Millionen-Oefizii bei der Frankfurter Or^skrankenkaffe. WSÄ. Frankfurt a. M., 6. Febr. Wie das Geschäftsjahr 1927, so wird auch das Geschäftsjahr 1928 bei der Frankfurter Ortskrankenkasse mit einem Fehlbetrag abschließen, der sich um eine Million Mark bewegen dürste. Die Gründe hierfür liegen neben den hohen Derpslegungskosten und dem Krankengeld auch in dem An.chwellen der Arbeitslosig^ leit und in der Grippe-Epidemie im Januar uich Februar vorigen Jahres. Zur Deckung des Defi< zils wird man wahrscheinlich wieder das Vermögen heranziehen müssen, da die D e i t r ä g < Drei Anekdoten. Eines Tages faß der alte Menzel im Huth^ scheu Weinrestaurant in Berlin, als ihn eil» Ehepaar aus der Provinz, daö man auf den berühmten Maler ausmertsam gemacht hatta> ziemlich ungeniert anstarrte. Menzel nahm ruhig sein Skizzenbuch aus der Tasche und begann zu zeichnen, indem er immer wieder scharfe Blicks auf die Frau des Fremden warf, so daß es aussah, als ob er sie porträtiere. Schließlich erhob! sich der Ehemann und trat zu Menzel hin mit den Worten: »Mein Herr, icy verbitte mir. daß Sie hier meine Frau abzeichnen!" Menzel reichte ihm ruhig sein Süzzeirbuch hin, auf dem eine behäbige Gans gezeichnet war. und fragte: das Jyre grau?" Daß Johannes Brahms hie und da furchtbar grob sein konnte, besonders solchen Leuten gegenüber, die sich auf ihr Musikverständnis viel einbildeten, ist bekannt. Anläßlich der Ausführung seiner ersten Symphonie sagte ihm einmal ein kunstbeslissener Herr, der sich auch in gelegentlichen Kompositionen versuchte: „Es ist doch merkwürdig, daß das G-Dur-Thema des letzten Satzes so stark an die Melodie von „Freude, schöner Gö.terfunken" erinnert.“ „3a." erwiderte Brahms, „aber noch merkwürdiger. daß jeder Esel es gleich bemeröt." In London gab es zu Lebzeiten Oskar Wildes einen Schauspieler, der so schlecht war, Laß er ein beliebtes Opfer des Witzes der dortigen Literatur- und Kunstwell bildete. Der sarkastische Oskar Wilde behauptete einmal, man könne mit Hilfe dieses unglücklichen Mimen das Problem, ob Shakespeare oder Lord Bacon der Verfasser der berühmten Dramen und Lustspiele sei, lösen. „Man stelle," sagte er, „diesen Mann vor die beiden in der Wcstminster-Abtei nebeneinander stehenden Sarkophage der Dichter und lasse ihn den Hamlet-Monolog sprechen. Der von den beiden, der sich dann in seinem Sarge umdreht. der hat den Hamlet geschrieben." bereits die Höhe von 7,5 Prozent erreicht haben. Darüber hinauszugehen, bedarf es eines qualifizierten Mehrheitsbeschlusses, für den die Arbeitgebermitglieder kaum zu haben sein werden. Preußen. Kreis Wetzlar. —z— Wetzlar, 6. Febr. Der Obst- und Gartenbauverein für den Kreis Wetzlar hielt dieser Tage im Hotel Luy seine diesjährige Hauptversammlung ab. Dor Eintritt in die Tagesordnung wurde der bisherige Dereinsvorjitzende, Landrat Geheimrat Dr. Sartorius, der bekanntlich am 1. April aus unserem Keeise scheibet, zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Im Tericht des Rechnungsprüfers aus dem verflossenen Geschäftsjahr wurden die Einnahmen auf 3581,66 Mk., die Ausgaben auf 3645,56 Mk., der Bestand auf 239,10 Mk. fest- gestellt. Der Mitgliederstand hat sich von 774 auf 826 Personen erhöht. Für Förderung des Vogelschutzes hat der Verein im vorigen Iahre 312 Nisthöhlen an die Schulen des Kreises kostenlos verteilt, und für seine Mitglieder 297 bezogen. Aus Anlaß des 3)jährigen Jubiläums, daZ der Verein in diesem Jahre feiert, soll hier eine große Ob st- und Gemüseausstellung stattfinden. Nachdem an Stelle des aus dem Vorstand auSscheidenden Lehrers Drescher (Hochelheim) der Landwirt Kleinschmidt (Hochelheim) neu in den Vorstand gewählt worden war, hielt Kreisobstbaulehrer K i l p einer, Vortrag über „Den Niedergang der Zwet- schenknltur im K-eise Weilar". ie. Dutenhofen, 6. Febr. Am Sonntag ver> anstaltete der Gesangverein „L i e d e r k r a n z" im Fagdschlößchen zu Dutenhofen sein diesjähriges Winterkonzert, das einen glänzenden Verlauf nahm. Mitwirkende waren Herr Schöttler (Violine) und Frl. Marie Eckhardt (Klavier) aus Gießen, die mit ihren Darbietungen (Konzertstück Ist-Dur von Franz Schubert, Faustphantasie von Sarasate und zwei Tanzweisen von Brahms und Kreisler) reiche Anerkennung sanden. Der Chor gestaltete mit dem Vortrag vom „Lindenbaum" und „Sanktus" von Schubert den ersten Teil des Konzertes zu einer Gedächtnisfeier für den großen Wiener Meister. Im zweiten Tell trug der Chor Lieder von F. Andreas, Iof. Schwarz, Mathieu Neumann und Gust. Wohlgemuch vor und erbrachte den von der Zuhörerschaft mit ihrem reichen Beifall beglaubigten Beweis, welche Fortschritte der Männergesangverein „Liederkranz" in letzter Zeit gemacht hat, besonders unter der Leitung seines derzeitigen Dirigenten, des Lehrers Siegfried aus Atzbach. Die Anerkennung und Betonung dieses Fortschritts fand ihren offenen Ausdruck in einer im Anschluß an das Konzert gehaltenen Rede des Pfarrers S ch i e f e r ft e i n. Noch dem Konzert überreichte nämlich der Vorsitzende, Karl A g e l, im Auftrag des Vereins in feierlicher Ansprache die Diplome der Ehrenmitgliedschaft an drei um den Verein verdiente Männer, an Anton Schneider (Münchholzhausen), der 23 Jahre lang den Chor dirigiert hat, an Pfarrer Schis- ferst ein und, Ingenieur Wilhelm Schieferstein aus Frankfurt. In dem Dank für diese dreifache Ehrung gab Pfarrer Schieferstein eine Be- schreibung der musikalischen Entwicklung des Chors ,in den 52 Jahren seines Bestehens, von den ersten Proben im alten Schulhaus zu Dutenhofen bis zur Gegenwart. Er verglich diese Entwicklung mit der kulturellen Entwicklung der Menschheit vom Oellicht bis zum heutigen elektrischen Licht und stellte fest, daß die heutigen Leistungen des Chors sich würdig an die Seite der Leistungen eines anderen ländlichen Chors aus dem Kreis Wetzlar stellen könnten, der sich in Koblenz und Wiesbaden hervorragende Preise holte. Ueberhaupt scheine ihm Dutenhofen zu denjenigen Gemeinden der Heimat zu gehören, die in der Pflege des Chorgesangs besonders gute Fortschritte gemacht hätten. Kreis Bievenlops. ~ Crumbach, 6. Febr. Am Sonntagabend sand im Gellerschen Saale dahier ein sehr stark besuchter Märchenabend statt, veranstaltet von der Volksschule Crumbach. Ausge- führt wurden die Märchen vom „Tischlein deck dich, Esel streck dich" und von „Frau Holle", dazu ein Lustspiel. Die jugendlichen Darsteller, Kinder des 3. bis 8. Schuljahres, gaben ihr Testes und zwangen die Zuschauer in ihren Dann. Gardero.cn und Ausrüstungsgegenstande, sowie Dekorationen waren von den Schülern in schöner Weise selbst gearbeitet und trugen wesentlich zum Gelingen des Abends bei. Die Zuschauer, darunter eine große Anzahl aus den benachbarten Orten, kamen voll auf ihre Rechnung und kargten denn auch am Schlüsse nicht mit ihrem Beifall. Mit dem Liede von Brahms „Guten Abend, gute Nacht" schloß der Abend. Der Erlös der Veranstaltung soll zur Anschaffung eines Licht- bildapparales Verwendung finden. nn. Günterod, 6. Febr. Schon in aller Frühe flutete am Montag reges Leben durch die Straßen unseres sonst so ruhigen Dörfchens. Galt es doch, der nach Amerika auswandernden Familie Köhl das letzte Geleite bis zur nächsten Bahnstation zu geben. Nachdem der Vater bereits vier Jahre in den Vereinigten Staaten weilt und sich dort eine sichere Existenz erworben hat, ist es ihm endlich gelungen, die Bereinigung mit seiner Familie herbeizuführen. Wirischafi. Das Ausland und der denlsche Aulnniarlt Wie der Autopressedienst schreibt, hat der deutsche Auto-Außenhandel 1928 eine wesentliche Verschlechterung erfahren. Die Exportsteigerung von 2283 Wagen 1927 auf 4578 Wagen konnte den Einbruch des Auslandes in den deutschen Markt nicht ausgleichen. Die Einfuhr stieg von 11 383 Wagen 1927 auf 17 819 um 56 Prozent und wertmäßig von 53,9 Mill. Mark auf 70,5 Mill. Mk. um 24 Prozent. Bemerkenswert ist, daß diese M-Hreinfu')r fast ausschließlich von den Vereinigten Staaten erfolgte. Wesentlich bedeutsamer als der Import von fertigen Personenwagen war die über die ausländischen Montagewerkstätten gehende Einfuhr von Auto- Einzelteilen, die in Deutschland alsdann zu fertigen Wagen zusammengesetzt werden. Die Gesamterzeugung der Montagewerkstätten an Personen- und Lastkraftwagen stieg von etwa 22 000 Stück 1917 aus etwa 33 000 im vc gangcnen Iahr um 65 Prozent. In dieser Ziffer ist auch die Produktion jener deutschen Werke mit ausländischer Beteiligung enthalten, die sremde Motoren einbauen. Bestätigt werden diese Zahlen durch die 1928 erfolgte Verdoppelung der Ein« fuhr von Explosionsmotoren auf 62 137 Stück gegenüber 29 878 im vergangenen Iah re. Von diesen entfallen knapp die Hälfte auf Flugzeug-, Boots- und vor allem Kraftradmotoren. Einschließlich des Imports von 17 000 Wagen betrugen die Autolieferungen des Auslandes nach Deutschland 1 9 28 i ns - gesamt 5 5 0 0 0 Stück, gegen 34 030 Einheiten 1927. Diese 55 000 Kraftwagen ft:Ken einen erheblichen Dell der Aufnahmefähigkeit des deutschen Marktes überhaupt dar, aus dem 1928 insgesamt schätzungsweise 150 000 bis 155 000 Kraft- Wagen ab gesetzt wurden. Dieser Nahrungsentzug hat" in Verbindung mit einem starken Preisdruck die deutschen Automobilfabriken in eine schwierige Lage gebracht, und zwar trotz ihrer auße.-ordrnt- lichen technischen Leistungen, die im Ausland 1928 wiederholt als führend anerkannt wurden. Wenn die Durchführung der Rationalisierungsmaßnahmen bei einigen Unternehmen zu finanziellen Schwierigkei en führte,, so ist das zu großen Teilen darauf zurückzuführen, daß die mit der Rationalisierung zwangsläufig verbundene Steigerung der Produktionskapazität infolge des Eindringens ausländischer Kraftwagen nicht ausgenutzt werden konnte. Gegenüber einer so bedrohlichen Beeinträchtigung des Binnenmarktes durch das Ausland spielt die 1928 erfolgte Verdoppelung der deutschen Autoausfuhr keine wesentliche Rolle. Es wurden ausgeführt 4578 Personenwagen gegen 2688 im Vorjahr und 3414 Lastkraftwagen gegen 3374 in 1927. Der Export erfolgte zu sinkenden Preisen und erfuhr wertmäßig mit 20,5 Mill. Mk. eine Steigerung von nur 76 Prozent. Die beim Export zu erzielenden Preise waren unbefriedigend. Deutschland steht unter den Ländern, die Kraft- Wagen exportieren, an fünfter Stelle. • Auflegung der Hessen-Anleihe. Die von einem Konsortium übernommenen 12 Mill. Mk. 8-Prozeni-Anleihe des Freistaates Hessen wird in der Zeit vom 7. bis 16. Februar zum Kurse von 93,80 Prozent zur Zeichnung ausgelegt. ' Deutsche Gold- und Silber- Scheideanstaltvorm. Roehler, Frankfurt a. M. Die Genera Versammlung beschloß die Vertei.ung einer Dividende von 9 Pro ent auf die Stammaktien und 6 Prozent auf die Vorzugsaktien. Im Zusammenhang mit der llmstücke- lung der Aktien wurde ferner beschlossen, das S.immrecht der Stamm» und Vorzugsaktien her- abzu^etzen, und zwar derart, daß künftig nom. 100 Mk. Stammaktien eine Stimme und nom. 100 Mk. Vorzugsaktien vier Stimmen, jedoch in den Fällen der Abstimmung über Beschlüsse, die die Besetzung des Aufsichtsrates, Statutenänderung oder Auflösung der Gesellschaft betreffen, 18 Stimmen gewähren. Don Altionärsseite wurde darauf hingewiesen, daß die Gesellschaft bei ihrer jüngsten Kapitaierhöhung an einen weiteren Markt hätte appellieren müssen, da sie nicht mehr über den früheren Stamm alter Aktionäre verfüge. Das Te ugsrecht (4:1 zu 150 Prozent) sei nicht besonders günstig gewesen, und die Placierung neuer Aktien wäre durch eine andere Divi- dendenpo.itik und weitergehende Mitteilungen über Geschäftsgang und Pläne des älnterneh» mens erleichtert worden. Jedenfalls habe die Beibehaltung der neunprozentigen Dividende an» ge ichts deS hohen Kurses der Aktie (am 5. Febr. 182,5 Prozent) die Aktionäre enttäuscht. In ihrer Entgegnung führte die Verwa.tung u. a._ aus, daß sie im Interesse der Aktionäre und des Unternehmens und im Hinblick auf dir allgemein unsichere Lage eine stabile Dividende,rpolitik für unbedingt notwendig halte. Die Anfrage nach der Verwendung der zu erwartenden Freigabe- betrüge und der Mittel aus der Kapitalerhö- ung wurde da)in beantwortet, daß der bisherige Ausbau des öln vernehmens mit geliehenen Geldern ducchAeführt worden sei, was aus der Höhe der Gläubiger (etwa 25 M llionen Mk.) zu ersehen sei. Diese Schulden müßten abgelöst werden. Zeitpunkt des Einganges und Höhe der Freigabegelder seien der Verwaltung noch nicht bekannt. Außerordentlich große Investierungen erfordere vor allem der weitere Ausbau der Wrrle Rheinfelden und Knapsack, doch hoffe die Verwaltung auf Grund dieses weiteren Ausbaues wieder ein günstiges Ergebnis erzielen zu können. • Triumphwerke Nürnberg. A. - G., Nürnberg. Die gestrige G.-V. genehmigte die Regularien, so daß 15 Prozent Dividende auf die Stammaktien und 6 Prozent Dividende auf die Vorzugsaktien Lit. B zur Ausschüttung gelangen. 75 247 Mark werden auf neue Rechnung vorgetragen. frankfurter Börse Frankfurt a. M., 7. Febr. Tendenz: knapp behauptet. — Die gespannte innerpolt» tische Lage, die vor den in nächster Zeit stattfindenden Reparationsverhandlungen peinlich empfunden wird, rief zu Beginn der Börse wieder eine Unsicherheit hervor. Auch andere vorliegende ungünstige Momente drückten auf die Stimmung und hatten eine allgemeine Lustlosigkeit zur Folge. Der schwache Verlauf der gestrigen Neu- yorler Börse, das Abgleiten des Beschäftigungsgrades nach den Berichten der Landesarbeitsämter und die Verschärfung im rheinischen Text.llohnstrell blieben ebenfalls nicht ohne Wirkung auf die Tendenzgestaltung. Als jedoch neue Orders von außen her cintrafen, zeigte die Börse eine gewisse Widerstande fähigleit, und die Verluste gingen, da auch die Spekulation verschiedentlich zu Deckungen schritt, kaum über 1 o. H. hinaus. Das Geschäft blie.b jedoch im großen und ganzen zunächst minimal und beschränkte sich zumeist nur auf Spezialwerte. Etwas stärker angeboten waren am Elektromarkt Gesfürel mit minus 1,5 o. H., Siemens und Schuckert lagen bis 1 o. H. niedriger. A. E. G. und Bergmann behauptet Am Farbenmarkt waren J.-G.-Farbsn fast ohne Geschäft. In Scheideanstalt machte sich dagegen mit plus 1 o. H. auf Ausführungen in der gestrigen Generalversammlung einiges Interesse bemerkbar. Etwas gefragt waren noch Waldhof plus 1 o. H. Am Montanmarkt Rheinstahl mit plus 0,5 und Harpener mit plus 0,75 v. H. Sonst waren aber hier Umsätze nur in sehr geringem Umfange zu verzeichnen. Autowerte eröffneten bis 0,5 o. H. niedriger. Von Bankwerten Commerz-Bank bis 1 o. H. abgeschwächt Renten still. Ausländer etwas gefragter und eine Kleinigkeit erhöht Auch im Verlaufe blieben die Umsätze äußerst klein und beschränkten sich nur auf einige bevorzugte Papiere, die jedoch etwas lebhafter gefragt waren. Als jedoch die Erhöhung der Diskontrate der Bank von England um l o. H. bekannt wurde, machte sich eine allgemeine Verflauung und Unsicherheit geltend. Auf Realisationen der Spekulation neigte die Tendenz zur Schwäche, und es traten im allgemeinen Verluste bis zu 3 v. H. ein. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2115, gegen Pfund 20,433, London gegen Kabel 4,8515, gegen Paris 124,15, gegen Mailand 92,64, gegen Madrid 30,61, gegen Holland 12,11. B .'V Böric Berlin, 7. Febr. Die heutige Börse eröffnete in weiter unsicherer Verfassung. Vormittags nannte man, besonders im Vergleichs zu den gestrigen Abendkursen, ausgesprochen schwache Taxen. Beeinflußt wurde diese schwache Tendenz durch die ungünstigen Meldungen aus Neuyork hinsichtlich der Kreditmaßnahmen der Federal Reserve- Bank und die neuen Londoner Goldverluste (gestern wurden hier 1,8 Millionen Pfund von Amerika abgezogen), die den Goldbestand der Bank von England auf nur noch 150 Millionen zurückgehen ließen, so daß für heute eine Diskonterhöhung durchaus im Bereich der Möglichkeit liegt. Auch biet innerpolitische Lage hat selbst durch den Rücktritt, Gusrards noch keine Klärung erfahren, denn. es ist fraglich, ob das Kabinett ohne Zentrum re-, gierungsfähig bleibt. Zu den ersten Kursen machte sich bann im Gegensatz zu dem Vormittagsverkehr eine größere Widerstandsfähigkeit fühlbar, die später sogar einer allgemeinen Befestigung Platz machte. Die Angst vor der Londoner Diskonterhöhung hemmte aber auch weiter die Umsatztätig-' leit und ein großer Teil der ersten Notierungen mußte ausgesetzt werden. Mit größeren Veränderungen gegen gestern mittag fielen nur Chadeaktien plus 3,50 Mark und nach der anderen Seite Reichsbank minus 3 v. H., Salzdetfurth minus 2.75 v. H., Schlesische B Gas minus 2,25 v. H., Polyphon minus 2 v. H., Svenska minus 2,50 Mark usw. auf. Dessauer Gas plus 1 v. H. und im Verlaufe plus weiters 3o. H., lagen in Erwartung eines guten Abschlusses und auf höhere Dividendenhoffnungen lebhaft und fest. Deutsch: Anteilen ril',ig. Ausländer geschäftslos. Anatolier und Türken eher j schwächer. Bosnier bei fast minimalen Umsätzen bis 0,5 Prozent höher. Ter Geldmarkt ließ eine weitere Erleichterung erkennen. Tagesgeld 4,5 bis 65 Prozent, MonatZgeld 6,73 biZ 8 Prozent, Warenwechsel zirka 6,13 Protzent. Wie schon oben gesagt, wurde es im Verkaufe allgemein lebhafter bei Kurssteigerungen bis zu 4 Prozent in Spe^ialwerten wie Waldhos, Reichsbanr. Schlesische B.-Gas. Dessauer Gas. Feldmühle. Rheinische Braunkohlen, Siemens usw. Man wollte zuversichtlich wissen, daß London von einer Diskonterhöhung Abstand nehmen wird, obwohl am Devisenmarkt die Bewegung des Kurses für das Pfund dagegen spricht. Arankfurtfr (betretfc?bime. Frankfur t a. M., 7. Febr. Der Produktenmarkt verkehrte heute trotz der höheren Au§- landmclstungen in weiter sehr ruhiger Haltung. Tie anhaltende Geschäft lo.igk.it drückte auf die Tendenzgestaltung und ließ keine erhöhten Preise zu. Die Preise konnten sich gut behaupten. ES wurden notiert: Weiten 23,50 bi- 23,75, Roggen 23,50, Sommergerste für Drauzwecke 24,50 bis 24,75, Hafer, inländ. 24 bi3 24.25, Mais (gelb- für Futter'wecke 23,50 bis 23,75, Weizenmehl, südd. Spezial 0 33,25 bis 34,25, Rogoenmehl 31 bis 31,50. Weizcwlleie 14,25, Roggenkleie 15. Tendenz ruhig. Frankfurter Schlachtviekimarkt. Frankfurt a. M., 7. Febr. Auftrieb: 112 Rinder, 1159 Kälber, 316 Schafe. 415 Schweine. Es wurden notiert: Beste Mast- und Saug- käll»er 70 bis 77 Mk.: mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 69; geringe Kälber 60 bis 64. — Schafe: Mast.änn. er und jüngere Ma'.sä nmel (Weidemast) 50 bis 55: mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 45 bis 49. — Schweine: Vollfleischig: Schweine von etwa 24) bis 300 Pfund Lebendgewicht 73 bis 76; von etwa 16) bis 240 Pfund 74 bis 77 Wk. — Marktverkauf: Schweine und Schafe rege, Kälber mäßig-rege, bei allen Gattungen geräumt. Berliner Produktenbörse. Berlin, 6. Febr. Heute war eine Häufung verschiedener Momente zu beobachten, die insgesamt dazu angetan waren, das Geschäft am Produktenmarkt schwierig zu gestatten. Zunächst verstimmten die überseeischen Meldungen, zudem hall die Behinderung des Warenverkehrs durch den scharsen Frost an. Nicht nur, daß alle verfügbaren Lagerräume einschließlich des Kahnraumes überfüllt sind, haben jetzt die Dampfer in den Seehäfen beträchtlich Ladeschwierigkeiten, so daß als Abnehmer für inländisches Brotgetreide in der Hauptsache nur noch die Inlandmühlen in Frage kommen und die Klagen über unfre- sriedigenden Mchlabsah. Das Angebot ist gegenüber der Nachfrage reichlich zu nennen, Abschlüsse kommen nur ganz vereinzelt zustande, da Forderungen und Gebote zu schwer in Hebereinftim- mung zu bringen sind. Am Lieferungsmarkt lag Roggen mit P^isvevlusten von 1 bis 1,50 Mark entschieden schwächer als Weizen, der nur 0,25 bis 1 Mark im Preise einbützle. Weizen- und Roggenmehle sind zu unveränderten Preisen offeriert. Das Geschäft bleibt auf kleine Konsumabschlüsse beschränkt. Für Hafer und Gersten blieb die Marktlage ziemlich unverändert. Es notieren für je 1000 kg: Weizen, märt, 213 bis 215, März 229 G., Mai 238, Iuli 246,5); Roggen, märk., 205 bis 206, März 221,50 bis 221,25 bis 221,50, Mai 232 bis 231,50, Iuli 232.50 B. (matter); Braugerste 218 bis 233 (matt); Futtergerste '192 bis 2)2; Hafer, märt., 23) bis 206, März 221,50 bis 221. Mai 231.50 (schwächer); zollbegünstigter Futtermais 238 bis 239 l behauptet); für je 100 kg: Weizenmehl 25,25 bis 29,75 (behauptet); Roggenmehl 27,25 bis 29,50 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeiübrten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuß 7,5 Prozent. $ oukfurt a 'JJt | Berlin Schluß ft'T» ft'irs Sch ich , Un;ang ftutS Rur» Datum 6 2. | 7. 2. 6. 2. ’•» Dl «MÄMnlfibc i 1327 Dl. SiU.-üblot Sdiult tnii flue 53,8 — 87.5 i 53,9 54 Un.-iNctfctcn — i'bnt »ueioi.-dirdite 13.9 —■ 13,75 13,9 7% .tranfl pvv Bt Noldvl Un tünbbai bti 193.' iKbetntidse Hvv.-Bant gtau (Boi ort 90 — — — • O.G.» ab« Kortrteat-CWflarlon. r6d»ablbru tjunoeeb.-flnL 41,6 —- — Ceitenrtibttof »vlone. — 31.75 «,2i>% teilen silberne 3,13 — 3.13 — 4% Ceflrrretd) einbeitl Wte 2.2o — 25,3 d 4% UnganW »ülbrte -5,2ö — — 4% Unganirtie Lioai» o 1910 —— — — 4^% oeepl oon 1913 23 — — — 4% Unguriicbe fttonenne. 2.1 —■ 2,2 2.2 4% lud Zollanleibe v 191) 4% lurfiidie Baababbabn-Änl.. 11,35 11,5 ll.d Serie 1 — — 11 * 4% oeegl «erle i 1 — 11,3 4% »tumanrn conoen ölti- 0.25 — — 9himimen «Snlbonl «sce 1918 19.1 - 19 — flllg ®run70 - 1.0,3 170,25 Di«lonto.»eleUld)Oft «rtl. 10 Ib6 — 160 165.75 Dre»nner Boni • - 10 l.o.o 170 i7ü,7o 170 mtnelbfuiidw (UeeitHel - • 6 RciaUbanf .....’ * *.® 129.5 312 311,5 129.5 10,25 198 I <07,76 ^raiiithirt o M Berlin Schlug! 1-Uhr» Sch utz i itin ang ft'trt i Rur» R'iT« finr* Tatnm- | 6.2 | 7. 2 6. 2. 7.2. ä.15.14» .... 8 177,5 । 177.5 I77.2J i76.i Äergmann . « o • . 9 213 21, 212 211 (ilefn WefeTungta — - • • 10 I6< | — 167,5 167.5 richt und ftraft .... 10 213,5 - 2>l,.r 211.25 .gelten ft iSutlleflum» . ... 6 141,5 — 142 — (Bei. 1 laetn Untera.. • • » 10 237.5 236 238 235,4 Vamb läeln Sette . • • . 10 147.5 146.1 Rhein Etetii ..••<> 9 Schiel- (ilela. . ° . W —- - 164.25 212 164 209,75 Sdiuden 8 228,5 228 227.5 227 Siemen» ft CxiUte . • • • • 12 .8. >80 379,75 o79 IraneraNo ..•••• 8 - — 157 tiebmeort ft tta. . . « • o . 10 167 165 — — — 85 84 Leulsche Erbil ..... 6 Stiener Sieintobie ..... 8 128 128 128 127,5 iBelienfirdienn ... i H 3 * 125.75 — 125,<5 126 Harvener ...... 6 Hoeich Giien. ........ 8 151,25 132 131.75 121 5l|e Bergbav ........ 8 205 - 207.5 210.2.5 fflödnerroerle . ....... 7 - 106 l‘J6.2j 106 Köln-Neueilen. — — 120 120.7o ■lRanne»mann . ......8 125,6 125.5 125.5 SlanefelBet ......? 115 115.4 iberidilri SOenb Sebad & Cberi(t>i-i froferoerte 6 ■ j6 7o 106.4 9o 105.. i'bonir Bergbau 6!^ ■‘6,5 - 9 ,4 95, u ■Nbrtniiihf Brountohlen 10 278 2.7,75 277.25 rHbeinftabl 1. % 3e» 4h 130 50,5 .30,75 •50 •Hieberf ISontan . 7.2 — — - ileieintflie Stahl®. .... 6 9< ,75 — 97.5 97.25 Dlairt Minen . . . . • th ,0.05 - <0.5 7u ft alt Sichersleben .... 10 268 — 26J — ftafl Westeregeln .... 10 37..5 — 276.75 — ftoltmerl SalibrthrtH ■ • 15 496 — 494.5 — J » ßarben.jnsutaii . . ix .'52,9 -52.5 .32.25 251,75 Dvnamit 9?ubd ...... 5 Sdteibeanftal! ...... 9 Ä 182 118.25 118 cholvichmibl .••••al - 89 88.75 tRmqeieroette ..•••• • - 97 96,5 97 * ....................... — — — Jankiun a. UR Berlin SajluB' ft r» 1-Uhr. ftur» Sch u(j-| ’hn.ang ft ir» ftur« Dalum: 6.2 7 2. 6. 2 1 ’-4 Lbuiov.voymann .... 1 deidelberger (Seme« . . • . 10 Lernen, fiarKla&t • • • • -8 Sao8 t itreitag . • • . 10 127,5 135.25 180 131,4 130 ' 1 1 2 1 ..5 Edmltbet« SaxntotC ... 15 Cftwerte . . • • . 12 Ser. (Slanjßott . . • • • 18 Bemderg • • • • » l< SeUflofl ScIOboJ .... 12 ZellNoii il$d$affentmrg ... 12 (Sbarlottenbutget Saiia ... 7 Teiiauer ®aJ ..... 8 Zaimler öowren......0 Temag *••••• 0 •äUeroedr Ele»a ...... 5 ynöro. Uoerve ..... 10 •Rai. fiutemobü ...... 0 Crenftein ft ftoütwS . .... 8 Leonbarv Zte» ...... 8 läamafl.’Dteguin ...... 0 .Iranff. Maichia« ...... ö Srchner ...... 11 pevligenflaedl >••.••. 0 .Uungdans .•••••. 4 Lechwerfe ....... 8 «lag ...... 10 Äetailulii.ei ....... 8 15e,ers Union .••••• .8 fflebi floebet ■•••«. 10 Svigi 4 HaeffNK ...... 8 6übb. Suda .......8 5; So <5 Sfö cku 1 1 1 1 l i S 1 >1111 o. I 0. 1 1 <£ &• 1 1 1 1 L 2 1 1 1 1 ’c ■ । 1 1 1 1 ’o. 1 ' l 1 1 1 1 ö ■ 1 ■ S III -89 245 436 408 257.2a 190 127 214 60.5 55,75 59 225 41,4 255,5 62,25 107,5 76,6 42.25 24.5 100,75 212 145,5 436,5 405,5 258 215 60.75 55.25 222 90,5 *42 Banknoten. Berit». 6 Februar 1 6CI0 | ’-Kne' flmcnlaniitbr 'Hott»..... «eigifkde 'Nottn ....... Tanifdie 'Jloten ....... flcnolifibc Äflzai .»•••••- | LI' >8.18 111.93 20,375 | 1.21 56,52 «12,37 • 20.455 Berlin 6. Vebrnrtr (8clö ^ranjöinche .'/oieii poNöndikche Noten ..... iit-lienHcbe Ototen ..... Norweallcde 'Jlotea _ • • ■ Deutsch Oefterr . 4 ioo Äronee Numaniiche 9/oten ..... Lchwediiche "Jloten ...... Schwerer 'Jioien ...... Svanilche ’JZoftn..... > Tichechoilowotische $eta . ■ Ungarische 'Jlotto Deöilenmarfl Berlin Telegraf hische 16,4a 168.16 22.025 IH.81 59.03 4.51 112,1? 80.88 16.42 18.415 73.15 -Frankfurt Auszahl 1.78.81 22.105 U2.29 59.27 4.53 H2.61 81.20 66.70 12-. 495 73.45 a M. u n g. 6. F bruar 7. Fcdruar Ärmliche Non raaa Held l Br«' Ämiliche -Jionerunii oJelö 1 Ärie> flmft-iHon. Bu?n-MreS Brll.-Ännv lEbriftianta Soo:nbaaen eiodbolm Helllngkors- gtalien - . Honbon. . . ■Xeunorf . • Pari- . • . Schwelt . . Sva ien Aavan H10 de 9om Ären tn Cefi abaeff Prag Belrrad «udav'ft - iöul arten 9ifiabon Tanttfl stankt nttn fliben Sana da Um na» Un 168,5o 1.774 o8.47 H2.16 112,20 112.47 10,586 .2,015 20.405 4.2085 16.44 80.125 o6.5o 1.919 O,iO25 59,115 12,451 7,368 73,33 ,037 18,5. 81,54 .'.080 1.435 1.191 4.316 20.927 169,87 l.77b o9.59 112,38 112.42 112.69 10,606 42.i55 40.445 4,2165 16.48 51,083 06.70 1.92 0,5045 59.235 12,471 7,402 <3.47 >,043 18.57 81,70 2.084 0,445 *,206 4,324 | 20.967 168.56 1.775 Jb.49 112.19 112,22 112,18 10,59 42.02 40,412 1,2080 16.iöb ■>0. .8 •6.78 ..918 1602 *-.14 !2,4j6 i.uö5 <3.-9 3,Oc7 18.58 81.67 4.03° 3.4 5 <.199 4.311 21.97 168,90 1.779 38.61 112.41 112.44 112,70 10,61 42.06 20,452 1,2160 16.435 81.14 66.94 1.922 1.504 JV.26 12,476 7. «99 73.51 ,043 18.62 »1.83 2.092 5,44' 4,297 4.319 2101