Nr. 5 Erstes Matt 179. Jahrgang Montag, 7. Januar 1929 Vrvck vnö verlas: Vrühl'sche Unlverfi1Str-Vuch° und Steindruckerei H. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulllraße 7. Volkspariei und Große Koalition 10137V Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re» krlameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20“ , mehr. Thefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot^ für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Vergröberung verschiedener Tleichsämter zu- fammen. Erfchetnt täglich,anher Sormtags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätler Heimat im Bild Die Scholle. vezugspreir für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlüff«: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Zranlfurtam Main 11686. gung gehandhabt. Das Gesetz tritt am Tags seiner Veröffentlichung, d. h. am 6. Januar, in Kraft. Zustimmung in Agram. Die Macht der Belgrader Clique gebrochen. Agram, 6.3an. ($11.) Die Entscheidung der Krone hat im ganzen Lande Aufsehen hervorgerufen. Di« Verfügung des Königs hat alle Schichten der Bevölkerung ohne Unterschied der Partei mit Genugtuung, ja vielfach mit De- geisterung erfüllt. Man ist befriedigt darüber, daß die Regierung der Viererkoalition ein Ende gemacht hat, und man glaubt nun, datz die Macht der Radikalen unter der sog. Belgrader Clique gebrochen ist. Befriedigt ist man auch darüber, datz der König die Krise in dem Sinne gelöst hat, wie sie Raditsch und Pribttsche- witsch schon vor dem Attentat in der Skupschtina vorgeschlagen haben, nämlich durch eine Diktatur. Dr. M a t s ch e k, der Führer der kroatischen Bauern, der nach Agram zurückgekehrt ist, äu- Herde sich über die neue innerpolitisch-e Lage in Jugoslawien Journalisten gegenüber u.a.: Die Fesseln sind gesprengt. Die Vidovdan- Versassung, die die Kroaten sieben volle Jahre bedrülft hat, ist a u f g e h o b e n. nicht nur im Bewußtsein des Volles, sondern auch durch den Entschluß des Königs in der Tat. Ich bin dessen gewiß, datz dies zum Besten des Staates zu« Einheit und Stärk« deS kroatischen Volles führen, und daß es uns dank der Weisheit des Monarchen gelingen wird, das Ideal des kroatischen Dolles. Herrin setnemHaus« im freien Kroatien zu fein, zu erreichen. Auch die Agramer Zeitungen kommentieren in günstiger Weise das Belgrader Ereignis der letzten Rächt. Das Blatt „Rovosti" verbreitet eine Sonderausgabe unter dem Titel „Es leb« der König", in welcher es di« Handlung des Königs begrübt, da sie die Einheit der Ration aufrechlerhalle und die Zukunft des Landes sichere. Diktatur in Güdflawien. Oie Verfassung außer Kraft gesetzt. — Oie Skupschtina aufgelöst. — König Alexander ernennt eine nur ihm allein verantwortliche Regierung. Belgrad, 5.3an. (2BIB.) Die königliche Kanzlei hat heute abend folgende Mitteilung aue- gegeben: Rach dem Rücktritt der Regierung hat bet König auf Vorschlag des Skupfchtina-Präsidenlen mit den Vertretern aller parlamenlarischen Parteien und Gruppen beraten. Vie Beratungen haben erwiesen, dah unter den parlamentarischen Gruppen entgegengesetzte Auffassungen über die Lösung der gegenwärtigen Krise bestehen. Diese Meinungsverschiedenheiten treten sogar in der Beurteilung der J tage der Stoatsorganlsation hervor. Aus diesem Grunde besteht keine Möglichkeit, einer irgendwie gearteten parlamentarischen Lösung der Krise unter Wahrung der unbedingten Aufrechterhaltung der nationalen Einheit des Staates. König Alexander Hal daher unter dem heutigen Datum eine Proklamation an fein Volk erlassen, die u. a. besagt: Meine und des Volkes Erwartungen, dah die Entwicklung unseres innerpolitlschen Lebens Ordnung und Konsolidierung in der Lage des Landes mit sich bringen würde, haben s i ch nicht erfüllt. Die ungesunde politische Situation im Staate ist nicht nur für das innere Leben und seinen Fortschritt, sondern auch für die Regelung und Entwicklung der auswärtigen Beziehungen unseres Staates sowie für die Stärkung unseres Prestiges und unseres Kredites im Auslande nachteilig. Durch politische Leidenschaften verblendete Männer haben mit dem Parlamentarismus allmählich einen solchen M i h b r a u ch getrieben, dah er ein Hindernis für jede gedeihliche Arbeit des Staates wurde. Weit entfernt, den Geist nationaler und ftanMcher Einheit zu entfalten und stärken, beginnt der Parlamentarismus in feiner jetzigen Gestalt geistige Desorganifation und nationaleUneinigfelt hervor'urufen. Lin Mittel gegen dieses Hebel ju suchen in einer Aenderung der parlamentarischen Regierung, wie sie bisher gehandhabt wurde, oder in neuen Wahlen für die gesetzgebenden Körperschaften hiehe kostbare Zeit mit fruchtlosen versuchen zu verlieren. Ich bin überzeugt, dah alle Serben, Kroaten und Slowenen meine treuesten Helfer bei meinen zukünfl'aen Bemühungen sein werden, die nur dahin gehen, in kürzester Zeit zur Schaffung von Einrichtungen zur Verwaltung und Organisation des Staates zu gelangen, die den allgemeinen Bedürfnissen des Volkes und den Interessen des Staates am besten entsprechen. Infolgedessen habe ich beschlossen und bestimmt, dah die Verfassung des Königsreichs oom 2 8. 3ani 1921 nicht mehr in Kraft bleibt. Alle Gesetze des Landes behalten ihre Gültigkeit, soweit sie o'cht durch einen Erlaß von mir im Rotfalle aufgehoben werden. Reue Gesetze werden künftig auf dieselbe Weife veröffentlicht werden. Die am 11 Dezember 1927 gewählte Skupschtina wird aufgelöst. Das Amtsblatt veröffentlicht bereits den Tert eines Gesetzes über die Befugnisse des Königs und die Verwaltung des Staates. Das Gesetz besteht aus 21 Artikeln, durch die dem König die Legislativ- nnd Exekutivgewalt übertragen wird. Weiter werden im Amtsblatt veröffentlicht ein Gesetz zum Schuhe der öffentlichen Sicherheit und der Ordnung im Staate, ein Gesetz über Abänderung und Ergänzung des Pressegesetzes und ferner ein Gesetz, durch welches das Gesetz über die Gemeinden und regionalen Autonomien abgeändert wird. Oer Fall Tuka. Prag, 5. Jan. (WTD.) Die „Prager Presse" meldet aus Pretzburg, daß der wegen Hochverrats verhaftete Abgeordnete der slowakischen Dolkspartei, Dr. Tuka, heute neuerdings drei Stunden lang verhört wurde. Aus der beschlagnahmten Korrespondenz geht u. a. hervor, daß er die ihm von dem aus der Slowakei geflüchteten und jetzt in Wien lebenden ungarnfreundlichen Jehliczka gemachten Angebote einer gemeinsamen, staatsfeindlichen Aktion zurück- gewiesen hat. Man rechnet mit weiteren Verhaftungen. Die heute erschienenen deutschen und ungarischen Morgenblätter sowie das Organ der slowakischen Dolkspartei, „Slowak", die die Erklärung HlinkäS enthielten, daß er und die slowakische Dolkspartei sich mit Tuta identifizieren, wurden auf Grund des Gesetzes zum Schutz der Republik beschlagnahmt, da der Staatsanwalt in der Wiedergabe dieser Erklärung die Verherrlichung einer strafbaren Handlung erblickt. Wie der „Expreß" meldet, wurde unter den bei Tuka beschlagnahmten Dokumenten auch eine Denkschrift gefunden, die im Jahre 1919 von den Professoren der ehemaligen ungarischen Universität in Preß- burg versaht und der Friedenskonferenz gemeinsam mit den Protesten der Budapester Regierung gegen die Zuteilung Preß- b u r g s an die Tschechoslowakei eingeschickt wurde. Die Denkschrift ist auch von Luka unterzeichnet. Die Kteinrentnerbeih lfe. Schlechte Ausjichtcn für das Rentnerverjorgungsflesetz. Berlin, 7. Jan. Laut „Voss. Ztg." wird im neuen Reichsetat als einmalige Beihilfe für Kleinrentner «in Betrag von 35 Millionen Mark eingesetzt werden. Im vorigen Haushaltsplan waren für diese Zwecke zur.ächst 2ö M.l- lionen, im Rotetat aber dann weitere 25 Mill, bewilligt worden. Bei der angespannten Finanzlage des Reiches will man diesmal sofort einen etwas größeren Betrag einsetzen, aber keinerlei Rachforderungen mehr genehmigen. Infolgedessen ist wohl auch das Schicksal des Rentnerversorgungs- g e s e tz e s, das von verschiedenen Parteien gefordert wird, sehr zweifelhaft. Man hat im Reichsarbeitsministerium berechnet, daß sich im Jahre 1927 ungefähr 300 00; Kleinrentner in Fürsorge befinden, daß aber bei einer Annahme eines derartigen Gesetzes mindestens 300 bis 400 Millionen erforderlich wären, um den Kleinrentnern eine jäyrlichr Rente bezahlen zu können, selbst wenn durch Gefeiesanspruch. den die Rentner dann erhielten, eine Ersparnis von 75 bis 90 Millionen Mark an Fürsorgemittela eintreten würde.. Helfer«1 tischt chmid’a* (E8rt GieheiierAnzeiger General-Anzeiger für Gberheflen Das neue südslawische Kabinett. Belgrad, 6. Jan. (WB.) Die neue Regierung hat um 11 Llhr den Eid auf die Verfassung geleistet. Präsident und Minister des Innern ist Divisionsgeneoal und Kommandeur der Königllchen Garde, Peter 3iof a - witsch, die auswärtigen Angelegenheiten hat Marinkowitsch, Derkehrsnrinister ist K o rose t s ch, Kriegs- und Marimmrinister General H a d j i t s ch. In einer Ansprache an die Mitglieder der neuen Regierung sagte König Alexander u. a.: Trotz aller meiner ^)emühungen, eine Lösung zu ftnden, die ein harmonisches Arbeiten zur Stärkung des Staates und zum allgemeinen Besten des Volkes erlaubt, mußte doch im Laufe der letzten Besprechungen fest gesteift werden, daß unter den gegenwärtigen Bedingungen eine solche Lösung auf parlamentarischem Wege nicht gefunden werden kann. Deshalb habe ich mich entschlossen, durch einen Wechsel des Verwaltungssh st em s diese Schwierigkeiten zu beseitigen. Als Minister, die einzig und allein mir verantwortlich sind, Hellen Sie heute ein jeder in seinem Ressort die Höch st e Autorität firn Staate dar, dem Sie und Ihren Tlntergebenen bei jeder Gelegenheit Achtung verschaffen müssen. Das wird Ihnen nur gelingen, wenn Sie die Geseke des Landes stritt beobachten. Sie und Ihre Untergebenen müssen sich bei allen Ihren Entscheidungen und allen Ihren Taten nur von dem Interesse des Dienstes und den Interessen des Staates leiten lassen. Auf diese Weise wird volles Vertrauen des Volkes zu den Behörden geschaffen werden, das Gefühl und die Tkeberzeu- gung, dah in unserem Staat vollkommene Gesetzmäßigkeit herrscht, daß Gerechtigkeit und absolute Gleichheit für di« Dauer begründet sind. Das Oikiaiurgesetz. Die Regierung nur dem Könige verantwortlich. Belgrad, 6. Jan. (WB.) Das heute vormittag im Amtsblatt veröffentlichte Gesetz über die königliche Gewalt und die oberste Verwaltung des Staates bestimmt: Das Königreich der Derben, Kroaten und Slowenen ist ein« Erbm onarch ie. Der König besitzt alle Gewalt im Lande. Er erläßt und veröffentlicht die Gesetze, ernennt die Beamten, bestimmt über die Beförderungen im Heere und befehligt die Strrittnacht. Ferner steht ihm das Recht der Amnestie und der Begnadi- gung zu. In allen Beziehungen zu fremden Staaten vertritt er den Staat, DaS Gesetz enthalt weiter -Bestimmungen über das königliche Haus, über Einsetzung und Tätigkeit der Regentschaft im Fall« einer Abwesenheit. Erkrankung oder Minderjährigkeit des Königs und setzt ferner folgenk>es fest: D r König ernennt den Ministerpräsident und die Minister, die feinen Anweisungen entsprechend handeln, da die Minister ixm Treueid dem Könige leisten. Die Muttster sind dem König verantwortlich, der sie in An- klagezustand versetzen kann. Dais Gesetz trifft Bestimmungen über das Derfahsten zur Aburtei- lung von Ministern und bestimmt weiter: Der König erläßt und veröffentlicht ein Gesetz durch ein Dekret, das vom Ministerpräsidenten, dem in Betracht kommenden Ressor.Minister und dem Justizminister gegengezeichnet iss. Die administrative Gewalt wird voih Minister entsprechend der königlichen Ermächti- £N rueft aod IW» S ’idt Leiden- -tzZS- tnttcbt* naua „u-rt rodber Bei der Bewirtschaftung der Dersicherungsmittel gebührt dem B e r s i ch e r u n g s z w e ck der unbestrittene Vorrang. Die Dersicherungsträger werden aber die Kass ende st ände verringern und sich im Erwerb von Grund st ücken Zurückhaltung auferlegen. Die flüssigen Mittel dienen als Beitrag für die Bildung eines Kapital st romes aus inländischen Quellen. Dabei wurde das örtliche Kreditbedürfnis zwar betont, aber auch nicht überschätzt. Im Vordergründe steht vielmehr das Kreditbedurf- nis der Volkswirtschaft im allgemeinen und des Haushaltes des Reiches und der Länder. Für den Ausgleich noch konkurrierender Bestrebungen find besondere Verhandlungen vorbehalten. Oie Beamtenzahl im neuen Reichsetat. Berlin, 7. Jan. Wie die »Voss. Ztg." berichtet, ist im Laufe des Etatsjahres 1929 mit einer Verminderung von 1 000 Beamten le; Reichsentschädigungsamtes, des Reichsausgleichamtes und der Reichsvermögensverwaltung zu rechnen. Dagegen ist für 1929 gegenüber 1927 eine Vermehrung von 312 Plan st eilen eing treten. Diese Vermehrung hängt mit der Uebernahme der thüringischen Steuerverwaltung auf daS Reich sowie mit der Die Dienstzeit bei der Reichspofl. Berlin, 7. Jan. Auf eine Eingabe des Deutschen Industrie- und Hanttelstages wegen der angeblich beabsichtigten Ginsjührung der 48= Stundenwoche für dir Beamten der Reichspost, in der schwere Bedenk en der Industrie gegen schematische Festsetzung des Achtstundentages vorgebrcicht wurden, hat der Reichspostminister jetzt geantwortet. Der Minister erklärt, daß die in der letzten Zeit durchgeführte Rcitionalisie- r u n g die Beamten der Reichspost vielfach au einer s o intensiven Arbeitsleistung gezwungen habe, daß darunter der ordnungsgemäße Dienss habe leiden müssen. Es habe deshalb eine Entlastung des Personals erfolge.» müssen. Der Minister betont, auch er stehe auif dem Standpunkt, daß es sich nicht um die Herbeiführung eines schematischen Achtstundentages handeln könne, dah vielmehr das Ziel in der Erreichung einer effektiven 48ftüildigenWochen- arbeitsleistung liegen müsse. Aber auch dieses Ziel könne nur allmählich erreicht werden. Beschleunigte Bildung einer Arbeits- rcgierung. Berlin. 5. Jan. (DDZ.) Die „Berliner Stimmen", das parteiamtliche Organ der Deutschen Volkspartei, beschäftigen sich in einem offiziösen Artikel ausführlich mit der gegenwärtigen politischen Lage und meinen, nachdem sie die Schwierigkeiten auf außen- und innenpolitischem Gebiete geschildert haben, die Parteien der Großen Koalition müßten sich ihrer Verantwortung für Deutschlands Schicksal bewußt sein. Der Artikel fährt dann u. a. fort: „Ebenso notwendig wie die Bildung der Großen Koalition ist die schnelle Regierungsbildung. Sofort, wenn Hermann Müller zurückkehrt, wird er die Verhandlungen über die Festigung der Koalition eröffnen müfsen. Bis zum Zusammentritt des Reichstages zu warten, der etwa am 22. Januar erfolgen soll, geht nicht an. An die Parteien wird man aber die Forderung richten müssen, die Koalitionsbildung nicht durch übertriebene Forderungen zu erschweren." Der Artikel verweist dann darauf, dah allerdings jede Partei wohl ein Mindestmaß an durchaus berechtigten Forderungen habe, und daß auch die Deutsche Volkspartei ihren Eintritt in die Groß« Koalition von gewissen Voraussetzungen abhängig machen müsse, die sie ihren Wählern schuldig fei. Indessen solle man alle die Streitfragen aus den Koalitionsverhandlungen vol.kommen herauslassen, die, wie etwa die Slaggenfrage oder gewisse sozialdemokratisch« Reichswehr- Wünsche, nicht dringlich seien und als < prinzipielle Gesichtspunkte jetzt, wo es sich um politische Existenzfragen handele, zurückge- (teilt werden könnten. Die Volkspartei würde zum Beispiel nach wie vor ablehnen müssen, den 11. August zum gesetzlichen Feiertag zu erklären, oder die sozialdemokratischen Wehrprogrammatischen Forderungen bei der Reichswehr in die Wirklichkeit umzusetzen. Man sollte jetzt nur eine Arbeitsregierung bilden, um die kommenden Entscheidungen tiel- * fen zu können. Zunächst müßten die Grundmauern des Hauses gebaut werden: die Einrichtung und Dekoration könne später erfolgen. Ernste Lage der Reichsanstatt für Arbeitslosenversicherung. Berlin, 7. Jan. (Priv.-Tel.) Vor einiger Zeit fauchten Mitteilungen auf, nach denen die Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung vor dem sinanziellen Zusammenbruch stände, öiefe Behauptung konnte — es mar Mitte November — widerlegt werden, aber inzwischen hat sich die finanzielle Loge der Reichsanstalt immerhin so verschlechtert, daß man die weitere Entwicklung der Dinge nicht ohne Besorgnisse einschätzen muß. Man berechnet, daß der Notstock der Ncichsanstalt Ende Dezember zwischen 60 und 70 Millionen betragen mag, daß aber diese Nsserve schon im Januar bis auf ein paar kleine Millionen z u s o m m e n g e s ch r u m p f t sein wird. Diese ung nstige Entwicklung befürchtet man vor allem anläßlich der zunehmenden Entlassungen und der mit Sicherheit zu erwartenden w eiteren Steigerung der Unter» stützungsziffern. Den Einnahmen von knapp 70 Millionen Mark mit einem Notstock von 65 Millionen, also zusammen 135 Millionen, stehen im frinuar nach den vorläufigen Schätzungen bei 1,5 Millionen Hauptunterstützungsempfängern ungefähr die gleiche Summe an Ausgaben gegenüber. Die Neichsanstalt würde also ohne jegliche finanziellen Reserven dastehen und das Gleich müßte nach den gesetzlichen Bestimmungen mit Darlehen helfend eingreifen. Es ist aber taefelbe Reich, dos gleichzeitig in diesen Tagen mit d?n anderen Sozialversicherungen um Darlehen in 5orm von Reichsschuldverschreibungen zur Dek - tun g seiner laufenden Etatsousgaben verhandelt, hoffentlich erweisen sich die pessimistischen Einschätzungen nachträglich als zu weit gegriffen. Die Bewirtschaftung der Gozialversicherungsgeider DaÄ Ergebnis der Aussprache. Berlin, 5. Jan. (WB.) Amtlich. Am 5. Januar «örterten Vertreter des Reichsarbeitsministeriums nii den Trägern der sozialen Versicherung den blond des Vermögens und die Bewirtschaftung der Lersicherungsmittel. Anwesend waren auch Vertre- t;r anderer Reichsministerien und der Länder. Bei den Krankenkassen und B e r u f s g e n o s - sen schäften sind erhebliche Mittel für Iingfriftige Kredite nicht vorhanden ; die Beiträge Dringen im allgemeinen nicht viel mehr, als zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben jeweils not- toenbig ist. dn der Invalidenversicherung smd noch für drei bis vier Jahre lieber schlisse zu erwarten, die den Fehlbetrag in den darauf- [olgenben Jahren decken müssen. Dabei ist vorausgesetzt, daß sich der Arbeitsmarkt nicht wesentlich rerschlechtert, und daß nicht neue Leistungen den Versicherungsanstalten auferlcgt werden. ® ü n ft i g st der Dermögensstand in der Angestelltenversicherung, hauptsächlich wegen des steten Zuwachses an neuen Mitgliedern. Dafür wird aber die Angestelltenoersicherung aus elfen Teilen des Reiches mit vielen und hohen kreditforderungen in Anspruch genommen. WZ l°-3aw. 13,30: BZZ 13.30 V9Vi5A19: 3?.15 bis Ä: Aberch". 21Boi, • 3anufft, ^tnentinw , Mer SSQ9. der. i der »n*. "NvrkdMn * ÖniÄ Sm® IS 12. Januar, 12,45 bis ,x. 15: Gericht über K- ^^raiicnfrienß; ;Wüft ihren AbUch. 18.10 bis 18,30; Ast, . Snefiafien. 18,45 bis 19,15 bis 19,15: IchiutionalenHandlunzs« sozialpolitische und wirt« cs ^ZrtnebsrätegesrheS", tteler, Berlin. 19,45 bis lißtt Bundes für Bolls« •i". Aottmg von Pros. Hausdame", Lustspiel st Hostrup. Anschließend: Änzmusil. iTogal?—v in hervorragendes Dittel li Ischias, Grippe, hmen, Erkältung -beiten! chl durch minderwertige r fyftäligu ng anerkennen er viele bedeutende Pro» mg des Togal. Stoßen in Apotheken Marl 1.40 dd ecet- gl ad 100 Amyl j Porter Gilbert in Washington. DcrJahrcsbcricht reicht nur bisSePtember Washington. 6. Ian. (MTV. Funkspruch.) Porree Gilbert hatte cm Samstag längere Unterredungen mit Staatssekretär Kellogg und Unter- sioalsjekretär L a st l e. die er zusammen mit dem Schahamtssekrelär Mellon und dem Botschafter Morrow aussuchte. Weiter sind Unterredungen mit L o o l i d g e und Hoover geplant. Ueber den Inhalt der Konferenzen wurde erklärt. Gilbert habe die allgemeine Reparationslage geschildert, er verspreche sich jedoch keinen Ruhen von einer ösfent- lichen Erörterung der Aufgaben des Sachoerständigenausschusses im gegenwärtigen Augenblick. Zu seinem Iahresbericht betonte Parker Gilbert, daß er vollkommen unparteiisch abge- f a h t sei und weder die eine noch die andere Seite begünstige. (Es wurde ferner daraus hingewiesen, daß sein Bericht lediglich bis September 1 9 2 8 reiche, während der Bericht des amerikanischen Handelsattaches in Berlin, A l l p o r t, die Zeit bis Dezember umfasse. Prälat Kaas zum Rheinlandproblem. Rüdesheim. 6. San. (Wolff.) Auf dem Parteitag der nassauischen Zentrumspartei sprach der Vorsitzende der Partei, Prälat Dr. Kaas, u. a. auch über schwebende außenpolitische Fragen. Sie wissen, dah meine Auffassung über den Gang der deutschen Außenpolitik sich in den letzten Jahren in gewissen taktischen Dingen teilweise erheblich von dem offiziellen Gang dieser Dinge unterschieden hat. Aber nichts ist falscher, als wenn die Dinge so hingestellt werden, dah ich mich langsam zu einem grundsätzlichen Gegner der Locarno-Politik entwickeln wollte. Gewisser Kreise an führender und verantwortlicher Stelle hat sich eine Art von Erfolgshunger bemächtigt, der für die Sache selbst nicht günstig ist. Wer nicht w a r - t e n kann bis die Früchte von selbst reifen, kommt zu unsachlichen Handlungen. Erwarten Sie nicht von mir. dah ich hier am deutschen Rhein mit Rachdruck, mit stürmischer Llngeduld zum soundsovielen Male die Räumungsforderung wiederhole. Dos deutsche Volk hat diese Forderung laut und- deutlich gestellt, die offizielle deutsche Auhenpolitik hat sie ebenso gestellt, und ebenso klar unö deutlich war letzten Endes das Rein, das das Ergebnis der Septemberberatungen des vorigen Jahres in Genf gewesen ist. Ich verspreche mir nichts von der demonstrativen Weiterbehandlung der Räumungsfrage in der Öffentlichkeit. Das deutsche Bol? und vor allem das deutsche Volk hier am Rhein, i ft gar nicht s o ungeduldig wie manche an anderer Stelle, wo man wenig unter den Auswirkungen der Besatzung leidet. Die Haltung des deutschen Volkes gegenüber der Gegenseite sollte im Augenblick weniger die einer aufgeregten Demonstration und Opposition sein, als die einer würdigen Reserve. Die Dinge stehen doch so, daß nach den Erklärungen der Gegenseite ein wirkliches Vorwärtskom- men in der Räumungsfrage und auch in anderen Fragen gar nicht z u erwarten ist. wenn nicht in der Reparationsfrage greifbare und abschließende Lösungen erzielt werden. Der Bericht Parker Gilberts zeigt uns aber, daß mir in der Rc- parationsfrage eigentlich noch ganz am Anfang der Debatte stehen, daß eine geradezu verhängnisvolle Woge optimistischer Beurteilung durch das Ausland geht. Wenn wir auch den ehrlichen Willen zur Erfüllungspolitik haben, im Interesse unseres Volkes und Landes und darüber hinaus im Interesse einer vernünftigen und gesunden Weiterentwicklung der weltwirtschaftlichen Zu- sammenhänge, müssen wir jeder Forderung, bei der nach unserer Ueberzeugung unsere L e i- stungsfähigkeit überschritten wird, ein klares und männliches Rein entgegensetzen." Großfürst Nikolaus f. Rizza, 6. Jan. (Havas.) Großfürst Ricolaj Ricvlajewitsch von Rußland, der Onkel des letzten Zaren und Oberbefehlshaber der russischen Feldheere zu Deginn des Weltkrieges, der schon vor einiger Zeit an einer Lungenentzündung erkrankt war, ist heute nacht auf seiner Besitzung in Antibes gestorben. Der Großfürst ist in der Politik Rußlands erst seit der Revolution von 1905 hrrvocgetreten. Damals wurde er einer der intimsten Ratgeber des Kaisers Rikolaus und beeinflußte denselben stark im Sinne der Rotwendigkeit einer energischen Riederwersung der Revolution mit Waffengewalt. 1906 wurde Großfürst Rikolaus zum Kommandeur der Garde und des St. Petersburger Militärbezirks ernannt. Als im August 1914 der europäische Krieg ausbrach, trat der Grohfürst an die Spitze der russischen Heere. Das russische Heer und auch das Volk vertraute ihm durchaus. Er war in Rußland als ein kaltblütiger, rücksichtsloser, aber auch ein gerechter und unbestechlicher Soldat von einwandfreiem Lebenswandel bekannt. Auch die militärische Lage war für den Grohfürsten an sich günstig. Zwar konnte der Russeneinfall in Oft- preuhen von General Hindenöurg aufgehaltcn und zurückgcdämmt werden. Allein in Galizien errang die russische älebermacht gegen die Oester- reicher Erfolge. Auch Hindenburg, der inzwischen in Polen bis zur Weichsel vorgerückt war, sah sich genötigt, vor neuen Russenheerm zurückzu- geheir Der Grohfürst stand auf dem Gipfel seines Ruhmes. Indessen wurde er in Polen noch vor Jahresschluß an die Rawka-Linie zurückgrdrängt. In Galizien brachte das Frühjahr 1915 dem Grohfürsten die Eroberung von Przemysl. Derr Karpathenwall indessen bezwang er nicht. Im Mai erfolgte die Katastrophe: der Durchbruch bei; Deutschen und Oeftcrreicher am Dunajec und der große Rückzug der Russen. Er kostete dem Großfürsten die Stellung als Oberbefehlshaber. Der Zar übernahm sie dem Namen nach. Der Groß- fürst ging als Vizekönig in den Kaukasus. Der tatkräftige Mann ruhte jedoch nicht als grollender Achill. Er machte den Türken schwer zu schaffen, bis es ihm gelang, Trapezunt, Erzerum und Er- fingian_ 3u besetzen. Dagegen gelang es ihm nicht, noch Süden zu mit den Engländern in Mesovo- famicn Verbindung herzustellen. Auch in Persien hatten seine Truppen Mißerfolge. Die Bolschewisten-Revolution beendete seine militärische Laufbahn« Einige Zeit saß er auf der Krim gefangen, itnb war in Gefahr, getötet zu werden. Dann konnte er entkommen, zunächst nach Deutschland. Später ging er nach Frankreich. Gesandter Or. Wallroth f. Berlin, 6. 3äm. (WB.) Der deutsche Gesandte in Oslo, Dr. Wallroth, früherer Leiter der Ostabteilung drs Auswärtigen Amtes, ist in Oslo nach längerem Leiden infolge Herzschwäche gestorben. — Wallroth war Berliner, jahrelang im preußischen Juhizdienst tätig, dann 1904 an der Handelskammer Lübeck, zunächst als zweiter, von 1907 ach als geschästsführender Syndikus. Außerdem war ec Leiter großer wirtschaftlich- und handelsverlehrspolitischer Verbände. VD schiebens Handels- und verlehrspolitifche Denkschriften über Fragen der Ostscewirtschaft und des Ostseeoerkehrs machten führende Kreise aus ihn aufmerksam, und sy erfolgte im Juli 1920 seine Berufung in das Auswärtige Amt als wirklicher Legationsrat und Vortragender Rat. Er ging zunächst als deutscher Geschäftsträger nach Helsingfors, sodann 1921 als Gesandter nach Riga. 1922 übernahm er als Miniftettaldirettor die Leitung der Ostabteilung als Rachfl^ger des Freiherrn von Maltzan. Diese Abt i ung führte er bis zu seiner irr März 1928 erfolgten Ernennung zum Gesandten in Oslo. Keine neue Mieterhöhung. Berlin, 5. Jan. (Priv.-Del.) Kommunistische Blätter bringen die Mitteilung, daß zwischen Preuhen und dem Reich darüber älebereinstim- mung herrsche, dah eine Erhöhung der Friedensmiete um 5 bis 8 Prozent in nächster Zeit qrfolgen solle.' Begründet wird diese Behauptung, die geeignet ist, die größten Besorgnisse in der Oeffentlichkeit anläßlich der schweren Krise und des Konjunkturabstieges der ganzen Wirtschaft hervvrzurufen, mit der zur Diskussion stehenden Verschiebung der Fälligkeitstermine der Aufwer- tungshypotheken, die ab 1932 rück'ahlbar wären. „Zugunsten der Hypothekengläubiger soll mit der Hinausschisebung der Fälligkeitstermine eine Aufbesserung des Aufwertungszinssatzes erfolgen. Diese Mehrbelastung der Hypothekenschuldnet, also der Hauswirte, soll durch eine neue Erhöhung der Friedensmirte w e 11 g e m a ch t jverden." Von unterrichteter Seite wird uns dazu erklärt, dah diese Mitteilung nicht zutrciffe und dah eine Erhöhung der Mieten nicht beabsichtigt sei. Zweifellos dürfte dagegen sein, daß gewisse Verbände versucht haben, ebne solche Mieterhöhung durchzusetzen, die aber nach den Mitteilungen unterrichteter Kreise al!s gescheitert anzusehen ist. Oie Auswirkungen -es Beamtenabbaues. Tie Zahl der vom Reich beschäftigten Personen. Berlin, 4.37?» @10600001008 lucht fdi Cftctn llillflliöiiiiiWll WW. Schnitt. Ang. um. 172D nn den Gien. An», erbeten. 10. Januar an mich ■ - •* Die Herbst- und Minter stürme der letzten Wochen haben in bcn Waldunge. der Stadt Gießen stellenweise recht übel gehaust. Im Philo- sophenwald, in den hohen Fichtenbeständen an der Rödgener Straße, im „Stolzen Morgen" und an vielen anderen Stellen wurden zahlreiche Stämme verschiedener Holzarten, meist aber Fichten von be- trächtlicher Stärke — stellenweise bis zu 30 Stück an einem Platz — einige Meter über der Erde abgebrochen, entwurzelt und mit dem Erdreich um- gelegt, so daß ost ganze Erdwände in die Höhe ragen. Der scharfe Nord- und Ostwind der letzten Tage war den schutzlos dastehenden jungen Saaten auch nicht förderlich Es wäre daher sehr zu begrüßen, wenn die leichte schützende Schneedecke, die in der Samstagnacht die Fluren überzog, eine Verstärkung erfahren würde. ** Pfändung von Arbeitslohn durch die Finanzämter. Es kommt in der Praxis des öfteren vor, daß die Finanzämter einem Arbeitnehmer gegenüber rückständige Steuern durch Pfändung des Lohnes oder Gehalts eintreiben. Die Finanzämter vertreten dabei vielfach den Standpunkt, daß bei derartigen Pfändungen des Arbeitslohnes für rückständige Steuern die Vorschriften des Lohnbeschlagnahmegesetzes, welche einen Betrag von monatlich 195 RM. und einen bestimmten Prozent- satz des darüber hinausgehenden Betrages — von gewissen Ausnahmen, die Unterhaltungsforderungen usw. betreffen — unpfändbar lassen, nicht zur An- Wendung kommen könnten. Wie nun in den von Steuersyndikus Hermann Will herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" mitgrteilt wird, ist diese Ansicht irrig. Nach der Vorschrift des § 342 der Reichsabgabenordnung findet jetzt das Lohnbeschlag, nahmegesetz auch bei der Einziehung rückständiger Steuern im Steuerzwangsverfahren Anwendung, so daß bei der Pfändung von Lohn und Gehalt auch die Steuerbehörden diese Pfändungsfreiheit beachten, müssen. In den einzelne Ländern, so z. B. in Preußen durch die Verordnung vom 16. März 1926, sind für die Pfändungen von Landessteuern entsprechende Bestimmungen erlassen worden. *• Ausbau der Straßenbeleuchtung in der Marburger Straße. Das städtische Elektrizitätswerk ist gegenwärtig mit dem Ausbau der Straßenbeleuchtung in der Marburger Straße beschäftigt. Diese Arbeiten, deren Vornahme von den Anwohnern schon seit längerer Zeit gewünscht wurde, sind sehr zu begrüßen. Leider bestehen aber, wie man uns mit- teilt, im unteren Teil der Straße und in der Rähe der Straße Am Wingert einige Schwierigfeiten, die unter Umständen der Verbesterimg btt Beleuchtung hinderlich werden können. Hoffentlich gelingt es, di« gegenwärtigen Hemmnisse auf irgendeine Art zu beheben, damit die Beleuchtung durchweg in der ganzen Straße zeitgemäß gestaltet werden kann. *• Ein unzeitgemäßer Frühlings- b o t e in Gestalt eines Schmetterlings stellte sich dieser Tage in einer Wohnung in der Moltke- straße ein. 5>amU bem Vorwitzigen die Winterkälte nicht allzu schlecht bekomme, wurde ihm Gastfreundschaft in »er warmen Stube gewährt. •• Das Betreten zugefrorener Flüsse, Teiche usw. ist untersagt. Vach Artikel 297 bzS Hessischen Polizeistrafgesetz, ltthes bürjen zügel rorene Flüsse, Teiche und hCiC Bäche bei Mcidung gerichtlicher Bestrafung nicht betreten oder mit Schlittschuhen, Wagen oder Schlitten befahren werden, solange dies durch polizeiliche Anord.rung ausdrücklich untersagt ist. Ekter.l, Erzieher ir.rd Lehrer werden vom Polizeiamt ersucht, ihre Kinder uni> Schüler auf das Verbot und die Gefahren des verbotenen: Betretens von zugesrorenen Flüssen, Teichen und tiesen Bächen aufmerksam zu machen. — Die FleischbeschaubeiAotschlach- tungen. ES ist in letzter Zeit wiederholt di« Beobachtung gemacht worden, daß bei Rotschlcrch- tungen versäumt wird, möglichst vor Vornahme der Abschlachtung, bestimmt aber — wenn es die Dringlichkeit nicht anders gestattet — sofort nach derselben, den Flcischbeschauer zu rufen. Die Schlachtenden rufen in solchen Fällen in der Regel direkt oder b.xJ) Vermit.elung d r Bürger- meisteret den zuständigen Tierarzt. Wenn der Fleischbeschauer auch nicht zuständig ist, bei Rot- schlachlungen selbst zu entscheiden, so kann er doch Beobachtungen machen, die für die Entscheidung des ObergutachterS von größter Bedeutung sein können. Es ist deshalb darauf zu achten, daß bei jeder Rolschlachtung der Fleischbeschauer so schnell wie möglich, tunlichst bereits vor der Tötung, jedenfalls aber unmittelbar darnach, zugezogen wird. •• Verein für das Deutschtum im Ausland. Die Arbeitsgemeinschaft der Gießener Jugend- und Schulgruppen des V.D.A. veranstaltete am gestrigen Sonntag auf der Lie- bigshöhe einen in jeder Hinsicht gut gelungenen .Bunten Abend". Der mit Girlanden. Kränzen, Fahnen und Wimpeln prächtig dekorierte Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Die zahlreichen Darbietungen zeugten sämtlich von regem Fleiß u :d bewundernswerter Hingabe der iugend- liche.l MitL i .kenden. Eingeleitet wurde die Vtt- anftallu.tg durch zwei flotte Märsche des Schü- lerorchestocs der Oberrealschule. Dieses gut zu- samme.igestellte Orchester, das unter Leitung von Studienrat Dr. Hillenbrand steht, z.igte auch bei den übrigen Darbietungen des Rachmittags auSgez.ich..ete Schulung und «va.'teS Zu- samme:rspiel. In dem folgenden Trio von Schubert (E-Dur-Symph.) boten Schüler des Gymnasiums beachtenswerte Leistungeit, die leider durch teilweise Unruhe im Saale nicht voll zur Geltung kommen konnten. Gymnasiast H. Kammer erfreut« mit einem in oberhessischer Mundart vorgetragenen Degrüßungsgedicht. Gymnasiast V. L o o S hielt eine temperamentvolle Ansprache, in welcher er die bedeutungsvollen Aufgaben dec Zagend innerhalb des V.D.A. schilderte und darauf hinwies, daß die Zagend zeigen wolle, daß sie die Hoffnungen, die man in sie setze, erfülle. Das zeige auch diese Veranstaltung, die allein von der Jugend angeregt und vorbereitet ei. Der Redner sprach dann noch von der Ab- icht des weiteren Ausbaues der Zugendocgar.i- ationen und gab Kenntnis von einer in Umlauf gesetzten Kundgebung, die u. a. zur Bildung von Arbeitsgemeinschaften in den einzelnen Schulen ausfordert. Sein Dank galt den zahlreichen Mtt- wirkenden. Rach der Ansprache brachten Schüler des Realgymnasiums (Drumlick, Fröhlich und Kiefer» ein net.es Lustspiel flott zur Aufführung. Starken Beifall erntete das Orchester bei dem Musikvortrag: „Vom Rhein zur Donau", so daß es fick zu einer Zugabe entschließen mußte. Allerliebst war das von zwei Schülerinnen der Stuktzenanstalt (Rollu. Rord- m a n n) gebotene Singspiel, bei dem gezeigt wurde, wie zahlreich die Melodien sind, nach denen das Lied: „Guter Mond, du gehst so stille" gesungen werden kann. Einen recht netten Gb?r ble A, StzS L'-s.'- onntc- anoVMat nn-ln »leben 01 uni) 4 L Jne. 2e. lonunen, abe/h** lici) Nicht, ber fln kb0d),rf Privaten W der Pa 2 n 0 nur 30 bis-Sn ^' *n Spanien. S»: i Barcelona be. anj Katalonien Cchnersall Rn.m$ "lehr beobachteten Don dem Aettehr ab- !> der Ikeujahrsmahl,. Brooklyn lv:alLt '• lentit grauunbine.et Mschemlich einer TaS- la.len waren. Qhif bau ’taianet Truthahn, was betreffenden ^rsonen lh.e- vom Qiüftiömenbai vergiftet wurden. glüd in Duisburg. M3 soll festgestrllt wrr. anMck durch höhere rde, oder ob ein Fehler lnachtsamkeit bei rttme Fch.'erqu llen zur age wegen fahrlässiger Aus diesem Grunde hat a einbegriffen. D.e Staks' nchiührunz von Emitte- leiche des Arbiters Wei. vier zu besagen war. ist nrs Gerichtsarztes oddu« qcbmS wurde in Wen Staatsantvaltschast juge* ter Schweizer ötrahr, Äiefettixg macht sich seit rnsiver Gasgeruä Gesellschaft. dir d e Ferngasleitung acf gen, um etwaige In« Miet f Wetten.'Bit iLle erforderlichen viH> m, so dch für die > eine Gefahr bestehe. tränktes Pferd kann selbstverständlich bester arbeiten als ein durstiges. Das gilt für die käste Jahreszeit genau so wie für den Sommer. Daten für TienSiaq, 8. Januar. 1642: der Physiker und Astronom Galileo Galilei in Arcetri bei Florenz gestorben-, — 1822: der Naturforscher Alfred Russell Wallace in Usk geboren; — 1867: Wilhelm Stoltze, Begründer des stenographi- schen Systems, in Berlin geboren. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Goethe- Bund: 3. Dichterabend (Carl Zuckmayer), abends 8 Uhr, in der Neuen Aula der Universität. — Gießener Freiwillige Feuerwehr: Monatsversammlung, abends 8 Uhr, bei Kamerad König (Stadt Kassel). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Berliner Revue „Drunter und Drüber". — Astoria-Lichtspiele: „Der Posträuber von Nevada". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadt- theaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, 8. Januar, zum letztenmal „Der Patriot", Drama in fünf Alten von Alfred Neumann. Beginn 19.15 Uhr. — Als Premiere der Woche wird am Freitag, 11. Januar, das erprobte und wieder aktuell gewordene Lustspiel von Otto 'rrnft „Flachsmann als Erzieher" in Szene gehen. Julius Baftä, der nun auch noch feinen letzten Inszenierungen zum Regisseur ernannt worden ist, hat die Spielleitung dieses Stückes. Am Mittwoch. 9. Januar, 19.30 Uhr, „Charleys Tante" (Musik Hugo Hirsch). — Die In- tendanz hat für Sonntag, 13. Januar, das zu Leo Tolstois 100. Geburtstag mit so großem Erfolg auf- geführte Schauspiel „Und das Licht scheinet in der Finsternis" als Fremdenoorstellung zu ermäßigten Preisen angesetzt. Es ist dies die letzte Aufführung, Besetzung wie bei der Erstaufführung. Spielleitung Oberspielleiter Hans T a n n c r t. Das der prvvinzialhaupistadi. Gießen, den 7. Zanuar 1929. Schützet einander vor Grippe! Don Dr. Sell, Darmstadt. 8: nnann bedrohende Grippe ist wieder so Gelegenheit, um das alte Wort „Einer - alle und alle für einen" wahr zu machen. •Ile sind bedroht, deshalb müssen qtr die Abwehrmaßregeln befolgen. 1 c lesen jetzt viel über die Grippe, das Wich- « b: ist. daß sie von einem Kranken durch die 8 n Husten versprühten Tröpfchen auf viele an- i) * übertragen wird. Wer sich nicht mitschuldig ■Isen will, daß vielleicht ein eigenes Kind an Grippe erkrankt und für Lebenszeit dadurch , i. Krüppel wird, der helfe energisch mit an i Einbürgerung eines einfachen und wirksamen ährens zum gegenseitigen Schutze. genügt nämlich nicht, sich beim Husten ab- t ernten, denn dort, wohin man sich wendet, ; j nm aud) einer stehen. Es ist sogar unzweckmäßig, Hi ä Taschentuch zum Aufsaugen dek bazillen- ljll igen Tröpfchen zu benutzen; denn beim nach- sti Gebrauche fliegen die an die Fäserchen des «tzZzics angetrockneten Da)illen mit diesen leicht •ftrt und schweben dann viel länger in der Lust ita Zimmers oder Theaters usw., als wenn die Lieschen nicht gefangen werden und sich langsam K Boden oder im Theater in die tieferen Ränge MSN. 3-. daS Taschentuch benutzen, zur Regel werden, «tz man sich für Husten «in zweites La schentuch — täglich frisch! — em- ■|edt und nur in die inneren Fächer dieses hustentuches" hustet oder niest. Das Hustentuch berf niemals auseinandergezogen und verknäult •teDen, wie ein Taschentuch, es muß immer glatt D'^en, daß man Innenseiten und Außenseiten Vterscheiden kann: es darf nicht für Stirne, ‘D|g oder zum Winken benutzt werden, es darf tM in Benutzung bleiben, bis es verbraucht ane> roeldjer über 700 Mk. Beineböbarkuvunl oerrüflt. 9hir wirkt, orunbfoliöe. fttebfame Personen, die durch inicniio. Arbeiten mit einen gut. Verdienst reftekiieren nioU. fid) veriönt. ui. Papieren ikiaviialausweiöiam Dkinwov, 9. Jan., zwifch 2 u. 5 Uhr nachm. im voiei ^Prinr Kari" beim Organiiaior b. Firma W. UVolfflinmm, Berlin, melden. Hiesige Großhandlung sucht zum baldigen Eintritt für eingeführte Touren einen äußerst tüchtigen Reisenden. Herren mit entsprechender Erfahkung werden um Einreichung von Zeugnisabschriften und Lichtbild gebeten. Echr. Angeb. u. 1I1D an d. G. A. Bet Grippe. Influenza nur WviNpB «Flasche Mk. 1.- und Mk. 1.80 innerlich Vatatot äuLevMr Flasche Mk. 1.30. Fragen Sie Ihren Arzt! Zn baben in den Apotheken. [<»ire Belohnung!! 8lm 23.12.1928, vorm. 81/, Uhr, sind im Bahnhof Vollat 4 Reichen durch Steine betriebsunfäuig neniaiit worden. Es werden biermtl unter AuSfchlu'i des Rechis- weaes bis 1OO Mark Beiobnung au^- aefelzi für denjenigen, der den Tater fo bezeichnet, datz er vor Gericht gestellt werden kann. 173d Der Vorstand des Reicbsbuhn- beirlebeamiee 1 tiießen Fertige Kostüme für Damen, Herren und Kinder 023=3 "4 ee**e**T Fürden Karneval Kostenlose Beratung sowie neueste Modeaiben stehen zur Verfügung Anfertigung sämtlicher Kostüme und Kopfbedeckungen durch erste Kräfte in eigenen Ateliers bringen wir eine Riesen-Auswahl in Masken-Samten, Kunst-Seiden, Brokaten, Lamds, Tarlatans, Satins und Phantasie-Stoffen aller Art. Zu jedem Kostüm den passenden Schmuck, sowie Larven und Kopfbedeckungen 159A Vereine erhalten Extra-Rabatt Beachten Sie unser Schaufenster! Jfir föruefi wird Immer größer, wenn Sie ein schlechtsitzendes und lästiges Bruchband tragen. Durch solche Bänder verschlimmert sich das Leiden und kann zur Todesursache werden. (Es entsteht Brucheinklemmung, die operiert werden muh und den Tod zur Folge haben kann.) Fragen Sie Ihren Arzt Hat dieser eine Bandage verordnet dann muh es in Ihrem Interesse Hegen, sich meine äußerst bequeme, unverwüstliche Spezial-Bandage anfertigen zu lassen. Durch Tag- und Nachttragen meiner Bandagen haben sich nachweislich Bruchleidende selbst gehellt 112V Werkmstr A. B. schreibt u. a. i „mein schwerer Leistenbruch Ist gehellt Ich bin wieder in meinem 66. Lebensjahre ein ganzer und glücklicher Mensch I" Landwirt Fr. St schreibt u. a.i Jch sehe mich genötigt Ihnen nach 2 labren meinen Innig Dank auszusprechen . . . wurde ich ganz befreit von meinem Leiden" Bandagen von 15 Mk. an Für Bruch- und Vorfall-Leidende kostenlos zu sprechen In: (Heben, Mittwoch, 9. Januar, von 8 — 12 Uhr, im Bahnhofhotel Lenz Alsfeld, 9. Januar, von 21/*—5 Uhr. Im Hotel Deutsches Haus, Marburg, Dienstag, 8. Januar, von 8—1 Uhr, Im Hotel Waldecker Hof ÄS». 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Eintritt für Hörer des Wintersemesters, auch für neuein- tretende: frei; für Mitglieder und eingeführte Gäste: 0,50 JIM\ für Nichtmitglieder 1 JIM. Karten nur an der Abendkasse. Vorverkauf der Hörerkarten für die neuen in diesem Inserat unten angezeigten Kurse an der Abendkasse. ÄsbeMcht über die ab Januar beginnenden Kurse, Vortragsreihen, Führungen usw. Ort (wo nichts anderes vermerkt): Universität. Zeit: 20 Uhr. Montagö: vom Wesen der Kultur und Kulturarbeit Hl. Fragen der Lebensgestaltung des Menschen unserer Zeit. (W. Hcgar.) Ab 14. Januar. Neun Abende. Kursgebühr 3,50 MM, Mitglieder 3 MM. Blumenpflege. 1. Blumenpflege in der Wohnung. 2. Tie Gartenblumen und ihre Pflege. (Gartcninjpektor F. Rehnclt.) Zwei Vorträge am 14. und 21. Januar. Gebühr 0,70 JIM, einzeln 0,50 JIM. Gymnaftikkurs der Lohelandschnle. Lehrweise von Rhoden-Langgaard. .(Elsbeth Braun, Mitglied des Deutschen Gymnastikbundes.) Ab 14. Januar in der Turnhalle des Realgymnasiums (Ludwigstraße). 10 Stunden. Gebühr 5 JIM, Mitglieder 4 JIM. Probebesuch am ersten Abend 0,70 JIM. Dienstag»: Tie Gestaltung des HeimS. Lebensbedeutung des Heims. Die Geldfrage. Wohnung oder Heim. Wichtigkeit der Farbe. Möbel und Raum usw. (Else Thomö.) Ab 15. Januar. Drei Vorträge mit Aussprache. G bühr 1 JIM. Die Zukunft der Industriearbeiter. (W. Brückner, Frankfurt.) Zwei Vorträge am 5. und 12. Februar. Gebühr 0,70 JIM. Mittwochs: Eheberatung. (Dr. Johannes Neumann und Dr. Margret Neumann.) 18—20 Uhr. Löberstraße 19 Erdg., Fernruf 1291. Oefsentlich und unentgeltlich. Tas Problem der Ehe in unserer heutigen Kultur. (Dr. Margret Neumann.) Ab 9. Januar. Sechs Abende. Gebühr 2,50 JIM, Mitglieder 2 MM. Freitags: Gesunde Lebensführung. (Dr. meck. Malech.) Drei Vorträge mit Lichtbildern. Ab 11. Januar. Gebühr 1 JIM. Sonntag, 20. Januar und 3. Februar, 11 Uhr: Führung durch die Gicstcner Buchsanimlungen. (Prof. Dr. Fritzsche.) Treffpunkt: Vorhalle der Universitätsbibliothek. Gebühr 0,50 JIM. Belegen der Kurse: Vorverkauf der Hörcrkarten an der Abendkasse des oben angczeigten Musikabends. Die Kurse „Vom Wesen der Kultur" und „DaS Problem der Ehe" können gegen Vorzeigen der Hörerkarte deS laufenden Se- mesters oder einer für 0,50 JIM erhältlichen Ausweiskarte einmalig probeweise besucht werden. Die Gebühr für diese Kurse und den Gymnastikkurs ist spätestens vor dem zweiten Abend im Hörsaal bzw. in der Turnhalle zu entrichten. Auf Belegungen nach dem zweiten Abend erfolgt ein Aufschlag von dreißig Prozent. Für alle übrigen Kurse sind Karten im Vorverkauf oder vor Beginn im Hörsaal zu lösen. 169 D Die Hürsäle sind am Schwarzen Brett im II. Stock der Universität bekanntgegeben. Oberförster Zimmer und Frau Lich, 4. Zanuar. 170D Inventur-Ausverkauf Dienstag, den 8. Januar 19^9 nachmittags 2 Uhr, versteigere ich tm Löwen, dahier. 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Januar 1929 Gießener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Oberhessens Rr. 5 Zweites Statt 1 und Kinder m und 3*rau isverkauf auch c 19-9 (Verschiedenes^ „Ola,' .ich tm noch bis ihm liebt es triftigen Äuben reuf an Hessen hat also die Selbständigkeit und Selbstverwaltung der Gemeinden ebenfalls unter den Schutz der Verfassung gestellt. Es ist also auch nach hessischem Recht ein versassungs- änderndes Gesetz notwendig, wenn gegen den Willen einer beteiligten Gemeinde die Der- einigung von Gemeinden durch Gesetze erfolgen soll. Dieses muhte nach der Vorschrift des Artikels 31 der hessischen Verfassung zustande gekommen sein, d. h. es muh Zweidrtttelmchrhelt für das Gesetz vorhanden sein. . Eine ähnliche Bestimmung enthält bereits die hessische Städteordnung in Artikel 10, wonach bei Eingemeindungen, wenn eine der beteiligten Vertretungen ihre Zustimmung verweigert, die Vereinigung nur durch Gesetz verfügt werden kann. Es ist aber Aweifelhast. wie Professor Stter- Somlo in seinem Gutachten ausführt, ob überhaupt ohne Aenderung der Bestimmung der Reichsverfassung in der Selbständigkeit der Gemeinden eine Aenderung eintreten kann. Bei der Wichtigkeit der hier erörterten Materie wäre es erwünscht, wenn die Rechtsfrage nach ihren verschiedenen Seiten hin erschöpfend geklärt würde, da viele deutsche Gemeinden ein erhebliches Interesse daran haben, zumal es sich dabei um die Existenz zahlreicher Kommunen handelt. Wurzel fassen wird. — Der Bulgare ist von hohem Wuchs, doch man kleine, kräftige Frauen, auf denen auch die Hauptlast der Feld- und Heimarbeit ruht. Wenn die Familie zum Wochenmarkt in die Stadt wandert, reitet der Mann nach dortiger Sitte auf einem Esel voran, und die meist schwer- Z Tische, njral > Jtau- ßiuble. ns, eine 1 Md. -lationÄ- Däsche' ^chinen. niMank, 2 Wasch' nascht richiung Hobel- Hiveine, 165D tnWtfl28 st-, SM" Küche" lonfcrven' $5» S&ft fiSS. & •* Wüche, Stickerei., B'wollwar. motm billig!! ullover aller Art, Trikotagen 10'/, Rabatt us Hansa : R. ZwetschkenW j Landwirlschast vnd Landlrvle in Vulgarien Donilmversitätsprofeffor Dr. med. vet.Tiörr, Direktor derMedizinischen Veterinär-Klinik Gießen? J*** u yl*. Das Neueste von Jedermann. Von Hans JRiebau. Federmann telephoniert bei der Leberia, Einbruchs- und Feuerversicherung, an. „3d) möchte mein Haus gegen Feuer versichern lassen," sagt er. .. „Ich werde Ihnen einen Agenten schicken, verspricht der Beamte. „Wird er gleich kommen?" fragt Federmann, den nächsten Tagen. So eilig ist es wohl ^Doch," sagt Federmann, „es ist eilig. Das Haus brennt schon." Jedermann guckt nach den Sternen. „Ist das die Venus?" fragt er und zeigt irgendwohin. „Rein." sagt Mücke, „das ist einer von den ^^Konusch." schüttelt Jedermann den Kopf. ..Hat man doch nie was von gehört, dah die Venus Zwillinge gehabt hat." * Jedermann ist über Land. Mit seinem Motorrad Da bricht ein Zylinder, und Federmann schiebt das schwere Rad. Bis zur nächsten Bahnstation. Himmt eine Fahrkarte, einen Gepack- sche.n. Das kostet 11,60 Mk. „Ich habe nur 11.50 Mk. bei mir,“ sagt Feder- Der Beamte zuckt die Achsel. „Da müssen Sie zur nächsten Bahnstation gehen. Don dort av kostet es nur 10 Mk." Federmann geht am Bahndamm entlang. Vis zur nächsten Station, nimmt Fahrkarte und Gepäckschein. „13,10 Mk.," sagt der Beamte. „Unsinn." protestiert Federmann, „von der lebten Station sollte es doch nur 11,60 mt wftCTi. „Jawohl," sagt der Beamte, „aber Sie sind in der verkehrten Richtung gegangen." Jedermann und Mücke gehen auf der Landstraße. Da kommt ihnen eine große Rinderherde entgegen. „Wieviel 'Tiere mögen das wohl sein? meint Mücke. Federmann fixiert die Herde. „280 Stuck, E^Wie hast du sie denn zählen können?" wundert sich Mücke. sagt Federmann, „wenn ich nun den Mantel angehalbt hätte---1“ neSacbt «iS««** «M Praktisch- «jJJj * .„NI OllaW fiissss! WOW ÄjLKd Ernten, ®:.Sa*ins und fSdenpas- Bedeckungen Erhaltung der Selbstverwaltung und die EmgemeindunZen. Von Or. Karl Äölsing, Bürgermeister der Stadt Alsfeld. Durch die in den letzten Monaten auf dem Gebiete der Kommunalpolitik in den Vordergrund der öffentlichen Erörterung getretene Frage der Reichs - und Länderreform in Verbindung mit dem Problem des Einheitsstaates ist auch eine Frage in den Vordergrund des Interesses gerückt, die hiermit tm engen Zu» sammenhange steht, die Gin gern eindungS- bestrebungen der größeren Städte. Bekannt sind die Expansionsbestrebungen der Großstadt Frankfurt, die ihr Wirtschafts- und Interessengebiet immer weiter vorschiebt, und die bei einer kommenden Reugestaltung der Länder auch unser Land Hessen in ihre Machtsphare einbeziehen möchte. Aber auch bei unseren hes- fischen größeren Städten, insbesondere bei der Stadt Mainz, gewinnt die Eingemeindung gegenwärtig immer mehr an Bedeutung. Es gab eine Zeit, in der man den Eingemein, dungsbcstrcbungen durch die Aufsichtsbehörden wenig oder gar keine Förderung angedcihen ließ. Man prägte in dieser Zeit auch das bekannte Wort von der „Eingemeindungspsychose . Heule denkt man anders über Eingemeindunas- fragen, und auch der hessische Innenminister hat erst vor kurzem in seinen Ausführungen die Rotwendigkeit betont, in Eingemeindungsfragen bei auftretenden Schwierigkeiten eventuell S)tnDer- nisse bei einzelnen Gemeinden i m W e g e d e s Gesetzes zu beseitigen. Es darf nicht verkannt werden, dah Verhältnisse eintreten können, welche die Einbeziehung einer Rachbargememde im Interesse der Weiterentwicklung einer Stadt erfordern und die eine Hemmung für deren Entwicklung bedeuten würden, wenn die Eingemeindung an dem Widerspruch des anderen Teiles scheitern würde. Bis jetzt sind in Hessen Eingemeindungen stets nur auf dem Wege des gütlichen Liebereinkommens zwischen den beteiligten Kommunen zustande gekommen. Anders verhalt es sich aber, wenn eine Gemeinde gegen ihren Willen gezwungen werden soll, in einer größeren Stadt eingemeindet zu werden und üjre kommunale Selbständigkeit aufzugeben genötigt wird. Eine derartige Maßnahme stellt zweifellos eine Einschränkung d e s S e l b st- verwaltungsrechts der Gemeinden _ bar. wie sie einschneidender überhaupt nicht möglich ist. Cs ist daher begreiflich, wenn auch bei den kommenden hessischen Cingemeindungsverhandlun- aen vielleicht von manchen der davon betroffenen Gemeinden im Kampf um die Erhaltung ihrer Selbstverwaltung einer Eingemeindung Widerstand entgegengesetzt werden wird. Wenn man bei einer kommenden Reichs- und Landerreform ein bewußtes Hessentum erhalten will, so wird man es auch verständlich finden, toenn einzelne Gemeinden bei einer Eingemeindung ihre berechtigte Eigenart verlieren zu muffen glau- ben und sich daher ablehnend verhalten oder nur sehr langsam auf dem Eingemeindungswege vorwärts gehen. .n Bei diesen Betrachtungen drangt sich unwltt- kürlich die Frage auf, ob überhaupt eine Gemeinde gegen ihren Willen eingcmeindet werden kann? Im Zusammenhang mit dieser tfrage ist ein Rechtsgutachten von Bedeutung, welches kürzlich die Stadt Rheydt in der beabsichtigten Ber- einigung der Städte Rheydt und München-Glad- bach von dem bekannten Professor für öffentliches Recht an der Llniverfität Köln. Dr. S t i e r- Somlo. eingeholt hat; .Professor Stier- Somlo kommt zu dem Ergebnis daß es sich bei der geplanten zwangsweisen gesetzlichen Zufam- menlegung der genannten beiden Städte um eine Verletzung des Rechtes d er Gleichheit vor dem Gesetze handelt. Gr leitet diese Folgerung aus dem Artikel 127 der Reichsversassung her, der sich unter den Grundrechten befindet und als eines dieser Grundrechte den Sah ausstellt: „Gemeinden und Gemeinde- verbände haben das Recht der Selbstverwaltung Don den etwa 6 Millionen Einwohnern des heutigen Bulgarien, dessen Größe ungefähr Sud- deutschland gleichkommt, widmen sich 82 Prozent der Landwirtschaft; doch stehen ihr nur 3 Millionen Hektar Boden zur Verfügung, da das ganze Land von unwirtlichen Gebirgen durchzogen wird, in denen noch Bären und Wölfe hausen; die wenigen Ebenen und Flußtäler indes sind ungemein fruchtbar. Der Bodenbesitz ist ziemlich gleichmäßig an alle Bauern verteilt und ieder von ihnen ist Besitzer des Bodens, den er pflügt und Eigentümer des Hauses, das er bewohnü Dabei überwiegt Kleinbesitz bei wertem. 88 Prozent nennen nur 1 bis 30 Hektar ihr eigen, 8 Prozent 30 bis 100 Hektar, der kleine Rest mehr als 100 Hektar, der Großgrundbesitzer mit über 300 Hektar Land sind es im ganzen bulgarischen Zartum nur einige wenige. Die Ackergeräte sind noch sehr primitiv, Holzpfluge in der Lleberzahl; erst seit den letzten Jahren werden landwirtschaftliche Maschinen in größerer Zahl aus Deutschland eingeführt. Gebaut wird vor allem Weizen und Mais, dann folgen Gerste, Roggen. Hafer, Hirse,. Reis. Letzterer übertrifft an Güte den aller übrigen Länder, deckt leDtxD gerade den Bedarf des Landes und wird nicht ausgeführt. Weltberühmt ist bulgarischer 3iga- rettent abak. Auch Baumwolle gedeiht gut, neben Hanf. Sesam, Raps, Zuckerrüben. Anis. Mohn und Oliven. Der Weinbau steht m hoher Blüte; durch das Klima begünstigt, beschäftigt man sich im Süden mit Seidenraupenzucht. An Gemüsen findet man vor allem Bohnen, baren Zwiebeln und Knoblauch Im gcutzen Balkan gelten die Bulgaren als vortreffliche Gartner und sind als solche besonders in Ungarn sehr gesucht, dort ist die Dezeichiung für Bulgare ureö Gärtner identisch, wie etwa bei uns für Schweizer und Melker. 3n dem 10 Kilometer breiten Tal der Tundscha, nächst Karlovo und Kasanlik, werden nur Damaszener Rosen kultiviert und liefern des kostbare Rosenol, das von den dortigen Landleuten in primitiven kupfernen Destillierapparaten gewonnen wird. Die Tierzucht ist sehr gut entwickelt, doch noch verbesserungsbedürftig. Bon den rund 400 000 Pferden sind die meisten sogenannte „Panjepferde"; sie sind überall im Lande ver- •) Rach einem am 28. Dezember 1928 im „Landwirtschaftlichen Lokalverein Gießen gehaltenen Vortrag._______ Landrindes und schwankt zwischen 1000-^2000 Kilogramm, der Fettgehalt der Milch zwischen 5—12 Prozent. Die Düffelbutter sieht aus wie Schweinefett, schmeckt eigenartig, doch nicht unangenehm und ist im Gegensatz zu der häufig noch mit Schafbutter gestreckten Kuhbutter äußerst billig. Wenn der Düffel auch nur ganz langsam zieht, so ist seine Arbeitsleistung doch außerordentlich groß und übertrifft die schwerer Pferde. Die Schafzucht ist weit verbreitet, und die Zahl der Schafe auf 10 Millionen zu schätzen. Als Wolle-, Fleisch- und Milchtiere werden sie hochgeschätzt. Der Fettgehalt der Milch kann 13 Prozent erreichen. Der beliebte Kaschkavall, ein unserem Emmentaler ähnlicher, doch viel fetterer und auch etwas salzig schmeckender Käse wird aus Schafmilch hergestellt. Die Ziegenzucht hat gute Erfolge aufzuweifen; man hat gehörnte Raffen von vorwiegend einfarbig rötlichem Haar- lleid. Ihre Zahl wird 1,5 Millionen erreichen. Ebenfogroß etwa ist die Zahl der in Bulgarien gezüchteten Schweine. Das einheimische, bis 120 Kilogramm schwer werdende Landschwein ist klein, hat kurze Ohren, einen scharfen schmalen Kopf, schwarze und grobe Dorsten; es geht viel auf die Weide, mästet sich schnell und gibt viel Fett. In den Jahren 1885—1887 wurden Die englischen llZorkshire- und Derkshire-Schweine eingeführt. Durch Kreuzung mit den einheimischen Rassen erzielte man den jetzt sehr beliebten Schlag des Sadova-Schweines. An Tierseuchen, die ja überall von einschneidender Bedeutung für die Landwirtschaft sind, kommen in Bulgarien vor besonders Schafpocken und Schafräude, Schweinefeuche und Schweinepest, daneben Milzbrand, Rauschbrand. Mal- leose und Büffelfeuche. Die Piroplasmose (Blut- harnen der Rinder) fordert viele Opfer, und die Leberegel bedingen großen wirtschaftlichen Schaden. Als einer der Hauptabnehmer für die Produkte der Landwirtschaft und Tierzucht kommt zunächst Konstantinopel in Betracht, doch steht Deutschland sowohl bei der Einfuhr als bei der Ausfuhr Bulgariens weitaus an erster Stelle, was für uns von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist. Der Bulgare selbst — und dieö gilt besonders für den bulgarischen Bauern, der ja über vier Fünftel der Bevölkerung ausmacht — ist ausgesprochen deutschfreundlich. Die Erwähnung, man fei Reichsdeutscher, genügt, um als Ausländer auch im kleinsten Dorfe der besten Aufnahme sicher zu sein, äleberhaup-t wird die Gastfreundschast in Bulgarien sehr hoch gehalten. Auch sonst finden wir beim bulgarischen Bauern viele sympathische Züge. Er ist im Essen und Trinken mäßig und nüchtern in jeder Beziehung. Seine Pläne verfolgt er mit zäher Entschlossenheit und dabei großer äußerer Ruhe. 2m gewöhnlichen Verkehr ist et friedfertig und gutmütig, doch bricht bei Streitigkeiten feine ganz wilde Kraft und Leidenschaft hervor. Sentimentalität ist chm vollkommen fremd, weswegen er auch der geborene Realpolitiker und ein guter Kaufmann ist; auf den Wochenmärkten wird oft um mini^ male Beträge lange, Zeit mit größter Zähigkeit auf beiden Seiten gehandelt, was auch aus einem ausgeprägten Hang zur Sparsamkeit zu erklären ist. Seine Bedürfnislosigkeit ist bewundernswert, seine Arbeitskraft unverwüstlich. Gr ist ein glühender Patriot, doch parteipolitisch von großem Fanatismus und hier vor Gewalt nicht aurück- schreckend. Sein äußeres Wesen ift ernst und verschlossen, für unsere Begriffe beinahe düster, zweifellos zurückzuführen auf die erst vor 50 Jahren beendete 500jährige türkische Knechtschaft; aus dem gleichen Grunde wohl auch ist er äußerst mißtrauisch gegen alles Fremde. Der bulgarische Bauer ist hart gegen sich, aber gegen Mensch und Tier, und es wird wohl viel Wasser die Mariza hinunterfließen, auch nur der Begriff des Tierschutzes bei innerhalb der Schranken der Gesetze." Es kann keinem Zweisel unterliegen, daß das Recht der Gemeinden auf Selbstverwaltung und auf eine selbständige Existenz feit der Slein-Hardenbergi- schen Reform allgemein in Deutschland anerkannter Rechtsgrundsatz geworden ist. Die einzelnen Länder sind daher nicht mehr in der Lage, das Selbstverwaltungsrecht grundsätzlich ohne ein r e i ch s v e r f a f s u n g s ä n D c r n D e s Gesetz wieder zu beseitigen. Aus diesen Erwägungen heraus kommt das Gutachten zu dem Ergebnis, daß das Grundrecht der Selbstverwaltung der Gemeinden und Gemeindeverbände gemäß Artikel 127 der Reichsverfassung eine unmittelbar rechtlich anzuwendende Rechtsnorm ist, und daß ein Landesgeseh unbedingt reichsvcrfassung^ widrig wäre, das einer einzelnen Gemeinde durch Entziehung ihres Bestandes und ihrer Rechtspersönlichkeit damit gleichzeitig auch daS Recht der Sellrstverwaltung überhaupt nimmt. Für unsere hessischen Verhältnisse kommt ferner der Artikel 62 der hessischen Verfassung vom 12. Dezember 1919 in Betracht, der besagt, daß die Gemeinden in ihrem Damaligen Bestand gewährleistet werden, und daß die Vereinigung einer Gemeinde mit einer anderen, sowie Die Auflösung einer Gemeinde Durch Vereinbarung mit Genehmigung des Ge» samtministeriums oder Durch Gesetz erfolgen kann. ZN- „Ganz einfach," sagt Jedermann, „ich habe Die Deine gezählt und Dann Durch vier dividiert. • Jedermann geht auf einen Herrn 3". „Dlonke! sagt er, „diese äleberraschungl Wie geht s Denn l Der Herr schweigt. „Menschenkind, kennst du mich denn nicht mehr? Der Herr schweigt. Dlonke" schüttelt Jedermann den Herrn hin und her. '.alter Trottel, hast Du Denn Dem Ge- Dächtnis verloren?" , ., ,. .,, „Hein,“ sagt' da Der Herr, „aber ich bin nicht Dlonke." Jedermann raucht eine Zigarre. Für siebzig Pfennig. Raucht und raucht. „Es ist ein Haar drin " sagt er und ist schon ganz weiß un Gesicht. „Wirs sie doch weg." sagt Mücke. „Ha!" sagt Jedermann, „und meine siebzig Pfennig?" Jedermann sitzt beim Festmahl. „Ich glaube, seuzt seine Tischnachbarin beim Dessert, „ich kann Ihre Gedanken lesen." r „Oh," erschrickt Zedermann, „nichts für ungut. Mücke ist an der Hofoper gewesen. „Es war wundervoll." erzählt er. ..Dieser Clewing als Siegfried! Und dann diese Akustik!" „Welche Rolle." fragt Jedermann, „welche Rolle spielte denn die?" • Federmann ist in Berlin. Jedermann gebt in die Oper. Verlangt den besten Platz. Der Mann an der Kasse gibt ihm Orchestcrsih. Qlber Jedermann schüttelt den Kopf. Gibt di« Karte zurück. „Rein," sagt er, „ich wollte nur z u h o r e n." e .Ich habe ein kolossales Glück gehabt" erzählt Jedermann. „Letzte Rächt wache ich aus. Bewegt sich Da eine dunkle Gestalt am Fenster. Ich nehme den Revolver und schieße. Ein-, zwei-, Dreimal. . Dann mache ich Licht, gehe zum Fenster. Und da sehe ich, daß es mein Mantel gewesen ist, auf den ich geschossen habe." Jedermann schweigt. HnD wieso hast Du nun kolossales Gluck dabei gehabt?" fragt Mücke. entbehren müssen, wenn sie nicht sich selbst. Gatten und Familie lächerlich machen und gemieden sehen will. Gewiß kann sie allein Einkäufe machen, auch Konditoreien auf suchen; doch sind ja das lächerliche Surrogate für die fjcimatfreuben. Da die Europäerin sich nicht umstellen kann, weil ihr Innenleben, ihr Naturell, ihre Erziehung es nicht gestatten, so wird sie schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit von der türkischen Gesellschaft übersehen, geschnitten und mit eisiger Höflichkeit behandelt. Es bleibt ihr also nichts übrig, als zu resignieren. Aeußerliche Gewohnheiten, wie das Auswechseln der Schuhe, wenn man ein türkisches Haus betritt, das Küssen und „Andiestirnführen" der Hand älterer Personen, bas Dazugehörige Hersagen von Höflichkeitsphrasen, das Betreten ber Toilette mit Holzschuhen, bie, burch einen Leberriemen gehalten, über bie Hausschuhe oder Strümpfe gestreift werben, all bas sind ja Kleinigkeiten, bie uns erftau- neu, an die man sich aber mit etwas gutem Willen gewöhnen kann. Doch verlangt der Türke mehr als Anpassungsvermögen. Einfühlung will er, kann aber nicht mit gleicher Münze zahlen. Sein Lachen und Weinen hat andere Gründe als bas unsere, er glaubt, hofft und fühlt anders als wir. Er hält sein Innenleben streng verschlossen, gibt dem Fremden Rätsel auf und ist ernstlich böse, wenn dieser sie nicht löst. Gewiß gibt es türkische Familien, die als schlechte europäische Kopien umherlaufen, die Tee und Gesellschaften arrangieren, die aber einen schlechten Beigeschmack haben, denn die ersten und guten tür- kischen Familien boykottieren diese Kreise. Es sind das auch jene Familien, die Allah aus Mo«» gründen verleugnen, die aber wieder laut und offiziell beten würden, wenn es in die Mode käme. Doch sind diese Familien stark in der Minderheit. Die armen, die reichen Türken, ber Mittelstanb, soweit man bort von einem solchen sprechen kann, ist noch immer unb das sicher zum Nutzen und Frommen seines Landes, streng gläubig, fünfmal am Tag findet bas Waschen bes Gesichtes, der Hände unb Füße statt; fünfmal am Tag beugen sie Knie und Leib in der Richtung Mekka Wie eine Uhr regelt die Religion das Leben ber Türken. Die Europäerin ist da in einer hilflosen Lage, denn sie wird letzten Endes doch nur als Heidin angesehen. Es liegt dem Türken fern, ihr seine Religion aus- I zwingen zu wollen, doch ist es natürlich ein weite- ! ua großes Hindernis, die Kluft zu überbrücken. l ( ------------------- breitet und bekannt durch ihre große Ausdauer und Genügsamkeit. Bereits 1891 ergriff man gesetzliche Matz nahmen zur Hebung der Pferdezucht und sandte eine Kommission zum Arckaufe von Pferden 7)er verschiedenstcn Rassen nach Westeuropa, beraten von dem großen deutschen Züchter Graf Lehndors. 15 Jahre spater verfügte das Land bereits über 300 vorzügliche Mutterstuten und 450 gute Zuchthengste. Die Hengste werden von den Kreistiorarzten gekört. die nicht angekörten sogleich an Ort und Stelle kastriert. — Als Last- und Reittier dient außerdem der Esel, dessen Zahl auf 160 000 geschätzt wird; daneben gibt es etwa 26 000 Maultiere und Maulesel. Zur Förderung Der Gselzucht werden Ausstellungen und Wettbewerbe abgehalten. Von Den 2 Millionen Rindern sind die Hälfte Arbeitstiere. Am besten entwickelt von Den zum Steppenvieh gehörigen Landrafien ist das grauweiß gefleckte Isker-Rind. Zur Hebung der Fleisch- und Milchleistung hat man Simen« taler und Montafoner. Dann auch Pinzgauer, QI regier, Holländer Vieh und Shorthoms eingeführt und zum Teil mit Den einheimischen Landrassen gekreuzt; doch sind letztere ant genügsamsten und widerstandsfähigsten gegen Witterung und Seuchen. Tuberkulose ist bei ihnen äußerst selten, wozu besonders auch die ausschließliche Weidehaltung beiträgt. Aphthensruche unD Rinderpest Pflegen bei ihnen sehr mild zu verlaufen. , Eine sehr große Dolle spielt die Zucht Der Büffel, Denen etwa 500000 im LanDe vorhanden sind. Diese schwarzen und schwarzgrauen Tiere mit ihrer borstenartigen Behaarung und ihren Dreikantigen Hörnern sinD spätreif, erst mit 4—5 Jahren ausgewachsen. So anspruchslos ältere Stere sinD, so große Sorgfalt verlangt ihre Aufzucht; man läßt Deswegen auch Kälber 3—5 Monate an Der Büffelkuh. Bet all feiner Genügsamkeit unD Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten ist Der Büffel sehr empfindlich gegen klimatische Einflüsse. Im Winter bean- fprucht er einen warmen Stall, im Sommer ist er nur in Den frühen Morgen- unD späten AbenDstunden gut zur Arbeit zu gebrauchen; bei schwüler Witterung will er sein Bad, und Die Tschaburka. eine Art Schöpfkelle, mit Der man ihn bei Der Hitze immer wieder mit Wasser übergießen muß, fehlt an keinem Düffelgespann. Seine Milchergiebigkeit ist größer als die des he frto für dortige» Bezirk Ml Iut «Umritt Mi»«» »himflcn tu Behörden, i Wifinnen belieben Zeichen unter loSU an Änrmer. Verzweiflmg am Goldenen Horn Von Käthe Puschau-Meyr. Betrittst du <$tambul, das Tor des Orients, so werden beige neugierigen nnb sehnsüchtigen Augen befriedigt! werben, auch heißt der Türke in seiner toleranten, unb vornehmen Art ben Fremden gern willkommen. Alt ist bie Kultur des Türken, und er hält fest an ihr, baran haben auch bie Reformen Kema § Paschas nichts änbern können. Wohl fielen zwpngsweise Fez und Schleier, doch seinen alten Traditionen ist der größte Teil treu geblieben, und wirb es voraussichtlich auch noch lange Zeit bleiben. Ist man nun gezwungen, im türkischen Hause zu leben, ober ist man aar bort verheiratet, so irlirb sich schon nach kurzer Zeit eine eisige Mauer zwischen ber Europäerin und ber tur- kischen Familie pusrichten. Europäerin und Türkin, bas geübte Auge bes Einheimischen wisrb sie sofort unterscheiben, und da bie Auslänberin des Okzidents ihr freies Umsich blicken, ihre selbständige Manieren nicht verleugnen kann, so wirb sir auch noch heute immer als Frei- roilb angesehen. Man tut gut, sich das Wörtchen Ei-ib, auf deutsch: schändlich, schandbar, zu merken; denn es ist außer ben Worten Brot unb Wasser bas wohl am häufigsten gebrauchte im türkischen Sprachschatz. Lsas ber normalen, gut erzogenen Europäerin selbstverständlich ist, der Türke oder die Türkin finden ets eblb. Also schändlich Es wäre wohl auch vermassen, jahrhundertealte Sitten, brauche, Gewohnheiten ummobeln zu wollen, doch ist es für die Fremde aus dem Abendland nicht nur schwer, nein, unmöglich sich anzupassen. Der Türken seltsamer Lehrsast, ihre unumstößlichen Hausordnungen, in denen all das verpönt ist, was z. B. der Deutschen Lebensgewohnheit ist, wie Lachen, Singen, Scherzen, machen es unmöglich sich auf die Dauer dort wohlzufühlen. Es sind alle ?lrten des Amüsements, wenn auch im kleinen Ausmaße vertreten, wie da sind: Lichtspiele Theater, Kabarett, DarietS, und die Euro- päerin, die sich hort ein paar Tage amüsieren will, kommt auf ihre Kosten. Anders liegt die Sache, wenn eine Deutsche z. B. bort mit einem Türken verheiratet ist. Sie wird Da» alle» wohl ober übel beladenen Frauen und Kinder keuchen hinter ihm her. — Alle Landteuie haben ihre Trachten, i/eren es in Dukgarien nicht nur sehr viele, sondern auch sehr mannigfaltige und sehr hübsche estbt. Sonn- und Feiertags versamme n sich die Dorsbewohner in ihrem schönsten Schmuck an einem alten Nußbaum — der dort die Nolle unserer Dorflinde spielt — und dann wird nach der unseren Ohren eintönig klingenden. doch stark rhythmischen M.odie einer Hirtenflöte getanzt, aber leine Rundtän.e. sondern der C-horo, eine Art Neigen. — Das Familienleben ist sehr ausgeprägt und hat noch stark patriarchalischen Charakter. was auch in vielerlei eigenartigen Dolks- gebrauchen deutlich zum Ausdruck kommt. Jüngere Ehepaare nehmen stets Eltern oder Schwiegereltern zu sich, wobei es als absolute Selbst- Verstäiidllchkeit gilt, daß die alte Mutter im Hause tonangebend ist. Gewöhnlich ziehen die Eltern zum ersten Sohn. Daß alte Eltern allein wohnen, wie etwa bei uns in Oberbayern im sog» „Austragstüberl", ist für bulgarische Verhältnisse vollkommen undenkbar. der ungeheuer starken Steuerbelastung und dem Preismistverhältnis sind besonders erregend. Nur eine starke lPidwirtschaftlich« Erzeugung, die uns weniger abhängig vom Auslande macht, kann zu einer gesunden Handelsbilanz führen. Die Selbsthilfe must nachdÄcklichst einsehen, und zwar nach der technischen Seite, nach der zur Zeit große Anstrengungen durch die Landwirtschaftskammern, Ausstellungen usw. gemacht werden, und nach der geschäftlichen Seite hin (Ausgestaltung des Ge» nosfenschaitswesens). Der Referent ging auf die Frage im genossenschaftlichen Geldgeschäft und Warengeschäft der Gegenwart und nächstliegenden Zukunft ein, forderte eine individuelle Kvedib- politik, bessere Tetriebsberatung und VetriebL- lontrolle durch die lokalen und regionalen Oe» nossenschaften. Im Warengeschäft steht der Absatz der landwirtschaftlichen Erzeugnisse im Vordergrund aller Bestrebungen. Die Landwirtschaft ist Massen-Produzent. Sie verkauft ihre Erzeugnis,« hu Engros-^reilen in unbegrenzter Konkurrenz mit dem eigenen Derufsgenossen, während sie ihre Dedarfsstosse von industriellen Produzenten und von Handwerkern bezieht, die ihren Einkaufspreis kartelliert oder innungsmähig fest- gelegt haben. Wollen wir dies ändern, dann müssen wir die einzelnen Betriebe zufammenfassen und zu geordnetem Handeln verbinden. Es wurde hierauf der Stand der Bestrebungen auf dem Gebiete des genossenschaftlichen Absatzes von Getreide, Vieh, Eiern, Milch, Mölleret Erzeugnissen, Obst und Gemüse dargelegt und hervorgehoben, das; alle diese Fragen nur zufriedenstellend gelöst werden können durch Mitarbeit der Landwirtschaftskammern und älnterftützung der übrigen Organisationen. Starken Impuls bekäme die 25» furog durch die Vereinheitlichung des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens, die hoffentlich m nächsten Iahre zustandekommt. Der Referent schloß mit einem Hinweis, daß die wirtschaftliche Rot das gesamte Wirtschaftsleben in Stadt und Land beherrscht. Richt durch Parteiwirtschaft, sondern durch tatkräftige Arbeit der Gesamtheit und zielbewußtes Streben kann sie behoben wer» deir Kein Gesetz und keine Einrichtung haben soviel zur Erhaltung des Bauernstandes bei» Getragen, wie das deutsche Genoffmschaftswesen. Möge es erkennen, daß darin die Wurzeln seiner Kraft liegen und möge es festhalten an dem Worte auf dem Denkmal von HaaS: „Fest im Vertrauen, fest in der Treue, fest im Zusammenhalt, fest in der Eintracht in Freud und Leid!" Besichtigungen. Den Vorträgen schloß sich am Rachmittag des ersten Tages ein Besuch des Landwirtschaftlichen Instituts und des Agrikultur- chemischen Instituts der Landesu. i ersität an; der Rachmitta; des zweiten Tages führte die Teilnehmer nach dem Tierzuchtinstitut „Oberer Hardthof" und nach dem älniversitätsversuchsgut „Unterer Hardtho f*'. Hieran schloß sich ein gemütliches Zusammensein auf der Hardtterrasse mit einer Aussprache über die durch die Vortrage angeregten Fragen. Oer Abschluß. Mit dem dritten Tage hat der KwfuS sein Ende gesunden. Sämtlichen Vortragenden war begeisteter Beifall der über alle Erwartung zahlreich erschienenen Zuhörerschaft beichteten. In warmen Worten dankte das Vorstandsmitglied des Raiffeisenverbandes Frankfurt a. M., Delon Vogel, Bruchenbrücken, in seiner Schlutzan- sprache der Alma mater Ludoviciana und dem Landwirtschaftlichen Institut für die Veranstaltung des Kursus, ferner insbesondere den Referenten, die sich i.i uneigennütziger Weise für den Vortragskurs zur Verfügung gestellt hatten. Er bezeichnete es als einen besonderen G'winn, daß durch diesen Lehrgang das Band zwischen landwirtschaftlicher Pra is und Wissenschaft enger geknüpft wurde. Aus der Rot des deutschen Bauern ist das Genossenschaftswesen herausgewachsen. Die gegenwärtige Agrarkrise und die der Landwirtschaft zu deren Behebung gewiesenen Aufgaben, die in der Hauptsache durch Selbsthilfe gelöst werden müssen, stellen die Rot- wendigkcit der genossenschaftlichen Gemeinschaftsarbeit erneut in den Vordergrund. Möge das in dem Kursus Gebotene dazu beitragen, diese Gemeinschaftsarbeit zu stärken und an einer Behebung der Rot des deutschen Dauern mitzuwirken. Die abgelaufene Tagung gab Re'erenten und Zuhörern reiche Anregungen und wird allen Teilnehmern unvergeßlich in Erinnerung bleiben. ümdwirMastlichkS Smoffenschastswese». Kursus beim Landwirtschastiichen Institut der LandeSuniversität in Gießen. Dritter Tag. Der erste Redner des dritten und letzten Kursus- tages, Generalsekretär Dr. Strub (Darmstadts berichtete über: Zweck und Aufgaben der landwirtschaftlichen Interessenvertretung. Die Nachkriegszeit brachte eine Fülle von Organisationsbestrebungen in allen Zweigen der Voltswirtschaft, hervorgerufen durch die erheblichen Umwälzungen wirtschaftlicher, sozialer und politischer Natur. In der Landwirtschaft war eine gleiche Entwicklung zunächst gehemmt durch die bestehende Zwangswirtschaft für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Um so stürmischer setzte alsdann nach Einführung der stabilen Währung die Zusammen- schlustbewegung auf dem Lande unter dem Drucke der wirtschaftlichen NoUage allseits ein. Ein lieber« blick über den heutigen Stand der landwirtschaftlichen Interessenvertretung zeigt deutlich eine Gliederung in drei verschiedene, in sich ziemlich genau abgegrenzte Arbeitsgebiete. Diese finden ihren organisatorischen Ausdruck einmal in der Landwlrt- schastskammer, als gesetzliche Berufsvertretung zur Förderung der Landwirtschaft, vorwiegend in betriebstechnischer Hinsicht, zum anderen in den freien Organisationen, als wirtschaftspolitische Interessenvertretung, und zum dritten in den Genossenschaften, welche dis Aufgabe der rein wirtschaftlichgeschäftlichen Interessenvertretung übernommen haben. Zu den wesentlichen Aufgaben der Landwirt- fchaftskammer gehören die Maßnahmen zum Ausbau der Produktion, sowohl im Ackerbau, als auch in der Viehzucht. Die Veränderung der Marktlage und vor allem die starke Konkurrenz des Auslandes erfordern weitgehendste Anpassung an die derzeitigen Bedürfnisse bet Derbraucherschaft. Die finanziellen Schwierigkeiben lassen größte Kostenersparnis als dringend notwendig erscheinen, die nur möglich ist durch umfassende Beratung der Landwirte in allen Fragen der Betriebswirtschaft »nd Technik durch die Landwirtschaftskammer. Auch den wirtschaftspolitischen Organisationen kommt unter den heutigen Verhältnissen wachsende Bedeutung zu. Sie vertreten in erster Linie die berufs» ständischen Interessen. Die Steuer- und Handelspolitik der letzten Jahrs gab eine reiche Betäti- gungsmoglichkeit. Die Bestrebungen könnten noch verstärkt werden durch eine größere Einheitlichkeit der einzelnen Organisationen. Die rein wirtschaft- lichen geschäftlichen Aufgaben der Landwirtschaft müssen den genossenschaftlichen Organisationen über» lassen werden. Insbesondere haben sie die gewaltigen Ausgaben der Verwertung der Erzeugnisse zu lösen. Im Kreditwesen stellen die ländlichen Volksbanken und Spar- und Darlehenskassen die berufenen Sammelbecken der Gelder des Landes dar. Sie ermöglichen einen unmittelbaren, schnellen und deshalb billigsten Geldausgleich in der Gemeinde, der nicht nur den Landwirten, sondern auch den übrigen ländlichen Berufsständen zugute kommt. Die Ineressenvertretung der Landwirtschaft hat sich heute im wesentlichen in drei verschiedene Organisationsgruppen spezialisiert. Deren Tätigkeit wird um so wirksamer gestaltet werden können, je mehr sie ihre Kräfte auf das ihnen zukommende Arbeitsgebiet konzentrieren. Als nächster Redner sprach Verbandssekretär Beck- Frankfurt über: „OieRevisionö- und Konirolliäiigkeit im ländlichen Genossenschaftswesen." Das genossenschaftliche Revisionswesen hat sich frei entwickelt, und auf bleie freie Entwicklung ist es nicht zuletzt zurückzuführen, daß von Anfang an den Grundsätzen der Selbstverwaltung und der Selbstverantwortung in durchaus wünschenswerter Weise die notwendige Beachtung geschenkt wurde. Die von allen deutschen Genosien» schaftsverbänten gehandhabte Re i ion macht nun bei den durch das Gesetz feitg?Ieg,ien Bestimmungen durchaus nicht halt, sondern sie geht weit Darüber hinaus. Die Tätig leit der Revisions- Verbände erschöpft sich keinesfalls mit der Vornahme der gesetzlichen Revision, die Verbände müssen vielmehr im besten Sinne des Worte- Hüter und Förderer der Aevi ionsgrund'ätze und der genossenschaftlichen Grundlagen sein. Es dürfte einleuchtend erscheinen, daß eine 5er vornehmsten Vorbedingungen $ur Ausübung einer ausreichenden Äontrolltätigfeit der Verbände in der richtigen Auswahl der Verbandsrevisoren zu sehen ist, deren fortgesetzte Weiterbildung auf Grund der gesteigerten Ansprüche und Verhältnisse sich die Genossenscha'tsverbände besonders angelegen sein lassen. Der Referent ging dann ein auf die gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich der Revisionen der Reviftonsverbände. Er betonte anschließend, daß für al5e ländlichen Genossenschaften Vie Verband Revision eine Lebensfrage bedeutet. Die Geno senschaften werden von den Revisionsverländen gewissermaßen von ihrer Geburt an aufgezogen, und ihre guten Leistungen, wenn sie aufgezogen sind, sind eine Folge bet Derbandsarbe.t. Die wilten Genossenschaften ohne Verbandsanschluß, unter denen sich vielfach genossenschaftliche Mißgehurten verbergen, müssen verschwinden, und es sollte die Forderung erhoben werden, daß sich im Interesse der Genossenschaftsmitglieder alle eingetragenen Genossenschaften einem ReoiskonLoereande anschließen müssen. Dies würde keinesfalls eine Beeinträchtigung der genossenschaftlichen Freiheit bedeuten. Der Referent schließt mit den Worten: Selbständigkeit und Selbstverantwortung der Genossenschaft müssen sinngemäß aufrecht- und wach- gehalten werden, sowie Hand in Hand arbeiten mit einer planmäßigen durch jahrzedn e ange Erfahrungen gereiften Revisionstätigreit der Verbände. bann wirb auch ber endgültige Erfolg nicht ausbleiben, wir werden vielmehr dann das deutsche ländliche Genossenschaftswesen zu dem machen, worauf es berechtigten Anspruch erheben darf, zu einer von allen ilnüoreingenommenen anerkannten volkswirtschaftlichen Macht zum Segen unseres noch immer schwer um seine Stellung ringenden deutschen Vaterlandes. „GegenivartS- und Zukunstsausgaben im landmirtschastlichenGenoffenschLstsVesen" behandelte sodann Derbandsdirektor Berg auS Darmstadt. Er wies einleitend auf die starken Wandlungen hin, die der Wert des Genossenschaftswesens in der Öffentlichkeit seit der Dov» lriegszeit erfahren hat. Es gibt fein augenscheinlicheres Kennzeichen für diesen Wandel als die Tatsache, daß die Weltwirtschaftskonferenz dem Genossenschaftswesen eine mindestens ebenso große Beachtung schenkte, als den industriellen Kartellen. Das Genossenschaftswesen hat die 3n- flationskrise überbauten; wo noch Schlacken vorhanden sind, müssen sie baldmöglichst beseitigt werten. Vorwürfe gegen das Genossenschaftswesen, die mangelnde Beweglichkeit und die zu starke geschäftliche Einstellung, wurden ausgiebig und schlagfertig erörtert Diese Vorwürfe werden aus einem gewissen inneren Unmut über die Verhältnisse der Zeit heraus oft ü| unsachlicher Weise erhoben. — Die Landwirtschaft durchzieht eine schwere Krise. Sie arbeitet unter dem Mißverhältnis zwischen den Preisen für! ihre Erzeugnisse und den Gest-ehungskosten. Die Folgen sind zwangsläufig. Die Zinfenlast in Verbindung mit Lache Bajazzo! Roman von I. Echnelder-Foerfil. Urbeberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. 38 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Hettingen hörte nur noch ein Kichern und dann ein paar sich rasch entfernende Füße. Er stand noch immer und starrte auf das Ungeheuer, dessen Schweif wie zum Schlage erhoben war. Die Augen der- Riesenechse lauerten in dir seinen. Das dunkle Dronzegrün brs Rückens schillerte auf, die schwarzen Flächen an brr Unterseite des Körpers erschienen wie tellerartige Schatten. Eine wundervolle Sternennacht im Sudan hob sich in Hettingens Gedächtnis. So scharf und klar vmrisfen wie die Milliarden Himmelskörper, die sich damals in dem breiten Strome gespiegelt hatten, an dem er mit seinem schwarzen Begleiter halt machte, um Wasser für ihre Tiere zu schöpfen. Die Kamele tranken gierig. Unweit von ihnen kam ein junger Mann aus einem Zelte auf sie zu, den schönen schlanken Körper nur mit einem Batetrikot betteltet Rach ein paar Worten der Begrüßung lieh er sich in die Wellen gleiten. Vom Dordrante eines Einbaumes aus sah Ioachim ihm nach. Plötzlich ohne jedes Geräusch und so schnell, daß es dem Aufzucken eines Blitzes glich, hob sich der Kopf eines Krokodils aus dein Wasser, um pfeilschnell mit einer einzigen Wendung sich nach dem Körper des jungen Mannes zu stürzen, der vor ihm herschwamm. Von Hettingens Hand fuhr eine Schlinge, mit der er gespielt hatte, um ten Kopf ber Echse — mit einem Sprung war er im Wasser und in ber nächsten Sekunbe auf bem Rücken des Tieres, bas ten Hals nach ihm zuwandte, um ihn zu verschlucken. Ein Stück schwimmenden Treibholzes, baß Ioachiin zwischen blc Finger geriet, stak dem Tier Im selben Augenblicke als Querholz zwischen den Zähnen, daß er seine Deute, wie ein Roß am Zaume, ans Land zu treiben vermochte. „Allahs Gnade und Barmherzigkeit hat dich gerettet, HerrI" Der Diener fiel ishm zu Füßen und dann über das Ungeheuer hcrr, das er mit einem Spieß durchbohrte. Dis in die Lippen erblaßt unb kaum ter Sprache fähig, stand Diebow vor seinem Retter. „Wie kann ich Ihnen danken? Diebow ist mein □tarne 1“ „Hettingen!" sagte Ioachim kurz und nahm die kalte Hand, die sich ihm entegegenstreckte, zwischen seine warme ruhige. „Schlasen Sie Ihren Schrecken, tüchtig aus! — Vielleicht begegnen wir uns wieder einmal im Leben. — Unfere Tiere haben sich sattgetrunken. Wir wollen stromaufwärts und haben noch ein schönes Stück zurückzulegen bis zum Morgen. Auf Wiedersehen!" Mehr hatten sie nicht miteinander gesprochen. „Diebow," sagte Hettingen lelsg vor sich hin. Ein Arm legte sich auf den seinen. „Darf ich Sie jetzt mit meinen Eltern bekanntmachen? — Meine Mutter! — Mein Vater: Kommerzienrat Iankesl Stiefvater klingt so hart,' sagte er mit einem warmen Unterton ter Sprache. Mit einem tiefen Rot auf ten Wangen neigte sich Ioachim auf die dargebotewr Frauenhand. Als er wieder ausfah, war fein; Gesicht leicht gerötet „Ich konnte nicht ahnen,'" bedauerte er, zu Ianke gewandt, ter ihm die Rechte schüttelte, „daß ich Ihnen mit meiner Dttte um Anstellung wie ein unverschämt Zudringlicher erscheinen mußte!" „Wo denken Sie hin, lieber Daron. — Ich habe den Zufall gesegnet, als mein 'Brüter, Dr. Iankes, mir damals schrieb, ob ich nicht einen offenen Posten für Sie hätte. Unti als bann Ihr schriftliches Gesuch um eine 3ngcnieurftel(e einlief, hat mein Sohn gelacht wie ein Spitzbube. Wir haben ganz richtig taxiert, baß Sie ohne Besinnen alles rückgängig machen würden, wenn Sie wüßten, mit wem Sie hier Wieder eßen feiern. Da haben wir also bie Sache bis jetzt ousgespart. Run Sie Ihren Rainen unter den Vertrag gesetzt haben, werben Die boch nicht wieder ausknci.en wollen. — Oder?" Hettingen schüttelte mit einem Lächeln den Kopf, ater die Depression war noch nicht ganz überwunden. Die Kommerzienrättn sah es und winkte einem Diener, ter Joachims Hut unb Mantel vom Stützte aufnahm und beides nach dem Oberstocke trug. „Sie werten ehrlich müde fein, lieber Daron! Ruhen Sie sich erst ein bißchen aus und nehmen Sie eine kleine Erfrischung. Mein 3unge wird 3hnen Gesellschaft leisten. — 3n einer Stunde bitte ich zum Diner. Auf Wiedersehen bis dahin!" An Diebows Seite schritt Hettingen nach feinen Zimmern. Der Diener stand bereits über seine Kosser geneigt und begann deren 3nhalt in Schränke und Schubfächer zu schlichten. Die Frage, ob er dem Herrn Daron beim Umkleiden behilflich sein könne, wurde verneint. Dafür lehnte ter Sohn des Hauses sich breit in einen ter Kfubstühle und sah zu Hettingen hinüber, der, eine k eine Tasche aus Saffianlever zur Hand nehmend, nach dem eingebauten Mar- rnorwaschlisch ging. „Geniert S'.e's, Daron, wenn ich bei 3hrer Toilette zugegen bin? — Dann werte ich eiligst verfchwinten. — Aber ehrlich gesagt: ich bleibe lieber und drücke, wenn Sie's befehlen, die Augen zu — ich höre Sie dann wenigstens sprechen. Hettingens Züge trugen in diesem Augenblick wieder jene knabenhafte Weichtet, die so sehr für ihn einnahm. Den Kopf nach tem Sohn teS Hauses wendend, sagte er nachtenk.ich: „Sie haben sich so sehr verändert, daß ich unmöglich daraus gekommen wäre, mit wem ich die Freude habe, Wieder etzen zu feiern." „Verändert? Lieber Daron! Aber nein, nicht im geringsten. Wenn Sie mich erstmals im Gesell- scha.tsanzug wir heute kennengelernt hötten, würden Sie sich sofort wieder an mich erinnert haben. Mein Datetrikot von damals ist schuld, daß Sie mich so ganz anders im Gedächtnis behielten." „Möglich!" sprach Hettingen. Diebow mochte recht haben. Büdinger Bilanz von 1928. !!. Bübingen. 4. 3 an. 3m ab gelaufenen 3ahre wurde in Düdingen ter Wohnungsnot durch mehrere Reubauten gesteuert. Reben einigen Familienhäusern konnte auch daS große Kaufhaus Speyer-Kausmann in ter Bahnhofstraße feiner Bestimmung über’.eb.n werden, das neben geräumigen Läden auch vier Wohnungen enthalt. 3n ber Altstadt entsteht zur Zeit an Stelle eines alten baufälligen Wohnhauses ein Reubau mit Laden und Wohnungen. Die Form des Hauses wurde so gewählt, daß es sich gut in das Bild der Altstadt einfügt. Außerdem erhielten eine ganze Reih» Bürgerhäuser durch Ausbesserung und farbige Behandlung ein neues und modernes Kleid. Wohl- gelungen sind besonders einige Häuser in ter Vorstadt, dann in ter Altstadt und auf tem Schloßplah. Auch bas Cafe Hell in der Rcustadt fügt sich recht harmonisch in das Stadtbild ein. Die Stadt hat den neuen Marktplatz weiter auggebaut unb mit elektrischem Licht versehen lassen. Um säumige Mieter zu schrecken, wurde dort auch ein ausgedienter D»3 u g» wagen aufgestellt. Wie man hört, zahlen seitdem alle städtischen Mieter pünktlich ihre Mitte. Die Feldbereinigung ist in vollem Gange. Viele neue Wege werden angelegt. Auch in tem Steilhang des PsassenwaldÄ entstehen zwei sehr schöne Wege, die sich sogar einseitig bebauen lassen. Leider wird aber bie herrliche Aussicht burch gänzlichen Wassermangel aus» gettichen, sonst ließen sich hier geradezu ideale Dillenstraßen daraus machen. Die reizvollen Bübinger Waldungen wurden weiter durch schöne Wege erschlossen und Bänke aufgestellt. So wird insbesondere die Verbesserung des Fahrweges „3n ten si.ben Bächen" als sehr wohltuend empfunden. Dort ist auch im Lause des Iahres ein hübscher Sprudel „crbohrt" worden, welcher auf zahlreiche Spaziergänger eine starke Anziehungskraft ausübt. Alle Bemühungen ter Stadt, die Vogels» bergbahn baureif zu machen, sind bis jetzt fetter nicht erfolgreich gewesen. Trotzdem bestehen aber an maßgebenden Stellen immer noch Hoffnungen. Die A u t o I i n i e n Büdingen- Wenings, Düdingen—Langenbergheim und Vü- dingen—Altwietermus entwickeln sich sehr günstig. Die Wagen sind meistens gut besetzt, der Fahrpreis ist erträglich. Desonders angenehm werten die Autolinien von auswärtigen Schülern empfunden. Die "Bübinger Schulen erfreuen sich durchweg eines sehr guen "Besuch.s. Im Gymnasium. -das zu ten ältesten Gymnasien in Hessen gerechnet werten muß, best.hen mehrere Parallelklassen, die Gewerbeschule hat mit 82 Schülern einen bis jetzt noch nie erveichttn Besuch aufzuweisen, unb auch bie Ackerbauschule ist gut besucht. Die Kirche hat ihre fehlenden Glock'n wieder bekommen. Daß Geläute ist nun wieder vollständig. Auch wurde der stattliche Kirchturm gründlich ausgebessert und ein neuer Glocken» stuhl eingebaut. Der st ad tische Friedhof wurde erweitert und mit einer Mauer eingefriedigt. Zum Zwecke ter Staubbekämpfung im Sommer hat die Stadt einen Sprengwagen angeschafft. An den Straßenkreuzungen wurden I Richtungsschilder angebracht. Ein Teil ber | Hammerstvatze wurde von den Daum Pflanzungen befreit und soll gepflastert werden. Damit wird endlich ein großer Mißstand beseitigt, tenn die Zustände, bie in dieser Straße herrschen, sind so nicht haltbar. Handwerk unb Gewerbe waren auch in diesem 3ahre gut beschäftigt. So war ins» besondere bas Daugewerte burch R.u- und Umbauten bis in bie WeihnachtSwoHen fast voll beansprucht. Die Fürstlich-Zienburg-Düdin'ische "Verwaltung baut in ihren ausgetehn'.en Gärtnereien unter Leitung des Daumttsters Sens» selber eine moderne Trttbhausanlage, wodurch eine Anzahl Handwerker Beschäftigung gefunden haben. Auch die Möbelschreinereien konnten Vorkäufe abschließen, welche die Winterarbeit sicher» stellen. Selbst im Delleidungsgewerbr wird voll gearbeitet, wenn auch nach tem Hochbetrieb vor den Feiertagen jetzt eine kleine Atempause eingetreten ist. Die Gaststätten wurden im letzten 3ahve um zwei vermehrt. Das frühere Gasthaus „Hensel" Reustadt hat seine Pforten toi.ter geöffnet. Zu einem beliebten Sonntagsnachmittagslokal hat sich das in wildromantischer Dergschlucht gelegene „ Felsennest" entwickelt. „3ch habe Sie all diese 3ahre her verfolgt, wie ein Detektiv," fiel die Stimme Diebows nach einer Weile in das Schwelgen. Joachim zuckte die Achseln. „Es liegen schwere Zeiten hinter mir!“ Er wollte ten anderen nicht täuschen. Er durfte ruhig wissen, welche Stürme über ihn hlnweggegan-en waren. Der jung? Mann nickte teiln.chnend. „3ch habe von allem Kmntnis. Aber ich hitte nie gewagt, 3hnen ein Anerbieten zu machen, wenn nicht 3hr persönliches Gesuch um Anstellung in unserem Betriebe eingefau en wäre." „3ch konnte nicht wissen, wen ich treffe!" „Rein, baS formten Sie nicht, verehrter Daran! Mein Vater starb, als bie Werke erst im Entstehen waren. Tie Mutter hat brei 3ahce später ten ersten Direktor geheiratet — meinen jetzigen Stiefvater 3ankes, nach tem bie Werke benannt sind." „Hofsentlich nehme ich keine Ausnahmestellung hier ein, Herr Diebow!" „Rein! Sie wohnen bei uns, bas ist alles. Das Gehalt geht nach bem Tarif. Mein Vater hat Sie zum Chefingenieur ter neuen Dahn ausersehen." Hettingens Dlut klopfte mit festem Schlage gegen die Rippen. Rach all tem bitteren Erfahren der letzten Monate nun wieder eine Zeit tes Glückes. Wie selig würde die Mutter sein, und wie würde 3sabella sich freuen! älnb welch sorgloses Dasein h ttc er einem Weibe bereiten können, das ihn liebte. „Maria!" „Sagten Sie etwas, Daron?" „Rein, lieber Diebow!" „Ä.innen wir gehen? Es ist drei Minu'en vor Kwei Llhr. Mein Vater ist sehr pünktlich."" der junge Mann stand bereits an ter Türe, bie nach dem Korridor führte. Hettingen schloß noch eilig ten Kiiopf seine- Frackes, dann fo'gte er tem Sohn: dos Hau es in das große, sonnenüberslutete Sp i'ezimmer, wo der Diener bereits am "Büfett stand, um mit tem Servieren zu beginnen. (Fortsetzung folgt) Turnen, Sport und Spiel sind. Kreis Friedberg. zollern. * Krofdorf, 6. Ian. Infolge der werden in der Gemarkung Gi,tbrocken aus legt, die sich sehr gut bewährt haben. So tour kalten Witte- Brauerei Preußen. Kreis Wetzlar. Wiedereröffnung des Deutschen Ledcrmusemns in Offenbach WSR. Offenbach, 5. San. Das von dem bekannten Architekten und Vorkämpfer des Werkbundgedankens Professor Hugo E b e r h a r d t un Jahre 1917 in bn Stadt dec Lederwaven, Offenbach iri> eine einmalige Minterbeihilfe in Höhe von 20 Mark gewährt. Durch einftinv migen Beschluß wird für die Besetzung der billigen 2-Schu Ist eile der jetzige Snhaoer Schul- Dertoalter wchaaf, vorgeschlagen, insgesamt hatten sich fünf Bewerber gemeldet. df. Langsdorf, 5. San. Sn der Rächt auf Samstag schreckte kurz nach 2 iUjr «jeuer- a I a r m die Bewohner unseres Dorfes aus den Betten. Sn der M ö b e l s ch r e i n e r e t von Wilhelm Krämer II. war im Maschinenraum Feuer ausgebrochen. Der Besitzer merkte es am Klopfen in der Dampfheizung. Mit Mtntmax- apparaten ging er gegen das Feuer vor, das aber ohne Wasser nicht zu löschen war. Beim Eintreffen tar Spritzen standen der Maschinen- raum und die Werlstatt in dichtem Qualm. Sn etwa 20 Minuten gelang es, des Elementes Herr ,u werden, so daß ein offener Brand, der sehr schlimme Folgen gehabt hätte, vermieden werden konnte. Es ist nur Sachschaden zu verzeichnen, ter im Verhältnis zu tarn ganzen -Unternehmen Ro dheim a. d. H o r I o ff, 5. Sanuar. Am 1. Sanuar feierte Oefonomierat Klingel- hoffer von Hof Graß im Kreise seiner Der- tea .bten seinen 8 9. Geburtstag. Sn voller körperlicher und geistiger Frische nimmt er heute noch tätigen Anteil am öffentlichen Leben. Sn dem landwirtschaftlichen Betriebe feines Schwiegersohnes ist er jetzt noch eine wertvolle Kraft. Dazu versieht er seit vielen Saoren das Amt des Direktors tar Molkereigenossenschaft Hungen und legt den Weg dortym der etwa 1/2 Stunde ausrnachk, ost noch zu Fuß zu- rüct Sn nicht geringem Umfang hat er dazu bei getragen, daß die Molkerei Hungen heute als Musterbetrieb dasteht. ■7 Aus der nördlichen Wetterau, 5. Sanuar. Die Rachfrage nach Fetisch w e i n e n ist infolge der vielen privatem Haus- schlachtungen sehr rege. Cs werden gegenwärtig 70 bis 74 Pfennig für das Pfund Lebendgewicht bezahlt. Sehr gesucht sind auch Ferkel, die im Preise in den letzten Tagen sehr stark aagezogen edhof wurde ertoeitert ngefriebigt ubbetämpfung im inen Sprengwagen. chrnüruMM touf.en gebracht. Ein Teil, tar den Daumttflaniungri i werden. Tamil Wick» and WM denn die Strafe herrsche, sind «werbe waren auch in chöstigl. So war ins« rbz durch Du« und Um« chnachlswochrn.fast voll i^6!en-urg«DudlnchH«. an ausgedehnlen Gari« ti Daumäsi:rs Scns« r.iböausanlage, wodurch 2efHästigung freinereini tomtcn ^r die Dint'-rarbcü sicher tengszew^ Mrd voll fS MmiMle ein« ieinc Psor.cn ^»mirfeli. --- ]:[ Gelnhaar, 6. San. Dieser Tage feierte unsere Hebamme, Henriette He r ch e n - röder, ihr 40jähriges Dienst )ubi- l ä u m. Rachmittags fand aus diesem Anlahim Wohnhaus der Subilarin eine Feier statt. Me- dizrnalrat Dr. Wagner beglückwünschte die Subilarin urcb überreichte ihr das Anerkennungsschreiben taS Ministeriums. Bürgermeister Vur- lei n sprach im Rainen tar Gemeinde die herzlichsten Glückwünsche aus und überreichte tar Subilarin einen schönen Sessel mit einem kunstvoll gestickten Kissen. Sodann überbrachte die Vorsitzende des Hebamrnen-Krelsvcrbantas, Frau Qlaumann (Düdelsheim), eine kunstvoll ausgeführte Eh enurkunde und die rolden: D^o^che für Hebammen. Dr. O t t 0 (Wenings) überreichte im Rainen von Dr. Lucius (Hirzenhain) und von sich selbst ein schönes Rickelsevoice. Sm 75. Jahre steht jetzt die Subilarin, und sie hat ungefähr 725 Kindern zur Weltenlicht verholfen. Tag und Rächt war sie auf ihrem Posten. Aus Dankbarkeit bekam sie von der Gemeinde viele Geschenke, lebende Dlumm oder sonstigen Zierrat. Am Abend brachte ihr der Gesangverein »Eon- kordia" ein Ständchen. Möge nach tarn Wunsche der ganzen Gemeinde die Subilarin noch einen recht gesegneten Lebensabend im Kreise ihrer Familie verleben. Starkenburg. WSR. Darmstadt, 6. San. Das Gekmuta der Deutschen Vereinsbank. Ecke Rhein- und Reckarstrahe, wurde, wie wir hören von der Städtischen Sparkasse zum Preise von etwas über einer halben Million Mark zu en E 3d) habe Ser E wenn "ich .^5* * * - w k'L * ®trfe- . ^ur’ d rt, Aas i W _ Schlage SB Bestände für Besucher wieder geöffnet Das Museum bezweckt die Beeinflussung tar deutschen kunstgewerblichen und kunstindustriellen Arbeit in Leder in geschmacklicher, technischer und qualitatiDer Beziehung. Es zeigt reichhaltige Sammlungen zum Teil hervorragender Geber* arbeiten aller Zeiten und Völker auf jetam Gebiet der Lederverwendung. Einen Zuwachs von besonderer Bedeutung erhielt das Deutsche Ge- dermuseum durch die Reueiwerbung aus der Sigmaringer Sammlung des Fürsten von Hohen- tingen 05 0:3. Gruppe Süd: Kurhessen Marburg — Her« mannia Kassel 2:2. Süddeutsche Fußballmeisterschaft Die süddeutsche Fuhballwelt interessierte sich natürlich in erster Ginie für das überraschende und erfreuliche 5:0, das die aus 7 Rürnberger und 4 Fürther Amateuren zusammengesetzte Elf Süddeutschlands gegen die Berufsspielermannschaft Rieder-Oe st e r - r e i ch s (Wien) zustande brachte. Aus einem „Lehrspiele" für die süddeutschen Herrenspieler wurde ein solches für die Wiener Profis. Saueben erregten natürlich auch die ersten Ergebnisse in den Kämpfen um die Meisterschaft des süddeutschen Verbandes großes Snteresse. Sn der Runde der Meister besiegte die Franlsurter Eintracht in einem vorbildlich schönen Spiele die für weit stärker gehaltene Germania Brötzingen, deren Cif körperlich viel zu schwach ist. Eintracht errang einen verdienten 4:0-Sieg. Sn Reunkirchen siegte Borussia über die „Wundermannschast" Wo.matia Worms 1:0. Allerdings muhte Wormatia mit Ersah für ihre drei besten Geuie antreten. In München reichte es den Bayern in ihrem ersten Treffen gegen den K.F.D. Karlsruhe nur zu einem 3:3, trotzdem sie das bessere Spiel lieferten. Sie ließen sich jedoch durch eine Elfmeterentscheidung derart aus der Ruhe bringen, daß der Gegner dies zum Ausg'eich ausnuhen konnte. Runde der Zweiten und Dritten. Gruppe Süd. Die beiden Stuttgarter Ortsrivalen, Kickers und D. f. B., trafen sich als erste Gegner der Trostrunde. Bei den Kickers vermißte man den Mittelläufer Niedsrbacher sehr. In seiner Abwesenheit verlor seine Mannschaft mit 0:4 Toren, was übrigens auch auf die bessere Angriffsreihe des V. f. B. hm- roeift. Phönir Karlsruhe hielt sich gegen den für stärker gehaltenen A. S. D. Nürnberg sehr tapfer und rang ihm ein 0:0 ab, war sogar zeiweilig im Feldspicle überlegen. Zwischen dem F. E. Freiburg und den Augsburger Schwaben entschied die Schnelligkeit und die körperliche Durchbildung des einzelnen Spielers mit 5:3 zugunsten der Schwaben aus Augsburg. F. C. Freiburg spielte etwas unter feiner gewohnten Form und verlor mit etwas Mißgeschick. Gruppe Nord. Union Niederrad büßte mit 1:1 gegen den D. f. L. Neu-Isenburg unverdient einen Punkt ein. Union war etwas bester besser, erreichte aber ebensowenig als der Gegner seine beste Form. Waldhof Mannheim hatte selbstredend mit dem F. Sp. D. Frankfurt a. M. einen sehr schweren Gegner, der auch 4:3 gewinnen konnte. Das Ergebnis ist allerdings knapper, als es dem Spielverlauf nach hätte fein können, denn Frankfurt a. M. schoß zwei weitere Tore, die als abjeits erklärt und nicht gewertet wurden. In einem weiteren Spiele im Mannheimer Stadion, anschließend an das vorstehende, wurde F.Sp.D. 05 Mainz vom D. f.R. Mannheim 1:2 geschlagen, trotzdem er bessere und häufigere Torgelegenheiten gatte, als der Gegner. Bor allem waren die Mainzer nach der Pause sichtlich über- legen, konnten aber den 2:0-Berlust der Platzbesitzer nicht mehr ausgleichen. Es gelang ihnen nur ein Ehrentor. Süddeutsche Gruppen-Meisierschastsspiele. Sm Südtautschan Fußball- und Geichtathletik- Derbanta waren noch einige Gntscheidungsspirle wie fein btt neue Orgel .fingen" tarn, besonders das 2. Rkanual, daS mit seinen zarten Stimmen einem Fernwerk ähnelt. Es folgten Orgelstücke, Lieder. Gedichte und Vortragsstücke für Orgel mit zwei Violinen, einander Alles in allem: eine erhebende Frier, wie wir sie selten haben. Erwähnt sei auch noch tar Gemischte Chor Franken dach, tar die Feier durch zwei Lieder verschönte. äLreis Marburg. )( Marburg, 5. Jan. Im Einklang mit den guten finanziellen Abschlüssen der g e w e r b l i ch e n Betriebe derStadt Marburg, die im ver- lossenen Geschäftsjahre 224 000 Mark Ueberschuß abwarfen, stehen auch die Verbrauchsziffern ür Gas, Walser, Elektrizität, sowie die Personen- beförderung der elektrischen Straßenbahn. Das Gaswerk steigerte seine Abgabe von 1 740000 Kubikmeter Gas im Jahre 1927 auf 1 880 000 Kubikmeter im Jahre 1928, während das W a s f e r w e r k im Jahre 1928 1050 000 Kubikmeter Wasser gegen 950 000 Kubikmeter im Jahre 1927 lieferte. Das Elektrizitätswerk lieferte in 1928 4 380 000 Kilowattstunden Strom gegen 3 880 000 Kilowattstunden in 1927. Die elektrische Straßen- bahn beförderte in 1928 insgesamt 20860000 Per- fonen gegen 1 955 000 in 1927. Das städtische E i s- werk konnte an heißen Tagen den Bedarf nicht befriedigen, so daß eine Vergrößerung in Aussicht genommen ist. Auch der Fremdenverkehr hat im letzten Jahre eine starke Zunahme erfahren, was aus den Ziffern der Uebernachtungen in den hiesigen Gaststätten hervorgeht. Die Uebernachtungszahl stieg von 37 406 im Jahre 1927 auf 45 923 im Jahre 1928. Stärkster Besuchsmonat war der Juli mit 5325 Uebernachtungen. Kreis Limburg. WSR. Gtmburg, 6. 3an. Am 19. März 1928 kam es auf tarn hiesigen Sportplatz bei einem Fußball-Meisterschaftsspiel zwischen Ossheim und Obsrbrechen zu einem blutigen Krawall, in den auch das Publikum einte* zogen wurde. Einige Personen tourten bei tar Schlägerei verletzt. Rachdem die gerichtliche Untersuchung trotz neunmonatiger Dauer bisher tein Ergebnis zeitigen konnte, hat in den letzten Tagen ter Limburger Ermittelungsrichter zwei Mitglieder ter Osfheimer Mannschaft als vermutliche Urheber des Krawalls v e r ha f t e n lassen. Die Verhastung erfolgte wegen Lands rie - densbruchs. Maingau. WEN. 5 ran tf urt a.TL, 6.Ian. Für das Rechnungsjahr 1928 haben die städtischen Körper- schäften für die städtischen Bühnen einen Zuschuß von 1,8 Millionen Mark bewilligt. Der Zuschußbedarf stellt sich aber nach einer Mitteilung des Magistrats an die Stadtoer. ordnetenoersammlung auf 2,3 Millionen Mark gegenüber 2,18 Millionen Mark im vergangenen Jahr, so daß weitere 500 000 Mark zu be« willigen sind. Dieser Mehrbedarf ist In der Hauptsache auf die Durchführung der Reformoorschläge, die einen Systemwechsel auf dem Gebiete des Billetvertriebs unter Wegfall aller Sondervergün- ftigungen gebracht haben, zurückzuführen. — Zur teilweisen Deckung der Gesamtkosten des W 0 h - nungsbauprogramms 1 9 2 8 van 708870 Mark beabsichtigt die Stadt Frankfurt a. M. ein Feingold-Darlehen im Betrage von 300 000 Mark aufzunehmen, das mit 6,5 o. S). jährlich zu verzinsen und mit 2 v. H. jährlich zu tilgen ist. Das Darlehen soll bei einem Dersiche- rungsträger ausgenommen werden. Fußball in Hessen-Hannover. Die gestrigen Spiele im Bezirk Hessen- Hannover hatten folgendes Ergebnis: Gruppe Nord: Hessen 09 Kassel — S. E. 03 Kassel 1:0. — Spiel und Sport Northeim — Göt- _ ......... .. zweite größere wissenschaftliche Tagung, die in diesem 3ahre hier abgehalten toiro. ist der 4. All - gemeine ärztliche Kongreß fu r Psychotherapie. Er findet in den Tagen vom 11. bis .14. April im Kurhause statt. D u h b a ch, 6. 3an. 3n schöner Weise hat ter hiesige K r i e a e r ve r e i n der Krieger- Waisen gedacht. Er veranstaltete dieser Tage noch nachträglich eine Weihnachtsfeier, tn deren Verlauf an 24 Kinder, die den Vater tm Weltkriege verlöten haben, schöne Weihnachtsgeschenke überreicht wurden. Die Mitten für dte Bescherung wurden durch eine Sammlung unter den Mitgliedern des Kriegervereins aufgebracht. Kreis Büdingen. „T* Ridda, 6. Dez. Die bislang in jedem Jahre um die Weihitachtszeit in ter Holzindustrie einfehente Arbeitskrise schernt in diesem 3ahre das Himmelsbachsche Sägewerk nicht zu erfassen. Das Weick arbeitet nach wie vor in zwei Schichten und verfügt Über ausreichende Holzvorräte. Betriebstechnische Rücksichten verursachten toopl in den letzten Wochen des allen 3ahres einen etwa zehntägigen Stillstand, der aber den Arbeitern auf die Urlaubszeit angerechnet wurde. Auch -wischen den 3ahren wurde nicht gearbeitet Seitens ter Arbeiterschaft wird dieser Ausfall gern in Kauf genommen, wenn nur keine Entlassungen und keine Deschrärtkung der Arbeitszeit zu erwarten sind. Das die Frage der Diskvntermäßigung anbelangt, so ist nach den geschilderten Vorgängen mit einer ziemlich schnellen Erleichterung des Reichsbankausweises im Januar zu rechnen. Schon die Hobe Lombark^eanspruchung läßt dies erwarten, wozu noch die Kurzfristigkeit des Dechselmaterials kommt. Andererseits können natürlich die neuen Emissivnspläne Preußens und der Reichsbahn einen nachhaltigen Einfluß auf den Geldmarkt haben und diesen durch die Entziehung seiner großen im Januar verfügbaren Mittel verknappen. 2ln sich ändert der Jahresultimoausweis der Reichsbank an dem von uns vertretenen abwartenden Standpunkt in der Diskontfrage noch nichts. Auf jeden Fall glauben wir, daß für den Monat Januar eine Diskont- srmäßigung nicht zu erwarten ist. AufbringungSschlüffel zur Zndustriebelastung. Vom Reichswirtschaftsminister und dem Reichsminister der Finanzen ist nunmehr der Derlei- lungsschlüssel zur Aufbringung der Jndustriebelastung für das Kalenderjahr 1 9 2 9 festgesetzt worden. Für 1929 ist — wie im Jahre 1928 — zur Verzinsung und Tilgung der auf Grund des Jndustriebelastungsgesetzes ausgestellten Jndustrieobligationen ein Betrag von 330 Millionen Mark aufzubringen. Zu diesem Zweck hatten die aufbringungspslichtigen Betriebe im Jahre 1928 7,65 o. T. des Betriebsvermögens zu leisten. Im Hinblick auf die im Jahre 1928 durchgeführte Neuoeranlagung der Betriebsgrundstücke und die hierdurch erzielte Erhöhung in der Veranlagung der Betriebsvermögen konnte der Aufbringungsschlüssel für das Kalenderjahr 1929 auf 7,5 v. T. heravgesetzt werden. * Die amtliche Großhandelsindex- zifferdes Statistischen Reichsamtes ist am 27. Dezember 1928 um 0,4 v. u). auf 139,7 und am 2. Januar 1929 um weitere 0,5 o. H. auf 139,0 gesunken. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe am 27. Dezember um 1,2 o. H. auf 133,4 und am 2. Januar um 1,6 v. H. auf 131,3 nachgegeben. Die Indexziffern für Kolonialwaren stellten sich auf 126,1 und 125,5. Die Indexziffern für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist am 27. Dezember um 0,2 v. H. auf 134,1 zurückgegangen und am 2. Januar wieder auf 134,3 o. H. gestiegen. Die Indexziffer für industrielle Fertigwaren hat mit 159,3 keine Veränderung erfahren. * Der deutsche Kaliabsatz von Mai bis Dezember 192 8. Die Abladungen der zum Deutschen Kalisyndikat gehörenden Kaliwerke im Dezember 1928 betrugen 1071460 Doppelzentner Reinkali, gegen 1004 418 Doppelzentner im gleichen Monat des Vorjahres. Die .Abladungen in den ersten acht Monaten des laufenden Düngejahres (Mai bis Dezember) betrugen 7 819 958 Doppelzentner Reinkali gegen 6 503 996 Doppelzentnter in den ersten acht Monaten des Düngejahres 1927/28. Im Kalenderjahr 1928 wurden von den Kaliwerken insgesamt 14 213 785 Doppelzentner Reinkali gegen 12 393 722 im Jahre 1927 versandt. In diesen Zahlen sind die Abladungen her Kaliwerke für die Ex- portlager des Syndikates mitenthalten. Der tatsächliche Absatz cm Kalisalzen im Jahre 1928 betrug 13 899 574 Doppelzentner Reinkali. * Die deutschen Genossenschaften im Dezenfber 192 8. Der Schlußmonat des Jahres 1928 konnte wieder den Gesamtbestand der deutschen Genossenschaften etwas erhöhen. Damit ist die Zahl der Genossenschaften seit Februar 1928 in jedem Monat dauernd gewachsen. Es wurden neu errichtet im Verichtsmonat 105 Genossenschaften und 91 aufgelöst. Unter den aufgelösten Genossenschaften befinden sich 5 für nichtig erklärte, 6 Genossenschaften gerieten in Konkurs. Das Jahr 1928 schließt mit rund 52 540 Genossenschaften aller Gruppen. Es bedeutet dieses eine Erhöhung des Bestandes gegenüber dem 1. Januar 1928 um rund 340. *KeineRabattemehrimBrennstoff- verkauf. Die Bestrebungen, dem Rabottunwesen im Brennstoffoerkauf zu steuern, haben zu einem gewissen Abschluß geführt Mit Wirkung vom 8. Januar fallen alle Rabatte, die bisher den Angehörigen gewisser Klubs, gewissen Verbraucherkreisen und beim Einkauf von Gutscheinheften für den Bezug von Brennstoff gewährt worden find, weg. Im Zusammenhang hiermit tritt am gleichen Tage eine Ermääßiaung der Benzinpreise um einen Pfennig für den Liter in einer Reihe von Großstädten und im Ruhrgebiet ein. * Erhöhung des Lombardzinssatzes i n I t a l i en. Das italienische Amtsblatt veröffentlicht ein Dekret, wonach der Diskontsatz für Darlehen bet der Banca ^talia von 5,5 auf 6 o. H ab 7. Januar erhöht wird. * Vor dem Abschluß der Kölner Gasverhandlunger. Wie WTD.nndels- dienst hört, stehen die Verhandlungen über die Buntes Ein 400jähriger Tennisplatz. Ein Jubiläum, das in der Geschichte des Ball>- sports -einzigartig dasteht, wird jetzt in England begangen: Der alte Tennisplatz im Palast Hcimp- ton Court wird nämlich 400 Jahve alt. Kein anderer Sportplatz der Welt kann auf eine so lange Geschichte zurückblicken, auch nicht das „Bailhaus" zu Versailles, das in der französischen Revolution eine so wichtige Rolle gespielt hat. Dennis wurde schon viel früher in England ge- spi-elt, und wir besitzen einen Bericht aus dem Jahve 1519, in dem der venezianische Gesandte am englischen Hose ©iuftiniani von dem Tennis- spi-el K öui i g He in r i ch s VIII. erzählt: „Er liebt das Tennis außerordentlich, und es ist das reizendste Bild von der Welt, ihn spielen zu sehen, wenn seine zarte Haut durch ein Hemd von feinstem Gewebe hervorleuchtet." Aber damals spielte Heinrich noch nicht in Hampton Court, sondern erst zehn Jahre später, im Jahre 1529, hat der König diesen Hof für das Spiel in dem Palast ein richten lassen. Wie in einem Aussatz der „Times" ausgesührt wird, ist die Anlage des Tennisplatzes trotz mancher Umbauten doch im wesentlichen unverändert geblieben und zeigt noch ganz dasselbe Aussehen wie auf dem Stich von Wenzel Hollar im 17. Jahrhundert. Shakespeare, der als Schauspieler und Direktor im Palast von Hampton Court heimisch gewesen ist, gibt eine genaue Beschreibung des Tennisspiels in der zweiten Szene des ersten Aktes von „König HeinrichV“, in der er bereits alle die Einzelheiten erwähnt, die uns noch heute an dem Spiel geläufig sind. Er selbst hat aber auf dem Platze nie gespielt und wohl überhaupt das Tennis nicht persönlich ausgeübt, denn in diesen Tagen war das Dennisspiel ein Vorrecht der Könige und der hohen Aristokratie, und es war schon ein hohes Glück der Untertanen, wenn sie der Hof- gesellschast bei diesem vornehmen Vergnügen zu- schauen dursten. Viele englische Könige haben auf dem Tennisplatz von Hampton Court dem Spi-el gehuldigt. K a r l l. liebte es so, daß er morgens um 6 Uhr ausstand, um den Schläger zur Hand zu nehmen, und K a r III. galt als ein hervorragender Spieler. Auch der Gatte der Königin Victoriä, EduardVII., und der jetzige König haben noch auf diesem altehrwürdigen Platz manchen Kampf ausgefochten. Rewlons Malhematikbuch. • Eine der eigenartigsten Reliquien aus der Geschichte der exakten Wissenschaften, nämlich das Exemplar von Euklids Elementen, aus dem R e w- t on Mathematik lernte, ist jetzt im englischen Altbuchhandel aufgetaucht und wird in d.w Zeitschrift für Bücherfreunde „Philobiblon" beschrieben. Englands größter Mathematiker und Physiker Handies Buch bei seinen Studien in Trinity Versorgung des Kölner Bezirkes mit Ferngas von der Ruhr unmittelbar vor dem Abschluß. Den Kölner Stadtverordneten ist bereits die seit längerer Zeit angekündigte Denkschrift in der Ferngasfrage zugegangen, die die Frage namentlich vom Kölner Standpunkt aus behandelt. Mit der Veröffentlichung der Denkschrift in allernächster Zeit ist zu rechnen. Aus Erkundigung wird miigeteilt, daß das Angebot der Ruhrgas G.-G. an die Kölner Stadtverwaltung sich ungefähr in den früher angedeuteten Richtlinien bewegt, allerdings mit der Aenderung, daß der vorgeschlagene und vor allen Dingen von der Kilner S'cadtverwa'tung fchr gewünschte Bau der Kokerei in Köln nicht als unbedingt notwendig erachtet wird, da das Gas ausschließlich von ©Jen aus geliefert werden soll. Falls die Kokerei in Köln dennoch gebaut wird, kommt sie lediglich als technische Ersatzanlage in Frage. • 2. P. Demberg-A. -G. Rach der „Frankfurter Zeitung" beabsichtigt die 2. P. Bemberg- A.-G., Barmen, zur Bestreitung der durch die umfangreichen Aeubauten erwachsenen Kosten eine Kapitalerhöhung um 14 Mill, auf 42 Mill. Mk. (©ine Bestätigung war bei den zuständigen Stellen noch nicht zu erlangen.) * Gründung der NSU.-Automobil- A.-G., Heilbronn. Unter der Firma NSU.-Auto- mobil-A.-G., Heilbronn, ist am 4. Januar die bereits früher vorgesehene Gesellschaft zwecks Ueber- nahme des Heilbronner Werks aus dem Bestände der NSU. Vereinigte Fahrzeugwerke A-G., Neckarsulm, gegründet worden mit einem Kapital von 500 000 Mark Vorzugsaktien mit zehnfachem Stimmrecht und 1500 000 Mark Stammaktien. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 7. Jan. Tendenz: schwächer. Zu Beginn der neuen Woche erfuhr die Tendenz Merlei. College zu Cambridge benutzt. Es zeigt fein Exlibris „Philosophemur" uno ist mit Randnoten übersät, in denen der junge Gelehrte die viel zu umständlichen Beweise der Lehrlätze pes alten Euklid in der ihm geläufigeren und. kürzeren Formelsprache der Algebra an den Rand geschrieben hat. Der Herausgeber dieser Euklid- Ausgabe, Dr. Darrow, hat übrigens den Studenten Rewton geprüft und ihm „bemerkenswerte Kenntnisse" bescheinigt. Die einzigartige Reliquie ist mit einem Katalogpreis von 10 000 Mark aufgeführt. Das Kino als Eheschule. Daß das Kino gerade zur Ehe erziehen soll, ist gewiß eine kühne Behauptung. Bisher nahm man eher an, daß es manches Eheglück störe, in dem die Frau zu viel ins Kino rennt und dadurch den Zorn des Mannes erweckt. Aber die findigen Amerikaner haben auch die Wichtigkeit des Kinobesuches für das Eheglück entdeckt. Das zeigt zum mindesten das Schreiben eines Reuyorker Lichtspieldirektors, das er an eine große Anzahl von Ehemännern der Umgegend seines Kinos gerichtet hat. „Mein Herr," so lautet dieses Meisterstück psychologischer Reklame, „Ihre Gattin, die zweifellos eine eifrige Besucherin meines Theaters ist, kann nicht unempfindlich bleiben gegen die Schönheit der männlichen Stars, die unser ausgewähltes Programm auf der Leinwand vorüberziehen läßt. Sie ist in einen dieser Helden verliebt zu ihrer Freude und zu Ihrer Eifersucht. Die psychologischen Studien, die wir angestellt haben, erheben es zur Gewißheit, daß der Anblick eines eleganten Mannes im Film bei jeder Frau ein Gefühl hervorruft, das sie für die eheliche Untreue vorbereitet. Aber seien Sie versichert, mein Herr, daß wir ein Gegenmittel gegen diese gefährliche Erfahrung gefunden haben, die sich zweimal in der Woche wiederholt. Denn wir wechseln unser Programm jeden Sonnabend und jeden Mittwoch. Das Heilmittel ist das folgende: Ahmen Sie Haltung und Benehmen des Filmstars nach, dem Ihre Frau eine geheimer Leidenschaft entgegen» bringt; Sie werden sicherlich aus ihren Bemerkungen nach dem Kinobesuch erraten haben, wen sie bewundert. 2st es John Gilbert — nun wohl, dann lassen Sie sich das Haar ondulieren und sorgen Sie für eine ausgezeichnete Zahnpflege. Ist es Adolphe Menjou, dann lassen Sie sich den Schnurrbart wachsen und von dem besten Schneider bekleiden. Rehmen Sie sich diese Herzenbrecher des Films zum Muster, und Ihre Frau wird nur Sie lieben. Dazu müssen Sie aber jeden Abend mein Theater besuchen, das das beste der Stadt ist, die schönsten Programms bringt und den angenehmsten Aufenthalt darstellt." — So etwas bringen entschieden nur die Amerikaner fertig. fb. eine Abschwächung. Die immer noch herrschende Orderlosigkeit drückte stark auf die Stimmung, und das Geschäft bewegte sich in nur kleinem Rahmen. Die Spekulation hielt sich stark im Hintergründe und schritt in verstärktem Maße zu Abgaben, da auch der schwache Schluß der Reuyorker Börse vom Samstag ungünstig beurteilt wurde. Der weiter stark entspannte Geldmarkt wurde wenig beachtet. Gegenüber den Schlußkursen vom Samstag gingen die Verluste durchweg bis zu 4 v. H. Stark angeboten waren am Elektromarkt Siemens mit minus 3,75 v. H., Licht & Kraft mit minus 3,25 v. H und AEG., die ebenfalls 3,5 v. H. nachgaben. Auch Danatbank mit minus 4,25 v. H Ipgen stark im Angebot. Am Automarkt gaben Adlerwerke im Zusammenhang mit der erfolgenden Sanierung erneut 5,5 v. H. nach. Daimler eröffneten daraufhin auch 3,5 v. H. niedriger. J.-G.-Farben eröffneten ebenfalls 1,5 v. H. niedriger und hatten nur kleine Umsätze aufzuweisen. Einiges Interesse bestand dagegen mit plus 1,25 o. H. für Phönix und für Süddeutsche Zucker mit plus 1 v. H. Hier muß der Dividenden- abschlag berücksichtigt werden. Auch Lechwerke waren bet etwas erböhtem Kurse gefragt. Am Kalimarkt gaben Salzdetfurth 3,5 v. H. nach, während Westeregeln sich gut behaupteten. Der Rentenmarkt lag still. Anatolier etwas gebessert. Im Verlaufe blieben die Umsätze weiter sehr klein. Die Kursgestaltung war uneinheitlich. Verschiedentlich traten kleinere Besse- rungen ein. Adlerwerke waren auf Rückkäufe 0,5 v. H. erhöht, während Daimler weiter geringfügig nachqaben. J.-G.-Farben verloren erneut 1,5 v. H., AEG. blieben gut behauptet, Phönix gefragt und abermals 0,75 v. H. höher. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 4,5 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2026, gegen Pfund 20,395, London gegen Kabel 4,8515, gegen Paris 124,10, gegen Madrid 29,72, gegen Holland 12,0761. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 7. Jan. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehrte in schwacher Haltung. Das größere Angebot konnte nicht untergebracht werden, da die Kauflust sehr gering ist. Weizen war in geringer Qualität stärker angeboten, so daß der Preis hierfür ermäßigt werden mußte. Am Mehlmarkt war das Geschäft fast ohne Umsatz. Weizenmehl war stärker angeboten und fand kaum Wnehmer, nur für Roggenmchl, und zwar für spätere Lieferung, machte sich Nachfrage bemerkbar. Auch Futtermittel lagen schwacher. Es wurden notiert: Weizen 22,75 bis 22,90; Roggen 22,50; Sommergerste für Brauzwecke 23,75 bis 24; Hafer, inländischer 22,75 bis 23; Mais (gelb) für Futterzwecke 22; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 32 bis 32,50; Roggenmehl 29,25 bis 29,75; Weizenkleie 13.65 bis 13,75; Roggenkleie 14,25 bis 14,50; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 35 bis 62; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 70 bis 110; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 13 bis 13,50; @eMI irr ijniwmto kW! Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 4,50 bis 5,00; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 4,00 bis 4,50; Treber, getrocknet 20,00 bis 20,75. Tendenz: schwach. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 7. Jan. Auftrieb: Rin» der 1382 Stück; darunter 308 Ochsen, 54 Bullen, 512 Kühe, 380 Färsen; Kälber 442, Schafe 177, Schweine 4460. Rinder. Ochsen: vollfleischige, ausgemäftete höchsten Schlachtwerts, jüngere 54 bis 57, ältere 52 bis 53, sonstige oollfleischige, jüngere, 45 bis 49; Bullen: jüngere, vollfleischige, Höch, ften Schlachtwerts, 50 bis 54, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 46 bis 49; Kühe: jüngere, voll- fleischige, höchsten Schlachtwerts 43 bis 47, sonstige oollfleischige oder ausgemästete 36 bis 42, fleischige 30 bis 35, gering genährte 25 bis 29; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 54 vis 58, vollfleischige 49 bis 53, fleischige 42 bis 48. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 72 bis 75, mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 71, geringe Kälber 58 bis 64. Schafe. Mastlärnrner und jüngere Masthärnrnel, Weidemast 50 bis 52, mittlere Mastlärnmer, ältere Masthäminel und gut genährte Schafe 45 bis 49, fleischiges Schafvieh 30 bis 44. Schweine. Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 73 bis 76, oollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 73 bis 76, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 74 bis 77, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 74 bis 78, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 70 bis 74. M a r k t v e r l a u f : Rinder mäßig rege, jedoch bei Ochsen schleppend, lieber» stand. Schweine schleppend, cjering€r Uebcrftanb. Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Letzte Nachrichten. Erfolgreiche Lerbrecherrcizzia in Lhikago. Neuyork. 7.3cm. (DTV. Aunkspruch) Die Anfang Dezember erfolgte Ermordung des Polizei- chejs des Lhikagver Vorortes Lhikago - heights, ©ulbert, die Infolge der Namensgleichheit, wie erinnerlich, zu dem Gerücht Anlaß gab, daß der Po- lv.eiprrqifcent von Lhua^.o ermordet worden fei, hat nunmehr die Bundesbehörden zu energischem Einschreiten veranlaßt. Gegen die in Lhikago- hcights tätige Verbrecherorganisation der im übrigen noch sechzig andere Morde zur £ a ft gelegt werden, wurde eine Razzia unternommen, bei der 25 Personen verhaftet worden sind. Man fand über hundert S ch r o t f t i n t e n, die wegen ihrer großen Streuung und der damit verbundenen tödlichen Wirkung eine beliebte Waffe der amerikanischen Verbrecherwelt sind, zahlreiche Revolver und außerdem Glücksspielapparate in so großer Anzahl, daß zur Fortschaffung drei Lastautos benötigt wurden. Der Schlupfwinkel der Verbrecher wies ein weitverzweigtes Reh unterirdischer Gänge mit ge- Heimen Aus- und Eingängen auf. das den Alkoholschleichhändlern und Verbrechern als Zuflucht diente, von hier aus wurden auch Raubzüge organisiert, bei denen auf dea durch ausgedehnte Sumpfgebiete führenden einsamen Landstraßen der Umgebung aus Kanada kommende A lk o ls en b un gen an gehalten unb geraubt wurden. Devisenmarkt ve'-lin—Krank' -rl Telegraphische Auszahlung Banknoten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die L>öhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdislont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. | <»cli> iü/TkT 168,21 21,9. lll.to 58.93 2,5.. 111.98 80,79 68.26 12.385 73.00 I ^rier 168.89 22.01 112,09 59.17 2,-55 «12,43 81.it 8.54 «Ä 445 ■".30 a M ftranjont o Tütcii podhnbtfctif 91 Ofen ...» utclienifdje Noten ...... Norwegische Noten. • • • .»100 StTttUO iKumäntfcbe ‘/toten ... Schwedische /toten ...... Schweizer ‘/toten ...... Spanische '/toten ...... Tschechottowatische Noten . - Unoarische '/toten F-anksurt o. M Berlin Säjlufe'i Rurs , > Uhr- flurt Sch ub- Aur» llnleng Kur» Datum: 5.1 | 7. 1. 5.1. 1 ” Pbiltpv HvetöeLberger Cemeut . • o . 10 138 — — — Semem ftarlftaöt . • e . . 8 174 — — W Wook, 4 Freitag . • • . 10 133.5 133.13 134,5 — SAuitbetä 1> ahntet et . ■ . 15 — — 324 75 -- C linierte . . • . 12 '— • 28'2.5 — . 18 — •>.14 2ü 530 Samberg . . • e . U — 167.5 474 Bellftofj Salbte! . . e . 12 282. b — :85 75 285 Zellst ost Sschassenburg . Charlottenburger Wan« • . 12 . . 7 207 — 206 136 209.., 1..6-. Dessauer Gas . . e . . 8 —- — 229.26 229 - Daimler Motoren . . . A . . 0 68.75 65.4 68 66 Demag .... e . . 0 — — i6,2t) 46.5 üblerwetfr «Menet . « • • . . 5 68 62.6 69 63.5 euere. Loeree . • • M . 10 — — — 3- Nat Automobil ... e • . 0 • 55 — cren stein 4 ftottpd . . e . . B — 100 100 Leon darb lieh . . • • . . 1 . . o — 293.75 293,7. . Boinag-Ärguin . . • Q 68.13 Skonti iRaldnneti . • • e . . 8 — — Ä eignet . • • • 0 . 11 118 • 115,5 — peoltgenftaebt . ■ • • ch • . 0 lö • 81.65 Iungban» • • • • • . . 4 . . 8 83 .17 116.5 JRatnlraftreed» . • • • • . . 8 119 — <40.5 <40 Miag . . • • . 10 l40.2v • Nekarsulme, . • • • O . . 8 — 28 — Peters Union . . • • e . . 8 105 104,5 — ®ebr fioebei . . . e . 10 125,6 — — Vvigi 4 -aeti«, . . . • . . 8 — 210 * €übb. Zucker .... . - 8 t56 149 157.5 FrmiKfurt a. M | Berlin F-anKsurt a. 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Januar . 7 Januar Amtliche Jioti tuna Amtliche ‘Jtonernnvi 65c lb Brie tScib L-4r:c — Smit.» Ron« tPucn.-fltreö 168,56 1.7t>7 168.90 .1,771 168,68 1,7<>8 169,02 1.772 Brss.'Ännv J8.335 u8.45o »8.36 »8,48 librifhanta <11.91 112.13 111,97 112,19 Kovtnbagen '12.01 112,23 114,07 112,.9 Ctodbotm <12,29 112.51 112.34 112,56 10,551 10,575 10,554 io.u74 ätolten - 41.975 22,015 21.980 22,025 4U,u58 20,398 20,..76 40,412 ‘jiennort . . L197O ♦,205u 1.199d 4.2075 Dori-.... Schlvrtz . . 10,405 -0,825 Io.44j 0.985 1 .42 »0,865 Io. *6 >1,025 Süaaieh . 8,50 8.64 -8,o4 »8,v8 . .930 1,934 1.928 1,932 Wo öt (Tan ®ieu In D-- Ceft abaeft 4985 0,5005 '.4985 -.5005 >9.U -9,24 U.44u J-,09 □9.21 .2,426 12,443 •2.473 ^e()Utab 7,o88 73,12 7,402 73,4b 7,580 tta. ....... 111.78 10.317 112.22 30,397