Ur. 286 Erstes Blatt |Z9. Jahrgang Freitag, 6. Dezember 1929 Erichelnl >äg sich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle monatsBe$ugsprei$: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Träger, lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüfse anter5ammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'sche UniverfitSlr-vuch- und Zteindruckerei B. Lange in Gietzen. SchriMttung und Geschaftzstelle: Schulftrahe 7. AnnaOne von Anzeige« für die Tagesnummer bis jum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20u/„ mehr. Chesredaltteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Ma; Filler, sämtlich in (Bieben. Ein Warnruf des Reichsbankpräfidenien. Ein Memorandum Dr. Schachts gegen eine Verfälschung des Houngplans.—Mehrleistungen über den Poungplan hinaus sind unmöglich.-OhneFinanzreform und Lastensenkung keineAnnahme des ^oungplans.-Gchwere Borwürfe gegen Hilferding Berlin. 5. Dez. (WB.) Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat in den zuständigen Stellen ein Memorandum zu in Houng-Plan überreicht, in dem er betont, daß es ihm u n m ö g - l i ch sei, weiter zuzuschen, wie die Absichten des Boung -Planes verschoben und seine Erfolgaussichten gefährdet werden. Das, was inzwischen geschelet sei, oder angestrebt zu werden scheine, erfülle ihn m i t der allergrößten Besorgnis. Der Um- stand, daß die deutschen Sachverständigen d i e Tragbarkeit der Doungziffern nicht anerkannt haben, lege auf das klarste die Gröhe der Verantwortung dar, die die Gläubiger- sachverständigen auf sich genommen haben, indem sie die Ziffern für tragbar erklärten. wenn in den Verhandlungen mit den auswärtigen Regierungen über die Inkraftsetzung des Poung-Planes nunmehr von Deutschland über den Poung-Plan hinaus weitere große Opfer verlangt werden, so sei von vornherein klar, daß die Tragbarkeit der Ziffern des Poung- Planes noch viel mehr in Frage gestellt und die Verantwortung der Kläubigersachverständigen von den ausländischen Regierungen noch stärker belastet werde. Damit, daß jetzt nahezu jede einzelne Gläubigerregierung versuche, über den Poung- Plan hinaus weitere finanzielle und wirtschaftliche Leistungen aus Deutsch- land herailszupressen, verstoßen die auslänbischen Regierungen gegen die ausdrücklich im Poung-Plan ihnen zur Pflicht gemachte Zusammenarbeit. Die finanzielle Entlastung werde durch die zusätzliche B e l a st u n g , die man Deutschland außerhalb des Planes zumute, illusorisch gemacht. Es liege keinerlei Veranlassung vor, ohne gleichwertige Gegenleistung freiwillig in irgendeinem Punkte auf die Geltendmachung der Klausel zu verzichten, daß Deutschland frühere Derpflicfr hingen durch den Aoung-Plan ersetzt werden sollen, oder Zahlungen zu leisten oder Verzichte auszusprc- chen. Wenn Deutschland sich bereit erkläre, einseitige Empfehlungen der Gläubigersachverständigen zu befolgen, so müsse dagegen verlangt werden, daß die Empfehlungen der deutschen Sach - verständigen ebenfalls befolgt ober andere Gcgenlei st ungen geboten werden. Im zweiten Teil des Memorandums wird aus* geführt, welche neuen finanziellen Zumutungen an Deutschland gestellt worden sind. 21. a. solle Deutschland auf den Ueberschuh von 400 Millionen Reichsmark verzichten, der sich aus der Ueberschneidung vom Daroes-plan und Zoung-Plan ergibt. Deutschland solle gerade in den ersten Jahren des Poung-Planes, deren Erleichterung für das Gelingen des Ganzen von entscheidender Bedeutung ist, eine Erhöhung der ungeschützten Annuität vornehmen. Deutschland solle aus rund 300 Millionen Reichsmark aus liquidiertem deutschen Eigentum verzichten. Deutschland solle laut deutsch-polnischem ver- tragöentrourf auf außerordentlich hohe Eigentumsansprüche gegen Polen verzichten. Alle diese Verpflichtungen, die zusammen in die Milliarden gehen, sollten ohne irgendeine nennensroerte Gegenleistung erfolgen. 3m Teil Hl beantwortet Dr. Schacht die Frage, ob eine Verpflichtung aus dem Voung°Plan für uirs abgeleitet werden könne, solche Zahlungen und Verzichte vorzunehmen, mit dem Hinweis auf Ziffer 141 des Poung-Planes, dessen einleitender Sah besage, daß jeder deutschen Konzession eine Konzession von der anderen Seite gegenüberstehen müsse. Aus der Enrpfehlung der Schließung der Konten zwischen der Reparationskommis- fion und Deutschland ergebe sich, daß Deutschland alle bis dahin noch nicht auf Reparationskonto gut geschriebenen Eigcntumsansprüchc zustehen. Die deutschen Sachverständigen, die schon die Ziffern des TZoung-Planes nicht für tragbar gehalten haben, waren er st recht nicht gewillt. Verzicht auf deutsche Ansprüche zuzuge stehen. Wenn die deutsche Regierung trotzdem jetzt auf solche Ansprüche verzichten sollte, so gehe sie damit über den klar erkennbaren Willen der deutschen Sachverständigen hinaus, und übernehme eine Verantwortung, die ihre Sachverständigen ausdrücklich abgelehnt haben. Es sei auch nicht die leiseste Begründung im Voung°Plan enthalten, Verzichte und Zahlungen ohne gleichwertige Gegenleistungen zuzusagen. 3m Teil IV des Memorandums führ! Dr. Schacht u. a. aus, daß eine weitere unerläßliche Voraussetzung für die deutschen Sachverständigen in Paris die Entschlossenheit der Reichsregierung war, im finanziellen Gebaren von Reich, Ländern und 0c- meinden eine dauernde Ordnung zu schaffen und die Tragung der schweren Lasten des Zoungplans durch eine innerwirtschaftliche Erleichterung der deutschen Produktion zu ermöglichen. In beider Hinsicht sei seit der Unterzeichnung des Zoungplans nicht das Geringste geschehen. Das materielle Gleichgewicht des Haushaltes fei nicht hergestellt worden. Ls fei schon heute mit Sicherheit zu übersehen, daß die Einsparung aus dem Poungplan nicht nur nicht zu einer Lastenverminderung führen, sondern nicht einmal zur Deckung der jetzt bereits übersehbaren Fehlbeträge ausreichen werde. Ueber die Einsparung des Poungplanes sei längst verfügt und die deutsche Wirlschast siehe nicht vor einer Caffenfenfung, sondern vor einer Lastenerhöhung. Im Teil V bezeichnet Dr. Schacht die Situation, vor der er sich als deutscher Mitunterzeichner des '2)oungp(ans befinde, folgendermaßen: Der young- plan ist getragen von dem ganzen sittlichen Ernst und dem Verantwortungsgefühl seiner Verfasser, nicht nur gegenüber ihren eigenen Völkern, sondern gegenüber der ganzen zivilisierten Welt. Es muß verlangt werden, daß die Regierungen nicht durch Hervorkehrung einseitiger Interessen dieses Friedenswerk gefährden. Ich für meinen Teil muß es auf das bestimmteste ablehnen, für die Inkraftsetzung des Toungplans verantwortlich gemacht zu werben, wenn feine Absichten unb Voraussetzungen in einer Weise mißachtet werden, wie cs nach den derzeitigen Maßnahmen und Forderungen der Fall zu sein scheint. Das deutsche Volk muß erwarten, daß die ausländischen Regierungen endgültig ihre Versuche aufgeben, über den Zoungplan hinaus Son derlei st ungen und Sonderverzichte aus der deutschen Wirtschaft heraus* zupressem Sie müssen wissen, daß sie durch eine solche alte Politik die Verantwortung dafür auf sich laben, wenn der Poungplan von vornherein mit schweren Störungen zu rechnen hat, und die Mobili* firung der Annuitäten gefährdet wird. von der deutschen Regierung aber muh verlangt werden, daß sie keinerlei zusätzliche Lei st ungen bewilligt. Es muh ferner verlangt roerben, daß sie, bevor der Poungplan von ihr endgültig angenommen wird, Ordnung in den haushalt von Reich, Ländern und Gemeinden bringt unb die Zurück- sührung der Belastung des deutschen Volkes aus ein Maß vorsieht, das mit der Ertragssähigkelt der deutschen wirtschaft vereinbar ist. Gerade diejenigen, die mit mir der Meinung sind, daß der IZoungplan ein endgültiges Frie- dcnsinstrumenl ist, ein Plan, der die internationale Zusammenarbeit und das Gedeihen der deutschen Wirtschaft vorausseht und ohne diese beiden Voraussetzungen nicht durchführbar ist, müssen verlangen, daß alles getan wird, um diese Voraussetzungen zu erfüllen. 3ch habe mit allem Rachdruck die Agitation gegen den Voungplan bekämpft; ich halte das eingeleitete Volks beg ehren, das dieser Agitation dient, für einen schweren Fehler, weil es eine sinn- und kraftvolle Verteidigung unserer Interessen unter dem Voungplan untergräbt. Aber gerade weil ich mich für die Annahme des Voungplanes einsetze, wünsche ich nicht, teilzuhaben an seiner VerfälschungEs wäre eine Selbsttäuschung der Welt, zu glauben, wir könnten über die Voung-Zahlungen hinaus noch weitere beliebige Millionen oder Milliarden zahlen oder auf Eigentumsrechte verzichten. Es wäre eine Selbsttäuschung des eigenen Volkes, zu glauben. daß es bei der heutigen oder womöglich noch gesteigerten Wirtschaftsbelastung dieVoung- Zahlungen und womöglich noch zusätzliche Beträge aufzubringen in der Lage ist. Ich will und werde nicht dazu beitragen, daß eine solche Täuschung Platz greift. (gez.) Dr. Hjalmar Schacht. Die Meinung -er presse. Berlin. 6. Dez. (Priv.-Tel.) Zu dem Memorandum des Reichsoankpräsidenten Dr. Schacht nimmt bisher nur ein Teil der Berliner Presse Stellung. Der „Vorwärts" schreibt: Der Inhalt des Memorandums deckt sich im wesentlichen mit der Propaganda, die Dr. Schacht am Schluß der Haager Verhandlungen noch vom Haag aus in der deutschen Presse getrieben hat. Er hat schon damals verbreitet, daß die Erhöhung des ungeschühtenTeils der deutschen Annuitäten unverantwortlich sei, daß dieses Zugeständnis eine ernste Gefährdung des deutschen Kredits und der deutschen Währung nach sich ziehen könnte. Schon damals ist diese Anschauung auf das schärfste zurückgewie- sen worden. Zu dem inne r deutschen Teile des Memorandums erklärt der „Vorwärts", daß Dr. Schacht hier offene Türen einrenne, daß das Reichskabinett heute mit den Problemen der Finanzreform sich beschäftigen will, und daß der Reichstag noch vor seinem Auseinandrrgehen Gelegenheit zur eingehenden Aussprache haben werde. Das Blatt wirft die Frage auf: Don welchen politischen Absichten ist das Memorandum des Reichsbankpräsidenten diktiert? Es wäre nicht das erstemal, daß Dr. Schacht seine Stellung zu einer ausgesprochen innerpolitischen Aktion gebraucht hätte. In diesem Punkt muh auf daS schnellste volle Klarheit geschaffen und der Reichsbankpräsident in die Schranken seiner Befugnisse zurück gewiesen werden. Es ist nicht seine Ausgabe, sich in ausgesprochene Regierungsfunkii ne: ein'urnischen. Die „Germania" (Zentr.) erklärt: Die unerwartete Denkschrift des Präsidenten der Reichsbank dürfte in erster Linie aufzufassen sein als ein Versuch des Führers der deutschen Sachverständigen* delegation, allen in- und ausländischen Kreisen d i e Schwierigkeiten der gegenwärtigen Lage, in der sich Deutschland befindet, klarzuina- chen, unb gerade das beteiligte Ausland darauf hin* zuwcifen, baß über ben 'IJoungplan, von deutscher Seite wenigstens noch keineswegs bas letzte Wort gesprochen ist, insbesonbere, baß bic Ablehnung bcs Hugenbergschcn Volksbegehrens in keiner Weise gleichbedeutend ist mit einer Zustimmung zu bem Pariser Sachoerstänbigenplan. Im „Berliner Börsen-Courier" (bem.) heißt es: Die Debuktion Schachts, mit der er die zusätzlichen Ansprüche der Gläubigcrregierungen abwehrt, ist bis ins sie tz t e Detail nüchtern, sachlich, überzeugend. Die Experten der Alliierten müssen sie Wort für Wort unterschreiben. Es läßt sich daran nicht deuteln unb rütteln. Ihr ganz besonderes Gewicht erhält die Aktion des Reichsbankpräsibenten aber noch badurch, baß er sich mit seiner oft bewiesenen, fast rücksichtslosen Entschiedenheit gleichzeitig nicht scheut, der Reichsregierung unb speziell dem Finanz- ministerium einen schweren Vorwurf öffentlich ins Gesicht zu schleudern: Eine vom Pariser Poungplan ausdrücklich formulierte Erklärung besagt, daß dieses Dokument nur bann tragbar ist, wenn — neben der Schaffung der sonstigen von ihm geforderten Voraussetzungen — bie beut 1 che Wirtschaft von ihren innerenBürbenentsprechendentlastet unb ber Etat bes Reichs unb der ßänber i n s Gleichgewicht gebracht wirb. Bisher ist davon nichts zu verspüren. Die Reichsregierung unb der Finanzminister sind damit einer schweren Unterlassungssünde schuldig geworden, bie sie sofort gutmachen müssen. Der Gparkommiffar. Tic Möglichkeit eines Appells an die Lesfentlichleit. Berlin, 6. Dez. (Priv.-Tel.) Obwohl die Vorschläge der Deutschen Volkspartei, die dem R e i ch s sp a r k om mi ss a r eine nahezu diktatorische Wacht geben wollen, fast überall auf Ablehnung gestoßen sind, da sie staatsrechtlich zu einer praktisch undurchführbaren Zwittererscheinung führen würden, ist ein gewisser Erfolg dieses Vorstoßes jetzt doch zu verzeichnen. Wie wir aus gut unterrichteten parlamentarischen Kreisen hören, soll insofern eine wesentliche Aenderung gegenüber dem bisherigen Zustand eintreten, als das Sparkommissariat in Zukunst das Recht erhält, seine Gutachten und seine Stellungnahme direkt auch dem Parlament und der Presse zuzuleiten. Bisher ging die Wirkung einer etwaigen Kritik des Sparkommissars in den meisten FäUen dadurch verloren, daß der Reichstag und die Oefsentlichkeit nichts darüber erfuhr und das betreffende zuständige Reichsressort das Material zu den Akten legte. Damit ging in der Regel jeder Impuls zu einer Llmgestaftung verloren. Äunmehr hat sich dos Reichskabinett mit dieser Angelegenheit beschäftigt und scheint grundsätzlich das Recht eines Appells an die Oefsentlichkeit und an den Reichstag dem Reichssparkommissariat zugestanden zu haben. Es besteht aber immer noch die Gefahr, daß es der interessierten Ministerialbureaulratie gelingt, die Mauer um den Reichsspartommissar geschlossen zu halten. Der Volksentscheid. Tie Abgrenzung der Stimmbezirke. Berlin, 5. Dez. IWB.) Amtlich. Rach Paragraph 38 der Reichsstimmordirung soll bei Zerlegung einer Gemeinde in Stimmbezirke kein Stimmbezirk mehr als 2500 Einwohner umfassen. Außerdem darf die Einwohnerzahl eines Stimmbezirkes nicht so gering sein, daß sich die Abstimmung der einzelnen Stimmberechtigten ermitteln liehe. Don mehreren Landesregierungen und großen Stadtverwaltungen ist gellend gemacht worden, daß bei Einhaltung der Regelvorschrift von nicht mehr als 2500 Einwohnern für den einzelnen Stimmbezirk beim Volksentscheid am 2 2. Dezember das Abstimmungsgeheimnis nicht gewährleistet jei, weil die Stimmbeteiligung tn vielen Gemeinden voraussichtlich sehr gering sein wird. Außerdem habe die Einhaltung dieser Regel bei einer geringen Abstimmungsbeteiligung auch eine nicht zu rechtfertigende Beanspruchung der Stimmberechtigten bei. Besetzung der Abstimmungsvorstände zur Folge. Es ist daher folgende Ergänzung des Paragraphen 38 der Reichsstimmordnung vorgesehen roorben: „Ist bei einem Volksentscheid in einer Gemeinde mit einer außergewöhnlich niedrigen Beteiligung zu rechnen, so können in ihr Stimmbezirke auch mit einer größeren Einwohnerzahl als 2500 gebildet werden." Der R e i ch s r a t hat dieser Ergänzung der Reichsstimmordnung z u g e - stimm t. Dementsprechend hat der Reichsmlni- ster des Innern diese Ergänzung verordnet. Oie Sezession bei den Oentschnationalen. Für und gegen Hugenberg. Berlin, 5. Dez. (Priv.-Tel.) Es stand zu er* warten, daß bic Ereignisse innerhalb ber deutsch- nationalen Reichstagssraktion zu einer starken Erschütterung bcs gesamten Parteigetriebes führen würde. Die ausgetretenen Abgeordneten haben sich zum Teil mit ihren Landesverbänden in Verbindung gesetzt, um dort für ihre Auffassung zu werben. Minister Schiele, der Präsident des R e i ch s (a n b • bunbes, beobachtet noch eine adwartenbe Haltung. Er bürste in der nächsten Zeit mit der Auseinandersetzung mit gewissen Strömungen im Landbunde beschäftigt fein, wie sie bereits in einer Entschließung bes pommerschen ßanbbunbcs ihren Ausdruck gefunden haben. 'Auch innerhalb bes Stahlhelms ist es kürzlich auf einer Führerversammlung in Magdeburg zu Meinungsverschiedenheiten über bic bisher befolgte Politik gekommen. Der politische Beauftragte bes Bunbes, Dr. Brauweiler, steht offenbar auf bem Stanbpunkt, daß sich alsbalb eine Loslösung des Bunbes von dem Sünbnis mit Hugenberg notroenbig machen werde. Er ist dabei auf ben scharfen Widerspruch des zweiten Bundcssührers Düsterberg gestoßen, der unter allen Umständen den bisherigen Sturs beibehaltcn will. In parlamentarischen Kreisen rechnet man damit, daß die ausgetretene Opposition alsbald Fraktionsstärke erreichen wir^ da zu Be- airm der nächsten Woche zweifellos noch vier bis fünf Abgeordnete dazustohen werden. Man spricht dabei von den Abgeordneten L). 6 t r a t fr- mann (Erlangen), Fromm (Coburg), Koch, der ehemal. Rcichsverkchrsminister, Hartmann von der Gewerkschaft deutscher Eisenbahner, und wohl auch der Bergwerksdirektor Leopold (Merseburg). Die Reichstagsfraltion der D. R. V. P. hat noch nicht endgültig einen neuen Vorsitzenden gewählt. Indessen nimmt man an, daß die Wahl auf den Abgeordneten Oberfahr e n fallen wird. In der Berliner Presse beherrschen diese Vorgänge immer noch das Feld. Während die dem Parteiführer Hugenberg nahestehenden Leitungen das Ereignis als eine Klärung oder Reinigung oder Befreiung zu deuten suchen, kommt in den übrigen rechtsstehenden Blättern zum Ausdruck, welche Gefährdung des konservativen Staatsgedankens in den Ereignissen der letzten Tage liegt, wobei sich alle diese Organe darin einig sind, daß die Veranlassung zu den Vorgängen in der Politik des Parteivorsitzenden zu suchen ist. Mit besonderer Ausmerisamkeit wird die Gruppenbildung der christlichsozialen Abgeordneten beobachtet, von denen man annimmt, daß bereits die Fühlung zu a n bebe r e n , ähnlich gerichteten Gruppen ausgenommen worden ist. In diesem Zusammenhänge gewinnt bie Tatsache an Bedeutung, daß das Zentrum soeben überraschenderweife den den Gewerkschaften angehörenden Abgeordneten Brüning zum Vorsitzenden seiner Reichstagssrak- tion gewählt hat. Die „Berliner Börsenzeitung" teilt mit: Wie uns aus Kreisen ber aus ber deutschnationalen Fraktion ausgetretenen Abgeordneten mitgeteilt wirb, haben sich neben dem Vorstandsmitglieb bes Reichsverban- bcs der deutschen Industrie, Abraham Fro w c i n -Elberfeld, auch folgende vier namhaften deutschen Hochschullehrer ber Sczessions- bewegung angcschlossen: Die Berliner Profefsorcn T r i e p c I unb o m e n b, Ewarb Meyer von ber, Universität Göttingen unb Professor Holstein von < ber Universität Kiel. Deutsche Minderheitsschulen ohne deutsche Lehrer. Breslau, 6. Dez. (Priv.-Tel.) Als bie Kinbcr ber deutschen Minberheilsschule in Orzegow, Kr. Schwientochlowitz, in die Schule tarnen, wurden sie von polnischen Lehrern empfangen unb auf polnische Klassen verteilt. Wie sich herausstellte, find bie beiden deutschen Lehrkräfte zum 1. Dezember ohne Angabe von Gründen entlassen worden, während ber pol* Nische Schulleiter, der gleichfalls an ber Mjnderheits* schule unterrichtet, sich krank gemelbet hat. Die deutschen Eltern haben daraufhin erklärt, daß sie (o lange \Kost lagenl iruna -----to-ur» 7M ---- i f '■ der ein erden und in den Schulstreik treten würden, bis die früheren Lehrträfte wieder eingestellt find oder für Ersatz gesorgt ist. Aehnliche Vorgänge hoben sich in S ch a r- l e y ereignet, wo gegen 200 deutsche Kinder seit Monaten ohne deutsche Lehrer sind. deutschen Botschafter übermittelt ha.'e. Er bittet zum Schluß feines Handschreibens göttlichen Schuh für den Reichspräsidenten das ihm fo teure deutsche Volk. Oer Reichstag berät die Wohnungsnot. Berlin, 5.Dez. (DDZ.) Bei Eröffnung Sitzung teüt Präsident Lobe mit, daß ihm Mitglied den Austritt aus der deutschnationalen Fraktion mitgeteilt und um andere Plätze» Verteilung gebeten habe. Präsident Lobe bittet die übrigen in Frage kommenden Mitglieder, sich nach Schluß der Sitzung gleichfalls an ihn zu wenden. (Heiterkeit.) Es folgt der Bericht des Wohnungsausschusses über die Reichsrichtlinien für das Wohnungswesen. Der Ausschuß hat den Regierungsentwurf in manchen Punkten geändert und ergänzt. Als weitere Aufgabe der Woh- nungs- und Siedlungspolitik ist eingefügt worden: durchgreifende Wohnungsaufsicht und Wohnungspflege zur Sicherung einer pfleglichen Behandlung der Wohnräume. — Hebet die Höhe der Mieten wird u. a. gesagt, daß für minderbemittelte, kinderreiche Familien die Miete 15 Prozent BeS Einkommens nicht übersteigen soll. Es soll nach den Richtlinien angestrebt werden, das volle Aufkommen aus der Hauszins st euer für den Wohnungsbau zu verwenden. Das Rcichsmietengesetz, das Mieter- schuhge'eh und das Wohnungsmangc.gesetz sollen aufrecht erhalten, eine Angleichung der Reubaumieten an die Altbaumieten soll durch Senkung der Reubaukosten angestrebt werden. Für die Sicherung der Baukostenzuschüsse und Mietvorauszahlungen, die Reubaumieter vielfach leisten müssen, sollen Schutzmaßnahmen getroffen werden, nötigenfalls durch besondere neue gesetzliche Vorschriften. Durch ein Reichsgeseh soll festgelegt werden, wem die Hauszinssteuerhypothelen gehören, daß die Rückflüsse für die Zwecke des Wohnungsbaues und der Siedlung festgelegt werden und eine ständige Rachprüfung der Verwendung dieser Mittel erfolgt. Abg. Büll (D.): Der Ausschuß hat festgestellt, daß sehr viel und sehr gut gebaut wird. Wichtiger als die Frage, ^toie gebaut werden soll, ist die Frage, wo die Geldmittel für die Bautälig.eit Herkommen. Zu bedauern ist das Gutachten des Reichsbankpräsidenten ge-en Auslanda nl eihen für den Wohnung s b a u. 3m Gegensatz zu der Meinung des Rei der DUtb*Ä b°n ? 8*5-8 ÄS?5 n einer Lb«l b°i der ftten Jin" ■••*«: rfSte «tatt'A1’' L«7 d« %*8utä ni> b--Mi etiolgt letl. ido et k- bm 6öi|on tyr, m Versah, bvn shntheti- daZ sch toitt. 1 dementieren. a ZugspWn. nfter 4 dn in Dan lZsp'hbahn brach des Föhnsturmes ? d>e Wohn- ?ranP Pslanzte sich iatrvn. De b.im iomüen sich in ^ahme eines, der m anderer Arbeiter wischen Spital. >ie sich im Ausnahm«. Ursache geruchlo. entzundcte, als eine «He anzündele. Utig, dah das goiye merhausen om tin, der SpdalDerodi n Verletzungen, Qtben. Infolge des wurden auch im an« Mene Pfleglinge ott» ch eine Panik aus. nit Mühe das Feuer rahner beschwichtigen, e durch eine Lxplosian urg wurde das zwei« e gewaltige Explosion ourbcn getötet und 'n befinben sich zahl- Straßenbahn» ier Explosion an dem sechs Personen roet< la^e. ,y6W!Sl %S0'irB" l/TXVjy V ul* lU^age- Ii6f$ zSrS M.r etwa-fu der 3l|iuJ haben, Ij -u rechen Eilgang inenfSbe^^ LS--» ian» DeI ii,s sk-js- ? 121 @rai,Iiefe11,11 Aus der Provinzialhauptstadt. Drehen, den 5. Dezember 1929. Hühneraugen. Von Or. Muskat, Facharzt für Orthopädie. Verdickungen der Haut werden bei den verschiedensten Kranlheiten beobachtet: es sei nur an die Arsenkeratose erinnert und die eigenartigen Hautvcränderungen bei Gonorrhoe und anderen Infektionskrankheiten. 3n den meisten Fällen aber dürfte es sich doch um mechanische Reizungen handeln, die auf eine Reaktion der Haut bei zu großer Inanspruchnahme zurückzuführen sind. Es ist bekannt, dah beim Rudern z. CB. an den Fingern sich starke Schwielen bilden, die aber im großen und ganzen keine Beschwerden zu machen pflegen. Erheblich schlimmer sind die Hautveränderungen am Fuße,' und das Sprichwort hat nicht unrecht, das fagt: „Jeder weis), wo ihn der Schuh drückt". Eine gesunde Haut, die glatt und weich ist, macht nur selten Beschwerden, selbst wenn ein Druck des Stiesels oder Strumpfes an irgendeiner Ste le stattfindet. Es wäre wünschenswert, dah auch die Strümpfe, ebenso wie die Schuhe, für den rechten und linken Fuß besonders geformt sind, eine Forderung, die bereits in den Schu.tm beim Erlernen des Strickens durchgeführt werden mühte, wie cs zum Beispiel in der Schweiz der Fall ist. Gerade durch den Druck des Strumpfes entstehen die so schmerzhaften Verdickungen zwischen den Zehen, Ucberhaupt sind die Zcyen am meisten in Mitleidenschaft gezogen. weil sie dem größten Druck ausgesetzt sind, besonders bei den jetzt übermäßig hohen Absätzen der Damenschuhe, und zweitens, weil die Dlutzirkulation bei ihnen am mangelhaftesten. ist. Reben den einfachen Verdickungen und Schwielen sind die clavi (Hühneraugen, Leichdorne) und die Warzen (verrucaej die oft unter einer Schwiele verborgen sind, zu berücksichtigen. Die erste Forderung zur Verhütung aller derartigen Schäden ist die Pflege des Fußes, Erhaltung der Fuhwölbung und der geraden Richtung der Zehen. Beginnende harte Steilen der Haut werden zweckmäßig mit Sandpapier ab- gerieben und mit einer indifferenten Salbe eingeschmiert. Ein einfaches Kautichukheftpflaster leistet zum Schuhe gute Dienste, während alle Saiicyl- und ähnlichen Präparate zwar die Schwielen erweichen, aber auch die umgebende gesunde Haut schädigen können. Man wird also in allen Fällen, in denen man ein erweichendes Präparat anwendct, dafür sorgen mässen, dah nur die erkrankte Stelle beeinflußt und die gesunde Umgebung geschützt wird. Am besten wird zunächst ein einfaches Heftpflaster aufgelegt, das an der zu behandelnden Stelle ausgeschnitten ist. Auf diesen Ausschnitt kommt dann das differente Mittel. Beim clavus, bei dem ein verhornter Epithel- zapfen wie ein Ragel oder ein Dorn in die Tiefe geht, muß zur wirklichen Heilung dieses Gebilde ganz entfernt werden, um ein Wiederkommen zu verhüten. Man wird häufig nicht ohne einen operativen Eingriff auskommen. Mitunter sind die entzündeten und vereiterten Schieimbeutcl und die scharfkantigen Knochcnvorsprünge zu entfernen. Auch Röntgenbestrahlungen, die in neuerer Zeit empsoh en werden, haben in manchen Fällen zum erwünschten Erfolg geführt. Das wesentliche bei allen Behandlungen ist aber, neben der sorgfältigen Entfernung eine Entlastung von dem Druck, der die Verdickung hervor- gerufen hat. Auf dieser Üleberlegung bauen sich die Erfolge aller Hühneraugenringe auf. Der Druck, der bisher dauernd eine bestimmte Stelle traf, läßt jetzt diese Stelle frei und wird auf die Peripherie verlegt. Am meisten bewährt haben sich kleine Schwammgummiringe, da sich das Schwammgummi weniger zusammendrückt als Filz und andere Materia.ien. Schwammgummistücke in der Rächt zwischen die Zehen gelegt, schafft wieder Bewegungsfreiheit. Unter den Köpfchen der Mittelfuhknochen, besonders des zweiten und dritten, die neben der Ferse als Hauptbelastungspunkte zu betrachten sind, bilden sich ebenso wie an der Ferse häufig Schwielen, die besonders am Dorderfuß heftige Schmerzen Hervorrufen (Mortons _ Krankheit). Durch Hebung des vorderen Fußgewölbes mittels individuell gearbeiteter Einlagen läßt sich der Druck durch die falsche Belastung beseitigen, so daß die Schwielenbildung aufhört. Häufig sitzen aber unter den Schwielen clavi oder die noch schwieriger zu beseitigenden Warzen. Rach Abtragung der harten Haut unter strengster Asepsis (es gibt am Fuße sehr häufig Infektionen) präsentieren sich die Warzen als dunkle, meist schwarze, in die Tiefe gehende, vielfache. punktförmige Gabi de. Ein Herausschneiden erscheint wegen der zurückbleibenden Rarde nicht zweckmäßig. Ieder einzelne schwarze Punkt muh vorsichtig herausgeholt werden, oft empfiehlt sich ein leichtes Aehen mit Höllensteinstift, rauchender Salpetersäure. Milch ä. re u. a. m. Ach Verödung durch elektrische Einwirkung führt zu gutem Erfolge. 'Eine Heilung wird aber nie eintreten, wenn nicht die erkrankte Stelle durch Schwammgummiringe geschützt wird. Eine gute individuell gearbeitete Einlage mit ganzer Ledersohle. die das Hauptlängsgewölbe und das Quergewölbe stützt und an der Stelle der Schwiele und Warzenbildung ausgeschnitten ist, dürfte dann die Beschwerden und die krankhaften Erscheinungen für immer beseitigen. Eine gute Fußpflege mit warmen Bädern unter Zusatz von Seife, Alaun, verdünnter essigsaurer Tonerde und ähnlichem wird eine gesunde und weiche Fußhaut erhalten und allen Verdickungen vorbeugen. Warum sammle ich für das Zugend- herbergswerk? Don Dietrich Weber. In einer Großstadt des Industriegebietes bin ich geboren, in einer Mietkaserne verbrachte ich meine freudlose Kindheit. Fördertürme und Zechenhalden, Hochöfen und Schlackenberge schauen über die Steinwüste hinweg, schmutzig die Häuser, schmutzig die Straßen, grau in grau die ganze Stadt. Der Rauch nimmt der Sonne den Glanz, verschließt und verfinstert auch die Menschen. So wuchs ich heran: aber eines Tages führte mich das Schicksal auf die Wanderschaft. Da fand ich die Sonne, entdeckte ich Gottes schöne Welt. Da tat ich mein Herz weit auf und trank vom Gesundbrunnen Ratür. Ich lauschte dem Landwirtschaftliches Genossenschaftswesen Zweiter Kursus beim Landwirtschaftlichen Institut der Landesuniversität Gießen. Erster Tag Der günstige Verlauf des 1. Kursus über lanb- wirtschaftnches Genossenschaftswesen vorn 3. bis 5. Januar 1929 gab dem Landwirtschaftlichen Institut der Hessischen Landesuniversi.ät in Gemeinschaft mit dem Verband der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften Darmstadt, dem Raiffeisenverband Frankfurt a. M. und dem Verband der nassauischen landwirtschaftlichen Genossenschaften Wiesbaden Vcranlas,ung, zu einem zweiten Vortragskursus einzuladen. Die Teilnehmerzahl aus den Kreisen der genossenschaftlichen und landwirtschaftlichen Praxis, der ©enos'ensch. ftsvcroände, der öffentlichen Ksrper- schafken und Behörden, Landwirtschaftsämtcr und ihren Schulen war diesmal eine erheblich größere. Se. Magnifizenz der Rektor der Landesuniversilät Professor Dr. Lrüggemann begrüßte zu Beginn des Lehrgangs in einer kurzen Ansprache die Kurstei.nehmer und wies darauf hin. dah der Kursus eine äußere Bestätigung fei für die innere Verbundenheit der Universität mit der Landwirtschaft. Mit kurzen Worten zeigte er die Bedeutung der Landwirtschaft.ichen Institute für Wissenschaft und Praxis und wünschte den Verhandlungen besten Erfolg. Den VortragSkursus eröffnet der geschäftsführende Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts Professor Dr. Sessous. Er begrüßte die erschienenen Ehrengäste, insbesondere den Minister für Arbeit und Wirtschaft, K o r e l l, die Vertreter der Provinzial- und Krei.behürden. der Landwirtschaftskammern von Hessen und Reg.-Dez. Wiesbaden, sowie die Vertreter der Stadt Gießen und der Presse. Solche Kurse seien eine Rotwendigkeit, um den in der genossenschaftlichen Praxis Tätigen die Waffen zu schärfen und sie mit den Problemen der Zeit vertraut zu machen. Minister Lorell überbrachte die Grüße des Staatspräsidenten und der Hessischen Regierung. Er verwies bei der heutigen Lage der Landwirtschaft auf die Rotwendigkeit, auch den letzten Landwirt von der Wichtigkeit und Bedeutung des Genos'enschaHs- wesens zu überzeugen. Für die Genossenschaften sprechen zwei Gründe: der eine sei ein reiner Rutzenstcmdpunkt, der zweite das Erfordernis, dah der Landwirt mit feinem Rachbarn solidarisch werden müsse nicht nur als Landwirt an seinem Boden, sondern auch als deutscher Produzent. Es müsse eine innere Gemeinschaft unter den Landwirten herbeige ührt werden: um dies zu erreichen, möge auch dec ehige Kursus beitragen. Generalsekretär Dr. Strub (Darmstadt) sprach dann im Rainen der drei Genossenschaftsverbände der Universität und insbesondere dem Landwirtschaftlichen Institut, dem das Zustandekommen dieser Kurse in erster Linie u verdanken sei, seinen Dank aus und gab der Hornung Ausdruck, dah die Erwartungen, die an diesen Lehrgang geknüpft werden, reich in Erfüllung gehen mögen. Professor Dr. Günther (Gießen) hielt dann den er ft'n Vo trag über ..D i e Persönlich k e i t i m© nosscnschaftswesen'. ©x> ist Ausgabe unu Hauptvervien.t dec ©enolsen- schästen, ihre Mitglieder zu großer ©eschäfts- tüchtigkeit zu erziehen. So wichtig nun diese geschäftliche Seite sein mag. so ist das aber nur eine Seite. Das Wesentlichste und Wertvollste, was die Genossenschaften als neues Element brachten, ist, daß durch sie das Menschliche, Persönliche, in die Wirtschaft kam. Genossenschaft ist keine Interessengemeinschaft, keine Kapitalgesellschaft, sondern sie ist eine Personengesellschaft, eine menschliche Gemeinschaft. Hier gilt nicht der rein ökonomische Mensch, sondern der Mensch als Persönlichkeit. Der Erfolg der Genossenschaften hängt zur Hauptsache von der Menschlichkeit, von der genossenschaftlichen Treue und Gesinnung ab. Zuerst müsse genossenschaftliche Gesinnung vorhanden sein, dann komme später das nötige Kapital von selbst. Weiter wurde darauf hingewiesen, daß im Zeitalter der Verherrlichung der Technik der „Mensch" ganz vernachlässigt wurde, daß aber heute allmählich wieder der Gedanke sich Bahn bricht: am Ende der wirtschaftlichen Entwicklung steht der Mensch. Die wichtigste Aufgabe der ©enossenschaftsbe- toegung sei. unermüdlich an der Vertiefung des genossenschaftlichen Geistes mitzuwirken. Oberfinanzrat Prof. Dr. hlllringhaus (Berlin) führte als nächster Redner in seinem Vortrage über „Genossenschaftliches -Wollen und Wirken in Vergangenheit und Gegenwart" etwa folgendes au3: Der deu- schen Landwirtschaft steh:n heute in unserem Wirtschaftsleben im w.sentlichen große Konzerne und Intercsfcngruppen entgegen, denen gegenüber Zusammenschluß aller Landwirte g beten ist. Die praktischste Form des Zusammenschlusses ist die Genossenschaft. Heute herrscht in der modernen Genossenschaft.b w gung überall So idarität, wenn man sich klar ist. was man will und weg sein soll. Es ist nicht allein mit den Vorteilen und Rechten für die einzelnen Mitglieder getan, sondern die Genossenscha Her haben auch Pfsichten. Man hat erkannt, daß eine wirkliche Leistung der Genofsrnschast n erst durch genossenschaftliche Erziehung möglich ist, die beim einzelnen zu beginnen hat. Redner führte als Beispiel für solche genossenschaftliche Erziehung Dänemark an, wo die kleinen Dauern fast restlos zusammenge- schlossen sind, und denen es gelungen ist, sich den englischen und deutschen Markt für ihre Qualitätsprodukte zu erob rn. Unter Umständen muß eben Zwang bei der genossenschaftliche Crzie- hungstätigkcit ausgeübt werden. Wer sich einer Genossenschaft anschließt, der muß auch restlos alle Pflichten übernehmen. Zum Schluß kam der Referent auf die Stellung der Jugend zum Genossenschaftswesen zu sprechen. Es sei notwendig, rechtzeitig für Ersah zu sorgen, wenn die Alten einmal die Führung in dem Genossenschaftswesen niederlegen. Die Jugend müsse für die Genossenschaft gewonnen und ihr Gelegenheit geboten werden, sich unter Führung ihrer Väter in die ©enosfenschaftöarbeit einzuleben. Professor Dr. kleberger (Gießen) sprach dann über „Qleuere Dünge- und gut t ermittel“. Er kam zuerst auf die p^os- phorsäurehaltigen Düngemittel zu sprechen. 03,m Thomasmehl befänden sich leider immer noch ziem.iche Mengen ausländischer Thomasmehle auf dem deutschen Markt. Die Euperphosphate hätten in den letzten Jahren den deutschen Markt erobert. Das Ammoniak-Euperphosvhat habe sich gut bewährt. Das Kaliammoniak-Superphosphat zeige namentlich auf tätigen Boden gute Wirkung. Gan; besonders für den Zuckerrübenbau habe sich Salpeter-SuperphVsphat bewährt. Rhe- naniaphosphat komme für alle Boden in Betracht und wirke auf die Dodenstruktur. Kali- Rhenaniaphosphat könne mit gutem Erfolg für Hackfrüchte, aber auch für Getreide Verwendung finden. Die Versuche mit schwefelsaurer Kalimagnesia in Deutschland hätten keine befriedigenden Ergebnisse gezeitigt. Es liege kein Grund vor, an Stelle der bewährten Kaliumchloridsalze zu den bedeutend teureren schwefelsauren Salzen überzugehen. Die Wirkungen des neuen Düngemittels Kalkammon seien, soweit bis jetzt Untersuchungen vorliegen, befriediger.d. Auch Kalkammonsalpeter habe sich sowohl bet Getreide, wie auch bei Rüben gut bewährt. Er gestatte, genau so wie Kalkammon, beträchtliche Mengen Stickstoff gleichzeitig mit Kalk in den Boden zu bringen. Bewährt habe sich Olitro- phoska I und Ritrophoska III. Diese Düngemittel können sowohl als Grunddünger, wie Kopfdünger (bei zeitiger Verwendung) dienen. — Von den neueren Futtermitteln aus dem Gebiete der Zuckerindustrie wurden die Melasse- schnihel hervorgehoben. Aus dem Gebiet der Dierlraucrei seien besond rZ die Trockenh.fen als neues Futtermittel zu erwähnen. Von den bita- minehaltigen Futterstoffen empfahl der Redner besonders Vigantol, ein Präparat, daS rachitische und steife Tiere in kurzer Zeit zu heilen vermöge, und das etwas teurere Diovita. Professor Dr. kraemer (Gießen) sprach über „Das Genossenschaftswesen in der Tierzucht. Er schilderte hierauf zunächst kurz die unmittelbaren Maßnahmen des Staates, sodann seine Hilfeleistung durch die landwirtschaftlichen Berufsvertretungen. Von größter Bedeutung seien aber gerade auch in der Tierzucht die Genossenschaften. In den Herd- buchvercinen und ähnlichen großen Organisationen, sowie deren Verbänden, lasse sich trefflich am Fortschritt arbeiten. Große Verdienste um die Tierzuchtvereinigungen habe auch die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft in Berlin. Auch die Deutsche Gesellschaft für Züchtungskunde habe sehr viel zum Aufschwung der deutschen Tierzucht beigetragen. Ununterbrochen führte der Weg aufwärts zu den heutigen Leistungsprüfungen, die für alle Haustierarten durchgeführt werden, besonders durch die Tätigkeit der segensreichen Tierzuchtinstitute. In den Kontrollvereinen hätten solche Leistungserhebungen für Milch ihren organisatorischen Aufbau gefunden. Durch erhöhte Wertung der Konstitutionsfrage sei es dabei gelungen, Spihentiere mit 12 000 Liter und gegen 5000 Kilogramm Milchfett ohne Gefahr für die Gesundheit der Herden in das deutsche Rinder- leistungsbuch einzutragen. Das alles aber sei, wie die übrigen fabelhaften Entwicklungsvorgänge auf dem Gebiete der Tierzucht, ganz wesentlich dem genossenschaftlichen Zusammenschluß der Züchter zu verdanken. Auf diese Dinge müsse immer wieder hingewiesen werden. Hoffentlich würden sich die Regierungen allmählich mehr und mehr von der einseitigen Ueberschähung der Exportindustrie frei machen und die viel größeren materiellen und ideellen Werte in der deutschen Landwirtschaft erkennen. plätschernden Bach, dem Rauschen des Windes im Wald. Ich wanderte im Mondschein über die Heide und durch das schaurige Moor. Und still, ganz still stand ich am brausenden Meer. Das Hvlchgebirge in Schnee und Cis, den Säntis, den allgewaltigen Greis, ihn durfte ich grüßen. Und auf den grünen Matten, im Jubel der Landschaft, da jubelte ich hinaus: „Dank dir, Schöner, der du uns kleinen Mensc-.en solch eine scyone Welt beschertest!' So trug mein Fuß mich, nie des Wanderns müde, durch viele _©aue und da lernte icy vor allem unser so schönes deutsches Vaterland kennen und lieben. Und wenn ich fern der Heimat im fremden Lande weilte, da brach das Heimweh auf und ich fand, dah es nirgends so schön ist wie in unferm deutschen Land. Doch nur wenigen war es damals vergönnt, während ihrer Freizeit zu wandern, denn es fehlte an den nö.igen Untertunftßftätten. Rach dem Kriege kamen jedoch warmherzige Menschenfreunde zunächst in Deutschland auf den Gedanken, für die wandernde Jugend sogenannte Jugendherbergen cinzurictzten. Auch in unserm schonen Hessenland wurden in den letzten 10 Jahren wohl 50 solcher Jugendherbergen mit über 2000 Betten eingerichtet. Sie zu erhalten und zu verbessern, diese schöne Aufgabe hat sich der Verband für Jugendherbergen gestellt. Dieser Verband veranstaltet zur Zeit mit Genehmigung der Regierung — denn diese fördert das Jugendherbergswerk ganz besonders — eine Haussammlung im ganzen Land, und er bittet, wie im Anzeigenteil unserer Dienstag-Ausgabe bekanntge eben, das Herz und den Geldbeutel recht weit aufzutun, den Geldbeutel für unsere Jugend und das Herz zum Hineinströmen der Freude darüber, Freude bereiten zu können. — Ich bin heute ein alter Mann, aber ich denke mit Freude zurück an meine Wanderjahre, und weil das Jugendherbergswerk unserer wandernden Jugend ohne Unterschied des Standes, der Partei und Religion und dadurch unferm gingen Volke dient, deshalb klopfe auch ich an die Türen und bitte um ein Scherflein. Und ich finde trotz der Rotzeit recht viele Menschen, die unsere Jugend lieben und mir spenden reich über mein Erwarten. So denkt auch ihr andern, die ihr noch nichts horte lom Jugendherbergswerk. an eure Jugend und hel.t, daß unsere heutige Jugend es besser hat. Helft und spendet dem 3u- gendherbergswerk 1 Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: „Scribbys Suppen find die besten", 20 bis 22 Uhr. — Bewegung für religiöse Erneuerung, „Die Christengemeinschaft": Vortrag von Lic. 9tob. Goebel „Was hat Friedrich Rittelmeyer unserer Zeit zu sagen?", 20.15 Uhr, Universität, Hörsaal 41. — Zwecksparkaste der Selbsthilfe der Arbeit, Frankfurt (Main): Vortrag „Zu Eigenheim und Eigentum durch „Selbsthilfe der Arbeit", 20 Uhr, Caf6 Leib. — Gesellschastsoercin (Klub): Mitgliederversammlung, 20.15 Uhr. — Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei: Ocffcntliche Versammlung, 2015 Uhr, im „Postkeller". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die fidele Herrenpartie", aus der Bühne Geschwister Lupescu (Equilibristik in höchster Vollendung). — Astoria-Lichtspiele: /.König Cowboy" und „Der „Straßensänger von Venedig". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Vorstellung „Skribbys Suppen find die besten", Lustspiel von Julius Berstl, beginnt um 20 Uhr. — Sonntagvormittag, zweiter Kammerspieltag (zusammen mit dem Goethebund): „Ein Spiel vom Schmetterlingstraum", nach dem Chinesischen übersetzt von Richard Wilhelm. Es wirken mit die Damen Fuhrmann, Heß, Jahn und die Herren Haeser, Hais, Heitzig, Linkmann, Ritter, We- Jener, Zingel. Bühnenbild: K. Löffler, Beleuchtung: Keim, Bühnenmusik: Ottmar Gerster. Beginn der Veranstaltung 111 Uhr. Einführungsvortrag Wen Vüan Ting. — Sonntag, 18 Uhr: Operettengastspiele Frankfurt a. M. „Schwarzwaldmädel", Fremdenoorstellung.'Ermäßigte Preise. — Mittwoch zum ersten Male „Das tapfere Schneiderlein", 15.30 Uhr, Spielleitung Karl Dolck. — In Vorbereitung „Der Veilchenfresser", Lustspiel. — Vom Konzert verein wird uns geschrieben: Der am Sonntag, 8. Dezember, in der Universitätsaula stattfindende Gesangsabend ist der erste und zugleich letzte in gegenwärtiger Spielzeit. Colistin ist die geschätzte Primadonna Anna van Kruyswyk — zur Zeit an der städtischen Oper in Nürnberg — die von ihrer künstlerischen, von glänzenden Erfolgen gekrönten Tätigkeit an der Wiesbadener Staatsoper her gewiß vielen unserer hiesigen Musikfreunde bekannt fein dürfte. Fräulein Kruyswyk ist Koloratursängerin von Geblüt, und wie sie die Kunst der Passagen und Fiorituren meistert und mit duftiger, warmer Stimme vorträgt, wird sich wohl in dem von ihr selbst zusammengestellten Programm offenbaren. Sie singt die Arie der Konstanze aus Mozarts Entführung aus dem Serail, die der Rosine aus dem Barbier von Sevilla und schließlich die der Gilda aus Verdis Rigoletto. Die Künstlerin will aber nicht bloß Bühnensängerin sein, sie will sich auch auf dem Konzertpodium Anerkennung verschaffen und hat sich nicht erst jetzt in dieser Beziehung versucht, sondern in einer Reihe glänzender Liederabende als Berufene bereits bewährt. Für bas Konzert find eine Anzahl Lieber von Schubert, Liszt und Jos. Marx ausgewählt worden, und bei der roarmqueüenden Empfindung und durchgeistigten Charakteristik des Ausdrucks, die ihr von maßgebenden Seiten nachgerühmt morden, darf den Darbietungen mit großen Erwartungen entge- gcngefehen werben. Am Schluß des Konzertes wird die Kis/istlerin übrigens die hier wohl noch nicht Gehörten „Geschichten aus dem Wienerwald" von oh. Strauß zu Gehör bringen. — lieber „Nationale Opposition und Volksentscheid" wirb am nächsten Montag- abenb Dr. Stabiler (Berlin) vom Bundesamt des Stahlhelms sprechen. — Siehe heutige Anzeige. Daten für LamStag. 7. Dezember 1542 Maria Stuart. Königin von Schottland, in Linlithgow geb. (gest. 1587). — 1835 Eröffnung der ersten deutschen Eisenbahn Rürnberg- Fürth. e ** Reichsdahnpersonalie. Bahnhofsinspektor Ludwig Fritz, der vor etwa vier Jahren von Weilburg nach Gießen versetzt wurde, übersiedelt nach Wetzlar. Er wird dort die Leitung der Stationskasse Wetzlar, als Nachfolger des kürzlich verstorbenen Kasseninspektors Möbus, übernehmen. •• Brückensperrung. Wie die Wege- Polizeibehörde zu Krofdorf im heutigen Anzeigenteil bekannt gibt, wird die Eisenbahnbrücke auf der Straße Gleiberg—Gießen wegen Bauarbeiten vorn 9. Dezember bi3 24. Dezember gesperrt. *• Der Volksentscheid. Von Sonntag, 8. Dezember, bis einschl. Sonntag. 15. De e.nber, liegt für den Volksentscheid „Freiheitsgesetz" im Stadthaus Bergstraße — Zimmer Rr. 13 — die Stimmkartei zur Einsichtnahme offen. (Siehe heutige Bekanntmachung.) ’• Fremdenvorstellung Int Stadttheater. Aus dem Stadttheaterburcau wird uns geschrieben: Zum letztenmal kommt am nächsten Sonntag, 8. Dezember, auf vielseitigen Wunsch die Operette „Das Schwarzwal b m ä d e l" von August Reidhart als Frem- denvorstellung zur Ausführung. Di.se Operette mit der leicht ins Ohr gehenden Musik von Leon 3essel erfreut sich schon längst der größten Popularität. Hier beherrscht noch der gute alte Walzer das Feld, neben Rheinländer und Ländler, den Tänzen der Dorkriegsgeneration. Die früheren Aufführungen des „Schwarzwaldmädels" erfreuten sich bei dem zahlreichen Publikum immer eines besonders herzlichen Beifalls. Beginn der Vorstellung 18% Uhr, Ende 21 Uhr. Ermäßigte Operettenpreise. *• Aus dem Gießener Standesamtsregister. Cs verstarben in Gießen in der Zeit vom 16. bis 30. Rovember: 17. Theodor Heinrich Karl Bühner, Dureaudirektor L R., 77 Jahre, Schillerstrahe 7. 17. Agathe Klara Weiß, geb. Stornier, 49 Jahre. Steinstr. 52. 19. Hermann Lehncrt, Ob.rlehrer i. R., 88 Jahre. Henselstraße 10. 20. Albert Reubürger, Kaufmann, 61 Jahre, Steinstraße 17. 20. Walter Friedrich August Cikmeier, Kaufmann, 26 Jahre, Deethovenstraße 2. 22. Hermann Josef ©roos, Privatmann, 52 Jahre, Klinikstraße 22. 22. Ludwig Emil Beil, Schreinermeister, 69 Jahre, Kaiserallee 146/io. 23. Karoline Schneider, geb. Zi.nmermann, Witwe, 64 Jahre, Bahnhofstr. 63. 24. Heinrich Valentin Philipp Henn, berufslos, 62 Jahre, Reuen Bäue 5. 24. Marie Krüger, geb. Kimmel, Witwe, 69 Jahre, Kaiserallee 42. 25. Franz Karl Johannes Theodor Berthold Ludwig Heinrich Rudolf Prätorius, Landgerichtsdirektor i. R., 72 Jahre, ©arienstraße 15. 27. Heinrich Dietrich. 1 Mrn. t, Walltcrflr. ß: 18. 28. Therese Daustcr, g.b. Buch, Witwe, 55 Jahre, Alicenstraße 23. 29. Karl Frensdorf, Kaufmann, 58 Jahre, Reustadt 1. 30. Margareta Lotz, geb. ©erner, 62 Jahre, Ludwigsplatz 15. 30. Helens Listmann, geb. Erb, 41 Jahre, Wetzsteingaffe 4. <**tfcu6tstßs O1Utte£ gegen/ "UHrkt -frappeud;! Herren-Anzüge Winter-Ulster Hauptpreislagen: RM. 48.- 88.- 68.- 78.- 88.- 98.- 115.- und höher Gebrüder Stamm Schulstraße i GießenerFleischhalle Walltorstraße 32 [07838] Walltorstraße 32. im 72 Lebensjahre. o Wilhelm Emmelius, Godesberg I ) ).MD RASSOL Klein sStiefel 48D 10006D ftcineri. Sie Chauffeur 9921D gesucht. Schilling. Clara Emmelius Louis Emmelius Zu Eigenheim und Eigentum durch »Selbsthilfe der Arbeit« 1 gr. FI. MK. 1.75 Gießen, den 5. Dezember 1929. Mädchen oder Krau die felbitönb. Haushalt sichren kann, zu jüd. Edev. t. Gienen für halbe Tage ges. Schr. Angebote um- 07822 a. d.Gleh.Anz- Heinrich Meier, Dachdeckeraeschäst, Tel. 2622. leistungsfähig Fragen Sie bei Bedarf bei uns an Die Trauerfeier findet Montag, den 9. Dezember, vormittags 11 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. In tiefem Schmerz, auch im Namen aller Hinterbliebenen: (Siebener Nüber - filuü Dafflfl 1906 e. V. SamStag. d. 7. 12., abends 87,. ttdr. Miigl. - Versamnilung int Bootsbaus. Einer besonderen Aussprache halber, buten wtr nm vollzähliges Erscheinen. Der VoritanÄ. Miller le-verew SamStag. d. 7.12., abends 8'/, llbt: ton isversannplung 10015 Ter Borstaad. Maschinenfabrik, Fulda Unsere Maschinen machen Achtung: Brennholz- Ve. Steigerung. Zirka 18 Haufen Abbruchholz werden nm SamStag. dem 7. Dez. 1929, vor in. von 9 Uhr an. in d. Wcidcngassc meistbietend gegen Barzahlung ver- Empfehle diese Woche la Rindfleisch..... 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Dez., anhält ist der beste Beweis dafür, daß das kaufende Publikum die günstigen Auswirkungen des durch uns begonnenen Preis-Abbaues folgerichtig erkannt hat. Durch Zusammenarbeit großer Kräfte wirtschaftlichen Könnens sind wir in der Lage, unser Hauptziel der Warenverbilligung erfolgreich und ohne Unterbrechung fortzusetzen. Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen verdienen unsere Sonderveranstaltungen eine desto größere Beachtung. Hier finden Sie Warenmengen guter Qualitäten, die durch Ihre außerordentliche Preiswürdigkeit einen besonders hohen Wert von Leistungsfähigkeit darstellen. Nr. 286 Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Freitag, 6. Dezember 1929 Hessischer Landtag. Sur Lockerung der Wohnungszw 2NgSwirtschafi. — Oer Fünfuhrladenschluß am Heiligabend. — Oie Stahlhelmausschreiiungen in Darmstadt. Darmstadt. 5. Dez. (WT2.) Die Sitzung wird bei schwach besetztem Haus mit der Beratung kommunistischer Anträge auf Sonder- bc Steuerung übergroher Wohnungen und auf Aufhebung der Verordnung des Arbeitsministers hinsichtlich der Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft für sog. teure Wohnungen ldas heißt Wohnungen mit einer Friedensmiete von über 1800 Mt. in der Ortsklasse A, über 1200 Mk. in der Ortsklasse B, über 800 Mk. in der Ortsklasse C und über 500 Mk. in der Ortsklasse D), sowie des volksparteilichen Antrages auf Einführung der M i e t- berechtigungskarte. die der Arbeitsminister den antragstellenden Kommunen gestatten will. Abg. Hamman (Komm.) verlangt das gesamte Aufkommen der Wohnungssondersteucr für den Dau von neuen billigen Wohnungen. Er zählt zahlreiche Fälle auf, in denen bis zu sieben Personen in einem Räume untergebracht find. Abg. Mann (Soz.) spricht gegen die unsozial wirkende Mietberechtigungskarte. Wit Ausnahme der Hansastädte sei in Hessen am meisten gebaut worden. 1927 seien 25 Millionen an Sondersteuer eingegangen, während zur Förderung des Wohnungsbaues 11 Millionen aufgewandt wurden. Abg. Haury (D. Dp.) weist auf die Vorteile der Mietberechtigungskarte hin. Er ist mit der Antwort der Regierung zufrieden. Arbeitsmini st er Korell betont, das; die meisten Auskünfte über die Mietberechtigungskarte nicht so günstig seien, wie vom Vorredner betont worden sei. Der Staat müsse auch für die kinderreichen und weniger bemittelten Familien sorgen. Bei vielen Vermietern bestehe gegen kinderreicheFa- milien, selbst nur mit zwei Kindern, geradezu eine Psychose. Als Anhänger der freien Wohnungswirtschaft müsse er aber den heutigen Verhältnissen Rechnung tragen und könne daher mit der Lockerung der Zwangswirtschaft nur schrittweise vorgehen. Abg. Dr. Wolf (Volksr.-P.) und Abg. Frau H e r ä u s (Sn.) stimmen dem Antrag Haury zu. — Die kommunistischen Anträge werden abgelchnt. — Der Antrag Haury wird für erledigt erklärt. — Ein Antrag der Volksrechtpartei mit einem Zusohantrag Dr. Riepoth (D. Vp.), die Rückzahlung von empfangenen Fürsorgeunterstühungen nur dann zu verlangen, wenn dadurch keine unbillige Härte entsteht, wird durch die entgegenkommende Rcgierungsantwort für erledigt erklärt. Abg. Delp (Soz.) bestreitet dem Landtag die Zuständigkeit, Beschlüsse zu fassen, die den Gemeinden Ausgaben aufzwingen ohne der Regierung die Mittel zum Ersatz an die Gemeinden zu geben. Von der Leistung von Pflichtarbeit während der Llnterstühungszeit könne gerade aus sozialen Gründen nicht abgesehen werden. Don dem dafür gezahlten Lohn werde nur ein Teil für die ausgezahlten Unterstützun- gen abgerechnet, denn wenn ein Mann wieder in den Produktionsprozeß eingeschaltet sei, brauche er sein Einkommen zur Erhaltung seiner Arbeitskraft. Das Erbe des Herrn von Anstetten. Zftoman von Z. Gchneider-Foerstl. Urheber-Rechtsschuh durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 19. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Es war schon etwas nach 11 Uhr, als sie in sein Arbeitszimmer trat. Er sah mit dem Rücken gegen die Türe an seinem Schreibtisch und hatte die beiden Ausgabebücher vor sich liegen. Als sie nähertrat, merkte sie, daß er schlies. Der Kopf war etwas seitwärts gegen die hohe Lehne geglitten und die Hände herabgefallen. Wie schlecht er aussieht, dachte sie, vielleicht kam über kurz oder lang das Fieber wieder zum Ausbruch. Sie wußte, daß es sich zeitweise wiederholte. Das eine Fach des Schreibtisches war aufgezogen und zur Hälfte wieder geschlossen worden. Der blauschwarze Lauf eines Revolvers schillerte drohend auf. Ihr Erschrecken dauerte nur Sekunden. Gott, schließlich war nichts dabei, wenn ein Mann einen Browning in seinem Schreibtisch liegen hatte. Sie wars einen flüchtigen Blick auf seine Hände. Sie lagen reglos still und trugen feines, blaues Geäder. Er würde Wohl jetzt zu müde sein, den Fahrplan mit ihr zu studieren. Aber nachdem sie nun schon einmal hier war, konnte sie Bernd noch „Oute Rächt" sagen. „Warum schläfst du nicht?" Er schüttelte nur den Kopf und dämpfte die Stimme zu einem leisen Flüstern: „Ich warte, bis er das Licht löscht." „Vater?" „3a!" „Was ist das für ein Blödsinn." schalt sie. „Er dort und du hier! Warum geht ihr nicht zu Bett, wenn es Zeit ist?" Das Gesicht des Jungen legte sich in die aufgestemmten Knie. Ratlos setzte sich Brunhilde zu ihm auf das Sofa und zog seinen Kopf hoch. „Sei jetzt lein Kind und gib Antwort." „Mutter, ich weiß nicht, warum er Tag für Tag solange aussitzt — und--“ „Und, Bernd?" „So sürchterlich stöhnt, Mutter! — Ich habe ihn kürzlich mit jemand sprechen gehört und bin zur Türe gesprungen, aber es war niemand bei ihm. Er hat mich weder gehört, noch gesehen, als ich das Schloß wieder zudrückte. „Ich fürchte, daß es wieder zu einem Fieberanfall kommt," beschwichtigte sie ihn. „Geh jetzt zu Bett, ich wecke den Vater und rede ihm zu, daß er einen Arzt konsultiert." Um den Fünfuhlladenschluß am Heiligabend. Der demokratische Antrag wegen der Heber- schreitung der Derkaufszeitenin den ländlichen Ladengeschäften gibt dem Abg. Wesp (Zentr.) Anlaß, für den Fünf- Uhr-Ladenschlutz am Heiligen Abend einzutreten, der zur Zeit im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages beraten wird. Arbeitsminister Korell verweist darauf, daß im vorigen Jahre der Füns-Uhr-Laden- schluß bei seinen Verhandlungen an der Haltung der Arbeitgeber gescheitert ist. Die Haus- srauenvereine hätten die.es Jahr um einen neuen Vorstoß gebeten. Sein Ausruf für den Fünf- Uhr-Ladrnschiuß habe lebhafte Anerkennung gefunden, auch seitens vieler Arbeitgeber und des Landeskirchenamtes. Der ihm heute vom Einzelhandel gemachte Vorwurf, daß er von diesen Dingen nichts verstehe, weise er scharf zurück. Man brauche nicht Syndikus zu sein, um die Verhältnisse einer Branche zu verstehen. Wenn er eine feste Meinung habe und die ablehnende Ansicht der anderen Seite kenne, brauche er diese nicht noch zu einer nur eine Verstimmung auslösenden Besprechung einzuladen. In dieser durch das Gewissen gebundenen Frage dürften Wirtschaftsinteressen nicht hineinspielen. Die Geringschätzung der ethischen und religiösen Gründe durch den Einzelhandel sei bedauerlich. Wenn in diesem Jahre eine gütliche Regelung nicht zustande- komme, werde sie spätenstens im nächsten Jahre gesetzlich geregelt, falls nicht noch jetzt im Reichstag das eingebrachte Initiativgeseh angenommen werde. Dem Einzelhandel entstehe wegen des zwei Stunden früheren Ladenschlusses kein Schaden. Abg. Reiber (Dem.) wünscht eine Erziehung des kaufenden Publikums unö dankt dem Minister für sein Vorgehen. Die Abgg. S t e f f a n (Soz.) und Dr. Wolf (Volksr.-P.) schließen sich ihm an, ebenso im Ramen der Frauen und Mütter die Abg. Frau H e r ä u s (Sn.). Abg. Sr. Werner (wild) protestiert gegen die Besudelung alles dessen, was Christen heilig sei. durch die Kommunisten. Er lehnt den demokratischen Antrag ab, da er den Interessen des flachen Landes widerspreche. — Ser Antrag wird für erledigt erklärt, ebenso ein demokratischer Antrag auf Verlegung eines Feldbereinigungsamtes von Oberhessen nach Rheinhessen. Sie Instandsetzung der Solquellen in Bad Salzhausen wird genehmigt. Sie Zulassung der Amtsgerichtsanwälte zum übergeordneten Landgericht und die Zuziehung von Assessoren als Hilfsrichter bei den Kollegialgerichten wird beschlossen, nachdem sich die Juristen darüber eingehend unterhalten haben. Eingaben über die Einstellung von Polizeibeamtinnen in Hessen und für ein ganzjähriges Kurorchester in Bad-Rau- heim werden für erledigt erklärt. — Auf die Kleine Anfrage wegen der Stahlhelmausschreitungen im Darmstädter Hauptbahnhof erwidert Ministerialdirektor Sr. 0 i e g e r t u. a.: Als gegen 8 Uhr abends etwa 250 Teilnehmer des Stahlhelmtages, in erster Linie Angehörige Bernds Lippen zitterten. „Mutter, ich wollte es für mich behalten - aber nun sollst du es trotzdem wissen: Ich ertrage das nicht länger — dieses Zerriebenwerden zwischen dir und ihm, ich bin schon zu alt, um nicht zu verstehen, daß deine Ehe mit Dater nur noch an einem Faden hängt. Aber wenn er reißt, Mutter! Siele Versicherung kann ich dir heute schon geben, wjrst du mich in der gleichen Minute tot zu be fixen Füßen sehen!" „Bernd, was soll das wieder!" Sie hielt ihm die Hand über den Mund. Kraftlos fiel sie ihr wieder herab. „Ich bin nie mehr mit Oerhen zusammcngetroffen." Ihre Wangen flammten dabei auf. Von jenem Sonntagbesuch wußte er besser nichts. Er atmete auf: „Wirst du ihn nach Ostende bestellen?" „Auf keinen Fall!" Sie sah, wie sich seine Brust hob: „Geh jetzt den Vater wecken, bitte.“ „Sobald du zu Bette liegst." Er erhob sich sofort und ging nach seinem Lager hinüber. Ehe sie aus der Tür trat, lächelte sie ihm noch ermunternd zu und hörte das Rascheln der Kissen, in die er seinen Kopf drückte. Einen Augenblick stand sie vor dem Arbeitszimmer ihres Mannes unschlüßig und rang mit sich selbst. Seit jenem ungestümen Ausbruch hatte er ihre Lippen nicht mehr berührt, nicht einmal mehr die Amte um sie gelegt. Und sie zog sich wahrhaftig nicht von ihm zurück. Sas muhte ihm doch ein Beweis sein, daß sie nicht abgeneigt war, eine dauernde Versöhnung anzubahnen und ihm wieder Weib zu fein, wie es im Anfang ihrer Che gewesen war. Aber er ging wie ein Blinder. Man sollte ihn eigentlich erbarmungslos dahintappen und sich ausreiben lassen. Aber um Bernds willen war es nötig, ein Uebriges zu tun. Als sitz jetzt cintrat, war das Licht gelöscht, der Stuhl leer. Sas ganze Zimmer in matte, milchighelle Vollmondnacht getaucht. „Hans Peter!" Ser Rame verhallte ungehört. Vielleicht machte er noch einen Gang durch den Park, die Juli» nächte waren so wundervoll! Sas Warten war ihr nicht unlieb. Sie räkelte sich auf den Sivan, der quer an das eine Fenster gerückt stand und sah in das Silberlicht, das draußen mit Blatt und Blüten schäkerte. Aus der Feme kam das Klassen eines Hundes! Sie Glocke vom Gutshof kündete die Mitter- nachtsstunde. Unauhörich plätscherte der große Springbrunnen in das Marmorbecken des Rondells und in den Zweigen, die sich bis an Hans Peters Fenster neigten, erhob sich ein leises Raunen und Rauschen. Auf dem Kiesweg knirschte ein Fuß. Sann klang Hans Peters Stimme herauf, gedämpft der Stahlhelmgruppen Frankfurt und Offenbach, auf dem Sarmftäöter Hauptbahnhof den Zug nach Frankfurt a. M. bestiegen, entstand zwischen einigen von ihnen und Zivilpersonen eine Schlägerei. die den diensttuenden Kriminalsekretär Reibold zum Einschreiten veranlaßte. Sie Stahl- hclmleute schlugen unter heftigen Beschimpfungen und auf hetzenden Zurufen mit Fäusten und Trommelschlägern blindlings auf ihn ein. Beim Erscheinen der Bahnwache flüchteten die Attentäter in die Wagenabteile. Sie Bemühungen um die sofortige Feststellung der Angreifer scheiterten daran, daß der Zugführer entgegen dem Ersuchen des Leiters der Kriminalzentrale, Regierungsrat Bach, die Abfahrt des Zuges nicht bis zur Festnahme der Täter hinauSschob. Als nun der Zug sich in Bewegung setzte, wurde Regierungsrat Bach aus dem Fenster eines mit Stahlhelmleuten besetzten Abteils mit dem messingbeschlagenen eisernen Teil eines Trommelschlägers ins Gesicht geschlagen und unterhalb des rechten Auges so erheblich verletzt, daß die Erhaltung des Auges nur einem glücklichen Zufall zu verdanken ist. Unbeschadet der Verpflichtung der Polizei zur Zurückhaltung und Mäßigung im allgemeinen ist ausdrücklich zu betonen, daß jeder, der die Polizei angreift oder ihr bei der Surchsührung ihrer Aufgaben Widerstand entgegenstellt, sich bewußt sein muß, daß er dabei sein Leben aufs Shiel seht. Serartige Veranstaltungen rädikaler, staatsfeindlicher Organisationen bedeuten angesichts der Rei- gung ihrer Mitglieder zu Gewalttätigkeiten, eine besonders große Belastung der Polizei, ganz zu schweigen von der Gefahr für Leib und Leben der Beamtenschaft. Sie dabei zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erforderlichen Maßnahmen verursachen aber auch ganz unverhältnismäßig hohe Kosten. Unter diesen Umständen wird es in künftigen Fällen verschärfter Prüfung bedürfen, ob derartige Scmonftrationen überhaupt noch gestattet werden können. — Rächste Sitzung am Sienstag, 10. Sezember. Turnen, Sport und Spiel. DerDeuischeKanuverband aufderLahn Sie im gesamten deutschen Kanuverband besonders beliebte Pfing st Wanderfahrt des Oberrhein- und Mainkreises soll im kommenden Frühjahr auf der Lahn durchgesührt werden. Siese große Wanderfahrt, die Kanuten aus allen Gauen des Seutschen Reiches zusammenführt (im Frühjahr d. I. waren etwa 1600 Teilnehmer auf dem Reckar) wird organisiert von der Siezer Paddlergilde und sieht die Strecke Gießen bis Ems, und von dort rheinabwärts bis Köln vor. Sa die Strombauverwaltung durch die vielen Schleusen einen zu großen Wasserverlust befürchtet, werden an die Walzenwehre Holzrutfchen angebaut, so daß alle Schleusen und Wehre ohne Aufenthalt überfahren werden können. Für alle Teilnehmer wird diese neuartige Regelung ein besonderer Reiz fein. Soviel dem vorläufigen Fahrtprogramm entnommen werden kann, sollen die Tagesetappen wie folgt eingetcilt werden: Gieße n—Wetzlar, Wetzlar—Weilburg, Weilburg—Runkel, Runkel— Siez, Siez—Obernhof, Obernhof—Ems, Ems- Koblenz, Koblenz—Mehlem, Mehlem—Köln. In Koblenz ist eine besondere Feier in dem neu« etbauten Wanderheim des Seutschen Kanu-Verbandes am Seutschen Eck geplant. Spielvereinigung 1900 Gießen. d. Am kommenden Sonntag führt 1900s e r ft e E l f ein weiteres Derbandsspiel durch. Siesmal geht die Reise zum Fußballverein Breidenbach im Hinterland. Sah der Gastgeber, zumal auf eigenem, gänzlich unzulänglichem Platze, sehr ernst zu nehmen ist, weiß man zur Genüge. Sas Vorspiel in Gießen gewann 1900 4:3 nach einem wechselvollen, ausgeglichenen Spiel. Sie Leute aus dem Hinterlande waren durch ihre schnellen Außenstürmer sehr gefährlich. Bei der diesmaligen Begeg.-.ung sind die Aussichten für die „Vereinigten“ nicht allzu rosig, da Breidenbach sicher den Vorteil des eigenen Platzes ausnuhen wird. Für die Blau- weißen gilt es, sich für dieses Spiel ganz besonders vorzubereikön, denn eine Riederlage kann die Mannschaft aus dem aussichtsreichen Wettbewerb werfen. Sie Spielleitung liegt in den Händen des Schiri Hch. E n g e 11 e r, Germania Marburg. Sie 1. Jugend 1900s hat Marburger Gäste. Sie vorzügliche 1. Iugendelf vom D. f. D. Ku r- hessen Marburg wird auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe gastieren. V. f. B. — „Kurhessen" Kassel ein fußbaUsportliches Ereignis in Güßen. Ursprünglich hatte die Ligamannschast am kommenden Sonntag auf eigenem Platz Sportverein Wetzlar im Verbandsspiel zum Gegner. Das Tressen ist jedoch auf Antrag Wetzlars auf einen späteren Termin verschoben worden. Um den dadurch spielfrei gewordenen Sonntag auszufüllen, ist die Liga Mannschaft vvn„Kur- h e s s e n“ - K a s s e l zu einem Gefellichaltsspiel nach hier verpflichtet worden. Sie „Kurhessen" sind wohl die bekannteste Mannschaft des Bezirks: sie errangen in den Jahren 1924/27 und 1928 die Meisterschaft des Bezirks Hessen-Hannover. In letzter Zeit schlug die Weber-Elf „Hessen“ 09 und V. f. B.-Kurhessen Marburg mit 7:2 bzw. 4:1 und nimmt nun hinter S. E. 03 Kassel und „Borussia" Fulda den 3. Platz in der Tabelle der Dezirksligallasse ein. Es ist also keineswegs ausgeschlossen, daß ihr auch in diesem Jahre wieder die Erringung der Meisterschaft gelingt. In der „Kurhessen"-Mannschaft wird auch der Olympiademitkämpfer Weber, der mehrfache Internationale, mitwirken, dessen überragendes Können in den Länderspielen von der deutschen sowohl wie von der ausländischen Sportpresse stets hervorgehoben wurde. Kur- Hessen ist die stärkste Mannschaft, die seit langer Zeit nach Gießen kommt. V. f. B. wird aller Voraussicht nach in derselben Aufstellung antreten wie am Vorsonntag gegen die Universitätsmannschaft. Bei der Spielstärke der Gäste ist es natürlich ausgeschlossen, daß sie das Treffen gewinnt, da ihr Sturm sich gegen die Kasseler Hintermannschaft wohl kaum durchzusehen vermag. Wenn die gesamte Elf aber den nötigen Kampfgeist und die Energie zur Ausdauer aufbringt, sollte die Riederlage nicht allzu hoch werden können. Vor dem Ligaspiel hat die 2. Mannschaft auf eigenem Platz im Verbandsspiel die gleiche der hiesigen Spielvereinigung zum Gegner. Das Vorspiel endete mit einem 2:1- Sieg der V. f. D.er, die bis jetzt noch ungeschla 'en in Führung liegen. Am vergangenen Sonntag büßten sie in Rieder-Girmes, allerdings nur mit 10 Mann spielend, den ersten Punkt ein. Sie Plahelf darf das Spiel keinesfalls leicht nehmen. zwar, aber doch immerhin vernehmlich. Wer mochte bei ihm sein? Brunhilde erhob sich und neigte sich über die Brüstung. Sicht unter dem Fenster stand ihr Mann und neben ihm eine Frau, deren blondes Haar schillerte. Sie Finger in den weihen Kall des Außensimses gekrallt, horchte sie. „Gnädige Frau, Sie irren,“ sagte Hans Peter. „Eine Scheidung kommt vorläufig nicht in Betracht — jedenfalls nicht, solange mein Sohn minderjährig ist." „Wie lange dauert das noch, Baron?" „Drei Jahre!" „Solange?" kam es enttäuscht. „Sie werden begreifen, daß ich eigentlich keinen Grund habe, die Sache nicht an die Öffentlichkeit zu zerren. Ich befinde mich momentan nicht in den günstigsten Verhältnissen." „Wieviel verlangen Sie für Ihr Schweigen?" Ein kurzes lleberlcgeir. „Vorläufig zwanzig- tausend Schilling. Sie eigentliche Abrechnung folgt erst." Ein dünnes, verhaltenes Auflachen hallte nach. „Ich lasse Ihnen den Betrag durch meine Bant überweisen," ließ sich jetzt Hans Peters Stimme vernehmen. „Als Bedingung stelle ich nur, daß meine Frau nichts von der Slngelcgen» beit erfährt." „Cs soll gelten, Baron! Sarf ich Sie jetzt bitten, mich ein Stück über den Park hinaus zu begleiten? Es ist so fürchterlich unheimlich hier zwischen all dem Raunen und Rauschen." Brunhilde sah, wie ihr Mann der Unbekannten den Arm bot und einem Rebengange zuschritt, welcher die beiden gleich daraus verschlang. An der Biegung, die zum Tor führte, tauchten sie noch einmal auf. Sann schlugen die Flügel des Gittertores kaum hörbar hinter ihnen zusammen. „Unverschämt! Eine RieOerlracht ohneg.eichen!" Sie schöne Frau grub die Rägel in die Handflächen. Seshalb also dieses lange Wachbleiben, damit er die Stunde nicht versäumte, in welcher die andere den Weg zu ihm nahm. Deshalb fein starres, abgemagertes Gesicht, weil er zu jeder Minute von der Entlarvung bedroht war. Und vor der Aufdeckung von Singen stand, die feiner Ehre den Todesstoß versetzten. Zwanzigtausend Schilling hatte er ihr für ihr Schweigen geboten! Zwanzigtausend Schilling! Und ihr blieb er feit Jahr und Tag Zins und Zinseszins schuldig. Als ein guter, treu- besorgter Vater zeigte er sich Bernd — und war ein Schuft! Ein Betrüger, dem jetzt der Zufall die Maske vom Gesicht riß. Sie lief mit langen Schritten im Zimmer auf und ab. eine Vase flog zu Boden und zersplitterte. Ein Stuhl flog krachend zur Seite. Wenn man mit solchen Geheimnissen belastet war, bann hatte auch der Revolver im Schreibtisch feinen guten Grund. Man konnte sich ganz rasch und feige aus b:m Dasein schleichen, wenn man Vabanque gespielt und verloren hatte. Sie dachte an Oertzen und die stete Furcht, wenn sie mit ihm zusammengetroffen war. Es war immer Heller Tag gewesen, nie eine Rächt, wie diese. Anstetten war, ohne daß sie es gehört hatte, eingetreten und schaltete das Licht in die große Dirne der Lampe. Sein Gesicht war unnatürlich weiß. Sie empfand eine solch lähmende Furcht vor ihm, daß sie seitwärts trat und den großen Lehnstuhl zwischen sich und ihn als Secfung schob. Sie dunklen Augen in die ihren gebannt, rang er sich die Frage ab. „Wünschest du etwas?" „ Allerdings!“ Er fuhr sich über die Stirne und stützte beide Hände an die braune Kante des Schreibtisches. „Ich bin sehr abgespannt heute, vielleicht hast du die Güte, die Sache bis morgen zu verschieben. Wenn sie nicht zu dringend ist." „Sie ist sehr dringend!" „Sann bitte!“ Er lehnte mit halb herabgefallenen Lidern gegen die Schmalwand des Fensters und hielt sich, rückwärts greifend, mit beiden Sjänben daran fest. „Ich finde es lächerlich," ihre Stimme flirrte in Hohn, „wenn ein Mann von neununddreihig Jahren durch solch ein nächtliches Rendezvous derart erschöpft ist." Er schlägt mich, schoß es ihr durch den Kopf. Abwehrend hielt sie beide Hände gegen ihn aus- gestreckt. Aber ihre Entrüstung und ihr Zorn waren stärker als alles Ueberlcgen. „Run ist es mir auch begreiflich, für wen du deine Kräfte sparst." Sie sah, wie eine dunkle Welle Dlutes in sein Gesicht schoß und setzte zu einem weiteren Hiebe an. „Und wie es kommt, daß Bernds Erbe vor dem Ruin steht. Ein Junge, der seinen Vater vergöttert und dafür von diesem zum Dettler gemacht wird!" Sie wich einen Schritt vor ihm zurück, der jetzt langsam auf sie zukam. „Wenn du nicht — wenn du nicht — die Frau eines — eines —" seine Stimme war nur noch ein Lallen. „Vielleicht hast du die Güte, fertigzusprechen?" Er taumelte wieder gegen die Wand zurück. „Geh jetzt! Ich kann für nichts mehr bürgen!" „CEBer bürgt dir bann für die zwanzigtausenÄ Schilling?" Wit einem Ruf bes Schreckens sprang sie zur Türe, ritz sie auf und lief wie gehetzt den langen Korridor hinab nach der Wendeltreppe, die zu ihren Räumen führte. Anstetten lieh den Browning, den er heraus- getiffen hatte, sinken, hö.te hinter sich ein Rascheln und gewahr e Bernd, der, mit He.nd und Hose befleibet, auf der Schwelle stand. „Vater, was ist geschehen?" „Aichts, mein Jungel" (Forts, folgt) Wahrend die dritte Mannschaft spielfrei ist, steht die vierte ebenfalls auf eigenem Platz, der ersten Diebers im Kampf um die Punkte gegenüber. Der Ausgang des Treffens ist offen. Von der Jugendabteilung ist nur die erste SchüleriNannschoft auf dem Plan. Sie fährt nach Wetzlar, um den Schülern desSport- Vereins das fällige Pflichtspiel zu liefern. Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900. 5. Dieser Tage hat die Deutsche Sportbehorde für Leichtathletik dis Liste der dreißig Vesten der Saison 1929 veröffentlicht. Wie erfreulicherweise festzustellen war, ist die S p i e l v e r e i n i - gung 1 900 darin zweimal verzeichnet, nämlich durch Emil Schäfer im Kugelstoßen, wo er mit seiner Iahrcsbestleistung von 13,50 Meter den 17. Platz einnimmt, und die 4X1500* Meter-Staffel (Willi Töngcs, Sigurd Lange, Reinhard Vepperling und Hans Pe* ters), die an 27. Stelle rangiert. Außer den 1900ern erscheinen nur noch zwei Vereine des Bezirks Hessen-Hannover in der Aufstellung (Hessen-Preußen-Kassel durch Schaurig und seine 4 X 1500-Metcr-Staffel, V. f. L. Wetzlar durch Paulus). Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Spielvcreinigungsleute unter besseren Verhältnissen noch günstigere Positionen hätten cin-- nehmen können, denn Schäfer mußte sein Training verschiedentlich unterbrechen, was ihn zu- rückwars, und die Staffel trat nur einmal (bei den Vezirksmeisterschasten) in Aktion. Jedenfalls legen diese Placierungen gutes Zeugnis von der Güte der 1930er Leichtathletik ab, und die Entwicklung deutet darauf hin, daß im kom- menden Jahr noch mehr wie fünf Spielvereini- gungsleute das Dreißig-Vesten-Abzeichen der D. S. B. tragen können. Handball der Sp.-Vg. 1900. ö. Die Spielvereinigung 1900 hat nunmehr ihre 'Beteiligung an den Spielen um die Bezirksmeisterschaft von Hessen-Hannover zugesagt. Die ersten Begegnungen finden schon übernächsten Sonntag statt. Als Bewerber um den Dezirks- meistertttel treten auf: die beiden Ersten der Gruppe Kassel, „Kurhessen" und „Hesfen-Preu- ßen", der Meister deS Kreises Südhcmnover, Got- I tingen 05, und die 1900er als Lahnkreisvertreter. Für kommenden Sonntag hat die Abteilungsleitung zwei Spiele abgeschlossen, um dadurch besser über die endgültige Mannschaftsaufstellung für die Bezirksspiele befinden zu können: auf hie» sigem Platz empfängt eine kombinierte Elf die erste Mannschaft des Turnvereins 1862 Wieseck, der ein aufstrebender A. D. T.-Berein ist und ernst genommen werden muh: eine verstärkte zweite Mannschaft fährt nach Butzbach, um der gleichen des dortigen, handballspielerisch bestens bekannten Polizeisportvereins ein Gesellschafts- spiel zu liefern. Die erste Jugend- und die erste Schülcrmann- schaften fahren zum Austrag der angesetzten Pflichtspiele zum Wetzlarer B. f. L. Handball im Gau Hessen (O. T.) 3m letzten Derbandsspick stehen sich am nächsten Sonntag auf dem Llniversitätssportplah der Tv. Großen-Duseck und die Tg. Friedberg gegenüber. Wenn auch Friedberg nicht mehr vom Tabellenende wegkommen kann, so hat Großen-Duseck immerhin noch Aussichten, da augenblicklich gegen den Tabellenführer Mtv. Gießen ein Verfahren schwebt, an führende Stelle zu gelangen. Die Spielstärke der beiden Gegner ist gleichwertig. Vorher spielt die 2. Mannschaft des Tv. 18 4 6 gegen die 1. Mannschaft des Tv. Großen- Linden. Die Gäste konnten in überragendem Stil die Meisterschaft der Z-Klasse-West an sich bringen. Sie stellen eine sehr bewegliche Mannschaft und die 1846er müssen auf dem Posten sein, wenn sie gewinnen wollen. Arbeiter-Tum- und Gporibund. Am kommenden Sonntag wird Gießen auf dem Trieb die erste Mannschaft von A. S. V. W e st e n d zum fälligen Kreisklassenspiel zum Gegner haben. Westend, das nach einer schweren Krise wieder im Aufstieg begriffen ist, wird auch in diesem Spiel zeigen, daß es seine frühere Spielstärke bald wieder erreicht hat. Auch Gießen scheint nun wieder eine Mannschaft ins Feld zu stellen, die zu den besten Hoffnungen Anlaß gibt, wenn auch der unvermeidliche Abstieg zur Dezirksklasse nicht mehr aufzuhalten sein wird. Auf dem Wiesecker Sportplatz werden Wiese ck I b und Waldgirmes i sich ein Freundschaftsspiel liefern, das die Einheimischen wohl als Sieger sehen wird. Auch im Spiele Wieseck I. Jugend gegen den Reuling Saasen l. werden die jugendlichen Wiesecker ihren Gegner mit einer Riederlage abfertigem Gießener Schwimmverein. Am vorigen Sonntag fand in Frankfurt ein g a u - offenes Iugendwettschwimmen statt. Schauplatz der Wettkämpfe war das neue Fechen- Heimer Stadtbad mit seiner überaus sinnreichen Konstruktion. In dieser Halle wickelten sich die durchweg spannenden Wettkämpfe, zu denen insgesamt über 300 Meldungen abgegeben worden waren, vor einer großen Zuschauermenge flott ab. Leider mußte die Herrenjugendbruststaffel des G.S.V. mit Ersatz schwimmen und konnte infolgedessen nicht auf Platz kommen. Die Dameniugendbruststafsel entschieden die Damen Handrick, Schuchard, Hublitz zu Gunsten des G.S.V. Sie hatten gegen Wetzlar einen schweren Stand. Während beide Kopf an Kopf das ganze Rennen hindurch kämpften, sah man die Wetzlarer Staffel um Handschlag früher am Ziel. Sic mußten aber wegen unvorfchriftmäßigen Wendens distanziert werden, so daß die Gießenerinnen zu ihrem wohlverdienten Sieg kamen. Im 1 0 0 - M e t e r - H e r r e n j u g e n d f r e i st i l konnte Herbert mit 1:13 eine sehr schöne Leistung aufstellen und so guter Zweiter werden. In Anbetracht des kurzen Wintertrainings kann der G.S.V. mit diesen Ergebnissen zufrieden sein. Erweitertes Schöffengericht Gießen. • Gießen, 4. Dez. Ein noch junger und bis jetzt unbestrafter Mann hat im Sommer dieses Jahres wiederholt in Dad-Rauheim bei Pensionsgästen seines Arbeitgebers in dessen Auftrag Gelder einkassiert, diese aber nicht abge- Ttefert, sondern für sich verbraucht und sich damit der Untreue im einheitlichen Zusammentreffen mit Unterschlagung schuldig gemacht. Ferner hat er ihm zur Aufbewahrung anvertrautes Dcpotgeld eines Pensionsgastes unterschlagen. Obwohl es sich um beträchtliche Summen handelte, ließ das Gericht mit Rücksicht auf die Llnbestraftheit des Angeklagten, sein Geständnis und seine offenkundige Reue weitgehende Milde walten und es bei einer Gefängnis st rafe von drei Monaten unter Anrechnung der Untersuchungshaft bewenden. Ein Sandgrubenpächter von Ilbenstadt war der fahrlässigen Tötung angellagt. In seiner Sandgrube in Ilbenstadt war im Sommer d. I. ein Arbeiter durch eine zusammenbrechende Wand verschüttet und getötet worden. Rach dem Sachverständigengutachten traf den Verunglückten, der sachkundig war und den ‘Betrieb selbständig führte, die Hauptschuld. Da die Dehauptung des Angeklagten, der unfachgemähe Abbau sei erst kurz vor dem Unfall und ohne sein Vorwissen erfolgt, nicht zu widerlegen war, erfolgte Freisprechung. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Läßt sich Kafffeeduft konservieren? Das Beste am Kaffee — das Aroma — geht gewöhnlich schon bei der Zubereitung verloren; es verfliegt. Daran ist unser hartes Wasser schuld; es verträgt sich schlecht mit dem Kaffee. Wir müssen dem Wasser deshalb die Stoffe zuführen, die es braucht, um den Kaffeeduft festzuhalten und zu konservieren. Das tut „Weber s Carlsbader1*! Es macht das Wasser für den Kaffee tauglich, wertet die Bohnen aus u. bringt das ganze Aroma bis in die Tasse auf den Tisch. Preis: 70 Pfg. 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Einsprüche gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Stimmkartei sind innerhalb der Osfenlegungsfrist bei Meidung des Ausschlusses bet dem Oberbürgermeister (Wählamts Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13) schriftlich anzu^eigen ober zur Niederschrift zu geben. Soweit die Richtigkeit einer Behauptung nicht offenkundig ist, sind Beweismittel beizubringcn. Wird ein Einspruch nicht sofort für begründet erachtet, so entscheidet über ihn der Kreisausschuß endgültig. Stimmberechtigt ist, wer am Abstim mungstage (22. Dezember 1929) Reichs- angcljörigcr, 20 Jahre alt und nach dem Retchswahlgesetz am Stimmrecht weder be. bindert noch von ihm ausgeschlossen ist. Abstimmen kann nur, wer in dte Stimm- Partei eingetragen ist oder einen Stimmschein hat. Gießen, den 6. Dezember 1929. Der Oberbürgermeister. 3.23.: Dr. Seid. 10J12D tzLI Vorteilhafte Weihnachtsangebotel Bei Barzahlung 5% Rabatt! °L"°«d. in allen Abteilungen meines Hauses! 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Aach dem Schluß desselben sprach Bürgermeister A f f Abschiedsund Dankesworte und übergab als Andenken an die Gemeinde das bekannte Benzersche Bild „Abendmahl in der hessischen Dorfkirche", sowie einen von den Mädchen gestifteten Blumenschmuck. Die Kirche selbst war schön geschmückt, und fast die ganze Gemeinde nahm am Gottesdienst teil, denn jeder wollte bekunden, wie sehr er den Weggang des langjährigen Ortspfarrers bedauerte. wesentlich nachgelassen, so daß nur etwa 280 Kubikmeter in diesem Jahre abgefetzt wurden. Für die Gemeindekasse bedeutet dies einen Ausfall an Einnahmen, da der Steinbruch an den Unternehmer W. Weber gegen Aaummeter- abgabe verpachtet kst. Kreis Schotten. 4- Llnter-Seibertenrod, 3. Dez. Bom 24. November bis 1. Dezember wurde hier eine Evangelisationswoche in der Kirche abgehalten. Missionar Walther von Beuern hielt an iedem Abend Borträge, die auf eine Erneuerung des sittlichen und des Glaubenslebens hinzielten. Der Bolksmissionar verstand es, in überaus klarer Weise den Zuhörern das eine was not tut, einzuschärfen. Die Themen der Evangelisation waren: Totensonntagmorgen: „Die Schar der seligen Vollendeten. Wer gehört zu dieser Schar?" Sonntagmittag: „Welche Segnungen werden denen zuteil, die dazu, gehören?" Sonntagabend: „Wie überwinde ich die Todesfurcht?" Montag: „Heilung vom sicheren Verderben." Dienstag: „Sorge für dein Seelenheil!" Mittwoch: „Befolge Jesu heilige Mahnungen!" Donnerstag: „Erziehungsratschläge. Aur für Eltern und Erzieher." Freitag: „Gedenke an deinen Schöpfer in deiner Jugend! Speziell für Jünglinge und Jungfrauen, auch für die Eltern, nicht für Kinder." Samstag: „Irret euch nicht. Gott läßt sich nicht spotten!" 1. Advent. Morgen: „Der Segen des Sonntags und unserer lieben Kirche für unser Volk und Vaterland." Sonntagmittag: „Zanket nicht auf dem Wege:" Aur für Eheleute und Verlobte." Sonntagabend: „Verscherzet nicht Gottes Gnade!" Auch wurden an drei Aachrnit- tagen Bibelstunden gehalten. Die Abendvorträge waren nicht nur aus der Gemeinde, sondern auch von den benachbarten Orten gut besucht, ein Beweis dafür, wie Missionar W a l- t h e r es verstanden hatte, die Herzen für die heilige Christensache zu begeistern. Die erhobenen Kollekten betrugen insgesamt 175.73 Mk. Kreis Lauterbach. ^Lauterbach, 5. Dez. In der Nacht zum Dienstag wurde in das Stationsgebäude Glück unverletzt. Das Auto wurde so ftatf beschädigt, dah es abgeschleppt werden muhte. ch Dornholzhausen. 5.Dez. In unserer Gemeinde hat sich ein Gesangverein gegründet, dem bis jetzt 40 Mitglieder beigetrctcn sind. Der Verein führt den Aamen „Gesangverein Liedcrkranz". Zum Vorsitzenden wurde Hermann L a u b c r gewählt, Dirigent des Vereins ist Lehrer Schüler, Oberkleen. Es finden vorläufig wöchentlich an zwei Abenden Gesangstunden statt. Oberheffen. Landkreis Gießen. (□ Lollar. 4. Dez. Eine öffentliche Sitzung des < Gemeindcrates fand gestern abend statt. Die Gemeinde-Hundesteuer für das Jahr 1930 wurde zu den seit 1925 gültigen Sähen erneut beschlossen. — Die Abgabe eines Gelände st ückes am Lollarer Kopf zu Steinbruchzwecken stand wieder auf der Tagesordnung. Die den Steinbruch betreibende Firma Stahl und Söhne muhte im Juli den Betrieb schliehcn, weil das Gewerbeaufsichtsamt und die Berufsgenossenschaft das Anlegen einer terrassenförmigen Bruchwand forderten, die Durchführung dieser Anordnung jedoch infolge Fehlens ausreichenden Abbauraumes den Fortbetricb des Bruches in einem den wirtschaftlichen Grundsätzen entsprechenden Mähe, selbst unter Hinzunahme eines von der Gemeinde pachtweise abzulassenden zehn Meter breiten Gc- landeftreifens, nicht möglich machte. Nachdem in den Verhandlungen zur Abgabe weiteren Gemeindegeländes der Gemeinderat einen Antrag aus Rückgängigmachung des Vertrages, bei gleichzeitiger Forderung nach Genehmigung zur Ausbeutung von nur abbaufähigem Gelände am Scheitel des Berges bis zu 50 Meter Tiefe, als zu weitgehend abgelehnt hatte, suchte die Firma nunmehr um pachtweise Lieberlassung von 40 bis 50 Meter weiteren, in die Tiefe gehenden Geländes nach. Als Pachtpreis wurden angeboten für abbaufähiges Gelände 4 Mk., für das übrige Gelände 1 Mk. je Quadratmeter, bei Zahlung von 10 000 Mk. sofort, den Rest der Pachtsumme in sechs Jahresraten. In gleicher Sache lag eine Mitteilung des Gewerbeaufsichtsamts vor, die im wesentlichen die Angaben und Forderungen der Firma für richtig bzw. notwendig erklärt, und Lieberlassung von Gelände im gewünschten Umfange nach gehöriger Sicherheitsleistung empfahl, wobei darauf hingewiesen wurde, dah vertraglich das Schürfrecht auf diese bzw. eine Firma beschränkt werden könnte, und dah im übrigen die Naturschönheiten des Lollarer Kopfs nicht beeinträchtigt würden. Einig war sich der Gemeinderat darüber, dah eine Aufteilung in abbaufähigcs und nicht abbaufähiges Gelände unmöglich sei und von vornherein die Gefahr des gerichtlichen Austrages von unausbleiblichen Meinungsverschiedenheiten in sich trage, dah ferner der seinerzeit geforderte, bereits die Verschiedenartigkeit des Geländes berücksichtigende Pachtpreis von 4 Mark für das Quadratmeter als Durchschnittspreis für das getarnte Gelände aufrechtgehalten werden müsse. 2m übrigen zeigte die Aussprache das bekannte Bild des Für und Wider. Der Gemeindcrat einigte sich dahin, die Verhandlungen sortzu- führen und der Firma zunächst die Annahme eines einheitlichen Pachtpreises von 4 Mk. je Quadratmeter des Gesamtgeländes aufzugeben, auch soll sich die Firma erklären, wie sie die Sicherheiten bieten will. — Der Geslügel- uni) Drieftaubenzuchtverein Lollar veranstaltet am 5. Januar 1930 anläßlich feines 25jährigen Bestehens eine Jubiläumsschau. Es wurden ihm für einen Ehrenpreis 25 Mk. bewilligt. — In einem Schreiben des Kreisamtes Giehen wurde unter Hinweis auf eingegangene Beschwerden wegen Behinderung des Straßenverkehrs auf der Ortsdurchfahrt durch die Schausteller bei Festlichkeiten empfohlen, Abhilfe zu schaffen. Der Gemeinderat beschloß, dem Ersuchen des Kreisamtes zu entsprechen. Welche Plätze künftig für die Schaubuden usw. angewiesen werden, wird einer späteren Beschlußfassung Vorbehalten. — 2m Holzmühlenweg soll durch Verlegung von 280 Meter Wasserleitungsrohr Anschluß an das Rohrnetz der Hauptstraße erfolgen. Die Arbeit wurde der Firma Kutscher-Schwabe zu ihrem Angebotspreis von 2386 Mk. übertragen. 4L Hungen, 5. Dez. In diesen Tagen feierte unser ältester Mitbürger, Christoph Karl Bender, seinen 90. Geburtstag. Der al e Herr, der früher unter dem Namen ,,'Sot^e Bäcker" hier ein Bäckereigeschäft betrieb, ist ein weit über die Grenzen unseres Städtchens hinaus bekannte Persönlichkeit. Noch niemals in seinem Leben ernstlich erkrankt, erfreut er sich noch einer ungewöhnlichen geistigen Frische und körperlichen Rüstigkeit. In diesem Sommer war er feirc.n Anverwandten noch bei der Ernte behilflich. Dor wenigen Jahren erst verlor er seine gleichalterige Frau. Ncwen zahlreichen Beglückwünschungen und ( Aufmerksamkeiten wurde der alte Herr durch ein Ständchen des Männergesangvereins unter Leitung von Lehrer Meyer dahier geehrt. Kreis Büdingen. △ Nidda, 5. Dez. Der Vorstand und Aufsichtsrat der Bezirkssparkasse Nidda wählte zum Nachfolger des verstorbenen Bürgermeisters und Sparkasserechners Ludwig Ringshausen dessen Sohn Albert Ringshausen zum Rechner der Bezirkssparkasse. Letzterer ist schon über zehn Jahre als erster Gehilfe und Stellvertreter seines Vaters an der Bezirkssparkasse tätig und erfreut sich im ganzen Sparkassenbezirk großer Hochachtung und vollen Vertrauens, das vom Vorstand und Auf- (Schluß.) 0er Kriminalkommissar als Gannove in &. Pauli. Aus leicht verständlichen Gründen war es für mich überaus schwierig, im Verkehr mit dem Berliner Verbrechertum tieferen psychologischen Einblick zu gewinnen, denn der Verbrecher wird sich einem Kriminalbeamten gegenüber — und schließlich sind doch alle Berliner Kriminalbeamten mehr oder weniger der Verbrecherwelt bekannt — immer unnatürlich geben. Um mit dem Verbrechertum in engere Fühlung zu kommen und es in seinem Leben und Treiben ungenierter und besser beobachten zu können, mußte ich deshalb eine andere Großstadt aufsuchen, in der ich nicht zu befürchten brauchte, bei meinem Studium als Kriminalbeamter erkannt zu werden. Ich wählte hierfür Hamburg und nahm in einem der am Hauptbahnhof gelegenen Hotels Standquartier. Von hier aus zog ich dann allnächtlich in entsprechender „Schale" auf Abenteuer aus, um durch Se'bsterleben psychologische Eindrücke zu sammeln. Ich muh aber gestehen, daß es mir nicht gerade leicht war. den für diese Studien absolut notwendigen Eingang in die dortigen Verbrecherkreise za finden. Nach mehreren ergebnislosen Versuchen, entsprechenden Anschluß zi finden, stand ich elf Llhr abends am „Alten Sleinweg" und überlegte, was ich noch Zweckdienliches beginnen könnte. Plötzlich trat ein Mann auf mich za und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, mal etwas za erleben und einen interessanten Betrieb kenne z iternen. Die Einladung tarn mir wie gerufen, ia> nahm deshalb gern die Gelegenheit wahr, mich mit dem freundlichen Manne, der mir ein Anreißer für Nachtbetriebe za fein schien, etwas anzubiedem. Ich erzählte ihm, daß ich in Berlin selbst einen ähnlichen Betrieb hätte und gerade nach Hamburg gekommen wäre, um mich nach ein paar hübschen Mädchen dafür umzasehen. Der Hamburger bot mir feine „fachmännische" Vermittlung an und war von meinem Vorhaben so begeistert, daß er seinen Dienst als Anreißer auf der Stelle aufgab und sich mir als Führer durch die Nacht- und Verbrecherlokale zar Verfügung stellte. Ich merkte bald, daß „Hinrich" in den Hamburger Verbrecherkreifen gut bekannt war, und als ich meinem neuen Freunde vorgeflunkert hatte, daß ich wegen Betruges und Zuhälterei mit zweieinhalb Jahren Gefängnis vorbestraft wäre, faßte auch er volles Vertrauen und erzählte mir, daß er, obwohl er noch nicht fünfundzwanzig Jahre alt fei, schon über vier Jahre „Knast" gehabt habe, und zoar wegen Zuhälterei und eines „kleinen Kirchenraubes". Selbstverständlich war Hinrich auf unserer mehrtägigen Kaschemmenreise mein Gast, und er gab sich auch die redlichste Mühe, mich mit den Eigentümlichkeiten der verschiedenen Verbrecherlokale und seiner Besucher eingehend bekannt zumachen. Argwöhnische Blicke und Fragen der Gannoven entkräftete er schnell durch ihm geeignet erscheinende Aukflärungen, und so wurde ich für die folgenden drei Nächte ein in den Hauptverbrecherkellern Hamburgs bekannter Gast. Sogar einen Spitznamen erhielt ich hier, „Düsseldorfer Ernst" meiner Heimatstadt entsprechend. In den vielen langen Jahren meiner Tätigkeit beim Berliner Polizeipräsidium habe ich nicht so viele und psychologisch wertvolle Erfahrungen sammeln können, wie hier, in diesem Hamburger Derbrechermilieu, wo alle Gannoven männlichen und weiblichen Geschlechts mich unbeirrt für ihresgleichen hielten und mir blindlings ihr Vertrauen schenkten. Selbstverständlich hatte ich aus Gründen der Vorsicht Ausweispapiere und Brieftasche im Hotel gelassen, und so war mir eine dem von mir gerade besuchten Derbrecher- keller durch die Hamburger Schutzpolizei drohende Aushebung nicht gerade angenehm. Aber ebenfo- sichtsrat bei der Wahl einstimmig bekundet wurde. — Der Gesangverein „Sängerkranz" hierselbst ernannte in seiner jüngsten Generalversammlung an Stelle des nach Gießen versetzten Iuftizinspektors Dapper den Lehrer Dietrich zu Rodl)eim a. d. Horloff zu seinem Diriaenten. Der neue Chormeister ist in Sängerkreisen als vorzüglicher Dirigent bekannt. # Anter-Widdersheim, 5. Dez. Die von hier nach Grund-Schwalheim und Steinheim führenden Provinzial st raßen befinden sich in einem sehr schlechtenZ u st an de. Der immer stärker werdende Verkehr nut Kraftfahrzeugen aller Art, sowie der Fährverkehr mit Basaktsteinen von den Ober-Widdersheuner Hart- basaltwerkcn Hal der Straßendecke schwer zuge- scht, so daß sich stellenweise Loch an Loch befindet, in denen sich bei dem herrschenden CRcgen- toetter meterlange Pfützen bilden. Nachdem die Provinzialstraßenverwaltung die Durchgangs- strahen in guten Zustand gebracht hat. wäre es sehr zweckmäßig, auch die stark benutzten Bezirks- straßen neu zu befestigen, oder doch wenigstens die tiefen Löcher der Fahrbahn mit Schotter auszufüllen. — Die nachlassende Bautätigkeit hier und in den benachbarten Ortschaften hat sich im Absatz des hiesigen Gemeinde st ein- bruchs im lausenden Jahre besonders bemerkbar gemacht. Die Nachfrage nach den lagerhaften Bausteinen hat den letzten Jahren gegenüber tag sich Pfarrer Schick, der seit November 1905 die hiesige Pfarrstelle innehatte und nun mit dem 1. Dezember in den Ruhestand getreten war, sich von den Gemeinden im Gottesdienst verabschiedet hatte, sand am Montagabend noch eine von feiten der Gemeinde veranstaltete Abschieds feier statt, die von der großen Verehrung. die der langjährige Ortspfarrer in unserem Dorfe genießt, beredtes Zeugnis ablegte. Aus Einladung des Bürgermeisters Albert versammelte sich die ganze Gemeinde im Pfarr- hose und vor dem Pfarrhaus, um ihrem Pfarrer „Lebewohl" zu fag n. Eröffnet wurde die Feier durch einen Chor des Gesangvereins unter Leitung von Lehrer Jochem. Darauf feierte_ Bürgermeister Albert den Scheidenden, wünschte ihm Gottes Segen für de Jahre des Ruhestandes, den unser alter Pfarrer in Laubach noch recht lange und gefunö verleben möchte, und überreichte ihm im Namen der Gemeinde einen wertvollen Sessel. Für den Kircheavorstand sprach Ludwig Dörr den Scheidegruh. Er hatte ihn in dichterische Form gebunden: Dem scheidenden Pfarrer. In der Jugend geht's mit Iugendeil', Müde ziehn wir in das Altenteil. Wenn die zugemcfsne Frist zerrann. Stommt das Müdsein über jedermann. Er, der dieses Dorfes Hirte war Nun schon über vierundzwanzig Jahr Geht von hinnen, weil er scheiden muß. Drum dem Treuen diesen Liebesgruß. Als ihn die Berufung zu uns trug, Dessen Herz für unsre Scholle schlug. Haben wir es mehr und mehr erkannt, Wie er liebt sein Volk und Vaterland. Leid und Freud', wie jeder Erdensohn, Trug er hier und nahm fein Teil davon; Weib und Kinder mußf er scheiden sehn — Unverständlich bleibt manch Weltgeschehn. Auch wie du in unsrer Mitte hier Dich gesorgt, gebangt um uns, dafür Sei dir Dank gesagt von groß und klein: Niemals soll es dir vergessen sein. Geh mit Gott! Du lieber, treuer Mann, Gott sieht gnädig stets die Seinen an, Sei im Leben ferner ohne Harm, Dieses wünschen viele Herzen warm! Herbstein eingebrochen. Der oder bie 1 Diebe drangen durch ein Fenster in die Schreib» | ftube ein, um die Etationskasse zu plündern. Glücklicherweise waren größere Geldbeträge nicht vorhanden, so daß nur eine verhältnismäßig geringe Summe gestohlen wurde. In der gleichen Nacht und unter den gleichen Begleitumständen wurden auch die Stationsgebäude in Rixfeld, Eifenbach und B l i h e n r o d heimgesucht, jedoch konnten die Einbrecher auch dort feine größere Beute machen. Anscheinend handelt es sich um dieselben Einbrecher, die vorige Woche auch verschiedene Stationsgebäude an der Butzbach— Licher Strecke mit ihrem Besuch „beehrt" haben. Preußen. Bankzusammenbruch in Treysa. WEN. Treysa. 5. Dez. Die Inhaber des Bankgeschäftes Gebrüder Hans und Paul Hermann in Treysa haben sich nach verübten großen Depotunter s ch lagungen am 4. Dezember der Staatsanwaltschaft in Marburg freiwillig gestellt und sind, ihrem Wunsche entsprechend, in Haft behalten worden. Nach ihren Angaben haben sie deponierte Wert- papierein Höhe von etwa 15 5 000 Mk. unterschlagen und sind dann zahlungsunfähig geworden. Geschädigt find hauptsächlich kleine Sparer aus Treysa und der Umgebung. Kreis Wetzlar. i Groß-Rechtenbach, 5. Dez. Ein Auto- Unfall ereignete sich heute in der Mittagszeit auf der Provinzialstrahe Wetzlar—Butzbach bei der neuen Schule in Klein-Rechtenbach. Ein Personenauto der Ueberlandzentrale der Buderusschen Eisenwerke in Wetzlar lefand sich auf der Rückfahrt nach Wetzlar, als ein Schuljunge aus der Schule in Klein- Rechtenbach herausgelaufen kam und die Straße Inoch vor dem Auto überqueren wollte. Der Wagenführer riß im letzten Augenblick das Auto herum, so daß es ins Schleudern geriet I und in den Straßengraben umstürztc. Der • Schuljunge sowie die Autoinsassen blieben zum wenig erfreut darüber war Hinrich, und auch den anderen Gästen des Kellers schien der Polizeibesuch äußerst unerwünscht zu sein. Wir waren deshalb nicht gerade unglüiÜich, als uns der Durchbruch nach hinten, erst durchs Fenster und dann über Mauern hinweg gerade noch im letzten Augenblick gelang. Aber ein verteufeltes Pech sollte mir für die nächste Nacht bevorstehen. Als ich im „ Thiel beck- Keller" mit Hinrich und anderen „Freunden" den interessanten Erzählungen des „Flensburger Karl" über seine Flucht aus dem Zuchthause lauschte, trat vom Büfett ein gefährlich aus- schender Geselle an mich heran, streckte mir seine Hand entgegen und grüßte: „Morjen, Herr Kommissar, wat machen fe denn in Hamburg?" Ich muß sagen, ich war wirklich auf das peinlichste überrascht und sah schon im Geiste die ganze Verbrechergesellschaft wutschnaubend und rache- | dürftig über mich herfallen. Einen Augenblick überlegte ich, sollte ich zugeben, wer ich war, oder es abstreiten. Ich wagte das letztere und fuhr den Berliner Gannoven grob an: „Mensch, du bist wohl verrückt, du scheinst zuviel GrogS gesoffen zu haben und Gespenster zu sehen." Lind wirklich, der Berliner wurde stutzig, betrachtete mich zwar mißtrauisch, zog sich dann aber kopfschüttelnd, „ne, solche Aehnlichleit", zur Theke zurück. Von dort aus schielte er argwöhnisch zu mir herüber, tuschelte mit seinen Kumpanen und schien ihnen seine Zweifel über meine Angaben plausibel zu machen. Mir wurde die Geschichte doch reichlich brenzlig, und ich nahm deshalb die nächste Gelegenheit wahr, durch den mir als Rückzugsweg belannien Hinteren Hauseingang heim.ich zu verschwinden. Damit war natürlich meine Hamburger Kaschemmenreise erledigt, denn ich durste im Interesse meiner eigenen Sicherheit ein nochmaliges Zusammentreffen mit den Hamburger Gannoven nicht mehr riskieren. Nur Hinrich sollte ich drei Monate später in Berlin gelegentlich einer von mir geleiteten Aushebung des „Augustkellers" Wiedersehen. Auch Hinrich mußte mit zum „Alex", und niemals werde ich sein maßlos erstauntes Gesicht vergessen, als er mich sah und von feinen Leidensgefährten über mich unterrichtet wurde. Selbstverständlich benutzte ich meinen Hamburger Aufenthalt auch dazu, St. Pauli, das bekannte aber auch berüchtigte Hamburger Der- gnügungsviertel, eingehend lennenzulernen. Keine einzige Straße Deutschlands ist im Auslande so weit und breit bekannt wie die Reeper- bähn, die Hauptstraße St. Paulis. Fast jedes Haus dieser Straße und nicht minder auch dev an die Reeperbahn sich anschließenden „Großen Freiheit" birgt irgendein Tingel-Tange 1, eine Würfelbude, ein Kasperletheater, ein Karussell, i _ . .. i:„conih„ ein Panoptikum, ein Kino oder irgendeine andere 1 «LsfiAtßnr?n Ad auf alte, weit fie alter Sni>"ieUten’l®eif®U7melSn^unb'‘sÄanbi ®« «rigervereüti Sämann Sauberkeit sind, so übertraf dieser Trichterpark Lorn E,cEa™lt- ® thJ?° m, t ™ dennoch bei weitem alle Erwartungen. Die Dar- Ä^^egosseE A^chiedsworte f^d^ guten bietungen waren durchaus minderwertig, aber ^über- noch minderwertiger war in der Hauptsache das ^?I^ende ^Hosswbezirkes Grunb? 9. Publikum, das hier zusammenströmte. Reben t «neLSfenSShvnli uÄÄ mitgtieb Ä sprach auch U»i. ^^fanÄÄ LLt Ä» । XÄÄÄyt malaiischer Restaurants und Speisekeller, und diese und alle die vielen anderen fremdländischen NflUmflNNS NaDrtiches Kostenlos Betten spricht ii M $reie A DRUCKSACHEN Matratzen Brühl'eche Druckerei VI Baukasten ScMhais Herbert Eisenbahnen Gießen, Ma ktplatz 2. neben der Engelapotheke WlSMWMlMl«! Auf Wunsch Zahlungserleichterung Schlafzimmer Erbt Eiche 1 00 Betten-Bär GelegricheMauf Säe' s Slolleo rm (Singana Ecke VolkSbad. Kein Vaben. Wogte Griparnii hoher Ladeamiele 1 Treppe hoch wartS. 977JD 2 2 Eintritts!; abends ai SekretÄr 9 © U u s v I SWete Wollfüllung 4 Q 29-, 22-, IO Daunenfüllung ßf> 95 -, 80.-, Dö. Aoiärheiten °m» Steil. Wotlmatr. . 6.' Steil. Kapokmatr. 6. 3teil. Roßhaarm. 8. Neue Deckbetten und Kopftiffen mit weißen Halbdaunen umstände halber weit unterm Preis abzu- geben. 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Alle deutschen Männer und Frauen sind herzlichst eingeladen! Oeitn - denken ! “ ^eihnachts- Am Montag, dem 9. Dezember 1929, abends Llhr spricht in der Turnhalle am Osw ldSgarten Herr Dr. Eduard Gtadtler-Äerlin vom Äundesamt des Stahlhelms über: Hötiooflle DupofiliOB m WäB 10019D Der Ausschuß für den Volksentscheid. Gießener Konzertverein Drittes Konzert Sonntag, 8. Dez. 1029, 17 Uhr, In der Universitätsaula Arien- und Lieder-Abend Anny von Kruyswijk von der Städtischen Oper In Nürnberg. Am Klavier: Dr. Stefan Temesv ry. Lieder, von Schubert. Liszt. Marx und Johann Strauß. — Arien: von 'ozart. Rossini und Verdi, Der Blüthner- Konzertflügel ist aus dem Piano ma-tazin R. Schönau. Seltersweg 91. Eintrittskarten: RM. 4.-. 8— und 2.- bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Student en karten RM. 1— bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweis. 9SD7D (1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Oberh. ßese^schail lür Natur- o. Reilknnde Naturwissenschaftliche Abteilung Sonntag, 8. Dez. 1929, 11'/. Llhr im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße Vorführung des Films: ssydu »Girr derrtMes Esrtsvzvevlev'* (E.senerzbergbau v Oberhessen, Lahn u. DM) Für Mitglieder sind bei Dorzeigen der Mitgliedskarten Logen reserviert. Aaste wi kommen. Oer Vorstand, niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiwiiiiiiiiiiiiiiii ■BO MUT //.z.: hat recht: „Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen!" > FÜR FRISCHE QUALITÄT GARANTIERT X BIS: / Und hier $teht*s deutlich schwarz auf weiß, wie frisch "Rama 1 imjji im 'Blauband ist. Ein Blick auf das Darum sagt alles. 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Keller, Friedberg, über: Das Wesen deutscher Kunst in den Kunstwerken unserer Heimat. (Mil Lichtbild.) 3. Dolksliedervorträge. (Gesangverein „Eintracht", Angersbach). Sonntag, den 8. Dezember (im Kasino): L 11 llhr (pünktlich!): Dortrag von Lehrer Obwald, Bad-7Iauheim, üver: Dolksbotanik. - Aussprache. II. 12 llhr: Führung durch die Stadt Lauterbach. UL 13.15 llhr: Gemeinsames Mittagessen im Kasino. IV. Anschließend an III: Filmvor'ührung durch Kreis« schulrat Lorenh, Lauterbach, aus dem Heimatfilm über den Vogelsberg. Anm.: Auch Nichtmitglieber sind zu allen Deranstaltungen willkom. men. - Eintritt frei. (Abendveranstaltung 50 Pf. zur Deckung der llnkosten). - Meldung zum Mittagessen bis zum 5. Dezember 1929 an Herrn Kreisschulrat Lorenh, Lauterbach (Hessen). im ?d Der Vorstand Dr. Georg Faber. 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Die nächst« entscheid; wir Darmstadt Dr. Ade Auf Grün 1921 (MU । 1924 (Wl. 1 verordnet: Nachdem d 'mVolksbegeh ..Gesetzes gegei dieser Gesetze LS- o„cu|^ , ,an'-'46!6| Whnacbbfcfle Herrenartikel Strickwaren 2.50, 1.95, 0.95, 0.75, wähl 11.50, 950, 19.50 14.50 22.50. 1.75, 1.10, 18.75, 16.50, reine Wolle 2.50, 1.95, 33.00 4.15, 3.75, 19.50 29.00 besatz 32.50, 4.95, 4.25, 3.75, 2.95, Damen-Wäsche Kleiderstoffe 3.95, 2.75, 1.95, 1.35, 4.75,2.75, 3.95, 2.75, 4.25, 3.50, Wollnatfö, in allen modernen 4.95, 3.25, Farben, Meter 4.95, 3.75, Pulloverstofte, in großerAus 2.50, 1.85, 4.75, 3.95, 3.25, 210, 1.45, 6.25, 3.75, 2.50, 11.50,9.75, 5.75, 4.25, Englische Mantelstoffe 2.55, 1.95, 8.75, 7.95, 1050, 8.75, 6.50. 4.55, 1.45, 1.10, 2.95, 2.25, Handschuhe und 3.50, 2.75, 1.75, 1.50, Futterhosen 2.95, 2.40, normal 4.75, Leib- und Seelhosen Qualität 2.45,1.95, 3.10, 250, 350, 2.75, Bettkattun, in großer Auswahl Damen-Handschuhe Meter 1.10, 0.95, 2.75, 2.25, gestrickt Kinder-Schlupfhosen Damen-Handschuhe 2.75, 2.25, 1.95, 1.50, gerauht halb gefüttert 2.10, 1.75, Damen-Handschuhe und sonstige Zutaten in großer Auswahl mit Stulpen Beachten Sie bitte Auf alle Waren meine Schaufenster Prozent Barrabatt iiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiimiiiiiiiiir; 9601A LUDWIG GIESSEN BAHNHOFSTRASSE2-4 mit Plüschbesatz .. 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Uruguay. - 168.36 1.727 58,385 111,81 111,43 112,43 10.485 21,84 20,364 4,1721 16,425 81.105 58.72 2.044 0.491 58,72 12,377 7,403 73.06 3,014 18,80 81,44 1.888 5,435 4,136 4,016 20,185 168,70 1,731 58,505 112,03 112,12 112,12 10,505 21,88 20,404 4,1805 16,465 81,265 58.84 2,048 0,493 58,84 12,397 7.417 73,20 3,020 18.84 81.60 1,892 5,445 4,144 4,024 20,925 168,31 1,719 58,375 111,81 111,91 112,42 10,486 21,84 20,364 4,1705 16,415 81,06 58,64 20,441 0,491 58,705 12,376 7,402 73,05 3,013 18,80 81,40 1,868 5,43 4,137 3,996 20,885 168,65 1,723 58,495 112.03 112,13 112,64 10,506 21,88 20,404 4.1785 16,455 81,22 58,76 20,045 0,493 58,825 12,396 7.716 73.19 3.019 18,84 81,56 1.872 5.44 4,140 4,004 20,925