Nr. 209 Erstes Blatt 179. Jahrgang Aeitag, 6. September 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätler Heimat im Bild Die Scholle. Monofr-Vezugspreir: 2-20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnlck und Verlag: vrühl'sche Univerfität§-Buch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 2O°/o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Horror vacui. Derlin, 6.September. Don unserer Berliner Redaktion. Run haben wir es also glücklich geschafft, daß über die Arbeitslosenversicherung im Reichstagsausschuh eine offene Krise ausgebrochen ist: nach wochenlangen Vorbereitungen, nach endlosen Verhandlungen aller mittelbar und unmittelbar Deteiligten sind sämtliche Anträge über die entscheidenden Punkte der Reform einschließlich der Regierungsvorschläge abgelehnt. Ausschuß und Regierung stehen vor einem Haufen Scherben und müssen nun mühsam beginnen, die einzelnen Teile wieder zusammenzuflicken. Ob ihnen das gelingt? Theoretisch müßte es ausgeschlossen sein, aber der Parlamentarismus der ungeahnten Möglichkeiten, unter dem wir leben, hat so manchesmal schon das Unwahrscheinliche Ereignis werden lassen, daß vielleicht auch diesmal wieder das Wunder geschieht, zumal da niemand ernsthaft eine Krise will. Die Parteien nehmen deshalb auch den Zusammenbruch noch gar nicht tragisch, sie glauben vorläufig nur, Haag spielen zu müssen: die Politik Snowdens hat ihnen so mächtig imponiert, daß sie das nun alle nachahmen wollen und am weitesten zu kommen, glauben, wenn sie unverrückt an ihrem Standvunkt sesthalten: wohl in der Erwartung, daß die Verhandlungspartner zuletzt doch die Rerven verlieren und mit sich reden lassen werden. Möglich, daß es dahin noch kommt. Unerfreulich genug bleibt es jedenfalls, daß mitten in den entscheidenden Kämpfen um den TZoung-Plan ein solcher Riß quer durch die Regierungsmehrheit klafft. Das hätte sich vermeiden lassen müssen und hätte auch vermieden werden können, wenn etwas mehr Führungswillen und etwas Mehr Voraussicht bei der Regierung gewesen wäre. Die Reform der Arbeitslosenversicherung mußte das Gesellenstück des Kabinetts Müller sein. Darüber bestand schon seit vielen Monaten kein Zweifel. Der Kanzler aber, in s einer Autorität geschwächt durch den Kampf um den Panzerkreuzer, vielleicht auch schon zermürbt durch seine Krankheit, hat die Dinge laufen lassen, bis cs zu spät war. Sonst hätte er niemals zugeben dürfen, daß der Reichstag im Sommer auseinander ging, ohne wenigstens mit der Arbeitslosenreform reinen Tisch gemacht zu haben. Denn die Aufgaben, die uns damals schon im Herbst erwarteten, mit dem Pounaplan und seinen inncrfinanziellen Auseinandersetzungen, waren so groß, die Reibungsfläche so unübersehbar, daß wenigstens diese unnötige Belastungsprobe den Parteien erspart bleiben mußte. Statt dessen haben sich alle mit dem Bedauern über die Vertagung begnügt. Die Volkspartei hat aber wenigstens durchsetzen können, daß die Regierung sich verpflichtete, Mitte August eine entsprechende Vorlage bereitzuhalten und den Sozialpolitischen Ausschuß einzuberufen, damit dann im September der Reichstag in einer Sondersession die Reform verabschieden konnte. Auch damit ist es nun wieder nichts geworden. Herr Wissell hat sein Versprechen nicht gehalten, und als er deshalb in die Zange genommen wurde, half er sich schließlich aus der Verlegenheit mit einem Negierungsentwurf, der nicht Fisch und nicht Fleisch war, der garnicht einmal den Versuch machte, das Defizit der Arbeitslosenversicherung zu beseitigen, sondern die Kernfrage offen ließ und den Parteien das Weitere überließ: das traurige Bild eines Ministers, der nicht die Uötige Ressortverantwortung aufbringt, um gegen den Stachel feiner Partei zu löcken, der deshalb bewußt einen unfertigen Entwurf einbringt und alles Weitere den Parteien anvertraut, unter denen die Gegensätze noch sehr viel schärfer sind als im Kabinett. So liegen also jetzt die Dinge, daß die Sozialdemokraten jeden Abbau der Leistungen ab- lchnen, aber mit einer Beitragserhöhung rasch bei der Hand sind, die nur die Hälfte des Defizits ausgleicht, daß die Volkspartei wieder die Beitragserhöhung ablehnt, weil sie zu Lasten der Wirtschaft geht, also die Preise steigern und damit unsere Konkurrenzfähigkeit bedrohen muß. Wobei die Sozialdemokraten es sich sehr bequem machen mit dem Schlagwort des Kampfes gegen die Sozialreaktionäre, die den Arbeitslosen die letzten Pfennige nehmen wollen. Daran denkt doch im Ernst niemand. Niemand will die Einrichtung der Arbeitslosenversicherung beseitigen, wir wären alle froh, wenn wir sie zugunsten der wirklich Arbeitslosen auf der gegenwärtigen Höhe halten könnten. Aber das Kernproblem bleibt doch, daß endlich einmal die R e i ch s - finanzen in Ordnung gebracht werden müssen, daß wir lernen, uns nach der Decke zu strecken und unsere Steuerpolitik entsprechend umstellen, damit wir wenigstens den Versuch machen können, die Poung-Lasten aufzubringen. Das ist aber hoffnungslos, wenn auch weiterhin die Reichsfinanzen Hunderte von Millionen in die Arbeitslosenversicherung ä fonds perdu hineinpumpen müssen. Deshalb ist diese Reform die Voraussetzung jeder gesunden Finanzpolitik, deshalb ist sie für das Schicksal der nächsten Monate so ungeheuer wichtig. Aber deshalb muß auch der Zwang der Tatsachen so stark sein, daß Regierung und Parteien über das Vakuum hinwegkommen, das sie selbst geschaffen haben. Denn sic bringen sich drinnen und draußen um jeden Kredit, wenn sie an dieser ersten Schwierigkeit scheitern. Der Regierungseniwurf zur Reform der Arbeitslosenversicherung im Ausschuß abgelehnt. Die Sparanträge der Parteien. Berlin, 5. Sept. (WTB.) 2m Sozialpolitischen Ausschuß gab Reichsarbeitsminister Dr. Wissell zur Frage der Reform der Arbeitslosenversicherung einen Aeberblick über die Ersparnisse, die durch die bisher schon eingebrachten Anträge der Parteien und die im Verlaufe der Debatte gemachten Anregungen über die Regierungsvorlage hinaus erzielt werden würden. Die Anträge der Sozialdemokraten und Demokraten, die für die Saisonarbeiter auf eine Herabsetzung der Regel- sähe auf die Sätze der Krisenunterstühung hin- ausliefen, würden eine Ersparnis von 21 Millionen Reichsmark ergeben. Der Antrag des Zentrums auf Kürzung der Lohnklassen 7 bis 11 auf die Sähe der Krisenunter st ühung würde eine Ersparnis von 45 Millionen zur Folge haben unter der Voraussetzung, daß die heute gültigen Familienzuschläge gezahlt würden. Durch den Antrag der Wirtschaftspartei auf Staffelung der Llnterstühungs- sä he würde sich eine Ersparnis von 113 Millionen Reichsmark ergeben. Durch die Verlängerung der Wartezeit über die Regierungsvorlage hinaus könne eine weitere Ersparnis von 24,5 Millionen Reichsmark erzielt werden. Die Herab st ufung der Linker st ühung s- sähe nach bestimmten Prozentsätzen, wie es ein Antrag der Volkspartei verlangt, würde eine Ersparnis von 150 Millionen Reichsmark bringen, die Verlängerung der Wartezeit auf 2 1 Tage unter Berücksichtigung der beantragten Staffelung eine weitere Ersparnis von 15,3 Millionen Reichsmark. Der Antrag der Deutschnationalen, der eine 5) e r abseh u n.g R e- q e i i naib bedeckt.® woieio • oedecxi * Schnee g Graupeln, e Nebel KGewitter.@uindstilie.-O* Mhl «icnter Ost d massiger Südsüdwest q sturrmsener Nordwesl Oie Pfeile fliegen mit dem winde. Pie beiden Stationen stenenden Zat» len geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gleichen} •ui Meeresniveau umgereenneten Luftdruck Wettervoraussage. Störungen im Rorden haben ihren Einfluß weiter südwärts ausgedehnt und im deutschen Küstengebiet Riederschläge gebracht. Don Königsberg wurden heute 11 Millimeter Rieder- schlag gemeldet. An der Rückseite der Störung fliehen polare Luftmassen nach Mitteleuropa, die bei uns zunächst Abkühlung verursachen werden. Dabei kommt es zu Bewölkung, sowie stellenweise zu Rebelbildung. Auch vereinzelte Riederschläge, jedoch mehr im nördlichen Teile, dürften zu erwarten sein. Mit dem Zustrom der Kaltluft wird gleichzeitig der wieder über den britischen Inseln lagernde hohe Druck nach dem Festlande verfrachtet, so daß später Bewölkungsabnahme einsetzen dürfte. Wettervoraussage für Samstag: Teils wolkig, teils aufheiternd, etwas kühler, Neigung zu strichweisen Niederschlägen. WitterungsaussichtenfürSonntagr Allmählich wieder etwas wärmer, teilweise wolkig, teils aufheiternd. Lufttemperaturen am 5. September: mittags 28,2 Grad Celsius, abends 20,6 Grad: am 6. September: morgens 14,4 Grad. Maximum 28,8 Grad, Minimum 12,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefs am 5. September: abends 25,4 Grad: am 6. September: morgens 19,2 Grad. — Sonnenscheindauer 114. Stunden, l e n. Aus der Provinz Rizal werden ebenfalls viele Todesfälle gemeldet. Der Taifun hat bis auf weiteres die Zuführung von Wasser durch die Wasserleitung der Hauptstadt Manila unmöglich gemacht. Die Internationale Kirchenkonferenz. In der ersten Vollsitzung der in Eisenach tagenden Internationalen Kirchenkonferenz wurde ein B e g r ü ß u n g s t e l e g r a m m des Reichs- innen Ministers Severing verlesen, in dem der Minister die Mitglieder des Exekutiv- und Fortsetzungsausschusses in Deutschland herzlich willkommen heißt. Die Reichsregierung hege den Wunsch, daß die Beratungen in Eisenach dazu beitragen möchten, den Gedanken der Einheit und Solidarität der gesamtenMensch- heit weiter zu verkünden, die Annäherung und Zusammenarbeit der Völker zu stärken und so einen wahren Völkerfrieden zum Siege zu verhelfen. — Die Internationale Kirchenkonferenz verlegte ihren Sitz auf die Wartburg, wo Oberbürgermeister Dr. Janson, Eisenach, mitteilte, daß der Erzbischof von Upsala D. Söderblom, Primas von Schweden, wegen seiner Verdienste um die Erhaltung der Wartburg zum Ehrenbürger der Stadt Eis nach ernannt worden sei. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Medizin und Naturwissenschaften. In Budapest wurde der 22. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Medizin und Naturwissenschaften und daran anschließend eine medizinische historische Ausstellung eröffnet. Im Namen der ungarischen Regierung hielt der stellvertretende Ministerpräsident, Wohlfahrtsminister Dr. V a h, eine längere deutsche Begrüßungsansprache, in der er der Bewunderung für deutsche Forscherarbeit und mutiges deutsches Vorwärtsstreben Ausdruck gab. Nach dem Weltkriege sei die wissenschaftliche Arbeit mit der größten Energie auf medizinischem, naturwissenschaftlichem und soziologischem Gebiet in falt fieberhaftem Tempo in Schwung gekommen. Diese Arbeit sei, bewußt oder unbewußt, beseelt von dem unaufhaltsamen Willen einer besseren Gestaltung der menschlichen Lebensformen. Die Erforschung der Geschichte des Gebiets der Medizin und der Naturwissenschaft sei hervorragend geeignet, wertvolle Dienste für den menschlichen Fortschritt zu leisten. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 6. September 1929. Schrift im Sand. l/z7 schlägt eine Turmuhr. Trüb liegt der Montagmorgen über den Anlagen. Es ist sehr still, die eiligen Angestellten streben noch nicht ihren Arbeitsstätten zu, nur einzelne schnelle Schritte beleben den Morgen. Ich gehe m Gedanken, stocke, bleibe stehen... Dor mir m dem Sand auf dem Platz steht groß, ein wenig ver- zittert: „Liese!, ich hab dich lieb!“ Diese Liebeserklärung, gleichsam geflüchtet auf eine stille umblühte Insel im Verkehr, im Leben der eiligen Stadt, die ringsum immer mehr erwachtl Wer mag dies geschrieben haben, sehnsüchtig, verliebt, hoffnungslos? In der Dacht des Sonntags saß hier einer und dachte an sie, seine Liesel. Sah sie neben ihm, schaute beglückt das zu Wort und Zeichen werdende, lang ersehnte Geständnis? Oder hatte er sie irgendwo tanzen sehen im Trubel des Sonntags und schrieb sich nun hier im Versteck der dunklen Bäume sein Leid von der Seele? Ich sehe noch immer gedankenvoll auf die Worte und sinne ihnen nach... Die ordnende Harke eines Anlagenarberters verwischt in langen, säuberlichen Strichen das Ich hab dich lieb". Cs ist ausgelöscht, wie nie dagewesen. Und im Weiterschreiten wünsche ich dem Gefühl des Schreibers, falls es traurig war, das gleiche Schicksal. Lustiger ist das Studium der Anlagenwege am Tage. Der Sand zeigt hier, in ungeschickten Zügen einen Riesenkopf mit tellergroßen Augen und gesträubtem Haar. „Fati" heißt die Erläuterung. Als unbedingte Orientierung benötige ich die Unterschrift „Unser Hänschen", denn für mein Auge ist das eigenartige Gebilde ein struppiger Weidenbaum. Aber es war vielleicht ein ganz neuer Stil, den ich noch nicht kenne. Ich bitte den Künstler, falls er dieses liest, meine von keinerlei Sachkenntnis getrübte Kritik zu entschuldigen. Don der darstellenden Kunst führt der Weg weiter, wieder zum Wort. Groß, kunstvoll geschrieben, steht rings um eine Bank „Einmal sagt man sich adieu". Da ich stets dazu geneigt bin, Tragödien oder wenigstens dramatische Züge im Leben meiner Mitmenschen zu wittern, vermute ich hier einen Abschied, ein zartes Anbeuten von Auseinandergehen. Er hat es „Ihr" nicht roh ins Gesicht sagen wollen, „Sie" hat „Ihn" zart vorbereitet oder... „Was ich mir gedacht hab", lacht Ernst Ferdinand, mein Begleiter und oftmaliger Zerstörer sinnigster Betrachtungen. Unwillig verlasse ich das Land meiner Träume. Schrift im Sand — täuschend, erzählend, erheiternd, ohne und mit tieferer Bedeutung. Aber immer vergänglich, schon morgen vergessen, — wie der Sinn, der hinter ihr liegt. Sonia von M a s s o w. Llm- und Erweiterungsbauten im Bahnhof. Die Llmbauarbeiten in unserem Bahnhofsgebäude, über die wir vor einiger Zeit schon berichteten, befinden sich in regem Fortschreiten. Vis jetzt sind die neuen Däume für die S t a ti ons kas s e im Seitenflügel des Bahnhofsgebäudes fertiggestellt worden, und die Kasse hat ihre Tätigkeit in diesen Däumen bereite ausgenommen. Die dadurch frei gewordenen Däume werden nun für die Gepäckabfertigung eingerichtet. Dach Beendigung dieser Arbeiten wird die Bahnhofshalle frei und im Anschluß daran die Bahnsteigsperre so verlegt werden, daß dann auch der Zugang zu den Wartesälen frei ist. Deben diesen Llrnbauarbeiten im Innern des Gebäudes ist gegenwärtig ein Vor - und Anbau zwischen dem oberhessischen Bahnsteig und dem Haupteingang des Bahnhofsgebäudes im Dau begriffen. Hier wird eine größere Bedürf- nisanstalt geschaffen, deren Zugang von der Bahnhofshalle aus vorgesehen ist. Die Fertigstellung dieser Arbeiten ist in etwa vier bis sechs Wochen zu erwarten. Im Güterbahnhof sind die Erweiterungsanlagen der Ilmladehalle, der Der- ladestege und der Feuerrampe nebst den zugehörigen Gleisanlagen soweit gediehen, daß die völlige Inbetriebnahme in etwa 14 Tagen zu erwarten ist. Ferner wurde im südlichen Teile des Güterbahnhofes noch mit einer Gleiserweiterung begonnen, durch die voraussichtlich in etwa 4 Wochen ein neues Aufstellgleis in Benutzung genommen werden kann. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Männer ohne Beruf". — Astoria-Lichtspiele: „Der rote Kreis". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am nächsten Dienstag, 10. September, kommt im Stadttheater Gießen eine neue Komödie heraus: „Das große ABE" von Marcel Pagn o l. DieseDorstellung wurde eines Krankheitsfalles im Personal wegen um eine Woche verschoben. Es war der größte Komödienerfolg in München und Berlin nach dem sehr starken Eindruck, den das Stück in Paris hinterließ, wo es einen Serienerfolg hatte, und man den Autor Pagnol sogar einen kleinen Moliere genannt hat. Es ist die letzte Aufführung des Stadttheaters im Sommerspielplan. Zugleich verabschiedet sich Walter Ebert- Gr a s s o w in der Hauptrolle des Herrn Topaze vom Gießener Theaterpublikum. — Familientag der Lukasgemeinde. Am nächsten Sonntag, um 15 Uhr, veranstaltet die Lukasgemeinde im Saale der „Liebigshöhe" einen Familientag. Die Hauptansprache wird Pfarrer Lic. Heep aus Wetzlar halten, der in Wetzlar und weit über diese Stadt hinaus als Redner geschätzt ist. Gemeinsame Gesänge werden mit Musikvorträgen der Gießener Posaunenbläser abwechseln. Der Mädchenbund der Lukasgemeinde wird ein Märchenspiel aufführen, einen Sprechchor darbieten und verschiedene Volkstänze, darunter einen Schnitterinnenreigen, vorführen. Man beachte die heutige Anzeige. ** Fahrplanverbesserung. Vom morgigen Samstag ab verkehrt, vorläufig bis zum 5. Oktober, an jedem Samstag zu dem fahrplanmäßigen Personenzug nach Hannover (ab Gießen 15.41 Uhr) ein V orzug, der unseren Bahnhof um 15.17 Uhr verläßt und bis Niederwalgern fährt. Dieser Vorzug soll den Zug nach Hannover vom Nahverkehr entlasten, insbesondere soll er den starken Arbeiterverkehr ab Lollar in Richtung Niederwalgern und Anschlußstrecke aufnehmen. ** Rohe Lümmel st reiche. Von der Stadtverwaltung wird uns geschrieben: Seit einiger Zeit machen sich Rohlinge, denen jeglicher Sinn für öffentliche Einrichtungen abgeht, an den in den Straßen und Anlagen aufgestellten Papieraufnahmebehältern zu schaffen. Die Behälter werden meist unter Anwendung roher Gewalt aus den Dieten gerissen und stark beschädigt. Abgerissene Behälter wurden genommen und in die Wieseck geworfen. Die Stadtverwaltung sieht sich gezwungen, darauf aufmerksam zu machen, daß festgestellte Täter rücksichtslos angezeigt und empfindliche Strafen beantragt werden. Außerdem werden in Zukunft die Damen der Täter, sowie die Strafen in schonungsloser Weise in den hiesigen Zeitungen veröffentlicht, damit die Einwohnerschaft Gelegenheit hat, solche Flegel kennenzulernen. ** Gedenkfeier. Anläßlich der 200. Wiederkehr des Geburtstages Moses Mendelssohns findet am S o n n t a g ,8. September, vormittags 10.30 Ahr in der Synagoge der israelitischen Religionsgemeinde (Südanlage) eine Gedenk - feier statt. (Siehe heutige Anzeige.) ** Die Stadtkirchenuhr. Dieser Tage debattierte man, wie eine Briefkastenanfrage an uns beweist, an einem hiesigen Stammtisch eifrig über die Uhr am Stadtkirchenturm. Im Mittelpunkt des Hin und Her stand die Frage, wie hoch die Uhr sei und wie lang die Zeiger usw. Da keiner von den Stammtischgasten zuverlässige Auskunft geben konnte, wandte man sich an den Briefkasten des „Gießener Anzeigers". Nach Erkundigungen an unterrichteter Stelle können wir nun folgendes mit» teilen: Die Entfernung vom Zifferblattmittelpunkt bis zum Straßenpflaster beträgt 40 Meter, der Durchmesser des Zifferblattes beläuft sich auf 1,75 Meter, die Länge des Stundenzeigers ist 0,60 Meter, die Länge des Minutenzeigers 0,96 Meter und die Höhe der Zahlen 0,21 Meter. Wir empfehlen allen Stammtischbesuchern, sich diese Angaben genau einzuprägen, damit sie unterrichtet sind, falls dieses Thema wieder einmal „durchgehechelt" wird. •• Kriegsbltndenlotterie. ilnfcrc Leser seien nochmals auf die Kriegsblindenlotterie aufmerksam gemacht. Zugunsten der hessischen Kriegsblinden wurde diese Lotterie genehmigt, deren Ziehung am Dienstag, 10. ds. Mts., stattfindet. Wer diesen von einem schweren Schicksal betroffenen Kriegsteilnehmern ein wenig helfen will, unterstütze diese Sache durch Kauf und Empfehlung der Lose. 23GradCelsiusWasserwärmein der LahnI Diese Wassertemperatur, an ruhigeren Stellen vielleicht noch mehr, erreichte in den letzten Tagen die Lahn, was für den Monat September gewiß außergewöhnlich ist. Amtsgericht Gießen. Gießen, 30. Aug. Ein arbeitsloser 21jähriger Mann war von dem Arbeitsamt einem Steinbruchbesiher in der Amgegend als Arbeiter überwiesen worden. Er logierte sich bei dem Wirt eines Dachbarorts ein und versprach Zahlung, sobald er Lohn erhalte. Er erhielt solchen, zahlte aber nichts, veranlaßte vielmehr den Wirt durch allerlei Vorspiegelungen, ihm weiter zu kreditieren, und verschwand dann ohne Zahlung auf Dimmerwiedersehen. Er hatte sich heute wegen Betrugs in wiederholtem Rückfall zu verantworten, denn er ist bereits zweimal wegen zum Teil in gleicher Weise begangener Betrügereien vorbestraft. Frühere Versuche des Jugendamts, ihn wieder auf den rechten Weg zu bringen, sind gescheitert. Ietzt hat er als wiederholt rückfälliger Betrüger Zuchthaus verwirkt. Das Gericht nahm jedoch mildernde Amstände an. Dur dadurch konnte der Angeklagte noch einmal davor bewahrt werden. Es fand sie in dem immerhin noch jugendlichen Alter desselben, in seinem Geständnis und in dem geringen Schaden, den der betrogene Wirt erlitten hat. Die Strafe lautete auf 3 Monate Gefängnis. — Eine weitere Strafsache, bei der es sich um eine Verfehlung gegen das Iagdstrafgeseh, evtl, gegen eine im März l. I. vom Kreisamt zum Schutze des Wilds gegen im Felde frei herumlaufenden Hunde erlassene Anordnung handelte, wurde ausgesetzt, da zunächst noch eingehendere Ermittelungen geboten sind« Berliner Börse. Berlin, 6. Sept. (WTB. Funkspruch.) Auch heute früh bleibt die Tendenz für Effekten lustlos. Bei der bestehenden Geschäftslosigkeit verhält sich die Spekulation weiter abwartend, so daß Kurse bisher noch nicht ausgesprochen wurden. Der sehr schwache Verlauf der gestrigen Deuyvrker Börse trug ebenfalls zu der allgemeinen Zurückhaltung bei. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,87, London gegen Mailand 92,71, London gegen Spanien 32,91, London gegen Kabel 4,8475, London gegen Berlin 20,3675, Kabel gegen Berlin 4,2015. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. (Gottesdienst in der Synagoge Südanlage). Samstag, 7. September. Vorabend 6.45 Uhr; morgens 8.30; abends 7.05 und 7.45 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 7. September. Freitag abend 6.30 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbafausgang 7.45. — Wochengottesdienst: morgens 6.30; abends 6.30 Uhr. Jean Weisel, (Heben, Sonnenstrabe 6, Telephon Nr. 8s Nflffirtlches Für die Gesundheit Es Ist tatsächlich so: Kaffee Hag bekommt immer Mietgesuche niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Berufstätiger Herr sucht z. 15. Septbr. einfach möbliertes Zimmer in gutem Hause, evtl, mit voller Pension. Motorrad unterst. erw. Ausf. Ang. m. Preis an Sumalvleo, Köln, Gabelsberger- strotze 47. |7356D fliiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiD 1 oder 2 leere Zimmer von Herrn zu mieten ges. Schr. Ang. unter 05672 a.d. Gleß.An-. Gießen, den 6. September 1929. 73150 Gießen, den 6. September 1929. 05679 0 Glut möbliertes Zimmer zu vermieten 05677 Lindenvlatz 4. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Löber Friedhofverwalter i,R. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlatenen sagen wir auf diesem Wege innigen Dank. Am 2. September 1929 ist der Geh. Schulrat i. R. Dr. Friedrich Schön im 88. Lebensjahr hier sanft entschlafen. Die Einäscherung fand auf seinen besonderen Wunsch ganz in der Stille statt. Trauerbezeugungen jeder Art sind nicht im Sinne des Entschlafenen. Anna Schön geb. Göbel Hedwig Schön geb. Görz und Kinder Wilhelm Schön und Familie Sommerprossen auch in den hartnäckigsten Fallen, werden in einigen Tagen unter Garantie durch daS echte, unschädl. Teintverschönerungs- mittel „Venus", Stärke B. beseitigt. Keine Schälkur. Preis 2.75. Nur zu haben bei Drogerie O. Winterboff, Kreuzvl. 9 10 Hindenburg-Drogerie, Seltersweg 68a. Vermietungen | Schöne 2 bis 3-ZimmerWohng. mit Küche gegen Erstattung d. Umzugskosten abzugeben. Schr.Anged. von gemeldeten WohttungS' suchenden unt. 05682 an den Gieß. Anz. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Stellenangebote! Sdiorl Geld erhalten redegew. Leute b. Berkaus v. Futtermitteln. Off. Steuer. Düffelöorf, Schließfach 143. QM <2 Soziale «flicht der Ausgeber t>. 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Wiederkehr des Geburtstage- Mrs Mevdelssohlls ’ß i Nr. 209 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) 8reitag, 6. September 1929 Um Oesterreichs neue Verfassung. Don unserem K.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Wien, Sept. 1929. Die österreichische Bundesverfassung ist revi- fionsbedürfttg. Sie stammt aus einer Zeit, in der die Sozialdemokraten im 'Rationalrat wohl schon zur ziffernmäßigen Minderheit degradiert waren, in der jedoch die Wogen des Austromarxismus noch immer hoch gingen, und in der die Wiener Rathauspartei mit Hilfe des Stra- sienterrors auch das Parlament beherrschte. Diese Verfassung gibt einer oppositionellen M i n- d e r h e i t die Mittel in die Hand, auch gegen den Willen der Mehrheit Vos Zustandekommen jedes Gesetzes zu verhindern, gibt der Gemeinde Wien einen Machtbereich, der diese Insel des Austromarxismus als souveränen Staat im Staate erscheinen läßt und das Wiener Bürgertum der schrankenlosesten roten Partcihcrrschaft ausliefert. Diese Der- sassung ist eine stete Quelle peinlicher Differenzen und Auseinandersetzungen zwischen Bund und Ländern, verlegt die gesamte Staatsgewalt in die Parteiklubs und entbehrt einer obersten Stelle, von der aus das rein« Staatsintercsse, losgelöst von den Partei- mteresscn, zur Geltung gelangen könnte. Diese Dersassung ist die Ursache, warum im österreichischen Parlament die einfachste Gesetzesvorlage auf Schwierigkeiten stößt und warum der parlamentarische Apparat überhaupt nur mit fortwährenden Zugeständnissen an die Minderheit in Gang erhalten werden tonn, so daß eigentlich nicht die Mehrheit entscheidet, sondern das Diktat der Minderheit. Die Dersassung ist die Ursache der in der österreichischen Gesetzgebung herrschenden Halbheit und der ungesunden Kompromisse, die niemanden befriedigen und immer nur neue Unklarheiten Hervorrufen. Der Umstand, daß heute der Schwerpunkt für die Entscheidungen der Dolksvertretung nicht bei der Regierung und ihrer Mehrheit, sondern bei einer verantwortungslosen, nur auf reine Demagogie eingestellten Minderheit liegt, widerspricht nicht nur den staatlichen Interessen, sondern auch dem Abc der demokratischen Staatsform. Bisher waren die bürgerlichen Parteien ziffernmäßig zu schwach, um eine Verfassungsänderung im Parlament durchzusehen, die diesen unleidlichen Zuständen ein Ende machen könnte. Diesmal jedoch geht der Druck auf eine Aenderung der unzulänglichen Verfassung von den Heim- wehren aus. Selbstverständlich ist, daß eine Volksbewegung wie die Heimwchren, die bereits Hunderttausende von Anhängern zählt und deren Zweck darin besteht, den sozialdemokratischen Terror aus allen Gebieten des öffentlichen Le- | bcns zu brechen, ihren Schlußstein nur in einer P a r la m e n t^s r e f or m erblicken kann, die dem r bisher ausgeübten Diktat der sozialdemokratischen ; Minderheit ein Ende bereitet. Es ist heute schon j ganz klar, nach welcher Richtung sich bic, von der [ Heimwchr zu fordernden VersassungZän'erungen i bewegen werden. Es sind hauptsächlich vier Kardinalforderungen, die von den Heimwehrführern immer wieder erhoben werden: Aenderung des gegenwärtigen W ahlr echtes der starren Liste, Erweiterung des Machtbereiches des Bundespräsidenten. Umwa-dlurg des Bundesrates in eine Ständekammer und eine Aenderung des Verhältnisses zwischen Bund und Ländern, die es für die Zukunft ausschließt, daß sich in der Gemeinde Wien eine schrankenlose und unkontrollierbare Parteiherrschaft etabliert, ohne daß der Bund das Recht hätte, wenigstens bei den ärgsten Derwaltungs- unb Steuermißbräuchen einzugreisen. Die wichtigste von diesen vier Forderungen ist die nach Erweiterung der MachtbeFriedrich August Kekule. $u seinem 100. Geburtstage. Aon Or. Hildebrand, Gießen, Liebig-Museum. Unter den großen Chemikern, die um die Mitte des vorigen Jahrhunderts außerordentliche Leistungen schufen, welche für die Entwicklung der Chemie i bahnbrechend waren, nimmt Friedrich August K e - f u 1 e einen hervorragenden Platz ein. Seines hundertsten Geburtstages sich dankbar zu erinnern, hat das hessische Land Grund und Veranlassung, da Ke- kule von Geburt Hesse ist. Friedrich Auglist Sictule wurde am 7. September 1S29 zu Darmstadt geboren, habilitierte sich 1856 in Heidelberg als Privatdozent, wurde 1858 in Gent Professor der Chemie und übernahm 1865 die Leitung des chemischen Instituts in Sonn. Seine zahlreichen Untersuchungen beziehen sich in der Hauptsache auf die organische Chemie: bekannt ist seine Arbeit über die Vieratomigkeit des Kohlenstosses (1858), die das Fundament zu neuen Ansichten über den Aufbau chemischer Verbindungen mürbe. Die Krönung dieser Arbeit war die 1865 veröffentlichte Benzoltheorie — Benzolring —, die der organischen Chemie eine völlig neue Richtung gab. Schon vor (einem Tode, 13. Juli 1896, wurde Kekule dadurch, daß sein von A n g e l y gemaltes Bild der Berliner Nationalgalerie übergeben wurde, eine besondere Ehre zuteil, 1903 wurde ihm in Bonn ein Tenkmal errichtet. Für Gießen hat die Gestalt Kekules besondere Sebeutung, denn er ist ein Schüler Liebigs, des großen Lehrmeisters der Chemie. Eigenartig ist der Umstand, der Kekule zu Liebig geführt hat. In Darm- f!adl war eines Morgens eine Gräfin Görlitz in >■ ifjrem Schlafzimmer tot aufa funden worden, der Derbrannte Oberkörper lag in dem unteren Teile des teils verbrannten Schreibtisches. In einer Schwurgerichtsverhandlung 1850 in Darmstadt, die nebenbei b’incrft die erste war, welche die Ereignisse des Jahres 1848 als neue Einrichtung zuwege gebracht batten, war der Kammerdiener der Gräfin des Mordes angeklagt worden. Die Verteidigung versuchte den Fall als Selbstverbrennung hinzustellen, die Gräfin Habe viel Alkohol getrunken, ihr Körper habe sich an einem Licht entzündet, derartige Fälle seien schon oft vorgekommen. Nun war Liebig zu diesem Prozeß als Sachverständiger geladen und widerlegte in einem ausführlichen Gutachten die Ansicht über Selbstverbrennung. Bei dieser Verhandlung war auch August Kekule, der damals in Gießen das Studium der Architektur begonnen hatte, als Zeuge, die Kekules wohnten neben dem Hause der Gräfin Görlitz, und August hatte als erster die Leiche gesehen. Die Klar- fugnisse des Bundespräsidenten. Zum Unterschied von allen übrigen Staatsoberhäuptern demokratischer Republiten ist heute der österreichische Bundespräsident der reinste Unter- schriftenautomat. Er wird vom Parlament gewählt und hat keine einzige selbständige Befugnis außer einem gewissen Begnadigungsrecht. Er ist im Grunde genommen eine reine Repräsentationsfigur, und nur dazu da, um alles, was ihm von der Rcgierrmg vorgelcgt wird, zu unterschreiben. Die Regierung wird ohne sein Zutun vom Rationalrat gewählt, die Auflösung des Rationalrates erfolgt ausschließlich über Beschluß des Rattonalrates. Die Regierung ist vollkommen selbständig, von ihren Aktionen erfährt der Bundespräsident zumeist aus den Zeitungen. Schon bei der Wahl des gegenwärtigen Bundespräsidenten hat kein geringerer als Dr. Seipel darauf hingewiesen, daß eine C r- Weiterung der Vollmachten des Bundespräsidenten nach einer dreifachen Richtung notwendig wäre: Wahl durch das gesamte Volk, Ministerernennungsrecht und das Recht, den Rattonalrat aufzulösen. Eine Wahl durch das Volk stellt den Bundespräsidenten, der heute nur ein Delegierter des Rationalrates ist, der Volksvertretung gleich. Ein Ministerernennungs- und Auflosungsrecht verleiht der Regierung eine gewisse Unabhängigkeit vom Parlament und eine größere Stabilität, Hier ist der archimedische Punkt, von dem aus der Terror der sozialdemokratischen Opposition aus den Angeln gehoben werden kann. Zweifellos dürste die Heimwehr diesen damals von Dr. Seipel vertretenen Standpunkt auf greifen. Dr. Seipel aber ist heute Obmann des Derfassungsausschusses. Unter dem Druck der Heimwehren werden sich die bürgerlichen Parteien des Rationalrates um so eher zu einem Initiativantrag über die oben erwähnten Derfassungsreformen entschließen müssen, als eine solche Reform in ihrem eigenen Interesse gelegen ist und solche Forderungen des öfteren schon von den bürgerlichen Parteien selbst erhoben wurden. Ein solcher Initiativantrag würde naturgemäß von den Sozialdemokraten auf das heftigste bekämpft werden. Eine parlamentarische Erledigung eines solchen Antrages ist, da für Verfassungsänderungen eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist, welche die bürgerlichen Parteien allein nicht aufbringen, ausgeschlossen. Bleibt dann als ultima ratio d i e Volksabstimmung, die zweifellos eine ansehnliche Mehrheit für die Derfassungsreform ergeben würde. Der Rationalrat hat heuer knapp vor den Sommerferien das Gesetz über Volksabstimmungen, das bisher nicht existierte, obwohl der Volksentscheid in der Verfassung vorgesehen ist, beschlossen. Der Bundesrat hat es nicht erledigt. Infolgedessen wird es erst nach der gesetzlich vorgeschriebenen Wartezeit von zwei Monaten, also voraussichtlich in der zweiten Hälfte September publiziert werden. Dann ist die Dahn frei. Turnen, Spott und Spiel. Gtadteachter Gießen—Wetzlar Zu dem Ruderwettkampf um den Städteachter Gießen — Wetzlar auf der Lahn am Sonntag, 15. September, haben gemeldet: 1. Verein Rudersport 1913, Gießen, 2. Wetzlarer Ruderklub 1880, Wetzlar, 3. Gießener Ruder-GeM- schaft 1877 E. V., Gießen. Die Mehrkampf meisterschasteu im Dolksturnen der D. T. = Die D. T. trägt am kommenden Samstag und Sonntag ihre Meisterschaften im volkstümlichen Mehrkampf in Verbindung mit dem Kaiserbergfest in Duisburg aus. JmZehn- k a m p f der 'Jbtänne. (100-Meter-, 400-Meter-, 1500= Meter-Lauf, 110-Mcter-Hür-denlauf, Hochsprung, Weitsprung, Stabhochsprung, Kugelstoß, Diskuswurf und Speerwurf), im Sechskampf der Männer (100-Meter-, 1500-Meter-Lauf, Hochsprung, Weitsprung, Steinstoßen und Schleuderballwerfen und im Vierkarnpf der Frauen (100-Meter-Lauf, Hochsprung, Weitsprung und Kugelstoßen) sieht die D. T. die ideale turnerische und sportliche Ucbungs- form. Die M e l d e l i st e für die bedeutsame Veranstaltung nennt die besten Mehrkämpfe der Turnerschaft. Zum Zehnkampf treten 25, zum Sechskampf 33 Turner an. Die vorliegende Liste des Turne- rinnen-Vierkampfs weift 38 Teilnehmerinnen auf, darunter nach dem Pressedienst" der D. T. die bekannten Gießener Meisterturnerinnen Else Bickelhaupt und Erna Alt haus vom hiesigen Männerturnverein. Handball im Gau Hessen der D.T. Das Ergebnis der Meldungen zur diesjährigen Handballrunde liegt jetzt vor. Es bedeutet wieder einen kräftigen Aufschwung: denn mit 25 Mannschaften begann der letztjährige Lauf um die Gaumeisterschaften der verschiedenen Klassen, während es diesmal 38 Mannschaften sind, die die Hand nach Meisterlorbeeren ausstrecken. Befremdend wirkt, daß der Turn- und Sportverein Marburg, der satzungsgemäß von der Meisterklasse zur A-Klasse absteigen mußte, es vorzog, überhaupt keine Meldung abzugeben. Neuling in der Meisterklasse ist die Turngemeinde Friedberg. Sechs Mannschaften sind zur Meisterklasse zusammengestellt: 1. Tv. Großen-Buseck, 2. Tv. Wetzlar, 3. Mto. Gießen, 4. Tv. 1846 Gießen, 5. Tv. Bad-Nauheim und 6. Tgd. Friedberg. Ob es dem Meister von 1929, Großen-Buseck, gelingen wird, sich wieder die Spitze zu erkämpfen, muß infolge der Verschiebung der Spielstärken einzelner Mann- fdjaften in Fkage gestellt werden; denn wie man hört, gibt man mehr als einer Mannschaft Aussicht auf Sieg. — In der A- und 6-klasse vollzog der Gauspielausschuß erstmalig eine Dreiteilung des Gaues in West-, Ost- und Nordbezirk, ein Schritt, der mit Freude begrüßt wird, da durch die Teilung die Reihenfolge eine wesentliche Verminderung erfahren hat. Viele neuerstandene Handballmannschaften treten vornehmlich in der 6-Klasse zum ersten Male auf den Plan. Die Teilnehmer sind: A - K l a s s e (W e st): Turn- u. Sportv. Butzbach, Tv. Wetzlar-Niedergirmes, Mtv. Gießen, Turnv. Wetzlar. A-Klasse (Ost): Tv. Lauterbach, Tv. Alsfeld, Tv. Gedern, Tv. Burggemünden. A-Kl ässe (Nord): Tv. Wittelsberg, Turnv. Wetter, Tv. Cölbe, Tv. Sarnau. 6-Klasse (West): Tv. Bad-Nauheim II, T.- u. Sp. Butzbach II, Tv. Großen-Linden, Turnv. Großen-Buseck II. 6 - Klasse (Oft): Tv. Merkenfritz, Tv. Lauterbach II. 6 - Klasse (Nord): Tv. Wittelsberg II, Tv. Wetter II, Tv. Cölbe II, To. Sterzhausen, Tv. Güdingen, Tv. Hartenrod, Tv. Wenkbach. Jugend (West): Mtv. Gießen, Tv. 1846 Gießen, To. Wetzlar, To. Bad-Nauheim, T.- u. Spo. Butzbach. Jugend (Nord): To. Cölbe, To. Sterz- hausen. heit und Bestimmtheit, mit der Kekule seine Aussagen machte, soll, so berichtet Volhard, auf Liebig Eindruck gemacht und sein Interesse für den jungen Mann geweckt haben, so daß Kekule sich veranlaßt sah, sein begonnenes Studium aufzugeben und sich der Chemie zuzuwenden. Der Fall erinnert an A. W. Hofmann, von dem ja berichtet wird, daß er auch auf Veranlassung Liebigs umgesattelt und Chemie studiert habe. Chronologisch stimmen diese Angaben Volhards allerdings nicht mit Kekules Aufzeichnungen: „Experimentalchemie, vorgetragen von Prof. Dr. v. Liebig" überein; denn diese von der Agfa Wolfen als Faksimiledruck der Oefsentlichkeit übermittelten Aufzeichnungen — das Liebig-Museum besitzt zwei Exemplare davon — tragen den Vermerk: „A. Kekule, stuck, ehern. 1848". Demnach hätte Kekule schon 1848 Chemie studiert, während die Schwurgerichtssitzung erst 1850 gewesen fein soll. Das Liebig-Museum in Gießen besitzt als Erinnerungsstücke an Kekule zwei Medaillen, die Kekules Sohn dem Museum vermacht hat: die Huygens-Medaille (großer Preis der niederländischen Akademie der Wissenschaften) und die Capley- Medaille der königlichen Gesellschaft der Wissenschaften in London. Beide Medaillen waren aus Gold, find aber in der Kriegszeit abgeliefert nach Herstellung eiserner Kopien. Zudem besitzt bas Museum zwei Bilder Kekules aus den Jahren 1869 und 1890, Geschenke von Herrn Geheimrat Anschütz, Bonn. „Oer rote Kreis." Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Das Geheimnis des großen Erfolges aller Romane. Dramen und Filme, die von Edgar Wallace (oder nach feinen Intentionen) geschaffen wurden, beruht wahrscheinlich darin, daß sie sich nicht wiederholen oder nicht auf einen Renner zu bringen sind. Man kann ein Experiment machen und sich verschiedene Romane, Dramen oder Filme hintereinander daraufhin ansehen, ob sie nach demselben Rezept oder Schema gemacht sind,... ob man etwa den einmal entdeckten Schlüssel zur verblüffenden Lösung beliebig weiter verwenden kann. Man kann es nicht. * Es ist nicht so, daß etwa unter einer großen Anzahl von Personen, welche mit einem „Fall" zu tun haben, immer die scheinbar harmlosesten, biedersten und offiziellsten Leute zuletzt als die geheimnisvollsten Schufte entlarvt werden, nach denen man sich den ganzen Abend den Kopf zerbrach... Und auch nicht umgekehrt so, daß jene, die von Anfang an als die verdächtigsten und am schwersten belasteten umhergehen, hernach in aller Unschuld oder gar als die wahren Helden des Abenteuers dastehen. Die Leute aus dem Publikum, die bei Wallace hinterher sagen: das habe ich mir doch gleich gedacht, — sind erstens selten, und zweitens weih man nie, ob sie ganz ehrlich sind. (Abgesehen davon, daß es „hinterher" kein Kunststück mehr ist, das kriminalistischen Scharfsinn erfordert.) Bei immer gleichem Themenkreis — Wallace schreibt kaum etwas anderes als Kriminalfachen und mysteriöse Geschichten — fällt ihm immer etwas Reues ein. Phantasie und Intelligenz sind bei ihm in einem Maße sowohl gesteigert als auch miteinander vereinigt, wie es für Kriminalschriftsteller von Rang charakteristisch ist. „Der rote Kreis" heißt ein Film, den Friedrich Zelnik (Manuskript von Carlsen) nach einem Roman von Wallace inszeniert hat. Zweifellos ist der Film an sich für die Schilderung von Kriminalfällen ganz besonders geeignet; vor allem seiner fast unbegrenzten zeitlichen und räumlichen Konzentrationsmöglichkciten wegen. Auch dieser Film ist gut insofern, als das Publikum — und darauf kommt es ja wohl zunächst an — von der ersten bis zur letzten Szene in Atem gehalten wird. Außerdem ist eine ganz großzügige Regie am Werke, sieht man eine raffinierte Photographie und eine Menge ausgezeichneter Schauspieler. • Dennoch halten wir den Roman — mindestens stellenweise — für besser; hier hatte man des öfteren das Gefühl, daß der Film mit eben den angedeuteten, oft überlegenen Möglichkeiten sich übersteigert und überschlägt. Hier ist der feltene Fall: ein an sich guter Film mit zu wenig Text. Ferner in manchen Szenen so schnell gedreht, überblendet und umspringend, daß man Mühe hat, den Zusammenhängen zu folgen und die Fäden nicht zu verlieren. Außerdem hat der Film „Locher", die der Roman — bei Wallace jedenfalls — bestimmt nicht hat; dafür sind feine Romane zu gut gearbeitet. (Rebenbei: einmal ergab sich eine merkbare Lücke in der Projektton, nicht im Strei- lieber ein Dutzend Vereine haben das Handballspiel neu in ihr Arbeitsfeld ausgenommen. Dies ist, um der Sache zu dienen, sehr erfreulich, daß aber Vereine wie T.° u. Ep. Marburg, Nidda, Schlitz, Treis a. d. Lda. den einmal erzielten Raumgewinn kurzerhand wieder preisgeben, ist sehr zu bedauern. Mögen die kommenden Spiele in schöner richtiger Weise verlaufen und mögen sie die Besten „ohne Zwischenfall" an der verdienten Stelle finden. Werbespieltag des Gaues Hessen. Am kommenden Sonntag findet auf dem Uni» versitätsspielplah ein Werbespieltag des Gaues Hessen statt. Faustball und Handball sind die Angelpunkte der Veranstaltung. ®au- spielwart Seibert, sowie Faustball-Obmann Loh und Handball-Obmann Mohr teilen sich in die Leitung. Am Vormittag wird die Gaumeisterschaft in Faustball A-Klasse zur Durchführung gebracht. Es nehmen teil Marburg (1. Bezirk), Wetzlar (2. Bezirk), Friedberg (5. Bezirk), Halgershausen (6. Bezirk); wie gewöhnlich glänzen auch diesmal wieder 3. und 4. Bezirk durch Fehlanzeige. Am Rachmittag treten die ersten Mannschaften, sowie die Iugendmannschaften der Gießener Turnvereine auswärtigen Handball-Elfen entgegen. Am ersten Spieltag der Handballrunde des Gaues hat der Gauspielausschuh folgende Paarung der Teilnehmer getätigt: Jugend Tv. Wetzlar gegen Jugend Mtv. Gießen, Meisterklasse Tv. 1860 Dad-Rauheim I gegen Tv. 1846 Gießen I; Meister- klasse Tv. Wehlari gegen Mtv. GießenI; Jugend Tv. Bad-Rauheim gegen Jugend Turnv. 1846 Gießen. Die Spiele der Jugend lassen infolge der vielen Reueinstellungen einen Schluß auf die zu erwartenden Sieger nicht zu; dennoch tonn gesagt werden, daß die Einheimischen alle Hände regen müssen, um auch nur einen Punkt hier zu behalten. In der Meisterklasse geben die Handballmannschaften des Tv. Wetzlar und des Tv. 1846 Gießen letzthin eine Probe ihrer Stärke, leider stehen sie am kommenden Sonntag je einem anderen Gegner gegenüber. Tv. 1860 Bad-Rauheim soll gehörig an seiner Elf gearbeitet haben, um sie wohlgerüstet ins erste Treffen zu schicken. Don der ersten Elf des Mtv. Gießen horte man in letzter Zeit sehr wenig; da sie jedoch über sehr gute Spieler mit schönem Cinzelkönnen verfügt, kommt es bei ihr auf das Zusammenspiel an, um einen starken Gegner abzugeben. Wetzlar wird jedoch kaum leichten Ganges zu überraschen sein. Wer in beiden Spielen der Meisterklasse das bessere Ende für sich haben wird, ist eine vollkommen offene Frage. Daß man den Werbespielen des Gaues Hessen die nötige Beachtung beimißt, beweist die Tatsache, daß der große, volkstümliche Vereinswettkampf zwischen Tv. 1860 Bad-Rauheim, Turnv. Wetzlar und Mtv. Gießen, der bereits für diesen Sonntag feststand, um eine Woche verlegte, um der Werbekraft der Gauveranstaltung keinen Abbruch zu tun. Allg. Deutscher Turnerbund. Am Samstag und Sonntag trafen sich die besten Turnerinnen und Turner des Allgemeinen Deutschen Turnerbundes in Rüsselsheim, um dort die Dundesmeister- schaften auszukämpfen. Am Samstag vereinigte ein Degrühungsabend die Turner, die von K. Zöller (Hausen bei Gießen) imRamen des Südwestdeutschen Turnverbandes begrüßt wurden. In den Entscheidungskämpfen placierten sich die Turner aus unserer Gegend wie folgt: 5200-Meter-Lauf: 2. Sieger Adolf Ladner (Gettenau), 16:55,2 Minuten. — Bundesmeister im Geräteturnen: Pferd-Zehnkampf: Wilh. Hoffen selbst; in der Vorschau war die Szene komplett.) Aber der Film ist immer noch besser als ein Dutzend landläufiger Kriminalstücke. Schon der Besetzung wegen sollte man ihn gesehen haben. Lha Mara, sehr anmutig, in der schillernden Rolle einer weiblichen Mittelfigur, von der nach allen Richtungen Kombinationsfäden gesponnen werden können. S t e i n r ü ck , der Unvergeßliche, in einer feinen Charaktercharge. Wallburg, Frankfurts berühmter Komiker, jetzt in Berlin; Albers, Döblin, die Grüning. Und Steward Rome und John Castle, zwei bisher kaum bekannte Ausländer, in tragenden Ro'len. — Das ergibt ein tadellos ab» gestimmtes, routiniert zusammenfpielendes Ensemble. • Tips werden, im Interesse aller späteren Besucher, nicht gegeben. Jeder muß selbst sehn, Rätsel raten und sich aufregen. — r — Zeck kaust ein. Don Hans Rjebau. „Gehst du in die Stabt?" fragte Frau Lori. „Jawohl", sagt Zeck, „ich gehe in bie Stabt." „Dann bringe mir boch", schlägt Frau Lori die Augen auf, „einen neuen Babeanzug mit." „Babeanzug?" knurrt Zeck. „Dein öfter ist boch noch sehr gut!" Aber nachbem Frau Lori fünf Minuten mit Zeck verhanbelt hat, geht er in bas Warenhaus von Born & Sohn. „Zeigen Sie mir Babeanzüge", sagt er zu der Verkäuferin. Die Verkäuferin zeigt ihm Babeanzüge. Aber sei es nun, baß bie Anzüge nicht billig ober die Verkäuferin nicht jung genug ist: Zech rümpft bie Nase unb geht. Da sieht er in ber Abteilung für Seibenstrümpfe eine junge Dame stehen, eine junge Dame, bie heftigen Einbruck auf ihn macht. Unb wie Zeck nun einmal ist: Er geht auf bie junge Dame zu, guckt sie an, guckt unb guckt, fixiert sie wie ein Hypnoti. stur, räuspert sich. Aber bevor er bas erste Wort hervorbringt, packt die junge Dame ihn beim Arm. „Nur keinen Skanbal", flüsterte sie, unb wirb sehr blaß, „ich werbe es auch nie, nie roieber tun." Zeck nickt, „beruhigt bie Dame. »Hör' mal", sagt er zu Frau Lori, als er wieder zu Hause ist, „ich habe es mir überlegt: Was willst du mit einem neuen Badeanzug? Ich habe dir lieber sechs Paar Strümpfe, neun Meter Samtband unb vierzehn Pakete Sicherheitsnabeln mitgebrachl. mann, Tv. Lollar, 55 Punkte. — Geräte-Zehn- kämpf: 2. Sieger Wilh. Hofmann, Turnv. Lollar, 168 Punkte. — Weitsprung: 3. Dundes- meister Reinh. Schiefer st ein (Launs- bach), 6,21 Meter. — Turner-Speerwerfen: 4. Bundesmeister Otto Dietz (Lollar), 40,75 Meter. — Kugelstoßen: 3. Bundesmeister Theo Koch (Bieder-Florstadt), 11,49 Meter. — Turnerinnen: Weitsprung: 3. Bundesmeisterrn Marie Wagner (Bieder-Florstadt), 4,77 Meter. — Hochsprung: 2. Dundesmeisterin M. Wag - ner (Bieder-Florstadt), 1,35 Meter. — Kugelstoßen: 2. Dundesmeisterin Marie Wagner (Bieder-Florstadt), 8,93 Meter. Handball in Großen-Linden. Zum ersten Pflichtspiel empfängt am kommenden Sonntag die Handballelf des Tv. Großen-Linden die 2. Mannschaft des Tv. Großen-Buseck. Beide Mannschaften werden ein spannendes Spiel vorführen, bei dem man den Spielausgang offenlassen muß. D. f. B. Am nächsten Sonntag beginnt die Verbands» spielsaison 1 9 2 9 /30. Nach der neuen Einteilung gehört die V. f. B. - L i g a zur l.SJe» zirksklasse. Diese ist nochmal unterteilt in vier Gruppen: Lahn, Fulda, Kassel und Gruppe Weser. Zur Gruppe Lahn gehören Spielvereinigung 1900 und V. f. B. Gießen, Sportverein Wetzlar und Sportverein Herborn, Germania Marburg, F. 23. Ockershausen, F. V. Breidenbach und F. B. Wallau, zusammen also acht Vereine, die insgesamt 56 Spiele auszutragen haben. Die Spielstärke der Mannschaften ist verhältnismäßig ausgeglichen: immerhin wird man voraussagen können, daß Germania Marburg, 23. f. B. Gießen, Spielvereinigung Gießen und wohl noch Sportverein Wetzlar den übrigen etwas überlegen sein dürften und unter ihnen der voraussichtliche Tabellenerste zu suchen sein wird. Damit soll natürlich nicht zum Ausdruck gebracht werden, daß Ockershausen, Herborn, Breidenbach und Wallau ohne jede Chance seien. Während die V. f. B.-Liga im Vorjahre in 16 Verbandsspielen bei einem Punktoerhältnis von 31:1 und einem Torverhältnis von 77:20 ungeschlagen und mit großem Vorsprung überlegen die Meisterschaft des Gaues Gießcn-Wetzlar erringen konnte, hat sie in dieser Saison ungleich stärkere Gegner und damit einen entsprechend schwereren Stand. Die Tatsache jedoch, daß sie auch in diesem Jahre unter der zielbcwuß- ten Leitung des theoretisch und praktisch erfahrenen Spielausschußobmannes Overbeck, der sie 1928- 1929 von Sieg zu Sieg zur Meisterschaft führte, steht, läßt die Hoffnung auf ein gutes Abschneiden in den kommenden Kämpfen berechtigt erscheinen. Gerade bei der oben erwähnten Ausgeglichenheit der spielerischen Stärke der Gegner kann der von ihm gepflegte Mannschaftsgeist von großer, unter Umständen sogar von entscheidender Bedeutung für den Ausgang des einen oder anderen Spieles sein. In dem am kommenden Sonntag auf dem Waldsportplatz stattfindenden ersten Punktspiel hat die Ligaelf den Fußballverein Wallau bei Biedenkopf zum Gegner. Dieser erkämpfte sich im letzten Jahre die dritte Stelle der Tabelle des Gaues Marburg und hat dabei recht achtbare Resultate erzielt. Was der Mannschaft vielleicht am technischen Können fehlt, kann sie durch Wucht und Schnelligkeit ersetzen. Die Platzmannschaft hat in den Spielen nach der Sperre gegen Klein-Steinheim und 23. f. 23. Kurhessen Marburg etwas enttäuscht. Man hatte auf Grund ihres intensiven Trainings in der Sommerpause mehr von ihr erwartet. Am vergangenen Sonntag hat nun das Resultat des Spiels gegen Alsfeld gezeigt, daß die Elf doch wieder in Form zu kommen scheint. Vor allem kämpfte der Sturm energischer und damit auch erfolgreicher. Bei gleichen Leistungen dürfte Gießen den ersten Kampf um die Punkte der diesjährigen Saison für sich entscheiden. Die 3. Mannschaft ist Gegner der 1. Mannschaft Steinbachs auf dortigem Platz und wird einen glatten Sieg mit nach Hause bringen. Gpielvereinigung 1900 Giehen. '' ö. Während fast sämtliche Mannschaften der 1. Tezirksklasse am kommenden Sonntag in den Punktkämpsen stehen, ist 1900 noch spielfrei. Liga- und Liga-Beservemannschast sind alfo am kommenden Sonntag ohne Spiel. Die 3. Mannschaft weilt voraussichtlich in bewährter Aufstellung bei der 1. Elf des Sport- Clubs-Daubringen und sollte auch dort siegreich bleiben, wenn die Mannschaft mit denselben Leistungen aufwartet, wie in den letzten Spiel'.n, obwohl Daubringen eine Klaffe höher gruppiert ist. 1900’21 4. E l f hat auf eigenem Platz Gr.» Dusecks 2. Mannschaft in einem Rückspiel als Gegner. Beiderseits wird man noch viel Anfänger wirken sehen, so daß der Ausgang dieser Begegnung vollständig offen ist. Die 1. Jugend- und 1. Schülerelf der Blauweihen tragen die ersten Pflichtspiele der Saison in Biedergirrnes aus und werden dabei wohl auf härtesten Widerstand stoßen. Die 2. Jugend hat auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe die 1. Jugend Grünbergs als Pflichtspielgegner. Anschließend wird die 2. S ch ü l e r e l f die 1. Schülermannschaft Garbe n t e i ch s empfangen, während vormittags eine »kombinierte Jugend- und Schülerelf einer gleichen Vertretung vom V. f. B. Friedberg hier ein Gesellschaftsrückspiel liefern wird. Im Vorspiel in Friedberg siegten die 1900er nach beiderseits prächtigen Leistungen 2:0. Die 3. Jugend der Spielvereinigung fährt zu einem Gesellschaftsspiel nach Aßlar. Ein Erfolg gegen die recht spielstarke 2. Jugend des dortigen D. f. D. sollte ihr schwer fallen. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. o. Auf der durch die Abhaltung der ersten Wetzlarer Kampfspiele durch den Wetzlarer Sportverein geschaffenen Basis bauen in diesem Jahre die beiden Wetzlarer Rasensportvereine, Wetzlarer Sportverein und Verein für Leibesübungen, weiter und ziehen nächsten Sonntag eine entsprechende Veranstaltung auf. Durch die Mitarbeit des 23. f. L., und hier nicht zuletzt des vorjährigen deutschen und englischen Diskusmeisters Paulus, werden die zweiten Wetzlarer Kampfspiele zweiffelos auf ein hohes Niveau erhoben werden. Den Heimatvereinen wird daher die starke auswärtige Konkurrenz den Weg zum Sieg zumeist versperren. Dessen ist sich auch, trotz umfangreicher Meldung in der Klasse der Aktiven, Jugendlichen und Frauen, die Leichtathletikabteilung der Spielvereinigung 1900 bewußt. Dazu kommt, daß durch die studentischen Ferien einige Spitzenleute nicht mit von der Partie sein können. Immerhin ist jedoch von den Spielvereinigungs- Damen und -Herren zu erwarten, daß sie sich wie seither tapfer schlagen und den Verein würdig vertreten. 3m Sport ist Selbstvertrauen alles! Das Geheimnis erfolgreicher Fechtkunst. Von Helene Mayer, Weltmeisterin im Fechten. Helene Mäher aus Offenbach, die Olympische Siegerin, Weltmeisterin im Fechten, erzählte unserem Korrespondenten über das Geheimnis erfolgreicher Fechtkunst folgendes. D. Red. Zweifellos beruht das Geheimnis erfolgreicher Fechtkunst auf einer normalen Lebensweise. Ich übe die Fechtkunst erst seit vier Jahren aus, und mein Fechtmeister, der berühmte Italiener G a z e r r a , kontrolliert sogar die Art und Weise, wie ich lebe. Ich führe ein Leben entsprechend den Sportvorschriften: ich rauche niemals und enthalte mich jedes alloholischen Getränkes. Ich muß gestehen, daß ich keinen Unterschied sehe zwischen Sport und Tanz, und ich erkläre, daß der Tanz einer meiner Lieblingsvergnügen ist. Ich fühle, daß der Tanz selbst ein Sport ist, obgleich er für einen ernsten Liebhaber des Sports vielleicht schädlich werden kann, wenn dieser sich dem Tanz in einem außergewöhnlichen Maße widmet. Ich konzentriere meine Kräfte nicht auf einen einzigen Zweig des Sportes, obgleich ich kurz vor den Wettkämpfen immer Fechtübungen abhalte. Im allgemeinen bin ich eine Freundin des Reitens, des Skiläufe ns, des Schwimmens und des Tennisspielens, und ich gebe mich diesen Unterhaltungen mit einer besonderen Vorliebe hin. Während des Fechtens muh man auf eine Sache besonders Acht haben: dieser Sport entwickelt in erster Linie die Kräfte des Armes und des Handgelenkes, vernachlässigt aber gewisse andere Teile des Körpers. Alle anderen Arten von Sport dienen deshalb für mich dazu, die übrigen vernachlässigten Teile des Körpers zu entwickeln. Der Sieg, den ich in Amsterdam gewonnen hab, hat mich nicht übermütig gemacht. Seit jener Zeit habe ich mich auf manche Weise weiter entwickelt. Bach meinem Siege in Amsterdam brach ich in Tränen aus. Ich schreibe das meinen Berven zu, welche durch so viele Kämpfe ermüdet waren, und diese Reaktion war bloß eine Folge meines Freudengefühls. Bach meinem Siege in Amsterdam kehrte ich nach Deutschland zurück. Ich wurde vom Reichspräsidenten empfangen, der mir warm gratulierte. Dieser Empfang hat in Berlin .stattgefunden. Am Tage meines Empfanges in Berlin versäumte ich einen Schulvortrag. Dieser Um» stand wirkte ein bißchen auf meine Berven, und in der Gegenwart des Herrn Reichspräsidenten hatte ich eine glänzende Idee. Mit einem plötzlichen Entschlüsse sagte ich zu ihm: „Berlin gefällt mir sehr gut und ich würde gern noch einen Tag hier verbringen, aber ich fürchte, daß ich den versäumten Schultag nicht werde entschuldigen können." Hindenburg setzte sich hierauf an seinen Schreibtisch und schrieb einen Brief an meinen Schuldirektor, in dem er ihn bat, meine Abwesenheit vorn Schulvortrage zu entschuldigen. Aus diese Weise kam ich mit heiler Haut davon, und nun hängt der Brief Hindenburgs in einem schönen Rahmen an der Wand des Konferenzzimmers meiner Schule. Eine Folge dieses Empfanges war das Anwachsen meines Selbstvertrauens. Ich weih, dah eines der Geheimnisse erfolgreicher Fechtkunst das Vertrauen in feine eigene Kraft und der fortwährende Gedanke daran ist. Jeder Umstand, der das Selbstvertrauen des Sportsmanns erhöht, muh wahrgenommen werden. Ein Sportsmann versucht Siege zu erfechten, da diese sein Selbstvertrauen erhöhen, und auf diese Weise ist er für künftige Kämpfe besser vorbereitet. Infolge der Entwicklung meines Selbstvertrauens leide ich niemals an Lampenfieber, das weiter nichts als eine Folge der Unsicherheit und des Mangels an Selbstvertrauen ist. Ich gestehe, dah mir das Gefühl der Unsicherheit vollkommen fremd ist. Ich sehe immer das Ziel vor meinen Augen, und darum bleibe ich ruhig. Wenn ich vor einem Wettkampfe mir die Aussichten überlegen würde, würde ich unbedingt dem Lampenfieber verfallen. Der Kämpfer, der in die Arena tritt, muß alle anderen Gedanken zu Hause lassen. Er muh seine Gedanken auf ein Ding konzentrieren: zu kämpfen und zu Tiegen. Natürlich kann es auch geschehen, dah man eine Biederlage erleidet. Aber das ist ein Zufall, und es ist nicht der Mühe teert, darüber nachzudenken, oder sich zu kränken. Eine Biederlage führt immer dazu, dah man seine Fehler und Schwächen erkennt, sie ausbessert und dadurch fein Selbstvertrauen hebt. Ich bin noch jung, aber ich gewann die Erfahrung, dah Erfolge im Sportlichen in erster Linie von der Stärke unserer Seele ab» hängen. Diese Seelenkraft macht den Kämpfer stärker als feine körperliche Geschicklichkeit. Sportsleute, die den Glauben an sich selbst verlieren, verlieren auch die Schlacht. Was bedeutet es: das Selbstvertrauen zu verlieren? Cs bedeutet nichts anderes als den Verlust der eigenen Seele. Bisher habe ich mein Selbstvertrauen noch nie verloren, und dieser Umstand, so glaube ich, war auch eine der Ursachen meiner beständigen Erfolge. Ich wünsche mich in der Fechtkunst weiter zu beschäftigen und meine Sportübungen zu vervollkommnen. Ich weih, es wird dazu notwendig sein, meine geistigen Kräfte zu stärken, und ich hoffe, jene Vollkommenheit zu erreichen, wenn ich beständig meine Fehler verbessere. Wenn ich diese erreichen kann, bin ich weiterer Erfolge ganz sicher. Zum Schlüsse gebe ich noch eine Uebersicht der Geheimnisse erfolgreicher Fechtkunst: Ieder Sport, nicht bloh das Fechten, muh fortwährend geübt werden. Aber alles zu seiner Zeit. Das Selbstvertrauen darf niemals verloren gehen, die Fehler müssen immer verbessert werden. Die Macht der Seele ist von größerer Wichtigkeit als die Geschicklichkeit des Körpers. Der Kämpfer, der an die Macht seiner Seele glaubt, wird immer siegreich bleiben. V.f.B. Leichtathletik. Am kommenden Sonntag veranstalten D.f.L. und Sportverein Wetzlar gemeinsam die Wetzlarer nationalen Leichtathletikwettkämpfen, an denen V.f.B. mit etwa 25 Aktiven und Jugendlichen teilnimmt. Der von der Militärsportschule Wünsdorf zurückgekehrte Werfer M o h l, sowie Koch beteiligen sich am Kugelstoßen der Klasse I und II. Mohl wirft außerdem in Klasse I noch den Diskus. A. Schmidt läuft die 100 Meter in Klaffe I und III, Spaar hat für Speer, Jakob und Mosbach für Hochsprung in Klasse I gemeldet. In Klasse II starten noch Max Fischer und A. Schmidt im Weitsprung, G. Müller im 800-Meter-Laus, Mar Fischer und Tre- s e r im 200-Meter-LLauf. In Klasse III werden A. Schmidt, Max Fischer, Siebels und G u y o t den 100-Meter-Lauf, das Speerwerfen, ©paar und Guyot, Max Fischer, A. S ch m i dt, ©paar den Weitsprung und Tre - s e r die 400 Meter bestreiten. G. Müller geht in dieser Klasse auch noch über die 1500 Meter. In der Jugendklasse A nehmen Rübsamen am 1500-Meter-Lauf, Erich Seipp am 100- bis 200- Meter-Lauf teil. Gruber wirst Speer und versucht sich mit Seipp zusammen im Dreikampf. Die 6-Jugend des V.f.B. ist durch K i r ch h e i m e r und Hellmayer bei den 100 Meter, durch Steuerwald bei den 300 Meter und beim Hochsprung vertreten. Von der C-Jugend sind S i - mon und Happ dabei, Mattern, der nach seinen letzten Leistungen zu schließen einige Chancen in seiner Klasse gehabt hätte, kann wegen einer Verletzung nicht mitmachen. Die Konkurrenz wird in allen Klassen sehr stark sein. Fußball in Großen-Buseck. Die erste Mannschaft des F. C. 1926 Großen- Duseck wird voraussichtlich am kommenden Sonntag spielfrei sein. In Großen-Buseck stehen sich die beiden ersten Iugendmannschaften des V. f. D. Gießen und Großen-Buseck gegenüber. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Gießens Kreisklassenmannschaft fährt am kommenden Sonntag zum zweiten Serienspiel nach Frankfurt a. M.-Preungesheim. Tritt die Mannschaft in derselben Ausstellung wie am Vorsonn- tag an, und zeigt sie im Mannschaftsgefüge eine bessere Sportdisziplin, dann wird es ihr gelingen, den Sieg und die ersten Punkte mit nach Hause zu nehmen. Im dritten Bezirk herrscht, anläßlich des Herbstwaldlaufes in Beuern, Spielverbot. Der Waldlauf, der in den ausgedehnten Waldungen Beuerns zum Austrag kommt, findet für alle Klassen vormittags statt. Am Bachmittag werden bann auf dem Sportplätze leichtathletische Mannschaftskämpfe abgehalten. Den Abschluß der Veranstaltung soll ein Fußball-Werbespiel zwischen zwei führenden Mannschaften des Bezirkes bilden. Daten für Samstag, 7. September. Sonnenaufgang 5.21 Uhr, Sonnenuntergang 18.34 Uhr. — Mondaufgang 10.05 Uhr, Monduntergang 20.07 Uhr. 1654: der schwedische Staatsmann Graf 2lxel Oxenstjerna in Stockholm gestorben. Oberheffen. Landkreis Gießen. ch Lollar, 5. Sept. In der Bacht zum Donnerstag gelang es, ein in Marburg gestoh - lenes Auto hier zu ermitteln und einen Moto rraddieb stahl in Lollar in letzter Minute zu verhindern. Bach 2 Uhr nachts erschien in der Wirtschaft „Zur Germania" ein fremder Mann, um Zigaretten zu kaufen. Da der Fremde einen verdächtigen Eindruck machte, wurde er beim Verlassen der Wirtschaft von einigen Gästen verfolgt. In der Bähe der Wirtschaft stand ein Automobil, von dem aus dieser Fremde mit zwei weiteren Männern alsbald die Flucht ergriff. Bei näherem Zusehen fand man neben dem Auto auch ein Motorrad, das in einem Hofe der hiesigen Ebert-Straße kurz zuvor entwendet worden war. Die sofort benachrichtigte Gendarmerie brachte den zweisitzigen Personenwagen in Sicherheit, während das Motorrad seinem Besitzer zurückgegeben wurde. Im Laufe des heutigen Vormittags wurde bekannt, dah das Auto vor einem Hotel in Marburg am Mittwochabend gestohlen worden war. Der Besitzer holte seinen Wagen heute nachmittag hier ab. Er vermißt jedoch einen Lederkoffer mit Muster und einige Privatsachen. Dg. Großen-Buseck, 5. Sept. Bachdem unsere Gemeinde gezwungen war, erhebliche Summen für die Wiederherstellung der Wasserleitung auszuwenden, wird nunmehr mit der dringend notwendigen Erneuerung der Außenseite unseres Gotteshauses begonnen. — In der ehemaligen L a ck f a b r i k werden zur Zeit Jnstandsetzungsarbei- ten vorgenommen, um dort ein chemisch-metallurgisches Laboratorium zu eröffnen. — Auf der Straße zwischen Großen-Buseck und Rödgen stießen in der Dunkelheit ein Motorradfahrer von hier und ein Autofahrer aus Gießen mit ihren Fahrzeugen gegeneinander, wobei ersterer schwere Verletzungen davontrug. Er wurde in die Klinik nach Gießen verbracht. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht ganz geklärt. & Reinhardshain, 4. Sept. Am vergangenen Sonntage machte unser evang. - kirchlicher Frauenverein unter der Leitung des Vorsitzenden, unserers Pfarrers, seinen diesjährigen Ausflug. Trotz der arbeitsreichen Zeit und dem Zusammentreffen mit einigen Festen in der Umgegend beteiligte sich die größere Mehrzahl der Mitglieder an dem Ausflug, der nach Bad- Nauheim gerichtet war. Bei den vielen Dingen, die es dort zu sehsn gab, und den herrlichen Spaziergängen gingen die Stunden zu schnell dahin. Eine Feierstunde in der Dankeskirche gab den rechten Abschluß für den wunderbaren Tag. — — Lich, 5. Sept. Gestern abend fand im „Holländischen Hof' unter der Leitung des Vorsitzenden, Konrad Schöne, eine gut besuchte 23er- sammlung der hiesigen Ortsgruppe des O b st - und Gartenbauvereins statt. Die Versammlung beschäftigte sich in erster Linie mit der Verwertung der diesjährigen reichen Obst- ernte. Die Mitglieder meldeten den Ertrag ihrer Obstanlagen an, den sie zum Verkauf bringen können. Es soll vor allen Dingen auf Qualität 5 o b ft gesehen werden, das dann von den Händlern zu guten Preisen abgenommen werden kann. Anläßlich des Herbstmarktes wird von den Mitgliedern der Ortsgruppe eine Ob st aus st el» lung veranstaltet werden, für die in entgegenkommender Weife die Räume der Landwirtschaftsschule zur Verfügung gestellt wurden. Ein Ausschuß, der die Ausstellung oorbereiten soll, wurde von der Versammlung gewählt. Die Ausstellung wird vom 28. bis 30. September abgehalten werden. * Ober-Bessingen, 6. Sept. Am Sonntag, 8. d. M., soll in unserer Gemeinde ein evangelisches Missions - und Volksfest gefeiert werden, zu dem die Siebzigjährigen unseres 'Bezirks die Anregung gegeben haben. Sie wollen gemeinsam ihren Geburtstag feiern und haben dazu diese würdige Art gewählt. Man hofft hier, eine große Anzahl von ihnen begrüßen zu können, da die Pfarrämter der weiteren Umgebung bereitwillig die Adressen ihrer ältesten Gemeindcglieder bekanntgeben, an die persönliche Einladungen ergingen. Batürlich freut man sich' hier besonders daraus, daß sie auch noch viele andere, Alte und Iunge, mitbringen werden, zumal unsere Gemeinde von allen Seiten her leicht zu erreichen ist. Gäste werden herzlich willkommen geheißen werden, und die Häuser unseres Dorfes werden die Kommenden gerne gastfrei aufnehmen. Mit dem Abendzug nach Lich ist eine bequeme Gelegenheit zur Rückfahrt vorhanden. Don Lich aus ist Anschluß nach drei Richtungen möglich. Bäheres finden die Interessenten in der Einladung des Kirchenvorstands im Anzeigenteil der heutigen Ausgabe. # Bellersheim, 5. Sept. Die Obsternte hat begonnen. Infolge der ungewöhnlichen Trockenheit und Hitze find die halbfrühen Obstsorten bereits heravgereift. In dieser Woche sind auf der hiesigen Bahnstation Obbornhofen - Bellersheim mehrere Bahnwagen Birnen und Aepfel zur 23er- ladung gekommen, und heute wurden die ersten Zwetschen verfrachtet. Die Preise sind im Verhältnis zum Vorjahr zurückgegangen. Der Zentner Zwetschen kostet 6 Mark, für Aepfel werden je nach Größe und Güte 6 bis 8 Mark bezahlt. Birnen lohnen fast nicht die Arbeit des Pflückens. Für kleinere Zuckerbirnen werden 3 Pf. geboten, während sich der Preis für Qualitäts-Butterbirnen auf 5 bzw. 7 Mark je Zentner stellt. I* Obbornhofen, 5. September. Der hiesige Schützenoerein beendete am vergangenen Sonntag sein diesjähriges Preisschießen, das unter sehr starker Beteiligung einheimischer und auswärtiger Sportfreunde an mehreren Sonntagen ftattgefunden hatte. Es tarnen insgesamt 22 Preise zur Verteilung. Es errang den 1. Preis Wilhelm Walter; 2. Heinr. Kull mann: 3. Heinrich Schmidt: 4. Herrn. Lindemeier: 5. Wilh. Leidner: 6. Wilh Nicklas, von Rodheim: 7. Heinr. Glockengießer. Die Preise wurden durch den Vorsitzenden, Bahnassistent Schmidt, überreicht. Der durch das Preisschießen erzielte finanzielle Gewinn soll zur Finanzierung der Schießhalle Verwendung finden. Kreis Büdingen. nd. B i d d a . 4. Sept. Hier feierten heute der frühere Gastwirt und Metzgermeister Louis Geiß und Frau Amalie, geborene Klöpper, das Fest der goldnen Hochzeit. Beide erfreuen sich noch einer guten Gesundheit. Unter den vielen Gratulanten, die mündlich ihre Glückwünsche überbrachten, war einer der ersten Bürgermeister Ringshausen von hier. Er überreichte ein herzliches Glückwunschschreiben des Ministers Leu sch ner und sprach gleichzeitig auch im Auftrage des Kreisdirektors Dr. G a ß - ner, der dienstlich verhindert war, dem Jubelpaar die besten Wünsche der Kreisverwaltung aus. Dann widmete er als Vertreter der Stadt den beiden Gefeierten herzliche Wünsche der Stadtverwaltung und zum Schluß seine eigenen und seiner Angehörigen. Vom Konsistorium wurde durch den Vorsitzenden des Kirchenvorstandes, Psarrer Lauk, ein Glückwunschschreiben, ein gleiches vom Dekanat durch Dekan S c r i b a überreicht. Der Kirchenvorstand schenkte einen gerahmten großen Wandspruch. Da sich L. Geiß im Kriegerverein stets als sehr tätiges Mitglied des Vorstandes große Verdienste erworben hat, erschien der Vorsitzende, Dank- vorstand Seum, mit einigen Vertretern und schenkte dem Jubelpaar unter einer herzlichen Ansprache ein großes Bild des Reichspräsidenten von Hindenburg. Die Eheleute Geiß sind beide 75 Jahre alt. Kreis Schotten. * Schotten, 5. Sept. In der neuen Turnhalls und auf dem Bockzayl wurden die Reichsjugendwettkämpfe der Schulen des Bezirkes Schotten zum dritten Male ausgesuchtem Die Beteiligung war sehr stark. Es wetteiferten fast 200 Knaben und Mädchen aus Schotten, Rudingshain, Götzen, Betzenrod, Cinartshausen, Ulfa, Eichelsdorf, Rainrod, Eichelfachsen, Eschenrod und Michelbach im Vierkampfe um den Sieg.Im Verlaufe der Kämpfe konnten interessante Beobachtungen gemacht werden. So fiel die Oberstufe (Jahrgänge 1916 und 1917) in ihren Leistungen gegenüber der Unterstufe (Jahrgänge 1918 bis 1921) stark ab, ein Beweis für die bessere körperliche Beschaffenheit der Bachkriegsjahrgänge, f von welchen die Jahrgänge 1920 und 1921 besonders vielversprechende Turner in sich bergen. Ferner wurden erstmalig die besten Plätze nicht von Schottener Teilnehmern eingenommen, wodurch die z. Z. zu beobachtende körperliche Überlegenheit der Dorfkinder klar zum Ausdruck kam. Die drei ersten Sieger waren: O b e r st ui c: 1. Ludwig Zimmer, Ulfa. 2. Ernst Schenk, Eichelsdorf. 3. Hch. Graf, Einartshansen. Unterstufe: 1. Karl Konrad, Einartshausen. 2. Karl Repp, Schotten. 2. Eugen Schmidt, Ulfa. 3, Ludwig Koch, Ulfa. Mädchen: 1. Katharine Platt, Rudingshain. 2. Ottilie Römer, Rainrod. 3. Hedwig Strauch, Einartshausen. Die Kämpfe wurden, von Lehrer M a u r n (Schotten) geleitet und von dem Obmann des Dezirkslehrervereins Schotten, Lehrer i. R. Linck (Schotten), durch Ansprachen eröffnet und beschlossen. Laubach, 5. Sept. Die Grummeternte ist bereits beendet. Sie ist sehr schlecht gewesen, so schlecht wie seit langen Jahren nicht. — Vorgestern fand die er sie Obstverfteigerung der Gemeinde statt. Es wurden nur Frühbirnen versteigert. Der Korb kam im Durchschnitt auf 40 bis 50 Pf. — Am 1. September waren 20 Jahre verflossen, daß die hiesiae D a m p f m o l k e - rei und Weichkäse-Fabrik Lorenz E t l i n g gegründet wurde. Sie wurde wiederholt auf größeren landwirtschaftlichen Ausstellungen preisgekrönt. — Durch die anhaltende Trockenheit sind "die Hackfrüchte, die sicb gut entwickelt hatten, schwer bedroht, ebenso wie das Ge« muss. »etb y »D“"h ‘»U.> DiÄenf01U. K mS'S 9rn° e^iQ- ^rcgung L Vx« Won. le °ndere, Alte i.^al unlere Reicht zu $ tv'llkvnunen Dorjes Wrei ausneh. M eine be- 'Föankn. Qjon J Dichtungen in der ^Wgenfeif ,nll%n TivSen. [ Obftforten be. e sind auf bet sen-Bellersheini Nel jur Der. *^n die erften !>nd im Verhüll. >. Der Zentner l, werden je nach bezahl!. Birnen vilüifcns. Für t geboten, wäh. Butterbirnen aus 'ber. 2er hiesige w vergangenen schießen, das "heimischer und eren Sonntagen esomt 22 Preise Preis Mlhelm in; L. Hinrich eiet; 5. MH. ton Rodheim; 7. Preise würben stent Schmidt, -schießen erzielte iinanzierung der N. feierten heute geweifter Louis >ne Klöpper, das . Beide erfreuen feit. Unter den sich ihre Glück- der ersten Bür- hier. 6r über» chschreiben Ks rach gMreitig itotä Dr.Tah- oar, dem Jubel- Kreisverwaltung rtretet der Stadt >e Dünsche der b[ufl seine eigc- Som KonsistoriiM Kirchenvor- Glückwunschfchm' rat durch D-k« >nvorftand schenke dspruch Sa/ich als sehr totigd e Verdienste «- .rsitzenöe, W* Derttetem und einer fegg ReidjdprafWn Seih sind beide ^neuenlurn^ n die Reich-' Schulen des Säte SÄ* sSS SS® ■ »Stic«»'' 20 “!? M k" ;ttcn) 9e‘. = §4)01' ä * )»«<«)• ssen- ,rtaern'( 0rumj cB)ef(r .schiech^ Pol iren n,d) • „ r u n i !verstör Fri» wurde" o'U ’mbcr tnoren , .Dawp'Lor^ abl'k e ^^u« chen “ itM Wirtschaft. Oer Dersicherungskrach. Eine Erklärung der Balerländischcn und Rhenania. Berlin, 5. Sept^Die Direktion der Vaterland i f ch e n und Rhenania Vereinigte Versicherungsgesellschaften A.-G., Elberfeld erklärt: Die Vaterländische und Rhenania mit einem volleingezahlten Kapital von 12 Mill. Mark, mit 1,6 Mill. Mark Kapital- referve, 3 Mill. Mark Spezialreserve und mit stillen, intakten und realisierbaren Reserven von mehreren Millionen ist an der D a t e r l ä n bischen Kreditversicherung-A. -G., deren Kapital 8 Mill. Mark beträgt, mit 50 Proz. beteiligt. Diese Gesellschaft hat Verluste erlitten, die mit 4 Mill. Mari eingeschäht werden. Hieraus ergibt sich für die Vaterländische und Rhenania ein Verlust von 2 Mill. Mark. Ein weiterer Verlust von 2 Mill. Mark resultiert aus den Anteilen der Vaterländischen und Rhenania an der Rückversicherung der von der Vaterländischen Kreditversicherung versicherten Risiken. Diese Ziffer ist vorsichtig geschäht. Darüber hinaus hat die Vaterländische und Rhenania keine Verluste erlitten und keine zu erwarten. 2m Gegenteil, das eigentliche und wesentliche Geschäft der Vaterländischen und Rhenania nimmt einen absolut normalen Verlauf. Die Risiken bewegen sich in normalen Grenzen. Die Gesellschaft ist den Grundsätzen der Dersicherungsbranche entsprechend liquide. An Bankschulden besteht lediglich ein Kredit von 3 Mill. Schweizer Frank, der vor längerer Zeit ausgenommen wurde und der zu einem Drittel im Mai 1930 und zu zwei Dritteln im April 1932 rückzahlbar ist. Diesem Betrag steht ein Deteiligungskonto mit einem Buchwert von 20 Mill. Mark gegenüber. 3n einer Pressebesprechung wurde noch u. a. mitgeteilt, daß sich die Kreditversicherung in Deutschland noch nicht bewährt habe und auch das eigentliche Delkredere-Versicherungsgeschäft risikovoll sei. Bei der Deutschen Automobilbank-A.°G. habe man helfend eingreifen müssen, weil sonst die Vaterländische Kreditversicherung-A.-G. wahrscheinlich noch größere Verluste erlitten hätte. Zur Zeit schweben mit der Holländischen Disconteeringsbank aussichtsreiche Vergleichsverhandlungen, die dieser Tage zum Abschluß kommen. Rach dem gegenwärtigen Status betrage der Wert der Deutschen Automobilbank etwa 600 000 bis 700 000 RM. Das Geschäft könne einen Retto- gewiny von 200 000 bis 250 000 RM. erbringen, wodurch sich die Verzinsung des investierten Kapitals auf etwa 10 Prozent stellen würde. Zusammenfafsend gab die Verwaltung dann noch bekannt, daß die Fehlerquellen, die im Betrieb der Kreditversicherung vorgekommen sind, beseitigt seien. 3n bezug auf die Interessen der Gläubiger der Vaterländischen Kredit bestehe keinerlei Grund zur Beunruhigung. Der Aufsichtsrat der Vaterländischen Kretz i t werde eine P rüfung der Verhältnisse vornehmen, bei der sich zeigen werde, ob eine llmgeftaltung oder Liquidation der Gesellschaft in Frage komme. Die diesbezügliche Besprechung finde bereits morgen statt; die Entscheidung werde int Oktober fallen. ♦ • Der Saaten st and in Preußen Anfang September. Rach den Feststellungen der Statistischen Korrespondenz konnten in Preußen die Crntearbeiten trotz des späten Beginns fast überall sehr gut gefördert und zum Teil schon beendet werden. Das Ausdruschergebnis ist fast durchweg mittel, aber geringer als im Vorjahre. Bei Kartoffeln und anderen Hackfrüchten hat sich der Stand durch die anhaltende Trockenheit wesentlich verschlechtert. Die Knollen der Spätkartoffeln sind klein geblieben, die Rüben sind im Wachstum noch sehr zurück. Auf leichteren Böden ist vieles bereits vertrocknet. Wenn nicht bald größere Riederschläge eintreten, sind die Ernteaussichten für Kartoffeln und Rüben sehr schlecht. * Neue Franks nrterSchatzanweisun- g e n. Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, hat die Zeichnung auf die 8-v. H.-Schatzanweisungen der Stadt Frankfurt ein recht befriedigendes Ergebnis gehabt. Von den insgesamt 30 Millionen RM. sind die von dem Bankenkonsortium fest übernommenen 15 Millionen RM. voll und zum großen Teil mit einer Sperrfrist von sechs Monaten untergebracht worden. Von den restlichen 15 Millionen RM. ist ebenfalls ein nicht unerheblicher Teil bereits placiert worden. * Rheinische Brauneifenbergwerke. Infolge der weiteren Verschlechterung der Absatzver- hältnisse ha' die Gewerkschaft Dr. Geier in Waldalgesheim erneut 250 Grubenarbeiter entlassen, und sie wird in den nächsten Tagen die zweite Schicht vollkommen einfteüen. Abgaben in größerem Umfange. Frankfurt a. TL, 6. Sept. Tendenz: unsicher. Zu Beginn der heutigen Börse griff erneut eine große Unsicherheit Platz. Es tauchten Gerüchte von neuen Insolvenzen im Reiche sowie auch im Auslande auf, woraufhin das Vertrauen in der Kulisse stark erschüttert wurde und zu Abgaben in größerem Umfange führten. Auch sollen bei den Vorgängen in der Vaterländischen und Rhenania-Verßcherungs-Aktiengesellschast doch schlimmere Auswirkungen zu erwarten sein, und selbstverständlich stand diese Vermutung wie eine Drohung im Vordergründe. Nachteilig empfunden wurden noch die st a r k e n K u r s e i n b r ü ch e an der gestrigen Neuyorker Börse. Obwohl die Verwaltung der Glanzstoffgesellschaft eine beruhigende Meldung ausgab, lag dieses Papier heute wieder stärker angeboten und fast 9 v.ch. schwächer. Es sollen Schwierigkeiten bei Glanz st offirmen im Auslande eingetreten (ein, wodurch die Interessenten dieses Papiers geängstigt wurden. Orders vom Auslande waren kaum eingetroffen, hierauf soll die Schweiz stark als Abgeber aufgetreten fein. Gegen gestern abend gingen die Verluste bis zu 4 v. f). Stärker gedrückt eröffneten Deutsche Linoleum mit minus 6 o. $)., am Kalimarkte Westeregeln mit minus 5 v. H. und Aschersleben minus 4 o. ch. Am Elektromarkt verloren AEG. 2,25 v. $)., Sie-- mens 2,5 v. S). und Gesfürel 2 v. ch. Auch das Vertrauen, das immer noch für Farbenwerte bestand, hat sich durch die Vorgänge bei einzelnen Industriezweigen vermindert. Bei größeren Abgaben lagen I.- G.- F a r b e n zur Erstnotierung 3 v. S). schwächer, gaben aber später erneut um 1,5 v. ch. nach. Montanwerte lagen bis 2 v. S). niedriger. Reichsbank gut behauptet. Die übrigen Bankwerte lagen bis 2,5 o. H. schwächer. Renten geschäftslos. Im Verlaufe wurden die Abgaben weiter fortgesetzt. Bei der geringen Aufnahmefähigkeit neigte die Tendenz weiter zur Schwäche, bei erneuten Verlusten bis zu 2 v. H. Glanzstoff erneut minus 5 o. ch. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7,5 v. ch. wieder knapper. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2025, gegen Pfund 20,36, London gegen Kabel 4,8475, gegen Paris 123,87, gegen Mailand 92,70, gegen Madrid 32,90. Rückgänge in Berlin. Berlin, 6. Sept. Rachdem gestern in Reu- hork nach der monatelangen Aufwärtsbewegung ziemlich unerwartet ein starker Kurseinbruch erfolgte, der hauptsächlich mit der Rekordhöhe der Makler-Darlehen und dem mehrere Tage nach dem Ultimo immer noch nicht entspannten Geldmarkt zusammenhing, waren im heutigen Vormittagsverkehr für den heutigen Markt kaum anderes als Abschwächungen zu erwarten. Die teilweise gestern schon bekannten ungünstigen Momente wirkten nach und veranlaßten die Spekulation zu weiteren Abgaben. Der Kreis der Baissiers wird immer größer, da es sich trotz anderer Ansicht einiger Großbanken gezeigt hat, daß immer wieder die Ware zu niedrigerem Kurse zurückzubekommen ist. Bei fehlendem Inland- und Auslandinteresse, (man sprach im Gegenteil von Auslandabgaben), zeigten die ersten Kurse Rückgänge bis zu 5 Prozent im Durchschnitt. Auf die Betriebseinschränkung bei Bem- berg verloren diese 15,25 Proz., Glanzstoff 10,5 Prozent. Auch in Rorddeutsche Wolle setzten sich die Abgaben fort. Man wollte wissen, daß dieses Unternehmen sehr hohe Dankverpflichtungen habe. Bemerkenswert schwach waren ferner Tietz mit minus 8,25 Proz. Schlesische Gas minus 5, Farben minus 4 Prozent. Selbst die in der letzten Zeit widerstandsfähigen Montanpapiere mußten sich heute ein- bis zweiprozentige Rückgänge gefallen lassen. Deutsche Anleihen abbröckelnd. Ausländer behauptet. Pfandbriefmarkt uneinheitlich und fast geschäftslos. Der Geldmarkt war ziemlich unverändert. Tagesgeld 8 bis 10,5 Prozent, Monatsgeld 9,25 bis 10,25 Prozent; Warenwechsel etwa 7,60 Prozent. Auch im Verlaufe gaben die Kurse weiter nach. Man beobachtete einige gute Auslandverbindung besitzende Privatbankhäuser als Abgeber und kombinierte daraus auf Auslandverkäufe. Ein weiterer Rückgang von 4 Prozent bei Rorddeutsche Wolle verstimmte ebenfalls, wie die auch im Verlaufe schwache Veranlagung der Temberg-Aktie. Farben konnten sich, anscheinend auf Stützungskäuse, später relativ gut behaupten. Bei Montanwerten setzten- sich sogar gegen die Anfangskurse leichte Erholungen durch. Demberg erholten sich gegen ihren Anfangskurs um 5 Prozent. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 6. Sept. Der Produktenmarkt verkehrte in unverändert stiller Haltung. Bei der geringen Umsahtätigkeit neigte die Tendenz am Drotgetreidemarkt weiter etwas zur Schwäche, und Weizen gab erneut leicht nach. Die übrigen Rotierungen blieben unverändert. Es wurden notiert: Weizen 25,30 bis 25,40; Roggen 20,15; Sommergerste für Brauzwecke 21,50; Hafer, inländischer, alt 19 bis 19,50, neu 18,75 bis 19; Mais. gelb, für Futterzwecke 20,75 bis 21; Weizenmehl, süddeutsches. Spez. 0, 38 bis 39; Roggenmehl 29,25 bis 30,50; Weizenkleie 11 bis 11,10; Roggenkleie 10,75 Mark. Tendenz ruhig. Letzte Nachrichten. Ein neuer Bombenfun- in Berlin. B e r (i n , 6. Sepf. (WIB. Funkspruch.) Bei Prüfung des Schaltervorraums und seiner Zugänge fand heute früh ein Beamter des Postamts Ost 27 in der INagazinstrahe am Alexanderplah in einem Korridor eine Blechbüchse, die 23 Patronen und etwa ein halbes Pfund Holzkohle, mit Papi erschniheln bedeckt, enhielt. Aus dem Ganzen ragte eine Spiralfeder heraus. Ls ist nicht versucht worden, das papier anzuzünden. Der Täter wurde anscheinend gestört. Rach Angabe von Sachverständigen, die den Inhalt der Büchse untersucht haben, hat der Täter vermutlich nur die Absicht gehabt, Unruhe zu stiften. Echach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 228. g 8 7 6 5 4 3 2 1 g h a b Don P. A. Larsen. Schwarz, c d e f Weiß. Weih zieht und seht in drei Zügen matt. Weiß: 6 Steine. Ka7; De8; Tdl, g5; Se3, e6. Schwarz: 9 Steine. Ke5; La6, Sf5; Bb5, c4, (7, g3, g6, h5. Partien Nr. 151,152 und 153. Rachstehend einige Partien aus dem Karlsbader Schachturnier. 13. Runde: Weiß: Dogoljubow. Schwarz: Maroczh. 1. d4, Sf6. 2. c4, e6. 3. Sc3, d5. 4. Sf3, Le7. 5. Lf4, 0-0. 6. e3, c5. 7. dxc, Lxc5. 8. cxd, Sxd5. 9. Sxd5, exd5. 10. Ld3, Ld6. 11. Lxd6. Dxd6. 12. 0x0, Sc6. 13. Tel, g6. 14. Db3, Tab8, 15. Tfdl, Le6. 16. Le2, Tfc8. 17. Da4, Db4. 18. Dx b4, Sxb4. 19. a3, Sc6. 20. d>4, Kf8. 21. Kfl, Ke7. 22. Kel, h6. 23. h3, Ta8. 24. Kd2, Tab8. 25. Tc5, Sd8. 26. Sd4, Txc5. 27. bXc, Ld7. 28. Lf3, Tc8. 29. Tel, Se6. 30. SXe6, fxe. 31. e4, Lc6. 32. exd, LXd5. 33. Lxd5, Td8. 34. Tbl,Txd5-H 35. Ke3, Td7. 36. Ke4, Kf6. 37. Tb3, Tc7. 38. Tc3, Tc6. 39. Kd4, b6. 40. a4, bxe-s-. 41. Txc5, Td6+. 42. Kc3, Tdl. 43. Tb5, Tal. 44. a5, Ta2. 45. Tx a7, Txf2. 46. Th7, h5. 47. a5, Txg2. 48. a6, Ta2. 49. a7, Kg5. 50, Te7, Kh4. 51. Kb3, Tal. 52. Tx e6, Tx*7. 53. Txg6, Kxh3. 54. Kc2, Td7. 55. Tg5, H4. 56. Tgl, Td4. 57. Kc3, Tg4. 58. Tal, Kg2. 59. Kd3, h3 aufgegeben. 15. Runde: Weiß: Nimzowitsch. Schwarz: Samisch. 1. b3, d5. 2. Lb2, c5. 3. e3, Sc6. 4. Lb5, Ld7. 5. Sf3, Dc7. 6. 0-0, Sf6. 7. d3, e6. 8. Sbd2, Le7. 9. Lxc6, Lxc6. 10. Se5, 0-0. 11. f4, Le8. 12. Tf3, Sd7. 13. Tg3. g6. 14. Dg4, Lf6. 15. Sf3, Lg7. 16. Th3, f5. 17. DH4, Sf6. 18. Sg5, h5. 19. Sxe6, De7. 20. Sxg7, Dxg7. 21. Tg3, Sg4. 22. Dg5, Sxe5. 23. Lxe5, Dh7. 24. c4, Lf7. 25. Dxf5, dx c4. 26. bxc4, Tfe8. 27. De4, TadS. 28. d4, cxd4. 29. exd4, Kf8. 30. Dxb7, Te7. 31. Db4 aufgegeben. 16. Runde: Weih: Didmar. Schwarz: Euwe. 1. d4, Sf6. 2. Sf3, g6. 3. Lg5, Lg7. 4. Sbd2, c5. 5. e3, b6. 6. Ld3, Lb7. 7. 0-0, h6. 8. Lf4, d6. 9. c3, SH5. 10. Db3, Sxf4. 11. exf4, 0-0. 12. Tadl, Sc6. 13. Lbl, cxd4. 14. cxd4, e6. 15. Sde4, Sce7. 16. Da3, Sef5. 17. Tdd2, De7. 18. Seg3, Sfxg3. 19. fxg, Tfc8. 20. g4, Tcc7. 21. f5, exf5. 22. gxf5, g5. 23. Tfel, Df6. 24. h3, Tac8. 25. Tddl, Tcc4. 26. d5, a5. 27. Sfd2, vg4-s-. 28. Khl, Dxd5. 29. Le4, Txe4. 30. Sxe4, Dxf5. 31. Sxd6, LXg2+. 32. Kxg2, Tc2+. 33. Khl, Df4. 34. Te8 + ,Lf8. 35. Txf8+!, KxfS. 36. 5(54-, Kg8. 37. Df8-j-! aufgegeben. Lösung des Problems Nr. 224. Don I. Scheel. 1. Kg2-h3! usw. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonStisch. Sommerlhealer. Als Ludwig Barnah das „BerlinerTheater" leitete, erfreute er sich der besonderen Gunst Wilhelms 11. Einmal ritt der Kaiser im heißesten Hochsommer über die Linden und unter den Reugierigen, die sich auf dem Straßendamm sammelten, bemerkte er Barnah und winkte ihn zu sich heran. Der Kaiser erkundigte sich danach, wie es denn in seinem Theater gehe, worauf Bamay, der wegen des heißen Wetters vor fast leeren Bänken spielen mußte, einen verzweifelten Blick nach dem wolkenlos strahlenden Himmel warf, und mit dem Zitat aus „Hamlet" antwortete: „Mein Fürst, ich habe zuviel Sonne!" Der Kaiser mußte über dieses passende Zitat herzlich lachen. Die Hiobspost. Die Basutos in Südafrika sind ein freundliche- und gutmütiges Völkchen, das den Farmern gute Dienste leistet. Von seinen Dasuto-Arbeitern erzählt der südafrikanische Gutsbesitzer Leonard Flemming allerlei lustige Geschichten, darunter auch eine von seinem alten Diener Gabriel. Als er nach einer Abwesenheit von drei Tagen auf die Farm zurückkehrte, fragte er: „Run, Gabriel, alles in Ordnung?" „Ja, Baas, alles ist in Ordnung." „Richts Schlimmes passiert?" forschte der Herr weiter. „Rein, Baas, nichts Schlimmes — nur zwei Rinder sehr krank, Baas." „Was? Gabriel, zwei Rinder krank? Was ist denn mit ihnen los?" „Weiß nicht, Baas, sie sind nur sehr krank — das eine ist schon tot, Baas!" Beseht. Eine nette kleine Dame steht vor der Autobushaltestelle und ist sehr verärgert: schon der dritte Wagen ist besetzt, und sie kommt nicht vom Fleck weg. Da nähert sich der vierte Wagen: auch kein Platz. Dafür wirft ein junger Kavalier von der Plattform feurige Blicke der wartenden Schönen zu. Sie lächelt ihn vielsagend an, ja noch mehr als das, sie gibt dem Jüngling ein kleines Zeichen. Dieser springt hochbeglückt ab, und im selben Augenblick nimmt sie nicht etwa seinen angebotenen Arm, sondern seinen Stehplatz im Wagen ein. Er will ihr — noch immer nichts Böses ahnend — folgen, da ruft der Schaffner „Beseht!" und der Autobus seht sich in Bewegung, ohne den lackierten Don Juan mitgenommen zu haben. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. ,vranffurt a M. Berlin Datum 5% Dl. Retchsanlethe v. 1927 - • Dl. Anl.-Ablös.-Schuld mit AuS- los.-Rechtcn......... Desai. ohne AuSIos.-Rechte . . . 1% ftrantf. Hyp.-Bk. Goldps. un- kündbar bis 1932....... Rheintiche Hyv.-Bant Liqu.- Goldps............ A.E.G. abg. BorkriegS-Obltgation., rückzahlbar 1932 ....... 4% Schweiz. Bunvesb.-Anl.. . . 4% Lcsterreichilche Goldrte.. . . 4,20% Oesterr. Silberne..... 4% Oesterreich. emheiU. Rte. . . 4% Ungarische Goldrte..... 4% Ungarische StaatSr. V. 1910 desgl. von 1913 .... 4% Ungarische KronenNe.. . . 4% Türk. Zollanleihe v. 1911 . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl Serie 1.......... 4% desgl. Serie II. - - - • - 4% Rumänen conöcrt. Rte. . . iy3% Rumänen Goldanl. von 1913 wlg. Deutsche Estenbayn . . *'/* Hamburg-Amerika Paket ... 8 vamb.-Südam. Dampssch. . . 8 van!» Dampsjchiss.....1° Norddeutscher Lloyd.....8 illlg. Deutsche Credilansi. . . 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelögesellsch. . . 12 Commerz- und Pnvat-Bank. 11 Darmst. u. Nationalbank . . 12 Deutsche Bank......10 Dlskonto-Gejellschast fflnt. . 10 Dresdner Bank ...... io Metallbau I ......... h «cichsbank........12 Schluß-s 1-Uhr Kurs | Kurs Schluß-s Kurs | Anfang. Kurs 5.9. | 6.9. 5-9. 6.9. 87,4 — 87,5 — 53,95 — 53,8 53 11 — 11 10,75 85,5 — — - 77,75 — — - 87 — — — 99 _ — — 29 — 29 — 2,35 — 2,5 — 22JT — 22,75 —— 19,75 — 20 — — — 22,2 — 1,65 — 1,7 —— 7,25 7,5 7,4 7,55 7,25 — 7,4 — 7,25 — 7,4 7,6 7,35 — —— — — — 15,13 — _ _ — 119,25 120 119 — — — 184,75 — — 158,75 159 112,65 111,75 113,25 111,5 125,5 —— 125,5 125,75 — — 127 — 208 —— 08 207,5 179,5 178,75 179,5 178,75 274 —— 273,5 272 167,75 165,75 167,5 166,5 153,5 — 153,5 152,75 159,5 157 159,5 158 297 297 299 298 Urankfun a M. Berlin Schlutz-s t-Uhr Kurs I Kurs Schluß-s Anfang- Kurs | Kurs Datum k.9. | 6.9. 5.9. 6.9. A.E.G...... 8 Bergmann ....•••> . 9 Elektt. Lieferungen.....jo Licht und Kraft 1° Reiten & Guilleaume. • • • . 6 Ges. f. Gleltr. Untern.. ... 10 Hamb. Elektt. Werke .... io Rhein, ................9 Schlei. Elektt........1(' Schuckert.....•••••» Siemens & Halske . • • • • *- TranSradio . . ....... 8 Lahmeyer ........... 10 Essener Steinkohle......8 Gelsenkirchener ... f. 54 3-4 Harpener.......... 6 Hoesch Eisen. ...... ..8 Ilse Bergbau ........8 Klöcknerwerke..... 7 Köln-Neuessen........9 Mannesmann........ 8 Mansfelder.........1 Oberschles. Etsenb. Bedarf. . . 6 Oberschles. KokSwerke.....6 Phönix Bergbau......5% Rheinische Braunkohlen... 10 Rhelnstabl . . . f.'/. Jahr 4^, Riebeck Montan......7,2 Bereinigte Siahlw......< Olavi Minen.......2 sh Kali Aschersleben.....10 Kali Westeregeln......10 Kaliwerk Salzdetfurth ... 15 I. ®. Farben-Industrie ... 12 Dynamit Nobel ....... 5 Scheideanstalt ....... 9 Goldschmidt ........ 5 NütgerSwerie ........ 6 Melallgesellschast. ..... 11 195,25 227,5 214 140,5 217 231 91,5 172,5 146 149 .19 119,75 140,5 111 270,5 128,75 120 233,5 238,5 386 25,5 153 75 83,5 125,5 193,5 215 229,13 389 118 110 126 119,25 230 234 222,5 82,25 195 228 171,25 213,75 141/ 217,75 146 152,5 190 232 392,5 173 116 144 146,25 149 136,5 218,75 119 132 119,75 140,5 87 107,13 111 270 1.29,5 120 72,5 234 x38,5 388,65 226 108 74,5 84 126,5 194 222,75 170,6 211 139,13 145 150 185 229 390 114,75 142 144,5 147,6 133,25 215 117,5 131 117,25 139,5 105,13 109,4 267 125,75 119 71,9 385,5 222 75 82,25 125,13 Banknoten. Frankfun a M. Berlin Schluß-s KurS I 1-Uhr Kurs Schluß-I Kurs | Anfang- Kurs Datum 5.9. | 6.9. 5.9. 69. Philipp Holzmann . . e • 107 — — — Heidelberger Cement. • e • 10 131,5 — — — Gement Karlstadt . . . 8 185 — —— — Wayß & Freitag . . . • • • 10 103,75 — 104 104 Schultheis Payenhoser • ■ • 15 — — 297 295,5 Ostwerke...... 12 — — 232 230,5 Der. Glanzstoss . . . e e • 18 346,25 338,25 347,5 337 Bemberg...... Zellstoss Waldhos . . e e e 14 —— — 277,25 262 12 — 238,75 240 238 Zellstoj Aschaffenburg e » • 12 157 156,75 — Eharlottenburger Wasser • e . 7 — — 107 — Dessauer Gas .... . 8 — —— 197,25 195 Daimler Motoren . . . 0 — — 51,65 Deutsche Maschinen-Fabrik . 0 — — 55,75 55,25 Adlerwerke Klever . - . 5 41,5 41,5 43 42 Lubw.Loewe .... 10 — — 210 — Rat. Automobil . . . . 0 — — Orensteü, 4 Koppel • • e • . b — — 88 89,25 Leonhard Tiey . . . . 6 — — 200,5 192,25 Bamag-Meguin . . . . 0 — — — — Franks. Maschinen . . Gritzner...... • • • . 6 11 62 — 54 62 _ Heyligenstaedt . . . . 0 8,7 — — — Junghans...... Mmnkrastwerke . . . . 4 . 8 63,25 106 — 63,5 — . 8 106 — — _ Mrag........ 10 125,5 — 124,5 124,5 Nekarsulmer . . . . • • • . 8 — — — Peters Union . . . . 8 — — — — Gebr. Roeder . . . . 10 110 — — — Boigi 4 Haessner . . . 8 222 — 222 - Südd. Zucker .... . 8 158,75 — 158 — Berlin, 5. September Geld Brief Amerikanische Noten ..... 4,176 4,196 Belgische Noten..... • . 58,23 58,47 Dänische Noten ...... 111,45 111,89 Eualüche Noten........ 20,309 20,389 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Berlin, 5. September Geld «rief französische Noten..... 16,415 Holländische Noten...... 167,83 168,51 Italienische Noten...... 21,98 22,06 111,45 Deutsch-Oesterr, äiov Kronen 58,90 59,14 Rumänische Noten...... 2,48 2,50 Schwedische Noten...... ^mmeizer Noten ....... 112,13 80 59 112,57 Spanische Noten....... 61,58 61',82 Tschechoslowakische Noten . . 12,40 12,46 Ungarische Noten...... 73,00 73,30 5. September 6. September Amtliche Mtierung Amtliche Notierung Geld l Brief Geld ! Brief Amft.- Rott. 168,17 168,51 168,16 168,50 Bucn- AireS 1,759 1,763 1,760 1,764 Brss.-Antw, 58,315 58,435 58,31 58,43 Christiania. 111,73 111,95 111,72 111.94 Kopenhagen 111,71 111,93 111,69 111,91 Stockholm . Helüngfors. 112,39 112,61 112,39 112,61 10,547 10,567 10,546 10,566 Italien. . . 21,95 21,99 21,95 21,99 London. . . 20,345 20,385 20,341 20,381 Neuhork .. 4,1975 4,2055 4,197 4,205 Paris.... Schweiz » . 16,42 16,46 16,42 16,46 80,79 80,95 80,78 30,94 Spanien . . 61,81 61,95 61,79 61,91 Japan . . . 1,958 L962 1,958 1,962 Rio de Jan. Wien in D-« 0,4975 '0,4995 0,4975 0,4995 Ceft. abgest. 59,105 59,225 59,08 59,20 Prag . . . . 12,427 12,447 12,421 12,441 Belgrad . . 7,366 7,390 7,373 7,387 Budapest. . '3,22 73,36 73,215 73,355 Bulgarien. 3,044 3,050 3,034 3,040 Lissabon . . 18,78 18,82 18,77 18,81 Danzig. . . 81,345 2,020 5,425 81,505 81,32 81,48 Athen. . 2,024 5,435 2,023 5,425 2,027 5,435 Canada . . 4,171 4,179 4,171 4,179 Uruguay. 4,091 4,099 4,096 4,104 Cairo . .. 20,866 l 20,906 20,866 20,906 Dämonen der Zeit. ZRoman von Arthur Brausewetter. 23. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Seit drei Monaten bin ich bei Willfried von Oerhen. Der Frühling naht. And wo fühlte man seinen Atem und seine Kraft wie auf dem Lande? Dies Leben mit der Natur, dies wieder Jung- und Starkwerden im steten Ringen mit chr, dies Wirken und Schaffen an ihrem Dusen löst jeden Tag aufs neue ein Hochgefühl in mir aus, wie ich es lange nicht gekannt habe. Och glaube, ich habe noch nie mit solcher Lust und Hingabe gearbeitet, bin nie so gesund müde vom Tagewerk gewesen wie hier. Mit der Sonne aufstehen und mit ihr schlafen gehen, das ist die einzige Lebensweise, von der der überkultivierte Städter keine Ahnung hat. Aber freilich, man muh mit einem Manne wie Oerhen zusammen sein und auf einem Gute wie dem seinen arbeiten! Es ist weit größer als ich es mir gedacht habe. Er hat immer von seiner kleinen Klitsche gesprochen und besitzt in Wahrheit ein ansehnliches Bauerngut, das ganz für sich am Ende des weitgestreckten Dorfes liegt. Er hat einen guten Pferde- und Viehbestand, verfügt über die neuesten Einrichtungen an landwirtschaftlichen Maschinen und hat seine Gebäude und Scheunen in bester Ordnung. Wir sind sehr fleißig. Besonders jetzt in der Destellzeit. Dies Zeugnis darf ich auch mir geben. Ich arbeite wie ein Knecht. Pflüge selber, bin beim Eggen tätig, steure die Drillmaschinen, reite das Sattelpferd, wenn die Düngerstreumaschine in Arbeit tritt. Des Abends sitzen wir dann bei einem Glase Grog zusammen und plaudern, bis uns die Augen zufallen. Dabei habe ich manchen Einblick in Oerhens Seele getan und ihn mit jedem Male mehr lieben gelernt. Er ist der rechte Sonnenmensch, von einer Klarheit und Reinheit des ganzen Wesens, wie ich sie selten bei einem Manne gefunden habe. Ommer mehr lerne ich verstehen, daß er nichts anderes als Landmann sein könnte. Ob es bei mir auch der Fall ist? Manchmal möchte ich es glauben oder wenigstens wünschen. Dann regt sich wieder das Blut in mir, dies unablässige Vorwärtsdrängen, das mich bisher in keiner Lage des Lebens und in keinem Menschen Rast und Befriedigung hat finden lassen. 0m übrigen sind meine Tage hier bald gezählt. Och kann ja nicht immer bei Oerhen bleiben. Meine Bemühungen um eine Anstellung scheinen Erfolg zu haben. Och erhielt eine Anfrage von einem Herrn Hollwede... Ob ich einen Vertrauensposten auf seinem großen Gute im Samländischen annehmen wollte? Der Betrieb ist sehr stark und weit ausgedehnt, und der über sein Vermögen in Anspruch genommene Herr suchte einen Vertreter. Eine persönliche Vorstellung wäre nicht nötig, da die Erkundigungen, die man eingezogen, genügende Gewähr gäben. Oerhen sieht mich ungern scheiden. Gestern abend bin ich in Tannenwalde angelangt. Es war eine etwas umständliche, aber schöne Fahrt. 0n Thierenberg erwartete mich ein mit zwei flotten jungen Falben bespannter Oagdwagen. Die Sonne neigte sich dem Untergang und schüttete ein Füllhorn rotglühender Rosen auf das Satteldach und die mit kleinen Türmen versehenen Giebel der baufälligen Kirche. Weiter ging es landeinwärts, vorbei an frohkeimenden Feldern, über die die weiche Hand des Frühlingsabends liebkosend dahinstrich, an behaglich sich kuschelnden Häusern und wohlig sich breitenden Gehöften. Oe weiter wir kamen, um so mehr spürte man den frischen Atem des Meeres, den würzigen Duft der Wälder, jenes nicht auszusprechende, nur zu fühlende Etwas, das dem Samlande inmitten Ostpreußens den ganz eigenen Charakter und die gang eigene Romantik verleiht. Am Horizonte dämmerte ein starkgezogener, wenn auch noch nebelhafter Strich auf.. . der Warnicker Forst. Dann wies der Kutscher mit der Peitsche auf einen an der Wegbiegung zwischen hohen Bäumen und weichen Flächen plötzlich emportauchenden Gebäudeblock: „Tannenwalde". Ein in diese abendfeiernde Ländlichkeit etwas massig und schwer hineingestelltes Herrenhaus lag vor uns, das nach seiner ganzen Anlage und Ausführung wohl einem Schlosse gleichen sollte, den Anstrich des Kasernenmähigen aber nicht zu verleugnen vermochte. Zu meiner Verwunderung fuhr der Kutscher nicht durch den zur Rampe hinaufführenden Torbogen, sondern ließ ihn links liegen. »Der Herr wohnt im Kämmererhause," sagte er und hielt kurz darauf vor einem einfachen, von dem Schloß eine geringe Wegstrecke entfernten Gebäude. Ein Mann von echt ostpreuhischem Platt, breitschultrig und hünenhaft, mit großem, dickem, von grauem, borstigem Haar bedeckten Schädel und sonnengebräuntem, energischem Gesicht stand vor der Tür, half mir beim Aussteigen, reichte mir die Pranken artige Rechte mit einem Drucke, der mich fast zermalmte, lud dann mit Hilfe des vom Herrenhause herbeigeeilten Dieners meine Koffer vom Wagen und führte mich in ein großes, einfach aber freundlich ausgestattetes dreifenstriges Zimmer im oberen Stock. Run kam auch die Frau Kämmerer, eine im Gegensatz zu chrem Manne sehr schmächtige Erscheinung mit weihgescheiteltem Haar und einem Gesicht darunter, in dem schlichte Güte lag, fragte nach meinen Wünschen und suchte es mir in ihrem Hause von vornherein so angenehm zu machen, wie es irgend in ihren Kräften lag, so daß meine anfängliche Mißstimmung, daß man mich anstatt im Herrenhause, in dem doch wahrhaftig Platz genug vorhanden war, hier untergebracht hatte, bald verflogen war. „Och bin beauftragt, den Herrn Direktor nach drüben zum Tee zu geleiten,“ sagte der Diener, der meine Sachen auf das Zimmer gebracht hatte. Mir fiel der Titel „Herr Direktor" auf, den er mir beilegte und der mir mehr für ein geschäftliches Unternehmen als für eine ländliche Wirtschaft zu passen schien. Eine hellerleuchtete, mit kostbaren Persern und einer stattlichen Anzahl von Geweihen geschmückte Vorhalle empfing mich, die einen mit Oberlicht versehenen Rundbau darstellte und auf die, nach den vielen weißlackierten Flügeltüren zu schließen, die ganze Flucht der Zimmer mündete. Von einem dieser-Zimmer her vernahm ich die Töne eines Flügels, zu dem eine weibliche Stimme ein Lied fang, das in der tiefen Stille dieser fast tempelartigen Rundhalle eigentümlich widerhallte. Der Diener öffnete eine der weißlackierten Flügeltüren und ließ mich allein. Och befand mich inmitten eines auffallend hohen Empfangssaales, der mit gediegener Pracht aus- gestattet war. Wohin das Auge auch blickte, nie sah ich etwas Blendendes oder Herausforderndes, alles zeugte von vornehmen Geschmack: die Teppiche, die, fast noch kostbarer als auf der Diele, den Boden deckten, die im antiken Stil gehaltenen damastbezogenen Möbel, vor allem aber die Gemälde, die in geschickter Anordnung an den Wänden hingen, und die Skulpturen, die in Bronze oder Alabaster auf schwarzen Säulen standen. Och hatte mich eben in eine Kopie der Sixtinischen Madonna vertieft, als der schwere Dro- katvorhang, der den Saal von einem neben ihm liegenden Gemach abschloß, sich fast unhörbar auseinandertat. War die Madonna, die ich eben mit Entzücken betrachtet, aus ihrem goldenen Rahmen herabgestiegen? Trat sie, Fleisch und Blut geworden, mit ihrem schwebenden Gang an mich heran? Dieselbe leicht und anmutig gebaute Gestalt, zart an Wuchs, aber doch in den Gliedern von wundervoller Ausgeglichenheit, dasselbe von reichem dunklen Haar umflossene Antlitz, dieselben inwärtsgerichteten dunklen Augen, die ahnungsschwer in eine fremde Welt blickten. Mit weicher, klangvoller Stimme begrüßte sie mich freundlich, aber doch in der ganzen Art der Herrin, die weiß, daß sie einen Untergebenen vor sich hat und sich ihrer überragenden Stellung bei aller Liebenswürdigkeit der Form bewußt bleibt. „Och muß Sie allein empfangen," sagte sie, indes wir uns in den Eßsaal begaben, „meine Eltern sind heute zu einem Feste in die Nachbarschaft geladen und werden wohl erst spät nach Hause kommen." Wir hatten uns an den großen Tisch gesetzt, auf dem sich die zwei Gedecke recht vereinsamt ausnahmen. Ein ältliches Mädchen reichte die Speisen, die Wanduhr tickte langsam und schwer, ein wenig asthmatisch, und von draußen her klang der Ruf eines Nachtvogels. „Wir führen hier ein sehr weltentserntes Leben,- nahm sie die Unterhaltung auf, die eine längere Zeit geschwiegen hatte. „Eine Einladung wie die heutige ist eine Seltenheit und sicher kein Vergnügen. Die Herren sprechen von Dollar und Roggenpreis, die Damen von Geflügel und Dienstboten. Kommt es hoch, so tanzt man zu einem Grarnola. Die Eltern haben auch wenig Zeit, Verkehr zu pflegen. Der Vater macht viele Reisen, natürlich nur geschäftliche. Die Mutter lebt in ihrem Treibhaus und dem Garten — zu etwas anderem kommt man hier nicht, weder im Winter noch im Sommer." Mir war, als hörte ich aus ihren Worten etwas wie Unwillen, ja wie leise Bitterkeit heraus, als dunkelte eine stille Traurigkeit aus der Tiefe ihrer Augen. „Und Sie?" fragte ich, um auch etwas zu sagen. „Och? Nun, ich habe die vorgeschriebene Dahn mit Ehren durchlaufen: Zuerst die Erzieherin, dann die Pension in Dresden, die Einsegnung, natürlich ganz allein, in feierlich geschmückter Gutskirche unter dem Zulauf des ganzen Dorfes, die Besuche in der Nachbarschaft mit Papa und Mama, die ersten Bälle, die grenzenlose Winter- einsamkeit des Landes. Och wüßte nicht zu sagen, was das beste von allem gewesen, ich glaube — das Alleinsein." Och sah sie voller Erstaunen an. Sie konnte höchstens zwanzig Oahre zählen, war von bezwingender Schönheit und hatte alles, was Menschenherz begehren kann. Wie kam sie zu einer solchen Lebensauffassung? Sie schien das Gefühl zu haben, mir, dem Fremden und Angestellten ihres Vaters, bereits zuviel gesagt zu haben, denn sowie der Nachtisch gereicht war, erhob sie sich: „Sie werden müde sein und der Ruhe bedürfen. Wir hätten Sie gern im Schlosse einquartiert. Aber der Vater läßt außer vorübergehendem Besuch keinen Fremden hier wohnen. Sie verabschiedete sich, ohne mir die Hand zu reichen. (Fortsetzung folgt.) Muss aus OßstzsK. so etwas Verrücktes! Wie oft haben Sie das schon gesagt, wenn Sie wieder eine neue Modetorheit sahen. Diese Mode im engeren Sinne ist zu einer förmlichen Geißel geworden. Sie zwingt zu Ausgaben, die man sonst nicht leicht machen würde, zwingt zu Unbequemlichkeiten, die man unter anderen Umständen nicht auf sich nehmen würde, zwingt zu Torheiten, gegen die man sich sonst energisch zur Wehr setzen würde. Aber, wenn dieses tolle Tempo auch sicher nicht notwendig, vielleicht sogar krankhaft ist — ein Wandel ist in allen Dingen feststellbar. Und das ist gut so, denn Stillstand ist gleich Rückgang. Auch die Möbel unterliegen diesem Wandel. Es vollzieht sich hier eine gleichlaufende Entwicklung mit der unserer neuen Dau- formen. Von streng sachlichen, d. h. zweckmäßigen Gesichtspunkten ausgehend, wird konstruiert und gebaut. Ueberflüssiges bleibt weg, die Größe richtet sich nach dem Bedarf, als schön gilt die klare Zweckform. , Was bei einer solchen Grundeinstellung herauskommt, wie die auf solcher Basis gewordenen Gebilde wirken, müssen Sie sich im Lichtbild und in natura ansehen. Einer der bekanntesten Architekten und erfolgreichsten Mitarbeiter von Stadtrat May in Frankfurt a. M, Herr Prof. Schuster, Wien, Lehrer an der Kunstgewerbeschule Frankfurt, behandelt alle diese Fragen in einem öffentlichen Vortrag „Die neue Wohnung". Wir laden Sie hierzu ergebenft ein. Kommen Sie am Samstag, 7. September, nachmittags 15 Uhr, in den großen Saal des Caf6 Leib, Gießen. 7331A Einladung zum evangelische» Msions- u.VMesi in Sber-Jessingen VormittagSgotteSdienst um 10 Uhr Prediger: Herr Oberkirchenrat Wagner. Herr Missionar petermann aus Leipzig früher in Indien. Nachmittags lA2 Uhr: Fest im Kreien verbunden mit der Geburtstagsfeier der 70jährigen der Umgegend. imu Ansprachen: Außer den Obengenannten der Volksschrift- stekler Heinrich Naumann aus Nanzhausen u. a. Alle Evangelischen sind herzlich eingeladen! Geschäftsübernahme Der verehrlichen Einwohnerschaft von Gießen und Umgegend teile ich mit, daß ich die von Gastwirt H. Schäfer, Gießen, Dammstraße 39, Ecke Steinstraße betriebene Gastwirtschaft ab 7. September 1929 übernommen habe. Ich werde bemüht sein, meine Gäste aufs beste zu bedienen und bitte um geneigten Zuspruch. Heinr. Grünewald NB. Zum Ausschank gelangen die beliebten Gießener Brauhausbiere (Pils). )o659 Auf zur Kirmes nach Bieber am Sonntag, 6., und Montag, 9. Sept. Es laden freundlichst ein: osae Gastwirt Scherer Gastwirt Schlierbach Drucksachen aller Art XÄTm'Ä He vrühlfche llnlverMts-vnnserei, L. Lange, Sietzen, Schulftr. 7. Sonntag, den 8. September, nachm. 3 Uhr im Saale der „Liebigshöhe^ MM ter MlWllMe Redner: Pfarrer Lic. Heep aus Wetzlar Gemeinsame Gesänge, Musikvorträge der Gießener Posaunenbläser, Vorführung von Volkstänzen durch den Mädchenbund der Lukasgemeinde . 732JD rrolv Hahn (Konzertsängerin) w Lehrerin für Sologesang an Dr. Hochs Konservatorium Frankfurt a. M. erteilt einmal wöchentlich Gesangsunterricht in Gießen Interessenten werden gebeten, sich an die Privatadresse Friedrichstraße 30, Frankfurt a. M., wenden zu wollen. Tanz-Unterricht Unsere diesjährigen Winterkurse beginnen Mitte September und Anfang Oktober. — Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Gelehrt werden sämtliche modernen Tänze in dem vom Deutschen Tanzlehrerkongreß in Bad Kissingen festgelegten vornehmen Tanzstil. Privatunterricht zu jeder Tageszeit. Gefl.Anmeldung w. jederzeit entgegengenommen Tanz-Lehr-Institut Bäulke Mitglied des „Allgemeinen Deutschen Tanzlehrer- Verbandes e. V., Sitz Berlin“ 73210 Wolfstraße 21, Ecke Lieber Straße, Telephon 3835 6942D BahnhoisRestäuranl ..................... Sorgfältig zasammengest. Weinkarte Preiswerte Einzel-Platten Gepflegte Biere lane Ingenieur-Schule lT7,. Mascmncaoau Eltktro- lecrnit.Hoco-a. TltfBit, Toninoustrii Wer tmeiiter-A» feile«,»<\ s !•«.<« ... »z frei Warum noch Ä Rock und Weste bei dieser Hitze ♦ Tragen Sie doch ein Gsefoedhemd aus dem Spezialhaus für feine Herren-Artikel Mchtev - Neuen Baue 3 7332D Unter der Schutzmarke »Taufstein« ' bringen wir einen Sportart (Fabrikat Joh. Gg. Frey, München) mit langer und Breeches oder Knik- kerbocker - Hose. Unverwüstlich im Tragen — aus reiner Schurwolle, in Kette und Schuß gezwirnt, zu untenstehenden Preisen: MARKE Mk. 85 GIESSEN Prüfen Sie bitte diese Spezialmarke, für die wir volle Garantie übernehmen. 72«a