er 1 worden. 'er sscrd« fites# >«Ä? *Äfe itbX ^urgrrUg ,L den Kosten KS t 3^'t cincm Teile AUn tc koll bann auch lb ncuHcftigt werbe? ingcn. des am 2.6eb« 4erbs,markteS heran. ^W'niieung v'eh ioimmentaler» v°n dem Landwirt- Provinz Oberhesien lucrungsmitteln »eben un9' Mt bem Aarlt Ircigctung von Ebern rbunden. Durch b. Vl°n betbf N ^nctunW0^ KUftQn^lai" tf?anbMsK? et wnimelw ?"derkeh .^d der der 6|tnLttu9 toe- 'M Erbsl^'' »fielt. .Das Bestreben der llcinen Lahnhöfe mit Crsparnisrücfslchten iren umzuwandesn. ibnftredc Aidda- i ist beabsichtigt, bie Eichelsdvrs in dch nur der Bachnchvs aus der Zwischen- beteiligten Gemeinden ssen. noch rechtzeitig iachteiligllng in ihrem Bor einigen Jahren nen einen ausgedehn- eisen. Bach dem Er- e war natürlich ein ihnen, der noch durch "lsbachschen Eägeweils wurde. Die Diederwürde eine gänzlich n. - Ä-r Whig chmitten, der zu iin- und AuGeigm wird zur Zeit ent- lussüllerde wird durch t. iburg. 4. Jing. In einer jmi- ’b Trebur gelegnen tc einer Wohngrube in jjorfergrab und Derer Romerzeit gesunden, jektrotechnlk ngzeugbau. erhättnlsse und Schnei1' *69en' nach Aufbaues ,ss» ler«n«>sl,’S ,5OO£*S 3^ le 90/92 M. 182 Erstes Blatt 179. Jahrgang Dienstag, 6. August 1929 Erscheinl lägilich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Vezugspreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 2251, 2252 und 2254. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drad und Verlag: vrW'sche UniverMätr-vuch- und Lteindruckerei R. Lange in Sietzen. Schristleitung und Seschäftsstelle: Schulftrahe L Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig! für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorschrift 20"/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr.H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschcin und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen. Erste Fühlungnahme im Haag. Ois Organisation der Konferenz.—Oer Belgier Laspar wird der ersten Vollversammlung präsidieren, dann wechselnder Vorsitz. Sofortige Aufnahme der offiziellen Verhandlungen. Oie Ankunst der deutschen Delegation. Tie deutschen Delegierten beziehen in Lchcveningen Quartier. Haag, 5. Aua. (WB.) Die deutsche Delegation für die Haager Konferenz mit den Reichsministern Dr. S t r e s e m a n n, Dr. C u r t i u s, Dr. Wirth und Dr. Hilferding an der Spitze, traf heute vormittag im Sonderzug um 11.15 ilt)r im Haag ein. Zur Begrüßung hatten sich am Bahnhof u. a. eingefunden der niederländische Außenminister Sonkheer Beelaerts van Blök- l a n d und sein Kabinettschef van Reen, ferner Gesandtschaftsrat Roediger und Gesandtschaftssekretär Dr. Gregor. Der deutsche Gesandte Graf von Zech-Burkersroda war der deutschen Delegation bis Lltrecht entgegengefahren. Bor dem Bahnhof hatte sich neben zahlreichen Journalisten und Photographen eine große Menschenmenge angesammclt, die den deutschen Reichsauhenminister, als er zusammen mit dem deutschen Gesandten im Auto Platz nahm, lebhaft begrüßte. Die gesamte deutsche Delegation fuhr vom Bahnhof sofort in Automobilen nach Scheveningen weiter, wo sie im Oranje-Hotel abstieg. Die deutsche Delegation besteht einschließlich der vier Minister aus 43 höheren Beamten und erforderlichem Begleitpersonal. Noch vor ihrer Ankunft hatte sich das am Morgen trübe Wetter aufgeheitert und in Hellen Sonnenschein verwandelt. Vorbesprechung der Haupidelegierien. Am heutigen Dienstag Eröffnungssitzung der Konferenz. Haag, 5. Aug. (TU.) heute um 19.30 Uhr kamen die h a u p l d e l e g i e r t e n der sechs als Einberufcr der Haager Konferenz gellenden Mächte, nämlich Deutschland, Frankreich, England, Belgien, Italien und Japan, beim französischen Ministerpräsidenten B r i a n d im Hotel des Indes zu einer ersten formellen Vorbesprechung zusammen, vriand war mit dem Hauptteil der französischen Delegation erst um 18.15 Uhr im Haag angenommen, so daß die meisten der zur Besprechung erschienenen Delegierten sich bei dieser Gelegenheit zum erstenmal wieder sahen, von deutscher Seite waren Reichsaußenminister Dr. Strefemann und Reichssinanzminifter Dr. hilferding erschienen. Wie verlautet, stand die Frage der Wahl des üonferenzvorsihenden und die eventuelle Ernennung eines Generalsekretärs für die Konferenz sowie auch die Aufstellung eines vorläufigen Arbeitsprogramms im Mittelpunkt dieser Besprechungen, nach deren Ablauf folgendes Kommunique herausgegeben wurde: Die Delegierten der Mächte, die die Konferenz einberufen haben, haben sich heute abend in den Räumen der französischen Delegation vereinigt, um die Bedingungen zu prüfen, unter denen sich die Arbeiten der Konferenz abspielen werden. Sie tjüben beschlossen, daß morgen vormittag um 11 Uhr die Konferenz mit einer öffentlichen Sitzung eröffnet werden foll. Herr vriand ist von feinen Kollegen gebeten worden, die Eröffnungsrede des Herrn Beelaerts van Blok- land zu beantworten. Die ersten fachlichen Beratungen (seances effectives) werden morgen um 16 Uhr mit einer geschloffenen Sitzung beginnen. Wie weiter verlautet, wird die Eröffnungssitzung nur einen formellen Charakter fragen und von ganz kurzer Dauer fein. Man rechnet damit, daß fie nur eine halbe Stunde in Anspruch nehmen wird. In den Beratungen ist ferner, ohne besonders darüber Beschluß zu fassen, eine Uebereinftimmung lediglich dahin festgestellt worden, daß an der Er- öffnungskonferen; sowie an der geheimen Rachmil- tagssihung um vier Uhr auch die übrigen eingeladenen Mächte Rumänien, Südsla- wien, Tschechoslowakei, Griechenland, Portugal und Polen teilnehmen werden. Iedoch erscheint es selbstverständlich, daß diese sechs Mächte lediglich zu den Verhandlungen über die sie direkt berührenden Kriegsentschädi- gungsfragen hinzugezogen werden, ohne daß den Regierungen dieser Mächte in irgendeiner Richtung ein Einfluß oder eine Mitarbeit an den ent- scheidenden politischen Fragen eingeraumf wird. Griechenland wird an der Sitzung am Dienstag durch den Ministerpräsidenten V e n , z e l o s , die Tschechoslowakei durch Dr. Benefd); die übrigen Mächte werden durch ihre Gesandten vertreten sein. Auf die Eröffnungsansprache des holländischen Außenministers sollen außer Brianö auch die Vertreter von England und Deutschland antworten. Die Frage des Vorsitzes der Konferenz hat größere Schwierigkeiten bereifet, ist jedoch nun dahin gelüst worden, daß die Eröffnungssitzung von dem belgischen Ministerpräsidenten Iaspar als dem ältesten der anwesenden Ministerpräsidenten, geleitet werden wird. Die nächste Vollsitzung wird vriand leiten, worauf nach der alphabetischen Reihenfolge die übrigen Abordnungsführer den Vorsitz in den Vollkonferenzen führen werden. lieber die Teilung der Konferenz in einen politischen und einen wirtschaftlichen Teil ist am Montag noch kein endgültiger veschluh zustande gekommen. Ebenso ist die Einsetzung von Unterausschüssen noch nicht geregelt worden. In maßgebenden Kreisen erwartet man, daß Dienstag nachmittag der englische Schahkanzler Snowden, als Führer der englischen Abordnung, den Standpunkt der englischen Regierung zum Zoung- plan entwickeln wird, und zwar in der gleichen Weise, wie Snowden das bereits in seiner letzten großen Unferhausrede getan hat. Die englischen Koblenz, 5.Aug. (wv.) Der Wirtschaftsausschuß für die besetzten Gebiete faßte eine Entschließung, die der öeulfdjen Delegation im Haag zugeleitet werden wird. Sie hat folgenden Wortlaut: Der WictschaftLausschuß für die besetzten Gebiete als ©efamtoertretung von Industrie, handel, Handwerk und Landwirtschaft des beseht'en Rheinlandes hält fich angesichts der sich von Tag zu Tag verschärfenden Wirtschaftslage für verpflichtet, von der Reichsregierung zu verlangen, bei den kommenden politischen Verhandlungen im Haag darauf zu bestehen, daß die sofortige Räumung des befehlen Gebiets und die Wiedervereinigung des Saargebiets mit feinem Mutferlande zur Vorbedingung der Annahme des Poungplanes gemacht werde, der für die deutsche Wirtschaft kaum tragbare Bela ff ungen bringen wird. Die Rheinlandräumung darf nicht von irgendwelchen wirtschaftlichen oder politischen Zugeständnissen abhängig gemacht werden. Insbesondere muß die Einsetzung einer Feststellung^ und Vergleichskommission nachdrücklich a l> g e l e h n t werden, weil sie der Ausdruck eines die endliche Befriedung gefährdenden Mißtrauens ist. Das Saarland bildet eine mit dem deutschen Mutterland untrennbare wirtschaftliche Einheit. Die unnatürliche Grenzziehung schädigt insbesondere die Grenzgebiete aufs fdjroerffe. Eine Wiedervereinigung des Saargebiefs mit Deutschland ist um so notwendiger, als Deutschland die ihm auferlegten ungeheuren Lasten des Poung- plans nur dann wird tragen können, wenn es feine gesamten wirtschaftlichen Kräfte, zu denen eine starke Wirtschaft des Saarlandes von jeher gehört hat, wieder einheitlich zufam- m e n f a f \ e n und in voller Freiheit entfalten kann. Oie Memiandräumung. Tie Pariser Presse baut vor. Paris. 5. Aug. (WB.) Sn einer Vorbesprechung zur Haager Konferenz schreibt der T e m p s": Sn der Stunde, da die Konferenz beginnt, ist die Lage Frankreichs ausgezeichnet. Frankreich hat den Buchstaben der Verträge für sich: aber es hat seit zehn Jahren fortwährend größtes Entgegenkommen bewiesen. Es fordert nicht, sondern ist geneigt, in liberalem Geiste die Borschläge. die andere machen könnten, zu prüfen und zu erörtern, vorausgesetzt daß sie mit Frankreichs Rechten vereinbar sind. Dank der wunderbaren Tatkraft Poincares hat Frankreich seine Finanzen und seine Wirtschaft saniert, so daß es in voller Unabhängigkeit handeln kann, oyne einen direkten oder indirekten Druck, von welcher Seite er auch kommen möge, fürchten zu müssen. Das Blatt geht sodann auf die deutsche These hinsichtlich der Rheinlandräumung em. Es erklärt die Forderung nach einer formellen Verpflichtung zur vorzeitigen Räumung vor Annahme des Voung-Planes für rechtlich u n d sachlich unhaltbar. Deutschland kann nicht den Abzug der alliierten Truppen auf Grund des Artikels 431 des Friedensvertrages fordern, der doch die vorzeitige Räumung nur vorsieht, falls Deutschland vor Ablauf von 15 Sahren sämtliche Verpflichtungen aus dem Vertrag erfüllt hat. Tatsächlich wird es diesen Verpflichtungen erst nachgekommen sein, wenn die endgültige Reparations- •lofung durch geführt sei, d. h. wenn der Erklärungen werden bann vermutlich eine allgemeine Aussprache auslöfen. Es ist ferner übereinftimmenb feffgeffclit worden, daß der Privat- fefretär des englischen Ministerpräsidenten Mac- donald, Sir Maurice h a n ck e y , der aud) Generalsekretär der Londoner Konferenz war, zum Gene- ralfefrefär der Haager Konferenz ernannt werden wird. Der übereinstimmende Eindruck der ersten Vorbesprechung der Abordnungsführer geht dahin, daß man schneller als allgemein erwartet wurde, die sachlichen Verhandlungen aufnimmt. Es besteht jedenfalls offenbar in sämtlichen Abordnungskreisen der Wunsch, mit Rücksicht auf die öffentliche Meinung unverzüglich ohne die sonst üblichen ersten Ruhetage für private Aussprachen in die Erörterung einzutreten. Man erwartet für Dienstag abend das Eintreffen des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht und das Eintreffen der übrigen beiden Kriegsschuldensachverständigen K a ft t und Dr. Melchior. Voung°Plan effektiv ins Werk gesetzt worden sei und seine Ausführung begonnen habe. Anter diesen Umständen wäre es eine Herausforderung an den gesunden Menschenverstand, die Annahme bet endgültigen Reparationsregelung von der vorzeitigen Räumung des Rheinlandes abhängig-machen zu. wollen. Aus ■ leben, Fall ist klar, daß die Frage der Annahme des Voung-Planes von vvrnh-erein klar- gestellt werden muß: sonst wird man in eine Verwirrung geraten, und die wenigen Monate, die noch bis zum Ablauf des Sahres übrig bleiben, werden für die Liquidierung des Krieges nicht ausreichen. Das „Soumal“ erklärt: Die Deutschen und bre Engländer möchten sehr schnell vorankommen, ohne sich darum zu kümmern, was nachher eintreten könnte. Die Franzosen und die Velgier haben ernste Gründe, sich daran zu erinnern, daß die Besetzung ein Sicherheitspfand und eine Bürgschaft für bie Ausführung der Reparationen ist. Die Zurückziehung der Truppen seht deshalb ernste Garantien sowohl hinsichtlich der Aufrechterhaltung des europäischen Statutes, wie auch hinsichtlich der Ausführung des Boung-Planes voraus. Wenn die Deutschen wirklich die Räumung ihres Gebietes wünschen, hängt es nur von ihnen ab, die Stunde zu beschleunigen. S i e werden im Grunde genommen über den Erfolg der Haager Konferenz entscheiden. Englands Rotte im Haag. Britische Blätter am Vortage der Konferenz. London, 5. Aug. (WB.) „Evening Standard" Erwartet, daß die Haager Konferenz die schwierigste seit der Versailler Konferenz sein wird. Erstmalig werde England in der Rolle einer Nation erscheinen, die Forderungen zu stellen und nicht Zugeständnisse zu machen hat. In dem Führer seiner Delegation habe es einen Mann, „dessen Kinn der Welt verkündet, daß er besser zu nehmen als zu geben versteht". Briand werde in Snowden einen von Chamberlain sehr verschiedenen Mann sinden. „Manchester Guardian" schreibt, die Interessen des Landes könnten nicht in zäheren und stärkeren Händen sein als in denen Snowdens. Das Blatt bedauert, daß die politische Schwierigkeit, die die Unterhändler im Haag behindert, nicht dadurch vermieden wurde, daß die Arbeiterregieruna bei ihrem Amtsantritt den Grundsatz der sofortigen vollständigen und bedingungslosen Rheinlandräumung verkündete. Sollte dieser Grundsatz auf französischen und belgischen Widerstand stoßen, so würde die Abberufung der Mitglieder der interalliierten Rheinland- k o m m i's s i o n , die Zurückziehung der britischen Truppen sowie die A b l c h n u n g jeder Kontrolle außer dem Untersuchungsrecht des Völkerbundes bekanntgegeben werden. Beim augenblicklichen Stand der Arbeit sei die morgige Konferenz jedoch in Gefahr, tief, vielleicht verhängnisvoll durch diese politischen Fragen berührt zu werden. Man habe zugelassen, daß die Rheinlandräumung von der Zustimmung der Franzosen abhinge, die dadurch das Mittel behielten, die Konferenz zum eigenen Vorteil und zum Nachteil nicht nur Deutschlands, sondern auch Englands zu beeinflussen. Das Blatt betont, daß auch die Deutschen entschlossen sind, die Besetzung nicht weiter zu dulden und keine Kontrolle über das Jahr 1935 hinaus anzunehmen. Zum Schluß fordert „Manchester Guardin" Trennung der wirtschaftlichen von den politischen Fra- acn und die Herbeiführung einer vollständigen, sofortigen und bedingungslosen Rheinlandräumung ohne Rücksicht auf, wirtschaftliche Probleme. Eine Verfassungsfeier im Gaargebiet. Für die Nückkchr der Laar zu Deutschland. B c r l i n , 6. August. (WTB. Funkspruch.) Dec Oberbürgermeister von Saarbrücken und die Stadtverordnctenfraktioncn dec Zentrumspartei, der Sozialdemokratischen Partei, der Deutsch-Saarländischen Volkspartei, der Deutschen Demokratischen Partei, sowie der Deut- chen Wirtschastspartci haben einen Aufruf, erlassen, in dem es heißt, daß die Bevölkerung des Saargebictes innerlich durch die gleichen Bande und Gefühle verbunden ist, die bei den! Verfassungsfeiern im Reich ihren Ausdruck finden. Die Saarbrücker Verfassungs- feier foll daher ein einmütiges Bekenntnis zur Derfafsung unseres deutschen Volksstaates wer- den. Zum Schluß wird der Wunsch nach baldiger Rückkehr zur Deutschen Republik ausgedrückt. Gleichwie sich vor zehn Fahren das deutsche Volk durch die Verfassung Weg und Ziel gegeben, gleichwie es seit zehn Jahren auf dem gemeinsamen Wege aus tiefster Rot der Wiedergenesung entgegenschritt, so möge es auch gemeinsam an diesem Markstein seiner Geschichte und Geschicke in ernster Feier sich finden, dankbaren Herzens für den bisherigen Aufstieg und zuversichtlichen Mutes für die zukünftige, noch au leistende Arbeit und unsere baldige Rückkehr zur deutschen Republik. Der neue Reichsetai. Sparsamste Voranschläge der Ressorts. Berlin, 6. Aug. (Privattel.) Seht werden programmgemäß in den einzelnen. Ministerien die verschiedenen Voranschläge für den neuen Haushaltsplan aasgearbeitct. Schon jetzt liegen gewisse Richtlinien vor, nach Möglichkeit von der Ansehung neuer Besch affungs- p ost en, soweit sie in ein Zukunftsprogramm gehören, abzufchcn. Snwieweit sich das im einzelnen wird durchführen lassen, muß selbstverständlich dahingestellt bleiben. Es kann jedoch damit gerechnet werden, daß die Etatsvoranschläge der einzelnen Ministerien im Gegensatz zu den Vorjahren diesmal bis aufs äußerste kalkuliert werden, so daß kaum noch Posten übrig bleiben werden, über die Streichungsdis- lussionen entstehen können. Sm Hinblick aus die kommende Finanzreform wird sich schließlich noch eine völlige Umgruppierung der Positionen ergeben, so daß die Voranschläge auch nach dieser Richtung hin noch provisorischen Eharaktec haben. Allerdings wird sich die Reform mehr auf die Art und Weise der parlamentarischen Finanzpolitik erstrecken,/ und hinsichtlich dec Reichshaushaltsgebarung nur Fragen einer anderen Lösung entgegensühren, die wie die übe r- tragbaren Posten bisher nur sehr provisorisch gelöst worden sind. Oie Reform der Arbeitslosenversicherung. Berlin, 6. Aug. (Pnv.-Tel.) Die Beratungen im Reichsarbeitsministerium, in deren Mittelpunkt die weiteren Maßnahmen zur Durchführung der Reform der Arbeitslosenversicherung stehen, sollen in den kommenden Tagen ohne Unterbrechung fortgesetzt werden. Da im übrigen Reichsarbeitsminister Wisse11 gestern abend von seinem Urlaub nach Berlin zurückgekehrt ist, darf damit gerechnet werden, daß schon in Kürze die gesetzgeberische Aktion in ihrer Vorbereitung abgeschlossen sein wird. Allerdings läßt sich noch nicht überblicken, wann das Kabinett den Gesetzentwurf beraten kann, zumal ja jetzt nur wenige Reichsminister in Berlin anwesend, sind. Es soll aber dafür Sorge getragen werden, daß sowohl die Kabinettsberatungen als auch die Beratungen im Reichsrat dantt so schnell erledigt werden können, daß der Reichstag schon unmittelbar nach seinem Zusammentritt dos Gesetz verabschieden kann. Einigung in der Mandschurei? Undurchsichtige Lage im Fernen Osten. C h a r b i n, 5. Aug. (Agentur Sndopacifique.) Der chinesische und der russische Vertreter haben in Mandschuli im Laufe von drei Unterredungen sich über folgende Punkte geeinigt: 1. Zurücknahme der Truppen auf eine gewisse Entfernung von der Grenze. 2. Eröffnung der offiziellen Konferenz innerhalb der nächsten vier Wochen. 3. Wiederaufnahme des transsibirischen Verkehrs noch vor der Eröffnung der Konferenz. Weniger zuversichtlich und bestimmt klingen Meldungen aus Schanghai über die Lage int der Mandschurei. Rach einem Bericht des „Ob* ferner“ werden dort die Aussichten über den Verlauf der russisch-chinesischen Krise durchaus verschieden beurteilt. Allgemein wird angenommen, daß der Konflikt erst begonnen habe, i|nö daß seine Beilegung noch lange Zeit dauern wird. Der chinesische Außenminister Wang l)abe Die chemische Wirtschaft an die Haager Konferenz. Sofortige voraussehungslose Räumung der Rheinlands und Rückgabe des Saargebiets gefordert. sich nicht bereit erklärt, den status quo ante vor Ausnahme der Verhandlungen herzustellen, währen.) die Russen auf der Wiedereinschaltung der Kontrolle über die Bahn bestünden. Bisher habe keine der beiden Parteien einen ernsthaften Versuch gemacht, zu verhandeln: beide liehen die Angelegenheit laufen in der Hoffnung, daß sich schon irgend etwas ereignen werde, um die Sache beizulegen. Der einzig mögliche Weg sei die Ernennung eines Russen und eines Chinesen zu Leitern der Dahn, ein Weg, der jedoch sehr zweifelhaft sei. Inzwischen schaffe die Tätigkeit der Weißrussen an der Grenze eine neue Krise. Der Meldung über den Vormarsch der Weißrussen gegen Tschita in Sibirien werde in Schanghai kein Glaube geschenkt. Führende Kreise der Weißrussen in Schanghai wiesen darauf hin, daß in der Amurprovinz seit dem Fall Kol- tschaks st e t s ein Kleinkrieg zwischen den „Roten" und „Weißen" herrsche. Der Vormarsch sei nur eine Verstärkung dieses ewigen Krieges, die jedoch den Sowjetrussen zu denken geben sollte, da bei einem weiteren Vormarsch der Russen die Aufständischen die Eisenbahn hinter ihrem Rücken zerstören würden. Die Haltung Japans werde als ganz klar angesehen, da es die südmandschurische Eisenbahn besitze sowie große Interessen in der Mandschurei habe und daher nichts unternehmen werde, um d t e russische Kontrolle ar der Ostbahn abzuschaffen. Wenn diese aufgegeben würde, werde eine chinesische Kontrolle der japanischen Bahn in der Mandschurei folgen. Japan bestehe darauf, daß außer ihm niemand sich in den Streit einmische. Es hege Befürchtungen, daß der Erfolg einer Konferenz zwischen Rußland und China auf Grund des Washingtvoner Uebereinkommens der vier Mächte England, Amerika, Frankreich und Japan, eine internationale Kontrolle der ostchinesischen Bahn sein könnte. Hieraus könnten sich höchst ungünstige Folgen für die japanischen Interessen in der Mandschurei ergeben. Daher habe Japan beiden Ländern geraten, diese Forderung der Vermittlung nicht anzunehmen. Im übrigen wird in Schanghai vermutet, daß Japan mit Rußland bezüglich der Mandschurei ein Geheimabkommen habe. Aus aller Welt. Der Erfinder des Gasglühlichls gestorben. Auf Schloß Welsberg bei Tretbach starb am Sonntag der bedeutendste der österreichischen Erfinder, Karl Freiherr Auer von Welsberg im 72. Lebensjahr an den Folgen eines Magenleidens. Freiherr von Auer, der sich bereits als junger Mann mit physikalischen und technischen Fragen beschäftigte, machte als 27- jähriger die Erfindung des Gasglühlichts, die den Sieaeszug durch die ganze Welt antreten sollte. Auer war Mitglied der Wiener akademischen Wissenschaften, korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie, Ehrendoktor der Technischen Hochschulen von Wien und Karlsruhe. Anläßlich seines 70. Geburtstages wurde er zum Ehrendoktor der Technischen Hochschule von Graz ernannt. Deutsche Schüler im französischen Außenministerium. Etwa 2C0 deutsche und französische Schüler, die das deutsch-französische Komitee für Schüler- a u s t a u s ch miteinander in Fühlung gebracht hat, wurden in einem der historischen Säle des Ministeriums des Aeußeren von dem Leiter der Kulturabteilung des Quai d'Orsay, P i l a , im Rqmen des Ministers des Aeußeren empfangen. 3m Anschluß an den Empfang wurden die Schüler im Garten des Ministeriums bewirtet. heimalstagung der Auslanddeulschen. Eine vom Bund der Auslanddeutschen vorbereitete „Zweite Tagung des Auslanddeutschtums in der Heimat" findet vom 31. August bis 5. September in Berlin, Magdeburg und Goslar statt. Lieber 100 bevollmächtigte Vertreter deutscher Vereine und Verbände aus dem Auslande haben sich bisher angemeldet. Dem am 18. August 1919 von verdrängten Auslanddeutschen gegründeten „Bunde der Auslanddeutschen", der sich in seiner Auslandarbeit der letzten Iahre besonders um die Zusammenfassung der deutschen Kolonien an den großen Handels- und Verkehrsplähen der Welt und des Einwanderungsdeutschtums bemüht hat, sind bis jetzt 75 Landesverbände bzw. einzelne deutsche Vereinen Verbände und Einrichtungen der deutschen Kolonien in 41 Ländern angeschlossen. Beginn des Luropa-Rundflugs. 55 Teilnehmer an dem internationalen Europa- ■ flug haben in Gruppen von je vier Flugzeugen auf der Strecke Orly—Arthenay (164 Kilometer), die zweimal hin und zurück zu durchfliegen war, die Prüfung des Brennstoffverbrauchs durchgeführt. Der deutsche Pilot o. Bismarck sowie ein serbischer und zwei französische Piloten erlitten kurz nach dem Start in Orly Pannen. Sie müssen infolgedessen die Prüfung noch einmal beginnen. Die Flieger Schütz und F i n a t erlitten bei der Ankunft leichte Unfälle, wobei die Apparate beschä- digt wurden, die Insassen aber unverletzt blieben. Der Flieger Carberry erreiche mit 174,597 Kilometern in der Stunde auf einem deutschen Apparat die größte Geschwindigkeit. Von den Franzosen erzielte Delmotte mit 150,708 Kilometern Durchschnittsstundengeschwindigkeit die beste Leistung. Spanien baut ein Groh-Flugzeug. Das „Journal des DLbLts" meldet aus Madrid, daß im Flugzentrum von Carabanchel gegenwärtig an einem Riesenflugzeug gearbeitet werde, das mit sechs Motoren von je 750 PS. ausgestattet sein werde. Das Gesamtgewicht werde elf Tonnen betragen. Der Apparat wird 9000 Kilogramm Belastung aushalten und 50 Personen an Bord nehmen können. Seinen Aktionsradius veranschlage man auf 12 000 Kilometer. Russischer Kriegsschiffbesuch in deutschen Häfen 5n der Zeit vom 17. bis 31. August werden rus- fische Kriegsschiffe deutsche Häfen besuchen. Zwei russische Kreuzer werden nach S w i n e m ü n d e kommen, und zwei Torpedobootszerstörer werden P i l l a u anlaufen. Drei Todesopfer eines Bubenstreichs. Auf der Straße von Rückersdorf in der Rühe von Korneuburg bei Wien ist in der vergangenen Rächt ein furchtbares Verbrechen verübt worden. Quer über die Straße war einKupserdraht gespannt worden, dessen eines Ende an eine Starkstromleitung angeschlossen war. Durch Berührung deK Drahtes sind drei Personen getötet und eine schwer verletzt wor- Englands neuer Kurs in Aegypten. Oie Faust im Glacehandschuh. Man muß es der englischen Arbeiterregierung lassen, daß sie keine Zeit verliert und mit großer Stoßkraft innen- wie außenpolitisch ihre Existenzberechtigung nachzuweisen sucht. Die Verhandlungen mit Aegypten sind in erstaunlich raschem Tempo geführt worden, und wenn man nur die Formulierungen ansieht, muß der Eindruck entstehen, daß hier in der Tat das Steuer herumgeworfen wurde, daß die altbewährten Grundlagen der englischen Politik verlassen oder wenigstens zugunsten einer neuen Methode grundlegend geändert worden sind. Wer indessen näher zusieht, wird zu dem Ergebnis kommen, daß es sich bei der neuen Regelung doch mehr um eine auf den Bluff berechnete G e st e handelt. Das Prinzip ist das gleiche geblieben, nur d i e Taktik hat sich etwas verschoben. Auch die englische Arbeiterregierung denkt nicht daran, Aegypten aus ihrer Gewalt zu entlassen, sie kann gar nicht daran denken, weil das Land am Suez-Kanal d i e wichtigste Etappe auf dem Wege nach Indien darstellt, der Verzicht auf Aegypten also die Axt an die Wurzeln der englischen Weltherrschaft legen würde. Lind uns will scheinen, als ob Herr Henderson sehr klug gerechnet hat. Er mutz sich sagen, daß er auf die Dauer gegen den ägyptischen Rationalismus nicht operieren kann. Die Dinge sind in Kairo zu weit gediehen, als datz mit Gewalt die Bewegung unterdrückt werden könnte. Eine vorsichtige Politik wird also darauf hinarbeiten, den Stotz auszufangen, zumal wenn sie damit rechnen muh, datz der Kampf um das ganze System in absehbarer Zeit mit verdoppelter Schärfe in Indien entbrennt. So hat also Henderson in Wahrheit nur den Aegyptern bewilligt, was er nicht mehr verweigern könnte, um auf diese Weise wenigstens den Versuch zu machen, die ausgesprochen antienglische Linie des Rationalismus abzubiegen und der Form nach aus dem Vasallen einen Bundesgenossen zu machen. Allerdings nur he r Form n a ch. Natürlich kann England viel aufgeben, wenn an seine militärische Position nicht gerührt wird: und dafür ist gesorgt. Die Kanalzone bleibt mit englischen Truppen besetzt, die Küste kann, wenn die Aegyp- ter unbequem werden sollten, jederzeit unter englische Kanonen genommen werden, und i m Sudan hat England mit den Mitteln der modernen Technik jederzeit alle Möglichkeiten in der Hand, durch Sperren der Wasserzufuhr jeden Widerstand zu brechen. Auch ein Aegypten, das in den Völkerbund eintritt, das also dort das Schwergewicht der englischen Stimmen verstärkt, bleibt, an der Lagerung der Macht gemessen, fest in derHand Englands, nur mit dem Llnterschied, datz diese Hand jetzt einen Glacehandschuh übergestreift hat: wobei allerdings gerade vom Standpunkt der englischen Arbeiterpartei interessant bleibt, datz diese Zugeständnisse einer ägyptischen Diktatur bewilligt sind, die ihr ordnungsmäßig gewähltes Parlament nach Hause gejagt hat. „Graf Zeppelin" trifft Vorbereitungen zum Rückflug. Or. Eckener hofft Mittwoch abend starten zu können. Reuyork. 5.Aug. (WB.) Es find bereits Borbereitungen getroffen worden, den „Graf Zeppelin" für die Rückreise fertigzumachen. Dr. Eckener erklärte, er würde am Mittwochabend zum Flug nach Friedrichshafen starten. Die Luftschiffmotoren feien in betriebsfähigem Zustande. Die auf dem Ozean herrschenden Winde hätten nur einige winzige Löcher in die Luftschiffhülle gerissen, die leicht ausgebessert werden könnten und dann überstrichen würden. Außer den schon bekannten Passagieren fahren nach Friedrichshafen Nathan Wexler und William Weber aus Reuyork, ferner Herman Schlatter aus Philadelphia und hapagdireklor kiep. linier den Teilnehmern am Weltflug befindet sich auch der Photograph Otto hillig. Unter der verstauten Ladung für die Rückfahrt sind zwei Autoreifen, zwei Pakete Filme, eine Slanzmaschine, eine Kiste wissenschaftlicher Instrumente, eine Kiste mit Reklamematerial einer Elevelander Firma, eine Kiste Insektenpulver. Fahrteindrücke der Zeppelinpaffagiere. „Ein reiner Genuß." Lakehurst, 5. August. (WTB.) Sämtliche Zeppelin-Passagiere äußerten ihre größte Befriedigung über den Atlantikflug, der voll herrlicher, unvergleichlicher Eindrücke gewesen sei und weder Unbequemlichkeiten noch Befürchtungen verursacht habe. Von vielen Passagieren wurde hervorgehoben, daß der Atlantik-Flug ein reiner Genuß gewesen sei und datz man nicht unter Seekrankheit zu leiden gehabt habe. Das Luftschiff sei ruhig dahingeglitten, während unten die Schiffe auf den Wellen tanzten. Herr und Frau Gregory B u r o w i t f ch, die ihre erste Zeppelinfahrt machten, sprachen begeistert von der genußreichen Fahrt. Sir Hubert Wilkins äußerte sich im gleichen Sinne. Oberst Rilson Morris bemerkte, er habe niemals auf einem Dampfer eine so glatte Seereise erlebt wie im Zeppelinluftschiff. Frau Crouse erklärte, sie ziehe eine Fahrt mit dem Zeppelinluftschiff bei weitem einem Flug mit einem Flugzeug vor. Dr. Walter ©tief vom Reichsverkehrsministerium meinte, bis Gibraltar fei die Fahrt durch das Wetter etwas beeinträchtigt worden, später jedoch sei sie ein außerordentlicher Genutz gewesen. Die gute Or» ganisation der Wetterinformationen habe zu dem glänzenden Erfolg der Atlantikfahrt beigetragen. Dr. Kiep von der Hamburg-Amerika-Linie erklärte: Untere Lieberfahrt war äußerst erfolgreich und angenehm. Lieber 5000Seemeilen haben wir durch die Luft zurückgelegt. Wir fuhren 67,5 Stunden von Kontinent zu Kontinent mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 90 Kilometern in der Stunde. Das Luftschiff zeigte sich allen Anforderungen gewachsen, so daß wir sicher sein können, datz das neu zu erbauende Luftschiff mit stärkeren Maschinen und höherer Geschwindigkeit eine weit schnellere Lleberfahrt mit größerer Regelmäßigkeit durchführen kann. Die Ham- burg-Amerika-Linie, von dem Wunsch geleitet, mitzuhelfen an der modernen Entwicklung dieser modernsten Art internationalen Verkehrs, hat ihre große Organisation dem Zeppelinluftschiffbau zur Verfügung gestellt. Wir sind der Ansicht, bah das neue Verkehrsmittel neuen Verkehr erzeugt und glauben, daß jede Verkürzung der Entfernung zwischen Europa und den Vereinigten Staaten einen Schritt vorwärts zum Frieden und zur Wohlfahrt der Welt bedeutet. Künftige Organisation des Lustschiffverkehrs. Reuhork, 5. Aug. (Associated Preß.) Rach einer Meldung der „Evening Post" soll der Vertreter des Luftschiffbaues Zeppelin und der Maybach Motorenwerke von Meister erklärt haben, Anfang 1931 dürften Schritte getan werden, Richmond in Virginien zum Zeppelin- Hafen zu machen, da festgestellt worden sei, daß Richmond geeigneter als Reuhork sei, da es nebelfrei sei. Von Meister habe ferner angekündigt, datz vier Zeppelinluftschiffe von der doppelten Gröhe des „Graf Zeppelin" für die regelmäßigen Transatlantikflüge gebaut werden würden. Die Verbindung mit Richmond und den großen Städten des Landes würde durch Flugzeuge hergestellt werden. den. Bei den Toten handelt es sich um zwei Radfahrer und einen Fußgänger. Verletzt wurde eine Frau. Es steht noch nicht fest, ob diese Personen zu gleicher Zeit getötet wurden, oder ob sie einzeln im Laufe der Rächt an die verhängnisvolle Stelle kamen. Rach der behördlichen Untersuchung handelt es sich um den Streich eines Iugendlichen, der einen Anschlag auf einen unbekannten Rebenbuhler unternehmen wollte. Bisher elf Todesopfer beim Ostender Dampfer- unglück. Bei dem Dampferzusammenstoß im Hafen von Ostende find nach den bisherigen Ermittlungen elf Personen getötet und 23 verletzt worden, fünf oder sechs werden noch vermißt. Gerüsteinsturz in München. Auf dem Flugplatz Oberwiesenfeld stürzte das 20 Meter hohe Laufgerüst des Neubaues einer Flugzeughalle der Süddeutschen Lufthansa in sich zusammen und begrub vier Arbeiter, die auf dem Gerüst beschäftigt waren. Drei von ihnen konnten nur als Leichen aus den Trümmern gezogen werden, während der vierte so schwer verletzt wurde, daß er kaum mit dem Leben davonkommen dürfte. Familienfehdc. In Siena (Mittelitalien) kam es zwischen zwei Familien, deren Beziehungen schon länger gespannt waren, zu einer schweren Schlägerei. Sechs Familienmitglieder muhten in das Krankenhaus gebracht werden, eine Frau ist an den Folgen der Verletzungen bereits gestorben. Das Deutschland an Krafträdern herstellt. Die deutsche Gesamtproduktion an Krafträdern betrug im ersten Halbjahr 1929 etwa 115 000 Stück. Bei einigermaßen anhaltender Entwicklung wird die deutsche Motorradindustrie im lausenden Iahre 190 000 Einheiten auf den Markt bringen und damit gegenüber 160 000 der bisher führenden englischen Industrie an die Spitze der Weltproduktivn rücken. Das heiratsatter der deutschen Frau. In Deutschland heiraten die meisten Mädchen zwischen ihrem zwanzigsten und fünfundzwanzig st en Lebensjahre. Die Zahl der Heiraten in diesem Lebensalter ist fast so hoch wie die aller Heiraten über 25 Jahre zusammen. Im Jahre 1927 verheirateten sich 38 741 Mädchen unter zwanzig Jahren, zwischen zwanzig und fünfundzwanzig Jahren heirateten aber 245 993 Mädchen: zwischen 25 und 30 Jahren schritten 157 992 Mädchen zum Altäre, und zwischen 30 und 40 Jahren waren es 73 328. Zwischen 40 und 50 Jahren fanden noch 16 438 Mädchen das Eheglück und über 50 Jahre noch 5971. Eine Tagung für preußische Schulaufsichtsbeamte. Das Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht in Berlin hat im Einvernehmen mit dem Landesverband der Schulräte und der Vereinigung der Regierungs- und Schulräte Preußens für die Zeit vom 22. und 23. Oktober eine Tagung für Schulaufsichtsbeamte in Kassel unter dem Leitgedanken „Volksschule und praktisches Leben" in Aussicht genommen. Die genaue Veranstaltungsfolge geht allen Regierungen und den Schulräten vorn Zentralinstitut rechtzeitig unmittelbar zu. Meldungen zur Teilnahme müssen bis spätestens 20. September dem Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht zugehen. Berliner Börse. Berlin, 6. August. (WTB. Funkspruch.) Rachdem sich gestern abend in Frankfurt und auch im späten Rachmittagsverkehr in Berlin angeblich auf amerikanische Käufe starkes Interesse für AEG. und die übrigen Elektropapiere gezeigt hatte, scheint dieses auch im heutigen Früh- verkehr anzuhalten. Das Geschäft ist aber rußig und die Allgemeintendenz abwartend. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,88, London gegen Mailand 92,82, London gegen Spanien 33,17, London gegen Kabel 4,8515, London gegen Berlin 20,3613, Kabel gegen Berlin 4,1960. Aus der Provinzialhauptffadt. Gießen, den 6. August 1929. Nasenbluten. Von Or. Gurt Kayser, Berlin-Wilmersdorf. Wenn Mäxchen und Richard „Räuber und Schuhmann" spielen, dann gibt es in d. Hitze des Gefechts wohl auch mal einen Schlag auf die Rase, daß sie blutet. Einen forschen Iungen kümmert das wenig, und auch die Eltern nehmen meist nicht viel Rotiz davon: denn das Rasenbluten hört ja bald wieder ton selbst auf. Ein bißchen schwieriger liegt der Fall, wenn ein blasses, junges Mädchen in den Entwicklungsjahren oder ein Säugling im gleichen Alter Rasenbluten bekommt. Hier spielen die Vorgänge im inneren Organismus eine ursächliche Rolle. Allein, auch dieses Nasenbluten ist, wenn es nicht zu oft wiederkehrt oder zu großen Umfang annimmt, meist harmlos und steht bei einigermaßen zweckmäßigem Verhalten von selbst. Beim erwachsenen Menschen liegen für das Auftreten von Rasenbluten gewöhnlich besondere Gründe vor. Richt selten ist es eine Teilerscheinung einer allgemeinen Vollblütigkeit. Es wirkt dann gleichsam wie eine Selbsthilfe der Ratur und muß nur dann bekämpft werden, wenn es allzu stark wird. Als Teilerscheinung eines inneren Leidens, etwa einer Herzkrankheit, einer Rierenerkrankung ober ganz besonders als sichtbares Zeichen vorgeschrittener Aderverkalkung, muß das Rasenbluten sowohl wegen der Häufigkeit seines Auftretens als auch wegen der Größe des Blutverlustes ernster bewertet werden und bedarf unbedingt der sachgemäßen Behandlung durch den Arzt, gegebenenfalls sogar durch den Facharzt. Auch örtliche krankhafte Veränderungen in der Rase wie Polypen oder Geschwüre, können den Boden für das Auftreten von Rasenblutungen abgeben, die durch geeignete ärztliche Behandlung 3um Verschwinden gebracht werden. Ganz allgemein wird bei häufigerem oder stärkerem Rasenbluten ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden müssen. Da aber der Arzt nicht immer sofort erreichbar ist, sind gewisse Maßnahmen der ersten Hilfe notwendig und zweckdienlich. Von größter Wichtigkeit ist dabei die Beachtung geeigneter allgemeiner Regeln für die erste Hilfeleistung. Man lege den Blutenden nach Entfernung aller beengenden Kleidungsstücke, wie Kragen, Rock, Weste usw. in horizontaler Stellung hin und sorge für möglichst ruhiges Der- Die Wetterlage. -inot •1C ■Seydlst 5.hur st, 1929,7” abds. vVö 20 ««c- ^4* ) z 1 f*LontCff- V/-' Paris e1? " ^20 La Conina- -U u m-. - 155 o ©Wolkenlos.® neuer. ®nait> oeoetKt, »wolkig, entdeckt «Kegen * Schnee Graupeln e Meoei K Gewitter.@windstiUc. •O-' sehr leichter Ost massiger Südsüdwest Q stürmischer «orgwest Ole Pleite fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen stenenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mH gleichem auf neeresmveau umgereenneten Luftdruck Wettervoraussage. Der hohe Druck von Westen her ist rasch vorgedrungen und hat vielfach Aufheiterung gebracht. Heute morgen liegt ein Hochdruckkern mit Barometerständen von über 765 Millimeter über Säd- und Mitteldeutschland. Er wird zunächst günstig auf unser Wetter einwirken, jedoch greifen von England her wieder neue Störungsgebilde an, die später Eintrübung verursachen und daher keine konstante Wetterlage aufkommen lassen. Wettervoraussage für Mittwoch: Zunächst vielfach heiter und trocken, tagsüber warm, nachts starke Abkühlung, später wieder Eintrübung und Gewitterneigung. Wettervoraussage für Donnerstag: Wieder mehr wolkiges Wetter und Niederschlagsneigung. Lufttemperaturen am 5. August: mittags 22 Grad Celsius, abends 15,1 Grad: am 6. August: morgens 12,6 Grad. Maximum 22,1 Grad, Minimum 7,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. August: abends 21,3 Grad: am 6. August: morgens 15,6 Grad. — Sonnenscheindauer 3% Stunden. Reisewetterdienst der amtlichen Wetterdienststelle Gießen. Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Gestern warmer Tag und regnerisch: heute morgen 11 Grad, Windstille, heiter bis halb bedeckt. — Rheingebiet (Köln): Gestern vorherrschend kühl und meist heiter; heute morgen 15 Grad, Südostwind, halb bis ganz bedeckt. Baden (Baden-Baden): Gestern kühle Nacht und regnerisch: heute morgen 13 Grad, Ostwind, heiter bis halb bedeckt. — (Freiburg): Gestern kühle Nacht und meist trübe; heute morgen 13 Grad, Südostwind, heiter bis halb bedeckt. Käste (Westerland a. Sylt): Gestern der Iahreszeit angemessene Temperatur, veränderlich mit Schauern: heute morgen 16 Grad, Südwind, halb bis ganz bedeckt. (Swinemände): Gestern warmer Tag und meist heiter: heute morgen 17 Grad, Nordwestwind, heiter bis halb bedeckt. Borkum: Gestern der Iahreszeit angemessen» Temperatur, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 14 Grad, Nordwestwind, heiter bis halb bedeckt. age. 1 L6'aMI829 :n. 1 6*nen $*» v'6e ? HÄ °uf $ 6[fJrtl9*n davon ? nrh. '-LLK- ?enb;ul'=n“«atd|e ■ ^rr sri ®oH& utigfeif g- LWh ® -WZ Vkekns alz 4 unoebmgt derfach. ~ x11 gsgc- ÖQNt Auchört. SP ln drr Aase wie Boden JÄ* °b- "Ö* NonMung Verden. * ■' hausigerem oder [jji Hisse in An- lassen. Da aber der eKbar ift, sind «. tpcn Hilse not- ist dabei die Beach- Begeln für die erste en Blutenden nach Kleidungsstücke, wie i horizontaler Etel- llichst ruhiges Der- ult Jfrt- SSK U-L- •ftfe e su^ .77 tarntet mb traZ- L^r jhlung, Fter "gE- Jenners- > JS. *»«*** Grad, *2’ erufe om in mUn» aw Stunden- lauer o7. Ä'-»' ®,t6@eficr” T®*®?** ^F L-1?sZ> und warmes j? ©tob. WFd 'v> '18 £ w.P io?; Zur Aufklärung! Stellenangebote «vtvtai tWbltslusTu 04885 a. d. Gieß.Anz. Telephon 2103 Schulstraße 5 6)720 Jahres-Produktion 12 Millionen Stück 497 ID Zum Verkauf sollen kommen: Markenmilch und sonstige Molkereiprodukie, alkoholfreie Getränke, Obst, Zigarren SLöne, abnefcbl. 3-4-Zimmer • Wohng. herrltwe Vage, in einem Landstädtchen b. (Stehen preiswert au vermieten. Schr. Augeb. unter 04956 aa den Gieß. An-. Wohnung 4 Zimmer, Küche u. 5D?anL f. 1-Sevt. er. au vermieten.Dring- lichkeitßschein erforderlich. Schriftliche Angeb. unter 04951 an den Dies. An-. 2 Zimmer evtl. 4, mit Küche u. Veranda z. 1. 9. 29 au vermieten. 04952 Heuchelbeim, Gtehener Str. ,5. Selbständige Heizungsmonteure für sofort gesucht. Bei cntivrcchcnder Vciftnno Tauer- stcllung. Schriftliche Angeb. unter 6560V an den (Steh. Anz. Es gibt viele Suppenwürzen, aber nuf sine MAGGI-Würze! und Zigaretten, Zeitungen. 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Es empfiehlt sich in diesem Falle, zu versuchen, bei aufrechter Kopsstellung den betreffenden Nasenflügel 5 Minuten lang mit dem Finger fest zuzuhalten. Gewöhnlich kommt dann die Blutung zunächst zum Stehen. Delingt es nicht, mit einem Fingerdruck einen Stillstam) der Blutung zu erzielen, so empfiehlt es sich, das Nasenloch mit einem sauberen ODattebauld), den man evtl, vorher mit etwas Wafserstosf- Superoxhd-Lösung tränken kann, sest auszu- stopsen. Dieser Wattepfropf wirkt dann in gleichem Sinne tote der zudrückende Finger. Danz unzweckmäßig ist es, wenn die Blutung auf diese Weise zum Stillstand gekommen ist, alle Paar Minuten nachzusehen, ob es nicht noch weiter blutet Durch häufigeres Entfernen und Neuauflagen des Wattebausches wird die Gerinnung nur hinausgezögert. Ein beliebtes Dolksmittel ist es bei der Nasenblutung zu versuchen, durch Aufziehen von Wasser oder Essig die Mutung zu bekämpfen. Mit dieser Methode wird fast niemals der gewünschte Zweck erreicht, denn auf diese Weise werden etwaige Blutgerinnsel nur hinweggespült und so die Stillung der Blutung ausgehalten. Auch von der Verwendung sogenannter blutstillender Watte ist abzuraten, da sie oft gefährliche Gifte enthält, die unerwartete Nebenwirkungen zeitigen können. Steht die Blutung mit den Mitteln der ersten Hilse nicht, so säume man nicht, den Arzt zu rufen, zumal wenn es sich um Blutungen handelt, die ihre Entstehung einer inneren Ursache verdanken, und man bleibe sich stets dessen bewußt, daß die Maßnahmen des Laien eben nur solche der ersten Hilfe, nicht aber eine ärztliche Behandlung darstellen. Daten für Mittwoch, 7. August. Sonnenaufgang 4.3- Uhr, Sonnenuntergang 19.38 Uhr. — Mondaufgang 7.09 Uhr, Monduntergang 21.06 Uhr. , 1779- der Geograph Karl Ritter in Quedlinburg geboren (gestorben 1859); — 1898: der Aegyptologe Georg Ebers in Tutzing gestorben (geboren 1837). Gießener Wochcnmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Käse 10 Stück 60 bis 1.40; Matte Pfund 30 bis 35- Wirsing 20 bis 25; Weißkraut 20 bis 25; Rotkraut 25 bis 30; gelbe Rüben 15 bis 20; rote Rüben 15 bis 20; Spinat 20 bis 25; Ro- mischkohl 12 bis 15; Bohnen grüne 20 bis 25; gelbe 25; Erbsen 15 bis 20; Mischgemüse 10 bis 12; Tomaten 25 bis 40; Zwiebeln 10 bis 20; Pilze 40 bis 45; Kartoffeln neue 6; Frühäpfel 30 bis 35; Falläpfel 4 bis 5; Aepfel ausländische 45 bis 70; Birnen 10 bis 40; Sauerkirschen 40 bis 45; Heidelbeeren 35 bis 40; Stachelbeeren 20 bis 25; Johannisbeeren 20 bis 25; Himbeeren 40 bis 45; Pflaumen 25 bis 30; Mirabellen 40 bis 50; Reineclauden 40 bis 50; Aprikosen 50 bis 55; Pfirsiche 60 bis 65; Honig 40 bis 50; junge Hähne 1.20 bis 1,30; Suppenhühner 1.00 bis 1,20; Tauben Stück 70 bis 90: Eier Stück 13 bis 14; Blumenkohl 30 bis 80; Salat 10 bis Bekanntmachung. & Oer Verkaufsraum bei der Wartehalle an der ,b00S'e,,n„u|obann Dolkshalle soll zum 1. September 0.3. verpachtet werben. Auswärtige,- ver- 'TUrlnnt Ollsn kommen- Mlirkenmilch und sonstiae mieten. Schr, Ang. u. sehr stark zugenommen. Personenwagen gab e- hl Hessen 1914: 999, 1928: 7273, Lastkraftwagen 19141 124, 1925: 1578, 1928: 2372. ** Oberhessen amRhein. Am vergangenen Sonntag veranstaltete, wie man uns schreibt, das Hapag-Reisebureau Gießen seine diesjährige volkstümliche Rhcinsahrt. Mehr als 600 Personen aus Gießen und Umgebung, Oberhessmr und den benachbarten preußischen Gebieten hatten sich eingefunden, um die herrliche Rheingegend Mainz—Rüdesheim. Riederwald. Koblenz zu besuchen. Das Wetter am Sonntag war toarm und freundlich, was die gute, heitere Stimmung der Teilnehmer noch förderte. Pünktlich 6.32 Uhr verließ der Sonderzug Gießen und kam planmäßig 8.27 Uhr in Mainz-Kastell an. Um 9 Uhr setzte sich der Dampser „Barbarossa" in Bewegung, zwei Musikkapellen liehen ihre fröhlichen Weisen erklingen. Nach dein Besuch von Rüdesheim, dem Riederwald-Denkmal und Ahmannshausen wurde Koblenz erreicht, wo da» Deutsche Eck und das Weindorf besucht wurde. Während der ganzen Fahrt herrschte die beste Stimmung. Konzert, Tanz und mehrere Ge- sangsvorträge der vorzüglich geleiteten Gesangvereine .Eintracht", Steinbach, Dirigent G. Sommer, und .Sängervereinigung", Herborn, Dirigent Rektor K ö b e, umrahmten die in allen Teilen gut gelungene Rheintour. Pünktlich um 22.08 kam man in Gießen wieder an, so daß die Anschlußzüge bequem erreicht wurden. Auch diese umsichtig geleitete Rheinfahrt wird allen Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben. — Die vierte, für dieses Jahr letzte volkstümliche Rhein- sahrt findet am Sonntag, 25.~ August, auf allgemeinen Wunsch ebenfalls über Mainz—Rüdesheim—Riederwald—Ahmannshausen nach dem gleichen Reiseplan statt. Starkenburg. WSN. Darmstadt, 5. Aug. Ein schweres Unglück ereignete sich am Sonntag in der Technischen Hochschule. Der Monteur Georg Henkel kam beim Arbeiten der Starkstromleitung zu nahe und wurde vom Strom getroffen. Er brach bewußtlos zusammen und trotz dreistündiger ärztlicher Bemühungen zur Wiederbelebung blieben diese Anstrengungen ohne Erfolg. Verantwortlich für Lokales: i. V. Dr. Thyriot. 15; Salatgurken 15 bis 50; Einmachgurken 2 bis 5- Endivien 20 bis 30; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 10 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 20; Radieschen Bund 10 bis 15; Kartoffeln neue Zenter 5,00 bis 5,50 Mk. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater Gießen: .Salome", auf der Waldbühne von 20.30 bis 21.45 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Der Berg des Schicksals" und .Larry in der Sägemühle". r<_ — Stadttheater Dietzen (Walb» bühne). Man schreibt unS: Die heutige Ausführung von „Salome" auf der Waldbühne (Spielleitung Dr. Rolf Prasch) beginnt um 8,30 Uhr; Ende kurz nach 10 Uhr. Bei schlechtem Wetter findet die DorsteUung im Stadttheater statt, was durch Aushängen von Fahnen kenntlich gemacht wird. — Sonderkonzert. Am Mittwoch, 7. d. M., 20.15 Uhr abends, findet auf der Liebigshöhe ein Sonderkonzert des Musikkorps des 1. Botls. 15. Inf.- Regts. unter Leitung von Obermusikmeister ßöber statt. e " Welche Fünfmarkscheine sind gültig? In letzter Zeit kann öfters die Wahrnehmung gemacht werden, dah die Fünfmarkscheine mit dem Ausgabedatum vom 2. Januar 1926 nicht mehr in Zahlung genommen werden. Bon maßgebender Stelle wird mitgeteilt, daß wohl die Fünfmarkscheine mit dem Ausgabedatum vom November 1925 (Ausgabe ohne Kopfbild), mit breitem gelben Rand auf der rechten Seite, aufgerufen sind, und nur noch von der Deutschen Rentenbank in Berlin eingelöst werden. Diese Noten sind aber kaum noch im Umlauf. Dagegen sind die Scheine mit Kopfbild und Ausgabedatum vom 2.3anuar 1926 nach wie vor gültig. Cs liegt daher kein Anlaß vor, diese Scheine nicht in Zahlung zu nehmen. »♦ Schulversonalien. Ernannt wurden: der Lehrer Karl Nicolai zu Gonterskirchen, Kreis Schotten, zum Lehrer an der Volksschule zu Mainzlar, Kreis Gießen; der Lehrer an der Volks- schule zu Wieseck, Kreis Gießen Ludwig Petri zum Rektor dieser Schule; die Lehrer Karl Helle r zu Nieder-Florstadt, Kreis Friedberg, und Da- lentin Stumpf zu Burkhardsfelden, Kreis Gie- ßen, zu Lehrern an der Volksschule zu Wieseck, Kreis Gießen; der Lehrer Heinrich Steinhauer zu Eichelsachsen, Kreis Schotten, zum Lehrer an der Volksschule zu Schotten. „ , , ** Erledigte Lehrer st eilen. Erledigt sind: Eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Fischbach, Kreis Alsfeld, Dienstwohnung ist vorhanden und sofort beziehbar; eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Mittel-Seemen, Kreis Schotten. •• Eine Obst- und Gernüse-Absah- Genossenschaf t, e. G. m. b. H., wurde in diesen Tagen zur Hebung und Förderung des Obst- und Gemüsebaues hier gegründet. Es hatten sich eine größere Anzahl Interessenten aus dem Kreise Gießen und den benachbarten Bezirken eingcsunden. Generalsekretär Dr. Strub, Darmstadt, und der Vorsitzende Landwirt Heinrich Jäger, Ober-Hörgem, hielten einleitende Vorträge. Zum Geschästssührer wurde | Mietgesuche | Suche für sofort ober fpäier eine 2-3-Zimmer- Wohmmg Schr. Angeb. unier 04942 a. d. GH. Anz. Gebitbeier, besserer i'etr sucht z. 15. 8. oder 1. 9. [04958 gut möDI. Simmet b. alt. netten Leuten. Angeb. m. Preis an Bmik-Catt Asiorla. Franz Rorth, Dietzen, bestimmt. Die weiteren Vorstandsmitglieder wurden den sämtlichen Bezirken des Arbeitsgebietes entnommen, u. a. gehören dazu Bürgermeister Schmidt, Dors-Dill, und Landtagsabgeordneter Fenchel. Ober-Hörgern, welche beide auch gleichzeitig dem Aussichtrat angehören. Die Erzeugnisse der Genossen sollen hauptsächlich an die Einwohner der Stadt Dietzen abgeseht werden, wobei vor allem auf Güte der Ware und zeitgemäße Verpackung besondere Sorgfalt verwendet werden soll. •• Einbruchsdieb stahl. Der Polizeibericht meldet: 3n der vergangenen Nacht wurde in dem Konsumverein in der Schanzc-nstrahe ein größerer Einbruch verübt. Der Täter drang nach dem Oefsnen der Haustür mit Hilfe eines Nachschlüssels und durch Aufbrechen der Kellertüren in den Keller ein und gelangte von dort aus ungehindert in den Verkaufsraum. Hier hat er alle Behältnisse gewaltsam erbrochen und einen größeren Geldbetrag, Wäschestücke und einige Lebensmittel entwendet. ** Kein Geständnis. Die hiesige Staats- anwaltschaft teilt mit: Durch die Presse ist kürzlich die Nachricht gegangen, der am 25. Juni d. I. bei Gelnhausen angeschossene Wilderer Karl Kipper aus Oberseemen habe auf dem Sterbebett gestanden, den im Juli 1922 in seinem Revier erschossen aufgefundenen Förster Maul ermordet zu haben. — Dies entspricht nicht den Tatsachen. Kipper, der nur leicht verletzt war und bereits wiederhergestellt ist, hat ein derartiges Geständnis niemals abgelegt. * Richtige Adressen im Verkehr m i t B e h ö r d e n ! In der jetzigen Ferien- und Urlaubszeit kommt es immer wieder vor, dah Eingaben und Mitteilungen, die an eine Gerichts- ober Verwaltungsbehörde zu richten sind, an die persönliche Adresse eines Mitgliedes der betreffenden Dienststelle gerichtet werden. Es sollte das durchaus vermieden werden. Wenn sich der betreffende Beamte auf Reisen befindet, _ was gerade in der jetzigen Zeit sehr wohl möglich ist, so läuft der Absender des Schreibens Gefahr, daß es erst ganz erheblich verspätet zur amtlichen Behandlung kommt. Man adressiere also an das Kreisamt zu T oder das Amtsgericht zu B und man vermeide immer auf der Adresse die Angabe einer Cinzelpersönlichkeit. •• Haltet auf gute Wandersittenl So verurteilenswert es ist, Wald und Flur mit allen möglichen Warnungsschildern und Verbotstafeln zu verschandeln, so notwendig bleibt es, dem wandernden Publikum gelegentlich ein ernstes Mahnwort zuzurufen. Die „Deutsche Bergwacht e. 03.“ Abteilung „Rhein-Main-Dau" Sih Frankfurt a. M. tut dies, indem sie an den begangensten Wanderwegen und Rastplätzen ihres Arbeitsgebietes den Wanderern auf neuen Merktafeln wie folgt ins Gewissen redet: Wandrer schone Wald und Flur! Heilig sei dir die Natur! Halte Weg und Plätze rein! Latz' das Spiel mit Feuer sein! Die Bergwacht läßt ihre Mahnung in klarer Schrift auf klarem Grund dem wandernden Publikum vors Auge treten in der Hoffnung, daß sie für gute Wandersitten wirken und damit der Förderung echten und rechten Raturgenusses dienen möge. *• Die Autos in Hessen. Die Zahl der Kraftfahrzeuge in Hessen hat in den letzten Jahren Tonwerke Abendstem G. m. d. N. VcnnictiingH"} MI. Simmet IN. el. L. z. vrm. S4AU Mühlttk. 28 UI FlY-TOX 7 - 7*W Kein Geheimnis mehr ilt es. daß an Qualität und Preis das Reichs-finkodi- Qlas unübertroffen ist. An jedem Glas sparen Sie 10—15 Pfg. Genau auf den Namen Reichsglas achten. Zu beziehen dujch: 65770 Wündi, Eifenhandlung j Vereine | Verschiedenes 3 Ubr [6576D gemeinsamer Spaziergang nachd.Wcllcrsburg Trenvunkt: Halle» stelle Wiesccker Weg. Um zahlreiches Erscheinen (üttet der Vorstand. Zwei Mädels suchen die Bekanntschaft zweier netter Herren zw. späterer Heirat. Schr. Angeb. evtl, mit Bild u.04960 an den Giess. Anz. (Bolöene Dnmenarmüonöühr Sonntagnachmittag B le ich st r., Seliers- tor, Elektr. Bahnhof verloren. Finder hohe Belohnung. 6Ä7«D Bleichstr.20l. oeeeseeee®®» Damen-vereinigung 1877-1878 Donnerstag. den 8. 2lngutt, nachm. la neue Wellerauer Speise-Kartoffeln in guter Sortierung dcr Ztr. 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Liebesfreud und Liebesleid, alle Höhen und Tiefen leidenschaftlichsten Liebeserlebens zeigt dieser Film, der durch die Echtheit des Fühlens, durch seine mit herbster Spannung erfüllte empfindsame Zartheit ans Herz greift und erschüttert. — Es ist eine fanatisch inbrünstige Liebe, eine. Ekstase der Hingabe, eine Tragödie des Liebesleids, Festtag und Alltag zugleich, Verzückung und Verzweiflung. — Ferner. Das reichhaltige Beiprogramm und Die neuesten Tagesberichte aus aller Welt 6579C Pfund 0.25 ff. Bratfische Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Luise Horeyseck und Kinder Familie J. Henkel Gießen (Kirchstraße 12), den 5. August 1929. 6588V 0.12-0.15 Stück Liter 1.— geschmack im Alter von 70 Jahren. 04959 04954 ihr spart Geld. Frau Lina Huhn, Gietzen 0496 Gießen, den 5. August 1929. Für die Besse U4937 Bohnen 6578V Stellengesuche Familie Familie daS gut kocht und in allen HauSarbelten erfahren ist, sucht Stelle in kleinem Haushalt. 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Kräuter- Zwci starke Simmentaler Zuchtbullen Gelb- und Rotscheck, zwei desgl.hochträch. jüngere Stube oder hochträcht.Nindcrn. ein. 4 jährig. Fuchö wallachgibtav 6531D Geiß, Windhausen Stat.Ebringshausen In tiefer Trauer: Ernst Inderthal Familie Heinrich Inderthal Familie Heinrich Wagenbach VI. nebst allen Verwandten. Warnen alMrt llSünKn Mssloltlmg stilrein u.oreisiveri Oie BrühiW Für die vielen Beweise der Teilnahme beim Hinsdieiden unserer lieben Mutter Frau Margarete Euler danken wir herzlich. Der Krankenschwester für ihre Pflege besonderen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. OllllllllillllUIUlillllllllllllD WslMkr 24 I., Lycealbildg., frohe Naiur, selbst, im Haush., ers. im Kaitsm., sucht Position mit Familienanschluß u. Taicheng. Angcb. an G. 52, Hauptpostamt Marburg a. d. L. [6584D aiiiiüiiiüiiiiüiiiiiiiiiiiiiiiD | Verkäufe | Eine Waage (15 kg) zu verkaufen. 8u erir. i. d. Geschst. d. Gien. Anz. 04947 J. B. HAUSER, GIESSEN AM OS WAL DSGAR TEN Mittwoch, den 2. 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September bis der Blindenanstalt ürnberg; Ziehungs- 15 Katholiken Für- . in Hamburg. t-Dürer-Stiftung zu 1929. len-Wohlsahrtslotterie i Landesoerein für immlung von Geld- djc Werbung jowie chtung eines ntüp: llchaates hchn bis Sammlung von Teld- md Spruchkarten, oft- heimatkalenders zu- das Gebiet des Volks- irlaubnis wurde bis .rrnband^ Ä^^66* men , d>e inert* M' ltwe E erb- els uni' end onrert 6kaPelle Mittwoch st»“- i 65S9C jnieri ikorpl!1^ 049« Bister Lober^ gSS* 16® b'X -»er UM. »M ittel $6o|hnHn^ Rr. 182 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Dienstag, 6. August 1929 Persiens Ananzdiklatvr - ein Deutscher! Deutsche ersehen amerikanische Beamte. - Umwälzende Neuerungen im Lande des Silbernen Löwen. Don Richard Tlieburg. Ausländer sind gewöhnlich in den höchsten Acmtern, die eine Regierung zu vergeben hat, nicht gern gesehene Gäste, da sie meist von einer fremden Macht dem inländischen Derwaltungs- apparat aufgezwungen werden. Den seltenen Fall, das; ein ausländischer Finanzberater freiwillig mehr Machtbefugnisse erhält, haben wir jedoch in diesen Tagen erlebt: der frühere preußische Ministerialrat S ch n i e w i n d, der seit einigen Jahren als persischer Finanzberater tätig ist, ist soeben zum Generalverwalter der persischen Finanzen ernannt worden. Durch diese Rangerhöhung wurden die Machtbefugnisse Schniewinds bedeutend erweitert. Der neue Generalverwalter ist von der persischen Regierung schon vor einigen Jahren auf Anraten ihres Berliner Gesandten zum Finanzberater ernannt worden. Reben dem Vertrauen, dos in Persien deutsche Finanzsachverständige geniesten, war wohl die Tatsache ausschlaggebend, dast man bei einem Deutschen vor poli - tischem Chrgeiz sicher zu sein glaubte. Geheimrat Dr. S ch n i e w i n d war längere Zeit im Preustischen Handelsministerium tätig gewesen und hotte später eine leitende Stellung bei einem großen deutschen Bankinstitut inne. Cs mag ihm nicht leicht geworden sein, seinen Posten aufzugeben, um Europa zu verlassen und Persien bei der Reorganisierung seiner Finanzen behilflich zu sein. Aber Exzellenz F a r z i n, der bis vor kurzer Zeit noch persischer Gesandter in Berlin gewesen ist. legte grosten Wert darauf, dast Geheimrat Schnicwind das Anerbieten seiner Regierung annehme. Die vor kurzem erfolgte Beförderung zum Gencralverwalter hat Geheimrat Schnicwind ebenfalls Exzellenz Farzin zu verdanken. Allerdings haben erst innerpolitische persische Geschehnisse diese Rangerhöhung ermöglicht. 3n Südpersien war vor kurzer Zeit eine Revolte ausgcbrochen, die bald von der Regierung unterdrückt werden konnte. Als man nach den Anstiftern der Anruhen forschte, entdeckte man, dost ein Mitglied der Regierung seine Hand im Spiel hotte. Es handelte sich um den persischen F i n a n z m i n i st e r, einen Prinzen, der der früher herrschenden Dynastie ongehörtc. Er wurde sofort seines Amtes entsetzt: Exzellenz Farzin, der provisorisch die Geschäfte des Finanzministcrs übernahm, ernannte nun Gchciinrat S ch ni e w i n d zum Generalverwalter der Finanzen und übertrug ihm einen Teil der Befugnisse, die früher in den Händen des Finanzministers gelegen hatten. Dast Geheimrat Schnicwind nicht der einzige Deutsche im Lande des Silbernen Löwen ist, der dort ein wichtiges Amt verwaltet, erfährt man aus den Ausführungen des Persers Djamal- z a d e h, der ein Mitglied der persischen Gesandtschaft in Berlin ist. „Roch vor wenigen Jahren bevorzugten wir in Persien amerikanische Finanzberater," erzählt Djamalzodeb, „aber sie forderten zuviel Macht, und deshalb wurde ihr Vertrag md)t erneuert. Persien hat mit den deutschen Sachverständigen sehr gute Erfahrungen gemacht, und deshalb ernannte man auch einen Deutschen, Generaldirektor Lindcnblatt, zum Leiter der neuen Persischen R a t i o n a l b a n k, die im Mai 1927 unter dem Romen „Banquc nationale de Perse" gegründet worden ist und ihre Tätigkeit im September 1928 ausgenommen hat. Mit der Gründung der neuen Bank wollte man ein Gegengewicht gegen die unter englischem Einflust stehende „'Imperial Dank os Pcrsia" schaffen, die bereits seit 1889 besteht. Diese Dank erhielt bex ihrer Gründung das Monopol der Rotenausgabe, ein Privileg, das noch bis zum Jahre 1949 läuft. Aus diesem Grunde konnte man die neue Rationalbank nicht als Emissionsbank gründen. Trotzdem hat sich das neue Institut unter der Leitung des deutschen Generaldirektors sehr zufriedenstellend entwickelt. Dor kurzer Zeit sind i n allen Teilen des Landes neue Filialen errichtet worden, und zur Leitung dieser Geschäftsstellen haben wir uns wieder deutsche Dankbeamte nach Persien geholt. Es vergeht kein Monat, in dem nicht einige Deutsche um ein persisches Visum nachsuchen. Meist handelt es sich dabei um Techniker und Ingenieure, die an dem D a h n b a u arbeiten. Die Probestrecke, die deutsche Firmen gemeinsam mit einem angloamerikanischen Konsortium bauen, ist zu einem grosten Teil fertiggestellt, so dast die persische Regierung den ausführenden Firmen wahrscheinlich bald den gesamten Auftrag erteilen wird. Persien hat st e t s Sympathien für Deutschland gehegt, und auch während des Krieges hoben wir diese Zuneigung nicht verleugnet. Man hat in meinem Vaterland nie vergessen, dast Rußland und England gemeinsam im Jahre 1907 einen Vertrag geschlossen haben, der Persien in eine russische und in eine englische Interessensphäre aufterlte. Erst als Rustland nach dex Revolution auf seine Vorrechte verzichtete, begann sich auch der englische Druck zu lockern. Viele unserer Führer, die während des Krieges ihr Vaterland verlassen must- tcn haben die Zeit ihrer Verbannung in Deutschland verlebt: als sie später nach Persien zuruck- kehren durften^ sind sie dafür eingetreten, dast wichtige Reformen nach deutschem Vorbild geschaffen wurden." Während früher in Persien das französische Schulwesen als vorbildlich galt, suchen in letzter Zeit persische Studenten mit Vorliebe deutsche Hochschulen auf. Djam al- zadeh, der feit 1915 in Deutschland lebt und eine deutsch.pcrsische Zeitschrift herausgibt, versichert, dast sich die persischen Studenten tn Deutschland sehr Wohl fühlen. Ein großer Teil der persischen Studierenden will Mediziner werden, andere besuchen die Technische Hochschule. Für das wachsende Interesse Deutschlands an Persien spricht auch die Tatsache, dast schon vor längerer Zeit eine Deutsch-Persische Gesellschaft gegründet worden ist, der namhafte - deutsche Wirtschaftsführer angehören. Im April dieses Jahres berichtete der deutsche Gesandte in Persien, Graf von der Schulenburg, der gerade in Derlin weilte, über die deutsch- persischen Deziehungen. Er wies damals besonders auf den Anschlust Persiens an das Weltluftverkehrsneh hin, der durch die in Persien konzessionierte Iunk ersgesellschaft organisiert worden ist. Persien hat von dieser Gesellschaft eine Anzahl Flugzeuge gekauft und lästt seine zukünftigen Piloten in Deutschland ausbilden. Alle persischen Studenten, die ins Ausland reisen, werden von einer Zentralstelle kontrolliert. Der Leiter dieser Organisation, Dahrami, hat vor einigen Monaten in einem Dericht an seine Regierung die Ansicht ausgesprochen, dast es nicht genüge, junge Perser im Ausland erziehen zu lassen. Er forderte, dast man auch junge persische Mädchen i n s Ausland schicken müsse, denn die jungen Leute, die aus Europa in ihre Heimat zurückkehren, werden niemals altmodisch erzogene Perserinnen heiraten. Ratür- lich hat dieser Vorschlag lebhaftes Aufsehen erregt: die Entsendung persischer Mädchen nach Europa würde eine revolutionäre Tat bedeuten! Da aber der Schah Riza Khan vor Experimenten nicht zurück- cheut, wird vielleicht auch dieser Vorschlag angenommen werden. Hat der persische Herrscher es doch fertiggebracht, vor einigen Monaten noch etwas viel Schwierigeres durchzusetzen: Den Inhabern der Dazar e, die von den Fremden stets Phantasiepreise für ihre Waren orderten, wurde von der Regierung befohlen, alle Waren mit Zetteln zu versehen, von denen der Kunde den Preis ablesen kann. Vergebens beschwerten sich die Kaufleute über diese Verordnung, und so kann man feit einiger Zeit in den Dazaren zu festen Preisen einkaufen. Dast auch Deutschland durch die sparsame persische Wirtschaft manche Vorteile hat, geht aus einer Veröffentlichung hervor, die über die persischen Finanzreserven in Europa Rechenschaft gibt. Die Haupteinkünfte der persischen Regierung bestehen aus den sog. Royalties, die eine in Persien tätige englische Oelgesellschaft an die persische Regierung zahlt. Durch sparsame Wirt- fchaft hat die persische Regierung von' diesen Deträgen ungefähr 36 Millionen Mark gespart, und von dieser Summe liegt ein groster Teil, nämlich 800 000 Pfund, auf deutschen Danken. Früher verfügte die Imperial Dank of Persia. über die Beträge, die sie größtenteils dem Con-< doncr Geldmarkt zuleitete. Seit der Gründung der neuen Rationalbank, die unter deutscher Leitung steht, wird der grösttc Teil der persischen Finanzreserven in Deutschland angelegt. Die nutzbaren Wasserkräfte der Erde. Aus Anlaß'der unlängst in Barcelona abgehal- I Erde auf 450 Millionen P.S., wovon zirka 33 tonen W e 11 - W a s s e r'k o n s e r e n z wird eine Millionen P.S., also 7 v.H., ausgenutzt werden Uebersicht der geschätzten und ausgenützton Wasser- (als mittlere Jahresleistung). träfte der Erde veröffentlicht. Diese Aufstellung Die ©toten, die am meisten die Wasserkräfte schätzt die gesamten nutzbaren Wasserkräfte der 1 nutzbar machen, sind: SPANIEN IKA Ausgenuf-z-te Preffegeographie^^S STILLER 07-EAN ATLANT- X OZEAN INDOZEAN^ yER.sr VArviER1 Mittlere Nutzbare Jahresleistung Wasserkräfte in Mill. P. 8. in Mill. P. 8. Bereinige Staaten von Amerika 11 30 Kanada 4 23 Frankreich 2 6 Japan 2 8 Italien 2 4 Schweiz Norwegen Schweden Sowjetunion Deutschland Spanien Mittlere Jahresleistung in Mill. P. 8. 2 2 1 1 1 1 Nutzbare Wasserkräfte in Mill. P. 8. 4 9 7 25 5 5 Oberhessen. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 5. Aug. Am Sonntag feierte die „H o f s ch e G e m e i n s ch a f t" ihr diesjähriges Jahresfest. Eine ansehnliche Zahl von Gemeindemitgliedern und Gästen aus den Nachbarorten haton sich dazu eingefunden. Bei der angenehmen Witterung konnte die schöne Versammlung im Faberschen Garten abgehalten werden. Nach einem Vorspiel der Posaunenchöre von Gro- sten-Linden und Klein-Linden und gemeinsamem Gesang sprach der Ortsgeistliche, Pfarrer Bremmer, über die Wichtigkeit lebendigen Christentums in unseren Gemeinden. Nach einem Lied des Mädchenchores der hiesigen Evangelischen Jugcnd- vereimgung ließ Bruder Reh (Leihgestern) im Anschluß an das Bibelwort aus 1. Mose 12 den Ruf erklingen: „Geh heraus aus dem, was dich von Christus sernhält". Der gemischte Chor der Gemeinschaft Großen-Linden und der Frauenchor der feiernden Gemeinschaft brachten eindrucksvolle Lieder zum Vortrag. Prediger M e n g (Großen- Linden) zeigte, welche Freude ein Christ haben kann in dem, was er mit offenen Händen von Gott empfangen darf. Mit Gebet, gemeinsamem Gesang und Nachspiel der Posaunen schloß die schön verlau- fene Feier. X Wiescck, 6. Aug. Frau Elisabeth Kuhl Wwc., geb. Ostwald, kann morgen in geistiger Frische und für ihr Alter gutem körperlichen Befinden ihren 8 0. Geburtstag begehen. • Alt en-Bus eck, 5. Aug. Nachdem schon am 16. Juni im Gottesdienst hier und in Trohe des 150jährigen Jubiläums der evangelischen Kinderpflege gedacht worden war, hielt gestern die hiesige Kleinkinderschule ihre Oberlin- feier, zugleich auch die Feier ihres 3 0 j ä h r i - gen Bestchens. Festlich mit Kränzen geschmückt, begab sich die Schar der Kleinen unter Führung der beiden Schwestern, geleitet von jugendlichen Helferinnen, unter Vorantritt des Posaunenchors der evangelischen Gemeinschaft auf den Festplah. Die Feier, zu der sich auch zahlreiche erwachsene hiesige und auswärtige Festgäste eingefunden hatten, wurde eröffnet durch ein gemeinsames Lied unter Begleitung^ des Pofaunenchors und einen durch eine kleine Schülerin borgetragenen poetischen Willkommengrust. Vortrag von Gedichten, Turnen, Spiele und Reigen, von Schwester Bertha Velten mit Änterstühung von Schwester Gretel Stein- Hauer sorgfältig cingeübt, wechselten miteinander ab und gaben ein interessantes, anmutiges Bild von dem Betrieb einer Kleinkinderbewahr- anftalt nach neuzeitlichen Grundsätzen. Cs war unverkennbar, mit welchem Eifer und mit welcher Freudigkeit die Kleinen in allen ihren vielseitigen Darbietungen bei der Sache waren. Die Festansprache hielt der Ortspfarrer, der einen Rhein-Verbundenheit. Von Paul Alverdes. Des Sommers an allen Samstagen trafen wir uns schon sehr früh am Rachmittag, ein Trupp Verbündeter aus allen Pennalen der Stadt, bei einem Fährhaus oder einer Dampserländc am Rhein, und rückten in einem Aufzug. der damals noch den Bürgern teils ungewohnt, teils ärgerlich und allen zu Hause gebliebenen Mustcr- Inäblcin ein Greul war. ein gutes Stück den Strom hinab. Wir trugen vielfach geflickte Hosen, die über dem Knie abgeschnittcn waren und deren Brandlöcher und Rarben von Dornen und scharfen Klippen uns stolz machten, und an den nackten Füßen Sandalen mit fingerdicken Sohlen. Die Haare trugen wir seitwärts schräg über den Kopf gestrichen und ziemlich lang. — so lang cs die, Schulordnung nur eben erlauben Mochte. . Zwilchen Grimlinghausen und Zons setzte uns »ein Fischer über. Sein Rachen war klein und zog Wasser, und wir waren unser acht oder zehn, und unsere Rucksäcke von gewaltigem Umfang, denn wir gedachten drüben zu zelten und führten an Kochkesseln und Pfannen, Schlafsäcken und Zeltbahnen und allerlei Schanzzeug eine Ausrüstung mit, die das Kopsschüttcln aller Uneingeweihten hervorzurufen pflegte. Wir fangen: „Die Reise nach Jütland, Ei die fällt uns fo fchwer", oder: „Lustig ist s Matrosenleben. ' Ist von lauter Lust umgeben“, ober „Der helle Tag bricht an“, zu dritt auf den Bänken eng ancinandergepreßt. sehr nahe über der bräunlich-trüben, von Dampfern und Schlepp- ,’ügen immer aufgewühlten Flut, während der Fischer mit seinen zwei groben Rudern ängstliche^ Mühe hatte, uns heil hinüberzufchaffen. Vor einer Wildnis von Schilf und Wcidcn- büschen. hinter der sich zwei oder drei Stein- würfc landeinwärts der grüne Hochwasserdamm erhob, bei schwarzen Bündeln faulenden Rohres rind grauen Strünken angeschwemmten Holzes war unser Lagerplatz. Dort im lockeren Weißen Sand, den an heißen Tagen die Sonne bis auf eines Spatenblattes Tiefe durchglüht hatte, stell- ten wir das braune Zelt auf, mit dem First quer zum Strom und dorthin geöffnet, denn wir wollten ihn auch in der Rächt glänzen sehen und hörkn, wie das Wasser in den Kieseln am Ufer fang. Später schwammen wir hinaus, zu einem Rudel gefeilt, wie Zugvogel fliegen, schräg gegen die Strömung steuernd und langsam abgcdrängt, ober auch gleich talwärts geworfen und nun ganz ohne Mühe und sehr geschwinde dahingewicgt, einem in der Ferne herausstamp- fenden Schleppzug entgegen. Wir sahen braune wirbelnde Fläche weit um uns her, sic roch nach Tang und fauliger Erde, und die Kirchtürme hinter den Dämmen zogen wie in unendlicher Weite aufrecht vorbei. Wenn wir uns auf den Rücken schnellten, mit Ohren tief in die weiche Kühlung cingetaucht, so verstummte die Welt bis auf ein geisterhaftes Zischeln und Glucksen des Wassers, und wir gewahrten über uns nur Himmel, blauen, endlosen Himmel des Riederrheins, oder weißes, ruhevolles «Sommer- gewölk, das sich nie zu ändern schien. Zuweilen enterten wir dann einen der bergwärts fahrenden Schleppzüge. Dem voraus stamp» senden und klirrenden Dampfer mit den breiten roten Schaufelrädern galt cs auSzuweichcn: cs hieß, er ziehe gefährlich an und sauge den Schwimmer unter sich, um ihn zu ertränken. Aber man mußte doch nahe genug an seine Wirbel heran, um die sehr schnell nachgezogenen Lastkähne noch zu erreichen. Sie lagen bis an den Laufgang tief im Strom, der mit mächtigen, von den Schaufelrädern aufgewühlten Wellen an ihren glatten Leibern cntlcmgspringend, seine Geschwindigkeit verdoppelt zu haben schien. Von einer dieser Wellen mußte man sich an Bord heben lassen, fast blindlings zugreifend, eine Kette, ein Tau oder den Schiffsrand selber mit den Fäusten umklammernd, — noch schlug einem dcr letzte Schwall Wasser donnernd über dem Scheitel zusammen, dann schwenkte der Strom den Leib im Bogen herum und hob ihn leicht auf das Schiff. Richt immer gelang dieses Manöver, dann war es bei dem folgenden und dritten oder vierten Kahn abermals zu versuchen, und gewöhnlich fanden wir uns auf dem letzten der Kette doch nach und nach alle wieder zusammen. Dann fuhren wir ein Stück in der Sonne stromauf, nackend zwischen Kohlen und Brettern und vielleicht Gut in Fässern und Kisten, an den lichten Hainen von Erlen und Pappeln vorüber und an den einsamen Häfen hinter den Dämmen. Die Schiffer, die das Spiel schon kannten, duldeten uns schweigend: nicht so deren Hunde, die meistens darauf aus waren, uns in die bloßen Füße zu schnappen. Wenn sie klein waren, so fürchteten wir sic nicht, doch gab es auch Untiere darunter von mittlerer Gröhe etwa, mit fo weihen und langen Zähnen, dah wir oftmals bei ihrem plötzlichen Erscheinen, vom Enter-Manöver noch atemlos. Hals über Kopf in das Wasser zurück- muhton. Am Abend zündeten wir dann das Feuer an und rückten die Kessel in die Glut und kochten getrost mit dein Wasser des Stroms. Schilf und gebleichtes Holz mit einem heimlichen Kern von Feuchte im Innern brannten nur schwelend, und cs schmeckte alles nach Rauch und Asche. Aber so war cs uns eben recht. In mancher Rächt verschmähten wir es auch, in das Zelt zu kriechen und blieben beim Feuer liegen, anfänglich bei Gesängen und Gesprächen, später stumm aneinandergedrängt und starrten auf den Strom, wie er weihen Atem von sich hauchte und mit vielen Wirbeln blinkte unter dem schaurigen Mond. Er kam von weit her und ging weit hin in das Uferlose, und es mag sein, dah wir daran dachten. Später kam der Morgenwind, er machte die Hunde verstummen, die auf den Dörfern heulten, und trieb sie ins Warme. Aber schon stieg, von den Vögeln mit Schreien und «Schlagen längst angekündigt, die rötliche Sonne über den Horizont. mit langen Strahlen Härmte sie unsere Stirnen und Hände. Wir erhoben uns und sprangen nackend zum Flusse hinab. So lebten wir alle Sommer unserer Jugend dort. In der Rächt vor dem Kriege brannten wir weit drauhen auf der Buhne im «Strom das letzte Feuer und fangen Hand in Händen. Dann traten wir auseinander. Unsere Jugend war zu Ende. Ich habe kaum einen der Sieben von damals wiedergesehen. Sie sind in die Unendlichkeit gegangen und sind dennoch immer da, — wie der «Strom, an dem sie heranwuchsen. Ich kann ihrer nicht gedenken, ohne des Rheins zugleich zu gedenken. Darum darf ich ihn wohl meine Heimat nennen. Abenteuer im dunkelsten Afrika. Die englische Forschungsreisendc Frau Glovcr, die mit ihrem Mann zusammen drei Jahre im Ini-ersten Afrikas verbracht hat und eine Zeitlang sogar verschollen war. ist jetzt glücklich wieder in England eingetroffen. Das Ehepaar hat unter den größten Gefahren und Entbehrungen zahlreiche seltene Tierslelette usw. für das Britische Museum gesammelt. Frau Glover ist eine zarte schlanke Erscheinung, der man es nicht zutrauen würde, daß sie sich mit ihrer Flinte gegen Menschenfresser und wilde Tiere siegreich verteidigt hat. Aus der Fülle ihrer Abenteuer und Erlebnisse erzählte sic einiges bei ihrer Ankunft: „Einmal wurden wir von einer Herde Elefanten angegriffen und muhten durch Dornengebüsch flüchten. Unsere dünnen Kleider wurden zu Fetzen zerrissen. Die Elefanten dröhnten hinter uns her, brüllend, wie wenn sic wahnsinnig wären. Ein Weibchen war durch uns verwundet worden, und wir muhten um unser Geben laufen. Dann lebten wir in Rola, am Mittellauf des Kongo. Monate lang im Schlamm unter gefährlichen Fliegen, die uns fast totgebissen hätten. Wir mußten knietief durch das «Schlammwasser waten. Dieser tropische Urwald ist schrecklich schwer zu durchqueren, und wir lagen lange am Fieber. Eines Tages schoß ich einen Leoparden, und als ich mich ihm näherte, war er noch nicht tot und biß mich ins Bein: ich tötete die Bestie mit einem zweiten Schuh, konnte aber sechs Wochen lang nicht auf» stehen. Im letzten Teil unserer Reise waren wir mit sehr interessanten Leuten zusammen, mit Menschenfressern, die seltsame Bräuche haben. Wir machten eine lange Fahrt im Kanu auf dem Logone-Fluh. von Eingeborenen begleitet. Als sie einen schon fast verwesten Leichnam im Fluh sahen, schnitten sie sich noch Stücke von ihm ab. um sie zu verzehren: sie essen alles, selbst die rohen Eingeweide von Tieren, am liebsten aber Menschenfleisch, während sie Affen für die zweitgrößte Delikatesse ansehen. Auch ich habe alles Mögliche essen müssen, so z. B. Elefantenherz, das aber schrecklich zäh war. besser schmeckt schon Flußpferdzunge, wenn sie gut gekocht ist, und vorzüglich Krokodilfleifch. Als wir Elefanten jagten, um das Skelett eines Weibchens zu erlangen, lebten wir lange in einer kleinen Laubhütte. Die Menschenfresserei blüht im Inrern Afrikas noch ebenso wie früher. Am Logonef.uß gehen die Menschen noch vollkommen nackt. Hier ‘ gibt cs alle Arten von wilden Tieren, die die Eingeborenen fürchten. Besonders wird dcr Gorilla verehrt, in dem man den. „ersten Menschen" sieht, den Gott schuf. Man glaubt, daß die Gorillas Frauen aus Dörfern stehlen. Diese Menschenfresser glauben an ein höchstes Wesen und an die Verwandlung der Toten in wilde Tiere. Wenn die Kinder geboren werben, erzählt man ihnen, daß sie zu einem Leoparden- oder Löwenstamm gehören, und wenn sie erwachst sind, dürfen sic dieses Tier nicht toten. Alle Uebeltaten, die in der Welt geschehen, rühren nach ihrer Meinung von bösen Geistern her, und sie bringen diesen Geistern Rahrung: wenn diese dann von einem Löwen x erzehrt wird, so glauben sie, dah der Lowe den C-eist darstellt. Die Frauen verunstalten ihre Cesichter und halten das für schon. Die Frau gilt als Sklavin und wird für einen Preis von 4 Mark verkauft.** Oie Jagd im August „Hier ist ertrunken Barbara Lentner, Sie wog mehr als dritthalb Zentner, Gott geb ihr in der Ewigkeit Rach ihrem Gewicht die Seligkeit." Und der Bach plaudert und lächelt und blitzt silbern weiter, immer seinem Bater, dem großen Strome zu, der ihn mitnimmt, auf die weite Reise ins Meer und in die Unendlichkeit. Das Marterl am Bach. Don Max Zungnickel. Unten, in Tirol, springt mit wahrer Katzenflinkheit ein Dach vom Gebirge herunter. Ein wilder, tosender Dach. Unten angekommen, hüpft er noch ein Weilchen und geht dann mit zehentänzerlschen Fußen durch die fettgrünen Wiesen weiter. Er Plaudert vor sich hin als würfe ihm der frische Wind Einfälle und purzelnde Gedanken hu. Er besieht sich die Dlumen, die auf ihn zuschäumen, sich an ihn heranschlängeln. Er lacht sie herzlich an tote etwas Lustiges, lacht sie an wie alte Bruder, Tanzjungfern und Zechkumpane. Und sein Lächeln blinkt in die Wiesen. Ein wahrhaft seliger Dach. Aber dort, wo sich über ihn eine kipplige, morsche Drücke biegt, dort steht ein Marterl. Falterumflattert steht es da, von schilpenden Bogel- rufen umsungen. Drüberhin die wonnige, leichtbebende Himmelbläue. — — Eine armselige, blecherne Tafel an einen Baumstumpf genagelt. Und auf die Tafel hat mit schwerfälligem Pinsel bäuerliche Einfalt diesen Ders gedichtet: ^lBad-Rauheim, 5. 2lug. Die Dad-Äau- heimer Turnorschaft hat das altüberlieferte Wald fest, das seit dem Kriege nicht mehr gefeiert worden ist, wieder aufleben lassen. Um der Veranstaltung aber einen zeitgemäßen Sinn zu geben, wurde damit die Austragung der Reichsjugendwettkämpfe für den Teil der Jugend verbunden, dem die Beteiligung an den Wettbewerben der Schulen nicht mehr möglich ist. Auch Jugendliche der Rachbarorte hatten sich zu den Wettkämpfen eingefunden, die nach den Bestimmungen des hessischen Kultusmintste- riums reibungslos durchgesührt wurden. Daß das alte Rauheimer Volksfest an idealer Feststätte unter den alten Eichen des Hochwaldes von seiner Volkstümlichkeit nichts eingebüht hat, bewies der überaus starke Besuch aus allen De° völkerungsschichten, besonders auch aus den Kreisen der Kurgäste, die ihre Freude hatten an dem frohen Treiben eines deutschen Volksfestes. Auch mehrere Turnerführer aus der Ost- unZX West- mark, aus Schwaben und der Pfalz, aus Sachsen und Thüringen, die zur Zeit der Kur hier weilen, hatten sich gestern zu dein Volksfest eingefunden, das durch abwechslungsreiches Schauturnen und Gesangsvorträge des Gesangvereins „Frohsinn" verschönt wurde. Der heutige Tag gehörte der Jugend, für die ein allgemeines Kinderfest bei starker Beteiligung veranstaltet wurde. Kreis Büdingen. • Ridda, 5. Aug. Landwirtschastsrat Rau ist von dem hiesigen Landwirtschaftsamt an das gleiche Amt in Reichelsheim im Odenwald verseht worden. Die in den beiden letzten Winter- recht unbeliebt. Die Brunst des Rehwildes ist in vollem Gang. Ein ungestümer Liebhaber ist der rote Dock, der seine Ricke durch das hohe Holz, über Wiesen und Felder treibt. Run ist die Zeit, wo er auf das „Blatt" springt und wo sich dadurch auch die Möglichkeit des Dejagens von Docken gibt, die in schwer zugänglichen Reviertetlen stehen. Die Unruhe, die in der Dlattzett den ganzen Rehsland erfaßt, bietet aber bei häufigem Aufenthalt im Revier auch die beste Gelegenheck den Bestand kennenzulernen. Wo das Rehwtld an Salz gewöhnt ist, empfiehlt es sich, dte Lecken nachzusehen und bei Bedarf aufzufrtschen. Dem Hafen dürfte die heiße und trockene Zeit gut bekommen sein. Wenn nicht aller Schein trügt, sind Aussichten auf ein zufriedenstellendes Hasenjahr da. Aber noch immer widmet sich Mümmelmann der Erhaltung der Sippe, und in Kartoffel- und Rübenschlägen errichtet die Hastn ihre Kinderstube. Im Laufe des Monats oder mit seinem Ende pflegt die Hühnerjagd zu beginnen. Solange noch soviel Deckung auf den Feldern war wie seither, ließ sich über 'ihre Aussichten nichts sagen. Die Witterung war nicht ungünstig. Es dürfte daher von ausschlaggebender Bedeutung sein ob in den betreffenden Revieren im letzten harten Winter etwas für die Hühner geschah. Denn dort haben sie zum Teil den Winter erstaunlich gut überstanden. Bei kaum einer anderen Jagdart kommt die Verbundenheit von Jäger auf ihnen ein. Auch die Jagd auf die Ringeltaube kann sich jetzt lohnen. Denn gern sitzt sie jetzt oben auf den Getreidehaufen oder trippelt über dte Stoppeln. Auch bestimmte Tränkplätze am Dach oder in nassen Wiesen werden immer wieder aufgesucht. Am Dachsbau herrscht Leben. Ueberall sind die alten Rohre freigelegt und gereinigt. In den Abendstunden aber zieht die ganze Sippschaft aus, und überall treffen wir die Spuren, wo sie gestochen haben. So wird der Dachs allmählich feist. Jung fuchsen, die selbständig ayf die Nahrungssuche ausziehen, begegnet man des öfteren. Der Fuchs sieht sich noch recht ruppig an, und sein Dalg übt noch keine Anziehungskraft aus. Der Jagdschutz muh sich vor allem wieder auf jagende Hunde und Katzen erstrecken. Wie viele Katzen sich draußen herumtreiben, wird einem meist bei der Hühnerjagd klar, wenn immer und immer wieder sich der brave Gebrauchshund fernab von Dorf und Gehöft eine „harmlose" Mieze um die Dehänge schlägt. Eine Riedeyagd kann nur gedeihen, wo das Wild vor Diesen Geißeln geschützt wird. Hubertus. Oer schamhafte Affe. Der Mensch ist zwar in feinern^Hvchmut geneigt, gewisse Eigenschaften? sich allem zuzuschreiben, und so bezeichnet er den-Affen geradezu als schamlos. Aber auch die Äere kennen jene geheimnisvolle Form des Selbstbewußtseins, die von der Furcht streng zu unterscheiden ist und in der Fähigkeit besteht, sich selbst zu sehen, wie die andern uns sehen. Der englische Zoologe E. G. Doulenger hat Anzeichen der Scham öfters bei den höheren Affen beobachtet und erzählt als Deispiel ein Erlebstis mit einem jungen Schimpansen, der so gut abgerichtet war, daß er mit bei Tisch aß. Einmal aber verließen chn feine vortrefflichen Manieren, als eine große Schale mit Kirschen, seinem Lieblingsgericht, aufgetragen wurde. Er fiel in seine ursprünglichen Gewohnheiten zurück, fuhr wjld mit seinen Pfoten herum, stieß einen lustigen Schrei aus und griff hastig mit beiden Pfoten in die Schussel. Cs gibt eine Geschichte von dem rücksichtsvollen Wirt der sah. wie sein etwas weltfremder Gast das Wasser der Abwaschschale austrank, und der daraufhin das Gleiche tat. um dem Gast eine Beschämung zu ersparen. Die Tischgen^ien des Schimpansen aber waren nicht so rücksichtsvoll sondern lachten laut über sein Benehmen. Zunächst stimmte der Affe in das Gelachter cm, aber plötzlich schien er zu begreifen, daß sich die Heiterkeit gegen ihn richtete: er bedeckte sein Gesicht mit beiden Händen, machte einen ganz hilflosen Eindruck und kroch unter den Tisch. Ein Mensch hätte vielleicht einen Ausweg gefunden. aber das Auffass ungs vermögen des Affen reichte nur soweit, die peinliche Situation zu empfinden, m die er sich gebracht hatte. die Polizei ein. Gerade ging die Szene mit dem Revolver vor sich, da öffnete sich die Tür und zwei Kriminalbeamte erschienen. Vor Schreck entfiel dem Gauner die Waffe. Sie mar vorsichtigerweise noch nicht einmal geladen. Die Beamten machten kurzen Prozeß, nahmen den Selbstmörder in Empfang und brachten ihn auf die Polizeipräfektur. Hier stellte sich heraus, daß der Schwindler wahrend der beiden letzten Monate mehr als hunderttausend Frank erbeutet hatte. Er führte das Leben eines Grandseigneurs, bewohnte ein Appartement in einem Luxushotel, besaß ein Auto und natürlich auch eine anspruchsvolle Geliebte, mit der er die Abende in den teuersten Nachtlokalen des Montmartre verbrachte. Für einige Jahre wird er nun wohl schön seinen einträglichen Beruf aufgeben müssen. Aber für später hat er sicher schon etwas Besseres auf Lager. B. M. V. „Goldne Aehre, du mußt fallen." "Son früh i bis spät klingt die Sense, rattert die Maschine und stellen fleißige Hände die Garben auf. Menschen und Unruhe überall, wo vorher in den zusammenhängenden Getreidefeldern das Wild sich wohl und sicher gefühlt hatte. Rur ungern weicht es daher und verläßt oft erst unmittelbar vor der Mähmaschine den schützenden Einstand, um zum Walde zurückzuwechseln. Der Rothirsch tritt in die Feistzeit, und damit beginnt die Jagd, die an das Können und die Ausdauer des Weidmannes die höchsten Anforderungen stellt. Daher gilt das Weidwerk aus den heimlichen Feisthirsch, „das Rachtge- spenst das du nur ahnst, das du nicht kennst als die Krone der Jagd. Starke Hirsche fuhren ein Cinsiedlerdasein voller Mißtrauen und treten erst gegen Ende des Monats zum Rudel. Das Wild bevorzugt für seinen Tagesstand Vor- hölzer und Dickungen in Feldesnähe. Denn reifender Hafer und Kartoffelfelder üben eine außerordentliche Anziehungskraft aus. Das Schwarzwild äußert gleichen Geschmack und macht sich dadurch bei dem Landwirt Rückblick gab auf das Werk Joh. Friedrich Ob er lins und seiner getreuen Helferin Luise Sch epp le r. auf die Entwicklung der evangelischen Kleinkinderpflege bis auf unsere Zeit, sowie auf die Bedeutung, welche die hiesige am 11. Juni 1899 durch den damaligen Pfarrer S c r i b a eröffnete Kleinkinderbewahranstalt in den drei Jahrzehnten ihres Bestehens für unsere Gc- meinde gehabt hat. Zum Schluß sprach er allen, die zu dem Gelingen des schönen Festes beigetragen hatten, vorab den beiden Schwestern, dem Posaunenchor und allen anderen freundlichen Helfern herzlichen Dank aus. Roch einem gemeinsamen Liede fand die festliche Veranstaltung mit der Verteilung von Brezeln an die Kleinen ihren Abschluß. Die ganze Feier, von schönstem Wetter begünstigt, wird den jungen und alten Teilnehmern noch lange in bester Erinnerung bleiben. Z W i r b e r a, 8. Aug. Das 8. W i r b e r g e r Missionsfest fand am Sonntag hier statt und nahm, begünstigt von einem wunderbaren Sommertag, einen harmonischen Verlauf. Die zahlreiche Festgemeinde, die sich aus den Dörfern des Kirchspiels und aus vielen Orten der Umgebung zusam- mensetzte, fand in unserem geräumigen Gotteshause nicht Platz, so daß vor dem geöffneten Portal noch eine ganze Anzahl Gäste bleiben mußte. Die Festpredigt hatte Missionar W a l t h e r-Bcuern übernommen, er predigte über Psalm 119 Vers 72. Ein Posaunenchor, gebildet aus Bläsern der Chöre von Klein-Linden und Gießen unter Leitung von Pfarrer Lenz-Gießen hatte die Begleitun'g der Gemeindegesänge und den sonstigen musikalischen Teil der Feier übernommen. Nach dem Festgottesdienst sand eine Kaffeepause statt, die Bewirtung Ser Gäste geschah wie immer durch die Bewohner des Wirbergs. Die Nachverfammlung war im Sandgarten, der Stelle, wo ehemals das Kloster stand. Nach der Eröffnung durch den Chor und Gemeindegesang sprach der Dekan des Dekanates Grünberg, Schmidt, Grünberg, über die Notwendigkeit und Bedeutung der Mission und gab einige interessante Zahlen über das Weltmissions- werk. Der Festprediger schilderte daraus im Anschluß an Psalm 93 Vers 1 in Bildern aus der Mission und dem Leben die Siegeskraft des Evangeliums. Das Schlußwort hatte der Ortspfarrer. Er stattete den Dank ab an alle, die zum Gelingen des Festes beigetragen hatten, forderte auf zur Mitarbeit am Missionswerk und lud ein zum 9. Missionsfest übers Jahr. Die Kirchen des Kirchspiels Beltershain, Göbelnrod, Harbach, Remhards- hain und Saasen Übergaben dem Missionar die Kirchengabe, bestehend aus 360 Eiern, die Missionar Walther mit Dank für die Mission übernahm. Schlußgebet und Segen des Ortspfarrers, Gememde- gesang und einige Chöre des Posaunenchors schlossen die Feier. Die Kollekten ergaben mehr as 100 Mark ohne den Ertrag der Kirchengabe. # Aus der nördlichen Wetterau, 5. August. Die Ernte reift ungeheuer schnell heran. Während in der vergangenen Woche Korn und Gerste gleichzeitig geschnitten werden mußten, ist man jetzt daran, Hafer und Weizen abju- machen. Und wenn die trockene Witterung noch einige Tage anhält, ist das Abernten der Frucht in ungewöhnlich schneller Zeit beendet. Wohl am meisten hat der Hafer unter der langen Trockenheit gelitten, da sein Korn besonders in bergigen Lagen wenig Mehlgehalt bilden konnte. Auch ist der Halm verhältnismäßig kurz geblieben, so daß er stellenweise nicht mit den Erntemaschinen bearbeitet werden rann. Der Weizen steht durchweg gut, und so geht sein Schnitt sehr schnell vorwärts. Bereits sind die Dreschmaschinen in Tätigkeit getreten. Mit dem Ertrag ist man hinsichtlich der Körner und des Strohes recht zufrieden. Wo der Getreideblasenfuß Schaden angerichtet hat, ist das Druschergebnis geringer. Sehr gut gibt die Gerste. Der Weizenertrag steht pro Morgen noch über der Gerste. Obwohl noch fein eigentlicher Handel besteht, wird ein Preis von 24 bis 25 Mark von den Maklern genannt. — Die Preise für F et t- schwein'e sind in weiterem Steigen begriffen. Gegenwärtig werden von den Händlern 86 bis 88 Pf. pro Pfund Lebendgewicht gezahlt. Die Ferkelpreise halten sich auf der seitherigen Hohe. Das Stück 7 Wochen alter Jungtiere kostet 38 bis 42 Mk. — Den Imkern kommt das trockene Sommerwetter sehr zugute. Obwohl wir zu ausgesprochenen Früh- trachtgegenden gehören, wo in erster Linie die Obstblüte und die Wiesenblumen einen guten Erfolg verbürgen, kann der Bienenvater jetzt noch schleudern, weil der rote Klee beflogen werden kann. # Hungen, 5. Aug. Dem hiesigen Förster Sarnes gelang es dieser Tage, in dem Braunfels- Der Herr, der feine ZriestasHe verloren halle. In einer Stadt wie Paris gibt es genug Leute, die auf Kosten ihrer lieben Mitmenschen zu leben verstehen und nur schwer von den Gerichten zur Rechenschaft gezogen werden können. Es existiert eine Menge von Gaunern, die ihr lichtscheues Gewerbe durchaus unter der Maske ber_ Ehrbarkeit ausüben und sich dabei noch völliger Straflosigkeit erfreuen. Die Polizei ist in solchen Fällen machtlos, und nur einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, wenn sie bei ihrer Arbeit auf ein günstiges Resultat stößt und den Verbrecher der verdienten Sühne zuführen kann. So war es auch der Fall bei einem Betrüger, der seit Monaten bereits die französische Hauptstadt und wahrscheinlich auch die Provinz unsicher machte. Mit Hilfe eines genial ausgeklügelten Tricks hat er sich beträchtliche Summen ergaunern können. Bei wohlhabenden Geschäftsleuten stellte sich ein korrekt angezogener Herr von bürgerlich-unverdächtigem Aussehen zum Besuch ein. Er bat, den Chef unter vier Augen in einer wichtigen Angelegenheit sprechen zu dürfen. Meist willfahrte man feinem Wunsche, und dann brachte der Unbekannte nach einigen einleitenden Worten, mit Tränen in den Augen, folgende Jererniade vor: „Es ist mir etwas Schreckliches zugestoßen, mein Herr. Ich bin nur vorübergehend in Paris und habe gestern meine Brieftasche mit zweitausend Frank verloren... Mit dem Geld wollte ich heute einen fälligen Wechsel einlösen. Mein Gläubiger ist unnachsichtlich und wird ihn unter keinen Umständen prolongieren. Oh, die Schande! Und ich bin immer ein ehrlicher, zuverlässiger, Mensch gewesen! Darf ich es wagen, mein Herr, Sie um Ihre Hilfe anzuflehen? Leihen Sie mir die zweitausend Frank — und ich will Ihnen ewig dankbar sein...!" Der Geschäftsmann runzelte die Brauen, stand auf und wollte den unliebsamen Bittsteller höflich, aber bestimmt vor die Tür setzen. Doch der Unbekannte, der wohl wußte, was ihm bevorstand, weigerte sich, das Zimmer zu verlassen. Don früh i und Hund so zur Geltung wie bei der Hühnerjagd. Für die meisten Hunde beginnt jetzt erst wieder die Arbeitszeit. Der Körper hat stärkere Anstrengungen verlernt, vielleicht hat das Tier auch die Zeit der Untätigkeit zum Fettansatz benutzt. Und kommt dann der erste Jagdtag, möglichst noch ein recht strahlender Augusttag, dann tritt nach kurzer Zeit -die Erschöpfung ein. Hechelnd und Schatten suchend, liegt der vierbeinige Jagdgenosse in einer Kartoffelfurche, und sein Herr wird ärgerlich. Aerger aber beeinträchtigt die Schußleistung. Aus dem mit viel Spannung erwarteten ersten Jagdtag wurde eine große Pleite. So geht es sehr oft. Man sollte deshalb vorher in der kühleren Tageszeit den Hund suchen lassen. Er -gewöhnt sich wiedev daran, mancher Herr kann es auch brauchen, man lernt seine Ketten kennen und man kann den Hund viel besser wieder in die Hand bekommen, wenn nicht gleich auch ein Galgen voll Hühner mitgenommen werden soll. Die Entenjagd scheint in diesem Jahr recht dürftig zu werden. Es ist ja bekannt, daß das Wassergeflügel am stärksten unter dem Winter gelitten hat. Seine Einbuße wird auf 50 Prozent veranschlagt. An vielen Tümpeln und Bächen unserer Gegend, wo sonst Enten zu brüten pflegten, fehlen die Jungenten ganz. Während die Stoppelfelder noch draußen liegen, fallen die Enten in den Morgen- und Abendstunden gern schen Revier „Hupp" ein Wildschwein (Bache) von 87 Pfund Gewicht zur Strecke zu bringen. Schon seit längerer Zeit war man hier einer Rotte Schwarz- wild, bestehend aus einem schweren Keiler und einer alten Bache mit Jungen, auf der Spur. Das erlegte junge Tier war davon ein Ueberläufer. Verschiedentlich waren die Schwarzkittel im Gemeindewald ge- sichtigt worden. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 5. Aug. Der hiesige e v a n - gelischc Arbeiterverein blickt in diesem Jahre aus sein 30jähriges Bestehen zurück. Aus diesem Anlaß fand eine in einfachem Rahmen gehaltene Feier statt, die mit einer Familienfeier am Samstag abend im Saale des ..Gambrinus' begann. Hierbei sprach Derbandssekretär Läufer über das Thema: Was hat E.A.V.-Arbeit unserer Zeit zu bieten und zu sagen? Der Abend wurde verschönt durch gesangliche und musikalische Darbietungen. Am Sonntag vormittag sand zunächst auf dem Friedhof eine Totenehrung für die verstorbenen Mitglieder statt, worauf dann der Verbandsvorsitzende der evangelischen Arbeiter-Vereine Hessens. Pfarrer Heß (Darmstadt), den Festgottesdienst und die Festpredigt hielt. Rachmittags begab sich die Festgemeinde in einem stattlichen Zug unter Dorantritt des Posaunenchors Lang-Göns nach der Wckhelms- höhe, wo eine Rachfeier abgehalten wurde, die durch gesangliche und musikalische Darbietungen des evangelischen Kirchenchors Butzbach, des Mädchen-Chors des evangelischen Arbeitervereins Gießen und des evangelischen Mädchenvereins Butzbach, sowie des Posaunenchors Lang-Göns verschönt wurde. „Sie mollcn mir das Geld nicht leihen?" fragte er drohend. „Nun, bann weiß ich, was ich zu tun habe." Er zog einen Revolver aus der Tasche und richtete ihn auf seine Schläfe. „Ich schieße mir eine Kugel in den Kopf", schluchzte er, „wenn sie mir nicht helfen." Der Geschäftsmann sprang auf den Selbstmörder zu und suche ihm die Waffe zu entwinden. „Machen Sie keine Dummheiten. Seien Sie doch vernünftig! Welchen Zweck hat es, wegen einer solchen Lappalie Selbstmord zu verüben?' Aber der Unbetqnnte schien fest zum Tode entschlossen zu sein. Er brachte den Revolver von neuem auf sich in Anschlag. Dem Geschäftsmann fuhr ein Schreck durch die Glieder. Welche Unannehmlichkeiten standen ihm bevor, wenn der Unglücksmensch sich hier in seinem Bureau erschoß. Konnte man ihn nicht als den vermutlichen Mörder verhaften? Aber wie den aufdringlichen Todeskandidaten loswerden? Nur ein Mittel gab es da. „Also gut, hier haben Sie taufenb Frank: aber schießen Sie sich wo anders, als In meinen Geschäftsräumen, tot!" Der Selbstmordkandidat schwankte noch einige Augenblicke: schließlich aber steckte er das Geld ein und zog sich unter einer Flut von Dankesworten gegenüber seinem Lebensretter zurück. Tausend Frank waren verdient, gewiß ein hübsches Sümmchen, wenn man bedenkt, daß der Gauner das gleiche Manöver mehrmals am Tage wiederholte. Zu seinem Pech aber passierte ihm doch im Verlauf feiner „Arbeit" ein kleines Mißgeschick. Zwei Kaufleute, die sich gegenseitig kannten, waren beide auf den Trick hereingefallen und benachrichtigten die Polizei. Alle Bankiers und Chefs größerer Firmen wurden diskret in Kenntnis gesetzt und gebeten, sofort > die Polizei zu alarmieren, falls der „Selbstmörder" , wieder auftauche. Der Betrüger ging auch tatsächlich in die Falle, i Er erschien bei einem Bankier und leierte ihm sein Klagelied vor. Während ihn der Geschäftsmann durch längeres Ausfragen hinzuhalten suchte, traf Halbjahren von ihm unterrichteten Schüler fce8 Landwirtschaftlichen Winterfchule und zahlreich- Landwirte des Bezirks bedauern den Weggang dieses beliebten Beamten, der sich während seiner zweijährigen hiesigen Amtstätigkeit viele Freunds in der Stadt und dem Bezirk Ridda erworben hat. Landwirtsaftsassessor Dr. Appel ist mit der wissenschaftlichen Untersuchung der verschiedenen Bodenarten des Vogelsbergs, der zum Teil zum hiesigen Bezirk gehört, beauftragt worden. • Usenborn, 5. August. In der letzten G e - meinderatssitzung beschloß der Gemeinderat die Brunnenfassung zur hiesigen Wasserleitung dem wenigstnehmenden Unternehmer, ßetner t aus Birstein, zu übertragen. Hoffentlich wird die Sache in den nächsten Tagen in Angriff genommen. Derselbe Unternehmer hat auch in unserer Rachbargemeinde Gelnhaar dir nun fertige Wasserleitung gebaut. Auch Bergheim hielt dieser Tage eine Ortsbürgerversammlung ab, die sich für den Bau einer Wasserleitung aussprach. Kreis Schotten. * — V Gedern, 5. Aug. Die diesjährige Generalversammlung ches Turnvereins, die am Samstagabend im Bergwirtshaus stattfand, war seht gut besucht. Der Musikvetein hatte sich in liebenswürdiger Weise beteitgefun- ,den, durch musikalische Vorträge der Versammlung ein festliches Gepräge zu verleihen. Der Vorsitzende Chr. Stöhr begrüßte die Erschienenen und erteilte dem Schriftführer Häusel daS Wort zum Verlesen des Protokolls der vorjährigen Generalversammlung: er erstattete auch die Rechnungsablage. Die Rechnung schließt mit einer Einnahme von 1298,51 Mk. und einer Ausgabe von 1184,75 Mk. ab, so daß ein Kassen- überschuß von 113,76 Mk. bleibt. Dem Rechner wurde für seine mustergültige Rechnungsführung der Dank des Vereins ausgesprochen und Entlastung erteilt. Den Turn- und Spielbericht erstattete der erste Turnwart K. Carl. Der Verein nahm mit 18 Turnern am Bezirksturnfest in Langsdorf teil. Bei der Verfassungsfeier wurden fünf Pyramiden gestellt. Am Hirnmelfahrt- tage unternahm der Verein eine Göhwanderung nach Glashütten und Steinberg. An unserem Bezirksturnfest traten 16 Wetturner des Vereins an. Samstagsabends und Sonntags wurden turnerische Vorführungen der Damenabteilung gezeigt. Zum ersten Male konnte ein Spielbericht erstattet werden. Im Juli vorigen Jahres wurde eine Handballabteilung gegründet, die sich außerordentlich gut entwickelte. Cs wurden von der ersten Mannschaft zusammen 25 Spiele ausgetragen. Das Torverhältnis war 82 (Gedern) zu 97. Die zweite Mannschaft trug 5 Spiele mit einem Torverhältnis von 15 (Gedern) zu 13 aus. Der Vorsitzende dankte allen, die anläßlich des diesjährigen Bezirksturnfestes dazu beigetragen hatten, daß der Verein einen kleinen finanziellen Erfolg hatte. Anläßlich des Wintervergnügens konnten 12 Turner durch ihre 25jährige Mitgliedschaft zu Ehrenmitgliedern ernannt werden. Heute wurden ihnen die Ehrenurkunden überreicht. Im Ramen der Gefeierten dankte Ludwig Frey- mann. Der Toten des Weltkrieges wurde in der üblichen Weise gedacht. Zu Rechnungsprüfern für 1929 wurden Krankenkassenrechner Anton Hoffmann und Gewerbelehrer Gustav L i m p e r t gewählt. An den sehr umfangreichen offiziellen Teil der Generalversammlung schloß sich ein gemütliches Beisammensein an. △ Ulrichstein, 4. Aug. Am 8. d. M. sind 6 V2 Jahrhunderte verflossen, daß unser Städtchen in das Licht der Geschichte tritt. Ein „Bodo, scultetus de Ulrichsteine“ (Schultheis) wird in einer Vergleichsurkunde zwischen den Gdelherren von Merlau und Gerlach, gen. Reih von Breuberg, genannt. Zu Ehren des Tages wird am 11. August ein Volksfest stattfinden. Zum Schlohberg wird sich um 3 Uhr mittags ein Festzug der hiesigen Vereine bewegen. Hier wird unser Ehrenbürger, Prof, Dr. R o e s ch e n, Laubach, dem wir die Ausgrabung unserer Vurg- ruine und den Wiederaufbau der Rordseite der Ringmauer und des nördlichen Turmes verdanken, die Festrede über die Geschichte unseres Bergstädtchens halten. Hierauf wird allgemeine Volksbelustigung stattfinden. Die Vorbereitungen lassen eine anziehende Feier erwarten. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. _________________________ Turnen, Sport und Spiel die erst? Vornan von (5hgaf) Sie nvch notu Ne Wohn uisgchrrnaen--- nierten Seufzer nieder. Er winkte sie zu sich und ging nach dem anderen Ende des Zimmers, wo er eine andere versteckte Tür öffnete, die so geschickt unter den Schnitzereien angebracht war, baß sie selbst Larrys Cßliden entgegen war. „Ich habe die Pläne für das Hans gezeichnet," erklärte er einfach, „und es selbst mit nicht mehr als zwanzig Maurern aus Toskana gebaut,“ und später fand sie heraus, baß seine Angaben auf Wahrheit beruhten. Sie folgte ihm unter dem Banne eines ständig wachsenden Entsetzens in einen kleinen vollkommen leeren Raum. Unter sich hörte sie ein leises, dumpfes Summen und fühlte, wie der Boden unter ihren Füßen leicht vibrierte. Dann blieb David stehen, beugte sich auf den Fußboden und öffnete schließlich eine kleine viereckige Falltür, die kaum vierzig Zentimeter im Durchmesser hatte. Unter dieser befand sich ein Glass en ster, und als sich ihre Augen an die unerwartete Perspektive gewöhnt hatten, sah sie unter sich einen kellerähnlichen offenbar von der Decke aus beleuchteten Baum. Sie lah nichts von den besonderen Eigenheiten des Zimmers, denn ihre Blicke starrten auf eine Gestalt, die auf der Kante eine£ Bettes saß und sich eine Wunde an der Hand mit einem Taschentuch verband. Zuerst erkannte sie nicht, wer es war. Dann aber blickte der Mann nach der Decke: wenn er auch nicht die Personen in dem Zimmer über sich sehen konnte, so hatte er doch das Geräusch der sich öffnenden Falltür gehört. Sie starrte und schrie gellend auf. Dort unten saß Larry Holt, eine Fußschelle lag um feinen Knöchel. Kelsterbach, 1,20. Weitsprung: 1. M. Wagner, 4,51äl2. K. Göbel, Kelsterbach, 4,27; 3. Drewlchenhain, 4,23. Kugelstoßen: 1. M. Wagner, 8,46; 2. K. Göbel,Kelsterbach, 8,02; 3. Dreicichenhain, 7,84. 5,32; 2. Haller, Dietzenbach, 6>28. Hochsprung: 1. Waldmann, ^^fliäMaiifcn, 1,72; 2. Göckcl, Dreieichenhain, Carum, Eppertshausen, 1,62. Diana gerichtet vid an. „Was stört. gleich ... nein, weit über dem sogenannten Genie eines Shakespeare steht!" David blickte von seinem Buch zu seinem Bruder auf; ihre Blicke trafen sich. Er sprach mit einem solchen Ernst, einer derartigen unerschütterlichen Ueberzeugung, daß ihr im Augenblick die Worte fehlten. Dann sagte sie: „Ich bin jetzt nicht in der Laune, mir Theaterstücke vorlesen zu lassen, mögen sie auch noch so gut sein." Sie mußte alle ihre Kräfte zusammennehmen. denn sie fühlte, daß sie sich in einer verzweifelten Lage befand. „Ich glaube nicht, daß sie heut nach Haus fahren kann," sagte der Doktor beinahe bedauernd. „Bielleicht morgen, wenn du sie geheiratet hast?" Er sprach furchtsam, beinah flehend, und seine Wo^te waren in fragendem Ton gehalten. „Ich werde sie nicht heiraten," sagte der Mann, der sich Dearborn nennen ließ, scharf. „Ich dach e, das hätten wir doch schon besprochen und erledigt, Bruder! 2ake ist tot. aber es gibt doch noch andere. Es kommt doch schließlich gar nicht darauf an, wer sie heiratet?" Diana war svrachlos vor Entrüstung und Schrecken. Sie verhandelten über ihre Heirat mit einem von ihnen, und jeder versuchte dem anderen mit einer derartigen Ruhe und selbstsicheren Anmaßung zu dieser Heirat zuzureden, daß sie keine Worte finden konnte. Endlich stieß s-ie zitternd vor Empörung hervor: „Ich denke gar nicht daran, einen von Ihnen beiden zu heiraten. Ich bin mit — Larry Holt verlobt." Beide Männer blickten sie an. und auf dem dicken, runden Gesichte des Doktors lag ein Ausdruck von tiefem Bedauern. „Es ist wirklich ein Jammer," sagte er. „Die ganze Sache ließ sich so einfach arrangieren, wenn Mr. Holt auf unserer Seite wäre. Bedauerlicherweise sind wir, auch wenn er im Fleische bei uns ist, geistig durch Welten voneinander getrennt." „3m Fleische bei uns ist?" wiederholte sie und zitterte am ganzen Körper. Jetzt war ifjr klargeworden, daß der Brief, der sie in das Haus des Schreckens gelockt hatte, eine Fälschung war, und ihre Hoffnung auf Rettung lag in der Gewißheit, daß Larry ihre Abwesenheit bemerken und ihr folgen würde. Die beiden Brüder blickten einander vielsagend in die Augen und schließlich stand Dearborn auf und legte sein Manuskriptbuch mit einem resig- 40. Dearborn umschlang ihre Hüfte und zog sie aus dem „Deobachtungszimmer" in den Salon. Als ec sie loslieh, gaben chre Knie unter ihr nach und sie brach auf dem Boden zusammen. „Alles muß in geziemender Weise ausgeführt werden," sagte Dr. Iudd ernsthaft. „Wir dürfen keine rohe, pöbelhafte Szene zulassen. Das ist doch auch deine Ansicht, Bruder?" „Ganz und gar, mein Lieber," antwortete Danis im Angriff, ba er infolge seines lahmen Spieles vollkommen ausfiel. Enders hatte man bei der Pause durch einen Ersatzmann ausgewechselt. Letzterer ließ sich ganz gut an, es mangelte aber in den entscheidenden Momenten vor dem Tor an dem Verständnis untereinander. Der Ersatzmann Erb bot eine schwache Leistung. Er ist nicht mehr beweglich genug. Das Spiel war beiderseits sehr fair. Im Eckenverhältnis hatten die Gießener ein großes Plus, ^xber auch hierbei reichte es nicht zu Toren. Fußballklub 1926 Großen Bussck. Mit den Leistungen in dem Spiel der 1 Iugcnd- mannschaft gegen die gleiche des Vereins für Rasen- spiele Cid), das 3:1 zugunsten Großen Busecks zu Ende ging, konnte man befriedigt sein. Es war ein schönes, mit guten und verständnisvollen 'Aktionen geführtes Spiel, bei dem Großcn-Buseck, ohne daß die Spielweise von Cid) herabzusetzen wäre, sichtlich besser war. Der Nachwuchs ist bei der Hand, und es wird, wenn die Uebungsstunden bcfud)t und die damit verbundenen Verpflichtungen eingehalten werden, noch mancher Erfolg beschieden sein. V.f.R. Lich I — Großen-Duseck I 2:2 (0:0). Das Spiel wurde in Cid) ausgetragen. Tennis. Gießen — Kassel Rokwcih 9:6. Trotz mehrfachem Ersah konnte Gießen spielstarken Kasseler auf ihren eigenen Plätzen schlagen. Die größere Kampfkraft der Gießener triumphierte über die zum Teil bessere Technik Stabhochsprung: 1. Scheiber, Mörfelden, 3,12; 2. Krikser, Eppertshausen, 3,10; 3. Edel, Raunheim, 2,95. Kugelstoßen: 1. Schneider, Rüsselsheim, 14.44; 2. Koch. Florstadt, 12,53; 3. Steuerwald, Rüsselsheim, 11,84. Stein stoßen: 1. Schneider. Rüsselsheim, 8,48; 2. Koch, Florstadt, 7,44: 3. Euler, Eppertshausen, 7,15. Diskuswerfen: 1. Schneider. Rüssels- Heim, 37,50; 2. Euler, Eppertshausen, 31,08; 3. Malterer, Rüsselsheim, 30,30. Speerwerfen: 1. Schikora, Rendel. 44,12; 2. Waldmann. Eppertshausen, 43,17; 3. Steuer- Wald, Rüsselsheim, 42,43. Sechskampf: 1. Schneider. Rüsselsheim, 242 Punkte; 2. Steuerwald, I., Rüsselsheim, 217; 3. Edel, Raunheim, 216. Turnerinnen. 100 Meter: 1. C. Leher. Dreieichenhain, 14,2; 2. Käte Göbel, Kelsterbach, 14,4; 3. M. Wagner, Florstadt. Hochsprung: 1. M. Wagner, Florstadt, 1,35; 2. K. Göbel, Kelsterbach, 1,25; 3. Knetscher, 2. Sßörncr, Eichen; 3. Wagner, Florstadt. 4X100 - Meter: 1. Turnklub v. 1880 Rüsselsheim, 48,8; 2. Tv. Rendel. ' Schweden-Staffel: 1. Turnklub il Opel, Rüsselsheim, 2,22; 2. Rendel. Olympische Staffel: 1. Turn- u tit-Verein, Eppertshausen, 4,10; 2. Tun 1S80 Opel, Rüsselsheim; 3. 1880 Weitsprung: 1. Schieferstein D mnsürrdi, vid Iudd. hatte ihren zitternden Körper halb auf: „Ich glaube nicht, DsA Bingc; bleiben kann, wenn ■ _ TÜt." wandte sie sich au diesen jovialen Mann. .Können Sie mich nach Kaue Mngen?" Er wird Ihnen jetzt eines seiner w,V.d.'rvPen Stücke vorlesen. Willen Sie denn, vdß David der größte Dramatiker ler Welt ist, ’fetne Stücke Spitzenleistungen res modernen^bramas sind, dah sein Können Hrbara Scntncr, nein bic weite Zweck völlig erfüllt haben. Pünktlich um 6 Uhit vormittags starteten zum 50-Kilometer-Zweier- Mannschaftsfahren der Radsahrervereinigung „Hüttenberg" 11 Mannschaften. Am Mittag bc- toegte sich ein Werbeumzug durch die Stadt, an welchem sich außer dem Ortsverein noch die Vereine ..Germania" Gießen, „Germania 1904** Klein-Linden, Heuchelheim. Llllertshausen, Lang- Göns. Ricderkleen und Dornholzhausen betei- ligten. Der 1. Vorsitzende, Braun, hielt sodann die Begrüßungsansprache und wies weiter auf den Zweck der Veranstaltung hin. Anschließend begann das Reigen und Kunstfahren. Alle Mannschaften boten durchweg nur Gutes. Besonn ders muß das Kunstfahren, ausgeführt von Mitgliedern des Radklubs „Germania" Gießen, erwähnt werden. Großer Beifall dankte 'nen Fah- rern für ihre glänzenden Leistungen. Ein Rab- ballspiel. ebenfalls ausgeführt von Mitgliedern deS Radklubs ..Germania" Gießen, sowie einige Lieder des Gesangvereins „Germania" trugen wesentlich zur Verschönerung des Programms bei. Der Abschluß bildete ein gemütliches Beisammensein mit Tanz, wobei sämtliche Teilnehmer noch einige recht vergnügte Stunden verlebten. Das Ergebnis des Zweier-Mannschaftsfahrens lautet: 1. Preis Radklub „Germania" Klein- Linden 1. Mannschaft; 2. Radfahrerverein 1891 Großen-Linden 1. Mannschaft; 3. Radklub „Germania" Klein-Linden 2. Mannschaft: 4. Radfahrerverein 1891 Großen-Linden 2. Mannschaft; 5. Radsahrerverein Dornholzhausen 2. Mannschaft; 6. Radfahrerverein Lang-Göns; 7. Radklub „Germania" Klein-Linden 4. Mannschaft; 8. Radfahrerverein 1891 Gr.-Linden 3. Mannschaft. 9. Radfahrerverein Riederkleen; 10. Radfahrerverein Dornholzhausen 1. Mannschaft; 11. Radklub „Germania" Klein-Linden 3. Mannschaft. Arbeiter-Turn und Sportbund. Am vergangenen Sonntag fand in Großen- Linden das diesjährige K i n ö c r t u r n c n deS 3. Bezirks statt. Bereits in den frühen Morgenstunden trafen die fröhlich singenden Kinderabteilungen der einzelnen Dezirksvereine in Gr.- Linden ein. Pünktlich um 9 Mr begann die Veranstaltung mit der Vorprobe der Freiübungen. Anschließend begannen die volkstümlichen Wettkämpfe bestehend aus Hoch- und Weitsprung, Kugelstoßen (2,5 Kilo), 75- und 50-Meter-Lauf, und einer Freiübung. Um 12 Uhr wurde die Veranstaltung abgebrochen und die Kinder von den Ortseinwohnern zum Ollittagcfien eingeladen. Kurz nach 1 Uhr tras alles wieder auf dem Sportplätze ein. Hier fand die Aufstellung des Kinderseslzuges statt, welcher dann in stattlicher Größe umer Vorantritt des Bezirks-Trommler- und Pfeifercorps durch die Straßen des Städtchens marschierte. Rach Eintreffen auf dem Sportplätze fand der Aufmarsch zu den Freiübungen statt. Etwa 300 Kinder (Knaben und Mädchen) nahmen hieran teil. Rachdem der Bezirksjugendleiter Schneider, Krofdorf, sowie der anwesende Kreiskinderturnwart Zuber, Oberursel, beherzigenswerte Worte an die Kleinen und an die zahlreichen Zuschauer gerichtet hatten, folgten die im rhythmischen Ausbau gehaltenen Freiübungen in tadelloser Ausführung. Anschließend wurden die volkstümlichen Wettkämpfe beendet und die Eerätewettkämpfe der älteren Kinder begonnen. Mit Beendigung derselben neigte sich auch der sommerliche Tag seinem Ende zu und mit fröhlichem Gesang traten die einzelnen Abteilungen den Heimweg an. Anschließend bringen wir nun einen Auszug aus der Rangliste. Knaben: Vierkamps, 12 bis 14 Jahre: 1. Otto Valentin (Krofdorf) 303 Punkte: 2. Karl Leib (Gleiberg) 279 P.: 3. Paul Hofmann ^Gleiberg) 269 P.: 4. Walter Eisen- hut (Wieseck) 265 P.: 5. Karl Exner (Krofdorf) 262 P.; 6. Walter Kreiling (Wieseck) 255 P.: 7. Otto Erb (Wieseck) 244 P.; 8. Karl Witz (Lollar) 240 P.; 9. Heinrich Reuschling (Klein-Linden) 233 P.: 10. Otto Rösser (Wieseck) 227 P. Knaben unter 12 Jahren: 1. Otto Klinke! (Launsbach) 258 Punkte: 2. Walter Rühl (Großen-Linden) 237 P., 3. Walter Reinhard (Launsbach) 233 P.: 4. Erwin Albach (Grdhen- Linden) 230 P.: 5. Willi Weis (Grohen-Lin- W ^Lniut ge. in V# nel Arre Wb« StzZ Schüssel- al-E um .Lassen liche Jie ^^chich^ id)t* <*”$> AiValÄÄt hatte- Slügttffcic l'eld.jpenn Wafferballrneisterschafi der O. T. Die D.T.- M c i st er s cha f t im Wasserball, tife in Hiesfeld bei Dinslake ausgetragen wurde, ricroann Iserlohn-Schiebben Hofen mit fi Punkten vor Essen 59 mit 4 Punkten. Der Frankfurter Tv. 1860 erzielte 3 Punkte, wäh rtnb die Tgde. Kassel punktleer ausging. Die iSpiele nahmen im einzelnen folgenden Ausgang: (iifen — Iserlohn 4:2, Frankfurt — Kassel 8:0, Iserlohn — Frankfurt 4:2, Essen — Kassel 11:0, Wen — Frankfurt 4:2, Kassel — Essen 2:5. A.O.T.SüdwestdeutscherTurnverband Am letzten Samstag und Sonntag hielt der Südwestdeutsche Turn-Verband seine diesjährigen Leichtathletik - Meister- schasten in Eppertshausen bei Darmstadt ab. Die Turner und Turnerinnen, die be- mt8 sämtlich am Samstag eingetroffen waren, t rugen ihre Dorkämpfe mit bereits einigen bar» auf folgenden Entscheidungen aus. Das Hauptinteresse beanspruchte der Dorkamps im Kugelstoßen und Diskuswersen, wo bereits Schneider (T.-Ges. Opel Rüsselsheim) mit Leistungen 14,44 bzw. 37,50 Meter aufwartete, die er ui der Entscheidung am Sonntag nicht mehr ganz erreichte. Die erste Entscheidung brachte der 1500» Meter-Lauf, in dem ©fege! (Mörfelden), welcher bereits die ganze Strecke führte, vor S ch a r d t (Hausen) als Sieger einkam. Eine weitere Entscheidung fiel im Kugelstoßen für Turnerinnen. Am Sonntag wurden die Kämpfe, mit dem Sechskampf beginnend, fortgesetzt, aus welchem schließlich Schneider (Rüsselsheim) Durd) seine überragenden Leistungen im Kugelstoßen und Diskuswerfen sicher mit 25 P. vor Dem Zweiten, als Sieger hervorging. Im Mannschaftssechskampf konnte sich Rüsselsheim mit 866 Punkten vor Eppertshausen mit 800 Punkten den wertvollen Wanderpreis des Festausschusses des I. Bundesfestes in Rüsselsheim, endgültig heim« holen. Weitere Entscheidungen fielen in den 400 Meter für Turner und 100 Meter, Weit- und Hochsprung für Turnerinnen. Die nun am Rachmittag folgenden Entscheidungen für Turner brachten bis auf das Kugelstoßen, Diskuswerfen unb den 100-Meter-Lauf, wo bei weitem nicht mehr die Vorkampfleistungen erreicht wurden, e inige schöne Resultate. So konnte u. a. Waldman n (Eppertshausen) im Hochsprung die beachtliche Höhe von 1,72 Meter überspringen, und Sch i e s e r st e i n (Launsbach) im Weitsprung mit dcr schönen Leistung von 6,32 Meter Meister treiben. In den zum Schluß solgenben Staffeln kannte Rüsselsheim, infolge Fehlens bes Verteidigers Mörselben 1880, burch bas hervorragende Laufen seines Schlußmannes Bender knapp vor Rendel siegen, während sich Eppertshausen den Sieg in der Olympischen Staffel vor Rüsselsheim erkämpfte. Rachstehend die Resultate: | 100 Meter: 1. Seng, Kelsterbach, 11,8; 2. Schikora, Rendel; 3. Bender, RÄslelsheim. 2 00 Meter: 1. Schikora, Rendel, 25; 2. Koch, Florstadt, Brustbreite: 3. Boinmersheim, Rendel. 4 0 0 Meter: 1. Amend, Rendel, 57,1; 2. Schei- ber, Mörfelden: 3. Trapp, Rüsselsheim. s 00 Mete r: 1. Krikser, Eppertshausen, 2:14,6; 2. Dauth, Bönstadt: 3. Malterer, Rüsselsheim. 1 500 Meter: 1. Siegel, Mörfelden, 4:41,8-) i. Scharbt, Hausen; 3. Wagner, Florstadt. 5 0 0 0 Meter: 1. Siegel, Mörfelden, 16:5<»M 4 Areichtz taste ■ 'gelsberaz ? "er- 9,65rl' LK ZG ten. ... Mge Sene7 Turnvereins Wirtshaus L^-kbereL M« bettitflefun- 2 S hantln« ptototollg der DOt, fi « erstattete auch und einer Aus. fallen- Nnet ie Rechnungsführung gesprochen und Ent« und Spielbericht ct- rt K. Carl. ™ am 2ezirkSturnfest Lcrsalfungsscier n>ut« t. Am Himmelsahrt« ■ eine ©otjtoanbcrung inberg. An unserem Mturnet des Vereins jonntagj wurden tut» Damenabteilung gc» nnte ein Spielbericht origen Jahres lourde inöet, die sich außer» !s wurden von der i 25 Spiele ausge» war 82 (Gedern) st trug 5 Spiele ryü (Tedern) ?>u 13 M. :n, die anlaßUd) des .ci dazu beigetragen en Keinen finanziellen es Wintervergnügens re 25jcihrige Mitgliedernannt werden. Heute künden übeneicht. 3m mkte Ludwig Frey- Weltkrieges wurde in ich). Zu Acchnunge- Krankenkassenrechner Aewerbelehrer Gustav *n sehr umfartgrekfKn ^Versammlung schloß nenfein an. Olm 3. d. W. find isn, daß unser Stadt- lithle tritt. Ein „Bodo, (Schultheis) wird >n Dischen den Sdelherren aen. Deitz von 2reu- des Tages wird am est stattfinden, vum „ 3 Ühr mittags e.n ine bewegen. Sier toitb Sr Nveschen. Lau- rabung hau der Oloröfeite M (ichen Turmes verdau e Geschichte unseres aus Ivird allgemeine [ sie Mbere'tmgen ^erwarten. _ r Rcdabron. b.s 17 Uhr. Samstag der Kasseler Spieler. Herren-Einzel: Dr. Kirchner nimmt Revanche an Groos, Kassel unb siegt nach härtestem Kampfe 11:9, 6:4. Trotz 5:1-Führung von Kassel im ersten Sah holt der Gießener verbissen Spiel um Spiel auf unb zwingt bcn äußerst verdeckt spielenden Kasseler Spitzenspieler mit richtiger Taktik in bic Verteidigung. Dasselbe Bild im zweiten Sah: Kassel führt 4:2, Gießen holt abermals auf unb gewinnt mit vier Spielen hintereinanber Sah unb Match. Dr. Sch o p - per beweist aufs neue seine Zuverlässigkeit burch einen Zwcisah-Sieg über Krumschmibt, unb Q c r i b a bleibt beachtlich leicht Sieger über S i 11 i g. Die erstlichen b rei Herren-Einzelspiele, bic v. Grolm an, Fischer unb B ock bestritten, werben eine Deute der spielstärkeren Kasseler. Damen-Einzel: Frl. Berg kann FrauS krack, gegen die sie im Vorspiel verloren hatte, ebenfalls in drei harten Sähen bezwingen. Die raschen Vorhanbbrives ber Gießenerin gaben bcn Ausschlag. Frl. Stückrath siegt sicher über Frau Baumann, während Frl. Kühlmann nur mit viel Pech ihr Wettspiel verliert: sie gewinnt den ersten Sah 6:2, führt im zweiten bereits i tyiclt auf einmal jedoch befangen unb muß ! HftfedV.id) noch den zweiten Sah 7:5 abgeben; cwärtid) bann bas 6:2 für Kassel im britten Herren-Doppel: Dr. Kirchner-v. ©r Dirn a n — Running 1.-Hunning II. 6:4, 6:2. Sicher von Gießen gewonnen. Dr. Schop- per-Scriba — Groos-Sittig 6:4, 6:4. Sittig unsicher, Groos kann das Match gegen die gut eingespielte Gießener Kombination nicht retten. Fischer-Dock — Strack-Krum- schmibt 7:5, 0:6, 6:3. Eine erfreuliche lleber- raschung. Altmeister Dock zeigt sich von seiner besten Seile, Fischer arbeitet wirkungsvoll am Reh. • Mixeb: Frl. Derg - Dr. Schopper — Frl. Eckhardt-Groos 3 :6, 4:6. Die Kasseler Kombination ist etwas stärker, Groos gibt ben Ausschlag. Frl. Stückrath-Dr. Kirchner — Frau Strack-Hunning I. 6:1, 7:5. Der Sieg ber Gießener steht nie in Frage. Frl. Kuhl- mann-Scriba — Frau Korte-Krum- schmidt 3:6, 3:6. Gesamtergebnis: Gießen siegt mit 9:6 Punkten, 19:14 Sähen unb 164:160 Spielen. Ty. RadsporLwerbeiag in Großen-Linden. Der am vergangenen Sonntag vom R a b - fahrerverein 18 91 Großen-Linden veranstaltete Rabsportwerbetag bürste seinen "d) CöigAum ihre Garderobe," BM^^M^Htfblaut zu seinem Bru- " doch sorgen, baß sie hier- uib. David?" schickt u^rdss stammelte sie. „Was pmi!?f MWWWUckWtt- schon aufgehört, zu be«achten — hatte sich äche ber 1900er, bas sah man an Ölungen des Plahvereins, ber nur rieb, ben tiefen Sanb im Mittel» ienb. Die Gießener lagen in ber mit Rückenwinb unb Rückensonne fotlg^lclh ^En Angriff unb spielten zahlreiche äußerst sichere Torchancen heraus, aber ber Sturm ve«ab, unter dem Einfluß ber Dor- stch4Ud,i'L4s«l ckderten Umftänbe, alles. Zur all- Heut abend zu -jti Das junW M' --en. troft ©^gentoinb und Gegen- 1 ««MMWMkft ausgeprägter. Die Verteidigung stcnld sost..j!vndig an der Mitte. Das Spielfeld beArcschte der vorzügliche Gießener Mittel- iiUNk'r. ..ber in diesem Spiel eine Prachtleiftung dos.', Do'toem sollte der V. f. B. Groß-Auheim durch ein leichtsinniges Handspiel des linken IAÄ0-Lir>scrs zum Sieg kommen. Wohl wurde ber StraWoß gehalten, er würbe aber wiederholt, 1 ba rcr ohne das Signal des Spielleiters aus- ; «v^übi t sein sollte. Die Wiederholung führte bei bec1 allgemeinen Unterhaltung zum zweiten Tor p für Groß-Auheim, da der Gießener Hüter sich V. zu spät über den Ball warf unb biefer leicht || unter ihm durchpassierte. Jetzt würbe 1900 tempe» B ramentooller mit seinen Angriffen. Eine Flanke ■ des Linksaußen fanb endlich durch Seilmann |: den Weg ins Reh, aber sonst wehrte die Hintermannschaft des Plahvereins mit vereinten Kräften, wobei sie fabelhafte rlnterstühung in Pfosten unb Huerlatte hatte, von denen einige Bombenschüsse ber Gießener abprallten. Es half auch nichts, daß Glitsch jetzt unter Vernachlässigung seiner Flügels als sechster Stürmer mit im Angriff wirkte. Balser war bas große Hinder- »or ich nid)t Irne'ch wrs Sie mit Ihren Worten, -meine Garderobe soll hierher geschickt werden, meinen,“ fagjb sie «erregt. „Dann gehe ich eben eil ein nach jbrj/d verboten. ^kdaß ich noch k^Holt nicht hier Der Doktor antirortWT!W,t Er hatte ein Lchubsach des japa: Iches Tisches aufgezogen und •einen dicken Stoß P«viere herausgenommen, die Nr mit strahlendem ^ächqM Dearborn hinhielt. „Sie werden ein? e ftbe Stunbe genießen, dein, wirklich, Davib. UIch buchte, bu wärest Miß Stuart," sa Sas ist zu nett pprr bGrohen-Linden) und Erna Seibert (Wieseck) 159 P.: 5. Toni Kreiling (Wieseck) 157 P.: 6. Emmi Schmidt (Wiesea) 147 P.: 7. Emmi Krümmel (Herborn) 144 P.; 8. Marie Pfeif (Treis) 130 P.; 9. Anna Schnabel (Wieseck) 111 P.; 10. Erna K o l in a r (Herborn) 109 P. • Mädchen unter 12 Jahren 1. Hildegard Seibert (Wieseck) 190 Punkte: 2. Marie Berg lGroßen-Linden) 163 P.; 3. Erna Kreusel (Grvßen-Linden) 158 P.; 4. Anna Kling (Wie- feck) 153 P.: 5. Elli Alb ach (GroHen-Linden) 148 P-.: 6. Martha Kehr (Treis) 147 P.; 7. Liefet Depler (Wieseck) 141 P.: 8. Emmi Weller (Wieseck) 138 P.. 9. Elisabeth R e u s ch- ling (Klein-Linden) 137 P.; 10. Zohanette Psaff (Kinzenbach) 136 P. 5x50-Metcr-Stafettc für Mädchen: 1. Wieseck 1. Mannschaft 1 Min. 5,4 Sek.: 2. Kinzenbach und Wieseck 2. Mannschaft 1,15. 10x75-Meter-Stafette für Knaben: 1. Wieseck 1. Mannschaft 2 Min. 6,6 Sek.: 2. Grvßen-Linden 2,09; 3. Gleiberg 2,10; 4. Kinzenbach 2,14; 5. Lollar 2,16; 6. Heuchelheim 1. Mannschaft und Wieseck 2. Mannschaft 2,17. Tauziehen: 1. Wieseck 1. Mannschaft: 2. Gleiberg 1.; 3. Wissseck 2. und Grvßen-Linden 1.; 4. Kinzenbach 1. und Gleiberg 2.; 5. Heuchelheim 1. und Heuchelheim 2. Wirtschaft. Oie gewerblichen Genossenschaftsbanken im Jahre -1928. Die gewerblichen Genossenschaftsbanken zeigen im Jahre 1928 eine stark vorwärts- schreitende Entwicklung, wenn auch ihre Zahl nur von 1313 Ende 1927 auf 1340 Ende 1928 gestiegen ist. Die Ausdehnung ihres Geschäftskreises i,st beachtlich. Die Gesamtbetriebsmittel stiegen laut „Wirtschaft und Statistik" von 1317,9 auf 1708,0 Mill. Mk., im Durchschnitt je Genossenschaftsbank von 1,004 auf 1,275 Mill. Mk. Das Anwachsen der Betriebsmittel ist zum größten $eil auf Reuanlagen, ferner aus die Vermehrung der eigenen Mittel zurückruführen, die Zunahme war bedeutend größer als im Jahre 1927. Hierin dürfte einmal die rückläufige Konjunkturbewegung zum Ausdruck kommen, die in gewissem Umfange Mittel frei gemacht hat. Ferner ist die Steigerung der Aeueinlagen als Wiederaufbauerscheinung zu bewerten. Derselbe Vorgang ist bei den Sparkassen und in beschränktem Umfange auch bei den Banken festzustellen. Die Ausdehnung des Geschäftsumfanges ist fast zu 75 Prozent auf den Spareinlagezugang zurückzuführen. Die Spareinlagen stiegen in 1928 um 286,7 Mill. Mk. auf 909,2, eine Zunahme, die um fast 50 Prozent größer' war als die des Jahres 1927. Demgegenüber war der Zufluß an Scheck- und Kontokorrenteinnahmen und die Vermehrung der eigenen Mittel nur um etwa 10 Prozent stärker als in 1927. Die bei Banken imb Bankinstituten neu aufgenommenen Kredite waren sogar geringer als im Vorjahr; während im Jahre 1927 im Durchschnitt jede Genossenschastsbant noch einen Zusahkredit ifn Betrage von 9300 Mk. in Anspruch nahm, betrug dieser im Jahre 1928 nur noch 3300 Mk. Insgesamt betrugen die Bankschulden Ende 1928 57,6 Mill. Mk., davon waren 63,0 Prozent bei ddn genossenschaftlichen Zentralkreditinfti tuten aufgenommen. Auch das ReDiskontgeschäft wurde nicht mehr in demselben Maße ausgedehnt wie im Jahre 1927. Die Giroverbindlich- kriten stiegen nur noch um 8,0 Mill. Mk. Die sonstigen Kreditoren, die im Jahre 1927 etwas zürückgegangen waren, nahmen wieder geringfügig zu. Durch diese Entwicllung hat sich das Verhältnis der eigenen Mittel zu den Fremdmitteln trotz ihrer absoluten Steigerung weiter zugunsten der letztgenannten verschoben. Während die Eigenmittel Ende 1926 noch 17,1 Prozent, und Ende 1927 noch 16,5 Prozent des gesamten Betriebskapitals betrugen, machten sie Ende 1928 nur noch 15,3 Prozent der Gesamtsumme aus. Dieser Vorgang ist durch den Wiederaufbau bedingt und dürfte solange anhal- ten, wie die Entwicklung der Genossenschaftsbanken hierdurch ausschlaggebend beeinflußt wird. Die Ansammlung der Reserven kann nur ganz allmählich aus den Geschäftsüberschüssen erfolgen, während die Bemessung der Höhe der Geschäftsguthaben dem Kapitalmangel Rechnung tragen ' muß. Dennoch ist beachtlich, daß der Anteil der eigenen Mittel am gesamten Betriebskapital bei den Genossenschaftsbanken größer ist als bei den 11 Großbanken und den sonstig statistisch erfaßten Aktienbanken. Auch innerhalb der fremden Gelder hat das Aeber gewicht der Spareinlagen weiter zugenommen, wenn auch nicht bei weitem so stark wie b'ci den Sparkassen. Der bedeutende Anteil der Spareinlagen verleiht immerhin dem genossen- schastlichen Kreditgeschäft eine große Sicherheit und gleicht den Mangel an Cigenkapital in ge- tpiffem Umfange aus. Die neu zugeflosfenen Betriebsmittel wurden gum größten Teil im genossenschaftlichen Kreditgeschäft angelegt. Insgesamt betrugen die von den Genossenschaftsbanken gewährten bilanzmäßigen Kredite Ende 1928 1 401,9 Mill. Mk., im Durchschnitt je Genossen- schaftsbank 1,046 Mill. Mk. gegenüber 1 097,3 bzw. 0,836 Mill. Mk. Ende 1927. Die 2 i q u i - ditätszifsern von Ende 1928 sind gegenüber denen von Ende 1927, mit Ausnahme der reinen Barliquiditäten, gestiegen. Rindermarkt in Gießen. Der Auftrieb zum heutigen Rindviehmarlt betrug 839 Stück Groß- und Jungvieh und 176 Kälber. Der Handel war flott, so daß der Markt bald geräumt war. Bezahlt wurden für Kühe 1. Qualität 600 bis 700, 2. Qual. 400 bis 500, 3. Qual. 250 bis 300 Mk.. Schlachtkühe 200 bis 400 Mk., Rinder, ein- bis zweijährig, 120 bis 250 Mk., Kälber das Pfund Lebendgewicht 55 bis 65 Pf. Bessere Tiere über Rotiz. * H o m kaufmännischen Stellen- markt. Die im Juni eingetretene geringe Besserung des kaufmännischen Stellenmarktes konnte im Vormpnat nur knapp behauptet werden. Zwar un= terlag das Stellenangebot, wie wir erfahren, keinem Rückgang. Dagegen war aber der Zugang an Bewerbern größer als im Juni. Das neue An- fchwellen der Bewerberzahl ist auf Liquidationen, Betriebseinfchränkungen und -ftillegungen zurückzuführen, die wieder in stärkerem Maße zu beobachten waren. Besonders in der Eifen- und Metallindustrie ist eine Verschlechterung der Lage einge- treten. In der württembergischen Uhrenindustrie wird die Lage als sehr ernst bezeichnet. Auch die Gummiindustrie und das Bankgewerbe schritten an verschiedenen Plätzen zu weiterem Personalabbau. Die Lage in der Tertilindustrie ist uneinheitlich. Im aUgemejjien ist hier eine gewisse Entspannung eingetreten. Die Nachfrage galt zum größten teil wiederum jüngeren Kräften. Doch auch die Äe» famtlage der älteren Angestellten scheint sich nicht wesentlich verschlechtert zu haben. Junge Spedi- tionsangeftellte, Expedienten und Lageristen, desgleichen jüngere Buchhalter mit stenographischen Kenntnissen wurden gesucht. An jüngeren Steno- tivisten mit guten Fertigkeiten in Kurzschrift und Maschinenschreiben besteht weiterhin Mangel. Vielfach wurden Aushilfskräfte, besonders Buchhalter für 'Abschlußarbeiten, verlangt. 'Auch nach Buchhaltern für neuzeitliche Buchhaltungsfysteme besteht nach wie vor Bedarf. Eine lebhafte Nachfrage lag für Versicherungsfachleute vor. Auch der Bedarf an Reifenden mit Spezialkenntnissen, selbst in älteren Jahrgängen konnte teilweise nur schwer gedeckt werden. Für Verkäufer, besonders aus der Manufaktur und Möbelbranche, bestanden gute . Vermittlungsmöglichkeiten. • Der K a l i a b s a h. Der Kaliabsah betrug im Juli 891 905 Doppelzentner gegen 1 026 859 Dovpelzentner im Juli 1928. In den ersten drei Monaten des laufenden Düngejahres (Mai- Juli) wurden 2 642 515 Doppelzentner Reinkali adgeseht gegen 2 663 341 Doppelzentner in der gleichen Zeit des Vorjahres. In den ersten sieben Monaten 1929 betrug der Kaliabsah 9 057 169 Dovpelzentner gegen 9 057 169 in der gleichen Zeit des Vorjahres. * Starke Lieberzeichnung der acht- prozentigen Schahanweisungen der Stadt Köln. Die von einem unter Führung des Bankhauses A. Levy und A. Schaafshausen- schen Bankvereins. Köln, stehenden Konsortium übernommenen und zum Kurse von 96 Prozent zur Zeichnung aufgelegten insgesamt nom. 40 Millionen Mark dreijährigen achtprozentigen Schah- antoeifungen der Stadt Köln erfuhren eine starke ^leberzeichnung. Jnkolgedefsen übte das Konsortium, das zunächst nom. 20 Millionen Mark fest übernahm, eine Option auf die restlichen nom. 20 Millionen Mark aus. Die mit sechsmonatiger Sperre gezeichneten Stücke, die allein nom. 40 Millionen Mark überschreiten, konnten daher nur beschränkt zugeteilt werden. Die freien Stücke mußten stark repartiert werden. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 6; Aug. Tendenz: schwächer. -- Das starke Interesse für C l e k tro- werte an der gestrigen Abendbörse konnte sich im Vormittagsverkehr weiter fortfetzen, und cs wurden neue Höch stkurse erreicht. Zu Beginn des offiziellen Marktes jedoch traten erneut Befürchtungen einer wahrscheinlich nicht zu umgehenden Diskonterhöhung der Bank von England in den Vordergrund, denn die Gold- abflüsse gehen unvermindert weiter. Eine gewisse Zurückhaltung löste auch der Beginn der Haager Konferenz aus. Besonders nachteilig wurde der angespannte Geldmarkt in Reu- York empfunden. Das Geschäft war bei schwach e r Tendenz sehr klein. Die Spekulation bekundete große Zurückhaltung und schritt, da heute die Beteiligung des Auslandes fast völlig fehlte, zu Abgaben, was an den meisten Märkten Kursrückgänge zur Folge hatte. Am Elektro- markt waren die Verluste besonders spürbar. AEG. verloren 2 Prozent. Aber auch der schwächere Kurs der General Electric in Reuyork spielte hierbei eine gewisse Rolle. Siemens büßten 3,5 und Licht und Kraft 1,5 Proz. ein. Am Chemiemarkt eröffneten Farben mit einem Verlust von 1,25 Profund waren angeboten. Auch Glanz st offa^ien waren stark angeboten und 5 Proz. schwächer. Dies war ebenfalls mitbestimmend für die Tendenzgestaltung. Am Montanmarkt war die älmsatztätigkeit minimal. Die meisten Werte lagen hier bis 1 Proz. schwächer. Am Banken- markt waren Reichsbankanteile 3 Proz. gedrückt, aber später konnten diese Papiere wieder 1 Proz. zurückgewinnen. Am variablen Markte machte sich für Frankfurter Maschinen bei lebhafterem Geschäft und gebessertem Kurse einiges Interesse bemerkbar. Renten still, zumeist leicht gedrückt. Im Verlaufe verstärkte sich die Abgabeneigung, und die Tendenz zeigte weiter zur Schwäche. Deutsche Linoleum verloren 3,5 Proz. Die übrigen Werte gaben durchschnittlich bis zu 1 Proz. nach. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8 Proz. etwas leichter. Am Devisenmarkt war Holland mit 12.1130 etwas fester. Sonst nannte man Mark gegen Dollar 4.1947, gegen Pfund 20.359, London Kabel 4.85, gegen Paris 123.85, gegen Mailand 92.80, gegen Madrid 33.17. Berliner Börse. Berlin, 6. Aug. Schon im heutigen Dor- mittagsverkehr konnte man erkennen, daß gewisse hemmende Momente am Werk fein müßten, die der festen Tendenz von gestern abend im Wege standen. Das starke Interesse für Ql E G.-A f t i e n ließ plötzlich nach, und man hörte einen - Kurs von 204 Prozent nach 205,5 Prozent. Die ilr- sache dieser plötzlichen Schwäche war -wohl in erster Linie eine überraschend gcf-ow,mene Versteifung des Reuyorker Tagesgeldsatzes. Auch die Befürchtungen, die hinsichtlich des Londoner Diskantes gestern im Wallstreetbericht öuftauchten, schwächten hier ab, obwohl sie nicht überall geteilt wurden. So war man schon vorbörslich eher zurückhaltend und zu Abgaben bereit# Andere Momente, wie eine Meine Besserung der Arbeitsmarktlage Brandenburgs, die ^leberzeichnung Der Kölner Stadtanleihe, die Mitteilung deS Statistischen Amtes über mittlereGetreide- ausfichten, Hoffnungen auf eine baldig« R,h einlandräumung usw. wirkten sich Dagegen nicht aus, da man im Hinblick auf die politische Konferenz, die heute im Haag beginnt, sich große Zurückhaltung auferlegt. So waren die ersten offiziellen Rotierungen mit den höheren Freiverkehrskursen verglichen schwach, gegen die gestrigen Schlußkurse uneinheitlich, aber ebenfalls überwiegend etwas nachgebend. Bei Reichsbank, Salzdetfurth, Kali Aschersleben, Elektrische Lieferung, RWE., Schlesische Zink, Schlesische Gas, Löwe, Glanz st off, Ost werke, Polyphon und S v e n s k a betrugen die Rückgänge 2 bis 3,5 Prozent. Fest eröffneten B r aub 0 nk mit plus 2,75 Prozent, Bergmann plus 3 Prozent, M i x & Genest plus 2,5 Prozent, Calmon Asbest plus 2 Prozent und Harburg G u m m i, die gestern in Hamburg schon sehr fest lagen, plus 6.5 Prozent. Auch das Dementi dieser Gesellschaft, haß keine neuen Fu- sionsverhandlungen mit der Harburg-Phö- n-i x und Conti - Gummi aufgenommen werden, konnte hieran nichts ändern. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer geschäftslos und zur Schwäche neigend. Pfandbriefe uneinheitlich. Goldpfandbriefe eher ange» boten, Liquidationspfandbriefe und Anteile leicht gebessert. Tagesgeld 8 bis 10 Proz.. Monatsgeld j 9 bis 10,5 Prozent, Warenwechsel etwa 7.75 Prozent. Auch nach den ersten Kursen war die Tendenz weiter nachgebend; mit wenigen Ausnahmen traten erneute Kursverluste von etwa 1 Prozent ein. Reichsbank minus 2 Prozent. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 6. Aug. Am Produktenmarkt war die Stimmung lustlos. Schwächere Aus- lanDnotierungen und das günstige Wetter ccr- stimmten, so daß das Geschäft einen schlevpenden Qkrlauf nahm. Die Forderungen der Provinz lauteten durchweg etwas niedriger. Stark gedrückt lag Ryggen neuer Ernte, der bis 0,75 Mkj einbüßte. Aber auch Mehle blieben von einem Verlust nicht verschont. Es wurden notiert: Roggen 21,75 (neue Ernte): Hafer, inl., 22,25 bis 22; Mais (gelb) für andere Zwecke 22 bis 21.75; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38,75 big 41,75; Roggenmehl 30,75 bis 31.50; Weizenkleie 10,60 bis 10,75; Roggenkleie 12,25. Tendenz: ruhig. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dein Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Beschwerden über Müllgestank. Seit einigen Wochen bringt, besonders abends und in den ersten Nachtstunden, von Rorden und Osten ein widerwärtiger, pcstilenzialischer Geruch in die nach dieser Richtung gelegenen Stadtteile, Riegelpfad, Liebigstrahe, Qlultocg, Wilhelm« straße, Leihgesterner Weg, unter ilmftänbcn sogar noch weiter, so stark, daß er körperliche Ekelgefühle erregt und die Bewohner verhindert, bei geöffnetem Fenster oder gar auf Baikonen oder Veranden sich aufzuhalten. Die Ursache davon ist Müll, wohl auch brennender Müll, den man in dieser Gegend auch an den verschiedensten Stellen finden kann, am Schiffenberger Weg. an dem Bahnübergang beim Klingelbach, auf Dem Verbindungsweg zum Erdkauterweg, größtenteils malerisch gruppiert um einen Pfahl. Der eine Warnungstafel trägt, auf der das Abladen von Schutt und Müll bei peinlichen Strafen verboten ist. Wohl weiß auch ich, daß die Müllvernichtung ein großes Problem jeder Stadtverwaltung ist, glaube aber, daß Der von der Gießener zu feinen Lösung eingeschlagene Weg, ihn an beliebigen Stellen abladen zu lassen und Die Bevölkerung seinen Düften preiszugeben, kaum die allgemeine Billigung finden Dürfte. Ich möchte hier meins Stimme erheben und die Oefsentlichkeit auf diesen Skandal aufmerksam machen. Hofsentlich geben diese Bemerkungen Anlaß, unsere Behörden auS Dem Stadium Der Kontemplation gegenüber Dem Raturereignis in ein etwas aktivistischeres zn bringen. Prof. Dr. G. H. Letzte Nachrichten. Or. Eckener über die Zukunft des Luftschiffes. Lakehurs'k, 6. Aug. (MTB. Funkspruch.) Dr. I Eckener erklärte in einem Interview, er beabsichtige, nächstes Jahr ein neues Luftschiff zu bauen, das einen größeren Durchmesser haben und kürzer , und schneller als der „Gras Zeppelin" sein werde. Dieses neue Luftschiff werde 8 Motoren statt 5 haben und die Ozeanfahrt werde 12 Stu», den weniger beanspruchen. Es werde zwar nur 24 ' Fihrgaste befördern können, werde aber s ü r F r a ch. len und P o ff, die mehr bringen als Die Passagiere. viel mehr Raum haben. Die Entwicklung , eines Lufttransportgeschäftes, das eine gute Rentabilität hätte, würde mehrere Jahre erfordern. 21m die Umosten zu vermindern, sollten mehrere Luftschiffe im Dienst sein. Em Darmstädter Flieger in Orly tödlich abgestürzt. Bei den Internationalen Flugoeranstaltungen in Orly ist ein deutscher Flugteilnehmer tödlich abgestürzt. Die vom französischen Lustfahrtministerium mitgeteilt wurde, handelt es sich um den 1885 ge- borenen deutschen Zlieger E r i ch Ossermann aus D a r m st a d t (nicht Hoffmann, wie urfprüng» lich gemeldet). Ossermann war einer der ersten deut« schen Flieger, der sich an den Rhönsegelslügen be« teiligte. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt beschlossenen DiviDende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 - Frantsurl a iW. Berlin Zrankkurt a M. | Berlin 3d)htB-| 1-Uhr Schlu» stnsong. Schluß l°Uhr Lchtnb Anfangs KurS Kure Kurs fliire Kurs Kurs Kurs . Kur» Totinn 5.8. ! 6.8. 5 8. 1 6.8. Tamm 5.8. 6.8. 5-8. 6-8- 5% Di. Reichsameiste o. jvz< . . 87,5 — 87.5 — A.E.ch............* 205 203,75 202.13 203.25 T'. Aul. Ablos.-Schuld mit AuS- Bergmann.........9 231 — 232 220.25 Ws.-Reckuen......... 51 50,95 51 — tilchr. Licscrnngen. . . • • 10 169,5 — 169 165,5 Teegl/ ohne Stuslos. Rechte - . - 10.6 10.5 10,4 — rid>l und Krall ...«•• 10 215,5 214 215 213,6 7% Franks. Hyp. Bk. Goldps. un- gelten 4 Guilleaume. .... 6 142 — 142 141 .4 fiinhhnr bi« ....... 85,5 _ — — - — 75 — 4% Ungarische Goldrtc...... 22.65 — 22.75 — Deutsche Erdöl.......6 — — 113 113 1% Ungarische Staat-r. v. 1910 . 4',% fcelfll.non 1919..... 19.9 —— —— — Essener Steinkohle......f — 136 135 — — 21.9 — Gelsenkirchener . . . f. Vi 3 4 135 134,5 135,5 134,75 I'ü Ungarische Kronenric..... 1.8 —— 1.-85 —- Harpener..........6 144.5 — 145.5 —— Tüd. Zollanleibe v. 1911 . . — 7,7 7.75 Hoesch Esten.........b — — 130 129 7 urtischc Bagdadbahn-Anl., Ilse Bergbau........8 219 — — — erie I.......... 7,65 •— 7,8 — illöcknenverke ........ 7 — 110.5 111,25 110.5 veegl. Serie 11....... 7,65 — 7,7 Köln Neuesten........9 — 126,25 — . flhimonen ,'ändert, Rte. . . «■ — — Mannesmann........8 120 — 120 118,4 . ,% Rumänen Goldaul. von 1913 — MonSselder.........7 — 138,75 138 Oberschles. Eisenb. Bedast ... 5 Lbrrschlei. Koklwcrke.....6 — — — — — — 109 107,13 »Hg. Deutsche llstrnbahn . . 4'- — — — —- Phönir Bergbau......5% Rheinische Braunkohlen... 10 104 — 103.4 102,5 Homburg Amerika Paket ... 8 123,9 121,5 122.75 122.4 284 284 283.5 283 i'amb. Sübam. Tampfsch. . .8 — — — '_________ Rheinstahl . . i. % Jahr 4'A 126 — 125.25 124.25 yanfa Tampsschiss.....10 — - 162,75 161,25 Rtebeck Montan......7,2 — —— Norddeutscher Lloyd.....8 Allg. Deutsche iLreditanft. . . 10 115,13 114.75 115.13 114.5 Bereinigte Ttahlw .....< 111.5 110,75 111,65 111 126 — 126,5 126.5 Ltovi Plinen.......2 eh — 65,5 65 Barmer Bankverein .... 10 128 — 128 128 «ali Aschersleben.....10 — 237 235 Berliner Hondel-gejeklsch. . . 12 209 — 209 —- Kali Westeregeln......10 Kaliwerk Satzdetsurth ... 15 — — 242 v Sm merz- und Privat-Bank . n 184 183 184 183.75 399 400 396,5 Darmft. u. Rationalbank . . 1. Deutsch« Bank......10 277 169,5 169 276,75 169.75 276 169.4 I- ®. Farben.Ivdustri, ... 12 226 224,25 226 224,5 TiSklmto^esellschast Ant.. . in D,e>dne« Bank......10 154,5 160 160 154,75 160 154,5 160 Dhnamit Nobel.......5 Scheideanstalt........s 157,5 — 106,25 Goldschmidt ........ 5 75.5 76 75.5 ?:eich4bank ........ 13 309 | 307 310 309 RutgerSwerke........6 Melastgesclllchast. ..... n 84.5 126 126 84.75 125.75 126 Zranksurl a M. Berlin Schtust. Kurs 1-Uhr Kur, Lchlub' An sang- Kur, finr? Tntuni 5.8. 6.8. 5.8. ' 6 8. ’l-titltpo Hmjmmm.....< Heidelberger urrnent .... 10 (lement Karlstadt......8 Wayh 4 Freitag......10 Schultheis Patzeahoser ... iö Lftwerke.........12 Ber. vstanzstoss......18 Bemberg.........14 ReUftofi Waldhos.....12 flcllftofi Slschaslcnburg ... 12 Charlottenburger Wasser . . . Destauer Gar........8 Daimler Motoren......0 Deutlche Majckiincn-Jabnk . . 0 Adlcrwerke ftlcoer......5 Luvw. Loewe.......10 Rat. Auwmobil.......0 Lrcnstem 4 Koppel.....5 Leonhard Tiey.......6 Bamag-Meauia.......0 Franks. Maschinen ...... 6 Griyner.........11 Heyliaenstacdt ....... 0 Zunghaus..........4 Lechwerte..........8 Mainkraslwerte.......8 Mag...........1° Nekars ulmer........8 Peters Union........8 Gebr. Roeder.......10 Potgt 4 Haesfner......8 Südv. Zucker........8 108 — 108 108 — —— — — — 102.5 - — — — 302 301 — — 237,75 234,5 394 389 393.75 389,5 — — 305 — — — 237,25 — 157.5 — 158 156 — — 108 108 — — 194.5 193.5 54 — 53,5 — — — 53.9 53.9 50,5 — 50,75 — —- — 706 203 —- — — 23,5 — — 90 89.5 — — 207.4 206,5 — - — — 55 55.75 56 — — — 65 — ■■ — — 64,5 — 65 — — — _ 80.3 — — — — — 123,5 123.5 —■ - — ■ — —— 120 — — — — — 220 — 222 — 152.75 — 151.5 — Banknoten. Berlin, 5. August Äeld Brief Amerikanische Noten..... Belgische Noten........ Drmische Notrn ....... Enalifche Noten...... . 4.169 58,34 111.48 20,315 4.189 58,53 111.92 20,395 Telegraphische Auszahlung Berlin, 5- August Meld Bricr '^ranzöftsche '.stören..... 16.46 16.52 Holländische No teil...... 167,66 168,36 Italienische ?'oten...... < 21.98 22,06 Norsvcgischc Noten...... ' 111.40 111,84 Deutsch Oestrrr,-llX> Kronen Numänischc Noten ...... Schwedische Noten...... 59.13 59,37 2,48 2,50 112.03 112,47 Schwerer Noten....... 80.66 80.98 Spanische Noten....... ■ Tschechoslowakische Noten . . j 61,08 61.32 12.39 12,45 Ungarische Noten......• 73.04 73.34 Devisenmarkt Berlin -Frankfurt a M. 5- August 6- Vf HO ii it Amtliche Notierung AmllichLstiolicruiig ' Ctft. adgest 59,06 59.18 59 05 59.17 Prag . . . - 12.403 12,423 12.404 12.424 Belgrad . • 7,360 7,374 7,363 7,377 Budapest - - 73,16 73,30 73.135 73,275 Bulgarien 3.037 3.043 3,037 3.043 Lissabon . . 18.78 18.82 ■ 18.78 18.82 Tanug. . - 81.34 81,40 81,3? 81.48 stonstantin- 1,995 1 .999 1.988 2.002 Alben. . 5.42 5,43 5 42 5.43 Lanada . . 4.179 4.187 Hl 80 4.188 Uruauah. . 4.126 4.134 4.126 4.134 Cairo - - - 20,87 20,91 20.865 20,905