?S »3* 2.3 O 2 . se : 2 » § 2 a c = □ — er - - » rn = 6)2 — 2 2_ r n'o $ er» t5 = er=:= e o C2 —-• ui o **2, o3' = £2.$ i^-2 äj? oti» »•*3 *1' Xo 3 S S:-O - -:»c 2 2.-Q :a rs- §" s- 2 - öS- 3"52s 25° MMS a 8 »5 ^5 5 5 5 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Veilaaen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siehe», poftschecttonlo: Krankfurtam Main 11686. General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühl'fche UniverfitStt-vuch' und Steindruckerel R. Lange in Stehen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. 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August zum Äerfassungstage die Regierung in Berlin würdig zu repräsentieren. Dieser Pflicht wird sich der Reichskanzler, wie ein Berliner Mittagsblatt sich mitzuteilen beeilt, selbstverständlich unterziehen, zumal man Grund zu der Annahme hat, daß der Tag ler zehnjährigen Wiederkehr der Verabschiedung des Weimarer Berfassungswerkes zu großen innerpoli- ßischen Demonstrationen ausgenutzt werden wird. 3m übrigen aber sollten die heute regierenden Staatsmänner sich darüber klar sein, daß es gerade Im Hinblick auf unsere verfassungsrechtlichen Zu- gtänte am allerwenigsten am Platze ist, auf wirklichen oder vermeintlichen Lorbeeren auszuruhen, fonbern daß die dringendste Aufgabe darin besteht, Den in Weimar errichteten Notbau endlich zu einer tragbaren Grundlage unseres Derfassungslebens Lmzugestalten. In die Erholungszeit des Reichsaußenministers fällt die Vorbereitung der großen internationalen Tiplomatenkonferenz, die sich mit dem politischen Schicksal des Youngplanes und der da- rnit zusammenhängenden Fragen zu befassen hat. Gs steht zwar immer noch nicht fest, wo diese Konferenz tagen wird. Auch scheinen sich noch gewisse Schwierigkeiten bei der Festsetzung der Tagesordnung zu ergeben. Französische Intrigen sind am Werke, um eine klare Lösung der Probleme zu verhindern. Erfreulicherweise hat der Reichsaußen« Minister die Erklärung abgegeben, daß für Deutschland die Unterschrift unter den Poungplan nur in Frage komme, wenn gleichzeitig die sofortige Rheinlandräumung sichergestellt ist. Poincarö hat, selbst wenn man ihm unwahrscheinlicherweise die Absicht des Entgegenkommens Zutrauen sollte, gerade in diesem Punkte Schwierigkeiten in seiner eigenen Regierungsmehrheit, deren rechter Flügel sich nach wie vor intransigent zeigt. Aus der anderen Seite sind die französischen Sozialisten von jeher für die alsbaldige Räumung des besetzten Gebietes, aber sie haben in der französischen Innenpolitik nichts zu bedeuten. Wichtiger ist schon, daß die große linksbürgerliche Gruppe der Sozialradikalen in der letzten Zeit wiederholt durch Ihre Führer Daladier und Caillaux für die Rheinlandräumung eingetreten ist. Aus dem Rheinlande selbst kommen neuerdings Meldungen über größere Verschiebungen innerhalb der französischen Besatzung. Gleichzeitig hat das Londoner Kabinett an das Oberkommando der englischen Besatzungstruppe die Weisung erteilt, die diesjährigen Manöver nicht stattfinden zu lassen. Es tann nicht genug davor gewarnt werden, aus solchen Vorkommnissen voreilige Folgerungen zu ziehen, denn die zweite Rheinlandzone muß ohnehin bis zum Ende dieses Jahres geräumt werden. Die deutschen Behörden tun deshalb gut daran, in diesem Punkte die allergrößte ^urüahaltung zu üben. Jedesmal, wenn aus dem Rheinland Meldungen über Truppenverschiebungen ober gar Truppenzurückziehungen an uns gelangen, ist nur allzu leicht der Verdacht gegeben, daß es sich um eine trübe tendenziöse Stimmungsmache handelt. Wenn der Reichsaußenminister auf seiner klaren Aeußerung, den Poungplan ohne Sicherstellung der |ofortigen Rheinlandräumung nicht zu unterschreiten, beharrt, dann werden — darüber müssen wir uns klar sein — in den nächsten Wochen auf dem internationalen Parkett sich schwere Kämpfe abspie- 3en. Die deutsche Oeffentlichkeit jedenfalls ist ein- Tiütig der Auffassung, daß sie in diesem Punkte lie Haltung des Reichsaußenministers vollkommen leckt. Wenn überhaupt der Youngplan in Kraft gefetzt werden soll und wenn die leitenden deutschen «Staatsmänner es verantworten zu können glauben, sich über die schweren sachlichen Bedenken hinwegzuletzen, die in der Nichtachtung der deutschen Lei- flungsfähigkeit liegen, dann ist es unbedingt erforderlich, daß bei dieser Gelegenheit die wichtigsten politischen Restfragen bereinigt werden. Denn Deutschland darf sich auf keinen Fall jetzt wieder auf das System der „Vorleistungen" einlassen, mit dem wir beim Locarno-Abkommen die aller« Ichlechteste Erfahrung gemacht haben. * Macdonald in feiner großen Unterhausrede: „Revolutionen entstehen heute nicht, indem Throne fallen, sondern indem Demokratie und demokratische Einrichtungen, die an Achtung eingebüßt haben, gestürzt werden. Wir haben unsere Flagge an den Mast der konstitutionellen Demokratie genagelt. Wir halten sie für die beste Regierungsform und werden alles tun, um sie lebensfähig zu erhalten und sie ohne Ueberfpannung der Parteiherrschaft zugunsten des ganzen Volkes auszuüben." Es ist für Menschen, die an den Verfassungsentwicklungen des Kontinents ihre Erfahrungen gewonnen haben, immer schwer, die Besonderheiten ier englischen Staatsentwicklung völlig zu verstehen. England hat in jahrhundertelanger, allerdings auch ton revolutionären Ausbrüchen unterbrochener Entwicklung sich ein Regierungssystem geschaffen, daß eine Zeit lang als klassisch galt. Das Wesen der englischen Staatskunst hat darin bestanden, innerhalb des parlamentarischen Systems für einen gesunden Ausgleich der Gegensätze zu sorgen und darauf zu achten, daß niemals eine Partei ihre Herrschaft unbillig mißbrauchte. Wenn das allgemeine Bewußtsein der öffentlichen Meinung eine Aenderung der Regierungsmehrheit erheischte (in ben Nachwahlen hat man dafür ein untrügliches Wie steht England zur Rheinlandräumung? Henderson spricht sich im Llnterhaus für eine gemeinsame Räumungsaktion mit Frankreich und Belgien aus. britanniend und den anderen Machten ht Lugano und Genf fkittgef unten haben. Ich bin zu dem Schluß gekommen, daß wir in diesem Augenblick, wo eS von allergrößter Wichtigkeit ist, es unmißverständlich klarlegen sollten, daß wir von dem Wunsch erfüllt sind, daß die Räumung im denkbar frühesten Augenblick eintreten sollte. Ich habe, wie Chamberlain, die Ueberzeugung, daß es nicht im Interesse des europäischen Friedens ist, wenn das etwa gradweise oder in Etappen geschieht. Ich denke, wir sollten versuchen, sowohl die französische wie die belgische Regierung dazu zu veranlassen, daß sie diesen Schritt mit uns zusammen tun. Ich glaube kaum, daß Deutschland selbst den Wunsch hat, eine Räumung zu erleben, die ich als brockenweise Räumung bezeichnen müßte. Ich glaube keine Veranlassung zu haben, annehmen zu müssen, daß der völligen Räumung von selten der französischen oder der belgischen Regierung irgendwelche unüberwindliche Schwierigkeiten in den Weg gelegt werten. Die Mitglieder dieses Hauses können versichert sein, daß ter gesamte moralische Einfluß, den wir insbesondere bei der bevorstehenden Konferenz über den Bericht derReparations- sachverständigen in die Wagschale werfen können, in die Wagschale geworfen werten wird, um einen schleunigen und einhelligen Entschluß zugunsten der Räumung zustande zu bringen. ‘ Zur russischen Frage führte Henderson u. a. aus, die Politik ter englischen Regierung werte in einem gewissen Grate von den Antworten abhängen, die die Dominions erteilen. Eine Propaganda, die sich in die inneren Angelegenheiten irgendeines Teils des britischen Reichs einmische, werde die Regierung nicht dulden, wie Macdonald schon un Iahre 1924 mit voller Deutlichkeit bargelegt habe. Er nehme an, daß man auf russischer Seite jetzt bereit sei, hinsichtlich der Propagandafrage genau um* rissene Verpflichtungen zu übernehmen und dafür zu sorgen, daß diese Verpflichtungen auch innegehalten werten. Er hoffe, das Haus! sei einhellig ter Meinung, daß die Regierung im Sinne ter in der Thronrede vora^eichneten Richtlinien zusehen solle, ob es möglich sei, mit einem großen Lande wie Rußland wieder in normale Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zu kommen. Unfreundliches Echo in Paris. Paris, 6. Iuli. (WTD. Funkspruch.) Dio Morgenpresse begnügt sisch vorläufig im allgemeinen damit, die Ausführungen des Staats* sekretärs Henderson im englischen Unterhaus übet die Rheinlandräumung zur Kenntnis zu nehmen. „Oeuore“ scheint sie als einen Beweis dafür anzusehen, daß die Arbeiterregierung sich vorläufig zu keiner isolierten Räumung entschließen wolle. Das Blatt nennt deshalb die Ausführungen Hendersons nicht unvernünftig. Anters beurteilt „Echo de Paris" die Lage. Henderson übergehe mit Stillschweigen die Schaffung der Feststellungs* und Vergleichskommission zur Heber* wachung ter neutralen Zone. Er erkläre, daß Keine Ausschaltung der Gaarfrage. Das Saargebiet ist Reparationsprovinz. Der neue englische Außenminister Hender- o n hat sich von Chamberlain im Unterhaus über die Rheinlandräumung herauslocken lassen. Chamberlain erklärte dabei, daß ganz England einig sei in der Forderung, daß das Rheinland möglichst bald und von allen Mächten gleichzeitig geräumt werden solle. Er verlaß hinzuzufügen, daß er während seiner Minister- chast recht wenig getan hat, um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen. Henderson stellte ich auf den gleichen Standpunkt und sagte zu, er werde bei der Reparationskonserenz jeden möglichen moralischen Druck im Sinne der Rheinlandräumung ausüben. Wichtig ist für Deutschland das nunmehr auch aus dem Munde der englischen Regierung er» olgte Zugeständnis, daß Deutschland alle Bedingungen erfüllt habe, die für die Sicherheit verlangt wurden. Mit dieser Erklärung kann die deutsche Diplomatie schon etwas anfangen, wenn B r i a n d wirklich mit feinem alten Plane der Feststellungs- und Versöhnungskommission, also der D a u e r k o n t r o l l e im Rheinland nochmals herausrücken sollte. Für Deutschland besteht die Feststellung der amtlichen Politik, daß olche Bedingungen für die „vorzeitige" Rheinlandräumung überhaupt nicht diskutierbar sind. Kein isoliertes Vorgehen. Opposition und Regierung sind einig. London, 5. Iuli. (WTB.) Im Unterhaus wurde die politische Aussprache durch eine Rete des Unterstaatsfekretärs für auswärtige Angelegenheiten in ter letzten Regierung, Locker- Lampfon, eröffnet, ter erklärte: Iedes Mitglied des Hauses, gleichgültig auf welcher Seite des Hauses es sitzt, wünsche die Räumung des Rheinlandes durch die brrtt- schen Truppen f o schnell wiemö glich durchgeführt zu sehen. Drei verschiedene Zonen seien bereits allmählich geräumt worden, die gegenwärtige Stärke ter Truppen sei nur noch unbedeutend. Diese Truppenverrninterungen seien i n gemeinsamer Ar bei t mit Frankreich und Belgien und im Einverständnis mit diesen Mächten erfolgt. Er hoffe, daß die Zu^ fammenar&eit mit diesen beiten Mächten auch fortbestehen bliebe, und daß, wenn Großbritannien seine Truppen vorn Rheine zurückzoge, dies gleichzeitig und in liebereinst i rn in u n g mit Frankreich und Belgien geschehe. Er müsse auch stark daran zweifeln, ob die deutsche Regierung es selbst gern sehen würde, wenn eine getrennte Zurückziehung ter englischen Truppen erfolge und den beiten anderen Mächten der Platz geräumt würde. Chamberlain erklärte: Durch die Zurückziehung ter britischen Truppen werde nichts gewonnen, solange sich nicht Frankreich und Belgien zu dem gleichen Schritt entschlössen. Auch zur russischen Frage äußerte sich Chamberlain. Er erklärte: Er habe während feiner Amtstätigkeit ter Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Rußland niemals die Tür verschlossen, aber es sei von russischer Seite kein loyalesoderehr- liches Ent gegen kommen zu verzeichnen gewesen, wie die von Gefühlen der Feindschaft erfüllte russische Propaganda bewiesen habe. Staatssekretär des Auswärtigen Henderson: „Ich glaube, wir alle sind von dem Wunsche erfüllt, die Räumung durchgeführt zu sehen: ich glaube, es ist wichtig, daß sie durchgeführt wird. Soweit ich es bis jetzt zu übersehen vermochte, ist von der deutschen Republik die Gesamtheit der ihr durch die Alliierten auf erlegten Bedingungen zurDu rch- führung gebracht worden, und da das der Fall ist, so sollte die Räumung so beschleunigt wie möglich durchgeführt werden. Ich habe sehr gründlich die Besprechungen nachprüsen müssen, die zwischen Sir Austen Chamberlain als dem Vertreter Groß- Berlin, 5. Iuli. (Priv.-Tel.) Unter fer Ueberschrist befaßt sich die „Deutsche Allg. ..eine Zeitung" mit der Forderung des „Petit Parisien', die Saarfrage aus dem Programm der politischen Reparationskonferenz auszuschalten, und sagt u. a.: Das Versailler Diktat hat das heutige Saarregime in erster Linie geschaffen, um Frankreich einen Ersatz für die nord- französischen Kohlengruben zu verschaffen. Hieraus ergibt sich, daß die Saarfrage durchaus in einem engen inneren Zu- s ammenhang mit der Tributfrage steht. Das Saargebiet ist sozusagen jetzt eine „Reparationsprovinz". Wenn einer der wesentlichen Grundgedanken des TZoung-Planes verwirklicht werden soll, daß Deutschland von allen politischen und sonstigen Kontrollen zu befreien ist, so muh auch diese Reparationsprovinz aufhören zu existieren. Darüber hinaus ist aber politisch zu sagen, daß von einer „G e - f amtliquibation“, wenn überhaupt, auf keinen Fall dann die Rede sein kann, wenn die Saarfrage jetzt von der Diskussion ausgeschlossen wird. Cs ist eine Verhöhnung des Saargebietes, wenn behauptet wird, daß das Interesse der Bevölkerung eine weitere Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Regimes erfordere. Auch in Frankreich weiß jedermann, daß die Saarbevölkerung ohne Ausnahme nichts sehnlicher wünscht als die endgültige Wiedervereinigung mit Deutschland. Es kann deshalb nicht davon gesprochen werden, daß es in dieser Hinsicht dem Versailler Vertrage widersprechen würde, wenn man schon jetzt vor Ablauf der vorgesehenen 15jährigen Frist an die Regelung des Saarproblems herangehe. Bei der von Deutschland gewünschten Regelung des Problems auf der bevorstehenden Regierungskonferenz wird auch der Völkerbundsrat keineswegs ausgefchaltet zu werden brauchen. Sachlich kommt es nur daraus an, daß sich Deutschland und Frankreich über das einzuschlagende Verfahren einigen. Bei einer solchen Einigung würden auch vom Standpunkte des Versailler Vertrages alle etwaigen juristi* schen Bedenken irgenteoelcber Art ohne weiteres überbrückt werden können. Ein Irrtum? Französische Truppen spionieren im Saargebiet. Saarbrücken, 5.Juli. (WB.) Die Regierung s k o m m l s s i o n des Saargebietes lieh heute zu einer Nachricht der „Saarbrücker Can- tes-Zeilung", die die Anwesenheit eine« mit Vermessungen beschäftigtensran^ zösischenPionierkommandosim Saargebiet feststellte, bekanntgeben, nach Prüfung der Angelegenheit habe sich ergeben, dah die Anwesenheit dieses Truppenkommandos auf einem Irrtum beruhe und dah das Kommando das Saac- gebiet alsbald verlassen habe. Rach den Mitteilungen der „Saarbrücker Landes-Zeitung" hat sich das französische Pionierkommando seil Freitag voriger Woche bei dem Orte Mechern im Kreise Merzig mit photographischen Aufnahmen und Vermessungen beschäftigt. Die „Landes-Zeitung" hatte an die Re- gierungskommlssion die Anfrage gerichtet, ob das Kommando sich dort mit ihrem Wissen und ihrer Genehmigung aufhalte. Denn ja, wer die Genehmigung erteilt habe, und wie man sie rechtfertigen wolle, da vom Völkerbundsrat der Aufenthalt französischer Truppen im Saargebiet untersagt sei, wenn nein, was die Regierungskommission zu tun gedenke, um die dort von den Franzosen gemachten Ausnahmen an sich zu bringen und die der Bevölkerung zugefügten Schäden zu ersehen, weiter, was sie ferner zu tun gedenke, um das Militär alsbald über die Grenze zu schicken und Genugtuung für die Völkerrechtsverlehung zu erhallen. Kennzeichen), dann klammerte sich die herrschende Regierungsmehrheit niemals an ihre Aemter, sondern trat freiwillig zurück, auch wenn sie mit Sicher« heil einer Wahlniederlage entgegenging. So gewannen die englischen Parteien immer wieder die Möglichkeit, sich zu regenerieren und für künftige Regierungsausgaben vorzubereiten. Ganz allgemein wird man wohl sagen dürfen, daß die Herrschaft des englischen Parlaments durch die Praxis des englischen Verfassungslebens von soviel außerparlamentarischen Faktoren reguliert und beschränkt wird, daß es niemals zu den unangenehmen Begleiterscheinungen des parlamentarischen Absolutismus kommen konnte. Der Absolutismus kann genau wie die Diktatur in der Entwicklung der Völker stets nur eine Uebergangs stufe darstellen. Sicherlich gibt es Zeiten, in denen es ohne eine ganz scharfe Zusammenfassung aller Kräfte und ohne die Bestimmung des Staatswillens von einer einzigen Stelle her nicht abgeht. Auf die Dauer aber müssen die lebendigen Mächte des Volkslebens verkümmern, wenn man ihnen nicht den Raum zur freien Ent« • faltung und zur felbstoerantwortlichen Betätigung läßt. Das Wesen einer gesunden Staatsverfassung besteht also darin, das richtige Gleichge« wicht zwischen allen lebendigen politischen Kräften der Nation herzustellen. Nur unter solchen Voraussetzungen ist es möglich, alle notwendigen Sicherungsmaßnahmen gegen Einseitigkeiten einzufügen. Die Verfechter des reinen Parlamentarismus von heute sind der Meinung, daß innerhalb des Paria« mentes selbst durch die Verschiedenheit der Parteien und der darin vertretenen Berufsinteressen für einen solchen Ausgleich gesorgt werde. Die poli« tische Erfahrung aber beweist eher das Gegenteil. Denn innerhalb unserer Parlamente hat der rein parteipolitische Einfluß derartig an Macht gewonnen, daß von der freien und verantwortlichen Betätigung starker Einzelpersönlichkeiten kaum noch die Rede sein kann. Es ist doch kein Zufall, daß wir immer wieder vor den Wahlen das beschämende Schauspiel erleben müssen, fähige politische Führer« naturen zugunsten ^beliebiger Organifations« oder Interessentenvertreter in den Hintergrund gedrängt zu sehen. Hier gilt es also, die Korrekturen zu schaffen, mit deren Hilfe die an sich notwendige Arbeit der Parteien rm Dienste des Volksganzen ergänzt wird. Der Absolutismus kann im Staatsleben unter verschiedenen Formen auftretefi. Wenn er aber seine historischen Möglichkeiten richtig versteht, bann strebt er alsbald danach, sich selbst in seiner Macht zu begrenzen. Das haben die absoluten Monarchien, teils gezwungen, teils freiwillig getan. Im Interesse des parlamentarischen Systems wäre es dringend wünschenswert, wenn auch die absoluten Parlamente nicht danach strebten, ihren Machtbereich auf immer neue Gebiete auszudehnen, sondern wenn sie in weiser Erkenntnis staatspolitischer Notwendigkeiten ihre Befugnisse begrenzten, um denjenigen lebendigen Kräften der Nation Raum zum Wirken zu geben, die bei dem heutigen System politisch einfach an die Wand gedrückt wer« den. Auch in der Republik ist so etwas wie Kon* stitutionalismus möglich und erforderlich. Die Lösung zweifellos bestehender Vertrauenskrisen darf aber auf keinen Fall darin gesucht werden, daß man die vorhandenen Schäden noch vergrößert Wahre Freiheit ist im Regierungssystem des Absolutismus niemals möglich, gleichgültig, ob es sich um den Absolutismus der Monarchen oder ter Parlamente hantelt. Deutschland einen absoluten Anspruch auf Wiedererlangung seiner Gebiete habe, weil seine sämtlichen Verpflichtungen erfüllt seien und nicht garantiert zu werden brauchten. Er schlage nicht etwa eine allmähliche verzögerte Räumung, sondern schleunigste Räumung vor. Rach der Rede Hendersons bleibe der französischen Regierung, wenn sie nicht das Spielzeug Deutschlands und der sozialistischen Internationale sein wolle, nichts anderes übrig, als die Ersetzung der englischen Truppen in Wiesbaden durch französische Truppen vorzubrreiten. Gchuldenabkommen und Rheinlandräumung. Die Vorbehalte der französischen Kammer. Paris, 6.Juli. (WTB. Funkspruch.) Die allgemeine Ansicht über die nach der Abstimmung der beiden Kammerausschüsse für Finanzen und für auswärtige Angelegenheiten in der Frage der Ratifizierung der Schuldenabkommen bestehende Lage ist folgende: Beide Ausschüsse haben die Tagesordnung Palmade angenommen, die feststellt, daß eine Ratifizierung abhängig gemacht wird von befriedigenden Erklärungen der Regierung hinsichtlich ihrer Außenpolitik, was besagen will, hinsichtlich der Rheinland- täumung. Es wird behauptet, daß im Gegensatz zum Finanzausschuß der auswärtige Ausschuß sich noch nicht hinsichtlich dieses Vorbehaltes geäußert habe, da unter den fünf Abgeordneten, die sich gestern der Abstimmung enthielten, Gegner der Tagesordnung Palmade vorhanden seien. Es bestehe also die Möglichkeit, daß in der Debatte über die Schuldenabkommen - Ratifizierung Finanzausschuß und auswärtiger Ausschuß, wie feinerfeit bei der Frage der Zulassung gewisser Kongregationen getrennt vorgehen würden. Die Debatte im Plenum wird aus jeden Fall nicht vor dem 14. Juli stattfinden, vorher aber werden die Sozialisten eine Debatte über die Außenpolitik der Regierung her- beiführen; sie haben zum Interpellanten den Abgeordneten Blum bestimmt. Diese Debatte dürfte jedenfalls am kommenden Donnerstag, 11. Juli, vor der Debatte über die Ratifizierung stattfinden und im Verlaufe dieser Aussprache erwartet man eine Erklärung der Regierung PoincarL zu der Frage der Rheinlandräumung, besonders nach den jetzigen Ausführungen Hendersons im englischen Unterhaus. Die englischen Truppenübungen bei Simmern eingestellt. Berlin, 5. Juli. (2DIB. Funkspruch.) Das englische Hauptquartier in Wiesbaden bestätigt, daß auf direkten Befehl aus London die bereits eingeleiteten Truppenübungen in der Gegend von Simmern eingestellt worden sind. Ebenso wird der vorgesehene Austausch von Teilen der Besahungslruppen mit Regimentern in England unterbleiben. Die zweiieLesung desKonkordais Die Stellung der Parteien im Landtag. Berlin, 5. Juli. (Priv.-Tel.) Im Preußischen Landtag hat heute der zweite Teil des großen Kampfes um das Konkordat mit der katholischen Kirche begonnen. Die Kampfesfronten zeichnen sich jetzt klar ab. Grundsätzliche Gegner sind die Kommuni st en, die Deutsche Volkspar- t e i und kleinere rechtsstehende Gruppen. Grundsätzliche Anhänger sind die Vertreter der Regierungsparteien und wahrscheinlich auch die Wirtschaftspartei, deren Führer Ladendorlf heute im Landtag die Erklärung abgab, die Wirtschaftspartei beabsichtige nicht, die Frage des Konkordats zum Gegenstand eines Kuhhandels um Ministersitze zu machen. Die Stellung der Deutschnationalen Volkspartei ist sol- dende: an sich ist die Partei mit dem Abschluß eines Konkordates einverstanden, unbeschadet gewisser unbefriedigter Einzelwünsche. Deshalb wird die Partei geschlossen für den § 1 des Gesetzentwurfes stimmen, der den Konkordatsabschluß billigt. Dagegen wird sie zum §2, der das Inkrafttreten des Konkordates behandelt, den Antrag stellen, daß der Zeitpunkt hinausgeschoben wird, bis ein gleichwertiges Vertragswerk mit den evangelischen Kirchen zustande gekommen ist. Wenn der Landtag, wie oorauszusehen ist, diesen Antrag ablehnen und sich statt dessen mit der viel inhaltloseren demokratischen Entschließunb begnügen sollte, die bekanntlich von der Staatsregierung nur entsprechende Verhandlungen verlangt, dann würde die Deutschnationale Volkspartei geschlossen den gesam- ten Gesetzentwurf ablehnen. Sie würde das damit begründen, daß kein Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei die Verantwortung auf sich laden könnte durch eine Zustimmung die Gefahr eines Kampfes mit der evangelischen Kirche heraufzube- schwören. Da der preußische Ministerpräsident sich über seine Absichten gegenüber den evangelischen Kirchen immer noch nicht klar ausgedrückt hat, muß man leider befürchten, daß er sich die von ihm geplante Regelung als ein einseitiges Diktat des Stoa- tes denkt. Falls die evangelischen Kirchen sich dem nicht beugten, würde die Staatsregierung dem Landtag einfach keinen entsprechenden Vertrag vor- legen und ihre jetzt gegebene Zusage als eingelöst betrachten. Dieser ernsten Gefahr vorzubeugen ist jetzt die Aufgabe der Opposition im Preußischen Landtag. Bayern und die Reichsreform. Eine Denkschrift des bayrischen Ministerpräsidenten. München, 5.Juli. (WTB.) Der bayerische Ministerpräsident Dr. Held hat der Länderkonfe- renz eine zweite bayerische Denkschrift über das Problem „Bayern und Reich" überreicht. Im ersten Teil der neuen Denkschrift sind der Frage der B e - s e i t i g u n g des Dualismus zwischen Preußen und Reich eingehende Ausführungen gewidmet In Übereinstimmung mit einer Kundgebung des preußischen Ministerpräsidenten Dr. Braun im Preußischen Landtag wird in Abrede gestellt daß sich der Dualismus für die Gesamtheit des Reiches so nachteilig auswirke, wie dies zuweilen behauptet werde-, bestritten wird, daß Bayern in kurzsichtigem Partikulansmus nur an feine eigenen Rechte denke §?^8ensatz zu Petersen, Brecht usw. wird die Auffassung vertreten, daß der Provinzbe- griff eine Erweiterung auf die bis- herigenLänder erfahren werde. Zum Schlüsse heißt es in dem Referat u. a., mindestens mit dem gleichen Recht, mit Dem eine Einverleibung bet nord-und süddeutschen Länder in Deutsche und englische Wissenschaft. Erneuerung der deutschen Rhodesstipendien an der Universität Oxford. London, 5.3uli. (WTB.) Zu einer eindrucksvollen Feier gestaltete sich das Essen, das die Rhodes-Treuhänder heute den in Oxford versammelten alten Rhodes-Stipendiaten in dem neu eröffneten Rhodes-Haus gaben. Aus den Vereinigten Staaten und den britischen Dominions nahm daran eine große Anzahl früherer Studenten der Universität Oxford teil. Aus Deutschland waren etwa zehn Herren erschienen, darunter der Reichstagsabgeordnete von Lindeiner- Wildau, Landrat von M o h l, Professor V r i n k m a n n, Heidelberg, M a n d t, Hamburg, Gesandtschaftsrat R o e d i g e r von der deutschen Gesandtschaft im Haag und Graf Dernstorfs von der deutschen Botschaft in London. Ein besonderes Gepräge erhielt die Feier durch die Teilnahme des Prinzen von Wales und des ehemaligen Premierministers Baldwin, die beide in ihren Reden auf die von Baldwin verkündete Wiedererrichtung deutscher Rhodes-Stipendien Bezug nahmen. Baldwin sagte: Bekanntlich hatte Rhodes seinem Testament im Jahre 1901 ein Kodizill angefügt, mit der Weisung, daß f ü n f 3 ahresstipendien an Deutschland gegeben und vom deutschen Kaiser verliehen werden sollten. Unter Hinweis darauf, daß die Erlernung der englischen Sprache in deutschen Schulen obligatorisch sei, sagte er, er werde von den Gedanken geleitet, daß eine „Verständigung zwischen den drei stärksten Mächten den Krieg unmöglich machen werde, und daß erzieherische Bande die stärkste Verbindung sind." „Als der Weltkrieg kam, setzte sich die Auffassung durch, daß der Zweck, den Rhodes' Schaffung der Stipendien im Auge hatte, vereitelt worden sei, und 1916 wurde eine Parlaments-Akte angenommen, durch die das erwähnte Kodizill annulliert und eine entsprechende Anzahl von Stipendien den Dominions des britischen Reichs zugewie- s e n wurde. Es sind jetzt beinahe zehn 3ahre seit der Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen der deutschen Republik und dem britischen Reich verflossen. Die Treuhänder glauben, daß das Ziel des Weltfriedens, das Rhodes im Auge hatte, heute erreichbarer ist, als es zu Rhodes' Zeiten war, und daß die Erreichung dieses Zieles durch die Schaffung deutscher Rhodes-Stipendien unterstützt werden würde. Die Treuhänder sind der Ansicht, daß eine Annullierung der neuen Stipendien, die 1916 den Dominions zuteil wurden, nicht in Frage kommt. Die Wiederbelebung der deutschen Stipendien erfordert daher die Zuweisung neuer Geldmittel. Die Treuhänder haben entschieden, zwei zweijährige deutsche Rhodes-Stipendien zu schaffen, d. h. ständig vier deutschen RhodesstipendiatLn den Aufenthalt in Oxford zu ermöglichen, sobald Vorkehrungen für ihre Auswahl in Deutschland und ihre Zulassung zu den Oxford Colleges getroffen werden können. Die Treuhänder freuen sich, in der Lage zu fein, diese Ankündigung auf einer Versammlung alter Rhodes-Stipendiaten zu machen, auf der eine Anzahl alter deutscher Rhodes-Stipendiaten vertreten ist. Sie vertrauen darauf, dah dies dazu beitragen wird, die großen Ziele des internationalen Fortschritts und des Weltfriedens zu fördern, die Rhodes im Auge hatte. Der Prinz von Wales der nach Baldwin das Wort ergriff, führte aus: Eine der wichtigsten Tatsachen, die der Vorsitzende erwähnt hat und die ich mit Freude gehört habe, ist die Erneuerung der deutschen Stipendien. 3n unserer Mitte befinden sich heute abend einige alte deutsche Rhodesstudenten. W i r begrüßen ihre Rückkeh r nach Oxford auf das Herzlichste. Professor Brinkmann (Heidelberg) sprach den herzlichsten Dank für die deutschen Stipendiaten aus. Er betonte, daß die Beziehungen zwischen den englischen und den deutschen llnioerfitäten bereits seit einiger Zeit wieder ausgenommen worden sind und dah ein, wenn auch vorläufig nur beschränkter Austausch von deutschen und englischen Studenten seit einigen 3ahren erfolgreich durchgeführt wird. Bei den meisten internationalen wissenschaftlichen Kongressen, fuhr der Redner fort, haben wir deutschen Professoren unsere englischen Kollegen als unsere zuverlässigsten Freunde und Anhänger bei der Wiederherstellung internationalen, wissenschaftlichen Verkehrs gefunden. Die Kunst friedlichen Aufbaues ist weiterhin eine der größten Lehren, die auf der ältesten der britischen älni» versitäten gelernt werden kann, und in dieser Hinsicht ist, dessen bin ich sicher, der 3nhalt des Testaments Rhodes', statt seine Bedeutung für den Bürger der deutschen Republik verloren zu haben, neuer und hoffnungsvoller Auslegung fähig. Den Worten Brinkmanns folgte stürmischer Beifall der am Ehrentisch Versammelten. Die außerordentliche Herzlichkeit, mit der die Hunderte von Gästen die Bezugnahme des Prinzen von Wales auf die im Weltkriege Gefallenen und auf die bei der Feier anwesenden deutschen Rhodesstudenten ausnahmen, bildete eine eindrucksvolle Bekräftigung der Ausführungen des Prinzen von der Erneuerung der Freundschaft, die durch diese Stipendien gefördert wird. Der Sturm über Güddeutschland. Die Linwetterschäden in Sayern. München, 5.3ult (WB.) Das schwere Unwetter, verbunden mit Sturm, Hagel und Blitzschlägen, das am Donnerstag über Oberbayern, Riederbahern, die Oberpfalz, die fränkischen Gegenden und den schwäbischen Kreis niederaing, läßt sich erst jetzt, nachdem die telephonischen Störungen behoben sind, in vollem Umfang erkennen. An den Straßen, den Wäldern, den Feldern und den Gebäuden wurden in zahlreichen Orten große Schäden angerichtet, die •in die Hunderttausende gehen. Verheerende Folgen hatte das Sturmwetter für den Chiemgau. Dort wurden mehrere Gebirgsdörfer schwer mitgenommen. Vielfach brachen auch Brände aus. Auch Bad Reichenhall und Umgebung wurden durch die Unwetter schwer heimgesucht. Ein verheerender Wirbelsturm raste über das Berchtesgadener Land und richtete auch dort allenthalben großen Schaden an. Am schwersten tobte der Sturm auf dem K ö n i g s s e e, und zwar zu einer Zeit, wo fast sämtliche Boote der Königsseer Schifffahrt unterwegs waren. Das Motorschiff „Hochkaifer", auf dem sich etwa 100 Passagiere befanden, wurde vom Sturm erfaßt und abgetrieben. Das ganze Oberdeck des Schiffes wurde glatt abrasiert. Auf dem Schiff entstand eine Panik. Die Passagiere legten sich plati auf dem Deck nieder und schrien um Hilfe. Dank der Umsicht der Schiffsleitung konnte ein größeres Unglück vermieden werden. 3n schwere Bedrängnis kamen vor allem die kleinen Ruderboote, doch gelang es den meisten, sich noch in Sicherheit zu bringen. Der Berliner Kaufmann Fritz L a b u h n , der sich mit seiner Frau in einem Kahn befand, versank in den Wellen. Seine Leiche konnte bis jetzt noch nicht geborgen werden. Auch anderwärts fanden Personen durch Blitzschläge und durch Ertrinken des Tod. Bei Straubing wurde ein Mann mit Pferd und Wagen in die Donau geschleudert und ist ertrunken. 3m Eisenbahnverkehr gab es große Störungen. Verschiedentlich mußte der Zugverkehr zeitweise ganz eingestellt werden. Orkan über Oesterreich. Wien, 5. Juli. (WTB.) Der orkanartige West- sturm, der gestern abend über Wien hinwegbrauste, hat auch in der weiteren Umgebung und in der Provinz schweren Schaden angerichtet. Der Berliner Schnellzug über Prag, der gestern um 10.30 Uhr abends in Wien fällig war, traf erst gegen 3 Uhr früh ein, weil die Strecke durch entwurzelte Bäume und zerbrochene Telegraphen st angen verlegt war. Das Zentrum des Unwetters dürfte in Salzburg gelegen haben, wie denn auch das Salzkammergut besonders schwer betroffen zu sein scheint. Am Eingang in den Mirabellgarten wurde der frühere Chefarzt des Salsburger Kinderspitals, Dr. Pial. unter einem stürzenden Baum begraben und erlag kurz darauf den erlittenen Verlegungen. Zwei junge Holzarbeiter wurden in Ischl von einem umstürzenden Ma st der Stark- stromleitung getroffen und sofort getötet. Auf dem Bahnhof von Ischl wurde ein Beamter durch herabfallende Leitungsdrähte schwer verletzt. Die Verwüstungen sind bei S e e k i r ch e n besonders arg. Das Postamt Hendorf ist vollständig zerstört, ebenso wurden auch zahlreiche Bauernhäuser vernichtet. In Nonntal wurde eine Wäscherin getötet. Preußen verlangt werde, könne auch der Weg des Anschlusses preußischer Gebiete an außer preußische Länder beschritten werden, wofür Hessen ein Beispiel wäre. Oer Prozeß Benoit. Fachot Plädiert für die Freisprechung des Angeklagten. Paris, 5.3uli. (WTB.) 3n dem Prozeß gegen Georg Benoit wurden zwei Kaufleute aus Marseille vernommen, mit denen Benoit kurz vor dem Attentat Verhandlungen wegen des Antritts einer Stellung in Madagaskar gepflogen batte, die sich jedoch zerschlagen haben. Die Verteidigung Benoits macht geltend, daß dieser eine Reise nach Madagaskar damals in Aussicht genommen habe, um von der fixen 3dee, e *n 21 t t entat gegen Fachot verüben 3“ muJ ' ?n' abgelenktzu werden. Die ärztlichen Sachverständigen äußern jedoch, dah bei ‘BenDit leine Anzeichen eines pathologischen Zustandes vorhanden gewesen seien. Der Generalstaatsanwalt stellte fest, daß er Benoit für ooH 6s fähig halte, dah er aber auch gctoiffe Beweggründe, aus denen Benoit gehandelt hat, so weit berücksichtigen wolle, dah er von der Beantragung der Todes- strafe abgehen werde. Die Vernehmung des früheren Generalstaats- anwaltS Fachot führte zu einer Szene patheti- 1$en Einschlages. Fachot, der nicht als Privatkläger, sondern lediglich als Zeuge auftrat, plädierte in bewegten Worten, allerdings nicht mit juristischen Argumenten, für die Freisprechung des Angeklagten. „Wie können Sie", so rief er den Geschworenen zu, „den Arm strafen, wenn der Kopf umnähtet ist? Benoit hat mich töten wollen, aber andere wollen Frankreich zerstückeln. 3ft das nicht viel schlimmer?" Zu Benoit gewandt, fuhr Fachot fort: „Frankreich ist ein großmütiges Volk, und ich hoffe, dah Sie eines Tages aus vollem Herzen „Dive la France!" rufen werden." Der ganze Saal llatschte bei diesen Worten Beifall. Benoit erklärte hierauf mit zitternder Stimme: „3ch bedauere tief die Handlung, die ich gegen Herrn Fachot begangen habe. 3ch danke Gott, dah er sein Leben erhalten hat." Zu einer zweiten Sensation kommt es bei der Vernehmung des als Entlastungszeugen geladenen oberelsässischen Senators Helmer. Der Vorsitzende hielt Helmer vor, dah er seinerzeit Fachot älnterfdjlagungen in Höhe von 2V2 Millionen Franken vorgewor- f e n habe, und dah Benoit durch diese und ähnliche Behauptungen zu seiner Tat bestimmt worden sei. Der Staatsanwalt rief oem Senator zu: „Sie sind ein mildernder 11 m ft a n b für den Angeklagten. Sie sind ein Verleumder!" Der Vorsitzende fügte binju: „Sie haben Benoit die Waffe in die Hand gedrückt." Fachot erklärte auf eine o.rage, dah er den Worten des Staatsanwaltes nichts hinzuzufügen habe. Das Wort Verleumder, das er bereits in Colmar gebraucht habe, sei heute wieder gefallen. Das genüge ihm. — Das Urteil wird für Montagabend erwartet. Aus aller Wett. Schloß Diez, ein Geschenk an die Rieder lande. Wie der Berliner Korrespondent des „211- gemeen Handelsblaad" von gut unterrichteter privater Stelle vernommen haben will, hat d i e deutsche Re i chs r e g ier u n g das in Diez an der Lahn gelegene Stammschloß des Fürstenhauses Oranien-Rassau dem holländischen Staate als Ausdruck der Dankbarkeit für die Wohltaten, die das holländische Volk während der Kriegs- und Rachkriegszeit notleidenden Deutschen erwiesen hat, zum Geschenk gemacht. 159 Tote bei der amerikanischen llnabhangigkeilsfeier. In den Vereinigten Staaten sind im Verlauf der Unabhängigkeitsfeier 15 9 Personen ums Leben gekommen. Sieben von ihnen wurden durch Explosion von Feuerwerkskörpern getötet, 71 sind den Brandwunden erlegen, die sie erlitten haben, und 70 Personen haben durch Automobilunfälle das Leben eingebüßt. , Fallschirmabsprung bei 200 Kilometer Stundengeschwindigkeit. Der süddeutsche Fallschirmabfpringer K. Schreiber unternahm auf dem Flugplatz Staaken einen Absprung aus einer 3unkersmaschine, die von dem Piloten Klotz der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt gesteuert wurde. Die Leistung Schreibers kann insofern als Weltrekord bezeichnet werben, als ber Absprung bei einer Fluggeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern ausgeführt wurde. Der Rettungsschirm entfaltete sich nach 2,5 Sekunden in zirka 500 Meter Hohe. Die Zeit vom Absprung bis zur Landung betrug 1 Minute 41 Sekunden. vom Hilfsverein der Deutschen Juden. In der letzten Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses des Hilfsoereins der Deutschen Juden in Berlin wies Max M. Warburg (Hamburb) unter Darlegung der Eindrücke von seiner Palästinareise auf Arbeitsmöglichkeiten für den Hilfsverein in Palästina hin. Besonderes Interesse erweckte die Anregung, das Technikum in Haifa aufs neue zu fördern. Generalsekretär Dr. M. Wischnitzer berichtete über seine Studienreise nach Rumänien. Trotz der Besserung der politischen Zustände ist die wirtschaftliche Lage der Juden außerordentlich kritisch. Es herrscht vielfach große Rot, besonders in Bessarabien. Der Hilfsverein hat bereits vor einiger Zeit größere Beträge für das Hilfswerk in Bef- farabien abgeführt. Es gilt aber, den Juden Rumäniens auch konstruktive Hilfe zu bringen, sie bei dem notwendig gewordenen ökonomischen Umschichtungsprozeß zu beraten und zu unterstützen. Sehr wesentlich ist auch die Förderung des Schulwesens, das der Hilfsverein vor dem Kriege bereits unter- stützt hat. Der Geschäftsführende Ausschuß bewilligte zunächst 30 000 Mk. für die kulturelle Arbeit in Rumänien und 100 000 Mk. für die sanitären Einrichtungen in den jüdischen Kolonien in Südrußland. Zwei Ambulatorien des Hilfsvereins, in der Krim und in der Ukraine, sind bereits im Bau. Durch eine umfassende Auswandererfürsorge, die infolge der Nachkriegsverhältnisse besonders kompliziert ist, und die er im engsten Einvernehmen mit Reichs- und Landesbehörden durchführt, entlastet der Hilfsoerein in erheblichem Maße die bestehenden Wohlstchrtsinstitutionen innerhalb Deutschlands. Oie Wetterlage. -Rö>. »tockh? Aberdeen- A4 V7 49 LÄTörüna fTeitaa. 0.5. Juli 1929, T at>ds. 3 Parts °.MC s AI >> t* Seydlsf. 6ertn ($) j o 22v4> « Q* • mStat a°_' OWolkenlos.0 neuer, onaib oeoeert. • wolkig. öbedeckt. eReoen * Schnee Graupein »Nebel K 0cwnter.(§)wind5liiic.O^ sehr leichter Ost y "isss-ger Südsüdwest Q stürmischer nordwesl Die Pfeile fliegen mit dem winde Oie beiden Stationen dienenden Zahlen geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gleichen^ auf Meeresniveau umoerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Der Einfluß hohen Drucks, der sich gestern von Südwesten her entwickelte, wurde durch das Nordseefallgebiet wieder zur Abschwächung gebracht. Eine Randstörung brachte in unserem Bezirk mit der Warmluftwelle in den heutigen Morgenstunden stellenweise Gewitterstörungen und vielfach Nieder- schlüge. Der Einfluß der Nordseestörung ist noch nicht beendet; wir gelangen vielmehr in ihren Kaltlust- ström, der uns Abkühlung bringen wird. Außerdem bleibt dabei die Wetterlage unbeständig, und Regen- schauer sind noch zu erwarten, wenn auch bei der wechselnden Bewölkung zeitweise Aufheiterung Eintritt. Wettervoraussage für Sonntag: Wechselnd wolkig mit vorübergehender Aufheiterung, kühl, zunächst noch zeitweise Regenschauer. Wettervoraussage für Mont ag: Mehr aufheiterndes Wetter, mäßig warm, in der Hauptsache trocken. Lufttemperaturen am 5. Juli: mittags 23,5 Grad Celsius, abends 17,5 Grad; am 6. Juli: morgens 14,7 Grad. Maximum 25,9 Grad, Minimum 12,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Juli: abends 21 Grad; am 6. Juli: morgens 17 Grad. — Niederschlag 1 mm. — Sonnenscheindauer 8% Stunden. Müage. 'M- w m MK OBERST S>öi iS 7^1 C *• Generalmajor a. D. Cullmann beging kürzlich in voller Frische seinen 85. Geburtstag. Aus diesem Anlaß erhielt der alte Offizier in Anerkennung seiner Verdienste von dem S 0,2 M Ä ■ Fettansatz im Sommer ist besonders lästig. Nehmen Sie dreimal täglich 2 bis 3 Toluba-Kerne, die unschädliche, dabet wirksame, den Fettansatz reduzierende Stoffe ent« halten. Sie erhalten die echten Toluba°5kerne in Apotheken. 1460V früheren Kaiser ein herzliche« Glückwunschschrel» ben mit Bild und eigenhändiger Unterschrift» •• Kreisausschuß > Ferien. Der Kreis- ausschuß des Kreises Gießen hält vom 15. Juli bis 15. September Ferien. Während dieser Zeit können nur besonders schleunige Sachen zur Verhandlung kommen. Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen sind die Ferien ohne Einfluß. "Fahrzeuge und Straßenbahn im engen Seltersweg. Das Polizeiamt weist wiederholt darauf hin, daß nach den Vorschriften für den Verkehr und den Schuh der städtischen elektrischen Straßenbahn in Gießen das Befahren des Selterwegs zwischen Kreuzplatz und M a i g a s s e mit Fahrzeugen von einer größeren Breite als zwei Meter während des Betriebs der Straßenbahn verboten ist. Die Polizeibeamten sind zur strengen Aeberwachung und zur Strafanzeige im LIebertretungsfalle angewiesen. D i e Museen sind am morgigen Sonntag mit Rücksicht auf das Schützenfest geschlossen. •• Vom Gießener Schützenfest. Der heutige Degrühungsabend in der Dollshalle wird — wie man uns mitteilt — mit dem Schützenmarsch und einigen weiteren Musikstücken der Militärkapelle unter der Leitung des Obermusikmeisters L ö b e r eingrleitet. Vach einer kurzen Begrüßungsansprache des Dorsitzetrden des Schützenvereins, Architekt V i c o l a u s , werden unter den Klängen des Fanfarenmarsches das Dundesbanner und die übrigen Fahnen in die Halle gebracht, wo die feierliche Liebergabe an den Gießener Schützenverein erfolgt. 3m weiteren Verlaufe des Abends wird die Militärkapelle ein sorgfältig ausgewähltes Programm zum Vortrag bringen. Auch am morgigen ersten Hauptfesttage wird die Militärkapelle durch Konzertdarbie- tungen mitwirken. "ViehmärkteinGießen. Am kommenden Dienstag findet in unserer Stadt Rindvieh- (Rutz, vieh-) Markt statt, dem sich am Mittwoch Schweinemarkt anschließen wird. ** Diebstähle i n Gießen. Der heutige Polizeibericht meldet folgende Diebstähle: Am 7. Juni wurde an der Ecke Wetzlarer Weg und der zum Bahnhof führenden Fußgängerbrücke ein Thermometer mit der Aufschrift „Optiker Magnus, Gießen" gestohlen: in der Vacht zum 11. Juni wurde aus einem studentischen Ber- bindungshaus eine Geldkassette, braun mit grünen Streifen und Vickelgriff, entwendet, der Inhalt betrug 230 Mark: in der Zeit vom 17. bis 23. Juni stahlen Einbrecher aus einer Wohnung einen blauen Herrenanzug mit Kleiderbügel und Hosenträger: in der gleichen Zeit aus einer im ersten Stockwerk gelegenen Wohnung einen dunkelbraunen Herrenrock mit gleicher Weste: am 19. Juni wurde aus einem nicht verschlösse- , ncn Zimmer eine silberne Herren-Ankeruhr mit Double-Bier- und Weinzipfel gestohlen: am 28. Juni aus Mansardenzimmern ein Herrenanzug mit lila Grundton, ein Paar schwarze Herren-Halbschuhe, eine silberne, mit Goldrand versehene Herrenuhr mit 24-Stunden-Zifferblatt und daran befindlicher zweiteiliger Kette, eine goldene Herren-Repertoireuhr mit eingravierter Widmung auf dem Innendeckel: ferner in der Vacht zum 29. Juni ein an einem Hause in der Wil^lmstrahe angebrachter Briefkasten, und schließlich in der Vacht zum letzten Freitag aus einem im Seltersweg aufgestellten Auto eine dunkelbraune, wertvolle Lederjacke. Dor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei Gießen. Wettere Lokalnachrichken im 2. Blatt Aus der Provinzialhaupistadt. Gießen, den 6. Juli 1929. Halte, was du hast! Auf meinem Schreibtisch liegt ein kleiner, viereckiger Briefbeschwerer aus weißem Marmor, auf dem mit Gvldbuchstaben eingraviert ist: 2alte, was du hastl Das ist ein sehr nach- d-tnklicher Spruch. Ich habe den Stein heute lange in der Hand gehalten, und da zogen mir q ar vielerlei Gedanken durch den Kopf. Wenn man sich im Leben umschaut, dann lueht man, wie mancher Bekannte heute dies oder isnes treibt, morgen etwas anderes beginnt, um !i;nS übermorgen wieder strahlend zu verkünden, d-rh er sich jetzt auf etwas ganz Veues geworfen h-ibe auf etwas, was ihn bestimmt zum Ziele iLhre Lind nach kurzer Zeit muß er eingestehen, biß es doch nicht das Richtige gewesen ist. Wie cnn schwankes Rohr werden solche Menschen hin urd her geworfen. Die Zähigkeit, das Durch- Ixißen bei widrigen Lebensumständen fehlt ihnen iiollständig. Sie sollten, wenn sie etwas anfangen, nm den Spruch denken: Halte, was du hast!, denken auch an die Fabel vom Hunde, der ein Fleisch im Maule trug und damit über ccne Drücke lief. Er verlor alles. Selbst Alter schützt vor Torheit nicht. Oder uZar es keine Torheit, als sich die Eltern eines siudierten" Sohnes entschlossen, ihre alten Mö- l«l zu verkaufen (sprich: verschleudern) und sich modern einzurichten, damit sich die junge, vor- n«hme Frau des Sohnes auch „heimisch" fühle im Elternhaus ihres Mannes? Das gemütliche, bequeme Sofa, mit schwarzem Wachstuch überragen, mußte weichen, ebenso die schönen geschnitzten Bauernstühle, die Schranke mit den ci iigelegten Sprüchen, die Truhe, die alten, wertvollen, vertrauten Kupferstiche an den Wänden. 5>afür erschienen glatte, nichtssagende moderne Möbelstücke, weiche Sessel, ein Büfett, ein Ser- vrertisch und eine pomphafte Standuhr. Der alte Kuckuck mußte schweigen. An den Wänden hingen --Oelgemälde, auf denen man nur in einem Abstand von fünf Metern etwas erkennen konnte. Run denke man sich die alten Herrschaften, tote |ie sich in diesen neuzeitlichen Zimmern bewegten I Wie sie nicht warm werden konnten zwischen ben neuen Sachen. Was sagten ihnen die Möbel? Vichts! Keine Erinnerungen knüpften sich daran, tc ine Geschichte konnte davon erzählen. Man wußte nicht, wer sie verfertigt hatte. Sie waren fein", sonst nichts. Der alte Mann getraute sich hum, sich auf das Sopha zu sehen. Seme getreue Pfeife burfte er im Zimmer nicht rauchen, weil sonst die Dorhänge gelb würden. Seine Vartenschuhe mußte er ausziehen, damit der Teppich nicht litte ... Alles hatten sie hergegeben, nur damit sich ihre Schwiegertochter, die einmal im Jahre einige Tage zu Besuch (am, wohl fühle. Es sollte bei ihnen nicht bäuerlich aussehen. Ist das nun Elternliebe, oder. . . Ich will das andere Wort gar nicht hierher letzen. Du, lieber Leser, tust es doch in Ge- - danken. Ob die alten Leute wohl ihren Irr- luin eingestanden? Vein! Sie dachten eben nur an das Glück ihres Sohnes, an die vornehme Schwiegertochter und die kleinen lieben Enkelkinder. Es war die reinste Selbstaufopferung. Hätten sie nicht vorher den Spruch beherzigen sollen: Halte, was du hast!? Vun wohnen sie schon einige Jahre da, wo es weder bäuerliche, noch moderne Möbel gibt ... Halte, was du hast! kann man auch unseren Bauernfrauen zurufen, die zur Zeit ihre alte, praktische Tracht ablegen und vornehme Kleider tragen wollen. Ich spreche hier nicht von den jungen Mädchen. Daß diese nichts mehr von der Tracht wissen wollen, daß sie sich äußerlich bald nicht mehr von den städtischen Damen unterscheiden, das ist ein Dorgang, den niemand Wfprung ®IU"ö<*l.ll|gldl 'UM wuchs ÄÄan' : LLjLL Deutschen luden. FSä Sn? Wina- „5 Eesse erweckte di« lwfs neue w Wucher berjch, "ach Rumänien. Iroh Jtyn Zustande ist die wirt, »en ouherordentlich kritisch 'fc Rot, besonders in M ™ hat bereits vor einiger für dos Hilfswerk in M gilt aber, den Juden Ru- w Wie zu bringen, sie bei «nen ökonomischen Umschich. 1 und zu unterstützen. Sehr Förderung des Schulwesens, r dem Kriege bereits unter, lsführende Ausschuß bevil- ll. für die kulturelle Arbeit 1000 Mk. für die sanitären jüdischen Kolonien in Süd. orten des Hilfsvereins, in der aine, sind bereits im Sau. e Auswondererfurforg«, die Verhältnisse besonders fom< • im engften Einvernehmen esbefjörben -urchMr/, ent» erfyebfitffem MKe bie bt- tutioiM innerhalb Deutsch- aufhalten kann. (Man kann die Sache natürlich auch von der anderen Seite betrachten und fragen: Was sollen die Florstrümpfe beim Kartoffelausmachen?) Wie ist's aber, wenn Frauen von vierzig und mehr Jahren ihre Trachten ablegen und sich städtisch anziehen? Frauen, die ihre Kindheit und ihre glücklichsten Tage in einem Kleide verlebt haben, das sie einst von der Mutter erbten? Das waren Stoffe, an denen kein Dergang war. Wenn sie als junge Mädchen konfirmiert wurden, dann war die Kleiderfrage gelöst für das ganze Leben. Sie hatten eben „alles". Jetzt fangen einige an — trotz der schlechten Zeiten! — und tragen sich städtisch, und sie bekommen Vachfolgerinnen. Ganz abgesehen von der geldlichen Seite ist dieses Beginnen doch sehr merkwürdig. Auch das Kleidertragen will gelernt sein. Wenn sie sich wohl in ihrem neuen Staate fühlen, dann in Gottes Vamen! Ich glaube es aber nicht, habe auch schon verschämte Klagen gehört. Den andern aber sollten wir zurufen: Halte, was du hast! Lins allen aber gilt der Spruch erst recht, wenn wir an, unsere Freunde denken. Wahre Freunde sind selten, und wir wollen sie halten, solange wir können. Der Weinhändler spricht von gepflegten Weinen. Warum sollen wir nicht auch von gepflegter Freundschaft sprechen? Halte, was du hast! Auch deinen Kindern präge den Spruch bei Gelegenheit ein. Sind sie fahrig und wollen stets was anderes, dann erzähle ihnen die Geschichte vom Hunde mit dem Fleische im Maule oder eine ähnliche. Du kennst sicher aus dem Leben Beispiele genug von Leuten, die nicht nach dem guten Spruche handelten. Immer noch ziehen Alchändler hinaus auf stille Dörfer und kaufen alte, wertvolle Gegenstände, die irgendwo auf dem Speicher liegen. Schöne Schränke, Leuchter, Truhen usw. wandern für einige Mark in die Stadt. Warum denken die Landleute nicht an die Mahnung: Halte, was du hast!? Lind ehe du selbst etwas Veues beginnst, überschaue nachdenklich das Alte. Cs ist gewiß nicht immer das Beste, aber ein Teil wird doch schon gut gewesen sein, sonst wärst du nicht darauf verfallen. Lind toerm wir etwas von unseren Dorfahren übernommen haben, dann überlege es dir dreimal, ehe du änderst: denn so dumm, wie manche glauben, waren die Doreltern doch nicht! Sie wußten wohl, was sie taten. Mache es auch so! Halte, was du hast! V—k. Den Gießener Schützengästen. Don heute ab bis zum Ende der kommenden Woche wird unsere Stadt zahlreiche Schützen aus dem Mittelrheingebiet, aus Baden, der Pfalz und der Saar als Gäste beherbergen. Den Anlaß dieses Schühenbesuches gibt das 3 0. Ver - bandsschießen, das heute abend in der Dolkshatte eröffnet wird. Von der Festleitung, wie auch von weiten Kreisen der Bürgerschaft sind umfangreiche (Borbereifungen getroffen worden, um den Gästen im grünen Schühenrvck den Aufenthalt in unserer Stadt so angenehm wie möglich zu machen. Für die Ausübung des Schießsportes hat der Gießener Schühenverein unter Aufwendung erheblicher Mittel eine ganze Anzahl neuzeitlicher Anlagen geschaffen, von denen die Festleitung eine erfolgreiche Durchführung der Schießwettbewerbe erhofft. Daneben hat man eine Reihe von Veranstaltungen vorgesehen, die dazu dienen sollen, nach den Stunden des Wettkampfes am Schützen st and auch die frohgestimmte Geselligkeit nicht zu vernachlässigen. Durch alle diese Vorbereitungen und durch den Schmuck der Straßen bekunden der Schützen- Verein und die Bürgerschaft, wie hoch sie den Besuch der Schühengäste einschähen. Mit besonderer Freude erfüllt es unsere Bevölkerung aber, daß unter den zahlreichen Gästen auch viele aus dem besetzten Gebiet in den nächsten acht Tagen unter uns weilen werden. Wer die vielfachen Jm ganzen Reich nach wie vor und auch in Zukunft' der altbewährten Ente zn haben —>SvS lof, 9 «erlauf k, u"* feb,n "unf6ii-khx *»*asü*** Kn*““ ^r0U6fad(irh gestern Drucks, dtt sch R°rd' ,it; wurde oui; Eine Wlchwächu"^^ mit der ■ '“.'S ssfe® «ÄA lofle ÄnX* ei* für maN «5 VA*"'®* 1 nuD- seelischen und wirtschaftlichen Vöte unserer Dolls- genvssen im besetzten Gebiete kennt, wer sich durch eigenes Erleben in diesem deutschen Landesteil unter der Herrschaft der fremden Militär - getoalt ein Bild machen kann von dem, was dort unsere Brüder und Schwestern im Interesse des ganzen deutschen Dolles an Leid und Entbehrung auf sich nehmen, der wird doppell ermessen können, wie froh die Schützenbrüder aus dem besetzten Gebiete sein werden, daß sie wieder einmal im freien Deutfchland als freie Deutsche ihrem schönen Sport und einer ungehinderten deutschen Geselligkeit sich widmen können. Zwar wissen wir, daß unsere Brüder und Schwestern am Rhein, an der Mosel und Saar in opfervoller Treue ausharren werden bis zu dem Tage, an dem der deutsche Rhein und bte deutschen Lande an unserer Westmark wieder frei sein werden, aber wir glauben doch recht zu handeln, wenn wir bei diesem Gruß an alle unsere Schühengäste ein besonderes Wort des Willkommens den Brüdern vom Rhein, von der Mosel, der Saar und der Nahe widmen mit dem herzlichen Wunsche, daß ihnen recht bald die Stunde der Freiheit schlagen möge, und dann auch ihr edler Schießsport wieder ungehindert in chren Heimatorten zur Ausübung kommen kann. Mögen alle unsere Gäste während des Gießener Schützenfestes nicht nur ihre sportlichen Hoffnungen erfüllt sehen, sondern auch ungetrübte Freude haben an allem, was der Gießener Schühenverein und die Gießener Bürgerschaft ihnen in gern geübter Gastfreundschaft darbieten! Mit diesem Wunsche heißen wir alle Schühengäste in den Mauern unserer Stadt herzlich willkommen! Taten für Sonntag, 7. Juli. Sonnenaufgang 3.52 Uhr, Sonnenuntergang 20.17 Uhr. — Mondaufgang 3.51 Uhr, Monduntergang 21.30 Uhr. 1855: der Dichter Ludwig Ganghofer in Kauf, beuren geboren (gestorben 1920); — 1860: der Dirigent und Komponist G. Mahler in Kalischt geboren (gestorben 1911). Daten für Montag, 8. Juli. 1621: der Fabeldichter Jean de Lafontaine in Chateau-Thierry geboren (gestorben 1695); — 1836: der Staatsmann Josef Chamberlain in Chamberwell geboren (gestorben 1914); — 1838: Ferdinand Graf von Zeppelin in Konstanz geboren (gestorben 1917); — 1838: der amerikanische Großindustrielle John Davison Rockefeller geboren. Gießener Wochenmarktpreife. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 190—200, Matte 30—35, Wirsing 30 bis 35, Weißkraut 30—35, Gelbe Rüben 30, Rote Rüben 10—20, Spinat 30—35, Römischkohl 15 bis 20, Bohnen, grüne, 35—70, gelbe 50—80, Dicke Bohnen 30-35, Erbsen 25—30, Mischgemüse 10—15, Tomaten 30—80, Zwiebeln 10—25, Rhabarber 10—15, Kartoffeln, alte 5,05, neue 15 bis 20, Aepfel, ausl., 45—70, Dörrobst 35-^40, Kirschen 40—60, Sauerkirschen 45—50, Heidelbeeren 45—50, Stachelbeeren 20—25, Johannisbeeren 30—35, Erdbeeren 60—90 Pfennig das Pfund, Walderdbeeren Schoppen 55 bis 60 Pfennig, Aprikosen 50—60, Pfirsiche 75—80, Honig 40—50, Junge Hähne 120—130, Suppenhühner 100—120 Pf. das Pfund; Tauben 70—90, Eier 13 Pf. das Stück; Käse 10 Stück 60—140 Pf.; Blumenkohl 30—80, Salat 5—10, • Salatgurken 25—50, Einmachgurken 8—15, Ober- Kohlrabi 10—15, Lauch 10—15, Rettich 10 bis 25, Sellerie 10—15 Pf. das Stück; Gelbe Rüben 10—20, Radieschen 10-15 Pf. das Bund: Kartoffeln per Zentner 4.50 Mark. 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Mn diirsen sch draußen 22.3uni mehr ziehen können Verhältnis bei schließen sich Ichafts- und § das ausgegüd)e Angora erobert tonnte der türk lament seststell neuen Türkei gelegt seien, u mehr zwischen Nietungen bet chenland vertrag. Dese uerbanblunge' Abschluß, 'ffiii llenosse, ist in hat den Fried nen und den "nö foucei Drei 6 Trost Vor .Außer den. Obelisken, wie dien bedeuten von einer abi Ausrichtung i ptemblinoä > ba^umUCibt auf das Kapi d'e Aussicht Herabsturzen London bat ßnnnerur L'tskandid ^pefeuer zu i i?h ? vorder Krhaupt bc: ^.runden 2 Menden Di JMtem ma m" Gaffer' * ««f- Li GäufeV, fa Trieben"7/ich logen unh n? >nder^H le»ne Än' Spionage-Zentrale Brüssel irine Vereine Rom Augustus. Das ist die Colonna Mus Reid der pharaonischen Obe- I mit der Colonna Marc Aurels | erlkanlsche esellschatt g Frankfurt iM. svlini, die den lisken erwecken und Ä 0 a N G 1 s H» 1 G Endlich, am 2. April, wälzte sich das Ungetüm unter dem Jubel der faszistischen Jugend, die aus dem ganzen Lande herbeiströmte, an den Strand. In Holz und Weihrauch, in Segenssprüche und Zeremonien aller Art wickelte man es ein, der Priester taufte es und am 23. Juni rutschte es langsam auf ein eigens konstruiertes Fährschiff hinüber, ein Stapellauf, zu dem die Regierung die römischen Vertreter der Weltpresse einlud. Alle Herzen pumperten im kritischen Augenblick: Wird der Einstein versacken oder nicht? Er versackte nicht, er blieb seinem obersten Grundsatz der Bewegungslosigkeit treu. Aber noch sind nicht alle Gefahren überwunden. Brav hielt sich das Meer. Rahm das große Wickelkind mütterlich in feine Arme und strahlte es mit blauen Augen an. Schuhbereit liefen ein paar Kriegsschiffe neben dem Schlepper her und geleiteten ihn bis an die Tibermündung oder vielmehr an dessen schiffbaren Seitenarm, der bei Fiumicino mündet. Hier warteten schon drei neue, festlich bewimpelte Schlepper, die sich an die fünfhundert Tonnen schimmernder Pracht heranmach- ten und sie sicher durch die Brandung, wo sich das Gelb des „blonden Tibers" mit dem Azur des Tyrrhenischen Meeres vermählt,hindurch in den Kanal lotsten. Der Koloß nahm die Freundlichkeiten mit stoischer Ruhe hin. Sechsunddreißig Kilometer Flußfahrt trennten ihn nun noch von der Hrbs, von der Jsola Sacra bis zur Paulskirche hatte er zahllose Windungen zu überwinden. Aber diesen Weg hatten schon manche Vorgänger genommen, zuletzt der Obelisk, den die Fürsten Torlonia in ihre Villa nach Rom schaffen ließen, derselben Villa, die jetzt dem Duce als Sommerresidenz dient. Wahrscheinlich ist der Gedanke an eine Wiederholung des grandiosen Schauspiels, das seinerzeit Jahre hindurch die Techniker und Baumeister in Aufregung hielt, hier entstanden. Ja, und da liegt er nun, der Himmelsweiser, vor der Basilika und wartet auf hohen Wasserstand, der ihm den heiklen Aufstieg durch die vierzehn Brücken Roms ermöglichen soll. Ob die Schwierigkeiten ihn reizen, ob er tückische Zwischenfälle im Traume ausbrütet, man weiß es nicht. Der weihe Riese schläft. Was ist das für ein Ding? fragt wohl mancher, der unvermutet an den kleinen Flußhafen tritt. Was sollen die Fahnen? Was geht hier vor? Das ist das Rom Mussolinis, antwortet der blonde Tiber, und ich verbinde es mit dem i, 5Jahre Lfitt tättfl jnipfieblt tttifl und v. Dam.' ierstrJJ^ etant Surft' und ren gegen id)t Schr. L 04226 an Slnytk „Oer Todesdraht." Von Heinrich Binder. Als unsere IV. Armee in Flandern kämpfte, sprachen die Soldaten von der „flandrischen Hölle". Ein unterirdisches Feuer bedrohte tatsächlich alle: die Spionage. Wohl kein Volk hat im Weltkrieg mit so hemmungslosem, fanatischem Haß Spionage getrieben, wie das belgische Volk. Von den unglaublichen, aber wahren Begebenheiten dieses Kampfes auf Leben und Tod berichtet das soeben in der Hanseatischen Verlagsanstalt, Hamburg 36, erschienene Buch „Spionage- Zentrale Brüsse das Heinrich Bin- der nach Aufzeichnungen von Geheimagen- ten, die im Weltkrieg an der Westfront tätig waren, herausgegeben hat. Mit Genehmigung des Verlages teilen wir aus den Berichten mit, wie die Spione den gefürchteten „Todesdraht", die Absperrung der Grenze, überwunden haben. Jetzt war Devos allein. Um den senkrecht zur Grenze führenden Graben, der ein Grundstück flankierte, und der mit alten Weidenstumpen bepflanzt war, zu erreichen, mußte Devos erst etwa achtzig Schritte an der Obstwiese entlang gehen. Am Graben angelangt, wartete er mit klopfendem Herzen einige Augenblicke, um sich zu vergewissern, ob nicht etwa eine holländische Grenz- Patrouille in der Nähe sei. irgendwie wesentliche Streitfragen mit den Nachbarn und aus dem Kriege nicht mehr. Sie ist in einer freien und auch gesicherten Position, da sie es geschickt verstanden hat, zwischen England und Rußland unabhängig und neutral zu bleiben. Die relative Ruhe, die heute über den nahen Orient liegt, von der Spannung in Aegypten, den Kämpfen in Persien und Afghanistan abgesehen, bietet im Zusammenhang mit der gleichen Situation in Südosteuropa, dem italienischen Ehrgeiz, dem Frankreich überall, wo es nötig ist, die Waage hält, keine Möglichkeit, vorwärts zu kommen. Auch die Lateran vertrüge, innerpolitisch ein großer Erfolg Mussolinis, werden außenpolitisch wenig bedeuten. Die Lateranverträge — das preußische Konkordat — die Frage der heiligen Stätten in Palä- tina, die der Vatikan wieder zur Debatte stellt — chließlich d i e Verständigung zwischen Staat und katholischer Kirche tn Mexiko am 21. Juni, sind für die Führung der katholischen Kirche höchst bedeutungsvolle Ereignisse. Außenpolitisch wichtig davon ist nur der Abschluß in Mexiko. Nicht umsonst hat sich darum der Botschafter Nordamerikas in Mexiko, M o r r o w , so lebhaft bemüht. Diese Arbeit aus Nordamerika zeigt, daß diesem am Frieden in Mexiko gelegen ist und nicht an Bürgerkrieg und einer Unordnung, die Dieb leicht die „Dollardiplomatie" locken könnte, aber große Gefahren in sich trüge. Drei Jahre lang hat der Kampf zwischen Staat und Kirche in diesem Land das Volk im Bürgerkrieg zerrissen. Der Abschluß ist ein wichtiges Ereignis für die Stabilisierung und Beruhigung der Verhältnisse in Mexiko und damit auch für eine wirtschaftlich.e Gesundung, die dem Lande zu wünschen ist. Auch auf Mexiko hat b i e Hoffnung des ru s s i s ch e n Bolschewismus geblickt, weil das Land im Bürgerkrieg war, und weil es dazu auch sozialpolitisch eine ziemlich radikale Politik machte. Umgekehrt also das Interesse Amerikas, daß hier endlich Ruhe werde, sich Mexiko wirtschaftlich entwickle und die dort angelegten großen amerikanischen Kapitalien Zinsen trügen. Wir glauben, daß man in Amerika die Idee, Mexiko würde einmal den Vereinigten Staaten ebenso angegliedert werden können, wie . lO.Iolt und der Colonna Trajans wetteifern wird an Größe und Herrlichkeit ... Jrn Herbst, wenn die großen Regengüsse den heiligen Strom Italiens zum Steigen bringen werden, soll die jetzige Reise beginnen. Wie mag der Koloß an der Tiberinsel, an den gefährlichen Pfeilern der Engelsbrücke vorbeikommen? Wie, wenn die Strömung des Hochwassers zu reißend wird oder wenn es die Brückenbogen unerwartet rasch ausfüllt? Hat er dann endlich sein Floß verlassen, so beginnt die Arbeit der Hochbauingenieure, denn in der Villa Farnesina beim Ponte Milvio, dem Forum Mussolini, soll er aufgestellt werden. Dicht an der für das Geschick Roms so bedeutsamen Drücke. Hochschulnachrichten. Der durch die Emeritierung des Prof. H. Grimme an der Hniberfität Münster erledigte Lehrstuhl der orientalischen Philologie ist dem a. o. Professor Dr. Joseph Schacht in Freiburg i. B. angeboten worden. Dr. Schacht habilitierte sich 1925 in Freiburg i. D. für semitische und türkische Philologie. Hier erhielt er auch einen Lehrauftrag und 1927 die Ernennung zum planmäßigen Extraordinarius und Direktor des Orientalischen Seminars. — Der durch die Emeritierung des Geh. Rats A. Philippson an der Bonner älniverfität erledigte Lehrstuhl der Geographie wurde Leo Waibel in Kiel angeboten. Prof. Waibel nahm 1911 an der Forschungsreise der Deutschen Kolonialgesellschaft nach Kamerun teil. 1914 trat er im Auftrage des Reichskolonialamtes zusammen mit Prof. Jaeger (Berlin) eine neue Forschungsreise nach Deutsch-Südwestafrika an, die sich durch den Krieg bis Herbst 1919 erstreckte. 1920 habilitierte sich Dr. Waibel an der Hniversität Köln und siedelte 1921 als Assistent von Geheimrat Penck an die Universität Berlin über. Ostern 1922 erfolgte seine Ernennung zum ordentlichen Professor an der Mniberfität Kiel. Der Lehrstuhl der neueren deutschen Literaturgeschichte an der Hniversität Münster (an Stelle von Prof. H. Schwerins) ist Professor Dr. Ernst Beutler in Frankfurt a. M. Angeboten worden. Beutler, der seit 1925 als Direktor des Goethe-Museums in Frankfurt a. M. tätig ist, ist Schüler von Albert Köster und wurde 1912 Dibliotheksrat an der Staats- und älniversitätsbibliothek in Hamburg. Zugleich habilitierte er sich in Hamburg für deutsche Philologie. 1925 übernahm Deutler die Leitung des Frankfurter Goethe-Museums und erhielt später | die Ernennung zum Honorarprofessor, ’tSCN miet iM&en diaben Wanzen sb sSsiä «s? icht :ter moderFirmen m, welche über ügen. Austähi' renzen erbeten. H Mer-lW toi SM 5854V ;[er 233* 1 Herren,' schall ein. i jungen n zwecks Äer drück- een zeloE craufziehenden Konferenz geschlossen sein wollen. Mit der Vorbereitung dazu geht cs langsamer, als Optimisten dachten. Frankreich befindet sich in einem erheblichen Wirrwarr und hat sich darin 3U einem von vornherein zum Scheitern verurteilten Vorgehen entschlossen, nämlich bei Amerika um die Verlängerung des F ä 11 i g k e i t s t e r - •nin s für die bekannte Schuld zu ersuchen. Poin- c«rs wird die Ratifikation wohl durchsetzen, aber diese Verhandlungen ziehen sich immerhin länger f) in. Und sie können auch auf die innerpolllifche Sage im Sinne einer Umbildung des Kabinetts Poin- rcr6 zurückwirken. In diesem Wirrwarr tritt jedenfalls das hervor, daß die neue Regelung, die die t deutschen Reparationszahlungen im Poung-Plan staden sollen, aufs engste mit dem Netz der ^interalliierten Schulden verwoben i[t. Das ist für Frankreich nach der einen Seite an- q «nehm, nach der anderen aber nicht, weil es nun auch aus England hort, daß auch dieses Wünsche aus der Schuldenfrage an Frankreich hat und sich ini Kabinett Macdonald mit der Regelung der Bal- fournote nicht unbedingt abfinden will. In die Gespräche zwischen London und Paris über die Konferenz und ihren Ort hat die deutsche Regierung mit der Erklärung ihres Standpunktes eingegriffen, lins ist London, wenn ein deutscher Ort nicht in Frage kommt, natürlich lieber. Der Zeit nach ist Inon unserer Seite gesagt worden, daß die Konferenz -wischen dem 15. Juli und 15. August beginnen möge. Eine einfache Rechnung sagt dann, wann ungefähr, zumal auch auf die Volker- . bundsversammlung vom 9. September an Rücksicht genommen werden muß, an einen Abschluß und an die Reichstagsverhandlung darüber gedacht werden kann. Nun dürfen wir aber nicht ganz vergessen, was ■1 sich draußen vollzieht. Die Türkei hat am 22. Juni mehrere Abkommen mit Frankreich vollziehen können, mit denen alle Schwierigkeiten im Verhältnis der beiden Staaten beseitigt find. Daran A schließen sich Verhandlungen über einen Freund- jchafts- und Schiedsvertrag beider Länder, und ist das ausgeglichen, was Italien etwa an Vorsprung in Angora erobert hatte. Mit begreiflicher Genugtuung tonnte der türkische Außenminister vor seinem Parlament feftfteUen, daii nunmehr die Grenzen der neuen Türkei gegenüber allen Nachbarländern festgelegt seien, und es keine wesentlichen Streitfragen inehr zwischen der Türkei und den betreffenden Regierungen des Auslandes gäbe. Auch mit Griechen l a n d verhandelt man über einen Schieds- v ertrag. Desgleichen nähern sich die Bereinigungs- Verhandlungen über die Orientbahnen dem Abschluß. Wirklich, die Türkei, unser Kriegsbundes- genosse, ist in einer glücklicheren Lage als wir! Sie hot den Frieden von Neuilly längst abschütteln können und den Frieden von Lausanne als freier und souveräner Staat geschlossen. Sie hat MSMMM Diese Zeit benützte er, um seine Pistole zu entsichern und die Gummihandschuhe an^uziehen. Obwohl sich das Gewitter verzogen hatte, regnete es ganz fein. Und es war so finster geworden, daß Devos kaum bis zum nächsten Baumstumpen sehen konnte. Nach seiner Berechnung hatte er sich dem T o - desdrahtscionaufetwafünfzigMeter genähert. Wie eine Wildkatze schlich er vorwärts. Jetzt schien er zu torfein, jetzt warf er sich nieder, jetzt schritt er wieder mit tastenden Armen in die Dunkelheit, da auf einmal blitzen drüben die Scheinwerfer auf, die das Gelände regelmäßig nach allen Richtungen hin absuchen. Devos hatte den letzten Baum des Grabens erreicht, und ein nur etwa vier Meter breiter Weg trennte ihn noch von dem Todesdraht. Aber wie das Raubtier auf das gelähmte Opfer, kam der Lichtschein näher und näher. Jetzt beleuchtete er die Stelle, die Devos zum Ueberschreiten benutzen mußte. Der Spion hatte sich flach auf den Boden geworfen, und in dieser Lage verharrte er so lange regungs- und atemlos, bis der Lichtkegel über ihn hinweggeglitten war. Jetzt schlich er an den Todesdraht. Zu seinem Schrecken sah er eine Veränderung, die den Weg erschwerte. Vor acht Tagen, als er zum letztenmal durchgekrochen war, war der Draht doch leichter zu bewältigen gewesen. Jetzt hatte man die Spanndrähte zwischen je zwei Pfählen durch senkrecht laufende Verbindungsdrähte 589)v k' Anstatt daß das Fenster geöffnet wurde rief eine rauhe Soldatenst-mme ärgerlich heraus: „Zum Donnerwetter, laß mich schlafen!" » Jetzt schlich Devos wie ein Fuchs in den Stall zurück, und nach einigen Minuten erschien sein Freund Ian, der Schmuggler. Seine Kammer hatte er an einen Landsturmmann abtreten müssen, und er selbst schlief mit seiner Frau auf dem Speicher. Ian zog sich bald in feiger Angst wieder zurück. Devos überlegte jetzt, wo er bleiben sollte. Am liebsten wäre er ins Heu über dem Stall gekrochen; aber so dumm waren die Deutschen nicht, daß sie ihn dort nicht hätten aufgestöbert. Er zog es daher vor, sich in einem engen Versteck über dem Hühnerstall zu verbergen. Als der Morgen graute, stand der Landsturmmann auf und ging zu seinem Dienst. Devos hörte von Jan, daß der Deutsche erst gegen Abend zurückkehren würde; während Jan vor dem Hause Wache hielt, wusch sich Devos im Zimmer des Landsturmmannes und stutzte sich seinen zottigen Bart. Gegen ,ed)5 Uhr wurde es im Dorf lebendig. Jan meldete, daß Patrouillen kämen. Devos griff zu einem letzten verzweifelten Mittel, das ihm wieder einmal den Kopf rettete. In feldgrauer Hose und deutscher Mütze stand er am Waschfaß neben dem Stall und wusch Soldatenhemden, als zwei Gendarmen, von zwei Geheimagenten begleitet, von weitem Ian zuriefen, ob seine Einquartierung schon aus sei. Ian erzählte, daß der Landstürmer dort am Waschfaß schon seit einer Stunde seine Kleider wasche. Devos aber stand mit zitternden Händen am Waschfaß und pfiff mit zitternden Lippen das Lied: „Die Vöglein im Walde .. Mit Reckt konnten die Gendarmen sich sagen, daß Devos demnach auf keinen Fall in diesem Hause verborgen hielt. Und somit war wieder einmal die Gefahr für den Burschen vorüber. Er konnte, während jeder Wald, jede Schonung umstellt und durchsucht wurden, während die Sümpfe sogar durch ein Flugzeug abge- sucht wurden, mit seinen Läufern seine Berichte aus- tauschcn, — wie aus den Akten erweislich ist, war Pieter Devos am 2. August 1916 wieder in Vlis- singen. SieErkeunlnis und daneben zu fördern... Aufbau und Ziele der Kaiser-Wilhelm-Gesellschast. Von D. Or. phil. Or. med. ei iur. h. (. Adolf von Harnack, Wirklichem Geheimen ZRof und Präsidenten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschast, (Exzellenz. Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft wurde 1911 an- I läßlich des 100jährigen Jubiläums der Berliner 1 Universität auf meinen Vorschlag aus dem Jahr 1910 hin von dem deutschen Kaiser und einem neu- gebildeten Verein bekannter Männer und Frauen des deutschen Wirtschaftslebens ins Leben gerufen. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, „die Wissenschaften, insbesondere durch Gründung und Erhaltung naturwissenschaftlicher Forschungsinstitute, zu fördern". Solche Gesellschaften zur Förderung der reinen Wissenschaft eristierten in Gestalt der Carnegie- und Rockefeller-Institute, der Royal Institution ok Great Britain, College de France, des Pasteur- und des Nobel-Institutes schon längere Zeit in den Vereinigten Staaten, England, Frankreich und Schweden. Sie waren in der ganzen europäisch gebildeten Welt zur Notwendigkeit geworden, wenn die Forschung in gleichem oder stärkerem Maß als bisher arbeiten sollte. Denn überall erschwerten es, wie an den deutschen Universitäten, die Vereini- aung von Lehrtätigkeit und Forschung, die mangelnden Geldmittel der Unterrichtsverwaltung für moderne Forschungsinstitute und der um die Jahrhundertwende einsetzende, jährlich wachsende Zustrom der Lernbegierigen den Gelehrten ihrer eigentlichen, wissenschaftlichen Aufgabe völlig zu genügen. Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft griff deshalb auf die ein Jahrhundert alten Pläne Wilhelm von Humboldts, auf den Gedanken der wissenschaftlichen Hilfsinstitute, unab- hängig von Universitäten und Akademien, zurück. Day die Gesellschaft in der Hauptsache naturwissenschaftliche Institute geschaffen hat. ist dadurch begründet, daß man den großen Wert naturwissenschaftlicher Forschung für Wirtschaft und Technik, auch im internationalen Wettbewerb, erkannt hat. Außerdem machten die Geistes- Wissenschaften die Schaffung von Spezialinstituten weniger notwendig, von denen die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft heute vier besitzt: das Institut zur Erforschung spezieller Fragen der deutschen Geschichte, Berlin, das Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, Berlin, das Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht und das Kunstwissenschaftliche Institut im Palazzo Zac- cari in Rom für Deutsche und Ausländer. Die naturwissenschaftlichen Institute derKaiser- Wilhelm-Gesellschaft umfassen heute zwei Typen von wissenschaftlichen Arbeitsgebieten. Die eine Gruppe arbeitet rein wissenschaftlich, theoretisch an wissenschaftlichen Problemen, deren Lösung natürlich dem allgemeinen Leben indirekt zugute kommt. Die andere Gruppe aber arbeitet an der wissenschaftlichen Beantwortung schwerer und lebenswichtiger Grundfragen von Wirtschaft und Technik, welche durch die Ratur der Rohstoffe gegeben sind. Dte Spezialinstitute theoretischer Forschung umfassen Institute für Biologie, Biochemie. Anthropologie, Physiologie und Medizin in Berlin, München, Heidelberg usw. Diese Institute beschäftigen sich nach dem Gründungsprinzip der Kaiser-Wilyelm-Gesellschaft nicht mit Gebieten, die Hauptfächer an Universitäten und Hochschulen sind, sondern mit Spezialgebieten, die die Arbeit der Universitäten ergänzen. Der andere Typ der naturwissenschaftlichen Institute stimmt mit den führenden Wirtschaftlern, denen er neue Wege zeigen soll, darin überein, daß sein Forschungsziel absolut wissenschaftlich sein mutz, wenn seine Ausführung die praktischen Wirtschaftsvrobleme der Zukunft so fördern soll, wie es die Wirtschaft von der wissenschaftlichen Erkenntnis erwartet. Humboldts Wort klingt wieder über die Jahrhunderte hinweg: „Die Wissenschaft gietzt oft dann ihren reichsten Segen über das Leben aus, wenn sie sich von demselben gleichsam zu entfernen scheint." Zu den Instituten der angewandten Wissenschaft der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft gehören die zwei Institute für Kohlenforschung in Mülheim a. d. Ruhr und Breslau, die Institute für Eisenforschung in Düsseldorf, für Metallforschung in Berlin, für Silikatforschung (für die Zementkeramik- und Glasindustrie) in Berlin, für Faserstoffchemie in Berlin, für Strömungsforschung in Berlin, für Züchtungsforschung in Müncheberg, für Arbeitsphysiologie in Dortmund-Münster (bisher in Berlin), und die Aerodynamische Versuchsanstalt in Göttingen. Autzer diesen Instituten hat die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft noch eine Reihe von Forschungsstationen in für naturwissenschaftliche Forschung besonders geeigneten Gebieten in Holstein, Istrien, Riederösterreich. Neapel und Berlin errichtet. Die dem Publikum bekannteste dieser Forschungsstationen ist die große Vogelwarte in Rossitten (Kurische Nehrung). MienMMMm. Roman von Edgar Wallace. 20. Fortsetzung. Nachdruck verboten. 20. «Diana Ward," sagte Larry, «ich bin ein schwergeprüfter Mann. Das junge Mädchen unterbrach ihre Arbeit und ließ ihre Finger auf den Tasten der Schreibmaschine ruhen. Dann drehk sie sich auf ihrem Stuhl herum. «Unser Fall fängt an, ein wenig klarer für mich zu werden", entgegnete sie ruhig. «Ich wünschte bei Gott, er würde auch für mich allmählich etwas klarer", brummte Larry. „Wir können am besten sehen, wie die Sache liegt, wenn wir uns die Ereignisse in ihrer Folge ins Gedächtnis zurückrufen." Er lehnte sich in seinen Stuhl zurück und begann an den Fingern abzuzählen. „Wir haben da zuerst einen reichen Kanadier, der augenscheinlich in der Absicht nach London kommt, die Gräber von Frau und Kind, die er vor Jahrzehnten verlassen hatte, aufzusuchen. Nach oder während eines Besuches im Macready-Theater wird er ermordet. Der Autor des Stückes ist John Dear- born, der. wie allgemein bekannt ist, den größten Blödsinn schreibt, der jemals auf einer Bühne gesehen worden ist. Aber aus dem Grunde ist er noch lange kein Mörder. Außerdem ist er ein angesehener Geistlicher, der sein Leben, seine Arbeit den Blinden geweiht hat. Der ermordete Stuart hinterläßt ein Testament, geschrieben auf der Innenseite seines Oberhemdes, in welchem er sein gesamtes Vermögen einer Tochter vermacht, die nach unseren bisherigen Informationen überhaupt nicht existiert. Verschiedene Anhaltspunkte werden gefunden: ein Stück Papier mit Worten in Brailleschrift und in der Hand des Toten die Hälfte eines Manschettenknopfes aus schwarzer Emaille mit Brillanten. Die Brailleschrift wird aus dem Präsidium gestohlen. Ein Paar gleiche Manschettenknöpfe kommen in den Besitz Flimmer Freds, der sie seiner eigenen Sicherheit halber verseht. Diese Knöpfe scheinen aber für eine oder mehrere unbekannte Personen derartig wichtig zu sein, dah ein Einbruch in dem Leihhaus. wo die Knöpfe versetzt sind, ausgeführt wird, augenscheinlich nur zu dem Zweck, diese wieder in die Hände zu bekommen. Noch mehr. Ein Helfershelfer dieser Personen versucht zuerst Sie. Miß Ward, zu entführen und dann Fanny Weldon, die in unser Bureau im Präsidium eingebrochen war. zu ermorden. Die Beweggründe hierfür sind mir verständlich, ebenso der Versuch .Flimmer Fred aus dem Wege zu räumen. Wofür ich aber wirklich gar keine Erklärung finden kann, ist der Versuch, der gegen Sie unternommen wurde." „Das ist mir auch rätselhaft", nickte Diana. „Zweitens", zählte Larry weiter, „haben wir herausgefunden, daß Stuart in der Greenwich- Versicherungsgesellschaft außerordentlich hoch versichert war. Leiter der Gesellschaft ist Dr. Iudd, der übrigens kein Hehl daraus rnadjt, daß die Versicherung abgeschlossen wurde." „Haben Sie Dr. Iudd gesehen?" fragte sie überrascht. „Ich habe telephonisch mit ihm gesprochen und werde ihn nachher aufsuchen. Vielleicht begleiten Sie mich — wir können ja unseren Besuch in Todds Heim bis zum Nachmittag aufschieben." Er sah ihre Augen bei diesem Vorschlag aufleuchten und fragte neckend: „Die Jagd scheint Ihnen Vergnügen zu machen?" „Cs ist faszinierend für mich, und ich möchte am liebsten bei allem dabei sein. Gestern hatte ich so das Gefühl, als ob Sie das nicht von mir annahmen." Larry errötete schuldbewußt. „Nur für einen kurzen Augenblick", gab er zu, „und das war sehr unrecht von mir. Aber schließlich: Warum sollten Sie auch alle Stunden, die der Himmel Ihnen beschert, mit Arbeit ausfüllen?" „Weil ich möchte, dah die Mörder Stuarts der gerechten Strafe nicht entgehen", antwortete sie mit fester Stimme. Dr. Iudd erwartete nur einen Besucher und war offensichtlich angenehm überrascht, als Larry mit seiner Begleiterin in das grotze Direktionsbureau in Bloomsburh Pavement hineinkam. „Dr. Iudd — meine Sekretärin, Mitz Ward", stellte der Inspektor vor. „Miß Ward hat ein ausgezeichnetes Gedächtnis, und vielleicht habe ich einige stenographische Notizen unserer Unterredung nötig." „Das ist mir sogar sehr angenehm", sagte Dr. Iudd, schien sich ober doch in der Gegenwart des jungen Mädchens nicht ganz behaglich zu fühlen. „Es freut mich, dah Sie gekommen sind," begann Dr. Iudd langsam. „Ich wollte gern noch einmal mit Ihnen über den Mann sprechen, den Sie bei mir fanden, als wir uns zum erstenmal trafen. Ich muß befürchten, Sie haben einen absolut falschen Eindruck gewonnen, und ich kann Ihnen das nicht einmal verdenken, denn der Mann ist ein berüchtigter Gauner. Haben Sie ihn kürzlich wiedergesehen?" „In den letzten Wochen habe ich ihn nicht zu sehen bekommen und auch nichts von ihm gehört," sagte Larry wenig wahrheitsgemäß, und dos junge Mädchen mußte ihre ganze Selbstbeherrschung zusammennehmen, um ihre Heber» raschung nicht sehen zu lassen. lül fm Im Gießen, Klein-Lin Es war ein so Iudd nickte zu Erfurt« °O97 Zigaretten, und alle Gegner des Für die dem Hi sagen w sonders Pfarrers vielen Kr Gott dei gute Mu Schwesti nach sd sich zu i täglich durchschnittlich hundert meine robuste Gesundheit straft Rauchens Lügen." Der Doktor lachte herzhaft. Die Trau mittags 2 hofs, die vergnügtes, herzliches und ansteckendes Lachen, dah Diana unwillkürlich lächeln muhte. Der Doktor steckte eine Zigarette an, nahm eine Mappe aus seinem Schreibtisch und öffnete diese. „Hier sind die Policen. Sie werden bemerken, dah die Summen an eine Person zu zahlen sind, deren Namen später genannt wird. Ich erhielt die diesbezügliche Anweisung an dem Tage, wo Stuart starb, und ich werde sie Ihnen sofort zeigen. Sie wurde mir erst gestern morgen vorgelegt. als einer meiner Angestellten mich daran erinnerte, daß wir die Policen ausgestellt hatten. Zu gleicher Zeit erhielten wir die Aufforderung, die Versicherungssumme auszuzahlen, und mit dieser Aufforderung den Totenschein Stuarts, respektive die beglaubigte Kopie desselben." „Die man für fünf Schilling erhalten kann," unterbrach Larry, und Dr. stimmend. „Cs war aber vollständig Dr. Iudd fort. „Auf jeden genügend," fuhr Fall hatten wir „Nun," sagte der Doktor, „darüber können wir mal bei einer späteren Gelegenheit sprechen. Stört es Sie, wenn ich rauche. Miß Ward?" Sie schüttelte lächelnd den Kopf. „Ich bin leidenschaftlicher Zigarettenraucher," fuhr er fort. „Seit mehr denn fünfundzwanzig Jahren rauche ich Vo,llhrl Für die v dem Hin sowie di Sattlern Sprecher Imb Wiesedr, keinen Grund, dem Erben, als dieser vorsprach, das Geld vorzuenthalten und — die Zahlung wurde geleistet." „Wie ist es gezahlt worden? Bar oder Scheck?" „Auf den eigenen Wunsch der betreffenden Dame durch offenen Scheck." „Der Dame?" fragten Larry und Diana in höchster Heberraschung zusammen. Dr. Iudd sah Diana lächelnd an und rieb vergnügt seine Hände. „Eine so interessierte Sekretärin gefällt mir ausnehmend," kicherte er. „Aber wer war denn die Dame?" fragte Larry. Der Doktor nahm zwei schmale Bogen aus seiner Mappe und legte den einen vor den Detektiv. „Hier ist die Empfangsbestätigung," sagte er. ^Wie^Sie sehen, lautet sie für einhunderttausend Larry nahm die Quittung und las sie durch. Dte Unterschrift lautete: Clarissa Stuart. 21. Larry traute seinen Augen nicht. Er hielt die Quittung dem jungen Mädchen hin, aber sie hatte schon über seine Schulter hinweg die Unter- schrift gelesen. i Ite'9 1 - 2(16 Sfä itn, dah oer ■onn und Aus der pwvinzialhaupistadi. Gießen, den 6. Juli 1929. Das Selbstanschlußamt in Gießen. Die Inbetriebnahme des neuen Selbstanschlußamtes in Gießen wird, wie man un.s von zuständiger Seite mitteilt, voraussichtlich Ende dieses Monats erfolgen können. Der genaue Zeitpunkt wird vorher bekanntgegeben werden. Dei der neuen Betriebsweise fällt die Mitwirkung der Beamtinnen, soweit es sich um Ortsgespräche handelt, fort. Der Fernsprechteilnehmer ist mithin unabhängiger als bisher, dafür aber auch vollständig auf sich selbst angewiesen. Der Selbstanschlußbetrieb bietet ganz wesentliche Vorteile, stellt aber anderseits an die Teilnehmer auch größere Anforderungen hinsichtlich ihres Vertrautseins mit den Einrichtungen ihrer Sprechstellen. Wer die nötigen und peinlich genau auszuführenden Handgriffe nicht genügend beherrscht, wird sich und anderen manche Unannehmlichkeiten verursachen und daneben für die durch eigenes Verschulden hergestellten unrichtigen Verbindungen noch die Gebühren zahlen müssen, da der selbsttätige Gesprächszähler gewissenhaft alle wirklich zustande gekommenen Verbindungen zählt. Die Handhabung der Selbstanschluß- apparate ist nicht schwierig, muß aber doch erlernt sein. Es liegt im Belange aller Fernsprechteilnehmer, sich die erforderliche Kenntnis anzueignen; vor allem muß der Teilnehmer auch die Bedeutung der selbsttätig vom Selbstanschlußamte ausgehenden Signale genau kennen. Es wird daher empfohlen, die Bedienungsvorschriften, die jedem Teilnehmer ausgehändigt werden, an den Apparaten — auch bei den Nebenstellen — aufzuhängen, aufmerksam durchzulesen und sorgfältig zu beachten. Vom 8.Juli ab werden werktäglich die neuen Selbstanschlußapparate im Betriebe oorgeführt. Näheres über die Vorführungszeiten ist aus einer Bekanntmachung des Telegraphenamtes im heutigen Anzeigenteil, deren Beachtung wir allen Fernsprechteilnehmern dringend empfehlen, zu ersehen. Alle Inhaber einfacher Sprechstellen (das sind solche ohne Nebenstellen) „Clarissa Stuart?" sagte er langsam. „Kennen Sie die Dame?" „Habe niemals von ihr gehört," antwortete der Doktor lebhaft, „aber das war die Person, die bevollmächtigt war, die Versicherungssumme in Empfang zu nehmen." „Wie sieht sie denn aus T‘ fragte Larry nach kurzer Pause. Dr. Iudd steckte sich an dem Ende seiner Zigarette eine frische an und warf den Rest in den Kamin, bevor er antwortete. „Jung, hübsch, elegant angezogen." sagte et kurz. „Machte sie denn einen — niedergeschlagenen Eindruck?" ..Ganz und gar nicht," entgegnete der Doktor. „Sie war im Gegenteil ganz vergnügt." Diana Ward und- Larry Holt blickten einander mit ungeheucheltem Erstaunen an. „Hat die junge Dame eine Adresse hinterlassen?" „Nein, das war auch nicht nötig," war Dr. Iudds Antwort. „Ich sagte Ihnen ja schon, daß ich ihr einen offenen Scheck gegeben hatte. Das schien ihr nicht ganz recht zu sein, und sie sagte, sie wollte keinen Scheck haben. Ich habe dann jemand nach der Bank geschickt und das Geld einkassieren lassen und habe es dann, als er zurückkam, an sie ausgezahlt." „Es war also alles bar Geld?" „Die ganze Summe ist in bar ausgezahlt worden," wiederholte der Doktor. „Und Sie haben sie niemals vorher gesehen?" fragte Larry noch einmal. „Niemals," sagte der Doktor kopfschüttelnd. „Sie war zweifellos die Tochter Mr. Stuarts, wenigstens erzählte sie mir so, und ich hatte keinerlei Veranlassung, ihren Worten zu mißtrauen." Larry und Diana waren schon in der Straße, bevor er ein Wort an sie richtete. „Es ist unglaublich!" — und zu dem Kutscher, der auf ihn wartete: „Nottingham Place 304." „Wo fahren wir jetzt hin?" fragte Diana überrascht. „Nach Stuarts früherer Wohnung," erwiderte Larry. „Ich habe die Recherchen dort Sergeant Harvey anvertraut, der ja ganz besonders sorgfältig vorgeht, ober vielleicht hat er doch etwas übersehen. Wenn Stuart erst am Tage seines Todes herausgefunden hat, daß er noch eine andere Tochter hatte, mutz er doch irgendeinen Besucher gehabt haben." „Glauben Sie, dah das junge Mädchen, Clarissa meine ich, bei ihm war?" fragte Dianq schnell. „Das ist vielleicht möglich, und das müssen wir versuchen herauszufinden." (Fortsetzung folgt.) ** Der Alice-Frauenvevein vom Roten Kreuz hielt gestern nachmittag im Sitzungssaale des Stadthauses feine Mitgliederversammlung ab. Die Vorsitzende, Frau Professor Kramer, begrüßte die Erschienenen unb gedachte zunächst der verstorbenen Vorstandsmitglieder Frau Geh. Rat Gail und Landgerichtsdirektor Wiener, die sich unauslöschliche Verdienste um den Verein erworben haben. Sie hob ferner die rührige Tätigkeit der seit Gründung des Vereins im Vorstand tätigen Damen Frau Geh. Rat Dr. Riegel, Frau Geh. Rat Dr. Streng und Frl. Emmi Mettenheimer hervor, die zu Ehrenmitgliederni ernannt wurden. Aus dem von Frau Professor Kramer erstatteten Tätigkeitsbericht ging hervor, daß der Verein auch in den Berichtsjahren! 1927 und 1928 außerordentlich segensreich gewirkt hat. Abgesehen von der Ausbildung von Rote- Kreuz-Schwestern, welche zentral geregelt wird, veranstaltete der hiesige Verein ärztlich geleitete Samariterkurse zur Aufklärung auf hygienischem Gebiet, Ausbildung in der ersten Hilfe bei Unglücksfällen usw. Die hier ausgebildeten Nothelferinnen arbeiten mit der Freiw. Sanitätskolonne Hand in Hand. Die Fürsorgearbeit des Vereins vollzieht sich im ständigen Einvernehmen mit den Organisationen der öffentlichen und privaten Fürsorge. Frau Iustizrat Dr. Rosenberg berichtete über die Abt. „Bienenkorb", eine Einrichtung, deren segensreiches Wirken besonderes Lob verdient. Die Zahl der Arbeitsuchenden ist hier jetzt geringer geworden, ebenso sind auch die Arbeitsmöglichkeiten zurückgegangen. Im Jahre 1927 wurden durch Verkauf vereinnahmt 3720 Mk., 1928 3024 Mk. Heber die Abteilung „Studentenhilfe" berichtete an Stells von Frau Sanitätsrat Dr. Schliephake Frau Prof. Kramer. Von der gebotenen Möglichkeit, an preiswertem Mittagstisch teilzunehmen, wurde von der Studentenschaft wenig Gebrauch gemacht. Die in den Jahren 1927 und 1928 veranstalteten Werbetage zeigten günstige finanzielle Ergebnifse. Einer größeren Anzahl von Hausangestellten wurden für langjährige treue Dienste Ehrungen durch den Verein zuteil. Die vom Verein in den beiden letzten Jahren veranstalteten Sammlungen und Blumentage brachten befriedigende Einnahmen. Sehr erfolgreich erwiesen sich die vom Verein veranstalteten Lehrvorträge. Heber die Kassenverhältnisse berichtete die Vorsitzende an Stelle des am Erscheinen verhinderten Schatzmeisters, Oberbürgermeister Dr. Keller. Die Mitgliederzahl ist in den letzten Jahren ständig gestiegen, sie betrug Ende 1928 213. Die Einnahmen des Vereins betrugen im Jahre 1927 469,55, im Jahre 1928 469,55 Mk. Das Darvermögen des Vereins beläuft fich zur Zeit auf 2342,92 Mk. Nach einem kurzen Schlußwort der Vorsitzenden Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, nur hervorragende Gelehrte für ihre Forschungsarbeiten zu berufen, die dann das Recht haben, sich ihre Mitarbeiter selbständig auszuwählen. Wie ihre Arbeit Hochschulen und Hniberfitäten unterstützen und an- regen soll, so besteht ein geistiger Austausch zwischen beiden und der Kaiser-Wilhem-Gesell- schaft dadurch, daß häufig wissenschaftliche Arbeiter der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft Gastdozenten an Hochschulen sind. Mit der Preußischen Staatsregierung und der Reichsregierung, die sie in der schweren Zeit des wirtschaftlichen Um» sturzes gestützt haben, arbeitet die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft wie mit den Vertretern der Wirtschaft zusammen, ohne deshalb ein staatliches oder wirtschaftliches Unternehmen zu sein oder zu werden. Sie ist eine selbständige, wissenschaftliche Gesellschaft, die außer dem Ziel nationalen Ehrgeizes, das der deutschen Wissenschaft zugute kommt, eine große Zukunftsaufgabe in der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit sieht. Mittel dazu sind ihre Gaststellen für ausländische Gelehrte, ihre Auslandinstitute für Deutsche und Ausländer und das geplante Haus zur Aufnahme ausländischer Gäste in Berlin-Dahlem. Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft ist in ihrer vielfältigen Gliederung eine große Einheit. Denn auch die verschiedensten und auseinanderliegend- ften ihrer Arbeitsgebiete haben das gleiche Ziel, das Ziel aller Wissenschaft: die Erkenntnis und das Leben zu fördern. Arfa He werden gut hin, sich zu einer dieser Vorführungen einzufinden und auch ihre Familienangehörigen, Angestellten usw., die mit dem Fernsprecher zu tun haben, an einer solchen Vorführung teilnehmen zu lassen. Den Inhabern von Nebenstellenanlagen wird die Beteiligung ebenfalls dringend empfohlen. Da aber die Bedienung der Nebenstellenanlagen erheblich schwieriger ist, werden hierfür in kleineren Kreisen besondere Vorführungen veran- staltet werden. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag: Gießener Hochschul - Gesellschaft: Festsitzung 1929, 17 Uhr im großen Hörsaal der Universität. — Schützenfest Gießen: Großer Empfangsabend in der Volkshalle. — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Wolga- Wolga". — Artilleristenverein: Monatsversammlung, 20.30 Uhr. — Gießener Ruderklub „Hassia"^ Mitgliederversammlung, 20.30 Uhr, im Bootshaus. — Tageskalender für Sonntag: Schützenfest Gießen: Großer Festzug, 10.30 Uhr vom Oswaldsgarten aus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wolga-Wolga". tue rnrrtK rne mwegenv versaufens Bersamm7ung 05 zu beziehen. Siehe heutige Anzeige. Ein. rungen fand der von Gießen / Seltersweg 7 5878V MELKER Westfalto 04288 1. Los 2. Frankfurter Straße 31 Telephon 215 5834V Welt-Patente Nicolaus. 5876V Bekanntmachung 04297 empfehlen. [118V Der Handel Sonntags verboten. 9.23.1 Dr. Rosenberg W den: Los Aenderungen sowie Neuanfertigungen werden billig und sofort erledigt. Spezial- Abteilung I E _ t Kleider,Mäntel,Kostüme,Hüte, Blusen,Unterwäsche, Strümpfe, ViMto »v toi fcV [ Handschuhe und Kleiderstoffe. Oberheffen. Landkreis Gießen in Empfang zu nehmen. Gießen, den 2. Juli 1929. Der Oberbürgermeister. 5ür kleine Betriebe von ArtJtühenJteineJloMeltiitg J^eine TTloniage'Einfach konkurrenzlos! RAMESQHl.uSCHMiDTA-6 Gießen, den 5. Juli 1929. Hinkler. Rechner. Junge Kraft, emp- nehlt sich im Ausbeffern von Wasche Schrift!. Ang. unter 04319 a. d. Gieß. Anz. •HHHMW« tung des städtischen Ende geführt. Nach eini; Velgetzmlg ööü Banarüeitea. Die zur Instandsetzung des Pfarrhauses zu Münster erforderlichen Maurer-, Dachdecker- , Spengler-, Schreiner-, Schlosser-, Weißbinder- und Pflasterarbeiten werden hiermit zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. 5850V Angebotsvordrucke werden, soweit der Vorrat reicht, auf unserem Amte, Stephan- straße 18, Zimmer Nr. 8, abaegeben. Die Angebote sind verschlossen, mit ent- sprechender Aufschrift versehen, postfrei, bis zum Eröffnungstermin Donnerstag, dem 11. 3uli 1929, vormittags 10 Uhr. bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist drei Wochen. Gießen, den 3. Juli 1929. Hessisches Hochbauamt Gießen. B e rth. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, sowie die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Sattler und die vielen Kranz-und Blumenspenden sprechen wir allen unseren innigsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marg. Balser geb. Wagenbacb. Wieseck, den 6. Juli 1929. Auf telephonischen Anruf 101 stehen Auswahlsendungen sofort zur Verfügung. 4006A Bekanntmachung. Der nächste Viehmarkt in Gießen findet statt: 5833C Dienstag, den 9.3uli 1929: Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt; Mittwoch, den 10. 3uli 1929: Schweine- markt. Auftriebszeit an beiden Markttagen von bis %9 Uhr vormittags. Auf dem Rind- oiehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen Philipp Jung XVI. sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank, besonders für die liebevollen Worte des Herrn Pfarrers Schultheiß, sowie den Vereinen und den vielen Kranz- und Blumenspenden. Die trauernden Hinterbliebenen. Klein-Linden, den 5. Juli 1929. ML* au 3 Mark. Kronen. Brücken u. Plomben Aum billigst. Preise, Garantie. 04320 IrauKöniger Dentistin Steinsrraße 29 W. Lindenau Straße 34, Fernruf 642 H Vorführung auf Wunsch. Ratenzahlung DER IN AttgemeineOrtskranken- kaffe Gießen-Stadt Die rückständigen Beiträge zur Kranken, fasse, Invaliden- und Arbeitslosenversicherung für den Monat Mai 1929 können noch bis zum 16. Juli 1929 ohne Kosten bezahlt werden. Dach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung u. evtl. Beitreibung. Die Einzahlung kann Dienstags von 8 bis 1 Llhr bei unserer Kaffe, oder auf unser Postscheckkonto Amt Frankfurt a.M 2lr.1O833 erfolgen. Casco-Puffer schützt Auto und Leben. Hoher Versicherungsnachlaß. - Gummipuffer - Casco A.-G., Berlin Generalvertretung für Oberhessen, Hessen-Nassau,Wetzlar, Koblenz usw. Zarte Strümpfe halten länger mit MX seifenfl^Tken Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter und Schwester FranLaise Zoll gekMödiel nach schwerem Leiden, im 57. Lebensjahre, zu sich zu rufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Erna Vierfufe geb. Zoll. Frankfurt a.M. Pferds-Märkte 8. Juli, 19. August, 7. Oktober, 2. Dez. Durchschnittlicher Auftrieb 700 Pferde aller Rassen, auch Schlachtpferde; größte Auswahl u. beste Gelegenheit f. Kauf od. Tausch. Ein Besuch dieser Märkte Ist zu Die Nutzholzversteigerung vom 17. Juni 1929 (Nr. 27) wurde genehmigt. Die Abfuhrscheine sind spätestens 20.3uli 1929 5883C hofeS an da« neue Krankenhaus knüpft, vr gah seiner Freude über das Gelingen des Unter-« nehmens Ausdruck und dankte dem Frauenverein und besonders seiner Borsiheirden. Freifrau Riedesel zu Eisenbach auf Schloß Eisens bach, dem Stadtvorstand, den beiden Baumeistern Architekt Bauer von Marburg und Stadtbau- meister Braun, sowie allen, die ihm bei der Ausführung des in so schöner und vortrefflicher Weise gelungenen Werkes unterstützt haben. Mit dem Wunsche, daß das neue Krankenhaus zu einer Stätte des Segens werden möge für alle, die hier Heilung suchen, übergab er der Bor- sitzenden des Frauenvereins Freifrau Riedesel im Auftrage der Stadt Lauterbach daS Haus. Freifrau Riedesel übernahm das Krankenhaus mit herzlichen Dankesworten an die Stadtverwaltung und vor allem an Bürger- meister Walz, die Baumeister und alle, die geholfen haben, den schönen, so herrlich gelegenen Bau herzurichten. Die Wünsche des Kreises Lauterbach überbrachte Kreisdirektor Dr. M i < cf) e I. Weiter sprachen noch Fabrikant Frick und Beigeordneter Möller, der noch einmal Bürgermeister Walz im Ramen des Stadtvorstandes dessen Dank ausdrückte. Rach einem Chor der Schüler dankte Bürgermeister Walz für die ihm ausgesprochene Anerkennung und schloß die schön verlaufene Feier. Es folgte darauf eine Besichtigung der schönen und aufs beste eingerichteten Räume. Gießen, den 4. Juli 1929. Die Trauerfeier findet Montag, den 8. Juli, nachmittags 2 Uhr in der Kapelle des Neuen Friedhofs, die Einäscherung in der Stille statt. 5867D Oeffeniliche Erinnerung Die Einlösung der Gewerbescheine für das Rechnungsjahr 1929 kann noch bis einschließlich 19. 3ull d. 3. ohne Kosten erfolgen. Nack) diesem Zeitpunkt muß ohne weitere Mahnung die Zwangsvollstreckung auf Kosten des Schuldners eingeleitet werden. 5893D Finanzamt (Finanzkasse) Gießen. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 2. Juli 1929 bei der Darmstädter und Rationalbank, Kommanditgesellschaft auf Aktien, Zweigniederlassung Gießen, in Gießen folgendes eingetragen: Der Umtausch der Aktien zu 120 Reichsmark in Aktien zu 100 und zu 1000 Reichsmark ist durchgeführt. Durch Beschluß der Generalversammlung vom 9. April 1929 unter Zustimmung der persönlich haftenden Gesellschafter ist der Gesellschaftsvertrag in §5, Absatz 1 (Einteilung des Grundkapitals), § 13 (Streichung des Namens des früheren persönlich haftenden Gesellschafters Georg von Simson) und § 34 (Aktienstimmrecht) geändert; ferner sind die §§ 9, 10, 11, 20, Ziffer 1, 32, Absatz 3, 48 und 49 gestrichen worden. Der persönlich haftende Gesellschafter Bankdirektor Georg von Simson, Berlin, ist als solcher aus der Gesellschaft ausgeschieden. 5841D Gießen, den 3. Juli 1929. Hessisches Amtsgericht.___________ her hiesigen postalischen Verhältnisse eintritt. — Gegenüber dem Postamt, auf der anderen Seite der Wetter gelegen, wird soeben ein Hotelneu - bau aufgeführt. Es erhält, mitten im Grünen gegenüber dem schönen Schloßpark gelegen, eine herrliche Lage. — Auch sonst ist die Bautätigkeit rege. In der Jahnstraße sind eine größere Anzahl schmucker Häuser entstanden, so daß die Straße nun fast ganz ausgebaut ist. Kreis Friedberg. 4= Bad-Nauheim, 5. Juli. Im Wintersteingebiet ist gegnwärtig die Heidelbeerernte in vollem Gange, die in diesem Jahre außerordentlich gut ausfällt. Kreis Schotten. I Glashütten, 5. Juli. Der den Maurer- meistern Werner und P r e u s ch aus Ober- Lais gehörige Basaltsteinbruch „im Scheid- toalb*" an der Straße nach Hirzenhain ging durch Kauf in den Besitz des Tiefbauunternehmers Hermann aus Steinbach bei Gießen über. Der Bruch liefert einen sehr schönen, dichten Basalt, der sich besonders für Pflastersteine sehr gut eignet. Kreis Büdingen. W L'"Keife!" •“ sw •iw G ?(?=>, er für 67l5t)au5. St r. 8*^u5/ 4. SUNLICHT GESELLSCHAFT A.G. MANNHEIM. Reichsoerdingungsordnung vergeben wer- 5871D geschlossen. Sonderzuge nach der Schweiz und Italien. Wer billig in die Alpen und nach Italien reifen will, kann die billigen und schnellen Sonder- jüge benutzen, die fast jeden Samstag nach Luzern, Vierwaldstätter See, Zürich, Interlaken (Jungfrau), Lugano, Mailand usw. verkehren, große Ersparnisse du Geld und Zeit bieten und den Reisenden aller ^uartiersorgen entheben. Ausführliche Prospekte ! lind durch das Reisebureau Loeb in Gießen kosten- I! Büdingen, 5. Juli. Der Gemeinde- r a t hat in seiner jüngsten Sitzung die Bern- ' ' i Voranschlags zu gen geringfügigen Aende- Bürgermeister H i l d n e r Twenter«;,. ^9* teSS SpS iSj Un0bon Note- gegelt wird, Vilich M [ Aufklärung auf bhoie, &US kr ersten M Lfe .ausgebildeten mitderFreilv. Scmilats. - Die Fursorgearbeit des m ständigen Cinverneh. sativnen der öffentlichen ürau Justizrat Dr. Äo. «r die Abt Bienenkorb", segensreiches Wirken be- Lle Zchl der Arbeitsuchen, ger geworden, ebenso sind glichkeiten zurückgegangen, cden durch Lerkaus der- 1928 3024 M. Heber die ^ilfe“ berichtete an Stelle Dr. Schliephake Frau i der gebotenen Möglich- _ Mittagslisch teilzunch. viudentenschaft wenig (Sein den Jahren 1927 und verklage zeigten günstige , Einer größeren Anzahl wurden für langjährige n durch den Verein zuleil. den beiden letzten Jahren ungen unb Dlumentage Einnahmen. 6e$r erfolg» vom Verein ocrMm- lebet die Menvethält- sitzende an Stelle des am >n Schatzmeisters, Ober- Her. Die Mitgliederzahl hren ständig gestiegen, sie >iz Die Einnahmen des i Jahre 1927 469,55, im IH Das Darvermögen des zur Zeit aus 2342,92 M. Schlußwort der Dorschenden DeMv-AliÄmW jetzt Kurstrafre 17, pari. Bad «««beim erledigt Ihnen alle vertraulichen Angelegenheiten diskret und preiswert. 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Die Ausschlagsätze für land- und forstwirtschaftlich ge- nutzten Boden konnten erfreulicherweise um 1 Pf., diejenigen für das Gewerbekapital um 2 Pf. gesenkt werden. Kreis Lauterbach. hml. Lauterbach, 5. Jsuli. Am gestrigen Donnerstagnachmittag fand vor einem geladenen Kreise die feierliche Hebergabe des von der Stadt Lauterbach unter großen Opfern zum Krankenhaus umgebauten früheren Freiherr!. Riedeselschen Schlosses E i ch h o f statt. Die Feier wurde durch einen von dem Schülerorchester der hiesigen Realschule unter Leitung von Studienrat Dr. Kissel schön gespielten Musikvortrag eröffnet. Darnach sang der Schülerchor der Stadtschule, von Lehrer Schmier trefflich geleitet, einen Choral. Dekan Schlosser eröffnete die nun folgenden Ansprachen, indem er seinen Worten das Wort zugrunde legte: „Unser Anfang geschehe im Ramen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat". Bürgermeister Walz, der sich um das Zustandekommen und Gelingen des mit großen Schwierigkeiten verknüpften Werkes besondere Verdienste erworben hat, sprach von den Ber- handlungen, dem Umbau und den Erwartungen, die die Stadt Lauterbach als Besitzerin des Eich- f Treis a.d.L d a., 5. Juli. Der hiesige wohner D. Z. hat sich seit etwa zwei Monaten unter | aitnaljme seiner Ausweispapiere von seiner Frau I inb zwei schulpflichtigen Kindern heimlich ent- rn t ohne daß von ihm bis jetzt eine Nachricht mgega'ngen wäre. Auch polizeiliche Ermittlungen i ud) seinem Aufenthalt find bis jetzt vergeblich ge- i tiefen. — Das nächsten Sonntag dahier geplante Oekanatsfest des Evangelischen Bundes muß >i5 zum Herbst verschoben werden. —/— Lich, 5. Juli. Die Arbeiten am Neu- ) a u des Postarnts schreiten schnell vorwärts; >as Dach ist bereits ausgeschlagen und fällt durch \ eine neuartige Form besonders auf. Es ist zu hof- ien, daß der Neubau bis Herbst bezogen werden lann und dann die dringend nötige Verbesserung Pläne und Bedingungen liegen bei uns offen, und können Leistungsoerzeichnisse kostenlos von hier bezogen werden. Er- öffnungstermin Samstag, den 13. 3uli 1929, vormittags 10% Uhr, auf unserem Amt. Zuschlagsfrist drei Wochen. Freie Auswahl bleibt oorbehallen. Gießen, den 5. Juli 1929. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Bekanntmachung. Die Diensträume unseres Amts befinden sich nunmehr im Hause Stephanstraße 4. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 5841D Am 25.3uni 1929: bei der Firma 5. Rosenau in Gießen: Die Zweigniederlassung in Wetzlar ist erloschen. In Hachenburg ist eine Zweigniederlassung errichtet. Am 1. 3uli 1929: bei der Firma Heinrich F. Geißler in Lollar: Das Geschäft ist ab 1. Mai 1929 unter Uebernahme der seither im Geschäftsbetrieb begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten auf den Kaufmann Karl August Müller von Lollar übergegangen, der dasselbe unter der Firma Karl August Müller vorm. Heinrich F. Geißler weiterführt. Gießen, den 4. Juli 1929. _________Hessisches Amtsgericht.____________ Vom 8. Juli ab werden werktäglich 8%, 9, 9%, 15 und 15% Uhr die neuen Selbstanschlußapparate im Betrieb vorgeführt werden. Der Vorführungsraum befindet sich im Telegraphenamt, Bahnhofstr. 85, Hofgebäude, Eingang Nordflügel, 2 Treppen hoch, Zimmer 311. (Bitte Hinweisschilder an den Aufgängen usw. beachten.) 5875D) Telegraphenamt Gießen.________ Betgeöung von Sanailfntlonsotöeltrn. Für die Gemeinde Staufenberg sollen zur Ausführung einer Teilstrecke der Kanalisationsanlage nachfolgende Lieferungen und Arbeiten unter Hinweis auf die Gießen, den 6. Juli 1929. Der Oberbürgermeister. I. V.: Klingspor. Bekanntmachung. Das zum Nachlaß der Benzian kah Eheleute in Steinbach gehörige, in Steinbach (Kreis Gießen) gelegene Hofreiteanwesen Flur I, Nr. 493, hofreite im Ort, 151 qm soll 5694D Mittwoch, den 10. 3uli 1929 abends 8 Uhr im Gasthause „Zum Ritter" in Steinbach durch den unterzeichneten Notar freiwillig öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 29. Juni 1929. ______Dr. Rosenberg, Hessischer Notar. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde D a u b r i n g e n für Rj. 1929 liegt vom 6. d. M. ab eine Woche lang zur Einsicht der Interessenten und etwaigen Erhebung von Einwendungen auf unserem Bureau offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Daubringen, 4.Juli 1929. Bürgermeisterei Daubringen. Preis.5857D H ■ Ihre Verlobung geben bekannt Gießen lLiebigstr. 55), den 6. Juli 1929 04295 An Ter Vorstand. scheinen 04249 Karlsruhe Eisenach 5864V 3385 Gewinne zusammen Mark: Inh. Carl Spangenberg ✓ Schönste Aussicht Marburgs MAKE Mura Mittwoch: 5-Uhr-Tee 271D Samstag: Gesellschafts-Tanz (schwarz.Anzug) 04283 Ihre Verlobung geben bekannt Mainzlar, 6. Iuli 1929 04310 C. Rübsamen, Gießen Fernsprecher 1659. 2303D 04 <14 S Öi? y 5otiQ 5628A Georg Hübner und Frau Gießen (Landgraf.philipp.plah 5), den 6. Iuli 1929 04325 Selters weg 93 5896A Telephon 4197 Sauen und Zuchlierkel ,517 D Schattiger Garten orgen 10V2 Uhr: Festzug, nachmittags und abends: Militärkonzerte 5887D V '■Schule liefet Klein Ernst Weber DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühl'sche Druckerei Für die erwiesene Aufmerksamkeit anläßlich unserer Silberhochzeit danken herzlich 3 3 E Elisabethe Schäfer Karl Grölz stifte Henrddien, Jäckchen, Binden undTücher bedürfen derzu- verlässig desinfizierenden Persilpflege, die alles krisch und sauber macht, wddi und mollig erhalt. 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Juli 1929 Erträge Dei Handwc batten, ba s -erschaft in if - Gießen Frankfurt Ka*um tb um mit E Voranschlag finden -m hg des Eta^b Wolga-Wolga Lichtspielhaus nur noch heute Samstag, den 6. und morgen Sonntag, den 7. Juli, im Der neue Millionen-Film nach d. russischen Ballade Stenka Rasin mit Gesangs-Einlagen des bekannten deutschrussischen Baran- Quartetts Sowie das interessante Beiprogramm _______ 58850 Samstag, 6. Zull 1929 Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Ar. 156 Drittes Blatt M Gießener Etat-Kompromiß Deutsches Schühenwesen und deutsches Volkstum »finden müssen. Jahrhundert an Pfingsten Schützenfeste veranstaltet. Dieser Brauch geht, wie Edelmann fest- Goethes „Egmvnt" beginnt bekanntlich mit der uujLtu <,u^u I Schilderung eines Armbrustschiebens in Drüssel. bei einer anderen, günstigeren Der Schneider Jetter. der Krämer Soest und 1UUH Z^ ...-.t andere Bürger der flämischen Hauptstadt treten »lern weitere Opfer auferlegen auf, spannen die Armbrust, schießen nach der " ' Scheibe, und Jet ter, der dreimal den schwarzen Ring getroffen hat, wird Schützenkönig: für diese Ehre soll er seinen Schützenbrüdern einen Trunk spenden. Heute noch ist das Schützenwesen in Del» gien sehr volkstümlich. Wenn man an einem Sonntag im Sommer durch Brüssel geht oder mit der Eisenbahn durch das ebene Land fährt, so gewährt man allenthalben Bürger, die in einer der Militäruniform angepahten Schützender Schneider zu deinem Bater und bat chn, er möchte ihm zu seinem Gelds verhelfen. Lind da ritt er aus und nahm den Kölnern ein Paar Kaufleute weg und plagte sie so lang, brs sie das Geld Herausgaben." Run ist diese Darstellung historisch nicht ganz richtig. Götz von Der- lt o- lichingen erzählt in seiner Selbstbiographie, das) allzu große er für den Schneider Hans Sindelfinger ein- ' 1 getreten sei, „und wurde der (denen) von Cöln feind, und warf ihn (ihnen) zween burger, die waren kauffleuth, ein Vatter und ein Sohn darnieder." Damit nicht zufrieden, wollte Götz Kölner Kaufleuten noch neun Wagen abnehmen, aber sein Freund Philipp von Kronberg bat ihn, davon abzustehen, und erbot sich, mit den Kölnern friedlich qU verhandeln. Das geschah auch, die Kölner zahlten an den Stuttgarter Schneider und Schützen 305 Gulden. Götz von Derlichingen verlangte für seine „Bemühungen" 3000 Gulden, erhielt aber nur eine kleine Summe. Wie August Ede.mann, der verdienstvolle Geschichtsschreiber des deutschen Schützenwesens, fest- gestellt hat, sind die ältesten deutschen Schühen- gesellschaften seit dem 13. Jahrhundert in enger Anlehnung an Mönchsorden als religiöse Bruderschaften in das Leben getreten. Auch sie besahen Schutzheilige, als solcher kam besonders der heilige Sebastian in Betracht. Dieser war cm Hauptmann der prätorianischen Garde und em Christ. Zur Zeit der Christenverfolgung des Kaisers Diokletian wurde er an einen Daum gebunden und mit Pfeilen erschossen. Allerwarts treten in der alten Zeit die Schützengesellschaften als Sebastiansbrüderschaften oder als Seba- stiansgilden auf. Mehr und mehr aber trat eine Verweltlichung der Schützengesellschaften ein, und frühzeitig waren sie, wie das auch in Hessen während des 17. und 18. Jahrhunderts der Fall war, eine Dürgerwehr. Im Anfang des 19. Jahrhunderts wurden daraus freie, mit dem Staate nicht mehr in Verbindung stehende Organisationen, die allerdings überall die Tradition der alten Zeit pflegten. Die ältesten deutschen Schützen bedienten sich des Vogens und der Armbrust, seit dem 15. Jahrhundert treten an deren Stelle die Feuerwaffen, die immer mehr vervollkommmnet wurden. Das Schühenwesen der deutschen Bürger war seit alten Tagen mit mannigfachen Volksbelustigungen verbunden. An allen Orten wurden schon im 15. beh dem Schießen alles spiehlen mit Würffel, Karten und dergleichen bey Straff Vvn 3 alb. unterlassen werden." Ursprünglich lag das Gießener Schützen- Haus in der Rühe der Pulvermühle, später an der Gabelung der Kaiferallee und der Lichor Straße, also für die damaligen Verhältnisse, als die Stadt Gießen am Reuenweger Tore zu Ende war, weit draußen vor der Stadt. Das Schieß- Haus war zugleich ein Ort des Vergnügens und der Erholung. Justi und Winkelmann schreiben in den 1789 erschienenen „Annalen der deutschen Universitäten", daß in Gießen zu den Vergnügungsstätten außerhalb der Stadt gehören: „mehrere Dörfer, der Duschische Garten und das Schießhaus." Zuletzt war das Haus als Privateigentum an einen Gastwirt übergegangen, um das Jahr 1840 scheint es niedergelegt worden zu sein. Daß die Schühenkompagnien im 18. Jahrhundert bei der Etaatsregierung in besonderer Gunst standen, geht daraus hervor, daß sich Adlige, Offiziere, hohe Beamten, also wie man früher sagt, „Personen vom Stande", an dem Preisschießen beteiligten. Im Jahre 1769 fand in Gießen ein großes Schützenfest statt, über das in der letzten Rümmer der „Heimat im Bild" berichtet worden ist, im Jahre zuvor veranstaltete man hier «in „Pläsier- und Gesellschaftsschieben". Das Verzeichnis der Schützen, die sich hieran beteiligten, ist erhalten: hiernach schossen auch mit der General von Schwalbach, der Leutnant von Linstvw, der Leutnant von Rodenhausen, der Dr. Rebel, der Leutnant von Wrede, der Kapitän von Duseck und ein Herr von Banz. Aus diesen Akten geht auch hervor, daß der Schütze, der am meisten in das Schwarze getroffen hatte, als Gabe den „Hauptritter", und der, der nach ihm kam, den „Rachritter" bekam, das waren Fahnen mit entsprechenden Bildern. Der „Hauptritter" wurde auch als „Schwarzritter" bezeichnet, er stellte einen in schwarze Gewandunng gekleideten und auf einem Pferde sitzenden Ritter dar. Mit dem „Hauptritter" war eine Gabe von 20, mit dem „Rachritter" eine solche von 10 Gulden verbunden, die übrigen Geldgaben schwankten zwischen 1 und 8 Gulden. Das Schühenwesen in der halbmilitärischen Form hatte am Ende des 18. Jahrhunderts mit dem Aufkommen der großen, stehenden Heere und mit den Kriegen, die eine Folge der französischen Revolution waren, sein Ende erreicht, die Regierungen förderten es nicht mehr. Offenbar sah man es in den ersten Jahrzehnten nach den Befreiungskriegen nicht gern, wenn die Bürger sich in den Waffen übten. So wurde das Schühenwesen eine Angelegenheit freier Vereine. Eine neue Blütezeit erlebte es um die Witte des 19. Jahrhunderts. In dieser Zeit waren die deutschen Turner, Sänger und Schützen die Träger des deutschen Cinheitsgedankens. Hoch gingen die Wogen vaterländischer Begeisterung auf den großen Schützenfesten der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts, so auf dem Frankfurter Feste des Jahres 1861. Dort wurde am 11. Juni unter dem Vorsitz des Herzogs Ernst von Sach- sen-Koburg-Gotha, der selbst im Festzuge mitgegangen war, der „Allgemeine Deutsche Schützenbund" gegründet. 2m nächsten Jahre wurde das Deutsche Schützenfest in Gotha gefeiert, wobei der Herzog sich wieder als ein regsamer Förderer der Schützensache, zugleich als ein Vorkämpfer für die deutsche Einheit erwies. Hierdurch erregte er allerdings nicht Bismarcks Wohlgefallen und Zustimmung: denn der große Politiker traute dem thüringischen Fürsten zu, daß er bei seiner Beliebtheit bei dem deutschen Volle deutscher Kaiser werden wolle, und sprach einmal aus, er werde den Herzog gelegentlich durch eine Schwadron Husaren ausheben lassen. Ohne Zweifel haben sich die deutschen Schützen durch ihr Eintreten für ein einiges und starkes Deutschland in einer Zeit der politischen Zerrissenheit große Verdienste um unser Voll erworben, nachdem sie in den vorausgegangenen Jahrhunderten ein kraftvolles und freies Bürgertum repräsentiert hatten. Auf alle Fälle ist die Schützensache nicht die Sache von Vereinen, die abseits von dem nationalen Leben tätig sind, sondern das deutsche Schühenwesen ist durch die Geschichte vieler Jahrhunderte mit dem deutschen Dollstum auf das innigste verwachsen. Restaurant 7. Juli 1929 essen zu Mk. 3.50 KraftbrüheMirette.Limandes Sol in Weißwein, amenk. Art, Toumedos Excelsior Charlotte Carmen ru Mk. 3.50 iderfilet Diana it nach Försterin Art isauflauf n-Telephon Nr. 25^ )nderzu£l S@r7i-di.wS“- eizer Alpen stellungen der Mehrheit brüchig erscheint. Man kann nur bedauern, daß die Fraktton der Wirtschaftlichen Vereinigung sich in dieser Sache selbst aus der Front positiv schaffender kommunaler Arbeit ausschaltete und einen Haushalt ablehnte, dessen Mittel doch zum größten Teile der heimischen Wirtschaft wieder zugute kommen. Als besonders bemerkenswert sei zum Schluß noch auf die scharfe Krittk hingewiesen, die der Führer der demokrattschen Stadtratsfraktion an dem Verhalten der Hessischen Regierung gegenüber dem Gießener Stadttheater übte. Er sprach mit Recht von einem skandalösen Zustand bei der Zuschuhleistung des Landes an die Theater in Gießen, Darmstadt und Mainz. Wenn man bedenkt, daß der hessische Staat dem Gießener Stadttheater jährlich nur 5000 Mk. Zuschuß gibt, während er für das Landestheater in Darmstadt über 600 000 Mk., und für das Mainzer Theater weit über 100 000 Mk. Zuschuß leistet, so kann man die scharse Kritik von führender demokratischer Seite nur als vollkommen gerechtfertigt bezeichnen. Leider nahm der Vorsitzende der sozialdemokratischen Stadtratsfraktion, der auch Mitglied des Landtages ist, keine Gelegenheit, sich zu diesem Punkte zu äußern. Hoffentlich wird er aber die demokratische Kritik zum Anlaß nehmen, im Landtage — wo bisher die deutschvolksparteiliche Abgeordnete Frl. Birnbaum - Gießen immer nur allein mit ihrer Fraktion für eine gerechte Berücksichtigung des Gießener Theaters eintrat — mit den Gießener Landtagsabgeordneten Frl. Birnbaum und Amtsgerichtsdirektor K e l - 1 e r einen gemeinsamen Antrag einzubringen und bei der Mehrheit durchzudrücken, durch den nun endlich nach jahrelangem schwerem Anrecht auch dem Gießener Stadttheater, dem bisherigen Stiefkinds des Landtages und der Regierung, die berechtigte Förderung zuteil wird. .... durch der Schützen Geschicklichkeit Erhallen wird oft Land und Leudt. Durchs Schießen in Gefahr und Roth Beschützet wird ein ganze Stadt Ein ganzes Land und Fürstenthum Erhalten wird durch ^Schützen-Ruhm." (Inschrift an einem alten Leipziger Schützenhause.) Vereinigung u. a. einen Betrag von rund 15 000 Mark für außerordentliche Herstellungsarbeiten am Gebäude des Realgymnasiums, die nach dem Gutachten von Fachleuten dringend erforderlich sind und von deren Durchführung doch das heimische Handwerk eine gute Verdienstmöglichkeit erwarten kann, für dieses Jahr streichen und zunächst auf das kommende Jahr verschieben will, wo dann aber voraussichtlich auch wieder nichts aus der Erfüllung dieser Rotwendigkeit geworden wäre. Ebenso verstehen wir noch manche andere Anträge dieser Fraktion nicht ganz, deren Andurchführbarkeit von vornherein doch wohl auf der Hand lag. Wir sind ferner der Meinung, daß man bei der Forderung nach Abstrichen an Doranschlagskapiteln doch auch hätte angeben müssen, in welcher Weise die gewünschten Streichungen auf die einzelnen Posittonen der Kapitel zu verteilen gewesen wären: es geht u. E. nicht cm, daß man einfach die Herabsetzung der Endsumme fordert und im übrigen der Verwaltung alles weitere überlassen will: hier hätte man doch der Verwaltung einmal zeigen müssen, in welcher Weise es besser zu machen gewesen wäre. Aus allen diesen Erscheinungen bei der Prüfung der Anträge der Wircicyafllichen Vereinigung mußte man auch als kritischer Beobachter den Eindruck gewinnen, daß diese Fraktton bei allem guten Willen zur aufbauenden Mitarbeit diesmal mit ihren Einträgen zum großen Teile nicht das Richtige getroffen hatte. Es ist daher nicht verwunderlich, daß für diese Anträge keine Mehrheit im Stadtrat zu finden war. Auf die merkwürdige Erscheinung bei der Stellungnahme der Fraktionsleitung der Wirtschaftlichen Vereinigung zu der Frage der Gewerbesteuererhöhung toolfen wir hier kritisch nicht eingehen, da in dieser Sache offensichtlich die Position der Opponenten gegenüber den übereinstimmenden Fest- Die kleine Gruppe der Reinsager gegenüber dem Voranschlag setzte sich aus der Fraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung und dem einzigen, in unserem Stadtrat sitzenden kommunistischen Vertreter zusammen. Auf die Gründe der Etatablehnung des kommunistischen Stadtratsmitgliedes näher einzugehen, dürste sich erübrigen, da ja die Kommunisten grundsätzlich jeden Haushalt der gegenwärtigen Staats- und Gesellschaftsordnung ablehnen. Dagegen dürften hier einige Bemerkungen zu der Etatablehnung durch die Wirtschaftliche Vereinigung wohl am Platze sein. Wir bezweifeln nicht im geringsten, daß auch die Stadtratsmitglieder der Wirtschaftlichen Vereinigung bei ihrer Arbeit am Voranschlag sich von ernster Sorge um unser Gemeinwesen haben leiten lassen. Allein die Wege, die diese Fraktion mit ihren Anträgen wies, halten auch wir, .in Hebereinstimmung mit_ der „Front von Schmahl bis Mann", zum größten Teile für ungangbar, da man auf diesen Wegen sicherlich das Gegenteil von dem erreicht hätte, was im Interesse der Gesamtheit gelegen ist. Wir sympathisieren von vornherein mit jedermann, der brauchbare Vorschläge zur S)erbeifit9* rung von Ersparnissen im städtischen Haushalt macht. Aber — um einige Beispiele zu nennen— wenn man, wie die Fraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung, an den auf der Grundlage des Vorjahres einwandfrei als erforderlich festgestellten Portokosten, oder an den Mitteln des unabweisbar notwendigen Bureaubedarfs, oder an einer im Interesse der Erleichterung des Geschäftsverkehrs zwischen Behörden und Publikum nicht zu entbehrenden Telephonstelle ein Paar Hundert Mark streichen will, so vermögen wir hierin kaum ein Mittel zu erblicken, das man als wirkliche Sparmaßnahme hätte bezeichnen müssen. Wir können es auch nicht als annehmbar ansehen, daß die Fraktion der Wirtschaftlichen löirau • !W a Karten durch < Liebes Telephon^ Von Heinrich Bechtolsheimer. gestellt hat, auf uralte Vorstellungen zurück, man feierte den Sieg des Frühlings über die Mächte des Winters. Das Schühengrün ist das Grün der Ratur in der Maienzeit. Am Psingstfeste schoß man nach dem „Vogel". Schon die griechischen Schützen schossen, wie das Homer berichtet, nach einer Taube, die mit einem Faden an einen Schiffsmast gebunden war. In Deutschland bildete, abgesehen von einigen wenigen Fällen, in denen man nach dem Kopfe einer in einem schußsesten Behälter untergebrachten Gans zielte, erfreulicherweise kein lebendiger Vogel das Ziel, sondern man befestigte an einer Stange das Bild eines Vogels. Das war in der Regel ein Papagei, ein Kuckuck oder eine Taube. Der beste Schütze wurde mit einem grünen Kranze geziert. Die Schützenkönige wurden sehr geehrt, sie hatten hohe Einkünfte, auch mancherlei Vorrechte: so waren sie von Kontributionen, Einquartierung und anderen Lasten frei. Wenn die Gießener Schützen ein Fest veranstalteten und auf dem Festplahe Wein verzapften, so brauchten sie keine Tranksteuer zu b^ahlen. Rachweisbar seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts bestand m den hessischen Städten eine Türgermiliz. Die Bürger formierten sich zu Kompagnien und hielten militärische Hebungen ab. In erster Linie dachte man dabei an eine Verwendung gegen räuberisches Gesindel, wie es namentlich im Dreißigjährigen Kriege massenhaft auftrat, auch zu polizeilichen Streifen wurden diese in den Waffen geübten Bürger beordert, an eigentlichen Kriegsdienst war dabei nicht gedacht. Unter diesen Kompagnien erlangte die Schützenkompagnie schon frühzeitig gewisse Vorrechte, sie stellte gewissermaßen die Elite des bürgerlichen Militärs dar, was allerdings oft zu Konflikten mit den anderen Kompagnien und mit den Stadtverwaltungen führte. Durch eine landgräfliche Verordnung wurde in Hessen im Jahre 1717 das Schühenwesen in eine feste Form gebracht. Die alte Gießener Schützenlade, eine schwere, aus Eichenholz gefertigte und mit eisernen Spangen versehene Kiste, ist erfreulicherweise noch erhalten, leider sind die Akten, die sie birgt, nichts weniger als vollständig, aber die Verordnung vom Jahre 1717 findet sich darin in einer Abschrift. Diese Verordnung umfaßt nicht weniger als 37 Paragraphen. Die Schützenkompagnie erwählte sich selbst ihre Vorgesetzten: einen Kapitän, einen Leutnant, einen Fähnrich, einen Sergeanten und zwei Korporale. Der Regierung stand die Destätigung der Gewählten zu. Offiziere. und Schützen bestimmten gemeinsam in jedem Jahre zwei Platzmeister, die das Schießen zu überwachen und den Schießplatz zu beaufsichtigen hatten. Die Hebungen begannen kurz nach Ostern, in dieser Zeit fand der „Auszug" der Schützen statt. An einem Montag oder Mittwoch fanden sie sich vor dem Hause des Kapitäns ein, formierten sich dann auf dem Marktplatze vor dem Rathause und marschierten nach dem Schießplätze. Am Abend erfolgte der Rückmarsch, wieder in geordneter Form. Die Hebungen fanden Sonntags nach beendetem Gottesdienste statt und erstreckten sich auf siebzehn Wochen. Wie das auch im späteren deutschen Heere gehandhabt wurde, so durste kein Schütze mit dem Gewehr seines Kameraden schießen, er konnte nur das eigene Gewehr benützen. Kulturgeschichtlich interessant ist, daß den Schützen bezüglich ihres moralischen Verhaltens strenge Destimmungen auferlegt wurden. Es wirkt heute erheiternd, wenn man lieft: „Soll ein jeder auff dem Schieß-Platz sich züchtig und ehrbar Verhalten, insonderheit aber vor fluchen und schwören hüthen, bey 6 alb. und nach befinden einer noch höheren Straffe. Da auch einer oder der andere auff dem Platz Zänckereh anfangen würde, derselbe soll alsdann, wenn es nur beh dem Wort Wechsel verbleibet, 15 alb. zur Straff erlegen, wenn aber harte real oder Verbalinjurien gefallen wären, solche sofort von dem dasigen fürftl. Ober Ambt untersucht und nach befinden gestrafft werden. Wie dann auch keiner den anderen beh Straff von 5 alb. zum Trinken nöthigen sondern alle insgesambt fein nüchtern und mäßig sich verhalten und sonst vor ejeef) hüten sollen. Wann einer sich sonsten ungebührlich halten, schandbare Worte und andere unanständige Possen treiben würde, derselbe so offt er solches thut, jedesmahl um 15 alb. als auch nach befinden härter gestrafft werden soll, nicht weniger soll Sie Beratung des Gießener Dor an - sljlages für 19 29, über die wir in unserer : Rinnet 149 eingehend berichteten, wich dies- itnd vtzlli« von dem früher beobachteten Modus int Zunächst schon rein äußerlich: Während man Imbir von einer Generalaussprache, entgegen Ita Wünschen der sozialdemokratischen Fraktion, laial und lediglich eine Spezialberatung vor- i io r wurde diesmal auf die Einzelberatung ver- iik’et und dafür eine Generaldebatte einsttm- inn beschlossen. Diese Abweichung von der irtiieren Linie hatte ihren Grund in den außer- i etlichen Schwierigkeiten, die bei der Fest- Blung des neuen Voranschlages zu überwinden Schwierigkeiten, die sich nicht nur auf 114 ziffernmäßige Bemessung der Etatansätze be° ilLb, sondern auch auf dem Gebiete der Par- 1 !«>insche lagen. Genügten in früheren Jahren | iili oder drei Finanzausschußsihungen, um den : Allaltungsvoranschlag beschlußreif für das ftAwratsplenum zu machen, so waren diesmal | Sitzungen des Finanzausschusses erforder- lid, um mit der Fülle von über 80 Anträgen jppi Doranschlag fertig zu werdqn und eine Basis ijni finden, auf der man die endgültige Feststel- linq des Etats beschließen konnte. Riernand wird ItDdiC behaupten können, daß dieser Kampf der iFokiionen und der Verwaltung, der sich zum ttocillus größten Teile im FinanzauLschuhzimmer lahpielte und nur in einigen Ausschnitten bei der I0meralbebatte sichtbar wurde, sympathisch ge- !iotlcei ist. Wir sürchten vielmehr, daß von diesen !2bs«inandersehungen viel Konfliktsstimmung zu- i tilg «blieben ist. die wenig förderlich für die t fettere Arbeit des jetzigen, bis zum Ende dieses tIchves amtierenden Stadtrats werden dürfte. In rächen mit Stadtratsmitgliedern kann man iiettnialte ein Maß von Erbitterung über die idilljährige Haushaltsberatung feststellen. das t men früher nicht gekannt hat. 3n der Generaldebatte über den Voranschlag :hta - mit Ausnahme der Wirtschaftlichen Ver- ।eiligung — eine „Front von Schmahl bis Mann" • f ür Las mit viel Mühe und Rot zustande ge- 15r:d)te Etatkompromiß ein. Wie jede Kompro- imstLsung. so hat auch diese auf feiner Seite linier Befürworter ungetrübte Aufnahme gefun- ibr Alle Fraktionen der Ctatmehrheit machten itoaem Hehl daraus, das ihnen bei ihrem Ja wohl zumute war. vloer auf allen Seiten idei Mehrheit sagte man sich mit Recht, daß unter ihnen gegenwärtigen Verhältnissen eine günstigere !2ö'ung nicht gefunden werden konnte und daß irg / Schönste Aussicht MarbaTäs »»«n diesmal in voller Erkenntnis seiner gro- [e9 Jjjien Verantwortlichkeit Dingen zustimmen muhte, rhaffe Tan?/cf™«,, a, die man bei einer anderen, günstigeren ahriahAha "a tU0 'Silage nicht zu haben gewesen wäre. Daß man Konzert, abds. Abend-Tanz öen Steuerzahlern weitere Opfer auferleger Unnnnm in die unter den gegenwärtigen wirtschaft- rlaSEllffl iH ilhen Schwierigkeiten zweifellos als sehr druckend 1UDVUU1 lu UlUjVUepin0i1[nZ)en toetben würden, haben die Mehrheits- ÄfttxA : Dateien des Voranschlags 1929 durch den Mund UUllfc -Ihor Redner einhellig mit Bedauern hcrvor- Sonntag, dem 21. Juli 1929, sieben. Zweifellos wird die Erhöhung der^Ge- ««/ inL laxrbc- und der Grundsteuer, wie auch die Her- , „ »aulicfiunq des Wassergeldes, die nur die klei- )r.Hildebrandt, Hannover. Bürger schicht der Gewerbetreibenden und, - ---- - 1 Liebi&nUSfcUVfl tot Grund- und Hausbesitzer trifft, für diese tracht mit umgehangtem Gewehr zu Schieß , n. , _,akn auch die Fraktionen der Mehrheit — wie die Kölner die Geldgabe, die mü dem Preise ver mu i) wir in unseren verschiedenen Voranschlags- bunden ist, nicht geben wollen - Elisabethsagt zu Ixfrad)hingen - anerkennen müssen. Sie sagten ihrem Kinde: „Siehst du, das war ein Schneider sich durchaus zutresfend, daß eine Zurücksührung von Stuttgart, der war sm vortrefflicher Bogen- Voranschlagsbeträge auf die vorjährigen Sätze schütz und hatte zu Köln auf m Schießen' baS nur in einigen wenigen Fällen, in keiner Weise Beste gewonnen .. .Hundert Tha.er. Und dar- .ifcr bei dem größten Teil des Haushalts durch- nach wollt^i fies ihm nicht geben ... Da kam zMhren ist, da eben die Anschlagssätze der Der- ’* ..... ,mh W ,hn tDoltung im großen und ganzen auf den Erfah- iMgen des Borjahres aufgebaut sind und hier- ff«i die Feststellung maßgebend war, daß in vielen 7Li!eln die tatsächlichen Ausgaben die heran» Deträge des Haushalts 1928 überschrit- ----—TT^TKindhabe^ter haben. Weiterhin konnte man nicht zu | >in klavierspieie 5i36D?nhi}naf>men schreiten, die eine u..j_ CEtoffelung der kommunalen Austräge an das - .1 n^.iAvmonn ßwniifdje Handwerk und Gewerbe zur Folge ge- Cmi| HftUerniöWhiabt hätten, ba sonst nicht nur weite Kreise der Biigerschast in ihren Verdienstmöglichkeiten, son- Stan auch die Stadtverwaltung selbst in den C5tcii T abend Tanz oder Ball / Sonntag, Dienstag und Freitag BH Oll 011^1 nachm. Tanztee / Parkbeleuchtungen, Feuerwerke usw. j 1^ Illi Siehe Sonderanzelgen, Plakate und die Wochenprogramme Al Gießen. ALSFELD / Oberhessen Hotel Deutsches Haus Inh. Hermann Schmall Wochenende. Erstkl. Verpflegung Großer u. kleiner Saal für Vereine Mäßige Preise “”D Hotel Pension Hospiz 4651D Bud-Nau heim Benekestr.6—8 Telephon 2096 Beste Kurlage, behagliches Heim für Kurgäste. Passanten und Wochenende, 76 Z. 95 B. Neuzeitl. eingerichtet, vorzügliche Verpflegung. Preis 9—11 M. 'ßad. 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Berchtesgaden io! östlich -er arm «len über die So findet wertvolle An -lohe uni) Separat! ein besonderer Mscl vis den fahrbaren Hamburg den meisten 7 Mchunkte in 6eii Men Die Jeschu Aordseeküste. «n, Ntfnirg, fy Dianen, 4 Grundr b- Auflage. 1929. Miographisches Der vorliegende II ® Mi handliche .Deutsche Aordseek k'l der deutschen Nicht V Nicht K il wo L AU. Nords Bor 7 bis 9: Katholische Morgenfeier. Anschließend: 8 Darauf 4WV durch Angabe von Autowegen, Parkplatzen Reparaturwerkstätten entsprochen wurde. Vie Niederlage ; Sonnenstr. 6 S Bad Wildlingen. Szenen des 5. Aktes von Goethes Faust II". Vortrag von Pfarrer Clemens Taesler. 19.05 bis 19.25: Dortrag von Professor Dehn. 19.25 bis 19.35: Französische Literaturproben. 19.35 bis 20.00: Französischer Sprachunterricht. 20.00 bis 20.15: Senckenbergviertelstunde: „Halbaffen", Dortrag von Dr. R. Mertens. 20.15 bis 21.45: Sinfonie-Konzert. 21.45 bis 22.45: Don Kassel: Kammermusik. Reiseliferatur. teilte altcvogelsbergkarte im neuen Gewand Rundfunkprogramm. Sonntag, 7. Juli. bis 8 Ähr: Don Hamburg: Hafenkonzert. Rundfunkorchesters. 23: Sportnachrichten, bis 0.30: Von Derlin: Tanzmusik. Montag, 8. Juli. 6.30 Ähr: Morgengymnastik. 12.30: Plattenkonzert: Wienerisch. 15.05 bis Glockengeläute von der St. Peterskirche. 11.30 bis 12: Elternstunde: „Ein Dater kommt in die Sprechstunde", Gespräch. 12 bis 13: Mandolinenkonzert. 13.20 bis 14.20: Don Kassel: Führung durch die vierte große Kunstausstellung 1929 im Orangerieschloß. 15 bis 16: Stunde der Jugend : Jugendtheatcr: „Pechvogel und Glückskind", ein Märchenspiel von Gustav Adolf Treut- ler. 16 bis 17.30: Konzert des Rundfunkorchesters. 17.30 bis 18.30: Stunde des Landes: 1. „Industrialisierung tut der Landwirtschaft not", Vortrag von Güterdirektor Schneider-Kleeberg in Riederwalluf. 2. „Gehören Vücher auf das Land?", eine Betrachtung von Direktor Dr. Adolf Waas, Frankfurt a. M. — 18.30 bis 19: Stunde des Rhein-Mainischcn Verbandes für Volksbildung: „Frankreich und Deutschland", Vortrag von Oberstudiendirektor Dr. Richard Oehlert. 19 bis 19.30: Von Cronberg i. T.: Funkreportage: Cronberger Rachkcrb und Cronberger Erdbeermarkt. 19.30 bis 20.30: Konzert des Arbeitergesangvereins „Eintracht", Hüttengesäh bei Hanau. 20.30 bis 21: Peter Scher, Vorlesung aus eigenen Werken. 21 bis 22: Konzert des Rundfunkorchesters. 22 bis 23: Marschkonzert des Schall- 15.35: Umleitungen bekannt zu machen. Auch mag ^err bei angeregt werden, ob die greulichen Laut- signale der Autos nicht durch elektrische Leucht- signale über den Straßenkreuzungen nach und nach erseht werden können. Das ist eine Aufgabe, die für unsere fortschreitende Technik gewiß eine Freude und Leichtigkeit wäre. Man darf zu der Gießener Bevölkerung und der Stadtverwaltung hinsichtlich der gegebenen, sicher berechtigten Wünsche guter Zuversicht sein, da beide Teile schon hinlänglich ihren aufgeschlossenen und vor Schwierigkeiten nicht zurückschreckenden Sinn bewiesen haben, wie es sich zum Beispiel zeigt in den angenehmen Verkehrsmitteln und hygienischen Einrichtungen aller Art, was jeder Auswärtige mit offenem Blick freudig wahrnimmt und anerkennt. HK. jährten. Salzschlirf - Schlitz. srühzuae noch Lauterbach, »liche Slädlchen, das nod) Schönheiten aujzuweisei Stadt führt ein blaut; igem Anstieg xum fjainig, man einen schönen Few m Ml, dem Thüringri genieht. Durch Wald uti eichen über Laichenhach und Sandsteinbrüchen ncd Mil in einem Talkessel, u» liegt, hier besichtigen m; bcn fdjönen Surgatto dann weiter über & iberg mit herrlicher W । in das SchWrland d en, schön gelegenen Stak ifch von einigen flury Spielplan der Frankfurter Theater. Schauspielhaus. Sonntag, 7. Juli, 16 bis 18.15 Ähr: „Katharina Knie". Desgleichen von 20 bis gegen 22.15. — Montag, 8., 20 bis gegen 22.15: „Das Gerücht". — Dienstag, 9., 20 bis gegen 22.45: „Was Ihr wollt". — Mittwoch, 10., 20 bis gegen 22.15: Zum ersten Male: „Pariser Leben", Operette von Offenbach, bearbeitet von Peter Scher und Karl Salomon. — Don Donnerstag, 11., bis Montag 15., 20 bis gegen 22.15: „Pariser Leben". sprechend, erheblich erweitert worden. Die praktischen Angaben wurden, besonders bei den Badeorten, nach zeitgemäßen Gesichtspunkten ausgebaut, wie auch in diesem Bande den Bedürfnissen der mit eigenem Automobil Reisenden und Stunde der Jugend: Dreigespräch zwischen Dr. Henry Hock, Redakteur Sitterding und Dr. Laven über „Kampfsport". 16.55 bis 18: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.40 bis 19: „Ostpreußen", Dortrag von P. du Bois-Reymond, Königsberg in Preußen. 19 bis 19.20: „Im Lande der Pharaonen", Dortrag von Studienrat Lic. D. Wilh. Reuning. 19.20 bis 19.40: Vortragszyklus des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes: „Vom Ärlaub des Angestellten", Vortrag von Rubin Sehnert. 19.40 bis 19.50: Englische Literaturproben. 19.50 bis 20.15: Englischer Sprachunterricht. 20.15 bis 22.15: Von Stuttgart: Konzert des Oberschlesischen Funkquartetts. 22.15 bis 22.45: Rach Stuttgart: Deutsche Prosa, Drei- gespräch zwischen Rudolf K. Dinding, B. von Brentano und E. Glaeser. 22.45 bis 23.45: Konzert des Rundfunkorchesters. Dienstag, 9. Juli. 6.30 Ähr: Morgengymnastik. 13.30: Schallplattenkonzert: Tanzmusik. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Die schöne Ämgebung von Frankfurt a. M. bzw. Kassel. 16.15 bis 18.00: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters.. 18.35 bis 18.45: Von Kassel: Zehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund — Vortrag von Garteningenieur Karl Hintze. 18.45 bis 19.05: Von Kassel: Reuzeitliche Geflügelzucht", Vortrag von Ernst Herberg. Direktor der Geflügelfarm Heckershausen. 19.05 bis 19.25: „Barock und diese Zeit", Vortrag zur neueren Musikentwicklung von Otto Gombosi. 19.25 bis 19.55: Siegfried Trebitzsch (Vorlesung aus eigenen Werken). 19.55 bis 20.15: Schachstunde. 20.15 bis 21.15: Hans Reimann (Vorlesung aus eigenen Werken). 21.15 bis 22.15: Schallplattenkonzert: Ungarischer Abend. 22.15: Schweizer Lieder. Mittwoch, 10. Juli. 6.30 Ähr: Morgengymnastik. 13.15: Schallplattenkonzert: Änterhaltungsmusik. ■ 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Aus dem Buch der Sage und Geschichte, vorgetragen von Mittelschulrektor K. Wehrhan: „Lustige Münchhausengeschichten" — Für Kinder vom 10. Jahre ab. 16.30 bis 18.00: Von Kassel: Dom großen Saal der Stadthalle Kassel: Konzert Franz von Blon. 18.10 bis 18.30: Bücherstunde. 18.45 bis 19.05: „Fausts Machttrieb in den ersten drei Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ein wort für die kranken an die Gesunden. Als ich kürzlich — von auswärts kommend — bei einem Besuch in Gießen unerwartet von einer heftigen Rierenkvlik befallen wurde, so daß ich die Hilfe des Evgl. Schwesternhauses in Anspruch nehmen mußte, die mir auch bereitwilligst zuteil wurde, erfuhr ich zu meinem Leidwesen. wie unruhig die Gegend des Krankenhauses, besonders bei Rächt, ist. Aus dem endlich gefundenen Schlaf schreckte die Kranken um Mitternacht eine lärmende Gesellschaft auf, laut sprechende und lachende Fußgänger, das Getute der Autos und das Knallen der knatterirden Motorräder. Dies alles verstörte den so nötigen Schlaf, weshalb auch die Rachtwache des Hauses viel in Anspruch genommen wurde. — Da frage ich mich doch: muh denn das so sein; müssen denn die armen Kranken beständig diesen nächtlichen Ruhestörungen ausgesetzt und des ruhigen Schlafes beraubt sein?! Wer sich einmal klarmacht, wie rücksichtslos, ja roh es ist, Kranke zu stören und sie ihren Schmerzen und Sorgen wieder auszuliefern, der wird es doch wohl für eine persönliche Ehrensache halten, sie davor zu bewahren, und still durch die nächtlichen Straßen heimzugehen. Ließe sich der Lärm der Wagen, Autos und Motorräder nicht wesentlich einschränken?! Ader ganz gewiß! Jeder mitfühlende Besitzer eines derartigen Fahrzeugs würde es schon ganz von selbst vermeiden, nachts durch die Johannis- und Liebigstrahe zu fahren, wenn er auf kurzem Ämweg auch zu seinem Ziel gelangen kann. Natürlich sollte hierbei auch die Stadtverwaltung eingreifen und Warnungsschilder „Krankenhaus!" an den genannten Straßen an- bringen lassen. Weiterhin sollte sie auch die Straßen für jeden Wagen- und Autoverkehr von 23 bis 6 Ähr absperren. Es wird nicht schwer sein, die auswärtigen Fahrer mit den t#m gräflichen Schloß und der Kirche überragt t)irb. Das Städtchen mit seiner schönen Umgebung rerbient einen längeren »Aufenthalt. Von Schlitz Jnljren wir über Bad Salzschlirf wieder zurück. Die ganze Wanderung dürfte knapp 4 Stunden teonspruchen. Wetzlar — Cleeberg — Butzbach. Dir beginnen unsere Wanderung am Obertor in ?S(Rlar, von wo uns schwarze Punkte an den .Rängen des Stoppelbergs entlang zunächst durch i;cee, aussichtsreiche Gegend, nachher durch Wald . m Weidenhausen vorüber durch die Orte Volperts- >ai|en und Vollnkirchen führen. Nach gut drei- »tüidigem Marsche erreichen wir das reizvoll ge- retpite Cleeberg. Der Ort wird von einer schönen i ichlerhaltenen Burgruine überragt. Nach genu- •rerber Rast in einem der guten Gasthäuser wan- Üetn wir dem Zeichen weiter und kommen an dem vniiutig gelegenen Forsthaus Butzbach (gute Ein- «chf vorbei nach weiteren zwei Stunden nach un< f'rrm Endziel, dem altertümlichen Städtchen Butz- Hai). -Ost alpen. 2. Band. Chiemgau, Berchtesgaden, Salzkammergut, Tt- -rol östlich der Brennerbahn, Hohe Tauern, Karnische Alpen. Mit 16 Kar- kn 7 Plänen, 7 Grundrissen und 6 Rundsichten. 13. Auflage. 1929. In Leinen 6 Mk. (Meyers Reisebücher.) Verlag Bibliographisches Institut 2M3., Leipzig. (313) — Der Band ist bet der Reubearbeitung wesentlich erweitert worden, und zvar durch eine für kurzen Aufenthalt berechnete Beschreibung von München und durch Reuauf- niahme der Karnischen Alpen. Die Anlage des Bandes ist übersichtlicher geworden; die neuesten Errungenschaften des alpinen Verkehrs, die Bergbahnen, sind berücksichtigt, ebenso die neue Autostraße auf den Gaisberg. Ausführlicher find auch die Hauptsehenswürdigkeiten dieses Teiles der Ostalpen, die großen Eishöhlen, behandelt, ebenso die zahlreichen Autolinien und die Angaben über die Schutzhütten. Der Automobilist findet wertvolle Angaben über Autowege, Parkplätze und Reparaturwerkstätten. Reu ist ferner •ein besonderer Abschnitt über den Faltbootsport an! den fahrbaren Wildflüssen. Die kartographische Ausstattung ist zeitgemäß erneuert. - Meyers Reisebücher: Deutsche Iordseeküste. I I. Teil: Ostfriesland, Bremen, Harkburg, Helgoland. Mit 16 Karten, 13 Plänen, 4 Grundrissen und 1 Seezeichen-Tafel. 6. Auflage. 1929. In Leinen 3,50 Mk. Verlag Mliographisches Institut A.-G.. Leipzig. (290) Ser vorliegende II. Teil des zweckmäßigerweise in zwei handliche Bände zerlegten Reisebuches .Deutsche Rordseeküste" behandelt den westlichen Lil der deutschen Rordsee von Hamburg bis Ivrkum, während der vor kurzem erschienene I.Teil die östliche Küste von Hamburg bis Sylt umfaßt. Hamburg und Helgoland sind als die ovn den meisten Rordseereisenden aufgesuchten Hauptpunkte in beiden Bänden ausführlich besprochen. Die Beschreibungen der Städte Ham- 'frurg, Altona, Bremen, Bremerhaven und Weser- nimbe sind, deren gegenwärtiger Bedeutung entAmtsgericht Gießen. * Gießen, 29. Juni. Die obere Ludwigstrahe hat bis zum Viadukt der Oberhessischen Dahnen ein nicht unbedeutendes Gefälle, und Radfahrer werden dadurch oft zu allzu raschem Fahren verleitet. Dies gilt auch von einem Arbeiter, der diese Straße gegen abend von seiner Arbeitsstelle aus, nach Hause fuhr. Vor der Kreuzung Ludwigstraße Liebigstrahe läutete er vorschriftsmäßig, kollidierte aber dann auf der Kreuzung mit einem aus der letztgenannten Straße kommenden und nach dem Dahnhof fahrenden Auto, kam zu Fall und verletzte sich erheblich. Richt er, sondern der Autoführer wurde aber in Anklagezustand verseht, weil letzterem die größere Schuld an dem Änfall zuzumessen war, denn einmal hat er erst kurz vor der Einmündung der Liebigstrahe in die Kreuzung Signal gegeben, bann war er statt rechts auf die Mitte der Straße gefahren und schließlich hat er seine immerhin erhebliche Geschwindigkeit vor der Kreuzung in keiner Weise verlangsamt, obwohl es sich, namentlich wegen des Gefälles der Ludwigstrahe, um eine gefährliche Kreuzungsstelle handelte. Zu dem vorschriftswidrigen Fahren aus der Mitte der Straße will er durch einen auf der rechten Seite befindlichen Wagen veranlaßt worden sein. Ist dies richtig, so war er aber nach Ansicht des Gerichts gerade wegen seines angeblich nicht zu vermeidenden verbotswidrigen Fahrens erst recht zu besonderer Vorsicht bei Äeberauerung der Ludwigstrahe verpflichtet. Der Angeklagte erhielt mit Rücksicht auf die allerdings geringe Mitschuld des Vorletzten und auf andere Milderungsgründe wegen fahrlässiger Körperverletzung eine Geldstrafe von fünfzig Mark. Ravensteins Wegedezeichnungs - karte für den Vogelsberg und die *'S»tter au, die offizielle Karte des Vogelsberger !Menklubs e. V. ist soeben in 6. Auflage bei der okigraphischen Verlagsanstalt Ludwig Ravenstein Frankfurt a. M., erschienen. Die Karte f-eiihnet sich durch klare Uebersichtlichkeit aus und enthält bei dem zweckmäßigen Maßstab 1:120 000 alle den Wanderer interessierenden Einzelheiten. Äe^ndere Sorgfalt wurde auf die Wiedergabe ttet farbigen Wegemarkierung verwandt, die in den Stichen und Farben gedruckt wurden, welche in der Statur dem Wanderer den Weg weisen. Die um- ßmgreichen Markierungs-Aenderungen wurden bei S«r Neuauflage unter intensiver Mitarbeit des We° «etczeichnungs-Ausschusses des V.H. C. gewissen- M berücksichtigt. Die Karte erfuhr eine wesent- flidjt Bereicherung durch eine neue Beikarte des Nbirwald-Gebietes im Maßstab 1 :50 000. Auf ter Rückseite der Karte sind 36 Wanderoor- Mae enthalten, ein Verzeichnis der farbig be- lichneten 20 Hauptlinien des D. H. C. sowie eine - M bie 'V rcidjiiA Ä ÄAi jtn Hotels?^rtez täglich und & aber mit w. • 041 SSSsS W verbilligt ^tend Denn man an genanntes Ailomctnhefj £nafr ?t>°uienreist 7 Lufthansa hat ein, I mit Barcelona her« t, kann auf bem Lust. !n AM erreichen, da er nach Marokko führt. IW emyanen, ein Ix? 6pa.nicn M seichieten 20 Hauptlinien des V. H. C. sow und wer es kann, soll Aiebcrsicht über die D.H.C.-Iugendherbergen. and in seinem Fefigf - - ' - ------ : ~ - Heilungen in 'Barcelona Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 7. Juli. 6. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinde; 9.30: Pfarrer Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrer Mahr. — Johannes- kirche. 8: Pfarrer Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfarrer Bechtolsheimer; 8: Bibelbesprechung im Iohannessaal; Pfarrer Lenz.— Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; Christenlehre für die Neukonfirmierttn der Luther- gemeinde; 10.45: Kinderkirche. — Elifabeth-Klein- tinderfchule. 8.15: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde; 9.45: Pfarrer Lic. Waas; Beichte und hl. Abendmahl für die Petrusgemeinde. — Reue Aula. 11.15: Universitäts-Gottesdienst; Predigt: Privatdozent Lic. D. Brunner. — wiefeck. 9.30: Pfarrassistent Geis (Lollar). — Alten- vuseck. 10; 1. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: Chri- stenlehre für die konfirmierte männliche Jugend; 1.30: Daubringen. — Hausen-Garbenteich. 10: Garbenteich; Christenlehre; 1: Hausen. — Watzenborn- Steinberg. 9.30: Christenlehre; 1: Hauptgottesdienst. — Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Stistsdechant Kahn; hl. Abendmahl; 12.45: Kindergottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 6. Juli. Gießen. 4 Uhr: Empfang des Hochwürdigsten Herrn Bischofs in der Kirche; 4.30 und 8: Beichte. Sonntag, den 7.Juli. /.Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6 Uhr: Messe; 6.30: Beichte; 7: Bischof- liche Messe; Kommunion der Firmlinge; 8: Messe; 9: Hochamt mit Predigt und Firmung; 11: Messe; 2.30: Andacht; 5.30 und 6: Messe. — In Grünberg, ist am 7. Juli kein Gottesdienst. — Hungen. 18: Andacht. — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Lich 7.30: Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 8. Juli. Gießen. 6.30: Bischöfliche Messe. Sonntansdienst d.Aer.ttcu.Avotbeke» am 7.7. 29 Frl. Dr. Gürtler. Dr. S. Klein. Engelapotheke. Zahnarzt: Dr. Zager. 'D Sprechstunden der Redaktion 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Mehr Feuerschutz. Ein guter und wirkungsvoller Feuerschutz ist heute mehr denn je notwendig, lieber 400 Millionen Mark werden in Deutschland jährlich durch Brände vernichtet. Der Minimax-Apparat ist der bekannteste Handfeuerlöscher. Der Name Mini- mar verbürgt Qualität, Leistung und Zuverlässigkeit. 57420 sgBW Nicht Wattendunst Nicht Küstenluft Sctfai Kurhaus Luginsland liegt bei Schotten ■ empfiehlt sich: im Vogelsberg a. der Kreis- g als Ferienaufenthalt, zum Straße Schotten—Gedern H Wochenende, f.Auto-Aus- mitten in Wald u. Wiesen ’V flüge, als Touristenstation Pensionspreis 5 RM. Gutbürgerliche Küche, gepflegte <2450 Weine u. Biere, eigene Konditorei Fernruf: Schotten Nr. 10 Besitzer: Paul Lehmann ^ÜeslerlanJs. 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' kungsläuse I i hmn Forderung ? vnsanoz nur zöc • einsch, dah leim lennen ist, nahm ’ wende Material .»gestaltete sich in r Äcallionen blieb sachlich an den blieb ohne Dir Haltung konnte orn. Der Erporl ' °m Geschäft. S, hindurch an. Lc Zren uni) Rogi Sen. Wer auch ‘ ftarl gefragt, un oetoefene Crhöhu Jdten aber jetzt ff '■*' jetzigen Pre »tanffurt enthalt nut wenig | ^Ä^essesür in. Infolge der i 'M iah sich hie ^tere Deck 5 Deizenkleie, aus dem all W 3 Mi. 5 Friedr* Levermannz Gießen Seltersweg 81 Mein Sommers Ausverkauf Asbest- Platten, 1,2,3,4 und 5 mm wieder am Lager. 6785 D CarlSchunck kauten Sie am besten und billigst« direkt vom Fabrikanten 58582 AM Binder NcM Inh.: J. G. Höfle, Lederwarenfabrik, Offenbach a.N Echter deutscher Bienenhonig wird nur im GinheitSglas des Oeuffchen Imkerbundes, geschützt durch das Etikett des r , Deutschen Imkerbundes, verkauft. Honig in and. 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Das alte Kraftwerk ist vom 1. April 1928 ib auf Grund der bestehenden Verträge weiter berieten worden. Die Abgabe an elektrischer Arbeit ?etruq in den neun Berichtsmonaten einschließlich des Eigenbedarfs rund 19,5 Millionen Kilowatt- I stunden. Die Gestehungskosten für die Stromerzeugung waren infolge der veralteten Anlagen des ollen Kraftwerks und anderer die Selbstkosten un= riünftifl beeinflussender Umstände verhältnismäßig hoch. Da die vertraglich festgesetzten Verkaufspreise leinen Ausgleich schaffen konnten, entstand unter 'Berücksichtigung verschiedener mit dem Neubau zusammenhängender, aber nicht aktivierter Posten oach 102 137 Mark Abschreibungen ein Verlust von 198 279 Mark Betriebs- und Derwaltungskosten für ben Ausbau des Schwelkraftwerks und der Raffinerie beanspruchten 384 216 Mark, Betriebskosten des alten Kraftwerks 743 216 Mark und Zinsen 1D1 250 Mark. Andererseits erbrachte der Stromver- kauf aus dem alten Kraftwerk 835 561 Mark. Die Bilanz verzeichnet (in Millionen Mark) 1,8 langfristige Darlehen, 9,02 Bankkredite, 3,72 sonstige ; ©laubiger und Akzepte, andererseits 1,34 Schuldner und 0,24 Kasse und Bankguthaben. Bei den Anionen sind das alte Kraftwerk mit 1,6, das Schwel- lroftwcrk mit 12,86 und die Raffinerie in Frankfurt a. M. mit 1,18 bewertet. Im laufenden Geschäftsjahr wurde die im Frankfurter Osthafen gelegene Raffinerie der Deutschen Gasolin A.-G. käuflich erworben. Es ist beabsichtigt, diese Anlagen zwecks Aufbereitung des im Schwelwerk anfallenden ' Rohteers auszubauen. Wochenbericht vom frankfurter Produktenmarkt. In der neuen Woche machte sich, nachdem im Parlament die Cnffcheidung bezüglich der toei- . teten Gestaltung der deutschen Getreidewirtschaft r gefallen ist, am Produktenmarkt eine spürbare Beruhigung bemerkbar. Die Stimmung war freundlich: doch fehlte dem Geschäft noch ein kräftiger Anstoß, der aber auch bald eintreffen sollte. Vor allem waren die sprunghaften Steigerungen der Preise an den überseeischen Märkten von besonderer Bedeutung, die aber in erster Linie durch günstige Ernteaussichten in Kanada - hrrvorgerufen wurden. Mer auch das zumeist regnerische Wetter in Deutschland spielte eine gewisse Bolle. Man konnte überall Dek- iungskäufe beobachten. Die beträchtlich hö- L Heren Forderungen der Provinz wurden zwar 1 anfangs nur zögernd bewilligt: als man aber einsah, daß keine rückläufige Bewegung zu er« H-nnen ist, nahm man das an den Markt korn- »mende Material ohne Zögern auf. Die Tendenz ^'gestaltete sich im Laufe der Woche immer fester. ; Reaktionen blieben zwischendurch nicht aus: hauptsächlich an den ausländischen Märkten, aber dies blieb ohne Wirkung auf den hiesigen Markt, die Haltung konnte nicht ins Wanken gebracht wer- !den. Der Export beteiligte sich ebenfalls lebhafter am Geschäft. Die Hausse hielt die ganze Woche hindurch an. Lebhaft gehandelt wurden Wei- Ioen und Roggen bei beträchtlichen Erhöhungen. Mer auch Mehle waren in erster Linie stark gefragt, und hier war eine noch nie da- getoesene Erhöhung zu verzeichnen. Die Preise gelten aber jetzt Frachtparität ab Frankfurt, nicht wie früher ab Mühlenstation, fo„ daß in dem jetzigen Preis die Fracht ab Mühle bis Frankfurt enthalten ist. Die Gewinne wurden aber nur wenig hiervon geschmälert. Mer auch das Interesse für Futtermittel hielt weiter an. Infolge der ungünstigen Witterungsverhält- niffe sah sich die Landwirtschaft vielfach gezwungen, weitere Deckungskäufe vorzunehmen. Besonders Weizenkleie, die anfangs vernachlässigt lag, trat aus dem allgemeinen Rahmen und gewann bis zu 3 Mk. Sommergerste wurde nicht mehr notiert. Auch nach Hafer (inl.) bestand Bachfrage. Zum Wochenschluh war die Tendenz sehr fest, und die Erhöhungen gewannen weiter an Boden. Das Interesse für alle Arten hielt unvermindert an. Rur an den Rebenmärkten lieh das Geschäft etwas nach. Im Vergleich mit den Dotierungen der vergangenen Woche zogen Weizen, Roggen, Hafer(inl.), Mais für Futterzwecke und Roggenkleie je 1,75 Mk. an. Weizenmehl gewann 4,25 Mk., niederrhein. 4,50 Mk„ Roggenmehl 3,50 Mk. Die Reuregelung der Frachtparität darf aber nicht vergessen werden. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 26, Roggen 24, Hafer (inl.) 23.25, Mais für Futterzwecke 22, Weizenmehl 37,50 bis 37,75, niederrhein. 37,50 bis 37,75, Roggenmehl 32,50 bis 33, Weizenkleie 12,25 bis 12,75, Roggenkleie 13. Wochenbericht vom frankfurter Effektenmarkt. Rachdern der Ultimo ohne Schwierigkeiten überwunden wurde, hatte man in Dörsenkreisen die Hoffnung gehegt, daß doch in der neuen Woche eine wieder freundlichere Stimmung und regere Geschäftstätigkeit eintreten würde. Dies war aber nicht so, denn es fehlte der Börse, wie in letzter Zeit schon fast immer, die Hauptstütze, die Auslandorders. Einer lebhafteren Umsahtätigkeit standen diesmal andere Momente im Weg, vor allem verstimmte die starke Rückgangsbewegung der Kaufhausaktien. Die Gesamttendenz wurde hiervon nicht unerheblich berührt. Mer auch die noch schlechten Geldmarktverhältnisse, die nicht sehr erfreulichen Konjunkturberichte, die immer wieder in den Vordergrund rückenden Diskonterhöhungsbefürchtungen und das Unbefriedigtsein über die Glanzstoff-Enka-Fusion trugen in der Hauptsache zur Verschlechterung bei. Die Tendenz neigte durchweg zur Schwäche. Auch die Baissepartei unternahm an manchen Tagen einen Vorstoß und gab Material an den Markt, so daß Kursabschläge eintraten, die oft bei Spezialpapieren ein recht erhebliches Ausmaß annahmen. Das Geschäft war aber an manchen Tagen so minimal, daß zur ersten Rotiz nur ganz wenige Werte notiert werden konnten. Eine starke Unlust und Zurückhaltung war immer vorhanden, da auch von einer Beteiligung der Dankkundschaft nichts äu bemerken war. Die zumeist festere Reuhorker Börse, die weitere Entlastung des Arbeitsmarktes im Reiche und auch der nicht als ungünstig zu bezeichnende Reichsbankausweis, der aber einen Deckungsrückgang von 51 v. H. auf 47 v. H. aufweist — demgegenüber stand eine Gold- unb Deviscnzunahme, die wieder einen Ausgleich herstellte — blieben auf der anderen Seite fast ohne Einfluß. Rur eine etwas zuversichtlichere Stimmung war eine vorübergehende Erscheinung. Das Geschäft stagnierte zeitweise: die Orderlosigkeit verstimmte immer mehr. Doch trat bald ein Umschwung ein. Ms erstes regte besonders die Transaktion Osram- General Electric an, was sich aber in erster Linie nur am Elektromarkt auswirken konnte, da ja bekanntlich auch AEG., Siemens und Schuckert am Osram-Unternehmen interessiert sind. Die Meldungen, daß eine Diskonterhöhung in nächster Zeit nicht zu befürchten wäre, blieb ebenfalls nicht ohne Wirkung und trug auch zum wesentlichsten Teil zur Beruhigung bei. Die endgültigen Zahlen des Kaliabsahes im Juni, die die Vorschützungen noch erheblich übersteigen sollen, wurden vorteilhaft verbucht, doch konnte der Kalimarkt hieraus keinen besonderen Ruhen ziehen, da hier infolge der vorgeschrittenen Saison der Bedarf nach diesen Artikeln nachlassen dürfte, was selbstverständlich pessimistisch stimmte. Die Tendenz war aber im großen und ganzen freundlich und zuversichtlich, da auch die G 01 d - fünfe der Reichsbank, die man als nicht vorteilhaft erachtet hatte, da hiermit Befürchtungen einer weiteren Geldverknappung auftraten, eingestellt wurden. Mer auch die etwas günstigen Berichte der preußischen Handelskammern, die von einer saisonmüßigen Wirtschaftsbelebung sprechen, und die weiter festere Reuhorker und Pariser Börse, hatten ihren Anteil an der allgemein etwas optimistischen Lage. Das Geschäft konnte aber nur in Spezialwerten einen etwas größeren Umfang annehmen. Das Ausland trat wieder verschiedentlich als Käufer auf, und man konnte im Zusammenhang hiermit Deckungskäufe der Spekulation beobachten. Gegen Ende der Woche traten zumeist Besserungen von 2 bis zu 5 v. H. ein, aber die anfangs eingetretenen Verschlechterungen konnten zumeist nicht aufgeholt werden. Die Kurse lagen sogar I zumeist noch bis zu 5 v. H. unter dem Riveau der vergangenen Woche. Lebhafter gehandelt wurden vor allem Clektroaktien und Montanpapiere. Bei letzteren regte die Aufhebung der Subvention in der englischen Kohlenindustrie an. Mer auch Glanzstoff hatten eine leichtere Aufwärtsbewegung auszuweisen. Chade konnten vier Mark, Daimler 2 v. H. und Süddeutsche Zucker 4 v. H. gewinnen. Kaliwerte lagen dagegen von 6 bis 13 v. H. schwächer. Waldhof minus 6 v. H. Zum Wochenschluh machte die starke Ermäßigung des Geldsahcs an der gestrigen ReuhorkerBörse von 15 auf 6 Prozent einen starken Eindruck, und die Stimmung war daraufhin recht freundlich. Das Geschäft konnte sich aber nicht so recht entfalten, da die Beteiligung sehr gering blieb. Einige Auslandorders, die aber doch später cintrafen, ließen wenigstens in Spezialitäten einen größeren Geschäftsumsang zu. Man konnte hiernach auch Deckungs -- käufe der Spekulation beobachten. Dies wirkte sich in erster Linie am Elektro- und Montanmarkt günstig aus. Bei ersteren spielte die Interessennahme einer ausländischen Gruppe an deutschen Unternehmungen weiter eine gewisse Rolle. Gelsenkirchen, Harpener und Mannesmann waren am Montanmarkt führend. Man verwies hier vor allem auf die feste Haltung und die Steigerung der Kohlenkuxe. Auch Deutsche Linoleum waren beträchtlich höher. I.-G.-Farben lagen dagegen gebrückt: verstimmend wirkte die lange Laufzeit des Bezugsrechtes. Glanzstoffaktien waren wieder eher angeboten. Die Rebenmärkte lagen wesentlich stiller. Mer dafür nahm die 11 m f a^ tätigt eitainMontanmarkt und in einzelnen E1 e k t r 0 w e r t e n toei- ter z u, fo daß insgesamt an einem Tage durchschnittliche Erhöhungen von 3 bis 5 Prozent eintraten. Die Verluste der Vorwoche wurden daher zumeist wieder ausgeglichen. Besonders hervor- zuheben wären noch am Bauunternehmungsmarkt Hoch- und Tiefbau, die gegenüber der letzten Woche ungefähr 6 Prozent gewannen. Vor allem soll ein sehr guter Auftragseingang ausschlaggebend gewesen fein. Andere Kombinationen fanden keine Bestätigung. Renten hatten zumeist nur geringes Geschäft. Deutsche Anleihen waren wenig verändert. Ausländer gewannen zumeist etwas. Für Schutzgebiete bestand weitere Rachfrage. Am Devisenmarkt lag die Mark schwach. Das Pfund konnte sich international etwas befestigen. Am Geldmarkt machte sich auch die Klärung der internationalen Geldverhältnisse bemerkbar und der Taaesgeldfah konnte auf 7,5 Prozent ermäßigt werden. Die Woche schloß ziemlich fest bei lebhafterem Geschäft in bevorzugten Werten. Aschaffenburger Zellstoff lagen stärker gedrückt. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt verzeichnete in dieser Woche wieder etwas regere Geschäftstätigkeit, namentlich Schweine konnten verstärktes Interesse auf sich lenken. 3m Zusammenhang mit den starken Preissteigerungen an allen deutschen Schlachtviehmärkten waren auch hier die Preise für Schweine beträchtlich höher. Die Beschickung am Schweinemarkt war in dieser Woche geringer. Rach lebhaftem Geschäft und stärkerer Kauflust der Metzger wurde der Markt geräumt. In Rindern war bei geringerem Auftrieb nur mäßiges Geschäft zu verzeichnen. Au.ch Die Exportbeteiligung ist weiter sehr gering. Spihentiere waren etwas reger gesucht und lagen im Preise stärker erhöht, während die anderen Gattungen nur geringfügig höher notierten. Kälber hatten bei etwas kleinerem Auftrieb ruhiges Geschäft, jedoch wurde der Markt geräumt. In dieser Woche kamen erstmalig wieder Schafe zur amtlichen Rotiz. Rach ruhigem Geschäft und fast kaum veränderten Preisen wurde ausverkauft. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1595 Rindern, darunter 250 Ochsen, 96 Bullen, 668 Kühen und 421 Färsen, ferner aus 1543 Kälbern, 208 Schafen und 4517 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der letzten Woche waren 235 Kälber, 563 Schweine und 111 Rinder weniger angetrieben, dagegen standen 48 Schafe mehr zum Verkauf. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen Klasse AI 61 bid 64, All 56 bis 60, BI 50 bis 55. Bullen A 55 bis 59, B 50 bis 54. Kühe A 49 bis 52, B 43 bis 48, C 36 bis 42, D 25 bis 35. Färsen A 61 bis 64, B 56 bis 60, C 50 bis 55. Kälber B 76 bis 80, C 71 bis 75, D 60 bis 70. Schafe A 54 bis 60, B 46 bis 53. C 38 bis 45. Schweine B 88 bis 90, C 89 bis 91, D 88 bis 90, t 86 bis 89. Fettschweine immer noch schwer verkäuflich. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche konnten Schweine bis zu 8Mk., Ochsen bis 2 Mk., Kühe, Färsen und Kälber bis 1 Mk. anziehen, während Dullen und Schase gut behauptet blieben. * Voraussichtlich mittelgute Ernte in Preußen. Wie die Statistische Korrespondenz mitteilt, steht der Roggen in Preußen nicht schlecht, wenn auch meist dünn und kurz im Stroh. Die Aehrenbildung ist gut. Stand und Entwicklung des Weizens find'sehr verschieden.. Wintergerste ist noch zurück, Sommergerste hat sich gut entwickelt. Auch Hafer ist noch im Rückstand. Die Kartoffeln stehen überwiegend günstig. Die Rüben sind im allgemeinen gut entwickelt. Das Heu ist in der Güte gut, in der Menge jedoch gering, aber vorwiegend besser als im Vorjahr. Bei einigermaßen günstigen Witterungsverhältnissen kann im großen und ganzen voraussichtlich mit einer mittelguten Ernte gerechnet werden. Recht gut schneidet wieder die Provinz Sachsen ab, dagegen sehr wenig günstig die Rheinprooinz. * Frankfurter Maschinenbau A.-G. norm. Pokorny & Wittekind, Frankfurt a. M. Nachdem die drei ersten Monate des lausenden Geschäftsjahres infolge der allgemeinen Konjunktur nicht gut waren, trat, wie von der Verwaltung mitgeteilt wird, eine Geschäftsbelebung ein. Die Monate April, Mai und Juni entwickelten sich derart, daß diese Zeit jeweils Rekordmonate dar- ftellen. Es liegen noch für mehrere Monate gute Aufträge, besonders in Großmaschinen, d. h. in Objekten von 100 000 bis 250 000 Mk., für die Schwer- inbuftrie, die chemische Industrie und die Ferngasversorgung vor. Das Auslandbeschüst ist hier besonders gut. Das Inlandgeschüft in Serienmaschinen leidet etwas unter der allgemein ungünstigen Wirtschaftslage, findet aber durch das gute Groß- mafchinengefchäft einen Ausgleich. Durch die laufenden Verhandlungen über weitere Aufträge hofft man sich für eine Reihe von Monaten den guten Auftragseingang zu sichern. * Maschinen- und Armaturenfabrik norm. H. Breuer & Co., Frankfurt a. M.- H ö ch st. Nach dem Bericht biejer den Buderusschen Eisenwerken nahestehenden Gesellschaft trat im Jahre 1928 eine nicht unwesentliche Hebung des Umsatzes ein. Von dem Betriebsüberschuß von 0,873 (0,677) Millionen Mark beanspruchten Unkosten 0,775 (0,677) Millionen Mark und Abschreibungen 0,091 (0,078) Millionen Mark. Durch den verbleibenden Gewinn kann der Verlustvortrag aus dem Vorjahre auf 32 000 Mark vermindert werden. Die 1,82 Millionen Mark Aktien bleiben also wieder ohne Dividende. Im neuen Jahre habe der Beschäftigungsgrad in letzterer Zeit eine Besserung erfahren. Frankfurter -Aben-börse. Frankfurt a. M., 5. Juli. An der Mend- borfe war die Stimmung allgemein freundlicher, da sich nach Montantoerten wieder lebhaftere Rachfrage einstellte. Unter Bevorzugung von Mannesmann traten für diese Aktien meist neue kleine Besserungen um Bruchteile eines Prozentes ein. Im übrigen war das Geschäft still bei wenig veränderten Kursen. I.°G.°Farben waren leicht befestigt, " nler und Rordd. Lloyd dagegen etwas gedrückt. Am variablen Markt gaben Hixh- und Tiefbau leicht nach. Anlechen waren vernachlässigt. Abi. Schuld 10,65, Commerzbank 184,90, Danatbank 379,50, Reichsbank 329, Gelsenkirchen 145, Harpener 152, Aschersleben 248, Westeregeln 254, Mannesmann 126, Phöttix 102 50, Rheinische Braunkohlen 299, Aheinstahl 131.50, Stahlverein 108, AEG. 197.90. Chade 436, Dt. Linoleum 319,50, Licht & Kraft,218, Berliner Produktenbörse. Berlin, 5. Juli. Bereits in den heutigen Vormittagsstunden zeigte sich, daß unbeeinflußt von den Auslandmeldungen die Aufwärtsbewe- gung der Preise am hiesigen Produktenmarkt zum Stillstand gekommen ist. Die wiederum strammen Meldungen aus Winnipeg blieben völlig unbeachtet, zumal aus Chikago infolge Feiertags keine Rachrichten Vorlagen und die südarnerikani- schen Märkte eher schwächere Tendenz erkennen ließen. Das Inlandangebot von Brotgetreide und Hafer hat sich infolge des in der letzten Woche wesentlich gebesserten Preisniveaus verstärkt, fand aber heute trotz entgegenkommenderer Forderungen nur zögernd Unterkunft. Am Lieferungsmarkt erfolgten erneut umfangreiche Realisationen, wodurch ein beträchtlicher Teil der letzttägigen Preisgewinne wieder verloren ging. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. Franksurl a.M. Benin Schluß Kurs Schluß!. Adenb- börse Schluß- Kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 4-7. 5.7. 4 7. 5 7. 6H Di. Reichsanleihe o. 1927 . . 87,25 87,25 87,5 87,6 £)t «nl.-Ablös.'Schuld mit Aus los.-Rechten....... 50,9 50,8 50,9 50,9 £e5ßl. ohne Auslos.-Rechte . . . 10,25 10,65 10,13 10,4 >% Franks. Hyp.-Bk. Goldps. un- lünddar bis 1933....... 85,75 85,75 _ _ jüibuifl-?lmerita Pakei ... 6 CLimb.-Sübam. Dampssch. . . 6 frntfo Dampfschiff - lv Ihnbbeuifdiet Lloyd ... 8 lillg. TcutfcheCredilanK . . IO Bannet Bankverern .... IO Bedinet HandelsgeseUscb. . 12 lornmerz- uni Brivar-Lonk 11 tarmft. u. Nationalbank • 12 Leutsche Bank . . 10 riSlonto-Sesellschos, eint.. . 10 t rechnet Bonk . . IO FlUielbeuHcfie GteDUbani ... 9 [QelaUbarJ...... 8 Reiätöanl ........ 12 122,75 123,75 122,5 123,65 — 193,75 — — — — 158,75 113,5 113,13 113,4 113,75 127,25 127,25 127,5 127,5 130 130 129,5 130 — 217,5 217 217 185,13 184.9 185,13 184,9 279,5 279,5 279,25 280 174,5 174 174,25 174,25 158,5 159 158,75 159.25 163 163.25 163 163 — — — —— — — — — 331 329 329,25 329 Frankfurt a. M. Berlin Schluß kure Schlußk. Abend- börie Schluß- Stutz Schlußk. Mittag- börse Datum 4.7. 5.7. 4.7. 5.7. Elekir. Lieferungen.....10 Licht unb Kraft ...... 1° Seiten 4 Guilleaume Ges. s. Elektr. Untern.. ... 10 Hamb. Elekrr. Werke .... 1° Rhein. Elektr.........9 Schief. Elektr........10 Schuckert...... . 8 Siemens & HalLle ..... 1- Lahmeyer 4 To.1° Buberu?..........5 Deutsche Erdöl.......6 Ejsencr Steinkohle......6 Gelsenkirchener ... f. Yi 3-4 Harsch Eilen.........8 3>ie Bergbail........8 .....................7 Kölii-Ncuesscn........0 Mannesmann...... . 8 ManSfelder.........' Oberstes. Eisenb. Bedarf. . . 5 Obcrschlei. Kokswcrke.....6 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl ... 1- % Jahr V,'-. Riebeck Montan......7,2 Bereinig le Stahlw......<> Otabi Minen.......2 sh Kali Aschersleben.....10 Kali Westeregeln......10 Kaliwerk Salzdetfurth ... 15 3- ®. Farben-Industrie ... 12 Dhnmnit Nobel.......5 Schcidean stall........9 Goldschmidt..... 5 Nütgcrswerke........6 Metallgesellschast......11 199 224 217,5 135 221,5 240,5 399 170 76,75 144 151 220 110.5 125,5 101,25 296,5 130,5 106,5 244 251 410 245,5 75 88,5 128 197,9 218 137 220 398 173 78 117,75 145 152 221 112 126 102,5 299 131,75 108 70,25 248 254 412 234,9 159,5 75,5 88,75 129,25 198,9 224,75 159,75 217,25 135,25 220,75 142,4 155 196,25 240,9 399,25 147,75 171,5 77,25 115,65 138 144,25 151 137,75 219 110,75 134,4 125,4 141 88,25 106,4 101,13 297,25 130,5 107,13 70,5 245 250 410 235,25 76,25 87,75 197,5 224,5 161 217,75 137,25 219,9 142 197,75 239,25 398 147 174 77,75 117,5 141,5 144,9 151,4 139,75 220 111,75 135,9 125,25 140,13 89,75 109,5 101,9 299 132 108 70,65 248 253,75 412,25 234 110 77 89 129,25 nsranliurt a.M. Berlin Schluß- Kurs Schlußk Abend bönc Schluß- Kure Schlußk. Mittag« börse Datum 4.7. 57. 4.7. 5-7- Philtpv Hoizmann......> 111,5 113,5 — 113,5 Heidelberger Eement .... 10 139 139,25 — — Eement Karlstadt......8 179 182 — — Wayß & Freitag......10 102,25 101,75 102,5 101,25 Schultheis Patzenhoser ... 15 — — 309,5 311 Ostmerke.........12 — 249 249 Der. Glanzstoss......18 428 417 429 416 Bcmberg.........H — — 333 326 Zellstojs Waldhos.....12 252 — 251 250 Zcllswff Aschaffenburg ... 12 169 172 170 170 Eharloltenburgcr Wasser ..." — — 113,25 113,25 Dcjsauer Gas........8 — — 201,5 203,65 Daimler Motoren......0 57,5 58 57,75 58,5 Deutsche Maichinen-Fabrik . . o — — 54 54,25 Adlcrwcrle Klcoer......& 51,5 50,75 52,25 50,5 Ludw. Loewe.......10 — — 209,5 208 Nat. Automobil.......0 Orenstein & Koppel.....6 — — 26 24 — — 91 91,75 Leonhard Tieft . ...... 6 — — 234,5 235 Bamag-Mrguin.......O — —— — —— Franks. Maschinen......6 52 53,5 51,25 54 Griftiier.........11 73,5 73,5 72,5 72 Hryligenslaedt.......O — — — — IunghanS..........< 70 66,5 70 66,5 Lechwerie. . ....... 8 106 105,5 — — Mainkraslwecke.......8 106 106 — — Miag...........10 Nekariulmec........& — 121 120,5 121 — — — — Peiers Union........8 121,5 122,5 122 122 Gebr. Roeder..... . 10 115 114,5 Loigt & Haeffner......8 220 220 222 222 Südd. Zuller........8 Dan 148 knoten 149 148,5 148 Berlin, 5- Juli Geld Brief Amerikanische Noten ..... 4,174 4.194 Belgische Noten........ 58,25 58,49 Dänische Noten...... .« fiusUtdic No um».» «»•«»• 111,50 111,94 20,315 20,395 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Berlin, 5. Juli Geld Brief französische Noten..... 16.425 16,485 Holländische Noten...... 168,16 22,03 168,84 22,11 Norwegische Noten...... 111,53 112,02 Teuli'ch-r7estcrr.,itlü0 Kronen 59,02 59,26 Rumänische Noten...... 2,495 2,515 Schwedische Noten...... 112,11 112,55 Schweizer Noten....... 80,64 80,96 Spanische Noten....... 60,38 60,62 Tschechoslowakische Noten .. 12,397 12,457 Ungarische Noten . ... 72,92 73,22 4. Juli 5. Juli Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bncr Geld | Briet Am'l.°Nott. 168.37 168,71 168.42 168,76 Buen.-Aires 1,757 1,761 1.759 1,763 Brss.-Antw 58,21 58,33 58,25 58.37 Christiania. 111,68 111,90 111,77 111,99 Kopenhagen 111,70 111,72 111,72 111,95 Stockholm - 112,39 112,61 112.42 112.64 Helsingfors. 10,543 10,563 10,54 10.56 was es heule gibt, wer ein Spezialraü . kauft, hat in öem billigeren Preise nur einen scheinbaren Vorteil, trenn: Fs brichl sich Bof)n nut Sag, tuns gL, Beim ttinfauf mußt Du flortra teufen, vor Billigkeit fei auf Ser fiut, So fonn Dir raemanfl etwas frfienfen.* Wer aber ein erstklassiges Kohrcoö in üer unübertroffenen Qualität 6eS Miele-RaüeS kauft, must zwar einen etwas höheren Preis bezahlen/ hat aber öafür öle Gewahr, Saß , Quolllät und Preis in öem richtigen Vec. \ haltnis stehen. Alle //Miele"- Erzeugnisse ‘ zeichnen sich durch hohe Qualität und absolute | pceiSwürdrgkeU aus. 5 MielewerkeAtG. 1 Giitersloii/Weslfalen Falirra dfabrik in Bielefeld ^U^ez7ehen^ürchr^^7ah?radhan3^r^sn! Franck 1828-1928- MSUHMVM 8I4I AM-SeMkl 8MN.S. 1.-51 Wtt 12/415«$-5te$tttt Sämtliche Wagen in ersikl. Zustand t. T. mit Aufsatz bet weilgeh. LeiUabl. Vorführung unverbindlich. [5848V DCPONT A. S., Frankinrl a. Blain, Baliaratr. 71, Telephon Hansa 6836. Deshalb werbe jeder Genossenschafter ein neues Mitglied. Immer größer muh der Kreis derer werden, die durch Selbsthilfe ihre wirtschaftlichen Interessen wahren wollen. - Das geschieht am besten als Mitglied im Miimverein Gießen iffil SÄ hoher« «3 « dM 9>re s, b, C,*lh > qua'I- f“ Ä & S' Ä- i 5ömr Seien Sie vorsichtig beim Kauf von Handfeuerlöschern. Der Deutsche und auch der Hessische Feuerwehrverband warnen vor dem Ankauf nicht geprüfter, neu auf den Markt kommender Handfeuerlöscher 1 MlIllIHClXist von all. Fachkreisen anerkannt IN HESSEN wurden im Jahre 1928 mit Mini- max allein 205 Brände gelöscht Hauptvertretung: August Bursian, Frankfurt a.M., Ringelstrabe 48. Wenn Sie nach AMERIKA auswandern wollen, so fragen Sie zuerst unseren Vertreter, der Ihnen kostenlos Auskunft über die Einreisebestimmungen, Beschaffung des Visums erteilt und Ihnen bei der Platzbeiegung behilflich ist WHITE STAR LINIE Vertreten durch: WllLJullmann i.Fa.Oebr.JnHm*nn, Gießen, Bahnho!str.85, Telephon 1542; — Heinrich Greif!, Alsfeld, Sehwabenröder Straße 37; — Anton Stahlhofen, Nidda, Bahnhofstraße. sL ,rs5 sngV sSr & Küh-Karioffeln gelbfl. Holländer Erstlinge Torfstreu und Torfmull Heidelbeeren "ri®* cimreff* liefern nur bei vorheriger Bestellung. Sauev & So. Televbon 1154. [5853 D Verlr,: E. Becher, Gießen, Damm8tr.43, Tel.1190 ||ijSpee*rholz n'E.fS'S in Eiche. Gaboon u. Kiefer3-Wmrn * A li B Bretter und Dielen aller Stärken. 2“ = • schwedische und bayerische Hobel- • £ e-° breiter. Svalierlatten, Eichen» u. Z o aZ Buchen-Schnitiwaren liefern in o q^q allen Stärken (U7D !j (fügen Dön & Go., Gietzen 5£oS Televbon 149. Latten in allen Stärken prompt lieferbar »'Ue gehob Mfferungsfrej pmere ^n[ ?»-bbrülu fer3'*l fc„eiJen auf ? "^ufsorg Lp* s, Sä-® WOLF NETTER & JACOBI wuxe BERLIN W 15 «FINNENTROP'/WESTE Jtorafrmidi lOOTassen aus % Pfd. fü r vDv/Pfg. - Nachdem jjj. über die I*. lieht lxitie, wal f kein Zweifel s dcut!cheal!andlv>r bübe ich fe*ne nusgemertet. damals M W der Tatsache, und Milleldeir Lerschuldung ' glaubten damal daß in jenen durch Auiteuun nifle zu \