Samstag, 6. April 1929 179. Jahrgang Nr. 80 Erstes Blatt Steuergesetzen decken will. So soll Bet' spielsweise die Tabaksteuer 45 Millionen Mark mehr als im Vorjahre erbringen, V e s i tz - und Verkehrs steuern sind *mit 31,5 Millionen Mark höher angeseht, und auch aus der Zucker st euer und sonstigen kleinenDerbrauchs'- abgaben rechnet das Finanzministerium mit befc- ren Erträgen. Wenn man bedenkt, daß wir int vorigen Rechnungsjahr doch mindestens teilweise noch von der guten Wirtschastskonjunktur des Zahres 1927 lebten, während es heute an allen Ecken und Enden unseres Wirtschaftsgebäudes kriselt, dann wird man derartige Höhereinschätzungen gelinde gesagt als reichlich optimistisch bezeichnen müssen. wandfrei durch höhere Verwaltungseinnahmen gedeckt, so daß bei Aufstellung des Etats immer noch 600 Millionen verblieben. Auch der Vorwegabzug von 120 Millionen aus den großen Ueberweisungssteuern zugunsten des Reiches ist sachlich wohl zu rechtfertigen, wenn er auch in der Praxis vermutlich zu einer Leistungsminderung von Ländern und Gemeinden, die mit umfangreichen Aufgaben belastet sind, führen wird. Auf die schiefe Ebene aber begibt sich Dv.Hilfer- ding bereits, wenn er von den verbleibenden 480 Millionen Mark einen Betrag von rund 100 Millionen durch höhere Einnahmeschä t- jungen aus unverändert bleibenden Neue Oeckungövorschläge der Parteien. Oer Ausgleich des Defizits im Reichshaushalt. - 180 Millionen werden gestrichen Optimistische Höhereinschätzungen. — Nachzahlung zur Vermögenssteuer. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger- lohu, auch bei Richter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686. Schacht diskutiert mit den Selegationssührern Wurden Zahlen genannt? — Owen Houng als Vermittler. Berlin, 6.April. (VDZ.) Die Besprechungen der Finanzsachverständigen der Sozialdemokraten, des Zentrums, der Deutschen Volkspartei, der Demokraten und der Bayerischen Volkspartei sind am Freitag zum Abschluß gebracht worden. Das wesentlichste Ergebnis ist die Tatsache, daß das deckungsbedürftige Defizit im Reichshaushalt von 380 auf 130 Millionen vermindert worden ist. Die Vorschläge der Sachverständigen der Fraktionen sind dem Reichsfinanzminister und dem Reichs- kabinett übergeben worden, das in den nächsten Tagen dazu Stellung nehmen wird. Die beteiligten Fraktionen werden am Dienstag zusammentreken und ebenfalls über Annahme oder Ablehnung der Vorschläge zur neuen Gestaltung des Etats für 1929 entscheiden. Von den 250 Millionen Mark, um die das dcckungsbedürftige Defizit vermindert worden ist. entfallen 180 Millionen auf Strelchungsvor- fchläge, 35 Millionen auf Erhöhung des An- jähes der Beiträge der Reich spost und weitere 35 Millionen auf einen erhöhten Ansatz der Tabak st e u e r. Das restliche Defizit von 130 Millionen soll herausgebracht werden durch Erhöhung des Aufkommens der Branntweinsteuer um 90 Millionen Mark, jedoch soll diese Erhöhung erst vom 1. Juni ab durchgeführt werden. Die übrigen 40 Millionen sollen durch eine Nachzahlung auf die V e r m 8 g e n s st e u e r aufgebracht werden. Bekanntlich war im Jahre 1926 beschlossen worden, daß bei einem Minderertrag unter 400 Millionen, der sich etwa ergeben könnte, eine Nachzahlung erhoben werden soll. Da nur 363 Millionen aufgekommen sind, jollen 40 Millionen in Form eine» achtprozentigen Zuschlags zur Vermögenssteuer 1928 einmal noch erhoben werden. Als eine gewiße Steuererleichterung ist die Vereinbarung anzusehen, daß der v e r l u st s a l d o der letzten beiden Jahre beim Gewinn dieses Jahres abzugssähig sein soll. Gegenüber den vom Reichsfinanzminisler eingebrachten Deckungsvorschlägen fallen also die Bierf(euer, die Erbschaftssteuer und die 20prozentige Ver- mögens st euer fort. Die Skreichungsvorschläge der Ankerhändler erstrecken sich aus eine Reihe van Linzelelats, darunter auf die Reichswehr und in-befondere auf die R e i ch s m a r i n e. Die Rate für den Panzerkreuzer ist jedoch nicht gestrichen worden. „Der Haushalt muh echt balanciert werden." Als Hilferding. am 14. März in seiner großen Etatrede diese Forderung proklamierte, dürfte er bei allen Meinungsverschiedenheiten im einzelnen der Zustimmung der Mehrheit des Parlaments sicher fein. Denn in solchem Willen prägt sich ja do^ch nichts anderes aus als das Ringen nach Klarheit und Wahrheit, nach nüchterner Erkenntnis unserer tatsächlichen Finanz- und Wirtschaftslage. Aber schon in seinem eigenen Entwurf hot der Reichsfinanzminister den reinen Wein seiner Forderung sehr verwässert. Erinnern wir uns: Das eigentliche Defizit im neuen Reichshaushalt, das Deckung erheischt, beträgt etwas mehr als 661 Millionen Mark. Davon ist ein ungefährer Betrag von 60 Millionen leidlich ein- digen um des guten Eindrucks auf die öffentliche Weltmeinung willen mühsam überkleistert, aber mit dieser Verschleierung des wahren Tatbestandes der Lösung des Reparationsproblems nicht im geringsten dienen, sondern die Entwicklung um Jahre zurückwerfen würde. Auch hier gilt das oft zitierte Wort: Lieber ein offenes Rein, als ein verstecktes 3a. Es scheint uns auch nicht einmal in besonderem Maße Deutschlands Interesse zu sein, die Beratungen der Pariser Sachverständigen unnötig zu beschleunigen, nur um möglichst bald ä tout prix mit irgendeinem sichtbaren Ergebnis herauszukommen, das man auf alliierter Seite zu innerpolitischen Zwecken nicht ungern zur Hand haben möchte. Der Standpunkt des offiziellen Frankreich, das auf die deutsche Leistungsfähigkeit keine Rücksicht zu nehmen geneigt ist, sondern seine Reparationsforderungen unabhängig von Gründen und Bedenken jeder wirtschaftlichen Vernunft zu stellen fest entschlossen ist, erfährt solange wenigstens von England wohlwollende Unterstützung, als die Londoner Downing Street nur eine Filiale des Pariser uuat d'Orsay ist. Daran ändern auch gelegentliche Techtelmechtel Sir Austen Chamberlains mit dem italienischen Diktator nichts. Mag auch die Zusammenkunft *von Florenz, wie seinerzeit schon Livorno, in Paris etwas unbehagliche Gefühle auslösen, das sind fast unmerkliche Wellen, die an der unwandelbaren entente cordiale solange nicht ein Deut ändern, als Sir Austen im britischen Außenamt regiert und Sir William Tyrrell Frankreichs erprobter Freund, das Empire in Paris vertritt. 3n England rüstet man zu den Parlamentswahlen. Die Aussichten für eine Ablösung der konservativen Partei durch I eine Majorität der Labour Party sind nur ge- • ring, von den Liberalen ganz zu schweigen. Wir wüßten auch nicht, ob unsere deutschen 3nteressen — und darum dreht es sich für uns bei einer Betrachtung der britischen Wahlen natürlich einzig und allein — in Verhandlungen mit einer vermutlich nur schwachen und auf die wohlwollende Rücksicht der Liberalen angewiesenen Arbeiterregierung besser gefördert werden könnten, als es seither geschehen ist, wo wir wenigstens uns keiner Täuschung hinzugeben brauchten, als ob in unserem Kampf um die Reparationslösung und die Rheinlandräumung auf Englands Llnterstützung zu rechnen fei. Getrogene Hoffnungen fallen zu unseren Lasten. Ein Mann wie Chamberlain hat aus feinet von Herzen kommenden Frankophilie niemals ein Hehl gemacht. Aber wenn wir mit den britischen Wahlen rechnen, so deshalb, weil wohl nach menschlichem Ermessen darüber kaum noch ein Zweifel besteht, daß die Konservativen nicht wieder in der bislang nie dagewesenen Majorität in das Hinterhaus einziehen, die sie heute besitzen. Man munkelt sogar von der Rotwendigkeit eines Wahlbündnisses mit den Liberalen Lloyd Georges, das ja auch für die spätere Regierungsbildung Konseguenzen haben mühte. Aber fei dem, wie ihm wolle, das eine erscheint jedenfalls sicher, daß Baldwin, wenn er wieder zur Macht kommt, eine sehr gründliche Umbildung seines Kabinetts vornehmen müßte und daß Sir Austen Chamberlain zweifellos der erste wäre, der über Bord flöge. Grade auch in der konservativen Partei haben sich sehr scharfe Kritiker gefunden, die nicht einsehen wollen, daß es für das Empire besonders vorteilhaft ist, wenn die britische Außenpolitik, wenigstens soweit Europa in Frage kommt, in Paris gemacht wird. pariser Ostereier. Die internationalen Finanzsachverständigen, denen die interessierten Regierungen die „unbeeinflußte", den politischen Leidenschaften entrückte Erörterung der Reparationsfrage anvertrauten, haben sich nur eine kurze Feierpause gegönnt. Rach genau acht Tagen Ferienausspan- nung find sie wieder zusammengetreten und betrachten sich nun mit Interesse die Ostereier, zu denen sie sich noch kurz vor ihrem Auseinander- gehen nach dem Rezept Wilhelm Duschs„3edes legt noch schnell ein Ei...“ als besonderes Festpräsent an die erwartungsvolle Menschheit offenbar verpflichtet fühlten. Wir kennen den Inhalt der Osterbonbonniören, mit denen die Sachverständigen der Gläubigerstaaten einerseits, der Amerikaner Owen Vong als Vorsitzender der Konferenz anderseits ihre deutschen Kollegen bedacht haben, zu wenig, um zu wissen, ob diese Anlaß hatten, über die zarte Aufmerksamkeit freudig überrascht zu fein. Es scheint fast nicht so. Denn der deutsche Delegationsführer Reichsbankpräsident Dr. Schacht, sah fid) noch während der Osterpause veranlaßt, in einer offiziellen Erklärung zwar von dem freundwilligen Geiste zu sprechen, der die Konferenz bewege, aber doch auf die ernsten Schwierigkeiten hinzuweisen, die eine längere Dauer der Verhandlungen voraussehen lasse. Und damit wird man um so eher rechnen müssen, als nun anscheinend die Form des schriftlichen Meinungsaustauschs gang und gäbe werden soll, Dieser Weg hat noch keine Konferenzarbeit sonderlich beschleunigt. Vielleicht darf man indes von der Rachricht, daß Dr. Schacht nun, ge- gebenenfalls unter Vermittlung der nur mäßig interessierten Japaner und Amerikaner, mit den Delegierten der Gläubigerländer direkt Fühlung nehmen wird, also sich doch wohl zu gemein- famer Beratung konkreter Fragen mit ihnen an einen Tisch setzen wird, eine Befruchtung der Verhandlungen erwarten. Sin gegenseitiges Aneinanderrücken ist natürlich dadurch sehr erschwert, daß beide Verhandlungspartner, wenn wir von den Amerikanern einmal absehen, von einem sehr verschiedenen, ja diametral entgegengesetzten Standpunkte aus an die zur Debatte gestellte Frage der Reparationen herantreten. Deutschland hat von Anbeginn an erklärt, es handele sich bei dieser Sachverständigenkonferenz nicht darum, zu ergründen, was es zahlen solle, sondern darum, was es zahlen könne, das Problem der Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft sei zu untersuchen. Die Gläubigermächte jedoch haben sich auf die Formel festgelegt, daß Deutschland erst einmal für alle Schulden der Alliierten an Amerika aufzukommen habe, darüber hinaus aber noch eine beträchtliche Summe für den „Wiederaufbau" leisten müsse. Ziffern sind offenbar von beiden Seiten bisher noch nicht genannt worden, konnten von Deutschland jedenfalls seiner ganzen Auffassung der Problemstellung nach auch gar nicht genannt werden, denn Deutschland hatte \a die Prüfung seiner Leistungsfähigkeit durch die Sachverständigen verlangt und erst auf dem Ergebnis dieser Prüfung konnte sich eine Debatte über die Zahlungen selbst aufbauen. Die Gegen- feite ist vermutlich mit fester umnssenen Vor- Stellungen über das, was man von Deutschland fordern könne, in die Verhandlungen eingetreten. Ob auf der Konferenz selbst gewisse Ziffern bereits genannt sind, mag dahingestellt bleiben, um so hemmungsloser diskutiert jedoch Die Pariser Presse mit geringen Ausnahmen das Zahlungsproblem und tut alles, um die.angeblich unbeeinflußten, niemandem als ihrem eigenen wirtschaftspolitischen Gewissen verantwortlichen Sachverständigen in eine Atmosphäre ein- zuspinnen, in der unter dem Druck der -tag für Tag auf das sorgfältigste präparierten öffentlichen Meinung bei weiterem Anziehen der Daumenschrauben von Willens- und Entschluß- freiheit kaum noch die Rede fein kann. Wir dürfen diese psychologische Gefahr, bte der Arbeit der Konferenz droht, beileibe nicht unterschätzen und wir wollen nur immer wieder hoffen, daß unser deutscher Delegierter ans den Aeuherungen der deutschen öffentllchen Meinung, auS Presse, Resolutionen wirtschaftlicher Vereinigungen, Besprechungen mit maßgebenden und einsichtigen Männern aus Politik und Wirtschaft immer wieder den bestimmten Eindruck gewinnt, das deutsche Volk in allen seinen Teilen steht hinter ihm, wenn er in Paris An m o g l i ch e s ablefjnt und lieber mit dem Odium des 6cie- densstörers belastet der Konferenz den Rucken kehrt, als aus dem Gefühl heraus, etwas Positives mit nach Hause bringen zu aussen, 'ich auf ein faules Kompromiß einlaßt, das Deutschland unmögliche Reparatwnslasten ^mutet. Reichsbankpräsident Dr. S ch a ch t hat sich in den vielerlei Kämpfen der letzten Sta^e, um die Währung, um Agrarkredite um Auslandanleihen, zwar stets als ein äußerst gewandter und die Materie bis in die kleinsten Einzelheiten beherrschender Llnterhändler gezeigt, aber er hat auch in jedem Falle bewiesen, daß er ein ganzer Mann ist, ein aufrechter Kampe, der keinen Widerspruch scheut, wenn es gilt, für l^n- einmal für recht erkannte Meinung bis zum äußersten einzustehen, der mit seiner Auffassung steht und fällt. So haben wir auch in der neuen Etappe der Pariser Verhandlungen zu mferem delegierten das volle Vertrauen, auf das er feiner Persönlichkeit wie seiner Vergangenheit nach An wruch hat. Deutschland erwartet keineswegs als Ergebnis der Konferenz eme einigende Formel, ein gemeinsames Gutachten, das grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten der Sachverstan- Der Flottenpakt gegen Amerika, die unglaubliche Haltung Chamberlains in der Rheinland- frage, ganz abgesehen von anderen Versagern, Baben auch in konservativen Kreisen trotz voreiliger Loearnolorbeeren und Robelpreis die Erkenntnis dämmern lassen, daß des großen Joe kleiner Sohn keineswegs gehalten hat. was fein Rame versprach. Wir warnen vor jedem Optimismus, aber ungünstiger kann die Konstellation England-Frankreich für uns wohl kaum werden. Mit einer Lösung der Entente ist zwar nicht zu rechnen, aber jeder Versuch des britischen Außenamts, sich aus dem Schlepptau Poincares zu befreien, kann uns nur Erleichterung Bringen. Und die Möglichkeit, daß man unter einem anderen Staatssekretär, als dem in unverdienten Ehren bequem und steif gewordenen Sir Austen, in der Downing Street auf eine von eigenen Ideen inspirierte, selbständige Europapolitik wieder Wert legen könnte, diese Möglichkeit ist doch nicht von der Hand zu weisen. Deshalb können sich unseres Erachtens unter den Auspizien der Wahlen in England die Aussichten der ReparationskonserenF für uns nur verbessern. Die Konferenz braucht keineswegs den Ehrgeiz zu haben, ihre Entscheidung übers Knie zu brechen, zumal sie ja überhaupt nur zur Erstattung eines Gutachtens autorisiert ist, auf Grund dessen dann erst die intcreffierten Regierungen in voller Freiheit ihre Entschlüsse treffen sollen. Kommt auS den Pariser Ostereiern auch bei sorgfältigster Bebrütung durch die Sachverständigen schließlich nichts heraus, so ist Vas immer noch mehr — so paradox es klingen mag —, als ein lebensunfähiges Gebilde, das statt uns der Gnblösung des Reparationsproblems näherzubringen, Öle Liquidierung des Krieges weiter verzögert. Paris, 5.April. swTB.) Wie In der gestrigen Vollsitzung vereinbart, hatte heute Reichsbank- präsident Dr. Schacht eine Unterredung mit den Delegierten Frankreichs, Englands, Belgien» unt> 3taHen». Die Besprechung hot um 10 Uhr begonnen und war um 11 Uhr zu Ende. Im Verlauf dieser Unterredung sollen die vier Delegierten dem deutschen Delegierten die Antwort auf die Fragen, die er gestern gestellt hat, erteilt haben. Unmittelbar nach dieser Unterredung hatte Dr. Schacht mit dem ersten französischen Delegierten Moreau im Beisein von Oroen Poung eine Besprechung. 3m Lause des Nachmittags sollen diese Einzelbesprechungen zwischen Dr. Schacht und den ersten Delegierten von England, Italien und Belgien, sämtlich in Anwesenheit des Vorsitzenden der Konferenz, Oroen Poung, fortgesetzt werden. wie die „DAZ." zu den Besprechungen ergänzend berichtet, wurden von dem Führer der französischen Abordnung und entsprechend, wie man annehmen muh, auch von den Führern der übrigen drei Hauptgläubigerabordnungen, Ziffern genannt. Damit feien die Einzelbesprechungen über eine Aussprache über das Memorandum hinausgetreten, In dem die Ziffern nicht angeführt waren. Es fei nach dem ganzen Stand der Dinge nicht zu erwarten, daß die Aussprache am Freitag die deutschen Schuldner und die alliierten Gläubiger einander näher gebracht hat. Unter altem Vorbehalt! Pariser Gerüchte über die alliierten Forderungen und den Plan Owen Aoungs. Paris, 6. April. (WTB. Funkspruch.) „Echo de Paris" glaubt über die gestrigen Derhand- tun gen, die die Führer der Delegationen Frankreichs, Englands, Italiens und Belgiens einzeln mit Dr. Eracht geführt haben, berichten zu können, daß die Franzosen an ihrer Forderung auf Zahlung ihrer amerikanischen Schulden zuzüglich 50 Milliarden Franken als Entschädigung für die Reparationen festhielten. Das Blatt glaubt zu wissen, daß Dr. Schacht, als diese Ziffern der Franzosen mitgeteilt worden seien, erstaunt gewesen sei, jed«h die Verhandlungen nicht abgebrochen habe. Sie dauerten vielmehr an. Cs sei jedoch wenig wahrscheinlich, bah der deutsche Schuldner und die Hauptgläubiger sich von selbst verständigten. Obwohl die deutsche Delegation noch keine positiven Vorschläge gemacht habe, sei der Unterschied zu groß. Das Schicksal der Sachverstandigenkonferenz werde also wohl auf den Plan hinauslaufen, den der amerikanische VorsiYende ohne Zweifel alsbald vorlcgen werde. Rach dem Plan würde Owen D. Voung die Annahme folgenden Systems empfehlen: Zwei. Annuitäten von 1700 Millionen Mark, drei Annuitäten von 1900 Millionen Mark, 32 Annuitäten von 2100 Millionen Mark. Durch diese 37 Annuitäten würde den Forderungen der Gläubiger wegen der Reparationen im eigentlichen Sinne des Wortes genügt werden. Vom 37. bis 59. Jahre würde man von Deutschland nur d i e Begleichung der an 21 m er Ha gir le v stenden Zahlungen verlangen. ' Die Summe, die die vier Gläubigerstaaten zu fördern gewillt seien, werden vom Matin angegeben, der erklärt: Man sehe nicht ein, wie die alliierten Sachverständigen die Regierungen und Parlamente ihrer Länder veranlassen konnten, eine Annuität von weniger als 1800 Millionen Mark anzunehmen, 'wovon 900 Millionen Mark als Entschädigung für die Reparationen ipi eigentlichen Sinne dienen, eine Summe, die nach 37 Jahren in Wegfall käme. Etwa 900 Millionen Mark würden die Annuität zur Tilgung der Schulden darstellen, die in 12 Jahren auf 1700 Millionen steigen und 58 Jahre lang zahlbar sein sollen, falls nicht, wie doch wahrscheinlich, vorher eine Regelung mit Amerika getroffen werde. Diese Zahlen seien nicht dazu angetan, die deutsche Oeffentlichkeit in Bestürzung zu versetzen, im Gegenteil, sie lägen merklich unter den Ziffern des Dawesplanes. Sie stellten während der ersten 35 Jahre eine durchschnittliche Annuität von etwa 2350 Millionen Mark und während der letzten 21 Jahre eine solche von 1700 Millionen Mark dar. Sowohl das »Echo de Paris" als auch der „Matin" nennen Zahlen. Da die ^Delegationen sich untereinander verpflichtet haben, über die geführten Verhandlungen das strengste Stillschweigen zu beobachten, müssen die Angaben der beiden Blätter mit dem größten Vorbehalt aufgenommen werden. , H । i„r E Annahme von ln$ttteii MH W für bie lagtsnummet bis Gletzener Anzeiger W General-Anzeiger für Gberhefsen MW Anzeigenteil Mar Filler, vruck UN» Verlag: vrLhl'lche Univerfi«tt5-Vuch- und Sieinörutferel «. rang« In 6k»en. rchrlftleltung und SeschSstrftelle: Schulftratz« r. 1-milich m Bich-N. Lieber den verbleibenden Fehlbetrag von 380 Millionen ist es nun bekanntlich zu lebhaften Meinungsverschiedenheiten gekommen. Die berechtigte Forderung der D LU t s ch e n Volks« Partei nach einschneidenden Sparmaßnah- m e n zur Vermeidung jeder Steuererhöhung stieß zunächst' auf allgemeine Ablehnung. Es hat sich seither aber herausgestellt, daß auch Sozialdemokraten, Zentrum und Demokraten Spar- möglichleiten in Höhe von etwa 180 Millionen anerkennen, gewiß ein respektabler Betrag, um den zu kämpfen es sich für die Dentsche Volkspartei allein schon gelohnt hätte. So sehr wir uns dieses Erfolges freuen, so wenig will es uns gefallen, daß die Etatsachverständigen der in Betracht kommenden Fraktionen sich nach allem, was man hört, dazu haben verleiten lassen, ebenfalls die schiefe Ebene Hilferdings zu betreten. Denn das ist der Fall, wenn über die 100 Millionen Mark des Finanzministers hinaus noch weitere 70 Millionen aus einfachen Höherschähungen, wobei man vor allem an die Tabaksteuer denkt, aufgebracht werden sollen. Das durchschlagende Argument der schlechten Wirtschaflskonjunktur spricht durchaus gegen solche Methoden, mit denen man bestenfalls den Reichshaushalt auf dem Papier ausgleichen kann, die aber gleichzeitig wieder zu einer Verschleierung unserer wirkllchen Finanzlage führen. Aus dem gleichen Grunde halten wir es übrigens auch für höchst zweifelhaft, ob es gelingt, aus der Branntweinsteuer ein Mehr von 90 Millionen Mark zu erzielen, wie es die Etatkritiker der sogenannten Regierungsparteien offenbar erhoffen. Dagegen, daß der nun noch verbleibende De - f i z i t r e st in Höhe von 40 Millionen Mark aus der Vermögenssteuer gedeckt werden soll, wäre in einem anderen Zusammenhang mancherlei zu sagen. Für heute müssen wir uns damit begnügen, uns gegen eine Praxis zu verwahren, die der Forderung des Finanzmini-- sters selbst nach echter Balancierung des Haushalts direkt zuwiderläuft. Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, daß die verhandelnden Parteien dem Drängen des Reichsfinanzministeriums nach einem Kompromiß mehr nachgegeben haben, als aus dem Willen nach Klarheit und Wahrheit heraus zu verantworten ist. Lind es will uns weiter scheinen, als ob das 'Finanzministerium sich bei der Auswahl seiner Deckungsmethoden immer noch von der Hoffnung leiten läßt, daß die Pariser Expertenbesprechungen .zu einer wesentlichen Minderung unserer Tributzahlungen führen würden, so daß der Haushalt dann später mit den dabei erübrigten Geldern ins Gleichgewicht gebracht werden könnte. Selbst wenn uns nun Paris ein akzeptables Ergebnis bringen sollte, wofür die Wahrscheinlichkeit doch nach wie vor außerordentlich gering ist, dann wäre auch die teilweise Verwendung der dadurch freiwerdenden Gelder für das Reichsbudget aus innerwirtschaftlichen und außenpolitischen Gründen vollkommen unmöglich. Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder macht der Reichsfinanzminister einen ganz o s- fenen Defizith,aushalt, was gewiß nicht gerade wünschenswert ist, was aber doch wenig- stens einwandfrei Klarheit über die Finanzlage Deutschlands bringt, oder aber er deckt den Gesamtetat mit echten Mitteln. Da^ kann geschehen durch Einsparungen in Höhe des Gesamtbetrages, oder er mutz den Mut und die Kraft finden, dem deutschen Volke neueSteuererhöhungen von entsprechendem Ausmaß ausz.izwingen. Eine Scheindeckung aber, wie sie für etwa 203 Millionen Mark angestrebt wird, ist bedenknch. Rur durch Radikalmittel können wir die erforderliche Einsicht in unsere gefährdete finanzielle Gesamtsituation gewinnen. Auf dem Wege zur Großen Koalition. Wünsche des Zentrums. — Und die Volks- Partei? Berlin. 6. April. (Priv.-Tel.) Falls die Frak- fionen übereinstimmend dem Etalskompromitz ihre Billigung geben werden, soll laut „Lok.-Anz." am Mittwoch beim Wiederbeginn der Verhandlungen des Hauptausschusses des Reichstages ein g e m e i n- samer Antrag der fünf Parteien dem Ausschuß vorgelegt werden. Dieser Antrag würde ein sehr umfangreicher Entwurf fein, in dem alle die zahlreichen Einzelheiten des Kompromisses z u einem einheitlichen Ganzen zusammen- gefaßt werden. Der Antrag würde dann von der Mehrheit der Großen Koalition getragen sein, und man halt es in parlamentarischen Kreisen, vor allem angesichts sehr bestimmter Wünsche des Zentrums, für wahrscheinlich, daß gleichzeitig mit der Vorlage eines solchen Antrages eine Vereinbarung über die Einsetzung eines interfraktionellen Ausschusses erfolgen würde, und daß ebenso ohne weiteren Verzug mit der Berufung von drei Zentrumsmitgliedern in das Reichskabinett zu rechnen wäre, womit bann die Große Koalition im Reiche gebildet fein würde. Offen bliebe dann natürlich die bekannte Forderung der Deutschen Volkspartei nach gleichzeitiger Lösung der Koalitionsfrage für Preußen. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 5. April. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages b:hande'te nach Erledigung mehrerer Eingaben einen Zentrumsantrag, wonach in ärmeren Gemeinden, in denen noch keine Fe ldber einißung er'olgt ist, die Möglichkeit der Kostenübernahme auf den Staat geprüft und befürwortet werden möge. Die Regierung steht auf dem Standpunkte, datz sie, da bisher den Gemeinden für die Feldbereinigung keine Staatszuschü'se gewährt worden sind, von dieser Tendenz nicht abgehen kann. Der Ausschuß beschloh daher mU 7:5 Stimmen, den Antrag der Regierung ate Material zu überweisen, die dann bei besonderer Rotlage in den hauptsächlich in Fcage kommenden kleineren Gemeinden die Möglichkeit haben soll, im Rahmen der vom Landtag bewilligten Zuschüsse helfend einzugreifen. — Erne lebhafte Debatte entspann sich um einen Antrag Ritzel (Soz.) und Genossen, der der geplanten Llmlageerhö- hung der Versicherungsanstalt für Oer Prozeß des Auslanddeuischen. Oer Kall Langkopp. Es ist kein Zufall, datz die gesamte deutsche Oeffentlichkeit für den Fall des Farmers Langkopp, der in diesen Tagen vor dem Berliner Gericht abgehandett wird, ein sehr starkes Interesse an den Tag legt. Vielleicht nicht einmal so sehr um der Persönlichkeit willen, als well hier eine Tragödie sich abgespielt hat, die typisch ist für tausende und zehntausende Deutscher. Der Mann selbst ist ein Stück Michael Kohlhaas. Ein Mensch mit einem gesteigerten Rechtsgefühl und einem unbändigen Llnabhängigkeitsdrang, der sich seit Jahrzehnten in Tellen der Welt herumgeschlagen hat, wo man sich selbst helfen mutz, den nun ein schweres Schicksal in einen Konflikt mit der Dureaukratie hineintreibt. Darüber ist er innerlich explodiert, der Jähzorn ist Herr über ihn geworden, mit Pistole und Bomben hat er einen Ausgleich gesucht, und es ist vielleicht nur einem Zufall zuzuschrciben — wenn er das auch heute leugnet —, daß damals nicht das ganze Reichsentschädigungsamt in die Luft flog. Datz er sich juristisch strafbar gemacht Hat, darüber besteht wohl kein Zweifel, aber er wird milde Richter finden, eben weil das Menschliche die Schuld überwiegt. Unrecht aber wäre es nun, das Reichsent- schädigungsamt als moralisch Angeschuldigten auf die Anklagebank setzen zu wollen. Gewiß, auch dort ist wahrscheinlich mancherlei versehen worden, aber die Zehntausende von Ansprüchen, die hier einliesen, mußten formularmähig erledigt werden: soweit sie zum Teil erledigt waren, machte die Inflation einen Strich durch die Rechnung. Es ist also viel doppelt und umsonst gearbeitet worden. Aber der ehrliche Wille, schnell zu arbeiten, soweit das im Rahmen dieses erstarrten Dureau- kratismus möglich ist, war zweifellos bei den Beamten vorhanden. Daß die Geschädigten dafür kein Verständnis aufbringen, wer will es ihnen Übelnehmen? Sie sehen nur die Tatsache, datz sie Jahr um Jahr warten müssen, datz sie sich um jede Mark herumschlagen müssen, während ihnen inzwischen kostbare Zeit verlorengeht und sie den Anschluß an eine neue Existenz verpassen. Sie haben sich an ihrer eigenen Rot blind gesehen und erkennen nicht, daß die Ursache sehr viel tiefer sitzt: wer eigentlich auf die An- Eingebaut gehörte, das war England, jenes England, das mit der Konfiskation des deutschenPrivoteigentums den Anfang machte, das am liebsten die Deutschen auS der ganzen Welt verjagt hätte, um eine billige Erbschaft anzutreten, aber früher oder später doch einmal die Kosten des ganzen Verfahrens zu zahlen haben wird. Inzwischen sollte der Fall Langkopp Veranlassung sein, gründlich nachzuprüfen, ob nicht doch an dem System etwas geändert werden kann. Wir haben alle verloren, am härtesten aber betroffen sind doch sicher die Auslanddeutschen, die nicht nur ihr Vermögen zerfließen sahen, sondern auch aus dem Boden herausgerissen wurden, in dem sie Wurzel gesaht hatten. Die harte Pionierarbeit, die sie Jahr um Jahr geleistet haben, ist durch den Gewaltspruch eines brutalen Siegers zunichte gemacht. Das Erstaunliche aber ist doch, daß in ihnen allen die Kraft steckt, noch einmal von vorn anzufangen, und diesen Wagemut muh Deutschland im Rahmen des Möglichen unterstützen, nicht nur im Interesse der Leidtragenden, sondern auch im Interesse des ganzen Volkes. Oer dritte Prozeßtag. Der kommunistische Reichstagsabgeordnete Jadasch als Zeuge. Berlin, 5. April. (WB.) Im Prozeß gegen Langkopp protestierte zu Beginn der Vormittags- slhung Langkopp dagegen, daß Geheimrat Bach erklärt habe, aus den Gesprächen zwischen Langkopp und Loof sei für ihn hervorgegangen, datz sie stark völkisch eingestellt seien. Er verwahre sich dagegen, daß damit eine polllische Rote in den Prozeß hineingetragen werde. Rach längeren Auseinandersetzungen stellten Vorsitzender wie Staatsanwalt klar, daß sie auf die Bemerkung über die Polltische Einstellung der Angeklagten hinsichtlich des weiteren Verlaufes des Prozesses keinerlei Wert legten. Hierauf beginnt die Vernehmung des kommunistischen Reichstagsabgeordneten I a d a s ch. Der Zeuge bekundet, schon 1924 seien in Schlesien staatspvlitische Kundgebungen der Flüchtlinge und Verdrängten veranstaltet worden. Dadurch und durch den Plan des Kriegsschädenschlußgesehes habe sich die Flüchtlingsbewegung in der Richtung der Erreichung materieller Entschädigungen entwickelt. Die Behandlung der Entschädigungsansprüche durch das Reichs! in anzmin ist erium habe bei den Geschädigten die grötzte (Erbitterung hervorgerufen. So sei auch der Fall Langkopp zu erklären. Im Reichstage seien viele Abgeordnete vor den Flüchtlingsabgeordneten geradezu „getürmt“, weil die Regierung die nötigen Mittel zur Entschädigung nicht zur Verfügung gestellt habe. Iadasch führte eine ganze Reihe von Einzelfällen an, in denen nach seiner Meinung berechtigte Ansprüche der Geschädigten zu Unrecht abgelehnt worden seien. Der Zeuge verliest dann verschiedene an die kommunistische Fraktion gerichtete Briefe von Geschädigten, in denen gesagt wird, die Behandlung der Geschädigten werde noch zu Verzweiflungsakten gegen die Entschädigungsbehörde führen. Er habe alle Mühe gehabt, diese Geschädigten von ähnlichen Gewallakten abzuhalten. Weiter erklärt noch der Abgeordnete Iadasch, er habe im Reichstag einmal 47 Minuten lang vergeblich versucht, auch nur einen Beamten des Entschädigungsamtes telephonisch zu sprechen und habe schlietzlich gerufen: ..Euch Rasselbande muß man mit dem Eichenknüppel Luft machen!" Erst seine persönlichen Vorstellungen beim Präsidenten Karpinsky hätten bann bewirkt, daß in diesem System der Beamten eine Aenderung eintrat. die Gemeindebeamten von 13 auf 14Proz. die staatliche Genehmigung versagt wi sen will. Der Ausschuß kam zu der Auffassung, daß eine Erhöhung des Anteils der Gemeinden unter keinen Umständen erfolgen dürfe, daß vielmehr von der Umlagecrhöhung diejin gen erfaßt werden sollen, denen die Vorteile der Anstalt zu- fallen, also die Gemeindebeamten selb st. Der Antrag wurde neu formuliert und einstimmig wie folgt angenommen: Die Versicherungsanstalt für Gerne.ndeb7amte in Hes en beabsichtigt. eine Umlageerhöhung von 13 auf 14 Proz. durchzuführen. Mit Rücksicht auf die Rotlage der Gemeinden wird beantragt: Der Landtag wolle beschlichen, die Regierung zu ersuchen, diese Umlagee.höhung vorerst nicht zu genehmigen und in Kürze dem Landtag eine Vorlage zu unterbreiten, die eine Qlenb crung des Versicherungsgesetzes für die Gemeindebeam- ten vorsieht. — Der Ablehnung verfiel eine Eingabe des Bundes der Kinderreichen auf Erh'hung der Baukoster.zufchü.se für Kinderreiche, ebenso eine (Eingabe des Deutschen Rcichs- ausschusses für Leibesübungen und de' Verbandes für deutsche Jugendherbergen auf Befreiung von Gerichtskosten. — Der Ausschuß stimmte bann noch einer Erhöhung des Geschäfts« anteils des Staates bei den „Ober- hessischen Ob st werken, E. G. m. b. H., Büdingen" um 2000 Mk. zu und genehmigte die Erhöhung der Haftsumme von 2000 auf 2500 Mk. Oie deutsche Delegation zur Abrüstungskonferenz. Berlin, 5. April. (Privatmeld.) Die deutsche Delegation zu der am 15. d. M. beginnenden vorbereitenden Tagung der Abrüstung Ziommisiion beim Völkerbund in Genf wird wieder unter Führung des Botschafters a. D. Graf Bernstorfs stehen. Weiter werden ihr angehören vom Auswärtigen Amt die Geheimräte von W e i ß ä ck e r und F r o h w e i n und vom RcichS- wehrministerium Vizeadmiral v. Freiberg und Oberst v. Böttcher. Wem gehört der Südpol? Ein Streit zwischen Amerika und England London, 5. April. (TU.) In politischen Kreisen Londons erwartet man demnächst die Antwort der amerikanischen Regierung auf die britische Rote wegen der Oberhoheit des Gebietes am Südpol. Ueber den Inhall der amerikanischen Antwort ist im einzelnen noch nichts bekannt, doch ist man bereits davon unterrichtet, daß die amerikanische Regierung die britischen Hoheitsansprüche, die sich rrabezu auf das ganze Gebiet am Südpol in einem sehr großen Umkreis erstrecken, nicht anerkennen wird. England stützt seine Hoheitsrechte auf die Entdeckungen durch Scott, Sha - cleton und andere brllische Forscher. Amerika wird diese Forderung mit der Begründung zurückweisen, daß ein großer Teil der von Gkogbritannien in Anspruch genommenen Gebiete im Namen der Bereinigten Staaten entdeckt wurden und daß Commander Byrd mit Hilfe von Flugzeugen und anderen Aus- rüstungegegenständen, die früheren Forschern nicht zur 'Verfügung standen, unbekannte Gebiete entdeckte und wahrscheinlich weiter entdecken werde. Die amerikanische Ablehnung der britischen Eigentumsansprüche wird in London als überras chend empfunden. Man führt die geltend gemachten Ansprüche Amerikas darauf zurück, daß das Südpolgebiet als Verbindungsweg für die Bereinigten Staaten heute eine weit größere Bedeutung besitzt als noch vor kurzer Zeit. Der Streit um das Gebiet ist nicht so bedeutungslos, wie es scheinen könnte, da neben dem Waldreichtum vielfach angenommen wird, daß noch sehr bedeutende Mineralabsätze vorhanden sind, deren Hebung bei der schnellen Entwicklung der Wissenschaft heute keineswegs mehr unmöglich erscheint. Dis Einnahme von Hankau. Meuterei der Wuhan-Truppen. London, 5. April. (Telun.) Mit dem heutigen Einzug Tschiangkaischeks in H ankau gilt oer erste Aoscynitt des Krieges zwischen Ranttng und Wuhan als beendet. Der Grund für den vollkommenen Zusammenbruch der Verteidigung der Wuhaner Truppen ist nicht allein auf das üleberlau.en der 7. Division, sondern auch nach näheren Berichten vor allem darauf zurückzufähren, daß die Truppen im entscheidenden Augenblick e s ablehnten, zu kämpfen. Der Garnisonbefehlshaber von Hankau selbst verließ in überstürzter Flucht fein Hauptquartier. Das Kriegsgericht wird in Hankau streng durch- gesührt, doch ist es bisher noj) zu Linen lieber» griffen gekommen. Die Aufrechterhaltung der Ordnung untersteht einem besonderen Ausschuß von chinesischen Beamten, die sich vor dem Einmarsch Tschiangkaischeks in die britische Riederlassung geflüchtet, haben. An den Oberbefehlshaber der britischen Flottenstrciikräfte von Ranttng ttrirbe die Ditte um älnterstühung zur Aufrechterhaltung der Rul'e ausgesprochen. (Eine größere Anzahl von Fluhdampfern, die Kriegt material für die Wuhan- Armeen mit sich führten, sind zu den Ran« kinger Truppen übergegangen, lieber die Stärke der geflüchteten Wuhan-Armee und ihre Verfolgung durH die siegreichen Ranking- Truppen liegen vorläufig zuverlässige Berichte noch nicht vor. Von einer Beendigung des Krieges kann aber jetzt noch kaum gesprochen werden. Aus aller Welt. Gegen die Schwelgase. Das Landgericht Halle a. d. S. hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen vier Bergwerksdirektoren und einen Betriebsführer das Hauptverfahren eröffnet. Den Angeschuldigten wird zur Last gelegt, bie Gase der Schwelereianlage beim regelmäßigen Betrieb in bie freie Luft abgeführt und nicht durch geeignete Mittel unschädlich gemacht zu haben, ferner durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung vieler Personen in Halle und Umgebung auf diese Weise verursacht zu haben. Sie seien zu der Aufmerksamkeit, die sie aus den Augen ließen, durch ihren Berus besonders verpflichtet gewesen. Die Hauptverhandlung wird voraussichtlich Anfang Mai stattfinden. 20 Tote bei einem Eisenbahnunglück in Rumänien. Der Schnellzug Kischinew—Bukarest ist bei der Station B o b oc in der Nähe von Duzeu entgleist. Drei Personenwagen stürzten um. Zwanzig Personen wurden gelötet und sechzig verletzt. Die Rellungsarbeiten werden durch den herrschenden Schnecsturm außerordentlich behindert. Unter den sechzig Verwundeten befinden sich zahlreiche Schwerverletzte. Die Mehrzahl der Opfer sind Reisende der dritten Klasse, hauptsächlich Militärpersonen, die aus dem Urlaub kamen. Der Verkehrsminister hat sich an die Unfallstelle begeben, um eine Untersuchung einzuleiten. Schwerer Unfall auf dem Schlachtfeld von Douaumont. Ein schwerer Unfall ereignete sich auf dem ehemaligen Schlachtfeld von Douaumont. Zwölf Gymnasiasten aus Lille besuchten unter Führung des geistlichen Seminardirektors Belle wäh° rend der Ostertage das Schlachtfeld, um an der Suche nach verstreuten Gebeinen teilzunehmen. Einer bisher geübten Sitte gemäß zündeten sie vor dem Schlafengehen zu Ehren der Toten in einem alten Granatloch ein Feuer an. Als sie dieses unter Abfingen von religiösen Liedern umstanden, flog eine unter der Erde befindliche Granate infolge der Hitze in die Luft. Pfarrer Belle wurde von der Granate zerrissen, ein Schüler starb während des Transportes nach einer in der Nähe gelegenen Baracke. Zwei andere Schüler wurden schwer verletzt nach Verdun gebracht. Sechs andere Schüler wurden leichter verletzt. 9>:Ü3C st afe für einen fübafr'kanischen Fcrmer. In Bethel in Transval wurde ein Farmer namens Jack Ranke wegen der mit großer Grausamkeit verübten Tötung eines Eingeborenen zu sieben Jahren Zuchthaus unb 10 Peitschenhieben verurteilt. Der Farmer hatte einen Schwarzen burchgepeitscht unb bas Brustbein gebrochen unb ihn mit bem Kopf nach unten mehrere Stunben lang aufgehängt. In der Urteilsbegründung bemerkte der Dichter, keine Bestrafung sei angemessen, bie nicht dem Schuldigen einige der körperlichen Schmerzen zufüge, die sein Opfer erlitten habe. Dieses Urteil hat unter den Farmern in Südafrika riesiges Aufsehen hervorgerufen. Unverzüglich nach Derkünbung des Ürteils erfolgten Schritte bei dem Premierminister, General Herzog, und gestern abend trafen Anordnungen aus Pretoria ein, um die Auspeitschung bis zu einer weiteren Untersuchung zu verschieben. Der Konkurs der Stabt Glashütte. Die Bemühungen der Stadt Glashütte, im Vergleichswege eine Einigung mit ihren Gläubigern herbeizuführen, sind gescheitert, da bie Hauptgläubiger es ablehnten, der Stadt einen Rachlatz zu gewähren und gegen bie Stadt im Wege der Cinzelklage und Ein- zelpfändüng vorzugehen. Bei dieser Sachlage sah sich die Stadt Glashütte gezwungen, ihrerseits den Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens über ihr Vermögen zu stellen. Die Stellungnahme des Ministeriums des Innern, welches zunächst festzustellen hat, ob die Voraussetzungen für bie Eröffnung des Konkursverfahrens, Zahlungsimfähigkeit unb Heber» fchuldung der Stadt gegeben sind zu diesem Anträge, steht zur Zeit noch aus. Kündigung der Lohnordnung für bas rheinisch-westfälische Kohlengebiet. Die Gewerkschaften haben dem Zechenverbanb bas Kündigungsschreiben für die Lohnordnung zugehen lassen. Heber die Forderungen der Verbände ist in dem Schreiben nichts ent')“'r''"i. Die Ketterlaae. Mren-L Röst- -Scydisf, .Kordoyai |to bedeckt ® wolkig. O oedt1 a. d. Gietz. Anz. erb. 2-3 unmöblierte Zimmer sowie ein [3120D möbl. Zimmer für Sprechstunden geeignet, tn d. Nähe GietzenS zu vermiet. Wo? sagt die Geschäftsstelle d. Gietz. Anzeigers. Pension Brandl Neuen BSue 22. Tel. 1086. (Renoviert). lot möbl, Einzel- und Doppelzimmer elM, ab 15. 4. zu verm. flute Küche, zivile Preise- SöbL Zimmer au vermiet., a. liebst, an berufst. Herrn mm3 Wartwea 52. Vertreter gesucht. Brauufchweigifche Konfcrvenfabrik mit erstklaifigem Fabrikat sucht nach- weisU. bettens emgeiührten Vertreter. Schrlfiliche Angebote unter 3171V an den Gietzener Anzeiger erbeten.________ Gröberes Werk der JnstallaltonSbranche sucht per sofort ober später Wetzlarer Weg 39 v. 6 Ml. etflllaffige Verkänferinnen der Kolonialwaren-, Kaffee- oder Konfi- tüxenbranche f.foiort od. später nach Ober- hesien gesucht. Schr. Angeb. unt.3121D an den Gietz. Anzeiger. Eine gute Mrelug bietenwirHerren die b. Bäckereien u. SveiseelSher- stellern einge- führt sind. Oberko G.m.b.H. 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Rorddeutschland. kaum 1,50 Mark erhielt wer. den: ein klarer Beweis dafür, dah ö< Meine Herren, solches schreibt man nicht an Brunnen, welche Mefsinghähne haben. Ewiges kann nur aus Brunnen, die da ewig fließen, kommen. And hat Rietzsche nicht geschrieben: Die Köpfe senkten sich, die Kopfe hoben sich: „So is 's, Traminer!" „Aber Leute," sagte der Regierungsingenieur, „bedenkt doch, daß cs Hochdruck sein soll; wenn aber immer alle Hähne offen stünden, woher soll der Druck —“ „Wenn's nur rinnt, was brauchen mir ein' Druck?" „Fürs Löschen, Leute, wenn eS brennen sollte, deshalb baut ihr doch die Leitung. Wir brauchen gut sechs Atmosphären —" „Ans is a rinnets Wasser lieber wie die Ammosferi — und brennen wcrd's nct auch glci übermorg'n — und wenn's brennen sollt, mir werd'n 's scho in die Höh treib'n, d' Ammosseri — und jetzt soll amal der Druala reden, der die ganze G'schicht uns einbrockt hat." Der Drüala war ich. Zum Brüala, heißt's auf meinem Haus. Ich war bei der Rede des Traminer besinnlich geworden. An eigene Iugendwanderungen dachte ich, wenn wir Wandcrbrüder spät in einer Herberg waren, wach im Bett und ohne Schlaf vor Aebermüdung. Trübes Denken schlich uns an. Es würde eine Freinacht werden. Rasch das Fenster aus und Luft herein. Horch, der Brunnen draußen, wie der traulich plätschert, immerzu und immerzu. 'Alles Trübe hat er fortgeplät- schert, in den Schlaf hat er uns eingesungen, in den tiefen, süßen Schlaf der Jugend. And ist unseren großen Denkern nicht oft Wundervolles mit dem Drunnenrauschen zugeflosscn? Hat nicht Goethe — hat nicht Aiehschc — hat nicht einst ein Heraklit... Ich vergaß, daß ich in Mühlau war: „Meine Herren, Goethe saß an einem Brunnen, als er Des Menschen Seele gleicht dem Wasser: Dom Himmel kommt cs, zum Himmel steigt es, und wieder nieder zur Erde muh eS. deutsche Landwirtschaft sich ä In Areboe auf Erzeugung von DielqualitätStvaren umgestcllt hätte!? — Zu den Qualitätswaren gehören noch jene beiden Deredelungsprodukte, auf deren ausgedehntem Anbau jede intensive Wirtschaft beruht : Zuckerrübe und Kartoffel. Es ist ein ziemlich feststehender Satz, daß bei einer durchschnittlichen Ernte der Preis für einen Zentner Zuckerrüben 1,80 Mark betragen muh, um die Ankosten zu decken und, je nachdem, eine vielleicht ganz bescheidene Rente zu erzielen. In diesem Jahre werden, namentlich in ganz früheren Bränden? ■ . a Feuer iS a Feuer und frißt — - u . . In der Stadt sei's umgekehrt: ein Kanarienvogel käme um und eine alte Rähmaschine, alles andere werde meistenteils gerettet. — Ob ich luge? — Nein, die Wahrheit sei es. — Also, wie das komme? — Sie hätten eine Hochdruckwas|er- kitung. — Sie kratzten sich am Hinterkopf: Das käme ihnen doch zu teuer, eine Hochdruckwasser- Marokko als Etappe zum Weltkrieg Oie Entstehung der englisch-französischen Entente im Lichte der englischen Aktenstücke. Von Dr. Gustav Roloff, 0. ö. Professor der Geschichte an der Universität Gießen. Rächt ist cs: nun werden lauter alle springen" den Brunnen. And hat nicht selbst ein Heraklit von dieser Welt behauptet: Alics fließt..." Lange muß ich noch gesprochen haben. Still haben es die Dauernköpse ausgenommen. Der Ingenieur nur hat gelächelt. Als ich fertig war, stand der Traminer aus: „Jetzt habts es'von eahm selber ghört. Von eint Ritschi hab i nix g'wußt - 's muß einer gtocrcn sei, der wo si auskennt. Von ei’m Gelte hat den Lehrer in der Schul uns was verzählt, i Hans vergessen — 's muß einer g'wesn fei, der si aufs Wasser aa verstanden hat. And was den Hariklet betrifft, allen Respekt vor eahm Alles fließt - mit zwoa Wörterln hat er's troffen. And daß i also alles z'fammpack, den Gette und den Ritschi, den Hariklet und unser Leitung - entweder ohne Hahnderln oder gar net, Herr Regierungsingenieur!" Daß ich's also auch zusammenpackc: Die Mühlauer bekamen ihre Wasserleitung ohne jeden Hahn. . , Richt lange drauf: Feuer beim Hechenrcnner. Die Hydranten auf, die Schläuche angeschraubt — es ging alles wie am Schnürchen. Beim Hechenraincr war der Salvermoser mit dem Schlauchmund an der Leiter hochgeklettert, lieber sich in den Dachstuhl, wo das Feuer angefangen hatte, richtete er das Mundstück: „Los!" Kein Wasser kam. „Los, sag ich, los!" Ein dünnes Strählchen stieg heraus, einen Meter oder zwei, dann fiel cs matt zu Boden. „Als wenn a Buaberl bieseln taat!" höhnte der Iackci. „Die Sauwasserleitung, hab i 's net g'fagt!" schrie der Salvermoser. „Stopft die Röhren zu im Dorf!" schrie ich. „Des hilft aa nix mehr," jammerte der Hechen- rainer, der mit hängenden Armen vor seinem brennenden Dachstuhl stand und dem die Zähren über das Gesicht herunterliefen, ohne daß cr'fl wußte. „Helfen oder nicht — die Röhren zugestopft im Dorsi" Der Traminer. Von Fritz Müller, parienkirchen. In Mühlau sitzen die Dauern seit Jahrhunderten auf der gleichen Scholle. Das macht eigen» brötlerifch. , , . . Jeder seinen eigenen Grund, jeder unter feinem eigenen Dach, das versteht zur Rot em Stadter, der, wie ich, sich eingereöct hat, er fei jetzt auch mit seinem Häusel ein Mühlauer. ©in Mühlauer will er sein, derfell?" hat man dann beim Altwirt über mich entschieden, „zum Lachen ist's — ein Eing'hockter is er. Ich habe ihnen sagen lassen, ich sei keiner jener Sommerfremden, ich sei auch tm Winter da, und es fei jetzt schon ein ganzes Jahr, daß ich Ein Jahr? Daß i net lach — was is a Jahr? - a Flohstich is 's!" Wie viele Flohstiche da wohl nötig toaren^an man angewachsen, daß man ein Muhlauer wäre? O mei', dir kann ma des nct fag’n, des müht amal der Enkel von dei'm Enkel.frag n. „Was nicht hindert." lachte ich, „daß ich jetzt euch was fragen möchte." "Wie^ kommt eS, dah toeitum ein jeder feine leitung für jeden einzelnen von ihnen. — Rein, für alle eine. — Des Gestreit, mei' Lieber! — Es gäbe keinen Streit, alle Quellen auf dem Berg vereinigt, gäbe überreichlich Wasser. — Also guat, probier'n wir's, wenn's nix kost'. — Was nichts koste, sei nichts wert. — Das wäre auch wahr, und ich sollte es in meine Hände nehmen. Ich war stolz und nahm es in die Hand. Schrieb ein Dutzend Briese — besuchte — ward besucht — und, Wunder in Mühlau: Mit allem war man einverstanden. Rur der Traminer setzte seine große Brille auf und suchte auf dem Plane des Regierungsingenieurs herum: Was der Strich da fei? — Hauptstrang. — And die zwei kleinen Striche? — Der eine sei die Leitung für das Innendorf, der andere für die weitverstreuten Höfe. — And wo man sehen könne, dah das Wasser auch ins Haus bineingeht? — Hier. — And ob ein jedes Haus auch einen Brunnen auf dem Hofe draußen habe? — Freilich, jedes, sogar mit einem blitzenden Messinghahn daran. — Messinghahn? für was? Hier war's, daß alle ihre schweren Dauernköpfe hoben. Wofür? ei, daß man das Wasser absperren könne. Totenstille. Dann ein Wiegen aller Köpfe: A Wasserleitung, wo man's Wasser abspcrrt? Wir woll'n a Wasserleitung, wo das Wasser läuft! ileberlegen lächelte der Staatsbeamte: Es liefe schon: nur wenn man's grad nicht brauche, drehe man den Hahn natürlich zu. — Was natürlich? nix natürlich! unser Wasser is zum Laufen da und net zum Zusperren! — Aber immer könne man das Wasser doch nicht laufen lassen! — Bei inei'm Vatter is 's g'lausen, so lang auf unsre Höf wer ghaust hat, is a Brunnen draußen g'Iaufen; wenn i heirnkomm von der Arbeit: 's erste, was i hör, 's Wasser lauft; wenn i aufwach in der Rächt, hör i 's draußen laufen, wie's feit dauset Jahr is gronncn, und t Weitz, mei Hof. der steht no; wenn des nimmer laufet Tag und Rächt urib Rächt und Tag, nimmer arbeiten möchtet i und nimmer schlafen könnt 1 — is 's net a so, Leut, sagt'sl Zu den wichtigsten Ereignissen auS der weiteren Vorkriegsgcschichte gehört die englisch- französische Entente vom Jahre 1904, die in einem Vertrag über koloniale Angelegenheiten, insbesondere über Marokko und Aegypten (April 1904), ihren ersten Ausdruck fand. Es war ein Ereignis von welthistorischer Bedeutung. Sogleich belebte sich die Revanchestimmung in Frankreich, der Ton der Pariser Presse gegen Deutschland wurde schärfer, und die. französische Regierung neigte mehr als bisher dazu, Konflikte mit Deutschland h:rvorzurusen. wie das namentlich in den marokkanischen Streitfragen in den nächsten Jahren zutage trat. Indirekt hat die Marolkofrage einen großen Anteil an der Entstehung des Weltkrieges: sie hat das Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich verschlechtert und die ganze internationale Lage gespannt. ES ist daher ein interessantes Problem, wie es zu jenem Aprilvertrag gekommen ist, ob England oder Frankreich die Initiative ergriffen hat. und ob ihm von vornherein eine deutschfeindliche Absicht innewohnte. Von Anfang an war man geneigt, die Idee zu diesem OSertrag in England zu suchen und ihn als wesentliches Stück der englischen Einkreisungspolitik zu betrachten. Ramentlich dem König Eduard persönlich wurde ein Hauptanteil daran zugeschrieben. Verstärkt wurde diese Vorstellung, als vor einem Jahrzehnt etwa bekannt wurde, dah um die Jahrhundertwende Bündnisvc:Handlungen zwischen Deutschland und England injotge einer englischen Anregung geschwebt hatten, und daß während dieser Erörterungen England gedroht habe, sich mit Frankreich und Rußland zu verbinden, wenn Deutschland sein Bündnis ablehne. Als Deutschland trotzdem ablehnte, habe England, das aus seiner Isolierung herausgewollt habe, sogleich mit Frankreich angeknüpft und den Vertrag über Ma- Höchste Qualitätsware im _ . „ Saatgetreide. Gibt es überhaupt noch eine einzige Saatzuchtwirtschast in Deutschland, die nicht auf das allerschwerfte zu kämpfen hat? Warum? Weil die Aufwendungen zu hoch, die Preise gerade derartiger Produkte zu niedrig sind, und der Ab- satz zu gering, da die breite Masse der landwirtschaftlichen Abnehmer gar nicht mehr über die Kaufkraft verfügt, auch nur einigermaßen zureichende Preise für so hochwertige Produkte zu zahlen. Jeder Hilst sich mit seinem selbsterzeugten, oft recht mäßigen Saatgut recht und schlecht weiter, nicht weil er möchte, sondern weil er muh. So werden unsere unersetzlichen Saatzuchten über kurz eigne Wasserleitung hat?" Sie sahen mich verdutzt an. Ich hätte sie auch fragen können, wie es komme, dah ein jeder seinen eignen Schnaufer habe. Ich lieh nicht lud. Hier war ich ihnen überlegen: Wann habe es zum letztenmal gebrannt? -- Beim Jäckel vor zwei Jahren. — Was gerettet worden sei? — Rix, koa öeserl — hoaßt des: Beim Traminer ein Kanarienvogel und beim Jäckel eine alte Rähmaschin'. - And bei den — Auch so gut wie mx — und frißt att's z'samm'. — ober lang zum Erliegen kommen. .höchste Qualitätsware in der Diehwirts chast wird in den Hochzuchten hergestellt. Für sie gilt in weitem Maße dasselbe was soebeii beim Saatgetreide über den höheren Aufwand und den sinkenden Absatz gesagt wurde. Das beste Beispiel hierfür gibt das berühmte Zuchtgebiet Schleswig- Holstein ab. Dort haben wir mit den höchstentwickelten Bauernstand, dessen früherer Wohlstand auf einer, fast kann man sagen: seit Jahrhunderten planmäßig und durch die Natur begünstigten Erzeugung von hochqualifiziertem Vieh beruhte. Er ist geradezu verzweiflungsvoll am Erliegen. Damit wird der Beweis für eine doppelte Erkenntnis geliefert: 1. Es handelt sich heute nicht, wie es von manchen Seiten planmäßig dargestellt -wird, um eine Großgrundbesitzernot in einigen sogenannten Smfen- Herden, sondern um eine allgemeine Agrar- not, die horizontal und vertikal durch ganz Deutschland und durch alle landwirtschaftlichen Größenklassen geht; 2. Eine Volkswirtschaft, und namentlich die klimatisch und bodenmähig so gebundene und vielfach benachteiligte deutsche Landwirtschaft, läßt sich nicht von heute auf morgen nach fremden Mustern umstellen. Die Bauern in den Marschen — den dänischen Wirtschafts- Verhältnissen in jeder Hinsicht bei weitem am nächsten, können schon nicht mehr cutteren: was wurde wohl geworden sein, wenn vie ganze gerühmte neue Zuckerzoll zu spät kam und zu niedrig bemessen ist. Man sei sich doch klar darüber, daß es sich bei der Frage des Rübenbaues nicht nur um die Erhaltung der Acker- tultur auf besseren Böden, nicht nur um die Voraussetzung für gute Getreideernten, sondern auch im Hinblick auf die Abfallprodukte in entscheidendem Matze um die Erhaltung der Viehbestände handelt. Deii Kartoffelbau darf man wohl als eine besondere Ostfrage bezeichnen. Denn der Satz ist doch unbestreitbar: d>ie Agrarnot steigt mit der Länge der Bahnlinien. Am so stärker müßte die volkswirtschaftliche Rotwendigkeit empfunden werden, nach Möglichkeit die Masfen- srachtcn durch Veredelung an Ort und Stelle einzusparen. Veredelungsware, das hrißt bei Kartoffeln: Trocknerei, Stärkesabrikalion und namentlich die Brennerei, mit der, das darf man Wohl aussprecheii, die östliche Agrarkultur und damit die auf einem existenzfähigen Landvolk beruhende deutsche Kultur im Osten schlechthin steht und fällt. Was lut man? Durch eine verfehlte Monopolgesehgebung. die den Erzeugerpreis herab- und zugleich den Konsumentenpreis heraufseht, wird diesem Hauptgewerbe des Ostens Gibraltars — und beide hatten erhebliche wirtschaftliche Interessen dort. England arbeitete sogar den französischen Bestrebungen direkt entgegen, dadurch, daß cs dem Sultan einen Offizier zur Verfügung stellte, der die marokkanische Armee neu organisieren, die Ordnung sichern und auch die Verteidigung gegen Frankreich übernehmen sollte. Hier setzte die französische Regierung ein, um dies Hindernis ihrer Protektoratspolitik zu beseitigen. 'Da der Zusammenstoß in Faschoda (1838) bewiesen halle, daß man England nicht mit Gewalt aus einer überseeischen Stellung vertreiben konnte, beschloß Delcasse, der Minister des Auswärtigen, England an der wirtschaftlichen Ausbeutung Marokkos in hervorragender Weise zu beteiligen, wenn es Frankreich das Protektorat gewährte. Er sondierte im Jahre 1902 vorsichtig, ob England besondere wirtschaftliche Privilegien in Marokko erstrebe, und auf die Antwort, daß England nur die Gleichberechtigung fordere, ließ er durchblicken, dah er den Sultan zu einem französischen Vasallen zu machen, aber England entgegenzukommen wünsche: di.- wirtschaftliche Gleichberechtigung sollte England garantiert, und Tanger, das bei seiner Lage für die Engländer besonders wichtig war, sollte von französischem Einfluß freibleiben und neutralisiert werden. Der Vorschlag bedeutete, wie der englisch-' Botschafter in Paris richtig sagte, eine Teilung Marokkos, und die Londoner Regierung hatte keinen Zweifel, daß er große Gefahren mit sich bringe. Der Minister des Auswärtigen, Laus- downc, wies die Franzosen wiederholt daraus hin, daß auch andere Mächte, wie Spanien und Deutschland, an der Aufrechterhaltung des augenblicklichen Zustandes interessiert seien: eine „Liquidation" Marokkos werde also zu ernsten politischen Verwicklungen führen. Heber Spaniens Rechte ließ Delcasse mit sich reden, , aber Deutschland, erklärte er, müsse bei jedem Vorgehen in Marokko ausgeschlossen werden. Trotz dieser Mitteilung, die deutlich eine Offensive gegen Deutschland enthielt, lehnte Lans- downc die französische Idee nicht ab; er stellte nur sogleich die Bedingung, dah England bei jeder Aenderung in Marokko zugezogen toetben müsse (Dezember 1902). Hierin hat die französische Regierung offenbar einen Wink gesehen, deutlich mit der Sprache her- auszugehen. Sie ließ offiziös durch den Abgeordneten Etienne, einen der führenden kolonialen Sachverständigen der Kammer, dem englischen Minister ein allgemeines Abkommen zur Regelung aller zwischen beiden Mächten schwebenden überseeischen Fragen vorschlagen, und als Lansdowns grundsätzlich zustimmte, begannen sogleich die vssi- ziellen Verhandlungen, in denen Marokko die Hauptrolle spielte. Das Begehren nach dem Prolet iorat über Marokko erwiderte die englische Regierung mit der Gegenforderung, daß Frankreich die Stellung Englands in Aegypt-en für bic Dauer anerkenne (Sommer 1903). Zn welchem Geiste die Franzosen die neue Freundschaft zu verwerten beabsichtigten, wurde den Engländern sogleich klar gemacht: als die ernsten Verhandlungen begonnen hatten, führte Etienne in viel beachteten Artikeln des „Figaro" aus, Frankreich müsse in seiner kolonialen Expansion jeden Konflikt mit England vermeiden. um einen Zusammenschluß Englands und Deutschlands zu verhüten zu suchen. Das Schicksal Elsaß-Lothringens müsse stets die erste Sorge Frankreichs bleiben. In den Verhandlungen, die sich naturgemäß mehrere Monate hinzogen, da noch über viele andere Objekte, u.a. Neufundland, Siam, Senc ■ gambien, verhandelt wurde, bildeten die Rechte der anderen Nationen in Marokko ein besonderes Kapitel. England forderte stets Beachtung der Rechte Spaniens, um ein Gegengewicht gegen Frankreich zu haben, aber die Rechte der anderen wurden kurzerhand beiseite geschoben. Ausdrücklich wurde immer mir von den Rechten Englands, die es burdi einen Vertrag von 1856 in Marokko erworben habe, gesprochen: daß ein internationaler Vertrag vom Jahre 1880 den meisten europäischen Staaten völlige Gleichberechtigung in Marokko zugesichert hatte, wurde mit Stillschweigen übergangen, lieber bic Absicht der Franzosen konnte kein Zweifel sein. Sie wollten im ßauptteil Marokkos — ein kleines Stuck sollte fpanifd)ein Einfluß anheimfallen — unter scheinbarer Achtung der Sultansherrschaft, die Der roffo, der feine Spitze gegen Deutschland richtete. abgeschlossen. Indessen heute, nach dem Bekanntwerden der englischen Alt en, die die Londoner Regierung, dem deutschen Beispiel f ilgend. soeben herausgegeben hat, stellt sich die Sache anders dar. Zunächst erfahren wir da. daß von der Ablehnung eines englischen DündniSangebots durch Deutschland nicht die Rede sein kann. Richt von England, sondern von Deutschland ist in dieser Sache daS erste Wort gesprochen worden, die Bereitwilligkeit zum Bündnis war in Berlin größer als in London, und die Verhandlungen zerschlagen sich schließlich, weil man in England sich nach wie vor zwischen beiden Fcstlandsgruppen halten wollte. Daher ist auch, soweit man jetzt die Dinge übersieht, die Initiative zu den Verhandlungen mit Frankreich über Marokko nicht in London, sondern in Paris ergtiifen worden. Daß König Eduard in seiner Franzosensrrundschaft in Paris einen geheimen Wink gegeben hat, ist allerdings nicht ausgeschlossen, wenn auch unbeweisbar. Daß Frankreich ein Protektorat über Marokko erstrebte, war längst öffentliches Geheimnis. Als Rachbar Marokkos in Mgier hatte es ohne Zweifel ein besonderes Interesse an der Ordnung der marokkanischen Zustände: die algie- rischen Grenzlandfchaslen wurden oft von marokkanischen Banden beunruhigt und der französisch- algierische Handel durch die fortgesetzten inneren Anruhen geschädigt. Durch Aebernahmc des Protektorats hoffte man diesen Anzuträglichreiten zu steuern und zugleich den Handel und die wichtigsten wirtschaftlichen Unternehmungen in Marokko — Dan von Straßen, Eisenbahnen und Häsen, Dergwerksbetricb u. dgl. — in französische Hände zu legen. Die natürlichen Gegner dieser „Tunisikation" Marokkos waren in erster Linie Spanien und England; beide waren ebenfalls Rachbaren Marokkos England als Besitzer Agrarbilanz. Von Hans Schlange-Schöningen, M. d. ZK. Drei Fremdworts haben nach dem Kriege in geradezu verhängnisvoller Weise das landwirtschast- lich« Denken beeinflußt und beherrscht: Intensivierung, Rationalisierung, Qualitätsware. Die Intensivierung hat in fast allen Fällen Neuinvestierung von Kapital durch Neuoerschuldung bedeutet. Da in der Landwirtschaft, aud) abgesehen von der Zinslast, heute so gut wie nirgends eine Rente erzielt wird, muß die Verschuldung von Jahr 311 Jahr mindestens um die nicht aufzubringende Zinslast 1 teigen. Die ’Rationnlijierung ist teils ein Ergebnis kauf- männischer Erwägungen, teils ein Produkt der Angst gewesen. Teils wurde sie planmäßig und organisch, teils als weit überschätztes Schlagwort der Gegenwart überhastet und fehlerhaft durchgeführt. Rationalisierung, richtig verstanden, bedeutet nichts weiter als die Beantwortung der Frage: wie kann man die Ausgaben einschränken, indem man einen Teil der menschlichen und tierischen Arbeitskräfte durch Maschinen ersetzt. Sie bedeutet nicht, wie sie vielfach falsch ausgefatzt wurde: Mechanisierung um jeden Preis. Denn dieser Preis ist oft zu hoch gewesen und allzu oft wurde übersehen, daß nicht nur die Anschafstmgskosten, sondern auch die mindestens zehn Prozent Zinsen dafür miteinkalkuliert werden mußten. So kann man heute, wenn man das Ergebnis der landwirtschaftlichen Einstellung und Umstellung seit der Revolution zusammenfaßt und wenn man beobachtet, daß die rückständigsten Betriebe noch bic gesündesten, die aufgezogensten und darum volkswirtschaftlich wertvollsten die am meisten bedrohten sind, ohne Uebcrtreibung feststellen: Der Staat hat die Landwirtsä-aft im yntereffe der Nation zu ungeheuren Leistungen angespornt und bann durch eine verfehlte Wirtschaftspolitik die Zn- ein gerade in heutiger Zeit unverantwortlicher Schlag versetzt und zugleich damit der amerikanischen Konkurrenz, die man an allen Chausseen beobachten kann, in verstärktem Maße Tor und Tür geöffnet. Bilanz: der beste Barometer für die Erschütterung der Landwirtschaft ist der Riedergang der gesamten deutschen Volkswirtschaft, deshalb oft nicht so unmittelbar auffällig, weil die Auswirkung des mit der Landwirtschaft versinkenden Binnenmarltes sich sozusagen erst immer einen Tag später auf die anderen Berufsstände geltend macht. Man sehe sich doch um: der Mittelstand weiß nicht mehr ein und aus, weil die Käufer fehlen: die deutlichste Sprache in dieser Hinsicht sprechen wieder die verödenden Städte des Ostens. Die Industrie hat um Exportsteigerung gerungen, so gut wie vergebens und hat mitangesehen, wie die Kaufkraft der Landwirtschaft ihr entschwand. Ist es nicht ein geradezu niedcrziehendes Beispiel, daß wir so weit gekommen sind, dah Ford und General Motors-Opel heute auf deutschem Boden im ersten Treffen sozusagen ihre Konkurrenzkämpfe auskämpfen können? Die Agrarfrage ist die Industries rage: tua res agitur. Sie ist die Städterfrage: 3 Milliarden Lebensmitteleinfuhr bedeutet die unmittelbare, erneute und über alles dagewefene hinaus gesteigerte Blockadegesahr für die Konsumenten. Die Agrarfrage ist die große entscheidende Sozial- fra.ge: 3 Milliarden Lebensmitteleinfuhr bedeutet etwa ebensoviel Arbeitsvergebung an das Ausland, und bei uns stehen fast 3 Millionen Menschen auf der Straße! Mit kleinen Mitteln ist nicht mehr zu Helsen. Entweder das Steuer der Wirtschaftspolitik wird nach Bismarckschem Muster von 1879 entscheidend herumgcworfcn oder das Anglück geht unaufhaltsam seinen Weg! holens prämiiert! Am augenfälligsten wird diese Tatsache, wenn man den Begriff Qualitätswaren etwas eingehender untersucht. Qualitätswaren werden in Qualitäts- ...... sogenannten Muster- waltung an sich bringen und vermöge dieses Ein- flusses die fremde wirtschaftliche Betätigung außer der englischen ausschließen. Jeder Versuch des Widerstandes dagegen sollte mit Hilfe der bevorzugten Engländer zum Schweiaen gebracht werden. Oeffentlich wurde immer von der Aufrechterhaltung des augenblicklichen Zustandes gesprochen, in vertraulichen Erörterungen und in einer geheimen Abmachung wurde aber die Möglichkeit einer .Liquidation" Marokkos in Aussicht genommen. Somit ist kein Zweifel, daß Frankreich die Verhandlungen mit der Absicht, Deutschland aus einem entwicklungsfähigen Gebiete auszuschließen, begonnen, und daß England diesen Standpunkt angenommen hat, sobald Frankreich die verlangte Konzession in Aegypten gemacht hatte. Ohne englische Unterstützung würde Frankreich nie eine derartige Brüskierung Deutschlands gewagt haben. Es ist wie beim Ursprung des Weltkrieges: England hat die deutschfeindlichen Strömungen in den anderen Mächten nicht hervorgerufen, es hat sie aber sogleich benutzt und die Gegensätze geschürt, um die Einschränkung der wirtschaftlichen und politischen Macht Deutschlands zu erreichen. Aus der Provinzialhauptstadt. Dießen, den 6. April 1929. Menschen von der Nordseiie. Wir waren aus unserem Spaziergange durch den kahlen Wald gekommen, hatten erfreut dem Vogelgezwitscher gelauscht, aber vergeblich nach Len ersten Frühlingsboten unter den Blumen und Gräsern geschaut. Stellenweise waren die Waldwege noch hart gefroren. Aber im warmen Sonnenschein ging es sich so schon durch den Hellen Wald. Ahnungsvoll fühlten wir viel tausend geheime Kräfte, die unsichtbar Tag und Aacht schafften, um nun auch ihn bald aufzuwecken und mit frischem Grün zu schmücken. Da. am Ende des abwärts führenden Weges, am Abhang, nahe den Fichten, lag noch eine Menge Schnee. Wan sah deutlich, wie ihn einst der Wind hier zusammengeweht hatte. Aber welche Farbe! Das war kein Weitz mehr: grau und schwarz, traurig anzusehen, waren die letzten Zeugen bed Winters. Mein Junge war erstaunt und griff hinein, zog jedoch rasch seine Hand zurück. Zu hartem Eis war die Masse geworden, an den Rändern tropfte es unaufhaltsam, und kleine Bächlein führten talab. »Vater, warum bleibt der Schnee hier solange liegen: wir haben doch schon viele warme Tage gehabt?" „3a, mein 3unge, da- ist die Rord- seite: dahin können die Sonnenstrahlen nicht gelangen, und im Schatten der Fichten konnte sich der Schnee so lange halten. Auf den hohen Bergen ist es auch so, da bleibt er sogar im heißesten Sommer liegen. Wenn die Sonne meint, jetzt habe ich's bald geschafft, dann kommt von neuem der Winter, und im nächsten 3ahre hat sie dieselbe Arbeit. 3m Schwarzwald fanden wir ja auch auf unserer Sommerwanderung noch Schnee in einer Mulde am Aordabhang. Die Rordseite ist immer am kältesten." Auf einem Seitenwege, der vollständig aufgetaut war, trafen wir einen Holzfuhrmann, der seinem Pferde wohl zu viel aufgeladen hatte: denn eS ging nicht vorwärts. Die Räder waren tief eingesunken in dem weichen Boden. Der Fuhrmann fluchte Und hieb auf das arme Tier ein, aber eS half alles nichts. 3ch redete ihn an und verwies ihm daS Unsinnige seiner Handlungsweise. Er sollte doch lieber etwas abladen und noch einmal fahren. Er versuchte von neuem daS Pferd mit der Peitsche anzufeuern und half selber am Rad mit. Vergeblich. Da legte er mürrisch und ärgerlich die Peitsche hin und begann abzuladen. Mein 3unge hatte voll Angst zugeschaut, als das Pferd geschlagen wurde und meinte nachher: »DaS war auch einer von der Rordseite, der harte uckd rohe Fuhrmann." — 3a, er hatte recht. Das Wort .von der Dord- feite" kam mir nicht aus dem Sinn. Es ging noch den ganzen Tag mit mir. 3m Geiste ließ ich Rachbarn und Bekannte vorüberziehen, und bei manchem konnte ich sagen wie mein Kind: .DaS ist auch einer von der Rordseite." Da war der alte T., der Geizhals, der seinem Freund alles, aber auch alles, pfänden lieh, nur damit er sein Geld rechtzeitig erhalten konnte. Krankheit und geschäftliche Fehlschläge rührten ihn Einige mutzten es getan haben — der Strahl ward etwas stärker. .Als wenn unsereiner Kieseln taat!" höhnte der 3ackei. ES war für die Katz', ich sah eS ein und schüttelte den Kopf: .Solang der lange Strang in die Gehöfte weit hinaus allen Druck abzieht — .Botschaft mühte man zu denen schicken," sagte jemand. .WaS hast d' gsagt!" Der Traminer stand neben mir. Bleich und stammelnd: .3 bin schuld, l woatz —" .Wir sind alle schuld." .Rix da, wenn i damals net so gegen alle Hahnderln g'red't hätt' — was hast d' gsagt — der lange Strang — wo geht er an — aha, beim anderen Hydranten —" Mit ein paar Sätzen war er drüben. Mit ge- walttger Kraft ritz er am Hydranten. Der gab nach. Eine Grube tat sich auf. Ein Rohr lag bloß. DaS Rohr, das die Gehöfte weit hinaus versorgte. .Derweil steht vom Hechenrainerhos kein Pfosten mehr," sagte ich schlaff, .ja, wenn einer jenen ganzen Strang verstopfen könnte —" Mächtig quoll eS aus dem abgebrochenen Rohr. Der Strahl aus der Letter droben sank zusammen. ^.Ausbieselt iS 'S!" höhnte der 3ackei, .aus »An geht'S!" schrie der Traminer in der Wassergrube, .einen Prügel her!" Sie reichten ihm ein Holzstück. Er schob es ins wasserzischende Rohr. Es schoh wieder heraus. »Lumpen her und Stroh — was 's habts!" Sie brachten Stroh und Lumpen. Er stopfte es hinein. .Mehr Lumpen!" »Ham koane mehr." »D 3oppen awa, d' Hemmada herunter!" Sie rissen und sie gaben, was er wollte. Er stopfte, stopfte, stopfte. Es hielt dem Druck nicht stand. Es fing an, herauszuquellen. Da streifte der Traminer seinen Aermel auf. Seine Liesenmuskel sah ich spielen. Hinein in« Rohr fuhr der sehnige Dauernarm. Grimmig lachte drüber ein Gesicht zu mir herauf: »Der bleibt drin — der kimmt nimmer raus bis daß — bis daß —u nicht. Am Ersten war sein Geld sLMg, und er wollte nicht warten. 3n vielen Dörfern ist es noch Sitte, dah alle Fuhrwerköbesiher freiwillig uncntgelt iche Fahrten übernehmen, wenn jemand baut. 3ch kenne aber einen Fall, in dem einer Witwe Scheuer und Stallungen abgebrannt waren, daß sich zwei Fuhrleute von diesem HilsSwerk ausschlossen, auch nichts beisteuerten, als für die arme Frau Heu und Stroh eingesammelt wurde. Das waren Leute von der Rordseite. »Hilfsbereitschaft ist eine schöne Tugend der unteren Stände: die oberen sind nicht halb so dienstferttg", sagt zwar Hilth. Leider hat dieser Ausspruch auch heute schon vielfach seine Gültigkeit verloren. Krieg und 3nfla- tion haben nicht nur in finanziäler Hinsicht geschadet. Die Menschen von der Rordseite. in deren Herz die Sonne nie scheint, und die auch gegen sich selbst hart und eisig bleiben daS ganze 3ahr, während eS draußen blüht und duftet, find im Grunde genommen doch arme Menschen. ES geht von ihnen keine Liebe, kein Segen aus. Einsam meist und verschlossen wandeln sie ihre Tage dahin. Kennst du nicht auch solche? Hilf ihnen, daß sie sich wieder freuen können und nicht nur immer an das Geschäft denken! Hilf ihnen, daß sie wenigstens wieder Anteilnahme zeigen an dem Schicksal ihrer Mitmenschen! Zeige ihnen, daß in dein Herz die Sonne scheint und Strah- len zurückwirst, dah es nicht Eiseskälte, sondern Liebe und Milde ausströmt! Erinnere sie an den wunderbaren Herrn von Ribbeck. dem Fontane das schöne Gedicht gewidmet hat: Wenn da zur Herbsteszeit ein Dube oder ein Mädchen an seinem Garten vorüberging, rief er ihm zu: »Willst du eine Dirne?" So ging es viel 3ahre, bis lobesam der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam... . ...3ch scheide nun ab. legt mir eine Dirne mit ins Grab." Die Kinder trauerten und klagten, denn der neue Herr war ein Knauserer, ein Mann von der Rordseite. Aber der alte hatte mit seinem seltsamen Wunsch noch über seinen Tod hinaus sein goldenes Herz gezeigt. AuS dem Grabe sproß ein junger Dirnbaum, und als die Zeit gekommen war. konnten die Kinder, wenn sie über den Friedhof gingen, dem alten Herrn noch dankbar sein. So spendet Degen noch immer die Hand des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland. P. Gießener Ferienkurse 1929. Dor einigen Tagen ist das Programm der diesjährigen Gießener Ferienkurse erschienen. Es bringt Mitteilungen darüber, was die Ferienkurse (30. September bis 12. Oktober) ihren Teilnehmern zu bieten gedenken. Die Dorträge be- handeln das gemeinsame Thema: „Deutsche Denker, Dichter und Künstler". Folgende Professoren der Gießener Universität haben ihre Mitwirkung zugesagt: Frl. Prof. Dr. M. Bieber, Prof. D. H. Bornkamm, Dr. 3. R. Gerber, Studienrat P. G r a e b e r, Pros. Dr. W. Kinkel, Geh. Rat Prof. Dr. W. König, Dr. H. La Utens ach. Prof. Dr. Ehr. Rauch, Prof. Dr. G. R o l o s f, Prof. Dr. L. Rosenberg, Geh. Rat Prof. Dr. R. Sommer, Prof. Dr. Th. Steinbüchel. Prof. Dr. K. D i ö t o r. Wie uns die Kursleitung mitteilt, wird ferner Dr. h. c. Wilhelm Schäfer am Eröffnungstage sprechen. Außerdem stehen künstlerische Veranstaltungen im Theater und im Konzertsaal und sportliche Liebungen auf dem Programm. Wie im vorigen 3ahre, werden an mehreren Tagen Ausflüge unternommen werden: vorgem.'rkt sind zunächst Marburg, Dad-Rau- heim, Büdingen, Gelnhausen. Prof. Helmke wird die Teilnehmer mit einer unserer prähistorischen Fundstellen bekannt machen. Rach Schluß der Vorlesungen wird den Teilnehmern Gelegenheit gegeben werden, unter sachverständiger Führung einige hervorragende Stätten deutscher Geschichte und deutscher Kunst kennenzulernen: Die Fahrt führt nach Frankfurt a.M., Mainz, Worms und Heidelberg (13. bis 15. Oktober). Die Kursleitung hat wie im vorigen 3ahre Prof. Dr. Ernst Küster übernommen (Gießen, Drandplatz 4). Er gibt allen, welche für die Ferienkurse interessiert sind, jede gewünschte Auskunft, ebenso die Geschäftsstelle, die im Sekretariat der Universität (Bismarckstraße 22) tätig ist. Die Teilnehmerkarte, welche zur Teilnahme »Ihr seid toll, sechs Atmosphären haltet ihr nicht aus!" »3 'leicht net — mei Arm da scho' — geht'S nur Hera, DeifiS-Ammosferi!" Sie gingen her. Der Arm ging hin. Sie hielten sich die Waage. .Hurra!" schrie eS von der Beitet, steigt scho'!" Tiefer preßte der Traminerarm daS Lumpenbündel in die Röhre. Blaurot schwoll'S ihm im Gesicht. »Hurra, hoher, höher — hurra!" Zischend kam es aus dem Schlauchmund. Zischend fuhr es ins Gebälk des Dachstocks. Zischend übergoß es jetzt die Flammen. Prasselnd spielte sich dort droben fast der gleiche Kampf ab. wie da unten. Rur daß das Wasser dort das Feuer übermannte, und der Arm hier unten überwältigte das Wasser. Der Hechenrainer stand noch immer mit Hängearmen Doch das Feuer sank. „Halt aus, Traminer, halt aus!" Des Traminers stummverbissenes Antlitz wurde dunkel. Er schien zu schwanken. „Halt aus — a bissel no, a bisserl — Traminer, wennst d' net aushaltst, waar alles umasinscht!" Er hielt aus. Als im Dachstuhl droben die letzte Glut gelöscht war, fiel der Traminer um. Matt rutschte aus dem Rohr der Arm. Der Arm nur, keine Hand mehr, die war fort. Rein, nicht fort — jetzt kam sie hinterher, für sich allein Rein, nicht für sich allein — zusammen mit den Lumpen und den Wasserwogen spie die Röhre des Traminers Hand aus. Verlegenheit im Quadrat. Von Munkepunle. Weshalb sckaukelt, schlingert, schliddert unser Auto plötzlich so langsam über die thüringische Landstraße? Wirklich langsam? Indessen dos Äuge vor sich doch etwas von reichlich sechzig Kilometer liest. Etwas muß do nicht stimmen! Und etwas ftimrnt da auch nicht Nach „wer" und ,^vos" nn Hirn klaubend, überrascht uns dieses an allen Vorträgen, künstlerischen Veranstaltungen, sportlichen Hebungen und den Lehrausflügen in die nähere Umgebung der Stadt berechtigt, kostet 25 Wk. Die Tötung von Hunden und Katzen. Der Gießener Tierschutz-Derein, Kaiserallee 1, teilt uns mit: Wer von seinem Hund oder seiner Katze 3unge erwartet, überlege sich rechtzeitig, wieviel Jungtiere er aufziehen will, damit er die überflüssigen bald nach der Geburt töten kann. Die Keinen Tiere erst großzuziehen und dann aus dem Hause zu jagen oder verkommen zu lassen, ist grausam. Die herrenlosen Kätzchen gehen entweder elend zu Grunde, oder sie beginnen ein richtiges RLuderleben und richten unter den Singvögeln und ihrer Brut großen Schaden an, da sie für ihren Lebensunterhalt und den ihrer Rachkommen sorgen müssen. Die neugeborenen Tierchen tötet man am schnellsten, indem man ihnen mit einem harten Gegenstand kräftig auf den Kopf schlägt, natürlich nicht in Gegenwart des Muttertieres. Ertrinken bedeutet für die jungen Tiere einen langsamen und grausamen Tod, weil die Lungen noch unentwickelt sind. Alte Hunde und Katzen, die man los fein möchte, jage man nicht einfach aus dem Hause in ein ungewisses Geschick, man gebe sie auch nicht an zweifelhafte Menschen weiter, sondern töte sie durch sicheren Schutz. Wer keine Gelegenheit hat, fein Tier zu töten oder von fremder Hand töten zu lassen, wende sich an den Tierschutz-Verein. Gießener Wochenmarttpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 190 bis 200. Kochbutter von 150 an, Matte 30 bis 35. Wirsing 20 bis 60, Weißkraut 20 bis 30, Rotkraut 20 bis 30, gelbe Rüben 25 bis 30. rote Rüben 25 bis 30, Spinat 70 bis 100. Unter-Kohlrabi 10 bis 15, Rosenkohl 70 bis 80. Feldsalat 250 bis 300, Endivien 150 bis 300. Tomaten 80 bis 100. Zwiebeln 25 bis 30, Meerrettich 50 bis 153. Schwarzwurzeln 60 bis 90, Kartoffeln 6. ausländische Aepfel 50 bis 80, inländische Aepsel 30 bis 40. Dörrobst 35 bis 40, Rüsse 70 bis 80, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Tauben 90 bis 100 Pf. das Pfund: Käse (10 St.) 60 bis 140 Pf.: Eier 13 bis 14, Blumenkohl 70 bis 160, Salat 40 bis 60, Salatgurken 130 bis 140, Lauch 15 bis 30. Rettich 20 bis 30, Sellerie 20 bis 100 Pf. das Stück: Radieschen 30 bis 40 Pf. daS Bund: Kartoffeln 5,50 Mark der Zentner. Bornotizen. — TaaeskalendersürSamstag. Bauer- scher Gesangverein e. D.: Ordentliche Generalversammlung, 8.30 Uhr, im Vereinslokal. — Verein Rudersport Gießen 1913: Monatsverfammluna, 20.30 Uhr. — Erste Reichskurzschriftgesellschaft „Babelsberger": Vereinsabend, 8.30 Uhr. — Eifenbahn- Fahrbeamtenverein: Generalversammlung, 20 Uhr, „Stadt Wetzlar". — Artilleristenoerein: Monats- Versammlung, 8.30 Uhr. — 1870—1920: Hauptversammlung, 830 Uhr, Hotel „Viktoria". — V. f. B. 08: Siegesfeier, 8 Uhr, Cafe Leib. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „S O S“. — Astoria-Lichtspiele: „Rin tintin". — Wiesecker Lichtsviele: „Casanovas Erbe". — Tageskalender f ü r Sonntag. Stadttheater: „Cäsar und Cleopatra", 19 bis 21.15 Uhr.— Quartettverein Gießen: 2. Stiftungsfest, Cafs Leib. — Motorsportklub 1926: Anfahren, Abfahrt 12 Uhr am Klublokal. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „SOS“. — Astoria-Lichtspiele: „Rintintin". — Wiesecker Lichtspiele: „Casanovas Erbe". — Stadttheater Gießen. Aus tjcm Stadt- theaterbureau wird uns geschrieben: Die Fremden- Vorstellung „Cäsar und Cleopatra" beginnt morgen um 19 Uhr. Ermäßigte Preise. — Die kommende Docke bringt zwei Premieren. Am Dienstag, dem 9. April gastiert das Wiener Burgtheater mit dem Lustspiel „Die Frau in den Wolken", von Lernet Holenia. Hofrat Prof. Heine leitet das Ensemble-Gastspiel. Es ist von besonderem Interesse, daß der Kleistpreisttäger Lernet Holenia mit diesem Lustspiel das erstemal in Gießen zu Wort kommt. Das Stück gehört zu den besten Ko- rnödienauführungen der Wiener Burg. Die 2Iuf- führuna kann nicht wiederholt werden, da die Intendanz das Ensemble mir zu einmaligem Gastspiel verpflichten konnte. — Am Mittwoch, 10. April, wird unter der Spielleitung von Intendant Dr. P r a s ch zum ersten Male „Oktobertag" von Georg Kaiser aufgeführt. Dieses Stück zeigt heiße Bedürfnis: nach der neuesten Berliner Zei- hing! Diese Sehnsucht schiebt alles beiseite: vorüberfliegende Bäume, Schlaglöcher des Weges, blendende Sonne, Geschwindigkeit über Sekunde und Oertlichkeit hinweg. Eine Zeitung! Eine allerneueste Zettung aus Berlin! Haben! Soll und Haben! Hat! Endlich in Weimar, bevor wir in das Cafe treten —: ein Zeitungsstand. Unser Hirn steht. Fingern in der Tasche nach Kleingeld. Umschau zwischen all dem bedruckten Papier, wie wenn man Sklavenhändler wäre. Her damit! In die Manteltasche gesteckt! Hinein ins Cafs! Hut auf den Haken! Man- tel weg! „Ja — Mokka!" Etwas feiner selbst entfernt hat man das zu dem Ober gesagt. Denn etwas trat in unser Innerstes und verwirrt es. Eine Dame. Eine fremde junge Dame. In einem großen Cafe in Weimar. Ihre Konturen zerfließen mlld in der Tofelli-Serenade. Kein Ohr hört, wie die Töne von Geige und Cello zerkratzt werden, wie das Klavier überflüssige Kommata hinterherhumpelt. Eine Dame! Die Sphäre des 2Ibenfeuers um sich. Hallo! Zerplatzt ist diese ganze Sphäre. Denn die Dame wischt die Bläue ihres Blicks, eines müden, sogar etwas schwermütigen Blicks von meinem Gesicht weg. Greift vielmehr mit gelangweilter Hand hinter sich nach dem Stuhl, auf den ich, den Mantel abstreifend, die Zeitung, eben noch Gegenstand all meiner Sehnsucht, dann nebulös verschwommen, jetzt langsam wieder rematerialisiert, liegen gelassen habe. Die Dame hat meine Zeitung entblättert und vertieft sich in die Poltttt? Reißt sie die Regie des herbeiaewünschten Abenteuers an sich? Wann ist der Augenblick meines Stichwortes gekommen? Hätte man den Kellner zur Intervention vorzuschicken? Um erst dann in die Szene und in die Handlung zu treten, in Verlegenheit ob der Verlegenheit Entschuldigung zu murmeln, Verzeihung zu erbitten, die Regie an sich reißen zu können ... Schwarze Tücher von Gedanken schweben von der Decke herab und bauschen sich beängstigend auf qualftrigen Toselli-Wogen. Rem — so geht das nicht! Daß für eine junge Dame — hier in Weimar — Politik in einer Zejtung also interessant sein kann! Sekunden dehnen sich höhnisch zu Minuten. Man Georg Kaiser von einer ganz neuen Sette, als n> mantischen Dichter. Aber nicht eine verstaubte Romantik wird gezeigt, sondern eine moderne, starke Suggestionskraft und Faszination springt von diesem Schauspiel ins Parkett über. Die wahrhaft dichterische Kraft versteht es, das etwas heille Thcma so stark und überzeugend zu gestatten, daß man sich vor dem großen Dichter und Mensch respektvoll neigen muß. Die Presse stellt bas Stück turmhoch über das sonstige Theater unserer Tage. Es liegt in ihm die Feinheit und der Takt eines Könners, der ganz über der Situation steht. — Der am Sonntag, 14. April, angesetzte Rezitations-- abend von Marcell Salzer muß, da Professor Salzer plötzlich an einer Lungenentzündung erkrankt ist, ausfallen. Die Intendanz hat beschlossen, dafür „Der Mustergatte" von Hopwood zu geben. Das Lustspiel geht als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen in Szene. — (Ein Lehrfilm über guten und schlechten Betriebs st off für Kraftfahrzeuge wird am morgigen Sonntagvormittag 11 Uhr im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße" vorgeführt werden. Die Kraftfahrer und Autobesitzer seien auf diese Filmvorführung besonders hingewiesen. Der Eintritt ist frei. Man beachte die heutige Anzeige. "DiehmärkteinGießen. Am kommenden Dienstag fmbet in Gießen Rindvieh- (Nutzvieh) Markt statt. Für nächsten Mittwoch ist Schweinemarkt angesetzt. Näheres ist aus der heutigen Bekanntmachung der Stadtverwaltung ersichtlich. ** Die Museen sind am Sonntag von 11 bis lUhr geöffnet. ** Berichtigung. In der letzten Nummer unserer Beilage Heimat im Bild" vom 4. April ist die Unterschrift zu der Abbildung 5 auf Seite 55 „Stadttheater in Gießen" bahtn ’u berichtigen, daß die Aufnahme von Herrn F r i tz M a r t i n, Gießen, Glaubrechtstraße 12, zur Verfügung gestellt wurde. ** Zuchtoiehversteigerunä in Butzbach. Die am Dienstag, 9. April, in Butzbach stattfindende Zuchtviehoersteigerung des Landwirtschaftskammerausschusses für Oberhessen wird mit 45 Bullen der hessischen Fleckviehrasie, darunter elf Bullen mit Milchleistungsnachwels der Mutter, beschickt werden. Ferner kommen vier Landschweineber, zehn Edelschweineber und vier Sauen im Alter von acht bis zehn Monaten der letztgenannten Rasse zum Verkauf. Man beachte die heutige Anzeige. Oberheffen. Landkreis Gießen. * Wieseck, 6.April. Die hiesige Stenographen.Vereinigung und Damen-Abteilung veranstattet vom nächsten Dienstag, 9. April, ab einen neuen Anfängerlehrgang in der Reichskurzschrift. Der Kursus wird in der Schule Alicestraße abgehallen. Der hohe Wett der Beherrschung der deutschen Reichskurzschrift für alle im kaufmännischen Dienst oder bei Behörden beschäftigten Personen ist so allgemein bekannt, daß die Erlernung dieser Fertigkeit keiner besonderen Empfehlung mehr bedarf. Hoffentlich wird die Beteiligung an dem Kursus, der im heutigen Anzeigenteil angekündigt wird, in unserem Otte recht zahlreich. L. Wieseck, 6. April. (Arbeitsjubi-- läum.) Dieser Tage konnte die Zigarrenmacher n Katharine Hormann auf eine 50 jäh - rige Tätigkeit bei der Firma 3oh. Da! x Roll-Gießen zurückblicken. AuS diesem An' ; wurde ihr vom Reichspräsidenten die älrkunde f r treue Mitarbeit übersandt. Die Firma ehrte ' e 3ubilarin durch ein Geschenk. Auf Wunsch ter 3ubilarin wurde von einer Feier abgesehen. t Treis a. d. Lda., 5. AprU. 3n unserer C - meinde hat sich in diesem Winter unter Lett j von Werkmeister Ficker ein kirchlicher P o - saunenchor gebildet, der am zweiten Osten; bei der Konfirmation zum erstenmal öffentlich auftrat. Er begleitete das bis zur Aufstellung der neuen Orgel als Aushilfe dienende Harmonium beim Gemeindegesang und zeigte eine recht gute Schulung. Die neue Orgel soll in der nächsten Woche, sobald die Weißbinder- arbetten in der Kirche fertig sind, aufgestellt werden, so daß ihre Einweihung wohl am Sonntag Kantate (28. April) oder acht Tage später stattfinden kann. — Zu der am nächsten Sonntag, 7. April, dahier stattfindenden Bürger- mei st erwähl sind zwei Wahlvvrschläge eingelaufen, einer für den seitherigen Beigeordneten 3ohs. Deck er XII. und einer für Maurermeister Konrad Michel. könnte ja einfach ausstehen, zum Zeitungsstand gehen, sich eine andere Zeitung kaufen. Die Pointe wäre damit totgeschlagen. Aber — eine andere, die erste Sehnsucht ... Nein — das Spiel des Aben° teuers hat begonnen. Irgendein Souffleurmund wird das Stichwott schon auf schmälsten Lippen zücken... Ein Blick der Dame aus der Zeitung, noch müder, noch ein wenig schwermütiger, versucht, meine Ver- legenhett zu zerschneiden. Etwas Schuldbewußtes steht in diesem Blick, vermischt mit — ja, nichts anderes kann das fein! —, mit einer kleinen Portion Lust, so keck zu fein, mir meine Zeitung vor der Nase wegzustehlen. O holder Reiz, so hold gereizt zu werden! Aber — Stichwort ist noch nicht geflüstert! O — ich kann warten. Patzerei könnte alles verderben! Etwa so: „ßefen Sie freundlichst in aller Seelenruhe meine Zettung zu Ende! Ich kann warten! Die hohe Außenpolitik . — „Ihre Zeitung —? O, ich bitte vielmals um Entschuldigung! Wenn ich gewußt hätte, daß dies Ihre Zeitung —" Der Souffleur — gewiß wäre er so schadenfroh, nun die Lippen fest aufeinander geklemmt zu halten! Bursche: in die Binsen gegangener Histrione, dul Warten. Warten! Stichwort? Auftritt? Warten. Watten! Blick. Ganz müde. Uebermattung aller Schwermut. Hand läßt die Zettung sinken. Mund öffnet sich marionettenhast: „Ober — zahlen!" Zeitung ist zerknautscht — wie ich jetzt. Stichwort? Und die Dame zahlt. Ihre Gestalt wächst auf und setzt sich türwätts in Bewegung, ist schon hinter einem Vorhang ganz verschwunden. Ihrer Zettung, meiner Zeitung nimmt sich der Ober mit unflätigen Fingern an? Stichwott! Don der Ohnmacht meiner Ohren allzu spät vernommen! „Sie — Herr Ober! Meine Zeitung!" Verlegenheit bei jenem? Keine Ahnung! „Entschuldigen Sie — das hier ist unsere Zeitung! Wird drüben verlangt!" Schon bin ich aufgesprungen. Stichwott! Stichwott! Und.da streife ich facht meinen Mantel. Sehe — nein, mich tauscht nicht Trug! — m linker Settentasche meine Zeitung stecken — die ich niemals auf den Stuhl hmlegte. Die Verlegenhett wächst ins Quadrat. Und was m der Zeitung drinsteht, geht mich nichts mehr «l - Sei Staate Ern. Sn n» tri»/’ öo achte ' unserem Die 2luS heiratete neue11# find M Äusgewc derats stellte ei' das W aermelste dcn 2lntr Hörde die Dürgerm' Der 2nt Jeigeorm den mut Prozef sanden, Frankfurt zwei gege* 1 endeten - richt folgl »Sru zirMc Monaten 140 662 1 daß ein zuverze! 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(Rechtsguttichten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) h. (5„ Gießen. Ein Anspruch, der die Zahlung einer bestimmten Geldsumme oder die Leistung einer bestimmten Quantität anderer vertretbarer Sachen oder Wertpapiere zum Gegenitandd hat, kann im Urkundenprozeß geltend gemacht werden, wenn die zur Begründung des Anspruchs erforderlichen Tatsachen durch Urlunden bewiesen werden können. Im Urkunden- und Wechselprozesse werden keine Zahlungsbefehle erlassen. Wegen einer gewöhnlichen Geldforderung kann ein Zahlungsbefehl genommen oder geklagt werden. Das Ihrer Angelegenheit zugrunde liegende Rechtsverhältnis ist nicht ausreichend klar dargelegt. Sie wenden sich am einfachsten an die Geschäftsstelle des hiesigen Amtsgerichts. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatk Ar. 22 vom 5. April enthält: Kreistagswahl; Schlachthausanlage der Georg Schwalm Witwe zu Lollar; Die Ausstellung von Duplikat-ArbeitS- büchern; AufsteUung von Räucherschränken; Feldbereinigung in der Gemarkung Lindenstruth. na Grippe, Influenza U. a. Crfältungsrranfi)ti:tn haben sich ttogabdo. blcttcn hervorragend bewährt. 3m flnfongsjtabium genommen, verschwinden die I eine bemerkenswerte Gruppe von drei alten Eichen zurückzuführen, deren Standort wahrscheinlich in dem jetzigen Frankfurter Stadtwald zu suchen ist. Als im Jahre 1338 Kaiser Ludwig der Bayer von Frankfurt aus in Wald und Heide zwischen Main und Rhein der 2agd oblag, da ließ er sich von den Wildhübnern der Dreieich in Anwesenheit seines Wildbannvogtes und seine« Schultheißen zu Frankfurt in feierlicher Sitzung des Maigerichts bei der Wildhube zu Langen am Himmelfahrtstage das Recht des Wildbann« „weisen" und dieses WeiStum schriftlich aufzeichnen. Herr Welcker berichtete, daß diese Original-Urkunde nicht mehr vorhanden fei, baß aber einige ältere und jüngere Handabschrif- ten bestehen, welche uns die hochinteressanten Bestimmungen des Weistums überlieferten. Der Redner erläuterte zunächst die Grenzen der Dreieich an Hand verschiedener _ Karten. Hiernach verlief die Grenze von der Mündung des Mains, den Main hinauf, der Ridda entlang bis zur Drücke bei Vilbel, ging über Dergen und Hochstadt zum Main, am Main entlang zum Grenz- Pfahl bei S.ockstadt, dann zum Kreuz auf der Brücke Aschaffenburg. Oberhalb Aschaffenburg wendete sich die Grenze südwärts, ging über Ostheim. Otzberg, Steinheim, folgte dem Lauf der Modau zum Rhein und ging dem Rhein entlang zur Mainmündung. Die hochinteressanten Bruchstücke de« alten Kreuzes von der Drücke zu Aschasienburg wurden alsdann im Lichtbild gezeigt. Die Zuschrift DRIEICH ist noch deutlich lesbar. Herr Welcker ging bann näher auf die Geschichte des Wildbannes „Dreieich" ein. Mit dem Eindringen der Römer im 1. Iahrhunderi unserer Zeitrechnung wurde die Gegend in die römischen Provinzen einbezogen, die alten Döller- stratzeu wurden ausgebaut und zu einem wohl- durchdachten Straßennetz ergänzt. An den Knoten- puntten entstanden römische Sledlungen. wie Großgerau und Dieburg, und an der Main- grenze erhoben sich feste Plätze, wie Frankfurt und Stockstadt. Wit dem Fall der römischen A «Ridda 5 Avril. Gestern ließ die Pro- I Herrschaft um die Witte d^ 3. 3aljr5unb«rt« 4Ä oÄ 1 00 Sal« » SÄÄJS bÄ sMUtzMD MWWWM ntuB eine« bet schönsten Ltrastenbildet der nä- aui. nach dem „Gundwald , vetherrlnyl lino. Heren Umgebung unserer Stadt dem steigenden > " " 1 ■ Autoverkehr zum Opfer fallen. Dem Vernehmen $006 Mk. ab, der wie folgt verteitt wird: nach soll die Straße verbreitert werden. 2400 Wk. als 8proz. Dividende, 1000 Wk. als Gleichzeitig soll auch Vie für Autofahrer sehr Zuweisung dem Reservefonds, 1000 Wk. al« Zu- mißliche Kurve vor dem Ortseingang von Kohden Weisung dem Pensionsfonds, 493 Wk. tu« Ab- entfemt werden. Vor kurzem weilten Vertreter schreibung am Einrichtungskonto, 107 Wk. als der Provinzialdirektion hier, um persönlich sich I Lortrag auf neue Rechnung. Die Dank ist Wit- an Ort und Stelle von den notwendigen Aeir- g^ed des Revisionsverbandes der Hessischen land- berungen zu überzeugen. Auch die notwendige I wirtschaftlichen Genossenschaft Darmstadt. Pflasterung und Verbretterung der sogenannten onac«.™» neuen Drücke inmitten unserer Stadt kam dabei Kreis Alsfelv. nach OrtSbesichtigung zu eingehender Erörterung. • Alsfeld, 6. April (Verlegung des 4t- Berstadt. 5. April. Der gestrige Flug tag es.) Die fortdauernd ungünstige Schweinemarkt hatte einen schwachen Auf« Witterung hat die Verlegung des trieb an Ferkeln zu verzeichnen. Da die Kausiieb- F l u g t a g s notwendig gemacht. Die Veranstal- Haber sehr zurückhaltend waren, machte sich ge- I kung findet nun am Sonntag. 21. April, statt, genüber den Dchweinemärkten in Lich und Lau- I gleiche Verlegung erfahren das Abbrennen bach ein wesenllicher Preisrückgang bemerkbar. Kunstfeuerwerks und die Marktplatzbeleuch- 6 bis 7 Wochen alte Jungtiere kosteten 38 bis tung, 42 Ml.. 7 bis 8 Wochen alte Jungtiere 40 bis (=) G roß-Felda, 5. April. Zum hiesigen 46 Wk.. ältere Tiere waren Verhältnis- Ferkelmarkt am Dienstaä waren 151 Jung' mäßig wenig aufgetrieben und wurden je nach tiere aufgetrieben. Infolge großer Nachfrage kamen Größe und Alter entsprechend teurer bezahlt. |ech5 bis acht Wochen alte Ferkel auf 55 bis 60 Mk.. Das Geschäft ging langsam. Es verblieb geringer ad)t bi5 „hn Wochen alte auf 62 bis 80 Mark das Hebet ft anb. Stück. Der Handel mar flott, so daß der Markt Kreis Schotten. gegen Mittag ausverkauft mar SwÄ-” fWL ?ie äMorfiaÄat'Wöie San! stürme unbbie tm Jahre 1928 günstig wetterentwickett. Die | daß von den gemeldeten Tiefen ^Dagels^erger^ Bilanzsumme stieg auf 447 839 Wk. Der älmsatz Betrug 6 565 352 Wk. Während Ende 1913 der Ginlagebestand bei der Gesellschaft 972 960 Wk. war, ist dieser fett 1924 auf 296 168 Mk. getan- men, womit einschließlich der Guthaben in laufender Rechnung von 52 519 Wk. ein Drittel des Ginlagebestandes von 1913 wieder erreicht ist. Die zur Förderung deS Sparsinns und zur De- quemlichkeit der Sparer von der Dank ausgegebenen Heimsparkassen werden eifrig benutzt. Die Außenstände an Darlehen und laufender Rechnung sind auf 340 445 Wk. angewachsen. D«i der Ausleihung der Gelder wurden m erster Linie kleinere Darlehen berücksichtigt. Da me Gesellschaft im Gegensatz zu den öffentlichen Sparkassen keine steuerlichen Vorrechte genießt, obwohl ihre Tätigkeit von derjenigen der Spar- kassen nicht abweicht, mutzt« U« tm letzten Geschäftsjahr für Steuern 2612 Wk. (Klein-Felda). 4.Klasse: Junge Kühe: 3-Preis: K. Geis (Windhausen); Anerkennung: Justus Schuchmann (Kestrich). 5. Klasse: Aeltere Kühe: Ehrenpreis: W. Helftenbein (Hmnbach); 1. Preise: Th. Schußler (Klein-Felda). Heinr. Zulauf (Ober- Breidenbach); 2. Preise: Alb. Meerschroch (Zeilbach), K. Geis (Windhausen) und K. Lein (57a'mbach); 3. Preise: K. Schaaf und K. Geis (Windhausen); Anerkennungen: Albert Meerschroch (Zeilbach), Heinr Zulauf (Ober-Breidenbach), W. Helftenbein (Hainbach), K. Scharch und Hch. Scharch (Windhausen). Starkenburg. WER. Darmstadt. 5. April. Kürzlich wurden von der Provinzialdirektion S arkenburg die Bauarbeiten und Fuhrleistungen für den Umbau der Provinzial st ratze von Bischofsheim nach Rüsselsheim ausgeschrieben. 2sie letzt vorliegenden Preisangebote bewegen sich bet den Erdarbeiten zwischen 6857 und 13 980 Mk., bet der Herstellung der Fahrbahn zwischen 19340 und 52 433 Wk. und bei den Fuhrleistungen zwischen 8282 und 24 932 Wk. Rheinhessen. WSR. Worms. 5. April. Als auf dem Martinsplatz ein dort während der Feiertage ausgestelltes Karussell wieder abgeschlagen wurde, fiel eine grobe Stehleiter in eine ScharspielenderKinderund verletzte ein 3'/-jähriges Mädchen tödlich. Der Besitzer will eine große Anzahl Kinder wiederholt vom Karussell fortgejagt haben, doch war es einigen größeren Kindern gelungen, das Karussell in Bewegung zu sehen, wobei die an der Außenseite stehende Leiter umgeworfen und so das Unglück herbeigeführt wurde. Rundfunkprogramm. Sonntag, 7. April. 8 bis 9: Morgenfeier. 10,30 bis 11: Stunde der Zugendbewegung: „Fest und Arbeit", Vortrag von Jakob Jakobs vom Verband der jüdischen Zugendvereine Deutschlands. 11 bis 12: Vom Sportplatz des S. C. 1830 an der Adickes-Allee: Hockey-Wettspiel Süddeutschland — Rorddeutsch- land um den Silberschild des Deutschen Hockey- NLOP der Erfte, der Befte! Lichtspielhaus, Bahnholsfr Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Gießen, Löberstraße 13 3I30D ; Sonntag: 02021 3106D Alte Interessenten sind hierzu freundlichst eingeladen Eintritt frei! Eintritt frei! Gießen, den 7. April 1929 Schützenstraße 2 NodHeimer Straße 30 ! MglagAlsW 01991 31580 MivMUWWe-ZMj j liefert an Beamte n. solvent. Privat- I | • . . v - .. VI — a a —. iriaal T.ft I II. ♦ Statt Karten! wurde 31250 künden BeUwäsoüe.Tiscbwäsehe, Leih- r Lollar Londorf 6. April 1929 U2010" 3109V Zu Ihrem Herborn Gießen Gastspiel des Mimten Kölner Komikers Klein&Stiefei 880 8 Mitwirkende 8 Mitwirkende § 01999 310UC Ab Montag: Sprech- u. 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Bestenfalls ist das nur möglich, oder denkbar auf dem Gebiete der S e e r ü st u n g, wenn nämlich England und Amerika unter sich eine Verständigung finden. Aber von da bis zu einem Druck auf Frankreich in der Richtung der Landrüstung ist noch ein außerordentlich weiter Schritt. Der wird ganz bestimmt in der nächsten absehbaren Zeit von den Vereinigten Staaten nicht getan werden. Dann kann man aber, ohne besonders Prophet zu sein, auch mit Sicherheit sagen, was aus der Ab- rüstungskommission und ihren Verhandlungen im April herauskommen wird! Taten für Sonntag, 7 April. Sonnenaufgang 5.24 Uhr, Sonnenuntergang 18.42 Uhr. — Mondaufgang 5.02 Uhr, Monduntergang 15.38 Uhr. , . 1814: Napoleon I. entsagt der Krone und wird nach Elba verbannt: 1874: der Maler Wilhelm von Kaul- bach in München gestorben: — 1898: der Masset- baumeister Otto Baensch, Erbauer des Kaiser-Wu> helln Kanals, in Berlin gestorben. Daten für Montag, 8. April. 1835: der Staatsmann Wilhelm von Humboldt in Tegel bei Berlin gestorben: — 1848: der italienischer Komponist Gaetano Donizetti in Bergamo gestorben. deln würden. Ltm -en neuen Darmstädter Oberbürgermeister. WSR. Darmstadt. 5. April. In nichts öffentlicher Sitzung haben sich gestern die Stadt- verordneten-Fraktionen mit der Wahl de £ neuen O b erbürgermeisters besaht. So- zialdemokrateii, Demokraten und Zentrum kamen, dahin überein, die Stelle nicht auszuschrei- b e n . sondern aus dem Kreise der vier übrigen Bürgermeister den Oberbürgermeister zu entnehmen und die sreiwerdende Bürgermeisterstelle unbesetzt zu lassen. Die Rechtsparteien beharrten auf ihrem Antrag auf Ausschreibung der Stelle. Am kommenden Donnerstag soll nun die Frage entschieden und gleichzeitig die Wahl des Oberbürgermeisters vorgenommen werden. Die Linke hat sich auf die Person des Bürgermeisters Rudolf Müller geeinigt, der da- mit als gewählt gelten dürfte, da die Parteien der Weimarer Koalition über die Mehrheit verfügen. Völkerbund und Abrüstung. Außenpolitische Umschau. Don Dr. Otto Hoehsch, o.64)rof. der Geschichte an der üniversiiätÄerlin, M. d.R. Die kommenden Reichsrichttinien für das Wohnungswesen. Don Dürgermeister Dr. Dölsing, Alsfeld. nicht gedeckt werden kann. Die Plangestaltung hat jedoch die Möglichkeit einer späteren Zusammenlegung und bei Eigenhäusern eine Erweiterung vorzusehen. Altersheime sind vorzusehen, wo durch chre Er- richtung Familienwohnungen freigemacht werden können. Auch Ledigenheime können vorgesehen werden. Zur Verbilligung der neu zu. erstellenden Wohnungen ist darauf hinzuwirken, daß die Gemeinden sich selbst ausreichendes Gelände für Bau» zwecke sichern. Die Hergabe von Land soll möglichst in einer Form erfolgen, die spekulative Gewinne verhindert. (Erbbaurecht, Wiederkaufsrecht u. a.) Als Ergänzung der WohrrungSfürsorge ist auch die Förderung des Kleingartenwesens von Wichtigkeit. Die Anliegerbeiträge sind möglichst niedrig zu halten, ihre Zahlung ist auf eine längere Frist zu verteilen. Was die Finanzierung des Wohnungsbaues anbelangt, so kommen auch die Reichsrichtlinien zu der Feststellung — was von besonderem Interesse ist — daß die öffentliche Hand auch weiterhin bei der großen Mehrzahl der zu erbauenden Wohnungen bei der Finanzierung des Wohnungsbaues noch mitwirken muh. Vor der Bewilligung öffentlicher Mittel muh die Finanzierung des Bauvorhabens nach- gewielen sein, eine Bestimmung, die übrigens jetzt schon in den Ländern und Gemeinden eingeführt ist. Die Förderung von Wohnungsneubauten hat in der Regel durch Gewährung von Daudarlehen zu ermäßigtem Zinssatz zu erfolgen. Dos Privatkapital ist in möglichst h hem Umfange herbeizuziehen. Falls durch die Höhe des Hypothekenzinses nicht mehr tragbare Mieten entstehen, so kann die vorübergehende Gewährung von Zuschüssen zu den Hhpothekenzinsen. oder den Mieten angebracht sein. Oeffentliche Mittel sind auch für die Wiederherstellung und Erhaltung des 'Altwohnungsraums zu gewähren. Der Dau - Herr muß unter allen Umständen einen angemessenen Beitrag an Eigenkapital beibringen. Was das Wohnungsnotrecht anbetrifft, so kommen die Reichsrichllinien zu dein Ergebnis, daß der über den jährlichen Zuwachsbedarf hinausgehende, erst in Jahren abdeckbare allgemeine Fehlbedarf an Wohnungen erforderlich macht, das Reichsmietengesetz, das Mieterschutzgesetz und das Wohnungsmangelgesetz noch aufrechtzuerhallen. Ein erheblicher Unterschied zwischen Altbau-- und Neubau mieten ist auf die Dauer wirtschaftlich nicht erträglich. Eine Annäherung beider Mieten im Laufe einer Reihe von Jahren ist unvermeidlich. Diese ist im Hinblick auf die Sicherung einer angemessenen allgemeinen Lebenshaltung in erster Linie durch eine Senkung der Neubaukosten anzustreben. Eine Lockerung der Zwangswirtschaft wird nur dann in Frage kommen, wenn in einzelnen Gemeinden oder für besondere Arten von Räumen ein ausreichendes Angebot vorhanden ist. Diese Voraussetzung wird für die einzelnen Arten von Räumen — gewerbliche Räume, große Wohnungen usw. — und vor allem auch in den einzelnen Teilen des Reiches, auf dem Lande und in den Städten in verschiedenen Zeitpunkten eintreten,, so daß die Entscheidung in erster Linie den.Ländern überlassen bleiben muß. Auch bei einer Lockerung ist jedoch die Beibehaltung eines gewissen Schutzes der Mieter notwendig. Die Bestimmungen des Mieterschutzaesetzes, die auch für den Fall der Aushebung der Zwangswirtjchaft noch einen Mieterschutz vorsehen, müssen daher aufrechterhalten bleiben. Ferner wird zu prüfen sein, in welcher Weise im allgemeinen bürgerlichen Miet- recht die unter sozialen Gesichtspunkten berechtigten Ansvrüche des Mieters zu sichern sind. Katholischer Lehrerverein in Hessen. WSN. Mainz, 5. April. Der Katholische Lehrerverein in Hessen hiell in den Tagen vom 2. und 3. April hier im Konzertsaal der Lie- dertafel seine Hauptversammlung unter dem Vorsitz des Rektors Winter (Mainz) ab. Aus allen Gauen Hestens hatten sich die Vertreter der Bezirksvereine eingefunden. Der erste Tag wurde durch nichtoffizielle Sitzungen des geschaftsfuhrenden Vorstandes, des Hauptvorstandes und der Fursorge- kasse, sowie durch, eine Vertreterversammlung ausgefüllt, wobei wichtige Berufsfragen zur Debatte standen. Am Dienstagabend fand ein offizieller Be° grüßungsabend statt. Der Mittwochvormillag war einem Gedächtnisgottesdienst in der St. Donlfazius- Kirche für den verstorbenen Ehrenvorsitzenden S ch o o n gewidmet, wobei der Landtagsabgeordnete Domkapitular Lenhart (Mainz) die Gedächtnisrede hielt. Dem Gottesdienst schloß sich um 11 Uhr die Hauptversammlung an, zu der Bischof Dr. Ludwig Maria Hugo von Mainz, Ministerialrat Hofmann vom Ministerium für Kultus und Bildungswesen aus Darmstadt, Oberreglerungs- rat Dr. S e y f e r t h, Bürgermeister Dr. E h r h a r d (Mainz) usw. erschienen waren. Die Festrede hielt Akademiedirektor Professor Dr Ruderscheldt (Bonn) über das Thema „Das Berufsechos des katholischen Lehrers". Den Abschluß der Gesamtfeier bildete am Mittwochnachmittag eine Besichtigung des Domes. muß man sich aber auch in der Abrüstungsfrage die Situation klarmachen und entsprechend danach handeln! Wenn die Zeiten sich ändern, haben sich auch die Methoden zu ändern, mit denen man zu arbeiten hat. Diesen Methoden muß zugrunde liegen, was wir eben die offensive und aggressive Völkerbunds Politik Deutschlands nannten, die jetzt nötig geworden ist. Schon bei der Minderheitendiskussion der letzten Ratssitzung hat sich das gezeigt. Jetzt kommt mit der endlich zusammentretenden Vorbereitenden Abrüstungskommission in dieser wichtigen Frage doch etwas, was entscheidenden Charakter an sich trägt. Man wird an dieser Kommission und ihren Verhandlungen ganz bestiinmt abmesien können, ob die danach abzuhaltende eigentliche Abrüstungskonferenz, zu der man ja über allen die- fen vorbereitenden Kommissionen überhaupt noch Der Reichsarbeitsminister hat vor kurzem dem Reichstag einen Entwurf von R e i ch s r i ch t - linien für das Wohnungswesen zugehen lassen, der eine Zusammenfassung aller für das Problem des Wohnungswesens in Betracht kommender Gesichtspunkte enthält. Der Entwurf des Reichsarbeitsministers geht davon aus, daß schwerste Mißstände im Wohnungswesen Deutschlands seit Jahrzehnten bekannt gewesen seien, und daß die Vorkriegszeit diese nicht beseitigt habe. Dieses Erbe aus unserer wirtschafllich besten Zeit belastet schwer die heutige deutsche Woh- nungspolitik. Dazu kommt in der Nachkriegszeit das völlige Mißverhältnis zwischen dem Wohnungsneubau und der Zahl der Eheschließungen und den neugegründeten Haushaltungen. Deutschland zählt nach den vorgenommenen Erhebungen eineMil - kion Familien ohne eigene Wohnung. Das Endziel der Wohnungspolitik in einem Stultur- ftaat, jeder Familie die eigene Haushaltung in der eigenen Wohnung zu ermöglichen, und ihr dadurch eine gesunde Lebensführung, ebenso wie die Erhaltung und Stärkung der Arbeitskraft zu sichern, wäre angesichts eines solchen Notstandes auch in normalen Zeiten schwer und erst in Jahrzehnten zu erreichen gewesen. Heute unter der Last außer- ordentlicher Zahlungen an das Ausland bei der Verarmung des deutschen Dolksvermögens und angesichts einer Reihe anderer Aufgaben von grundlegender Bedeutung kann ein Plan für die deutsche Wohnungspolitik nur die Bekämpfung der allerschlimmsten Notstände für die nächsten Jahre ins Auge fasten. Als solche Maßnahmen werden bezeichnet: Herausnahme der Haushaltungen und Familien, die bisher mit anderen Haushaltungen zusammen in überbelegten Wohnungen untergebracht waren. Räumung der abbruchreifen Wohnungen und Herausnahme der Familien aus den Elendsvierteln, die dringend gesundet werden müssen. Herausnahme । besonders der kinderreichen Familien aus überfüllten Wohnungen. Schaffung neuer Wohnungen für gewerbliche Arbeiter an den durch Umschichtung und Rationalisierung der Betriebe sich ergebenden Standorten. Festhaltung von Landwirten und Land- arb'eiiern auf dem flachen Lande durch Ansiedlung auf eigener Scholle. pf r Der durch den zahlenmäßigen Ueherschutz der alljährlich neugegründeten Haushaltungen bewirkte laufende Zuwachs des Bedarfes an neuen Woh- I nungert beträgt zur Zeit für die Zeit von 1927 bis 1930 225 000 1931 bis 1935 250 000 1936 bis 1940 190 000 von 1941 an tritt ein starker Rückgang ein. Dazu konnnt ein Rückstand von 500 000 bis 550 000 Wohnungen. Weiter besteht ein durch Mangel und Unterbrechungen in der Bautätigkeit entstandener ! Ersatzbedarf für abbruchreifen Altwohnraum und auf die Dauer nicht brauchbare Not- und^Be- hclfswohnungen. Er beträgt zur Zeit wohl 300 000 Wohnungen und erhöht sich jährlich um meitdrc 30 000 Wohnungen. Die ständig wiederkehrenden Nachrichten über drohende Hauseinsturze zwingen hier zu einem verstärkten Eingreifen. Ein weiterer Bedarf entsteht für die anberroeitige Unterbringung der bisher in überfüllten Wohnungen lebenden Familien. Dadurch werden jedoch m großem Umfange die bisherigen Wohnungen tur eine anderweitige Belegung frei. Insgesamt sind ungefähr 750 000 überbelegte Wohnungen mit fünf Millionen Bewohnern vorhanden. Endlich ist vordringlich ein weiterer Bedarf für die An- und Um- I siedln ng von gewerblichen und landwirtschaftlichen Arbeitern und die Ansiedlung von besitzlosen -.and- wirten. Dieser beträgt zur Zeit für die gewerbliche I Gütererzeugung insgesamt 160 000 und für die Ansiedlung von Landwirten und Landarbeitern jcchr- lich 15 000 Wohnungen. Hierbei werden allerdings an anderen Orten zür Deckung des übrigen Bedarfs eine erhebliche Anzahl von Wohnungen freu Der hieraus sich ergebende Gesamtbedarf kann im Laufe der nächsten Jahre angesichts der starken Auslandlasten und der schwierigen Lag« des inlan- dischen Kapitalmarktes nicht entfernt gedeckt werden. Es müssen deshalb die dringendsten Notstände m möglichst gleichmäßiger Weise zunächst einmal be° I feitigt werden. „ , . . Bei bet Bedarfsdeckung sollen nach den rom» menden Reichsrichtlinien nach Maßgabe der Dringlichkeit Familien aus überfüllten Wohnungen mit mehreren Haushaltungen uno mit zahl» I reichen Kindern, vor allem aus baufälligen und gesundheitsschädlichen Wohnungen, in den zuerst »u erstellenden Aeuwohnungen, oder in leer werdenden angemessenen Altwohnungen untergebracht werden. Die Wohnungen müssen in ®et) wirkt, und seinem Befestigungsplan an der Ost- grenze, d. h. g e g e n Deuts ch l a n d. Hier existiert sogar ein Befestigungsabkommen zwischen Frankreich und Belgien, das nach einem einheitlichen Plan die ganze belgische und französische | Grenze gegen Deutschland befestigen will, einen -eil der belgischen Linie sogar vollständig dem fran,)o= fischen Generalstab unterstellt Nur noch eine Ein- Jtbeit: die Gesamtausgaben für Heer und Manne in Frankreich sind in Goldfranken gerechnet von 1913 bis zu dem jetzigen Voranschläge für ^29 von 1700 Millionen auf 2300 Millionen gestiegen. Frank- reich gibt heute fast 200 Millionen Goldmark für Rüstungen mehr aus, als es an ^p^ottonsein- nahmen erhält? Das ist doch nun, an dieser Zoh qesehen, die Sinnlosigkeit als Prinzip. Man» preßt aus Deutschland Geld zur "WederheHtellungi und verwendet diesesGeld f u r Ji u ft u ng e n, bie es nach der Zusage des Versailler Vertrages und des Völkerbundes in diesem Umfang überhaupt nicht mehr geben sollte. Von den nulitarstchen Rüstungen Polens, Belgiens und ähnlicher Staaten sprechen wir schon gar nicht. - Haben dann die Reden, die wir von der nächsten Woche an in Gens hören werden, überhaupt einen Sinn? Die Russen werden wieder mit ihrem Abrüstungsentwurf kommen und d i c A b r u ft u n g schlechthin verlangen. Dann wird von der fron-; zösischen Seite wieder das Lied kommen, — d^ar nicht aus dein Munde von Paul-Boncour weil der fein Amt beim Völkerbund für Frankreich nieder üctcgt bat — aber eben sicher von einem anderen ?rar§ösischen Delegierten: daß die erste Sortierung sei und bleibe die Sicherheit und daß, wenn diese befriedigt sei, selbjtverstandlich dann die Abrüstung einfach folgen werde. Und dann W man mit irgendeinem neuen D er t a g u n g 2 beschmutz wieder auseinander. Soll dieses Spiel nun örtlich Jahr um Jahr so weiter gehen? Es L doch alles seine Grenzen?, Die Abrustungssrage ist. nachdem die Sicherhettsfrage vollstandlg ge- löst ist einfach die Zentralfrage für den Völkerbund. Bringt er sie nicht voran, so erweist er sich als u n • fähig im Sinne seiner ganzen Begründung und der Idee, der Organisator und Garant eines bau emben Friebens in Europa ZU sem. Allmählich aber wird bie Lage dafür ret, oa« aus dieser Ueberzeugung und Austastung die tti d>en Sonfequen3en WO«"™«’ ben. Für Deutschland müßten diese dann^ liegen, daß es seine Dölkerbundspolitik hier (aber d^ gilt auch für alle anderen Gebiete) nun aggressiver ansaßt, als es das bisher getan bat Man kann es verstehen, daß Deusichlands Vertretung in Genf, nachdem Deutschland s^ehlich eingetreten war, sich zunächst der Atmosphäre dort, wie man es ausdruckt „anpaßte und erst S e 9 zu nehmen sich bestreben mußte. Das ist.aberjetzt vorbei? Deutschland hat gar keine ^anlassung, dem Völkerbund und seinem Sekretariat über «chwie rigkeiten hinwegzuhelfen, weil es mal so Sitte ist, daß man mit größte Höflichkeit Zusammenstöße vermeidet und alle Gegen atz z aplanieren und zu glätten strebt Wir haben den Völkerbund nicht begründet und wir haben uns auch nicht in ihn gedrängt. Die Mttgliedsck)aft m ihm hat Deutschland bisher sehr wenig oder nichts gebracht. Und die Voraussetzung für ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten DeAsthlm^ mit den beiden wichtigsten Hauxtstaaten der and^ ren Sette, mit England und Frankreich, ist durch Chamberlain und Briand zerstört worden. Dann Der Krafttahrzeugvertehr in Gießen hat im Lause der letzten Jahre autzerordentlicy stark zugenommen. Daneben ist auch dec Radiahrer- verkehr in starkem Anwachsen begriffen. Diese 'Ausdehnung des Kraftfahrzeug- und des Rad- lerverkehrs tritt am aus,ästigsten m einigen Burchsoyrtsstraßen der Innensiadt und in den nach den Aussallsstrahen führenden 'Verbindungen zutage. Daß mit dieser Entwicklung des Fahrvertehrs die Gefahrenmomente für die Fußgänger. aber auch für die Kraftfahrer selbst in erheblichem Maße gesteigert wurden, liegt auf der Hand. Die zahlreichen Unfälle der letzten Zeit sind dafür hinreichend beweiskräftig. Zum Glück sind die meisten dieser Unfälle noch verhältnismäßig glimpflich abgelaufen, jedoch ist der Personenschaden und die Einbuße am Maienal nicht gering zu veranschlagen. Eine ganze Anzahl dieser Unfälle hat ihre Ursache darin, daß manche Kraftfahrer in der Stadt ost mit einer Geschwindigkeit fahren, die das zulässige Maß. sowie die im eigenen Interesse und mit Rücksicht auf die Fußgänger gebotene Vorsicht erheblich überschreitet. In zahlreichen anderen Fällen haben die Unfälle ihre Ursache in mangelnder Uebersicht- stchkeit an wichtigen Straßenkreuzungspiinkten. Zur Erhöhung der allgemeinen Sicheri'cit ist es erforderlich, daß dieser Gefährdung der Fußgänger und der Kraftfahrer selbst toirlfamer als bisher entgegengetreten wird. Neben einer ausreichenderen Kontrolle der ,vayrt geschwindigkeit rücksichtsloser Kraftfahrer durch mit Stoppuhren ausgerüstete Verkehrsschutzleute erscheint es uns vor allem geboten, daß an den Brennpunkten des Straßenverkehrs und insbesondere an den unübersichtlichen Straße nkreuzungen ft ä n b i g c V e r kehrsPolizeiposten eingerichtet werden. Als stärkste Gefahrenpiinkte dieser Art feien hier bei spielsweife nur genannt das Walltor Ecke Nord und Dftanlage, die Kreuzung GartenftraßL.Südan läge, die durch zahlreiche Unfälle schon lehr benötigte Straßenkreuzung Goethestraße/Sudanlage, die Ecke Südanlage/Frankfurter Straße, das Neuftädter Tor, der starke Verkehrspunkt Schulstrahe/Ecke Sonnenstraße, Kreuzplatz,Ecke Neuenweg und der Straßengabelpunkt Moltkestraße/Licher «traße Kaiserallee. Mit Ausnahme der Ecke Sübanlage ' Frankfurter Straße, wo aber nur zu gewissen Stunden ein Verkehrspolizeibeamter den Heber wachungsdienst versieht, sind alle eben erwähnten .Gefahrenstellen des Straßenverkehrs ohne die notwendige verkehrspolizeiliche Aufsicht. Wenn wir auch an sich der Meinung find, daß man nicht wegen jeder Sache nach der Polizei, rufen, fonderii bis zu einem gewissen Maße auch auf die Einsicht und die Selbstdisziplin der Bürger vertrauen soll, so erscheint es uns aber doch angebracht,, für die obenerwähnten Straßenkreuzungen eine ständige U Überwachung durch die Verkehrs Polizei zu fordern. Leider muß man eben mit der Tatsache rechnen, daß nicht alle Kraftfahrer, aber auch nicht alle Radler und Fußgänger die er forderliche Einsicht und Verkehrsdisziplin bekunden und dadurch an ihrem Teil zur Ausschaltung Ober Minderung der Gefahren beitragen. Wir wissen, daß unserer Gießener Polizei-' verwaltung die hier gerügten Zustände bekannt sind und daß sie gerne bereit wäre, im Interesse der allgemeinen Derkehrssicherheck die erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Cs ist uns aber auch bekannt, daß dem Polizeiamt einige im Verkehrsdienst ausgebildete Polizeibeamte zur Erfüllung der oben erwähnten Sicherungsnot' Wendigkeiten fehlen. Dieses Minus an Beamten mit Spezialausbildung in der Verkehrsüberwachung kann nicht aus dem ohnehin schon knappen Bestand der Sicherheitsvolizeimannschaft unseres Polizeiamtes ausgefiillt werden. Es erscheint vielmehr erforderlich, die Abteilung Verkehrspolizei beim Polizeiamt durch einige Verkehrspolizeiwachtmeister von der Schupo in Butzbach oder aus einer anderen Stadt für dauernd zu verstärken. Wenn durch diese Derinehrung auch eine gewisse Steigerung des Pvlizeikostenzuschus- ses der Stadt Gießen zu den Lasten der staatlichen Polizei verursacht wird, so erscheint uns diese wohl nicht allzu hohe Mehrausgabe gering und erträglich angesichts der Gewährleistung einer erhöhten Verkehrssicherheit in Unserem Gemem- wesen. Die berufenen Behörden lPvlizeiamt, Stadtverwaltung und Innenminister) würden sich ein besonderes Verdienst erwerben und den 'Bei- fall weitester Bürgerkreise erhalten, wenn sie im Sinne unserer Anregung baldmöglichst Han- .15.50 15: - 4* >7 •, ss “4/ u ,'*r ., -'5.' die Aufschrift«PALMIN den Namenszug Dis ersakMS NÄursom keimt LeVmzüge da edtten Palmin. Sie iät daher: Laßt euch, nicht irgend, ein. anderes Kb kos-Speisefett mit fast gleidiküngendem Namen und. intäuschend ähnlicher Packung in die Handdrücken. Achtet beim Einkauf auf V Echte deutsche Saat von allererster Güte! 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Die Gemeinde Göbelnrod verkauft Wege schriftlichen Angebots folgende üiefernslämme (Abtrieb): 1. Ib-Klasse 16 Stück - 2,75 km .hessische Bürgermeisterei. Weber. Der e wage o« Hehr! Hfl Wählst] Die Gemeinde Langsdorf Wege schriftlichen Angebots: Versteigerung Dienstag, den 9. April 1929, nachmittags 2 Uhr, werden im „Löwen, Jleuenroeg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung 10 P. 8. Opel-Roadster mit Notsitzen vollkommen einwandfrei, mit Servobremse, siebt zum Verkauf bei W. Let*ch, GleBen. Teleph. 1235. ab eine Woche auf unserem Amtszimmer zur Einsicht offen. Einwendungen dagegen können während dieser Zeit schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Göbelnrod, den 4. April 1929. liflfhnwkliti RM.6OO. u. mehr moimiL uUUjIUClällilj verdien, rühr, bei Vanöiu. nut eiuneiührie Herren durch Uebernahme emer lonlnrrenzH zeitgemätz. Verireiung. Richard liier, Göllingen, Prinz-AlDrechistr.l. Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Trais-Horloff für 1929 liegt vom 8. d. 2IL ab eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 3112D Trais-Horloff, den 6. April 1929. Bürgermeisterei Trais-Horloff, mudlof. Beleuchtungshaus Abmann Ludwigstrahe - Ecke Bismarckstrahe jöööa Kevoluttorr in iedem Haushalt und WirifchaitSbetrteb verursacht das neue (.H7V WunSerpuhkiffen „puhfix" bervorra enb. 2litifei f. Wiederveitau>er^ dntereffenten er batten 2 Muster nut neg. Voreinsendung von NM. 1.50. R. F. Tillmanns, Frankfurt Dienstag, den 9. April 1929: Rindoieh- (Rutzvieh-) Markt. rNillwoch, den 10. April 1929: Schweine, markt. Auftriebszeit an beiden Markttagen von %8—9 Uhr vormittags. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den 6. April 1929. Der Oberbürgermeister. I. V.: Klingspor. 8000 Ml I. Hnvothek aut Anwesen von 4 fachem Wert gesucht. Schr. Anaeb. unter 01978 a. d. Gieir.Slnz. Repai aturen von Beim schnell und billig. Aut Wunsch Ab- 40<3 7.- 40010 - 45 0 11.- 350 7.50 50 - 9 - 50- 13 - 55« 15.- 40- 9.M Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Londorf für 1929 Rj. liegt vom 8. April L 3. ab eine Woche lang auf der Amtsstube des Bürgermeisters zur Einsicht der Beteiligten offen, woselbst innerhalb dieser Frist Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll vorgebrackt werden können. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Aus. märker beizutragen haben. 3102V Londorf, den 4. April 1929. Bürgermei^ekei Londorf. Aumann, IMttiet nie hervorragenden Massenartikel geL die in Vcbcueniittclf c.d)uitcii gut eilige» fuhrt und. Vewerb ugeu nm nut la Rcie- i enaen an bte Cbüfouicrv n-Ge.cll dmit tu. v.H., Bad Cetiu au en W. 31 7V eine Bohrmaschine, jroei Sofas, ein Radioapparat, ein 6ü(yenschrank, ein ktei- derschrank, ein Ausstellschrank, vier Schreibmaschinen, zwei eiferne Bellen, ein komplettes Wohnzimmer, ein komplettes Schlafzimmer, ein Tisch (runb), eine Schuhmacher-Nähmaschine, zwei Schreibtische, eine Zither, ein Schrelb- pult, 5 kg Sohlleder, eine Flurgarderobe, ein Büfett, eine Registrierkasse. Bestimmt: ein Oelgemölde. Finanzamt Giehen. Vollstreckungsstelle. Die Abfuhrscheine über das aus dem Staatswald aus der Hand abgegebene Holz sind vom 8. April an von den zuständigen Kassenstellen zu beziehen. Ueberweisung und 1. Abfuhrtag am 8. April d. F. 2Iblauf der Zahlungsfrist für unverbürgte holzaeld'chuld am 29. d. M. Gießen, den 5. April 1929. hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. 4. 3a- „ 41 „ = 20,67 „ Das Holz ist mit Rinde gemessen. Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift „Halzsubmission", nach Klassen getrennt, bis Donnerslaa, den 11. April L3„ nachmittags Yi2 Uhr, auf unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, wo auch die Verkaufsbedingungen bekannt gegeben werden. Göbelnrod, den 5. April 1929. (3116V ______Bürgermeisterei: Weber.______ Wegen Auflösu q des städtischen Fuhr- Parks findet am 3143D Montag, dem 15. b. 2TL, mittags 12 Uhr, im städtischen Anwesen an der hospital- straße (ehemals Guthmann) die öffentliche Versteigerung von 2 schweren Zugpferden mit Geschirren. 4 Dogen und sonstigem Gerät statt. Biedenkopf, den 4. April 1929. Der Magistrat. Angebote sind in Reichsmark pro Festmeter, nach Sortiment und Klassen getrennt, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis spätestens Freitag, den 12. April 1929, nachmittags 3 Uhr, bei uns einzureichen, woselbst auch die Bedingungen, denen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, eingesehen werden können. Zahlung bei entsprechender Sicherstellung des Kaufpreises in zwei gleichen Raten am 1. Juli und am 1 Oktober 1929. Das Holz ist mit Rinde gemessen. Interessenten wollen das Holz vorher einsehen, do spätere Reklamationen nicht angenommen werden. Auskunft erteilen die unterzeichnete Stelle und Förster Sames, Langsdorf. Langsdorf, den 3. April 1929. hessische Bürgermeisterei. K n - i p p. WMriMiMilW lUS Alleinlia't für kiesiges Lager ei''er Betrtebsstofiirma gesucht. Flo tes Ar- betten undSchreibgewandiheit Ledin i-g. Bewerbungen mit Zeugnisabichristen. J) c- serenzen und Lohnansprüchcn unter 31691) an den (Siegener Sin .einer.______________ —Tüchi., strebsamer Mann— von gewai'dt. Auftreten II. sunt Besudle ö. Stadt- ii. Landknndfchast fic. i t, von eriter Fabrik der Abzovtttngsvran.l e uer fotort gefiicht. Leichiv.rkauittch. kleine 'Uionai&rntcn. Get t.,n. Brrivn hat Aussicht für gutes Fotitvminen. Schr. Angebo e m. Al eiSangobe unter 3173D an den Gtei;. Anzeiger e. beten. i/er^yistiiehtigen Vertretern von tadettofem Ruf bietet eritklasstaeS SpeMa unternebmen hoben Vervienst d. Vertrieb eines überall leicht abzusetzt nden Marken-Artikels Keine Branchekenniuisse, kein Kapital er« ioiöerlid). Zettgeutäirer, sofort auszablen- der Baroetd^cn'i. Nur wirklich tüchtige Verkäufer wollen sich unter 317 »V durch den Giehener Anzeiger nm uns in Ver- btndung fetzen. Stämme. Eichen 2. Kl. 28 Stück -- 8,21 fm 3. „ 34 21,90 „ 4. „ 5 4,65 „ Linden 2. , 3 ,, = 0,89 „ ,, 3. „ 5 2,99 „ 4- . 1 0,58 „ Fichten la- „ 17 — — 4,54 „ ee 1b. 69 3 22,42 „ M 2a- „ 43 n 2 27,05 „ a ■ 2b- „ 15 ff ~ 16,21 „ ft 3a. „ 7 11,04 „ Rabatt Etagen-Geschäft Von Montag, den 8. April bis Samstag, den 13. April • { Alicenstrabe 11 3I64A Großer Transport Sstpreußischer il Grmeländer Arbeitspferde darunter mehrere egale Gespanne, stehen ab Dienstag, den 9. 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Bei einem elektrischen Gefälle von vielen Tausenden von Volt fliegen die Elektronen natürlich rascher, als wenn sie durch geringere Kraft getrieben werden. Wir können also in sehr weitem Maß: bie Versuchsbedingungen ändern und damit eie Aenderungen der Ergebnisse vergleichen. Rach zahlreichen so vorgenommenen Messungen kann an der Wellennatur der Elektronen kein Zweifel mehr bestehen. Aber auch ein wichtiger ausnutzbarer Orte"! dieser Versuche winkt uns. Bei dem dazwischen-.- geschobenen Blättchen handelte es sich ja, wie wir sahen, um ganz ungewöhnlich dünne Gebilde; sie bestehen sozu'agen nur aus Oberfläche. Run kennt die Chemie eine Reihe von Vorgängen, die sich auch nur an der Oberfläche eines Stosses abspielen, und die man ..katalytpcve Wirkungen", Wirkungen von Kuppelstosfen, nennt. Bei ihnen verursacht die bteße Anwesenheit eines Stosses von großer Oberfläche einen sonst nk.)t stattfindenden chemischen Vorgang. Die Ratur solcher für die Technik sehr wichtigen Vorgänge war bisher noch recht dunkel. Runmehr aber hofft man, ihnen durch die Untersuchungen der erste Gleis sparen unb hat nur ein kurzes Stück unter bem Zug auf Rollen, das mit dem >-ug vorwärts wandert. Auch die Rakete spukte schon vor vielen Iahrzehntcn, unb zwar spuckte sie damals nicht Verbrennungsgase, sondern Dampf: Auf einer Art Zeppelin reitet einer und hat vor sich einen Kochtopf; der darin erzeugte Dampf strömt hinten am Flugkörper aus. Als Beförderungsmittel auf der Erde wird der Darnpsroll- schuh empfohlen, ein Rollschuh mit einer Dampfmaschine auf der Spitze. Gegen das Einfrieren der Wasserzapsstellen schlägt ein Erfinder ihre Beheizung vor. Die Kosten für diese will er durch die Vermietung an Kastanienbrater wieder einbringen. Seyr hübsch ist auch die Motorgeige, bei der eine umlaufende Scheibe mit ihrem Rand die Saiten streicht. Aber ganz b: sonders witzig scheinen mir die Darstellungen, die zeigen, wie ein kleiner technischer Erfolg mit einem Riesenaufwand von Mitteln erreicht wird. So zeigte ein Bild eine Erbsensra t naschine: Die Erbse wird ganz genau unter ein riesiges, von mehreren Mann bedientes Fallbeil gelegt und so gespalten. Die beiden Hälften werden dann durch zwei Mann auf einer Bahre weggetragen. Man muh das Bild selbst sehen, dann lacht man darüber. Roch schöner sind vielleicht die Sachen, bei denen man nicht weih, ob sie ernst oder scherzhaft gemeint sind, wo man zweifelt, ob der Erfinder ein Schall oder wirklich so dumm ist. Zu diesen Dingen gehört oft das Perpetuum mobile. Manche Bilder, so insbesondere die von Krey, waren in ihrer technischen Durchführung richtig, bei anderen sah man, daß der Künstler von Technik keine blasse Ahnung hat, unb das ist immer störenb. Der Vortrag würbe mit bem verdienten Bei« , fall ausgenommen. Der Vortragende hat einen ganz gewaltigen Stoff mit ungeheurer Liebe zusammengetragen unb durch seinen Vortrag vielen eine frohe Stunde bereitet. Ammon. Alterungserscheinungen Don Dr.-Zng. Friedrich Soltau. Nachdruck verboten. Für hoch beanspruchte Maschinenteile verwendet man Baustoffe, die nicht nur eine große Festigkeit, sondern vor allem eine große Zähigkeit haben. Beispielsweise können Rüder und Achsen von Eisenbahnwagen und Fahrzeugen stark zusammengedrückt oder verbogen werden, ohne daß Brüche ober auch nur Oberflächenrisse auftreten. Sie haben daher die Fähigkeit, starke Stöße abzufangen, da sie über die Elastizitätsgrenze hinaus dauernd verformt werden können, ohne daß ihre Festigkeit wesentlich leidet. Don dieser Eigenschaft wird neuerdings bei der sog. „Kaltverformung" in großem Umfange Gebrauch gemacht, indem vor allem Bleche und Bänder ohne Erwärmung in die gewünschte Form gebracht werden, sei es durch Biegen, Bördeln, Ziehen, Stauchen oder auch nur durch Schneiden und Stanzen. Die Untersuchungen der letzten Jahre haben jedoch gezeigt, daß die Kaltverformung eine Aenderung der Festigkeitseigenschaften zur Folge hat, die sehr bedenklich sein kann, ganz besonders wenn solche Teile beim Gebrauch Wärmegraden von mehreren hundert Grad ausgesetzt sind. Das soll an einem Beispiel näher erklärt werden. Wird ein Behälter ober ein Kesselschuß hergestellt, so werden die Bleche zunächst mit der Kalt- schere geschnitten, ferner gestanzt oder gebohrt und schließlich gebogen und zusammengenietet. Bei allen diesen Bearbeitungsvorgängen wird das Blech verformt, beim Biegen im ganzen Stück, beim Schneiden, Stanzen, Bohren bis in eine gewisse Tiefe der bearbeiteten Schneidkante oder der Lochränder, was man am Gefüge schon mit bloßem Auge erkennen kann. Vergleicht man nun die Eigenschaften des Bleches vor und unmittelbar nach der Kaltverformung, so findet man eine geringe Zunahme der Festigkeit, dagegen eine Abnahme der Zähigkeit auf etwa die Hälfte. Der Baustoff ist also durch die Kaltbearbeitung bedeutend spröder geworden. Soweit bietet der Vorgang dem Wesen nach nichts Neues, denn die Eigenschaften eines Baustoffes werden durch die Bearbeitung immer geändert. Das Bemerkenswerte ist nun, daß sich die wichtigste Eigenschaft, nämlich die Zähigkeit, mit der Zeit in bedenklicher Weise weiter verschlechtert. Läßt man nämlich das Blech ruhig lagern und prüft es nach etwa 12 Wochen, so zeigt sich, daß die Festigkeit gegenüber der ursprünglichen um etwa ein Fünftel zugenommen hat, baß bagegen die Zähigkeit auf etwa ein Drittel gesunken ist. In ähnlicher Weise werden auch andere Eigenschaften, wie die Biegefähigkeit, Einschnürungsfähigkeit, Dehnung, Magnetisierbarkeit, verändert. Diese Gesamtheit dieser Erscheinungen nennt man Alterung. Ein gealterter Baustoff ist spröder geworden und kann somit Stöße weniger stark abfangen als vorher; er bricht schon bet Kräften, denen nicht gealterter Werkstoff widersteht. Der Betrag, um den sich die Eigenschaften beim Altern ändern, ist in den ersten Stunden und Tagen nach der Kaltoerformung am größten und nimmt im Laufe der Monate und Jahre ab. Es ist nun nicht notwendig, daß nach der Kaltverformung eine längere Zeit verstreicht, bis nennens- werte Altersänderungen hervorgerufen werben. Man kann die gleichen Umwandlungen im Verlaufe weniger Minuten herbeiführen, wenn man etwa Flußstahl auf 100—300° erwärmt. Der Stahl weist nach biefem Anlassen die gleiche höhere Härte und Sprödigkeit auf, wie sie sonst durch wochenlanges Lagern entsteht. Diese künstliche Alterung tritt also beim An- lassen auf Wärmegrade auf, bei der Stahl blau anläuft, sie wird daher mit dem Namen „Blaubrüchig- teil" bezeichnet. _ ,, . Noch stärker zeigen sich die beschriebenen Erschei- nungen, wenn der Stahl zuerst auf Blaubruchwärme gebracht und bann verformt wird. Dann fallen Bearbeitung und künstliches Altern gleichsam zusammen. Schon bei der Bearbeitung in Blau- warme ist eine fühlbare Abnahme der Zähigkeit zu beobachten; bei der Abkühlung auf Die Raum- wärme hat die vorhandene Wärme noch mehr Zeit, das beim Recken veränderte Gefüge zu weiteren Umwandlungen anzuregen; nach dem Erkalten ist daher der Stahl wesentlich spröder geworden. Bei der Allerung handelt es sich also um eine Gefügeumwandlung; wie sie vor sich geht, dafür ist Fo Fo Vild 2 Vilb 1 Oberfläche der Kuppelstoffe endlich näher zu kommen, indem man sie zur Beugung der Elektro- nenstrahlen benutzt. Dr. Rupp verstand es übrigens in seinem Vorträge in geradezu mustergültiger Weise, auch den Laien in sein Arbeitsgebiet einzuführen, vielleicht besonders dadurch, dah er durch die Vermeidung einer schwer verständlichen Darstellungsweise seine Erfolge fast als selbstverständlich erscheinen lieh. Diese Fähigkeit der Darstellung eines schwierigen Gebietes findet man leider so selten, das bescheidene Zurückstellen der eigenen Verdienste hinter die Sache noch seltener. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter produkienmarki. Durch die älnterbrechung der Osterfeiertage konnte sich bas Geschäft wieder nur langsam ent» wickeln. Das Angebot von Inlandware blieb immer noch Nein, aber auch die Aachsrage hielt sich trotz der drei Markttage in dieser Woche in engsten Grenzen. Anregungen lagen nicht vor. zumeist trafen ungünstigere Auslandmeldun- gen ein, doch blieben diese ohne Einfluß auf die Tendenzgestaltung; die Stimmung war ja sowieso lustlos. Der Hauptgrund hierfür war die schlechte Beteiligung der Mühlen und des Exports am Produktengeschäft. 3m Verlause wurde die Grundstimmung jedoch wieder etwas zuversichtlicher, da erhöhte überseeische Rotierungen günstig ausgenommen wurden. Diese Tatsache konnte sich jedoch kaum auswirken, da die Händler nach wie vor zurückhaltend blieben und nur im Bedarfsfälle zu Abschlüssen schritten. Die Preise, die anfangs der Woche schon schwächer lagen, blieben unverändert. Rur für Weizen machte sich eine leichte Erhöhung geltend. Die Ursache ist aber in erster Linie auf den etwas gesteigerten Bedarf frer Wühlen nach Brotgetreide zurückzuführen gewesen. Die Mehl- markte lagen nach wie vor ohne Geschäft; obwohl Ware auch hier nur wenig vorhanden war, blieb eine Preissenkung unvermeidlich. Stark gedrückt war wieder vor allem Weizenmehl niederrh. Qualität mit einem Verlust von einer halben Mark. Weizenmehl selbst war anfangs gut gehalten, büßte aber im Zuscunmenhang hiermit ebenfalls etwas ein. Auch der Futtermittelmarkt hatte kein nennenswertes Geschäft zu verzeichnen. Die Preise blieben, mit Wisnahme von Roggeickleie, gut behauptet. Von den übrigen Getreideartcn wär nichts Besonderes zu berichten. Zum Wochenschluß war die Hallung lustlos. Die flauen überseeischen Aotierungen verstimmten. Das Angebot von 3nlandware blieb aber gering,* und trotzdem stellten sich verschiedentlich. da Abnehmer kaum vorhanden waren, Verluste ein, so daß die bei einzelnen Getreidesorten erziellen Gewinne wieder verloren gingen. Besonders Weizen, der auch etwas mehr angeboten war, da die Forderungen der Provinz entgegenkommender lauteten, hatte unter dieser Lage zu leiden. Am Futtermittelmarkt waren Weizen-- und Roggenlleie ebenfalls gedrückt und schwächer. Rur Mais für Futterzwecke machte sich von feiten der Landwirtschaft etwas lebhafteres Interesse bemerkbar. Hier konnte im Gegensatz zu den übrigen Märkten ein kleiner Gewinn fest- gestellt werden. Auf dem ermäßigten Riveau zeigten die Wühlen zum Schluß doch etwas Deckungsneigung in Weizen. Der Mehlmarkt blieb vernachlässigt. 2m Vergleich mit den Rotierungen der vergangenen Woche büßten Weizenmehl, Roggenmehl und Roggenlleie bis zu einer viertel Mark ein. Weizenkleie lag 0,10 bis 0,25 Mk. schwächer. Weizenmehl (niederrh.) verlor eine halbe Mark. Weizen, Roggen, Sommergerste, Hafer (inl.) und Mais für Futterzwecke blieben gut behauptet. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 23,75, Roggen 23 bis 23.25, Sommergerste 24, Hafer (inl.) 24.25 bis 24,50, Mais für Futterzwecke 23 bis 23,25, Weizenmehl 33 bis 33,50. niederrh. 32,50 bis 32.75, Roggenmehl 30,25 bis 31, Weizenkleie 13,75 bis 13,90, Roggenlleie 14,75 bis 15. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. ,-3n der Woche nach der mehrtägigen Unterbrechung des Börsengeschäftes durch das Osterfest beschränkt, sich die Berichterstattung Über die Weiterentwicklung der Tendenz aus drei Börsentage. Der Auftrageingang aus dem Auslände ließ stark nach, und die Folge davon war eine merkliche Ernüchterung der Börse, die nunmehr der allgemein ungünstigen Lage wieder größere Aufmerksamkeit zuwandte. Die Kulisse schritt zu Glatt- stellungen. und bei ziemlich unsicher werdender Stimmung traten auf den meisten Marktgebieten Kursrückgänge ein. 3m Grund ton der Börse war jedoch eine gewisse Widerstandsfähigkeit nicht zu verkennen, die ihre Haupturfache wohl darin hatte, daß das Material, das vom Ausland gekauft worden war, bis jetzt nicht, oder nur ht minimalem Umfange zu den deutschen Märkten zurückgeflossen ist. 3m Gegensatz zu der lebhaften Geschäftstätigkeit der beiden letzten Wochen herrschte jedenfalls ziemlich große Geschäfts st ille und starke Zurückhaltung. Wan verwies vor allem darauf, daß die Reparationsverhandlungen nunmehr in ihr kritisches Stadium getreten sind. Bet diesen Erörterungen konnte die Aeußerung Dr. Schachts eine gewisse Beruhigung ausüben. Das zweite Moment einer starken Unsicherheit war die Ungewißheit über etwaige Diskontmaßnahmen in Amerika und England. 3m Zusammenhang damit verfehlte naturgemäß die schwache Hallung der Reuhorker Börse auf die Dauer ihren ungünstigen Einfluß auf den deutschen Markt nicht. Auch die Lage des deutschen Geldmarktes war weiter unbefriedigend. Dabei rief vor allem der Reichsbankausweis vom Quartalsultimo größere Verstimmung hervor. Die starke Anspannung der Reichsbank, die feste Haltung der Devisen und der daraus sich ergebende Fortgang der Devisen - und Goldabgaben der Reichsbank erweckten Befürchtungen, daß die Reichsbank ihren Diskontsatz erhöhen müsse. Eine derartige Maßnahme, die jetzt zu einer Zeit der Wirtschastsdepression eine Wiederbelebung bedeutend erschweren würde, erscheint jedoch bei ruhiger Betrachtung der Lage nicht aktuell, solange nicht in London und Reuyork eine Erhöhung vorgenommen worden ist. Zur Zurückhaltung mahnten ferner die verschiedenen sich verschärfenden Lohnstreitigkellen, vor allem bei der Reichsbahn, und ungünstige Konjunkturberichte. Demgegenüber wurde ein saisonmäßig bedingter leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit nur wenig beachtet. Rach den vorangegangenen Steigerungen waren naturgemäß Elellrowerte am stärksten abgeschwächt. Ebenso gaben Kaliaktien, Zellstoff- werte, Montanpapiere. Zellstoff- und Kunstseide- werte stärker nach. Am Anleihemarkt konnten Ablösungsschuld für Reubesitz aus nicht klar er» sichtlichen Gründen etwas anziehen. Wochenbericht vom Frankfurter Gchtachtviehmarkt. Das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt war in dieser Woche im allgemeinen ruhig, aber infolge des geringen Auftriebs in allen Viehgattungen ausverkauft bei teilweise stark anziehenden Preisen. Die knappe Beschickung wurde mit den vergangenen Feiertagen in Zusammenhang gebracht. Auf dem Rindermarkt war der Oluf trieb besonders schwach. Die Rachfrage fonnte jedoch befriedigt werden. Auch auf dem Schweinemarkt war die Beschickung erheblich geringer, als in der Vorwoche. Rach ruhigem Handel und anziehenden Preisen wurde der Markt geräumt. Kälber und Schafe hatten zu Beginn des Rebenmarktes reges Geschäft. zum Schluß des Marktes jedoch wurde die Stimmung flau. Die Preise lagen gegen die Vorwoche aber immer noch um ein beträchtliches höher. Der Markt wurde geräumt Der Gesamt ° auf trieb bestand aus 845 Rindern, darunter 189 Ochsen, 39 Bullen. 410 Kühen unö 178 Färsen, ferner aus 1243 Kälbern. 127 Schafen und 3748 Schweinen. 3m Vergleich zu dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 851 Rinder, 1681 Kälber, 310 Schafe und 3162 Schweine weniger aufgetrieben. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al. 57 bis 61. 2. 52 bis 56, bl. 47 bis 51; Bullen a) 52 bis 54. b) 48 bis 51; Kühe a) 43 bis 48, b) 39 bis 42. c) 35 bis 38, d) 28 bis 34; Färsen a) 57 bis 62. b) 52 bis 56, c) 46 bis 51; Kälber b) 80 bis 84, c) 75 bis 79. d) 68 bis 74; Schafe a 1. 58 bis 62, b) 50 bis 57; Schweine b) 79 bis 82. c) 79 bis 82. d) 79 bis 82, e) 77 bis 80. Der- glichen mit den Preisen der letzten Berichtswoche konnten Ochsen, Bullen, Kühe und Schweine je 2 Mark, Färsen bis 3 Mark, Kälber und Schafe bis zu 4 Mark im Preise anziehen. Erweitcrunq der Opelwerke. WSN. Die Opelwerke haben mll der E r w eite r u n g i h r e r B c t r i e b e , die bei den Verhandlungen mit den General Motors lebhaft debattiert wurde, begonnen. Große Ländereien sind sowohl im Anschluß an das Betriebsterritorium, als mich außerhalb gekauft worden. Das Werk beabsichtigt, einerseits neue Betriebsanlagen zu errichten, anderseits für Arbeiterwohnungen erhebliche Summen zur Verfügung zu stellen. Fast der gesamte Landstreifen bis zur Landstraße Rüsselsheim—Bischofsheim wlld in den Besitz der Opelwerke übergehen. * Gesteigerter Kaliurnsatz im März. Die Abladungen der zum Deutschen Kalisyndikat gehörenden Kaliwerke im März 1929 betrugen 2 330 005 Doppelzentner Reinkali, gegen 1 615 125 Doppelzentner im März 1928, in den ersten 11 Monaten des laufenden Düngejahres 13 244 732 Doppelzentner, gegen 12 223 231 Doppelzentner im Vorjahr, in den ersten drei Monaten des Jahres 1928 5 424 686 Doppelzentner, gegen 5 719 235 Doppelzentner in der gleichen Zeit 1928. '** Das Lahnkraftwerk leistet weniger als erwartet. Infolge der langen Trockenperiode im vorigen Sommer blieb die Jahresleistung des Lahnkraftwerks Camberg bei Diez, die mll 14 Millionen Kilowattstunden veranschlagt war, hinter den Erwartungen zurück. Das Betriebsjahr ergab nur 11,8 Millionen Kilowattstunden erzeugten Strom. ° Der Hessische Sparkassen- und Giroverband uni) seine Bankanstalt, die Hessische Girozentrale Darmstadt, erstatten über das 3ahr 1928 wiederum einen gemeinsamen Bericht. Aus dem Verbandsbericht ist vor allem die Entwicklung der Spareinlagen bei den hessischen Sparkassen von 3nteresse. Trotz der ungünstigen Verhälttrisse, unter denen aus den bekannten Gründen die hessische Wirtschaft leidet, erreichte der Rettozuwachs im verflossenen 3ahr die Höchstziffer seit der Stabilisierung, nämlich 51,15 Millionen Mark (i. V. 38,86 Millionen), und zwar betrugen die Einzahlungen 115,20 Millionen, die Rückzahlungen 64,05 Millionen Mark. Die aus diesen Zahlen sprechende, immer noch sehr lebhafte Bewegung auf den Sparkonten darf bei Anlegung der Sparkapitalien nicht allster acht gelassen werden. Die Gesamteinlagen bei den hessischen Sparkassen hatten am 31. Dezember 1928 40 Prozent des Vorkriegsstandes (414 Millionen), nämlich 165,5 Millionen Mark erreicht; daneben betrugen die Guthaben auf Girokonten noch 27,5 Millionen Mark. Die Zahl der aus- gegebenen Sparbücher belief sich Ende 1928 auf rund 230 000, was ungefähr 70 Prozent des Vorkriegsstandes entspricht. Dieses verhältnismäßig schnelle Wiederanwachsen der Zahl der Sparbücher stellt dem Sparsinn der Bevölkerung das beste Zeugnis aus. Von den Spareinlagen waren angelegt: in Hypotheken 48 Prozent, in Darlehen an Gemeinden 22 Prozent. Von den Hypothekdarlehen entfiel mehr als ein Drittel auf die Förderung des Wohnungsbaues, dessen Unterstützung sich die Sparkassen besonders angelegen sein lassen. Die Hessische Girozentrale widmete sich auch im verflossenen 3ahr in erster Linie der Pflege des Gemeindedarlehensgeschäfts, der Förderung des kommunalen Giroverkehrs und ihrer Aufgabe als Geldausgleichstelle der Sparkassen. Die Reuauslechungen an Gemeinden (abzüglich Rückzahlungen) betrugen in 1928 rund 15.5 Millionen Mark, womit der gesamte Bestand an Gemeindedarlehen auf rund 50 Millionen anwuchs. Auch von diesen Darlehen floh wieder ein erheblicher Teil dem Wohnungsbau zu. Frauksuvtcr Börse. Frankfurt a. M., 6. April. Tendenz: fest. — In Nachwirkung der günstigen '-Beurteilung der Reparationsverhandlungen trafen auch heute wieder Auslandorders in erheblicherem U m = fange ein. Dos Geschäft nahm daher aus diesem Grunde in Spezialwerten recht lebhafte Fo r m e n an. Auch die weiter gebesserten Geld- marktoerhällnisse, woraufhin schon der gestrige Berliner Privatdiskont um v. H. ermäßigt werden konnte, trugen zur Befestigung bei. Auf der anderen Seite wurde der uneinheitliche Verlauf der gestrigen Reuyorker Börse kaum beachtet und konnte kaum nachteiligen Einfluß ausüben. And) die Spekulation schritt infolge der günstigen Verfassung und der zuverlässigeren Lage erneut zu Interessenkäufen. Die Beteiligung der Privatkundschaft am Börsengeschäft blieb im Gegensatz zu den Vortagen immer noch ziemlich minimal. Gegenüber der gestrigen Abendbörse waren zur ersten Notiz Kursbesserun. g e n bis zu 3 o Sy zu verzeichnen. Im Vordergründe des Interesses standen Farben mit plus 1,5 v. Sy und vor allem die Elektroaktien, denn an diesen Werten war das Ausland besonders stark interessiert. Das Geschäft war im allgemeinen recht lebhaft. Auch die übrigen Marktgebiete wurden von der Aufwärtsbewegung mitgezogen. Gesfürel eröffneten 4,5 v. H. höher, Schuckert plus 3 v. H., Siemens und Bergmann je plus 1.5 o. ch Auch am Montanmarkt war beute der Geschäftsumfang etwas größer. Besonders Gelsenkirchen zogen 3,75 v. H. und Harpener 2,5 v.ch. an, Phönix 2 d. Sy Häher. Metallwerte dagegen weiter vernachlässiat. Ausschlaggebend waren hier die stark gedrückten Werte dieses Marktes an den Aus- landbörfen. Mansfelder minus 2 v. Sy, Dtaoimtnen und Metallbank dagegen knapp behauptet. Baukek ohne besonderes Geschäft, jedoch leicht erhöht. Nachfrage bestand noch für Salzdetfurth mit plus 4 v. S). und für Westeregeln mit plus 1,5 v. Sy Renten still, aber behauptet. Als im Verlaufe Nachrichten aus Paris eintrafen, die hier diskutiert und allgemein ungünstig beurteilt wurden, kam das Geschäft momentanzumStillstand. Die Spekulation schritt zu Abgaben, so daß Verluste bis zu 2 v. Sy - eintraten. Doch setzte sich bald hierauf wieder eine Beruhigung durch, da es sich in den Ausführungen 1 doch nur um Mutmaßungen und Vorschläge handelt. Bei mehrfachen Schwankungen setzten bei der Widerstandsfähigkett der Börse doch wieder kleine Besierungen durch, und die vorübergehenden Verluste tonnten durch erneute Deckungen wieder ausgeglichen werden. Am Geldmarkt mar Tagesgeld mit 5,5 d. Sy abermals leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2172, gegen Pfund 20,47, London gegen Kabel 4,8540, gegen Paris 124,22, gegen Malland 92,74, gegen Ustadrid 32,35, gegen Holland 12,1050. *” Berliner Börse. B e r l i n, 6. April. Die heutige Samstagbörse hatte, wie erwartet, einen durchaus freund-- l >.ch e n G r u n d t o n. Das Geschäft litt zwar zunächst unter zu wenig Orders, die vorliegenden Momente lauteten aber ziemlich günstig so daß die Spekulation von den sonst üblichen Wochenschlußdeckungen Abstand, nahm. Einen guten Eindruck machte der Abschluß der Vorbesprechungen über die Verständigung über den Reichshaushallsetat, wobei eine Verminderung des Defizits um X Milliarde erreicht wurde. Von den angekündigten Einzelbesprechungen in Paris verspricht man sich viel für eine günstige Lösung des Problems. Der leichte internationale Geldmarkt ließ eine beruhigtere Beurteilung der hiesigen Geld- und Devisenver hältnisse zu. Ein günstiger Kaliabsatzbericht regte an. Bei Festsetzung der ersten Kurse machte sich i n Spezialwerten A u s l a n d i n t e r e s s e bemerkbar. Farben, Siemens, Kaliwerte und Kunstseidenaktien hatten lebhafteres Geschäft. Die Kurs- Veränderungen bewegten sich im Durchschnitt ht engen Grenzen. Spritwerte lagen 2 bis 3 d. Sy fester. Montanwerte konnten etwas anziehen. Mansfelder gewannen 4 v. Sy und Pöge 3 v. Sy Dagegen gaben Metallwerte bis zu 3 o Sy, Tietz bis zu 4,5 vH. nad). Bemberg wurden heute exklusive Bezugsrechk gehandelt (Abschlag 67,50). Deutsche Anleihen freundlich Ausländer wenig verändert. Pfandbriefe ge schäftslos. Geldmarkt weiter erleichtert. Tagesgeld 6,5 bis 8,5 u. Sy, Monatsgeld 7,5 bis 8,5 d. Sy, Warenwechsel nominell Mitte 6,5 v. Sy Nach den ersten Kursen wurde es allgemein lebhafter und fester. Man konnte gute Käufe, wahrscheinlich für das Ausland, an fast allen Märkten beobachten. Kunstseidenwerte stiegen um 5 v. Sy, auch Kaliwerke zogen weitere 2 bis 4 v. Sy an. Moittanaktien lagen fest und gewannen bis zu 3 v. Sy Elektrowerte unter Führung von Gesfürel bis 2 v. Sy höher, und vor allen waren sog. Nebenwerte jetzt lebhafter und höher. Das Kursnioeau stieg durchschnittlich um 1 bis 2 v. Sy gegen Anfang. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 7. April, von 19,30 bis 22,45 älhr: Die Fledermaus. Montag, 8., von 19,30 bis nach 22,30 älhr: Pulcinella; hierauf: Der Jahrmarkt von Sorotschintzi. Dienstag, 9.. von 19,30 bis gegen 22,30 älhr: Die Macht des Schicksals. Mtttwoch, 10., von 20 bis gegen 22 30- Tosco. Donnerstag, 11., von 19,30 bis gegen 22,30 LI.hr: Der Wildschütz. Freitag, 12., von 19,30 bis gegen 22,30 Ahr: Samson und Dalila. Samstag, 13., von 19.30 bis gegen 23 Uhr: Aida. Sonntag 14., von 19,30 bis 22,15 Uhr: Erstes Gastspiel Kammersänger Wilhelm Rode von der Staatsoper München: Der fliegende Holländer. Montag, 15., von 19 bis 22,45 Uhr: Der Rosenkavalier. — Schauspielhaus. Sonntag, 7. April, von 16 bis 18 Uhr: 2. Gastspiel der Gruppe junger Schauspieler Berlin: Revolte im Erzi^bungshaus. Von 20 bis 22 Uhr: 3. Gastspiel der Gruppe junger Schauspieler Berlin: Revolte im Erzichungshaus. Montag, 8., von 20 bis 22 Uhr: 4. Gastspiel der Gruppe junger Schauspieler Berlin: Revolte im Erziehungshaus. Dienstag, 9., von 20 bis 22 Uhr: 5. Gastspiel der Gruppe junger Schauspieler Berlin: Revolte im Crziehungshaus. Mittwoch, 10., von 20 bis 22 Uhr: Die schwarze Kugel. Donnerstag, 11.. von 20 bis gegen 22,15 Uhr: Katharina Knie. Freitag, 12., von 20 bis gegen 22,15 Uhr, Katharina Knie. Samstag, 13., von 20 bis 22,30 Uhr Das Käthchen von Heilbronn. Sonntag, 14., von 11,30 Uhr: Anfängerprüfung des Bühnenvereins und der Genossenschaft. Von 15,30 bis gegen 17.30 Uhr: Tanzgastspiel Trude Strauß. Don 20 bis gegen 22,15 Uhr: Katharina Knie. Montag, 15., von 20 bis gegen 22,30 Uhr: Paulus unter den Juden. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angesühr'en Ziffern neben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombarbzinsfuh 7,5 Prozent. ürankfun a M. Berlin zronksuri a M. Berlin Schlup Kure > Ubr Sure Schluß Sure Ansong Kure Schluß, «kure l Ubr Surr Schluh-sAnsana fiitw Kurr Dalum 6-4. 64. 5-4. 6.4. Datum 5-4. 6.4. 5-4 64 5% Dl. Rrichsanleihe i. 192 < IL 2lnl.-21iM..SÄuld mü Aus Desgl. ohne AuÄos.-Rechle 7% Franls. Hyv.-Bk Goldvl- un kündbar bis 1939 VA% Rheinische Hhp.-Bank Stau. Goldpf. A.E.cs. dbg. BorkriegS-Obligattan. rückzahlbar 1933 <% Schweiz. Bundesb.-Ani.. 4% Oetterreichische Goldrte. 4,20% Ceften. Sllberrte. 4% Oskerreich, einheill. Rte 4% Ungarische Goldrte. 4% Ungarische StaatSr. V. 1910 4'A% veSgl. von 1918 4% Ungarische Kronenrte-. 4% Lürt. Hollanleihe v. 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Ant. Serie 1 4% besflL Serie 11 4% Rumänen corweti. Rte. . . . 416% Rumänen ffloIbanL von 1913 LMg. Deutsche Etseudalin 4‘/a hamburg.Amerika Palet . . ö vamb^Südam. Daorvilch. • . 8 Hansa Dampfschiss . . io Norddeutscher Lloyd ... d Wg. Deutsche EreditanK. . 10 Barmer Bankverein to Berliner Handetagesellsch. . ij Commerz und Privai-Bant ll Darm ft. u. Rationalüank 12 Deutsche Bank 10 Dtekonto-Geselllchaft Lnt. 10 Dresdner Bank 10 Mitteldeutsche Lredttdanl . . S Mekallbilnk . 8 oreichSbank........12 37,5 53,9 12,65 ß9,5 80,75 89,5 99 31,65 3 1,975 24,9 21,2 22,5 1,95 10,8 10,3 8,6 17,8 123,5 117,65 133,5 145,5 203.25 289,65 '71,5 162 '3,75 141 323 I I I I I I I ! I I I l I I ! I ' 'S' 121 1 I8SRJ ISI^I ß— - £ - - 37,5 53,9 12,7 - - 3,05 r5 21,2 22,2 1,95 11 10,25 10,25 17,'8 123 160,25 117 133,5 229,65 203,25 289 1/1,25 161,75 174,25 140,9 323,5 53,9 12,8 - 24,9 123,5 198,5 117,75 133,25 229,6 203,25 290 171,5 161,13 174,25 140,75 322,75 ill.E.G. » Bergmann ....... 9 (Jleltt. Lieferungen.....10 Lickt und Kraft ..... 10 gelten & Guilleaume. .... 6 Ges. s. Elektr. llnicnt.. ... 10 Hamb. Elektr. Werke .... 10 Rhein. Elektr.......9 Echtes. Elektr. .....10 Schuckert ........ S Siemens & Halske ..... 12 Transradta . ..... .8 Lahmer,er & Go...... . 10 Buderus '..... . 5 Deutsche Erdöl ....... G Essener Steinkohle......8 Gelsenkirchener . . . f. Va 1.4 Haroener ....... 6 Harsch Eilen. ........ 8 ?.He Bergbau ....... 8 «tocknerwerke ....... .7 Köln-Neuessen. ....... 9 Mannesmann..... 8 Mcmsselder ....... . 7 -Lberschles. Eilend. Bedarf. . . 6 Oberschles. Kokswerle ... 6 Bhönix Berabau . . . 5V, Rheinische Braunkohlen... 1" Rheimtahl f. % Jahr 41/, Ntebeck Montan .....7/2 Bereinigte Stahlw......f Ctaei Minen .....3 sl ftali AscherSiebeo.....1< flall Westeregeln...... l< «kaliwerk Salzdetfurth ... u> j. (3- »zarden-Jnvuftrtr . . . i. Dynamit Nobel ...... k Lchetdeanstalt . ...... S Goldschmidt ....... 5 RütgerSweri: . ....... 6 Metallgesellschaft. ..... li 183,75 231,5 175 224 146 >37,5 245,5 405,5 178,75 79,13 131 134 136 — 220 109,75 121 • 42 95 300 130 71,5 244,5 247,75 367 257,9 169,75 90,5 97,5 184,5 233 176 225 242,25 248,5 407 180 80,5 137,25 138,5 — 'N 122 140 97 130,5 71,5 249 371 259 169,5 2 183,25 230,25 174.5 223 145,5 237 150,4 172,75 221 245,75 405 161,75 178,25 79,5 130.25 132,5 134,25 136,75 127.65 219 110 127 121 142,65 90,25 106,9 95,5 299,75 129 148 92,4 72 242,75 246 365,25 257,5 120 91.5 97 '163,75 232.9 223,9 145,5 241 151,5 173,75 221 247 405,5 179 79,75 130,13 134,6 135 137 129 221 111 128 121 140,25 103 96 299 128,5 93 71 244 248 366,5 258,5 121 92 9I Frankfurt a. M Berlin Berlin 5- Geld Bries " Schluß 141 t)p 'Anfang ^•ranjonidje Noten. . 16,485 iTsTS Kurs Kure Kurs Suio Holländische at. Herrische Norwegische Noren . . . • • . 168,55 22,19 112.06 59,15 2,495 112,18 169,23 22,27 112,50 Datum 5.4. 6-4. 5.4. 6 4. Noten. . . X'huivy vu-zmann .... Heidelberger (Scment . . . Cemem Karlstadt .... 1 10 . . 8 128,5 149 180 — 129,25 I 130.5 -jLcmiaj’ vcirerr-, a iuu jtronen Rumänische Noten ...... Schwedische Noten...... 59,39 2,515 112.62 2Sayh 4 Freitag .... Schultheis Patzerchoser . . . 10 . 15 134,75 — 134,75 302,5 304 Schweiier Noten....... Svanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. 81,02 64,01 12,435 81/34 64.29 12,495 Oftwerke ...... . 12 — 252.5 254,25 ungarische Noten 73.21 73.51 Ber. Glanjswss . . . . . IS • ll 480 480 4/9,5 414 273 194 476 352 274 194,75 Devisenmarkt Berlin -Sranffutt a W. Zellswfs Daldhaf .... Zellstoff Aschassenburg . . Eharlottenburger Lasser . Dessauer Gas...... . 12 . 12 195 — Telegraphische Auszahlung. * *. S -- __ 120,75 9'21.4 119,5 221,5 58.6 5. prtl 6. April Daimler Motoren . . » . . . o 59,5 59,5 58,75 Amtliche Nouerunri Änikliche Notierung Demag ..... Ädlerwerke Kleber .... • • o . . 5 52 — 54,65 55 sycid Brie <^eld Brie? 53,13 —— Ämn-Nott. 168,89 169,23 168,92 169,2b J Ludw. Loews...... . 10 — — 225.5 225 5 Bu n.-AireK 1,771 1.775 1,771 1.775 Nat. Automobil ..... . . o — 33,25 Brsi-^>nrw. 58,50 58,62 58,49 58.61 Orenftein & Kovvel ... . . 5 — — 97,5 97,9 Chriltiaiiia. 112,31 112,53 112,29 112,31 112.51 Leonhard Tietz .... . . 6 — 300,5 296 Kopenbag.'n 112.29 112,51 112,53 Bamag-Dtegum . . . • • . . 0 ... —- Stockholm . 112.48 112,70 112,46 112,68 Franks. Maschine« . • • • Gcitzner . . . . • . . 6 . 11 65,5 87,5 65 87.5 — Helsingiors. Italien. . 10,593 22,05 10,613 22.09 10,59 22,045 10,61 22,185 Heyliaenftaedt . . • • • . . 0 12 — ___- London. . . 20,446 20,486 20,448 20,488 Iuugyans. ...... • . 4 72,13 — 72 ___ Neuhork . . 4,2130 4,2210 4,2125 4,2205 . . 9 116 — Borlä.... 16,465 16,505 16,46 16,50 Mainkrastwerta . • . • • . . 8 118 — _ _ Schwei; . . 81,085 81,245 81,09 81,25 Miag. ...... . 10 130 — 130 131 Sva icn . 63,20 63.32 •63,18 63,30 Relais ulmer ...... . . t 17 - , 17 Japan . . . Nio de Jan 1,880 . 0.498 1,864 1,883 l .887 Beter- Union ...... • . 8 118,5 118 0.500 0,492 '3.494 Gebr. Roeder ...... . 10 113.5 Die» in D-- Boigl & Haefsner .... . . 8 213 213 Ceft. abgest 59,19 59.31 59,16 59,28 Südd. Zucker...... . . 8 153,5 _ 152 __ ‘Bcofl . . . . Bel irad - . 12,476 12,496 12,47 12,49 7,410 7,414 7,393 7,407 Budapest. . 73,40 73.54 73,39 73,53 Banknote« Söul arten Lissabon . Dani'g. . . .fionft nttn. 3,042 18,85 3.04' 18,89 3,041 18,85 3,047 18,89 Berlin. 5- 2ivril "leid rief 81,72 .072 5,455 81,88 2,076 5,465 81,73 2,068 5.46 81,89 2,072 5,47 Ytukriuumcoe Noten . . 4,209 4.229 Athen. . . tielgiiche Noten . . . . Dänische Noten..... Englische Roten..... • . • 58,36 112,00 20,419 58,60 112,44 20.499 Canada Uru uay . Cairo . . . 4,137 4,216 20,98 4,195 4,224 21,02 4,189 4,196 20.97 4,197 4,204 . 21,01