schien. ®«rj. 16 "k Nh» « B-Vnitue jMM Mibfin M gl«,» ’ i»« |e einet Sn *" to" 4 Mär, IU fföiben ©ttrinot 7'2 390301 ? »«94 I00W 36S 374554 S '<195 303» 37009 M 204626 237739 Ml 376183 386683 ^föaftion ' Samstag Nr. 55 Erstes Blatt 179. Jahrgang Mittwoch, 6. März 1929 Erschein» täglich,außer Sonmags und Feiertag». Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Vezvgrpreir für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechonlchlüsfe: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: granffurtam Main 11686. ®lc6ener2liijeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnv Verlag: vrühl'sche UniverfitLIr-vuch. und Steinöruderei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze l. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer di» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Playvorschrift 20", mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.THnriot; für den übrigen Teil hrnft Diumschein: für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Bietzen. „3ut>iel eioof". 3n einer Rede, die er vor den hessischen Demokraten in WormS hielt, hat der ehemalige badische Staatspräsident Pros. Dr. He11pach den treffenden Satz aufgestellt: »GS wird in Deutschland zuviel Staat gespielt." DaS ist an sich nicht unverständlich, denn es ist eine Folge des Eindringens all der Kräfte und Persönlichkeiten In die parlamentarische oder behördliche Verwaltung, die vor 1918 von einer rein bureaukratischen Staatsverwaltung ferngehallen waren. Aber ob auch plausibel, ist diese Erscheinung in ihren Wirkungen doch vielfach unerfreulich. And wenn in den letzten Tagen der vom Hansabund entwickelte Gedankengang Aur Erhöhung der Steuereinnahmen um 200 Millionen Mark einiges Interesse erweckt hat, so vor allem deshalb, weil auch er sich gegen die allzu starke Ausweitung der staatlichen Funktionen, gegen eine Konsequenz Der Sozialisierung gewandt hat, die man ursprünglich viel zu wenig berücksichtigte. Er tut daS freilich mit sehr primitiven und unzulänglichen Mitteln: denn er will das Kind mit dem Bade ausschütten. Gr geht nicht aus von der Untersuchung, ob die unbewußte Sozialisierung bestimmter Wirtschaftszweige nicht bereits zu weit gegangen und dadurch in einen irgendwie unlauteren Wettbewerb mit der privaten WirtschaftSinitiative getreten fei, sondern er stellt sich von vornherein auf den Standpunkt, daS als gegebene und anerkannte Tatsache hinzunehmen und nun im Interesse der Privatwirtschaft von der Steuerseite her nach einem Ausgleich zu suchen. Gr meint, wenn man die öffentlichen Betriebe ebenso wie die privaten Aktiengesellschaften besteuere, fo hätte das den doppelten Vorteil, einerseits erhebliche Steuereinnahmen hereinzu- bringen und andererseits der privaten Konkurrenz solcher össentlichen Betriebe das Leben zu erleichtern und auf die letzteren erzieherisch im Sinne einer sparsamen und kaufmännischen ®e- fchäftSgebarung einzuwirken. Er vergibt dabei nur e»nS, aber die Hauptsache: daß nämlich die öffentlichen Betriebe, soweit sie nicht ohnehin Monopolsorm haben und der Versorgung dec Bevölkerung mit Kraft, Licht, DerkehrSeinrichtungen ufto. dienen, bereits der Besteuerung unterliegen, dah aber die bisher unbesteuerten Betriebe es durch ihren Monopolcharakter in der Hand haben, jede Reubelastung durch Steuern in Form von Tariferhöhungen auf di e Verbraucher, auf die Masse des Publikums abzuwälzen, so dah im End» efsekt nicht eine direkte Steuer bestimmter Wirtschaftsbetriebe, sondern eine indirekte Besteuerung der breiten Massen, und zwar meist eine Kommunalbesteuerung dabet herauSkäme. Das ist natürlich eine vollkommen verfehlte Anlage zur Verwirklichung einer im Grunde vernünftigen Idee. Die Kernfrage scheint uns dahin zu lauten: welche Betriebe der öffentlichen Hand, die weder Monopolcharakter haben, noch allgemeinen Ver- kehrsbedürfnisfen dienen, erfreuen sich zur Zeit eines Steuer-Privilegiums? Gibt es solche Betriebe überhast — z. B. in der Kohlenwirtschaft oder auf irgendeinem andern industriellen Gebiet, so ist es durchaus berechtigt, daß man sie steuerlich mit den entsprechenden Privatbetrieben gleichstellt, um dadurch eine größere Wirtschaftlichkeit zu erzwingen und einen unlauteren Wettbewerb auszuschalten, den sie auf Grund bisheriger steuerlicher Bevorzugung betreiben können, denn bann trifft diese Besteuerung unter dem Zwange des Wettbewerbs nicht die Konsumenten, und es muß fick erweisen, ob ein behördlicher Betrieb unter gleichen Bedingungen überhaupt lebensfähig ist. Von Erträgen in Höhe von Hunderten von Millionen wird dabei freilich nicht die Rede fein können, aber es wird heilsam auf eine Uebertreibung staatlicher Wirtschaftstätigkeit — hier gleichzufetzen auch mit pro- vinzieller oder kommunaler — eingewirkt werden können. Aber jede Steuerbelastung, die sich auf den Konsumenten abwälzen läßt, wäre auch in dieser Form sinn- und zweckwidrig. Das postguiachien des Reichssparkommiffars. B e r l i n, 6. März. lPrio.-Tel.) Rach langen und schweren Kämpfen, die sich unter Ausschluß der deffentlichkeit zwischen dem Reichssparkommissar und der Reichspost abspielten, liegt jetzt der wesentlichste Teil des Spargutachtens vor. Die Reichspost hat in der Hauptsache die Ergebnisse des Sparkom- miffars nicht widerlegen können, strittig ist nur das Ausmaß der mö glichen Einsparungen, wobei es sich auf jeden Fall um recht beträchtliche Summen handelt. 3m Mittelpunkt der Auseinandersetzungen steht die Kritik des Reich ösparkommisiars an der D i e n ft- Postenbesetzung. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, daß an höheren Beamten, die durch gehobene mittlere Beamte ersetzt werden könnten, mehr als 1000 in Frage kommen, während an gehobenen mittleren Beamten, die durch mittlere Beamte zu ersetzen wären, mindestens 15 000 Stellen in Frage kommen und schließlich wird noch gesagt, daß rund 5000 Oberpostschaffner auf Postschasfner- dienstposten verwendet werden könnten. Im Gutachten wird errechnet, daß bei richtiger Dienstpostenbesetzung im ersten Fall 1,82 Millionen, im zweiten 26,25 und Im dritten 2,25 Millionen, zusammen 30,32 Millionen, eingespart werden könnten, wozu noch die Zuschläge auf die Ruhegehälter mit 10,31 Millionen kommen, so daß im Laufe von 12 Jahren die Summe von 40,63 Millionen Mark der Reichs- Oie Revolution in Mexiko. Der Kampsplan der Regierung. Mexiko, 5. März. (WB.) Außer aus den Staaten Ruevo Leon und Dera Cruz werden Kämpfe zwischen Bundestruppen und Rebellen aus Coahuila, Sonora und Sinaloa gemeldet. Associated Preß zufolge hat die Zentralregierung das Vorgehen gegen die Rebellen auf zwei Fronten, einer im Horden und einer im Süden, vorbereitet. Calles leitet die Operationen in Sonora, während General Almazan seine Streitkräfte im Süden konzentriert. 8000 Mann feiner Truppen rücken bereits gegen Dera Cruz vor. Starke Truppenmafsen verlassen die Bundeshauptstadt, wo vollkommene Ruhe herrscht. Der amerikanische Botschafter Morrow stellt fest, daß er nur mit der anerkannten Regierung in der Hauptstadt verhandeln werde. Die Hoffnung bet Revolutionäre. Ein zuversichtliches Telegramm des Generals Aguirre. Reuyork, 5. März. (WTB.) „Reuyork TimeS" hat vom Befehlshaber der Aufständischen in Dera Cruz, General Aguirre, ein Telegramm erhalten, in dem es heißt, die Revolution werde von den Truppen im Bezirk Dera Cruz, von den mexikanischen Flottencinheiten im Golf von Mexiko, von zahlreichen Kreisen der Landbevölkerung und der übrigen Bevölkerung unterstützt. Derhaftungen seien nicht vorgenom- men worden, und die Staatsbehörden wie die örtlichen Behörden seien auf ihrem Posten geblieben. Die Staaten Sonora, Sinaloa, Chihuahua, Durango, Coahuila und ein starkes Kontingent auS vier anderen Staaten hätten sich der Bewegung angeschlossen. In der ganzen Republik hätten sich auch sonst unbedeutendere Regierungen gebildet. DaS Ziel sei der Sturz der Bundesregierung wegen ihrer Bemühung, dem Lande den unpopulären Kandidaten Ortiz Rubio für die Präsidentschaft als Rachfolger des Präsidenten Portes Gil auszudrängen. Das Telegramm schließt: »Wir wünschen ein wirksames Stimmrecht und eine volkstümliche ehrliche Regierung, die die Freiheiten des Dolkes zu respektieren gedenkt." Amerika und die Revolution. Unterstützung der Regierung Portes Gil. Reuyork, 5.März. (WB.) Die Berichte der hiesigen Morgenblätter aus Mexiko beschränken sich Im wesentlichen auf die Mobilifierung der Regierungstruppen zur Bekämpfung der Aufständischen, die in Sonora die Katholiken zu gewinnen suchen, indem sie die Religionsgesetze außer Kraft setzen. In den Leitartikeln her „Reuyork World", „Reuyork Times" und der „Herold and Tribüne" wird der Ausbruch der Revolution allgemein als ein Rückschritt bedauert. „Herold and Tribüne" sagt, angesichts der Errungenschaften des Regimes von Obregon und Calles während der letzten acht Jahre fei man zu der Hoffnung berechtigt, die Regierung möge aus den gegenwärtigen Angriffen n e u g e st ä r k t und mit neuem Prestige heroorgehen. In Finanz- kreifen wird gleichfalls bedauert, daß in letzter Zeit die hochbefriedigende Arbeit des amerikanischen Botschafters Morrow, durch die jüngsten Ereignisie in Frage gestellt wird. Die Londoner „TimeS" schreibt: 68 ist bezeichnend, dah Präsident Hoover zu verstehen gegeben hat, das Derbot, Waffen nach Mexiko auszuführen, bleibe in Kraft. Das bedeutet, dah die Aufständischen — abgesehen von geschmuggelten — keine Waffen von den Bereinigten Staaten erhalten werden, während die mexikanische Regierung in Der Lage sein wird, allen Kriegsbedarf zu erhalten, den sie braucht, um den Aufstand zu unterdrücken. Amerikanische Bankiers sind ebenfalls bereit, jede finanzielle Unter- stützung zu gewähren, Die zu Dem gleichen Zweck notwendig sein könnte. Portes Gil und fein Kriegsminister Calles können daher zuversichtlich sein. Erst heute Beginn -er Min-erheiten-ebatte in Genf. Litauen wird nicht zugetaffen. in außerordentlich gedrängter, aber wohlbegründeter Weise den prinzipiellen deutschen Standpunkt zu der ganzen Frage der Garantien des Völkerbundes für die Bestimmungen zum Schutze der Minderheiten behandeln, in ihrem zweiten Teil die deutsche Stellungnahme zur Dersahrensfrage selbst und sodann im Schluß- teil ganz bestimmte Konklusionen in Form von Dorfchlägen enthalten. Genf, 5. März. (WB.) Die für heute an- geseyte Sitzung des Dölkecbundsrates zur grundsätzlichen Erörterung Der Minderheitenprobleme auf Grund des kanadischen und deutschen Antrages ist abgesagt worden. Zur Erklärung wird angegeben, daß das Iuristenkomitee, In dem Italien, Spanien, Japan und England vertreten sind, auch heute vormittag Die Vorprüfung des litauischen Antrages auf sofortige Zuziehung zu Diesen Erörterungen nicht abschließen konnte. Die Schwierigkeiten lagen Darin, daß Litauen für sich eine Sonderstellung verlangt und sich Dabei auf die von ihm seinerzeit unterzeichnete Minderheiten- Deklaration beruft, deren Bestimmungen mit Den Deklarationen Der übrigen Minderheitenstaaten nicht ganz identisch sind. Das Iuristenkomitee hat schliehlich den litauischen Anspruch auf sofortige Zuziehung zunächst zurückgewiesen, die auf keinen Fall in Frage kommen dürfte, bevor nicht feststeht, was seitens des Dölkerbundsrates beschlossen werden soll. Das Hauptinteresse bei der bevorstehenden Debatte, die sich über mehrere Sitzungen erstrecken Dürfte, konzentriert sich auf die Verfahrensfrage. Es besteht Der Eindruck, daß auf Seiten der Großmächte keine prinzipielle Stellungnahme gegen Die kanaDischen Vorschläge zu erwarten ist, während andererseits über die endgültige Stellungnahme Polens, das sich bekanntlich wiederholt gegen eine Abänderung des Verfahrens ausgesprochen hat, noch nichts bekannt ist. Gegenüber den unzweifelhaft bei einigen Delegationen vorhandenen Strömungen, die Aussprache über das Minderheitenproblem schon in der laufenden Tagung in endgültiger Form abzuschließen, wird in den Kreisen der deutschen Delegation Die heutige Erklärung Chamberlains vor der englischen Presse unterstrichen, wonach in der gegenwärtigen Tagung eine Lösung noch nicht gefunden werden könne und wahrscheinlich ein Studien- komitee mit der Weiterprüfung und Klarstellung des Problems beauftragt werden müsse. Die für morgen zu erwartende grundsätzliche Rede des Reichsaußenministers wird in ihrem ersten Teil Sttesemann spricht mit Vriand. Keine Fortsetzung der Reparations- und r-iäumungsdebatte. Genf. 5. März. (2DB.) Bei der heutigen ein- siündigen Unterredung zwischen Reichsminister Dr. Stresemann und B r i a n b sind, wie in den Kreisen der deutschen Delegation verlautet, alle schwebenden fragen besprochen worden. Obwohl Einzelheiten nicht bekannt werden, fo ist doch an- zunehmen, dah irgendeine positive Lösung oder Fortsetzung der in Lugano erfolgten Besprechungen vor dem Abschluß der Arbeiten des pariser Expertenkomitees für die Reparationsfrage nicht erfolgen kann. Dabei teilt man in den Kreisen der deutschen Delegation die von Chamberlain gelegentlich eines Empfanges dec englischen Presse heute geäußerte Auffassung, dah die Rheinlandfrage beim gegenwärtigen Stand der Pariser Verhandlungen für eine Fortsetzung der Besprechungen noch nicht reif ift. Die 21 b- rüstungssrage wurde mit keinem Wort in der Unterredung zwischen dem deutschen und Dem französischen Außenminister erwähnt, während in bezug auf die Erörterung des Minderheiten- Problems verlautet, dah der Standpunkt Briands nicht der bekannten Asiimilationstheorie des früheren brasilianischen Ratsmitgliedes Mello Franco entspricht, die ja auch in den kanadischen Vorschlägen zur Verbesserung des Verfahrens in Minderheitensachen zuruckgewiesen wird. post erspart werden Dürfte. In Den RanDbemerkun- gen, Die Die Reichspost Dem Gutachten beigefügt hat, gibt sie Die Möglichkeit solcher Einsparungen im Prinzip zu, aber beziffert Die Summe nur auf etwas mehr als 29 Millionen Mark. Dagegen hält Die Reichspost Die vom Sparkommissar vorgeschlagene Ausarbeitung eines Stellenprogramms auf 12 Jahre für unmöglich, und bezweifelt auch Die Zweckmäßigkeit eines Fachausschußes, Der Die Dienstpostenbe- mertung in möglichst paritätischer und Den SonDer- heiten Der Deutschen ßänDer angepaßten Zusammensetzung Durchführen müßte. Vorläufig hanDelt es sich nur um ein Teilgutachten zu Den Personalfragen, Das in Der nächsten Zeit Den Verwaltungsrat Der Reichspost beschäftigen wird» Or. Schacht reist privat nach Berlin. Berlin, 6. Mörz. ReichsbankpräsiDent Dr. Schacht wird sich anfangs Der tommenDen Woche auf zwei oder Drei Tage nach Berlin begeben. Seine Reise steht jedoch, im Gegensatz zu Den Darüber verbreiteten Meldungen, in keinem Zusammen- Hang mit Den Verhandlungen der Reparationskonferenz, sondern hat rein privaten Charakter. Dr. Schacht nimmt an einer am 12. März in Berlin stattfindenden Hochzeit teil und wird voraussichtlich noch an demselben Abend nach Paris zurückkehren. pariser Konfektion. Die 24 Delegierten von Paris wahren ihr Beratungsgeheimnis. Darüber kann auch die Tatsache nicht Hinwegtäuschen, daß feit einigen Tagen die Rachrichten über Inhalt und Verlauf der bisherigen Besprechungen etwas reichlicher fließen, als in Der ersten Zeit. So viele überaus bedeutsame und interessante Kenntnis durch diese Rachrichten auch nunmehr langsam schon vermittelt worlen ist, so wenig weih doch die Oessentlichkeit bisher noch von Dem eigentlichen Kern auch nur dessen, was in diesen ersten drei Wochen verhandelt und beschlossen wurde. Man kennt auch heute noch, wenn man den Dingen auf Den Grund geht, nicht sehr viel mehr als die Fragestellungen, zu denen die Kommissionen und auch die Vollsitzung sich nunmehr bekennen. Man muh es den 24 Delegierten lassen: sie haben Rerven. Rach allem, was an Die Öffentlichkeit gedrungen ist, haben sich die bisherigen Besprechungen auf rein sachlicher Basis und in ganz ruhigen Formen bewegt, ohne dah es zu irgendwelchen Reibungen persönlicher oder politischer Art gekommen wäre oder gar zu irgendwelchen Zwischenfällen. Cs sind eben nicht Politiker, erwachsen in Der Schule der Parteiorganisationen und der Fraktionen, sondern Männer der Wirtschaft, erzogen am grünen Tische deS Danksihungssaales und auf geräuschdämpfenden Teppichen, Die heute in Paris auf einem der bedeutendsten Gebiete das Schicksal der Welt zu lenken suchen. Man hat in solcher ruhiger und unnervöser Arbeit offenbar schon manches erreicht, und Die Einigung scheint in vielen Punkten weit großer zu fein, als das selbst Optimisten noch vor wenigen Wochen glaubten erwarten zu können. Da zu einer Einigung die Zustimmung der deutschen Delegierten erforderlich ist, und Da wir keinen Anlaß haben, unseren Deutschen Delegierten mit irgendwelchem Mißtrauen zu begegnen, kann man solche Einigung getrost als ein erfreuliches Faktum buchen. Aber man Darf Dabei doch eines nicht übersehen. Bisher hat man in Paris Doch nichts weiter als einen K o ns e k t i o n s anz u g ge- schneiDert, mit gutsitzenden Knöpfen, mit gutgeschnittenen Knopflöchern. Unö wie in Der Konfektion kommt nun er ft Die eigentliche Arbeit. Es gilt, Den Menschen zu suchen. Der in Den Anzug von Der Stange hineinpaßt und nicht nur Das, Der ihn auch haben will Die Dreiwöchigen Beratungen von Paris haben also bisher nur einen Rahmen, nur ein System geschaffen, Das solange völlig in Der leeren Luft hängt, als nicht sein Inhalt erkennbar ist: Die Höhe Der künftigen deutschen R e- parationsleistung. Man hat ja Den auf Den ersten Blick seltsam anmutenden Weg gewählt, sich über technische Einzelheiten früher zu verständigen, als über Dieses eigentliche Problem. Das mag zweckmäßig gewesen fein, weil so den Elegierten Gelegenheit gegeben wurde, vor Dem eigentlichen Kampfe sich aufeinander einzuspielen und das Terrain kennenzulernen. Aber nunmehr ist Die Rekognoszierung beendet, Der Aufmarschplan fertig; jetzt kommt Die Schlacht. Wohl in dieser Woche noch werden an Die Stelle Der Komitees, theoretischer Erörterungen über die Organisation des zum Teil beizubehaltenden Trans- ferfchutzes, der Schaffung einer einheitlichen Instanz, die die verschiedenen bisherigen Dawes-Kon- trollorgane ersetzen soll, und ähnlicher Fragen D i e Ziffern treten. Wie hoch soll die jährliche deutsche Reparationsleistung fein? Welcher Teil der Iabres- Zahlungen soll fortan des Transferschutzes verlustig gehen? Wie und zu welchen Bedingungen soll uno kann eine teilweise Mobilisierung oder Kammer,ziali- fierung der deutschen Verpflichtungen erfolgen? Und wie lange endlich soll die deutsche Reparationsschuld laufen? Man hat es bisher in Paris vermieden, auch nur im privaten Gespräche diese Fragen anzuschneiden, und ist also um das Hauptproblem, Die eigentliche Aufgabe der Sachoerständigenkonferenz, herumgcgangen, wie um einen heißen Brei. Länger läßt sich diese Methode nicht durchführen. Jetzt kann man an einer Erörterung der wirklichen Schwierigkeiten nicht mehr vorübergehen. Und damit treten die Pariser Verhandlungen in das Stadium der Entscheidung. Die pestgranaien. Ter britische Kriegsniinifter drückt sich um eine eindeutige Erklärung. London, 5. März. (WTB.) 2m Anlerhaus stellte Kenworthy an Den Kriegsminister Die Frage, ob Da» Kriegsministeriuin irgendwelche Kenntnis Davon habe, daß während Des Weltkrieges von Den Deutschen Truppen an Der Westfront Bomben ober Granaten verwen- D e t worden seien, Die Krankheits- oder Pestbazillen enthielten. Kriegsminister Worthington Evans erklärte: Rein. Das Kriegsministerium besitzt keineweiterenIn- formationen als Die, welche in Der offiziellen Geschichte Des Krieges im zweiten Band, Kapitel 17, enthalten sind. Kenworthy: Ist sich Der Kriegsminister nicht im klaren Darüber, Daß dieses Kapitel 17 leiner- le ^Anhaltspunkte Dafür bietet, Daß Geschosse, Die Krankheits- oder Pestbazillen ent» hielten, verwendet worden sind? Worthington Evans: Dafür liegen allerdings keine Beweise vor. Das stimmt: aber es besteht ein Verdacht. Kenworthy: Wäre es in Diesem Falle nicht Das beste, diese Kriegslüge ein- für allemal festzunageln? Wvr- thington Evans: Ich bin jederzeit bereit, eine Lüge festzunageln, aber ich kann nicht m e&t tun, als Len Abgeordneten auf Kapitel 17 zu verweisen, in dem der ganze Fall behandelt wird. Holland bedauert. Eine Erklärung des holländischen Minister» Präsidenten zur Utrechter Veröffentlichung H a a g, 5. März. (WB.) 3n der Zweiten Kammer teilte der Ministerpräsident de Geer mit, daß er aus Anlaß des tieftraur'-g-n Zwischenfalls, der sich in den letzten Lagen ereignet habe, eine Erklärung abzugeben wünsche: Bevor seinerzeit der Minister des Auswärtigen nach London abgereist sei, hätte er dem Ministerpräsidenten mitgcteilt, daß die Veröffentlichung eines aufsehenerregenden Schriftstückes zu erwarten sei, von welchem der Herr vanDeuningenzu Rolter- dam eine Abschrift b-i dem Generalsekretär des Ministeriums des Aeutzern hinterlassen hatte. Das Original hätte van Deuningen vorgelegt. Beide Winist r bedauerten außerordentlich die erfolgte Veröffentlichung! diese sei jedoch nicht zu verhindern gewesen. Der einzige Weg, der der Regierung offengestanden habe, habe darin bestanden, den betrogenen ausländischen Regierungen Gclcgenheitzur Stellungnahme zu geben. Die Regierung sei davon überzeugt, daß Holland von keinem einzigen Volke Gefahr drohe. Der Ministerpräsident sprach zum Schluß den Wunsch aus, daß diese Unglück- seligen Tage bald in Vergessenheit geraten mögen. Oie Untersuchung gegen Frank. Brüssel. 5. März. (WB.) Zur Untersuchung gegen den Journalisten Frank, der als Urheber des in Utrecht veröffentlichten Dokuments verdächtigt ist, wird von amtlicher belgischer Seite mitgeteilt, daß sofort gegen Fran? Anklage wegen Paßfälschung erhoben worden ist, da dieses Vergehen gleich zu Beginn der Untersuchung festgestellt werden konnte. Dieser Umstand erlaubte den Untersuchungsbehörden, Frank weiterhin unter Aufsicht zu halten und die Untersuchung in gründlicherer Art fortzusetzen. Sobald die Feststellungen es erlauben, wird der Untersuchungsrichter, der in völliger Unabhängigkeit verfährt, gegen Fran? auch noch wegen anderer Vergehen die Anklageerhebung beantragen. Die Untersuchung wird so rasch und nachdrücklich wie möglich geführt. Endlich werden vom Untersuchungsrichter Personen vernommen, deren Zeugenaussage in Betracht kommt. Ebenso werden die Haussuchungen fortgesetzt. Aus aller Welt. Die Trauerfeier für Wilhelm von Bode. 3m Kaiser-Friedrich-Mu'eum in Berlin fand in Anwesenheit des preußischen Kultusministers Dr. Becker, dec Staatssekretäre P ü n d e r und Weismann, des amerikanischen Botschafters S h u r m a n und vieler bekannten Persönlichkeiten aus der Berliner Kunstwelt die Trauerfeier für Erz. Wilh. v. Bode statt, dem gerade das Kaiser-Friedrich-Mufeum so unendlich viel zu danken hat. Was Wilhelm von Bode für daS Museumswefen bedeutete, wurde von dem Generaldirektor der staatlichen Museen, W a e h o l d , der bei der Feier als erster Redner sprach, in packender Wei'e geschildert. Geheimrat Friedländer pries das tiefe und umfassende Wissen des Verstorbenen und legte im Ramen der Kollegen das Gelöbnis ab, daß Bodes Mitarbeiter sein Werk In seinem Geist fortsetzen würden. Prof. A. Goldschmidt rühmte bie Universalität des Wissenschaftlers Bode, der aus t'ef erfühlter Kenntnis der Dinge historische Entwicklungen nachfchafsend zu gestalten wußte. Der Kämpfer, der seine ganze Kraft für seine hohen Ziele einzusetzen entschlossen war, galt das Gedenkwort, das der Präsident der Rotge.neinschast der Deutschen Wissenschaft, Staatsminister o.D. Schmidt- Ott, im Ramen des Kaiser-Friedrich-Museumsvereins dem dahingegangenen Begründer nachrief. Der selbst mehr als achtzigjährige Präsident der Akademie der Künste, Prof. Max Liebermann, der mit dem Verstorbenen durch eine 60jährige Freundschaft verbunden war, gab in kräftigen charakteristischen Stricken ein Bild seiner eigenartigen und fesselnden Persönlichkeit. Ein Auserwählter in feinem Beruf, nicht nur ein Berufener, sei Wilhelm von Bode gewesen, .und ein Mann, dessen hervorstechendster Charakterzug der Mut war. Eine Dankesschuld hätten alle ihm abzutragen, die je seinem immer gern gespendetem erfahrenen Rate folgen durften. Prof. Dr. von Zahn erinnerte daran, daß das Kunsthistorische Institut in Florenz in schweren Zeiten nur durch die unermüdliche Energie Bodes gerettet worden sei. Es bleibe von nun an als ein ewiges Denkmal für den Dahingegangenen. Schließlich würdigte Dr. Wolsenoera im Ramen des Verbandes des Kunsthandels Die Verdienste, die sich Bode auch um den Kunsthandel erworben hat: habe er ihm doch erst eigentlich eine Basis gegeben und immer neue Wege zu weisen gewußt. Schwierige Lisverhällnisfe aus der Ostsee. 3n den Cisverhältnissen auf der Ostsee ist keine Veränderung eingetreten. Das Eis blockiert immer noch die deutsche Küste und zwingt die Fährschiffe nach Dänemark immer wieder, sich neue Fahrwege zu suchen. Das deutsche Fährschiff ..Schwer» n", das Montag nachmittag Don Gjedser auslief, mußte des Packeises wegen einen große»» ilmtoeg machen und kam auf der Höhe von Graal-Mueritz im Eise fest, wobei, wie inzwischen durch Taucheruntersuchungen festgestellt wurde, die Schraube des „Schwerin" durch das Eis start beschädigt wurde. Dienstag- abeixb saß der „Schwerin" noch im Eise fest. Durch die stark auffrischenden Winde wird er immer weiter nach Osten getrieben. Das deutsche Fährlchijf „M e ck l e n b u r g" , das um 2 Uhr von Gjedser auslaufen sollte, hat wegen der Packeisgefahr den Hafen von Gjedser nicht verlassen. Die dänische Fähre „D a n m a r k" , die früh 1l2"l Uhr Gjedser verließ und um V212 Uhr in Warnemünde eintraf, hat mittags m 11 dem König von Dänemark an Bord Warnemünde wieder verlassen. Fünfzehn Tote durch giftigen Alkohol. 3n Pretoria (Illinois) sind nach den» Genuß geschmuggelten Alkohols, der giftige Stoffe enthielt, 15 Personen gestorben, wahrend vier erblindeten. Die Ermittlungen nach der Herkunft des Alkohols führten zur Verhaftung von drei Männern, von denen einer bereits gestanden hat, ein 200-Liter-Fah Branntwein von einer Schmuggelgesellschaft in Chicago bezogen zu haben. Der AeWral verabschiedet den Reichsetat. Oie Lleberweisungen an Länder und Gemeinden werden gekürzt. Berlin, 5. März. (DDZ.) Der Reichsrot beschäftigte sich in seiner Vollsitzung am Dienstagabend mit dem Reichshaushalt für 1929. Der preußische Ministerialdirektor Dr. Brecht erstattete den Bericht der Ausschüsse. Wir sind jetzt tatsächlich soweit, daß über die zulässigen Betriebskredite hinaus die gesamten offenen Anleiheermächtigungen im Wege kurzfristigen Kredits voll flüssig gemacht werden müssen. Die Ausschüsse haben eine etwa mögliche Mithilfe von Länderseite angeboten und empfohlen, jede verschiebbare Ausgabe über den 1. April zu verschieben. Die vorige Regierung ist bei Feststellung der lieber- schüsse für 1927 über das Ziel hinausgeschossen. Als Entlastung für 1929 ist eine innere Anleihe im Werte von 164 Millionen bei der Invalidenversiche- rung vorgesehen, die ursprünglich im Rahmen der noch bestehenden Ermächtigungen verrechnet werden sollte. Die steigende Arbeitslosigkeit hat jedoch das Reich genötigt, der Reichsanstalt aus Kossenmitteln Darlehen von mehr als 10 0 Millionen zu gewähren. Reichsregierung und Reichsrat haben unter diesen Umständen das 150° Millionen-Darlehen in den außerordentlichen Haus, halt eingesetzt. Bei den Kanalbauten haben die Ausschüsse 7,5 Millionen aestrichen. Umgekehrt haben die Ausschüsse den Ansatz für landwirtschaftliche Siedlung auf den für fünf Jahre zugesagten Betrag von 50 Millionen (statt 25 Millionen) heraufgefetzt. Die Hoffnung auf eine Ersparung in den einmaligen Ausgaben oder we° sentliche andere einmalige Einnahmen hat getäuscht. Mit dem Nachtrag ergab sich insgesamt eine 23er« schlechteruntz um 797,1 Millionen Mark. Die An- sätze für die Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und Umsatzsteuer lassen die in der Wirtschaft zur Zeit drohend empfundene Gefahr besonderer Krisen bewußt außer Betracht, der Ansatz für die Zölle setzt dagegen eine weniger gute Ernte voraus. Trotzdem haben dis Ausschüsse diese 2lnsätze nicht bemängelt, denn ein niedrigerer Ansatz würde zu sofortigen weiteren Steuerauflagen verpflichten. Zur Schonung der wirtschaftlichen Lage ist es richtig, damit zu warten, bis es feststeht, ob nicht die günstigen Sätze zutreffen. Eine Sicherheit ist dafür aber nicht gegeben. Es handelt sich bei den neuen Steuern nur um eine vorläufige Balance mit der Gefahr eines Fehl- betragen, für den im äußersten Fall eine Reserve an Steuern do fein muß. Die Steuecvvclagen wurden mit Mehrheit angenommen, ihr Ersah durch die Umsatzsteuer ab^elehnt. Die Senkung der Einkommensteuer für mittlere Einkommen (30 Millionen) wurde als für den einzelnen wenig fühlbar, aber fiskalisch einschneidend, abgelehnt. Die Kürzung der Ueberwelfung an die Länder und Gemeinden wird von den Ländern besonders schwer empfunden. Viele voi» ihnen haben Defizitstats. Dies gilt auch für Preußen, da die 25-MiUionen- Entschädigung vom Reich, die Preußen in seinem Etat als Aktivum eingesteUt hat, im Reichsetat fehlen. Bei Bayern beträgt das De'izit im Voranschlag sogar 44 Millionen, bei Sach'en 25,6. bei Baden 12,5, bei Thüringen 12, bei Hessen 11 bis 12, bei Hamburg 11 Millionen und entsprechend bei den kleineren Ländern». Cs wird also in Wahrheit ein dem Reich drohendes Defizit auf die Länder abgewälzt. 3n Wirklichkeit liegen die bei weitem kostspieligsten Aufgaben der allgemeinen inneren Verwaltung den Ländern und Gemeinden ob: Schulwesen, einschließlich Hochschulen, mit mehr als 1,75 Milliarden. Justiz mit einer Viertelmilliarde und Polizei mit 450 Millionen (über den Reichszuschuh hinaus): die aUgemeine Wohlfahrtspflege 1,50 Milliarden, Wohnungs- und Siedlungswefen über 0,75 Milliarden und das Straßen- und Verkehrswesen 700 Millionen, zusammen fast 5,50 Milliarden im Jahr, also e ine Summe, die wesentlich großer ist als sie allgemeinen ©teuer- Überweisungen von 3,2 Milliarden. Ein Antrag auf Streichung der Hebertoei- sungskürzung wurde in den Ausschüssen abgelehnt, aber nur, weil Preußen es politisch für notwendig hielt, die auch nach seiner Ansicht sachlich unberechtigte Kürzung hinzunehmen. Die Ausschüsse haben beim außerordenklichen Etat g e st r i ch e n: Beim Auswär'igen 2,7 Millionen, bei Heer unb Marine 5,3 Millionen, bei dcr Verwaltung der Binnenwasserstraßen 1,7 Millionen, bei der Reichssinanzverwaltung für den Dau reichseigener Bea.ntmwohnungen 2 Millionen, bei der Etatifierung für Besahungsloften 1925 b.s 1927 rund 20 Millionen, bei anderen Stellen 1,6 Millionen, bei den Reisekosten aller Reichsbehörden 10 Prozent gleich 2,5 Millionen, bei den Personallosten aller Reichsbehörden durch Pauschalabsah 5 Millionen, zusammen rund 41 Millionen. Die Ausschüsse halten es für notwendig, die erste Senkung der Personalausgaben durch Fortfall jeder freiwerdenden dritten Stelle auch in Haushalt zum Ausdruck zu bringen. Der Höchstbctcag der Personalausgaben des Reiches war im Jahre 1928 erreicht und wird jetzt ständig langsam abnehmen. Die Verbesserung um 40 Mi.l onen erhöht sich noch durch Mehreinnahmen auf rund 51 Millionen. L» sind andererseits zngescht: für die Versendung von Kindern Kriegsbeschädigter usw. zum Erholungsaufenthalt und ähnliche Zwecke 1.5 Millionen, für das römischoermanische Museum in Manz 20 000 Mark, für Die Stützung der Theater im besetzten Gebiet 500 000 Mark, für die Erweiterung der Mainzer Rheinbrücke 100 000 Mark, für den Steuerausfall der Gemeinden mit steuerfreien Eisenbahnbetrieben 2,5 Millionen und auf Antrag der Reichsrcgierurg für de Schichau-Werke (toteber- kehrend) 2,3 Millionen. Diese Mehreinsätze betragen insgesamt nur 7 Millionen. Dazu kommt jedoch folgendes: In der Regierungsvor a e war ein Leertitel für die östlichen Grenzgebiete eingesetzt von mindestens 25 Millionen. Die Ausschüsse haben es für notwendig gehalten, diese Summe in den Etat einzustellen. Für die übrigen Grenzen wurden fünf Millionen eingesetzt. Hierdurch ergeben sich Mehreinsähe von rund 51 Millionen. Der Reichlrat hat somit nur erreichen können, daß sich der Ausgleich ergab. Reichsfinanzminister Dr. Hilfer- ding gab daraus im Ramen der Reichsregierung eine Erklärung ab des Inhalts, daß die Regie- ntra sich mit dem Vorschlag der Reicksratsaus- sljüs e in e'nigm Punkten nicht einvcr stan- oe n erkläre und hier Dop^elvorlagen machen werde. Das beziehe sich auf einen Betrag von 32,5 Millionen. Vor allem richte sich der Widerspruch der Regierung gegen die Ausfüllung des Leertitels über die Ostyilse mit 25 Millionen. Ein Antrag Bayerns, die Deckung des Defizits allein durch eine Erhöhung der Umsatzsteuer auf ein Prozent vorzunehmen, wird mit 48 gegen 20 Stimmen abgelchnt. Die Ausschuhvorlage über die Aenderung des Biersteuergesetzes wird mit 41 gegen 27 Stimmen angenommen, die Ausschußvorlage zum ‘SrannttDei nm onopol mit großer Mehrheit. Angenommen wird auch der Entwurf des Ausschusses zur Aenderung der Erbschaftssteuer mit 33 gegen 30 Stimmen. Zum Regierungsentwurf über die Senkung des Einkommensteuertarifsbeiden mittleren Einkommen haben die Reichsrats- ausschüfse die Senkung bei der gegenwärtigen ungünstigen Finanzlage und bei der geringen Wirkung für den einzelnen Steuerzahler für unzweckmäßig erklärt. Auf Antrag der Ausschüsse wird der Rcgierungsentwurf, abgesehen von einigen nebensächlichen Bestimmungen, abgelehnt. Das Haushaltsgesetz wird schließlich nach den Vorschlägen der Ausschüße angenommen, nachdem ein bayerischer Antrag auf Streichung des Ver- mögenssteuerzufchlags mit 43 gegen 26 Stimmen abgelehnt worden ist. Konllmmsknradall im Hessischen Landtag Rach vierteljähriger Pause hat das Land- tagsplenum seine Arbeiten wieder ausgenommen und zum erstenmal einen Skandal erlebt. Die Kommunisten hatten versucht, auch hier ihre Anhänger zu lärmenden Kundgebungen von der Tribüne herab einzusetzen. Aus dem Arbeitsamt war zum „Marsch nach dem Landtag" aufgefordert worden, und die kommunistischen Erwerbslosen waren auf der Tribüne verteilt untergebracht. Rachdem Präsident Delp die während der Pause erfolgten Veränderungen in den Fraktionen des Landtags bekanntgemacht hatte, erhob sich der Abg. v. d. Schmitt, um gegen seine früheren Fraktionskollegen G a l m und Angermeier, die inzwischen aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen wurden, eine Erklärung loszulassen, die ihnen als Renegatei» Verrat am revolutionären Proletariat und ähnliche schöne Handlungen vorwarf. Mit gewohnter Schärfe parierte Abg. G a l m . und die Sitzung wurde lebhafter. Abg. Sumpf verlangte dann unter zustimmenden Rufen der Tribüne sofortige Beratung der kommunistischen Anträge zur Erwerbslosensrage, deren Behandlung durch Regierung und Parlament in den Ausschüssen ein Hohn gewesen sei. Präsident Delp schlug vor. die Beratung Mittwoch vorzunehmen. Die Kommunisten erhoben Einspruch, und es mußte abgestimmt werden. Das Haus lehnte gegen die Kommunisten die sofortige Beratung ab. Da griffen die auf der Tribüne befindlichen kommunistischen Anhänger ein und veranstalteten einen wüsten Skandal, indem sie besonders den sozialdemokratischen unb einigen Zentrumsabgeordneten schwere Beleidigungen entgegenschrien. Präsident Delp unterbrach die Sitzung, und die Aufsichtsbeamten räumten d i e Tribüne. Vor dem Landtagsgebäude sprach ein kommunistischer Abgeordneter zu den Demonstranten, bis die Verkehrspolizei die Aufgeregten bcifeite schob, die zu einer Protestversammkrng in ein Lokal marschierten. 3m Aeltestenrat kamen die Vorgänge zur Sprache, und es wurde beschlossen, von nun ab Einlaßkarten für die Tribünen nach der Stärke der Parteien auszugeben. Abg. Sumps wurde von der Sitzung ausgeschlossen. SS war das erste Mal, daß im Hessischen Landtag die Tribünen geräumt werden mußten, und eS bleibt zu hoffen, daß sich diese für ein Parlament gerade nicht sehr, schmeichelhafte Maßnahme nicht zu wiederholen braucht. Sitzungsbericht. Darmstadt, 5.Mürz. Das Haus ist aus den Rängen und im Saal gut beseht, als Präsident Delp um 10.25 Ahr die Sitzung eröffnet Staatspräsident Adelung, die Minister K o - rell, Kirnberger und L e u s ch n e r fiitb anwesend. Präsident Delp gibt die Mandats- nicberlegung des Abg. Dingeldey (D. Vp.) bekannt und begrüßt seinen Rachfolger, Bäcker- obermeister Kunkel, Worms. Abg. v. d. S ch m i 11 (Komm.) rückt in einer Erklärung von den „Renegaten" G a l m und A n g e r m e i e r ab, die bekanntlich aus der KPD. a usgeschlossen worden sind. Abg. G a l m (komm. Opp.) erklärt, auch für den Abg. Angermeier, als Gründe seines Ausschlusses aus der KPD. die veränderte ©runbtal.it -der KPD. in ihrer Einstellung zu den freien Gewerkschaften, den Unorganisierten und den Betriebsräten. Von den drei Millionen kommunistischen Wählern seien nur 100 000 in der KPD. organisiert. Es entspinnt sich nun eine Geschäftsordnungsdebatte darüber, ob der von den Kommunisten gestellte Antrag zur Er - werbslose nfrage heute auf die Tagesordnung gesetzt werden soll. Präsident Delp schlägt vor, die Anträge auf die morgige Tagesordnung AU sehen. Als der Dringlichkeitsantrag der Kommunisten abgelehnt wird, erhebt sich unter den auf der Tribüne anwesenden Erwerbslosen ein ungeheurer Lärm. Da sich der Präsident mit seiner Glocke kein Geyor verschaffe»» kam», unterbricht er die Sitzung und läßt die Tribüne räumen. Rach einstündiger Pause eröffnet Präsident Delp die Sitzung wieder. Eine Kleine Anfrage der Kommunisten wegen einer angeblichen Schü- lermißhanblung in Alsfeld wird von der Regierung als den Tatsachen vollkommen widersprechend zurückgewiesen. — Auf eine Anfrage wegen Aufhebung der Taubstummen- anstalt in Friedberg erwidert die Regierung, daß zunächst nur die Direktorstelle nicht neu beseht werden solle. Die Rachrichten von der Aufhebung der Anstalt beruhten wahrscheinlich auf dem Besuch der Anstalt durch den Beauftragten des Reichssparkommisjars. — Mi.-.isterial- direktor LI r st a d t teilt mit. daß eine gesetzliche Grundlage zur Einführung des Freidenker - Unterrichts in Worms nicht beRr’ie; die Teilnahme an der sittlichen Leöenskunde sei Pflicht der betreffenden Schulkinder. — LandeS- forstmeister Hesse teilt mit, daß bis Ende Februar 1928 im Kreise Lauterbach 83 Wildschwein?: im hintere»» Odenwald 21 Stück erlegt worden sind, ein Vielfaches der üblichen Aö- sck'lßzifs-rn. Das Haus billigt bam» die vorn Ausschuß als vordringlich anerkannte Zurverfügungstellung der im Rechnungsjahr 1929 für die Vrooinzial- straßenoerwaltung vorgesehenen Baukre- dite zur Verminderung der Arbeitslosigkeit sowie von Krediten für das Bad Salzhausen (8400 Mk.) und 500 000 Mk. zur Durchführung der ländlichen Siedlung in der Gemarkung K l o p p e n • heim (Kreis Friedberg). Abg. Dr. B e st (D. R. P.) begründet seinen vor einem Jahr eingebrachten Gesetzentwurf über die Ablösung der Markanleihen der hessischen Gemeinden und Gcmeindeverbände, der im Ausschuß gegen vier Stimmen abgelehnt worden ist. Der Gesetzentwurf will die Ablösungsbeträge auf das Zehnfache des Nennbetrages fcft- fetzen und die Auslosung auf zwanzig Jahre beschränken. Abg. Schreiber (Dem.) sympachisiert an sich mit dem Antrag, der aber zu spät komme, da die Regelung durch Reichsgesetz erfolgt sei. Etwa fünfzig Prozent der Streitsachen feien in Hessen meist durch Vergleich erledigt. Die wenigsten Markanleihen befänden sich heute noch im Besitz von Kleinsparern. Hessen könne n.chk als einziges deutsches Land eine Sonderregelung vornehmen. Abg. Ritzel (Soz.) lehnt ebenfalls eine Sonder- Belüftung für die hessischen Gemeinden ab; wenn das Reich eine solche Regelung vornehme, sei sie eben für alle Länder maßgebend Abg. Dr. N i e p o t h (D. Vp.) stellt ausdrücklich fest, daß er und Abg. Dr. Keller lediglich ihre Unterschrift unter den Antrag gesetzt hätten, um eine Ausschußberatung zu erm.glichen. Da Sozialdemokraten und Demokraten g.umsätzlich dem Antrag zustimmten und heute im Reich und in Preußen ausschlaggebenden Einfluß besäßen, sollten sie nun doch bald zur Tat in dieser Frage kommen. Abg. S ch ü l (Zentr.) lehnt ebenfalls die Vorlage ab. Abg. Dr. Böhm (Dn.) stimmt dem Antrag zu. Die Gemeinden, die gut bezahlte Stellen sch ffen, kostspielige Theater unterhalten und teure Stadien bauen könnten, hätten eine Ar.standspflicht ihren Gläubigern gegenüber zu erfüllen. Nach weiteren Ausführungen wird der Antrag gegen die Antragsteller, die Deutschnationalen, den Bauernbund und zwei Volksparteiler abge - lehnt. — Das Haus vertagt sich auf Mittwoch. Goldene Worte. Der soeben zurüüge retene Präsident der Vereinigten Staaten, der sihweigjamc Calvin Coo- lidge, wird demnächst einige Prcsjeartikel veröffentlichen, von denen sich die Amerikaner erzählen, daß das Honorar pro Wort einen Dollar betrage. Oie Weiterlage. ■ms ■donfK Thcrsh. :KI la nen Mt ,”n aber die g!1? Jer hef. wmembtDerbar.be, klimmen abgelehnt .«»«ES 5 Nennbetrages fest, zwanzig Jahre be° ynipaihisiert an sich ,p°t komme, bo die GttDQ lÜNsz'lg 'N Neu meist durch * Markanleihen •Besitz von Klcin- einziges dMches nehmen. lenfalls eine Sonbet» kmeinben ab; wenn ’-g vornehme, sei sie nb p.) stellt ausdrücklich ler lediglich ihre Un- sctzt hätten, um eine hen. Da Sozialdemo- lMch dem Antrag 'ich und in Preußen äßen, sollten sie nun •age kommen. : ebenfalls bie Vor- nmt dem Antrag zu. if)üe Stellen sch ffen, n und teure Stadien Arstandspsiicht ihren illen. len wird der Antrag Deutschnationalcn, den olksparteüer cbgt- sich auf Mittwoch. ®5/ ul;.. ßon um ,as * ...f3- »t«1 Vft’Äw StÄS s»*' Störung r Iüd-o<"ts v. <^g' rgsÄj AW I (n U»‘» Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 28. Februar 1929 bei der Firma hausgcsellschaft der Fabrikarbeiter mit beschränkter Haftung in Gießen folgendes eingetragen: Durch Beschluß der Gesell- schafteroersammlung vom 28. Dezember 1928 ist die Gesellschaft aufgelöst. Die Prokura der Louis Bruns in Frankfurt a. M. und des Georg Wedel in Gießen ist erloschen. Alleiniger Liquidator ist der Gewerkschaftsbeamte Wilhelm Mundt in Gießen. 20020 Gießen, den 4. März 1929. Hessisches Amtsgericht.__________ Vrennholzversteigerung Nächsten Dienstag, den 12. Blärj 1929, vormittags 10 Uhr anfangend, werden im Gasthaus „Zum Bahnhof" folgende Mengen Holz öffentlich verkauft: Distrikt 38, 39, 43, 48. 15 rm E.chennutzscheit (Küferholz). 14C rm E.chenscheit (zum größten Teil Küferholz). 237 rm Eichenknüppel. 230 rm Buchenscheit (Rollen). 373 rm Buchenknüppel. 7200 Stück Buchenwellen. 19850 Brandoberndorf, den 6. März 1929. Der Bürgermeister. Stahl. Bekauutuiachuug. Die Lieferung von 400 Zentner Hafer ist zu vergeben. Bedingungen können bei der unterzeichneten Verwaltung eingesehen werden. Angebote sind verschlossen und versehen mit der Aufschrift „Angebote für die Hafer- lieferung" mit dem Muster bis zum 21. Mär; 1929, vormittags 11 Uhr, einzureichen. In den Angeboten sind bie Bedingungen anzuerkennen. 19810 Zuschlagsfrist sieben Tage. Das einzure.chende Hafermuster, 1 kg enthaltend, muß, getrennt von dem Angebot verpackt, m.t der Aufschr.ft „Muster zum Angebot für Haferlieferung" versehen sein. Gießen, den 2. März 1929. Verwaltung der Seterinärtlini.'en und Institute. Bullenverkauf. Freitag, den S. Mär; 1929, vormittags 11 Uhr, verkauft die Gemeinde Ojet-Bef- fingen auf dem Hofe des Faselhallers Gust. Keil einen erstklassigen abgängigen Bullen im Aller von 2J4 Jahren. Bedingungen werden vor der Versteige- rung bekanntgegeben. 19910 Ober-Bessingen, den 5. März 1929. Hessische Bürgermeisterei Ober-Bessingen. Keil. yolzversteigerung. Aus der Waldung der Gemeinde Leih- gestern sollen Freitag, den S. Mär; L 3., vormittags 10 Uhr beginnend, veiste.gert werden: 19410 32 E.chenstämme, 13,30 km. 1 Buchenstamm, 0,75 km. 3 Eichen-Derbstangen, 0,21 km. 55 rm Eichen-Nutzjcheit, 2,50 m lang. 106 rm Buchen-Brennscheit. 200 rm Eichen-Brennschell 22 rm Buchen-Knüppel. 52 rm E.chen-Knüppel. 930 Buchen-Wellen. 3780 E.chen-Wellen. 58 rm Stöcke. Zusammenkunft. D.strikt Bucht. Leihgestern, am 2. März 1929. ____________Bürgermeisterei.____________ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Geilshausen für das Rechnungsjahr 1929 liegt vom 7. bis einschließlich 14. d. 2H. auf dem Bureau der unterzeichneten Bürgermeisterei offen. Es w:rd eine Umlage er- hoben, wozu auch die Ausmärker bertragen haben. E-nwendungen können wäh. reno freier Zeit schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. 19800 Geilshausen, 4. März 1929. Hessische Bürgermeisterei Geilshausen. Wagner. Lieferungsvergebung. Für die Provinzial-Pflegeanstait Ober- he.jen soll für die Zeit vom 1. April 1929 bis 31. März 1930 auf dem Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden die Lieferung von: 19820 1. Fleisch-, Wurst- und Fettwaren. 2. Backwaren. 3. Buller und Margarine. 4. Milch und Eier. 5. Heizmaterial. Die Lieferungsbedingungen können auf unserem Amtszimmer täglich von 10 bis 12 Uhr vorm.ttags eingefehen werden. Angebote, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 12. März 1929, vormittags 11 Uhr, einzureichen. Zuschlagsfrist fünf Tage. Gießen, den 6. März 1929. Direktion der Provinzial-Pflegeanstalt. Versteigerung. Freitag, den 8. März 1929, nachmittags 2 Uhr, werden im „Löwen", Jleuenroeg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung versteigert: 2003b e.n Lüchenschrank, eine Schreibmaschine, ein AussteUschrank, ein Marevscyrank, drei Schreibtische, ein Büfett, eine Zither, ein Grammophon, ein Sofa, ein Liegesofa, eine Mähmaschine, eine Bohrmaschine, 50 Flaschen Liköre. Finanzamt Gießen. Vollstreckungsstelle. Oeffentiiche verdinguna. Für den Neubau des Finanzamtes in Metzlar a. d. Lahn sollen: 20170 1. die Ausführung der Zimmerarbeiten, 2. die Ausführung der Dachdeckerarbeiten und 3. die Ausführung der Klempnerarbeiten im Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen können vom 8. März 1929 ab vom Re chsbauamt in Kassel, Obere Königstraße 29, unentgeltlich solange der Vorrat reicht, bezogen werden. Zeichnungen und Bedingungen liegen beim Reichsbauamt Kassel, Obere König- straße 29, und bei der Neubauleitung im Finanzamt Wetzlar zur Einsichtnahme aus. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 16. März 1929,12 Uhr, beim Reichsbauamt Ka sel, Obere Königstraße 29, einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote im Beisein etwa erschienener Bewerber stall- findet. Die Zuschlagsfristen laufen am 6. April 1929 ab. Reichsbauamt Kastel. Inpenieuriichule f.Maschinenban und Elektrotechnik. Flu-zeuv- bau und Automobih'an. 24«V »a—7--iz----- I ecbnikuni noDStanzs Bestehen Sie auf Nachfüllung Ihres Maggifläschchens aus MAGGIS großer Originalflascher denn in dieser darf nach dem Gesetz nichts anderes fellgehalten werden als MAGGI8 Würze! 246D Hauptkennzeichen: Name MAGGI, geld-rote Etiketten und typische Form der Flaschen. Herr Heinrich Balser Anatomiediener i. R. Herrn Direktors i. B. Hermann Petri im Alter von 80 Jahren. geziemend in Kenntnis zu setzen. Verein Union Gießen (Stephanstraße 28). den 5. März 1929. io») Verschiedenes| Die Beerdigung findet am Freitag, 8. März, nachm. 4 Uhr statt I978D Fran Marie Mine geb. Mörschel WM m 72. Lebensjahre. ÄieD gesucht. 1997D Ernst Seeger Stellengesuche] Darmstadt F.V. LA Höhn 1989D Herr Andreas Heuser Volontärin. s ur. Lollar, den 5. Mflrz 1929. Alten-Buseck, den 4. März 1929. 1876D 2-H6D 01059 verlaufen | Vermistungsn | | Vereine | Lehrling jStellenangeuOtc| Devn 2018V 01068 4'aufe. | Mietqesuche | Fr.Linker&Sohn.LudwigstraßeiG 2i)l v Modehaus 5 Salomon Gut ctbalt. wciücr W Theodor Merlach. Utiicicct bei Gienen. Angeb. unt. *20131) n. den Gieh. Anzeiger. OrnuDr. Wolkctvitz Ostanlaae 16. zum Heuen Anzug SStt S" Heute nachmittag um 31/, Uhr entschlief plötzlich und unerwartet mein treusorgender Gatte, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Onkel und Schwager A. .Mubnb, Schöne Aussicht 23. 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Die Beerdigung findet Samstag vormittag 11 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt j iilQDlem * AvMNlM L werd, fa.bgemäfi | n. vretSwert ge- | stimmt u. revar. z Utetisss | Gießen. vioM.il t iclcvbon24UJ t Verkaa! v. neuen t u. gebe Kiav. Sonntag, ö. io Mrz: Statt öer geplanten, tuiib die folgende Utinnbctuna nuo- geführt tiilenen— Olnnfebutfl—flietö- ktrcheu- ^erorod — Gr.-Btiseck. 5 Std. Abm. 10 Ubr vom Schn veubaus. 19771) Wegen UeberfüHung ntetner Zucht verkaufe ich 6 bid 8 junge Hühner tbivett am Vegcni schwarze Wyando t. mit Rtng n 27 28. Georg Müller I Ile: tenhniisen P.Lennidor. (ober*?.) Gerichtsvollzieher in G cffen, Stein- ltraüe 13, ocrnntf 4101 Hlöliagoni- Sifliahiannet bochglan; poltert, wunderbare Aus» füutung. besonderer Umstände halber spottbiiltgabzugeben Gebr. Bär Gleiten. Markistr.29 Televbon 271. j'^i) SlüliMEel' LOW ge acht. 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Zu crimen interScichaitö^t ■W®? Ä -KiÄÄ nvea-IN'-' ■'S.SS’fi SU«ffS -KSK xAK AGm 5666?>gl(l5 Nr. 55 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Mittwoch, 6. März (929 Vergiftetes Papier. Wie man mit gefälschten Dokumenten hohe Politik machen wollte. — Oer Zoll Anspach. — Oer Ginowjew'Brief. — Bismarck und Clsmenceau als Opfer von Dokumentenfälschern. Don Werner Zalcke. Da» Geheimnis um den belgifch-französi- schen Millläroertrag und die Aufhebung einer Fälscherzentrole In Berlin, die Dokumente gegen den Senator Borah fabriziert hat, haben die Oeffentlickkeit mit Recht in große Erregung versetzt. Unser Mitarbeiter zeigt, daß in den letzten Jahrzehnten wiederholt Kroere außenpolitische Konflikte durch ge- itfte Fälschungen hervorgerusen wurden. Unter sehr verdächtigen Umständen ist der Abenteurer Frank-Heine verhaftet worden. Stellt sich heraus, daß er nicht der Lieferant des belgisch- franzöfifchen Abkommens ist, das in Utrecht ver- öffentlicht wurde, so spricht nun noch mehr für die Echtheit de» peinlichen Dokumente»: ober dann hat es die Welt mit einer anderen Fälschung zu tun, mit dem unlauteren Berschleterungsmandver der belgischen Regierung. Treffen dagegen die Selbst- beschuldtgungen Frank-Heines zu, der auf jeden Fall ein Hochstapler ist, Jo gehört dieser Abenteurer in die große Gruppe jener Leute, die sich skrupellos beträchtliche Summen durch den DerkauJ gesälfchter Dokumente verschaffen. Ein Beweis für das ungeheure Mißtrauen, das in den letzten Jahren zwischen den Großmächten der Welt besteht, ist die Tatsache, daß es geschickte Hochstapler oft verstanden haben, sich durch Fälschung und Verkauf politischer Dokumente beträchtlicye Einnahmen zu verschaffen. Einer der gefährlichsten Fälscher, der durch seine politische Giftmischerei Deutschland empfindlich ge- schädigt hat, war Erich Anspach. Mit Erstaunen mußte die deutsche Regierung zu Beginn des Jahres 1922 feststellen, daß sich die diplomatischen Beziehungen mit Frankreich und Polen wesentlich verschlechterten. Vergeblich versuchte man, die Gründe dafür zu erfahren. E» dauerte geraume Zeit, bis man feststellen konnte, daß die polnische Gesandtschaft und die Interalliierte Kontrollkommission von unbekannter Seite mit gefälschten Dokumenten beliefert wurden. Der Fälscher hatte Eisenbahnmobilmachungspläne, Berichte über große Munitionstransporte und geheime Waffenlager geliefert! Sein Meisterstück war das gefälschte Sitzungsprotokoll eines Kabinettsrats, in dem er dem Reichspräsidenten Ebert und dem Reichskanzler Dr. Wirth Worte in den Mund legte, die diese nie gesprochen hatten. Es bedurfte besonderer Anstrengungen, bevor man des mißtrauischen Hochstaplers habhaft wurde. Rach seiner Verhaftung leugnete er nichts und schien auf seine Toten stolz au sein. Aehnliche Methoden wandte der Landwirt A n t o n Schreck an, der gefälschte Dokumente an Polen verkaufte. Seine Fälschungen wurden im Jahre 1925 in der polnischen und französischen Presse mit sensationellen Ueberschriften veröffentlicht, und schließlich unternahm die polnische und französische Regierung Schritte, um gegen „Deutschlands Verletzung des Friedensvertrages" Einspruch zu erheben. Schreck hatte die gefälschten Dokumente für sehr beträchtliche Summen verkauft und sich für den Erlös seiner Fäl- schertätigkeit ein wertvolles Gut angefchafst. Der Hochstapler hätte vielleicht noch längere Zeit ungestört „arbeiten" können, wenn er sich nicht mit seinem Komplicen Koch entzweit hätte. Dieser Mann, der bei Schreck die Stellung eines Bevollmächtigten einnahm, wollte sich selbständig machen und bot den Abnehmern seines Chefs selbst gefälschte Dokumente an. Als Schreck dies entdeckte, wurden die beiden Fälscher unversöhnliche Feinde. Nicht immer gelingt es, Fälscher politischer Schriftstücke zu entlarven und die Spannung zwischen zwei Staaten dadurch zu mildern. Nie ist bekannt geworden, wer den sog. „S i n o w j e w - D r i e f" versaßt hat, der die englischen Wahlen des Jahres 1924 entscheidend zu Ungunsten derArbeiterpartei beeinflußt und die engllsch-russischen Beziehungen auf Jahre vergiftet bat. Die englische Regierung gab damals bekannt, daß ihr ein Schreiben des Moskauer Exekutivkomitees in die Hände gefallen wäre, in dem der Zentralausfchuß der britischen kommunistischen Partei zur Vorbereitung einerMeuterei in Heer und Flotte aufgefordert wurde. Dieser Brief verhalf den englischen Konservativen au einem beispiellosen Wablerfolg: sie erhielten mehr Stimmen als alle anderen Parteien zusammen. Man hat später angenommen, daß die Fälschung de» „Roten Briefes'' auf das Konto derselben Leute käme, die große Mengen gefälschter russischer Bank- noten in den Verkehr zu bringen versucht hatten. Es ist aber nie nachgewiesen worden, ob die Geld äb scher auch politische Dokumente oder nur fal thc Banknoten angesertigt haben. Dagegen steht est, daß die hohen ungarischen Stellen, die franzöji che Banknoten fälschten, sich mit dieser „Tätigkeit'^ begnügten. In diesen Tagen ist in Berlin eine politische Fäscherzentrale ausgehoben worden, deren Tätigkeit darin bestand, führende politische Persönlich, feiten durch gefälschte Dokumente zu kompromittie- ren. Es ist kaum anzunehmen, daß sich Privatleute auf solche Machenschaften «inlassen werden, wenn sie nicht Auftraggeber hinter sich wissen, die ihre Dienste reichlich belohnen. Heber Paris sollten die in Berlin hergestellten Dokumente nach den Vereinigten Staaten gebracht werden, um dort bekannte Senatoren, besonders den Senator B or a h, bloßzustellen. Man wollte gleichzeitig zwei Fliegen mit einer Klavpe schlagen: denn mit diesen Dokumenten sollte führenden Politikern nachgewiesen werden, daß sie beträchtliche Summen von der Sowjetunion angenommen hätten, um in den Vereinigten Staaten kommunistisct)e Propaganda zu treiben. 1OOOOO Dollars sollte jeder Senator dafür emvsangen haben! Man hatte sogar Quittungen gefälscht, die den Empfang der Destechungssummen bescheinigen sollten. Drei große Kisten, die mit gefälschten Dokumenten vollgepfropft waren, hat man in Berlin beschlagnahmt. Die Fälscher verfügten über eine sorgfältig zusammengestellte Kartothek, die Lichtbilder und Biographien aller bekannten Sowjet-Politiker und der Kommunistenführer der verschiedenen Länder enthielt. Zugleich mit den bedeutenden amerikanischen Senatoren wollte man die Sowjet- Union kompromittieren und eine wirtschaftliche Annäherung zwischen Amerika und Ruh- land vereiteln. Daß gefälschte Dokumente schwere politische Der- stimmungen oder sogar diplomatische Zwischenfälle Hervorrufen können, hat Bismarck als Reichskanzler erfahren müssen. Im. Jahre 1887 besuchte der Zar Alexander III. den deutschen Kaiser. Damals war die politische Spannung Awischen dem Hof und dem hohen Besuch so stark, daß der Zar nicht im Schloß, sondern in der russischen Botschaft wohnte. Als für eine große Festlichkeit die Tischordnung entworfen wurde, sollte Bismarck den beiden Kaiserpaaren gegenüber sitzen. Kurz vor dem Bankett wurde diese Ordnung vom Kaiser Wilhelm I. auf besonderen Wunsch des Zaren geändert. Heber dieses Verhalten des russischen Gastes empört, ließ sich Bismarck noch vor dem Bankett beim Zaren melden. Auf feine dringliche Bitte wurde ihm eine Audienz gewährt, die anderthalb Stunden dauerte. Im Verlauf dieser Unterredung stellte es sich her- aus, daß der Zar durch gefälschte Dokumente beeinflußt worden war, so daß er Mißtrauen gegen die Ost-Politik des deutschen Reichskanzlers hegte. Bismarck gelang es, die Fälschungen nachzuweisen, die eine Schwägerin des Zaren, die Prinzessin Waldemar von Dänemark, diesem zugeleitet hatte. Im Verlauf des Banketts Konnersreuth. Don Or. August Messer, o. 5. Professor der Philosophie an der Universität Gießen. Der Dame des weltabgeschiedenen Dörfchens follte der wissenschaftlichen Welt in Erinnerung bringen, daß dort eine höchst bedeutsame und höchst dringliche ForschungS auf gäbe für sie vorliegt, deren ernste und baldige Inangriffnahme auch wichtige Fortschritte unserer Erkenntnis des Verhältnisses von Seele und Leib verspricht. Es wäre ein schwerer Verlust für die Wissenschaft, wenn die stigmatisierte Therese Reumann, deren Leben doch gleichsam an einem Faden hängt, stürbe, ohne daß die sehr beachtlichen An- sähe wiisenschaftllcher Erforschung der höchst seltsamen Phänomene weiter gefördert und bis zu wirklich gesicherten Ergebnissen fortgefuhrt wurden. Soll daS Ganze wirklich nur eine „Sensation" für das große Publikum gewesen sein? Soll der Versuch einer Deutung der Phänomene nicht hinausgelangen über die Alternative, die Rudolf Virchow') im Jahre 1874 in einer Rede auf der 47. Ratursorscher-Versammlung zu Dreslau in bezug auf die stigmatisierte Louise Lateau ausgesprochen hatte, nämlich die Alternative: Betrug oder Wunder?! Die Diskussion des Falles Konnersreuth in der Tagespreise, die eifrig und vielfach mit größter Leidenschaftlichkeit geführt worden ist, hat die Stufe, die durch jene Alternative gekennzeichnet wird, in der Tat zumeist nicht überschritten. Aber in der wissenschaftlichen Erörterung liegen doch sehr ernst zu nehmende Versuche vor, darüber hinauszukommen. Freilich, auch der RachweiS, daß den wunderlichen Erscheinungen Betrug zugrunde liege, müßte — wenn er in wirklich überzeugender Weise erfolgte — alS „wissenschaftliches" Ergebnis hingenom- mcn werden. Indessen schon die Abhandlung deS Erlanger Psychiatrie-Professors Georg Ewald, „Die Stigmatisierte von Konnersreuth" (Münchener Medizinische Wochenschrift 1927 Rr. 46: auch als Broschüre erschienen in 3. F. Leh- ') Heber das Wunder. 2. Aufk. Frankfurt a. M. □teuer Frankfurter Verlag 1908. mannö Verlag, München 1927, 49 D. 1,50 Mk.) dürfte für jeden Hnvoreingenommenen genügen, um die feste Heberzeugung zu begründen, daß „Betrug" nicht vorliegt. Zu demselben Ergebnis sind zahlreiche wissenschaftlich geschulte und meist auch kritisch eingestellte Beobachter gelangt.8; Das Urteil »Wunder" abzugeben, werden Vertreter der Wissenschaft grundsätzlich vermeiden. Denn .Wunder" bedeutet (nach katholischer Lehre) eine aus natürlichen Ursachen u n erklärbare, unmittelbar göttliche Wirkung in der natürlichen Erfahrungswelt. Wissenschaftliche Forschung aber lebt von der Voraussetzung, daß das wirkliche Geschehen aus natürlichen Ursachen sich müsse erklären lassen: sie muß sich auch bewußt bleiben, daß sie nie fertig und vollendet ist. daß sie grundsätzlich stets Fortschritte für möglich halten und anstreben muß. Sie wird sich darum nicht entschließen, das Urteil: „Hnerllärlich und also — Wunder!" auszusprechen. Diese ihre Zurückhaltung hat nichts zu tun mit Religions- ober Kirchenfeind- schaft, sondern beruht darauf, daß sie mit jenem Urteil ihre Grundvoraussetzung und damit sich selbst aufgeben würde. Sie wird aber in unserem Fall um so weniger — angesichts des Versagens der Detrugshypothese — das Urteil: Wunder! abgeben, als in der Tat doch unsere wissenschaftliche Erkenntnis in dem halben Jahrhundert seit Virchows Rede Fortschritte voNzogen hat, die uns eine andere ErklärungSmkgfichkcit bieten als sie im Gesichtskreis von Virchow lag. Zunächst sei bemerkt, daß die historische Forschung die Stigmatisation in ihrer Tatsächlichkeit dargetan hat?) Es sind etwa dreihundert Fälle nachweisbar, so daß hier ein Tatsachenmaterial vorliegt, das nach Gesetzmäßigkeiten zu forschen geradezu fordert. ’) Zahlreiche Literaturangaben habe ich zusammengestellt gelegentlich einer sehr eingehenden Behandlung des ganzen Falls in der .Zeitschrift für psychische Forschung", herausgegeben vom Revalo-Dund. Hamburg, Qllfterbamm 1619, Februar- bis Maiheft 1928. Auch das Märzheft 1928 meiner Zeitschrift „Philosophie und Leben" (Leipzig, Felix Meiner) ist ganz der Er- Erörterung dieses Problems gewidmet. c) W. Jacobi, Die Stigmatisierten. Beiträge zur Psychologie der Mystik. München 1923. trank der Zar ostentatio dem deutschen Reichskanz. (er zu, und der Zwischenfall war mit dieser Geste aus der Welt geschafft. Mit gefälschten Briefen wollte man such E16- menceou politisch morden, da er den Leuten Im Wege stand, deren Plan es war, die Republik in Frankreich abzuschaffen und ein Mitglied der abgesetzten Herrscherfamilie zum Staatsoberhaupt zu machen. In offener Kammersitzung beschuldigten mehrere Abgeordnete Clämenccau, von England monatlich 3000 Francs als Bestechungsgeld erhalten au haben. Die Ankläger verlasen einen Brief, der Die Namen der angeblich von England bestochenen Politiker enthielt. Wutentbrannt eilte Clsmenceau auf die Rednertribüne, und schon nach wenigen Minuten gelang es dem Beschuldigten, die Dokumente seiner Gegner als plumpe Fälschungen zu entlarven. Derhänanisoollere Folgen hatten gefälschte Dokumente für den Hauptmann Dreyfuß , der einer sorgfältig vorbereiteten Verschwörung zum Opfer fiel und viele Jahre unschuldig als Verbannter auf der Teufelsinsel leben mußte. Als die Un° schuld des französischen Majors schon der Welt offenkundig war, diente noch ein gefälschtes Tele- §ramm, das der französische Oberst Henry abgesaßt atte, als ein neues Beweismittel für die Schuld des Verbannten. Oberheffen. Landkreis Gietzcn. d. Heuchelheim, 5. März. Am Samstagabend hatten Lehrer Dr. R e it> t und feine Ostern zur Entlassung kommende Schulklasse zu einer Schulentlassungsfeier in die Turnhalle eingeladen. 700—800 Personen hatten sich ein- gefunben, um einer Derartigen, zum ersten Male in Heuchelheim stattsindenben Feier beizuwohnen. Dr. Reibt legte in seiner Ansprache die engen Beziehungen zwischen ihm und seiner Klasse dar, behandelte die Ausgabe der Schule als Erzieherin und Vorbereiterin der zur Entlassung Kommenden für ihren bann einsetzenben Kampf ums Dasein. Seine Worte klangen aus In dem Wunsche, daß das Gute, was die Schule in die jungen Menschenkinder gepflanzt habe, zur schönen Frucht reifen möge. Dem ©cfallencngebenten wurden ein Gedicht von Arno Holz, ein lebendes Bild und ein Chor, gelungen von elf Konfirmanden, die den Vater im Kriege verloren haben, gewidmet. Die weiteren Darbietungen der Kinder, bestehend aus Gedichten. Chören und einer Theaterauffü)- rung fanden reichen Beifall. Reu und tntereffant war der zweite Teil des Programms, der aus einem von der gesamten Klasse auSgeführten Mundharmonikakonzert bestand. § Daubringen, 5.März. Im Alter von über 92 Jahren ft a r b der äl t c ft c Einwohner unseres Dorfes und wohl auch der nächsten Umgebung Philipp Walther. Bis in fein biblisches Alter hinein ist er von einer längeren Krankheit verschont geblieben, und er war bis zur letzten Zeit körperlich und geistig sehr rege. In seinen jüngeren Jahren war er als Rottenführer bei der Eisenbahn beschäftigt. + Grünberg, 5. März. Der Gemeinde- r a t vergab das bis jetzt aufgearbeitete Fichtenstammholz von Klaffe la bis Klasse 3b, schätzungsweise 450 Festmeter, an die hiesige Holzschneiderei H a a ä & Co., nachdem diese ihr erstes Angebot, daS in der vorigen Sitzung als zu niedrig angesehen wurde, im Verhandlungswege mit dem Forstamt auf 105 Prozent der von der Forst- behörde aufgestellten Landesgrundpreise zuzüglich des Schälerlohnes erhöht hatte. Das anfallende Windfallholz, dessen Ausarbeitung infolge deS Frostes seither nicht möglich war, erhält zu den gleichen Bedingungen die hiesige Hvlzhandlung Friebr. Dahmer. Der Totengräber erhält für in der Kälteperiode erschwerte Arbeit des Grabaushebens, in welcher auch infolge der stark auftretenden Grippe verhältnismäßig zahlreiche Beerdigungen vorkamen, pro Grab eine Zulage von 6 Mk. Rachdem erst kürzlich vorn Versicherungsamt die nachträgliche Zahlung von Versicherungsbeiträgen für Sodann hat die Hntersuchung der hypnotischen Erscheinungen, die ja wesentlich erst in den letzten Jahrzehnten stattgefunden hat, durch eine reiche Fülle von Beobachtungen und Experimenten nachgewiesen, daß hypnotische Suggestionen und Autosuggestionen sehr erhebliche körperliche Veränderungen herbeisühren können (Absonderung von Magensäften, Erhöhung des Blutdrucks und Blutzuckers, Brandblasen ufto.). Damit war die Erkenntnis gewonnen, daß das Seelische Wirkungen auf den Leib haben könne, die ihm eine wesentlich mechanisch denkende Biologie und Medizin (wie sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die herrschende war) durchaus nicht zu- gctraut hatte. Rach der gleichen Richtung deuten ferner die Forschungsergebnisse der neueren „Tiefenpsychologie" eines Freud und Adler, die ja ebenfalls erhebliche Beeinflussung des Körperlichen durch das „Hnbewuht-Psychische" aufgewiesen hat. Endlich bietet auch das weite Gebiet der Okkulten, das doch mehr und mehr das Interesse ernstzunchmender Forscher auf sich zieht (Lodge, Richet, Driesch, Oesterreich u. a.)4). eine Reihe bedeutsamer Analogien zu dem, was aus Konnets- reuth gemeldet wird. Rach alledem darf man sagen (und damit gehen wir über Virchows Alternative hinaus), daß die Stigmatisation heute grundsätzlich erklärbar erscheint. Aber über das Wie könnten sicher bei Therese Reumann noch wichtige Feststellungen gemacht werden. Roch bedeutsamere wissenschaftliche Probleme stellen die bisherigen Beobachtungen über ihre Rahrungslosigkeit und erheblichen Gewichtsschwankungen. Es ist für die Ermöglichung einer neuen, gründlicheren wissenschaftlichen Hntersuchung günstig, daß die kirchlichen Instanzen bisher ihr Hrteil zurückgehalten, ja eine wissenschaftliche Rachprüfung als erwünscht bezeichnet haben. Das Haupthindernis für eine solche scheint bei dem Vater Theresens zu liegen, der von einigen mystisch gerichteten Personen in seinem Mißtrauen gegen die Aerzte bestärkt wird. Indessen einem dringlichen Wunsch des zuständigen Bischofs von Regensburg würde er sich wohl fügen. Die Anregung zur Bildung eines „Wissenschaftlichen Ausschusses" hat jüngst in der Kölnischen *) Dgl. QL Messer, Wissenschaftlicher Okkultismus. Leipzig, Quelle & Meyer, 1927. Pollzeidiener, Stadtdiener und zwei Flurschützen für die zwei letzten Jahre angefordert wurde, tritt jetzt die Derficherungsanstalt für Gemeindebeamte mit einem ähnlichen Anfinnen an die Stadt heran. Diese soll ab 1909 Beiträge für ihren früheren Schäfer in Höhe von 3289,44 Mk. leisten, wovon auf die Stadt der Betrag von 2403,44 Mk. entfällt. Der Gemeinderat stellte sich auf den Standpunkt, diese beiden Ansinnen nicht ohne eine gründliche Prüfung dieser Sachen zu erledigen, weshalb zunächst Rückstellung erfolgt. Rachdem im vorigen Jahre die Kanalisation der Londorfer Straße vorgenommen wurde, soll dieses Jahr die Gießener Straße kanalisiert werden. Der hierzu aufge- ftcllte Voranschlag beträgt nach der Mitteilung des Beigeordneten 6900 Mk. — Daß in unserer wohnungsarmen Zeit ein Reubau etwa vier Jahre leer st eh t, gehört wohl zu den Seltenheiten, war aber hier der Fall. Ein Eisenbahner aus Gießen hatte in der Gartenstraße einen Reubau bis auf den Innenausbau erstellt, mußte aber wegen Versagens der Geldmittel vom Weiterbauen abstehen. Im Wege der Zwangsversteigerung ging das Haus am Dienstag in den Besitz des Kaufmanns Stumpf aus Kirtorf zum Preise von 9400 Mk. über. r. Lang-Göns, 5. März. Am Samstagabend hielt der Turnverein im „Garnbri- nus" seine diesjährige Hauptversammlung ab. Rach kurzer Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden W. Heller erstattete Oberturnwart W. Lang den Turnbericht. Die turnerische Tätigkeit war auch im verflossenen Jahre eine erfreu iche: es konnten bei Bezirks- und Gau- DeranftaLungen, sowie auf dem Feldbergfest insgesamt 42 Siege errungen werden. Anschließend erfolgte durch Rechner K. Weil die Rechnungsablage, die mit einem Hcberschuß Wn 242 Mk. abschloß. Hierauf wurde die Reuwahl des Vorstandes vorgenommen. Der seitherige Vorsitzende Wilhelm Heller lehnte eine Wiederwahl ab, um jüngeren Kräften Platz zu machen. Er wurde in Anbetracht seiner großen Verdienste um den Verein, dem er sich drei Jahrzehnte in vorbildlicher Weise zur Verfügung gestellt hat, einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt Zum ersten Vorsitzenden wurde Karl Müller, als stellvertretender Vorsitzender Albert Schmidt gewählt. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt. Die 30jährige Zugehörigkeit zur Deutschen Turnerschaft soll in diesem Lahre vom 13. bis 15. Juli in würdiger We.se gefeiert werden: die Vorbereitungen hierzu sind bereits im Gange, die erforderlichen Ausschüsse sind gebildet worden. Zum Vorsitzenden des geschäftsführenden Ausschusses wurde Wilhelm Heller bestimmt. Der erste Vorsitzende ermahnte die Anwesenden, auch in Zukunft weiter treu zur Turnsache zu stehen. Rach dem Gesang einiger Turnerlieder wurde die Versammlung ge- schloifen. # Bellersheim, 3. März. Zu den fortschrittlichsten Gemeinden auf dem Gebiete des Obstbaues darf wohl unser Dorf gezählt werden. Dank der Hnterstützung, die den neueren Bestrebungen seitens der Gemeindeverwaltung zuteil wird, war es bereits im Vorjahre möglich, eine großzügige Bekämpfung des Frostnach'.span- ners durchzuführen, die alle Obftbaumanlagen erfaßte. Eine Arbeitskolonne von Fachleuten und Hilfsarbeitern versah alle Bäume mit Klebgürteln: Raupenleim und Hnterlagepapier wurde im großen durch die hiesige Bezugs- und Absatzgenossenschaft bezogen, wodurch eine wesentliche Verbilligung eintrat, so daß sich ein Leimring durchschnittlich auf nur 14 Pfennig stellte. Ebenso planmäßig wird die Winterbespritzung in diesen Tagen nach Eintritt milderen Wetters durchge- führt, wozu bereits von fast allen Daumbesitzern Anmeldungen von über 1200 Obstbäumen vorliegen. Im Anschluß.an einen Vortragsabend über die Düngung der Obstbäume wurde kürzlich hier ein Obst- und Gartenbauverein gegründet, dem sosort 55 Mitglieder beitraten. Zum ersten Vorsitzenden wurde Bürgermeister Müller, zum zweiten Vorsitzenden H. K o p s gewählt. Cs wurde beschlossen, sofort 600 Kilo Zeitung (7. 12. 28) Pros. Dr. Fritz Kern, Bonn, gegeben. Hoffentlich findet diese Anregung Beachtung, ehe es zu spät ist: denn diese Möglichkeit für bedeutsamste Förderung unserer wissenschaftlichen Erkenntnis ist eine höchst seltene. Das bestellte Jodel-Konzert. Das Rachtleben von Mürren, wo die Ski- Saison jetzt ihren Höhepunkt erreicht hat, besitzt ein Vergnügen von besonderer Anziehungs- traf. Wer es sich etwas kosten läßt, kann die Führer in einem kleinen Wirtshaus am fernsten Ende des Dorfes jodeln hören. Hm diesen Genuß zu erlangen, bedarf es einen geflüsterten Gespräches mit dem Hoteldirektor, der dann dafür sorgt, daß die Jodel-Virtuosen sich versammeln, die sonst gewöhnlich schon um 9 Hhr zu Bett gehen. Die englischen Besucher sind am begierigsten, diesen Konzerten beizuwohnen, und treten nach dem Abendessen in großen Scharen den Weg zu dem kleinen Gasthaus an. Hier findet man in einem niedrigen und verrauchten Raum etwa ein Dutzend malerischer Gestalten rund um einen Ofen sitzen. Rur wenige Worte werden gewechselt. Die Engländer bestellen eins oder mehrere Runden Kirschwasser oder Glühwein. Die Führer schlürfen ruhig das Getränk. Dann plötzlich werfen vier von ihnen die Köpfe zurück und fangen an, „den Mond anzubellen" und ihre langgezogenen Rufe auszustohen. Das dauert etwa 10 Minuten. Dann hören sie eben so plötzlich auf, wie sie begonnen, und die Hörer ziehen befriedigt ab. Sie haben zwar ein kurzes, aber unvergeßliches Erlebnis gehabt. Kürzlich geriet eine Gesellschaft, fo wird in einem Londoner Blatt erzählt, unglücklicherweise in ein -falsches Lokal. Sie sahen sich zweifelnd in dem sauberen und gemütlichen Gemach um, das der ihnen gegebenen Schilderung gar nicht entsprach. Keine malerischen Gestalten waren zugegen, und so bat schließlich der Führer der Gesellschaft in seinem besten Deutsch, das aber noch sehr schlecht war, um Musik. Dein Wunsch wurde entsprochen. Sofort erschienen vier Mädchen, die in langgezogenen Tönen und wenig harmonisch sentimentale Weihnachtslieder anstimmten. Sie waren so eifrig bei der Sache, daß es grausam gewesen wäre, sie zu unterbrechen. So mußten ihnen die Verehrer des Jodelns den ganzen Abend zuhören, und vielleicht fingen sie heute noch... Dendrin durch den KreiS-Obstbauverein zur Bespritzung zu beziehen. df. Langsdorf, 5. März. Am Sonntag fand hier und in dem benachbarten Filialdorf Bettenhausen eine Kirchenvisitation durch den Superintendenten für Oberhesscn. Ober- kirchenrat Wagner, Gießen, statt. Aach der Predigt des Ortsgeistlichen über Luk. 9 Ders 51 usw. ergriff der Superintendent das Wort und ermahnte die Gemeinde nach Verlesung von Luk. 11, Ders 23 eindringlich, am Evangelium, an der Kirche und ihren Einrichtungen festzuhalten und nicht nur dem Damen nach Christen zu sein. Der Männergesangverein legte daraus oas Glaubensbekenntnis in Form des Chores „An einen Gott nur glauben wir" ab. Am Nachmittag fand hier in Gegenwart des Oberkirchenrates Kindergottesdienst und Christenlehre statt. Infolge vieler Erkrankungen waren die Gottesdienste nicht so stark besucht, wie man dies hier gewöhnt ist. Der Altar war geziert mit einer neuen schwarzen Decke, zu deren Beschaffung die Mittel durch freiwillige Gaben aufgebracht wurden. Am Schluß des Gottesdienstes fand eine Sammlung statt, die den Grundstock zur Beschaffung neuer Glocken bilden soll. 3m Kriege opferten wir unsere kleinste Glocke (am 25. Juli 1916) dem Vaterlande und haben seitdem nur zwei Glocken. — 3m Alter von 87 3ahren verstarb hier der frühere fürstliche Förster Sarnes, der lange 3ahre bei der Herrschaft in Hungen in Dienst stand und der sich von allen Seiten hohen Ansehens erfreute. Hungen, 5. März. Am Sonntag fand hier im „Solinser Hof" eine Bezirksobstbauver« s a m m l u n g statt, zu der sich neben einer stattlichen Anzahl Baumfreunde von hier auch Vertreter fast aller umliegenden Ortschaften eingefunden hatten. Der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Hungen, Gustav Kohlheyer, wies in seinen einleitenden Worten auf den schweren Stand des deutschen Obstbaus hin, der nicht allein durch den starken Wettbewerb des Auslandobstes bedingt fei, sondern auch seinen Grund in der Nachlässigkeit der Masse der deutschen Obsterzeuger höbe. Obstbau- Inspektor Enkler vom Landwirtschastskammer- ausschuh der Provinz Oberhessen behandelt« in längeren Ausführungen die Frage: „Welche Maßnah- men sind zu ergreifen, um der Ueberslutung des deutschen Obstmarktes durch Einfuhrobst entgegenzutreten?" Er wies darauf hin, daß vor allem die Sortenoielheit verschwinden müsse, und forderte — gleich Amerika und neuerdings den Balkanstaaten — Erzeugung von gut sortierter erstklassiger Marktware. Vorbedingungen dazu seien Sortenbeschrän- kung auf einige marktgängige Tafel- und Wirt- schaswäpfel, und vor allem großzügige, systematische Bauwpflege, wobei die neuerdings beschafften fahrbaren Spritzen die Hauptarbeit zu leisten hätten. Eine solche Spritze sei in Bellersheim statoniert, und werde nach einem bestimmten Plan in den benachbart m Dörfern zur Verwendung gelangen. Aus- aehend von der Lebensweise der einzelnen Baumschädlinge machte der Vortragende die Versammlung weiter mit den nötigen Bekämpfungsmitteln bekannt und regte an, neben der Winterspritzung mit Kar- bolneum. auch zur Bekämpfung der pilzlichen Kr-inkheiten, vor allem der Schwarzfleckenkrankheit, eine oder mehrere Sommerspritzungen mit Nosprasit ducchzufiihren. Die klaren Ausführungen wurden m-t lebhaftem Beifall ausgenommen. In der anschließenden regen Aussprache, an der sich u. a. die Herren Stoll (Riedmühle) und B e p p l e r (Steinheim) beteiligten, wurden noch allgemein in- teressierende Fragen, wie das Anlegen der Klebgürtel an Birn- und Zwctschenbäume, die Beseitigung alter Baumruinen usw. geklärt. |— Obbornhofen, 5. März. Die Verpachtung bei Gemeinde - Feld- und Waldsagd erbrachte eine mehr als hundertprozentige Erhöhung gegenüber dem seitherigen Pachtpreis. Fabrikant Fondora von Frankfurt a. M. blieb mit 1500 Mark Jahrespacht Höchstbietender, seither wurden nur 700 Mark bezahlt. — Hohe Preise wurden bei der hier stottgehabten Holzversteigerung im Gemeindewald erzielt. Das Doppelraum- Meter Buchenscheitholz erster Klasse kam auf 38 bis 48 Mark, 2. Klasse auf 23 bis 32 Mark, Buchen- knüppel wurden in gleicher Menge mit 28 bis 32 Mark bezahlt, während Buchen-Stockholz das Raum- meter durchschnittlich 7 bis 9 Mark kostete. Buchen- reifer kamen nicht zum Ausgebot, da diese neben drei Raummeter Hartholz den Ortsbürgern als Losholz- nutzen zugeteilt wurden. Kreis Friedberg. 00 Nieder-Florstadt, 5. März. An einer Strahenkurve stieß am Montagabend gegen 6 Uhr ein Personenauto mit einem Omnibus des Zweckoerbandes zusammen. Das kleine Auto, das von vier Personen besetzt war, wurde zur Seite geschoben und vollständig eingedrückt. Die Insassen wurden zum Glück nur leicht verletzt-, ein Mann hatte eine Quetschung am Oberarm, eine Frau Schnittwunden am Kops. Das Auto mußte abgeschleppt werden. Der Omnibus konnte seine Fahrt ohne Beschädigung fortsetzen. fr Wohnbacy, 5. März. Die Verpachtung der hiesigen Gemeindejagd (Feld und Wald), die auf 9 Jahre erfolgte, erbrachte einen jährlichen Pachterlös von 2400 Mk., gegenüber 1200 Mk. seither. Pächter sind wieder die Landwirte Herrn. Ä ü ck e i s e n, Christian Lung, Otto Wolf von hier und Karl Schneider von Berstadt. Kreis Büdingen. △ Nidda, 5. März. Am Sonntagnachmittag veranstaltete die Ortsgruppe Nidda des Vereins für das Deutschtum im Ausland im „Gambrinus" einen recht gut besuchten Filmoortrag. Nachdem Studienrat Braunewell als Vorsteher der Schulgruppe der Realschule (D. D. 21.) die erschienenen großen und kleinen Gäste begrüßt hatte, wurden von dem schon lange von Deutschen bewohnten österreichischen Burgenland Landschaften, Städte und deren Bewohner im Film vorgeführt. Dann folgten herrliche Vorführungen von der großen Pfingst- tagung des 23. D. 21. in Gmunden 1928, die der Kunstmaler Theo Stork von hier mitgemacht hatte und deshalb mit Freude und Begeisterung zu er- MORSEN BESINNT EIN NEUER ROMAN IM SIEBENER ANZEISER DIE IEBE > DER BRIGITTA HOLLERMANN* VON ELISABETH NEV läutern verstand. Großes Interesse erregte besonder« der Festzug, in dem die verschiedenen deutschen Stämme in ihren malerischen Trachten an den Zuschauern vorübermarschierten. Der Vorsitzende der Ortsgruppe des V. D.A. Nidda, Lehrer Dieter, sprach allen Mitwirkenden und besonders Herrn Stork für die lehrreichen Schilderungen herzlichen Dank aus. Kreis Schotten. V Gedern, 5. März. Der heute hier flott* gefundene Schweine markt war trotz der eisigen Kälte gut beschickt. Aufgetrieben waren 161 Stück. Die Preise waren wegen der großen Nachfrage ziemlich hoch. Es wurden für 6 bis 8 Wochen acke Ferlel 30 bis 40 und für Läufer 50 Mark bezah.t. Der Markt war nach kurzer Zeit geräumt. ± Groß-Eichen, 5. März. Am Sonntagabend fand in dem Faustschen Sarle ein Unter- haltunasabeno des K r i e g e r v e r e i n s statt, der sehr gut besucht war. Nach Eröffnung durcy den Präsidenten, Gg. Zimmer, ergriff H:rr Kratz aus Freienfeen das Wort zu einem Vortrag mit Lichtbildern. 3n lebendiger Art schilderte er die Entwicklung der deutschen Handels- und Kriegsflotte. Humorvoll würzte er den Vortrag durch manche Anekdoten: aber er fand auch ernste Worte der Mahnung, und wandte sich entschieden gegen die Kriegsschuldlüge. Eignes Erleben aus dem Weltkrieg, den der Vortragende auf einem U-Boot mitgemacht hat, flocht er in seinen Vortrag ein. Nach Schluß des Vortrags dankte im Namen aller Anwesenden Pfarrer König dem Redner für seinen interes'nnten Vortrag und verlas alsdann noch eine Kundgebung gegen die Kriegsschu'd'üge. — 3n diesem Winter veranstaltet der hiesige Turnverein auf Anregung und unter Leitung des Lehrc.s Bopf Volksbildungsabende, die hauptsächlich von der Jugend gut besucht werden. Man versammelt sich Mittwoch abends im Schnlsaa'e, wo das deutsche Volkslied gepflegt und ein Gegenstand aus der deutschen Literatur, oder son^l einem interessanten Gebiet behandelt w'rd. ES wäre zu wünschen, dah noch weitere Kreise diese Abende besuch'en und die Gelegenheit benutzten, sich weiterzubilden. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a. b. Ohm, 4. März. Die Milglieder-Versammlung der Freiwilligen Sanitätskolonne Homberg fand dieser Tage statt. Der Vorsitzende, Lehrer Allen- dörfer, trug zunächst den Rechenschaftsbericht vom 3ahre 1928 vor. 3n diesem wurde gebührend des verstorbenen Kolonnenarztes Dr. Gg. Luft gedacht, auch wurde die praktische Ausbildung der Mitglieder erwähnt und besonders auf die 22 Hilfeleistungen durch die Sani- tätslolonne hingewlesen. Ein Mitglied (Müller) nahm an einem Desinfektionskursus teil, 19 besuchten den Kolonnentag in Gießen. Ein Theaterabend diente zur Auffüllung der Finanzen. Mit dem Wunsche, dah im Jahre 1929 die Freiwillige Sanitätskolonne unter der zie.bewußten Leitung des neuen Kolonnenc tes Dr. E. L. Luft wettere Fortschritte machen möge, schloß der Vorsitzende den 3a)resbericht. Das Andenken an die Verstorbenen ehrte man durch Erheben von den S.tzen. Dann trug der 1. Schriftführer und Rechner die Rechnung vor. anschließend wurde dem Rechner Entlastung erteilt. Der Zeugwart gab den Bestand sämtlicher Ausrüstungsstücke bekannt. Dann trat man in eine Tesprechung über Neuanschaffung ein, die, soweit es der Stand der Kasse erlaubt, erfolgen sollen. Es sock erstrebt werden, einen besseren Raum für die Unterbringung der Fahrstühle zu bekommen. Das aktive Mitglied Honig tou'.ve als 1. Schriftführer gewählt, da der seitherige Das große Grauen. Vornan von H. A. von Byern. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister. Werdau. 22 Fortsetzung. Nachdruck verboten „Sssssl" Gleich einem giftigen 3nsekt zischte hie zweite Kugel hart an meinem Ohr vorbei, instinktiv flog der Drilling an die Backe, — em harter, peitschender Knall, und da. wo eben noch die Gestalt eines Menschen gestanden hatt-r, war ein-leerer Fleck. ... Saß' die Kugel? 3ch wußte eS nicht, es war mir auch gleich: ich legte mich längelang hin, kroch vor bis zu dem Abgrund: „Vinzenz! ... Vinzenz!!" Kein Laut, nur die Wasser der Wildach rauschten drunten. „Herr!" Der 3ackl stand neben mir, todblaß, am ganzen Körper zitternd: „Herr! Da Hilst koa Ruf'n nimmer ...," und er nahm den verwitterten Filz ab, faltete die Hände. Ich raffte mich auf, der 3äger mußte mich stützen: „3ackl! Ist denn keine Hilfe möglich?" „Na. Herr, wer da d'runt' liegt, den geb'n d' Wasser nimmer her, aber jatzt rnüass'n ma schaug'n. i mein’, den ander n hat's urnig'rissen, leicht, daß er sich verfangt hat an dö Latsch'n." Er nahm den Drilling, schob ganz sacht seinen Arm unter den meinen: „Kommen S', Herr!" Es waren keine dreißig Schritte bis zu der Stelle, und da, da... ein tiefer Fahrer im Schnee, dunkle, feuchte Spritzer... Blut! Vorsichtig beugte sich der Iackl über das Band. .Hat 'n schock Zwoa Meter tiefer liagt er!" „Und wer... wer ist es?" „3 moan, ja i moan halt der Oberförster von drüb'n aus ’m Aerarischen. der Herr von Mansar, war a Fremder, feil aus Ungarn herrerseht fein." „Um Gotteswillen, also eine Verwechslung!" „Ah na. hat ja z erst g schoss'n, war Notwehr." „Ich will ihn sehen!" „38 koa guater Anblick." der Jäger lieh meinen Arm nicht los: .fein Obacht geb’n, net z'weit vortret'n!" 3a, da hing zwischen dem zähen Geäst des Grummholzes ein Mensch, wie von Geisterarmen un-.Lamnvti, den Kc p! mit d n g 1 rochcnen Augen weit nach rückwärts gebogen, Die Züge verzerrt zu einer grinsenden Grimasse... Schaudernd wandte ich mich ab: „Wir müssen heim, die Behörden benachrichtigen ..." War bad ein Rückweg! Alle zehn Minuten mußte ich rasten, jede Muskel schmerzte wie von Folterqualen zerrissen, und eisig drang die Kälte durch tie Sehnen, pressend, g'eich einem stählernen Deif legte sich ein dumpfer Druck um Schläfen und Stirn. Der Jäger zog einen kleinen Plutzer aus der Lasche: .Trink'n S', Herr, noch a Stünderl, dann Ham ma's." Aber aus der einen Stunde wurden drei... Alles Denken und Fühlen war in mir erstorben, war untergegangen in dem grauenvollen Erleben dieser Nacht. Der Kaplan und der Haushofmeister kamen uns in der Halle entgegen, prallten zurück, als sie mich sahen, blutbefuöelt, ohne Hut, Haar und Bart verkrustet von vereistem Schnee... Einen Augenblick lang stand ich wie geblendet in dem grellen Licht, dann schienen sich die Kerzen des Geweihkronenleuchters ins Riesenhaste zu vergrößern, zu wirbelnden, kreisenden Sonnen, in meinen Ohren fang und sauste es, blutrote Schleier sanken nieder, ein schwarzer, undurchdringlicher Vorhang, — es — wurde — Nacht — Glutroter Widerschein der sinkenden Sonne flirrte in zitternden Strahlen durch die hohen, gotischen Fenster. 3ch blinzelte unter den Lidern hervor, versuchte mich aufzurichten und sah dann, wie schattengleich eine dunkle Gestalt auf mich zuglitt: „Hochwürden?" Der Kaplan beugte sich tiefer herab: .Gott fei Dank, weil Sie nur endlich wieder bei Bewußtsein sind, Herr Baron! Das waren schwere Tage!" „Tage?!" Aber nun kam wie mit einem Schlage die Erinnerung zurück: „Ist... mein Freund gefunden?!" Der Geistliche legte die Finger an die Lippen: „Pst! Nicht so viel sprechen, vor allem nicht auf regen!" Und er drückte auf einen Klingel- knops. Gleich darauf trat der Anderl ein: „3ch lasse Herrn Dr. Lechmahr bitten!“ liebet den Flur kommen rasche Schritte, ein graubärtiger Herr mit blitzenden Kneisergläsern stand auf der Schwelle, ging schnell auf mich zu: „Dr. Lechmahr! Haven Sie irgendwelche Beschwerden?" fragte er kurz. „N... ein, nur so einen dumpfen Druck im Hinterkopf..." — „Das gibt sich schon, und wie ist's mit dem Appetit?" .Ein bissel." „Also schön, bann eine leere Fleischbrühe, wir müssen vorsichtig sein, vier volle Tage haben Sie bagelegen wie ein Toter." „Vier ... Tage?!" „3a, und zu Ihrer Konstitution können Sie sich Glück wünschen, boch jetzt will ich erst einmal ben Verband erneuern." Geschickt wickelte er die weichen Mullbinden von ben Händen, ich lehnte mich zurück in einem plötzlichen Anfall von Schwäche: „Herr Doktor... waS... was ist aus Vinzenz geworden?“ Die dunklen Augen beS ArzteS hielten meinen Blick fest: „Wir — suchen — ihn — noch..." „Also... tot?!“ Er nickte nur: „Nach menschlichem Ermessen — ja, und — vielleicht ist es ein Gluck für ihn. er würde bad Furchtbare doch niemals überwunden haben." Ganz still war es, nur die kleine Standuhr auf dem Kaminsims tickte leise. Und wieder sah ich das Bild jener Nacht vor mir: ben Vinzenz von Qlnbrian zusammcngebrochen neben bem Ruhebett, auf oem eine schlanke, feingliebrige Gestalt lag, bie bunkle, feuchte Blutlache... „Herr Doktor... wer... wer war ber andere?" Der Arzt hatte sein Werk beendet: „Oberförster von Mansar aus bem Staatsrevier Terofal, übrigens, barüber brauchen Sie sich keinen Augenblick lang Gedanken zu machen, der Fall liegt nach den Aussagen des Jägers ganz klar — äußerste Notwehr — nur das Motiv ist noch unbekannt, nur, wenn wir Sie erst glücklich wieder aus ben Deinen haben, wollen die Herren vom Bezirksamt noch einmal vorsprechen. Und jetzt: Ruhe — Ruhe — Ruhe! Schlafen Sie sich gesund, in den nächsten Tagen bleibe ich noch hier." Aber es ging langsam vorwärts mit der Genesung. Zwei volle Wochen verstrichen, ehe ich zum erstenmal aufstehen durfte. Wie ein Schatten war der Ander! um mich, auch Iackl kam öfters und ber Alois Sedlmayr. Dann traf eines Tages bie Gerichtskommission ein. Der Bezirksamtmann. Herr von Salm, stellte nur wenige Fragen, strich sich ben pechschwarzen, sorgsam gepflegten Pique- König-Bart und klappte seine Akten zusammen: „Schau'n S', Herr Baron, is halt auch eine von bie Sachen, Die unaufgeklärt bleiben werden, kein Beweggrund zur Tat, aber auch schon gar keiner, no Servus, hab' die Ehr'!" Der Rittmeister von Molnar hatte zur Dei- sehuntz nicht kommen können, er lag an einer hartnäckigen Lungenentzündung fest, und ber Niki Pernegg war bei seiner Braut in Csillarh-Hart- Pußta. So hielt mich benn nichts mehr, unb trotz der abmahnenden Bedenken des Arztes reifte ich am 10. November heim. Aber vorher ging ich noch einmal in das Erbbegräbnis derer von Qlnbrian... Ein kleiner, tempelartiger Dau war es, mitten im Park, von Douglastannen und Weymouthskiefern umgeben, mit schmalen, hohen, bunten Fenstern, durch die gedämpftes Sonnenlicht fiel. Ein neuer, schlichter Eichensarg stand dort vor der langen Reihe der steinernen Sarkophage, es roch nach welkenden Dlumen, Weihrauch, und von der in Kreuzesform gewölbten Decke herab hing das ewige Licht, zauberte durch die Rubinglasscheibe einen milden, roten Schein auf die kahlen Wände. Schweigend, in tiefer Ergriffenheit legte ich ein paar Treibhausrosen nieder, zwei Latschenbrüche — mein Dlick fiel auf einen grauen, verwitterten, in zwei Hälften gespaltenen Stein — das zerbrochene Wappenschild... „heute noch und — nimmermehr..." Und nun war ich wieder daheim... In den beiden ersten Tagen hatte ich kaum eine Minute für mich gehabt: der Inspektor kam, die anderen Beamten, ganze Stapel von Postsachen lagen auf dem Schreibtisch und harrten der Erledigung. Qlber ich fühlte mich so müde, so gleichgültig . . . Immer wieder drängte sich mir mit der Intensität einer Zwangsvorste L.ng tie Fra ze au,: „Warum. Gott, warum mußte all das so kommen?!" Ten Vinzenz von Qlnbrian bät e man nicht gefunden, bie Wildachklamm gab nichts heraus, was ihr einmal Versalien war. . . Wenn Besuch kam, lehnte ich ab: mein Gesundheitszustand bedürfe noch der Schonung, und bie großen Herbstjagden sollten in diesem Jahr ausfallen — nur keinen Menschen sehen, nur Ruhe, Einsamkeit . . . Mit a ler WiIlenLa..span- nung erledigte ich die täglichen Pflichten, suchte in angestrengtester Arbeit Vergessen, aber dann kamen doch wieder Stunden des Alleinseins und Rächte, in denen ich wach lag und grübelte. Auch heute wieder hatte ich bis zur völligen Crschla.fung durchgearbeitet. Qiun saß ich am Kamin, rauchte ein? Zigarette nach der anderen und starrte in die glostende Glut, sah dem Spiel der kleinen, gelbroten, zwischen den Buchenscheiten züngelnden Flammen zu. An der Tür klopfte es leise: ich schreckte auf. „Herein!" Der Diener trat ein und hielt ein Kleidungsstück über dem Arm. > „Was gibt es denn, Wilhelm?" „Gnädiger Herr, in der Iagdsoppe, die im Koffer lag. habe ich etwas gefunden, ein Duch.. „Zeig' mal . . .“ Alles Blut schoß mir jäh zum Herzen — Herrgott, das — das kannte ich doch, hatte es in der Hand gehalten in jener Schreckensnacht ... „Es ist gut, du kannst gehen . . ." Ich war allein, starrte auf das schmale Bändchen in dem blutroten Maroquineinband, schlug mechanisch die erste Seite auf und las: „Tagebuch, Eophy ©:ä,in d Harancourt." Ein Gefühl, als stockte mir der Atem . . . sollte . . . sollte hier des Rätsels Lö,ung liegen?! Sekundenlang schioß ich die Augen . . . ha..e ich e.n Recht, diese Bekenntnisse, das Vermäch.nis einer Toten zu lesen?! Durfte ich forschen und den Schleier lüften, ber über Vergangenem lag?! Nein, ich bürste nicht nur, ich mußte so handeln! Schon in der kurzen Zeit, während ich in Tero.a! weilte, waren mir allerhand Gerüch.e za Obren gekommen, törichtes Geschwätz, üoer das man hätte lachen können, wenn — ja, wenn nicht doch ein Körnchen Wahrheit in bem Klatsch und Tratsch steckte! Draußen fauchte ber Herbststurm um bie Mauern, raschelte im Efeu an ber Hauswand, und hinter der Verschalung des Kamins zirpten leise die Heimchen. Steile, seine Schriftzüge waren es, die da auf bem gelblich getönten Papier standen, k.ine leicht leserliche Handschrift. Und ein ganz feiner Hauch wehte mir entgegen, ein zarter Heliotropduft... Ich mußte mich tiefer herabbeugen, um die krausen, verschnörkelten Buchstaben erkennen zu können. (Fortsetzung folgt) fc’i b>iKt! JwS.’ ittn. :ä?« ■’“ä? ?«> LL L^LL g>Sk^5 Sfe M L sß?“ §ÄS «tasriafai 5,^4 cm: Jtni, ■?& -»»Mm t : $u.rnl)erein *M H Lehrers Qpcnbe, bie^f «IW werben. Den ™ }> ®Hltf t. Wflejt un) ein Ec« «terahit, ober fonQ orsandelt tn'tb. §z > beitete Är.ik biese Wtegtn^it benutzten, mld. 2hm, 4 März. Die er Freiwilligen 'mberg far.b dieser te, Lehrer Allen« n AechenschastSbrricht i diesem wurde ge« Kolonnenarztes Dr. wurde die praktische erwähnt und beson« tgen durch die Samin Mitglied (Müller) inslursus teil, 19 br« Gießen. Ein Theater« ig der Finanzen. Mit 'ajte 1929 die Frei« rter der zieibewuhtcn mene tes Dr. E. L mae^en möge, schloss resbericht. La- An- i ehrte man durch Cr« tn trug der 1. Schrist« :chnung vor, anschlie« - Entlastung erteilt, ltand sllnrt.'iche: Aus- m trat man in ein: »aViung ein, die, io- alle eria'Lt, erivlgm xrben, einen besseren ung der Fahrslühse zu itglieh hon'g thlt, da derselchenge ;e Lng cie 5-a3c.au: luhle all das so b.n* i Ddrian hut.e man >klamm gib ngtd Herillen »ar.. ■ te ich a'r. mem Se" ch der ^nar.g. unb litten in » Mnschn a ler Dillenca.ipan ftWjs be3 Allem,cmS uno n1 und grüaelic. yJrt völlige" ct ^<8 anderen wltSV$Äm SMl » 61«» ei» *** ieünÄ’t E°>» jefunöe^ mit .ch s 2lut Kannte ich ^ancourt-" fof[tc M^rmach^L Ie:g^^ . handel , >tk' - L,,n) '4 *n, njtf" ■ ®j5Ä-' >av^. jjjet v .. l^a, »enn"A und n gelb" t in de der 5*^ /a-M^erie^ !uct>st^" , 1. Schriftführer passives Mitglied wurde. Aach längerer Aussprache schloh der Vorsitzende die Generalversammlung mit der Ditte, bemüht zu sein, neue Mitglieder zu werben. — 3n unserer altehrwürdigen Kirche wurde am Freitagabend der Palästina-Film vorgeführt. Die Darbietung fand das lebhafte Interesse der zahlreich erschienenen Besucher. Landwirtschaftlicher BortragerkurS in Grünberg. xx Gründer g. 5. März. Am Sonntagnach. mittag fand, wir alljährlich, im Gasthaus ,Zum "Rappen" ein Vortragskurs des Land- Wirtschaftsamtes Grünberg statt. Landwirtlcha Nasselsor Dr. Selz er hicß in Verhinderung des erkrankten Direktors Trautmann die Besucher willkommen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der diesjährige Dor- tragskurs zur vollsten Zufriedenheit der An- wesenden verlaufen möge. Er begrüßte insbesondere die Vortragenden, Geh.imrat Prof. Dr. G i s e v i u s (Gießen) und Landwirtscha tslehrer Frech von der Landwirtschaftlichen Zentral- genosscnfchast Darmstadt. Leider konnte infolge mißlicher Umstände Diplomlandwirt Hammer- s ch m i d t von der Kalkstickftosfb^ratunasstelle Köln nicht erscheinen. Es mußte deshalb eine Aenderung der Vortragsfolge eintreten, auch insofern, als Londwirt'cha'tslehrer Frech seinen milchwirt'cha't ichen Filmvortrag richt hal'en konnte, da Herr Hammerschmidt seinen Filrn- apparat auch hierzu zur Verfügung stellen wollte. Zunächst svrach Landwirt'cha tllassessor Dr. Bocher (Grnnbcrg) über iesenpf lege". Aach kurzen Worten über die Verunkrautung, allgemeine Vernachlässigung und stiefmütterliche Behandlung des Grün'andes. unter Hinweis auf die außerordentliche Bedeutung der W.e'en, ganz besonders in der heutigen Zeit, ging er in längeren, sehr interessanten Ausführungen auf die Pflege der Wiesen ein. Er führte aus, daß die moderne GränlanLw.r'.scha't h:u'e zwei Wege in der Verbesserung der Wiesen kennt, und zwar einmal die Verbesserung durch Umbruch und andererseits die Verbesserung durch wirtschaftliche Maßnahmen. Der Redner betonte, daß wir in den meisten Fällen in der hiesigen Gegend mit der Verbesserung durch Wirtschall iche Maßnahmen ouskommen können. Er nannte hier insbesondere eine richtige Bearbeitung. Düngung und Wasserregulierung, wobei er letztere mit der Kalkdüngung zusammen als grundlegend bezeichnete. Bei den Düngungsmahnahn-en crl'rterte er insbesondere die Frage der Stickstossdüngung. Seine vortrefflichen Ausführungen klangen aus in den Worten eines unserer Altmeister der Landwirtschaft. Ioh. Rep. von Schwerz: „®ute Wiesen find die Stützen der Viehzucht, die Hilfe des Ackerlandes, der Reichtum des Wirtschafters und das Kleinod eines jeden ländlichen Besitzers!" Als nächster Redner sprach Geheimrat Prof. Dr. G i s e v i u s (Gießen) über das Thema: ^Gegenwartsfragen aus der Schweinezucht". In interessanten Ausführungen zeigte er an Hand von zahlreichen Lichtbildern die Entwicklung der Schweinezucht seit der napoleonischen Zeit Sehr schlln illustrierte und besprach ec die Rossenfrage, und kennzeichnete die Ansprüche des Marktes. Rach Ansicht des Redners darf die Rassensrage heute nicht allein behandelt werden, sondern nur im Zusammenhang mit der Leistungskontrolle, die das Mittel in die Hand gibt, auf schnellstem Wege in der Schweinezucht vorwärts zu kommen. Rach weiteren lehrreichen Ausführungen über die Absatz- und Preisverhältnisse schloh er seinen Vortrag mit der Aufforderung, den von ihm gezeigten Weg baldigst zu beschreiten. ir5. In der Aussprache, die außerordentlich anregend und interessant verlies, zeigte Landwirtschaftsichrer Frech (Darmstadt) in kurzen, aber um so interessant ren Ausführungen den volkswirtschaftlichen Wert und die einwandfreie Gewinnung der Milch. An der Aussprache, die sich im wesentlichen mit dem Stoff der Vorträge bifahte, beteiligten sich u. a. Geheimrat Gisevius, Dr. S e l z e r, Dr. Bocher, Landwirte Bausch (Grünberg). R e i n m u t h (Reinhardshain) und Keller (Wetterfeld). Trotz der obenerwähnten mißlichen Umstande konnte man mit dem Verlauf des diesjährigen Vortragskurses sehr zufrieden sein. Dr. Selz er konnte nach Beendigung der Aussprache mit Dankesworten an die Vortragenden und an die erschienenen Landwirte die wohlgelungene Veranstaltung schließen. ____________________ Sprechstunden der stiedaktion 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachm klag geschloßen. Oie Jagd im März. Schwere Zeiten sind über unsere Reviere hinweggegangen. oder lasten noch auf ihnen. Wochenlang breitet schon der Winter sein weißes Tuch über Forst und Flur und bedroht mit grimmiger Kälte den durch Hunger geschwächten Körper unseres Wildes. Mit banger Sorge sieht der Weidmann dem kommenden Frühjahr entgegen. Wie wird sein Wild die Winternot überstanden haben, wie wird es die Gefahren überstehen, die alljährlich der Aesungswechsel im Lenz mit sich bringt? Erschütternd sind die Berichte der Iagdzeitungen. Die Aufbauarbeit langer Iahre und hingehender Hege scheint vielerorts vernichtet. Der echte Weidmann wird den Oberpräsidenten der Rheinprovinz und Hessen- Rassaus Dank wissen, daß sie mit der gleichen Energie,' mit der der erstere den Wiederaufbau der Rehbestände seiner Provinz durch gesetzlichen Zwang gefördert hot, dem notleidenden Wild Russe vor jeder Iagd gaben. Leider zeigen die Berichte aus vielen Teilen des Reiches, daß es allerorts auch „Iäger" gegeben hat, die die Rot des Wildes in ihrem Sinne auszubeuten wußten. Für sie sind Wildhege und Wildpflege Fremdwörter. während der Weidmann sein ganzes Sinnen und Trachten daransetzen wird, seinem Wilde über die Rot und ihre Folgen hinweg- zußelfen. Wenn auch ein Lleberblick über die Wirkungen des Winters in unserem engeren Bezirk noch fehlt, so kann wohl im allgemeinen gesagt werden, daß solche katastrophalen Einbußen, wie sie aus Höhenlagen und dem deutschen Osten gemeldet werden, nicht zu verzeichnen sind. Die Meldungen an Fallwild sind noch ziemlich spärlich und dann auch meist auf wenige Stücke beschränkt. Erfreulicherweise kann gesagt werden, daß in sehr vielen Revieren gefüttert worden ist. Wenn man dabei beobachtete, wie rasch und ausgiebig die Fütterungen angenommen wurden, so war dies der beste Beweis für die vor an- dene Rot. Glücklicherweise ist bei uns eine Ver- harschung des Schnees nicht eingetreten, so daß das Schalenwild im Pulverschnee immer noch nach Aefung schlagen konnte.Die reicheEichel- mast war die Rettung unseres Rehwildes, das daneben auch Heufütterung rasch und gern annahm. Am meisten scheint der Hase unter Aesungsmangel gelitten zu haben. Wo ihm im Wald und Feld Weichholz. Rüben usw. ge- bo'en wurden, war er steter Gast. Der Iagdkalender für den März zeigt Schonzeit für die meisten Wildarten. Wo in Preußen die Iagd gestattet war, ist sie in der Rheinprovinz (Kreis Wetzlar) zunächst bis 10. März, in Hessen- Rassau bis 23. März geschlossen. Das Rotwild hat (außer dem Hirsch in Hessen) Schonzeit. Die Hirsche werfen ab. Das Rehwild scheint bei uns verhältnismäßig gut durch den Winter gekommen zu sein. Infolge der guten Aesung hatten die Böcke schon früh gut geschoben. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Frost- und Schneezeit auf die Weiterentwicklung der Stangen ausgewirkt hat. Schwere Rot litt das Schwarzwild, well es infolge des reichen Schneefalles viel brjagt werden konnte und andererseits der Frost ihm das Drechen nach Rahrung sehr erschwerte. Die Dachen frischen im Verlaufe des März. Für den Weidmann ist die führende Dache geschützt. Denn kein Iäger. der ein fühlendes Herz in der Drust hat. wird durch Abschuß der Mutter die Frischlinge dem Hungertode preisgeben, und wenn es sich dabei um das vielgeschmähte Schwarzwild, unser einziges wehrhaftes Wild, handelt. Trotz der Winternot hat der Hase nicht vergessen. daß die Iagden des Herbstes seiner Sippe schwere Wunden schlugen. Die Halenhoch- zeit hat begonnen. Der kommende erste Sah ist für den Ausfall der Hasenjagd von ganz besonderer Dedeutung, da er selbst noch in diesem Iahre fortpflanzungsfähig wird. Infolge der Kälte ober ist die Vegetation in diesem Iahre noch besonders weit zurück, so daß es der Hascn- mutter schwer fallen mag, ihre Iungen gedeckt unterzubringen. Um so mehr muß der Weidmann trachten, ihre Feinde kurz zu halten. Im Dachs bau sind Junge. Gegen Ende des Monats finden sich auch mitunter schon Fuchs- gehecke. Auer-, Dirk- und Haselwild tritt in die Dalz. Die Rebhühner beginnen zu paaren. Ie besser die Deckung, um so eher schreitet die Henne zur 03tut und um so geringer ist infolgedessen der Verlust durch Ausmähen. Das sollte jeden Weidmann veranlassen, in seinem Revier Deckung für sein Wild zu schaffen, sei es durch Anpflanzen von Sträuchern, oder durch Aussäen von Ginster oder Lupinen usw. Ein Eckchen dafür wird sich immer finden. Auch der Fasan tritt in die Balz. Roch ist die Zeit zum Aussetzen von Fasanen günstig. Die Wildente hat Schonzeit. Auch das Wasserwild hat z. T. unter dem Winter außerordentlich gelitten. Ein Wasser nach dem ankeren fror zu. so daß schließlich die kleinen rasch fließenden Ouellbäche die letzte Zufluchtsstätte bildeten. Die Berichte über mit der Hand gegriffene Reiher, Gänse und Enten sagen über die Rot der Tiere genug. Leider scheint cs nicht an Iägern gefehlt zu haben, die sich mit dem Abschuß von Fischreihern ein Ruhmesblatt in der Reihe der Raturveröder zu erwerben wuß'en! „Reminiszere — putzt die Gewehre!" Wer vor dem Schnepfen strich noch besonders die Gewehre putzen muh. braucht sich diesmal nicht zu eilen. Denn mit dem „Okuli — da kommen sie" wird es wohl 1929 nicht stimmen. Aber der Weidmann wird den Vogel mit dem langen Gesicht in diesem Iahr als Frühlingsboten besonders herzlich wlllkommen heißen. Es ist halt ein eigener Reiz um diese Iagd, die wenig materiellen Erfolg, aber dafür viel Freude an dev wiedererwachenden Ratur zu spenden vermag. Grundsätzlich sollte die Iaad nur auf dem Strich ausgeübt werden, da die Schnepfe von Iahr zu Iahr mehr und mehr Steigung zum Brüten bei uns zeigt. Die reiche Eichelmast des Iahres 1928 hat die Wildtauben in ungewohnt großer Zahl zum Lleberwintern zurückgehalten. Bald wird das sehnsuchtsvolle „O du. dudu" des Ringeltaubrrs den Wald durchdringen und dem "Weidmann, der den großen Hahn nicht jagen kann, einen Ersah bieten, der auch einige Anforderungen an fein Können im Pirschen und Anspringen stellt. Ter Raubvogelzug ist im Gang. Auffallend schlecht ist es den Mäusejägern Bussard und Eu'en in diesem strengen Winter gegangen. In großer Zahl sind sie verhungert und er- fro en gefunden worden. Unsere Raubvögel, die sto'.en Beherrscher der Lüfte, sind so wenige ge- worben, daß der Raturfreund im Weidmann die Oberband gewinnen sollte. Unsere Ratur ist schon einförmig und verödet genug. Die wichtigste Arbeit muß die Bekämpfung der Feinde der Riederjagd, der Krähen und des Großwiesels, sein. Dem scharfen Auge der schwarzer Gesellen entgeht in dem deckungsarmen Märzse.d kaum ein Iunghäschen. fällt gar manches Gelege zum Opfer, während das blutdürstige kleine Däüberchen die brütende Henne in dichter Dornenhecke, den von der Mutter im alten Gras des Grabrnhanges wohlverwahrten kleinen Müm- me'mann abwürgt. S a l z l e ck e n sind aufzufrischen oder neu anzulegen. Ihre Bedeutung für die Gesunderhaltung des Wildes in der Zeit des Aesungswechsels ist sehr groß. Dazu bieten sie ein billiges Mittel, das Schalenwild an das Revier zu fesseln. P i r s ch p f ä d e sind anzulegrn, jagenden Hunten und streunenden Katzen ist das Handwerk zu legen. Denn ihr Schaden ist häufig größer, als der aller wild lebenden Feinde unseres Wildes. Hubertus. Hessische Geflögelzüchtertagung. Der Landesverbandstag hessischer Geflügel- züchteroereine fand am Sonntag in Frankfurt a. M statt. Der Vorsitzende, K. Beith (Reichelsheim i. W.), begrüßte die zahlreich erschienen Vertreter aus ganz 5)essen. Den Jahresbericht erstattete Herr Ackermann (Sprendlingen). Die Rechnungsablage ergab eine Einnahme von 2229,71 Mk., eine Ausgabe von 1547,98 Mk., mithin 681,73 Mark Ueberschuß. Dem Geschäftsführer Ackermann wurde der Dank der Versammlung ausgesprochen; dem gesamten Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Bei der Wahl des Vorsitzenden ergab sich eine recht lebhafte Debatte. Der seitherige Vorsitzende, K. Beith erhielt 66, Direktor Geis (Ofsenbach) 27 Stimmen; ersterer ist also wiedergewählt. Der Züchterlag 1 9 2 9 findet in Gießen statt. Termin wird noch bekanntgegeben. Die Landes- ausstellung ist vom 15. bis 17. November in Worms. Für 1930 wurde die Landesausstellung wegen der schönen Ausstellungshalle wieder Gießen zugesprochen. Die Leistungsstämme, die von Züchtern dem Universitäts-Tierzuchtinstitut zur Verfügung gestellt wurden, werden auf der Landesausstellung Worms und der Wanderausstellung der Landwirtschaftsgesellschaft ausgestellt. Buntes Allerlei. Die deutsche Lomw.erauSstcllung „Gas und Wasser 1929“. Am 19. April wird in den großen "Berliner Ausstellungshallen am Kaiserdamm die vom deutschen Verein von ©?8- und Wasser,achmännern gemeinsam mit dem Messeamt der Stadt Berlin vcranstLltcte Ausstellung „Gas und Wasser" eröffnet werden. Der g:famtc große Ausstellungs- park Berlins steht dieser Ausstellung, die in ihrer Art einz garsig sein wird, ?ur Verfügung. Vertreter der Technik und Wirtschaft aus allen Teilen des Reiches arbeiten schon seit langem uni er lebhaftrr Anteilnahme der maßgebenden Behörden an der Verwirklichung des Gedankens, Gas und Wasser, die Eckpfeiler im Leben jeden Gemeinwesens, au '.stellungsmä' ig dar'ustc'len. In ter ersten Abt uung dieser gewaltigen Schau wird ausschließlich die Gaserzeugung gezeigt. Es wird u. a. das größte jemals hergestcllte Modell eines neuzeitlichen Gaswerkbetriebes in vollem Betriebe zu sehen sein. In der zweiten Olbteilung tri.6 di: GaLv:rwcndung im Haushall. Gewerbe und Industrie gezeigt. An diesen umfangreichen Industrietlll werden zahlreiche belehrende Sonderabtci ungrn angeschio'sen, wo' ei man sehen wird, wie man mit Gas schweißt, schmiedet, gießt, wä'cht, bäckt. Auch die Belange der Hauswirtschaft werden hier in weitestem Umfange berücksichtigt sein. Die nächsten Abteilungen werden ausschließlich dem Wa'scr gewidmet fein. Hier wird man einmal den Zusammenhang dcS Feuerlöschwesens mit Gas und Wasser veran- schaullchen, man wird ferner die Organisation und Ausrüstung der Feuerwehr als Wasscrwchr zur Darstellung bringen. Zum anderen wird die gesamte mit der "Dass erwerkversorgung und Wasserverteilung bischästgte Industrie in ihren mannigfachen Verschiedenheiten zu sehen sein. Die interessantesten Wasierversorgungs- anlagen zahlreicher d:u scher Städte werden zu sehen sein. Endlich wird auch der wissenschaftlichen Erörte urg al er WalserversorgungLfragen ein breiter Raum eingeraumt werden, so daß sich schon jetzt sagen läßt, daß die von allen interessierten Kreisen geleistete Gemeinschaftsarbeit ein Werk von Weltgeltung der Verwirklichung entgegenführt. Ein Eisenbahnunglück abgewendet. Durch die Olufm.rkiamkeit eines Blockwärters wurde der B e r l i n—H amburger O-Zug bei Karstädt vor einer Katastrophe bewahrt. Der O-Zug, der gegen 10 älhr Karstädt passieren sollte, wurde auf die Rachricht eines Block- Wärters in Karstädt angehalten. Der Tlockwä.ter hatte beolachtet, daß der Speisewagen schwankte und auf einer Seite hing Bei der Llnters'lchung in Karstädt wurde festgestellt, daß das et e Achsschenkellager ausgeschmort war: ebensans war die eine Feder des Speisewagens weggerissen. Hätte der O-Zug die Weichen in Karstädt mit voller Geschwindigkeit Pa siert, wäre der Wagen ohne Zweifel entgleist. Rach Ausrangierung des Wagens setzte der Zug feine Fahrt fort Eine Automobilhalle nledergebrannt. In Singen am Hohentwiel wurde die yroße Lager- und Reparaturhalle der Automobillitmn Bälle, Vollmer & Co. durch ein Großfeuer eingeäschert. Infolge der Kälte konnte die Feuerwehr das große, mehrstöck ge Gebäude nicht retten, sondern mußte sich auf den Schutz der angrenze- den Gebäude beschränken. Der Brand dürfte auf einen Dergaserbrand zurückzuführen fein. Zahlreiche in der Halle eingestellte Privatwagen sind verbrannt. Der Schaden ist sehr groß. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung ) Zuwachsskeuer. Die Wertzuwachssteuer wird in Ihrem Falle von der Differenz zwischen dem Ankaufspreis im Jahre 1925 und dem etwaigen Verkaufspreis berechnet. Maßgebend ist die Höhe der Differenz, die Dauer des grundbuchmäßigen Eigentumseintrags und der Betrag der von Ihnen in das Haus gesteckten Beträge zum Zwecke der dauernden Verbesserung. Näheres erfahren Sie auf dem Finanz amt, von dem die Steuer berechnet w.rd; ihr Betrag fließt in die Stadtkasie. Drahtzaun. Der Fuhrwerksbesitzer ist für den ungerichteten Schaden haftbar, da er nach Ihrer Angabe das Fuhrwerk selbst gelenkt zu haben scheint. Einigen Sie sich mit ihm über die Kosten. Er wird sich wieder an seine Versicherungsgesellschaft halten. Sachgemäße Ausbesserung erfolgt durch einen Schlosser. Leisten Sie die Ausbesserung, so können Sie neben dem Material auch Ihren Zeitauftoand in Rechnung stellen. Kommt eine Einigung nicht zu stände, so müssen Sie gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen. KEN Seefische! Donnerstag-Markt! Dcbcllfiich o. ............. 4.» Pf. Lcclacvs o. ............35 Pt. Rotbarsch o. St...........40 Pf. Kabeljau o. It............. 35 Pf. Cecaal o. K............40 Pi. Graue Heringe 3 Pfund 50 Pf. Fisch-Jürgens WenermHnde- Fischereihafen. Hohlsaum- Arbeiten aller Art werden schnellstens angefertiut im Austeuerhaus Salomon GieOoo» Seitenweg 81 iwu 1983V geeignete Vertretung welche Lagerräume, Fuhrwerk und Telephon besitzt Antrag erbittet Bad Hermannsborn Bad Hennannsöorn h. Bad Driburg Wir suchen für den Vertrieb des vorzüglichen und bestbekannten Hermannsborner KnUal]M]s SCHILLING AUTOMOBILE" DKW MOTORUaiDER GIESSEN ,KI„ Dtiidfßtöen Mr Äst "SS Ugsfiatti’M mitein n.Dtcisroett ofe Brtioridie Uaio.-Bra J«el, B. tauge. «Sieden, saunte ?. 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C.Schlesier-Altmann fann noch einige Schüler(innen) annehmen für Klavier und Theorie. — Anmeldungen möglichst vor den Ferien erbeten Goethestraße 63. 01057 Mein Herz ist eine Jazzhand Der neueste Lustpiel-Großfllm in 8 Akten mit kriminellem Einschlag von Friedrich Zelnlk. Im Zeichen des .Jazz — Im Zeichen des Tempos unserer Zeit — mit einer Fülle lustiger Einfälle und großer Ausstattung inszeniert. Weitere Mitwirkende: Alfred Abel, Lydia Potechino« Raimondo van Riel. — Ferner: Vorsicht bitte? Lustspiel In 2 Akten. — Sowie: Frühling der Erde Lehr- und Kulturfilm. Und: Die neuesten Tagesberichte aus aller Welt Demnächst: Waterloo — Marschall Vorwärts Das größte Filmereignis der Saison. Äsloria-LithlSDiele, Seltersweg Ab morgen bis einschließlich Sonntag: Domenico Gambino der beste Sensations-Schauspieler in seinem neuesten Kriminal- und Sensations Schauspiel in 6 Akten Diebe Die Berliner Presse schreibt: Domenico Gambino ist besser als Harry Piel, Luciano Albertlni, Tom Mix und Douglas Fatrbanks. Ferner: Die gloueiche Fahri des russischen Eisbrechers Krassin Dio einzig existierende authentische Filmaufnahme dieser unvergleichlich kühnen Tat. 1905C Aufklärung! Um Irr ümer zu vermelden und meine werte Kundschaft vor schaden zu bewahren, mache ich nochmals darauf auf merksam, daß Herr Karl Heidt, Giehen, Löberstrabe 15 aus meinem Betriebe vollständig ausgeschieden ist. Meine holsteinische Tafelmargarine sw. "csch. unter Nr. 348172 darf nicht mehr von Herrn Heidt vertrieben und an- geboten werden. Auch ist derselbe nicht berechtigt, meine Sparkarten einzuziehen, einzulösen oder gegen andere umzutauschen. Meine Niederlagen in Gießen sind bei: L. Hofmann. Gießen. Klrch*tr. 12 Fr. Barke. Gießen. Kirchenplat» 10 In Zweifelsfällen bitte ich, sich an meinen dortigen Bez.-Vorst., Herrn Bich. Beinhorn, OroBcn-Llndcn, Bahnhofstraße 98, zu wenden. 1988V Friedrich Bölck, Bad Oldesloe Mlsoielbans, BalmiiolsiraSe 34 Heute letzter Tag: Wilhelm Dieterle m Ritter der Nacht Ab morgen bis einschließlich Sonntag: Lya Mara m Televbo» 2417 2 27V 1. CafeAstoria Siudienrai Dr. Rudolf Älank und Frau Elsbeth Älank geb. Habe Gießen, am 6. März 1929 Universltäts-Frauenllinik Professor Dr. v. Zaschke der Verwaltungsstelle Gießen Tagesordnung: Dahl eines Abgeordneten zur Hauptversammlung und dessen Stellvertreter. Ilse Unsere Ursula hat ein gesundes kräftiges Schwesterchen bekommen. Dies zeigen dankbar an Äluw ntob. Viersitzer mit (Sbauffeur, nein Arzt oder Staufmann um. billigst. Berechnung zur Verfügung. Sckr.Ang. u. 01073 a. d. Gien. Anzeiger. ®®®oe®eoeee® Wimckii- inziige föottbidin, auch aus tetlattüluno. Mort h. Benner Nordanlage 7. Marktftratze 14 GIESSEN Ab heute neue Künstler- Kapelle Adie Wieland UlOH, MkM.MIkWW! von Seelachs, Labltau, Goldbarsch, ZklUsik 3HIUIIIC» Schellfisch, Karbonadenfisch Alles billigst! Fisch-Spezialhaus Cuxhaven Postversand nach auswärts! oiuet Vaemev GvsatzSasfe Einladung zu der am Donnerstag, den 41. April 1929. abends 8‘/9 Uhr, im Hess. Hof stattslndenben MgliedewerfamMmg Bierhaus Hotel Franz Heute Ml.twoch UW71 MllWiMiM des beliebten Märzen-Bieres Konzert — Humor — Stimmung Schellfische o. ft- Pfund 45 Kabliau o. ft, Pfund 40 Fischfilet ver Pfund 55 Billige Sanfetoen Wirsing Kohlrabi Spinat Rotkohl 2.Psttnd.Dose 70 Erbsen 2<3äit>.®. 1.00. 0.80 Schnitt- und Srechbohnen 4-Pfd.«Dose 1.40 Süjlvürzlvmzei« 2 Pfd.-Dose 2.00 Apfelmus 2-P,d.-Dose 85 pflaumen 2-Pfd.»Dole 90 Kote Hüben 2-Pfd..Dofe 1.20 Heinrich fiomfleiini IficbtniitaRC 71 Tel. 1685. 2411D 2. Anträge zur Hauptversammlung. Die Anträge müssen formuliert fein. 3. Äestimmung von 2 Tageszeitungen gemäß tz 4 Ziffer 5c der Satzung. 4. Verschiedenes. oitns Der Verwaltungsstellen - Vorstand. Für die uns anläßlich unserer Vermahlung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlich. Werkmeister Friedrich punzel und Frau Anna geb. Traum Gießen, den 6. März 1929. uute Nr. 55 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch. 6. März 1929 I Aus dem Reiche der Frau. wünschen, daß diese Forderung von allen Männern an ihre Frauen gerichtet werde: denn die Frauen sind mit den „Versack,sichten" nicht glücklicher, wenn sie auch oft so tun. Nur: aus dieser Forderung müssen auch, wenn sich einer ihrer Tragweite einmal bewußt wird, alle Konsequenzen gezogen werden! Und eine der wichtigsten ist die, die id) zu Beginn aussprach: der neuen Hausfrau muß die Möglichkeit zur Erfüllung ihrer Aufgaben gegeben werden: und diese Bedingungen dazu liegen heute nicht mehr innerhalb der vier Wände eigener Häuslichkeit. Die neue Hausfrau, die Kaineradin, Ge- fäyrtin sein soll, muß eine eigene und vom Manne zunächst unabhängige Stellung zu den Dingen der Welt und des Lebens haben. Muß wenigstens die äußere Möglichkeit haben, auch draußen neben, nicht unter dem Manne zu stehen. Dieser neue Stil prägt sich vielleicht nirgends sichtbarer aus als in der Stätte ihres Hausfrauenwirkens, in Wohnung und Küd)e. Und umgekehrt sind die Tatsachen, die ich hier erörtert habe, Er- klärungsgründe für einen Zustand, der mir (so lange ich über ihn nachdenke) immer merkwürdig und erstaunlich erschienen ist. Daß nämlich nickts in unserem ganzen täglichen Leben so unverhältnismäßig altmodisch und unzweckmäßig ist als die Einrichtung unserer Hauswirtschaft und ganz besonders unserer Küche. Für einen, der eine Ahnung von modernen Fabrikationsmethoden hat, ist auch das Kochbuch neuester Auflage ein mittelalterliches Dokument. Es ist mir (bei großem Interesse und eini- I gen sachlichen Kenntnissen in der Chemie) nie recht I klar geworden, warum die praktisch meist doä) begabte Frau die Technik ihrer Hauswirtschaft und Küche nicht umstellte. Die Erörterungen vorher machen die Gründe deutlicher. Einmal bedurfte gerade die tüchtige Frau einer Kräfte und Zeit sparenden Umbildung nid)t, da ja andere Lcbenswünsche und andere Notwendigkeiten sie nicht konkurrierend in Anspruch nahmen. Ein Buch lesen, ins Theater gehen usw. kann man ja auch lassen, wenn die Zeit fehlt oder die Müdigkeit zu groß ist. Dann aber: der Hausfrau alten Schlages, die in ihrer Welt verharrte, fehlte (neben einer theoretischen Bildung) die Anschauung technischer Parallelen, die sich dem Mann aud) auf- drängen, wenn er kein Techniker und Industrieller ist. So blieb die Technik der Hauswirtschaft ganz konservativ, bis die neue Hausfrau unter den veränderten Bedingungen nach Arbeitsersparnis aussehen mußte. Gas und Elektrizität in der Küche sind ja nicht mehr ganz neu, bauen ihren Wirkungs- kreis aber doch noch ständig aus. In der praktischen Ausbildung der Geräte und Wirtschaftsmöbel aber haben Frauen und die beteiligte Industrie endlid) neue Wege «ungeschlagen, die in der geschickten räumlichen Anordnung der Dinge ihre Fortsetzung finden. Das Ziel ist klar: was neue Aufgaben des Lebens der Frau an Kraft zumuten, daß muß ihr in der Führung ihrer Wirtschaft erspart werden. Die abgehetzte müde Frau kann die neue Pflicht einer Bildungsträgerin nicht erfüllen und muß also abgelöst werden. Noch bleibt viel zu tun. Aber der Weg ist betreten. Plauderei über den Gimmpf. Don G. van der Groot. Es gab einmal eine Zeit — fast ist es nicht mehr wahr — da hatten die Frauen keine Deine, nur schwarzbefchch.e Fü> unter einem G.ocken- rock. Zu dieser sagenhaften Zeit führte der Strumpf ein Dasein im Verborgenen, nur dann und wann an Degen- oder Sturmtagen durfte er feine Existenz beweisen, wenn der Dock ein wenig geschürzt oder vom Winde hochgewirbelt, ihm einen kurzen — ach so kurz bemessenen Ausblick in die W:lt gestattete. Aber womit konnte er dann prunken? Mit seiner Farbe? Tie war schwarz oder weiß, zuweilen auch braun, stumpf und ein.önig. Ein Aschenbrödel war der Strumpf, ein derbes, praktisches Kind seiner Zeit. Er sollte wärmen und bekleiden, nichts weiter, und dazu waren Wolle und Baumwolle, in dauerhafter Art handgestrickt, gut genug. Kraus und glatt! Schrecken unserer Kindertage, denn die Dinger kratzten an den Beinen zum Erbarmen. Wie viele heiße Tränen mögen in den Kinderstuben jener Zeit um diese praktischen, ach allzu praktischen Strümpfe geflossen fein, denn sie waren unverwüstlich, diese von der Großmutter mit Liebe selbstgestrickten kraus und glatten Strümpfe. Gl.ckliche Kinder, die heute dieser Plage enthoben sind. Sie glauben es uns nicht mehr, daß wir um Strümpfe Höllenqualen litten. And wir Erwachsenen, die wir jetzt mit Verachtung auch auf die schönsten und weichsten Wollstrümpfe herabsehen, glauben wir es noch, daß in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts der weiße Wollstrumpf als der allein anständige galt, daß, als der schwarze Strumpf auftauchte, ein Entrüstungsschrei hörbar wurde, der einer entarteten Welt den Untergang prophezeite? Und dabei war es doch noch nicht so lange ,5er, daß man in der Zeit des Rokoko dem Strumpf eine Vorliebe angedeihen ließ, die den Luxus unseres heutigen Hätschelkindes bei weitem übertraf. Die reichen Damen, vor allem die Damen bei Hofe, trugen Strümpfe, die mit Edelsteinen beseht waren oder von der Hand berühmter Maler geschmückt wurden. So besaß Frau v. Maintenon, die Geliebte Ludwigs XIV., Strümpfe, die der große Watteau eigenhändig verziert hatte. Die französische Devolution räumte mit diesem Luxus auf. und da Paris in Modesragen seit jeher tonangebend war. zog die Solidität auch wieder in tc r anderen Ländern ein, und sie war so grünölia), daß der Strumpf ein Gegenstand wurde, von dem man nicht sprach, den zu zeigen, man sich schämte. Der schwarze Strumpf wird gegenwärtig nur zur Trauerkleidung getragen. Als die Mode ihn zum ersten Male in den Handel brachte, war man eifrigst bemüht, ihn so schnell wie möglich wieder zu verbannen. Es fanden sich Aerzte, die ihn für gesundheitsschädlich erklärten und ihm zahlreiche, durch den schwarzen Farbstoff ve.u.sachte Dlutverg.ftungen zuschrieben. Aber wenn Frau Mode sich eine Neuerung in den Kopf gesetzt hat, bleibt sie hartnäckig. Sie lockte mit feinem Flor- und Seidenqewebe, und die eitlen Frauen unterstützten sie. Mit einem Male war der schwarze St.umpf die dezenteste Bekleidung, — bis die farbigen Strümpfe, zuerst ebenfalls entrüstet ausgenommen, ihm den Dang abliefen. Bor drei Jahren noch starrte man wie hypnotisiert auf schlanke Beine, von denen man nicht wußte, ob sie bekleidet oder unbekleidet waren. Der fleischfarbene Strumpf hatte feinen Einzug gehalten, und der kurze Dock ließ sehen, was man früher ängstlich zu verstecken getrachtet hatte. Die Strümp,industrie jubelte und nahm sich des armen Aschenbrödels an. Seide, Seide und nochmals Seide von einem Schimmer und Glanz, der Frauen» und Männerherzen gleicherweise entzückte, kam als Strumpfgewirk in den Handel, in Farben, die eine zu jedem Kleide essende Wahl gestattete. Der fleischfarbene Strumpf .st jetzt nicht mehr so begehrt, wie vor einigen Jahren. Beige-rose, fiibergrau sind die bevorzug en Töne, und wir schlüpfen mit Genuß und Wohlgefallen in diese feinen, weichen Ge- Die neue Haussrau. Don Dr. Hanü Hajek. Die Hausfrau allen Schlages, die in der liebevollen und beinahe künstlerischen Betreuung von Wirtschaft und Küche aufging, war eine prachtvolle Erscheinung. Unumschränkte Herrscherin in ihrem Neiche, über das hinaus zu schauen sie weder verlangte noch bedurfte. Die Außenwelt sah sie im Spiegel des Mannes: realistisch im Spiegel des Eheherrn und der anderen männlichen Wesen, die an ihrem Tische saßen, literarisch in Roman und Theater. Im übrigen wußte sie von dem „seind- Hd)en Leben" so viel wie ihre Mutter und ihre Großmutter: daß es für Frauen gefährlich fei. Manchmal ging ihr ein kribblicher Schauer über den Leib: JGitt! iGitt — wie man im deutschen Norden sagt. Das genügte ihr völlig. Für die junge Hausfrau -on heute liegen die Dinge schwieriger. Sie ist nicht in eine Tradition yineingewachsen, die sie getrost fortsetzt, sie hat sich im Gegenteil wider eine Tradition zu wehren und eine neue zu schaffen. Das fordert doppelte Kräfte. Die selbstverständliche Absperrung gegen das Leben außen ist heute unmöglich, selbst wenn die junge Hausfrau nicht berufstätig ist, wie es viele, jeden Tag mehr, sein müßen. Die Frau, welche heute ihre Kulluraufgabe, die Atmosphäre des Hauses zu gestalten, wirklich erfüllen will, muß eine eigene Beziehung zur Außenwelt haben und kann sich mit einer indirekten durch den Mann oder gar einer nur literarischen nicht mehr begnügen. Der Gesichtskreis des Mannes ist ja vielfach auch (Gott sei's geklagt!) immer enger und unpersönlicher geworden, welche „Entwickelung" man Versachlichung und Spezialisierung nennt. Der Mann vom Dutzend rocre also, ob er nun Geschäftsmann oder Beamter oder anderes ist, gar nickt mehr in der Lage, seiner Frau die Kenntnis des äußeren Lebens zu ersetzen und zu vermitteln, denn er ist ja auf seinen Beruf spezialisiert. Wem mein Urteil zu schroff klingt, der sehe sich einmal selbst um. Es ist übrigens gar nicht das erstemal in der Geschichte, daß die Frau als der seelisch bildende Faktor am Manne eine Aufgabe dieser Art zu erfüllen hat: nämlich seiner Entpersönlichung entgegenzuwirken und ihn wieder zu einer Persönlichkeit zu bilden. Mit dem Werfe des Mannes im einzelnen hat dieser Sachverhalt wenig zu tun; es ist hier aber nicht der Ort, auseinanderzusetzen, wieso der Mann in diese Lage gekommen ist, aus der er wieder heraus muß, wenn wir nickt, wie in Amerika, zu Zuständen kommen sollen, die jede Shdtur ausschließen. Mein Protest gegen den versachlichten Mann ist also kein Angriff auf den Mann und eine plumpe Verbeugung vor der Frau, sondern ein Angriff auf die Versachlichung und Ra- tionalisiernng des Daseins. Mein Protest gegen die (leider starken) Dersachlickungsbestrebungen der Frau ist noch weit lauter, aber hat mit dem Haus- frauenthema nichts zu schaffen und klingt daher hier nicht mit. Dagegen ist hier zu sagen, daß die neue Hausfrau auch dem nicht versachlichten, also — wie ich es fordere — Person gebliebenen und gewordenen Manne gegenüber nicht mehr auf dem Standpunkte der allen Hausfrau verharren kann. Denn was der neue Mann (so mir dieser Ausdruck der Kürze wegen erlaubt ist) von seiner Frau will, ist wieder etwas anderes als das Ideal des Mannes von ehedem. Gerade der persönliche Mann will eine ihm schultergleiche, wenn auch in einem letzten Punkte von ihm geführte, Kameradin. Nicht nur eine gute Mutter feiner Kinder und selbstverständlich eine tücktige Haufrau. Liebe Brüder des Ordens vom Manne, wißt tbs- auch, was an Unverschämtheit ihr euch mit dieser „selbstverständlichen" Forderung leistet? Was ihr der Frau, der (ich hoffe zu eurer Ehre: geliebten) Frau aufoarft? Ich bejahe eure Forderung mit euch und muß aus meiner Auffassung der Dinge sehnlich Kinder und Tiere. Don Sophie Landau. Ls ist eine beliebte Dedensart. daß Menschen, die keine Siem? zu Tieren hätten, keine guten Menschen seien. Wenn die Erfahrung auch beweist. daß diese Anschauung in ihrer Absolutheit unrichtig ist, da es zu allen Zeiten edle Menschen gab, die keinerlei innere Beziehung zu den Tieren hatten, während bei schlimmen Schädlingen der menschlichen Gesellschaft sich oft die einzigen weicheren Degungen irgendeinem Tier gegenüber zeigten. so muh diesem Problem in der Erziehung doch eine nicht geringe Wichtigkeit beigemessen werden. Ist doch der Verkehr des KindeS mit Tieren von nicht zu unterschätzendem Einfluß auf feine Gemütsentwicklung. Im allgemeinen haben die Kleinen eine große Liebe zu allem, was lebt, ob es fliegt oder kriecht oder schwimmt, ob es bellt oder miaut, sie stehen unter dem Bann des Andersartigen. Nichts betrachten Kinder wohl mit solcher Aufmerksamkeit wie ein Tier, denn es bewegt sich und gibt sonstige Lebensäußerungen von sich und ist doch so anders, als sie selbst. Das Kind staunt jedes Tier, daß es noch nicht genau kennt, tote ein Wunder an: ach. so siehst du aus. und es versucht, oft große Angst überwindend, eine Verbindung herzustellen. Es wlll dem Hund einen Leckerbissen überreichen, und zuckt doch jedesmal zurück, wenn er danach schnappt. Ist aber die Freund sch ast geschlossen, so geschieht es gar leicht, daß das Kind trotz seiner großen Liebe den Spielkameraden tyrannisiert. Er kann ja nichts dagegen sagen, läßt sich meistens geduldig alles gefallen. Das Kind, dcs sonst selbst gehorchen, sich nach anderen richten muh, herrscht. Hier muh nun eine vernünftige Erziehung einsetzen, denn es gibt keine bessere Gelegenheit, das Kind zum Schutz des Schwächeren, zum Gefühl der Verantwortlichkeit für andere anzuhalten, als in seinem Verkehr mit Tieren. Wan muh ihm frühzeitig klarmachen, welche Feigheit darin liegt, ein Lebewesen zu quälen, das sich nicht wehren, kann oder das auch zu gutartig und geduldig ist. sich zu verteidigen, wie man das ja so häufig bei Hunden findet, die mit bewundernswertem Gleichmut sich von kleinen Händen zerren, von den Füßen treten lassen. Solche Quälereien sind, da sie meist mit Bosheit nichts zu tun haben, nicht tragisch zu nehmen, doch muh man sie dem Kinde natürlich aufs st.engste verbieten, ihm zeigen, wie wenig es ihm gefallen würde, wenn ein starker Mensch so willkürlich mit ihm umginge. Cs muh frühzeitig lernen, dah der Mensch die Pflicht hat, das Tier zu schützen, das mit ihm lebt, ihm dient. Anders liegen die Dinge, wenn Kinder, die bereits verständig genug sind, um Schmerz zu begreifen, Tieren, größeren ober kleineren, absichtlich irgendein Leid zufügen. Hier zeigt sich dann sehr deutlich die verschiedene Veranlagung der Kinder. Wer hätte es nicht schon erlebt, wie Kinder Vögel. Schmetterlinge oder auch einen Hund, eine Katze quälten, well sie wußten, daß sie einem andern Kinde keinen größeren Schmerz antun konnten, als das Martyrium des wehr- lo'en Geschöpfes mit ansehen zu müssen. Hier ist die allergrößte Strenge am Platze, denn das darf man Wohl ohne Einschränkung sagen: ein Kind, das Freude daran hat, Tiere zu quälen, oder durch seine Grausamkeit gegen Tiere andere Kinder zu schrecken, wird in seinem späteren Leben rücksichtslos und brutal handeln. Von blutdürstigen Despoten, wie Nero, Karl IX. von Frankreich, wird erzählt, wie sie schon als Kinder Freude an den Qualen hilfloser Tiere hatten, und die Gerichtsakten zeigen, baß viele Mörder schon in früher Jugend arge Tierquäler waren. Natürlich ist es außerordentlich schwierig, die Beweggründe der Kinder richtig zu erkennen. Eine Jagd auf eine Katze hat oft mit Grausamkeit nichts zu tun, der älebermui muh sich irgendwie Luft machen, da springen unb werfen sie hinter einer Katze her. Auch Neugierde und Langweile können die älrsache der Tierquälerei sein. Man möchte einmal sehen, wie die Katze ohne Schwanz ausschaut, was die Dogelmutter tun wird, wenn man ihr die Eier aus dem Nest nimmt, wie die Fliege ohne Flügel sich fort- bewegt. „Das Quälende in der Dehandlungsweise von Tieren und Insekten," sagt Fröbel. ..welches wir in sehr gutmütiger, gu'.gemeinter Absicht besonders bei jungen Knaben finden, hat in dem S. reden des kleinen Knaben seinen Grund, sich das innere Leben des Tieres zur Einsicht zu bringen, sich den Geist desselben anzueignen. Aber Nichtlellung, Mißleitung bieses Triebes. Derkennung desselben kann später solche Knaben wohl zu wirllichen verhärteten Tierquälern machen!" Daher heißt es auf der Hut fein, das Mitleid des Kindes muh geweckt werden, ohne dessen Degungen es später auch zur Menschen- quälerei übergehen könnte, man lehre es alles tierische Leben ehren. „Dicht auf leere Mitleid- ilebung, nicht' auf eine Impf-Schule fremder Schmerzen ist's abgesehen," äußert sich Jean V a u l in seiner Lewana, „sondern auf eine Religionsübung der Heilighaltung des Lebens, des allwaltenden Gottes im Baumgipfel und im Menschengehirn. Tier-Liebe hat wie die Mutter- Liebe noch den Vorzug, dah für keinen Vorteil der Erwiberung und noch weniger des Eigennutzes entsteht, und zweitens, dah sie jede Minute einen Gegenstand und eine Tlebungsminute findet." Die Liebe zum Tier, zur Kreatur lebt glücklicherweise in den meisten Kindern, sie darf nur nicht durch älngeschick.ichkeit verschüttet werden. So soll man die Kleinen nie, um sie abzuhärten, dazu zwingen, dem Schlachten beizuwohnen. Wozu soll man ihnen das Schauspiel des Leidens und S erbens vorführen, das sie entweder entsetzt oder üjnen zur Sensation wird, die sie sich dann womöglich eines Tages in ungeeignetster Weise selbst zu verschaffen suchen? Fälle, in denen das Kind bewußt Tiere quält, sind nicht so zahlreich, wie es wohl beim flüchtigen Hinsehen scheinen mag, es lebt ja mit ihnen so innig wie mit feinen menschlichen Spielkameraden. Daher sieht man oft, wie es beim Tode eines feiner Lieblinge tieftraurig ist, sich gar nicht vorstellen kann, wie das Leben ohne rhn weitergehen soll, und sich nur schwer an ein neues Tier gewöhnt. Manche Kinder finden einen gewissen Trost darin, ihrem Gefährten noch einen letzten Liebesdienst zu erweisen, der. so rührend er sein mag. oft einer gewissen Komik nicht entbehrt. So erzählt Storm, wie seine zwei kleinen Jungen tiefbetrübt über den Tod ihres weihen Kaninchens „Dine" neben der Geih- blattlaube knieten und mit ihren rotkarierten Taschentüchern eifrig auf dem kleinen, frischen, seltsam glänzenden Grabhügel herumrieben. Auf des Vaters Frage, was sie da machten, guckte der Kleine auf und sagte, während fein Gesicht so fröhlich leuchtete wie droben kaum die Hebe Himn-elssonne: „Wir polieren Dine sein Grab mit Spucke." So spiegelt sich in der Beziehung zum Tiere die ganze Vielgestaltigkeit der kindlichen Seele, toebc. die sich der Haut so glatt anschmiegen, und freuen uns. wenn sich auch andere, denen wir gefallen wollen, sich daran erfreuen. Freilich. es sind nicht immer schlanke, gutgeformte Deine, die in den schönen, farbigen Seidenstrümpfen stecken, und mancher Aesthet wendet den Blick mit Grausen. Es hat eben alles seine Licht- und Schattenseiten, der kniefreie Dock und auch der so beliebte Seidenstrumpf, denn Dauerhaftigkeit kann man ihm nicht mehr zugestehen. Eire einzige Laufmasche — und die Pracht ist dahin. Unb eine einzige solcher Laufmaschen wird vielleicht heute ebenso beweint, wie ein ganzer dauerhafter, kraus und glattgestrickter Strumpf der Bergangenhrit, zum mindesten von denen, die sich eine Neuanschaffung nicht ohne einige Schwierigkeiten leisten können. Noch ist die Herrschaft des farbigen Seidenstrumpfes unbestritten, bleibt der kurze Rock — und es ist vom Standpunkt ungehemmter Beweglichkeit im Zeitalter des Sportes nicht anzunehmen, dah er sich wieder beträchtlich verlängert -- so wird auch der Strumpf der Dame ein Objekt besonderer Sorgfalt derer bleiben, die an ihm interessiert sind. Hausarbeit und Körperpflege. Don M. Schneider. älnferc Zeit legt außerordentlichen Wert aus Körperpflege. In der Tat kann ein gepsleg.es Aeuheres Der Schönheit an Eindruck gleichkommen. Ein guter Eindruck ist jedoch schon ein hall' ber Sieg Der Persönlichkeit, und keiner Frau ist es deshalb zu verdenken, wenn sie alles daranseht ihn zu erreichen. Schwer hat es freilich in dieser Hinsicht die selbsttätige Hausfrau, denn d.r Kampf gegen Staub und Schmutz mit Hilfe von Besen. Scheuertuch und scharfen Reinigungsmitteln ist der erklärte Feind eines gepflegten Aeuheren. Jedoch auch seinem verderblichen Einfluß läßt sich durch geeignete Maßnahmen entgegenarboiten. Da sind zuerst die armen, werktätigen Hände. Sie müssen in der heißen Waschlauge die Wäsche säubern, sie müssen den Abwasch bewältigen, sie müssen Obst unb Gemüse für den Winter einmachen unb was ihnen sonst noch für Arbeiten, die entschieden alle nicht zu ihrer Verschönerung beitragen, zugemutet werden. Bei all diesen Arbeiten, feuchter Verrichtung, ist es nicht möglich, Handschuhe überzuziehen, wie es zur Schonung der Hände bei Denjenigen getan wird, die dem Kampf gegen den Staub gelten. Ein Mittel gibt es jedoch, das sich recht gut bewährt hat, das ist das Einreiben der Hände vor Beginn der Arbeit mit einem Stück frischer Butter, in der grober Zucker verknetet wurde. Dies energisch betrieben, schützt die Hände vor Den Angriffen Der Reinigungsmittel. Nach BeenDi- gung Der Arbeit werden sie gut mit warmem Wasser und milder Seife geschrubbt und hierauf mit einer Mischung von Glyzerin. Zitronensa't und Honig, alles zu gleichen Tellen, eingerieben, wobei die Haut noch feucht sein muß. Bei trockenen Verrichtungen ist es ratsam, Handschuhe überzuziehen und die Nägel im besonderen auf folgende einfache Weife zu schonen. Ein Stück weicher Seife wird zur Hand genommen und mit Den Nägeln in diese hineingekrallt. Dabei b’cibt von der Seife in den Nägeln so viel zurück, daß es dem Staub unmöglich ist. sich unter sie zu sehen. Sie können nach Beendigung Der Arbeit Dann leicht mit Der Bürste ausgebürstet und, um ein Einreißen zu verhüten, mit Vaseline eingerieben werben. 2luch Das Haar muß gegen Den Staub geschützt werben. Tücher, um den Kopf gebunden, wirken meistens nicht schön, sind heiß und rutschen leicht herab. Besser ist ein nettes, zierliches Häubchen aus waschbarem Stoff, das das Haar unb eine richtige Leitung auf diesem Gebiet wird reichen Gewinn bringen. Gute Hausmannskost. Don Luise Holle. Gedämpftes Sauerfleisch. 6 Personen. 1 Kilogramm Rindfleisch. Schwanzstück. Salz, eine Zwiebel, eine Tomate, ein Stück Sellerie. Möhren, vier Pfefferkörner, «Lorbeer, Gewürzlörner, 1 Liter Walser, 1 \ Liter Es ig. Das geklopfte Fleisch wird mit Gewürzen. Suppengrün und kochendem Cssigwasser 2 bis 3 Stunden fest zugedeckt gedünstet. Darauf schmeckt man die Beize mild ab, fügt mit Sahne etwas Mehl zur Bindung hei. Nach Geschmack etwas Rotwein. Beigabe: Kartosfcl.löße oder Makkaroni. Schifsermahlzeit. 6 Personen. Am Abend vor dem Gebrauch weicht man l/2 Kilogramm gute gelbe Erbsen ein, wässert auch 1 Kilogramm Pökelfleisch und kocht beides für sich am folgenden Tage weich. Das Pökelfleisch wirb alsdann fein gehackt und die Erbsen durch ein Sieb gestrichen. Man schneidet drei große Zwiebeln klein- würflig, brät sie in 50 Gramm Butter gar, gibt Den Erbsenbrei und Das gehackte Fleisch hinzu und gibt soviel kochendes Wasser an das Gericht, dah es eine breiartige Beschaffenheit erhält. Zum Schluß toür't man die Steife mit i/2 Teelöffel Maggis Würze, richtet sie bergförmig an und umlegt sie mit gerösteten Brotscheiben und dünnen, leicht angeöratenen S^eck- scheiben. Statt Erbsen kann man auch ohne Salz gekochte Kartoffeln nehmen. Die man feinstampft. * Fisch labskaus. 6 Personen. Ein beliebiger billiger Seefisch, von Dem man 1 Kilogramm braucht, teirD nach dem Dorrichten in Salzwasser gar gekocht, aus Haut unb Gräten gelöst und in kleine Stückchen gelegt. 30 Stück große Kartoffeln kocht man gar und stampft sie fein, um sie danach mit Dem Fisch zu vermischen. Dann brät man 150 Gramm feinwürflig geschnittenen Speck mit vier feingeschnittenen Zwiebeln gar und gibt beides an Die Mischung, versetzt Vs bis Liter kochendes Wasser mit 1/» Teelöffel Maggis Würze und verrührt das Gericht damit. Es wird mit Salz und feinem Pfeffer abgeschmeckt und sofort cmgerichtet. r , Sdiiufc Kurs Sdilufj. Sure l U i» fiur* ilniong Kurs dem M oeranlafcl (Schiele bi Werk aek leine Bei, flibt, hat fönneh, l erfüllt U dern und Berechtig 8»ng zu besondere träge ein heilen di allen 3 füpung ft heilen in, —. Unter iamten 6, bog deu Minister 1 Begründui floronfie grundsöhlj Eil Genf die Da sind übe intemati Gespräck stehende bevorste setzung Halle D Länder । des nafi vene Dr llhr trat ein. Die ganz gn deutschen mer für Doppelte bimdsselr beseht 5 die diesv Genf gelt der Sihu lerbun schicht'.ichi wch.igste stärker t Vai begann 1 ten 2(nti der Behi gedrängt holung gründun 5k. 5' Erich«" Sonntag Die «iehener -V BejngsP' 1 Pelch Aeichspl lohn, a scheinen« infolge Ferns, 51 vnschr'l richte^ P< JfüHlftl Schon t nang qU9 in;bet E ■oeüpuntt w>rd, aus hntenprot darum ar bestimmte samterört, -5 mir q, flibf durch burch t jene @( 5ei]'3U fo Aufgabe b Sen,. S'bt, die r ft? Mellei ? Jonne f te dp w‘ih °L» u feie K'! S Seleg “ au| Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse a.M. Berlin Datum 5.3. 6-3. 257,5 185,5 : - 120.5 123,5 213.6 1 213.75 58,5 73,5 26,6 143,6 Banknoten Die, hinter den Papieren angeführten Ziffern neben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdislont 6,5 Prozent, 371,5 258,5 123.5 137 176 129,8 144 26.13 104 258 189,25 57,25 51 56,75 210 36 61 100,25 60 51,25 59 212,5 36,5 88,25 263,25 129,5 283 239 427 372 259,5 «iuuip«, ^.u.juiann . . . Heidelberger Eement. . (icment Karlstadt . . . Wayb & Freitag .... Schultheis Patzenhoser . Ostwerke....... Ber. (Alanzstoss . . . . Bembcrg....... Zellstoff Waldhos . . . Zellstoff Aschaffenburg . Charlottenburger Wajjcr Tesjauer Gas..... Daimler Motoren . . . Temag ....... Ablerwerke Klever . . . Ludw. Loewe Aal. Automobil . . . . Orenslein & Koppel . . Leonhard Tiey . . . . Bama^Meguin . . . . Franks. Maschinen . . . Gritzner Henligenstaedt . . « « Iunghans. ..... Lechmerke Mainkrastwerke . . . . g.'iiag Ketarfulmer Pelerö Union Gcbr. Roeder Boigt » Hacssner . . . Südd. Zucker 119.25 143 26.25 104.5 127 212 144 | 62,5 99.5 15 । 71,5 5.3. । 6 3 124 123,25 .Irankiun a. M. | Berlin 3ranksun a M. Benin Schiub- Kura > Uhr- Kure Eckiluk- Sture Qln hing Sture Schlnb- «ure i Uhr- Sin re Schluß- Kurs Anfang Nurs Darum 5.3. 6 3. 53. 6.3. Datum 5.3. 6.3. 5.3. 6 3. 5% Dl. R.'tchsanwihc >. . Dl. Anl.-Avlol.-Schulv mit Sius loj.-Rechlcn ... Se-ßl. ohne AuöloU-Rcchle - 7% fvtanlf. Hl)v.-Bl. Goldps. un fünobiu bis 1032 . . 4«/.% Rhcinilche H»,p.'Ban1 fiiau Oiulööf........ ffl.Ci.to. abfl. BoikriegS-Obligation rückzahlbar 1932 87,3 53,8 13,13 90 — 87.5 53.8 13,13 53,8 13,1 y.c.«6>. . r Bergmann.........9 (Äeklr. Lieferungen.....lf Licht und Kraft ...... K1 gelten & (Guilleaume..... f Gef. s. Eleklr. Untern.. ... io Hamb. (Lleklr. Werke .... 10 167,73 206 208 138 229 166 204.4 206,75 167,25 206,25 163.5 209,25 138,5 30 147,5 ib6,b 3i4 162,25 206.25 137,25 228 81,75 86 — — — Rhein. (Ueltr.........9 Schief, (ilelti........io 3duiderl...... 8 — — 162.25 203,25 223 162 201,5 221 4% Gdiroeij. Bunbesb.-Arck.. 4% Ccitcneidiüdie öolbrte.. • — — — — 374,5 371 373,75 370,5 — — 13 ——- Transrodio . ....... 8 — 151,75 4,2u"n Geilen. Gilbente. 4% Oekterrcick,. einljeitl. Rte. 4% Uitflarijdie ©olbrte. 4% Unganjche Slaalsr. v. 1910 4'/.% besfll. von 1913 4°^ Ungarliche Kronenne.. . 4% Turl. -joUanleibe v. 1911 . d% Türkische Bagbabbahn-Ani. 3 — 3 — Lcchmener LCo.. . . . . . 10 162 — 162.25 — 2,175 21,6 22,5 2,1 '1,3 25,1 25 22,6 2,5 11,6 10.6 10,75 25,1 2,15 11,2 Buderus . . ....... b Teutfche Erdöl.......6 Eifener Steinkohle......k Geilenkirchener . . . f. V* I 4 Harpener..........t Hvelck Eilen.........f 3He Bergbau . ......8 80 124,5 130,25 139 214 78,9 123,50 130 79,5 123.75 130.75 139,25 123,25 79 123 121 130 211 4%^besfli. Serie 11...... 4% Oiumäncn connert. 9lte. . ■ iojT 8,9 — — Sllodnerruerte ...... K öln Neueffen. ....... 9 — — 107,25 123,13 106,5 122,25 d’4% Rumänen Dolbonl. von 1913 19,15 — 19,75 — Rlanäfelder.........7 Lberfdilef. Eilend. Bedarf. . . k 122,75 .23,75 122,5 122,75 124 121 122,9 — — 13,75 Mg. Deuyche Äienbaim . . 4^ — — — — Sberfchlef. Koksmerke.....c Phönix Bergbau......6V: •— 102,5 101,75 Hauiburg-Aiiierita Palet ... 8 128,25 127,5 128,5 127,75 96,75 96,6 97,13 69,9 Hanib.-Subam. Tamvlich. . • 8 — — 191 — Rbeinijche Braunkohlen... 1' 291 — 291,5 289.5 Hansa Dampsschiss .... 10 — — 169 168,75 Rheinftahl . f. . Jahr 41 127,5 126 127,75 126.75 Nordbeulscher Lloyd.....8 127 126,25 126.5 126 Riebeck Montan......7. — — -Li.'g. Teutiche CredUanst. . 10 139,25 — 40 25 140 Bereinigte Stahiw......' 94.25 — 94 94 Barmer Bankverein ... 10 142 —- 142 141,9 Olavi Minen.......2s — — 69.75 69 Berliner Handelsgelclllch. . 12 229 — 230 229.5 Kali AicherSleben.....1 206,75 — 207.5 201.5 Commerz- und Brioat-Bank i> '96,5 196 96,5 196 Kali tiefleregeln......1 211 207 213,5 208,75 Tarmst. u. Nationalcml 12 .78,25 77,5 .77,13 276,23 Kaliwerk Salzdoilurtb ... !■' 307 306 3ÖÖ Deutiche Bank - l0 Diakonio-Äcielychalt 21nt. - 10 171.5 64,25 164 171,5 64,25 170.75 164 3- <8. irarben-Jndultrie ... 1: Dvnamil Nobel ....... k ScheideanflaU........! Goldschmidt ........ b Rütgerswerke . ....... 6 Melallgefeüichaft......11 48.5 46,6 248,25 247 Dresdner Bank .. 10 a'littcloeutidie (Srebitiian! . . . $ ...................8 ..................12 170 130,5 304 170,5 31 — 170 130,75 305,5 >70.75 130 304 170 89,5 92,5 191 181 1 1 18^11 88,25 92,2 ______Berlin. 5- Mar, > cid lief . ..ii.riiamuDe ’Jioien..... belgische Noten........ Dänische Noten........ Englische Norm...... . 4,196 58,35 111,93 20,395 4,216 58.59 112.33 20,475 Lombardzinsfuß 7,5 Prozent. Berlin, 5. März Geld Brief ^-.an;oiiiaic Not.n..... voilandlichc Noten ,'t lieniidie Noten Norwegische Noten T uifth Ccstcrr, A1OO Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Not"n Schwester Noten Spanische Noten Tkch choilowakische Noten . . Ungarische Noten 16.46 1632 168.36 168,04 22,11 22,19 111,94 12.38 59,03 59.27 2,48 2,50 H2.14 112.58 80,92 81,24 64,41 64,69 12,44 12,5. 73,19 73.43 Devienmarkt Berlin-Frankfurt a QL. Telegraphische Ruszahlung. 5. M r; 6. März Am.ltche Nolte, una <-4eld 1 Brie Luiu-iche Notierung Weib 1 Brie Aut t.'Nokt. ibd.bu 168.94 168,67 ib9,U. Bu n AtreS 1.769 1,773 1.770 1,774 Brss. ’intro 58,435 50,555 58.42 58,54 Christianii 112,22 112,47 112,26 112,48 .Kop.'nbag n 112,23 112,45 112,22 112,44 Stockholm . 112,43 112,65 112,45 i12,67 HeinngforS. 10,593 10,613 10,592 10.6,2 Italien. . 22,05 22,09 22,045 22.085 London. . . 20,428 20,468 20,43 20.47 '.i.'eunort . . 1,2105 4,2185 4,2110 4,2190 P. ris. . . Schwei; . . 16.44 16.48 16,445 16,485 80,975 81.135 80,95 81,11 Soa L-rt . 63,86 63,93 63.71 63,83 Japan .. . 1,867 1,871 1,868 1,872 «io de tYnn Wie i in D-. 0,499 0,501 0,500 0.502 .Ceft. abgcit 59,155 59,275 59.16 59,28 Prag . . . . 12,468 12,483 12,469 12,489 Bel irad . 7,39- 7,404 7,390 7,404 Dudav ck. . 73,365 73,505 73,375 73,5'5 Bul arien 1,03/ j,04: .,041 5,047 "'ffabon 18,62 18,66 18.61 18,65 Tarn a - • • Konst nlin. 31,66 81,8z 81,65 81,81 2,072 2,076 2,071 2,075 Sitten. . . 5,44 5,45 5,445 5,455 Canada 4,188 4,196 4,190 4,198 Hm uaQ . 4,296 4,304 4,296 4,304 Cairo .. - 20,95 20.99 20,957 20.987 Mill. Mark in 1927 auf 220 Mill. Mark. Die OSnr Gewähr 9lad)Cirjd oeibrftn 5. Don 13.'- 22. ?(r>"jnfiolag 76595 9036' 90740 91732 9'792 103109 UM1 20-/274 2175'7 228 «em-nn» m 300 M 3254 3843 4102 4695 6859 87515 88077 citi14 102476 5097 255j5 3 578 572«9 Mithil.e der Deutschen Bau- 0I.-G. erricht.ten Wohnungen 40 000. Die Dividende bleibt Proz.). Zur Forderung des im Rhein-Ma n-Geb'et wurde Zahl der unter und Dodenbank wuchs auf rund unverändert (5 118400 196734 256062 324044 71781 53404 297224 169982 223128 302094 354120 251949 31 3210 352806 85968 194751 245983 324406 • 303790 134803 212693 261023 329804 158234 64133 84453 383*24 QI.-©. 323 (i. Zinsen Sorten einge- 148620 218370 239779 327631 376647 121746 140456 16 46/1? 179172 206625 221'271 254074 271828 289535 322£'nn» |u 12 >u 2381'9 30’802 18 OewinM» ,u 1077.-6 262757 108998 102740 315094 150468 245324 10000 M. 5586 5000 W. 14819 291058 244076 307315 349414 13<61 3 R591 68870 87190 । 109579 122993 137137 162028 177391 201167 218305 252990 269005 284750 315184 339403 355164 370927 * Frankfurter Bankverein 3m Jahre 1923 konnte der Umsatz auf B. 300) Mill. Mk. erhöht werden. QIn wurden 1.05 (1.04), an Effck.en. Devisen, und Provisionen 0.14 (3.43) Mill. Mk. 170033 2305*2 305661 333616 17I557 230734 302110 331667 393553 115533 12 4005 1414 39 165012 182618 209635 221726 255045 273953 294535 327046 341231 360315 386658 18*0'25 236554 310165 366073 107768 1-21511 133U3 l-’-S/dB 173032 194 <05 2’ 1992 246tbO 26r/M 264126 SO0'-13 33 .'•.6Q 351’ 7 366544 Mark; Roggen 23,75; Sommergerste für Brauzwetke 24,2.5 bis 24,50; Hafer, inländischer, 24,50 bis 24,75; Mais (gelb) für andere Zwecke 24,50; Weizenmehl, süddeutsches (Spezial 0) 34 bis 34,75; Roggenmehl 30,75 bis 31,75; We zenkleie 14,25 bis 14,75; Roggen- klcie 15,25 Mark. Tendenz: ruhig. 116456 130700 147793 169622 186577 210826 237287 255841 281074 30*3112 328194 317972 362689 101048 120H-I 133113 148188 171660 191165 212674 215149 261390 282689 3095'6 3330 -R 351557 362789 schützt, jedoch nicht drückt und eine hübsche Umrahmung sür das Gesicht aogibt. Reste alter, leichter Blusen finden hier geeignete B.rwendung. Alm vom Körper den Staub fernzuhalten, sollte stets eine waschbare Rer ne.schürze, die t>o.Kommen geschlossen werden kann, umgebunden werden. Eine gute Borlage hierfür ergibt die Form einer Kindspielhose, mit langen Qlermeln, b'.s zum Hals geschlossen. Eine solche Schürze, die stets rasch abgelegt werden kann, schützt Körper und Kleidung, und bringt doch den Vorteil. bei unerwartetem Besuch stets empfang Zbereit zu fein. Qluch dann, wenn die Haus, rau dem Pudern des Gesichtes im allgemeinen nicht geneigt ist, sollte sie sich bei der Hausreinigung hierzu entschließen. Richts schadet dem Teint mehr als der Staub, der in die Poren eindringt. Dies wird verhindert, wenn eine Puderschicht das Gesicht deckt, mit deren Entfernung auch alle ilnreinig- leiten fortgenommen werden. Qluch hier gilt es, auf das Borbeugen den größten Wert zu leaen, das in jedem Falle leichter und weniger kostspielig als das Heilen ist.' * Rückgang des Kaliabsatzes im Februar. Die Abtauungen der zum Deutschen Kalistzndikat gehörenden Kaliwerke im Februar betrugen 1 443 753 dz Reinka.i, gegen 2 034 539 dz im gleichen Monat des Boejahres. Die Qlb- ladungen in den ersten zehn QUonatcn des laufenden Düngejahres betragen 13914532 dz Reinkali, gegen 10 6C8106 dz in der entsprechenden Zeit des vorhergehenden Düngeja'res. 3n den ersten beiden Monaten des laufenden Kalenderjahres wurden insgesamt 3 09'433 dz, gegen 4 104 110 dz in der gleichen Zeit des Borjahres ve.sandt. Aus jete gelegene Rümmer sind zwei gleich bebe (Seit inne gefallen, und zwar je einet auf die Lose qleicber Nummer in den beiden Ableitungen 1 und II Gewlnnavrzug 5 Klaffe 32 Preuhffch-L üddeukschg (25b. Picutz.) Klassen-iwlici'ie 182652 234775 3')7276 339611 16950 18269 24 145 30815 31655 332-.O 40766 51'201 56259 56'12 573-6 660-11 69.478 7)317 79026 809-'3 83502 86?48 28 Sev">.» .>, 100!) -TT. 46381 63059 87815 153'227 1609-.8 172472 210506 210715 301291 318841 337497 337336 Berlins Börse. B e r l i n, 6. März. Soweit an der heutigen Börse von e.nem Geschäft die Rede sein kann, lag es wieder nur in den Händen der berussmäß gen Spekulation. Diese ze.gte, da Anregungen nennenswerter Art fehlten, eher Abgabeneigung, zumal das sd)wache Reuyork und eine pessim st.sche Beurteilung der internationalen Gell Marktlage hinzu kamen. Auch die anhaltende Verschlechterung des Arbeitsmarltes und die schlechten Ziffern des Kaliabsatzes im Februar trugen, ebenso wie die Berichte des Slahlwerksver- bandes und des Stickstoffsyndikats, zur Zurückhaltung bei. Anderseits tauchten Gerüchte auf, daß für morgen eine Diskonterhöhung in Amsterdam geplant sei, während London, das in den letzten Tagen Goldzugänge melden konnte, kaum für eine Erhöhung in Frage kommen dürfte. So setzten die ersten Kurse in über- w egend schwächerer Haltung ein, wobei bei den schweren Werten die Kursrückgänge bis zu 3 v. H. betrugen. Schubert & Salzer verloren 4 25 v. H, Stähr 4 v. H., Siemens 3,25 v. H., Deutschs Linoleum 3,5 v. H, Ostwerke 5 v. H., Polyphon 6 v. H. und Kaliwerte 4,25 bis 6 v. H. niedriger. Bemerkenswert war auch die we ter schwache Haltung der Autowerte. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer behauptet. Türken und Merikaner eher weiter schwacher. Pfandbr'efmarkt geschäftslos, nur Renten- bricfe etwas lebhafter gefragt. Der Geldmarkt war wenig verändert. Tagesgeld zeigte bei eif-rn Saiz von 7,25 bis 9 o. H. eine unbedeutende Erleichterung; Manotsgeld 7 bis 8 v. H, Warenw-chscl ofre Umsatz. Nach den ersten Kursen machte sich zunächst e'ne weitere kleine Abschwächung fühlbar, die Mebr- zahl der W-rte ging erneut bis zu 1 v. H. zurück. Nur am Kalimarkt traten auf Deckungen le'chte Er- bolungen ein. Ausgesprochen schwach lagen Bemberg, die im N--r'iufe 8 5 v. H. verloren, da eimm Angebot von 18 M'llionen fei^e Käuf"r gegenüberstanden. Die beiden Gro^bankabschlüsse (Dres^rcr Bank und Dis- cm-to-Gesellschaft) fanden gute Beurteilung und n^r- binderten besonders 'M Verlaufs ein stärkeres Ab- gleiten der Kurse am Bankenmarkt. ^vinfyu ^'r börse. Frankfurt a. M., 6. März. Der heutige Pro- dultenmarlt war bei der etwas schwächeren Auslandbörse eher schwächer, da aber kaum Umsätze zustande kamen, änderte sich an der Preisgestaltung n chts Die Tendenz blieb ruhig und eher etwas zur Schwäche neigend. Es wurden notiert: Weizen 24 397278 Iw 'Remtnnrabe verblieben: 2 Prämien zu 500000 2 Gewinne zu 50000. 2 zu 25000. 16 zu 10000, 40 uj 5000, 82 zu ;uoo. 18b zu 2UU0, 412 zu 1000. 1113 zu 500, 2682 zu 3Uü IRL Die gesamten Reserven betragen danach 52 000 000 Mark. Oer Abschluß der Dresdener Bank. Der Geschäftsabschluß der Dresdner Bank für 1928 we.st einen Rohgewinn von 78,99 (i. V. 77,22) Millionen Mark auf. Hiervon er» brachten: Wechsel, Zinsen, Sorten und Zinsschcine 36,03 (32,61), Provisionen 39,95 (42,21), Erträgnisse aus dauernden Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen 1,99 (1,46), sonstige Einnahmen 0,32 (0,32); dagegen erforderten Handlungsunkosten einschl. Pensionen und Abfindungen 58,05 (56,66) und Steuern 7,53 (7,49), so daß unter Hinzurechnung des Vortrages mit 0,69 ein Reingewinn von 13,41 (13,07) Mill. Mark verbleibt. Der auf den 10. April einzuberufenden General- versammiung soll die Ausschüttung einer Dividende von wieder 10 Prozent vorgcschla- gen, 2 Millionen Mark sollen dem Reservefonds zug:führt, der sich dadurch auf 34 Millionen Mark - 34 Prozent des Aktienkapitals erhöht, und 0,30 Millionen Mark dem Pensionsfonds überwiesen werden Der Umsatz auf einer Seite des Hauptbuches betrug im Jahre 1928 225,5 Milliarden Mark, gegen 185 in 1927 Die Stückzahl der Kredits stieg von 13 000 auf 14 000 mit einem Durchfch-itlsbctrag von 90 000 Mark. Der durchschnittliche Umsatz für jedes Konto ist von 634 000 Mark auf 779 000 Mark gestiegen Von den bewilligten laufenden Krediten (ausschließlich der Rembours-Kredite) sind 84 Proz. Kredite unter 50 000 Mark. Die Zahl der Konten vermehrte sich von 270 366 auf 289 575. Im laufenden Jahre hat sich das Geschäft normal entwickelt, das Kontokorrent- und Ge'dgeschäft ist nach wie vor lebhaft, das Effrkter.geschäfl st.ll. 84177 19227? 256102 274938 3-9318 88 nv«. Xu 500 M. 5900 13625 17526 25429 32221 41245 57071 6tT,H4 69970 61423 75^*6 Wchnun.gr bcues in Frankfurt a. M. eine Zweigniederlassung 79212 89515 98492 118602 123-102 151832 154I..S 156995 263800 204953 227839 289142 304y77 307269 332976 3-159'27 376924 68 m# IU 600 -7)( 21318 75265 76601 82909 ön Der Rackinittagsziebima wurden Gewinne über L5U M. gezogen 2 SrfDlnnt xu 10000 M. 29721) 172 re 300 OIL 18 2798 3212 23062 28139 40259 45865 61879 52699 62954 66832 68045 UM" ...... . 108681 134526 1582 SO 179771 2'fct0f-4 2396:i» 267289 3I2OJ2 33hü;i8 346029 367214 391823 ön der BormUtag-izrebimg wurden (Sewuuit über 150 M. gezogen 2 Octoinnt re 25000 M 60929 2 ro 5000 4TL 8 Gewinn» |u 3000 M. 246036 ■ 6 Gewinn» re 2000 M. 301612 356731 35 "069 42 »<■- re 10;'0 9)1. 3000 M. 379194 2000 9N. 29'2548 nommen. Qlnderseits beanspruch en Zinsen 0.83 (0.78) und stlnkosten und Steuern 0.53 ().61) Mill. Mk. Qlus dem einschl. 43 030 Mk. Bortrag 103 000 Mk. betragenden Reingewinn wird eine ermäßigte Dividende von 6 (i. V. 8) Prozent verteilt, nachdem an die Qlufwertungsrücklage 30 000 Mk. abgesührt worden sind. 13 000 Mk. werden vorgelragen. * Südwe st deutsche Rundfunk--Ql. O., Frankfurt a.M. Das Geschäftsjahr 1928 brachte eine weitere erhebliche Erhöhung der Teilne^merzahlen, und zwar von 131299 im Januar 1928 auf 163 463 im Dezember 1923. QIn neuen Prob emen, wie Rundfunkvermiltlungs- an.agen und Tonfilmen, hat die Gesellschaft mitgearbeitet. Zur Durchführung des Tauprog.amms für die neuen Besprechungsräume wurde ein Rachbargrundstück erworben. QIn Teilnehmer- fe6"r'"-?n wurden 2,173 Miil. Mk. vereinnahmt. Qlnderseits erforderien Llr.krsten 2 323 Mill. Mk. uno Abtreibungen 80 380 Mk. Rus dem Reingewinn von 78 690 Mk. werden laut General- versammlungsbeschluß wieder 10 Pro-ent Dividende verteilt, 20 000 Mk. dem Reservefonds zugeführt und 10 693 Mk. vorgetragen. * Die Gasversorgung des Regierungsbezirks Wiesbaden. Der Regie- rungrbrz'rk Wiesbaden hat sich an der Hessen- Rassauischen Gas QI.»©, in Frankfurt a. M.-- Hcchst, die dem Konzern der Thüringer Gas- gesellschast, Leipzig, nahesteht. durch Ueber- nahme von 253003 Mark Qlkt en betiil'gt, um Hand in Hand mit dieser Gesellschaft eine einheitliche GaZverforgung des ganzen Be irksper- bandes durch'uiühren. Die Hes.en-Ra"a'üsche Gas 0I.-G. versorgt bereit! 32 Städte und Gemeinden des Regierunesdezirks Wieiba'en mit Gas. Mit dem Qlusbau der Fernversorgung auf die noch nicht mit Gas versorgten T:ile des Bezirks soll bereits im Frühjahr bcgon. cn w:rden. Deutsche Bau- und Bodenbank QI.-G. Berlin. Tie Bank hat im vergangenen Jahre ihre Sieilung als S eziallreditinstitut sür die Bauwirtschaft weiter ausgebaut und gefestigt. (Beschaffung von Hypotheken und Bauzwischenkrediten.) Sie erhöhte ihr Kapital von 12.8 auf 24,3 Mill. Mark. Die Gesamtsumme der von ihr gewährten Kredite erhöhte sich von 131 errichtet. Frar^.urtcr Börse Frankfurt a. M, 6. März. Tendenz: schwächer. Erneute Befürchtungen einer abermaligen Distont- erhöhung der Bank von England infolge der u n - günftigeninternationalenfSclbmartt- läge, in deren Zusammenhang Gerüchte auftauchten, daß sich die Reichsbank gezwungen sehen würde, auch ihre Diskontrate zu erhöhen, drückten stark auf die Stimmung, und die Tendenz erfuhr aus diesem Grunde eine Abschwächung. Die schwache gestrige Neuyorker Börse drückte ebenfalls auf die Stimmung, die Kul.sse schritt in verstärktem Maße zu Abgaben. Orders fehlten wieder fast vollkommen, so daß auch von dieser Se te die Börse keine Stütze erfahren konnte. Im allgemeinen gingen die Verluste gegenüber der gestrigen Abendbörse bis zu 3 v H. Das Geschäft bewegte sich wieder in e n g st e n Grenzen. Stärker angeboten und mit Verlusten lagen Kalialt'en 4 v H. niedriger. Der Rückgang des Kaliabsatzes dürfte vor allem für diesen Verlust verantwortlich fein. Auch Deutsche Linoleum büßten 4 v. H. ein. Von Autoaltien Daimler bei größerem Angebot 3,75 v. H. niedriger, Ablerwerke minus 1.5 v. H. Von Elektrowerten gaben Siemens 3,5 v. H., Licht & Kraft 1,5 v. H., AEG. 1,25 v. H nach. I. G.- Farben und Z--llst^ff Waldhof verloren zur ersten Notiz je 2 v H. Montanwerte lagen bis 1 5 v. H. schwacher. Kuoferakt-en i'folqe der weiteren Ku'.f:r- ha'lffe in gew'ssem Grade w derstandsfäb'g; d'e Verluste waren hier verhältnismäßia klein. Am Ba"ken- marft war d'e Ha'tung uneinheitlich. Dresdner Bank und M"tall Bank waren gefragt und eine Kl'inigke't höher. Komm"rz-Bank dagegen gaben bis 0 75 v. H. nach. Renten ft II. Im Verkaufe büeb die Stimmung lustlos und das Geschäft äußerst klein. Geringe Deckungen hatten eine Besserung des Kursniveaus zur Folge, u"d die Stimmung erfuhr eine a"wifs» Beruh'gung. 2fm Geldmarkt war der Satz für Tagegeld mit 7.5 v H. etwas angespannter. Am Devisenma'-'t nannte man Mark gegen Dollar 4 9144, gegen Vfund 20 456, Lo^on gegen Kab»l 4 8522, aenpn Varis 124 25, gegen Mailand 02,66, gegen Madrid 32,10, gegen Holland 12,1140. Kunst und Wissenschaft. Der 6. Deutfche Hochschu'tag. Born 7. bis 9. März findet in München der 6. Deutsche Hochschultag statt, die re- prälentativste Qkranftaltung des deutschen Hoch- schu.lebens. Qlls Gäste werden hierzu erwartet: die Rektoren sämtlicher deutscher stlniversitäten. Technischen Hochschulen, Tierärztlichen und Landwirtschaftlichen Hochschulen, sowie der Forstakademien, ferner ein Kreis der namhaftesten Tertreter der deutschen Wissenschaft, insgesamt über 150 Personen. Das reichhaltige Qlrbeits- progamm gibt einen Einblick in das große Olr- beilsgcbiet des Verbandes der deutschen Hochschulen. Reben dem Rrbeitsprogramm sind eine Reihe festlicher Veranstaltungen vorgesehen. Aus dem Amtsverkündjquuasb'.att. *DasAmtsverkündigungsblattNr. 13 vom 5. März enthält: Der Verkehr auf den Pro- vinziaist.aßen in Oberhessen. — Die Kanalbenutzungsgebühr in der Gemeinde Obbornhofen. — Feldbereinigung Annerod. — Dienstnachrichten. Wirtschaft. Oie Leipziger Messe. Das Leipziger Meßamt teilt mit: Im Messegeschäft herrjcht Exportcharakter vor. Auf Ler Textilmesse sind Wchch.stickereien von Käufern au- Indien, Holland und Schweden gefragt. Die Wolldeckenindustrie hat u. a. umfangreiche Aufträge aus Persien zu verzeichnen. In Gardinen und Decken fragt die amerikanische, holländische, skandinavische und Schweizer Kundschaft nach Neuheiten aller Art. Auf der M ö b e l m e s s e treten u. a. Grossisten aus Frankreich, der Schweiz, Italien und Eng.and als Käufer für Korbmöbel auf. Das Geschäft in Sitzmöbeln hat sich gut entwickelt und bleibt weiter belebt. Das Exportgeschäft in Künstln öbeln wird durch die Zollschranken des Auslandes erschwert. Das Inland tauft möglichst billige Ware. Der Absatz dieser Erzeuanisse leidet allenthalben empfindl ch unter dem Wohnungsmangel. Auf der Export messe interessieren Neuheiten in gestrickter Sportbekleidung, ferner in imprägnierter Sportbekleidung; Auslandnachfrage besteh: aus Italien, Amerika und Indien. Auf der Bureaubedarf s m e f f e kauft das Inland Erzeugnisse aller Art, jedoch in sparsamen Mengen; Auslandkundschaft ist aus Oesterreich, Ungarn, Frankreich, Norwegen, Belgien und England zur Stelle. H a u s - und Küchengeräte werden in mäßigem Umfange abgesetzt. Jnlandverkäufe wurden u. a. in Gasapparaten erzielt, Auslandaufträge in Emaillewaren und Eisschränken für den Sommerbedarf. In Spielwaren herrscht lebhaftes Auslandinteresse für Neuheiten in mechanischen Spielwaren, besonders auch in preiswerten Basarartikeln. In Stapel - und Luxusporzellan sind zu den bisherigen Auslandinteressenten im Laufe bes- Dienstags auch italienische Käufer hinzugekommen. Das Geschäft in Lederwaren ist uneinheitlich, das Ausland verlangt vor allem Neuheiten. Auf der S ü ß w a r e n m e f s e ist das Geschäft im allgemeinen nicht unbefriedigend. Auf dem Ausstel- lung'gelände erweist sich die Baumesse als großer Erfolg. Die Z'.egel ndustr e konnte bedeutende Neuoerbindungen anknüpfen. Das Geschäft in Dcfen und Herden ist befriedigend. Für Baumaschinen aller Art bestcht lebhafte Nachfrage, die zu größeren Mschlüssen führen dürfte. In der Gruppe Elektrotechnik wurden gute Umsätze in elektrischen Haushaltsartikeln und Jnstallationsbedorf erzielt. Die Radiotechnik verkauft Radioeinzelteile in größerem Umfange. Was Spezial- m a f d) i n e n betrifft, so wird u. a. das Geschäft in Waschmaschinen als recht gut bezeichnet. Oer Abschluß der Oisco. Lo-Ges^llschast Gestern fand in Berlin die Sitzung des Auffichts- rates der D i s c o n t o - G e s e l l f ch a f t statt, in der über die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres berichtet wurde. Auf Vorschlag der Geschäftsinhaber wurde beschlossen, der auf den 25. März einzuberufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 10 Prozent in Vorschlag zu bringen. Der Rohgewinn im Jahre 1928 beläuft sich auf 71215 355 91 Mark. Verwaltungskosten einschl. Gewinnbeteiligung der Geschäftsinhaber, Direktoren, Prokuristen und Angestellten erforderten 47 826 173,06 Mk., für Steuern waren 8 052 58^.53 Mark zu leisten. Hernach beläuft sich der Reingewinn auf 15 376 591,32 Mark. Die 10 v.-H.-Dividende erfordert 13 500 000 Mark, die Gewinnbeteiligung des Aufsichtsrates 656 756.75 Mark, an die besondere Reserve soll 1 000 000 Mark überwiesen, auf neue Rechnung sollen 219 837,57 Mark Dorgetragen werden. Mit der neuen Ucberrocifunq von 1 000 000 Mark an die besondere Reserve erhöht sich diese auf 4 000 000 Mk. 69896 76403 80366 81'90 91523 102830 119276 126160 127876 12H912 1300.9 142137 144879 148069 149150 149732 159346 161104 164348 176337 '7.-283 181554 183532 184333 201232 206288 216940 232517 234572 234980 237896 243226 257958 259300 261536 261914 284710 288497 297320 298617 288799 313051 313188 320124 321125 325364 3 <9'*45 339268 339606 341169 344048 361562 356923 35919' 36O9H2 366607 3676'7 383018 386403 385680 391028