Mittwoch, 6. Sebruar 1929 Öt.31 Erstes Blatt 179. Jahrgang Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Giehen. Schriftleitung und Gefchäftrstelle: Schulitrahe 7. 3. 4. k* Die Mag Washington, 5. Febr. (DTB.) 3m Weißen Haus wurde heute aus Anfrage nochmals betont, daß Owen D. Zoung und Morgan nicht die Regierung der vereinigten Staaten vertreten, fon- dcrn sich lediglich als Sachverständige zur Unterstützung der anderen Sachverständigen für dle Regelung der Reparationssrage nach Poris begeben haben. Der Präsident würde ee vorzlehev, wenn eine der beteiligten Regierungen, also nicht die unbeteiligten vereinigten Staaken. den Vorsitzenden iin Sochnersiänd^enaur schuß stellen würden, aber die amerikanische Regierung habe, wie gesagt, damit nichts zu tun, nnd es fei Sache der Sachoer ft ändigen felbst. diese Frage zu entscheiden. Einzig und allein die Sachverständigen seien auch in der Lage festzu- stellen, welche Fragen in ihren Beratungen zur Erörterung kommen sollen, und falls von ihnen beschlossen werden sollte, auch die Frage der europäischen Schulden an Amerika zur Diskussion zu stellen, so könne freilich die Regierung s 7 t Darmstadt. 5. Febr. Auf einer Kundgebung m Gau-Odern heim führte der hessische Innenminister Leuschner u. a. aus: Das Fundament des Reiches sei geschaffen, aber es gelte nun, den Dau zu vollenden. Im Rhsiir-Main-Gebiet Drängten die Verhältnisse besonders stark zu einer baldigen Neugestaltung. Er wisse, daß sein Vorschlag. am Rhein und Main mit dem Drückenbau zum Einheitsstaat zu beginnen, noch viele Mängel und Fehler aufweise. Viele ängstliche Gemüter hätten voller Dedenlen ihr Hn» möglich gemurmelt. Die einen hätten vom schlimmsten Partikularismus gesprochen; Hessen wolle sich nur auf Kosten fetter Teile Preußens gesund machen. Andere hatten erklärt, daß Hessen dann auf Umtoegen eine preußische Provinz würde. Deides wären völlige Mißdeutungen seines Vorschlages. Ein Aufgehen Hessens in Preußen werde von ihm nach wie vor klar und deutlich abgelehnt, weil es keine Lösung wäre. Anderseits könnte ebensowenig von den betreffenden preußi- scheir Gebieten verlangt werden, daß sie hessisch würden. Es bleibe deshalb der Mittelweg übrig, daß Preußen und Hessen gleichmäßig Opfer bringen im Interesse der höheren Idee des Einheitsstaates, indem sie z u deutschem Reichsland zusammengeschmolzen würden. Ein -Zusammengehen unter preußischer Derwaltungseinrichtung werde in diesem Falle nur für eine Tiebergangszeit und unter Einschaltung aller nur denkbaren Sicherungen für daS kulturelle intb wirtschaftliche Eigenleben und die Selbstbestimmung geschehen. Denn der Grenzpfahl Hessens einziger Halt wäre, wäre es in der Tat schlimm um Hessen bestellt. Die Republikaner müßten, frei von überkommenen Vorurteilen, sich zu Taten entschließen, sonst sei der Ruf nach dem Einhells- staat nur leeres Gerede. Ehrenpflicht der Republikaner sollrc es sein, daß die häßliche Rarbe. die der Druderlrieg 1866 im Rhein-Main-Gebiet in Gestalt der Hoheitsgrenzen hinterlassen hat, 11 41 !!> Ä i aM Amerika und die Sachverständigen Oer Vorsitz im Komitee. — Das Problem der interalliierten Kriegsschulden. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zrm Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°;o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Milh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot, für den übrigen Teil Emst Blumschein; für den An> zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. erst koalitionsmößig dann gebunden, wenn die große Koalition in Preußen vollzogen ist. Vis zur Erledigung der koalitionsftage in Preußen wird im Reidy? die Bildung des inlerfraktionellen Ausschusses ausgesetzt. Dr. Kaas mich als Vorsitzender der Deutschen Zentrum spartet dic Erklärung obgeben, daß er mit allen Kräften sich um eine beschleunigte Erledigung der Koalitionsftage in Preußen bemühen wird. „Germania" schreibt dazu, mit diesem Vor- vä.-s £s 11.07 6.11 86,8< 4.1« N.tt Das Zentrum droht mit -em Rücktritt Guerar-s. Ernste Schwierigkeiten in -en Koalitionsverhandlungen.—Ein neuer plan -es Reichskanzlers Oer Auswärtige Ausschuß stimmt dem Kellogg-pakt zu. D e r f i n, 5. Febr. Rach längerer Aussprache genehmigte die Mehrheit des Auswärtigen Ausschusses den Kellogg-Paft und nahm gleichzeitig folgende Resolution des Abg. v. Rhein- baben (D. Vp.) an: „Der Reichstag erwartet, daß die Reichsregierung entsprechend der Erklärung in der Rote des Reichsministers des Auswärtigen an der', amerikanischen Botschafter in Berlin vom 27. April 1928 das 3nfrafttretew des Kellogg-Paktes zum Anlaß nimmt, um auf Grund dieser neuen Garantie für die Erhaltung des Friedens bei den Regierungen der Vertragspartner und im Völkerbunde aus Erfüllung' der Verpflichtung »’ir allgemeinen Berlin, 6.Febr. (VDZ.) Nachdem gestern vormittag In den Besprechungen des Reichskanzler» mit den Führern der Deutschen Volksvar l e I und des Zentrums eine sog. Zwischenlösung erörtert worden war, daß vorläufig das I e a t r a ra neben feinem bisherigen Minister i m Leichskabinett noch einen zweiten Ministerpost en beseht, und die Deutsche loltepartel im preußischen Kabinett einen Ministersih erhält, dieser Gedanke ober keinen Anklang gefunden hatte, fand zur Mittagsstunde eine gemeinsame Besprechung zwi- s Heu dem Reichskanzler Müller und den Zentrums- □tr tretet n Kaas und Stegerwald und den verlre- l-em der Deutschen Volksportei, Scholz und Kemp- ft», statt. 3n dieser Besprechung kam der Wunsch de« Zentrums zur Aussprache, die Lösung darin in suchen, daß das Zentrum zwei weitere Minister im Reich stellt, und zwar für das Zustizressort und da» Ministerium für die besetzten Dcblete. Bei Erfüllung dieses Wunsches glaubte die Icntrumsfraklion sich in der Loge, den Frakttons- bcfchluß aus Zurückziehung des Herrn 9. Gu 6 rard aus dem Reichskabinett rückgän - gig zu machen. Außerdem wollte b>e Zentrums- raflion sich bei der Zentrumsfraktion des preußischen Landtage» dafür einsehen, )eß die Deutsche Volkspartei in das preuhenkabinett ausgenommen würde, blieb aber unausgesprochen, zu welchem Zeitpunkt dies geschehen könne. Die Deutsche Volkspartei im Reichstag trat auf Wunsch d« Reichskanzler» alsbald am Nachmittag zu einer ^roktlonssihung zusammen. Ls ergab sich volle LiamüKgkett der Fraktion in der glatten A b - «haong des Zentrumsvorschlage». Dle Fraktion der Deutschen Volkspartei steht nach wie oor auf ihrem seit langen vertretenen Standpunkt '«ß die Regierungsumbildung im Reiche und in Preußen gleichzeitig erfolgen muh. Reichsoerkehrsminister v. Guerard fft Im Laufe des Dienstagabend, nachdem der Beschluß der Deutschen volkspartel, den vermittlungs- xrschlag, wonach dem Zentrum zwei weitere Sitze in der Reichsregierung ohne koalitionsmäßige Bindung eingeväumt werden sollten, obzulehnen, be- konnt geworden Ist. beim Reichskanzler Hl älter erschienen, um ihm mitzuleilen, daß er nShrend der Regierungsverhandlungen stets den Slandponkt oerftelen habe, daß er im Kabinett nicht verbleiben könne, wenn den Dünsche» des Zentrums nicht staltgegeben werde. Pa dieser latbestand jetzt eingetreten sei, sehe er sich ।«nötigt, die Zentrumsfraktion zu bitten, ihm den Tnstrltt aus der Reichsregierung zu geftaften. Reichskanzler Müller bat aber den Reichs- "erkehrsrninister, seine endgültige Entschließung »orerst noch zurückzu st eilen, da er Noch einen letzten Vermittlungsversuch unternehmen wolle. Reichsmir.ister v. Guerard hat daher inner Fraktion von dem Wunsche des Reichskanzlers Kenntnis gegeben. Diese hat beschlossen, die endgültige Entscheidung bis Mittwoch, 12 Ahr mittags, zu verschieben, um auf diese Weise dem Reichskanzler nicht die Möglichkeit zu nehmen, lehnen letzten Vermittlungsvorschlag durchzuführen. Aarch das Eingreifen des Reichskanzlers ist eine neue Situation geschaffen. Der Kanzler hat für heute vormittag das Reichskabinett zufarn- nsmberufen. (Er will ihm den Vorschlag unterbreiten, der die Brücke sein könnte, auf der das Zen- Irntn wieder in dIe Regierung zurück- ilndet. Dieser Vorschlag ist noch das Geheimnis du» Reichskanzlers. Er will ihn an dos Zentrum ceft wettergeben, wenn dos Kabinett ihn gntge- h-ißen ho» Dor -er Entscheidung. Seine Repierungskrisis. Berlin, 6. Febr. (Tel.) Noch der „Germania" hotte der vom Zentrum in der gemeinsamen Bestechung der Vertreter des Zentrums und der A-ttkspartei vorgeschlagene Lösungsversuch folgen- ben Wortlaut: 1. Vie ZenlrumsfrakLion erhält sofort die ihr zustehendevertretung im Kabinett durch insgesamt drei Minister. 2. Die Fraktion der Deutschen volkspartei erachtet sich in dem erweiterten Reichskabinett iM Ä y.v» Ä IM ä Hessen als Brücke zum Einheitsstaat Minister Leuschner erläutert seine Vorschläge. Weg durch interkommunale Betätig g u n g auf wichtigen Verwalt ungs- gebieten dic Dinge vorwärts zu treiben, weitergehen. Richtunggebende Ansätze praktischer Gemeinschaftsarbeit — ich brauche nur an die verschiedenen Gemeinschaftsverträge mit der Stadt Offenbach und mit anderen hessischen Gemeinden, an die Hefrag und an die Zusam- menschluhbestrebungen für die Gasversorgung zu erinnern — sind bereits vorhanden. Doch wird sich dieses Zusammenwirken nicht nur auf wirtschaftliche Fragen beschränken dürfen, sondern muß auch auf das technische Gebiet und vor allen Dingen auch auf soziale Arbeitszweige ausgedehnt werden. Die Voraussetzung für ein erfolgreiches Weiteröe- schreiten dieses Weges ist aber nur dann gegeben, wenn das unbegründete Mißtrauen gegen den Grohstadt-Jmperialis- m u s einem gegenseitigen Vertrauen und einer billigen Rücksichtnahme auf die beiderseitigen Interessen Platz macht. Durch solche harmonische Zusammenarbeit werden wir allmählich eine Plattform für den endgültigen Zusammenschluß gewinnen. sei die Zentrumskraktion des Reichstages rs an die äußerste Grenze dessen gegän- endlich aus dem Antlitz Deutschlands getilgt werde. Ter Minister schloß mit dem mit Deifall aufgenommenen Ruf: Vorwärts zum neuen R^chl Oie Stellung Frankfurts. Oberbürgermeister Landmann zu dem Leuschnerschen Plan. Frankfurt a. M., 5. Febr. In feiner heutigen Etatrede kam der Frankfurter Oberbürgermeister Dr. Landmann auch auf die Leuschner- schen Anregungen zum Einheitsstaat zu sprechen und führte dabei etwa folgendes aus: Aus der großen Zahl der literarischen und theoretischen Erörterungen der Reichsreform ist ein praktischer Vorschlag erwachsen, der die ganze Aufmerksamkeit um deswillen beansprucht, weil er von dem aktiven Mini st er eines beteiligten Landes ausgeht. Es ist dies der Vorschlag des hessischen Ministers Leuschner. Ich muh mich einer amtlichen Stellungnahme hierzu enthalten, weil dieser Vorschlag in erster Linie sich an die Reichs- und preußische Landesregierung richtet und zunächst von dieser Seite aus eine Beantwortung erfolgen muh. Immerhin ist das Schicksal Frankfurts mit den in dem Leuschnerschen Plane aufgeworfenen Fragen in so entscheidender Weise verknüpft, daß eine aktive Mitwirkung unserer Stadt zu gegebener Zeit als selbstverständlich zu betrachten ist. Der Gedanke des deutschen Einheitsstaates hat wohl in keiner anderen Stadt derart Wurzel geschlagen, wie in der Stadt der Paulskirche. Aus dieser Grundstellung heraus findet auch der Vorschlag von Leuschner einen für eine positiv gerichtete Prüfung aufnahmebereiten Boden. Allerdings, die gegenwärtige und zukünftige Stellung Frankfurts im Gesamtorganismus des Reiches und insbesondere in dem das rhein-mainische Wirtschaftsgebiet umfassenden neuen Verwaltungsbezirk muß dabei diejenige Gestaltung erfahren. die der kulturellen und wirtschaftlichen Kraft der Stadt entspricht. Dabei muß das Unrecht gutgemacht werden, das Frankfurt bei der Verteilung der Sitze der Staatsbehörden seinerzeit erfahren hat. Wie aber auch das weitere Schicksal des Vorschlages von Minister Leuschner oder anderer noch kommender Vorschläge sich gestalten mag, wir werden nützliche Vorarbeit dadurch leisten, daß wir den bereits beschrittenen MetzeimAiizeigcr General-Anzeiger für Oberheffen Der „Vorwärts" meint, die Volkspartei habe durch Ablehnung der Vorschläge des Zentrums gezeigt, wie wenig Vertrauen es in die Vertragstreue dieser Partei setze, und es sei verständlich, daß sich das Zentrum darüber etwas verletzt zeige. Aus der anderen Seite scheine das Zentrum nicht genügend Bedacht zu haben, daß es sich durch die Zurückziehung seines einzigen Ministers aus dem Kabinett der Verantwortung für das, was weiter werden solle, keineswegs entziehen könne. Sollte Herr v. Guerard heute wirklich zurücktreten, so müsse das Kabinett über sein weiteres Verhalten beschließen. Sein Beschluß könne Saum anders lauten als dahin, daß er zunächst bleibe und sein weiteres Bleiben vom Willen des Reichstages abhängig mache. Das „Berliner Tageblatt" glaubt nicht an eine Regierungskrise, auch wenn v. Guerard aus dem Kabinett zurückgezogen würde. Das Blatt meint, das bisherige Kabinett würde dann, um einen neuen Verkehrsminister ergänzt, dieGeschäfte weiterführen. gen, das sie angesichts chrer Verantwortung für die Politik der Reichsregierung noch für tragbar gehalten habe. Mit der Ablehnung der Vorschläge durch die Volkspartei sei für das Zentrum die Grenze erreicht gewesen, über die hinaus es weder zwecklose Verhandlungen verschleppen noch überhaupt die Verantwortung für die Politik der Reichsregierung weitertragen könne. Wenn cs den Bemühungen des Reichskanzlers nicht gelingen sollte, eine Aenderung der politischen Lage herbeizuführen, werde die Entscheidung des Zentrums endgültig fallen. Die „D. A. Z." sagt, angesichts des offenen Eingeständnisses, daß es sich für das Zentrum lediglich um den sofortigen Gewinn der angestrebten zwei weiteren Mini st e r s i tz e handelte, habe die Deutsche Volks- Partei den Lösungsversuch abgelehnt. Der FrattionSsihung wohnten auch Dr. Stresemann und Dr. Curtius bei. Wie die „D. A. Z." weiter berichtet, hatte Dr. Stresemann eine Unterredung am Dienstagmittag mit Dr. Weißmann. Oer Ozeanflieger Freiherr von Hünesel- f. Berlin, 6. Febr. (Tel.) Der Ozean- und Ost- asienslieger Ehrenfried Günther Freiherr v. Hüneseld ist am Dienstagabend 9,15 Tlhr im Westsanatvrürm nach einer Magenoperation gestorben. Freiherr v. Hüneseld wurde 1892 in Königsberg (Preußen) geboren. Bei Beginn des Krieges war er als freiwilliger Motorradfahrer zum Stabe der Marinestatton in Flandern kommandiert und wurde im September 1914 vor Antwerpen durch Schrapnellschuß an beiden Beirren schwer verwundet. Die Kürzung eines Beines verhindert^ ihn an weiterer militärischer Tätigkeit. Seit 1915 wurde er deshalb vom Auswärtigen Amt in verschiedenen Spezialaufträgen nach Konstantinopel und Sofia gesandt. Ende 1916 kam er als Vizekonsul nach Mastrich in Holland. Aach der Revo- lutton nahm er seinen Abschied aus dem Auswärtigen Dienst und verbrachte die nächsten Jahre bis 1920 beim ehemaligen deutschen Kronprinzen in Wi ringen Seit 1923 war er beim Rord deutschen Lloyd in Bvemen. Am 12. April 1928 starteten v. Hüneseld, Köhl und Fritz mau riee zusammen auf der .Bremen" auf dem Flugplatz Baldonnell tn Irland zu dem ersten geglückten Ost-Westflug. Am 14. April 1928 landete die .Bremen" wegen Rebel und eingetretenen Den- zinmangels auf Greenlh Island. Im März 1928 unternahm v. Hüneseld noch einen Ostasienflug. der ihn nach Tokio führte. Die für die breite Oeffentlichkeit überraschend kommende Rachricht von dem Hinscheiden des kühnen Ozeanfliegers wird überall auf größte Anteilnahme treffen. dec vereinigten Staaten sie nicht daran hindern. fühle sich andererseits aber auch durch derartige Beschlüsse in keiner Weise gebunden. Vie Hauptfrage nach Ansicht des Präsidenten fei, wieviel Deutschland zahlen könne, und er sehe nicht ein, welche Beziehungen das zu dem Betrag habe, deu die europäischen Regierungen den vereinigten Staaten schulden. Oie deutschen Vorbereitungen. /Berlin, 6. Febr. (Priv.-Tel.i Wft der „Lokalanzeiger" hört, fino nunmehr die für den Beginn Der Sachverständigenkonferenz erforderlichen Vorarbeiten der deutschen Regierung im wesentlichen abgeschlossen. DaS zusammengestellte Material umfaßt vor allem genaue st a t l st t s ch e Aufstellungen über Dolksvermögen, Einkommen, Wohlstandsindex, Auhenhandelszifser, Detriebsvermögen, Zinsniveau und Steuerbelastung. Besonderer Wert ist daraus gelegt, entsprechende Vergleichszahlen des Auslandes hinzuzufügen. >!« »L ÄZÄ ni e bLVi 'N ML UtÄ idekHrse. 30 wLuni s- Ilmtal n ™ ‘UtDartenh,, sich beut,. CfM1 nOlt£r! SJNer 21 w MS 23,50 bis z 33,25 M Dchcn. ‘ Emdvtz : stetig H Erscheint täglich,außer Sonntags und Jeiertag». Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Dlld Die Scholle. Beyigipreb für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 16 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bet Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 61. M und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Mmelger Sietzen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688. touite. Paul Lvett DrmbenbM, N* itemnes p. Duemei/ t ©Pitfriei'*1 ja Gut). Srust Pca- ^rarnrn, Regina KriT Lusse 'M Schasse" über W .rrJ» ter litnan' -s ßs gehl Md rten. oaö . tn Sri, W $ SS 54 Vesamt'chassen Sef ren erwünschten trankstl 5 . n s (u n 81 i a« —- '4e Aethvde. ^nscher Lusgab« ^chung. (Sammluni und.HHrtstea au? Religwnsgeschichfo V M, tn ter Hub- Dchr Maui Sie- " neuteflMenüichc ten'Äsll-^v'.schuna in ter Wrang 66 'n tote bk trlwlogi- chtSdaiMung sinh Persönikhk.'ii te? unb entsprechen im iwtemen Menschen. : Ueterlie'eruna frte i! in gegensätzßchen Prrvhc:, feitenter iftorische Kvrschmg sichen Wttttemg das in TQtittiallftt- begründete logischc „paWuischeS^ imb n überwmten und tn tom Teufel De- macht hat, in Jesus den Quellpunkt ter ien, ohne seine De- da» historische Snt- zu vollen. mene Münchner rr & S'tth S. v 5,eo m Die Unruhen in Indien. London, 5. Febr. (TU.) Die älnruhen ü# Bombay haben sich am Dienstagmorgen tn t>erJ' schärfter Form wiederholt. Ein starkes eng» lisches Truppenaufgebot mußte tn die' Llnruhebezirke entsandt werden. Die Zahl de»' bei den Zusammenstößen getöteten Personen, z u • meist Panthans, ist auf 12 gestiegen. Ein Hindu ist durch Messerstiche schwer verletzt wor^ den. Sechs Polizisten wurden gleichfal^ berJ letzt. Sämtliche Geschäfte sind inzwischen wieder geschlossen worden. Ebenso ruht dis Arbeit in allen Baumwollspinnereien. Der Gou^ Derncur von Bombay hat seine Reise nach Heut Delhi auf unbestimmte Zeit verschoben. In Bombay gewinnt die Aeberzeugung an Boden, daß die Gerüchte über Verschleppung von Kindern für Opferzwecke durch die Panthans nur ein Vorwand für die Angriffe gegen sie waren, der eigentliche Grund dagegen in ihrer Streikbrecherarbeit zu suchen ist. Auch in Colombo auf Ceylon dauern die Unruhen an. Trotz des im Straßenbahn- streik abgeschlossenen zwölftägigen Waffenstillstandes herrscht eine große Erregung in der Stadt. Ein Streikführer wurde mißhandelt. Die Polizei zerstreute eine Menschenmenge. 15 000 Hafenarbeiter und Eisenbahner sind in den Streik getreten, jedoch hat der größte Teil die Arbeit bereits wieder aufgenommen. Abends wurden Steine gegen die Hauptpolizeiwache geschleudert. Die Polizei ging dreimal mit der Waffe vor. Mehrere Personen wurden ins Krankenhaus gebracht. Zehn Polizisten wurden verwundet. Die Lage ist bedrohlich und die Polizei befindet sich in Alarmbereitschaft. iS Der preußisch-bayerische Konflikt beigelegt. Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen. Berlin, 5° Februar. (IBB.) Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Der bayerische Gesandte in Berkin, Dr. v. P c c g e r, erschien am Spätnachmittag des Montags beim preußischen Ministerpräsidenten Dr. Braun. Der Gesandte sprach dem Ministerpräsidenten das Bedauern der bayerischen Regierung über den bekannten Münchener Vorfall und über die für die Kritik gewählte Form aus. Der preußische Gesandte in München, Dr. Denk, verläßt heute, Dienstag, Berlin, um sich wieder auf seinen Münchener Po st en zu begeben. Offenbar um der bayerischen Oeffentlichkeit das immerhin Peinlid)« dieser Entschuldigungsoktion zu versüßen, schreibt die Bayerische Volks- Partei -Korrespondenz: „Nach einer amtlichen preußischen Meldung erschien der bayerische Gesandte in Berlin Dr. Pre- ger nm späten Nachmittag des Montag kxi dem preußischen Ministerpräsidenten Dr. Braun. Der Gesandte soll dem Ministerpräsidenten das Be- dauern der bayerischen Negierung über den bekannten Münchener Vorfall und über die für die Kritik gewählte Form ausgesprochen haben. Dazu isi zu bemerken: Sn dieser Form wird die Nachricht des 2lmt>. Preuß. Pressedienstes bei dem größten Teil der bayerischen Oeffentlichkeit Erstaunen und Verwunderung auslösen imd nicht verstanden werden. Wird dadurch doch der Eindruck erweckt, alS ob die bayerische Staatsregierung in aller Form wegen ihres Verhaltens auf Grund der letzten Berliner Besprechung sich entschuldigt habe, als ob Bayern vor der preußischen Auffassung m dem ganzen Streitfall zurückgewichen sei. Wir halten es für gänzlich ausgeschlossen, daß der Schritt des Herrn von Preger beim preußischen Ministerpräsidenten einen anderen Zweck und Sinn haben konnte, als die offizielle Llebc rm itt lun g der Antwort der bayerischen Staatsregierung auf die Erklärung, die Herr Dr. Braun am vergangenen Samstagnachmittag abgegeben hatte. Ein Hinausgehen über diese Erklärung war nach der ganzen Sachlage keineswegs geboten. Sie trug in ihrem Punkte neun dem Gebote der Höflichkeit in sehr weitem .Umfange Rechnung. Kein Mensch in Bayern hat ein 5Znteresse daran, daß zwischen der bayerischen und der preußischen Negierung ein die sachliche Auseinandersetzung erschwerender Spannungszustand besteht. Es kann aber- unmöglich zu einer befriedigenden Bereinigung der ganzen Angelegenheit kommen, wenn irgendwie der Anschein erweckt wird, als ob die bayerische Regierung sich gegcnübcr_ der preußischen Staatsregierung im älnrechl befände. Leider ist zu befürchten, daß die preußische Presse- Meldung in dieser Richtung gedeutet und aus-- gemünzt wird. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Deutscher Reichstag. Berlin, 6. Febr. (V.D.Z.) Vor Eintritt in die Tagesordnung fragt Abg. G r a f Westarp (Dntl.) in einer Snterpellation die Negierung, ob sie nicht schleunigst dagegen einschreiten wolle, daß von der Sozialdemokratie eine Broschüre „Sozialdemokratie und Wehrproblem" herausgegeben wird, in der Hochverrat und Landesverrat im Kriegsfälle propagiert werden. (Hört, hört! rechts.) Als Verlagsorl sei das Neich s - tagsgebäude verzeichnet. (Hört, hört!) Die Regierung müsse erklären, ob es mit der Würde des Reick^s vereinbar sei, daß der Reichskanzler seinen Auftrag von einer Partei erhalte, die den Hoch» und Landesverrat propagiert. Es sei auch ein unerhörter Mißbrauch, für eine solche Broschüre den Reichstag als Verlag.ort zu nennen. (Lachen bei den Sozialdemokraten.) - Präsident Lobe erklärt, er werde die Interpellation der Regierung zuleiten. Was den Verlagsort betrifft, so könne jeder Abgeordnete das Reichstagsgebäude als seine Adresse angeben. Auf der Tagesordnung stehen Anträge der Kommunisten, des Zentrums, der Wirtschaftspartei, der Deutschnationalen und der Sozial^ demokraten, die sich mit der Erwerbslosen- und Krisensürsorge beschäftigen. Abg. Sadasch (Komm.) verweist auf die große Erwerbslosenzahl, die jetzt schon auf 3 200 000 angestiegen sei. Für eine achtDpfige Arbeiterfamilie werde in manchen Gebieten eine Tagesunterstützung von 1,07 Mk. gezahlt, während das amtlich bewilligte Futtergeld für einen Polizeihund 1,50 Mk. betrage. (Hört, hört? bei den Kommunisten.) Der Leiter der deutschen Finanzpolitik sei in Wahrheit der Reichsbankpräsident, der Reichsfinanzminister sei nur die Marionette. Er werde vom Reichsbankpräsidenten wie ein Hampelmann hoch- und niedergezogen. (Der Redner erhält einen Ordnungsruf.) Die Erwerbslosen mühten selbst ihr Schicksal in die Hand nehmen und die heutige Gesellschaftsordnung stürzen. Reichöarbeiismmrsts!- Msseil: Ich verstehe die bittere Not der Erwerbslosen, denn ich l)abe in meinem eigenen Leben oft genug Not und Elend gesehen und dem Gespenst der Arbeitslosigkeit ins Auge geblickt zu einer Feit, in der es noch keine Erwerbslofenunterstutzung gab. (ßko her Lärm bei ben Kommunisten und Nationalsozialisten.) Für seelische und menschliche Regungen haben Sie offenbar kein Verständnis! (Neuer Lärm bei den Kommunisten. — Der Präsident ersucht die Kommunisten, doch nte Antwort auf ihre Interpellation anzuhören.) Wie die Komnmnisten zu der Arbeitsiosenzahl von 3,2 Millionen kommen, ist mir schleierhaft. Tatsächlich haben mir zwei Millionen unterstützte Erwerbslose. Auch diese Zahl aber umfaßt noch genug au Bitterkeit, Kummer und -IldL Der starke Frost in diesen' Winter hat die Erwerbslosigkeit in den Außenbctrieben sehr gesteigert. In der Veröffentlichung der R c i ch s a n st a l t für Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung sind die Aussichten für die Zukunft mit einem Pessimismus dargestellt worden, der das berechtigte Maß weit überschreitet. Die Rcichsonstolt steyt keineswegs vor dem finanziellen Zusammenbruch-, wenn freilich der starke Frost noch lange anhält, dann müßte geprüft werden, ob der sinanziellc Aufbau der Erwerbslosenversicherung unverändert bleiben kann. Die Regierung ist der Meinung, daß der Kreis der unter die Krisensürsorge fallenden Arbeiter wesentlich erweitert nnrbcn muß. Für die Saisonarbeiter kommt die Krisensürsorge nicht in Frage. Die Erweiterung der Krisenfürsorge soll zunächst bis Anfang Mai erfolgen. Eine iveitere Verlängerung der Unterstützungsdauer hält die Regierung im Augenblick nach nicht für notwendig. Die Arbeitsvermittlung soll ausgebaut werden, besonders auf dem Lande und in den kleinen Städten. Die Regierung ist bemüht, den Arbeitsmarkt durch Vergebung zahlreicher Aufträge günstig zu beeinflußen. Mit den Mitteln der So- zialpolittk allein kann die Arbeitslosigkeit nicht beseitigt werden. Dazu ist eine Aendenmg der wirtschaftlichen Verhältnisse notwendig. Abg. Riesener (Zentr.) vermißt in der kommunistischen Interpellation jeden Hinweis, wie den Arbeitslosen geholsen' werden könne. Die herabsetzenden Bemerkungen über die deutsche Sozialpolitik seien nicht am Platze. Die Einführung der Arbeitsloseirversicherung sei ein Ruhmesblatt der deutschen Sozialpolitik. Abg. Schneider -Berlin (Dem.) schildert die besondere Notlage der erwerbslosen Angestellten. Bei ihnen habe die ErwerbSlosig- keit die längste Dauer. Erschreckend groß fei unter den Erwerbslosen die Zahl der älteren Angestellten. Ohne Sondermahnahmen werde man diesen Angestellten nicht helfen können, für sie sei eine Verlängerung der Dezugödauer notlDcnbig. Eine Beitragserhöhung müsse ab- gelehnt werDen. Bei iroch größerer Steigerung der Arbeitslosigkeit müßten die Mehrkosten aus allgemeinen Reichsmitteln gedeckt werden. - Abg. Dö brich (Ehr.-Nat. BP.) meint, eine grundlegende Aenderung der Arbeitslosenversicherung lasse sich nicht vermeiden. Die Renten- psychose dehne sich immer mehr aus und hindere eine gesunde Entwicklung der Wirtschaft. Die beste Sozialpolitik sei eine Stärkung der Wirtschaft, besonders der Landwirtschaft. Damit schließt die Aussprache. Alle Anträge werden dem Sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Mittwoch: Vorlage über die Entlastung des Reichsgerichts. Kellogg-Pakt und Arbeiter- schuhgeseh. Abrüstung sowie zum Ausbau der Möglichkeiten, vorhandene und entstehende Gegensätze der Dölkerinter- essen und offenkundige älngerechtig- keiten auf friedlichem Wege zu beseitigen. mit allem Nachdruck hinzuwirlen. Aach -em putsch in Spanien. Wie Sanchez Guerra verhaftet wurde. Paris, 5. Febr. (WD.) Die Agentur Fobra erklärt die Gerüchte über eine Meuter ei an Bord des spanischen Kreuzers „Don Jaime" für unbegründet, desgleichen die Nachricht über einen an geblichen S e l b'st mord der in Ciudad Real vor urteilten Offiziere. — Nach einer weiteren Havas- Meldung aus Madrid hat General Primo de Rivera seinerseits es als falsch bezeichnet, daß es zwischen den Aufständischen und Regierungstruppen zum Kampf gekommen sei. Nicht ein Schuß sei gefallen. Sämtliche Truppen hätten sich loyal verhalten, abgesehen von einer geringen Anzahl von Artillerieoffizieren, gegen die m i t a l l e r S ch ä r s e vorgegangenmerdenwürde. Der General fapitän von Valencia habe sich bei der Verhaftung von Sanchez Guerra nicht umsichtig und energisch genug verhalten und sei deshalb s e i n e s P o st e n s enthoben worden. Er werde vor ein K r i e g s g e r icht gestellt werden. Die Zahl der Politiker, Verschwörer und anderen unzufriedenen Elemente belaufe sich auf vielleicht 1000. Das sei dw Wahrheit über die Lage in Spanien. Alles andere sei erfunden. lieber die Verhaftung des ehemaligen Ministerpräsidenten Sanchez Guerra wirb dem „Journal" noch berichtet: Guerra und sein Sohn hatten sich am 26. Januar, aus Paris kommend, in Port Vendres auf ein kleines sran- zösischesSchiff begeben, das für diese Fahrt gemietet worden war, um nach Grao zu fahren. Acht Stunden nach dem Auslaufen aus dem Hafen von Port Vendres habe das Schiff infolge Havarie zurückkehren müssen. Daraufhin hat sich Guerra mit seinem Sohn an Bord des Dampfers „An so na" begeben. Sanchez Guerra sei infolge dieser Verspätung erst am 29. Sami ar in Grao angekommen, während er nach dem vorher verabredeten Plan bereits am 27. Sanuar erwartet worden war. Sn Valencia an gekommen, habe sich Guerra zu einem Stabsoffizier der dortigen Garnison begeben, der sehr aufgeregt wegen der 48sttinbigen Ver-- spätung gewesen sei, die alle Vorbereitungen und Verabre^mgen über den Haufen geworfen habe. Der Offizier habe sofort eingestanden, daß cs zu spü t sei zum Handeln, denn die Regierung sei bereits über die Verschwörung unterrichtet. Sanchez Guerra habe dann noch vor den Offizieren des 5. Artillerie- regiments eine Ansprache gehalten. Einige Minuten später sei er jedoch von einem Polizei- inspektor in das Bureau des Zivilgouverneurs von Valencia geführt und 14 Stunden später aus Anweisimg von Madrid verhaftet worden. Das Wettrüsten beginnt. Der amerikanische Senat hat sich nun doch dahin entschieden, den Bau der vom Ma- ickneamt verlangten Kreuzer zu bewilligen: die Zeitklausel bleibt bestehen, so baß die Kiellegung vor dem 1. Sunt 1931 erfolgen soll. Sn London ist man über diesen Beschluß äußerst bestürzt. Es wirb angebeutet, daß die- englische Regierung nunmehr ihrerseits den geplanten Dau von drei neuen Kreuzern gänzlich aufgeben wird. Das wird aber nichts nützen. Die Amerikaner wollen mit ihrem Bauprogramm nichts anderes erreichen, als die Gleichstellung ihrer Flotte mit der englischen. Sie wollen darüber hinaus die übrigen Flottenmächte zwingen, an die Abrüstung zur See heranzugehen. Dabei kalkulieren sie so. daß die Gegenseite es schließlich doch vorziehen wirb. Abrüstungspläne zu akzeptieren, anstatt sich auf ein kostspieliges und aussichtsloses Wettrüsten einzulassen. Kleine politische Nachrichten. Das Reichskabinett hat beschlossen, dem Reichspräsidenten als Nachfolger des Reichsgerichtspräsidenten Simons Oen Ministerialdirektor Bumke vom Reichsjustizministcrium vorzuschlagen. Als Nachfolger des in den Ruhestand versetzten Staatssekretärs Hoffmann im Reichsernährungs Ministerium ist der dem Zentrum angehörende Ministerialdirektor Heu kam p in Aussicht genommen. Papst Pius XI. hat an den Präsidenten des deutschen katholischen Akademikerverbandes, den hessischen Finanz- und Sustizminister Kirnberger und an den Prälaten Munch ein Schreiben gerichtet, in dem er den katholischen Sntel- lektuellen richtunggebende Anregungen und Wegweisungen vermittelt. Aus Johannesburg wird gemeldet, daß der Finanzminister Havenga in seinem Budgetvoran- schlag, der binnen kurzem der gesetzgebenden Versammlung vorgelegt werden wird, die baldige Ernennung südafrikanischer Vertreter in Berlin, Paris und Buenos Aires vorgesehen hat. Der gegenwärtige Administrator von Südwestafrika, A. S. Werth, dürfte den Berliner Posten übernehmen. Das dänische Königspaar hat Paris verlassen, um sich zu einem mehrtägigen Aufenthalt nach Madrid zu begeben. Angesichts der militärischen Ereignisse der' letzten Tage hat die spanische Regierung besondere Maßnahmen für bic Sicherheit der königlichen Besucher er» gritfen. Zum Bahnsteig toerben nur König Äl- sons XHI. und sein Gefolge zur Begrüßung des dänischen Herrscherpaares Zutritt erhalten. Aus aller Welt. „FmuicrUcn" vor Gericht. Berlin. 5. Febr. Es scheint wirklich, als ob sich diese Gerichtsverhandlung gegen den „Dergnügungs- oercin" Znunertreu zu einer schweren Blamage auswächst. Dies wärx uni so mehr zu bedauern, als nach den skandalösen Vorgängen am Schlesischen Bahnhof die staatlichen Organe endlich einmal Miene gemacht hatten, erusthasl gegen die Berliner Unterwelt vorzugehen. Wer die Gcrichtsverhand Hing mitgemacht hat, bekam einen erschütternden Eindruck ' non der Hilflosigkeit ber Anklage und gleichzeitig von der Gerissenheit der Verteidigung. Bei den Angeklagten selbst saß die Geschichte durchaus fest. Keiner mar dabei gewesen, der Verein Immerireu beschäftigte sich ledigleich damit, Herrenpartien und Wohltätigkeitsfeste zu arrangieren und seine Mitglieder standesgemäß zu bestatten. Außer- dem betrieb er Stellenvermittlung, nm diejenigen Existenzen, die mit ber Staatsgewalt in Konflikt geraten waren, wieder in das bürgerliche Leben zurückzusühren. Beruf der meisten Mttglieder: ®c- schästssührcr ober Kellner. Bei Bedarf werden vor (Sericht Rührszenen aufgeführt, die nur allzu schlecht zu dem Terror passen, den dieser harmlose Verein ansonsten ausübt. Beweis dafür sind bic Zeugen, die ber Reihe nach umfielen imb nichts gesehen hatten. Auch die Hamburger Zimmerleute machten vor Gericht feine gute Figur. Ein besonderer Skandal aber ist er, baß sänttliche Angeklagten ihre Ge- ständnisie aus ber Voruntersuchung feierlich wieher zurückzogen und es habet noch wagten, hie Polizei der Nötigung zu zeihen. Für die StaafsautDrität ist dieser übrigens in der Sensationspresse übel aufgemachte Prozeß fein Ruhmesblatt. Die anständigen Bewohner dieser Berliner Gegend aber können lei- der nicht damit rechnen, daß dieser Terror des Der- brechcrtums von ihnen genommen werde, beim offenbar zeigt sich bic Staatsgewalt außerstande, dieser abgefeimten Gesellschaft gegenüber so vorzugehen, wie es nötig wäre. Uebrigens verschwenden auch eine Anzahl von Berliner Rechtsanwälten, die einen guten Nomen zu verlieren haben, ihre große forma(iftifd)e Kunst an eine Sache, die sie besser nicht zu der ihren gemacht hätten. Nach unserer Kenntnis fordern diese bekannten Berliner Rechtsanwälte für Strafverteidigungen recht stattliche Honorare. Macht sich ber harmlose Berliner Spießer Gedanken darüber, woher bic ehrenwerten Mitglie der des Vereins „Jmmerireu" zu den Summen ge- i kommen sind, die erforderlich erscheinen, nm eine Verteidigerbank aufmarschieren zu lassen, auf der Berlins zugkräftigste Namen vertreten sind. Die unrationelle Auglelephonie. Die auf der Strecke Berlin — Hamburg seit längerer Zeit eingeführte Zugtelephonie, deren Einrichtung auch dem reisenden Publikum zur Verfügung steht, die aber in der Hauptsache wohl erst einmal das ganze Problem ber Zugtelephonie praktisch erforschen soll, hat sich im Laufe ihres Bestehens noch immer nicht als rentabel erwiesen uni) ihre Frequenz bleibt noch immer hinter den Erwartungen, sowohl ber Reichsposi als auch ber- jenigen des Unternehmens, bas die Zugtelephonie zur Einführung gebracht hat und ihre technischen Probleme der Lösung entgegengeführi hat, zurück, infolgedessen trifft es auch nicht zu, daß gegenwärtig Pläne über die Einrichtung der Zugtelephonie auf anderen Strecken für die nächste Zeit gefaßt worden sind. Die bisherigen Erfahrungen mit ber Zugtelephonie auf der Strecke Berlin— Hamburg haben nämlich gezeigt, daß höchstens 75 bis 80 Prozent der geführten Gespräche als eint- roanbfrei gelten können und eine einigermaßen gute Verständigung möglich ist. In den anderen Fällen gelingt es nicht, eine Verbindung zwischen dem fahrenden Zug und dem gewünschten Fernsprechteilnehmer herzustellen, was eben noch auf verschiedene technische Mängel zurückzu- führen ist. In diesem Zusammenhang bebarfjs auch ber Erwähnung, daß im gegenwärtigen Stadium auch bic Einrichtung von Runbfunkanlagcn in O-Zügen, wie sie bereits in Amerika besieht, noch keineswegs spruchreif tft Die in Ülmerifa gemachten Erfahrungen haben die Reichs- bnhnqefcUfdjaft bisher noch nicht ermutigen können, diesen Gedanken ernsthafter gegenüber zu treten, obgleich bic Anregung dazu wiederholt aus Streifen de<- Publikums und der Radioindustrie ergangen ist. Alle Meldungen, die bereits mm Verpichen dieser Richtung wissen wollen, entbehren, mie mir hören, jeder Grundlage. Strenge Aalte in Bulgarien. Sn Bulgarien herrschen noch immer Temperaturen bi 5 zu 24 Grad unter Unit Die internationalen Züge verkehren infolge der Schneeverwehungen feit Montag nur b i s zur türkischen Grenze. Die Dona« ist stellenweise zugefroren. Der Verkehr zwischen Bulgarien und Rumänien erfolgt über das Gis. Aus dem ganzen Lande werden zahlreiche Todesopfer durch Erfrieren berichtet. Sn Sofia wurden die Schulen wegen der großen Kälte geschlossen. Sn der Stadt sind öffentliche Wärmestellen errichtet worden. Der Hafen von Burgas ist teilweise zugefroreren. An der Küste des Schwarzen Meere« herrschen schwere Schneeftürme, die den Schiffsverkehi vollständig unterbinden. Treibeis aas Rhein und Mosel. Die Stätte hat im Laufe des Dienstag so erheblich nadigelaffen, daß der Nullpunkt erreicht wurde, wodurch sich das bei Lay in der Mosel und an der Loreley im Rhein gestaute Eis in B e w c g u n g setzte. Schwere Eisblockc trieben am Abend hier vorüber, so daß bic am Mittelrhein noch durchgeführten Dampffähren eingestellt werden mußten. Lahn und Nahe sind noch völlig vereist. Schweres Exploswnsnnglück bei einer Prozession. In Catania ereignete sich bei einer großen Pro- Zession, bic zu Ehren ber Heiligen Agathe, ber Schutzpatronin der otabt, abgehatten wurde, und bei der wie gewöhnlich Böllerschüsse abge- feuert wurden, ein folgenschweres Unglück. Nach den ersten Böllerschüssen sprang ein Funke In eine n o ch volle Kiste mit Munition und brachte sie zur Explosion. Die ungewöhnlich heftige Detonation verursachte eine entsetzliche Pali i k unter ber vieltausendköpfigen Menge, die eiligst aii5einanbcrftob. 2lls sich die Leute zerstreut hatten, fand man auf dem Platze 25 Verwundete vor, unter ihnen mehrere lebensgefährlich Verletzte. Großfeuer in Tteaqorf. Das im Stadtteil Bronh am Hudson-Fluß gelegene. 25 Zimmer umfassende Fachwerk-Steinhaus des Finanzmannes Otto Marr, ist in der vergangenen Nacht durch ein Großfeue« vernichtet worden. Das Gebäude enthiekk wertvolle Teppiche, eine Bücherei, hochwertige Gemälde, u. a. einen Rembrandt. Der Werk des Gebäudes wird auf 500 000 Dollar, der ®e* samisch aden auf eine Million Dollar geschätzt. Außerdem ist unter den Brandruinen ein ® effr* schrank m i t S u toe Ien im Werte von 150000 Dollar begraben, Der Brand wurde b=mt> einen Flieger entdeckt, der die Nachbarschaft dadurch -alarmierte, daß er um das brennende Gebäudr' niedrige Kreise flog. Die Löscharbeiten trxrrer durch die grimmige Kälte behindert. Ein aller: Sünder. Der kürzlich verhaftete Wohltätigkeitsschwind« ler M a e tz i g. der als falscher Rei^tagSabg«- ordnetet Dr. Stolzenberg unter Verwendung gestohlener Briefbogen des Reichstages namhafte Summen angeblich für die Gefangenenfürforge erschwindelt hatte, hat aus dem Gefängnis an den Reichstagspräsidenken Lobe die Aufforderung gerichtet, ihn unter den Schutz der Smmunität als M.d.R. zu stellen. Außerdem verlangte Maetzig, dah der Reichstagsprafident eine Kom pagni« Reichswehr zu seinem persönlld)en Schutz auf* biete, ba er politisch vers olgt werde. Der Rechtsbeistand des Maetzig beantragte deshalb, daß fein Klient auf seinen Geisteszustand untersucht werde. Der Vernehmungsrichter beauftragte Sanitätsrat Dr. Leppmann, ein Gutachten üjet den Geisteszustand zu erstatten. Maetzig ist to.gcn Sittlichkeitsverbrechens und Betruges bereits 2 1 m a l vorbestraft und bereits sechsmal im S r r e n h a u s untergebracht worden. Die Wetterlage. Dlenstaa d. 5.ret>.1929,Z” äDd5._ «eoe* HordWti* ewofltew» <9 netter. O Mtt> «Gern 9 0t0t<8V *khnee »Cu-awin e*et>ti Xaewil- ‘ *”‘H' Ntcnte» osi 0 e*s$*et' die ertoe fteoea mn oe® wmdt. »««m ftn ocotn die Tereperatut aa Pie U«mcn *«»•*>«» 0,11 e*^X*c»<® •soererfieett* UrtOBt» Wettervoraussage. Voraussage für Donnerstag. anfänglich wenig veränderten Temperaturen um meist nebelig-wolligem Wetter mit vevemzet! leichten Schneefällen wieder kälter. Aussichten für Freitag: Noch weise nebelig, auch vielfach aufhätemd und Zu nähme des Frostes wahrscheinlich. Öufttempcrüturen am 5. Februar, mittags —4, Grad Celsius, abends — 3,9 Grad Celsius; off 6. Februar, morgens — 2,8 Grad Celsius. Maxi muff — Grad Celsius, Minimum —-13,1 Grad sius. — Sthtomperahiren am 3^ Februar: abeiuh — 4,3 Grab Celsius; am & Februar: morgens •” Grad Celsius. — Niederschlag 0,8 Millimeter. - Sonncnscheindcmer 3 Stunden. -er tnnO schneck Kw; L Lmdsch' V größte 3, fi »*,d I» vahrlch - frinsfteü" U ist d'e I t ja * strr fc.ynlNte L|i.c tzchönheu LnvaM i.imf* Lfi] imtern^ , bet $5 uh da uni> Mch-n Kien Mc eg «walöfuh ,Die m et nilimi Die Kn zu öre: ,mlos fteni ,ol>en Duche to*n W L habe <«! Demi abe ■Itter die Del» Bnb versilb ms die 5er Tabak- Jurck iaS BefsrdcL hiffi man fich abwenden, denn das ändert und Wt in allen Farben. 8-0 bringt uns der Winter fast jede Minute NUS 'Silber, wenn das Licht wechselt. Ävckt dich diese Schönheit nicht, hinauszuwcw- 000 Dollar, der Gr» ion Dollar gefchätzi. itdramen ein Geld» m Werte von ISO 000 !> wurde durch ein» Nachbarschaft dadurch biemenb? Tcküud Lvschardeiten 6w bchindert. Inder. OchltätigleiiSschM» scher AeichStagSabge unter Lervev' tv Am. ist in der ein Drohfeue« 5, Gebäude enthielt cherei hvchwerti-k snbronit Der Wert neues Protokoll, daS «inen guten Oluftaft bildet» dann erfreute Frau 3cnßen, die über eine oute, sympathische Stimme verfügt, mit zwei modernen Liedern, die großen Bestall fanden. DK folgenden Büttenvedner, ob als Zimmermann aus Hamburg, oder als Wahrsager, der den Weltimtergairq prophezeite, oder al» Waschfrau, oder als Kallche au» der Zozelsgasst, gleichviel, alle gefielen und hatten durchschlagenden Erfolg. Auch Narr Haas fand mit seinen Betrachtungen über die 12 Monate Beifall. Zwischendurch wurden neue Lieder gesungen, echt Varnedalistischo Stimmung griff Platz, und als dann die Narren Steuerwald und Hammel als Schuljungen erschienen und ihren Dialog begannen, ertönten wahre Lachsalven, die ihren Höhepunkt erreichten, als die Wirtin vom goldenen Stern sich dem Publikum vorstellte und geradezu stürmischen Erfolg .fand. Die zahlreich erschienenen Närrinnen und Narren kamen aus ihre Kosten. Die Ser- anstaltung war ein voller Erfolg. 5°imLtritbtn Q,n in* e-'ni^ Derdn- °Etz vereist fremde Mütter 256 Knaben (239) und 214 Mädchen (239). Eheschließungen fanden in 1928 gleich 293 statt, gegen 261 im BoHahre. Sterbesalle waren im letzten Jahre 798 zu verzeichnen (745). Davon entfallen auf die einheimische Bevölkerung 346 (350), darunter männliche 157 (192). weibliche Verstorbene 189 (158). Zn den Kliniken und Anstalten ereigneten sich im gleichen Zeitraum bei nicht Ortseingesessenen 452 Sterbefälle (395), davon männlich 242 (226), weiblich 210 (169). Soweit die ortseingesessene Bevölkerung in Betracht kommt, haben wir in Gießen in 1928 bei 551 Geburten (517) und bei 346 Todesfällen (350) einen Geburtenüberschuß von 205 (167), ein Ergebnis, das als günstig zu bezeichnen ist, wenn auch diese Hebet» schußzahl an Geburten den Ergebnissen in der Vorkriegszeit noch nachsteht. Don den in Gießen im letzten Zahr geborenen 214 (251) unehelichen Kindern entfallen auf die Bevölkerung Gießens 64 (62), gegenüber 150 unehelichen Geburten, die auf ortsfremde Mütter entfallen (189). Während die Zahl der unehelich geborenen Kinder in den beiden letzten Zähren sich ungefähr gleich blieb, sind im letzten Zahr die unehelichen Geburten ortsfremder Mütter gegenüber dem Vorjahr um rund 25 Prozent zurückgegangen. Schasst Aistgelegenheiien! Der Gießener Tierschutz-Verein. Kaiserallee 1, teilt uns mit: Daß die Zahl unserer Singvögel stark im Sinken begriffen ist, ist eine vom ideellen, wie wirtschaftlichen Standpunkt aus gleich bedauerliche Tatsache. Einen Teil der Schuld daran trägt der wachsende Mangel an passenden Niftgelegenheiten. Wir tonnen ihm steuern, indem wir die natürlichen Nistplätze möglichst zu erhalten suchen und der Dogelwelt künstliche zur Verfügung stellen. Deshalb schone man nach Möglichkeit Hnterholz und Feldhecken, alte Bäume, dichte Gebüsche und Rohrgelände, und vernichte sie nicht unnötig durch Abbrennen im Frühjahr. Für die künstlichen Nistplähe kommen haicptsüchlich Höhlenbewohner in Betracht, Meisen oller Art. Stare, Spechte, Fliegenschnäpper und Hausrotschwänzchen. Bis Ende des Monats spätestens müffen die neuen Nistkasten angebracht sein. Heber Auswahl, Preis und Befestigung der Kasten (jede Vogelart stellt ganz bestinnnte Ansprüche) gibt der Tierschuhverein gern Auskunft. Für Schwalben genügt es zur Not, unter dem Dachsims, in Ställen und Hausgängen einfache Brettchen anzubringen, auf denen sie ihre Nester bauen können. Man achte nur darauf, daß sie für Katzen nicht erreichbar sind. Daten für Donnerstag, 7. Februar. Sonnenaufgang 7.29 Utjr; Sonnenuntergang 17 Uhr. — Mondaufgang 6.50 Uhr, Mondunter- gang 14.06 Uhr. 1812: der Dichter Charles Dickens in Landport bei Portsmouth geboren; — 1878: Papst Pius lX. in Rom gestorben. Bornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: „Das Dorf Sanct Zusten", 19.30 biß 22.15 Hhr. - Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Der Kamps umS Matterhorn". — Astoria- Lichspiele. „Unter falschem Verdacht". — Verein der Freunde des humanistischen Gymnasiums. Am nächsten Sams- tag Vortrag von Gymnasialdirektor Dr. Weinstock (Frankfurt a. M.) über „Die Antike und die Aufgabe unterer Erziehung". (Siehe heutige Anzeige.) Standesamtöstaiistik 1928. t-il der Stadt Gießen toaren im abgelaufe- fitn Kalenderjahr 1021 Geburten zu ver- fMtzncn (gegenüber 995 im Zahve 1927). Davon stuf allen aus eheliche ©eburten 807 (744), und gfctn 400 Knaben (395) und 407 Mädchen (349), imi unehrliche Geburten 120 Knaben (130) und W Mädchen (121). Die 1021 Geburten in 1928 )tte|bogen de» Summen angeblich fit 'chvinbelt halte, k Rei$tagityrätoente Der Main bei Bürgel zugefroren. WSN. Frankfurt a. M., S. Febr. Da» Treibeis deS Mains hat sich seit gestern abend 11 Uhr von oberhalb Bürgel an gestellt. Hierdurch ist der Wasserstanü an dea Schleuse Mainkur um 150 Meter gestiegen. Weiter ist der Main von Würzburg bis zur Quelle fast vollkommen zuae-< froren, ebenso die Strecke Wertheim—Lohr—i Heidingsfeld. Da die Kälte unvermindert an-' hält, ist damit zu rechnen, daß auch noch weitere Strecken des Mains bald zufrieren. Ein Zug im Schnee steckengeblieben. WSN. Gschwege, 5. Febr. Zm Schnee stecken geblieben ist am Samstag der von Heiligenstadt kommende Frühzug. Bei Kalteneber waren in der Nacht auf einer Strecke von etwa 100 Meter Schneemassen von zwei Meter Höhe auf die Gleise geweht worden. Es wurde eine Hilfsmaschine von Vsch- toege entsandt, der es aber auch nicht gelang, den Zug freizubekommen. ES blieb nichts weitem übrig, als alle zur Verfügung stehenden Kräfte heranzuziehen und die Strecke sreizn- schaufeln. Der Zug traf mit vierstündige, Verspätung hier ein. Gistmörder Schardt legt Revision ein WSN. Limburg, 5. Fehr. Der vom Lim-- burger Schwurgericht wegen Giftmordes -um Tode verurteilte Händler Zakob Schardt aus Hirzenhain hat gegen das Todesurteil Revision eingelegt. tträuben nichts genutzt. Die Kälte hat ihn be- fcirrgen. Noch sieht man hier uitö da offene tfcQen, wo das Wasser gar zu lebhaft fließt, (lvg sonst ist alles zugefroven. Gras und Schilf ftckm fest. Wenn die Sonne auf das wellige 63 am Ufer, auf die Glätte der Mitte fällt, zinste Zaubergarten. Alle bürten Blätter, die nd> vom Herbste her an den Büschen hängen, fin versilbert, jede vertrocknete Blume, öle seit- M noch 3fugc des großen Sterbens war, ist mi verwandelt, in eine feidenalänAende Schön» ______ gebettet. Wie zierliche Brillantkelche leuchten richtet."^ unter vS die wellen Dolden der größeren Pflanzen /xt&t m iit^gen. Die ganze Erde ist wie nrit Silber Eü Mrhig, M ivcItDeut Ein Zauberland für sich ist aber der in« Itoinpagnii pBe Pflanzgarfen im Wald. Die nledllchen etlinficben 6M out' 2 :rid)cn und Lärchen in ihrem hauchzarten erfolgt toetbe. S« E'oud wollen uns wie aus einet anderen Welt i beankagle deshalb ci deinen. ^KeifieÄuft'ind unto1 Dir muffen dis Augen schließen vor dem beauftragt! tilgen und Funkeln, wenn die Sonnenstrahlen »in Äugten h warben Kristalle treffen. Sie können sie noch L. Tlhieeia Ä W r'^ schmelzen, es ist zu kalt, sie helfen nur, h ■fctaiatf bcr°V h Wrnterpracht zu vergrößern. — s gleich einem glatten Spiegel hegen die kleinen .brach! mrd«? 1'rldteiche vor tmS. Auch dem Bach hat sein D unternahmen. Es hatte in der Nacht ge- reit, noch war die 2uft weich und milde, wohl ter Taugrenze. Aber dir Sonne war schon da und beleuchtete die reine Decke Wir nxn noch vor dem Mittagessen einspannen und gcct die ersten, die auL dem Dorf hinaus zum --rwald fuhren. Gs war wie in einem Märchen iß Tausendundeinenacht. Der Schnee lag so x$f, daß man kein anderes Geräusch hörte als E in Wetterumschlag ist im Laufe des gestrigen Abends und der letzten Nacht eingetreten. Die Herrschaft des tagelang andauernden starken Frostes ist durch erheblichen Temperaturanstieg gebrochen worden. In Verbindung damit trat im Lause der Nacht Schneefall ein, der heute früh noch anhiclt und die in den letzten Wochen durch Schneeverwehungen in den Feldern vielfach freigekegte Saat wieder mit einem neuen Schutzkleide bedeckte. Hoffentlich ist dieser Wetterumschlag der Auftakt zum Schlußkapitel der Herrschaft des Winters. *• Städti schc Brennholzversteige- rung. Bei her gestrigen Brennholz-Versteige°- nmg im Stadtwald, Bezirk des Försters Brück, wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 18,50; Eichenscheiter 13; Fichten- scheiter 9: Buchenknüppel 13; Eichenknüppel 9.40; Fichtenknüppel 7,80; Buchenstöcke 10; Eichenstöcke 8; Fichtenstöcke 3 Mk. je Nm. Buchenreisig 32; Eichenreisig 15 Mk. je 100 Wellen. ** Rechtskräftiges Urteil. Der frühere „Kaufmann" Wilhelm N. von Gießen war im Mai ü. I. vom hiesigen Schöffengericht wegen Betrugs zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt und seine Be- rufung von der Großen Strafkammer im Oktober rr Klang der kleinen Glocken cm dem Halse trister Pferde. Kein Windchen regte sich. Als fcte durch den Wald fuhren, über uns die Aeste k schneebeladenen Bäume, tags zuvor hatte «t geregnet, und der Schnee lag maffenweisr auf ki Aesten, scheuten wir und, laut zu sprechen. ,T>ie in einer Kirche", sagten wir leise, und k andächtige, feierliche Stille übertrug sich auch 6i| ans. Die jungen Tannen an der Straße schie- im zu brechen unter der Last des Schnees, jtnnloä standen sie da, aber doch schon. Die fblyn Buchen und Sichen ragten mit ihren fil- bmen Aesten in den blauen Himmel hineim 6i> habe selten solche Herrlichkeit geschaut. — Wenn aber nach einer kalten Winternachl, in kr die Nebel alles eingehüllt haben, am Dor- iktag die «Sonne siegreich durch die Wolkeir terßttngt imd mit ihrem Licht die winterliche tiiie bestrahlt, erblickt unser Auge daS Schönste, ims die kalte Zahreszeit bieten kamr: Die Wt ün Nauhreif, Wir glauben uns in rin Feenreich versetzt. Allüberall hat die Kälte in allen Gegenständen den Nebel zu kleinen Eis- Mtallen verdichtet, die uns mm im Schein der .jo ine tote Diamanten entgegen funkeln. Jedes Ästchen der Baume hat seinen Schmuck, jedes. Mlmchen auf der Wiese sein Festgewand. Da, to Niederwald und Felder sich berühren, ist der Gießett, den 6. Februar 1929. Oer Winter als Zauberer. «xr Drang des Menschen zur Natur ist so alt ic der Mensch selber. Mag es nun Frühlings' 5t fein, wenn das erste Grün hervorbricht, oder i heißen Sommer, toeim uns das dunkle ßaub- des Waldes seinen Schatten spendet, oder .her Zeit deS Herbstes, in der die Bäume ihr «ßgewand angelegt haben, oder im Winter, >rm die schlafende Natur m weiche Decken ge- j(lt wird. Immer wieder finden wir bei ihr »tzoluna und kehren gestärkt zurück. Sesonders der Winter ist ein großer Zauberer, ine Landschaft, tief in Schnee gebettet, übt stets c größte Anziehungskraft aus, und wer eben lt Schneeschuhen die Berge durchfahren kann, Dahrlich zu beneiden. Zins freilich gehört.zur Schneelandschaft, iS ist die Sonne. Offne Sonnenschein wirkt - zu düster und zu melancholisch. Werm sich v: Tausende von Strahlen in den Schiree- jMaLIen brechen, tixnnt uns alle Farben ent- ^>nsprühen, dann müssen wir die Angen vor Schönheit des Winters schließe. >_Invergeßlich wird mir immer eine Schlitten- rrt bletben, die wir vor dem Kriege im Bogels- v. 5. als unbegründet verworfen worden. Neber beide Verhandlungen hoben wir seinerzeit ausführlich berichtet. Gegen das letztgenannte Urteil hatte N. Revision oerfolat, die aber vom Reichsgericht Ende Januar d. F. zurückgewiesen wurde. N. ist nunmehr zwecks Strafverbüßung in die Zellenstrafanstalt Butzbach überaeführt worden. ** Lichtbilder Vortrag in der ötabfc- kirche. Das Thema „®ic Flucht vor dem Beben” (Selbstmord) weist auf eine tiefe Not unseres Dolles hin. Das dürfte man wohl auch aus der großen Zahl der Hörer schließen, die sich dazu am Sonntagabend in der Stadtkirche versammelt hatte. Nach gemeinfamem Eingangslied eröffnete der Vortragende, Missionar Jürgens (Darmstadt». den Abend mit einem Gebet und zeigte bann, wie so viele Menschen der Gegenwart zum Selbstmord kommen. Neben dem Ernst ter Verantwortung für das eigene Geben, wurde daoei doch auch nachdrücklich betont, daß wir dieser schweren Not nicht als Nichter gegenüberftefjen, sondern aus dem Bewußtsein der Mitverant- toorhmg für den anderen im Geist echt christlichen Mrtleidens und Erbarmens. Die irachsolgenden zahlreichen Lichtbilder gaben dann in drei Abschnitten eine Darstellung von der Ausbreitung, der Hrsache des Selbstmordes und von unserer Aufgabe. Ausführliche Begleitworte durch teu Vortragenden erläuterten die zahlreichen statistisch-graphischen Darstellungen unb stellten die Bilder in die Wirklichkeit des Lebens. Besonders trat dabei die große Bedeutung des Wirtschaftslebens (Arbeitslosigkeit), der Wohnungsnot und des Alkoholismus für die erhöhte Zahl der Selbstmorde in erschütternder Weise hervor. Die Bklder des letzten Teils zeigten dann die mannigfache Arbeit der Znneren Mission zur Heilung dieser tiefen Not unseres Volkes und gipfelten im Hinweis auf die letzte und stärkste Hilfe religiöser Kraft, die im Kreuze Christi offenbar geworden ist. Nach einem schönen Kanon der Zugend und dem gemeinsam gesungenen „3efu, geh voran" schloß der Nedner mit Gebet diese erschütternde und doch erhebende Feierstunde. ** Männerturnverein. Man berichtet uns: Am Sonntag trat die wieder neuerstarkte Boxabteilung des Mtv. zum erstenmal an die Oesfentlichkeit. Zhr Auftreten war ein voller Erfolg. Nach einigen einleitenden Worten deS 1. Sprechers nahm die Veranstaltung ihren Anfang. ■ An die allgemeinen Hebungen, wie Kopf- rollen. Hebungen zur Stärkung des Nackens, des Numpfes, der Arme und der Deine, schloß sich das spezielle Training des Boxens an, so Seilspringen, Gewichtreißen,' Arbeit am Punsching- Ball und am Sandsack. Anschließend kamen Schau- kämpfe zur Vorführung, die Zeugicis davon ablegten, daß das Boxen doch feine so rohe Sportart ist, wie oft angenommen wird. Große Heber- raschung und Heiterkeit rief der Kampf eines Negerboxers mit einem Mitgliede der Borabtei- lu.ig hervor. Einige während der Vorführung von Mitglieder dieser Mteilung gespielte Musikstücke trugen wesentlich zur Verschönerung der Vevanstallung bei. Es war eine Lust, den jungen Menschen, die sich so eifrig ihrer Sache Hingaben, zuzusehen, und die sehr zahlreich erschienenen Zuschauer geizten auch nicht mit ihvem Beifall. Besonderes Lob gebührt tem Trainingsleiter P. Ha inbach, der mit großer Ausdauer und Ge- wissenhaf ttgfeit die Abteilung zu so guten Leistungen gebracht hat. •• Die Zimmermeister-Zwangsinnung für den Kreis Gießen hielt am Samstag in Nonnenroth eine Zmnrngsversamm- lung ab. Nach kurzer Begrüßung der Erschienenen durch Obermeister (Sinter, Nonnenroth, erstattete Geschäftsführer Kirchner, Diesen, den Tättgkeitstericht, aus dem hervorgeht, daß die Znnung sich in der letzten Zeit günstig entwickelt hat. Der Vertreter des Kreisamts, Neferendar v.Driesen, Gießen, wies auf die hohen Aufgaben der Innungen in der Jetztzeit hin und gab einen kurzen Heberblick über die für die Znnungen in Frage kommenden gesetzlichen Bestimmungen. Aus dem vom Geschäfts sichrer erstatteten Nechen- schaftsbericht ging hervor, daß die Einnahmen der Im,ung ün Zähre 1928 497,50 Mk. betrugen, während sich die Ausgaben auf 371.20 Mk. beliefen. Bei der Borstandswahl wurde der ausscheidende Zimmermeister Dippel, Albach, wiedergewählt. Der neugebildete Ausschuß für das Lehrlingswesen besteht aus den Zimmer- meistern N i n f e r, Nonnenroth, und Weller, Leihgestern, sowie aus den Geselleir Debus, Neiskirchen. und Haas. Steiiwach. Bei der Abstinwtung über eine Satzungsänderung konnte die erforderliche Dreiviertel-Mahrheit nicht erzielt werden, so daß innerhalb wer Wochen eine weitere Znnungsdersammlung einberufen werden muß. Bor der Znnungsversammlung fand eine Versammlung der Zimmergesellen statt, in welcher ein Gesellenausschuß gebilbet wurde, bestehend aus beit Gesellen Dippel, Albach; Debus, Reiskirchen, und Haas, Steinbach. ** Große Gießener Karneval-Gesellschaft. Wie man uns berichtet, war die Fremdenvorstellung der Großen Gießener Karne' ein« NyHion. Std. chusfk Qbge. irK Nüct. Ah "EL xnnt Mena«, blt rilig» * w Senminbtit vor, irüd) Brrletzü. myock. Amtsgericht Gießen. Ein auswärtiger Besucher eines Festes in einem 'Nachbarort hatte sein Fahrrad in einer Wirtschaft» daselbst eingestellt: er betrank sich dann. Abends fand er sein Fahrrad nicht vor und begab sich deshalb mit einem Fahrrad nach Haus, das ein anderer Festteilnehmer in einer Wirtschaft, die der anderen nahelag. nntergestellt hatte. Gleich des anbem Tags unb auch später machte er kein Hehl daraus, daß er ein fremdes Fahrrad hn Besitze habe, behauptete aber, er wisse nicht, wie er dazu gekommen sei; auch erkundigte er sich alsbald in denr Festort nach dem Derbleib seines Rodes und wollte das fremde Rad dort in der Wirtschaft unterstellen, bis sich der Eigentümer melden werde, man ließ sich aber dort nicht darauf ein. Ave diese Tatsachen, die meist erst in der Hauptverhandlung fcstgestelli werden konnten, sprachen dafür, daß dem Angeklagten, der fraglos das fremde Rad mitgenommen hatte, bet der Wegnahme das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit feines Tuns gefehlt haben kann. Ein fof- ches ist aber Voraussetzung feiner Strafbarkeit. Er wurde wegen mangelnden Beweise» f r e i« gesprochen. Auch des Diebstahls freigesprochen murte ein auswärtiger Reisender, der einem auf der Straße stehenden Auto eine Decke und ein Kisten entnommen hatte. Er war früher Eigentümer tet Kraftwagens und hatte ihn an den gegenwärtigen Besitzer verkauft, angeblich ohne Decken und Kisten. Der Angeklagte, der trotz Beweises unverständiaer weise seine Täterschaft leugnete, hat nach Ansicht des Gerichtes offenbar die Gelegenheit benutzt, sich die fraglichen Gegenstände, deren Eigentümer er mindestens noch zu sein glaubte, wieder an sich zu nehmen. Deshalb erfolgte auch hier Freisprechung. da dem Angeklagten das Bewußtsein Der Rechtswidrigkeit seiner Handlungsweise nicht nach- zuweisen wär. Der gegenwärtige Eigentümer wußte bestimmte sachdienliche Angaben nicht zu machen^ Der Führer eines Lastkraftwagens hat einem hinter ihm fahrenden Personenautoführer, der bie* ien auf der Landstraße überholen wollte, diese« Ueberholen nicht durch Rechtshalten ermöglicht, obwohl der Autosührer die Äbsicht des Ueberholen« ihm kundgegeben hatte. Er erhielt eine Gelds strafe von zehn Mart. 'garin. ’Utintr > ? Unter rieten d!,** 3n der chtrl tDote1 hnb weise .2^Der KUR CIGOOfTTm H •» « W im 74. Lebensjahr. Joseph Stern und Familie. Gießen (Nordanlage 11), den 5. Februar 1929. Die Beerdigung findet Freitag, 8. Februar, vormittags 11 Uhr, vom Portal des Neuen Israelitischen Friedhofs aus statt. 1136D Die Beerdigung findet Donnerstag, 7. Februar, nachmittags 2 Uhr, statt MSv Konsultation frei. alle Haarfärbungen usw. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 7. Februar, nachmittags 734 Uhr, in Lollar statt. 1136D 0410 la M Koteletts Md. 0.40 .Pfd. 0 30 öltttlillse. 0.75 Lang-Göns, Schotten, Steinberg, den 5. Februar 1929. 0 65 0457 11391) sucht. 11401) gesucht fliin kttr. 21, H. 0452 für Gießen u. U-ngebuner von bedoalendstein werk der Brauche, i bedesieadslem w erk der Brauche. J R • an Alta-Liaasenstein & Vogler. I | instraße 4. 1102V | 1 j illlillliiiiiliilll Köln nru Khein, Zeppelinstraßo Fernruf 13*20 Fernruf 1320 1 !Ü3A r* Grüningen, Berlin, den 5. Februar 1929. Heute morgen Mutter, meine Großmutter Familie Philipp Schmidt Familie Ludwig Weber Familie Wilhelm Weigand Familie Friedrich Zörb. DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühl'sche Druckerei Heinrich Wagner Familie Jobs, Weber V. Frau Mörla Wagner Wwe. Familie Ludwig Scbardt Wwe. Familie Heinrich Weber Heute mittag 12 Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Vebenömntcl—8-etnfoit —Sroflen Gcke Liebig-Wilsonstraire Statt besonderer Anzeige. 10 Uhr rief Gott der Herr meine innigstgeliebte gute Schwiegermutter, unsere Hebe unvergeßliche Gott dem Allmächtigen bat es gefallen, unsern lieben Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater la IMogekMWolat Vr-Pfund-Dose....... la Mrjager Heriligjalal '/--Mund-Dose....... Die Beerdigung findet Freitag, den 8. Februar, nachmittags l‘/i Uhr, vom Trauerhause in Lang-Göns aus statt. ün blühenden Alter von 25 Jahren. In tiefstem Schmerz: (Zasmarken Verkaufsstelle! 11091) In tiefer Trauer: Henriette Bingel geb. Köhler Familie Wilhelm Bingel Familie Karl Marsteller Dr. Jakob Bingel Offerten unt. ,,I» Si 10G0‘ Prima ooOfflie Melsiceo Stück 8, 10, 12 und 15 Ps. Sonderangebot! Durch iebr günstigen Einkauf bieten ivir äußerst an: GriechischerMalvafier nodfüßer Edelwein — sehr ne* eignet lür Rranle und Geneiende - auch als Tischwein sehr zu emv-ehlen, 1ll Flasche nur 1.40 Fräulein das oute Kenntnisse tn Stenogr. und Schreibma- schinenschretben bat «Handelstnr- sus mttgcmachti sucht f. L 4. als Volontärin Stellfl. auf hies. Bureau. Schr. Vlnoeb. unt. itlÖDa. d. G. Anz. Die trauernden Hinterbliebenen I. d. N.: Ludwig Bierau IV, Spenglermeister. Lollar, Pittsburgh (Pa.), den 5. Februar 1929. Rückersdorf bei Nürnberg, Großcn-Linden, Gießen, Hausen, den 5. Februar 1929. Die Beerdigung findet in Großen-Linden am Donnerstag, dem 7. Febr., nachm. 3*;., Uhr, vom Elternhaus, Bergstraße, aus statt. Wir bieten aus neuer Sendung feiner an: la 1923?t, 24er. 25er, 26er und 27er Weib,Leine von RÄ. 1.35 bis 2.70 y. Flasche la 1925 onO 26er Rotweine von RM. 1.40 bis 2.40 y. Klafche la mologa. Tarragona. Samos in */i und x/i 81. sehr preiswert! Lassen Sie sich unsere Preis- Liste unverbindlich vorlegeu und überzeugen Sie sich! Jean Joisten Damen-Friseur und Haar-Spezialist Bekanntmachung. Den verehrten Damen von Gießen und Umgegend zur gefl. Kenntnis, daß ich den Spezial-Damenfrisiersalon des Herrn Jos. Henkel, Plockstraße 7 übernommen habe. — Ich bin durch meine langjährige in- und ausländische Erfahrung in der Lage, auch die verwöhntesten und anspfucfavollsten Damen in jeder Welse zufriedenzustellen. Meine Spezialitäten: Wasier-, Fön- und Dauerwellen. amerikanische Gesichtsmassage, Manikür, Nutzen Sie bei Ihren Einkäufen vom 7. bis etnichl. 22. Februar folgende günst. Gelegenheit aus! Bei einem Gesamreinkaui von RM. 10.- verabreichen wir jedem Käufer solange Vorrat reicht: 1 Kaffeestanddose in künsil.vornehm. Ausführung :! sratis !! Auf alle Waren 5°/yRabatt! (Außer Markenartikel) Verlangen Sic unsere Rabatt- buchet und unsere von jedermann gern gelesene HauSzeitung! Lieferung erfolgt frei HauS!! «M MM Für Ausschnitt eine kleine Erhöhung auf obige Preise Wir bitten um rechtzeitige Bestellung! Srifffle Horoeger Bonfett- Zum Ausbau der Organisation t. Oberhessen werden von altangesehener 93er- sicherungSges. f. Leben, Unfall u. Haftpflicht Vertreter gesucht. Nichtsachleute tuerb. eingearbeitet. Schrift!. Angeb. unt. 1122D a. d. Gieß. Anz. Frau Christine SchmittWwe. geb. Rollshausen im 92. Lebensjahr nach einem arbeitsreichen Leben und einem selten schönen Lebensabend zu sich in die Ewigkeit. Der bekannte well' deutsche BerbandS- sportiehrer Stzlvb Hoke wird am aerStag, d. 7. ftebr^ ab avrnds 8 Uhr, in der Turnhalle bet Peiialozzischule iNordoni » ein nach d.modernstenGrund' fotzen ausgebauieS Hallen trainina zur Durchführung bringen. Das Erscheinen jedes einzelnen tiaicUiaibieten tm Bereinvdred wird hiermit amt nabe dingten Pflicht ge- macht. Einführung von Gästen (als Zuschauer» erwünscht. Anschließend: Bor trag des Herrn Hokc. 1131D Für unsere beiden Lastkraftfahrzeuae suchen rott eine 11271) geeignete Garage bzw. Llnterdmftsraum. illähe Margaretenhütte ist erwünscht. RhenanlB-Oweag, Mineralölwerke A. G., Tanfanl. GieWU, Margaretenhüite. Todes-Anzeige. Heute vormittag 71 /, Uhr verschied nach langem, mit großer Geduld getragenem Leiden meine liebe Gattin, unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frtu Louise Wagaergeb. Weber im fast vollendeten 45. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: müßt*1 Sininier füioxi A. urm. 0458 Neustadt 41. Für kaufmännischen Betrieb Lehrling mit höherer Schulbildung für Ostern oder früher gesucht. Schriftliche Angebote unter 1185V an den Giehener Anzeiger. Tücht’ger Vertreter ein-'eiührt hei der Kundschaft für Schlafdecken, Scheuer: tücher 'Aufnehmer) aller Art und verwandte Artikel gesucht Li.11, erschein 1 und 3b vorhanden. Schr. Angeb. unt. 1129D n. b.@teu.8lna. iiiiiiiiiirhiiiiiniiiiiiiiniiiiii JntelltgeoteS, tüchtiges Fräulein suckt ©leite als Volontärin tn Kolonialwaren- Geschasi. Schrisiltche Angeb. unicr 0445 an den (tziefi. An». S.ler vertauscht am Sonntag abend bet Rückkehr des Posiautos 1 von Breungeshain ans dem ^udwigSplav. Umtauschtm Hauvt» Postamt, Kanzlet, I. Etage, etbe.cn. | Vereine- Kleinfoliber- Stzutzeii Avieiilliig oessaiützeiioereiiis «Irtint. °- Donnerstag, 7. F«' binar, ab. E/, Uhr: Schlehen. Hubertus. Der gestern atme* kündigte Vertrag Hdhal am Donnerstag findet um 8 l'hr Im „Hindenburg" "statt. liefert obneAuzad- lungauSw.Svezial» haus zahlbar in 18 Monatsraten. Er» bn en Sie tinoer» btnbl. Berlreterbef. u^lOäGV a. d. «L.Anz. | Verkäufe ) Gebrauchtes FicMenbauholz sowie einige 1^00 Ztr. Hartbreunbolz äuberit billig suhrenwetse frei an» Haus abzugeb. •“D Jallas Wellhöler Telephon 948. Bertretung mit Auslieferung. Ohne KautionI N u r Damen. [,,Mv Süüjs. Sttümofoeclrlev <,erlln-Tempelhot 1. Durchaus zuverläss. Putzfrau iob. Mädchen) ef:. Ant. |Stellenangebote| ineifende fönnen durch den verkauf eines gant neuen Artikels viel Geld verdienen. :H. Manger, (Sftcn. Marktr. 22. [1137 V Zum sojotugen Eintritt sucht gröbere Metzgerei in Ober- Hessen iüng., tücht. Kaufmann zur Erledigung des umfangreichen Ber- saiides undaueroor- kommend. Arbeiien. Maschinenschretben Bedingung. Ber- vfiegun, ».Wohnung tm Haufe wird ae> mährt. Schriftliche Angeb. m. Bild unter 11211) a. d. Gien. Anz. (KsDefl) Erwerö | Vermietungen | Laden nm Ludivigkvlatz zu ucrinteteu. Säiristi. Angeb. unter 0459 an den «fitefi. Anz. erb. (Verschiedenes Besucht die Bändels- schule Kunzelmann ! Nr. 51 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhefsen)Mittwoch, 6. Zebrnar Oer ausgewiesene Diktator. Oie Tragödie des Staatsgründers. — Oer Schöpfer der Hofen Armee muß Rußland verlassen. Von Or. Hermann Budzislawsli. „Trotzki wird also in die bürgerlich-kapitalistische Welt zurückkehren, zu der er innerlich längst gehört." So kommentieren kommunistische Parteidogmatiker die Nachricht von der Ausweisung des Mannes, der ein Jahrfünft neben Lenin als Gründer der Sowjetunion bezeichnet wurde. Unter den kapitalistischen Kräften der Welt wird der Revolutionär Trotzki freilich der merkwürdigste Bourgeois sein, den es bisher gegeben hat. Leo Davidowitjch Bronstein — so lautet sein Name ursprünglich — war schon als Schüler ein der Lehrerschaft verhaßter Umstürzler, hat im Zarenreich die Leiden der sibirischen Verbannung mehrmals durchmachen müssen, ist aus vielen europäischen Staaten ausgewiesen worden, hat in deutschen und französischen Gefängnissen gesessen und gehört jetzt zu den Sowjetbürgern, deren gegenrevolutionäre Betätigung darin besteht, daß sie eine Verschärfung der Sozialisierung, einen neuen Vorstoß gegen die Nep-Politik, einen zielbewußten Kamps gegen das Großbauerntum fordern. Während die bolschewistischen Führer, die schon in der ersten russischen Revolution des Jahres 1905 dieser Partei angehörten, in der praktischen Sowjetpolitik Schritt für Schritt von der ursprünglich oorgrzeichneten revolutionär-marxistischen Linie zurückgewichen sind, um die volle Sozialisierung, den vollständigen Ausbau des kommunistischen Staates auf günstigere Zeiten zu verschieben, hat sich der „Bouraois" Trotzki, der noch im Jahre 1917 zwischen Menschewisten und Bolschewisten stand, immer weiter nach links geschlagen. Trotzki, Stalin und Rykow, die sich gegenseitig in verschieden scharfen Tonarten als Bourgeois und mitunter auch als Verräter bezeichnen, können nach ihrer Vergangenheit niemals als „Bürger" im westeuropäischen Sinne angesehen werden; sie sind die glücklichen oder tragischen Helden eines Familienzwistes, Männer, die früher für ihr gemeinsames Ideal oft eingesperrt wurden und fast ebenso oft entflohen sind, um sofort ihr Leben wieder als Agitatoren zu wagen. — Leo Davidowitsch Bronstein wurde im Jahre 1877 in Nikolajew im Gouvernement Cherson als Sohn eines wohlhabenden jüdischen Apothekers geboren. Er besuchte die Peter, und Paul-Realschule in Odessa, mußte ober diese Schule als fünfzehnjähriger Gymnasiast wegen aufrührerischer Reden verlassen. Kurze Zeit hat er an der Universttät Odessa studiert. Damals beteiligte er sich an der südrussischen Arbeiterliga; als man es entdeckte, wurde er mit 21 Jahren verhaftet und nach Werchojansk in Sibirien verbannt. Man weiß, daß dies der Kältepol der Erde ist. Erst im August 1902 konnte der Revolutionär aus dieser Eisholle entfliehen und sich mit einem falschen Paß, der auf den Namen Trotzki lautete, nach England begeben. Von nun ab führte Leo Bronstein den Nomen, unter dem die Welt ihn kennt. In Westeuropa wurde Trotzki bald ein wichtiges Mitglied der sozialdemokratischen Organisationen. Er arbeitete schon damals mit Plechanow und Lenin zusammen und gab mit dem Führex der bolschewistischen Partei gemeinsam das revchutionäre Organ „31fr a" heraus; doch hatte er auch viele grundsätzliche Streitigkeiten mit Lenin, der ihn zeitweise scharf bekämpfte. Der Ausbruch der russischen Revolution brachte Trotzki im Jahre 1905 nach Petersburg zurück, wo er als Vorsitzender de» revolutionären Arbeiterrates zusammen mit dem gesamten Sowjet bei einer Sitzung verhaftet wurde. Unter Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verschickte man ihn nach Oftfi bitten, und zwar für Lebenszeit. Aber unmitdbar nach der Ankunft in Tobolsk gelang es ihm zum zweitenmal, zu fliehen und sich nun in Wien niederzulassen. Dort schrieb er für die Arbeiter-Zeitung, arbeitete an der „Prawdcll mit, mußte gelegentlich aber auch in einer chemischen Fabrik Beschäftigung suchen, um sich und seine Fa- mllie zu ernähren. Seine erste Ehe, aus der eine Tochter stammt, wurde geschieden; er heiratete dann eine griechisch-orthodoxe Russin, die ihm zwei Söhne schenkte. Man sagt dem späteren Schöpfer der Roten Armee nach, daß er ein zärtlicher Familienvater gewesen sein soll; aber niemand kann behaupten, daß er im ruhigen Familienleben seßhaft und bequem geworden sei, milde gestimmt gegen Andersdenkende — daß er also in irgendeiner Weise auch nur vorübergehend mit der bürgerlichen Welt Frieden geschlossen habe. Das Gegenteil ist der Fall. Im Jahre 1910 verfocht Trotzki auf dem sozialdemokratischen Kongreß in Kopenhagen mit viel Scharfsinn eine eigene politische Richtung, die Bolschewisten und Menschewisten in gleicher Weise mißfiel. Ueber- all achtete man feine Aufrichtigkeit, seine kritischen Fähigkeiten — ohne seine Partei zu ergreifen. Denn Trotzki ist der typische „E i nz e l gä n g e r", der Mann, der um die Erkenntnis von Deltzusammen- hängen kämpft, die Ergebnisse seiner Ueberlegungen in geistreich geschriebenen Büchern zusammenfaßt, kurzum, ein' Mann der Theorie, dem es nicht liegt, sich organisatorisch in einer Partei zu betätigen, im Kleinkampf Positionen im Partei- apvarat zu erringen. Im Jahre 1913 war Trotzki vorübergehend als Kriegsberichterstatter für sozialistische Zeitunaen in Konstantinopel tätig. Bald arbeitete er jedoch wieder in Wien. Die Zuspitzung des serbisch-österreichischen Konfliktes veranlaßte ihn, Hals über Kopf Oesterreich zu verlassen, da er fürchtete, bei der Ausdehnung des Krieges in Oesterreich interniert zu werden. Man sah ihn in Zürich, in Paris und auch in Deutschland, wo er in deutscher Sprache ein Buch über die Ziele und die Ursprünge des Weltkrieges veröffenllichte; dafür wurde er in Deutschland z u acht Monaten Gefängnis verurteilt. Aber Trotzki bekämpfte nicht nur die deutschen Kriegführenden, sondern auch die Regierungen der Entente, und wurde deshalb im Dezember 1916 aus Frankreich ausgern ie s en , wohin er sich inzwischen geflüchtet hatte. Beim Ueberschreiten der Grenze verhaftete man ihn auch in Spanien; doch erhielt er die Erlaubnis, nach Amerika zu gehen, wo er die Zeitung „Nowy Mir" herausgab. Unter den brüdei.uftcn Geldjorgen sch ug er sich In Reuyork durch, verschmähte es auch nicht, gelegentlich als Filmstatist aufzutreten, um sich mit feiner Familie notdürftig über Wasser zu halten. Als im März 1917 in Rußland die Revolution ausbrach, sammelten Trotzkis Freunde Geld, um ihm die Rückreise zu ermöglichen. Er schiffte sich also auf einem nor« weg schen Dampfer ein, um über Ehristiania und Stockholm in feine Heimat zurückzukehren, wurde aber in Halif ar von den Engländern vom Schiff geholt Und verhaftet. Es bedurft« erst eines Protestes der provisorischen Regierung — vor allen Dingen seines späteren Feindes Kerenski — um ihm die Weiterreise zu gestatten. Lenin hotte inzwischen in einem plombierten Wagen Deutschland durchquert, um ebenfalls bi das revolutionäre Zentrum Petersburg zu eilen. Die beiden Männer trafen sich unmittelbar nach chrer Ankunft, verbündeten sich, und Trotzki trat mit einigen tausend Anhängern nunmehr in die bol- schewistische Partei ein. Dorüberaehend wurde er auch in Rußland nochmals verhaftet, weil er sich am Iuli-Aufstond beteiligt hotte. Noch dem gelungenen bolschewistischen Umsturz übernahm er bann im November 1917 das Volkskommissariat für Auswärtige Angelegenheiten; man entsinnt sich sicherlich noch der große Rolle, die er in den Verhandlungen von Brest °Li- towsk gespielt hat. Stalin und seine Anhänger werfen Trotzki noch heute vor, daß er damals im Gegensatz zu Lenin den fehlgeschlagenen Versuch unternommen hat, den Krieg zu beenden, ohne mit Deutschland Frieden zu schließen. Ms Trotzkis erster außenpolittscher Schritt scheiterte, wurde er sofort durch Tschitscherin ersetzt; Trotzki i selbst wurde Kriegsmini st er und Hot in i dieser Eigenschaft die Rote Armee geschaffen. 1 Doch ist er nicht für den mißglückten Vorstoß der Das große Grauen. Roman von H. A. von Byern. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau. Geleitwort. Sehr verehrter Herr Verleger! Wenn ich mich, nach reiflicher Ueberlegung, entschlossen habe, Ihrer an mich gerichteten Aufforderung Folge zu leisten und einen authentischen Bericht über die ebenso seltsamen wie grauenvollen Geschehnisse, welche sich vor nunmehr zwanzig Jahren in Schloß Serofal zw- trugen, zu veröffentlichen, so tue rch dies wahrlich nicht um die Neugier eines sensationslüsternen Publikums zu befriedigen, sondern wen ich. als einziger noch lebender Augenzeuge und Freund des Herrn Vinzenz von Andrian. die Psi'cht zu haben glaube, den unsinnigen, entstellenden und übertriebenen Gerüchten, die auch heute noch nicht zum Schweigen gekommen sind, entgegenzu- Kein Roman im üblichen Sinne ist es, was ich Ihnen zu bieten vermag, nur eine wahrheitsgetreue Schilderung von Tatsachen, eine 2Irt Chronik, die aber alles Wesentliche enthalt, und der ich einen seinerzeit von mir verfaßten, für das St K. Bezirksgericht in Bregenz bestimmten Bericht zugrunde lege. Als Belege stehen mir Briefe des Herrn Binzenz von Andrian und das von mir gewissenhaft geführte Tagebuch zur Verfügung. Ich besitze weder den Ehrgeiz, cm literarisches Kunstwerk zu schaffen, noch Probleme aufzurvllen, die aller menschliche Scharfsinn doch nicht ergründen kann. Jede Ausschmückung würde immer nur grotesk wirken, ich beschränke mich also darauft lediglich Tatsächliches zu bringen. Und wenn dies oder jenes unwahrscheinlich wirken sollte, so bitte ich zu bedenken, daß das Leben ost Tragödien schreibt, die seltsamer sind als die ausschweifendste Phantasie eines Derufsschrist- stellers sich je träumen läßt. . 3n der Hoffnung, daß diese Blätter dazu bet* .fcaaen mögen, das Andenken eines mir teueren Toten vor übler Rachrede und legendärer Sagenbildung zu schützen, bin ich, sehr verehrter Herr Verleger, mit dem Ausdruck vorzüglichster Hochachtung. Ihr Ihnen aufrichtig ergebener H. 21. von Byern. Das Licht erlosch. Weiche, weiße, wehende Rebelschleier zogen aus der Aue herauf, formten sich zu phantastischen Gebilden, zersiatter- ten im Hauch des Abendwindes zu breit hin- gelagerten Streifen und ballten sich von neuem. Im Wallgraben quarrten die Frösche. Eine RachtschwaLe surrte hart an mir vorüber, gegen den fahlgelben, allmählich in ein blasses Aqua- marinblau übergchmden Abmdhimmel zickzackten Fledermäuse. Wie ruhelose Seelen, dachte ich unwillkürlich. And von irgendwoher klang in das träumende Schweigen der Augustnacht fernes Glockenklingen, vom Winde halb verwehte, sehnsüchtige Stimmen. — Droben am Firmament flimmerte in weltenweiten Fernen ein ßternlein auf, nun noch eines, ein drittes, viertes. Düsterrot glomm das Feuer meiner Zigarette durch das Dunkel. So still war es hier im Park, so einsam und friedvoll... lieber den knirschenden Kies kommen eilige Schritte. Unwillkürlich kniff ich die Augen zusammen: „Was gibt es denn, Wilhelm?" Der Diener legte eine schwarzlederne Mappe vor mich auf den Tisch: „Die Abendpost, gnädiger Herr ...“ „Ach so. ja. richtig." Ich stand auf und ging nach dem Herrenhaus hinüber, trat in mein Arbeitszimmer. Auf dem Schreibtisch brannte die grünbeschirmte Lampe, ein Strauß weißer, ungarischer Moo rosen stand daneben. Mit dem Heinen, flachen Schlüs'el öffnete ich die Mappe, zwei Zeitungen fielen heraus und ein einzelner Brief. Unschlüssig drehte ich das Schreiben einen Augenblick lang in der Hand. Dichtes, schweres, gelbliches Düttenvapier, auf der Rückseite ein Wappen in Hochrelief: drei Lilien im oberen Feld, unter dem Schrägbalken zwei gekreuzte Schlüssel. — Wo nur hatte ich das schon gesehen? Aber bann blickte ich auf die Marke, den Poststempel... „Bregenz, 22. 8. Roten Armee auf Warschau verantwortlich, der im | Jahre 1920 auf Lenins ausdrücklichen Befehl gegen Trotzkis Einwände versucht wurde. Unmöglich, aufzuzählen, was er in den ersten Revolutionsjahren alles für die Sowjetunion geleistet hat. Er organisierte den Widerstand gegen die Weißen Heere, schuf Arbeiterarmeen für den Brückenbau und die Instandsetzung der Eisenbahnen, und hat später, als man ihn unmittelbar nach Lenins Tod aus dem Kriegskommifsariat vertrieb, für die Elektrifizierung Rußlands gearbeitet. Lenin bezeichnete ihn in seinem politischen Testament als den einzigen Man von Format, der sein Nachfolger werden könnte, warnte dagegen vor Stalin. Aber Stalin hat gesiegt! Reparation und - Gerechtigkeit. Von Or. August Messer, o. ö. Professor der Philosophie an der Universität Gießen. Die Pariser Konferenz soll, wenn irgend möglich, eine endgültige Regelung der Reparationsfrage bringen. Angesichts dessen muß es schwerste Besorgnis erregen, daß diese Regelung auf einer gänzlich unhaltbaren Grundlage erfolgen soll. Als Grundlage hält man ja immer noch fest an einer — Unwahrheit. Denn daß ber § 231 des Versailler Friedens Vertrages, der lediglich Deutschland und seine Verbündeten als die „Urheber" des Krieges bezeichnet und sie deshalb allein für „alle Verluste und Schäden verantwortlich" macht, nicht den geschichtlichen Tatsachen entspricht, darüber kann doch eigentlich bei allen Urteilsfähigen im In- und Ausland ein ernsthafter Zweifel nicht mehr bestehen. (Verwiesen sei hier auf das jüngst erschienene Buch des Major a. D. Dr. h. c. Alfred von Wegerer, „Die Widerlegung der Versailler Kriegsschuldthese" [‘Berlin, Verlag Hobbingj). Man mag verschiedener Meinung sein über das Maß der Verantwortlichkeit, das den einzelnen kriegführenden Mächten zuzusprechen ist: daß Deutschland mit seinen Verbündeten allein den Krieg verursacht habe, ist eine schlechthin unwahre Behauptung. Auf diese Unwahrheit aber gründet man die Forderung, daß Deutschland allein die .Reparation" zu leisten habe. Das bedeutet: man häuft auf die Unwahrheit noch schwerste Ungerechtigkeit! Roch immer aber hat der alte Satz, daß „Gerechtigkeit die Grundlage der Staaten" sein muß, nichts von seiner Gellung und Verpflichtungskraft verloren! Wie aber soll man zu einer gerechten Lösung der Reparationsfrage kommen? In welchem Grade sich die Verantwortung verteilt, das läßt sich jedenfalls heute noch nicht mit wissenschaftlicher Bestimmtheit sagen, und wird sich voraussichtlich niemals so genau bestimmen lassen, daß danach das Maß Der Reparativnspfticht fest- gestellt werden könnte. Aber daran kann kein Zweifel herrschen, daß alte Verantwortung tragen an ber geizigen Atmosphäre des gegenseitigen Mißtrauens und Argwohns, des steten Strebens nach Machterwetterung. des Wettrüstens. des fatalistischen Glaubens an den großen Krieg, „der doch einmal kommen müsse" und tn den man dann, zum Teil unter dem Ginflusse dieses Wahnglaubens, hineintaumelte. Wenn man an diese ganze unfefiae Geistesverfassung denkt, aus der man sich ja jetzt durch Völkerbund, SchiedsgerichlSverträge. Abrüstung, Kriegsächtungspatt mühselig genug herauszuarbeiten krachtet, wenn man erwägt, weich' namenlose Schwierigk i e i sich bei d efen Bemühungen Herausstellen, so wird man allmählich zu der Ginsicht kommen, wie unpsychologisch und wie in tieferem Sinne ungerecht es ist. Staatsmänner und Heerführer, die — ganz in jener vom Kriegsgeist erfüllten Atmosphäre ausgewachsen — tn den Wochen vor dem Kriegsausbruch aus diesem Geiste heraus ihre Entschlüsse faßten, „moralischer Schuld" zu zeihen. Well die gesamte geistige Verfasiung der sog. .Kulturstaaten“ bis dahin derart war. daß aller Wahrscheinlichbeit nach über kurz oder lang ein Weltkrieg zu erwarten stand, so sollte man das fruchtlose Bemühen, das 'Maß der .Schuld^' festzustellen, lieber auf geben; man sollte freilich auch nicht zu dem bequemen Trost greifen: Alles war „Schicksal", 02.“ llnd nun wußte ich, von wem der Bries kam ... Mit dem vorn zugefpitzten Falzbein öffnete ich den Umschlag, ein engbeschriebener Bogen fiel heraus: „Schloß Terosal in der Oed, am 22. August 1902. Mein lieber Aller! „Spät kommt Ihr, doch — Ihr kommt!" Seit wir uns vor einem halben Iahr tn St. Moritz trennten, hast Du nichts wieder von mir gehört, aber heute endlich will ich Dich an Dein Versprechen mahnen und anfragen, ob eS Dir paßt, wenn Du vom 1. bis 4. September bei mir auf den Geweihten birfchst? Aus den Geweihten, denn ich habe Dir einen für unsere Bergreviere mehr als braven Eissprossenzehner faltaeftellt, und ein Gams wird wohl auch noch abfallen. Die Zeit ist kurz, die Reife weit, aber am 5. will ich selbst als Gast auf ein ungarisches Revier fahren, llebrigens, Du triffst noch drei Konkurrenten an: den Poldi Pürkstein vom Auswärtigen Amt in Wien, Rittmeister Graf Pernegg, einen meiner Rachbarn, und schließlich meinen ungarischen Iagdsreund: Franz Iosef Ritter von Molnar. Also .eine ganze Hetz“, wie wir hier sagen, ich habe Hali gern das Haus voller Gäste, ist sonst eh' nichts los, hier In der Oed. — Richt wahr, Alterle, Du kommst? Ich muh mal wieder einen vernünftigen Menschen sehen, einen, mit dem ich von der anderen Welt plauschen kann, die unsere Leute hier nicht kennen, von dem Safari durch afrikanischen Duschwald, von den Rächten unter dem Kreuz des Südens Weißt Du noch?!--" üntoilltürlid) ließ ich den Bries sinken. — Ob ich das alles noch wußte! In Shepheards Hotel in Kairo hatten wir uns zum erstenmal getroffen, Vinzenz von Andrian und ich. — Er sah an einem kleinen Ecktischchen, und da kein anderer Platz frei war, trat ich an ihn heran: »Gestatten? — »Bitt schön!" — »Ah — ein Landsmann? Wohl Bayer?" _ , Er lächelt, daß die starken, schlohweißen Zahne in dem tiefbraunen Gesicht blitzten. »Richt doch, ich bin Oesterreicher, Tiroler — Vinzenz von Andrian!" stellte er sich vor. Run nannte auch ich meinen Namen. So kamen wir ins Gespräch. Er hob sein Glas, in dem prickelnder Schaumwein perlte: „Gestatte mir, — Sie sind Säger?“ Da- und nier xmb trug „Schuld". Vielmehr sollten wir und ft gen: wir mache n uns jedenfalls jetzt und inZukunftschuldig, wenn wir—nachher gewaltigen, mb schmerzhaften Lehre, die der Weltkrieg dem ^.Menschengeschlecht erteilt hat — nicht alle Kraft daran setzen, aus jener stets kriegs- schwangeren Geisteslage heraus in das neue Ethos eines mcnschheitlichen Solidaritätsbewußt- seins und emporzuarbeiten. Ein entscheidender Schritt auf dieser Dahn aber würde fein eine gerechte Lösung der Reparationsfrage, die nicht auf bewußte Unwahrheit sich aufbaute und herausäeboren wäre aus Völterhaß undRachettieb Vielmehr müßte die Lösung stammen aus dem toerbenßen Gemeinschaftsgefühl, dem die Zukunft gehört, oder doch gebührt. Der leitende Gedanke dieser gerechten Lösung aber müßte fein: Richt Deutschland allein hat die Pflicht. Europa wieder aufgubaucn, sondern alle haben daran tellzunehmen. je nach ihren Kräften! ÄerFranksutterEtatfüri92S/3ü WER. Frans ur t a. M, 5. Febr. Der in der heutigen Stadtverordnetensihung mit einer saft einftünbigen Rede des Oberbürgermeisters Dr. Landmann vorgelegte Haushaltsvoranschlag für 1 9 2 9 schließt diesmal nvt rund 163.8 Millionen ab. was gegenüber dem Vorjahre, wo et mit 149 Millionen abschloh, eine Vermehrung von rund 14,8 Millionen ausmacht. Davon entfällt auf die Kosten der allgemeinen Verwaltung eine Mehrausgabe von 750 000 Mk. gegenüber dem Vorjahr. während diö Betriebe und Unternehmungen sogar 2.7 Millionen Mehrausgaben zu verzeichnen haben, deren Ausgaben von 18,8 auf 21,5 Millionen gestiegen sind. Durch die Siedlungsund Grundstückspolitik der Stadt sind die Kosten der Bauverwaltung ebenfalls erheblich höher an- gesetzt als im Vorjahr, nämlich mit 12,6 Millionen gegen 10,9 Millionen im Vorjahre, also 1,7 Millionen mehr. Gleichfalls erfordert die Wohlfahrtspflege bedeutende Mehraufwendungen, deren Ausgaben statt 41 Millionen im Vorjahre diesmal mit 44,4 Millionen im Etat eingestellt sind. Auch die Kosten der Finanzverwaltung sind um 3,2 Millionen höher angefetzt. Es ergibt sich also insgesamt — sämtliche Mehr- ersotdernisse sind hier nicht aufgezählt — eine Mehrausgabe von rund 14,8 Millionen. Wie sich der Kämmerer die Deckung diese' Mehrausgabe denkt, geht aus folgender Ausstellung hervor: Erhöhte Einnahmen der Betriebe, Unternehmungen, Verwaltungen usw. 6.58 Millionen. Gewerbesteuer der städti- schen Betriebe — die bisher davon befreit waren — 1,2 Millionen (dieser Posten ist natürlich nur eine buchmäßige Einnahme, da der lieber» schuß der Gesellschaften um denselben Betrag gekürzt wird, doch dürfte dadurch eine nicht unerhebliche psychologische Wirkung auf die Gesellschaften ausgeübt werden, um den Betrieb rentabel zu gestalten). Erhöhte Uebertoeifxmgen von Reichssteuem 1,20 Millionen, «ufanr men 9,98 Millionen. Es verbleibt also ein Rest von 5,6 Millionen, der durch Steuer - oderTariferhöhungen erzielt werden nmh. 1,5 Millionen hofft man durch die Srträgnisfe der bisherigen (Steuern mehr herein« zubringen, wenn auch nicht verkannt brtro, daß manche Steuern, z. B. die Grunderwerbssteuer, einen Mindererttag haben werden. Es bleibt somit ein ungedeckter Rest von 4,1 Millionerude« durch neue Steuern gedeckt werden muß. Man benft dabei an die Erhöhung der Gewerbe- erttagssteuer von 400 auf 460 Prozent (Mehrer trag 1,6 Millionen), Erhöhung der Grund- vermogenssteuer von 200 auf 225 Prozent (Mehr- ertrag 1,4 Millionen) und an die Schaffung einer neuen Steuer, einer Hauspersona l - a b g a b e , von der man eine Einnahme von 1,1 Millionen erhofft. Die Sätze dafür betragen für das erste Mädchen 60 Mark, für das zweite 200 Mark usw. bis etwa 800 Mark. ES werden aber, besonders für das erste Mädchen, triefe Besreiungsmöglichkeiten geschaffen. werden. Die ©tabtverorbneten werden sich nun mit diesem Etat, der übrigens zum erstenmal noch preußischem Muster kein Extraordinarium aufzuweisen hat, aus« einanderzusstzen haben. Besonders harte Kämpf« bei deutete er mit den Augen auf die Hirsch- hakennadel, die ich in meinem Selbstbinder trug. ,3a — allerdings, übermorgen Witt ich mit dem Bürgermeister" weiter fahr en nach Tanga, vo« dort auS in die llsarnoarastevpe, wenn möglich bis zum Kilimandscharo . . / »Ach nein! Da haben wir ja denselben Weg! Ich benutze auch den Woermanndarnpser, also — dann Weidmannsheil!" Den Rgchmittag und Abend über blieben wir zusammen, bummelten durch die Straßen, und als wir uns am anderen Morgen wieder trafen, machte ich ihm den Vorschlag, auch fernerhin 6ei* fammen zu bleiben. — .Akzeptiert! Aber gern! Schauen 6’, Baron, ich bin ein einschichtiger, alter Einzelgänger, hab' nit Kind noch Kegel, nur so a alt s Raubritterschloh drin tn der Oed, Terosal no ja, da kann ma auch nit ewig hocken, und deshalb reis' ich. nach Indien, Norwegen, in die Pampas, diesmal is' der schwarze Erdteil an der Rech', der Mensch mufe alles kennen fernen, nit?“ „Wenn er ba£ nötige Kleingeld und Zett hat . . .“, entgegnete ich schmunzelnd. „Ach gengan S' — Gold! Göld is' an Dreck, mei’ Liaoer, für mich gibt's nur eins: Iagdl" »Dann sino Sie zu beneiden, Herr von Andrian l" Ich weih selbst nicht, wie das kam, aber der Mann war mir nun einmal sympathisch. Vielleicht lag es nur daran, daß sich die Gegensätze anziehen, und er, der liebenswürdige, lebensfrohe Oesterreicher war so ganz anders als ich,, den das schwere Blut des Tieflands zu einem Träumer und Grübler gemacht hatte. Aber ein Gemeinsames gab es doch zwischen uns, das ein stärkeres Band war als die Stammeszugehörigkeit: die tiefe Liebe zu Wild und Wald, zum echten deutschen Weidwerk. — llnd in dem ganzen Wesen meines Gefährten war etwas so oor^ niges, knabenhaft Heiteres, das ihn mit BeB machte wie einen Bruder. So blieb es denn bei unserer Verabredung. Vier Monate lang lebten wir Seite an Seite, waren uns mehr geworden als nur treue Kaine^ raben ,Du“, lagen gemeinsam in dem kleinen Zelt und lauschten auf uie geheimnisvollen Stimmen der Nacht, das Flüstern deS W'nds» m dem wird es wegen der geplanten SteuererhShun- gen geben. Hier haben die Proteste bereits eingesetzt, so u. n. mich von der Frankfurter Jndustrie- iind .Handelskammer gegen die Erhöhung der Gewerbeertragssteuer. Die Handelskammer betont in einem Schreiben an den Magistrat, daß bei der riickläusigen Bewegung der Konjunktur die Wirtschaft einer Krise nicht mehr answeichen könne, wenn nicht eine Entlastung herbeigeführt werde. Bei der gegenwärtigen Notlage sei der einzige Weg zur Deckung des Fehlbetrags im städtischen Etat, energische Abstriche nm Haushaltsplan nor- zunehmen, besonders die Ausgaben ein jn> dämmen, die eine besonders hohe Delccktung des Haushaltsplanes darftellen. U. a. ist die Industrie- und Handelskammer der Auffassung, daß die Aufwendungen für die Wohlfahrtspflege zu meit über den Rahmen der Aufwendungen in andern deutschen Großstädten hinausgehen pnd so nahe an die Tariflöhne herankommen, daß der Wille ,311 r Arbeit gefährdet werde. Auch der Zuschuß für die städtischen Theater könne durch eine ra- tionelle Umgestaltung des Theaterwesens vermin- dert werden.' Solange Möglichkeiten für eine Verringerung des öffentlichen Aufwandes bestehen, wäre es mit dem Ernst der wirtschoftlickM Lage nnnercinbnr, neue Steuermittel anzufordern. Oberheffen. Landkreis Gießen. *" Klein-Linden. 5. Febr. Der hiesige Turnverein feierte am Samstagabend sein diesjähriges Wintervergnügen und verband damit die Feier feines 4 0. Gründunysj ah- r e S. Sn seiner Ansprache gedachte der erste Vorsitzende, Sattlermeister Weiß, der Bedeutung des Tages. Drei Gründer des Vereins sind nod) am Leben und haben dem Verein bis heute die Treue gehalten. Es sind dies Ehrenvorsitzender Brandenburger. Luöw.V ie h- mann und Schuhmachermeister Wilhelm Weigel. Der Vorsitzende gab ferner einen Rückblick über die Vereinsgeschichte des letzten SahreS und dankte den Turnwarten für flirre unermüdliche und aufopferungsvolle Arbeit. Die vorgeführten turnerischen Uebungen der VereinSriege am Pferd und Barren, der Schülerinnen am Barren und der Turnerinnen am schrägen Darren wurden mit großem Beifall ausgenommen und zeigten, daß die leitenden Turnwarte, Ernst Pfaff. Heinrich Advph und Fritz Morneweg. mit großer Hingabe ihre Aufgaben lösen. Zwei Theaterstückchen, die von Mitspielenden recht gut wiedergegeben wurden, brachten srohe Stimmung unter die Besucher. Eine Verlosung und Kvnzertmusik beendeten die Feier. u. Klein-Linden, ,5. Febr Ein schönes Wintervergnügen feierte am Sonntagabend im Saale des Gasthauses ..Zur deutschen Eiche" der hiesige Schützenklub „Roland". Aus Anlaß seines 20jährigen Bestehens wurde mit der Feier die Weihe eines neuen, von den Damen des Vereins gestifteten Banners vollzogen. Der Abend wurde durch ein Festgedicht. .vorgetragen von Frl. Frieda Volk, eröffnet. Aach herzlichen Begrüßungsworten des verdienstvollen ersten Vorsitzenden, Lokomotivführers Friedrich Stein, gab dieser einen Rückblick auf Die VereinSgeschichte der letzten 20 Fahre. Aach dem Einbringen des Banners durch vier Ehrenjungfrauen sprach Frl. Marie Fried- r i ch einen Prolog und überreichte dem Verein das neue Banner. Schütze Heiland von Steindorf, der Präsident des Lahn-Dill-Hüttenbera- BundeS, überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Bundes. Sodann nahm Schütze Kreuter von Gießen, einer der ehemaligen Mitbegründer des Vereins, das Wort und forderte in kerniger Ansprache die Mitglieder auf. ihrem Verein die Treue zu halten. Anschließend an die Danner- weihe wickelte sich ein auserlesenes Programm ab. Ein ernster Zweiakter und zwei heitere Einakter. von den Mitspielenden ganz vorzüglich wiedergegeben, ernteten allgemeinen Beifall des gut besetzten Saales, Verlosung und Tanz beschlossen die Feier. Lobend erwähnt seien noch die vorzüglichen Darbietungen der erstklassigen Musikkapelle. Der Schühenverein steht zur Zeit mit dem Fiskus wegen Geländeerwerbs zum Ausbau neuer, moderner Schiehstände in Unterhandlung, • Dau bringen. 5. Febr. Sm vorigen Frühjahr wurde unter Führung unseres rührigen Bürgermeisters eine Freiwillige Feuerhohen Steppengras, dem fernen, kahenähnlichen Schrei eines Leoparden und blickten hinauf zu dem strahlenden Kreuz des Südens. Dann fing Vinzenz an zu sprechen, sein Gesicht konnte ich nicht erkennen, aber der Klang seiner weichen Stimme hatte etwas seltsam Bestrickendes. — Seine Mutter starb, als sie ihm das Leben gab. sein Vater wurde von einem Wilderer erschossen, und die Jugendzeit verbrachte er in Feldkirch, trat dann bei den Birkenfeld-Dragonern ein, nahm seinen Llbschied, sührte ein ruheloses Wanderleben. „Schau. Alterlc, da kannst nix machen, das is' wie ein Zwang, ich mutz und ich muß jagern. ich bin halt an Ahasver, hab' nit Aast noch Auah . . ." „Bis deine Stunde doch einmal kommt," entgegnete ich lächelnd. „Du weißt ja: „die Liebe, die Liebe ist eine Himmelsmacht!" „Ach, geh', laß mi aus. wär' ja ewig schad', wenn i' mich an so a Weiberleut hängen wollt'! Da is' mir mei Kurzhaariger, der „Söllmann", schon' lieber als so n Langhaarige, man kann zwoa Portionen G selcht's un' Knödel auch aUoan essen, gelt?" „Spotte du nur, einmal hascht's dich schon!" „Ao. meinetwegen, aber bis dahin - —", Und er schwieg wieder, stocherte mit einem langen Ast in das glostende Feuer, daß die auf- züngelnden Flammen für Sekundendauer seine hageren, scharf geschnittenen Züge beleuchteten. „Schläfst schon?" „Aein, Vinzenz." Er drehte sich eine neue Papyros „Du, heut' is' .El nus min schabam „Wo - as?" „El nus min schaban die Aacht des Verhängnisses. da geht Allah durch den Garten des Paradieses und schüttelt am Baum des Lebens., und auf jedem Blatt, das zu Boden fällt, steht ein Aame — — vielleicht auch meiner und deiner--" „Aun hör' aber schon auf. ja?'' „Meinetwegen — irisch Allah gut' Aacht. ." „Out' Aacht . . ." 3d> wußte es längst, der Vinzenz von Andrign war ein halber Mohammedaner, Fatalist, und wenn er seinen „spinneten Tag" hatte, wie er Nie Verpachtung von Gemeindejagden. Das hessische 3agdrecht hat die nicht gerade angenehme Eigentümlichkeit, daß seine Bestimmungen in verschiedenen Gesetzen. Verordnungen und Minifterialverfügungen zerstreut sind, die zum Teil bis zum 3ahre 1814 zurückgehen und dadurch eine rasche Orientierung im gegebenen Falle erschweren. Das hessische Jagörecht im engerenSinne beruht in den Provinzen Starkenburg und Ober- Hessen auf dem Gesetze vom 26. 3uli 1848, in Rheinhessen auf der Verordnung vom 21. September 1815; ferner kommen in Betracht das Gesetz über die Jagdberechtigungen an fremdem Grund und Boden vom 2. August 1858 und Artikel 7 des hessischen Jagdstrasgesetzes vom 19. 3ufi 1858. Als Grundprinzip gilt der Satz, daß das 3agd- recht dem Grundeigentümer zusteht. Gr kann eS aber nicht selbst ausüben, sondern das 3agd- ausübunysrecht wird durch die Gemeinde, die hierbei als Vertreter der Grundbesitzer anzusehen ist. verpachtet. Der Pachtzins ist Einnahme derGemeinde. Ausnahmsweise steht das 3agdausübungsrecht dem Grundeigentümer selbst zu (Eigercjagd), wenn fein Grundeigeittum eine selbständige Gemarkung ist. oder eine zusammenhängende Grundfläche von mindestens 300 Morgen bildet, oder insoweit der Grundbesitz durch Mauer geschlossen, Zaun oder Hecke umgeben und mit Türe und Schloß versehen ist. 3ti>er kann sein Grundstück einzäunen urrb ab schließen und dadurch von der Gemeindcjagd ausnehmen. Dem Besitzer solcher Grundstücke steht allein das 3agdrecht darin zu. unter Befolgung der Polizeigesehe und soweit hiernach die Ausübmrg der Jagd zulässig er» scheint. Daneben steht das Recht der 3a^> an fremdem Grund und Boden den Besitzern von Cigenjagden an den von ihrem Grundbesitz umschlossenen Grundstücken anderer Grundbesitzer zu (Enklaven). Die Verwerfung des Jagd rechts der Gemeinden erfolgt durch Verpachtung in Form der öffentlichen Versteigerung. Das Verfahren und die Pachtbedingungen sind teils gesetzlich, teils durch Verfügungen des Ministeriums vorgeschrieben. Auch Inhaber von Eigenjagden können diese durch Verpachtung verwerten. Den Umfang der Jagdbezirke bestimmen die Gemeinden. Bezirke non weniger als 250 Hektar Größe sollen nicht gemacht werden. Soweit bic Verpachtung auf dem Wege der Versteigerung statffindet, muß ihr ein Pachtüberschlag vorausgehen, als der das cinzuholende Gutachten des zuständigen Fvrstanttes anzusehen ist. Die Pachtzeit muh mindestens 6 Jahre betragen. Den Gemeinden wird jedoch enrpsohlen, zur Hebung des stark verminderten Wildbestandes. ferner im Interesse einer weidmännischen Jagdausübung und im allgemeinen gemeindlichen, wie auch im volkswirtschaftlichen 3ntereffe die Jagden nicht mehr unter 9 b is 12 wahren zu verpachten. Die Wiederverpachtungen dürfen jedesmal erst nach Ablaus der früheren Pachtzcit vorgenomwen werden. Eine freihändige Vergebung der Jagd ist gesetzlich überhaupt nicht vorgesehen. Indessen hat sich im Lause der Jahre eine Art Gewohnheitsrecht herausgebildet. das in gewissen 2lusnahm^ällen auch eine freihändige Vergebung zuläßt. Hierzu ist aber erforderlich ein einstimmiger Ge mei nderatsbeschlutz, welcher der Genehmigung des Ministers des 3irnem bedarf. Voraussetzung ist ferner, daß keine Einwendungen sonstiger Beteiligter erhoben werden. Zu den Beteiligtem die gegen die freihändige 'Vergebung Ginwen- dungen erheben können, gehört jeder, der die Jagd selbst zu pachten beabsichtigt. Da bei der Jagdverpachtung in erster Linie das finanzielle Interesse der Gemeinde entscheidet, ist in den meisten Fällen ein Mehrgebot die Veranlassung zur Versagung der Genehmigung. (Conradi, das hessische Jagdrecht. Seite 33.) Vor Erteilung der Genehmigung pflegt das Ministerium eine gutachtliche Aeußerung des zuständigen Kreisamts und Forstamts einzuholen. Für die öffentliche Verpachtung find die Pachtbedingungen von dem Ministerium des Innern vorgeschrieben. willkürliche Aenderungen oder Zusätze sind ohne Zustimmung des zuständigen Kreisamts nicht' gestattet. Die Genehmigung einer offentlic^n Verpachtung darf nur versagt werden, wenn Formfehler bei der Versteigerung vorgekommen sind, oder toorm die Person des Meistbietenden zu beanstanden ist. oder wenn ein wesentliches Mehrgebot bei einer weiteren Versteigerung zu erwarten ist. Aus anderen ©cüniien darf die Genehmigung nicht versagt werden. A a dr g e * Lote sind unzulässig. Der Zuschlag kann daher einem Aachgebot ebensowenig wie Dem zweit- oder dritthöchsten Angebot erteilt werden, sondern es ist eine neue Versteigerung erforderlich. Von dem Grundsätze, daß dem Meistbietenden der Zuschlag zu erteilen ist, besteht nur eine Ausnahme, wenn im Verpachtungs- Protokoll der Zusatz ausgenommen ist, daß die Auswahl zwischrn den drei Höchstbietettden Vorbehalten bleibt, was der kreisamtlichen Genehmigung bedarf. Abgesehen von diesem Falle bedürfen die Versteigerungen nicht der Genehmigung des Kreisamts oder der Oberförsterei. Zu beachten ist. daß für einen Jagdbezirk nicht mehr als drei Pächtzrr 3 u getanen werden können, wobei es jedoch den Pächtern imbenommen ist. qualifizierte Personen mit auf die Jagd zu nehmen. Qualifizierte Personen sind solche. 6re nach Artikel 9 des Gesetzes die Ausübimg der Jagd in den Provinzen Starkenburg und Oberheffen betreffend vom 26. Juli 1848 zur Pachtung von Gemeindejagden zugelaffen sind. Ist die Verpachtung genehmigt, so hat die Bürgermeisterei dem zuständigen Forstamt eine Abschrift des Protokolls zuzustellen und ihr von jedem späteren Ab- und Zugang von Pachtern Kenntnis zu geben. Erwähnt sei noch, daß jede vertragsmäßige Aonderung des genehmigten Jagdpachtverttages, tote z. B. Annahme neuer Pächter. Au. tritt eines Pächters, Weiterverpachtung usw. der Genehmigung der Gemeindevertretung lGemeindcrat oder Stad'.v.'rordnetenv'r'ammlung) bedarf. Der Pachtvertrag ist im übrigen ein Privatvertrag und unkcrliegt den 'Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches. Zum Zwecke gemeinsamer Benutzung zusammenhängender größerer Jagdbezirke können Jagd- genossenschaften gebildet werden. Der Jagdgenossenschaftsbezirk muß mindestens 1200 Hektar groß sein: die Zahl der Genossen darf dann fünf betragen, und für weitere je 300 Hektar kann ein weiteres Mitglied beitreten. Das Aähere bestimmt das Gesetz vom 19. August 1893 betr. die Bildung von Jagdgenossenschaften. nin im 111 nur» nm im ■amM— wehr gegründet. Die aktive Mannschaft wurde in kurzer Zeit so stark beseht, daß zur Ze!i.t Aeuanmeldungen nicht berücksichtigt werden können. Die Zahl der passiven Mitglieder wächst ständig. Am Samstagabend hiell die Wehr ihr erstes Wintervergnügen ab. Obgleich nur Mitglieder mit ihren Angehörigen Zutritt hatten, war der Saal der Gastwirtschaft Weimer dicht gefüllt. Aach kurzer Begrüßung durch Bürgermeister Preis wurden zwei Feuerwehr-Theaterstücke flott gespielt. Die Besucher kargten nicht an dem wohlverdienten Beifall. Ein Teil des Musikkorps der Lollarer Wehr unter Leitung von Musikmeister Deines konzertierte und spielte dann zum Tanz auf. In der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr herrscht schöner kameradschaftlicher Geist, der sich auch an diesem Abend wieder bewahrte. >Holzheim, 5. Febr. Der hiesige Kriegerverein hatte am Samstagabend zur Vorführung des befanntan Films „Der Weltkrieg" 1. Teil im Saale von Gg. Sames ein» geladen. Der Einladung waren auch .zahlreiche Mttglieder des Kriegervereins Dors- Gill gefolgt, so daß der Saal bis zum letzten Platz gefüllt war. Aach der Begrüßung durch den Vorsitzenden W. Laux I. wurde durch Herrn H i s g e n , Lich, der Wettkriegsfilm gezeigt, der „Des Volkes Heldengang" vor Augen führte und bei den Anwesenden tiefen Eindruck hinterließ. Bekannte Armeemärsche, von einer flotten Kapelle gespielt, bildeten eine feine Alm» rahmung der Veranstaltung. f Steinheim, 5. Febr. Der Gesangverein „Frohsinn", Mitglied des Sängerbundes „Mittleres Aiddatal". hielt am Sarns- tagavend sedne dkeSsgyefge ardenftldH neralversammlung ab. In Vertretung des? ersten Vorsitzenden erstattete Wilhelm Hofmann V. den Jahresbericht, aus dem n. a. folgendes mitgeteilt fei: Die 50. Jubelfeier Warin jeder Hinsicht ein voller Grsolg und brachte dem Verein einen starken Zuwachs an Mitgliedern. Die Teilnahme am Bundessingen in Bors- dorf bewies, daß der Verein in feinen gesanglichen Leistungen em gutes Stück vorwärts gekommen ist. Besondere Ehrung wurde neun verdienten Sängern zuteil, die über 25 Jahre dem Verein angehören. Ihnen wurde eine silberne Sängernadel nebst Ehrentafel in künstlerischem Stil überreicht. Bei der folgenden Wahl wurde Adolf Ober heim zum 1. Vorsitzenden, Gustav Ostheim zum Stellvertreter, Wilh. Hofmann V. und Richard Eckel zu Beisitzern und Richard D e s ch zum Rechner gewählt. Die Rechnungsablage durch den Rechner R. De sch bewies. daß der Verein aus finanziell gesicherter Grundlage ruht und ein beträchtlicher Ueberichnff vorhanden ist. Der Arbeitsplan für das laufende Vereinsjahr sieht u. a. vor die Beteiligung ar dem Bundeswertilngsfingen in Dauemheim. Außerdem ist eine Sängerfahrt an den Rhein oder zur Edertalsperre in Aussicht genommen. Umrahmt wurden die Verhandlungen durch eine größere Zahl mufterhatt zum Vorttag gebrachter Chöre, die unter Leitung des Dirigenten Lehren Dietrich von Rodhcirn allgemeinen Beifall fanden. Kreis Ariedberg. $ Steinfurth, 5. Febr. Gestern wurde die hiesige Gemeindejagd verpachtet. Der Jagdbezirk I, rechts der Wetter, kam auf 655 Ml der Jagdbezirk II. links der Wetter, der doppel: so groß ist und viel Wildbestand hat, kam auf 201Ö Mk. Beide Teile pachtete Fabrikant Ko- s ch e w i tz aus Frankfurt, der seither nur den Bezirk links der Welter gepachtet hatte. WSA. Assenheim. 5. Febr. Erhebliche Mengen toter Fische werden feit einigen Tagen die A i d d a Peruntergetriebeu. Es bc- finden sich darunter sehr große Hechte, Karpfen und andere wertvolle Fische. Das Fifchsterben wird bis nach Ilbenstadt und Assenheim hinauf beobachtet. Anscheinend haben giftige Zuflüsse aus irgendeinem industriellen Werk den. Massen- tvd unter den Fischbeständen des Flusses bewirkt. Mehrere tote Fische wurden den zuständigen Behörden zur Untersuchung eingeschickt. Kreis Biivingen. ! Aidda. 4. Febr. Der Männergesang^ verein „Sänger fr an 5“, der für den 29. und 30. Juni imf> 1. Juli einen großen Ge - fangswettftreit ausgeschrieben Hot, hielt am gestrigen Sonntag im Saale des ,Garn- brinus" fernen D e le gi e r ten t a g ab. Rach eitlem Begrüßungschvr des unter der Leitung von I. D a p p e r stehenden Verein« und nach herzlichen Bagnißungsworten des 1. Vercins- vorsitzenden PH. Bechtold wurde die Liste der angemeldeten Vereine verlesen. Am W e 11 - fingen beteiligen f i ch die ff-lgenden 24 Vereine: 1. Stiadtklasse: „Liederkran^', Gei fenheim (95 Sänger), „Cacilia", Lich (62 Sänger, und „Liederkranz", Büdingen (60 S.). 2 Stadt- klaffe: „Gemütlichkeit" Wiesbaden-Erbenheim (61 S.), „Liederkranz", Franksurt-Ginnheim (50 Sänger). „Concordia". Hanau-Kefselstadt (456.), „Eintracht", Offenbach (50 Sänger). Gesangs- abteilung des Turnvereins Fechenhrnn (50 S. > 3. Stadtklasse: „Aordend", Wiesbaden 'Biebrich (33 S.), „Sängerlust", Bleichenbach (30 S.), ..Männerquartett", Hain-Gründau (38 Sänger), Liederlust". Enkheim (35S.). 1. 2 an b- klaff c: „Sängerkranz, Wa.enborn, „Germania“. Lang-Göns. 2. Landklaffe: „Teutonia", Aordeck (50 S.), „Eintracht'. Eichelsdorf (48 6.1. Männergefangverein Ober-Schmitten (47 S.) und ..Eintracht". Klein-Linden (55 S.). 3. Land- klasse: „Liederkranz". Kalbach a. Taunus (24 Sänger), „Germania". Vilbel (30 S.), „Sänger tust", Aleerholz (38 S.). „Fidelio", Ober-Wid dersheim (35 S.). „Eintracht", Ober-Wöllstad (28 S.). Richtpreisgefrönte Vereine „Eintracht", Ober-Widdersheim (41 S.), Man neraefangverein Unter-Schmitten (39 6.). „Öän* gerkranz", Rodheim a. d. Horloff (30 S.). Die Festsetzung der Preise für die einzelnen Klaffen rief eine lebhafte Aussprache hervor. Aachdem noch zu den einzelnen Punkten der Wettstreit' bebingungen Stellung genommen worden war. schloß der Vorsitzende die Versammlung. sagte, dann tat man am besten, ihm nicht zu widersprechen. Aber sein Glaube an die Unabänderlichkeit des Schicksals hinderte ihn doch nicht, einem Büffel, der mich bei der Aachsuche mitten im Buschwald annahm, auf fünfzig Gänge die Kugel sauber zwischen die Lichter zu sehen. — Dafür pflegte ich meinen Freund dann, als er einen Anfall vom Schwarzwafsersieber bekam und brachte ihn glücklich nach Tanga, wo er noch sechs Wochen im Hospital lag. — Sjeia fafari! Solche Erlebnisse kitten fester als Blut. — Die Rückreise traten wir wieder gemeinsam an bis Aeapel, machten einen Abstecher nach Firenze, nach der „ewigen Stadt" und Monte Carlo. Lieber Himmel, der Abend im „Casino de la societee des bains de mer", wie die größte Spielhölle der Welt beschönigend genannt wird! Der Vinzenz lachte „Da droben müßt' eigentlich stehen „Lisciate ogni speranza, voi ch’entrate!“ San elendige Raubersbuben, dö Monakesen." 2lber dann gingen wir doch hinein und Andrian trat an die Roulette, warf gleichmütig ein rosafarbenes Tou- sendfrankenbillett auf noir--- „Falles vof jeu messieurs! — Le jeu es( fa.it! Rien ne va plus! Rouge perd et la cooleur gagne!" Gleichmütig stopfte mein Freund das Päckchen Banknoten in die Brusttafche seines Smokings: „Gengan ma schon, dös is' zu sad!" Mit seinem wiegen^n Gebirglerfchritt stapfte er durch Den Saal, schwer, massig, wie Saul alles Volk um Haupteslänge überragend, dann tat er einen tie- sen Atemzug als wir draußen in den Anlagen standen: ..‘Seift. Teisi, da drin hat oane g'sess'n, a russische Fürstin oder grande cocotte, so g'nau woaß ma dös not. also, a Parfüm toter aller Gams in der Brunft - - —“ Und in St. Moritz hatten wir uns getrennt. 'Der Vinzenz fuhr sich mit der breiten, rotbraunen Protz'n über die Augen, als müsse er da etwas Unsichtbares wegwischen. ..Psüat di, Allerle. komm' guat heim un’ im Herbst, gell?" ..3d) komme mein Wort daraus!" Wieder griff ich nach dem gelblichen Blatt: .schreibe nicht erst, depeschiere einfach: Eintreffe Bregenz dann und dann - bist immer willkommen, herzlich willkommen? Eine Hausehre habe ich noch nicht, „Zell [affen“, fagt man bei uns im Gebirge, und ich laß mir Zeit, mir eilt’« nicht, muß „mei Binkerl Sünden" noch früh genug abbüßen. Aber Du. Allerle? Auch noch heil und unversehrt?! Jesses Bub. freu' ich mich auf das Wiedersehen? (Kur schade, daß die Zell gar so kurz ist, läßt sich aber nicht ändern, im nächsten Jahr schießt Du dann einen Auerhahn bei mir, einen ganz guten. — Weine Gäste kommen von der Birsch zurück, muß schließen für heut? — Handschlag und Weidmannsheil, Bnrderherz? Ueberleg' nicht lang, komm! Allzell Dein Virtzenz." Ja. das war noch der liebe, alte Kerl von ehedem, ein Mensch und Jäger nach dem Herzen Gottes, so aufrecht und kernig tote die Berge seiner Heimat? — Fast zärtlich glättete ich den Bogen, griff dann nach dem Kursbuch — lieber Himmel, heute hatten wir ja schon den 24. Mrgust, am 30. mußte ich fahren, unb dabei gab es in der Wirtschaft alle Hände voll zu tun . . . Wenn schon — ein Versprechen soll man hatten und — ja, und ich hatte auch wieder einmal die Wanderlust im Blute, die Sehnsucht nach den blauenden, vom ewigen Schnee gekrönten Bergen mit ihren Firnen und Gletschern, Schroffen und Schrunden, den still träumenden Seen, — — Dort droben atmete sich's leichter, fühlte man ftch feinem Herrgott näher als hier Drunten im Aiederland. Durch das wellgeöffnete Fenster strömte in weichen Wogen der würzige Hauch vollerbliihter Rosen, ächzend und stöhnend hob die Turntuhr auS. tat zehn klingende Schläge in die Stille der Aacht. — Irgendwo, in den Ställen, brüllte ein Stück Viere Tourenwagen mit einem jähen Ruck vorwärts. dumpf 11 n6 warnend Hang der laug- gezogene Ton der Hupe. — 3m Osten stieg Der Psolcher empor und hinter ihm dämmerten in blauender Ferne der Rhätikon, der Hohe Säntis und die von ewigem Schnee bedeckten Felshäupter des ©böigen. Vinzenz lehnte sich zurück: „Der Eissprosstmzehner läßt griiften. er warte) schon auf dich, morgen in Der Fruah Btcfdjo ma z’sanun !" ..Und deine anderen (giäfte?“ „'Der Poldi Purkstein hat an braven Bock, Gtons g'rvt's grad g’nua, ober a Kudu wär mir liabcr, werd' wohl bald wieder niet’ Kofferl packen, is nix da herinn' in der Oed. imc Stenvr und Eis." (Fortsetzung folgt.) ]:C Gelnhaar. 5. Fcbr. Am Samstagabend wurde hier: eine B ü r g e r v e r s a m m -- (u n g nntcr dem Vorsitz des Bürgermeisters Burlein abgeholten. Gegenstand der Aussprache waren die zukünftigen L a r i s s ä h e für den Wasserverbrauch, Es sollen erhoben werden pro Vierteljahr: 5 Tlif. Grundgeb. für jeden Haushalts 65 Pf. für jede Person: 1,25 Mk. für jedes Großvieh; 1 Ms. für Kleinvieh: 2 Mk. für Badeanlage: 3 Ml. für Abortspülung. Von der Gemeinde müssen jährlich ungefähr 7020 Ml. an Zinsen, Amortisation und Bedienung der Wasserleitung ausgebracht werden. Andere Stimmen wurdeir laut für Wassermesser. Kreis Schotten. «--■ Lardenbach, 5. Febr. 3ni hiesigen Schul- saal hielt Lehrer Becker einen Bor trag über „Baukunst im Mittelalter". Ausgehend von den Bauten der Griechen, wurde Schritt für Schritt die Heberwindung des Materials durch den Menschengeist gezeigt. Nachdem an Hand von Lichtbildern die Grundformen des Rmnani- schen und des Gotischen Baustils gezeigt worden waren, folgten die schönsten Kirchen- und Profan- bouten des Mittelalters. Interessant zu sehen war hierbei der langsame Uebergang vom Ro- monischcn zum Gotischen Stil und die Kennzeichen der französischen, der englischen und der deutsche»! Gotik. Als Glanzstücke deutscher Gotik wurden der Turm des Freiburger Münsters und die Frontleite des Strastburger Münsters' besonders besprochen. ch Kaulstost, 5. Febr. Eine Bürger- Versammlung fand hier statt. Bürgermeister Herget berichtete über die in Hartmanns- hain stattgehabtc Besprechung, bei der sich Mi- nifter Korell über die Ll m st e l l u n g s f r a g e im oberen Vogelsberg äußerte. Allseits war man der Ansicht, daß sich die ministeriell empfohlenen Maßnahmen auch günstig für unsere Gemeinde auswirken würden, z. B. die Durchfühimng der Feldbereinigung, Anstellung eines Gemeindchirten, Vergrößerung der Gemeindeweiden und die Ginschränkung des Ackerbaues. Leider ist die Gemeinde nur bann dazu in der Lage, wenn vom Staate aus erhebliche Zuschüsse gegeben werden. Man begrüßte deshalb die Regierungsmaßnahmen. die für die nächsten 15 Jahre die Einstellung eines Betrages von je 100 000 Mk. vorsieht, womit alljährlich 3 bis 4 Gemeinden umgestellt werden können. Besonders begrüßt tourbe die Einführung von Bei- spielswirtschaftcul. Wenn man auch bei dem Mustergut der Landwirtschaftskammer, dem Selgenhof. recht guie Lesu.tate erzielt hat, so möchte man doch erst einmal sehen, wie sich die geplanten Umstellungen in unserer nächsten Bähe aus- wirken, Bezüglich Les Projektes einer Milchver- wertungsgcnossenschaft war man der Meinung, daß eine größere Zentralmolkerci nicht nach Hart- mannshaiu kommen möge, sondern der günstigeren Vcriehrsverhältnisse halber nach Gedern. £ Feldkrücken. 5. Febr. Heute, Dienstag, beging hier Katharina Keilll. ihren 84. Geburtstag. Die noch recht rüstige Greisin ist die ä l t e st e Frau in unserem Orte. Kreis Alsfeld. X Alsfeld, 5. Febr. Am Sonntagabend gegen 7 ÜIHr ertönte die Feuersireire. In dem Anwesen des Mehgermeisters Buchhammer am Mainzertor war die massiv gebaute Räucherkammer aus bisher unbctannter ülrsache in Brand geraten. Der rasch an der Brandstelle erschienene»! Freiwillige»! Feuerwehr gelang es mit Hilfe des Minimax-Löfchzuges den Brand alsbald zu löschen, bevor dieser auf die übrigen Baulichkeiten übergreifen konnte. Wenn das Feuer zu einer späteren Stunde ausgebrochen und erst später zur Entdeckung gekommen wäre, so hätte ein erheblicher Brand entstehen können. Rheinhessen. WSR. Mainz. 5. Febr. Der bei dem Brandunglück in der französischen Autohalle in Mainz schwerverletzte 44jährige verheiratete Feuerwehrmann Adolf Ventil ist gestern abend seinen Verletzungen erlegen. Starkenburg Ein V-Zug in eine Schafherde DSV. Groß-Gerau. 5. Febr. Am Sonn tag- abenö kurz nach 7 Llhr fuhr der fahrplanmäßige D • 3 h g unweit der Station Dornberg-Groß- Gerau in eine Schafherde von etwa 120 Tieren und tötete mehr als die Hälfte. Der Zug muhte außerplanmäßig in Dornheim halten, damit das Räderwerk von den Tierteilen befreit werden konnte. Die Schafherde befand sich zur Zeit des ülnfalls ohrre Aufsicht, da der Schäfer in einem Gasthof saß Preußen. Kreis Wetzlar. -v Lützellinden, 5. Febr. Am Sonntagabend fand in der Gastwirtschaft Franz Hierselbst ein Lichtbildervortrag statt, der von dem hiesigen Kriegerverein veranstaltet wurde. Aach einleitenden Begrüßungsworten des Der- einsvorsitzenden Wenzel zeigte der Stabsphotograph a. D. Becker. Marburg. Bilder aus dem Welttrieg und gab in sachlicher Weise die Er- tlärungen hierzu. Die Bilder, die von dem Vortragenden zumeist selbst aufgenömmen worden waren, brachten wertvolle Darstellungen von den Kämpfen in Frankreich und von den verschiedenen Arten netizeftlicher Kriegführung. Die mit großem Intevrffe entfgenommenen Darbietungen wurden mit Bildern aus der Zeit des ehemaligen In- fonterie/Regiments Ar. 116 in Gießen beschlossen. Der Männergesangverein umrahmte die Veranstaltung durch ansprechende Liedervorträge unter Leitung von Hauptlehrer Frölich. Maingau. WSA. Frankfurt a. M.. 5. Febr. Die Zahl der Gr ippeerkrank ungen hat in Frankfurt seit Montag wieder zugenommen. Bei der Ortskrankenkasse wurden gestern und heute Hunderte von Grippeerkrankungen gemeldet. Auch die Sterblichkeit hat zugenommen. Das frühere Gumpertzsche Siechenhaus am Röderberg- weg mußte als weiteres Hilfstrankenhans mit 100 Betten eingerichtet werden. Englischer Vortrag in der Llniversität. E. S. Dieser Tage sprach auf Einladung des Englischen Seminars der Landesuniversität der langjährige Referent im Londoner Bureau o f Education Herr A. E. Twentyman. in englischer Sprache über „Englands sozialer Aufbau im Spiegel seines Schulwesens". Der Vortragende, dessen kenntnisreiche Ausführungen bei einer zahlreichen Zuhörerschaft großes Interesse fanden, zeigte im ersten Teile seines Vortrages, wie sich die Stan- desunterschiede in England seit frühester Zeit herausbildeten uitb wie gewisse Standesvorurteile noch das ganze viktorianische England kennzeichneten. Der Weltkrieg brachte auch in England eine Umschichtung der gesellschaftlichen Verhältnisse, und insbesondere wirkt sich die schon lange vor dem Kriege ernsetzende Landflucht — 40 Prozent der englischen Bevölkerung leben in Städten von über 100 000 Einwohnern -- zusammen mit einer starken Lohnsteigerung für die Landarbeiter in einer bedrohlichen Agrarkrise aus, deren Behebung der englischen Regierung die größte Sorge macht. Die Vereinigung großer Vermögen in der Hand weniger, die ebenfalls durch den Krieg begünstigt wurde, bewirkte, daß etwa 10 Prozent der gesamten Bevölkerung „in Armut" leben, d. h. an der Grenze des Existenzminimums. Diesen großen sozialen Spannungen entspricht nun so führte der Redner im zweiten Teil des Dortrages aus daß das englische niedere und höhere Schulwesen sich heute als eine Doppelorganisation dar stellt; es gibt einen Schultyp, der im wesentlichen für die wohlhabenden Klassen bestimmt ist, das sind die alten „Public oder Gramm ar Schools", Schulen mit kostspieligen Internaten, denen ebenso e klusive Dorbereitungsschulen (Preparatory Schools) zur Seite stehen. Dieser Gattung gegenüber stehen die eigentlichen Volksschulen für die ärmere Bevölkerung, die in ihren älteren Vertretern ge- radezu als „Armenschule" („Poor Schools" .Eharith Schoo's") bezeichnet wurden. Erst seit1 1870 wurden diese privaten Elementarschulen unter den Einfluß staatlicher oder städtischer Behörden gebracht, eine Entwicklung, die insbesondere 1899 durch die Gründung einer allgemeinen staatlichen ülnterrichtsbehörde (Board o' Educalion) und 1902 durch eine tiefgehende administrative Umgestaltung gefördert wurde. Die neueste Entwicklung zeigt in bescheidenem Umfange eine Annäherung der beiden Typen, indem der ülebergang aus der Volksschule in die Höhe reu Schulen von» Staate gefördert wird; aber die Schaffung einer einheitlichen Grundschule, wie sie ton politischen Parteien etwa nach deutschem Muster auch in England angestrebt wird, wird nach Ansicht des Vortragenden wohl auf lange Zeit hinaus an dem konservativen Charakter des Engländers scheitern. Am folgende»» Tage »nachte Herr T w e n t i» - man, der dem Ausschuß für den englisch deutschen Studentenaustausch angehört, den Mitgliedern des Englischen Seminars noch interessante Mitteilungen über die Ziele und Arbeits- ! weile dieses dankenswerten Unternehmens. Kunst und Wissenschaft. Deutsche SounenstnsterniS-Expedttion nach Sumatra. Wie der Märkische Landesdieiift ans Pols- dam meldet, sind foeben Prof. Dr. Freundlich , Leiter des Einsteinturmes, Prof. Dr. ®re- tria n vom Llstrophysikalischen Observatorium. Dr. von Klüber. Assistent am Einsteinturw ein Mechaniker und die Damen Freundlich und G r o t r i a n nach Sumatra abgereift, um dort auf Kosten der Rotgemeinschaft der Deut-'! schen Wissenschaft die Sonnenfinsterms am 9. Mai zu studieren. Es bieten sich, da die Verftnste- rung fünf Minuten dauert, sehr günstige Beobachtungsverhältnisse. Der Luftlurort Taken- gon im Aordteil der Insel ist als Beobachttmgs- plah ausgewählt worden. Es handelt sich um die Erforschung der Elemente der Sonnen-Corona' und die Aachprüfung der Einsteinschen Relativitätstheorie. 66 Instrumentekisten sind bereits' Mitte Januar von Potsdan» abgegangen. Da1 jetzt das Fehlen elektrischen Stromes gemeldet i worden ist. wurde noch eine Induktionsmaschine mitgenommen. Wenn die Messungen während der Sonnenfinsternis erfolgreich sind, ^müssen so-' fort die Vergleichsmessungen stattfinden, die nochj Wochen in Anspruch nehmen werden. Die Astro-j Physiker werden Ende August zurückkehren Die Potsdainer Meteorologen werden unter Geheim-', rat Süring ebenfalls nach Sumatra reisen, sie fahren aber erst in einigen Wochen, weil die! Aufstellung ihrer Instrumente einfacher ist. Versteigerung. Donnerstag, den 7. Februar 1929, nachmittags 2 llhr, werden im „Löwen", Neuenweg 28. dahigc, zwangsweise gegen Barzahlung versteigert: 1119D zwei Schreibtische, 2 Büfetts, ein Klavier, ein Sofa, eine Bohrmaschine, acht, zig Dosen Konserven, ein Quadratmeter Sohlleder. Bestimmt: ein Teeseroice (chinesisch), dreizehnteilig, fünf Päckchen Tee, ad)t Kaffeetassen (chinesisch), neun verschiedene Halsketten, eine Armsvange, drei Zigarrenspitzen. Sämtliche Gegenstände sind neu. Finanzamt Gießen, vollstreckungrstelle. Eichen - Nutzholz - Verkauf. Zu den bei der hessischen Staatsforstver- waltung üblichen Bedingungen werden zum fubmifsionsweisen Verkauf angeboten: Eichcn-Langholz und -Abschnitte: Gitteklasie N: Klaste 1 93 Stück, 18,86 fm Klaffe 2 262 Stück, 104,46 fm, Klasse 3 67 Stück. 47,86 fm. Klaffe 4 13 Stück, 12,87 fm. 1117D stebote mit der Aufschrift „Lichennuh- holzsubmission" werden bis Montag, 18. Februar 1929, vormittags 11 tthr, auf unser Amtszimmer erbeten. Die Gebote sind zu trennen noch Stärkettassen. Die Bieler find drei Wochen an ihr Gebot gebunden. Der Zuschlag bleibt für jede Slärkcklasse Vorbehalten. Nähere Auskunft erteilt die unterzeichnete Stelle. Schotten, den 4. Februar 1929. Hessisches Forstamt Schotten. Zagdverpachtung. Samstag, den 9. Februar 1929, nachmittags 2 Uhr, w' d im Genieindesaal zu Kirch-Göns die Gsmeindejagd, bestehend aus zirka 200 Hektar Wald und 600 Hektar Feld, auf weitere neun Jahre öffentlich meiftbl lend verpachtet. Der Wildbestand besteht hauptsächlich aus Rehe»'., Hasen und Hühnern. Kirch-Gons ist Bahnstation der Main-Weser-Bahn inmitten des Jagdbezirks. 73 ID Bemerkt wird noch, daß dieselbe in drei Bezirke eingeteilt wird. Der dritte Bezirk liegt in der Gemarkung Pohl-Göns und ist nur Waldjagd, er umfass zirka 130 Hektar. 5lirch-Göns, den 23. Januar 1929. Hessische Büraeruieislcrci. H a n a ck. Kutz holMrsseigerung Freitag, den S. Februar L 3., vormittags 9 Uhr, sollen int Steinbacher Gcineinde- wald, Distrikt Helgenwalo, Gesäng und Embach nachverzcichnetes Holz versteigert werden. Zusammenkunft int Helgenwald. Bucheu-Abschnille A und N. 3 , 4. und -n.'tlasse 19 Stück. 19,72 fm. Elchen-Lunghclz und -Abschnitte N. 2., 3. und 5. klaffe 27 Sl.ick, 13,5-1 fm. Lichcn-GarlenpfoslLli. 14(1 Stück (2,2 ni l.ng). Eschcw, Erirn- und Birlc.i-Aüschnitte A und N 1, 2., 3. Masse 51 Stück, 9,61 fm. Fichen- und ülcferu-Abschnilie A. 2b-, 3b-, 4a-Klasse 4 Stück, 4,88 fm. Fichl-n-verbstaagen. 1. bis Klasse 852 «tück, 42,18 fm. Steinbach, am 2. Februar 1929. Hessische Bürgermeisterei. Krämer 10660 Um schnell zu räumen, sind die Restbestände Im Nachlaß aaBHHBHnUSBKl der Verstorbenen Wwe. 8. Sammet Gießen, Bahnhofstraße 8 I. nochmals bedeutend herabgesetzt 112M Still, odev titt. Teilhaber mit ea. SCOCO LM. Mui. u. 20 Jahre bestehend. Sektkellerei gesucht. Slcherstell. kann erfolgen. Aus- iühliche Angebote unt. F. 8. ü. 906 durch Rudolf Moste, Frankfurt am Main. Huflenrezept Stedtener Strobe ftoften. raub«, tomerienbtt nai» werden am schnellsten behandelt, üirbdrtettt etilen» e. leicht «Worten durch 1 ÖL Retdieb Halten tropfen mehrmals tdgt. 15-20 Lropten nehmen. Kindern fl«oe man halb so ei* Ä. 0.80 «. 1.50, bi Apoth. und Di-og. •tbäitL.ab« echt nur mit .Marke Me- bkee n. Firma Otto Reichei, BerUn. Bekanntmachung. Betr.: Die Ausführung des Reichsviehseuchengesetzes; hier: die Ausschläge der Beiträge auf Viehbesitzer und Viehhändler. 1118C Die in Gemäßheit des Reichsviehseuchengesetzes ausgestellte Liste der beittagspflichtigen Pferde- und Rindvieh- besitzer der Stadt Gießen und der Gemarkung Schiffenberg liegt wahrend acht Tagen, vom Tage der Deröffentlichung dieser Bekanntmachung an gerechnet, auf dem Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Rr. 3 (Vermeffungsamt), zur Einsicht offen. Einwendungen gegen die Einträge können nur während dieser Osfcnlegungssrist und nur von den beteiligten Viehbesitzern vorgebracht werden. Gießen, den 5. Februar 1929. Der Oberbürgermeister. ______I. D.: Dr. Rosenberg.______ Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag für 1929 liegt vom 7. d. 2R. ab eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen können wahrend dieser Zeit schriftlich oder zu Protokoll uorge- bracht werden. 1107D Langsdorf, den 5. Februar 1929. Bürgermeisterei Langsdorf. ________Kneipp.__________ StMsöberförslerel Krofdorf, yolzverkäuse: 1. Freitag, den 15. Februar 1929, 10 11 hr, in Krofdorf, Wirtschaft Freund, aus Distrikt 10 (Diebskauti, 45 (Sauer- hege), 51 bis 54 (Lichtenberg) etwa 900 rm Buchen Scheit 100 rm Buchen Knüppel 3000 rm Buchsn-Reiser. Darunter geringe Mengen Eichenhol). 2. Mittwoch, den 20. Februar 1929, 10 Ahr, in Odenhausen (Lahn) bei Klinket, ans Distrikt 61 (Hohenschied), 70 (Hagel- schiaq), 72 (Hirschsprung), 76—79 (Hard), 81 (Hascngarten) etwa: 200 rm Eichen Scheck und -Knüppel 300 rm Eichen-Reiser 250 rm Buchen-Scheck und Knüppel 1400 rm Buchen-Reiser 30 rm Nadelholz-Scheit und Knüppel 200 rm Nadelholz-Reiser sowie einige Raummeter Eichen-Schicht- nutzholz und Fichten Derbstangen. Bentmmt au haben bei: Otto WiLterdost.Drog.. Ärcurvl. 8/10 HermannElacS,Droa..Leiierswea6.3» W.Ni>vingerNkbf-,Drog.,Celtcr>?w-73« Auann Noll, Drogerie, 'Snbubofitr.51 -Vans Noll, Drogerie, Lndwigsplatz flarl S:tdel,Troa^,^rantfurtcr Ltr.38 tuGründer.,:ftarlLchott.5lronen Trog- / Meue Kurse 15. April X Vogfsche Handelsschulen Gießen-Herborn V Auskunft u. Prospekte i \ kostenl. d. d. Schulleitg. / X Gießen, Goethestr. 32 / Donnerstag, 7. Zebr.1929, nachm. 2 Llhr versteigere ich im Löwen, Aeuenweg dahier, zwangsweise gegen Sarzahlung: 5 Bücherschränke, 5 Schreibtische, 3 Chaiselongues, 4 Äüfette, drei Warenschränke, 2 Divans,-1 Klub- sopha,2 Kredenzen, einen Kleiderschrank, 3 Sophas,2Kassenschränfe 2 Sessel,^ Standuhr,-1 Teppich,^ Wanduhr, 1S il berschrank, 1 Regulator, 4 Vertikos, 2 Nähmaschinen, 1 Warengestell, 1 Damenfahrrad, ein Knabenfahrrad, ein Schrank- granunophon, 5 Tische, 6 Stühle, zwei Violin-Zithern, 3 Spiegehvier Diwandecken, 3 Veisedecken, 55 m Seidenstoff,4Tischdecken,7Kinder- kleider, vier paar Schuhe, 120 m Kleiderstoff, eineLadeneinrichtung. Dsvtt, Gerichtsvollzieher in Gießen, _______Steinstraße 13_________hmd Giillgelegie Fabrik mit günstigen Arbeitsverbalinisseu u. erträglich, tiommunalabflnb. für Dktalluerarb. geeignet, mögt. Helle Raume, i.Hessen bei Yoh. Anzahlung, zu Laufe« sekmtzä Augeb. befördert unt. 3. M 85« (1114V) die Ervedmon des Gteßeuer Arizelgers. Feinstes Hilst von Schellfisch, .•labefiau, Seelachs. Gotdbnrich. — Frische Stiche tn reicher Wahl! — (tirüttc Heringe. Fisch-Speziaihaus Cuxhaven llarktstr. II Kielten Tel. 2417. la Wlhsdie o. K. , Kabßllaa o. K. „ Saehecht „ Roizanßen Porüoössdielitisdi Fixchlilel Fischkotelett BSadieraaren lebende Karpfen und Sdileien i,md ClKotaii Äahnhofstraße 59 Die neuesten ur'V samMen S tiick 3.50 auf Teil- zablunglBerlangen Sie Katalog gratis. J. Oestreicher, Wiesbaden, Zietenring 4. Platzoertrei. gesucht. Ein Bosten gute x» au jedem annehmbaren Vreis abau- geben. Näberes 0144 Bleichfir. 40 p. Das gute Kräuterpulver liifllra ist immer frisch zu haben im 0358 Und» Kreuzplatz 5. Schellfische Kabeljau Seelachs i>. SL. vsiind 34 Sratschellfische Pfund 28 Fischfilet cksund 40 UiHsd Liebigftrnßc 71 Telcvd. 1685. ,,83D Mustt- Schallplatten liefere ick andrioate ohne jeden Äuffchlag geg. 8 Monatsraten. Vertreter werden noch ausgenommen Ollern, Wiesbaden, naW Emser Str. 24. ESS" !eib-MdWÄmßaschen Erteile erbrachte, daß die ttenntnis weniger Hundert besonder» hochwertiger (am meisten gebräuchlichsten) Wörter genüge,; um bis zu 80% die Meisterung jeder beliebigen Sprache Bor- und Junaw«. Beruf: .. 0rt:. Strohe: gegen Berglliung v. •X 1.50 pro Stunde. Zuerfr.t.d.Geschäfts' stelle d. G. An!. 0448 in verschiedener AttSstihrung, sowie Sitz- und Badewannen empsiehlt ESllgr Bomnonn, eilrahsnölung. Sprachkurse gratis! Den experimentellen UMerfuchungen der Prof. Dr. Mülle! und pilzecker (ttnioersttäl Leipzig) verdankt die neuere Sprachmethodik wichtige Feststellungen über die Mechanik des Denkverlaufs, über Steigerungsmöglichkeiten der Erinnerungskraft — Die Forschungen von ptof. Dr. Epstein (Universität Lausanne) über die Funktion der einzelnen Sprachen bei polyglotten (Mehrsprachige) erweisen die bisherige Technik des Auswendiglernens von Vokabeln als Kraft- und Feitverschwendung und psychologischen Leerlauf — Die Psychologen prof. Dr. Meumann und Stern untersuchten die Entwicklung der Sprache im äin- desatter und wiesen als Ergebnis ihrer Arbeiten dem Reform-Methodiker neue Richtlinien — Der Sprachstatistiker Kaeding legte ter Sprachwissenschaft eine eminent wichtige Arbeit über die Häufigkeitswerte der einzelnen Wörter (Sprachmünzkunde) vor, mit der er den veweis Gutschein (üe offenem Umschlag 5 tpfemng Porto) s* btn Aufstieg-Verlag, Sbt Fenn«t,rrichl München 230, Äova««», w jd) mdbc hiermit meine Tellnahme an den, Probe-LursUs Eugllsch—Französisch - Italienisch - Spanisch—Tschechin tbie gewählte Sprache gefl unterstreichen) in der Sorant* fefjung an, dah damit für mich Keinerlei Kosten oder KanfoerpfitchUrngen irgendwelcher Art verbunden sind. Aach Beendigung der Probeunterrichts, der, gerechnet von, Tage der! (Pmpfong? dec Sendung, zwei volle Wochen währt, werde ich da, erhaltene Material tErsrillungsort München) wieder an Sie Mrüchfenderi. (veutliche Adresse) zu sichern. Zllsamntenfassung und planmäßige Auswertung der oben! angedeuteten neueren Forschungsergebniffe erfolgte durch Mertner in seiner 976vl psychotechnischen Methode Mit ihr wurden die weitgehendsten Erwartungen übe»-, troffen: seit Erscheinen 360 Auflagen abgesetzt! Bei dieserj einzigartigen Methodik, die dem Schuler das Auswendige! lernen von Vokabeln und grammattschen Regeln schenkt,, merkt man die erftaunlidje Wirkung deutlich spürbar' bereits nach wenigen Stunden. Man kann sich hiervon selbst überzeugen: zu Werbe- unbl Versuchszwecken wird eine genügende Anzahl neuer: Exemplare Kostenlos zur Verfügung gestellt, uni) zwar für die Dauer von 2 Wochen. Zah lnngen sind ganz ausgeschlossen. Kauf- oder fonftige Der pflichtungen bestehen nicht. Die Uebersendung der Werke erfolgt postfrei. In dem nachstehenden Gutschein, den man, ausfüllt und c nsendet, sind die Sprachen verzeichnet, in ] denen zwecks einem Vrobeunterrichl Lieferung zu ben' obigen Ausnahmebedingungen erfolgt. Eine davon darf ' > man sich auswählen. Man tue es sofort? Hr5 64. Fortsetzung. Nachdruck verboten. W! ich sonst (Fortsetzung folgt.) UWA Karneval-Artikel jetzt »ID Eintritt frei! Eintritt frei! 0 Das närrische Komitee 979D Eintritt Mk. 1.50. Kart im Vorverkauf zu 1 Mk. bei Leder-Röder, Kirchenpl. Rabatt Freitag. denS. Februar, findet dos diesjährige Sport-PalastÄ* SeiGrippsuiillollHza / ’»n verleiben. 0280 Fastnachtdienstag Hotel Schütz 2 Kapellen 2 Sektbars 11241 1112D Als Eintrittekarten werden Gutscheine für Getränke u. Essen ausgegeben, welche vom Freitag ab beim Portier zu haben sind. Ein Gutschein 3 Mk. Wort der unbemerkt Der Vortrag findet im Hörsaal des physikalischen Instituts statt keine Ditte an dich habe." Richthofen fand nicht ein wünschung. Er hatte sich geschlichen. Joachim sah es, 2. Rang Stehplatz.. 2. Rang Sitzplatz... Kurventribüne..... Kurventribüne Mitte Zielkuryentribüne 1. Rang Tribüne . Beglück- hinweg- ihn nun zeitlebens streifen. Menschen, die ihr daß ihr nun eins Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und nreiswert die Brfihf’iche Univ Druckerei. R. Lange sich den breiten Reifen, der an sie band, an den Finger „Und gedenket ihr beiden nun Marrn und Weib seid, gewährt auf sämtliche Palatol Flasche Mk. 1.30 (äußerlich) bleiben muht bis zum Endel" klang die Stimme des Geistlichen dicht vor ihnen auf. „Richts soll zwischen euch treten! Auch nicht der Hauch eines Geheimnisses darf euch voneinander trennen! Denn alles, was Unwahrheit ist, ziehet den Tod eures Glückes nach sich." Der schlanke Frauenkörper zitterte am Anne des Mannes, der wie ein Fels an der Seite des blassen Weibes stand, bas nun seinen Ramen trug. Orgelspiel rauschte über Elisabeth dahin. Eine Flut von Sonne umkoste sie, als sie aus der Kirche traten. „Frierst du, geliebte Frau?" Hettingen schritt eilig mit ihr nach dem Wagen und hob sie in die Kissen. Die anderen Autos folgten. Der erste Kuh, den sie zu Hause empfing, wo man die Tafel gedeckt hatte, war der der Da- Masken-Anziige und Dominos inen oder getragen) La»« Vaia»» t Roman von 3. Schneider-Foerstl. Urbeberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. Tag und Nacht geöffnet. Straßenbahnverkehr die Nacht. Vorverkauf siehe Plakate an den Aruohlagi Eintrittspreise 1. Nacht: Rausch - Hürtgen (Win) (KW«) Debaets - Feudel uew. (Belgien) (Fraskretoh) du glaubst. Elisabeth, daß eS dir unmöglich ist, meine Frau zu werden, dann sage es! Roch ist es nicht zu spät!" Sie lehnte sich in hilfloser Schwäche gegen seine Drust. Ihre Finger tasteten nach den seinen, hoben sie empor und führten sie zu ihrem Munde. „Ich — Joachim — ich..." Er bog sich zu ihr herab, um kein Wort zu verlieren, was sie ihm zu sagen hatte. „Sprich fertig, Liebste!" „Ich liebe dich — wie ich noch nie einen Menschen geliebt habe!" „Ich danke dir!" Arm in Arm mit ihr schritt er zum Wagen. Mit festem Strich setzte Hettingen seinen Ramen in das Buch, das ihm der Standesbeamte zuschob: Freiherr Joachim von Hettingen. In Elisabeths Fingern zitterte die Feder: Fveiin Maria Elisabeth Hettingen geborene — Der Rame war unleserlich. Ein überaus zartes Orgelspiel empfing sie vom Chore der Kirche herab, in welchem die Trauung durch den Geistlichen stattfand. Das Licht der Kerzen zitterte goldfarben über das nun sanft gerötete Antlitz der Braut. Wie ein Hauch ruhte der Schleier über den schlanken Formen ihres Körpers, der sich eng an die Sieg- friedsgestalt des Gatten lehnte. Ihre rechte Hand lag ohne Regung in feiner linken. Beim Wechseln der Ringe suchte sie für eine Sekunde sein Auge. Er lächelte und ließ Eine Nacht in Grofe-Giefeen be< wieset Mas Ken- Kopfbedeckungen tn ^ilz, Stoffu. Papier usiv. Perücken von Mk. 3 bis 11. Seit 48 Jahren pröirte Auswahl, nur bet Kavubach, Kaplansgaffe 27 „Poldl!" An der Tür stehend, sah er zu ihm hinüber, der reglos am Fenster stand und in den blühenden Garten hinunterstarrte. Richthofen wandte sich langsam um. „Ich tomm gleich, Joachim! Ein paar Minuten noch — wann ich in einer solchen Stimmung an der Tafel sitz, verderb ich dir die ganze Hochzeit." „Du kannst mir nicht verzechen, Poldl — ich begreife es ja!" — Er öffnete feinen Rock, nahm seine Brieftasche heraus und reichte chm Marias Bild. „Sag deiner Schwester, ich hätte sie bis heute an meinem Herzen getragen. 3 werde sie an meinem Herzen tragen bis zum Tode — ohne daß ich dadurch gegen die Treue, die ich heute meinem Weibe gelobt habe, sündigen werde." „Behalt das Bildl, Achim!" Richthofens Stimme schlug verräterisch über. „Wann's deiner Frau net recht ist, kann sie's ja verbrennen! Vergiß uns halt nicht ganz! Gelt Joachim!" Er preßte Hettingens Rechte, daß sie sich völlig blutleer fühlte. Mk. 1.60 3.00 3.90 3.60 3.50 3,80 LVaagen und Gewichte aller Art empfiehlt u stellt eichfähig her Karl Sckmidi, Gießen, Neuenweg 4L,Te1. i 015 _ . . . , gewahrte, wie seine Frau von den Gästen umringt war, und ging ihm in das Zimmer nach, das der Freund bewohnte. ronin. Mit einem langen Blick ruhten die Augen der Mutter in denen des jungen Weibes. „Gott segne eure Ehe. mein Kind! Mache meinen armen_3ungen glücklich! Du weiht, daß u. a. Petri - Kroschel (Deutech-Amer.) (Berlin) Rieger - Tietz (Breslau) (Berlin) Aitoria-Liditfpiele, Seltersweg 81 Heute letzter Tag: Unter falfchem Verdacht Ab morgen bis einschließlich Sonntag: Tom Mix in: Arizona Tiger Eine echte, richtige, tolle Wild-West-Geschichte, wie sie nur bei „Toni Mix“ möglich ist, weil kein anderer so halsbrecherische Dinge riskiert wie Tom Mix. Tom Mix über- tnfft in diesem Ftlm alles, was er bisher an Schneid, Tollkühnheit und wildem Reiten geboten hat - Tom Mix: Der Schrecken der Bösen! Die Hoffnung der Outen! Der König des Wilden Westens! - Spitzenleistungen an Kühnheit und Reitkunst zeigen Tom Mix und sein Wunderpferd „Toni“ in seinem neuesten Film: „Arizona Tiger“. Ferner; Titanic Ein Sensationsfilm in 8 spannenden Akten. I.d.H.: Georg O.Brien u. Virginia Vally Liditfpielhatis,Bahnhofftrafee34 Der Film, den jeder gesehen haben muß: Der Kampf ums Matterhorn .Die q( 'hreii gx Holzscheit , * j lallen aus sunimle o Mw N um jj ■ N n; v«? L: K6 h alte 5 nitV'e Ä batte Große Faschingsredoute in sämtlichen Restaurationsräumen Restaurant Boller, (riehen Donnerstag, den 7. Februar, abend» 7 Uhr Salvator-Anstich verbunden mit Kappen Sitzung und karneval .Konzert Echte Münchener .Weißwürste* — Schlachtplatten Isabella Ieska öffnete die Türe, trat auf Schwester Elisabeth zu und schloß sie in die Arme. 3n ihrem Kleide mit den prachtvoll rvsen^e- musterten Silberspihen sah sie aus wie eine Königin von Geblüt. „Macht er dir 's Herz wieder schwer, der böse Mensch? Sott ich dem Joachim einen Deuter geben?" .Isabella!" Die schöne überschlanke Braut verlor noch den letzten Rest von Farbe. „Wenn ich ihn verlieren mühte, heute, wo er mir das erstemal gehören soll — ich..." Sie schwieg, denn Feßmann war nach einem kurzen Klopfen eingetreten. Er sowie Jankes hatten als Trauzeugen zu fungieren. Auf die Braut zuaehend, neigte er sich über ihre Hand und bot ihr dann den Arm. Unten standen schon die Kraftwagen, welche die Gäste nach der Kirche bringen sollten. Das Brautpaar selbst mit dem Doktor und dem Kommerzienrat fuhr erst noch nach dem Standesamte zur Zivillrauung. Fehmaim hatte den bebenden Arm, der in dem seinen ruhte, fest gegen die Drust gedrückt. „Wenn Sie wünschen, daß ich ihn aufkläre, gnädiges Fräulein — in ein paar Minuten ist es vorüber. Ich kenne Joachim doch! Sie müssen keine solche entsetzliche Furcht vor ihm haben. Er —“ 3m Worte innehallend, führte er Hettingen, der eben in Frack und Zylinder aus dem Zimmer der Daronin kam, die Braut zu. Dieser nahm ihr Gesicht zwischen seine Hände und küßte den weißen zuckenden Mund. Die Rosen ihres Dvaut- bukettes waren nicht bleicher und süßer als ihre Wangen. „Weshalb ängstigst du dich so, mein Liebes? 3n der ersten Stunde, die ich nicht gut zu dir bin, darfst du deine Türe vor mir verschließen. Wenn Gripps nnr Fl. Mk. 1.00 u. 1.80 (innerlich) Dann gingen sie zusammen zu den anderen. Diebows strahlender Humor verscheuchte jede Spur von Depression. „Was mache ich nun. wenn ich wirklich krank werde, Daronin?" Mit einem Lachen bog er sich zu Elisabeth hinüber. „Joachim, gibst du mir deine Frau zur Pflegerin?" „Rein!" kam es ruhig. Das herzliche Lachen des Kommerzienrates bewies, wie ihn Hettingens Antwort freute. „Der Baron kennt dich, mein Junge!" Die frohe Laune der Gäste stieg auf den Höhepunkt. Mit dem Rachmittagsschnellzug fuhr das junge Paar nach Lugano. Hettingen hatte nur um drei Tage Urlaub gebeten. Jankes war mit einer kleinen Malaria aus Eapri zurückgekommen, da wollte er ihm jede Arbeitsüberlastung abnehmen. Das Zimmer, das Joachim bestellt hatte, ging nach dem See hinaus. Glutfarbem. tauchten die Bergsvitzen in den Abendhimmel. Der Blic, der sich dem Auge bot, war eine einzige Symphonie von Blau und Gold und Rot und Grün. Glühwürmchen ähnlich tanzten die Lichter der Zahnradbahn den Monte Dree hinauf, während über dem Monte Salvatore die Sichel des Mondes sich von Osten hob. An den Gatten gelehnt, stand die junge Frau auf dem Balkon und lieh dieses Wunder der Ratur an sich vorüberziehen. Rach dem Abendtisch machten sie noch einen kleinen Spaziergang den See hinunter, wo tausend und aber tausend Lichter sich in dem dunklen Wasser spiegelten. Etwas nach elf LIhr traten sie wieder in ihr Zimmer. Die Derandatüren standen weit offen. Ein kühler Luftzug strich herein. Hettingen trat noch für einen Moment auf den Balkon, um die Asche seiner Zigarre an dem Stfengeländer abzustreifen. Als er wieder zurückkam stand die junge Frau mit hängenden Armen gegen daS eine der Betten gelehnt. Irmenraum. -........■<- 4-00 2. Rang 1. leihe..... » MO 1. Rang Reeenr. Flett. „ MO ZlelkurventrtböneMItte „ 4.60 1. Rang Sperrsitz 6.00 Logen Innavaun 7.00 legen 1. Rang MO Fragen Sie Ihren Arzt! 1460 Der Verein der Freunde des humanistischen Gymnasiums lädt xu folgendem Vortrag ein Samstag, den 9. Februar 1929, abends 8V< Uhr: Die Antike und die Aufgabe unserer Erziebuog (Herr Gymnasial - Direktor Dr. Weinstock, Frankfurt a. M.) Samstag, 9. Februar 1929 Urtier M An W im Cafe Leib, Anfang 2011 Uhr Vier Kapellen modernster Art Bayrische Bierhalle / Sektbude / Likörbüfett Prämiierung der 3 besten Masken / Überraschungen aller Art „Zeig« sagen - einen - stinkt bt keherck unb ml alW ein. mo man 11« hat lii dieser < charman: sielten? flöte lingcrbuudeS iit der Iuxplatz zu vergeben Interessenten wollen fich an den ersten Vorsitzenden. Albrecht Lub, bis zum 1. Marz 192!) tuenden. 110">l > >466 eerroter Tüll bildet hier das Material des Rockes. Etwa 25 Zentimeter breite Streifen weiden an den Kanten mit leichter, dunkelroter Seide eingerollt. Diese Strei'Mi dann aufgereiht und so anelnandergesügt, dah ein sehr erheiternd wirkender Rock entsteht, der vorn und seitlich längst nicht das Kni« erreicht und hinten Warten. Skizze von Freda Bethcke. Die alte Standuhr in der Ecke schlug: drei dumpse Schläge. Ursula hüllte sich sröstAlnd in ihren großen Wollschal und warf ein paar Holzscheite in die halberloschme Glut d.'s Ofens. Ihre Hände besten leicht, als sie die Tee- fassen auf dem -erlich gedeckten Tisch noch einmal zurechtrückte, Die große Stehlampe ein wenig beisciteschob und dann ein buntes, weiches Ki, en im gegenübersteh.nden Klubsessel zurehtzupste. Es war alles so, wie er es liebte. Der Teekessel summte, Zuckerdose, Sahnengicßer und die Kristallflasche mit dem Rum: alles stand bereit. Sie sah noch einmal — ach zum wievielten Male in dieser Rächt - prüfend in den S riegel, sah an ihrer schlanken, blonben Gestalt herab und strich etwas nervös über das Helle Seidenkleid, das am Knie abschloh. Dabei trat ein gequälter Zug um ihren Mund. Warum er nur immer noch nicht kam! Es half nichts, dah sie auf die zierliche Armbanduhr blickte, deren Glieder ihr das Handgelenk umspannten. Sie zii'le bi ,e be späte Stunde wie die Zeiger, die sich auf dem grohen Zifferblatt im Hintergründe d es Raumes gar so langsam zu bewe en schienen. — Warum kam er nur nicht >' Der Wa e.i muhte schon längst zurück sein. Wußte er nicht, dah sie hier auf ihn wartete? Gewiß, es war nicht das erstemal, daß er allein über Land fuhr. Gewiß, sie hatte jhm selber zugeredet zu diefer Fahrt, die sie nicht wagen durste seit der schweren Erkältung im vorigen Winter. „Warten Sie hübsch in der Wärme Ihres Hause? bis zum Frühjahr I" hatte der alte Hausarzt e agt und sie so wohlwollend durch seine Dril e.igläser angesehen, dah kein Widerspruch möglich war. Warten und immer wieder warten. Wie sie dieses Wort haßte. Schon als Kind hatte sie's gehaßt. Jede ausgeschodene Freude war ihr keine mehr. Sie hatte in ihrem Sungmädchendasein die nie begriften, die jahrelang auf ein Ziel hin- arbeiteten oder sti l zu Hause saßen und warteten. Das hatte sie beides nie gekonnt in einer majestätischen Schleppe endet. Die Taille ist aus dunle.rotem Masleniamt, glatt gearbeitet, ärmellos, mit spitzem Ausschnitt, um den Hals eine mäßig gebauschte Tüllrüsche von dem Tüll des Rockes getragen. Eine recht g.ückliche Idee hat man für Frauen gehabt, die nur andeutungsweise die karnevalistische Rote betonen wollen, eine Parallele zu den farbigen Aufschlägen auf dem Herrensrack. Eine Toilette, halb Karnevalskostüm, halb Abendkleid, die man schon seit Jahren an der Riviera trägt. Schwarze, glänzende Seide wird in möglichst geraden Linien verarbeitet. Die Taille ärmellos, großes Decollete. An einer Seite des Rockes, zuweilen auch an beiden, werden ftarfiaroene, bunte Tülle aufeinanderliegend so arrangiert, daß sie in Kaskaden herunterfüllen, ober dichtgezogene, auch plissierte Tüll- streiten übereinandergelegt und drei- oder vi:r-- stufig seitlich angebracht. Schmale, bunte Tüll- streiten fallen auch von der Schulter rückwärts hinunter. Den Tüll wählt man in den sehr markanten Karneva.ssarben: rot, grün, gelb, jade, orange, türkis. Zu dieser Toilette trägt man in bie'e.n Jahr wieder den langen, schwarzen Handschuh, der so besonders gut in den Fasching patzt. Die Hautpflege im Winter. Don Or. K Wetter. NaäHruck verboten. Die Pflege der Haut ist im allgemeinen ein wichtiges Erfordernis für die Schönheit. Das Gesicht einer Frau kann noch so schöne und regelmäßige Formen haben: wenn die Haut keine von Pflege zeugende Spur aufwetst, wird sie als vollkommene Schönheit niemals gelten können, und die gealterte Frau unterscheidet sich in ihren Gesichtszügen oftmals nur gegen ihr Aussehen aus jüngeren Jahren durch die gerunzelte Haut, während die Züge die- selben geblieben sind, und doch ist durch diese Ler° änberur.g der Haut aus einer jugendlichen Schönheit eine häßliche Alte geworden. Die Pflege der Haut im Winter aber verursacht besondere Schwierigkeiten. Wir haben da mannigfache Gefahren für die Haut zu überwinden. In erster Linie lähmt an und für sich die Kälte, wenn sie längere Zeit andauert, die Blutgefäße der Haut, so daß sie sich nicht wieder zusammenzuziehen oekmögen, was allerlei liebel mit sich bringt. Andererseits wirken der öftere Wechsel der Temperatur beim Verlassen des geheizten Zimmers, die Feuchtigkeit nach den Waschungen, wenn man sich bald darauf der kalten Luft aussetzt, und allerlei andere Unvorsichtigkeiten und Mängel der Hautpflege ungünstig auf die Haut, insbesondere auf die untre- kleideten Teile der Haut, ein. Die Haut wird rot, die Lippen springen auf, man erhält an den Händen und Füßen die so lästigen Frostbeulett, die oft mehr zu schaffen machen, als es nötig wäre. Als die berühmte französische Schönheit, die Ninon de Lenclos, in welche sich ihr Enkel verliebte, im Jahre 1706 im Alter von 90 Jahren |tarb, soll sie noch immer eine Harte, schwellende, lugendliche Haut gehabt haben. Und als in ihrem hohen Alter einer ihrer Verehrer sie nach dem Geheimmittel fragte, dem sie diesen zarten, frischen Teint verdankt, zeigte sie einen Krug mit kaltem Wasser und ein Stück Flanell. Dieses Geheimmittel kann jm allgemeinen auch noch heute als bestes Mittel der Hautpflege gelten. Vyr allem merke man; Kaltes Wasser! Nichts Falscheres, als die Haut im Winter durch warmes oder laues Wasser zu verweichlichen, wie es so viele Leute in ihrer Unw.ssenheit tun. Man erschlafft dadurch nur die Haut. Aber bann ist auch der Flanellappen dor Ninon de Lenclos nicht un- wichtig. Doch man merke wohl: es braucht nicht gerade ein Flanellappen zu fein, gber ein gutes Hand- tuch Die meisten Handtücher taugen nicht viel. Alle Handtücher müssen grob und dick jein, damit sie die Feuchtigkeit, die wir mit ihnen abwischen, auch gut auffangen können, was bei den dünnen, feftgeroUten Leinentüchern nicht der Fall ist. Dann müssen sie vor allem auch trocken fein, was durch die Unvernunft der Menschen recht oft erschwert wird. Erst neuerdings haben sich bei uns in Deutschland die in England schon lange in Gebrauch g"wesenen „Towel-horse" eingeführt, die Handtuchtrockner, während man bei uns vielfach noch jetzt die Handtücher auf Handtuchhaltern unmittelbar an die Wand hängt, so daß sie oftmals nach dem Morgen- gebrauch noch stundenlang im Winter feucht sind, zumal viele Leute es ja ängst! ch vermeiden, frische Luft ins Schlafzimmer zu lassen. Wer ein Towel- hprse, ein deines Gerüst aus Stäben, über dem die »w- w nwiwnimiir — - ■ i—n ■ iini Sie hatte es auch nicht gebraucht. Sie hatte nur mit Hellen Au^en sich von einem Taz gefreut auf den andern, hatte den Tanz geliebt, di? Musik und die Morgenritte in sommerlicher Frühe. Da war das Glück da, ehe sie es dachte und faßte sie wie ein Rausch. Mit neunzehn Jahren war sie eine glückliche, kleine Frau. Was wollte sie mehr? Aufseufzend ließ sich Ursula in den weichen Sessel fallen und najte an der Spitze ihres Taschentuches. O, d.eses Warten war fürchterlich! - Wenn ihm nur nichts passiert war unterwegs. Das Handpserd war erst fe'.t kurzer Zeit im Stall und noch nicht sehr ein,.e'a)ren. Wenn es scheute! Die Sorge ließ sich nicht verscheuchen, sie wurde nur größer. Sie ging zum Fenster, öffnete es. Es war eine Helle, klare Mondnacht draußen. Cin paar Hunde heulten im Dorf. Sonst war alles still. Selbst der Brunnen vorrn Haute war bei dem starken Frost verstummt. Enttäuscht schloß sie den Fensterflügel vor der eindringenben, schreibenden Kälte Roch immer kein Rüderrollen in der Ferne. Was nun? Einen Augenblick kam ihr der Gedanke, sich zur Ruhe zu legen. 3m nächsten verwars sie ihn wieder. Ruhe? Schlafen? Er konnte, er mußte doch jede nächste Minute kommen. Wenn sie doch nur etwas zu tun hätte, um die Zeit zu kürzen! Cin kleines Erlebnis aus der Kinderzeit fiel ihr ein. Sie sah ihre gute, alte Großmutter eifrig strickend im Erter vor sich. „Großmutter, tu den dummen Strümp, weg,'.' hatte sie gebe!teil, „Stricken ist langweilig" und eine fclfamc Antwort erhalten: „Kind, das ist kein dummer Strumpf. Wir Frauen würden o t nicht fertig ohne ihn. Aber das verstehst du noch nicht." Das Wort fiel ihr wieder ein, und sie sing an, cs zu verstehen. Die Sehnsucht, etwas zu tun, wurde so stark in ihr, daß sie den Schlüsselkorb nahm und langsam hinüberging in ihr eigenes kleines Reich. Dort kramte fte heimlich und verstohlen nach einem Knäuel und ein paar Radeln. Die ließen sich so leicht nicht finden. Handtücher zunr Trocknen liegen, nicht besitzt, sollte das Handtuch stets ausgebreitet auf einer kleinen Leine hängen lassen. Dies soll auch bei ganz frisch in Gebrauch genommenen Handtüchern vor der Benutzung geschehen, da jedem Handtuch noch einige Feuchtigkeit von der Wäsche anhaftet. Aber die Waschung des Gesichts und der Hände soll auch nicht unmittelbar, bevor man die Wohnung verläßt, erfolgen, was in der Regel gewohnheitsmäßig geschieht. Denn auch die bestabgetrocknete Haut wird in den Poren leicht Feuchtigkeits- refte ansammeln, die zum Erfrieren der Haut dann in der frischen Luft beitragen. Wer durch irgendwelche Beoingungen gezwungen ist, bald nach dem Waschen in die kalte Winterlust zu gehen, kann daher nicht umhin, sich nach dem Abtröcknen die Haut zu pudern, was mit einfachem Kartoffelmehl am besten geschieht. Man tut das, indem man ein Stück Watte ins Kartoffelmehl taucht, lose damit die gewaschenen Stellen betupft und mit einem trockenen Tuch den Puder dann wieder abwifcht. Ein besonderes Augenmerk ist im Winter auf Schuhwerk und Handschuhe zu legen. Ist es an und für sich unvernünftig, zu enges Schuhwerk und zu kleine Handschuhe zu wählen, fo rächt sich diese Unvernunft im Winter ganz besonders, denn durch solche Einzwängungen der Gliedmaßen wird der notwendige Kreislauf des Blutes gehemmt, und das, was man durch die Bekleidung erzielen will, die Wärmehaltung des Körpers, gehindert. Die Glieder, in denen Das Blut stockt und nicht frei zirkulieren kann, erfrieren um so schneller, und Frostbeulen sind die Folge. Bei der Wahl her Handschuhe bedenke man überhaupt, daß der Handschuh ursprünglich nicht etwa zum Warmhalten der Hand diente, sondern lediglich Der Hautpflege. Er diente im alten Griechenland zum Schutz gegen Dornen. Jm 18. Jahrhundert trugen Frauen in Deutschland vielfach Handschuhe bei der Hausarbeit und legten sie dann ab, besonders, wenn sie sich auf der Straße zeigten Das ist doch entschieden vernünftiger als die Handlungsweise der Frauen unserer Zeit, welche zu Hause mit den Händen im Wasser hei umpantschen, die Hände dann in Glacehandschuhe stecken und in die Kälte damit gehen. Der Glacte- wie überhaupt der lederne Handschuh nutzt gegen die Kälte durchaus nichts. Jede absolute Äbschließung der Luft wirkt nicht erwärmend- Ebenso wie eine Wohnung vollkommen unheizbar wäre, wenn die Wände derselben ganz undurchlässig wären, z. B. aus Mar- mor, so ist auch ein Han schuh zur Erwärmung un- tauglich, wenn er vollständig luftdicht ist, wie also ein lederner. Ein dünner, wollener Handschuh wärmt besser wie der dickste Lederhandschuh. Auch die Pelzfütterung der Handschuhe und des Schuhwerks ist unnütz. Der bekannte Hygieniker Professor Reclam empfahl übrigens für diejenigen, die durch Beruf gezwungen find, die Hände oftmals am Tage naß zu machen, nachts wildlederne Handschuhe zu tragen. Diesen Personen wird anzuempfehlen fein, sich oftmals Lippen, Gesicht und Hände mit Fett oder Del zu tränken. Allen denen, die viel im Freien sich bewegen, ist das ebenfalls zu empfehlen. Am besten ist es, man gießt sich einen Tropfen festes Del in die Handfläche und zerreibt diesen über So vertieft war sie in die Arbeit des Suchens, dah sie das Räderrollen des herannahenden Wagens völlig überhörte und jäh emporfuhr, als er vor der F ei treppe hielt. Da lief sie. ihren Schal zusammenraftend, mit schnellen Schritten von der offenen Schublade hinweg geraden Wegs die Trep e hinab und dem Heimkehrenden in die Arme. Der fing sie glücklich auf und doch ein bißchen besorgt. „Wie, du bist noch auf? Es hat ein bißchen länger geda:e.t heute. Ich dachte, du schliefest schon recht schön. „Rein", sagte die kleine Frau Ursula tapser mit heißen, roten Wangen. „Ich habe auf dich gewartet, Lieber! Da .. Und sie zog ihn zum zierlich gedeckten Teetisch, da alles so war, wie ec es gern hatte und sah nur ein ganz klein wenig an ihm vorbei Me in weite Ferne, als sie ihm mit ihren feinen, weihen Händen den Tee in die Tasse gotz. Arbeit sparen! Don Marie Muter. Ich freue mich immer wieder, etwas zu entdecken, und wenn es auch meist nur Kleinigkeiten sind, was dazu dient, di: Arbeiten im Haushalt zu vereinfachen und aus das notwendige Muh zusammenzudrängen. Eine Reihe dieses Wenigen macht auf den ganzen Tag umgerechnet wirklich ein berechtigtes Biel. Da sitzt die beschäftigte Hausfrau beim Dohnenschneiden zum Mittagessen. 3n größter Hast, — denn es ist schon spät, — schneidet sie die langen grünen Bohnen einzeln zu ganz feinen, schrägen Streifen, „weils so hünscher aussieht". Aber wie viel bequemer und schneller, wohl in einem Zehntel der Zeit, macht man die Sache ab, wenn man jedesmal eine ganze Handvoll Bohnen aufs Brett legt und sie mit scharfem Messer in dünne Scheiben schneidet. Sehen die runden Stücke denn weniger schön aus, als die schrägen? Wie schnell geht das Auswaschen der Kartoffel- und Gemüsekochtöpfe, wenn man nicht versäumt, Gesicht und Hände. Für Lippen und Hände emp fiehlt Rcclarn für die gleichen Zwecke eine von ihm zusammengestellte Salbe nach dem folaenben Rezept: 2 Lot Schweinefett werden mit X Lot Benzoetinktur in einer Reibschale kalt zusammengerieben und allmählich ein Quentchen fettes Mandelöl und sechs Tropfen ätherisches Bittermandelöl zugemischt. — Außer dem sehr angenehmen Geruch hat diese Salbe den Vorzug großer Haltbarkeit und soll über ein Jahr unverändert bleiben. Ist die Haut bereits erfroren, haben sich schon Frostbeulen eingestellt, fo werden mannigfache Mittel empfohlen, wie z. B. Einreibungen von Petroleum, Einpinselungen mit Jodtinktur, Waschungen mit reinem Spiritus. Alle diese Mittel vermeide man, wenn bereits die Frostbeulen geplatzt sind. Dann ist schnellste ärztliche Hilfe in jedem Falle ge- boten. Man kann empfehlen, die an exponierten Stellen sprühe werdende Haut sofort nach dem Ausgang, ebenso wie vorher, mit Salbe oder Del einzureiben. Indessen soll man stets dessen eingehenk fein, daß jegliches Ginreiben mit Del, Sache und dergleichen, sowie Einpudern nur ein Notbehelf ist, denn alle diese Mittel sind einerseits schädlich, wenn sie auch für die besonderen Fälle einen Nutzen stiften. Denn man darf nicht vergessen, daß die Haut vor allem ein Atmungsorgan ist, welches Kohlensäure und Stickstoffgas unausgesetzt aushaucht, dagegen andere Gase, besonders Sauerstoff, aus der uns um« gebenden Luft einsaugt und in das Blut überführt. Daher soll man alles vermeiden, was diesem Hautatmen hinderlich fein könnte. Bei Kindern, bei denen sich das Hautatmen viel kräftiger vollzieht als bei Erwachsenen, sollte man daher jene Mittelchen oer- meiden, während sie bei Erwachsenen nicht in dem Dlaße schädlich wirken können. Das Aufspringen der Lippen ist übrigens nicht immer eine Folge der falten Witterung, wenn es auch in einem Scherzlied heißt: „Jrn wunderschönen Januar, als alle Lippen sprangen!" Es ist oft eine Folge von verdorbenem Magen, tritt oft auch bei Fiebererscheinungen auf. Die Benutzung der Lippenpomade, die für alt und jung unschädlich ist, hat zu erfolgen, bevor die Lippen gesprungen sind, um das Springen der Haut zu vermeiden. Man trage sie nur ganz leicht auf, indem man auf hie Pomade haucht, oder sie am Licht weich macht; aber lagere nicht etwa eine Schicht der Salbe in die Runzeln der Haut ab, wodurch der Zweck nicht nur verfehlt, sondern geradezu ein leichteres Springen der Haut herbeigeführt würde. Die Haut soll nur durch das Fett der Pomade geschmeidig erhalten werden. Unpünktliche Kinder. „Ich möchte nur wissen, woher daS Kind dte älnpünkt lichte it hat?'' Oft hört man aus Elternmund diese Klage. Die Eltern sind sich wirklich nicht bewußt, dah sie selbst den ersten Keim zur Unpünktlichkeit in das Kind gelegt haben. Beobachtet euch nur etwas kritischer und packt euch selbst bei der Aase! Es gehört eine Lammsgeduld daza. um solche unpünktliche Kinder zu ertragen. Sie sind eine Plage für Familie, Schule und Umwelt: sie stören immer. Oft ist diese Rachlässigkeit angeboren, und eS muh sehr streng vorgegangen werden, um diesen Mangel au zumerzen. Entspringt die Unpünkt ichteit nur dem Leichtsinn, so muh mit starken Mitteln dagegen gearbeitet werden. Entweder müssen die kleinen Sünder mal bei einem Ausflug wegbleiben, oder es wird ihnen eine Lieblingsspeiie entzogen: ist so ein kleiner Missetäter ein Freund von Süßigkeiten, so müssen diese torgfaUen. Die Strafen sollen sich natürlich nach der Art deS Kindes richten. Sind die Erwachsenen selbst ein schlechtes Vorbild, dann brauchen wir uns nicht zu wundern und können den Kleinen auch keinen Borwurf machen: denn sie sehen es ja nicht anders vor sich und wissen daher auch gar nicht, dah Unpünktlichkeit ein grohes Manko im Leben darstellt. Darum geht euren Kindern mit gutem Beispiel voran. Isabella. gleich nach dem Entleeren etwas heißes Wasser hineinzugießen und fest zuzud/rcken. Wieviel schneller geht das Schneiden von Speck, Schinken. Wurst, wenn wir scharfe Messer haben: und wie einfach können wir uns die beschaffen, wenn wir immer einen kleinen Schleifstein zur Hand haben, oder auch nur den Rand einer irdenen Schüssel oft zum Abstreichen der Messer benutzen! Wie können wir uns Arbeit ersparen, wenn wir den Speck nicht jedesmal jn kleinen Porttonen auf der Pfanne ausbraten (wobei er meist noch brennt und schrecklich raucht), sondern in größerer Menge im Schmortopf bei schwachem Feuer auslassen und in einem kleinen Steintopf immer gleich zum Gebrauch fertig haben: — wenn wir nie eine Flasche unsauber fortstellen, sondern sie ausgespült und umgekehrt in ein Flaschenbrett gesteckt, stets zu neuem Gebrauch bereit hatten: wenn wir aus Waschschüsseln sofort das gebrauchte Wasser gießen: wenn wir alles, was lange zu kochen hat, zeittg aufs Feuer bringen und nur bei kleinem Feuer kochen lassen, was ein häufiges Rühren und Rachseyen erspart. Wir werten bei einiger Aufmerksamkeit auf viel solcher Gelegenheiten kommen. Arbeit zu ersparen und werden staunen, wieviel Zeit wir durch Beachtung solcher „Kleinigkeiten" gewinnen. Das „Größere" aber ist noch etwas anderes, — das alte Sprichwort sagt's:' Arbeit spart, wer Ordnung wahrt. Wieviel Zeit bringen wir oft hin mit dem Suchen allerlei verlegter Dinge! Darum: „Alles, am rechten Platze!" Äedes Dm« muß seinen bestimmten Ort haben: jeder Schlüssel, die Dürste. Streichholzschachtel, Pfropfenzieher muh von jedem Hausgenossen stets nach dem Gebrauch auf seinen festen Platz gebracht werden, da muß die Hausfrau strengstes Regiment üben und selbst natürlich mit bestem Beispiel ooran- gefjeu. Wie geräuschlos und sicher geht in solch einem „Haushalt der Ordnung" alles zu und — wie gewinnt da auch die beschäftigste Hausfrau Zeit zu einem 'Freistündchen an jedem Tag — Ruhe und Erquickung für Körper und Geist. Wirtschaft. Steuern und Wirtschaftslage. 3n dem soeben erschienenen Bericht der Divrk- uon der Disconto-Gesellschaft wird zur „Wirtschaftslage" u. a. ausgeführt: Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Aufbringung des gesamten öffentlichen Finanz- bedarfs in Deutschland zu einer Schwere des Steuerdrucks geführt hat, die sich immer lähmender auf das gesamte Wirtschaftsleben legt, neben den materiellen auch die psychologischen Voraussetzungen der Kapitalneubildung untergräbt und schließlich auch die wirtschaftliche Initiative des deutschen Volkes schädigen muh. Will man die Höhe dieses Steuerdrucks mit derjenigen des Auslandes vergleichen, so bildet hierfür die Umlegung der Gesamtsteuersumme auf den Kopf der Bevölkerung nicht den richtigen Maßstab. Wenn in anderen Andern der absolute Betrag dieser auf den Kopf der Bevölkerung entfallenden Steuerleistung größer ist als in Deutschland, so hängt das einfach mit dem höheren Volkseinkommen dieser Länder, die nicht die Folgen eines verlorenen Krieges zu tragen haben, zusammen. Erst das Verhältnis von Steuerzahlung zu dem verbleibenden Einkommensteil gibt, wie der Jahresbericht der Berliner Handelskammer für 1928 zutreffend hervorhebt, ein richtiges Bild von der Höhe des Steuerdruckes. Es ergibt sich dann, dah der dem deutschen Steuerzahler verbleib.mde Teil des Einkommens erheblich geringer ist als z. D. in Frankreich oder England, und dah infolgedessen der deutsche Steuerzahler den Steuerdruck stärker empfindet. Berechnungen haben ergeben, dah in Deutschland der gesamte öffentliche Finanzbedars (einschl. Sozialversicherung) auf den Kopf der Bevölkerung von 146.25 Mk. im Jahre 1913 auf 367,31 Mk. im Jahre 1927 gestiegen ist. Selbst wenn man die sehr optimistische Schätzung zugrunde legt, dah gleichzeitig das Vollseinkommen auf den Kopf der Bevölkerung von 865 Mk. auf 961 Mk. gestiegen ist, also das heutige deutsche Volkseinkommen bei 60 Milliarden Mark liegt, so bedeutet dies, dah der öffentliche Bedarf im Jahre 19 27 volle 3 8,2 Prozent des Volkseinkommens in Anspruch nahm gegenüber nur 1 6,9 Prozent im Jahre 1913. Wir haben also den Zustand erreicht, dah erheblich mehr als ein Drittel des gesamten Volkseinkommens in die öffentlichen Kassen flieht. Unter dem Gesichtspunkt des die deutsche Wirtschafts- wie Finanzpolitik beherrschenden R e - paration s Problems muß immer wieder hervorgehoben werden, dah die Steigerung derSteuererträgnisfe, wie sie in Deutschland für die letzten Jahre zu verzeichnen ist, auf keinen Fall ohne weiteres als gleichbedeubmd mit einer entsprechenden Steigerung der wirtschaftlichen Kraft und Leistungsfähigkeit Deutschlands angesehen werden kann. Dies wäre nur dann berechtigt, wenn die wirtschaftliche Erholung aus eigener Kraft, d. h. ohne eine Auslandverschuldung von 12 Milliarden Mk. erfolgt wäre, und wenn auherdem die Belastung, auf Grund deren diese steigenden Steuererträgnisse aus der Wirtschaft herausgeholt wurden, nicht eine äleberlastung und nachhaltige Schädigung zukünftiger Leistungsfähigkeit bedeuten würde. Deutsche Golddiskontbank. Aach dem Geschäftsbericht der Deutschen Golddiskontbank für das Jahr 1928 hat der bereits im Vorjahre festgestellte Rückgang in der Inanspruchnahme des der Unterstützung des Exports dienenden Diskontkredits auch im Laufe des Berichtsjahres angehalten. Der Gesamtbestand der Exportkredite in Höhe von 3 070 000 Pfund Sterling am Anfang des Berichtsjahres ist bis Iahresschluh auf 2 378 000 Pfund Sterling zurückgegangen. Es wurden angekauft: 1481 Stück Wechsel über 2 717 383 Pfund Sterling, 98 Stück Wechsel über 1 000 054 Dollar, 3204 Stück Wechsel über 125 439 512 Mk. Der Diskontsatz der Dank war das ganze Jahr hindurch 6 Prozent. Im Laufe des Jahres konnten weitere 7 Prozent Hypothekarschuldscheinr der Rentenbank-Kreditanstalt an dritte Stellen verkauft werden: am 31. Dezember 1928 befanden sich im eigenen Besitz der Dank 232 957 000 M^. die'er Schuldscheine. Aach der Dilanz per 31. Dezember 1928 betrugen: der Gewinn aus Wechseln, Schecks. Wertpapieren und sonstigen Forderungen 3 605 829 Pfund Sterling (2 267 623 Pfund Sterling im Vorjahre), die Einnahmen an Gebühren 4516 (12 431) Pfund Sterling. Demgegenüber wurden an Zinsen ge ahbt 2 881 469 (1 492865) Pfund Sterling, an Provisionen 171017 (45 500) Pfund Sterling, an Derwaltungs- k ost en 18 298 (22 950) Pfund Sterling, so dah einschließlich 9666 Pfund Sterling Gewinnvortrag aus 1927 ein Reingewinn von 549 227 (720 701) Pfund Sterling verbleibt. Hiervon kommen zum gesetzlichen Reservefonds 5 Prozent von 549 227 Pfund Sterling = 27 451 Pfund Sterling, zum Sonderreservefonds 520 000 Pfund Sterling, 1766 Pfund Sterling werden auf neue Rechnung vorgetragen. Günstiges Mnanzergebms der Reichspost. In der gestrigen Sitzung des Der Wal- tungsrates der Reichspost teilte Reichspostminister Dr. Schähl mit, dah trotz der allgemein schlechten Konjunktur das verflossene Jahr für die Reichspost sehr befriedigend verlaufen fei. Es sei eine Mehreinnahme von 20 Mill. M k. erzielt worden, die z. T. dazu verwendet werden könne, weiter für Beschaffung von Ferirsprechapparaten, für weitere Automatisierung des Fernsprechwesens, für die Beschaffung von Bahnpostwagen und für andere Verkehrs- veroesferungen zu sorgen. An das Reich könnten 10 Mill. Mü mehr abgeliefert werden. In der lebhaften Aussprache wurde die Frage erörtert, ob nicht eine Gebührenermäßigung vorgenommen werden könnte. Von der Reichspostverwaltung wurde dazu erklärt, dieser Gedanke könne erst ins Auge, gefaßt werden, wenn sich die Finanzlage der Post weiter so günstig entwickle, wie im letzten Jahre. Es werde auch geprüft, ob die Löhne der Arbeiter nicht verbessert werden könnten. Der Postminister erklärte Weiler, daß Erhebungen darüber im Gange seien, ob eine Ermäßigung der Rund- funkgebühren eintreten könne. Die gesamte Wirtschaftslage des Rundfunks werde geprüft. ♦ • Frankfurter Dank. Wie WTD.-Han- delsdienst hört, findet die Bilanzsitzung der Frankfurter Bank am 15. Februar statt, ließet die voraussichtliche Höhe der Dividende könne jedoch, wie die Verwaltung auf Anfrage erklärt. Bestimmtes noch nicht gesagt werden, und Versionen, wonach mit einiger Bestimmtheit mit der Beibehaltung der Vorjahr Zdividende von 7 Proz. zu rechnen sei, eilten den Tatsachen voraus. • Die Rhein.-Westfäl. Stahl- und Walzwerke -A. -G. in Gelsenkirchen, die für das am 31. Juli abgelaufene Geschäftsjahr 1927/28 wieder eine Dividende von 8 Prozent aus- schütten, teilen in ihrem Geschäftsbericht mit, daß der gesamte Umsatz ihrer Werke einschließlich der Tochterfirmen sich im Jahre 1927/28 im Vergleich zu 1926/27 um etwa 10 Prozent gehoben hat. Wenn trotz der Ilmsatzsteigerung und trotz der kräftigen Rationalisierung die geldlichen Ergebnisse nicht besser sind als im Vorjahr, so ist das in erster Linie zurückzuführen auf die eingetretenen neuen Gehalts- und Lohnerhöhungen, sowie auf die erhöhten Steuern und sozialen Lasten: das Durchschnittseinkommen des Arbeiters erhöhte sich im Berichtsjahr um 20 Prozent, die Steuern und Abgaben erforderten etwa 35 Prozent mehr als im Vorjahr, die mithin etwa 15 Prozent des Aktienkapitals ausmachen, also fast doppell soviel, wie die mit 8 Prozent vorgeschlagene Dividende. Der Druttoüberschuh zuzüglich 87 860 Mk. Vortrag aus 1926/27 beläuft sich auf 3 608 666 Mk. (i. D. 3 056 976 Mk.), wobei 108 203 Mk. auf Einnahmen aus Beteiligungen entfallen. Dem stehen gegenüber die Generalunkosten mit 1 392 416 Mk. (i. D. 1 246 422 Mark), die Steuern und Abgaben mit 973 337 Mk. (L V. 725 468 Wk.), und die Abschreibungen mit 643 878 Mk. (L D. 393 025 Mk.), deren Höhe in eine angemessene Relation zu den Investitionen zu bringen war. Mithin stellt sich der Reingewinn auf 636 894 Mk. (L D. 637 060 Mk.). Von diesem Aeberschuh beanspruchen 8 Prozent Dividende auf 6,5 Mill. Mk. Aktienkapital 520 000 Mark und die statutarischen Aufsichtsratstantiemen 21 081 Mk.: die restlichen 145 813 Mk. werden auf neue Rechnung vorgetragen. • Reue Anleihe der Stadt Bonn. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst erfährt, nimmt die Stadt Bonn eine mit 8 Prozent verzinsliche Anleihe im Gesamtbeträge von 7 Mill. Mark auf. Die Anleihe wird von einem unter Führung der Preußischen Staatsbank ^Seehand- lung) stehenden Konsortium in der Zeit vom 7. bis 16. Februar zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Die Tilgung erfolgt vom Jahre 1930 ab mit 2 Prozent vom Nennbetrag zu'üglich der ersparten Zinsen durch freihändigen Ankauf oder durch Auslosung zum Aennwert bis spätestens 1950. Die Stadt Bonn ist berechtigt, vom 1. Oktober 1934 ab eine Verstärkung der Tilgung oder Gesamtkündigung der Anleihe vorzunehmen. Der Zeichnungskurs beträgt 93,25 Prozent. Der Erlös der Anleihe ist u. a. für die Erweiterung der Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke, für Reu- und Erweiterungsbauten der Straßenbahn bestimmt. ' Vorläufig keine Einschränkung der A. S. 11. - Automobilproduktion. Wie der Autopressebienst nach 3nlormationen von der deutschen Fiat-Verlauf s-A.-G. mitteilt, wird die Beteiligung der Fiat-Turin an der RSH.-Motvrwagen G.-G., Heilbronn, zunächst keine Einschränkung der A. S. 11.-Automobilfabrikation zur Folge haben. In diesen Tagen sind zwei neue Serien von je 1000 Wagen des bekannten 7/34-Modells in Heilbronn aufgelegt worden. Vorläufig werden die Aggregate und das Chassis der ASU.-Wagen von Reckar- sulm geliefert und in Heilbronn montiert und karossiert. Heber die Möglichkeit, das jetzige Modell später abzuändern, und zwar unter Benutzung der in den Fialwcrlen gewonnenen technischen Erfahrungen und Fabrikationsmethoden, oder über eine spätere selbständige von 91611.- Aeckarsulm unabhängige Produktion in Heilbronn wurden noch keine Entschlüsse gefaßt. Reben der deutschen Produktion soll jedenfalls — wie die Deutsche Fiat-Automobil-Derkau^gesellschaft A.-G., Berlin, mitteill — für später die Montage oder Ausrüstung und Karossierung von Fiatwogen in Heilbronn geplant fein. Wann und in welchem Umfange diese Montage ausgenommen wird, steht noch nicht fest. Die Ersatzteilbeschaffung für NSU.-Wagen ist auch für die Zukunft sichergestellt. Das Stammwerk in Neckarsulm beschäftigt gegenwärtig 3800 Arbeiter; zur Vorbereitung für das kommende Frühjahrs- qeschäft ist die Einstellung von mehreren hundert Arbeitern in Aussicht genommen. Zran.,urter Börse Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". F r a n k f u r t a. M., 6. Febr. Tendenz: unsicher. — Die Schwierigkeiten bei den Koalitionsverhandlungen hatten zu Beginn der heutigen Börse eine allgemeine Unsicherheit zur Folge. Die Spekulation war daher sehr zurückhaltend, zumal auch Orders kaum ein- trafen. Die gestrige Neuyorker Börse und der hiesige leichte Geldmarkt konnten feine Anregungen bieten, so daß die Tendenz zur Schwäche neigte. Das Angebot war jedoch nicht dringend, die Kursveränderungen gegen die gestrige Abendbörse gering und gingen nur selten über 1,5 v. H. hinaus. Das G e - schäft bewegte sich in allerengften Grenzen und tarn zeitweise fa st vollständig z u m S t i l l st a n d. Etwas stärker angeboten waren am Elektramarkt Bergmann mit minus 2,5 v. H., Siemens mit minus 2,75 v. H., AEG. knapp gehallen. I.-G.-Farben und Scheideanstalt lagen am (E*emiemarft bis 1,5 v. H. niedriger. Kaliwerte waren auf den Rückgang des Kaliabsatzes im Januar an- geboten und bis 2,5 v. H. schwächer. Autowerte gut behauptet. Einiges Interesse bestand weiter für die Kupferwerte. Mansfelder plus 1 v. H., Otaviminen plus 0,25 Mark. Harpener minus 1,5 v. H, Am Rentenmarkt konnte sich heute das Geschäft etwas lebhafter geftalten. Deutsche Anleihen und von Ausländern Anatolier bis etwa 0,5 v.H. höher. Nach den ersten Kursen wurde es allgemein etwas freundlicher. Obwohl die Zahlungseinstellung der Berliner Bank- firma Philipp Reichenbach & Eo. bekannt wurde, konnte diese Tatsache nicht den geringsten nachteiligen Einfluß ausüben. Das Geschäft blieb jedoch nach wie vor sehr klein. Schon geringe Deckungen hatten Besserungen bis zu 1,5 v. H. im (Befolge. Die anfangs stärker gedrückten Elektrowerte konnten im Verlaufe ihre Verluste fast wieder ausgleichen. Für Reichsbankanteile mit plus 3 v. H. machte sich etwas lebhaftere Nachfrage geltend. Am Geldmarkt blieb jedoch Tagesgeld mit 5 v. H. unverändert. Am Di- oifenmarft machte sich für die Mark und für Sva- nien eine leichte Erholung bemerkbar. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2120, gegen Pfund 20,425, London gegen Kabel 4,8488, gegen Paris 124,10, gegen Madrid 30,75, gegen Mailand 92,63, gegen Holland 12,1025. Frankfurter GetreiDebürsc. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Frankfurt a. M., 6. Febr. Der Produktenmarkt verkehrte heute auf die wieder ungünstiger und schwächer lautenden Auslandmeldungen in sehr ruhiger und fast völlig geschäftsloser Haltung. Die Händler üben nach wie vor größte Vorsicht und zeigen sich sonst abwartend und zurückhaltend. Die Preisgestaltung erfuhr auch heute für Weizen eine Abschwächung um 0,25 Mark. Die übrigen Getreidesorten hatten so gut wie gar fein Geschäft aufzuweisen, so daß die Preise unverändert blieben. Es wurden notiert: Weizen 23,50 bis 25 Mark: Roggen 23,50; Sommergerste für Brauzwecke 24,50 bis 24,75; Hafer, inlän- bischer 24 bis 24.75; Mais, gelb, für Futterzwecke 23.50 bis 23,75; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 33,25 bis 34,25; Roggenmcbl 31 bis 31,50, Wnzen- kleie 14,25, Roggenkleie 15 Mark. Tendenz: ruhig. Gießener Jugendgericht. In der letzten Sitzung des Jugendgerichts wirkten als Jugendschöffen mit Frau Sophie Maier geb. Vogt von Gießen und Friedrich Karl Rinn von He chelheim. Eine jugendliche Angeklagte hat in Gießen hausiert, und bei dieser Gelegenheit gebettelt. Rach den Feststellungen in der Hauptverhandlung muß jedoch angenommen werden, daß sie infolge ihrer geistigen Zurückgebliebenheit nicht fähig war, das Strafbare ihres Tuns einzu- sehen. Sie wurde deshalb von Strafe und Kosten freigesprochen. Ein Jugendlicher, der einer sehr kinderreichen Familie angehört, hat angeblich aus Rot in einem Rachbardorfe Kartoffeln gebettell. Da er nur eine mangelhafte Erziehung genossen hat und er zur Zeit anscheinend fest beschäftigt ist. erscheinen Erziehungsmaßregeln als ausreichend, wegen deren Anwendung das Vormundschasts- gericht das weitere verfügen wird. Ein auswärts wohnender Friseur, zu dem ein Mündel in die Lehre gegeben worden war, hat seine Aufgabe wohl nicht so erfüllt, wie es ihm Pflicht und Einsicht gebieten mußten. Er beauftragte z. B. das jugendliche Bürschchen, für ihn Geschäftsreisen in die Umgegend zu übernehmen und Gegenstände, die in das Friseur- geschäft einschlagen, zu verkaufen. So war einerseits der gewandte Junge tagelang feiner Berufsausbildung entzogen, anderseits wurde von ihm auch, angeblich infolge unzureichender Reisespesen, die Versuchung nicht ferngehalten, sich an Inkassogeldern zu vergreifen. Der Junge, der offenbar seine Tat bereut und jetzt in einer seiner Ausbildung förderlicheren Stelle untergebracht ist, wurde mit einer längeren Gefängnisstrafe bestraft, deren Verbüßung jedoch nach Lage der Derhältnifse mit fünfjähriger Bewährungsfrist ausgesetzt werden konnte. Gleichzeitig wurden besondere Erziehungsmaßregeln für zulässig erklärt. Ein jugendlicher, ordnungsgemäß gelaßener Angeklagter, der früher schon einmal einer gerichtlichen Ladung keine Folge geleistet hatte, wurde M. H. mit besonderer Hilfe borge- führt, wie das in einem solchen Falle immer xu geschehen pflegt. Er ist beschuldigt und geständig, einen Zehnmarkschein sich angeeignet zu haben, den eine Radfahrerin gelegentlich eines Zusammenstoßes mit einem Radfahrer verloren hatte, und ferner, in Gießen einem früheren Mitarbeiter ein Fahrrad, sowie auf einer auswärtigen Dienststelle einem Mitarbeiter ein Paar§ Schuhe und einen kleinen Geldbetrag entwendet und einem andern einen Geldbetrag unterschlagen zu haben. Mit Rücksicht darauf, daß er das Rad dazu gebrauchte, um an eine andere Dienststelle zu gelangen, wurde der Angeklagte nur zu einer Gefängnisstrafe von drei Wochen verurteill, und da er auch zur Zeit in fester Arbeit steht, bei einer Bewährungsfrist von fünf Jahren des bedingten Strafaufschubs teilhaftig. Als Erziehungsmahregel kommt die Fürsorgeerziehung in Frage, die zur Durchführung kommen wird, wenn der Angeklagte die Bewährungsfrist nicht einhält. Letzte Nachrichten. Siegfried Ochs f. Berlin, 6. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der Direktor des philharmonischen Chors, Professor Siegfried Ochs, ist im Aller von 71 Jahren gestorben. Siegfried Ochs wurde am 19. April 1858 tn Frankfurt a. M. als Sohn eines Kaufmanns geboren. Er studierte in Darmstadt und Heidelberg Chemie, ging dann aber zur Musik über und wurde Schüler der Berliner Hochschule für Musik, die damals unter der Leitung Joachims stand und ausgesprochen wa'nerseindlich eingestellt war. Ochs nahm dann Privatunterricht bei Kiel und Bruch und schlug sich dann als Repetitor, Chorsänger, Oeicer und Paukenschläger durch, bis ihn Hans von D ü l o w 1886 zum Leiter des später durch ihn so berühmt gewordenen philharmonischen Chores machte. Dieser entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem musikalischen Ensemble allerersten Ranges und Mittelpunkt des Berliner Musiklebens. Ochs war der geborene Chv.bi lzenk. Seine Disziplin, Initiative und Suggestionskrast brachten den Philharmonischen Chor in kurzer Zeit zu außerordentlichem Ansehen, so dah schon 1889 Bülow mit ihm Deel Hovens „Rennte" aufführen tonnte. Den Höhepunkt seiner Leistungen bildeten später die Motetten und die ti-Moll- Messe von Dach, das Brucknersche Tedeurn, Hugo Wolfs „SeuerreLer". Die neuere und neueste Musik wurde darüber nicht vernachlässigt. Auch als Komponist ist Ochs hrrvvrgetreten; er war Mitglied des Direktoriums der Dachgesellschaft. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeiübtten Zistern geben die Höhe der zulevl beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6.5 Prozent, Lombardzinsfuß 7,5 Prozent. _ Jraitklurf a. M Berlin Frmidsuri a. M Berlin Jianklurt a. M Berlin Berlin. 5. .^?b-itnr <4elt> wer ftranjöittaje Jioi.'.i ßollänbtfdje Noten .... rtt. Itenifcbe Noten ..... Norwegische Noten • . Demkch-Lefterr. i 100 Ärmte» Rumänische Noten .... Schwedische Noten ...... Schweiler Noten ...... Svanische Noten....... Tschechoilowniiicht Noten . Ungarische Not« Devifenmarkl Berlin Telegra i hijcht 16,46 168,16 22.03 IH.81 >9.07 4.51 U2.10 80.865 >4.92 12.415 73.15 —Frankfurt Ausza l 16,54 168.81 22.11 112.29 59.31 2,53 *12.54 81.185 65.20 12,495 '7.3.45 a. rir. u ng. Sd)luß-; l-Utjr- ftnrs flurs Sch uß i Wmang Äurs , Kur» Schlutz-, 1-Ubr- fi tr» , Äur» Sd) ub-l V-n,ang ftur» , flur* Sajlub-; I-Uht- K rs fl"r» Sd) uu vtn.ang Nur» flut* Datum 5 2. | 6. 2. 5. 2. 1 Datum: | 5. 2 | 6. i. 5. 2. | 6.2. Datum: 5/2 6 2. 5.2 | 6.2 6% Dl RrtdieonleiHx' i IW t)t anl. Vlblöf -SdiuJe mit iäu»- l4>L-tHfdMrn De»g! ahne SueloL «echte T% itranfl Hnp. BI «oldvt un- kündbar bis 1932 iHbetnticbe Hov -Bant Stau tLö.® abg 8 ortnegfl. Obligation rfldicblbaT 1939 4% »djroet» lÖunBMb.-iam. 4% Celienetdiltoe (Solörte. 4,20% Cetien Silberne 4% Geifertet* einbeiU Rte 4% Ungartjdje (Äulbtte 4% Ungarii*e staatet e. 1910 oeegl von 1913 4% Ungari|*e flronenne. 4% lud Zollanleibe v 1911 4% Iurhi*r Bagvabbabn-ütnI.. Senr l 4% oeegl Serie II 4% Rumänen concen Äte. Rumänen (Mnlbani nee 1913 OUg ®eun*< iStienxiDn 4tz Hamburg Amerila falet V Hamb -SuDam Damoiiti» 8 franfa €ami>fl*tff K) ■NorObeutidiei SJlotjt 8 euig 3)etiri*e (Srebitanft IO Barmer Banlverem IO tierhner t>anbelegclell|* 12 iommerz- und Pnoai-Banl 11 Jamil u tRarinnalbanf 12 Deutsch« Bant 1° £t«!onn-28,5 125.25 138.0 238 20Ü 277.i. 17o.ii . 166 170,Lu 129,5 315 I ce*O । | | i 1 | | | 1 i | 1 | | | | r • 1 ® 1 । * S? eo 2 2 — " oc r\ C- IxD J ■ 8ac- V 1 entc iS । 1 1 < ' 1 1 ' 1 > äoöo " 53,8 13,7 2,2 11 11.5 >28.23 173.. 125.1 138,7 III. 2.^,7.. 19. 276.. 1.0.o 165... i70.„ 129 ■04,2o ä.li.W 8 Bergmann 9 (Sieht SMeleningee . . . 10 und Straft . • • . W .reiten 6 Guilleaume. • • • . 6 Sei. f (Sielte Untern.. ... 10 £>amb. Elektt. Wert» .... W Rhein (Sicht 0 Schief. Elektt. .....W Siemen« 4 HalSk» ..... 12 Vabmeoer <($•.. . . . . . 10 Buderu, ...... 6 Deutiche Erdil ....... 6 Eilenet Steinlah»..... 8 Gellenllrchene: . . ( ft 3 4 Vatvener ...... 6 Hoeich Eilen ....... 8 gift Bergbau ...... S ffldttnerwcrfe ...... 7 Kvln-Reuefjen » ilianneetnann 8 iManffelbet 1 Lberichlef Eilend Sedat, . S Cbericblcf ftoteroerte 6 ■Bböntr Bergbau Rbeinifche Braunkohlen 10 flbetnftahl L % 3<* U J » .(ütDt-n.JnDutmi 12 Donamii dlobel .... 6 Avldichmldi ...... 6 flütgereroede ..... 8 MetaUgefellfchE. ..... U 175.5 211,5 211 141 237 - 168 7 .26.75 132 206 106,5 125 114 'v,25 273 31 .8 .71 438 52.5 182.5 88,5 97,5 17. 210 210,5 .76 127 126 130,; 115 70,13 170 275.1 4J5.it >1.13 181 176,4 212,75 168 210.5 141.25 236.25 165 212 226 .78,75 156 1.8,25 84,75 128 126,5 132,5 1 0.25 206.75 106.75 119.7a 125,25 114.25 94.25 10 ,9 U6,o 275 i31,2o 97.9 6o.75 <7u.5 -77,75 49u .'53 118.75 89 97,13 I7o 210,6 165,5 2i0,5 23.» 147.5 IC4 210.7o 224.75 375,75 157 127.75 125,75 130,2o 206 106 124.5 115 105,6 129.5 1)7.2o <0.5 26J.2o 193*75 251.1a 117,75 89.25 96.5 libüiPü 4,'ULjinann .... 7 Heidelberger EemeM .... 10 Sement Äatlitaht . • • . 9 Liavtz ck Freitag .... 10 Schultdei« Pavenbota . . 15 Cftroerle 12 Ser. Qlaniftofl .....18 Bemberg ..... 14 ßellftofl Salbbol .... 12 Sellftoff fliebdfcnbtitg ... 12 iSbarlottenburget Watze» ... 7 Tellauet Gas 8 Daimler Motoren......O Demag ..»<>.. 0 SIdlerwerke ttlnxs ...... S UubtD. Loewe .....10 •Hat. Automobil ...... 0 Crenftein & ftoopd . .... 6 Leonbard Dies ...... 6 Bamag-Megum ......0 Atanlf. Slddnnee......6 Griynet 11 OeDligtnftiKbt ....... 0 .lungbana ....... 4 Lechwerle ....... 8 •IRmnhafteerte ....... 8 «lag ........ Nekatiulmet ....... 8 Peters Union ....... 8 Gebt Roeder ...... 10 Sotgi & Haelln«....... 6üob Bude: ..... 8 Ban 128 1 i4 80 130,5 191 0.5 61 105 142 :4.o 101 1.5.5 213 146 noien. 1 | 1 - 1 1 1 | 1 1 -» 1 1 t • 1 । | । | | f । > l I 1 SS 5 123 131 285.5 244.23 435 400 258 191..> 127 214 60-7. 55.5 58,25 82ö 41,5 255,5 62 107 143 24.5 101 211 146 . O K & £ w 0 0- O> O> 4» 1 I • 1 ß • 1 1 i 1 ' w T- ' Cn”| 1 1 1 1 5. F braar 6. Scbtuar Amtliche «Selb Non runj Bne Ämtliche Notierung Held 1 Briet Smit.. Rott Bun-AireS iBrfi. 'lntw dbriftianto Kovrnbagen etodbolm feelnngrort. atalten • . London. - - Neuvort . - PoriS. . . . Schwei, . . Sva ica - Aavon . . . Rio de Aan Gien in Ceft abgeft Prag Bel irab Vudav.'ki ■ Bul arten i'iflgbon Tanitfl rtnnft .Btte Stl«u Sanaba U« MD . Un • - 168,56 1.775 58.50 112.15 112,20 112.48 10,585 ■2.01 :d.4O3 1,2095 16,44 SO, U5 4,98 .,914 -502 JJ,io <,385 <3,<>3 3,0.7 18,53 81,56 2,ü7o o.4d 1,196 4,311 i0.923 168,Ä) 1,779 58,62 112.37 112.42 112.70 lü,60o 22.05 20,443 «.2175 13,48 81,11 65.U 1.918 1.504 39.25 12,474 7,^99 73,47 ,043 18.57 11,74 2,082 5.44 4,204 4,319 20.963 168,53 1.774 58.47 112.16 112.20 •12.47 13,586 42,015 40.4 05 4.208o 16.44 80,925 66,5b 1.919 0,2125 59,115 «2,45t •7,368 73,33 ,037 18,5 81.54 4.080 >.435 i,191 1.316 20.927 169.87 1.778 □9.59 •12.38 112.43 112.69 10.606 42.155 40.445 4,2160 16.48 81.085 66.70 1.92. 0,5045 59.235 12.471 7.402 «0.47 '.043 •8.57 81.70 2,084 o,445 1.206 1.324 20,967 löcrltn, 5. Februar | '21 ne Äutenfantltbr ’Jlotc» .... Selgdtbe Noten ...... Dantiche 92oten ....... SneütdX Sotts ....... i,1j J8.33 tll.90 20.3b 4,21 58,57 U2,34 ;O,46