! Anlagen Kaianlagen Heizungen eins führen aus Helten i Lang-Göns Hundstadenstr, 75 ■Anlagen S.,WM.L. öüljuuyiU, OmuT W.WSI ilen und Schleien ito., sriich. Fleiirbmlat \ '/< Pfund 40 Pi, leinhenn ofitrahe 59. MM ldteNuaS i. Schule del rn: ■;w- *7^ 'n SE- bäum & rl*",« bei i«( K. 81,6 ..... »en Sie \ .hall, bei der \ iei der Küchen- eit eine Mine jnd Sie hr befriedigt sein e und größte j iswahl / WS, । gießt1“ Nr. 285 Erstes Blast 179. Jahrgang Donnerstag, 5. Dezember 4929 Erschein» röglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugspretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe unterSammelnummer225l. Anschrift für Drahtnach» richten: Zlnzelaer Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesten vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr Vuch- nnö 5teindruckerek K Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/., mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen. Oie Austrittsbewegung bei den Deutschnationalen. Weitere Austritte. Berlin, 4. Dez. (TU.) Wie schon in einem Teil der gestrigen Auslage gemeldet, haben außer den Abgeordneten Hartwig, hülser, Lambach Dr. klönne, £ejeune-3ung und Trevira n u s auch die Reichstagsabgeordneten o o n £ i n- dein e r-W ildau (Wahlkreis Hefsen-Raffau), von kcudell, der ehemalige Reichsinnenminister, und S d) l a n g e - S dj ö n i n g e n (Wahlkreis Pommern) ihren Austritt aus der deutschnationalen Reichstags- fraktion erklärt. Dem haben sich ferner angeschlossen Reichslagsabg. Prof. Dr. h ö h s ch (Wahlkreis £eip- zig), Dr. Mumm (Westfalen) und Behrens (Ostpreußen). Auch die preußischen £andtagsabgeord- nefen K 1 iesch und 2Neye>.Hermsdorff haben den Austritt aus der deutschnationalen £cmd- togssratiion erklärt, letzterer ist gleichzeitig aus der Partei ausgetreten. Graf Westarp legt den Fraktionsvorsitz nieder. Mißbilligung der Auofchlußverfahren. Berlin, 4. Dez. (WB.) Die Sitzung der bcuffdjnaHonalen Reichstagsfraktion, die um 14 Uhr begann, war nur von kurzer Dauer. An ihr nahmen a u d) Abgeordnete der preußischen £andtagsfraktion teil, u. a. die Abgeordneten Steuer und Dr. Kaufhold. Zu Beginn der Sitzung gab der Vorsitzende, Gras W e ft a r p , die Erklärung ab, daß er den Fraktiv n s v o r s i h niederlege, daß er aber selbstverständlich in Partei und Fraktion bleibe. Dr. Oberfohren dankte dem Grafen Westarp für feine treue Arbeit als Fraktionsvorsihender. Die Sitzung wurde darauf vertagt. Der Termin der neuen Fraktionssihung hängt noch von vertraulichen Besprechungen ab. Bis dahin erwartet man keine weiteren Austrittserklärungen mehr. Insbesondere der frühere deutschnalionalc Verkehrsminister Koch betont, daß er nichts unternehmen werde, ehe c r mit feinem Wahlkreis Fühlung genommen habe. Die die „DAZ." meldet, begründete Gras Westarp in der Fraktionsfihung feinen Entschluß in einer Rede, die den Gesichtspunkt herausstellte, daß er d i e Ausschluhversahren gegen namhaste Frak- lionsinitgtieder mißbilligt habe. Der langjährige Partei- und Fraktionssührer sagte, daß er nach dem Austritt von zwölf Fraktionsmitgliedern nicht mehr in der £age fei, an der Spitze der Fraktion zu bleiben. Lr wies damit auf eine so enge Gesinnungsgemeinschaft zwischen s i ch und denausgetretenenFraktionsniitglie- d e r n hin, daß dies in parlamentarischen Kreisen vielfach als eine Art Solidaritätserklärung bezeichnet wurde. Graf Westarp fügte aber hinzu, daß er in Partei und Fraktion bleiben werde. Oie Abschiedsbriefe. Oer Abg. Treviranus begründet feinen Austritt aus der Deutschnationalen Lolkspartei in einem Brief an den Frakticmsvor- sitzenden Grafen Westarp, in welchem er dankbar anerkennt, daß die Rc i ch s t a g s s r a k t i o n unter erschwerenden Umständen versucht habe, ihm ein verbleiben in Partei und Fraktion zu ermög- lid)en. Der Parteivorsitzende habe jedoch den Entschluß zu einer Klärung' nicht gefunden, damit leien für ihn, Treoiranns, die sachlichen und meiifdp liehen Voraussetzungen für seine weitere Mitarbeit unter der heutigen Leitung der Partei f o r t gefall e n. Oer Reichstagsabg. Hürser bat an den Vorsitzenden der Reichstagsfrattion, Gras Westarp, folgenden Vries gerichtete „Sehr verehrter Herr Graf! Der Verlauf und die Vegleiterscheinungen der letzten Fraktionsfitzungen und der heutigen Parteivorstands- fihung haben mir den letzten Glauben an die Möglichkeit fruchtbarer Mitarbeit in der deutsch- nationalen Reichstagsfraktion genommen. Der unwürdige Druck auf die Meinungs° und Entschlußfreiheit der Parteimitglieder und Abgeordneten, wie er unter dem derzeitigen Herrn Parteivorsihen- d e n durch die Handhabung der Parteidisziplin eingeführt worden ist, verstößt gegen den Geist der Kameradschaft und des guten Willens, ohne den positive politische Arbeit in einer christlichen und nationalen Partei nicht geleistet werden kann. Die Ankündigung des Ausschlußantragcs gegen unseren Kollegen Treviranus durch den Herrn Parteivorsihenden in offener Fraktions- sihung vor schwierigen Entscheidungen der Fraktion, sowie die Androhung des Fraktions- zioanges in der letzten Rachtsitzung bilden den unerträglichenHöhepunktdieserMe- t h o d e. Die ablehnende, ja f e i n d s e l i g e H a l- tung des Herrn Parteioorsihenden, seiner Umgebung und seiner Presse gegenüber unseren christlich-sozialen Bestrebungen läßt mich auch sachlich keine Möglichkeit mehr erkennen, in der Fraktion mit Erfolg an der Verwirklichung des in den Parteigrundsähen verankerten christlich-sozialen Gedankengutes arbeiten zu können. Ich sehe mich daher gezwungen, meinen Austritt aus der Fraktion und Partei zu erklären, um dadurch die Freiheit wieder zu gewinnen, im Zusammenwirken mit den christlich-sozialen Gesinnungsfreunden im Lande an der sittlichen Erneuerung und nationalen Befreiung unseres geliebten deutschen Vaterlandes weiter wirken zu können, wie es mir vor der Wahl des jetzigen Herrn Parteivorsitzenden auch in der Fraktion und Partei möglich erschien. Es ist mir ein Bedürfnis. Ihnen, sehr verehrter Herr Graf, bei dieser Gelegenheit meine persönliche Verehrung auszusprechen." Oie Reichsiagsabg. Behrens und D. Mumm haben folgendes Schreiben an den Grafen Westarp gerichtet: Hochverehrter Herr Graf! Da Herr Geheimrat Dr. Hngenberg, der derzeitige Vorsitzende unserer Partei, in Kassel des Herrn Reichspräsidenten nicht gedacht, auch nicht, nach der bisherigen 'Gewohnheit, ein Telegramm an ih n in Vorschlag brachte, durch den Antrag auf Ausschluß freier Arbeitnehmervertreter unser Verhältnis zu der christltch- nationalen Arbeitnehmerbewegung auf das schwerste geschädigt hat, in Kassel einen Privatbrief ohne Genehmigung des Schreibers und des Adressaten dem Parteivor- stand zur Kenntnis brachte und weder am vergangenen Freitag noch jetzt am Dienstag ein lösendes Wort gegenüber Herrn Kollegen Treviranus, gegen den er den Ausschluß zu beantragen erklärt hat, gefunden hat, -da durch die Haltung der „Rach t - Aus g ab e' wie durch gewisse Filme der „11 f a“ wir schwersten Angriffen ernster christlicher Kreise ohne die Möglichkeit ausreichender Verteidigung gegenüberstehen, sind die Unterzeichneten gezwim- gen, bei voller Anerkennung des Programms der Deutschnationalen Volkspartei die Fraktionsgemeinschaft zu lösen. Mit deutschem Gruß und in bleibender Verehrung gegenüber Euer Hochwohlgeboren. gez.: Franz Behrens. D. Franz Mumm. Dazu erklärt Abg. Mumm, daß er sich,° so schwer ihm auch der Entschluß gefallen sei, aus der deutschnationalen Fraktion, wenn auch unter Erhaltung der Parteizugehörigkeit, auszuscheiden, von der Arbeit der neugebildeten „deutschnationalen Arbeitsgemeinschaf t“ doch eine Stärkung der christlich- nationalen Volksbewegung und eine Gesamtkräftigung der politischen Bewegung überhaupt verspreche. Der Aeichstagsabg. Schlange-Schöningen hak folgenden Brief an den Fraktionsvorsitzenden Graf Westarp gerichtet „Hochverehrter Herr Graf! Nachdem die Entwicklung in der Deutschnationalen Partei in den letzten Monaten einen Weg genommen hat, von dem ich nicht glauben kann, daß er uns unseren nationalen Zielen näher- führt, und nachdem ich die Ueberzeugung gewinnen mußte, daß auf diese Weise meinem um sein Leben kämpfenden landwirtschaftlichen Berufs st ande, ohne dessen Rettung cs feinen deutschen Wiederaufbau gibt, feine wirklich praktische schnelle Hilfe geleistet werden kann, scheide ich hiermit aus der Fraktion aus. In unveränderter persönlicher Verehrung, Ihr sehr ergebener (gez.): Schlange-Schöningen. ÄerReichstagsabg. Sr.paul Sejeune-3ung erklärt zu seinem Austtitt aus der Deutfchnationalen Volkspartei: Trotz der Ereignisse, die sich im letzten Jahre in der Deutschnationalen Volkspartei, insbesondere in derKonkordatsfrage, abfpielten, habe ich es bisher für meine Pflicht gehalten, im Interesse der vaterländischen Sache in der Partei auszuharren, in der Hoffnung, neue Möglichkeiten für ein überzeugtes und freudiges Mitarbeiten auch für die katho1ifchen M i tglieder der Partei wieder zu fdjaffen. Hierzu veranlaßte mich nicht zum wenigsten auch die burd) langjährige Arbeit in der Partei unter der Führung von Hergt und Gras Westarp nur bestärkte Ueberzeugung, baß zwischen dem positiv-evangelischen und dem katholischen Volksteil eine schicksalsbestimmte Abwehr- und Angriffsgemein, schäft gegenüber dem zersetzenden Zeitgeist befteht. Heute habe ich die schmerzliche Gewißheit, daß sich diese Schicksalsgemeinschaft, daß sich überhaupt christlich ° konservative Weltanschauung unter dem jetzigen ParteiVorsitzenden in der Deutschnationalen Volkspartei nicht mehr in der erforderlichen Freiheit auswirken kann. Aus diesen Gründen habe ich mich mit dem Reichstagsabgeordneten Tre- vir a n u s solidarisch c r f t ä r t uni) meinen Austritt aus der Partei und der Fraktion vollzogen. Ein Schreiben Lambachs an den partei- vsrsihenden Hngenberg. Oie Gründe für den Austritt der christlich-sozialen Gewerkschaftsführer. Berlin, 5. Dez. (Priv.-Tel.) Der Reichstagsabgeordnete Lambach hat in einem Schreiben an den Vorsitzenden der Deutfchnationalen Volkspartei Geheimrat Hugenberg feine Rücktrittsgründe im folgenden Schreiben niedergelegt: „Es war ein Verdienst der Deutfchnationalen Volkspartei, den konfervatioen Gedanken von den ostelbischen Positionen aus über Elbe und Ria in hinausgetragen und ihn m i t d e n ch r i st- lid)-sozialen Gedanken des Westens vermählt zu haben. Durch Ihre Politik ist dieser Erfolg wieder zerschlagen worden. Die Einzeichnungsergebnisse zum Volksbegehren in Ihrem eigenen Wahlkreis Westfalen-Nord, Westfalen-Süd, Hefsen-Naffau usw. beweisen es. Die konservativen Brücken über Elbe, Rhein und Main sind burd? Sie zerstört worden. Die Deutschnationale Volkspartei hat unter ihrem ersten Vorsitzenden eine Brücke über die Kluft zwischen den Ständen geschlagen. Sie hatte das Arbeitgedertum in Stadt und Land mit dem von der gesamten deutschen Arbeitnehmerschaft als aufrechten Führer anerkannten d)ristlich-nationalen Gewerkschaftlern auf dem Boden weltanschaulich begründeter politischer Willensbil- d'.mg verbunden. Sie haben durch Ihre betriebsame Förderung der „Irrwege der Sozialpolitik" ... durch ähren Brief nach Amerika ... sich außerhalb der Willensgemeinschaft jener gestellt, die eigene Not aus eigener Kraft in eigener Würbe überwinden wollen. Die Deutschnationale Volkspartei, die einst die Hoffnung des deutschen Arbeitnehmertums gewesen war, stößt infolgedessen heute in der Arbeitnehmerschaft auf tiefes Mißtrauen. ZhreTätigkeitaisPresse- undFilm- Unternehmer hat das Amt des deutsch- nationalen Parteivorsihenden mit der kultur- und sittenzersehenden Wirksamkeit von Boulevardblättern und lüsternen Filmen in Zusammenhang gebracht.Wette evangelische Kreise haben sich infolgedessen von der Partei abgewandt und sind eigene Wege gegangen. Die Deutschnationale Dolkspartei hat stets politisch vom ersten Auftreten in der Rationalversammlung dafür gesorgt, daß bei nachdrücklicher Vertretung ihrer eigenen politischen Auffassung ein gemeinsames Ar bei ten mit anderen christlichen und nationalen Parteien möglich blieb. Sie, Herr HcWenberg, haben durch Ähre Politik eine s o tiefe Kluft zwischen sich und den anderen antimarxistischen Parteien gelegt, daß eine gemeinsame Abwehr des Marxismus mit Ihnen zusammen nicht mehr möglich ist." Der Abgeordnete Lambach schließt seinen Brief mit folgenden Ausführungen: „Solange noch irgendeine Wahrscheinlichkeit bestand, daß mit Ihnen an der Spitze der Partei oder ohne Sie eine Rückkehr zu den bei der Begründung der Partei festgelegten politischen Methoden möglich sei, haben meine Freunde und ich unter Selbstverleugnung und Zurückstellung jeder öffentlichen Kritik unsere politische Arbeit im Rahmen der Fraktion, die dank der Führung des Grafen Westarp Ihrem Befehl nicht untergeordnet war, geleistet. Diese Möglichkeit besteht jetzt nicht mehr und deshalb melde ich Ihnen hiermit meinen Austritt aus der Deutschnationalen Dolkspartei, deren Vorsitzender Sie sind." Erstes Echo der preffe. Berlin, 4. Dez. (Priv.-Tel.) „Der D e u t s d) e" erklärt: Es ist wohl anzunehmen, daß die Ausge- f(Siebenen und noch Ausscheidenden wissen werden, was sie wollen. Sicher ist das eine: Eine Neu- gruppierung aus christlicher, sozialer und konservativer Grundlage ist zu erwarten. Diese Neugruppierung wird unseres Erachtens der Anfang einer politischen Entwicklung sein, die in der letzten Zeit merklich zu spüren ist. — Die „K r e u z z e i tu n g" schreibt: Wir, die wir, das möd)ten wir hier nochmals betonen, kein deutschnationales Parteiorgan find, bedauern diesen Ausgang sehr, denn es zeigen sich überall verheißungsvolle Ansätze einer neuen konservativen Willensbildung, und wir sahen in der Deutschnationalen Volkspartei den gegebenen Faktor, um sie in die Kraft der Wirklichkeit besser übersetzen zu können. Leider ist in der Oesfentlichkeit dieser Prozeß durch die Separation empfindlich gestört. Erfahrungsgemäß gehen solche Entwi ck- lungen weiter. Wir werden mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgen, wohin der Prozeß führen wird. Unsere politische Grundlinie wird von den Vorgängen zwar nicht berührt, unsere praktisch- politische Betätigung aber in Zukunft in starkem Maße davon abhängig sein, obundwosicheine wirklich konservative Haltung und ein starker ausirealpolitische Ziele gerichtete r nationaler Wille zeigt. Die „Deutsche Zeitun g", die von der Scheidung der Geister spricht, sagt: Die in Frage kommenden Abgeordneten haben lediglich ihren Austrtt aus der deutschnationalen Reichstagsfraktion, nicht aus der Partei erklärt. Daraus ist zu fd)ließen, daß sie glauben, neben der bisherigen Fraktion als „/Arbeitsgemeinschaft" im Rahmen der Partei ihre Sonberziele zur Freude der Linksparteien verfolgen und damit die Parteiführung Iah m- legen zu können. Wie fid) diese, bzw. der Partei- oorstand mit einer solchen Möglichkeit widerstandslos abfinden soll, darüber dürften fid) die betreffenden Herren doch wohl in einer Täuschung befinden. Man kann die erzielte Klärung vom Standpunkt der nationalen Opposition aus begrüßen, ohne dabei zu versd)weigen, daß „jede Absplitterung eine Schwächung der Schlagkraft und der Aktionsfähigkeit der größten Rechtspartei barfteUt". Der „Lokalanzeiger" schreibt. „Die Vorgänge, die sich jetzt in der deutfchnationalen Reichstagsfraktion vollziehen, zeigen mit besonderer Deutlichkeit so kurz nach dem Parteitag in Kassel, daß die Reichstagsfraktion der Deutsch- nationalen mit der Deutschnationalen Vollspartei im Lande keineswegs gle ichge seht werden darf. Was jetzt zum Austrag komntt, ist im Grunde der alte Gegensatz, der zwischen den Ja- und Reinsagern bei dem Dawesplan im August 1924 zum erstenmal aufklaffte. Die Abgeordnetem die jetzt aus der Deutschnattonalen Volkspartei und Fraktion ausgeschieden sind und bei denen ein solcher Schritt als sehr möglich gilt, gehören durchweg zu den damaligen Jasagern. In parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß die endgültige Zahl der Ausscheidenden zwischen 15 und 25 liegen dürste." In der „B ö r se n z ei t un g" schreibt Abgeordneter Schlange-Schöningen, es sei ihm zweifelhaft, ob Deutschland überhaupt noch zu retten sein würde durch Fraktionsarithmettk und Aufzählen von Sttmmen. Vielleicht nehmen die Dinge einen viel drängenderen Verlauf, weil die Riesenprobleme, die vor uns ständen, und bei denen es sich um Deutschlands Leben und Sterben handele, mit Fraktionsdisziplin oder Parteischablonen überhaupt nicht mehr zu meistern sein würden. In solchem Augenblick dürften die Rechtskreise sich wicht isolieren. Den größten Aktivis- mus, den man für die kommenden Stunden der Gefahr bekunden müsse, sei der Wille zur Zusammenfassung der Kräfte des Bürgertums und der nationalen Arbeiterschaft über allzu enge Parteischranken hinweg, damit Deutschland nicht im Strudel eines zweiten 9. Rovember endgültig versinke. Die „DAZ." jagt, die ausgetretenen Abgeordneten wollten eine selbständige Arbeitsgemeinschaft bilden und würden wohl insbesondere nachderChrist- lich - -Nationalen Bauernpartei hin Anlehnung suchen. Die Bildung einer sveziel- len christlich.sozialen Gruppe sei ein überraschender taktischer Fehler. Als Vertreter des christlich-sozialen Gedankenkreises der Landwirtschaft, der Industrie und der intellektuellen Mittelschichten stellten die Ausgeschiedenen eine außerordentlich beachtliche Gesinnungsgemeinschaft dar, die bereit sei, auf b e m Boden des heutigen Staates praktisch am Wiederaufbau mitzuarbeiten, die sich nun ihrerseits nicht nach noch so berechtigten Sonderinteressen zersplittern sollte. — Der „Börse n - C o u r i e r" spricht die Hoffnung aus, daß die Entwicklung zu einem Zusammenschluß des Bürgertums zum großen und festen Gebilde und zu einer bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft führen werde. — Die „V o s s i s ch e Zeitung" meint, man müsse sich vor Ueberschätzung hüten, aber cs habe doch den Anschein, als ob die „Los-von-Hugen- berg-Bewegung" mehr sei, als eine Fronde. . Die „Münchener Reuesten Rachrich- len" schreiben: Wenn nicht alles trüge, teeute die Entwicklung der Parteispaltung ben^In» fang des QI u f b au 6 einer nationalen , aber nicht nationalistischen, einer kon- s e r v a t i v en , aber nicht reaktionären, einer entschiedenen, aber nicht blinden, einer zur Opposition bereiten^ aber auch zur Mitarbeit entschlossenen und befähigten Partei der Rechten. Keine etappenweise Finanzreform. Wie Hitferding den Lastenabbau plant. Berlin, 4. Dez. (Pr.-Tel.) Wenn auch in den älnterhandlungen über die Finanzreform der Gedanke eine Rolle spielte, die Finanzreform etappenweise, und zwar innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren zur Durchführung zu bringen, so ist dieser Plan, wie uns zuverlässig mitgeteilt wird, doch schon nach seiner ersten Beratung wieder fallengelassen worden. Anscheinend bezweckte: man im Reichsfinanzministerium mit diesem Plane eine fünfjährige Festlegung und Bindung der Ausgaben, was in gewisser Hinsicht durchaus verständlich erscheint, was aber in der Praxis undurchführbar bleiben muh. Außerdem kommt es darauf an, und das ist vor allem die Ansicht, die die Länder vertreten, die gesamte Finanzreform s o f o r t zur Durchführung zu bringen, um schon auf diese Weise eine Möglichkeit herbeizuführen, das Problem des Finanzausgleiches im Interesse der Stabilisierung der Länderfinanzen endlich zur Lösung zu bringen. Ganz dürfte der Reichsfinanzminister seine etappenweisen Plane der Finanzreform allerdings nicht fallengelassen haben, denn er beabsichtigt nach wie vor die 300 Millionen Industriebelastung schrittweise abzubauen, ohne daß er aber dafür einen bestimmten Termin genannt hat. Weiter hält Dr. Hilferding immer nD,5) an der etappenweisen Senkung der (Linke m in e n st e u c r fest, die er dein Der- neh'.-en nach jetzt aber nicht mehr auf fünf Jahre verteilt wissen will, sondern, eine gewisse Äon» seinerseits, in etwas kürzerer Zeit zur ■-in. <. i.-rung bringen will. Heber diese Punkte irl! fd-on in diesen Tagen mit den Ländern ge- - od-cn w-rden. Man erwartet, daß dann die ri'eiten an der Finanzresorm abgeschlossen werden ''innen, und dann endlich die (Reformpläne in allen ihren Einzelheiten der Oeffentlich- icit bctanntgegeben werden können. Der Künfuhrladenschluß am Heiligabend. Lin Beschluß des Reichsausschusscs für jozialc Angelegenßeilen. Berlin, 4. (VDZ.) Der (Reichstags- ausfchuh für soziale Angelegenheiten nahm nach längerer Aussprache folgenden Gesetzentwurf an: Offene Verkaufsstellen dürfen am 2 4. Dezember nur b i s fünf Hhr nachmittags, Verkaufsstellen, die ausschließlich oder überwiegend Lebensmittel, Genu ß m i 11 e I oder Blumen verkaufen, bis sechs Uhr nachmittags für den geschäftlichen Verkehr geöffnet fein. Die beim Ladenschluß schon anwesenden Kunden dürfen noch bedient werden. Diese Vorschriften gelten auch für Verkaufsstellen von Konsum- und ähnlichen Vereinen, für solche auf Eisenbahngelände und für das gewerbsmäßige Feilbieten außerhalb offener Derlaufsstände. Sie gelten nicht für Apotheken, für den Markt- ve rke h r und den Handel mit Weihnachtsbäumen. Wer den Vorschriften zuwiderhandelt, wird mit Geldstrafe bestraft. Die Annahme dieses Gesetzentwurfes geschah mit 18 gegen 9 Stimmen bei einer Stimmenthaltung. Gegen das Gesetz stimmten einige Mitglieder der Deutschnationalen Dolkspartei, der Deutschen Volkspartei, sowie die Vertreter der Wirtschaftspartei. Der Stimme enthielt sich ein Mitglied des Zentrums. Außerdem wurde eine Entschließung des Abg. Dr. Mumm angenommen, worin die (Reichsregierung ersucht wird, unverzüglich ihre Verwaltungen anzuweisen, etwaige Lohnzahlungen und Ausschüttungen anläßlich des Weihnachtsfestes nicht am 24. Dezember, sondern a n den vorhergehenden Tagen vorzunehmen. Auch möge die (Reichsregierung in diesem Sinne auf die Länderregierungen einwirken. Oie Arbeitslosenversicherung. Die Frage der Beitragserhöhung. Berlin. 4. Dez. (PT.) Aach Mitteilungen des Demokratischen Zeitungsdienstes wird sich die Aeichsregierung noch in dieser Woche mit der Vorlage des Reichsarbeitsministers befassen, die eine (Äitragserhöhung für die Arbeitslosenversicherung in Höhe von « v. H. vorsieht. Es kann damit gerechnet werden, daß sich insbesondere der Reichsfinanzminister dem Vorschläge des Reichsarbeitsministers anschließen wivd, denn der Reichsfinanzministeer ist nur nodj in der Lage, für diesen Monat Zuschüsse zur Arbeitslosenversicherung zu leisten. Zn parlamentarischen Kreisen ist die neue Sachlage bereits erörtert worden und es ist dabei die Auffassung zutage getreten, daß die Frage der Beitragserhöhung für die Arbeitslosenversicherung im Zusammenhang zu bringen sei mit bestimmten Erklärungen des Reichssinanzministers über die Finanzreform. Ob eine Beitragserhöhung von 8/* v. H. in Frage kommt, muß noch eingehend geprüft werden. Norddeutsche Zusammenschlußpläne? Hamburg, 4. Dez. «Priv.-Tel.) Aach einer Meldung aus Schwerin soll dort am Freitag eine Konferenz von Ministern der nord - und nordwestdeutschen Länder stattfinden, auf der das Reichsvereinheitlichungsprogramm besprochen werden soll. Insbesondere will.man sich, wie es heißt, mit der Frage eines' eventuellen Anschlusses an Preußen beschäftigen und auch mit dem Plane der Schaffung eines großen nordwestdeutschen Landes, das etwa die beiden Mecklenburg, die Hansastädte und Oldenburg unter der Führung von Hamburg vereinigen werde. Wie von zuständiger Hamburger Seite dazu verlautet, hat Hamburg zu einer solchen Konferenz, von deren Einberu- funaauch nichts bekannt ist. bisher feine Ein- ladÄh erhalten. Ein neuer ZlüchtlingstranSpori in Eydtkuhnen. Eydtkuhnen, 5. Dez. (WB.) Der dritte Landtransport der dcutschstämmigen Bauern traf heute kurz nach Mitternacht in Eydtkuhnen ein. Er bestand aus 390 Personen, darunter 79 Kinder unter 5 Jahren und 60 Kinder im Alter von 5 bis 9 Jahren. Die Stimmung dieser Flüchtlinge war recht gedrückt. Die Sanitäter mußten ein 8 Monate altes Kind, das kurz vor Eydtkuhnen gestorben war. und eine während des Transport niedergekommene Frau in das Lagerlazarett schaffen. Der nächste etwa 600 Personen umfassende Transport wird morgen Nacht in Eydtkuhnen eintreffen. Am Mittwochabend hat sich der Bevollmächtigte des Reichskommissars, Major a. D. Rautmann, nach Berlin begeben, um dem Reichskommissar über die bisherige Arbeit des Eydtkuhner Hilfswerkes Bericht zu erstatten. ' Aus aller Welt. Austausch-Studierende. Der Akademische A u s t a u f ch d i e n st, der deutschen Stedierenden ein Studienjahr an ausländischen Universitäten ermöglicht, und als Gegenleistung ausländische Studierende für die gleiche Zeit an deutschen Universitäten unter- bringt, hat im jetzt begonnenen 6. Austauschjahr insgesamt 73 deutsche Studierende im Ausland und 78 ausländische Studierende in Deutschland unlergebracht. Bon den 73 deutschen Studierenden weilt der größte Teil, 56. an amerikanischen Hochschulen^ während 13 in Frankreich, 10 in England und Irland, 2 in Island und 1 in Ungarn auf genommen wurden. Bon den 78 im Austauschverfahren nach Deutschland gekommenen ausländischen Studierenden find 56 in A m e r 1 k a, 11 in Frankreich und 8 in England beheimatet. Diese Studierenden sind an 18 deutschen Universitäten untergebracht worden. Von den 56 amerikanischen Studenten allein in M ü nchen 13, in Berlin 9 und in CB 0 n n und Frankfurt je 6. Mit einer Reihe anderer Staaten hat der Akademische Austauschdienst Verhandlungen aufgenommen, und es ist zu erwarten, daß im nächsten Jahre auch mit diesen ein Austauschdienst ausgenommen werden kann. Mit England und Frankreich ist übrigens auch seit einiger Zeit ein Austausch von Lehrern durchgeführt worden, der sich bis jetzt außerordentlich gut bewährt hat, und in Zukunft weiter ausge- baut werden soll. Lin Versicherungsbetrüger als Mörder. Aach einer bei der Leipziger Kriminalpolizei eingegangenen Drahtmeldung ist der in Leipzig wohnende Kaufmann Kurt Tetzner, der b c i Regensburg angeblich in seinem Auto verbrannt ist, in Straßburg im Elsaß verhaftet worden. Frau Tetzner, die durch die Leipziger Kriminalpolizei verhaftet wurde, hat gestanden, daß ihr Mann einen (Unbekannten ermordet und mit dem Kraftwagen verbrannt hat. Er wollte dadurch den Anschein erwecken, als ob er selbst verunglückt sei, um auf diese Weise seine Frau in den Genuß einer Unfallversicherung zu bringen, die er vor etwa vier Wochen in Hohe von 1 4 2 0 0 0 Mk. abgeschlossen hatte. Gegen Tetzner wird bei der französischen Regierung das Auslieferungsverfahren beantragt werden. Er ist in vollem Umfange geständig, den Mord am 27. Aovember verübt zu haben, ebenso einen Mordversuch am 21. Aovember an einem Handwercksburschen. Er beschuldigt seine Frau der Anstiftung. Tetzner wurde in das Gerichtsgefängnis Straßburg eingeliefert, von wo seine (Ueberführung nach Regensburg angeordnet wurde. Letlowvorbeck beim Prinzen von Wales. Der Prinz von Wales hat General v. Lettow- Vorbect empfangen. Die Audienz dauerte über eine halbe Stunde. Großfürst Kyrill zieht nach Frankreich. Großfürst Kyrill, der sich seinerzeit zum Zaren von Rußland ausrufen ließ, will seinen bisherigen Wohnsitz in Koburg a u f g e b e n und mit seiner Familie eine Besitzung in Saint Briac in Frankreich beziehen. Man habe ihm in Koburg so hohe Steuern auferlegt, daß er sich zum Verlassen der Stadt genötigt sehe. Eine neue Entdeckung Edisons? Der Sekretär Thomas Edisons teilt mit, daß Edison ein Verfahren z u r Herstellung synthetischen Gummis aus der gewöhnlichen Goldrutenpslanze entdeckt habe. Der Gummi soll für den Handel für etwa 66 Cents für das Pfund herstellbar fein. Einzelheiten über das neue Verfahren werden nicht bekannt gegeben. Sechs Todesopfer einer Brandkatastrophe. In Port Alfred (Ontario) brannte ein Farm haus nieder. Der Farmer, ein französischer Kanadier, und fünf feiner Kinder im Alter von zwei bis zehn Jahren sind in den Flammen umgekommen. Die Mutter und drei weitere Kinder konnten sich retten. Meirichs Agrarprogramm. Eine Besprechung mit den Landwirtschastsministern derLänder Berlin. 4. Dez. (WB.) Unter dem Vorsitz des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft sand am 4. Dezember 1929 im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Besprechung mit den Landwirtschaftsministern der Länder statt. Zur Erörterung stand in der Hauptsache die kürzlich vom Kabinett verabschiedet« Agrarzollvorlage. Reichsminister Dietrich legte die geplanten Maßnahmen der Reichsregierung dar. Der Druck auf die Viehpreise sei weniger auf das zollfreie Gefrierfleischkontingent als vielmehr in der Hauptsache auf die ausländische Einfuhr zurückzuführen. Erst die Kündigung des schwedischen Handelsvertrages habe die Möglichkeit geschaffen. den berechtigten Forderungen der Landwirtschaft zum Schutze der Vieh- und Fleischmärkte in zollpolitischer Hinsicht entgegenzukom- mcn. Die in der Oessentlichleit geäußerten Befürchtungen wegen der polnischen Schweineeinfuhr seien unbegründet. Die Handelsvertragsverhandlungen mit Schweden hätten inzwischen zum Abschluß geführt. Aus den Kartoffelmärkten liege die Sache völlig im argen; erforderlich sei die Schaffung einer brauchbaren Absahorgani- f a t i 0 n durch die Erzeuger. Außerdem sei ein Standardisierungsgesetz für Speisekartoffeln in Vorbereitung Für Weizen sei der Dermah- lungszwang nicht nur eingeführt und verlängert worden, sondern er werde auch entsprechend durchges ührt. Die bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, daß beim Weizen ebenso wie beim Zucker eine Preismanipulation auf alle Fälle möglich sei. Anders lägen die Verhältnisse beim R 0 g» g e n. Hier biete der Zoll keine Lösung des Problems. Die Maßnahmen der Getreidehandelsgesellschaft, die durchaus intakt seien, hätten sich für eine Stabilisierung des Roggenpreises als nicht ausreichend erwiesen. Die M ilch- und Molkereiwirtschaft habe im Laufe des letzten Jahres eine nachhaltige Förderung erfahren. Der stärkste Hebel für die Sanierung und den Wiederaufbau der Landwirtschaft liege ohne Zweifel bei der Vieh* wirtschaft. Er sei sich jedoch darüber klar, daß im Interesse der Gesamtwirtschaft auch die östliche Landwirtschaft, vor allem der (Koggen- und Kartofselbau, unter allen Umständen am Geben erhalten werden müßten. Dem trage die Agrarvorlage der Regierung Rechnung. Wenn die Vorlage verabschiedet fei, dürfe das? Zollproblem vorerst als erledigt betrachtet werden. Die nächste Forderung sei eine grundlegende Umstellung der Landwirtschaft in bezug auf Produktion und Absatz, eine Aufgabe, der sich Regierung und Landwirtschaft mit ganzer Kraft zuwenden müßten. Die Darlegungen des Reichsernährungsmini- sters wurden von den Landwirtschaftsmrnistern der Länder begrüßt und seine Bemühungen um die Sanierung de. Landwirtschaft mit Dank anerkannt. Die von verschiedenen Seiten im Laufe der Debatte geäußerten Bedenken und Abände- rnngswünsche in bezug aus einzelne Teile der Regierungsvorlage sollen die Grundlage bilden für die weitere Behandlung der Vorlage im Reichsrat und Reichstag. Kommunistenkrawall im Reichstag Reichsinnenminister Severing am Sprechen gehindert. Das Republikschuhgeseh vor dem Plenum. Berlin .4. Dez. (DDZ.) Aus der Tagesordnung des Reichstages steht die erste Beratung des neuen Republikschutzgesehes („Gesetz zum Schutze der Republik und zur Befrie- bung des politischen Lebens"). Abg. Pieck (Kom.) führt aus, es handele sich hier um ein Kommunistengeseh, mit dem Minister Severing das Bismarcksche Sozialistengesetz kopiert habe. Severing fühle sich als Gendarm der Bourgeoisie gegen die Arbeiterschaft, aber er werde scheitern an dem geschlossenen Widerstand der werktätigen Mas en unter Führung der Kommunistischen Partei. Abg. Dr. (Sterling (Dn.) wirst der Regierung vor, daß sie mit dem Stahlhel in - verbot feindliche Waffen gegen die besten Deutschen angewandt habe. Der Terror gegen die Beamten beim Volksbegehren habe bis zum Aachtwächter gereicht. Der Redner fragt den Minister, ob er nicht wenigstens beim Volksentscheid die Wahl- und Gesinnungsfreiheit schützen wolle. Das neue Republikschutzgeseh sei ein Gesetz gegen die innere Freiheit und ergänze den Vvung-Plan, das Gesetz gegen die äußere Freiheit. Das Gesetz sei nicht nur verfassungsändernd, sondern Der« sassungskürzend. In traurigem Gedenken, so schließt der Redner, erinnern wir uns der Zeit, wo die Liebe des freien Mannes den Herrscherthron gründete. Heute ist es unsere Pflicht, den Willen zur Freiheit klar zu halten gegen die Tyrannei des Freistaates. Als Reichsinnenminister Severing hierauf das Wort nehmen will, rufen die Kommunisten: „Mussolini! Henkerminister! Bluthund!". Aach den ersten Worten des Ministers ruft Abg. Neubauer (Komm.): „Sie haben den Mut. Arbeiter zu morden!" Entrüstungsrufe der Sozialdemokraten antworten. Vizepräsident v. Kardorff ersucht die Kommunisten, den Minister ruhig anzuhören. der kommunistische Redner sei ja auch ruhig angehört worden. Minister Severing durchdringt mit Mühe den Lärm und führt aus, der Vergleich mit dem Bismarckschen Sozialistengesetz fei unmöglich, denn der vorliegende Entwurf sei kein Ausnahmegesetz. Er fährt fort: ..Sie dürfen nicht vergessen" ... Darauf ruft ein Kommunist: „Daß Sie ein Henker find'" Von den Sozialdemokraten kommen stürmische „Raus"-Rufe gegen die Kommunisten. Vizepräsident Kardorff ersucht um Ruhe, aber der Lärm bei den Kommunisten verstärkt sich. Eie rufen dem Abgeordneten Dittmann (Soz ) zu: ..Achtgroschenjunge!". als Dittmann an den Vizepräsidenten herantritt. Schließlich ersucht Vizepräsident von Kardorff einen kommunistischen Zwischenruser den Saal zu verlassen. Der Lärm bei den Kommunisten steigert sich jedoch so, daß Vizepräsident v. Kardorff unter lautem Gelächter der Kommunisten feine n. Platz verläßt und dadurch die Sitzung unterbricht. In der Zwischenpause tritt der Aeltestenrat zusammen. Nach halbstündiger Unterbrechung wird utfi 5.30 Uhr die Sitzung wieder eröffnet durch den Vizepräsidenten von kardorff, der erklärt: „Wegen schweren Verstoßes gegen die Ordnung des Hauses fordere ich die Abgeordneten Jadasch, Beut- ling und Papke auf, den Saal z u verlassen!" Diese drei kommunistischen Abgeordneten bleiben im Saale. Von den .Kommunisten wird laut gegen die Ausweisung protestiert. Vizepräsident v. Kardorff erklärt, da die Ausgewiesenen im Saale geblieben feien, unterbreche er die Sitzung um eine Viertelstunde. Bei Wiedereröffnung der Sitzung bleiben die Ausgewiefenen außerhalb des Saales. Vizepräsident v. Kardorff eröffnet die Sitzung und weist den kommunistischen Abgeordneten Maddalena aus dem Saale. Er teilt mit, daß die Abgeordneten Jadasch, Beutling und Papke sich den Ausschluß auf acht Sitzungstage zugezogen haben. Als Reichsinnenminister Severing wieder an das Rednerpult tritt, ruft Abg. K 0 enen (Kom): „Nieder mit dem schändlichen Arbeitermörder Se vering!" Koenen wird aus dem Saale gewiesen und die Sitzung auf fünf Minuten unterbrochen. Vizepräsident v. Kardorff eröffnet die Sitzung und stellt fest, daß Abg. Koenen sich den Ausschluß für acht Sitzungen zugezogen habe. Er fordert den immer noch im Saale anwesenden Abg. Koenen auf, nunmehr den Saal zu verlassen. Abg. Koenen ruft: „Der Bluthund Severing darf nicht zum Wort kommen! Nieder mit ihm!" Die Kommunisten klatschen Beifall. Vizepräsident v. Kardorff verläßt seinen Platz und unterbricht dadurch die Sitzung. Abg. Koenen bleibt auf seinem Platz. Die meisten sozialdemokratischen Abgeordneten nerlaffen in der Sitzungspause den Saal. Während die Publikumstribünen geräumt werden, rufen die Kommunisten hinauf: „Das ist die Freiheit der Republik! — Severing soll sich schämen. — Rot Front!" Etwa 10 junge Tribünenbesucher antworten mit dem Ruf „Rot Front", ehe sie die Tribüne verlassen. Bald darauf verlassen auch verschiedene Kommunisten mit dem Abg. Koenen den Saal. Die Sozialdemokraten lachen laut und rufen den Kommunisten zu: „Ihr Feiglinge!" Abg Koenen (K), der wäh renb der Pause den Saal wieder betreten hatte, wurde durch eine Poli^eiabteilung aus dem Hause geführt. Eine zweite Polizeiabteilung wandte sich gegen die übrigen kommunistischen Abgeordneten, um einen etwaigen Befreiungsvcr- such zu verhindern. Nach dreiviertelstündiger Pause eröffnet Vizepräsident Kardorff die Sitzung uneder und erteilt dem Minister Severing bas Wort. Ehe der Minister zum Work kommt, tritt der Unke ftow munift Frölich vor und gibt eine Protesterklärung ab, die durch die Glocke des Vizepräsidenten übertönt wird Frölich verläßt bann den Saal. Die Kommunisten weisen auf bie leere Publikums- tribüne unb machen dem Präsibenten lärmende Zurufe. Vizepräsident von Kardorff fordert die kommunistischen Abgeordneten Stöcker, Torgier, Heckert, Rädel, Blenkle unb Dr. Neubauer zum Verlassen bes Saales auf. Die Ausgewiesenen fügen sich dieser Aufforderung nicht. Abg. Heckert ruft: „Wir denken nicht daran, diesen oauftaU zu verlaßen " Vizepräsident von Kardorff unterbricht nochmals die Sitzung durch Verlassen des Präsi- dentenstuhls. In der Pause sehen Präsident Lobe und Vizepräsident von Kardorff das Reichstagshand- buch durch. Abg. Dr. Alexander ruft: „Habt Ihr noch nicht alle beisammen, die Ihr rausschmeißen wollt?" Vizepräsident von Kardorff eröffnet bie Sitzung roieber unb weist wegen grober Drbnungsoer- letzung die kommunistischen Abgeordneten Hornle, Münzenberg, Gräf-Dresden, KippenHerg, Pfeifer und Geschke aus dem Saale. Die Kommunisten antworten mit Protestrufen. Der Vizepräsident stellt fest, daß die Ausgewiesenen noch im Saale seien. Er unterbricht die Sitzung um fünf Minuten. Nach dieser Pause eröffnet unter lauten Ah-Rufen Präsident Lobe die Sitzung. Er erteilt dem Minister das Wort. Die Abgeordnete Frau O v e r 1 a ch (Kom.) ruft: „Die arbeitenden Frauen klagen Sie an!" Frau Ooerlach wird aus dem Saale g e - wiesen und fügt sich der Aufforderung. Jteidyditmenmimfler Severing kann sich endlich verständlich machen und führt aus: Das vorliegende Gesetz richtet sich gegen alle» die mit Gewalt unb mit Beschimpfungen die Staatsordnung oder den Staat bekämpfen. Dabei wird kein Unterschied zwischen rechts und links gemacht. Wenn man von rechts und links sich entschlösse, den politischen Kamps nur mit geistigen Waffen zu führen, dann hätten wir ein Republikschuhgesetz nicht nötig. Oluf die Interpellation wegen des Stahlhelmverbots werde ich im (Ausschuß die Antwort erteilen. Der westdeutsche Stahlhelm wollte eine in-erpolitische Macht aufrichten, um einen Kampf gegen die Staatsordnung nach mussolinischem Muster zu führen. Eine zweite Interpellation fragt nach den Kosten, die das Reich für die Agitation gegen das Volksbegehren aufgewandt hat. Wir weichen dieser Frage nicht aus. Die Reichsregierung steht zu diesen Ausgaben, für die sie demnächst beim Haushaltsausschuß Indemnität nachsuchen wird. In einem Rachtragshaushalt werden 500 000 Mark ange- sordert werden. Die Ausgaben für die Aktion gegen das sinnlose Volksbegehren stehen aber in keinem Verhältnis zu den Kosten, die Herr Hugenberg mit seiner Aktion selbst dem Reiche aufgebürdet hat. Das Volksbegehren ko stet 600 000 Mark und der Volksentscheid wird ungefähr 2,5 Millionen losten (Lebhaftes Hort! Hört!) Der Stahlhelm- sührer hat bereits mehrere neue inner politische Volksbegehren angekündigt. Wir werden eine Revision der Reichsstimmordnung und des Volksentscheides nach der Richtung Vorschlägen, daß, wer so leichtsinnig Volksbegehren herauf- beschwort, auch für die Kosten aufkom- men muß. (Lebhafter Beifall bei der Mehrheit.) Rach kurzer Debatte wird die Vorlage dem Rechtsausschuß überwiesen. Oie Wetterlage. .Ncrdi rMvXSri O I ■<— Vat/i O Mittv/och, 4.Dezemb.l9297h aDds. Ö 7^5 ~= --* — ins 38 ■= G ,7 © woirrnios 0 nener. q nato bedecitt. 3 wofKig. O oe«<*t * Senn« & Graupeln, e Nebel RGewinec@WindSfille.-O-- sehr «unter o$t ^5 «iJssioe» Südsüdwest. <5 stürmischer Nordwcsfc Oie Pfeile fliegen mit dem Winde. Die 0ei den Stationen stehenden Zahlen geben die Temperator an. Die Linien verbinden Orte mit gleichet» uit n/eresmveau umoexetueten Luftdruck Wettervoraussage Infolge vorübergehenden Luftdruckanstiegs und etwas mehr kontinentaler Luftzufuhr hat sich heut« morgen das Wetter in Deutschland etwas beruhigt, und vielfach ist Aufheiterung eingetreten. Es wird jedoch bald wieder eine Verschlechterung kommen, denn der Kern eines kräftigen Tiefdruckgebietes, der Barometerstände von unter 715 mm aufweift, liegt heute morgen über Irland. Bei dem sehr engen Iso- barenverlaus herrscht über den ganzen britischen Inseln und dem nordwestlichen Frankreich stürmisches und regnerisches Wetter. Mit dem raschen Weiterzug der Störung wird auch bei uns unter Barometerfall bald wieder Bewölkung aufkommen und erneute Niederschtagsiäkigkeit einsetzen, wobei die Luftbewe- gung zunimmt und stellenweise stürmischen Charakter bekommt. Wettervoraussage für Freitag. Erneute Wetterverschlechterung, meist wollig und trübe, mild, vereinzelte Riederschläge, lebhafte südwestliche Winde. W i 11erungsaussichten für Sams- t a g. Vielfach wollig, vereinzelte Schauern, mild, jedoch später etwas kühler. ßufttemperaturen am 4. Dezember: mittags 11,3 Grad Celsius, abends 11,8 Grad: am 5. Dezember: morgens 8,2 Grad. Maximum 12,6 Grad, Minimum s Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe anl 4. Dezember: abends 8,1 Grad: am 5. Dezember: morgens 7,2 Grad. — Niederschlag 0,8 mm. AMI (Jin SS»«" ($5 tostö dah un er ist, ui &N zvM in Siele" ßr Hal011 We Pv Jen K>nd Will er so » will »w leinet Junge tonn da tan Wye, aus 0 sollen, vergeh sxaziergang d gcnTannenba gefragt'- Mil ©abei hat er für sich ausge OHoracn ao Kimmung. tue Seinen sch ein golbnc^ 6(] ffyj: h 110 «?<& Käse ftfc diS 2 2?. M 20 ba S: J ? 1.20^3 LZ-K ■Sn f“'«l S bis sa .b'i bllR». hm Bezirkssparkasse Gießen soll die Kommission um die Aufhe - des 3ugendfchuhgesehes bemüht Weise bang sein. betrug in Zu- und Abgang 9 800 000 Mark. Der Um s a tz im Kontokorrent- (Giro-) V e r - Große Strafkammer Gießen. • Gießen, 3. Dez. Dis in die Abendstunden dauerte die Berufungsverhandlung gegen den früheren Bankier L. von Butzbach, sowie seinen Prokuristen H. und einen jüngeren Angestellten, der seinerzeit die Stelle des De- potbuchhalters dort bekleidete. Dor einigen Wochen waren, wie wir damals berichteten, die Angeklagten durch das hiesige Erweiterte Schöf- engericht wegen Dergehens gegen das Depotgesetz, bzw. Beihilfe hierzu, L. außerdem wegen Konkursvergehens zu Gefängnis st rasen, und zwar L. von 3 Jahren, H. von 2 3 a h - ren, und der Angestellte von 3 Monaten verurteilt worden. Während L. sich bei diesem Urteil beruhigte, hielt die Staatsanwaltschaft int Interesse des Kreditwesens und im Hinblick auf den gemeingefährlichen Charakter derartiger Der- untreuungen die gegen L. erkannte Strafe für zu niedrig und verfolgte zum Zweck der Erhöhung der Strafe, bzw. Dersagung mildernder Umstände gegen das Urteil Derufung. Die beiden anderen Angeklagten hatten zwecks Herabsetzung der Strafe bzw. Freisprechung ebenfalls das Urteil angefochten. Die jetzt nochmals aufgerollte Verhandlung ergab im wesentlichen das gleiche Dild wie in der ersten Instanz. L.. der damals schon längere Zeit zahlungsunfähig war, hatte in diesem Be- wuhtsein fremde, ihm anvertraute Wertpapiere in sehr beträchtlicher Höhe unterschlagen, wobei ihm sein Prokurist H. durch Rat und Lat wesentlich Deihilfe leistete. Durch die rechtswidrige Zueignung dieser fremden Papiere konnte sich L. noch einige Monate über Wasser halten. Doch mußte er Ende April v. 3., nachdem er durch eine finanzielle Beteiligung an einem industriellen Unternehmen größere Berluste erlitten halte, über sein Vermögen Konkurs anmelden. Hierbei stellte sich heraus, daß L. übermäßigen Aufwand getrieben hatte, durchschnittlich erreichten die monatlichen Privatentnahmen die Grenze von 2000 Mk., während sein Verdienst nur ein Bruchteil hiervon war. Außerdem waren die Bücher so geführt, daß sie keinen Ueber- blick über sein Vermögen gewährten. Das Berufungsgericht, das im wesentlichen zu den gleichen Feststellungen wie die erste Instanz kam. billigte L. mit Rücksicht auf seine bisherige Unbestraftheit, fein Geständnis und seine Fa^ milie mildernde Umstände zu und bestätigte unter Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft das erstinstanzliche, auf 3 Jahre Gefängnis lautende Urteil. Die Berufungen der beiden anderen Angeklagten hatten insofern Erfolg, als die gegen H. erkannte Strafe auf 1 Jahr Gefängnis herabgesetzt und der Depotbuchhalter mangels ausreichenden Beweises freigesprochen wurde. Kirchliche Nachrichten. _ Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Siidanlage). Samstag, 7. Dezember. Vorabend: 4.30 Uhr: morgens 9 Uhr: abends 4.35 unt 5.15 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 7. Dezember 1929. Freitag abend 4 Uhr: Samstag vormittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 5.15; Wochengottesdienst morgens 7; abends 4 Uhr, Nealkredit (Hypothekengeschäft) zugewandt hat, sind doch die Hypotheken gegenüber dem Vorjahre um 1 397 OO0 Mark gestiegen. Auf Hypotheken sind bis Ende 1928 insgesamt 2 745 000 Goldmark ausgeliehen worden. Auch die Ausleihungen an Gemeinden und öffentliche Körper- schäften erfuhren eine wesentliche Steigerung, indem Ende 1928 2 953 800 Mark ausgeliehen waren. Die Kontokorrentkreditc sind etwas zurückgegangen, dagegen sind die Guthaben bei Girozentralen und Banken um mehr als 600 000 Mark gestiegen. Eine geringe Steigerung erfuhr auch die Anlage in Wechseln, die noch keine 30 000 Mark ausmocht. Festgestellt wurde auch, daß die Liquidität derSparkassc nach wie vor als vollkommen genügend zu bezeichnen ist. Den Gesamtverpflichtungen von 11 600 Ö00 Mark standen nahezu 3 Millionen Mark flüssige Mittel gegenüber. Die Sparkasse vergütete im Berichtsjahr für Spareinlagen 6 und 7 Prozent, teilweise noch einen höheren Zinssatz bei Hereinnahme von Monatsgeldern, oder für langfristige Gelder. 3m Kontokorrentverkehr wurden 5 Prozent Zinsen vergütet. Der Zinssatz für Hypotheken hielt sich im Berichtsjahr ebenfalls auf dem Satz von 9 Proz., während für Kon'olorrentkredite 10 Prozent erzielt wurden. Dabei hat die Sparkasse keinerlei Provisionen oder sonstige Gebühren berechnet. Sie arbeitet somit mit kleinstem Ruhen, wie dies dem Charakter eines öffentlichen Geldinstitutes entspricht. Der Voranschlag für 1 930 fand ebenfalls die Genehmigung der Versammlung. Ferner wurde der Antrag des Vorstandes, den Reingewinn von 21 768,52 Mk. der Rücklage zu überweisen, genehmigt. Ebenso wurde einstimmig die Aufnahme der Gemeinde Obbornhofen in den Verband der Sparkasse genehmigt. Damit steigt die Zahl! der Dezirksgemeinden auf 40, nämlich die Stadt Gießen und 39 Landgemeinden des Kreises Gießen. Rachdem noch einige Fragen erledigt waren, auch der Vertreter der Aufsichtsbehörde, Herr Oberregierungsrat Dr. Heß, der Verwaltung, sowie den Beamten und Angestellten der Sparkasse den Dank für die gewissenhafte Geschäftsführung ausgesprochen hatte, konnte der Vor- । sitzende nach einem kurzen Schlußwort die Versammlung schließen. vntcrfffltien. Der Redner tarn dann noch attf dfe in England und Amerika bestehenden Bausparkassen zu prcchen um zum Schluß zur tatkräftigen 'Mitarbeit aufzurusen. Nach einigen geschäftlichen 'Mitteilungen des Obmanns il i h l e i n, der erwähnte, daß in Gießen bereits acht Wohnhäuser mit zinslosem Baugeld errichtet worden sind, wies der Referent in einem kurzen Schlußwort darauf hin, daß wir bei der heutigen Wirtschaftsnot wieder zur Spar- amkeit zurückkehren und uns selbst Helsen müß- ten, durch Schaffung eines Eigenheims, das auch in Zeiten der Arbeitslosigkeit über manche Schwierigkeit hinweghelfe. Wir feien aber auch verpflichtet, unseren Kindern, die ebenso wie wir unter den Folgen des Krieges zu leiden hätten, ein Vaterhaus zu fchasfen, damit wir später einmal darüber Rechenschaft geben könnten, alles getan zu haben, was menschenmöglich war. Auch zur Lösung des Problems der Wohnungsnot sei tatkräftige Mitarbeit Pflicht jedes Deutschen. Äriefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) G. M. in Wieselt. 1. Freud, geb. am 6. Mcn 1856 zu Freiberg (Mähren), lebt noch. 2. „Wer ift'3“, letzte IX. Ausgabe 1928, Kürschners Literaturkalender. Kürschners Gelehrtenkalender, außerdem Reichspatentamt, Berlin SW 61, Git- schiner Straße 97/103. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 5. Dezember 1929. (Sin Bäumlein grünt im tiefen Tann j (Zum Nikolaustag.) Es wird aus der Zeitung vernommen, daß der heilige Sankt Nikolaus werde kommen Otis Moskau, wo er gehalten wert und als Heit ger wird verehrt; er ist bereits schon auf der Fahrt, zu besuchen die Schuljugend zart, zu sehen, was die kleinen Mägdlein und Knaben in diesem 3ahr gelernet haben, in Beten, Schreiben, Singen und Lesen, auch ob sie sind hübsch fromm gewesen. Er hat auch in seinem Sack verschlossen schöne Puppen, aus Zucker gegossen. Den Kindern, welche hübsch fromm wären, will er solche schönen Sachen verehren. (Wunderhorn.) Cs will wieder Weihnachten werden. Mein kleiner 3ungc hat es in der Zeitung entdeckt; denn da stand im Anzeigenteil, daß einzelne Plätze, auf denen Christbäume verkauft werden follen, vergeben werden, Und beim letzten Wald- spaziergang bat er schon so aufmerksam die jungen Tannenbäumchen betrachtet und immer wieder gefragt: „Gelt, so einen bekommen wir auch?" Dabei hat er natürlich immer den allergrößten für sich ausgesucht. Morgen aber kommt der Nikolaus!, der flute Mann, der das Tor öffnet zur Weihnachts- ftimmung. Wohl poltert er rauh daher und will die Kleinen schlagen, aber sie kennen ihn: er hat ein goldues Herz, und schließlich öffnet er feinen Sack und schenkt Nüsse und Aepfel. Das ist der Ansang. Bon nun an denken die Kleinen Tag und Nacht an das Christfest, an den Tannenbaum, an die Geschenke. Sie leben und weben in diesem Zauber. Tausend Fragen Wer von uns Alten möchte nicht noch einmal so ganz die Borfreuden der Weihnachtstage miterleben. so ganz in froher Erwartung schwelgen und von Herzen auf eine schöne Zukunft hoffen? Wer möchte nicht mit dem Dichter sprechen: Ein frommer Zauber hält mich wieder, anbetend, staunend muß ich stehn; es sinkt auf meine Augenlider ein goldner Kindertraum hernieder, ich fühl's, ein Wunder ist gescheh n! (Storm.) Gießener Wochcnmarktprcisc. Es kosteten auf dem heutigen Wochen markt: Käse 10 Stück 60 bis 1.40; Butter Pfund 2.10 bis 2,20; Matte 30 bis 35; Wirsing 15 bis 20; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 12 bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 25 bis 35; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 40 bis 45; Feldsalat 1.00 bis 1,20; Tomaten 50 bis 80; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 50 bis 80; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 4'/, bis 5;,Aepfel 10 bis 15; Birnen 10 bis 15: Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 1,20 bis 1,30; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Gänse 1,10 bis 1,30; Nüsse 50 bis 80; Tauben Stück 70 bis 90; Kisteneier 17; frische Landeier 18 bis 19: Blumenkohl 50 bis 1,00; Endivien 10 bis 40; Ober- Kohlrabi 10 bis 50; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40; Kartoffeln Zentner 3,80 bis 4,00; Wirsing 10,00 bis 12,00; Weiß- ordentliche Mitgliederversammlung der Sparkasse statt. Nach einleitenden Be- grühungsworten gedachte der Vorsitzende der in den beiden letzten Jahren verstorbenen Gemeindevertrc- ter, der Herren Bürgermeister Völker (Lich), Bürgermeister Will (Treis a. d. Lumda) und Ge- meinderechner Velten (Lang-Göns). Der vierzigjährigen verdienstvollen Tätigkeit des Herrn Bürgermeisters i.R. Leun (Großen-Linden) als Mitglied des Aufsichtsrates murb: seitens des Vorsitzenden ebenfalls in ehrenden Worten gedacht, nachdem in der letzten Aufsichtsratssitzung dem Jubilar eine besondere Ehrung zuteil geworden war. Der Vorsitzende wies ferner auf die Einrichtung der öffentlichen Bausparkasse im Volks- ftaat Hessen, die an die Hessische Girozentrale in Darmstadt angegliedert ist, hin und forderte die anwesenden Gemcindevertreter auf, an dieser neuen Aufgabe der Sparkassen mitzuwirken. Die in der Versammlung vorgelegtc Rechnung, der Rechnungsabschluß, die Bilanz, Gewinn- und Der- lustrechnung wurden einstimmig von der Versammlung genehmigt, nachdem der Vorsitzende eingehend Bericht erstattet hatte. Aus dem Bericht ist zu erwähnen, daß die S p a r e i n l a g e n im Jahre 1928 einen Zuwachs von 3 266000 Mark erfahren haben. In der Vorkriegszeit betrug der Einlagenzuwachs etwa 1 Million Mark, im Jahre 1928 dagegen mehr als 3 Millionen Mark, indem die Spareinlagen von 6118 000 auf 9 385 000 Mark stiegen. Die Zahl der Sparkonten erhöhte sich um 3269 Stück, sie stieg auf 14 568 Stück. Die Kontokorrent- (Giro-) Einlagen erfuhren im Jahre 1928 eine Zunahme von über 719 000 Mark, sie erreichten Ende des Berichtsjahres einen Betrag von 2 314 000 Mark. Der Umsatz imSparverkehr Tagung der hessischen Lichtspieltheater« bescher. WSN. D a r m st a d t. 4. Dez. 3m Hotel „ Zur Traube" waren heute die hessischenLicht- spieltheaterbesitzer zusammengekreten, aktuelle Fragen des Lichtspielwesens zu behandeln. Der Vorsitzende des Verbandes, Matter ^Frankfurt a. M.), begrüßte die zahlreich Erschienenen und behandele dann in seinem Referat das hessische Stempelsteuer- gesetz. Das Spielverbot und die Programmeinschränkungen am Karfreitag, Palmsonntag und am Totensonntag würden nirgends so streng durchgeführt, wie gerade in Hessen. Auch das 3ugendschuhgeseh sei. abwegig, weil die Filme ja zensiert und besondere 3ugendvorstellungen ausdrücklich bekannt- gegeben würden. Durch die Vorschrift, daß jugendliche nur in Begleitung der Eltern Lichtspieltheater besuchen dürften, entstehe ein großer Einnahmeausfall, da naturgemäß die Eltern Kindervorstellungen nur sehr ungern zu besuchen pflegten. Der Redner forderte dann noch die Abschaffung des in der Inflationszeit zustande gekommenen Auf - rundungsparagraphen in der Ver- gnügungssteuerverordnung. Nach lebhafter Debatte wurde eine Kommission eingesetzt, die einen Antrag an den Hessischen Landtag richten soll, um die Aufhebung des Stempel st euergesehes in bezug auf die als ständige Gewerbebetriebe anzusehenden Lichtspieltheater zu fordern, da man mit diesem Stempelsteuergesetz ausschließlich die fahrenden Schausteller erfassen wollte. 3n der gleichen uni> «■ Suflf^S i» d-»' äs?« SSt»» MB »«•*1 141 - 4. "f® >. Atli "■ 1,8 j ** Die Geschäftszeit an den nädjften Sonntagen. Wie wir vom Polizeiamt Gießen erfahren, werden die Ladengeschäfte an den nächsten drei Sonntagen vor Weihnachten von 12 bis 18 Uhr für den Verkauf geöffnet fein. •• Personalien. Ernannt wurde der Gendarmeriehauptwachtmeister auf Probe, Heinrich Stör zu Friedberg, zum Gendarmeriehauptwachtmeister mit Wirkung vom 1. November ab. — Verseht wurde der Förster Emil O b e r h e i m zu Rockenberg in die Försterei Lihberg, des Forstamts Konradsdorf, vom 1. 3anuar 1930 ab. ** Gepäckmarsch der Gießener Studentenschaft. Auch in diesem Jahre veranstaltet die Gießener Studentenschaft wieder einen Gepäckmarsch, der am nächsten «eonntag durchgeführt werden soll. Der Marsch beginnt um 11 Uhr an der Universität und führt von dort aus durch die Lud- wigstraße, Kaiserallee, Grünberaer Landstraße durch die achte Schneise, Licher Straße, Kaiserallee, Lud- wigstraße zur Universität zurück, wo die ersten Teilnehmer voraussichtlich gegen 12.30 Uhr zu erwarten sind. Die Strecke beträgt 12 Kilometer, die Belastung jedes Teilnehmers 10 Kilo. Der Marsch besteht aus Einzel- und Mannschaftskämpfern. Für die besten Mannschaften der Korporationen ist von der Dozentenschaft ein Bild als Wanderpreis gestiftet, für die Fachschaften ein Preis des Hessischen Ministeriums für Kultus- und Bildungswesen. ** D i e kirchenmusilalischen Feierstunden sind nun schon fast zu einer ständigen Einrichtung unserer Gemeinden geworden, und ihr seitheriger starker Besuch zeigt, daß man damit lebhaftem Bedürfnis entgegemommt. Gerade diese Adventszeit mit ihrem Warten auf Weihnachten scheint aber dafür besonders geeignet. Deshalb ist es mit Freude zu begrüßen, daß auch am nächsten Sonntagabend wieder eine solche musikalische Adventsfeier in unserer Stadi- tirche stattfindet, die von der Markusgemeinde veranstaltet, zu der aber jedermann herzlich willkommen ist. Der Altmeister 3ohann Sebastian Bach und der moderne Max Reger werden in Musik und Lied zu uns sprechen. (Siehe heutige Anzeige.) ** Sie Deutsche Bau- und Siedlungsgemeinschaft,Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am Sonntagnachmittag im Saale des Cafe Leib eine gut besuchte Versammlung. Nach einer kurzen Einleitung des Obmanns U i h 1 e i n sprach der Vorsteher Philipp (Darmstadt) über „Wohnungsbau mit zinsfreiem Kapital". Seine Ausführungen galten zunächst der Einführung in das Problem der Deutschen Bau- und Siedlungsgemeinschaft. Er schilderte dabei vor allem deren Ziel, den Mitgliedern noch zu Lebzeiten ein schuldenfreies Besitztum zu sichern. Der Redner behandelte sodann die Frage: „Auf welchem Wege kommen wir zu einem Eigenheim?" In diesem Zusammenhang zeigte er, wie Sparer und Darlehensempfänger die gleichen Ziele hätten, auch gleiche Pflichten und gleiche Vorteile. Der Redner erläuterte dann in längeren Ausführungen, teilweise durch praktische Beispiele illustriert, die Vorteile des zinsfreien Systems, auch in bezug au die Bekämpfung der Wohnungsnot, um sich hicrau mit den Leistungen der Bausparer vor und nach der Darlehensgewährung zu befassen. Weiter sprach der Redner von der Wartezeit, welche durch höhere Leistungen und Steigerung der Mitgliederzahl noch wesentlich abgekürzt werden könne, sowie von dem Ver- teilungssystem und dessen Auswirkung. Er kam dann auf die finanziellen Grundlagen der Deutschen Bau- und Siedlungsgemeinschoft zu sprechen, erläuterte eingehend die den Bausparern gebotenen Sicherheiten und wies bei dieser Gelegenheit auf das weitgehende Selbstbestimmungsrecht der Baujparer hin. Weiter besprach er die auf Grund der Satzung den Bausparern zukommenden Rechte und Pflichten. Der Redner kam dann auf die ungünstigen Finanzen der Kommunen zu sprechen, denen ein besonderer Anteil an der Lösung der Wohnungsfrage zukomme. Die Kommunen seien daher gezwungen, Mittel und Wege zu suchen, um ihre Aufgaben in dieser Hinsicht ohne Aufwendung größerer Mittel zu erfüllen. Der Redner zeigte an Hand von Beispielen die Möglichkeit der Zusammenarbeit von Bausparkasse und Kommune. Auch für die Hausbesitzerorganisationen bestehe die Möglichkeit, durch Zusammenarbeit mit der Deutschen Bau- und Siedlungsgemeinschaft ihre Mitglieder bei der Ablösung von Hypotheken zu MÄ» «ich «"fall «j*h “«"fcV'-i-sS Hw Ceoering gegen all, die D°bei Ü? recht, J™ man don reto den politische Kampf "sichren, dann Mm nicht nötig. Ans dir Antwort Alheim wollte eine hten, um einen Kamps i nach MssvlinischM Wette Interpellation NedaSAeichsilrdi« sDolksbegehren chen dieser Frage nicht , sicht zu diesen Aus- ächst beim Haushalts» suchen wird. In einem n 500 000 Nark ange» haben für die Aktion sbegehren stehen ab« den Kosten, die Krr r Mion sM äem : hat. Das AMbegch- Karf und der 2olls- hr 2,5 Millionen Hört!) Ser Stahlhelm- e neue innerpvlitische jf. Mr werden eine immotbmmg und des Dichtung Vorschlägen, DvllSbegehren heraus- e Kosten auskom- isall bei der Mehrheit» oird die Vorlage dem L Wie uns die Direktion der Bezirkssparkasse Gießen mitteilt, fand am 29. v. M. unter dem Vorsitz des Direktors Z a ch e i s in Gegenwart des Vertreters der Aufsichtsbehörde, des Herrn Ober- regierungsrats Dr. H e h die diesjährige außer- Kammerspieltag (zusammen mit dem Goethe- bund): das chinesische Stück „Ein Spiel vom Schmetterlingstraum". Der Spielleiter Dr. Karl Ritter beabsichtigt, diesen Einakter ganz in chinesischem Stil herauszubringen Gang und Bewegung werden nicht in der Art der europäischen Bühne, sondern im chinesischen Stil dargestellt. Vorher einführender Vortrag von V e w Ting, erster Assistent des China°3nstikutes Frankfurt a.M. - Vorträge über Friedrich Ritte I- meyer. Man schreibt "uns: Die Persönlichkeit von Friedrich Rittelmeyer ist als religiöse Persönlichkeit durch dessen Vortragstätigkeit und durch die von ihm ausgehenden Schriften über ganz Deutschland bekannt. Durch sein ganzes Wirken geht als besonders charakteristisch das Bestreben hindurch, das Christentum f o zu vertreten, wie es dem Menschen der Gegenwart angemessen ist. Er betrachtet als die allerwich- tigste Aufgabe einer jeden Zeit, das Christentum s o zu verwirklichen, wie es im Sinne der jeweiligen Zeit liegt; Das gilt auch für die heutige Zeit; es erfordert, daß das Christentum nicht stehen bleibt, sondern sich neu besinnt auf die durch die heutige Zeit gestellten Aufgaben. Wenn das Christentum diese Aufgaben aufgreift, so erweist sich darin dessen Fülle und Lebendigkeit. Aus Grund seiner gewissenhaften Auseinandersetzungen mit dem modernen Zeitgeist und mit Len modernen Geiftesströmungen (Nietzsche, Tolstoj, Johannes Mueller, Rudolf Steiner) hat sich Friedrich Rittelmeyer die Möglichkeit erworben, etwas auszusagen, was als Beitrag zur Frage: Gegenwart und Christentum, angesehen werden kann. Daher veranstaltet die Bewegung für religiöse Erneuerung in dieser und in der kommenden Woche zwei öffentliche Vorträge, in denen Lic. Robert Goebel zur Frage sprechen wird: „W as hat Friedrich Rittelmeyer unserer Zeit zu sagen?" Der erste Vortrag am Freitag, 6. Dezember, behandelt das Thema: .Der Ruf der Gegenwart nach Christus; der zweite Vortrag am Freitag, 13. Dezember, das Thema: „Meditation und Seck sterziehung'. Beide Vorträge: Universität, Hörsaal 41, jeweils 20.15 Uhr. (Vgl. die Anzeigen,) — Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Morgen, Freitag abend im „Postkeller" öffentliche Versammlung mit dem Vortragschema „Das Volt erwacht!" (Siehe heutige An- aeiflc.) — Deutscher Sprachverein. Am Montag, 9. Dezember. Vortrag von Professor Dr. Alfred Götze über „Wandlungen der deutschen Sprache von Barock zum Sturm und Drang". Siehe gestrige Anzeige. — Zu Eigenheim und Eigentum durch „Selbsthilfe der Arbeit". Heber dieses Thema findet am morgigen Freitagabend im Cafe Leib ein Vortrag statt, der von der Zwecksparkasfe der Selbsthilfe der Arbeit veranstaltet wird. 3nteressenten werden im heutigen Anzeigenteil eingeladen. Näheres in der Anzeige. stellen sic. hundert Wünsche bringen sie vor. 3n der Schule wurde am Montag der Adventskranz. aus grünen Tannenzweigen geflochten, mit roten Lichtlein besteckt, aufgehängt. Es war ein kehr betrug in 1928 in 141941 Posten 45 750 000 düstrer Morgen, und gar lieblich nahm sich der Mark. Der Gesamtumsatz stieg von 102 900 000 Kranz der brennenden Kerzen aus. Ein ahnungs- Mark aus 118 200 000 Mark. Die Rechnung schließt volles Schweigen ging durch die Klosse, eine in- mit einem Rechnungsrest von 412 539,29 Mark. nerc Vorfreude ließ die Herzen erheben: Nun Aus dem Rechenschaftsbericht geht hervor, daß kommt das schönste Fest, „das wir auf Erven auch die hiesige Sparkasse sich mehr und mehr dem - .. , Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: Lichtbil- Mn™ '^nf*aette( getrieben? «amburg. Gbr.iMint.4cn. Wenn bu aber to>Mm n.cht 'gÄ9 20.15 UfcS.l? ^crUg ^iDoröen btft, unö das 'st sicher de K . __ (Bortraq über Stosfmalerei mit Ausstellung, dann schreibe ruhig weiter 16,30 bis 18,30 Uhr und von 20 bis 22 2hr. juni Fenster hinaus, wenn bie 6ferne blnifen. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die weiße dann fliegen die kleinen Englern unftchtbar am $ßUe oon Astoria-Lichtspiele: .vjuninel entlang und ue^nen alle Wunschzettel ^önig Howbvy" und „Der Straßensänger von mit. Wenn du sie auch nicht siehst, lege den Zettel ntcncs|Q« Fenster. Er wird abgeholt und dem _ dem S t a d t t h e a t er b u r e a u E'hr'ltkindlein überreicht. , , , wird uns geschrieben: Morgen. Freitag, 6. De- Unb wenn du merkst, daß esi mi W naä) ^rnkxw. 20 Ahr. Berstls Lustspiel „Skribbhs Sup- Mandeln. Margipan und andern guten Sachen nö pje besten". — Sonntagvormittag zweiter duftet, dann sei nicht neugierig, sondern Der- > v- - - 1 - - • - - - suche, der Mutter zu Helsen, wo und wann du kannst. Laß' aber deine Finger von all den Sachen, die du nicht berühren sollst! Das Christkind sieht und merkt alles. Schreib auch X'Z) Heidjsbunö der 31011- ölenHöeredihglen Am SamStag, dem 7. Dezember 1929, abends 8 Uhr WMWsM mfiflth.BerelnsljaDS. Die Bescherung für dte Ktnder beginnt nachmllt. um3,30Uhr Für die Abendseier können Gajte ein- geladen werden. Sonntag, d. 8. Dezember, nachm.. Zu ammenkunftauider Hardt. Die nächste Versammlung ist am 14.12. (f. Bundeszeit, vom 20.11). die sich die Pflege ihres Heims erleichtern and mühelos einen dauerhaften, trittfosten, naß wischbaren Hochglanz erzielen wollen, verwenden nnr nur ölectricum, die schnell schmerrbesrcicnde Einreibung. 3L M. 1.25.2.— und 3L0. in Avotb. und Drogerien erbültlich. Familie Job. Listmann und Kinder Gießen, Lieh, den 5. Dezember 1929. Bregen Erkrankung des jetzigen f. sofort sauberes, zuverläss. Mädchen Große Zigarren- und Tabak-Versteigerung Freitag,den 6. 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Er ist einer der wenigen Heerführer gewesen, die niemals Generalstäbler waren, sondern stets ein Truppentommando hatten. 2lls Kommandeur des 17. Armeekorps, das sich im wesentlichen aus dem uns entrissenen Westpreuhen rekrutierte, ging er in den Feldzug und verteidigte zunächst Ostpreußen gegen den ersten Russeneinsall. Dann wurde er der Führer der 9. Ärmee, die in Polen siegreiche Kämpfe gegen weit überlegene russische Streitkräfte durchfocht. Sein Werk ist im Jahre 1915 der berühmte Durchbruch am Dunajec gewesen, bei dem ihm der spätere Chef der deutschen Heeresleitung, General von S ee ck t, als Generalstabschef treue Dienste leistete, jener Durchbruch, der zur Äufrollung der gesamten russischett Front führte, und die Zerschlagung der russischen Armeen in die Wege leitete. Schuld der militärischen Führer im Osten ist es sicher nicht gewesen, weim die dort errungenen Siege nicht zur Herbeiführung eines billigen Friedens mit Rußland, sondern — zur Gründung des Königreichs Polen benutzt tourten. Später kommandierte Mackensen eine Heeresgruppe an ter Südfront und geriet sogar bei dem allgemeinen Zusammenbruch in Gefangenschaft. Er ist ter Typus des ritterlichen preußischen Offiziers. Pflichttreu gegen sich selbst, anspruchsvoll gegen seine älntergebenen, aber dabei fürsorglich, das si nd die Eigenschaften, die zu einem guten preußischen Offizier gehörten und die Generalfeldmarschall von Mackensen in so hervorragendem Maße besitzt. Es ist bekannt, daß das Herz des Achtzigjährigen der alten Zeit gehört. Das hat ihn aber niemals gehindert, gerate ter deutschen Jugend Pflichttreue gegen den Staat zu predigen. Immer wieder hat er die GelegenhÄt, bei den großen Aufmärschen des Stahlhelms benutzt, um ter deutschen Jugend einen Begriff von den Eigenschaften zu geben, die der Staat von seinen Mitbürgern verlangen muß, wenn er gesund bleiben soll. Dem jugend- frischen Jubilar wünscht das ganze Volk noch einen langen gesegneten Lebensabend. Möge die Saat, die er immer wieder in die Herzen ter deutschen Jugend streut, aufgehen zum Segen des Vaterlandes I Ritterliche Feinde. In London hat sich eine sehr merkwürdige Begegnung vollzogen. Der Führer der deutschen Truppen in Ostafrika während des Weltkrieges, General von Lettow-Vorbeck, weilte als Ehrengast auf einem Festabend ter ehemaligen britischen Ostafrikakämpfer, der von Lettow-Vorbecks Gegner. General Smuts, geleitet wurde. Die beiden Heerführer, die sich früher feindlich aegenübergestanden hatten, wurden mit großer Begeisterung begrüßt. Rach dem Trinkspruch auf den englischen König folgte der auf den deutschen Reichspräsidenten. General Smuts hieß den Gast willkommen unb betonte, daß es sich jetzt darum handele, freundschaftliche Empfindungen zu pflegen, die sogar auf dem Schlachtfeld geherrscht hätten. Denn wenn die Gegner sich auch zu schaden versucht hätten. Erbitterung habe es nie gegeben. Lettow-Vorbeck Das Erbe des Herrn vonAnfietten. Romern von 3- Schneider-Foersil. älrheber-Rechtsschntz durch Verlag Oskar Meister. Werdau i. Sa. 18. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Sag'n tuns — —" Würz hielt verlegen inne und setzte wieder zum Sprechen an, „ter Herr Baron ist ungeschickt, wann er's so genau nimmt und koa Schritterl auf die Seit'n geht, wos doch die gnädige Frau auch net grab streng halt mit dem Verheiratsein." Anstetten schlug das Blut ins Gesicht. „Das ist alles Verleumdung, Stefan. Ich habe doch auch meine Augen offen. — Unb zudem — wenn bu gerecht denkst — ist sie ja eigentlich Witwe." „Rach meiner Ueberzeugung net,“ erregte sich Würz. „Ich glaub, wann ich an dem Herrn Baron seiner Stellen wär, ich — — —" Er mußte den Sah unterbrechen, denn Bernd kam den Hang heraufgeloufen und schwenkte schon vom weitem den Hut. „Vater, too bleibst du denn! — Ich habe mich schon heiser geschrien, weil Friedrich sagte, du wärest nach dem Wald gegangen. — — — Guten Abend, Stefan." Er reichte dem jungen Menschen die Hand und schob dann seinen Artn in den des Vaters, wartend. bis dieser das „Gute Rächt" des Jägers erwidert hatte. Reben ihm herschreitend, sagte er knabenhaft naiv: „Ich hätte gar nicht geglaubt, daß sich die Mama so fürchterlich um dich sorgen könnte!" „Hm mich?" Anstetten sah ihn ungläubig an. Bernd nickte ernsthaft. „Deswegen bin ich ja auch fortgelaufen, dich zu suchen. — Sie war ganz außer sich, als du zum Abendtisch nicht kamst und meinte, es müßte dir etwas passiert sein, denn das hättest du iwch nie getan, daß du wegbleibst, ohne ihr Bescheid zu geben.“ Der Baron setzte langsam Schritt für Schritt und fühlte das Pulsen seines Blutes. Am Eingänge des Hochwaldes tauchte Friedrich auf, wartete aber gar nicht auf das Räherkommen der beiden Herren, sondern machte rasch wieder kehrt. In Anstettens Ohren brauste und dröhnte es. — Hans Peter, begehe ich einen Raub an dir? — Er wollte nach seinem Zimmer gehen, sich umzukleiden, da Bogners Gewand ihm etwas weit am Körper hing, aber Bernds Stimme flehte so dringend: „Komm erst zur Mutter!" Und als er trotzdem den Weg nach seinen Räumen einschlagen wollte, stieß ter Knabe erregt hervor: „Vater! — ich ertrage das einfach nicht mehr, wenn das so weitergeht." sprach nur einen Sah als Politiker: „Wenn General Smuts von Frieden gesprochen hat, so bin ich überzeugt, daß er einen Frieden meint, unter dem auch ein großes und stolzes Volk leben kann, ohne an sich selbst zu verzweifeln." Durch diesen einen Satz wurde die Londoner Kundgebung weit über den Rahmen dessen erhoben, was sich sonst so häufig auf internationalen Verbrüderungsfesten mit pazifistischem Anstrich abspielt. Ein konservatives englisches Blatt gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß die Veranstaltung sich von jedem sentimentalen Pazifismus ferngehalten habe. In der Tat sehen auch wir das Erfreuliche darin, daß aufrechte Männer miteinander gesprochen haben, ohne sich die verlogenen Redensarten vermeintlicher Friedensfreunde zu eigen zu machen. Der englische Soldat versteht ein solches offenes Wort ganz gut. Er würde es für einen Mangel an Ehrlichkeit gehalten haben, wenn der deutsche Führer ter Ostafrika-Truppen an dieser Stelle nicht ein Bekenntnis für einen gerechten Frieden, unter dem unser Volk leben kann, abgelegt hätte. Es war sicherlich nicht unbeabsichtigt, daß Lettow-Vorbeck in diesem Zusammenhang auch das Wort sprach. General Smuts sei nicht nur ein tapferer Soldat und ein kluger Heerführer gewesen. sondern er habe auch viel Menschlichkeit bewiesen und Achtung empfunden vor dem Menschenleben auf anderer Seite, er habe ferner eine sehr angemessene Achtung vor dem feindlichen Privateigentum gezeigt. Diese Worte richteten sich offenbar an öic Adresse des englischen Schahkanzlers Snowden, von dem man leider das gleiche nicht behaupten kann. Lettow-Vorbeck wies darauf hin, daß es in England und in Deutschland Leute gebe, die nicht damit einverstanden seien, daß er ter Smuts- schein Einladung gefolgt sei. Er habe sie trotzdem angenommen, weil er in Smuts einen gerechten, tapferen und ehrenhaften Gegner erblicke, er sehe in der Einladung nicht nur eine Höflichkeit gegen den deutschen General, sondern auch ein Zeichen ter Achtung für die braven Offiziere und Mannschaften, die auf deutscher Seite gefochten fjätten. Der Beifall, der diesen Worten folgte, beweist, daß Lettow-Vorbeck in England verstanden worden ist. Mit solchem Auftreten wird der Achtung des deutschen Ramens im Auslande sicherlich großer Ratzen erwiesen. Ein neues Kabinett in Belgien Die belgische Regierungskrise ist gelöst, I a s p a r, der den Auftrag erhalten hatte, ein neues Kabinett zusammenzustellen, hat dem König bereits die Ministerliste überreicht. Er ist also sein eigener Nachfolger geworden, auch Katholiken und Liberale haben sich wieder zusammengefunden. Die Regierungskrise war lediglich deswegen damals ausgebrochen, weil Jaspar non dem liberalen Ministern die sofortige Zustimmung zur F l a m i • sierung der Genter Universität verlangt hatte und ihnen nicht gestatten wollte, sich vorher das Einverständnis ihres Parteikongresses geben zu lassen. Inzwischen ist auf dem Parteitag ter Liberalen eine Resolution angenommen worden, die sich nicht gegen die Verflamung ausspricht, wohl aber verlangt, daß in Flandern die französische Kultur nicht vollkommen beseitigt werden soll. Es ist also alles in Ordnung, Katholiken und Liberale konnten sich wieder in einer Koalition zusainmenfinden. Eine andere Möglichkeit war nicht gegeben, da die S o - io listen schon vor Wochen beschlossen hatten, sich an keiner Regierung zu beteiligen, solange das erst vor kurzem gewählte Parlament nicht auf« gelöft fei. „Hände hoch - Kriminalpolizei!" Was ich in ISjäforigem Kampf gegen das internationale Verbrechertum erlebte. Von Kriminalkommissar Ernst Engelbrecht. Copyright by Greiner & Co., Berlin NW 6. XIII. Verbrecherehre. Ein interessantes Kapitel ist die „Verbrecher- ehre". Das Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich bezeichnet als Verbrecher nur den Gesetzesfrevler, dessen Straftat mit einer Zuchthausstrafe oder mit mehr als fünfjähriger Festungshaft bedroht ist. Anders aber der landläufige Begriff „Verbrecher", unter dem eigentlich alle zusammen- gefaßt werden, die getoerbs- oder gewohnheitsmäßig gegen Strafgesetze verstoßen haben, mögen sie auch nur kürzeren Gefängnisstrafen verfallen fei. So gelten gemeinhin Zuhälter, gewöhnliche Diebe und Betrüger als Verbrecher, trohteni sich ihre Delikte strafrechtlich nur als Vergehen hinstellen, wogegen man die Festungs- gefangenen gerne mit dieser Bezeichnung verschont, auch toeim sie durch eine mehr als fünfjährige Strafe auf die Bezeichnung „Verbrecher" rechtlich Anspruch haben. Delikte gegen die Sicherheit des Staates und unterer politischer Ratur sind, mit Festungshaft bedroht, bei einigen von ihnen überläßt das Gesetz die Entscheidung, ob auf Zuchthaus ober Festungshaft zu erkennen, dem Gericht. Das Motiv, das zur Begehung der strafbaren Handlung Veranlassung gab. ihr zugrunde lag, ist für die Wahl der Straftat ausschlaggebend. So kann es deshalb leicht geschehen, daß für ein und dieselbe strafbare Handlung der eine Täter zu einer Zuchthausstrafe verurteilt wird, während der andere mit einer, wenn auch längeren Festungs- strafe davonkommt. Der erste hat eben aus niederen, gewinnsüchtigen, der andere aus edleren Motiven heraus sich gegen das Strafgesetz vergangen. Von den Münchener Spartakisten wurden aus diesem Grunde seinerzeit eine größere Anzahl der Festungshaft und andere wieder dem Zuchthaus zugeführt. Daß diese Festungsgefangenen, die nach landesüblichem Strafgesetz ein Verbrechen begangen haben, noch Ehrgefühl besitzen können, oft sogar gerate ein ganz besonders stark entwickeltes Ehrgefühl, liegt auf der Hand. Diese Leute sollen auch bei den folgenden Betrachtungen aus dem Spiele bleiben. Wir wollen uns nur mit dem gewöhnlichen Verbrecher beschäftigen, dem 'Verbrecher, dessen Straftat das Gesetz mit Zuchthaus bedroht, und mit all dem Gesindel, das man landläufig eben mit „Verbrecher" bezeichnet. Aber auch hiervon müssen wir von Dorn- herein die Leute ausscheiden, die auf Grund ' anormaler Veranlagung zum Verbrecher wurden, oder aber, was besonders bei Meineidsfällen gar nicht so selten vorkommt, aus menschlich verständlichem Ehrgefühl heraus, ihre eigene Ehre geopfert haben, um die eines anderen zu Anstetten zuckte zusammen. „Dann komm!" Die Baronin stand weiß wie ter Tod, in ihrem kleinen Salon, als Sohn und Gatte bei ihr eintraten. „Das war rücksichtslos!" warf sie ihm zornig hin. „Mutter!" Bernd lief auf sie zu und schloß ihr den Mund mit dem seinen. „Was war rücksichtslos?" In Hans Peters Augen flammte es auf. Jedes Wort, das er heute gehört hatte, erwachte in seinem Erinnern. „Daß du toegbleibft, als ob bu keine Verpflichtungen hättest! — Daß du deine Wege gehst, als wären Bernd und ich Luft! Daß du es gar nicht der Mühe wert findest, Bescheid zu sagen, wenn bu einmal nicht am Tisch erscheinst." „Ist bas so fürchterlich?" — Er konnte den Spott in seiner Stimme nicht mehr dämmen. „Gibst bu mir Befcheib, wohin du gehst?-- Weih ich, too bu dich aufhältst, wenn du ganje Rachmittage toegbleibft? — — Bernd, laß mich ein paar Minuten mit der Mutter allein." Er zeigte bittend nach ter Türe. Der Knabe verlieh den Raum. Anstetten hatte inzwischen seine Fassung wie- tergefunten. Er stand hochaufgerichtet und schob den Stuhl, den Brunhilde ihm zugeschoben hatte, von sich. „Ich habe auf einen anderen Empfang gerechnet. — Bernd sagte mir, du hättest dich gesorgt." Aus seinen Worten sprach offener Hohn. Mit ihrer Selbstbeherrschung war es 511 Ente. „Du bist eben ein Rarr!" Ihre Stimme schrillte. „Der gleiche Rarr, der bu warst, ehe du nach Indien gingst! — Jeder andere würde sich nehmen, was ihm gehört, jedem starken Arm würde ich mich beugen — — aber einer Memme, wie du — —“ Sie kam nicht weiter. Zwei eiserne Hände drückten ihre Achseln zurück: zwei Arme preßten sie so fest gegen seinen Leib, bah ihr Kopf wehrlos gegen die Bsust des Mannes glitt, der wieder und wieder feine Lippen in die ihren wühlte. Mit kechenden Lungen gab er sie frei, daß sie taumelnd Halt an der Marmorverkleidung der Heizung suchen wußte. Ihr Gesicht war entstellt, während das seine bleich von der roten Tapete der Wand abstach. „Entschuldige--wenn ich zu weit ging!“ Sie mied es, ihn anzusehen. Er griff nach der Wasserkaraffe auf dem Tisch, goß ein Glas davon ein und reichte es ihr. „Trink, bitte!“ Er starrte nach ihren Oberarmen, auf deren Weiher Haut sich seine Finger abprägten. „Vielleicht legst du etwas Puder darüber." Er fühlte, wie ihn eine Art Schwindel erfaßte und ihn nach rückwärts taumeln ließ. „Du hast mich soweit gebracht — daß ich vergah — wie rechtlos ich bin." Unter halbgeschlossenen Lidern sah sie nach ihm hinüber. „Es fehlt nur noch, bah du sagst, wir leben im Konkubinat unb ich mühte mich schämen, wenn bich jemanb aus meinen Zimmern gehen sieht." Er erblaßte bis in die Lippen, fühlte, bah er unfähig war, bic Füße vorwärts zu sehen, und benützte die beiten Seitenlehnen des Stuhles als Ruhepunkt. „Vielleicht entschuldigst bu für heute, es wäre mir unmöglich, jetzt mit Bernd zusammenzutreffen." „Hans Peter 1" Er bricht zusammen, dachte sie unb machte erschrocken einen Sprung nach ihm hin. „Gott, der Junge ist doch keine zehn Jahre mehr. Komm herüber in mein Schlafzimmer, bitte und bring dein Haar in Ordnung. Vielleicht nimmst du einen Schluck Kognak. So kannst du bich ja gar nicht sehen lassen." Wie ein Rachtwandler ging er neben ihr her, sah ben intimen Raum, der den Duft ihrer Persönlichkeit ausströmte und muhte den Kopf etwas hintenüber legen. Sie reichte ihm ihre weihe Dürste und entfernte ein Blondhaar, das sich an seinem Aermel verfangen hatte. Ein undefinierbares Zucken spielte um ihren Mund, als sie ihm jetzt ein Glas Kognak an die Lippen hielt. „Ich danke dir. Brunhilde!" Er hob ihre Finger hoch und konnte nicht verhindern, daß sie dabei das Hämmern seines Blutes fühlte, das durch seine Adern raste. „Wäre es dir lieb, wenn ich hier in meinen Zimmern servieren liehe?" Eine Welle Blutes jagte über sein noch eben fahles Gesicht. Sie hatte schon auf die Klingel gedrückt: „Friedrich soll in meinem kleinen Salon decken", befahl sie dem eintretenden Mädchen. „Sagen Sie es auch dem jungen Herrn Baron, er mochte heraufkommen, damit er nicht vergeblich wartet," Als Bernd einige Minuten später eintrat, sah er die Eltern in ruhigem Gespräch an tem kleinen, runden Tische sitzen, den Friedrich in aller Eile geordnet hatte. Der Vater war zwar etwas blaß und wortkarg, aber dafür trug das Gesicht ter Mutter einen frohen, beinahe belustigten Ausdruck. Cs wurde ein schöner Abend, wie man ihn noch nie erlebt hatte, seit Anstetten aus Indien zurück war. Bernd kühte seine Mutter beim „Gute Rächt" sagen mit solchem ilngeftüm, bah sie sich seiner kaum zu erwehren wußte. Anstetten löschte im Schlafzimmer sofort das Licht und warf sich ruhelos von einer Seite nach der anderen: „Hans Peter! — Verzeihe mir, Hans Peter! — Aber es war stärker als alles!" Bernd horte den Vater stöhnen und richtete sich in den Kissen auf: „Bist bu nicht wohl, Papa?" schützen. Daß ein solcher Verbrecher trotz seiner Zuchthausstrafe immer noch Ehrgefühl haben kann, wird wohl niemand bestreiten. Wie steht es nun aber mit den anderen, den gewerbs- oder gewohnheitsmähigen Verbrechern, dem schweren Jungen, dem Diebe, Gauner. Zuhälter, Bauernfänger. Falschspieler, ter Dirne usw., kurz den Leuten, deren Strasdelikte zweifellos eine ehrlose Gesinnung zeigen? Völlig bar jedes Ehrgefühls und jeder Empfindung von Ehre und Pflicht leben sie ihr Verbreicherleben, und es gehört wohl zu den seltensten Ausnahmen, wenn man bei einem dieser Leute auch nur einen Rest von Ehrgefühl antrifft, ilnö dennoch ist es Wohl jedem erfahrenen Kriminalpraktiker schon vorgekommen, daß er auch in der Seele eines solchen Verbrechers ein kleines Fünkchen von Ehrgefühl glimmen sah und durch geschickte und eindringliche Vorhaltungen ehrliche Reue erwecken konnte. Selbst ter verstockteste Verbrecher hat Momente, in denen er weich wird und dann Zuspruch und Ermahnungen zugänglich ist. Hier sind es die Erinnerungen an das Elternhaus, dort ist es die Sehnsucht nach der Familie, die den Verbrecher wehmütig stimmen, und einer inneren Einkehr den Weg ebnen. Dann kann es gelingen, den glimmenden Funken zur Flamme zu entfachen, noch in letzter Stunde den Gewohnheitsverbrecher zur Erkenntnis zu bringen, ihn seiner Umgebung abzuringen und der menschlichen Gesellschaft zurückzugeben. Für den Verbrecher ist die Ehre etwas ganz anderes als für die bürgerliche Gesellschaft. Auch er, der Verbrecher, hat seine Ehre, eine Berufs - ehre, die sich aber im allgemeinen auf Treue zu feinen Komplicen und innigste Kameradschaft seinen Freunden gegenüber beschränkt. Unb in dieser seiner Berufsehre ist der Verbrecher meistens zuverlässig. Verrat oder Imstichlassen eines Genossen würde ihm als das größte und gemeinste Verbrechen erscheinen. Der Verbrecher selbst ist oft geneigt, diese Treue und Kameradschaft feinen Genossen gegenüber seine „Ehre" zu nennen. Die Ehrbegriffe haben sich bei dem Verbrecher verwischt, ebenso das Gefühl von Recht und Unrecht. Sein gewohnter Verkehr in Derbrecher- kreisen hat ihn die hier herrschende Auffassung von „Ehre" sich zu eigen machen lassen. Trotzdem ist ter Verbrecher aber gelegentlich vermessen genug, bei polizeilichen oder gerichtlichen Vernehmungen Ängaben mit seinem Ehrenwort zu bekräftigen und von jedermann das unbedingte Vertrauen zu diesem Ehrenwort zu verlangen. Und, so unglaublich es klingen mag, solch einem Ehrenwort darf man in den meisten Es ist uns gelungen, eine Reihe von hochinteressanten Aufzeichnungen zur Veröffentlichung zu erwerben; es handelt sich dabei um die wahrheitsgetreue, aus bester Quelle stammende Schilderung der Tätigkeit jener Mademoiselle Docteur der bedeutendsten deutschen Spionin, welche während des Weltkrieges und kurz vorher mit dem Einsatz ihrer ganzen Persönlichkeit im Westen für uns gearbeitet und hervorragende Erfolge erzielt hat. Wir werden am Samstag, 7. Dezember, mit dem Abdruck dieser aufsehenerregenden Lektüre beginnen. Als keine Antwort kam, ließ er sich wieder zurücksinken. Der Mann, welcher da Seite an Seite mit ihm schlief, mußte sich ganz allein durch diese Rot seines Lebens kämpfen. In Frau Brunhildes großem Schrankzünmer standen die Koffer aufgetürnrt. Die Riesendimen- sionen der beiden Hutschachteln nahmen sich dazwischen aus wie die Trommeln einer Regimentskapelle. Mitten durch all den Wirrwarr der Garderobe slihtc das schlanke Persönchen ter Zofe unb schleppte all bas „Anentbehrliche" herbei, das eine schöne Frau benötigt, wenn sie auf Reisen geht. Brunhilte hatte am Morgen von ihrem Vater, dem General Löhen, einen kurzen, ater inhaltsreichen Brief bekommen, der sie und den Jungen einlud, mit ihm einige Wochen in Ostende zu verbringen. „Ich denke, du wirst nichts dagegen haben", mit diesen Worten hatte sie dein Gatten beim Mittagstisch darüber Bericht erstattet. Er war für den Moment etwas überrascht gewesen und hatte zu Bernd hinütergeblickt. „Muht du nicht bei Schulbeginn zurück sein?" „Ich bleibe natürlich bei dir, Papa." „Ratürlich!" hatte die Mutter verärgert herausgestoßen. „Du bist ohne Zweifel ein sehr guter Sohn, Bernd." „Mama, bu wirft mich nicht entbehren. — In Ostende nicht", setzte er rasch hinzu. „Wenn Papa fortführe, und du bliebest zurück, würde ich dich auch nicht allein lassen, sondern hier bei dir bleiben." „Schön, ich will es also glauben. Zum Klassenbeginn kommst du jedenfalls nach Hause." Mehr wurde nicht gesprochen. Brunhildes Nerven fieberten. Der Vater ahnte nicht, wie sehr ihr seine Einladung gelegen tarn. Einmal brauchte sie in Ostende nicht zu fürchten, mit Oertzen zusammenzutreffen und andererseits war sie auch nicht mehr gezwungen, bei den Mahlzeiten das zermürbte Gesicht ihres Mannes sich gegenüber zu sehen, das sie noch bis in ihre Träume verfolgte. Die Zofe war beauftragt worden, die Route herauszusuchen, fand sich aber in dem Angetüm von Fahrplan nicht zurecht und rief die Hilfe der Gebieterin an. Brunhilte riß ihr das Buch gereizt aus den Händen: „Gott, was sind Sie ungeschickt!" Aber auch ihre eigenen Versuche, Klarheit in das Streckengewirr zu bringen, scheiterten. Wofür hatte man schließlich einen Mann, ter sechs Jahre lang ein Globetrotter gewesen war. Sie sah sich gezwungen, nach dem Westflügel hinüter- zugehcn und seinen Rat zu holen. (Fortsetzung folgt.) Fällen auch Wirklich Glauben schenken. GS ist sogar schon vorgekommen, bah ein mehrfach vorbestrafter Verbrecher die Richtigkeit seiner Angaben bei der polizeilichen Vernehmung unter Ehrenwort versicherte und dann bei der Verhandlung gegen ihn lieber eine erklecklich höhere Strafe Tn Kauf nahm, als die Wahrheit der unter Ehrenwort gegebenen Erklärungen abzustreiten. (Schluß folgt.) 7-Llhr- ober 5-Llhr-Laden- schluß am Heiligen Abend? Vom Landesverband des Hessischen Einzelhandels, Sih Darmstadt, wird uns geschrieben: Herr Kore 11, Minister für Arbeit und Wirtschaft, hat vor einigen Tagen in der Presse zugunsten des 5-Ahr-Ladenschlusses am Heiligen Abend Stellung genommen. Wir sehen uns gezwungen, den dort gemachten Aus- sührungen entgegenzutreten, da der Herr Minister die Angelegenheit lediglich von ethischen Gesichtspunkten betrachtet, die wirtschaftlichen Bedürfnisse wohl nicht kennt, sie zum mindesten aber außer acht gelassen hat. Die Vertretung des Einzelhandels ist jedenfalls nicht gehört worden. Mit Erstaunen haben wir die Behauptung gelesen, daß in den Städten Düren. Stettin. Duisburg, Heilbronn, Hildesheim. Lübeck, Groh-Stuttgart, Ulm, Wilhelmshaven-Rüstringen und dem ganzen Land Anhalt der frühere Ladenschluß mit Erfolg durchgeführt sei. Diese Behauptung trifft nicht zu. Richt eine einzige der genannten Städte hat bisher den 5-Ahr-Labenschluß am Heiligen Abend eingeführt, lediglich in Stettin ist man bereit, den 5-Ahr-Labenschluß zuzugestehen, falls ein weiterer Sonntag zum Verkauf freigegeben wird. Ebenso irrig ist die Ansicht des Herrn Ministers, daß die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels für einen früheren Ladenschluß eintrete, weil sie den Spihenverbänden der Industrie, des Großhandels und der Banken empfohlen habe, den Arbeitnehmern die Weihnachtsgratifikationen rechtzeitig auszuzahlen, damit sie ihre Einkäufe ohne Hast tätigen können. Selbstverständlich ist der gesamte deutsche Einzelhandel, also auch der hessische, der Auffassung, daß die Weihnachtsgeschenke möglichst frühzeitig und in aller Ruhe gekauft werden sollen. Es läßt sich aber in vielen Fällen gar nicht vermeiden, daß Einkäufe erst in letzter Minute getätigt werden. Viele, die erst spät am Weihnachtstag an ihrem Heimatort eintreffen können, Verwandte und Bekannte, die den Heiligen Abend bei befreundeten Familien verbringen, Angestellte und Beamte, die ihre Weihnachtsgratifikation spät erhalten, alle diese Kreise wollen oft noch Einkäufe für das Fest besorgen. Man nimmt ihnen in Zukunft durch einen zu frühen Ladenschluß diese Möglichkeit, so tritt eine ernste wirtschaftliche Schädigung des Publikums und der Kaufmannschaft ein. Die Weihnachtszeit ist die Hauptgeschäftszeit im Einzelhandel. Der Einzelhandel hat daher die Verpflichtung, den wirtschaftlichen Bedürfnissen nachzugeben und für ausreichende Kaufgelegenheit auch am Heiligen Abend zu sorgen. Die Behauptungen von außenstehender Seite, daß die Menschen, die noch am Heiligen Abend zwischen 5 und 7 Ahr ihre Einkäufe besorgen, nicht zu den besten Kunden gehören, die unüberlegt erstandenen Waren nach Weihnachten wieder umtauschen müßten, oder, daß das Geschäft nach 5 Ahr gleich Rull wäre, schlagen den Tatsachen direkt ins Gesicht und beweisen, daß die Befürworter des frühen Ladenschlusses die wirklichen Verhältnisse gar nicht kennen. Die von uns im vorigen Jahr auf Grund eingehender Erhebungen getroffenen Feststellungen haben die längst bekannte Tatsache bestätigt, dah die am Heiligen Abend in den beiden Stunden von 5 bis 7 illjr noch getätigten Käufe sowohl hinsichtlich der Warenmenge, wie auch hinsichtlich der Qualität der Waren und der erzielten Erlöse einen sehr erheblichen Prozentsatz der ganzen Tageseinnahme ausmachen. Es liegt im Interesse der Hausfrauen, daß diese IUI.....■■■ ---TI IHM......... Bücher lmterm WeihnachtSdaum Deutsche und fremde Erzähler. — Max Mohr: Die Heidin. Roman. 302 Seiten 8°. Ganzleinen. München, bei Georg Müller. (677) — Max Mohr, der von Haus aus Mediziner ist, hat sich vor allem als erfolgreicher Dramatiker von ausgeprägtem Charakter („Improvisationen im Juni"; „Das gelbe Zelt": „Ramper"; „Platingruben in Tulpin" u. a.) einen guten Ramen gemacht; viel zu wenig bekannt ist ferner fein vor kurzem erschienener Roman „Venus in den Fischen", ein ganz modernes Buch, in dem sich Geist, Gefühl und Witz in beschwingter Form zur Einheit verbinden. Auch für die „Heidin", den jetzt herausgekommenen zweiten Roman, hat Mohr das Thema unserer Gegenwart entnommen: er zeigt hier schonungslos, wie ein neues Heidentum sich im modernen Weib leichter als im modernen Mann durchzusehen vermag. Ein Buch voller Spannung und kräftigem Geschehen; es mag der Anlaß fein, wieder einmal mit Rachdruck auf diesen Dichter aufmerksam zu machen. — Georg Grabenhorst: Die Gestirne wechseln. Roman. Leipzig 1929. Koehler & Ame- lcmg, Verlag. 8°. 300 Seiten. Ganzleinen 6 Mark. (377) — Grabenhorst, bekannt geworden durch feinen Erstlingsroman „Fahnenjunker Volkenborn", läßt jetzt die Geschichte eines jungen Menschen der Nachkriegszeit folgen, der aus der gewohnten Bahn der Entwicklung geworfen, den Fluch der „zerstörten Generation" von sich abschüttelt und bewußt noch einmal zu leben beginnt. — Johannes Tralow: König Reu- hoff, ein Weltmann im 18. Jahrhundert. Roman. Verlag Paul List in Leipzig. Preis gebunden 8,50 Mk. (476). — Um cs vorweg zu sagen: für „höhere Töchter" ist der Roman nichts, nut Eifer und viel Geschick paßt er sich im Stil dem Geschmack des galanten Jahrhunderts an. Und noch eins, er ist vielmehr als der Roman dieses westfälischen Landedelmanns, dessen wechselnde Geschicke in aller Herren Länder bis zur recht imaginären Königswürde Korsikas in letzter Zeit für unsere nach neuem und spannendem Stoff jagenden Literaten große Mode geworden. Tralow packt das Milieu des Jahrhunderts, das Tyvischc in der Gestalt Theodor Rcuhoffs und gibt eine Geschichte dieser Zeit großartigsten Heldentums, schlimmster Korruption, verwirk» tefter Politik, eine Geschichte, wie sie in solcher Farbigkeit und solchenr Tentpo ohnegleichen ist Der Sternhimmel im Dezember. Rachdruck verboten! Sonnenaufgang von 7.50 bis 8.15 Ahr. Sonnenuntergang von 15.50 über 15.45 bis 15.55 Ahr. Lichtge st alten desMondes: 1. Viertel am 9. Dezember um 11 Ahr Vollmond am 16. Dezember um 13 Ahr; 3. Viertel am 23. Dezember um 3 Ahr. mfm. Dem aufmerksamen Leser wird vielleicht auffallen, daß oben für den Sonnenaufgang so länger sind natürlich die Rächte und laden zur Sternbeobachtung ein. Immer eindrucksvoller ziehen die Wintersternbilder herauf, und namentlich der Orion, der bald nach Eintritt der Dunkelheit sichtbar wird. lenkt die besondere Aufmerksamkeit des Sternenfreundes auf sich. Warum von seinen beiden oberen und darum zuerst sichtbar werdenden Sternen gerade der minder bedeutende, nämlich der rechts stehende, schon von den Römern mit einem Ramen ausgezeichnet ^/Varz Qi)Juprter ^^Jatum STBBNß/LOBR: G/fO/ZE BUCHES, /TABEN / ✓ ./fsrn ». Meint Buch- X zfaban ^»VJonne ’Sf \)1 Vierte/ @ Voi/mond (T J. Vierte! w •iS ' / , 5 iS, Der die 34 5 tunden zahl en von Mitternacht hie Mitternacht einet Taget enthaltende Kreit und die dich punhtiert» Linie, der eogenannte Horizont, find fert- itehend zu denken. Der Sternhimmel dreht rieh tarnt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelruhr — in 33 Stunden und 56 Minuten im Sinne det gelogenen Pfeile einmal um feinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatsmitte X&ill man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man eich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt: dadurch werden die zu 'dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der gerade Pfeil 1/3 Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte 1/3 Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Det Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Licht• gestalt ■zeigt. nur zwei Zeiten, für den Sonnenuntergang aber drei angegeben sind, die sich auf den Monatsanfang, den kürzesten Tag und das Monatsende beziehen. Das ist nicht etwa ein Versehen, sondern hat seinen guten Grund darin, daß es der Sonne geht wie manchen Menschenkindern auch: Das frühe Aufstehern befjagt ihr weit weniger als das längere Qlufbleiben abends, und so benutzt sie zwar gern die ihr vom Kalendermacher gegebene Freiheit, vom kürzesten Tag an etwas länger über dem Horizont zu verweilen, wodurch eben die Tage länger werden- aber auch morgens früher zu erscheinen, fällt ihr trotzdem nicht ein. Sie geht gegen Jahres- schluh sogar noch etwas später auf als am kürzesten Tag, aber natürlich handelt es sich dabei nur um wenige Minuten; während des ganzen Monats sind die Tage außerordentlich kurz. Am beiden letzten Verlaussstunden erhalten bleiben, denn angesichts der bevorstehenden zwei Feiertage wird so unendlich vieles- vergessen, was am Heiligen Abend und an den Festtagen erwünscht und notwendig ist, so daß sich dann doch in den letzten Stunden vor Geschäftsschluß jenes charakteristische Gedränge in den Straßen und in den Geschäften ergibt. Es ist bemerkenswert, daß auch die drei führenden Hausfrauenorganisationen von Hamburg die Rotwen- digkeit des 7--Ahr-Ladenschlusses am Heiligen Abend anerkannt haben. Es kann nicht Aufgabe des Einzelhandels fein, sich den Wünschen und Bedürfnissen der Verbraucher entgegenzustellen und immer wieder als Erzieher der Kundschaft auftreten zu wollen. Was nach dieser Richtung hin geschehen konnte, um die Verbraucherschaft zu überzeugen, daß ihr bei frühzeitigem Einkauf bessere Auswahl und sorgfältigere Bedienung zu- gesichert werden kann, ist geschehen, keinesfalls aber darf man dem Einzelhandel zumuten, die Derbraucherschaft vor den Kopf zu stoßen »und die Ladentüre zu schließen, wenn noch anerkanntes Kausbedürsnis vorhanden ist. Die wurde Bellatrix, die Kriegerin . während der hellere, links stehende, erst von den Arabern einen Ramen erhielt - Beteigeuze, die Schulter, nämlich die des Orion , ist schwer zu sagen; ebenso auch, worin das Kriegerische des zuerst erscheinenden Sterns des Orion besteht. Don den Wandelsternen ist, wenn wir von der langsam als Morgenstern verschwindenden und deshalb nicht mehr sehr eindrucksvollen Venus absehen, nur der Jupiter sichtbar. Er erstrahlt im höchsten Glanz, ist die ganze Rächt über sichtbar, und dies noch dazu in dem wohlbekannten Sternbild des Stieres, das auch seine Bewegung leicht zu beobachten gestattet. Er bewegt sich rückläufig und nähert sich der Verbindungslinie Aldebaran-Plejaden. Küstermann. wirtschaftliche Lage des Einzelhandels gestattet ihm nach dieser Richtung hin auch keine Experimente, denn er ist tatsächlich auf jeden Pfennig zwingend angewiesen, um in dem gegenwärtigen harten Ringen feine Existenz überhaupt erhalten zu können. Für den Ethiker. insbesondere denjenigen, der die Liebe zum Rächsten lehrt, der fein gesichertes Einkommen bezieht, ist es sehr leicht, den 5-Ahr-Labenschluß am Heiligen Abend als dringendes Erfordernis unserer Zeit zu bezeichnen, er möge sich aber einmal in den Alltagskampf hinausstellen, dann wird ihm sehr rasch klar toerben, daß manche Wünsche in dem erbitterten Ringen ums Dasein eben einfach unerfüllt bleiben müssen. Woher soll der Geschäftsmann das Geld nehmen, um die auf ihm liegenden enormen Lasten steuerlicher und sonstiger Ratur zu tragen, womit soll er sein Personal bezahlen und auf dem heutigen Stand erhalten, wenn ihm immer wieder zugemutet wird, gewissen Annehmlichkeiten zuliebe auf einen Teil seiner Einnahmen zu verzichten? Der Einzelhandel kann sich in die Gedankengänge der Freunde des 5-Ahr-Ladenschlusses sehr gut hineindenken, er hat Verständnis für die gefühlsmäßigen Erwägungen, die für den 5-Ahr- Ladenschluß am Weihnachten sprechen, aber er kann diesen Wünschen nicht Rechnung tragen, weil aus realen Tatsachen heraus eine Möglichkeit hierzu nicht gegeben ist. Es bedeutet daher für gewisse andere Kreise eine große Verantwortung^ wenn sie glauben, sich in dieser Angelegenheit e>n- mischcn zu müssen, ohne selbst davon irgendwie betroffen zu fein. Die wirtschaftlichen Kreise haben erkannt. daß der 7- Ahr-Ladenschluß am Heiligen Abenb nach wie vor eine wirtschaftliche Notwendigkeit ist Sie lehnen die Bestrebungen auf Einführung des 5-Ahr-Ladenfchluffes als gegen die Interessen des Handels gerichtet und aus Rücksicht auf die Bedürfnisse der Käuferschait entschieden ab. Oberheffen. Die Anfechtung der Schottener Gemeinderatswahl. a Schotten, 4. Dez. Der Kreisausschuh des Kreises Schotten befaßte sich heute in einer öffentlichen Sitzung mit den gegen die Gemeinderatswahl zu Schotten erhobenen Einwendungen. Don feiten der Reklamanten war geltend gemacht worden, es hätte eine Wahlbeeinflussung durch Versprechen und Gewähren von Vorteilen mancherlei Art, Freibier und dergleichen stattgefunden. In der Hauptverhandlung konnte ein Beweis hierfür nicht beigebracht werden. Ferner war ein- getoanbt worden, daß bei der eigentlichen Wahlhandlung Verstöße gegen die geschlichen Bestimmungen vorgekommen seien insofern, als nicht der betreffende Wähler eigenhändig fein Kreuz in den betreffenden Kreis des Stimmzettels gemocht habe, sondern vielfach fei dies durch brüte Personen — der Ehemann für seine Fron und dergleichen mehr vorgekommen. Einzelne Zeugen bestätigten dies auch, daß sie ihrer Fron oder Verwandten bei der Bezeichnung ber Wohlvorschläge dos Kreuz gezeichnet hätten, do bei der Menge ber Wohlvorschlägc und bei ben verschiedenen Wahlen für Kreis. Provinz und Gemeinde ihre Angehörigen völlig im Anklaren gewesen seien. Der Kreisausschuh wies die Einwendungen unter Belastung der Reklamanten mit den Kosten zu- t u cf. Gr vertrat die Auffassung, daß, wenn in einzelnen Fällen die Bezeichnung der Kreuze auch durch dritte Personen vorgekommen sein mag, doch das Wahlergebnis nicht wesentlich beeinflußt worden ist. Ein anderes Resultat wäre wohl nicht herausgckommen. Man hört, dah gegen das Urteil Berufung verfolgt werden soll. Der alte Oemeinberat bleibt bis zur endgültigen Klärung der Sache noch in Tätigkeit. Clubhausweihe auf dem Hoherodskopf X Hoherodsk opf, 3. Dez. Im Beisein einer großen Zahl D. H. C.-Brnber wurde am vergangenen Samstag das neuhergerichtete Clubhaus auf dem Hoherodskopf eingeweiht. Besonders stark waren die Zweiavereine Schotten mit einer besonderen D. H. C.-Iungmannschast. Lauterbach, Herbstein. Gedern, Breungeshain, Alrichstein u. a. m. vertreten. Auch ber neue Skiverband Vogelsberg und Skiklub Wetterau-Friedberg hatte eine Abordnung entsandt. Die Lauterbacher Burgbräu- Brauevei hatte in altgewohnter Weise, wie alljährlich, die nötige Menge Freibier zur Verfügung gestellt. So blieb es nicht aus, daß sich bald eine sehr gemütliche Stimmung auf ber Hohe verbreitete. Treffende Reden des V. H. C.-Vorsitzenden Dr. Bruch Häuser, Alrichstein, Lehrer 2 i n cf, Bürgermeister Menge 1, Schotten. HC. Finger, Lauterbach, Oberförster Walker, Friedberg, belebten die Feier. Durch Radio wurde die Befreiungsfeier der Rheinlande übertragen, auch sonstige Darbietungen. Musik, Vorträge sorgten für Abwechslung. Die Räume deS — Marta Karlweis: Ein österreichischer Don Juan. Roman. 284 Seiten. Brosch. 5 Mk., Ganzleinen 7.50 Mk. Grethlein & Co., Leipzig, Zürich. (611.). — Dieser neue Roman ber österreichischen Dichterin, Jakob Wassermanns Gattin, gibt ein scharf gesehenes Gemälde ber österreichischen Gesellschaft in ber alten Monarchie, ohne bei dieser Zustandsschilde- rung stehenzubleiben. Vielmehr: Aus diesem An- tergrunb entsteht ein reichbewegtes Geschehen, eine Reihe von lebenserfüllten Gestalten hebt sich von ihm ab. Diese leidenschaftlich bewegte Welt kreist um den ewigen Typus des Don Juan, der hier durch seine blutmähige geschichtliche Herkunft bestimmt erscheint. Er ist nicht nur in seinem Verhältnis zu Frauen dargestellt, sondern in feinen dämonischen Beziehungen zur Liebe überhaupt. 2km Ende aber muh er doch dem Teufel verfallen, und natürlich dem Teufel in weiblicher Gestalt. — Gustav Schüler: Von Tieren und Narren. Bilderbuch aus meiner Heimat. 204 Seiten 8°. Ganzleinen 5 Mark. Verlag der I. G. Cotta- fchen Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin. (659.) — Schüler hat hier ein Bilderbuch von seiner Heimat gedichtet, von den Wasserwinkeln und Wäldern, von den Tieren und Leuten des Oderbruchs. Gütig verstehend hat er Menschen geschildert mit kleinen Schwächen und Eigenheiten, Lebenskünstler und Eulenspiegel, lieber diesen Geschichten liegt eine in der heutigen rastlosen Zeit wohltuende idyllische Ruhe und Beschaulichkeit. Ein feines Naturgefühl und eine tiefe Religiosität, eine Liebe zum Kleinen und Allerkleinsten gibt ihnen ein eigenes Gepräge. — Gustav Sondermann: Der Toten Werk. Fünf Novellen vom Tod zum Leben. 232 Seiten 8°. Ganzleinen 5,50 Mark. Verlag der I. G. Cottaschen Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin. (660.) — Zn diesen Kriegsnovellen wird Selbsterlebtes und Erlittenes erzählt. Der helfende Arzt und Kenner letzter Gedanken spricht hier. Fein beobachtet und künstlerisch erfühlt sind die Visionen und Kämpfe der zwischen Tod und Leben stehenden Schmerverwundeten. Wie ein roter Faden zieht sich durch das ganze Werk der Gedanke an das Heer der Toten, die für das Vaterland duldeten und starben. — Der Sieg dcs Hein Ha mm erschlag. Eine Rhein- und Eifclgeschichte von E a H Ferdinands. Zeichnungen von Hermann Scheffler. Verlag Hegel & schade, Leipzig CI. Ganzleinen 3.80 Mark. (595) — Die Erzählung führt uns in die Eifel. Die spannende .Handlung laßt uns bas Schicksal eines jungen Eiflers erleben, der von einem nmllonischen Verwalter, der zugleich sein Vormund wurde, um fein Vätererbe, den alten Hammerschlaghof, betrogen iverden soll. Schwer mißhandelt entflieht er und kommt in die Gesellschaft von drei fantastisch-genialen Landfahrern, die sich seiner Unerfahrenheit annehmen, ihm, nach allerhand krausen Wendungen und Abenteuern, zum Sieg und zu seinem Hof verhelfen und ihn zu einem tüchtigen Menschen erziehen. — Kan Strecker: Rufe aus demDun- f € L Roman. 348 Seiten. Leinen 6,80 Mk. Verlag ber I. G. Cottaschen Buchhandlung Rachfolger, Stuttgart und Berlin. (628) — Der Roman rührt an Geheimnisse des Blutes und der Herkunft, der Liebe und des Instinkts, ohne abstrakt oder lehrhaft zu werben. Gespannt erlebt man die Cöfung der eigenartigen Frage, ob man ein Leben ba weiterleben kann, wo ein anderer aufgehört hat. — Fritz Müller-Partenkirchen: Frauenlob. Geschichten. 208 Seiten 8 '. Brosch. 3 Mk., Leinen 4,50 Mk. L. Staackrnann Verlag, Leipzig 1929. (587) - Frauen und echtem Frauentum sind die Erzählungen dieses Bandes gewidmet, und Fritz Müller, ber schon immer dem Schlichten, Einfachen, dem scheinbar Alltäglichen das Besondere und Beste abzulauschcn wußte, überrascht auch hier wieder durch die für ihn charakteristische Beobachtungsweife des Daseins und der Menschen. — Leopold Weber: Gre11ir, der Wolssgenoß. Eine isländische Saga. Mit drei farbigen Bildern von Ludwig Eberle und einer Karte. Mit mehrfarbigem Amschlag. 112 Seiten 8°. Ganzleinen 3 Mk.. Halbleinen 2 Mk. Für Dreizehn- bis Siebzelinjährigc. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. (642.) Grettir ist der ungebändigte Recke, der sich mit feinen alt- germanischen Wesenszügen nicht von dem ein- dringenden Christentum unterdrücken läßt. Er kämpft rücksichtslos um Manneschrc. um Ruhm und Sieg; hemmungslos herrschsüchtig, lebt er in stetem Konflikt mit seinen Volksgenossen, besiegt alle Gegner-Recken, Anholdc und Trolle, nur nicht — sich selbst. Die Erzählung kommt vor allem für Jungen und Mädchen von dreizehn Jahren an in Frage. — LeoTolstoj: Rach vierzig Jahren. Volkserzählung. Acberseht von Rahel bin G o - rion. 142 Seiten 8". Alexander Fischer, Verlag, Tübingen 1930. Geh. 2.—, geb. 4. . (696) — Die Erzählung ist. worauf das Vorwort der Aeberseherin aufmerksam macht, nicht nur des eigentlichen Themas wegen, sondern auch literarhistorisch interessant. Es ist eine ukrainische Dolks- legenbe, die zuerst von dem russischen Folkloristen und Historiker Kostomarow in ukrainischer Sprache erzählt und dann ins Russische übersetzt wurde. Diese Legende wurde von Tolstoi ergäbt, bann in einer neuen Fassung (1902) veröffentlicht- Die Geschichte ist, obwohl Rahmen und Inhalt von Kostomarow stammen, als Schöpfung Tolstojs anzusehcn, dessen Ausgaben und lieber* sehungen allerdings nur das Schlußkapitel auf genommen haben. — 9 o van A mmers - K Ülker: Maskerade. Ein Liebesroman. Deutfd) von Elfe Otten. 347 Seiten. Brosch. 4.50 Marl, Ganzleinen 8.50 Mk., Halbpergament 15 Mark. Grethlein 8- Co., Leipzig, Zürich. (610) — Das .Kernproblem, bas bas dichte rische Schaffen Jo van Ammers-Küllers beherrscht, steht auch im Mittelpunkt des neuen Romans „Maskerade". In ihren bisherigen Romanen hatte die Did-terin das Problem der Ehe, wie sic sich heute darstellt, aufgeroUt. In diesem Roman aber werden and) die Beziehungen des jungen Mädchens zu ihrer Umwelt in den Kreis der Problematik ein» bezogen. Die Verfasserin sd)ildert mit eingehender psychologischer Kenntnis den Lebens- und Leidens» weg eines jungen Mädchens aus gutem bürgerlichen House, bas die typischen Situationen erfahren muß, denen auszuweichen in unserer heutigen Lebensform nicht mehr möglich ist. — Gabriel Scott: Das eiserne Geschlecht, Roman. Ganzleinen 6,50 RM. Carl Schünemann, Verlag, Bremen. (604). — Ein Roman aus dem Norwegen des 18. Jahrhunderts, breit und voll dahinströmend, schwer, volkstümlich, gradgewachsen. Schwere Prüfungen, junger, Kälte, Fremdherrschaft machen ein Geschlecht hart und ein Volk reif und entschlossen. Das Erwachen der norwegischen Nation wird zum Ausklang dieser Dichtung. Scott erzählt mit der ruhigen, gebändigten, frischen, selbstverständlichen Kraft des Norwegers. Mit klaren unb festen Strichen weiß er die norwegische Natur: das Meer, die Inseln und Küsten, die freien, einsamen, weiten Halden des Berglandes zu vergegenwärtigen. — A. Eh. Dupuy: Intrige um Josephine. Roman. Ganzleinen. 160 Seiten 8°. München, bei Georg Müller. (678.) — Ein historischer Roman, spielend zur Zeit Rapoleons in Wien, fesselnd sowohl durch die im Mittelpunkt der Ereignisse stehenden geschichtlichen Gestalten des Kaisers unb ber Josephine, — als auch durch den spannenden unb verwirrenden Qlblauf ber Intrigcnhandlung. Allvhaufes sind vom CB. % 5 mit erheblichen Mitteln in schönster Weis« hergestellt worden. ZNeis Friedberg. pb. Butzbach, 4. Dez. Bei dem hiesigen S t a d t b a u a m t wurden vor einigen Wochen nach einer Anzeige eines früheren Angestellten gewisse Unregelmäßigkeiten sestgcstellt. die der Bürgermeister eingehend untersuchte. Das Ergebnis dieser Ermittelungen wurde von der Stadtverwaltung durch das Kreisamt Friedberg dem Provinziolausschuß zur weiteren Veranlassung, insbesondere hinsichtlich einer Diszipli- naruntersuchung. übermittelt. Die Vorwürfe in dieser Sache sind gegen den S t a d t b auwei st c r gerichtet. Ferner erfolgte wegen dieser Angelegenheit eine anonyme Anzeige aus Butzbach bei der Staatsanwaltschaft in Gießen, wodurch auch ein gerichtliches Ermittlungsverfahren in Ganq kam, über dessen Ergebnis bis jetzt noch nichts bekannt ist. Die Vorgänge beim Stadtbauamt haben jetzt auch eine Rückwirkung auf die S t a d t r a t s a r b e i t zur Folge gehabt. Der Bürgermeister hatte nämlich aus Dienstag abend eine nichtöffentliche Sitzung des Stadtrates an- b-'räumt, die aber nicht stattfinden konnte, weil d e Stadträte der Zentrumspartei, der Sozial- ö. mofraten und der Kommunisten der Sitzung 'crnblieben und diese dadurch beschlußunfähig nachten. Die Freie Vereinigung für gesunde städtische Wirtschaft" erhebt nun heute in der Öffentlichkeit gegen die ferngebliebenen Stadtratsmitglieder Vorwürfe, denen sie nachsagt, sie „unterstützten durch ihr Verhalten den Herrn Stadtbaumeister und damit die in der Schwebe befindlichen Unregelmäßigkeiten". Kreis Schotten. ßaubadj. 4. Dez. Am 5. Dezember begeht der hiesige Dekan und Stadtpfarrer Volp seinen 7 0. Geburtstag. Es wird seinen zahlreichen Freunden und Verehrern in unserem Städtchen nicht unwillkommen sein, einiges von seinem Lebensgang zu hören. Geboren in Gie ßen, besuchte Wilhelm Volp zuerst, von 1865 bis 1869 die dortige Franzschc Vorschule, dann bis Ostern 1877 das Gymnasium zu Gießen. Hierauf bezog er die Landesuniversität, wo er Ostern 1880 das Fakultätseramen ablegte. 1880 bis 1881 diente er in Gießen als Einjährig-Freiwilliger, woraus er bis Ostern 1882 das Prediger-Seminar in Friedberg besuchte. Rach Ablegung der Staatsprüfung war er in Lindheim an der Ridder vom März 1882 bis Oktober 1882 Assistent des dortigen Psarrers Hoffmann. Hierauf wirkte er in Büdingen als Vikar bis August 1884. 3n diesem Monat wurde er zum Pfarrer in Rohrbach bei Büdingen ernannt, von wo er im Rovember 1890 nach Allendorf an der Lumda verseht wurde. Am 9. Juni 1895 wurde er durch Präsentation des Grasen Friedrich zu Solms-Laubach als zweiter Etadtpsarrer nach Laub ach berufen, indem er zugleich als Hilfslehrer (Religion. Hebräifch, Latein) am hiesigen Gymnasium ernannt wurde. Längere 3ohre war er auch Leiter der Laubacher Privatmädchenschule. Seit Oktober 1926 wirkt er als alleiniger Pfarrer in unserer Stadt. Don Dezember 1919 bis Mai 1929 war er Dekan des Dekanats Schotten, wo er bat. von seiner Wiederwahl abzusehen. Dekan Volp gilt als geschätzter und geistvoller Kanzelredner, sowie als gewissenhafter Seelsorger. Die Hälfte seines Lebens hat er in Laubach verbracht. Möge dem allgemein beliebten Geistlichen, der sich auch durch eine eifrige soziale Tätigkeit auszeichnet, ein gesegneter Lebensabend beschert werden. Oer Wechsel in der provinzialdirektion Rheinhessen. WEN. M a i n z, 4. Dez. Der bisherige Provin- naldirektor der Provinz Rheinhessen, Geheimerat Dr. Usinger, verabschiedete sich am Montag offiziell von den Kreisbeamten und der Provinzial- oirektion und erklärte, daß er nunmehr nur noch als Landeskonunifsar für die besetzten hessischen Gebiete tätig sein werde. Zu gleicher Zeit begrüßte erden neuen Provinzialdirektor Dr. Wehner, den er den anwesenden 'Beamten vorstellte. Dr. Wehner übernahm sein Amt und > rächte dabei den Wunsch zum Ausdruck, daß die Zusammenarbeit zwischen ihm, den Dienststellen und der Bevölkerung eben so gut sein möge, wie unter Geheimerat Usin- gcr. Wirtschaft. * Zunahme der Spareinlagen. Ende Oktober beliefen sich die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen auf 8722,6 Mill. Mk. gegen 8595,7 Mill. Mk. Ende September 1929. Die Scheck-, Giro-, Kontokorrent- und Depositeneinlagen stellten sich auf 1355,2 (1353,7) Millionen Marl. * Schwierigkeiten der Bankfirma Georg Köth, Benshei m. Durch stärkere Abhebungen in den letzten Tagen ist die Bankfirma Georg Köth in Bensheim a. d. D. in Schwierigkeiten geraten und sieht sich gezwungen, ihre Kasse zi schließen. Wie die Firma den Gläubigern mitteilt, habe sie sich dazu entschlossen, obwohl sic keineswegs überschuldet sei. Rach einem Status vom 30. Rovember betragen die Aktiven insgesamt 1,223 Mill. Mark, darunter 35 735 Mk. Wechsel, die im Einzelfalle 1000 Mk. kaum übersteigen, ferner 50 152 Mk. eigene Effekten, 245 000 Mk. voll gesicherte Effekten-Lombards, 823 469 Mk. Debitoren, die zum großen Teil gesichert sind. Die Passiven betragen demgegenüber 'insgesamt ebenfalls 1,223 Mill. Mk., darunter 147 000 Mk. Kapital. Rach Abzug von Steuern, Versicherungen usw. beträgt der buchmäßige Kapitalüberschuh in Wirklichkeit rund 118 000 Wk. Unter den Passiven befinden sich 338 575 Mk. voll gedeckte Bankforderungen, 609 000 Mk. Kreditoren und 98 000 Mk. Effekten- schuld. Außerdem bestehen 30 600 Mk. Avale. In einer am 14. Dezember stattfindenden Gläubigerversammlung sollen Beschlüsse über die Abwicklung der Angelegenheit gefaßt werden. Es sind Verhandlungen mit einer Großbank eingeleitet worden, um deren Unterstützung hei der Llbwicklung zu erlangen. * Der Zusammenbruch der Kieler K r edi t-A. ° G. >’u dem vor einiger Zeit erfolgten Zusammenbruch der Kredit-A.-G. früher Holstenbank in Kiel erfahren die „Kieler Neuesten Nachrichten", daß die Prüfung der Bürijer ergeben habe, daß den Passiven in Höhe von rund 387 000 Mark so gut wie gar keine Aktiven gegenüberstehen. Der am Tage der Zahlungseinstellung beantragte Konkurs konnte wegen Massemangel nicht eröffnet werden. Der Kassenbestand in der Kieler Zentrale lind in den sechs Provinzfilialen betrug einschließlich Postsä-eckkonto insgesamt 851 Mark. Den 28 Angestellten der Bank konnte ihr Gehalt für den letzten Monat nicht mehr gezahlt werden. Nund 8000 Spargläubiger haben ihre gesamten Einlagen verloren. Der genannten Zeitung zufolge hat die Firma ein geradezu frivoles Geschäftsgebaren an den Tag gelegt. Die gesamte Geschäftskeitung lag in den Händen des Jnftationsbankiers T i l s e n , der seine beiden Söhne und seine Verwandten zu Direktoren und Aufsichtsratsmitgliedern bestellte. Gegen Tilfen schwebt zur Zeit ein Verfahren wegen Bilanzverschleierung, Konkursverschleppung, Betrug und Unterschlagung. " A. G. H a ck e r b r ä u M ü n ch e n. Das Geschäftsjahr 1928/29 brachte einschl. des Vortrages aus dem Vorjahre einen Bruttogewinn von 1 270 442 (1 163 914) Reichsmark. Rach Abzug der statutarischen Abschreibungen in Höhe von 281 596 (279 743) Reichsmark verbleibt ein Reingewinn von 988 845 (884 170) Reichsmark. Hieraus soll nach Vorschlag des Aufsichtsrats unter Verwertung des besseren Exporterträgnisses eine Dividende von 12 (10) v. H. verteilt und 124 981 (119 660) Reichsmark der sozialen Reserve und dem Dispositionsfonds zugewiesen bzw. für die Aussichtsratstanticmcn Verwendung finden, außerdem werden 200 000 (100 000) RM. der Betriebsvcrdesserungsrücklage zugefiihrt. Zum Vortrag aus neue Rechnung verbleiben 272 904 (238 710) Reichsmark. Die Generalversammlung findet am 25. 3anuar 1930 statt. * Gebrüder Stollwerck A. G , Köln. Der Reingewinn für das am 30. 3uni abgelaufene Geschäftsjahr 1928 29 stellte sich nach 752 517 (762 502) Reichsmark Abschreibungen einschließlich 110 677 RM. Vortrag auf 1 527 880 RM. (im Vorjahre wurden einschl. der Sonderausschüttung von 752 000 RM. aus dem freigegebenen amerikanischen Eigentum 2 314 108 RM. Gewinn ausgewiesen.) Der auf den 30. Dezember ein- zuberufenden Generalversammlung soll vorge- schlagcn werden, wieder 9 v. H. Dividende aus die Stammaktien und 6 v. H. auf die Vorzugsaktien zur Ausschüttung zu bringen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. 'BL, 5. Dez. Tendenz: freundlich. Zu Beginn der heutigen Börse war die Stimmung freu 110(1x1). Die Spekulation war jedoch heute zurückhallender, da sie die heutige Diskontenlschei düng der Bank von England abwarten will. 'Bian hegte die Hoffnung, daß eine Ermäßigung eintreten werde, so daß die internationalen Geldmarktverhält- nisse erneut eine Erleichterung erfahren dürften. Das Geschäft war auch heute wieder an einigen Marktgebieten etwas lebhafter, da Aufträge eingetroffen fein sollen. Ader bemerkenswerterweife lagen heute die N e b e n m ä r k t e mehr bevor z u g t, während die Spezialwerte, die gestern erheblich gesteigert lagen, wenig Beachtung fanden und nur geringfügig gebessert waren. Einigen günstigen Einfluß konnten die feste gestrige Neuyarker Börse, die Zunahme der Spareinlagen im Reiche und der höhere Kaliabsatz im November machen. Im Gegensatz zur allgemeinen Situation standen wieder die Sunftfeiäealtien. Das Angebot nahm in A k u und Bemberg ständig zu, und beträchtlicheBer- l u ft e für beide Papiere waren die Folge. Die Mit- teilung der Verwaltung der Aku-Gesellfchaft, daß der Geschäftsgang befriedigend fei und von einem völligen Ausfall der Dividende nichst die Rede fein könne, änderte nichts an dem Absacken der Papiere. Die Tatsache genügte vollkommen, daß die Verwaltung weiter mitteilte, daß die Dividende bedeutend reduziert werden müsse. 'Bemberg eröffneten 7,5 v. H. und Aku 5,5 v. H. schwächer. Am Elektromarkt lagen AEG. gut behauptet. Siemens lagen wenig verändert. Elektrische Lieferungen büßten 1 v. H. ein. Interesse bestand für Chadeaktien, die 11 Mark gewannen. Am Chemiemarkt zogen Scheideanstalt 1 v. H. an. Farben waren unverändert. Montanpapiere traten heute etwas mehr hervor und konnten bis 2 v. H. gewinnen. Banken ohne nennenswertes Geschäft. Zellstoffpapiere bis zu 1,75 v. H. abge- schwächt. Angeboten waren Deutsche Linoleum mit minus 3 o. H. Gewinnmitnahmen dürften aber auch heute eine gewisse Rolle gespielt haben. Renten still. Neiibesitzanleihe fest. Im Verlause wurde das Geschäft wieder stiller, nachdem die Aufträge erledigt waren. Verschiedentlich kam 'Blaterial heraus, und die Kurse gaben von 1 bis 2 v. H. nach. Am Geldmarkt mar Tagesgeld mit 7,5 v. H. etwas gesuchter. Am Devisenmarkt lag Madrid gegen London sehr fest (34,75). Sonst nannte man Mark gegen Dollar 4,1765, gegen Pfund 20,386, London gegen Kabel 4,8805, gegen Paris 123,92, gegen Mailand 93,21, gegen Holland 12,0913. Berliner Börse. Berlin, 5. Dez. 3m Gegensatz zu ben letzten Tagen war das Geschäft zu Beginn der heutigen Börse wesentlich ruhiger, da sich bei den Danken Ordermangel zeigte. Die Spekulation, die sich von gestern etwas Ware zurückbehalten hatte, realisierte. Da außerdem neue Anregungen fehlten, konnten sich die sehr festen Dormittagskurse kaum behaupten. Der Grundton der Börse war jedoch auch heute nicht unfreundlich, und im allgemeinen blieben die Veränderungen gegen gestern mittag klein. Es überwogen aber doch ein- bis zweiprozentige Gewinne, während die Verluste kaum über 1 v. H. hinausgingen. Weiter schwach waren wieder Kunstseidepapiere. Bemberg verloren 8,5 v. H. und Aku 3,75 v. H. Besonders fest lagen 3ulius Berger mit plus 3 v. Sy. Svenska plus 3,75 Mark, RAG. plus—plus und Ehadeaktien, die auf die Erhöhung der Zwischendividende plus 13,50 Mark notierten. Bemerkenswert vernachlässigt lag heute der Montanmarkt. Deutsche Anleihen ruhig. Von Ausländern Mexikaner fest und bis 0,75 v. H. höher, sonst behauptet. Pfandbriefe ruhig. Liquidationspfandbriefe und -anteile eher gefragt. Der Geldmarkt war wenig verändert. Tagesgeld nannte man mit 7,75 bis 10 v. H. Monatsgeld 8,5 bis 10 v. H. Auch im Verlaufe nahm der Geschäftsumfang nicht zu. Die Spekulation hielt sich vor der heute fälligen Diskontentscheidung in London zurück und war eher zu Glattstellungen bereit, so daß die Hauptspekulationspapiere, wie AGG., Siemens, Farben und Rheinstahl etwas nachgaben, während sonst die Tendenz als uneinheitlich, aber weiter freundlich zu bezeichnen war. Später wurde es aber einheitlich schwächer, als die Zahlungseinstellung der alten und angesehenen Berliner Bankfirma Heinrich Emden & Co. bekannt wurde. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. BL, 5. Dez. Auftrieb: 112 Rinder, 798 Kälber, 561 Schafe, 420 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 77 bis 81 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 73 bis 76, geringe Kälber 68 bis 72. — Schafe: Mast- lämmer und jüngere Mafthämmel (Weidemast) 43 bis 46, mittlere Mastlämmer, ältere Masthornmel uni) gut genährte Schafe 38 bis 42, fleischiges Schaf vieh 30 bis 37 Mark. — Marktoerlauf: Kälber und Schafe rege, ausverkaust: Schweine mittelmäßig gr räumt; wegen des geringen Auftriebs nicht notiert. Berliner Produktenbörse. Berlin, 4. Dez. Die scharfen Preissteigerungen an den Auslandmärkten, namentlich an den argentinischen Terminbörsen, die auf unbefriedigende Druschresultate in Argentinien zurück- zuführen waren, haben hier zu einer leichten Geschäftsbelebung Veranlassung gegeben. Die Rachfrage nach Mehl hat sich gebessert und die Mühlen bewilligten für Weizen und Roggen die etwa 2 bis 3 Marl höheren Forderungen des 3nlandes, ohne daß sich das Angebot wesentlich verringert hat. Am Lieferungsmarkt lagen besonders die Dezembersichten bei Preissteigerungen um 3,50 Mark fest, die Reports haben sich weiter verringert, was auf eine Gesundung der Marktlage schließen läßt. Die späteren Sichten setzten 1.50 bis 2.50 Mark höher ein. Weizen- und Regqenmehle Jinb in den Mühlenofferten bis 50 Pfennig erhöht, auf diesem Preisniveau waren lebhaftere Umsätze für den laufenden Bedarf zu beobachten. Für Hafer sind die Forderungen gleichfalls höher gehalten, werden vom Konsum jedoch nur zögernd bewilligt. Gerste findet nur in besseren Drau- und 3ndustriequalitäten Beachtung. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizeir, märt., 244 bis 245 (fest), Dez. 255 bis 256, März 269 bis 268,50, Mai 275,75; Roggen, märt.. 175 bis 176,50 (fester), Dez. 193 bis 192, März 209 bis 208 (Brief), Mai 218 bis 217 (Brief); Braugerste 187 bis 203 (ruhig); Futter- und 3n- dustriegerste 167 bis 177 (ruhig); Hafer, märt, 153 bis 161 (fester), Dez. 165,75 bis 165,50, März 184 bis 182,50, Mai 194 (Geld); Mais. Mix., ab Berlin, 166 (ruhig); für je 100 Kilo: Weizenmehl 29,50 bis 35,25 (fester). Kunst und Wissenschaft. Geheimer Rat Professor Dr. Studniczka f. Leipzig, 4. Dez. (WB.) Der Professor der llas- lifchen Archäologie und Direktor des Archäologischen Instituts, Geheimer Rat Dr. phil. Franz Studniczka ist helitc nacht im Alter von 69 Jahren g eft o r b c n. Rundfunkprogramm. Freitag, 6. Dezember. 12.15: Schallplattenkonzert: Gesangssolistinnen. 15.15 bis 15.45: Stunde der 3ugend: „Die Schneiderin und andere Rähberufe", Vortrag von Berufsberaterin Garth, Arbeitsamt; für Kinder vom 12.3ahre ab. 16 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 18.20: Film- Wochenschau. 18,30 bis 19: Stunde der Bühne: 1. Alexei Tolstoi und seine „Komödie der Verjüngung' ; 2. Aus Alexej Tolstois Schriften, Vortrag von Dr. Sakheim. 19.05: Briefkasten. 19.15: „Der Kampf um die Schachweltmeisterschaft", Vortrag von Wilhelm Orbach. 19.30: Schallplattenkonzert: Opern-Abend. 20.15: Von Stuttgart. Querschnitt durch die europäische Musik seit Mozart; 3. Abend: 1835 bis 1845. 21.30: Von Stuttgart: Frauen vor Gericht. 23: Don Stuttgart: Schlagerstunde. Samstag, 7. Dezember. 11.15 bis 11.45: Schulfunk: Englisch. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Durch Deutschlmrd. 15.15 bis 15.45: Von Kassel: Stunde der Jugend. Aus dem deutschen Liederkranz. 16 bis 17: Von Stuttgart: Konzert des Rundsurckorchesters. 17 bis 17.45: Tanzmusik. 18 bis 18.30: „Kultur als soziales Problem", Zwiegespräch zwischen Dr. Salomon und Dr. Georg Schmidt. 18.30 bis 19: Stunde des Arbeiters: „Eine Unterrichtsstunde des Direktors Verleger mit Zöglingen des Westendheims". 19.05: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Die Wohnstuben kraft in der Erziehung", Vorlrag von Direktor Dr. Majer- Leonhard. 19.30: Gesangskonzert Cav. Salvatore Salvati-Mailand. 20.15: Von Wiesbaden. Kabarett. 21.45: Von Stuttgart. Joachim Ringelnah trägt eigene Gedichte vor. 22.15: Von Stuttgart: Schweizer Jodel-Duette. 23.15 bis 0.30: Tanzmusik. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Anzeigenaufträge find lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 o. Sy, Lombardzinsfuß 8 d. Sy Frankfurt a M Berlin Schluß» fturi | l-Uhr Kurs SchwV-! Kurs | 'Anfang. Kurs Datum 4.12. 5. 12. 4 12. 5. 12. 6 4eu sche m.'ichsameu»e Oll lf?7 ........ 87.3 — 87,5 -- 7% Deutsche ReichSanIeihe von 1029 ......... 99 — 99 — 2-, Anl.-Ablds^Schukd mtl Aus los.-Nechtrn........ 50 50 50,1 50,1 Teenl. djn» Slu4.os.-Rcchle 6% Hess. BolMaat von 1929 (rückzahlb. 102%) 8,4 8,65 8.6 8,5 89,5 89,5 — Oberhcsien Provinz »Anleihe mil Auslos.-Rechten . . . • ■ Deutsche Stumm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... • 46,5 — — 46 — 46,3 _ 6% Franks. Hnp.-Bank Goldpse. XIII unkündbar bl« 1034 . 7% Frankl. Hnp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1932 ..... 4'.s.% Nbeinische Hpp.-Bank t'lqu. Goldpse........ 96,5 — — 65 — 79,5 — 6% Pr. LandeSpsanvbriesanstalt, Pfandbriefe R. 17..... 3% Pr. LandeSpsanbbriesanNalt, Momm.-Cbl. R- 19..... 98 98 _ 95 — 95 — 7% Pr. ^'andeLpsandbrlefanstalt, Pfandbrief 8i. 10..... 89 — 88,2 — üi.u.Q>. avg. PortnegL-Obligation rückzahlbar 1932...... — - — — Frankfurt a M Berlin cduuB- KurS j i-ubt Kurs Schlutz- Kurs Anfang- Kurs Sa Ium 4- 12. 5. 12. 4- 12- 5- 12- Hamburg-Amerika Palei . . 1 102 102,75 102 102 Homb.-Südam. Dampstch . 8 - — 162.5 1 — Hansa Sami ff hilf..... 10 — — 147 — Ncrvdrulschec . . . . . t 100 100 100,25 100 Allg. TeutfcheCreditanst. . 10 117,75 — 118.5 117,75 Barmer Bankverein . - - 1( 118,5 —— 118,5 117,75 Berliner Hanbelsgescllfch. . - 12 178 — 178 177 Commerz- und Privat-Bank . 11 155,5 156 155,5 156 Darmst. ü. Nationalbank . 11 241 — 241 240.5 Deutsche Bank...... 1( 150,5 — 150,5 149.75 Diiconto-Gescllschast, Ant. 1' — — —- — Dresdner Bank...... lf 149,5 — 149,5 149 Reichsbani ...... 1 286,5 — 283,75 284,5 A.E.G....... 162.5 162,5 161,75 163 Bergmann ... 209 — 209.75 208 Eleltr. LicferungZgefcllfchasl 1 — 161 162 162,5 Licht und Kraft..... 1t 172 170.5 171.5 170 Felten & Guilleaume.... l 117,75 118.25 117 116.5 (Bei. s. Dektr. Untern..... 10 165 — 164.75 164,5 Hamb. Elekir .Werke .... 1 — — 131 129 Rtzcin. Elektr........ — — 144 143 Schief. Elekr........ 10 — — 156 156,5 Schuckert & So....... 11 186.9 187 186,5 186.75 Siemens & patsle..... 16 296 296 293,75 295,5 TronSradio........ . 6 — — 126 124.6 Lahmever 4 So....... 10 163 — 162 130 4% Ccfierretd)nd)c (Solörtc. . . 4,20% Cefterr. Gilberrte. . 4% Ocflerreldiifdje Einheitlich! Ulcnic.......... 4% Ungarische «olbrtc...... 4% Ungarische StaatSr. o. 1010 . 4tz% deSgl. von ISIS..... 4% Ungarische Kronenrte..... 4% lütt. Zollanleihe v. 1911 . 4% Lürkifch- Vagdadbahn-Anl. Serie I.......... 4% detgl. Serie II..... B% Rumänisch, vereluh. Rente von 1903 • . 4K% Rnmänstche Verein- Rente Wn 1913......... 4% Rumanstche wretab. Neu'.1 . 24,5 2,8 Z 2<,| z 1,975 — 2 _ 21 —- 21 21,3 19,25 — 19.25 19,5 — 20,8 — 1,9 1,925 2 2 7,4 — 7,45 — 7,35 — 7,45 — 7,35 — 7,45 7,4 8,8 — 8,95 - 14,275 — 14,4 7 — 7,13 Buderus..........!> Deutsche Erdöl.......6 Essener Steinkohle......f Geilenkirchener.......8 tzarpener..........0 Hoesck Eilen........6*4 §l|e Bergbau.......10 Llöckncrwerke........< Köln-Neuesten ■ 7 Mannesmann »Röhren .... 7 Manksclder Bergbau ..... 7 vbrnchiei- Eiienoeoar, ..... Oberichte!. KolLwerte.....7 Phvntr Bergbau......6% Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahi.........6 Riebeck Montan ..... 7,2 63,25 64,75 63,5 64,5 97 96,75 96,5 96,9 — 133,5 133,5 127,25 129 127,25 128,5 138 —— 137 136 — — 112 113 220 — 219 219 94 94 94,25 94,75 — 110 110,5 94 — 93,25 95 115,5 — 116 115,5 — — 71,5 71,25 — — 97,9 97 103,25 — 103,25 104,6 250,5 251,13 248 252 109,5 109,5 109 109,5 — — — 107 Frankfurt a 9)1 Berlin Schlutz-s Kurs | i-Uhr Kurs Schluß. Kurs Anfang- Kurs Datum 4- 12- 5. 12. 4- 12- 5. 12- Bereinigte Stahiw . . . 104,75 —- 105,13 105,5 Otovl Minen ...... IC’/, — 56,25 56,4 56 Kaliwerks Aicher-leben . . lu 193,5 193 193,9 193,75 Kan werke Westeregeln . . . 10 201 — 200,5 201 Kaliwe. e SaUoestartb • . 15 323 324 322,75 323,5 £t. ® Farben-Inkustrie . . . 12 185 185 183.5 184,5 Dynamik Nobel ..... Scheideanstalt...... . . 6 — — 87 87,5 . . 0 144 145 —— Goldschmidt ...... . . 5 64,5 — 65,75 65,75 Rbtgerswecks...... . . 6 72,4 72,5 71,75 72.25 Meiallgeiellfchast .... . . 8 114,65 114,6 114 114,75 Philipp Holzmann ... — 85 — 85,5 lernen werk Heidelberg . . Semenlwerk Karlstadt . . . 10 118 118 — — . 10 164 — — Wayg L iZre y'ag . . . . 8 83 — 82,5 — Schultheis Patzen hoser . . . 15 — — 283,4 284 £ (teerte........ . 12 — — 217,5 218 Bet. Glanztest..... . 18 113,25 108 112,75 109 Bemberg........ Zelltest Waldhoi .... . 14 161,5 154 161 153 18>A —— 184,75 183 184 Zellstoff Aschaffenburg . . J2 138 139 138,5 138 Charlottenburger Wasser . . . 8 — — 93,75 93,75 Defjauer Gas...... . . v — — 162 162 Daimler Motoren . . . . . . U 10,5 40,75 40.25 40 Deutsche Linoleum . . . 246 243 243 244,5 Maschinenbau A.-G, . . . . . 0 43,13 43,75 81)irrro'ne >t: H k . . . . . v — — Ludw. t’oero.-...... . IC 164 163,5 Nat. Automobil..... Orrnstein & Koppel . . . . . 0 — 18,13 19,25 . . 6 -1» — 72 72,25 Leonbard Tie»..... . IC — — 151,5 151,75 Svensko ...»•• • • • 323 — 321 324,75 Franks. Maschinen . . . . Grttzner........ . . 4 44 42 — . . f 46 48,5 —» Heyltaenstaed! ..... Iungyan»....... . . C 6,25 — — — . . 6 — 48,25 — Lechwerke . 8 103,5 102.75 — —— Maiutrasteer? Höchst a. M- . 8 105,25 — —— Miag......... IC 122,5 123 121,5 122 Gebt. Roeder...... . IC — — —— Loigt 4 Haestner .... 222 — 222 — Südv. Zucker...... . 10 161,5 161,25 160 — Bantnoten. Berlin, 4. Dezcntber Feld Fries Amerikanische Noten..... 4,16 4,13 Belgische Noten. ....... 58,23 58,47 Dänische Noten ........ 111,73 112,17 Englische Noten . ....... 20,328 20,408 Französische Noten ....... 16,41 16,47 Holländische Noten ....... 168,12 168,80 Italienische Noten........ 21,76 21,84 Norwegische Noten....... 111,68 112,12 Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling 58,56 58,80 Rumänische Noten....... 2,47 2,49 Schwedische Noten....... Schweizer Noten........ 112,21 80,94 112,65 81,26 Spanische Noten . . ...... 57,80 58.04 Tschechoslowakische Noten..... 12,33 12,39 Ungarische Noten........ 72,80 73,10 Devisenmarkt Berlin — Jrantfurl a. 2H. 4- Dezember 5- Dezember Amtliche Geld Notierung Bries • Amtliche Geld Notierung Brie; Amst-. Non 163,42 168,76 168,36 163,70 Buen.-Aires 1,723 ; 1,732 1,727 1,731 Brss.-Antw. 58,375 58,495 58,385 58,505 Christiania 111,81 112,03 111,81 112.03 Kovenbagen 111,91 112,13 111,43 112,12 Stockholm 112,40 112,62 112,43 112,12 Helsrngsors. 10,485 10,505 10.485 10,505. Hlalieii. . . 21,84 21.88 21.84 21.88 London. . . 20,36 20,40 20,364 20,404 Neuvork . . 4,1715 4,1795 4.1721 4,1805 Paris.... Schwei; . . 16,425 16,465 81,225 16,425 16,465 81,065 81.105 81,265 Spanien . 58,05 58,17 58,72 58.84 yapcm . . . Nto de Jan. Wien In D-'- 2,044 2,048 2,044 2.048 0,490 0,494 0,491 0,493 Lest, aboeft 58,71 58,83 58,72 58.84 Prag . . . . Belgrad . 12,377 12,897 12,377 12,397 7,400 7,714 7,403 7.417 Budapest. . Bulgarien 73,02 73,16 73,06 73,20 3,014 3,020 3,014 3,020 Lissabon . 18,80 18,84 18,80 18.84 Dmuig. . .stonstautin. 81,41 81,57 81,44 81,60 1,868 1,872 5,44 1,888 1,892 Athen. . 5,43 5,435 5,445 Kanada . 4,129 4,137 4,136 4,144 Uruguay. 4,016 4,024 4,016 4,024 20,625 Catro . 20,88 20,92 20,885 WohlfeilerWeihnachtsverkauf SchmÜCker-Gießen, Marktstraße 4-8 9969A bedeuten. — Riesige Mengen Waren jeglicher Art werden von Samstag, den 7. bis Samstag, den 14. Dezember 1929 zu ganz unglaublichen Preisen abgegeben. Es handelt sich durchweg um gute Qualitäten, wie Sie dieselben von uns auch gar nicht anders kennen. - Morgen nennen wir Ihnen Preise, die Sie alle in Erstaunen setzen und hoffen Ihnen eine besondere Weihnachtsfreude damit zu bereiten. Die größte Leistung des Jahres soll unser Kircheninulikaliidie AiMleier in der Stadtkirche Sonntag, den 8 Dezember 1929, abends 8 Uhr veranstaltet von der Markusgemeinde Mit wirkende: OT?1D Fräulein Käthe Gärtner, Gießen-Klein-Linden (Alt) Herr Musiklehrer Franz Bauer jr., Gießen (Violine) Herr Stadtorganist Heinz Simon, Gießen (Orgel) Es wird gebeten, Gesangbücher mitzubringen. Programm mit Texten der Sololieder an der Kirche zu 20 Pfennig. Eintritt frei! Jedermann ist herzlich eingeladen. Der Kircbenvorstand der Markusgemeinde. Zu Eigenheim und Eigentum durch »Selbsthilfe der Arbeit« Vortrag von Volkswirt Otto Lautenbach am Freitag, den 6. Dezember, abends SUhr, im Saale d.Cafe Leib,Walltorstr. Eintritt frei! Freie Aussprache! Zwecksparkasse derSelbsthilfe der Arbeit G.m.b.H., Frankfurt a. M., Frankenallee 4. Die Zwecksparkasse der Selbsthilfe der Arbeit G.m.b.H. hat in ihren 3 Zweckspar-Einrichtungen Hausbaukasse (Neubau. Um- und Ausbau von Gebäuden aller Art, Eigenheimen!) Grnndlelhkasse (Hypothekenablösung, Darlehen zu Geschäfts - Erweiterungen, Erbauseinander- setzungen, Reisen usw.) Erblandkässe (Landbeschaffung für Farmer, Gärtner, Kleintierzüchter, Sportvereine usw.) wirtschaftliche Einrichtungen geschaffen, wie sie vorteilhafter und günstiger nicht sein können. Wenn Sie verhindert sind, den Vortrag zu besuchen, verlangen Sie Prospekte und Auskunft von der Abteilung „Beratung“ der Zwecksparkasse der Selbsthilfe der Arbeit G.m.b.H., Frankfurt a. M.. Frankenallee 4; sie sind kostenlos und unverbindlich. 9970V Gesellscbaftsverein e.V. (Klub) Gieöen An die MitSlieöer-VersammtoS am 9. Dezember 1929, 20.15 Uhr, wird erinnert. Tagesordnung: 1. Rechnungsablage über das abgelaufene Geschäftsjahr und Rechenschaftsbericht des Vorstandes 2. Voranschlag für das kommende Geschäftsjahr und Wahl von 2 Revisoren zur Rechnungsprüfung (der Voranschlag liegt seit dem 26. November 1929 aus) 3. Antrag auf Aenderung der Satzung der §§ 31 und 39 im Sinne eines an der Anzeigetafel im Klubgebäude angehefteten Vorschlages w«D Der Vorstand. Sie sparen 25°/o beim Einkauf im Spezialgeschäft für echtes schweres Bleikristall Neuheiten in Mattschliff- Gravüren. — Besichtigen Sie bitte ohne Kaufzwang meine Weihnachtsausstellungl Frau Martin Dörr Ww., Nordanlage 18 MiMall zur OeMle Dammatraße 39. [07815 Ad lOWuMg.MWM tnllfirauL Ziellos, Den k.dez. Metzel- suvve (iS ladet ein: Heinrich Grünewald. ___________________0/799 Schellfische Kabeljau Seelachs Schollen Rotzungen leb Karpfen lebende Schleien empfiehlt von nur bester Qualität IHM. Mäucburg 15. Lei. 3612. Ausführung von allen bank- und börsenmäßigen Geschäften: Kontokorrent- und Scheckverkehr An- und Verkauf von Wertpapieren, Wechseln, Schecks und fremden Geldsorten Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren Annahme von Spareinlagen bei höchstmöglicher Verzinsung Bankhaus Herz & Co. Gießen, Neuen Bäue Nr. 23, Fernruf Nr. 2741 und 2742 87i)D Theater-Cale „toi Lndwiö“ Gießen, am Stadttheater Morgen Freitag, 6. Dez., 3 Uhr nachmittags U7dl6 WW1I.MIW von Lio. Robert Goebel: Ws öol AIMIE MelMykk unserer Zeil zu logen? Erster Vortrag: 5er Huf her (Begemtl narb WWs Freitag, den 6. Dezember, 20.15 Uhr, Universität, Hörsaal 41. Zur Unkostendeckung Mk. 1.- ob. 0.50; Studenten Mk. 0.40. Bewegung für religiöse Erneuerung Die Ehristengemeinschafl. letzt W es! Hausfrauen! Den Betlari Dir die WeilnaclilsDädierei günstig einzudecken Rosinen Sultaninen Sultaninen Sultaninen Korinthen. Eleme----- % Pfund 0.23 y4 Pfund 0.20 % Pfund 0.11 y4 Pfund 0.18 % Pfund 0.17 Weizenmehl Spezial 0......................Pfund 0.24 Auszug 00.....................Pfund 0.26 Auszug.........in 5-Pfund-Säckchen 1.30 Auszug.........in 10-Pfund-Säckchen 2.55 Feinstes Konfektmehl.........Pfund 0.28 Fst. Konfektmehl.. in 5-Pfd.-Säckchen 1.50 Fst. Konfektmehl.. in 10-Pfd.-Säckchen 2.90 Zitronat... .*4 Pfund 0.50 Mandeln.....% Pfund 0.50 Orangeat.....% Pfund 0.35 Kokosflocken.....Pfund 0.54 Eier, Stück 17’2,16 und 15 Pf. Haselnußkerne . .. % Pfund 0.50 Puderzucker.........Pfund 0.48 Streuzucker.........Pfund 1.60 Backessenzen.....Fläschchen 0.10 Schmalz, rein amerikanisches... Pfund 0.80 Schmalz, deutsches............Pfund 1.10 Kokosfett.....................Pfund 0.62 Kokosfett........y2 Pfund 0.35, Pfund 0.68 Margarine, Rama............Pfund 0.50 Margarine, Vera und Alma .. Pfund 0.43 Margarine, Spezial............Pfund 0 65 Margarine, Cleverstolz .... lose Pfund 0.95 Warenabgabe nur an Mitglieder! Mitglied kann jede Verbraucherfamilie werden! Beitritt 50 Pfennig Der Konsumverein bietet seinen Mitgliedern: NiedrigsteTagespreise, Nettogewicht, guteWare Ab 1. Juli 1929 5e/0 Rückvergütung Ab 1. Januar 1930 bei Todesfällen in der Familie eine Unterstützung bis zu RM. 1OO.- Deshalb werdet Mitglied im Konsum-Verein Kietzen und Umgegend, e. G. m. b. H. Morgen Kreiiaq: WM im J968D Heute Vortrag über 9895A Stoffmalerei verbunden mit Ausstellung von 1630 bis 1830 Uhr und 20 bis 22 Uhr im Hotel Prinz Carl Löwen-Brogerie Wilhelin MM Hl. Seltersweg 79a. - Stüdeware, Teppiche/ Läufer DER BILLIGE UL W Heinrich Hodiftätter ßrdndplatz I ’WA Kohlenfüller Ofenschirme, Koblenkatten, Oienvor- fälre, Verdamvfschalen in groh. Auswahl Edgar Von mann, Sisenhandlung Zum Dekorieren: 991.’A Zellstoff mit Glimmer Sclmeestoii mit Glimmer bietet preiswert an \ Drogerie Winterhoii / X. Kreuzplatz 10 Vallerien für Taschenlampen in hervorragender Qualität RÄ 45 M. 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