!!- lhrc" fuß »äÄti ■ ■* SS-iKj; Qbtn. c mn werde, wieder Delcde jL°b°n hatte ^°r. daß ^Mgteiti 2emen WrL^ Ä’&Ä l*Äu9't"“ toi ’iA mt S * °°» Zum«; > * KÄZr ru Wen- ÄS?'bcmn toat We J■ Willig «Mgt, d-nm hl für Isolde. Mchaflliche Dcib prehii heftig schlagende Herz. ” »J noch mein, bodj noch!" leberzeugung, dah er Käthe )t chwerstes Unrecht an- 1 ^iten ihn belogen hatte, nach der Reichshauptfiadt ' ?Uem in seinem Abteil, nichts zu lesen milgenom« Ns eine Art Sühne, unter« « mit Käthe beschäftigen, lerkivürdig! So sehr er sich ner wieder klang in ihm fragte: .Und wenn Isolde !? Wenn doch zwischen ihr mal mehr bestanden hätte imtschaftt" n sehr verdächtig gewesen, tonte Carlo gebeten hatte, äe anzutreten, nachdem sie tiefer Klausen zu ihm kom« Klausen, um deswillen sie itte kommen wollen. ? efiung folgt.) 1 durch uIserCnL60|n ntertu<^en' epoch9 8 äst#*' ; vGorfüh'cru uhha“5 roP°l rsweO19 sw ifte MU« NTNIS ESSÄs lende Ur»p^g? sSsss "SS*1 Moröen,3U . -nyuducn Eiken*1'„ ,uf de" .diumwirto"»^,« Vcr- ruwenden' radioakhven Schaff000 d •i'S^sß ändifl Nr. 260 Erstes Blatt 179. Jahrgang Dienstag, 5. November (929 Eriche in l täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Grehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle DIonats-Bejugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. 5ernsnrechanschlüfle anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrik6 und Verlag: vrühl'sche UniverfitSlr-Vuch- und Steinörucferei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schullttatze 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer "bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur: Dr. Friede Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Die Bayerische Volkspartei koalitionsmüde. Prälat Leicht gegen die neue Straf» und Chcgcsctzgebnng. Bamberg, 4. Rov. (TU.) 3n einer Versammlung der katholischen Arbeiter- und Ar- beiterinnenvereine der Erzdiözese Bamberg hielt der Führer der Reichstagsfraktion der Bayerischen Dolkspartei, Prälat Leicht, eine Rede über den Kampf gegen die Auflösung der Familie. 2m Hinblick auf die letzten Vorgänge i m Strafrechtsausschuh des Reichstags erklärte der Redner, dah sich die Anzeichen häuften, als ob jetzt ein Sturm erfolgen solle, um die christliche Familie in ihrer sittlichen Grundlage zu erschüttern und auszulöfen. Prälat Leicht erklärte: »Ich kann cs nicht mehr schweigend mit ansehen, wie Strafgesetzbuch und Rechtsausschuh immer tiefer eingreifen, um die ganze Gesetzgebung, vor allem die Familiengeseh- gebuna, aufs neue zu bedrohen und auszuhöhlen. 2n grundsätzlichen Dingen gibt es keine Kompromisse. Auch wenn wir in der Koalition verbleiben, verleugnen wir unsere christlichen Grundsätze nicht. Ich sage es mit Rachdruck: Hier muh ein Halt kommen, sonst wird man uns nicht mehr lange in einer solchen Koalition sehenl Ich kann cs auch als Arbeiterpräses nicht verantworten, dah unsere katholischen Arbeiter drauhen den Kampf gegen die Sozialdemokraten führen undhier mit diesen paktieren auf die Gefahr hin, dah die christlichen Belange mit Fühen getreten werden. Da gibt es ein Halt und wir werden es zur rechten Zeit auszusprechen wissen. Richt habe ich vor. noch länger tatenlos zuzusehen, wie mit unseren Belangen umgegangen wird. Wir sind mit dem Zentrum einig, dah eine Erleichterung der Ehescheidung unter keinen Umständen eintreten und zugelassen werden darf. Man soll auf sozialdemokratischer oder anderer Seite nicht glauben, dah das Zentrum und die Bayerische Volkspartei sich dazu gebrauchen lassen, etwa den Poungplan noch durchzuführen, um dann die Sozialdemokraten aus der Regierung ausscheiden zu lassen. Wir wollen vielmehr eine Sicherung dafür haben, dah mit uns nicht Schindluder getrieben werden kann. Die Wirtschaftslage. Tagung des Ncichsausschusses für Handel und Industrie der Deutschen Bolkspartei. Bremen, 4. Rov. (WTB.) Im Hause „Seefahrt" zu Bremen fand eine aus dem ganzen Reich stark besuchte Tagung des Reichsausschusses für Handel und Industrie der Deutschen Volkspartei statt. Reichstagsabg. Dr. Hugo eröffnete die Sitzung mit einem Rachruf für den verstorbenen Dr. Stresemann. — Das erste Referat hielt Georg M ü l le r , Oerbinghausen, zum Thema: „Die wirtschaftliche Lage". Er wies die Behauptung zurück, als seien wir in Deutschland in einer Wirtschaftsdepressivn begriffen. Don einem Rotjahr 1929 könne n i ch t gesprochen werden. Er sehe im Gegenteil in der Entwicklung eine Anpassung der deutschen Produktion an die Gleichgewichtslage, wie sie durch die fortdauernden Eingriffe des Staates geschaffen sei. Es sei ein Punkt erreicht, wo in sehr weiten Gebieten der Wirtschaft eine Verkleinerung der Produktion kapitalistisch vorteilhafter sei als die Erhöhung der Produktivität. Geheimer Rat Dr. Zapf. M. d.R., behandelt das Thema von der politischen Seite aus. Zum Thema „Wirtschaftssiche- rung durch gründliche Staatsreform" betonte Reichskanzler a. D. Dr. Luther die Rotwendigkeit einer durchgreifenden Staatsreform und unterstrich besonders, dah jede wirksame Finanzreform neben der unmittelbaren Entlastung der Wirtschaft vor allem den Glauben an die deutsche Zukunft stärken müsse. — An die Referate schloß sich eine eingehende Aussprache. Oie Rheinlandbahnen nach der Räumung. Berlin, 4. Rov. (T.--L1.) In der Pariser Ausgabe der „Chicago Tribüne" ist die Nachricht erschienen, dah eine großzügige Umgestaltung der rheinischen Eisenbahnen im Zusammenhang mit der Rheinlandräumung erfolgen solle und dah hierüber ein Vertrag abgeschlossen worden sei, dessen Durchführung lediglich durch die französische Kabinettskrise verhindert wurde. Hierzu wird von unterrichteter deutscher Seite mitgeteilt: Von einem derartigen Vertrag ist niemals die Rede gewesen. 2m Zusammenhang mit der Rheinlandräumung und dem Freiwerden der militärischen Einrichtungen im entmilitarisierten Gebiet, die bisher den Besä h u n g s tr u p p e n zur Verfügung st a n d e n und deren künftige Verwendung noch zu regeln war, haben Verhandlungen stattgefunden, die sich auch auf Eifenbahnfragen beziehen. Auch die einzelnen Angaben der „Chicago Tribüne" sind falsch, mit Ausnahme der Tatsache, dah Deutschland drei neue Rheinbrücken erbaut. Hierüber und über die Verhandlungen gewisser kleiner Streckenteile, die ursprünglich militärischen Zwecken dienten, haben seinerzeit Verhandlungen gefchwebt. Der deutsch-polnische Liquidationsvertrag. Abschluß um jeden Preis? Don unserer Berliner Redaktion. Rachdem jetzt in Warschau der Vorvertrag paraphiert worden ist, der die Grundlage für den Abschluh des sogenannten kleinen Handelsvertrages zwischen dem Reich und Poien bilden oll, muh man sich wohl fragen, was Deutschland nun hier wieder drauf gezahlt hat, um seine internationale Politik einigermaßen stabil.sieren zu können. Es ist leider keine Frage, dah der im Haag mit ziemlichem Rellamcgeschrei eingefetzte „Ausschuh zur Liquidierung des Krieges" auf der ganzen Linie versagt hat. Er hat weder in den deutsch-englischen noch in den deutsch-polnischen Meinungsverschiedenheiten über die Liquidalionsfrage auszugleichen vermocht, er hat nicht einmal die Energie aufgebracht, die feit Madrid schwebenden direkten Verhandlungen zwischen dem Reich und Polen wieder aufzunehmen und zu Ende zu führen. Die internationale Situation Deutschlands hat ich dabei in den letzten Monaten zusehends Der« ch lech tert, und es ist kaum verwunderlich, daß nun auch der eben zustande gekommene Vorvertrag dem deutschen Rechtsgefühl und den deutschen Interessen keineswegs genügt. Derück- ichtigt man weiter, dah auf der jetzt gewonnenen politischen Basis der vierjährige Wirt- ch af ts krieg mit unserem östlichen Rachbarn abgebaut werden soll, so wird man die s ch w e - ren Sorgen der deutschen Landwirt- ch a f t namentlich in Ostpreußen und der Grenzmark sehr wohl verstehen. Das grundsätzlich bedenklichste Opfer hat das Reich zweifellos auf dem Gebiete der Aufrechnungen der gegenseitigen Forderungen aus dem Versailler Vertrag gebracht. Ramentlich in Ost-Oberschlesien werden dadurch erhebliche Werte preisgegeben, auf die das Reich einen wohlbegründeten und vom Haager Gerichtshof auch mehrfach anerkannten Rechtsanspruch besitzt. Präzise Ziffern zu nennen, ist natürlich einigermaßen schwierig. Immerhin: von guten Kennern der Verhältnisse werden die niedergeschlagenen deutschen Forderungen allein aus Ost-Oberschlesien auf etwa zwei Milliarden Mark geschätzt, ein Objekt also, das wirtschaftlich und finanziell sehr stark zu Buche schlägt. Aehn- liches muh auch von der großen Zahl der Klagen gelten, die von reichsdeutschen Liquidationsgeschädigten bei dem dafür vorgesehenen gemischten Schiedsgericht anhängig gemacht worden sind. Die Rechtslage war bisher hier so, dah die polnische Regierung den Liquidationserlös unmittelbar an die Geschädigten selbst abzuführen hatte. Die Summen, die dabei hcrauSkamen, waren in der Mehrzahl so gering, dah die vertriebenen Reichsdeutschen durch sie nicht vor dem Bettelstab bewahrt wurden. Denn die polnische Liquidationsbehörde berechnete soviel an Verwaltungskosten und anderen Auf- Wendungen, sie verschleuderte aus rein politischen Gründen wertvollsten deutschen Besitz zu so niedrigen Preisen, dah in der Regel für die Vertriebenen kaum mehr als ein Hungerpfennig herauskam. Auch unter diese Forderungen soll nun ein Strich gemacht werden, die Klagen beim Schiedsgericht sollen niedergeschlagen werden. Das seht selbstverständlich voraus, dah das Reich für die polnischen Liquidierten besondere Entschädigungs-Maßnahmen trifft. Man wird sich dabei, so schmerzlich das in mancher Hinsicht sein mag, nicht allzu eng an das vielumstrittene Kriegsschädenschluhgeseh halten können. Denn schliehlich war die Rechtslage für das polnische Liquidationsverfahren besonderer Ratur, und die Reichsregicrung wird sich darüber nicht mit dem unangebrachten Argument der notwendigen Parität hinwegsehen dürfen. Die polnischen Gegenlei st ungen stehen zu diesen gewaltigen Opfern in keinem Verhältnis. Denn was will schon besagen, daß Warschau bereit ist, auf das sog. Wiederkaufsrecht bei den Siedler- und Rentenstellen im polnischen Slorribor zu verzichten. Gewiß, es handell sich dabei um etwa 12 000 Siedlungen, und der Verzicht auf das staatliche Rückkaufsrecht im ersten und zweiten Grade dürfte m a - teriellin der Regel einen hinreichenden Schutz für das Deutschtum im ftorribor bieten. Wir wissen aber, wie raffiniert bie Polen sich alle kulturellen Kampfwaffen zunutze gemacht haben unb wie sie leider zweifellos mit ziemlichem Erfolg das deutsche Schulwesen in den abgetrennten Gebieten, für bie kein besonderes Minberheitenregime eingerichtet würbe, zurückzubrängen wußten. Von ber Seite bes Volkstums her also, von ber Seite ber Sprache, ber Schule, ber Pflege deutschen Kulturguts aus brohen bem Deutschtum in Westpreußen unb Posen nach wie vor bie s ch w e r st e n Gefahren. Relativ am günstigsten sieht sich in deutschen Augen noch der polnische Verzicht auf weitere Liquidationsmahnahmen im Zusammenhang mit dem Boung-Plan an, wenn wir uns auch nicht verhehlen dürfen^ dah die besten Stücke deutschen Besitztums längst in polnische Hände übergegangen sind und dah unter Ülmständen im Laufe der nächsten Jahre weitere Güter aus wirtschaftlicher Rot heraus in polnische Hände übergehen werden. Alles in allem präsentiert sich so das Bild äußerst trübe. Unb es wird deshalb besonders be^mklich, weil die Reichsregierung offenkundig gar keinen Hehl mehr daraus macht, dah sie wie in diesem Falle so auch in der Handelsvertragsfrage mit Warschau unter allen Umständen zum Abschluß kommen möchte. Wir hegen die ernste Befürchtung, daß dadurch auch noch die letzten bescheidenen Zu» kunfksmöglichkeiten, die Deutschland im Osten besitzt, gesährdet oder gar verschüttet werden. Scharfe Kritik am polenvertrag. Eine unmögliche „Gencralliquidation". Berlin, 4. Rov. (Tel.-Un.) Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt zum neuen deutsch- polnischen Vertrag u. a.: Es ist ein beinahe symbolisches Zusammentreffen, dah die Regierung, die im Volksbegehren mit dem schärfsten Geschütz, das politisch existiert, berannt und belagert wurde, sich. trotz dieses Angriffes so frei unb moralisch ungehemmt fühlt, daß sie i m Orunbc ohne jegliche Kritik der Oes- fentlichkeit diesen abnormen Vertrag abschloh. Die Abmachungen, die mit Polen paraphiert wurden, wären zu normalen Zeiten unb unter normal funktionierenden parlamentarischen Verhältnissen zum sofortigen Sturz der Regierung ausreichend gewesen. Ein französisches Kabinett, das ohne Wissen des Parlaments und ohne Billigung der öffentlichen Meinung zu solchen Verpflichtungen geschritten wäre, hätte die läng st e Zeit gelebt. Die Uebernahme der finanziellen Entschädigung der aus Polen vertriebenen Deutschen bringt dem Reichsetat eine neue, ungeahnte Last von phantastischer Höhe unb wirb einen innerpolitischen Zündstoff ansammeln, der die bereits vo-hande- nen Explosionsmöglichkeiten nicht unerheblich vermehrt. Als das Schlimmste aber sehen wir die Gefahr, dah mit allem Ernste von einer „® c - ncralliquibation“ im deutsch-polnischen Verhältnis gesprochen werden könnte, womit die feindliche Presse und eine teilweise völlig instinktlose eigene össentliche Meinung schon von Anfang gemacht hat. Es muh klar und deutlich ausgesprochen werden, dah die überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes nicht im entferntesten daran denkt, sich durch irgendein wirtschaftliches Abkommen mit Polen das Recht nehmen zu lassen, in der willkürlichen Grenzziehung ein wiedergutzumachendes, historisches Unrecht und ein politisches Verbrechen an der europäisch?n Gegenwart unb Zukunft zu sehen. Wir Haven nicht den geringsten Anlah zu verschweigen, bah dieser Unrechtszustand, möge unsere jeweilige Regieurng solche Verträge immer unterschreiben, von den Massen unseres Volkes niemals anerkannt werden wird. Die Parlamentskrisis in Warschau. Oer Gejmmarschall Warschau, 4. Rov. (TU.) Angesichts der noch völlig unllaren Lage werden in parlamentarischen Kreisen mit ziemlichem Rachdruck zwei Gerüchte verbreitet. Das eine ist das, daß das Schicksal des Kabinetts Switalski bereits entschieden sei, und zwar in bem Sinne, dah für den entscheidenden Kampf mit der Opposition ein noch stärkerer Mann (d.h. Wohl Marschall Pilsudski selber) an die Spitze der Regierung ti>ku solle. Spätestens am Dienstag werde über die Veränderungen innerhalb des Kabinetts, die von langer Hand vorbereitet seien und nichts mit dem angekündigten Mihtrauens- votum der Opposition zu tun hätten, völlige Klarheit herrschen. Das zweite Gerücht will wissen, dah das Parlament um einen Monat vertagt werden solle. Ob in diesen von Mund zu Mund verbreiteten Rachrichten, deren Ausgangspunkt nicht zu ermitteln ist, ein wahrer Kern steckt, kann nur die Zeit lehren. Da sie aus einer außerordentlich erregten Atmosphäre stammen, sind die Gerüchte natürlich mit größter Vorsicht aufzunehmen. Am Montagvormittag ist dem Sejmmarschall Daszynski ein Brief des Staatspräsidenten übermittelt worden, der anscheinend am Sonntagabend geschrieben wurde. Der Brief stellt eine Antwort auf die Weigerung Daszynskis dar, an einer Sitzung mit Marschall Pilsudski teilzunehmen. Der Staatspräsident stellt darin fest, daß er die Haltung des Sejmmarschalls als Ablehnung auf» falle, die Vorfälle vom 31. Oktober in der von ihm vorgeschlagenen Weise durch eine gemeinsame Besprechung zu flöten. Der Adjutant des Staatspräsidenten hat das Sejmgebäude verlassen, ohne auf diesen Brief eine Antwort zu erhalten. Gegen 12 Uhr mittags begann die angekündigte Sitzung des Aeltestenrates, zu ber ber Vorsitzende des Regierungsblocks vom Sejmmarschall keine gegen den Diktator. Einladung erhalten hat. Die Uebergehung Oberst Slaweks steht im Zusammenhang mit dem vom Regierungsblock geplanten Mihtrauensvotum gegen Daszynski. Dieser teilte den Fraltlonsfüh- tern mit, daß er d i e nächste Sejrnsihung auf Dienstag^ 12 Uhr mittags an- gesetzt habe. Weiter gab er bekannt, daß verschiedene Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden sollten, um neue Zwischenfälle zu vermeiden. Ohne besonderen Ausweis werde niemand das Parlamentsgebäude betreten dürfen. Rach ber Sitzung richtete ber Sejmmarschall im Einverständnis mit dem Aeltestenrat an den Staatspräsidenten ein Antwortschreiben, in dem er u. a. erklärt, daß ihm infolge der beleidigenden Veröffentlichung feiner Unterredung mit Mar- fchall Pilsudski durch die amtliche Agentur Pat nicht möglich fei, die Widersprüche zwischen seiner Darstellung unb ber Darstellung Pilsudskis auf dem Wege einer gemeinsamen Besprechung zu klären. Mit Marschall Pilsudski würde er außerhalb des Sejms nicht reden. Den Beleidigungen begegne er mit ruhiger Verachtung und freue sich, dem Staatspräsidenten mitteilen zu können, daß Millionen ehrlicher Polen über diese Beleidigungen aus dem Munde eines Staatswürdenträgers ebenso dächten wie er selbst. Während der Unterredung im Schloß habe er dem Staatspräsidenten bereits dargelegt, daß das Land infolge feiner wirtschaftlichen Schwierigkeiten unbedingt Ruhe und Ordnung brauche. Angesichts der politischen Lage habe er gebeten, entweder den Sejm aufzulösen oder bie Regierung abzuberufen. Es gehe nickt an, ben Sejm bestehen zu lassen und ihn gleichzeitig bis aufs äußerste zu verunglimpfen. Die Würde der Abgeordneten sowie ber ganzen Ration vertrage dieses Schauspiel nicht. Krisenstimmung in London. Macdonalds Minderheitsregccrung und die indische Krage. London, 4. Rov. (Pr.-Tel.) Ganz plötzlich hat sich in der inneren englischen Politik eine Kluft auf getan, die groß genug zu fein scheint, um das Kabinett Macdonald zu verschlingen, das eben noch nach den Erfolgen im Haag, in Genf unb nach ber Amerikareise bes Ministerpräsibenten bombenfest äu sitzen schien. Inbessen braucht man nach dem allgemeinen Lärm noch nicht zu glauben, daß die Krise wirklich so ernst ist, wie sie gemacht wird, obwohl — das soll nicht vergessen sein — der Anlaß des Streites einen der empfindlichsten Punkte des Ausbaues des englischen Imperius berührt. Man hat es Herrn Macdonald verziehen, daß er in Aegypten neue Verhandlungsmethoden versucht, um bem Rationalismus entgegenzukommen. Das ließe sich tragen, well die militärische Stellung Englands und damit die Sicherung des Weges nach Indien nicht gefährdet war, weil aber außerdem durch die Entwicklung des Luftverkehrs Aegypten einen Teil seiner Bedeutung verloren hat. Indien aber ist unb bleibt das Gespenst im englischen Hause. SHe Goldftröme, die seit Jahrhunderten in das Mutterland fliehen, haben die Vormachtstellung der englischen Weltpolitik begründen helfen, und wenn einmal ber Augenblick kommt, wo Indien sich lossagt, dann droht das ganze Gebäude zusammenzubrechen. Aber die Kunst der englischen Politik hat ja immer darin bestanden, unvermeidliche Entwicklungen rechtzeitig aufzufangen und so abzubiegen, dah sie schliehlich noch nützlich werden. Bei dem Unabhängigkeitskampf der Vereinigten Staaten ist das versäumt worden, daraus haben aber die Engländer so gründlich gelernt, dah sie aus den Kolonien gleichberechtigte Freunde zu machen begannen. Das ist ihnen in Kanada, in Australien unb in Südafrika gelungen. InIndien liegt das Problem besonders schwie- rig, weil es bisher immer gelang, durch das Gegeneinander das Spiel der Raffen und Religionen die 400 Millionen dieses Reiches auszuschalten unb zum Objekt der englischen Politik zu machen. Erst lang- sam beginnt sich so etwas wie der Typus eines Indiers herauszukristallisieren und nach dem Vorbild Ghandis eine den Engländern gefährliche nationalistische Propaganda zu entwickeln. Das konservative Kabinett hat 1917 durch eine Deklaration den Indern die Selbstverwaltung versprochen und die Simon-Kommission eingesetzt, die (eit Jahren an dem Studium dieses schwierigen Problems arbeitet. Ohne ihre Beratungen abzuwarten, hat nun jedoch der Vizekönig von Indien, Lord I r d i n, nach Besprechungen mit der Arbeiterregierung eine Prokla- mation erlassen, die zwar im wesentlichen nur dasselbe sagt, wie die von 1917, aber doch vielleicht etwas bestimmter die Hoffnung auf die E n t w i ck - lang zum Dominion ausspricht. Plötzlich aber schreien die englischen Konservativen Verrat, obwohl Baldwin zunächst mit diesem neuen Zugeständnis einverstanden erschien, und die Liberalen schließen sich ihnen an; finden sich die beiden Par- teien hier wirklich, dann wird Macdonald vlötzlich daran erinnert, daß ernureineMlnderyeits. regierung hinter sich hat und über ein Zusammengehen der anderen beiden Gruppen stolpern kann. .... ' t’-® s Mte - ■' r "•p;.. • T 1 : j :•>? , V ,y/n/j • ■■•r» •' ’r ■ ■ W' !■ / 1^ ■ M ?• - ,3;* Anstatt im Unterhaus. Die Jndiendebatte vertagt. London. 4. Rov. (T.-Ll.) Das Llnterhaus hatte am Montag einen seiner großen Tage. 3n Erwartung der Erklärungen des Ministers zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Thomas, und der Anfragen zur indischen Frage waren Haus und Tribüne dicht beseht. Auf der Galerie sah man einige in London weilende führende Persönlichkeiten des indischen öffentlichen Lebens. Ministerpräsident M a c banal d , der kurz nach Eröffnung der Sitzung zum erstenmal nach seiner Amerikareise wieder im Parlament erschien, wurde von allen Seiten sehr herzlich begrüßt. Baldwin machte, nachdem er unter dem Beifall der Konservativen Macdonald im 'Kamen der gesamten Opposition des Unterhauses herzlich willkommen geheißen hatte, den Vorschlag, die am Donnerstag im Llnterhaus stattfrndende Debatte über Indien auf Grund eines Vertagungsantrages von feiten des Führers des Hauses vorzunehmen, um es dem Staatssekretär für Indien zu ermöglichen, seine Erklärungen abzugeben. Baldwin will mit diesem Antrag verhüten, daß es zu einer Abstimmung kommt, was im Falle eines Mißtrauensantrages oder eines Antrags, das Gehalt des Staatssekretärs für Indien herabzusehen, unvermeidlich wäre. Es entspann sich sodann eine Aussprache über die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Arbeitsminister Thomas betonte, daß er niemals behauptet habe, im Besitze eines Zaubermittels gegen die Arbeitslosigkeit zu sein. Sein Ziel sei, festzustellen, wie durch Au f- wendung öffentlicher Gelder Be- schäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden können, wie man dem Ausfuhrhan- d e l aufhelfen und damit die Industrie beleben könne und wie die großen Hilfsquellen deS Reiches zur Erreichung dieser Ziele herangezogen und entwickelt werden können. Lloyd George übte scharfe Kritik an den Regierungevorschlägen. Seit dem'Amtsantritt des Arbeiterkabinetts habe die Zahl der Llnbeschäftig- ten um 1 0 0 0 0 gii genommen. Was die Regierung Vorschläge, fei zaghaft, feigeund unintelligent. Es sei lebhaft zu bedauern, daß Thomas seine eigentliche Aufgabe im Stich gelassen habe, um nach Kanada zu gehen, wohin man besser eine Wirtschaftsdelegation hätte senden sollen unter Führung eines fähigen Kopfes, wie etwa Lord d'Abernon, der in Südamerika jüngst so Wertvolles geleistet habe. — Auch Maxton vom extremen Flügel der Arbeiterpartei übte scharfe Kritik an den von Thomas gemachten Vorschlägen. Es sei nichts darin zu entdecken, was nicht früher schon von der liberalen und der konservativen Regierung versucht worden sei. Er bitte Thomas um jeden Dreis, sich von den konservativen Gedankengängen loszumachen und endlich sich der sozialistischen zu bedienen, um das Problem zu lösen. Reue Gklarek-Geheimkonien. Berlin, 4.Rov. (TLl. Funkspruch.) In den lebten Lagen ist es der Polizei und der Staatsanwaltschaft gelungen, AÜ fzeichnungen über Geheimkonten der Gebrüder S k l a r e k zu finden, durch die nicht nur die drei Brüder, sondern auch Mitglieder der Stadtverwaltung und städtischen Behörden bloßgestellt werden. Die Skla- reks haben, um vor Rachforschungen durch Angestellte oder Unberufene sicher zu sein, diese Gehclmkonten im Gegensatz zu ihren Geschäftsbüchern sehr korrekt geführt. Sie haben, um die Ramen bekannter Kunden oder guter Freunde zu verschleiern, sich bei der Bezeichnung der Konten, einer.mitunter etwas boshaften Ausdrucksweise bedient. Hinter der Bezeichnung .Gustav" hat man einen leitenden hohen Beamten der Berliner Stadtverwaltung zu suchen, während hinter der unschönen Bezeichnung .Hammel" sich ein Beamter der Stadtbank verbirgt, dessen Konto allerdings auch nicht allzu hohe Beträge aufweist, so daß in dem Decknamen vielleicht auch eine gewisse Charakteristik der drei Brüder bei der Einschätzung ihrer Bekannten gelegen hat. Einen weit poetischeren Ramen hatte man für den kommunistischen Stadtrat Gäbel gewählt. Ihn bezeichnete man als den schirmenden Erzengel „® a b r t e l", während der kommunistische Stadtrat Segnet, dessen Rame an Kampf und Waffen erinnert, den Liebernamen .D o l ch" erhielt. Für den BürgermeisterS ch n e i- der hat man kurz und schlicht das Deckwort .Schuster" gewäylt. Das Konto des Stadtbankdirektors Schmitt, mit dem sich nur Leo und Max Sklarek einigermaßen gut standen, während Willy ihn weder zu sich einlud, noch bei ihm verkehrte, wurde mit „Schimmel" bezeichnet, wobei wohl der Gedanke an den Amtsschimmel bestimmend gewesen sein mag. Die Summen auf den einzelnen Konten sind nicht gerade klein. So geht z. D. aus dem des Stadtrats Segnet hervor, daß er monatlich 2000 bis 2 5 0 0 Mark von den Gebrüdern Sklarek erhalten hat. Das Konto „Gabriel" weist noch höhere Summen auf und der Beamte, der sich hinter dem Decknamen „Schimmel" verbirgt, hat Zuwendungen erhalten, die die Bezüge der beiden obengenannten Personen ganz erheblich überschreiten. Das Konto „Gustav" weist im wesentlichen die Summen auf, die für gelieferte Kleidungsstücke an sämtliche Familienmitglieder eingesetzt worden sind. Daneben finden sich allerdings noch Auszeichnungen über größere Summen. Sie berliner Vettehrsgesellschaff. Schwere Angriffe gegen Direktor Brolat. Berlin, 4. Rov. (WB.) Don der kommunistischen Presse werden im Zusammenhang mit der Sklarekaffäre jetzt sehr schwerwiegende Vorwürfe gegen den Direktor der Berliner Verkehr sgese lisch ast Brvlat erhoben. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Tätigkeit Brolats als Direktor der Berliner Brennst o f f g e f € l1 f <5) a f t in den Jahren 1924 bis 1925. Bei der Belieferung städtischer Anstalten und Siedlungen mit Brennstoffen sollen nach diesen Dorwürfen minderwertige sHolz und Kohlen abgegeben worden sein, während die Rechnungen über wertvolles Material ausgestellt worden feien. Bro- lat bat sich auf Grund dieser Vorwürfe an den AufsichtSratsvorsiHenren der Drerrnstvffaesell- schaft, Dtadtrat Dr. Lreitel. gewendet, uns dieser hat eine Untersuchung in die Wege geleitet. Direktor Brokat bc ft reitet entschieden, von irgend- j welchen Betrügereien Kenntnis gehabt zu haben. Wie weiter bekannt wird, schwebt gegen Bro- lat bereits bei der Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Berdach- tes der passiven Bestechung im Zusammenhang mit dem Sklarekskandal. Der nationale Vlvü der Mitte. Ein Appell des demokratischen Parteivorfitzcndcn. Göttingen. 4. Rov. (WTB.) Herl: abend sprach der Vorsitzende der Demokratischen Partei, Reichsminister a. D. Koch-Weser über die deutsche Zukunft. Die deutscheninnerpoli- tischen Zerwürfnisse fänden ihren Widerhall jenseits der Grenze zum Rachteil Deut ch- lands. Gegenüber den extremen Einseitigkeiten der Rechten und den sozialistischen Experimenten müsse ein Block der na tionalbewußten Männer gegründet werden. Dieser müsse das bisher Erreichte weiter ausbauen und vor allem finanzielle und wirtschaftspolitische Erfolge erzielen. Llm das zu erreichen, müßten alle Schichten, die auf dem Boden des Staates steh:n, sich zu diesem Block zusammenfinden, um dem deutschen Volk das Gut der Einheit und Freiheit zu erhallrn und dafür zu sorgen, daß die wirtschaftliche und finanzielle Blüte sich wieder entwickelt. Oaö vorläufige amtliche Ergebnis des Vottsbegehrens. Berlin, 4. Rov. (DB) Der Reichswahlleller veröffenllichk das vorläufige Ergebnis de^ Linlra- gungsverfahrens zum Volksbegehren, an dem lediglich drei Gemeinden im Slimmkreis Magdeburg noch ausstehen, in Gegenüberstellung mit den Ergebnissen der beiden vorhergehenden Volksbegehren, hiernach haben sich von 41278897 Stimmberechtigten 4147725 Personen, d. h. 10,05 v. h.» für das Volksbegehren „Arelheltsgesch" eingetragen. Die Zahl der Eintragungen beim Volksbegehren „Panzer- kreuzeroerbok" betrug 1 216 968, d. h. 2,9 v. h^ und diejenige beim Volksbegehren „Aürstenent - e i g n u n g“ 12 523 939, d. h. 31,8 o. h. Frühere Einberufung des Reichstages. B e r l i n, 4. Rov. (WTB.) Die der Demokratische Zeitungsdienst aus politischen Kreisen erfährt, wird innerhalb der Reichsregierung erwogen, den Keidjs- fag früher als zu dem ursprünglich vorgesehenen Dalum, dem 26. November, ein- zuberusen. Der Grund für diese frühere Einberufung soll darin liegen, bat es der Reichsreglerung darum zu tun ist, den jetzt ffatlfinbenben volksenl- scheid sobald wie möglich zum Abschluß zu bringen. Die Regierung wird deshalb gleich nach der Einberufung gemäß den Gesetzesbestimmungen bas sog. „Ar eiheitsgesetz" bera Reichstag vorlegen unb ihre oblehnenbe Stellungnahme babei zum Ausbruck bringen. Aus dem Peiiiionsausfchuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 4. Rov. (Wolsfbureau.) Der Dritte Petitionsausschuß des Hessischen Landtages überwies einen demokratischen Antrag, zur Förderung des Absatzes heimischer Produkte in den Schulen Hinweise zu erteilen, einstimmig der Regierung als Material, die erklärte, daß bereits jetzt von den Lehrern in der geeigneten Weise aus die Wuchtigkeit des vermehrten Verbrauchs heimischer Produkte hingewiesen wird. Einstimmig angenommen wird ein Bauernbundantrag, der sich gegen das immer stärker werdende Abwerfen von Reklamezetteln aus Flugzeugen über Landgemeinden wendet und Abhilfe fordert. — Eine Eingabe des Ausschusses für Radfahrwege auf vermehrte Herstellung dieser Fahrwege wird der Regierung als Material überwiesen, die in diesem Sinne auf die Provinzen, Kreise und Kommunen einwirken möge. Eine im Ausschuß bereits wiederholt behandelte Eingabe der Brauerei Steinhäusser-Win^ecker A.G. zu Friedberg wegen der B i e r lie f e r ungen für die Kantine der Bereitschastspollzei in Friedberg wird dahingehend für erledigt erklärt, daß der Ausschuß ixe Regierung ersucht, bei Vergebung von Dierlieferungen möglichst hessische Firmen zu berücksichtigen. Eine Eingabe zahlreicher Bäckermeister aus Vilbel um Herabsetzung von verhängten Kosten wegen zu frühen Backen wird angenommen und die Regierung ersucht, diese Kosten in diesen Fällen auf zehn Mark herabzusetzen. £)er Lehrstuhl für Chemie an der Univerftfäf Gießen. Die wir ber amtlichen „Darmsläbler Zeitung" vom 4. November entnehmen, würbe entgegen ber gestrigen Meldung bes Wolfsschen Tele- graphen-Bureaus in ber letzten Sitzung bes Ainanz- ausschuffes bes hessischen Lanblages bie Regierungsvorlage über bie Bewilligung von Berufs- forberungen bei Besetzung bes burch Emeritierung Professor Dr. Elbs frei gewordenen orbenl- lichen Lehrstuhls für Chemie an bet Universität Gießen angenommen. Die Richtigkeit dieser Meldung wirb uns auch von zustänbiger Seite b e f( ä t i g L Aus aller Welt. Die Erkrankung dcsPrinzen Max vonBadcn Konst a n 8 , 5. Rov. (WTD. Funkspruch.) Im Befinden des Prinzen Max von Baden ist eine Veränderung auch in der vergangenen Rächt nicht eingetreten. Der Prinz hat eine gute Rächt verbracht. Auch der gestrige Tag war den Llrn- ständen entsprechend gut. Del ber Schwere der Erkrankung besteht allerdings die Möglichkeit einer ernsten Wendung, doch ist diese nicht akut. Wie von unterrichteter Seite verlautet, hat sich Prinz Max schon seit einigen Wochen nicht wohl gefühlt und auf Schloß Kirchberg, wohin er mit seiner Familie übergefiebelt war, sehr zurückgezogen gelebt Dor einiger Zeit erlitt Prinz Max einen Schlaganfall, der eine Lieber- fsthrung nach dem Krankenhaus in Meersburg notwendig machte. Da aber dort die nötigen Räume für den Patienten nicht zur Verfügung gestellt werden konnten, ordnete der Hausarzt Dr. Zimmermann die Lieberführung nach dem Städtischen Krankenhaus in K o n st a n z an, wo er sich seit etwa zwei Wochen befindet. Der Prinz hat vor etwa drei Wochen bei einem Sturz im Zimmer einige Rippen gebrochen, so daß sich das gesundheitliche Befinden des Prinzen sichllich verschlimmerte. Grabmalsweihe für Lonrad von Hohendorf. Auf dem Hitzinger Friedhf in Wien wurde in Anwesenheit des Bundespräsidenten, des Bundeskanzlers, des Bizekanzlers sowie zahlreicher militärischer Abordnungen das Grabmal für den Feldmarschall Conrad von Höhendorf eingeweiht. Das Deutsche Reich hatte den Chef der Heeresleitung, General Heye, der in Begleitung des deutschen Gesandten Graf Lerchenfeld erschienen war, entsandt. Der Präsident des österreichi'chen Offizierverbandes, General Meixner, hielt die Gedenkrede, wobei er Conrad v. Hötzendorf als einen der bedeutendsten Heerführer im Weltkriege feierte. Heeres- minister D a u g o i n legte im Ramen der jungen Soldaten Oesterreichs das Gelöbnis ab, daß Conrad v. Hötzendorf in ihrem Herzen ewig weiterleben werde. Als erster legte Bundes- Präsident Miklas einen Kranz nieder. Es folgten dann die Kränze der Bundesregierung, des Bundesheeres und anderer militärischer Abordnungen. General Heye legte namens des deutschen Heeres einen Kranz in den Farben des Deutschen Reiches nieder. Gefährlicher Darenhausbranb in Köln. In der Filiale bes Einheitspreis-Kaufhauses „Ehape" in Köln-Ehrenfelb brach in bem Referoe- keller aus bisher ungeklärter Ursache ein Branb aus. Da bisher der Keller keine Entlüftungsanlage aufwies, war ein außerordentlich [tarier Rauch entstanden, außerdem konnten durch den engen Keller jeweils nur zwei Feuerwehrleute nach unten vordringen. Als bie beiben ersten Feuer- wehrleute, mit Gasmasken versehen, an ben Branbherb Vorbringen wollten unb lange ausblieben, sandte man zwei weitere Feuerwehrleute in den Keller, bie ihre beiben Kameraden besinnungslos am Boden liegenö vorfanden. Man chaffte bie Bewußtlosen sofort ins Krankenhaus, wo te inzwischen gestorben finb. Die Feuerwehr sah ich schließlich gezwungen, um ben Branbherb bekämpfen zu können, im Verkaufsraum mehrere Löcher in ben Fußboben flage wegen Mordes gegen ihn erhoben. Der Angeklagte betonte, dah die Wissenschaft alles getan halx, was in ihrer Macht stand, um seine Mutter zu heilen, ohne den geringsten Erfolg. Auf die Frage, ob er seine Tat bereue, antwortete er nur: „Ich habe sie befreit." Der Gcrichtsarzt betonte, dah der Schuh unmittelbar tödlich gewirkt habe. Das Krebsleiden der Frau sei bereits soweit vorgeschritten, dah sie im Höchstfälle nur noch drei bis 12 Monate gelebt hätte. Auch der behandelnde Hausax't etuarie, dah das Leiden der Patientin unheilbar gewesen fei und nicht hä te operiert werden können. Sein letztes Mittel fei das Radium gewesen, dessen Anwendung jedoch furchtbare Schmerzen hervorgerufen hätte, so dah er selbst den jungen Corbett wenige Tage vor dem Drama gesagt habe, die einzige Möglichkeit sei, die Dofis zu erhöhen. — Der Angeklagte wurde freigesprochen. Eine deutsche Expedition im Gran Chaco verschollen. Die deutsche Indianerexpedition deS Südafrika- sorschcrs Dr. A. W. Ado Baehler, die Mitte Mai dieses Jahres ausreiste und Ende Rovember wieder in Europa eintreffen sollte, ist nach den letzten vorliegenden Rachrichten verschollen. Dr. Baehler überschritt nach Durchquerung Perus und Boliviens vor einigen Wochen die Bolivianisch-argentinische Grenze bei Quiaca und befand sich mit der Terra Film-Expedition auf dem Wege nach dem Gran Chaco. Seitdem sind die Verbindungsleute der Expedition ohne jede Nachricht. Reisende, die vom Gran Chaco kommen, berichten, sie hätten von Eingeborenen gehört, dah Europäer, unter denen sich auch Leute mit sonderbaren Apparaten befanden, von Indianern überfallen und gefangen wurden. Da Dr. Daehler mit feinen Filmapparaten diese gefährliche Gegend passiert haben muh, nimmt man an, dah es sich um die deutsche Expedition handelt. Erst vor ganz kurzer Zeit ist der französische Forscher Miller in dieser Gegend verschollen, und man hat bis heute von ihm wie auch von seiner Expedition kein Lebenszeichen. Der erste Teil des großen Indianerfilms, an dem Dr. Baeßler gemeinsam mit der Terra Film-A.-G. arbeitet, ist bereits nach Europa gesandt worden. Dr. Baehler steht im 43. Lebensjahre und entstammt einer alten Leipziger Familie. Er war lange Jahre im diplomatischen Dienst tätig und wandte sich nach dem Kriege völkerkundlichen Studien zu. Drei Personen von einem Zug überfahren. In der Rähe von Schleifling in S t e i e t - mark wurden drei Personen, die auf dem Bahndamm gingen, von einem Zuge ersaht und getötet. Sie hatten infolge eines heftigen Gewitters das Signal des Zuges überhört. Aufklärung eines fünbestnorbes. 2n der westfälischen Ortschaft Hückelhoven wurde vor einiger Zeit bas zweieinhalbjährige Söhnchen des Bergmannes Josten ermordet. Die Ermittelungen haben ergeben, dah die Geliebte Iostens das Kind mit einem Knüppel z u Tode geprügelt hat, als Josten im Bergwerk arbeitete. Der Dater, gegen den sich zunächst ber Verdacht gerichtet hatte, steht anscheinend mit der Tat in keiner Verbindung. Er hatte sich vielmehr mit seiner Frau, von der er getrennt lebte, wieder ausgesöhnt. Schreckensszenen bei einem Slierkamps. In Saragossa hat ein wildgewordener Stier bei einem Stiergesech t die Schranke durchbrochen und sich auf die Zuschauer gestürzt, von denen vier getötet unb acht verletzt wurden. Eine Panik bemächtigte sich des Publikums. Oie Wetterlage. 5 o Oslo Tdeei •f0~? o ~ia Gemünd Krriles fvrgelvst wurde Psllchtig gers fü 3. 3an Preuhi Dicsbc Alsfeld tveaen Erlen i j» r°^«KH yie wurde SmSäs nbn'G?Äft nb be- !lanHft?ruf leuk drx k ° nbe, J? Kpeditivi, He Ä?? Dran W«”* ^ten QKbn” öenen n übetion ^ b?' und Gliche &g J J?* r, baßti n* Ntttt L Er? bVlose.................... Feftlierlnge In Tomaten Dose..................... Kip pered-Heringe Dose..................... *'< Pfund......... Ocheenmnnlwralat I ’o-e ft 1 Pfund • Heringe in Gelee Dose............. Oclwardlnen Dose............. STordeee-Krabben I ose Ein nicht au [junges, ordentliches Mädchen Die Beerdigung findet in aller Stille statt Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Ferner: Bismarckherlngc Rollmöpse m.Gnrkenelnlage Filetherlngo In Wein. Tomaten .Champignons, May onnaiHe, Re* monlade und Senf Brabanter Sardellen Königskrebse Krone n-Hummer Viele Sorten Kilse Pumpernickel BerglHche* Schwarzbrot Knäckebrot stets frisch und preiswert Mittwoch früb 9 Ubr eintressend 9121D Emilie Kühn geb. Spies und Kinder. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. November, nachmittags l1/« Uhr statt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer Heben Entschlafenen Junger Bäcker der auchKonditorci versteht u. an flottes, sauberes 2h beiten gewöhnt ist, kann sofort eintreten. Zu etfr. ind Geschäfts,t. ö. Gien. Arn. 07137 Großen-Buseck, Nebraska (Nord-Amerika), den 4. November 1929. Regiernngs-BezirkKoblenz. Preuß. Dbcrförftcrei Krofdorf, Kr. 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Juli 1928 192 918.92 JUC am 30. Juni 1929 ... 217447.23 „ Sie vermehrten sich demnach um 24 528.31 JUt Die Haftsumme betrug am 1. Juli 1928 303 390 JMt Sie vermehrte sich um 234 neu beigetretene Genoffen 7 020 „ Sie betrug am 30. Juni 1929 310 410 JUt Mittwoch, den 6. Nov. 1929, nachm. 2 Uhr, oerftetgere ich dahier Neuen, weg 28 (im Löwen) zwangsweise gegen Barzahlung: 1. einen Trumeauspiegel, acht Sofas, vier Schreibtische, zwei Schrantgrammophone, fünf Nähmaschinen, drei Büfetts, eine Schuhmacher-Nähmaschine (Claes Nr. 3929), eine größere Partie Schuhmacher- Bedarfsartikel, drei Rübenschneider, eine Waschmaschine mit Elektromotor, zwei Küchenherde, eine Feldschmiede, einen Stegtisch, drei Pianinos, eine Partie Kranzdarme, zwei Schreibmaschinen, einen Kasseittchrank, einen Gas-Wucst- kessel, eine Schncllwaage (Typ B Nr. 5925), einen Eisschrank, eine Fleisch- schneidemaschine mit Riemenscheiben, eine Küchenanrichte, einen dreitürigen Spiegelschrank, eine Obstschale mit Stan- der, eine runde Kristallschale, einen Projektionsapparat mit Linse, einen Radio- apparat mit Anodenbatterie und Lautsprecher, zwei große Warenschränke, zwei Ladentheken, zwei vollständige Betten, einen Damen-Schreibtisch, zwei Nachtschränkchen, fünf Ausstcllungs- gefäße, 20 Flaschen Sekt, eine Phonola, einen Personenkraftwagen (Dürkopp Nr. 5285, 12/28 PS), eine Standuhr, zwei Zimmerteppiche, drei Kleider- schränke, einen Spiegel, einen Kraftwagenmotor (Vomag 50 PS), vier Gas- Herde, einen Weißzcugschrank, zwölf Dutzend Alpaka-Messer, -Gabeln und -Löffel, eine Kaffeemaschine, sechs Leder- stühle, einen Regulator, eine National» Rcgistrierkasse, mehrere Chaiselongues, Korbsessel, Stühle u. a. m. 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Bo gen der tun; W T An 9 n l 3. St AI St Tu Wc V r Ar W Bt Ue wa Sinne *) Sot flebenen F fö? DL in am dem ! derneÄcm stus, um ( einet Leidc dekonnl einet u-ngeslailrt Häuser sich. ^erge locr «ne sch^ $ 3u Zxns. de alter fie lmmortale. '^nnter ^inani «er ändert by ft Dz iift Heben. Nr. 260 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Dienstag. 5. November 1929 lfsParlei, Netzen. ’*■ Mknrob. en. ien. itett, Gießen. 5it|INl5parlei). berg. ,??ben-Linden tt'^srob. ,ter- Trunmgen. lb einfach verbunden. MMehmenden Stimm: l* Stimm™ abg,g[ben| °^i°gen vvrgenornmen mirb °ls ein Wahlvor. immcn werden bei Fest: immilfion. rat. amles. Bürgermeisterwahl der Bürgermeister Johannes licher Fraucnvereine in n Nieder-Ramstadt: Ber- rngstemin: 9. Dezember Geldlotterie zugunsten der hnenangehörigen auf den leldlotterie zugunsten des gruppe, auf den 22. und Englands Südtirol. Don unserem römischen ^-Korrespondenten. Rom, Ende Oktober. Lange ber^r 3leiten sein Südtirol hatte, hatte England schon sein Malta. Der Kampf um die Seele der Bevölkerung ist dort nicht erst seit zunehmen, anworten, denn auch England ist römisch gewesen. Mit demselben Urrecht" wird dann Deutschland ganz Italien einstecken, ein- schließlich Sizilien, und Spanien ein Reich zurückverlangen, in dem die Sonne nicht untergeht. Vielleicht stellt sich dann, wo zwei sich streiten, rhn Jahren im Gange, er dauert s ch o n 3 a h r» u nd er t e und, wenn man will, Jahrtausende. 3n ein akutes, uns alle interessierendes Stadium ist er jedoch erst getreten, als das Selbstbestimmungsrecht der Völker zum heiligsten Menschenrecht erklärt, mit Krcuzzugbc- geisterung auf die stärkeren Fahnen des Krieges geschrieben und in Versailles mit anderen ausgedienten Idealen auf den Misthaufen geworfen wurde. Seither behauptet Italien, das deutsche Südtirol sei italienisch, und England, das italienische Malta, sei englisch. Folglich mühten die Südtiroler italienisch sprechen, fühlen und denken, die Malteser englisch. Cujus regio, ejus religio. Früher nannte man das Gewisser,szwang. Heute ist die Politik die Staatsreligion. Für den Zuschauer ist es leicht, in diesem Falle einmal keine Partei zu ergreifen — das besorgen die Gegner selber, indem der Engländer plötzlich italienisch, der Italiener deutsch fühlt, denkt und schreibt. Mit anderen Worten: Italien fordert für seine Landsleute auf Malta die Muttersprache mit derselben Beredsamkeit, wie Oesterreich und Deutschland für ihre Landsleute in Südtirol oder sagen wir besser, um ja kein Mißverständnis auflo.nmen zu lassen: für ihre Stammesbrüder, Hnd England verweigert den Maltesern die Muttersprache mit denselben Begründungen, wie sie Italien in Südtirol geltend macht. Die Parallele ist so haargenau, dah man, hört man nur die Worte, ohne das Thema zu kennen, nicht sagen könnte, ob sie von einem Oesterreicher als Sprecher des Andrcas-Hoser-Bundes kommen, oder von einem Italiener der Dante-Ali- ghiere-Gesellschast. Ein Beispiel: „Oluf diesem Boden, der in jedem Winkel unsre Kultur atmet und in jeder Volksäuherung Sitten und Gebräuche unserer Rasse, möchte man jedes Zeichen unserer Zusammengehörigkeit ausrotten und don Bewohnern das Privileg und das Recht rauben, die Sprache ihrer Väter zu sprechen. Ja, glaubt man denn mit der Aenderung der Straßennamen und mit dem zwe.hunderttausend Menschen auferlegten Sprachzwang wirklich beweisen zu können, daß dieses Land dem anderen Reiche angehöre? Glaubt man mit solchen Aeußerlich- keiten auch Herz und Seele des Volkes umgestalten zu können?" Wer sagt das? Wer fragt das? Monsignore Seipel oder ein Alldeutscher? Rein, das sagt und fragt Professor Marotta von der Gesellschaft Dante Mighieri, indem er Malta meint. In Pisa, auf dem Kongreß für die Verteidigung der italienischen Sprache. Im nächsten Jahre wird die Gesellschaft ihren Kongreß als „feierliche Manifestation der Italianität des'Alto Adige" in Bozen abhalten. Wenn dort Italien mit derselben Selbstverständlichkeit die Berechtigung der — italienischen Sprache feiern wird, Hai — England wieder treffliche Waffen für Malta. Eine Schule für Sprachforscher, Ras- senschützler, Pazifisten und Rationalisten. Eine Schule aber aua) für das Völkerrecht, eine Schule, in der nur der Befehlshaber bestimmt, welche Sprache zu sprechen ist, ohne die Zunge dec Schüler zu prüfen. Lehrreich, sehr lehrreich, wie Italien sein Recht auf Malta verteidigt. Am schwächsten sind natürlich, wie immer, die Argumente, die sich auf antike Ereignisse und archäologische Fundstücke stützen. Wenn Italien behauptet, Malta sei schon vor zweitausend Jahren römisch gewesen, so kann der britische Humor nur mit einer Einladung, auch London zurück- auch der Dritte ein, der Araber, und fordert unter Hinweis auf maurische Bauten, die noch viel besser erhalten sind, als die römischen Meilensteine in Südtirol oder die römischen Soldatenlager in Köln, Malta für sich. Auf diesem Wege kommt man nicht weiter. Aus Eroberung ein Besitzrecht herzuleiten, ist immer gefährlich, in diesem Falle besonders für Italien, denn England nennt Malta immerhin schon seit 130 Jahren sein eigen, während Südtirol als italienische Provinz noch in zehnjährigen Kinderschuhen steckt. Und England will jetzt erst das Englische als Landessprache einsühren, das heißt das Italienische ausmerzen, während Italien das Deutsche bereits vertilgt hat. In dieser Beziehung ist also die Position Englands günstiger. Ja, wendet da Italien ein, aber Südtirol war vor tausend Jahren italienisch! Und Malta, antwortet England, arabisch! In Südtirol war unter der germanischen Siedelung die italienische ' Sprache völlig erloschen, auf Malta dagegen hat sich das Arabische bis auf den heutigen Tag erhalten. In der Tat spricht der Malteser, seiner Rassenmischung entsprechend, eine besondere Sprache, einen arabisch-italienischen Dialekt, der sich ungleich weiter von der Sprache Dantes entfernt, als beis^i.lZweise die Schweizer Mundart Dorf Goethe. Und auch wer mit der Dio- geneslaterne auf den braunen, kahlen Felsen der britischen Seefestung herumsuchen würde, fände Wohl kaum einen autochthonen Eingeborenen, der von sich bekennen möchte und könnte, er fei Italiener. Fragt man die Leute aus dem Volke, was sie eigentlich seien, so antworten sie verwundert und einfach: Run, Malteser, denke ich! In den intelligenten Kreisen wird hehauptct, man stamme Wohl von den Phöniziern ab, doch sei der griechische Einschlag unverkennbar, levantinisches Blut fließe in den Adern, ob Aegypter oder Mauren die Ahnen gewesen seien, ob Spanier ober Johanniter, Vandalen oder Goten — wer wolle das sagen! Unverkennbar, am stärksten h.rvortretend ist der südilalienische Typus der Hafenstädte, nur eines sind die Malteser bestimmt nicht: Engländer. So wenig wie die „Männer mit dem Gamsbart und dem Franz Joseph auf der Porzellanpfeife" Italiener. Diese Alten, heißt es in Rom, bilden die Vergangenheit, uns aber soll und wird die Jugend gehören! Richt anders denkt Lord Strick- land, der maltesische Premierminister, und wendet daher die römischen Methoden, wie sie in Südtirol beliebt sind, auf Malta an. Eine Verständigung scheint unmöglich. Lord Strickland, der übrigens mütterlicherseits Italiener, väterlicherseits Irläirder und der Geburt nach Malteser ist, wird von den italienischen Zeitungen und nationalen Gesellschaften mit einer Heftigkeit angegriffen, die sicher von den österreichischen Blättern, wenn sie auf Südtirol zu sprechen kommen, nicht überboten wird. Mit einer Leidenschaft, die man nur bewundern kann, mit einer Zähigkeit ohnegleichen setzen sich die Italiener für ihre Sprachgenossen auf der Insel ein, obwohl England noch lange nicht so radikal vorgeht wie umgekehrt Italien, sondern nur verhüten will, daß „das Englische durch das Italienische verdrängt werde". An diesem Kampf um die Erhaltung der Hauptsprache auf Malta, die ohne Zweifel das Italienische ist, dürfen sich die Malteser, und hier weicht die Parallele von Südtirol ab, von Herzen beteiligen. Sie haben eine römisch i<«£ *>■ Häuser stürzen in Rom ... Von Or. Gustav W. Eberlein. Rom, Anfang Rovember. Mit einem Ungestüm, das der Quirite des neunzehnten Jahrhunderts nicht begreift und der Fremde amerikanisch findet, wirft sich das moderne Rom Mussolinis auf das alte des Augustus, um es dem Zeitengrab zu entreißen. Mit einer Leidenschaft, die dem päpstlichen Rom unbekannt war, wird die Hauptstadt Italiens zu einer Metropole des zwanzigsten Jahrhunderts umgestaltet. Häuser stürzen, Ruinen erstehen. Gräber offnen sich, Leitungsmaste sinken in den Staub. Berge werden zu Tälern, Täler zu Bergen. Das eine schaut in die Vergangenheit, das andere in die Zukunft — das ist das doppelte Gesicht Roms, der Stadt, die um so jünger wird, je älter sie wird. Der Roma aeterna, der Roma immortale. Immer sind die Zeiten in der Unsterblichen durcheinandergelaufen und haben sich übereinander gelegt wie geologische Schichten, so daß ein Gang dur'ch Rom zum Querschnitt wird, aber während man bisher die Kulturen gelagert sah, wie sie nacheinander kamen, wäh- renö man vor Augen hatte, wie jedes Jahrhundert den Boden erhöht, so daß der Fuß zum Beispiel vom Straßenniveau weg glatt ins Pantheon schreitet, zu dem früher, wie man daneben sehen kann, Stufen hinaufführten, während unter mancher Kirche eine andere und unter diese wieder eine aus dem Altertum liegt, während in der Regel immer eine Generation auf die Asche der anderen baute, wird jetzt weggerissen, eingerissen, aufgerissen. Weg damit! ist die Losung. Der Verkehr fordert sein Recht und man gibt es ihm ebenso bereitwillig, wie man es ihm früher entrüstet verweigerte. Auch anderswo fallen ganze Häuserreihen, gi- wiß, auch in Amerika schachtet man rücksichtslos aus, um Wolkenkratzer aufzubauen, aber das ist der Unterschied: dort fährt der Spaten gleichgültig in unberührten oder wenigstens jungen Boden, hier gerät er beim ersten Druck in Gräber, in Mausoleen der Geschichte, in die Wiege Roms. Das Verkehrsproblem ist deshalb am Tiber so ungleich schwieriger, weil es mit dem Riederlegen der Hindernisse nicht gelöst werden kann, weil der Archäologe bei jedem Schritt dem Architekten in den Arm fällt. Und weil Mussolini zwar amerikanisch, gleichzeitig aber auch konservativ im edelsten Sinne des Wortes sein, ja die Große des modernen Rom mit der Pracht des alten zu Zwillingen vereinen will. Run stelle man sich vor, daß die Stadt reißend schnell wächst, der Menschenstrvm überschwemmungsartig anschwillt, die Straßen im Zentrum zumeist aber noch nicht einmal eine Gehbahn haben und haben können, weil sie zu schmal sind, daß es noch feine Untergrundbahn und überhaupt kein anderes Verkehrsmittel als Tram und Auto gibt. Die Verkehrsadern sind infolgedessen gewöhnlich verstopft, die Fußgänger in steter Lebensgefahr, ein Blick in Den „ewigblauen Himmel" verfängt sich hilflos im engmaschigen Drahtnetz. Richt alles, was sehens würdig ist, kann auch angesehen werden. Und dennoch befiehlt der Cäsar: das alte Rom stehe auf! Da sinken die Häusergebirge zu beiden Seiten des Kapitols, da versinkt das Getto rings um das Theater des Marcellus, da geht auf das Forum des Augustus, des Rerva, des Cäsar, da wird wieder frei der tarpejische Fels, die Markthallen Trajans offnen sich... klopfenden Herzens steht man in der Rächt und sieht den Pickel laufen bei tausend Kerzen, nackte Arme wühlen im Schutt der Zeit, Kalkschwaden und ehrwürdige Paläste ziehen. Unheimlich, wie dieser Regisseur im schwarzen Hemd den Schatten befiehlt, Charon zur Umkehr zu zwingen, daß sie dasein könnten beim großen Appell an den Erinnerungstagen des Marsches auf Rom, und hintreten vor ihn und den Arm heben zum römischen Gruß: Du hast mich gerufen, Benito, hier bin ich: Augustus! In vier Jahrzehnten ist nicht so viel ausgegraben worden, wie )etzt in vier Jahren. Die roten Bücher der Fremden kommen nicht mehr nach, die Ciceroni müssen hinzulemen, daß ihnen der Schweiß auf der Stirne steht, selbst die Professoren haben es nicht leicht, denn so manche feststehende klassische Meinung wird durch eine Palata, einen Schaufelhieb umgewvr- fen. Wo sie mit dem Finger deuteten: hier unten liegt der Tempel des Jupiter, da kommt nichts zutage als Sandstein: wo sie unbedenklich einer neuen Straßenbahnlinie freie Bahn anwiesen, da steigt ein Säulenwald herauf. Und an den vereinzelten Stellen, wo die Gelehrten sich einig waren, da stehen über Rächt niegeahnte Dinge, über deren Bedeutung sie vielerlei widerspruchsvolle Arttkel schreiben müssen. orientierte nationalistische Partei, der Lord Strickland mit Verboten und Schikanen so etwas wie Märtyrer verschafft, nachdem sie schon beträchtliche Erfolge auszuweisen hatte. So sollte schon 1899 einmal die italienische Sprache wenigstens vor Gericht und in den Schulen abgeschafft werden. Joseph Chamberlain zig aber im Jahre 1902 aus politischen Gründen die Vorlage zurück. Auf jene Großzügigkeit verweist man heute in Rom und seht die „traurige Figur" Lord Stricklands abschreckend baneaen. In Wirklichkeit denkt und handelt natürlich dieser Lord ebenso politisch, wie der andere, der Vater des Burenkrieges. Er weiß, daß die Sprache eines Volkes zur mächtigsten politischen Waffe geworden ist, Die mehr strategische als kulturelle Bedeutung hat. Und hätte er es nicht gewußt, so würde er es von Italien gelernt haben, das so gerne als italienisch anspricht, wo italienisch gesprochen wird. Warum, so sagt er, wollt ihr in Südtirol den Eindruck erwecken, als sei dort immer nur eure Sprache zu Hause Seewesen, warum wollt ihr der Bevölkerung nicht assen, was ihr für die meinige fordert? Weil ihr aus politischen und militärischen Gründen ein italienisches Südtirol braucht! Rein, erwidert Rom, weil Italien ein untrennbares Ganzes ist und weil infolgedessen ein Gesetz gelten muß von den Alpen bis Sizilien! Einverstanden, gibt Lord Strickland zurück, und daher wenden wir auf Malta englisches Gesetz an, denn es ist englisches Gebiet. Ein aussichtsloser Dialog. Es sei denn, man käme auf das unbequeme Selb st bestimmungsrecht zurück. Oberheffen. Allerheiligenmarkt in Hungen. l. Hungen, 4. Rov. Der alljährlich hier statt- ftnbenbe und aus der Umgegend gern besuchte Allerheiligenmarkt wurde am Freitag abgehalten und übte auch in diesem Jahre seine alte Anziehungskraft wieder aus. Schon am Tage vorher waren eine große Anzahl Budenbesitzer anwesend, um sich einen guten Platz für den Markt zu sichern. Am Markttage standen zu beiden Seiten der Ortsdurchfahrt und auf dem Marktplatz eine große Anzahl von Verkauf sstän den mit Waren aller Art, und die Besucher des Marktes, welche sich in den Rach- mittagsstunden durch die Straßen schoben und drängten, hatten Gelegenheit, ihre Kauflust vollauf zu befriedigen. Auch in den Wirtschaften herrschte lebhafter Betrieb, und die einheimischen Geschäfte hatten durch den regen Marktbetrieb sicher einen guten Absatz. Für allgemeine Belustigung war durch Karussells, eine Schießhalle, durch Tanz und Kinovorstellungen gesorgt, so daß auch hier die Besucher, sowohl von hier als auswärts, auf ihre Rechnung tarnen. Der Ferkel- und Schafmarkt war durch einen Auftrieb von 468 Ferkeln und 160 Schafen gut beschickt. Der Handel auf beiden Märkten war flott, so daß die Bestände bald geräumt waren. Ferkel kosteten bis zu 6 Wochen alt 25 bis 30 Mk.: 6 bis 8 Wochen alt 31 bis 42 Mk., 8 bis 10 Wochen alt 43 bis 55 Mk., 10 Wochen alt und darüber bis zu 62 Mk. das Stück. Aus dem Schafmarkt versteigerte die Landwirtschafts- kammer, wie im Vorjahre, eine Anzahl jüngere Hümmel, wobei für drei Stück 90 bis zu 103 Mk. geboten wurden. Junge Böcke, von diesem Jahr zur Zucht, wurden verkauft für 36 bis zu 60 Mk.. ältere Hammel und Mutterschafe (Schlachttiere) 40 bis 55 Mk., trächtige Mutterschafe bis zu 60 Mk. das Stück. jntereffante Mnzsunde bei Vad-Aauheim = Bad-Rauheim, 4. Rov. Beachtenswerte Münhfunde sind beim Rigolen eines Rosenackers im benachbarten Ober-Mörlen gemacht worden, und zwar im Hüftersheimer Feld, wo einst der in Der Mainzer Fehde Man wollte dem Verkehr am Corso Vittorio Emanuele, wo 42 Tramlinien miteinander rangen. eine Bresche schlagen, man riß Die Geschäftshäuser ohne Mitleid für Die goID&ringenDe Lage ab. Und was findet man in ihrem Schoße? Vier Tempel auf einmal. Folglich ist jetzt hier eine archäologische Zone: tabu! Man wollte die Via Nazionale von dem störenden Knie beim Tra- jansforum befreien und legte daher die alte Kaserne Magnanapoli um, Das heißt zur Hälfte, denn es stellte sich heraus, daß die andere, die Urhälfte, eben jene langgesuchte Marktanlage Trajans war, mehrstöckige Handelshäuser, ein Halbkreis von antiken Ladengeschäften, der die Aufgabe hatte, den abgestochenen Berg, den achten Hügel Roms zu stützen. Heberhaupt gibt es jetzt überall Luft rings um die geheimnisvolle Säule Trajans, Die mit ihren 35 Meter Höhe die Höhe der einstigen Erhebung anzeigh. Wir können jetzt wieder ahnen, wenn auch nur ganz fein, welche Pracht hier zu den Göttern rief, bevor sie im Mittelalter von dem großen städtischen Kehrichthaufen bedeckt wurde, der übrigens sein Amt bis in unsere Zeit versah. Als Konstantin, dessen Augen alle Herrlichkeit der Erde getrunken hatten, nach Rom-kam, blieb er erschüttert auf dem Forum stehen und meinte zu seinem Begleiter, einem persischen Fürsten, er würde sich höchstens getrauen, ein solches Reiterstandbild, wie das des Trajan, zu schaffen. Worauf der Orientale: „Wozu dann einen Gaul schaffen, wenn du ihm nicht auch so einen Stall herumbauen kannst?" Und der große Gregor flehte Gott an, diesen Heiden Trajan aus dem Feuer zu erlösen und ins Paradies zu versetzen. So Überwältigte ihn das Forum. Das alte wie das neue Kapitol standen in einem Haufen elender Baracken, die den Hügel so überwucherten, daß die Fremden sich kopf- fchüttelnd fragten, wieso man denn überhaupt Den tarpejischen Fels hinuntergestürzt werden konnte. In den letzten Monaten ist diese „Aussicht" wieder hergestellt worden. 2m Marcellus- theater hatten sich mit Urväterhausrat die Trödler einquartiert, Goethes Lieblingskneipe lag daneben, die Romfahrer betrachteten sich mit kleiderzusammenhaltender Vorsicht die Volkstypen — alles dahin, dahin. „Um zu räumen.“ Mufso- Itni ist nicht kleinlich. Und das Kapitol wird soeben durchbohrt. Ein Tunnel führt hindurch, wie durch den QuirinaL Ein anderer wird bei der Piazza Spagna hinein- getrieben. Und so schauen wir in das andere Gesicht der Stadt, untergegangene Ort Huftirsheirn stand. ES handelt sich um Silbermünzen, die vom Direktor des Münzkabinetts beim Stadtarchiv Mainz im einzelnen bestimmt wurden. Es handelt sich zum Teil um Kölner Denare aus der Zeit des Erzbischofs Engelbert II. (1261 bis 1274); die übrigen Münzen Dürften als Kölner Denare mit kaiserlicher Prägung aus Der Zeit Ottos IV. (1198 bis 1212) ober Friedrichs II. von Hohenstaufen (1212 bis 1250) anzu- fprechen sein. Landkreis Gießen. § Daubringen, 4. Rov. Dieser Tage eröffnete ter hiesige Frauen verein seine diesjährige Winterarbeit im Saale der Kleinkinder- fchule. Der erste Abend war sehr gut besucht, was Der Vorsitzende, Dekan Gußmann, besonders rühmend hervorhob. 2n feiner Begrüßungsansprache ermahnte er die anwesenden Frauen, in Der gleichen Zahl, sei es in den Betstunden oder andern Zusammeniünsten. anwesend zu sein. Aus dem 2ahresbericht war zu ersehen, daß Die Zahl Der Mitglieder rund 150 beträgt. Bei der Rechnungsablage war ein Reinüberschuß von rund 130 Mk. vorhanden. Heber die Verwendung des Betrages soll der Vorstand befinden. Für die im kommenden Frühjahr anzustellende Kranienschwester, Der Die Krankenpflege des Dorfes übertragen w.'rden soll, wird voraussichtlich ein bestimmter Teil des Ueberschusses zur Verwendung kommen. Rach Erledigung einiger DeieinsangelegenHeiten hielt Dekan (3 u ß - mann (Kirchberg) ei en Lichtbildervortrag über „Elsaß und die Doge en". Mündliche Erläuterungen trugen wesentlich zur Veranschaulichung bei, so daß der Lichtbildervortrag einen nachhaltigen Eindruck auf die Zuhörer ausübte. gck. G r o ß e n - D u s e ck. 4. Rov. Die Volkshochschule Ober Hessen, Deren Vorträge vom vergangenen 2ahre bei Den hiesigen Landwirten großen Anklang gefunden haben, wird auch in diesem Winter mit einer Reihe von Vorträgen aufwarten. 2edoch sollen diese verschiedene Gebiete umfassen, um breitere Schichten heranzuziehen. Kommenden Sonntag wird im Saale des Gastwirts Drück ein Unter Hal tungs- unö Familien abend stattfinden. Ramhafte Kräfte der Volkshochschule haben sich zur Verfügung gestellt, um durch Konzert und Theaterspiel den Besuchern wirklich Gutes zu bieten. 2n den darauffolgenden Wochen werden Vorttäge zum Teil mit Lichtbildern über Sport, moderne Ernährung, die Bedeutung der Vererbung, das Genossenschaftswesen, Obstbau und landwirtschaftliche Stoffe gehalten werden. Cs ist zu hoffen. Daß die Veranstaltungen recht zahlreichen Besuch erfahren. : — : Beuern, 4. Rov. Zu Der bevorstehenden Gemeinderatswahl sind in unserem Dorfe 5 Wahlvorschläge eingereicht worden, die die nachfolgenden Ramen aufweisen: Wahlvorschlag I. 1. Phil. Wilhelm Somme r l a d , Kriegsbeschädigter. 2. Ludwig Muhl, Maurerpolier. 3. Otto Konrad Sommeriad, Maurer. 4. Karl Hofmann 11., Maurer. 5. Friedr. Strack, Maurer und Karl Funk, Maurer. Wahlvorschlag II. 2oh. Karl Belloff, Landwirt. 2. Ludwig Stein II., Landwirt. 3. Konr. Wilh. Wißner, Landwirt. 4. Konrad Krämer, Landwirt. Wahlvorschlag III. 1. Phil. Karl Damm, Landwirt und Steinbruchsbesitzer. 2. Aug. Ranft, Landwirt und Glasermeister. 3. 2oh. Heinrich Funk, Landwirt und Steinhauer. Wahlvorschlag IV. 1. Daniel Ludwig Sommerlai), Gemeinderechner. 2. Philipp Arnold, Schreinermeister und Landwirt. Wahlvorschlag V. 1. Wilh. Fuhr, Steinbruchsbesitzer. 2. 2ohannes S ch u g, Mühlenbesiher. 3. 2oh. Karl Funk, Zimmermei- ster. Wahlvorschlag 11 und III sind miteinander verbunden. — 45 2ahre sind es her, Daß unser Kirchendiener und Glöckner Heinrich Schneider fein Amt in unserer Gemeinde versieht. Mit vorbildlicher Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit hat sich der nun im 74. Lebensjahre stehende Mann der Ausübung seines Der Cäsar befiehlt: es werde eine moderne Stabt! Gestern erging der Befehl, gestern. Heute reißen sie schon Die Straßenbahnschienen aus dem Herzen Roms. Das ganze Zentrum innerhalb Der Mauern soll stillgelegt werden. Das heißt: kein Pferd, kein Handwagen, keine Tram mehr. Rings um die Stabt ein Straßenbahnring mit Rabienlinien in bie Dorstäble, im 2nnem nur Asphalt und Gummi. Am Ponte Milvio ersteht das Forum Mussolini. Soeben seht sich der ungeheure Ducemonolith aus den Marmorbrüchen von Carrara ttberauswärts in Bewegung. 2m Mittelpunkt des Stadions wird er aufgestellt werden, wie das Reiterstandbild Trajans, nein, Mussolinis, soeben in der Arena von Bologna aufgerichtet wurde. Dieser neue Circus maximus faßt 136 000 Zuschauer, doppelt soviel wie das Kolosseum, das jetzt im Scheine von drei Millionen Kerzen durch die Rächt leuchtet. Alles wird kolossal. Benito fordert die Flavier in die Schranken. Mit Pa- leftren und Turmgaragen. Auf dem Gianicolo, man traut seinen Ohren und Augen nicht, ersteht das Symbol des musso- linischen Roms, ein hundert Meter hoher Turm in Form eines Liktorenbündels. Heber den Geschmack läßt sich nun einmal nicht streiten. Dieses Wahrzeichen wird vom Meer und von den Bergen aus sichtbar sein, es leuchtet mit seiner flammenden Gloriole den nächtlichen Flugzeugen, es enthält ein mondänes Lokal, und seine Seele ist ein riesiger Auszug, der den Hügel mit dem Trasteverequartier verbindet... Paprika. Erinnerung einer Krankenpflegerin. Von Suse von Hoerner-Heinhe. Er hatte einen unaussprechlich ungarischen Namen, und darum nannten ihn feine Freunde Paprika. Ich lernte ihn kennen, als ich eines Abends zornschnaubend aus dem k. u. k. Feldfpital lief, um im Feldkino tröstliche Gedanken zu suchen. Das war im Jahre 1917 im Tale der goldenen Bysteritz, nahe von Kirlibaba. Neben der Tür vom Fekdkino stand ein junger ungarischer Offizier. Er lehnte bequem und nachlässig mit dem Rücken an der Wand, blickte auf feine sehr blank geputzten Stiefel, rauchte, bewegte den Kopf im Takt und schien vollkommen in die Kinomusik versunken zu fein, die auch da draußen zu hören war. Neben mir stand ein alter Pattent qug dem Feldfpital. Es war der Nafenfchuß. Kriegsbeschädigtenklmdgebung in Gießen. Die Bezirksleitung Oberhessen, sowie die Kreisleitung und Ortsgruppe Gießen desAeichsbundes derKriegs- beschädigten und Kriegerhinterbliebenen veranstalteten am Sonntagnachmit- tag im Gewerkschaftshaus eine außerordentlich stark besuchte öffentliche Kundgebung. Bach kurzer Begrüßung durch Dezirksleiter Benner (Gießen) sprach zunächst Diplom- Dolkswirt Dr. K. Gumbel (Gießen) über: Wichtigkeit der kommenden Kommunalwahlen." Er wandte sich zunächst gegen die Belastung der Kommunen durch die Kriegsversorgungsgesetze und vertrat die Auffassung, daß das Reich, welches den Krieg geführt habe, auch die Opfer desselben allein tragen müsse. Er sprach von den durch das Volksbegehren nach seiner Auffassung demnächst zu erwartenden Kämpfen im Reichstag, die sich auch in den Kommunen auswirken würden. Auch bezüglich deS Finanzausgleichs der Länder sei eine für die Kommunen bedeutsame Wandlung zu erwarten. Es seien in den Kommunen Männer von sozialem Geist nötig, welche für die auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege erforderlichen Mittel die notwendige Bewilligungsfreudigkeit mitbringen würden. Der Redner erwähnte sodann die im Reich geplanten und teilweise schon beschlossenen Abbaumatznahmen bezüglich der Kriegsversorgung, insbesondere auch ihre älrsache und Auswirkung, um sich dann weiter mit der Bedeutung der Kommunalwahlen für die Landes- und Reichspolitik zu befassen. Er wies darauf hin, daß alle Sozialgesetze sich nur darrn im rechten Sinne auswirken, wenn die Aussührungsstellen (Kommunen) von sozialem Geiste erfüllt seien. Der zweite Redner, Stadtratsmitglied H. Trelle (Mainz), Bezirlsvorsitzender des Reichsbundes von Rheinhessen, sprach über: „Die Kriegsopferversorgung und die Abbaumahnahmen der Reichsregierung". Der Redner wies zunächst auf die politische Zerrissenheit des deutschen Volkes hin, die auch schuld sei an der Unzulänglichkeit, unter der die Kriegsopfer zu leiden hätten. Es sei zu hoffen gewesen, daß spätestens im Herbst 1928 eine durchgreifende Reform der Kriegsversorgungsgesehgebung einsetzen werde, statt dessen käme eine Verschlechterung der Lage der Kriegsopfer. Er erwähnte die Streichung von 25 Millionen Mark im Etat für Kapitalabfindung und zeigte die Auswirkung dieser Maßnahmen. Weiter kam er auf die Bestrebungen weiter Kreise, die auf einen Abbau der Sozialgesetzgebung, insbesondere der Krregsver- sorgung hinzielen, zu sprechen und wies darauf hin, daß für die 2,25 Milt. Kriegsversorgungs- bercchtigte zur Zeit jährlich 1,3 Milliarden Mark (im Durchschnitt pro Kopf 10 SitarJ wöchentlich) au. zuwenden seien, während das Reich für andere Zwecke (Kredite und Bürgschaften für Lundwirtschaft, Industrie usw.) weit größere Beträge auf- wenden müsse. Der Redner besprach dann eingehend die bereits beschlossenen und teilweise noch in Aussicht stehenden Maßnahmen bezüglich der Kriegsbeschädigten (allgemeine Rachuniersuchung aller Kriegsbeschädigten, Streichung von Mitteln für Erziehungsbeihilfen, Ablehnung von Fürsorgemaßnahmen in bezug auf Winterbeihilfen usw.). Der Redner forderte Aufhebung der geplanten Rachuntersuchungen, sowie Aushebung aller Be ügungen, die eine Beschränkung der seitherigen Mittel für die Kriegsopfer betreffen, außerdem baldige Durchführung einer durchgreifenden Reform der Kriegsversorgung. Man Handl? im Sinne des Friedens, wenn man eine ausreichende Versorgung der Kriegsopfer schaffe. Llber nicht nur die jetzige Generation, auch die zukünftige müsse an diesem Opfer tragen. Er forderte weiter die Abschaffung des Fürsorgeprivzips für die Kriegsopfer, die einen Rechtsanspruch auf der Grundlage der Kriegsversorgungsgesehe vor dem Kriege hatten. Im Anschluß an die mit starkem Beifall aufgenommenen Aus'ührungen der beiden Referenten richtete M. Walldorf (Gießen) an die Anwesenden die Aufforderung, sich auch bei den künftigen Kommunalwahlen für die Sache der Kriegsbeschädigten einzufetzen. Auf Vorschlag des Versammlungsleiters fand die nachstehende Entschließung einstimmige Annahme: „Die am 3. Rovember 1929 än Gießen stattgefundene öffentliche Protestversammlung der Bezirks-, Kreis- und Ortsgruppe protestiert auf das schärfste gegen die Spar- und Abbaumahnahmen der Reichsregierung. Sie fordert sofortige Aufhebung dieser Maßnahmen und erwartet, haß die Reichsregierung die wiederholten Erklärungen, die Lage der Kriegsopfer zu bessern und sie vor Rot zu schützen, alsbald in die Lat umseht. Die Kriegsopfer der Bezirks- Kreis- und Ortsgruppe Gießen erwarten, daß der so oft versprochene Dank des Vaterlandes nicht in Abbau-, sondern in Aufbaumaßnahmen der gesetzgebenden Körperschaften besteht." Mit einem Schlußwort Les Versammlungsleiters fand die eindrucksvolle Kundgebung ihr Ende. Amtes gewidmet und sich dadurch die Hochachtung und Wertschätzung der ganzen Gemeinde erworben. In Anbetracht seiner Verdienste um die Kirchengemeinde wurde ihm vom Laiches- kirchenamt ein besonderes lobendes Anerlen- nungsschrciben zuteil, während der Kirchenvorstand seinen Dank durch Ueberreichung eines Geldgeschenks zum Ausdruck brachte. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, seine Tätigkeit zum Wohle der Kirche Beuerns noch recht lange auszuüben. — Wie in vergangenen Iahren, wurde auch in diesem Iahre durch die diesjährigen Konfirmanden in unserem Dorfe eine Sammlung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen zugunsten des Evangelischen Schwesternhauses in Gießen veranstaltet. Es gelangten namhafte Men-- gen von Kartoffeln, Obst, Rot- und Weißkohl zur Ablieferung. . O H o l z h e i m, 4. Rov. Dor einiger Zeit schied Pfarrer 'Gottfried Weber in Grüningen aus der Hessischen Landeskirche, um eine Pfarrstelle in Preußen anzutreten. Mit den kirchlichen Amtshandlungen in Grüningen wurde sein Bruder, Pfarrer Emil Weber von hier, betraut. Die Grüninger Konfirmanden: 5 Mädchen und 6 Knaben, kommen zum Konfirmandenunterricht hierher. Zu der Pfarrei Holzheim gehört auch das benachbarte Dorf-Güll, das jedoch dieses Iahr keine Konfirmanden stellt. Mit dem 1.Oktober d. 3. schied unsere seitherige Handarbeitslehrerin, Frau Margarethe Scheid Witwe dahier, aus dem hessischen Schuldienst. Ein böses Augenleiden zwang sie, den ihr liebgewordenen Beruf vorzeitig aufzugeben. 24 Iahre hindurch war sie an der hiesigen Schule zum Wohle der weiblichen Jugend tätig. Als (Nachfolgerin hat nun der Minister für Kultus und Bildungswesen die technische Anwärterin Fräulein Erika Strack von Gießen ernannt. Diese vertrat Frau Scheld bereits im vorigen Jahre während ihrer Krankheit. Fräulein Strack erteilt auch seit Jahren den Kochunterricht an unserer Mädchenfortbildungsschule. Zu diesem Zwecke steht ihr ein Saal im Rathause zur Verfügung, ülnsere Kochschule wurde 1926 vorbildlich eingerichtet. Auch die Fortbildungsschülerinnen aus dem nahen Dorf-Güll besuchen den hiesigen Kochunterricht. Gegenwärtig sind es 6 (aus Dorf-Güll). y. Hungen, 4. Rov. Dem Landwirt und ehemaligen Mühlenbesihcr Wilhelm Stoll Kur Riedmühle bei Inheiden wurde als Anerkennung seiner Verdienste für die Landwirtschaft von der hessischen Landwirtschaftskammer die „Ehrenurkunde" verliehen. * Hungen, 4. Rov. Am 2. Rovember feierten die Eheleute Schneidermeister und Gastwirt W i l- helm Pletsch I. in voller Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit. Kreis Friedberg. WSR. Friedberg, 4.Rov. Gestern abend ereignete sich auf der Landstraße zwischen Rie- dermörlen und Bad-Rauheim ein folgen- schwererMotorradunfall. Der 22 Iahre alte Kraftfahrer Lorenz Hoffmann aus Rie- dermörlen benutzte das Motorrad seines Freundes, um damit nach Bad-Rauheim zu fahren. An einer Kurve fuhr er gegen einenDaum und trug schwere Schädelverlehungen davon. Kurz nach seiner Einlieferung in das Bad-Rauheimer Krankenhaus ist er verstör- be n. 2$. Bad-Rauheim, 4. Rov. Die hiesige, sehr rührige Abteilung der Deutschen Ko - lonialgesellschaft eröffnete ihre dieswinterliche Vortragsreihe mit einem Lichtbildervortrag, den Regierungsrat Zache (Hamburg) in der Turnhalle über „Deutschlands koloniale Hoffnungen" hielt. Der Red- ner, der vor dem Kriege 16 Iahre in Deutsch- Ostasr'.ka beamtet war, zuletzt als Referent für politische Angelegenheiten beim Gouvernement, ist heute als angesehener Kolonialsachverständiger beim Weltwirtschaftsarchiv in Hamburg tätig. Der Vortragende behandelte die schwierigen kolo- nialpvlitischrn Fragen äußerst anschaulich. Er kam zu dem Schluß, daß Deutschland einfach nicht in der Lage sei, seine Schulden zu zahlen, wenn ihm nicht eigne Rohstoffquellen und „Guten Tag, Nasenschuß," sagte ich, „was ist das für ein Mensch da neben der Tür?" „Das ist doch Paprika," sagte der Nasenschuß, „haben Sie noch nie von Paprika und seinem Kinospleen gehört?" Aber da blickte gerade Paprika auf, sah uns an, und da er mit dem Nasenschuß befreundet war, so wurden wir bekannt und waren bald mitten im Gespräch. „Gehen Sie hinein?" fragte ich. „Nein," sagte Paprika, und sein freundliches Gesicht umdüsterte sich ganz plötzlich. „Ischtenem! Ich liebe die Musik. Aber die Bilder — das halte ich nicht aus." Und als ich ihn fragend anblickte, da sprach er hastig weiter: „Ja, Sie — Schwester! Sie als Frau werden verstehen. Wenn ich so sehen muß — diese Bilder! Diese armen kleinen Mädchen, denen es immer so schlecht geht — und die guten Frauen, die betrogen werden, — und die schönen Damen, die beleidigt worden sind — und man kann da nicht dazwischenspL»ng.en und klneinhauen — man muß stillsitzen und das alles mit ansehen — bitte schön — ist das auszuhalten?" „O," sagte ich und blickte dem Paprika lange in seine dunklen Augen hmein, „das verstehen wir Frauen sehr gut, aber wenn das so ist, dann danken Sie Gott, daß Sie nicht bA uns im Feldspital find. Wir haben da einen Chirurgen, einen alten grüß- liehen Kerl —" „Schwester, kommen Sie doch —" drängte der Nasenschuß. „Es fängt ja gleich an —" Merkwürdig! Der Nasenschuß war nervös geworden. Dieser sonst so ruhige Mensch. Paprika aber wollte wissen, was das mit dem Chirurgen fei. Und weil ich doch gerade vor einer halben Stunde zornschnaubend aus der Barackentür gerannt war, und weil mich der Paprika so mitfühlend anbkickte, und weil er so schone große Augen hatte, da klagte ich mein Leid. Eigentlich war es nur eine Kleinigkeit, die ich ihm erzählte: das mit dem schlechten Verband, den der Alte allein gemacht hatte, und für den er am anderen Tage m i ch beschimpfte. Aber für den Paprika war das schon reichlich. Er seufzte, biß die weißen Zähne aufein- ander, daß es knackte, er stöhnte ein paar ungarische Worte, die ich nicht verstand. Der Ncksenschuß aber flehte mich an, endlich in den Kinoraum hineinzugehen. Als wir drin waren, da machte er mir Dorwürfe darüber, daß ich dem Paprika das gesagt Halle. „Und ich Halle schon Angst, Sie wurden ihm noch das mit der Mor- phiumspritze erzählen, damals, wo ich dabei war — Sie wissen schon —» den Paprika Halle da» rasend Absatzgebiete zugestanden würden. In dem Zusammenhänge betonte der Redner auch, daß die Versuchsballons, die jetzt von den Engländern ausgeworsen werden (Angebote von englischen Mandatsteilen unserer ehemaligen Kolonien), durchaus ernst zu nehmen seien. Die Engländer warteten nur darauf, daß von Deutschland einmal bestimmte Forderungen erhoben würden. Das könne die deutsche Regierung aber nur dann tun, wenn sie toiffe, daß große Teile des Volkes hinter ihr stünden. Die sachlichen Ausführungen des Redners sanden stärkste Zustimmung. Amtsaerichtsdirektor i. R. Dr. Fuhr, der Vorsitzende der Abteilung, unterstrich in seinem Dankeswvrt nochmals die Gedankengänge des Vortragenden. Kreis Büdirraen. ch Ortenberg, 4.Noo. Zu dem gestern gemeldeten ülnglücksfall, bei dem der Schreinerlehrling Pfeiffer aus Selters, Sohn des Baumwärters Pfeiffer, den Tod fand, ist ergänzend noch zu berichten, daß die Gesellschaft junger Leute von Dleichenbach kam und der Verunglückte nach Aussage seiner Begleiter scheinbar im ülebermut plötzlich zu nahe an das Auto heranging. Den Autoführer, der vorschriftsmäßig gefahren und Signal gegeben haben soll, dürfte keine Schuld treffen. Das Kraftfahrzeug schleuderte Pfeiffer zur Seite, so daß er mit gemacht. Und weil er den Alten doch nicht fordern kann, so wäre er wieder ganz elend darüber geworden." Am anderen Tage hatte ich das Kino, den Rasenschuß und den Paprika schon wieder vergessen. Es gab viel zu tun, auch stand die Sonne freundlich über den Bergen. Der alte Chef war guter Laune, und das ganze Feldspital atmete auf. Eine Kopfoperation war geglückt, ein Blinddarm hatte sich beruhigt, drei böse Fieberkurven waren wieder milder geworden. Aber am nächsten Tage war schon wieder alles düster um uns herum. Denn der Ofen im Operationssaal rauchte, der Wärter zerbrach die Iodflasche, so daß die braune und ätzende Tunke weit umherspritzte, der Feldwebel hatte Morphium gestohlen, der Transport von Verbandsmaterial kam nicht zur rechten Zeit, vier Fieberkurven lletterten bedenklich auswärts, ein Gerücht von Rückzug und Marschbereitschaft spukte in den Baracken, der Spitalskoch hatte Schnupfen und konnte nichts richtig abschmecken, und eine erklärte Darmverschlingung war gar keine Darmverschlingung, sondern nur versetzte Blähung, und der junge Assistenzarzt hatte vollkommen respektlos darob gelacht. Die Laune des Alten war also gräßlich. Er tobte wie ein wilder Elefant in den Baracken herum. Er ohrfeigte den Burschen. Gr warf die noch feuchten Gummihandschuhe dem Wärter an den Kopf. Er schnauzte jeden Patienten einzeln an. Er verweigerte dem Mediziner feinen Ur- laut). Er stänkerte telephonisch bei der Division gegen seinen Kollegen. Er warf die Zigaretten vom Fähnrich zum Fenster hinaus. Er fragte mich, ob ich Überhaupt Augen im Kopfe hätte, ob meine Hände hinten angewachsen seien — ob alle deutschen Schwestern so dreckige Schürzen hätten —, das aber war mein Siedepunkt! Ich fuhr gerade auf meinem Absatz herum, um den Alten zornfunkelnd anzublitzen, und meine weiße Schürze blähte sich. — da öffnete sich die Tür, und herein kam Paprika. Er sah mich an, er sah den Alten an — er überblickte sofort die ganze Situation. Er sagte ein einziges ungarisches Wort, das in diesem Augenblick schrecklich war und schön zugleich. Aber der QUte war Pole, er konnte eS nicht verstehen. Und das war gut Paprika trug die rechte Hand verbunden Schon an dem Kinoabend hatte ich daS gesehen. Es war also seitdem schlimmer geworden. Ein böser Finger, der Raget mußte entfernt werden. So aller Wucht auf den Boden fiel, wobei ihm der Schädel eingedrückt und die Wirbelsäule gebrochen wurde. Der bedauernswerte Vater des armen Toten ist vor nicht langer Zeit vom Daum gestürzt, wobei er sich unheilbare Verletzungen zuzvg. Kreis Schotten. ^Groß-Eichen, 4.Rov. Wie alljährlich im Herbst, so zogen auch diesmal wieder die Konfirmanden von Haus zu Haus, um Erntegaben zu erbitten. Dank der Gebefreudigkeit der Gemeindeglieder kam wieder eine beträchtliche Menge Nahrungsmittel jeglicher Art zusammen. Auf Station Mücke wurde mit anderen Gemeinden zusammen ein Waggon für das Elisabethen st ist in Darmstadt geladen. Einige Sack Kartoffeln gingen auch an die Epileptischen-Anstalt in Rieder- Ramstadt ab. Starkenburg«. Hochherzige Stiftung. WSR. Beerfelden, 3.Rov. Wir teilten neulich mit, daß der von hier gebürtigte, aber schon seit langen Iahren in Reuyork wohnhafte Kaufmann A. S. Rosenthal einen namhaften Betrag für eine katholische Kapelle gestiftet habe. Runmehr hat Rosenthal, da es der etwas geht ohne Betäubung nicht ab. „Kann ich lokale Betäubung haben?" fragte der Paprika und blickte den Alten erwartungsvoll an. „Rein. Aetherrausch." knurrte der Alte. Da wußte ich, daß Paprika den Aetherrausch gewollt hatte; denn es war bekannt, daß man unseren alten Regimentsarzt um Schwarz bitten muß, wenn man Weiß von ihm haben will. Ich fab auch, daß Paprika sich freute, daß er den jungen Assistenzarzt bedeutungsvoll anblickte, ich hörte, daß er leise ungarisch mit ihm sprach, ich sah, daß der Assistenzarzt grinste. Der Alte aber sah und hörte nichts davon, denn er warf gerade den Transportführer zur Tür hinaus. Der Assistenzarzt war ein fröhlicher Mensch. Er lachte gern, er redete in allen Sprachen, und fragte mich an jedem Morgen, ob wir dem Alten Strychnin in die Suppe geben wollten, und ich riet immer wieder, noch einen Tag lang damit zu warten. Nun also grinste er und legte dem Paprika einen Aetherkorb über Nase und Mund. Mit dem Aetherrausch aber ist das so: ein kleiner Drahtkorb, mit Stofs überzogen, liegt über Rase und Mund des Patienten. Aether wird von außen auf den Stoff getropft, langsam, vorsichtig. Der Patient a’met den Aether ein und muß laut zählen: „eins, z.oei, drei", soweit er kann. Zählt er nun nicht mehr ordentlich, sondern redet konfuses Zeug, so macht der Operateur seine letzten Vorbereitungen, ilnb verwirrt oder verliert sich die Sprache ganz, so weiß man, daß der Patrent nun ohne Bewußtsein ist, und die Operation kann beginnen. Ich sah noch, wie der Assistenzarzt sich vorsichtig umblickte und dann ganz heimlich sich einen dicken Wattebausch am Handgelenk in den Aer- mel stopfte. Ich wunderte mich darüber und dachte flüchtig: wozu denn das? — dann wandte ich meine ganze Aufmerksamkeit den Operations- inftrumenten zu und hörte nur so ganz nebenbei, daß der Gefreite draußen im Gang brüllte: „Inspektion kommt —", daß der Alte über die saumäßigen Inspektionen fluchte, und daß der Paprika seine Betäubung bekam und ordentlich zu zählen anfing: „Ein — zwei — drei — Schweinehund — vier — fünf — Auch das war nickt erstaunlich, denn fast jeder vom Aether Berauschte fängt so oder so ähnlich zu zählen an. Fast jeder trägt mindestens ein Schimpfwort, da» er nicht loslassen durfte, in seiner Seele herum. Wie glücklich ist der Berauschte, nicht mehr verpflichtet zu sein für ba» was er fagt — wie leicht entschlüpft ihm Gemeinde aus finanziellen Gründen nicht möglich war. zur Errichtung eines Volksbades und Kindergartens die nötigen Mittel auf- Kubringen, einen Betrag von 203 000 Mark avisiert. Er beabsichtigt weiter den Bau einer neuen Synagoge mit Lehrerwohnung in Beerfelden. Für einen Erweiterungsbau der jüdischen Kinderheilstätte in Bad Kreuznach hat er ebenfalls 50 000 Mark gestiftet. Rosenthal sieht in der parteipolitischen Ze»' klüftung Deutschlands ein schweres Hemmnis für den Wiederaufbau der Heimat und will durch sein tatkräftiges Eingreifen ein Beispiel für eine auf das Ganze gerichtete persönliche Ein- ftellung geben. Der edle Spender steht bereits im 76. Lebensjahr und weilte kürzlich wieder in seinem Geburtsort. Kirche und Schule. -- Homberg a. d. Ohm, 31. Ort. Gelegentlich des diesjährigen Kirchweihtages foimie unser Seelsorger, Pfarrer Praetprius, auf seine 25jährige Amtstätigkeit in unserer S.adt zurückblicken. Der Hauptgottesdienst, in dem der Iubilar in packender Weise predigte, war außerordentlich stark besucht. Im Anschluß an den Gottesdienst fand eine Rachfeier statt, die der Gesangverein „Frauenlob" mit Gesang einleitete. Danach hielt Geheimrat Buchrucker i. R. eine Ansprache an den Iubilar, in der er u. a. sagte: Die Qlelteren unter uns erinnern sich noch des Tages, an dem Sie im Iahre 1904 hierherkamen. Aus den Akten der Kirchenbehörde wurde der 27. Oktober als Ihr Amtsantrittstag festgestellt, Darum wurde dieser Tag gewählt, um Ihnen zu sagen, daß wir Sie schätzen, und daß wir wünschen, Sie noch lange hier zu besitzen. Der starke Kirchenbesuch zeigt, daß die Gemeinde an Ihnen hängt. Ich habe den Auftrag, imRamen des Kirchenvorstandes zu sagen, was Sie in diesen 25 Iahren der Gemeinde gewesen sind. 25 Iahre sind eine kleine Spanne im Leben der Menschheit, auch meist im Leben der Völker, nicht aber im Leben des einzelnen Menschen. In der Heiligen Schrift ist das Wort zu lesen: „So verlangt man nicht mehr von den Haushaltern, als daß sie treu befunden werden." Sie sind ein Haushalter; das Haus, das Sie verwalten, ist nicht groß, aber es gehört zu einer großen Stadt im Reiche Gottes. Hätten wir viele Leute, die so ihren Pflichten nachgehen, wie Sie, die es so ernst mit dem nehmen, was das Amt verlangt, so könnten wir uns freuen. Sie zählen zu den Wenigen, denen strenge Pflichterfüllung etwas Selbstverständliches ist. Mehr als das Wort, wirkt das gute Beispiel, ilnö wenn wir unfern Plärrer betrachten, so ist das eine Persönlichkeit, die den Aufstieg unsres lieben, deutschen Vaterlandes mit vorzubereiten sucht. Deshalb wissen wir, was wir an Ihnen haben, und wir sind stolz auf Sie und wünschen auch, Sie noch lange in unserer Mitte tätig zu sehen. Dann ergriff Bürgermeister Schweiker das Wort, der u. a. sagte: 3n Freud und Leid haben Sie als Geistlicher hier gewirkt, und namens der Gemeinde bringe ich zu Ihrem Amtsjubiläum Ihnen die besten Glückwünsche entgegen. Für Sie gilt auch das Bibelwort: „Siehe, wie fein und lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen." Gemeinde, Kirche und Schule sollen wie liebevolle Brüder einträchtig sein. Für die Cinttacht einzutreten und für deren Erhaltung noch weiter beizutragen, möge Ihnen noch recht lange vergönnt sein. Rachdem der Männerchor einen Choral stimmungsvoll vorgetragen hatte, sprach der Iubilar und führte u. a. aus, daß er vor 25 Iahren durch Dekan Wagner von Grünberg, den heutigen Oberkirchen- rat, in sein Amt eingeführt worden fei, und daß das ihm so liebgewordene Homberg eigentlich der ülrsprungsort seiner Familie sei, denn im Iahre 1650 sei hier ein Daniel Prätorius Pfarrer gewesen. Dann dankte Pfarrer Praetorius den Rednern, den beiden Gesangvereinen, sowie allen, die sich um das Zustandekommen dieses Tages bemüht hätten. Das Lied „Ach, bleib mit deiner Gnade" und der darauf folgende Segen endete die schöne Feier. da das vorher nur ungern gefesselte Wort. Ich tannte das also und achtete gar nicht darauf. /5>öd) plötzlich sah ich dicht vor mir des kleinen Fähnrichs Gesicht und ein mit Mühe verhaltenes Gelächter darin — ich wurde aufmerksam und hörte den Paprika reden: „Sechs, sieben, Regimentsarzt — fünf — alter, gemeiner Kerl — drei, einundzwanzig — Ohrfeigen rechts und links — dreizehn, neun —“ Und in diesem Augenblick ging die Türe auf, stand der inspizierende Sanitätschef im Raum, hielten alle den Atem an. Bitte, nicht stören lassen," sagte der Sanitäts- chef mit lauter Stimme, und gleichzeitig bemerkte ich, daß der Assistenzarzt dem Paprika ein Watt heimlich zuflüsterte. Und ich wunderte mich sehr darüber. War denn nicht Paprika schon ganz offen- sichtlich ohne klares Bewußtsein? Aber da wurde auch gleich seine scheinbar doch ganz berauschte Stimme wieder laut: achtundzwanzig — neununddreißig — alter Regimentsarzt schindet ganzes Feldspital — sieben, vier — boshafter, verlogener Kerl — fünfzehn, sechs, nennundoierzig — unanständiges Benehmen jungen Schwestern gegnüber — drei, elf — keine Achtung vor Frau — zwei, vier, fünf — wirft schmutzige Spritzen zwischen ausgekochte Instrumente — zwölf, acht, neun--/ „Herr Kollega!" schrie da der Alte mit krebsrotem Gesicht zum Assistenzarzt hinüber, »Herr Kollege! Was ist das mit dem Aether? Wieder mal alte, schlechte Flasche, was?" „Heute frisch vom Transport," sagte der Assistenzarzt scheinbar ganz gleichgüllig, — und ich sah, daß er die Flasche richtig hielt und tropfte, und ich merkte auch den scharfen Geruch in der Luft. „Patient scheint ein total versoffener Kerl zu fein —" brüllte der Alte. „— Sechs, eins, hundert — blöder Trottel, Zeit zum Absägen — sägen — sägen — sägen — acht — zwei — sieben — sie — sie — sie — iiiii —* verklang Paprikas Stimme nun in völliger Bewußtlosigkeit. Der Sanitätschef stand an der Tür und rührte sick nicht. Die kleine Operation verlief schweigend und glatt. Und später, als der Alte, der Sanitäts- chef und zwei Wärter hinausgegangen waren und die Tür sich schloß — da ging ich hin und zoa dem Assistenzarzt den geheimnisvollen Wattebausch aus dem Aermel. Er war ganz naß urfi) stank nach Aether. Paprika schlug gerade die Augen auf wir alle lachten. Der kleine Fähnrich schluckte Und gluckste an seinem Lachen wie ein kleines Kind. „Pst —* sagte der Paprika und hielt den Finger cn den Mund, ^tw yjS* L? "Zollte da schickte M vorhan Sann aW fauchen,. Ql HM wäre als er M wühle, day kühle Mw Und hall ihn liebte? Kindes ve Tieferrot Felix Turn .Käthe, i will ich a mag!'' Und et' Ms MV scheHen war, sie ihm -u lächelnd tun -M der war Frist ' Alle Fvrife er Kälhr al gekauft; ab sonderlich r Frauen. Ui eine große, war so un weswegen durch die vor einem er sah, wa Da hock versonnen, nicht umuxi eine bekam Und dam W Herr ihm die Sy mindesten « Händedruck anschaute, der nut Q .Herr bi Tumau tx Jehl auf eine grohi muhte ihr ihm - ich Boden ste offenes 6ta .Soll ich 'M er. Acht Acon' M Achtung! Beim Einkauf von MAGGI5 Fleischbruhwürfeln achten Sie immer darauf, daß die Würfel den Namen MAGGI auf gelb-roter Packung tragen. Andere Würfel sind nicht von MAGGI. als er in ter Turnau so> erklärte »olmes ge- len?' (Öortfehung folgt.) Wesen.' Achtung! reparaturen U7140 Gelegenheits Posten! Homöopathie 9I09A Gestrickte Damen-Untertaillen alle Größen .. Stück 95 Pf. Dr. Madaus »RADEBEUL-DRESDEN 24] angeschlossen habe zur Erneuerung von Absätzen und Sohlen an Gummiüberschuhen und sonstigen Gummischuhen, sowie zur Reparatur von Luft-, Heiz-, Wasserkissen und allen möglichen Gummi- vergaß, Boden- stein bat um die Erlaubnis, zuvor telephonieren zu dürfen. „An meinen Gehilfen," erklärte er, wurde Ältberg empfohlen, ihn mir.“ Ihm brannte die Frage Dodenstein wisse, dah auch Hermann Vogel, Schuhmachermeister GIESSEN Mittelweg 7 Drucksachen aller Art liefert In jeder gewünschten Ausstattung stPrdn und erdswert die BrühTedu Lnlr.-Dretiterti. 8. Lee» ch-.ckte Verstellung, um etwas vorzutäuschen, was 1 nid>t vorhanden war? Dann aber hätte sie nicht vor ihm au fliehen brauchen, als er das erstemal um sie warb! Dann wäre sie nicht erst seine Frau geworden, i1 als er zwischen Leben und Tod schwebte und rußte, daß er nur genesen würde, wenn sie ihn ! küßte, wenn sie seine Liebe erwiderte! Und hatte sie nicht immer bewiesen, daß sie bn liebte? Sollte sie nicht die Mutter seines i Kindes werden? auf der Zunge, ob Käthe diesen Men- Habe. Aber wieder Organische Krankheiten sollten homöopathisch behandelt werden daß er keine Frage an ihn richtete. Merkwürdig dagegen war wieder, daß die Freunde während der Fahrt fast nichts mehr miteinander sprachen und Felix erst fast zu spät daran dachte, daß er keinen Wagen an der Bahn finden würde. Er sagte Dodenstein, daß er eine Zugdepesche aufgeben möchte und auch den Grund: aber sein Freund erwiderte sofort: „Warum sollen wir den kurzen Weg nicht zu Fuß zurücklegen? Er ist so schön, daß es ein Vergnügen sein wird." „Wie Sie wollen," entgegnete Turnau und unterließ e3, die Depesche auszugeben. Er lehnte auch das Anerbieten des Bahnhofsvorstehers ab, ihm einen Wagen zu besorgen, und so schritten die beiden nebeneinander erst durch einen herrlichen Wald und dann zwischen fruchtbaren Feldern dahin, bis über den uralten Bäumen deS Parks die Dächer von Turnau auftauchten. „Es ist besser so, als wenn wir gefahren wären," sagte Felix Turnau, als er mit dem Schlüssel, den er immer bei sich trug, eine kleine Pforte in der Parkmauer aufschloß. „Käthe wird so richtig überrascht werden, Sie werden an ihrer ungeheuchelten Freude erkennen, Boden- stein, wie wert Die ihr sind." „Ich hoffe es, Turnau, obwohl ich so wenig habe tun können, mir diese Wertschätzung zu verdienen. Dieileicht aber wird sich mir im Lause der Zeit noch Gelegenheit dazu bieten." Turnau nickte und sagte fast andächtig: „3a, es beseligt auch mich, ihr dienen zu dürfen: ihre Freude ist immer auch die meine ge- I gefolgt warl Sollte das alles Heuchelei gewesen fern, ge- ,Sehr gut sogar!" .So war er vielleicht in Ihrem Auftrag hier?" „Das nicht gerade, aber er wurde doch auch in gewissem Sinne in Verfolg einer1 Aufgabe, die ich ihm stellte, hierhergeführt." Da nickte Turnau, sprach aber nichts mehr, sondern schaute stumm in sein Glas. Wenn ich Bodenstein bäte, festzustellen, ob zwischen Käthe und Klausen... Er dachte diesen Gedanken nicht zu Ende. Wieder errötete er in Scham vor sich selber und sah auch jetzt nicht, wie der Freund ihn immer wieder verstohlen prüfend betrachtete. Er schreckte erst auf, als er die Frage hörte: „Darf ich mich nach dem Befinden Ihrer Frau erkundigen, Turnau?" Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Unwohlsein usw. sind Vorboten von ernsteren Krankheiten u es hat keinen Zweck, an ihren Auswirkungen mit Pillen u.Betäubungsmitteln herumzulaborieren Es kommt darauf an, die Ursachen der Krankheiten zu bekämpfen es kommt darauf an, alle Abwehrkräfte, die im Körper jedes Menschen latent ruhen, mobil zu machen um eine dauernde Heilung zu erzielen. Die großen Erfolge haben zu einem Siegeszug der Homöopathie geführt. Homöopathie heißt Heilung von innen heraus, sie bringt eine Erneuerung des ganzen Körpers mit sich. Am sichersten hilft: Liebe in Ketten. Vornan von Hans Mitleweider. Copyright by Martin F uchtwonger, Halle (Saale). auf die Fuße zu kommen." „Sie? Wie meinen Sie das?" „Friedenau steht in meinen Diensten", der andere. „In Ihren Diensten? Ach so! Ich daß Sie jetzt einen neuen Beruf haben, .Hoffentlich Ist diese krankhafte Hadgler imstande, den technischen Eigenschaften und Fähigkeiten des ManneS Abbruch zu tun?" IWO Williger stets auf Lager. «tD H. Trechs’er Stelnstr.7LLel.3ö8t Meiner werten Kundschaft sowie der Einwohnerschaft von Gießen und Umgegend zur Kenntnisnahme, daß ich ab 1. November meinem Geschäft eine Vulkanisieranstalt Schlüpfer (Wolle gerauht) alle Größen......Stück 1.50 Mk. M. G. Grode Frankfurter Straße 19 Telephon-elle verschwand. Es war merkwürdig, daß Felix gleich in sich das lebhafte Verlangen spürte, dieses Cespräch mithören zu können: aber ebenso selbstverständlich war es, daß er sitzenblieb und wartete, bis sein Freund zurückkehrte, wie auch. schen schon früher gekannt , schämte er sich über sich selber. Aun lenkte er das Gespräch auf andere Dinge, so daß die Zeit rasch verging: er erschrak, als er nach der Uhr schaute. „Wir müssen fort, Dodenstein!" rief er. .Ich habe meine Besorgungen noch nicht erledigt und wollte doch heute noch zurück..." Er bezahlte und sie verließen die Weinstube. Als sie draußen standen, sagte Felix Turnau: „Ich will lieber al'es Geschäftliche lassen. ES kann ein andermal besorgt werden. Wir wollen uns durch ein Auto zu Ihrer Wohnung bringen lassen, damit Sie Ihren Koffer holen können, und bann den nächsten Zug noch zu erreichen suchen. Ich freue mich, Sie meiner Frau bringen telistitoeiDe.I.(Klßli) Die Wiedereröffnung und gleichzeitig dieBcffchtignng der nenkatalogifierten Bibliothek nudel nm 91080 Donnerstag, 6cm 7. November 1989, nachmittags 4 Ubr pünktlich, statt. Ich bitte treundl. um nefl. zahlreiche Teilnahme. Die Ausnabe von Büchern erfolgt, wie btSher. Montags n. Donnerstags, nachm. von 4—6 Ubr. Ter Bibliothekar: fr. ®roft. zu können ..." Bodenstein war einverstanden. Da er infolge seines Berufs stets einen Kofier mit dem Nötigsten bereitstehen hatte, so wurden die Herren nicht ausgehalten. Sie konnten ohne weiteres zum Bahnhof fahren, hatten dort aber noch eine halbe Stunde Zeit bis zur Abfahrt des Zuges. Boden- " noch einmal stein. Sie sind ja eine Art Sherlock Hob worden! — Und Friedenau hilft Ihne Ich glaube nicht", erwiderte Turnau. „6r ' und dieser empfahl .Oh, ich danke, danke sehr. ES geht ihr gut!" Dann aber ergriff Turnau die rechte Hand des anderen und umspannte sie mit festem Druck. .Bodenstein. Sie wissen und ahnen ja nicht, wie glücklich ich bin!“ Seine Augen strahlten die Freude wider, die in ihm lebte, und die sich in denen deS Freundes spiegelte. „Ich wußte, daß ich daS hören würde, Turnau I" erwiderte Bodenstein in tiefstem Ernst. .Sie müssen Gott alle Tage von neuem bauten, daß er Ihnen die Liebe dieser edlen Frau bescherte!" Da drückte Felix Turnau ihm noch einmal warm die Hand, dann gab er sie frei, um fein Glas zu heben. Er sprach kein Wort, als er eS gegen das Dodensteins klingen ließ, aber sie wußten beide, wem es galt. Und fortan sprachen sie kein einziges Wort mehr von der, der doch alle ihre Gedanken galten. Dodenstein lenkte das Gespräch auf andere Dinge, und es war erklärlich, daß Turnau ihm erzählte, wie er auf seinem Stammgute allerlei Aeuerungen einzusühren gedachte und sich dazu mit Hilfe des Grafen Altberg auch einen hervorragenden Ingenieur gesichert habe. „Vielleicht haben Sie schon von ihm gehört, Bodenstein", sagte er. „Er heißt Berndt Klausen ..." Doch In dem Augenblick, als er diesen Barnen aussprach, waren all die törichten Gedanken wieder lebendig in ihm, die ihn seit dem Erlebnis mit Isolde von Kletten so sehr gemartert hatten, und die er nun doch endgültig verbannt zu haben glaubte. Ganz gegen seinen Willen muhte er Dodenstein scharf ansehen, um zu beobachten, welche Wirkung dieser Aame aus ihn ausüben würde. Er wartete m äußerster Spannung auf die Antwort. Dodenstein aber blieb vollkommen ruhig. Und so klang auch seine Stimme, als er erwiderte: „Sie irren nicht, Turnau. Der Aame Klausen ist mir seit langem bekannt." „Seit langem? Darf ich fragen, wie daS kommt?" „Fragen dürfen Sie, Turnau, aber antworten möchte ich nicht", versetzte Dodenstein, immer noch gelassen, trotzdem er sah, wie fein Freund zusammenzuckte. „Ich meine nur, daß dieser Klausen doch die Oefsentlichkeit mehrfach von sich hat reden machen", setzte er zögernd hinzu. „Sie spielen auf jene Explosion an?" forschte Turnau rasch. .Auch mit. In der Hauptsache erinnerte der Aame mich an eine Spieleraffäre in Monte Earlo...“ „Die mit diesem Klausen zusammenhängt?" „Allerdings! Man wies H>m nach, daß er sich unerlaubter Tricks bedient hatte, konnte ihm aber nichts anhaben, da mehrere Aerzte übereinstimmend aussagten, daß der Mann nicht im Vollbesitz seiner Geisteskraft sei. Eine krankhafte Sucht, unter allen Umständen reich zu werden, sei bei ihm vorhanden..." „In Monte Carlo? Wissen Sie, wann das ungefähr war?" fragte Felix Turnau in sonderbarer Erregung. Dodenstein sann einige Augenblicke nach und nannte dann eine Jahreszahl. Da atmete fein Gegenüber sichtlich auf. „Es war also vorher!" murmelte Turnau. Jetzt hätte Dodenstein nach der Dedeutung dieser drei Worte fragen können, aber er tat es nicht, sondern sagte lächelnd: 5 6chi.se, '-irchweihla'^-Dckegrnt. i w 1 Jorbe wurde der 6Wtätag feÄ Wit «JMen, unb dch wü it9 Der Vife an unHamen lagen, was H» ;n o^sen lind, ft ÄT der Leben der Völker iß «!*» Menschen! M das Wort zu lesen: >4! mehr von den HauS« treu befunden teerten.“ rr: das Haus, das Sie der- ' J“ es gehört zu einer >e Gottes. Hätten teil viele suchten nachgehen, toie Sie, M nehmen, teas das Amt >ir uns freuen. Sie zählen m strenge Pflichterfüllung ches ist. Mehr als das iLeispiel Uni) toenn teir WK UM- S&Ä iten, so ist das eine Per« lsstieg unsres lieben, beul« vorzubereiien sucht. Des« teil an Ihnen haben, und .e und wünschen auch, Sie er Mitte tätig zu sehen, meister Schteeiker das 3n Freud und Leid haben :r gewirkt, und namens der zu Ihrem Amtsjubiläum Glückwünsche entgegen. Für ! Melteort: „Siehe, toie s, wenn Trüber einträchtig ‘ Gemeinde. Kirche und Sevolle lörüöer etn/rächttg . einzutreten und sür bertn : beizutragen, möge Ahnen ezvnni sein. Wem der hotal stimmungsvoll vorge« er Jubilar und führte u. a. Zähren durch Dekan Wag« den heutigen Oberkirchen« lesührt worden sei, und dah DDrtene Homberg c'gentach einer Familie lei, denn m in Daniel Präwrius P arm He Pfarrer Praetorius beiden Gesangvereinen ^ i das Zustandckommen diees ' Das Lied der daraus folget Segen zier. । -i— uiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiu Für denWinterbedar! la Speise- and Salalkartoöeln Zwiebeln haltbare Ware, zum billigsten Preis W. Hantel Ww. Neuen Baue 7, Televb. 2612. 242D HlllllllllinilMIIIIIIIlB Urelsroetfe nute Sneiieiortofieln üdö Didtuntj zu verkaufen 8988V Gletzever Brunn- fteln-Beraroerfe. Tieferrölend in Scham vor sich selber, sprang Felix Turnau auf. „Käthe, vergib!' murmelte er. „Aie, nie Wieser will ich an dir zweifeln, was auch kommen trag!“ ilnb er nahm sich vor, ihr alles zu beichten, was zwischen ihm und Isolde von Kletten geschehen war, sobald er heimlehrte. Dann würde sie ihm za vergeben haben! ilnb würde es lächelnd tun! AIS der Zug in die Dahnhofshalle einlief, war Felix von Turnau wieder wahrhaft froh. Alle Zweifel waren von ihm gefallen. Gern hätte er Käthe als Liebesbeweis irgendein Schmuckstück gekauft: aber er wußte, daß sie Juwelen nicht sonderlich liebte, ganz im Gegensatz zu anderen Frauen. Und so sann und sann er, wie er ihr eine große, recht große Freude machen konnte. Doch er fand nichts, so sehr er auch sann, und war so unwillig darüber, daß er ganz vergaß, weswegen er gekommen war, und ohne Ziel durch die Straßen streifte, bald hier, bald da vor einem Schaufenster stehenbleibend, ohne dah er sah, was darin ausgelegt war. Da hörte er seinen Aamen rufen. Er war so »ersonnen, daß er zwar stehenblieb, sich aber nicht umwandte, sondern nur dachte: Das war eine bekannte Stimme! Und dann wußte er, wer ihn gerufen hatte! Als Herr von Dodenstein neben ihn trat und ihm die Hand bot, war Felix Turnau nicht im Mindesten erstaunt. Freundlich erwiderte er den Händedruck des anderen, der ilyn seltsam prüsend anschaute. Aus seinem Gedankengange heraus, der nur ihm verständlich war, sagte er: „Herr von Dodenstein, können Sie mich nach Turnau begleiten. Wollen Sie es tun?" Jetzt auf einmal wußte er, wie er seiner Käthe eine große, große Freude machen konnte. Er muhte ihr diesen Mann bringen, der — nach ihm — ihr treuester Freund gewesen war! Dodenstein lächelte, aber fein Gesicht verriet offenes Staunen. „Soll ich das noch Zufall nennen, Turnau?" rief er. „Ich möchte fast behaupten, es fei mehr. Denn als ich Sie erblickte, faßte ich den Vorsatz, Sie um Erlaubnis zu einem Defuche zu bitten. Und jetzt fordern Sie mich dazu auf, noch ehe ich meine Ditte habe aussprechen können!" „Sie wollen also kommen?" fragte Felix, ohne die Worte des anderen zunächst zu beachten. „Ich danke Ihnen! Käthe wird sich sehr, sehr freuen. Und ja — Sie fragten, ob das Zufall fein könnte — ich kann es ebenfalls nicht glauben..." Er erzählte dem Freunde, womit sich eben feine Gedanken beschäftigt hatten, und ahnte nicht, daß der scharfsinnige Dodenstein mehr erriet, als er sagen wollte. „Wollen wir ein DlaS Wein zusammen trinken, Dodenstein?" fragte Turnau fröhlich. „Ich kann Ihnen nicht sagen, wie sehr ich mich freue. Sie getroffen zu haben — gerade Sie! Ich möchte gern ein Stündchen mit Ihnen beisammen sein. Vielleicht können Sie mich auch heute gleich nach Hause begleiten?" „Ich sagte Ihnen bereit-, dah ich die Absicht hatte..." „Schon gut, Dodenstein! Sie hätten freilich wissen sollen, dah Sie uns immer willkommen sind, dah es nicht erst einer Anfrage bedurfte! — Doch da sind wir!" Es war diesmal wirklich kein Zufall, dah er gerade vor jener Weinstube stehenblieb, in der Isolde von Kletten ihre Unterredung mit Herrn von Friedenau gehabt hatte. Er hatte oft hier verkehrt, auch mit ihr, als Käthe noch nicht in sein Leben getreten war. Aber eS war doch wohl Zufall, dah er sich gerade an denselben Tisch setzte, an dem die beiden gesessen hatten, und daß der gleiche Kellner sie nach ihren Wünschen fragte. Als dieser den bestellten Wein brachte und die Gläser füllte, sagte Dodenstein zu Turnau: „Vor einigen Sagen sah Herr von Friedenau an dem gleichen Tische." Felix Turnau horchte auf. „Friedenau?" wiederholte er. „Stehen Sie noch mit ihm in Verbindung, Dodenstein?" „Gewiß!" erwiderte dieser, lächelnd über das Staunen, das aus dieser Frage klang. „Ich dachte, er fei längst untergegangen", meinte Turnau etwas verlegen. „Dazu war ein zu guter Kern in ihm," erwiderte Dodenstein, „und ick freue mich, daß ich ihm die Hand bieten und helfen konnte, wieder 30 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Er fand keine Antwort auf diese Frage. Vergebens suchte er sich einyureben, daß alles nur Zufall gewesen fein konnte. Er stellte fick Käthe vor, toie er fie daS erste - mal gesehen hatte: noch, jetzt wurde ihm das Herz dabei warm. So hililos und verlassen war 'le gewesen und doch so vertrauensselig — ganz daS Mädchen, das bann später ohne jede Bedenken Herrn von Dodenstein in feine Wohnung Mt daraus. j) g . . {[einen h verhaltenes haltet 9emcineLhi8 ui» neun - msp" m°. eä’eii. ■ägVta äs** ME unb trofta|L lägt”i«« £ eii*‘"" unt M. s.and sÄ'ög ,r W Buntes Allerlei gesschlafwagen Bahnbofs-Restaurant O942L Do*eht «Ich cratU über Erfolge 07143 Kräuterhaus Jung, Schulstraße 5 Cafe Amend 51 Frau'MiiCfcr 4.50, 3.75, 5.90, 9130A Schmücker 1.50 2.75 2.80 0.35 interessiert sind, zwei Vorschläge gerichtet toor< den. die sich mit der Schaffung von Ta- 0.45 0.50 1.25 Ansteckblumen in großer Auswahl.... 1.50,1.00, 0.75, Felle und Pelzkragen, Besätze in großer Auswahl Kleider-Kragen aus Rips......... Bretone-Kragen Bubiform.......... Bindekragen K’seidenrips...... Damen-Schals aus Crepe de Chine....... Damen-Cachenez K'seide, in weiß und farbig plissiert Damen-Schals K'seide, in schönen Farben .... 1.95, Bekanntmachung. Wir weisen darauf hin, daß das Holz« geld für das in den Waldungen der Stadt Gießen gesteigerte Holz bis zum ll.d.M. zu zahlen ist. 9106C Bei späteren Zahlungen werden Zinsen erhoben, sofern sie nach den Versteigerungsbedingungen nicht bereits von einem früheren Zeitpunkt an zu entrichten find. Gießen, den 5. November 1929. _________Stadtkasse Gießen. Arterienverkalkung irübzelitges Altern, Schwindelgesüblchohen Blutdruck bekämpft das zuverlässige Allium venenum ein Knoblauchvräparat von hervorragender Wirkung. Berichte und Anerkennungen Damen - Fechtgarnituren und Kleider- Garnituren in eleganter Ausführung Damen-Gürtel, Wildleder-Imitation rt rn in allen modernen Farben.... Stück ILwU Kleider-Rüschen aus Crdpe de Chine und .DouUobM Dua-lrzi Boctf Kupon l 24 Je B. HAUSER, GIESSEN AM OS WAL DSG ARTEN und Rachtspei se Margarine Ra ma imBlauband doppelt so g Goethe-Bund EINLADUNG Fünfzehntes Jahresfest Ehrenvorsitz: Präsident der Deutschen Dichterakademie Walter von Molo 1. Samstag, 9. November 1929, abends 8 Uhr, Neue Aula: FESTABEND Eröffnungsansprache von Walter von Molo: Der Dichter und seine Zeit. - Festvortrag: Lichtbildervortrag von Dr. Carl Niessen, Köln: Ein Jahrhundert Bühnenschicksal des Faust. 2. Sonntag, 10. Nov. 1929, vorm. ll‘/4 Uhr, Stadttheater: GOETHE-MORGENFEIER unt. Mitwirkung des Rezitators Dr. Friedr.Castelle u. Frieda Hummel aus Düsseldorf und des Orchestervereins Gießen. 3. Sonntag, 10. November, abends 7 Uhr, in sämtlichen Räumen des Klubs: GESELLSCHAFTSABEND Als Gast: Der bekannte heitere Gesangs- u. Vortragskünstler ROBERT KOPPEL, Berlin. Konzertflügel: Steinway& Sons, aus dem Pianolager August Förster, Gießen. Eintrittskarten: Unsere Mitglieder erhalten zu sämtlichen Veranstaltungen unseres Jahresfestes (also auch zur Morgenfeier im Stadttheater) im Vorverkauf ab Mittwoch, 6. November, in der Musikalienhandlung Challier Karten zum l estabend gegen Einlösung des Gutscheins Nr. 4 unentgeltlich bis zu 2 Plätzen, zur Morgenfeier gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 5 zu 50 Pf. ür den Platz, zum Gesellschaftsabend gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 6 zu 1 Mark für die Person. — Nichtmitglieder: Karten zum Festabend zum Preise von 2 Mk. bei Challier, zur Morgenfeier zu kleinen Preisen des Stadttheaters an der Theaterkasse. Studentenkarten für den Festabend in der Aula zu 1 Mk. gegen Ausweis bei Herrn Sekretär Ritter, Universitätsgebäude. NB. Wegen der zu erwartenden starken Beteiligung am Gesellschaft sabend können zum Gesellschaftsabend Karten nur an Mitglieder und deren Angehörige ausgegeben werden, gjoun GRATIS Deutsches Haus-Arzt-Buch ca. 1OOO Seiten mit vielen Abbildungen Dm obt« Wert «eben wir ledern Klowoder onlee- «lebenden Kupon» Io einer SondorauMebe In 24 Llelerbelten In 6 Lieft, uonon »b Verla* grell» eb. Nur Verpackung«-. Werbe- und inee- ratepeaen erneiechen eine Vergütung von 10 Pfennigen pro Lieierheft auner Porto. Em|-iaoK«bcal8tl«unn und Mliiellun* ober den Vereaod, «wie Klmendong dr, Speeeoeeht ihnen •otort neeb Kloienduo« unletulcbcndeo Kofoo- rn. UhIenhorsf-Ver!ag,Hanibiirg24 _______ frchrMcratfaÜe 41 wagen beschäftigen. Diese Anregung wird von den zuständigen Instanzen der Reichsbahn gegenwärtig eingehend überprüft, um festzustellen, inwieweit sich der Vorschlag im Interesse des reisenden Publikums wird durchführen lassen. Gleichzeitig mit der Forderung nach dem Tagesschlafwagen und dem Rachtspeisewagen ist angeregt worden, während der Rächt in den Speisewagen das Karten- und Gesellschaftsspiel zu gestatten, was z. D. bei den amen» konischen Dahnen schon lange erlaubt ist. Ob die Reichsbahn diesem Wunsch nachkommen wird, muh jedoch nach unseren Informationen st a r k bezweifelt werden, da das Verbot des Spielens im Speisewagen grundsätzlich nicht geändert werden soll. Der Raubmörder hopp zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Der am 25. Februar d. I. vom Schwurgericht Verden (Aller) zum Tode verurteilte Raubmörder Emil Hopp ist zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Der vielfach vorbestrafte Hopp hatte bekanntlich im Herbst vorigen Jahres in einem Rachteilzug Hamburg— Bremen in einem 2lbteil 2. Klasse den Fabrikdirektor Rordmann aus Delmenhorst erschossen und beraubt und die Leiche aus dem fahrenden Zuge geworfen. Rach Heimkehr ins Vaterhaus sage Ich Freunden und Bekannten hiermit »Auf Wiedersehens Hanau, den 1. Rovember 1929. 9124D ^Cinrid) Xuki), Hörer der Rechte. Zum Ausschank gelangen das vorzügliche Fürstenberg-Bräu, das beliebte Exportbier des Gießener Brauhauses, das bekannte Münchner Löwenbräu (dunkel) Wieviel Aerzte zählt Deutschland? Rach einer vom Reichsgesundheitsamt vorgenommenen Destandsaufnahme über das berufliche Heil- und Pflegepersonal wurden 1927 zusammen 227 665 Personen gezählt, die sich dem Krankendienst widmen. Von ihnen waren 109 200 Männer und 118 465 Frauen. Im einzelnen stehen im Krankendienst 43 583 Aerzte, 8465 Zahnärzte und 10 573 approbierte Apotheker. Ferner 3712 Apothekerpersonal, 29 348 Hebammen, 15 062 Zahntechniker, 8142 Heilgehilfen und Masseure, 88 872 Krankenflege- personen, 2280 Säuglingspflegerinnen, 1283 Wochenpflegerinnen, 4584 Desinfektoren, 11761 Laienbehandler. Eine sehr starke Zunahme weisen die weiblichen Aerzte auf, so daß nunmehr a u f etwa 24 Aerzte eine Aerztin kommt. Auch im Apothekerberuf haben Frauen mehr und mehr Eingang gefunden. Im Jahre 1927 kamen au s 10 0 männliche Apotheker 2,4 weib- liche. Vei den Z a h n ä r z t e n ist der weibliche Anteil ähnlich wie bei den Aerzten 25:1. Der Anteil der weiblichen Krankenpflegepersonen beträgt 74 839: auf eine männliche Person kommen hier 5,33 weibliche. Die Kurier- f r e i h e i t hat dazu geführt, daß im Jahre 1876 auf 100 Aerzte 4,9 Laienbe- Händler, heute dagegen etwa 27 entfallen. Schlaf- und Speisewagen für Tag und Rächt. An die Deutsche Reichsbahn sind in diesen Tagen von einer Reihe von Gesellschaften und Organisationen, die am Reiseverkehr lebhaft | tischen Kirche, sofern es ihr gelingt, rcfiaiBg- realistisch einzugehen in Rot und Verheißung der konkreten Lage, Abstand nehmend von allen chren Dindungen vom Unbedingten her. 2l. AI l- wohn behandelt Kultusfragen: stärker in der Kritik als im positiven Aufbau. Die drei letzten Abhandlungen behandeln das Verhältnis von Kritik und Gestaltung im außerprotestantischen Christentum und im Judentum. Es ist ein Verdienst des Duches, aufs nachdrücklichste den Protestantismus auf das Problem seiner Existenz hinzuweisen. — Otto Hübners Geographisch- Statistische T abellen aller Länder der Erde, 70. Ausgabe, völlig neu bearbeitet von E. Würzburger und E. Roesner, 544 Seiten gebunden 15 Mk. (Verlag von L. W. Seidel & Sohn in Wien I.) (533) — Die 70. Ausgabe dieses Handbuches fällt durch die Erweiterung des Umfanges, die größere Aebersichtlichkeit und Prak« tischere Gliederung der Tabellen auf. Gerade nach den ungeheuren staatlichen Umwälzungen infolge des Weltkrieges und den dadurch begreiflicherweise oft ungeklärten Verhältnissen ist es doppelt wertvoll, sich so zuverlässig unterrichten zu können über die ganze Weltstatistik, also über geographische Lage, Devölkerungsbewegung und Gebietseinteilung, Finanzen und Geldwesen. Handel, Einfuhr und Ausfuhr, Land- und Seeverkehr. Landwirtschaft und Industrie. — Der Schaltgerätebau. Das Schaltwerk, Fabrikhochhaus und Hallenbau, der Sie- mens-Schuckert-Werle 21.-®., Berlin, von Ingenieur Hans Dominik. Band 11 der Schriftenreihe „Musterbetriebe Deutscher Wirtschaft". Organisations-Verlags-G.m.b.H. (S. Hir- zel), Berlin W 8. Halbleinen 2,75 Mk. — 508. ist ah beneiden sagt Onkel Mollig schmunzelnd, als er ihren neuen „Frankenia“- Ofen sah. Das ist wirklich ein Öfen, wie man ihn jeder Hausfrau für die Waschküche wünschen könnte, damit sie endlich einmal all den Wasch-Aerger los wird. Mit dem „Frankenia“ kommt kein gußeiserner und kein betonierter Ofen mit. Ein gußeiserner rostet und bricht leicht und ein betonierter widersteht schlecht der Hitze und bröckelt bald ab. Der „Frankenia“-Kessel aber besteht aus Stahlblech mit einer garantiert rostsicheren Feuerverzinkung und einer 25 mm starken Ausmauerung, die die Hitze besser zusammen hält und so Brennmaterial spart. - Und für Jeden „Frankenia“ habe ich schöne praktische Kupferkessel vorrätig. Sie sollten sich eine „Frankenia“-Waschanlage einmal bei mir ansehen I ü9j5A Stand VToboort Büchertisch. — Protestantismus als Kritik und G e ft a l t u n g. Herausgeg. von P a u l T i l l i ch. 407 S. Geb. 15 Mk. Verlag Otto Reichl, Darmstadt. (493) — Der Protestantismus steht nicht an seinem Ende: in ihm bricht das Prinzip der Reugestaltung seiner selbst in einer Kritik vom Unbedingten her immer wieder durch. Seit Jahren hat der Protestantismus in der dialektischen Theologie eine radikale religiöse Kultur- und Kirchenkritik. Eine Reihe anderer Bewegungen, die ökumenische Bewegung, die Kultusbewegung zeigen dasselbe Ringen um eine neue protestantische Gestaltung in Kirche und Kultur. Die Möglichkeit protestantischer Gestaltung auf dem Boden radikaler religiöser Kritik ist Gegenstand dieses bedeutenden Buchs. In einem einleitenden Aussatz sucht der Herausgeber den systematischen Sinn des Themas zu erfassen: im Begriff von „Gestalt der Gnade" sucht er eine Lösung zu finden für eine neue Einheit von Kritik und Gestaltung. Ausgezeichnetes Material zur Beantwortung dieser Frage aus dem Reuen Testament bringt E. L o h- meier: auf seine Deutung der Predigt Jesu, -eines Paulus, Johannes sei aufmerksam gemacht. Th. Siegfried prüft das Verhältnis des kantischen Moralismus zur Lehre Luthers. Was H. F r i ck über amerikanisches und britisches Kirchentum im Unterschied vom kontinentalen Protestantismus sagt, beruht auf eingehen- der persönlicher Kenntnis der Sache. Die Zeichnung der beiden Typen ist von überzeugender Kraft, ihre Kritik durchaus zutreffend. Dedo Müller zeigt die Möglichkeit einer protestan- Morgen Mittwochabend: Sonderkonzert mit verstärkter Hauskapelle 9123D WMMli,3uinMes' sornieoWe 29 minrood), 6. nooür. Mhel- suppe Ab lo tthr: Wellfleisch mit Kraut. liMet: £. Wenner. 0713J niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiio Oesen ingroßerAuSwabl offeriert zu günstig. Preisen W ü n d> Etienbandlung Altcrwcg 16. 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November w- ™ n neue" n^, JwilM» n v/le sie effi'T, |,ow°" dem1* * nkenl». |5efner dem ^Lhle^1 WKZ tz-SL-S «nÜenl liehen' iend fochabend: ionzert Hauskapelle Nr. 260 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)Dienstag, 5. November 1929 Turnen, Sport und Spiel. Handball im Männerturnverein (O. T). Tgd. Friedberg I — 2Mv. Glehen I 1:4 (0:1). Sonntag stand auf dem Mlv.-Plah die erste Mannschaft der Tgd. Friedberg der gleichen des Mlv. (Siesten im Handball-Berbandsspiel gegenüber. Obwohl tZc Gießener Hinterm a.anschast, durch Ersah geschwächt, das Spiel bestreiten muhte, war sie dem gefährlichen Friedberger Sturm doch jederzeit gewachsen. Der Gießener Sturm, der nach langer Zeit wieder in verstärkter Ausstellung antreten konnte, führte ein schönes Kombinationsspiel vor. Die Friedberger Mannschaft hatte wohl kaum eine schwache Stelle, d-och überragte der Torwart alle weit an Können. Aach anfänglicher Ausgeglichenheit des Spiele- machte sich gegen Ende der ersten Halbzeit eine kleine ä2eberlegenheit der Einheimischen bemerkbar. In der zweiten Halbzeit drängten die Mtv.er immer mehr, und zahlreiche scharf placierte Dalle gingen auf das Gästetor, die je- tvch alle, auher dreien, von dem hervorragenden Friedberger Torhüter gehalten wurden. Der Schiedsrichter, ein Turner aus Kesselstadt, leitete das Spiel sehr gut und zur Zufriedenheit beider Parteien. Die erste Iugendmannschaft deS Mtv. war in Duhbach und trug gegen die erste Iugend deS T.- u. Sp, D. das fällige Derbandsspiel aus. Die Mtv.-Iugend war ihren Gastgebern körperlich zwar stark unterlegen, dvch konnten sie diesen jederzeit ein ebenbürtiges Spiel liefern. Das Spiel war stets ausgeglichen und stand bis etwa fünf Minuten vor Schluß genau no-' wie bei Halbzeit. 5:5. Erst nachdem zwei G •cner Spieler infolge Verletzung nicht mehr r :irtcn konnten, erzielten die Butzbacher inner- h t dieser wenigen Minuten noch drei Lore. Die erste Schülermannschaft konnte wider Er- • arten aus eigenem Platze gegen die gleiche :s Tv. Treis (Lda.) einen hohen 9:0°Sieg erringen. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Tv. Wetzlar I — To. 1846 I 4:2 (1:0). Daß 1846 in Wehlar einen schweren Stand haben würde, war vorauszusehcn: trotzdem Hütte niemand diese Riederlage erwartet. Die erste Halbzeit zeigte verteiltes Spiel, die ersten 15 Minuten gehörten sogar den Gießenern, doch wurden die schönsten Torgelegenheiten vom Sturm verpaßt. Die Wetzlarer Sturmreihe war mehr vom Glück begünstigt und konnte bis zur Pause 1:0 führen. Dann tarnen die Gastgeber noch mehr in Schwung. Der äußerst schußkräs- tige Innensturm nützte alle Situationen geschickt aus und gab den 1846crn mit 4 Toren, denen diese nur 2 entgegensetzen konnten, das Rach- sehen. Der Sieg der Wetzlarer infolge besseren Stürmersviels war verdient. Wenn auch die Kombination im Gießener Sturm gut klappte, so vermißte man doch stets den krönenden Torschuh. Die Hintermannschaft war in der zweiten Halbzeit zu sehr überlastet und die Tore mußten einfach fallen. Die Jugend schlug sich gegen Wehlar recht gut. Dei etwas mehr Glück hätte sie sogar gewinnen können. Der Sturm versteht es immer noch nicht, im gegebenen Moment zu schießen. Der unentschiedene Spielausgang ist in erster Linie der Hintermannschaft zu verdanken. Handball im T. V. Großen-Buseck. Tv. 1899 Grohen-Vuseck I — Tv. Dad-Rauhcim I 5:1 (4:0). Tv. 1899 Grohen-Vuseck II — Tv. Bad-Rauhcim II 5:0. Die zweite Mannschaft der Großen-Du secker Turner lag bereits wenige Minuten nach Spielbeginn in Führung, und durch verständnisvolles Spiel gelang es ihr, Dad-Rauheim 5:0 zu schlagen. Herr Loh vom Tumvercin 1846 Gießen übernahm sodann die Leitung dcs Spieles der Meister- klasse, das der vorjährige Meister, Turnverein 1899 Grcßen-Duseck, nach schönem und vor allem fairen Spiel 5:1 für sich entscheiden konnte. Rau- heim stellte wohl eine stabile Mannschaft, es fehlte ihm aber an durchdringenden Schuhen, die bei Großen-Duseck gerade bewundernswert waren. 5Xarl Hahn, der rechte Verbindung stürmte, brachte kurz nach Deginn einen seiner bekannten Alleingänge an, der zum Führungstor endete. Das Spiel bekam Interesse und steigerte sich noch mehr, nachdem O st e r h e l d durch wunderbaren Wurf das Resultat auf 2:0 stellte. Rauhe im kam etwas außer Fahrwasser: denn Großen-Duseck ging jetzt noch schneller auS sich heraus, als Schneider noch zwei Tore vor- legen konnte. Aach der Pause blieb es eine Zeit- lang bei diesem Stand, Rauheim war jetzt auf» merksamer und konnte den Ehrentreffer anbringen, der für Inderthal unhaltbar war: aber fo- gleich nahm Schneider in schnellem Lauf den Ball und warf zum fünften Male unhaltbar ein. Großen-Dufecks Elf war geschlossen, verstand sich in der einzelnen Desetzung gut, besonders die Hintermannschaft war auf der Höhe. Der Schiedsrichter leitete mit viel Verständnis. Handball in Großen-Linden. Tv. Großen-Linden I — To. Heuchelheim I 1:2 (0:1). To. Großen-Linden Jugend — To. Heuchelheim Jugend 4:2 (2:2). Großen-Linden I und Heuchelheim I lieferten sich am Sonntag ein recht spannendes Spiel, das Heuchelheim mit viel Glück gewinnen konnte. Heuchelheim war während des ganzen Spiels im Feldspiel unterlegen und kann den Sieg in erster Linie seinem Tormann verdanken. Dazu kommt noch daß die Grohen-Lindener von großem Pech verfolgt waren. Das vorherige Iugendfpiel konnten die zum erftenmal spielenden Grohen-Lindener für sich entscheiden. Handball der Sp.-Vg. 1900. 1900 1. Jugend — Sportfreund Siegen 1. Jugend 2:7 (1:4). o. Die Begegnung der Siegener Handballjugend mit der gleichen der Spielvereinigung 19C0 am vorigen Sonntag brachte ausgezeichneten Sport. Die Sportsreundemannschaft -)g alle Register ihres Könnens und fetzte den 1900em von vornherein stark zu. Schon nach fünfzehn Minuten Spieldauer lagen die Gaste 3:0 in Front. Dann machten sich die Platzbesitzer immer besser frei und drängten zeitweise, konnten jedoch nur ein Tor erzielen. Kurz vor dem Wechsel waren die Siegener zum viertenmal erfolgreich Rach Halbzeit lieferten die Spielvereinigungsleute ihrem Gegner zunächst noch eine gleichwertige Partie und konnten sogar durch ein schönes Tor des Halblinken die Tordifferenz auf zwei vermindern. In den letzten zehn Minuten setzte die Siegener Els aber noch einmal alles Können ein und gab im Verlauf einiger fabelhaft schnell vorgetragener Angriffe dem Gießener Torwart noch dreimal das Nachsehen. Ueberhaupt war der Gästesturm der weitaus beste Mannschaftsteil, aber auch die übrigen Posten waren durchweg gut besetzt. Die 1900-Mannschast schlug sich tapfer und kann mit dem Resultat schon zufrieden fein. Roch ein oder zwei bessere Werfer im Sturm könnten ihr allerdings von großem Rutzen werden. S. f. Ä.-HandbaN. Die Handballmannschaft gewann das Rückspiel gegen Turngemeinde Leun mit 9:0 und machte damit die im Vorspiel erlittene Riederlage wieder wett. V. f. D. war den Gästen ständig überlegen und gewann in dieser Höhe verdient. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. Tv. Kinzenbach — Tv. Londorf 0:2 (0:2). Kinzenbach mußte zu dem Spiel am Sonntag mit Ersatz für feinen linfen Verteidiger an treten, was sich im Verlaufe des Spiels stark bemerkbar machte. Dazu kam noch, daß in die em Spiel die einheimische Mannschaft stark vom Pech verfolgt war und ihr trotz zwei Dreizehnmeterbällen fein Erfolg gelang. Londorf war die glücklichere Mannschaft und konnte durch Strafstöße ihre zwei Tore erzielen. Das Spiel verlief in der ersten Hälfte ziemlich flott. Man sah Kinzenbach leicht überlegen, es kam aber zu keinem Erfolg. Mit zwei Stra'stöhen vor der Pause entschied Londorf das Spiel bereits zu seinen Gunsten. Die zweiten Hälfte sah verteiltes Spiel, das feiner Partei mehr Erfolg brachte. Tv. wicseck — To. Staufenberg 6:4 (2:2). Wieseck mußte in diesem Spiel alles hergeben, um den Reuiing zu bezwingen. Dis zur Pause stand die Partie noch 2:2, während in der zweiten Hälfte die glücklichere Mannschaft mit zwei Toren Unterschied knapp gewinnen konnte. Tv. Allendors — To. Beuern 8:2 (6:0). Das Spiel sah Allendors meist überlegen und brachte ihm vor der Pause sechs Tore. In der zweiten Hälfte wurde es ausgeglichener, ‘Beuern tarn mehr und mehr auf, konnte aber nicht mehr als zwei Erfolge erzielen. Das Spiel ist für Allendovf verloren, da zwei Spieler mitwirkten, die gesperrt sind. _____________________ D. f. B. Die Liga-mannschaft hat das Tressen gegen Ockcrshauscn, de.en Ausgang von weittragender, unter älmstäulen sogar von entscheidender Tedeutung ist, mit 2:0 für sich entschieden und damit ihre Stellung in der Tabelle stark verbessert. Während sie bisher hinter „Germania" Warburg und Ockershaufen den dritten Platz ein- nahm, hält sie jetzt gemeinsam mit „Germania", die ein Spiel mehr a.abgetragen und einen Plus-, aber auch einen Minuspunkt mehr hat, die Spitze. Man hatte die em Spiel deshalb mit besonderer Spannung entgegengesehen, weil es Ockershausen am Sonntag vorher gelungen war, dem Tabellenführer die ersten Punite abzunehmen. Der glatte Sieg der D.f.D.-Clf über den Gegner ist deshalb um so höher zu werten, zumal er in größtenteils überlegen durchgesühr'.em Kampf errungen wurde und daher auch vollauf verdient war. Die D.f.D.-Mannfchaft war gegenüber dem Dorsonntag um ein De'ceutendes besser. Vor allem war ihr Zuspiel wieder genauer und die Zusammenarbeit der einzelnen Mannschaftsteile recht gut. Während der Tormann verhältnismäßig wenig $u tun, dabei aber doch einige Male Gelegenheit halte, sein Können unter Deweis zu stellen, war die Verteidigung auf gewohnter Höhe. Ganz hervorragend war die Läuferreihe in der Abwehr und Zerstörung der gegnerischen Angriffe, ihr Spielausbau ließ dagegen noch einige Wünsche offen; die Vorlagen an die Angriffsreihe toa en etwas ungenau. Was die Stürmer an Einzelleistungen zeigten, ist anerkennenswert; tooran es iwch mangelte, war das gegenseitige Verständnis und das Eingehen auf die Ideen des Sturmführers. Auch müssen einzelne noch viel schneller und wendiger werden. Die Gesamtleistung der Mannschaft war jedenfalls zufriedenstellend. Ockershaufen fpielte im Verhältnis zum Gegner des letzten Spieles einen wesentlich besseren Fußball. Dein als gefährlich bekannter Sturm kam allerdings nicht zur Geltung, da er von feinen Hinterleuten nicht unterstützt wurde und vollständig in der Luft hing. Die Läuferreihe war, wie schon gesagt, defensiv so stark beschäftigt, daß sie nicht mehr zum Ausbau kam. Verteidigung und Tormann taten in der Abwehr ihr möglichstes. Der Spielverlauf ergab eine Menge spannender Momente. Deide Mannschaften spielten anfangs etwas nervös und planlos; D.f.D. fand sich zuerst und lieh bald erkennen, daß er seinem Gegner technisch und taktisch überlegen war. Seine Angriffe waren systematischer, wie überhaupt sein ganzes Spiel durchdachter war. Verschiedene Torchancen wurden ausgelassen. Auch Ockershausen wurde dem Gießener Tor einige Male gefährlich. Dei besserem Feldspiel Gießens wechselten die Angriffe, bis nach etwa einer halben Stunde Spieldauer V. f. D. in Führung ging. Deide Mannschaften versuchten das Resultat zu verbessern, ohne damit bis zur Halbzeit Erfolg zu haben. Rach dem Wechsel drängte Gießen den Gegner fast ständig in dessen Hälfte zurück. Ockershausen kam kaum noch in die Gießener Tornähe, dagegen lag die Plahels ständig im Angriff, hatte aber bei der Auswertung der sich bietenden Torgelegenheiten wenig Glück (Lattenschuß usw.). Etwa in der Mitte der zweiten Spielhälfte erhöhte sie das Resultat auf 2:0, um dann die Gäste in steigendem Maße noch weiter einzuschnüren. Diese konnten sich erst freimachen und zum Gegenangriff übergehen, als zwei Spieler der V. f. D.-Mann- schaft verletzt ausscheiden mußten, vermochten jedoch an dem Ergebnis nichts mehr zu ändern. Das Spiel wurde beiderseits, mit Ausnahme eines Spielers der Ockershausener Mannschaft, der etwas auS item Rahmen fiel, fair durch- gesührt. Die erste Iugendmannschaft mußte stark ersatzgeschwächt nach Aßlar fahren und dort eine knappe 1:2-Riederlage einstecken. Das Spiel der dritten Iugendmannschaft kam infolge eines Versäumnisses des Platzvereins, Sportverein Hermannstein, nicht zustande. — Die erste Schülermannschaft war ihrem Pslichtspiel- gegner, der zweiten Schülerelf der Gießener Spielvereinigung, weitaus überlegen. Das Spiel wickelte sich fast ausschließlich in der Hälfte des Gegners ab. Daß V. f. D., nicht höher gewann als 2:0, lag an der Schuß Unfähigkeit des SturmS. — Die zweite Schülerelf verlor in Wetzlar gegen die gleiche des Wetzlarer Sportvereins überraschend hoch mit 7:1. D. f. R £id). v. f. R. 1. Jugend — $. <£. Groheu-Vuseck 1. Jugend 1:1. Zu einem spannenden Spiel trafen sich am Sonntag diese Mannschaften auf dem Licher Sportplatz. Das unentschiedene Ergebnis entspricht keineswegs den gezeigten Leistungen, denn der größte Teil deS Spieles lag in des Gegners Hälfte. Rur ihrer ausgezeichneten Verteidigung haben eS die Gäste zu verdanken, daß sie nicht mit einer Riederlage den Platz verliehen. Kurz nachdem Lichs Rechtsaußen das einzige Toc für die Rafenspieler schoß, kamen die Gäste durch ein Selbsttor eines Licher Spielers zum Ausgleich I Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 Gießen schlägt den Tabellenführer Germania Marburg in Ma.bürg 3:2 (1:2). o. Obwohl 1900 auf die Spieler Hohmann und Kay und den für Verbandsspiele immer noch nicht freigegebenen Rechtsaußen Mohr verzichten mußte, zeigte die Mannschaft ein sehr gutes Spiel, vielleicht das beste der jetzigen Saison. Die größere Schnelligkeit, das bessere Stellungsspiel und die genauere technische Dallsertigkeit sah man diesmal bestimmt bei den Gießenern, deren eifriges Schaffen dem sonst sehr gefährlichen Marburger Sturm den ganzen Zusammenhalt nahm. Fast mit dem Anstoß stand das Spiel schon 1:0 für Germania Marburg, da sich die Gießener Abwehr recht ungeschickt betätigte. Einen Strafstoß fetzte der Gießener Mittelläufer Langsdorf direkt durch hohen Schuß zum Ausgleich ins gegnerische Tor. Rochmals ging hieraus die Führung an die Marburger, als ein 1900er leichtsinnig einen Handelfmeter verschuldete, der unhaltbar verwandelt wurde. Aber schon jetzt zeigte sich die bessere Aufbauarbeit der blau- weißen Läuferreihe. 3m Gießener Angriff lief der Dail von Mann zu Mann, und bald ergaben sich zahlreiche äußerst günstige Torchancen für die Gießener, deren sicherste Marburg regelwidrig verhinderte. Der Rachschuh aus dem verhängten Strafstoß ging knapp am ungedeckten Tor vorbei. Mit 2:1 für den Gastgeber ging es in die Pause. Rach Wiederbeginn hatte 1900 umgeftcllt. Deim Mittelläufer Langsdorf traten erneut große Schwächen auf (immer noch Folgen der kaum überstandenen Verletzung), so daß eine Auswechslung erfolgen muhte. Heilmann nahm diesen Platz bis zum Schluß ein und lieferte auf diesem Posten ein ganz hervorragendes Spiel, dem 1900 in erster Linie den Sieg zu verdanken hat. älnermüdlich in der Abwehr und Zerstörung leistete er aber auch üeberragcnbcS im Spielaufbau. Der Gießener Sturm wurde zeitweise mit Dällen überfüttert und hätte bei besserer Ausnutzung der gebotenen Chancen leicht höher gewinnen können, das umsomehr, als der Torhüter der Gastgeber recht schwache Momente hatte und reichlich viel unsichere Fuhabwehr machte. Den vielbejubelten Ausgleich für Gießen erzielte der unermüdlich nach vorn reihende Linksauhen Kehler. Den dritten und Siegestreffer schafften Adelberger und Seiler auf geschickte Hereingabe von Kehler gemeinsam. Für den Rest der Spielzeit verstand eS 1900 immer wieder, im Feldspiel die Oberhand zu behalten, wenn auch der Marburger linke Flügel noch manche kritische Situation im Gießener Strafraum schuf. Die Spielweise war beiderseits sehr fair. Dem vorzüglich amtierenden Schiedsrichter Lohreh (Kassel) wurde von den Mannschaften daS Amt leicht gemacht. 1900s Reserven betätigten sich toterer einmal in einem Gesellschaftsspiel und überfuhren Lichs erste Els mit 9:0 Treffer. Der Gast hatte allerdings nur zehn Spieler im Feld. Die zweite Iugend der Spielvereinigung verlor, wie vorausgesagt, ihr erstes Spiel, allerdings recht unglücklich. Ein Eigentor und ein Handelfmeter lieh die zweite Iugend vom Wetzlarer Sportverein Sieger werden, obwohl 1900 mehr vom Feldspiel hatte. Die dritte Iugend verlor gegen Steinbachs erste Iugend knapp 1:0. Die erste Schülerels fertigte ihren Pflichtspiel- gegner Durgsolms mit 7:1 Toren ab. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Heuchelheim I — wiescck I 2:1. Zum letzten Spiel der ersten Bezirksklasse der Serie 1929 standen sich diese Gegner am Sonntag in Heuchelheim gegenüber. Dieses letzte Spiel sollte auch das Entscheidungsspiel um die diesjährige Meisterschaft fein, zwar nicht für Heuchelheim. das wohl in aufstrebender Form ist, aber nicht mehr in Betracht kam, fondem lediglich für die Gäste, die mit einem Punkte Abstand hinter Raunheim in der Tabelle führten. Das, was wohl niemand erwartet hatte, trat aber bei diesem Spiele ein. Wohl schlug Wieseck Raunheim auf eigenem Platze mit 3:0, am Sonntag aber mußte es sich eine knappe 2:1-Riederlage gefallen lassen, zu der allerdings der Schiedsrichter durch seine zweifelhaften und aufgeregten OSRAM * OSRAM fei ■ M M VA w Entscheidungen mit beitrug. Zum Spiel selbst ist nicht viel zu sagen. Dom Anstoß weg ein flottes, manchmal sehr hartes Spiel, bei dem Heuchelheim nach kurzer Zeit durch Llcberraschungstor in Führung ging. Beide Torhüter bekamen reichliche Arbeit. Ein für Heuchelheim gegebener Ell- meter wurde verschossen. Eine weitere zweifelhafte Elsmetcrcntscheidung brachte im Rachschuh den Einheimischen ihr zweites Tor. Aach dem Wechsel der Seiten weiter der typische Punktkampf. Wieseck war jetzt im Dorteil, doch wurden alle aufgebauten Angriffe durch die Pfeife des Unparteiischen unterbunden, oder landeten in den Händen des sehr guten Torhüters. Kurz vor Schluß konnten dann die Gäste zum längst verdienten Tore kommen. Leider reichte die Zeit nicht mehr, um den Ausgleich herzustellen. So mußte sich Wieseck geschlagen bekennen, während der lachende Dritte, Aaunheim, sein Können, die mit viel Glück und Geschick errungene Meisterschaft, in den kommenden Aufstiegspielen zur Kreisklasse unter Beweis stellen kann. Watzenborn I — Wieseck II 2:7. Auch hier stellten die sehr guten Gäste ihr Können wieder unter Beweis. Wohl versuchten die Einheimischen mit allen Mitteln, eine Rie- derlage zu verhindern, doch der schuhfreudige Sturm der Gäste erzielte in gleichmäßigen Abständen sieben Tore, dem Watzenborn nur zwei entgegensetzen konnte. So konnte Wieseck seine Spitzenführung in Gruppe West der zweiten Klasse sicherstcllen. Die erste Iugendmannschaft des Freien Turn- und Sportvereins Wieseck konnte die Jugend Treis auf eigenem Platze mit 5:0 Toren schlagen. Die zweite Jugend Wiesecks muhte, mit nur neun Mann spielend, sich der körperlich überlegenen Jugend Gießens auf eigenem Platze mit 6:0 Toren beugen. Wirtschaft. Banken und Bankensorgen. Als kürzlich der inzwischen vollzogene Zusammenschluß der beiden größten deutschen Bankinstitute angekündigt wurde, entnahm die Oef- fentlichkeit daraus die Tatsache, daß die Aufrechterhaltung eines schon in Dorkriegsjahrzehnten aufgebauten Aiesenapparates allmählich unmöglich geworden sei, denen die Aufnahme der Gelder der Wirtschaft und ihre Verwertung zu neuen fruchtbringenden wirtschaftlichen Funktionen, also die Aufgabe eines Punrpenshstenrs im Wirtschaftsbetriebe, zufiel. Man knüpfte daran ernste Betrachtungen über die Einengung des Geldumlaufs und der Kapitalschöpfung, und ebenso ernste Besorgnisse über das Schicksal der Bankangestellten. Diese Besorgnisse haben sich sichtlich als berechtigt erwiesen. Die Danken hoben offen erklärt, daß die Derschnrelzungsinaß- nähme von einem Rationalisierungsbedürfnis diktiert sei, das im wesentlichen Personalersparnisse erfüllen müsse. Dabei ist jedoch die Berücksichtigung der Tatsache notwendig, daß schon bisher und individuell sehr stark — gegenüber dem Höchststand in der Spekulationsepoche der Inflation auf etwa ein Drittel — abgebaut worden ist, und daß der gegenwärtige Zustand des Börsengeschäftes keineswegs ein normaler ist. Eine pessimistische Einschätzung befürchtet allerdings sein Anhalten noch für eine längere Zeit, weil die Kapitalabgänge durch den Steuerdruck und die davon herrührende Steuerflucht, die zur Anlage großer deutscher Mittel auf legalem Wege ins Ausland geführt hat, kein Ende obsehen lassen. Die Schwierigkeiten dieser Lage spiegeln sich auch in den Röten der kleineren Bankinstitute und Bankiers. Innerhalb weniger Tage mußte man fünf Selbstmorde von Privatbankiers wegen des Zusammenbruches ihrer Unternehmungen und die Zahlungseinstellung der auf genossenschaftlicher Basis aufgebauten Bank für deutsche Beamte erleben. Das sind Unternehmungen, die sich durch Abbau und Einschränkung nicht in dem Maße helfen können, wie die ganz großen Banken, und bei denen die „eingefrorenen Kredite", die sie selbst an Jndustrieunternehmungen usw. gewährt haben, für die eigene Zahlungsfähigkeit in kritischen Momenten verhängnisvoll werden. Dieser Zustand ist jedoch nicht erst das Ergebnis der jüngsten Zeit. Er dauert schon seit Jahren an und ist nur dadurch vielleicht zeitweilig verdeckt worden, daß das Hereinströmen der Auslandkredite eine gewisse künstliche Liquidität schuf, die mit dem Ende dieser Anleiheperiodo Der Sternhimmel im November. Sonnenaufgang von 6.55 bis 7.50 Uhr. Sonnenuntergang von 16.30 bis 15.50 Uhr. Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 9. um 15 Uhr, Vollmond am 17. um 1 Uhr, 3. Viertel am 23. um 17 Uhr. mfl. In diesem Monat gibt es am l.Rovember etwas sehr Merkwürdiges zu sehen, aber, wie wir leider bemerken müssen, nicht bei uns, nämlich eine ringförmige Sonnenfinsternis. Für einen bestimmten Gürtel der Erde tritt der Mond so als hellsten Stern den Schedir erblicken, ganz hoch oben steht. Denken wir uns die Cassio- peia mit dein sich leicht einprägenden Sternhaufen der Plejaden verbunden, so finden wir als Derbindungssternbild leicht den Perseus und von den Plejaden aus die übrigen Teile des Sternbildes des Stiers. Augenblicklich ist dieses Sternbild dadurch ausgezeichnet, daß sich darin der alle anderen Sterne weit überstrahlende Jupiter befindet, der nun bald in größter Erdnähe stehen wird, daher besonders hell erstrahlt Der die 24 Stundenzahlen van Mittrr- nackt hie Mitternacht eine» Tage» enthaltende Kreit und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, tind feit- »teilend zu denken. Der Sternhimmel dreht »ich »amt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelruhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne de» gelogenen Pfeil» einmal um »einen Mittelpunkt. Der eingezeicknete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatmitte sichtbaren Sterne. Untere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatmitte Will man au einer anderen Stunde beobachten, »o denke man »ich den Sternhimmel tarnt dem geraden Pfeil eo gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu 'dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mit zu drehenden Horizont hin- eingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der gerade Pfeil I/3 Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatemitte */3 Stunde epäter zu stellen. Man vergleich» die nächste Monatskarte. Der iMond nimmt di» gtzeichntten StiHun- 'gen ein, wenn er die angtdeutete Licht- gestalt zeigt. ST£7WßfLDER: fftfOSZE BUCH-,* STABEN / / Stern e i Meine ßt/cA- \y/aben \jrenus ^Afary Ql) Jupiter •^Saturn 8 "^QSonne^^ 1 Vierte/ §) Vo/tmonct d J- Vierte/ vor die Sonne, daß sie, ihn überall überragend, ringförmig hinter ihm sichtbar bleibt. Dieser Gürtel zieht sich durch den nördlichen Atlan.i chen Ozean, durch das westliche Afrika, dann durch das südliche Afrika und einen Teil des Indischen Ozeans. Der Gürtel ist, wenn auch im Vergleich zum Erddurchmesser sehr schmal, doch breiter als bei den meisten solchen Finsternissen. Für eine Linie, die sich ganz in der Mitte dieses Gürtels hinzieht, erscheinen Sonne und Mond als gleichmittige Kreise. Bei uns ist die Sonnenfinsternis nur noch gerade eben bemerkbar: nur die tiefsten Teile der Sonne werden vom Monde bedeckt. Am Sternhimmel wird es nun auch winterlich! Tief im-Ronden erblicken wir den Großen Bären, während umgekehrt die Cassiopeia, in der wir und auch die ganze Rächt sichtbar ist. Wer ihn scharf mit den in seiner Rähe stehenden Sternen vergleicht, wird bemerken, daß er sich zwar langsam, aber doch merklich nach rechts bewegt. Unter ihm steht das prächtige Sternbild des Orion, und links von ihm sind die Zwillinge sichtbar. Mit den übrigen Wandelsternen ist in diesem Monat ebensowenig Staat zu machen wie im vorigen. Ganz unsichtbar ist der Mars, nur ganz kurze Zeit am Llbendhimmel sichtbar ist der Saturn: auch die Venus wird als Morgenstern immer unscheinbarer, da sie der Sonne immer näher kommt. Gegen Ende des Monats ist sie nur etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang zu erblicken. Kü st ermann. zu einer um so schärferen Verknappung der flüssigen Mittel führen mußte. Dadurch waren Effektenverkäufe zur Erlangung von Geldern in so großem Umfange nötig, daß die Kurse in verhältnismäßig kurzer Zeit halbiert wurden. Das wiederum hat die Depots für laufende Kredite entwertet und die Zusammenbrüche zur Folge gehabt, die oben erwähnt sind und in ihren Auswirkungen durch die Steigerung der Konkurse um nahezu ein Drittel in einem einzigen Monat sichtbar werden. Es ist notwendig, daß Einschneidendes geschieht, um dieser für die gesamte Wirtschaftslage verhängnisvollen Entwicklung Einhalt zu gebieten. Der Schritt, den der Deutsche Städ etag in Ueber- einstimmung mit allen Städten über 50 000 Einwohnern unternommen hat, scheint ein brauchbares Wittel, um beispielgebend zu wirken. Kommt erst von einer Seite der Kreditansprüche her eine Erleichterung, so läßt sich die Schraube eher wieder in umgekehrte Richtung bringen und damit eine Entlastung des gesamten Geldmarktes herbeiführen. Die öffentliche Hand in allen ihren Teilen kann dabei die maßgebende Rolle spielen, und eine rasche Verwirklichung der Regierungspläne zu einer Finanz- und Steuerreform wäre außerordentlich zu begrüßen. Denn auch ein Zurückströmen der aus steuerlichen Gründen im Ausland angelegten Kapitalien würde befruchtend und anregend wirken, selbst wenn die Summen, um die es sich handeln könnte, zunächst bescheiden wären. * * I. -G. -Farbenindustrie A. - G. Zur Zeit befinden sich mehrere Herren der J.-G.- Farbenindustrie A.-G. unter Führung von Geheimrat Dr. Schmitz in Reuyork. Da die Herren bis zum 9. Rovember nicht zurück sein können, wurde die ursprünglich zu diesem Tag angesehte Auffichtsratssitzung auf den 23. Rovember verlegt, um dem Aufsichtsrat über die Reise zu berichten. die u. a. die formelle Erledigung des Vertrages mit der Standard Oil Co. of Rew Jersey zum Gegenstand hatte. ' Buderusfche E isenwerke, Wetzlar. Auf der Sophienhütte der Dudcrusfchen Eisenwerke, Wetzlar, ist an Stelle des seit Mitte 1918 unter Feuer gestandenen, inzwischen abgebrochenen Hochofens II ein mit allen Fortschritten der Technik ausgestattct?r neuer Ofen im Entstehen begriffen. Gleichzeitig wird eine neue Gichtgasreinigung errichtet, und zwar tritt an Stelle der Raßreinigung der Hochofen-Gichtgase eine Trockenreinigung, wodurch z. D. u. a. die Sorge um die Unterbringung des bisher entfallenden Gasfchlammes in Zukunft wegfällt. Das Ganze ist der Anfang des in der ordentlichen Hauptversammlung am 30. Mai d. I. erwähnten Um- und Ausbaues der Hochofenanlage der Sophienhütte, der sich auf mehrere Jahre erstrecken wird. Die Gesamterzeugungsfähigkeit der geplanten drei neuen Hochöfen wird etwa 275 000 Tonnen Roheisen im Jahr betragen und damit die Leistung der bis jetzt vorhandenen drei Oefen der Sophienhütte und zwei der Georgshütte, Burgsolms, um rd. 33 Proz. übertreffen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 5. Nov. Tendenz: schwächer. Zu Beginn der heutigen Börse herrschte wieder große Lustlosigkeit und Unsicherheit. Man war stark enttäuscht über den erneuten Kurseinbruch an der gestrigen Neuyorker, Börse. Die Unternehmungslust war auf ein Minimum beschränkt, so daß kaum'Geschäft zu verzeichnen war. Das Angebot war trotzdem nicht groß, doch genügte dies, um in Spezialwerten Abschwächungen bis zu 5 v. H. herbeizuführen. Anregungen waren kaum vorhanden. Am Kunstseidenmarkt waren Aku auf das Ausscheiden eines höheren Beamten weiter angeboten und erneut 5 v. H. schwächer. Am Elektromarkt kam etwas mehr Material heraus. Besonders Chade-Aktien hatten hierunter zu leiden und gaben 8 Mark nach. Siemens & Halske büßten 4 v. H., Geffürel 4,5 o. H. und Elektrische Lieferungen 3,5 v. H. ein. AEG. lagen mit minus 1 o. H. nur wenig verändert. Etwas Beachtung fand hier die Beteiligung dieses Konzerns an der Gründung einer rumänischen Gesellschaft. Am Chemiemarkt lagen J.-G.-Farben 3 v. f). und Deutsche Erdöl 2,75 o. H. niedriger. Stärker unter Kursdruck standen Konti-Gummi mit minus 4 o. H., Deutsche Linoleum mit minus 3 v. H. und Zellstoff Waldhof mit minus 3,75 v. H. Auch der Montom- markt war fast völlig leblos. Die Verluste haben hier kein großes Ausmaß erreicht und fingen nicht über 1 v. H. hinaus. Polyphon bis 3 vH. abgeschwächt. Etwas Interesse bestand weiter für Daimler bei einer geringfügigen Besserung. Banken lagen wenig beachtet und bis 1,5 v. H. schwächer. Reichsbank büßten 3 v. H. ein. Renten geschäftslos, zumeist leicht abbröckelnd. Rach den ersten Kursen stagnierte das Geschäft fast vollkommen. Das Kursniveau änderte sich im allgemeinen nur wenig. Aku lagen allerdings weiter etwas schwächer. Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld mit 7 v. H. leichter. Am Devisenmarkt war die Mark wieder etwas fester. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1794, gegen Pfund 20,392, London gegen Kabel 4,8788, gegen Paris 123,83, gegen Mailand 93,13, gegen Madrid mit 34,65 schwach, gegen Holland 12,0890. Berliner Börse. B e r l i n, 5. Roo. Die neuen Kurseinbußen gestern in Reuyork, der Zusammenbruch der Citybank in Chikago, der bemerkenswerte Rückgang der 21 tu- Aktien, vor allem starker Ordermangel ließen di« ersten offiziellen Notierungen nach einer noch unsicheren Vorbörse schwächer werden. Das Angebot war im allgemeinen nicht groß, genügte aber, um bei dem kleinen Kaufinteresse dieKursederHaupt- spekulationspapiere bis zu 6 v. H. zirka zu drücken. Man sprach zwar über die Festigkeit des Bondsmarktes in Reuyork, war sich aber klar darüber, daß es längere Zeit dauern müsse, bis sich diese Festigkeit auch hier auswirken könne. Sonst fehlt es fast vollkommen an Anregungen. Es lag ein Wirtschaftsbericht der Berliner Handelsgesellichaft vor, der u. a. vom Kapitalmarkt her ein Abbremsen des Konjunkturrückgangs erhofft und im allgemeinen nicht unfreundlich gestimmt ist. Aku fielen durch Minus-Minus-Zeichen auf, von Nebenwerten gleichfalls mit Minus-Minus- Zeichen Nationale Auto und Schlesische Textil. Während Reichsbankanteile, Essener Steinkohle, Hohenlohe, Mansselder, die Kali-Aktien, Farben, Deutsche Linoleum, die meisten Elektrowerte, Bemberg, Ost- werke, Schultheis, Svenska zu den Papieren gehörten, die 3 bis 5 v. H. verloren, lagen Siemens (minus 7 o. H.), Polyphon (minus 8 o. H.), Chade (minus 8 Mark), NAG. 18,50 nach 20,75, Schlesische Textil 15,25 nach 17 und Aku 155 nach 168,25 besonders schwach. Lahmeyer waren exklusive Dividende (10,8 v. H.) gehandelt. Deutsche Anleihen glatt behauptet. Ausländer ruhig. Anatolier und Mazedonier etwas fester. Pfandbriefe schienen meist behauptet zu sein. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 8 bis 10,5 v. H.: Monatsgeld 8,75 bis 10 v. H.: Waren- wechsel zirka 7,40 v. H. Nach den ersten Kursen gab das Kursnioeau bei ganz geringen Umsätzen meist weiter nach. Aku und Bemberg verloren erneut je 3 v. H., Polyphon 6 v. H. Angeblich hat London besonders schwache Kurse gemeldet. Rindermarlt in Gießen. Der Austrieb zum heutigen Rindviehmarkt betrug 1436 Stück Groß- und Jungvieh und 227 Kälber. Während gute Milchkühe und hochtragende Kühe sehr gesucht waren, war der Handel mit anderen Qualitäten schleppend, so daß Ueber- stand verblieb. Alte Kühe waren fast nicht verkäuflich. Bezahlt wurden für Tiere 1. Qualität 550 bis 650 Mk., 2. Qualität 350—450 Mk., 3. Qualität 150—250 Mk.: Schlachtkühe 100—350 Mark: Rinder, 1/3 bis ^/«jährig, 120—200 Mk., 3A bis l'/.°jährig, 150-250 Mk.: Kälber je Psd. Lebendgewicht 60—65 Pf. Bessere Tiere erbrachten Preise über Rotiz. Infolge starken Auftriebs war der Markt sehr spät beendet. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 v. H., Lombardzinsfuß 8 v. H. ?vranlfutt a M Berlin au,,. <>vrtrceu-» Obligation rüttiablbat 1932 ...... - — 4% Ceftcnetchllche WoiBtte.. 26 — 26,25 4 W, f pltrrr Jilbrrrt' 4% Oesierreichilche Einheitliche Diente.......... 4% Ungariiche OolDrte..... 3,25 — 3,15 — — 2,05 21,9 — 21,9 22 4% Ungarische Staat«, v. 1910 — 19.7 19,75 4t,% veegl. von 1913 .... — — 4% Ungarische flronenrte.. . . 2,05 — 2 4% Süll. Zollanleihe v. 1911 . 7,55 7,6 7.7 —» 4% Türkische Bagdadbahn-An! Serie 1......... 7,5 — 4% tesgl. Sorte II . 7,5 —— 7.65 _ 5% Rumänische vereinh. Rente von 1903 . . - - Rumänisch« vereinh. Rente von 1913 ....... 8,9 _ 8,9 14 _ 14,2 4% Rumanhch« vereinh. Rente . 7,1 — 7.1 • — ,'ranlfurt a M Berlin idjiufe- Kurs -Uh. film Srlyutz Kure tU u rang. flut' Datum 4 11 5 11 4 11. 5. 11 Hamburg-Amerika Paket . 111 109.75 111,5 110,5 Hamb.-Sübam. Dampslch. . . h — — 164 — Hansa Damisschiss .... . 10 — — 153,75 152 Norddeutscher Lloyd . . . . . b 104,25 104 106,25 104,6 Allg. Deutsche Ereditanlk. . . 1< 120,25 — 120.5 —— Barmer Bankverein . . . Berliner HandelSgesellsch. . . 10 121 120 121 120 . 12 186 — 187,25 186,13 Commerz- und Privat-Bank . 11 167,5 167 167,5 167 Tarmst. u. giationalbanl . 1. 248,5 248 249,5 258,5 Denliche Bank..... Tieconto.Äcieltschast, Ant. . 1< 158,5 — 159 158,25 . 1< 158.5 — 159 158,25 Dresdner Bank..... . li 154.5 153 154 153 Reichsbanl....... . 1 - 268 271 — A.E.S....... 174,75 172,5 175,5 172,75 Bergmann . . Elcktr. LielerungLgelelischaft — — 206,75 204 1‘ — 165,5 168,75 166,75 Licht und Straft . K 174 — 176,5 173 Kelten & Guilleaume. . . . IV, 122 174,5 123 121 Gei. s Elcktt. Untern.. . . . 10 177 —- 179 175,75 Hamb. Elekir .Werke . . . . 1 — — 133,65 133 Rhein. Slektr. ..... 146,5 — 147 146,75 Schlei. Eleki ..... . 10 — 165,25 Schurken & Co. ..... . 11 190,25 — 193,5 199,9 Siemens & vairko .... . 16 311 307 314,5 307,5 Transradio....... . . v — — 129,5 126 Lahmeyer 4 So. ..... . 10 177 — — — Buderus........ X. — 65 66.13 65,5 Deutsche Erdöl..... . . 6 — 100 102,75 101 Essener Steinkohle .... ■ — — 134.25 130 Geilenkirchener..... . . 8 129 — 130,5 129 Harpener...... . . . 0 137,5 — 138,25 136,5 Hoejch Eilen....... - GY, — — 122,5 120,75 3lle Bergbau...... ftlörknerwerke ..... . 10 100,5 — 212 102 210 99,5 ftöin-Reueiien - . . — — 119.75 118.5 iRanneeaian^.Röhren . . . . 7 102,5 — 103,5 102 Mansselder Bergbau . . . ■ • « 117 — 118.5 115,25 Cbrrirfi’ei. Enen^eoars . . — —— — Oberschlei. Stoteroede . . . . . 7 — — 97,75 96.75 Phonlr Bergbau..... Rheinische Braunkohlen. . . 6K 106 105,25 106,5 105,75 . 10 258 — 259,5 256,5 Rbeinstaüi....... Riebe«! Mont« ..... . . 6 106,5 106 108,75 106,75 . 7,- — Frankfurt a M Berlin c duufr flut» i-UDi ff ur - Schlug flut? Ansang» flnrs Datum 4 11. 5. 11. 4 11- 5 11 Bereinigte Stahls . . . 107,5 — 107,9 106,75 Otavt Minen . . . 16'/, — —— 62,5 61.5 ftai werke U cherileben . . . k 209 — 210,5 206 flai werke »e.egeln . . . io 214 — 215 210 ftahtDei e ianoetfuttö ... 16 327,5 325 333,5 327,5 3- ® Farven.Induftrt, ... 1t 187,75 185,5 189 185,5 Dynamit Nobel.......6 — — 89 87,25 - ScheideanstaU — —— — — Goldschmidt ........k> 67 — 68,5 67 Rütgerewerke........6 75,25 — 76,75 74,75 Metallgeiellichaft. ...... k 119 — 119,25 — PHUipp Hofmann .... 7 91 89,75 92 90 Semen werk Heidelberg ... 10 120 120,5 — — Cemeniwcrk 'fatlftabt . . . 10 — — — Wayh e (ji. 6 ag .... 8 88.5 — 91 — Schuithei« Patzenhosa ... 15 — — 284,5 279 Ostwerke.........1* 223,5 218,25 8et. Glanzstoss...... 18 — — 168,25 —- Bemberg........ " 222 — 219.75 214 Reliltofi Waldhos .... 18% — 200,75 204.5 202,5 fiellftoli Aschasjenbura ... Charlottenburger Wasser ... 8 142,25 — 144,9 98 96,25 Desmuer Gai........V ■ ■ 175,5 173 Daimler Motoren......u 40,5 41 41,25 40,5 Deutsche Linoleum..... 250 247 254.5 250 Maschinenbau A.-G......O — 48,25 48 Äji-tiD'th- »1 y r......v — — — — vuotv. Loew .... K • — 178,5 —— Nat. fflutomoH........c — — 20,75 18,5 Ctendetn 4 floppet.....6 — —- 78 77 l-ronbarB Die»......10 — —— 167,5 165 Svenöko . . ........ — •— 352,5 349 ssrankt, Mchchtne»......4 41 _ 46,75 _ «Sritzner..........6 51,75 51 — Heyliaenstarvt .......n Nungyans.........6 Lechwerke. 8 3,5 — — — 53 — —— — — Maintrattwerl PSchst a. M. 8 110 — — —- Miag. . 10 122,5 — 122 121.5 Gebr. Roeder......10 __ Soigl 4 Haesfner......S 222 —— 222 — Südd Lucker.......10 155 — 154,75 — Banfnolen. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Berlin, 4- November Geld Ärief ' Amerikanische Noten ..... 4.167 4.187 Belgische Noten ...... 58,28 58.52 Dänische Noten ........ 111,65 112.09 Englische Noten........ 20,342 20.422 Französische Noten ....... 16,44 16,50 Holländische Noten....... 168.33 169,01 Italienische Noten........ 21,88 21,96 Norwegische Noten....... 111,73 112,17 Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling 58,55 58,79 Rumänisckw Noten....... 2,472 2,492 Schwedische Noten....... 111,90 112,34 Schwerer Noten........ 80.74 81,06 Spanische Noten........ 59.25 59,49 T-chechojlowakische Roten..... 12,32 12,38 Ungarische Noten ....... 72,83 73,13 4. November 5 November Amtliche Notierung Am'.iiche Notierung Geld Bries Geld Briei «mst.-Noti 168.59 168.93 168,48 168,82 Buen.-AirrL 1.734 1.738 1.733 1,037 Brii-Nntw 58.43 58,55 53.40 58,52 Christiania 111.91 112,13 111.89 112.11 Kopenhagen 111,94 112,16 111.88 112,10 Stockholm 112,10 112,32 112,11 122,33 HeliingforS. Italien. . London. . . Neuyork . . 10,493 21,88 10,513 21,92 10,49 21,865 10.51 21.905 20.378 20,480 20.364 20,404 4,177 4,185 4.1745 4.18251 Paris... Schweiz . . 16.45 16,49 16,455 16.475 80,965 81.125 80,93 81.09 Svanien. 59.31 59.43 58,39 58.51 Japan .. - 2,020 2,024 2.008 2,012 •Hio de Jan Wien in T-- 0,4895 0,4915 0.487 0.489 CefL abgeft 58,74 58,86 58,71 58,83 Prag . . . - 12.37 12.93 12,369 12,389 Belirad . 7,386 7.400 7.387 7,401 Budapeik. . 73,01 73,15 73.00 73,14 Bnl arten 3,024 3,030 3,017 3,028 Lissabon 18,78 18,82 18,82 18.86 Danzig. . . Konstantin. 81,47 81,63 81.48 81,64 1,978 1,982 1,980 1.984 Athen. . . 5,415 5,425 5,395 5.405 Canada 4,121 4,129 4,106 4.114 Um uay - 3,996 4.004 4,036 4,044 Cairo - . 20.89 20.90 20,893 20,933 KL 21 6r|d)et $oni',a9 flii Liesst^ Üiono 2.20 §' 9ieid)5Pi lohn, o schien' jtrtlt enttrSoj rHMJ pofl prir fionfl Max v kanzler, Hebet d handeln! onsgegel „A°s anfall nifcher ik bildete fi< Stunde utelischet Betfat Zustand lofigf hetzlc Laufe de nähme Prinz gleich i lichen gut ge. und eh Verhält! Das Hc die Fox legt, die sich auch eigenen wesen. 1 Ami zu Dresche noch Ei Schlich daß er Dabei Erbschas sich um Widerst, verlor, der 2lui ganze 6. ws btto kt Ich einem i der Fn> würdig Prinzei sollte t tausche wurde zeitig i Sozial! von ih einige! lich bek fehr wc fchwengl Wellver men, fr nachhalti zum Mr auch zu Zeitläust reichte die Speir auszuhal! . 6o mi das D gehen la kifche un er mußte ^Cozi, suchen. 1 Mn et fr uiffe bor dre ihn gerade behinder aber er aus. 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