Nr. 254 Erstes Blatt 179. Jahrgang Samstag, 5. Oktober 1929 Ericheinl täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche UniverfitSt§-Vuch- und StelndruSerel R. Lange in Gießen. Zchristlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,' für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/n mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Wanderer zwischen beidenWelten Düstere Wolken treiben am Horizont, ge- spensterhaft heult der Föhn in den Bäumen, die ernste Stunde ist nicht mehr fern, wo es für das deutsche Volk gilt, Abschied zu nehmen von dem, was an Gustav Stresemann sterblich war, Abschied zu nehmen von dem großen Patrioten unb großen Staatsmann«, in dessen Hand das Steuerruder der deutschen Außenpolitik auf schwerer Fahrt durch die von Sturm umbrandeten Klippen der letzten sechs Jahre deutschen Wiederaufbaus sicher lag. Nun, wo es gilt, nach einem neuen Steuermann Ausschau zu halten, wird uns die Bedeutung Stresemanns vielleicht zum erstenmal voll bewußt. Nun, wo das Echo, das die Todesbotschaft im Auslande weckte, uns zeigt, welch ungeheures Maß von Vertrauen Stresemanns Persönlichkeit und Stresemanns Polittk bei den Staatslenkern und ihren Völkern in aller Welt genoß, nun, wo wir sehen, wie sehr der uns zu früh Entrissene für die Welt das um seine innere Gesundung und die Wiedergewinnung seiner Weltgeltung ringende Deutschland, das „neue Deutschland" im besten Sinne, in seiner Person verkörperte, nun beginnen wir zu ahnen, was wir an ihm verloren und wie schwer es sein wird, die Dresche zu füllen, die sein Tod riß. Wie alle großen Manner, die persönlicher Mut, unzähmbares Temperament und tief empfun- denes Verantwortungsgefühl in die Drecklinie des politischen Kampfes führten, hat auch Stresemann scharfe Kritiker, heftige Gegner, ja erbitterte Feinde gehabt. Sind es die Nachwehen der furchtbaren Jahre des Krieges, der Nevolutions- und Jnflationswirren, die die sittlichen Begriffe von der Achtung vor der Persönlichkeit des andern in so erschreckendem Maße durcheinander warfen, sind es die so oft beklagten Schwächen im deutschen Volkscharakter, kleinliche Nörgelsucht, Zwietracht und Mißgunst, die den polittschen Kampf im Deutschland der Gegenwart sich in so unsagbar traurigen Formen auswirken lassen? Wir wissen es nicht. Aber es stünde besser um uns, wenn das Gefühl für Ritterlichkeit und Würde bin politischen Kampf wieder mehr Geltung gewänne, wenn das ehrliche Woklen und die anständige Gesinnung auch des Gegners ehrliche Anerkennung fände und man sich wieder mit blanken Waffen und offenem Visier gegenüberträte, statt auch des Menschen im Gegner nicht zu achten und mit vergifteten Pfeilen aus dem Hinterhalt ihm nachzustellen. Am offenen Grabe Gustav Stvesemanns darf man vielleicht die Hoffnung wagen, daß auch hierin mit bfr Zeit manches besser werde. Denn kaum ein anderer wie er wäre berufen gewesen, Mittler zu sein zwischen Altem und Neuem, zwischen Rechts und ßinfä, Führer zur Volkseinheit, ohne die ein Vorwärts undenkbar, ein Wiederaufstieg doppelt schwer erscheint. Wenn das Ausland den deutschen Außenminister heute als den großen Versöhner feiert, dessen Polittk die Liquidation des Weltkrieges und die Befriedung Europas anstrebte, so wissen wir, daß niemand mit heißerem Herzen um den Ausgleich der inner- pottttschen Gegensätze in Deutschland gerungen hat, und daß niemandem der Gedanke schmerzlicher war als Gustav Stresemann, sehen zu müssen, daß das, was er mit kühlem Verstände und tiefer Vaterlandsliebe außenpolittsch für den rechten Kurs hielt, zum Zankapfel der Parteien wurde, zur schier unüberbrückbaren Kluft grade zwischen den Schichten des Volkes, denen er sich seiner Herkunft und seines Lebensgangs nach sowohl wie seiner kulturellen und polittschen Gesinnung nach am engsten verbunden fühlte. Mit einem „W anderer zwischen beiden Welten" hat Stresemann selber einmal unsere Zeit verglichen und dabei wohl selbst gefühlt, daß niemand diese Zeit eindeutiger und besser verkörpere, als er, der mit allen Fasern seines Herzens in der stolzen Vergangenheit des alten Reiches wurzelte, dessen Liebe zu Volk und Vaterland ihm aber, wie Jahre vorher schon Hindenburg, den Weg in den Dienst des neuen Staates, der jungen deutschen Republik, wies. Als begeisterter Burschenschastler groß geworden in den Traditionen der 48er Bewegung, als Schüler Friedrich Naumanns überzeugter Anhänger eines sozialen Kaisertums, als Jünger und Erbe Bassermanns Führer der Nationalliberalen Partei im Weltkriege, der bis zum bitteren Ende an den Sieg der deutschen Waffen und an ein größeres und mächtigeres Deutschland als Frucht der furchtbaren Opfer glaubt, trifft Stresemann Niederlage und Umsturz doppelt hart. Dem kümmerlichen Versuch derjenigen, die heute am lautesten sein Lob singen, ihn, den durch seine Kricgspolitik „Kompromittierten" aus der Politik auszuschalten, begegnet der sich schnell Fassende mit der Gründung der Deutschen Volkspartei. Niemals vorher hat ein deutscher Politiker in so hohem Maße seine Partei in seiner Person verkörpert wie Stresemann. Gewiß hat es im Laufe der Jahre manch ernsten Konflikt, manche schwere innere Auseinandersetzungen gegeben — noch die letzten Stunden des Dahingeschiedenen waren erfüllt von Bemühungen, seine Partei von der Richtigkeit seiner Auffassung, von der augenblicklichen Unzweckmäßigkeit einer Koalitionskrisis zu überzeugen. Aber das Treueverhältnis zwischen der Partei und ihrem Führer hat alle Proben unerschüttert überstanden. Die Partei hat im Laufe der letzten sechs Jahre, die ihren Führer auf dem Posten des Außenministers sahen, dieser unbedingten Treue zu Stresemann in mancher Situation schwere Opfer gebracht, die die Schwierigkeiten Wohl aufwiegen mögen, die dem Staatsmann Stresemann aus der Verbindung von Parteiführer ttm die Nachfolge Stresemanns. Oie presse zur Betrauung des Ministers Curtius mit der einstweiligen Führung der Geschäfte. Berlin, 5. Off. (DJIB.) wie schon in einem Teil der gestrigen Auflage milgeleill, hat Reichspräsident von Hindenburg auf Vorschlag des Reichskanzlers den Reichswirlfchaflsminister Dr. Curtius mit der einstweiligen Wahrnehmung der Geschäfte des Reichsministers des Auswärtigen beauftragt. Zu dieser einstweiligen Regelung der Nachfolge Dr. Stresemanns erklärt die Germania, daß diese allgemein, also auch in Zentrunmskrei- sen, überrascht habe. Die Ueberraschung muß, so fährt das Zentrumsblatt fort, um so größer sein, als gesagt wird, die Betrauung sei ohne Kenntnis der Mitarbeiter des Kanzlers und der politischen Faktoren erfolgt. Uns erscheint außerdem auffallend, daß die Übertragung an Herrn Dr. Curtius m i t einer solchen Schnelligkeit erfolgt ist, wie sie sonst bei uns in solchen Fragen nicht gerade üblich zu sein pflegt. Hätte man nicht wenigstens bis Montag warten können? Es liegt uns nicht und es entspricht auch nicht dem Ernst der Stunde, am offenen Sarge Stresemann zu diskutieren, und wir beschränken uns deshalb heute lediglich auf die Feststellung der oben geschilderten Tatsachen, sind uns aber bewußt, daß in der nächsten Woche Über dieses Thema noch gesprochen werden wird. Auch der Vorwärts beschäftigt sich mit der Nachfolgefrage und sagt zu der einstweiligen Betrauung Dr. Curtius: Die Anhänger dieses Vorschlags begründen ihn mit der guten Arbeit, die Dr. Curtius im engsten Einvernehmen mit Stresemann im Haag geleistet hat, und mit der Notwendigkeit, die Volkspartei auch in Zukunft an die Außenpolitik der bisherigen Mehrheit zu binden. Für diese Besetzung des Postens mit einem Sozialdemokraten wird, so erklärt das Blatt dann weiter, geltend gemacht, daß nur ein Sozialdemokrat das Maß an Vertrauen und Autorität in der Welt gewinnen könnte, das Stresemann in jahrelanger Arbeit für sich gewonnen hat. Die „V o s s i s ch e Zeitung" meint, die Gründe für die Wahl Curtius' seien wohl darin zu suchen, daß Curtius der eng st e Mitarbeiter Stresemanns gewesen s?i. Das besonders enge Verhältnis zwischen den beiden Männern sei nicht lediglich durch die Parteizugehörigkeit bedingt gewesen. Stresemann habe in seinem Parteifreund und Ministerkollegen einen hellsichtigen, mit den Wirtschaftlichen Triebfedern der Weltpolitik besonders vertrauten Mann gesehen, mit dem er seine außenpolitischen Absichten und Entwürfe bis in die letzten Einzelheiten zu besprechen gepflegt habe. Zwischen den beiden Männern habe ein restloses Einverständnis auch über die Wege bestanden, die in die Zukunft führten. Und Stresemann habe sich Curtius als seinen Nachfolger gewünscht. Gerade mit Rücksicht auf die bevorstehende Schlußkonferenz im Haag dürfte der Reichskanzler dem Reichspräsidenten seinen Vorschlag gemacht haben. Dr. Curtius, der an der Konferenz als Reichswirtschaftsminister teilgenommen hat, werde in der Endphase im Haag der getreueste Vollstrecker der Absichten Stresemanns sein. Das demokratische „Derl. Tageblatt" bemerkt: Wenn das Provisorium mit Dr. Curtius lediglich ineinDefinitivum umgewandelt werden soll, wie es dem Wunsche nur eines Teiles, aber eines sehr einflußreichen Teiles der politischen Welt entspricht, dann kann die Entscheidung schon in der Woche nach der Beisetzung Dr. Stresemanns fallen; sie kann es auch, wenn ein neuer Mann, ein Diplomat zum Beispiel das Amt übernehmen soll. Anders sehen die Dinge aus, wenn diese Frage inDerbindung mit der organischen Neubildung der Regierung gebracht wird, die man für später erwartet. Diese wird schwer sein, weil sie alles in Bewegung und Unruhe bringen muß, die Regierung, die Mehrheit und vielleicht sogar die Struktur einzelner Parteien. Die volksparteiliche „D. A. Z." sagt: Die Betrauung des Reichsministers Dr. Curtius mit der stellvertretenden Führung des. Auswärtigen Amtes war eine Ueberraschung, weil allgemein angenommen worden war, der Reichs- kanzlerselber wurde das auswärtige Ressort vorübergehend mitverwalten. Aüf der anderen Seite hat Herr Dr. Curtius im Haag Fühlung mit de r internationalen Welt genommen und kennt die mit dem IZoungplan zusammenhängenden Probleme außerordentlich genau. Was die endgültige Nachfolge des verewigten Außenministers betrifft, scheint es nach unseren Informationen keineswegs sicher zu sein, daß die Deutsche Volkspartei, entscheidenden Wert darauf legen soll, das auswärtige Ressort festzuhalten. Angesichts der Tatsache, daß die außenpolitischen Probleme, ' so schicksalentscheidend sie auch bleiben werden, | Darmstadt. 4.Off. (MTB.) Staatspräsident D r. Adelung hat an die Witwe des Reichsauhenministers folgendes Beileidsschreiben gerichtet: hochverehrte gnädige Frau! Von dem Heimgang Ihres Herrn Gemahls habe ich mit schmerzlicher Ueberraschung erfahren. Ich bite Sie, meiner aufrichtigen und wärmsten Teilnahme gewiß zu sein. Als Staatspräsident des Landes Hessen, das seit den Tagen des Maf- fcnstillstandes unter dem Drucke fremder Besatzung zu leiden hat, weiß ich mich mit dem hessischen volle und seiner Regierung eins in dem Gefühl der Dankbarfeit für die unermüdliche zielbewußte Arbeit Ihres Herrn Gemahls in der Befreiung unseres Landes. Hessen hat das jahrlange Ringen Ihres Herrn Gemahls mit Verständnis und in der Hoffnung auf ein gutes Ende begleitet. Nachdem dieses i n greifbare Nähe gerückt ist, sieht es mit nach der Haager Schlußkonferenz gegenüber den inneren Fragen der Finanz- und Steuerreform, sowie des verfassungsrechtlichen Umbaues des Reiches in den Hintergrund treten können, dürfte die Partei eher maßgebenden Einfluß in der Führung anderer Ministerien für wichtig halten. Oie Beisetzungsseierlichkeiteu. Die Aufbahrung im Reichstag. Berlin, 4. Off. (Funkspruch.) lleber die Bei- sehungsfeierlichfeifen für den verstorbenen Reichs- auhenminister wird von zuständiger Stelle folgendes milgeteilt: Der Sarg wird am späten Abend des Samstag von der Villa des Ministers zumReichs- tag überführt. Sonntag 11 Uhr vormittags findet die Irauerfeier im Reichstag statt, wo die Leiche auf der Estrade aufgebahrt wird. Die Trauerrede des Reichskanzlers wird von musikalischen Vorträgen umrahmt sein. Der Reichstagsabgeordnete v. a r d o r f f wird dann vor dem Reichstag den verstorbenen einen Nachruf widmen. In der großen Loge werden der Reichspräsident und die eng sie Familie des Verstorbenen der Feier beiwohnen. Reichspräsident o. Hindenburg wird dem Leichenwagen zu Fuß bis zu seinem Palais folgen. Eine militärische Beteiligung kommt nicht in Frage, da diese nur bei Staatsoberhäuptern vorgesehen ist. Der Reichskanzler wird heule mittag in Begleitung des Staatssekretärs Pünder im Trauerhause einen Besuch abstatten. (Eine ttabinettssihung ist nicht vorgesehen. mir ergriffen an der Bahre des allzu früh Dahin- gcgangenen. Gerade in Hessen wird es als besondere Tragik empfunden werden, daß das Schicksal es Ihrem Herrn Gemahl versagt hat, den Lohn für seine aufopfernde Mühe, den Lohn in der Freude des befreiten Volkes zu erleben. Nun wird, wenn für die noch besetzten Gebiete im deutschen westen die Befreiungsstunde schlägt, der Name Ihres Herrn Gemahls voll Dankbarkeit und Trauer in aller Munde fein. In der Geschichte einer der schwersten Zeiten unseres Vaterlandes wird immerdar Ihr Herr Gemahl einen der ehrenvollsten Plätze einnehmen. Ihnen aber, hochverehrte gnädige Frau und den Ihren möge aus dem Stolz auf das werk Ihres Herrn Gemahls und auf feine Pflichterfüllung bis zum letzten Trost und Linderung Ihres Schmerzes erwachsen. In aufrichtiger Verehrung habe ich zu sein Ihr teilnahmsvollst ergebener Adelung. Staatspräsident Adelung an Fran Stresemann. Hessens Dank für die Befreiungsarbeit des verstorbenen Außenministers. und Außenminister unzweifelhaft erwuchsen, hinter Überwindung schwerer innerer Hemmungen, die sich aus der Tradition der Partei und der politischen Vergangenheit ihres Führers begreifen, sind Stresemann und die Deutsche Dolkspar- tei hineingewachsen in den neuen Staat. Dem feinen Fingerspitzengefühl des geborenen Führers, unterstützt von einer faszinierenden, rednerischen Begabung und unerreichtem takischem Geschick verdankte Stresemann den unleugbaren Erfolg, daß immer breitere Massen des deutschen Bürgertums sich mit der Veränderung der Dinge abfanden. Dieses Verdienst um die innere Konsolidierung der jungen Republik überragt turmhoch die recht zweifelhaften Leistungen derer, die in engstirnigem Fanatismus dem deutschen Bürgertum von heute auf morgen einen Gesinnungswechsel aufzwingen wollten, der nur das Ergebnis einer langsamen, historischen Entwicklung sein kann. Seine Arbeit um die innere Aussöhnung des deutschen Volkes stellt Stresemann — hier auch innerpolitisch ein Staatsmann von Format — in eine Reihe mit den beiden ersten Reichspräsidenten Ebert und Hindenburg. Sein Werk konnte ihm in so hohem Maße gelingen, weil er selbst sich mit der ganzen Wucht seiner bestrickenden und mitreißenden Persönlichkeit einsetzte für den Bestand des Reiches auch in der neuen, von ihm und seiner Partei anfangs schroff abgelehnten, dann widerwillig hingenommenen und schließlich als gegebene Tatsache anerkannten Staatsform. Die Uebernahme des Reichskanzleramts durch Stresemann in den Augusttagen des unheilvollen Jahres 1923 ist ein Wendepunkt in der Geschichte des deutschen Wiederaufbaus von gar nicht hoch genug einzuschähender Bedeutung. Poincares Armeen an der Ruhr im Herzen der deutschen Wirtschaft, der offene Bürgerkrieg in Sachsen und Thüringen, die Reichsverdrofsercheit in Bayern auf dem Gipfel, der Währungsverfall in immer schnellerem Tempo fortschreitend, das Kabinett Cuno zurückgetreten, die Katastrophe vor der Tür, der Krieg zum zweiten Male verloren! Da gehörte schon persönlicher Mut und höchstes Verantwortungsgefühl, ernste Pflichttreue und warme Vaterlandsliebe dazu, das der Regierung entsunkene Steuerruder des sich nur noch mühsam über Wasser haltenden Staatsschiffs zu ergreifen. Damals sprang Stresemann in die Bresche. Unter seiner Kanzlerschaft wurde der Ruhrkampf liquidiert, in Sachsen und Thüringen Ordnung geschaffen, das Verhältnis zwischen Bayern und Reich konsolidiert und mit Hilfe Luthers, Schachts und Helfferichs die Grundlage für den Uebergang zur festen Währung gelegt. Auf dieser neu eroberten Reichseinheit baute er dann seine Außenpolitik auf, die unter deutlicher Abkehr von den verschwommenen Methoden der Wirthschen „Erfüllungspolitik" neue Wege suchte, aus den Fesseln des Versailler Diktats wieder herauszukommen. Was Stresemann „nationale Realpolitik" nannte, bedeutete nichts anderes, als die Dinge so nehmen, wie sie nun einmal nach der Niederlage des Weltkriegs waren, und daraus das Beste zu machen suchen, statt die Dinge so zu sehen, wie man sie gerne hätte sehen mögen, und Phantomen nachzujagen, für die einem entwaffneten, wirtschaftlich schwer ringenden Deutschland alle realen Unterlagen fehlten. Für Stresemann stand es fest, daß bei der europäischen Machtverteilung im Westen an eine Revision des Versailler Diktats für absehbare Zeit nicht zu denken fei, daß Deutschland deshalb alles daransehen müsse, um im Osten wieder eine starke Position zu gewinnen. Das war jedoch nur nach einer vorherigen Rückendeckung im Westen denkbar. Erst nach Befreiung- der Ruhr und des Rheinlandes und vertraglicher Sicherung der Westgrenzen schien es ihm möglich, eine Aktton im Osten einzuleiten zur Beseitigung des Korridors, Wiedergutmachung des Unrechts an dem zerstückelten Oberschlesien und Befreiung Ostpreußens aus seiner Isolierung. Das war ein Programm auf lange Sicht, und der Weg dahin voller Dornen und Disteln. Die Londoner Reparattonskonferenz und das Dawesabkommen, der Locarnopakt, Deutschlands Eintritt in den Völkerbund und nun der Voungplan lagen auf diesem Wege, der über die Befreiung der Rheinlande zur Handlungsfreiheit im deutschen Osten führen sollte. Bitter schwer müssen einem Manne mit der in bester alter Tradition wurzelnden politischen Vergangenheit und dem ausgeprägten Nattonal- gefühl Stresemanns die harten Verzichte und großen Opfer geworden sein, die seine auf große Ziele gesteckte Politik vom deutschen Volke forderte. Schwer traf ihn auch, daß diejenigen, von denen er am ehesten Verständnis für eine Politik erhofft hatte, die auf eine Befreiung der deutschen Lande am Rhein und im Osten abzielte, feine schärfsten Gegner wurden. Wir haben feine übergroße Empfindlichkeit gegen feine Kritiker oft bedauert. Vielleicht war sie schon ein erstes Anzeichen der beginnenden Todeskrankheit, der der früher so Elastische in den letzten Jahren jeden neuen Tag in hartem Ringen abtrotzen mußte. Mit großem Eifer und weitgehendem Verständnis mühte sich Stresemann um die Erkenntnis der historischen Zufammenhänge. Mit Preußens Befreiungskampf vor hundert Jahren hat er sich immer wieder beschäftigt. Aus der Verbindung von Geschichte und Politik, Vergangenheit und Gegenwart zog er den starken Optimismus, der Grundzug seines eigenen Wesens war und den er brauchte, um Freunde wie Gegner von der Richtigkeit seiner Politik zu überzeugen. Seit den Enttäuschungen von Locarno und Thoiry haben wir manches Mal mit diesem Optimismus in hartem Kampf gelegen, haben manch herbes Wort" der Kritik sagen müssen. Aber heute geht es nicht um die Leistung, über die allein die Geschichte ein gerechtes Urteil fällen wird, sondern um das Wollen dieses Mannes. Und das ist groß und rein gewesen. Wenn morgen sich die Erde schließt über einem nimmermüden Kämpfer, so gedeckten auch wir in tiefer Dankbarkeit des großen Mannes, der sein Leben ließ für Deutschlands Auferstehung. Aus aller Wett. Schwerer Betriebsunfall in einer Olpener Lederfabrik. In Olpe (Westfalen stürzte in der Lederfabrik von Lütticke eine Gruppe von zehn bis zwölf Arbeitern aus bisher noch unbekannter Ursache i n einen mit Chlor säure gefüllten Behälter. Obwohl sie alle bei den sofort aufgenommenen Bergungsarbeiten aus dem Bottich heran s g e h o l t werden konnten, hatten sie zum Teil schwere Brandwunden oder schwere Vergiftungen erlitten. Sie wurden dem Krankenhaus zugeführt, wo inzwischen fünf Personen, darunter zwei Brüder, ihren Verletzungen erlegen sind. Zu dem Betriebsunglück werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Der Ruhrverband hat in dem Fabrikgebäude eine Kläranlage eingebaut. Das Becken, in dem sich der zu klärende Stoff befand, war durch eine Tür verschlossen. An dieser Kläranlage mußten Ausbesserunasarbeiten vorgenommen werden. In dem Augenblick, als der Wärter die Tür öffnete, fiel er bewußt- l o s in den neben dem Becken b e“f i n b • lichen Behälter hinein. Ein anderer Arbeiter des Ruhrverbandes, der z u r $) r I f e e i l1 e, stürzte ebenfalls in die Tiefe. Auf die Hilferufe der beiden eilten sofort sechs Arbeiter der Lederfabrik herbei, um die Verunglückten zu retten. Auch diese Arbeiter fielen bewußtlos in den Behälter. Nach langen Bemühungen gelang es schließ- lich, alle acht Personen zu bergen. Sofort angestellte WiederGlebungsversuche hatten nur bei dreien Erfolg, während bei den übrigen fünf nur der Tod f e ft g e ft e 111 werden konnte. Der Tod scheint durch ein Gemisch von Wasserstosfgas eingetreten zu sein. Die Leichen waren furchtbar zu» gerichtet. Geheimnisvoller Mordfkandal in Paris. Seit einiger Zeit hatten mehrere große Nach- richtenblätter und Privatpersonen „DieRi11er der Themis" unterzeichnete Schreiben erhalten, in denen unter genauer Angabe der örtlichen und zeitlichen imstande mitgeteilt wurde, daß in einem Wäldchen bei Versailles ein angeblicher Marquis d e Champaubert von den Briefschreibern lebendig begraben worden fei. Man glaubte zunächst an eine Mystifikation, bis Nachforschungen die Angaben der anonymen Schreiben bestätigten. Die gerichtsärztliche Obduktion der Leiche und auch eine aus dem Sarg über den Erdboden herausragende Metallröhre lassen darauf schließen, daß der angebliche Marquis, der in Wirklichkeit e i n mehrfach vorbestrafter Hochstapler namens Clement Passal sein soll, tatsächlich lebendig begraben wurde und infolge Hungers oder Erstickung gestorben ist. In einem der Briefe, die die sog. „Ritter der Themis", an die Zeitungen gesandt haben, heißt es: „Die französische Justiz, dienurnocheinleeres Wort ist, wird verächtlich gemacht und als lächerlich hingestellt. Deshalb hat unsere Vereinigung, „Ritter der Themis", angenommen und beschlossen, einen heiligen Kreuzzug zu unternehmen und dafür zu sorgen, daß Hochstapler und Betrüger nach Verbüßung ihrer lächerlich geringen Strafen ihre Tat sühnen und zwar mit dem Tode. Wir haben uns gegenseitig unter Androhung des Todes für jeden Verrat geschworen, zusammenzuhalten und verschwiegen zu sein." Dann folgt die Beschreibung der Todesart des Pseudo-Marquis, der, wie die Auffindung der Leiche auch bestätigte, neben einer Landstraße begraben war, jedoch durch ein Gummirohr in feinem Grabe Luft zugeführt erhielt, so daß er also schließlich Hungers starb. Der Pseudo-Marquis hatte sich zu Lebzeiten für die Beraubung von Juwelenhändlern mit Hilfe von Chloroform spezialisiert, und zwar hatte er zu diesem Zweck das Schloß Prieure gemietet und dort eine mit allem Raffinement eingerichtete Menschenfalle organisiert. Oie Wetterlage. Das Grenz- und Auslanddeutschtum am Sarge Siresemanns. Tas Beileid des Deutschen Schutzbundes. Berlin. 4. Okt. (TTl.) Der Deutsche Schutzbund richtete an die Reichsregierung folgendes Schreiben: „Hochverehrter Herr Reichs- tanger! 3m Namen des Vorstandes des Deut- schen Schutzbundes erlauben wir uns, der Reichs- regierung das tiefste Beileid unseres gesamten Kreises zu dem erschütternden Tode des Herrn Reichsauhenministers Dr. Stresemann auszudrücken. Die Trauer, welche nicht nur die im Deutschen Schutzbund vereinigten Verbände, sondern auch das gesamte Grenz- und Auslandsdeutschtum erfüllt, ist echt und unmittelbar. Verliert doch das Deutschtum an den Grenzen und außerhalb des Reiches in ihm den Mann, der stets nicht nur mit dem Herzen, s onde rn auch mit der Tat für die am meisten bedrohten Teile des deutschen Volkes eingetreten ist, dessen Reichstagsreden für Südtirol und dessen Eintreten für die Minderheiten den Mut der Deutschen außerhalb des Reiches gestärkt und ihre schwere Lage gebessert hat. Linser Kreis weih auch am besten, wie sehr das Eintreten Dr. Stresemanns nicht nur für die Minderheiten, sondern auch sein ganzes politisches Wirken dazu beigetragen habe, das Ansehen des Deutschen Reiches und des freut* schen Volkes zu heben. 3hm ist es zu ber- franfen, daß fr ie Minderheit enfrage zu einer der großen Fragen der Welt geworden ist, die nie wieder von der Tagesordnung abgeseht werden dürfte, bis eine Lösung eintritt.“ Wettere Veileidslundgebungen des Auslands. Berlin, 4. Okt. (TTl. Funkspruch.) Die Zahl der fortwährend noch in Berlin einkreffenden Beileidstelegramme aus frem Auslande nimmt kein Ende. Hervorgehoben aus der Flut der Telegramme seien folgende: Der frühere österreichische Bundeskanzler Dr. Seipel, frer lettische Außenminister Balodis, Präsident Cosgrave im Flamen der Regierung des 3rischen Freistaates, frer südslawische Ministerpräsident Sivko- witsch, der polnische Außenminister Zaleski, der ungarische Ministerpräsident Graf Be th- len, frer rumänische Ministerpräsifrent M a_ n i u, frer bulgarische Ministerpräsident Liap- t s ch e f f, frer schwedische Staatsminister ß i n fr * manu, der litauische Ministerpräsident Tube- lis, der luxemburgische Staatsminister Dech, der italienische Minister 2t o c c o, frer Präsident der Regierungskommission des Saargebiets, frer Tl ntergeneralsekretär fres Völkerbundes A v e n v l in Abwesenheit von Sir Eric Drummond im Ramen des Sekretariats fres Völkerbundes. Auch dem Reichspräsidenten sind weiter zahlreiche Deileidskundgebungen zugegangen, u. a. vom König von Dänemark, von frem Präsidenten frer tschechoslowakischen Republik, Mafaryk, vom Präsidenten frer Gemischten Kommission für Oberschlesien, Salon» der. Der Heilige Stuhl hat die apostolische Nuntiatur beaustragt, die wärmste Teilnahme des Heiligen Stuhles zum Hinscheiden Dr. Stresemanns frer Reichsregierung zum Ausdruck zu bringen. 3n Abwesenheit des Runtius hat sich Runtiaturrat Msgr. C e n t o c zu Staatssekretär v. Schubert begeben, um ihm diese Teilnahme zu übermitteln. Die drei Oberkommissare bei frer Rheinlandkommission sowie frer Ober- kommandierenfre frer französischen Desatzungstruppen General G u i 11 a u m a t haben frem Reichskommissar für das besetzte Gebiet durch persönliche Besuche oder telegraphisch ihr Beileid zum Ausdruck gebracht. Die Dienstgebäude frer Rheinlandkommission sowie die Wohnungen der Oberkommissare und des Oberbefehlshabers hatten Halhmast geflaggt. Owen D. Poung, dessen Name der Poung- plan trägt, hat an die deutsche Botschaft ein Telegramm gesandt, in dem es heißt: Meine Bekanntschaft — und ich darf sagen Freundschaft — mit Stresemann datiert aus einer Zeit großer Schwierigkeit und entstand unter Verhältnissen, in denen Menschen sich in kurzer Zeit gut kennen lernen. Er besaß die Gabe, die Tatsachen zu erkennen und richtig einzuschätzen. Er hatte großen persönlichen Mut und ging furchtlos an die Schwierigkeiten heran, die fein Vaterland bedrohten. Im amerikanischen Bundessenat widmete Senator King, Utha, dem verstorbenen Außenminister einen Nachruf. Senator King erklärte, der Tod Stresemanns sei ein Unglück nicht nur für Europa, sondern für die ganze Welt. Der datzin- geschiedene Reichsaußenminister sei einer der bedeutendsten Männer der Neuzeit gewesen. Die jetzige weitgehende Friedensarbeit der europäischen Nationen fei zum großen Teil Stresemann zu verdanken. Die dank für internationale Zahlungen. Baden-Baden, 4. Oft. (TU. Funkspruch.) Der Organisationsausschuß frer Dank für 3nternationale Zahlungen trat am Freitagvormittag in die sachlichen Beratungen ein. Einige Abordnungen hatten ihre Ansicht über Form und 3nhalt frer Bank schriftlich nieöergclegt und brachten sie zur Verlesung, woraus man in eine allgemeine Aussprache hierüber eintrat. Man darf damit rechnen, daß nach Erledigung frer Hauptaussprache die einzelnen Fragenkreise freu Unterausschüssen überwiesen werden. Die Verhandlungen des Organisationsausschusses sind durchweg ver traulich er 21 a t ur Man gewinnt immer mehr fr en Eindruck, daß in einigen wichtigen Fragen die Meinungen der Ab- ordnungen noch weit auseinanderklas- fen. 3n erster Linie ist hier die Wahl des Sit - z e s der Dank zu nennen, dann aber auch scheint man insbesondere in Kreisen der amerikanischen Abordnung der Meinung zu fein, daß für eine Betätigung der Dank auf frem Gebiete der De - lebung des allgemeinen Welthandels die Grenze ziemlich eng gesteckt werden müsse. Während man einerseits die Hauptbetati- gung der Dank in ihren Funktionen als Haupt- verrechnungsstelle fre r Notenbanken sieht, stellt man anderseits ihre Aufgabe als Reparativnsbank in den Vordergrund. Macdonalds Ankunft in Amerika. Stürmischer Empfang in Neuyork und Washington. — Gast im Weißen Hause. N e u y o r f, 4. Okt. (TU. Funkspruch.) Nachdem die „B e r e n g a r i a" mit M a c d o n a l d an Bord angelegt hatte, begaben sich Staatssekretär Silin son, der englische Botschafter und die Vertreter der Stadt Neuyork auf frem Neuyorker Empfangsschiff „Macom" zur Quarantäne-Station, um Macdonald und seine Tochter abzuholen. Sie landeten darauf bei der Batterie, um in feierlicher Parade mit Militäreskorte den unteren Broadway herauf zum Rathaus gebracht zu werden. Ober- bürgermeifter Walker überreichte nach den üblichen Empfangszeremonien Macdonald die Ehrenbürgerurkunde der Stadt Neuyork. Nach Beendigung der Feier im Rathaus fuhren Macdonald, Stimson und der englische Botschafter im Auto, von einer Ehreneskorte begleitet, unter dem Jubel einer zahlreichen Menschenmenge zum Pennsylvania-Bahnhof, um sich nach Washington zu begeben. Macdonald wurde in Washington von einer großen Volksmenge lebhaft begrüßt, Marine und Kavallerie erwiesen die militärischen Ehrenbezeugungen, die Kapelle spielte die britische Nationalhymne. Der Premier fuhr gleich zum Weißen Haus. Dort wurde er von dem Marineadjutanten fres Präsidenten Hoover, Kapitän Buchenan nach frem Blauen Zimmer geleitet, wo er von dem Präsidenten begrüßt wurde. Beide begaben sich dann, begleitet von dem britischen Botschafter nach dem Grünen Zimmer, wo sich ihnen Fräulein Macdonald und die Gattin des Botschafters an» schlossen. Von fra begaben sie sich nach dem R o» t e n Zimmer, wo die Gattin des Präsidenten die Gäste empfing. Nach kurzer Unterhaltung begaben sich Macdonald und seine Tochter zur Botschaft zurück, ©ie werden heute nachmittag i n s Weiße Haus übersiedeln und frort bis Dienstagfrüh Gäste des Präsidenten Hoover sein. Falls das Wetter es erlaubt, will der Präsident Macdonald in fein Wochenendhaus in den Virginiabergen mitnehmen und dort den Sonntag mit ihm verleben. Gestern abend empfing Macdonald in der britischen Botschaft die Presse. Er führte aus, er komme nicht als Parteiführer, sondern a 18 Vertreter der öffentlichen Meinung Großbritanniens, die dieser Reise von Herzen Erfolg wünsche. Er komme nicht, um ein Bündnis z u schließen, denn erstens brauche Amerika keinen Verbündeten und zweitens sei die 3dee der Bündnisse heutzutage überholt. Was England brauche und erstrebe, sei Vermeidung künftiger Mißverständnisse und beide Regierungen wünschten, eine Befestigung des Friedens an Stelle der Rüstungen für etwaige Kriege zu sehen. Einer englisch- amerikanischen Verständigung solle vielmehr alsbald die Beseitigung der Mißverständnisse mit anderen Ländern folgen. DerMWe-undHan-elslagMerdMomg-Plan Berlin, 4. Okt. (WTB.) 3m Hauptausschutz des Deutschen 3ndustrie- und Hande l s t a g e s widmete Präsident Franz von Mendelssohn frem Heimgegangenen deutschen Reichsauhenminister Dr. Stresemann einen warm empfundenen Nachruf, in dem er dankbar frer unvergeßlichen Dienste gedachte, die dieser große Staatsmann bis zur vollkommenen Selbstaufopferung frem Vaterlande geleistet hat. 3n schwerster Stunde Deutschlands habe er sich mit verdoppelter Kraft in den Dienst des Vaterlandes gestellt, um frem Ziele zuzustreben, fräs allein für die deutsche Politik gelten konnte, der Erhaltung frer Einheit des Reiches, frer Erringung frer Freiheit. Sein Bestes und Entscheidenstes habe er dazu getan, um frie ungeheuren Gefahren zu überwinden, die das Reich bedrohten, um die Grundlage zu schaffen, auf der Reich und Wirtschaft allmählich wieder sich behaupten und kräftigen konnten. Für unser Volk sei der Tod eines Mannes, in frem sich Gei st. Herz und Willen §u so seltener Führereigenschaft vereint hätten, em Verlust unersetzlicher Art. Dr. Melchior sprach dann zur Reparationsfrage. Er setzte zunächst die Vorteile und Nachteile des Doungplanes gegenüber fren^ augenblicklichen Zustande auseinander. Unzweifelhafte Vorteile seien die wesentliche Verringerung der geschuldeten Summen, frie volle Wiederherstellung der deutschen Souveränität durch 23efreiung von allen Kontrollen, ferner der Fortfall frer 3nfrustriebelastung und frie Ersetzung des Bahnpfandes durch eine innena Steuer. Des weiteren bringe frer Plan die Festsetzung eines bestimmten, wenn auch weit hin- ausgeschobenen Endtermines frer Zahlungen. Sehr umstritten sei frie Frage, ob frie Schutzmaßnahmen des Dawesplanes oder des Boungplanes wirksamer seien. Nach frer Ansicht fres Berichterstatters sind frie Sicherheitsmaßnahmen des 2Zoungplanes nicht nur technisch frie wirksameren, sie haben freu Vorzug, fraß sie von frer deutschen Regierung nach eigenes freier Entschließung in Gang gebracht werden können, und daß sie die Wiedereröffnung politischer Verhandlungen vorsehen. Der Nachteil gegenüber dem Daroesplan sei die Festsetzung einer ungeschützten Teilannuität. Der Vortragende hob hervor, daß das Reparationsproblem nicht ein wirtschaftliches Problem in gewöhnlichem Sinne fei, vielmehr handele es sich um einen Schritt auf dem Wege weiterer politischer Entwicklung. Die entscheidenden Fragen seien daher, ob der Aoungplan gegenüber dem jetzigen Zustande eine Verbesserung bedeute, und ferner, wie sich d i e Folgen einer Ablehnung auswirken würden. Die Verbesserung sei bei leidenschaftsloser Abwägung der Vorteile und Nachteile nicht zu bestreiten. Bei einer Ablehnung würde der Dawesplan mit seinen erheblich größeren Lasten und den fremden Kontrollen und Pfändern in Kraft bleiben, die dritte Zone würde be setzt bleiben, und Deutschland würde neben einer sehr erschwerten außenpolitischen Lage einer äußerst bedrohlichen wirtschaftlichen Krise entgegensetzen. Der Berichterstatter warnte davor, den Poungplan als eine befriedigende Regelung anzusehen. Niemand könne wissen, ob und wie lange er durchführbar sein werde. Von den beiden liebeln (Dawesoder Poungplan) sei er aber das kleinere. Etwas anderes als zwischen zwei liebeln zu wählen, sei leider nach dem verlorenen Kriege nicht möglich. Die Versammlung trat in eine eingehende Erörterung fres Berichts ein. Dabei wurde frer Ernst der Besorgnisse wegen der Durchführbarkeit fres Poungplanes hervorgehoben. Trotzdem ging die Auffassung durchweg dahin, daß — wenn die jetzigen Verhandlungen über die noch offenen Punkte zu einer befriedigenden Lösung führen — der Poung- plan gegenüber dem jetzigen Zustande einen Fortschritt bedeutet und daß es außerordentlich verfehlt und gefährlich ist, das so verwickelte Reparationsproblem durch Schlagworte oder gar durch Aufwühlung der Volksleidenschaften zu verwirren. Im übrigen wurde in der Versammlung einmütig betont, fraß die Voraussetzung für Annahme und Durchführung des Doungplanes eine tiefgreifende Reform der Finanz- und Wirtschafts- Politik notwendig macht, um zu einer Vereinfachung des öffentlichen Apparates, zu einer Einschränkung de r öffentlichen Ausgaben und zu einer wesentlichen En11aftung der produktiven Wirtschaft zu gelangen. Demokratischer Parteitag in Mannheim. Koch-Weser kritisiert scharf unsere innerpolitischen Zustände und fordert Kinanz- DerfafsungS- und Wahlreform. Mannheim, 4. Oft. (Wolff.) Kurz nach 10 Llhr eröffnete Abg. Gertrud Bäumer den 8. außerordentliche Reichsparteitag der Deutschen Demokratischen Partei. Reichsminister a. D. K och -Weser leitete sein Referat mit einem Nachruf für den verstorbenen Reichsaußenminister ein und führte dann u. a. aus, für Deutschland sei keine andere Politik als frie der Der - ständigung möglich. Wenn frer Alldeutsche Verband uns empfiehlt, keine Zahlungen mehr zu leisten, aber endlich unsere Gegenforderungen bei unseren Gegnern anzumelden, so wird man sie einladen müssen, auch frie Zwangsvvll- st r e ck u n g bei den Gegnern zu übernehmen. Eine Konsequenz haben wir alle aus dem 216- schluß fres Voungplanes zu ziehen: dafür zu -sorgen, fraß die äußeren Lasten uns durch eine Verringerung frer inneren Lasten erleichtert werden. 3ch habe ernste Sorge um Deutschland. Heute sind es in erster Linie die innerpvlitischen Verhältnisse, frie hemmenfr und düster sind, nicht so sehr wegen der Gegner der Republik. Eine unmittelbare Aktion der Rechten fürchte ich nicht. Ein Diktaturstreben, das mit Innerer Anarchie unter frer Mannschaft des Diktators beginnt, und das dann zu einer so lächerlichen Mißgeburt führt, wie fräs Volksbegehren, wird keinen Erfolg haben. 3ch sehe aus diesen Diktaturgelüsten als einzige schwere Folge eine Radikalisierung der Arbeiterschaft und damit die Gefahr der roten Diktatur emporsteigen. Aber vielmehr als frie Feinde der Republik fürchte ich ihre Freunde. Die Verfassung von Weimar ist gut, aber was die Parteien aus ihr gemacht haben, ist ein Zerrbild. Vielleicht bedarf es einer Berfassungsänderung in dem Sinne, die 2krfaffung wieder herzustellen. 3ch kann nicht anerkennen, daß wir in der Art der Regierung und Reichstagsarbeiten und wie die Regierung gebildet wird, seit frem 3ahre 1919 Fortschritte gemacht haben. Die Hauptsache ist, daß die Selbstsucht der Parteien sich in Selbstzucht verwandelt. Man kann der Regierung wohl sagen, sie solle führen, aber welches Mittel hat sie, zu führen, wenn frie Parteien sich nicht führen lassen? Es ist geradezu ein staunenswerter Beweis für die Festigkeit Deutschlands, daß es unter diesem Wahlrecht zehn 3ahre lang zusammengehalten hat. 3ch halte ein Gesunden frer deutschen Verhältnisse für unmöglich, wenn wir nicht zu einem anderen Wahlrecht gelangen. Mir ist das alte Wahlrecht immer noch lieber, als das proportionale Wahlrecht, das wir zurzeit haben. Der Parlamentarismus kann aber auch nicht gesunden, wenn der Staat immer weitere Aufgaben an sich nimmt. Fälle, wie bei Kreditierung an den Raiffeisenverband und an Sklarek lehren uns schaudernd immer wieder d ie Grenzen staatlicher Detätigungsrnöglichkeiten erkennen. Aber der Staat soll zwar kontrollieren, aber nicht konkurrieren. Reichsernährungsminister Dietrich betonte, Eingekeilt zwischen der organisierten Arbeiterschaft und dem steigenden Einfluß des Großkapitals stünden die mittel st ändlerischen Bürger und Bauern. Diese Gruppe ist das Element des individuellen Wirkschastsgedankens und der individualistischen Weltanschauung. Der Doungplan bringe große finanzielle Entlastungen und gebe uns einen großen Teil der verlorenen Freiheit und frie besetzten Gebiete wieder. Er müsse ferner den Anstoß geben zu einer N euor dnung unserer Reichsfinanzen, zu einer vernünftigen Steuerreform einschließlich des Finanzausgleichs. Diese Dinge seien entscheidend für die Lage des Mittelstandes und der Dauern. Mit diesen Fragen entscheide sich aber auch, ob wir den übernommenen Verbindlichkeiten nachkommen. Eine Steigerung der landwirtschaftlichen Protz u k t i o n um ein bis zwei Milliarden sei durchaus möglich und kann uns von der Tlnterbilanz »unseres auswärtigen Handels befreien. ■Jan -KiXt 'Va -Aberdeen- (oruna. 'owoiKtnios. G neuer. (,naiD oeaecM. 9 woimg. • oeaecut efftgetK freitaq. 4. OKtOfr. 1929, doyjii 15 , Flor. 2X0 E Wien ¥ Schnee a Graupeln, s nehel K Gewitter,(§)wmdstille.«O^ sehr •eichtet Ost massiger Südsüdwest. q stürmischer nordwesl Oie »feile fliegen mit dem winde. Pie oeiden Stationen stenenden Zah» len gehen die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit gleichen} •af Meeresniveau umoerernneten Luftdruck Wettervoraussage. Die neue atlantische Störung greift weiter ostwärts vor. lieber den Britischen Inseln hat bereits wieder eine Wetterverschlechterung eingesetzt. Die Südseite der Störung wird erneut maritime Warmluft nach Deutschland verfrachten. Dabei tritt wieder stärkere Bewölkung auf, und Niederschläge setzen ein. Im ganzen dauert somit das unbeständige, jedoch für die Jahreszeit zu warme Wetter fort. Wettervoraussage für Sonntag: Unbeständiges, wolkiges Wetter, zeitweise Niederschläge, mild. Wettervoraussage für Montag: Weiterhin unbeständiges Wetter. Lufttemperaturen am 4. Oktober: mittags 22,4 Grad Celsius, abends 15,9 Grad; am 5. Oktober: morgens 16,5 Grad. Maximum 22,4 Grad, Minimum 15,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Oktober: abends 17,2 Grad; am 5. Oktober: morgens 14,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 6% Stunden. in 20 Tagen' u n g de s Reise- Gebiet. Wie der Verkehrs im besetzten r Mercedes-Benz indt 0 n O't \*U> Berliner Börse. Berlin, 5. Okt. (WTB. Funtspruch.) Der heutige Frühverkehr stand im Zeichen großer Geschäftsstille. Eine bestimmte Tendenz war noch nicht erkennbar, Kurse wurden nicht genannt Stiftungsfest. 20,15 Uhr, Cafe Leib. — Erste Reichskurzschriftgesellschast „Gabelsberger": Vereinsabend in der „Stadt Cid)". — Artilleri sten- Verein: Monotsversammlung, 20.30 Uhr. — Aus der provinzialhauptstadt Gießen, den 5. Oktober 1929. Vom Lachen. bis iefct nidjt. ** Weitere Erleichterun Aus der Liste seiner Erfolge i Internationale Alpenfahrt 1929: Zwei goldene Alpenbecher für Bewältigung der ganzen Strecke in Bestzeit Achtstundenfahrt auf dem Nürburgring: Beide teilnehmenden Achtzylinder Nürburg beendigten die Fahrt strafpunktfrei in der gleichen Sekunde. Höchstleistungen in zahlreichen Ziel- und Sternfahrten. Höchste Auszeichnungen bei den Schönheitswettbewerben in Wiesbaden, Budapest, Baden-Baden, Sofia, Wien, St Moritz u. a. Bahnhofstraße: „Das größte £ Wettfahrt des „Graf Zeppelin' abends 10.30 Uhr: Gastspiel Lilly Flohr: „Das Absteigequartier". — Astoria-Lichtfpiele: „Das verschwundene Testament" und „Ein ge- Reichskommissar für die besetzten Gebiete mitteilt, hat die Rheinlandkommission zur Erleichterung des Reiseverkehrs die Vorschrift, wonach jeder einen amtlichen Personalausweis bei sich führen muß, weitgehend gemildert. Von jetzt ab soll allgemein jedes beliebige Schriftstück, das zum Nachweis der Persönlichkeit geeignet ist, genügen. Sowohl Einzelper- fönen, als auch Teilnehmer an Gesellschaftsfahrten können sich also einfach durch eine Privatbescheinigung, durch Mitgliedschaft des Vereins und bergt, ausweisen. Die Anmeldung von Gesellschaftsfahrten bei der Rheinlandkommission ist nicht mehr notwendig. fährlicher Doppelgänger". — Tagestalender für Sonntag. Stadttheater: „Liebe auf den zweiten Blick", 18 bis 20 Uhr. — Schützengesellschaft: Eröffnungs- fchießen. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Das größte Opfer" und „Die Weltfahrt des „Graf Zeppelin" in 20 Tagen"; abends 1 0.30 Uhr: Gastspiel Lilly Flohr: „Das Absteigequartier". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns getrieben: Als erste Fremdenvorstellung der Wrnterspielzeit findet am Sonntag, 6. Oktober, eine einmalige Wiederholung des Lustfpielschlagers „Liebe auf den zweiten Blick" von Miles Malleson statt. Bei der Gießener Uraufführung wurde „Liebe auf den ersten Blick" . nicht nur von der hiesigen, sondern auch von der gesamten auswärtigen Presse ausgezeichnet besprochen, und wird nach der erfolgreichen deutschen Uraufführung sicher nun auch in England Gegeben werden. Die Spielleitung hat Oberspieleiter Hans Sannett, der auch als erster Donviant die Hauptrolle des Dr. Bob Raine spielt. Seine Hauptpartnerin ist Ingeborg Scherer.— Für nächste Woche ist eine Erstauffüh- rung vorgesehen. Es kommt das Lustspiel „Die Frau, die jeder sucht" von Ludwig Hirschfeld her- aus. Hierin wird sich die neuengagierte Salondame Fväulein Marianne Mewes zum ersten Male vorstellen. — Der Goethe-Bund eröffnet, wie man uns schreibt, am kommenden Montag sein dieswinterliches Vortragsprogramm mit einem gewichtigen Auftakt: der bekannte Dichter Arnold Zweig liest aus eigenen Werken. Ein außerordentlich stark besuchter Abend ist wohl zu erwarten. (Siehe heutige Anzeige.) Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210—220, Matte 30—35, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 10—15, Rotkraut 15-20, Gelbe Rüben 10—15, Spinat 20—30, Römischkohl 10 bis 15, Bohnen, grüne und gelbe, 25—30, Unter-Kohlrabi 12—15, Feldsalat 100-120, Soma- ten 20—25, Zwiebeln 10—15, Meerrettich 60 bis 120, Kürbis 5—8, Pilze 40—45, Kartoffeln 5, Falläpfel 4—5, Aepfel 10-15, Birnen 10 bis 15, Preiselbeeren 35—40, Pfirsiche 45—60, Brombeeren 55—60, Zwetschen 10—12, Zunge Hähne 120—130, Suppenhühner 100—120 Pf. das Pfund, Tauben 70—90, Ewr 15—16, Blumenkohl 30 bis 80, Salat 10—15, Salatgurken 10—25, Einmachgurken 2—4, Endivien 10—15, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Lauch 5-10, Rettich 10—20, Sellerie 10 bis 30 Pf. das Stück, Käse 10 Stück 60 bis 140 Pf., Rote Rüben 10-15, Rüsse 60—70 Pf. das Pfd., Kartoffeln 4.00—4.50 Mk. per Zentner. 7. Oktober für Lastautos, Holzheim —Gam- bach ab 7. Oktober, Mainzlar —Treis ab 5. Oktober; die Straßen um die Burg Friedberg im Zuge der Straße Friedberg—Rauheim ab 3. Oktober, jedoch auf eigene Gefahr. ** Unglücksfall a u f dem Messe platz. Gestern abend, kurz vor 20 Uhr, stürzte der Friseur- gehilfe Ludwig Hart aus dem Kettenkarussell auf dem Messeplatz. Der junge Mann fiel auf das Gesicht und erlitt dabei Verletzungen an der Nase. Die städtische Feuerwache brachte in nach erster Hilfeleistung nach der Chirurgischen Klinik, wo sich zum Glück herausstellte, daß die Verletzungen nicht ernst sind. Ob der Unfall durch eigene Unvorsichtigkeit oder durch ein Mißgeschick entstanden ist, weiß man Oie Beisetzung Prof. Or. Eberles. WSN. Darmstadt, 3.Okt. Unter zahlreicher Beteiligung der Bürgerschaft Darmstadts und der Spitzen von Staat, Stadt, Wissenschaft und Wirtschaft fand heute nachmittag im Darmstädter Krematorium die Einäscherung der Leiche des Rektors der Darmstädter Technischen Hochschule Prof. Dr. Eberle statt. Nach einem Musikoortrag nahm Pfarrer Rückert die Einsegnung vor. Der Prorektor der Technischen Hochschule, Prof. Dr.- Rau, gedachte in seiner Rede vor allem der persönlichen Vorzüge des Verstorbenen. Professor Dr. Heidebrock, ein Mitarbeiter des Perftorbenen, würdigte die Verdienste Eberles als Hochschullehrer und Wissenschaftler, die ihn über Deutschland hinaus einen internationalen Ruf gesichert hätten. Unter Kranzniederlegungen sprachen dann noch ein Vertreter der Studentenschaft, Se. Magnifizenz der Rektor der Universität Gießen Prof. Dr.. Brügge- mann, ein Vertreter des hessischen Hochschullehrerverbandes, des Vereins Deutscher Ingenieure, für die Stadt Darmstadt Bürgermeister R i tz e r t, Vertreter der studentischen Verbindungen, ein Vertreter des Bayrischen Revisionsvereins, des Dampfkesselüberwachungsoerbandes, ber Deutschen Gesellschaft für Technische Physik, der Hauptstelle für Wärmewirtschaft und der Generaldirektor des Braunkohlen- Schwefel-Kraftwerkes Wölfersheim Ministerialrat W i n d i s ch. er Dell, fr* aSsii Gossen. An S,? Manb, be*n SluqenhiiV e,n c°r- nete, als b(t dem Äeck»n^wubt, nein. (F,n befind, ^^Useeui. sbeittt lcre. Äuf die Ä/. kürzte V e er ft der fr I Manbal in hrir. tien mehrere gtofie athersonen „SieAit»?. schneie Schrein t '°uer Angabe der öL Si[t durde, daß n m h Ql ?c,n angeblicher Maubert von den ndlg begraben wor- • Machst an eine MW. eT- ?ic?*n bet bestätigten. Die ge- on der Leiche und auch der den Erdboden heraus» assen daraus schließen, daß ;3. der in Wirklichkeit ein raster Hochstapler al sein soll, tatsächlich bcn wurde und infolge ag gestorben ist. e, die die sog. „Ritter ter gen gesandt haben, heißt es: die nur noch ein leeres tlich gemacht und als lächer- ib hat unsere Bereinigung, angenommen und beschlossen, z zu unternehmen und dafür pler und Betrüger nach Deetz geringen Strafen ihre Tai lt dem Tode. Mr haben Androhung des Totes jur ren, Mammenzuhalten und Ämn folgt bie Se/chreibung ibo=HHarqui5, ber, mie bin aud) bestätigte, neben einer r, jedoch durch ein ruft zugefühlt erhielt, ch Hungers ftarb. w ich zu Lebzeiten für die De- ändlem mit Hilfe von Chlo- d zwar hatte er zu diesem eure gemietet und dort ernt 1 eingerichtete Menschenjalli Amtsgericht Gießen. * Gießen, 27. Sept. Ein Gewerbetreibender mit umfangreichem Geschäftsbetrieb hatte sich heute in einer längeren Verhandlung, in der eine große Reihe von Arbeitnehmern als Zeugen vernommen wurde, wegen Vergehens gegen die Verordnung über die Arbeitszeit zu verantworten. weil er als Arbeitgeber eine Anzahl Arbeiter über die gesetzliche Arbeitszeit von täglich 8 Stunden beschäftigt haben soll. Er gab die Anklage unumwunden zu. nahm aber die nach der gleichen Verordnung zugelassenen Ausnahmen, die ihn straflos machten, für sich in Anspruch. Der Beschuldigte wies u. a. darauf hin, daß es sich um sehr dringliche, im allgemeinen volkswirtschaftlichen Interesse gelegenen Arbeiten gehandelt habe, die vor Eintritts des Winters unbedingt hätten beendet sein müssen, daß er auch andere Facharbeiter nicht habe einstellen können, schon allein um deswillen nicht, weil solche nicht zu haben gewesen seien. In erster Linie beruft sich aber der beschuldigte Gewerbetreibende auf den einschlägigen Reichstarifvertrag, in dem es in § 1 am Schluß heiße, daß Ueberstunden zu leisten seien, wenn der Arbeitsauftrag oder die Art der Arbeit dies erforderlich mache. Die Entscheidung mußte auf eine Woche ausgesetzt werden, da es noch der Feststellung bedarf, ob der vorliegende Tarifvertrag von dem Reichsarbeitsminister für allgemeinverbindlich erklärt worden ist. Das vollendete Ergebnis unserer vierundzwanzigjährigen Erfahrung Im Achtzylinderbau! DAIMLER-BENZ A.-G., Verkaufstelle GIESSEN, Bahnhofstraße 90/92 E Wolken bringt. Oder du erzählst deinem Kinde — noch schö- f ner ist es, wenn es viele Kinder sind — irgendeinen Schelmenstreich vom Till Eulenspiegel. THünchhausen, oder anderen Käuzen. Schau dir die Gesichter an! Hab ich nicht recht, wenn sage: Das Lachen steckt an? Und wie ost hast du einer harten Wahrheit mit einem Lächeln die Spitze abgebrochen. Wie oft hilft ein Lächeln über die größte Schwierigkeit hinweg. In einer Gesellschaft tritt eine förmliche Pause ein, irgend jemand hat etwas Unangenehmes gesagt. Du brauchst nur eine Heine Bemerkung zu machen, und ein befreiendes Lachen räumt alles aus dem Wege. Du trittst einer Dame in der Elektrischen versehentlich auf den Fuß. Deine kurze Ent- ichuldigung, von einem herzlichen Lächeln begleitet, wirkt viel mehr als der formvollendetste 5ctz mit ernstem Gesicht gesprochen. Und dann das Frauenlächeln! "Das ist ja eine Loche für sich. Welches Glück, aber auch wieviel Unheil wurde schon durch das Lächeln holder Frauen in die Welt gebracht. Das schönste aber ist das gütige Lächeln der alten Dame. Wenn sie in ihrem Lehnstuhl sitzt, mit ihrem freundlichen, runzeligen Gesicht, dem schmalen Mund, das weiße Haar einfach geschei- Lchicksal doch nicht undankbarer, als nötig. Wenn Dir zurückschauen in die Vergangenheit, so steigen )od) mancherlei Erlebnisse herauf, bei denen wir ms von Herzen gefreut haben. Rufen wir sie >ns zurück! ilnb wenn wir auch nicht mehr so )«zlrch lachen können wie bamals, so gibt es doch roch ein Lächeln, ein glückliches Lächeln. Es ist eine gesunde Turnübung für unsere Seele. Manche Wolke wird verscheucht, und viel Unmut wurde chon ausgetilgt durch den bekannten Anfang: .Weißt du noch, als wir damals da und da das erlebten?“ Ja, wir wissens noch, die Sache war iud> gar zu komisch. Das Lachen kommt ganz )on selbst, wenn wir zurückdenken,' der harte Alltag scheint zu versinken, schönere Vergangen- j;cit taucht auf. Ra, also! ■ ,Da kannst du aber lachen," sagt man zu einern^ bem irgendein Glück zustieß. Oder wer noch mehr will, der lacht sich einen Ast und setzt srch drauf. Lache dich gesund! Man braucht ja nicht 'o weit zu gehen, wie eine Freundin von mir, die jedesmal, wenn sie eine Tasse oder Dlumen- vase zerbrochen hat, laut ruft: „Hurra!" und dann loslacht. Das ist ja wohl übertrieben. Aber es hilft ihr viel über Aerger und Verdruß hin- ieg. So behauptet sie wenigstens. . Schau dich aber auch um, wenn deine Mitmenschen lachen! Es gibt nämlich zwei Sachen, bie besonbers ansteckenb wirken: Lachen und Gähnen. §och bleiben wir beim Lachen. Hast du schon einmal ein kleines Kind beobachtet, wenn es vergnügt ist? Hans Thoma schildert uns das einmal in dem Buche „Im Herbste des Lebens": ..... Ich trat zu ihm, nun sah es mich an, nicht gerade sehr verwundert, aber mit so blauen Augen, wie die Unendlichkeit über uns, groß, durchdringend, fast seelenforschend, und es ging wie eine Frage von diesen Augen aus: Was willst denn du hier, du alter Sünder! Wahrhaftig .ch hätte mich wieder still weggeschlichen aus dem Bereich dieser Augen, wenn nicht auf einmal ein entzückendes Lächeln über dieses Kinder- gcsichtchen gegangen wäre, etwas so Schönes, llrfreundliches, so lieblich Versöhnendes, daß ich vor Freude fast hätte weinen mögen — da war es ja, das Lächeln, welches ich so eifrig gesucht hatte — das Lächeln eines unschuldigen Seelchens, welches noch nicht lange aus der Ewigkeit her ,Kzur Verschönerung unseres Staub- und Atom- gcwirres menschliche Form angenommen hat..." Oder schau dir einmal deinen Jungen an, wenn .See Sonntagnachmittag den Hörer auf dem Kopf hat und im Rundfunk von ber Märchentante oder gar vom Kasperle eine lustige Geschichte er» |,ahlt wirb. Wie er dasiht, wie seine Gesichtszüge ernst unb gespannt sind: Die Einleitung ber Geschichte. Auf einmal kommen Uebergangssätze, bas crnste Gesicht glättet sich, verzieht sich, geht über in ein stilles, behagliches Lächeln, bas halb, wenn ber Kasperle erscheint, einem lustigen Lachen Platz macht. Es ist, wie wenn bie Sonne nach einem stürmischen Gewitter burch bie Achtzylinder „Nürburg“ nicht mit großen Worten und Vorschußlorbeeren angepriesen, aber in den schwersten Wettbewerben des Jahres stets erfolgreich und als der überlegene Wagen seiner Klasse bewährt und anerkannt Verein der Elsaß-Lothringer: Hauptversammlung, 20.30 Uhr. im Hotel Köhler. — Schühengesell- schäft: Erössnungsschießen. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Das größte Opfer" unb „Die feit, und an vergangene Zeiten denkt, oder wenn sich ihre Enkel zu ihren Füßen scharen unb bitten und betteln um eine Geschichte, oder um eine Mitteilung über den Vater, ob er früher auch Streiche gemacht hätte... Dann überzieht das Gesicht der Großmutter immer wieder dieses gütige, verstehende Lächeln. Sie erzählt, erzählt von dem, was ihr einst Freude bereitet hatte, was sie erlebte in früheren Zeiten. Schau ihr dabei ins Gesicht! In den Augen allein wohnt noch ber alte Schalk. Die Augen erzählen von ber Jugend. Hier berühren sich Alter und Kindheit. Das unschuldige Lächeln des kleinen Kindes unb bas gütige Lächeln ber greifen Frau, sie beide sind am schönsten. Bei beiden kommt die Freude unbewußt aus tiefster Seele, sie ist das Zeichen von innerem Frohsein, das ganz von Glück erfüllt ist. Es gibt nichts Schöneres als solches Lächeln herzensreiner Güte. Deshalb schau in dich, und schau um dich! Wo Menschen lachen, da lache mit! Lache dich gesund! M. E. Geistriche Abendmusik in derGtadtkirche Die Veranstaltung der Volkshochschule am Mittwochabend war recht gut besucht. Der kleine Chor der Darmstädter Musikante n g i l d e war zur Ausführung eines sehr geschmackvoll zusammengestellten Programms gewonnen worden. Mancher Hörer wird sich gefragt haben, was eine solche Musikantengilde eigentlich ist. Darauf im näheren einzugehen, ist hier nicht der Ort. Rur soviel sei gesagt, daß diese Musikantengilben eng mit der Iugend- betoegung verknüpft bzw. ein Zweig derselben sind. Mit ihrer Entstehung ist besonders der Rame I ö d e verbunden. In erster Linie fingen und spielen sie um des Kunstwerkes willen, nicht mit dem Ziel, dauernd in der Öffentlichkeit hervorzutreten, ober bas Konzertwesen zu bereichern. Rur die Freude am Gemeinsammusizieren von geistlicher und weltlicher Vokalmusik des 16. und 17. Ihr. führt die jungen Leute zusammen. Darum aber wird die Arbeit nicht weniger ernst geleistet. Der Einzelne tritt dabei der Gemeinschaft gegenüber ganz in den Hintergrund, er ist nur ein Teil vom Ganzen (so z. B. auch der Leiter des Chores), und ordnet sich der Gesamtheit freiwillig unter. Vornehmlich werden Motette, Kanons, Madrigal und geistliche Lieber jener Zeit gepflegt. Die Vortragsfolge wies eine Folge von Chören, Motetten und Kanons von H. Leo Haßler, Clemens non Papa, Wütz, Scheid u.a. auf. Der Chor singt ausgeglichen und rein, der Ge- samtklang ist gfchlossen. Die Basse sind von bedeutender Tragfähigkeit auch in der tiefen Lage. An der Art, wie die etwa 25 Mitglieder des Chores sangen, merkte man, wie ernst es jeder Einzelne mit der Arbeit nimmt. Der (ungenannte) Chorleiter verstand es ausgezeichnet, die bargebotenen Werke musikalisch zu erfassen unb auszuwerten. Er hat den Chor gut in der Hand, unb dieser folgt ihm auch mit großer Präzision. Zur Einleitung spielte ein ebenfalls ungenannter Organist ein Präludium von Bach, Cho- ralvariat von Daniel Magnus Gronau unb einen Choral von Samuel Scheibt, mit recht sicherem unb flüssigem technischen Können. Die Choralvariationen würben mit großer technischer Sicherheit gespielt. Die wohlgelungene Veranstaltung, mit ber die Volkshochschule ihr diesjähriges Semester ein» leitete, beschloß ein ganz besonders schön gesungener Choral von Melchior Vulpius: „Hinunter ist der Sonnenschein". B. Oie Wahlvorschläge zu den Kommunalwahlen. Auf Anordnung des hessischen Innenministers müssen bie W a h l v o r s ch l ä g e zu ben am 17. Rovember stattfinbenden kommunalen Wahlen bis einschließlich 18. Oktober bei ben Bürgermeistereien abgegeben sein. Die Vorschläge bürfen höchstens boppelt soviel Bewerber enthalten, als Gemeinderats- ober Stadtratsmit- glieber zu wählen sind. Bekanntlich besteht in Gemeinden bis zu 500 Einwohnern ber Ge- meinberat aus 7 Mitgliebern, bis 1000 Einwohnern aus 9, bis 3000 Einwohnern aus 12, bis zu 5000 Einwohnern aus 15, bis zu 8000 Einwohnern aus 18, bis zu 10 000 Einwohnern aus 20, bis zu 20 000 Einwohnern aus 24 Mitgliedern. Vornotizen. — Tageskalenber für Samstag. Hessische Vereinigung für Volkskunde: Vortrag mit Lichtbildern über „Oberösterreichisches Volkstum", 20.15 Uhr, im Hörsaal 33 der Universität. — Volkshochschule: Einführungsvortrag zum Winterspielplan im Stadttheater, 20 Uhr, Realgymnasium. — Radklub „Germania": 30jähr. »'SKsSKs ®d«%ob(r: «fSijg ' W1' LU. Von der Landesuniversität. Der ordentliche Professor für Kirchengeschichte an unserer Landesuniversität D. Heinrich Bornkamm hat einen Ruf an die Universität Halle erhalten. ** D i e Museen sind am morgigen Sonntag von 11 bis 13 Uhr zu kleinen Preisen geöffnet. ** Der Neubau ber Rinderkuttelei im stäbtischen Schlachthof. Rachbem im Laufe dieses Sommers die schwierigen Fundamentierungsarbeiten für diesen Reubau ausge- sührt wurden, ist man zur Zeit mit dem Bau bet Umfassungsmauern beschäftigt. Der untere Teil dieser Mauern wird mit braunen Eisenklinkern, der obere mit weihen Klinkern hergestellt.- Das ganze Gebäude erhält nur ein Geschoß und fügt sich im Aussehen dem neuen Teil ber Schlachthofgebäude würdig an. Man hofft, das Gebäude in Kürze im Rohbau fertigzustellen. Dann hat man Zeit, im Lause des Winters die inneren Einrichtungen, die nach ben neuesten Erfahrungen zur Ausführung kommen sollen, einzubauen, so daß im kommenden Frühjahr mit ber Inbetriebnahme bes Gebäudes gerechnet werden kann. *♦ Aufgehobene Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club (A. v. D.) Gießen: Folgende Sperrungen sind wieder aufgehoben: Gießen — Rod- Heim (zwischen Krofdorfer Straße und Hardt- allee ab 2. Oktober), Ermenrod — Schellnhausen im Zuge der Straße Gießen—Grün- berg-Alsfeld ab 2. Oktober, Alsfeld —Romrod ab 3. Oktober für leichte Fuhrwerke, ab Detterlage. In vielen Lebenslagen hilft ein gutes Lachen jUid)t nur körperlich weiter, sondern auch seelisch, i’iemüt unb Herz werden durch Lachen erfrischt, . bie Lebensfreude wird geweckt: man muß eben nur lachen können. Mancher seufzt: „Ja, wenn ich nur einmal so recht aus tiefstem Herzensgrund , lachen könnte!" Jeder kann es. Seien wir dem MDtl 0 ff 14 3 lA ta 1 vndsehtWßq Mittlere 5-Zimm.- Wobng., l. St^ gr. Küche, Keller, Bletch- plav, Gas, eleftr. V., mäßige Miete, wird gegen Unkosten-Ent« schädigung ireige« macht. Sofort be- Ate&bQt. Schriftliche Angebote unt. 06401 an den Gieß. Anz. $djöne3-4-3lmmet- Wohnung ivarlerrelin Neubau und guter Vdfle ab 1. Noo. in Landstadt Nähe Gießen zu ver- mieten. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. 82221) Bessere 3-3immer- wohnungen mit touipl. Bad, som. mit u. ohne Etagenheizung zu oerimet. Näheres b. Carl Haas V., Schubert« slraße 2.79630 Illöbl.Zimmer zu vermieten i>6359 Babnbositr. 31IIl. Ml. Zimmer m. el.L. z. vm. omw Kaiserallce 8. 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An dkVev em gemeinsames Essen im M Kreisdirektor Dr.Jann aterlanb und Heimat sprach - 3. Dft JBom herrlichsten i @crJe kr Sdiottener wustav-Adols.Ctif. rc s|eft. 2er Besuch war ima es das erste kirchliche er kleinen, kaum 200 Seelen End. 2je Festpredigt in ®enge der Festleilnekmier blem hielt Pfarrer Trapp kender Weise sprach und die )e für die hohen Ausgaben t zu erwärmen wußte. 3n iuf einem prächtig gelegenen begrüßte zunächst der Orts- tsch therchenhain) im 91a« ide die auch von auswärts esrteilnehmer und den 2ekan l Dekan Widmann (@e* NN die Grüße des Dekanats ichtigkeit der Diaspora-Arbeit. : wiederum Pfarrer Trapp eigener Erfahrung über das den in Oesterreich sich Der« irmen Appell zur Mitarbeit ।’ÜbolfJBereins an die Per« n erftattfte gattet i(5 6d)riftfüf)rer des Fwch- jresbericht. Die FesttvW^ acht der Kleinheit der Seen Betrag von 36 Mark, er oberheisischen Diaspora« zugewendet werden soll, uta, 4. Ott. Dieser Sagt : hiesigen Gegend verA st Meckel sein 80.Le« ut sich noch körperlicher und macht noch immr stine ge. e Nachbarorte. Da er Del- >97011 it la erhielt er an in Slüickwunfchfchre.lben und zpräfidenten vS'nden- LWS landen nur r&cit Hat * der »aben Tfiulpeif^ gute Ertrag „ ircr Mehbe! gnch Erlöses E^it, meist nfP^^Ä Schäd« liegt, i diesen Jen«" wenden S^toirbetod d © u r Jr Vrinben Dlattek' im die anfa^ u könne« GS'-- )e ^nde von l j hiesig^ ^te. fi*5n% ind-m Pensionär-Verein Ortsgruppe Gießen. Freitag, den 11. d. M., nachm. 4 Ubr, findet im neuen Saale Aauarium eine Persammlung stait. Herr Rechtsanwalt u. Stadlrechisrat i. N. Debey aus Hagen t. W. und Herr Polizeidirektor t. R. Bilchoif aus WormS werden sprechen über: Zweck, Aufgaben u. Ziele des he ff. Pennonärver- eins und Nelchsverbandes der Ruhe- und Warlestandsbeannen und Hinterbliebenen und Errichtung einer Sterbekasse. 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Maurer, gebe ich bekannt Dr.med.(5erfyarb£angreufer Heilbronn a. DL Gießen den 5. Oktober 1929 8213D Goethe-Bund Giefeen Montag, den 7. Oktober 1929, abends 8 Uhr, Neue Aula 1. Dichterabend Arnold Zweig liest aus eigenen Werken. Für unsere Bundesmitglieder ist folgende Neuregelung der Eintrittsausweise getroffen worden, worauf wir hiermit die Mitglieder besonders hinweisen: Die Mitglieder haben mit ihren Angehörigen bis zu zwei Plätzen freien Eintritt Die Ausgabe d. hierzu berechtigend numerierten Platzkarten erfolgt ab Donnerstag in der Musikalienhandlung Challier, Neuen weg gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 1. Zugleich erfolgt b. Challier d. Ausgabe d. für Oktober u. November gültigen Mitgliedskarte m.Gutscheinheit gegen Erstattung der 1. Rate d. Mitgliedsbeitrages in Höhe von Mk. 5.—. Die Mitglieder werden daher gebeten, im eigen. Interesse umgehend ihre Gutscheinhefte bei Challier in Empfang zu nehmen und Gutschein Nr. 1 dort einzulösen. An der Abendkasse erfolgt keine Einlösung von Gutscheinen. Unser neues Programmheft erscheint in diesen Tagen. Numerierte Eintrittskarten für Niehtmitglieder zum Preise von Mk. 2.— u. 1.50 in d. Musikalienhandlung Challier u. an der Abendkasse. Studentenkarten zu Mk. 1.— gegen Ausweis bei Herrn Sekretär Ritter, Univ.-Gebäude, smöl Neuanmeldungen bei Challier. Herzliche Einladung zu den von Sonntag, den 6., bis Mittwoch, den 16. Oktober 1929, im Saale der Stadtmission, Gießen, Löbersiraßei4, siattfindenden Evangelisations-Vorträgen Redner: F. Haupt, Zinten, Leiter der Osideutschen Zeltmission Es werden folgende Vorträge stattfinden: Sonntag, 6. Oktober, nachm. 3 Uhr: Ein Tag guter Botschaft. Sonntag, 6. M abends 87. „ Gibt es ein Jenseits? Montag, 7. ff ff 874 „ Was ist von der Bibel zu halten? Dienstag, 8. ff ff 87. „ Das Gewissen und wie es zur Ruhe kommt. Mittwoch, 9. ff 87. „ Wahn oder Wirklichkeit. Donnerstag, 10. // n 87. „ Oie kommende Weltkatastrophe. Freitag, 11. ff ff 87. „ Weltgeschichte - Weltgericht. Samstag, 12. t» ff 87. „ Das Rätsel im Leben Jesu. Sonntag, 13. n nachm. 3 „ Drei christozentrische Kreise. Sonntag, 13. n abends 87. „ Ein heiliges Muß. Montag, 14. ff ff 87. „ Ein enttäuschter Jesuverehrer. Dienstag, 15. ff ff 87. „ Gefährliches Schiebertum. Mittwoch, 16. ff ff 87. „ Folgenschweres Unrecht Jeden Nachmitttag 4 Uhr Bibelstunde Eintritt frei! Jedermann herzlich wilkommen! 8256V Theater-Cafe Ernst Ludwig Gegenüber dem Stadttheater Haben Sie schon gehört? Das Quartett Karl Hahn mit neuer Besetzung konzertiert täglich von 06382 4 Uhr nachmittags ab Bleibt Samstags geöffnet bis früh 4 Uhr Bahahois-Restanrant Jeden Sonntag ausgesuchte Mittag- und Abendessen 69421) Ausschneiden! Vornotieren! Für Fleischer? Nie wiederkehrende Gelegenheit! Mandolinen- und Gitarrenverein Neapolita Gießen Anfängerkursus Beginn: 15. November, abends 7 Uhr. Meldungen bei Herrn Hans Sonntag, Schulstraße, oder bei Beginn d. Kursus BMW.-Motorrad Lichtspielhaus»! Bahnhofstraße 34 Tel. 4077 Samstag, 5. Oktob., und Sonntag, 6. Oktob. abends 10.30 Uhr Kein Feim Auf der Bühne Unwiderruflich nur zwei Nachtvorstellungen Gastspiel Lilly Flohr DasAbsteigequartier Singspiel in 2 Bildern Der größte Lacherfolg der GegenwartI In Berlin SOOmal, in Frankfurt 90 mal vor ausverkauften Häusern Vorverkauf ab heute en der Tageskasse und in der Ferberschen Universitäts-Buchhandlung Seltersweg - Sichern Sie sich rechtzeitig Karten . __ol50( Am Mittwoch, 16. Oktober 1929, vorm. 9.30 Uhr, wird im Amtsgericht Marburg a./L,. Zimmer 8, die Fleischerei Emil Kuhl Marburg, Weidenhäuser Straße 68, Geschäfts- und Wohnhaus samt Garten, versteigert. Besichtigung und Auskunft durch J. Müller, Marburg a. d. Lahn, Wettergasse 6. 82iso 500 ccm, fabrikneu, mit elekfr. Licht, für 1290»- Ms. zu verkaufen. [06391 Kräh, Ober-Ohmen (Hess.) Telcvbon Mücke 65. Hansa Handelsschule J.KunzeJmann Gießen, Bahnhofstr. 60 15. 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Keßler Großer Steinweg 16 06364 Ein gesunder Schlaf macht M o. schön! K IJS OHM Das Bett, welches den gesunden Schlaf herbei« führen soll, muß weich sein und auch bleiben. Ist dies nicht der Fall, so ist das Erwachen eine Qual. Launisch und nervös gegen seine Mitmenschen und Unlust zu jeder Beschäftigung sind die Folgen. Es ist daher unbedingt erforderlich, daß Wert auf einwandfreie Betten gelegt wird. Oie Lieferung einwandfreier Betten ist aber Dertrauenssache und können billige Reklameangebote nie zufriedenstellen. Fordern Sie daher unverbindlichen Besuch und Kostenvoranschlag, Sie werden finden, baß durch Preiswürdigkeit und durchdachte Werkstattarbeit Ihre Zufriedenheit erhöht wird. Polsterwerhslätte A. Wehrheim, Löherstr.iz 8245A .................................................... Nr. 234 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 5. Oktober 1929 Wie kann der deutschen Landwirtschaft geholfen werden? Eine Unterredung mit dem Reichslandbundpräsidenten Schiele. - Der Präsident begrüßt die Genfer Weltwirtschasts- konferenz, warnt aber vor einer Stabilisierung des gegenwärtigen internationalen Zollniveaus und fordert weitgehende Senkung der Realsteuern, Uebertragung der Wegelasten auf größere Verbände, Steigerung der Krastfahrzeugsteuer und schlägt zur Entlastung des Kommunaletats Erhöhung der Umsatzsteuer aus 1% vor. Unsere Berliner Redaktion hat sich mit einer Reihe führender Agrarpolitiker aller Parteien in Verbindung gesetzt, um ihre persönliche Auffassung von den aktuellen agrarpolitischen Problemen kennenzulernen. Als erstes Ergebnis dieser Fühlungnahme veröffentlichen wir im Folgenden eine Unterredung mit dem Präsidenten des Reichslandbundes. Martin Schiele, ehem. Reichsernährungsminister im Kabinett Marx-Hergt. Frage: Liegen die Ursachen der heutigen Agrarkrise in einer spezifisch deutschen Situation oder ist sie nur Teil einer europäischen Agrarkrise, die in Deutschland besonders scharfe Formen angenommen hat? Antwort: Die Agrarkrise ist unzweifelhaft eine Welterscheinung und ist zum Teil auf Gründe allgemeiner Ratur zurückzusühren. So wirkt sich z. V. die Lüeberproduktion an Weizen in fast allen Agrarwirtschaften auf das schädlichste aus. und zwar sowohl in den ^leberschust- wie auch in den Zuschuhländern. Die äleberschuhländern stehen unter dem lästigen Zwange, ihren überflüssigen Weizen um jeden Preis exportieren zu müssen. Die Zuschuhländer ihrerseits sind in schwere Rotwehrstellung gedrängt. weil der Weizenüberfluh in Uebersee, der naturgemäh gerade auf ihren Märkten verstärkten Absatz sucht, die Weizenproduktion der Zuschuhländer. die unter ungünstigeren Produktionsbedingungen arbeiten-, auf das schwerste gefährdet. wenn nicht zu vernichten droht. Dieses Beispiel zeigt aber bereits, und es könnte beliebig vermehrt werden, dah selbst da. wo die Ursachen weltwirtschaftlicher Ratur finb, die sich in den verschiedenen Ländern ganz verschieden auswirken. Für Deutschland besteht die besondere Gefahr darin, dah die deutsche Landwirtschaft ihren Kampf um den inneren Markt in einem Schwächezustände zu führen gezwungen ist. der durch die schweren Kriegsjahre hervorgerufen und durch die Inflationszeit noch verschärft worden ist. Dieser Schwächezustand, der sich in einer Erschöpfung der Aecker. einer Dezimierung des Viehbestandes und der Vernichtung des landwirtschaftlichen Betriebskapitals auswirkte, machte es der deutschen Landwirtschaft unmöglich, ihre Selbsthilfemöglichkeiten voll zu entfalten, besonders da die deutsche Handels- und Wirtschaftspolitik bisher den notwendigen Schuh versagte, der allein eine freie Entfaltung der in ihr schlummernden Kräfte sichern konnte. So ist es zwar — und auf diese Leistung kann nicht oft genug hingewiesen werden, — der deutschen Landwirtschaft gelungen, den Produktions- stand der Vorkriegszeit in den wichtigsten Zweigen der Landwirtschaft ganz oder annähernd zu erreichen, doch vermochte sie nicht, den überragenden Absatzorganisationen der Importländer, für die in der Mehrzahl der Krieg eine Zeit ungestörter Entwicklung war. Gleichwertiges entgegenzustellen, zumal diese Länder fast durchweg sich der besonderen S t a a t s h i l f e ihres Landes erfreuten. Hier sind die spezifisch deutschen Ursachen der Agrarkrise zu suchen. Hier wird denn auch von Staat und Landwirtschaft der Hebel einzusetzen sein, um Abhilfe zu schaffen. Frage:: Besteht die Möglichkeit, durch internationale und vor allem europäische Vereinbarungen der deutschen Agrarkrise entgegenzuarbeiten? Kämen etwa internationale Zollbesprechungen dafür in Frage oder sind auf diesem Gebiet keinerlei international zu behandelnde Faktoren vorhanden, die sich wesentlich auf die deutsche Agrarkrise auswirken? Antwort: Der Genfer Weltwirtschaftskonferenz gebührt — nicht zuletzt dank der Arbeit der deutschen Vertreter — unzweifelhaft das Verdienst, auf die allgemeine Rotlage der Landwirtschaft mit Rachdruck hingewiesen zu haben. Besonders dankenswert war es, dah sie die Aufmerksamkeit der Oeffentlich- keit auf die Ungleichheit der Behandlung von Industrie und Landwirtschaft hinlenkte als eine der wichtigsten Quellen der Agrarnot. Wenn aber in den letzten Tagen in Genf Besprechungen gepflogen sind, die darauf hinzielten, das internationale Z o l l n i v e a u als erste Mahnahme für einen allgemeinen Abbau auf der gegenwärtigen Höhe zu stabilisieren, so können diese Bestrebungen von der deutschen Landwirtschaft solange nicht scharf genug bekämpft werden, als die auf der Genfer Weltwirtschastskonserenz festgestellte In Parität noch nicht beseitigt worden ist. Frage: Kann man eine auf lange Sicht betriebene Standardisierungspolitik als einen aussichtsreichen Weg zur fühlbaren Verbesserung der Lage der Landwirtschaft oder bestimmter wichtiger Zweige betrachten? Könnte eventuell das Reichsmilchgesetz hier ein wesentlicher Anfang sein? Antwort: Ich wies schon vorhin darauf hin, dah Schaffung starker Absahorgani- s a t i o n e n, die, geschützt durch eine starke Zollwehr, der ausländischen Konkurrenz im Kampf um den deutschen Markt gewachsen sind, eine der entscheidenden Voraussetzungen für die Behebung der deutschen Agrarkrise ist. Damit ist auch die Bedeutung großzügiger auf lange Sicht eingestellter Standardisierungsmahnahmen gekennzeichnet, denn ohne genügende grohhandelsfähige Ware sind die besten Absahorganisationen wertlos. In der Fülle der sich daraus ergebenden Aufgaben hat das Reichsmilchgesetz eine ganz besondere Bedeutung, denn es gilt einem Produkt, dessen Iahreswert 3,5 Milliarden beträgt, eine Summe, die gröher ist als der jährliche Ertragswert der gesamten bergbaulichen Produktion an Steinkohle, Braunkohle, Erzen und Salzen. Frage: Welche Möglichkeiten find vor allem der Landwirtschaft, d. h. dem Bauern und dem Großgrundbesitz, gegeben, um sich aus eigener Kraft unabhängig von Staatsmahnahmen selber zu helfen? Antwort: Die besondere Rotlage der deutschen Landwirte besteht eben darin, dah ihnen die Möglichkeiten, unabhängig vom Staate sich selbst zu helfen, infolge der Vernichtung ihres Betriebskapitals durch die Inflation genommen sind, und dah alle Versuche, allein auf dem Wege der Absahregelung, der Qualitätsverbesserung und Standardisierung Hilfe zu schaffen, so lange zum Scheitern verurteilt sind, als nicht durch eine grundsätzliche Aenderung der bisherigen Handel s» Politik der Landwirtschaft Zeit und Raum zu einer ungestörten Entfaltung ihrer Kräfte gegeben sind. Frage: Sind wesentliche Aenderungen im deutschen Steuersystem wünschenswert, die auf die Lage der Landwirtschaft einen fühlbaren positiven Einfluh haben könnten? Antwort: Es kommt nicht auf Aenderung des Steuer s h st e m s, sondern auf Aenderung der Richtung der Steuer Politik an. Wenn auch in der Hauptsache eine Besserung der landwirtschaftlichen Rentabilität nur auf der Einnahmeseite des Landwirts, also durch Preisbesserung, zu finden ist. so können doch auch fühlbare Erleichterungen auf steuerlichem Gebiet geschaffen werden, die um so wichtiger sind, als gerade die drückendsten Steuern, nämlich die Real st euer n, heute gezahlt werden müssen, obgleich das entsprechende Einkommen hierzu nicht vorhanden ist. Cs kommt also auf Entlastung der Realsteuern in erster Linie an: d. h. auf ein Problem, welches allen produzierenden Ständen und dem Handel gemeinsam ist. In dieser Richtung must geschlossen vorgestohen werden unter Zurückstellung anderer an sich vielleicht auch berechtigter steuerlicher Wünsche, die auf dem Gebiet der Einkommensteuer liegen. Die Möglichkeit zur Senkung der Realsteuern besteht. Die Grundlage der Steuerpolitik ist der Finanzausgleich. Dieser muh zu einem wirklichen „Ausgleich" umgestaltet werden, zu einem Ausgleich zwischen Gemeinden mit hoher und geringer Leistungsfähigkeit. Die W e gelost e n, welche in erheblichem Mähe auf die Höhe der Kommunalsteuern einwirken, müssen WSR. Frankfurt a. M., 4. Oft. Die Verhandlungen zwischen der Preußischen Elek- t r i z i t ä t s -A. - G. und der Stadt Frankfurt a. M. sind nunmehr zum Abschluß gelangt. Das getroffene Abkommen zwischen der Preag und Frankfurt stellt sich als eine umfassende Regelung der elektrowirtschaftlichen Beziehungen beider Parteien und als ein bedeutender Fortschritt auf dem Gebiete der Zusammenfassung der öffentlichen Wirtschaftsinteressen in Südwestdeutschland dar. Frankfurt, das bereits Strom von der Preag bezieht, schließt mit ihr einen weiteren Stromlieferungsvcrtrag ab, der den städtischen Elektrizitätswerken nicht nur einen günstigen Preis sichert, sondern auch für die nächste Zukunft eine wesentliche Ersparnis an Anlagekapital bedeutet. Die Preag übernimmt von Frankfurt die Beteiligung in höhe von 1,5 Millionen Mark an der Braunkohlen-Schwelkrafkwerk Hessen-Frank- furt A.-G. (hefrag), mit der bekanntlich vor einigen Jahren ein Slromlieferungsverlrag abgeschlossen ist. Dadurch wird für die Preag nicht nur eine zweckmäßige Disposition bei ihrer eigenen Produktion und Stromabgabe nach Frankfurt erzielt, sondern sie kommt auch in enge Zusammenarbeit mit der Provinz 0 b e r h e s s e n, deren Stromlieferant die Hefrag ist. Gleichzeitig erwirbt -die Preag von der Frankfurter Gasgesellschaft die dieser gehörenden 997 Kuxe der Gewerkschaft Friedrich bei Hungen. Auf diese Weise werden die Schwelereien in Wölfersheim undHungeneinheitlich in einer Hand zusammengefaßt. Der Frankfurter Gasgesellschaft wird ein K a u f r e ch t auf das in den Schwelereien auffallende Brankohlengas gesichert. Die Stadt Frankfurt hat mit dem Reichsverkehrsministerium eine Vertragsregelung wegen des Ausbaues der Mainstufen und der Ausnutzung der Wasserkräfte abschlußreif vorbereitet. Auch für dieses Gebiet der Wasserkraftgewinnung ist auf größere Verbände (in Preußen Provinzen) übertragen und durch Steigerung des 2l u f* kommens aus der Kraftfahrzeuge (teuer, die im Vergleich z. D. zu englischen Verhältnissen ganz außerordentlich niedrig ist, erleichtert werden. Ferner sind den Gemeinden die S ch u l l a st e n in viel weitergehendem Matze abzunehmen und auch hier ein wirklicher Ausgleich innerhalb des Landes vorzunehmen. Durch Erhöhung der Umsatzsteuer z. B. auf 1 Prvz.,durch Er.'ebung weitergeycndem Matze aozunehmcn und auch hier ein wirklicher Ausgleich innerhalb des Landes vorzunehmen. Durch Erhöhung derälmsah- steuer z. B. auf l Prozent, durch Erhebung der Tlmsahsteuer auf alle Einfuhren, könnten zur Entlastung des Kommunaletats von Schullasten Mittel aufgebracht werden. Schließlich müssen die dann noch als Gemeindelasten verbleibenden Summen auf einen erheblich weiteren Kreis von Steuerpflichtigen verteilt werden. R e a l * steuern haben, zumal in der jetzigen Abgren^ zung der Steuerpflicht, überhaupt kein« Berechtigung mehr. — Kleber die Formen einer hiernach übrigbleibenden »allgemeinen Kommunalsteuer" wäre noch zu reden. Das sind die Grundfragen für die dringend notwendige Aenderung der Steuerpolitik. Da^ hinter müssen einstweilen andere Wünsche beti Wirtschaft wie auch der Landwirtschaft zurücktreten. — Die Frage der Rentenbank- grundschuldbelastung ist daneben eins Frage für sich. Sie muh sofort verschwinden. da die Voraussetzungen für sie schon längst nicht mehr bestehen. eine enge Zusammenarbeit zwischen der Preag und Frankfurt gesichert. Das Kapital zum Ausbau der Üntermainstufen wird von der Preag zur Verfügung gestellt werden und dadurch die Durchführung des großen Unternehmens ermöglicht. Von besonderer allgemeinpolitischer und wirtschaftlicher Bedeutung ist es, daß int Zusammenhang mit der Stromlieferung der Preag nach Frankfurt Abreden getroffen worden sind, die die Heranziehung von Saarffrom in bas südwesi- deufsche Aerbrauchsgebiel gewährleisten. Die Lösung eines der wichtigsten saarländischen Probleme wird auf diese Weise in ganz besonderem Maße gefördert und eine enge wirtschaftliche Verbindung zwischen dem Saargebiet und dem Frankfurter Wirkschaftsbereich hevbeigeführt. Hierüber ist eine Verständigung mit dem Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk herbeigeführt worden, das durch den Transport des Saarstroms in seinem Leistungsneh an dieser Aufgäbe Mitwirken wird. In Zusammenhang mit dieser Gesamttransaktion sichert sich die Stadt Frankfurt eine weitgehende Mitarbeit im Arbeitsbereich der Preag durch ihren Eintritt als Großaktionär in das Llnter- nehmen. Die Preag wird der Stadt Frankfurt 15 Millionen Mart Aktien zum Kurse von 150 Prozent überlassen. Die Preag übernimmt die Gewerkschaft Friedrich bei Hungen mit Aktiven und Passiven per 30. September 1929 mit der Maßgabe, daß die bis zu diesem Zeitpunkt entstandenen Verluste in höhe von etwas 1 Million Mark von der Frankfurter Gasgesellschasl übernommen werden. Die hessische Regierung ist über das Ergebnis der Verhandlungen durch eine mündliche Mitteilung der Stadt Frankfurt einstweilen unterrichtet worden. Wegen etwaiger Rückwirkungen des Abkommens auf hessische Verhältnisse wird die hessische Regierung nach genauerer Kenntnis der Einzelheiten demnächst Stellung zu nehmen haben. Iranksurt gibt die Hefrag und Hungen auf. Llntermainfinanzierung durch die preag. — Heranziehung von Saarstrom. Der Orionnebel. Von Professor Or. Küsiermann. Nachdruck verboten. Wohl mit Recht gilt der Orion als das schönste aller Sternbilder, und der Umstand, daß wir ihn nicht wie den Großen Bären das ganze Jahr über sehen, erhöht noch seinen Reiz. Ist auch sein Erscheinen am Abendhimmel ein Zeichen für das Fortschreiten der winterlichen Jahreszeit, so freut sich der Sternfreund doch, wenn er ihn zuerst erblickt, iinb er grüßt das mächtige Sternbild, das seinen Namen schon über dreitausend Jahre unverändert fährt. In klaren Winternächten erblicken wir unterhalb der drei den „Gürtel" des Orion bildenden Sterne mit bloßem Auge den sogenannten „Orionnebel" oder riclmehr seine hellsten Teile, denn er geht ganz allmählich in feine Schleier über. Der Unterschied zwischen den Hellen und den minder Hellen Gegenden ist so groß, daß man sie nur mit allerlei Kunstgriffen auf dieselbe Lichtbildplatte bringt. Denn will man auch die schwächsten Teile des Nebels deutlich oufnehmen, so muß man die Lichtbildplatte so lange seinem Licht aussetzen, daß die von den Hellen Gegenden des Nebels getroffenen Teile der Platte inzwischen Überbelichtet werden. Schon das zeigt die große Verschiedenheit der einzelnen Teile des Nebels, die durch eine überraschend reiche Gliederung noch erhöht wird. Die Sternkundigen nennen solche Nebel „zerstreute Nebel" zum Unterswied von den sogenannten .planetarischen Nebeln", die im Fernrohr rund wie ein Planetscheibchen erscheinen. Der Orionnebel ist von uns ungefähr fünfhundert Lichtjahre entfernt, bas heißt bas Licht, das wir dort sehen, machte sich vor fünfhundert Jahren, als Europa noch im Mittelalter steckte, auf die Reise. Da der Nebel nach seiner ganzen Ausdehnung ungefähr doppelt so groß erscheint wie der Durchmesser des Vollmondes, so gibt uns das einen ungefähren Begriff von der Größe des ganzen Gebildes. Es ist so groß, daß das Licht ungefähr zehn Jahre braucht, unf es zu durchqueren, während es etwa fünf Sekunden braucht, um durch die Sonne zu dringen und fünfhundert Sekunden für den Weg von der Sonne zur Erde. Die Ausdehnung des Nebels ist wesentlich größer als die Entfernung des Sibirius von uns, obwohl dieser noch längst nicht der nächste Fixstern ist. Auch über die Natur des Nebels lehrt uns die neuere Sternkunde mancherlei Merkwürdiges. Sein Licht besteht nicht etwa wie das der Milchstraße aus lauter Hellen Sternen, die nur ihrer Entfernung wegen in einen leuchtenden Schimmer zusammenschwimmen; vielmehr besteht er aus einem leuchtenden Gas, freilich in einer ungeheuer feinen Verteilung. Von der Feinheit einer solchen Verdünnung können wir uns kaum eine Vorstellung machen. Die höchste Luftleere, die wir in unseren neuerdings so vervollkommneten Hilfsmitteln erreichen können, bedeutet gegenüber der Luft ungefähr eine milliardenfache Verdünnung. Der Orionnebel ist aber ungefähr noch eine millionemal verdünnter als diese höchste uns erreichbare Luftleere. Aber wegen der ungeheuren Ausdehnung des Gebildes ist die in ihm enthaltende Masse doch wieder so gewaltig, daß sie nicht nur zu einer Sonne, sondern zu einer ganzen Anzahl Sonnen ausreichen würde. Ob sich wirklich Sterne aus solchen zerstreuten Nebeln bilden können, kann man zur Zeit noch nicht sicher entscheiden. Es ist aber leicht möglich, denn ein' Werden und Vergehen- der Sterne nimmt die heutige Sternkunde ohnehin an, und ein wahrscheinlicherer Ursprung für Sterne ist nicht bekannt. Auch eine Umdrehbewegung des Orionnebels ist festgestellt worden, und so haben wir in ihm vielleicht eine Art Chaos zu erblicken, aus dem eine neue Welt, eine neue Ordnung hervorgeht. Also „ein Teil des Teils, der anfangs alles war, ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar". Hinter den Knüffen des Traums. Von Hans Kalischer. „Nichts ist mehr euer Eigen als eure Träume! Nichts mehr euer Werk! Stoff, Form, Dauer, Schauspieler, Zuschauer — in diesen Komödien seid ihr alles ihr selber!" Worte Nietzsches, dessen geniale Spürkraft in allen Bereichen tieferer Selbsterkenntnis auch den wesentlichen Ergebnissen der heutigen Traumwissenschaft voraneilte. Denn bevor der Traum nicht grundsätzlich als ein Teil eigensten Innenlebens anerkannt war, fristete er als wertloses Museumsstück der Seelenkunde ein kümmerliches Dasein, bestaunt und ausgebeutet höchstens von den Abergläubischen, die aus ihm das prophetische Wirken äußerer Schicksalsgewalten ablesen wollten. In Wahrheit wird das unerschöpfliche Repertoire zu jenen allnächtlichen Aufführungen von dem Träumer selbst ohne fremde Hilfe bestritten. Doch wären wir noch immer nicht in der Lage, die tiefere Bedeutung des Traumtheaters zu erfassen, hätte uns nicht die Tiefenpsychologie bas erste wissenschaftliche Textbuch geschenkt, bei dessen vernünftiger Anwendung auch der anscheinend unsinnige und willkürliche Tanz der Traumfiguren das heimliche Gesetz einer sinnvollen seelischen Handlung offenbart. Die Frage allerdings, warum dönn dem Träumer, der auf dieser seltsamen Bühne Dichter, Schauspieler und Zuschauer ist, so häufig das Verständnis seiner eigenen Produktion versagt bleibt, läßt sich nicht in Kürze beantworten. Denn ihr liegt die tiefere Frage zugrunde: warum träumen wir überhaupt? Träume sind eigentlich nur Fortsetzungen innerer Dialoge, Zuspitzungen und Lösungen dramatischer Konflikte, die wir unbemerkt aus dem Wachzustand in den Schlaf hinübernehmen. Dort, wo der Seelenraum durch die Abdichtung aller Sinne gegen die -Außenwelt verdunkelt liegt, spielt sich unter dem besonderen Rampenlicht, bas der nach innen gewendete Blick gleichsam zu entzünden scheint, szenenweise und Nacht für Nacht die Geschichte unseres verborgenen Lebens ab. Denn das ist das Seltsame, daß eigentlich nichts in der Seele zugrunde geht, daß, tiefer als unser angestrengtes Denken reicht, ein ewiges Gedächtnis arbeitet, in dem (ich Eindrücke und Erfahrungen vom verflossenen Tage mit verwandten aus der frühesten Kindheit und darüber hinaus verbinden. Aus diesem großen Zeitlosen bezieht der Traumdichter seine immer neuen Eingebungen, und eben dort findet der Traumkomödiant die unendliche Auswahl seiner Rollen und Kostüme. Was wir in kindlicher Selbstsucht begehrt haben, alles Böse und Gute, all die unsterblichen Illusionen unseres Liebes- und Machtstrebens, die später als Dummheit, Abgefchmackheit, ja Sünde verworfenen Reste der Kinderstube, alles bas wartet täglich, bis sich zur Schlafenszeit der Vorhang jener magischen Bühne hebt. Eigentlich läuft die ganze Komödie von Anfang an darauf hinaus, früh unterdrückte Wünsche dem Träumer als erfüllt darzustellen. Am einfachsten ist das noch bei den kleinen Kindern. Man schlägt ihnen eine Bitte ab und schon wird sie ihnen im Traume gewährt. Auch die Großen kennen ähnlich geartete Iraumerlebniffe von deutlichem Wunscherfüllungscharakter. Da wird man etwa geweckt, um rechtzeitig ins Geschäft zu gehen. Aber man ist müde, hat noch keine Lust aufzustehen und siehe: auf der Schattenbühne erscheinen wir selbst, beim Ankleiden, beim Morgenkaffee, beim pünktlichen Betreten des Bureaus. Solche „Bequemlichkeitsräume", die den Schlaf erhalten und uns von einer lästigen Situation bewahren, gibt es in Fülle. Jeder kennt auch die kleinen Traumszenen, die uns von störenden körperlichen Reizen, wie Hunger, Dürft und anderen menschlichen Bedürfnissen unseres Leibes durch die glaubhafte Vorspiegelung von deren Befriedigung aufs sicherste befreien. Aber durch leichte Verständlichkeit sind eben nur die oberflächlichen unserer Träume ausgezeichnet, bei denen die Sehnsuchtsziele bescheiden und schnell er» 'reichbar sind. Was soll man dagegen von den Schauer- und blutigen Kolportagestücken Halten, in denen wir Verfolgung, Flucht, Sturz in Abgründe und ähnliche Martern erleben, bis wir geängstigt, schreiend und in Schweiß erwachen? Sollen etwa auch hier nur Wünsche des Träumers auf der Szene stehen? Ja und nein. Um den Sinn solcher Aufführungen zu durchschauen, müssen wir uns noch einmal vergegenwärtigen, daß der Träumer in sich eine Vielheit von Personen umschließt. Wir vergaßen, daß auch der Kulturmensch mit seinen ästhetischen, ethischen und moralischen Forderungen nicht schlafen gegangen ist, daß er in Vertretung des wachen, kritischen Teiles der Traumpersönlichkeit, als „Zensor" sozusagen den Vorgängen auf der inneren Bühne mit scharfem Blicke folgt und dort sein strenges Veto erhebt, wo etwa Verstöße gegen Geschmack, Anstand oder gar das Leben des Nächsten drohen. Das aber ist in der geschilderten Art von Träumen geschehen. Gefährliche Wünsche, wenn auch noch verkleidet und unkenntlich, haben sich ins Spiel gewagt und stehen vor der Demaskierung. Der Zensor macht seinen Einfluß geltend. Der Vorhang fällt auf offener Szene, das Publikum flüchtet in Angst und Erregung, die verwerflichen Absichten des Traum- komödianten sind bloßgestellt. Schreckhaftes Erwachen! Der Zensor in uns triumphiert, sein Wunsch, den unbotmäßigen Träumer zu strafen, ist erfüllt. Dieser ständige Streit zwischen der Zensur und dem Traumdichter — mit anderen Worten: zwischen unserem Gewissen und unseren Trieben — macht es so schwer, in die tieferen Bedeutungsschichten der einzelnen Träume einzudringen und verbirgt dem oberflächlichen Betrachter auch deren Wunschtendenz. Denn ein ganzer szenischer Apparat, ausgestattet mit den Mitteln raffiniertester Verwandlungstechnik steht bereit, durch blitzartige Entstellungstricks, sinnbildliche Verkleidungen und Vereinfachungen dem Schauspiel immer gerade die Wendungen zu geben, die möglichst jeden der Gegner zufriedenstellen. So wandelt sich oft für den äußeren Beobachter der Sinn in scheinbaren Unsinn, und nur dem methodisch geschulten Arzt und Psychologen gelingt es eigentlich, sobald es die Not einer affektbeladenen Seele erfordert, hinter die Kulissen des Traumtheaters vorzudringen. Aus dem Reiche der Krau lassen. Gewiß, die notwendigsten häuslichen Verrichtungen sollte jede „echte Frau ‘ verstehen. Sollte. Wohl ihr, wenn es der Fall ist. Sie mag noch so viel Geld erwerben, immer wird sie in gewissen Augenblicken sroh sein, am Herd, für ihre Kleidung, ihre Stube nicht die fremde Handreichung zu brauchen. Aber wenn die Schule sie als Kind und nachher der Beruf sie ganz und gar in Anspruch nahmen, wann sollte fie die Kunst lernen, die sie manchmal schmerzlich vermißt? Denn dazu gehört Ruhe und Zeit, Erfahrungen wollen gesammelt und verwertet werden. Hier soll man milde urteilen und mit den eigenen „echt weiblichen" Künsten der Hngelenken, die sich vielleicht anderweitig gern erkenntlich zeigt, zu Hilfe kommen. Denn Unerfahrenen helfend beispringen, Schwächen einsichtig begreifen und liebevoll verzeihen, das ist echt weibliche Tugend — und zwar die wertvollste! • Diese grundsätzlichen Ausführungen zur Frage der Gymnastik entnehmen wir dem Buche von S. Dapper, „Körperschule für das Mädchen turnen", das Uebungsleitermncn und Turnlehrerinnen ein reichhaltiges Hebungs- material bietet. (Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. 99 Seiten. Kart. 2,80 Mark. Sn Leinen 3,60 Mark.) Beruf und Heim. Von Marie Gerbrandt. Die erwerbende Frau ist längst eine alltägliche Erscheinung geworden. Shre Tüchtigkeit ist anerkannt, ihre Notwendigkeit unbestreitbar. Cs soll hier auch nicht ihre Berechtigung erörtert, ihre Arbeit beklagt oder gepriesen werden; nur auf das Verhältnis der erwerbenden Frau zu ihren Mitschwestern seien hier einige Streiflichter geworfen. Die Zeiten sind ja wohl vorbei, da man mit dem Wort „Blaustrumpf" jede Frau bezeichnete, die geistiger Tätigkeit oblag, und als Beispiel gern die Schriftstellerin mit tintenbefleckten Fingern und vernachlässigter Kleidung wählte. Wenn man sie auch nicht gesehen hatte, man wußte sie sich gut vorzustellen, denn geistvolle Schriftsteller hatten den Typ sehr eingrägsam gestaltet, und Witzblätter führten ihn gern an. Ob er nicht irgendwo und -wie in den Köpfen spukt? Weniger in der Großstadt, wo der tägliche Augenschein längst alle Vorurteile aus dem Felde geschlagen hat. Aber es sind noch nicht viele Sahre her, seit mir in einer ländlichen Gesellschaft über eine Frau, die gut und viel über Erziehung schreibt, erzählt wurde, ihre eigenen Kinder seien Ausbünde von Hngezogen- heit und liefen bis Mittag ungewaschen und ungekämmt umher. Als ich aus bester persönlicher Kenntnis seststellen konnte, ihre Kinder studierten bereits an Universitäten und seien, soviel sich sehen lasse, sehr tüchtige und wohlgepflegte Menschen, da riß ich sichtlich die Stützen lieb- g^wordener Gedankengünge weg. Vielleicht empfindet die Frau, die ganz in den häuslichen Sorgen aufgeht, etwas wie Reid vor den auf geistigem Gebiet hervorragenden Geschlechtsgenossinnen, daß sie so schnell zu einem ab* sprechenden Urteil gelangt? Ach, sie ahnt nicht, wie der Weg der Erfolgreichen zuerst Über Dornin geführt hat; wie scharf der Wind auf der Höhe weht, und wie oft in der Brust der Gefeierten die Sehnsucht nach einem stillen, umfriedeten Glück im Schutz des Hauses sich regen mag! Doch es soll nicht nur von den Frauen gesprochen werden, die Hervorragendes auf öffentlichem Gebiet leisten, sondern von allen, die das Feld ihrer Tätigkeit außer dem Hause suchten und suchen mußten. Die Großstadt kennt sie zu Hunderttausenden; sieht sie gut gekleidet, flink, zielbewußt auf der Straße ihrem Bureau, ihrem Geschäft, ihrer Werkstatt zueilen; weiß um chre Zuverlässigkeit, ihren Fleiß, ihre Kameradschaftlichkeit — und auch, daß sie durchaus nicht abgeneigt sind, ihren Beruf gegen die Tätigkeit am häuslichen Herd zu vertauschen, wenn die Frage an sie herantritt. Den ersten besten brauchen sie nicht zu nehmen. Und falls das Herz ihnen keinen Streich spielt, wählen sie klug und umsichtig. Wie sie sich dann mit der Aufgabe der Selbständigkeit abfinden, wie sie, gewohnt, zuerst an sich zu denken, den Mann umsorgen, das hängt natürlich von der Natur jeder einzelnen _ ab. Eins haben sie jedenfalls gelernt, was früher . in der Entwicklung der Frau nicht so klar zur Geltung kam: Verantwortungsgefühl, Sinn für Pünktlichkeit und Selbstbeherrschung. Das hilft 'schon ein gutes Stück mit, auch wenn sie die wirklichen Künste, die andere von der Mutter übernehmen, erst erlernen müssen und Mißgriffe sich nicht vermeiden lassen werden. Vielleicht gibt das Herausarbeiten des Festen, Bestimmten in ihrer Ratur dem Wesen mancher berufstätigen Frau etwas Schroffes; vielleicht wohnt in ihr eine leise Geringschätzung gegen ihre Mitschwestern, die nicht so viel Geld verdienen, sich nicht selber kaufen dürfen, was sie mögen, die nicht von einer bestimmten Stunde ab frei über ihre Zeit verfügen dürfen, überhaupt vielleicht weicher, ängstlicher, unentschlossener sind als sie selber. Erst wo dies der Fall ist, verliert Der große Umsturz in der Rode. Von (Sophie Kramstyk, Paris. Es läßt sich nicht mehr leugnen und der beste Wille der Welt könnte es nicht mehr vertuschen; im Bereich der Mode ist ein gewaltiger U m sturz ein- getrcten, und in Trümmern liegen die gestern gepriesenen Götter. Es ist vorüber mit der schlanke n Linie und mit dem kurzen Kleid. So wenigstens lautet die Parole, die von den großen Pariser Schneideratcliers ausgehend, die verblüffte Welt in Atem hält. Wie? Wir haben gehungert und gedurstet, wir haben geturnt und gingen unentwegt den Weg zur Kraft und Schönheit, um plötzlich, wenn wir gerade drauf und dran sind, das Ideal zu erreichen und so platt zu werden, wie es das vorjährige Modeblatt verlangt, erfahren wir, daß heute nur noch die Fülle, das Weibliche, Mollige gilt, sagen wir es kurz, daß man wieder dick sein darf. Nicht nur die Details unserer Kleidung werden sich von nun ab verändern, wir selber müssen, um dem Wechsel der Linie nachzukommen, uns dauernd verändern, verdünnen und verdicken zunächst, mit der Zeit vielleicht auch verlängern und verkürzen. Haben wir doch bereits erlebt, daß das Strenge abgetan wurde und die Phantasie Oberhand gewann in der Kleidung, daß das Männliche passs ist und das Unsinnige gepriesen wird, wer weiß, was uns das Morgen noch bringt. Und doch, so schlimm ist das alles ja gar nicht, gar nicht so unsinnig und unbegründet. Mit ein wenig Beobachtungsaabe, ein bißchen analytischem Geist kommen wir schon auf das Warum der großen Revolution. Also warum kam es so wie es kam? Nun, die strenge Linie war eine Folge der vorherrschenden Tendenz zum Männlichen, und diese Tendenz wurde ein wenig übertrieben, und wir wurden der Strenge müde. Die Mode, im'Dienste einer unerbittlichen Nüchternheit stehend, schuf zwar allerhand sehr praktische Dinge, geriet aber in eine Sackgasse, aus der sie nur noch ein Umsturz herausretten konnte. Wir sind der geraden Linie, der glatten Frisur, des männlichen Hutes müde geworden, das Auge, die Sinne verlangen nach Abrundung und Schwung, und dieser Sehnsucht unseres eigenen Herzens zuvorkommend, in ihr eine glänzende Wendung für das Geschäft ahnend, führten die Pariser Schneider seit einer geraumen Weile schon den Kampf mit uns, die wir hartnäckig daraus bestanden, uns nicht mehr zu verändern. Aber da die Pariser Schneider eine Macht sind, und da sie unsere intimsten, verborgensten Wünsche gleichsam ans Licht der Oeffentlich- feit zerrten, so siegten sie und wir wurden aus den phantastisch, im allgemeinen strebt die Krempe nach hinten und zur Seite zu. Es gibt auch Hute, tue man je nach der Laune uniformen kann; die Hauptsache aber an allen diesen Neuschöpfungen ist, daß sie dem Gesicht durch Umrahmung eine Weichheit verschaffen. Der moderne Hut ist jetzt zu Beginn der Saison hauptsächlich schwarz, und man vermutet, daß Schwarz auch die beliebteste Hutfarbe bleiben wird. Auf den anderen Gebieten der Mode ist der Umsturz nicht so groß; das Neue bleibt im wesentlichen auf Einzelheiten beschränkt, während die Taille, die Frisur und der Hut eine radikale Veränderung erlebt haben. Kür den Küchenzettel. Elsässer Schweinefleisch. Für vier Personen. Zutaten: 1 Kilo fettdurchwachsenes Schweinsnackenstück (Schweinekammstück), fünf Gramm Salz. 750 Gramm kleine, geschälte Kartoffeln, 375 Gramm geschälte, abgebrühte Schalotten, 500 Gramm geschälte, aevierteilte Aepfel. i/o Liter Wasser, vier Löffel saure Sahne. 10 Tropfen Maggis Würze, 10 Gramm Weizenmehl. Zubereitung: Das Fleisch wird mit Salz eingerieben, in die Mitte einer genügend großen Pfanne gelegt, in die man V2 ßiter kochendes Wasser 'gab. Man umlegt das Fleisch im Kranz mit den Kartoffeln u meine Kifsenbezüge" usw., bis sie im untersten Fach angelangt, stockte: „Das, Tante, sind meine Sorgenkinder, zum Wegwerfen zu gut, zum Verbrauchen entweder veraltet, oder schon mürbe.. „Komm, laß mal sehn," war der hilfsbereiten Tante Antwort, deren Augen schon vor Schaffensfreude leuchteten, denn sie war in ihrer großen Familie überall der rettende Engel, und auch hier wußte sie Rat: „Diese Leintücher schneiden wir in der Mitte auseinander und nähen sie an den Kanten wieder zusammen, dann ist der benützte innere^eil wieder stabil. Damit aber kein dicker Wulst entsteht, endeln wir die Naht mit der Hand zusammen, und ein Heberbügeln wird sie ganz glatt machen. Die Leintücher, auf diese Weise und rechtzeitig ausgebessert, ersparen dir, den häßlichen Fleck einzusetzen, der das Aufhängen der Wäsche genierlich macht. Aus diesen schütteren Frottiertüchern machen wir kleine umhäkelte Lappen für des Waschtisch und zum Silberpolieren, die noch besseren Frotttiertücher steppen wir mit der Maschine öfters quer, das gibt ihnen wieder Halt, außen fassen wir sie mit einem Dörtchen ein. dann kannst du sie noch lange benützen. Aus diesen alten Kuvertdecken machen wir von einer eine Tischunterdecke, damit das Geschirr nicht so klappert, und befestigen an den Ecken Bändchen zum Anbinden an die Tischbeine. Die andere gibt im Gastzimmer zwischen Matrahenrost und Auflegematratze einen Schoner für letztere, das ersetzt die teuren Moltondecken. Aus der'kleinen Kinderwolldecke da machen wir einen Dügelbrettbezug, und die von Großmutter geerbten Riesenservietten ergeben ein paar sehr hübsche Tischdecken. Wir setzen je vier mit einer echtfarbigen Tirolerborte oder einem farbigen Häkeleinsatz zusammen. Deine Kaffeeservietten haben vom vielen Ausbürsten auch keine Fransen mehr, da weiß ich etwas sehr Rettes: Wir kaufen hellblauen oder indanthrenfarbenen Wäschedamast und nähen davon einen drei Zentimeter breiten Rand daran und lassen ihn in einem Geschäft nut Maschinenhohlsaum anschlagen. Kein Mensch merkt etwas. Mit der großen Teedecke machen wir eS ebenso, Dann paßt das Gedeck gleich zusammen. Dann noch etwas: Wenn Wäsche jahrelang gleich zusammengefaltet liegt, wird sie im Bug brüchig, da durch das eigene Gewicht der Wasche immer ein gewisser Druck darauf ruht. Deshalb lege sie von Zeit zu Zeit anders zusammen, um sie vor dem Drüchigwerden zu bewahren. Frau und Körperschulung. Von Turn- und Spottlehrerin (5. Dapper*) Spiel-, Sport- und Ghmnasialbewegung haben in der Nachkriegszeit das gesamte Turnen nach- haltend und neubelebend beeinflußt. Die Erkenntnisse, die durch die Gymnastiksysteme gewonnen wurden, haben sich besonders stark im Mädchenturnen ausgewirkt. Die immer tiefere Durchdringung der Arbeit mit gymnastischen Grundsätzen hat vor allem die zu toten Formen erstarrten Freiübungen gänzlich umgestaltet und das geschaffen, was wir heute unter einer Körperschule der Mädchen verstehen. Körperschule. die ihre Aufgaben voll und ganz erfüllen will, muß die Gesetze beachten, die als grundlegend für das natürliche, rhythmische Bewegen erkannt wurden. Körperschule ist eine abstrakte Avbeit, ihr« Hebungen sind reine Zweckformen, und doch mutz sie so gestaltet werden, daß sie zu einem freudigen Tun wird, das die ursprünglich quellende Lebenskraft freimacht. Das Mädchen muh die formende Kraft der Hebungen an sich erleben und zu den bewußt und zweckmäßig ausgeführten Bewegungen innere Fühlung und Bindung bekommen. Es muh Verständnis für den Sinn der Arbeit gewinnen, damit sie ihm eigenstes Bedürfnis wird und es selbst freudig an der Formung seines Körpers und seines Bewegens mitarbeitet. Das freudige Mitwirken des ganzen Menschen vermittelt auch seelische Gelöstheit, ein inneres Frei- und Frohwerden, das wieder die günstigste Voraussetzung für die Steigerung der Stoffwechselvorgänge ist, die durch Leibesübung erreicht werden soll. Körperschule, die lebendiges, lusterfülltes Sichausleben in der Bewegung sein soll, muh von Bewegung erfüllt sein. Bewegung ist Leben; sie formt und kräftigt die Organe und steigert die Leistungsfähigkeit des Gesamtorganismus. Während im früheren Freiübungstumen die statische Arbeitsweise, die Halte, vorherrschend war, bevorzugt die heutige Körperschule die dynamische Betriebsart. Die Hebungen sind meist ein lebhaftes Hin- und Herbewegen. Doch ist die Halte dadurch nicht ganz verdrängt worden. Das Festhalten einer bestimmten Stellung erfordert eine feine Nerven- und Muskelschulung und gibt der Muskulatur erhöhte Entwicklungsreize. Für die kräftigste Durchbildung des Körpers wird darum die Halte — die allerdings im Gegensatz zu früher heute nur ein kurzes Festhalten, mehr eine Durch- gangsphafe der Bewegung darstellt — immer ihren Wert behalten. Der Zweck, der durch die Hebung erreicht werden soll, muh über dis Anwendung der beiden Arbeitsweisen entscheiden. Eine lebendige freudvolle Gestaltung der Arbeit fordert, daß j>ie Körperschule alle Arten der Dewegungsführung, langsame und schnelle, weiche und kraftvolle, zügige, fließende, schwingende und schleudernde Bewegungen verwenden muß. Besonders die Schwungbewegung, die stark freudegebend ist, wird in der Körperschule der Mädchen berücksichtigt werden müssen. Die Bewegungen der heutigen Körperschule sind vorwiegend Ganzbewegungen, große um- fangreiche Bewegungen, die den Körper in seiner Ganzheit erfassen und vor allem starke Ruwv,- arbeit erfordern. Die früher fast nur angewandten Teilbewegungen haben heilgymnau.- scheu Charakter und sind nur dann auzuwenden, wenn besondere Schwäche einiger Muskelgruppen Wenn deine Bettüberzüge durch den Gebrauch schon etwas mürbe werden, dann nähe sie an der Knopfleiste zu und nähe diese seitlich an. Dadurch wechselst du beim Bettenmachen unwillkürlich das Bett, und der Bezug wird gleichmäßig oben und unten abgenützt. Sch würde dir ja raten, überhaupt keine Knöpfe in die Heber* aüge zu nähen, denn diese verderben beim Mangeln und Bügeln die Wäsche, weil sie Löcher hineindrücken. Auch herausnehmbare Knopfleisten erscheinen mir nicht so praktisch, sie werden verletzt oder verwechselt und machen auch mehr Arbeit, ich habe meine Knöpfe alle an den Barchent selbst genäht; und zwar habe ich an der einen Seite des Barchents einen drei Zentimeter breiten Streifen angesetzt, auf dem die Knöpfe sitzen und habe auf diese Weise, auch in fünf Jahren keinen Knopf anzunähen." „3a, das scheint mir sehr praktisch zu fein, Tante.' „Aus diesem schönen weiten Hnterrock mache entweder zwei, oder weil man heute so wenig Hnterröcke trägt, mache doch einen Vorhang um den Dabykorb daraus, das wirkt sicher reizend, es sind doch so hübsche Dalenciennesspitzen. Aus diesem Schweizerstickereiunterrock würde ich einen Vorhang für Den Schuhschrank im Schlafzimmer machen. Die feine Wäsche hier kannst Du ohne Sorge wieder tragen, wenn du unter die schütteren Stellen Wäschetüll unterlegst, dann reiht das Gestopfte nicht schon beim nächsten Mal Anziehen wieder. Aus Der alten Trikotwäsche toürDe ich mit Der HanD KinDerwäsche nähen, sie zieht nämlich Dann nicht so. wie wenn sie mit €er Maschine genäht wird. Wir können gut HemDchen unD Höschen aus Diesen Teilen herausbringen. Den weiten unD langen HemDen von dir schneiden wir den altmodischen Koller ab unD machen durch Annähen von Kimonoleibchen bequeme und hübsche Nachthemden, und zu diesen neuen Oberteilen lassen sich doch gleich die Nachtjäckchen hier verwenden. Die Spitzen trennen wir vor- ' sichtig ab, schneiden die Teile zu und setzen sie mit den angetrennten Dorten wieder zusammen und verzieren sie auch wieder mit den Spitzen. Die ausgefransten Herrenmanschetten stopfen wir lose, so daß der Stich nicht' durch den Hm- schlag geht, trennen sie oben ab und nähen sie umgekehrt wieder an, so daß die ehemalige innere Stelle Der Hmsschlagmanschette jetzt außen ist und das Gestopfte jetzt unsichtbar innen. Du wirst sehen, welcher Erfindergeist über uns kommt, wenn wir uns gleich morgen an die Arbeit machen." in Männern verkleideten undefinierbaren Wesen, aus Sportgirls um jeden Preis, wieder zu Frauen und wieder zu Samen. Senn weiblich ist die neue Mode, sie ist auch Da m en ha ft und will aus uns königlich daherschreitende Samen machen. Und dies ist in unserer Zeit der wachsenden Selbständigkeit der Frau und ihrer erwachenden Selbstherrlichkeit gar nicht einmal so sehr Verkleidung. Aber da wir und mit uns Die Modeherrst' er in Paris Angst haben, allzu offen unser wahre Gesicht zu zeigen, so wird danach gesucht, unserem Wesen nach«außen hin auch etwas Rührendes und Kindliches zu verleihen, eine Weichheit der Linie und der Modellierung. Königlich aufgedonnerte Kleider mit süßen lockigen Frisuren oder das Köpfchen von einem weichen Hut umspielt und umrahmt, so wird die Frau in diesem Jahr auftreten. Aber ob sie wirklich, wie man es allerorts ankündigt, auch dick wird, das ist und bleibt zweifelhaft. Viel eher ist es anzunehmen, daß, wenn Die Mode auf ihrem neuen Standpunkt besteht, gewiße Hilfsobjekte gebraucht werden bürten, wie Büstenhalter entsprechender Art oder auch Krinolinröcke, wer weiß. Vorläufig sind es Drei Gebiete, die einen enschie- Denen Umschwung erlitten haben, die Taille, Die Frisur und Der Hut. Sie Taille ist auf ihren natürlichen Ort hinauf- gerückt. Sas bewirkt, daß Die natürlichen Rundun- gen Der Frauengestalt hervortreten, was an unD für sich Die Gestalt weiblicher erscheinen läßt und dort, wo Die Natur nicht sparsam gewesen ist und die Massage und das Turnen nicht nachgeholfen haben, Die Frau Direkt Dick erscheint. Seshalb ist wohl Diese Mode noch nicht ganz DurchgreifenD, viele Frauen älterer Jahrgänge glauben doch noch, besser Dabei za fahren, wenn sie ihre üppigen Reize verdecken, sie tragen Kleider, die zwar in Den Hüften anliegenD sind und nach unten hin in breiten Volants und Godets auslaufen, nicht aber Die starke Rundung der Hüften allen Augen preisgeben. Sie Mehrzahl Der Kleider aber hat eine Taille, und Diese wirD noch von einem Gürtel unterstrichen. Saß Die Klei- der länger werden, ist nicht mehr neu; Abendkleider besonders sind durchweg lang, sogar hinten sehr lang, und nur ganz schwere Kleider aus Flitter dürfen etwas kürzer fein, denn sie wären sonst überhaupt dem Untergang geweiht. Sie Abendkleider werden nach wie vor aus den herrlichsten Stoffen verfertigt, die Spitzenkleider bewahren ihr vorjähriges Ansehen. Ser Ausschnitt, Der an manchen Kleidern vorn ganz wegfällt, vertieft sich immer mehr im Rücken. Obwohl alle Farben und Nuancen zulässig sind, wird man wohl vorwiegend Schwarz tragen. Sie schwarzen Kleider aus Tüll praktische Wäschewinke Von Erna Horn. 'fehlen. Durchschnittlicher Auftrieb 700 Pferde aller Rassen, auch Schlachtpferde; gröhte Auswahl u. beste Gelegenheit f. Kauf od. Tausch. Ein Besuch dieser Märkte ist zu Der Handel Sonntags verboten. laoe Ingenieur-Sc hule u?., MiscninenoaaElettro-] ÄhlL. tecnmUiocn-u. Tiatoaa. Tonmousina. ST „..11, Shd'J'wt.LenrrlAnefrtL | Wo lassen Sie arbeiten? 7934D Mein Geschäft bietet Ihnen Gewähr u. übernimmt Garantie für tadellosen Sitz Schneidermeister Bome wa||t°rstraBe Ihr Maßanzug muß so gut sitzen, daß Ihre Bekannten fragen: Neue Bücher Original Sack H. Rupp. 7931V Müller. Stück ab hier. Garantie für prima pro 8088D dieser Art. öiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiin 15. Oktober 6 Uhr. 8225V tlere, beste Fresser, sowie gesunde Ankunft nach 14 Tagen nach Empfang. 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Spannen und Strecken des Körpers, Weiten des Brustkorbes muß mit der Einatmung, ein Lösen, Zusammensinken des Körpers und Verengen des Brustkorbes mit der Ausatmung erfolgen. Trotzdem die Körperschule künstliche Formen zur systematischen Durchbildung des Körpers geben muß, soll sie einfach und möglichst naturhaft bleiben. Alles Suchen nach Mannigfaltigkeit der Hebungen, nach immer wieder neuen Formen muß zur Künstelei führen. Rindvieh- und Schweinemarkt. 9lm Dienstag, dem 8. Oktober finde! tn Gedern Rindvieh- und Ecbweine- markt statt. Auftrieb, von 7*/,—8‘ 2 Uhr. Gedern, den 23. September 1929. Hess. Bürgermeisterei Gedern. Höhere Privatfchule Darmitadt Fernfprecher 1512. Grüner Weg 19. Unterricht nach den Lehrplänen des hu manistischen Gymnafiums, d. Realgymnasiums u derOberrealschule. Gründliche Vorbereitung zu allen Schulprüfungen. Sprechftunde: Werktägliche von 15 bis 17 Uhr. Beginn des Winterhalbjahres: 1Jagdhund gesucht. Hch. 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Diese Unkenntnis der Reichsverfassung kann gerade in einem Staatswesen mit allgemeinem Wahlrecht höchst unerwünschte Folgen zeitigen. Zeder Staatsbürger sollte es daher als seine vornehmste Aufgabe betrachten, sich mit den Bestimmungen der Reichsverfassung und der Organisation des Reiches vertraut zu ma- chen. Der Text der Reichsverfassung setzt allerdings die Kenntnis zahlreicher juristischer Fachausdrücke voraus, die dem Laien nicht geläufig sind. Um so mehr Beachtung verdient die vorliegende Einführung des bekannten Gießener Staatsrechtslehrers in das ReichsAerfassungs- recht. Sie gibt in leicht verständlicher Darstellung und ohne juristische Kenntnisse vorauszusetzen, eine klare Uebersicht über alle wichtigeren Bestimmungen der Verfassung, die in vier großen Hauptabschnitten, Reich und Länder, Staatsgebiet und Staatsangehörige, Reichsorgane und Willensäußerungen des Reiches, in aller wünschenswerten Ausführlichkeit erläutert werden. Da der Verfasser dabei auch auf die geschichtliche Entwicklung und die verschiedenen Auslegungsmöglichkeiten der einzelnen Bestimmungen eingeht, wird dieses Büchlein nicht nur dem Laien als Einführung dienen, sondern auch von den Studenten der Rechts- und Staatswissenschaft als eine sehr erwünschte Zusammenfassung und Erläuterung der verfassungsrechtlichen Bestimmungen begrüßt werden. — Deutscher Almanach für das Jahr 1 930. Herausgegeben von Erich Ebermayer. Ausstattung von E. R. Weih. 234 Seiten auf holzfreiem Dickdruckpapier und 9 Bilder auf Kunstdruckpapier. 3n vornehmer Ausstattung 1,50 Mark. Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig. (376) Dieses Jahrbuch unterscheidet sich von vielen anderen Verlags-Almanachen dadurch, daß es hauptsächlich abgeschlossene Originalbeiträge ent- Frankfurt am Main Pferde-Märkte 7. Oktober, 2. Dezember. Drillmaschinen neuester Konstruktion Pflüge mit neuert. 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Im abgelaufenen Vierteljahr (Juli bis September) wurde die hier stationierte Gemeindekrankenschwester insgesamt zu 520 Krankenbesuchen, 22 Nachtwachen, 11 Ganztagwachen und 2 Halbtagwachen,- sowie zu einem Krankentransport nach auswärts herangezogen. Diese Zahlen bringen den Beweis, wie segensreich diese soziale Einrich- *sä «**il* Ktot® 05 Neue bM 'M Ä bie £”;.S Tfie ein Schultnädel. .....Jbxartundfrifch ift ihre Jfaut!I)as verdankt fie derforgfcunen pflege mit PFEILRINGCarwlin. CREME. Diefe fett Dielen Jahren bewährte Sägesund Macht-Creme macht jede JCaut pfirftch$art und fammetrveich. Sie gibt ihr einen rofugen, Schimmer und angenehmen DufL- Hach Sie können einefofchöne,iugendfrifcha duftende 2faut haben 'DennPFElLRINGfanolin CREME bekommen Sie überall. Tragen Sieftets nachPFEURlNG Fanoli/i CREME. Es gibt nichts ßefferes! M -2LL1 (U| heben die Ferkel der schweren westsält- hält. Der Verlag Reclam, der sich in den letzten Fahren durch die Herausgabe seiner Sammlung „3ungc Deutsche" besondere Verdienste um die jüngste Dichtergeneration erworben hat, vereint hier eine größere Anzahl Rovcllen, Essays und Gedichte der bedeutendsten jungen Autoren. Cingeleitet wird der Deutsche Almanach durch ein geistvolles Essay Otto Heufcheles über „die Sendung des Dichters in Zeit und Ewigkeit". „Ein Ruf an die Herzen der Rachkriegs- jugend" von Werner Deubel schließt das Jahrbuch ab. Mit Rovellen und Erzählungen sind neben dem Herausgeber Erich Ebermayer noch Klaus Mann, Hermann K e st e n, Hanns Julius Wille, Georg Grabenhorst, Martin Deheim-Schwarzbach, Georg von der Dring, Hanns I o b st u. a. vertreten. Dazwischen sind Gedichte von Wolfram Brockmeier, Maria Luise Weißmann, Manfred Sturmann, Joachim Maaß, Otto Drües eingestreut. Die Auswahl beschränkt sich also keineswegs auf die Autoren des Verlages Reclam, sondern der Deutsche Almanach gibt tatsächlich einen Querschnitt durch das Gesamtschaffen der jungen deutschen Dichtergeneration. Die Kunstdruckbeilagen enthalten Reproduktionen hervorragender Gemälde und Skulpturen von Karl A l b i k e r, Renöe S i n t e n i s, Kadk Hofer, E. R. Wei h, Albert Haueisen, Wilhelm G e r st e l, einige künstlerische Photographien von Karl Blohfeld und ein Beispiel moderner Architektur nach Entwurf von Heinrich Tesse- n o w. — Der Preis ist im Verhältnis zum Gebotenen sehr gering. — Die Wengelohs. Geschichte einer Post- familie. Roman von Felicitas Rose. Deutsches Verlagshaus Dong & Co., Berlin W 57. Ganzleinen 6,50 Mk. —(463) — ®ine Stadt nahe der Heide und die Heide selbst bilden den Hintergrund des Romans, der in der Welt und in den Kreisen der Post spielt. Er stellt das Glück und das Leid zweier Familien dar: des Oberpostdirektors von Wengeloh und des schlichten Briefträgers Kernholz, zweier Männer aus verschiedenen Schichten, die sich aber in ihrem aufrechten und verinnerlichten Wesen berühren. Ernst und Humor wechseln in diesem handlungsreichen und fesselnden Roman miteinander ab. Das Buch ist vom Verlage würdig ausgestattet. ichen Ausführungen zui entnehmen tetr iw W Oberschule für das - das Ucbungsleilennncn einreichMgesM SÄ» Oberheffen. Kreis Alsscl». Alsfeld, 4. Oft. Stadtvorstands- jihung. In einer als dringlich erklärten Sitzung Gefaßte man sich mit der Vermietung des ölten Elektrizitätswerks, das seit dem Anschluß der Stadt an das Ueberlandwerk Oberhessen stillgelegt und verpachtet war. Nachdem sich die mit der Firma Rockel & Co., Haarstumpenfabrik in Alsfeld, eingeleiteten Verkaufsverhandlungen zerschlagen haben, trat man in Verhandlungen mit der Mechanischen Kleiderfabrik Gg. Dietrich Bücking in Alsfeld, die das Werk zur Vergrößerung ihres Betriebs mieten will. Diese Firma mietet die Räume auf 5 Jahre, mit Ausnahme derjenigen, die zur Zeit als Feuerwehrgeräteraum dienen, zum Preise von 1510 Mark jährlich. Der darüber vorgelegte Mietvertrag wurde genehmigt. Das seitherige Pachtverhältnis mit der Firma Aug. Ernst Waldeck wird vom 1. Oktober 1929 ab aufgelöst. — Die Wohnungsangelegenheit des zweiten Geistlichen hat den Stadtvorstand in letzter Zeit schon mehrfach beschäftigt. Sie hat sich zu einem Konflikt mit dem Landes- k i r ch e n a m t entwickelt. Dieses verlangt von der Stadt, daß sie nunmehr auf Grund früherer ver- traglicher Verpflichtungen ein zweites Pfarrhaus käuflich erwirbt, während der Stadtvorstand in einem städtischen Hause am Bahnhof dem zweiten Geistlichen eine schöne Wohnung von 9 Zimmern, 3 Kammern und 2 Küchenräumen zur Verfügung stellt, die er als ausreichend erachtet. Die Kirchen- rcgierung lehnt aber diese von der Stadt vorgeschlagene Regelung ab und verlangt Ankauf eines Pfarrhauses. In der heutigen Sitzung wurde be- schlossen, auf der von der Stadt getroffenen Regelung zu beharren und die seither für den zweiten Geistlichen im Hause der Val. Berck Witwe gemieteten Wohnung zum 1. November l.J. zu kündigen. — Errichtung einer Kraftpostlinie Alsfeld — Lingelbach: Nachdem sich die vor einem Jahre eingeleiteten Verhandlungen zur Errichtung einer Kraftpostlinie Alsfeld—Breitenbach am Herzberg infolge Nichtbeteiligung der letztgenannten preußischen Gemeinde zerschlagen hatten. MMickmlMW des Landwirtschastskammer - Ausschusses für Oberheffen in Lauterbach, am Mittwoch, 9. Oktober 19W. Zur Verstetoerung find gemeldet rund 60 Bullen der hessischen Fleckotehraffe. Beginn d. Versteigerung 11 Uhrvormittags. Gemeinden und Zuchtgenoffenschasten ist hier beste Gelegenheit geboten, gute Zuchttiere zu erwerben. 7942V Gießen, den 26. September 1929. Landwirischaftskammer-Ausfchuß für Oberhessen. '"Mi. . gesamte «S? »..rfJJ. öu.einnn freu. &«< HM & b‘€ Steigerung ber .ote durch Leibesübuna teM. die leben« Weben m der De« Don Bewegung erfüllt J 'le sonnt und kräftigt rt^, Leistungsfähigkeit äderen Wfc Arbeitsweise, die bevorzugt die heutige lmische Betriebsart. Die ein lebhaftes hin« und die Halte dadurch nicht n. Das Festhalten einer ordert eine feine Heroen« nd gibt der Muskulatur Für die kräftigste ers wird darum die Halte Segensah zu früher heute alten, mehr eine Durch« gung darstellt - immer Der Zweck, der durch erden soll, muß über dis Arbeitsweisen entscheiden, wolle Gestaltung der Ar- Körperschule alle Arten ig, langsame und schnelle, zügige, fliehende, schwin- X Bewegungen verwenden öchwungtwwegung, die siark ) in der Körperschule der toetben müssen. ?r heutigen fiötyerfd)ule Wegmrgen, grosse unt=- die den Körper in Vv.vr vor allem hacke Aump,- früher fast nut onge» gen haben heilgMMi.- inb nur dann anzuwend:n, «he einiger Wusielgruppen »i« ^7das^f1ikL nd w111. f man ok Ve>' -iL-rS»- . und v» , Qu E „ii "x-d-k si r^^inu^ 0 AllM und alle and. Zylinder- W Knrbelwellen schieden. ■ Einbaufertige Kolben. Anfertigung aller Einzelteile. Präz.-Werkstätten. SEEGER & CO., Frankfurt a.M.W13 Adalbertstraße 48, Tel. Maingau 72070 u. 75361. 26-30 „ 30-34 „ 34-40 „ ist nunmehr von der Oberpostdirektion Darmstadt die Linie bis zur Ortschaft Lingelbach im Nachbarkreise Ziegenhain geplant. Es wurde beschlossen, der geplanten Kraftpostlinie zuzstimmen, die auf die Stadt entfallende Garantiesumme von 11000 Mark wurde für ein Jahr bewilligt. Wie der Vorsitzende dabei bemerkte, haben sich die von Alsfeld ausgehenden fünf Kraftpostlinien recht günstig entwickelt, so daß der Zuschuß der Stadt immer geringer wird. — Für die Jubiläums st istung ehemaliger Alsfelder Realschüler sind zwei Mitglieder des Kuratoriums aus der Stadt- oertretung zu wählen. Es wurden hierfür die Herren V o oe b e r g und Raab als ehemalige Schüler der Oberrealschule gewählt. — Unter M i t- teilungen gab der Vorsitzende ein Schreiben der Provinzialdirektion Oberhessen bekannt, daß für die von der Stadt dringend gewünschte Teerung der Provinzial st raße Alsfeld — A l« 8-10 „ 10-12 „ 12-15 „ J kaufen Sie jetzt zuautzergewöhn- lieben Sommer- LML preisen.Ich liese- V v Vf re Pelzmäntel u. alle Fellarten an Beamte. Lebrer, Festangestellte, Selbstkausleute ufiv. gegen 1(> bis 12 Monatsraten, ohne jeden Ausschlag. In den nächsten Tagen wird der dies. Platz u. Umgeb, bereist u. bitte ich um Bekanntgabe, roor. Interesse vor!., worauf unverbindl. Bertreterbesuch tn. reichh.Musterollekt. o.Fohlen, Ntaul- wurf,Pechantcki,Seal-Elektrtk sowie Füchse.Wölfe u.Skunkse erf. Berufsang. erw. Zuschr. u. 8266V a. d. G.A. ' Metall- Dnffon Stahl- Holz- Dvllvll matratzen ■■ Kinderbett en.Polster.Sch la fzimmer,Chaiselongues Ul an Private, Ratenzahlung. 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Es sind über 60 Bullen der hessischen Fleck- viehrasse angemeldet, die vorwiegend aus den bekannten Zuchtgebieten der Kreise Lauterbach und Alsfeld stammen. Bei 15 Bullen stehen die Mütter unter Milchleistungskontrolle. Zu dieser Zuchtoieh- versteigerung dürfen nur in das Herdbuch eingetragene und zur Versteigerung zugelassene Faseltiere aufgetrieben werden. Gemeinden und Zuchtgenossenschaften ist bei dieser Versteigerung reiche Auswahl und beste Gelegenheit geboten, ihren Bedarf an guten Zuchtbullen zu decken. Man beachte die Anzeige. Von der Trauung in den Tod. WSN. Kirchhain, 4. Okt. Heute vormittag wurde der 23jährige Landwirtssohn Fritz Al« brecht aus einem Dorfe bei Kirchhain getraut. Gleich nach der Trauung fuhr er mit seiner 22jährigen Frau auf dem Motorrad nach dem Heimatdörfchen zurück. Auf der Frankfurter Landstraße fuhr er mit großer Geschwindigkeit a u f einen Motorpflug auf. Bei dem Zusammenprall explodierte das Motorrad. Der Mann wurde furchtbar verstümmelt. Die junge Frau wurde aus dem Beiwagen unter den Motor- pflüg gedrückt und buchstäblich zerquetscht, so daß auch bei ihr -er Tod augenblicklich eintrat. Ohne Vitamine im Juffer if< keine ungestörte Entwickelung des tierischen Körpers möglich. Mangel an Vitaminen erzeugt Knochenerkrankungen, Wachstumsstillstand, Anfälligkeit für Krankheiten, Produktionsrückgänge u. dal. Von allen Vitaminpräparaten hat sich der Dorschlebertran voll bewährt, lieber« raschende Vorteile kann er aber nur bringen, wem er biologisch kontrolliert ist und als Emulsion,^r- abreicht wird. Eine . erfolgreiche, an Nährwrten höchstkonzentrierte Viehlebertran-Emulsion.st M. Brockmanns „Osteosan". Genaueres hierübr kann jeder Interessent aus der soeben erschienene 3. Ausgabe von „M. Brockmanns Ratgeber für Tierhalter und Züchter" erfahren. Das Buch wird \ allen einschlägigen Geschäften oder direkt von MFrockmann, Ehern. 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Vach einer Darstellung des 3n- ßluts für Konjunkturforschung sind die erteilten Dohnungsbau-Hypotheken von 955 Mill. Mark ibnt Januar bis September im Jahre 1928 auf V.5 Mill. Mark im gleichen Zeitraum des Jahres 1929 zurückgegangen, also insgesamt um rund 16J Mill. Mark. Im dritten Vierteljahr dürften kluin mehr als 80 bis 90 Mill. Mark aufgebracht Horden sein, gegenüber rund 345 Mill. Mark im Durchschnitt der ersten zwei Vierteljahre. Diese Abnahme ist vor allem darauf zurückzuführen, 616 die Kreditgewährung der HYPo - t^ckenaktienbanken und der öffent- lch-rechtlichen Kreditanstalten w e- smtlich nachgelassen hat. Diese Institute hißen von Januar bis September d. I. etwa 525 Mill. Mark. d. h. rund 360 Mill. Mark inniger als in der gleichen Zeit des Jahres 1928, an städtischen Hypotheken (auf schon länger brsichende Wohngebäude, gewerblichen Grund- bksih und Wohnungsneubauten) ausgeschüttet. Obwohl ein stetig wachsender Teil der Hypotheken der Vodenkreditinstitute auf Wohnungsneubauten gewährt wird, bleiben auch die auf Wohnungsneubauten gewährten Hypotheken erheblich hinter denen des Jahres 1928 zurück. Die Spar- faffen, die stärker hervorgetreten find, konnten den Rückgang in der Gewährung der Doden- licditinstitute bei weitem nicht ausgleichen. Der Ausfall an Hypothekarkrediten muhte, da sich die Dohnungsbautätigkeit dieses Jahres bis jetzt annähernd auf Vorjahrshöhe gehalten hat, durch verstärkte Inanspruchnahme kurzfristiger Kredite ausgeglichen werden. Der Tctrag dieser Zwischenkredite ist nach dem Onftitut für Konjunkturforschung zur Zeit mit tu n & i/2 Milliarde M a r k zu veranschlagen. Sa ein Teil der Vodenkreditinstitute infolge des stockenden Pfandbriefabsahes nicht in der Lage ist, die früher zugesagten Hypothekendarlehen jetzt auch tatsächlich auszuzahlen, stellen sich der Ablösung der bereits fälligen Zwischenkredite Schwierigkeiten entgegen. Die Zwischenkreditinstitute können somit diesen Teil ihrer Ausleihungen nicht Lieder für andere Dauten zur Verfügung stellen. Sie Stockung im Zwischenkreditgeschäft dürfte sich vor allem in einer Verzögerung der Vau- bcginne während der nächsten Monate aus- Lirken. Die Aussichten für die Wohnungsbau-Finanzierung um die Jahreswende 1929/30 sind noch ungünstiger als in den vorangegangenen Monaten, da vorläufig mit einer ^Belebung im Beleihungsgeschäft der Bodenkrxdit- insiitute nicht zu rechnen ist und auch die Sparkassen kaum eine noch stärkere Ausdehnung der Äeubeleihungen werden vornehmen können. Wochenbericht oom Frankfurter Produktenmarkt. Auch in dieser Woche war das Geschäft am Sranfiurtcr Produktenmarkt wei'er sehr ruhig und klein. Die anfangs schwache Veranlagung Lcc Weltgetreidemärkte löste auch hier stärkere Zurückhaltung und Lustlosigkeit aus. Der am 1. Oktober in Frankfurt a. M. abgehaltene Getto! behandelst ag brachte etwas mehr Belebung in das Geschäft, wobei auch die festen Ausland- Lörsen vom Montag wesentlich dazu beigetragen haben dürften. Der Besuch des Getreidehandelstages war gut; besonders aus dem Rheinlande, aus Mittel- und Süddeutschland; auch Berlin und die Wasserkante waren gut vertreten, während d.e Anteilnahme des Ostens minimal war. Die allgemeine Wirtschaftslage bewirkte eine gewisse Zurückhaltung der Käufer, trotzdem — wie fäon oben erwähnt — wider Erwarten feste Auslandkurse Vorlagen. In Jnlandweizen war verhältnismäßig geringes Angebot; Mühlen uni) Händler traten hier stärker als Käufer hervor, so daß die Preise um eine viertel bis eine halbe Mark höher tagen. In Roggen waren Angebot und Rachfrage klein. Der Preis konnte sÄ nur um 10 Pfennig höher stellen. Das Vehlgesckäft lag weiter vernachlässigt,ebenso der Fut^termittelmarkt. Rur in Rog- Mviehl fanden zu veränderten Preisen kleine 2?i>arfdfäufe statt, wobei billige Roggenmehle bevorzugt bleiben. Hafer war ziemlich knapp angeboten und in feinen Qualitäten vereinzelt etwas höher bezahlt. Gerste ist in guten Qualitäten von Drauereiseite etwas gesucht, bei jedoch unveränderten Preisen. Geringes Material bei- reichlichem Angebot vernachlässigt. Auch zum Wochenschluß konnte sich das Geschäft mangels jeglicher Anregung nicht beleben. Im Vergleich mit den Rotierungen der vergangenen Woche konnte Weizen um eine viertel bis eine halbe Mark, anziehen, während Roggen, Weizen- und Rogaenkleie eine viertel Mark niedriger lagen. Gerste, Mais, Hafer und Mehle blieben gut behauptet. Die Woche schloß zu folgenden Votierungen: Weizen 24,50 bis 24,65; Roggen 19,15 bis 19,25; Sommergerste 20,75 bis 21,00; Hafer 18,75 bis 19,00; Mais 19,25 bis 19,50; Weizenmehl, südd., 37,25 bis 38,00; Weizenmehl. niederrh., 37,25 bis 28,00; Roggen- mehl 27,25 bis 29,00; Weizenkleie 10,75 bis 10.90; Roggenkleie 11,00 bis 11,10; Erbsen 35,00 bis 48,00; Linsen 45,00 bis 85,00; Heu, südd., 11,00; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 6,00; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt, 5,75 bis 6,00; Treber, getrocknet, 17,25 bis 18.00. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Der Beschluß der Danken, eine Dörsenreform in die Wege zu leiten und an der Börse bei weiteren starken Kursrückgängen nötigenfalls zu intervenieren, konnte nur vorübergehend die allgemeine Börsenstimmung bessern. Die zweite große Anregung und Sensation der Berichtswoche war der vollkommen unerwartete F u - sionsbeschluß der Deutschen Bank und der Discontogesellschast. lieber die Auswirkungen dieser Riesenfusion war man verschiedener Ansicht; der Bankenmarkt wurde naturgemäß am stärksten durch den Zusammenschluß beeinflußt, wobei Gerüchte auftauchten, daß nunmehr auch andere Bankinstitute sich in absehbarer Zeit zusammenschließen dürften. Man nannte vor allem die (Hamen der Danatbank und der Berliner Handelsgesellschaft, doch erwiesen sich diese. Gerüchte bald als haltlos. Ebenso trafen Vermutungen nicht zu, daß zwischen der Hapag und dem Vorddeutschen Lloyd erfolgreiche Annäherungsversuche unternommen worden seien. Immerhin gaben alle diese Gerüchte, wenn sie sich auch bald als falsch erwiesen, der Börse zunächst einen gewissen Auftrieb, so daß die Diskonterhöhung der Bank von England und der Ultimo trotz verschiedener, nicht unbedeutender Verkäufe keine zu starken ungünstigen Auswirkungen hatten. Die Börse verfiel jedoch schnell wieder in ihre alte Lustlosigkeit und Unsicherheit. Die andauernd angespannte Lage der internationalen Geldmärkte verstimmte stark, ebenso die meist schwache Haltung der Veuyorker Börse. Gewisse Besorgnisse erregte ferner die Entwicklung in der Innenpolitik im Zusammenhang mit der Reform der Arbeitslosenversicherung. Eine merkliche Unsicherheit ging auch von den trotz der Diskonterhöhung anhaltenden starken Goldabflüssen bei der Bank von England aus, und dis Angst vor der Möglichkeit einer neuen Diskonterhöhung in England schuf eine recht nervöse Stimmung. Die Spekulation schritt daher an manchen Tagen zu ziemlich großen Abgaben, auch Von feiten des Auslandes soll verschiedentlich Material an den Markt gekommen sein, der sich als wenig aufnahmefähig erwies, so daß auf den meisten Märkten nennenswerte Kursrückgänge eintraten. Don einer Jnterven- tionstätigkeit der Großbanken war anfänglich wenig zu merken, erst später soll von Bankseite Material ausgenommen worden sein. Diese Käufe konnten jedoch ein weiteres Abgleiten der Kurse nur vorübergehend aufhalten. Mit großen Kursverlusten traten vor allem Glanzstoff, Reichsbankanteile und J.-G.-Farben hervor. Auch Elektrowerte waren merklich schwächer. Am Bankenmarkt haben sich die Kurse der Deutschen Dank und der Discontogesellschast auf den beabsichtigten Aküentausch im Verhältnis 1:1 nunmehr vollständig ausgeglichen. Am Rentenmarkt gaben Veubesitzanleihe stärker nach. Zum Wochen- schluh stand die Börse vollkommen unter dem Eindruck des plötzlichen Todes des Reichsautzenmini st ers Dr. Strese- m a n n. Reue sensationelle Kurseinbrüche traten jedoch, entgegen vielfach gehegten Befürchtungen, nicht ein, wenn auch die Verluste nicht unbedeutend waren. Der Kurseinbruch wurde verhindert durch die Tätigkeit, die das Intervention s- k o n f o r t i u in nunmehr entfaltete, indem es den größten Teil der herauskommenden Ware aufnahm. Späterhin beruhigte sich die Stimmung etwas unter dem Eindruck der Tatsache, daß der englische Bankdiskont unverändert geblieben war. Am Geldmarkt trat für Tagesgeld eine gewisse Entspannung ein. Am Devisenmarkt war die starke Aufwärtsbewegung des Pfundkurses bemerkenswert. Gegen den Franken blieb der Kurs jedoch unverändert schwach. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Trotz des erheblich größeren Auftriebs in allen Viehgattungen (ausgenommen Kälber, die vollkommen unveränderten Auftrieb hatten) war das Geschäft in dieser Woche am Frankfurter Schlacht- Viehmarkt weiter recht gut. Die Metzger und der Export beteiligten sich wieder ftärfer am Geschäft, was sich namentlich am Rinder- und Schweinemarkt etwas mehr bemerkbar machte. Am Rindermarkt wurde bei regem Handel der Markt geräumt. Das angetriebene Vieh war mittlerer Qualität; gute Qualitäten waren sehr gesucht. Die Bewegung der Preise hielt sich in wenig veränderten Grenzen. Kälber wurden nach ruhigem Handel und etwas anziehenden Preisen geräumt. Am Schafmarkt war das Geschäft auch ruhig, doch machte sich für erste Mastlämmern und Masthämmel am Anfang der Woche starkes Interesse geltend, so daß gegenüber dem letzten Montagsmarkt Preissteigerungen bis zu 8 Mark die Folge waren, während geringe Qualitäten unverändert notierten. Am Vebenmarkt gaben die Preise für beste Lämmer und Hämmel jedoch wieder stark nach, so daß die Votierungen gegen den Vebenmarkt der vergangenen Woche eher etwas niedriger liegen. In Schweinen entwickelte sich wieder sehr lebhaftes Geschäft, es flaute jedoch zum Schluß staick ab. Die Preise lagen immerhin noch 2 Mark höher, als in der Vorwoche. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1808 Rindern, darunter befanden sich 369 Ochsen, 98 Dullen, 612 Kühe und 490 Färsen, ferner aus 1652 Kälbern, 731 Schafen und 4948 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der letzten Woche waren 256 Rinder, 176 Schafe und 33 Schweine mehr angetrieben, dagegen hatten Kälber unveränderten Auftrieb. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen A I 60 bis 62, A II 55 bis 59, B I 50 bis 54, Dullen A 54 bis 58, B 49 bis 53; Kühe A 46 bis 50, B 42 bis 45, C 37 bis 41, D 30 bis 36; Färsen A 60 bis 62, B 55 bis 59, C 50 bis 54. Kälber B 78 bis 82, C) 74 bis 77, D 66 bis 73. Schafe A 46 bis 49, B 40 bis 45, C 32 bis 39. Schweine b 90 bis 92, C 90 bis 92, D 90 bis 92, E 85 bis 90. Im Vergleich mit den Preisen der letzten Woche zogen Dullen, Kühe und Kälber 1 Mark und Schweine bis 2 Mark an, während Schafe 1 Mark niedriger lagen, und Ochsen und Färsen behauptet blieben. * GeringererKaliabsah. Die Abladungen der zum Deutschen Kalisyndikat gehörenden Kaliwerke im September betrugen 1 234 654 Doppelzentner Reinkali, gegen 1 408 461 Doppelzentner im gleichen Monat des Vorjahres. Die Abladungen von Mai bis September des laufenden Düngejahres betragen 4 831 470 Doppelzentner Reinkali, gegen 5 158 605 Doppelzentner in den ersten fünf Monaten des Düngejahres 1928/29. In den ersten neun Monaten des laufenden Kalenderjahres wurden von den Kaliwerken insgesamt 11 379 921 Doppelzentner Reinkali, gegen 11 552 433 Doppelzentner in der gleichen Zeit des Vorjahres versandt. * DeutscheDampfschiffahrtsgesell- schäft Hansa, (Bremen. Die Deutsche Dampfschifffahrtsgesellschaft Hansa, (Bremen, beruft auf den 24. Oktober eine a. o. G.-V., die über die Genehmigung der Aufnahme einer Anleihe in Verbindung mit der Erhöhung des Grundkapitals um den (Betrag von bis zu zehn Millionen Mark unter Ausschluß des Bezugs- rechtes der Aktionäre Beschluß fassen soll. Das bisherige Aktienkapital beträgt 32 Millionen Mark. Wie WTB.-Handelsdienst noch dazu erfährt, soll die Anleihe fünf Millionen Dollars betragen. Sowohl bezüglich der Anleihe, wie der Kapitalerhöhung sollen die Einzelheiten der G.-V. Vorbehalten bleiben. Berlin, 5. Ott. In Nachwirkung der infolge der Verflauung der internationalen Börsen gestern erfolgten Auslandverkäufe, wodurch der schwache Verlauf der gestrigen Börse erklärlich und der erst durch das Eingreifen des bekannten Jntenventionskonzerns etwas gemindert wurde, kam an der heutigen Samstagbörse noch weiter Material heraus. Schon im Freiverkehr wurden die Kurse überwiegend mit Verlusten genannt. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs erlitten die Kurse infolge der, allerdings nicht erheblichen, Verkaufsorders Abschwächungen von überwiegend 2 bis 3 v. f). Es mutz gesagt werden, daß die Geschäftstätigkeit sich infolge des schwachen Besuches, der durch den heutigen hohen jüdischen Feiertag verursacht wurde, in den engsten Grenzen hielt. Seitens der Banken erfolgten auch Aufnahmen, so datz nach den ersten Kursen eine Besserung Platz greifen konnte. Besonders schwach lagen anfangs Kaliwerte, bei Einbußen bis 4,5 v. H. Salzdetfurth gaben 8, Deutsche Linoleum 6,5 und von Elektrowerten Schuckert und Licht und Kraft über 4 v. H. nach. Von Spezialwerten sind ferner noch Schubert & Salzer mit minus 6, Polnphon minus 5, Bemberg minus 4,25 und Glanzstoff minus 8 v. H. zu erwähnen. Auslandabgaben waren heute nicht zu bemerken. Gleich nach den ersten Kursen setzten auf Deckungen und zum Teil auch auf Znterventions- käufe Besserungen ein. Am Anleihe- und Pfandbriefmarkt traten feine wesentlichen Veränderungen ein. Tagesgeld war mit 8,25 bis 10,5 v. H. etwas leichter. Monaisgeld unverändert 9,25 bis 10,5 v. H., Warenwechsel wurden mit etwa 7,75 v. S). genannt. Frankfurt, 5. Oft. Tendenz schwach. — In Anbetracht des heutigen jüdischen Feiertags war der Börsengewinn schwach, und das Geschäft bewegte sich in den denkbar e n g ft e n Grenzen. Die Umsatztätigkeit war sehr gering, so daß nur wenige Papiere zur ersten Notiz gelangten. Die Tendenz neigte weiter zur Schwäche, da infolge der Kursrückgänge in den letzten Tagen aus Kundschafts- und Auslandkreisen Material an den Markt gekommen sein soll. Außerdem verstimmte die schwache gestrige Neu- yorker Börse. Von Bankseite wurde anscheinend wieder ein Teil der herauskommenden Ware aufgenom- men. Die Kursgestaltung war nicht ganz einheitlich. Gegenüber der gestrigen Abendbörse betrugen die Kursrückgänge überwiegend 1 bis 2 v. H. Einen größeren Kursverlust erlitten Kali Aschersleben mit minus 4,5 v. H. Arn Elektromarkt verloren Licht und Kraft 2,25 und Schuckert 1,75 v. ,H. Chade-Aktien blieben behauptet. Siemens konnten jedoch auf Deckungen 3 v. H. gegen den schwachen Abendbörsenkurs anziehen. Am Chemiemarkt eröffneten Farben leicht gedrückt. Glanzstoff gaben um 2 v. H. nach. Montanaktien und Bankwerte lagen fast vollkommen geschäftslos. Soweit Kurse hier überhaupt zustande kamen, blieben sie behauptet. Glanzstoffaktien waren wenig verändert. Zellstoff- werte büßten bis 2 v. $). ein. Deutsche Anleihen still. Neubesitzanleihe etwas niedriger. Im Verlaufe stagnierte das Geschäft fast vollkommen, die Kurse gaben weiter nach. Farben sanken erstmalig unter 200. Siemens gaben ihren Anfangsgewinn wieder her. Nur Svenfka waren auf Deckungen merklich erhöht. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1967, gegen Pfund 20,399, London gegen Kabel 4,8600, gegen Paris 123,94, gegen Mailand 92,85, gegen Madrid 32,75, gegen Holland 12,1013. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 5. Oft. 2m Zusammenhang mit dem weiteren Produktionsrückgang in allen Staaten hatte der Frankfurter Eiermarkt weiter feste Tendenz. Der Absatz ist aber minimal, da der Konsum die Preise immer noch für zu hoch erachtet. Es notierten in Pfennig per Stück im Grotzhandelsverkehr: Italiener 14.5 bis 1'4,7, bulgarische 11,7 bis 11,8, holländische 13,2 bis 15, südslawische 12 bis 12,5, polnische 9,75 bis 10,75, russische 10,75 bis 12, dänische 12,5 bis 15, belgisch-flandrische 14,3 bis 14,5, französische gestrichen, rumänische 11,25 bis 11,5, schlesische gestrichen, bayrische 12 bis 12,25, norddeutsche 13,5 bis 14. (Auslandeier unverzollt ab Grenzstation, Jnlandeier ab Station.) — Tendenz: fest. Berliner Prodnktcnmarkt. (Berlin, 4. Ott. Die schwächeren Meldungen von den ausländischen Terminmärkten vermochten an der hiesigen Produktenbörse lediglich in den späteren Sichten einigen Eindruck zu machen, während Weizen zur prompten und Oktoberlieferung infolge des für Vovember verstärkten Dermahlungszwanges gut gefragt war und feinen Preisstand um 2 Mk. bessern konnte. Die Reports haben infolgedessen eine Verringerung erfahren. Roggen zur Oktoberlieferung wurde zwar gleichfalls anfangs 1 Mk. höher notiert, für prompte Ware waren jedoch nur gestrige Preise zu erzielen. Da das Mehlgeschäft heute keinerlei Anregungen bot. hielt sich die TImsahtätigkeit in 1 ziemlich engen Grenzen. Weizen- und Roggen- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. _________________Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskvnt 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. Atanlfurt a 'Di. Berlin /xranlrurt a M. Berlin Frankfurt a M. Berlin Berlin, 4. Oktober iSeld Brief Schluß- Kurs i-UDr Kur" Schlutz-l Anfang. Kure | Kur? Schluh- KurS 1-Utir Kur» Schluh'l Anfang- Kur? Kur? Schluß. Kurs i-Uhr Kure Schluss- Kure Anfang- Kur.' französische Noten.... Hollänoische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Oesterr , ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten...... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten ... Devisenmarkt Berlin Telegraphische 16,425 167,99 21,94 111,78 58,85 2,48 112,25 80,785 62,07 12,365 72,97 -Frankfur Auszahl 16,485 168.64 22,02 112,14 59,09 2,50 112,69 81,105 62,31 12,425 73,27 t a. M. ing. _________________Tatuin 4.1 !. 5 10. 4.10. 5.10. Datum 4-10. 5.10. 4.10. 5.10. Datum 4.10. 5.10. 4.10. 5.10. V’k Dl. Relchsonleihe v. 1927 . Et Mll.-Abws.-Schuld mit Au» bs-Rechten........ Lvgl.ohne AuLlos.-Rechte . . . ^ffkanks. Hvv -Bk. Goldpf. un lindbar bis 1933...... ■ 34% Rhcinilche Hyp.-Bank fiiqu •ollpf............ : L60. aba. Borkrtegs-Obligation, üüzahlbar 1932 - . . ^Schweiz. Bunderb.-Ant.» . . - ®k D(lteneid)l|d)c Goldrte.. . . -i,t% Oesterr. SUberrte..... A Oesterreich. einhetU. Rte . - Ungar!Irfje Goldrte...... Ungarische Staatsr. v. 1910 ~ ii'o tcsgl. von 1913 ..... Z,Ungarische Kronenrte.. . - O.rliit. Zollanleihe v. 1911 . . ' Türkische Bagdadbahn-Anl., Serie l ........... «Ä hcSgl. Serie II...... SHumänen conbert. £Rle. . . Numäuen Goldanl. von 191.’ M» Deutsche Eisenbahn . . »y, gorbiiTfl-ymerifa Paket ... 7 üflrb..sfibam. Dampslch. . . 8 ö-na2amvfschili.....10 ^vNbeiiischcr Lloyd.....8 ''t ig Deutsche ErcdilanK. . . 10 Enwer Bankverein .... 10 tonet Handelögeselljch. . . 12 und Pcival-Bank . 11 Sowsi.u. Nationalbant . . 12 Seijdie Bank ......10 2 chntr-Gesellschast Aut.. . 10 ürefi>ntt Bank......10 iritkilfrin t.........8 87,5 53,55 9,3 85,5 76,1 88 28 2,55 2 22,5 22 1,9 7,3 7,2 7,2 7,3 14,25 105,75 124 124,5 175 -63,75 161 161 i56,5 U» MO» “ ^22 1 S 1 C IS i i S 1 Illi III 1 1 1 1 1 1 1 1 1 511 1 87,5 53,7 9,5 27,9 2,45 22,5 20 1,95 7,4 7,4 7,4 7,35 14,3 115,25 155 106,75 124 124,5 203,5 175 264,25 162 162 157 53,25 9,3 28 22,5 - 114,5 152,75 106,25 124,5 124,5 202 175 264 161,5 161,5 156,5 A.E.G............- Bergmann.........- (Sieht. Lieferungen.....10 Licht und Krast......10 gelten L Guilleaume. . . . IVi Gei. s. Elcktr. Untern.. ... 10 Hamb. Elektr. Werke .... 10 Schein. Elektr.........9 Schics. Elektr........10 Stuckert.........11 Siemens & Halske.....16 Trancradlo..... 8 LahNtever 4 So.......10 Buderus.........6 Deutsche Erdvl.......6 Essener Steinkohle ...... p Gelsenkirchener ....... 8 Harvcner..........0 Hoesch Eisen........6'a Ille Bergbau.......1° Klbcknerwerke........ Köln-Ncuessen........7 Mannesmann....... . 7 Mansselder.........'< Obers ch'.es. Eisend, ©ebatf. . . Oberschlei. KokSwerke.....7 Phönix Bergbau......6V> »ihcinijche Braunkohlen... 10 »thelnstahl.........6 Stiebeck Montan......7 Bereinigte Stahlw..... Oiavi Minen......16'/» Katt AicherSleben.....1- Kali Welleregeln......io Kaliwerk Salzdetfurth ... 15 I. ®. Narben-Industrie ... n Dynamit Nobel.......6 Scheldeanstalt......... Goldschmidt ........b RütgerSwerte........6 MetaUgeselllchast.......s 181 zlO 185 125 182 203 346 174 133,25 137,5 212 iC4,5 100,5 260 11,75 HO 368 201 145 70 75,5 124 8 3= 5m LS ii^ i iS.is i s i i i i 1 i i i । i i i i i esi I i i l ssi I i 182,5 212,5 163,25 186,25 125,5 183,25 133 141,5 173 204,25 351 132,75 173 65,9 107 133 134 138,5 119,5 212,5 108,5 118 10G,75 129,25 73,75 99 101,65 260 111,9 116,D 110,13 67 220 223,5 371 201,5 95 70 74,5 124 181,25 209 161,5 181,5 124 180,5 131,25 141 170,4 200,25 348 65 105,5 133,5 137 111,13 107,5 115,25 104,9 129,75 73 97 103,6 256 110,25 110 66,75 216 219 363 200,25 68,25 73,5 124 Philipp Hofmann......< Heidelberger Eement .... 1<' (Semem Karlstadt ..... 1° Waob 4 Freitag...... 8 Schultheis Patzenhofer ... i:> ONwerke.........12 Ber. Glanzstoff......18 Bemberg........." Bellflofi Waldhof .... 13% Zellstoff Aschafj.nburg ... .2 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer Gas........9 Daimler Motoren......> Deutsche Maschinen-Jabrit . . .Iblrrroerte Äteuer......( Luvw. Loewe.......1« 9?al. Automobil . . ...... f Lrenstein 4 Koppel.....6 Leonhard Tieg......10 Bamag-Megutn ....... 0 Frankf. Maschinen......4 Griyner...... 6 Heyiiaenstaedt .......> IunghanL......... . 6 Lechwerk-.........t Mainiraftwerke.......k Miag...........io Aekariulmer........t Peters Union........8 Gebr. Roeder.......r Boigt 4 Haesfner......9 Südd. Zucker.......10 Dani 92 177,5 95 267 38 39,5 >3,75 50 105,75 165.* 125 108 222 154 *noten , 31 1 1 II 1 1 1 1 1 1 1 1 । 1 1 1 1 1 1 । 1«।5I ' Illi 92,25 95,25 288 226 269 216 220 142 98,25 174,5 39 48,25 40,25 182,25 77 188,25 47 55 50 125,5 222 154 90 286 224.5 261 211,25 219 96 173,5 3 ,25 47,75 40 178,25 76,5 187 125,5 4. Oktober 5- Oktober Amtliche Notierung (Selb 1 Briet Amtliche (5)eld Dotierung Brief Amft.» Rott. Buen.-AtreS Brss.-Nntw- Christiania. Kopeubagen Stoikbolni . HelsingforS. Italien. . . London. . . s':eunort . . Paris.... Schwei; .. Spanien. . Japan . . . Rio de Jan. Wien tu T-- Oesi. abgest Prag Beltrad . . Budapest. . Bulgarien Lissabon . Tan;ig. . . Konst-lNtin. Alben. . 168,32 1,757 58,39 111,88 111,91 112,41 10,537 21,94 20,375 4,191 16,43 80,91 62,22 1,998 .4975 58,93 12,412 7,388 73,12 3,035 18,78 81,45 2,026 5,425 168,66 1,761 58,51 112,10 112,13 112,63 10,557 21.98 20,415 4,199 16,47 81,07 62,34 2,002 0.4995 59,05 12.432 7,402 73,26 3,045 18,82 81,61 2,030 5,435 168,33 1.758 58.40 111,85 111,92 112.41 10,536 21,94 20,377 4,192 16,435 80,93 62.19 1,998 0.498 58,92 12,41 7,384 73,11 3,035 18,78 81,42 2,025 5,43 168,67 1.762 58,52 112,07 112,14 112,63 10,556 21,98 20,417 4,200 16,475 81,09 62,31 2,002 0,500 59,04 12,43 7,398 73,25 3,041 18,82 81,58 2,029 5,44 Berlin, 4. Oktober Geld Brief Amerikanische Noten..... 4.178 4.198 282 — 282 283 124 Belgische Noten ...... Dänische Noten........ Enallschc 9lotcn........ 58,26 111,73 20,344 58,50 112,17 20,424 Cmiada . Uruguay. . Cairo . . 4,152 4,096 20,892 4,162 4,104 20,932 4,153 4,096 20,895 4,161 4,104 20,935 - ksglößteSl- RAMESOI Wllisdi: Einfach FünfJal firosseZ Obwohl man,* Snurn md) KiniflW o^e'd-n, reinigen- B gerade da- W Blut remt)QU an Seiner ® I Blutes mit aubenoder" viel M ® UiemaF ’{ 3*%» «äfe mehl wurde zu unveränderten Preisen angeboten. Die leichte Belebung des Wcizenmehlgeschäftes, die gestern zu verzeichnen war, hat sich heute nicht erhalten können. Hafer ebenso wie Brotgetreide ziemlich knapp offeriert und in den Forderungen hoch gehalten. Gerste ruhig. Es notierten für je 1000 kg: Weizen, mark., 231 bis 233 (ruhig), Oft 245 bis 246, Dez. 256,50 bis 257 (Veld), März 266,50 bis 267; Roggen, märt, 184 bis 187 (ruhig), Oft. 199 bis 199,50, Dez. 207,50 bis 207,75, März 218,50; Braugerste 196 bis 216 (ruhig); Futtergerste 170 bis 186 (ruhig); Hafer, märk., 169 bis 180 (ruhig), Oft. 180, Dez. 196, März 208,50; Mais, La Plata, 207 bis 208 (ruhig); für je 100 kg: Weizenmehl 28,25 bis 33,50 (ruhig); Roggenmehl 24,75 bis 27,50 (ruhig); Weizenkleie 11,60 bis 12,25 (ruhig); Roggenkleie 10,80 bis 1125 (ruhig); Diktoria- erbsen 35 bis 44; kleine Erbsen 28 bis 33; Futtererbsen 21 bis 23; Rapskuchen 18,50 bis 19; Leinkuchen 24,20 bis 24,60; Trockenschnihel 11,80 bis 12; irrojaschrot 19,70 bis 20,10 Mark. bis 18: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.30: „Die Wohnung, wie sie nicht sein soll", Vortrag von Dr. Adolf Behne, Char- lottenburg. 18.50: „Die Wohnung, wie sie sein soll", Vortrag von Architekt Kramer, Frankfurt a. M. 19.10: Stunde des Arbeiters: „Die Umgestaltung der Arbeitslosenversicherung", ein Zwiegespräch zwischen Stadtrat Dr. Michel und Arbeitersekretär Dornheim. 19.30: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 19.50: Film-Wochenschau. 20: Von der Liederhalle Stuttgart: Sinfoniekonzert. 21 bis 22: Von Stuttgart: Schwäbische Weinlese. 22.15 bis 24: Von Freiburg: Mandolinenkonzert. Samstag, 12. Oktober. 13.30 bis 14.30 IHjr: Schallplattenkonzert: Bra- vour-Arien. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. „Erdwurm", Märchen von E. M.Arndt, mit Liebereinlagen, vorgetragen von Irma Greußler- Rippel. 16.15 bis 18: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.30: Briefkasten. 18.50: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Psychologische Bemerkungen über Schundliteratur", Vortrag von Dr. Helene Turnau. 19.20: Viergespräche über das Thema „Oeffent- liche oder private Betriebe", ausgeführt von Dr. Neumark, Dr. Goldschmidt, Rektor Landgrebe und Oberbürgermeister Dr. Granzin. 20: Don Stuttgart: Unterhaltungskonzert. 21 bis 23: Von Stuttgart: Das Wolkenbrettl. 23.15 bis 0.30: Don Stuttgart: Tanzmusik. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, den 6. Oktober, von 20 Ahr bis 22.30 Ufjr: „Schwanda, der Dudelsackpfeifer". Montag, 7. Oft, von 20 bis nach 22 Ahr: „Orpheus und Eurydike". Dienstag, 8., von 19.30 bis 22.15 Ahr: „Fidelio". Mittwoch, 9., von 19.30 bis 22.30 Ahr: „Othello". Donnerstag, 10., von 20 bis nach 22 Ahr: „Orpheus und Eurydike". Freitag, 11., von 19.30 bis nach 22.45 Ahr: „Die Fledermaus". Samstag, 12., von 20 bis 22.30 Ahr: „Schwanda, der Dudelsackpfeifer". Sonntag, 13., von 19.30 bis nach 22.30 Ahr: „Fra Diavolo". Montag, 14., von 19.30 bis gegen 22.30 Ahr: „Samson und Dalila". Schauspielhaus. Sonntag, 6. Oktober, von 20 bis 22.45 Ahr: „Pariser Leben". Montag, 7., von 20 bis gegen 23 Ahr: Gastspiel „The English Players", „Journey's end" (Die andere Seite). Dienstag, 8.» von 20 bis nach 22 Ahr: „Frau Vidal hat einen Geliebten". Mittwoch, 9., von 20 bis gegen 23 Ahr: „Die andere Seite". Donnerstag, 10., von 20 bis nach 22.15 Ahr: „Das Gerücht". Freitag, 11., von 20 bis nach 22 Ahr: „Frau Vidal hat einen Geliebten". Samstag, 12., von 20 bis nach 22 Ahr: „Frau Vidal hat einen Geliebten". Sonntag, 13., von 20 bis 22.45 Ahr: „Pariser Leben". Montag, 14., von 20 bis gegen 23 Ahr: „Die andere Seite". Daten für Sonntag, 6. Oktober. Sonnenaufgang 6.08 Uhr, Sonnenuntergang 17.28 Uhr. — Mondausgang 10.16 Uhr, Monduntergang 18.48 Uhr. 1803: der Physiker Heinrich Wilhelm Dove in Liegnitz geboren. Daten für Montag, 7. Oktober. Sonnenaufgang 6.09 Uhr, Sonnenuntergang 17.26 Uhr. — Mondaufgang 11.32 Uhr, Monduntergang 19.13 Uhr. 1849: der Dichter Edgar Allan Poe in Baltimore gestorben; 1862: der Schriftsteller Otto Ernst in Ottensen geboren. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 6. Oktober. 19. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrer Mahr. — Iohanneskirche. 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfarrer Bechtolsheimer; 8: Bibelbesprechung im Johannesiaal; Pfarrer Lic. Waas. — fiap Ue des Alten Jriebtjofs. 9.30: Pfarrer Müller. — Elisabeth-Kleinkinderschule. 9.45: Pfarrer Lic. SBaas; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde. — Klein-Linden. 9: Erntedankgottesdienst; 2: Kindergottesdienstfest. — Mieseck. 9: Beichte; 9.30: Predigtgottesdienst; im Abschluß Feier des hl. Abendmahls; Kollekte für den Kirchen- und Pfarrhausbau in Athen. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: Feier des hl. Abendmahls für die jungen Männer und Frauen von Lollar; 1.30: Mainzlar; 1.30: Daubringen. — Hausen-Garbenteich. 1: Hausen; Pfarrer Staubach (Watzenborn); 1.15: Garbenteich; Pfarrer Krämer (Steinbach). — Watzenborn-Steinberg. 9: Beichte; 9.20: Predigtgottesdienst; im Anschluß Feier des'hl. Abendmahls (ältere Eheleute); Kollekte. — Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Gottesdienst mit hl. Abendmahl; Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst. — Rieder-Bessingen. 2: Stiftsdechant Kahn; Kollekte für den Evangelischen Bund. Katholische Gemeinden. Samstag, den 5. Oktober. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte; 20: Rosenkranzandacht mit Segen. Sonntag, 6. Oktober. 20. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8:, Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Rosenkranzandacht. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 18: Andacht. — Lau- bach. 10: Messe mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt.—, Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Sountagödienstd.Aerueu.Avotliekeu am 6.10.29 Frl. Dr. Gürtler. Dr. S. Klein. Pelikan-Apotheke. 3abmmt: Dr. Metz. *D Cz Tabletten Togal-Tabletten sind ein hervorragendes Mittel bei Rheuma,Gicht, Ischias,Grippe.Nerven- und Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten. Laut notarieller Bestätigung anerkennen üb. 5000Ärzte, darunter viele bedeutende Professoren, die gute Wirkung des Togal. Ein Versuch überzeugt! Frag. Sie Ihr. Arzt. In all. Apoth. RM.1.40. 0,46 Chin. 12,6 Lith. 74,3 Acid. acet. sal. ad. 100 Amyl. Rundsunkprogramni. Sonntag, 6. Oktober. 7 Ahr: Von Hamburg: Hafenkonzert. 7.55: Don Kiel: Flaggenparade von dem Kriegsschiff „Elsaß" oder „Hessen". 8.15 bis 9.15: Katholische Morgenfeier. 11: Erziehung und Bildung. Reformpädagogik II „Die erzieherische Verarmung des Elternhauses", Vortrag von Prof. Dr. Weimer, Direktor der Pädagogischen Akademie. 11.30: Elternstunde: „Vom Verziehen durch Schwäche", Vortrag von Mittelschullehrer Krupp. 12: Von Kassel: Vlaskonzert. 13.15: Stunde des Chorgesangs: Konzert des Gesangvereins „Sängerlust". Bretzenheim-Mainz. 14.15: Stunde der Jugend: „Kasperl unter den Wilden." 15.15 bis 16.15: Stunde des Landes: 1. „Erntezeit im Brauch der Heimat", Vortrag vom Erntedankfest von Rektor Fritz Allius, Freiendiez. 2. „Von der Rot der zweiten und dritten Söhne", Vortrag von Rektor Dr. Hans Lerch in Sontra. 17: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.30: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Johannes Janssen, ein deutscher Geschichtsschreiber", Vortrag von Oberstudiendirektor Dr. Breuer, Frankfurt a. M. 19.30: Sportnachrichten. 20: Rach Stuttgart: Konzert. 22 bis 23: Von Kassel nach Stuttgart: LDZ 17 funkt! 23.15 bis 0.30: Tanzmusik. Montag, 7. Oktober. 12.15 Ahr: Schallplattenkonzert' Orchesterkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. „Von dem unglücklichen Ende eines Bergsteigers auf dem Aletschhorn", Vortrag von Lehrer Fr. Voigt (für Kinder vom 12. Jahre ab). 1.15: Haus- frauen-Nachmittag. 17.25 bis 18: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.30: Don Kassel: Zehn Minuten Dialog aus dem Alltagsleben: „Das Recht im Mietshaus". 18.40: „Emily Hobhouse, eine Dorkämpferin für Friede und Dernunft", Dortrag von Gerald Hamilton. 19: „Neuere amerikanische Dichtung", Vortrag von Erich Franzen. 91.20: Englische Literaturprvben. 19.35: Englischer Unterricht. 20: Nach Stuttgart: Operettenabend von Hans Bollmann. 21.30 bis 22.30: Nach Stuttgart: Literarische Veranstaltung. 22.45 bis 24: Nach Stuttgart' Schallplattenkonzert: Eine heitere Stunde auf Schallplatten. Dienstag, 8. Oktober. 13.30 bis 14.30 Ahr: Sch allplaitenkonzeri: Wiener Schlager. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. Tierleben der Heimat, vorgetragen von Lehrer K. Stricker: „Auf der Wiese" (für Kinder vom 10. Jahre ab). 16.15 bis 18: Nach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.40: Von Kassel: Stunde der Landwirtschaftskammer Kassel: „Arbeitssparende Verfahren in der Landwirtschaft", Vortrag von Landwirtschaftslehrer Kummrow. 19: Funkhvchschule. „Bewußtseinsstörungen und Vergiftungen", Vortrag von Stadtmedizinalrat Dr. Fischer-Defoh. 19.20: Schachstunde. 19.40: „Die berufliche Bildung des Kaufmanns", Vortrag von Herrn Martens vom Deuischnattonalen Handlungsgehilfenverband. 20: Von Paris, nach Berlin, Breslau, Königsberg, Stuttgart: Verirrte Mikrophone in Paris. 21.15 bis 23.30: Von Stuttgart: Das eherne Pferd. Komische Oper von D. F. E. Auber. Mittwoch, 9. Oktober. 13.30 bis 14.30 Ahr: Schallplattenkonzert: Amerikanische Anterhaltungsmusik. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. „Von Riesen und Zwergen", vorgetragen von Rektor K. Wehr- han (für Kinder vom 10. Jahre ab). 16.15 bis 18: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10: Bücherstunde. 18.45: „Italienischer Humor", Vortrag von Dr. Ludwig Harald Schütz. 19.05: Französische Literaturproben. 19.20: Französischer Sprachunterricht. 19.45: Senckenberg-Viertelstunde. „Lebensdauer und Tod in der Natur", Vorttag von Prof. Dr. G. Wülker. 20.: Nach Stuttgart und Köln: Krug-Aktien 117. Ein Hörspiel von Auditor. 21.30: Don Stuttgart: Anterhaltungskonzrrt. 22.30: Funkstille. Donnerstag, 10. Oktober. 12.15 Ahr: Schallplattenkonzeri: 3m Dolkston. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. Frau Dr. Rumpf: „Ein Stündchen bei Frau Aja. Geschichten aus dem Goethehaus" (für Kinder vom 10. Jahre ab). 16.15 bis 18: Nach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10: Anton Behner. Dorlesung aus eigenen Werken. 18.30: Esperanto-Anterricht. 18.50; Don Kassel: „Zum fünfjährigen Todestag von Anatole France", Dortrag von Ernst Berg. 19.10: Stenographischer Fortbildungskursus (Diktat von 60 Silben aufwärts).^ 20: Don der Liederhalle Stuttgart: Konzert Paul Althous (Tenor) von der Metropolitan-Oper Neuyork. 21: Nach Stuttgart: Klavierkonzert. 22 bis 22.45: Nach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 23 bis 24: Nach Stuttgart: Satiren. Literarisch-musikalische Veranstaltung. Freitag, 11. Oktober. 12.15 Ahr: Schallplattenkonzert: Neuestes. 15.15 bis 15.45: „Die Derufswünsche unserer Jugend und was davon zu halten ist", Vortrag von Direktor Menne, Hauptstelle für Berufsberatung im Arbeitsamt Frankfurt a. M. 15.15 Musikseminar in Gieren zur Vorbereitung oberhessischer Musik- beflissener auf das Hessische Staatsexamen für Musiklehrer und Musiklehrerinnen Semesterbeginn Donnerstag, den 17. Oktober 1929 in der Oberrealschule, Eingang Bismarckstraße Leitung: Dr. Bodo Wolf, Frankfurt am Main (zugleich Leiter des entsprechenden Seminars an der Städt Akademie für Tonkunst in Darmstadt) 6606V Besuche und Beratungen kostenlos und unverbindlich. liefert komplette Schank - Büfetts TU in jeder Größe und I. nur la Ausführung Heinrich REGER Nacht Inhaber: Fr. Heinrich Müller Eisschrank- und Büfett-Fabrik Gegründet 1888 LICH-Oberh.Telephon 32 Anmeldungen sowie jegliche Auskunft durch den Leiter, Dr. Bodo Wolf, Frankfurt am Main, Braubachstrahe 7 Detektiv-Auskunftei jetzt Kurstr. 17 p. Bad-Naubcim erledigt Ihnen alle vertraulichen Angelegenheiten dtskretu. preiswert. Ermittelungen, Beobachtungen. Gesuche. Be- wetsmittelt.Straßu. Zivtlprozessen, Kredit- u. Heiratsausk. ausallePlätzed.Welt 8235V Daimon-Verkaufsstelle: Emil Sechsteln, Gießen, Seltersweg 63H Dl ETAGE KURZER. Versehen Sie sich mit betriebssicheren Taschenlampen DIEABENDE LÄNGER. 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Uhr: Beichte: 20: Rosen. •Sonntag nach Pfingsten. ?*• 7: 11,fr; S„. 7 «union; 9: -och, 1 Messe mit PrediA; - ©tunberg. 9.30: Messe m- 18: Andacht. — Lau- »ist.-£id). 7.30: Wanti •w: Hochamt mit Predigt.- i mit Predigt. tc luTttJOfbr fen am 6.10.29 Klein. Pelikan-Apotheke. t: Dr. Metz. 'D DN laus ifänger rgabe ngauf echer )IO .ße 29 33 W« entliehen WmL«. W nun Ms? Niemand ist sicher vor Gefahr körperlicher Leiden! Wenn man euch glaubt, gesund und kräftig zu sein, wer weiß, ob nicht schon eine tückische Krankheit am Körper nagt. Wachen Sie auf und «schauen Sic scharf in das Innere Ihres eigenen Menschen. Da gönnen Sie lesen, was Sie täglich an Ihren edelsten Organen, an «ich selbst sündigen. Prüfen (Sie einmal Ihren ganzen Körper! Sie werden finden, daß man den äußeren Menschen viel sorgfältiger pflegt als den inneren. Gewaschen und gebadet wird fast täglich, manchmal sogar in Ueberfluß! Also für die Reinigung des äußeren Menschen wiqd wohl gesorgt. Fragt man aber nach der Reinigung 2er Organe im Innern des Menschen, hauptsächlich nach der Reinigung des Blutes, 2d verstummt alles, denn cs wird so gut wie nichts dafür getan. Dbwohl man den menschlichen Organen das Unglaublichste anbietet, 2enkt man nicht daran, sie von. den überschüssigen Stoffen, von den Unreinigkeiten und Schlacken zu befreien, aus dem Körper alles das «cuszustheiden, was nicht hineingehört, das heißt, das Blut zu ne i n i g e n. U*.t> gerade im gefunden Blute liegt der Kern des Lebens; denn Bas Blut schafft dem Menschen Wärme, Tätigkeit und Kraft. Das Alut reinhalten, heißt seine Gesundheit bewahren. Wer sündigt mehr Ain seiner Gesundheit als derjenige, der für die Reinigung des 'Z l u t e s nichts tut. Durch Verunreinigung des Blutes, sei es von Eßen oder von innen, entstehen alle Krankheiten, jedes Siechtum, rricl Elend, Not, Jammer und Kummer. Die Nervosität, 205 größte Elend unseres Jahrhunderts, ist meist auf ungenügende Reinigung und Ernährung des Blutes zurückzuführen. Reines und gesundes Blut ist das beste Nervennahrungsmittel. Das versorgt die feinen und feinsten Verzweigungen des Nervensystems; und das allein gibt den Nerven die Nahrung, die Kraft und Widerstandsfähigkeit, deren der Mensch im Kampfe ums Dasein notwendig bedarf. Womit reinigt man nun das Blut? Die Natur selbst zeigt Ihnen den Weg. In den heilsamen Kräutern der Pflanzenwelt finden wir das natürlichste und vortrefflichste Blutreinigungsmittel. Bei jedem Atemzug werden wir erinnert an die ewige G e s e tz m ä ß i g k e i t d e r N a t u r, wie sie in der Wechselwirkung zwischen Tier und Pflanze ewig fortlebt. Diese Naturgesetze kann und wird niemand umstoßen. Ein Blutreinigungsmittel, wie es sein muß, soll Ihnen bekannt werden: Apotheker p. Grondmanns antirheumatischer Vulneral-Blutreinigungs-Iee. Welche anerkannte Wirkung dieser Tee hat, beweisen folgende Schreiben. Rheumatismus und viele andere Krankheiten verschwunden! „Aus dem Kriege brachte ich einen sehr heftigen Rheumatismus mit Wenn auch derselbe aus den Beinen durch elektrische Lichtbäder und Massage beinahe gänzlich beseitigt wurde, so wollte er doch aus den Schultergelenken und Armen durchaus nicht weichen. Das Leiden war so heftig, daß es mir unmöglich war, eine Jacke ober ähnliches ohne fremde Hilfe anzuziehen. Da wurde ich von einem Bekannten auf Ihren Vulnerahlee aufmerksam gemacht. Schon nach Gebrauch eines Paketes trat eine wesentliche Besserung meines Befindens enu Heute gebrauche ich schon seit einem Jahre Ihren Vulnerable« und fühle mich wie neugeboren, denn nicht nur der Rheumatismus ist vollständig verschwunden, sondern viele andere Krankheitssymptome, wie Blutandrang nach dem Kopfe, Schlaflosigkeit und andere nervöse Beschwerden. Heute lasse ich den Vulnerabtee überhaupt nicht mehr ausgehen: Ich gestatte Ihnen gern, von diesem Schreiben Gebrauch zu machen." — gez.: Hefter, Guben, Schulstrahe 23. „... Der Heilerfolg war überraschend. Dem Schwinden des gichtischen Leidens folgte auch das der Leber — ja selbst die bedenklichen Erscheinungen und Beklemmungen der Herztätigkeit wurden fast gleichzeitig behoben, so daß nunmehr ein allgemeines Wohlbefinden eingetreten ist. Der Gebrauch Ihres VulnerabBlutreinigmms« Tees wird trotz der Erfolge fortgesetzt." gez.: Schweinfurth, Berlin, Düsseldorfer Straße 22. „... Nachdem ich mich von der vorzüglichen Wirkung Ihres Vulnerab2ec5 bei meiner Frau, die an hochgradiger Arterienverkalkung und Diabetes leidet, überzeugt habe, verordne ich den Vulnerablee und empfehle ihn aufs wärmste." gez.: Dr. med« Schnittke, Charlottenburg 4, Sybelstraße 36. Originalpakete zu 2,—, 3,50 und Familienpackung zu 5,— RM. 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Für die Wassergenossenschaft Garbenleich sollen auf dem Hessischen Kulturbauamt Gießen nachstehende Drainagearbeiten in zwei Losen zu je rund 3000 m vergeben werden. 8226D Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischem Kulturbauamt Gießen offen, wohin die Angebote verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungstermin am Samstag, dem 12. Okkober 1929, vormittags 10 Uhr, einzureichen find. Zuschlagsfrist drei Wochen. Freie Auswahl bleibt vorbehalten. Gießen, den 30. September 1929. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungsrat. Verpachtung des Hofgutes Magdalenenhausen. Das der Stadt Wetzlar gehörende hof- gut Magdalenenhausen soll im Herbst 1929 (Martini) nach folgenden Grundsätzen neu verpachtet werden: 8140D „Der Gutshof wird mit Haus- und Wirtschaftsgarten verpachtet, jedoch besteht für den Gutspächter die Möglichkeit, von den um den Gutshof gelegenen Ländereien bis zu 50 Morgen Acker- und Wiesenland einschließlich Obstbäumen pachtweise zu übernehmen. In erster Linie ist das Gut als Gastwirtschaft bzw. Sommerfrische ein- zu richten. Die Gebäude des Gutshofes wurden im Laufe des Jahres vollkommen renoviert und im Wohnhaus 10 Fremdenzimmer eingebaut." Angebote find bis zum 25. Oktober 1929 an das Stadtvermessungsamt, Turmstraße Nr. 5, einzureichen, wo auch die besonderen Bedingungen für die Verpachtung unentgeltlich zu haben sind. Wetzlar, den 30. September 1929. . Der -Bürgermeister, la Kupferkessel eigene Fabrikation. 06343 la Kuvserwaren in allen Ausführungen Kesselösen, Stahlblech ausgemauert 50’/o Brandersparnis Oefen, Herde, neueste Modelle Keine Ladenpreise: Kupferschmiede — Verzinneret Herd- und Oien-Schlosserei Petri, rvetzfteknstv. 42. Bekanntmachung. Die Maurer- und Pflasterarbeilen zur Neubefestigung der Bürgersteige in der oberen Klinikstraße sollen aus Grund der Reichsverdingungsordnung vergeben werden. 8283C Angebotsvordrucke sind bei dem Städtischen Tiefbauamt, Asterweg Nr. 25, erhältlich und ausgefüllt bis zum Freitag, dem 11. Oktober 1929, vormittags 10 Uhr, dartfelbst abzugeben. Zuschlags- und Bindefrist drei Wochen. Gießen, den 4. Oktober 1929. Städtisches Tiefbauamt. I. V.: Gravert. Lieferung von künstlichem Dünger Die Lieferung von 420 Ztr. Thomasmehl (16°/oig) und 300 Ztr. Kainit (12°/oig) frei Bahnstation Großen-Bufeck, sowie von 100 Ztr. Thomasmehl (16°/oig) und 60 Ztr. Kainit (12°/oig) frei Bahnstation Mainzlar — sämtlich in Säcken — wird öffentlich vergeben. Liefertermin 10. November 1929. Schriftliche Angebote mit Aufschrift „Kunstdünger" sind bis zum 15. Oktober, vormittags 9 Uhr, bei uns einzureichen. Gießen (Wilhelmstr. 56), 4. Oktober 1929. - u Hess, Forstamt Gießen, 82681) Federn Reinigen 1 Deckbett zu reinigen...........Mk. 2.00 1 Plumeau zu reinigen...........Mk. 1.50 1 Kissen zu reinigen.............Mk. 0.50 Bettbarchent, .per Meter Mk. 3.80, 2.75, 1.95 Federn.......per Pfund Mk. 5.80, 3.75, 1.50 Matratzen Aufarbeiten 1 dreiteilige Kapokmatratze......Mk. 6.00 1 dreiteilige Wollmatratze.......Mk. 6.00 1 dreiteilige Roßhaarmatratze ... .Mk. 8.00 Drell.........per Meter Mk. 3.50, 2.25,1.50 Kapok...........per Pfund Mk. 1.50, 0.95 Kostenlos holen wir die Deckbetten, Kopfkissen und Matratzen morgens bei Ihnen ab und bringen dieselben abends wieder zurück, so daß Sie dieselben über Nacht nicht zu entbehren brauchen. 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So kam fie auf das Schiff, erhielt eine Kajüte angewiesen, betrat sie aber nicht, sondern blieb an Deck, ilnö sann und sann, und kam nicht zur Klarheit. Sie gewahrte nicht, daß die Mitreisenden immer von neuem auf sie schauten. Sie sah nichts, gar nichts. Aber sie erschrak, als sie merkte, daß dieser Dampfer einen anderen Hafen anlief als den, aus dem sie mit Berndt abgefahren war. Ratlos stand sie auf dem Pier, ihr Köfferchen in der einen Hand. Wie sollte sie nun weiterkommen? Da trat ein junger Herr neben sie und sprach sie an, und sie besann sich plötzlich, daß sie ihn schon auf dem Schiffe gesehen hatte. Vielleicht hatte er sie auch dort schon angesprochen? Der Klang feiner Stimme kam ihr bekannt vor. Sie wußte es nicht. Sie schaute ihn an und in gute, ehrliche Augen. Da klagte sie ihm ihre Rot. Lind er bat sie, mit ihm zu gehen, führte sie zu einer Autohaltestelle, mietete einen Wagen, lieh sie einsteigen und brachte sie zum Bahnhof. Dort bezahlte er den Chauffeur, loste eine Karte und brachte Käthe, da sie warten muhte, in den Wartesaal. Er bestellte einen warmen Trunk für sie und nötigte sie, etwas zu essen. Er sorgte für sie, als lot er ihr Bruder, und sie lieh sich alles gefallen. Richt eine Sekunde lang empfand sie die geringste Angst vor ihm. Lind als er sie an den Zug brachte und sie im Frauenabteil saß, blieb er an der Tür stehen, schaute sie besorgt an und fragte, ob er noch etwas für sie tun könnte. Da streckte Käthe ihm beide Hände entgegen, erfaßte die seinen und sagte: „Dank! Tausend Dank! Sie sind sehr, sehr gut!“ Seine Augen leuchteten auf, er drückte ihre Hände und sagte etwas, aber sie verstand es nicht, sie sah nur den Glanz in seinen Blicken, ilnö so ließ sie sich vom Zuge entführen, ohne zu wissen, wer ihr so selbstlos geholfen hatte. llnterwegs sah sie, wenn sie die ihren schloß, immer nur seine leuchtenden Augen vor sich und fühlte es warm ins Herz dringen in dem Bewußtsein: Das war ein Mensch, ein wahrhafter Mensch gewesen! Er hatte ihr seinen Ramen genannt, sie erinnerte sich dessen, aber sie hatte gar nicht darauf geachtet. Es hatte ja keinen Zweck. Sie würde ihn nie Wiedersehen — ebensowenig wie Berndt Klausen ... Und als sie an ihn dachte, wunderte sie sich, daß nur eine leise Trauer in ihr war, aber kein Schmerz. Ihr kamen die Erlebnisse der letzten Tage wie ein wüster Traum vor, und wenn jetzt jemanb sie nach ihrem Ramen gefragt hätte, so würde sie ohne alles Zögern geantwortet haben: „Ich heiße Käthe Fernau!" Daß sie verheiratet war und einen anderen Ramen erhalten hatte, wäre Gr geradezu lächerlich erschienen. Sie war doch noch genau dieselbe. wiie sie die Heimat verlassen hatte! ilnb als der kleine Dampfer sie durch den schmalen Kanal dahin trug, als sie von weitem die hochragenden alten Kastanien sah und unter irrten das Dach des Häuschens, da jubelte ihr Herz in überströmender Freude, wie es schon gejubelt hatte, als der Schiffsführer sie begrüßte — nicht der alte Ianien, sondern ein anderer, der sie ebenfalls kannte, und der sie nicht neugierig ausgefragt hatte, wo sie gewesen toar Das war hier nicht Brauch. Als sie landete, war niemand da, der sie abgeholt hätte. Aber sie wußte doch, wohin sie gehen mußte, ilnö sie lief, als gälte es iljr Leben, dem Häuschen zu. Dor der Tür erst hielt sie beklommen inne. Wie eine furchtbare Ahnung überfiel es sie, daß sie die Hand nicht nach der Klinke ausstrecken konnte, ilnd sie brauchte Minuten, ehe sie es vermochte. Die Schelle an der Tür war mit einem Tuchfetzen umwunden und lärmte nicht klappernd wie sonst. Im Hausflur war es düster wie früher, aber ein Geruch drang ihr entgegen, der früher nicht hier gewesen war. „Das ist die Medizin!" sagte sie sich, und dachte wieder daran, daß Tante Wohllebe sehr krank war. Aber sie war nicht ängstlich, in ihr war es nur wie ein großes Freuen, wie in einem Kinde, was an der Tür des Weihnachtszimmers lauscht. Tante hatte sie gerufen! Die Liebe war in ihr erwacht! Run würde Käthe jemand haben, den sie lieben durfte, von dem sie wiedergeliebt wurde! llnd gerade als sie die Stubentür leise öffnete, kam über sie die klare Erkenntnis, die sie bisher nicht hatte finden können: Sie hatte Berndt Klausen nicht geliebt! Hetzt wußte sie es auf einmal .denn was sich jetzt in ihr regte, das hatte sie nie empfunden ihm gegenüber. Sie war ihm gefolgt, weil er der erste Mensch gewesen war, der freundlich zu ihr gesprochen hatte, weil er sie hatte erlösen wollen aus ihrer Einsamkeit. Warum aber mußte sie auf einmal an jenen anderen Mann denken, dessen leuchtende Augen sie nicht vergessen konnte. Tiefe Glut stieg in Käthes Wangen bei diesem Gedanken. Ihr war, als hätte sie eine Sünde begangen. Da horte sie eine heisere, matte Stimme. „Käthe!" /Nun eilte sie hinein in den Raum, dessen verhängte Fenster der Sonne den Zutritt verwehrten, daß sie kaum die Kranke auf dem ärmlichen Lager erkennen formte. „Tante!" schrie sie auf, halb jubelnd, halb klagend und sank auf die Knie nieder, nach den Händen der Kranken tastend. Doch wie erschrak sie, als ihre Hände zurück- gestoßen wurden, als die harte Stimme von einst ihr entgegenflang: »Rühr' mich nicht an! Rühr' mich nicht an! Hch habe dich gerufen — ich wollte, ich hätte es nicht getan — aber die Stimme in mir — ich konnte sie nicht mehr hören, und ...“ „Tante!" jammerte Käthe weinend. Da »erschrak sie von neuem. Ihr toar, als hätte die Kranke höhnisch aufgelacht, und sic mußte sich doch verhört haben! „Tante! Ich bin es nicht, toar es nie — du — hahaha — du bist — — mir — — fremd — — ich habe . .." Weiter hörte Käthe nichts. Die Stimme der Frau erstarb in einem entsetzlichen Röcheln. Sie bäumte sich auf und sank zurück, streckte sich und lag still. — „Tante!" schrie Käthe trotz allem, was sie eben vernommen hatte. „Tante!" Keilne Antwort kam. Rur die alte Kastenuhr ün der Ecke tickte wie immer schwerfällig, und die Blätter der Kastanien draußen rauschten im Winde. Käthe fniete vor dem Bett und starrte in das Gesicht der Frau, das j.eht noch starrer schien als je, wie vom Haß perzerrt — so wie damals, als sie aus dem Fenster geschaut und sie fort- geschickt hatte. llnd allmählich kamen Käthe di,e Worte zum Bewußtsein, di,e sie hier gehört hatte. Diese Frau war nicht ihre Tante gewesen? Ja. wer denn sonst? Wie waren fi|e beide zueinander gekommen? Warum hatte die alte Frau fi|> so sehr gehaßt, daß sie Gr noch im Sterben wehgetan hatte? Aber sie hatte sie doch gerufen?! Käthe Fernau wußte nichts von den Qualen, die ein böses Gewissen dem Menschen zu bereiten vermag. Sie ahnte nicht, daß die Angst vor dem Jenseits diese Frau dazu getrieben hatte, sie h.eiimzurufen, daß sie ihr Herz hatte erleichtern wollen. Richt meine Tante! Käthe hörte es in sich und horte eine andere Frage: Wen habe ich denn sonst auf der weiten Welt? Riemand, gar nsemend! Du bist mutterseelenallein! Hang es zurück. Da brach sie weinend zusammen und tag lange, lange so, bis die Dunkelheit sie aufschreckte, bis sie aus dem Hause stürmte, hinüber zum Förster. llnd erst dabei fiel ihr ein, daß er ihr telegraphiert hatte, daß er Edelmann hieß. Sie klopfte an, man öffnete ihr — der Förster selber, ilnö als er ihr verstörtes Gesicht sah, zog er sie liebevoll herein, und ' seine Frau nahm das arme Ding an ihr Herz und lieh es sich dort ausweinen, brachte es endlich zur Ruhe in einem Giebelstübchen, und Käthe schlief den tiefen Schlaf vollkommener Erschöpfung. Förster Edelmann nahm sich Käthe Fernaus mit aller Menschenfreundlichkeit an, ebenso seine Frau. Sie fragten nicht, wo sie gewesen toar, fragten nicht nach ihren Erlebnissen. Sie wußten, daß das arme Mädchen bald von selbst sprechen würde. Darin hatten sie sich freilich zum Teil getäuscht. ' Käthe Fernau erzählte nicht, daß sie entflohen war, daß man sie in England einem Manne angetraut hatte, der am Tage nach der Hochzeit spurlos verschwunden war. Sie verschwieg, dgß sie krank gewesen war, aber sie muhte erzählen, was am Sterbebett ihrer „Tante" geschehen war. Der Förster horchte auf. „Frau Wohllebe war nicht ihre Tante? fragte er, als könne er diese Tatsache nicht fassen. „Sie tagte es, sie lachte dabei — ach, wie mutz sie mich gehaßt haben, daß sie mich bloß deswegen zu rückruf en lieh, um mir das zu sagen!“ erwiderte Käthe Ieire, und wieder spürte sie tu llch, daß sie nun allein war — ganz, ganz allein auf der weiten Welt! „Ich muh sowieso zum Pfarrer, um mit ihm wegen des Begräbnisses zu reden," sagte Edelmann. „Da werde ich mich gleich einmal erkundigen, ob die Frau ihm irgend etwas übet Sie mitgeteilt hat. Weiß er nichts, dann mutz ich beim Vorstand nachfragen, bei dem sich Frau Wohllebe doch hat ajnmelbon müssen. Er selber hat es ja nicht erlebt, denn er ist noch nicht lange h:er: aber es wird sich doch feststellen lassen, woher die Frau gekommen ist, wer ihre Eltern waren. „S:e muh Papiere vorgelegt haben. — Llebri- §enS, setzte er nach einigem Besinnen hinzu, „es steht ja auch noch gar nicht fest, ob die Sterbende nicht geiftig verwirrt war, als sie das zu Ihnen sagte, Fräulein Käthe. Sie kann sich das nur eingebildet haben. Aus die Work Sterbender darf man fein großes Gewicht legen, ilnö verlassen Sie sich darauf, Fräulein Käthe! Wenn Sie noch irgendwo Derwandie auf der Erde hoben, dann werde ich sie finden! Ich verspreche Ihnen, mir alte Mühe zu geben.“ Er reichte ihr die Hand, um sich gleich auf den Weg zu machen. Käthe dankte ihm auch; aber He wußte nachher nicht, was sie zu ihm gesprochen hatte, denn mitten während feiner Rede war ihr ein Gedanke gekommen, den sie nicht wieder bannen konnte. Förster Edelmann hatte ihr doch das Telegramm nach London geschickt. Er muhte also ihre Adresse gewußt haben. Hatte er beim da nicht geschrieben: Frau Käthe Klausen, wie sich doch nun eigentlich hieh? Oder hatte sie sich in dem Briese mit ihrem Mädchennamen unterschrieben? Hatte sie diesen als Adresse angegeben? muhte sich die Gewihheit verschaffen, ob Edelmanns von ihrer Heirat wußten oder nicht« Sie konnten nichts wissen; denn sonst hätten sie nach ihrem Gatten gefragt. „Ob ich noch einmal nach dem Hause der Tante gehen darf?" fragte Käthe eines Tages die junge Frau. „Ich — ich möchte mir verschiedenes holen." »Warum sollten Sie das nicht tun, Käthe?" erwiderte Frau Edelmann, „ilnö wenn Sie sich fürchten, will ich gern mit Ihnen gehen." „O nein, ich fürchte mich gar nicht! Ich will ja auch nur in mein Stübchen hinauf." »Wie Sie denken, Käthe!" Da lief diese hastig hinaus und das kurze Stück nach dem Hause hinüber, das noch genau so dastand wie einst. Je näher sie kam, desto mehr war ihr, als müßte sich nun die Tür auf tun und in dieser die lange, hagere Frau erscheinen mit dem finsteren Gesicht und den groben Zügen, mit den blaßgrauen Augen, die nie einen freundlichen Dlick gehabt hatten. Zitternd blieb Käthe am Eingang des Gartens stehen, mit verhaltenem Atem und klopfendem Herzen. (Fortsetzung folgt.) W -M 'M Sie erhöhen dieWirkung desWaschmittels ganz erheblich,wenn Sie vor Bereitung der Waschlauge einige Handvoll Henko in den mit kaltem Wasser gefüllten Wasch- kessel schütten. Henko macht hartes Wasser weich wie Regen wasser. Zum Einweichen der Wäsche, zum Scheuern und Putzen ist Henko gleichfalls bewährt IPasseizumlPaschen A • ■ e muss weich sein H am Izn Henkels WasehnndBlekhsoda W W Wkw W Seif’50Jahren im Haushaltsdienst bewährt! Nur in Originalpackung—niemals lose. Hergestellt in den Persil-Werken