Montag, 5. August 1929 179. Zahrgang Kr. 181 Erster Blatt (Er|d)eint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Vezugspreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 2251, 2252 und 2254. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnlck und Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Stdnöruderet R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulsttahe 7. „Graf Zeppelin" in Lakehurst glücklich gelandet. Lakehurst, 5. August. (W. T. B.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" landete um 9.52 Llhr (2.52 Llhr mitteleuropäische Zeit) in Lakehurst Die rtV ADA .Frif hat En »"’b" iTrTö eT’-i'?? 1 .- 8 o or:AN ' 20° Lö> 80° OB N> 5 Z - T2> Insgesamt 94 Stunden 1 Minute unterwegs. Lakehurst, 5. Aug. (1DIB. Funkspruch.) O o L ? CO D p gehörige und Freunde an Bord bringen mußten. | Uni) während der Ausfahrt waren die ganzen Kais bis zum Entschwinden des Schiffes mitten in der Rächt mit dichten Ketten von Automobilen besäumt, die ihm das Geleite gaben, Scheinwerfer und Sirenen spielen ließen und Zeugnis für die Begeisterungsfähigkeit eines überaus jugendlichen, temperamentvollen und für Höchstleistungen empfänglichen Bolkes ablcgten. Als Passagier während der Rückfahrt vermag der । Verfasser nicht zu beurteilen, wie sich diese Be- 1 geisterung über den neuen Rekord, der die Ausfahrt um eine ganze Reihe von Stunden übertraf, kundgegeben hat. Aber es ist anzunehmen, daß sie womöglich noch sine Steigerung erfahren hat. „ Gewiß war das verdient. Denn dte „Bremen steckt nicht nur durch ihre Geschwindigkeit einen vorläufig kaum überbietbarenWelt- rekord dar, sondern auch durch ihre künstlerische Einrichtung, durch die zahlreichen technischen Reuerungen, durch den Luxus und die Bequemlichleit dieses „Ricsenhotels mit Schraube n“. Aber in keinem Lande der Welt vermag eine derartige Leistung so populär zu werden, wie in den Bereinigten Staaten. Ohne Rücksicht auf Fahrpreis, auf Termin, auf sonstige Dispositionen haben die amerikanischen Geschäftsleute usw. für lange Zeit im voraus die Kabinen belegt, das Riesenschiff bis aufs letzte Plätzchen gefüllt. Die „Bremen“ ist zu einem Propagandisten des Deutschtums, des deutschen Gewerbefleißes und der deutschen Technik und Wissenschaften minde- stens für die ganze westliche Hemisphäre ge- worden. 3m Verein mit dem Zeppelin und dem neuen Großflugzeug Do. X, auf dessen Auftauch en die Amerikaner durchaus gefaßt sind, ergibt sich daraus das Bild eines Vertrauens in die deutschen Leistungen, das mindestens in bezug auf die Technik und die Wissenschaft für Deutschland die Llebernahrne der Bezeichnung als „Land der unbegrenzten Möglichkeiten" rechtfertigt. Es bedarf keiner Erläuterung, welche politische Bedeutung das zugleich hat. die Straßen und auf die Dächer der Häuser, reckten die Köpfe himmelwärts und bewunderten das majestätisch dahin gleitende Luftschiff. Besonders am Times Square, wo Sonntagabend reges Leben herrscht, blieben die in die Theater und Kinos hastenden Menschen stehen, um die Fahrt des durch die erleuchtetest Kabinen erhellten Zeppelins zu beobachten, der eine Schleife nach Lakehurst zu beschrieb. Philadelphia muß verzichten. Neu t;ork, 4. 2ü g. (WB.) Da das Luftschiff „Graf Zeppelin" in der Nähe der K ü st e auf u n - günstige Winde traf, hat Dr. Eckener darauf verzichtet, Philadelphia zu überfliegen. Er steuert nunmehr das Luftschiff direkt nach Lake- Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 5. August. Der „Zeppelin" ist wieder einmal unterwegs nach Amerika. And wenn ihn auch dort Millionen schon gesehen und begrüßt haben, wenn seine silberne Silhouette auch schon populär im ganzen Osten der Vereinigten Staaten ist, so tst seine neue Ankunft doch kaum in minderem Grade ein Fest für die Amerikaner, als es seine erste gewesen ist. Dazu hat in sehr hohem Maße die Popularität des neuesten deutschen Weltr^ kords die Ozeanüberquerung durch den Lloyddampfer „Dremen“ , beige» Man traut in Amerika den Deutschen nachgerade alles zu, und man bringt diese Anerkennung dadurch zum Ausdruck, daß man die Deutschen als die „amerikanischsten Europäer" bezeichnet. Ohne die Frage erörtern zu wollen, dB das auch vom Standpunkt des Richtamerikaners als ein Kompliment aufzufassen ist — von dem des Amerikaners ist es unzweiselhast eines! —, kann man als Augenzeuge feststellen, welche außer- ordentlichevolitischeBedeutung derartige technische Rekorde haben. 3n Reu- York herrschte über die Fortschritte der „Bremen schon vor ihrer Ankunft eine förmliche Begeisterung. , Alle amerikanischen Zeitungen brachten die Rachrichten über ihre Fahrtzeiten und ihr Bild auf der ersten Seite; amerikanische Politiker, Wirtschaftler und Gelehrte, die man in diesen Tagen als Deutscher sprach, begrüßten einen mit den Worten: „Ihr Deutsche scheint ja das feinste Schiff der Welt zu haben!" Lind die Begeisterung nahm nach dem Eintreffen der „Bremen" im Hafen derartige Formen an, daß yran sich um die Besichtigungskarten wie um die Zulassung zu einem künstlerischen Weltereignis stritt. 75 000 Menschen haben das Schiff in den wenigen Tagen seines Reuhorker Aufenthaltes besichtigt; weit mehr haben auf die Erfüllung dieses Wunsches verzichten müssen, den Riesenbau mit seinen gefälligen und neuartigen Formen aber von außen bestaunt. Bei der Abfahrt sanden sich i rund 20 000 Amerikaner ein, die unbedingt An- NEUFUNDLAND hurst, wo er noch vor Anbruch der Nacht zu landen hofft. Oie erste Visite über Lakehurst. Lakehurst, 4. Aug. (WTD.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" erschien um 19,38 LI hr (0.38 Llhr MEZ.) über dem Landungsplatz von Lakehurst, von zahlreichen zu seiner Begrüßung ausgestiegenen Flugzeugen umkreist. Die Silberhülle des Zeppelins bot an dem Abendhimmel, wie eine Silhouette erschel- nend, einen prächtigen Anblick. Dr. Eckener funkte dem Stationskommandeur, das Luftschiff fliege zunächst nach Reuyork und wäre um 20.30 Llhr (1.30 MEZ.) zurück. Das Luftschiff steuerte dann nordwärts und ent- schwand in kurzer Zeit in den Wolken. Die Reuyork, 3. Aug. (WTB.) Die Goodyear Zeppelin Company gab die Pläne für den Bau zweier Luftschiffe, die doppelt so groß wie der „Graf Zeppelin" sein sollen, bekannt. Sie werden also etwa die Ausmaße des gegenwärtig für die Marine in Bau begriffenen Super-Zeppelins haben. Die Luftschiffe sollen im Pacific-Verkehr, später auch im Atlantik-Verkehr verwendet werden. Luftschiffe oder Schnelldampfer? Reuyork, 5. Aug. (WTB. Funkspruch.) Im Leitartikel der „Reuyork World" heißt es: Der Westftug des „Graf Zeppelin" zeige von neuem, daß ein Luftschiff dieses Typs bei anständigem Wetter und mittelmäßigem Glück einen Dampfer hinsichtlich der Geschwindig* leit übertreffe und den Passagieren ein gutes Maß an Komfort und Sicherheit zu biet len vermöge. Die Geschichte der Luslschiffozeanslüge stehe in erfreulichem Gegensatz zur tragischen Geschichte der Flugzeug-Ozeanfiüge. Dr. Eckener und seine Mannschaft seien zu dem Erfolge zu beglückwünschen, es sei jedoch keines-. Wegs gewiß, ob die Luftschiffe den Weg der endgültigen Lösung des Ozean- flugproblems weisen, da angesichts der Frage der R u h l a st Luftschiffe teuer zu bauen, teuer unterzubringen und zu fahren seien und der Zeitvorteil wahrscheinlich durch die neuen Schnelldampfer wesentlich verringert toew den dürfte. Gcsamlfahrtdauer des „Graf Zeppe- l i n beträgt 94 Stunden 1 Minute. Die 2Ha- rinebehörden haben ausgerechnet, daß das Luftschiff insgesamt 5331 Meilen mit einer mittleren Geschwindigkeit von 80 Kilometer die Stunde zurücklegte. In der Lakehurster Halle. Lakehurst. 5. Aug. (WTB. Funkspruch.) ' „Graf Zeppetin" wurde um 1.52 Uhr morgens (6.52 MEZ.) in die Halle gebracht, nachdem der wind, der die Einbringung des Luftschiffes verzögerte. nachgelassen hatte. Oie Landung. Lakehurst. 4. Aug. (WTB. Funkspr.) „Graf Zeppelin“ kreiste über dem Flugplatz über 2 0 M i n u t c n . ehe er die Landungstaue um 8.48 Uhr Ostnormalzeit (2.48 Uhr früh MLZ.) ab- warf. Die Bodenmannschaft zog das Luftschiff daraus zu dem kleinen A n k e r m a st. Sofort nach der Landung verließen die Passagiere das Luftschiff, das die Rächt über am Ankermast belassen wird. Die Zuschauermenge wurde im Gegensatz zum letzten Herbst in musterhafter Ord- n u n g gehalten. Allerdings hatten sich nur etwa 10 000 Zuschauer und einige Tausend Autos eingefunden. Für die Zollabfertigung und die Einwan- derungsformalitäten war weit besser vorgesorgt, als im vorigen Jahre. Ein mit Radiophon und Rundfunksender ausgestatteles Flugzeug war dem „Graf Zeppelin" einige Meilen bis über den Ozean entgegengeslogen und begleitete das Luftschiff zurück nach Lakehurst, dabei Beschreibungen des Luftschiffes über das große Reh der Funkstationen ganz Ame- rikas durch Rundfunk verbreitend. 3n dem Flugzeug befanden sich auch Berichterstatter der Associated Preß und verschiedener Zeitungen, die eine Schilderung des in der Abendsonne glänzenden Luftschiffes ihren Redaktionen radiotelephonisch übermittelten. Rückflug des „Graf Zeppelin" am Mittwoch? Lakehurst. 4. Aug. (WTB. Funkspruch.) Dr. Eckener kündigte an. er werde den Rückflug bereits Mittwoch nacht antreten, falls Del und Brennstoff schnell genug eingenommen werden könnten. Oer blinde Passagier. Lakehurst, 5. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der blinde Passagier des „Graf Zeppelin" wurde gleich nach der Landung durch Cinwanderungsbeamte einem summarischen Verhör unterzogen und dann sofort nach Glou- c e st e r (Rew 2 erseh) gebracht, wo er in Haft behalten wird, bis der nächste Dampfer nach Europa zurückgcht. Dr. Eck en er-und seine Offiziere lehnten es ab, seinen Ramen bekanntzugeben, damit der Eindringling keine ungebührliche Publizität erhalte. Die Passagiere erklärten jedoch, es handele sich um einen Albert Buhskow aus Dortmund. Die letzte Etappe. Lieber den letzten Abschnitt des Zeppelinfluges liegen uns zahlreiche Meldungen vor, von denen wir nachstehend die wichtigsten registrieren: Gegenwind von 85 Std.-Km Reuyork, 4. August. (WTB.) Associated Preß gibt einen Funkspruch ihres Berichterstatters an Bord des „Graf Zeppelin" von 2,42 Llhr (7.45 Llhr abends MEZ) bekannt, nach dem das Luftschiff infolge des ungünstigen Wetters seinen Kurs geändert habe und d i ■ rekt nach Lakehurst fliegen werde, ohne Reuyork zu berühren. Rach einer weiteren Meldung habe der starke Gegenwind von 85 Stundenkilometer Dr. Eckener veran- laßt den Plan, Washington, Baltimore, Philadelphia und Reuyork zu überfliegen, aufgegeben und direkt Lakehurst anzusteuern. Trotz starker Winde sei der Himmel klar und die Sicht gut. Lleberraschung für Reuyork. Reuyork, 5. Aug. (WTB. Funkspruch.) Als „Graf Zeppelin" unerwartet übet Reuyork erschien, eilten Tausende, von dem mysteriösen Surren der Motoren angelockt, auf I zahlreichen Zuschauer jubelten dem Schiff z u bis es außer Sicht war, und räumten Dann den Flugplatz. Um 20 Llhr abends (1.00 W MEZ.) erschien „Graf Zeppelin" über der Bucht von Reuyork und um 20.20 Llhr über der Stadt Reuyork. Warum die Landung verschoben wurde. Berlin, 5. Aug. (WTB.) Rach der amerikanischen Rundfunkangabe, die durch den Stuttgarter Rundfunk auf die deutschen Sender übertragen wurde, hat sich die Schiffsleitung des , Graf Zeppelin" im letzten Augenblick entschlossen, doch noch Reuyork zu überfliegen und dann erst gegen 2.45 Llhr morgens (mitteleuropäischer Zeit) in Lakehurst zu landen. Der Grund hierfür liegt darin, daß mit dem Eintreten der Rächt ein Abflauen des außerordentlich starken Windes erwartet wird und außerdem eine spätere Zeit n i ch t f o viel Gasabgabe nötig machen würde. Zahlreiche Platzgesuche für den Weltflug. Neuyork, 3. Aug. (WB.) Wie das hiesige! Bureau der Hamburg-Amerika-Linie bekannt gibt, sind zahlreichePlatzgesuche für den W e l t- rundflug des „Graf Zeppelin" emgegan- gen, davon viele von Frauen. Das Bureau kann jedoch nur drei Plätze .zuteilen, von denen zwei bereits vergeben find, und zwar an Joachim Richard, der den gegenwärtigen Amerikaflug als Passagier mitmacht, und an Morris Shu- nofsky, den Inhaber einer Großbäckerei in Neu- Rochelle. Die Teilnahme an dem Weltrundslug kostet I 9000 Dollar für jede Person. Oie amerikanische Post für den Weltflug. Neuyork, 4. Aug. (TU.) Seit Tagen laufen sowohl in Neuyork, als auch im Flughafen von Lakehurst große Mengen von Briefpost ein, die „Graf Zeppelin" auf seiner bevorstehenden Weltreise mitnehmen und in den verschiedenen Ländern, die das Luftschiff berühren wird, abfetzen soll. Der durchschnittliche Tageseinaang beträgt, in Gewicht ausgedrückt, etwa 2 Zentner. Dieser riesige Andrang ist um so beachtlicher, als dos Porto auch für amerikanische Verhältnisse ziemlich hoch ist. Dau eines Groß-Zeppelin in Amerika. Bericht der Saar-Regierung. Gens, 3. Aug. (WTB.) Der Vierteljahresbericht der Saarregierungsko'm Mission für das zweite Quartal 1929 ist im Völ-t kerbundssekretariat eingetroffen. Derl Bericht behandelt neben den laufenden Verwaltungsfragen die wirtschaftliche und soziale Lage, die politische Lage, die Finanzlage und macht Angaben über die Aufnahme des Flugverkehrs von dem Mitte Mai dem Verkehr übergebenen Flughafen in Saarbrücken. In dem Kapitel über die soziale Lage wird die Aufbesserung de« Löhne der Bergarbeiter um fünf Prozent und Ost-Westflüge überden Nord- atlantischen - Ozean. Zum Amenkdrlug des Z.R127 ( Mdi 1929) r trmudd-J Madeira Die bisherigen Ost-West-Flüge 80° bO“ „Zeppelin" und „Bremen". OieOeutschendie„amerikanischstenEuropäer".—OasIriesenhotelmitSchrauben. Beste Propaganda der Tat für Deutschland. (Von einem Passagier der „Bremen".) 60° ftO" ’J.ökehu 'S D£QT$tHlDx ±Frif drichl-'' ffw-k c ■RANK ^ER.ST-v: AMERIKA \£ >191 die Entspannung des Arbeitsmarktes verzeichnet. Die Zahl der Erwerbslosen ist von 9920 Ende März auf 3470 Ende 3uni zurückgegangen. Das Kapitel über die Finanzlage behandelt hauptsächlich die Anleihebegehren der Städte und Kreise des Saargebiets zur Durchführung öffentlicher Arbeiten, vor allem Straßen- und Drückenbau, Wasserversorgung und Einrichtung von Straßenbahn- und Autobuslinien und verzeichnet die Ermächtigung des Zweckverbandes der Saarkreise, Verhandlungen über die Begebung dieser Anleihen aufzunehmen, die jedoch den Gesamtbetrag von 187 Millionen Francs nicht übersteigen dürfen. Ferner enthält der Bericht eingehende Ausführungen über die im April d. 3. getroffenen Maßnahmen zur Aufwertung der Hypotheken, die unter Berücksichtigung der besonderen Lage des Saargebiets den deutschen Aufwertungsbestimmungen angepaht worden seien. Das Arbeitsprogramm des Reichstages. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers-. Berlin, 5. Aug. Kurz nach dem Abschluß der Pariser Sachverständigenberatungen nahmen die Optimisten an, daß die Klärung zwischen den Regierungen noch in einer Konferenz Ende Juli erfolgen könne, so daß der Reichstag zur Ratifizierung der dem Poungplan folgenden Gesetze noch Mitte oder Ende August zusammentreten werde. Aber neben den reparationspolitischen Aufgaben sollten die Volksvertreter in ihrer Sondertagung im August auch noch eine Reihe dringender innerpolitischer Gesetze erledigen. Nun wird das Plenum des Reichstages aber frühestens Mitte September zusammentreten und einen um so größeren Berg an Gesetzentwürfen vorfinden, der seiner Abstimmung harrt. Neben der Ratifizierung des Poung- Plans werden eine Reihe besonderer, mit ihm zusammenhängender Gesetze, wie Reichsbahn usw. oorliegen, die sich aber heute noch nicht übersehen lassen. Das Reichsernährungsministerium hat durch die Vertagung der Vieh- und Fleischzollerhöhungen wichtige Vorschläge zu machen, die dringend der Erledigung bedürften, während die Vorlage über die Neugestaltung des Pachtrech- t e s zwar auch noch im Winter beraten werden muß, doch weniger dringend ist. Das gleiche Ministerium wird auch das schon ausgearbeitete Milchgesetz vorlegen. Sehr produktiv ist das Reichs- orbeitsministerium, das die Volksvertreter mit einem Berg neuer Entwürfe überschütten wird. An erster Stelle steht die Reform der Arbeitslosenversicherung, und weiter werden u. a. das sog. Hausgehilfengesetz, ein Entwurf eines Gesetzes über die Unfallverhütung in der Unfallversicherung, eine Vorlage zur Aenderung der Angestelltenversicherung und ein Vorschlag über die Richtlinien für den Wohnungsbau bis 19 4 0 vorgelegt werden. Das Justizministerium wartet mit dem Einführungsgesetz in das neue Strafgesetzbuch auf, dem bald auch ein Entwurf über die Bereinigung der Grundbücher folgen dürfte. Sehr reich ist auch das Programm des Reichsinnenministeriums, das ein Ministerpensionsgesetz, eine Reichs- d i e n st st r a f o r d n u n g für die Beamten, ein Berufsschulgesetz und das neue R e - publikschutzgesetz bereithält. Ob das Gesetz über das Presserecht noch für die Wintertagung fertig wird, ist nicht zu übersehen. Das Arbeitsge- biet des Reichstages wird noch durch eine Fülle zum Teil schon eingeleiteter Beratungen erweitert, wie z. B. die immer noch nicht abgeschlossenen Verhandlungen über den endgültigen Reichs- wirtschaftsrat, über den Einspruch des Reichsrates zur Lex Brüning, und schließlich kommen noch eine Reihe besonderer Gesetze hinzu, wie das N o t - Programm für die besetzten Gebiete und die durch den Zollablauf bedingte N e u g e - staltungverschiedenerZollpositionen. Leibls Auge. Don Otto Brües. Caruso hat seinen Kehlkopf dem Aeapeler Museum vermacht: dort kann man ihn in Spiritus und unter Glas sehen. Die Stimmbänder sind zwei Millimeter länger als bei gewöhnlichen Sterblichen. Einseitig wär' es nun und eine Versklavung an den Erdenstoff, wollte man behaupten, Caruso wäre Caruso geworden nur wegen dieser zwei Millimeter. Sein Vortrag, ebenso leidenschaftlich wie zart, konnte jedenfalls nicht ohne eine entsprechende Menge von Gehirnwindungen zustande kommen. Aber dieses Mehr von »Wei Millimeter darf nicht ganz übersehen werden — wenn es auch vielleicht geschmacklos war, sie unter Spiritus zu setzen. Was für Caruso die Stimmbänder bedeuteten, waren für Wilhelm L e i b l seine Augen. Er hat nie eine Brille getragen ... er hat immer schärfer geseher als andere Menschen. Seine Freunde haben es bezeugt: diejenigen, die in seinem Schatten malten: diejenigen, die aus der Rähe über ihn schrieben. Zwar war dieses Auge Leibl von seinem Geschick mitgegeben, überkommen aus Fleisch und Blut seiner Eltern: aber wär er ein Homunkulus gewesen, von seinem Hersteller zum Maler bestimmt: kein Optiker und Techniker hätte die Linsen besser errechnen können. Man ist versucht, von jenem Kerl aus dem Märchen „Sechse kommen durch die ganze Welt" zu sprechen, der auf zweihundert Meter einer Fliege das rechte Auge wegschoß und in dem Wettkampf, der dieser Fabel spannenden Kern bildet, auf noch größere Entfernung den Läufer durch einen Schuß in sein beinernes Kopfkissen, den Totenschädel, zur rechten Zeit weckte. Dieses Auge war Leibls Lust und Qual: um dieses Auges willen mußte er ein Tuch mit Flaum und Gewebe so genau malen, daß der warenkundige Beobachter ihm sagen konnte, wieviel der Meter solchen Stoffs im Kaufhaus kostete. Um dieses Auges willen zog er die Dinge so nahe an sich heran, daß sie mit der Wirklichkeit verwechselt wurden. Ilm dieses Auges willen mußte er dann die kostbarsten Bilder zerschneiden, was er nicht im aufbrausenden Zorn, sondern in kalter Lieberlegung tat: denn er hielt die Teile der Aufbewahrung wert und wußte wohl, daß sie auch dann noch aber hundert Stück der zeitgenössischen Male, rei an Bedeutung übertrafen. Was hätt' ihm diese« Auge nützen können, hätt' er nicht die Gesinnung gehabt, die ihm entsprach? Es ist etwa der umgekehrte Fall wie bei dem belgischen Sonderling Antoine W i e r tz, dessen Bilder im gleichnamigen Brüsseler Museum vereinigt Am Vorabend der Berlin, 4.Aug. (WB.) Die deutsche Delegation ist heute um 23.27 Uhr in der bereits bekannten Zusammensetzung unter Führung der Reichsminister Dr. S t r e s e m a n n, Dr. Wirth, Dr. Eurtius und Dr. Hilferding im Sonderzug nach dem Haag abgereist. Zum Abschied hatten sich der Geschäftsträger der hiesigen Königlich-Holländischen Gesandtschaft, Sorbette, sowie die leitenden Beamten der beteiligten Ministerien auf dem Bahnhof eingesunden. Der Sonderzug wird morgen gegen $12 Uhr im Haag eintreffen. Abreise der britischen Delegation. London, 4. Aug. (WB.) Die britischen Delegierten Henderson, Snowden und Graham sind nach dem Haag a b g e r e i st. Erklärungen Snowdens. London, 5.Aug. (WTB. Funtspruch.) Vor der Abreise aus London ertlärte Snowden in einer Unterredung mit einem Vertreter des „Daily Expreß", daß er seine Pläne bereits fertiggestellt habe. Er sagte: wir gehen nach dem Haag, um dieses Durcheinander zu ordnen. Ich glaube, daß es uns gelingen wird. Jedenfalls werden wir unser möglichstes tun. Wir trafen dieses Durcheinander an, als wir an die Regierung tarnen, aber wir wollen ihm nicht mehr gegenüoertreten müssen. Snowden bemertte weiter: Wir werden vielleicht wochenlang wegbleiben müssen, wir sind jedoch bezüglich der Ergebnisse dieser Konferenz der Nationen voller Hoffnung und Zuversicht. Englands Forderungen zum houng-plan. Rheinlandräumung: Ungeheurer Druck der Öffentlichkeit London, 4. Aug. (TU.) Die diplomatischen Berichterstatter der Sonntagsblätter weisen in längeren Abhandlungen und in voller Ueber- einstimmung mit dem von der Tagespresse vertretenen Standpunkt nach, daß der Bvung- plan für Großbritannien nur annehmbar sei, wenn er in drei Punkten a b- geändert werde: 1. Verzicht auf die von den Pariser Sachverständigen vorgenommene Aenderung des Verteilungsschlüssels von Spa: 2. Aenderung der Bestimmungen über die deutschen Sachlieferungen in einem der britischen Politik genehmen Sinne: 3. Abänderung der Bestimmungen, die andere Konzessionen an gewisse europäische Staaten, in erster Linie 3 t a l i e n und Frankreich, in sich bergen. Die Haltung der britischen Abordnung steht in voller Liebereinstimmung mit diesen Forderungen. Schatzkanzler Snowden ist entschlossen, an einem Teil der britischen Forderungen unter allen Llmständen festzuhalten. Die britische Abordnung nimmt daher in den finanziellen Fragen grundsätzlich den Standpunkt ein, daß der Zoungplan in der gegenwärtigen Form, soweit er die deutsche Gesamtoerpflichtung angeht, intakt bleiben soll, daß ober die Anteile der Alliierten zugunsten Großbritanniens abgeändert werden sollen. Ganz eindeutig ist die Lage bezüglich der britischen Stellung zur Rheinlandräumung. Die britische Abordnung steht gerade in dieser sind, ein Mann von oft phantastischem Können, dessen Crlebnisweise dichterisch, etwa eine dramatische war, und der es darum bei aller Besessenheit nur zu fragwürdigen, immer dilettantischen Werken brachte. Leibls Vernunft gehorchte seinem Auge, und das in einer Epoche, die die meisten Maler zum Llngehorsam gegen ihr Auge verführte: das macht ihn so groß. Die Zeit nach dem deutsch-französischen Kriege, wir haben es am eigenen Leib erfahren, barg nun einmal die Möglichkeiten selbstloser, ohne Rücksicht auf den Erfolg getaner Arbeit nicht in sich: wenngleich das, was wir an Rellame und Gebrüll heute erleben, es uns eigentlich verwehren sollte, allzusehr über das neunzehnte 3ahrhundert die Rase rümpfen. Aber Anton von Werner hat seinen Ruhm dahin, und heute hat man es überall begriffen, daß nicht er die seinem Volk gemäßen Werke schuf, sondern Leibl mit wenigen andern. Darum also ist Leibl aufs Land gegangen. Richt in die Südsee, wie der Franzose Gauguin, dessen zärtliche und bunte Kunst darum doch die Schlacke des Dekorativen, Gestellten nie ganz verlor, sondern in die Berge. Wie es heute noch viele Münchener Maler und Dichter tun, wenn sie dis Großstadt abstreifen, und sich den Elementen stellen wollen. Leibl tat es aber nicht gelegentlich, sondern wesentlich, und er tat eS allein, nicht, wie später die Worpsweder, in einer Gruppe. Denn sein Auge war scharf und wollte die Seele an die Oberfläche der Dinge her- ansauaen: und sein Wesen treu, und konnte sich an gelegentlichem 'Besuch aus dem Lande nicht genügen lassen. Er suchte die unverstellten Menschen und fand sie nur, indem er einer der ihren wurde. Er hielt die Großstadt füt dekadent, aber er erhielt sich die Rervigkeit des Großstädters, — was denn wohl auch heute die einzige Möglichkeit bleibt, die Seele rein zu halten. Weil Leibl seinem scharfen Auge treu blieb in einer Zeit, die Rang und Adel verwischte, hat er sich einer Aufgabe versagt, für die damals der Boden völlig verloren war: der Gestaltung religiöser Themen. Ein einziges Mal, heißt es, hat er auf die Bitten eines Freundes, des Pfarrers Blank, sich an einer Kreuzabnahme versucht: aber es ist bemerkenswert, daß von diesem, dann gescheiterten Vorhaben, nicht einmal die Teilstücke erhalten blieben, wie bei den andern, als Ganzes mißratenen Bildern. Seine Relegion- - er blieb als Sohn des Kölner Domorganisten bis zum Tode im Rahmen des ihm Lleberlieferten — war rein goethisch, wenngleich Goethe an feinen Bildern die Idealität vermißt hätte. Er sog, ein anderer faustischer Mystiker, so lange an der Sphäre des Erdgeistes, bis Sein und Schein der Dinge sich deckten. Aber er gab sich, um diesen Vergleich fortzuspinnen, innerhalb sei- Saager Konferenz. Frage unter einem ungeheuren Druck der Oesfentlichkeit. Der „Observer" gibt der britischen Abordnung für die Haager Konferenz einige Ermahnungen auf den Weg, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen. Die Rheinlandräumung bezeichnet das Blatt als außer Zwei- fei stehend, aber etwas mehr Gewißheit darüber, daß die Besatzungsarmeen bereits am 31. August den Rückzug antreten würden, wäre erwünscht. wie aber, so fragt das Blatt, liegen die Dinge mit der Feslsiellungskommifsion, deren Existenz eine lebendige Lüge und eine untragbare Frivolität und nicht etwa ein Mittel der wahr- heitsfeftstellung oder des Ausgleichs wäre. Den Außenminister Henderson werde man beurteilen nach seiner Festigkeit in der Frage der Rheinlandräumung. Der Skandal der Besetzung deutschen Bodens gelte ebenso wie irgendeine andere europäische Gefahr und, solange deutsches Gebiet nicht befreit sei, sei der Krieg noch nicht vorüber. Kompromisse könnten hier nicht g e d"u l d e t werden. 3n finanziellen Fragen stellt sich der »Observer" vorbehaltlos hinter Snowden. Großbritannien habe als Land gern und bereitwillig einen hohen Preis für Frieden und Ausgleich bezahlt, wenn aber der Preis so groß sei, daß er das damit erstrebte Ziel hinfällig zu machen drohe, dann müsse ein lautes: „Halt" geboten werden. Dieses Halt werde im Haag ausgesprochen werden. Französische Vorschau. Hoffnungen, Wünsche und Befürchtungen. Paris, 4. Aug. Am Vorabend der Haager Kon- ferenz versucht der halbamtliche „Excel- sior einen Ueb er blick über die Haltung zu geben, die seiner Meinung nach die einzelnen an den Beratungen teilnehmenden Staaten einnehmen werden. Für Frankreich müsse sich das Programm der Konferenz streng auf die Annahme des Zoung- Planes beschränken in der Form, wie er von den Sachverständigen abgefahl worden sei, sowie auf die Besprechung der Bedingungen einer möglichen Räumung des Rheins, wenn das Be- sahungvpfand tatsächlich und rechtlich erseht roor- den sei, und wenn man den Eharakter. die Organisation und die Dauer des Aeberwachungs- ausschusses festgelegt gäbe. Belgien, das von Anfang an die Annahme des unteilbaren Boungplanes Vorschlägen werde, stimme mit Frankreich in allen Punkten überein. Auch die italienische Regierung werde sich an die Seite der beiden obengenannten Länder stellen, um die Llnantastbarkeit des Voungplanes besonders hinsichtlich des Verteilungsschlüssels zu verteidigen. Die britische Regierung habe bereits durch den Mund des Schatzkanzlers Snowden verkünden lassen, daß sie den Voungplan abgeändert haben wolle bezüglich des Verhältnisses des geschützten und ungeschützten Teiles, des Vorrechtes für Kriegsschäden, der Raturalleistungen und der Satzungen der internationalen Dank und des Verteilungsschlüssels unter den Gläubigern, ohne indessen die H 5 h e der deutschen Schuld zu ändern. Bekannt sei ferner das englische Eintreten für die sofortige und bedingungslose Räumung des Rheinlandes. Deutschland verlange als Grundbedingung für die Annahme des Doungplanes die Zu- ficherung der Rheinlandräumung an dem Tage des Inkrafttretens der neuen Regelung. Eine Ueberwachung der entmilitarisierten Zone wolle Deutschland nur bis 1935 zulassen, obgleich die Ent- Militarisierung des Rheins auf 50 Jahre vorgesehen ner Religion als ein Fanatiker, und jeder unduldsame Fanatismus straft sich in sich selbst. Die Werke nämlich, an denen er scheiterte, waren nicht entstanden aus einem Gehorsam gegen sein Auge und gegen seine Art, zu sehen, sondern geradezu aus einem Kadavergehorsam. Da rückten dann die Einzelheiten der Bilder so ungebührlich vor, daß sie den Eindruck des Ganzen zerstörten. Das Auge, dieses seltsame, bohrende Auge machte sich selbstherrlich, spottete der Treue, die ihm so eifrig gehalten wurde, und zerbrach, was doch aus ihm entstanden war. 3m Alter, nach dem Mißlingen des Bildes der vier Wildschützen, kam dann die Milde des Sehens ... Die Bildnisse des Freundes und Gönners Seegers zeigen einen Menschen mit shakespeare- scher Spannung, das Bildnis des am Fenster lehnenden Mädchens ist weich, wie keines bis dahin, und lautere Seele. Es ist sozusagen mit geschlossenem Auge gemalt. Kurze Geschichte. Von Frank F. Braun. Mit den Kurzgeschichten ist das so eine Sache. Es genügt nicht, daß sie kurz sind, sie sollen eine Pointe haben. Pointe ist das, worauf der Mann in der Redaktion von der ersten Zeile an gefaßt ist. Eine traumwandlerische Sicherheit läßt ihn bereits in den Anfangszeilen der Kurzgeschichte diese Pointe ahnen. Solche Geschichten bekomme ich folglich stets zurück mit dem Bemerken, der Stoff fei zu kühn. 3ch habe nun einen neuen Trick. 3ch lasse die Pointe weg. Geschichten ohne Ende. Man appelliert an die Phantasie des Lesers. Mit diesen Geschichten erziele ich vollen Erfolg. Wir sind alle Dichter. Die Produktivität ist nichts als eine Frage der seelischen Schüchternheit und der Fähigkeit zu lügen. Es war auf der Strecke Apenrade—Hamburg. 3ens 3ensen saß neben dem Herrn aus Dänemark. Der Zug fuhr dur'ch einen freundlichen Morgen. „3a," sagte 3ens 3enfen, und er sprach nicht zu dem Dänen, sondern setzte eine Unterhaltung fort mit dem Herrn, der ihm gegenübersaß, „ja, das ist alles gut, aber ych habe etwas gegen diese Patentschlösser. Wenn Sie nun3hre Zahl vergessen? Kein Mensch bekommt das Schloß auf; die Kassette muß demoliert werden. Wir sind viel zu vorsichtig. 3hre Eisenkassette da im Retz erregt erst die Reugier eines Gauners!" „Run dafür oder dagegen habe ich ja die Zahlensicherung. Riemand kann das Schloß öffnen, der nicht di» richtige Zahl emfteHL Die fei. Dem Poungplan gebe Deutschland grundsätzlich seine Zustimmung vorbehaltlich gewisser Aenderun- gen in der Staffelung der Jahresleistungen, in der Dauer der Moratorien und der Aufhebung des Sachlieferungsregimes. Die Mehrzahl der Regierungen, die nur ein begrenztes Interesse an dem Poung- plan haben, hätten den großen Mächten mitgeteilt, daß sie die von den Sachverständigen getroffene Regelung des Verteilungsschlüssels nicht anerkennen könnten. Rumänien, Südslavien und Griechenland forderten die uneingeschränkte Anwendung der D e r • teilungssätze von Spa. Nach Meinung des „E x c e l s i o r s" sei eine derartige Forderung kaum zulässig, nachdem die großen Mächte in eine bebeu- tenbe Ermäßigung der deutschen Schuld eingewilligt hätten. Polen und die Tscheche!, für die nach dem Poungplan nur geringe Summen in Frage kamen, erwarteten endlich wirkungsvolle Maßnahmen für die Sicherung der Oft- und DJeft- grenzen nach der vorzeitigen Rheinlandräumung. Das Blatt schließt mit der Feststellung, daß bie U n« einig teit zwischen den Gläubigern in der Frage der Verteilung der deutschen Zahlungen, sowie über die Unantastbarkeit d e s P oung- planes eine schwere Gefahr für die endgül- tiye Regelung der Wiedergutmachungen darstellen würde. Zusammenstöße in Nürnberg. Nationalsozialisten und Kommunisten Prügeln sich. Rürnberg, 4. Aug. (WTB.) Zm Zusammenhang mit dem R e ich s pa r te i t a g der Rationalsozialisten kam es im Laufe des Rachmittags an den verschiedensten Stellen der Stadt zu zum Teil schweren Zusammen- st ö ß e n, wobei oft von der Schußwaffe Gebrauch gemacht wurde, so am Cafe Merk, dem Treffpunkt der Kommunisten und vor dem Gasthaus „Zum wilden Mann", das beschädigt wurde. Auch auf dem Hauptmarkt kam es zu Ausschreitungen. Ein berittener Schutzmann wurde am Hauptmarkt durch eine geschleuderte Flasche im Gesicht verletzt. Die Sanitätswachen haben alle Hände voll zu tun. Eine Reihe von Person nen wurde fest genommen. Mehrfach muhte die Polizeibirektion zum Einsehen von geschlossenen Polizeikräften schreiten. Das K o m m u n i st e n l o k a l „Zum Engel" am Grünen Markt würbe von einer großen Anzahl N a t i o n a l s o z i a l i st e n gestürmt u n b b c • schädigt. Ein in der Nähe stehender Schutzmann gab einen Schuß in/bie Lust ab. Aus dem Getüm- mel löste sich eine Zivilperson los, die von den Na- tionalsozialisten verfolgt und zu Boden g e - schlagen wurde, so daß sie bewußtlos liegen blieb. Das Ueberfalltommanbo und 50 beritt e n e Polizisten sperrten den Hauptmarkt ab. Ueber die Einzelheiten der Ausschreitungen läßt sich noch nichts Genaues sagen, weil die Polizisten zum größten Teil noch unterwegs sind. Von der einen Seite wird behauptet, daß von den Kommun ist en aus dem Cafe Merk geschossen worden fei. Auf der anderen Seite heißt es, daß ein Angriff auf das Cafe unternommen worden fei. Einwandfreie Aussagen liegen noch nicht vor. Die Absperrung des Hauptmarktes wurde bis gegen 7.30 Uhr abends aufrechterhalten. Infolge der an den verschiedenen Stellen der Stadt vorgekommenen Zusammenstöße ist der ganze Wagenpark und das gesamte Personal des Sanitätsdienstes unterwegs, um die Verletzten weiter- zutransportieren. Weiter verlautet, daß etwa 10 bis 12 Personen verletzt worden seien. In den Abendstunden zwischen 8 und 9 Uhr gab Adolf Hitler den Befehl aus, daß sämtliche Rationalsozialisten in ihre Quartiere zurückzukehren haben. Richlbesolgen des Befehls habe den Ausschluß aus der Partei zur Folge. Außerdem solle jede Provokation von der Gegenseite Zahl aber weiß natürlich nur ich; und vergessen werde ich sie nicht." „Sie sind 3uwelier. 3uwelieren rühmt man allerdings ein gutes Zahlengedächtnis nach", 3ens 3ensen erfand eine funkelneue Theorie, „aber ich möchte doch nicht in 3hrer Haut stecken. Linser Gehirn ist vergeßlich. Wenn ich 3hnen den ganzen Vormittag Zahlen vorreden wollte, ich wette, in Hamburg hätten Sie die eine Kombination, auf die es ankommt, vergessen." „Man muß sich eine Zahl merken, die man nie vergessen kann, z. D. seinen Geburtstag." „Sie brauchen für diese Kassette vier Ziffern." „Run ja, Tag, Monat und 3ahreszahl ohne Hunderter, 1. 3. 02 oder 8. 9. 69." -Sehr sein", gab 3ensen zu und versank in abgrundtiefes Schweigen. Flensburg kam in Sicht. Der Däne erhob sich. Er wollte an sein Gepäck, dabei stieß er 3en8 3ensen ein wenig an und entschuldigte sich nicht. 3ens 3ensen war ein Mann voll Temperament und Llnduldsamkeit. Es gab einen Streit. 3enö 3ensen fluchte lange Sätze dänisch. Plötzlich klatschte eine Ohrfeige. Der Dane hielt seine Backe. Als der Zug in den Bahnhof einlief, winkte der Geschlagene dem Stationsvorsteher, ließ einen Schuhmann holen und verlangte, daß die Personalien 3ens 3ensens festgestellt würden. Der beteuerte seinerseits die Berechtigung seiner Handlung, er rief sein Gegenüber zum Zeugen an. Der 3uwelier wäre der Sache gern aus dem Weg gegangen, aber der Schutzmann bat die drei Herren in den Bureauraum des Vorstehers. Der Zug hatte fünfzehn Minuten Aufenthalt. Ein kurzes Protokoll ward aufgesetzt. Der Däne gab seine Personalien an, ebenso 3ens 3enfcn unb der 3uwelier. 3ens 3ensen verließ als erster zornschnaubend den Raum. Den 3uwelier hielt der lamentierende Däne noch auf. 3ens 3enfen eilte in sein Abteil; er hantierte in den Gepäcknetzen; dabei grinste er, aber als er auS- ftieg, hatte er wieder sein wütendes Gesicht. Er grüßte den gerade herankommenden 3uwelier und verlieh den Flensburger Bahnhof. Auch der Däne stieg hier aus. 3n der Restauration zum Letzten Schiff unten an der Föhr de trafen sich nach kurzer Zeit die beiden Streiter. „Ra . . meinte der Däne versöhnlich im Ton einer Frage. „Sieben ungefaßte Steine" gab 3ens 3enfen lakonisch zurück. Hier hört bie Geschichte auf. Sie hat eine Pointe, bie am gleichen Tag in Hamburg spielt, nachbem der 3uwelier seine Kassette glücklich nach Hause gebracht hat unb bie geheimnisvolle Zahl 4. 6. 91 einstellt, worauf die Kassette auf- springt. — Dann ist die Geschichte wirklich gtf Lunb®tiÄ,en Sendung ho,»Qni> «'WÄbru h '’Stn öerun* K';> L fetfe Ö)tc in ein. iT* n S*u[x ,^e bedeu. Cln9cWilligt ' d'e n° ; Merk geschossen n Seite heißt es, daß ternommen worden sei. n noch nicht vor. Die les wurde bis gegen ilten. Zufolge der an (len ber Stabt !flöße ift bergan# Personal des Sani. >ir Lnletzten weiter- lautet, daß etwa 10 etzt worden seien, ischen 8 und 9 Uhr fehl aus, daß säml- alisten in Ihre ukehren haben, habe den rlusschloß Außerdem solle jede de^ Gegenseite^ mr^?öndvergessen ’6 »>" Der Däne erhob sich, ^ Iahnhof ein- '"?dem Stationr- jen« yen undver- §jsrtc :t%.. . 2lufenth?lt- Minuten^ Jäne ) aasens 2en'f- „ eben ° ^lteh B «£$•< unbeachtet bleiben. Der Bese': wurde mit Autos überbracht und an bestimmten Punkten laut verlesen. 3n kleinen und großen Trupps zogen die Nationalsozialisten darauf in ihre Quartiere. Um 8.30 Uhr abends war die Ruhe in der Stadt wiederhergestellt. Bei dem Zusammenstoß am Hauptmarkt im Caf6 Merk wurden etwa 2 0 bi s 25 Mann fe st genommen. Der Lieberfall an der Lorenz- Kirche soll sich so abgespielt haben, dah zwei Passanten von Hitlerleuten angerempelt wurden. Als sie sich das verbaten, fielen die Hakenkreuzler über sie her, und die beiden Belästigten wurden geschlagen und. getreten. Es soll ein Toter und ein Verletzter zu verzeichnen sein. Am Kulturverein hatten sich etwa 400 Kommuni st en anaesammelt, die sich den Rationalsozia- listen entgegen st eilten. Das Lieberfallkommando war bald zur Stelle und trieb die Streitenden mit dem Gummiknüppel auseinander wobei es blutige Köpfe gab. Außer an den Sammelstellen der Aationalsozialisten sieht man nur wenig Hitlerleute unterwegs. Am Hauptbahnhof, von wo aus der größte Teil der Besucher bereits abends die Rückreise angetreten hatte, herrscht reges Treiben. Schutzpolizisten mit Karabinern sind in großer Zahl verteilt, um den Verkehr in normalen Dahnen zu halten. Auch in den Hauptstraßen und am Ring geht es sehr lebhaft zu. Llm 20,30 Lihr war die Ruhe in der Stadt wiederhergestellt. Gerücht- weise verlautet, daß es in den späten Abendstunden nochmals zu Zusammenstößen gekommen ist. Belohnung für den Slaatsanwalt im lllih-prozeß. Kattowih, 3. August. (WT.) Wie der „Monitor Polski" meldet, ist der Staatsanwalt Mal- ko w s k i, der die Anklage im Lllih-Pro- z e ß vertrat, zum Vizestaatsanwalt beim Höchsten Äppelationsgerichkshof in Warschau ernannt worden. Schiffskatastrophe bei Ostende. Ost en de, 4. Aug. (1DB.) (Ein Vergnügungsdampfer, aus dem sich ungefähr 8 0 Ausflügler befanden, wurde von einem Schlepper gerammt und in zwei Teile geschnitten. Das Schiff sank sofort. Der Zusammenstoß kam sc. unerwartet, dah die Passagiere keine Zeit mehr hatten, sich mit Rettungsgeräten zu versehen. Die Zahl der Opfer ist no ch nicht bekannt. (Es sollen angeblich zehn Personen ertrunken und zehn verletzt fein. Aus aller Welt. Schlagwetterexplosion auf Zeche de Wendel. Dortmund, 5. Aug. (WTB. Funkspruch.) Das Preußische Oberbergamt in Dortmund teilt mit: Gestern vormittag um 9 Uhr ereignete sich auf der Zeche de Wendel bei Hamm in der 812- Meter-Sohle aus bisher ungeklärter Ursache eine Schlagwetterexplosion, durch die zwei Arbeiter tödlich und einer schwer verletzt wurden. Die Untersuchung ist durch die Bergbehörde sofort unter Tage ausgenommen worden. Verzweiflungstat eines Vaters. Köln, 4. August. (WTB.) Heute früh wurden in seiner Wohnung in Köln-Sülz der 48- jährige Bauunternehmer Lühlhoff, seine zwei Töchter im Alter von 14 und 16 Zähren unb sein 13jähriger Sohn in ihren Schlafzimmern durch Gas vergiftet tot aufgefunden. Rach den polizeilichen Feststellungen handelt es sich um eine Verzweiflungstat des Vaters, da die Familie am Montag aus der Wohnung herausgeseht werden sollte. Wasserpockenepidemie in Rotterdam. Amsterdam, 5. Aug. (WB.) Wie die Blätter berichten, herrscht in Rotterdam seit einigen Tagen eine eigenartige Epidemie, deren Eharakter von den Aerzten noch nicht mit Sicherheit festgestellt werden konnte. Man glaubt, daß man es mit Wasserpvcken. einer Pockenerkrankung leichter Rcrtur, zu tun hat, die durch Seeleute aus überseeischen Gebieten eingeschleppt worden ist. Bisher sind ungefähr 60 Krankheitsfälle festgestellt worden. 3n Verbindung mit Lungenentzündung haben sich zwei Todesfälle ereignet. Der Bevölkerung ist etnpfohlen worden, sich unverzüglich einer Impfung bzw. Rachimpfung zu unterziehen. Auch in einigen Rotterdam benachbarten Orten sind mehrere Fälle dieser Krank- heiten zu verzeichnen. Ein Lastkraftwagen durchbricht die Eisenbahnschranke. Regensburg, 5. Aug. (WTB. Funkspruch.) Rach einer Mitteilung der Reichsbahndirektion Regensburg durchfuhr am Samstag der Lastkraftwagen der Brauerei Wimmer aus Bruckberg die geschlossene Schranke der Lleberfahrt bei Bahnhof Bruckberg. Der in voller Fahrt herankommende Per- s o n e n z u g Rr. 867 München—Regensburg erfaßte den Lastkraftwagen und schleifte ihn etwa 300 Meter weit. Der Lenker des Wagens, Drauereibesiher Wimmer, wurde getötet. Die Lokomotive des Personenzuges wurde beschädigt. Der Zug konnte nach Eintreffen einer Hilsslokomotive mit einer größeren Verspätung seine Fahrt fortsehen. Schweres Rkolorradunglück infolge Leichtsinns. Halle, 5. Aug. (WTB.) Am Samstagnachmittag stieß auf der Chaussee Halle—Eisleben ein mit zwei Personen hesehtes Motorrad in schneller Fahrt gegen einen rangierenden Zug der Halle-Hettstedter Eisenbahn. Don den beiden Motorradfahrern, den Brüdern Röthling aus Langenthon, war der Führer sofort tot, während der Mitfahrer mit einem schweren Schädelbruch ins Krankenhaus in Halle ?ebracht werden mußte. Seine Verletzungen sind ebensgefährlich. Die Motorradfahrer hatten, obwohl ein Mann mit einer roten Fahne Warnungssignale gegeben hatte, versucht, an dem rangierenden Zug vorbei z u k o m m e.n. Aus der Provinzialhauptsta-i. Gießen, den 5. August 1929. Oer Verfaffungstag in Gießen. Wie bereits mitgeteilt wurde, soll in diesem Jahre der Verfassungslag überall besonders festlich begangen werden. Die Verfassungsfeier, die in Gießen seither im Stadttheater abgehalten wurde, findet in diesem Jahre in der Volkshalle statt, um recht vielen Einwohnern von Gießen und Llmgegend Gelegenheit zu geben, daran teilzunehmen. Den musikalischen Teil hat die Kapelle des hiesigen Bataillons unter Leitung von Obermusikmeister L ö b e r übernommen. Die Gießener Gesangvereine werden die Feier durch einige Massenchöre, Turn-, Sport- und Radfchrervereine durch Aufführungen verschiedenster Art verschönern. Die F e st - ansprache wird Llniversitäts-Professor Dr. Steinbüchel halten. Für die Feier, die in drei Teile zerfällt, werden Programme ausgegeben. die am Eingang zur Dolkshalle bei Eröffnung der Feier zu haben sind. Während des ersten Teiles ist das Rauchen untersagt: Wirt« schaftsbetrieb findet nach Beendigung des ersten Teiles statt. Die Feier, die am Sonntag, 11. August, pünktlich 15.15 Lihr beginnt, wird gegen 20 Lihr beendet sein. Der ömtritt zu der Derfassungsfeier ist frei. Eine Einladung an die Bevölkerung durch den Provinzialdirektor und den Oberbürgermeister wird in den nächsten Tagen in unserem Blatte veröffentlicht werden. Daten für Dienstag, 6. August. Sonnenaufgang 4.30 Uhr, Sonnenuntergang 19.40 Uhr. — Mondaufgang 5.42 Uhr, Monduntergong 20.50 Uhr. 1809: der Dichter Alfred Tennyson in Somersby geboren. * Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil-Club (A. v. D.) Gießen: Die Strecke Niederscheld —Oberscheld im Zuge der Schelde-Lahnstrahe Herborn—Dillenburg —Biedenkopf ist für Fahrzeuge aller Art vom 5. bis 31. August gesperrt. Umleitung über DiUen» bürg—Nanzenbach^Hirzenhain—Lixfeld. Die Orts- durchfahrt Fauerbach im Zuge der Straße Friedberg—Staden—Nidda bzw. Friedberg—Büdingen—Gelnhausen ist ab 7. August gesperrt. Umleitung über Nieder—Wöllstadt. * • Straßensperre in Gießen. Die Friedrichs raße zwischen dem Wetzlarer Weg und der Röntgenst aße wird wegen Vornahme von Walzarbeiten von heute ab bis auf weiteres gesperrt. ' * * Aufgehobene Straßensperre. Die am 22. April d. I. angeordnete Sperrung des Wetzlarer Wegs ist wieder aufgehoben. * • Geschäftsjubiläum. Heute sind es 40 Jahre, daß Schreinermeister Georg.Adam Hainer in Gießen ein Geschäft eröffnete. Während dieser langen Zeit lernte man in Meister Hainer einen Faapnann kennen, der über die Stadt hinaus unter seinen Kollegen geachtet ist und in der Bürgerschaft einen guten Ruf hat. * „Graf Z e p p e l i n“fu nd ein Gießener Mädel. Das Töchterchen des Herrn C. Röder, Kircheuplah 9, wurde am 5. Rovember 1928 um 5.35 Lihr geboren, als gerade das Luftschiff „Graf Zeppelin" unsere Stadt überflog. Aus Anlaß dieses Ereignisses legten die Ellern, mit besonderer Genehmigung der Behörde, der Kleinen den Ramen Brigitte Zeppeline Marianne bei. Am Samstag bekam nun die junge Erdenbürgerin von Dr. Hugo Eckener von seiner Amerikareise eine Widmung in Form eines Bildes vom Luftschiff „Graf»Zeppelin", mit den Worten: „Der kleinen Brigitte Zeppeline Marianne, die unter dem Mvtore.tgeräusch des „Graf Zeppelin" geboren wurde, wünsche ich Glück und Erfolg im Leben. gez. Dr. Hugo Eckener." weitere Lokalnachrichten im 2. Blatt. Berliner Börse. Berlin, 5. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die neue Woche eröffnete sehr ruhig und ohne besondere Anregung. Nachdem schon am Samstag im Freioerkehr Interesse für AEG.-Aktien festzustellen war und in Frankfurt auch einige Abschlüsse zustande gekommen sein sollen, ist man heute früh, besonders für Elektrowerte, weiter freundlich gestimmt. Kurse sind aber bisher noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,85, London gegen Mailand 92,80, London gegen Spanien 33,18, Lon« don gegen Kabel 4,8523, London gegen Berlist 20,3613 und Kabel gegen Berlin 4,1930. Oie Wetterlage. >y«n. UM 3 Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 3. Aug. Am Frankfurter Eiermarkt waren die Preise bei lebhafterem Geschäft anziehend. Die Preise verstehen sich unverzollt ab Station bzw. Grenzstation und in Pfenniges und per Stück. Bulgarische 10 bis 10,25, Holländische 11,25 bis 13,25, Jugoslawische 10 bis 10,25, Polnische 8,75 bis 9,25, Russische 10 bis 11, Dänische 11,50 bis 13,50, Belgische 11,50 bis ^2, Französische 10,50 bis 11,50, Schlesische 11 bis 11,-50, Bayerische 10,75 bis 11, Norddeutsche 11 bis 12, Rumänische 10 bis 10,3. Kunst und Wissenschaft. Zu Hamsuns 70. Geburtstage. Die Preußische Akademie der Künste, Sektion für Dichtkunst, hat dem Dichter Knut Hamsun in Nörholmen (Norwegen) zu seinem 70. Geburtstag das nachstehende Glückwunschschreiben zugehen lassen: „Der Sektion der Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste als staatlichen Vertretung des gesamtdeutschen Dichtertums ist es eine besonderes Bedürfnis, Ihnen za Ihrem 70. Geburtstage den einhelligen, freudigen und bewundernden Dank für ihr bisheriges Schaffen und alle guten Wünsche für ihr künftiges Leben und Werk darzubringen. Wir richten diese Worts herzlicher Ergebenheit nicht in die Fremde, dem, ihre Kunst lebt und wirkt mitten unter uns, sie haß in unserem Lande Tausenden wohlgetan, Tausendes erhoben, gelenkt und nach Ihrem Bilde gebildet. Wir wenden uns nicht in die Ferne, denn wir fim den Ihre Natur in unserem Innern wieder." Ausstellung „Der neue Druck — Das schone Buch", In Magdeburg wurde am Samstag dis Ausstellung „Der neue Druck — Dag schöne Buch" im Beisein von Vertretern der Behörden in der Kunsthalle feierlich eröffnet. Reichs« kunstwart Dr. R e b s l o b behandelte in seiner Eröffnungsrede ein Grundproblem unserer Zeit: das Problem des polaren Ausgleichs zwischen Kunst; und Technik, zwischen freier, künstlerischer und handwerklicher Arbeit auf der einen Seite und der Normierung und Egalisierung der Arbeitsmethoden auf der anderen Seite. Letzte Nachrichten. Glückwünsche des Reichspräsidenten. Berlin, 5. Aug. (H3IB. Funkfpruch.) Der Herr Reichspräsident hat an Dr. Eckener folgendes Telegramm gesandt: „Meine herzlichsten Glückwünsche zum erfolgreichen zweiten Amerikaflug des Luftschiffes „Graf Zeppelin". Ich wünsche auch weiterhin guten Erfolg. Mit freundlichen Grüßen gez. von Hindenburg. Reichspräsident." Oie Begeisterung in Neuyork bei der Ankunst des „Graf Zeppelin". R e u y o r k, 5. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die Freudenkundgebung der Reuyorker Bevölkerung bei der Ankunft des „Graf Zeppelin" stand keineswegs hinter der des letzten Jahres zurück. Als das Luftschiff den Hafen überflog, wurde es von einem wilden Ehorus von Schiffs- sirenen begrü ßt, worauf Lichtsignale aus der Hinteren Gondel den Dank zurückblinkten. Die Offiziere und Mannschaften der im Hafen liegenden deutschen Scfjiffe waren begeistert, die Schiffe prangten in vollem Flaggenschmuck. Auf dem Times Square drehten zahlreiche Fümpholographen ihre kurbeln, um den majestätischen Anblick festzuhat« ten. 3m Battery-Park jubelten Tausende dem langerwartelen Luftschiff zu. Ein Jagdflugzeug, das sich im Vergleich zu dem Luftschiff wie eine Mücke ausnahm, flog dem „Graf Zeppelin" als Führer voran, hinterher flog eine Eskorte von mehreren Flugzeugen. Die ganze Lustparade wurde von verschiedenen Stellen aus durch Scheinwerfer magisch beleuchtet. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. Frankfurt a.M. Berlin Schlub» Kurö l-Uhr- Kure Schlub» Ansang Kurs ftut« Datum 2-8. 5.8. 2 8. 5.8. 6% Dt. RetchSanlethe d. 192? . . 2)1. Anl..Ablös..Schuld mit AuS- 87,25 — 87,25 — los.-Rechien......... 51 51,05 51 51 Desgl. ohne AuSlof.-Rcchte . . . 7% Franks. Hnp.-Bk. Goldps. un» 10,3 10,4 10,4 kündbar blS 1932....... Rheinische Hyp.-Bank Liqu.» — — — — Goldps............ A.E.G. aha. BorkriegS-Obltgation., rückzahlbar 1932 ....... —• — — — — — — — 4% Schweiz. BundeSb.-Anl.. . . — — — — 4% Oesterreichische Goldrle.. . . —— — — 4,20% Lesterr. Silberrie..... 2,35 —— — 4% Oesterreich, cinheitl. Rte. . - 4% Ungarische Goldrle...... 1,925 — 1,920 — 22,75 — 23 —— 4% Ungarische StaatSr. v. 1910 . 19,9 — 20 — 4'/,% desgl. von 1913..... *■ —— — — 4% Ungarische Kronenrtc..... 1,8 — — 1,85 4% Türk. Hollanleche v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl., 7,7 — 7,7 — Serie 1........... 7,65 — 7,7 — 4% deSgl. Serie II....... 7,65 7,6 7,7 — 4% Rumänen convert. Rte. . . . — 454% Rumänen Goldanl. von 1913 — — — — Mg. Deutsche Eisenbahn . . 4/, _ _ _ _ Hamburg-Amerika Paket ... 8 Hamb.-Südam. Dampssch. . . 8 123,75 123,5 123,75 — 186 —— Hansa Dampsschiss.....10 — — 162,75 — Norddeutscher Lloyd.....8 115,5 — 115,75 _ Allg. Deutsche Creditanst. . . 10 126,25 —— 126,5 126,5 Barmer Bankverein . . . . 10 Berliner Handelsgesellsch. . . 12 127,5 —— 127,5 128 210 — 211 210 Commerz» und Privat-Bant. 11 184,25 183,5 184 183,5 Tarmst. u. Nationalbank . . 12 277 — 276,75 277 Deutsche Bank......1° 170 — 170 170 Diskonto-Gesellschast Aut.. . 10 154,75 154,5 154,75 154 Dresdner Bank ...••• 1° 160,25 160,25 160 160,25 Metallbau I. ....... .8 — — ReichSbauk ...... 314 — 314,5 312,25 Frankfurt a. M. Berlin Schlub» Kurs l-Uhr- Kurs Schlub» Kurs Anfang- Kurs Datum 2-8. 5.8. 2-8. 5.8. A.E.G............8 Bergmann...... 9 Elektr. Lieferungen..... 10 Licht und Kraft......10 Felten 4 Guilleaume..... 6 Ges. s. Elektr. Untern.....10 Hamb. Elektr. Werke .... 10 Rhein. Elektr.........9 Schles. Elektr........10 Siemens & Halske . • • • • 12 TranSradio...... 8 Lahmeyer L Eo.. ..... 10 BuderuS....... . . . 6 Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Steinkohle ...... 8 Gelsenkirchener ... s. % I. 4 Harpener .....6 Hoesch Eisen.........8 Ilie Bergbau ...... ..8 »löcknerwerke ........ 7 Köln-Neuessea. .......9 Mannesmann...... . 8 . ManLfelder.........7 Lberschles. Eisenb. Bedarf. . . 6 Oberscnlej. Kokswerke.....6 Phönix Be^bau......6% Rheinische Braunkohlen... 10 Rhetnslahl . . . f. % Jahr 4'/, Riebeck Montan......7,2 Bereinigte Stahl». ..... c Kali Aschersleben ..... 10 Kali Westeregeln......10 Kaliwerk Salzdetfurth . . . 16 I. ®. Farben-Jndustrie ... 12 Dvnamtt Nobel ....... 6 Scheide anstall .......9 Goldschmidt ....... .6 RülgerSwerke ........ 6 Metallgesellfchast. . • • • . 11 201,5 231 170 215,5 142.5 219 234 387,25 172 76 136 145,5 219,5 112,5 120,25 139 104,75 284,5 126 112 237 243 398 226,4 157 76 84,5 126 203 169,5 220,5 390,5 144,25 120,75 104,5 226,4 126 200,4 231,75 169,75 213,25 141,5 218,5 142 153 187,25 231 386,9 147 76 114,75 138,25 136 132 219,5 112,75 128,5 120,4 139,25 109,4 104,75 283,5 126 138 112 65 236,25 243,5 398,25 226 76,75 85,25 125,75 203,4 233 171 216 142,6 220 142,75 153,5 189,9 235 391,5 75,13 114,5 138,13 136,25 147 112,5 128 120,13 139 109 104,5 284 126 112,5 65,6 412 227 5 Frankfurt a M. Berlin Schlub» Kurs 1 Uhr» Kurs Schlub» Kurs Anfang- Kurs Datum 2.8. 5-8- 2-8- 5.8. Philipp Hotz mann . . . < 109 — 109 . -------------------- Heidelberger Cement . Cement Karlstadt . . - • • 10 . 8 134 — _ *— Wayß 4 Freitag . . . 10 — 102,85 — — Schultheis Patzenhofer - - 15 — — 301,5 301,5 Lftwerke...... 12 — — 239,5 238,25 Ber. Glanzstoff . . . e e e 18 394 393 394 391 Bemberg...... 14 — — 305 305 »ellstoss Waldhos . . 12 239,5 — 238,75 239,75 Zellstoff Aschaffenburg . Charlottenburger Wager - • 12 . 7 158 158,5 156,25 108,65 108,5 Dessauer GaS .... . 8 —— — 195,5 196 Daimler Motoren . . . 0 54,5 —— 53,4 54,75 Deutsche Maschinen-Fabrik • . 0 —1 — 54 — Adlerwerk« Klever . . . 5 51 51 — 51,6 Ludw.Loewe .... 10 — — 205,5 207,5 Rat. Automobil . . . • * • . 0 — — 24 — Orenstetn 4 Koppel . e e e . b — — 90,9 90,5 Leonhard Tietz . . . Bamag-Megutn . . . Franks. Maschinen . . - • • . 6 . 0 — — 207 208 . « 55 — —» —» 11 — — — —— . 0 — — — —— Junghans...... . 4 — — — — Lechwerke...... • e • . 8 —— — — Mainkraslwerke . . . • • • . 8 — —— — — Miag........ 10 — — 123,75 123,5 Nekarsulmer . . . 8 —— Peters Union . . . . o • • . 8 122 — — Gebr. Roeder . . . . e e • 10 — — _ Botgt 4 Haefsner . . . 8 220 — — __ Südd. Zucker .... . 8 152,5 153,75 — — Banknoten. Berlin, 2. August Geld Brief Amerikanische Noten ..... 4,168 4,188 Belgische Noten........ Dänische Noten ........ 58,32 111,40 58,56 111,84 Sualüchc Noten........ 20,31 20,39 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Berlin, 2- August Geld Brief französische Noten..... 16,46 16.52 167,68 168 36 Italienische Noten ...... 21,98 22^06 Norwegische Noten...... 111,40 111,84 Deutsch Ocsterr , 5 i Kronen 59,055 59,295 Rumänische Noten...... 2,47 2,49 Schwedische Noten...... 112,03 112,47 Schweizer Noten....... 80,65 80,97 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 61,03 12,385 61,27 12,445 Ungarische Noten.....'. . 72,90 73,20 2. August 5- August Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brie» Geld Brief . Amsl.-Rott. 168,03 168,37 167,92 168.26 Buen.-Aires 1,759 1,763 1,758 58,28 1.762 Brff-Antw 58,28 58,40 58.40 Christiania. Kopenhagen 111,70 111,92 111,70 111,92 111,68 111,90 111,70 111,92 Stockholm . 112,33 112,55 112,35 112,57 HMngforS. 10,53 21,92 10,55 10,535 10,555 Italien. . . 21,96 21,92 21.96 London. . . 20,343 20,383 20,342 20,382 Neuyork . . 4,1925 4,2005 4,192 4,200 Paris.... Schweiz .. 16,425 16,465 16,42 16,46 80,665 80,825 80,625 80.785 Spanien . . 61,24 61,36 61,30 61,42 Japan .. . Rio de Jan. 1,955 9,497 1,959 0,499 1,963 0,4075 1,967 0,4095 Wien inD-- £eft. obgest. 59,085 59,202 59,06 59,18 Prag . . . . 12,405 12,425 12,403 12,423 Belgrad . . 7,363 7,377 7,360 7,374 Budapest. . 73,135 73,275 73,16 73.30 Bulgarien . . 3,037 3,043 3,037 3,043 Lissabon . . 18,78 18,82 18,78 18,82 Danzig. . . 81,38 81,54 81,34 81,40 Konstantin. 1,984 1,988 1.995 1,999 Athen. . . 5,42 5,43 5,42 5,43 Canada . . 4,180 4,588 4,179 4,187 Uruguay. . 4,126 4,134 4,126 4,134 Cairo . . - 20,865 20,905 20,87 20,91 Turnen, Sport und Spiel. Ruder-Regatta in Gießen Tages! Anfänger-Vierer. sprung. Ermunterungs-Vierer. Ehrenpreis: 1. Dorrennen: 1. Wetzlarer A.-G. 1877: 7:45.2. Gießener R.-G. 1877: 7,49. 2. Bvrrennen: 1. Saarbrücker R.-G. ..Ain« bin«“: 7:24:2; 2. R.-B. Kassel: 7:29 ;6. — H a u p t° ren nen: 1. Saarbrücker R.-G. „Alndine":7:32;4; 2. Wetzlarer R.-Cl. 1880: 7,51. Die Saarbrücker Mannschaft ist der Wetzlarer körperlich stark überlegen. Durch diesen Vorteil begünstigt, liegt Saarbrücken schon bei 1000 Meter vier Längen voraus und gewinnt das Rennen mit etwa sechs Längen Vorsprung. Dritter Achter. Ehrenpreis: 1. Frankfurter R.-G.. Sachsenhausen : 6:21;4; 2. Kölner R.-G. 1891: 6:21 ;8; z. Saarbrücker R.-G. ..Alndine": ohne Zeitnahme. — Die Sensation des Tages, bei der es zu einem sehr scharfen Endkampf zwischen Sachsenhausen und Köln kommt. Sachsenhausen liegt auf der Ehrenpreis: Da es sich hier um einen Alleingang der Gießener R.-G. 1 877 (Willi Roth, Walter Heußel, Werner Flimm, Heinz Hochstätter, Steuer Heinz Loh) handelt, wird das Rennen nicht ausgefahren. Die Gießener R.-G. 1877 bekommt den Preis zugesprochen. Zweiter Achter. Ehrenpreis: 1. Kölner R.»D. 1877 6:17,4; 2. Frankfurter R.-G. Sachsenhausen 6:26; 3. Limburger R.-Cl. 1907 6:26,8. — Scharfes Rennen, das Köln mit etwa zwei Längen Vorsprung gewinnt, während Sachsenhausen mit Luftkastenlänge vor Limburg durchs Ziel geht. Rach Pas- fieren des Zieles beginnt Sachsenhausen in unsportlicher Weise mit erregten Zurufen und Vorwürfen gegen die siegende Kölner Mannschaft. Oie Rennen am Sonntag. vierer. Wanderpreis der Stadt Gießen: 1. Frankfurter R.-G. Sachsenhausen 7,21; 2. R.-V. Kassel 7:21,8. — Scharfes Bord-an-Bord-Rennen über die ganze Strecke bis dicht vor das Ziel. Bei 1000 Meter liegen beide Boote noch gleich. Unmittelbar vor dem Ziel erst wendet sich das Blatt; hier spurtet Sachsen, dessen Steuermann hervorragend steuert, in glänzender Form und gewinnt mit gut - Länge Vorsprung. Adolf-Iischer-Gedächtnis-Rennen. Jungmannen ° Vierer. -Herausforderungspreis: 1 Vorrennen: 1. Limburger R.-G. 1920 7,00; 2 Wetzlarer R.-Cl. 1880 7,15. 2. Dorrennen: 1. Gießener R.-G. 1877 7,04; 2. Weilburger R.-D. 1905 7,15. 3. Dorrennen: 1. Limburger R.-D. 1895 7,01; 2. Limburger R.-Cl. 1907 7,06. — Hauptrennen: 1. Limburger R.-V. 1895 7,29; Bei schönstem Sommerwetter — entgegen der bisherigen Gewohnheit der G. R.G., die bekanntlich meist Regenwetter bei ihren Regatten hatte — veranstaltete am Samstag und Sonntag die Gießener Ruder-Gesellschaft 1 8 77 ihre 2 4. R u der-R e g a t t a (19. Re- gatta des Lahn-Rrgatta-Derbandes) auf der Lahn. Die Veranstaltung nahm auf der land- schaftlich wunderbaren und sportlich sehr übersichtlichen Rennstrecke, die schon vor zwei Jahren von der Gießener Ruder-Gesellschaft unter Aufwendung erheblicher Mittel in anerkennens- werter Weise für den Rudersport hergerrchtet wurde, einen sehr guten Verlauf. Der Sport war gut und wickelte sich dank der sorgfältigsten Vorarbeit in der Organisation flott und fesselnd ab. Länge der Dahn zirka 2000 Meter; Start: am Felsen, Ziel: beim Bootshaus der G. R.G. Am Samstag und Sonntag wurden jeweils am Vormittag die Dorrennen gefahren, an beiden Rachmittagen folgten die Hauptrennen. An der Regatta waren 25 Vereine mit 111 Dooten und 527 Ruderern beteiligt. Leider war ttoh des schönen Wetters der Besuch am Samstagnachmittag nicht so zahlreich, wie man es mit Recht hätte erwarten können, dagegen zeigte sich am Sonntagnachmittag wesentlich stärkeres Interesse des Publikums für die ausgezeichnete rudersportliche Veranstaltung, auf deren volles Gelingen die Gießener Ruder- Gesellschast mit berechtigter Befriedigung zurückblicken kann. Am Sonntagnachmittag bereicherte die Kapelle Topp mit einem guten Konzert die schönen Stunden auf dem Dootshausplatz. Der gesellschaftliche Ausklang der Regatta bestand in einem internen und ebenfalls wohlgelungenen Alnter- haltungsabend im Bootshaus. Rachstehend die Ergebnisse der Rennen: Oie Rennen am Samstag. Dean Sirch-Gedächtnis-Rennen. Herausforderungspreis: 1. Limburger R.-Cl. 7: 12,4; 2. Verein Rudersport Gießen 1913 7: 19,6. Limburger R.-V. 1895 aufgegeben. — Rach scharfem Rennen über die ganze Strecke wird die sehr gut rudernde Mannschaft vom Rudersport Gießen vom Limburger Club mit anderthalb Längen geschlagen. Limburg R.-V., auf dem dritten Platz liegend, gibt auf der Strecke auf. Junior-Vierer. Herausforderungspreis: 1. R.-V. Kassel 7:5; 2. Kölner R.-G. 1891 7:13,4; 3. R.-Cl. „Rassovia" Höchst a. Olt. 7:14,8. — Kassel führt über die ganze Bahn und siegt sicher mit 2l/t Längen; sehr starke Mannschaft. Zwischen Köln und Rassovia Kampf um den zweiten Platz. Schüler-Gig-Vierer. Ehrenpreis (1000 Meter): 1. Gießener Ruder- Gesellschaft 1877 (Erich Weidig, Martin Rubahn, Fritz Goetz, Arnulf Kuschte, Steuer Heinz Loh) 3:56; 2. Wetzlarer R.-Cl. 1880 3:58. — Aleber die ganze Dahn entspinnt sich zwischen beiden Mannschaften ein scharfer Kampf, den die Giehener in kräftigem Endspurt mit 8/t Längen voraus für sich entscheiden. Iungrnann-Vierer. L-Vierer. Ehrenpreis: 1. Wassersportverein Deuel 4:13,8; 2. Verein Rudersport 1913 7,19; Weilburger R.-D. 1905 7,35. — Deuel hat bei 1000 Meter unbestritten die Führung, die eS bis jum_ Ziel noch stärker herausarbeitet. Mit gut 2 Längen Vorsprung vor Rudersport Gießen geht es als Sieger durchs Ziel. Weit hinter Rudersport Gießen folgt Weilburg als hoffnungsloser Dritter. Junior-Achter. Herausforderungspreis: 1. Kölner R.-V. 1877 6:17,8; l. R.-V. Kassel 6:31,2. — Köln liegt schon kurz nach dem Start in Führung und erweitert diese immer mehr, so daß Kassel nichts mehr zu bestellen hat. Köln siegt ganz nach Be- lieben mit gut vier Längen Vorsprung. Zweiter vierer. Ehrenpreis: Da es sich hier um einen Alleingang von R.-Cl. „Rassovia", Höchst a. M., handelt, wird das Rennen nicht ausgefahren. .Rassovia" bekommt den Preis zugesprochen. Zweiter Dungmann-Dlerer. Ehrrenpreis: 1. Vorrennen: 1. R.-V. Kassel 7:05; 2. Limburger R.-D. 1895 7:07,8; 3. Weh- larer R.-Cl. 1880 7:22,6. 2. Vorrennen: 1. Dortmunder R.-G. 7:24; 2. Gießener R.-G. 1877 7:41. 3. CB o trennen: 1. R.-Cl. .Rhenania", Koblenz 7:01,2; 2. Kölner R.-G. 1891 7:07. — Hauptrennen: 1. R.-Cl. .Rhenania", Koblenz, 7:11; 2. R.-V. Kassel 7:24. — .Rhenania" führt über die ganze Strecke und siegt haushoch überlegen über Kassel, das etwa sechs Längen zurück das Ziel passiert. Dortmund ist durch seinen Sieg im Iungmann-Vierer für dieses Rennen ausgeschieden. Zweiter Liner. Ehrenpreis: 1. Dor rennen: 1. Wetzlarer R.-Cl. 1880 (Ernst Leih) 8:06; Verein Rudersport Gießen aufgegeben. 2. Torrrennen: Frankfurter R.-G. Oberrad (Ed. Paul) 8:10. — Hauptrennen: 1. R.-G. Oberrad (Eduard Paul) 7:54; 2. Wetzlarer R.-Cl. 1880 (Emst Leih) 7:56,4. — Dei 1000 Meter liegt Paul etwa eine Bootslänge voraus, dann kommt Leih stark auf. Hierauf steuern beide Skuller in scharfem Rennen nicht ganz einwandfrei und werden deswegen vom Schiedsrichter wiederholt verwarnt. vierer. Wanderpreis: 1. Frankfurter R.-G. Sachsenhausen 6:52; 2. R.-V. Kassel 6:53,4. — Hartes Bord- an-Bord-Rennen über die ganze Strecke, das erft dicht vor dem Ziel durch schärfsten Endspurt Sachsenhausens mit gut Lustkastenlänge zu dessen Gunsten entschieden wird. Das schönste Rennen des Gefallenen - Gedächtnis - Rennen - Herausforderungspreis: 1. Dortmunder R. G. 7,27; 2. Kölner R. G. 1891 7:33,2; 3. Gießener R.-G. 1877 7 42. Gießen führt vom Start ab, gefolgt von Köln, dem sich Dortmund anschlieht. Dann wechselt die Reihenfolge. Dei 1000 Meter liegt Dortmund klar voraus, und es erringt den Sieg mit 2 Längen Vorsprung, während Köln als zweiter mit 2>/2 Längen voraus vor Gießen durchs Ziel geht. Jungmann-Liner. Ehrenpreis: 1. Dorrennen: 1. Wetzlarer R. El. 1880 (Ernst Leih); R. G. Ruhrort Duisburg (Werner Dongarts) gibt auf. 2. Torrennen: 1. Hanauer R. G. „Hassia" (Jüngling); 2. R.-Cl. „Rhenania" Koblenz (Willi Zahr> Auf Protest von Wehlar wird Jüngling wegen angeblicher Falschmeldung ausgeschlossen und Zohr wird zum Entscheidungskampf zugelassen. — Hauptrennen: 1. Wetzlarer R.-Cl. 1880 (Ernst Leih) 7,51; 2. R.-Cl. „Rhenania" Koblenz (Willi Zahr) 7:55,2. — Rach mißglücktem Start neuer Start. In scharfem Rennen, bei dem beide bei 1000 Meter noch gleich liegen, geht der Kampf bis kurz vor das Ziel mit größter Energie weiter. Dann zieht Leih in glänzendem Endspurt davon und gewinnt sicher mit l'/r Längen voraus. 2. Limburger R.-G. 1920 7:35,4. Bei 1000 Meter führt Limburger R.-D. 1895 mit einer Länge Dorsprung vor Gießener R.-G. 1877, eine weitere Länge zurück folgt Limburger R.-G. 1920. Dann gibt Gießen das Rennen auf, so daß die beiden Limburger allein um den Sieg ringen, den Limburger R.-V. 1895 mit zwei Längen Vorsprung an sich bringt. JungmannAchter. Herausforderungspreis: 1. Kölner R.-G. 1891 6,45; 2. R.-D. Kassel 6,52. — Bei 1000 Meter liegt Köln klar in Führung. Dortmunder R.-G. gibt auf. 3m Engkampf zwischen Köln und Kassel siegt Köln mit anderthalb Längen Vorsprung. Liner (Lahnpokal). Herausforderungspreis: 1. Torrennen: 1. Limburger R.-T. 1895 (Paul Vrühl) 7:42,2; 2. Cochemer R.-G. (Karl Hausmann) 7:54; Cochemer R.-G. (Hans Fellenz) aufgegeben. 2. Torre n n e n : 1. R.-Cl. „Rhenania", Koblenz (Herrn. Roth) 8:03; R.-G. Ruhrort (Werner Dongarts) aufgegeben. — Hauptrennen: 1. R.-Cl. „Rhenania"- Koblenz (Herrn. Roth) 8:18,4; 2. Cochemer R.-G. (Karl Hausmann) 8:26,3; 3. Limburger R.-T. 1895 (Paul Brühl) 8:36. Roth-Koblenz führt überlegen und gewinnt mit mehreren Längen Torsprung verdient. Hausmann und Drühl steuern schlecht und behindern sich dadurch gegenseitig. Junior-Liner. Ehrenpreis: 1. Frankfurter R.-G. Oberrad (Eduard Paul) 8:36; 2. Wetzlarer R.-Cl. 1880 (Ernst Leih) 8:50; Cochemer R.-G. (Hans Fellenz) aufgegeben. — Paul führt haushoch überlegen, er liegt bei 1000 Meter bereits 31/» Gängen vor Leih, dem mit weiteren 3 Längen Abstand Fellenz folgt. Paul gewinnt ganz nach belieben. Dritter vierer. Ehrenpreis: 1. R.-T. Kassel 7:34,4; 2. Kölner R.-T. 1877 7:45. Saarbrücker R.-G. „Alnöine" aufgegeben. — Kassel liegt bei 1000 Meter eine Länge vor Köln und erweitert diesen Torsprung so erheblich, daß es mit mehreren Längen Torsprung unbestritten gewinnt. Zweiter Junior-Vierer. Ehrenpreis: 1. Tortennen: 1. Kölner R.-T. 1877 7:8; 2. R.-Cl. „Rassovia" Höchst 7:10. 2. Torrennen: 1. Kölner R.-G. 1891 7:7; 2. R.-Cl. „Rhenania" Koblenz 7:8. R.-T. Kassel durch Sieg nicht mehr startberechtigt. — Hauptrennen: 1. Kölner R.-G. 1891 7:19; 2. Kölner T.-T. 1877 7:28,2. Deide Mannschaften liegen zunächst dicht beisammen, dann geht Köln 1891 vor und liegt bei 1000 Meter eine halbe Länge voraus. Wit zwei Längen Torsprung geht schließlich Köln 1891 als Sieger durchs Ziel. Achter. Herausforderungspreis des Tereins „Alferkritik" 1922 Gießen für die Lahnvereine: 1. Limburger R.-Cl. 1907 6:52; 2. Terein Rudersport 1913 Gießen 6:58. — Ein spannendes Rennen. Bei 1000 Meter liegen beide Toote noch auf gleicher Höhe. Weiter scharfer Kampf, in dessen Terlauf Limburg kurz vor dem Ziel Raum gewinnt und schließlich das Rennen mit einer halben Länge Torsprung für sich entscheidet. 8-Iungmann-vierer. Ehrenpreis: 1. Tor rennen: 1. Wassersportverein Deuel 7:31,8; 2. Weilburger R.°T. 1905 7:47. 2. To trenn en: 1. Limburger R.-G. 1920 7:35; 2. Eschweget R.-T. 7:49. — Hauptrennen: 1. Wasserspottvetein Deuel 7:28,2; 2. Limburger R.-G. 1920 7:29,6. Das Rennen wird, nachdem Beuel bei 1000 Meter noch eine Länge vor Limburg votausliegt, dicht vor dem Ziel durch scharfes Aufholen Limburgs seht spannend. Rach scharfem Endkampf gewinnt Deuel mit einer knappen halben Länge TotStrecke etwas in Führung, Saarbrücken und Köln dicht dahinter, bei 1000 Meter gleich Je mehr die Boote Sachsenhausens und Kölns sich dein Zi-el nähern, deste schärfet wird der Kamps zwischen beiden. In glänzendem Endspurt, unter Aufbietung aller Kräfte gegenüber dem dicht daneben liegenden Köln, gewinnt Sachsenhausen mit einem Dorsprung von etwa ein Fuß. Großer Achter. Ehrenwanderpreis des früheren Großherzogs von Hessen: R.-V. Kassel, Alleingang, da Mainz-Kasteler R.-G. 1880 nicht erschienen ist. Adols-Aifcher-Gedächtnis-Rennen. Jungmann-Diercr. Heraussorderunaspreis: Dä die Gießener R.-G. 1877 gegen die erste Durchführung dieses Rennens Protest eingelegt hat, dem vom Regatta-Ausschuß stattgegeben wird, erfolgt nach Abwicklung des Programms ein neuer Start. Limburger R.-V. 1895 ist dazu nicht angetretcn. Das Rennen kommt daher nur zwischen der Limburger R.-G. 1920 und der Gießener R.-G. 1877 zum Austrag. Es entwickelt sich ein scharfer Kampf, in dessen Verlauf bei 1000 Meter die Gießener R.-G. eine Länge vor Limburg liegt. Dann holt Limburg etwas auf, aber auch die Gießener Mannschaft legt sich mächtig ins Zeug. Rach schärfstem Endkampf siegt die Gießener Mannschast (Richard Eifert, Heinr. Balser, Werner Flimm, Heinz Hoch- stätter, Steuer Heinz Loh) verdient mit einer halben Länge vor Limburg. Zeit: Gießener R.-G. 1877 7:10,2; Limburger R.-G. 1920 7:12,2. Deutsche Schwimmer-Meisterschaften. Die Entscheidungen am ersten Tag. Tor 1500 Zuschauern nahmen am Freitage nachmittag im neuen Dreslauer Schwimm- Stadion die Meisterschaftskämpfe deS Deutschen Schwimmverbandes jfcren Beginn. Leider waren am ersten Tage der Titcl- kämpse die äußeren Terhältnisse sehr ungünstig. Die Wassertemperatur wies nur 17 Grad auf und auch die Kampfbahn war nicht einwandfrei« Der viel zu niedrige Wasserstand macht die zum Teil mäßigen Leistungen erklärlich. Die erste Entscheidung fiel in der 4X100-Meter- Lagen staffel. Dis zum letzten Wechsel hatte Poseidon Terlin eine klare Führung vor Hellas! Magdeburg. Aber der Schlußmann des Hellas, Ahrend, konnte den Berlinern den Sieg noch entreißen. Wegen Frühstarts beim zweiten Wechsel mußte dann Poseidon auch noch distanziert werden. Auch in der 4x200-Meter- B r u st- staffel mußten zwei Mannschaften, nämlich Poseidon Leipzig und Hellas Magdeburg, wegen Frühstarts bzw. falscher Wende distanziert werden. Der Titel fiel hier an den SB. Göppingen. Das 400-Meter-Frei st il schwimmen fiel wieder an Herbert Heinrich, der damit den Kaiserpreis endgültig gewann. Der Leipziger hatte gegen den zum Schluß stark abfallenden Göppinger T al f jedoch schwer zu kämpsen. Das 100-Meter-Seiteschwimmen verteidigte der Breslauer Dahlem gegen D i n g c l- dey, Darmstadt, erfolgreich und auch im Einzelmehrkampf blieb der Titelverteidiger Forst, Breslau, wieder in Front, obwohl sein einziger Gegner, B i e h b a h n , Gummersbach, im 50- Meter-Streckentauchen mit 32,9 Sekunden einen neuen deutschen Rekord aufstellte. Bei den Damen blieben Aleberraschungen gleichfalls aus. Die Ergebnisse des ersten Tages: Herren. Einzelmehrkampf: 1. Foest, Breslau, Platzziffer 20, Punkte 78,26. 2. Tief)- bahn, Gummersbach, Platzziffer 10, Punkte 73,10. In dem zum Mehrkampf zählenden 50* Meter-Streckentauchen verbesserte Viehbahn den von Budig, Köln, mit 33,4 Sek. gehaltenen deutschen Rekord aus 32,9. Vereins-Mehrkampf: 1. Sparta Köln 4 Punkte. 2. Borussia-Silesia Breslau 6 Punkte. 3. Poseidon Berlin 9 Punkte. — 400-Meter-Freistil: 1. Heinrich, Leipzig, 5:26,2. 2. Dalk, Göppingen, 5:27. 3. Reihel. Göppingen, 5:32,8. 4. Schrader, Hildesheim, 5:34,2. — 100-Meter°Seiteschwimmen: 1. R. Dahlem, Breslau, 1:11,7. 2. Dingel deh, Jungdeutschland Darmstadt, 1:12. 3. Bartsch, Berlin, 1:13,8. — 4x200-Meter-Bruststaffel: 1. S. D. Göppingen 12:27,4. 2. ASB. Breslau 12:41. — Poseidon Leipzig und Hellas Magde- hHBÄ Sommerkur für DWWW Nervenkranke u.Nervös-Erschöpfte. Spexlalkuranstall Hofhehn im Taunus bei Frankf.a.M. — Prospekte durch WW San.-Rat Dr. N. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt ■ SHELL L AUTOOELE aus dem SHELL Kabin Wegweiser zur Bequemlichkeit und mm Vorteil Beachten Sie die gelbroten Schilder mit dem Schriftzug SHELL. Sie zeigen Ihnen den Weg zu den SHELL Pumpen. Dort tanken Sie schnell und bequem, erhalten den von Millionen geschätzten, an Kraft und Zuverlässigkeit unübertroffenen Betriebsstoff SHELI k BENZIN-PUMPI X AUTOOELE-s Tanken Sie gleichzeitig: bürg distanziert. — 4 160-Meter-Lagenstaffel: I. Hellas Magdeburg 4: 57,2. 2. Borussia-Silesia Breslau 5:05,2. 3. Hellas Magdeburg, 2. Mannschaft, 5:15,9. — Poseidon Berlin als Zweiter distanziert. Damen. lOO-Meter-Rückenschwimmen: 1. Anny Rehborn, Bochum, 1:29,3. 2. Trubel, Berlin 1:32,1. 3. Wiedemann, Charlottenburg, 1:33,4. 4. R iccius, Görlitz, 1:37,8. — 400- Meter-Freistilschwimmen: 1. Reny Erkens, Oberhausen, 6:32,3. Schönemann, Dresden, bei 200 Meter aufgegeben. Kunstspringen: 1. Söhngen, Bremen, 74,16 Punkte. 2. Borgs, Düsseldorf, 66,92 Punkte. 3. Koslowsky, Berlin, 63,82 Punkte. — 3x 100-Meter-Lagenstaffel: 1. Rixe Charlottenburg 4:30. 2. Amateur S. B. Oberhausen 4:38,9. Neberraschungcn am zweiten Tag. Bor stark besetzten Tribünen wurden am Sains- tag die Kämpfe fortgesetzt. Diesmal ging es nicht ohne Heberraschungen ab. Am unerwartetsten kam das völlige Bersagen von Dcrichs, Köln, und Schubert, Breslau, in der 200- Meter-Freistilmeisterschaft, die Balk, Göppingen, sicher an sich brachte. Derichs und Schubert hatten schon nach etwa ICO Meter des Guten genug und sielen weit zurück. In der 200-Meter-Brustentscheidung muhte B u d i g , Köln, nach 150 Meter klein beigeben und dein ständig drängenden S i e t a s , Hainburg, den Sieg überlassen. Budig fiel schließlich noch auf den fünften Platz zurück. Das Rückenschwimmen lieh sich Europameister Küpvers. Biersen, nicht entgehen. Er siegte in 1:12,5 Minuten vor Schumburg, Mag.e.iirg. ^>m Kunstspringen zeigten die Bewerber besonders in den Pflichtprüfungen recht mäßige Leistungen. P l u - mans, Köln, behauptete sich schließlich vor dem Europameister Riebschläger, Zeih. Die 4 200-Meter-Freistilstaffel holte sich Poseidon, Leipzig, durchweg führend gegen die Magdeburger Hellenen. Bei den Damen dominierte Reni Erkens, Oberhausen, im 100-Meter-Frei- stilschwimmen. Rixe, Charlottenburg, fügte dem Erfolg vom Bortage einen neuen in der 3x200- Meter-Bruststaffcl hinzu. Die Ergebnisse des zweiten Tages: Herren: 200-Metcr-Freistil: 1. Balk, Göppingen 2:27,2 Min.; 2. G o b e r t, Magdeburg 2:29 Min.: 3. Schrader. Hildesheim 2:29,1 Min.: 4. Dorichs, Köln 2:34 Min.: 5. Lam° bertz, Köln 2:37,2 Min.: 6. Schubert, Breslau 2:39 Min. 200 Meter Brust: 1. Siete», Homburg 2:56 Min.: 2. Schwarz, Göppingen 2:58 Min.: 3. Schulz- Annaberg 3:00,5 Min.: 4. Rückevoldt, Hamburg 3:02,8 Min.: 5. Bu° d i g, Köln 3:03,1 Min.: 6. Heinz, Magdeburg 3:08,2 Min. 100 Meter Rücken: 1. Ernst Küppers, Biersen 1:12,5 Min.: 2. Sch um bürg, Magdeburg 1:15,2 Min.: 3. Schulz, Nürnberg 1:16 Min. 4. Ohlwein, Essen 1:16,8 Min. Kunstspringen: 1. P l u m a n s, Köln, Platzziffer 6, 153,04 Punkte: 2. Ricbschläger, Zeih, Platzziffer 9, 150,14 Punkte: 3. Reumann, Spandau, Platzziffer 17, 137,54 Punkte: 4. Hcf - ter. Osnabrück, Platzziffer 26, 126,10 Punkte. 4"-"200 Meter Freistil: 1. Poseidon, Leipzig (Wichmann, Heinrich. Eckstein. Schilge) 10:15,4 Min.: 2. Hellas. Magdeburg 10:35,5 Min.: 3. Poseidon, Berlin 10:44,2 Min. 4x100 Meter Freistil für Bereine ohne Winterbad: 1. Elbe. Schönebeck 4:56 Min.: 2. Reptun. Danzig 5:11,8 Min.: 3. S.D. Reusalz 5:35 Min. Damen. 3x200 Meter Brust: 1. Rixe, Charlottenburg 10:26 Min.: 2. Dille, Hamburg 10:51,6 Min. 100 Meter Freistil: 1. Reni Erkens, Oberhausen 1:13,9 Min.: 2. Wunder, Leipzig 1:19 Min.: 3. Palm. Berlin 1:20 Min. Abschluß der Kämpfe. Die Meisterschaften fanden am Sonntag einen wirkungsvollen Abschluß. Bei prächtigem Wetter waren die weiten Tribünen bis aus den letzten Platz beseht, als sich die Gegner für die 4 > 100-Meter-Frerstilstafsel dem Starter stellten. Das Rennen nahm genau den gleichen Ausgang wie am Vortage die ,4x200-Metcr. Wieder zeigte Poseidon Leipzig den Magdeburger Hellenen und Poseidon Berlin den Weg und gewann sicher. Ebenfalls einen Doppelerfolg hatte der Kölner P l u m a n s zu verzeichnen, der nach seinem Sieg im Kunstspringen auch den Titel im Turmspringen an sich brachte. Plu- mans und Riebschläger zeigten fast die gleichen Leistungen, und nur auf Grund der besseren Platzziffer fiel Plumans der Sieg zu. In der 100-Meterst recke konnte der Titelverteidiger Schubert. Breslau, nach J t des Weges mit dem Kölner Derichs nicht mehr mithalten und mußte ihm einen leichten Sieg überlassen. Auf die lange Strecke über 1500 Meter legte der Gövpinger Reihel Beschlag. Auch hier muhte sich der lehtjährige Meister Handschuh- macher. Dortmund, mit dem zweiten Platz begnügen. Balk. Göppingen, und Heinrich. Leipzig, hatten schon nach dem ersten Drittel aufgegeben. Die Meisterschaft im Damenbrustschwimmen war in Abwesenheit der erkrankten Olymviasiegerin Hilde Schroder, Magdeburg, ein Svaziergang für Lotte Mühe. Hildesheim. In der 3 100-Meter-Freistilstaffel holte Blau- weiß Dresden einen leichten Sieg über Borussia Poseidon Stettin und Rixe Charlottenburg heraus. Die Ergebnisse: Herren: 4 100 Meter Freistil: 1. Poseidon- Leipzig 4:27,3 Min. 2. Hellas Magdeburg 4:30,2 Min.: 3. Poseidon Berlin 4:40,4 Min. 4) 200 Meter Brust für Bereine ohne Winterbad: 1. S. B. Freiberg in Schlesien 13:01,9 Min.: 2. S. B. Weihenfels a. d. S. 13:28.8 Min. Turmspringen: 1. Plumans- Köln Platzziffer 7 94.80 Punkte: 2. Riebschläger - Zeih Platzziffer 8 94,98 Punkte 3. Schümm- Köln Platzziffer 21 94,84 Punkte. 100 Meter Freistil: Derichs- Köln 1:02,8 Min.; 2. Schubert- Breslau 1:04,9Min.; 3. Ahrend- Magdeburg 1:06 Min. 15d0 Meter Freistil: 1. Reihel - Göppingen 22:07,4 Min.. 2. Handschuhmacher- Dortmund 22:36,6 Min.: 3. Eckstein- Leipzig 22:57,8 Min.: 4. Schroder- Hildesheim 23:04 Min. Bereins- mcisterschaft: 1. Hellas-Magdeburg 100 Punkte: 2. Poseidon-Leipzig 85 Punkte: 3. S. B. Göppingen 73 Punkte: 4. Sparta-Köln 70 Punkte. Damen 3 100 Meter Freistil: 1. Blauweiß- Dresden 4:11,8 Min: 2. Borussia Poseidon Stettin 4:16,6 Min.: 3. Rixe-Charlottenburg 4:s9Min. 200 Meter Brust: 1. Lotte Mühe» Hildesheim 3:18.4 Min.: 2. Wiedemann- Charlottenburg 3:23,2 Min.: 3. Wunder-Leipzig 3:23,8 Min. Bereinsmeisterschaft: Rixe-Charlottenburg. Wasserball im Gau Hessen D. T. Tic neuen Gaumciftcr. -o- Durch die Ausscheidungsspiele im Lause des Sommers fanden sich als letzte Gegner gegenübcrgestellt: in der -X-Klasse je die ersten Mannschaften des Tv. Wetzlar und des Tv. 1846 Gießen: in der 6-Klasse je die zweiten .Spielmannschaften derselben Turnvereine. Im Rohmen des Strandfcstes, das der M ä n - ner-Badevercin 1 836 Gießen' am Sonntagnachmittog in seiner Anstalt an der Lohn abhielt, wurde nun der Endkampf um die Gou- meisterschaften unter lebhaftester Anteilnahme der zahlreichen Badegäste ausgetragen. Auf den Pfiff des Gauschwimmwarts Franz Sauer, Gießen gingen zunächst die 6°Monnschoften ins Wasser. Das Spiel hielt sich längere Zeit ziemlich ausgeglichen, bis es den Wetzlarern kurz vor Schluß der ersten Halbzeit gelang, das erste Tor vorzulegen. Rach dem Platzwechsel ließen die Gießener nicht lange mit dem Ausgleich auf sich warten, so daß die Spannung ringsum und im Spielfeld mit jeder Minute wuchs. Da waren es wieder die Wetzlarer, die noch knapp vor dem Schlußpfiff ihr zweites Tor werfen konnten. Das Spiel unter Leitung des Schiedsrichters Hugo Baumann vom Männerturnverein Gießen war entschieden: Mit 2:1 ist der Tv. Wetzlar Gan- meister der B-Klasse, wobei anerkannt werden inuh, daß beide Mannschaften als Anfänger im Wettkampf ihre Ausgabe ziemlich regelsicher durchführten. — In der A-ÄIaffe hatte es die Wetzlarer Erste nicht leicht, denn sie hatte gegen den seit 1925 ungeschlagenen Gaumeister, den Tv. 1846 1 Gießen, anzugehen. Unter dem Gou- schwimmwort Sauer. Gießen, als Schiedsrichter boten beide Mannschaften ein flottes, sauberes Spiel, in dem die 46er allerdings aufs neue ihre überlegene Durchbildung in Technik und Zusammenspiel bartun konnten. Schon die erste Halbzeit schlossen sie mit 3:0 ab, füllten in der zweiten mit einem weiteren Tor auf, mußten sich aber zum Schluß das Ehrentor von feiten der Wetzlarer gefallen lassen. Mit 4:1 bleibt also die erste Spielmannschaft des Tv. 1846 Gießen wiederum Baumeister. Gpielmeisterschasten des Mittelrheinkreises. Die S p i e l m e i st e r s ch a f t e n des Mittelrheinkreises der Deutschen Turnerschaft gelangten in Worms zur Durchführung. Die Ergebnisse sind: F a u st b a l l der Männer: Meister: Licht-Luftbad Frankfurt a. M Faust- ball der Turnerinnen: Meister: Tgde. Worms. F a u st b o l l für Altersturger: Kreismeister, Licht-Luftbad Frankfurt o. M. Trommelball: Meister. Turnerschaft Güldingen (Saar). Turnerinnen: Meister: Turnverein 46 Mainz-Kastel. Sch lag ball für Turner: Kreismeister: Turn- verein 48 Saarbrücken. Etromschwimmen des Mittelrheinkreises. In Worms hatten sich die besten Langstreckenschwimmer des Mittelrheinkreises der Deutschen Turnerschaft versammelt, um sich an dem 3. Stromschwimmen dieses Kreises zu beteiligen. Sieger wurde über 5 0 0 0 'M e - ter bei den Turnern: 1. Laut, Hornberger S.C. 37:22,2 Min.; 2. Federlin 37:34,3, und bei den Turnerinnen über 3 0 0 0 Meter: 1. Weinig, Frankfurter Tv. 60 in 22:37; 2. Gerhard, Tgd. Darmstadt 23:05. Die 2000 Meter für männliche Jugend holte sich 1. Langjahr, Tg. Darmstadt, 14:35; 2. Heinold, Homburger S. C., 14:41 und die 2000 Meter für weibliche Jugend 1. Lang- fahr, Tg. Darmstadt, 15:11; 2. Knapp, Tg. Worms, 15:12. Sieger der Altersturner mürbe Penk, Tgd. Darmstadt, in 23:22 Minuten. Oesterreichischer Handballsieg in Darmstadt. S.V S8TarmstadtgcgcnK1oridsdorfcrA.C. »:6 (1:5). Der österreichische Handballmeister Flo - ridsdorfer AC.. der sich auf einer Deutsch- landreise befindet, konnte in Darmstadt gegen den süddeutschen Pokalmeister einen knappen 5:6- Sieg herausholen. Trotz dieses geringen Unterschieds waren die Oesterreicher ihrem Gegner durch ihr technisch und taktisch ausgezeichnetes Spiel weit überlegen. Bei Darmstadt muß berücksichtigt werden, daß es auf Ersah zurückgreifen mußte. In der ersten Halbzeit konnten die Wiener, die mit einem fabelhaften Elan ihre Angriffe vortrugen, das Feld völlig beherrschen. Fünf Tore waren das Ergebnis dieser Ucber- legenheit, denen die Darmstädter nur eins entgegensetzen konnten. Als aber Darmstadt in der zweiten Spielhälfte eine Umstellung seiner Mannschaft vornahm, gab es auch einen Umschwung im Spiel. Bon diesem Augenblick an bekam Darmstadt die Oberhand und stellte so das schmeichelhafte Schluhresultat von 5:6 her. Das Spiel des österreichischen Handballmeisters hat dermaßen gefallen, daß ihn Darmstadt sofort für ein Revanchespiel verpflichtete. Oberbcffcn. Landkreis Gießen. T L i ch, 4. Aug. Als heute nachmittag die Mannschaft des Fußballvereins Großen-Buseck nach einem Wettspiel mit dem hiesigen Verein für Raseuspiele mit dem Auto eines Fuhrunternehmers von Beuern die Heimreise antreten wollte, geriet das Auto in der Gießener Straße an der Straßenteilung Lich -Garbenteich und Lich—Steinbach gegen die Randsteine des Bürgersteiges, wobei das linke Vorderrad zerbrach. Insassen und Wagenführer kamen mit dem Schrecken davon. D Lich, 4. Aug. Dieser Tage ging das in der Bahnhofstraße gelegene Wohnhaus des verstorbenen Kaserneninspektors i. R. Karl Fr. Walter durch Verkauf in den Besitz des Sohnes des vor einiger Zeit in den Ruhestand getretenen Lehrers Knöll von Ettingshausen über. Lehrer Knöll gedenkt seinen Wohnsitz in dem Haufe zu nehmen. Das Besitztum des Bahnarbeiters Jakob Jung in der Äittelgasse erwarb durch Kauf der Kriegs« beschädigte Heinrich Sommer. # Hungen, 3. Aug. Durch die vor drei Jahren erfolgte Kanalisation der Vorstadt befanden sich seither die Gießener und Kaiser st raße in einem üblen Zustande. Durch die entstandenen Senkungen entstanden Löcher, in denen sich das Regenwasser sammelte und der immer zunehmende Kraftwagenverkehr trug wesentlich zur Verschlechterung der Strahenverhält- nisse bei. Da seither immer noch Erdsenkungen eintraten, konnte an eine gründliche Reubefestigung nicht gedacht werden. Vor kurzem hat nun der hiesige Stadtvorstand den Beschluß gefaßt, noch im Laufe des Jahres die Herstellung der beiden genannten Straßen durchzuführen. Bereits ist mit den Vorarbeiten dazu begonnen worden. Die Fahrbahn wird mit einer 7 Zentimeter starken Walzasphaltdecke überzogen. Dieser CBelag hat sich in anderen Städten vorzüglich bewährt. Auch soll ein Ausgleiten der Pferde trotz der Härte und Glätte ausgeschlossen sein. Die Ausführung der Arbeit ist der Firma Deutsche Straßenbaugesellschaft Königswinter a. Rh. übertragen unter der Bedingung, dabei, soweit wie möglich, die einheimischen Geschästsleute und Arbeiter zu berücksichtigen. Gleichzeitig werden die beiderseitigen Bürgersteige erneuert, die Bordsteine erhöht und mit Kies und Plattenbelag versehen. Durch Wegfall des zwischen Fahrbahn und Gosse befindlichen Pflastersteinstreifens erfährt der Fahrdamm eine wesentliche Verbreiterung. Auch wird der südliche Bürgersteig wesentlich breiter angelegt werden. Zu den Kosten trägt die Provinzialstraßenverwaltung mit einem Teile bei. Zu einem späteren Zeitpunkte soll dann auch die llnterftabt kanalisiert und neubefestigt werden. Kreis Büdingen. # R i d d a, 4. Aug. Anläßlich des am 2. September hier stattfindenden Herbstmarktes veranstaltet die Stadtverwaltung eine Prämiierung von hessischem Fleckvieh (Simmentalerf und Vogelsbergern, welche von dem Landwirtschaftskammerausschuß der Provinz Oberhessen unterstützt wird. An Prämiierungsmitteln stehen rund 1000 Mk. zur Verfügung. Mit dem Markt ist auch eine Zuchtviehversteigerung von Ebern und hessischem Fleckvieh verbunden. Kreis Schotten. Schotten, 4. Aug. Das Bestreben der Reichsbahnrerwaltung, die kleinen Bahnhöfe mit geringem Güterverkehr aus Ersparnisrücksichten in sog. Bahnagenturen umzuwandeln, scheint sich auch auf der Bahnstrecke Ridda — Schotten auszuwirken. Cs ist beabsichtigt, die Stationen Rainrod und Eichelsdorf in dieser Weise abzubauen, so daß nur der Bahnhof Ober-Schmitten als solcher auf der Zwischenstrecke erhalten bliebe. Die beteiligten Gemeinden sollten es nicht unterlassen, noch rechtzeitig Schritte zu tun, eine Benachteiligung in ihrem Bahnverkehr abzuwenden. Dor einigen Jahren noch hatten beide Stationen einen ausgedehnten Güterverkehr aufzuweisen. Rach dem Erliegen der Basaltindustrie war natürlich ein starker Ausfall zu verzeichnen, der noch durch die Stillegung des Himmelsbachschen Sägewerks in Eichelsdorf vermehrt wurde. Die Wiederaufnahme dieser Betriebe würde eine gänzlich veränderte Sachlage schaffen. — Der Bahnsteig der Haltestelle Ll n t e r - S ch m i 11 e n. der zu kurz ist, so daß sich das Ein- und Aussteigen sehr schwierig gestaltete, wird zur Zeit entsprechend verlängert. Die Auffüllerde wird durch Materialzüge herbeigeschafft. Starkenburg. WSN .Rüsselsheim, 4. Aug. In einer zwischen Rüsselsheim und Trebur gelegenen Sandgrube wurden Ucbcrrcftc einer Wohngrube aus der Steinzeit, ein Hockergrab und ver- schiedene Gegenstände aus der Römerzeit gefunden. Ingenieurschule Altenburg inilr. Maschinenbau Elektrotechnik Automobil- und Flugzeugbau, DAIMLER-BENZ 3iajv A.-G., Verkaufstelle GIESSEN, Bahnhofstraße 90/92 Modernes Tempo im Warentransport I Schneller — billiger — zuverlässiger ! 9 Nach genauester Prüfung der Markt- und Bedarfsverhältnisse und nach Abschluß jahrelanger gründlicher Versuche bringen wir jetzt mit unserem MERCEDES-BENZ—EXPRESS» ein neues Fahrzeug für alle Zwecke des Wirtschaftslebens heraus, das auf der vollen Höhe aller technischen Errungenschaften steht. Nutzlast 1000 kg, Sechszylindermotor von 2600 ccm Inhalt, Schneckenradantrieb, Vierradbremse, Zentralschmierung. Preis des fünffach bereiften Fahrgestells .......... nu ocaa ...... • Km. oDUU ab Werk. Weitgehende Zahlungserleichterungen. • Unser Typ L 1000 kann mit jedem Aufbau geliefert werden, e|s Lieferwagen, Schnell- Lastwagen, Klein-Omnibus, Aussichtswagen. Kombinationswagen, Krankenwagen usw. In der Beschaffung des Aufbaues nach Ihrem Wunsch sind wir Ihnen gern behilflich. 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