O = (jf aOio **.= < -o-2' s=3-' IfrfWi ac Ä ; Dienstag, 5. März 1929 179. Jahrgang Nr. 54 Erstes Blatt Die neue Revolution in Mexiko Geruhigen lassen wird. Deshalb ist auch die Gegenmine, die jetzt von Belgien mit der Verhaftung des angeblichen Fälschers gelegt worden ist, eigentlich o h n e jede Wirkung geblieben, trotzdem die belgische Polizei sehr geschickt gearbeitet hat. Daß es erstens ein Deutscher ist. der den Betrug verursacht haben soll, gibt die'er Oluiflänrng eine besoirdere Nuance, das Leben dieses Abenteurers läßt aber auch die Möglichkeit, dah er derartige Fälschungen begangen hat, durch- aus zu; drängt allerdings auch geradezu die entgegengesetzte Kombination auf. daß ein 3ndi- annatjme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrift 20"mehr. Ehefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantwonlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den Anzeigenteil Kurt 5 in mann, sämtlich in Viehen. Lharaklers und wegen Ihrer offiziellen Stellung aus unbedingte B e r 11 a u e n 6 ro ü t b 1 g - kett Anspruch hatte, gemacht worden ist. Die Lhesredaktion hat, wie bereit» von ihr am 26. Februar mitgeteilt worden ist. das betreffende Dokument mit „eigenen Augen' gesehen und e» eingehend untersucht, um sich nach „eigenem Gewissen" von der AuthenzitSt zu überzeugen. Sie hat, ehe sie zur Veröffentlichung überging, mit Bezug auf die Echtheit der auf dem Dokument angebrachten Anterschrift da» Gutachten eines Schriftenkenner» von anerkannter Sach- kenntni» eingeholt und sich außerdem davon überzeugt, daß die Echtheit des Dokumente» durch hochstehende Kollegen von unantastbarem Nus in einem so hohen Grade für wahrscheinlich angesehen wurde, dah diese, wenn ihnen da» Dokument zur Verfügung gestanden hätte, keine Dedenken getragen hätten, e» ihrerseits zu verössentlichen. Die Lhef- redaktion hält ferner die Veröffentlichung für gerechtfertigt durch die Kenntnis der Tatsachen, u)dah die befugte holländische ve- härde vor der Veröffentlichung Gelegenheit erhalten hat, sich, fall» erwünscht, von der A u t h e n - zität des Dokumente» zu vergewissern oder vergewissern zu lassen: b) dah dem Erwerb de» Dokumente, von sehr hoher Seite groher wert belgemeffen wurde. c) dah vertrauenswürdige Organe der Obrigkeit, die In dieser Angelegenheit al» vollständig befugt angesehen werden müssen, die Nichtigkeit des Inhalt» für sehr wahrscheinlich kennzeichneten und dah eines dieser Organe die unbe- ding^ AuthenzitSt des Dokumentes vor der ver- offenttid)ung garantiert hat und auch sowohl nach den ausländischen Dementis wie auch nach dem Dekauntwerden des sogenannten Bekenntnisses ihr — der Lhesredaktion — gegenüber al» absolut unantastbar auf die bestimmteste weise aufrecht erhalten Hal. weder die Direktton noch irgendein Mitglied der Redaktion oder des personal, de* Blatte, hat fernab unmittelbar oder mittelbar irgendwelche Verbindung mit einer der in B rüffel in der Angelegenheit der von dem Blatt veröffentlichten Geheimdokumenten verhafteten perfonen gehabt. Da, „Ulrechtsch Dagblad" hatte auherdem für diese Dokumente niemals auch nur einen Pfennig bezahlt. Sin innerpolitischer Schachzug? Wollte Brüssel die flämischen Aktivisten blotzstellen- Brüssel. 5. März. (211.) Nach den neuesten Nachrichten wird Frank-Heine nicht mehr beschuldigt. die belgisch-französischen Geheimverträge gefälscht zu haben, eS wird ihm nur zur Last gelegt, in seinem Auslandpaß Ab- änderungen vorgenommen zu haben. Nun fragt man sich, weshalb er verhaftet wurde- Wahr ist, dah Frank im Dienste des belgischen Spionagebureaus stand. Don eingeweihten Kreisen wird angedeutet, dah die belgische Staatsanwaltschaft mit der Verhaftung Franks einen Fehler begangen habe, da Frank für den belgischen Spionagedienst unmöglich werde. Es geht auch das Gerücht, daß Frank bald freigelasfen wird. Alle Verantwortung für die angebliche Fälschung soll demnach auf Waard Herremans und vor allen SXngen auf die flämischen Nationalisten abgewälzt werden. Die ganze Angelegenheit wäre also als ein Manöver gegen die flämischen Nationalisten auf auf affen, deren Erfolg man feit den Maiwahlen fürchtet. Man hat schon zu beweisen versucht, die flämischen Aktivisten ständen noch mit Deutschland in Verbindung. Frank wäre also dazu ausersehen gewesen, den Beweis dafür zu erbringen. Frank hätte die Dokumente Waard Herremans überlasten. In der Hoffnung, dah sie dem deutschen Spionagedienst übergeben würden und so die flämischen Nationalisten blohstellten. Die belgische Regierung war seit Januar über die Veröffentlichung des Dokuments unterrichtet, tat aber nichts, um die Veröffentlichung zu verhindern. Haussuchungen in Brüssel. Brüssel, 4. März. (WTD.) Auf Anordnung der llntersuchungsbehörde ist in der Wohnung des unter dem Verdacht, die Utrechter Dokumente gefälscht zu haben, verhafteten Journalisten Frank eine Haussuchung vorgenommen worden, ebenso in der Redaktion der von Frank geleiteten Zeitschrift „Nouveau? Jours" und in der Wohnung des geflüchteten Redakteurs der „Schelde" in Antwerpen, Waard-Herre- mans. Dabei sind verschiedene Schriftstücke und Bücher beschlagnahmt worden. Llliherdem hat die Haussuchung bei einer Stenotypistin zur Auffindung mehrerer Abschriften des bekannten in Utrecht veröffentlichten Dokuments geführt. die beschlagnahmt wurden. Der Untersuch ungsrichder hat im Laufe des Vormittags verschiedene Personen vernommen, die als Zeugen in Betracht kommen. Amsterdam, 4. März. (Priv.-Tel.) Die schichten um den belgisch französischen Geheimvertrag haben in Holland eine Aufregung hervorge- rufen, für die man außerhalb nicht ohne weiteres das nötige Verständnis ausbringt, die aber an sich doch begreiflich ift. Holland hatte sich seit dem Kriege so daran gewöhnt, fich aus den ganzen europäischen Streitigkeiten herauszuhalten, batte sich eigentlich auch politisch im Vertrauen auf den Völkerbund stark desinteressiert, und der holländische Staatsbürger glaubte, daß zumal nach dem Kellogg-Pakt für ihn der Krieg eine Angelegenheit der Vergangenheit wäre. Nun merkten die Hollander plötzlich, daß auch gegen sie die Verträge vom ewigen Frieden nur eine Kulisse waren, hinter der sich sehr handfeste Kriegsvorbereitungen verbargen, Vorbereitungen, die unmittelbar auch gegen Holland gerichtet sind. Der Holländer hat viel Talent zum Lebenskünstler, mindestens zum Lebensgenießer. Er läßt sich also nicht leicht aus feiner Ruhe bringen. Aber das, was er hier erfahren hat, hat doch sein etwas träges Blut heftig in Wallung gebracht, und die Sprache der holländsichen Zeitungen, noch wehr aber die Erregung in politischen Kreisen zeugt dafür, daß man sich auch so leicht nicht wieder be« Albert Frank-Heine, der Abenteurer von Brüssel, ist als Fälscher der Utrechter Dokumente verhaftet worden. Nur so nebenbei soll er sein französisch-belgisches Miritärabkommen versaßt haben, das im Grunde genommen sich eigentlich recht gut mit der Wirklichkeit identifizieren läßt. Und deshalb klingt alles so mysteriös. V-rwun- dert könnte man beinahe fragen, warum nicht gerade im gegenwärtigen Augenblick Ignaz Thi- motheus Trebihsch-Lincoln auf den Plan tritt, um als angeblich derzeitiger Mönch vom Buddhistenkloster auf Ceylon ein neues Abenteuer zu Inhenicrcn. 3n Brüssel und in Paris ist man begeistert. Man kann jetzt sagen, es war alles Phantasie. Leider wird das aber den Leuten drüben auch nicht ganz leicht fallen. Denn Frank-Heine ist ein Trebihsch-Lincoln. er ist eine dunlle Existenz, die sicher neben dem eigenen Wlllen zur Abenteuererei noch einem anderen Willen unterliegt, der mit dieser Person seine Schachpartie spielen will. Hintermänner sind da. Dies läßt sich nicht ableugnen, denn da die Utrechter Dokumente ohne Frage gefälscht und zumindest falsch zusammengestellt sind, muß doch irgendein politisches Manöver dahintcrstecken, das zu diesem Zwecke angelegt war. Das Utrechter Tageblatt erklärt nämlich, dah es niemals einen Cent für diese Dokumente bezahlt habe. Umsonst wird aber Frank-Heine, der in seinem Leben niemals ein Politiker gewesen ist, nicht seine Fälschung unternommen haben. 3m 3ntcreffe der Franzosen oder Belgier allein wird er auch nicht gehandelt haben, denn dann hätte man ihm doch besseres Material und vor allem richtige Namen zur Verfügung gegeben. Politisch einflußreiche Kreise in anderen Ländern gibt es genug, die solche Ereignisse inszenieren können. Doch läßt sich naturgemäß im Augenblick noch nicht genau sagen, wo diese Kreise zu finden sind. Der Mann, der jetzt in Brüssel als Täter hinter Schloß und Riegel gebracht worden ist. gibt noch keine Andeutung. Mögen feine reichlich phantastischen Aussagen auch nur zu einem Bruchteil richtig sein, so zeigt dies eben, daß man cs hier mit dem allerdunkelsten Gebiet der Politikbeslrssenen zu tun hat. Trotz allem hat dieses Mysterium, diese Phantasterei doch einen echten Hintergrund. Und das ist die Tatsache, daß eben das französisch- belgische Militärabkommen von 1920, von dessen 3nhalt niemand etwas weih, besteht. Die Geheimdiplomatie hat auf jeden Fall den Mystifikationen und Phantastereien genugsam Nahrung gegeben, und deshalb darf und kann die ganze Affäre nicht mit der Person Frank-Heines erledigt sein. Mag man in Brüssel jubilieren, Frank-Heine, der Fälscher und Aben- teuerer, hat eben doch Hintermänner zu feinen Partnern. Selten ist ein Geheimnis so verworren gewesen wie dieses. Selten haben die tatsächlichen Zusammenhänge mit solcher Notwendigkeit zu derartigen Mystifikationen geführt. Es ist ein Zeichen der Zeit, das als Mahner eben die Wahrheit offenbart, daß heute im Zeitalter der Technik für all solche Diplomatie fein Raum mehr ist. Man wird abwarten müssen, wie sich die Dinge weiter entwickeln werden. Man wird aber auch nachzuprüfen haben, wie die Zusammenhänge liegen, um dieses dunkelste Dunkel der Politik klarzulegen. Gefälschte Fälschungen? Der Eindruck in Holland. viduum wie jener Heine bereit ift, fich gegen ent- prechende Bezahlung zum Sündenbock machen zu lassen. Denn es bleibt doch einigermaßen unverständlich, weshalb der Mann, dessen Name schon seit Tagen in der belgischen Presse genannt wurde, der also den gegen ihn Herr- chenden Verdacht kannte, das sichere Asyl in Holland verläßt und sich nach Brüssel begibt, nur um sich dort verhalten zu lassen. Sehr viel peinlicher aber wirken die zahlreichen und alle so gewundenen Dementis, die nun chon seit Tagen abgeschossen wurden, von denen aber nicht ein einziges in unmißverständlicher Sprache abgesaßt war. Alle haben sie mehr oder minder drum herumgeredet. Wir vermissen aber immer noch die hieb- und stichelte Erklärung, dah seit 1918 keinerlei Geheimverträge zwischen Belgien und Frankreich bestehen, die irgendeine mittelbare oder unmittelbare Drohung für Holland enthalten. Solange darüber nicht absolute Gewißheit geschaffen ist, wird selbst eine Verurteilung des verhafteten Fälschers die Holländer zum mindesten nicht Im Land der ewigen Unruhen und Revolutionen, in Mexiko, ist abermals ein Tlilitäraufftanb losgebrochen/der großen Umfang angenommen hat und den Bestand der jetzigen Regierung bedroht. Die Heiden Staaten Veracruz und Sonora mit wichtigen Häfen und Industriezentren befinden sich in der Hand des Generals Iof6 Maria Aquirra. Daß man auch in der Hauptstadt Mexiko die Situation für sehr ernst ansieht, geht daraus hervor, daß der provisorische Präsident Portes Gil seinen Vorgänger, den früheren Präsidenten C a l lr s, zum Kriegsminister und Oberbefehlshaber der Streitkräfte Mexikos ernannt hat mit dem Auftrag, sofort gegen die Aufständischen vorzugehen. Diese ernsten Nachrichten werden auch von dem uiüerikanifchca BcN- schafter Morrow bestätigt, der sich mit feiner Familie und seinem künftigen Schwiegersohn, dem bekannten Flieger Lindbergh, in feinem Sommerhaus in Cuernavaca zum Wochenend aufhielt, aber sofort nach Mexiko zurückkehrte. . Soweit der Fernstehende überhaupt in der Lage ist. sich über diese unglaublich verworrenen Zustände in Mexiko ein Urteil zu bilden, hat man in der neuen Bewegung eine Rückkehr oder vielmehr einen Rückfall in die altgewohnte Gepflogenheit mexikanischer Generale zu erblicken, die Oberherrschaft an sich zu reihen. Dem Präsidenten Calles, übrigens seiner Parteieinstellung nach Sozialdemokrat, war es geglückt, eine Zeit- lang Ordnung und Ruhe im Lande herzustellen und aufrechtzuerhalten. Die Befestigung feiner Herrschaft hatte et jedoch dazu benutzt, einen Kulturkampf mit der in Mexiko sehr mächtigen katholischen Kirche anzufangen, und dieser Kampf ist bis heute nicht beendet. Beim Ablauf seines Amtstermins lehnte Calles mit großer Entschiedenheit eine Wiederwahl ab, und zu feinem Nachfolger wurde Obregon erwählt. Dieser fiel jedoch noch vor seinem Amtsantritt einem Attentat zum Opfer, hinter dessen Täter Glieder der katholischen Kirche, darunter eine Nonne, vermutet wurden. 3n einem Gerichtsverfahren. das von katholischer Seite als äußerst parteiisch und willkürlich hingestellt wurde, sind Todesurteile verhängt worden, die dann auch vollstreckt wurden. Nach der mexikanischen Verfassung. die ein sehr umständliches und zeitraubendes Verfahren bei der Präsidentschaftswahl vorsieht, war die sofortige Wahl eines Nachfol- gers für den Ermordeten nicht möglich, und der Kongreß übertrug daher die Befugnisse des Obersten Exekutivbeamten der Republik dem jungen Parlamentarier Portes Gil. der die Zügel der Regierung bis zur Mitte des 3ahres 1930 zu führen hat. Die Militärpartei, wenn man von einer solchen sprechen darf, stützt sich im wesentlichen auf die durch den Kulturkampf aufs höchste erregten Katholiken und auf die stets zu Unruhen neigenden Truppen, denen jede Gelegenheit willkommen ist, sich an Aufständen zu beteiligen und zu plündern. Ueberhaupt darf man Mexiko nicht mit europäischen Augen ansehen. 3n dem riesigen, von gewaltigen wllden Dergzügen zerklüfteten Lande mit Küsten an zwei Ozeanen herrschen Zustände, die Europa gegenüber in der Entwicklung um 3ahrhunderte zurück sind. 3n- dianerstämme. die noch kaum von der Zivllisa- tion berührt sind. Hausen in ihren primitiven Hütten und kommen mit der Außenwelt wenig in Berührung, es fei denn, dah sie von aufrührerischen Soldatenbanden heimgesucht und ausgeplündert werden. Bei ihnen mischen sich heidnische und christliche Vorstellungen und Gebräuche in sonderlicher Art. Dah große Telle der so mannigfach zusammengesetzten Bevölkerung Mexikos noch durchweg Anafichabeten sind, braucht nicht befonberß hervorgehoben zu werden. 3n tiefen Verhältni fen liegt die Erklärung dafür, dah für eine Präsidentenwahl z. D. ein ungemein umständliches Verfahren notwendig ist. Dah auf f olchem Boden Unruhestifter und ehrgeizige Generale, die manchmal weiter nichts als Häuptlinge von Räuberbanden sind, ein zusagendes Feld der Betätigung finden. davon überzeugen können, dah nicht doch un Verborgenen Verträge bestehen, die. wenn sie auch formell nur auf die Verteidigung abgestellt find, doch die politische und mllitärische Unabhängigkeit Hollands gefährden. Das Utrechisch Oagblad hält an der Echtheit fest. Amsterdam, 4. März. (1BB.) 3m Hinblick auf die Brüffelet Meldungen, wonach der dort verhaf- tete Frank-Heine da» Geständnis abgelegt habe, dah das im „Altechlsch Dagblad" veröffentlichte Geheimdokument von ihm herrühre, veröffentlicht das „Utrechtfch Dagblad" in feiner heutigen Abendausgabe folgende Erklärung: „Die Lhesredaktion des „Utrechlfch vagblad" hat fich zur Veröffentlichung des in Frage stehenden Dokuments auf Grund einer Eröffnung entschloßen, die ihr von einer hochstehenden holländischen Persönlichkeit, die wegen Ihres Das Geheimnis des Dokumentenfälschers von Brüssel Belgische Vertufchungsmanöver. - Bestellte Arbeit? ist nicht weiter verwunderlich. Ruhige und geord- nete Verhältnisse behagen solchen Elementen nicht und sie benutzen jede erdenkliche Gelegenheit, um das Land von neuem in Unfrieden zu stürzen. Die Geschichte Mexikos feit seiner Befreiung von spanischer Herrschaft ist eigentlich eine unenb- lich lange Kette von Dandenkämpsen und revolutionären Umtrieben, in denen ein sogenannter General den andern bekämpft und beseitigt. Eine Ruhepause brachte nut die Herrschaft des ebenso energischen wie gewandten und klugen Porfirio Diaz. Rach seinem Tode wurde daS alte Spiel mit frischen Kräften ausgenommen und fortgesetzt. Eine zweite kurze P^fe bedeutete die Präsidentschaft von Calle S. Aber sie ist bereits zu Ende, wie Vie jüngsten Meldungen auS Mexllo zeigen. Ob es der Regierung des provisorischen Präsidenten mit Hilfe von Calles, der sich im Lande großen Ansehens erfreut, gelingen wird, deS Aufstandes Herr zu werden, muß abgekartet werden. Aber selbst wenn dieser Aufstand niedergeschlagen werden sollte, so zeigt doch sein Ausbruch, dah für Mexiko noch lange nicht die so notwendige und so sehnlichst erwartete Zeit der Ruhe und Ordnung angebrochen ist. Das heißblütige Volt wird wohl noch lange von inneren Wirren zerrissen werden. Die ersten Erfolge der Rebellen. Neu york, 4.März. (IU.) Mexiko hat die ge - sarnte Bundesarmee mobilisiert. Die amerikanisch-mexikanische Grenze ist durch Amerika für Mexikaner geschlossen. Die Rebellen beherrschen völlig die Staaten Beta Cruz. Sonora und den 3sthmu» von Tehuanlepec. Auch scheinen Meldungen zuzutreffen, wonach sich ihre Macht auf den größten Teil weiterer sechs Staaten erstreckt. Die Haltung der Flotte ist unklar. Präsident Gil behauptet. sieben Kriegsschiffe hatten von der Regierung Berhattnngsmahnahmen erbeten, außerdem hätten 23 militärische Befehlshaber in 22 mexikanischen Staaten um Befehle nachgefnchl. Ans Grund anderer Meldungen erscheint aber lehlere» ziemlich fiaglich. Die neue Bewegung, die von General Balenzuela, dem ehemaligen mexikanischen Gesandten in London onsgeht, nahm In Beta Ltuz ihren Anfang und hat sich bisher auf alle 28 Staaten, einschließlich Mexiko-Stadt, ausgedehnt. Acht Staaten sollen sich bisher den Rebellen unterworfen haben. Beta Lru; und verschiedene andere große Städte befinden sich in ihrer Hand. Line Anzahl von Regimentern schloß sich den Rebellen an, die sich auch sieben Im Golf von Mexiko liegender Kriegsschiffe bemächtigten konnten. Die militärische Leitung der revolutionären Bewegung steht im Nordwesten unter dem Befehl von General Manzo, der nach allerdings noch unbestätigten Gerüchten neben Beta Ltuz auch die Städte Jalapa, Orizaba und Lodoba erobert haben soll. Rach den bisherigen Meldungen au» Mexiko trägt die Revolution einen rein militätischen Lha- ratter. Bisher hat kein Blutvergießen stattgefunden. Die aufständischen Generäle übernahmen die Staaten Sonora und Beta Lru; ohne Kamps. Jn der bereits gemeldeten Erklärung des Präsidenten Gil wird u. a. auch gesagt, daß der Aufstand von einet unzufriedenen Gruppe von Militärpoli- tiketn angezettelt fei und die Bundesbehör- den die Lage beherrschten. Der Gouverneur von Sonora Topete erklärt in einem Telegramm an die Associated Preß, er und sein Staat revoltierten nicht gegen die Regierung von Mexiko, sondern gegen die Beherrschung dieser Regierung durch den früheren Präsidenten Lalle s. Sie beschuldigten Lalles noch immer, das Haupt der Regierung In der Stadt Mexiko zu sein und verlangten, daß diese Amtsoerewigung aufhöre. Erscheint lüglich.auher —F A Ä MGietzenerAiMger scheinen einzelnerRummern ■ - ZNE General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Gießen. v ^antfuriamCmain0ii686. vrrck und verleg: Vrühl'sche Univerfiiüts-vuch. und Steindruckerei L. Lanze in Sletzen. rchrlftleitung und GeschLftrftelle: Zchulftratze 7. !-sZ ■2 5? > SS J »^33 ,2S Ls : c-''- J 2 s J ^2158*8? a S.E 2 n "-3 »2 b; -&C 22 a n S =? = -'s 6 = * 2 ZK--HA •7 ?g) • _ ft n — Z g> XF=3- 4 . C n * § 3 -c~0 5 5' ft 35» 3 2 "VSS? Eröffnung derGenserÄalsiagung Das Miuderheitenproblcm. Genf, 4. März. (WTB.) Der DölkerbundS- rat hat heute vormittag um 11 Llhr mit der üblichen vertraulichen Schung unter dem Vorsitz Les neuen Ratspräsidenten S c i a l o j a seine 54. Tagung begonnen. Diese vertrauliche Sitzung dient, wie gewöhnlich, der endgültigen Aufstellung der Tagesordnung, die inzwischen durch eine zwischen dem stellvertretenden südslawischen Außenminister Kumanudis und dem ungarischen Gesandten in Vern Hevesh gestern getroffene Abmachung über die Vertagung des südslawisch-ungarischen Och tauten st reite S entlastet worden ist. Beide Parteien haben sich mit einem Vertagungsantrag brieflich an den Generalsekretär gewandt, um zu versuchen, durch direkte Verhand.ungen bis zur Juni-Tagung des Dölkerbundsrates au einer Verständigung zu gelangen. Damit bildet der litauische Antrag auf Hinzuziehung zu der grundsätzlichen Erörterung der Minderheitenfrage den Hauptgegenstand der vertraulichen Eröffnungssitzung. Anläßlich der neuen Ratstagung sind außer Len Außenministern der fünf Ratsmächte Deutschland, England, Frankreich, Finnland und Polen auch die Außenminister Südilowiens,Griechenlands, Vulgär.ens a,r Lo.intagatend in Genf eingetroffen. Die Anwe.enheit dieser drei Außenminister wird ebenfalls mit dem zur grundsätzlichen Erörterung stehenden Minder^eitenpro- blem in Zusammenhang gebracht. Sie dürfte aber vor allem bedingt sein durch die für diese Woche in Gens gp'ante tTn er'eichnunz des neuen griechisch-südslawischen Freundschaftsvertrages uno der gleichzeitig getroffenen Wirtschaf tsabmachungen, duru) die bekanntlich auch eine Freihafenzone in Saloniki geschaffen werden soll. 3m Anschluß sollen die beiderseitigen mit Dulgar en geführten Verhandlungen durch gemeinsame Desprechungen der Außenminister dieser drei Länder gefördert werden. Unter den hier weilenden diplomatischen Gästen ist noch der frühere belgische Dotschaf- t e r in London, D a r o n M o n ch e u r , zu erwähnen, der auch bei der letzten Ratstagung in Lugano als Beobachter anwesend war. Außerdem weilt der polnische Politiker Kor - f an tt). der bekanntlich die Verha'tung des Geschäftsführers des Deutschen Volksbundes, 11 l i h , verurteilt hatte, seit Sonntagabend in Genf, wo er in dem Hotel der polnischen Delegation abge- stiegen ist. Der Dölkerbundsrat hat zu dem litauischen Antrag auf Hinzuziehung zu der grundsätzlichen Erörterung des Minderheitsproblems den Beschluß gefaßt, ein kleines Iuristen- komitee einzusehen, das die von Litauen auf Grund von Art. 4 des Dö'kirbundspaktes ausgeworfene Frage einer Vorprüfung unterziehen soll. Endkampf um das Einwanderungsgesetz. Die Schlußsitzung des amerikanischen Senats Washington, 4. März. (WTB. Funk p uch) 3n der letzten Sitzung des alten Senats, heute vormittag, versuchten die Senatoren D i n g h i m und Rye nochmals, den Quotenauffchub zur Abstimmung zu bringen, aber Senator Reed (Pensylvania) sprang sofort auf und erklärte vor den vollbesetzten Tribünen, er werde die Abstimmung verhindern. Jeder Gesetzentwurf müsse in drei Lesungen beraten werden, und zwar, sofern nicht Einstimmigkeit erzielt werde, an drei verschiedenen Tagen. Diese Einstimmigkeit sei nicht gegeben, da er protestiere. Aber auch sachlich sei der Quotenaufschub unbegründet. Denn Deutschland habe nach den besten Statistiken nur 17 Prozent der amerikanischen Bevölkerung gestellt und sei daher zu nicht mehr als einem Sech st el der gesamten Einwandererzahl berechtigt. Eine weitere Diskussion wurde unmöglich, da nunmehr dre Mitglieder des Repräsentantenhauses, des Ober- bunbesgerichtes und des diplomatischen Korps in feierlicher Prozession in den Sitzungssaal des Senats einzogen und die sachlichen Beratungen daher endgültig beendet waren. Derprasibentenwechselinll.SLl. Hoovers Antrittsrede. Washington, 4. März. (WTB.) Präsident Hoover hat sich heute mittag nach der feierlichen Amtseinführung mit Coolidge und großem Gefolge zu der vor dem Kapitol errichteten Tribüne begeben, wo et eine durch Rundfunk im ganzen Lande verbreitete Ansprache hielt, in der et die Ziele feiner Politik darlegte. Die amerikanische Ration sei aus der Rachkriegsperiode kräftiger denn je hervorgegongen. Sie erfreue sich eines großen Wohlstandes im Inland und großer Achtung im Ausland. Sie dürfe jedoch nicht außer acht lassen, daß die Gleichgültigkeit gegenüber Gesetzen und besonders die Verbrechen im Zusammenhang mit der Prohibition erheblich zu- ?ienommen haben. Hierin liege eine große Gefahr ür die Ration. Er, Hoover, werde die Einsetzung einer Kommission Vorschlägen zum Studium der Pläne für eine Reform der Bundesverwaltung und der Strafprozehordnung zwecks strengerer Durchführung der Prohi- bitionSbestimmungen uno schnellerer und strengerer Bestrafung der Schuldigen. Ent- sprechend dem Wunsche der Wähler trete er f ü r die private Initiative und für möglichste Ausschaltung behördlichen Besitzes oder behördlicher Verwaltung von geschäftlichen Unternehmungen ein. Fetner werde er eine besondere Kongreßtagurg einten-fen zur Durchführung ter versprochenen Hilfe für die Farmet sowie zur Aenderung des Zolltarifs, die jedoch nur in beschränktem Umfange dutchzusühren sei. Als außenpolitische Richtlinien bezeichnete Hoover den Wunsch nach Frieden mit anderen Rationen und zwilchen ihnen sowie dem Ausbau deS Kellogg Paktes durch weitgehende Anwendung des Schieds- und Detgleichswesens durch Eintritt in den WeltgerichtShof und durch Beschränkung der Rüstungen. Er lehnte dagegen den Eintritt in den Dollerbund ab, durch dessen Satzungen die Mitglieder in fremde Streitigkeiten bertoidelt werden könnten. Hoover prollamierte die Freundschaft der Bereinigten Staaten mit den lateinamerikanischen Republiken und sprach den Wunsch aus, daß ihre Unabhängigkeit erhalten, bleibe und ihre Stabilltät 9er Reichshaushalt im Rotjahr 1929. Oer Kampf upt die Steuern. Das Kürznngsprogramm der Bolkspartei und des Hansabundes Berlin. 5. März. (Ptiv.-Tel.) Rachdem die Politiker aus dem Koalitionstausch wieder auf- gewacht sind, beginnt allmählich daS Schreckgespenst des Steuerprogramms im Zusammenhänge mit ter Etatssrage erneut herauf- zudämmern. Wie wir erfahren, erwägt man in den Kreisen der Deutschen Dolkspartei, ob bas von ihr unter dem Motto: Keine neuen Steuern ausgestellte Finanzprogramm, das das offene Defizit durch noch weitere energische Abstriche aus der Welt schaffen will, nicht doch schon jetzt, bevor ter Etat im Blenum behandelt wird, veröffentlicht werten imte. Tie Deutsche Dolkspartei verspricht sich in diesem Zusammenhänge auch eine gute Wirkung ihrer Devise auf die anderen Parteien. Welche Posten sie im einzelnen im Haushaltsvoranschlag noch streichen will, ist nicht zu erfahren, da bas Programm der Partei bis jetzt wenigstens rwch geheim gehalten wird. Allerdings wird man in der Annahme nicht fehlgehen, daß bei eventuell beabsichtigten Kürzungen der Soziallasten erneute starke Auseinandersetzungen mit den Sozialdemokraten wie ater auch mit dem Zentrum einsetzen würden. Aus volks- varteilichen Kreisen versichert man uns jedoch, oah man im Haushaltsvoranschlag genügend andere Posten gefunden hat, die In Anbetracht des Rotjahres in diesem ZwangSetat keine vordringliche Existenzberechtigung hätten. Auch ter Hansa-Dund wird mit seiner bereits angekündigten Denkschrift, die sich in denselben Ideengängen bewegt wie der Plan ter Dolkspartei, ter wahrscheinlich im wesentlichen eine Folge ter Initiative des Hansabundes ist, zu gleicher Zeit mit der Eröffnung der Plenarberatungen des Etats, also etwa Mitte März, an die Oef.entlichkeit treten. Auch in dieser Denkschrift, die ebenfalls unter dem Motto: Keine neuen Steuern steht, wird, wie wir erfahren, in der Fvrm eines bis ins einzelne ausgearteiteten Programms die Beseitigung des Defizits durch weitere Streichungen am Etatsvoranschlag durchgeführt, wobei man ebenfalls davon ausgezangen ist. die sozialen Posten soweit es nur geht, verschont zu lasfen. Man darf gespannt sein, wie sich dieser Hexensabbat um das Steuerprogramm weiter entwickeln wird, doch muß damit gerechnet werden, daß es zu ernsten, vielleicht den ernstesten inner- politischen Auseinanderfetzungen kommen wird. Reichminister Koch zur innerpolitischen Lage. Landesparieitag der hessischen Demokratischen Partei Worms, 3. März. Samstag und Sonntag tagte hier der Parteitag der hessischen Demokraten. Nach der Vorstandssitzung und verschiedenen Ausschuß- sitzungen fand Samstag abeno eine Begrüßungs- Versammlung statt, in der Reichstagsabgeordneter Professor Dr. Hellpach über „Weniger Staat" sprach. Am Sonntag wurde der eigentliche Parteitag mit einer Begrüßung durch den Abg. Schreiber eingeleitet. Den Geschäftsbericht erstattete Dr. Kunze, worauf Abg. Reiber die Landespolitik behandelte. Im Mittelpunkt des Parteitages stand eine großangelegte Rede des Parteivorsitzenden, Reichs' ju st izmi nister Koch. Wes er, über „Reichs- Politik unter besonderer Berücksichtigung des Em- heitsstaates". Der Minister beklagte in feiner Rede das erneute Scheitern der Regierungs- Verhandlungen, dieses Mal verursacht durch das ultimative Auftreten der Deutschen Bolkspartei. Heute sieht es fast so aus, als ob die Regierung befreundet sei mit dem Zentrum, das keine Min.ster in der Regierung habe, aber nicht mit der Deut- fchen Volkspartei, die darin vertreten sei. Wortlaut und Geist der Derfasiung werden durch den Parte,ismus bei der Regierungsbildung ver- letzt. Der Antrag der Deutschen Dolkspartei, den Sturz einer Regierung von dem Beschluß einer qualifizierten Mehrheit abhängig zu machen, mutet in einem Augenblick sonderbar an, wo die Deutsche Volkspartei nach neun Monaten der Verhandlungen nicht einmal auf gleichem Fuß mit den anderen Parteien mitwirken will, eine Regierung zu hüben. Nur eine starke und geschlossene Koalitionsregierung vermag durch organisatorische Aenderungen E r - s p a r n i s s e zu erzielen, die dauernder und größer sind, als einzelne Abstriche am Etat. Indem man nach den Vorschlägen der Deutschen Bolkspartei die lleberroeifungen an Länder und Gemeinden um 300 Millionen Mark kürzt, ohne bei ihnen organi - satorische Aenderungen vorzusehen, veranlaßt man nur, daß die Wirtschaft und der Mittel- stand mit höheren Grund- und Ge- werbe steuern belastet wird. Man muß in die Regierung gehen, um in sachlicher Arbeit Derrn a l t u n g s r e f o r m und Reichsreform durchzusetzen. Die Arbeiten der Länderkonferenz sind hoffnungsvoll. Ich hoffe, daß die Länderkonferenz in wenigen Monaten zusammentreten und mit Stimmenmehrheit eine Plattform beschließen wird, die dem Reichstag vorgelegt und erforderlichenfalls zum Volksentscheid gebracht werden kann. — Zum Schluß seiner Rede kam der Reichsjustizminister auf Hessen zu sprechen, indem er ausführte: Daß in Hessen das Streben nach dem Einheitsstaat besonders stark ist, liegt in der unglückseligen Gliederung dieser Gegend, liegt auch an seiner Finanznot. Hessen befindet sich ohne Frankfurt ungefähr in der gleichen Lage, in der sich Preußen und seine östlichen Provinzen ohne Berlin befinden würden. Trotzdem ist die Teilung hier wie überall schwierig. Hesien muß feine Kraft in erster Linie für eine Gesamtlösung zur Verfügung stellen. Oer Reichsrat und das Etats- -efizit. Eine Doppelvorlage wahrscheinlich. 'Berlin, 5. März. (VDZ.) DaS Reichskabi- nett wird den Haushaltsplan für 1929 dem Reichsrat mit alleiniger Berücksichtigung der De- gierungSvorschläge unterbreiten. Danach soll also das Defizit von 32D Millionen gedeckt werden durch 120 Millionen Abstriche bei den Lleberweisungen an Länder und Gemeinden, ferner durch eine Erhöhung der Bier- und Erbschaftssteuer, sowie der Abgaben vom Spiritusmonopol und für eine einmalige besondere Vermögenssteuer. Tie „offene Feldschlacht" wird Datei für die Reichsregierung in voller Schärfe einsetzen: denn die Länderabstriche dürften eine Mehrheit gegen fich haben. Außerdem lehnt Bayern die Diersteuererhöhung ab, während Preußen, Sachsen und andere Industrieländer Gegner der zum Ausgleich gebotenen Umsatzsteuer sind. Preußen hält seine Aenterungs- vorschläge bereit. Es ist nicht ausgeschlossen, daß eine D o p p e l v o r l a g e des Etats an den Reichstag kommt und daß eine Mehrheit im Reichsrat den Ausgleich durch Abstriche am Wehretat sucht. Ein Erneuerungskabinett: Hoffnungen auf eine Initiative des Reichspräsidenten. Berlin. 5. März. (Priv.-Tel.) Schon während der Verhandlungen um die Große Koalition tourte verschiedentlich angeregt, ja geradezu gefordert, daß der Reichspräsident seine persönliche Autorität für eine bessere Wendung ter so verfahrenen Situation einsehen sollte. Ater auch nachdem die Große Koalition gescheitert ist, verstummen in politischen Kreisen, die zum Teil ter Dollspartel nahenehen, aber auch andern Gruppen angehören, derartige Wunsche nicht. Man denkt daran, daß Hindenburg nach dem Wiederzusammentritt tes Reichstags am 13. März die Initiative zu einer neuen Kabinettsbildung ergreifen soll. Ein energischer und vertrauenswürdiger Kanzler hätte bann ohne Rücksicht auf Fraktionsbindungen ein Kabinett zusammen- zustellen, das beweglicher als die heutige Regierung und gleichzeitig auf breiterer Basis gleichsam unter dem Schlagwort „DaS Vr - neuerungStabinett" den steckengebliebe- nen Wagen wieder auf den Weg bringt. Statt ter Bindung an die Fraktion tourte man direkt an das Vertrauen der Massen appellieren. Wird ter Wunsch als Vater des Gedankens zu seiner Realisation kommen und eine wirkliche Lösung bieten? und ihr Wohlstand gefördert würden. Amerika hoffe, daß auf ter ganzen Welt dauernder Friede herrschen werte. Präsident Hoover und Vizepräsident Curtius wurden durch Oberrichter Taft vereidigt. Curtis leistete dabei den Eid aus eine deutsche Bibel. 500 Züge und unzählige Automobile brachten zu dieser Feier 200 000 Fremde hrran. so daß sie unter ungeheurer Beteiligung vonstatten ging. Das Wetter war günstig und Flugschiffe und Luftschiffe üterflogen während ter Vereidigung das Kapitol. An die Feier schloß sich eine große Parade an. Zu der gleichen Zeit, als die feierliche Amtsübernahme durch den neuen Präsidenten Hoover erfolgte, schloß der 70. Kongreß in. aller Stille seine Arbeiten. Hm 10 Ähr vormittags versammelten sich die Mitglieder tes Repräsentantenhauses in dem säst leeren Sitzungssaal, und um 11 Uhr führte Dawes zum letztenmal den Vorsitz im Senat. Darauf begaben sich die Mitglieder tes Repräsentantenhauses in den Sitzungssaal des Senats, um ter Hebergate tes Amtes seitens Dawes an den neuen Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten, CurtiS, teizuwohnen, ter damit gleichzeitig Präsident des Senats wird. Hoover und Coolidge sowie das Diplomatische Korps und die hohe Beamtenschaft ter verschiedenen Ressorts waren bei ter Amtsübernahme zugegen. 2!ach ter Vereidigung des Vizepräsidenten Curtis tourten verschiedene Ernennungen, darunter die ter Mitglieder tes neuen Kabinetts Hoover, in einer Sondersitzung bestätigt. Sine halte Stunde später war Hoover Präsident unb Coolidge nach 30jähri^er Tätigkeit in Regierungsdiensten weder einfacher Bürger geworden. Coolidge und Gattin begaben sich -um Dabnhos und reiften nach ihrem Besitztum in Rortyampton (Massachusetl). Oie Absichten Trohlis. Berlin, 5.März. Im Zusammenhang mit dem Ginreifegesuch Trotzkis nach Deutschland hat die Reichsregierung laut „Vorwärts" in Konstantinopel verschiedene Rückfragen gehalten. Sie beziehen sich u. o. insbesondere auf die künftigen Absichten Trotzkis, d. h., ob er dauernd in Deutschland zu verbleiben gedenkt oder nur Aufenthalt zu einer Kur zu nehmen beabsichtigt. Oie Todesfälle in der französischen Besahungsarmee. Paris. 4. März. (WB.) Der „Paris Soir" bestätigt die Meldung des .Quotibien“, daß 30 Soldaten ter Desahungsarmee in Trier infolge der Kälte gestorben sind. Das Blatt er- klärt, das Kriegsministerium stelle diesen Vorfall nicht mehr in Abrede und gebe freimütig zu, daß die Angelegenheit einige Beunruhigung aus- löste. Eine Untersuchung sei angeorbnel worden. DaS Kriegsministerium bestätigt selbst in einer ter Presse ^gegangenen Mitteilung — was von deutschen Blättern berichtet und von den französischen Zeitungen abgeleugnet Worten war — daß die in der Rheinarmee herrschende Grippe einen epidemischen Charakter angenommen hat. In der Mitteilung tes Kriegs» ministeriums wird jedoch nicht angegeben, wieviel Todesfälle zu verzeichnen sind. Gandhi verhaftet. Boylottrcde des indischen Nationalisten- führers. — zusammcnftost mit der Polizei. London, 5. März. (WTB. Funkspruch.) Die Blatter melden aus Kalkutta, daß dort der Ratio- nallstenfuhrer Gandhi und andere indische Ratio- nalisten, darunter Dr. R o y, nach heftigen Zusam- menstohen, die an die Unruhen der Jahre 1926 und 1927 erinnerten, verhaftet worden seien. Hunderte der Anhänger Gandhis hatten sich ver- sammelt, um eine Rede von ihm anzuhören, und versuchten danach, Freudenfeuer aus aus- länbifdjen Stoffen, die in der ganzen Stadt zusammengesucht waren, zu veranstalten. Die Po- lizei sollte das Anzünden der Freudenfeuer verhindern, aber Gandhi, der in feiner Rede für den vollständigen Boykott ausländischer Stoffe eingetreten war, erklärte der Menge, daß er alle Verantwortung für das Anzündcn der Freudenfeuer übernehme. Daraufhin setzte die Menge sofort die riesigen Stofshaufen in Brand und als die Polizei versuchte, das Feuer zu löschen, kam es zu einer Bewerfung mit Ziegeln und Steinen. Bei einem hierauf erfolgenden Massenangriff auf die Polizei wurden mehrere europäische Polizeisergeanten und eine große Zahl indischer Polizisten verletzt. Berittene Polizei wurde in Eile herbeigerufen und die Ordnung schließlich wieder- hergestellt. Gandhi wurde später gegen Kaution aus freien Fuß gesetzt. Er führt heute nachmittag nach Burma ab. Nach seiner Rückkehr nach Kalkutta wird er vor Gericht gestellt werden. Schweres Explosionsunglück in Sofia. 28 Todesopfer eines Arfenalürandes Sofia. 4. März. (Telun.) Gegen mittag entstand im hiesigen Arsenal in der Abteilung für Herstellung von Raketen durch unvorsichtige Handlungsweise eines Arbeiters ein Brand, ter ein größeres Lager von Explosivstoffen zur Entzündung brachte. Das einstöckige Fabrikgebäude, bas sich innerhalb des Arsenals befindet, wurde durch Explosion und durch den Brand zerstört. In dem Gebäude waren ungefähr 40 Personen, zum größten Teil Frauen, beschäftigt, die vergebens versuchten, durch die brennenden Türen und die mit Gitter versehenen Fenster die Flucht zu ergreifen. Rach den bisherigen Meldungen finD 23 Personen, meistens Frauen, erstickt und verbrannt. Erst nachdem in mühevoller Arbeit doS eiserne Gitter eines Fenster! herauSgerissen war, gelang es. die restlichen zwöls Personen, die zum größten Teil schon verletzt waren, herauszu- brfngen. Rach den Aussagen ter Geretteten ist ein Arbeiter auf unverständliche Weise mit offenem Pulver dem Ofen z u nahe gekommen, wodurch daS Pulver entzündet wurde. Verworrene Lage in China. Paris, 4. März. (WB.) Wie die Agentur Indo Pacifique aus Peking berichtet, ist bei Peitana eine Meuterei unter den früheren Truppen Tschang Tschung-tangs, die in Stärke von etwa viertausend Mann in die nationalistische Armee eingereiht wurden, ausgebrochen. Pen Hsi-schan hat ihre Entwaffnung angeordnet. Es kam hierbei zu einem Feuergesecht, bei dem zwei Mann getötet und mehrere, verletzt wurden. Die aufständischen Generäle Tschang Din-yo und Tschang Hsing-ting sind hin- gerichtet worden. Die Ruhe ist wiederhergestellt. Die Aufstcmdsbewegung soll von Tschang Tfchung- tschang geführt worden fein. Die Lage in Tschi-fu ist unverändert. Ein Waffenstillstand wurde abgeschlosien. Lio Schen-nien verlangt 500 000 Dollars; Tschang Tschung-tschang bietet 100 000 Dollars. Die Zentralregierung hat angeordnet, in Pun« nan-fu eine Schule zu eröffnen, die die Ausbildung von Agitatoren der Kuomintang - P a r t e i zur Aufgabe hat. Sie steht unter der Kontrolle eines Volkskommissars. Die anti- japanische Kampagne herrscht weiter in Yunnan-fu. Gewisse Kaufleute, die dort Waren javanischen Ursprungs gekauft hatten, wurden mit schweren Geldstrafen belegt. Auch ist das Räuberunwesen nach nicht unterdrückt. Die Provinzialregierung hat eine Abteilung Gendarmerie entsandt, um die Eisenbahnstationen von Suin Kiensin und Siao Long-tan zu schützen. Oie Wetterlage. Montag. © vofltemw 6 Mv.OtkU' rHt ttA-c 4« Äff nS1"» »U '“*»• "sungiück M«-ting sind hin. wiederhergestellt, von Lschang t worden sein. Die rt. Ein Wassenstill. Tchen-nien verlangt hung-tschang bietet igeordnet, In Sun« , die die Aurbil> der Suomin« hat. Sie steht unter iffars. Die antl« herrscht weiter in die dort Daren ja» ilien, wurden mit legt. Luch ifl das rf unterdrückt. Die Abteilung Gendar- nbahMionrn von i zu schützen. age. 65», ^sä.*** I» fÄ# und Mk ,je jtpi. •5S$$ IM; lL7,90rdSflö1 Aus her pwvmziafhauptstadi Gießen, den 5. März. (Awas über das Atter. Von einer alten Frau. 3m Greisenalter verliert der Mensch eines der ersten Menschenrechte, er wird, nicht mehr von seines Gleichen beurteilt. 3ug:nd hat k.in Verständnis tüt das Alter, kann es nicht haben, und das ist gut so. Mit Wehmut erinnert man sich, wenn man selbst alt geworden ist, der Zeit, in der man verständnislos zuhörte, wenn der Vater sagte: ^A'twerden ist nicht schön. Früher war ich der beste Turner, aber jetzt muß ich langsam tun.“ Oder wenn die Mutter klagte: „Mein Gedächt- nis nimmt immer mehr ab, jetzt hab ich den Vamen schon wieder vergessen.“ Das Alter ist eine Zeit der Entsagung. Vicht nur die äußeren Vorzüge schwinden, auch die geistigen und körper- lichen Kräfte nehmen ab. Einzeln werden einem die Federn auSgerupft. und auf viele- mutz man lernen zu verzichten: der eine mehr, der andere weniger, aber ungerupft b'eibt keiner. G'ücklich, wer Kinder oder liebe Menschen hat, die ihm liebend zur Seite stehen, die ihm Stützen sind, wenn die eigenen Kräfte versagen! Glücklich, wer so weise ist, die Leiden des Alters auf sich zu nehmen, ohne zu klagen! Denn wo fände er Mitleid? Das traurige Schicksal eines jungen Menschen kann vielleicht rühren in dieser harten Welt. Aber alt werden wir ja alle, wenn wir nicht jung sterben. 3m Altertum waren alte Menschen angesehen. Sie standen hoch in der Achtung ihrer Mitmenschen. und man schätzte ihre Erfahrung und Weisheit. Aber heute in unserer raschlebigen Zeit, wo nur da« schnell Auswertbare gilt, hat die 3u- aend für das Alter meist nur geringschätziaes Mitleid. .Grotzväti geht eben nicht mehr m't", sagt der 10jährige Enkel, der das Radio so schön erllären kann und die verschiedenen Arien der AutoS so gut zu unterscheiden weiß. Gewiß, im Alter sind wir unbrauchbarer für- prak'llche Leben, weniger leistungsfähig. Die .Arbeitskraft, die man jederzeit in Geld umsehen kann, schwindet. Dei manchen Vauern ist der Alte, der nicht mehr schaffen kann, ein überflüssiger Drotesser. Für sie ist die Arbeitskraft der Wertmesser des Menschen. Sie verstehen nicht, daß dem Verlust an äußerem Können und Wissen andere größere Werte gegenüberstehen können, die sich auSwir- ken auf unabsehbare Zeiten. Das, waS von dem alten Großvater ausströmt, das, WaS er seinen Enkeln geben kann, ist vielleicht von größerer Be» deutung für ein Volk, wie der Ruhen. den irgendeine neue technische Erfindung bringt. 3m Vo- vemberhe't der chaus'ranenzeitung stand ein klei- nes Gedicht _3m Stillesein“ von M. Feesche. Darin heißt es: »Doch. daß es mein Sterze nur nicht vergißt, Daß "ns noch Bessres gegeben ist — Als Arbeit und Wirken auf Erden Unb daS ist - Werden!“ Die Arbeit ist etwas Wertvolles und GuteS, aber sie ist nicht der Zweck unseres Lebens. 3n jedem Menschen liegt ein Wesenskern. Goethe bezeichnet ihn nach Aristoteles mit dem griechischen Wort: „Entelechie“. Sie ist daS wunderbar Eigenartige. Ewigbleibenbe. was von Anbeginn in jeden Menschen gelegt kst. Etwas, was erst durch Entwicklung zu sich selbst gelangt. Diesen WesenSkern zu entwickeln uitb zur höchsten Entfaltung zu bringen ist die Aufgahe jedes Menschen. SeVstverwirlliibung der Zweck jedes Wesens. -3cbe Entelechie“, sagt Goethe, „ift ein Stück Ewigkeit und die baär 3ahre. die sie mit dem Körper verbunden ist. machen sie nicht alt. 3st diese Entelechie geringer Art. so wird sie während ihrer körperlichen Derdüstcung wenig Herrschott ausüben, vielmehr wird der Körper vorherrschen, und wie er aUert. wird sie ibn nicht halten und hindern. 3st aber die Gntele- chie mächtiger Art. wie es bei allen genialen Staturen der Fall ist. so wird sie bei ihrer be- Ser Haushaltsplan Offenbachs 1929. WSV. Offenbach, 4. März. Den Stadtverordneten ist jetzt der Entwurf des Haushaltsplanes für 1929 zugegangen. Der Etat schließt mit (alle Zis ern in Millionen Reichsmark) 32 566 gegen 28 282 im Vorjahre und einem Defizit von 2,132. Die ‘Beamten* gehälter beanspruchen 3,496 (2,924). Die allgemeine Verwaltung schließt mit einem Zuschuß- bedars von 1,316 (1,107), die Polizei mit einem solchen von 0,378 (0,363), die Bauverwaltung mit 0.649 (0,565), die Schulen mit 1.139 (0,908), Kunst und Wissenschaften 0,073 (0,063). Ganz erheblich ist die Steigerung beim Wohlfahrtswesen. das 5.135 gegen 3,932 erfordert. Demgegenüber sollen die Ueberschüsse aus den Betrieben und Unternehmungen 0,630 (0,751) aus der Finanzverwaltung 8,063 (6,761) erbringen. Zur Deckung des Defizits wird vom Magistrat eine Erhöhung der Gas- und Strompreise. ferner eine Erhöhung der Grundsteuer und ter Pflegesätze des Städt. Krankenhauses vvrgefchlagen. Preußen. Wiederaufbau des Limburger Schloßes WSV. Limburg, 4. März. Wie wir erfahren, wird das Limburger Schloß, das bekanntlich seit 1866 im Eigen tum des preußischen Staates steht, in dem alten Stil wieder auf gebaut werden. Väheres über den Zeitpunkt des Wiederaufbaues ist noch nicht bekannt; auch steht noch nichts über die Verwendung des restaurierten Schlosses fest. Bereits morgen wird damit begonnen werden, übet dem •• Oberhessifche Provinzanleihen. Wie uns der Landesverband Hessen der Volks- recht-Partei durch den Gießener Ortsgruppen» Vorsitzenden gestern mitteilte, ist die Frist zur Anme.dung der Oberhcs.ischen Provinzanleihen bereits verstrichen. Da aber vielen Anleihegläubigern von einer solchen Fristsetzung nichts bekannt war und sie diese versäumt haben, will die ProvinzialdireLion aus Billigkeitsgründen auch verspätete Anmeldungen als Veubesitz zur Ablösung noch entgegennehmen, wenn ein besonderer Grund geltend gemacht wird, der die verspätete Einreichung der Stücke rechtfertigt. 3ntereffenten werden daher auf diese Gelegenheit. sich vor Schaden zu bewahren, ausmertsam gemacht und an baldige Einreichung rückständiger Stücke unter Angabe des Grundes der Frist- Versäumnis erinnert. ** Heinrich Balser t. Der langjährige Anatomiediener und Kolonnenführer der Gießener Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, He i n r i ch B a l s e r, ist gestern abend nach längerem Kranksein im 81. Lebensjahre verschieden, lleber seinen Lebensgang unb sein Wirken in seinem Berufe werden wir noch berichten. ee „Sag des Buches“. Auf Einladung der Bereinigung der Gießener Buchhändler fand gestern nachmittag im Sitzungssaal der alten Bürgermeisterei eine Vorbesprechung über die Vorbereitungen zum „Tag des Buches" statt, zu der die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden und aller an der Sache interessierten Verbände erschienen waren. Man war allgemein der Ansicht, daß ein der Bedeutung des Tages entsprechendes und der Universitätsstadt Gießen angemessenes Programm zur Durchführung kommen müsse, über dessen Ausführung ein Arbeitsausschuß im einzelnen beraten soll. Vor allem soll erstrebt werden, daß die staatlichen unb städtischen Behörden dieser kulturellen, vom Staat und Städtetag unterstützten Kundgebung ihre Hllfe zur Verfügung stellen. •• Der Elternabend des Zugendbundes im GDA. am Sonntag war gut besucht. Der Vorsitzende der Ortsgruppe, Herr Zecher, hiell die Begrüßungsansprache, wobei er auf die Arbeit im und am Berufe des kaufmännischen Vachwuchse« einging. Die Zugendpflege im berufsständischen Sinne sei von ganz besonderem Wert. Sporne sie doch die Zugend zu erhöhten Leistungen und Willenskraft an. Den Liebergang „von der Schulbank ins Leben" schilderte Herr Mack und zeigte die verschiedenen Gliederungen der Tätigkeit der Angestellten auf. Dann begann die Preisverteilung aus dem Derussweltkampf. Dom 1. Lehrjahre wurden ausgezeichnet: Gustav Koch, Gießen, mit 72 Punkten, L. Wandler, Vieder-Weisel, mit 68 Punkten, L. Wetterhahn mit 65 Punkten, unb Olli 3 u n g mit 55 Punllen. — 3m 2. Lehrjahr: Lisel Veuser, Gießen, mit 82 Punkten, Lilli P l e tz mit 76 Punkten. Herrn. Buchner mit 65 Punkten, und Marg. Steinbock, Butzbach, mit 56 Punkten. 3m 3. Lehrjahr unb Zungangeste lte: Otto Erb, Vieder-Ohmen, mit 76 Punkten, ^g. Hanitsch, Gießen, mit 73 Punkten, Anni Winkler, Gießen, mit 72 Punkten, Adolf Schrader mit 70 Punkten. Unter lebhaftem Beifall nahmen diese ihre Preise entgegen. Gaujugendsekretär D r o st vom GDA. Frankfurt a. Ri. forderte die Zugend auf, sich rege, an den Heimabenden zu beteiligen. Der Film „Zugend im gleichen Schritt" war allen ein Erlebnis. Die eindrucksvolle Feier schloß Herr Drost mit einem Schlußwort ab. ** Im Lichtspielhaus Bahnhofstraße sieht man seit gestern ein neues Programm. Neben einer interessanten, allerdings nicht mehr ganz aktuellen Reportage von der Hilfsexpedition des russischen Eisbrech.rs Krassin" zur Rettung der verunglückten ,Ztalia"-Mannschaft läuft ein von Max Reichmann gesch ckt inszenierter Kriminalfilm „Ritter der Nacht", der sich durch Tempo, Spannung und eine bewegliche Handlung auszeich- net, welche zwischen der Oberschicht und der Verbrecherwelt von Marseille sich abspielt. Das Manuskript scheint übrigens in einzelnen Motiven nicht unwesentlich von den Schillerschen „Räubern" beeinflußt, ist aber filmmäßig empfunden und wird routiniert dargestellt. In den Hauptrollen begegnet man u a. Wilhelm Dieterle, Max Schreck und der anmutigen L a Jana. weitere Lokalnachrichten im zweiten Blatt. lebenden Durchdringung de« Körper- nicht allein auf dessen Organisation kräf.igen) und veredelnd einwirken, sondern sie w'.rd auch bei ihrer geistigen ilebermadjt ihr Vorrecht einer ewigen 3u- aenb fortwährend gellend zu machen suchen." So sagt Goethe, der selbst alt geworden ist und dem wir glauben dürfen. Helene Küchler. Bornotizen. — TageSkalender für Dienstag. Stadttheater: „Das Geld auf bpr Straße", 20 bis 22.15 Uhr. — Männer- unb Frauen-Ver- einigung der Matthäusgemeinde in Gießen: Hauptversammlung. 8.30 Uhr, im Gemeindesaal, Kirchstraße 9. — Männer-Dadeverein: Generalversammlung, 8 Uhr, im „Postkeller". — Lichtspielhaus Bah..hosstraße: „Vllter der Vacht". — Astoria-Lichlspiele: „50 000 Dollar Belohnung". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stabttheaterburcau wird uns geschrieben: Die heutige erste Wieberholung bei Lustspiels .Das Gelb auf bet Straße" von Rubolf Dernauer unb Rudolf Oesterreicher beginnt um 20 Uhr. — Zn bet morgigen Premiere „Hoffnung auf Segen" spielt Auguste Prasch Grevenoerg bie Hauptrolle der Kniertje. Es wirken ferner mit, bie Damen: Heß, Zahn. Jüngling. Koch, Krahmer. unb bie Herren: Arzdorf, Bast6, de Castro. Ebert-Gras» sow, Haeser, Linkmann, Ritter, Wesener, Schubert. Regie führt Oberspielleiter Hans Tannert. — Donnerstag, 7. März, wirb auf befonbeten Wunsch bet Gießener Gewerkschaften zum letzten Male als Dolksvorstelluna (zu äußerst ermäßig- ten Preisen) „Der Prozeß Mary Dugan" (The Trial of Mary Dugan) von Dayarb Dciller gegeben. — Der 4. Tag des Kammerspielzhklus, zusammen mit bent Goethebunb, finbet am Montag. 11. März, statt. Anna Dahr-Milbenburg tritt mit ihrem Gestaltungsabenb „Schauspiel in der Oper" (Musik unb Gebärbe), Szenen von Gluck bis Strauß, einmalig auf. am wenigsten beschädigten Teil des Schlosses auf Deranlasiung des Staatlichen Hochbauamtes in Diez ein Rotdach zu errichten. Krcis Biedenkopf. < Weidenhausen, 4. März. Gestern kamen unsere Dorsbewohner zu einem außergewöhnlichen Sonntagsvergnügm. Gegen 1/^> Uhr sichtete man über unserer Gemarkung einen Freiballon. Et flog so niedrig, daß man nicht nur die Umschrift des Ballons (Karl Bamler) erkennen konnte, sondern auch die einzelnen im Ballon befindlichen Personen. Die Bejahung bestand aus vier Herren, die um 11 Uhr in Dortmund aufgeftiegen waren, um nach Marburg zu fliegen. Weil sie sich wegen ungünstiger Windverhältnisse zu lange aufgehalt.n hatten, mußten sie hier in Weidenhausen eine Landung vornehmen. Die aus der ganzen Umgegend hetbei- strömenden Zuschauer konnten genau beobachten, wie die Leute einen geeigneten Landungsplatz suchten. Schließlich warfen sie ein Seil aus unb ließen sich zum großen Zabel der Devöllerung zur Erde gleiten. Mit Hilfe einiger Männer wurde der Ballon dann zusammengel:gt unb gerollt und mittels eines Fuhrwerks zur Dahn geschafft. < Erdhaufen. 4. März. Unter überaus großer Beteiligung wurde am Samstag unser erster Lehret Karl Wege zu Grabe getragen. Seit Anfang des Krieges wirkte er in unserer Gemeinde. Trotz seiner schweren Kriegsverletzung, an deren Folgen er nun im 40. Lebensjahre verstorben ist. übte er seinen Beruf treu unb gewissenhaft aus. Auch unfern Gesangverein leitete er zehn Zahre lang und stellte seine musikalischen Kenntnis e und Fähigkeit:n in dessen Dienst. Bei alt und jung war der Heimgegangene * durch sein ruhiges, freundliches Wesen beliebt Mainqau WSN. Frankfurt a. M.,. 4. März. Der Wirt- schastspolllische Ausschuß der Stadtverordnetenversammlung hat sich in einer Resolution gegen den Fortbestand der Frankfurter Messe ausgesprochen. Für den entstandenen Fehlbetrag von 280 000 Mark müsse der Aufsichtsrat der Messegesellschaft und der Oberbürgermeister haftbar gemacht werden, da der Magistrat dem Beschluß der Stadtverordneten, die Messe zu liquidieren, nicht nachgekommen sei. berliner Börse. Berlin, 5. März. (WTB. Funkspruch.) Nachdem es gestern abend gegen Schluß der Frankfurter Abendbörse kursmäß g schon etwas leichter geworden war, ist es heute früh sehr ruh'.g. Eine Tendenz ist noch nicht ausgesprochen. Die Spekulation bleibt, da Anregungen nicht oorliegen, zurückhallend. Man taxiert die Farben 249,50 zu 250, Siemens zirka 377 und AEG. etwa 168. Am Devisenmarkt nennt man London gegen Paris 124,2250, London gegen Mailand 92,66, London gegen Spanien 32, London gegen Kabel 485,25, Kabel gegen Berlin 4,2143. Die Polizei machtlos, wenn Veranstaltungen durch Husten und Räuspern gestört werden. Oa helfen §ag's Sodener Pastillen! Frtthjahrukur lür Nervenkranke | u.Nervös-Erschöpfte. Spexlalknranstalt Holbein I Im Tannas b<-i Frankf.a.M. — Prospekte durch H Or. M. Schulxe-Kahleyss, Nervenarzt. | / < /REGEN. WIND U. SCHNEE I973D Bezirksgruppe Gießen des Landesverbandes Hessen-Darmstadt im Reichsverband für den deutschen Gartenbau e.V. Nachrut Am 2 d. M. entschlief nach längerer schwerer Krankheit unser lieber Kollege Herr Victor Pech told Wir verlieren in demselben einen treuen Freund und werden ihm auch über das Grab hinaus stets ein ehrendes Andenken bewahren. Heute mittag 12', Uhr entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit unser lieber Vater. Schwiegervater, Großvater, Bruder. Schwager und Onkel Herr Heinrich Ruhs im Alter von 78 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Lollar. 4. März 1929. Die Beerdigung findet Mittwoch, 6. Mflrz, nachmittags 5 Uhr statt. te#D 1866 Altersvereinigung 1916 Wirerfüllen hiermit dletraurize Pflicht.dleMitglieder von dem Ab: eben unseres lieben Altersgenossen Herrn VictorPechtold geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 7. März, nachmittags l*'».Ubr, auf dem Neuen Friedhof statt Um recht zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Der Vorstand. i i Idlib O1O4II Gießen (Diezstraße 8), 5. März 1929 I975D Buchenstamm, 0,75 km. Eichen-Derbstangen, 0,21 im. rm Eichen-Nutzscheit, 2,50 m lang, rm Buchen-Brennscheit. rm Eichen-Brennscheit rm Buchen-Knüppel. rm Eichen-Knüppel. Buchen-Wellen. E.chen-Wellen. rm Stöcke. holzverfteigerung. Aus der Waldung der Gemeinde Leihgestern sollen Freitag, den 8. März L 3.. vormittags 10 llhr beginnend, versteigert werden: 1941D 32 Eichenstämme, 13,30 km. Kriegerverein Gießen Die Beerdiguna unseres Kameraden Serrn Victor pechiold findet Donnerstag, dem 7. Marz, nachmittags 1,30 llhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt. Oer Vorstand. 1 3 55 106 200 22 52 930 3780 58 Todes-Anzeige. Heute morgen 10 Uhr verschied nach kurzem Leiden, unser lieber Bruder, Schwager. Pate und Onkel, der Landwirt Heinrich Horn im 63. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Horn IV., Bürgermeister Wilhelm Kessler I. Wwe., Karoline geb. Horn Annerod, den 4. März 1929. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 7. März, nachmittags 2 Uhr statt 1965b Gott nahm uns heute unsere Hebe, treusorgende Mutter, meine gute Tochter, unsere Hebe Schwiegermutter, Grobmutter. Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisahelhe Melmann Wwe. geb. Neidei nach langem Leiden, doch unerwartet, im 51. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Ernst Henkelmann und Braut Willy Engelhardt und Frau Marie geb. Henkelmann Familie Otto Henkelmann Wilhelm Neidei V. Heuchelheim, ALI ar. Essen, den 4. März 1929. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. März 1929, nachmittags 31/, Uhr, vom Sterbehause (Gießener Straße 79) aus statt. Bullenverkauf. Freitag, den S.' 2tt., nachmittags 2 Uhr, soll ein fetter, etwa 16 Zentner schwerer Vogelsberger Bulle hiesiger Gemeinde auf dem Submissions-- wege vergeben werden. 1960D Reiskirchen, den 3. Dcärz 1929. Hessische Bürgermeisterei: Schomber. Zusammenkunft: Distrikt Bucht. Leihgestern, am 2. März 1929. Bürgermeisterei. Dankeacting. Für die vielen R? weise. herzlicherTeilnahme während der Krankheit, für die zahlreichen Kranzspenden, sowie dem Posaunen- und Gemischten Chor und die trosireichen Worte des Herrn Pfarrer Becker bei dem Heimgang unseres lieben Emschlafenen sage ich aden auf diesem Wege herzlichen Dank Im Namfen der trauernden Hinterbliebenenx Hatte Lieb gen. Weiß, Adendorf a. d. Lahn, den 5. März 1929. woib Bekanntninchuug In unser Handelsregister Abteilung B wurde am 25. Februar 1929 bei der Firma H. Schaffstaedt, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen, folgendes eingetragen: Dem Lberingenieur Arthur Fleischer und dem Kaufmann James Felix Meyer, beide in Königsberg, ist für die Zweigniederlassung in Königsberg i. Pr. Gesamtprokura erteilt 1888 D Gießen, den 1. März 1929. Hessisches Amtsgericht. Danksagung. Innigen Dank allen, die beim Heimgänge meiner geliebten Schwester so herzlichen Anteil nahmen. Anna übrig. ür.5] Empfehlungen] ;v z 01019 I967D ■ Heute versdiied nach kurzer Krankheit unser allverehrter Direktor L R. Herr Hermann Petri Gießen, den 5. März 1929. 19720 im 64. Lebensjahre. Gießen, den 4. März 1929. 1949D Am 4. d. M. verschied nach kurzer schwerer Krankheit Herr Hermann Petri, Direktor i. R Gießen, den 4. März 1929. 1949D 01032 H Großen-Buseck, den 5. März 1929. A- \ 1'". U1U41 I6O8O Pferd6emaerM.rLose h»D Im Heimatscbollen-Verlag Melsungen erschien: 01026 Die traaernden Hinterbliebenen Ruppertsburg, Altea-Buseck, Hungen, den 4. März 1929. 0043 '■CP- . Wir betrauern in dem Heimgegangenen einen Vorgesetzten von vorbildlichem Pflichtbewußtsein, von unbedingter Gerechtigkeit gepaart mit großer Herzensgüte, einen treuen Freund und ernsten Berater der unser aller Verehrung genoß. Wir werden dem Abgeschiedenen für immer ein ehrendes Andenken bewahren. Z s B Der Entschlafene ist bei unserer Firma seit seinem im Jahre 1870 als Lehrling erfolgten Eintritt ununterbrochen und unermüdlich tätig gewesen, er erhielt 1899 Prokura, wurde 1919 Direktor und konnte 1924 mit der Feier seines goldenen Dienstjubiläums in den Ruhestand treten, ging aber trotzdem noch bis zur vorigen Woche täglich mehrere Stunden der ihm ans Herz gewachsenen Tätigkeit nach. So war sein ganzes arbeitsreiches Leben ausschließlich unserem Hause gewidmet, dem er in seiner außergewöhnlichen Schaffenskraft, in seiner vorbildlichen Pflichtauffassung und mit seinem klar und weitschauenden kaufmännischen Blick ganz besonders hervorragende Dienste geleistet hat, dabei unseren jeweiligen Firmeninhabern stets als freundschaftlicher Berater zur Seite stehend. Sein Name und sein erfolgreiches Wirken sind aufs engste verknüpft mit den letzten 60 Jahren der Geschichte unseres Hauses. Wir werden dem Verstorbenen für alle Zeit ein treues Gedenken voller Dankbarkeit und Verehrung bewahren. S v o Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief sanft und unerwartet nach kurzer Krankheit am 4. März mittags ls/4 Uhr unsere Hebe gute Tochter und Schwester Die Beerdigung findet Freitag, den 8. März, nachmittags 3 Uhr aut dem Neuen Friedhof statt Die Einsegnungs-Feierlichkeit findet am Donnerstag, 7. März, um 2 Uhr nachmittags, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. März, nachm. 2 Uhr statt. __ _____ I966D V 1 M Gießen, (Gnauthstraße 13), den 5. März 1929. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 7. März, nachmittags 1V2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt ä 1 KM. sind In Stadt und Land bei allen bekannten Lose-Verkäufern zu haben und bei Lotterie-Einnehmer Enohao:er, Neuen Blae 11. Daselbst 11 Lose für i 10 R.\L 28 Lose für 25 EM. solange ee nügend Vorrat — Ziehung am 21. März. Mainzer Pferde- und Geld-Lotterie Ziehung 9. MAr* Die Angestellten und Arbeiter der Firma Georg Philipp Gail A^G , Gießen Zigarren- und Tabaklabriken, In tiefem Schmerz: Frau Margarete Petri geb. Kflbinger nebst Kindern. Gießen, Marienburg, New-York. Nordhausen, Obernigk, Tampa (Fla), Weilburg, den 4. März 1929. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 8 März, nachm. 4 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Du tl *!' I i rJ’lH ’ täglich frfsch Pink -chulftr. 5 (neben (Siebener Anzeiger) Georg Philipp Gail A.-G. Rauchtabak-, Kautabak- und Zigarrenfabriken. Samstagmittag 12 Uhr entschlief sanft nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater Herr Victor Pechtold im 63. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Margarethe Pechtold geb.Dittmann und Kinder. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Adam Ohr. ( »paulu In tiefer Trauer die Eltern: Dr. Jorge Fay et Porto Alegre, Rio Grande do Sui Brasilien Rua Gonzalo Carvalho 401 Elly Fayet geb. de Ahna z. Z. Gießen, Hotel Köhler. W' Heute morgen entschlief sanft nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenen Leiden meine Hebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter. Schwester, Schwägerin und Tante Fr&u Margarethe Qbr geb. Schmall Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres geliebten Vaters, Großvaters und Urgroßvaters Herrn Friedrich Högy I. Schmiedemeister sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Fritsch und für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege recht herzlichen Dank. r-'Lch°i - Mu tour Aus dem Takt Erzählungen von Georg Ploch. Zu beziehen doren die ßncbbandlungen. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Bruder, unseren guten, Onkel und Schwager ABOlheker Alexander Heinrichs am 3. März in die Ewigkeit zu sich zu rufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Heinrichs. 600 Geld-Gewinne ohne Abzug, zusetn. 665 Gew. — 12000 RM Lose 1 UM P.T Liste 30 Pfg„ In allen Staat! Lott.-Einnahm, u. Loseverkaufstellen Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Gattin, unsere treusorgende Mutter, Tante und Kusine Fran Karolina Spitz fei Wittmar nach kurzer Krankheit im 56. Lebensjahre zu sich zu rufen. In tiefer Trauer: August Spitz Wilhelmine Spitz Friedrich Spitz Karl Spitz. Gießen (Hammstr. 19), Weilburg a. d. Lahn. Limburg a. d. Lahn, Katzenelnbogen, Wiesbaden, den 4. März 1929. Beerdigung am Mittwoch, dem 6. März, nachmittags 4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. LW.4400 RM 7 Pferde, Fohlen and Sachwerte tu RM 6 IM sowie Statt besonderer Benachrichtigung. In der Nacht von Samstag auf Sonntag, den 3. März, entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit im Katholischen Schwesternhaus unser liebes Söhnchen Jorge im Alter von 31/* Jahren. Marie Wagner im blühenden Alter von 21 Jahren. In tiefem Schmerz: Familie Heinrich Wagner VIII. Vie-er,e Sie eE durch die tuf einen t dens Hlng, lende Te. na'.ion ^eich e'Ngi Der im» Staat ist Selbst Sie fultutcfl k*1 Sie an t>t£ tt'oW. V •Xufilaiw xa durchaus n« die unter de gehender Ee schen ^ß.°I Sieses leine' trdt nach le" ßigung M Staat mit et nerWinde Dollslum m sarntbevölkeri Minderheit Denn aw stärlste Mu Aegiening deren auhei hültnis Ai glaubt mar Decht, in D ncr zu habe eine o'fene sich bei §or tzen kann. 1 drohenden C hieb die be daß man in Anschluß an für Polen t einige Zeit I Anders li fchlesien. voNviegend: düng Obersch wesentlich fes tzisch'dvlni'ch Posen erst \ Hunderts u während Ot Ächrhunder auch die po später Fuh Tresen. Weif me wirkte sich Oberschlesie, Einmal war Zustrom Sei und der grohpoln Weiterhin be tarilicrung d automatisch < zu den sozil peitschte zwc die national! Ichlesier teil stuclelung ft über oetbla1 flungen. Sw flemaf) auch an Polen. ‘ dige Aückgo preustischen 1 den ostc ichafllich nod M schon e eigentlich so, L a Gespanne Z a L =4Pferde 3 Statt Karten. Nach kurzer schwerer Krankheit entschlief heute vormittag mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Direktor Hermann Petri im fast vollendeten 73. Lebensjahre. Gießen, den 2. März 1929. Die Leichenfeier findet am Mittwoch, dem 6. März 1929, nachmittags 4'/, Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. __0101? Ich bin von beute an unter der Nr. 1489 an das diesige Kern- svrechumi augeschl. Lodwig Bornfiässer öetnue Wurst» u. Ausschnitt» waren. »,»«7 Teppiche liefert ohne Auzab lungauSw. Smml* Haus, zahlbar tn 12 Monatsraten. Erbinen Sie unuer» bmbL iBertreietbc- such u. 1941V a.d.G.A. |Verschiedenes| Garten nahe Elektrizitätswerk oder ob. Nahm uofitrahe z. vachi.ae- such'. Lchr.Angeb.u. 1*1034 an den Gteh. Anzeiger erbeten. Junger GeschaltS- mann möchte sich mit einigen 1000 M. an einem gutgebend. Unternehmen tätig beteiligen. Schristl Ang.u.ulO46a.d.iÄ.A. 20000 Mk. an erüe Stelle, auch geteilt sofort uu6au» leiben. Schr.Anaeb. u.OlODandenGieb. Anretaer erdeten. Lehrerstochter 38 J^ euano, anaen. Aeub^ tllcht. i.HouS- bah u. Krankenvfl^ suchtZleamten zwecks Heirat kennen au leinen. Vermögen u. AuSst. oorh. Ehrensache. Schr.Anaeb. u.01038 an d. (Äieh.Anz erb. Jg.lWzeiigiÄra nimmt noch Kunden an in und außer dem Hause, auch im Klicken. Bill. Vreife. KiiSvert, WevitkiN'ir. 19 11. | Vereine | Dameo- Vereinigung 1877-1878 äufammratooft am Donncrotas, dem 7. März, abends 8 Uhc. tn der „Stobt Mainz". Zavlr.Erschein. erb. >IO» Der Vorstand. Schießen fällt 6. 3. aus. „„ Der VOlNavO. Utinliodtr SamStaa, d. 9. März abends 8L0 Uhr ZusammeDkunft bet Mttgl. Hemftege 01052 Dammur. 29 lllllllllllllllllllllllllllllllli Stadttheater Mittwoch, 6 Märr, 22.iinurooaj-'Uü.-DrfL von 2xi VIS 22 Uhr: ,Sum ersten Male: Soff inu auf Segen (Hoo.j op Zegen) l?tn Leeitück in vier AuiAÜgen von Hermann 4 eoeriiian&. niiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiin) amKr ! diese t fch^srnste ' I wieUtotiu > ’niüan sich ltärke, I doch werden j >^^fel per h^Hener bart, j? nai bi? 2 kiitn fi? «net I FW 5 lonai 1 kein ? $ $ 0 Ijti rtdj,6 -U flrfl SU Schieße» ra-nSMÜbl w**i h,t 5JIH01- \,llt. S 5^,7lra"™ Nr. 1489 LdM Borate äeinne IM Wursl-u, Aussch^ __waren. Teppiche lwleri ohne Äoz-b^ ioügausw.Lvezial. iablbßr in u 'Slowetatcu. ÄeS2l< unö«' bmöL i&rtieietbf suLu.I!^Va.d.M, [Verschiedenes Garten nahe EsekirijiiälS- werk oder ob.«ahn- boliitaße x. oachi.oe. iuchi.Lchr.Anped.u. "1034 an den Gieß. Anreiaer ei beten. Junger lSeschällS- niann möchieilch mit einigen 1000 M. an einem guigrhend. Unternebmen lätlfl deiettigen. Strisil. Ang.u.»lEa.d.Ä.«. 20000 Mk. an eriie Cielle. auch Geteilt fofon auSui« leiben. Lchr.Snseb. u. 0106 an ben M Änieiaer erbeien. Lehreritocbter ä d„ toane, amen. Aeutz. tücbi.i.W bah u. SitanW (ud)ty tarnten wed» Heirat kennen au lernen. ZZermögen n. nult norö. lrbrenlM. Sibr.Angeb. u.01038 tt aufzunehmen, dann sind die Zusammenhänge ziemllch klar. Der Staat Panama wurde ja 1903 künstlich geschaffen, nur um den Steinigten Staaten die Beherrschung des Kanals möglichst bequem zu machen. Solange Panama eine Provinz des südamerikanischen Staates Columbia war, bestand immerhin die Möglichkeit gefährlicher Skrbin- dungen. Ein eigener Staat Panama aber war von vornherein als Kolonie der Vereinigten Staaten aufgezogen, war billiger und für die Beherrschung des Kanals sicherer. Der Kanal ist gebaut uni) seit Iahren in Betrieb. Aber den Amerikanern genügt et heute schon nicht mehr. Zwar können auch die größten Kriegsschiffe ihn noch befahren. Der Verkehr ist nicht entfernt fo angewachsen, dah ihn der eine Kanal nicht bewältigen könnte. Es find also lediglich strategische und machtpolitische Gründe, die überhaupt den Gedanken eines Parallelkanals entstehen lassen konnten. Auch das wieder ein Milliardenobjekt. Aber in solchen Dingen sind die Amerikaner nicht kleinlich. Sic wissen, was der Kanal für ihre Seeherrschaft bedeutet, dah durch ihn die Voraus- sehungen gegeben sind, die Flotten im Atlantischen und im Stillen Ozean zusammenzuballen, dah aber jede (Störung des Kanals im Kriege auch gleichzeitig die Lähmung der Stoßkraft der amerikanischen Flotte bedeuten müßte. Deshalb der an sich phantastisch anmutenbe Gedanke eines zweiten Kanals. Die Skreinigten Staaten haben sich schon vor Iahren eine Flottenstation am Stillen Ozean von Slifaragua bewilligen lassen, haben auch Costa Rica durch Verträge gebunden, so dah jede Gefahr einer Konkurvenz anderer Weltmächte — das heißt Englands oder I a p a n s — ausgeschaltet ist. Um so eher beben sofort entbeckten und niebergetoorfenen Auf- ftanb ber jüdischen Zelotenpartei gegen die römischen Eroberer dramatische Akzente und kräftige Spannung in die legendäre Szene; abft das fünfte Bild lebt nur von der wohl eindringlichen, doch undramatifchen Meldung von den ersten Iudenprogromen in Alexandria, Sidon und Stom, den „Geburtswehen des Messias", und von ber theatralisch wirksamen, aber im Grunb« sehr unwichtigen Episobe, bah ber Hohe Priester im Augenblick, ba er zur höchsten rituellen Weihehandlung eingekleidet werden soll, die Rachricht vom freiwilligen Tode feines rebellischen Sohnes auf sich nehmen und nun, ba aller Augen auf ihn gerichtet finb, seinen Schmerz bemeiftem unb vergessen muh, „bah er ein Mensch ist". Die Aufführung des Schauspielhauses, von Fritz Peter Buch inszeniert, war als Ganzes von bemettendtoerter Qualität, zumal wenn man berücksichtigt, dah sie gewissermaßen zwischen zwei Intendanten gemacht wurde. Sie war auf Klärung, auf Herausarbeitung der Richtlinien, der dramatischen und theatralischen Akzente bedacht. Die Regie hatte in diesem Sinne manches gestrichen, hatte aber auch — eben um des Theaters willen — manches stehen gelassen, was, wie jene vorletzte Szene, von der wir sprachen, am ehesten hätte fallen können. Im übrigen erstrebte die Regie jene groh- linige Sttlisierung in Raum und Gebärde, eine gewisse klassisch« SKonumentalität ber Szenen- führung, wie sie die besten Aufführungen des Frankfurter Schauspiels immer ausgez.ichnet Hat. Die ausladenden, plastischen und raumfüllenden Dekorationen des ungemein befähigten Bühnenbildners Ludwig Sievert gaben der dramatischen Legende sinnfällig Gestalt, Halt, Stimmung unb Umrif). Für unser Gefühl haftet merkwürdigerweise überhaupt die lebendigste Erinnerung der Aufführung an einem Augeneindruck: jenem von steil ansteigenden Häuserfronten begrenzten Strahenbilde, dessen eintöniges, verwaschenes Grau, mit einem hohen bleifarbenen Himmel darüber, von zwei ober drei überaus fein ab- gestimmten Farbslccken — lichtblauen, rostroten, taubenfarbenen Gewänbern — prachtvoll belebt würbe. - Für Den Paulus hatte man in Lothar Re- walt, einem von Berlin kommenden, sehr steht, wenn man das Geld opfern will, die Möglichkeit, vollkommen ungestört einen parallelen Kanal au bauen unb sich dadurch gewissermaßen selbst Konkurrenz zu machen, allerdings dafür bie Sicherheit einzutauschen, dah im Kriegsfall bie beiben Flottenhälften je nach Rotwendig- keit Im Osten ober im Westen a l s geschlossenes Ganzes in bie Wagschal« geworfen werben können. Aus der provinzialhauptstadi. Gießen, den 5. März. Frei» SaniMkolonne vom Holen Kreuz. Die Ausstellung. die die Freiwillige Sani- tätskolonne anläßlich der Reichs-UnfaUoerhütungs- Woche am 2. und 3. März im Depot am Kanzlei- berg veranstaltet hatte, wurde an den beiden Tagen von etwa 400 Personen besucht. Dem in das sanitäre Hilfswesen noch nicht Eingeführten wurde durch diese Ausstellung vor Augen geführt nicht nur die bei Unfällen anzuwendenden Hilfsmittel, sondern recht eindringlich auch die Gefahren, die die berufstätigen Menschen täglich bedrohen, Gefahren, denen aber auch jeder Etraßenpassant ausgesetzt ist. Reichs- versicherung-amt und Berufsgenossenschasten wiesen in lebenswahr ausgeführten Plakaten auf diese Gefahren hin. Eine groß« Zahl packender Plakate bedeckte die Wände des Ausstellungsraumes. — Eine Fülle von Unterrichtsmaterial für die Ausbildung gewahrte einen Einblick in all das, was ein Sanitäter bei Ausübung seines Dienstes wissen muß. Besonderes Interesse erregten bie in großecv Anzahl ausgestellten Geräte, bie ber Kolonne sowohl bei kleinen gewerblichen Unfällen, wie bei umfangreichen Katastrophen, Bränben usw. zur Skrfügung stehen. Sieben Transportgeräten, Tragen. Brechwerkzeugen usw. waren ausgestellt Scheinwerfer für nächtliche Unfälle, Sauerstoffapparate, Gasmasken, naturgetreu ausgeführte Modelle von Zelten, ausgerüsteten Güterwagen und Transportgeräten, ferner bie verschiebensten Derbanbmaterialien unb Gebrauchsmittel für bie erste Wundbehandlung. Die ausgestellten Verbandpäckchen unb -kästen mit brauchbarem Inhalt führten ben Beschauer zu bet Ueberzeugung, bah auch im kleinsten Haushalte ohne große Kosten für etwaige klein« Unfälle vorgesorgt werben kann. Es ist zu wünschen, daß sich derartige Ausstellungen öfters wieberholen mochten unb namentlich ben Gewerbe-, Höheren unb Volksschulen zugänglich gemacht werben. Die von ber Kolonne unterhaltene Verleih- anstatt von allen ber Krankenpflege bienenben Gegenständen verbient besonberes Interesse; sie würbe bei bem burch ben harten Winter hervor- gerufenen hohen Krankenstand viel in Anspruch genommen. Die Ausstellung hat bewiesen, bah di« Giehener Freiwillige Sanitätskolonne vom Sloten Kreuz mit den ihr zur Skrfügung stehenden Einrichtungen auf der Höhe und imstande ist, der ärztlichen Skhandlung wirksam vorzuarbeiten. Oer OhnmachtSansall. Der Ohnmachtsanfall, der zu ben häufigsten Unfällen des täglichen Lebens gehört, kann aus den verschiedensten äußeren Anlässen eintreten. Besonders nervöse Menschen pflegen leicht in Ohnmacht zu fallen. Dah schlechte Luft in von Menschen erfüllten Räumen zur Ohnmacht führt, ist ebenso bekannt wie der Ohnmachtsansatt, der nach größeren Blutverlusten sich einstellt. Auch das Einatmen giftiger Gase, insbesondere von Leuchtgas oder Kohlenoxydgas, kann zu einer Ohnmacht Veranlassung geben. In allen diesen Fällen handelt es sich um eine plötzliche Blutleere des Gehirns. Sie gibt sich kund durch blasses Aussehen des Gesichtes, Flimmern vor den Augen, kaltem Schweiß auf der Stirn und führt schließlich zum Umfallen des betreffenden Menschen. Handelt es sich um eine derartige Ohnmacht, so ist der Kranke zunächst nach Mögttchkeit von allen einengenden Kleidungsstücken, wie temperamentvollen unb beweglichen Schauspieler, eine glückliche, auch äußerlich angemessene Verkörperung gefunben; seine Leistung, innerhalb ber im Buche festgelegten Grenzen, war überzeugend: er machte fühlbar, was bie Apostel- gestalt hier kennzeichnend umgeben muß: selbstgeschaffene, undurchdringliche Vereinzelung und das fast fanatische Bekenntnis zu seiner neuen Idee. Taube, bet greisenhafte Patriarch Gamaliel, bleibt immer ber große Sprecher unb feinsinnige Darsteller, als ben man ihn kennt unb liebt — auch in dieser Rolle, bie ihm kaum die volle Entfaltung seiner Persönlichkeit gestattet. Ganz ausgezeichnet ist L e n g b a ch als ber ber Procurator Marullus, mit einem markanten Romerkopf unb jener kühlen, glatten, stets höflichen unb fast immer ein wenig ironischen Ueberlegcnßcit seiner Station; mit jedem Wort im Bewußtsein ber ungeheuren Macht, bie hinter ihm steht, in jedem Wort aber auch ein Diplomat, den Demard Shaw gemacht haben könnte, wenn er nicht von SSkrfel wäre. Gut unb echt auch ber Hohe Priester Spaniers, der milde, biedere Petrus Impekovens. Recht farblos dagegen ber Stadthauptmann Stromers, zu theatralisch ber Rabbi Huna von Franz Schneider. Unter ben Chargen: Arie, Engels, Walbis. — Der Beifall klang matt unb spärlich. Dr. Th. Hochschulnachlichten. Der a. o. Professor bet alten Geschichte Dr. S3iftor Ehrenberg in Frankfurt hat ben an ihn vor längerer Zeit ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl für griechische Geschichte unb Epigraphik an ber deutschen Universität in Prag als Rachfolger von Prof. H. Swoboda zum bevorstehenden Sommerjemcster angenommen. — Zur Wiebetbesehung des durch das QTbleben des Professors L. Milch an ber Universität Breslau erlebigten Lehrstuhls ber Mineralogie ist ein Ruf an ben ordentlichen Professor Dr. Kurt Spangenberg in Kiel ergangen. Dem Professor an der Universität Bern und Ches der Polizeiabteilung am Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement Dr. jur. Ernst 2) e la q u i s ist ein Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozeß an der Universität Hamburg angeboten worden. Kragen, Dock, Weste. Leibgurt usw. zu befreien und so zu lagern, daß der Kopf tief und die Füße erhöht liegen. Zweckmäßig wird man den Kranken mit etwas kaltem Wasser bespritzen, ihm die Stirne und das Gesicht mit etwas Essig und Kölnischem Wasser abreiben und, wenn dies alles noch nicht hilft, ihm etwas Scharfes zum Riechen geben. Der Kranke muh nach dem Erwachen noch wenigstens eine halbe Stunde in ausgestreckter Lage verharren. Auf keinen Fall soll man versuchen, einem Ohnmächtigen heißen Kaffee, Tee oder dergleichen einflöhen zu wollen, solange der Kranke aus der Ohnmacht noch nicht erwacht ist. Schließlich ist es wichtig zu wissen, daß auch der Beginn eines Schlaganfalles sich nicht selten durch einen Ohnmachtsanfall kund gibt. 3n diesem Falle ist aber das Gesicht nicht blaß, sondern rot und die Ursache nicht eine Blutleere, sondern eine Dlutübersüllung des Gehirns. Hier muß der Kranke so gelagert werden, daß der Kopf hoch und die Füße tief liegen und unter allen Hm» ständen sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Daten für Mittwoch, 6. März. Sonnenaufgang 6.35 Uhr, Sonnenuntergang 17.48 Uhr. — Mondaufgang 4.45 Uhr, Monduntergang 11.52 Uhr. 1475: der italienische Maler und Bildhauer Michelangelo Buonarroti in Caprese geboren (gestorben 1564); — 1787: der Physiker Josef von Frauen- hofcr in Straubing geboren (gestorben 1826); — 1831: der Philantrop Friedrich von Bodelschwingh in Haus Mark (Westfalen) geboren (gestorben 1910); — 1867: der Maler Peter von Cornelius in Berlin gestorben (geboren 1783). Gießener Wochcnmarltpreisc. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt dos Pfund: Butter 153 bis 180; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirfing 40 bis 53; Weißkraut 33 bis 35; Rotkraut 35 bis 40; gelbe Rüben 20 bis 25; rote Rüben 20 bis 25; Spinat 80; Hnter-Kohlrabi 10 bis 15; Grünkohl 45 bis 50; Rosenkohl 75 bis 80; Feldsalat 250 bis 330; Tomaten 80 bis 90; Zwiebeln 25; Meerrettich 50 bis 120; Schwarzwurzeln 95 bis 100; Kartoffeln 7; Aepfel 30 bis 40; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 100 bis 110; Suppenhühner 100 bis 120; Tauben 83 bis 85; Rüsse 70 bis 80; Endivien 153; das Stück: Eier 23 bis 22; Blumenkohl 83 bis 160; Salat 40 bis 45; Lauch 25 bis 50; Rettich 20 bis 30; Sellerie 20 bis 100 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 6,50 Mark. ** Ein alterSchwindel inneuerAuf- l a g e. Der Unfug, sogenannte Kettenbriefe zu versenden, ist wieder im Gange. Eine Einwohnerin unserer Stadt erhielt vor einigen Tagen ein Schreiben folgenden Inhalts: „Mache 9 Kopien von diesem Schreiben und sende es an dir Bekannte, die fleißig sind und denen du Gutes wünschest. Diese Art Kette wurde in Flandern von einem amerikanischen Offizier, Hauptmann der Artillerie (18 Re K. H. D.) begonnen. 24 Stunden nach Empfang desselben unterbrich die Kette nicht, denn sonst wird dir ein Unglück zu- stoßen. Roch im Laufe der 8 Tage, die nach Versand dieser Kopien beginnen (zähl die Tage), wird dir ein unerwartetes Glück kommen und dich sehr erfreuen. Wenn du dieses Schreiben als Witz betrachtest, dann sende keine Kopien, du wirst sonst nicht darüber glücklich sein, die Voraussetzung trifft zu. O. King de I 8.1 tat de Geordon verdankt sein Vermögen der genauen Einhaltung der gegebenen Pflichten. Mrs. de Verres de Benetze aus Viktoria gewann am 7. Tage das große Los der Lotterie von Wischgan (Monika) 600 000 Pes. Mr. de Jung de Pro- besce erfüllte sofort nach Erhalt dieses Schreibens die Regeln der Kette (Vorschrift) und gewann sonderbarer Weise das große Los der Lotterie von Wischgan (600 000 Pes.), während Mr. Francis Commentres de Ogo, der diese Kette nicht ernst nahm, im Laufe von 9 Tagen den totalen Verlust seines Vermögens erlitt (9 Tage nach Erhalt dieses Schreibens). Mr. Lori aus Libourne erkrankte aus demselben Grunde sehr schwer, genas nach Empfang dieses am 3. bis 21. März 1921. An den Llbsender nicht zurücksenden. Henry Konzert des Vauerschen Gesangvereins. Hatte sich das vorjährige Konzert dem Chorschaffen Franz Schuberts zugewendet, so wies diesmal das Programm eine große Anzahl von Chören auf, die beim 10. Sängerbundesfcst in Wien bei den Hauptaufsührungen zum Vortrag gelangt waren. Sicherlich hätte sich Franz Schubert es niemals träumen lassen, daß er einmal der Mittelpunkt einer der größten und machtvollsten Kundgebungen für das Deutschtum sein wurde. Der deutsche Män- nergesang kann es sich zugute halten, den Weg dazu geebnet zu haben. Entsprechend der Tendenz des Wiener Sängerscstes, dem geeinten Deutschtum Ausdruck zu geben, sind auch die dort aufgcführten Gesänge meist vaterländischen Inhalts, und damit stellt der Männergcsang das Gebiet mit Recht wieder in den Vordergrund, das ihm aus historischen und klangl chcn Gründen ureigentlich zukommt. Die strahlende Kraft des Männerchorklanges wird bei solchen Gelegenheiten seine Wirkung nie verfehlen, und so zeigte auch der Bauersche Gesangverein wiederum, daß er die Tradition des Männergesanges wohl zu pflegen und zu hüten weiß. Rein als klar.gl ch? Kraft angesehen, bewies der Chor in seiner Diszipliniertheit und klanglichen Aus- g glichenheit Vorzüge, wie man ihnen nicht immer begegnen wird. Im Forte entfaltete er eine orgel- mäßige Fülle und vermochte in allen Klangfchattic- rurgen bis zum feinsten, verschwellenden Piano hin dem Willen des Dirigenten zu folgen. Das Unisono, dem ja in den machtvollen Vaterlandsgesängen eine wuchtige Breite eingeräumt w rd, war ausgezeichnet durchgearbeitet und wirkte überwältigend durch starke Akzente und seine Steigerungsfähigkeit. Die Tenöre fielen durch ihre angenehme Weichheit der Tongabe auf: sie wußten sich aber auch an den da- zu herausfordernden Stellen zu heldischem Glanze zu erheben. Eine geradezu vollendete Leistung stellte die Wiedergabe des Straßburgäedes in der Fassung dar. wie sie Kienzl in seiner Oper ..Der Kuhreigen" gegeben hat. Wer wiederholt die Wirkung dieses Gesanges im Rahmen der Oper auf sich wirken lassen konnte, vermochte um so mehr die Darstellung zu schätzen, die der Chor hier erfuhr. Das k.angliche HerauSwachsen aus dem älnisono des Tenors bis zur vollen Steigerung, gefüllt von den Klängen des Orchesters, legte beredtes Zeugnis ab von der eingehenden Arbeit des Dirigenten. Kremsers „3m deut- Helrny de Potizi, Leopold Algossa, Henris 3m- zelf de Abigon. Path Mihe. Ra Regines Pritte Fredie Dolovae. Zu senden an Herrn von Stud- nih, Frau von Stade, an Herrn Dr. Rohde fern, an Frau Andent, an Herrn F. v. Strzenieczug, an Frau Rita Schmidt, an Frft Schmalz, an..." Man weiß nicht, worüber man mehr erstaunen soll, über das Gemisch von Blödsinn und Aberglauben, das diesen stellenweife ganz unverständlichen Bries durchzieht, oder über die Dreistigkeit, solche Briefe unter dem 'Deckmantel der Anonymität zu versenden. Die Drohung, daß dem, der diese Kette durchbricht, ein Unglück zu- stoßen werde, wirkt auf Menschen mit scywachen Rerven beunruhigend. Der Absender des mit- geteilten Briefes möge zur Kenntnis nehmen, daß sein Machwerk dem Polizeiamt zur Ermittelung des Schreibers übergeben worden ist. ** Aus dem Gießener Standesamts- r e g i st e r. Es verstorben in der Stadt Gießen in der Zeit vom 16. bis 28. Februar folgende Personen: 18. Februar: Anna Scholl, geb. .Albrecht, Witwe, 76 Jahre alt, Ludwigstraße 59; Lorenz Friedrich May, Fabrikdirettor, 69 Jahre alt, Liebigstraße 47. 19. Februar: Heinr. Stoppler, ohne Beruf, 84 Jahre all, Licher Straße 74; Johannes Friedrich Preist, Zugführer i. R., 73 Jahre alt, Am Rlcgelpfad 70; Marie Hauck, Rentnerin, 76 Jahre alt, Walltorstraße 48 20 Februar: Heinrich Wilhelm Ploch, Gendarmerieoberwachtmeister i. R., 81 I. alt, Landgraf-Philipp-Platz 6, Theodore Bommer, geb. Bornträger, Wstwe, 81 Jahre alt, Westanlage 39; Christoph Rinn, Bahnarbeiter, 80 Jahre alt, Landgrafenstraße 8. 21. Februar: Theodor Oppenheimer, Kaufmann, R Jahre alt, Neustadt 13; Marie Lerch, ohne Beruf, 78 Jahre alt, Licher Straße 74; Hermine Spanier, geb. Vomhof, Witwe, 85 Jahre alt, Wilhelmstraße 19; Heinrich Arthur Scholz, Magnetiseur, 60 Jahre alt, Plockstraße 8; Martin Sauerstrom, 2 Wochen alt, Zu den Mühlen 16. 22. Februar: Auguste Dahmer, geb. Feldmann, 66 Jahre alt, Marburger Straße 38; Helene Bcchcr, geb. Appel, Witwe, 79 Jahre alt, Neustadt 10; Maiga- rete Staus, geb. Dolp, Witwe, 80 Jahre alt, Seltersweg 38; Katharine Fehl, geb. Wagner, Witwe, 65 Jahre alt, Licher Straße 39; Wilhelm Strauch, Kaufmann, 48 Jahre alt, Licher Straße 35; Her- mann Wilhelm Uhl, Braumeister, 60 Jahre alt, Wetzlarer Weg 77. 23. Februar: Marie Schramm, geb. Haas, Witwe, 73 Jahre alt, Wicsecker Weg 40; Marie Margarete Christiane Staiger, geb. König, 29 Jahre alt, Mittelweg 15; Reinhold Petry, ohne Beruf, 64 Jahre alt, Walltorstraße 49; Hermann Fleischer, Schneider, 64 Jahre alt, Leihgcsterner Weg 9; Katharina Prinz, geb. Keller, 79 Jahre alt, Stephanstraße 26; Joseph Herrmann, Kapellmeister, 63 Jahre alt, Crednerstraße 18; Emma Uhrig, Pri- vatin, 77 Jahre alt, Diezstraße 8 24. Februar: Christine Neye, geb. Keßler, Witwe, 67 Jahre alt, Leihgesterner Weg 9; Luise Rohr, geb. Moehrlin, Witwe, <6 Jahre alt, Goethestraße 48; Katharine Elisabeth Schiemann, ohne Beruf, 79 Jahre alt, Licher Straße 74. 25. Februar: Hedwig Linn, 1 Jahr alt, Kaplansgasse 19; Hermann Paul, ohne Beruf, 79 Jahre alt, Licher Straße 74. 27. Februar: Wilhelm Florus, ohne Beruf, 77 Jahre alt, Licher Straße 74; Elisa Perino, geb. Scheid, Witwe, 65 Jahre alt, ^Ludwigstraße 45; Katharine Richter, geb. Kiefer, Witwe, 80 Jahre alt, Roonstraße 33; Katharine Jochem, geb. Pfeiffer, 61 Jahre alt, Rod- heimer Straße 11; Friedrich Schupp, Arbeiter, 56 Jahre alt, Wetzsteingasse 8, Christiane Großhaus, geb. Droß, 53 Jahre alt, Steinstraße 73. 28. Februar: Henriette Thoma«, ohne Beruft 80Jahre alt, Licher Straße 74; Christina Löffert, geb. Ufinger, Witwe, 71 Jahre alt, Licher Straße 74. *• Geichästs st e nograp yen-Prü ) un- gen bei den Industrie- und Handelskammern. 3m 3ahre 1928 haben 129 Prüfungen stattgefunden, bei denen 1559 Prüflinge bestanden. Diese verteilen sich auf die einzelnen Systeme wie folgt: Ci. hritskurzfchr ft 907, Stolze- Schrcy 500, Gabelsberger 134, Rationalstenographie 16, Stenotachygraphie 2. Die Zahl der erfolgreichen Einheitskurzfchciftler ist von 519 im Jahre 1927 auf 907 gestiegen. 255 Prüflinge weist die Einheitskurzschrift mehr auf als alle anderen Schriftungen zusammen. Die Höchstleistung betrug im letzten 3ahre 300 Silben je Minute. 3n dieser Geschwindigkeit bestanden auch zwei Ei:'.heitskurz>chriftler. schen Geist und Herzen sind wir eins", Heinrichs „Wo gen Himmel Eichen ragen" und Keldorfers „Deutschland, mein Vaterland" erlebten reiche Klangwerdung und lösten zündende Begeisterung bei den Hörern aus. Das cklie historische Volkslied „Fri.ch auf, in Gottes Ramen", hat leider eine grobe Verfälschung durch den vom Bearbeiter C. W e i d t der Wirkung halber angehängten Schluß erfahren. Wa.um waren dieses Lied und auch Schenken- b a ch s „Reiterlied" auf dem Programm nicht als deutsche Vo.kOliedcr auch in mus.kalischer Hinsicht gekennzeichnet? Das erstere ist schon als historisches Volkslied um die Mitte des 16. Jahr» Hunderts bekannt, die Me.odie des zweiten Liedes ist ein „Reuterton" aus der gleichen Zeit. Wir Deutschen sollten stolz darauf sein, daß wir solche Weisen als überliefertes Volksgut besitzen, der Rame des Bearbeiters hat in solchem Falle nur nebensächliche Bedeutung. Eine ganz ausgezeichnet glück iche Vertonung hat Gco.g Todts „Knabe und Veilchen" durch W. v. M ö l l e n • dorf erfahren. Hier sind Wege beschritten worden, die sich frei von Liedertafelei halten und dem Männerchor einen Stil zuweisen, der in jeder künstlerischen Hinsicht voll und ganz zu billigen ist. Roch wirkungsvoller wäre dieser Chorsatz gewesen, wenn man die eirrzelnen Strophen im Vortrag noch mehr in sich abgetönt hätte und fo eine in sich geschlossenere Steigerung erreicht hätte. Schenkenbachs „Reiterlied" hätte v'.el mehr dynamische Deklamation entwickeln müssen, um die Mark'.gkeit deutschen Reitergeistes voll zur Geltung zu bringen. Die beiden Volkslied-Bearbeitungen von W. Moldenhauer wenden die vom Don-Kosaken-Chor geübte stimmliche Durchdringung geschickt und wirkungsvoll an. So fein pointiert auch der Schweinauer Tanz durchgeführt wurde, man hätte ihm noch leichtere Beschwingtheit wünschen mögen. In ihrer Gesamtheit stellt diese Aufführung für den Chor und für den Dirigenten Otto Görlach einen starken, wohlverdienten Erfolg dar. Zur Mitwirkung war das Musikkorps des 1. (Hess.) Grenadier-Datls. 15. Inf.-Regts. unter Leitung des Obermusikmeisters Wilhelm L ö b e t herangezogen worden. Die Holzbläser und Horner sind in diesem Klangkörper gut besetzt, die Streicher traten dagegen zurück, der Cellopart vermochte nicht alle Ansprüche zu befriedigen. Man konnte den Eindruck haben, als hätte das Orchester bisher noch wenig Gelegenheit gehabt, sich einem akustisch so sein differenzierenden Raum wie der Llniversitätsaula anzupassen. Bei ge- Oberhessen. Landkreis Gießen. h. Lollar. 4. März. Einen Miffions - film über Indien führte ‘JEiifionar Lauft Frankfurt a. M., gestern nachmittag vor den Kindern und abends vor den Erwachsenen in der Kirche Kirchberg vor. Trotz der ungünstigen Witteru..g unu ucr ^eftywerti^en xuege patte «ich jedesmal eine große Zuhörerschar eingefunden, die von den beweglichen Bildern und dem Vortrage voll befriedigt waren. h. Daubringen. 4. März. Heute wurde das älteste Glied unserer Gemeinde, ja des ganzen Kirchspiels Kirchberg, Philipp Walter II., im 93. Lebensjahre zur letzten Ruhe gebracht. Er war gesund bis zuletzt. § Daubringen, 4. Marz. Am SamStag fand die diesjährige einzige Brennholzver- fteigerung Ln hiesigen Gerne.nbewald statt, zu der sich eine recht große Anzahl Kauflicbhaber eingefunben haste. Die verhältn s näßig g:tir.ge Menge Brennho z, verbunden mit fevt günstigen Zahlungsbedingungen, zeitigte ganz außergewöhnlich i;of)e Preise. 3m ganzen gelangten nur rund 200 Festmeier zum Verkauf. Es wurde geboten und genehm gl für: Kie ernrundsch.it 23 bis 34 Mk., Kiefernlnüppel 25 —23 Mk., Fichten- Knüppel 10-25 Mk., Erlen! üppel 22-25 Mk, Buchenknüppel 25—23 Mk., Cichenknüppel 22 b s 24 Mk., alles je 2 Raummeter; Kiefernstöcke 15 bis 20 Mk., Fichtenstöcke 8—12 Mk. je Doppel- mctcr; Kie ernastre'ser 10—18 M!., Duchenrciser 16—25 Mü je 5 T aummeier Die zur Versteigerung gelangten gr^yeren Mengen S angen waren im Verhältnis ihres 3n alte^ wesentlich billiger als das Brennholz. Durchschnitt ich galten 1. Klasse das Stück 1,50 Mk , 2. Klasse I Mark, 3. Klasse 60 Pf.. 4. Klasse 30 Pf., 5. Klasse 8 bis 15 Pfennig. Bersrod, 4. März. Von heute ab hält Missionar Walther (Beuern) hier Evangelisations-Vorträge auf Einladung des Kirchenvorstandes. Die Themata der Abende sind: Der wahre Helfer (4.). Zur wahren Freiheit (5.). Zum wahren Frieden (6.), Die größten Dinge (7.), Crziehungsratschlage (8.). Wie kann meine Ehe ganz glücklich werden (9.), und Schlußversammlung am 10.: Wo ist unsere und unseres Volkes Rettung. o Saasen, 4. März. Die vor einigen Tagen stattgehabte Holzversteigerung hatte trotz des schlechten Wetters eine große Menge von Steiglustigen angelockt. Die Preise waren übertrieben hoch, zum Teil hoher als z. D. letzte Woche in Gießen. 4 Me^er Buchenscheiter kosteten bis 80 Mk.. Dnchenreisig bis 6 Mk. pro Meter. Die Hohe der Preise ist wohl auch darauf zurückzuführen, daß ungewöhnlich wenig Holz gefch'a'en wurde; für viele Leute sind sie jedenfalls unerschwinglich. ? Wirberg, 4. März. Der gestrenge „Dau- meister" Winter hat in der letzten Woche die seit 3ahrhunderten zerstörte Klo st er mauer am Ausgang nach Reinhnrdshain, .die Pforte", wieder aufgebaut. Eine mehr als zwei Meter hohe Schneewehe hab die Pforte ausgefüllt. <5 Reinhardshain, 4. März. Hm den Posten des P o l i z e i d i e n e r s in unserer Gemeinde. der durch den Tod des Polizeidieners Müller freigeworden war, bewarben sich fünf Gemeindeglieder. Vom Gemeinderat wurde Karl Mu h ly gewählt. (.) Lang-Göns, 4. März. Am gestrigen Sonntag wurde unser früherer Beigeordneter und Kirchenrcchner Heinrich Henrich unter großer Beteiligung der Gemeinde und unter den Klängen des Posaunenchores zur letzten Ruhe bestattet. Beigeordneter Henrich stand im 85. Lebensiahr und war schon längere Zeit schwer leidend. Welches Ansehen und welch"s Vertrauen er in der Gemeinde genoß, geht daraus hervor, daß er 27 3ahre das Amt eines ^Beigeordneten bekleidete und über 40 3ahre Kirchenrechner war; außerdem war er bis zu seinem Tode Ortsgerichtsmann. Den Dank der Gemeinde sprach Gemeinderat und Kirchenrechner Karl Kd. R e r n unter Kranzniederlegung am Grabe aus. Pfarrer Wahl wies höriger klanglicher Ausgleichung wird auch da ein Erfolg sicher sein. Die Freischütz-Ouvertüre bot in einzelnen Teilen recht Erfreuliches. Warum bläst das Horn in der Adagiostelle nicht den von Weber geforderten langen Vorschlag; die Kan- tilene gewinnt dadurch ein völlig anderes Gesicht. Recht stimmungsvoll gelang das Rotturno aus dem „Sommernachtstraurn". Die Durchführung von Schuler s Unvollendeter Symphonie v r nachte das nicht völlig auszuschöpfen, was von dem Meister beabsichtigt war. Die Einleitungstakte (Celli und Contrabässe) wurden zu schnell genommen und erklangen nicht in voller Reinheit; die .Heberleitung zum zweiten Thema hört,man sonst stets mit Zurückhaltung im Tempo; dem Thema selbst wäre ein ruhigeres Zeitmaß angemessener gewesen. 3m zwei en Sah (Andante) gebührt insbesondere der Klarinette wohlberechtigte Anerkennung. — Mit der Begleitung der Männerchöre trug das Orchester erfolgreich zum Gelingen des Ganzen bei. Dr. H. Oie Dame in der Loge. Don L'esbet Dill. Etwas verspätet — der erste Akt von „Kabale" hat schon begonnen — komme ich von einem Tee in das Frankfurter Schauspielhaus in meine Loge. Es sitzt schon eine Dame darin, von der ich nur ein Paar langer weißer Handschuhe sehe. Ich nehme Platz und nehme an den Vorgängen auf der Bühne teil. Plötzlich sagt eine Stimme neben mir: Wolle Sie mein Zettel hawe? Danke, ich kenne das Stück. Ich hab auch c Glas, wiederholt die Stimme, ein Opernglas wird vor mit auf die Brüstung gelegt. Danke, sage ich, ich sehe genau so gut ohne Glas. Darauf meint die fremde Stimme, deren Besitzerin ich im Halbdunkel nicht sehen kann: Geht das Stück gut aus? Rein, es ist eine Tragödie. 2lch, das hab ich aber nit gern, dann wär ich doch besser ins Kino gegangen. 2ch schaue schweigend nach der Bühne. 'Aber die Rachbarin beruhigt sich nicht damit . . . Don wem is dann das Stuck? erkundigt sie sich. Von Schiller. Hat der noch mehr geschriwwe? Ich zähle der toifjbcgierigen Dame einiges auf. Gell, Sie fin vom Theater? Rein, warum denn? auf die Verdienste hin, die sich der Verstorbene um die ev. Kirchengemeinde erworben hatte. — Die Grippe hat in unserem Dorfe immer noch nicht nachgelaßen, besonders unter den älteren Leuten liegen viele krank danieder. Auch die Todesfälle häufen sich. Mit dem verstorbenen Beigeordneten Henrich ist einer der ältesten Einwohner der Gemeinde dah'.ng gangen. < Holzheim, 4. März. Verbunden mit der Feiet des 25jährigen Bestehens sand dieser Tage die Generalversammlung der hiesigen Landw. Kredit-, Bezugs - und Absatzgenofsenschaft e. G. in. b. H. statt. Der Dorfthende des Aufsichtsrats, Karl 3a- kob 3 u n g , begrüßte die fast vollzählig erschienenen M.tglieder, einen besonders Herz i_,e.i W..l- komm entbot er den auswärtigen Gästen, den Landtagsäbgeordneten Fenchel. Obetrevisor Hartmann und dem Vertreter der Zentralgenossenschaft Jung. Die Bilanz, erstattet von dem Rechner Heinrich Buß. ergab einen Reingewinn von 2600 Mark. Davon wurden 500 Mark dem Aufwertungsfonds überwiesen, der Rest in gleichen Teilen dem ReservesondS und der Detriebsrücklage zugefchrieben. Außerdem erhielt jedes Mitglied von seinem Geschäfts- guthaben (50 Mark) 6 Mark gutgcschrieben. Der seitherige Dir.kor, Bürgermeister Weh, wurde einstimmig wiedergewühlt, ebenso die beiden Vorstandsmitglieder Heinrich Hermann R e u h l und Wilhelm Konrad Klotz. Verschiedene An ragen, zum Punkt Verschiedenes gestellt, wurden von Oberrevisot Hart m’a n n eingehend besprochen und geklärt. Sodann ergriff dieser das Wort zu seinem Vortrag über die verantwortungsvolle' Tätigkeit des Aufsichtsrats, de 3 Rechner 3 und auch des Revisors. Darauf gab der Direktor, Bürgermeister Wetz, einen g schicht ichen Rückblick über Entstehung und Werdegang der Genossenschaft. Anschließend sprach LandtagSabge- ordneter Fenchel, Ober-Ho gern üb?r die gegenwärtige Rotlage der Landwirtscha't, und ermahnte zur Einigkeit und zu festerem Zusammenschluß. besonders auch in den landwirtschaftlichen Genossenschaften. Zuletzt entwarf der Vertretet der Zentralgenossenschuft ein Bild von dem gegenwärtigen S'and der Preise landwirtschaftlicher Produkte und künstlicher Düngemitteft Den langjährigen Mitgliedern Bürgermeister Weh und Georg Philipp 3 ä g e r wurden anläßlich ibrer 25 jährigen Tätigkeit im Vorstand durch Oberrevisot Hartmann Ehreudiplome überreicht. Ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Gebäck bildete den Abschluß der Feier. * Aus dem oberen Horlofstal, 4. März. Gegenwärtig kann man mehrere Arten Böget beobachten, die infolge des andauernden Frostwetters als CDintergäfte bei uns eingetroffen sind. Eie waten in den letzten Fahren gar nicht oder höchst selten zu sehen. Da fällt vor allem der Erlenzeisig (Fri.igilla serinus) auf, der hauptsächlich den hohen Rotden b wohnft Das Männchen hat schwarze Kehle, grüne Rückenfärbung und ist an Brust und Bauch gelblich- grün bis weißlich. 3n den Dorsstraßen suchen sich die verhältnismäßig zutraulichen Vögelchen ihre Atzung. Scharenweise ist auch der Bergfink (Fr. montifringT.a) bei uns zu Gast. Mit ziegelroten Schulterzügcln und weißem Unter- rüden wird er viel bewundert und ob seiner Farbenpracht von jedermann gern gefüttert. 3n den letzten Tagen hat sich auch der schinste unserer einheimischen Sänger, der Blut fink oscr Dompfaff (Pyrrhula vulgaris), bei uns eingestellt. Er richtet eben wieder großen Schaden an. indem er die Knospen des Fruchtholzes an den Stachel-, 3obannidbeeren und am Spalierobst verzehrt. Dabei läßt er sich nicht verjagen. An den schnellfließenden offenen Quellgewässern ist die Bekassine anzutreffen. Sie findet dort genügend Rahrung und erhebt' sich schon bei weit entfernter menschlicher Annäherung mit schwirrem Fluge in die Luft, um bald an ihre AbflugsteNe zurückzukehren. Kreis Büdingen. △ Aus dem unteren Horlofftale, 4. März. Die anhastende Kälte der letzten Tage hat an den Wasserleitungen der einzelnen Gemeinden, besonders an denjenigen, die ungeschützt in der Ebene liegen, durch Rohrbrüche Weil Sie kei Handschuh anhawe und kein Hut auf . . . meint die Dame. Ich belehre sie, daß Handschuhe jetzt überflüssig geworden sind. Mei Mann hat awer gesagt, ich müßt Handschuh gnziehe. es wär wieder Mode, beharrt die Dame. Ich hab mir extra en Theaterhut mache lasse müsse, von der Kaiser . . . Lasse Sie bei der auch artoeite? Horen Sie mal, wir dürfen uns hier nicht unterhalten . . . Weshalb dann nit? Ich sehe nit gern Trauerstücke . . . ich muß immer weine am Schluß . . . bleitoc Sie, bis es aus i3? 3a . . . Awer, wann Sie das Stück doch schon kenne ... for was gehn Eie dann wider enaln? Ein alter Herr dreht sich nach uns um und sagt zornig pst . . . Die Rachbarin schweigt. Als sich der Vorhang senkt, öffnet sie eine Handtasche aus Krokodilleder, die so groß ist, daß man darin sein gesamtes Vermögen mit sich tragen kann. Von meinem Mann auS Wien, sagt ■ sie. Er bringt mir immer was mit von der Dais . . . Er hat mir auch die Ohrringe mitgebrachft Sie klappt ein Etui auf und läßt zwei BoutonS vor mir funkeln . . . Gell, die fin schön? 3ch bestätigte ihr das . . Warum gehen Sie eigentlich ins Theater? frage ich. Ach Gott, mir habe fei Kinner, sagt die Dame, und ich hab so e gut Köchin daheim, und die paar Zimmer fin doch bald in der Reih, ich weiß oft schon von vier Uhr ab nit, was ich anfange soll, un weil mei Mann als Widder fort is auf der Rais, er is ebe in Holland, da hat er mich abonniert, m’r kann doch so en Platz nit verderbe lasse. Wann ich nit Besseres vorhab, geh ich als daher . . . Sie klappt das Etui zu .. . 's is e guter Mann, sagt sie, awer ich weih noch nit, ob ich bei ihm bleib ... Er is so rechthawerisch . . . Das sind alle Männer, tröste ich sie. Das Wort hat ihre Sprechschleusen geöffnet. 3ch erfahre nun die Geschichten eines unbekannten Ehepaares, ihrer Herkunft, ihrer Familie, ihrer Eltern, den Stand ihres Vermögens, den Prozeß mit einem Schneider und die Affäre der letzten Köchin, die fie bestohlen haft Als sich der Vorhang wieder hebt, sagt die Dame ärgerlich: Ach Gott, jetzt fängt als Widder das Stück an . . . Ich wollt als, eS wär schon auS . . . Klusdeckl Fund inii & in 6eI sagte. eln und ten, Ä? Wäldern J« werden f» und da feinen, ' südlich ff eld und -te vuqniieten hungrig«" 2,1 *3iaiori in tie flattn W' |6j dein 2ei gni SoDfadjei tos in der ’aljr« altr tonn 'm das bracht. An bei beteiligt. Das legenen W «mutet, das lastet \\l -eSÄ Die mir t)ö in den Ruhl «reifes $ rill», der Bi als tommi| genommen se Nies der 6( 0 Aus l die Zahl bei Irbeitsan Zeitabschnitt 1 Dieder eine \ erfahren. W jlrbeiisivsrnv am 15. Janu Februar in' wrsorge uni unterstützt. 1 oerslchening anlerftützunk Ringern, ai itüßungfemj und auf die weibliche f)i L pfleg Ter Bedarf !- Fleischs - Surft, unt l. Milch, Backwaren ' °n sonstige Cel> Eisig ™. Sink, .LMm 1 Jeinigu^, , da usw.), ■ «iWroan , usw.> ’i°.n 'm Deg. U" das Rech ""geben h)t T'e m Sn ?""sterien JWtoeie SSM Ätz halfen. Wh ^ebl Sfe b" len werden »in i.i£ Nid tu? Ä $.;Suna ?$; Meine Buch- ^e/na/c* ~/7enefe/r für Herren, Damen, Kinder Bademantel-Stoffe Der Sternhimmel im März J/erne t ST&WB/LDER: STABEN jfaben schmale Scherbe des Mondes dem tonnen. 0183v frteüne Kolonialwaren Groichandlg. such SeUersurei 13. » ernrnt 2534. 154!H) mit n"ter Scdulbildnna zu Ollern d. an den cc ilnlcrnang, der auch etwa zwei S.u-.den in Anspruch nimmt. Am östlichen Sternhimmel ist, wie immer im Frühjahr, das Höhersteigen der drei Sterne erster Größe Arclu,', Wega und Spica, zu beachten. Der mittlere, Arclur, steht am höchsten, erstrahlt am hellsten und wird leicht gefunden, wenn man die Deichsel des sog Himmelswagens im großen Bären über den llh.en der Deichselsterne, Benet- nasch, hinaus verlängert. Ton den Wandelsternen sind die drei hellsten, die B e n u s, der Mars und der Jupiter Landes-Heil- u. Pflegeanstatt Gießen Phänomen Lieferwagen »IN "Lleirluf.kühluug 750 ku. Trimkraii der beite in.b billtnite Wagen für M tzger. vwrs.lhrnng mi: Wateubeiörderung int* verbindlich durch Verir. E. AltbofI, G.esseu, Der die 24 Stundenzah 1 m von Mitter- nacht t>>« Mitternacht einet Taget enthaltende Kreit und die dich punktierte Linie, der logenannte Horizont, find feit- stehend tu denken. Der Sternhimmel dreht eich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmel rühr — m 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatemitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatsmitte. ^Till man zu einer anderen Stunde beobachten so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil io gedreht, daß dieser auf die Beobacht ungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der gerade Pfeil /3 Stunde früher, für je 5 Tagt nach der Monatsmitte t/3 Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein. wenn er die angedeutete Lichtgestalt zeigt. Holzverkauf. Tie Gemeinde Gedern verkauft im Wege des_ schriftlichen Angebotes im Distrikt Schönau ca. 400 fm Fichtenstammholz la—Illa-Klasse hessischer Sortierung. Tic Zagdverpachtung. Am Samsfag, dem 23. Mär; 1929, nachmittags um 2 llfjr, wird in der Gastwirtschaft Weißbrod, dahier, die Jagd des gemeinkchastlichen Jagdbezirks Salzböden ab 1. April d. I. auf neun Jahre öffentlich meistbietend verpachtet. Größe des Jagdbezirks 475 Hektar, darunter 182 Hektar Zuxplah! Oer Gesangverein Staufenberg feiert am 4. und 10. Zum 6,3- sein 50. Stiftungsfest urb vergibt h erzu den Fuxplah. .«s/d Bewerber wollen sich bis zum 10. INärz, ^chm'ttags 2 Llhr, bei Gastwirt Q Zecher V., Ttavfenberg, melden, woselbst die Äebingun- aß eine schadhafte 6 eile in der Aähe der Wohnu tg gefunden wird. Das Wasser sucht sich in lo-«»em Erdreich seinen Durchgang. 3n Gettenau mußten die Bewohner ihre Zuflucht zu den stillgelegten Dorfbrunn e n nehmen, da die Leitung gänzlich versagte. In vielen Hauskellern sind Kartoffeln und Dickwurz durchweg erfroren, größere Mengen Kartoffeln werden an Brennereien geliefert und mit 2 Mark pro Zentner bezahll. Um weiterem Frostschaden wirk, fam zu begegnen, werden kleine Kohlenöfen in die Keller gestellt. Das W l d leidet in den Wäldern sehr. Tote und halbverhungerte Rehe werben vielfach gefunden, auch zeigen sich hie nab da in Feld und Wald Spuren von Wild» schweinen, so im Markwalde und den weiter südlich gelegenen Wäldern der Gemeinden Blofeld und Reichelsheim. Auch angebrochene Dick- wurzmieten in den Feldern werden von den hungrigen Tieren ausgesucht. Kreis Schotten. -«-9taiorob,4. März Die an dem Einbruch in die Jagdhütte auf dem Mühlenkopf beteiligten Täter konnten jetzt ermittelt werden. Lei dem Versuche, ein gestohlenes Grammophon and Wollfachen an Dienstpersonal auf dem Häuserhof in der Wetterau abzi letzen, wurde ein 2 4 Jahre alter Bursche fe st genommen und dann in das Gerichtsgcfängnis nach G ehen verbracht. An dem Einbruch waren drei Personen beteiligt. Das Lleeblatt scheint auch die südlicher gelegenen Jagdhütten ausgeräubert zu haben. Man vermutet, daß es noch mit weiteren Straftaten belastet ist. Archlen-Langholz. Güteklasse N, la-Klasse, 166 Stück, 27,41 km. Güteklasse N, Id-Klasse, 94 Stück, ' 28,37 km. Güteklasse N, 2a-Klasse, 33 Stück, 19,32 km. Güteklasse N, 2d-Klasse, 9 Stück, 8,42 fm. i Güteklasse N, 3a-Klasse, 1 Stück,1 1,36 fm . Bekinnitiunclinng. In unser Handelsregister Abteilung A wurde eingetragen: 1877 D Am 12. Februar 1929: Die Firma „Autoverkehr Beuern" Otto Damm, Beuern. Inhaber ist Otto Damm in Beuern. Am 13. Februar 1929: bei der Firma D. Lublinski & (So. in Gießen: Tie Kommanditisten sind ausgeschicden. Die Kommanditgesellschaft ist aufgelöst und erloschen. Das Geschäft ist mit dem Recht, die ieitberige Firma weiterzuführen, auf den seitherigen persönlich haftenden Gesellschafter Kaufmann David Lublinski in Gießen übergegangen, der die Firma als Einzelkaufmann fortführt. Am 20. Februar 1929: a) bet der Firma Günther & Weiß in Gießen: Die offene Handelsgesellschaft ist aufgelöst amd in Liquidation getreten. Zum Liquidator ist Rechtsanwalt Eugen Rothenberger in Gießen bestellt, b) bei der Firma Leopold Mayer in Gießen: Der Kaufmann Hermann Mayer ist aus der offenen Handels- gesellschaft ausgeschiedcn und diese erloschen. Tas Geschäft nebst Firma ist mit dem Recht der Weiterführung der seit- herigcn Firma auf den Kaufmann Leopold Mayer in Gießen übergegangen. Am 25. Februar 1929: bei der Firma Musikhaus Robert Schönau tn Gießen: Dem Kaufmann Karl Egner in Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 27. Februar 1929. Hessisches Amtsgericht. Preußen. Zur Neubesetzung des Wetzlarer Landratspoffenei. Wie wir hören, soll als Nachfolger des am 1. April in den Ruhestand tretenden Landrates des Kreises Wetzlar, Geheimrats Dr. Sartorius, der Bezirksfekretär Mies in Köln zunächst als kommisfarifcher Landrat in Aussicht genommen sein. Politisch gehört Bezirksfekretär Mies der Sozialdemokratischen Partei an. Kreis Wetzlar. Q Aus dem Kr« ise Wetzlar, 4. März. Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirke des Arbeitsamtes Wetzlar hat auch in dem Zeitabschnitt vom 15. Januar bis zum 15. Februar wieder eine sehr wesentliche Steigerung erfahren. Während die Zahl der Arbeitslosen in der Arbeitslosenversicherung und in der Krisenfürsorge am 15. Januar nur 3054 betrug, wurden am 15. Februar in der Arbeitslosenversicherung, der Krisentürsorge und der Sondcrfürsorge 3809 Arbeitslose unterstützt. Hiervon entfallen auf die Arbeitslosenversicherung 1927 männliche und 184 weibliche Haupt- unterstützungsempfänqer mit 1868 Zuschlagsemp- föngern, auf die Krisenfürsorge 58 Hauptunterstützungsempfänger mit 104 Zuschlagsempsängern und auf die Sonderfürsorge 1596 männliche und 44 weibliche Hauptunterstützungsempfänger mit 2804 »MX a.a cn.2Mo»non. nabe Marburg. S ra e, zn verpachten. Bach. 50 Mk iäurL Schrift!. Anaebole unter 196k I» an den Oste »en er Anzeiger. DatlWM lllltz SWMl M W. Aus der Praxis eines Arztes. Darmträgheit und Verstopfung werden häufig in leichtsert ger Weise vernachlässigt, da es den wen'gsien Menschen bedentl'ch erscheint, wenn der Stuhlgang unregelmäßig oder ungenügend erfolgt oder vollständig ausbleibt. Es ist aber ganz falsch, diese Erscheinungen zu leicht zu nehmen. Denn wenn die Stuh.verstopfung auch vielfach zunächst nur allgemsi es Unbehagen und nervöse ustände hervorruft, so kann sie doch tocit ernstere Krankheiten veru fachen. Cs empfiehlt sich de her, schon bei den ersten Anzeichen von Derstop, n g ?u vernünftigen Gegenmaßnahmen zu greifen und Schlimmerem vorzubeugen. Zu diesem Zveck eignet sich am besten ein Abführmittel, das ausschließlich aus pflanz''ichen Bestands i.'en /,u- sommeng:seht ist. Ein solches Mittel sind Apotheker Richard Brand.'s Schweizerpil'en. S.e teir'en infolge ihrer rein pflanzlichen Zusammen- setzung mild und doch unbedingt zuverlässig, entleeren den Darm ergiebig und bieten den Vorteil daß sie selbst längere Zeit hindurch ohne jede nachteiligen Folgen gebraucht werden langt hat, beendet. Zu der Pfarrei Volpertshausen gehören die Kirchengememden Vollnt.rch.u, Volperts. Hausen und Weidenhausen. Da diese über M.ttel n.chl verfügen, sind, um Die Erhebung von Kirchensteuern zu vermeiden, die n.chl durch eigene E.n- nahmen gedeckten Ausaaben der K.rchengemcinden herkumm.'icherweise von den Z.vilgcmelnden ftciw.llig aufgebracht worden. Die Gemeinde Vollnkirchen stellte sich hierbei auf den Standpunkt, daß sie nur zu solchen Ausgaben beizutragen habe, die durch Neubauten entstehen, nicht aber zu solchen, die bic Unterhaltung des Pfarrhauses erfordern. Die Gemeinden Volpertshausen und Weidenhausen gaben sich hiermit n.cht zufrieden und haben daher die Angelegenheit auf dem Aerwaitungsrcchtswcge zum Austrag gebracht. Nach langwierigen Verhandlungen hat der Bezirksausschuß zu Koblenz eine Entscheidung dahin getroffen, daß von den Kosten zur Instandsetzung und Unterhaltung de.> Pfarrhauses in Volpertshausen die Zivilgcme.nden Volpertshausen und Wcidenhausen zusammen die Hälft-, und zwar hiervon die Zivilgcn'.e nde Volpertshausen zwei Dr.t- tel und die Ztvilgemcinde We.denhausen ein Drittel zu tragen haben. Die andere Hälfte ist von der evangelischen 5-irchengcmeinde Volpertshausen Weidenhausen-Vollnkirchen zu tragen. Da die Kirch n- gemeinde über Mittel nicht verfügt, treten an deren Stelle die drei Zivilgeme.nden Volpertshausen, Wei denhausen und Vollnkirchen als freiwillige Leistungsträgerinnen. Die Gemeinden Lolvertshausen und Weidenhausen haben durch die Entscheidung des Bezirksausschusses erreich', daß Vollnkirchen nicht nur zu Neubauten, sondern auch zur Jnstandsctzunq und Unterhaltung des Pfarrhauses in Volpertshausen beantragen hat oo Aus dem Kleebachtal, 4. März. D e G r i p v e ist unter den Einwohnern des Kleebachl'ls zur Zeit in außerordentlich starkem Umfange verbreitet. In Dornholzhausen ist fast die Hälfte der Ortseinwohner erkrankt, und auch in Hochelheim und Hörnsheim ist die Zah' der Erkrankungen groß. Begleitet .st die Grippe in vielen Fällen von schweren Lungenentzündungen und Komplikationen seitens des Ohres Sämtliches Holz ist mit Rinde gemessen.' Gebote sind getrennt nach Klassen ein» Angebote sind getrennt nach Sortiment1 zureichen. Das Holz ist mit Riirde ge- 'N Sari?; Mit. Ai, S lie Nktch js, der- :lnö? UV ?' 8 9Qn9en- mit der •SS- ast 6o'hx'nnc 2a. nches rtceter' ber^?01 Lila-n. ^ntral. >2u6n ■ 'tilHlel rf 1 einen iSSSÄ*; D^nt?°ltun3ÄD0IIf flJMftJcn 2?ü(f. der Te. LandlaM«. Co üb$t die os and er. 1 'ellerein Zusammen. landv-irts-daf/Hen ntwers der Setlrtlct 'n 2tld Den geile lan-wirtschastlicher ingcmitteL 5)en lang, lerreister Dch und -r)en aMhlih i^et iotitanb durch Ober- uidiplome überreicht, lein bei Kaffee und der Seiet. en Hvrlosstal, man mehrere Arten )!gr des andauernden igäste bei uns ein- -n den leht.'N Jahren n zu sehen. Da fällt sig (F;i.igilla senius) ohen Aorden b'wvhnt. e Kchie. grüne Süden« ; und Dauch gelblich- m Doristrahen suchen zutraulichen Ddgelchen ist auch der Cöcrg« bei uns zu Gast. Äil und tiKÜjcm Unter« ändert und ob leinet nn gern grlüttert 3n auch der schinste un» der Alutflnkodet ;), bei uns eingestellt, iroßen Lchaden au und am D)a'.iei°H ch nicht veriaqen. An ien Quellgewässern ist .fsen. Sie findet dort erhebt" sich schon bf> cher Annäherung « ruft, um bald an ihre dingen. ten tzorloffla e, e Kölle der leM = iserleilungen iSers an kn/enigcn.öve messen und geschalt. Das Holz kann in 4 Losen, aber auch insgesamt verkauft werden; deshalb sind für je ein Los zu ca. 100 fm und für ins gesamt 400 fm getrennt die Gebote ein zureichen. Ferner werden verlauft: 14,8 rm Kurzgrubenholz I. Klasse und 13,1 rm „ 11. Klasse aus dem Distrikt Seife. Die Gebote sind getrennt nach Klassen einzureichen, das Holz wird jedoch gesamt verkauft. Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift „Holzverkauf" bis spätestens Freitag, den 8. März 1929, mittags 12 Uhr, der unterzeichneten Bürgermeisterei einzujen- den. Zuschlagsfrist 3 Tage. Tier> Verkaufsbedingungen der Gemeinde werden durch Einreichen von Angeboten anerkannt. Auskunft erteilt nach vorheriger Benachrichtigung der Gemeindeförster Kloos, Oberseemen. 18990 Gebern, den 2. März 1929. Hess. Bürgermeisterei Gedern. 3£jJonne =*♦ \JKenc// Vz Viertel ^Marz ®Vo//moncf Ql) Jupiter d J. Werte/ die hellsten Fixsterne und die hellsten Wandel- sich die noch * \ Um --- Aa-hbar" ' , f(frf % lentl olM ' st }fl6 5 Mittwoch, d.S.Mrz 1929 nachm. 2 Uhr, versteigere ich Neucnwcg 28 (im Löwen) zwangsweise gegen Barzahlung: 1. Zwei Büfetts, drei Chaiselongues, 3 Näh- Maschinen, 12 Vhd. A>paka-Loffel, Messer und Gabeln, zwei planmos, vier So'ao, drei Schreibtische, drei Kleiderschranke, einen Eisschrank, einen Framo-Eil-Lieferwagen, einen Personenwagen (Oürkopp), 1 Wurss- füllmaichme, drei Fahrräder, 24 paar Gamaschen, 15 Ohd. Hosenträger, Holzflisie, Hanfgarn,Sohlnägei, 2l>paarHerreniei en. Gummiabsitze, Schuhschäste, eine Sckärf. maschine, iOSchafielle,Aktentaschcn, Koffer, eine Schreibmaschine, eine Bohrmaschine f. Zahnärzte, e nen Grasmäher, ein Diwan, einen Spiegel, einen kleinen Zimmerteppich, einen Opeipersonenwagen, em. Dreschwagen mit Strohpresse u. Spreubläser, einen tru- meau, einen Rauchtisch, 1 Büchergestell, eine Küchenanrichte, einen Regulator, zwei Tür- portieren mit Stangen, zwei Seilenstücken und lleberhanq, einen Aus-iehtssch, 6 Stühle, eine Korbga nitur (2 Sessel, 1 Bank, einen Tisch), eine Obstschale, eine Kristall »chatt, ein Bild, einen kombinierten Herd (Äoecker für Gas- und Kohlenfeuerung), 2 Küchenherde, eine Ladenthoke, eine Registrierkasse, e.ne Feldschmiede, drei ir.sche Cefen, 1 Mantel, ofen, einen Kesselmantel. 1918D 2. Bestimmt: Sporttriko s, Badeschuhe, zwei Herren-Fa ^rrädc- (neu), Lennieschlager, Skistöcke, Paddel, Fahrradkctlen,Schiiipfer Kcuien, Trikots für Radfahrer, Fußball- stiefel, 1 eleftr. Musik nstrument (Cupfe(b) rnii 25 Noten, zwei Herrenfahrräder (ge- braucht), eine Schäflesteppmaschi. e. 3. Freiwill g bestimmt: eine Lettste e mit Matratze, eine eiserne Bettstelle, ein Sosa mit 6 Polsterstühlen, einen ovalen T>sch, einen itürig. Kleiderschrank, einen Kleiderständer, eine Kommode und verschiedene Stühle und vieles andere. Gerichtsvollzieher in Gießen Alles hei 1951A Zur Einsegnung! sehr preiswert im 1955D 01044 Karl Schmidt, Gießen, Neuenweg 42, Tel. 1075 Bes. Kaufgelegenheit Wadisliidi-Reste Näheres 01030 100 cm breit Wieseck, den 5. März 1929 01029 Sa Urheber- TaoelealansIMstälter J0437A 1959D gesucht am liebften au Nin- fliehen Seilersweh Waagen und Gewichic aller Art empfiehlt u stellt eichfähig her Für die vielen Glückwünsche, Älumenspenden und Geschenke anläßlich unserer Vermählung sagen wir unseren innigsten Dank Friedrich Balser und Frau geb. Meuter £eid Sules M Lehmann & Assmy Spremoerg I. L. 164 AeHaates (ichieraindtuoi mit eigener riofiiaijoo. Vertretungen Linker L Sohn, Gießen (Hessen) Ludwig Römer I., Heuchelheim, Wilhelmstraße 2 kräftig •verschefft beite /üonnnlstofleN fHygienische Ariikel1 sämtliche Gummivara Lüroßeric Wlotertmll, V Kreuzplatt 10 J \Xbt rtyßieae J Jff. 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Unter d.esern Gesicht winkel b.ttach et. ist das Abschneiden der SpielvereinigungSleute als recht gut zu bezeichnen. Die beste Leistung zeigten sie in der 3x1000* Meter-Staffel, die von der Frankfurter „Eintracht". der Mannheimer Turngesellschaft, dem Sportverein Darmstadt, dem Sportverein Wiesbaden und den beiden Gießener Vereinen D. f. D. und 1900 befinden wurde. Der Frankfurter W a I * mann setzte |ich baiö an die Sache, tonnte aber gegen die Mannheimer Turngesellschaft und die Sp.-Vg. 1900, für die Song es Start lief, nicht viel gutmachen. Vach der Stabübergabe behielt zunächst Peters den dritten Platz für die 1900er Mannscha.t bei, ging jedoch dann bei 300 Metern an dem Mannheimer vorbei und brachte so feine Mannschaft an die zweite Stelle. Vepperling hatte jeooch kaum übernommen, als auch schon der ausgezeichnete Mannheimer Schlußmann Lefevre zu ihm ausschoh und dem Gießener trotz tapferer Gegenwehr noch knapp 5 Meter bis zum Ziel abnahm. Eintracht siegte klar in 8:31 Min., die Mannheimer brauchten 8:39 Min.. die Gießener 8:42 Min.. eine für Hallensvortfeste sehr beachtliche Zeit. Die übrigen Mannschaften (Soortv. Darmstadt. Sportv. Wies* baden und V. s. V. Gießen) folgten weit, zum Teil überrundet, zurück. Heber 800 Meter offen war von den 1900cm in Anbetracht der noch nicht gelaufenen 3 mal 1000-Mcter-Staf,?i nur Peters an den Start gegangen. Vach überleben gewonnenem Doria f wäre er auch bestimmt einer der Ersten des End* laute geworden, wenn er am Start nicht behindert worden wäre und dadurch viel Terrain verloren hätte. So mußte er sich mit dem fünften Platz begnügen. 50-Meter-Laus offen konnten es Seipp und Hopfenmüller trotz guten Laufs nicht verhindern, im Dorkampf Handbreite hinter dem Zweiten zurückzubleiben und damit auszuscheiden. Dagegen sehen sich Seifert und Geist durch und tarnen in den Zwischenlauf. Hier machte G e i st eine sehr gute Figur und kam als Zweiter ein. Seifert, bei dem inzwischen eine alte Zerrung aufgetreten war. konnte die am Start verlorenen 2 Meter trotz seiner Schnelligkeit auf der Strecke nicht mehr auf holen. 2m Endlauf, der den Ersten in der sehr guten Zeit von 6.2 S. siegreich sah. wurde Geist fünfter. 2n 5 mal 50-Meter-Pendelstafsel hätten die Gi'ßener läuferisch durchaus Aussichten gehabt, aus einen guten Platz zu kommen, wenn nicht schon bei Vummer 2 der Stab verlorengegangen wäre. Cm 3070-Meter-Einladungslauf hatte der 19?0er Paul bei einer so auserlesenen Gesellschaft wie Voitze, Helber. Schaumburg und Kohn nichts zu bestellen. Er gab schon bald auf. 4. Bezirk im Turngau Hessen (O.T). Während in anderen Dezirken des Hessengaues das Hallenwettumen der Kälte wegen verschoben wurde, ist es im 4. Dezirk in der Spiehturnhalle Das große Grauen. Vornan von H. A. von Byern. Lkrheber-Rechtsschutz durch Derlag Oskar Meister. Werdau. 21 Fortsetzung. Nachdruck verboten Aus dem Zimmer, dessen Tür nur angelehnt war, drang ein dumpfes, qualvolles Stöhnen . . . , „Dinzenz!" Er schien mich gar nicht zu hören, kniete vor dem Ruhebett, auf dem eine schlanke, lang aus- gestreckte Gestalt lag, wie im Krampf zuckte sein Aorper... Leise zog ich die Tür hinter mir zu, trat an das halb geöffnete Fenster — da gewahrte ich neben dem zierlichen Schreibtisch eine dunkle Lache ...Blut!... Schaudernd tat ich einen Schritt nach rückwärts, trat auf etwas Hartes — ein Duch, hob es auf, unwillkürlich fielen meine Dlicke auf die Zeilen.. Frau Sopherls Handschrift... mechanisch, ohne es zu wissen, was ich eigentlich tat, steckte ich das fc'.male, in rotes Maroquinleder gebundene Heft ein... „Du!... Du!" 2ch fühlte mich von einer krallenden Faust an der Schulter gepackt, sah in die stieren blutunterlaufenen Augen meines freundes: „Du! 2eht lag mir... derselbe Schuh... und... und grab wia i auf den Wolf g schoss n hab'.. Erst verstand ich nicht, doch bann dämmerte mir der Zusammenhang auf : „Dinzenz!" _ Sein Atem ging laut und schwer, feucht klebte das Haar an der Stirn: „21 Werwolf fag'n d' Leut', und nie hat f auf an Wolf schiaß'n mög'n... jetzt sag' mir du ...!" Mit einem Ruck machte ich mich frei, faßte feine Handgelenke: „Dinzenz! Ein Mord war es. deine Frau hat dort neben dem Fenster am Schreibtisch gesessen, der Mörder stand draußen im Park, wir müssen nachsehen, Anzeige erstatten." 2ch sprach langsam, eindringlich, sah wie seine verzerrten Gesichtszüge sich glätteten, wie er zu begreifen anfing... „Komm!" Ganz ruhig schien er mit einem Male geworden zu sein, trat auf den Flur, schloß die Tür von außen ab und gab mir den Schlüssel: »Da, nimm ... falls i net wiederkomm'..." „Dinzenz I“ Mit gesenktem Kops schritt et an dem Kaplan und dem Haushofmeister vorbei, griff nach seinem Stutzen und winkte dem 2äger. 2ackl sah mich fragend an, ich nickte nur, und nun traten wir hinaus In den Park, dessen einsame Wege» weite, zu Lauterbach abgehalten worden. Unter der Leitung des 1. Veziristurnwarts Bastian, Alsfeld, ihm zur Seite stehend der 2. Bezirks- tumtoart Konrad Bücking, Alsseld, verlief der Gerätewettkampf glatt, und schon gegen 3 ilf)t konnte dank der umsichtigen Leitung im Berechnungs-Ausschuß (Lehrer H. Sern, Rieder* Ohmen) die Siegerverkündigung vorgenommen werden. Zuvor sprach Bezirksvertreter Christian G u n t r u m , Schlitz, Worte des Dankes und der Anerkennung über das gute Gelingen, auch der 1. Bezirksturnwart Bastian richtete einen warmen Appell an die Turner und gab dann die Sieger bekannt. Das diesjährige Hallenwett* turnen war das erste im 4. Bezirk, das in schlichter Form äbgehalten wurde. Handball im Labn-Dünsberg-Gau. Garbenteich — wieseck 4:1 (0:1). Zu einem Gesellschaftsspiel trafen sich diese Mannschaften am Sonntag auf dem Garbenteicher Platz. Wieseck trat in neuer und starker Ausstellung an, während Garbenteich mit zwei Mann Ersatz spielte. Trotz des fast völlig vereisten Bodens kam ein flottes Spiel zum Austrag, das die Gäste vor Halbheit leicht führten und das ihnen auch den Treffer brachte. Nach Seitenwechsel rückte Garbenteich mächtig auf, drängte die Wiesccker in ihr Feld zurück und zog in der 45. Minute gleich. Die letzte Viertelstunde beherrschte Garbenteich vollständig, und es konnte bis zum Schlußpfiff noch drei weitere Tore erzielen. Der glatte Boden, die lange Spielpause und das Pech im Werfen bewährte die Gäste vor einer höheren Niederlage, obwohl Wiescck ein flinker und nicht zu unterschätzender Gegner ist. Der Schiedsrichter leitete einwandfrei. B. f. B. Die Ligamannschaft setzte ihren Siegeszug fort und gewann in Herborn mit 3:1. Dem Dorspielergebnis (6:0 für D.f.D) gegenüber erscheint das 3:1 etwas knapp, findet aber in erster Linie seine Erklärung in den ungewohnten Platz- und Bodenverhältnissen. Verkannt soll jedoch auch nicht werden, daß Herborn ein sehr gutes Spiel vorführte. Während der ersten Halbzeit war das Spiel offen und verteilt. Gießen spielte zwar den weitaus reiferen Fußball und war seinem Gegner besonders im Zuspiel überlegen. Herborn verstand es jedoch, durch Wucht unb Ausdauer die planvollen Angriffe Gießens zu zerstören. Bei Halbzeit stand das Tressen 1:1. Vach dem Wechsel forcierte V.f.B. das ohnehin schon recht scharse Tempo und drückte den Gegner zeitweise in seine Hälfte zurück. 2n gut durchdachten und mit der nötigen Energie vorgetragenen Angriffen zwang es die Herborner Qkrtei- bigung jurSjergabe ih. es ganzen Könnens. Rach- bem V.f.B. trotz der eifrigen Abwehr des Gegners zwei weitere Tore erz'elt hatte, legten sich seine Spieler in weitgehendem Maße Zurückhaltung auf, um sich bei dem glatten Boden unb der etwas harten S rielweise der Platzmannschaft zu schonen. Sie beschränkten sich lediglich darauf, das Resultat, das denn am Schluß noch 3:1 stand, zu halten. Die Ligareserve schlug ihren Gegner, die gleiche Herborns, mit einem etwas überzeugenderen Resultat, und zwar mit 5:2. Das Treffen litt unter der mangelhaften Leitung des Schiedsrichters und hinterließ einen wenig guten Eindruck. V.f.B. war in allen Teilen besser als sein Gegner und gewann verdient. Die Dritte überfuhr die erste Garben* t e ich s mit 72. Die Gäste wehrten sich mit Eifer und Ausdauer, kamen aber gegen die routinierten D.f.Ber nicht auf. Spielvefeinigung 1900 Gießen. ö. Die Derbandsspiele auf dem 19H0-Sport- plah fielen abermals dem Wettergott zum Opfer. Die Platzkommission des Gaues Gießen^Wehlar erklärte wegen der starken (Bereifung den Platz für spielunfähig und setzte die Spiele ab. 1900 vereinbarte aber ein Freundschaftsspiel mit dem spielfreien Sportverein 1 920- Heuchelheim, dem voraussichtlichen Meister der ^-Klasse (1. Gauklasse). Das Spiel fand auf dem auch stark vereisten Heuchelheimer Sportplatz statt. Die Spielvereinigung erschien, wie vereinbart, mit einer kombinierten Mannschaft (sechs Spieler der 2. Elf und zwei angehende alte Herren, verstärkt durch die Ligaspieler Glitsch, 2äckel und Langsdorf) und siegte über den Favoriten 3:2 (Halbzeit 3:1). 1900 hatte jederzeit das Heft in der Hand. Läuferreihe unb Verteidiger hinderten den Platzverein an der richtigen Entfaltung. Lediglich der Sturm der Blauweihen aus Gießen versagte. Dies wurde auch nach mehrmaligen Umftellungen nicht besser. Bis zum Wechsel erzielte 1900 drei Tore, darunter das dritte durch Elfmeter. Unmittelbar vor der Pause tarnen die Platzbesiher zu einem Gegentor, dem sie in der Mitte der zweiten Spielhälfte einen weiteren Treffer anreihen konnten, da jetzt Gießen die schlechtere Spielfeldseite, besonders im Strafraum, hatte. 1900 lieh einen guten Teil sicherer Torchancen aus, hatte aber auch Glück, als ein Heuchelheimer Weitschuß vom Pfosten ins Feld zurücksprana. Der Gastgeber war sehr eifrig, fein 2nnenfturm der beste Mannschaftsteil. Das Spiel litt jedoch allzusehr unter der Bodenglätte. Die dritte Mannschaft 1900s kehrte von ihrem letzten Derbandsspiel in Laubach mit einem 2:1-Sieg zurück, obwohl infolge zahlreicher Erfahgestellungen die Siegesaussichten stark geschwunden waren. 1900s 1. 2uge nd erhielt von Laubach am Samstag eine Absage. Fußball in Lich. V. s. R. Lich I — leufonia Steinberg I 4:1 (2:1). Diese Mannschaften trugen am Sonntag ein Gesellschaftsspiel aus. Durch den nassen Schnee war das Spiel stark behindert; es konnte sich zu Anfang nicht recht entfalten. Die Gäste drückten anfangs sehr stark; man glaubte schon an eine Niederlage. Es fehlte an offenem Spiel, dadurch konnte technisch nicht gut gearbeitet werden. Es wurde beiderseits sehr planlos geschossen, wodurch das Spiel den Reiz verlor. Der Sturm der Platzmannschaft schoß auch sehr unsicher aufs Tor und viel daneben. Arbeiter-Turu- und Sportbund. Rachdern die Aufftiegspiele zur Kreisklasse infolge der Witlerungsverhältnisse um acht Tage verschoben wurden, trat der Vertreter des 3. Bezirkes, die erste Mannschaft Wiesecks, am Sonntag in Rieder-Florstadt gegen die dortige erste Mannschaft, den Vertreter des 6. Bezirkes, zum ersten' Aufstiegspiel an. Schon der Anstoß zeigte, daß die jugendliche Elf der Gäste ge-cn den körperlich weit überlegenen Gegner einen schweren Stand haben würde. Wieseck mußte alles h^geben, um dem flotten Tempo der Einheimischen standzuhalten. Bereits nach 15 Minuten konnte Rieder-Florstadt den Führungstreffer buchen. Kurz vor Halbzeit konnte Wieseck durch Elfmeter den Ausgleich erzielen. Rach Seitenwechsel blieben auch weiterhin die Einheimischen überlegen, und die Gäste mußten zeitweise mit allen Reserven verteidigen, um eine abermalige Führung zu verhindern. 2eht gelang es der linken Sturmseite der Gäste, blitzschnell durchzubrcchen und unhaltbar für den Torhüter die Führung an sich zu reißen. Florstadt stellte nun um, beging aber hierdurch einen Fehler, indem es seine Verteidigung schwächte. Bei einem abermaligen Durchbruch gelang es Wieseck, feine Torzahl auf drei zu erhöhen. Wohl setzte Rieder-Florstadt zum mächtigen Endspurt an, es konnte jedoch nichts mehr am Resultat ändern. Die Gießener Freie Tennisoereini- g u n g hatte zu Werbezwecken am Sonntag ihr erstes Turnier in der Dolkshalle angesagt. Als Gäste waren die Tennis - und Wintersportver- einigungFrankfurt erschienen. Gießen hotte als junger Verein den erfahrenen Frankfurtern gegenüber einen schweren Stand. Wohl spielten die Gäste zum erstenmol in einer Halle, wo es nicht so leicht klappte, doch allmählich merkt« man eine Besserung in ihrem Spiel. Die Resultate sind: Sportlerinnen-Doppelspiel: Borschel, Vollmann — Sorg, Ludwig 6:4, 6:8, 6:0. Gemischtes Doppelspiel: Mielgner, Neubauer — Sorg, Stoudoch 1:6, 1:6. Sportlerinnen-Doppelspiel: Wilker, Wolter — Sorg, Ludwig 3:6, 4 6. Sportler-Doppelspiel: Milger, Kuntzemüller — Steuernagel, Sprenger 6:4, 6:8, 2:6. Sportlerinnen - Einzelspiel: Borschel — Sorg 4:6, 0:6. Gemischtes Doppelspiel: Kuntzemüller und Frau — Sprenger,Ludwig 6:4, 6:8, 6:1. Sportlerinnen-Einzelspiel: Mundt — «arg 0:6, 2:6. SporHerinnen-Doppelspiel: Milger, Vollmann — Ludwig, Sorg 1:6. 1:6. Sportler-Doppelspiel: Milger, Kuntzemuller — Steuernagel, Stoudoch 9:7, 0:6, 4:6. Im Gesamt-Ergebnis siegte Frankfurt mit 7:2. Amtsgericht Gießen. Zwei schlimme Mißhandlungen, die im vorigen 2ahre in Rachbarorten unter dem Einfluß des Lllkohols von achtzehnjährigen, noch nicht vorbestraften Burschen verübt worden sind, die auch zum Teil von den Mißhandelten selbst provoziert worden fein mögen, fanden jetzt ihre Sühne, indem die Täter Geldstrafen von 50 bzw. 100 Mark erhielten. Dom Gefängnis wurden sie aus den bereits angedeuteten Gründen verschont. 2n dem einen Falle besteht zwischen den jungen Burschen zweier Rachbarorte schon lange ein gespanntes Verhältnis, das an dem fraglichen Abend durch gegenseitige Rempeleien, Fußtritte und Stockschläge vor einem Wirtshause seinen Ausdruck fand. Schließlich wurde auch zum Messer gegriffen, und ein junger Bursche des einen Ortes erhielt von einem solchen des anderen Ortes einen nur zufällig ungefährlichen Stich in die Rähe der Schulter. Der Angreifer berief sich auf Rotwehr: der Vorgang aber, der diese hätte rechtfertigen können, lag zeitlich so weit zurück, daß eine solche als ausgeschlossen gelten muhte. 2n dem anderen Falle hatten 5 junge Burschen ihre Spottlust an einem von seiner Frau getrennt lebenden Manne, der sich eine Haushälterin hielt, in der ausgiebigsten Weise ausgelassen. Beim Dorübergehen an seinem Hause ergingen sie sich eines Abends in den gemeinsten, verschneite Rasenflächen vom Mondlicht fast taghell beleuchtet waren. Ohne zu zögern, ging mein Freund auf eine Gruppe von Douglastannen zu, beugte sich nieder: „Allerlei" 2m Ru war ich bei ihm — schweigend deutete er auf eine Fußspur: „Da, hier hat er g'stand'n...“ Weiter kein Wort. — Wie ein Schweißhund, mit tiefem Kopf und so schnellen Schritten, daß ich kaum zu folgen vermochte, ging der Dinzenz von Andrian die Fährte aus, an einer Taxushecke entlang, hinüber nach der Mauer, schwang sich über das bröckelnde Gestein, kletterte, rutschte am Durgberg hinab, verschwand in dem dichten älnterholz, tauchte gleich darauf zwischen den raumstehenden Stämmen des vierzigjährigen Bestandes auf und stieg an einem Steilhang empor. „Er ist irrsinnig geworden!" schoß es mir durch den Sinn. Aber zum Lieberlegen war keine Zeit, wir konnten nur blindlings folgen, immer im halben Trab, strauchelnd, ausgleitend. Längst lief mir der Schweiß in Strömen am Körper herunter, in kurzen, ragenden Schlägen hämmerte das Herz, und die Muskeln der Beine, die Sehnen der Kniegelenke schmerzten. Ein unsagbares Grauen schnürte mir die Kehle zusammen — das Grauen vor etwas Unbekanntem, Wesenlosen... Das Krummholz begann, schütteres Latfchengestrüpp. „Wo sind wir eigentlich?" fragte ich leise. Der 2adl zeigte nach vorn, wo eine dunkle Wand sich türmte. „Da hinauf geht's in's Seekar..." 2a, jetzt sah ich es auch, vom Mondlicht umflossen stand das scharf gezackte Horn der Rhei- derspihe gleich dem ungeheueren Fangzahn eines Raubtieres gegen das Firmament, dämmerte nachtschwarze Finsternis in Schroffen und Schrunden. Mein Freund blieb stehen, sah sich nach uns um. „Hier is er eing’ftieg'n ins G wänd, koa Stund' alt kann d' Fährt'n sein, wenn i durch dö Wik- dachklamm aufsteig', schneid' i eam den Wechsel ab.. „Herr!..." Der 2äger bekreuzte sich. „D' Wil- dachklamm, jaht müt’n in d'r Rächt, dös hoaht Gott versuch'n!" Ein kurzes, hartes Auflachen. „Gott?! Gott?! Wenn 's an Gott gab’, hält' er dös net zug la^s'n! Unb benfelbig’n der 's tan hat, i mein', i kenn ’n, er hat mir früher nix vergunn, auch mei' Glück net, mci’ Sopherl.." Die Stimme klang rauh, wie zerbrochen, ich trat einen Schritt näher, legte die Hand auf feine Schulter: „Dinzenz, und ich bitte dich, komm' heim...!" Er sah mich an, mit einem stieren, glanzlosen Blick, um seine Mundwinkel zuckte es... Unb dann schwebten durch die hellhörige Winterluft Klänge heran — zehn, elf, zwölf Helle Schlage der Turmuhr drunten im Tal. Einen Augenblick lang blieb der Dinzenz von Andrian regungslos stehen, und nun — wahrhaftig, er lächelte ein grauenvolles, verzerrtes Lächeln, beugte sich an mein Ohr. „Mitternacht! Der 19. Oktober is anbroch'n — mei' letzter Tag ...!" Sanz langsam hatte er jedes Wort gesprochen. Mir war es, als griffe eine eiskalte Faust nach meinem Herzen, presse es zusammen... Doch da schob der Dinzenz von Andrian auch schon mit einer kurzen Bewegung den Riemen des Stutzens höher, tat den ersten Tritt und Griff an der fahl beleuchteten, wohl tausend Fuß hohen, senkrechten Wand... Sekundenlang zögerte ich, Wahnsinn war es, Selbstmord, aber ... meinen Freund in Rot verlassen?! Unb da klomm ich auch schon empor. Brust und Wangen eng an das feuchte, eiskalte Gestein gepreßt, tastete nach win'igen Dorsprün- gen, Rissen, hatte nichts als den einen Gedanken: Hinauf! Da hinauf um jeden Preis! Warmes Blut riefelte mir über die Hände, für eines Herzschlages Dauer schloß ich die Augen — nein, jetzt durfte ich nicht schwach werden, jetzt nicht! Es gab kein „Zurück' mehr, Zaudern hieß Tod!! Reben mir surrte mit sausendem Ton ein gelöster Stein in die Tiefe, schlug irgendwo auf; jede Sehne spannte sich gleich einer stählernen Saite, in den Ohren brandete und brauste bas (Blut Hoher, nur immer hoher! 2eber Begriff von Daum und Zeit war mir verloren gegangen, ich wußte nicht, wohin der Weg führte, wie lange ich schon zwischen Himmel und Erde schwebte. Ein winziger Absatz, laum zwei Fußbreit, war erreicht, ich wagte einen Blick nach unten, sah, wie 2adl, zäh und verbissen, einer riesigen Spinne vergleichbar, sich heraufschob. Run war er neben mir, sein Atem ging keuchend. „Glei ham ma's g'schafft!" Und wieder weiter. Der Hut rutschte mir ins Genick, ein Windstoß riß ihn vollends herab, fauchte mir ins Gesicht, stach wie mit tausend spitzen Radeln. Die Finger waren steif, blut- überkrustet, in Fetzen hing der linke Qlermel der Lodenjoppe herunter. Aber dann, nach einer letzten, gewaltigen Anstrengung war ich droben, hatte festen Boden unter den Füßen und lehnte mich, vor Schwäche taumelnd, an eine überhängende Wand. — Dor mir, im Wondlichte, sah ich die hochaufgerichtete Gestalt meines Freundes, nun wandte er sich um: „Du??!" .,2a, Dinzenz, wir konnten dich doch nicht allein lassen." Mit ein paar raschen Schritten trat er näher, stützte mich, und seine Stimme klang so weich, wie ich sie nie zuvor gehört hatte: „Alterle, — das hast d' g’toagt?! Unb — für mich?!" Dann kam auch der 2ackl heran: „Kreuziteufel no am al, dadran will i denken! Ro. weil nur all's guat abgangen is." — „2hr! 2hr beiden Getreuen!" Mit einem ganz sellsamen Blick sah uns der Din'enz von Andrian an, gab dem 2äger die Hand, oeugte sich ein wenig nieder: „Du — Freund —-!“ 2ch fühlte seine Lippen auf meinem Mund. — , „Dinzenz!!" Er wandte sich ab, sprach kurz, abgerissen, in einem völlig veränderten Ton: „Hier über das Dandl muh er kommen, iS noch net 'nüber, koane Fährfn im Schnee, an andern Weg gibt's nimmer.“ 2ch begriff, wir hielten den einzig möglichen Zwangswechsel, der vom Seekar herauf führte, besetzt, einen anderen Weg gab es nicht; denn zur Linken fielen die mauerglatten Wände der Wildachklamm senkrecht ab, zur Rechten türmten sich überhängende Gesteinsmassen, von Schneewächten überragt. Wenn der Mörder kam, dann muhte er uns hier in die Arme laufen, — muhteII Mein Freund hielt den entsicherten Stutzen in der Hand, ich griff nach dem Drilling, klappte den Derschluh auf und sah durch die Läufe — nein, kein Schnee war eingedrungen, mechanisch lud ich und stellte auf Kugel um. — So ungeheuer stark war die Anspannung aller *71 erben und Sinne, daß ich kaum noch eine körperliche Empfindung hatte, selbst der brennende Schmerz in den zerrissenen Handflächen schien nachzulasien, abzu- stumpfen. .Unb bann flog irgendwo in der mitternächtigen Stille ein Ton auf, ein leises Klirren, so, wia wenn Stahl auf Stein schlägt. G.immemd glitzerte das Mondlicht auf dem schmalen, vereisten Felsband vor uns, und unwillkürlich drückte ich mich näßer an die überhängende Wand, die nächsten Sekunden muhten die Entscheidung bringen! Wieder dieses feine, klirrende Anschlägen vor uns, unter uns, — dann tauchte eine Gestalt auf, jede Linie grell beleuchtet wie von -einem Scheinwerfer: ein LInisormrock, allmodisch im Schallt, zur Seite einen Hirschfänger, den doppelläufigen Stutzen schuhberell. — Längst lag der Dinzenz von Andrian im Anschlag, da ... er schien zu wanken, ein gurgelnder Aufschrei ... „Hubertus Sllvesterü" Der drüben fuhr auf, rih die Büchse hoch ... klatschender Kugelschlag, hell blitzendes Mündungsfeuer ... Mein Freund knickte in die Knie, breitete dir Arme, als suche er nach einem Hall, rollte seitwärts über den Abgrund hinaus ... (Fortsetzung folgt) auf die Hausbewohner gemünzten Redensarten, die den Mann schließlich veranlaßten, das Haus zu verlassen, und die Uebeltäter zu stellen. Er kam bei ihnen aber schlimm an; sie rissen ihn auf offener Straße nieder, schlugen ihn dann mit Fäusten und traten mit beschuhten Füßen rücksichtslos aus ihm herum, so daß er an vielen Stellen, namentlich im Gesichte, blutete. Zwei von den Angeklagten ermunterten noch die anderen zur Fortsetzung ihrer Tätlichkeiten durch aufreizende Zurufe. Diese beiden, die Wohl auch die Rädelsführer waren, erhielten Geldstrafen von je 100 Mark. Sämtliche Angeklagten haben auch dem Verletzten eine Buße von insgesamt 250 Mark zu zahlen, für die sie solidarisch haften. Wirtschaft. Aoch geringe Zunahme der Arbei sloflgkeit Am 15. Februar betrug die Zahl der Haupt- unterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung und der Sonderfürsorge bei berussüblicher Arbeitslosigkeit nach den vorläufigen Berechnungen rund 2,3 M i l - Honen; davon entfielen etwa 1,55 Millionen auf die Arbeitslosen'-'ersicherung. Zur gleichen Zeit bezogen 155000 Personen Krisenunterstützung. Ende Januar gab es nach den endgültigen Zahlen in der Arbeitslosenversicherung und der Sonderfürsorge 2,255 Millionen Unter» i stützte. In diesen beiden Gruppen ist also in den zwei ersten Februarwochen eine Steigerung um rund 50 000 Personen, in der Krisenunter» stützung um rund 10 000 Personen eingetretea. Gegenüber dem großen Anwachsen der Arbeitslosigkeit in den vorausgegangenen Monaten hicklt sich demnach die Zunahme in verhältnismätzig engen Grenzen. Deutsche Girozentrale, Deutsche Kommunalbank. Die Deutsche Girozentrale, Deutsche Kommunalbank tonnte im Geschäftsjahr 1928 der Umsatz von 24,22 auf 29 25 Milliarden Mk. steigern. Rach Abzug der Tilgungen erhöhte sich der Gesamtbetrag der in Umlauf befindlichen Anleihen (alles in Will. Wk.) von 312,0 auf 475,5, darunter 165,2 (94.2) Auslandanleihen. Einschließlich 302 (21,2) sonstige langfristige Darlehen ergebt sich ein Gesamtumlauf von 505,7 (333,2), davon 57,9 (51.8) mit fünffachem Rückzahlungswert. Langfristige Tilgungsdarlehen fliegen von 357,2 auf 479,7, und sonstige langfristige Darlehen von 4,3 auf 58,7, so daß die gesamten Darlehen mit 538,5 (361,5) ausgewiesen werden. Debitoren sind von 20,5 auf 148,4 angewachfen. Der Anteil der privaten Kreditgesellschaften ging weiter zurück. Das Konto Wertpapiere erhöhte sich von 39,8 auf 59,2, Kassenbestände usw. von 0,1 auf 0,4. Rotenbankguthaben blieben mit 0,9 fast unverändert. Schecks und Wechsel stiegen auf 12,1 (8,9), Rostroguthaben auf 100.2 (82,4). Reports und Lombards erhöhten sich auf 16,7 (9,2). Das Betriebskapital hat sich durch Einzahlung einer Beteiligung der Landeskreditlasse Kassel um 0,88 auf 39,75 erhöht. Rücklagen stiegen von 3,42 auf 3,77, außerdem Gläubiger aus 326,0 (253,6). Gewinne an Zinsen betrugen 4L5, an Provisionen 2,18 (4,43 bzw. 1,80). andererseits beanspruchten Unkosten 4,1 (4,1). Steuern 0,3 (—), Abschreibungen 0,5 (0,1), so daß ein Detriebsüberschuh von 2,2 (2,0) verbleibt. Hiervon sollen der Sicherheitsrücklage wieder 0,2 zugeführt werden, während die Verzinsung der Anteile der Mitglieder usw. 1,99 (1.69) erfordert. Aus der Besprechung ist besonders bemerkenswert, daß die Sparkassen auch im kommenden Llahre für Hypothekarkredit weitere Wittel zur Verfügung stellen werden, die 40 Prozent der neu angesammelten Spareinlagen ausmachen. t * 10 Prozent Dividende bei der G e - meinschaftsgruppe Deutscher Hypo - thekenbanken. Wie WTB.-Handelsdienst erfährt. werden die der Gemcinschaftsgruppe Deutscher Hypothekenbanken angehörigen Institute chre Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr mit 10 Prozent gegen 9 Prozent im Vorjahre vorschlagen. * Preußische Central-Bodenkredit- Aktiengesellschaft. Aus dem Bericht über das Geschäftsjahr 1928 der Preußischen Centralboden ist zu entnehmen, daß die Geschäftsausdehnung und innere Festigung der Gesellschaft gute Fortschritte gemacht haben. Der Nettozuwachs an emittierten Central-Pfandbriefen und Kommunal- Schuldverschreibungen beträgt 114,84 Mill. Gold- mark. Der Gesamtumlauf (emschl. Mittel der Ren- tenbank'Kreditanstalt) beträgt 424,60 Millionen Mk. Läßt man die Liquidations-Pfandbriefe mit Rücksicht auf ihren Ursprung und besonderen Charakter außer Betracht, so ergibt sich für das Berichtsjahr eine Nettozunahme in Ern.ssionspapieren von 80,36 Millionen, unt| zwar von 60,76 Millionen Goldmark in Zentval-Pfandbriefen und 19,60 Millionen Goldmark in Kommunal-Schuldoerschreibungen. In der Zunahme des Berichtsjahres sind 5 Millionen kapitalertrag^ssteuerpflichtige Pfandbriefe enthalten, die in Holland begeben sind, und deren Erlös zu besonders künftigen Bedingungen der Landwirtschaft zugc^ührl wurde. Der Reingewinn beträgt 2,65 (im Vorjahre 2,33) Millionen Mark. Nachdem den Reserven rund eine halbe Million Mark zugeführt fint^ kann eine Dividende von 10 Proz (i. V. 9 Proz.) auf ein Aktienkapital von 18 Millionen ausgesch'ütter werden. Die Verwaltungskosten betragen 1,50 (t. D. 1,30), die Steuern 1,64 (i. V. 0,88) MilliovLn Mark. Die Erhöhung der Derwaltungs- kosten wird auf die erheblichen Kosten zurückgeführt, । die bei der Bearbeitung bei Aufwertungssachen ent- \ standen sind, die annähernde Verdoppelung der Steuern auf die Erhöhung des Aktienkapitals, der Reserven und die Steigerung des Gewinns, sowie auf die Forderung von Nachzahlungen für 1926 untx 1927. Im Verhältnis zum Reingewinn be- traegen die Steuern 66 Prozent gegenüber 12 Prozent im Jahre 1913. ’ Fusion A.-G. für Verkehrswesen- Deutsche Eisenbahngesellschaft A.-G. Zwischen der A.-G. für Verkehrswesen, Berlin und der Deutsche Eisenbahngesellschaft A.-G., Frankfurt a. M. sind Fusionsve. hndllmgen perfekt geworden mit folgendem vZrgebnis: Die Stammaktien der Deutschen Eisenbahng^sellschast A.-G. in Höhe von 10,5 Mill. Mark werden auf der Basis von 1:1 gegen Aktien der 21.»®. für Verkehrswesen umgetauscht. Die Fus on gilt mit Wirkung vom 1. Januar 1928 ab; für das Jahr 1928 erhalten die Stammaktionäre der Deutschen Eisenbahngcsellschaft für jede 2lltie von 600 Mark je 60 Mark gleich 10 Proz. abzüglich der Kavitalertragssteuer. Die 5000 Mark Vorzugsaltien der Deutschen Eisenbahngesellschaft werden ein gezogen. Von der Fusion werden erhebliche Ersparnisse in der Verwaltung erwartet. Das Lllt'.enkavital der A.-G. für 2kr- kehrswesen erhöht sich durch die Fusion auf 40,5 Mill. Mark. Es ist alsdann eine weitere Kapitalerhöhung beabsichtigt, wobei auf die 2TEtien der 21.-©. für Verkehrswesen, einschließlich der 10,5 Mill. Mark, die aus dem Umtausch der Deutschen Eisenbahngesellscha't-A tien henühren, 6,750 Mill. Mark neue Aktien im Verhältnis 6:1 entfallen, die zu einem günstigen Kurs an- geboten werden sollen. Rindermarkt in Gießen. Der Auftrieb zum heutigen Rindermarkt in Gießen betrug 636 Stück Großvieh und 110 Kälber. Der Auftrieb und der Handel waren vom Wetter stark beeinflußt, so daß der Handel weniger flott war und Ueberstand verblieb. Bezahlt wurde für Kühe 1. Qualität 550 bis 650 Mk., 2. Qualität 300 bis 450 Ml., 3. Qualität 180 bis 300 Mk., Schlachtkühe 150 bis 250 Wk., Rinder, 1- bis 2jährig, 120 bis 200 Mk., Kälber, das Pfund Lebendgewicht, 50 bis 55 Pf. Bessere Tiere erbrachten Preise über Rotiz. jytainiuvter Börie. Frankfurt a.M, 5.Marz. Tendenz: abgeschwächt. — Bei Beginn der hru.igen Bör.e machte sich wieder eine stärkere Zurückhaltung geltend. Der schwache Vrr.auf der gestrigen Börse drückte auf die Stimmung und hatte eine Abschwächung der Tendenz im Gefolge. Die Verluste vlieben jedoch vec- hältr.ismäpig gering, da größeres Angelo, nicht eintrat Das Geschäft bewegte sich in e.;gftem Rahmen und beschränkte sich nur auf die in letzter Zeit im Vordergründe stehenden Werte. Gegenüber der gestrigen Abendbörse gingen die Verluste nur ganz vereinzelt über 1,5 Prczent hinaus. Etwas starker angeboten waren A.to- werte, die heute weitere 2 Prozent einuüßten. 21m Bankenmarkt lagen auch Reichs.a..k gedrückt und verloren zur ersten Rot.z 2,2j Prcz.nt. Weia.lrank 1,5 Prozent ichwächer, Commerzbank gut gehal.en. Am Chemiemarkt waren 2.-G.- Farben mit minus 1 Prozent etwas lebhaf.er gehandelt. Von Elektrowerten büßten Siemens 1 Prozent ein. Bei gut behauptetem Kurse bestand einiges Interesse für A.E.G. und Elektrische Lieferungen. Montanpapiere zeigten bei geringen Umsätzen weiter eine gewisse Widerstandsfähigkeit, die Veränderungen erreichien nur Bruchteile eines Prozentes. Für Kupserwerte machte sich weiter einige Rachsrage geltend. Don internationalen Werten eröffneten Svenska 2 Mk. schwächer. Zellstoff Waldhof 1,5 Prozent niedriger. Renten still. Deutsche und Ausländer gut behauptet. 3m Verlaufe kam das Geschäft fast vollkommen ins Stocken. Die weiter bestehende Or- derlosigkeit drückte in stärkerem Matze auf die Stimmung, doch war eine gewisse Widerstandsfähigkeit unverkennbar, so daß die Kurse gegen I Anfang meist behauptet blieben, oder nur um Bruchteile eines Prozentes nachgaben. A.n Geld- | markt erfuhr der Sah für Tagesgeld mit 7 Prozent eine leichte Entspannung. Am Devisenmarkt lag Spanien stärker angeboten und schwächer, j Man nannte Mark gegen Dollar 4.2141, gegen : Pfund 20.455, London-Kabel 4.852 250, gegen j Paris 124.2350, gegen Mailand 92.66, gegen Madrid 32.10, gegen Holland 12.1150. öei’U. jorie. Berlin, 5. März. Nach dem zurückhaltenden Dormittagsverkehr zeigte der Beginn der heutigen Börse ebenfalls eine sehr ruhige Haltung. Die Märkte lagen ziemlich still, um so mehr als ungünstige Momente vorliegen sollen. Man gab als Grund für die eintretende erhebliche Abschwächung einerseits ein schwaches Neuyork, anderseits die schlechte Lage des Geldmarktes an. In Wirklichkeit wirkte sich aber nur die bestehende Geschäftslosigkeit aus. Eine Diskonterhöhung am Donnerstag in London hält man in informierten Kreisen für so gut wie ausgeschlossen. Aus Paris liegt noch nichts Neues vor, doch scheint die Regelung der Reparationsfrage eine normale Abwicklung zu nehmen. Nur bei Mexikanern wirkten sich die U n • ruhen in Mexiko aus. Zu den ersten Kursen war eine einheitliche Tendenz nicht festzustellen. Es überwogen bei äußerst geringem Geschäft die Abschläge, die im Durchschnitt bis zu 1 v. H. betrugen. Darüber hinaus waren Bank für Brauindustrie, Reichsbank, Adlerwerke, Bayerische Motorenwerke, Julius Berger, Spritwerte, Deutsche Allantische, Svenska und Polyphon bis 3 v. H. schwächer, diese Werte verloren dis zu 5 und 6 v. H. Als fester sind von Nebenwerten Thörls Del, Wiking Zement, Lorenz und A.-G. für Verkehrswesen zu nennen. Letztere im Zusammenhang mit der beschlossenen Fusion mit der Deutschen Eisenbahngesellschaft und der zu erwartenden Kapitalerhöhung mit einem Bezugsrecht von 6:1. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer schwächer. Mexikaner im Zusammenhang mit den Unruhen bis 1 v. H. gedrückt. Pfandbriefmarkt ruhig. Liquidationspfandbriefe und Anteile uneinheitlich. Rentenbriefe weiter freundlich. Der Geldmarkt war unverändert und angespannt, hauptsächlich im Zusammenhang mit der heute fälligen Industriebelaftung in Höhe von 125 Millionen Mark. Auch im Verlaufe drückte die Geschäftslosigkeit auf die Kurse, und es traten neue Kursrückgänge von 1 bis 1^ v. H. ein. Bayrische Motorenwerke verloren weitere 3,5 v. H. Aucy Polyphon erneut bis 3 v. H. niedriger. Svenska büßten im Verlaufe weitere 3 Mark ein. Svanttiu^-'r i-vriwrse. Frankfurt a. M., 5. März. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.") Der Produktenmarkt verkehrte heute in ruhiger Haltung. Die unverändert belassenen Auslandnotierungen konnten keinen Einfluß auf die Tendenz ausüben. Für 3nlandbrotgetreide bestand einiges Interesse, doch blieben die Preise vollkommen unverändert. Es wurden notiert: Weizen 24.00, Qtoggen 23.75, Sommergerste 21/5—24.50, Ha'er (inl.) 2 .50 b'.s 24.75, Mais 24.50, Weizenmehl (südd. Spez. 0) 34.00—34.75, Roggenmehl 30.75—31.75, Weizenkleie 14.25—14.35, Roggenkleie 15.25. — Tendenz: ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 4. März. Der Eintritt milderen Wetters und die Hoffnung, daß mit.Anhalten desselben die an den Binnen- und Küstenplätzen eingefrorenen Partien von deutschem und ausländischem Brotgetreide in Bewegung gesetzt werden können, verursachte zu Wochenbeginn eine schwächere Tendenz am Produktenmarkt. Namentlich im handelsrechtlichen Lieferungsgeschäft zeigte sich verstärkte Rea- lifationsneigung, so daß Weizen in den späteren Sichten, Roggen per März und Mai 1 bis 1,75 Mk. im Preise nachgeben mußten. Die heute besichtigten 420 Tonnen Roggen wurden für kontraktlich lieferbar erklärt. Das Inlandangebot von Brotgetreide hält sich weiter in mäßigen Grenzen, jedoch zeigten sich die Eigner zu Preisreduktionen im Rahmen von etwa 1 Mark bereit. Die Auslondofferten waren völlig unverändert, Kaufneigung bestand jedoch am hiesigen Platze kaum. Die Belebung des Weizenmehlgeschäftes hat nicht anhalten können und auch zu vereinzelt um 25 Pfennig ermäßigten Mühlenofferten deckt der Konsum sowohl im Weizen- als auch im Roggenmehl nur den laufenden Bedarf. Hafer wird zu Samstag-Preisen vorsicht'g auf- genommen. Gerste weiter in schleppendem Geschäft. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer, 220 bis 223, März 234,50 bis 234 75, Mai 243 bis 242.50, Juli 251,50 (matter); Roggen, märkischer, 204 bis 207, März 218 bis 217,75, Mai 228,75 bis 228,50 (schwächer), Juli 235; Braugerste 218 bis 230, Futtergerste 192 bis 202; Hafer, märkischer, 199 bis 205, März 216,50, Mat 228,50 bis 228,75, Juli 238,50; Mais, zollbegünstigter Futtermais, 247 bis 248 (ruhig). (100 kg): Weizenmehl 26,50 bis 30 (behauptet); Roggenmehl 27,40 bis 29,50 (ruhig); Weizenkleie 15,50 bis 15,75 (ruhig); Welzenkleie- mslasfe 15,10 bis 15,20; Roggenkleie 14 65 bis 14,75 (ruhig); Viitoriaerbsen 43 bis 49; kleine Erbsen 27 bis 33; Futtererbsen 21 bis 23; Peluschken 24 bis 26; Ackerbohnen 21 bis 23; Wicken 27 bis 29; Lupinen, blau, 16 bis 17; Lupinen, gelb, 22 bis 23; Serradelle 48 bis 53; Rapskuchen 20,40 bis 20,60; Leinkuchen 25,40 bis 25,60; Trockenschnitzel 14,60 bis 14,90; Sojafchrot 23,30 bis 23,50. (50 kg): Kartoffelflocken 21 bis 21,50 Mark. Kirchliche Nachrichten. Mittwoch, den 6. März. Sladtkirche. 6 Uhr: Pasfionsandqcht; Pfarrer Mahr. Freitag, den 8. März. Kapelle des Alten Friedhofs. 6 Uhr: Passionsandacht; Pfarrer Lenz. Lprcchstundcn der Redaktion 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachm llag geschlossen. Gewlnnauszvq 5 Klasse 32 übdeuffch« (25b. Pkrutz) Rlaflen-VPitettr Ohne Gewädr Nachdruck Mibnfen Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich bode Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer tu den beiden Abteilungen I und II 21 Ziedungsloa 4 März 1929 3n der Bormittagsziebung wurden Gewinne über 15U M gezogen 2 •etotnn» ro 2UOOUO «<- 49'272 4 »«»inne tu 3000 4N. 99921 390301 18 ©etPinne .u 2000 -M. 74655 89494 100988 225441 235476 308887 351365 374554 384587 34 ettn.nn# .u 1000 M. 6546 14195 30350 37099 151273 152366 161544 179266 204629 237738 276787 282636 299726 362001 376183 386683 395981 84 «ftolrnir 8n 500 1214 4214 4944 21049 22258 39297 45290 48184 62989 67781 7cöl4 84050 84263 96782 109553 123388 127638 134625 140350 159719 180805 182886 186918 203390 213109 233305 233687 245299 253650 254773 258908 277130 291156 292841 296843 306572 309688 314818 327716 355454 365613 378683 262 E-wmn- .u 300 M 20209 22529 25314 26657 34266 35627 44089 44240 47214 48751 54498 37471 62235 64166 66755 68939 69929 75201 83810 85167 87290 88719 89417 91405 9'507 91958 92338 100331 102051 104998 106470 107691 109718 113986 121199 121859 125481 126348 131642 133766 136103 1365'3 139195 140049 144526 152695 153691 155901 162558 1633’5 164253 170779 174099 175714 176823 177850 178174 181311 185139 186954 190093 191088 199498 202323 205698 210260 214180 216859 223449 227075 228354 231651 232298 234333 237264 243825 245414 255.357 260536 262514 265268 268718 269788 275291 279564 281551 282706 285345 286936 288515 288517 290790 291949 293854 294219 299585 299592 301050 301979 303411 305392 306583 308150 311155 316711 317996 318622 319117 319850 326863 326980 329394 329639 331866 337837 338074 343147 344791 348499 354210 369'60 372229 375702 379441 380327 38'683 383638 394168 395255 396532 399080 In der Nachmittags.peKung wurden Gewinne über IdU M. gezogen 4 Oetoinne iu 10000 M. 186138 314572 12 »elPinne #u 3000 55283 180214 185352 189084 195277 196225 209643 211871 2'4 -6g 22'042 223911 229988 236406 239261 249'68 267519 282238 298447 310310 322025 331350 348327 357166 359216 366587 212 ®em-nn» .u 300 Oll 6067 10933 14081 24301 39349 46977 52365 <1434 58632 61181 658'8 74380 76004 76038 80543 9'336 98438 101561 101672 107188 115253 117402 122968 12 m30 128785 129364 136'165 141420 142037 149'04 150429 154344 164558 168230 173270 173973 174679 175059 183500 189613 190470 194352 200550 200950 204046 204798 210691 216783 221567 223682 224175 224364 225772 226547 231473 238999 239117 239605 239894 248827 249776 250341 255563 256767 258442 260052 265825 274357 287382 292846 298288 302077 309479 311419 312716 317200 3'9804 321317 325927 328287 330823 332I85 332615 333884 334066 336529 338955 33w899 341688 342723 345877 350782 3535Ö7 353763 354093 356461 356703 367679 37.1922 372051 374000 383327 391537 391702 393538 398879 Die tn der heutigen Vormitlag-ziehung gezogenen beiden Hnuptgeimnne von je 'DL fielen auf Nr 49 272 tn Abteilung I nach Sommer» -sld (Bez. Fraukfnrt/Oder), tn Abteilung ll nach Üanbdbiit (Bayern). Im (Äemtnnrade nerbsieben: 2 Prämien zu 5OOT100 2 Gewinne zu 50000, 4 zu 25000, 20 zu 10000, 16 z« 5000, 102 ui 3000, 220 zu 2000. 482 zu 1000. 1258 • zu 500, 3282 zu 300 ML Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 Prozent. LombardzinSfuh 7,5 Prozent. -Vaniffun a M. 1 Berlin Frankfurt a M. Berlin .tranlfun a. M. Berlin Berlin, 4. März Geld Brief Schluh- Kur? l Uhr- fture Schluß. lAntang- Kurs 1 Dur« Schluß. Kurs 1 Uhr- Sure Schlutz- Kurs Anfang Kurs Scklust- klurs I-Utzr- Kurs Scklust- Kurs Anfang Kurs tftaiuoiucne noren. . . vollandische Noren. . . 6,335 68,21 22,09 111,98 16,445 168,89 22,17 112,42 •59.35 2.50 112.62 81.28 64.94 12,495 73,51 a W. Tamm 4.3. 5.3. 43. 5.3. Datum 4-3. 5.3. 4-3. 5.3- 2) al um 4.3. 53. 4-3. 5.3 Norwegische Noten...... Deutsch Ocsterr,4100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schwei,er Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten..... Devisenmarkt Berlin SA> Di. Reichsauteihe •. 192/ . Dt. änl.-'2Lbläi..Sd)uU> mit 8Uiß los.-Reckuen ..... Desai, ohne Auslos^Rechle . . • 7% Arant). Hnp.-Bk. Goldps. un kündbar bis 1938..... *%% Rheinische Hyp^Dank Stau Goldps........... A.E.G. aba. BorkrtegS-Obligatton. rückzahlbar 1932 87,25 i 54 13,2 so 82 i i i 87,5 54 13,1 1 i 1 •2US.lt) ...........t- Bergmann . ........ 9 Elektr. Lieferungen..... 10 Lickt und Rraft ...... 10 .gelten L Guilleaume.....6 Ges. f. Elektr. Untern.. ... 10 Hamb. Elektt. Werke .... 10 Rhein. Elektr.........S TÖT 209 164 211 137,5 230 164 210,5 ITT 209 164.25 210,5 138,5 230,6 148,75 163 nnr 207,75 210 230 162,25 Dyuwv vo-zmann....... Heidelberger Cement.... 10 Cement.Karlstad,......8 Wayh & Freitag......10 Schultheis Patzcnhofer . . . ll Lstwerkc.........12 18er. Klanzstvff......if Bcmberg.........14 125,5 137,5 174 137,5 125,75 129,75 285,5 242,5 437,5 QR1 124,5 283 240 431,5 378 261.25 2,48 112,18 80.96 64,66 12.435 73.21 -Srantfux t 86 — — — Schlei. Elektr........10 Sckuckcrt..... 8 Siemen» 4 HalLko . • • • • 12 Trarulradio . . ....... 6 377 376 205 225 376,75 151.5 205 224.9 376,25 151,25 Zellstoff Waldhof.....12 Zellstoff Aschaffenburg ... 12 190 260,5 262 189.5 Telegraphische Auszahlung. 4% Schweiz. ®uuöe=b.*21nL. . . 4% Oefterreichische Goldrte.. . 31,5 31 — Charlottenburger Wasser ... 7 Dessauer GaS........k _ 120,5 216,5 120,5 215.75 4. 9T n 5. März 4,20% Ocllerr. Gilbentc. . . . 4% Lclterretch. eintzeill. Rte. . d% Ungarische Goldrte..... 4% Ungarische StaatSr. v. 1910 — — 3,05 — Lahmener 6 Go...... . 10 Buderus..........6 163 82 163 81,6 163 82.25 Daimler Motoren......0 Demag ..........0 Adlerwerke Lieber......6 Ludw. Loewe ....... 10 61 — 61.75 51,9 60,50 51.75 Amtliche Notierung Weib । Brie' Amtliche Notierung Geld Bries 25 25 25,1 Deutsche Erdöl.......6 Essener Steinkohle......® Gelsenkirchener ... f. 54 3- < Harpener..........6 Hoesch Men. ........ 8 Me Bergbau..... 8 Llöcknerwerke ........ 7 131,5 — 124,6 122,5 123,75 62 60 62.5 214 38.5 89.5 265,5 63,5 60,25 212,5 264,5 anvt.' Roll- Bll'n.-AireS 168.57 1,771 168.91 1,773 168.60 1,769 168,94 1,773 50,555 112,47 112.45 112.65 10,613 22.09 20.468 4,2183 16.48 81,135 63.98 1,871 0,501 4H% desgl. von 1913 .... 4% Ungarische Kroncarte..... 4% Türk. Hollanleihe v. 1911 . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl. Serie 1 ....... 4% de-sgl. Serie II...... 2,15 11,1 10,6 10,9 11,4 2,15 11,3 10,6 10,8 2,2 11,25 11 131,5 141 213,5 — 131,9 140,5 124,5 215 108 123,9 124 125.5 94 102,25 97,13 293,75 128.25 141.5 34,25 70,25 209.25 214,5 315,5 249,25 131.5 140 124 107,5 123,9 123 124,9 102,4 97.25 293,5 128,25 Rat. Automobil.......0 Lrenstern * SopDd.....5 Leonhard Tietz.......6 Bamag-Megutn.......0 .Franks. Maschinen......6 (Yriyncr.........11 Heyliaenstordt ....... 0 IunghanS..... 4 Leckwerke........... Mainkrastwerke.......k> Mkag. . ■ ......... 62.5 MIM Brss.-Antw Lhristiania. Kopendagrn Stockholm - HclnngforS. Italien. . London. . . 'J.’eutjoct . . Poris. . . Schwei, . . Sva i:a. Iavcm . . - ■Hio de Han 58,44 •12,25 112,22 112.44 10,589 22,045 58,56 112,47 112,44 112,66 10,609 58,435 112,22 112,23 112,43 10,593 22,05 20,428 4,2105 16.44 80.975 63.86 1,867 0,499 1% Rumänen convert. Rte. . . • 4’4% Rumänen Koldanl. von 1913 Wg. Deutsche Eisenbahn . . 4Y* Hamburg-Amerika Paket . • . £ Hamb.-Südam. Damvssch- • - £ Hansa Dompsschiss .... IC Norddeutscher Llond . . . . . t >lilg. Deutsche Ereditansi. . . 10 Lärmer Bankverein .... 10 Berliner Handelegesellsch. . - 12 Commerz- und Prioal-Bank . U Lärmst, u. Nationalbaul . • 12 deutsche Bank......w 111 ££ 128,75 19,25 .30,3 190,5 170 128,4 140,5 141,5 231,5 197 28u 171 129,13 ManneSmanu........ 8 ManSselder.........7 Lberschlei. Ltsenb. Bedars . . . 6 Öberschlei. Lokswerke.....8 Phönix Bergbau......5% Rheinische Braunkohlen. . . V Rheinstahl . . L ¥* Jahr *'/. 124,75 124,9 97 294.25 124,5 15 73 113,25 143 - - 26,4 IUU.Z3 71,75 142.25 144 20,427 1,2090 16,435 80,95 64.22 1.879 20,46 4,217 16,47 81,1 64.3 1,88 0.50 3 — _ 169,6 127.25 140 25 142 231 197 279,5 171,5 128,5 _ Peters Union..... . . S — 1.501 128.75 139,75 142 231 Gebr. Roeder ....... lö Voigt 4 Haesfncr......k Südd. Zucker ........ 8 — Wie» in D - 197 Bereinigte Stahls......1 * * 4 * * * Ctaoi Minei,.......2sl «all Aschersleben.....1< 94,25 209 213,5 311 50,25 i i 94,25 70 210,5 215,25 310 249,50 IU* 144,25 144?5 213 143.5 — Cefi. abgest Prag - . . - Bcl irad . . Bndavrlt - - Bul arten Lissabon Tani'g. . . .«onft ntin. Liken- . . (Sanaba U ru nal) . Egirg . , . 59,16 12.469 7.389 73,37 ,,041 18.61 il .66 2.071 5,44 59,28 12,489 7.403 73,51 3,047 18.65 59,155 12,468 7,390 73,365 3,037 18.62 59,275 12,488 7,404 73,505 3.043 18.66 279,75 171,25 Kaliwerk Salzdetfurth ... U tz. G. Forben,Indutzrie ... r. Dynamit Nobel ....... t 248,75 Banknoten TiSkouto-Geselllckast Lut.. . 10 Dresdner Bank - - - w Liitteldeutjch» Creditban! . • • 8 * * * •64.6 171 169,5 164,75 170,5 '64,5 170 Berlin. 4- Mär; oielb lief 81,8 2.075 5,35 81,66 2,072 5,44 81,82 2,076 5,46 Scherdeanstall ....... 9 Goldschmidt ........ ö 172 90,13 93,5 90,25 93 ^uuruanutDf ‘Jloien..... belgische Noten ....... Dänische Noren........ Englische Noten........ 4,195 i.2lS 58^7 112.39 20-485 Metallbank...... • -® HeichLbank ...*•••• 12 * 14 133 306,5 131,5 304,75 132,75 305 305 RtogerSroede ........ 6 Metallgeselllckaft. . • • • • 11 90,25 94 95,25 □0,W 111,95 20,405 4,190 4,296 20,954 4,198 4,304 20,394 4,188 4,296 20,95 4,196 4,304 20,99