Nr. SO Erster Blatt 179. Jahrgang Dienstag, 5. Zebruar 1929 $r|d)ttnt täghd),«niher Sonntags and Feiertag«. Beilagen Die Illustriert» Wtfctner FamiltenblLtt« Heimat im Bild Die Scholle. 8«pgtprei r für 2 Woche«: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Iriget» lohn, and) bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanschlüsse: 51, 54 nnd 112. Rnfchrtst für Drahtnachrichten: Lineiaer Eiehe«, postfchemonto: Stantfart am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ürwtf vnö Verlag: Vrühl'sche Univerfttütr-Vuch- unö Steinöruderei K Lange in Sieben. Schnstleitung und Geschäftsstelle: §chu!straste 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höh« für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re> klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Retchspfennig, Platzvorschrift 20° „ mehr. Lhefredaktrar. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Polittk Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An> zeigentetl Kurt Hillmann, sämtlich in ©iefoen. Völlerbrücke and Vrnsenvölker. DaS Slfatzprobiem. Poincarä, dessen Sngstrrnigkell in pshcho- logtsch-pvlrttschen Fragen bei all seiner juristischen Gewissenhaftigkeit unb bei aller Ehrlichkeit seiner Tleberzeugungen immer von neuem erschwerend für die Entspannung in Europa in Erscheinung tritt, hat bei feiner letzten Rede gegen Die elsässischen Auton »misten einen ganz besonders bösen Mißgriff begangen, der ober bisher von der Weltpresse nicht aufgegriffrn worden ist. Er Hal den Elsässern vorgeworfen, daß fle dahin strebten, «ine Drücke zwischen Deutschland und Frankreich zu bilden. Ein Mensch, dem eS mit dem Streben nach Frieden und Eintracht, nach Fortentwicklung der europäischen Böller zu einem GemeinschaftS- bewuhtsein ernst ist, muh sich angesichts eines solchen Wortes an den Kopf fassen. Denn keine schönere Aufgabe wäre für ein Grenzvolk — für jedes Grenzvolk — denkbar als die, zwischen zwei feindseligen oder durch Wißver- stänlmisse und historische Ereignisse voneinander geschiedenen Böllern die Drücke zu bilden. Ob eß sich dabei um das Elsaß mit seinen Bewohnern, um die Sudeten-Deutschen, um die Ungarn im Dartat oder um die Mazedonier handelt: wo immer eine Minderheit auf fremdem Boden siedelt, kann sie ja nur entweder Zankapfel oder Bindeglied sein, wenn sie nicht ihre eigene Existenz. ihve Sprache und Kultur, also ihre vollsmätzige Zugehörigkeit zu dem Stamnwoll jenseits der Grenzen aufgeben unb verleugnen will. Der Begriff der Minderheit unb ihrer Rechte ist von den ehemals alliierten Mächten bei Kriegsende auf gestellt und in einer Reihe von Frieden s- verträgen und Minderheitenäbkonunen juristisch verankert worden. GS ist also erstaunlich, daß man gerade in Frankreich dafür so wenig Bei» ständniS habe« sollte, und daß man mit einer törichten Kurzsichtigkeit, wie das z. B. der „remps" jetzt toteber tut, die autonoimstischen Bestrebungen im Elsaß Deutschland und einet angeblich deutschen P ropaganda in bte Schuhe zu schieben sucht, über deren Geldmittel Pomcars phantastische Zahlenangaben gemacht hat. 3n der Liberi finde-,, wir dazu die Feststellung, Irland habe da- Home Rule, Schottland fordere eß ebenfalls und in Südslawien sei eine Umwälzung eingetreten; im Grunde werde also überall die Auffassung vom Einheitsstaat etwas angegriffen und der Gedanke, die Bereinigten Staaten von Europa und dann die Bereinigten Staaten der Welt zu bilden, sei ein Traum gewesen, der in Straßburg, in 2Igram, in Dublin und anderswo gescheitert sei. 3ft er wirklich dort gescheitert? Wir glauben im Gegenteil, daß gerade die Kämpfe kleinerer Volksteile gegen größere innerhalb eines Staatswesens eines der stärksten Argumente für eine solche, zunächst utopische Entwicklung der politischen Gestalt der Welt bilden. Denn wenn nicht über kurz oder lang eine gemeinsame, verständige und befreiende Lösung des Minderheitenproblems gefunden wird, so werden ja all die Millionen, Die auf diesem Gebiet um ihre Selbstbehauptung kämpfen, als Drückenschläger zwischen den Böllern und in ihrem eigenen Interesse dafür kämpfen müssen, den Rahmen der Einzelstaaten mit ihrem engen nationalen Egoismus zu sprengen und zu einer neuen Form der Völkergemeinschaft auszuweiten, innerhalb deren sich die Minderheiten auf evolutionärem, nicht revolutionärem Wege zu ihren eigenen Stammvölkern zurückfinöen können. Es ist also heute nur die Frage, ob man es, trotz Poincar6, zulassen will, daß die Minderheiten innerhalb eines Staates die Drücke zu den Stammvölkern jenseits der Grenze schlagen oder ob man sie durch Unterdrückung dauernd i n eineOppositionsstellungzwingt.die den Frieden gefährdet und späterhin radikale Lösungen im Sinne des Raturtriebes und des Raturrechts erheischt, die das Volkstum heute beansprucht und die ihm durch die neue politische Ethik, durch den Völkerbund gewährleistet sind. Minister Becker 60 Lahre alt. Reichstagsabgeordneter Exz. Dr. Decker (Hessen) konnte am Sonntag seinen 60. Geburtstag feiern. Dr. Decker gehört zu den markantesten Persönlichkeiten des Deutschen Reichstages und unseres politischen Lebens überhaupt Er stammt aus einfachen Berhält-nissen; es ist chm nicht an der Wiege gesungen worden, daß er einmal eine glänzende Laufbahn als Staatsmann und Politiker durchlaufen werde. Anfangs im Iustizberufe tätig, wurde man in unserer hessischen Heimat bald auf ihn aufmerksam und rief ihn in die Finanzverwaltung. Dort erstieg er rasch die Stufenleiter zu hohen und verantwortungsvollen Stellen: mit 47 Jahren war er Finanzminister im Großherzoglum Hessen, im alten Staate eine große und ungewöhnliche Laufbahn. Der llmsturz setzte seinem Wirken im hessischen Staatsdienst ein Ziel; aber auch die Gegner haben zugeben müssen, daß Exz. Decker einer der hervorragendsten Männer war, die das hessische Beamtentum hervorgebracht hat. Er sollte seine Kraft nicht lange brach liegen sehen: die Deutsche Dollspartci Hessens bot i;m die Kam idatur zur Ra ional^rsam . lung an. Deinen Sih im Rcichsparla nent hat er nun ein bolles Jahrzehnt inne. Schon in Weimar galt er als einer her besten Finanzkenner. DarÄer hinaus waren es die Wirlschaftssragen, die ihn allezeit stark bewegten, besonders die Landwirt- Oie Krisis der Diktatur in Spanien. Diktatur und Wirtschaft. Von <5. von Llngern'Siernberg. Bisher hatte Portugal das Vorrecht, die Welt periodisch durch Militärputsche in Erstaunen zu setzen, die zwar meistens unblutig verliefen, jedoch das Land in ständiger llnruhe erhielten. Run scheint aber Spanien allmählich einem ähnlichen Schicksal verfallen zu sollen. Seit ungefähr drei Jahren versuchen die A r - tillertetruppen Prinrv de Rivera zu stürzen, zetteln Meutereien an, die im Fahre 1926 einen sehr ernsten Charakter hatten, da die Artilleriegarnisonen von Getafe (bei Madrid), von Valladolid, Segovia und Pamplona ihre Kanonen auf die Rezierungsgebäude richteten und das Bombardement zu eröffnen drohten, falls die Diktaturregierung nicht Hurücktreien und die Beförderungsbedingungen für die Offiziere nicht abgeändert würden. Durch persönliches Eingreifen gelang cs König Alfonso, eine Katastrophe zu vermeiden und die streitbaren Artilleristen wieder zur Vernunft zu bringen. Auch der groß angelegte Putsch dieser Tage, der anfangs In Eiudad Real siegreich war, da es dem dort garniscmierten 1. leichtere Artlllerie- Regiment gelang, die Regierungsgebäude zu besetzen und die durchgehenden Eisenbahnzüge anzuhalten, ist ohne Blutvergießen zusammengebrochen. Rur in Valencia, dem Herd der spanischen Revolutionäre, gärt es noch und neue Funken drohen zu zünden. Immerhin konnte Primo de Rivera der „Samblea Racional" die Mitteilung machen, daß er vollkommen Herr der Lage sei und daß die Rädelsführer der Verschwörung verhaftet werden konnten. Aber wenn dies« periodischen Meutereien auch mehr grotesk als gefährlich erscheinen und nur beweisen, daß der Geist Don QuijoieS in feinem Vaterlande noch lebendig ist, so haben sie doch auch eine ernstere Seite. Sie erschüttern den Kredit Spaniens und hemmen dadurch die politische und wirtschaftliche 'Weiterentwicklung des Königreiches. Die spanischen Wirtschafts- und Finanzkreise haben nach der Riederwerfung des Putsches eine Entschließung ausgearbeitet, in der sie aussühren, daß es, um ernste Störungen der Währung zu vermeiden, notwendig sei, zu einer normalen politischen Lage zurückzukehren, d. h. die unbegrenzte Diktatur durch eine verfassungsmäßige Regierung zu ersetzen. Kein Spanier, auch nicht seine erbittertsten Gegner, bestreiten, daß sich Pri.mo de Rivera große Verdienste um sein Vaterland erworben hat. Auch sein Bemühen um den wirtschaftlichen Aufbau Spaniens findet Anerkennung, aber er hat es doch nicht vermocht, aus dem Lande einen sich selbst genügenden Wirtschaftsstaat zu machen. Seine Anstrengungen, der heimischen In- durstie zu einer Blüteperiode zu verhelfen, führten dazu, daß sich Spanien mit fast prohibitiven Schutzzoll mauern umgab. Durch ein Dekret vom 9. Juli 1926 wurde z. D. bestimmt, datz alle vom Staate gestützten Industrien — ihre Zahl ist Legion — sich nur .nationaler Produkte" bedienen dürfen, d. h. also soweit sie im Lande selbst erzeugt werden, auch selbst in dem Falle, wenn sie sich teurer als die aus dem Auslande importierten erweisen sollten. Auch werden die Positionen der zweiten Kolonne, soweit sie nicht durch besondere Abmachungen geschützt sind, mit Zuschlagzöllen von 10 bis 25 Prozent belegt Diese Maßregel traf besonders den deutschen Handel sehr hart, da ursprünglich von den schäft und der Weinbau haben in ihm einen klugen Förderer gefunden. Datz der Sohn Rheinhessens dazu noch ein unermüdlicher Sachwalter des besetzten Gebietes und seiner Röte und Sorgen ist, versteht sich bei einem Mann wie Dr. Decker von selber. Dem Ruf eines Deichs- wirtschastsministers in das Kabinett Curw (1922) leistete er Folge. In schier aussichtslosen Um- ständen hat er sein Bestes geleistet, datz wir den uns aufgezwungenen Ruhrkampf bestanden und in einer Weise beenden tonnten, die der Welt zeigte, datz die nationale Seele Deutschland noch nicht gestorben, sondern zum Kämpfen bereit war. Darum i% fein Rame für immer mit dem Ruhrkrieg verbunden, der einen Wendepunkt in der Geschichte Deutschlands bedeutet. Seitdem ist Exz. Dr. Becker wieder in die Reihen der volksparteilichen Reichstagsabgeordneten zu- rückgekehrt und heute der anerkannte Sachverständige der Fraktion in allen Steuer- und Sinandfragen. Die .Handwerksnovelle vom Reichstag angenommen. Berlin, 4. Febr. (D.D.Z.) 3m Reichstag wird die zweite Lesung der Handwerksnovelle zur ©e'j)erjeDrL.nung fortgesetzt. Abg. Findeisen (DBP.) erklärt es für einen Irrtum, datz das 'Handwerk dem Untergang geweiht sei. Es e.,ü.le eine wi.ht.ge Aus- gas e. z mai C e fd) a:u n : r durch Qualitätsarbeit Li. er ho,kommen könne. Mit der Vorlage ist der Renner einverstanden. Abg. Dr. Hummel (D.) glaubt ebenfalls nicht an den ilntcrgang des Handwerks. Die Olt- bet! des Enquete-Ausschusses habe die Wichtigkeit des Handwerks gezeigt. Mit groher Ener- 629 Posittonen für Deutschland nur 115 vom ZusHlagszoll befreit blieben. Die Schutzzollpolitik Primo de Riveras hat allmählich zu einer Teuerung geführt, die für die weniger Begüterten Klassen um so empfindlicher ist, als die Löhne und die Berdienstmöglichkeiken mit ihr keinen Schritt halten. Die spanische Währung, die Peseta, hat sich zwar der Goldwährung genähert und hat bereits seit ein paar Jahren einen fast stabilen Kurs (1 Peseta = 70 Pf.); aber die Absicht, sie endgültig zu stabilisieren, ist nicht durchgeführt worden. Durch einen empfindlichen wirtschaftlichen Rückschlag könnte die Gefahr einer Inflation herausbeschworen werden. Die Warnrufe der spanischen Finanz- und Wirtschastskreise können nicht ohne weiteres unbeachtet bleiben, wenn vorläufig auch gar kein Grund für einen Alarm vorhanden ist. Rur darf die Wirtschaft nicht unter der Prestige- und Grotzmachtpolitik, die Primo de Rivera eingeleitet hat, leiden. Primo de Rivera ist Militär unb feuriger Patriot, er ist Staatsmann aus Intuition und nicht der Erziehung oder dem Studium nach. Ramentlich die wirtschaftlichen Zusam- inenhänge des Weltgeschehens dürften für ihn unübersichtlich sein. Durch eine verschärfte Schutzzollpolitik allein kann die spanische Industrie nicht gefördert werden, wenn sie nicht in Einklang mit der allgemeinen Entwickelung gebracht wird. Seit Jahren richtet nun Primo de Rivera seine besondere Aufmerksamkeit auf die Verstärkung der Armee und der Marine. Gewallige Küstmibefestigungen werden in El Ferrol an der atlantischen Küste angelegt. Molen und Forts werden gebaut, die englische Firma Vickers liefert Geschütze zu 38,1 Zentimeter. Jedes der Kanonenrohre wiegt etwa 90 Tonnen, so daß zu ihrer Beförderung besondere Schmalspurbahnen erbaut werden mußten. Auch Cartagena und M a h o n auf den Balearen werden tn ähnlicher Art ausgebaut. All diese kriegerischen Rüstungen verschlingen natürlich u rege p c u rc Summen, die, da sie an sich un- probuktiv sind, die Steuerzahler schwer belasten. Zu den Landrüstungen kommen die 'Bauten zahlreicher Kriegsschiffe, namentlich fron schnellen, Kreuzern, Torpedobootzerstörern und Unterseebooten, so datz diese militärischen Aufwendungen das Budget übcrmäfpg schwer belasten. Wenn Ludwig XIV. von sich sagen konnte: „L’etat (fest moi“, so ist Primo de Rivera noch mehr allein die Regierung. Bor kurzem Hai er zwar die Verwaltung des Kriegsministeriums an den General Ardanaz-Crespo, und die des Marineministeriums an den Admiral Mateo ©arcia de los Reyes abgetreten, aber in Wirklichkeit bleibt fein Wille allein ausschlaggebend Eine Diktaturregierung ist aber ihrer Ratur nach ohne Kontrolle. Primo ds Rivera kann über die Staatsmittel nach Gutdünken verfügen. Seit er zur Riacht gelangt ist, hat er allen Durchstechereien und aller Korruption einen Riegel vorgeschoben. Riemand hat Zweifel an der absoluten Ehrlichkeit des Diktators, noch toeniger an seinem Patriotismus, aber seine Finanz- und Wirtschaftspolltik droht Spanien in eine Sackgasse zu führen. Der Putsch der Artilleristen Sozialdemokratie und Wehrproblem. Am Scheidewege. Von unserer Berliner Redakfion. Der Kampf um die Stellung der Sozialdemokratie zum Wehrproblem wächst sich immer mehr zu einer ausgesprochenen Parteikrise aus. Es wird jetzt verständlich, weshalb die Partei- leitung sich so lange gescheut hat, dieses heihe Eisen annupacken. Es wird auch verständlich, weshalb der Kanzler eine so eigenartige Taktik beim Panzerkreuzer einschlug: auch er mag gehofft haben, auf diese Weise an der grunbfäö- lichen Entscheidung vorbeizukommen. Das ist chm dank der rücksichtslosen Angriffe aus dem eigenen linfen Flügel gründlich mißlungen, so datz zuletzt doch nichts anderes übrig blieb, als den Stier bei den Hörnern zu packen und einen eigenen Par teitag anzusetzen, der sich im wesentlichen mit dem Wehrproblem beschäftigen soll. Er wird im März zusammentreten. Die Kommission, die seine Beratungen vorbereiten sollte, hat ihren Bericht veröffentlicht und einen Kompromißvorfchlag ausgearbeitet, der dem linken Flügel sehr weit entgegenkommt. Aber doch nicht weit genug. Aus Sachsen heraus ist erbitterter Widerspruch im Gange, der auch durch die Gruppe Levi fleißig unterstützt wird und bis zu der äleberspihung geht, datz die Sozialdemokratie jeden Krieg, auch den Der- teidigungskrieg, unter allen ilmftänben adle h n e n müsse. Was also heißen würde, daß die Sozialdemokraten ruhig zusehen wollen, wenn Franzosen oder Polen das Bedürfnis haben, Deutschland zum KriegIschauplatz zu machen. Es zeigt sich aber immer mehr, daß die Einstellung zur Wehrfrage nur ein Ausschnitt aus dem ganzen Problem ist. Die Sozialdemokratie hat seit 1918 bauernb mit Kompromisses! auch nach der grundsätzlichen Seite hin gearbeitet. Sie ist zwar Regierungspartei geworden, im Reich vorübergehend, in Preußen unb in andern Ländern dauernd, hat aber deswegen ans ihre oppositionelle Haltung dem Staat gegenüber nicht verzichtet, gerade als ob wir gar keine Revolution gehabt hätten und das Reich von 1920 noch genau dasselbe wäre wie das Reich von 1910. Diese Ruß muh die Sozialdemokratte jetzt knacken; auf die kürzeste Formel gebracht heißt das, daß die Partei sich klar werden muh, ob sie an verkalkten Doktrinen hängen bleiben oder als mitfrerantw wörtliche Partei auch den Staat, in dem sie ihre Macht ausübt, stützen helfen will. Wieweit die geistige Arteriosklerose bei ihr gediehen ist, zeigt sich deutlich, wenn man verfolgt, daß von dem rechten Flügel der Sozialdemokraten bis zu den äußersten Kommunisten jeder sich auf Marx beruft. Gerade als wenn es nicht ein Sozialdemokrat gewesen wäre, der einmal das Wort gesprochen hat, daß die Bewegung alles, das Endziel aber nichts sei. Eine Partei, die wirllich Mitarbeiten will, darf sich auf veraltete Schlagworte, wie Klassenkamps, Bourgeois- Staat und dergleichen mehr nicht berufen. Sie muh sich entscheiden, wohin ihr Weg gehen soll: Ob sie die Vorteile.und Rachtelle der Mitverantwortung tragen, dann aberauch denStaal bejahen oder ob sie in der Opposition verharren und die von ihr selbst mitbeschlossene Verfassung als ein Wachwerk antisozialistischer „bürgerlicher Gesellschaftsordnung" b «k ä m p - f e n will. gie unb erheblichem Erfolg arbeite dieser Berufsstand an seiner weiteren Entwicklung. Diesem Ziel diene der vorliegende Entwurf. Der Redner stimmt der Vorlage zu. Abg. Drewitz (Wirtsch.P.) dagegen nimmt die Vorlage nicht enthusiastisch auf. Immerhin könne man von der Rovelle eine Verbesserung wenigstens der Organisation des Handwerks erhoffen, Der Redner beantragt allerdings Heraufsetzung des Wahl alterS für die Handwerkskammern vom 21. auf das 24. Lebensjahr. Die Einbeziehung der Guts- Handwerker in die Zwangsinnungen sei zu begrüßen, da diese nun endlich lernten, sich von den Gutsbefitzern nicht ohne' weiteres ausnuhcn zu lassen. (Unruhe und Widerspruch bei den Deutschnationalen.) Gegen die Stimmen der Sozialdenwlraten, Demokraten und Kommunisten wird die vom Ausschuß gestrichene Bestimmung wiederhergestellt, wonach Zwangsinnungsmeister nicht weiter in ihrer freien Innung bleiben können. Alle übrigen Anträge werden abgelehnt. Das Gesetz wird in zweiter und dritter Lesung gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen. Auf der Tagesordnung fleht ferner die erste Lesung des Entwurfs über die unehelichen Kinder und die Annahme an Kindesstatt. Abg. Frau Iuchacz (Soz.l hat Bedenken gegen die neue Bestimmung des Entwurfs, datz die Erziehung von Knaben dem unePc ichen Vater übm'aijen teerten kann. Man mässe zum min- b'ftcn die Kontrolle des Jugendamts einschalttn. Ganz a''gemcin müsse man über- legen, ob nicht durch neues formales Recht in manchen Fällen auch für das Gedeihen des Kindes viel wichtigeres soziales Recht ausgeschaltet werde. Der Entwurf sei übrigens eine Halbheit, da er vor der wirklichen Gleichstellung des unehelichen mit dem eheliche» Kinde schließlich doch zurückschrecke. Abg. Frau R e u h a u s (Ztr.) erblickt in bie» fern Entwurf eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem ursprünglichen Entwurf. Auch sw hat große Bedenken dagegen, daß die elterliche Gewalt dem Vater übertragen werbe, ebenso fei gleichzeitige Hebertragung an Vater unb Mutter mcht wünschenswert. Die Rednerin bo- grüßt jedoch die Erleichterung der Annahme an Kindes statt an Stelle bet schwierigen Ehelichkeitserklärung. Reichsjustizminister Koch bankt Den Vorrednerinnen für die wohlwollende Ausnahme beS Entwurfs. Eine Halbhell sei der Entwurf allerdings; aber in unserer zerrissenen Zeit fönne man leider kein Programm dis zu Ende durchführen. Man müsse sich mit Reformen Im einzelnen begnügen. Die von Frau Iuchacz gewünschte Einschaltung des Jugendamts sei beabsichtigt. In der Begründung fei ja schon darauf hingewiesen, bah verschiebene Gesetze, namentlich bas Iugendpslegeaesetz, infolge dieses neuen Gesetzes gleichfalls geändert werben müßten. Die Fürsorge des Vaters sei aber doch nicht in allen Fällen von vornherein abzulehnen. Bei der Ramensänderung sei bi« Mitwirkung des Jugendamtes bereits vorgesehen. Wenn die Mutter eine sorgsame Pflegerin sei, solle sie die elterliche Gewalt bekommen, das sei ja auch die Forderung aller Frauenorganisationen. Es müsse eben jeder Einzelfall sorgfältig geprüft werden. In der Unterhaltspflicht, also in der wichtigsten Frage, werde übrigens das uneheliche Kind durch den Entwurf dem ehe, lichen völlig gleichgestellt. Der Entwurf geht an den Rechtsausschuß, Dienstag: Erwerbslosenfürsorge und Ginsteb lungszwang fiir ältere Angestellte. to vLeVeraeschlove». aötr et ist ein Men-ererel mr hie DMoturtosierung gewesen. Deshalb ha- ben Me WirtfchaftSkreffe Spaniens nicht lln- cecht, wenn sie m ihrer Entschließung die Rückkehr zu einer normalen politischen Lage fordern. die sich nicht unbedingt mit der Wiedereinführung des Parlamentarismus zu decke» braucht. Primo de Rivera selbst hat seine Dik° 1 atur als Llebergang zu einer neuen Verfassung bezeichTret. Eine provisorische Lösung. Sein endgültiger Erfolg Primoe Paris, 4. Jcbr. (D3XB.) havas erhall ans San Sebastian eine längere Zuschrift über die Vorfälle, di« stch in Spanien in der letzten Woche abgespielt haben. Aus diesen Mitteilungen seien folgende Stellen wiedergegeben: Ls ist richtig, daß die Regierung rasch f) e r r i n der Lage geworden ist. 3n Madrid zeigte sich nicht das geringste Symptom von An- ruhe, jeff steht aber, daß der kürzliche Aufstand, wenn er auch rasch unterdrückt wurde, d i e ernsteste oppositionelle Kundgebung gewesen ist, die seil Einführung der Diktatur sialt- fond. Valencia zeichnet sich seil längerer Zeit durch seine republikanischen Ansichten aus. Gleichzeitig mit dem Aufstand in Ciudad Real und der Aktion Sanchez Guerras in Valencia fand in Alcoy ein Generalstreik statt. Cs ist nicht erstaunlich, daß die Sozialisten gegen die Diktatur Partei ergriffen haben, obwohl diese nach Ansicht gewisser konservativer Kreise gerade den Sozialisten gegenüber großes Entgegenkommen bewiesen habe. Die Opposition seht sich aus sehr verschiedenen Elementen zusammen: 1. der Artillerie (zweifellos sind die Ereig- nisie iu Ciudad Real mit den Ereignissen vom September 1928 in Segovia in Verbindung zu bringen); 2. der Marine (Cartagena) und 3. konservativen Politikern (Sanchez Guerra Hal viele Freunde und Bewunderer). Man behauptet sogar, datz auch innerhalb der Zivilgarde (Polizeilruppe) Unzufrieden- heit herrsche wegen der Ernennung des Generals Sanjurjo zum Befehlshaber dieser Garde. Das Gerücht gehl um, daß der Befehlshaber der Zivilgarde in Ciudad Real verhaftet worden ist; eine Bestätigung war jedoch nicht zu erlangen. Ein Teil der kompromittierten Militärpersonen ist nach Portugal geflüchtet. Die Festnahme San- che; Guerras, der große Achtung genießt, ist für die Regierung kein Erfolg. Das Gefängnis, in dem Sanchez Guerra sich befand, konnte nicht geheizt werden. Man stellte in die Aelle ein offenes Kohlenbecken; die dadurch entstehenden Gase hätten den Gefangenen beinahe erstickt. Der Erfolg der Regierung ist nicht, weiter als eine provisorische Lösung. Neue Maßnahmen der Diktatur. Die Patriolenliga erhält offiziösen Charakter. Madrid. 4. gebt. (WB.) Die Minister, Präsidentschaft hat in der vergangenen Rächt die Dom König unterzeichneten Verordnungen Der* -ffentlicht, die tm Hinblick auf die Zwischenfälle der letzten Woche beschlossen worden sind. Eine dieser Verordnungen bezieht sich auf die Schaffung einer besonderen Staatsanwaltschaft, die ständigen Charakter haben und direkt von der Ministerpräsidentschaft ab* hängen wird. Unter die Zuständigkeit dieser Staatsanwalt Ich ost fallen alle Fragen, die die Sicherheit des Staates und der Behörden betreffen. Eine andere Verordnung enthalt' RrrSfichrungsbestimmungen zu einer starken Unterstützung der patriotischen Vereinigungen (Union patriotica =— Fa- lzismus in Spanien); so wird die Spitzenorganisation der patriotischen Vereinigungen offiziösen Charakter erhalten und das Recht der Vor- >lahme von Untersuchungen und der Mitteilung von Rachrichten haben, um mit den Behörden zusammenzuarbeiten zum Ziel der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Eine weitere Verordnung versetzt den Winisterrat in die Lage, zeitweilig Beamte von ihrem Posten zu versehen oder ab zu lösen, die eine fcinöfelige Einstellung gegen bas herrschende Regime oder die Regierung beweisen oder in irgendeiner Art und Weise ihrem Prestige Abbruch tun. Eine andere Verordnung regelt die Aufnahme offiziöser Mitteilungen der Regierung in allen Zeitungen Spaniens: bekanntlich ioll jede Zeitung ein Sechzehntel ihres Raumes der Regierung zur Verfügung stellen. Sanchez Guerra auf ein Kriegsschiff gebracht. Berlin, 5. Febr. (Sil.) Die die „D. A. Z." auS Madrid berichtet, hat General Sanjurjo, der von der spanischen Regierung mit der Räumungsaktion in Valencia beauftragt ist, ange- mbnet, den verhafteten ehemaligen konservativen Ministerpräsidenten Sanchez Guerra aus dem Militärgesängnis an Bord des spanischen Kriegsschiffes „Sanalcgaf zu schassen. Sanchez Guerra wurde mit seinem Sohn bereits am Montag an Bord gebracht. Das Schisf erhielt den Auftrag, nach einem geheim gehaltenen Ort auszulaufen. Die Anordnung erfolgte, nachdem am Montagmorgen ein ver- ungHiutcr Versuch unternommen worden war. den Sanches Guerra und seinen Sohn aus dem Militärgefängnis zu befreien. Neue Verhaftungen Paris. 5. Febr. iWTB.-Funffpruch.) Die in der vergangenen Rächt eingetroffenen Rachri cbten aus Spanien besagen, dah dort noch wc'- Icr größte Verwirrung herrsche. Der cohn des verstorbenen spanischen Dichters Vlasco Ibanez, der vornehmlich in Frankreich gelebt hak, soll gestern t>onniuag. afö er I ans Mentvne nach Valencia zurückkchrlc, eben* falls verhaftet worden sein. Der frühere Kriegsminisler Oueipo de Llano und bei frühere Minister für öffentliche Arbeiten, D. i n i c o. feien ebenfalls verhaftet wordea. Schließlich besagt die Meldung noch, daß 18 Re- gimentcr ihre Beteiligung an dem Ausstand zu- gesagt hatten. Die Koalitionsfrage in Preußen. Die Volkspartei fordert zwei Rcsfortö. Berlin, 5.Febr. (VDA.) Die oollsparieiliche Preußenftaktion hat heute ihre Sitzung abgehalten, in der Abg. Stendel darüber berichtete, dah am Samstag Ministerpräsident Brann ihn eröffnet habe, die volkspartei könne bei der Umbildung des preußischen Kabinetts einen Ministerposten bekommev. Rach längerer Debatte wurde einmütig das Bedangen nach zwei Portefeu illes ausgesprochen. Vie wir aus der volksparleilichen Frak- tionsfitzung noch erfahren, ist die ursprünglich erörterte Kandidatur des Abg. Dr. v. Lynern für den Posten de» Finanzministeriums zunächst fallen gelassen worden, zumal der gegenwärtige demokrokische Finanzminister Hopker-Aschoff auch bei der Volkspartei wegen seiner sachlichen Arbeit geschaht wird. Als volksparteiliche Kandidaten für das preuhifche Kabinett gelten zur Zeil die Abg. Dr. Leidig für das Handelsministerium und Dr. Bölitz für das Kultusministerium. Sollte die volkspartel allerdings auf ein Ressort beschrönkt werden, würde sie ein maßgebendes, oid- lcicht das Finanzministerium, verlangen. Für Dienstag vormittag 10 Ilhr ist eine demokratische Fraktioussihung elnberufeu, in der gleichfalls die Koalitionsfrage besprochen werden soll, wobei man hauptsächlich dahin Übereinkommen will, welcher von den drei gegenwärtigen demokratischen Ministern eventuell ;urückge^»geu werden könnte. Die Besprechung zwischen dem preußischen Mi- mslerprasidenten Braun und dem Führer der Land- tagsfrakNon der Deutschen Volkspartei, Abg. Stendel, halte das Ergebnis, daß für die Deutsche Volks- parlei nicht in der Sonkordatsfrage, sondern in der Verteilung der Ressorts die hauvtschwierigkeit gesehen wird. Abg. Stendel erklärte, die Deutsche Volksparkei müsse a n ihrem A nspruch auf zwei Sitze festhalten, da sie sonst nicht ihren Standpunkt im Kabinett ausreichend zur Geltung bringen könnte. Der Ministerpräsident sagte zu, daß er mit den Regierungsparteien erneuf Fühlung nehmen werde. Voraussichtlich wird in den nächsten Tagen eine gemeinschaftliche Besprechung vielleicht im Rahmen des interfraktionellen Auvschusies staktsin- den, zu der die Vertreter der Deutschen Volkspartei hinzugezogen werden. Das Zentrum droht. Berlin, 5. Febr. (Priv.-Tel.) Der Reichskanzler wird am Dienstagvormittaa den Vorsitzenden der Zentrumspartei. Dr. Kaas, und den Vorsitzenden der Reichstagsfraktion des Zentrums, Dr. Stegerwald. zu einer Lin» terrebung über die Stabilisierung der Reichsregierung empfangen. Vorher 'beschäftigt sich die Zentrumssraktion mit der poli- tisch-parlamentarischen Lage. Es verlautet, daß das Zentrum nunmehr ernsthaft beabsichtigt, den Reichsverkehrs mini st er aus der Regierung zurückzuziehen, um auf diese Art den Dang der Verhandlungen zu beschleunigen. Wtttags um 12 Uhr hat der Reichskanzler ein« Unterredung mit dem Führer der volksparteilichen Reichstagsfraftion, Dr. Scholh. Beamtenfragen. Berlin, 5. Febr. (Priv.-Tel.) Die Ereignisse, der letzten Wochen und Monate haben, soweit sie die Interessen der Beamten direkt und mittelbar berühren, statt Klärung der schwebenden Fragen nur eine Fülle neuer Verwicklungen und neuer Unklarheiten geschaffen. Der große Anlauf, der im Herbst Iet)len wahres zur Regelung des Beamtenrechts, der Bcarnten- lausbohn, des Beamtenurlaubs usw. unferno-tn» men wurde, ist einstweilen zum Stillstand gekommen.'und durch die Ablehnung des t ist! Schramm gegen em von der chinesischen Regierung! bezahltoS Qöfeact b von 10000 merikmnschert Dollars (etwa 21000 Wart) wieder in Fvethefti aefetzr worden. ist bereits wieder bei feinet Wisfionsstatt cm tingehroffen, die er indessen v e « wüstet vorfand. Seiner Fvcrn und setner Semttw war fein Leid zugefügt. Die Grippe m England. Die Zahl der an der Grippe geftorb tuen Personen hat in der letzten Woche eine erhebliche Zunahme erfahren. Während in London und in dev großen Städten von England und Wales die Zahl der Todesopfer in der Zeit oom 13. bis 19. Zanuar 1.79 betrug, stieg die Zahl der Toten in der Wachs vom 20. bis 2(>. Zanuar auf 321. In London aff ein! sind die Todesfälle von77auf1 3 8 g e stiege n# haben sich also in den letzten beiden Wochen mehr als verdoppelt. Oie Weiierlage. Montag. d. 4. ^1929,7* aDdS eel° @—1 «TT»' eex tben ort. M) ^Äbäii *1 *eiBi h»l. Jo m D m 'lchofft, bo, '"liegt, uni mit 5 S* WH !®f ireitm m, Wend hit swfes iaaonMA 0 yebüoige M» 1>enfl da 3er* 5 tit Shin» i vvr sei« Ms* Bmdr überfall« hlepdt loordm Herr Srsmdtschaft gierung sofort ua topten Jetzt it «fischen Lsgtenmz 000 merifarifN «ter in MäH sieter bd fdnd nbvta«^» taßambut^ acht M Wo«-» t!>t ein, aorachn MsMäsr un> lotoit ehr da« 2000 am. rgischa Schlotz. remmtlinM mi Mien Stil gulLvelitzer von tten mit Kapper In teil taHtfr Hachschaden Bt» Die Entstehung- ÄamtnBronie p gizroi. W Sestvrb"" oche eine erheblich« London uni m detz mL Mies die M ,13. dir 18. Samar Uten in der Doch« [ In London allem W8 age- k-ZSkA •Ä»g M Mtx» der Pwvinziakhavpistadi. ®tefteii den 5- Februar 1929 Unser neuer Roman. 3x der morgen, Mittwoch, erscheinenden Aus- »ade unseres 'Blattes beginnen wir mit der Der- affealltchung eines neuen RomanS, welcher die bn Laufe bet Woche zu Ende gebende Erzählung ..Lache BajazzoI" abzulösen bestimmt ist. Wir geben uni der Hoffnung hin. dah der kommende lloman nicht minder .einschlagen" werde als der jetzige, der zu unserer Genugtuung einen ganz außergewöhnlichen Erfolg in unserem Leserkreise zu verzeichnen hatte. Auch der neue Roman scheint unS durchaus dazu geeignet zu sein, sich die bis zur letzten Fortsetzung ungetrübte, anhängliche Freund- schast eines ausgedehnten Leserkreises zu er- werben; er heißt „TaS gwtze Grauen" von H A v. Ätzern unS ist die überaus gelungene Schöpfung eines AutorS. der, wie die allgemeine Beliebtheit seiner Bücher und u. a. auch daS Ergebnis einer ausgedehnten Umfrage nach dem besten Zei- mngLroman Überzeugend bartun. genau weist, was das PublUum von einem schmissigen Unter» haltungcroman erwartet. Die Hauptelemente der packenden Handlung deS höchst lebendia geschriebenen WeüeS find ieidenscho tliche Liebe, aufregende Iagdabenteuer und ein im Dunkel des Geheimnisses liegende- verbrechen Dir sind überzeugt, auch mit diesem neuen Roman, dessen Spannung sich biS aut letzten Fortsetzung steigert, den Geschmack unserer Leserinnen und fielet getroffen zu haben und hoffen eine recht günstige Aufnahme bei ihnen zu finden. Schnee und Auge. Born ReichSauSschuh für hygienische DolkS- beilehrung wird uns geschrieben: Ganz Deutschland ist ut einen dicken, leuchtenden Schneemantel gehüllt. Dieser lockt jung und alt hinaus in& Frei« zum Wintersport und zu Wanderungen durch bte sonnenbegläTrzte Schneelandschaft, sicherlich nicht zum Schaden unterer Gesundheit. Auch der Anblick der herrlichen Aatur bietet eine wahre Augenweide. Allein gerade das Auge bedarf dabei eines gewissen fürsorglichen Schutze-, um nicht den Genust der sonnen- beglänzten Winterlwidschaft. zumal bei Wanderungen in t«r reinen GebirgSluft, mit schmerzhafter 2kuacnen Mündung oder gar der sog. „Schneeblindheit^ büßen zu müssen. Dieses kommt allerdings im allgemeinen nur selten vor und klingt unter geeigneter ärztlicher Behandlung meist in wenigen Lagen ab. Di« Augen en r-zündung dagegen kann uns manche recht schmerzhaften Stunden bereiten. Ais Ursache dafür kommt weniger der Schnee als solcher in Betracht, als vielmehr die Tatsache, dah die weist« Schneefläche die ultravioletten Strahlen der Sonne, deren heilkräftige Wirkung gerade in der letzten Zeit erst recht erkannt worden ist. in unser Auge zurückwirft. während sie sonst von der grauen Erde einfach verschluckt werden. Diese ulttavioletten Strahlen erzeugen aenau so. tote wenn inan der natürlichen HochgebtrgS- oder künstlichen Höhen- Tbm« dass ungeschützte Auge badRetet, schmerzhafte Augenen tzundungen. Der einzige und zugleich ein unbedingt wirksamer Schutz dagegen ist das Tragen einer Schutzbrille. ES ist indessen falsch, dafür blaue Gläser zu verwenden: berat gerade das blaue Glas ist für ine ultravioletten Strahlen durchlässig. Zweck- mastig verwendet man als Schneebrille runde r a u ch g e l be Gläser oder solche auS Fensterglas. Wer empfindliche Augen besitzt, wer eine Augenkrankheit Überstunden oder gar eine Operation am Qtugc durch gemacht hat, die ihn deS natürlichen Schutzes der Auges, der Linse, beraubte, der sollte unbedingt ein solches Schutz- glaS tragen, um sich von den Freuden des Winters einen ungetrübten Geruch verschaffen zu können. Gießener Wochenmarktpreise. Es losteten aus dem heutigen. Wochenmarkt das Pfund: Butter 140 bis 170; Watte 30 bis 3o; Käse (10 Stück) 60 bl« 140; Wir.ing 25 bis 30; 'Deistkraut 20 bis 25: Rotkraut 25 bis 30; gelbe Rüben 20 bis 25; rote Rüben 15 bis 20; Spinat 50 bis 60; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 25 bis 30; Rosenkohl 50 bLß 60; Feldsalat 150 bis 180; Tomaten 80 bis 90; Zwiebeln 20 bis 25; Meerrettich 50 bis 120; Schwarzwurzeln 50 bis 70; Kartoffeln 5 bis 5y2; Aepfel 20 bis 40; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 100 bis 110; Suppenhühner 100 bis 120; Tauben 80 bis 85; ‘Hüffe 70 bis 80; das Stück: Ster 18 bis 20; Blumenkohl 70 bis 140; Salat 40 bis 45: Endivien 40 bis 60; Lauch 15 bis 20; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 biS 50 Pfennig; der Zentner Kartoffeln 3,30 bis 4,50 Mark. Borrrotizerr. — TageSkalender für Dienstag. Stadttheater: .Rctthan der Weife'". 19:/| bis 22>/. llhr. — Lichtspielhaus, Dcchnhofstr.: »Der Kamps umS Matterhorn." — Aftoria-Lichtspiele: »Unter falschem Verdacht." — Stadttheater Gießen. Aus dem Stabt- theaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Vorstellung von „Nathan der Weise" beginnt um 19.30 Uhr. Nathan: Edelderl (Barels. — Morgen findet die zweite Vorstellung der in Gießen mit fn großem Interesse aufgenommenen Uraufführung „2)as Dorf 6t. duften“ statt. — Am Freitag, dem 8. Februar, bringt das Frankfurter Neue Operettentheater als Erstaufführung „Avette und ihre Freunde". Von Oberregisseur Adolf Wiesner vorbereitet, wirb bei dieser Premiere das gesamte Orchester des Neuen Operettentheaters Frankfurt a. M. unter der Stabführung des Kapellmeisters Kurt Harder mitwirken. Tanzregisieur Hans Heinz x(üfer wird seine Girls ins Treffen führen, während in den Hauptrollen neben der Titelträgerin Lydia Petry Fräulein Ly Ottmar und die Herren Jenö Nador, Gustav Nothe-Carex, Karl Reul, Mario Haindorf, Hermann Hanfchmann, Richard (Buttnxnnn und Leo Baldus beschäftigt sind. — Die nächste Premiere des Stadttheaters wird Molnars Komödie »Olympia" mit Auguste Prasch - Grevenoerg als Gast fein. „Dltjmpia" hatte in Berlin einen durchschlagenden Serienerfolg. 9n den nächsten Tagen findet di« 75. JubUäumsaufführung statt. — Hubertus, Verein wa Idgerech- ter Säget. DvnnerStagabeud Vortrag von Studienrat Holzel über „Ausgestorbene und aus- sterbende Tiere." (Stehe heutige Anzeige.) — XeHibeab ber Zivildt«nstb«r»ch- H g te n. Nächsten Samstag abend außerordentliche Hauptversammlung. (Siehe heutige Anzeige^ ** Sieben Wasferleitungsrvhr- brüch«, die teils gröster, teils Leiner waren, traten im Lause des gestrigen Tage- im Wasfer- leitungsrohrnetz in verschiedenen Stadtteilen aus. Die Schäden sind offensrchtllch nur aus daS auster- ordentlich tiefe Eindringen des nun schon feit einer Reihe von Tagen anhaltenden Frostes in di« Erde zurückzufübvem. Besonders schlimm war ein Rohrbruch in ber Lindengasse, wo bte aus- ftrömenben Wassermengen ihren Abfluß in den Schorgräben fanden. Drei weitere Rohrbrüche KAUWeNUNW . 1 rr .'■arf",1 1 ifc.n ereigneten sich auf dem Seltersweg. von denen nach den bisherigen Feststellungen zwei in b»n Zuleitungen zu den Häusern auf traten Hier batten die Schädels" empfindliche Störungen im VerkehrSbetrieb' zur Folge, u. a. mußte bis Straßenbahn längere Zeit Pendelverkehr einrichten, ba bte Aufbruchs- und Reparatuatrbeiten im Bereiche der Strastenbahngleise notwendig waren. Weitere Rohrbrüche traten an ber Ecke Bahnhofstratze-Reustadt. ferner Auf ber Dach (hinter ber Stadtkirche) und in ber Ltebigstraste ein. 3n allen Fällen wurde vom städtischen Wasserwerk die schleunige Inangriffnahme ber Reparatur arbeiten in bte Wege geleitet. Es bedurfte stundenlanger Arbeit, die zum Teil bis weit in die Rächt hinein, ja sogar bis lange nach Mitternacht andauerte, um wenigstens die dringlichsten Schäden zu beseitigen. Weitere InsLan-d» setzmrgSarbeiten sind seit heute früh wieder im Gange. "Besitzwechsel. Die Evangelische Kirchengemeinde Gießen hat von Prof. Dr. med. Pri- br am für den Preis von 23 000 Mk. daS Haus Gnauchstrahe 17 angelauft, um eS für den Pfarrer der neugegründeten Petrusgemeinde zu benützen. Das neue Pfarrhaus liegt allerdings nicht bn Bezirke der Petrusgemeinde, mußte aber erworben werden, ba anderwärts etwas Passendes zu billigem Preise nicht zu finden war. Die Kosten werden zum Teil aus dem Kaufpreis eineS Dnmbstückes, das die Kirchengemeinbr als Bauplatz verkauft hat, gedeckt, eine Erhöhung der Kirchensteuer f in bet infolge bie?e6 Kaufes nicht statt. " Ein größerer Betrugsprozeß in Gießen. Morgen, Mittwoch, beginnt vor dem hiesigen Schöffengericht die Hauptverhandlung gegen den früheren Rechtskonsulenten Karl St. von Gießen wegen Untreue, Unterschlagung und Betrugs. St. war hier fort langen Jahren als Rechtsteistanb tätig. 3n dieser Eigenschaft soll er in vielen Fällen Gelder seiner Ältenien unten- schlagen und diese auch m betrügerischer Weise zur Hergabe von Darlehen veranlaßt haben. Die ‘Verhandlung wird mehrere Tage dauern. *• Kalte Winter vor50 und 1 00 Fahren. Ein Leser schreibt uns: 3m Januar 1879 stand ich an einem Schalter ber Gießener Sparkasse. Es herrschte selbigmal eine über bte Maßen starke und langanhaltenbe Külte. Einige Wochen lang hintereinander würben Tiesiemperaturen von über 20 Grab gemessen. &rrvt allgemeine Haupt- flffiR WB WM 6i ft» Müu« «6 Klosettröhven. An dem Schalter ber Sparkasse unterhielten sich bte Leute über den strengen Winter, und ber stabt- und studentendekannte Schuster Safpar Huhn, «in Original, dessen Bild heute noch .3 ns Lotze " an der Wund hängü gab seine Wahrnehmungen auS dein Fahre 182x -um besten, wo die gleichgroße und lange währende Kälte «herrscht habe. Heule schreiben wir 1929, haben ebenfalls «Inen langen strengen Winter, aber nach allem doch nicht so anhaltend, so kalt und so schneeveich tote vor genau 50 und 100 Fahrerr. *• Oeffentlich« Bücherhall«. Fm 3a- nuat wurden 1403 Bänd« auSgeltehen. 'SaootO kommen auf: Erzählend« Literatur 916. Sei:- schriften 92, 3ugendfchristen 78, Llteraturgeschich.«.-' 10, Gedichte und Dramen 16, Länder- und; Völlerlund« 96, Kulturgeschichte 3, Geschichte und! Btographien 95, Kunstgeschichte 17, Ratuu Wissenschaft und Technologie 51, Haus» und Land-i Wirtschaft 2, Religion und Philosophie 11, Staats^ wissenschast 11. Sport 2 Bände. Rach auswärts kamen 5 Bande. •"Die Wo hlfahrts-Wertlotterie de« Katholischen Fr auenbunbes in Hessen wird erst am 15. ullära ausgespielt. Dieser Termin ist jetzt unwiderruflich, lieber oie Lose-Perknns^stellen gibt die heutige Anzeige Auskunft. Berliner Börse. Berlin. 5. Febr. (WTB. Funkspruch.) Deß weiter geringem Geschäft ist dic Tendenz auch im heutigen Frühverkehr ziemlich freundlich. Die Spekulation scheiltt aber abtoarten zu wollen, ob diö gestern zu beobachtenden Arlslandkäuse wieder einsetzen werben und hält vorläufig mit Reu- engagements zurück, zumal die gestrige Reuyorkes Börse einen unregelmäßigen -verlauf genommen hat. Die gestrigen Abendkurse werben Geld taxier:. Farven 253 Geld und Siemens 377 Gelb Am Devisenmarkt nennt man: London gegen Paris 124,10, London gegen Mailand 92,66, London gegen Spanien 31,60, London-Kabel 485, KabÄ gegen Berlin 4,2140. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Ahr mittags, 5 bis 7 Ahr nachmittags Samstag nachmittag geschloffen. Gtuhlversiopfung. von Dr. med. Stadion, Halle. Zu den wichtigsten Ausgaben des Darmes gehört die (Entfernung der unbrauchbaren Speisereste aus dem Körper. Tritt bei träger Darmtäügteit Stuhls Verstopfung ein, so werden die Schlacken der Nahrung $u lange zurückgehalten unb hierdurck vielfach höchst lästige Beschwerden verursacht. Appetlv losigkeit. Mattigkeit, Verstimmung, Angstaesuhtt unb Schlaflosigkeit sind häufig nur die Folgen ungenügenden Stuhlganges. Es ist daher uner- läßlich, den trägen Darm allmählich wieder zu> regelmäßigem Arbeiten zu erziehen. Dies erreicht man durch längeren Gebrauch eines pflanzlichen Abführmittels. Ein solches Mittel find die aus» schließlich aus pflanzlichen Bestandteilen zusammengesetzten Apotheker Richard Brandt's Schweizerpillen.^ Sie raufen wohltuend anregenb auf die Darm- tätigten unb regeln angenehm und zuverlässig Öen Stuhlgang. 1083t J.v-.-J - r ? e / - 5- M • --»• ■ ■ y?. ■ ■? 0 i-.t S-i - ■- «"-8 ' v - :«.v | "‘älTv. • ?: .— X' ? 1 -rZ* Gestern abend entschlief sanft nach Iranern Leiden meine hebe Mutter, Großmutter, Urgroßmutter und Schwester Elisabeth Fischer geh. Köster im Alter von 78 Jahren. Die öeltranernflen Hinterbliebenen. Gießen, den 4. Februar 1929. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. Februar, nachmittags 21,' Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt CH eben, im Februar 1929 1060 Danksagung. Fttr die vielen Beweise der Teilnahme bei dem Hinscbeiden unserer Heben Entschlafenen Anny Seibel sagen wir allen. Insbesondere dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte> sowie den Herren Aerzteu, Beamten. Angestellten und dem Personal der Universit&ts Nervenklinik Gießen, dem Verbände der Gemeinde- und Stantsarbei'er Gießen, sowie für Kranzspenden unseren herzlicheren Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinr. Seibel. Gießen (Steinstraße 66), den 4. Februar 1929. ____________________________________________________ 041. Am 28. d. M. entschlief sanft unsere geliebte und verehrte Tante, Großtante und Urgroßtaate Meta v. Klipstein nachdem sie 3 Tage vorher ihren 90. Geburtstag gefeiert und die an diesem Tage ihr dargebrachten Ehrungen. Geschenke und unzähligen Beweise der Liebe und Verehrung noch mit Irischem Geist und dankbarem Herzen empfunden hatte. In ihrem Namen u Gedenken sagen wir allen, die an ihrem Geburtstag ihrer mit so viel Liebe u.Treue gedacht haben, aufrichtigen Dank Auch bei ihrem Tode sind uns ungemein zahlreiche Aeußerungen herzlicher Teilnahme zugegangen, tür die wir an dieser Stelle ebenfalls herzlich danken. Die Hinterbliebenen. | Vermietungen | $ ohmmgstaufch ta Brandl 8?"^ Sonn. elbl. Zimmer, gwte Kflebe. TeL 1086 Laden zu vermiete« Kirchcuplatz 6. Zu erfragen 0433 Mkdurger 6ti. 40 p. | Mietgesuche | Bcfchlagnahmefrete, bzw. bald tauschlos beziehbare 5-gimmer- Wohnung gesucht. Evtl, Hausflurs. Schrift!. Angebote unter 0437 an den (Vieh. Anz. erb. Jnnaer Beamter fuebt für l.Mirrz für möglichst dauernd schön möbliertes Zimmer mit cleftr. ytdii und Zentralbeizung. Schrtslitche Angeb. mi: Preisang. unter 0434 a. d. Gieh.Änz. Wtilinoögslaiisch. (Geboten: Moderne Wohnung, H Zimmer, 1 '.UionL Bas, Zentralbetzung. Gesucht: Schöne tt Zmmicr Wobng. Schr. Angeb. u. 0436 an den Gtest An etg. (Stelienange :ote| Soziale DflUbi ber atufgeber v. CSIefitn» ungebeten ifl e4,blccln» gcgangt'^tiVMburge* unterlagen (Stugnffio, 3tugni4abtonff., £lcht» 6llbtru.bgl.)f(f>nefl|lcn# luriitfiuf. 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Anzeiger. 108ID Verwandten, Freunden und Bekannten sowie unserer werten Kund- schatt die schmerzliche Mitteilung, daß am Samstag, dem 2 Februar, nachmittags 4 Uhr, mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwieger- vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Weigel DL Miihlenliester im Alter von 62 Jahren in der Klinik zu Gießen infolge eines Un- glückstalles verschieden ist. Die trauernden Hinterbliebenen •. Frau Katharine Weigel geb. Jung Familie Wilhelm Weigel IV. Familie Philipp Wallhäuser Familie Ernst Ludwig Weigel Familie August Weigel. Aliendorf a. d. Lahn, Münchholzhausen, Dorlar, Oberwalgern, Bosen- heim, den 5. Februar 1929. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. Februar 1929, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause in AUendorf a. d. Lahn statt Heute vormittag 51/: Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser herzensguter Vater. Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Wilhelm Aßmann im Alter von 35 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Else AJämann geb.Treppinger. Gießen (Bismarckstraße 11), den 4. Februar 1929. Die Beerdigung findet Donnerstag, 7. Februar, nachm. 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Beileidsbesuche dankend verbeten. , ________________________________________________________ 10-so NWK WDlke Wfll . Überall ▼ erhältlich 0 Vogelsb. Mutterkalb schwerer Schlag. 4 Wochen alt, gute, prämiierte Milch- leifrungSvorfahreu, verkauft 1O86D Freiherr Schenck au Tchwcinodcrg, Kirtorf (ÜuetbJ. vjch. voxer and allererster glicht, Riioe, 10 Man. al, goldgestromt, preiswert zu verlauten. Schr. Angebote um. 042*2 ü. d. Gien. Anz Haus tn bess. Vage. 3X6 Zimmer, gr. Garren. btU. zu verk. 1 Wohn sofortbezie bnr.0431 d* Baer, Ofmnl.29. bätaiis mit gr. Garten, tn Cür.-Bu eck vreiSw. zu verk. Vlüb. I. 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Oie Beerdigung findet Donnerstag, den 7.Februar, nachm. 2 Uhr, von der Kapelle d. Neuen Friedhofs aus statt. Beteiligung Ehrensache! noiD Der Vorstand. Klein & Stiefel Maschinenfabrik, Fulda 860 Unsere Maschinen machen Sie leistungsfähig Fragen Sie bei Bedarf bei uns an NeueMasken- tostüme zu verleihen. 0398 Frieda Simon, Sransurt. Str. 13 l. BelflisöünO der Zivil D.enfiüereditigten. Donner, tag, den 4. Fedr., ~0 N rr: 1 Borfianö5HBung. SamStag,O.^ebr., 20 Uhr: 2Qi' erordenll. Hauptversammlung. Beide Beriammlun- gen tn der „c-toot Lick" Tagesordnung siehe Bundeözenung oom 20. 1. 192h. Hubertus. Mittwoch, 6. isebt., Stammtisch. Donnerstag. 7. Februar, um 7 Uhr püntUtcb, im Saal« des ^Hindenburgs, Dortrag Stubtenroi Hölzcl: tiusgeftorDen? aas oüüfieroenöe Ile« mit Lichtbildern Eintriit frei. Gaste ibiUtommen. l0,5L) Vorstand. Stadttheater Mittworb.O.Kebr., 18. ll»M0lfl-A^.'Vllk. von ID- ,bis L' 4 UUr llaS Corl Sanel Joste Lchaufviel aus den Bergen tn 3 Alien von Werner ,)oü» Giiggenoetm. Nr. 30 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 5. Februar (929 Die Ermordung Max von Diimars Ein Nachspiel zum Moskauer Gtudentenprozeß. Don Dr. Karl Kindermann. Spuk ... Don Frank F. Braun. Biel habe ich ja eigentlich nicht getränten, tagte Theodor Struck, und stieg polternd die Treppe hinauf, es ist auch noch früh am Abend; man kann sagen, wir waren heute solide. Luzian nickte. Vergiß nicht, den Brief, — hick — zu schreiben. Gisela heißt sie; schreibe nicht etwa an die Schwester Ruth! Gewiß nicht, sagte Struck. Er stand vor seiner Tür, schloß auf und trat ein. Lucian stieg eine Treppe höher. Struck machte sich sofort an seinen Brief. Er geriet in den Rausch der Seele und fand prächtige Redewendungen. Als er sein Schreiben in den Umschlag gefaltet und frankiert hatte, entschloß er sich, es sofort auf den Weg zu bringen. Ohne Hut lief er hinaus, lehnte die Flurtür nur an und verlieh das Haus. An der Ecke war der Briefkasten. Ter Radfahrer der Post war gerade dabei, ihn zu teeren Struck hatte menschenfreundlich eine kurze Unterredung mit dem Mairn. Dann kehrte er in das Haus zurück. Inzwischen war etwas geschehen. Pujiait, wenig später als Struck in seiner Wohnung angelangt, hatte sich ermüdet in das Ledcrsofa gesetzt und wollte eine Zigarette entzünden, als er seststellen mußte, daß er keine Streichhölzer mehr, besaß. Er durchsuchte das Zimmer, schließlich die Wohnung und fand keine. Da entschloß er sich, seinen Freund Struck nochmals auszusuchen und sich von dem eine Schachtel zu entteihe-r. Er war verwundert, daß Strucks Flurtür nur angelchnt war. Zögernd st'.eß er sie zurück und betrat die fremde Wohnung. Theodor..., rief er halblaut. Niemand anttoorte.e. — Luzian ließ die Tür weit offen und überschritt den Korridor. Am Ende befand sich Theodors Herrenzimmer. Luzian öffnete nach unbeantwortet bleibendem Pochen resolut. Theodor..., wollte er beginnen, aber da riß ihm ein heftiger Luftzug das Wort von den Liipen, es gab einen Krach in feinem Rücken, und Luzian wußte erschreckt: die Flurtür war zugeweht. Er wartete. Niemand meldete sich. War er allein in der Wohnung? Peinliche Situation! So gut tonnte er den Kolle en Struck denn doch nicht. Er ging den Korridor zurück. Das Beste Diele unserer Leser werden sich noch an den erschütternden Vortrag erinnern, den der Verfasser nach seiner Rückkehr aus Moskau hier bei uns in Gießen im Auftrage der Liga zum Schutze der deutschen Kuuur über seine furchtbaren Erlebnisse in den Gefängnissen der bolschewistischen Tscheka gehalten hat. Im folgenden berichtet er über das traurige Schicksal seines Kameraden und Mttangeklagten von Dit- mar. Als kürzlich durch die getarnte deutsche und ausländische Presse die Nachricht von der Erschießung meines Freundes Max von Ditmar, eines der Teilnehmer am Moskauer Studenten« Prozeß, verbreitet wurde, erhielt ich eine ganze Reihe von Anfragen, die nicht bloß das tragische Ende, sondern auch die vielumstrittene Persönlichkeit des jungen baltischen Studenten betreffen. Da es mir unmöglich ist, einzeln darauf zu antworten, wähle ich diesen Weg und hoffe, durch Veröffentlichung von bisher unbekanntem Material das Dunkel, welches über dem Schicksal Ditmars schwebt, einigermaßen zu erhellen. Man hat seinerzeit, als wir drei Studenten vor der außerordentlichen Kommission des Obersten Gerichts von Sowjetrußland standen, Ditmar einen Provokateur genannt, der feine beiden Kameraden durch eine falsche Beschuldigung dem Henker ausgeliefert hätte. 3a, man nahm sogar an, Dilmar sei noch während seiner Studienzeit in Berlin Geheimagent der bolschewistischen Tscheka gewesen und hätte Wolscht und mich nach Moskau gelockt. 3ch habe das nie geglaubt, well verschiedene Umstände dagegen sprachen. Heine Stellung vor dem Gerichtshof, wo er in aller OesfentÜchkeit ein reuemütiges Schuldbekenntnis ablegte, mußte allerdings recht eigenartig wirken. Aber diejenigen, welche bei dem ganzen Prozeß nicht auf die Person, sondern auf den politischen Hintergrund schauten, werden schon damals gewußt haben, bah wir drei Angeklagten nur die Werkzeuge in den Händen der Sowjetrepublik gewesen sind und daß man nicht auf das Verhallen vor Gericht, sondern vielmehr auf die Vorgänge während der Untersuchungshaft sein Augenmerk richten müsse. Trotz der ..Ocfsentlichkeit" des Prozesses hat die G.P.U. diesem selbst mit den schwersten Sorgen und Befürchtungen entgegengesehen und alle nur denkbaren Vorkehrungen getroffen, um die drohenden Enthüllungen der Angeklagten über ihre Erleb- nifie in der Voruntersuchung unwirksam zu machen. Diese Erlebnisse, von denen bis heute nur ein Dell bekannt ist, entschuldigen und begründen auch die Haltung des bedauernswerten Max von Ditmar, der nicht etwa als Opfer eigener Eharakterschwäche, sondern als SpiÄizeug grausamer Methoden den Ränken der Bolschewisten erlag. Wie man heute weiß, verfolgte die G.P.U. mit unserem Sensationsprozeß zwei Ziele, von denen sie aber nur eines teilweise erreichte. Außenpolitisch wollte sie in Deutschland Unruhen erregen und gleichzeitig die durch den Leipziger Tscheka-Prozeh zum Tode verurteilten Kommunisten freibekommen, innenpolitisch glaubte sie den Zwiespalt Stalins und Trotzkis beUegen und die feindlichen Lager im Hinblick auf die angebliche Bedrohung durch das westeuropäische Bürgertum wieder vereinigen zu können. Letzteres ist ihr nicht gelungen, obgleich man immer wieder in der Sowjetpresse daraus hinwies, daß wir drei Studenten die beiden einander feindlich gesinnten Führer durch ein Attentat umbringen sollten. Die ganze Anklage war in allen Einzelheiten so kunstvoll ausgedacht worden, daß jeder Laie von der Realität der darin enthaltenen Beschuldigungen überzeugt sein muhte. Durch die deutsche Sektion der Komintern, an deren Spitze damals der bekannte Heinz Neumann stand, wurde auch in Deutschland die Oef- fentlichkeit zu beeinflussen versucht und öfters nt^/t und ohne Erfolg mit Vorurteilen gegen uns erfüllt. Nur die Einsichtigen und diejenigen, welche uns kannten, erklärten von vornhere'n, daß wir vollkommen unschuldig und höchstwahrscheinlich Opfer der gewissenlosen Unterfuchungs- richter der Moskauer G.P.U. seien, wie es auch tatsächlich der Fall war. Während jedoch Wolscht und ich uns mit allen Kräften gegen die heimtückischen Versuche der G.P.U., uns willfährig zu machen, gewehrt haben, war es dem estnischen Staatsbürger Max von Dii'oar nicht möglich, sich dem drohenden Verhängnis zu entziehen. Nach der großen Reklame, welche die Bolschewisten vor Eröffnung des Prozeßverfahrens in Westeuropa veransthtteten, muhte es scheinen, als ob wir drei unsere Schuld eingestanden und dadurch der Justiz di^ berechtigte Möglichkeit zu ihrer Anklage geboten hätten. Aber die Sache verhielt sich gerade Umgekehrt: Die Richter hatten die Geständnisse im voraus „h e r g e st e l l t“, wohei s i e allerdings glaubten, die Angeklagten würden in kurzer Zeit dieselben anerkennen. Zuerst versuchte man es bei uns durch einfache Provokation, indem man die inzwischen ebenfalls erschossenen Spitzel Baumann und Gömmerich von Grünwald und daneben den Tschechen Voigt in der gleichen Gefängniszelle unterbrachte. Aber man erreichte auf diese Weise wenig. Es kam darauf an, uns zum freiwilligen Mitspielen in derbevor stehenden Pro?"ßkomödie zu bewegen, denn ohne unser Wollen war die Sache nur halb gemacht. Man wandte nachher die göltet in der Weise an, dah man uns einzeln zur Probe- erschiehung führte. Dieses Experiment hat — wie wohl so mancher andre, der heute über Max von Ditmar hart urteilLw möchte — mein armer Freund leider nicht mehr ruhig aushalten können. Er wurde infolge der beständigen Schrecken zwar nicht geisteskrank, aber doch ganz willenlos und auf diese Weise ein brauchbares Objekt für die Machinationen der bolschewistischen Politik. Nachdem er im Januar 1925 „gewonnen" worben war, versuchte man es mit Wolscht und mir bis zum 3uni erfolglos weiter. Mein einziger Protest gegen den ganzen Terror bildete eine Reihe Längerer Hungerstreiks von zusammen 57 Tagen. Erst als man sich einigermaßen sicher- fühlle, und Max von Ditmar ausreichend mit der ihm zugedachten Rolle vertraut geworden tixir, begann man den Prozeh selbst. 3ch habe damals in meiner Verteidigungsrede, die in Wirklichkeit eine Anklagerede gegen das oberste Gericht in Moskau wär, die Vergewaltigungen während der Voruntersuchung und Ditmars menschlich begreiflichen „Umfall" eingehend geschildert, aber leider wurde davon in unserer Presse wenig bekannt. Die bolschewistische Zensur sorgte dafür, dah alle Nachrichten, welche für die Sowjets unangenehm wirken muhten, nicht ins Ausland gelangten. Die bolschewistische Presse dagegen entstellte und veränderte den Der- handlungÄericht nach Belieben. Schon dadurch waren wir ziemlich isoliert, aber bei Ditmar kam noch als schwerwiegender Umstand seine estnische Nationalität hinzu. 3n jener Zeit waren die Beziehungen zwischen dem russischen Aiesenreich und dem kleinen baltischen Staat nicht gerade die besten. Auf beiden Seiten gab es größere politische Prozesse, die fast alle mit einem Todesurteil endeten, das in manchen Fällen auch vollstreckt worden ist. Wie wenig man sich in Moskau um die Hoheitsrechte Estlands kümmerte, beweist am besten der Fall des Ge- wird fein, ich entferne mich, wie ich gekommen bin, Unb er hatte schon die Hand am Türgriff — als draußen jemand laut wurde. Luzian beugte sich zum Schlüsselloch herunter; im ungleichmäßigen Oval stand Theodor Struck. Sein Gesicht war entgeistert. Er durchwühlte die Taschen nach den Schlüsseln, und wußte, daß sie auf seinem Schreibtisch lagen. Seine Augen wurden immer kleiner; möglich, daß es eine Folgeerscheinung intens iven 2lachdenkens war. Dann drehte er sich mit einem Fluch auf dem Absatz herum und ging die Treppe wieder hinunter. Luzia t horchte. Er ■ vernahm, wie im Kellergeschoß die Klingel beim Hausmann anschlug, wie Stimmen verhandelten... und die Not gab ihm den raschen Entschluß. Er öffnete die Tür, trat hinaus, lehnte sie handbreit an, ojne sie zu schließen, und schlich sich wie ein Dieb eine Etage höher in feine Wohnung. Diese Tür schloß er fest. Nach fünf Minuten langte Theodor Struck mit dem Hausmann vor feiner Woynang an. Der Verwalter reckte die Hand mit dem improvisierten Drahtdietrich und stieß gegen das Schloß vor, — da gab die Tür mit einem lächerlichen Quäktvn den Eingang frei. . Der Verwalter schloß ein Auge. Mit dem anderen schaute er Theodor Struck an. Hier spukt es wohl, Herr Doktor, sagte er heiter. Theodor Struck stand erschüttert. Pardon, sagte er; hier, für Ihre Brmühuirg. Dann betrat er feine Wohnung, ging stracks vor den großen Ankleidespiegel im Schlafzimmer und sah den Mann da im Glas mit einem Blick abgrundtiefer Verachtung an. Pfui Deibel, sagte er, so betrunken ist der Karl!, wandte sich grußlos ab und flieg in das Bett. Oer MaiLerhorn-Jilm. Der Film „Der Kampf ums Matterho r n“, der jetzt imLichtspielhausBahn- hofstraße ge,eigt wird, setzt thematisch und stilistisch etwa die Linie fort, die mit den früher geschaffenen, viel verbreiteten und ziemlich populär gctoorie.;en Werken ,»Wunder des Schneeschuhs" und „Der heilige Berg" begonnen wurde. Die stoffliche Grundlage für diesen jüngsten Ge^irgs- und Alpinisten,ilm bildet jene Absturz» katastrophe, die sich bei der ersten Besteigung des Matterhorns in den sechziger Jahren des sandten Dirk, über den man auch in Deutschland viel gelesen hat. Und in diese gespannte Atmosphäre war Max von Di.mar ahnungslos hineinversetzt worden. Der gegen ihn angewandte Terror, dessen Scheußlichkeit nur der ermessen kann, der ihn selbst am eigenen Leibe erlebt hat, spielte ihn den Bolschewiken und damit dem Tod in die Hände. Kurz nach der Verkündigung des Todesurteils hatte ich Gelegenheit, wenige Minuten mit Max von Di.mar zu sprechen. Man hatte eben Wolscht abgeführt, und ich wartete, dah die Reche an mich käme. Dilmar sah schräg hinter mir, den Blick zu Boden gesenkt, nachdenklich und traurig. Wohl war uns Qlngeflagten verboten, miteinander zu reden, aber* die vier bis an die Zähne bewaffneten Rotarmisten fühlten doch in dieser Minute ein menschliches Rühren und wehrten nicht ab. Ditmar wandte sich plötzlich zu mir herum und sagte: „Ach ja, es wird nicht alles so heiß gegessen, wie es gebraten ist. Vielleicht werdet ihr (er meinte Wolscht und mich) gerettet. Ich weih es nicht." Ich: „Max, weißt du etwas von deiner Mutter?" Er wurde ganz traurig und verneinte. Daraus erzählte ich ihm rasch, was ich wühle. Er bat mich, falls ich gerettet würde, seinen Angehörigen viele herzliche Grüße zu überbringen. Das fei vorläufig das letzte Lebenszeichen. „Und was wird mit dir geschehen, Max?" frug ich ihn, indem ich wieder an die bevorstehende Erschießung erinnerte. „Ich werde ein Gnadengesuch an die Sowjetregierung richten müssen und dann......" In diesem Augenblick rief mich der diensttuende Offizier ab. Wir nickten uns noch kurz zu und sahen dann einander nie wieder..... Die G.P.U. Halle Ditmar eine hohe Staatsstellung versprochen, und es scheint, als ob er dies geglaubt Hal. Aber er war eben unerfahren und zu jung und nicht zuletzt zu gut, um die Bolschewisten, mit denen er gezwungen Brüderschaft schloß, ganz zu durchschauen. Solange ich noch in Rußland war — bis September 1926 — habe ich kein Mittel unversucht gelassen, um etwas über den spurlos verschwundenen Gefährten zu erfahren. Ich weih nur, dah er wenige Tage nach einem heftigen Streit mit dem Untersuchungsrichter auf einer Tragbahre aus der Zelle des Innengefängnisses der Lubjanka hevausgebracht wurde. Durch andere Gefangene vernahm ich noch, dah er nie spazieren geführt worden ist, wenigstens sah man fein aus dem Prozeh gut bekanntes Gesicht niemals auf den Eefängnishösen. Cs kann nicht der geringste Zweifel darüber herrschen, dah ihn die G.PTtt, nachdem sie chn wie eine Zitrone ausgeprehl hatte, durch geheime, außergerichtliche Erschiehung beseitigte. Aus diese Weise ersparte sie sich einen lästigen Zeugen, den sie weder dauernd unnütz im Kerker behalten noch frei Herumlaufen lassen wollte. Frau von Ditmar, die unglückliche Mutter meines lieben Freundes, hat mir jüngst brieflich einige Mitteilungen gemacht, die zusammen mit anderen mir zugegangenen Nachrichten jeden Zweifel in der gewissenlosen Ermordung aufheben. Der Brief ist ein wahres document humain. Darum sei er auch hier teilweise wiedergegeben: Mein lieber junger Freund! Da Sie bis jetzt eine so freundliche Teilnahme an dem Geschick meines lieben Jungen bewiesen haben, so wollte ich Ihnen auch das letzte, was wir von ihm hören werden, nicht vorenlhalten. Auf eine Anfrage hin, welche ich an den estnischen Gesandten in Moskau im Sommer richtete, ob irgend etwas über meines Sohnes Schicksal zu erfahren wäre, hat derselbe die nötigen Schrttte unternommen. Daraufhin hat das russische Auhenkommissarial ........ mündlich mitgeteilt, „dah Max gestorben fei, vermutlich am Herzschlage." . . . Die Gesandtschaft hat nun um eine entsprechende schriftliche Mitteilung resp. einen Toten chein gebeten, welche das russische Auhenkommi sariat zu verschaffen versprochen hat. Für uns ist er nun wirklich tot und, wie vorigen Jahrhunderts ereignete, und der mehrere Menschenleben zum Opfer fielen. Im Gegensatz zu den genannten Werken ist also der „Krmps ums Matterhorn" im gewissen Sinn ein historischer Film. Leider hat man sich in der Gestaltung (Manuskript: Dr. Arnold gand, bearbeitet von Nuntio M a I a f o m m a) nicht auf eine sachlich-geschichtliche Reportage der Ereignisse beschränkt, wodurch der Fllm an Wirkung gewonnen haben und zugleich ein sehr zukunftsreiches, wiewohl noch kaum erschlossenes Gebiet berührt haben würde. Die natürliche Szenerie, die Wetträumigkeit, Großzügigkeit und landschaftliche Schönheit des hochchpinen Schauplatzes, wie auch eine gewisse handgreifliche Dramatik (im primitiven Sinne) und Spannung im Verlauf der an sich einfachen „Handlung" hätten vollauf genügt, ein in sich geschlossenes Werk reihen Berichtes zu schaffen, das gleichwohl seiner Wirkung auf das Publikum sicher gewesen wäre. Statt dessen hat man die chronikalischen Daten nur als Grundlage freier Neuschöpfung benutzt und um die Matterhorn-Episode eine Handlung herumgeschrieben, die nicht geradezu schlecht oder ungeschickt genannt zu werden braucht, aber doch manches aufweist, was recht anfechtbar erscheint und überdies auch vom Eigentlichen, von der Besteigung und Opfer Dollen Bezwingung des Berges ablenkt. Die Regie (Mario B o n n a r d und Nuntio Malasomma) bringt eine große Anzahl sehr gelungener Aufnahmen, eine Folge von Szenengruppen, die auch allen denen sehenswert erscheinen werden, die dem Stofflichen dieses Films wenig Reize abgewinnen können, allen allo, die nicht in erster Linie sportlich interessiert sind, und die vor allem den sportlichen Ehrgeiz, jenes „Ideal", von dem der (historisch beteiligte) Engländer Whymper einmal spricht, nicht begreifen können. Eine vielfach vorzügliche Aufnahmetechnik versöhnt mit manchen Aegiemängeln, wie sie sich etwa in der Stilisierung der Eitel, in der überflüssigen Häufung von Großaufnahmen, in der sehr bedenklichen Erscheinung der Kreuze und in der Fehlbesetzung der weiblichen Hauptrolle finden. 2m übrigen bringt die persönliche Darstellung eine Anzahl tüchtiger Leistungen aufs Bild, die durchaus anzuerkennen sind. Vornehmlich ist der es bei unS Sitte ist, läuteten die Sterbeglocken für ihn von der Kirche, wo Max konfirmiert wurde. Zweifler gibt es auch jetzt noch, die an die Wahrheit der Nachricht nicht glauben, weil in dieser Hölle dort doch alles Lüge ist, und wenn man auch gern daran zweifeln wollte, muh es doch nun endgültig mit dem jahrelangen Hoffen und Warten vorbei fein. — An den Herzschlag kann ich nicht glauben, höchstens in dem Fall, wenn er durch seine Peiniger zu Tode gequält worden ist. Aber viel eher ist anzunehmen, dah man ihn einfach beseitigt hat. Ein Termin, wann der Tod ihn ereilt hat, ist nicht gesagt worden, es kann kürzlich gewesen sein oder schon vor Jahren, — das weih Gott allein, auch alles das, was der arme Junge durchgemacht hat, bis es zwn letzten Kamps gekommen ist! Darüber werden wir gewih nicht eher Klarheit haben, als einmal in der Ewigkeit, wo wir hoffen, einander wiederzufinden."........ Soweit die Mutter. Der Freund aber hat nur den einzigen Wunsch hinzuzufügen, daß diese Tragödie überall bekannt wird und allen, die davon vernehmen, das wahre Gesicht des Bolschewismus enthüllt, um andere vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren. Er ist überzeugt, daß er auf diese Weise im Sinne des unschuldig Hingemordeten handelt, dessen Grab zwar unbekannt ist, der aber im Andenken aller weiterleben wird, die ihn gekannt und mit ihm gelitten haben. Verein der Freunde des humanistischen Gymnasiums. W. Am Samstagabend fand im Physikalischen Hörsaal eine Versammlung des Vereins der Freunde des humanistischen Gymnasiums statt. Professor Dr. Büchner, Darmstadt, sprach über »Horaz als Reisebegleiter in Italien". Die Schönheiten des LebenS und der Welt fc richtig zu schätzen und zu würdigen, in seiner Abgeklärtheit sich über die Mihlichleiten und Unbequemlichkeiten einer Reise, wie sie im Altertum einmal unvermeidlich waren, mit Würde und Humor hinwegzusetzen, sich nie die gute Laune verderben zu lassen, versteht niemand so gut wie Horaz, unser Reisebegleiter. Und seine gute Laune überträgt sich von selbst auf den Redner, sie zieht auch die Versammlung in ihren Dann. In glücklicher Mischung brachte Prof. Büchner moderne und antike Reifeverhältnisse. Wir begleiten Horaz, der aus seinem Esel auf der Dia Appia dahrnzieht. Grobe Fuhrleute, schlechte Gasthäuser, mihliche Abenteuer und Ungeziefer, nichts kann feine Freude stören, Wir sehen di« heutigen Reisenden im „Rapido", dem modernen Schnellzug, dieselbe Straße fahrend, wir lernen die Tatkraft Mussolinis kennen, der die neue Eisenbahn so rasch zur Vollendung brachte und der Campagnia und den Pontinischen Sümpfen (nördlich und südlich von Rom), ihre Gesund- hettsgesährlichkeit nahm, sie in fruchtbares Ackerland wandelnd. Wurde auch bad Gesicht bet Gegend In etwas geändert, die innere Kolonisation, die sich da zum Vorteil des Lande- vollzieht, sie befriedigt alle, denn bas Alte war hier nicht das Gute. Der Redner schildert den Reiz der Gärten Roms, der zahllosen Brunnen. Schwer sind alle diese Schönheiten zu erreichen, denn Rom heißt nicht umsonst die Stadt der sieben (und noch mehr) Hügel. Immer greift er auf Horaz zurück, der einmal einen aufdringlichen Begleiter mit der Aufforderung abschreckte, ihn über den gelben Tiber zu den Gärten des Hügels Ianikulus zu begleiten. Horaz, der das Leben nahm, wie es kam, und chm immer die besten Seiten abgewann, getreu seinem Grundsatz: „Nah bei der Stadt (Rom), aber auf dem Lande, da möchte ich leben," vertauschte das schöne Tivoli, die Albaner Berge, sein ihm von Mäzen geschenktes Landgut oder den Aufenthalt an Der See (bei Bajä und Tarent) höchst ungern unb; nur auf Drängen feiner Freunde mit dem Menschengedränge, dem Gewühle der Großstadt.' mit sparsamen Mitteln wirkenden Eindringlichkeit; der Rollen des Garrel (Luis Trenker) und des Whymper (Peter Voß) zu gedenken; dis beiden zeigten überdies rein sportlich ein sehr beachtliches Können. Von den Chargen feien Paul Graetz und Mac 2a g le n genannt. Der Film war am ersten Abend sehr gut besucht und dürfte auch fernerhin eine lebhafte Anziehungskraft ausüben. —r— Oie tthr. Don Hans Biebaa. „Das ist eine schöne Uhr", sagte der Hausierer. „Echt Silber, zehn Steine im Werk, unb sie geht wie ein Chronometer." Schonkeding besah sich die Uhr, öffnete den Deckel. .Kostet?" .Zwanzig Mark", sagte der Hausierer, ,eS ist ein Gelenheitskauf". Schonkeding bezahlte zwanzig Mark und bekam die Uhr. Fünf Stunden ging sie ausgezeichnet. Dan« blieb sie stehen. Schonkeding schüttelte sie. Da tidte sie sechs Minuten. Und blieb stehen. Schonkeding nahm einen Schraubenzieher, stocherte im Werk herum. Die Uhr ging drei Minuten. Dann blieb sie stehen. Schonleding nahm Maschinenöl, schönes, weißes Maschinenöl, goß es hinein. Die Uhr ging zwei Minuten. Dann stand sie. Da ging Schonkeding zu seinem Freunde Pusch. „Ich habe", sagte er, „hier eine Uhr zu verkaufen. Echt Silber, zehn Steine im Werk. Unb sie geht wie ein Chronometer." Pusch besah sich die Uhr. .Kostet?" fragte er. „Zwanzig Mark." „Nein, schüttelte Pusch den Kopf, »zehn Wart würde ich geben.“ Schonkeding nickte. Pusch gab ihm zehn Wart und nahm die Uhr. Drei Tage ging Schonkeding seinem Srainbe Pusch aus dem Wege. Dann traf et ihn aus der Straße. „Die Uhr ist vorzüglich", sagte Pusch. „Wie?" stotterte Schonkeding. „Ja", nickte Pusch, .zuerst blieb sie allerdings stehen. Aber da habe ich sie aufgezogen/1 „Unb nun?“ fragte Schonkeding, „Nun geht sie." #Odi profanum vulgns", so sagte er selbst einmal. Alle die schönen Orte seiner Sehnsucht, sie treten plastisch hervor durch die Schönheit der Verse, in denen der Dichter einst Freud und Leid seines Aufenthalts aussprach. Der geistvolle Dortrag schloß mit den Versen, in denen ein gröberer. Virgil, im zweiten Gesang seiner Geor» gika die Reize Italiens preist: . Die wuchernden Frücht' und des Vachu- mass g? Traube Füllten daS Land, wo der Oelbaurn yeimisch und fröhl che R nder, Heimisch das edele Roh, das bäumend sich stürzt in die Feldschlocht, Heimisch die schneeige Herd' und der Stier, das herrl'ch'te Opfer. Hier ist ewiger Lenz und Sommer in Monden des Mir.te'.S. Zweimal trägt das Vieh, zweimal trägt Früchte der Oelbaurn, Hier sind viele der prächtigen Städt' und der müh'om n Werke. Festungen, hoch mit den Händen erbaut auf ra- gendcn Felsen, Flüsse, die still durchströmen die altertümlichen Mai ern. Soll ich gedenken des obren Meers und untren, das anftü t, Hub der erbaueten Häsen des eingedämmten Lucrinus?" Reicher Deifall lohnte den Redner und beschloß die gespannt lauschende Versammlung. Oberhessen. Landkreis Gref;cn. + Grünberg. 4. Febr. Am Sonntagabend hielt der hiesige Kriegerverein im »Hessischen seine Hauptversammlung ab, die einen guten Besuch aufwies. Der in den beiden letzten Jahren verstorbenen Kameraden Carle, Leonhard und Mohr wurde durch Erheben von den S.tzen ehrend gedacht. Aus dem Jahresberichte des Vorsitzenden ist hervorzuheben, daß im verflossenen Jahre duich mancherlei Behinderungen, wie Er- fronfungen von Vorstandcm.tgliedern, keine Hauptversammlung abgehalten wurde, ebenso konnte das im Herbst 1927 begonnene Preisschießen duich allerlei widrige Umstände nicht zu Ende geführt werden, was aber in diesem Jahre geschehen soll. Im November wurde ein gelungener Unterhai. iungsabend abgehalten, bei dem Hauptmann a. D. Moser einen interessanten Lichlbilderoortrag über die Tankschlacht bei Cambrai hielt. Die Rechnung schloß bei Einnahmen und Ausgaben von an- nähernd 700 Mark mit einem kleinen Ueberschuß ab. Bei der Vörstandswahl wurde der alte Vorstand durch Zuruf wiedergewählt. Er setzt sich folgendermaßen zusammen: Oberstudiendirektor Angel- b e r g e r Vorsitzender, Karl B ö ß Stellvertreter, Aug. Leineweber Rechner, Gerichtsvollzieher König Schriftführer, Friede. Schmitz, Albrecht Großhaus und Karl Röhm Beisitzer, als Fahnenträger bleibt weiterhin Karl Röhm ebenso die beiden Begleiter Karl Jockel 1. und Hansen. Kamerad Köhlbäch berichtete über die vom Kyffhäuserdund geplanten Maßnahmen gegen die Kriegsschuldlüge, und es wurde diesem Schritte zu- gestimmt. Alsdann sprach Generalagent K r e tz s ch- m a r (Gießen) über das zwischen der Hassia und der Versicherungsaktiengesellschaft „Allianz" bestehende Vertragsverhältnis. Mit einem Hoch auf bas Vaterland und den Reichspräsidenten schloß der Vorsitzende die Versammlung. o Saasen. 2. Febr. Dieser Tage hielt Direktor Trautman n, Drünuerg, hier einen Vortrag über die Verwendung des Kalles als Düngemittel. Der Vortrag war gut besucht und fand eine aufmerksame Zuhörerschaft. An die Ausführungen des Redners schloß sich eine rege Aussprache an. Da der Vortrag, an die Verhältnisse unserer Gegend anknüpfend, sehr lehrreich war, so ist anzunehmen, daß die Zuhörerschaft nicht nur gehört, sondern auch gelernt hat. > Holzheim, 4. Febr. Zwecks Anschaffung eines elektrischen Gebläses für unsere K i r ch e n o r g e l wurde In unserer Gemeinde eine Haussammlung veranstaltet, die den schönen Betrag von 516 Mark ergeben hat. Mit dieser Summe werden die Kosten zum größten Teil bestritten werden können. — Tie Holzhauerarbeiten haben in der Der- gangenen Woche ihren Abschluß gefunden. Don en gefällten SCO Festmeter entfallen 400 Me- Geschichten von Baffermann. Albert Basser mann, eine der stärksten schauspielerischen Kräfte, die in unfern Tagen am deutschen Theater wirken, hat jetzt eine besonders ergreifende Leistung in dem neuen Stück „Katharina Knie" von Carl Zuckmayer gegeben. Er spielt hier den alten Seiltänzer Knie, und in der Verkörperung dieses Derlre- ters einer altbekannten Pfälzer Artistenfamilie schließt sich nach mehr als einem halben Jahrhundert seltsam ein Kreis. War doch bereits der sechsjährige Knabe im Seiltänzerloftüm am liebsten einhergeschrilten. Alberts Bruder Adolf erzählt, daß ihm das Christkindchen mit diesem Kostüm einen heißen Wunsch erfüllte: „Es br- ftani) aus einem fleischfarbenen Trikot und einem mit Füttern benähten kurzen Samthöschen nebst Kragen, wie es die Akrobaten zu tragen pflegen, ilnfet Hausarzt nannte ihn deshalb vorzugsweise „Herr Knie". In unzähligen Zirkusvorstellungen betätigte Albert eine früh an ihm sich zeigende turnerische Veranlagung, glänzte am Reck mit den kühnsten Wellen und schloß gewöhnlich mit einem Saltomortale ab. Täuschend ahmte er das Krähen eines Hahnes nach, aus das sogar die Nachbarhähne hineinfielen. Wie er überhaupt in allen möglichen, heutzutage nicht mehr „brotlosen" Künsten sich auszeichncte. Die Begabung des großen Gaullers, die ein so wichtiges Element von Bassermanns Kunst bildet, offenbart sich hier früh, und mit ihr verknüpft ist bei ihm in eigentümlichster Mischung die Vornehmheit und der bürgerliche Ordnungssinn eines Datriziersprossen. Aus diesen beiden Grundelementen seines Wesens erllärt Julius Bab die Eigenart von Bassermanns Kunst in seiner soeben bei Erich Weibezahl in Leipzig erschienenen grundlegenden Biographie des Meisters. In einer farbigen Schilderung der Bassermanns, die 300 Jahre zurückreicht, zeigt er. wie „eine große alle Familie nach einer ganzen Anzahl anderer, schon der Oeffentlichkeit bekannter bedeutender Männer als höchstes Produkt einen Schauspieler hervorbringt." Basscr- mann hat zuerst eine bürgerliche Laus bahn durch- gemccht, bevor der Zug zur Bühne unwiderstehlich in ihm hervorbrach. Mit 19 Jahren war er bereits in Der Zellstoff-Fabrik Waldhof als Che- ter auf den Meflgen Markwald, der den weitaus größten Teil unseres WaldbesitzeS ausmacht. LJ Rodhetm a. d. Horloff, 4. Febr. Die Holzhauerarbeiten in uns rem Gemeindewald sind nun zu Ende. Es wurden etwa 100 Festmcter Nutzholz und ungefähr 300 Raummeter Brennholz gefällt. Die Versteigerung soll bald erfolgen. Nach Beendigung d r Holzhauerarbeiten und durch vorübergeh.nde, durch Die Witterung bedingte Betrieb stil egung des Dafaltwcrk s Nickel (Oberwidvcr heim), das 16 Arbe ter von hier beschäftigt, ist die Zahl der Arbeitslosen In unserem Orte sehr gestiegen. Während wir Im vorigen Jahre fei en Erwerbslosen hatten, sind gegentoräitg 21 vorhanden. Kreis Büdingen. !t Büdingen, 4. Febr. Aus den jüngsten Gemeinderatssihungen ist söge.des zu berichten. Der Gemeinderat erk.ärte sich da...it einverstanden, daß das im Einvern:b. .en mit der Provinzialdircktion nach festzustellende Gelände für die Verbesserung der Pro - v i nz ia l st r a tze n, zu Lasten der Stadt Büdingen im Feldberein gungsvcr ähren auCgc- schieden wird. Zu einer ilebereign.tng auf Die Provinz konnte sich Der Gemeinderat nicht entschlichen. und er stimmte für Eintragung auf den Namen Der Stadt. Gegen Die Anlage eines Hühnerhauses im westlichen Tell Des Hirsch- 1 p a r f a f f e. Daß bisherige ZlnSbe schreibungS- verfahren Der Kasse wird vom Gemetnderat nicht gebilligt Der Bürgermeister tourDe beauftragt, Verhandlungen einzuleit.n. — Der hessisch.e Staat ist geneigt, das im Jahre 1922 durch Die Stadt erbaute Gendarmenhaus an Der Saline anzukaufen. Der Gemeind-rat steht irg.n to Ich n Vcrhar.D ungcn s m ahsh g e - über, glaubt jedoch, daß Der gebotene Prei^ nicht entsprechend sei. Auch in Dieser Angelegenheit soll Der Bürgermeister weitere Verhandlungen führen. — Da) Gesuch einer hiesigen ©jmnaftif- Lehrerin um llleberlas.ung Der stLDtischen Tur n ha lle für Zwecke eines gymnastischen Lehrganges wurde nicht genehmigt — Tor Der Erstellung Des Kreisamtsneubaues Helle sich Die Stadt ve.pfllht.t, 250000 Papiermarl zuzuschießen. Es schweb.n zur Zeit Vcrhendlu g n w gen Z hiung Der entsprechend aufgcwert'ten Summe. Ci-e Ein g:ng ken te noch nicht erzielt werden. — Von einigen Gemeindc- raUmitg.uDcrn tourDe Aus.un.t über Die Be - solDung Der GemeinDebeamten verlangt Der Bürgerm ifler erstattete h eräb.r Bericht — Gelegent ich Des jüngsten Brandes hat sich erneut Die Wirkung >lc»slgkeit Des bisherigen Feuerwehr - Alarm- toesens gezeigt. Es soll Desha.b mit gr ßter Beschleunigung Die bereit? angefau.te elektrische Alarmanlage auf Dem Rathaus- lhh Von H. Ae von Byern Ein gshsimnisvoller Roman um Jagd und Liebe ete6-.»® grahenä bat der Gemeinderat nichts einzuwen- Den. Nachdem der Denkmals,l.ger hierüber gehört wurde und auch bestimmte Vorschläge über Die technische Ausführung gemacht hat, konnte Der Gemeinderat Die Genehmigung unter Dem Vorbehalt erteilen. Daß Die Anlage Des Hühnerhauses nur ausnahmsweise gestattet wird und daß alle Bedingungen des DenkmalpflegerS erfüLt werden. Außerdem wurde noch über Gelände- an (ä uf e durch die Stadt im Hirschgraben verhandelt. — Für Den Ausbau deS zweiten Gebückweges wurden noch 440 Mk. nachbewilligt. Weiter erklärte sich der Gemeinderat bereit, als KreDitträger für ein der Feldbe- reinigungsgesellschaft zu gew heendes Dar lehn einzutreten. Die Mlltel sol.en aus MeliorationSceldcrn entnommen werden. Das Darlehn wird zu verbilligtem Zin fuß a geben. Darf jedoch 35 800 Mk. nicht üverfchretten. — Für Das Baujahr 1 929 sollen nach Den seitherigen Richt'i.ien Darlehen abgegeben toerDen. Dies sott jedoch nur für Die Zeit der weiter herrschenden Wohnung.'not ge ten. — Der Bürgermeister erstattete sodann Bericht über DaS Verhältnis Der Stabt zur Bezir ks- mifer angestellt und schien Damit in Amt und Brot, aber schon Der junge Bassermann war ein leiDenschaftlicher Raucher, Der selbst im Laboratorium, too Das Rauchen verboten toar, Dieser Gewohnheit frönte, und als Der Direktor ihm Deswegen Vorhaltungen machte und Dabei das Wort „Lausbub" fiel, wurde gerauft und Ballermann jäh aus Der Laufbahn Des Chemikers Der® ausgeschleudert. Run begann ein langjähriges Dchmieren-Leben unD ein sehr langsamer Au,stieg, Der DesonDerS Durch Das rauhe und heisere Organ Des jungen Heldendarstellers gehemmt wurde. Mll 21 Jahren spielte er nach zweitägiger Vorbereitung Den Faust, und im Tell verkörperte er einmal Drei Rollen, nicht nur Den Baumgarten und Den Gehler, fonDern sogar noch Den Stier von Uri, wozu er sich besonders durch seine fabelhafte Fähigkeit eignete, auch ohne Das fehlenDe Horn mit einer Attrappe Den gewaltigen Hornrus eigen* mündig hervorzubringen. Das Organ war zwar rauh, aber doch deutlich und traftboll. Erst als er bereits in Berlin war, hatte er eine Periode durchzumachen, in Der seine Stimme ernsthaft gefährdet war. Dcs kam vpn einem unfreiwilligen Bad, das er bei Der Aufführung des Ausstattungsstückes „Die beiden kleinen Vagabunden" nehmen mußte. Man halle hier für richtiges, rauschendes Wasser gesorgt, in das er sich in einem Gummianzug stürzen muhte, und es war ihm versichert worden, das Wasser werde am Abend mindestens 16 Grad Wärme haben. Aber dann hatte es bloß 8 Grad, und Taffer» mann zog sich dadurch einen chronischen ungemein hinderlichen Katarrh zu. Er hatte DaacrnD mll Der Gefahr völliger Heiserkeit zu ringen unD erzählt selbst, dah er in den nun folgenden Jahren seiner entscheidenden Erfolge außer- ordentlich unter dieser furch.baren Hemmung zu leiden hatte: stets trug er Brotkügelchen in der Tasche, um durch Herunterschlucken seine Kehle für den Augenblick wieder frei machen zu können. Trotzdem hat er in mehr als 40 Spiel- iabten, in Denen er 570 Rollen gespielt hat und mehr als TOOOmal aufgetreten ist, nur zweimal wegen Heiserkeit abfagen müssen. Aus diesem wenig klangvollen Organ aber schuf er das Persönlichste und Allereigenste seiner Kunst und handelte nach, dem tiefen Wort von Walter dache angebracht werden. Dem Denkmalbfleger wurde Vorlage gemacht, da Die Anbringung als eine bauliche VeränDerung des Rathaus- Daches angesehen werden muh, Kreis Schotten. tog. Gedern. 4. Febr. Der frühere Kirchenvorsteher Johannes D o n d o r s IV., welcher bei der kürzllchen K.rchenvorstandswahl aus gesund- heitttchen Gründen eine Wiederwahl ablehnen muhte, wurde durch Besch.uh des Kirchenoor- standeS zum Ehren-Kirchenvorsteher ernannt Zum Dank für seir.« 26jährige treue Tätigkeit wurde ihm eine von Gewerbelehrer film- Pert entworfene und ang.-fertigte künstlerische Ehrenurkunde verliehen, d.e am gestrigen Sonntag durch den Ortsgeistlichen im D-lseln des Kirchenvorstandes überreicht wurde. — .Unser ältester Mitbürger, Tuchweber Wilhelm Kirchdörfer, konnte am heutigen Sage In voller körperlicher und geistiger Friiche die Frier seines 8 6. Geburtstages begehen. Trotz seines hohen Alters geht Herr Kirchdörfer noch a kläglich seinem Dienst als Diener verschiedener Vereine nach. Rat Henau: „Ein Wann muh stark genug sein, sich auS Der Eigenart seiner ilnooll- kommenbeit die Vollkommenheit feiner Eigenart zu schmieden." Moderne Opernregie. Berlin. Anfang Februar. Die Ausführung des „Fliegenden Holländers" in Der StaatSoper am Platz Der Republik hat Aufsehen genug gemacht; auf Der einen Seite ist sie in Grund und Boden verdammt, auf Der andern als ein kühnes aber geglücktes Experiment gepriesen worden. Gewiß, ein Versuch und nicht einmal ein so gewaltig kühner; Die Opernbü.jne hat hier einmal vollbracht, was das Sprechtheater schon längst wagte, als etwa Jehner seines Hamlet oder Pis- c a t o r seine „Räuber ' Inszenierte. Man geht von Dem Gedanken aus, Werken von einem Immanenten Dauernden Wert auch ein Dauerndes Gewand zu geben, ein Streben. Das letztlich noch immer etwas wie eine Reaktion gegen Den strengen Historismus Der Meininger bedeutet und mit allen Bemühungen um einen neuen klassischen Stil eng zusammenhängt. Tie Sage vom Fliegenden Holländer ist offenbar eine von jenen. Die als ein ewiges Gut, ein unverlierbarer gespenstischer Eindruck aus Der Gewalt Des Meeres und seiner Dunkeln Dämonischen Gestalten geboren wurde, sie ist ein ewig sich erneuernder Eindruck, Der immer wieder erlebt werden kann Der zeitlos ist. Wie Der Hamlet von Jehner In überzeitlichen oDer, wenn man will, zeitlosen Kouu...en gespielt toirD. so hat Klemperer unD mit hjm Der Regisseur Jürgen Fehling hier Den Bau einer ganzen Oper ins Ewige, Monumentale, Hvlz- schnittartige entrückt. . Damit aber auch ins ölnromanllsche und Abstrakte. Ins Fleischlose fast. Zu diesem Zwecke wählte er Die ältere, heute so gut tote unbekannte erste Fassung Der Wag- nerfchen Oper von 1812 — statt Der überall bekannten von 1352 —, Die sich, auch Dieses liegt Durchaus in Klemperers Richtung, von Der ersten wohl nicht Im ©efamtaufbau, aber Durch eine ungemeine Härte Der Instrumentation unterscheidet, der die Harfe ganz fehlt. Die sehr viel Blech auf- weist und Des Verklärunasmotlvs am Ende der XTrcia AlSfekd. -er. Homberg a. d. Ohm, 4. Febr. Dieser Tage fand in Der W.rtlcha.t von Kart Schweller die diesjährige Generalversammlung deS Verschonerungs - und Verkehrs- Vereins statt. Der erste Vorsitzende. Lehrer Allendörfer, trug zunächst den Rechenschaftsbericht für das Jahr 1 9 28 vor. der einen Räckusick üver die In diesem Jahre geleistete du[,eilige Arbeit gab. D.e Anzahl Der au.geste.tten Ruhebänke, Unterhaltung der We^q, Markierung, Badeange.egentze.ten, Hebung De$ oreml.e.ivellehrs, Wanderungen, Fü^r.r durch Oberhellen, Mllg.iederbewegung toa.cn in Kür^e dir Punkte, Die Der Rechenichasisbericht eingc./enD erörterte. AnschließenD gedach.e Der Vors.tzend-r des rerstoroenen Wug.iedes Heckle, De,,en Andenken Die Vellam.nir.ng Dura) Erheben von Den Sitzen ehrte. D.e Recynungsabiage Durch den Rechner d^s Vereins, Bauinjpektor Essel, so gte; Die Rechnung wurde für richtig befunden und Dem Rechner ($n„a,iu..g ertellt. Der Schriftführer, Wachtmeister Weitert, trug Dann Den Doransch.ag vor, Der die Zustimmung aller an» we enden Witgl.eDer fand. Bei Der Wahl des gesamten Vorlandes wurden die fe.tijerigcn Borsta nds m ^gliedere in st immigd. ich x.uruf wieöergewählt. in deren Rainen D.r Vorsitzende Den Dank für die Wiederwahl aussprach. Die Verlesung Des für das Jayr 1929 ausgestellten Wanderplanes schloß sich an. Darin sind zwei größere Wanderungen vorgesehen: Llch und Hoherodslopf. Wegen des in Die em Jahre hier stall'sindenden Feuerwehr festes mu'ute eine Wanderung ver.egt werden. Sodann wurden die Namen der M.tg.ieder. die im ab* ge.au.e.ien Jahre eine Wanderaus e.chnung errungen haben, bekanntgegeben, eben,o Der Tag, an Dem die Auszeichnungen verabreicht werden. Unter „Vechchiedenes" wurde noch die Dade- e i n r i ch t u n g besprochen, die aden Mllglleder« verbesserungsbedürftig erschien. Preußen. Kreis Wetzlar. ZI Wetzlar, 4. Febr. Die von der Stadtoerorb« neieiuberiammlung bei Der Regierung in ^vobien^ beantragte Nachprüfung Der städtischen Finanzlage ist seit eirter Woche Im Gange. Zu diesem Zwecke sind zwei im Kassen- und Rechnungswesen erfahrene Beamte hierher beordert worben, und zwar ein Herr aus Koblenz und ein Herr aus Duisburg. Wie wir hören, haben diese Herren unter Leitung von Oberregie* rungsrat von Kirchbach mit Den Vertretern Der Stadtverordnetcn-Frakllonen In zwei Sitzungen Fühlung genommen und Deren Wünsche erbeten. Wie weit die Arbeiten schon vorgeschritten sind, ist noch nicht zu erfahren, doch Dürfte dies bei Der großen Zahl und bei Dem ebenso großen Umfang Der nachzuprüsenden Punkte noch in Den Anfängen stecken. BesonDerer Wert soll auf Die von Den StaDtverordneten beanstandeten Überschreitungen Der einzelnen Lpe * zialbaukafsen, Der Kalsmunmngele^enheit ufto., gelegt werden. Sine weitere Untersuchung sott sich auf die Vermögenslage Der Stadt erstrecken. Besichtigungen einzelner BauauSsüh- runpen haben schon stattgefunden. Man hofft, in zwei Wochen mit Der Prüfung fertig zu sein. O Hochelheim. 1. Feor. Die Reaierung hat Den Lehrer Drescher von hier vom 1. April an enDgültig xum Konrektor an Der evangelischen Volksschule in K r o s D o r s ernannt. Lehrer Drescher erseht Den Konrektor Schlierbach. Die Verwaltung Der freigetoorber.en Lehrerstelle an Der hiesigen Volksschu e ist von Del Regierung Dem Schulamtsbewerber Wilhelm ne l Der In ÄrofDorf übertragen worden. ~ Oberkleen, 1. Frbr. Bei Der Im hiesigen Gemelndewald statt^ehabten ersten dieS- lährigen Drennholzversteigerung tour« Den folgende Preise erzielt: Cichenscheitholz 8ML, Eichenknüppei 8 bis 9 Mk. je Äaummeter, Clchen- wellen 16 bis 18 Mk., Duchenwellen 20 bis 21 Mark je 100 Wellen, Buchensctzeilholz 16 blS 17 Mk., Buchenknüppel 13 bis 14 Mk. je Raummeter. Durchsorstungswellen 26 bis 23 Md, leichte gemischte Wellen 12 bis 14 Mk. je 100 Stück, Birkenknüppel 9 Mk. je Raummeter, Fichten« Rangen 3. Klaffe 60 bis 70 Pfennig je Stück, Fichtenstangen. 5. Klasse 4 bis 5 Mk. Bohnenstangen 6. Klasse 4 bis 4,30 Mk., Bohnenstangen 7. Klasse 3 bis 4 Mk je 50 Stück Ouvertüre und am Schlüsse Der Oper noch entbehren muh. Was Die DühnenbilDer DülbergS angeht, so ist zu sagen, daß sie sich von allem gewohnten Historismus möglichst well entfernen. Damit entfällt sehr glücklich manches, was man heute nut noch als das Typlsch-Opernhalle empsinden kann, das zuweilen an leise Lächerlichkeit streift. Damit fällt auch alles Jttufionsbühnenhafte ganz von selbst weg. Cs ist eine Meereslandschaft aut Kuben unD einem etwas zu unromantischen Meer angedeutet, welche. Damit man sich des Spiels immer bewußt werde, an einer Seite von schwarzen Vorhängen begrenzt wird. Die Kostüme sinh die zeitlosen Der nordischen Seeleute; Die MäD- chen tragen sich so einfach, Daß man ihnen eine bestimmte Zeit nicht ansehen kann, ihre weiten gebauschten Röcke erinnern von ferne an ein sehr stilisiertes und schmuckloses Holländertum. Groß und wirclich toirD Der Eindruck Der Bühne, wenn im Hintergründe Das mächlige Symbol Des Holländer-Schisfs erscheint, ver ehit ist Die Lösung, lle Öpinnitube muten in diese, in ihren Beleuchtungen oft sehr schöne De.oration ^i.,einzu- bauen; glücklich und wagemutig ist der ganze Gedanke Der neuartigen Inszenierung, weniger glücklich seine Aus,üyrung im einzelnen. Daß bei Der strengen Stilisierung, dieser sehr abftrafc ten Darstellung, die durchaus in Der Natur Klemperers liegt, alle Romantik, ohne welche Die im Tiefsten romantische Oper nun einmal nicht denkbar ist, ziemlich in den stilisierten Mcereshintergtund geriet, liegt in Der Art Dieses Unternehmens, das gleichwohl als Leistung und als künstlerische Tat so etwaS tote eine kleine Umwälzung des alten Opern» begriff8 DLDeL Auch Darftellerisch-musuallsch hat sich Klemperer — K r e n n als todähn.icher Hollander und Rose F e r b a ch als Senta — wiederum meisterlich bewährt, vor allem Im letzten Akt, dessen musikalische Pracht In Den Chören unD In Der Darstellung des Schilfertanzes nicht leicht zu überbieten fein toirD. Es lohnt sich schon, einen Schausplelregisfeur auch in Der Oper zu beschäftigen, und bleibt Dieser Versuch auch noch in feinen Einzelheiten fragmentarisch, so Ist et als ein großer Wurf Durchaus zu begrüßen; es ist eben ein Versuch, unD wozu wären Versuch« sonst Da. als daß man durch sie lernte und Verfehltes nud neuer Erkenntnis beseitigte. G. B. Die pekoSeumgewiiMNg im Jahre 1928 y;5OWJETÜNjOI V e 3 A f OZEAN ARGENTINIEN I^ioprordWsllproduklionU,. . A 1..... ra rodukhon en, Petroleum 192B.-J Oer Sternhimmel im Februar am 18. zu sehen bekommen, wo der werden wir »i iHflUW W REG EM, WIND U. SCHNEE 9, ' $ GEGEN SPRÜDE HAUT f\he*esse Natürliches Artins itm Weisel (Heben, Sonnenstrabe 8, Telephon Mr. 88 5-J4V Frühjah- «kur lür i i 24ßD 3 bei Verlangen Sie st:ts ausdrücklich MAGGI3 Würze und achten Sie auf den Namen MAGGI, die gelb-roten Etiketten und die lypische Form der Flaschen. Die beste Gewähr der Echtheit ist der Einkauf einer großen Ongina.flasche zu RM. 6.50, deren Verschluß plombiert ist \)t Viertel @ Vollmond d J Viertel 6RIT1J "i/NDII renur ^Mar/ ’ f ’A V m Für die Geiundheit /TeftNßHDErt: 6ROTZE BUCHSTABEN Sterne: Meine Buchstaben EM s I E Verein. Staaten von Amerika Venezuela Sowjetunion Mexiko Persien Rumänien Niederl.-Indien Kolumbien Peru Argentinien Britifch-Indien Trinidad Polen CDie Weit-"”| Produktion er Nervenkranke n.Nervüi Erschöpfte.SpezialknrinstaltEolke.m im laanae b i Frankf.a.M. - Prospekte uurch Dr. RI. Schulze-tCahleyss, Nervenarzt MEXIh^h KOLUMBIEN. STHA.ER ( PERI OZEAN ' Der di« 24 Stundenzahlen von Mittet- nach bi« Mitt «mach eint» Tagt, ent- hakende Kreit und die diel punktierte Linie, der ««genannt« Horizont, und fest- «tehend tu denien. Der Sternhimmel dreht rieh samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne der gelogenen Pfeil« einmal um •einen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt di« tu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um di« Monatsmiete sicht- hären Stern«. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo- natrmitte. Will man tu einer anderen Stunde beobachten, so denke man «ich den Sternhimmel «amt dem geraden Pfeil «o gedreht, daß dieser auf di« Be- ebachtungertur de zeigt; dadurch werden die tu'dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitrud- «henden Horizont Uneingedreht. Für je 5 Tag« vor der Monatsmiete ist der gerade Pfeil {/3 Stunde früher, fürj« S Tagt nach der Monats- mitt• */3 Stunde später zu stellen. Man Die uns vorliegende Stat'stik der vorjährigen Pe- troleumgew nnung der Welt zeigt folgende Entwicklung der w.chtigsten Produktionsländer: Kunst und Wissenschaft. Hugo Salus •f*. Der bekannte Lyriker Hugo Salus ist nach einer Meldung aus Prag dort am Montag im Alter von 62 Jahren an Herzschwäche gestorben. SaluS wurde in Leipa in Deutschböhmen am 3. August 1866 geboren. Er studierte in Prag, wo er 1891 zum Doktor der Medizin promovierte und war dann Assistent für Bakteriologie und später für Gynäkologie. Seit 1895 war er als Frauenarzt in Prag tätig. Salus hat eine grosse Zahl von — vornehmlich lyrischen — Gedichten und eine Aeihr von Novellen veröfsentlicht In seinen Dichtungen folgt er den Bahnen Lilienrrons und Gustav Halles. ES sind Werke von Aatürlich.eit, Bildhaftigkeit und einer zarten, walt, rohen und doch manchmal schwer.nutüberschat eten Sp.abe. Von seinen vielen Gedichtbänden sind u. a „Reue Gedichte" (1899), „Reigen" (1900), „Ernte" (1903), „Das neue Buch" (19z0), „Klarer Klang" (1922), „Helle Träume" (1924) bei Albert Langen, da- vielgelesene Buch „Ehefrühling" (1900) und „Trostbüchlein für Kinderlose" (1909) bei Eug.n Diederichs, ein Bändchen „Nachdenkliche Gesch.chten" in Reclams Unioersalbibliothek und mehrere Bände Novellen (darunter „Christa, ein Evangelium der Sch mheit" (1902), „Schwache Helden" (1910) u. a. im Deutschen Verlag in Stuttgart erschienen. Dem deutschen D.chter Hugo Salus, der sicb poli- tisch nie betätigt hat, hat die tschechoslowakische Regierung zu seinem 60. Geburtstage cme Ehre gäbe verliehen. Seine Bücher sind wiederholt ins Tschechische übersetzt worden. Mond einen Tag nach seinem ersten Mertel am Mars vorüberzieht. Da sich die beiden Gestirne kurz nach 21 Ahr auf fast eine Vollmondbreibe nähern, wird man die Wanderung des Mondes nach links ohne jede Schwierigkeit im Verlauf des Abends verfolgen können. Auf solche Dorgänge am Himmel sollte man auch schon Kinder aufmerksam machen. Sie freuen sich, feststellen zu tonnen, daß sich der Mond etwa im Verlauf einer Stunde ganz merklich dem Mars genähert oder sich von ihm entfernt hat, und gewinnen auf diese Weise einen wirklich lebendigen Begriff von einem Wandelstern. Der im vorigen Monat schlecht sichtbare Saturn taucht nun langsam wieder auS der Morgendämmerung auf und ist dann am Südosthori^ont zu finden. Küstermann. /VER.STAATEN v. AMERIKA ^2« AI LAN 1 V®5VENtZUElfc Schöffengericht Gießen. • Gießen, 4. Febr. Auf dem Jahrmarkt in Gedern standen ein paar junge Burschen in der Bähe der Schießbude und sähen zu. ES wurde mit Luftgewehren, zum Teil auch aus Karabinern und Flobertgewehren. scharf geschoben. Die Luft- flinten tourten von dec Braut des Schießbuden- besiyers A. K., die anderen Gewehre von diesem selbst geladen. Plötzlich rief einer der jungen Leute, der sechzehnjährige Wilhelm Schmidt aus Kau.stoß: „Ich bin getroffen" und sank seinem Aachbar in die Arme. Er wurde ins Krankenbars geschafft, wo seftgefte.lt wurde, daß ein Geschoß in dir .i.cke Drustieite unterhalb der Schu.trr eingedrungen war. Die Bemühungen, ihn zu retten, waren erfolglos: er siechte dahin und starb nach längerer Zeit. Der Schießbudenbe- sitzer hatte sich heute wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Er leugnete jedes Verschulden, wurde aber durch die eingehende V<- weiSausnahm« überführt- Schon zwei Tage vor dem Ung ück und am Unglückstaz selbst war er beobachtet worden, wie ec beim Laden der Gewehr« in grob fahrlä,|.ger Weise den Lauf nicht in- Innere der Bude, sondern gegen bas Publikum richtete. Auf die warnende Bemerkung eines Zeugen, wenn er so weiter lade, gebe -es noch dn Unglück, hatte er leichtfertig erklärt, es sei noch nie etwas passiert, auch kein Unglück zu erwarten. Ans den Beobachtungen dreier weiterer Zeugen ergab sich, daß ihm ein in gleicher Weise be.m Laden unvorsichtig gehaltenes Gewehr in le. A ch.ung nach Le .t rer.ehtrn Wilhelm Schmidt wgegangen war. Unmittelbar daraus hatte dieser gerufen, er sei getroffen. Das lei bet Leichenöffnung im Körper des Getöteten Vorgefundene Geichoß war eine Sechsmilli- meter-Flobert-Vundkugel, wie sie in Schießbuden ve.wendet zu werden pflegen: sie stimmte genau zu der unmittelbar nach dem Unglück von dem Gendarmeriewachtmeister in der Sw eßbule beschlagnahmten Probemunition. Die in dem Geschoß nur leicht ein e.rabenen Gew.hrzüge deuteten auf c'.n vieloenudtes Budengeweyr hin. Darrach bestand an der Schuld Le3 Angeklagten kein Zwei e ; das Gericht H elt mit dem Anklagevertreter die Beweiskette für lückenlos und ^erkannte auf eir.e — in Anbetracht der groben Fahrlässigkeit milde — Gefängnis st rafe von zwei Monaten. Achtung beim Einkauf! Oper not nlierneiv $ was m-m heu'e» ^niSlN fltti TM i, Md» 3«l* JL« ab man;'ire weite« °°° LU-L loses « . (gM n*3* io hie in Wj* ff r'MA LsK aN ?en m l< »hi I" nicht n Ferner wurde In vier weiteren Sachen wegen Urkundenfälschung, zum Teil in Verbindung mit anderen Straftate.n, verhandelt. Ein schon vielfach voröestra.ter Dienstknecht erhielt wegen Äückfalid'.elistahls und schwerer Urkundenfälschung ein Jahr Gefängnis, ein Provi- siorrsreiiender 16 Lage Gefängnis, ein junger Busche, der sich mit einer gefälschten Be- scheinigüng seines Pftegeralers bei ^eiie.nDienst- Herrn Geld zu verschaffen gesucht hatte, eine Woche Gefängnis. Ein Kaufmann, der seine beschränkte Vollmacht überschrei.end einen Wechsel auf den Äa.ne.r ickmes Baers ausgestellt hrtte. wurde freigesprochen, da er nach der Ansicht des Gerichts nicht mit te n Bewußtsein der Aechtswidrigkcit gehandelt hatte. Buntes Allerlei. Ein isiahnw'.higer Raubversuch. Aus L e m b k r g wird von einem in feiner Ärt einzig dastehenden Raub berichtet, der dem Täter das Leben kostete. Die Kirche des ukrainischen Dorfes Kosow befaß ein kostbares Kreuz, das einmal im Jahre am Iordansfcst zu r Wasser- rveihe benutzt wurde. Zwei Lemberger Verbrecher hatten nun den Plan gefaßt, dieses Kreuz gelegentlich der diesjährigen Weihe zu stehlen. Sie kundschafteten aus, an welcher Stelle des kleinen Flusses das für die Weihe bestimmte Eisloch gesch'agen worden war und einer von ihnen stieg rurz vor der Weihe in das eiskalte Wasser, während der andere am ienseit gen Ufer das Eis aufhackte. Als der Geistliche das Kreuz ins Wasser tauchte, wurde es ihm plötzlich in geheimnisvoller Weise entrissen und verschwand unter dem Eis. Nach Uebcrwindung des ersten Schreckens holten die Bauern Aexte herbei und zersch ugen das Eis. Zu ihrem Erstaunen ft eßen sie etwa 20 Schritt vom Ufer entfernt unter der Eisdecke a u f d i e Leiche I Die gesamte Weltproduktion beträgt nach vorläufiger Schätzung 261,2 M llionen Tonnen, 9 Millionen Tonnen mehr als im Jahre 1927. Während die Pro- Anblick des Orion mit seinen beiden Hunden, dem großen Sirius in der Verlängerung des Oriongürtels und dem kleinen Prokyon, seinem „Vorläufer". Am auffallendsten ist das Fort- schreiten der Jahreszeit am Aordosthorizont. Gegen Ende des Monats sehen wir in den späten Abendstunden schon den Arctur in der Verlängerung der Deichsel des Wagens oder Großen Bären wieder auftauchen, und auch die Wega wird links von ihm sichtbar. Von den Wandelsternen beherrscht nach wie vor die Venus als Abendstem den Himmel. Zu Beginn deS Monats steht sie ganz nahe bei dem .Frühlingspunkt", also dem Punkt, an dem die Sonne zu FrühlingsbeMn. am 21. März steht, und der natürlich dem Herbstpunkt, dem Sland- WÄ '°hr 192« MuUn9 r wodurch .e ''‘‘‘'•s’t’taS *’trvfl dann den aller 1 Dahl & inft! ^'ts-erigrn 1 Oal 3agt igj. "’S» vocge, D.gen bei in Sodann die Im ^us e.chnung u, 1 ^>6 du Taa werdL M d,e 2ade. 1 schon vorgelchtil» Iahten, doch dürlte ad bei dem cbenlö i'enben Pnnlle no6 sonderet IDetl |oU ncten beanstandeten r einzelnen Spe« lsmunmngelt^enhelt eitere Untetludjung islage der Slam zelncr DauauLsth» )en. Man hofft, bi i fettig N fein. < Sie \ hin ’Domi.Ttoril ot an bet evange» »vtf ernannt Leh» ontekior Schlier» sreigevordenen Ce^ W-t ist von d-l oetoeioer Dtlhela ertragen tdorden. Pei der im hl» Sailen ersten di^» steigerung m» schenscheilhoh 8M, Aaummcin, M -emveben 2J W ^nscfeilholz 16 bii Tu untie f iSbiSrSDk-.lA taummeier, ) PImniL ie •a 5 M. DoM K Dohnenstang« 'M __ ort der Sonne am 23. September, gerade gegenüber liegt. Beide Punkte werden von den Sternkundigen mit eigentümlichen Zeichen w'.ederge- geben. Auch der Jupiter bleibt den ganzen Monat hindurch am Abendhimmel links von der Venus sichtbar. Die Helligkeit des Mars nimmt zwar weiter ab. bleibt aber im ganzen Monat hindurch noch ziemlich ansehnlich. Ein hübsches Schauspiel Taten für Mittwoch, 6. Februar. 1840: der Dichter Franz Freiherr von Gaudy in Berlin gestorben (geboren 1800); — 1853: der D.chler und Maler August Kop'.sch in Berlin gestorben (geboren 1799V, — 1919: Eröffnung der Deutschen Nationalversammlung In Weimar. _______ _ Kreis Biede»rkopf. —b— Aodheim a. d. Bieber. 4. Febr. Unter starker Beteiligung wurde hier im Bender- schen Saale der Frühjahrsabgeordnetentag des Kreis-Krieger-Vcr- bandcS Biedenkopf abg h t n. Dec Ter- band-vorfitzende Kam. Jakobi tVicdrnkops) gab seiner Freude Ausdruck uVr den zahlreichen Besuch und dan'tr al.en erfch eaenen V.rtrct m, sowie dem Vrrein Aodh in für die Uebrrnahme deS 52. Abgeordnctenlages. Der Vrrband zählt zur Zeit in seinen 57 Vereinen in.ge amt 2200 Mitglieder: es waren die Vertr.t:r au3 42 Vereinen erschien,n. Erfreu icherwe fc wächst auch in unserem Hi t rlan'ckcei; die Kriegervere'.ns.ache wieder: z"hlte der Verband ehedem 80 Tercine, so ist in den letzten Jahren eine stete Zunahme zu verzeichnen. Aeu aufgenommen wurden jetzt die Vereine Hermannstein. Achenbach undWei- denhaufcn. Die Jahre r:chnung ergab einen Uebcrschuß von 112,63 Mk., während das Ge- samtvcrmbgen des Vereins sich auf 2324 Mk. stellt. An die Urt.rstützungckrs e ksn ten 8 5Vik., für ba5 Fechlwesen 257 Mk. angeführt und 16:0 Jahrbücher abgcseht werdm. Kas e.'.süh er ©ebner ist zurückgetreten, an feine Stelle Kam. Lettermann (Biedenlopf) einstimmig gewählt. Die Bildung vor Jugendgruppen macht langsame, aber sichere Forlschritle. Erfreulicherweite ist man bestrebt, die Zahl der Kriegerfcste einzuschränken. Am 2. Juni wird für den nördlichen Bezirk in Battenfeld und am 29. 3uni in Gladenbach (verbunden m.t Deiegiertentag) einem Z^riegerfest fta'.tcegeben. Der D rein Waldgirmes wird den 3. Deutschen Reichslr'.egertag in München am 20. und 21 Juli besuchen. Die Kam. S t i l ch e r (Berghofen) und Müsner (Äodheim) wurden mit dem Ehrenkreuz ausgezeichnet und dem Kriegerverein Aodheim zwet Fahnennägel verliehen. Maingau. WSA. F r a n k f u r t a. M-, 4. Febr. In letzter Zeit mehren sich hier die Schaufenster- elnbrüche in hohem Maße. So wurden in den vergangenen Dachten eine Schaufensterscheibe eines ^hirmgeschäftes in der Töngesgasse eingeschlagen und Schirme im Werte von 120 Mk. enlweiwet. ferner ist je eine Scheibe in einem Musikaliengeschäft in der Goethestratze und in einem Pelzwarengeschäft in der Kaiserstraße teilweise zertrümmert und Sprechapparate bzw. Pelze gistohlen worden. Die gestohlenen Pelze waren itberfüchse im Werte von 6000 Mk. Bei einem Einbruch in ein Photo-Dadiogeschäft in der Bömestraße erbeuteten die Diebe eine größere Anzahl Telefunkenradioröhren und Photoapparate. Außerdem wurden noch einige Schaukasten ausgeplündert und Woll- und Ledersachen, sowie Schmuckgegenstände gestohlen. Dir Großmarkthatte als Sängerhalle. WSD. Frankfurt a. M., 4. F'.br. Der Sängerbund Frankfurt a. M besichtig e am Sonntagvormittag die neuerbaute Grohmarkthalle. Dabei fang er auch einige Lhöre. um die Akustik der Halle zu erproben. Das Ergebnis war überraschend gut, und man war allgemein der Ansicht, daß kleine Mängel mit geringen Mitteln behoben werden könnten und die Halle sich für die Massen» choraufführungen auf dem Deutschen San gerbundeSfest im Jahre 1932 in hervorragender Weise eigne. 3m Festschmuck wird die Halle an architektonischer Schönheit alle bisherigen Hallen bei weitem übertreffen. Sonnenaufgang von 7.45 bis 6.50 Uhr. Sonnenuntergang von 16,40 bis 17,35 Uhr. Lichtgestalien des Mondes: 3. Viertel am 1. um 15 Uhr, 1. Viertel am 17. um 1 Uhr. Vollmond am 23. um 20 Uhr. Der Februar zeigt die prächtigen Winterstern- bilder zwar schon zur westlichen Hälfte des Himmels herüb erwandernd, aber immerhin noch in voller Pracht. Aoch immer erfreuen wir uns am duktion in den Vereinigten Staaten und in Mexiko gurückging, erhöhte sie sich bcwnders ftürrnisch auf oen erst seit einigen Jahren betriebenen, äußerst ergiebigen troleumfJbern von Venezuela. Venezuela steht nun an zweiter Stelle in der Weltproduktion und drängte die Sowjetunion, trotz einer bedeutenden Erhöhung der Erdölgewinnung, auf die dritte Stelle, während Mexiko, noch vor zwei bis drei Jahren das zweitwichtigste Produktionsland, weit zurückfiel. Einen stetigen Au' üwung weifen die von England (Shell und Anglo-Perfian) kontrollierten Detgebiete von Persien und Niederländisch Jnd en auf, die Hauptkonturrenten des amerikanischen Trusts (Standard Oil). In diesem Konkurrenzkampf zur Beherrschung der gegenwärtig wicht'gsten Energiestoff, quelle kommt dem staatlichen Naphthasyndikat der Sowjetunion, durch seine unabhängige Stellung, eine bedeutende Rolle zu. eines Mannes, der das geraubte Kreuz zwischen den Zähnen hielt. Bald darauf gelang es auch, feinen am Ufer verborgenen Spießgesellen zu finden, der gestand, daß der Tote die Absicht gehabt habe, unter dem Eise schwimmend mit dem Kreuz zu entkommen. Drei Kinder bei einem Btanb umgekommen. In Hohendorf bei Großenhain brach im Nebengebäude eines Gutes ein Brand auj In einem Raum des Nebengebäudes schliefen zwei Knaben und ein Mädchen im Alter von H bis 7 Jahren. Als es der Feuerwehr gelang, bis zu den Kindern vorzudrlngen, hatten diese bereits so schwere Brandwunden und Rauchvergiftun. geh erlitten, daß sie auf dem Wege nach dem Krankenhaus starben. Als Brandursache wird Selbstentzündung von Brennmaterial vermutet, doch besteht aud) die Möglichkeit, daß der Brand durch die Kinder selbst verursacht wurde. Branb einer filaolerfabtlt In Schwerin brach ncrchts in der Pianofabrik Gebrüder Perzina 5er.ee aus, dem das Ganze Gebäude zum Opfer sie'. Der Brand eentstanb in dem Lagerraum für die Spiritus- spritzlacke und erfaßte alsbald die großen Holzvorräte, die Fertig- und die Halbfertig abrifate. Die Loschärbeiten dauerten bis in die Mittagsstunden. Der Fabrikationsbrirleü der 60 Jahre alten Firma ist erst vor kurzem in das jetzt niedergebrännte Gebäude verlegt worden. Seit Freiiagmittag wurde in der Fabrik nicht mehr gearbeitet. Eine B.e.he von Anzeichen sollten dafür sprechen, daß der Brand gelegt worden ist. Der Schaden wird auf über 600000 Mark geschäht. Bergsturz in Jn iurg in der Schweiz. Hinter dem Aolre-Dame-Plah löste sich eine Felsmasse von etwa 2000 Kubikmeter los, stürzte in die Tiefe und riß die Front eines HauseS weg. Die Bewohner des Hauses waren durch das Drechen der Mauern rechtzeitig gewarnt worden und konnten sich mit Ausnahme einer 50 Jahre alten Frau in Sicherheit bringen. Ihre Leiche liegt unter den Trümmern der Hausfront und konnte noch nicht geborgen werden. 2H‘/atum gestalt zeigt. «U»O N Pr° Tfla/ietant ✓ ;«5äR 1928 Millionen Tonnen Welt- produltion D. H. 1927 W.lt- proüuktion v. H. 179,2 68,6 71,7 21,0 8,1 5,1 17,0 6,5 5,8 9,7 3,7 5,1 8,3 3,1 2,9 5,9 2,3 2,1 56 2,1 2,1 4,0 1,5 1,1 2,4 0,9 0,8 1,8 0,7 0,7 1,6 0,6 0,7 1,2 0,5 0,4 1,1 0,4 0,4 WOLLE \ für alle Z xzweckL^ Kurzwaren-gut und billig! Modehaus Salomon, Sdiulstrafee 4 I 99A LrUevnat 5U4D wichte verkauft werden. 1089V Angebote sind bis zum 15. Februar 1929, nachmittags 6 Uhr, schriftlich bei der unterzeichneten Verwaltung einzureichen, wo auch die Bedingungen eingesehen werden Verkauf von Dünger. Der in der Zeit vom 1. Februar 1929 bis einschließlich 31. Januar 1030 zum Anfall kommende Dünger soll nach dem Ge- Haushaltungs- und Fortbildungsschule Karlsruhe, 25., Otto Sachsstr.5,Ecke Mathystr. Gründl.llnterweifung in der Hauswirtschaft, im Kochen sowie in Handarbeiten (Vorstufe zur häuslichen Berufsausbildung), Weiterbildung in Schulfächern,Handelsschulunterricht (Luch, führung, Stenographie u. Maschinenschreiben). Iahreskurse in 2 Klaffen. Klaffe A sür 14. bis tijährige. Klaffe B für junge Mädchen über 17 Fahre. Die Schülerinnen sind vom Besuch der allgemeinen Fortbildungsschule befreit. Beginn des neuen Schuljahres Ende April 1929. Sa ungen und Auskunft gegen Em» sendung von 30 Pf. durch die Anstalisleitung. Badischer Zraueuverein vom Roten Kreuz Karlsruhe (Landesvorstand)_______ 10 Pf. 2 Kni. Stopftwist ä 5 Gramm 1 Karte Seidentwist, 20 Meter 1 Brief Stopfnadeln ä 12 Stück 1 Brief Nähnadeln i 25 Stück 1 Paar Mako-Schuhsenkel 1 Stück Halbleinenband, 3 Mir. 1 Stück Köperband, 4 Meter 1 Stück Einziehlitze, 4 Meter 1* Dutzend Patent-Hosenknöpfe 50 Pf. 1 Karton Seidentwist, 20 Kni. 50 8 Strickwolle, gute Auslese 1 Paar Damenstrumpfhalter 1 Paar Armblätter, Doppelstoff 8-Meter-Stück schmale Kl’Spitze 4-Meter-Stück breite Kl’Spitze 8 Meter-Stück gute Festons 3 Meter Filetstickerei, Glanzgarn 25 Pf. 3 Meter kunstseid. Gummilitze 2ü Meter wasdibare Gummilitze 1 Kupon Rüschen-Gummiband 1 Karte Wäscheknöpfe, 3 Dtzd. 1 Dose Stahl-Stecknadeln. 50 g 1 Ring Sicherheitsnadeln, 50 St 1 Rollbandmah in Kapsel 1 Galalith-Schuhanzieher 1 Paar Armblätter können. SPEZJ/XL - 7VOLLGESCHKFT Beste Bezugsquelle auch für Händler und Wiederverkäufer! 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Sportgürtel, Aermel» Hailer, Krawattenhalter und v. a. Ferner an Sportarttkeln: Skistöcke, Pa adel, Fuhbälle,Tennisschläger, EporttrilvtS, Sttstiefel, Sportsocken, Pullover, Schlüpfer, Fuhballstlefel, Wolljacken, Windjacken, Skihandschuhe, l Medizin- ball, Zugstiei el Badeschuhe. Daoe- anzüge f.Damen, Lu.tk.fsen. Keu en Ferner: Fahrradsättel,Fahrradkelten, 1 Holz'adenkasse, l Spieiel, l ein- türig. Kleiderichrank. 1 Lötapparat «komplett). I Schreibt!,ch mit Aussatz (nuhb. pol. neu.) Derste'.gerung bestimmt. LrrrrSes Gerichtsvollzieher in Dietzen Goethestrahe 29 Telephon 1383. Gießen, den 4. Februar 1929. Verwaltung der Deterinärkliniken und Institute. Nutz- und Vrennholzversteigerung Freitag, den «.Februar 1929, morgens von 10 uhr an, soll im Anneröder Ge- meindewald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 1095D •) rruhholz. Fichte: Derbstangen 2. Klasse 3 Stück. Fichte: Reisstangen 4. Klasse 276 Stück, 5. Klasse 455 Stück. 6. Klasse 275 Stück, 7. Klasse 780 Stück, 8. Klasse 25 Stück. b) Brennholz. Scheit und Knüppel: Buche 68,7 rm, Fichte 16,4 rm. Reisig: 2. Klasse Kiefer 130 Wellen (Durchforstungs - Wellen), 3. Klasse Buche 522 Wellen (Astreisig), 4. Klasse Fichte 248 Wellen (Astreisig), 4. Klasse Fichte 150 Wellen (Lesestücke). Stöcke: Buche 0,8 rm. Außer diesem Holz werden noch 9 Eichen- und Eschenstämmchen 1. und 2. Klasse mitversteigert. Die Zusammenkunft ist beim Pflanzgarten. Annerod, am 4. Februar 1929. Hessische Bürgermeisterei Annerod. ___________Horn.____________ Zagdverpachtung. Die Gemeindejagd - Verpachtung vom 2. Februar 1929 w.rd nicht genehmigt und kommt am Samstag, dem 9. Februar, nach, mittags 2 Uhr, nochmals zum Ausgebot. Der ganze Jagdbezirk umfaßt 738 Hektar, einschließl.ch 198,38 Hektar Wald. Alle weiteren Bedingungen werden vor der Verpachtung bekanntgegeben. 1094D Reiskirchen, 5. Februar 1929. Hessische Bürgermeisterei Reiskirchen. ______________Schomber.______________ Nutzhoizverfteigenmg Samstag, den 9. Februar, vormittags 11 Uhr, soll zu Framenbach aus Distrikt 6, Hungerberg, nachfolgendes Fichte nuhholz offentl.ch verkauft werden: 10820 Klasse la 88 Stück, 15,85 im Klasse 1b 229 Stück, 77,73 fra Klasse 2a 146 Stück, 95,15 fm Klasse 2b 63 Stück, 67,09 fm Klasse 3a 16 Stück, 24,00 fm Klasse 3b 2 Stück, 3,68 fm Klasse 1 63 Stück Klasse 2 7 Stück. Zusammenkunft der Käufer im Ort: bei ungünst.ger Witterung findet die Versteigerung auf dem Gemeindehaus statt. Dock. Bürgermeister. Aus dem Gcmeindewai) Krofdorf kommen am ZRjtUag, dem 11. Februar, vocmit- tags oo.t 10 Uhr ab, bei W^rt Moos in ttrofdmf zum Verkauf: 10870 Distrikte Bruch, Schirmhcckem Dickehau, Altehau, Kopf, Sammelhteb E.che 3 rm Nutzholz, 2 m lang, 120 rm Scheit und Kpl., 230 rm Rsg. Lvche 314 rm Scheit und Kpl., 1°95 r.n Rsg. Fichte 250 Stangen 1. bis 4. Kl, 48 rm Rolljch. und Kpl., 140 rm Stangenreisig (lang eingelegt). Stork, Gemeindevorsteher. Dielen Dank für die Ehrungen und Glückwünsche, die uns anläßlich unserer Silberhochzeit zuteil wurden Michsb.-Wagenmeisier Gustav Markowiak und Frau geb. Freitag Gießen, den 5. Februar 1929 0419 Giessen, Seltersweg I078A Sonderangebot! Während der Ein großer Posten Metall-Bettstellen weis, Marke Arnold, teils mit klein. Schönheitsfehlern weit unter Preis Wir suchen einen in Organisation und Werbung Iflr die Lebenstersidierunfi sowie alle Sadnersldieninto hervorragend befähigten erfolgreichen Fachmann. Einer wirklich erstklassigen Kraft bietet sich eine gutbezahlte Dauerstellung mit größter Entfaltungsmöglichkeit. Zeitgemäße Einkünfte. Gehalt. Provision, Reisespesen und Fahrkosten. Direktionsvertrag. Ausführliche Bewerbungen, die direkt behandelt werden, sind unter F.S.C. 591 durch Rudolf Mosee, Frankfurt a. M. zu richten. iu64V RC163 Nur in ,ehoao8d Wohlbehagen. 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Bezirks im Turngau Hessen, die am Sonntag in Butzbach stattfand, war von 38 Turnwarten und Vorturnern besucht. Unter der Leitung der Bezirksturnwarte Lang (Lang-Göns) und W a ck (Bad-Nauheim) wurden die Hebungen ijür das Bezirksgerätewetturnen gründlich durchgeturnt und besprochen, ferner die vorgeschriebenen Ordnungs- und Freiübungen. Die anschließende anregende Besprechung, der auch der Bezirksoertreter, Studienrat Thierolf (Friedberg), beiwohnte, galt hauptsächlich der Vorbereitung der Bezirksoer- anstaltungen dieses Jahres: des B e z i r k s g c - räteroetturnens, das am 3.März in Butzbach stattfindet, und des volkstümlichen Bezirks- turnens, dos im Vorsommer in Nieder-Mör° l e n durchgeführt wird. Die Wahl des Bezirksspiel, warts wurde bis zur nächsten Vorturnerstunde ausgesetzt. Die Goetz-Wanderung soll am Sonn- tag vor Himmelfahrt die einzelnen Bezirksvereine noch Ziegenberg führen. Turngau Lahn-Oünsberg. Am Sonntag fand in Lollar eine Spieler-- sttzung statt, zu der alle Handball- und faustballspielenden Vereine eingeladen waren. Vertreten waren Allendvrf mit 1. Kesselbach 2, Darbenteich 3. Kinzenbach 6, Londorf 5 und IDiefcd mit 2 Mann. Auf der Tagesordnung standen: 1. Vorrunde der Handballspiele, 2. Protest Kinzenbach, 3. Vachrunde der Handball- ipiele. 4. Faustballrunde, 5. Nächste Spieler- sihung. Zu Punkt 1 rügte Spielwart Dinier, Launsbach die beide-l Vereine Allendorf und Londorf, da sie das Spiel in Allendorf bereits um 2 Uhr auStrugen. ohne ben Schiedsrichter zu benachrichtigen. DaS Spiel zwischen Londorf und Wieseck in Wie,eck, bei dem Londorf zu spät antrat, ist, da Wieseck sich dennoch bereit) rklärte, zu spielen, für Londorf gewonnen. Punkt 2. Der Protest Kinzenbach ist berechtigt, wird aber wegen Formsehler nicht an- erkannt. Punkt 3: Die Nachrunde beginnt aller Voraussicht nach Anfang März. (Segner und Termine werden noch belairntgegeben. Als weiterer Gegner wird vorausfichllich noch Dorlar hinzukommen. Punkt 4 Faustballrunde: Gemeldet haben sich bis jetzt nur drei Mannschaften: Meldeschluß für weitere Mannschaften wahrscheinlich 15. April. Punkt 5: Nächste Spieler- sitzung nach Beendigung der Handball-Nachrunde tn Dreßen. V. f. B. Die Dritte fertigte ihren Gegner, Nauborns Erste, mit 6:0 ab und machte damit M« NiÄ>erlage vom Vorspiel wieder wett. Nauborn war trotz allem Eifer den technisch guten V. f. D. em unterlegen, konnte aber doch mit feinem «gekünstelten und flotten Spiel Lesallen. Auch di« vierte Mannschaft holte einen hohen Sieg gegen di« Zweite von Nauborn Vertat# und gewann verdient mit 8L. Lottarer Kußball. A» Sonntag weilte Lollars 1. Mannschaft zur» fälligen Rückspiel in Daubringen; sie konnte mit einem 8.0-Giege nach Hause zurückkehren. Lollar ging gleich zu Beginn deS Spiels scharf los, und Daubringens Torwart muhte sein ganzes Können aufbieten, um Erfolge der Lollarer zu verhüten. Jedoch muhte er sich bis zur Halbzeit dreimal geschlagen bekennen. In der zweiten Halbzeit spielte Lollar rwch stärker überlegen, Daubringen konnte sich aus der llmtlammerung nur selten durch einige Durchbrüche freimachen. Bis zum Schluhpfiff konnte Lollar noch fünf Tore erzielen. Laubach k. — Großen-Buseckl. 4:1 (2:0) Am Sonntag trafen sich diese Mannschaften zum fälligen Verbairdsspiel. Da die Spieler bis zu den Knöcheln im Schnee laufen muhten, kam ein flüssiges SpiÄ mcht zustande. Einen (Straf- stvh konnte Laubach im Nachschuh bald zum Führungstreffer für sich verwandeln. Grvhen-Buseäs Drperlich schwächere Stürmer tormtcn sich in dem MM BÄmzo l Vornan von I Schneider-Foersti. Urheberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. 83 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „So unerträglich ist Ihnen das Leben an meiner Seite geworden, Schwester, dah Sie den Tod einem Zusammenleben mit mir vorziehen." Ihr Körper sank noch mehr gegen die Wand. Gin Kälteschauer machte ihn erschüttern. .,Sie werden sich eine Krankheit holen!" mahnte er. „Ziehen Sie sich um, imü dann möchte ich Sie bitten, noch einmal zu mir herüberzulommen. Ich habe noch mit Ihnen zu sprechen." Es dauerte lange, bis sie in trockenen Kleidern wieder vor ihm stand. Etwas verlegen, wartete sie, bis er zu reden begann. „Setzen Sie sich hier in den Lehnstuhl, Schwester! Ich werde Ihnen ein bequemeres ÄiiTen brmgen I So — ist eS nun gut? — Wollen Sie Geduld haben, wenn ich Ihnen aus meinem Leben erzähle?" Die Hände int Schoße liegend, vermochte sie nur zu nicken. Er sah ihr auf der Lehne eineS Sesse.s gegenüber und stemmte die Fühe leicht auf den Teppich. „Ich bin in forglofen Verhältnissen ausgewachsen! Ich glaube, ich war sogar etwas verwöhnt. Vor drei Jahren verwbte ich mich mit einer jungen Wiener Dame! Ich liebte sie unsagbar — und — liebe sie heute noch!" Draußen heulte der Sturm und rüttelle an dem Gestänge der Aprito.enspaüere, die um daS Haus liefen. Die Schwester hie.t den Kopf tief auf die Brust ae'enkt. Hettingens schwere Atemzüge drangen bis zu ihr herüber. „Datrn kant das älnglück, und ich war allein! — Ella'sen S.e mir alles andere, Schwester Ellfab-eth. Es gibt kein Zu- sammenfinden mehr zwischen dem und mir — trotz ihrer und meiner Liebe. Die Vergangen hell ist zu stark! Als ich Sie sah, meinte Hoheit Schnee und geblendet von der Sonne nicht zurechts inden, während Laubachs Schubkraft sich stark bemerkbar machte. Dis zur Halbzeit wurde das TorergebniS auf 2:0 für Laubach erhöht. In der zweiten Halbzeit kamen die Gäste besser auf. Im weiteren Verlaufe des Spieles muhten jedoch zwei Dusecker Spieler den Platz verlassen, so dah die Gästemannschaft nur noch neun Mann stark war. Etwas später wurde auch der Torhüter Grohen-Dusecks vom Platze verwiesen. Trotzdem konnten die Gäste das Spiel offen halten. und kurz vor Schluh das Ehretrtor erzielen, während das Spiel mit dem oben verzeichneten Resultat abfchloy. D.s.R. Lich I. - Iußballclub 26 Grimberg I. 9:4 (7:3). Am Sonntag wurde dieses Punktspiel ausge-- tragen. Nach den letzten Erfolgen Grunbcrgs HvchWl-Sli-Rennei, aus dem HoherMops. Es ist keine Uebertreibung: Noch nie hat der winterliche Hoherodskopf eine solche Menge tüchtiger Sportjugend versammelt gesehen, wie am vergangenen Sonntag. Die Skimannschaftender Hochschulen Darmstadt, Marburg, Frankfurt und Gießen traten zum Wettkampf an. Studentinnen und Altakademiker nahmen gleichfalls tcü. Zu den einzelnen Wettläufen lagen insgesamt 70 Meldungen vor. Zünftiger Betrieb entroidette sich bereits am Samstag in den Klubhäusern. Abends begrüßte Universi- tärssportlehrer Dr. Möckelmann (Gießen). Die Marburger waren unter Professor Jeck (Marburg), die Darmstädter wiederum unter Führuni ihres Uni- versitätssportiehrers S o l l i n g e r erschienen. Am öonntagmorgen stand das Thermometer tief unter Null. Ein eisiger Wind wehte. Den ganzen Tag über keine Spur von lauen, trotz der Sonne am strahlend blauen Himmel. Im Wald gab es durchgefrorenen Pulverschnee, für den Ski eine vorzügliche Führung. An den Hängen herrschte fester, samtner Windharsch vor. Feinpulverige Schneemengen, wie Sand, trieb der Wind darüber hin. Streckenweise war diese Schneedecke von Wind und Sonne zerformt. Dort ratterten die Ski in sausender Fahrt beim Ab- fahrtslauf. Durchgeführt wurden Langlauf, Gelände- lauf und Sv r u n a l u u f. Ein Unfall ist zu verzeichnen. Ein Kontrollposten wurde an einer schmalen Abfahrtsstelle von einem Lauser überholt, tarn zu Fall und verletzte sich am Nasenbein. Bei dem zwälfKilometerlangenLang- lauf mar eine Steigung von 166 Meter zu überwinden. Die Strecke ging vom Klubhaus nach Norden am Waldrand entlang, Ober-Waldstroße, Siebenahorn, Aller Ulrichsteiner Weg, Buchhorn- schneise, Grebenhainer Schutzhülle, Lauterbacher Hütte, Flößer- und Lange Schneise zurück zum Klubhaus. Dort lagen Ziel und Start nahe beieinander. Der Langlauf der Studentenschaften wurde bewertet nach Mannschaften und Einzelleistun» gen. Mannschaften waren es sechs, von je vier Mann. Man startete in Abständen von einer halben Mtnut«. Das Starten roor noch nicht allzu lange beendet, da traf bereits Baumgarten (Darmstadt) mit einer Zett von 59 Minuten 64 Sekunden wieder ein, trotz eines Unfalls, der ihn etwa zwei Minuten gekostet hatte. In der noch kürzeren Zett von 58 Minuten 49 Sekunden folgte ihm später Frank von derselben Mannschaft, beren beiden anderen Läufer, Müller und Beyer, 1 Stunde 44 Sekunden bzw 1 Stund« 1 Minute 49 Sekunden liefen. Dopp von der ersten Gießener Mannschaft kies um einige Sekunden bester als Beyer. Sonst wurden auch die Einzelleistungen dieser Darmstädter Mannschaft von feinem anderen Läufer übertroffen. Sie war, wie im Vorjahr, überlegene Siegerin. Erfreulich ist, daß die Gießener erste Mannschaft gleich an zweiter Stelle kommt. Nimmt man die Summen der Einzelzeiten, die innerhalb der Mannschaften von den einzelnen Läufern gelaufen worden sind, so ergibt sich gegenüber der ersten' Darmstädter Mannschaft für die erfte Gießener Mannschaft ein Mehr von 22 Minuten 41 Sekunden, für die an dritter Stelle folgenden Marburger ein Mehr von 28 Minuten 38 Sekunden. Dann folgte an vierter Stelle die Frankfurter Mannschaft mit einem Mehr von 35 Minuten 27 Sekunden und als fünfte die zweite Gießener Mannschaft mit einem Mehr von 1 Stunde 24 Minuten 48 Sekunden. Auch die Altakademiker, an ihrer Spitze Dr. D o • browolny (Skiklub Gießen) sind mit guten Zeiten gelaufen. Der Geländelauf war 1,7 Kilometer lang. Von der Jugendherberge führte die Markierung in ich, Sie mühten ihre Schwester sein, obwohl alles an ihr Licht und Blondhert ist, und Lust und Leben, was bei Ihnen in Ruhe und Abgeklärtheit in Erscheinung tritt. Sie haben gelitten, wie ich gelitten habe! Wir leiden beide noch heute. Sie um den Mann, den Ihnen der Tod genommen hat, ehe Sie ihm noch Weib sein konnten, und ich um das Weib, das niemals mein eigen war, — so sehr mein Blut Sekunden wieder frei. „Bist du einverstanden," fragte er, wenn wir von einer langen Brautzeit aose.>n? Jetzt Haven wir Juni. Anfang Juli konnten wir Hoch'eit machen — wenn es dir so recht ist, Elisabeth!" Wieder der Hauch eines „Ja", einem nach Norden zu geschlagenen Bogen zu den Klubhäusern, von diesen am Westhang hinunter, zum Teil durch die Fichtenbestände auf halber Höhe. Das Ziel lag etwa 0,5 Kilometer von Breungeshain entfernt. Gewertet wurde nur noch Einzelleitungen. Darmstadt war mit Baumgarten auch hier wieder an erster Stelle. Dann folgten Frankfurt, Darmstadt, Marburg. Gießen kam erst an sechster stelle mit Neuhaus, der mit gleicher Zeit wie R i e z l (Marburg) am Ziel eintraf. Auch beim Springen blieb der Sieg Darmstadt treu. (Baumgarten und Beyer erster und zweiter Sieger.) Ihnen folgten die beiden 211t» akademiker Mölders und Dr. S ch o p p e r, beide vom Skikluü Gießen. Verhältnismäßig Diele Sprünge waren nicht gestanden. Am Tag zuvor waren denselben Springern ihre Sprunge besser gelungen. Dies war auf den kräftigen Ostwind zurückzuführen, der die Sprungsti in der Luft von rechts packte, so daß den Springern beim Aussprung die Beine nach links weggedrängt waren und sie nach rechts überfielen. Die erreichten Weiten entsprachen den Möglichkeiten, die die Schanze bietet. Nach Beendigung des Konkurrenzspringens stellte Baumgarten mit zwei Sprüngen von 19 und 20 Meter, beide freilich gestürzt, einen Schanzenrekord auf. Daß beim zusammengesetzten Lauf (Gesamtwertung von Lang- und Sprunglauf) Darm- ft a ö t gleichfalls Sieger bleiben mußte, kann noch dem Gesagten nicht Wunder nehmen. Zum Geländelauf fei noch bemerkt: Frl. Brill, die mit der besten Zeit von 7,31 lief, und die an dritter Stelle angekommene Frl. Schmoll, sowie Frl. Jaeger, die außer Konkurrenz die zweitbeste Zeit lief, gehören dem Ski-Klub Gießen an, ebenso wie der 2. Sieger im All-Akademiker- Lauf, Mölders, sowie der in der 2. Altersklasse (über 40 Jahre) laufende Staatsanwalt E ch u d t. Für die Gießener akademischen Mannschaften wird noch manche Trainingsarbett notwendig sein, mit den Darmstädtern gewachsen zu werden. Trotzdem ist M de« Gießenern ein erheblicher Aust kchomng gegea die Vorjahr«, insbeso«d«e gegen da» Rennen von 1957, zv verzeichne«. Di« sN-spvrtlichen Besttedungen bee Untoerß» tütssportlehrers Dr. Möckelmann hoben zweifellos schon gute Früchte aettagen. In feiner Hand lag di« Rennleitunfl. U niversitätsf portlehrer Dr. Wunderlich (Gießen) stand ihm mr Sette. Ss wickelte sich alles pflnftfld) und reibungslos ab. Mitglieder des Ski-Klubs Gieße«, wie Professor Klute, Dr. 61 fl r i f o, Reg.-Baurat Man- gold, Dr. W o d o e g e, sowie etntae Gießener Studenten unterstützten, zum Teil als Kampfrichter. Das Profil des Geländelaufes war von Reg.-Äau- rat Mangold hergestellt. Bald nach Beendigung des Sprunglaufs wurden von der Sprungschanze aus die Namen der Sieger durch Prof. Lehmann (Gießen) verkündet, oer dabei im Nomen der Univerfität Gießen zu den Teilnehmern sprach und all denen Donk sagte, die zum Gelingen des Tages beigetragen hotten. Die Gießener medizinische Fakultät hatte einen Wanderpreis gestiftet, eine Plastik von der Hand Kvddings (Gießen). Diese überreichte Pros. Lehmann der siegreichen Darmstädter Mann- schäft, die den Preis in den nächsten zwei Jahren zu verteidigen hot, um ihn endgültig behalten zn können. Zum Santtätsdienst war m dankenswerter Weife die Schottener Sanitätsmonnfchaft erschienen. Die Ergebniste des Rennens hoben wir gestern schon berichtet. Er nahm ihr« Hände in die fernen und hielt ft« darin fest. „Angst mußt du nicht vor mir haben, Kind! Ich weih gar nicht einmal, wie alt du bist," sagte er lächelnd. „Willst du mit nicht etwa- von deiner Familie erzählen?" Es war das erstemal, daß sie seit ihrem Hiersein hn Zimmer zu ihm aufsah. „Ich bin Doppelwaise! Vergangenen Monat war ich einundzwanzig. Ich habe keine Erinnerung an meine Ellern mehr. — Ich —" „2afj nur. mein Armes," er fuhr ihr gütig über das Haar. „Du sollst nicht Gedanken wecken, die dir wehe tun. Wie müde du bist! Ich bin ein Tyrann, dich noch um zwölf Llhr nachts zu quälen. Komm, kleine Braut." Als sie ihm vor der Türe ihres Schlasziinmers gute Nacht sagte, bat er jungenhaft demütig: „Küsse mich —1" Die Arme zu ihm auf hebend, zog sie sein Gesicht zu sich herab und drückte ihm den Hauch eines Kusses auf den Mund. Dann stand er allein Nachts erwachte er und drückte gewohnheitsmäßig auf die Klingel, der Schmerz, den er in der Hüfte verspürte, war rasend. Sie erschien sofort an feinem Bette und griff nach der Flasche, deren Inhalt zu Einreibungen diente. Et errötete bis an die Schläfen „Laß, Kindl — Gib mir das Oel, Ich werde es allein versuchen" Verständnislos sah sie ihn an. „Hat die Braut weniger Anrecht an Sie, Herr Baron, als die Pflegerin? Darm mußte ich bedauern, Ihnen mein Ja gegeben zu haben" Er sagte nichts mehr. Sie massierte mit ihren ruhigen gleichmäßigen Bewegungen Hüfte und Schenkel, legte Watte darüber und band sie mit einer Binde fest. Wie immer, wenn die Schmerlen ihn quälten, schüttete sie etwas von einem Puloer auf den Silber löffel auf dem Nachttische uiü) reich:« es ihm. Er schluckte es gehorsam. „Geh jetzt zu Bett, Kindl" Eie beugte sich herab, umschloß seine Hand, und preßte ihre Lippen daraus. sah man gespannt diesem Spiel entgegen. Die Nasenspieler mußten mit Ersatz antreten Trotzdem sanden sie sich zu einem schönen Spiel zusammen und konnten das obengenannte Resultat als Sieg buchen Hätten die Licher Grün- weißen ein besseres Kombinationsspiel vorgeführt (woran es immer fehltt, so wäre das Ergebnis leicht zweistellig getooroen. Arbeiier-Turn- und Sportbund. Gießen I — Naunheim I. Gießens Kreisklassenmannschaft hatte am Sonntag zum Rückspiel Naunheims I. auf dem Trieb zu Gast. Im Vorspiel blieb Naunheim Sieger, man war deshalb auf den Ausgang des Spieles gespannt. Hatkc man ein flottes Spiel erwartet, so wurde man bald enttäuscht. Das Spiel fand ein vorzeitiges Ende, da es beim Stande 1:0 für Gießen abgebrochen wurde. Alsfeld I — wiefeck I. Wiesecks I., der neue Bezirksmeister, trat airt Sonntag zum fälligen Ruckfoiel in neuer Aufstellung die Reise noch Alsfeld an. Aus den Ausgang dieses Spieles war man gespannt, da Alsfeld unter allen Umständen seine letzten Niederlagen wieder wett zu machen gedachte. Nach schönem spannenden Spiel gelang es Wieseck auch diesmal, wenn auch knapp, mit 2:1 als Sieger den Platz zu d et taffen. Wieseck II — Leun I. Besser macht« es die 2. Mannschaft Wiesecks. die auf eigenem Platze Leun I zum Gegner hatte. Auch in diesem Spiel hat man im voraus die Gäste als Sieger angcsprochsn, man wurde jedoch eines aiiberen belehr!. Wieseck, das mit einigem Ersatz antrat, lieferte der kompletten Gästeelf ein ebenbürtiges Spiel und ging bereits nach fünf Minuten in Führung. Bei Halbzeit stand das Resultat 4:1 für Wieseck. Nach Seitenwechsel kam Leun etwas mehr auf und tonnte zwei Tore aufholen, während Wieseck seine Torzahl auf sechs erhöhte und so mit 6:3 als Sieger den Platz verließ. Watzenborn I — Hungen I. Am Sonntag trat Mc erste Mannschaft borr Watzenborn zum fälligen Rückspiel in Hungen an. Als kurz nach Anstoß Watzenborn das erste Tor erhielte, kam es zu Szenen, die sogar zu Tätlich- ketten gegen Watzenborn«: Spiele" führten. Dis zur Halbzeit wurde die Torzahl beiderseits auf 2:2 gestellt. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Hungen ferne Torzahl auf 4, jedoch machten sich immer wieder sehr unliebsame Auftritte gelten!), die schließlich dazu führten, daß Watzenä»m 25 Minuten vor Schluß dos Spiel abbrach. Wirtschaft. Oie GeldmorMage. Wen» auch am Geldmarkt infolge der Lb Wicklung des -Ultimo ein Anziehen der Geldsätz^ eingrtreten ist, so muß doch festgestrllt werden/ daß von einer normalen Versteifung infolge beS Ultimo nicht die Rede fei« kann. 3m Gegenteöü der Markt zeigt nach wie vor fein leichtes Aussehen, da die Banken auch Wetter sehr hohe flüssige Wittel verfügen und auch die Kasten der öffentlichen Hand infolge der großen Steuereingänge im Januar liquide sind. Chctt rakteristisch für die leichte Geld mark tversas sang ist Wohl Die Tatsache, daß die Seehandlung schon am 1. Februar ihre Geldsätze im Ausmaß von Vs bis V- Prozent auf den verschiedenen Konten herabsehen konnte. Auch die um 1 Prozent auf 7Vs bis 8 Prozent erfolgte Herabsetzung des Reportzinssahes in der abgelaufenen Berichts^ Woche Deutet ganz besonders darauf hin. WaS den Pridatdiskontmarkt anbelangt, so ist daS Angebot nach wie vor fepr gering; die Danken sind bemüht, ihr langfristiges Wechselmaterial nach Möglichkeit zu halten. Infolgedessen wird die Anspannung der Reichsbank am Januar-älttimo vornehmlich kurzfristiger Natur fein. Im Zusammenhang mit der nun schon feit bet Diskont-« ermäßigung um Vr Prozent anhaltend«, großen Flüssigkeit des Geldmarktes hat natürlich die Frage einer weiteren Diskont- »■■■■■«■»■——n—w n i ii i ■n.rww" „Elisabeth!" mahnte er, „du sollst dich nicht als meine Sklavin betrachten! 3n vier Wochen bist du mein Weib!" „Jetzt schlafen, bitte!" Sie drückte seinen Kop! in die Kissen und legte ihm di« Decke zurecht. „Ich lasse die Türe zu meinem Zimmer offen, dann Hove ich gleich, wenn Sie mich brauchen." „Wenn du mich brauchst, muß «S heißenI" erinnerte er. „Ja - Achim!" Gr hielt noch einmal ihre Hände fest, schteL etwas sagen zu wollen und legte barm den Kops müde zur Sette. Das Pulver tat ferne Wirkung. Als er längst schlief, lag Schwester tUifabekh mit tränenüberftcömtem Gesichte in ihrem Zimmer auf den Knien und hob die Hände zum Himmel: „Rur einen Tag des Glückes, o Gott! Nur eine Nacht fein Weib sein! — Dann — dann —" Si« nahm noch dieselbe Stellung ein, als daS Morgenrot bereite durch die Fenster der Villa namt Im kleinen Empfangszimmer der Daronm tr Bellinzona stand Leopold Richthofen, in Frack unb weißen Handschuhen, bot ihm Schwester Elisabeth im spitzenübersäten Brautkleid« und Wangen, die so schneeig waren wie die Haupte« der Berge, welche di« Schweizer Seen gürteten. „Ich bitt dich, Kindert! Warm du jetzt nicht den Mut findest und ihrn alles eingstehst, eb's zu spät ist, gibt's ein Llnglück!" Immer wieder streichelte er ihre falten Hände, die wie Eis rn den seinen ruhten. Sie entzog sic ihm und faltete sie vor ihm zusammen: „Poldi! Nut einen Tag des Glückes! Nur einen einzigen, wenn du mir gönnst!" „Kirrderl, wer spricht denn vom Nichtgönneil! Schau, er verzeih: dir's ja! Er nimmt dich des- toegn grab so an sein Herz! Gr —" (Fortsetzung folgt4 cvqiäßigitiiii am Prozent erneut an Äedeii- tung gewonnen. (58 wirb vor allem darauf verwiese», daß die Furcht bei einer stärkeren Herabsetzung des Diskontsatzes vor übermäßigem Abzug von 2lusiandgeldcrn sich als unrichtig, wenigstens was die bisherige Entwicklung _cn* belangt, herausqestellt hat Dazu ist zunächst ;u sagen, daß die Geldverhältnisse im "Auslände im Augenblick recht ungeklärt sind und daher größte Vorsicht m der Diskontpolitik am Platze st Wenn auch aift deutschen Geldmarkt in immer Zeigendem ilmfange westeuropäisches Geld (Pa» ;i3) an die Stelle des amerikanischen getreten ift, so genügt dies doch noch nicht, daß dadurch .in gewisses Matz Llnabhängigkeit von den anderen ausländischen Geldmärkten eingetreten ist. Man wird erst 'dann klarer sehen können, wie sich die Rückziehung von Auslandgeldern aus» wirken wird, wenn jetzt um den Ultimo herum gröhere Beträge fester Auslandgelder fällig werden. Sollte sich Herausstellen, daß Rückzahlungen beträchtlichen Ausmaßes. die natürlich Gold- abflüsse zur Folge haben würden, nicht eintreten, dann würde allerdings eine weitere Herabsetzung des Diskontsatzes um Vs Prozent zu rechtfertigen sein. Jedenfalls ift die Tendenz zur Rückzahlung von Anslandgeld tatsächlich vorhanden, was aus der Steigerung des Dollarkurses gegenüber der Mark hervorgeht. Abzuwarten ist ferner, was die "Besprechungen des Präsidenten der Bank von England in Reuyork zur Klärung der Lage bringen werden, ha die ausländischen Geldmarkt- Verhältnisse gerade durch den starken Goldabfluh voll London nach Reuyork unübersichtlicher geworden sind. Infolgedessen darf die gegenwärtige, zum großen Teil saisonmätzig bedingte Geld- slüssigkeit nicht überschätzt werden, besonders in Richtung der Diskontfrage. Bezüglich der Lage am Kapitalmarkt ist zu bemerken, daß das Ueberströmen von Geldern aus dem kurzfristigen Markt sich bisher nicht stärker bemerkbar gemacht hat. Die Lage des Kapitalmarktes ift nach wie vor gespannt, wenngleich eine gewisse Belebung im Angebot sestzustellen ist. Bel dem großen Kapitalbedarf in Deutschland hat selbst stärkeres Ueberströmen von Geldern auf den Kapitalmarkt nicht die gleiche Bedeutung, wie bei normalen Verhält- nrssen. Di« Anspannung deS deutschen Kapitalmarktes ist eben eine stetige, und diese Tatsache wird bei der Beurteilung der Lage, da sie aus- »chlaggebend ist, stets zu beachten fein. Generalversammlung der ReichSbank. Die gestrige Generalversammlung der Reichs bank, auf der 36 878 300 Mk. Anteile mit 13 484 Stimmen vertreten waren, genehmigte gegen 702 Stimmen den gestern berichteten Abschluß. Don mehreren Aktionären wurde eine Erhöhung der Dividende angeregt Ein Antrag des Opponenten Winter, die Dividende von 12 auf 20 Prozent zu erhöhen, wurde als gesetzwidrig nicht zur Abstimmung zugelassen. Zu den sachlichen Ausführungen der Diskussionsredner betonte Reichsbankpräsident Dr. Schacht, daß weder das Daweskomitee, noch das Organ!» 'ätionskomitee vorausgesehen habe, daß die Gewinne, die die Reichsbank aus der Wirtschaft herausgezogen habe, so groß sein würden, wie es angesichts der Kapitalknappheit rarn leider einmal fei. Cs sei niemals die Absicht dieser Komitees, noch der Reichsregierung gewesen, ein Institut zu schaffen, um den Reichsbankanteil- Eignern als zufälligen ehemaligen Besitzenr nun plötzlich große Gewinne aus dec Rot der deutschen Wirtschaft zuzuschanzen. Angesichts der Kurssteigerungen der D^ichsbankan teile müsse betont werden, daß ein spekulatives Herauftreiben der Re ich -b ankkurfe noch kein moralisches Recht auf eine höhere Dividende gebe. Falls die ^>£00!^^- ^en Srpertenbesprechungen nicht zu einer Gen iral- ösung der Bankgesetzprobleme führen, werde man sich unmittelbar an die Reparationskommission wegen der Aenderung des Dankgesetzes zu wenden haben. Reichsbank-Zenlralausschutzfitzuug. In dec gestrigen Zentralaatsschußsitzung der Reichsbank würben die gesetzlich vorgesehenen Wiederwahlen und Re uw a hlen zu den Bezirksausschüssen vorgenommen. Än Anschluß daran fand eine Aussprache über die wirtschaftliche Lage statt. ♦ • Der Eisenerzbergbau i in Lahn- Dill-Gebiet im 3 anu ar. Rach den Mitteilungen der Frankfurter Handelskammer erreichte der Erzabruf zwar noch nicht wieder die frühere Höhe; gleichwohl wurden die infolge der Absatzstockung seinerzeit ftillgelegten Gruben wieder in Betrieb genommen, weil die Drosselung der Förderung sich ungünstig in den Selbst- tosten ausgewirkt hatte. Ob diese Betriebsintensivierung sich auf die Sauer wird durchhalten lassen, wird neben der Entwicklung aus dem Eisenmarrt vornehmlich von dem Ausmaß und dem Zeitpunkt des Einsehens bet von den behördlichen Stellen seit langem in Aussicht gestellten Hilfsmaßnahmen abhängen. * S a m m e l a n l e i h e n des Deutschen Sparkassen- und Girooerbandes im Jahre 1 928. Bis Ende 1927 waren inländische Sammelanleihen des Deutschen Sparkassen, und Giroverbandes in Höhe von 163,4 Mill. Mark im Umlauf. Zählt man die Auslandanleihe mit 94,2 Mill. Mark hinzu, so ergibt sich ein Gesamtanleihe- betrag von 257,6 Mill. Mark. Im Laufe des Jahres 1928 wurden im Inland 84,47 Mill. Mark neu untergebracht. An ausländischen Anleihen kam ein Betrag von 73,5 Mill. Mark hinzu. Insgesamt wurden also 157,9 Mill. Mark neu emittiert, dabei erhöhte sich der gesamte Umlauf der In- und Auslandan- leihen auf 413 Mill. Mark (ahne die kommunalen Sammelablösungsanleihen und unter Berücksichtigung der oorgenommenen Tagungen). * Günstige Entwicklung der landwirtschaftlichen Genossenschaften. 9?ad) der Statistik des Reichsverbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften waren am l. Februar insgesamt 40 428 Genossenschaften vorhanden, was gegenüber dem Ergebnis des Jahres 1928 eine Steigerung um 32 beträgt. Es ist also im neuen Jahre keine Unterbrechung der seit geraumer Zeit anhaltenden Aufwärtsentwicklung des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens eingetreten. 101 Neugründungen stehen 69 Auflösungen gegenüber. Die Vermehrung ift im Januar in der Hauptsache auf die starke Gründungstätigkeit bet den „sonstigen Genossenschaften" zurückzuführen. Nicht ganz so lebhaft war die Gründungstätigkeit bei den Äolkereigenossenschaften, während die Spar- und Darlehnskassen und die Bezugs- und Absatzgenossen- schäften auch weiter rückgängig find. * Schuhindustrie und Fabrikation von Lederbearbeitungsmafchinen im Januar. Dec Auftragseingang in der Schuh- industrie hat sich, wie die Frankfurter Handelskammer berichtet, im Januar gebessert und die Beschäftigung ist im Vergleich zu den Vornrona- ten stärker. Die Lager des Schuhhandels sind ebenfalls aufnahmefähiger geworden. Man erwartet das Anhalten der etwas besseren Konjurck- tur in der Schuhindustrie. 2n der Fabrikation von Lederbearbeitungsmaschinsn ging dagegen infolge des geringen Auftragseinganges auch die Beschäftigung zurück, was teilweise auf Saisonschwankungen zurückzuführen ist. Die Verkaufs» bedingungen stich außerordentlich gedrückt. Von der Kundschaft werden im 3n- und Auslande immer längere Ziele verlangt, die zu finanzieren außerordentlich schwer fällt, zumal die Kundschaft sich weigert, die Zinsen für Kreditgewährung zu bezahlen. * Neue Auslandanleihe der Frankfurter Hypothekenbank. Wie WTB.-Han- dclsdienst erfährt, hat die Frankfurter Hypothekenbank durch Vermittlung des Bankhauses Lincoln Menny Oppenheimer einen neuen Anleihevertrag Über 7 Proz. kapitalertragssteuerfreie Goldpfandbriefe im Betrage von 5 Millionen Goldmark mit demselben Konsortium abgejchiossen, das bereits im Jahre 1928 drei Auslandanleihen der Bank übernommen hatte; dieses Konsortium besteht aus den Bankhäusern Mendelssohn & Co., Amsterdam und Pierson & Co in Amsterdam, sowie R. Mees & Zoonen in Rotterdam. Ein Teil der Anleihe wird wiederum zur Zeichnung aufgelegt, und zwar zum Emissionskurse von 96,5 o. H., der Rest soll im freien Verkauf untergebracht werden, wobei voraussichtlich höhere Verkaufspreise zu erzielen sind, die der Frankfurter Hypothekenbank zugutekommen. * Hamburg-Südamerika n. Dampf- schiffahrts-Gesellschaft. Die Hamburg- Südamerikanische Dampfsch.ffahrts-Gesellschaft, die, wie bereits mitgeteilt, für das Geschäftsjahr 1928 eine Dividende von wieder 8 o. H. vorschlägt, erzielte im Berichtsjahre einen Betricbsgswinn von 7,70 (6,11) Millionen Mark. Rach Abzug der von 3,58 Millionen Mark auf 4,96 Millionen Mark gestiegenen Steuern, sozialen Abgaben und Unkosten verbleibt ein Reingewinn von 2,75 (2,54) Millionen Mark. Wie in dem Bericht ausaeführt wird, haben sich die in diesen, Jahre neu in Den Dienst gestellten Motorschiffe „Monte Cervantes", „Bahia* und „Pernambuco" gut bewährt. Die Frachten, Haupt, sächlich tm ausgehenden Verkehr, sind auf einen Stand zurückgedrängt, der eine Rentabilität für einfache Frachtdampfer ausschließt.. Durch den kürzlich erneuerten Frachtenpool von Amsterdam—Rotterdam—Antwerpen—Dünkirchen nach dem La Plata besteht die Hoffnung, daß die Raten wieder etwas aufgebessert werden können, was auch seine Rückwirkung auf Hamburg haben würde. Rach Brasilien ist eine (Erneuerung des Pools noch nicht möglich ge= west . Das Passagegeschäft hielt sich ungefähr in dem Umfange des Vorjahres. CRinfrertnarff in Gießen. Zum heutigen Rindermarkt in Gießen waren 787 Stück Grotzvieß und 165 Kälber aufgetrieben. Der Handel war ziemlich flott. Gs wurden folgende Preise erzielt: Kühe 1. Qual. 550 bis 650 Mk.. Kühe 2. Qual. 350 bis 450 Mk., Kühe 3. Qual. 160 bis 250 Mk., Schlachtkühe 120 bis 280 Mk., ein- bis zweijährige Rinder 100 bis 200 Mk., Kälber je Pfund Lebendgewicht 50 bis 60 Pfennig. Für bessere Tiere wurden Preise über diese Äotiz gezahlt. Frankfurter Börse. Frankfurt, 5. Febr. Tendenz freunbüd). Bei Eröffnung der heutigen Börse konnte sich die freundliche Stimmung der gestrigen Abendbörse erhallen. Der wieder sehr stüjsige Geldmarkt bot eine Stütze, auf der anderen ®titc wurde der unregelmäßige Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse nur wenig beachtet, doch erfuhr das Geschäft hierdurch eine gcw'sse Hemmung. D.e Spekulation hielt sich stark tm Hintergründe. Als jedoch einige Orders von außen her eintrafen, machte sich auch von dieser Seite einiges Deckungsbedürfnis bemerkbar. Die Umsätze biteben jedoch äufjerft klein und beschränkten sich nur auf Spezialwerte, die zeitweise etwas lebhafter gefragt waren. Ungünstige Momente lagen nicht vor, auch waren die Abgaben sehr gering, so daß im Grundton der Börse eine gewisse Zuversicht vorherrschte. Infolge der allgemeinen Geschäfts stille blieben die Kursbesserungen klein und gingen gegenüber der gestrigen Abendbörse kaum über 1,5 v. H. hinaus. Etwas vermehrtes Interesse bestand vor ollem am Elektromarkt für Siemens und Schlickert mit je 1,5 v. H.. AEG. dagegen vernachlässigt und nur knapp behauptet. Am Farbenmarkt konnte sich keine regere Geschäftstätigkeit entwickeln, und dieses Pa- pier eröffnete mit behauptetem Kurse. Zellstoffwerte begannen 1 o. H. höher. Autowerte waren 0,5 v. H. höher, Adlerwerte waren lebhafter gefragt. Schafft sahrtswerte uneinheitlich. Hapag plus 1 v. H., Norddeutscher Lloyd minus Id. H Am Montanmarkt hatten nur vereinzelte Aktien ein lebhafteres Geschäft zu verzeichnen. Stahlaktien lagen etwas höher, die übrigen Werte biteben gut behauptet, während Gelsenkirchen mit minus 1 v. H. vernachlässigt waren. Am Bankenmarkt kamen Umsätze kaum zustande. Für Berliner Handelsgesellschast machte sich auf die immer noch umlaufenden Gerüchte einer Fusion dieser Gesellschaft mit einer anderen Großbank mit plus 2,5 v. H. weiteres Interesse bemerkbar. Commerz-Bank bröckelten etwas ab. Renten still, Deutsche Anleihen etwas schwächer. Talon-Ser« ben etwas gefragt Im Verlaufe mar die Geschäfts tätigfeit äußerst gering, doch traten verschiedentlich kleine Erholungen ein. Siemens lagen bis erneut 0,75 o H. gebessert. I.-G.-Farben dagegen weiter leicht abgeschwächt. Am Geldmarkt erfuhr Tageegeld mit 5 v. H. eine weitere Entspannung. Am Devisenmarkt hatte die Mark eine leichte Erhöhung zu verzeichnen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2135, gegen Pfund 20,427, London gegen Kabel 4,8482, gegen Paris 124,10, gegen Madrid 31,75, unter Schwankungen nach vorübergehender weiterer Abschwächung wieder etwas erhöht, aber immer noch unter dem Stand des gestrigen Kurses, Mailand 92,63, Holland 12,1013. Bet ' wer Börse. Berlin, 5.Febr. Obwohl auch zu Beginn der heutigen Börse eine Einheitlichkeit in der Kursentwicklung nicht festzustellev war, schien doch die Beruhigung und langsame Gesundung eher wieder Fortschritte zu machen. Es tarn seitens der Kulisse zwar hier und da Ware heraus, da angeblich die Orders in dem erwarteten Umfange ausgeblieben waren und die Spekulation, die schon gestern übrig hatte, sich etwas entlasten mußte. Man suchte nach Gründen und verwies auf das unregelmäßige Reuyork und auf den bis zu 8 v. H. versteiften Tagesgeldmarkt drüben. Auch seien die Aussichten auf eine Diskonlfenkung nach den gestrigen Ausführungen Dr. Schachts wesentlich geringer geworden, und die Koalitionsverhandlungen und die Vorbereitungen für die Reparationsverhandlungen seien ebenfalls störend. Trotzdem war unverkennbar, daß sich die Provinz und das Ausland schon wieder, wenn auch nur in bescheidenem Maße interessieren, und es lagen bereits bei den Banken Äaufümitcu vor, die allerdings in den meisten Fällen zu niedrig fein dürften. So wiesen die A n f a n g s k u r s s der heutigen Börse im allgemeinen keine größeren Veränderungen auf, die Abweichungen gingen nur ganz vereinzelt über 4 v. H. hinaus. Berliner Handelsgesellschaft, für die sich die ^u- sionsgerüchte weiter erhielten, lagen freundlich, Salzdetfurth konnten 2 v. H. gewinnen, Bergmann 3, Berlin-Karlsruher Industrie 1,5, Polyphon 2, Dessauer Gas 2, Siemens 1,25 v. H. usw. Dagegen verloren Chade-Aktien 3 Mark, Ilse Bergbau 2,25 Mark und Glanzstoff 7 o. H. Etwas lebhafter war das Geschäft besonders im Verlaufe in Spezialwerten. Deutsche Anleihen freundlich, Ausländer venk- verändert. Anatolier. Ungarn und Rumänen ehe» etwas gefragter. Psandbriefmarkt ruhig. Antetl- scheine etwas fester. Der Geldmarkt war weiter er' leichtert. Tagesgeld 6 bis 8, Monatsgeld 6,75 bis 8, Warenwechsel etwa 6,13 v. H. Der Verlauf blieb weiter uneinheillich, doch ergaben sich meist kleine, bis 1 v. H. betragende Befestigungen. Glanzstoff holten ihren Anfangsverlust wieder ein. DemaA lagen angeblich auf Interessenkäufe des Stahlvereins weiter fest und mit 1,5 v. H. über Anfang. Schlesische 6.-Gas konnten sich um 2 v. H. bessern. Das Interesse für Chade-Aktien war dagegen^ehr gering und Chade-Aktien lagen weitere 3 Mark niedriger. Im weiteren Verlaufe machte sich die G e s ch ö f t s st i l l e wieder stärker fühlbar. Die Tendenz blieb zwar im großen und ganzen unner« ändert freundlich, die höchsten Kurse tonnten siäi aber nicht immer behaupten. Frankfurter Getreide HHrse. Frankfurt etoeanftzm ....... S Uiütgersroedt . ....... t ......« 176.65 210,5 3L2 141 238 377 167.5 -- irr 131.2d 210 106.5 1X5,5 EE s rr. 5 53 ■ ’o.. 1 1 Üi < - | 1 I 1 1 1 t J 1.1 L4 175 409.75 165,5 209 140,13 537 J5 164 211 324.5 376, eT Vlogb & Wg DeuNche LrebUanL • 1® Qtrrmez Banlv«Nn V> Btdtiui HaadelSgeteUiki». ■ 19 lomtnerj. n»l» Privat-Bast U Darrifl. u -tarionalboak 12 Deurjche Ban! 3Xitontofflefefl!dwh flUtt.. vo Dretdr« öanl 1° Rttttibeud*' luaUMtd . - 2 DirtalTbanf .... 9 ÄtftWWBl 12 128 126.75 138,75 140,5 266.75 201 2,8,0 1?1 H'6. b 171 ,16 139 125,75 i-K.25 113.3 160.73 125,9 139 140,25 236.75 3U0 171 166 170.7.3 193,25 130,5 313,.’» 123,25 139 Hl 170 1'38 130 311,5 38,145 373 97.75 70,ü -73-5 Z76 -58.25 180 88,22 97,75 06.» vS 272 377 4-5 -53.83 93 107.5 ■36.13 27. 131 97.5 70.4 27,.r-> 4?7.5 494 .52.IÄ 107,9 96.16 273.5 l30,5 sr.o 70.25 2/2 378.75 406 253 US. 75 88.5 9Ä - 24.5 141.5 85 101.85 212 145,28 1 1 < i t S 1 1 1 118,5 88.75 97.75 $7rlm. 4 Februar "ei' ftmcnfam’dx iMoee» ... 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